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Full text of "Geschichte des k. und k. Feldjagerbataillons, Issue 11"

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Geschichte des K. Und 

K. Feldjägerbataillons NR.li 

Franz Alberti de Poja 



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Se. k. u. k. Hoheit Erzherzog Friedrich. 



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Geschichte 






des 




k. uDd l FeldjägerbatailloDs Nr. 11. 



Herausgegeben 



vom 



Offizierskorps des Bataillons. 




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Köszeg. 

Im eigenen Verlage. — Druck von Rudolf Brzezowsky & Söhne in Wien. 

1905. 



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HARVARD COLLE«E LIMARV 
NOV. 7, Itif 
MINOT FUND 



6L^M-32^.S; 



Alle Rechte vorbehalten. 



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Inhaltsverzeichnis. 



Seite 

Vorwort V 

Benützte Quellen und Hilfswerke VII 

Ruckblick auf die Entwicklung der Jägertruppe bis zur Errichtung des 

Bataillons 3 

Die Errichtung des Feldjägerbataillons Nr. 1 1 5 

Krieg in Italien 1813-1814 10 

Feldzug in Italien 1815 26 

Friedensjahre 1816—1821 • • • 45 

Die Expedition nach Neapel 1821 49 

In Sizilien 1822-1826 67 

Friedensjahre 1827-1848 74 

Die Kriegsjahre 184^-1849 88 

Der Feldzug 1849 in Italien .118 

Friedensjahre 1850—1852 139 

Teilweise Mobilisierung gegen die Türkei 1853 142 

Teilnahme am Aufmarsch der österreichischen Armee an der Oslgrenze 1854 . 145 

Friedensjahre 1855-1863 147 

Krieg gegen Dänemark 1864 155 

Friedensjahr 1865 172 

Krieg gegen Preußen 1866 174 

Feldzug in Italien 1866 189 

Friedensjahre 1867 — 1877 197 

Okkupation von Bosnien und der Herzego vina 1878 210 

Friedensjahre 1879—1904 215 

Schlußwort 242 

Anhang. 

Die Bataillonstochter 245 

Die Kommandanten des Bataillons 249 

Berufsoffiziere des Soldatenstandes, Ärzte und Truppenrechnungsführer • -251 

Affären, an denen das Bataillon teilgenommen hat 305 

Auszeichnungen, welche im Bataillon erworben wurden 307 

Veriuste 310 

Geblieben auf dem Felde der Ehre 312 

Organisatorische Daten zur Entwicklungsgeschichte der Feldjägerbataillone »315 



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Bilder und Karten. 

1 Porträt Sr. Mi^jestät. 

1 „ Sr. k. u. k. Hoheit des Durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Friedrich. 

13 Porträts der Bataillonskommandanten. 

1 Bild Oberjäger Eltzenbaum bei C. Fusara. 
1 , , Rezzo li bei Sona. 

1 9 Trompeter Elli bei Sommacampagna. 
1 „ Denkmal des Bataillons im Swiepwalde. 

1 Obersichtskarte der wichtigsten vom Bataillon seit dem Jahre 1813 durch- 
geführten Marschbewegungen. 

1 Plan des Treffens bei Rieti 1821. 

1 Obersichtskarte zum Feldzug in Italien 1848—49 

1 Skizze zu den Gefechten von Sona und Sommacampagna 1848. 
1 , , , Kämpfen um den Swiepwald 1866. 



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Vorwort. 




nU den schönsten Zügen im Charakierbilde des öster- 
reichisch-ungarischen Offiziers gehört unstreitig die be- 
geisterte Liebe, mit welchem er seinem Truppenkörper 
angehört. Und dies gilt in gleichem Maße von allen Teilen unserer 
glorreichen Armee, eine Gewähr für den vortrefflichen Geist, von 
dem sie erfüllt ist, ein Prüfstein ihres hohen inneren Wertes. 

Scheidet ein Offizier aus einem Truppenkörper, um in einen 
anderen einzutreten, so wird er hier mit offenen Armen empfangen ; 
das echt österreichische „Du und Du" schlingt bald ein enges 
Band, um den Neuangekommenen, und wenn er auch mit Freude 
zurückdenkt an sein früheres Regiment, so hat er sich doch bald 
mit liebevoller Anhänglichkeit in seine neue militäiische Familie 
eingelebt. 

Und wie die Mitglieder eines Geschlechtes darauf bedacht 
sind, die Denkwürdigkeiten ihrer Vorfahren zu erhalten und zu 
pflegen,, so sind von diesem Streben in gleicher Weise auch die 
Angehörigen der Armee, unserer großen, allumfassenden Familie 
erfüllt. 

Beseelt von diesem Wunsche, entschlossen auch wir uns 
dazu, die Denkwürdigkeiten unseres Bataillons zu sammeln und 
der Öffentlichkeit zu übergeben. 

Den „alten Elferjägern" sei dies Buch gewidmet, nicht nur 
den lebenden, die wir mit Stolz und Liebe zu den Unsern 
rechnen, sondern auch den dahingeschiedenen, denen wir mit 
dieser Geschichte lorbeerumkränzte Gedenkblätter weihen! 



Behufs Zusammenstellung des erforderlichen Materials und 
Einleitung der auf die Drucklegung bezüglichen Arbeiten wurde 
über Anordnung des gegenwärtigen Bataillonskommandanten 
Major Emil von Spänyik zu Anfang 1904 ein Komitee ge- 



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VI 

bildet, welchem folgende Offiziere des Bataillons angehörten: 
die Hauptleute Vinzenz Lipa, Hermann Doli in er und Ernst 
Burel; die Oberleutnants Gustav B roser, Viktor Wagner 
und Karl Freiherr von dem Bussche-Ippenburg. 

Mit Bewilligung des k. und k. Reichskriegsministeriums 
wurde Oberleutnant Viktor Wagner für die Zeit vom 28. Juli 
bis zum 29. Oktober 1904 in das Kriegsarchiv entsendet, um die 
in den Feldakten enthaltenen, auf das 1 1. Feldjägerbataillon bezüg- 
lichen Daten zu sammeln, während Hauptmann Hermann Dolliner 
das aus den eigenen Bataillonsakten verwertbare Material sichtete. 
Dem Hauptmann Dolli ner waren die Leutnants Artur Phleps 
und Franz Germarz zugeteilt. 

Nach Abschluß der Materialsammlung konnte an die end- 
gültige Redigierung des gesammelten Stoffes geschritten werden. 
Das Bataillonskommando übertrug Mitte Jänner 1905 diese Auf- 
gabe dem Oberleutnant Franz Grafen Alberti de Poja, welcher 
auf Grund erweiterter Quellenforschung eine Geschichte des 
1 1. Jägerbataillons vom Zeitpunkte der Errichtung bis einschließlich 
des Jahres 1904 verfaßte und am 15. August 1905 dem Bataillons- 
kommando in druckreifer Form vorlegte.. 

Allen jenen, welche zum Zustandekommen dieses Werkes 
mit Wort und Tat beiti'ugen, sei an dieser Stelle der wärmste 
Dank ausgesprochen. Insbesondere aber fühlen wir uns Seiner 
Exzellenz dem Herrn k. und k. Feldzeugmeister Ernst Freiherrn 
von V i V e n o t für die übersendeten Aufzeichnungen und dem 
Herrn k. und k. Major Karl Kandelsdorfer des Präsidial- 
bureaus des Reichskriegsministeriums für die gütige Förderung 
dieser Arbeit zu Dank verpflichtet. 

Köszeg, im August 1905. 



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Benützte Quellen und Hilfswerke. 



I. Quellen. 

Die Feldakten des k. und k. Kriegsarchivs. 

Die Akten des eigenen Bataillons. 

Manuskript 1813—1863 des Hauptmanns Ludwig Curter von Stern fei d. 

Manuskript 1813— 1879 der Hauptleute Thaddäus Graf Alb erti de Poja 
und Franz Hörzinger. 

Aufzeichnungen des Obersten Karl Freiherrn Wucherer von Huldenfeld. 

Manuskript 1813—1904 des Oberleutnants Viktor Wagner und des 
Leutnants Artur Phleps. 

Geschichte der Entwickelung der Jägertruppe von Oberleutnant Gustav 
B r s e r. 

Biographien der Bataillonskommandanten von Hauptmann Hermann 
D o 1 1 i n e r. 

Geschichte der „Bataillonstochter" von Hauptmann Hermann Dolliner. 



n. Hilfswerke. 

Horsetzky, Kriegsgeschichtliche Obersicht der wichtigsten Feldzüge in 
Europa seit 1792. 

Weiden, Der Krieg der Österreicher in Italien 1814. 

Schirm er, Feldzug der Österreicher gegen Joachim Murat im Jahre 1815. 

Machalicky, Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821 
(Mitteilungen des k. und k. Kriegsarchivs, Neue Folge, II. Band). 

Zitterhofe r. Die Okkupation Siziliens durch österreichische Truppen 
1821 bis April 1826 (Mitteilungen des k. und k. Kriegsarchivs, Dritte Folge, 
II. Band). 

Sternegg, Schlachtenatlas. 

Kriegsbegebenheiten bei der Kaiserlich -Österreichischen Armee in Italien 
1848 und 1849, von einem unbekannten Verfasser. 

Österreichisch -preußischer Krieg gegen Dänemark, von einem k. k. Offizier. 

Friedjung, Benedeks Nachgelassene Papiere. 

Österreichs Kämpfe im Jahre 1866, vom k. k. Generalstabsbureau für 
Kriegsgeschichte. 



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VIII 

Strobl, Königgrätz. 

He id er ich, Der Kampf im Swieb- Walde. 

Die Okkupation Bosniens und der Herzegowina durch k. k. Truppen im 
Jahre 1878, vom k. und k. Kriegsarchiv herausgegeben. 

Streffleurs österreichisch - militärische Zeitschrift. 

Organ der militär- wissenschaftlichen und Kasinovereine. 

Hold, Geschichte des Infanterieregimentes Nr. 48. 

Kandelsdorfer, Geschichte des k. und k. Feldjägerbataillons Nr. 3 
und 7. 

S tauf er, Geschichte des k. und k. Feldjägerbataillons Nr. 20. 

Freund, Geschichte des k. und k. Feldjägerbataillons Nr. 25. 



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Historischer Teil 



1813-1904. 




Geschichte des n. Pcldjägerbataillons. 



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Rückblick auf die Entwicklung der Jagertruppe bis zur 
Errichtung des Bataillons. 




^ie Mannigfaltigkeit der Aufgaben, welche in der Einleitung 
des Kampfes und in der Schlacht selbst zu lösen sind, 
führte im Verein mit der physischen und intellektuellen 
Verschiedenheit des verfügbaren Menschenmaterials schon in alter 
Zeit dazu, die Kampftruppen nach diesen Gesichtspunkten aus- 
zurüsten und zu verwenden. Art und Gewicht ihrer Waffen und 
ihrer Rüstung und der dadurch bedingte, größere oder geringere 
Grad ihrer Beweglichkeit ließ mit der Zeit die Begriffe „schwere" 
und „leichte" Truppen entstehen. 

In der Folge, als man die Einheitlichkeit der Bewaffnung 
und -Ausbildung zum Gesetz erhob, schwindet diese Unter- 
scheidung immer mehr und mehr. In Österreich - Ungarn hat sie 
gänzlich aufgehört und in den anderen Staaten, wo jene Be- 
zeichnungen noch in Brauch sind, sind sie zu reinen Begriffen 
geworden, ohne eine prinzipielle Verschiedenheit zu bedeuten. 

Namentlich die schwierigen Aufgaben des Aufklärungs- 
und Sicherungsdienstes ließen schon frühzeitig das Bedürfnis 
nach hiefür besonders geeigneten und geschulten Truppen er- 
wachen. Sind es doch Aufgaben, welche an die körperiiche 
und geistige Leistungsfähigkeit von Offizieren und Mannschaft 
die höchsten Anforderungen stellen! Und da war es begreiflich, 
daß man auf jene Leute griff, welche schon vermöge ihres 
früheren Berufes für solche Dienste gewissermaßen prädestiniert 
waren, deren Körper durch die Unbilden des Lebens in der 
Wildnis gestählt, deren Geist geschärft war durch den Kampf 
mit wilden Tieren, unter steten Gefahren, in Stürmen und 
Gewittern. 

Was war natürlicher, als daß man die Truppen, die aus 
solchen Leuten geschaffen wurden, „Jäger" nannte? — Schon 

1* 



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von vornherein lagen in diesem Worte die Begriffe von Unter- 
nehmungslust, hohem Spürsinn, zäher Ausdauer, manchmal wohl 
auch von wilder Zügellosigkeit. 

yWas für Grünröck' mögen das sein? 
„Treten ganz schmuck und stattlich ein. 

„Sind Holkische Jäger; die silbernen Tressen, 
„Holten sie sich nicht auf der Leipziger Messen.* 

(Waltensteins Lager.) 

Allmählich gab man den Jägern festere Organisationen 
und trachtete diese Freischaren an eine straffere Disziplin zu 
gewöhnen. 

Im Siebenjährigen Kriege fanden „Freikorps" und „Jäger- 
korps" auf österreichischer Seite ausgedehnte Verwendung ; sie 
'bestanden aber nur auf Kriegsdauer und wurden, als man ihrer 
nicht mehr bedurfte, aufgelöst. Auch späterhin tauchen wiederholt 
derlei Formationen auf; aber auch ihnen war es nicht vergönnt, 
zu einem stabilen, entwicklungsfähigen Gliede der österreichischen 
Wehrmacht zu werden. 

Da zwangen die glänzenden Erfolge der französischen 
Legionäre dazu, sich mit der Frage der leichten Truppen ener- 
gischer zu befassen; denn ihrer bedurfte man dringend, um der 
gänzlich neuen Kampfweise der Republikaner, ihren lockeren, 
aufgelösten Formen mit Erfolg die Spitze zu bieten. 

Am 22. September 1801 verfügte Seine Majestät Kaiser 
Franz, es sei durch Zusammenziehung des Tiroler - Scharf- 
schützenkorps Fenn er, des deutschen Jägerkorps Kurz und 
aller Tiroler des le L o u p 'sehen Korps ein Jägerregiment in 
Tirol zu bilden. Der neue Truppenkörper, in drei Bataillone zu 
je sechs Kompanien gegliedert, wurde als „Tiroler-Jägerregiment" 
dem FMLt. Marquis Chasteler verliehen. Von 1806 an ergänzte 
es sich, da Tirol an Bayern abgetreten worden war, aus einigen 
deutschen Werbbezirken und führte nunmehr die Bezeichnung 
„Jäger-Regiment Marquis Chasteler Nr. 64". 

Dem noch immer fühlbaren Mangel an leichten Truppen 
suchte das Reglement vom Jahre 1807 dadurch abzuhelfen, daß 
bei den Linienregimentern die Abrichtung und Verwendung des 
dritten Gliedes für den „leichten Dienst" angeordnet wurde, eine 
Maßregel, die aber wieder neue Übelstände verursachte. Bald 
wurde allgemein der Wunsch nach Vermehrung der speziell für 
jenen Dienst bestimmten Jägertruppen geäußert. 



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Diesem Begehren seiner Generäle willfahrend, befahl Kaiser 
Franz über Vorschlag des Hofkriegsratspräsidenten, Generalis- 
simus Erzherzog Karl, es sei das Jägerregiment in neun selb- 
ständige Divisionen aufzulösen und aus jeder derselben bei Aus- 
bruch eines Krieges mit Hilfe des Reservesystems ein Bataillon 
zu je drei Divisionen zu formieren. 

So zogen im Jahre 1809 bereits neun Jägerbataillone ins 
Feld; dem großen Reformwerk Erzherzog Karls danken sie 
ihre Entstehung und sie erwiesen sich ihres erhabenen Schöpfers 
würdig, denn sie leisteten in diesem Kriege ausgezeichnete 
Dienste. 

Durch finanzielle Rücksichten sah man sich in den 
Friedensjahren 1810 — 1812 veranlaßt, die Jägerbataillone wieder 
auf Divisionen herabzusetzen, beließ ihnen aber behufs Neu- 
aufstellung einer zweiten Division im Kriegsfalle einen ent- 
sprechenden Kader. 

Als die Erfahrungen des Feldzuges 1813 den hohen Wert 
der Jägertruppe wieder klar hervortreten ließen, mußte die Frage 
ihrer Vermehrung neuerdings akut werden ; der Hofkriegsrat trat 
auch alsbald mit einem diesbezüglichen Antrage an den Aller- 
höchsten Kriegsherrn heran. 

Die hierauf erfolgende Errichtung von drei neuen Jäger- 
bataillonen erscheint als ein bedeutungsvoller Schritt auf dem 
Wege der Weiterentwicklung unserer Armee, der Vollstreckung 
von Erzherzog Karls glorreichem militärischen Vermächtnis. 

Die Errichtung des Jagerbataillons Nr. 11. 

Mit Allerhöchster Entschließung vom 5. August 1813 ver- Vermehrung 
fügte Se. Majestät Kaiser Franz L, nach Genehmigung der vom der Jägertruppe. 
Hofkriegsrate unterbreiteten Vorschläge, die Vermehrung der 
Jägertruppe durch Aufstellung der Jägerbataillone Nr. 10, 11 
und 12. 

Das Reskript des Hofkriegsrates vom 9. August 1813, Reskript des 
welches die Detailbestimmungen für diese Neuformationen verlaut- ^^^ Hofkriegs- 
bart, sei hier als wichtige Urkunde unseres Bataillons im Wort- ''^^^svomQ.Au- 

. , , gust 1813. 

laute wiedergegeben: 

„Se. Majestät haben die Vermehrung der bisher be- 
istehenden neuen Jäger -Bataillons mit drei neuen derlei Batail- 
„lons anzuordnen geruht, Vonach also die Aufstellung dieser 
„Waffengattung im Ganzen aus 12 Bataillons von nun an 
„bestehen wird. 



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6 _ 

„Der Stand dieser neu zu errichtenden drei Jäger-Bataillons 
„ist ganz derselbe, welcher in den mit der Verordnung vom 
„29. Juli d. J. hinausgegebenen Kriegsständen festgesetzt ist. *) 

„Diese drei neu formiert werdenden Bataillons haben die 
Nummer 10 — 11 und 12 zu führen. 

„Zu dem neuen Jäger -Bataillon Nr. 10 haben die Jäger- 
„Bataillons Nr. 7, 8 und 9; zu jenem Nr. 11 die Jäger-Bataillons 
„Nr. 3, 4 und 5; und zu jenem Nr. 12 die Jäger-Bataillons Nr. 1, 
„2 und 6, und zwar jedes der bestehenden Jäger-Bataillons den 
„Fuß von 1 Hauptmann, 1 Oberlieutenannt, 2 Unterlieutenants, 
„2 Oberjäger, 12 ünterjäger, 2 Trompeter, 20 Patrouilleführer 
„und 24 altgediente Gemeine abzugeben, und diese Chargen, 
„welche aus den zum Avancement nach Tour und Verdienst 
„würdigen Individuen zusammengesetzt sein müssen, sind sowohl 
„als die Gemeinen mittelst Vorspann bei Tag und Tag 2) in die 

„betreffenden Errichtungsstationen, nämlich für 

„das neue Jägerbataillon Nr. 11 nach Krems unverzüglich abzu- 
„schicken. 

„Auf diese Art wird der F'uß jedes der neu zu errichtenden 
„Jäger-Bataillons aus 3 Hauptleuten, 3 Oberlieutenants, 6 Unter- 
„lieutenants, 6 Oberjäger, 36 Unterjäger, 6 Trompeter, 60 Patrouille- 
„führer und 72 altgedienten Gemeinen bestehen, sohin jedes 
„derselben zur Hälfte mit den vorgeschriebenen Chargen ver- 
„sehen sein. 

„Das vom Oberjäger zu transferieren befohlene Quantum 
„an Chargen und Gemeinen ist mit Ober- und Untergewehr, 
„dann der beihabenden Rüstung und Montur zu übersetzen, und 
„bis Ultimo dieses Monats verpflegter von ihren dermaligen 
„Bataillonen abzuschicken, weil der Errichtungstag für diese 3 
„neuen Jägerbataillons auf den 1. September festgesetzt wird, 
„von welchem Tag an dieselben als selbständiger Körper ihre 
„eigenen Rechnungen und die vorgeschriebenen Standeseingaben 
„einzureichen haben werden. 

„Wie die andere Hälfte der diesen neu zu errichtenden 
„Jäger-Bataillons gebührenden Chargen zu ersetzen sei, hierüber 
„wird das Weitere nachträglich entschieden werden. 

„Vor der Hand hat der Fuß jeder der 6 Kompagnien der 
„vorbenannten 3 neuen Bataillons aus 1 Hauptmann oder 
„Oberlieutenant, 1 Unterlieutenant, 1 Oberjäger, 6 Unterjäger, 



') Der Stab 21, jede der sechs Kompagnien 166 Mann; das Bataillon zu- 
sammen 1017 Mann; die Depotkompanie 266 Mann. 
*) Wortlaut des Dokumentes. 



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„1 Trompeter, 10 Patrouilleführer und 12 altgedienten Gemeinen 
„zu bestehen, weil die Formierung der Depot- Compagnie erst 
„beim Ausmarsch angeordnet werden wird. 

„Zum Interims - Commandanten bei dem neuen Jäger- 
„Bataillon ...... Nr. 11 wird der Hauptmann Franz Freiherr 

„von Ensch vom 3. Jägerbataillon bestimmt. 

„Die Interims -Commandanten sind unverzüglich mittelst 
„Vorspann bei Tag und Nacht in die betreffenden Errichtungs- 
„stationen abzuschicken und dieselben zu erinnern, daß sie durch 
„die möglichst schnellste Formierung der ihnen provisorisch an- 
„vertrauten Bataillons sich ein zur besonderen Berücksichtigung 
„eignendes Verdienst erwerben werden. 

„Die Ergänzung dieser Jägerbataillons hat durch Werbung 

„vor sich zu gehen für das 11. Jäger-Bataillon werden 

„Efferding, Budweis, Lampach, Wels, Stadt Steyer und Linz 
„als Werbeplätze bestimmt.^) 

„Die Werbung ist auf Ausländer und diese unter Verant- 
„wortung der Bataillons-Kommandanten bloß auf Individuen der 
„ehemaligen abgetretenen österreichischen Provinzen, nämlich 
„Vorderösterreicher, Voraltenberger, Tyroler, Salzburger, die ab- 
„getretenen Vierteln Oberösterreichs, den ehemaligen Villacher 
„Kreis, dann das Herzogtum Krain, die Grafschaft Görz und 
„Gradiska zu beschränken, ferner auf ganz exempte Inländer 
„und zeitlich exempte^ auszudehnen. 

„Den Ausländern ist das Handgeld vom 15., den ganz 
„exempten Inländern vom 10., endlich den zeitlich exempten 
„ä 3 fl. Wiener Währung zu erfolgen. 

„Die von Zeit zu Zeit angeworben werdenden Rekruten 
„sind in die Errichtungsstationen zur Bekleidung, Ausrüstung und 
„Ausbildung unter der gehörigen Bedeckung zurückzuschicken. 

„Wegen Geldverlag, Montur, Waffen, Rechnung und feld- 
„ärztlichem Personale, und wegen der sonst noch zu be- 
„stimmenden Details wird demnächst das Weitere nachfolgen." 

Über Vorschlag des Hofkriegsrates ernannte Se. Majestät Major Freiherr 
den Hauptmann Franz Freiherrn von Ensch mit Allerhöchster ^®" '^'^^ch 
Entschließung vom 18. August 1813 zum definitiven Bataillons- ^''^^^^^t''™" 
kommandanten bei gleichzeitiger Beförderung zum Major. 



^) Für die Dauer des Krieges 1813— 1814 wurden vom Hofkriegsrate zur leich- 
teren Komplettierung und Ergänzung des Standes den Jägerbataillonen bestimmte 
Provinzen zugewiesen, für das 10., 11. und 12. Jägerbataillon speziell Galizien. 

•) Vom Militärdienst ganz oder zeitlich Befreite. 



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8 

Ein Offizier, dessen Brust das Theresienkreuz zierte, war 
mit der Aufgabe betraut worden, das 11. Jägerbataillon zu 
organisieren — ein gutes Omen für den ganzen Werdegang der 
jungen Truppe! 

„Dieser ausgezeichnete Offizier vereinigt alle Eigenschaften 
in sich, welche man von einem vorzüglichen Commandanten 
fordern kann; er ist einer der ältesten Hauptleute im Rang bei 
allen neun Jägerbataillonen und wegen seines ausgezeichneten 
Verhaltens vor dem Feind mit dem Maria - Theresien - Ordens- 
Kreuze geziert. Die Beförderung desselben zum Major und 
Bataillons-Kommandanten würde daher eine Belohnung seiner 
Verdienste und selbst für den Allerhöchsten Dienst von Nutzen 
sein." 

Mit diesen schmeichelhaften Worten empfiehlt der Hof- 
kriegsrat die Ernennung des Freiherrn von Ensch, welcher 
am 1. September 1813 die Einteilung nachstehender Offiziere 
zum Bataillone folgte: 
Zuweisung von vom 3. Jägerbataillone : die Hauptleute Anton Freiherr von 

Offizieren. Baltheser und August Freiherr von Constant- Villars; 
die Oberleutnants Friedrich Reißner und Ferdinand Waibl 
von Breitfeld; die Unterleutnants- Moritz Hauer und Martin 
Pustrag. 

Vom 4.: Hauptmann Wenzel Bayer; Oberleutnant Josef 
G a i s l ; *) die Unterleutnants Franz Butschek und Wilhelm 
A p p o l d. 

Vom 5.: Hauptmann Eugen Sanchez de la Gerda; die 
Oberleutnants Franz von Mengen und Franz Matzi; die Unter- 
leutnants Philipp Langen, Eduard Baron Gallot und Franz 
Klein. 

Vom 7.: Unterleutnant Lorenz Mrazek. 

Von den Linien-Infanterie-Regimentern : 

Nr. 12: Kapitänleutnant Josef Ritter Breßlern von Sternau. 

Nr. 29: Hauptmann Heinrich Graf Bomb eil es. 2) 

Nr. 33: Oberleutnant Eduard Andrejkovits und Oberarzt 
Dr. Anton Richter. 

Nr. 63: Kapitänleutnant Viktor Graf Jugny. 

Vom Pionierkorps: Unterleutnant Ludwig Traun. 

Aus dem Zivilstande: Unterleutnant Leopold Freiherr von 
Kurz. 



*) befand sich seit 27. August 1813 in französischer Gefangenschaft. 
") überzählig, in das schwedische Hauptquartier kommandiert. 



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Im Bataillone wurden am 23. September 1813 Oberjäger 
Josef Langbein und Gemeiner Anton Kien stein zu Unter- 
leutnants befördert. 

Erste Dislokation und Offizierseinteilung. 

Bataillonsstab in Krems: Bataillonskommandant: Major Franz 
Freiherr von E n s c h ; Adjutant : Unterleutnant Josef Langbein; 
Proviantmeister: Unterleutnant Franz Klein; Oberarzt: Dr. Anton 
Richter; Rechnungsführer: Fourier Gebhard Richteier. 

1. Kompanie in Langenlois: Hauptmann Anton Freiherr 
von Bai th es er; Oberleutnant Eduard Andrejkovits; die 
Unterleutnants Philipp Langen und Ludwig Traun. 

2. Kompanie in Krems : Kapitänleutnant Josef Ritter 
Breßlern von Stern au; Oberleutnant Friedrich Reißner; 
die Unterleutnants Franz Butschek und Eduard Baron Gallo t. 

3. Kompanie in Krems : Hauptmann Wenzel Bayer; Ober- 
leutnant Josef Gaisl; die Unterleutnants Wilhelm Appold 
und Lorenz Mrazek. 

4. Kompanie in Lengenfeld: Hauptmann August Freiherr von 
Constant- Villars; Oberleutnant Franz von Mengen; die 
Unterleutnants Martin Pustrag und Eduard Freiherr von Kurz. 

5. Kompanie in Krems: Hauptmann Eugen Sanchez de 
la Gerda; Oberleutnant Ferdinand Waibl von Breitfeld; 
Unterleutnant Moritz Hauer. 

6. Kompanie in Arazing: Hauptmann Heinrich Graf Bom- 
belles (ü. z.); Kapitänleutnant Viktor Graf Jugny; Ober- 
leutnant Franz Matzi; Unterleutnant Anton Kienstein. 

Am 20. Oktober 1813 vereinigte man alle Kompanien in 
Krems; bald darauf, am 1. November 1813, wurde aber behufs 
bequemer Unterkunft die 3. Kompanie nach Brunn, die 4. nach 
Thois verlegt. 

Das Bataillon erhielt seine Einteilung im 2. Reservekorps 
FMLt. Johann Baron Frimont. Am 23. September 1813 wurde 
das 1. und 2. Reservekorps in ein Korps vereinigt, dessen 
Kommando FZM. Herzog von Württemberg übernahm. 

Mit ebensoviel Eifer als Verständnis wurde die Organisation 
und Ausbildung des Bataillons durchgeführt, so daß sich der Hof- 
kriegsrat veranlaßt sah, dem Kommandanten seine Anerkennung 
auszusprechen. *) 



*) Gleichzeitig bewilligte der Hofkriegsrat über Ansuchen des Bataillons, 
dafi auch solche Ausländer zur Jägertruppe eingereiht werden können, welche 
sich nur auf Kriegsdauer assentieren- lassen wollen, insoferne dieselben ihre 
Eignung zum Jägerdienste durch ein Schießen nach der Scheibe nachweisen. 



Dislokation 

und Offiziers- 

einteilung. 



Ordre de ba- 
taille. 



Belobung des 
Bataillonskom- 
mandanten. 



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10 

Bald schmückten Feldzeichen die Hüte der „Elfer- Jäger" 
— auf dem italienischen Kriegsschauplatz sollten sie ihren ersten 
Waffengang bestehen. 

Krieg in Italien, 1813—1814. 

Kriegs- Österreich hatte am 11. August 1813 nach Anschluß an 

erklärung an ^jg russisch - preußische Allianz an Frankreich den Krieg erklärt 

Frankreich. ^^^ ^^^. ^^meen formiert. 

FM. Bellegarde Die für die Operationen in Oberitalien bestimmte Armee 

Armeekomman- stand anfanglich unter dem Kommando des FZM. Baron Hill er, 

dant für Italien. ^^.^ ^^55^1^0 am 16. Dezember 1813 FM. Graf Bellegarde 

übernahm. 

Verstärkung Als am 14. November 1813 eine namhafte Vergrößerung 

der Armee dieser Heeresmacht verfügt wurde, befand sich auch das 11. Jäger- 

e egar es. Bataillon unter den hiefür bestimmten Truppen. Es hatte mit 

den aus Niederösterreich entnommenen Verstärkungen (und zwar 

den 2. Landwehrbataillonen der Infanterieregimenter Erzherzog 

Kari Nr. 3, Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 und Kerpen Nr. 59 

und dem 1. Landwehrbataillone des Infanterieregimentes Alois 

Liechtenstein Nr. 12) am 19. November 1813 unter GM. Pulsky 

von Cselfalva zur Armee nach Italien abzugehen. 

Aufstellung Gleichzeitig wurde die Aufstellung der Depotkompanie mit 

der Depotkom- ^q^ Standorte in Stein a/D. angeordnet. Sie verblieb hier bis zum 

panie. .^^ Dezember 1813 und wurde sodann nach Krems verlegt. 

Veränderungen Veränderungen im Offizierskorps bis zum Abmärsche des 

im Offiziers- Bataillons. 

^^^' Eingeteilt: am 16. November Kapitänleutnant Franz Magis 

aus dem Pensionsstande und der gewesene Unterleutnant Eduard 
Hoffmann mit Wiederverleihung dieser Charge; ersterer wurde 
aber am Tage seiner Einteilung über eigenes Ansuchen wieder 
in den Pensionsstand rückübersetzt. 

Transferiert : am 30. Oktober Oberleutnant Franz von Mengen 
zur Deutschen Legion. 

Befördert: am 21. Oktober Unterleutnant Franz Klein 
zum Oberleutnant; am 1. November Kapitänleutnant Viktor Graf 
Jugny zum Hauptmann und Kadett Franz Schittler zum 
Unterleutnant; am 16. November Kapitänleutnant Josef Ritter 
Breßlern von Stern au zum Hauptmann, die Unterleutnants 
Philipp Langen, Eduard Baron Callot und Josef Langbein 
zu Oberleutnants, ferner Oberjäger Johann Hofmann zum 
Unterleutnant; am 1. Dezember Oberleutnant Franz Matzi zum 



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11 



Abmarsch 



1813. 



Kapitänleutnant, die Unterleutnants Eduard Ho ff mann und 
Wilhelm Appold zu Oberleutnants, ferner die ex propriis- Ge- 
meinen Georg Palka, Anton Matscheg und Johann Bock 
zu Unterleutnants. 

Die niederösterreichischen Verstärkungstruppen traten am 
19. November 1813 in zwei Kolonnen den Marsch nach Italien nach Italien am 
an. Das 11. Jägerbataillon marschierte mit einem dienstbaren 
Stande von 855 Mann aus und bildete mit dem 1. Landwehr- 
bataillone des Infanterieregimentes Nr. 12, das sich in Trais- 
kirchen anschloß, die 1. Kolonne unter GM. von Pulskys 
Kommando. 

Marschstationen und Rasttage bis Ende des Jahres 1813: 
am 19. November Kirchberg, 20. Stockerau, 21. Klosterneuburg, 
22. Rasttag, 23. Wien, 24. Traiskirchen, 25. Wiener -Neustadt, 
26. Rasttag, 27. Neunkirchen, 28. Schottwien, 29. Mürzzuschlag, 
30. Rasttag, 1. Dezember Krieglach, 2. Märzhofen, 3. Brück, 
4. Rasttag, 5. Leoben, 6. Knittelfeld, 7. Judenburg, 8. Rasttag, 
9. Unzmarkt, 10. Neu markt, 11. Friesach, 12. Rasttag, 13. St. Veit, 
14. Klagenfurt, 15. Velden, 16. Rasttag, 17. Villach, 18. Tarvis, 
19. Rasttag, 20. Pontebba, 21. Resiutta, 22. Gemona, 23. Rasttag, 
24. Udine, 25. Codroipo, 26. Pordenone, 27. Sacile, 28. Rasttag, 
29. Conegliano, 30. Treviso, 31. Rasttag. 



1814. In weiterer Fortsetzung des Marsches erreichte das Fortsetzung des 
Bataillon am I.Jänner 1814 Cittadella, am 2. Vicenza, hielt hier Marsches, 
am 3. Rast, nächtigte am 4. in S. Bonifacio und rückte am 5. zur 
Brigade des GM. Steffanini di Monte Airone ein. Diese 
bestand aus dem 10. und 11. Jägerbataillone, dem 3. Bataillon des 
Infanterieregimentes Kerpen Nr. 49, 2 Bataillonen des Infanterie- 
regimentes Splenyi Nr. 51, 1 Bataillon Warasdiner - Kreutzer- 
Grenzer und einer sechspfündigen Kavalleriebatterie. Die Bri- 
gade Steffanini gehörte im Verbände der Division FMLt. Baron 
Pflacher zum Korps des FMLt. von Radivojevich. 

Beim Eintreffen des Bataillons auf dem Kriegsschauplatze Offiziers- 
hatten die Offiziere folgende Einteilung: einteilung. 

Bataillonsstab: Kommandant Major Franz Freiherr von 
Ensch; Adjutant: Oberleutnant Josef Langbein; Proviant- 
meister: Oberleutnant Franz Klein; Rechnungsführer: Ober- 
fourier Josef Klein; Oberarzt Dr. Anton Richter. 

1. Kompanie: Hauptmann Anton Freiherr von Baltheser; 
Oberleutnant Eduard Andrejkovits; die Unterleutnants Ludwig 
Traun und Johann Hofmann. 



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12 



2. Kompanie : Hauptmann Heinrich Graf B o m b e 1 1 e s (ü. z.) ; 
Hauptmann Josef Ritter Breßlern von Stern au; Oberleutnant 
Friedrich Reißner; die Unterleutnants Franz Butschek und 
Johann Bock. 

3. Kompanie: Hauptmann Wenzel Bayer; Oberleutnant 
Eduard Hofmann; die Unterleutnants Lorenz Mrazek und 
Georg Palka. 

4. Kompanie: Hauptmann August Freiherr von Constant- 
Villars; Oberleutnant Philipp Langen; die Unterleutnants 
Eduard Freiherr von Kurz und Moritz Hauer. 

5. Kompanie: Hauptmann Eugen Sanchez de la Gerda; 
Oberleutnant Ferdinand Waibl von Breitfeld; die Unter- 
leutnants Anton Matschek und Franz Schittler. 

6. Kompanie: Hauptmann Viktor Graf Jugny; Oberleutnant 
Eduard Baron Callot; die Unterleutnants Martin Pustrag und 
Anton Kien stein. 

Depotkompanie: Kapitänleutnant Franz Matzi und Ober- 
leutnant Wilhelm Appold. 



Situation der 

Armeen in 

Italien. 



Neue Ordre de 
bataille. 



Rückzug des 
Vizekönigs. 



Während die Armeen der Verbündeten auf dem Haupt- 
kriegsschauplatz den Rhein überschritten und Sieg auf Sieg er- 
rangen, standen sich in Italien die österreichische Armee unter 
B e 1 1 e g a r d e und die französische unter Eugene Beauharnais, 
durch die Etsch getrennt, untätig gegenüber. 

Das Verhalten Bellegardes war durch die Notwendigkeit, 
Verstärkungen abzuwarten, die überaus ungünstigen Witterungs- 
verhältnisse und schließlich durch Murats, des Königs von 
Neapel, schwankende Haltung veranlaßt. 

Die Stellung der österreichischen Armee an der Etsch 
sicherten Voi*posten von Caragnola bis Rivoli, zu denen auch 
das 1 1 . Jägerbataillon gehörte. Es hatte den Abschnitt Montorio- 
Grezzano zu bewachen, wurde aber, als Bellegarde infolge 
der bei den Vorposten sich mehrenden Desertionen am 25. Jänner 
die Zurückziehung einiger Truppen der vordersten Linie ver- 
fügte, nach Caldiero verlegt. Infolge einer neuen Ordre de bataille 
formierte es nunmehr mit vier Bataillonen des Infanterie -Regi- 
mentes Nr. 4 und einer sechspfündigen Batterie die Brigade des 
GM. Freiherrn von Bogdan, welche mit der Brigade Steffanini 
die Division des FMLt. Baron P flach er bildete. 

Die Veränderung des gegenseitigen Kräfteverhältnisses, 
welche durch den am 11. Jänner 1814 erfolgten Beitritt Murats 
zur Allianz eingetreten war, veranlaßte Beauharnais, die 



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13 

Etschlinie aufzugeben und am 3. Februar mit vier Divisionen 
den Rückzug anzutreten. Zur Maskierung desselben blieben an 
diesem Tage die Divisionen Rouyer und Quesnel noch an der 
Etsch stehen. 

Da bei der Division FMLt. P flach er, welche im Räume 
Colognola— Vago stand, die rückgängige Bewegung des Feindes 
bemerkt wurde, schob sie sich am 3. Februar näher an die 
Etsch heran, wobei das 11. Jägerbataillon nach S. Martino gelangte. 

Um die Einwohner von Verona vor den Schrecknissen 
eines Kampfes um den Besitz der Stadt zu bewahren, schloß 
Vizekönig mit Bellegarde ein Abkommen, kraft dessen die 
Räumung Veronas friedlich zu erfolgen hatte und die Österreicher 
erst nach Abzug der Franzosen in die Stadt einrücken sollten. 
Als der Gegner am Morgen des 4. Februar Verona verließ, er- 
hielt FMLt. P f 1 a c h e r den Befehl, ihm über Verona gegen Villa- 
franca nachzufolgen. Gegen 9 Uhr vormittags durchzogen die 
Österreicher, von den Einwohnern lebhaft begrüßt, Verona. Die 
Avantgardenbrigade GM. Steffanini drängte nach einem leb- 
haften Gefechte die feindliche Nachhut nach Villafranca zurück, 
worauf die Division in der Nähe dieses Ortes ein Lager bezog. 

Nach Mitternacht gab der Feind Villafranca auf und wandte 
sich mit dem Gros seiner Armee gegen Mantua, während eine 
Division bei Valeggio Ufer wechselte. Dieser letzteren folgte die 
Division Pflacher am 5. Februar bis an den Mincio nach, wo 
sie bis zum 7. verblieb. 

Die Brigaden Bogdan, Steffanini und Vecsey bildeten nach Ordre de ba- 
der Ordre de bataille vom 6. Februar nunmehr die Division des taille vom 6. Fe- 
FMLt. Radivoje vich, welche dem Armeekommando direkt ^^^' 

unterstellt war. In die Brigade Bogdan, zu der das 11. Jäger- 
bataillon gehörte, wurden drei Bataillone des Infanterieregimentes 
Beaulieu Nr. 58 und acht Eskadronen des Husarenregimentes 
Frimont Nr. 9 neu eingeteilt. 

Als Bellegarde durch die einlaufenden Meldungen zur Operations- 
Kenntnis gelangte, daß die französische Armee in der Richtung plane, 
nach Cremona ihren Rückzug fortsetze und zur Deckung des- 
selben nur zwei Divisionen am Mincio zurückgeblieben seien, 
entschloß sich der Feldmarschall, diesen Fluß am 8. Februar 
bei Pozzolo und Valeggio zu überschreiten. 

Inzwischen hatte aber Beau harn ais den Plan entworfen, 
den Rückzug einzustellen, am 8. Februar den Übergang auf das 
linke Mincioufer zu bewirken und sich durch einen kühnen 
Vorstoß wieder der Etschlinie zu bemächtigen. 



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14 



Schlacht am 
Mincio am 
8. Februar. 



Die Durchführung dieser Operationspläne der beiden Feld- 
herren führte am 8. Februar 1814 zu der, aus mehreren, räumlich 
weit getrennten Einzelgefechten bestehenden Schlacht am Mincio. 

War es dem Bataillone auch nicht vergönnt, in dieser 
Schlacht in besonderer Art sich hervorzutun, so ist sie doch für 
dasselbe von hoher Bedeutung, denn es erhielt hier, kaum fünf 
Monate nach der Enichtung, seine Feuertaufe. 

Bellegarde traf noch in der Nacht auf den 8. Februar 
1814 alle Vorbereitungen zur Ausführung seines Entschlusses. 
Bei den Mühlen von Valeggio wurden Brücken geschlagen und 
hier der Übergang durch die Brigaden StefFanini und Bogdan 
ohne Störung vollzogen. Die Brigade Vecsey, der das Bataillon 
für diesen Tag zugeteilt war, hatte den Mincio bei Pozzolo zu 
überschreiten und über Ceresara und Mariana gegen Canneto 
am Oglio vorzurücken, während die Brigade Steffanini, von der 
Brigade Bogdan als Reserve gefolgt, Volta zum Ziele nahm. 

Die rechte Flanke der Kolonne StefFanini -Bogdan deckte 
eine Division des Husarenregimentes Nr. 9 unter Oberstleutnant 
Brettfeld, welcher man eine halbe Kompanie des 11. Jäger- 
bataillons beigegeben hatte. Dieses Detachement stieß auf den 
Höhen von Monzambano auf gegnerische Abteilungen und warf 
sie nach kurzem Feuergefecht zurück. Dichter Nebel, der sich 
über das Minciotal ausbreitete, hinderte noch die Orientierung; 
als er sich aber hob, erblickte Oberstleutnant Brettfeld eine 
ausgedehnte Linie feindlicher Truppen, die sich von Monzambano 
in der Richtung auf den Monte Oliveto hinzog. 

Alsbald setzte ein von der Brigade Bogdan entsendetes 
Landwehrbataillon Deutschmeister gegen Monzambano zum 
Angriff an. Es drängte, vom Detachement Brettfeld wirksam 
unterstützt, die vor Monzambano stehenden französischen Ab- 
teilungen bis zu den ersten Häusern des Ortes zurück. Doch 
der Feind erhielt Verstärkungen und entriß unsern Truppen den 
kaum errungenen Erfolg, so daß sie sich zum Rückzug genötigt 
sahen; die Halbkompanie des Bataillons geriet dabei in die 
Gefahr, abgeschnitten zu werden, doch befreite sie ein kühner 
Vorstoß des Hauptmanns Baron M y 1 i u s vom Regimente Deutsch- 
meister aus ihrer mißlichen Lage. 

GM. Vecsey ließ inzwischen bei Pozzolo unter dem 
Schutze zweier Kompanien des 11. Jägerbataillons, welche um 
5 Uhr 30 Min. morgens mittelst Pontons überschiffl worden 
waren, eine Brücke über den Mincio schlagen, die um 9 Uhr 
30 Min. vormittags vollendet wurde. Während die Avantgarde 



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15 

der Brigade — Rest des 11. Jägerbataillons und eine Ulanen- 
eskadron — den Fluß übersetzte, erhielt GM. Vecsey die 
Meldung, daß bei Goito ansehnliche Kräfte des Feindes ver- 
sammelt seien. Die Brigade behielt aber die obenerwähnte Vor- 
rückungsdirektion Ceresara — Mariana — Canneto bei, bis die Avant- 
garde in der Gegend von Castel Grimaldo auf starke feindliche 
Patrouillen stieß, die nach kurzem Feuergefecht zurückgetrieben 
wurden. 

Da aber auch im Rücken der Brigade aus der Gegend von 
Pozzolo lebhaftes Schießen herüberhallte und Nachrichten über 
die Stärke der anwesenden feindlichen Kräfte völlig fehlten, ließ 
der Brigadier halten, in Bataillonsmassen übergehen und ritt 
rekognoszierend gegen Pozzolo zurück. Nachdem er sich über- 
zeugt hatte, daß die bei Pozzolo am linken Mincioufer verbliebene 
Division des FMLt. Merville von Goito aus von überlegenem 
Feinde angegriffen und nach Norden zurückgedrängt worden 
war, beschloß Vecsey, näheren Anschluß an die Brigade Stef- 
fanini zu suchen. Zu diesem Zwecke ließ er seine Truppen auf 
die Höhen östlich Volta abrücken, erhielt aber hier den Befehl, 
bei Valeggio wieder Ufer zu wechseln und östlich dieses Ortes an 
der Straße nach Villafranca Aufstellung zu nehmen. Nach Er- 
reichung des zugewiesenen Raumes bezog die Brigade dortselbst 
um 8 Uhr abends ein Lager. 

Die eintretende Nacht machte dem Kampf ein Ende. Die 
Franzosen zogen ihre Truppen auf das rechte, die Österreicher 
die ihrigen auf das linke Mincioufer zurück; doch verblieb die 
Brigade Steffanini zur Verteidigung des Brückenkopfes von 
Borghetto am rechten Ufer. 

Das 11. Jägerbataillon rückte in der Nacht von der Brigade 
Vecsey wieder zur Brigade Bogdan ein und gelangte nach CaNuova. 

Die ersten Toten des 11. Jägerbataillons deckten die Wal- Die ersten 
statt : Oberjäger Johann L e i k a m, Patrouilleführer Josef Schmidt, Toten. 
Gemeiner Valentin Schneider, Josef Kreutzer, Johann Klotz 
und Franz Radberger der 2. Kompanie, Patrouilleführer Michael 
Hall er und Gemeiner Eberhard Meisl der 3. Kompanie waren 
in den Kämpfen am Mincio geblieben. Die Namen dieser Braven 
seien hiermit der Vergessenheit entrissen! 

Oberleutnant Philipp Langen wurde an diesem Tage ver- 
wundet; über die Anzahl der verwundeten Mannschaft fehlen 
Aufzeichnungen; sieben Mann der 3. Kompanie waren in Ge- 
fangenschaft geraten. 



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16 



Gefecht bei 
Borghetto am 
10. Februar. 



Geburtsfest des 
Kaisers. 



Kommando- 
Wechsel. 



Das Bataillon 
auf Vorposten. 



Eugene Beauharnais zog in der Nacht vom 9. auf den 
10. Februar seine Truppen westlich Volta zusammen und unter- 
nahm am 10. einen Angriff auf den Brückenkopf von Borghetto, 
welcher abgewiesen wurde. Die Brigade Bogdan stand während 
dieses Gefechtes als Reserve am linken Mincioufer, Monzam- 
bano gegenüber, und gelangte nicht in Tätigkeit. Sie bezog 
sodann die Vorposten längs des Mincio vom Monte bianco bis 
Massimbona. 

Der außerordentlich schleppende Gang der Operationen 
gegen den Vizekönig geriet — von einigen Unternehmungen 
Murats und FZM. Graf Nugents gegen Parma abgesehen — 
schließlich Anfang März 1814 völlig ins Stocken. 

Am 12. Februar 1814 feierten die Truppen das Geburtsfest 
Sr. Majestät Kaiser Franz I. 

In die Festfreude mischte sich der Jubel über die glor- 
reichen Siege, welche die Verbündeten auf dem französischen 
Kriegsschauplatze en'ungen hatten. An diesem Tage erhielt jeder 
Mann eine eintägige „Gratis- Kriegslöhnung". 

Feldmarschall Graf Bellegarde hatte am 16. Februar die 
Kommandoverhältnisse neu geregelt; Radivojevich übernahm 
das Kommando über das erste Treffen der Armee, FMLt. Graf 
Neipperg jenes über die Avantgarde. Zu letzterer gehörte auch 
das 11. Jägerbataillon. 

Gelegentlich einer am 18. Februar vorgenommenen Rekog- 
noszierung der Stellung seiner Truppen traf FMLt. Graf Neip- 
perg mehrfache neue Anordnungen. GM. Vecsey erhielt das 
Kommando des rechten Flügels der am Mincio stehenden Vor- 
posten — 1 1 . Jägerbataillon, 1 Bataillon des Infanterieregimentes 
Chasteler Nr. 27 und eine halbe Kavalleriebatterie — während 
GM. Bogdan der linke Flügel unterstellt wurde. Das Gros der 
Avantgarde kam nach Valeggio. 

Vecsey ließ seine Truppen folgende Gruppierung an- 
nehmen: Auf dem Monte bianco, der zugleich den Alarm- 
platz des rechten Flügels bildete und wo Major Freiherr von 
Ensch kommandierte, stand im Anschluß an die Vorposten der 
Gruppe Bogdan das 11. Jägerbataillon; vom Bataillon Chasteler 
standen zwei Kompanien als Unterstützung zwischen Monte 
bianco und der Häusergruppe Fernelli, vier Kompanien in Fernelli 
selbst. 1) 



1) Wo die halbe Kavalleriebatterie eingeteilt war, konnte nicht festgestellt 
werden. 



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17 



Von den auf Vorposten bestimmten Truppenkörpem standen 
täglich drei Kompanien im Dienste, während dem Reste ein Tag 
der Erholung gegönnt wurde. 

Am 23. Februar wechselte das 11. Jägerbataillon mit dem 
Bataillon Chasteler, bis es am 5. März wieder den Dienst in der 
vordersten Linie antrat. In der Nacht vom 5. auf den 6. März, 
zwischen 3 und 4 Uhr morgens, alarmierte eine starke feindliche 
Patrouille, die offenbar aus dem Brückenkopfe von Monzambano 
gekommen war, die Vorpostenkette des Bataillons. Sie schlich 
sich geschickt an eine der äußersten Vedetten heran, wurde aber 
von dieser noch rechtzeitig bemerkt, so daß die Vedette Zeit 
fand, einige Alarmschüsse abzugeben. Nach kurzem Feuerkampfe, 
in welchem zwei Mann des Bataillons verwundet wurden, wandte 
sich der Feind zum Rückzug. 

Der Mangel an Ressourcen, welcher sich in dem von den Konzentrierung 
Truppen belegten Räume fühlbar zu machen begann, veranlaßte ^®' Verona. 
Bellegarde, die engere Konzentrierung seiner Armee um 
Verona anzuordnen. 

Demgemäß hatte FMLt. Graf Neipperg seine Truppen 
am 8. März 8 Uhr abends in neu zugewiesene Stellungen zu 
führen, wobei ihm außer den Brigaden Bogdan und Vecsey 
auch die Brigade des GM. Baron Spiegel unterstellt wurde. 

Das 11. Jägerbataillon wurde in die Brigade Spiegel ein- 
geteilt. Zu dieser gehörte noch das 9. Jägerbataillon, ein Bataillon 
des Otocaner-Grenzregimentes Nr. 2, 8 Eskadronen des Ulanen- 
regimentes Merveldt Nr. 1 und eine halbe Kavalleriebatterie. 

Nach durchgeführter Verschiebung war die Brigade Spiegel 
am 9. März in folgender Weise gruppiert: das Gros, bestehend 
aus 2 Kompanien Grenzer, 1 Kompanie des 11. Jägerbataillons 
und 5 Eskadronen, stand in Mozzecane ; 9. Jägerbataillon, 3 Kom- 
panien des 11. Jägerbataillons und 2 Eskadronen in Roverbella, 
mit schwachen Jäger- und Kavallerieabteilungen in Castelletto, 
Rotta und Marengo ; 3 Kompanien Grenzer, 1 Kavallerieabteilung 
und 2 Kanonen in Castiglione di Mantua; 1 Kompanie Grenzer 
in Pellaloco, 2 Kompanien des 11. Jägerbataillons und 1 Eskadron 
in Pallacino. 

Nördlich anschließend standen die Truppen Bogdans um 
Valeggio, die Brigade Vecsey als Reserve in Villafranca. 

Nach der Schlacht am 8. Februar hatte, von unbedeutenden 
Patrouillengefechten abgesehen, kein ernsterer Waffengang die Roverbella am 
feindlichen Armeen zusammengeführt. Da beschloß endlich B e a u- ' 
harnais, am 10. März mit starken Kräften eine Rekognoszierung 

Geschichte des 11. Feldjägerhataillons. 2' 



Ordre de ba- 
taille. 



Gefecht bei 



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der österreichischen Stellungen vorzunehmen und ließ drei Kolonnen 
aus dem Räume Monzambano — Cerlungo — Goito gegen die Posi- 
tionen Neippergs vorrücken. Infolgedessen kam es zu ernsten 
Zusammenstößen auf der ganzen Linie, welche die österreichische 
Avantgarde besetzt hielt und insbesondere zu einem erbitterten 
Kampf um Roverbella, an welchem sich rühmlich zu beteiligen 
auch dem 1 1 . Jägerbataillone vergönnt war. *) 

Zwischen 7 und 8 Uhr früh stieß die von Goito gegen 
Marengo entsendete Kolonne des Generals Jan in — 3 Bataillone 
italienischer leichter Infanterie und einige Hundert Mann Kavallerie 
— auf die Außenposten des 9. Jägerbataillons bei Rotta und 
Marengo, drängte sie gegen Roverbella zurück und ging zum 
umfassenden Angriff gegen diesen Ort vor, dessen Verteidigung 
Oberstleutnant Baron Göldlin des 9. Jägerbataillons leitete. Er 
hatte sein eigenes Bataillon am Südwestrand des Ortes postiert 
und der 4. Kompanie des 11. Jägerbataillons, Hauptmann Freiherr 
von Constant- Villars, eine sehr ausgedehnte Verteidigungs- 
stellung nördlich Roverbella zugewiesen. Der Rest von Gö 1dl ins 
Truppen stand augenscheinlich als Reserve am nordöstlichen 
Ortsausgange. 

Die ungünstige Situation Constant-Villars erkennend, 
griff der Gegner seine Kompanie mit großer Übermacht an und 
durchbrach ihre schüttere Linie. Bald ist sie fast umzingelt und 
schon dringen die italienischen Schützen von Norden in den 
Ort ein, um das 9. Jägerbataillon durch einen Rückenangrifif zu 
überwältigen — da schmettern Jägerhörner vom anderen Orts- 
rand herüber; im Sturmschritt rückt die halbe 6. Kompanie 
unseres Bataillons heran und wirft in wuchtigem Anlauf den 
Feind in die nächsten Häuser zurück. Das 9. Jägerbataillon war 
aus seiner kritischen Lage befreit und vermochte sich unbehelligt 
aus dem Orte zurückzuziehen. 
Oberjäger Zu gleicher Zeit kam ein Zug der 6. Kompanie, vom Ober- 

Faller. Jäger Urban Fall er geführt, den arg bedrängten Kameraden der 
Kompanie Constant-Villars erfolgreich zu Hilfe. Uner- 
schrocken vordringend, stürzt sich dieser brave Unteroffizier, 
gefolgt von seiner Mannschaft, mit gefälltem Bajonett auf den 
Feind, der durch den unerwarteten Angriff in Unordnung gerät. 
Diesen günstigen Augenblick rasch ausnützend, vermag sich die 



*) Infolge Mangelhaftigkeit der (Quellen war es nicht möglich, ein voll- 
kommen scharfes Bild dieses Gefechtes zu entwerfen. Dieser Umstand gestaltete 
überhaupt die Bearbeitung des ganzen Feldzugsjahrcs 1814 äußerst schwierig. 



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19 



Unterjäger 
Walter. 



4. Kompanie endlich aus der Umklammerung des Feindes zu 
befreien. 

Noch ein anderer Unteroffizier trug an diesem Tage seinen 
Namen ehrenvoll in das Gedenkbuch unseres Bataillons ein: 
Unterjäger Johann Walter der 4. Kompanie war bei der Vor- 
rückung des Gegners gegen Roverbella mit einer Patrouille von 
12 Mann längs des nördlichen Ortsrandes vorgeschickt worden. 
Er sandte die gründlichsten Meldungen, fügte den vordringenden 
feindlichen Abteilungen durch das wohlgezielte Feuer seiner 
Leute mehrfachen Schaden zu und hielt, seine braven Jäger mit 
schneidigem Zuruf aufmunternd, dem überlegenen Feinde lange 
Zeit stand. Erst als sein Häuflein bereits in Gefahr schwebte, 
abgeschnitten zu werden, zog sich Walter zurück, doch nur 
um alsbald im Anschluß an den vorgehenden Zug des Ober- 
jägers Fall er erneuert an den Feind zu kommen. Auf sechs 
Schritte schoß er einen feindlichen Offizier nieder und nahm an 
der Befreiung der 4. Kompanie tätigsten Anteil. 

Oberstleutnant Göldlin sammelte seine Streitkräfte außer- 
halb Roverbcllas, während der Gegner rasch in den Ort eindrang. 
Doch sollte er diesen nicht lange behaupten. Ein energischer 
Angriff des GM. Baron Spiegel, der inzwischen mit zwei Kom- 
panien Otocaner und einer Kompanie des 1 1 . Jägerbataillons von 
Mozzecane her .auf dem Kampfplatz eingetroffen war, wirft den 
Feind wieder aus Roverbella heraus und zwingt ihn, sich bis 
über Marengo zurückzuziehen. Auch in diesem Gefechte haben 
sich zwei Unteroffiziere des 11. Jägerbataillons besonders aus- 
gezeichnet. 

Mit sechs Freiwilligen war Peter Heydenfeld, Ober- 
jäger der 6. Kompanie, dem fliehenden Feinde nachgeeilt, hatte 
mehrere feindliche Reiter durch wohlgezielte Schüsse aus dem 
Sattel geholt und blieb trotz wiederholtem Befehle, einzu- 
rücken, mit seiner kleinen, wackeren Schar in Fühlung mit dem 
Feinde. 

Als sich die Truppen General Jan ins scheinbar völlig Kadett Frankl. 
zurückgezogen hatten, erhielt Kadettunterjäger Vinzenz Frankl, 
der auch schon an Heydenfelds Vorgehen sich beteiligt hatte, 
den Auftrag, mit neun Mann als Patrouille festzustellen, ob 
Rotta noch vom Feinde besetzt sei. Er fand Rotta geräumt, be- 
merkte aber, daß eben eine feindliche Abteilung wieder gegen den 
Ort vorrückte. Rasch entschlossen und von der einbrechenden 
Dunkelheit begünstigt, besetzte P'rankl die bei Rotta befindliche 
Straßenbrücke und leistete hier solange hartnäckigen Widerstand, 

2* 



Oberjäger 
Heydenfeld. 



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20 



Scheitern der 
feindlichen 
Offensive. 



Verluste. 



Tapferkeits- 
medaillen und 
Belobungen. 



Kriegs- 
gefangene. 

Erneuerter An- 
griff des Vize- 
königs. 



bis eine von Roverbella nachrückende Halbkompanie die Ver- 
teidigung dieses wichtigen Objektes übernahm. 

An der Wachsamkeit und dem tapferen Verhalten der 
österreichischen Truppen waren Jan ins Angriffe gescheitert. 
Nicht besser erging es den anderen Kolonnen, mit denen Eugene 
Beauharnais unsere Stellungen bei Valeggio und Castiglione 
di Mantua zu durchbrechen gehofft hatte; überall büßte der 
Feind sein Vorgehen mit empfindlichen Verlusten. 

Wieder hatte das 11. Jägerbataillon tapfere Kameraden zu 
beklagen, die Blut und Leben für Österreichs Sache und für die 
Ehre des jungen Truppenkörpers geopfert: 

Oberleutnant Eduard Freiherr von Kurz hatte bei Rover- 
bella den Heldentod erlitten. Gleich ihm blieben auf dem Felde 
der Ehre: Unterjäger Josef Neustein; die Patrouilleführer Karl 
Dittmann, Franz Kallaczin, Martin Schröder und Johann 
Sestik; die Gemeinen Johann Fritz, Franz Hamma, Seba- 
stian Hannold, Georg Hennle, Franz Hirschank, Johann 
Rosnitsek, Thomas Sechser, Anton Würth und Johann 
Zdarsky der 4., Gemeiner Alois Hengst und PVanz Kintsch 
der 5. Kompanie. Die Zahl der Verwundeten ist nicht mehr fest- 
zustellen. 

Für die an diesem Tage bewiesene, hervorragende Tapfer- 
keit und Umsicht wurden Oberjäger Urban Fall er und Gemeiner 
Friedrich Schitter^) mit der goldenen, die Unterjäger Johann 
Walter und August Wallner^) mit der silbernen Tapferkeits- 
medaille ausgezeichnet. Oberjäger Peter Heydenfeld und Kadett- 
unterjäger Vinzenz F ran kl erhielten eine öffentliche Belobung. 

In Kriegsgefangenschaft waren geraten : Unterleutnant Josef 
Gössing2) der 4. Kompanie und 22 Mann. 

Am 11. März rückte Beauharnais mit überlegenen Kräften 
neuerdings gegen die österreichischen Vorposten vor, worauf 
sich diese zurückzogen. Der Gegner begnügte sich aber mit der 
Besetzung Marengos und stellte die Vorrückung ein. 

Von den Truppen der Brigade Spiegel standen nunmehr: 
das 9. Jägerbataillon, 3 Kompanien des 1 1. Jägerbataillons, 4 Eska- 
dronen Ulanen und eine halbe Kavalleriebatterie in Mozzecane; 
2 Kompanien des 11. Jägerbataillons, 1 Eskadron Ulanen in 
Malavicina; 1 Eskadron und eine halbe Kavalleriebatterie in 



*) Der Belohnungsantrag für Schitter und Wal In er war leider nicht 
auffindbar; die Taten, die ihre Dekorierung veranlaßten, können daher nicht 
geschildert werden. 

*) War am 1. März vom Oberjagcr zum Unterleutnant befördert worden. 



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21 



Ensch gegen 
Mantua. 



Pallacino; 2 Kompanien Grenzer und 1 Kompanie des 11. Jäger- 
bataillons unter Major Ensch in Roverbella; 3 Kompanien 
Grenzer in Castiglione di Mantua und 1 Kompanie des letzteren 
Truppenkörpers in Pellaloco. 

Da Murats zweideutige Haltung den österreichischen Feld- 
herrn hinderte, die Offensive gegen Be au harn ais zu ergreifen, 
so weiß die Kriegschronik bis zu dem am 18. April abgeschlossenen 
Waffenstillstände nur mehr von einigen kleineren Affären auf 
diesem Kriegsschauplatze zu berichten. 

Zu ihnen gehört auch eine vom Major Freiherrn von Ensch Rekognoszie- 
in der Nacht vom 17. auf den 18. März unternommene Rekognos- "^Jlf^^f^^^^^^J^ 
zierung. Verlief diese trotz ihrer tatkräftigen Durchführung infolge 
der Ungunst der Verhältnisse ohne erhebliches Resultat, so ist 
sie doch dadurch interessant, daß zwei Theresienritter an ihr 
teilnahmen. 

Mit der halben 1. Kompanie seines Bataillons, 20 Grenzern 
und einem Ulanenzuge rückte Major Freiherr von Ensch von 
Roverbella auf der Straße nach Mantua vor. Das Kommando über 
die als Vorhut verwendeten Jäger führte Hauptmann Johann 
Freiherr von Montluisant, der sich als Oberleutnant des Regi- 
mentes Deutschmeister am 8. November 1805 bei Maria-Zeil das 
Marien Theresienkreuz erworben hatte und seit dem 7. März 1814 
dem 11. Jägerbataillon angehörte. 

Nach kurzem Marsche stießen die Jäger auf feindliche 
Vedetten, die sich nach Abgabe einiger Schüsse zurückzogen. 
Es zeigte sich, daß der Feind einen Verhau über die Straßen- 
breite aufgeführt und denselben besetzt hatte. Montluisant 
wollte seine Halbkompanie beiderseits der Straße umfassend vor- 
rücken lassen, was aber die tiefen, mit Wasser gefüllten Gräben 
verhinderten. So ging denn die Halbkompanie, von den Otocanern 
verstärkt, auf der Straße selbst zum Angriff vor, während Ensch 
mit den Ulanen folgte. Da wird die Abteilung vom Verhau aus 
angerufen; Oberleutnant Andrej kovits gibt den französischen 
Feldruf, was aber der wachsame Feind mit lebhaftem Peloton- 
feuer beantwortet. Montluisant stürmt, doch es ist nicht 
möglich, den Verhau wegzuräumen und die Überlegenheit des 
Feindes zwingt zum Rückzug, welchen Ensch mit den Ulanen 
deckt. 

Der Gemeine August Klein der 1. Kompanie war gefallen, 
1 Mann des Bataillons verwundet worden. 

Zwei starke feindliche Patrouillen, die sich am 22. und 
24. März von Marengo her den Außenposten des Bataillons 



Patrouillen- 
scharmützel. 



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22 



Revue bei Villa- 

franca am 
30. März 1814. 



Ereignisse in 
Frankreich. 



Abdankung 
Napoleons I. am 
11. April 1814. 



Waffen- 
stillstand. 



Ordre de ba- 
•taille. 



näherten, wurden, nachdem sie einen Toten und drei Verwundete 
auf dem Kampfplatze gelassen, zurückgetrieben, ohne daß das 
Bataillon irgend welchen Verlust erlitten hätte. 

Gelegentlich einer am 29. März von Rittmeister Kozubo- 
wicz des ülanenregimentes Merveld unternommenen Rekognos- 
zierung, an der sich auch 20 Mann des Bataillons beteiligten, 
kam es unweit Marengo zum Zusammenstoße mit einer feind- 
lichen Patrouille, die sich nach Einbuße von zwei Mann nach 
Marengo zurückzog. 

Zu einer großen Besichtigung, welche FM. Graf Belle- 
garde am 30. März 1814 über die Truppen der Division Neipperg 
auf der großen Wiese zwischen C. la Gherla, Rosegaferro und 
Villafranca abhielt, rückten fünf Kompanien des Bataillons aus, 
während je eine Kompanie des 11. Jägerbataillons und der Grenzer 
mit einem Zuge Ulanen an diesem Tage den Vorpostendienst 
zwischen Ramelli, Roverbella und Castiglione di Mantua versahen. 

Zwischen Mincio und Etsch war ein fast völliger Stillstand 
der Operationen eingetreten. Da mußte die Hochflut der Ereig- 
nisse, die über Frankreichs Schlachtfelder dahinbrauste und den 
Thron Napoleons bis in die Grundfesten erschütterte, auch auf 
die Vorgänge am italienischen Kriegsschauplatze von ein- 
schneidender Wirkung sein. 

Am 31. März waren die Verbündeten als Sieger in Paris 
eingezogen. Am 11. April dankte Napoleon ab und vertauschte 
das Szepter der Weltherrschaft mit der bescheidenen Fürsten- 
krone Elbas. 

Die Erfolge der Alliierten veranlaßten Eugen B e a u- 
harnais, am 16. April mit Bellegarde einen Waffenstillstand 
abzuschließen. Wenige Tage nachher erhielt der Vizekönig die 
offizielle Nachricht, daß Napoleon für sich, seine Erben und 
alle Mitglieder seiner Familie unbedingten Verzicht auf die Krone 
Italiens geleistet habe und daß das Königreich Italien im Namen 
der Verbündeten von Österreich zu besetzen sei. Beauharnais 
übergab hierauf den Oberbefehl an General Gre nie r und reiste 
nach Paris, während Grenier mit den Truppen den Rückzug 
gegen die französische Grenze antrat. 

Am 26. April traf FMLt. Marquis Sommariva in Mailand 
ein, um als bevollmächtigter Kommissär die Besitznahme sämt- 
licher Departements des Königreichs Italien im Namen der Ver- 
bündeten kundzumachen. 

FMLt. Neipperg hatte den Befehl erhalten, mit seiner 
Division am 24. April den Mincio bei Goito zu überschreiten 



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23 

und in vier Tagmärschen über Cremona, Casalpusterlengo und 
Lodi in Mailand einzurücken. Gleichzeitig wurde die Brigade 
Spiegel aus Neippergs Truppen ausgeschieden, das 1 1 . Jäger- 
bataillon verblieb jedoch in der Division und wurde in die 
Brigade Vecsey eingeteilt. Dieselbe bestand noch aus drei Batail- 
lonen des Infanterieregimentes Chasteler Nr. 27, acht Eskadronen 
des Ulanenregimentes Erzherzog Karl Nr. 3 und einer Kavallerie- 
batterie. 

Am 28. April zog FMLt. Graf Neipperg in Mailand ein. 
In allen Orten, welche die Truppen passierten, wurden sie, wie 
in Mailand selbst, von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. 

Zur Beobachtung G r e n i e r s, der bei Novara Halt gemacht 
hatte, entsandte man am 30. April vier Kompanien des Infanterie- 
regimentes Beaulieu, ein Bataillon Grenzer und zwei Eskadronen 
des Husarenregimentes Frimont von Mailand nach Pavia, das 
11. Jägerbataillon und zwei Eskadronen Husaren nach Buffalora, 
in welchen Orten die Truppen leichte Kantonierungen bezogen. 
In Buffalora verblieb das Bataillon bis zum 5. Mai und rückte 
an diesem Tage als Avantgarde der Division Neipperg, welche 
die Bestimmung nach Turin erhalten hatte, nach Novara ab. 
Von hier marschierte es am 7. mit zwei Eskadronen Husaren 
über Borgo Vercelli — Villata — Casalvolone nach Devesio, gelangte 
am 8. über Vercelli nach Cigliano, am 9. nach Chivasso und 
rückte am 10. Mai vormittags in Turin ein. 

Am 13. Mai wurde die Division Neipperg wieder zurück- 
gezogen, da die bisher in Südfrankreich in Verwendung ge- 
standenen Truppen des FMLt. Baron Bianchi als Besatzung 
Piemonts in Turin eintrafen. Das 11. Jägerbataillon marschiert 
an diesem Tage nach Bianze, am 14. nach Ivrea, bleibt hier bis 
zum 7. Juni und wird sodann nach Torrea veriegt. Am 10. Juni 
wieder in Marsch gesetzt, gelangt das Bataillon am 11. über Ver- 
celli nach Novara, wo der Stab, die 1 . und die 2. Division unter- 
gebracht werden, während die 3. Division in Robbio kantoniert. 

Nach der neuen Ordre de bataille vom 11. Juni verblieb Ordre de ba- 
das 11. Jägerbataillon im Verbände der Brigade Vecsey, zu der **''*®- 

außerdem das 4. und 10. Jägerbataillon, acht Eskadronen des * 

Husarenregimentes Stipsics Nr. 10 und eine Kavalleriebatterie 
gehörten; sie war nunmehr in der Division des FMLt. Marquis 
Sommariva eingeteilt und wurde interimistisch vom GM. von 
Vlasits kommandiert. 

Am 30. Mai 1814 hatte König Ludwig XVIII. mit den Friede zu Paris 
Verbündeten den Frieden zu Paris geschlossen; in diesem erhielt am 30. Mail 814. 



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24 



Allerhöchstes 

Handschreiben 

vom 31. Mai 

1814. 



Ordre de ba- 
taille. 



Österreich alle Provinzen, die ihm Napoleon in den Jahren 
1805 und 1809 entrissen, wieder zurück und wurde durch die 
Lombardei und Mantua vergrößert. 

Se. Majestät Kaiser Franz I. zollte der Armee mit Aller- 
höchstem Handschreiben vom 31. Mai Dank und Anerkennung 
für den im Kriege bewiesenen Mut, sowie für ihre Ausdauer 
und verkündete ihr die Stiftung einer Dekoration für alle Krieger, 
die an den Feldzügen 1813 und 1814 teilgenommen hatten, mit 
folgenden Worten: 

„Um das Andenken an die letztverflossene denkwürdige 
„Epoche und die großen Ereignisse, woran Meine Armee so 
„vielen Antheil hatte, auf die späteren Zeiten zu übertragen, finde 
„Ich Mich bestimmt, ein Zeichen zu stiften, welches die Brust der 
„österreichischen Krieger, ohne Unterschied des Ranges, welche 
„das Glück hatten, an dem beendeten Kriege theilzunehmen, 
„zieren soll: Dieses wird aus erobertem Kanonenmetall geprägt 
„und hat die Gestalt eines mit einem Lorbeerkranz umwundenen 
„Kreuzes, auf der einen Seite die Legende: Libertate Europae 
„asserta 1813 — 1814; auf der Kehrseite : Grati princeps et patria. 
„Franciscus Imp. Aust. zu erhalten. Es wird an einem gelb und 
„schwarz eingefaßten seidenen Bande am Knopfloch getragen und 
„besteht für alle Krieger aus einer Klasse. — Diese Ehrenzeichen 
„werden nur einmal vertheilt, sie bleiben den Erben. Jedem Theil- 
„habenden steht es frei, seinen Namen auf den Rand des Kreuzes 
„einstechen zu lassen. Individuen in Meinen Diensten haben 
„auf diese Auszeichnung allein Anspruch." 

Am 2. Juli verfügte Se. Majestät die Reduzierung der Armee 
Bellegardes durch Zurückziehung einzelner Truppenkörper; doch 
verblieb das 11. Jägerbataillon in Italien. GM. Baron Spiegel 
übernahm von GM. Vecsey das Kommando der Brigade, die 
nach mehrfachen Änderungen^) vom 17. November an aus dem 
7. und 11. Jägerbataillone, 8 Eskadronen des Husarenregimentes 
Nr. 10 und einer Kavalleriebatterie bestand und zum Verbände 
der Division FMLt. Freiherr Mauroy de Merville gehörte. 

Da im November der Stab, die 1. und 3. Division des 
11. Jägerbataillons nach Como, die 2. Division nach Varese ver- 
legt wurden, marschierte es am 26. November von Novara und 
Robbio nach Legnano und rückte am 27. in die neuen Garnisonen 



^) Am 2. Juli schied das 4., am 9. August das 10. Jägerbataillon aus dem 
Brigadeverbande, in welchen am 17. November das 7. Jägerbataillon neu ein- 
geteilt wurde. 



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25 



ein. Die Brigade Spiegel erhielt ihre Einteilung wieder in der 
Division Sommariva. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. o. 

Befördert: am 1. März Unterleutnant Eduard Freiherr von 
Kurz zum Oberleutnant und Oberjäger Josef Gössing zum 
Unterleutnant; am 22. März Unterleutnant Franz Butschek 
zum Oberleutnant und Oberjäger Philipp Hann zum Unter- 
leutnant. 

Transferiert: am 1. März der Oberleutnant Eduard Baron 
Callot zum 8. Jägerbataillon, ferner am 7. März gegenseitig: 
Hauptmann Anton Freiherr von Baltheser des 11. und Haupt- 
mann Johann Freiherr von Montluisant des 4. Jägerbataillons. 

Oberleutnant Eduard Freiherr von Kurz war am 10. März 
1814 bei Roverbella in tapferem Kampfe gefallen, auf einem jener 
Schlachtfelder Oberitaliens, die schon so viel österreichisches 
Blut getrunken und denen die österreichisch - ungarische Armee 
auch in den späteren Kriegen noch Hekatomben braver Soldaten 
opfern sollte! Wir legen im Geiste einen Lorbeerkranz auf das 
Grab unseres ersten Kameraden, der auf dem Felde der Ehre 
geblieben ! 

1815. Dislokationsverhältnisse und Offizierseinteilung des Dislokation 
11. Jägerbataillons zu Beginn des Jahres: Stab, 1. und 3. Division ^^^ Offiziers- 
in Como, 2. Division in Varese, Depotkompanie bis 1 . Februar ^*"^®* ""^' 
in Krems, sodann in Mautern. 

Bataillonsstab: Kommandant: Major Franz Freiherr von 
Ensch; Adjutant: Oberleutnant Josef Langbein; Proviant- 
meister: Oberieutnant Franz Klein; Rechnungsführer: Ober- 
fourier Josef Klein; Oberarzt: Dr. Anton Richter. 

1. Kompanie: Hauptmann Johann Freiherr von Montlui- 
sant; Oberleutnant Eduard Andrejkovits; die Unterleutnants 
Ludwig Traun und Johann Hofmann. 

2. Kompagnie: die Hauptleute Heinrich Graf Bomb eil es 
(ü. z.) und Josef Ritter Breßlern von Stern au; Oberleutnant 
Ferdinand Waibl von Breitfeld; die Unterleutnants Lorenz 
Mrazek und Josef Gössing.^) 

3. Kompanie: Hauptmann Wenzel Bayer; die Oberleut- 
nants Josef Gaisl*) und Wilhelm Appold; die Leutnants 
Martin Pustrag und Anton Kienstein. 



*) Am 16. Juli 1814 aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. 
■) Am 1. März 1814 aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. 



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26 

4. Kompanie : Hauptmann August Freiherr von Constant- 
Villars; Oberleutnant Philipp Langen; die Unterleutnants 
Moritz Hauer und Johann Bock. 

5. Kompanie: Hauptmann Eugen Sanchez delaCerda; 
Oberleutnant Friedrich Reißner; die Unterleutnants Anton 
Matscheg und Georg Palka. 

6. Kompanie: Hauptmann Viktor Graf Jugny; Oberleut- 
nant Eduard Hoffmann; die Unterleutnants Franz Schittler 
und Philipp Hann. 

Depotkompanie Kapitänleutnant Franz Matzi und Ober- 
leutnant Franz Rutsche k. 

Drohende Hai- Als sich die Österreichische Heeresleitung durch die 

tung Neapels, drohenden Maßnahmen Neapels im Frühjahre 1815 veranlaßt 
sah, die in den verschiedenen Garnisonen Venetiens, in der 
Lombardei und in den Legationen zerstreut liegenden Truppen 
zu konzentrieren, erhielt auch das 11. Jägerbataillon Marsch- 
befehl an den Po. 

Feldzug in Italien. 

Napoleon lan- Am 1. März 1815 war Napoleon bei Cannes gelandet, 

det bei Cannes. 

Murat rüstet Murat, der die weltbewegende Kunde hievon am 5. März 

erhielt, beschloß sogleich, mit der Koalition zu brechen und auf 
die Seite seines Wohltäters zu treten. Er erklärte zwar, der 
Allianz unverändert treu zu bleiben, sandte aber gleichzeitig den 
Grafen Beaufremont an Napoleon ab, um ihn seiner Er- 
gebenheit zu versichern und rüstete eifrigst zum Kriege gegen 
Österreich. 
Operations- Für den Einbruch in die Legationen wurden bei Ancona 

plane und Maß- ^^q[ Infanteriedivisionen und eine Kavalleriedivision versammelt 
nahmen der — ^^^ König Übernahm am 1 9. März persönlich das Kommando 

beiden Feld- .. . ^° , , . t /• 

Herren. ^^^^ diese Armeegruppe — während zwei Infanteriedivisionen von 

Neapel über Rom vorrücken und in Toskana einbrechen sollten. 
Durch überraschendes Auftreten hoffte Murat die Österreicher 
noch vor dem Eintreffen ihrer Verstärkungen niederwerfen zu 
können. 

Die Leitung der Operationen in Italien war dem General 
der Kavallerie Baron Frimont übertragen worden. Die geringen 
Streitkräfte, welche dem österreichischen Feldherrn bei Beginn 
des Feldzuges zur Verfügung standen, veranlaßten ihn, zunächst 
ein defensives Verhalten zu beobachten. 



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27 



Demgemäß hatte FMLt. Baron Bianchi die in den Lega- 
tionen stehenden Truppen zu sammeln und langsam hinler den 
Kanal Bentivoglio ^) zurückzunehmen. FMLt. Graf Nugent wurde 
mit einem Detachement nach Toskana entsendet, um hier ein 
Vordringen der Neapolitaner zu verhindern. Den Po richtete man 
als Verteidigungslinie ein, wobei durch Anlage von Brücken- 
köpfen bei Occhiobello und Borgoforte die Möglichkeit einer 
späteren Offensive gewahrt blieb. Das Gros der Armee sammelte 
sich nördlich des Po zwischen Casalmaggiore und Borgoforte. 

In diesem Räume war dem 11. Jägerbataillone Rivarolo 
zugewiesen worden. Der Stab, die 1. und die 3. Division 
marschierten am 26. März von Como nach Barlassina, erreichten 
am 27. Monza, am 28. Cassano, wo bis 29. gerastet wurde, am 30. 
Crema, am 31. Pizzighettone, am 1. April Cremona, am 2. Pia- 
dena und trafen am 3. April in Rivarolo ein. Von der 2. Division 
verblieben 1 V« Kompanien als Besatzung in Como, Vg Kompanie 
in Varese. 

Das Bataillon gehörte noch zur Brigade des GM. Baron 
Spiegel, deren Verband außer den vier Jägerkompanien je acht Es- 
kadronen der Husarenregimenter Frimont Nr. 9 und Prinz Friedrich 
Wilhelm Nr. 10 umfaßte. Mit der Brigade Oberst Graf Zichy 
bildete sie die Division des FMLt. Baron Mohr, welcher in der 
Poverteidigung der Abschnitt Cremona — Ogliomündung zufiel. 

Major Freiherr von Ensch mit drei Kompanien des Bataillons 
war speziell mit der Bewachung der Strecke Viadana — Borgo- 
forte betraut worden. Es wurde ihm befohlen, in diesem Räume 
alle am rechten Poufer befindlichen Fahrzeuge an das linke 
Ufer ziehen zu lassen und bei Viadana mit dem Posten der 
Brigade Zichy, mit jenem der Brigade des GM. Baron Senitzer 
bei Borgoforte in Verbindung zu treten. Eine Kompanie des 
Bataillons verblieb in Rivarolo. 

Ohne den Krieg an Österreich erklärt zu haben, eröffnete 
Murat am 27. März 1815 die Feindseligkeiten durch Besetzung 
von Pesaro. Auf der Via Aemilia vorrückend, erreichten die 
Neapolitaner am 2. April Bologna, während FMLt. Baron Bianchi 
nach mehreren Scharmützeln seine Streitkräfte hinter den Panaro 
zurückzog. Der ungünstige Ausgang des Gefechtes, welches hier 
am 4. April stattfand, veranlaßte Bianchi, seine Truppen bis 
nach Gonzaga und Guastalla zurückzunehmen. Von Bologna 
setzte nun Murat drei Kolonnen gegen den Po in Bewegung, 



Ordre de ba- 
taille. 



Bewachung der 
Polinie. 



Eröffnung der 
Feindselig- 
keiten am 
27. März. 

Gefecht am 

Panaro am 

4. April. 



*) südlich Borgoforte, auf den Karten nicht eingezeichnet. 



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28 



Angriff auf 
Occhiobello am 
7. und 8. April. 

Die neapolita- 
nische Offen- 
sive kulminiert. 



Ordre de ba- 
taillc 



Offensive der 
Österreicher. 



welche am 7. April nach Carpi, Cento und Ferrara gelangten. 
Die am 7. und 8. April unternommenen Angriffe der Neapolitaner 
auf den Brückenkopf von Occhiobello scheiterten. 

Da die beiden in Toskana eingebrochenen Divisionen nicht 
über Florenz vorzudringen vermochten und die zündende Pro- 
klamation, mit welcher Murat eine Schilderhebung ganz Italiens 
hervorzurufen gehofft hatte, fast ohne Wirkung blieb, so erreichte 
auf beiden Operationsschauplätzen die Offensive der Neapolitaner 
ihr Ende. 

General Frimont befahl die allgemeine Vorrückung der 
österreichischen Armee. 

Zu diesem Zwecke wurden die Truppen durch die Ordre 
de bataille vom 8. April 1815 neu gegliedert: die Divisionen 
Neipperg und Gober bilden nunmehr das 1. Armeekorps, dessen 
Kommando interimistisch FMLt. Neipperg erhält. Die übrigen 
Streitkräfte werden unter dem Befehle des FMLt. Bianchi im 
2. Armeekorps vereinigt. 

Das 11. Jägerbataillon, mittlerweile nach Viadana veriegt, 
bleibt im Verbände der Brigade Spiegel, welche, durch das 
10. Jägerbataillon und einer Kavalleriebatterie verstärkt, in die 
Division Neipperg eingeteilt wird. 

Die in Como — Varese zurückgebliebene 2. Division des 
Bataillons hatte über Pizzighettone— Cremona— Casalmaggiore 
nach Viadana einzurücken, i) 

Während Murat mit der Einleitung des Rückzuges be- 
schäftigt war, hatte bereits FMLt. Baron Bianchi die Offensive 
ergriffen und am 10. April Carpi erstürmt. Daran reihen sich 
erfolgreiche Ausfälle der Besatzungen von Occhiobello und Ferrara. 

König Joachim befiehlt den allgemeinen Rückzug nach 
Bologna, wo er seine Heeresmacht sammelt, um hier die Schlacht 
anzunehmen. 

Auf die Nachricht hievon trifft Frimont alle Anordnungen, 
um die Entscheidung bei Bologna herbeizuführen. 

Die Division Neipperg begann die Vorrückung am 8. April. 
Die zu ihr gehörende Brigade Spiegel brach an diesem Tage 
von Casalmaggiore auf, erreichte am 9. Gazzuolo und Belforte, 
am 10. Montanara, am 11. Capelletta, rastete hier am 12., über- 
schritt am 13. den Po bei Borgoforte, wo das 10. Jägerbataillon 
und das 10. Husarenregiment zurückblieben, und lagerte vom 



*) Sic erreichte das Bataillon in Viadana nicht mehr, sondern wurde mit 
demselben erst Ende April, wahrscheinlich in Cesena, vereinigt. 



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29_ 

13. auf den 14. unweit Gonzaga. Eine Kompanie des 11. Jäger- 
bataillons und eine halbe Eskadron Husaren standen auf Vor- 
posten gegen Moglia. Am 14. April rückte die Brigade in Carpi 
ein. Das 11. Jägerbataillon kantonierte in der Stadt. 

Am 16. April rückte die Division Neipperg über Modena 
bis an den Reno vor. 

Am gleichen Tage hielt FMLt. Baron Bianchi, nach- Einzug 
dem er am 14. Spilimberto genommen hatte, seinen Einzug in B'^nchis in 
Bologna. Murat war dem Schlage ausgewichen. Eiligst zogen le Aprii 
sich die Neapolitaner nach Imola zurück. 

Im Laufe des 16. und 17. Aprils konzentriert Frimont 
die Armee bei Bologna. 

Zufolge einer neuen Ordre de bataille bildete das 11. Jäger- 
bataillon nunmehr mit dem Parmesaner Bataillon, ^) 2 Eskadronen 
des Husarenregimentes Prinzregent Nr. 5, 7 Eskadronen des 
Husarenregiments Liechtenstein Nr. 7, 1 Kavalleriebatterie und 
1 Pionierkompanie die Brigade des GM. Freiherrn von Geppert; 
diese wurde mit der Bestimmung als Avantgarde in die Division 
des FMLt. Grafen Neipperg, in das Korps des FMLt. Baron 
Bianchi eingeteilt. 

Während sich Murat in die päpstlichen Marken zurück- Verfolgung der 
zog, wo er nach Heranziehung der in Toskana gestandenen Neapolitaner. 
Armeegruppe erfolgreichen Widerstand leisten zu können hoffte, 
nahm Frimont die Verfolgung des weichenden Gegners un- 
gesäumt auf. 

FMLt. Graf Neipperg hatte den Neapolitanern über Forli- 
Rimini direkt zu folgen und ihren Rückzug nach Tulichkeit zu 
verzögern. 

Dadurch sollte FMLt. Baron Bianchi, der in Eilmärschen 
von Bologna über Florenz — Arezzo — Perugia nach Foligno vor- 
rückte, einen derartigen Vorsprung gewinnen, daß er über die 
Apenninenpässe auf M ur ats Rückzugslinie zu wirken vermochte. 

FMLt. Graf Nugent, der inzwischen Florenz besetzt hatte, 
wurde von hier als äußerste rechte Kolonne über Siena nach 
Rom entsendet. 

FMLt. de Best erhielt das Kommando über die Armee- 
reserve, welche vorläufig zwischen Bologna und Ravenna bereit- 
zustellen war. 

Am 17. April brach FMLt. Graf Neipperg vom Reno Gefechte mit 

auf. Ein schneidiger Angriff der Liechtenstein - Husaren zu Pferd der neapolitani- 
schen Nachhut 

*) Hiirskontingent des Großherzogtums Parma. 



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30 



Major Ensch 
besetzt Faenza 
am 18. April. 



Gefecht am 
Ronco am 
19. April. 



Das Bataillon 

auf Vorposten 

am Ronco. 



Forcierung des 
Ronco am 
21. April. 



und ZU Fuß vertreibt den Feind von Castel S. Pietro, so daß 
die Avantgardenbrigade Geppert diesen Ort besetzen kann, während 
das Gros der Division in Bologna einrückt. In der Nacht räumt 
der Gegner auch Imola und zieht sich nach Faenza zurück. 

Am 18. erreichte die Vorhut Castel Bolognese, das Gros 
Imola. 

Das 11. Jägerbataillon stand auf Vorposten am Seniofluß. 
Als der Feind gegen Abend Faenza aufgab, drängte Major Frei- 
herr von Ensch mit seinem Bataillon sogleich in diesen Ort 
nach. Dabei fielen ihm einige Neapolitaner in die Hände und 
es konnten elf österreichische Soldaten aus der Kriegsgefangen- 
schaft befreit werden. 

Am 19. April gegen 9 Uhr 30 Min. vormittags stieß die 
Vorhut zwischen Forli und dem Ronco auf feindliche Abteilungen, 
welche sich nach kurzem Feuerkampf über den Fluß zurück- 
zogen und die Brücke über denselben in Brand steckten. Das 
jenseitige Ufer hatte der Gegner mit einem Bataillon Infanterie, 
300 Reitern und zwei Kanonen besetzt. 

Oberleutnant Waibl von Breitfeld des 11. Jägerbatail- 
lons durchwatete mit seinem Zuge den Ronco und griff anfang- 
lich mit Erfolg an. Von überlegener Reiterei attackiert, sah er 
sich aber gezwungen, wieder über den Fluß zurückzugehen. 

Bei einbrechender Dunkelheit, welche dem beiderseitigen 
Geplänkel ein Ende machte, entsandte GM. Freiherr von Gep- 
pert zur Sicherung gegen eventuelle Flankenangriffe je eine 
halbe Kompanie des 1 1 . Jägerbataillons und eine halbe Eskadron 
Husaren nach S. Martino und Carpeno. 

Drei Mann der 6. Kompanie waren verwundet worden, 
zwei von ihnen in Gefangenschaft geraten. 

Die Division Neipperg rückt an diesem Tage in Faenza 
ein. Die Avantgarde lagert bei Forli; das 11. Jägerbataillon steht 
auf Vorposten am diesseitigen Ufer des Ronco. 

Im Laufe des 19. Aprils zog Murat seine Hauptkraft hinter 
den Savio nach Cesena zurück, während am Ronco die Division 
Generalleutnant Lecchi und zwei Kavallerieregimenter verblieben. 

FMLt. Graf Neipperg rückte mit dem Gros der Division 
am 20. in Forli ein; GM. Freiherr von Geppert nahm mit dem 
Rest der Vorhut Stellung zwischen der Division und den Vor- 
posten des 11. Jägerbataillons. Es wurde beschlossen, am 21. den 
Übergang über den Ronco zu forcieren. 

Gegen Mittag des 21. Aprils eröffnen zwölf Geschütze 
Neippergs ein heftiges Feuer auf das gegenüberliegende Ufer. 



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31 

Unter ihrem Schutze überschreiten das 11. Jägerbataillon und 
drei Eskadronen Liechtenstein -Husaren den reißenden Torrent. 
Unverweilt beginnen die Pioniere eine Notbrücke über den Ronco 
zu schlagen, während unsere Truppen am feindlichen Ufer bereits 
Raum gewinnen — da drängt sie ein Gegenangriff überlegener 
Kräfte wieder bis ans Flußbett zurück. 

Doch inzwischen hat Geppert mit dem Rest der Vorhut, 
von je einem Bataillon St. Julien Nr. 61 und Wied-Runkel 
Nr. 34 kräftigst unterstützt, den Ronco durchfurtet. Er setzt sich 
am feindlichen Ufer samt den bereits dort befindlichen Truppen 
fest und deckt dadurch den Bau der Kriegsbrücke, den unsere 
braven Pioniere trotz der größten Schwierigkeiten bis 8 Uhr 
abends vollenden. Alle Versuche des Gegners, die Österreicher 
wieder über den Fluß zurückzuwerfen, scheitern an dem zähen 
Widerstand unserer Avantgarde. 

Nach erfolgter Fertigstellung der Brücke begann das Gros 
der Division den Ronco zu übersetzen, während GM. Freiherr 
von Geppert den Befehl erhielt, Forlimpopoli, wo GLt. Lecchi 
seine Truppen zusammenzog, anzugreifen. 

Das 11. Jägerbataillon unter Major Freiherr von Ensch Erstürmung 
sowie die Bataillone Oberstleutnant Longueville von St. Julien von Forlim- 
und Major Zajatschik von Wied-Runkel werden hiezu aus- o^^^JL^I" 
ersehen. Im Stuimschritt geht es auf Foriimpopoli los, von 
wo unseren Truppen ein heftiges Kleingewehr- und Geschütz- 
feuer entgegenschlägt. Die feindliche Infanterie beginnt zu 
wanken, als Murat, der persönlich am Kampfplatz erschienen 
ist, seine Lanciers zum Angriff gegen die Flanke der Öster- 
reicher dirigiert. Da stürzen sich die Rittmeister Graf H artig 
von Prinzregent und Gömöry von Liechtenstein - Husaren in 
überraschender Attacke auf die neapolitanischen Reiter, die 
total zersprengt werden. Auch die feindliche Infanterie tritt den 
Rückzug an und Forlimpopoli wird im ersten Ansturm ge- 
nommen. 

In weniger als zwanzig Minuten vvar der Gegner auf der 
ganzen Linie zurückgeworfen worden. Die einbrechende Nacht und 
strömender Regen verhinderten ein weiteres Vordringen, welches 
gewiß große Vorteile gebracht hätte, zumal da inzwischen 
GM. Graf Haugwitz, welcher mit einem Detachement über 
Meldola in Murats Flanke entsendet worden war, bereits Berti- 
noro erreichte. 

Die Neapolitaner zogen sich, eine schwache Nachhut auf 
dem linken Savioufer zurücklassend, über diesen Fluß zurück. 



21. April. 



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_32 

Verluste des In den erbitterten Kämpfen am Ronco waren vom 11. Jäger- 

Bataillons in batailion gefallen: Patrouilleführer Karl Dürr, der Zimmermann 
am Ronco Simon Konstantin und die Gemeinen Johann Barofsky, 
Franz Kopetzny, Friedrich Langer, Anton Przibill, Josef 
Seh uster, Franz Waitzer und Josef Zaekel, alle der 6. Kom- 
panie angehörend. 

27 Mann des Bataillons wurden verwundet, 5 gerieten in 
Gefangenschaft, 1 Mann wurde vermißt. 
Belobung der FMLt. Graf Neipperg sprach den Truppen der Brigade 

ruppen. Qeppert, der Artillerie, den Pionieren und dem Regiment St. Julien 
seine besondere Anerkennung für ihr Verhalten in den Gefechten 
am Ronco aus. ') 
Anerkennung Major Freiherr von Ensch wurde unter jenen Offizieren 

ur nsch. genannt, welchen am Erfolge dieses Tages ein wesentlicher 
Anteil zufiel. 

Den 22. April benützte man zur Herstellung der Ronco- 
brücken, welche die Neapolitaner zerstört hatten. 
Weiterer Rück- Murat Stellte zwar am 22. die Armee am Savio zum 

^"^ A*^i*"* Kampfe bereit, suchte aber gleichzeitig um einen Waffenstillstand 
an und zog sich, als dieser abgelehnt wurde, nach Rimini zurück, 
wo die neapolitanische Armee bis zum 26. April verblieb. 
Nachhutgefecht Neipperg rückte am 23. bis Cesena vor. Die Avantgarde 

^°" 2^^ A^^-^r ^^^^^^^^ "^^^ kurzem Geplänkel mit der feindlichen Nachhut 
Savignano und nahm hier 300 Neapolitaner gefangen. Bei dieser 
Affäre wurde ein Mann des 1 1 . Jägerbataillons verwundet. 

Um der Kolonne Bianchi, welche inzwischen in Arezzo 
eingetroffen war, einen weiteren Vorsprung zu ermöglichen, blieb 
Neipperg, ohne die Neapolitaner zu drängen, bis 27. April 
bei Cesena stehen. 

In diesen Tagen rückte die in Como-Varese verbliebene 
2. Division des 11. Jägerbataillons zu ihrem Truppenkörper ein. 
Am 26. April wurde einem Offizier des 11. Jägerbataillons 
eine schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe übertragen, die 
derselbe mit ebensoviel Tatkraft als Geschicklichkeit löste. Da 
sein Vorgehen in innigem Zusammenhang mit den übrigen 
Operationen steht, gelangt es hier gleichzeitig mit diesen abschnitts- 
weise zur Darstellung, 
streif korps Hauptmann August Freiherr von Constant-Villars, 

Constant-Vii- welchem eine Kompanie seines Bataillons, zwei Kompanien des 
lars, 26. April- 
5. Mai. 

*) Jeder Mann der genannten Truppen erhielt aus diesem Anlasse „ein 
Seidel Gratiswein*. 



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33 

Infanterieregimentes Wied-Runkel und eine Abteilung Husaren 
als Streifkorps unterstellt wurden, ging am 26. April von Cesena 
mit dem Auftrage ab, den Feind, falls er bei eventueller Fort- 
setzung seines Rückzuges sich von Fano gegen Foligno ziehen 
sollte, in Flanke und Rücken zu bedrohen, sowie die Verbindung 
mit der Kolonne Bianchi herzustellen. 

Noch am 26. bemächtigte sich das Streifkorps S. Leos, 
dessen geringe Besatzung beim Anrücken der Österreicher den 
Ort verließ, und erreichte am 27. San Marino, wo Hauptmann 
Freiherr von Constant-Villars der Republik einen Brief 
Neippergs übergab, in welchem der Freistaat der besonderen 
Protektion des Kaisers von Österreich versichert wurde. 

Am gleichen Tage besetzte Geppert Rimini; das Gros 
der Division gelangte nach Savignano. 

Am 28. kam es zwischen der Avantgarde und der feind- Gefecht von 
liehen Nachhut, welche mit einem Bataillon Infanterie und einer ^^^^^^^^ ""^ 
Kavallerieabteilung die Höhen von Le Gabice ^) und Gradara^) 28 April 
besetzt hielt, zu einem kurzen Gefechte, bei welchem zwei Mann 
des 11. Jägerbataillons verwundet wurden. Die österreichische 
Avantgarde machte in Cattolica halt, während Murat, unter 
Zurücklassung der Division Carascosa bei Pesaro sein Gros nach 
Fano führte. Hier vereinigte sich Murat mit den Gardedivisionen 
Livron und Pignatelli-Strongoli, welche von Florenz über Arezzo — 
Foligno— Scheggio — Fossambrone heranmarschiert waren. 

In der Nacht vom 28. auf den 29. April sandte Neipperg Unternehmung 
den Hauptmann des Generalstabes Grafen Thurn mit einer £f^^" ^^^^'^^ 

28 —29 Aoril 

Abteilung Husaren zur Rekognoszierung nach Pesaro. Major 
Freiherr von Ensch hatte mit einer Kompanie seines Bataillons 
und zwei Kompagnien von Wied-Runkel als eventuelle Unter- 
stützung zu folgen. 

Bei S. Marina, fünf Kilometer nordwestlich Pesaro, stieß 
Hauptmann Graf Thurn auf die aus drei Infanteriebataillonen, 
einer Grenadierkompagnie und einer Eskadron leichter Reiter be- 
stehende Nachhut Carascosas, sprengte sie durch eine tollkühne 
Attacke auseinander und drang in Pesaro ein, wo sein Erscheinen 
die größte Verwirrung hervorrief. Erst nachdem er 200 Neapoli- 
taner gefangen genommen, zog sich Thurn, von feindlichen 
Lanziers bedroht, aus der Stadt zurück. Carascosa ließ rasch ihre 
Tore verrammeln, sammelte seine versprengten Truppen, und 
trat eiligst den Rückzug nach Fano an. 

') südöstlich von Cattolica an der Meeresküste. 

•) südostlich von Cattolica an der Straße nach Pesaro. 

Geschichte des 11. Feldjägerbataillons. o 



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34 



Operations- 
pläne. 



Bianchi Armee- 
kommandant 



Constant- 
Villars. 



Gegen 2 Uhr nachts traf auch Major Freiherr von E n s c h 
mit seinem Detachement vor Pesaro ein. Da Patrouillen meldeten, 
daß der Feind die Stadt geräumt habe, ließ Ensch die Tore 
aufsprengen und eine Kompanie Wied-Runkel in Pesaro Stellung 
nehmen; die andere Infanteriekompanie streifte die Umgebung 
nach versprengten feindlichen Soldaten ab; die Jäger bezogen 
Vorposten auf der Straße nach Fano ; die Kavallerie folgte dem 
weichenden Gegner. 

Am 29. April hatte FMLt. Baron Bianchi Foligno er- 
reicht. 

Murat, hievon unterrichtet, beschloß, sich unter Hinhaltung 
Neippergs mit ganzer Kraft auf Bianchi zu werfen. 

Frimont, der aus allen bisher eingelaufenen Meldungen 
entnahm, daß N e i p p e r g nur mehr die Division Carascosa 
vor sich habe, erkannte B i a n c h i s gefahrliche Lage und 
ordnete an: 

FMLt. Graf Neipperg hat ohne Aufenthalt den Neapoli- 
tanern zu folgen, sie zu bedrohen und anzugreifen, FMLt. Baron 
Bianchi am 1. oder 2. Mai gegen Loreto und Fermo heraus- 
zubrechen. 

Da von Südfrankreich ein Angriff auf Piemont drohte, 
begab sich Frimont am 29. April von Rimini nach Oberitalien. 
Das Kommando aller gegen Murat operierenden Streitkräfte 
Österreichs, nunmehr „Armee von Neapel" genannt, übernahm 
FMLt. Baron Bianchi. 

Neipperg rückte am 29. April mit dem Gros seiner 
Division nach Pesaro vor, die Avantgarde besetzte Fano. 

Das Streif korps Constant-Villars war am 28. von 
San Marino aufgebrochen und hatte nach einem beschwerlichen 
Marsche Auditore östlich Sasso Corvaro erreicht. Am 29. traf es 
in Urbino mit dem von FMLt. Bianchi entsendeten Streifkorps 
des Generalstabshauptmanns Mühlwerth zusammen, wodurch 
die Verbindung zwischen den Kolonnen Neipperg und Bianchi 
hergestellt wurde. Von Urbino trieb Constant-Villars sogleich 
eine Patrouille bis Calcinella an der Straße Fossambrone — Fano 
vor, welche hier die Anwesenheit von vier feindlichen Infanterie- 
kompanien konstatierte. Zur Verbindung mit Neipperg deta- 
chierte er einen Posten von 1 Unteroffizier und 22 Mann nach 
Saludeccio. Das Streifkorps nächtigte in Urbino, durch Vorposten 
bei Fossambrone gesichert. Am 30. wurde S. Lorenzo in Campo 
erreicht. 



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35 



Generalleutnant Carascosa hatte Senigallia und die Höhen 
von Scapezzano^) besetzt, um hier dem weiteren Vordringen 
Neippergs Widerstand zu leisten. 

Am 30. April überschritt Neippergs Avantgarde den 
Cesanofluß und versuchte, auf die Sorglosigkeit der Neapolitaner 
bauend, diese in Senigallia bei hellem Tage zu überfallen. Dogh 
der Feind war auf seiner Hut und das kühne Unternehmen 
mißlang vollständig. Die Vortruppen, zu denen auch das 11. Jäger- 
bataillon gehörte, hatten sich in ihrem Eifer zu weit vorgewagt 
und wurden plötzlich sowohl von Senigallia wie von Scapezzano 
aus heftig angegriffen. Da überdies eine neapolitanische Flottille, 
die auf der Höhe von Senigallia kreuzte, unvermutet und 
wirkungsvoll in das Küstengefecht eingriff, sah sich die öster- 
reichische Avantgarde zu schleunigem Rückzug gezwungen und 
ließ eine halbe Kompanie in den Händen des Feindes. 

Nicht unerhebliche Verluste hatte das 11. Jägerbataillon in 
diesem unglücklichen Gefechte erlitten: Tl Mann blieben tot; 
Unterleutnant Martin Pustrag und 39 Mann wurden verwundet; 
Unterleutnant Ludwig Traun und 20 Mann gerieten in Ge- 
fangenschaft. 

Es starben bei Senigallia den Heldentod: der Gemeine 
Matthias Wantchina der 1. Kompanie, der Patrouilleführer 
Friedrich Hetzer und der Gemeine Anton Bauer der 3., die 
Gemeinen Andreas A 1 b r e c h t und Michael Wittberger der 4., 
August Dieste und Sebastian Reichel der 5., Karl Duczik, 
Johann Jäger, Johann Tremmel und Ignaz Petersilka der 
6. Kompanie. 

Ein wackerer Unteroffizier unseres Bataillons tat sich an 
diesem Tage besonders hervor. Unterjäger Georg Lemiab war 
von seinem Zugskommandanten, Unterleutnant Martin Pustrag, 
mit 15 Mann zum Flankenschutze entsendet worden. Von einer 
an Zahl überlegenen Abteilung angegriffen, schlug er diese mit 
der größten Tapferkeit zurück und nahm dem Feinde neun Ge- 
fangene ab. 

Da erfahrt Lemiab, daß sein Zugskommandant verwundet 
und von Gefangenschaft bedroht sei. Obgleich selbst durch einen 
Schuß an der Hand blessiert, eilt er rasch entschlossen seinem 
Vorgesetzten zu Hilfe und stürzt sich, von seiner Mannschaft 
unerschrocken gefolgt, mit gefälltem Bajonett auf den Gegner. 
EJine feindliche Reiterabteilung wird zersprengt — unaufhaltsam 



Gefecht bei 

Senigallia am 

30. April. 



Verluste des 
Bataillons. 



Unterjäger 
Lemiab bei 
Senigallia. 



*) westlich von Senigallia, auf den Karten nicht eingezeichnet. 

3* 



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36 



Tapferkeits- 
medaille. 



Zweites Gefecht 

bei Senigallia 

am 1. Mai. 



Situation am 
1. Mai. 



Schlacht von 
Tolentino, 
2.-4. Mai. 



bricht sich Lemiab bis zu seinem Zuge Bahn und befreit den 
Zugskommandanten mit dem größten Teile seiner Kameraden 
aus der gefahrvollen Lage. 

Unterjäger Georg Lemiab wurde für sein tapferes Ver- 
halten im Gefechte von Senigallia mit der silbernen Tapferkeits- 
medaille ausgezeichnet. 

Zur Aufnahme der geworfenen Vorhut nahm Neipperg 
mit dem Gros der Division Stellung auf den Höhen von Mon- 
dolfo, mit der Absicht, am nächsten Tage den Angriff auf Seni- 
gallia und Scapezzano zu erneuern. 

Am 1. Mai eröffneten die österreichischen Geschütze ein 
heftiges Feuer auf die neapolitanische Flottille und zwangen sie, 
die Küste zu verlassen. 

Gegen Mittag überschritt GM. Geppert mit der Avant- 
garde den Cesano und rückte in drei Kolonnen gegen die Höhen 
von Scapezzano vor. Das 11. Jägerbataillon, ein Bataillon von 
St. Julien und eines von Wied-Runkel bildeten je eine Kolonne. 

Nach einem kurzen, lebhaften Gefechte wird der Gegner 
aus seiner Stellung verdrängt und bis hinter den Misabach zurück- 
geworfen. 

Senigallia selbst blieb noch von den Neapolitanern besetzt. 
Das 11. Jägerbataillon bezog Vorposten knapp vor den Toren 
des Ortes. 

Beim AngrifiFe auf Scapezzano war der Gemeine Peter 
Tau mar der 5. Kompanie gefallen; drei Mann waren verwundet, 
zwei wurden vermißt. 

In der Nacht vom 1. auf den 2. Mai räumte der Feind 
Senigallia, das die österreichischen Vortruppen sogleich besetzten, 
und zog sich hinter den Esino zurück. Die Avantgarde folgte 
ihm am 2. Mai bis an diesen Fluß, während das Gros der 
Division Neipperg in Senigallia einrückte. 

Die Kolonne des FMLt. Baron Bianchi erreichte am 
1. Mai Tolentino. 

Am Abend dieses Tages stand die Division Carascosa am 
Esino, Neipperg gegenüber; vier neapolitanische Divisionen 
trafen in Macerata ein. 

Es war Murat gelungen, Neipperg durch einen Kraftteil 
seiner Armee aufzuhalten. Voll Zuversicht hofft der König, 
Bianchis isolierte Armee vernichten zu können. 

In der dreitägigen Schlacht von Tolentino, 2. bis 4. Mai, 
erringt aber der österreichische Feldherr einen glorreichen, voll- 
ständigen Sieg. Murats Heer wird entscheidend geschlagen, 



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37 



das Schicksal des unglücklichen Königs eilt von jetzt ab un- 
aufhaltsam seinem tragischen Ende entgegen. 

Bianchi verfügte die sofortige Verfolgung der Neapoli- 
taner. 

Das 1 1 . Jägerbataillon beteiligte sich zunächst noch an den 
Operationen FMLt. Graf Neippergs. 

Am 2. Mai detachierte Neipperg den GM. Freiherrn von 
Geppert mit je zwei Bataillonen der Regimenter St. Julien 
Nr. 61 und Hessen-Homburg Nr. 19, dem Parmesaner Bataillon, 
4 Kompanien des 1 1 . Jägerbataillons, ^) 1 Eskadron Husaren und 
ly, Batterien zur Einschließung der Festung Ancona, wohin 
sich Generalleutnant Carascosa zurückge2:ogen hatte. ^ 

Geppert schob ein Detachement, 11. Jägerbataillon und 
60 Husaren unter Major Freiherrn von E n s c h, nach Le Torrette, 
ein anderes in gleicher Stärke unter Major Graf Blanken- 
stein nach Montagnola vor und ließ sein Gros auf den Höhen 
von Casa Cruciata am Esino Stellung nehmen. Am 5. Mai wurde 
das Detachement Ensch nach Falconara, Blankenstein nach 
Paterno zurückgezogen. Da sich herausstellte, daß in Ancona 
nur 5000 Mann zumckgeblieben waren, begnügte sich Geppert 
damit, die Festung von der Feme einzuschließen. Die vier Jäger- 
kompanien, das Parmesaner Bataillon, die Eskadron und eine halbe 
Batterie rückten über Verfügung Neippergs unter Kommando 
des großherzoglich parmaschen Obersten Bianchi wieder zur 
Division ein- 

Diese gelangte am 3. Mai nach Jesi, am 4. nach Cingoli 
und erreichte am 5. Macerata. 

Das Streifkorps des Hauptmanns Freiherrn von Constant- 
Villars brach am 1. Mai von S. Lorenzo in Campo auf und traf 
am gleichen Tage in Barbara ein, am 2. rückte es nach Castel- 
blanco südlich Montecai'otto, am 3. nach Torre de Jesi vor. Als 
Constant-Villars am 4. Mai die Richtung nach Filottrano 
einschlug, wurde ihm ein Befehl Neippergs zugestellt, über 
Cingoli nach Appignano zu marschieren. Infolge eines schweren 
Unwetters konnte das Streifkorps erst am Vormittag des 5. Mai 
sein Marschziel erreichen und rückte von hier aus nach Macerata 
zur Division ein. 



Unternehmung 

gegen Ancona 

am 2. Mai. 



Cofisiant- 
Villars. 



^) Eine Kompanie des Bataillons verblieb bei der Division« eine war dem 
Streif korps Constant-Villars zugewiesen. 

*) Die in dem folgenden Abschnitt genannten Orte sind auf den Karten 
größtenteils nicht zu finden, die Operationen Geppert s lassen sich daher nicht 
verfolgen. 



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38 



Weiterer Rück- 
zug Murats. 



Ordre de 

bataille vom 

4. Mai, 



Marsch der 

Kolonne 

Bianchi von 

Tolentino nach 

Popoli. 



Vereinigung 
des Bataillons 
in Popoli. Neue 
Ordre de ba- 
taille. 
Fortsetzung der 
Verfolgung. 



Konvention von 
Casalanza am 
20. Mai 1815. 



Es hatte im Melde- und Verbindungsdienste Vorzügliches 
geleistet; seine Tätigkeit nahm aber im Vereine mit jener der 
anderen, im Gebirge arbeitenden Detachements auch auf den 
Verlauf der Operationen selbst einen hervorragenden Einfluß. 
Murat, durch die Geschicklichkeit der schneidig geführten Streif- 
korps über ihre wahre Starke im Unklaren und für Flanke und 
Rücken ernstlich besorgt, glaubte Neipperg gegenüber starke 
Kräfte belassen zu müssen, deren Abgang dann für ihn bei Tolen- 
tino verhängnisvoll wurde. 

Die Armee des Königs sammelte sich am Abend des 4. Mai 
bei Macerata und trat noch in der Nacht vom 4. auf den 5. den 
Rückzug an, den sie, bis zum Ende der Feindseligkeiten am 
20. Mai, fast ununterbrochen fortsetzte. Die Hauptkraft Murats 
zog sich von Macerata über Pescara — Popoli — Isemia nach Neapel 
zurück. 

Mit beispielloser Energie und Zähigkeit vollzog die öster- 
reichische Armee nach den Dispositionen FMLt. Baron B i an c h i s 
die Verfolgung des geschlagenen Feindes. 

Durch die Ordre de bataille vom 4. Mai gliederte Bianchi 
seine Streitkräfte in vier Kolonnen, von denen für uns nur die unter 
persönlicher Führung des österreichischen Feldherrn stehende 
Hauptkolonne in Betracht kommt. Ihre Avantgarde bildete die 
Brigade Haugwitz, während die Brigaden Lauer und Taxis als 
Gros unter FMLt. Graf Neipperg folgten. 

Die Kolonne brach am 5. Mai von Tolentino auf und mar- 
schierte über Muccia— Foligno — Spoleto — Terni — Rieti — Antro- 
doco — Aquila nach Popoli, wo sie am 15. Mai eintraf. 

Vom 11. Jägerbataillone machten diesen Marsch nur zwei 
Kompanien mit, während die übrigen vier Kompanien mit dem 
Detachement des Obersten Bianchi von Ancona über Jesi — 
Serra S. Quirino — Fabriano — Nocera — Foligno — Spoleto— Aquila 
am 15. Mai in Popoli zur Hauptkolonne stießen. 

Das 11. Jägerbataillon, drei Bataillone des Infanterieregi- 
mentes Wied-Runkel, das Parmesaner Bataillon, sechs Eskadronen 
des Husaren regimentes Liechtenstein und eine Kavalleriebatterie 
bildeten nunmehr die Brigade Haugwitz. 

Am 16. Mai setzte die Kolonne den Marsch nach Pettorano 
fort, erreichte auf beschwerlichen Gebirgswegen am 17. Castel 
di Sangro, am 18. Isernia, am 19. Vairano, am 20. die Taverna 
di Cajanella (zwischen Vairano und Calvi). 

Die Mühseligkeiten eines ununterbrochenen Rückzuges, die 
sich besonders im Küstendefile durch die Unbilden der Witterung 



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39 



geradezu qualvoll gestalteten, hatten das innere Gefüge der 
neapolitanischen Armee gelockert. Massendesertionen rissen 
empfindliche Lücken in ihre Reihen. Ein weiterer Widerstand 
wäre nutzlos gewesen. 

Am 18. Mai hatte Murat die Armee verlassen und war 
nach Neapel geeilt. 

Am 20. erschien der nunmehrige Oberbefehlshaber General- 
leutnant Carascosa persönlich im östeiTeichischen Lager und 
knüpfte Unterhandlungen mit FMLt. Baron Bianchi an, die in 
der Militärkonvention von Casalanza vom 20. Mai 1815 ihren 
Abschluß fanden. 

Gemäß dieses Vertrages waren alle Festungen, Forts, Zita- 
dellen und Häfen des Königreichs Neapel an die Österreicher 
zu übergeben, um von ihnen den früheren König von Neapel, 
Ferdinand IV., wieder zurückgegeben zu werden. Die neapoli- 
tanischen Truppen hatten am 22. Mai nach Salemo zu mar- 
schieren und hier ihr weiteres Schicksal abzuwarten; die Öster- 
reicher dagegen sollten am 23. Mai von der Stadt Neapel Besitz 
nehmen. 

Als Murat von den Bestimmungen der Konvention Kenntnis 
erlangte, flüchtete er aus Neapel auf die Insel Ischia und später 
von hier nach Frankreich. 

Die neapolitanische Besatzung von Capua begann nach 
Bekanntwerden der Konvention zu revoltieren, erbrach die Ge- 
fangnisse und drohte die Stadt zu plündern und in Brand zu 
stecken. Zur Herstellung der Ordnung sandte Bianchi zwei 
Eskadronen nach Capua, während er selbst an der Spitze der 
übrigen Truppen am 21. Mai in die Stadt einzog. 

Der Sohn König Ferdinand IV. schloß sich in Capua 
den Österreichern an, um im Namen seines Vaters vom Lande 
Besitz zu nehmen. 

Da in der Hauptstadt Unruhen ausbrachen, welche bald 
die Dimensionen eines allgemeinen Volksaufstandes anzunehmen 
drohten, wurde FMLt. Graf Neipperg in der Nacht vom 21. 
auf den 22. Mai mit zwei Kavallerieregimentern und einer Batterie 
nach Neapel entsendet, wo sein Erscheinen dem Aufruhr ein 
Ende machte. 

Gegen Mittag des 22. Mai zog FMLt. Baron Bianchi in 
Neapel ein. 

„Unter Glockengeläute und Blumenregen wurden die Öster- 
„reicher empfangen. Man schwenkte ihnen die weißen Tücher 
„und Fahnen entgegen ; dabei der Jubel des Volkes, untermischt 



Einzug 

Bianchis in 

Capua am 

21. Mai. 



Unruhen in 
Neapel. 



Einzug 
Bianchis in 
Neapel am 

22. Mai. 



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40 



Marsch nach 
Calabrien. 



Rückkehr nach 
Neapel. 



Parade am 
17. Juni. 

Das Bataillon 
geht nach Süd- 
frankreich ab. 



Detachement 
Ensch. 



„mit dem Donner der Kastellgeschütze — eine für den Soldaten 
„unvergeßliche Erinnerung! Man wähnte sich in keiner fremden, 
„eroberten Hauptstadt, sondern glaubte, im eigenen Lande ein- 
„ gezogen zu sein." (Schirm er, Feldzug der Österreicher gegen 
Joachim Murat) 

Zur Pazifizierung des Reiches verfügte Bianchi die Ver- 
teilung seiner Truppen auf die einzelnen Provinzen. 

Die Brigade Haugwitz erhielt hiebei die Bestimmung für 
Calabrien. Sie marschierte am 23. Mai von Neapel nach Torre 
deir Annunziata, am 24. nach Salerno, ließ hier das Parmesaner 
Bataillon zurück und erreichte am 26. Eboli. Während die Brigade 
von hier über Auletta nach La Sala abrückte, wurde das 11. Jäger- 
bataillon in den Distrikt Valle entsendet und besetzte hier die 
am Meere liegenden Forts Cappaccio, Agropoli, Prignano, Castel 
del Abate, S. Mauro und Palinura. 

Als diese Forts am 10. Juni von den sizilianischen Truppen 
König Ferdinand IV. übernommen wurden, sammelten sich 
die einzelnen Teile des 11. Jägerbataillons in Salerno. Am 14. Juni 
rückte das Bataillon wieder in Neapel ein und wurde hier in die 
Brigade des GM. Freiherrn von Taxis eingeteilt. 

Am 17. Juni hielt König Ferdinand IV. seinen Einzug 
in Neapel, der sich durch die Ausrückung der gesamten Garnison 
besonders feierlich gestaltete. 

Nach der Schlacht bei Waterloo hatte entsprechend den 
Mitte Juni am Rhein begonnenen Operationen auch der Kom- 
mandierende in der Lombardei, G. d. K. Baron Frimont, mit 
dem Gros seiner Kräfte in Frankreich einzurücken. Bianchi 
erhielt den Befehl, mit 25.000 Mann seiner Armee zur Verstärkung 
Frimonts nach Südfrankreich abzugehen. 

Unter den hiezu bestimmten Truppen befand sich auch das 
11. Jägerbataillon. Es wurde am 25. Juni in Neapel eingeschifft 
und landete am 4. Juli in Livorno. Hier traten noch zwei Kom- 
panien des Banal-Grenzerregimentes und eine Abteilung Pioniere 
unter das Kommando des Majors Freiherrn von Ensch. 

Marschstationen und Rasttage des Detachements Ensch 
vom 5. Juli bis 10. August: 5. Juli Pisa, 6. Lucca, 7. Pistoja, 
8. Rasttag, 9. S. Marcello Pistojese, 10. Pieve Pellago, 11. Bran- 
dola, 12. Venanzo, 13. Modena, 14. Rasttag, 15. Reggio, 16. Parma. 
Von hier wird der Stab und vier Kompanien nach S. Secondo, 
zwei Kompanien nach Fontanelbato verlegt. In diesen Orten ver- 
bleibt das Bataillon bis zum 28. Sodann : 28. Juli Borgo S. Donino, 
29. Piacenza, 30. Rasttag, 31. Broni, 1. August Voghera, 2. Tor- 



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tona, 3. Alessandria, 4. Felizzano, 5. Rasttag, 6. Asti, 7. Alba, 
8. Cherasco, 9. Savigliano und 10. August Cuneo. 

Von hier wurde Major Freiherr von Ensch mit dem 
11. Jägerbataillon und einem Flügel Husaren als rechte Seiten- 
kolonne der über Nizza marschierenden Division Neipperg durch 
das Sturatal über den Col d'Argentiere nach Montelimar ent- 
sendet. Während Hauptmann Freiherr von Constant-Villars 
mit seiner Kompanie bereits am 11. August als Streif kommando 
nach Montelimar abging, erreichte die Kolonne Ensch am 12, 
Delmonte, am 13. Sambuco, am 14. Argentera, am 15. Mairones 
und am 16. Barcelonette. Von hier sandte Ensch den Haupt- 
mann Grafen Jugny nach Embrun, um den Kommandanten der 
dortigen französischen Garnison vom Marsche der Kolonne in 
Kenntnis zu setzen und festzustellen, ob die Festungen Embrun, 
Mont Dauphin und Guillestre blockiert seien, eventuell, ob sie 
sich dem König Lud wig XVIII. bereits ergeben hätten oder nicht. 

Die Kolonne marschierte unterdessen am 17. August nach 
LeLauzet und erreichte am 18. Savines, am 19. Gap. Hier erhielt 
Ensch vom Hauptmann Freiherrn von Constant-Villars, 
sow^ie von Landesbewohnern die Nachricht, daß sich Joachim 
Murat in Serres aufhalte. Major Freiherr von Ensch brach 
auf diese Kunde hin um Mittemacht von Gap nach Serres auf, 
ließ den Ort umstellen und nahm bei Madame Itie, wo sich 
angeblich Murat aufhalten sollte, eine Hausdurchsuchung vor, 
die jedoch resultatlos verlief. 

Major Freiherr von Ensch berichtet über diesen Vorfall: 

„Von mehreren Einwohnern von Gap wurde sowohl dem 
„Hauptmann Villars als auch mir auf der Durchreise . die 
„Anzeige gemacht, daß sich Murat in der Gegend von Serres 
„versteckt aufhalten soll. Monsieur Pin et, in dessen Hause ich 
„in Gap wohnte, bestärkte mein Vermuthen durch die Mittheilung, 
„daß Madame Itie, bei der Murat verhöhlt geglaubt wird, ihr 
„Außenbleiben von Gap für den 20. mit dem Bemerken ent- 
„schuldigte, daß angekommene Gäste sie in ihrer Reise hinderten. 

„Mehr aufgereizt sowohl durch das Zusammentreffen dieser 
„Wahrscheinlichkeiten, als auch durch das Zureden und Auf- 
^muntem des gedachten Herrn Pin et, dessen thätiges Benehmen 
„in Ausforschung und Aufsammlung verschiedener Erzählungen 
„über diesen Gegenstand und seine früheren patriotischen Auße- 
„rungen für die gegenwärtige königliche Landes - Regierung ich 
„nicht genug loben kann, veranlaßte ich den Abmarsch meines 
„Batailions in aller Stille nach Mitternacht und machte, mit mög- 



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42 

„liebster Schonung der Mannschaft, vor dem Marsche von Veynes 
„nach La Beaume den großen Umweg nach Serres, wo ich früher 
„ungesehen die Familie der Madame Itie am Dejeuner -Tisch 
„überraschte, an dem die erwähnte Frau mit ihrer Mutter, dann 
„der bekannte Marquis C o 1 1 i t, Sohn des neapolitanischen General- 
„Lieutenants C o 1 1 i t, dann ein Cavallerie-Capitaine aus Piemont 
„Platz genommen hatten. Man war allgemein frappiert bei meinem 
„Eintritt, wurde aber mit viel Höflichkeit anscheinend ruhiger 
„und ganz zufrieden mit der Durchsuchung des Hauses, die ich 
„durch einige Herren Officiere unter Begleitung mehrerer Jäger, 
„des Maires und eines gewissen Gensdarmen Barle, der mir 
„als vertraut bekannt war, vornehmen ließ. 

„Eine halbe Compagnie umgab den Außentheil des Ortes, 
„um Niemanden entgehen zu lassen; von Innen wurde das 
„Haus, welches in Rücksicht einer mannigfaltigen Bauart das 
„besonderste seiner Art ist, sorgfältig ausgesucht, kein Schrank 
„oder Tapetenthür blieb uneröffnet, keine Wand unberührt, um 
„etwa in selber Höhlungen zu entdecken. 

„Mein Versuch blieb unbelohnt, durch das Entbehren des 
„gesuchten Gegenstandes." 

Von Serres marschierte Major Freiherr von E n s c h am 
20. August über La Beaume, Baurieres, Luc, Die, Crest, Loriol 
nach Montelimar, wo die Kolonne am 1. September eintraf. 

Hauptmann Freiherr von Constant-Villars erhielt am 
25. August, in Die angekommen, den Auftrag, sofort nach Sisteron 
aufzubrechen und diesen Ort zu besetzen. Er erreichte am 26. 
nach zwei forcierten Märschen Sisteron und rückte von hier auf 
Befehl Neippergs am 28. August über St. Vincent, Buis les 
Baronnes, Nyons und Taulignan zum Bataillone nach Monte- 
limar ein. 

König Ferdinand IV. von Neapel hatte am 12. August 
dem Major Freiherrn von Ensch, dem Hauptmann Freiherrn 
von Constant-Villars und dem Oberleutnant Waibl von 
B r e i t f e 1 d für ihre Verdienste im Feldzuge gegen Joachim 
Murat den sizilianischen St. Ferdinands- und Verdienstorden 
verliehen. 
Ordre de ba- In Montelimar trat eine neue Ordre de bataille in Kraft. 

taiiJe. FMLt. Graf Neipperg übernahm das Kommando über sämt- 

liche am rechten Rhoneufer in den Departements Du Gard und 
DeirArdeche stehenden Truppen. 

Das Bataillon bildete mit dem 8. Jägerbataillone, drei Eska- 
dronen Prinzregent- und einer Eskadron Liechtenstein -Husaren 



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43 



die Brigade des Obersten Gavenda und wurde in das Departe- 
ment DeirArdeche mit der Bestimmung entsendet, die Demar- 
kationslinie von Pradelles bis zur Mündung der Ardeche zu be- 
setzen. Nachdem das Bataillon am 3. September mittels einer 
bei Montelimar befindlichen Überfuhr die Rhone übersetzt hatte, 
gelangten der Stab und fünf Kompanien nach Villeneuve de Berg, 
eine Kompanie über Pierrelatte nach Pont St. Esprit. 

Im Departement De la Lozere waren Unruhen und Religions- 
streitigkeiten ausgebrochen. Um die Ordnung wieder herzustellen 
und die Aufrührer zu entwaffnen, wurde Hauptmann Freiherr 
von Constant-Villars mit zwei Kompanien dahin entsendet, 
von denen eine Mende, die andere Villefort okkupierte. 

Am 26. September vereinigten sich beide Kompanien in 
Villefort und rückten über Les Vans, Barjac und Boleune am 
23. September wieder nach Villeneuve de Berg ein. 

Das Bataillon wurde hierauf in folgender Weise neu dis- 
loziert: Stab, 4. und 5. Kompanie Pont St. Esprit; 1. Kompanie 
Viviers; 2. und 3. Kompanie Bourg St. Andeole; 6. Kompanie 
St. Marcel d'Ardeche. Gleichzeitig erhielt das Bataillon seine 
Einteilung in die Brigade Stefifanini, zu welcher noch das 8. und 
9. Jägerbataillon, ein Bataillon Sluiner Grenzer und drei Eska- 
dronen Liechtenstein - Husaren gehörten. 

G. d. K. Baron Frimont drückte dem 11 . Jägerbataillone 
für die mit Erfolg durchgeführte Entwaffnung der Bevölkerung 
und Aufrechthaltung der Ordnung in den Departements Du Gard 
und De la Lozere seine vollste Anerkennung aus. 

In Dijon fand am 6. November vor den Monarchen der 
verbündeten Armeen eine große Revue statt, zu welcher jedoch 
die Armee Frimonts nicht beigezogen wurde. Bald nachher 
erließ Se. Majestät Kaiser Franz I. an den FM. Fürsten 
Schwarzenberg ein Handschreiben, in welchem der Aller- 
höchste Kriegsherr den Armeen Österreichs „und insbesondere 
der italienischen und neapolitanischen Armee" die besondere 
Zufriedenheit ausdrückte. 

Jedem Truppenkörper wurde gestattet, „einen Hauptmann 
samt Nachrückung** zu ernennen. Jeder Stabs- und Oberoffizier 
der in Frankreich stehenden Truppen erhielt einen Equipierungs- 
beitrag von 400 Franken. 

Der größte Teil der Truppen erhielt am 8. Oktober den 
Befehl zum Rückmarsch in die Erbstaaten. Sie wurden hiezu in 
vier Kolonnen eingeteilt. Das 11. Jägerbataillon bildete mit je 
drei Bataillonen der Regimenter Nugent, Beaulieu, Erzherzog 



Ordre de ba- 
tallle. 



Belobung des 
Bataillons. 



Allerhöchstes 
Handschreiben. 



Rückkehr nach 
Österreich. 



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44 

Ludwig, Toskana, Argentau und de Veaux die I.Kolonne, deren 
Kommando GM. von Bogdan übernahm. 

Das Bataillon sammelte sich am 19. Oktober in Pont 
St. Esprit und marschierte von hier über Montelimar, Loriol, Valence, 
St. Vallier, Roussillon und Viennes nach Lyon. Hier vereinigten 
sich alle Truppen Bogdans und wurden in drei Brigaden ein- 
geteilt. Das 11. Jägerbataillon und das Regiment de Veaux for- 
mierten die Brigade des Obersten Fischer, bei welcher sich 
auch GM. Bogdan selbst aufhielt. 

Marschstationen und Rasttage der Brigade Fischer bis 16. De- 
zember: 1. November Villefranche, 2. Mä9on, 3. Tournus, 4. Rast- 
tag, 5. Chalon sur S., 6. Navilly, 7. Dole, 8. Rasttag, 9. St. Vit, 
10. Roche, 1 1. Beaume les Dames, 12. Rasttag, 13. L'Isle sur Doubs, 
14. Delle, 15. Altkirch, 16. Rasttag, 17. Rheinweiler, 18. Heiters- 
heim, 19. Freiburg, 20. Rasttag, 21 . Neustadt, 22. Hüflngen, 23. Tutt- 
lingen, 24. Rasttag, 25. Meßkirch, 26. Saulgau, 27. Biberach, 28. Rast- 
tag, 29. Laupheim, 30. Ulm, 1. Dezember Günzburg, 2. Rasttag, 
3. Dillingen, 4. Rain, 5. Neuburg, 6. Rasttag, 7. Ingolstadt, 8. Abens- 
berg, 9. Regensburg, 10. Rasttag, 11. Platter, 12. Gschwend, 
13. Cham, 14. Rasttag, 15. Neumark und 16. Klattau. 

Von Klattau marschierte das 11. Jägerbataillon nunmehr 
allein in seine neue Garnison Jägemdorf. 

Marschstationen und Rasttage des Bataillons bis zum Ende 

des Jahres: 17. Dezember Horazdiowitz, 18. StrakonitZy 19. Wod- 

nan, 20. Rasttag, 21. Moldautein, 22. Wesseli, 23. Neuhaus, 

24. Rasttag, 25. Königseck, 26. Datschitz, 27. Mähr. - Budwitz, 

28. Rasttag, 29. Rouchowan, 30. Eibenschitz und 31. Brunn, wo 

das Bataillon bis 2. Jänner 1816 verblieb. 

Verlegung Die Depotkompanie war am 19. Juli 1815 von Mautern 

der Depotkom- ^^ch Herzogenburg, am 21. November 1815 von hier nach 

panien. Jägerndorf verlegt worden. 

V. i. o. Im Offizierskorps fanden im Jahre 1815 folgende Ver- 

änderungen statt: 

Am 25. August trat Oberleutnant Josef Schönach aus 
den königlich bayrischen Diensten in das 11. Jägerbataillon ein; 
am 31, Oktober quittierte Unterlieutenant Anton Kien st ein; 
am 17. Oktober wurde Unterleutnant Moritz Hauer zum Ober- 
leutnant und Kadett -Unterjäger Karl Öppinger zum Unter- 
leutnant befördert 

Über die Begebenheiten in Südfrankreich sind leider nur 
wenige Aufzeichnungen vorhanden. So mag denn auch manch 



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45 

interessantes Erlebnis der Elfer- Jäger aus ihren südfranzösischen 
Streifzügen der Vergessenheit anheimgefallen sein! 

In der ersten Hälfte dieses Jahres war es dem II. Jäger- 
bataillon vergönnt gewesen, an den wechselvollen Ereignissen 
des Feldzuges gegen Joachim Murat wackeren Anteil zu 
nehmen. 

Eine „vergessene Campagne!" -r- Und sie fügte doch eines 
der glanzvollsten Ruhmesblätter zum Ehrenbuche der östeiTeichisch- 
ungarischen Armee! 

1816. Nachdem das 11. Jägerbataillon den Neujahrstag in Eintreffendes 
Brunn zugebracht hatte, setzte es am 2. Jänner den Marsch in ß^uiiions m 
die neue Garnisonsstadt fort und traf über Neu-Raußnitz, Prödlitz, ^^^^^ ^ 
Olmütz, Stemberg und Dorfteschen am 10. Jänner in Jägem- 
dorf ein. 

Am 15. Jänner erfolgte die Auflösung der Depotkompanie. Aunösung 

Am 24. Jänner wurde das Bataillon von Jägemdorf in fol- ^®'' Depotkom- 
gende Stationen verlegt, und zwar: Stab und 1. Kompanie nach ^^"*®* 
Weidenau, 2. Kompanie nach Gurschdorf, 3. Kompanie nach 
Zuckmantel, 4. Kompanie nach Jauemig, 5. Kompanie nach 
Barzdorf und 6. Kompanie nach Freiwaldau. 

Vom I . Juli an bestand das Bataillon infolge Auflösung der Aunösung 
2. Division nur mehr aus vier Kompanien. Die ehemalige 5. und der 2. Division. 
6. Kompanie hatten die Nummern 3, beziehungsweise 4 an- 
zunehmen. 

Das Offizierskorps erlitt am 9. Juli durch den Tod des 
Hauptmanns Johann Freiherrn von Montluisant, Ritters des 
Maria Theresien - Ordens, einen empfindlichen Verlust. Mont- 
luisant starb zu Weidenau im 48. Lebensjahre. 

Offlzierseinteilung nach erfolgter Auflösung der 2. Division. Offiziers- 

Bataillonsstab : Kommandant: Major Franz Freiherr von einteiiung. 
E n s c h ; Adjutant : Oberleutnant Josef Langbein; Rechnungs- 
führer: Unterleutnant Josef Klein; Oberarzt: Dr. Anton 
Richter. 

1. Kompanie: Hauptmann Heinrich Roßbach (am 
21. Jänner vom aufgelösten 2. Siebenbürger Jägerbataillon zu- 
transferiert); die Oberleutnants Friedrich Reißner und Eduard 
Hoffmann; die Unterleutnants Ludwig Traun, Franz 
Schittler und Josef Gössing. 

2. Kompanie: Die Hauptleute Heinrich Graf Bomb eil es 
(ü. z.) und Stefan von Zallar (am 16. Jänner vom aufgelösten 
2. Deutschen, leichten Bataillon zutransferiert); Kapitftnleutn^nt 



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46^_ 

Franz Matzi: die Oberleutnants Eduard Andrejkovits, 
Wilhelm Appold und Josef Schönach; die Unterleutnants 
Johann Hofmann, Johann Bock, Lorenz Mrazek und Franz 
Kohl (am 16. Jänner vom aufgelösten 1. Deutschen, leichten 
Bataillon zutransferiert). 

3. Kompanie: Die Hauptleute Eugen Sanchez de la 
Cerda und Wenzel Bayer; die Oberleutnants Ferdinand 
Waibl von Breitfeld und Franz Butschek; die Unterleut- 
nants Josef Herbstreit (am 26. Jänner vom 2. Deutschen, 
leichten Bataillon zutransferiert), Philipp Hann und Anton 
Matscheg. 

4. Kompanie: Die Hauptieute Viktor Graf Jugny und Josef 
Ritter Breßlern vonSternau; die Oberleutnants Josef Gaisl, 
Franz Klein und Philipp Langen; die Unterleutnants Martin 
Pustrag, Georg Palka und Karl öppinger. 

Am 23. September wurde der Stab mit der 1. Division nach 
Kremsier, die 2. Division nach Ungarisch - Hradisch verlegt, am 
23. Dezember das ganze Bataillon in Ungarisch - Hradisch ver- 
einigt. 
^' '• ^- Außer den bereits erwähnten hatten in diesem Jahre noch 

folgende Veränderungen im Offizierskorps stattgefunden : 

am 28. Februar quittierte Hauptmann August Freiherr von 
Constant-Villars, am 31. Juli Unterleutnant Anton 
Matscheg; am 15. September wurde Hauptmann Josef Ritter 
Breßlern von S t e r n a u zum 3. Jägerbataillon transferiert, am 
1. November Oberarzt Dr. Anton Didek vom Infanterieregimente 
Kaiser Franz Nr. 1 zum 1 1 . Jägerbataillon übersetzt. 

1817. Am 15. Juli wurde Hauptmann Viktor Graf Jugny 
mit dem Ritterkreuze des königlich französischen Militär-Ludwig- 
Ordens dekoriert. 
V. i. O. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. März Sekondrittmeister Johann Freiherr 
von M all o wetz des Ulanenregimentes Fürst Schwarzenberg 
Nr. 2 als Kapitänleutnant; am 16. Dezember Oberleutnant Karl 
Wünsch des 6. Jägerbataillons. 

Transferiert: am 15. Jänner Unterleutnant Franz Kohl zum 
KaiserjägeiTegimente ; am 15. März Oberleutnant Franz Klein 
zum 5. Jägerbataillon; am I.Oktober Unterleutnant Rechnungs- 
führer Josef Klein zum Infanterieregimente Graf CoUoredo Nr. 56. 

Pensioniert: am 15. März Unterleutnant Martin Pustrag 
und am 15. Dezember Oberleutnant Josef Schönach. 



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47 



Die Charge quittierten : die Unterleutnants Karl Ö p p i n g e r 
am 31. Jänner und Josef Gössing am 15. April. 

1818. Am 23. Oktober betrauerte das Bataillon den Tod 
des Oberleutnants Moritz Hauer. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Transferiert : am 1 5. August Oberleutnant Friedrich R e i ß n e r 
zum niederösterreichischen Grenzkordon und am 1. Oktober 
Oberarzt Dr. Anton Richter zum Warasdiner-Kreutzer-Grenz- 
regiment Nr. 5. 

Die Charge quittierten: am 31. Jänner Oberieutnant Franz 
Butschek, am 30. April Kapitänleutnant Franz Matzi und 
am 31. August Hauptmann Heinrich Graf Bombelies. 

1819. In diesem Jahre trat in der Zusammensetzung des 
Bataillons keine Veränderung ein. 

1820.^) Die revolutionäre Bewegung, welche im Jahre 1820 
in Spanien zur Wiederherstellung der „Konstitution von Cadix" 
führte, breitete sich über Frankreich auch nach Italien aus. „Der 
erste Funke zündete in Neapel". Am 9. Juli drang eine Depu- 
tation des Geheimbundes der Carbonari in den königlichen Palast 
und zwang den greisen König Ferdinand IV., welcher in der, 
von den liberalen Ideen ergriffenen Armee keine Stütze besaß, 
zur Annahme einer der spanischen Konstitution nachgebildeten 
Verfassung. 

Im Sinne der Wiener Kongreßakte war Österreich zur Auf- 
rechterhaltung der Ruhe und Ordnung auf der italienischen Halb- 
insel berufen. Obgleich die österreichische Regierung noch auf 
eine friedliche Beilegung der neapolitanischen Wirren hoffte, 
wurde doch eine namhafte Verstärkung der in Oberitalien 
befindlichen Truppen verfügt, um ein Übergreifen der Unruhen 
auf das lombardo - venetianische Königreich zu verhindern. 

Auch das 11. Jägerbataillon hatte nach Italien abzugehen. 
Es brach am 14. August von Ungarisch - Hradisch auf und er- 
reichte im Marsche über Lundenburg — Wien — Leoben — Klagen- 
furt — Görz — Palmanuova — Codroipo — Pordenone — Conegliano — 
Treviso — Mestre — Padua—Monselice und Rovigo am 5. Oktober 



v. i. o. 



Unruhen in 
Neapel. 



Verstärkung 
der österreichi- 
schen Streit- 
kräfte in Italien. 



Abmarsch nach 
Italien am 
14. August 



^) In diesem Jahre erscheint im Schematismus zum erstenmale die Be- 
zeichnung des Bataillons nach dem Ergänzungslande: ,11. innerösterreichisches 
Jä^erbataiUon'. 



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48 

Polesella, wo das Bataillon bis 5. November verblieb. Es wurde 
sodann in Fiesso und Umgebung untergebracht. 
Ordre de ba- Das 7., 10. und 11. Jägerbataillon, ein Bataillon Waras- 

***"®* diner-St. Georger -Grenzer Nr. 6, zwei Bataillone des Infanterie- 

regimentes Kaiser Nr. 1 und eine dreipfündige ordinäre Batterie 
bildeten die Brigade des GM. Freiherrn von Vi 11 ata. Die Bri- 
gaden Villata und Geppert formierten die Division des FMLt. Grafen 
Wallmoden. 

Der Oberbefehl über sämtliche Streitkräfte in Oberitalien 
erhielt G. d. K. Baron Frimont. 

Mit Reskript vom 8. November verfügte der Hofkriegsrat 

die Annahme des Kriegsstandes bei den im lombardo-venetianischen 

Königreiche stehenden Truppen. 

Errichtung der Für die Jägerbataillone wurde gleichzeitig die Errichtung 

3. Division und gj^er 3. Division und einer Depotkompanie angeordnet. Letztere 

an^ ^"^^ gelangte für das 11. Jägerbataillon in Ungarisch -Hradisch zur 

Aufstellung. 

Zur schleunigen Ergänzung des Mannschaftsstandes hatte 
das 12. Jägerbataillon 151, das 1. Infanterieregiment 128 Mann 
an das 11. Jägerbataillon abzugeben. 
V. i. O. Veränderungen im Ofifizierskoips bis zum Schlüsse des 

Jahres. 

Eingeteilt: am 1. April Unterieutnant Michael Ho ff mann 
vom Kaiserjägerregimente ; am 1. Dezember Hauptmann Karl 
M e n g e r, Kapitänleutnant Franz R e i n d 1 und Oberleutnant Karl 
Manelli, alle vom 12. Jägerbataillon, femer Hauptmann Josef 
Knerle vom 5. und Unterieutnant Anton Joanelli vom 
4. Jägerbataillon; am 25. Dezember die Unterleutnants Anton 
Birkel vom 9. Jägerbataillon, Anton Weiß vom Infanterie- 
regimente Beaulieu Nr. 58 und Wilhelm Freiherr von Hompesch 
aus dem Zivilstande. 

Transferiert: am 31. August Hauptmann Stefan von Zallar 
zum Infanterieregimente Waquant Nr. 62 und am 1. Dezember 
(dem Tage seiner Einteilung) Kapitänleutnant Franz Rein dl 
zum 1. Jägerbataillon. 

Befördert: am 25. Dezember die ex propriis-Kadetten Adam 
Haifinger, Josef D'Engerlein und Alois Schramek zu 
Unterleutnants. 

Pensioniert: am 31. Oktober Hauptmann Wenzel Bayer. 

Die Charge quittierten: am 30. September Unterleutnant 
Josef Herbstreit, am 31. Oktober Unterleutnant Franz 
Schittler und am 30. November Oberleutnant Josef Gaisl. 



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49 



Die Expedition nach Neapel. 



Kongreß zu 
Laibach. 



1821. Als durch die weitere Entwicklung der neapolitanischen 
Verhältnisse eine militärische Intervention Österreichs unver- 
meidlich wurde, trat zu Anfang des Jahres 1821 in Laibach ein 
Kongreß der Allianzmächte zusammen, um über die gegen 
Neapel zu ergreifenden Maßregeln zu beraten. Zur Teilnahme an 
den Verhandlungen erschien auch König Ferdinand, nachdem 
er die Regentschaft von Neapel seinem Sohne, dem Prinzen 
Franz, übergeben hatte. 

Mit Zustimmung des Königs richtete der Kongreß an die 
neapolitanische Regierung die Aufforderung, die dem Herrscher 
aufgezwungene Konstitution zu beseitigen. Eine dreijährige Okku- 
pation des Landes sollte die Wiederherstellung geordneter Ver- 
hältnisse garantieren. 

Das neapolitanische Parlament antwortete mit der Prokla- Neapel rüstet, 
mierung des Freiheitskrieges, zu welchem unter Leitung des 
Kriegsministers Carascosa mit viel Lärm gerüstet wurde. Es 
gelangten zwei Korps zur Aufstellung; an die Spitze des I. trat 
GL. Carascosa selbst, während das II. GL. Pepe übernahm. 
Den Oberbefehl über das gesamte Heer führte nominell der Prinz- 
regent. 

Das Kommando der in Oberitalien stehenden österreichi- Konzentrie- 
schen Streitkräfte erhielt G. d. K. Baron Frimont. Es standen «^"ß der öster- 
ihm die Divisionen der Feldmarschalleutnants Graf W al 1 m o d e n, 
Freiherr von Stutterheim, Prinz Wied-Runkel, Prinz 
Hessen-Homburg und Freiherr von Lederer zur Ver- 
fügung, welche der österreichische Feldherr im Jänner 1821 am 
mittleren Po konzentrierte. 

Zufolge einer am 10. Jänner erschienenen Ordre de bataille 
bestand die Brigade Villata nunmehr aus dem 7. und 11. Jäger- 
bataillon, einem Bataillon des Warasdiner-St. Georger Grenz- 
regimentes Nr. 6, zwei Bataillonen des Infanterieregimentes Erz- 
herzog Franz Karl Nr. 52, sechs Eskadronen des Chevauxlegers- 
regimentes Kaiser Nr. 1 und der Kavalleriebatterie Nr. 2. 

Das 11. Jägerbataillon marschierte von Fiesso am 23. nach 
Polesella und traf am 25. über Rovigo in Lendinara ein. Während 
in diesem Orte der Stab, die 1., 2. und 3. Kompanie kantonierten, 
wurde die 4. Kompanie in Ramo di Palo untergebracht. Die 
neuaufgestellte 3. Division war zu dieser Zeit noch nicht zum 
Bataillone eingerückt. 

Geschichte de» 11. Feldjägerbataillons. ^ 



reicher. 



Ordre de ba- 
taille. 



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50 



Offiziers- 
einteilung. 



Beförderung 
Ensch. 



Marschbereit- 
schaft 



Offizierseinteilung des 11. Jägerbataillons Ende Jänner 1821. 

Bataillonsstab: Kommandant: Major Franz Freiherr von 
Ensch; Adjutant: Oberleutnant Josef Langbein; Proviant- 
meister: Unterleutnant Johann Hofmann; Rechnungsführer: 
Oberfourier Adam Merkel; Oberarzt: Dr. Anton Didek. 

1. Kompanie: Hauptmann Heinrich Roßbach; die Ober- 
leutnants Karl Wünsch und KarlManelli; die Unterleutnants 
Georg Palka und Anton von Joanelli. 

2. Kompanie: Kapitänleutnant Johann Freiherr von Mallo- 
wetz; Oberleutnant Eduard Hoffmann; die Unterleutnants 
Michael Hoffmann und Anton Birkel. 

3. Kompanie: Hauptmann Eugen Sanchez de la Gerda; 
Oberleutnant Wilhelm Appold; Unterleutnant Ludwig Traun. 

4. Kompanie: Hauptmann Karl Menger; Oberleutnant 
Ferdinand Waibl von Breitfeld; die Unterleutnants Adam 
Haifinger, Lorenz Mrazek und Wilhelm Freiherr von 
Hompesch. 

5. Kompanie : Hauptmann Josef K n e r 1 e ; Oberleutnant 
Eduard Gollery (bis 1817 Andrejkovits genannt); Unter- 
leutnant Philipp Hann. 

6. Kompanie: Hauptmann Josef von Parys (am I.Jänner 
vom 12. Jägerbataillon zutransferiert); Oberleutnant Philipp 
Langen; die Unterleutnants Johann Bock und Josef 
D'Engerlein. 

Depotkompanie: Hauptmann Viktor Graf Jugny; Ober- 
leutnant Johann Manna (am I.Jänner vom Infanterieregimente 
Erzherzog Ludwig Nr. 8 zutransferiert); Unterleutnant Alois 
Schräme k. 

Der Bataillonskommandant Major Franz Freiherr von Ensch 
wurde am 27. Jänner zum Oberstleutnant befördert. 

Ende Jänner traf bei G. d. K. Baron Frimont der Befehl 
Sr. Majestät Kaiser Franz L ein, am 6. Februar den Vormarsch 
gegen die neapolitanische Grenze zu beginnen. 

Frimont verfügte sofort die Annahme der Marschbereit- 
schaft bei allen Truppen und ließ dieselben am 4. und 5. Februar 
noch jene letzten Märsche nördlich des Po vollziehen, welche 
notwendig waren, um am 6. Februar den ununterbrochenen 
Übergang über diesen Fluß bei S. Benedetto durchführen zu 
können. 

Die Brigade Villata, welche vorläufig aus der Division Wall- 
moden ausgeschieden und in die Division Wied-Runkel eingeteilt 
wurde, sammelte sich am 4. Februar bei Cerea, marschierte 



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51 



am 5. nach Nogara, stieß am 6. in Mantua zur Division Wied- 
Runkel und gelangte mit dieser am 7. nach S. Benedetto. 

Am 6. Februar hatte die Division Stutterheim, welche 
schon seit 22. Jänner südlich des Po stand, die Vorrückung auf 
der Straße Carpi — Modena gegen Bologna begonnen. Am gleichen 
Tage übersetzte die Division Wallmoden den Fluß ; ihr folgten 
auf die Entfernung eines Tagmarsches die Divisionen Wied- 
Runkel, Hessen - Homburg und Lederer. 

Das 11. Jägerbataillon nächtigte am 7. Februar in Quistello, 
erreichte am 8. Carpi, rastete hier am 9. und rückte am 10. mit 
den übrigen Truppen der Division in Modena ein. 

Während die Division Stutterheim schon am 8. Februar in 
Bologna eintraf und am 10. den Marsch nach Florenz fortsetzte, 
sammelten sich die übrigen Divisionen Frimonts am 11. in 
Bologna. Von hier geschah die weitere Vorrückung in folgender 
Gruppierung : 

linke Kolonne: Division Wallmoden über Ancona nach 
Foligno ; 

Hauptkolonne: die Divisionen Wied-Runkel, Hessen-Hom- 
burg und Lederer unter Frimonts persönlichem Kommando 
über Florenz nach Foligno. 

Die Division Stutterheim hatte in Eilmärschen über Florenz 
die Südgrenze Toskanas zu erreichen. 

Von der neapolitanischen Armee gelangte um Mitte Februar 
das I. Korps GL. Carascosa in die Gegend von Gaeta, Capua 
und Mignano, das II. Korps GL. Pepe in den Raum Antrodocco, 
Terano und Solmona. 

Marschstationen und Rasttage des 1 1 . Jägerbataillons 
während der allgemeinen Vorrückung nach Foligno: 12. Fe- 
bruar Lojano, 13. Cavallina, 14. Florenz, 15. Rasttag, 16. Monte 
Varchi, 17. Arezzo, 18. Cortona, 19. Passignano, 20. Perugia, 
21. S. Erachio bei Foligno. 

Von S. Erachio wurde eine Kompanie des 11. Jägerbataillons 
mit einem Flügel Kaiser -Chevauxlegers gegen Torre di Trevia 
vorgeschoben. Eine vom Bataillon über Le Vene und Cerreto 
entsendete Offizierspatrouille vermochte vom Gegner Nichts zu 
entdecken. 

Die Truppen der Division Wied-Runkel hatten in der Zeit 
von 10. — 21. Februar in elf Märschen mit einem Rasttage 
416 Kim., daher täglich durchschnittlich 38 Kim. zurückgelegt. 

Am 22. und 23. trat in der Stellung der Truppen Wied- 
Runkels keine Veränderung ein. Als am 23. die Division 



Beginn der 
Operationen. 



Besondere 
Marsch- 
leistungen. 



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52 



Operations- 
stillstand. 



Situation vom 

6. auf den 

7. März. 



Wallmoden von Ancona in Foligno eintraf, wurde die Brigade 
Villata wieder in diese eingeteilt. 

Am 24. gelangte die Brigade Villata nach Spoleto, am 25. 
nach Terni. Zur Sicherung der Brigade standen am 25. Februar 
drei Kompanien des 11. Jägerbataillons und eine Eskadron 
Chevauxlegers als Hauptposten bei Papigno, die 4. Kompanie 
nahm zirka 1 Kim. südlich dieses Ortes Stellung und postierte 
drei Feldwachen zwischen der Nera und dem nach Miranda 
führenden Weg. Gegen Leonasso, Rieti, Polino und Terentillo 
wurde ein reger Patrouillengang unterhalten. 

Am 26. blieb die Situation der Brigade Villata unver- 
ändert. 

Am 27. erreichte die Division Wallmoden Rieti. Während 
Teile der Brigade Geppert Vorposten östlich dieses Ortes auf- 
stellten, lagerte das Gros der Division bei Casa Vicentini (nord- 
westlich Rieti). 

Vorläufig verblieben Wallmodens Truppen in der er- 
wähnten Gruppierung. 

Das 7. und 11. Jägerbataillon wurden während dieser Zeit 
in die Brigade des GM. Freiherrn von Geramb eingeteilt, 
welche zur Division Stutterheim gehörte. Doch waren beide 
Truppenkörper einstweilen noch an die Brigade Villata gewiesen. 

Am 5. März wurde das 1. Jägerbataillon der Brigade 
Geppert vom 11. Jägerbataillon im Vorpostendienste abgelöst. 

Die Invasion Neapels sollte erst nach dem Einlangen eines 
Manifestes erfolgen, in welchem König Ferdinand sein Volk 
aufforderte, die österreichischen Truppen nicht als Feinde, 
sondern als Beschützer anzusehen. Da dieses Manifest erst 
anfangs März beim Armeekommando eintraf, war bis dahin ein 
Stillstand in Frimonts Operationen eingetreten. 

Das Stocken des österreichischen Vormarsches veranlaßte 
GL. Pepe, dessen Truppen zwischen Solmona und der neapoli- 
tanischen Grenze standen, am 7. März einen Überfall der Division 
Wallmoden bei Rieti zu versuchen. 

Wallmodens Streitkräfte waren in der Nacht vom 6. auf 
den 7. März in folgender Weise verteilt: Das Gros der Division 
lagerte bei Casa Vicentini im Velinotale; als Vorposten waren 
unter Kommando des GM. Freiherrn von Geppert in südöst- 
licher Richtung vorgeschoben: das 1., 7., 10. und 11. Jäger- 
bataillon, zwei Eskadronen des Chevauxlegersregimentes Kaiser 
Nr. 1, 1^/4 Eskadronen des Husarenregimentes König von Eng- 
land Nr. 5 und eine Kavalleriebatterie. 



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53 



Es standen : auf dem Kapuzinerberg südöstlich Rieti das 
7. Jägerbataillon mit Feldwachen von Belvedere südlich des 
Velinoflusses bis an die Straße Rieti - Cittä Ducale; nördlich des 
Velinoflusses die Husaren; daran anschließend die 3., auf den 
Höhen südlich Castelfranco die 4. Kompanie des Jägerbataillons 
Nr. 11; diese drei Vorpostengruppen hatten ebenfalls Feldwachen 
vorgeschoben-. Rieti war vom 10. Jägerbataillon besetzt. Die 
erste Division des 11. Jägerbataillons, das 1. Jägerbataillon, die 
Chevauxlegers und die Batterie standen als Vorpostenreserve 
unter Kommando des Oberstleutnants Freiherrn von Ensch 
etwa 2 Kim. östlich Rieti. 

GL. Pepe hatte bis zum Abend des 6. März bei Cittä 
Ducale gegen 12.500 Mann gesammelt. Noch in der Nacht vom 

6. auf den 7. sandte er drei Bataillone auf die Höhen von Can- 
talice, von wo aus dieselben am 7. gegen Castelfranco vor- 
rücken sollten. 

Die Vorbereitungen Pepes blieben den Österreichern fast 
vollständig verborgen. Die Feldwachen des 11. Jägerbataillons 
beobachteten zwar in der Richtung von Cantalice mehrere Lager- 
feuer, doch vermochten einige bis an die Grenze vorgesandte 
Patrouillen keine Spur feindlicher Kräfte zu finden. 

Am 7. März 7 Uhr früh rückte GL. Pepe in drei Kolonnen 
gegen die Vorposten der Division Wallmoden vor: die rechte 
Kolonne bildeten die auf die Höhen von Cantalice entsendeten 
drei Bataillone; im Zentrum führte GL. Pepe persönlich zehn 
Bataillone mit zwei Geschützen, in zwei Gruppen längs des 
rechten Velinoufers und beiderseits der Straße, zum Angriff gegen 
Rieti vor; die linke Kolonne, aus sieben Bataillonen zusammen- 
gesetzt, hatte über die Höhen von Belvedere vorzugehen. 

Der Kampf entbrannte nach 10 Uhr vormittags zunächst 
am südlichen Flügel der österreichischen Vorposten, wo das 

7. Jägerbataillon mit Pepes Hauptkraft heldenmütig um den 
Besitz des Kapuzinerberges rang. 

Als von Casa Napoli aus die Artillerie Pepes die öster- 
reichische Vorpostenrererve beschoß, nahmen die beiden hier 
eingeteilten Kompanien des 11. Jägerbataillons beiderseits der 
Straße, das 1. Jägerbataillon südlich davon, Stellung. Hier richteten 
sich die Angriffe der Neapolitaner hauptsächlich gegen die halbe 
1. Kompanie des 11. Jägerbataillons, welche sich unter Ober- 
leutnant Waibl von Breitfeld Casa Napoli gegenüber fest- 
gesetzt hatte. Durch volle zwei Stunden leistete dieser tapfere 
Offizier dem übermächtigen Andrang des Feindes hartnäckigen 



Gefecht bei 

Rieti am 

7. Mär« 1821. 



Oberleutnant 

Waibl bei 

Rieti. 



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54 



Oberjäger 
Heydenfeld. 



Unterjäger 
Tschinkl. 



Gemeiner Haas. 



Patrouilleführer 
Schneider. 



Widerstand und ging schließlich selbst zum Angriff über. Von 
noch einem Zuge der 1. und einem Zuge der 3. Kompanie 
durch wirksames Flankenfeuer kräftigst unterstützt, warf Waibl 
die Neapolitaner aus allen Stellungen, die sie an der Straße 
nach dem Scheitern ihrer Offensive besetzt hatten, entscheidend 
zurück. 

Von der Abteilung des Oberleutnants Wai bl zeichneten sich 
Oberjäger Peter Heydenfeld, Unterjäger Johann Tschinkl, 
die Patrouilleführer Jakob Schneider und Fabian Butschek, 
der Gemeine Ignaz Haas und der Trompeter Karl Kunz be- 
sonders aus. 

Oberjäger Peter Heydenfeld, als Zugskommandant in der 
Halbkompanie Waibl eingeteilt, setzte sich mit der größten 
Todesverachtung dem feindlichen Feuer aus und spornte dadurch 
seine Mannschaft, die zum größten Teile aus jungen Leuten 
bestand, zu mutvoller Ausdauer an. Mit kernigem Zuruf führte 
er seine braven Jäger, die zeitweise der feindlichen Übermacht 
weichen mußten, stets zu erneuertem Angriff vor und trug durch 
seine hervorragende Tapferkeit in seinem kleinen Wirkungskreise 
außerordentlich viel zum Erfolge dieses Tages bei. 

Durch besondere Geistesgegenwart und seltene Entschlossen- 
heit machte sich Unterjäger Johann Tschinkl verdient. Gegen 
seine Stellung rückte eine starke feindliche Abteilang, durch 
einen Graben gedeckt, zum Angriff vor. Als Tschinkl dies wahr- 
nahm, rief er den ihm zunächst stehenden Jägern zu, ihm zu 
folgen, stürzte sich mit ihnen tollkühn dem dreißigfach überlegenen 
Feind entgegen und bemächtigte sich des Grabens. Alle Ver- 
suche der Neapolitaner, sich wieder in den Besitz des Grabens 
zu setzen, scheiterten an dem tapferen Widerstände Tschinkls 
und seiner braven Jäger. 

Bei der Abteilung des Unterjägers Tschinkl war es der 
Gemeine Ignaz Haas, der zuletzt zugewachsene Rekrut, welcher 
sich durch Kühnheit, Ausdauer und Verachtung der Gefahr 
neben seinem Unterjäger ganz besonders hervortat. Als der Gegner 
zweimal versuchte, den Graben wieder in seine Gewalt zu be- 
kommen, sprang Haas jedesmal aus dem Graben heraus und 
warf sich dem Feind entgegen, durch sein verwegenes Drauf- 
losgehen auch seine Kameraden mit sich reißend. 

Mit seltener Bravour setzte sich der Patrouilleführer Jakob 
Schneider dem heftigen Kreuzfeuer des Feindes aus und 
eiferte durch seine mannhafte Haltung nicht nur seine eigenen 
Leute, sondern auch die anderen in der Nähe kämpfenden 



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55 



Kettenglieder 1) zu mutigem Ausharren an. Wiederholt stürmte 
Schneider mit seiner kleinen Schar dem mehrfach überlegenen 
Feind entgegen und nahm ihm einen Heuschober weg, welcher 
den feindlichen Schützen vorzügliche Deckung gewährt hatte. 

Hier behauptete sich Schneider, obgleich er durch einen 
Schuß in den Oberschenkel schwer verwundet wurde, mit bei- 
spiellosem Heroismus, bis der wackere Mann, durch den starken 
Blutverlust erschöpft, zusammenbrach. 

Der Patrouilleführer Fabian Butschek gab durch Ent- 
schlossenheit und unerschrockenes Vorwärtsstürmen der Mann- 
schaft seines Kettengliedes ein glänzendes Beispiel, das auch auf 
das Verhalten der benachbarten Kettenglieder vorteilhaft wirkte. 
Alle Versuche des Gegners, zwischen Butscheks Kompanie und 
dem 1 . Jägerbataillon durchzubrechen, wies Butschek in wieder- 
holten kühnen Vorstößen zurück, so daß die Verbindung mit 
dem genannten Jägerbataillon aufrecht erhalten werden konnte. 
Die Neapolitaner, durch Butscheks tapferes Verhalten ein- 
geschüchtert, wagten es trotz ihrer Übermacht nicht mehr, an 
diesem Punkte erneuert anzugreifen. 

Als der Feind Casa Napoli gegenüber die Plänkler der 
1. Kompanie zurückzudrängen drohte, erhielt Trompeter Karl 
K u n z den Befehl, das Signal zur Gegenattacke zu blasen. Sofort 
sprang Kunz vor die Front und blies, der feindlichen Kugeln 
nicht achtend, unausgesetzt das Sturmsignal. Durch das Schmettern 
des wohlbekannten Homes ermutigt, warfen sich die Jäger er- 
neuert auf den Feind. 

Alle Versuche der Truppen GL. Pepes, im Zentrum der 
österreichischen Vorpostenaufstellung Terrain zu gewinnen, waren 
gescheitert. 

Auch auf dem Kapuzinerberg brach sich der feindliche 
Angriff an der glänzenden Tapferkeit des 7. Jägerbataillons, das 
von Teilen des 1. Jägerbataillons kräftigst unterstützt wurde. 

Inzwischen war auch auf dem nördlichen Teile des Gefechts- 
feldes der Kampf heftig entbrannt. Hier leisteten die 3. und 4. Kom- 
panie des 11. Jägerbataillons dem an Zahl sechsfach überlegenen 
Gegner den hartnäckigsten Widerstand. 

Die 4. Kompanie stand, wie erwähnt, auf den Höhen bei 
Castelfranco. 

Der Gegner richtete hier seinen Angriff zunächst gegen 
den am rechten Flügel der Kompanie auf dem Monte Olivetto 



Patrouillefuhrer 
Butschek. 



Trompeter 
Kunz. 



Situation im 

Zentrum und 

am rechten 

Flügel. 



Kämpfe am 
linken Flügel. 



*) frühere Bezeichnung der Schwärme. 



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56 



Oberjäger Wolf. 



Oberleutnant 
Collery. 



Unterjäger 
Christ. 



Unterjäger 
Mößmer. 



stehenden Zug des Oberleutnants A p p o 1 d. Durch Ausnützung 
der Vorteile, welche das vielfach durchschnittene Terrain bot, 
gelang es den Neapolitanern, welche mit großer Übermacht an- 
griffen, Appolds schwache Abteilung zurückzudrängen und den 
Monte Olivetto in Besitz zu nehmen. 

Unterjäger Christ des Zuges A p p o 1 d warf sich dabei 
mit einigen Jägern entschlossen dem nachdrängenden Feind ent- 
gegen und hielt ihn durch längere Zeit auf; schließlich drangen 
die Neapolitaner aber dennoch in die entstandene Lücke ein 
und drohten die übrigen Züge der 4. Kompanie vollends zu um- 
fassen und abzuschneiden. 

Oberleutnant A p p o 1 d, die Wichtigkeit des Monte Olivetto 
erkennend, sandte den Oberjäger Johann Wolf mit einer kleinen 
Abteilung in die linke Flanke des Gegners. Bald hatte Wolf 
eine dominierende Anhöhe erklommen und richtete von hier ein 
so wohlgezieltes Feuer auf den Feind, daß dieser völlig in Ver- 
wirrung geriet. Die günstige Lage ausnützend, warf Wolf in 
überraschendem Angriff die Neapolitaner wieder vom Monte 
Olivetto herunter, so daß dieser wichtige Punkt neuerdings be- 
setzt werden konnte. 

Aber auch der linke Flügel der 4. Kompanie war mittler- 
weile heftig angegriffen worden. Hier setzte die Mannschaft, von 
Oberleutnant Collery und den übrigen Offizieren der Kompanie 
angeeifert, durch nahezu zwei Stunden dem sie förmlich um- 
klammernden Feinde den tapfersten Widerstand entgegen. 

Zur Verstärkung des hartbedrängten linken Flügels war 
jetzt auch ein Teil des Zuges Appold herangezogen worden. 
Als eine feindliche Abteilung, die den linken Flügel umgangen 
hatte, überraschend im Rücken der 4. Kompanie erschien, war 
es wieder Unterjäger Christ, der sich mit einigen Jägern dem 
Feind entgegenwarf und ihn zurückdrängte. Dabei wurde Christ 
durch zwei Schüsse schwer verwundet. 

Auch Oberjäger Schitter, im Jahre 1814 mit der goldenen 
Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet, gab hier neuerliche Beweise 
hervorragender Tapferkeit. 

Erneuert griff jetzt der Feind auch den rechten Flügel am 
Monte Olivetto an. In diesem Augenblicke näherte sich von 
Süden her Unterleutnant Adam Haifinger, welcher mit einem 
Zuge der 3. Kompanie die Verbindung mit dem rechten Flügel 
der 4. Kompanie herzustellen hatte. Die Gefahr erkennend, 
welche der Abteilung auf dem Monte Olivetto drohte, sandte er 
den Unterjäger Mößmer mit 20 Mann dem Feinde entgegen. 



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57 



M ö ß m e r, ein altgedienter Unteroffizier, erkannte die Wichtigkeit 
seiner Aufgabe, eiferte seine Mannschaft zu raschem Vorgehen 
an und brachte durch sein wirksames Eingreifen die feindliche 
Abteilung zum Stehen. M ö ß m e r vereinigte sich hierauf mit 
Oberjäger Wolf, und beide hielten nun den Feind so lange in 
Schach, bis ihn Unterleutnant Haifinger, der mit dem Rest 
des Zuges herbeigeeilt war, vollständig zum Weichen brachte. 

Mößmers Eingreifen hatte die 4. Kompanie aus ihrer 
schwierigen Lage befreit. Durch seine tapfere Tat waren aber 
auch die Folgen abgewendet worden, welche ein Festsetzen der 
Neapolitaner auf dem Monte Olivetto für den Ausgang des ganzen 
Gefechtes gehabt hätte. Sie war somit von entscheidendem 
EinOuß. 

Überall war die Angriffsbewegung der Neapolitaner ins 
Stocken geraten. 

Vier schwache Jägerbataillone — jedes derselben stand nur 
mit vier Kompanien im Gefechte — hatten, an Tapferkeit und 
Ausdauer miteinander wetteifernd, den Plan GL. Pepes zum 
Scheitern gebracht. 

Die gegen 1 Uhr mittags auf dem Kampfplatze eintreffenden 
Verstärkungen, welche FML. Graf Wallmoden entsendet hatte, 
entschieden nun rasch das Gefecht zu Gunsten der Österreicher. 

Major d'Aspre von Kaiser-Infanterie Nr. 1 rückte mit zwei 
Bataillonen seines Regimentes zur Unterstützung des linken 
Flügels der Vorposten von Casa Vicentini auf die Höhen von 
Castelfranco vor. Die beiden Bataillone, welchen sich die 3. und 
4. Kompanie des 11 . Jägerbataillons sogleich anschlössen, gingen 
unverweilt zum Angriff über. Die Neapolitaner hielten nur kurze 
Zeit stand und zogen sich bald in voller Flucht gegen Cantalice 
zurück. 

Im Zentrum führte Oberstleutnant Freiherr von Ensch die 
1. und 2. Kompanie seines Bataillons, das 1. Jägerbataillon und 
ein Bataillon Warasdiner- Kreutzer -Grenzer gegen die Höhen 
von Casa Napoli, welche im ersten Ansturm genommen wurden. 
Bei der Beseitigung eines quer über die Straße aufgeführten 
Verhaus wurde Hauptmann Roßbach leicht verwundet. 

Am rechten Flügel warf das 7. Jägerbataillon den Feind 
durch einen ungestümen Bajonettangriff zurück. 

Um 2 Uhr nachmittags war der Gegner überall geschlagen 
und in vollem Rückzug nach Cittä Ducale begriffen. 

Der Verfolgung, welche von dreidreiviertel Eskadronen, 
dem 1 . Jägerbataillon und der I.Division des 11. Jägerbataillons 



Scheitern 
des neapolita- 
nischen An- 
grififes. Gegen- 
offensive der 
Österreicher. 



Oberstleutnant 

Ensch erstürmt 

Casa Napoli. 



Verfolgung. 



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58 



Belobung des 
Bataillons. 



Verluste. 



Situation der 
Neapolitaner. 



energisch durchgeführt wurde, machte die einbrechende Däm- 
merung ein Ende. In der Nähe von Cittä Ducale, welches Pepe 
rasch besetzt hatte, vereinigten sich die Truppen Gepperts 
mit denen des Majors D'Aspre. 

Der Angriff auf Cittä Ducale wurde auf den nächsten Tag, 
den 8. März, verschoben; da aber der Gegner noch in den 
ersten Abendstunden den Ort räumte, besetzte denselben gegen 
10 Uhr nachts die österreichische Vorhut, deren Kommando 
Majot- D'Aspre erhalten hatte. 

Am Abend des 7. März lagerten das 11. und 7. Jäger- 
bataillon mit den Warasdiner-Kreutzer-Grenzern auf den Höhen 
westlich Cittä Ducale. Diese Truppen wurden dem Oberstleutnant 
FreiheiTn von Ensch unterstellt und hatten am 9. März, und 
zwar das 7. und 11. Jägerbataillon zur Division Stutterheim, die 
Grenzer zur Division Lederer abzugehen. 

GM. Freiherr von Geppert rühmt in der Relation über 
das Gefecht von Rieti das hervorragend tapfere Verhalten des 
1., 7. und 11. Jägerbataillons und nennt unter den Offizieren, 
welche sich bei Rieti besonders auszeichneten, den Oberst- 
leutnant Freiherrn von Ensch sowie die Oberieutnants Waibl 
von Breitfeld und CoUery. 

Von der Mannschaft des 11. Jägerbataillons taten sich 
nach dem Gefechtsberichte des Bataillonskommandanten noch 
besonders hervor: Unterjäger Czenkl, welcher zwei feindliche 
Offiziere kampfunfähig machte; Unterjäger Lemiab, dem im 
Handgemenge Tapferkeitsmedaille und Armeekreuz entrissen 
wurden; ex propriis-Kadett C so rieh, Unterjäger Mollitz und 
Patrouilleführer Stumpf. Leider fehlt eine nähere Schilderung 
ihrer Taten. 

Unterjäger Christian Christ und der Gemeine Ignaz Haas 
wurden für ihr tapferes Verhalten mit je sechs Dukaten beschenkt. 

In den Kämpfen bei Rieti waren Hauptmann Roßbach, 
Kadett C so rieh und zwanzig Mann des 11. Jägerbataillons 
verwundet worden. 

Am 9. März brach Oberstleutnant Freiherr von Ensch mit 
den ihm unterstellten drei Bataillonen aus dem Lager bei Cittä 
Ducale auf und marschierte im Taranotal aufwärts nach Castel 
Vecchio. Am 10. März erreichte das Detachement auf beschwer- 
lichen Fußsteigen Carsoli. Von hier aus rückten das 7. Jäger- 
bataillon und die Grenzer direkt zu ihren Divisionen ein. 

Das II. neapolitanische Korps GL. Pepe zog sich nach der 
Schlappe von Rieti über Aquila-Isernia nach Neapel zurück, 



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Detachements 

Ensch vom 10. 

bis 20. März. 



59 

wobei es noch weitere Niederlagen erlitt und sich schließlich fast 
völlig auflöste. 

Vom I. Korps GL. Carascosa stand zu dieser Zeit die 
1. Division bei Gaeta, die 2. in den Tälern von Sora und Atina, 
die 4. bei Capua. 

Während sich im weiteren Verlaufe der Operationen Weitere Ver- 
Frimonts die Divisionen Stutterheim, Hessen - Homburg und folgung- 
Lederer auf der in Aussicht genommenen Operationslinie Val- 
montone — Ceprano — Capua zur Vorrückung gegen das Korps 
Carascosa sammelten, hatte FMLt. Freihen* von Mohr mit den 
Divisionen Wallmoden und Wied-Runkel zur Verfolgung Pepes 
durch die Abruzzen vorzurücken. 

Am 10. März erhielt Oberstleutnant Freiherr von Ensch in Streifzug des 
Carsoli den Befehl, mit dem 1 1 . Jägerbataillon, je einem Bataillon 
der Regimenter Gyulai Nr. 21 und Wied-Runkel Nr. 34, einem 
Zug Pioniere und zwei Husarenzügen die Verbindung zwischen 
der Kolonne Mohr und der Division Stutterheim zu bilden. 

Außerdem hatte Ensch noch die Aufgabe, die inneren 
Flanken dieser beiden Kolonnen zu decken und den Feind, falls 
derselbe gegen eine dieser Kolonnen Stellung nehmen sollte, in 
Flanke und Rücken zu bedrohen. 

Oberstleutnant Freiherr von Ensch marschierte demnach 
mit seinem Bataillon am 11. März über Colle und Rocca di Cerro, 
wo sich die anderen, ihm unterstellten Truppen anschlössen, 
nach Tagliacozzo und erreichte am 12. März Avezzano. Um die 
Bewohner dieses Ortes über seine wahre, südliche Marschrichtung 
zu täuschen, ließ er sein Detachement beiderseits der östlich nach 
Celano führenden Straße lagern, sandte nach Celano wiederholt 
Patrouillen und ließ daselbst für den nächsten Tag Vorbereitungen 
für die Unterkunft seiner Truppen treffen. Gleichzeitig wurde im 
Tagesbefehle verlautbart, daß das Detachement nach Solmona 
marschieren werde. 

Um Nachrichten über den Gegner einzuholen und Pesco- 
canale, das die Neapolitaner in eine Sperre für das Val di Roveto 
umgewandelt hatten, zu beobachten, schob Ensch den Ober- 
leutnant Schüssel vom Regimente Gyulai mit 50 Infanteristen 
und 20 Jägern nach Capistrello vor. 

In der Nacht vom 12. auf den 13. März überfiel Ober- 
leutnant Schüssel die Talsperre, schlug die neapolitanische 
Besatzung in die Flucht und erbeutete drei Kanonen. 

Oberstleutnant Freiherr von Ensch ließ beim Durchmarsch 
durch Pescocanale am 13. März die Erdwerke demolieren, die 



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60 

Kanonen unbrauchbar machen und die vorgefundene Munition 
in den Lirifluß werfen. Das Detachement erreichte am Abend 
des 13. März Morino, am 14. nach einem sehr beschwerlichen 
Marsche das Kastell Balsorano. Auch von hier war die feindliche 
Besatzung beim Anrücken der Österreicher geflohen und hatte 
zwei eiserne Kanonen im Stiche gelassen. 

Die Orte Sora und Pescosolido hielt Oberst de Concili, 
der über etwa 2000 Mann Infanterie und 150 Reiter verfügte, 
besetzt. Diese Abteilung bildete den rechten Flügel des Korps 
Carascosa. 
Unternehmung Als Oberstleutnant Freiherr von Ens ch gleichzeitig mit der 

gegen Sora am Meldung hievon auch die Nachricht erhielt, daß eine feindliche 
Kolonne von Sora gegen Balsorano im Anmärsche sei, sandte 
er den Major Franco vom Regimente Gyulai mit dem 11. Jäger- 
bataillon, je zwei Kompanien von Gyulai- und Wied-Runkel und 
einen Zug Husaren gegen Sora. 

In der Nähe der Mühle Ichitella, etwa eineinhalb Stunden 
vor Sora, stieß die Kolonne Franco auf feindliche Vorposten, 
welche in der Stärke von zirka 100 Mann einen ebenen Wiesen- 
grund vor der Front, in sehr vorteilhafter Position standen. 

Die Vorposten waren angewiesen, sich bei einem even- 
tuellen Angriff sofort nach Sora zurückzuziehen, um auf diese 
Weise den Gegner zur Verfolgung zu verleiten. 

Mit der bei Pescosolido verborgen aufgestellten Hauptkraft 
gedachte dann de Concili den Österreichern in die Flanke 
zu fallen. 

Als die Vortruppen P'rancos den offenen Wiesengrund 
erreichten, schlug ihnen ein heftiges, aber wirkungsloses Feuer 
entgegen. Sogleich setzte Major Franco zum Angriff an, 
während der Feind planmäßig nach Sora zurückwich. Major 
Franco folgte ihm auf dem Fuße. 

Jetzt war der Moment zum Eingreifen de Concilis ge- 
kommen. 

Doch ungeschickterweise hatten sich einzelne Leute der 
zurückgehenden Vorposten auch gegen die Höhen von Pescosolido 
gewendet. Die österreichischen Patrouillen, welche ihnen nach- 
setzten, entdeckten den Hinterhalt und schlugen Lärm. 
Hauptmann Rasch entschlossen wandte sich Hauptmann Roßbach mit 

Roßbach bei ^q^ j Division des 11. Jägerbataillons gegen die in ihrem Ver- 
^^^' steck entdeckten Truppen de Concilis und warf sie, nach 

kurzer Gegenwehr, in wuchtigem Ansturm völlig zurück. 

Major Franco hatte mittlerweile Sora besetzt. 



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61 

Vom 1 1. Jägerbataillon wurden in diesem Gefechte im ganzen Verluste, 
zwei Mann verwundet. 

Oberstleutnant Freiherr von Ensch rückte mit dem Reste 
des Detachements am Abend des 14. März ebenfalls in Sora ein 
und verblieb hier bis zum 16. 

Von Sora aus wurden Patrouillen zur Herstellung der Ver- 
bindung mit der Division Stutterheim nach Valmontone und mit 
der Division Wallmoden nach Solmona entsendet; doch ver- 
mochte nur die nach Valmontone dirigierte Patrouille ihre Auf- 
gabe zu lösen, während die andere infolge des hohen Schnees, 
welcher den Hauptrücken der Abruzzen bedeckte, nicht vor- 
wärts kam. 

Am 15. März detachierte Ensch den Hauptmann Sanchez 
de la Gerda mit der 3. Kompanie des 11. Jägerbataillons und 
den Pionieren nach Isola, um dort die vom Feinde zerstörten 
Brücken wieder in stand zu setzen. Gleichzeitig erhielt Sanchez 
den Auftrag, am 16. März, während das Detachement nach Atina 
marschieren werde, über Roccasecca vorzugehen. Hiedurch sollte 
der Gegner den Eindruck gewinnen, daß das ganze Detachement 
auf dieser Marschlinie anrücke. 

In Atina wurde, da das Detachement im Verhältnis zu den 
beiden Kolonnen einen zu großen Vorsprung hatte, am 17. März 
gerastet. Am 18. erreichte Ensch S. Vittore, am 19. Teano und 
rückte am 20. März zu der inzwischen bei Torricella eingetroffenen 
Division Stutterheim ein. 

Oberstleutnant Freiherr von Ensch hatte sich seines Auf- 
trages in äußerst geschickter Weise entledigt. Die zur Aufrecht- 
erhaltung der Verbindung zwischen die beiden neapolitanischen 
Korps eingeschobenen Detachements waren zurückgedrängt, der 
rechte Flügel Carascosas war geworfen worden, ohne daß die 
Truppen Enschs nennenswerte Verluste erlitten hätten. 

In dem Berichte, welchen G. d. K. Baron Frimont an Belobung des 
Se. Majestät Kaiser Franz I. erstattete, wird das tapfere Ver- 
halten des Oberstleutnants Freiherrn von Ensch bei Rieti und 
„die kluge und einsichtsvolle Führung des ihm vertrauten Streif- 
zuges von Tagliacozzo nach Teano" besonders hervorgehoben. 

Der Vormarsch der Kolonne Mohr und das überraschende Auflösung der 
Erscheinen des Detachements Ensch in der rechten F^lanke neapohtani 
Carascosas hatte diesen bewogen, sich hinter den Volturno 
zurückzuziehen. Während dieses Rückzuges löste sich auch das 
I. neapolitanische Korps durch massenhafte Desertionen all- 
mählich auf, 



Oberstleutnants 
Ensch. 



sehen Armee. 



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62 



Konvention 
vom 20. März. 



Ordre de ba- 
taille. 



Einzug in 
Neapel am 
24. März. 



Pazifizierung 
von Neapel. 



Allerhöchstes 
Handschreiben 
vom 14. April. 



Unterdrückung 
von Unruhen. 



Am 20. März kam zwischen Frimont und Carascosa 
eine Konvention zustande, kraft deren alle Feindseligkeiten ein- 
gestellt wurden. 

Am 21. März marschierte die bei Torricella wieder ver- 
einigte österreichische Armee über Capua bis Aversa vor. 

Hier wurde das 7. und 11. Jägerbataillon nebst dem 
Bataillon Warasdiner- Kreutzer- Grenzer wieder in die Brigade 
GM. Freiherr von Villata eingeteilt. 

Am 24. März, zum zweitenmal im Zeiträume von sechs 
Jahren, zogen österreichische Truppen feierlich in Neapel ein. 
Hier nahm der Armeekommandant G. d. K. Baron Frimont 
vor dem königlichen Palaste die Defilierung ab, welcher die 
Mitglieder der königlichen Familie vom Balkone des Palastes 
zusahen. 

Zur Pazifizierung des Königreiches wurden die Brigaden 
Geppert und Villata bestimmt. Letztere marschierte noch am 
24. März nach Pomigliano; das 11. Jägerbataillon gelangte nach 
Brusciano, wo es bis 27. März verblieb. An diesem Tage wurde 
das 7. und 11. Jägerbataillon nach Avellino entsendet; von hier 
verlegte man das 11. Jägerbataillon am 7. April nach Nola und 
Ende dieses Monates nach Salerno. 

Mit Allerhöchstem Handschreiben an G. d. K. Baron Fri- 
mont, vom 14. April 1821, sprach Se. Majestät den Truppen 
die Anerkennung für ihre brave Haltung und ihre Verdienste aus. 

Dem Oberstleutnant Freiherrn von E n s c h wurde die 
Allerhöchste Zufriedenheit bekannt gegeben. 

Mitte Mai rückte GM. Freiherr von Villata mit dem 
11. Jägerbataillon, drei Kompanien Erzherzog F^ranz Karl-Infanterie 
Nr. 52, drei Eskadronen Kaiser-Chevauxlegers und einer halben 
Batterie über Ariano und Bovino nach Foggia ab, wo man in- 
folge des hier stattfindenden großen Jahrmarktes Ausschreitungen 
der noch nicht ganz beruhigten Bevölkerung befürchtete. 

Am 29. März kehrte die Kolonne, ohne Anlaß zum Ein- 
schreiten gefunden zu haben, nach Avellino zurück; hier blieb 
das 11. Jägerbataillon bis 15. Juni, worauf es nach Ariano ver- 
legt wurde. 

Während dieser Zeit dürfte die 3. Division des Bataillons, 
welche am 6. Mai in Bologna eingetroffen war, zu ihrem Truppen- 
körper eingerückt sein; der Tag ihres Abmarsches aus Ungarisch- 
Hradisch und ihres Eintreffens in Ariano ist nicht eruierbar. 

Anfangs Juni ging die 3. und 4. Kompanie des II. Jäger- 
bataillons nach Sizilien ab. 



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63 

Da in Bovino, wo sich eine halbe Kompanie des 7. Jäger- 
bataillons als Besatzung befand, Unruhen ausgebrochen waren, 
wurde am 15. Juli eine halbe Kompanie des 11. Jägerbataillons 
als Verstärkung dahin entsendet. Nach Herstellung der Ordnung 
rückte die Halbkompanie des 7. Jägerbataillons nach Foggia ab, 
während die des 11. als Besatzung in Bovino verblieb. 

Gemäß der Ordre de bataille vom 30. Juli trat das 1 1. Jäger- ^^dre de ba- 
bataillon in den Verband der Brigade Geppert, welche zur ^*"®" 
Division Lederer gehörte. Die Brigade Geppert bestand nunmehr 
aus dem 3. und 11. Jägerbataillon, 2 Bataillonen des Infanterie- 
regimentes Nr. 4, 2 Eskadronen des Chevauxlegersregimentes 
Nr. 1 und einer sechspfündigen Batterie. 

Gleichzeitig wurde das 1 1 . Jägerbataillon nach Salerno ver- 
legt, wo es am 1. August eintraf. 

Da durch revolutionäre Umtriebe in Calabrien die Ruhe In Calabrien 
dieser Provinz gefährdet war, gingen anfangs August von Salerno ^®"* August bis 
zwei „mobile Kolonnen" echelonweise dahin ab, und zwar *° ^^' 

die 1. unter Oberstleutnant Weber des Regimentes Deutsch- 
meister Nr. 4 nach Reggio, die 2. unter Oberstleutnant Freiherr 
von E n s c h nach Cantanzaro. Die Expedition leitete Oberst 
Erdmann des Regimentes Deutschmeister. Jede Kolonne be- 
stand aus drei Kompanien des Regimentes Deutschmeister, zwei 
Kompanien des 1 1 . Jägerbataillons und einem Zuge Chevauxlegers. 

Marschstationen und Rasttage der 1. Kolonne, welche am 
2. August von Salerno aufbrach: 

2. August: Eboli, 3. Scorza, 4. Polla, 5. Sala, 6. Rasttag, 
7. Casalonano, 8. Lagonegro, 9. Rasttag, 10. Lauria, 11. Castel- 
luccio, 12. Rotonda, 13. Rasttag, 14. Morano, 15. Castrovillari, 
16. Spezzano, 17. Tavema nuova, 18. Cosenza, 19. Rasttag, 
20. Rogliano, 21. Nicastro, 22. Rasttag, 23. Monteleone, 24. Rast- 
tag, 25- Rosamo, 26. Seminara, 27. Rasttag, 28. Palmi, 29. Scilla 
und 30. August Reggio. 

In Cosenza war eine Kompanie des Regimentes Deutsch- 
meister und ein Zug des 11. Jägerbataillons als Besatzung zurück- 
geblieben. 

In Reggio wurden die österreichischen Truppen der von 
Bevölkerung freudig begrüßt. Sie hatten während dieses Streif- 
zuges Strapazen überwunden, wie sie nur eine vorzüglich dis- 
ziplinierte und in hohem Grade pflichtbewußte Truppe ohne 
Lockerung ihres inneren Gefüges zu ertragen vermag. Oberst 
Erdmann berichtet über den Marsch der 1. Kolonne mit 
folgenden Worten: 



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64 

„Eine Schilderung zu machen von denen Wegen in Cala- 
„brien, nachdem man Cosenza verläßt, kann in den Augen jener, 
„vi^elche solche nicht kennen, nur als übertrieben erscheinen; 
„etwas beschwerlicheres ist keinem von der ganzen Kolonne 
„durch seine ganze Dienstzeit vorgekommen. Die steilsten 
„Schluchten, welche von sehr bedeutenden Höhen herabführen, 
„bilden die Wege, und die darin ausgewaschenen Felsstücke und 
„Klippen die Anhaltspunkte für Mann und Pferd. Da ferner außer 
„einigen schlechten hölzernen Brücken keine anderen bestehen, 
„so muß ein jedes Wasser durchwatet werden, welches oft zwei- 
„bis dreimal während eines Marsches geschieht." 

Gleich mühselig gestaltete sich der Marsch der 2. Kolonne. 
Sie verließ Salerno am 3. August, folgte der Route der 1. Kolonne 
bis Nicastro und erreichte am 26. August ihr Marschziel Catanzaro. 

Während des Marsches nach Catanzaro wurden die Four- 
nisseurs dieser Kolonne von sechs bewaffneten Bauern überfallen 
und gefangen, nach zwei Tagen aber, nach vollständiger Aus- 
raubung, wieder freigelassen. 

Von Catanzaro gingen Detachements nach Montauro und 
Cotrone ab. 

Nach Erreichung der Endziele wurde den beiden Kolonnen 
die dringend notwendige Ruhe und Erholung gegönnt. 

Von den enormen körperlichen Anstrengungen abgesehen, 
hatte die Mannschaft auch durch Krankheiten schwer gelitten. 
Infolge von häufigen Temperatursschwankungen, des Genusses 
von schlechtem Trinkwasser und des Mangels an ordentlichen 
Unterkünften waren Fieber und Malaria aufgetreten, welche zahl- 
reiche Opfer forderten. In sechs Marschtagen starben von der 
Kolonne Ensch sieben Mann, bei der Kolonne Weber hatten in 
kurzer Zeit 28 Erkrankungsfälle letalen Ausgang. 

Am 12. September wurde Catanzaro von einem heftigen 
Erdbeben heimgesucht. Da bei vielen Häusern Einsturzgefahr 
drohte, ließ Oberstleutnant Freiherr von Ensch die Truppen 
außerhalb des Ortes lagern, während im Inneren desselben 
Patrouillen die Ordnung aufrechterhielten. 

Die Kolonne Weber trat am 7., die Kolonne Ensch am 
13. September den Rückmarsch aus Calabrien an, wobei mit 
geringen Abweichungen dieselbe Route wie beim Vormarsche 
eingehalten wurde. In Cosenza schloß sich der Kolonne Weber 
die hier zurückgebliebene Besatzung an, von welcher inzwischen 
zwölf Mann, darunter vier vom Jägerzuge, den ungesunden 
klimatischen Verhältnissen zum Opfer gefallen waren. 



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65 



In den Spitälern von Castrovillari und Lagonegro mußten 
während des Rückmarsches viele Leute zurückgelassen werden, 
von denen manche die Heimat nicht mehr wiedersahen. 

Die Kolonne Weber rückte am 6., die Kolonne Ensch am 
7. Oktober in Salemo ein. Sie hatten beide in dem Zeiträume 
von 70 Tagen unter den schwierigsten Verhältnissen und während 
der heißesten Jahreszeit fast 580 Miglien zurückgelegt. 

Nach erfolgter Rückkehr vom Streifzuge wurde der Stab, 
die 1., 2. und 6. Kompanie des 11. Jägerbataillons in Salemo 
untergebracht; die 5. Kompanie gelangte nach S. Severino. 

G. d. K. Baron Frimont gab den beiden Kolonnenkom- 
mandanten seine besondere Zufriedenheit bekannt und sprach 
Offizieren und Mannschaft für ihre außerordentlichen Leistungen 
seine vollste Anerkennung aus. 

Als um Mitte November in der Nähe von S. Severino eine 
Räuberbande ihr Unwesen trieb, wurde Unterleutnant Wilhelm 
Ritter von FeistmantP) des 11. Jägerbataillons mit 24 Jägern 
und 12 Gendarmen zur Durchstreifung der S. Severino um- 
gebenden Gebirge entsendet. Er kehrte, nachdem inzwischen die 
Räuberbande durch Milizen zersprengt worden war, nach mehr- 
tägiger Streifung wieder nach S. Severino zurück. 

Am 28. November fand in Neapel eine große Revue statt, 
welche König Ferdinand L über die österreichischen Truppen 
abhielt. Da das 11. Jägerbataillon an derselben teilzunehmen hatte, 
brach es am 26. November von Salerno auf und traf über Torre 
d'Annunziata am 27. in Neapel ein. Nach der Revue, welche 
dem neapolitanischen König Gelegenheit gab, sich wiederholt 
bewundernd über unsere Truppen auszusprechen, rückte das 
Bataillon wieder in seine früheren Stationen ab. 

Da auch auf Sizilien infolge der Wühlarbeit der Karbonaris 
Unruhen drohten, verfügte Se. Majestät über Bitte König Fer- 
dinand s die temporäre Okkupation der Insel durch eine Truppen- 
division unter Kommando des FMLt. Grafen Wallmoden. 
Die Division bestand aus den Brigaden GM. Baron Retsey für 
Palermo und GM. Baron Klopstein für Messina. 

Dieser Expedition wurde vom 1 1 . Jägerbataillon die 2. Divi- 
sion mit der Bestimmung für „mobile Kolonnen" zugezogen. 
Sie erhielt ihre Einteilung in der Brigade Klopstein, zu welcher 
außerdem drei Bataillone des Infanterieregimentes Hiller Nr. 53, 
eine dreipfündige Feldbatterie, eine halbe neapolitanische Gebirgs- 
batterie und eine Sappeurabteilung gehörten. 

*) War am 29. März vom Kadetten zum Unterleutnant befördert worden. 

Geschichte des 11. FeldjägerbataiUons. 5 



Belobung. 



Streifzug des 
Leutnants 
Feistmantl. 



Revue in 
Neapel. 



Okkupation 
von Sizilien. 



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Die Truppen der Brigade Klopstein wurden am 2. Juni in 
Neapel eingeschifft und landeten nach einem heftigen Sturme am 
6. Juni in Messina, wo die 3. Kompanie des 1 1 . Jägerbataillons im 
Kloster S. Dominio, die 4. im Kloster St. Augusto Unterkunft fand. 

Am 17. August ging die 4. Jägerkompanie mit zwei Kom- 
panien des Regimentes Hiller und zwei Gebirgskanonen als 
Besatzung nach Catania ab. 

Am 25. August marschierte dieses Detachement von Catania 
nach Leonforte, wo sich die Bevölkerung den Behörden wider- 
setzt hatte. Das Erscheinen österreichischer Truppen genügte, 
um die Autorität der Behörden wieder herzustellen, worauf das 
Detachement am 5. September nach Catania zurückkehrte. 

Am 22. September unternahm die Besatzung von Catania 
einen Streifzug nach Caltagirone, traf am 12. Oktober über Ram- 
macca und Paterno wieder in Catania ein, von wo die Truppen 
am 20. Oktober nach Messina einrückten. 
V- *• ^' Veränderungen im Offizierskorps (außer den bereits er- 

wähnten). 

Eingeteilt: am 1. April Unterleutnant Anton Gößmann 
vom Infanterieregimente Großherzog von Baden Nr. 59. 

Transferiert: am 31. März Hauptmann Johann Freiherr von 
M all o wetz zum 9. Jägerbataillon und Unterleutnant Ludwig 
Traun zum 12. Jägerbataillon; am 30. November der Oberarzt 
Dr. Anton Didek zum Infanterieregimente Polombini Nr. 36. 

Befördert : am 29. März Kapitänleutnant Johann Freiherr von 
M all o wetz zum Hauptmann; Oberleutnant Eduard Collery 
zum Kapitänleutnant und Unterleutnant Lorenz Mrazek zum 
Oberleutnant; am I.April Kadett Karl Holzmann von Holz- 
hausen zum Unterleutnant. 

Pensioniert: am 15. März Oberleutnant Josef Langbein. 

An den Kämpfen der neapolitanischen Kampagne 1821 hatte 
das 11. Jägerbataillon rühmlichen Anteil genommen. Wiederholt 
bildete das tapfere Verhalten von Offizieren und Mannschaft den 
Gegenstand lobender Anerkennung. 

Besonders bemerkenswert sind ab£r die außerordentlichen 
Marschleistungen, durch welche sich das Bataillon in diesem 
Jahre auszeichnete. 

Unverdrossen waren die Elferjäger auf steilen Pfaden des 
Apennin dahingewandert, unverzagt durchzogen sie die wild- 
zerklüfteten Schluchten der Abruzzen und die unwirtlichen Berge 
Calabriens, unter den sengenden Strahlen südlicher Sonne! 



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67 



In Sizilien 1822-1826. 

Am 19. Jänner 1822 erhielt das Kommando des 11. Jäger- Abmarsch nach 
bataillons vom G. d. K. Baron Frimont den Befehl, sich mit Sizilien, 
der in Salemo befindlichen 1. und 3. Division nach Sizilien 
marschbereit zu machen. 

Die 2. Division des Bataillons stand bereits seit 6. Juni 1821 
in Sizilien in Verwendung. 

Vor dem Abmärsche wurde das Offizierskorps durch den 
Tod eines bewährten Kameraden in Trauer versetzt: Ober- 
leutnant Wilhelm Appold starb zu Salerno am 29. Jänner. 

Oberstleutnant Freiherr von E ns c h marschierte am 5. Februar 
mit der 1. und 3. Division von Salerno überTorre d'Annunziata 
nach Neapel. Hier ließ er den Oberleutnant Manna mit der 
„fahrenden Bagage" des Bataillons und sieben Mann zurück, 
schiffte sich mit seinen Truppen am 8. Februar ein und landete 
nach sechsunddreißigstündiger Fahrt am 10. Februar in Palermo. 

Hier wurden die beiden Divisionen in die Brigade des 
GM. Baron Retsey eingeteilt und in den Kasernen S. Teresa, 
S. Antonia und S. Francesco untergebracht. 

Es garnisonierten somit zu Anfang des Jahres 1822: Der 
Stab, die 1., 2., 5. und 6. Kompanie in Palermo, die 3. und 
4. Kompanie in Messina. 

Von Messina war am 23. Jänner Hauptmann Sanchez Unter- 
de la Gerda des 11. Jägerbataillons mit seiner Kompanie und nehmungen, 
drei Kompanien des Regimentes Hiller über Barcellona, Ran- 
dazzo, Troina, Nicosia und Polizzi nach Termini abgegangen, 
wo Sanchez am 29. Jänner eintraf. 

Gleichzeitig marschierte eine Kompanie des Infanterieregi- 
mentes Hiller mit 50 Mann der 4. Jägerkompanie von Messina 
zur Unterstützung des neapolitanischen Generals Clary, welcher 
in den Ortschaften an der Nordküste Siziliens die Bevölkerung 
zu entwaffnen hatte, nach Gefalü. 

Die mobile Kolonne Sanchez hatte in unwirtlicher Gebirgs- 
gegend die schwersten Hindernisse überwunden. Darum machte 
ihr Erscheinen auf die Bevölkerung, die einen Marsch in dieser 
Jahreszeit auf den elenden, mit hohem Schnee bedeckten Berg- 
wegen für unausführbar hielt, überall einen tiefen Eindruck und 
erregte ihre Bewunderung für die österreichischen Truppen. 

Dies mag viel dazu beigetragen haben, daß Sanchez in 
Termini die Entwaffnung der Einwohner durchführen konnte, 

5* 



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68 

ohne auf irgendwelchen Widerstand zu stoßen. Zum gleichen 
Zwecke sandte er von Termini 300 Mann nach Milicia, 150 nach 
Trabia; er selbst marschierte mit dem Reste seiner Kolonne nach 
Misilmeri. Auch hier, wie später in Bagheria und Alcamo, ging 
die Entwaffnung glatt von statten. 

Nach Durchführung ihrer Aufgabe sammelte sich die Kolonne 
am 9. Februar in Misilmeri. Von hier marschierte eine Division 
des Regimentes Hiller direkt nach Messina, 50 Mann der 
3. Jägerkompanie gingen zu General Clary nach Cefalü ab. Den 
Rest des Detachements führte Hauptmann Sanchez de la 
Gerda am 10. Februar über Villafrati, Alia, Roccapalumba nach 
Vallelunga, wo er behufs Entwaffnung der Bevölkerung bis 
22. Februar verblieb. Von Vallelunga marschierte Sanchez 
über S. Gaterina, Caltanisetta, Pietraperzia nach Piazza Armerina 
und stand hier vom 25. Februar bis zum 26. März zur Ver- 
fügung des neapolitanischen Generals S t a t e 1 a. Das Detachement 
rückte sodann über Galtagirone, Militello und Lentini als Be- 
satzung in Gatania ein. 

General Glary war mit seiner Kolonne am 18. März von 
Gefalü über Mistretta und Nicosia in Paterno eingetroffen und 
rückte von hier am 14. April über Barcellona in Messina ein. 
Die zur Kompanie Sanchez gehörenden 50 Jäger gingen von 
Messina im Juni nach Gatania zu ihrer Kompanie ab; die von 
der 4. Kompanie beigestellten 50 Mann rückten in Messina zu 
ihrer Unterabteilung ein. 

Von Palermo wurde am 17. Februar eine mobile Kolonne 
unter Hauptmann R Ottern des 1. Infanterieregimentes, aus 
einer Kompanie des 11. Jägerbataillons, je einer Kompanie der 
Infanterieregimenter Kaiser Franz Nr. 1 und Kaiser Alexander 
von Rußland Nr. 2 unci zwei Geschützen zusammengesetzt, über 
Plana de Greci nach Gorleone entsendet, wo sie am 19. Februar 
eintraf Nachdem hier die Bevölkerung entwaffnet worden, setzte 
die Kolonne am 21. Februar den Marsch fort und erreichte über 
Bivona, Gattolica und Siculiana am 25. Februar Girgenti. Von 
hier marschierte Hauptmann Rot tern am 5. März ab und rückte 
über Siculiana, Sciacca, S. Margherita, Gastelvetrano, Salemi, 
Galatafimi, Alcamo und Partinico am 15. März wieder in 
Palermo ein. 

Am 17.^ April ging neuerdings von Palermo eine mobile 
Kolonne unter Major W a n i a des Infanterieregimentes Radi- 
vojevich Nr. 48 in der Stärke von 350 Infanteristen, 150 Jägern, 
20 Husaren und 3 Geschützen nach Girgenti ab. Auf dem 



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69 

Marsche dahin wurden die Orte Villafrati, Lercara, Campofranco 
und Aragona passiert. Von Girgenti kehrte die Kolonne Wania 
über Canicatti, Caltanisetta, Vallelunga, Roccapalumba und Villa- 
frati am 21. Juni nach Palermo zurück. 

Am 30. August wurde die 3. Kompanie des 11. Jäger- 
bataillons zur Unterdrückung von Unruhen von Catania nach 
Bronte entsendet, stellte daselbst die Ordnung her und rückte 
sodann wieder nach Catania ein. 

Am 30. November ging die 5. Kompanie des 11. Jäger- 
bataillons unter Hauptmann Knerle von Palermo als Besatzung 
nach Termini ab. 

■ Das Eintreffen neapolitanischer Truppen auf Sizilien er- 
möglichte zu Ende des Jahres 1822 eine Reduktion der öster- 
reichischen Okkupationstruppen; das 11. Jägerbataillon verblieb 
jedoch in Sizilien. Während die übrigen, zur Gruppe Messina 
gehörenden österreichischen Abteilungen nach Italien zurück- 
kehrten, hatte die 3. Kompanie des 11. Jägerbataillons von Ca- 
tania, die 4. von Messina nach Palermo einzurücken ; beide Kom- 
panien traten am 24. Dezember den Marsch nach Palermo an. 

Es befinden sich somit zum Schlüsse des Jahres 1822: 
Der Stab, die 1., 2., 5. und 6. Kompanie in Palermo, die 3. und 
4. Kompanie auf dem Marsche dahin. 

In diesem Jahre betrauerte das Offizierskorps den Tod 
zweier Kameraden: Am 18. Juni war Oberleutnant Karl Man eil i 
in einem Teiche beim Dorfe Fort Faro ertrunken ; am 8. Juli 
starb zu Messina Unterleutnant Anton B i r k e 1. 

Veränderungen in der Zusammensetzung des Offizierskorps V. i. 0. 
bis zum Schlüsse des Jahres 1822. 

Eingeteilt: am 1. Jänner Oberarzt Dr. Josef Bärtl vom 
Dragonerregimente Kronprinz von Bayern Nr. 2. 

Transferiert: am 15. Dezember Unterleutnant Wilhelm Frei- 
herr von Hompesch zum Kürassierregimente Wallmoden Nr. 6. 

Befördert: zu Oberleutnants die Unterleutnants Michael 
Hoffmann am 27. Februar und Johann Hofmann am 19. Juni; 
zu Unterleutnants die ex propriis-Kadetten Ludwig von Csorich 
am 27. Jänner, Franz Kersa am 19. Juni uud Wilhelm Fischer 
von Adelswerth am 9. Juli, ferner der ex propriis-Gemeine 
Otto Röhrsen am 16. Dezember. 

1823. Am 5. Jänner 1823 rückte die 2. Division des Belobung der 
11. Jägerbataillons in Palermo zu ihrem Truppenkörper ein. Auf ^' l^»vision. 
Grund eines Berichtes des FMLt. Grafen W a 1 1 m o d e n wurde 



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70 



Ordre de ba- 
taille. 



,11. lombar- 
disch -venetia- 
nisches Jäger- 
bataillon.« •) 



V. i. O. 



diese Division vom G. d. K. Baron Frimont für ihre außer- 
ordentliche Marschdisziplin besonders belobt. 

Am 5. März wurde Palermo von einer schweren Erdbeben- 
katastrophe heimgesucht. Da die Einwohner scharenweise aus 
der Stadt flüchteten, wurde dieselbe an diesem Tage zur Auf- 
rechterhaltung der Ordnung und zur Sicherung des öffentlichen 
Eigentums von Militärpatrouillen durchstreift. 

Ende März übernahm FMLt. Graf Vetter von Lilien- 
berg an Stelle des scheidenden FMLt. Grafen Wallmoden das 
Kommando über die in Sizilien verbliebenen österreichischen 
Truppen. Die Brigade Retsey war schon im Vorjahre nach Italien 
zurückgekehrt, die Brigade Klopstein garnisonierte in Palermo. 
Sie bestand nunmehr aus 2V6 Bataillonen des Infanterieregimentes 
Hiller, dem 11. Jägerbataillon, zwei Eskadronen des Husaren- 
regimentes Frimont und einer neapolitanischen Gebirgsbatterie. 

Am 1. April wurde die 4. Kompanie des 11. Jägerbataillons 
von Palermo und die 5. von Termini nach Monreale verlegt. 

Als im Juli im Dorfe Parco*) Unruhen ausbrachen, erhielt 
Hauptmann Roßbach den Befehl, mit der 1. Division des 
11. Jägerbataillons am 27. Juli von Palermo dahin abzugehen. 
Roßbach ließ den Ort umstellen und entwaffnete die Ein- 
wohner. Nach vollzogenem Auftrage kehrte Hauptmann Roß- 
bach wieder nach Palermo zurück. 

Gemäß Allerhöchster Verordnung vom 30. November 1823 
hatten das 11. und 12. Jägerbataillon von nun an ihre Ergänzung 
aus dem lombardo-venetianischen Königreiche zu erhalten, und 
zwar sollten zu diesen Truppenkörpern Gebirgsbewohner aus 
dem Gebiete von Brescia und den Sette comuni bei vorhandener 
Eignung zum Jägerdienste eingeteilt werden. 

Das Bataillon führte nunmehr die Bezeichnung: „11. lom- 
bardisch - venetianisches Jägerbataillon". 

Auch in diesem Jahre wurde das Offizierskorps durch den 
Tod eines Kameraden in Trauer versetzt: am 1. Oktober ver- 
schied Unterleutnant Wilhelm Ritter von F e i s t m a n 1 1 zu Palermo. 

Weitere Veränderungen im Offizierskorps bis zum Schlüsse 
des Jahres. 

Eingeteilt: am L Jänner Oberarzt Ferdinand Karger des 
3. Artillerieregimentes und am 19. Oktober Unterleutnant Ladis- 



*) etwa 10 Kilometer von Monreale. 

•) Diese Bezeichnung erscheint zum ersten Male im Schematismus des 
Jahres 1824. 



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71 

laus Nag y von Alsö-Szopor aus der Wr.-Neustädter Militär- 
akademie. 

In den Generalquartiermeisterstab eingeteilt: am 12. De- 
zember Unterleutnant Anton Weiß. 

Befordert: am I.Oktober der Unterleutnant Johann Bock 
zum Oberleutnant. 

1824. 10. Jänner 1824 wurde Oberleutnant Johann Manna, 
welcher in Neapel zurückgeblieben war, in seiner Wohnung 
ermordet. 

Am 10. April erfolgte in Palermo ein Befreiungsversuch der 
im Hauptgefängnis internierten Sträflinge. Durch eine Minen- 
explosion im Abzugskanale des Gebäudes wurde eine Bresche 
erzeugt, welche von den Gefangenen zur Flucht benützt werden 
sollte. Doch der wachthabende Unteroffizier ließ sofort das 
Gebäude umstellen. Eine rasch herbeigeeilte Kompanie des 
11. Jägerbataillons, welche im Bereitschaftsdienste stand, sprengte 
das angesammelte Volk auseinander und trieb die flüchtenden 
Sträflinge nach einigen Schüssen wieder in das Gefängnis zurück. 

Da man anläßlich des Rosalienfestes am 23. Juli Unruhen 
in Palermo befürchtete, wurde die 4. und 5. Kompanie des 
11. Jägerbataillons von Monreale nach Palermo eingezogen. 
Nachdem das Fest ohne Ruhestörung verlaufen war, wurde die 
5. Kompanie wieder nach Monreale verlegt, von wo sie am 
31. Oktober definitiv nach Palermo einrückte; die 4. Kompanie 
verblieb in Palermo. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. O. 

Eingeteilt: am 26. Mai Oberleutnant Heinrich Dountz des 
8. Jägerbataillons. 

Befördert: am 16. Mai ex propriis- Kadett Ignaz Högel- 
m Uli er zum Unterleutnant. 

Pensioniert: am 31. Juli Oberleutnant Michael Hoffmann. 

1825. Am 14. Jänner 1825 starb König Ferdinand 1. 
Sein Sohn Franz I. folgte ihm auf dem Throne des Königreichs 
beider Sizilien. 

Durch das anfangs Juni erfolgte Eintreffen zweier neapoli- 
tanischer Regimenter in Palermo konnte eine weitere Reduktion 
der österreichischen Besatzung eintreten; doch verblieb auch 
diesmal das 11. Jägerbataillon in Sizilien. 

Zufolge der mit Allerhöchster Entschließung vom 28. Mai 
1825 verfügten Standesherabsetzung der in Sizilien befindlichen 



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72 



Jägerkompanien wurden am 1. Juli 117 Mann des 11. Jäger- 
bataillons zu Schiff von Palermo nach Neapel und von hier 
mittels Fußmarsch über Capusa, Rom, Florenz, Bologna und 
Klagenfurt zur Depotkompanie nach Ungarisch - Hradisch ab- 
gesendet. 
V. i. O. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: Am 16. Mai Oberleutnant Leopold Seehuber 
des Tiroler-Jägerregimentes und Unterleutnant Arnold Chevalier 
Guillemont de la Chesnay des Infanterieregimentes Kaiser 
Alexander Nr. 2. 

Transferiert: Am 31. März Oberarzt Ferdinand Karger 
zum Kürassierregimente Wallmoden Nr. 6. 

Pensioniert : Am 30. April Unterleutnant Karl H o 1 z m a n n 
von Holzhausen. 



Abfahrt von 
Sizilien. 



Auflösung der 1826. Am 2. April 1826 erschien ein Reskript des Hof- 

3. Division und kriegsrates, welches unter anderem die Auflösung der 3. Divisionen 
er epo om- ^^^ ^^^ Depotkompanien bei den Jägerbataillonen verfügte. 

Zu Beginn des Jahres 1826 waren alle für Sizilien bestimmten 
neapolitanischen Truppen auf der Insel eingetroffen und es konnte 
an die endgiltige Zurückziehung der österreichischen Truppen 
geschritten werden. Diese hätte sich am 1. April vollziehen sollen, 
verzögerte sich aber bis zum 9. April. 

Dem 11. Jägerbataillon wurden Capodistria, Rovigno und 
Dignano als neue Garnisonen zugewiesen. 

Vor ihrer Abfahrt wurden die Österreicher mit allen möglichen 
Aufmerksamkeiten überhäuft. Die Stadt Palermo gab den Offizieren 
einen glänzenden Ball. Dem FMLt. Grafen Vetter von Lilien- 
berg widmeten die Einwohner „als Zeichen ihrer unbegrenzten 
Dankbarkeit und Verehrung" einen Ehrendegen. 

Am 9. April versammelten sich die östen*eichischen Truppen 
auf der Marine. Hier zelebrierte Kardinal Principe Gravina eine 
feierliche Feldmesse, während welcher die Truppen drei Salven 
abgaben. Nachdem ihnen der Kardinal den heiligen Segen ge- 
spendet, marschierten die Abteilungen an Bord. 

Zum letzten Male brausten die weihevollen Klänge unserer 
Volkshymne über Siziliens Gestade dahin — dann hoben sich 
knarrend die Anker und die Schiffe verließen langsam den 
Strand. Da mögen wohl unsere Truppen noch einmal aller jener 
teueren Kameraden gedacht haben, die ihnen in Sizilien der 
Tod aus ihrer Mitte geraubt und die hier fern von der Heimat 
ruhten ! 



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73 

Durch nahezu fünf Jahre hatten die Österreicher auf Sizilien 
geweilt. Während noch überall die Flammen des Aufruhrs loderten, 
waren unsere Truppen auf der Insel gelandet, wo ihrer die 
größten Mühseligkeiten und Strapazen harrten. Doch ihr hohes 
Pflichtgefühl, ihre vortreffliche Disziplin ließen sie alle Unbill 
leicht überwinden und erwarben ihnen die Achtung aller wohl- 
gesinnten Einwohner in hohem Maße. 

Am 1. Mai erfolgte die Auflösung der Depotkompanie. 

Am 2. Mai landete das Bataillon in Capodistria. Hier wurde 
die 5. und 6. Kompanie sofort aufgelöst. Die übrigen Kompanien 
nahmen einen Stand von je 80 Gemeinen an. Der Bataillonsstab 
verblieb mit der 2. und 3. Kompanie in Capodistria, die 1. Kom- 
panie gelangte nach Rovigno, die 4. nach Dignano. 

Im August konzentrierte sich das Bataillon zur Abhaltung 
von Waffenübungen in Capodistria. Nach Abschluß derselben 
wurde die 1. Kompanie nach Rovigno, die 2. nach Dignano, die 
4. Kompanie zur Unterdrückung des herrschenden Räuber- 
unwesens nach Nesselthal in Krain verlegt. 

Offizierseinteilung nach erfolgter Auflösung der 3. Division Offiziers- 
und der Depotkompanie. eintdiung. 

Bataillonsstab: Kommandant: Oberstleutnant Franz Freiherr 
von Ensch; Adjutant: Oberleutnant Lorenz Mrazek; Rech- 
nungsführer: Oberfourier Karl Scholze; Oberarzt: Dr. Josef 
Bärtl. 

1. Kompanie: Hauptmann Heinrich Roßbach; Oberleutnant 
Ferdinand Waibl von Breitfeld; die Unterleutnants Georg 
Palka, Josef D'E ng e rl e i n, Franz Kersa und Wilhelm 
Fischer von Adelswert h. 

2. Kompanie: Die Hauptleute Josef Knerle und Karl 
M e n g e r ; die Oberleutnants Karl Wünsch und Leopold S e e- 
huber; die Unterleutnants Adam Haifinger, Ludwig von 
Csorich und Ignaz Högelmüller. 

3. Kompanie: Die Hauptleute Eugen Sanchez de la 
Cerda und Viktor Graf Jugny; die Oberleutnants Philipp 
Langen und Heinrich Dountz; die Unterleutnants Josef von 
Joanelli, Alois Schräme k, Ladislaus Nagy von Alsö- 
Szopor und Arnold Chevalier G u i 1 1 e m o n t de laChesnay. 

4. Kompanie : Hauptmann Josef von P a r y s ; Kapitänleutnant 
Eduard Collery; die Oberleutnants Eduard Ho ff mann und 
Johann Bock; die Unterleutnants Anton Gößmann, Philipp 
Bann und Otto Röhrsen. 



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74 

V. i. 0. Veränderungen im Offizierskorps bis zum Schlüsse des 

Jahres. 

Transferiert: am 15. Mai Oberleutnant Johann Hofmann 
zum 5. Jägerbataillon; am 31. Oktober Hauptmann Karl Menger 
zum Infanterieregimente Mecsery Nr. 51 und Hauptmann Josef 
von Parys zum 12. Jägerbataillon. 

1827. Die 4. Kompanie rückte am 29. Mai von Nesselthal 
in Capodistria ein. 

Im September vereinigte sich das Bataillon in Capodistria und 
führte hier Wafifenübungen durch. Nach Schluß derselben wurde 
die 3. Kompanie nach Rovigno, die 4. nach Dignano verlegt. 
V. i. 0. Veränderungen im Offizierskorps. 

Transferiert: am 15. Mai Hauptmann Viktor Graf Jugny 
zum Tiroler-Jägerregimente und Oberleutnant Johann Bock zum 
Infanterieregimente Erzherzog Franz Karl Nr. 52; am 31. Juli 
Unterleutnant Arnold Chevalier Guillemont de la Chesnay 
zum Tiroler-Jägerregimente; am 15. November Unterleutnant 
Wilhelm Fischer von Adelswerth zum Infanterieregimente 
Benczur Nr. 34 und am 21. Dezember Oberleutnant Heinrich 
Dountz zum 3. Jägerbataillon. 

Ihre Charge quittierten: die Unterieutnants Adam Hai- 
finger am 31. Oktober und Otto Röhrsen am 15. Dezember. 

1828. Im Juli 1828 erhielt das 11. Jägerbataillon zum 
ersten Male Rekruten aus dem lombardo-venetianischen König- 
reiche. 

Wieder- Zufolge Reskript des Hofkriegsrates vom 3. Juli 1828 hatten 

aufsteilung der ^^^ Jägerbataillone am 1. August dieses Jahres die 3. Divisionen 
wieder aufzustellen. 

Zu den im September stattfindenden Wafifenübungen ver- 
einigte sich das Bataillon in Capodistria. Nach Beendigung der- 
selben rückte die 5. Kompanie nach Rovigno, die 6. nach 
Dignano ab. 

V. i. O. Veränderungen im Ofifizierskorps. 

Eingeteilt: am I. April Oberarzt Blasius Primaschütz 
vom Infanterieregimente Hohenlohe - Langenburg Nr. 17; am 
1. August Hauptmann August Suolomovich des 10. Jäger- 
bataillons, die Unterleutnants Ludwig Graf Alt-Lei ningen- 
Westerburg des Infanterieregimentes Haugwitz Nr. 38, Herve 
Graf Montmorency des Infanterieregimentes Minutillo Nr. 57, 
Heinrich Jonak von Freyenwald des Infanterieregimentes 



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75 

Großherzog von Baden Nr. 59, Richard Fr ad von Fradenek 
des 3. Jägerbataillons und Karl von Emmerich aus dem 
Zivilstande; am 1. Oktober Unterleutnant Nikolaus von Georgy 
des Infanterieregimentes Lamezan - Salins Nr. 54. 

Transferiert: am 15. Februar Unterleutnant Ladislaus Nagy 
von Alsö-Szopor zum Infanterieregimente Radossevich Nr. 53 ; 
am 5. März Oberarzt Dr. Josef Bärtl zum Husarenregimente 
Erzherzog Ferdinand Nr. 3; am 15. März Unterleutnant Ignaz 
Högelmüller zum Infanterieregimente Hohenlohe-Langenburg 
Nr. 17; am 1. Oktober Unterleutnant Heinrich Jonak von 
Freyenwald zum Infanterieregimente Lamezan-Salins Nr. 54. 

Befördert: am I.August Kapitänleutnant Eduard Coli ery 
zum Hauptmann; Oberleutnant Ferdinand Waibl von Breit- 
feld zum Kapitänleutnant; die Unterleutnants Georg Palka 
und Philipp Hann zu Oberleutnants und Oberjäger Wenzel 
Schröder zum Unterleutnant. 

1829. Offizierseinteilung am 1. Jänner 1829. Offiziers- 

Bataillonsstab : Kommandant: Oberstleutnant Franz Freiherr Einteilung, 
von Ensch; Adjutant: Oberleutnant Lorenz Mrazek; Rech- 
nungsführer: Oberfourier Karl Sc holze; Oberarzt: Blasius 
Primaschütz. 

1 . Kompanie : Hauptmann Heinrich R o ß b a c h ; Oberieutnant 
Georg Palka; die Unterleutnants Josef D' Engerlein und 
Karl von Emmerich. 

2. Kompanie: Hauptmann August Suolomo vi ch; Ober- 
leutnant Philipp Langen; die Unterleutnants Anton von 
Joanelli und Nikolaus von Georgy. 

3. Kompanie: Hauptmann Eugen San che z de la Gerda; 
Oberleutnant Philipp H a n n ; die Unterleutnants Alois Schramek 
und Herve Graf Montmorency. 

4. Kompanie: Hauptmann Eduard Coli ery; Oberieutnant 
Eduard Hoffmann; die Unterleutnants Anlon G ößm an n und 
Ludwig von Csorich. 

5. Kompanie: Kapitänleutnant Ferdinand Waibl von 
Breitfeld; Oberleutnant Leopold See h üb er; die Unter- 
leutnants Franz Kersa und Richard Fr ad von Fradenek. 

6. Kompanie : Hauptmann Josef K n e r 1 e ; Oberleutnant Karl 
Wünsch; die Unterleutnants Ludwig Graf Alt-Leininge n- 
Westerburg und Wenzel Schröder. 

In der Zeit vom 31. August bis 26. September nahm das 
ganze Bataillon an der Brigadekonzentrieryng in Görz teil. Von 



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76 

dort kehrte der Stab, die I ., 3., 4. und 5. Kompanie nach Capodistria 
zurück, die 2. wurde nach Rovigno, die 6. nach Dignano verlegt. 
V. i. O. Veränderungen im Offizierskorps bis zum Jahresschluß. 

Eingeteilt : am 1 . Februar Oberarzt August D e m e 1 i u s des 
Infanterieregimentes Haugwitz Nr. 38; am 1. September Unter- 
leutnant Wilhelm Moese von Nollendorf des Infanterie- 
regimentes Erzherzog Ludwig Nr. 8; am 15. Oktober Oberarzt 
Johann Unzeitig des Warasdiner- Kreutzer -Grenzregimentes 
Nr. 6. 

Transferiert : am 1 . Februar Oberarzt Blasius Primaschütz 
zum Infanterieregimente Haugwitz Nr. 38. 

Befördert: am 1. September Unterleutnant Anton von 
Joanelli zum Oberleutnant. 

Am 31. August quittierte Oberleutnant Philipp Langen 
mit Kapitänleutnantscharakter. 

Am 1. Oktober trat Oberarzt August Dem elius aus dem 
aktiven Dienste. 

1830. Im September 1830 konzentrierte sich das Bataillon zur 
Durchführung von Waftenübungen in Capodistria und blieb hier 
nach Beendigung derselben bis zum 1. November vereint; sodann 
rückte die 3. Kompanie nach Rovigno, die 4. nach Triest ab. 
V. i. 0. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Mai Unterleutnant Franz Henkel von 
Heldenhain des Infanterieregimentes Herzog von Württem- 
berg Nr. 40; am 1. Juni Unterleutnant Karl Graf Komaro wsky 
de Liptowa und Orawa des Infanterieregimentes Märiassy 
Nr. 37; am 16. Juli Unterleutnant Johann Wondrak des Tiroler- 
Jägerregimentes. 

Transferiert: am 16. Juli Unterleutnant Ludwig Graf Alt- 
Leiningen- Wester bürg zum Tiroler -Jägerregimente. 

Befördert : zu Oberleutnants die Unterleutnants Anton G ö ß- 
mann am 1. und Franz Henkel von Heldenhain am 
21. Juli; zum Unterleutnant der Kadett-Oberjäger Anton Sei dl 
am 22. Juli. 

Zum Generalquartiermeisterstabe eingeteilt : Oberleutnant 
Franz Henkel von Heldenhain am Tage seiner Beförderung. 

Am I. Juni schied Oberleutnant Anton von Joanelli aus 
dem aktiven Dienste und trat bei der k. k. küstenländischen 
Grenzwache ein. 

Am 30. April quittierte Unterleutnant Josef D'Engerlein 
seine Charge. 



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77 

1831. Mit Allerhöchster Entschließung vom 20. Jänner 1831 Beförderung 
wurde der Bataillonskommandant Oberstleutnant Franz Freiherr Ensch. 
von Ensch zum Obersten befördert. 

In diesem Jahre wechselten die Kompanien wiederholt ihre 
Dislokationen. Am 10. Februar marschierte die 5., am 15. Februar 
die 6. Kompanie von Capodistria nach Triest. Am 28. März 
wurde von Triest die 4. Kompanie nach Dignano, die 5. nach 
Pisino, am 1. April die 6. nach Capodistria versetzt. Im Monate 
Juli wurde das Bataillon zum Sanitätskordonsdienste kommandiert 
und es gelangten: Die 1. Kompanie nach Veglia, die 2. nach 
Pisino, die 3. nach Rovigno, die 4. nach Dignano, die 5. nach 
Albona und die 6. nach Moschenitze. Der Bataillonsstab verblieb 
in Capodistria. Am 1. November rückten die 1., 2., 3. und 4. Kom- 
panie nach Capodistria, die 5. und 6. nach Triest ab. Am 5. De- 
zember marschierte die 1. Division von Capodistria nach Triest, 
am 6. die 6. Kompanie von Triest nach Capodistria und am 
8. Dezember die 5. Kompanie von Triest nach Rovigno. 

Zu Ende des Jahres 1831 war das 1 1 . Jägerbataillon somit 
in folgender Weise disloziert: Stab, 3., 4. und 6. Kompanie in 
Capodistria, 1. und 2. in Triest und 5. in Rovigno. 

Veränderungen im Offizierskorps. V- *• ^• 

Transferiert: am 14. März Oberleutnant Eduard Hoffmann 
zum Infanterieregimente Herzog von Wellington Nr. 42; am 
1. Mai Unterleutnant Alois Schramek zum Infanterieregimente 
Kutschera Nr. 28 und Oberleutnant Lorenz Mrazek zum 
Infanterieregimente Nugent Nr. 30. 

Kommandiert: am 1. April Unterleutnant Nikolaus von 
Georgy zum Militärerziehungshause in Mailand. 

Befördert: zu Oberleutnants die Unterieutnants Ludwig von 
Csorich am 15. März und Franz Kersa am 1. Mai; zu Unter- 
leutnants der Oberjäger Josef Pen gg und der ex propriis-Unter- 
jäger Josef Don Frisiani, beide am 15. März, ferner am 
1. Mai der ex propriis-Unterjäger Josef Hanke und Kadett- 
Unterjäger Josef K n e r 1 e. 

1832. In der Zeit vom 19. September bis 8. November 1832 
beteiligte sich das vereinigte Bataillon an den Waffenübungen 
in Görz. 

Nach mehrfachen Dislokationsänderungen war das Bataillon 
zum Schlüsse dieses Jahres in folgender Weise verteilt: Stab 
Capodistria; 1. Kompagnie nach Krain detachiert; 2. Rovigno; 
3., 4. und 5. Capodistria und 6. Pirano, 



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78 

V. i. 0. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. September Hauptmann Josef Würth von 
Würthemthal des 4. Jägerbataillons. 

Transferiert: am 1. Juni Oberleutnant Ludwig von Csorich 
zum Infanterieregimente Watlet Nr. 41 ; am 6. Juli Haupt- 
mann Eugen San che z de la Gerda unter Beförderung zum 
Major zum Infanterieregimente Wasa Nr. 60; am 1. September 
Oberleutnant Karl Wünsch unter Beförderung zum Kapitän- 
leutnant zum 4. Jägerbataillon; am 16. September Hauptmann 
Heinrich Roßbach unter Beförderung zum Major zum 7. Jäger- 
bataillone. 

Pensioniert: am 1. September Hauptmann Josef Knerle. 

Im Bataillone befördert: am 1. Juni Unterleutnant Herve 
Graf Montmorency zum Oberleutnant; am 6. Juli Kapitän- 
leutnant Waibl von Breitfeld zum Hauptmann, Oberleutnant 
Leopold Seehuber zum Kapitän leutnant, Unterleutnant Wenzel 
Schröder zum Oberleutnant, ex propriis - Unterjäger Moritz 
Ruzitzka und ex propriis-Patrouilleführer Titus Gadolino zu 
Unterleutnants; am 1. September Unterleutnant Karl von Em- 
merich zum Oberleutnant; am 17. September Kapitänleutnant 
Leopold Seehuber zum Hauptmann, Oberleutnant Georg 
Palka zum Kapitänleutnant, Unterleutnant Richard Fr ad von 
Fradenek zum Oberleutnant und der ex propriis-Patrouille- 
führer Peter Campana zum Unterleutnant. 

1833. Nach wiederholten Veränderungen war das 1 1 . Jäger- 
bataillon zum Schlüsse des Jahres 1833 in folgender Weise dis- 
loziert: Stab Capodistria; 1. und 2. Kompanie Triest; 3. Pirano; 
4. Pisino; 5. und 6. Capodistria. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 16. Jänner Unterleutnant Eugen Frasconi 
Don Mozzoni des Infanterieregimentes Mazzuchelli Nr. 10; 
am 14. März Oberarzt Johann Taubes des Oguliner Grenz- 
regimentes Nr. 3. 

Transferiert am 16. Jänner Unterleutnant Wilhelm Moese 
von Nollendorf zum Infanterieregimente Mazzuchelli Nr. 10 
und am 14. März Oberarzt Johann Unzeitig zum Garnisons- 
spital in Padua. 

1834. Am 23. Februar 1834 starb zu Triest, von seinen 
Kameraden betrauert, Hauptmann JosefWürth von Würthem- 
thal. 



v. i. o. 



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79 



Das Bataillon nahm vom 1. — 28. September an den Brigade- 
übungen in Triest teil. 

Für die Zeit vom 1. Jänner bis 1. Oktober wurden die 
Unterleutnants Graf Komarowsky und Pengg mit 141 Mann 
des 11. Jägerbataillons als Assistenz zur küstenländischen Grenz- 
wache kommandiert. 

Zum Schlüsse dieses Jahres garnisonierte nach mehrfachen 
Dislokationsänderungen der Stab mit der 1. und 2. Division in 
Görz, die 3. Division in Triest. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt : am 1 . April Unterleutnant Ladislaus Freiherr von 
Reischach aus dem Zivilstande; am 1. September Haupt- 
mann Anton A 1 1 a s s y von Löwenbach des 5. Jägerbataillons ; 
am 1. November Unterleutnant Franz Wohl mann des 6. Jäger- 
bataillons. 

Transferiert: am 1. September Hauptmann Eduard Collery 
zum 5. Jägerbataillon und am I.November Unterleutnant Ladis- 
laus Freiherr von Reischach zum 6. Jägerbataillon. 

Befördert: am 24. Februar Kapitänleutnant Georg Palka 
zum Hauptmann, Oberleutnant Philipp Hann zum Kapitän- 
leutnant, Unterieutnant Johann Wondrak zum Oberieutnant 
und am 1. April Oberjäger Tobias Mollek zum Unterleutnant. 

Pensioniert: am 31. März Unterleutnant Nikolaus von 
G e o rgy. 



V. i. O. 



1835. In der Nacht vom 1. auf den 2. März 1835 verschied 
zu Wien Se. Majestät Kaiser Franz I. Die Armee legte für den 
verewigten Allerhöchsten Kriegsherrn große Trauer an. 

Se. Majestät Kaiser Ferdinand I. bestieg den Thron. 

In einem Allerhöchsten Handschreiben an den Präsidenten 
des Hofkriegsrates G. d. K. Grafen H ardegg erinnerte Se. Ma- 
jestät die Truppen an ihre Eidespflicht und sprach die Erwartung 
aus, daß die Armee die ihr innewohnenden Tugenden „strenger 
Ordnung und Manneszucht, unerschütterlicher Treue und ruhm- 
voller Tapferkeit stets bewahren" werde. 



Thron- 
besteigung 

Kaiser 
Ferdinand I. 



Im April 1835 wurde das 11. Jägerbataillon nach Dalmatien 
veriegt. Da die Mannschaft während des Marsches von Görz 
und Triest in die neuen Garnisonen^) sehr viele Nächte im Freien 



*) Der Marschplan für diesen Dislokationswechsel ist nicht mehr vor- 



handen. 



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80 



zubringen mußte, mehrten sich die Erkrankungsfölle derart, daß 
107 Mann an Spitäler abgegeben werden mußten. Drei Mann 
starben noch während des Marsches. 

Nach durchgeführtem Dislokationswechsel war das Bataillon 
folgenderweise verteilt: Stab Cattaro, 1. Kompanie Malfi, 2. Castel- 
nuovo, 3. Perzagno, 4. Cattaro, 5. und 6. Budua. 

Am 26. Mai wurde das Offizierskorps durch den zu Triest 
erfolgten plötzlichen Tod des Hauptmanns Georg Palka in 
Trauer versetzt. 

Am 9. Juni bezog die 3. Kompanie die Grenzkordonposten 
Braici, Pobori und Maini und wurde in diesen Orten am 1. Sep- 
tember von der 4. Kompanie abgelöst; die 3. Kompagnie ge- 
langte nunmehr an Stelle der 4. nach Cattaro. 

Zum Schlüsse des Jahres war das 11. Jägerbataillon in 
folgender Weise verteilt : Stab Cattaro ; 1 . Kompanie Malfi ; 
2. Castelnuovo ; 3. Cattaro ; 4. Braici, Pobori und Maini ; 5. und 
6. Budua. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. April Unterleutnant Josef Li pawsky des 
10. Jägerbataillons und am 16. November Oberarzt Dr. Andreas 
Heinz des Infanterieregimentes Mayer Nr. 45. 

Transferiert: am 15. Februar Unterleutnant Eugen Fras- 
coni Don Mazzoni zum 8. Jägerbataillon und am 15. No- 
vember Oberarzt Johann Taubes zum Infanterieregimente 
Wimpffen Nr. 13. 

Befördert: am 16. Februar der rechnungsführende Ober- 
fourier Anton Wessely zum Unterleutnantrechnungsführer; am 
26. Mai Kapitänleutnant Philipp Hann zum Hauptmann, Ober- 
leutnant Anton Gößmann zum Kapitänleutnant, Unterleutnant 
Karl Graf Komarowsky de Liptowa und Orawa zum 
Oberleutnant und Kadett-Unterjäger Markus Anton Conte Borisi 
zum Unterieutnant; am 19. Juli Unterleutnant Anton Sei dl 
zum Oberleutnant und Oberjäger Heinrich Scholze zum Unter- 
leutnant. 

Entlassen: am 18. Juli Oberleutnant Herve Graf Mont- 
moren cy. 



Oberst Ensch 
tritt in den 
Ruhestand. 



1836. Am 15. März 1836 erschien folgende Allerhöchste 
Entschließung: 

„Wir Ferdinand I. geben hiemit gnädigst bekannt, daß 
Wir Unseren Obersten Franz Freiherr von Ensch in den Ruhe- 
Stand übersetzen und denselben zum Beweise unserer höchsten 



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81 

Zufriedenheit mit seinen durch eine lange Reihe von Jahren 
geleisteten Diensten den Generalmajorscharakter mit der Pension 
jährlicher 1200 fl. und einer jährlichen Zulage von 300 fl. gnädigst 
zu verleihen geruhen." 

Durch nahezu 23 Jahre war Generalmajor Freiherr von 
Ensch an der Spitze des von ihm errichteten Bataillons ge- 
standen. 

In der sturmbewegten Zeit der Befreiungskriege hatte er 
die schwere und ehrenvolle Aufgabe übernommen, die Grund- 
lagen für die gedeihliche Entwickelung des jungen Truppen- 
körpers zu schaffen und durch mehr als zwei Dezennien war 
es ihm vergönnt, die Geschicke des 11. Jägerbataillons zu leiten, 
das unter seiner bewährten Führung wiederholt Lob und An- 
erkennung erntete. 

Zum Kommandanten des 11. Jägerbataillons wurde am Oberstleutnant 

15. März 1836 Oberstleutnant Friedrich von Esc h ermann, Es^^e^mann 
, . . T^ , , ^ T , ..1 ..... Bataulons- 

bisher Kommandant des 8. Jagerbataillons, unter gleichzeitiger Kommandant 

Beförderung zum Obersten ernannt. 

Zu Beginn des Jahres 1836 war das Bataillon in folgender 
Weise verteilt: Stab Cattaro, 1. Kompanie Malfi, 2. Castelnuovo 
und Risano, 3. Cattaro, 4. im Sanitätskordonsdienste auf den 
Posten Smilova, Ugljica, Vitano, Gumo und Sveti Gospodia, 
5. in Braici, Maini und Pobori, 6. in Budua. 

Die Kompanien wechselten vierteljährig ihre Stationen. 

Dislokation zum Schlüsse des Jahres: Stab Cattaro, 1. Kom- 
panie Braici, Maini und Pobori, 2. Malfi, 3. Castelnuovo und 
Risano, 4. Budua, 5. und 6. Cattaro. 

Das Offizierskorps betrauerte in diesem Jahre drei Kameraden : 
am 21. April starb zu Ragusa Hauptmann Philipp Hann, am 
22. Juni zu Budua Oberleutnant Johann Wondrak und am 
1 1 . November Unterleutnantsrechnungsführer Anton W e s s e 1 y. ^) 

Sonstige Veränderungen im Offizierskorps bis zum Schlüsse V. i. O. 
des Jahres. 

Eingeteilt: am 1. Oktober Oberleutnant Kornelius Hahn 
des 5. Jägerbataillons und am 1. Dezember Kapitänleutnant 
Anton Funk des 10. Jägerbataillons. 

Transferiert: am 10. September Unterleutnant Peter Cam- 
pana zum venetianischen Polizeiwachkorps und am 20. November 
Hauptmann Anton Allassy von Löwenbach unter gleich- 
zeitiger Beförderung zum Major zum 4. Jägerbataillon. 



*) Unbekannt, in welchem Orte. 

Geschichte des 11. Feldjagerbataillons. 



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82 

In den Generalquartiermeisterstab eingeteilt: am 15. De- 
zember Oberleutnant Kornelius Hahn. 

Im Bataillone befördert: am 22. April Kapitänleutnant Anton 
G ö ß m a n n zum Hauptmann, Oberleutnant Franz K e r s a zum 
Kapitänleutnant, Unterleutnant Josef Pen gg zum Oberleutnant 
und Kadett Johann Pawlicza zum Unterleutnant; am 1. De- 
zember Kapitänleutnant Franz Kersa zum Hauptmann. 

1837. Nach wiederholtem Dislokationswechsel war das 
II. Jägerbataillon zum Schlüsse des Jahres 1837 in folgender 
Weise verteilt: Stab und 1. Division Cattaro; 3. Kompanie 
Budua, mit der Bestimmung für Sanitätskordonsdienste; 4. Kom- 
panie Braici, Maini und Pobori; 5. Malfi, 6. Castelnuovo und 
Risano. 

V. i. O. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 16. Jänner Unterleutnantrechnungsführer 
Josef Beck des Armeefeldspitals Nr. 2 und am 1. Juli Unter- 
leutnant Josef Spieß des Infanterieregimentes Erzherzog Leopold 
Nr. 53. 

Befördert: am I.Jänner Unterleutnant Josef Don Frisiani 
zum Oberleutnant und der ex propriis-Unterjäger Vize-Oberjäger 
Peter Speltini zum Unterleutnant; am 16. November Kapitän- 
leutnant Anton Funk zum Hauptmann, Oberleutnant Karl 
von Emmerich zum Kapitänleutnant und Unterleutnant Josef 
Hahnke zum Oberleutnant. 

Pensioniert: am 15. November Hauptmann Leopold See- 
hub e r. 

1838. Im Juli hatte das 11. Jägerbataillon von Dalmatien 
nach Italien abzugehen. Nachdem die Kompanien auch in diesem 
Jahre mehrmals ihre Stationen gewechselt hatten, befanden sich 
im Juni vor dem Abmärsche nach Italien: Bataillonsstab in 
Cattaro; 1. Kompanie in Castellastua ; 2. in Braici, Maini und 
Pobori; 3. in Cattaro; 4. in Budua; 5. in Maina; 6. in Castel- 
nuovo und Risano. 

Am 16. Juli marschierte das Bataillon von Dalmatien ab 
und rückte am 26. August in Verona ein, ^) wo es bis 2. Oktober 
verblieb. 

Den Strapazen des Marsches fiel Kapitänleutnant Karl 
von Emmerich zum Opfer. Er verschied zu Codroipo am 
20. August 1838. 



^) Der Marschplan für diesen Garnisonswechsel ist nicht mehr vorhanden. 



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83 

Mit dem Einmärsche nach Oberitalien trat das 11. Jäger- 
bataillon unter die Befehle des lombardisch-venetianischen General- 
kommandos zu Verona, welches FM. Graf Radetzky führte. 

Am 2. Oktober wurde das Bataillon nach Crema verlegt, 
wo es am 8. Oktober eintraf. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. O. 

Eingeteilt: am 1. Jänner Unterleutnant Ludwig Graf Bom- 
be 11 es des Infanterieregimentes Erzherzog Karl Nr. 3; am 1. Fe- 
bruar Unterleutnant Ludwig Brennschütz von Schützenau*) 
des Infanterieregimentes Hessen-Homburg Nr. 19 und am 1. No- 
vember Unterleutnant 2. Kl. Ludwig Seismit des Infanterie- 
regimentes Herzog von Wellington Nr. 42. 

Transferiert: am 31. Jänner Unterleutnant Markus Anton 
Conte B o r i s i zum 9. Jägerbataillon und am 8. Dezember 
Hauptmann August Suolomovich unter Beförderung zum 
Major zum 1. Banal -Grenzregimente Nr. 10. 

Befördert: am 21. August Oberleutnant Wenzel Sehr öder 
zum Kapitänleutnant und Korpskadett Konrad von Marinelli 
zum Unterleutnant. 

1839. Am 3. Mai marschierte das 11. Jägerbataillon von 
Cremona über Lodi und Melegnano nach Mailand, wo Waffen- 
übungen stattfanden. Von hier rückte das Bataillon am 25. Juli 
in das Standlager bei Bariassina ab. Am 17. August wurde der 
Stab mit der 1. Division nach Meda, die 2. Division nach Mariano 
und die 3. Division nach Lentate in Kantonierungen verlegt. 
Am 28. September vereinigte sich das Bataillon im Lager bei 
Montechiari, nahm von hier aus am 11. und 12. Oktober an den 
Manövern bei Castellaro teil und kehrte am 20. Oktober über 
Goito, Monticelli, Cremona und Soresina nach Crema zurück. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. O. 

Eingeteilt: am 1. Februar Hauptmann Albert Graf Mezza- 
barba des 3. Jägerbataillons und am 1. April Oberarzt Dr. Anton 
Pokorny des Tiroler -Jägerregimentes. 

Transferiert: am 31. März Oberarzt Dr. Andreas Heinz 
zum Tiroler-Jägerregimente und am 15. Juli Unterleutnant Ludwig 
Graf B o m b e 1 1 e s zum Husarenregimente Erzherzog Josef Nr. 2. 

Unterleutnant Ludwig Seismit wurde am 31. Jänner zum 
8. Jägerbataillon transferiert und am 1. April zum 11. Jäger- 
bataillon rückübersetzt. 



*) Nach dem Gnindbuchsblatte : , Brennschütz*, nach dem Schematismus 
des Jahres 1838„Prenschitz", nach dem gegenwärtigen Schematismus „Prennschitz*. 

6* 



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V. i. O. 



84 

Befördert: am 16. Juli Unterleutnant Josef Knerle zum 
Oberleutnant; am 16. August Kapitänleutnant Wenzel Schröder 
zum Hauptmann, Oberleutnant Richard Fr ad von Fradenek 
zum Kapitänleutnant, Unterleutnant Josef L i p a w s k y zum Ober- 
leutnant und ex propriis - Unterjäger Wilhelm Kirchner zum 
Unterleutnant 2. Kl. 

Pensioniert: am 15. Juli Hauptmann Anton Funk. 

1840. Das 11. Jägerbataillon marschierte am 1. August 1840 
von Crema ab, erreichte über Lodi, Landriano, Binasco und 
Abbiategrasso am 7. August Castano und wurde von hier am 
gleichen Tage in folgende Kantonierungsstationen verlegt: Stab, 
2. und 3. Division nach Vergiate, I. Division nach Cimbro. In 
diesen Orten verblieb das Bataillon bis zum 13. September und 
kehrte sodann über Legnano, Rhö, Mailand, Melegnano und Lodi 
am 19. September nach Crema zurück. Am 3. Oktober marschierte 
das Bataillon von Crema über Soncino, Gerolanuova und Ghedi 
zur Teilnahme an den diesjährigen großen Manövern nach Car- 
penedolo. Von hier gelangte es über Leno, Oriano und Soncino 
am 19. Oktober wieder nach Crema, rastete hier einige Tage 
und rückte sodann, nach Zurücklassung der 2. Division in Crema, 
über Codogno nach Piacenza ab. 

Zum Schlüsse des Jahres 1840 war das 11. Jägerbataillon 
somit in folgender Weise disloziert: Stab, 1. und 3. Division 
Piacenza, 2. Division Crema. 

Auch in diesem Jahre wurde das Offizierskorps durch den 
Tod eines Kameraden in Trauer versetzt: Unterleutnant Tobias 
Mollek starb zu Mailand am 27. August. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Mai Unterleutnantrechnungsführer Andreas 
Mayer des 5. Garnisonsbataillons. 

Befördert: am 28. August Korpskadett Johann von Lau des 
zum Unterleutnant 2. Kl. 

Entlassen: am 16. März Unterleutnantrechnungsführer Josef 
Beck. 

1841. Am 27. April 1841 rückte die 2. Division von Crema 
nach Piacenza ein. 

Am 7. August marschierte das vereinigte Bataillon von 
Piacenza zu den diesjährigen Wafifenübungen ab und erreichte 
über Casalpusterlengo, Lodi, Melegnano und Mailand am 12. Au- 
gust folgende Kantonierungsstationen: Stab Barlassina, 1. und 



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85 

2. Kompanie Asnago, 3. Bregnano, 4. Rovelasca, 5. Misinto und 
6. Lentate. 

Nach Beendigung der Übungen rückten am 17. September 
der Stab, die 1. und 2. Division wieder nach Piacenza, die 

3. Division nach Crema ab. 

Am 15. November 1841 wurde Hauptmann Ferdinand 
Waibl von Breitfeld in den Ruhestand versetzt. Durch mehr 
als 28 Jahre hatte dieser Offizier, welcher dem 1 1 . Jägerbataillone 
seit dem Errichtungstage desselben angehörte, Freud und Leid mit 
dem Bataillone geteilt. Sein wiederholt ausgezeichnetes Verhalten 
vor dem Feinde gereichte dem jungen Truppenkörper zur Ehre. 

Veränderungen im Offizierskorps bis zum Jahresschlüsse. V. i. 0. 

Eingeteilt: am 1. März Unterleutnant 2. Kl. Heinrich 
Mathis von Sik-Abony des 10. Jägerbataillons; am 1. Mai 
Unterleutnantrechnungsführer Johann Ehrler des 2. Jäger- 
bataillons; am 13. Oktober Unterleutnant 2. Kl. Friedrich Chiesa 
aus der Wr.-Neustädter Militärakademie; am 16. Oktober Kapitän- 
leutnant Franz Bocchini des 12. Jägerbataillons. 

Transferiert: am 28. Februar Unterleutnant Josef Spieß 
zum Infanterieregimente Wimpffen Nr. 13 und am 30. April Unter- 
leutnantrechnungsführer Andreas Mayer zum Infanterieregimente 
Geppert Nr. 43. 

Befördert: am 1. März Kapitänleutnant Richard Fr ad von 
Fradehek zum Hauptmann, Oberleutnant Karl Graf Koma- 
rowsky von Liptowa und Orawa zum Kapitänleutnant, 
Unterleutnant Titus C a d o l i n o zum Oberieutnant und Korpskadett 
Richard von Escher mann zum Unterleutnant 2. Kl.; am 

16. September Kapitänleutnant Karl Graf Komarowsky von 
Liptowa und Orawa zum Hauptmann; am 16. November 
Kapitänleutnant Franz Bocchini zum Hauptmann, Oberleutnant 
Anton Sei dl zum Kapitänleutnant und Unterleutnant Moritz 
Ruzitzka zum Oberleutnant. 

Pensioniert: die Hauptleute Franz Kersa am 28. Februar, 
Albert Graf Mezzabarba am 15. September und Ferdinand 
Waibl von Breitfeld am 15. November. 

1842. Zu Anfang des Jahres 1842 eriitt das 11. Jägerbataillon Major Bereczko 
durch den Tod seines Kommandanten einen schweren Verlust. Bataillons- 
Oberst Friedrich von Eschermann verschied zu Piacenza am ^^"^^^ 

17. Februar. 

Mit Allerhöchster Entschließung vom 1. April 1842 wurde 
Hauptmann Ferdinand PYeiherr von Bereczko des 5. Jäger- 



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86 

bataillons, unter gleichzeitiger Beförderung zum Major, zum 
Kommandanten des 11. Jägerbataillons ernannt. 

Am 9. April rückte die 3. Division von Crema nach Pia- 
cenza ein. 

Am 24. Juli marschierte das Bataillon von Piacenza über 
Mailand und Magenta nach Castano. Vom 31. Juli an kanto- 
nierten : der Stab mit der 4., 5. und 6. Kompanie in Crenna, die 
1., 2. und 3. Kompanie in Casorate. Aus diesen Orten wurde 
das Bataillon am 12. September in das Lager bei Montechiari 
verlegt, wo es bis 23. September verblieb. Vom 23. September 
bis 5. Oktober war das Bataillon in folgender Weise unter- 
gebracht: Stab, 1. und 2. Division Centinaro, 5. Kompanie Castel 
Venzago ; 6. Kompanie Madonna della scoperta. In der Zeit vom 
6. — 11. Oktober beteiligte sich das Bataillon an den Manövern 
bei Brescia. Von hier aus marschierten : der Stab, die 3., 5. und 
6. Kompanie nach Crema, die 1., 2. und 4. Kompanie nach 
Piacenza. 

1843. Am 24. April 1843 vereinigte sich das Bataillon in 
Piacenza. Am 3. Juni kehrte der Stab mit der 3., 5. und 6. Kom- 
panie wieder nach Crema zurück. Zu den diesjährigen Wafifen- 
übungen marschierte das Bataillon am 11. August aus seinen 
Stationen ab und kantonierte vom 16. August an in folgenden 
Orten: Stab, 1. und 2. Kompanie Limbiate, 3. Kompanie Bovisio, 
4. Varedo, 5. Senago und 6. Palazzuolo. 

Nach Beendigung der Waffenübungen rückte das Bataillon 
am 9. Oktober in seine neue Garnison Mailand ein und wurde 
hier in der Kaserne S. Angelo untergebracht. 
V. i. 0. Veränderungen im Offizierskorps bis zum Jahresschlüsse. 

Eingeteilt : am 23. Februar Oberleutnantrechnungsführer 
Anton Nelhubel des Militärfuhrwesenkorps und am 16. Mai 
Unterleutnant 2. Kl. Theodor Koch des 5. Jägerbataillons. 

Transferiert: am 22. Februar Unterleutnantrechnungsführer 
Johann E h r I e r als Akzessist zum Feldkriegskommissariate 
und am 15. Mai Unterleutnant Ludwig Brennschütz von 
Schützenau zum Tiroler -Jägerregimente. 

Befördert: am 1. Mai Kapitänleutnant Anton Sei dl zum 
Hauptmann, Oberleutnant Josef Pengg zum Kapitänleutnant, 
Unterleutnant Franz Wohlmann zum Oberleutnant, Unter- 
leutnant 2. Kl. Wilhelm Kirchner zum Unterleutnant 1. Kl. 
und Kadett-Unterjäger Josef Don Paravicini zum Unterleutnant 



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87 

2. Kl.; am 16. Mai Unterleutnant 2. Kl. Ludwig Seismit zum 
Unterleutnant 1. Kl. 

Pensioniert: am 1. Mai Hauptmann Richard Fr ad von 
Fradenek. 

1844. In diesem Jahre beteiligte sich das Bataillon vom 
12. August bis 15. September an den WafTenübungen bei Leg- 
nano und vom 20. September- bis 9. Oktober an den Manövern 
bei Verona und rückte am 19. Oktober wieder in Mailand ein. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. ü. 

Eingeteilt: am 1 . März Oberleutnant Paul Etz des 10. Jäger- 
bataillons, supernumerär als Inspektionsoffizier an der k. k. In- 
genieurakademie. 

Transferiert: am 30. November Oberarzt Dr. Anton Pokorny 
zum Dragonerregimente Fiquelmont Nr. 6. 

Befördert: am 16. Oktober Kapitänleutnant Josef Pengg 
zum Hauptmann, Oberleutnant Josef Don Frisiani zum Kapitän- 
leutnant, Unterleutnant Heinrich Scholze zum Oberleutnant, 
Unterleutnant 2. Kl. Johann von Lau des zum Unterleutnant 
1. Kl. und Oberjäger Franz Hamornik zum Unterleutnant 2. Kl. 

Pensioniert: am 15. Oktober Hauptmann Anton Sei dl. 

1845. Am 28. Juli wurde das Bataillon von Mailand in 
folgende Kantonierungsstationen verlegt: Stab, 1. und 6. Kom- 
panie Tradate; 2. Kompanie Abbiate Guazzone; 3. Venegono 
superiore ; 4. Binago und 5. Venegono inferiore. In diesen Orten 
verblieb das Bataillon bis Ende August. Im September wechselten 
dann mehrfach die Kantonierungsstationen. Am 2. Oktober rückte 
das Bataillon nach beendeten Waffenübungen in neue Garnisons- 
orte ab. Das Bataillon war nunmehr in folgender Weise disloziert: 
Stab, 1. und 2. Division Como; 5. Kompanie Sondrio und 6. Kom- 
panie Varese. 

Veränderungnn im Offizierskorps. ^' ^- ^• 

Eingeteilt: Oberarzt Dr. Anton Gröschl des Infanterie- 
regimentes Kinsky Nr. 47 am 16. Jänner. 

1846. Am 29. Juli wurde das Bataillon in Como konzentriert. 
Vom 30. Juli bis 31. Oktober beteiligte es sich an den Waffen- 
übungen, welche in der Umgebung von Anzano stattfanden. 

Zum Schlüsse des Jahres 1846 war das Bataillon in fol- 
gender Weise verteilt: Stab, 1. und 3. Division Como; 3. Kom- 
panie Sondrio und 4. Kompanie Varese. 



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88 

^'- »• ö. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. November Unterleutnant 2. Kl. Theobald 
vonBrenzoni der königlich-lombardischen adeligen Leibgarde. 

Transferiert: am 28. Februar Oberleutnant Paul Etz zum 
Infanterieregimente Khevenhüller Nr. 35. 

Befördert: am 18. Juni Oberleutnantrechnungsführer Anton 
Nelhübel zum Hauptmannrechnungsführer; am 16. August 
Kapitänleutnant Josef Don Frisiani zum Hauptmann, Ober- 
leutnant Josef Hanke zum Kapitänleutnant, Unterleutnant Johann 
Pawlicza zum Oberleutnant, Unterleutnant 2. Kl. Heinrich 
Mathis von Sik-Abony zum Unterleutnant 1. Kl. und der 
ex propriis - Oberjäger Josef Calori zum Unterleutnant 2. Kl. 

Pensioniert: am 15. August Hauptmann Franz Bocchini. 



Major Bauer 
Bataillons- 
kommandant* 



V. i. 0. 



1847. In der Zeit vom 1. Juni bis 16. September nahm das 
vereinigte Bataillon an den Wafifenübungen bei Como teil. Nach 
Schluß derselben verblieb der Stab mit der 1., 3., 4. und 5. Kom- 
panie in Como; die 2. Kompanie wurde nach Sondrio, die 6. 
nach Lecco verlegt. 

Am 15. Oktober wurde Major Franz Freiherr von Bereczko 
in den Ruhestand versetzt und Hauptmann Karl Bauer des 
7. Jägerbataillons unter Beförderung zum Major zum Komman- 
danten des 11. Jägerbataillons ernannt. 

Sonstige Veränderungen im Offizierskorps bis zum Jahres- 
schlüsse. 

Befördert: am 1. September Kapitänleutnant Josef Hanke 
zum Hauptmann, Oberleutnant Josef Knerle zum Kapitänleut- 
nant, Unterleutnant Peter Speltini zum Oberleutnant und Unter- 
leutnant 2. Kl. Richard von Eschermann zum Unterleutnant 

1. Kl.; am 16. November Oberjäger Johann Don Bellasi zum 
Unterleutnant 2. Kl. 

Pensioniert: am 1. September Hauptmann Josef Pen gg. 
Die Charge quittierte: am 15. November Unterleutnant 

2. Kl. Theodor Koch. 



Die Kriegsjahre 1848—1849. 

Offiziers- 1848. Offizierseinteilung zu Anfang des Jahres. 

einteilung. Bataillonsstab : Kommandant : Major Karl Bauer; Adjutant : 

Oberleutnant Titus Cadoli no; Rechnungsführer: Hauptmann 
Anton Nelhübel; Oberarzt: Dr. Anton Gröschl. 



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89 



1. Kompanie: Hauptmann Josef Don Frisiani; Ober- 
leutnant Heinrich Scholze; Unterleutnant 1 Kl. Wilhelm 
Kirchner und Unterleutnant 2. Kl. Josef Calori. 

2. Kompanie: Kapitänleutnant Josef Kn er le; Oberleutnant 
Peter Speltini; Unterleutnant 1. Kl. Johann von Lau des und 
Unterleutnant 2. Kl. Josef Don Paravicini. 

3. Kompanie: Hauptmann Karl Graf Komarowsky de 
Liptowa et Orawa; Oberleutnant Josef Lipawsky, Unter- 
leutnant 1. Kl. Konrad von Marinelli und Unterleutnant 2. Kl. 
Johann Don Bellasi. 

4. Kompanie : Hauptmann Anton G ö ß m a n n ; Oberleutnant 
Johann Pawlicza; Unterleutnant l.Kl. Ludwig Seismit und 
Unterleutnant 2. Kl. Franz Hamornik. 

5. Kompanie : Hauptmann Josef Hanke; Oberleutnant 
Franz Wohl mann; Unterleutnant 1. Kl. Heinrich Mathis von 
Sik-Abony und Unterleutnant 2. Kl. Friedrich Chiesa. 

6. Kompanie: Hauptmann Wenzel Schröder; Oberleutnant 
Moritz Ruzitzka; Unterleutnant 1. Kl. Richard von E seh er- 
mann und Unterleutnant 2. Kl. Theobald von Brenzoni. 

Das n. Jägerbataillon war zu Beginn des Jahres 1848 in 
folgender Weise verteilt: der Bataillonsstab befand sich mit der 
1., 3., 4. und 5. Kompanie in Como; die 2. Kompanie war in 
Sandrio, die 6. in Lecco untergebracht. Im Grenzbewachungs- 
dienste gegen die Schweiz standen : in Morbegno 1 Unteroffizier 
und 20 Mann der 2. Kompanie; in Porlezza Unterleutnant 
Seismit mit 35 Mann der 4. Kompanie und in Ponte Chiasso 
1 Unteroffizier und 10 Mann der 5. Kompanie.*) 

Schon in den ersten Tagen dieses bedeutungsvollen Jahres 
zeigten sich in Oberitalien die Symptome jener allgemeinen 
Gährung, welche später unter der zündenden Einwirkung der 
Pariser Februarrevolution in hellen Flammen aufloderte. 

Am 5. Jänner erhielt Major Bauer durch den Platz- 
kommandanten in Como, Major von Driquet, die Mitteilung, 
daß in der Nacht vom 5. auf den 6. Jänner von der Schweiz 
her ein Angriff auf Como oder wenigstens der Ausbruch eines 
Aufstandes in der Nähe der Grenze zu gewärtigen sei. 

Major Bauer ließ hierauf am 5. Jänner zwischen 7 Uhr 
und 8 Uhr abends die 1. Kompanie in aller Stille nach Monte 



Dislokation. 



Anzeichen der 
Revolution. 



*) Nach einer Standesliste vom 10. Jänner 1848 betrug der Stand des 
Bataillons an diesem Tage: 26 Offiziere, 10 Oberjäger, 54 Unterjäger, 12 Trompeter, 
101 Palrouilleführer, 6 Fourierschützen, 6 Zimmerleute, 865 Gemeine und 
15 Privatdiener, zusammen 1095 Männer. 



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90 

Olimpino abrücken. Dieselbe verstärkte von hier aus den Sicher- 
heitsposten in Ponte Chiasso durch 1 Offizier und 25 Mann; 
ein Unteroffiziersposten besetzte Maslianico ; in Casalasca wurde 
ein Avisoposten aufgestellt. Als eventuelle Verstärkung für die 
1. Kompanie hatte die 5. in Como Bereitschaftsdienst; die 3. und 
4. Kompanie erhielten den Befehl, bei ausbrechenden Unruhen 
in der Stadt sofort die Tore zu besetzen. 

Die Nacht verlief jedoch in vollkommener Ruhe. Die 1. Kom- 
panie konnte daher am 6. Jänner wieder nach Como einrücken. 
Teilweiser Am 19. Jänner rückte der Stab mit der 1., 3., 4. und 

Dislokations- 5 Kompanie von Como über Mariano nach Monza ab. Die 2. und 

Wechsel 

6. Kompanie verblieben einstweilen noch in ihren früheren 
Stationen. In Como rückte ein Bataillon des Warasdiner- 
St. Georger-Grenzregimentes Nr. 6 ein. 
Tagesbefehl PM. Graf Rad etzky, der in Oberitalien über zwei Armee- 

Radetzkys vom i^Qj-pg verfügte, erließ am 19. Jänner folgenden Tagesbefehl: 

„Seine Majestät der Kaiser, fest entschlossen, das lombar- 
„disch-venetianische Königreich mit aller Kraftanstrengung ebenso 
„wie jeden anderen Theil Ihrer Staaten zu beschützen und gegen 
„jeden feindlichen Angriff, komme er von außen oder innen, 
„recht- und pflichtgemäß zu vertheidigen, hat mich durch den 
„Herrn Hofkriegsraths- Präsidenten beauftragt, allen in Italien 
„stehenden Truppen diesen Entschluß mit dem Beifügen bekannt 
„zu geben, daß dieser Ihr unerschütterlicher Wille in der Tapfer- 
„keit und treuen Anhänglichkeit der Armee die wirksamste 
„Stütze finden wird. 

„Soldaten! Ihr habt sie vernommen, die Worte Eures 
„Kaisers; ich bin stolz darauf, sie Euch zu verkünden. An Eurer 
„Treue und Tapferkeit wird das Getriebe des Fanatismus und 
„der treulosen Neuerungssucht zersplittern, wie am Felsen das 
„gebrechliche Glas. Noch ruht der Degen fest in meiner Hand, 
„den ich durch 65 Jahre mit Ehre auf so manchem Schlacht- 
„felde geführt; ich werde ihn brauchen, um die Ruhe eines 
„jüngst noch glücklichen Landes zu schützen, das nun eine 
„wahnsinnige Parthei in unabsehbares Elend zu stürzen droht. 

„Soldaten ! Unser Kaiser zählt auf uns, Euer greiser Feld- 
„herr vertraut Euch, das ist genug! Möge man uns nicht 
„zwingen, die Fahne des Doppel - Aars zu entfalten, die Kraft 
„seiner Schwingen ist noch nicht gelähmt! Unser Wahlspruch 
„sei: Schutz und Ruhe dem friedlichen, treuen Bürger; Ver- 
„derben dem Feinde, der mit frevelnder Hand den Frieden und 
„das Glück der Völker anzutasten wagt." 



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91 



In weiser Voraussicht der stürmischen, den Bestand unserer 
Monarchie gefährdenden Entwicklung der Ereignisse hatte der 
greise Feldmarschall zu seinen Soldaten gesprochen und sie zu 
patriotischer Begeisterung entflammt. 

Unvergänglich bleibt die Wirkung dieser klassisch schönen 
Proklamation auf das Herz eines jeden Kriegsmannes unserer 
Armee ! 

* Am 17. März erhob sich das Volk in Mailand zu offener 
Empörung. 

Radetzky sah sich durch den Verlauf der „Cinque gior- 
nate" genötigt, am 22. Mai abends Mailand aufzugeben. Die 
nächstliegenden Garnisonen hatten den Befehl erhalten, an diesem 
Tage nach Mailand einzurücken. 

Nach mehrfachem Dislokationswechsel war das 11. Jäger- 
bataillon zu dieser Zeit in folgender Weise verteilt: Bataillons- 
stab Cuggiono, 1. Kompanie Buscate, 2. Malvaglio, 3. Castano, 
4. Turbigo, 5. geteilt in Cuggiono und Castelletto und 6. Kom- 
panie in Cuggiono. Das Bataillon formierte mit den 1. Bataillonen 
des Otocaner- und des Oguliner- Grenzregimentes und dem 
3. Bataillon des Infanterieregimentes Erzherzog Albrecht Nr. 44 
die Brigade des GM. von Maurer; diese war im Verbände der 
Division FMLt. von Weigelsperg zum I. Armeekorps FMLt. Graf 
Wratislaw eingeteilt. 

Da die Brigade Maurer sich vor dem Abmärsche nach 
Mailand in Magenta zu sammeln hatte, rückte das 11. Jäger- 
bataillon am 21. März aus seinen Stationen nach Magenta ab. 
Am 22. mittags traf die Brigade Maurer in Mailand ein; das 
11. Jägerbataillon bezog vor der Porta Vercellina ein Lager. 

Gegen Abend des 22. verbreitete sich die Nachricht, daß 
gegen die Porta Ticinese eine Kolonne von Insurgenten im 
Anmärsche sei. Die 2. Division des 11. Jägerbataillons erhielt 
den Befehl, in der Richtung gegen die Porta Ticinese vorzurücken, 
während die 5. Kompanie als Reserve am Kastellplatze auf- 
gestellt wurde. Major Bauer führte die 2. Division per- 
sönlich vor. 

Bei der Brücke über den Naviglio nächst Porta Ticinese 
angelangt, wurde die 4. Kompanie mit einem heftigen Feuer 
aus der gegenüberliegenden Häuserreihe empfangen und gleich- 
zeitig von rückwärts aus einem Hause beschossen. 

Oberjäger Adalbert Knapp, als guter Schütze bekannt, 
erhielt vom Bataillonskommandanten den Befehl, sein Feuer auf 
das im Rücken der Division liegende Gebäude zu richten. Ohne 



Ausbruch der 

Revolution am 

17. März. 



Ordre de ba- 
taille. 



Kampf der 

2. Division des 

Bataillons am 

Naviglio. 

22. März. 



Oberjäger 
Knapp in Mai- 
land. 



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92 



Patrouilleführer 
ßasso. 



Unterjäger 
Arrigossi. 



Tapferkeits- 
medaille. 



Verluste. 



Zaudern sprang Oberjäger Knapp aus seiner Einteilung hervor, 
näherte sich auf etwa 30 Schritte dem Hause und brachte durch 
mehrere vvohlgezielte Schüsse das Feuer der Insurgenten zum 
Schweigen. Die zur Säuberung des Hauses bestimmte Abteilung 
konnte nun, ohne Verluste zu erleiden, in dasselbe eindringen. 

Patrouilleführer Bas so der 4. Kompanie hatte bemerkt, 
daß ein Insurgent aus einem gerade gegenüberliegenden Hause 
auf den Kompaniekommandanten Hauptmann Gößmann schoß, 
ohne ihn aber zu treffen. Sofort richtete Bas so seinen Stutzen 
auf den Rebellen und streckte ihn durch einen wohlgezielten 
Schuß gerade in dem Momente nieder, als er erneuert auf Haupt- 
mann Gößmann anschlug. 

Die 4. Kompanie vertrieb schließlich durch ihr Feuer die 
Feinde aus allen Häusern. ^) Während dieses Kampfes wurde 
ex propriis - Unterjäger Arrigossi am Kopfe verwundet. Er 
stürzte zusammen, raffte sich aber bald wieder auf und wurde 
zur Reserve zurückgeschickt. Hier entfernte man ihm die Kugel 
aus der Wunde, worauf Arrigossi, ohne sich einen Verband 
anlegen zu lassen, gleich wieder in seine Einteilung zurückeilte 
und weiterfocht. Ohne sich marode zu melden, machte er dann 
noch den mühseligen Rückzug nach Lodi mit und wurde erst 
hier dem Spitale übergeben. 

Für die im Straßenkampfe am Navigliokanale erworbenen 
Verdienste erhielt Oberjäger Adalbert Knapp die goldene Tapfer- 
keitsmedaille, Patrouilleführer Basso drei Dukaten. 

Der Gemeine Carlo Vanossi der 4. Kompanie war 
gefallen. 

An diesem Tage wurden 3 Mann des Bataillons verwundet, 
8 gerieten in Gefangenschaft, 115 werden als „vermißt" an- 
gegeben. 

Die auffallend große Anzahl der „Vermißten" dürfte auf 
Desertionen zurückzuführen sein. Denn nicht allein die Landes- 
bewohner waren von den Ideen des Aufruhrs ergriffen worden; 
auch in die Truppenkörper italienischer Nationalität hatten diese 
Eingang gefunden, wo die Wühlarbeit der Revolutionäre bald 
von Erfolg begleitet war. Halfen lockende Versprechungen nicht, 
so wirkten Drohungen. Leute, welche bisher brav und treu 
gedient, welche heute noch tapfer für Österreichs Sache ge- 
kämpft hatten, ließen sich morgen zum Eidbruch verleiten. Umso 



') Über die Tätigkeit der 3. Kompanie konnten keine Aufzeichnungen 
gefunden werden. 



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93 



höher sind darum die Taten derer einzuschätzen, welche, allen 
Einflüsterungen ihrer Landsleule widerstehend, ihrem Eide treu 
blieben. 

Um 8 Uhr abends versammelte sich die Garnison von 
Mailand nebst den aus der Umgebung herangezogenen Ver- 
stärkungen auf der Piazza d*armi. Eine Stunde später begann 
der Abmarsch nach Melegnano. Die Truppen zogen hinter der 
Arena an der Porta Tenaglia vorüber zur Porta Orientale, von 
hier auf der äußeren Zirkumvallationsstraüe zur Porta Romana 
und betraten nach Passierung der letzteren die Straße nach Lodi. 
Am 23. März vormittags wurde die Gegend von Melegnano 
erreicht und hier ein Lager bezogen. 

Die Brigade Maurer, zu welcher das 11. Jägerbataillon ge- 
hörte, lagerte bei Mezzano und Pedriano. 

Während des Rückzuges aus Mailand hatte sich Unter- 
jäger Giovanni Borgonovo mit mehreren Leuten des 11. Jäger- 
bataillons bei Porta Tosa auf den Feldern verirrt und suchte nun 
die Straße nach Lodi zu erreichen. Bei der Ortschaft Paullo 
wurde die kleine Schar von bewaffneten Bauern umzingelt, der 
Waffen beraubt und in einem Hause eingesperrt. Vergebens 
suchten nun die Ortsbewohner ihre Gefangenen zur Fahnenflucht 
zu verleiten; von Unterjäger Borgonovo ermahnt, blieben sie 
standhaft ihrem Eide treu. 

Da kam Hilfe in der Not ! Vom Fenster seines Gefängnisses 
erblickte der Unterjäger österreichische Truppen, die sich von 
Mailand her dem Orte Paullo näherten. Es war die Brigade 
GM. Graf Schaffgotsche. Rasch entschlossen sprang Borgo- 
novo vom ersten Stockwerk in den Hof des Hauses, über- 
setzte die denselben umgebende Mauer und lief den Truppen 
entgegen. Nachdem er dem Generale die Meldung vom Schick- 
sale seiner Kameraden erstattet hatte, wurden diese alsbald aus 
der Gefangenschaft befreit. 

Dem Unterjäger Borgonovo wurde die silberne Tapfer- 
keitsmedaille 1. Kl. zuerkannt, doch erhielt er sie nicht, da er 
zwei Monate nach seiner schönen Tat selbst seines Eides vergaß 
und fahnenflüchtig wurde. 

Während des Marsches von Mailand nach Melegnano blieb 
Unterjäger Jakob Conte Morandi mit einigen Leuten vom 
Bataillone ab und sah sich alsbald von Insurgenten umzingelt. 
Allen Versprechungen und Drohungen widerstehend, schlug sich 
Morandi durch und kehrte zu seinem Truppenkörper zurück. 
Morandi wurde für sein braves Verhalten öffentlich belobt und 



Abmarsch nach 

Melegnano am 

22. März. 



Lager am 
23. März. 

Unterjäger 

Borgonovo bei 

Paullo. 



Tapferkeits- 
medailie. 



Unterjäger 

Morandi bei 

Mailand. 



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94 



Tapferkeits- 
medaille. 

Kriegserklärung 
am 23. März. 

Weiterer Rück- 
zug Radetzkys. 



Ordre de ba- 
taille. 



zum Unterleutnant 2. Kl. befordert. Auch erhielt er nachträglich 
die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Kl. ^) 

Am 23. März grifif König Karl Albert von Sardinien in die 
Ereignisse ein, indem er an Österreich den Krieg erklärte. 

Im weiteren Rückzuge erreichte das österreichische I. Korps 
am 24. März Lodi an der Adda. Das IL Korps zog FMLt. Baron 
d*Aspre mittlerweile bei Verona zusammen. 

Bis zum 1. April führte FM. Graf Rad et zky auch das 
I. Korps von Lodi über Crema — Soncino— Castiglione delle 
Stiviere hinter den Mincio nach Verona zurück. Die Brigade 
Maurer war von Soncino als rechte Flankendeckung des Korps 
über Orzinovi — Gabbiano — Quinzano und Isorella am 30. März 
in Carpenedolo eingetroffen, wo sie bis zum 4. April verblieb. 

Das Offizierskorps des 11. Jägerbataillons erlitt am 26. März 
durch den Tod des Hauptmanns Grafen Komarowsky, der 
zu Soncino verschied, einen schweren Verlust. 

Am 3. April wurde das 11. Jägerbataillon dem IL Korps 
zugewiesen, und in die Brigade des GM. Grafen Gyulai ein- 
geteilt. Zu dieser gehörten außerdem noch je zwei Bataillone der 
Infanterieregimenter Erzherzog Ernst Nr. 48 und Erzherzog Franz 
Ferdinand d'Este Nr. 32, das 3. Bataillon des Infanterieregimentes 



*) Ein auf die Mailänder Straßenkämpfe bezughabender Bericht des Platz- 
oberleutnants Ferdinand Purschka, welcher als Oberjäger im U. Jägerbataillon 
gedient hatte, möge hier Aufnahme finden. Oberleutnant Purschka war nach 
dem Abzüge der österreichischen Truppen mit 57 Verwundeten im Kastell von 
Mailand zurückgeblieben. Am 23. März näherten sich Haufen Bewaffneter dem 
Kastell, dessen Tor Purschka, vom Unterjäger Brosch des 11. Jägerbataillons 
unterstutzt, verrammelt hatte. Doch nicht lange widerstand dasselbe und der 
Pöbelhaufen drang in das Kastell ein. Purschka berichtet nun weiter: ^Meine 
„Verrammlung hatte doch das Gute, daß nicht mehrere zugleich hereinstürzen 
„konnten. Unter den ersten Eindringlingen befand sich zu meinem Glücke ein 
»ausgedienter Kapitulant des II. Jägerbataillons, Mira ist sein Name, der mir als 
„Oberjäger durch zwei Jahre die Reinhaltung meiner Montur und Hüstung 
„besorgte. Seinem Zuruf: Mostro d'un tedescol E venuto adesso la tua ultima 
^ora, entgegnete ieh mit lauter Stimme: Birbante, non mi conosci?", worauf er 
den Säbel oder Knittel, den er in der Hand hatte, wegwarf, auf mich zusprang, 
mich umarmte und küßte, die anderen abwehrend, die mich mittlerweile gepackt, 
mir die Uniform vom Leibe gerissen, mich gestoßen und am Kopfe blutig ge- 
schlagen hatten. Ich sammelte nun meinen Geist unter der Protektion dieses 
Mannes, der ununterbrochen rief: ,Non maltrattarlo, e il piü galantuomo del 
„mondo." Ich bat und beschwor den Haufen mit den schmeichelhaftesten 
„Worten, vor allem die Verwundeten ins Spital zu tragen, welches sie nun mit 
„aller Schonung und mit triumphierendem Stolze mit dem Ausrufe „Siamo 
yitaliani magnanimi'' taten.* 



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95 

Haugwitz Nr. 38 und die sechspfündige F'ußbatterie Nr. 5 ; diese 
Brigade formierte mit jener des GM. Fürsten zu Thurn und Taxis 
die Division des FMLt. von Weigelsperg. ^) 

Das 11. Jägerbataillon marschierte am 3. April von Carpe- Lager bei 
nedolo ab, rückte am 7. April über Valeggio — V'illafranca zu Verona am 
seiner Brigade nach Verona ein und bezog am Campo fiore * ^" " 

nächst der Stadt ein Lager. 

Vom 8. bis 11. April stand das Bataillon auf Vorposten bei Vorposten. 
Chievo, kehrte am 11. wieder in das Lager am Campo fiore 
zurück und rückte von hier am 26. April nach Verona ein. 

Am gleichen Tage führte Hauptmann Anton Goß mann Streifung gegen 
mit einer Division des Bataillons und zwei Raketengeschützen ^°^* ^"^ 
eine Streifung gegen Cola durch und traf am 28. April, ohne 
auf den Feind gestoßen zu sein, wieder in Verona ein. 

König Karl Albert hatte aus dem Konzentrierungsraume Gefechte bei 
westlich des Ticino am 25. März diesen Fluß überschritten. Seine P^^tren^o am 
Hauptkraft rückte von Pavia über Lodi— Cremona in der Richtung 3^ ^* jj 
nach Mantua, eine nördliche Kolonne von Buffalora über Mai- 
land — Brescia nach Volta vor. 

Um Radetzky von Tirol abzuschneiden, beschloß der 
König, nach Überschreitung des Mincio Pastrengo anzugreifen, 
wohin Radetzky die Brigade GM. von Wohlgemuth detachiert 
hatte. Am 28. April wurde Wohlgemuth von den Sardiniern 
angegriffen und hart bedrängt. Zu seiner Verstärkung sandte der 
Feldmarschall die Brigade Erzherzog Sigismund nach Pio Vezzan 
und wies die Brigade Taxis an, am 29. von Verona über Busso- 
lengo vorzustoßen, um bei einem eventuell erneuerten feindlichen 
Angriff auf Pastrengo den Sardiniern in die Flanke zu fallen. 

Am 29. April entbrannte der Kampf von neuem und nur 
schwer vermochten die österreichischen Truppen dem über- 
mächtigen Feinde stand zu halten. Die Brigade Taxis mußte 
sich über Bussolengo gegen Verona zurückziehen. Als Rückhalt 
für dieselbe wurde um 2 Uhr nachmittags ein Detachement 
unter GM. Fürst Friedrich Liechtenstein, aus zwei Batail- 
lonen des Infanterieregimentes Erzherzog Franz Karl Nr. 52, der 
3. Division des 11. Jägerbataillons und einer zwölfpfündigen 
Batterie zusammengesetzt, nach Casa dei Capri entsendet. Hier 
nächtigte das Detachement vom 29. auf den 30. April ; die beiden 
Jägerkompanien versahen nebst einer Kompanie von Franz Karl- 
Infanterie den Vorpostendienst. Die Brigade Taxis biwakierte 
südöstlich Bussolengo. 

>) Früher Divisionär im Korps Wratislaw. 



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96 



Kampf der 

3. Division bei 

C. I resa am 

30. April. 



Verluste. 



Situation am 
1. Mai. 



Am 30. April wurde bei Tagesanbruch die Brigade GM. Rath 
von Verona nach Lugagnano vorgeschoben. 

An diesem Tage erneuerten die Sardinier ihren Angriff auf 
Pastrengo. Gegen 10 Uhr vormittags konnte der Anmarsch dreier 
Kolonnen beobachtet werden : eine bewegte sich von S. Giustina 
gegen Bussolengo, eine zweite von Sandra gegen Pastrengo, 
während die dritte von Cola gegen den rechten Flügel der 
Österreicher nördlich von Pastrengo vorrückte. 

Die bei Pastrengo vereinigten österreichischen Streitkräfte 
standen unter der Führung des FMLt. Wo eher; die Brigaden 
Taxis und Rath sowie das Detachement Liechtenstein waren 
dem Kommando des FMLt. Baron d'Aspre unterstellt worden, 
welcher die Aufgabe hatte, durch demonstratives Vorgehen in 
westlicher Richtung die Sardinier von Pastrengo abzuziehen. 
Demgemäß rückte um 11 Uhr vormittags die Brigade Taxis von 
Bussolengo gegen S. Giustina, das Detachement Liechtenstein 
von Casa dei Capri gegen Osteria del bosco und die Brigade 
Rath von Lugagnano gegen Sona vor. 

Das Zentrum Liechtensteins bildeten die beiden in Kette 
aufgelösten Kompanien des 11. Jägerbataillons, welche westlich 
C. Presa den Feuerkampf mit den feindlichen Vortruppen auf- 
nahmen. Diese zogen sich auf die Höhen von Sona und 
S. Giustina zurück. 

Da die Sardinier auf diesen Höhen mit einer überlegenen 
Geschützzahl auftraten, ließ FMLt. Baron d'Aspre um 3 Uhr 
30 Min. nachmittags das Gefecht abbrechen und trat den Rück- 
zug gegen Verona an. Das Detachement Liechtenstein blieb vom 
30. April auf den 1. Mai bei Croce bianca nördlich S. Massimo 
stehen und rückte am 1. Mai nach Verona ein, wo die 3. Division 
des Bataillons wieder zu ihrem Truppenkörper zurückkehrte; von 
derselben war der Gemeine Carlo Ceruggia der 5. Kompanie 
gefallen; drei Mann waren verwundet worden, ein Mann geriet 
in Gefangenschaft. 

Die bei Pastrengo gestandenen österreichischen Truppen 
waren teils über die Etsch zurückgegangen, teils nach Tirol ab- 
gedrängt worden. Die Sardinier besetzten Rivoli und den Hügel- 
rand von Sommacampagna. 

Am 1. Mai nahm die Armee des Feldmarschalls auf dem 
Rideau von Verona^) folgende Stellungen ein: am linken Flügel 



*) Dieses Rideau beginnt an der Etsch bei Chievo und zieht sich über 
S. Massimo — S. Lucia bis Tombetta, wo es wieder den Etschfluß erreicht 



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97 



von Tombetta bis Casa Moreschi standen die Brigaden Clam und 
Strassoldo des I., daran nach Norden anschließend bis Chievo 
die Brigaden Gyulai, Liechtenstein und Taxis des II. Korps. 

Die Truppen wurden angewiesen, sich in ihren Positionen 
zu nachhaltiger Verteidigung einzurichten. 

Von der Brigade Gyulai, aus welcher die beiden Bataillone 
von Franz Ferdinand- und Haugwitz - Infanterie ausgeschieden 
waren, hatte das 1. Bataillon des Infanterieregimentes Nr. 48 mit 
der Brigadebatterie S. Massimo besetzt; das 2. Bataillon dieses 
Regimentes versah gemeinsam mit dem 11. Jägerbataillon den 
Vorpostendienst gegen Lugagnano, welcher Ort sich bereits in 
Feindeshand befand. Die Vorposten standen im Norden mit den 
Truppen der Brigade Liechtenstein bei Sagramoso, im Süden 
mit jenen der Brigade Strassoldo bei Pellegrino in Verbindung; 
vorgeschobene Abteilungen hatten die Gehöfte Corte Salvi und 
Mezzdaglia besetzt. 

Am 6. Mai griff König Karl Albert die österreichischen 
Stellungen bei S. Lucia und S. Massimo an. Die Vorposten 
zogen sich angesichts der Überlegenheit der Sardinier langsam 
auf die Gefechtsstellung am Rideau zurück. 

Bei dem Rückzuge der Vorposten zeichnete sich der Ge- 
meine Spiridion Soncino des 11. Jägerbataillons durch sein 
tapferes Verhalten besonders aus. Hinter seiner Abteilung ein 
wenig zurückgeblieben, wurde Soncino alsbald von zwei feind- 
lichen Soldaten verfolgt. Als sich ihm einer seiner Verfolger bereits 
auf fünfzig Schritte genähert hatte, wandte sich Soncino rasch 
um und streckte den Sardinier durch einen wohlgezielten Schuß 
nieder. Dann hielt er den andringenden Feinden tapfer stand 
und kehrte, erst nachdem ihm eine Kugel den Hut vom Kopfe 
gerissen, zu seinem Kettengliede zurück. Soncino, der sich 
durch sein wackeres Verhalten der sicheren Gefangennahme ent- 
zogen hatte, wurde durch ein Geschenk von zwei Dukaten aus- 
gezeichnet. 



Gefecht von 

S. Lucia am 

6. Mai. 



Gemeiner 
Soncino bei 
S. Massimo. 



Bei S. Massimo kam es zu keiner entscheidenden Aktion; 
dagegen entbrannte der Kampf um S. Lucia mit umso größerer 
Heftigkeit. 

Hier war es, wo das 10. Jägerbataillon durch die aufopfernde 
Verteidigung des Friedhofes den blutbespritzten Lorbeer unver- 
gänglichen Kriegsruhmes errang. 

Gegen 1 Uhr nachmittags mußte S. Lucia nach mehr- 
stündiger, heroischer Gegenwehr aufgegeben werden. Die Bri- 

Geschichte des U. FeldjägcrbaUillons. 7 



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Hauptmann 

Gößmann bei 

S. Lucia. 



Feuertaufe des 

Erzherzogs 

Franz Josef. 



Oberleutnant 

Kirchner bei 

S. Lucia. 



98 



gaden Clam und Strassoldo zogen sich gegen Verona zurück, 
während die Sardinier über S. Lucia nachdrängten. 

Da hiedurch der linke Flügel des II. Korps, welchen die 
Brigade Gyulai bildete, ernstlich bedroht war, sandte FMLt. 
Baron D'Aspre sechs Kompanien der Brigade Liechtenstein und 
Taxis dem GM. Grafen Gyulai als Verstärkung zu. Doch der 
heldenmütige Widerstand, welchen das 2. Bataillon des Infanterie- 
regimentes Erzherzog Ernst und die 4. Kompanie des 11. Jäger- 
bataillons unter Hauptmann Gößmann am linken Flügel der 
Brigade Gyulai dem Andringen der Sardinier entgegensetzte, 
brachte hier die weitere Vorrückung des Gegners zum Stocken. 

GM. Graf Gyulai führt im Berichte über dieses Gefecht 
an, daß es besonders den „ausgezeichneten Leistungen" des 
2. Bataillons von Erzherzog Ernst -Infanterie und der 4. Kom- 
panie des 11. Jägerbataillons zu verdanken war, daß dieser 
wichtige und hartbedrängte Teil der Stellung durch so lange 
Zeit festgehalten wurde und dem Gegner der hier beabsichtigte 
Durchbruch der österreichischen Front mißlang. *) 

Das I. Korps, durch frische Truppen aus Verona verstärkt, 
schritt nunmehr zur Wiedereroberung S. Lucias und warf den 
Gegner nach schweren Kämpfen aus dem Orte zurück. Die Sar- 
dinier hielten nicht länger stand und traten auf allen Teilen des 
Schlachtfeldes den Rückzug an. Um 6 Uhr abends befanden sich 
die österreichischen Truppen wieder in ihren am Morgen inne- 
gehabten Stellungen. 

Unter den Augen Sr. Majestät, unseres Allergnädigsten 
Kaisers und Herrn, der sich, damals noch Erzherzog, am 6. Mai 
dem FMLt. Baron d'Aspre angeschlossen hatte, war es der 
Armee unter Vater Radetzkys glorreicher Führung vergönnt, 
die Trophäen eines neuen, glänzenden Sieges an ihre Fahnen 
zu knüpfen. In dem weihevollen Augenblicke, da Erzherzog 
Franz Josef die Feuertaufe empfing, jubelten die Truppen 
begeistert dem jugendlichen Prinzen zu, der kalten Blutes die 
Stirne den feindlichen Kugeln preisgab. 

Unter den Offizieren, welche sich in den Kämpfen am 
6. Mai besonders hervortaten, wird Oberleutnant Wilhelm 
Kirchner des 11. Jägerbataillons, welcher als Brigadeadjutant 
des GM. Grafen Strassoldo fungierte, erwähnt. 



') Es scheint, daß der linke Flügel der Brigade Gyulai am Rideaurande 
östlich Pellegrino stand; von hier rückten das 2. Bataillon Ernst und die 4. Kom- 
panie des II. Jägerbataillons mit der Direktion auf S. Lucia vor, nisteten sich 
in den Casinen nördlich des Ortes ein und ließen sich nicht mehr vertreiben. 



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99 



Wegen hervorragender Tapferkeit werden im Gefechts- 
berichte des Majors Bauer hervorgehoben: Oberjäger Feiice 
Tomaso Don Nata; die Unterjäger Carlo Fasola und 
Antonio Salice; Trompeter Giovanni Fabris; Patrouilleführer 
Leopold Korzen und die Gemeinen Michele Stella und 
Romano Ghezzi. 

Bei S. Lucia starben den Heldentod: der Gemeine Luigi 
Croatto der 3., Unterjäger Johann Albrich und Gemeiner 
Pietro Fanghetti der 4. Kompanie. 

Oberleutnant Wilhelm Kirchner und 6 Mann wurden 
verwundet; 5 Mann gerieten in Gefangenschaft, 20 werden als 
vermißt bezeichnet. 

Das 11. Jägerbataillon bezog nach der Schlacht Vorposten 
zwischen Moreschi und Ca Salvi. 

Am 8. Mai gelangte die Brigade Gyulai nach Casa Colom- 
bara, am 14. rückte sie nach Croce Bianca und von hier am 
19. Mai nach Chievo ab, wo sie bis 27. Mai verblieb. 

Nachdem das Reservekorps FMLt. Graf Thurn am 25. Mai 
in Verona eingetroffen war, beschloß FM. Graf Radetzky, 
unverweilt zur Offensive überzugehen. 

Zufolge einer neuen Ordre de bataille vom 26. Mai bestand 
die Brigade Gyulai nunmehr aus dem 11. Jägerbataillon, zwei 
Bataillonen des Infanterieregimentes Erzherzog Ernst Nr. 48, 
einem Bataillon Warasdiner-St. Georger -Grenzer, einer Eskadron 
des Ulanenregimentes Kaiser Ferdinand Nr. 4 und der Fuß- 
batterie Nr. 5. Die Brigade Gyulai war in der Division des 
FMLt. Grafen Schaffgotsche, diese im II. Korps FMLt. Baron 
D'Aspre eingeteilt. 

In einem kühnen Flankenmarsche führte Radetzky das 
Gros seiner Armee vom 27. zum 28. Mai von Verona nach Mantua. 
Hiebei rückte das II. Korps auf der Hauptstraße über Isola della 
Scala und Castellara vor und traf, nachdem es 40 Kim. in zirka 
24 Stunden zurückgelegt hatte, am 28. abends in Mantua ein. 

Am 29. Mai griffen drei österreichische Kolonnen die 
Curtatone - Linie an und zersprengten das zur Einschließung 
Mantuas bestimmte feindliche Korps. Zur Unterstützung der 
nördlichen Kolonne Fürst Felix Schwarzenberg wurde die Brigade 
Gyulai an diesem Tage nach Rivaita entsendet, die übrigen 
Brigaden des II. Korps erreichten abends Ospitaletto. 

Während am 30. Mai das I. Korps das Gefecht von Goito 
bestand, gelangte das Gros des II. Korps nach Gazzoldo, die 
Brigade Gyulai nach Rodigo. 

7* 



Die Tapferen 
von S. Lucia. 



Verluste. 



Ordre de ba- 
taille. 



Flankenmarsch 

nach Mantua. 

27. und 28. Mai. 



Gefecht bei 

Curtatone am 

29. Mai. 



Gefecht bei 
Goito am 
30. Mai. 



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100 



Rekognoszie- 
rung gegen 
Cerlungo am 
2. Juni. 



Unternehmung 

gegen Vicenza. 

3-10 Juni. 



Als nach dem Gefechte von Goito eine engere Konzen- 
trierung der Armee angeordnet wurde, sammelte sich das II. Korps 
am 31. Mai in Caigole, wo es auch am 1. Juni verblieb, da wolken- 
bruchartige Regengüsse alle Operationen fast unmöglich machten. 

Am 2. Juni gelangte die Brigade Gyulai im Verlaufe einer 
vom IL Korps gegen Cerlungo unternommenen Rekognoszierung 
um 8 Uhr abends nach Vasto di sotto. Von hier rückte GM. Graf 
Gyulai mit dem 11. Jägerbataillon, den Grenzern und einem 
Flügel Kaiser - Ulanen über Pajoletta gegen Cerlungo vor. Am 
Scolo Caldone stieß das Detachement auf feindliche Vedetten 
und nach deren Vertreibung auf ein größeres sardinisches Lager. 
Nachdem festgestellt worden war, daß hier eine größere feind- 
liche Truppenmacht, aus allen drei Waffengattungen zusammen- 
gesetzt, lagerte, zog sich das Detachement Gyulai nach Abgabe 
einiger Schüsse um 11 Uhr nachts wieder nach Vasto di sotto 
zurück. 

Am 3. Juni trat ein neuerlicher Stillstand in den Bewe- 
gungen der Armee ein. FM. Graf Radetzky wählte sich 
Vicenza als neues Operationsziel, wohin die Armee in der Nacht 
vom 3. auf den 4. Juni aufbrach. 

Am Abend des 4. Juni lagerte das IL Korps östlich von 
Mantua, erreichte am 5. Sanguinetto, am 6. Montagnana, rastete 
hier am 7., gelangte am 8. nach Ponte Barbarano und am 9. 
nach Torri di Quartesolo. 

Am 10. Juni schritt die von Verona herangezogene Brigade 
Culoz von Südwesten, das I. Korps von Süden, das IL von Süd- 
osten zum Angriff auf Vicenza, das General Durando mit 
18.000 Mann verteidigte. 

Den rechten Flügel des IL Korps bildete die Brigade Taxis, 
den linken die Kolonne Oberst Graf Török, während im Zentrum 
die Brigade Liechtenstein vorrückte. Als Reserve für Liechten- 
stein folgte die Brigade Gyulai von Torri di Quartesolo über 
Bertesinella und Bertesina gegen Vicenza. 

Als um 5 Uhr 30 Min. nachmittags der Sturm eines Bataillons 
der Brigade Liechtenstein abgeschlagen worden war, ließ Gyulai 
die Plänkleikette Liechtensteins durch eine Division des 11. Jäger- 
bataillons verstärken. Bis zum Einbruch der Dunkelheit währte 
hier das Geplänkel, ohne daß ein wesentlicher Erfolg errungen 
worden wäre. Die Truppen des IL Korps lagerten am Abende 
des 10. Juni außerhalb des feindlichen Schußbereiches. 

Die Brigade Culoz hatte sich bis zum Abend der Höhen 
südlich Vicenzas bemächtigt. 



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101 

Für den nächsten Tag ordnete der F'eldmarschall eine 
kräftigere Beschießung Vicenzas an ; ein allgemeiner Sturm sollte 
ihr folgen — doch kapitulierte noch in der Nacht vom 10. auf 
den 11. Juni die feindliche Besatzung.^) 

Am 11. Juni zieht FM. Graf Radetzky in Vicenza ein. 
Auf die Nachricht, daß König Karl Albert Verona anzugreifen 
beabsichtige, eilt Radetzky mit der Brigade Culoz und dem 
I. Korps der bedrohten Festung zu Hilfe. Das II. Korps verbleibt 
als Besatzung in Vicenza und rückt am 6. Juli über S. Boni- 
facio ebenfalls nach Verona ab. 

Die Brigade Gyulai lagerte am 7. Juli bei S. Massimo, wo 
sie, mit einer anderen Brigade im Vorpostendienste abwechselnd, 
bis zum 22. Juli verblieb. 

Am 12. Juli war der Rest des 8. Jägerbataillons, das durch Einreihung von 
zahlreiche Desertionen besonders gelitten hatte, zum 11. Jäger- '^<^*'®" ^^s ^• 
bataillon eingeteilt worden. Die Offiziere des ersteren Truppen- ^"^ .* ^^^^' 
körpers wurden auf die noch bestehenden Jägerbataillons verteilt. 
In das Offizierskorps des 11. Jägerbataillons traten aus diesem 
Anlasse die Unterleutnants Eduard Poschacher, Josef T a n k e 1 
und Karl Gazzaner ein. 

Infolge des raschen Erscheinens Radetzkys in Verona Sona und 
hatte König Karl Albert die Unternehmung gegen Verona Somma- 
aufgegeben und sich in die befestigten Positionen von Sona und ^^"^P^^na am 
Sommacampagna zurückgezogen. Am 23. Juli greift Radetzky 
mit dem I. und II. Korps diese Stellungen an. 

Nach den erteilten Dispositionen sollten die Truppen um 
1 Uhr nachts von S. Lucia aufbrechen, doch verzögente sich die 
Ausführung dieses Befehles infolge eines heftigen Gewitters um 
eine Stunde. 

Drei Brigaden des II. Korps rückten von S. Lucia in einer 
Kolonne über Lugagnano nach Mancalaqua vor. Hier teilte sich 
die Kolonne : die Brigade Oberst Graf Pergen, Interimskomman- 
dant für den erkrankten GM. Grafen Gyulai, nahm die Richtung 
nach Sona; die Brigade GM. Fürst Friedrich Liechtenstein rückte 
südlich derselben gegen die Einsattlung zwischen Sona und 
Madonna del Monte vor; die Brigade Oberst Kerpan folgte als 
Reserve. 



*) Nach einer Standestabelle vom 10. Juni betrug der dienstbare Stand 
des 11. Jägcrbataillons an diesem Tage: 23 Offiziere, 8 Oberjäger, 36 Unter- 
jäger, 10 Spiel- und Zimmerleute, 40 Patrouilleführer und 252 Gemeine, zusammen 
369 Mann. (Der geringe Mannschaftstsand ist auf Desertionen zurückzuführen.) 



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102 



Hauptmann 

Gößmann 

erstürmt Casa 

Fusara. 



Oberjäger 
Menhard bei 
Casa Fusara. 



Tapferkeits- 
medaille. 

Major Bauer er- 
stürmt Rainera. 



Um 7 Uhr morgens bei Ca la Zina angelangt, gruppiert 
Pergen seine Brigade in zwei Kolonnen: die südliche unter 
Oberstleutnant O d e 1 g a, ') aus einem Bataillone Erzherzog Ernst- 
Infanterie, einer Division Warasdiner-St. Georger- Grenzer, drei 
Geschützen und zehn Ulanen zusammengesetzt, hat Monte Bello 
südlich Sona anzugreifen; die nördliche Kolonne unter Major 
von Desimon, ^) aus dem 11. Jägerbataillon, einepi Bataillone 
Erzherzog Ernst -Infanterie, drei Geschützen und zehn Ulanen 
bestehend, wird zum Frontalangriffe gegen Sona bestimmt. Vier 
Kompanien Grenzer und der Rest der Kavallerie folgen als 
Brigadereserve. 

Ohne auf den Feind zu stoßen, rückte das 11. Jäger- 
bataillon ä cheval der Straße Mancalaqua — Sona bis auf etwa 
600 Schritte an den Fuß der Höhe heran, auf deren Kamme 
das Dorf Sona liegt. Von hier aus konnte man die Stellungen 
der Sardinier deutlich übersehen. Ihre Infanterie und Artillerie 
stand am Abhang und auf der Kammlinie selbst ; die festen 
Punkte Casa Fusara und Rainera hatten sie besonders stark 
besetzt. 

Major Bauer ließ die 2. Division des 11. Jägerbataillons 
unter Hauptmann Gößmann, in Kette aufgelöst, gegen Casa 
Fusara vorgehen. Der Rest des Bataillons folgte nach. 

Des schwierigen Terrains und des heftigen feindlichen Feuers 
nicht achtend, drang die Division rasch vorwärts und erstürmte 
das Gehöft, wo der Feind auch ein Geschütz in Stellung ge- 
bracht hatte. 

An der Eroberung der Casa Fusara beteiligte sich ein Zug 
der 5. Kompanie, welcher unter Oberjäger Paul Menhard der 
2. Division als Unterstützung nachgesendet worden war, in 
rühmlicher Weise. Kaum hatte Menhard bemerkt, daß sich die 
2. Division zum Sturme anschickte, als er rasch entschlossen 
dem Zuge vorauseilte und die Mannschaft durch Beispiel und 
Zuruf zu derart raschem Vorgehen anspornte, daß es ihm gelang, 
den Sturm erfolgreich mitzumachen. Oberjäger Paul Menhard 
wurde für sein braves Verhalten durch Verleihung der silbernen 
Tapferkeitsmedaille 1. Kl. ausgezeichnet. 

Westlich der Casa Fusara sammelte Major Bauer die 
1. und 3. Division seines Bataillons und eine Kompagnie des 
Infanterieregimentes Erzherzog Ernst zum Sturme auf das Gehöft 
Rainera, das von zahlreichen feindlichen Schützen besetzt war. 



1) Infanterieregiment Nr. 48. 



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103 



Oberjäger Florian Eltzenbaum, von Tatendrang und 
Kampfbegierde erfüllt, vermochte den Befehl zur Vorrückung 
nicht abzuwarten. Unter den Augen aller Vorgesetzten sprang 
er vor die Front und stürzte sich mit dem Rufe „Jäger vor!" 
auf die feindliche Stellung. Von Begeisterung ergriffen, stürmten 
die Truppen Major Bauers, ihren tapferen Kommandanten an der 
Spitze, die feindlichen Positionen und warfen die Sardinier gegen 
Sona zurück. 

Während nun Major Bauer von Südosten zum Angriffe 
auf Sona schritt, war Hauptmann Gößmann mit der 2. Division 
gerade östlich dieses Ortes angelangt. Von dem Gefühle durch- 
drungen, von welch großem Vorteile die Eroberung Sonas für 
den Gang des ganzen Gefechtes sein müßte, entschloß sich 
Gößmann sofort, Sona von Osten anzugreifen. Durch die 
Oberleutnants Pawlicza und Speltini, sowie durch Unter- 
leutnant Lugnani') tatkräftigst unterstützt, gelingt es Göß- 
mann, die zerstreuten Flankier der 2. Division zu sammeln und 
auch Mannschaft des Infanterieregimentes Erzherzog Ernst nebst 
einigen Grenzern zum Anschlüsse zu bewegen. 

Ein Geschoß verwundet Gößmann am rechten Unter- 
schenkel — doch der tapfere Offizier läßt sich durch die Ver- 
letzung, die ihn gleichwohl im Gehen stark behindert, nicht auf- 
halten; mit seiner buntzusammengewürfelten Abteilung erstürmt 
er die vorliegende Höhe und dringt in Sona ein. 

Hier gerieten Gößmanns Truppen in das heftige Feuer 
sardinischer Infanterie, welche hinter einer hohen, krenelierten 
Gartenmauer gut gedeckt postiert war. Unverweilt drangen Ober- 
leutnant Speltini und Unterleutnant Lugnani mit 27 Mann 
durch eine Öffnung in den Garten ein und stürmten auf den 
Feind los, ihn zur Übergabe auffordernd. Die Sardinier wollten 
bereits kapitulieren und nahmen die Gewehre bei Fuß, eröffneten 
aber alsbald über Aufforderung eines ihrer Offiziere, der die ge- 
ringe Stärke der Angreifer erkannte, von neuem das Feuer. 

Von zwei Kugeln getroffen, starb hier Oberleutnant Spel- 
tini den Heldentod. 

Als die Jäger Verstärkungen erhalten hatten, wurde der 
Feind nach kurzem Widerstände aus dem Garten vertrieben. 

Inzwischen war Major Bauer im Verein mit Abteilungen 
der Warasdiner-Grenzer und des 9. Jägerbataillons ebenfalls in 



Oberjäger 

Eltzenbaum bei 

Rainera. 



Hauptmann 

Gößmann 

dringt in Sona 



Oberleutnant 
Speltini fällt. 



Major Bauer 
nimmt Sona. 



') War am 1. Juni d. J. vom Oberjäger zum Unterleutnant beiordert 
worden. 



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104 



Verluste. 



Belobungen. 



Tapferkeits- 
medaille. 



Oberjäger 

Rezzoli bei 

Sona. 



den Ort eingedrungen. Die Sardinier mußten Sona aufgeben und 
wichen, von unseren Truppen verfolgt, auf die Höhen nördlich 
des Ortes zurück. Ihr wiederholt versuchter Widerstand blieb 
erfolglos. Als nun auch österreichische Geschütze von Sona her 
in das Gefecht eingriffen, wandte sich der Feind zum Rückzug 
gegen Castelnuovo. 

Am Abende des 23. Juli rückte das 11. Jägerbataillon in 
Castelnuovo ein und lagerte hier im Verbände der Brigade Pergen. 

In den Kämpfen bei Sona waren gefallen: Oberleutnant 
Peter Speltini, ferner die Gemeinen Giovanni Dragoni der 2. 
und Eugenio Scalfi der 4. Kompanie. Verwundet wurden: die 
Hauptleute Anton Goß mann und Josef Knerle, die Unter- 
leutnants Hermann Scholz e und Eduard Poschach er sowie 
14 Mann. Zwei Mann werden als vermißt bezeichnet. 

Oberst Graf Pergen hebt in der Relation über das Gefecht 
von Sona die Tapferkeit und Umsicht des Majors Bauer hervor 
und schreibt hauptsächlich ihm das Gelingen des Sturmes auf 
Rainera und Sona zu. 

Dem auf dem Felde der Ehre gefallenen Oberleutnant Peter 
Speltini wurde ein ehrenvoller Nachruf zuteil. Major Karl 
B a u e r, die Hauptleute Anton Gößmannund Wenzel Schröder 
sowie Oberleutnant Johann Pawlicza erhielten eine öffentliche 
Belobung. 

Durch Verleihung von 3 goldenen Tapferkeitsmedaillen, 
2 silbernen 1. Kl. und 7 silbernen 2. Kl. an Personen des Mann- 
Schaftsstandes des 11. Jägerbataillons wurden die Leistungen des 
Bataillons im Gefechte bei Sona anerkannt. 

Während der Vorrückung des Bataillons gegen Sona be- 
merkte Oberjäger Francesco Rezzoli der 6. Kompanie ein etwa 
300 Schritte westlich des Südausganges des Ortes postiertes 
feindliches Geschütz, das gegen unsere Abteilungen gerichtet 
war. Rezzoli, welcher sich bereits bei den früheren Angriffen 
durch kaltblütiges und entschlossenes Verhalten hervorgetan hatte, 
schlich sich mit einigen Jägern, die ihm auf den Zuruf „chi ha 
coraggio, che mi segue" gefolgt waren, an die Kanone heran, 
ließ mehrere Schüsse auf die Bedienungsmannschaft abgeben, 
und stürzte sich sodann mit seinen Leuten mit gefälltem Bajonett 
auf den Gegner. Die Sardinier ergriffen, ihre Kanone im Stiche 
lassend, die Flucht. Rezzoli ließ das eroberte Geschütz durch 
seine Mannschaft bewachen, während er selbst das umliegende 
Terrain absuchte, um sich zu überzeugen, ob ihm der Feind 
nicht etwa einen Hinterhalt gelegt habe. Als kurze Zeit dar- 



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105 

nach das Gefecht zu Ende war, übergab Rezzoli das seltene 
Beutestück der eben vorüberfahrenden Batterie der Brigade Pergen. 
Der Batteriekommandant ließ die Kanone sofort bespannen und 
unter Bedeckung des Oberjägers Rezzoli sowie der an der 
Eroberung beteiligt gewesenen Gemeinen Peroni, Cochetti 
und Laim nach Sona bringen. Hier war gerade F'eldmarschall 
Graf Rade tzky mit den Feldmarschalleutnants Erzherzog Ernst 
und Graf Wimpffen anwesend. Welcher Stolz mag wohl die 
Brust des Oberjägers Rezzoli und seiner Kampfgenossen erfüllt 
haben, als ihnen das Lob für ihre tapfere Tat aus dem Munde 
des geliebten Führers zuteil wurde! 

Oberjäger Francesco Rezzoli wurde durch Verleihung der 
goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Der Gemeine Carlo 
Peroni, der sich bei der Eroberung des Geschützes durch be- 
sonderen Mut hervorgetan hatte, erhielt die silberne Tapferkeits- 
medaille 2. Kl. 

Oberjäger Florian Eltzenbaum wurde für sein hervor- Oberjäger 
ragend mutvolles Benehmen beim Angriff auf das Gehöft Rainera ^^tzenbaum bei 
noch auf dem Schlachtfelde mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ainera. 

dekoriert und außerdem mit zehn Gulden belohnt. 

Die gleiche Auszeichnung und Belohnung erwarb sich Unterjäger 
Unterjäger Giuseppe Magni der 3. Kompanie. Magni tat sich MagnibeiSona 
bei allen Sturmangriffen durch außerordentliche Tapferkeit hervor. 
Stets als einer der Ersten vordringend, feuerte er die Mannschaft 
durch Wort und Tat an und zeichnete sich ganz besonders beim 
Kampfe im Schloßgarten von Sona unter Oberleutnant Speltini 
durch Mut und Kühnheit aus. 

Oberjäger Martin Krzepelka der 2. Kompanie, in dem Oberjäger 
Zuge des Oberleutnants Speltini eingeteilt, übernahm nach der Krzepelka bei 
tödlichen Verwundung dieses Offiziers sofort das Zugskommando ^"^' 

und sammelte mit Hilfe des Unterjägers Feiice Spajerani und 
des Patrouilleführers Giovanni Bosch etti auch einige^Leute des 
Infanterieregimentes Erzherzog Ernst. Er schloß sich sodann mit 
seiner Abteilung seinem, eben zum Sturme gegen die Höhe 
nördlich Sona vorgehenden Bataillone an und nahm an diesem 
Angriffe tätigen Anteil. Krzepelka erhielt die silberne Tapfer- 
keitsmedaille 1. Kl.; dem Unterjäger Spajerani und dem 
Patrouilleführer Boschetti wurde die silberne Tapferkeits- 
medaille 2. Kl. zuerkannt. 

Oberjäger Franz D e 1 h a der 2. Kompanie verblieb, trotz- Oberjäger 
dem er bereits im Beginne des Gefechtes verwundet worden Delha bei Sona 
war, bei seiner Abteilung und gab dadurch der Mannschaft 



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Palrouilleführer 
Romano bei 



106 

ein Beispiel von opferbereitem Pflichtgefühl und hoher Selbst- 
beherrschung. 

Oberjäger Oberjäger Jakob Grötzl der 4. und Patrouilleführer Carlo 

?^^^f,l !!."^_ _ Romano der 5. Kompanie drangen unter den Ersten in den 
Schloßgarten von Sona ein und taten sich überhaupt während 
Sona. ^^s ganzen Gefechtes durch Mut und Tapferkeit besonders 

hervor. 
UnterjägerWeis Unterjäger Eduard Weis der 5. Kompanie übernahm an 

bei Rainera. Stelle seines verwundeten Kommandanten, des Unterleutnants 
Scholze, das Zugskommando, das er dann mit großem Eifer 
und mutvoller Entschlossenheit führte; nach der Erstürmung von 
Rainera rückte er mit seinem Zuge rasch gegen Sona vor, wobei 
er verwundet wurde. 

Tapferkeits- Die Oberjäger Del ha und Grötzl, Unterjäger Weis und 

medaiUen. Patrouilleführer Romano erhielten die silberne Tapferkeits- 
medaille 2. Kl. 

Belobungen. Die Gemeinen Giuseppe Bertuzzi und Pietro Gallina, 

beide dem Stande der 4. Kompanie angehörend, wurden öffentlich 
belobt; leider ist eine Schilderung ihrer Taten nicht vorhanden. 
Verfolgung der Gleich Sona war auch Sommacampagna am 23. Juli von 

Sardinier. ^^^ Österreichern genommen worden. Der geschlagene linke 
Flügel der Sardinier zog sich auf das rechte Mincioufer zurück. 
Im Verlaufe der von Radetzky eingeleiteten Verfolgung ge- 
langte das II. Korps am Abende des 23. Juli nach Castelnuovo; 
am 24. überschritten Teile desselben im Kontakte mit der feind- 
lichen Nachhut den Mincio bei Salionze, während die Brigade 
Gyulai ^) in Castelnuovo verblieb. 

Bis zum Morgen des 24. Juli konzentrierte König Karl 
Albert seinen rechten Flügel bei Villafranca und besetzte im 
Rücken Radetzkys nach hartem Kampfe Custoza und Somma- 
campagna. Infolgedessen gab der Feldmarschall die begonnene 
Offensive über den Mincio auf und wandte sich gegen Karl 
Alberts rechten Flügel. 

Gegen 7 Uhr abends des 24. Juli erhielt die Brigade Gyulai 
den Befehl, sogleich nach Sommacampagna abzurücken und 
diesen Ort zu besetzen. Da aber vorgesendete Patrouillen mel- 
deten, daß Sommacampagna bereits in den Händen des Feindes 
sei, nahm GM. Graf Gyulai bei S. Giorgio in Salice Stellung 
und nächtigte daselbst. 



') Gyulai halte nach seiner Genesung am 24. wieder das Brigade- 
komraando übernommen. 



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107 

Am 25. Juli hatte die Division Wimpffen des IL Korps, 
welches von Salionze zurückbeordert worden war, Somma- 
campagna und die sich von hier gegen Custoza hinziehenden 
Höhen in Besitz zu nehmen. Die Brigade Gyulai wurde für 
diesen Tag Wimpffen unterstellt. 

Am 25. Juli 4 Uhr früh erreichte Gyulai die Höhen von Somma- 
S. Martino und ließ nach vorhergegangener Rekognoszierung campagna am 
auch Sona und Madonna del Monte besetzen. Aus diesem Räume 
rückte die Brigade sodann in drei Kolonnen zum Angriffe auf 
Sommacampagna vor: das 11. Jägerbataillon hatte von Madonna 
del Monte über S. Pierino nach S. Piero vorzugehen, um die 
feindlichen Plänkler in die südlich S. Pieros sich erstreckende 
Schlucht hinabzudrücken; die beiden anderen Kolonnen — 
2. Bataillon Warasdiner-St. Georger-Grenzer und 1. Bataillon des 
Infanterieregimentes Erzherzog Ernst — bewegten sich auf 
gleicher Höhe über Brognolo gegen die nordwestlich Somma- 
campagna gelegene Kuppe, um von hier in Verbindung mit dem 
11. Jägerbataillon den Hauptangriff auf Sommacampagna durch- 
zuführen. Der Rest der Brigade folgte als Reserve über Brognolo. 

Gegen 12 Uhr 30 Min. nachmittags eröffnete das 11. Jäger- 
bataillon am linken Flügel den Kampf; dies war für die übrigen 
Kolonnen das Zeichen zum Beginne des allgemeinen Angriffes. 
Drei Geschütze der Brigadebatterie fuhren westlich von Brognolo 
auf und zwangen nach dreiviertelstündigem Feuer zwei, südlich 
Casa S. Piero stehende feindliche Geschütze zum Rückzug. Das 
11. Jägerbataillon drängte hierauf in raschem Vorgehen die feind- 
lichen Plänkler von S. Piero nach Sommacampagna zurück. 

Die beiden anderen Kolonnen waren gegen 1 Uhr nach- 
mittags bis an den Höhenrand nordwestlich Sommacampagna 
gelangt; hier stockte infolge des sehr heftigen Feuers der Sar- 
dinier die weitere Vorrückung. Auch die wiederholten Versuche 
des 11. Jägerbataillons, über die Schlucht südlich von S. Piero 
vorzudringen, scheiterten an dem lebhaften Feuer des hinter 
krenelierten Mauern gut gedeckten Gegners. 

Um diese Zeit griffen Teile der Brigade Oberst von Perin 
in den Kampf ein. Die Brigade Perin war von Verona heran- 
gezogen und gegen die Ostseite von Sommacampagna dirigiert 
worden. Oberst von Perin ließ durch das 2. Bataillon „Wiener 
Freiwillige" und zwei Kompanien des Infanterieregimentes Reisinger 
Nr. 18 den linken Flügel des 11. Jägerbataillons auf den Höhen 
von S. Piero verlängern; doch vermochten die Truppen trotz 
der erhaltenen Verstärkung nicht Raum zu gewinnen und be- 



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108 



Unterleutnant 
Hamornik. 



Trompeter 
Mendo. 



Trompeter 
Campietti. 



Kadett Koch, 
Unterjäger 
Gattclli, Unter- 
jäger Kerzen. 



gannen schließlich, dem ungeschwächten Geschütz- und Gevvehr- 
feuer des Feindes ausgesetzt, zu wanken. Da stellte sich GM. Graf 
Gyulai an die Spitze einer Abteilung des 11. Jägerbataillons 
und der beiden Kompanien von Reisinger- Infanterie und führte 
diese Truppen persönlich zum Angriff auf den gegenüberliegenden 
Höhenrand vor. Alsbald schloß sich diesem energischen Vorstoß 
auch das 2. Bataillon „Wiener Freiwillige" an. 

Begeistert durch das Beispiel des tapferen Generals und 
angeeifert von ihren Offizieren erklommen die österreichischen 
Angriffskolonnen die steile Höhe und warfen den Feind in den 
Ort zurück. 

Bei diesem Kampfe tat sich Unterleutnant Franz Hamornik 
des 11. Jägerbataillons, welcher als Brigadeadjutant fungierte und 
sich den stürmenden Abteilungen sofort angeschlossen hatte, 
durch besonderen Mut hervor. Auch von rühmlichen Taten der 
Mannschaft unseres Truppenkörpers weiß der Gefechtsbericht 
des Bataillonskommandanten zu erzählen. Trompeter Domenico 
Mendo der 4. Kompanie, welcher trotz einer Verwundung am 
linken Arme auf dem Kampfplatze verblieben war, nahm die 
Trompete in die rechte Hand und bließ vom Beginne der ent- 
scheidenden Vorrückung an fast unausgesetzt Sturm. Auch 
Trompeter Giovanni Campietti der 3. Kompanie, der seinem 
Hauptmann nie von der Seite wich, gab ungeachtet der um ihn 
einschlagenden feindlichen Geschosse fortgesetzt das Sturmsignal, 
bis ihn eine feindliche Kugel kampfunfähig machte. Kadett-Unter- 
jäger Franz Koch und Unterjäger Domenico Gattelli der 2., 
sowie Unterjäger Leopold Korzen der 4. Kompanie, zeichneten 
sich durch besondere Unerschrockenheit aus; unter den Ersten 
erstiegen sie die vom Feinde besetzte Höhe und eiferten ihre 
Mannschaft durch kernige Zurufe zu raschem Nachfolgen an. 

Inzwischen hatten auch die Abteilungen des Infanterie- 
regimentes Ernst und die Warasdiner-Grenzer Terrain gewonnen 
und den Höhenrand nordwestlich von Sommacampagna er- 
klommen. Unter schallendem „Hurra" trieben sie mit gefälltem 
Bajonett die feindlichen Schützenlinien in den Ort zurück. 

Wer die glühende Hitze eines italienischen Hochsommer- 
tages kennen gelernt, der wird die furchtbaren Anstrengungen 
zu würdigen wissen, welche hier alle Truppen zu überwinden 
hatten. In umso glanzvollerem Lichte erscheinen darum ihre 
Leistungen. 

Nach einer kurzen Ruhepause schritten beide Brigaden, an 
Tapferkeit wetteifernd, zur Eroberung von Sommacampagna. 



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109 



Zuerst drangen nach 2 Uhr 30 Min. nachmittags vier Kom- 
panien des Infanterieregimentes Reisinger in den nordöstlichen 
Teil des Ortes ein; die „Wiener Freiwilligen" griffen die Nord- 
lisiere an; das 11. Jägerbataillon nahm Direktion auf den westlich 
vorspringenden Ortsteil; Ernst-Infanterie endlich und die Waras- 
diner- Grenzer rückten von Westen zum umfassenden Angriff 
heran. 

Zwischen den „Wiener Freiwilligen" und einer Abteilung 
der 1. Kompanie unseres Truppenkörpers, welche unter Haupt- 
mann Schröder im unmittelbaren Anschlüsse an die Freiwilligen 
focht, entspann sich nun ein Wettstreit, wer früher den Gegner 
aus den ersten Häuserreihen vertreiben würde. Bald waren die 
Sardinier von hier bis in die Mitte des Ortes zurückgedrängt, wo 
sie in günstiger Verteidigungsstellung Reserven postiert hatten. 

Ein heftiges und wirksames Feuer schlägt jetzt den vor- 
stürmenden Abteilungen entgegen. Schon beginnt die erschöpfte 
Mannschaft in ihrer Vorwärtsbewegung innezuhalten — wieder 
ist es Oberjäger Florian Eltzenbaum, der hier, wie beim Sturm 
auf das Gehöft Rainera, durch persönliches Beispiel und auf- 
munternden Zuruf die Mannschaft zu erneuertem Bajonettangriff 
mit sich reißt. Es gelingt, den Gegner bis an den südlichen Orts- 
ausgang zurückzuwerfen, wo er jedoch abermals Widerstand zu 
leisten versucht. Auch hier eilt Oberjäger Eltzenbaum mit 
dem Rufe „Jäger und Freiwillige vorwärts! Jagt den Feind, so- 
lange Ihr noch atmen könnt!" unseren stürmenden Abteilungen 
voran, deren Anprall den Feind völlig in die Flucht schlägt. 

Während der eben geschilderte Kampf im Inneren des Ortes 
tobte, hatten sich die von Major Bauer geführten Abteilungen 
des 11. Jägerbataillons in den Besitz der in westlicher Richtung 
vorspringenden Häusergruppe gesetzt und den Gegner nach hart- 
näckigem Widerstände von hier verdrängt. Das Vorwärtskommen 
des Bataillons wurde hiebei durch einen kühnen Bajonettangriff 
wesentlich erleichtert, welchen Unterjäger Antonio Pirelli der 
3. Kompanie gegen die Flanke des Feindes unternahm. Pirelli 
verstand es, seine Abteilung trotz des heftigen feindlichen Feuers 
stets in größter Ordnung beisammen zu halten. Von seinen Leuten 
benahm sich besonders tapfer der Gemeine Ignaz Maiwald, 
dem es auch gelang, einen feindlichen Soldaten gefangen zu 
nehmen. 

In der Front und beiden Flanken gefaßt, mußten die Sar- 
dinier gegen 3 Uhr nachmittags Sommacampagna gänzlich auf- 
geben. Fechtend zogen sie sich auf die Höhen von Zenolino 



Hauptmann 
Schröder. 



Oberjäger 
Eltzenbaum. 



Major Bauer 
dringt in 

Sommacam- 
pagna ein. 



Unterjäger 
Pirelli und 
Gemeiner Mai- 
wald. 



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110 

zurück, von wo sie, durch ein Bataillon verstärkt, noch einen 
Versuch zur Wiedereroberung des Ortes machten ; dieser Gegen- 
stoß prallte aber an dem Widerstand der rasch geordneten Truppen 
Gyulais und Perins wirkungslos ab. 
Kampf bei Während vier Kompanien des Infanterieregimentes Reisinger 

Zenolino. \^ Sommacampagna als Besatzung zurückblieben, schritten die 
beiden Brigaden gegen 5 Uhr nachmittags zum Angriff auf 
Zenolino. 

Ungefähr zur gleichen Zeit, als Sommacampagna fiel, hatte 
die Brigade GM. Fürst Fritz Liechtenstein die feindlichen 
Stellungen bei Berettara erstürmt, vermochte dann aber nicht 
weiter vorzudringen. Als es gegen 7 Uhr abends den vereinten 
Anstrengungen der Brigaden Gyulai und Perin gelang, sich in 
den Besitz der Höhen bei Zenolino zu setzen, rückte auch 
Liechtenstein von neuem vor, nahm Casa del Sole und 
besetzte den an Zenolino südwestlich anschließenden Höhenzug. 
Der rechte Flügel GL. Bavas war entscheidend geschlagen; 
der Herzog von Genua, der hier kommandierte, zog seine, 
durch den achtstündigen Kampf völlig erschöpften Truppen nach 
Villafranca zurück. 
Major Bauer Während der Vorrückung gegen Ca Zenolino wurde Major 

verwundet. Bauer an der Spitze seines Bataillons schwer verwundet. Der 
Trompeter Elii Trompeter Angelo El li der 6. Kompanie, welcher an diesem Tag 
bei Zenohno. jg^ Dienst des Stabstrompeters versah, nahm seinen Bataillons- 
kommandanten sofort auf den Rücken und trug ihn, obgleich er 
selbst in diesem Augenblick am Kopfe blessiert wurde, vom 
Kampfplatze zurück. *) 
Unterjäger Beim Angriffe auf die Westlisiere von Sommacampagna 

^^^^1 ""^ '^^^^^^ stürmten die Unterjäger Enrico Polli und Sebastiano Blenio 
der 1. Kompanie unaufgefordert zweimal gegen den Ort vor, wo- 
durch die Kette stets an Boden gewann; im größten Kartätsch- 
und Kleingewehrfeuer waren sie bemüht, die Mannschaft ihres 
Zuges in Ordnung zu halten und sie zum Vorgehen anzueifern. 
Unterjäger Die Unterjäger Mario Marelli und Giovanni Bono der 

Mareih und 2. Kompanie machten sich durch gute Führung ihrer Kette und 

, e einer jurch besondere Entschlossenheit verdient. Sie wiesen mit wenigen 
Pavesi bei ° 

Sommacam- Leuten, die sie rasch zu sammeln wußten, die Attacke einer halben 
pagna. Eskadron ab und zwangen dieselbe zum Rückzug. Hiebei tat 



*) Es konnte nicht festgestellt werden, an welchem Tage Major Bauer 
wieder zum Bataillone einrückte; in seiner kurzen Abwesenheit dürfte Göömann 
das Bataillon kommandiert haben. 



bei Somma- 
campagna. 



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111 



sich der Gemeine Angelo Pavesi durch große Unerschrocken- 
heit hervor. 

Durch mutiges und aneiferndes Benehmen und durch ihren 
vortrefflichen Einfluß auf die Mannschaft taten sich Unterjäger 
Antonio Cerliani der 3., Unterjäger Karl Bai as und Patrouille- 
führer Anton Podovan der 6. Kompanie hervor. Endlich ver- 
dienen noch Patrouilleführer Giovanni Boschetti der 2. und die 
Gemeinen Valerio Sfi netto und Lorenz Fuchs der 4. Kom- 
panie wegen ihrer an den Tag gelegten Todesverachtung erwähnt 
zu werden. 

In der Gefechtsrelation des FMLt. Grafen Wimpffen wird 
Major Karl Bauer unter denjenigen Offizieren genannt, welche 
sich in den Kämpfen am 25. Juli besonders ausgezeichnet hatten. 
Major Bauer wurde „für seinen besonderen Mut, seine per- 
sönliche Tapferkeit und die umsichtige Führung des Bataillons 
am 23. und 25. Juli" mit dem Ritterkreuze des Leopoldordens 
dekoriert. 

Die Hauptleute Anton Gößmann, Wenzel Schröder 
und Oberleutnant Franz Hamornik erhielten im nächsten Jahre 
für tapferes Verhalten am 23., beziehungsweise 25. Juli 1848 das 
von Sr. Majestät am 22. Oktober 1849 gestiftete Militärverdienst- 
kreuz. Letzterer und Unterleutnant Peter de Lugnani wurden 
öffentlich belobt. 

Die silberne Tapferkeitsmedaille 1. Kl. wurde zuerkannt: den 
Unterjägern Sebastiano B 1 e n i o, Antonio P i r e 1 1 i und Enrico 
Polli, ferner dem Gemeinen Ignaz Maiwald; die silberne 
Tapferkeitsmedaille 2. Kl. dem Kadett- Unterjäger Franz Koch, 
den Unterjägern Giovanni Bono, Antonio Cerliani, Domenico 
G a 1 1 e 1 1 i, Leopold K o r z e n, Mario M a r e 1 1 a und Anton 
N o V a k, dem Patrouilleführer Giovanni Boschetti, den 
Trompetern Angelo EUi und Domenico Mendo, endlich den 
Gemeinen Lorenz Fuchs, Angelo Pavesi und Valerio 
Sfi netto. Unterjäger Karl Balas, Patrouilleführer Anton 
Podovan und Trompeter Giovanni Campietti erhielten eine 
öffentliche Belobung. 

Die Anzahl der Verwundeten des 1 1. Jägerbataillons betrug 
am 25. Juli 23 Mann; 42 Mann werden als vermißt bezeichnet. 

Ein Ritterkreuz des Leopoldordens, 3 Militär - Verdienst- 
kreuze, 3 goldene Tapferkeitsmedaillen, 6 silberne 1. Kl. und 
20 silberne 2. Kl. bildeten sichtbare Zeichen der Anerkennung 
für die Leistungen unseres Bataillons in den denkwürdigen 
Kämpfen von Sona und Sommacampagna. Und wenn es dem 



Sonstige 

hervorragende 

Leistungen. 



Major Bauer 
Ritter des Leo- 
poldordens. 



Militär- 
verdienst- 
kreuze. 



Tapferkeits- 
medaillen. 



Verluste. 

Dekorationen 
für Sona und 
Sommacam- 
pagna. 



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112 



Situation am 

Abende des 

25. Juli. 



Verfolgung am 
26. Juli. 



Gefecht bei 
Volta am 26. 
und 27. Juli. 



Weitere 

Verfolgung der 

Sardinicr. 



11. Jägerbataillone vergönnt war, zum glücklichen Ausgang dieser 
entscheidenden Gefechte nach Kräften beizutragen, so kann es 
darum auch itiit Stolz auf diese seine Ehrentage zurückblicken. 

Auf der ganzen Linie Valeggio — Custoza — Sommacampagna 
hatten die österreichischen Truppen gegen einen weit überlegenen 
Feind erfolgreiche Kämpfe bestanden. Um 6 Uhr abends waren 
die Sardinier aus allen ihren Stellungen geworfen. Die Kavallerie 
und Artillerie des I. Korps verfolgte den weichenden Gegner in 
der Richtung nach Goito, während die übrigen Truppen, von 
dem zehnstündigen Kampfe erschöpft, auf dem Schlachtfeld 
lagerten. 

Die Brigade Gyulai biwakierte vom 25. auf den 26. Juli 
bei Sommacampagna. Am 26. sammelte sich das ganze II. Korps 
auf der Heide Prabiano, um von hier über Valeggio nach Volta 
abzurücken. Bei diesem Verfolgungsmarsche bildete die Division 
VVimpffen die Avantgarde ; ihr folgte die Division Schaffgotsche, 
in deren Verband die Brigade Gyulai wieder zurückgekehrt war. 

Um 4 Uhr nachmittags wurde die Avantgarde bei Volta 
von überlegenen feindlichen Kräften angegriffen, behauptete aber 
ihre Stellung im Orte; das Gefecht verstummte erst gegen Mitter- 
nacht, um am 27. Juli mit erneuerter Kraft einzusetzen. Erst am 
Morgen dieses Tages traf die Brigade Gyulai auf dem Gefechts- 
felde ein. Sie war durch den Umstand, daß sich Trains des 
I. Korps auf der Straße verfahren hatten, aufgehalten worden. 

Auf einer Anhöhe nördlich Volta gruppierte GM. Graf 
Gyulai seine Truppen zum Angriff, wobei das 11. Jäger- 
bataillon in das zweite Treffen gelangte; die Brigade kam aber 
nicht mehr in Aktion, da der Gegner, um 10 Uhr vormittags auf 
der ganzen Linie geworfen, gegen Goito flüchtete. 

Nach dem unglücklichen Gefechte von Volta zog sich das 
Gros der Sardinier, von der Armee Radetzkys verfolgt, in 
der Richtung nach Cremona zurück. 

Die Brigade Gyulai lagerte vom 27. auf den 28. Juli bei 
Volta, erreichte am 28. Gazzoldo, am 29. Canneto und am 30. 
Ca di Marozzi. Da die Sardinier in der Nacht auf den 31. Juli 
Cremona räumten, passierte das II. Korps an diesem Tage mit 
klingendem Spiel und fliegenden Fahnen diese Stadt und ge- 
langte bis Zanengo. In weiterer Verfolgung des gegen Mailand 
weichenden Feindes überschritt das 11. Korps am 1. August die 
Adda bei Formigara, wobei die Truppen jubelnd vor dem Feld- 
marschall defilierten, und erreichte Cavacurta. Am 2. August 
gelangte es nach Muzza Piacentina, am 3. nach Lodi vecchio. 



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113 

am 4. nach Vigentino. Die Sardinier hatten vor Mailand Stellung 
genommen, wurden aber am 4. durch den Angriff der Brigaden 
Liechtenstein und Schwarzenberg in die Stadt hineingeworfen. 
Während von der Brigade Gyulai die beiden Bataillone Ernst- 
Infanterie nebst der Brigadebatterie erfolgreich in diesen Kampf 
eingriffen, verblieben die übrigen Truppen dieser Brigade in 
Chiaravalle als Reserve und fanden nicht mehr Gelegenheit, am 
Gefechte teilzunehmen. 

Kraft einer am 5. August abgeschlossenen Konvention hatten Konvention 
die Sardinier am 6. Mailand zu räumen und das Gebiet der ^^^ ^' ^^S^st. 
Lombardei zu verlassen. 

Am 6. August zieht FM. Graf Rade tzky an der Spitze des Einzug 
IL Korps nach viereinhalbmonatlicher Abwesenheit wieder in ^^^^^^^^y^ »n 
Mailand ein. Die Brigade Gyulai besetzte das Kastell; das 11. Jäger- q Aueust 
bataillon lagerte auf der Esplanade desselben. 

In kurzer Zeit war es den Truppen gelungen, das aus- 
gedehnte Gebiet zwischen Etsch und Ticino vom Feinde völlig 
zu säubern. Lauter Jubel erfüllte die Herzen aller, die an diesem 
schweren Werke mitgeholfen, und nicht lange ließ die Aner- 
kennung des geliebten Führers auf sich warten. 

Am 7. August erließ der Feldmarschall folgenden Armee- Armeebefehl 
befehl: vom 7. August 

„Soldaten! Als ich die Überzeugung aussprach, daß an 
Eurer Treue und Tapferkeit die Versuche einer aufrührerischen 
Fraktion wie Glas am harten Felsen brechen werden, stand mein 
Vertrauen auf Euch unerschütterlich fest. Ihr habt es glänzend 
gerechtfertigt, Ihr seid von Sieg zu Sieg geeilt; in dem kurzen Zeit- 
räume von vierzehn Tagen seid Ihr siegend von der Etsch bis zum 
Ticino vorgedrungen. Von den Wällen Mailands weht wieder das 
kaiserliche Panier, kein Feind steht mehr auf lombardischem Boden. 
Ihr habt einen Völker- und Fürstenbund gesprengt, der sich an- 
maßte, uns unsere Grenze jenseits der Alpen anweisen zu wollen, 
uneingedenk der Heiligkeit alter Verträge und ererbter Rechte. 

Soldaten ! Im Namen des Kaisers und des Vaterlandes danke 
ich Euch. Ihr habt Euch um Thron und Vaterland verdient 
gemacht. Euere Siege werden den Frieden wieder zurückführen. 
Sollte der Feind in seiner Verblendung uns nochmals anzugreifen 
wagen, dann werden neue Siege ihn lehren, was Österreichs 
sieggewohntes Heer vermag, das, treu seinem Kaiser, anhänglich 
seinem Vaterlande, keine Mühseligkeiten scheut und dem Tode 
freudig ins Auge blickt, wenn man sein Höchstes und Heiligstes ' 
bedroht." 

Geschichte des 11. Feld Jägerbataillons. g 



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114 

Waffen- Am 9. August gelangte zwischen den kriegführenden Par- 

stülstand am ^^j^j^ ^^^ sechsvvüchentlicher Waffenstillstand zum Abschluß, 

"^^ • wobei der Ticino als Demarkationslinie gewählt wurde. 

Entwaffnung 2ur Entwaffnung der insurgierten Gebiete von Como, Bergamo 

ennsurgie en ^^^ ßrescia bestimmte der F'eldmarschall das II. Korps. Die Bri- 
Gebiete. ^ 

gade Gyulai verließ Mailand am 13. August und rückte über 

Treviglio — Crema— Orzinovi nach Ospitaletto ab, wo sich am 

16. August das ganze II. Korps vereinigte, um die Vorrückung 

gegen Brescia zu beginnen. 

Erst als sich die österreichischen Truppen der Stadt näherten, 
erschien eine Deputation, um dem Korpskommandanten die 
Schlüssel der Stadttore zu überreichen. Mit der gebotenen Vor- 
sicht, jedoch ohne Widerstand zu finden, wurde Brescia besetzt ; 
das Korps verblieb hier bis zum 18. August und rückte am 19., 
nach Zurücklassung des Infanterieregimentes Haynau Nr. 57 als 
Garnison von Brescia, nach Bergamo ab, wo FMLt. D'Aspre 
am 20. einzog. 

Da Garibaldis Freischaren fortgesetzt Einfälle in lombardisches 
Gebiet unternahmen und besonders am Lago Maggiore und in 
der Gegend von Varese ihr Unwesen trieben, erhielt das II. Korps 
den Befehl, Truppen gegen Garibaldi zu entsenden. Auch 
sollten die wichtigsten Orte besetzt werden, um eventuelle Auf- 
standsgelüste im Keime zu ersticken. 

Bei Durchführung dieser Befehle gelangte die Brigade Gyulai 

am 21. nach Lecco und am 22. nach Como; die Nachtruhestellung 

sicherte hier das 11. Jägerbataillon durch Vorposten, welche es 

im Vereine mit der 1. Division von Erzherzog Ernst -Infanterie 

bei Rebbio aufstellte. Am 23. August wurde Varese, am 24. Sesto 

Calende erreicht. 

Streifzug gegen Am 26. August erfolgte ein allgemeiner Streifzug gegen 

Garibaldi am Garibaldi. Das 11. Jägerbataillon hatte speziell die Gegend von 

. ugus . Angera und Ispra zu durchstreifen. Bei Morazzone gelang es dem 

Regimente Kinsky Nr. 47, die Garibaldianer zu stellen und sie 

nach heftiger Gegenwehr in die Flucht zu schlagen. Garibaldi 

flüchtete über die Schweizer Grenze; seine Freischaren lösten 

sich nach und nach vollständig auf und Ruhe und Ordnung 

kehrten ins Land zurück. 

Das 11. Jägerbataillon gelangte am 26. August nach voll- 
endeter Streifung nach Varese; am 27. marschierte es wieder 
nach Angera, wo es einstweilen verblieb. 
Beförderung Am 19. August war Major Karl Bauer zum Oberstleutnant 

Bauers. befördert worden. 



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115 



Von Angera kehrte das Bataillon am 4. September nach 
Mailand zurück. Hier fand am 10. September eine große Parade 
statt, wobei FM. Graf Radetzky nach einer feierlichen Messe 
die verliehenen Ehrenzeichen allen jenen tapferen Kriegern per- 
sönlich an die Brust heftete, die sich in diesem ruhmvollen 
Feldzug um Kaiser und Reich verdient gemacht. 

Bis zum 23. September verblieb das 11. Jägerbataillon in 
Mailand und rückte an diesem Tage in seine neue Garnison 
Monza ab. Auf Grund des von FM. Graf Radetzky gewährten 
Generalpardons meldeten sich hier viele „Vermißte** wieder zum 
Dienste, so daß der Stand des Bataillons Ende Dezember bereits 
611 Mann betrug. 

Veränderungen im .Offizierskorps bis zum Jahresschlüsse. 

Eingeteilt : die früher erwähnten Offiziere des 8. Jägerbataillons. 

Transferiert: Am 14. Mai Oberleutnant Moritz Ruzitzka 
zum Infanterieregimente Großherzog von Baden Nr. 59. 

Pensioniert: Die Hauptleute Josef Hanke am 15. Juli und 
Josef Don Frisiani am 15. November. 

Befördert: am 30. März Kapitänleutnant Josef Knerle zum 
Hauptmann, Oberleutnant Josef L i p a w s ky zum Kapitänleutnant, 
Unterleutnant Konrad vonMarinelli zum Oberleutnant, Unter- 
leutnant 2. KI. Friedrich Chiesazum Unterleutnant 1. Kl. und 
der Kadett-Gemeine Jakob Conte Morandi zum Unterleutnant 
2. Kl.; am 7. April Unterieutnant Ludwig Seismit zum Ober- 
leutnant, Unterleutnant 2. Kl. Josef Don Paravicini zum Unter- 
leutnant 1. Kl. und ex propriis-Unterjäger Wilhelm Zanchi zum 
Unterleutnant 2. Kl.; am 28. April Unterleutnant Wilhelm 
Kirchner zum Oberleutnant und Kadett - Unterjäger Heinrich 
Escherich zum Unterieutnant 2. Kl.; am 1. Mai ex propriis- 
Unterjäger Anton Bosch und am 17. Mai Oberjäger Adalbert 
Knapp zu Unterieutnants 2. Kl.; am 18. Mai Unterleutnant 
Johann von Lau des zum Oberleutnant, ferner die Oberjäger 
Josef Netrufal und Johann Musina zu Unterleutnants 2, Kl.; 
am 21. Mai Unterleutnant Heinrich Mathis von Sik-Abony zum 
Oberleutnant, Unterleutnant 2. Kl. Jakob Conte Morandi zum 
Unterleutnant 1. Kl. und Oberjäger Hermann Scholze zum 
Unterleutnant 2. Kl.; am 1. Juni die Unterleutnants 2. Kl. Wil- 
helm Zanchi, Heinrich Escherich und Anton Bosch zu 
Unterleutnants 1. Kl.; ferner die Oberjäger Johann Wasitzky, 
Maximilian Jarauschek, Eduard Schuh und Peter de Lug- 
nani zu Unterleutnants 2. Kl.; am 21. Juni die Unterieutnants 
2. Kl. Josef Netrufal und Adalbert Knapp zu Unterleutnants 

8* 



Parade in 

Mailand am 

10. September. 



Garnison 
Monza. 



V. i. O. 



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116 



1. Kl.; am 16. Juli Kapitänleutnant Josef Lipawsky zum Haupt- 
mann, Oberleutnant Franz Wo hl mann zum Kapitänleutnant, 
Unterleutnant Richard von Escher mann zum Oberleutnant, 
Unterleutnant 2. Kl. Johann Musina zum Unterleutnant 1. Kl. 
und ex propriis-Unterjäger Johann Fattori zum Unterleutnant 

2. Kl.; am 21. Juli Unterleutnant 2. Kl. Hermann Sc holze zum 
Unterleutnant 1. KL, ferner die Oberjäger Eduard Weiß und 
Matthias Davide zu Unterleutnants 2. Kl.; am 24. Juli Unter- 
leutnant Franz Hamornik zum Oberleutnant; am 16. November 
Kapitänleutnant Franz Wo hl mann zum Hauptmann, Ober- 
leutnant Heinrich Scholze zum Kapitänleutnant, Unterleutnant 
Jakob Conte Morandi zum Oberleutnant, Unterleutnant 2. Kl. 
Eduard Schuh zum Unterleutnant 1. Kl. und Kadett-Unterjäger 
Franz Koch zum Unterleutnant 2. Kl. 

Es quittierten: am 1. Mai Oberleutnant Ludwig Sei s mit; 
am 17. Mai Unterleutnant 1. Kl. Josef Don Paravicini; am 
31. Mai die Unterleutnants 1. Kl. Friedrich Chiesa, Johann Don 
Bellasi und Josef Calori; die Unterleutnants 1. Kl. Theobald 
Brenzoni am 20. Juni und Wilhelm Zanchi am 20. Juli. — 
Oberleutnant Titus Cadolino wurde seit 16. Juni vermißt. 



Thron- 
besteigung 
Sr. Majestät. 



Am 2. Dezember 1848 vollzog sich ein für die Monarchie 
hochwichtiges Ereignis: Se. Majestät Kaiser Ferdinand entsagte 
der Krone, sein jugendlicher Neffe folgte ihm in der Regierung. 

Während die Wogen der Revolution tosend den Thron 
seiner Väter umbrandeten, stieg Erzherzog Franz Josef festen 
Schrittes die Stufen desselben hinan, um mit kräftiger Hand das 
kaiserliche Szepter zu ergreifen. 

Als am 10. Dezember ein Allerhöchstes Handschreiben an 
den Kriegsminister erfloß, erweckten seine Worte begeisterten 
Widerhall in den Herzen aller Angehörigen der Armee. 

„Die vielen Beweise von Treue, Hingebung und Tapferkeit, 
durch welche sich Meine Armee als wahre Stütze des Thrones, 
als sicherer Hort der Ordnung und Gesetzlichkeit jederzeit be- 
währt hat, veranlassen Mich, derselben ein erstes Denkmal Meines 
unbedingten Vertrauens dadurch zu geben, daß Ich, gleich Meinen 
erhabenen Vorfahren, alle Generäle, Stabs- und Oberoffiziere, sowie 
die gesamte Mannschaft von der bei Thronbesteigungen sonst 
üblichen eigenen Eidesabiegung entbinde." 



Im Schlachtendonner von S. Lucia, da hatte der ritter- 
liche Jüngling die Herzen der Soldaten gewonnen, als er die 



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117 

unmittelbarste Gefahr mit ihnen teilte! Unter dem Zischen der 
sardinischen Granaten ward das Band geschmiedet, das den 
geliebten Herrscher innig und unerschütterlich mit seiner Armee 
verbindet ! 

1849. Offizierseinteilung zu Beginn des Jahres. Offiziers- 

Bataillonsstab : Kommandant: Oberstleutnant Karl Bauer; «»"eiung. 
Adjutant: Oberleutnant Wilhelm Kirchner; Rechnungsführer: 
Hauptmann Anton Nelhübel; Proviantmeister: Oberleutnant 
Johann Pawlicza; Oberarzt: Dr. Anton Gröschl. 

1. Kompanie: Kapitänleutnant Heinrich Scholze, Ober- 
leutnant Konrad von Marin eil i, Unterleutnant 1. Kl. Josef 
Netrufal und Unterleutnant 2. Kl. Johann Wasitzki. 

2. Kompanie: Hauptmann Josef Knerle, Oberleutnant 
Franz Hamornik, Unterleutnant 1. Kl. Heinrich Escherich 
und Unterleutnant 2. Kl. Johann Fattori. 

3. Kompanie: Hauptmann Josef Li pavvski, Oberleutnant 
Jakob Conte Morandi, die Unterleutnants 1. Kl. Adalbert 
Knapp und Hermann Scholze, ferner Unterleutnant 2. Kl. 
Peter de Lugnani. 

4. Kompanie: Hauptmann Anton G ößmann, Oberleutnant 
Richard von Eschermann, Unterleutnant 1. Kl. Anton Bosch 
und Unterleutnant 2. Kl. Eduard Weiß. 

5. Kompanie: Hauptmann Franz Wohl mann, Oberleut- 
nant Johann von Lau des, Unterleutnant 1. Kl. Eduard Schuh 
und Unterleutnant 2. Kl. Matthias Davide. 

6. Kompanie : Hauptmann Wenzel Schröder, Oberleutnant 
Heinrich Mathis von Sik-Abony, Unterleutnant 1. Kl. Johann 
Musina und Unterleutnant 2. Kl. Theodor Koch. 

Die Hauptleute Anton Goß mann und Wenzel Schröder 
wurden, und zwar ersterer am 21. Februar, letzterer am 
6. März zu Majoren befördert, verblieben jedoch vorläufig als 
supernumerär im Bataillon.') Am 31. Mai erhielt G ößmann 
das Kommando des 13., Schröder jenes des 22. Jäger- 
bataillons. 

Kapitänleutnant Heinrich Scholze, am 6. März zum Haupt- 
mann befördert, verschied zwei Tage nach seiner Beförderung, 
von seinen Kameraden betrauert, zu Verona. 



*) Die übrigen, während des Feldzuges erfolgten Beförderungen erscheinen 
zusammengefaßt am Ende dieses Abschnittes. 



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118 



Vorgeschichte. 



Kündigung 
des Waffenstill- 
standes. 



Armeebefehl 
vom 12. März. 



Der Feldzug 1849 in Italien. 

Die auf Grund des Waffenstillstandsvertrages vom 9. August 
1848 zwischen Österreich und Sardinien eingeleiteten Friedens- 
verhandlungen führten zu keinem Resultate. Der sardinischen 
Regierung war es nur darum zu tun, den unvermeidlichen Bruch 
so lange hinauszuschieben, bis das Heer die erforderliche Schlag- 
fertigkeit wieder gewonnen hätte. 

Als Österreich durch die ungarischen Verwicklungen in eine 
schwierige Lage geraten war, griff König Karl Albert erneuert 
zum Schwerte; am 12. März 1849 traf der piemontesische Major 
Cadornaim Hauptquartiere des Feldmarschall Grafen Radetzky 
zu Mailand ein, um die schriftliche Aufkündigung des Waffen- 
stillstandes zu überreichen. 

Lauter Jubel und ungeteilte Freude herrschte in allen Gar- 
nisonen des lombardisch - venetianischen Königreiches, als der 
Feldmarschall dieses Ereignis mit folgenden schwungvollen 
Worten seinen Truppen verkündete: 

„Soldaten! Eure heißesten Wünsche sind erfüllt; der Feind 
hat uns den Waffenstillstand aufgekündigt. Noch einmal streckt 
er seine Hand nach der Krone Italiens aus; doch er soll er- 
fahren, daß sechs Monate nichts an Eurer Treue, an Eurer 
Tapferkeit, an Eurer Liebe für Euren Kaiser und König geändert 
haben. Als Ihr aus den Thoren Veronas auszogt, und von Sieg 
zu Sieg eilend, den Feind in seine Grenzen zurücktriebt, ge- 
währtet Ihr ihm großmütig einen Waffenstillsand ; denn er wollte 
den Frieden unterhandeln, so sagte er, — doch statt diesem hat 
er sich zu neuem Kriege gerüstet. Wohlan denn, auch wir sind 
gerüstet! Den Frieden, den wir ihm großmütig geboten, wollen 
wir in seiner Hauptstadt erzwingen. — Soldaten! Der Kampf 
wird kurz sein; es ist derselbe Feind, den Ihr bei Santa Lucia, 
bei Sommacampagna, bei Custoza, bei Volta und vor den Thoren 
Mailands besiegt habt. Gott ist mit uns, denn unsere Sache ist 
die gerechte." 

„Auf also, Soldaten! Noch einmal folgt Eurem greisen 
Führer zum Kampf und Siege ! Ich werde Zeuge Eurer tapfern 
Taten, und es wird der letzte frohe Akt meines langen Soldaten- 
lebens sein, wenn ich in der Hauptstadt eines treulosen Feindes 
die Brust meiner wackeren Gefährten mit dem blutig und ruhm- 
voll errungenen Zeichen ihrer Tapferkeit werde schmücken 
können." 



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119 



„Vorwärts also, Soldaten! Nach Turin! lautet die Losung; 
dort finden wir den Frieden, um den wir kämpfen. Es lebe der 
Kaiser, es lebe das Vaterland!" 

Hauptquartier Mailand, am 12. März 1849. 

Wohlgerüstet und von Siegeshoflfnung erfüllt, sah die öster- 
reichische Armee den lireignissen entgegen. „Das hoffnungsgrüne 
Feldzeichen aufgesteckt, zogen die Truppen durch die Straßen 
ihrer Standorte und brachten unter den Klängen des Volksliedes 
dem Kaiser und ihrem Feldherrn lauttönendes Hoch." 

Der Feldmarschall verfügte über fünf Korps mit zirka 
75.000 Mann, welche derart disloziert waren, daß sie binnen 
acht Tagen an jedem beliebigen Grenzpunkte konzentriert werden 
konnten. Am 8. März war bereits die Marschbereitschaft an- 
geordnet worden. 

König Karl Albert hatte etwa die gleiche Truppenzahl 
in fünf Divisionen westlich des Ticino in der Linie Oleggio-Vige- 
vano vereinigt; eine Nebengruppe, 30.000 Mann in zwei Divisionen, 
stand südlich des Po gegenüber Pavia und bei Sarzana gegen 
Toskana. 

Durch einen verstellten Rückzug sollten die Sardinier ver- 
anlaßt werden, gegen Mailand zu marschieren; Radetzky 
wollte dann, nach überraschender Versammlung seiner Streit- 
kräfte bei Pavia, zwischen die beiden feindlichen Gruppen ein- 
dringen, um einen Schlag gegen die Flanke der sardinischen 
Hauptkraft zu führen. 

Karl Albert beabsichtigte mit der Hauptarmee direkt auf 
Mailand vorzustoßen; die gegenüber von Pavia stehende Division 
Kamorino sollte über den Po gegen Radetzkys linke Flanke und 
Rücken operieren. 

Zu dieser Zeit garnisonierte das 11. Jägerbataillon in Monza. 
Es bildete mit den L und 2. Bataillonen der Infanterieregimenter 
Paumgartten Nr. 21 und Gyulai Nr. 33, zwei Eskadronen des 
Husarenregimentes Reuß Nr. 7 und der sechspfündigen Fuß- 
batterie Nr. 4 die Brigade des GM. Grafen Stadion; diese gehörte 
im Verbände der Division FMLt. Erzherzog Albrecht zum II. Korps 
FMLt. Baron D'Aspre. 

Am 17. und 18. März ließ Radetzky den größten 
Teil der in Mailand versammelten Truppen gegen Lodi und 
S. Angiolo abrücken. Während nun der Feind infolge dieser 
geschickt ausgeführten Bewegungen die österreichische Armee 
in vollem Rückzuge glaubt, wendet sich Radetzky plötzlich 



Stimmung der 
Armee. 



Stärkeverhält- 
nisse und Grup- 
pierung im 
Großen. 



Operations- 
pläne. 



Garnison und 

Einteilung des 

Bataillons bei 

Beginn des 

Krieges. 



Konzentrierung 

der Armee 
Radetzkys bei 
Pavia. . 



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120 



Überschreitung 
des Gravellone 
am 20. März. 



Gefecht 

Benedeks bei 

S. Martino am 

20. März. 



Situation am 

Abende des 

20. März und 

Dispositionen 

für den 21. 



gegen Pavia, wo er bis zum 20. März seine gesamten Streitkräfte 
konzentriert. 

Die Brigade Stadion war am 18. von Monza mittels Eisen- 
bahn nach Mailand gelangt und marschierte noch an diesem 
Tage im Divisionsverbande direkt nach Binasco. Am 19. bezog 
die Brigade ein Lager bei Pavia. 

Am 20. März gegen 1 1 Uhr vormittags wurde die Brigade 
GM. Graf Kolowrat, welche die Avantgarde des II. Korps bildete, 
bis hart an die Grenze, den Gravellone -Graben südlich von 
Pavia, vorgeschoben. Mit gewissenhafter Beobachtung der Ablauf- 
stunde des Waffenstillstandes begann das IL Korps um 12 Uhr 
mittags die Grenze zu überschreiten. 

Die Vorhutdivision FMLt. Erzherzog Albrecht formierte sich 
hiezu in drei Kolonnen: rechte Kolonne unter Kommando des 
GM. Grafen Kolowrat, mittlere unter Oberst Ritter von B e n e d e k 
des Infanterieregimentes Nr. 33 und linke Kolonne unter GM. Graf 
Stadion. Letztere, zu welcher auch das 11. Jägerbataillon 
gehörte, überschritt den Ticino auf einer Kriegsbrücke, fand aber, 
am Gravellone angelangt, die Furt, welche die Truppen passieren 
sollten, vom Feinde ungangbar gemacht. Es mußte auch hier 
eine Brücke geschlagen werden. Diese Arbeit, zu deren Deckung 
das 11. Jägerbataillon in Kähnen überschifft worden war, dauerte 
infolge der ungünstigen Uferverhältnisse derart lange, daß erst 
nach zwei Stunden der Übergang beginnen konnte. Auch die 
rechte Kolonne wurde durch Terrainhindemisse aufgehalten. 

Dafür drang die Kolonne Benedek bereits gegen 1 Uhr 
nachmittags gegen S. Martino vor, warf die hier postierten 
Bersaglieris nach kurzem Widerstand und trieb die nördlich des 
Po gestandenen Abteilungen Ramorinos über Cava — Mezzana 
corti auf das südliche Ufer zurück; die Brücke bei Mezzana corti 
wurde zerstört und Ramorino dadurch vom sardinischen Gros 
getrennt. 

Um 8 Uhr abends traf das II. Korps bei Gropello ein und 
lagerte südlich des Ortes, beiderseits der Straße nach Mortara. 
Die Armee war im Räume Zerbolo — Gropello — S. Spirito — Cava — 
Pavia vereint. Am 21. hatte das Gros gegen Mortara, eine rechte 
Flügelkolonne nach Vigevano, eine linke nach S. Giorgio vor- 
zurücken. 

Die Sardinier passierten inzwischen am Mittage des 20. März 
mit zwei Divisionen den Ticino und erreichten Magenta, während 
die übrigen Divisionen in ihren Stellungen diesseits des Ticino 
verblieben. 



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121 

Am Abende des 20. in Kenntnis gelangt, daß Radetzky 
bei Pavia den Ticino überschritten habe, befahl Karl Albert 
für den 21., daß sich drei Divisionen bei Vigevano, zwei bei 
Mortara zu vereinigen hätten. Die Division Durando nahm 
in Ausführung dieses Befehles beiderseits der Stadt Mortara 
Stellung und wurde später durch die Reservedivision Savoyen 
verstärkt. 

Das österreichische II. Korps brach am 21. um 10 Uhr Vormarsch des 
vormittags aus dem Lager bei Gropello auf und rückte über ''* ^^^^ ^®^®" 
Garlasco und Trumello gegen Mortara vor. Die Division Erz- ^^ ^^^^ 
herzog Albrecht marschierte an der Tete, Brigade Kolowrat als 
Avantgarde vorgeschoben, Brigade Stadion ihr folgend. 

Es war etwa 4 Uhr 30 Min. nachmittags, als die Spitze Gefecht bei 
der Avantgarde bei Casoni di S. Albino auf feindliche Lanciers Mortara am 
stieß, die sich eiligst zurückzogen; nahe vor Mortara empfing 
Geschützfeuer die verfolgende österreichische Kavallerie. 

FMLt. Baron D'Aspre, bei der Avantgarde anwesend, ließ 
die Division Erzherzog Albrecht sogleich zum Angriff auf Mortara 
formieren, während die Division Schaffgotsche im Reservever- 
hältnis bei Casoni di S. Albino verblieb. 

Zu beiden Seiten der Straße nahm die Division Erzherzog 
Albrecht in vier Kolonnen Aufstellung: rechte Flügelkolonne 
unter Oberst Weiler des 9. Jägerbataillons, 2 Kompanien dieses 
Truppenkörpers und 2 Bataillone des Infanterieregimentes Erz- 
herzog Franz Kari Nr. 52, etwa 700 Schritte nördlich der Straße ; 
rechte Mittelkolonne unter Oberst Ritter von Benedek, 1. und 
2. Division des 1 1. Jägerbataillons und 2 Bataillone des Infanterie- 
regimentes Nr. 33, an der rechten Straßenseite; linke Mittel- 
kolonne unter GM. Graf Stadion, 3. Division des 11. Jäger- 
bataillons und 2 Bataillone des Infanterieregimentes Paumgartten 
Nr. 21, an der linken Straßenseite; endlich linke Flügelkolonne 
unter GM. Graf Kolowrat, 4 Kompanien des 9. Jägerbataillons 
und 2 Bataillone des Infanterieregimentes Kaiser Nr. 1, etwa 
600 Schritte südlich der Straße. 

Die Kavalleriebatterie Nr. 2 fuhr geteilt auswärts der beiden 
Mittelkolonnen, die Batterie der Brigade Stadion auf der Straße 
auf. Als das Feuer der österreichischen Artillerie trotz kräftiger 
Erwiderung wirksam geworden, gab D'Aspre nach 6 Uhr abends 
den Befehl zur allgemeinen Vorrückung. 

Ostwärts Mortara, etwa 1500 Schritte von der Porta Milano 
entfernt, zieht sich im Halbkreis eine Kette sandiger Hügel ; hier 
hatte GLt. Durando seine Division zum Kampf entwickelt. 



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122 



Erstürmung 
der Sandhügel 

durch das 
11. Jägerbatail- 
lon und Infan- 
terieregiment 
Nr. 33. 



Kapitänleut- 
nant Kirchner. 



Zwischen dem Friedhofe an der Straße nach Vigevano und 
der Straße Garlasco — Mortara stand die Brigade „ Aosta**, während 
die Brigade „Regina" den Abschnitt südlich der Straße bis ein- 
schließlich des festen Klosters S. Albino besetzt hielt. 

Von der Reservedivision Herzog von Savoyen nahm die 
Brigade Cuneo südwestlich von Mortara Stellung; an diese an- 
schließend, dehnte sich die Gardebrigade bis Castel d'Agogna aus. 

Die Sonne war bereits untergegangen; dichte Staubwolken 
wirbelten unter dem festen Tritt der österreichischen Sturm- 
kolonnen empor; eine einheitliche Leitung des Angriffs wurde 
fast unmöglich. 

Während die hereinbrechende Dunkelheit, die tief ein- 
geschnittenen Gräben, der ungeheure Staub die Vorrückung der 
übrigen Kolonnen etwas verzögert, dringt B e n e d e k mit Trommel- 
schlag „im Manövrierschritt" unaufhaltsam vorwärts. 

Diebeiden Divisionen des 11. Jägerbataillons, von Oberst- 
leutnant Bauer geführt, bildeten die Avantgarde. Die 2. Division 
unter Kapitänleutnant Kirchner etwas voraus, die 1. Division 
unter Hauptmann Knerle als Unterstützung hinter dem rechten 
Flügel Kirchners folgend, gingen die Abteilungen Bauers 
im heftigen Feuer der sardinischen Geschütze auf die Sandhügel 
los; in geschlossenen Regimentskolonnen folgte die Infanterie. 
Ein breiter, schlammiger Wassergraben, der die Vorrückung 
zu verzögern droht, wird auf einigen rasch gefällten Bäumen 
passiert. Bald darauf gelangt die 2. Division des Bataillons in 
ein heftiges Tirailleurfeuer. Benedek läßt die Truppen kurze 
Zeit halten, um sich zu orientieren, was bei den Nachbar- 
kolonnen vorgehe. Ringsum tiefe Stille! Doch Benedek, an 
dem erhaltenen Befehl, Mortara zu nehmen, festhaltend, gab 
„dem tapferen Oberstleutnant Bauer den Befehl, nur immer 
weiter vorzurücken". 

Entschlossen und mit größter Entschiedenheit drang Kapitän- 
leutnant Kirchner mit der 2. Division, von der 1. gefolgt, auf 
den Gegner ein. Da der tiefe Sand das Vorwärtskommen sehr 
erschwerte, vermochten nur 7 bis 8 Mann dem ungestüm vor- 
dringenden Offizier unmittelbar zu folgen ; die feindlichen Tirail- 
leurs wurden zurückgeworfen. 

Während nun Oberst Benedek mit dem 2. Bataillon 
seines Regimentes die feindlichen Stellungen beiderseits der 
Straße erstürmte, erreichten die Jägerabteilungen nach äußerst 
beschwerlichem Laufe über die Sandfelder die zwischen dem 
Cavo Passerini und der Straße sich hinziehenden Hügel. Hier 



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123 

gewährte Oberstleutnant Bauer der erschöpften Mannschaft eine 
kurze Ruhepause. 

Oberst Benedek folgte dem nach Mortara zurückweichen- 
den Feind mit seinem 2. Bataillon, wieder „tambour battant", 
unaufhaltsam nach. Auf gleicher Höhe mit Oberst Benedek 
rückte Oberstleutnant Bauer mit der 1. Division des 11. Jäger- 
bataillons gegen Mortara vor; die stark auseinandergekommene 
2. Division war noch in der Sammlung begriffen; das 1. Bataillon 
Benedeks folgte dem 2. nach. 

Nach 7 Uhr abends drang Benedek mit dem 2. Bataillon Benedek dringt 
seines Regimentes und der 1 . Division des 11. Jägerbataillons '" Mo^ara ein. 
in Mortara ein. Ein erbitterter Straßenkampf entspann sich; bis 
zum Tore gegen Vercelli trieb Benedek den flüchtenden Feind 
und nahm ihm Geschütze, Munitionswägen und Gefangene 
aller Truppengattungen ab. Auch Oberstleutnant Bauer war 
unter fortwährendem Kampfe in der Richtung der Porta Vercelli 
gefolgt. 

Bei diesem Kampf im Inneren des Ortes starb Hauptmann Hauptmann 
Konrad von Marinelli den Heldentod. Marineiii fällt. 

Von kleinen Abteilungen Benedeks verfolgt, zerstreuten 
sich die Trümmer der Brigade Regina in den Seitengassen nach 
allen Richtungen. Sechs Bataillone, die der Herzog von Savoyen 
gegen Mortara heranführte, wurden von den Fliehenden mit- 
gerissen ; die Reservedivision wandte sich zum Rückzug gegen 
Novara. 

Unterdessen hatte um 7 Uhr 30 Min. abends die Kolonne 
Kolowrat das tapfer verteidigte Kloster S. Albino erstürmt. Der 
Generalstabschef der sardinischen Armee, GM. Alexander La 
Marmora, der auf dem Gefechtsfelde erschienen war, dirigierte 
zwei Bataillone der Brigade Cuneo gegen S. Albino, dessen 
Wiedereroberung jedoch nicht gelang; La Marmora hoffte 
nun mit den beiden Bataillonen durch Mortara die Straße nach 
Robbio gewinnen zu können. 

Eben hatte Benedek das Tor gegen Vercelli verrammeln 
lassen, als plötzlich in seinem Rücken die Kolonne La Marmoras 
geschlossen anrückte. Voll Geistesgegenwart läßt Benedek die 
Front verkehren, rückt den Sardiniern bis auf fünfzig Schritte 
entgegen und fordert sie, nachdem einige Schüsse gewechselt 
worden, zur Übergabe auf. In diesem Augenblicke rücken aus 
den Seitengassen einige Abteilungen des Regimentes Gyulai und 
Oberstleutnant Bauer mit einer Abteilung des 11. Jägerbataillons 
heran. Durch diese Umstände begünstigt, wird Ben edeks toll- 



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124 



Verluste des 
ßataillons. 



Ausgezeichnete 
Leistungen 
Einzelner. 



Oberleutnant 
Netrufal, 



kühne Aufforderung angenommen — „bei 700 — 800 gut for- 
mierte Feinde" strecken die Waffen. 

La Marmora war es gelungen, mit einigen hundert Mann 
zu entkommen. 

Die 2. Division des 1 1 . Jägerbataillons, die Kapitänleutnant 
Kirchner auf den Sandhügeln gesammelt hatte, rückte von 
hier in unausgesetztem feindlichen Feuer nach Mortara nach, 
wo sie im Vereine mit einer Abteilung des Infanterieregiments 
Gyulai und des 9. Jägerbataillons einen Durchbruchsversuch 
feindlicher Lanciers von der Stadt her verhinderte; Kapitän- 
leutnant Kirchner hieb selbst einen Lancier vom Pferde. 

Die Kolonne Stadion folgte den Truppen Benedeks bis an 
die Porta Milano nach und nahm hier Stellung. 

Die Truppen des Obersten Weiler führten, durch Terrain- 
hindernisse aufgehalten, ein stehendes Tirailleurgefecht mit der 
Brigade Aosta, bis diese von GLt. Durando nach der Kata- 
strophe der Brigade Regina zur Besetzung Mortaras zurück- 
gezogen wurde; sie traf aber bei Porta Milano bereits auf die 
Truppen Stadions und wich nach einigen Schüssen auf die über 
Parona nach Novara führende Straße aus. 

Gegen 9 Uhr abends war das Gefecht zu Ende und die 
österreichische Armee um einen schönen Sieg reicher geworden; 
55 Offiziere, etwa 1500 Mann, 6 Geschütze und eine große 
Menge von Vorräten fielen in die Hände der Sieger. 

Nach besten Kräften hatte auch das 11. Jägerbataillon zum 
Erfolge des Tages beigetragen; über 100 Gefangene wurden von 
Mannschaften des Bataillons eingebracht, vier Munitions- und ein 
Medikamentenkarren erbeutet. 

Nächst dem Infanterieregimente Nr. 33 erlitt das 11. Jäger- 
bataillon die größten Verluste: Hauptmann von Marin eil i, die 
Gemeinen Francesco Livraghi der 1., Giuseppe Calvi der 2., 
Arcangelo Manzani, Giovanni Cataneo und Luigi Robeltato 
der 3. Kompagnie tot, Oberleutnant Netrufal und 19 Mann 
verwundet, 30 Mann vermißt. 

Außer Oberstleutnant Bauer und Kapitänleutnant Kirchner, 
deren verdienstvolle Tätigkeit bereits geschildert wurde, haben 
sich von den Offizieren des 11. Jägerbataillons noch Oberleutnant 
Netrufal und Unterleutnant Rezzoli besonders ausgezeichnet. 

Oberleutnant Netrufal, welcher die Dienste des Bataillons- 
adjutanten versah, erwies sich als äußerst tapfer, gewandt und 
verläßlich im Überbringen der Befehle. Wiederholt sprengte 
Netrufal über die in Staub gehüllte Ebene vor, um die 



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125 



Stellungen des Feindes zu rekognoszieren und seinem Komman- 
danten hierüber Meldung zu erstatten. Trotz einer Verwundung 
an der rechten Hand verblieb er auf dem Kampfplatze, bis Oberst- 
leutnant Bauer, auf die Wunde seines Adjutanten durch deren 
starkes Bluten aufmerksam geworden, ihm befahl, sich zum 
Verbandplatze zu begeben. 

Unterleutnant Rezzo li bewährte sich auch hier wieder 
als ein besonders mutiger Führer seiner Abteilung. Stets einer 
der Ersten, sowohl während des Angriffes auf Mortara wie auch 
bei den Kämpfen in der Stadt selbst, verstand es Rezzo li, 
durch sein persönliches Beispiel und durch kernige Worte seine 
Mannschaft zu mutigem Vorwärtsgehen zu entflammen. 

Auch viele Personen des Mannschaftsstandes unseres Batail- 
lons verrichteten an diesem Tage Taten, welche würdig sind, hier 
Aufnahme zu finden. 

Oberjäger Domenico Gatelli der 2. Kompanie war in der 
Kette stets am weitesten voran und eiferte seine Untergebenen 
durch seine Entschlossenheit und seinen bewiesenen Mut dazu 
an, trotz des heftigen feindlichen Feuers vorzugehen; beim Ein- 
dringen in Mortara gelang es ihm, neunzehn Sardinier gefangen 
zu nehmen. 

Unterjäger Feiice Spajerani der 2. Kompanie, von Oberst- 
leutnant Bauer als einer der Tapfersten im Bataillone bezeichnet, 
stach schon beim Angriffe auf Mortara durch sein entschlossenes 
Benehmen hervor; als die österreichischen Truppen in die Stadt 
einbrachen, da war er stets in den vordersten Reihen der 
Kämpfenden zu finden. Unter Kommando des Unterleutnants 
Eltzenbaum mit neun Jägern zur Deckung der linken Flanke 
des Bataillons bestimmt, legte Unterjäger Spajerani in dieser 
Verwendung eine derartige Tapferkeit an den Tag, daß die hiebei 
erfolgte Gefangennahme von zwanzig Mann und Erbeutung eines 
Munitionskarrens größtenteils seiner Tätigkeit zuzuschreiben ist. 

Unterjäger Lorenzo Villa der 3. Kompanie zeichnete sich 
durch Mut, unermüdliches Aneifern seiner Untergebenen und 
gutes Schießen aus; in Mortara verteidigte er sich mit dem 
Patrouilleführer Luigi Guanda und dem Gemeinen Arcangelo 
Manzani gegen einen überlegenen Feind, wobei Manzani 
fiel. Villa nahm einen feindlichen Offizier und sechs Mann ge- 
fangen. 

Trompeter Giuseppe Cerini der 4. Kompanie, der während 
der schwierigen Vorrückung gegen Mortara ununterbrochen an 
der Seite seines Kompaniekommandanten blieb, spornte seine 



Unterleutnant 
Rezzoli. 



Oberjäger 
Gattelli. 



Unterjäger 
spajerani. 



Unterjäger 
Villa. 



Trompeter 
Cerini. 



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126 



Kadett Borst. 



Gemeiner 
Matauschek. 



Belobung der 
Division Erzher- 
zog Albrecht. 

Anerkennung 
der Leistungen 
des Bataillons. 

Tapferkeits- 
medaillen. 



Kameraden durch fortgesetztes Sturmblasen zum Vorwärtsgehen 
an; in der Stadt erbeutete er mit besonderer Bravour einen 
Munitionskarren, indem er, vom Gemeinen Domenico Livio 
derselben Kompanie unterstützt, die Bedeckung teils vom Pferde 
hieb, teils verjagte. 

Kadett Eduard Borst der 4. Kompanie tat sich bei der 
Wegnahme eines Geschützmunitions- und eines Medikamenten- 
wagens besonders hervor und verteidigte seine Beute trotz des 
heftigen feindlichen Feuers so lange, bis sie in Sicherheit ge- 
bracht werden konnte. 

In gleicher Weise wußte es der Gemeine Johann Matau- 
schek der 3. Kompanie durch energische Verteidigung zu ver- 
hindern, daß ein erbeuteter Munitionskarren dem wieder an- 
dringenden Feinde in die Hände falle. 

Die Gemeinen Andrea Valle und Francesco Scaglia der 
3. Kompanie nahmen während des Straßenkampfes in Mortara 
mehrere feindliche Lanciers gefangen und erbeuteten ein Pferd. 

Unterjäger Carlo Paul et to der 3. Kompanie nahm dem 
Feinde eine Kiste mit Waffen ab, nachdem er im Vereine mit 
dem Gemeinen Luigi Bosizzio derselben Kompanie die Be- 
deckung auseinandergesprengt und einen Mann derselben ge- 
fangen hatte. 

- Gemeiner Giovanni Bozzaro der Pionierabteilung zeichnete 
sich bei der Passierbarmachung des breiten Wassergrabens, den 
die Kolonne Benedek während der Vorrückung gegen Mortara 
zu überschreiten hatte, durch besondere Kaltblütigkeit und Un- 
erschrockenheit aus. 

Reiche Anerkennung, die der Feldmarschall den Truppen 
und ihren Führern zollte, bildete den Lohn für den glänzenden 
Erfolg der österreichischen Waffen. 

P'MLt. Erzherzog Alb recht hebt in seiner Relation über 
das Gefecht von Mortara das rühmliche Verhalten des Oberst- 
leutnant Bauer, „welcher auch diesmal seine bekannte persön- 
liche Tapferkeit aufs Neue bewährte", besonders hervor. 

Oberstleutnant Bauer, Kapitänleutnant Kirchner, die 
Oberleutnants Hamornik und Netrufal sowie Unterleutnant 
Rezzoli wurden öffentlich belobt. 

Oberjäger Domenico Gattelli, die Unterjäger Feiice Sp a- 
jenmi*) und Lorenzo Villa, Trompeter Giuseppe Cerini 



1) Gattelli und Spajerani besauen bereits die silberne Tapfcrkeits- 
medaille 2. Kl. für ihre Verdienste im Feldzug 1848. 



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Skizze zur Schlacht von Novara. 




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127 



und Gemeiner Domenico Livio erwarben sich die silberne 
Tapferkeitsmedaille 1. Kl.; dem Kadetten Eduard Borst, dem 
Patrouilleführer Luigi Guanda, dem Gemeinen Giovanni Boz- 
zaro, Johann Matauschek, Francesco Scaglia und Andrea 
Valle wurde die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Kl. zuerkannt; 
Unterjäger Carlo Pauletto und Gemeiner Luigi Bosizzio 
erhielten eine öffentliche Belobung. 

Nach dem Gefechte besetzten zwei Kompanien des 11. Jäger- 
bataillons die Porta Milano, ein Bataillon des Infanterieregimentes 
Nr. 21 die Porta Novara und Alessandria; letzteres bestritt auch 
die Vorposten ; die übrigen Truppen der Division blieben in ihren 
Stellungen außerhalb der Stadt. 

Die rechte Flügelkolonne Radetzkys war am 21. südlich 
von Vigevano auf eine sardinische Division gestoßen und hatte 
diese nach Vigevano zurückgeworfen. Am Abende des 21. März 
lagerte die österreichische Armee im Räume S. Vittore— Gambolo — 
Mortara — S. Giorgio— Trumello. Am 22. sollte der Vormarsch 
gegen Novara fortgesetzt werden, wo König Karl Albert im 
Laufe dieses Tages fünf Divisionen vereinigte. 

Am Abende des 22. standen Radetzkys Streitkräfte im 
Räume Cilavegna — Vespolate — Robbio — Mortara; die Division 
Erzherzog Albrecht erreichte Nibbiola. 

Am 23. März rückte das IL Korps auf der Straße gegen 
Novara vor. Brigade Kolowrat bildete die Avantgarde; ihr folgte 
die Brigade Stadion, dieser die Division Schaffgotsche. Zur 
Deckung nach Westen hatte FMLt. Erzherzog Alb recht den 
Obersten Graf Kiel man s egge des Infanterieregimentes Nr. 21 
mit fünf Kompanien dieses Regimentes, der 3. Division des 1 1 . Jäger- 
bataillons, einer halben Eskadron des Husarenregimentes Nr. 7 
und zwei Geschützen über Montarsello gegen Novara entsendet. 

Der König von Sardinien, entschlossen, bei Novara eine 
entscheidende Schlacht anzunehmen, hatte seine Divisionen 
südlich dieser Stadt ä cheval der Chaussee gruppiert; das starke 
Gehöft La Bicocca diente der Front als Stützpunkt. 

Es war etwa II L^hr vormittags, als die Avantgarde des 
österreichischen II. Korps bei Olengo auf feindliche Vortruppen 
stieß, welche sich nach kurzem Kampfe in der Richtung auf 
Novara zurückgezogen. Beiderseits der Straße entwickelt, rückte 
Brigade Kolowrat sogleich den weichenden Bersaglieris nach, 
während sich Stadions Truppen als Reserve rechts der Straße 
formierten; die 1. und 2. Division des 11. Jägerbataillons, welche 
während des Vormarsches die Tete der Brigade Stadion gebildet 



Situation am 

Abende des 

21. März und 

Entschluß für 

den 22. 



Stellung 
Radetzkys am 
Abende des 22. 

Vormarsch des 

II. Korps gegen 

Novara am 

23. März. 



Schlacht von 
Novara am 
23. März. 



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128 



hatten, wurden in Halbdivisionskolonnen aufgestellt und waren 
längere Zeit hindurch feindlichem Geschützfeuer ausgesetzt, ohne 
jedoch Verluste zu erleiden. 

Erster Angriff. Im Kreuzfeuer sardinischer Batterien erreichten die Ab- 

teilungen der Avantgardenbrigade die Linie Cavalotta — Castellazzo 
und erstürmten diese Gehöfte ; die Infanterie der linken Kolonne, 
deren Gefecht FMLt. Erzherzog Alb recht persönlich leitete, 
drang mit Ungestüm bis Casa Visconti vor; ein übermächtiger 
Gegenangriff der Sardinier warf aber die österreichischen Ab- 
teilungen westlich der Straße wieder bis über Cavalotta zurück 
und auch Castellazzo fiel ungefähr zur gleichen Zeit neuerdings 
in die Hände des Feindes. 

FMLt. Baron D'A spr e, die Notwendigkeit einer Verstärkung 
des besonders bedrohten linken Flügels erkennend, erteilte der 
Brigade Stadion den Befehl, sogleich in der Richtung nach Cava- 
lotta abzurücken. Es trafen dort zuerst die beiden Divisionen 
des 11. Jägerbataillons nebst einem Bataillon des Regimentes 
Paumgartten ein und traten, da sich die hier kämpfende Infanterie 
fast völlig verschossen hatte, zu ihrer Ablösung sogleich ins 
Gefecht. 

Zweiter Angriff. Nachdem CS drei österreichischen Batterien gelungen war, 

durch trefflich geleitetes Feuer die sardinische Artillerie nieder- 
zukämpfen, ließ F^MLt. Erzherzog Albrecht die Brigade Stadion 
nach Eintreffen des Regimentes Gyulai zum Angriff schreiten 
und nahm Casa Visconti neuerdings mit stürmender Hand. Bei 
diesem Kampfe wurde GM. Graf Stadion verwundet, kehrte 
aber nach Anlegung eines Verbandes wieder auf das Gefechts- 
feld zurück, bis ihn der Blutverlust zwang, das Brigadekommando 
an Oberst von Benedek zu übergeben. 

Doch auch diesmal sollte es den tapfern Truppen nicht 
vergönnt sein, das schwer gewonnene Terrain zu behaupten — 
ein zweiter Gegenstoß der Sardinier wirft sie wieder bis Cavalotta 
zurück, wo sie aber, von Erzherzog Alb recht und Benedek 
angefeuert, mit bewundernswerter Ausdauer einem weiteren Vor- 

Driitcr Angriff, dringen des Feindes Einhalt gebieten. Als gegen 1 Uhr nach- 
mittags Truppen der Division Schaffgotsche zur Verstärkung 
eintreffen, wird der Angriff beiderseits der Straße erneuert; die 
linke Kolonne, unter Erzherzog A 1 b r e c h t s persönlicher Führung, 
dringt in La Bicocca ein, die rechte unter Kolowrat erstürmt 
Castellazzo wieder und verfolgt den Feind bis Fersada. 

Das 11. Jägerbataillon gelangte während dieses dritten An- 
griffes, welchen die Truppen Erzherzog Alb rechts vollführten, 



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129 

bis an ein Gebäude, das zum Gehöft Bicocca gehörte, und 
dessen Zugang ein Verhau versperrte; rasch wurde derselbe 
erstiegen und das Haus besetzt, während sich westlich desselben 
ein Bataillon des Regimentes Paumgartten festsetzte. 

Noch mit dem Ordnen seiner Abteilungen beschäftigt, er- 
hielt Oberstleutnant Bauer die Meldung, daß von Novara her 
starke feindliche Kolonnen vorrückten; es war die Division des 
Herzogs von Genua, welche beiderseits der Straße zur Wieder- 
eroberung von La Bicocca schritt. Nachdem sich Oberstleutnant 
Bauer persönlich von der Richtigkeit der Meldung überzeugt 
hatte, kehrte er zum Hause zurück, wo sein Bataillon durch den 
inzwischen erfolgten Rückzug des Bataillons Paumgartten völlig 
isoliert und doppelter Umfassung ausgesetzt war. Da konnte nur 
ein schleuniger Rückzug helfen, der sich, über eine lange, 
deckungslose Strecke im feindlichen Kreuzfeuer zurückgelegt, 
sehr verlustreich gestaltete; Hauptmann Kirchner und Ober- 
leutnant von Eschermann wurden nebst vielen Leuten des 
Bataillons getötet; Hauptmann Knerle und mehrere Mann er- 
litten Verwundungen; Unterleutnant Fattori geriet, mit etwa 
vierzig Mann des Bataillons im Hause abgeschnitten, in Ge- 
fangenschaft. ^) 

Den vereinten Anstrengungen des Oberstleutnants Bauer 
und seiner Offiziere gelang es, die Mannschaft wieder zum Stehen 
zu bringen. 

Die österreichischen Truppen westlich der Straße waren 
der feindlichen Übermacht bis Cavalotta gewichen, wo sie sich 
aber trotz des eingetretenen Munitionsmangels standhaft be- 
haupteten. Östlich der Straße drangen die Sardinier bis Olengo 
vor, das sie, vom 2. Kaiserjägerbataillon •abgewiesen, vergeblich 
einzunehmen versuchten. 

Oberstleutnant Bauer hatte eine kleine Abteilung seines 
Bataillons gesammelt ; mit dieser nistete er sich, das Ordnen der 
übrigen Mannschaft seinen Offizieren überlassend, in einem Ge- 
höfte bei Cavalotta ein, wobei sich ihm Mannschaften der Regi- 
menter Paumgartten, Leopold und Gyulai anschlössen. Hier ver- 
teidigte sich Oberstleutnant Bauer auf das Hartnäckigste, bis 
er durch frische Truppen abgelöst wurde; er konnte nun seine 
Abteilung wieder zurücknehmen, um das Bataillon vollständig 
zu sammeln und zu ordnen. Oberstleutnant Bauer rückte 



*) Fattori dürfte am Ende des Feldzuges gelegentlich des Austausches 
der Gefangenen zum Bataillon zurückgekehrt sein. 

Geschichte des 11. Feldjagerbataillons. g 



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130 



Gefecht des 
Detachements 
Kielmansegge 

bei Torrione 
Quartana. 



sodann wieder zur Brigade ein, ohne aber nochmals ins Gefecht 
zu treten. 

Das Detachement Kielmansegge bestand inzwischen ruhm- 
voll einen schweren Kampf. 

Oberst Graf Kielmansegge hatte beim Abmärsche von 
Nibbiola die 3. Division des 11. Jägerbataillons unter Hauptmann 
Wo hl mann als Avantgarde bestimmt und später die halbe 
6. Kompanie des Bataillons zur Deckung seiner rechten Flanke 
ausgeschieden. 

Schon während des Marsches waren östlich von S. Martino 
einzelne feindliche Plänkler beobachtet worden. Als nun um 
12 Uhr 30 Min. nachmittags die Kolonne Torrione Quartara 
passierte, stieß die Avantgarde auf derart beträchtliche Streit- 
kräfte der Sardinier, daß eine weitere Vorrückung untunlich er- 
schien. Oberst Graf Kiel man s egge faßte den Entschluß, das 
Dorf zu besetzen und hier hartnäckigen Widerstand zu leisten ; 
er hoffte so die Gefahr abwenden zu können, welche dem 
II. Korps von dieser Seite her drohte. ^ 

Torrione Quartara besteht aus etwa 20 Häusern ; 200 Schritte 
nördlich des Ortes liegt tief eingeschnitten ein damals wasser- 
loser Graben, der Cavo di Prina, der sich dann ostwärts in 
ziemlich gerader Richtung gegen das Arbognatal hinzieht; er 
bot mit Rücksicht auf die feindliche Angriffsrichtung eine vor- 
treffliche Verteidigungslinie dar. 

Alsbald setzten sich die halbe 5. und die halbe 6. Kom- 
panie unseres Bataillons, in Plänklerkette aufgelöst, im Cavo di Prina 
fest; sie erhielten den Befehl, sich hier auf das Entschiedenste 
zu behaupten. Eine halbe 5. Kompanie nahm als Unterstützung 
hinter der im nördlichen Ortsteile befindlichen Kirche Aufstellung. 
Die andere Hälfte der 6. Kompanie war, wie oben erwähnt, als 
östliche Flankendeckung ausgeschieden. *) 

Die Gebäude am nördlichen Ortsausgange und die westlich 
desselben liegende Häusergruppe wurden von .drei Kompanien 
des Regimentes Paumgartten besetzt; zwei Infanteriekompanien 
hielt Kielmansegge als Reserve zurück. 

Die beiden Kanonen fuhren hinter dem Graben auf, durch 
einen in aller Schnelligkeit errichteten Erdaufwurf gedeckt; die 



') Die Darstellung dieses Gefechtes basiert auf der Relation des Haupt- 
manns Wühl mann und auf dem Elaborate des Hauptmanns Curter von 
Sternfeld. Eine Relation des Obersten Franz Kielmansegge stand nicht 
zur Verfugung. 



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131 

Kavallerie stand südlich des Ortes; die überflüssigen Ausgänge 
desselben wurden in größter Eile verbarrikadiert. 

Der Feind, wenigstens zwei Brigaden stark, verhielt sich 
ruhig und schien einen Angrifif von unserer Seite zu erwarten. 
Oberst Graf Kielmansegge, von der Absicht geleitet, diese 
beträchtliche Streitmacht festzuhalten und dadurch vom eigent- 
lichen Hauptkampf bei Novara abzuziehen, beschloß nun, den 
Feind zu beschäftigen, und ließ um 10 Uhr vormittags den ersten 
Kanonenschuß abfeuern. Dies war sogleich das Signal zu einer 
sehr lebhaften Kanonade, indem die Sardinier unverweilt aus 
allen ihren Geschützen das Feuer gegen das Dorf eröffneten. 
Bald war dasselbe mit einem Hagel von Projektilen aller Art 
überschüttet. Um 2 Uhr schlug unglücklicherweise eine feindliche 
Granate in einen unserer Munitionskarren, der sogleich in die 
Luft flog. Bald darauf wurden ein paar Häuser durch feindliche 
Granaten in Brand gesteckt. 

Da durch den Verlust des Munitionskarrens der Schieß- 
vorrat äußerst beschränkt wurde, so mußte das Artilleriefeuer 
sehr gemäßigt werden, um es für den entscheidenden Moment 
aufzusparen. Auf die Bitte des Obersten Graf Kielmansegge 
um Unterstützung und Zuschickung von Munition wurde ihm 
erwidert, er möge sich nach Möglichkeit behelfen ; Unterstützung 
könne keine gesendet werden, da die Division selber vom Feind 
hart bedrängt sei und nur noch mit der größten Aufopferung 
standhalten könne; auch Munitionsaushilfe könne keine geleistet 
werden. 

Nachdem der Feind aus der matten Erwiderung seines 
Feuers auf die Schwäche der Besatzung schließen mochte, ging 
er um 5 Uhr 30 Min. nachmittags zum Angriff vor. 

Starke Kolonnen, mit einer sehr dichten Schützenkette vor 
sich, rückten nun in Front und Flanke gegen das Dorf vor. 
Trotz der großen Übermacht des Feindes wichen die Jäger keinen 
Zoll breit zurück; Hauptmann Wohl mann hatte sogleich die 
Unterstützung in die Kette vorgezogen und nun krachte Schuß 
auf Schuß wohlgezielt dem Feind entgegen, den die Jäger bis 
an den Graben herankommen ließen. Im Cavo di Prina entspann 
sich jetzt ein erbitterter Kampf mit der blanken Waffe. Bald 
waren Hauptmann Wohl mann und Oberleutnant Es eher ich 
verwundet; auch von der Mannschaft lagen bereits viele tot oder 
verwundet auf blutgetränktem Boden. 

Als endlich der Feind infolge seiner Übermacht die Plänkler- 
kette der Jäger überflügelte, da sahen sich die braven Kämpfer 

9* 



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132 



Letzter 
allgemeiner An- 
griff und Sieg 
Radetzkys. 



gezwungen, den Widerstand aufzugeben und sich zurückzuziehen ; 
hiebet gelang es dem Verfolger, einen großen Teil der Jäger nach 
energischer Gegenwehr zu entwaffnen und gefangen zu nehmen. 
In diesem kritischen Augenblick eilte Oberst Graf Kielmansegge 
mit zwei Infanteriekompanien herbei und warf im Verein mit 
dem Reste der Jäger, die sich sofort gesammelt und angeschlossen 
hatten, den Feind wieder über den Cavo di Prina zurück; die 
beiden, bereits sehr gefährdeten Geschütze konnten jetzt in 
Sicherheit gebracht werden. 

Gegen 6 Uhr abends unternahm der Feind den zweiten 
Sturm, drang bis zur Kirche vor, ward aber trotz seiner sechs- 
fachen Überlegenheit abermals zurückgeworfen, der heldenmütige 
Oberst Graf Kielmansegge wurde hiebei schwer verwundet. 

Als aber der Feind mit Aufbietung aller Kräfte zum dritten 
Sturm schritt, führte Hauptmann Schreiner des Regimentes 
Paumgartten, welcher nach Kielmansegges Verwundung das 
Kommando übernommen hatte, die Truppen aus dem Dorfe 
zurück; der Feind verfolgte dieselben nicht. Die Kolonne mar- 
schierte nach Nibbiola, kam dort um Mitternacht an und verblieb 
daselbst bis zum Morgen des 24. März, worauf sie wieder 
zur Brigade einrückte. 

Die von Kielmansegge zur Deckung seiner rechten 
Flanke bestimmte halbe 6. Kompanie unseres Bataillons hatte 
sich auf etwa 2000 Schritte Novara genähert; heftig beschossen 
und von feindlicher Kavallerie attackiert, wurde sie gezwungen, 
etwas zurückzugehen und sich in ein Gehölz östlich Torrione 
Quartara zu werfen. Gleichzeitig mit den Stürmen auf diesen 
Ort führte der Gegner auch Angriffe gegen die Waldparzelle aus, 
wo sich aber die Halbkompanie bis gegen 9 Uhr abends hart- 
näckig verteidigte; sie zog sich dann, durch Patrouillen vom 
Rückzuge des Detachements Kielmansegge in Kenntnis gesetzt, 
ebenfalls nach Nibbiola zurück. *) 

Vier Stunden lang hatte D'Aspre mit dem II. Korps allein 
der ganzen sardinischen Armee standgehalten — mit eiserner 
Flaust hielten die tapferen Divisionen Erzherzog Albrecht und 
Schaffgotsche den blutig errungenen Lorbeer. Als gegen Abend 
allmählich drei österreichische Korps auf dem Schlachtfelde ein- 
treffen, befiehlt der Feldmarschall einen allgemeinen Angriff, der 
die völlige Niederlage des Feindes besiegelt. 

*) Oberst Graf Kielmansegge wurde für den ruhmreichen und be- 
deutungsvollen Kampf bei Torrione Quartara mit dem Ritterkreuze des Theresien- 
ordens ausgezeichnet. 



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133 

Ein neues, schimmerndes Lorbeerreis hatte Radetzky in 
den Ruhmeskranz der österreichischen Armee geflochten — hell- 
auf leuchtet zum letztenmale die Fackel seines Genius! 

In der Relation über die Schlacht von Novara kennzeichnet Ausgezeichnete 

FMLt. Erzherzog Albrecht die Leistungen des Kommandanten Leistungen 

£inzelner. 
des U. Jägerbataillons, des Oberstleutnants Bauer, mit folgenden 

Worten : „Selber führte sein Bataillon mit ausgezeichneter Bravour 

vor, widerstand lange und nur mit wenigen Leuten seines 

Bataillons dem Andränge des Feindes, sammelte endlich, als sein 

Bataillon versprengt war, einzelne Leute desselben, führte sie zu 

Abteilungen anderer, im Feuer gestandener Regimenter und 

übernahm dann die Verteidigung eines vorliegenden Hauses, die 

er auch mit dem größten und besten Erfolge leitete." 

Von den Offizieren des 11. Jägerbataillons wurden öffentlich 
belobt: Oberstleutnant Bauer, Hauptmann Knerle, welcher 
sich beim Angriffe auf ein zu La Bicocca gehörendes Haus 
besonders auszeichnete, Oberleutnant Hamornik für besonders 
ersprießliche Tätigkeit und tapferes Verhalten als Brigadeadjutant, 
ferner Oberleutnant Escherich und Unterleutnant Musina, 
welche, obgleich verwundet, auf dem Kampfplatze verblieben 
und ihre Mannschaft während der Verteidigung des Cavo di Prina 
zu hartnäckigem Widerstände ermunterten. 

Nach den vorhandenen Tapferkeitszeugnissen haben sich 
folgende Personen des Mannschaftsstandes des Bataillons bei 
Novara ausgezeichnet: 

Oberjäger Domenico Gattelli der 2. Kompanie, der sich 
als Unterjäger bei Mortara die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Kl. 
erkämpft hatte, bewies auch bei Novara außerordentlichen Mut; 
verwegen vorwärtsstürmend, drang er ohne Unterstützung in die 
feindliche Kette ein; in Gefangenschaft geraten, entwich er und 
schloß sich wieder seiner Kompanie an. 

Oberjäger Giuseppe Cerliani der 5. Kompanie trug beim 
Kampf um den Cavo di Prina durch sein persönliches Beispiel 
und durch aufmunternde Zurufe viel dazu bei, daß die Mannschaft 
ihre Stellung behauptete; im Handgemenge, das sich später in- 
folge des Einbruches der sardinischen Sturmkolonnen entwickelte, 
ragte Cerliani durch besondere Bravour hervor. 

Gemeiner Natale Mauro der 5. Kompanie machte sich im 
Gefechte bei Torrione Quartara durch gutes Schießen verdient 
und bewies während des Bajonettkampfes besondere Uner- 
schrockenheit ; als er bemerkte, daß sein Kompaniekommandant 



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134 



Tapferkeits- 
medaillen für 
Novara. 



Verluste am 
23. März. 



Hauptmann Knerle verwundet sei, trachtete er denselben, ob- 
gleich er selbst aus mehreren Wunden blutete, in Sicherheit zu 
bringen. 

Unterjäger Heinrich Hüttenbacher und Patrouilleführer 
Bernhard H o 1 z m a n n, beide der 2. Kompanie angehörend, 
waren während des Rückzuges von La Bicocca von ihrem 
Truppenkörper abgekommen und hatten sich der 10. Kompanie 
des 52. Infanterieregimentes angeschlossen. Vom Kommandanten 
dazu befehligt, die Bedienungsmannschaft einer feindlichen Batterie 
aufs Korn zu nehmen, gaben Hüttenbacher und Holz- 
mann derart wohlgezielte Schüsse ab, daß die Batterie eine 
Strecke von etwa 100 Schritten zurückzugehen gezwungen war; 
die beiden wackeren Schützen gingen hierauf sofort vor, setzten 
ihr Feuer erfolgreich fort, wobei Hüttenbacher verwundet 
wurde, und zwangen schließlich die Batterie zu erneuertem 
Stellungswechsel. 

Oberjäger Heinrich Siostranek der 5. Kompanie wußte 
am Cavo di Prina die Kampffreudigkeit seiner Mannschaft durch 
sein persönliches Beispiel gleichwie durch kernige Worte stets 
neu zu beleben ; als es im Graben zum Einzelkampf Mann gegen 
Mann gekommen war, da wehrte sich Siostranek energisch 
gegen die Überzahl der Feinde, denen es erst nach heftigem 
Ringen gelang, den braven Oberjäger zu überwältigen. 

Patrouilleführer Pietro Battisti der 5. Kompanie tat sich 
durch gutes Schießen und durch seine Tapferkeit während des 
Bajonettkampfes am Cavo di Prina besonders hervor. 

Oberjäger Cerliani, Unterjäger Hüttenbacher, Patrouille- 
führ^r Holz mann und Gemeiner Mauro erhielten die silberne 
Tapferkeitsmedaille 1., Oberjäger Siostranek und Patrouille- 
führer Battisti jene 2. Klasse. Gemeiner Carlo Sa vi et to der 
5. Kompanie, über dessen Tat nichts Näheres bekannt ist, wurde 
belobt. 

Das 11. Jägerbataillon erlitt in der Schlacht von Novara 
bedeutende Verluste; außer den bereits erwähnten Offizieren 
fielen 30 Mann, 5 Mann erlagen später ihren in der Schlacht 
erhaltenen Wunden. 

Verzeichnis der Gefallenen: Hauptmann Wilhelm Kirch- 
ner, Oberieutnant Richard von E seh ermann; Oberjäger Fer- 
dinand Mantica, die Gemeinen Giuseppe Cavalli, Francesco 
Mazzoleni und Stefano D o 1 c i der 1. Kompanie; die Gemeinen 
Luigi Cerri, Luigi Conti, Pietro Chiodi, Carlo Ferrini, 
Simone Pirna th, Carlo Veronese und Sebastiano Zan- 



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135 

chetta der 3.; die Gemeinen Ferdinande Brambilla und Gio- 
vanni C a n n u z i der 4. ; Unterjäger Franz W i p t e l, die Patrouille- 
führer Carlo Castegnedolo und Johann Schabedatt die 
Gemeinen Giuseppe Albini, Angelo Bertoluzzo, Giuseppe 
Fagnani, Franz Markovich, Marco Moroso, Giovanni 
Melonaro, Cesare Melotti, Giovanni Paganelli, Giuseppe 
Scottini und Jakob Tsihlar der 5.; die Gemeinen Giovanni 
Bianchi, Girolamo Calana, Pietro Cerri und Giuseppe 
Ferario der 6. Kompanie. Ihren Wunden erlagen : die Gemeinen 
Felix Philipp und Giovanni V i g a n o der 4., Giuseppe M a j o c h i 
und Evangelista Marko mini der 5., endlich Carlo Croce der 
6. Kompanie. 

Fünf Offiziere, und zwar die Hauptleute Wo hl mann und 
Knerle, die Oberleutnants Escherich und Musina, ferner 
Unterleutnent Schuh und 49 Mann wurden verwundet.^) 

Ein Offizier, Unterleutnant Fattori, und 161 Mann gerieten 
in Gefangenschaft; 9 Mann werden als vermißt bezeichnet. 

Es stellte sich nachträglich heraus, daß viele Leute während 
der Schlacht der Gefangennahme seitens ihrer konnationalen 
Gegner nicht den pflichtgemäßen Widerstand entgegensetzten — 
eine Folge der fortgesetzten revolutionären Agitation und eine 
Erscheinung, wie sie in Revolutionszeiten wiederholt zu Tage 
trat. Nach dem Berichte des FMLt. Erzherzog Alb recht war es 
nur der „persönlichen Aufopferung des würdigen Oberstleutnants 
Bauer und den vereinten Anstrengungen der Offiziere" zu 
danken, daß diese Ausschreitungen nicht noch größeren Umfang 
annahmen. Das Grundprinzip dieses Werkes, an der historischen 
Wahrheit strenge festzuhalten, gestattet nicht, über dieses Faktum, 
das ja in den traurigen politischen Verhältnissen seine Begründung 
findet, einfach hinwegzugehen. 

Die anerkannt tapfere Haltung der Offiziere und eines großen 
Teiles der Mannschaft kann übrigens hiedurch nicht verdunkelt 
werden. 

Die Herrscher von Rußland und Preußen halten an Feld- Verleihung 
marschall Graf Rad et zky je 30 Georgskreuze und preußische ^'""^J^^^^^^^^^ 
Ehrenzeichen zur Verteilung an die Truppenkörper seiner Armee preußischen 
„nach freier Wahl" übersendet. Dekoration. 

Der Feldmarschall verlieh dem 11. Jägerbataillon in An- 
erkennung tapferer Leistungen in den Schlachten von Mortara 
und Novara je eine der erwähnten Dekorationen. 

*) Die an ihren Wunden nachträglich Gestorbenen sind hier nicht ein^ 
gerechnet. 



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136 



Abdankung 
Karl Alberts. 



Situation am 
Abende des 

23. März. 

Ereignisse am 

24. März. 



Waffen- 
stillstand. 



Das Georgskreuz wurde dem Oberjäger Domenico Gat- 
telli, das preußische Ehrenzeichen dem Unterjäger Feiice Sp a- 
jerani verliehen. ^) 

In der Nacht vom 23. auf den 24. März dankte König 
Karl Albert zu Gunsten Viktor Emanuels ab. Feld- 
marschall Graf Radetzky bewilligte den Sardiniern am 
Morgen des 24. zunächst eine Waffenruhe bis 2 Uhr nach- 
mittags. 

Nachdem um 8 Uhr abends des 23. März überall der Kampf 
verstummt war, lagerte die österreichische Armee südlich von 
Novara, das II. Korps speziell in und um La Bicocca. 

Um 8 Uhr früh des 24. März durchzog das IL Korps 
Novara; als dessen Spitze bereits auf der Straße gegen Momo 
über Novara hinausgerückt war, traf der Befehl ein, die Ver 
folgung bis 2 Uhr nachmittags zu unterbrechen. 

FM. Graf Radetzky brach um 11 Uhr vormittags von 
Vespolate nach Novara auf und ritt, an den längs der Straße 
rastenden Truppen vorbei, überall mit stürmischen Jubelrufen 
empfangen. 

Um 2 Uhr nachmittags setzten die Truppen ihre Vorrückung 
fort; die Brigade Stadion erreichte Vignale, wo sie, nachdem in- 
zwischen die Einstellung der Feindseligkeiten verabredet worden 
war, ein Lager bezog; die übrigen Truppen des IL Korps lagerten 
bei Fara. 

Der am Abende des 26. März geschlossene Waffenstillstand 
beendete den für die österreichische Armee so ruhmvollen 
Feldzug. 



In der Vorahnung, daß sich seine Heldenlaufbahn mit 
diesem Kriege ihrem Ende zuneige, hatte der Feldmarschall jene 
ergreifenden Worte an seine Soldaten gerichtet: „Ich werde 
Zeuge Eurer tapfern Taten und es wird der letzte frohe Akt 
meines langen Soldatenlebens sein " 

Neun Jahre nach dem Feldzug, am 5. März 1858, schlössen 
sich die Augen, die so lange für Österreichs Heil gewacht, zu 
ewigem Schlafe. 

*) Gattelli und Spajerani hatten sich in den Feldzügen 1848 und 
1849 beide Klassen der silbernen Tapferkeitsmedailie erworben. 

Betreffs der Georgskreuze galt die Bestimmung, daß selbe so lange im 
Besitze der Truppenkörper zu verbleiben hätten, als diese noch einen Teilnehmer 
an den Revolutionskämpfen in ihren Reihen zählten. Mit der Abtransferierung 
des Oberjägers Gattelli verschwand jedoch der russische Orden aus dem 
Bataillone. 



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137 

Wohl jeder, der unter dem ruhmgekrönten Feldherrn ge- 
dient, trug die Trauer für den verklärten Feldmarschall im tiefsten 
Herzen. 

Radetzky! — Eine Fülle von Vorstellungen wird in uns 
wach, wenn der Schall dieses Namens an unser Ohr klingt: die 
Verkörperung des echten Patriotismus, der edelsten Soldaten- 
tugenden, der opferbereiten Liebe zum angestammten HeiTscher- 
haus! 

Nie verblassend, lebt das Andenken Radetzkys, ein kost- 
barer Schatz, in den Herzen unserer Soldaten fort! 

Durch die beispiellos rasche Durchführung des Feldzuges 
und Niederwerfung des feindlichen Heeres wurde es möglich, 
überall die Ordnung herzustellen, ehe die aufständischen Be- 
wegungen zum eigentlichen Ausbruch kommen konnten. Am 
2. April rückte D'Aspre bei Piacenza über den Po und ver- 
trieb die revolutionären Regierungen aus Modena, Parma und 
Toskana. 

Das 11. Jägerbataillon machte den Marsch nur von Vignale 
bis Piacenza mit, wobei die Orte Vespolate, Garlasco, Pavia, 
Corte, Olona und Casalpusterlengo passiert wurden ; das Bataillon 
verblieb sodann mit zwei Bataillonen des Infanterieregimentes 
Kinsky Nr. 47 als Garnison in Piacenza zurück. 

Von Piacenza wurde das Bataillon am 20. April nach 
Monza verlegt und in das I. Korps eingeteilt ; er marschierte über 
Casalpusterlengo— Lodi — Melegnano — Mailand in seinen neuen 
Gamisonsort, von wo es am 2. Juli nach Piemont abrückte. Es 
garnisonieren vom 13. Juli an: in Galliate Stab und I.Division; 
in Romentino 2. Division, in Cameri 6. Kompanie; die 5. Kom- 
panie traf erst am 15. Juli in Cameri ein. 

Oberstleutnant Kari Bauer wurde am 13. Juli zum Obersten ^^^'*^' ß^"^»*- 
befördert. 

Am 1. August vereinigte sich das ganze Bataillon in Galliate, 
von wo es am 12. August nach Novara marschierte. Am 26. August 
rückte das Bataillon nach Bergamo ab, wo es über Magenta — 
Mailand -Vaprio am 29. des gleichen Monates eintraf. Am 
29. September erfolgte die Verlegung des Bataillons als ständige 
Garnison nach Brescia; es langte hier über Momico am 1. Ok- 
tober an. Von Brescia wurden für den Monat November die 
1. Kompanie nach Rovegno und Gardone, die 2. nach Gussago 
und Iseo verlegt, endlich am 1. Dezember die 3. Kompanie nach 
Edolo, die 4. nach Ponte di Legno detachiert. 



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138 



Ordre de 
bataille vom 
16. Oktober. 



V. i. O. 



Die gesamten Streitkräfte der Monarchie waren am 16. Ok- 
tober in vier Armeen, welche im Ganzen vierzehn Armeekorps 
umfaßten, gegliedert worden. Das 11. Jägerbataillon formierte 
nunmehr mit dem 3. Bataillon „Wiener Freiwillige**, drei Bataillonen 
des Infanterieregimentes Haynau Nr. 57, zwei Eskadronen Pala- 
tinal-Husai'en Nr. 12 und der sechspfündigen Fußbatterie Nr. 12 
die Brigade des GM. Grafen Cavriani. Die Brigade Cavriani 
war in der Division FMLt. Erzherzog Karl Ferdinand, im 
7. Armeekorps FMLt. Freiherr von Appel, im 2. Armeekommando 
FM. Graf Radetzky eingeteilt. 

Veränderungen im Offizierskorps bis zum Jahresschlüsse. 

Eingeteilt: am 6. März Hauptmann Hubert Loos des 
3. Jägcrbataillons (überzählig, kommandiert im Kriegsministerium); 
am 12. März der schweizerische Hauptmann Franz Xaver 
Wiederkehr als Unterleutnant 2. Kl. und am 16. März Unter- 
leutnantrechnungsführer Franz H a j e k des Armeefeldspitales Nr. 1 . 

Transferiert: am 15. Februar Hauptmannrechnungsführer 
Anton Nelhübel zum Paduaner Invalidenhaus; am 28. Februar 
Oberleutnant Heinrich M a t h i s von Sik-Abony zum 1 . Jäger- 
bataillon; und am 1. März Unterieutnant 1. Kl. Anton Bosch 
zum Infanterieregimente Piret Nr. 27. 

Befördert: am 2. März die Unterleutnants 1. Kl. Josef 
Netrufal, Heinrich Escherich und Adalbert Knapp zu 
Oberieutnants, die Unterleutnants 2. Kl. Johann Wasitzky, 
Peter de Lugnani und Johann Fattori zu Unterleutnants 

1. Kl., die Oberjäger Florian El tzen bäum von Wiesen he im, 
Josef Magni und Franz Rezzoli zu Unterleutnants 2. Kl.; am 
6. März Kapitänleutnant Heinrich Scholze zum Hauptmann 
und Oberleutnant Konrad von Mari nelli zum Kapitänleutnant; 
am 8. März Unterleutnant 1 . Kl. Johann M u s i n a zum Ober- 
leutnant, Unterieutnant 2. Kl. Matthias Davide zum Unter- 
leutnant 1. Kl. und Oberjäger Heinrich Poli zum Unterleutnant 

2. Kl.; am 9. März Kapitänleutnant Konrad von Mari nelli zum 
Hauptmann und Oberleutnant Wilhelm Kirchner zum Kapitän- 
leutnant; am 22. März Kapitänleutnant Wilhelm Kirchner zum 
Hauptmann, Oberleutnant Johann von Lau des zum Kapitän- 
leutnant, Unterleutnant Hermann Scholze zum Oberleutnant 
und Unterieutnant 2. KI. Eduard Weiß zum Unterieutnant 1. Kl. ; 
am 26. März Kapitänleutnant Johann von Lau des zum Haupt- 
mann, Oberieutnant Franz Hamornikzum Kapitänleutnant, die 
Unterieutnants Eduard Schuh und Peter de Lugnani zu 
Oberieutnants, die Unterleutnants 2. Kl. Florian Eltzenbaum 



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139 



von Wiesenheim und Franz Koch zu Unterleutnants I. Kl., 
ferner die Oberjäger Martin Krzepelka und Eduard Ker- 
schischnig zu Unterleutnants 2. Kl.; am 1. April Unterleut- 
nant Johann Wasitzki zum Oberleutnant, Unterleutnant 2. Kl. 
Franz Rezzoli zum Unterleutnant 1. Kl. und ex propriis- 
Patrouilleführer Ferdinand Smola zum Unterleutnant 2. Kl. 



1850. Am 1 . Jänner wurde der Stab mit der 1 . und 2. Kom- 
panie nach Lovere, die 5. Kompanie nach Breno und die 6. nach 
Clusone verlegt. 

In Mailand gelangte am 1. Februar ein Depotdetachement 
für das Bataillon mit dem Stande von 1 Oberleutnant, 1 Ober- 
jäger, je 2 Unterjägern und Patrouilleführern nebst 17 Gemeinen 
zur Aufstellung; am 31. August aufgelöst, wurde dasselbe am 
1. Dezember erneuert aufgestellt. 

„Zum Andenken an den im Monate März 1849 stattgefundenen 
„glorreichen Feldzug der österreichischen Armee in Piemont, an 
„welchem das Bataillon teilzunehmen das Glück hatte, sowie zum 
„Gedächtnisse an die am 21. und 23. März auf dem Felde der 
„Ehre gebliebenen tapferen Kameraden, die Hauptleute Konrad 
„von M afi nein, Wilhelm Kirchner und Oberleutnant Richard 
„von Eschermann" errichtete das Offizierskorps eine Stiftung, 
für welche ein Kapital von 120 Gulden Konventionsmünze durch 
Sammlung unter den Offizieren des Bataillons aufgebracht wurde. 
Mit dem Erträgnisse des Stiftungskapitals ist jährlich ein invalider 
Mann des Bataillons zu beteilen. 

Das Offizierskorps richtete an den FM. Grafen Radetzky 
die Bitte, der Stiftung seinen Namen zu verleihen und das Er- 
nennungsrecht des Stipendiaten zu übernehmen. Der Feldmar- 
schall willfahrte dieser Bitte und zeichnete das 11. Jägerbataillon 
durch folgendes Schreiben aus, dessen Original sich im Besitze 
des Bataillons befindet : 

„Mit Vergnügen ergreife ich jede Gelegenheit, der tapferen 
k. k. Armee Beweise meiner höchsten Anerkennung zu geben; 
diese Armee, welche in so vielen Schlachten und Gefechten auch 
in der jüngsten Vergangenheit die unbeschränkteste Hingabe für 
Kaiser und Vaterland an den Tag legte, gedenkt in ruhigen 
Stunden der gefallenen, unterstützt durch freiwillige Beiträge die 
leidenden Waffenbrüder. 

Ein neuer Beweis hievon ist die vom Offizierskorps des 
Bataillons beabsichtigte Stiftung zur Unterstützung invalid ge- 
wordener Krieger; gerne verleihe ich derselben meinen Namen 



Depot- 
detachement in 
Mailand. 



Radetzky- 
Stiftung. 



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140 

und übernehme das Ernennungsrecht des alljährlich mit den 
Interessen zu Beteilenden." ^) 
Abmarsch nach Nach mehrfachem Dislokationswechsel innerhalb Ober- 

Böhmen. Italiens wurde das Bataillon im Monate August aus Italien nach 
Böhmen verlegt. 

Es begann den Marsch am 16. August, traf am 13. Sep- 
tember in Görz ein und verblieb hier bis 8. Oktober; am 12. Ok- 
tober erreichte das Bataillon Laibach und wurde von hier am 
19. November per Bahn nach Pardubitz befördert; von hier 
marschierte es zunächst nach Starkenbach, von Starkenbach Ende 
Dezember nach Josefstadt, woselbst es am 31. Dezember eintraf. 
V i. O. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 16. Februar Oberarzt Dr. Salamon Bern- 
stein des Husarenregimentes Radotzk}' Nr. 5; am 16. März 
Oberarzt Dr. Josef Egle des Infanterieregimentes Gyulai Nr. 33; 
am 1. April Oberleutnant Moritz Christophe von Leuenfels 
des Weldenschen Scharfschützenkorps; am 16. August Unter- 
leutnantrechnungsführer Peter Jung des Armeefeldspitales Nr. 6; 
am 13. November Hauptmann 1. Kl. Robert Groer des 24. Jäger- 
bataillons und am 16. November Oberleutnant UrbanLuxardo 
des Marineinfanteriebataillons. 

Transferiert: am 15. Februar Oberarzt Dr. Anton G rösch 1 
zum Infanterieregimente Wasa Nr. 60; am 15. März Oberarzt 
Dr. Salamon Bernstein zum Husarenregimente Radetzky Nr. 5; 
am 31. Mai Unterleutnant 1. Kl. Florian Eltzenbaum von 
Wiesenheim zum Gendarmerieregimente Nr. 15; am 15. Juni 
Oberleutnantrechnungsführer Franz Hajek zum Infanterieregi- 
mente Wimpffen Nr. 13 und am 15. November Oberleutnant 
Johann Fattori zum Marineinfanteriebataillon. 

Befördert: am 1. Jänner Unterleutnant Johann Fattori 
zum Oberleutnant, Unterieutnant 2. Kl. Josef Magni zum Unter- 
leutnant 1. Kl. und Oberjäger Heinrich Siostranek zum Unter- 
leutnant 2. Kl.; am 10. Jänner Unterieutnantrechnungsführer 
Franz Hajek zum Oberleutnantrechnungsführer; am 1. Sep- 
tember Hauptmann 2. Kl. P'ranz Harmornik zum Hauptmann 



') Nach dem Ableben des Kcldmarschalls übernahm das Kriegsministerium 
das Ernennungsrecht. Im Genüsse der Interessen des gegenwärtigen Kapitals von 
400 Kronen stand zuletzt der in der Schlacht von Königgratz schwer verwundete 
und mit der silbernen Tapferkettsmcdaille 2. Kl ausgezeichnete Unterjäger tit. Führer 
Emmerich Tamäsfy im Stande des Invalidenhauses zu Wien, bis durch dessen 
Tod im Jahre 1905 die Stiftung wieder frei wurde. Die Nejverleihung erfolgt 
im Jahre 1906. 



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141 

1. Kl. und Oberleutnant Jakob Conte Morandi zum Hauptmann 

2. Kl.; am 8. Dezember Unterleutnant 2. Kl. Heinrich Poli zum 
Unterieutnant 1. Kl. und Oberjäger Karl Proy zum Unterleut- 
nant 2. Kl. 

Pensioniert: am 15. April Hauptmann Franz Wohlmann. 

1861. Das Bataillon verließ Josefstadt am 22. Jänner und 
traf am 28. Jänner in Pardubitz ein ; von hier wurde es am 30. 
per Bahn nach Wien befördert und rückte sodann nach Hain- 
burg ab, wo es am 1. Februar anlangte; am 22. Februar wurde 
der Stab nebst der 3., 4., 5. und 6. Kompanie nach Wien, 
die 1. und 2. nach Ebenfurth verlegt, von wo diese letzteren am 
4. Mai ebenfalls nach Wien einrückten. 

Das Depotdetachement in Mailand wurde am 1. Februar Auflösung des 
aufgelöst. ^*^P°*^- 

In Wien verblieb das Bataillon bis zum 25. September. Es 
gelangte hierauf der Stab und die 1. Kompanie nach Mödling, 
die 2. nach Brunn, die 3. und 4. nach Perchtoldsdorf, die 5. und 6. 
nach Laxenburg; am 7. Oktober wurde die 2. Kompanie nach 
Mödling, die 3. und 4. nach Möllersdorf verlegt. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. O. 

Eingeteilt: am 16. März Unterieutnant l.Kl. Georg Prellog 
des Infanterieregimentes Haugwitz Nr. 38; am 16. November 
Unterleutnant 1. Kl. Florian Eltzenb au m von Wiesen heim 
vom 15. Gendarmerieregiment. 

Transferiert: am 31. März Unterleutnant 1. Kl. Franz Koch 
zum Infanterieregimente Haugwitz Nr. 38; am 15. Oktober Unter- 
leutnant 1. Kl. Eduard Weiß zum 6. und am 30. November 
Unterleutnant 2. Kl. Heinrich Siostranek zum 9. Gendarmerie- 
regimente. 

Befördert: am 1. Oktober Hauptmann 2. Kl. Jakob Conte 
Morandi zum Hauptmann 1. Kl. und Oberieutnant Moritz 
Christophe von Leuenfels zum Hauptmann 2. Kl. 

Pensioniert: am 12. September Hauptmann Josef Knerle. 

1852J) Am 19. Mai erhielt Oberst Bauer die Bewilligung 
zur Annahme und zum Tragen des Kommandeurkreuzes des 
russischen St. Annen-Ordens. Die gleiche Bewilligung wurde für 
die 5. Klasse dieses Ordens dem Unterjäger Angelo Elli am 
24. Juni erteilt. 

*) In diesem Jahre wird zum erstenmale offiziell die Bezeichnung „Fcld- 
jägerbataillone" statt ^Jägerbataillone* angewendet. 



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142 

Die 3. und 4. Kompanie verlegte man am 1. Juni von 
Möllersdorf nach Perchtoldsdorf. In der Zeit vom 1. September 
bis 1. Oktober nahm das Bataillon an den Waffenübungen bei 
Wien teil und rückte sodann der Stab mit der 3. und 4. Kom- 
panie nach Mödling, die 1. und 2. Kompanie nach Laxenburg, 
die 5. und 6. nach Perchtoldsdorf ab. 

Am 1. November wurde die Depotkompanie in Vicenza 
wieder aufgestellt. 
V. i. O. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. November Hauptmann 1. Kl. Valeriano 
Menapace aus dem Pensionsstande. 

Transferiert: am 15. August Unterleutnantrechnungsführer 
Peter Jung zum Invalidenhause in Tyrnau. 

Befördert: am 16. Juni Hauptmann 2. Kl. Moritz Chri- 
stophe von Leuenfels zum Hauptmann 1. Kl. und Ober- 
leutnant Heinrich Escherich zum Hauptmann 2. Kl.; am 
1. September Unterieutnant 1. Kl. Matthias Davide zum Ober- 
leutnant, die Unterieutnants 2. Kl. Franz Xaver Wiederkehr 
und Martin Krzepelka zu Unterieutnants 1 . Kl., ferner Kadett- 
Oberjäger Teofil Chapuis und Oberjäger Ernst Blenio zu 
Unterleutnants 2. KL; am 1. November Unterleutnant 1. Kl. 
Florian Eltzenbaum von Wiesenheim zum Oberleutnant, 
die Unterieutnants 2. Kl. Ferdinand Smola und Eduard Ker- 
schischnigzu Unterleutnants 1. Kl., ferner die Kadett-Unterjäger 
Karl Spiller, Edmund Nitsch und Franz Hermanny von 
Heldenberg zu Unterleutnants 2. Kl. 

Pensioniert: am 16. Juni Hauptmann Josef Lipawsky. 

Unterleutnant 1. Kl. Georg Prellog wurde am 19. August 
in den Ritterstand erhoben. 



Teilweise Mobilisierung gegen die Tflrkei. 

1853. Durch die fortgesetzten Einfälle der Montenegriner 
in bosnische und albanesische Landschaften, vor allem aber durch 
die der Pforte unbequeme politische Erstarkung dieses tapferen 
Volkes sah sich die Türkei veranlaßt, im Dezember 1852 ein 
Heer unter Omer Pascha gegen Montenegro zu entsenden. 

Die Nähe des Kriegsschauplatzes, auf welchem die Türken 
siegreich vordrangen, bewog Österreich, die Truppen in Dalmatien 
zu verstärken und eine Armee an der Una zusammenzuziehen, 
deren Kommando FZM. Graf J eil acic erhielt. 



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Ivl.t'Oi- AuT. VI r 



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143 



Da es ratsam erschien, auch den in Kroatien stehenden 
Truppen Verstärkungen zuzuführen, verfügte Se. Majestät am 
2. Februar 1853 die Mobilisierung des 9. Armeekorps, zu welchem 
auch das 11. Jägerbataillon gehörte. 

Das Bataillon wurde nach vorheriger Vereinigung in Wien 
am 16. Februar per Bahn von Wien nach Laibach befördert, 
marschierte von hier über Weixelberg, Treffen, Neustadtl und 
Möttling nach Tschernembl, wo es vom 25. Februar bis 5. März 
verblieb. 

Inzwischen hatte die österreichische Regierung den FMLt. 
Grafen Lein in gen als Militärbevollmächtigten nach Konstan- 
tinopel entsendet, um der Pforte die Forderungen Österreichs mit 
fünftägiger Erfüllungsfrist bekanntzugeben. Das energische Auf- 
treten Leiningens, welcher mit dem sofortigen Einmarsch der 
bereitgehaltenen Armee drohte, führte zu einem raschen diplo- 
matischen Erfolge, zur Abberufung der siegreichen türkischen 
Truppen. 

Infolgedessen wurden am ?4. Februar über Allerhöchsten Verlegung nach 
Befehl die weiteren Konzentrierungsmärsche eingestellt. Das Ungarn. 
11. Jägerbataillon hatte nach Ungarn abzugehen; es rückte am 
5. März von Tschernembl ab und traf über Neustadtl— Rann — 
St. Peter — Rohitsch — Pettau ^) — Friedau — Csaktornya — Nagy- 
Kanisza am 24. März in Kaposvar ein; die 2. Division wurde 
nach Dombovär verlegt. Das Bataillon trat in den Verband des Ordre de ba- 
11. Armeekorps FMLt. Graf W enger sky. 



taille. 



Mit Allerhöchster Entschließung vom 5. März wurde Oberst Generalmajor 
Karl Bauer zum Generalmajor und Brigadier in Slavonien Bauer, 
ernannt. 

Mit dem Namen dieses hervorragend tapferen Offiziers, 
welcher das Bataillon in den schweren Jahren der Revolution 
ruhmvoll führte, bleiben die schönsten Traditionen der Elfer-Jäger, 
bleibt die Erinnerung an die Tage von Sona und Sommacam- * 
pagna, an die Kämpfe des Bataillons in den Schlachten von 
Mortara und Novara für immerwährende Zeiten verbunden ! 

Zum Kommandanten des 11. Jägerbataillons wurde Major Oberstleutnant 

Anton Edler von Zsoldos des 20. Jägerbataillons, unter gleich- „ /^„ ^^ 

° ° Bataillons- 

zeitiger Beförderung zum Oberstleutnant, ernannt. kommandant 



^) Hier rückte der Ergänzungstransport in der Starke von 2 Offizieren 
und 279 Mann zum Bataillone, welches mit dem Friedensstande ausmarschiert 
war, ein ; der Transport kam per Bahn von Vicenza. 



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144 

Zu einer vor dem Kommandanten der 3. Armee G. d. K. 
Erzherzog AI brecht bei Fünfkirchen stattfindenden „Produktion" 
rückte das Bataillon am 5. Mai dahin ab und kehrte am 10. Mai 
wieder in seine Stationen zurück. 

Am 14. Mai wurde der Stab mit der 1. und 5. Kompanie 
nach Kis-Kun — Halas, die 2. Kompanie nach Hajos, die 3. nach 
Iszäk, die 4. nach Kis-Körös und die 6. Kompanie nach Kis- 
Kun — Majsa verlegt. 

Oberstleutnant Anton Edler von Z s o 1 d o s erhielt am 1 8. Mai 
das Kommandeurkreuz des herzoglich Parmaschen St. Ludwigs- 
Ordens. 

Am 7. August in Kis-Kun — Majsa konzentriert, rückte das 
Bataillon am 21. von hier ab und erreichte über Felegyhäza — 
Kecskemet — Nagy- Koros am 24. Czegled; von hier wurde es 
am 25. August per Bahn nach Esztergom (Gran) befördert. In 
der Zeit vom 12. September bis 3. Oktober nahmen vier Kompanien 
an den, in Gegenwart Ihrer Majestäten der Kaiser Franz Josef 
und Nikolaus bei Olmütz stattfindenden großen Manöver teil. 
Nach Beendigung derselben gelangte das ganze Bataillon nach 
Sopron (Ödenburg). 

Während der vorerwähnten Manöver wurde dem Oberst- 
leutnant von Zsoldos der russische St. Stanislaus-Orden 2. Kl. 
verliehen. 

Am 9. Oktober wurde das Offizierskorps durch den Tod des 
Unterleutnants 1. Kl. Georg Ritter von Prellog in Trauer versetzt. 
V. i. o. Sonstige Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Juni Unterleutnantrechnungsführer Leo- 
pold Hainz von der Grazer Monturskommission; am 16. Juli 
Oberarzt Dr. Adolf Pokorny des Dragonerregimentes Savoyen 
Nr. 5; am 1. August Unterleutnant 2. Kl. Franz Müller des 
2. Banal - Grenzregimentes; am 25. August Unterleutnant 2. Kl. 
Ferdinand Bauer aus der Wiener -Neustädter Militärakademie. 

Transferiert: am 15. März Unterleutnant 1. Kl. Eduard 
Kerschischnig zum k. k. Polizeiwachkorps in Venedig und 
am 31. Mai Oberarzt Dr. Josef Egle zum Infanterieregimente 
Coronini Nr. 6. 

Befördert: am 16. April Unterleutnant 2. Kl. Karl Proy zum 
Unterleutnant 1. Kl. und Oberjäger Josef Rzezaz zum Unter- 
leutnant 2. Kl.; am 5. August Oberleutnant Josef Netrufal zum 
Hauptmann 2. Kl., Unterleutnant Franz Rezzoli zum Ober- 
leutnant, Unterleutnant 2. Kl. Franz Müller zum Unterleutnant 



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145 



1. Kl. und Kadett-Unterjäger Titus Ambros von Rechtenberg 
zum Unterleutnant 2. Kl. 

Pensioniert: am 31. Dezember Hauptmann Johann von 
Lau des und Unterleutnant 1. Kl. Ferdinand Smola. 

Die Charge quittierte: am 31. Juli Hauptmann Jakob Conte 
Morandi. 



1854. Am 7. März wurde der Stab mit der 2. und 3. Division, 
am 24. März die 1. Division von Sopron (ödenburg) nach Kaiser- 
Ebersdorf verlegt. 

Anläßlich des Einzuges weiland Ihrer Majestät der Kaiserin 
am 22. April hatte das Bataillon nach Wien abzugehen und 
bildete von der k. k. Theresianischen Akademie bis zum Nasch- 
mafkt Spalier. 



Verlegung 

nach Nieder- 

österreich. 



Teilnahme am Aufmarsch der österreichischen Armee an 

der Ostgrenze. 

Rußland stand seit dem Vorjahre im Kriege mit der Türkei ; 
russische Truppen hatten die Moldau und die Walachei besetzt 
und die kriegerischen Ereignisse näherten sich der Grenze Öster- 
reichs in bedrohlicher Weise. Die am 24. Mai 1854 erfolgte 
Erklärung Österreichs und Preußens, daß eine weitere Macht- 
entfaltung Rußlands an der unteren Donau den Interessen 
Deutschlands widerstreite, beantwortete die russische Regie- 
rung mit der Aufstellung von drei Korps an der galizischen 
Grenze. 

Auf das hin mobilisierte Österreich im Juni die 3., 4. und 
Teile der 1. Armee und schloß mit der Pforte eine Konvention 
zur Okkupierung der Donaufürstentümer ab. Der Aufmarsch der 
österreichischen Streitkräfte erfolgte in Siebenbürgen, der Buko- 
wina und in Galizien. 

Das 1 1 . Korps, zu welchem unser Bataillon gehörte, erhielt 
den Befehl, nach Siebenbürgen abzurücken. Das Bataillon wurde 
am 17. Juni per Bahn nach Szolnok befördert und marschierte 
sodann von hier über Török-Szt. Miklös— Karezag — Nagyvarad 
(Großwardein) nach Kolozsvar (Klausenburg). 

Die Russen räumten im Juli die Walachei, später auch die 
Moldau, worauf Österreich die Okkupation in Vollzug setzte. 

Am 3. August wurde das 11. Korps der Armee in Galizien 
angegliedert und rückte über M. Szigeth und Jablonica dahin 
ab. Vom 11. Jägerbataillone gelangten nunmehr der Stab, die 

Geschichte des 11. Feldjägerbataillons. JQ 



Mobilisierung. 



Marsch nach 
Siebenbürgen. 



Marsch nach 
Galizien. 



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146 



Winter- 
quartiere. 



Verlegung 
der Depot- 
kompanie. 

V. i. O. 



5. und 6. Kompanie nach Radcza, die 3. und 4. nach Iwani- 
kowka, die 1. nach Opryszowce. Am 13. Oktober rückte die 
2. Kompanie, welche mit der Bestimmung als Begleitkommando für 
Munitionstransporte in Kaiser-Ebersdorf zurückgelassen worden 
war, wieder zum Bataillone ein. Am nächsten Tage wurde das 
Bataillon in Winterquartiere verlegt, und zwar gelangte der Stab 
mit der 1. Division am 5. November nach Kassa (Kaschau), am 
gleichen Tage die 2. Division nach Nagy-Ida, die 5. Kompanie 
nach Deutschendorf und die 6. nach Buzinka. 

Die Depotkompanie war am 2. Juni von Vicenza nach 
Pizzighettone verlegt worden. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. März Oberarzt Dr. Friedrich Hawlik 
des Infanterieregimentes Schönhals Nr. 29; am 1. April Rech- 
nungsoffizial 5. Kl. Vinzenz Geiger des Infanterieregimentes 
Erzherzog Sigismund Nr. 45 und am 15. Juni Unterleutnant 
2. Kl. Oktavius Navarini aus der Wiener -Neustädter Militär- 
akademie. 

Transferiert: am 28. Februar Oberarzt Dr. Adolf Po kor ny 
zum Infanterieregimente Schönhals Nr. 29 und am 31. März 
Unterleutnantrechnungsführer Leopold Hainz zum Landesrech- 
nungsdepartement in Verona. 

Befördert: am 1. Jänner Hauptmann 2. Kl. Heinrich 
Escherich zum Hauptmann 1 . Kl., Oberleutnant Johann M u s i n a 
zum Hauptmann 2. Kl., Unterleutnant Josef Magni zum Ober- 
leutnant, die Unterleutnants 2. Kl. Ernst Blenio und Teofil 
C h a p u i s zu Unterleutnants 1. KL und Oberjäger August 
Parente zum Unterieutnant 2. Kl.; am 8. Februar Unterleutnant 
2. Kl. Franz Her man ny von Heldenberg zum Unterleutnant 

1. Kl. und Kadett-Unterjäger Kajetan Leicht zum Unterleutnant 

2. Kl.; am 18. März Unterleutnant 2. Kl. Edmund Nitsch 
zum Unterleutnant 1. Kl. und Oberjäger Eugen Luxardo zum 
Unterleutnant 2. Kl.; am 11. Juni Unterleutnant Franz Xaver 
Wiederkehr zum Oberleutnant, die Unterleutnants 2. Kl. Titus 
Ambros von Rechtenberg und Josef Rzezaz zu Unter- 
leutnants 1. Kl., ferner Oberjäger Thomas Höger zum Unter- 
leutnant 2. Kl.; am 16. Juni Hauptmann 2. Kl. Josef Netrufal 
zum Hauptmann 1. Kl., Oberleutnant Hermann Scholze zum 
Hauptmann 2. Kl. und Unterleutnant Heinrich Poli zum Ober- 
leutnant; endlich am 1. Juli Oberjäger Markus Marella zum 
Unterleutnant 2. Kl. 



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147 

Pensioniert: am 15. Jänner Unterleutnant 1. Kl. Martin 
Krzepelka, am 15. Juni Hauptmann 1. Kl. Heinrich Esche- 
rich und am 31. Dezember Hauptmann 1. Kl. Franz Harmornik. 

Die Charge quittierte: am 30. Juni Unterleutnant 2. KI. Karl 
Spiller. , 

1865. Da es zwischen Österreich und Rußland zu keinem Demobiiisie- 
Zusammenstoße kam und sich der Kampf Rußlands mit den ''""^• 
Westmächten auf einem entlegenen Schauplatze abspielte, so 

konnten in Anbetracht der ausgesprochenen friedlichen Gesinnung, 
welche Rußland Österreich gegenüber an den Tag legte, im Juni 
1855 die 3. und 4. Armee demobilisiert und auch die Okkupations- 
truppen verringert werden. 

Nach mehrfachen Verschiebungen, welche sich in ihren Ein- Gamisonierung 
zelnheiten nicht mehr genau verfolgen lassen, vereinigte sich das *" Ungarn. 

11. Jägerbataillon in Kezsmark, rückte von hier am 12. Juli ab 
und traf am 22. Juli in Budapest ein; hier verblieb es bis 
4. September; es gelangte sodann der Stab mit der 1. und 
3. Division nach Esztergom (Gran), die 2. Division nach Väcz 
(Waitzen). 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. o. 

Eingeteilt: am 1. August Unterleutnant 2. Kl. Eduard Probst 
vom Generalquartiermeisterstabe. 

Transferiert: am 31. Dezember Hauptmann Hubert Loos 
zur k. k. Kriegskasse in Wien. 

Befördert: am 14. Jänner Hauptmann 2. Kl. Johann Musina 
zum Hauptmann 1. Kl. und Oberleutnant Eduard Schuh zum 
Hauptmann 2. Kl., am 1. Februar Rechnungsoffizial Vinzenz 
Geiger aus der 5. in die 4. Kl., am 1. November Oberarzt 
Dr. Friedrich Hawlik zum Regimentsarzt 2. Kl. 

1866. Der Stab, die 1. und die 3. Division verließen am 

12. Juni Esztergom und trafen am 15. in Komärom (Komorn) 
ein. Die 2. Division gelangte vom 11. auf den 12. von Väcz 
nach- Esztergom; am 3. Juli rückte der Stab mit der 1. und 
3. Division wieder in Esztergom ein. 

Behufs Teilnahme an den diesjährigen Waffenübungen bezog 
das ganze Bataillon am 7. August das Lager bei Vörösvär und 
wurde nach beendeter Lagerperiode am 4. September nach Buda- 
pest verlegt. Am 2. Oktober rückte der Stab mit der 2. und 
3. Division nach Esztergom, die 1. Division nach Väcz ab. Am 
28. November wurde die 1. Kompanie auf „Räuberkommando" 

10* 



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148 

nach Keszlhely, die 2. Kompanie mit der gleichen Bestimmung 
nach Zala-Egerszeg entsendet 
V. i. O. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. März Hauptmann Heinrich Escherich 
aus dem Pensionsstande und am 1. Dezember Oberleutnant Moritz 
Daublebsky von Sterneck des l. Pionierbataillons. 

Befördert: am 1. März Rechnungsoffizial Vinzenz Geiger 
von der 4. in die 3. Kl.; am 1. August Hauptmann 2. Kl. Her- 
mann Scholze zum Hauptmann 1. Kl. und Oberleutnant Peter 
de Lugnani zum Hauptmann 2. Kl., ferner zu Unterleutnants 
2. Kl. die Kadetten Ernst Edler von Vi veno t am 24. Oktober 
und Philipp Gellinek am 19. November. 

Pensioniert: am 31. Jänner Hauptmann Josef Netrufal und 
am 31. Juli neuerlich Hauptmann Heinrich Escherich; am 
31. August Unterleutnant 2. Kl. Eduard Probst. 

Die Charge quittierten : die Unterleutnants 2. Kl. Kajetan 
Leicht am 31. März und Josef Rzezaz am 15. April. 

1857« Am 24. Jänner wurde die 6. Kompanie nach Veszprem 
detachiert, von wo sie am 1. Mai wieder nach Esztergom ein- 
rückte. Die in Keszthely und Zala-Egerszeg verteilte 1. Division 
kehrte am 26. Juni nach Esztergom zurück. 

Oberstleutnant Anton Edler von Zsoldos avancierte am 
16. April zum Obersten. 

Am 16. Juli marschierte das Bataillon in das Lager nach 
Solymär,*) gelangte nach beendeter Waffenübung am 2. September 
nach Budapest und wurde von hier vom 4. auf den 5. Oktober 
per Bahn nach Sopron befördert. 

An Stelle der am 1. März aufgelösten Depotkompanie in 
Pizzighettone trat daselbst die „Urlauber-Evidenzhaltung", welche 
man später in ein Depotdetachement umwandelte. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. März Regimentsarzt 2. Kl. Dr. Paul Bacca 
des Tiroler -Jägerregimentes und am 1. September Unterleutnant 
2. Kl. Alois Salvioni aus der Wr.-Neustädter Militärakademie. 

Transferiert: am 1. Februar Unterieutnant 2. Kl. August 
Parente zum 15. Gendarmerieregimente und am 28. Februar 
Regimentsarzt 2. Kl. Dr. Friedrich Hawlik zum Infanterie- 
regimente Dom Miguel Nr. 39. 



^) bei Budapest. 



V. i. O. 



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149 

Befördert: am 15. März Oberjäger Herkules Gazzola zum 
Unterleutnant 2. Kl.; am 28. Juni Hauptmann 2. Kl. Eduard 
Schuh zum Hauptmann 1. Kl., Oberleutnant Johann Wasitzki 
zum Hauptmann 2. Kl., Unterleutnant Franz Müller zum Ober- 
leutnant und Unterleutnant 2. Kl. Ferdinand Bauer zum Unter- 
leutnant 1. Kl. 

Pensioniert: am 31. Mai Hauptmann 2. Kl. Valeriano Mena- 
pace und am 31. Dezember Hauptmann 1. Kl. Johann Musina. 

In den zeitlichen Ruhestand übersetzt: am 31. Oktober 
Hauptmann Peter de Lugnani. 

Die Charge quittierte: am 31. März Oberleutnant Matthias 
Davide. 

1858. Zur Garnisonierung in Dalmatien bestimmt, verließ Abmarsch nach 
das 11. Jägerbataillon Sopron am 19. Mai, traf am 21. per Bahn dalmatien. 
in Triest, am 23. per mare in Gravosa ein und rückte von hier 
aus nach Ragusa ab. 

Nach wiederholtem Dislokationswechsel befand sich am 
Schlüsse des Jahres der Stab mit der 1., 2., 5. und 6. Kompanie 
in Ragusa, die 3. in Gruda, die 4. in Gravosa. 

Am 26. August betrauerte das Offizierskorps den Tod des 
Unterleutnants Markus Marella. 

Sonstige Veränderungen im Offizierskorps: V. i. O. 

Eingeteilt: am 1. September Unterleutnant 2. Kl. Wilhelm 
Tischler aus der Wr. - Neustädter Militärakademie und am 

1. November Hauptmann 2. Kl. Peter de Lugnani aus dem 
zeitlichen Ruhestande. 

Transferiert: am 31. Mai Oberleutnant Moritz Daublebsky 
von Sterneck zum Generalquartiermeisterstabe und am I.Juni 
Unterleutnant 1. Kl. Teofil Chapuis zum 15. Gendarmerie- 
regimente. 

Befördert: am 15. Jänner Oberleutnant Urban Luxardo 
zum Hauptmann 2. Kl.; am 1. März Rechnungsoffizial Vinzenz 
Geiger aus der 3. in die 2. Kl.; am 25. Oktober Unterleutnant 

2. Kl. Eugen Luxardo zum Unterleutnant 1. Kl. und Kadett- 
Oberjäger Otto Dobay zum Unterleutnant 2. Kl. 

Die Charge quittierte: am 30. September Unterleutnant 
1. Kl. Karl Proy. 

1869. An dem Feldzuge 1859 in Italien nahm das Bataillon 
nicht teil, da es mit den übrigen in Dalmatien dislozierten Truppen 
zur Küstenbesatzung bestimmt wurde. 



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150 



Mobilisierung. 



Aufstellung der 

4., Abtrennung 

der 3. und 4. 

Division. 



Ofüziers- 
einteilung. 



Verlegung der 

Depotkompanie 

nach Kreutz. 



Nach mehrfachen Verschiebungen standen vom 23. März 
an: Bataillonsstab und 1. Division in Castelnuovo, 2. Division 
in Ragusa, 5. Kompanie in Gruda und 6. in Gravosa. 

Am 3. April erhielten die dalmatinischen Truppen Befehl, den 
Kriegsstand anzunehmen. Das Depotdetachement des Bataillons 
in Pizzighettone wurde zu dieser Zeit in eine Depotkompanie 
umgewandelt. 

Zum Zwecke der vom Armeekommando am 14. Mai an- 
geordneten Formierung der Jägerbataillone Nr. 26 bis 30 hatten 
die Bataillone 8, 11, 23, 24 und 25 zunächst je eine 4. Division 
aufzustellen; das 11. und 25. Jägerbataillon formierten diese vierten 
Divisionen bei ihren in Oberitalien befindlichen Ersatzkörpern und 
gaben die 3. Division zur Errichtung des 27., die 4. zur Errichtung 
des 30. Jägerbataillons ab. Diese Veränderung vollzog sich am 
12. Juni, worauf das Bataillon folgende Stationen erhielt: Stab und 
4. Kompanie Ragusa, 1. Kompanie Gravosa, 2. Charcovizza und 

3. Gruda. 

Offizierseinteilung nach erfolgter Abtrennung der 3. und 

4. Division. 

Bataillonsstab : Kommandant : Oberst Anton Edler von 
Zsoldos; Adjutant: Unterieutnant 1. Kl. Oktavius Navarini; 
Chefarzt: Regimentsarzt 2. Kl. Dr. Paul Bacca; Rechnungsführer: 
Offizial 2. Kl. Vinzenz Geiger. 

1. Kompanie: Hauptmann Urban Luxard o; Oberleutnant 
Heinrich Poli; Unterleutnant 1. Kl. Thomas H ö g e r und Unter- 
leutnant 2. Kl. Leander Farinatti. 

2. Kompanie : Hauptmann Moritz Christophe von Leuen- 
fels; Oberleutnant TitusAmbros von Rechten berg; Unter- 
leutnant 1. Kl. Friedrich Wischkowsky und Unterleutnant 
2. Kl. Gustav von Szäkonyi. 

3. Kompanie : Hauptmann Eduard Schuh; Oberleutnant 
Franz Hermanny von Heldenberg; Unterleutnant 1. Kl. 
Otto Dobay und Unterleutnant 2. Kl. Rudolf Petersen. 

4. Kompanie: Hauptmann Josef Magni; Oberleutnant 
Edmund Nitsch; Unterleutnant 1. Kl. Ernst Edler von Vivenot 
und Unterleutnant 2. Kl. Josef Mai'ia Ruf. 

Depotkompanie: Hauptmann Johann Wasitzki, Ober- 
leutnant Franz Müller und Unterleutnant 2. Kl. HugoGroer. 

Der Rückzug der österreichischen Armee hinter den Mincio 
machte die Verlegung der in der Lombardei befindlichen Ersatz- 
körper in das Innere der Monarchie notwendig; die Depotkom- 



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151 

panie des Bataillons wurde nach Kreutz verlegt, wo dieselbe 
mittels Fußmarsch am 3. Juli anlangte. 

Da das Bataillon am 1. Juli nach Kroatien abzugehen hatte, Marsch nach 
verließ es an diesem Tage nach vorheriger Konzentrierung Ragusa Kroatien, 
und traf am 28. Juli in Karlstadt ein ; von hier rückte es am 
14. August nach Draganic ab ; am 26. August wurde die 

I. Division mit dem Stabe nach Jaska, die 2. nach Cvetkovic 
verlegt. 

Durch die im Präliminarfrieden von Villafranca am 8. Juli 1859 Neuformierung 
erfolgte Abtretung der Lombardei ergab sich die Notwendigkeit, ^^^ Bataillons, 
die dorthin zuständigen Mannschaften sogleich zu entlassen. Vom 

II. Jägerbataillon gingen demnach ab: aus dem Aktivstande: 
1 Oberjäger, 14 Führer, 28 Unterjäger, 64 Patrouilleführer, 7 Hor- 
nisten, 6 Zimmerleute und 758 Jäger; vom Urlauberstande: 
1 Unterjäger, 1 Patrouilleführer, 58 Jäger und vom Reservestande 
1 Führer, 1 Unterjäger, 4 Patrouilleführer und 124 Jäger. 

Mit Allerhöchster Entschließung vom 22. August ordnete 
Se. Majestät die Neuformierung des 11. Jägerbataillons aus' dem 
„Steiermärkischen Freiwilligen -Schützenbataillon" an. ^) 

Am 22. September rückte daher der Rest des Bataillons per Marsch nach 
Bahn nach Graz ab, wo die Mannschaften des steierischen Schützen- Salzburg, 
bataillons zum 11. Jägerbataillone einrückten. 2) Das Bataillon 
wurde von Graz per Bahn nach Leoben gebracht und mar- 
schierte von hier über Mautern, Rottenmann, Liezen, Aussee, 
Ischl und St. Gilgen in seine neue Garnisonsstadt Salzburg, wo 
es am 24. November eintraf. 

Die Depotkompanie langte am 1. November aus Kreutz in Depotdetache- 
Graz an ; sie wurde hier aufgelöst und an ihrer Stelle ein Depot- "™^"* ^^ BTuck 
detachement in Brück an der Mur errichtet. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. O. 

Eingeteilt: am 1. Oktober Hauptmann 1. Kl. Johann Karl 
Freiherr S c h i r p. von B o 1 1 1 e m b e r g, die Oberleutnants Johann 
Wannisch, Josef Staniek und Bartholomäus Reindl, dann 
Rechnungsoffizial 5. Kl. Johann Hlawik, sämtliche vom 
steiermärkischen Schützenbataillon, ferner Regimentsarzt 2. Kl. 
Dr. Alexander Goldberger vom Infanterieregimente Erzherzog 
Ludwig Nr. 8. 

Transferiert: am 16. April Unterleutnant 2. Kl. Wilhelm 
Tischler zum 8. Geniebataillon; am 13. Mai Hauptmann 1. Kl. 



*) Dieses war im Juni des gleichen Jahres in Graz aufgestellt worden. 
•) In welcher Weise die Neuformierung des Bataillons erfolgte, konnte 
nicht ermittelt werden. 



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152 

Robert G r o e r zum 6. Jägerbataillon ; zum 27. Jägerbataillon, 
ebenfalls am 13. Mai: Hauptmann 1. Kl. Peter de Lugnani, 
Oberleutnant Franz Rezzoli, die Unterleutnants 1. Kl. Ferdinand 
Bauer und Eugen Luxardo, die Unterleutnants 2. Kl. Alois 
Salvioni und Ernst Gab er; zum 30. Jägerbataillon: Haupt- 
mann 1 . Kl. Hermann S c h o 1 z e, Oberleutnant Ernst B 1 e n i o 
und Unterleutnant 2. Kl. Herkules Gazzola; am 23. Mai Unter- 
leutnant 1. Kl. Philipp Gellinek zum Infanterieregimente Airoldi 
Nr. 49; am 4. Juli Rechnungsoffizial 2. Kl. Vinzenz Geiger zum 
Rechnungsdepartement in Agram; am 1. September Regiments- 
arzt 2. Kl. Dr. Paul Bacca zum 27. Jägerbataillon; am 1. Oktober 
Oberleutnant Johann Wann i seh zum Infanterieregimente Groß- 
fürst Konstantin Nr. 18, die Oberleutnants Josef Staniek und 
Bartholomäus Rein dl zur Arcierenleibgarde, am 1. Dezember 
Hauptmann 1. Kl. Urban Luxardo zum 27. Jägerbataillon. 

Befördert: am 17. März Unterleutnant Ernst Blenio zum 
Oberleutnant und die Unterleutnants 2. Kl. Thomas H ö g e r 
und Oktavius N a v a r i n i zu Unterleutnants 1. Kl. ; am 26. März 
Unterleutnant Franz Hermanny von Heldenberg zum 
Oberleutnant, Unterleutnant 2. Kl. Ernst Edler von Vivenot 
zum Unterleutnant 1. Kl. und Kadett - Unterjäger Ernst Gab er 
zum Unterleutnant 2. Kl.; am 19. April Hauptmann 2. Kl. Peter 
de Lugnani zum Hauptmann 1. Kl., Unterleutnant Edmund 
Nitsch zum Oberleutnant, die Unterleutnants 2. Kl. Philipp 
Gellinek und Herkules Gazzola zu Unterleutnants 1. Kl. und 
die Oberjäger Leander Farinatti, Friedrich Wischkowsky 
sowie die Kadett-Gemeinen Rudolf Petersen und Hugo Groer 
zu Unterleutnants 2. Kl.; am 7. Juni; die Hauptleute 2. Kl. 
Urban Luxardo und Johann Wasitzki zu Hauptleuten 1. Kl., 
Oberleutnant Josef Mag ni zum Hauptmann 2. Kl., Unterleutnant 
Titus Ambros von Rechtenberg zum Oberleutnant, die 
Unterleutnants 2. Kl. Otto Dobay und Friedrich Wisch- 
kowsky zu Unterleutnants 1. KL, Kadett Gustav von Szä- 
konyi und Oberjäger Josef Maria Ruf zu Unterleutnants 2. Kl.; 
am 28. Juni: Unterleutnant 2. Kl. Hugo Groer zum Unter- 
leutnant 1. Kl. und Kadett -Unterjäger Karl Reisinger zum 
Unterleutnant 2. Kl. 

Pensioniert: am 28. Februar Oberleutnant Franz Xaver 
Wiederkehr. 

1860. Auf Grund der von Sr. Majestät am 20. Jänner 1860 
sanktionierten neuen Heeresergänzungseinteilung wurde unser 



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153 



Truppenkörper an den Ergänzungsbezirk des Infanterieregimentes 
Nr. 49 in St. Polten gewiesen; demgemäß führte er nun die 
Bezeichnung „11. niederösterreichisches Jägerbataillon". 

Mit allerhöchster Entschließung vom 16. Jänner erfolgte 
die Pensionierung des Obersten von Zsoldos; Oberstleutnant 
Friedrich Edler von Schwab des Tiroler-Jägerregimentes wurde 
zum Kommandanten des 11. Jägerbataillons ernannt. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. März Hauptmann 2. Kl. Karl Ritter von 
Fackh des Adjutantenkorps; am 1. April Oberleutnant Adolf 
Freihen- von Pitt el des 9. Geniebataillons; am 1. Mai Rechnungs- 
akzessist Wilhelm Demgo des Infanterieregimentes Erzherzog 
Rainer Nr. 59; am 1. Juli Hauptmann 1. Kl. Johann Kiemen t 
des 18. Jägerbataillons; am 21. Juli der in päpstlichen Diensten 
gestandene Emil Vi dal e als Unterieutnant 2. Kl.; am 1. Oktober 
Oberleutnant Andreas Mayer des 3. Gendarmerieregimentes; am 
1. November Hauptmann 2. Kl. Emanuel Wenko und Ober- 
leutnant Wilhelm Rummel von Ruhmburg, beide vom Infan- 
terieregimente Hohenlohe Nr. 13; Oberieutnant Oskar Dorsn er 
von Dornimthal und Unterieutnant 2. Kl. Heinrich Posselt, 
beide vom Infanterieregimente Großherzog von Baden Nr. 50, 
endlich am 1. Dezember Oberarzt Dr. Ignaz Abeles des Küras- 
sierregimentes König von Bayern Nr. 10. 

Transferiert: am 30. April Rechnungsoffizial 5. Kl. Johann 
Hanslik zum 18. Jägerbataillon; am 1. Juli Hauptmann 1. Kl. 
Moritz Christophe von Leuenfels ebendorthin; am 1. No- 
vember Regimentsarzt 2. Kl. Dr. Alexander Goldberg er zum 
Infanterieregimente Großherzog von Hessen Nr. 14. 

Pensioniert: am 31. Mai Oberleutnant Heinrich Poli und 
am 31. Dezember Hauptmann 1. Kl. Johann Wasitzki. 

Die Charge quittierte: am 31. Juli Hauptmann 2. Kl. Karl 
Ritter von Fakh. 



Oberstleutnant 
von Schwab 
Bataillons- 
kommandant. 

V. i. O. 



1861« Veränderung im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Februar Hauptmann 1. Kl. Friedrich Graf 
zuSayn-Wittgenstein-Berleburg des Infanterieregimentes 
Degenfeld Nr. 36, Oberleutnant Georg Camelli des 30. Jäger- 
bataillons, Unterieutnant 1. Kl. Heinrich Hohenadl des Infan- 
terieregimentes König der Niederlande Nr. 63. Unterleutnant 2. Kl. 
Paul Le Guerney des Infanterieregimentes Nobili Nr. 74; am 
1. März Unterleutnant 1. Kl. Ludwig von Petrikowsky des 
Infanterieregimentes Nassau Nr. 15; am 27. März Hauptmann 



V i. o. 



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154 

1. Kl. Hugo Binder und am 1. Mai Unterleutnant 2. Kl. Josef 
Kreitschy, beide vom 8. Jägerbataillon; am 1. Juni Unter- 
leutnant 2. Kl. Guido Figura des Flottillenkorps; endlich am 
1. September Unterleutnant 2. Kl. Karl Weingärtner aus der 
Genieakademie. 

Transferiert: am 1. Februar Oberleutnant Wilhelm Rummel 
von Ruhmburg zum 20., Unterleutnant 1. Kl. Otto Dobay 
zum 15., Unterleutnant 2. Kl. Emil Vi dal e zum 19., am 1. März 
Hauptmann 1. Kl. Eduard Schuh und Unterleutnant 1. Kl. 
Friedrich Wischkowsky zum 30., am 27. März Oberleutnant 
Franz Müller zum 8. und am 15. April Unterieutnant 1. Kl. 
Oktavius Navarini zum 26. Jägerbataillon. 

Befördert: am 27. März Hauptmann 2. Kl. Emanuel Wenko 
zum Hauptmann 1. Kl., Oberieutnant Andreas Mayer zum 
Hauptmann 2. Kl., Unterieutnant Thomas Höger zum Ober- 
leutnant und Unterleutnant 2. Kl. Leander Farinatti zum Unter- 
leutnant 1. Kl. 

Die Charge quittierte: am 31. Mai Unterleutnant Josef 
Maria Ruf. 

1862. Am 24. September wurde das Offizierskorps durch den 
Tod des Hauptmanns Andreas Mayer in Trauer versetzt, 
v. i. O. Weitere Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. September Unterleutnant 2. Kl. Franz 
Schönaich aus der Wr. - Neustädter Militärakademie und am 
1. November Hauptmann 2. Kl. Ludwig Curter von Stern- 
feld des 3. Jägerbataillons. 

Transferiert: am 1. November Oberleutnant Franz Her- 
mann y von Heldenberg zum 9. Jägerbataillon 

Befördert: am 1. September Oberjäger Rudolf Hensler 
zum Unterleutnant 2. Kl. 

Oberst von 1863. Am 12. Jänner wurde Oberstleutnant von Schwalb 

Schwab. 2um Obersten befördert; im Herbste erhielt er das Kommandeur- 
kreuz des großherzoglich hessischen Philipp - Ordens. 

Zufolge Reskriptes des Kriegsministeriums vom 6. Dezember 
wurde das Bataillon zum eventuellen Ausmarsch nach Schleswig- 
Holstein bestimmt und hatte sofort den Kriegsstand anzunehmen; 
nach eifrigster Durchführung aller hiezu nötigen Vorbereitungen 
erreichte das Bataillon die Marschbereitschaft am 29. Dezember. 



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155 



Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 8. August Unterleutnant 2. Kl. Heinrich 
Potesta des 9. und am 31. September Oberleutnant Johann 
Bauer des 13. Jägerbataillons. 

Befördert: zu Oberleutnants die Unterleutnants 1. Kl. Ernst 
Edler von Vivenot am 1. und Ludwig von Petrikowsky 
am 12. Jänner; am 29. November Oberleutnant Edmund Nitsch 
zum Hauptmann 2. Kl. 



V. i. 0. 



1864. Offizierseinteilung zu Anfang des Jahres. 

Bataillonsstab: Kommandant: Oberst Friedrich Edler von 
Schwab; Adjutant : Oberleutnant Titus A m b r o s von Rechten- 
berg; Proviantoffizier: Oberleutnant Thomas Höger; Chef- 
arzt : Oberarzt Dr. Ignaz A b e l e s ; Rechnungsführer : Akzessist 
Wilhelm Demgo. 

1. Kompanie: Hauptmann Johann K 1 e m e n t ; Oberleutnant 
Adolf Freiherr von Pittel; die Unterleutnants Leander Fari- 
natti 1. Kl. und Paul Le Guerney 2. Kl. 

2. Kompanie: Hauptmann Ludwig Curter von Stern- 
feld; Oberleutnant Ludwig von Petrikowsky; die Unter- 
leutnants 2. Kl. Gustav von Szäkonyi und Rudolf Hensler. 

3. Kompanie: Hauptmann Hugo Binder; Oberleutnant 
Oskar Dorsner von Dornimthal; die Unterleutnants 2. Kl. 
Karl Reisinger und Heinrich Potesta. 

4. Kompanie: Hauptmann Emanuel W e n k o ; Oberleutnant 
Ernst Edler von Vivenot; die Unterleutnants 2. Kl. Karl 
Weingärtner und Franz Schönaich. 

5. Kompanie : Hauptmann Johann Freiherr S c h i r p von 
Bottlemberg; Oberleutnant Johann Bauer ; die Unterleutnants 
Rudolf Petersen 1. Kl. und Josef Kreitschy 2. Kl. 

6. Kompanie : Hauptmann Friedrich Graf zu S a y n- 
Wittgenstein-Berleburg; Oberleutnant Georg Camelli; 
die Unterleutnants Hugo Groer 1. Kl. und Guido Figura 2. Kl. 

Depotdetachement: Unterieutnant 1. Kl. Heinrich Posselt. 



Offiziers- 
einteilung. 



Krieg gegen Dänemark. 

Nach dem Tode des Königs Friedrich VII. von Dänemark Vorgeschichte, 
folgte gemäß den Bestimmungen des Londoner Protokolles 
Christian IX. als Herrscher für die „dänische Gesamtmon- 
archie", welche außer dem Königreiche Dänemark die Herzog- 
tümer Schleswig, Holstein und Lauenburg umfaßte. Am 18. No- 



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156 



Die »Alliierte 
Armee". 



vember 1863 nimmt der König die neue dänische Verfassung an, 
welche die Einverleibung Schleswigs in Dänemark ausspricht, 
und verletzt damit die vertragsmäßigen Rechte dieses Herzogtums. 
Kriegs- Nachdem Truppen des. Deutschen Bundes Holstein und 

erkiärung. Lauenburg besetzt hatten, forderten Österreich und Preußen zu 
Anfang des Jahres 1864 die Aufhebung der neuen Verfassung 
und überreichten schließlich am 16. Jänner in Kopenhagen ein 
Ultimatum ; als dieses abgelehnt wurde, erklärten die beiden Groß- 
mächte an Dänemark den Krieg. 

Der preußische Feldmarschall Freiherr von W ran gel er- 
hielt den Oberbefehl über die Kontingente Österreichs und Preußens, 
welche man unter dem Namen „Alliierte Armee" zusammenfaßte; 
diese bestand aus dem VI. österreichischen Armeekorps FMLt. 
Freiherr von Gablenz, aus dem preußischen kombinierten 
Armeekorps Prinz Friedrich Karl und aus der preußischen kom- 
binierten Gardeinfanteriedivision. Als gemeinsames Abzeichen 
trugen die Truppen eine weiße Binde am linken Oberarm. 

Das Kommando über die dänische Operationsarmee über- 
nahm General de M e z a. 

Das Korps Gablenz bestand aus den Brigaden der General- 
majore Graf Gondrecourt, Freiherr Dormus, von Nostitz, 
Tomas und Freiherr Dobrzensky. 

Das 11. Jägerbataillon erhielt am 15. Jänner telegraphischen 
Befehl, am 16. nach Wien abzugehen; es wurde demgemäß am 
16. in Salzburg einwaggoniert und traf tagsdarauf in Wien ein, 
um hier weitere Befehle abzuwarten. ^) Das Bataillon erhielt seine 
Einteilung in der Brigade Tomas, zu welcher außerdem je zwei 
Bataillone der Infanterieregimenter Holstein Nr. 80 und Coronini 
Nr. 6, eine Eskadron des Husarenregimentes Liechtenstein Nr. 9 
zwei Eskadronen des Dragonerregimentes Windisch-Graetz Nr. 2 
und die 4pfündige Batterie Nr. 5 gehörten. 
Revue. Über alle zum Ausmarsche bestimmten, in Wien befind- 

lichen Truppen hielt Se. Majestät der Kaiser am 18. Jänner am 
Parkring eine Revue ab, wobei der Allerhöchste Kriegsherr an 
die Offiziere der ausgerückten Truppen folgende Worte richtete: 

„Wir haben die Bestimmung, die österreichischen Waffen 
in fernen Gegenden zu vertreten. Ich weiß, daß Sie Uns Ehre 
machen, daß Sie Unsere Fahnen hochhalten werden. Deshalb 



Die Dänen. 

Ordre de ba- 
taille. 



*j Der Stand des Bataillons betrug beim Eintreffen in Wien: l Stabs- 
offizier, 27 Oberoffiziere, 1 Arzt, 1 Rechnungsführer, 991 Mann, 36 Pferde und 
10 Fuhrwerke. 



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157 



erwarte Ich für den Fall einer feindlichen Aktion, daß Sie mit 
den preußischen Truppen an Tapferkeit und Ausdauer wetteifern 
werden. Ich erwarte die strengste Disziplin in jeder Beziehung. 
Diese wenigen Worte habe Ich Ihnen ans Herz legen wollen. 

Und nun leben Sie wohl, Meine Herren! Gott geleite Sie!" 

Die Brigade Gondrecourt war bereits am 17. Dezember 1863 Abmarsch, 
in Marsch gesetzt worden; gegen Ende Jänner 1864 folgten ihr 
die übrigen Truppen des VI. Korps nach Hamburg nach. 

Das Bataillon wurde am Abend des 23. Jänner in Wien 
auf dem Nordbahnhofe einwaggoniert und traf über Prerau, 
Ratibor, Breslau, Sorau und Wittenberge am 27. nachmittags in 
Hamburg ein. 

In allen Orten, welche die österreichischen Truppen auf 
der Fahrt passierten, wurden sie mit den Zeichen größter Sym- 
pathie empfangen ; die Bevölkerung aller größeren Städte bereitete 
ihnen herzliche Ovationen und war voll des Lobes über ihr 
musterhaftes Auftreten. 

Von Hamburg gelangte das Bataillon am 28. Jänner per 
Bahn nach Nortorf und marschierte von hier am 29. nach Luhn- 
stedt; hier wurde der Stab mit der 1. Division untergebracht; 
die 3. Kompanie kam nach Oldenhütten, die 4. nach Holtorf, 
die 5. und 6. nach Staffstedt. In dieser Verteilung blieb das 
Bataillon bis zum 1. Februar. 

In den letzten Jännertagen vollzogen die Österreicher ihren 
Aufmarsch südlich Rendsburg; das preußische Korps sammelte 
sich bei Kiel; die Gardedivision näherte sich Neumünster. 

Um einen Durchbruch der Verbündeten gegen Flensburg 
zu verhindern, besetzten etwa 30.000 Dänen das berühmte Dane- 
werk mit der Hauptkraft bei Schleswig, während Detachements 
an den wichtigsten Übergangspunkten zwischen Friedrichstadt 
und Cappeln Stellung nahmen. 

Für die Alliierten bildete die Forcierung des Danewerks 
das nächste Operationsziel. Zu diesem Zwecke sollte Gablenz 
gegen Schleswig vorstoßen, Prinz Friedrich Karl über Eckern- 
förde den linken Flügel der Dänen umgehen, endlich die Garde- 
division gegen den rechten Flügel des Feindes wirken. 

Gegen 7 Uhr abends des 31. Jänner traf im Hauptquartier 
der Österreicher zu Schuldorf Wrangeis bekanntes Telegramm 
ein, das mit den Worten: „In Gottes Namen drauf!" für den 
1. Februar den allgemeinen Beginn des Vormarsches befahl. 

So begannen denn am 1. Februar 7 Uhr früh die öster- i. Februar, 
reichischen Kolonnen den Eiderfluß zu überschreiten; sie drangen 



Aufmarsch. 



Operations- 
pläne. 



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158 



an diesem Tage bis an die Sorge vor. Die Brigade Tomas er- 
reichte Neu- und Alt-Büdelsdorf ; das 1 1 . Jägerbataillon nächtigte 
im letztgenannten Orte. 

2. Februar. Am 2. Februar 8 Uhr früh wurde die 2. Division des 

Bataillons unter Hauptmann Binder von Alt-Büdelsdorf zur 
Aufklärung über Bunge nach Ahlefeld entsendet, wo dieselbe 
eine Stellung bezog. Während dieser Unternehmung wurde die 
Division auf weite Entfernung in der rechten Flanke ange- 
schossen; sofort meldeten sich Patrouilleführer Pichl nebst den 
Jägern Wochian und Mayer der 3. Kompanie freiwillig dazu, 
in der Richtung, aus der die Schüsse kamen, zu patrouillieren; 
sie fanden aber keinen Feind mehr vor. 

Die Brigade Tomas war um 8 Uhr 15 Min. früh aufgebrochen 
und erreichte Ahlefeld, wo die 2. Division wieder zum Bataillone 
einmckte; dasselbe bezog nun Quartiere in Bruks. 

An diesem Tage erreichte das österreichische Korps die 
Linie Hütten — Norby. 

Nach dem Eintreffen des Bataillons in Bruks wurde die 
2. Kompagnie zum Vorpostendienste kommandiert. 

Der Kompaniekommandant erwähnt in einem Berichte über diese Vor- 
postenaufstellung, daß sich Führer Johann Kaindclsdorfer als Kommandant 
einer Feldwache durch sein hohes Pflichtgefühl besonders hervortat. Obwohl 
die Mannschaft über kein Feuerungsmaterial verfügte und sich gegen die furcht- 
bare Kälte gar nicht zu schützen vermochte, hielt Kaindclsdorfer seine 
Leute dennoch in der größten Ordnung beisammen und versah seinen schwierigen 
Dienst auf das Gewissenhafteste. 

3. Februar. ^m 3. Februar rückte GM. Tomas von Ahlefeld über 

Geltorf auf Loopstedt vor. Während die übrigen Brigaden des 
Korps gegen Lottorf und Altmühl marschierten, hatte Tomas 
die Übergangspunkte bei Fahrdorf und Wedelspang zu decken; 
die 5. Kompanie des Bataillons erhielt hiebei die Aufgabe, die 
linke Flanke der Brigade zu schützen und mit der Hauptkolonne 
Verbindung zu halten, an deren Tete Brigade Gondrecourt 
marschierte. 
Gefecht von Gegen Mittag trifft Gondrecourt auf feindliche Kräfte; 

Jagei und Ovcr- ^g entspinnt sich das blutige Gefecht von Jagel und Overselk, 
in welchem G a b 1 e n z die Dänen in ihre Hauptstellung zurückwirft ; 
die Brigaden Nostitz und Gondrecourt besetzen den Königsberg. 
Die 5. Kompanie unseres Bataillons, von Hauptmann Frei- 
herrn Schirp geführt, traf unweit der vom Feind besetzten 
Selker Mühle mit der 3. Division des 18. Jägerbataillons*) zu- 



*) der Brigade Gondrecourt. 



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159 

sammen und nahm in gemeinsamem Angriff mit ihr die Mühle. 
Eine wahre Begeisterung hatte die Jäger ergriffen — mit dem 
lauten Rufe „Es lebe Österreich! Es lebe der Kaiser!" begrüßten 
sie das Erdröhnen der dänischen Kanonen. 

Ein Verhau, aus Baumstämmen und Gestrüpp verfertigt, 
sperrte eine Dammstraße am Westende der Schlei und hielt den 
2. Zug der in Kette aufgelösten 5. Kompanie beim Angriff auf 
die Selker Mühle auf. Im heftigen Feuer des Feindes überstiegen 
Unterleutnant Potesta, Führer Montmorency, Unterjäger 
Meitzinisch, die Patrouilleführer Prohaska und Haider 
nebst den Jägern Taska, Gerechtshammer, Baumann und 
Schwarz den Verhau, während Oberjäger B a b i t s k a, Patrouille- 
führer Maresch und Jäger Fürst bei diesem Hindernis zurück- 
blieben ; diesen Letztgenannten gelang es, den Verhau im Regen 
feindlicher Kugeln hinwegzuräumen und dadurch der nach- 
folgenden Kavallerie freie Bahn zu schaffen. 

Die Brigade Tomas erreichte nach 3 Uhr nachmittags 
Loopstedt ; da der Brigadier, der von hier aus das Gefecht G o n d r e- 
Courts beobachtete, den Eindruck gewann, daß Gondrecourt 
seiner Unterstützung nicht mehr bedürfe, sandte er der Kompanie 
Schirp den Befehl, das Gefecht abzubrechen und zum Bataillone 
einzurücken. Gegen 4 Uhr nachmittags ließ GM. Tomas seine 
Truppen auf dem Kirchberg bei Fahrdorf in Gefechtsordnung 
aufmarschieren; die 6. Kompanie des Bataillons rückte geöffnet 
über diese Höhe vor und wurde in ein lebhaftes Plänkler- 
gefecht mit dem Feinde verwickelt, der sich von Fahrdorf gegen 
die Schanzen von Schleswig zurückzog. Das Feuer, welches 
gleichzeitig dänische Geschütze aus den Schanzen gegen die 
Stellungen der Brigade eröffneten, währte bis zum Einbruch der 
Dunkelheit. 

Die Nacht vom 3. auf den 4. Februar brachte das Bataillon ^- Februar, 
im Biwak zu; am folgenden Morgen rückte es in eine Stellung 
auf den Südabhang des Kirchbergs ab, welcher von den in der 
Schanze bei Lollfuß postierten dänischen Geschützen von Tages- 
anbruch an beschossen wurde. Auch über den Positionen des 
1 1 . Jägerbataillons explodierten einzelne Geschosse, ohne jedoch 
Verluste zu verursachen; doch wurde immerhin der Mut der 
jungen Mannschaft auf eine harte Probe gestellt. 

Gegen Abend gelang es den österreichischen Batterien, die 
feindliche Artillerie zum Schweigen zu bringen. Das Bataillon 
wurde gemeinsam mit dem Regimente Coronini in Fahrdorf 
untergebracht; die 2. Division des Bataillons bezog Vorposten 



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160 



Oberjäger 
Canella und 
Führer Mika 
bei Fahrdorf. 



5. Februar. 



6. Februar. 



Gefecht bei 
Övcrsce. 



und wechselte die ganze Nacht hindurch Schüsse mit einer hinter 
Pallisaden gedeckt stehenden feindlichen Abteilung. 

Der als Vedette postierte Jäger Schindelka der 4. Kom- 
panie wurde während des Vorpostengeplänkels durch zwei 
Schüsse verwundet; der um ihn einfallenden Geschosse nicht 
achtend, legte Oberjäger Canella dem Schwerverletzten den 
ersten Verband an, worauf ihn Führer Mika zurücktrug. 

Eine größere feindliche Kavallerieabteilung, welche sich am 
Morgen des 5. Februars den Vorposten näherte, wies Unter- 
leutnant Rei Singer des 11. Jägerbataillons durch das Feuer 
seiner Leute zurück. 

Durch ihre Kaltblütigkeit taten sich von der 4. Kompanie 
Jäger Tarcsiany und Hornist di Carli hervor, welche trotz 
erhaltener Verwundungen ihre Einteilung nicht verließen. Wegen 
ihrer besonderen Aufmerksamkeit und ihres guten Schießens 
verdienen Führer VVenzl, dann die Jäger Freitag, Besan und 
M er sing, alle der 3. Kompanie angehörend, erwähnt zu werden. 

Das Bataillon hatte in den letzten zwei Tagen acht Ver- 
wundete; von diesen erlagen zwei, der Patrouilleführer Franz 
Sedlmayer der 3. und der Jäger Michael Hartweger der 
5. Kompanie, ihren Verletzungen. 

Da die Brigade Tomas den Befehl erhielt, auf den Königs- 
berg, wo Batterien zur Beschießung des Danewerkes gebaut 
wurden, abzurücken, sammelte der Brigadier gegen 1 Uhr nach- 
mittags seine Truppen südlich Loopstedt, wohin das 11. Jäger- 
bataillon bereits am Mittage disponiert worden war. Nach Zurück- 
lassung des Regimentes Coronini bei Fahrdorf mckte GM. Tomas 
nach dem Königsberge ab, erreichte ihn aber nicht mehr, da die 
Brigade erst in der Nacht in Oberselk eintraf, wo sie auch 
nächtigte. 

In der Nacht vom 5. auf den 6. räumte der Feind das 
Danewerk; General de Meza zog seine Truppen nach Flens- 
burg zurück. 

FMLt. Freiherr von Gablenz, welcher am Morgen des 6. 
vom Abzüge der Dänen Meldung erhielt, beorderte sogleich 
einige Eskadronen des Husarenregimentes Liechtenstein zur Ver- 
folgung und sandte diesen auf der Chaussee nach Flensburg 
die Brigade Nostitz, auf jener gegen Wedelspang die Brigade 
Tomas nach ; der Korpskommandant übernahm persönlich die 
Leitung der Verfolgung in der vordersten Linie. 

Bei Üversee erreichte die „schwarzgelbe Brigade" Nostitz 
die starke Arrieregarde des Feindes, warf sie nach heftigem 



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161 

Kampfe auf Flensburg zurück und fügte ihr empfindliche Ver- 
luste bei. 

GM. Tomas nahm von Wedelspang Direktion auf Flens- 
burg und entsandte die 1. Division des 11. Jägerbataillons zur 
Deckung seiner rechten Flanke über Moldenit — Osterjub — Folk. 
Die Brigade erreichte am Abende des 6. Februars Gr. Solt; die 
2. und 3. Division des Bataillons trafen in Satrup ein. 

Am 7. früh rückte die Brigade Tomas bis Hürup vor; die T- Februar. 
2. und 3. Division des Bataillons, welche um 1 Uhr nachts von 
Satrup wieder aufgebrochen waren, erreichten am Morgen des 
7. Februars Husby, wo auch die 1. Division wieder einrückte. 

Das Korpshauptquartier gelangte an diesem Tage nach 
Frörup; die dänische Hauptkraft unter General de Meza zog 
sich in die Düppel-Stellung und nach Alsen zurück; die dänische 
Kavalleriedivision und zwei Infanteriebrigaden setzten den Rück- 
zug nach Norden über Kolding fort. 

Da die österreichischen Truppen dringend der Erholung 
bedurften, erhielt in der Nacht vom 6. auf den 7. die preußische 
Gardedivision, deren Vortruppen Wanderup südwestlich Översee 
erreicht hatten, vom Armeekommando den Befehl, die weitere 
Verfolgung des Feindes auf Kolding zu übernehmen. Das Korps 
Gablenz, dessen Truppen bisher in der strengsten Kälte fast 
fortwährend biwakiert und durch die Märsche auf den mit Eis 
bedeckten, elenden Wegen sehr gelitten hatten, wurde in Kan- 
tonnements verlegt. 

Das 11. Jägerbataillon verblieb bis 11. Februar in Husby. 

Am 8. und 9. rastete die ganze Armee. 8.-13. Februar. 

Da die Gardedivision am 10. Februar die Linie Bau — Kollund 
erreichte, konnte das österreichische Korps seinen Kantonierungs- 
raum weiter ausdehnen; infolgedessen gelangte am 11. der Stab 
der Brigade Tomas nebst dem Bataillonsstab und der 1. Division 
unseres Bataillons nach Harrislee; die 2. und 3. Division wurden 
nach Fröslee verlegt. 

Das österreichische Korps hatte am 13. Februar die Vor- 14. Februar, 
rückung gegen Norden wieder aufzunehmen ; die Brigade Tomas, 
welche an diesem Tage noch in ihren Kantonnements verblieb, 
rückte am 14. bis in die Höhe von Bau — Böldersleben vor; das 
11. Jägerbataillon bezog Quartiere in Bjolderup, Bjolderslew, 
Volterup und Perböl. 

Im Verlaufe des weiteren Vormarsches erreichten die Vor- lö. Februar, 
truppen des Korps am 19. P'ebruar Jütlands Grenze. Vom Bataillone 
wurden an diesem Tage der Stab, die 3., 4. und 6. Kompanie 

Geschichte des ii. Feldjägerbatailloas. 1 1 



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162 



Operationen 
der Preußen. 



Vormarsch 
nach Jutland. 



8. März. 



in Sommerstedt, die 1. und 2. in Kastrovo, die 5. in Simmerstedt 
untergebracht. 

Die preußische Gardedivision hatte bereits am 18. jütischen 
Boden betreten und Kolding besetzt. Das Korps des Prinzen 
Friedrich Karl, welches seit dem 1. Februar von Kiel über Eckem- 
förde — Amis — Flensburg vorgerückt war, stand nun auf der Halb- 
insel Sundewitt, den Düppler Schanzen gegenüber, um den Vor- 
stoß gegen Jütland zu decken. 

Da die diplomatischen Verhandlungen bezüglich des Ein- 
marsches in Jütland noch nicht abgeschlossen waren, wurde 
der weitere Vormarsch des österreichischen Korps und der Garde - 
division vorläufig eingestellt und es trat auf dem ganzen Kriegs- 
schauplatze fast vollständige Ruhe ein. 

Nachdem Österreich und Preußen die Okkupation Jütlands 
vereinbart hatten, erging am 6. März an das Armeekommando 
der telegraphische Befehl zum Einmarsch. An diesem Tage 
schob sich das österreichische Korps näher an Kolding heran. 
Vom U. Jägerbataillone gelangte der Stab mit der 4., 5. und 
6. Kompanie nach Bjerndrup, die 2. und 3. nach Kolstrup, die 
1. nach Vojenhuse und Holbeck. 

Am 7. März sammelten sich die Österreicher südlich Kolding 
in zwei Gruppen : die östliche derselben, Brigaden Nostitz und 
Gondrecourt, konzentrierte sich unter dem persönlichen Befehle 
des Korpskommandanten bei Vonsild; die westliche, Brigaden 
Dormus und Tomas nebst der preußischen Kavalleriebrigade 
Fließ, wurde unter Kommando des FMLt. Grafen Neipperg 
bei Skanderup und Vamdrup vereinigt. 

Aus dieser Situation erfolgte am 8. März der Vormarsch 
gegen Norden, während die Gardedivision an diesem Tage zur 
Einschließung der Festung Fredericia abrückte. 

Die Brigaden Nostitz und Gondrecourt marschierten über 
Kolding auf der nach Veile führenden Straße bis Bramdrup; 
es war beabsichtigt, hier solange zu halten, bis die Kolonne 
Neipperg, welche bei Eistrup die Kolding-Au zu passieren hatte, 
in gleicher Höhe eingetroffen wäre ; dann sollten beide Gruppen 
die Vorrückung gegen Veile fortsetzen. 

Strömender Regen, der in der Nacht niedergegangen war, 
brachte das Wasser der Kolding-Au derart zum Steigen, daß 
es, die ganze Talsohle überschwemmend, fußhoch die Brücken- 
decke überflutete. Durch dieses Elementarereignis, das auch die 
Kommunikationen beiderseits der Übergangsstelle fast grundlos 
machte, sah sich FMLt. Graf Neipperg genötigt, die Disposi- 



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163 



tionen für den Übergang zu ändern. Die Brigade Tomas erhielt 
den Befehl, nach Kolding zu marschieren, hier die Kolding -Au 
zu übersetzen und sodann in der Richtung auf Aagaard wieder 
Anschluß an die Kolonne zu suchen. 

Der Marsch auf den elenden Wegen gestaltete sich äußerst 
mühsam, so daß die Brigade erst gegen 11 Uhr vormittags 
Kolding erreichte und hier Ufer wechselte; an der Dons -Au 
angelangt, wurde sie erneuert aufgehalten, da der Feind die 
Brücke verbrannt hatte. GM. Tomas erhielt nun den Befehl, 
der Kolonne Gablenz auf der Hauptstraße zu folgen und erreichte 
in später Abendstunde Viuf und Alminde; das 11. Jägerbataillon 
nächtigte in letzterem Orte. 

FMLt. Freiherr von Gablenz hatte mittlerweile den Marsch 
gegen Veile fortgesetzt, wo das Gros der in Jütland stehenden 
dänischen Streitkräfte den Kampf annahm. Gab lenz griff gleich- 
zeitig Front und Flanke des Feindes an und erfocht einen 
glänzenden Sieg. 

Im Verlaufe der weiteren Verfolgung der Dänen durch das 
österreichische Korps erreichte die Brigade Tomas über Veile — 
Horsens am 12. März Fastrup und wurde am 13. wieder nach 
Horsens, am 14. nach Veile zurückgezogen. Das 11. Jägerbataillon 
wurde am 15. in Sofienminde nordwestlich Veile untergebracht, 
wo es bis zum 18. März verblieb. 

In Ausführung des vom Armeekommando erhaltenen Befehles 
bestimmte FMLt. Freiherr von Gab lenz die Brigaden Nostitz 
und Tomas nebst der Korpsgeschützreserve zur Verstärkung der 
Gardedivision, welche Fredericia umschlossen hatte. 

Die Brigade Tomas marschierte demgemäß am 18. März 
nach Skjaerup und rückte am 19. über Bredstrup gegen Erritsö 
vor. Zur Deckung der linken Flanke der Brigade wurde an 
diesem Tage die 3. Division des Bataillons unter Hauptmann 
Freiherr von Schirp nach Stovstrup entsendet; Schirp hatte 
sodann die in dieser Richtung aufgestellten dänischen Festungs- 
vorposten zurückzudrängen und nach Möglichkeit Gefangene zu 
machen. 

Die Division traf in Stovstrup mit einem Bataillone des 
Infanterieregimentes Coronini zusammen und erfuhr, daß in den 
Gehöften etwa 500 Schritte östlich des Ortes feindliche Vorposten 
aufgestellt seien; sogleich schritt Hauptmann Freiherr Schirp 
zum Angriff, drängte die Dänen, deren Stärke einige Züge betrug, 
rasch zurück und verfolgte sie bis auf etwa 7 — 800 Schritte 
unter die Kanonen von Fredericia, die aber nun die verwegene 

11* 



Gefecht von 
Veile. 



Hauptmann 

Schirp bei 

Fredericia am 

19. März. 



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164 



Oberleutnant 
Groer. 



Zugsfuhrer 
Kasperl. 



Oberjäger 
Turba. 



Schar mit eisernem Gruße empfingen. Schirp zog sich bis zu 
einer Ziegelei westlich der Festung zurück und nahm hier Stellung. 

Vergeblich versuchte feindliche Infanterie, die Jäger aus 
der Ziegelei zu vertreiben; schließlich rückten stärkere Ab- 
teilungen, denen auch Kavallerie und drei Geschütze beigegeben 
waren, zum umfassenden Angriff vor; Truppen, die von feind- 
lichen Schiffen gelandet wurden, schlössen sich ihnen an. Doch 
die Jäger ließen nicht locker ; mit wohlgezieltem Feuer empfingen 
sie den Gegner, dessen übermächtiger Angriff an Schirps vor- 
trefflichen Dispositionen scheiterte. 

Der Feind beschränkte sich nun darauf, von einem Kanonen- 
boote aus die Ziegelei zu beschießen; die Division behauptete 
sich aber die ganze Nacht hindurch hartnäckig in ihrer Stellung, 
bis sie am Morgen des 20. März von der 3. Kompanie des 
Bataillons auf diesem weit vorgeschobenen Posten abgelöst wurde. 

Oberleutnant Hugo Groer, welcher während des Kampfes 
um die Ziegelei verwundet wurde, blieb trotz seiner Verletzung 
auf dem ihm zugewiesenen Posten und gab dadurch der Mann- 
schaft ein treffliches Beispiel tapferer Selbstverleugnung. 

Beim Angriff auf die dänischen Vorposten zeichnete sich 
Hauptmann Graf Sayn-Wittgenstein dadurch aus, daß er 
durch das energische Vorgehen seiner Kompanie den Feind zur 
Räumung seiner Stellung zwang. 

Bei der mutvollen Verteidigung einer bei der Ziegelei 
befindlichen Brücke und in der tapferen Abwehr des von der 
Seeseite erfolgten Angriffes fanden die Unterleutnants Petersen, 
Kreitschy und Figura Gelegenheit zur Auszeichnung; auch 
Oberleutnant Camelli, der sich, obgleich Proviantoffizier, der 
Division freiwillig angeschlossen hatte, tat sich durch kühnes, 
entschlossenes Auftreten hervor. 

Zugsführer Valentin Kasperl der 5. Kompanie führte 
freiwillig eine Patrouille gegen den Feind, die bald in heftiges 
Feuer geriet und sich zurückzuziehen genötigt war; während 
des Rückzuges gewahrte Kasperl, daß der Jäger Alois Secca- 
nina schwer verwundet zurückgeblieben sei; gefolgt von den 
Jägern Wenzel Duda, Josef Roider, Adolf Löffler und dem 
Zimmermann Josef Rad da, der sein Werkzeug mit dem Stutzen 
vertauscht hatte, warf sich Kasperl nochmals dem Feinde ent- 
gegen und rettete dadurch den schwerverletzten Kameraden vor 
der Gefangenschaft. 

Oberjäger Wenzel Turba der 6. Kompanie unterstützte 
aus eigenem Antriebe einen sehr gefährdeten Außenposten vor 



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165 



der Ziegelei und es gelang ihm mit Hilfe einiger Leute, dem 
weiteren Vordringen des Gegners auf diesem Punkte durch wohl- 
angebrachte Schüsse Einhalt zu tun. 

Zur Sicherung der rechten Flanke der Stellung bei der 
Ziegelei wurde Oberjäger Josef Babitzka der 5. Kompanie 
mit einem Zuge entsendet; trotz des heftigen Granat- und Klein- 
gewehrfeuers behauptete sich Babitzka auf das Hartnäckigste 
in der ihm zugewiesenen Stellung und zeichnete sich auch durch 
seine besondere persönliche Tapferkeit aus. 

Jäger Emanuel St um voll erwies sich bei der Verteidigung 
der Ziegelei als außerordentlich mutig, verblieb trotz einer er- 
haltenen Verwundung auf dem Kampfplatz und ließ sich erst 
nach mehrfachem Zureden zurücktragen. 

Die Jäger Paul Ornik und Franz Gerechtshammer 
der 5. Kompanie verdienen wegen ihres besonders tapferen, ver- 
wegenen Benehmens erwähnt zu werden. 

Als die feindlichen Geschütze zur Beschießung der Ziegelei 
auffuhren, schlichen sich die Unterjäger Michael M ei tzini seh, 
Johann Schönig und Alois Weiß, die Patrouilleführer Eduard 
Hangi und Josef Krenn, ferner die Jäger Raimund Gal- 
leitner, Alois Langer und Karl Grohsmann geschickt an 
die dänischen Artilleristen heran und zwangen sie durch ihr 
wohlgezieltes Feuer zum Rückzug. 

Schließlich seien hier noch die Jäger Michael Tonke, 
Josef Wicht 1 und Georg Wilhelm er genannt, welche durch 
ihr mutvolles Verhalten einen vortrefflichen Einfluß auf ihre 
Kameraden ausübten und diese zu tapferer Ausdauer anzueifern 
bestrebt waren. 

Sechs Mann der 3. Division waren verwundet worden; von 
diesen erlag der Jäger Alois Seccanina der 6. Kompanie 
später seinen Verletzungen. 

Hauptmann Freiherr Schirp von Bottlemberg wurde 
für die umsichtige und entschlossene Verteidigung der Ziegelei 
bei Fredericia durch Verleihung des Militärverdienstkreuzes mit 
der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Oberleutnant Hugo Groer 
erhielt eine öffentliche Belobung. 

Zugsführer Valentin Kasperl erhielt die silberne Tapfer- 
keitsmedaille 1. Kl.; die Oberjäger Wenzel Turba und Josef 
Babitzka, die Jäger Wenzel Du da, Franz Gerech tsh am m er, 
Adolf Löffle r, Paul Ornik, Josef Roider und Emanuel 
St um voll, endlich Zimmermann Josef Rad da wurden durch 
die kleine silberne Medaille ausgezeichnet; alle übrigen Leute, 



Oberjäger 
Babitzka. 



Jäger 
Stumvoll. 



Sonstige 
Leistungen 
Einzelner. 



Verluste. 



Hauptmann 

Schirp 

Verdienstkreuz. 



Eine große, 
neun kleine 
silberne Tapfer- 
keitsmedaillen. 



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166 



20. März. 



Unterleutnant 
Spilvogl. 



Führer Lueg- 

mayer und 

Unterjäger 

Sauper. 



deren Taten vorhin geschildert wurden, erhielten eine öffentliche 
Belobung. 

Die Brigade Tomas hatte am 19. März Kantonierungen 
bezogen; das 11. Jägerbataillon war mit Ausnahme der in der 
Ziegelei postierten 3. Division in Kjaersgaard untergebracht 
worden; eine halbe Kompanie wurde zum Schutze der rechten 
Flanke der Brigade nach Kristinebjerg, südwestlich Fredericia, 
detachiert. 

Am frühen Morgen des 20. März eröffneten die Alliierten 
das Feuer auf die Festungswerke Fredericias. Zur Deckung der 
Belagerungsbatterien bezog die Brigade Tomas folgende Stel- 
lungen : 1 Bataillon des Regimentes Coronini längs des Strandes 
von Snoghöj bis Erritsö ; das 2. Bataillon dieses Truppenkörpers 
in Erritsö; das 1. Bataillon des Regimentes Holstein von der 
Ziegelei bis Kobelgaard, das 2. in Sonderbygaard ; vom 11. Jäger- 
bataillon die 3. Kompanie in der Ziegelei, die 1. Division mit 
der halben Brigadebatterie und einer Halbeskadron Husaren als 
gefechtsbereite Reserve in Sonderbygaard, der Rest des Bataillons 
in Kjaersgaard. Die Vorposten der Brigade Tomas standen vor- 
wärts der Linie Snoghöj — Erritsö — Sonderbygaard ; an sie 
schlössen sich nördlich die Vorposten der Gardedivision von 
Sonderbygaard bis Vejlby, welche auch gegen den Rands-Fjord 
zu sichern hatten. 

Um über die Stellung feindlicher Vorposten und Batterien 
ausführlich zu berichten, wurde Unterleutnant Spilvogl des 
1 1 . Jägerbataillons mit zwölf Mann gegen Fredericia entsendet. 
Dieser Offizier entledigte sich seiner Aufgabe ungeachtet des auf 
seine Patrouille gerichteten Feuers auf das Gewissenhafteste; es 
wurde ihm hiefür später die Allerhöchste belobende Anerkennung 
zuteil. Ein Mann der Patrouille war verwundet worden. 

Bei der Ziegelei stand die 3. Kompanie den ganzen Tag 
über in lebhaftem Geplänkel mit dem Feinde ; hiebei erhielt 
Führer Franz Mika eine schwere Verwundung, welcher er am 
nächsten Tage eriag. Wiederholt patrouillierten von der Ziegelei 
aus die Unterjäger Karl Wegscheider und Philipp Pichler 
bis hart an die feindlichen, Vorposten und fügten diesen durch 
gutes Schießen Verluste bei. 

Am Abende des 20. März wurde die 3. Kompanie bei der 
Ziegelei durch die 4. abgelöst, deren Kommandant in der Nacht 
zwei Schleichpatrouillen entsandte. Die Patrouillekommandanten, 
Führer Franz Luegmayer und Unterjäger Karl Sauper, 
führten die ihnen gestellten Aufgaben mit der größten Un- 



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167 



erschrockenheit durch. Luegmayer pirschte sich bis in die 
unmittelbare Nähe eines Werkes an und brachte die Meldung, 
daß die bis zur Dunkelheit aufgestellt gewesene feindliche Vor- 
postenkette sich gänzlich zurückgezogen habe. Sauper drang 
mit seiner Patrouille bis zu einem dänischen Blockhaus vor und 
verleitete durch geschicktes Verbergen seines schwachen Häufleins 
den Feind dazu, die ganze Stärke der etwa 30 — 40 Mann zählenden 
Besatzung zu zeigen. 

Gegen 7 Uhr morgens des 21. März versuchte eine feind- 
liche Kompanie, eine etwa 400 Schritte östlich der Ziegelei 
gelegene Vorpostenstellung, welche in der Nacht geräumt worden 
war, wieder zu besetzen; an denri wirksamen Feuer, das zwei 
vorgeschobene Jägerzüge auf die dänische Abteilung eröffneten, 
scheiterte aber ihr wiederholt unternommener Versuch und sie 
zog sich schließlich außer Schußbereich zurück. Besonders sicher 
trafen die Schüsse der Jäger Gerhard Freitag, August M er- 
sing und Michael Kloimüller, welche Leute auch durch 
ihren Mut hervorragten. 

Luegmayer, Sauper und die drei letztgenannten Jäger 
wurden öffentlich belobt. 

Ohne von entscheidendem Erfolge begleitet zu sein, dauerte 
die Beschießung der Werke Fredericias mit kurzen Unter- 
brechungen bis zum Abende des 21. März an; nun wurden 
wegen der Übergabe der Festung Unterhandlungen eingeleitet, 
die sich aber wieder zerschlugen. Das Armeekommando beschloß, 
sich vom 22. an nur mehr auf die Einschließung der Festung 
zu beschränken und übertrug diese Aufgabe dem österreichischen 
Korps. 

Die Brigade Nostitz übernahm am 22. März die Vorposten- 
stellungen der Gardedivision, welche nach Veile abrückte; als 
Reserve für die beiden Brigaden der vordersten Linie wurde 
Dorm US nach Herslew beordert, Gondrecourt von Veile 
nach Kolding verlegt. 

Am 23. März unternahmen die Unterleutnants R ei sing er, 
Potesta und Petersen mit ihren Zügen Rekognoszierungen 
im Vorterrain. Der bei der Abteilung des letztgenannten Offiziers 
eingeteilte Unterjäger Johann Ninold erbat sich die Erlaubnis, 
mehrere nordwestlich der Ziegelei befindliche Strohhaufen, welche 
die Aussicht behinderten, anzünden zu dürfen; von den Jägern 
Taska, Swerenz und Schmidt begleitet, schlich sich Ninold 
ungeachtet des feindlichen Feuers, das die kleine Schar alsbald 
auf sich zog, an die Strohhaufen heran und steckte sie in Brand. 



21. März. 



22. März. 



23. März. 

Unterjäger 

Ninold. 



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168 



Führer Tachedl 
silberne Tapfer- 
keitsmedaille. 



24. März. 



Düppel 
18. April. 



Besetzung von 

Fredericia am 

29. April. 



Bei den Kämpfen um Fredericia wurde außer den bereits 
angeführten Leuten noch Führer Ferdinand Tachedl der 2. Kom- 
panie mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 2. Kl. ausgezeichnet. 
Tachedl führte als Kommandant der Blessiertenträger seine 
Patrouille wiederholt bis zur vordersten Feuerlinie vor, legte hier 
den Verwundeten den ersten Notverband an und ließ sie dann 
sogleich zum Hilfsplatz tragen; hiebei wurde er von den Jägern 
Johann Kern und Heinrich Porchert tatkräftigst unterstützt, 
indem diese mit stets gleicher Aufopferung und Bereitwilligkeit 
die Verwundeten aus der Feuerlinie zurücktrugen. Kern und 
Porchert wurden öffentlich belobt. 

Nach Einstellung der Beschießung Fredericias verfügte das 
Korpskommando am 23. März aus Schonungsrücksichten die 
Zurückziehung des Gros der Truppen auf das westliche Ufer 
der Rands-Au; zur Bestreitung des Vorpostendienstes blieb nur 
je ein Bataillon in Bredstrup und Kongstedt zurück. 

Es gelangten daher am 24. März : die Brigade Nostitz nach 
Pjedstedt, mit Vorposten von Ödstedgaard bis Kjaersgaard ; Tomas 
in den Raum Höirup, Herslew, Tolstrup und Gamelby mit Vor- 
posten von Kjaersgaard bis südlich Taarup; von hier bis an 
den Koldinger Fjord standen Gondrecourts Vorposten, dessen 
Gros in Kolding untergebracht war; Brigade Dormus kam nach 
Smitstrup. 

Das 11. Jägerbataillon kantonierte geteilt in den Orten 
Folerupsgaard und Tolstrup sowie in der Gamelby -MüWe; da 
die Truppen abwechselnd zum Vorpostendienste herangezogen 
wurden, hatte auch das 11. Jägerbataillon, und zwar vom 5. bis 
8. und vom 20. bis 23. April diesen Dienst zu versehen. 

Bis zum 29. April kam es vor Fredericia weiterhin zu 
keiner erwähnenswerten Aktion; dagegen erstürmte am 18. April 
das preußische Korps die Düppeler Schanzen und warf -die Dänen 
über den Sund auf die Insel Alsen zurück. 

Das Kommando der Vorposten vor Fredericia erhielt am 
29. April durch zwei von einer Patrouille eingebrachte Zivil- 
personen die Nachricht, daß die dänische Besatzung die Festung 
verlassen und sich auf die Insel Fünen zurückgezogen habe; 
tatsächlich konnte ein gegen die Schanzen entsendetes Bataillon 
des Infanterieregimentes Heß die Richtigkeit dieser Aussagen 
bestätigen; ohne Widerstand zu finden, rückte es in Fredericia 
ein, worauf das Korpskommando die sofortige Besetzung der 
Stadt durch die Brigade Nostitz und die Schleifung aller Werke 
verfügte. Die Brigade Tomas wurde nach Sonderbygaard verlegt; 



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169 



Helgoland 
9. Mai. 



Waffenstill- 
stand 12. Mai. 



Gondrecourt hatte die Küste von Fredericia bis Kolding zu be- 
wachen; Dormus verblieb in seiner Stellung. 

Das 11. Jägerbataillon gelangte am 29. April nach Kongsted, 
von hier am 3. Mai nach Sonderbygaard, Stovstrup und Vogelsang. 

Wie zu Lande waren die Waffen der Alliierten auch auf 
dem Meere vom Kriegsglück begünstigt. Linienschiffskapitän von 
Tegetthoff führte die österreichische Eskader, der sich drei 
kleine preußische Dampfer angeschlossen hatten, gegen die über- 
legenen dänischen Schiffe und warf diese am 9. Mai in dem 
glänzenden Seegefecht von Helgoland vollständig zurück. 

Drei Tage nach diesem schönen Siege, mit welchem Teget t- 
hoff seine Heldenlaufbahn begonnen hatte, kam durch Englands 
Vermittlung ein Waffenstillstand zustande, der bis zum 26. Juni 
währte. 

Die Truppen des österreichischen Korps nahmen am 14. Mai 
folgende Stellungen ein: Brigade Tomas gelangte nach Zurück- 
lassung des Regimentes Holstein in Fredericia von Sonderbygaard 
nach Kolding, das 11. Jägerbataillon nach Pjedsted; Nostitz in 
den Raum Varde — Ribe — Ringkjöbing ; Gondrecourt nach Veile — 
Horsens; Dormus nach Hadersleben und Kristiansfeld. Von dem 
regen Patrouillengang längs der Küste abgesehen, hatte die 
Tätigkeit der Truppen nunmehr einen friedlichen Charakter. 

Am 18. Mai wurde FM. Freiherr von Wrangel unter Er- 
hebung in den Grafenstand vom Kommando der alliierten Armee 
enthoben, welches Prinz Friedrich Karl übernahm. 

Als am 26. Juni die Feindseligkeiten von neuem eröffnet Alsen 29. Juni 
wurden, erhielt das preußische Korps den Befehl zum Übergang 
nach Alsen, welchen es in der Nacht auf den 29. Juni voll- 
führte; den übrigen Truppen -der alliierten Armee wurde die 
Beobachtung des südlichen Ufers des LymQords und eines Teiles 
der jütischen Ostküste übertragen. 

Das 11. Jägerbataillon erhielt speziell die Küstenbewachung 
vom Randfjord bis Fredericia zugewiesen ; es stellte kleinere Posten 
längs des Strandes auf und unterhielt einen regen Patrouillengang. 

Um 1 Uhr nachts des 10. Juli wurde vom Kommandanten 
der 1. Kompagnie von Traelle aus ein kleiner Dampfer gesichtet? 
welcher sich der Küste näherte; das dänische Fahrzeug ver- 
suchte ein Mannschaftsdetachement zu landen, doch scheiterte 
dieses Unternehmen an dem Feuer der wachsamen 1. Kompanie. 

An die Westküste Jütlands verlegt, marschierte die Brigade 
Tomas im August bataillonsweise dahin ab. Das 11. Jägerbataillon 
eireichte am 7. August Bramdrup, am 8. Skodberg und bezog 



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170 

am 9. Unterkünfte in Ribe und Umgebung; am 25. September 
gelangte es nach Dastrup, am 26. nach Tondern und am 27. 
nach Niebüll. 
Friede zu Wien Der erfolgreiche Übergang bei Alsen und die Besetzung 

am 30. Oktober, ^^j. nordfriesischen Inseln durch die österreichische Eskader be- 
wogen schließlich König Christian, in direkte Unterhandlungen 
mit den Alliierten zu treten, die am 30. Oktober im Frieden zu 
Wien ihren Abschluß fanden. Dänemark trat Lauenburg, Holstein 
und Schleswig an die verbündeten Großmächte ab, deren Truppen 
sich nun zum Rückmarsch in die Heimat rüsteten. 

Das 11. Jägerbataillon brach am 13. November von Niebüll 
auf und erreichte über Bredstedt — Husum — Lunden — Haide — 
Itzehoe — Utersen am 23. Hamburg ; es wurde hier noch am 
selben Tage einwaggoniert und traf über Berlin — Reichenberg — 
Pardubitz — Brunn am 28. November in Wien ein. Überall waren 
die Truppen enthusiastisch begrüßt worden ; besonders festlich 
gestaltete sich aber der Empfang in der heimatlichen Residenzstadt, 
wohin die Brigaden Nostitz und Tomas instradiert worden waren. 
Einzug in Wien Nachdem sich die Truppen dieser beiden Brigaden, welche 

am 30. Novem- -^^ ^^^ Umgebung Wiens einquartiert worden waren, versammelt 
ber. 

hatten, hielten sie am 30. November vom Praterstern aus ihren 

feierlichen Einzug. Bei der festlich geschmückten Aspernbrücke 
empfing der Bürgermeister von Wien den siegreichen öster- 
reichischen Feldherrn, der an der Spitze seiner braven Truppen . 
einherritt, mit einer schwungvollen Ansprache. Nachdem FMLt. 
Freiherr von Gab lenz in herzlichen Worten gedankt, mar- 
schierten die Truppen, von einer vieltausendköpfigen Menge mit 
stürmischen Hochrufen begrüßt, auf den Opern- und Kärnthner- 
ring, wo sie zum Empfange Sr. Majestät des Kaisers Aufstellung 
nahmen. 
Ansprache Von den Erzherzogen und einer glänzenden Suite begleitet, 

Sr Majestät, erschien kurz nach 10 Uhr der Allerhöchste Kriegsherr und ließ 
nach Besichtigung der Truppen deren Offiziere um sich ver- 
sammeln, um an sie folgende auszeichnende Worte zu richten: 

„Als Ich von Ihnen Abschied nahm, habe ich die Erwartung 
ausgesprochen, daß Sie die Fahne Österreichs hochhalten werden. 

„Die Truppen des 6. Armeekorps haben Meine Erwartung 
erfüllt, sie haben Unsere Fahnen hochgehalten, sie haben sie 
getragen von Sieg zu Sieg, sie haben wettgeeifert mit den Truppen 
Meines erhabenen Verbündeten in Tapferkeit und Ausdauer. 

„Mit Wehmut und in dankbarer Erinnerung gedenke ich 
derjenigen, die auf dem Felde der Ehre gefallen sind. 



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171 



„Ihrem tapferen und bewährten Führer, Ihnen, die Ich heute 
mit Freuden begrüße, sowie Allen an dem glorreich beendeten 
Feldzuge beteiligten Abteilungen Meiner Armee und Flotte spreche 
Ich mit Stolz Meinen und des Vaterlandes Dank aus." 

Hierauf nahm der Allerhöchste Kriegsherr die Defilierung 
ab. Ihre Majestät die Kaiserin hatte vom Balkone des Palais 
Erzherzog Wilhelm den Einzug der Truppen beobachtet. 

Eine große Galatafel vereinigte zur Feier dieses Tages alle 
Offiziere der eingerückten Truppenkörper im Rittersaale der 
Hofburg. 

Die Mannschaften wurden vom Magistrate der Stadt Wien mit je einem 
Gulden beteilt und erhielten außerdem Freikarten für Theater und Zirkus. 

In der Monarchie hatten sich verschiedene patriotische Hilfsvereine gebildet, 
welche den Truppen im Felde warme Kleidungsstücke übersandten und in auf- 
opfernder Weise für die Pflege und materielle Unterstützung der Verwundeten 
sorgten. So wurden den Jägern Anton Fries er, Franz Gerechtshammer, 
Johann Ornik und Josef Weidi nger des U. Jägerbataillons, welche sich Arm- 
amputationen unterziehen mußten, Jahresrenten von 110 bis 18011. gewidmet; außer- 
dem erhielten sie und andere verwundete Leute des Bataillons Handbeiträge von 
25 bisSOOfl. Auch wurden den Kommandanten Geldbeträge zur Belohnung einzelner 
ausgezeichneter Soldaten übermittelt. 

Aus Anlaß der Auflösung des VI. österreichischen Armee- 
korps erließ FMLt. Freiherr von Gab lenz folgenden Befehl: 

.Se. Majestät der Kaiser haben heute bei Gelegenheit des Einmarsches der 
nach Wien zurückkehrenden Truppen des unter meinem Kommando gestandenen 
VI. Armeekorps nachstehende Ansprache an das Offizierskorps zu richten geruht: 
(folgen die Worte Sr. Majestät). 

Indem ich mit Allerhöchster Bewilligung diese erhebenden und beglückenden 
Worte Sr. Majestät verlautbare und namentlich zur Kenntnis aller jener, bei der 
heutigen Feier nicht anwesend gewesenen Abteilungen bringe, deren Se. Majestät 
der Kaiser in gleich huldvoller Weise zu gedenken geruhte, sage ich zugleich dem 
VI. Armeekorps, dessen Führung durch die Allerhöchste Gnade mir vor nahezu 
einem Jahre anvertraut wurde, herzlich „Lebewohl" ! 

Die eingetretenen friedlichen Verhältnisse haben nunmehr die Auflösung 
dieses Armeekorps bedingt, und nach dem Willen unseres Allerhöchsten Kriegs- 
herrn, der unser einziges und höchstes Gesetz ist, trennen wir uns. 

Ich war glücklich mit Euch, ich war glücklich unter Euch, und wenn mir 
ein Wunsch mit Aussicht auf Erfolg vergönnt wäre, so würde es der sein, Euch 
zurufen zu dürfen: „Auf Wiedersehen"! 

Dem Obersten Edlen von Schwab, Kommandanten des 
11. Jägerbataillons, wurde für die vorzügliche Führung des 
Bataillons der Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit bekannt 
gegeben; der König von Preußen verlieh ihm das Kommandeur- 
kreuz des Kronenordens mit den Schwertern. 

Mit der 3. Klasse dieses Ordens wurde Hauptmann Freiherr 
Schirp dekoriert. 



Abschieds- 
befehl des 
Korpskomman- 
danten. 



Allerhöchste 

Belobung des 

Obersten 

Schwab. 



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172 

Von der Mannschaft des Bataillons erhielten Führer Kasperl 
das preußische Ehrenzeichen 1., die Oberjäger Babitzka und 
Turba, Führer Tache dl, die Jäger Duda, Löffler, Roider 
und St um voll, endlich Zimmermann Radda jenes 2. Klasse. 

Zur dauernden Erinnerung an den ruhmreich beendigten Krieg wurden aus 
dem Metalle der eroberten dänischen Kanonen Denkmünzen geprägt, welche auf 
der Vorderseite die Initialen und Kronen der beiden alliierten Herrscher, auf der 
Rückseite die Inschrift , Unseren tapferen Kriegern 1864* tragen. Die „Erinnerungs- 
medaille an den Feldzug 1864 gegen Dänemark" wird an einem schwarz -gelb- 
weißen Bande getragen. 
Rückkehr nach Wieder auf den Friedensfuß gesetzt, kehrte das 11. Jäger- 

Salzburg, bataillon am 2. Dezember per Bahn nach Salzburg zurück und 
erhielt hier seine Einteilung in die Brigade des GM. Erzherzog Josef. 
^- 1- ö- Veränderungen im Offizierskorps bis zum Schluß des Jahres. 

Eingeteilt: am 1. Februar Unterleutnant 1. Kl, Paul Spil- 
vogl des Pionierkorps; am 11. Februar Unterleutnant 2. Kl. 
Edmund Fenz des 4. Jägerbataillons ; am 1. August Unterleut- 
nant 1. Kl. Heinrich Hohenadl, welcher seit I.Jänner zeitlich 
pensioniert war; am 1. September Unterleutnant 1. Kl. Anton 
Seemann des 32. Jägerbataillons. 

Transferiert: am 1. Februar Unterleutnant 2. Kl. Gustav von 
Szäkonyi zum Husarenregimente Friedrich Liechtenstein Nr. 13 
und am 1. September Unterleutnant, 1. Kl. Rudolf Petersen 
zum 32. Jägerbataillon. 

Zeitlich pensioniert: außer dem bereits erwähnten Unter- 
leutnant Hohenadl noch Hauptmann Johann Freiherr Schirp 
von Bottlemberg am 1. August. 

Befördert: am 23. Jänner Unterleutnant Heinrich Posselt 
aus der 2. in die 1. Kl.; am 11. Februar die Unterleutnants Hugo 
Groer und Leander Farinatti zu Oberleutnants; die Unter- 
leutnants Paul LeGuerney, Karl Reisinger, Guido Figura 
und Josef Kreitschy aus der 2. in die 1. Kl., endlich Kadett- 
Oberjäger Josef Fischer und -Führer Louis Lafite zu Unter- 
leutnants 2. Kl.; am 13. Februar Hauptmann Friedrich Graf zu 
Sayn-Wittgenstein-Berleburg aus der 2. in die 1. Kl.; 
am 1. August Oberleutnant Adolf Freiherr von Pittel zum 
Hauptmann 2. Kl. und Unterieutnant 1. Kl. Paul Spilvogl zum 
Oberieutnant. 

Verlegung nach 1865. Das Bataillon wurde am 1. April von Salzburg nach 

Wien. Wien verlegt und in der Heumarktkaserne untergebracht; es 

erhielt seine Einteilung in der Brigade des GM. Freiherrn von 
Saffran. 



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173 

Gelegentlich einer Paradeausrückung am 8. April gab Seine 
Majestät der Kaiser Allerhöchst Seiner Zufriedenheit über das 
Aussehen und die Haltung der Mannschaft sowie über die Defi- 
lierung des Bataillons Ausdruck. 

Das Depotdetachement, welches vom 1. April an die Be- 
zeichnung „Depot -Compagnie-Cadre" führt, wurde am 10. De- 
zember von Brück an der Mur nach St. Polten verlegt. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. O. 

Eingeteilt: am 1. Jänner Hauptmann 2. Kl. Otto von Dies- 
kau des 26. Jägerbataillons. 

Transferiert: am 1. Jänner Hauptmann 1. Kl. Friedrich Graf 
zu Sayn - Wittgenstein - Berleburg zum 26. und am 
4. Juni Hauptmann 1. Kl. Johann Klement unter Beförderung 
zum Major zum 17. Jägerbataillon. 

Befördert: am 19. Juni Unterleutnant Anton Seemann 
zum Oberleutnant und Unterleutnant Edmund Fenz aus der 2. 
in die 1. Kl.; am 1. August Hauptmann Ludwig Curter von 
Stern fei d aus der 2. in die 1. Kl. und am 29. Dezember Ober- 
jäger Adolf K u 1 1 a 1 e k von Ehrengreif zum Unterleutnant 2. Kl. 

Pensioniert: am 1. Juni Oberleutnant Leander Farinatti. 

1866. Offizierseinteilung. 1) Offtziers- 

Bataillonsstab : Kommandant: Oberst Friedrich Edler von einteilung. 
Schwab; Adjutant: Oberleutnant Paul Spilvogl; JProviant- 
offlzier : Oberleutnant Thomas H ö g e r ; Chefarzt : Oberarzt 
Dr. Ignaz Abel es; Rechnungsführer: Offizial 5. Kl. Wilhelm 
Demgo. 

1. Kompanie: Hauptmann 1. Kl. Titus Ambros von 
Rechtenberg; die Oberieutnants Hugo Groer und Karl 
Weingärtner; Unterleutnant 1. Kl. Wilhelm Dragoni. 

2. Kompanie: Hauptmann 1. Kl. Ludwig Curter von 
Sternfeld; Oberleutnant Louis von Petrikowsky; Unter- 
leutnant 1. Kl. Louis L afite und Unterleutnant 2. Kl. Karl 
Trampusch. 

3. Kompanie: Hauptmann 1. Kl. Hugo Binder; Oberleut- 
nant Oskar Dorsner von Dornimthal; Unterleutnant 1. Kl. 
Franz Schönaich und Unterleutnant 2. Kl. Adolf Kuttalek 
von Ehrengreif. 

4. Kompanie: Hauptmann 1. Kl. Edmund Nitsch; Ober- 
leutnant Ernst Edler von Vi veno t; Unterleutnant 1. Kl. Edmund 
Fenz und Unterleutnant Viktor Raab. 



*) vom 1. Juli. 



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174 



5. Kompanie: Hauptmann 2. Kl. Georg Camelli; Ober- 
leutnant Anton Seemann; Unterleutnant 2. Kl. Josef Kreitschy 
und Unterleutnant 2. Kl. Ignaz Hey den. 

6. Kompanie: Hauptmann 1. Kl. Otto von Dieskau; Ober- 
leutnant Guido Figura; Unterleutnant 1. Kl. Josef Fischer 
und Unterleutnant 2. Kl. August Abraham i. 

Depotkompanie: Hauptmann 1. Kl. Edmund Wenko; 
Oberleutnant Heinrich Posselt; Unterleutnant 2. Kl. Emanuel 
Bourry Edler von ödwald. 



Vorgeschichte. 



Aufmarsch der 
Nordarmee. 



Versammlung 
der Südarmee. 



Krieg Österreichs gegen Preußen. 

Der langjährige Wettkampf um die Vorherrschaft in Deutsch- 
land hatte eine stetig zunehmende Spannung zwischen Österreich 
und Preußen hervorgerufen, welche selbst der gemeinsam geführte 
Krieg gegen Dänemark, die gemeinsam „Schulter an Schulter" 
erfochtenen Siege nicht zu beseitigen vermochten ; es bildete 
dieser Krieg in der durch ihn geschaffenen politischen Lage 
sogar die direkte Veranlassung, daß die auf das straffste ge- 
spannten Fäden der Beziehungen beider Großmächte jäh zerrissen. 

Nur vorübergehend hatten sich die Regierungen beider 
Staaten im Gasteiner Vertrag vom 14. August 1865 über die staats- 
rechtlichen Verhältnisse wie über die Verwaltung der Herzog- 
tümer Schleswig und Holstein geeinigt. Immer schärfer trat 
Preußens Bestreben hervor, beide Länder dauernd in Besitz zu 
nehmen. 

Österreich konnte eine derartige Machtvergrößerung Preußens 
nicht zugeben und zog die meisten süddeutschen Bundesstaaten 
auf seine Seite ; Preußen dagegen trat mit Italien in Unterhand- 
lungen, die im Bündnisvertrage vom 8. April 1866 ihren Abschluß 
fanden. 

Das Einrücken preußischer Truppen in Holstein, welches 
FMLt. Freiherr von Gablenz mit den österreichischen Truppen 
unter Protest räumte, mußte zum offenen Bruch führen. 

Österreich ließ sieben Korps und fünf Kavalleriedivisionen 
als „Nordarmee" unter dem Kommando des FZM. Ritter von 
Benedek in Mähren und Böhmen aufmarschieren; hiezu trat 
später noch das sächsische Korps. 

Die übrigen Streitkräfte der Monarchie, welche unter dem 
Oberbefehle des FM. Erzherzog A 1 b r e c h t vereinigt wurden, 
sammelten sich an den Südgrenzen, in Tirol, Venetien und 



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175 



Dalmatien; drei Korps dieser Truppenmacht hatten die „Süd- 
armee" zu bilden. 

Das 1 1 . Jägerbataillon formierte mit je drei Bataillonen der 
Infanterieregimenter Sachsen-Weimar Nr. 64 und Holstein Nr. 80 
und der vierpfündigen Fußbatterie 3/11 die Brigade des GM. Frei- 
herrn von Saffran. Aus den Brigaden Oberst von Thom, GM. von 
Henriquez, GM. Herzog von Württemberg und GM. Freiherr von 
Safifran setzte sich das II. Armeekorps FML. Graf Thun-Hohen- 
stein zusammen; welches der Nordarmee zugewiesen wurde. 

Das Bataillon erhielt am 7. Mai die Weisung, den Kriegs- 
stand anzunehmen, gleichzeitig wurde die Formierung einer 
Depotdivision durch Aufstellung einer 2. Depotkompanie verfügt, 
eine Verordnung, die bei allen zweiunddreißig Jägerbataillonen 
zur Durchführung gelangte. 

Die 2. Depotkompanien der Bataillone Nr. 3, 15, 9, 10, 11 
und 21 vereinigte man zum „kombinierten Jägerbataillon Nr. 37", 
wobei jedoch die Kompanien in der Evidenz ihrer Stammbataillone 
verblieben. Zu diesem neuformirten Truppenkörper, welcher in 
den Verband der Südarmee trat, gingen folgende Offiziere des 
Bataillons ab: Hauptmann Emanuel Richter, Oberleutnant Karl 
Rei Singer, ferner die Unterleutnants Anton Hensler und 
Wenzel Turba. 

Am 19. Mai von Wien abgerückt, traf das 11. Jägerbataillon 
über Gaunersdorf, Poisdorf, Muschau, Zinzendorf, Öernahora und 
Brüsau am 28. Mai in Mährisch - Trübau ein, wo es bis zum 
9. Juni verblieb. Der Stab der Brigade Saffran befand sich in 
Zwittau, das Korpshauptquartier in Brüsau. 

Am 9. Juni wurden vier Kompanien des Bataillons mit dem 
Stabe nach Reichenau, zwei nach Biosdorf verlegt. 

Mitte Juni war die Nordarmee in zwei Gruppen aufmarschiert : 
das Gros kantonierte im mittleren Teile von Mähren, die kleinere 
Gruppe stand in Böhmen; das Armeehauptquartier befand sich 
in Olmütz. Das II. Armeekorps konzentrierte sich am 17. Juni 
zwischen Wildenschwert und Landskron, wobei der Stab der 
Brigade Saffran nach Böhmisch -Trübau, das 11. Jägerbataillon 
nach Thomigsdorf gelangte. 

Von den zu den Operationen gegen Österreich bestimmten 
Streitkräften Preußens rückte zu dieser Zeit die „Elbe-Armee" 
von Torgau gegen Dresden vor; die „I. Armee" stand bei Görlitz, 
die „II." bei Neiße. 

Auf die Nachricht vom Einmärsche preußischer Truppen in 
das Gebiet der mit Österreich verbündeten Hannoveraner und 



Ordre de ba- 
taille. 



Mobilisierung 
des Bataillons. 



Das 37. Jäger- 
bataillon. 



Abmarsch. 



Aufmarsch 
der Preußen. 



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176 



Sicherang 

gegen 
Schlesien. 



Vollendung des 
Aufmarsches 

bei Josefstadt 
am 30. Juni. 



Sachsen (16. Juni) erhielt das österreichische Armeekommando 
von Wien die Weisung, unter Deckung gegen Schlesien die 
Offensive gegen die Elbe- und I. Armee zu ergreifen. 

Während die übrigen Korps in die Stellung Josefstadt— 
Königinhof— Miletin abzurücken hatten, wurde das II. Armee- 
korps zur Sicherung gegen Schlesien an der Grenze der Graf- 
schaft Glatz belassen ; es hatte sodann am 29. Juni über Senften- 
berg bei Josefstadt einzutreffen. 

FMLt. Graf Thun ließ daher seine Truppen am 19. Juni 
folgende Stellungen beziehen: Brigade Henriquez bei* Geiersberg, 
Thom bei Mährisch-Rothwasser, Württemberg bei Landskron und 
Saffran bei Gabel. Vom 11. Jägerbataillone gelangten vier Kom- 
panien mit dem Stabe zunächst nach Cenkowic, zwei Kompanien 
nach Worlicka; am 21. Juni wurde das ganze Bataillon in dem 
letztgenannten Orte vereinigt. 

Am 22. Juni erging an die preußischen Armeen vom „großen 
Hauptquartier" telegraphischer Befehl, in Böhmen einzurücken 
und die Vereinigung in der Richtung auf Jicin zu suchen. 

Das II. österreichische Armeekorps rückte am 26. Juni von 
Josefstadt ab und erreichte an diesem Tage Senftenberg, am 
27. Solnic. Als am 28. Juni während des Marsches nach Neu- 
Ples die Tete des Korps bei Opocno eintraf, schallte aus der 
Richtung von Skalitz Kanonendonner herüber; FMLt. Graf Thun 
beschloß, von Opocno zunächst in der Richtung nach Slavetin 
abzubiegen, welcher Ort um 3 Uhr nachmittags erreicht wurde; 
da aber inzwischen der Kanonendonner verstummt war und 
Skalitz vor dem Abende nicht zu erreichen war, rückte das 
II. Korps auf dem kürzesten Wege nach Neu-Ples ab. 

Nach den Gefechten, welche sich in der Zeit vom 26. bis 
zum 29. Juni abspielten und von welchen nur jenes bei Trautenau 
für die österreichischen Waffen siegreich verlief, war am Morgen 
des 30. Juni der Aufmarsch in dem beabsichtigten Räume voll- 
zogen. Das II. Korps lagerte bei Salnei. 

Um 3 Uhr 30 Min. morgens eröffneten feindliche Batterien, 
welche südlich von Gradlitz aufgefahren waren, das Feuer auf 
die Truppen des II. Korps, welche im Lager gerade mit dem 
Abkochen beschäftigt waren. FMLt. Graf Thun ließ das Korps 
sofort alarmieren und die Brigaden Württemberg und Saffran 
am Höhenrande südlich von Kukus gedeckt Aufstellung nehmen ; 
Henriquez und Thom blieben als Reserve bei Salnei. Die 
Batterien des Korps erwiderten nachdrücklich das feindliche 
Geschützfeuer, welches gegen 9 Uhr vormittags verstummte. 



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177 



Rückmarsch 

gegen König- 

grätz. 



FMLt. Graf Thun ließ einige Bataillone und Geschütze auf den 
Höhen bei Kukus stehen, während die übrigen Truppen um 
10 Uhr vormittags in ihre Bivvacks zurückkehrten. 

Eine abermalige Vorrückung feindlicher Abteilungen und 
Geschütze, welche um 3 Uhr 30 Min. nachmittags aus der 
Gegend von Gradlitz erfolgte, veranlaßte den Korpskommandanten, 
die am Morgen innegehabten Stellungen erneuert zu beziehen; 
doch kam es wieder nur zu einem kurzen Artillerieduell, worauf 
die Truppen des II. Korps bei einbrechender Nacht ins Lager 
zurückkehrten. 

Am Nachmittage des 30. Juni befahl Benedek den Rück- 
marsch der Armee in eine Aufstellung westlich und nördlich 
der Festung Königgrätz. 

Nach einem anstrengenden Marsche war das Gros der 
Nordarmee am 1. Juli in einem Halbkreis um Königgrätz ver- 
sammelt. Von Pfim über Lipa— Nedelist bis an die Elbe bei 
Lochenitz reichten die österreichischen Stellungen ; das II. Korps 
bezog an diesem Tage ein Lager bei der kleinen Ortschaft 
Trottina südwestlich von Josefsiadt. 

Am 2. Juli wurden Befestigungen angelegt. Da für den 
folgenden Tag ein Angriff der preußischen Armeen erwartet 
wurde, gab das österreichische Armeekommando gegen Abend 
eine Schlachtdisposition aus, welches die Aufstellung der Armee 
ä cheval der Chaussee Hofic — Königgrätz von den Höhen bei 
Tresovic und Popovic über Lipa — Chlum bis Nedelist in Aussicht 
nahm. Den äußersten rechten Flügel hatte im Anschluß an das 
IV. Korps, welchem der Raum zwischen Chlum und Nedelist 
zugewiesen war, das IL Korps zu bilden; es bezog noch im 
Laufe des 2. Juli neue Lagerplätze westlich des Trotinkabaches, 
wobei die Brigade Saffran in die Gegend nordöstlich von Sen- 
drasic gelangte. 

Die preußischen Armeen standen am 2. Juli im allgemeinen 
in der Linie Smidar — Hofic— Miletin— Gradlitz. Als am Abende 
Prinz Friedrich Karl, welcher das Kommando über die Elbe- 
und I. Armee führte, die Stellung der österreichischen Streit- 
kräfte hinter der Bistritz erkannte, beschloß er dieselben anzu- 
greifen; die II. Armee Kronprinz von Preußen wurde noch in 
der Nacht zum 3. Juli aufgefordert, in den voraussichtlichen 
Kampf unterstützend einzugreifen. 

Regenschauer fegten über die Hochfläche, als am Morgen 
des 3. Juli feindliche Geschütze das Feuer auf die Positionen Königgrätz am 
des III. österreichischen Korps bei Lipa und Chlum eröffneten. ^- "'"^** 

Geschichte des 11. Fcldjagerbataillons. |2 



Schlacht bei 



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178 

Bald entbrannte heiß die Schlacht, in der schließlich 220.000 Öster- 
reicher und Sachsen 225.000 Preußen in furchtbar blutigem 
Ringen gegenüberstanden. 

Gegen 8 Uhr früh rückten die einzelnen österreichischen 
Korps in ihre für den Fall eines Angriffs bestimmten Stellungen 
ab; das IV. Korps blieb aber nicht in dem ihm zugewiesenen 
Abschnitt Chlum— Nedelist stehen, sondern wurde von seinem 
Kommandanten bis gegen Cistoves und Masloved vorgeschoben, 
worauf auch FML. Graf Thun gegen 9 Uhr 30 Min. vormittags 
mit dem Gros seines Korps die ihm zugewiesene Stellung 
zwischen Nedelist und der Elbe verließ. Die Brigade Thom 
marschierte südöstlich von Horenowes auf; Württemberg 
wurde anfänglich ebenfalls gegen diesen Ort, dann aber in die 
Niederung, welche zwischen Horenowes und Maslowed liegt, 
dirigiert; Brigade SafTran rückte zunächst mit der Brigade 
Württemberg und zwar an deren rechtem Flügel gegen Horenowes 
vor, erhielt aber während des Marsches den Befehl, über Sen- 
drasic an den linken Flügel Württembergs zu marschieren 
und die Verbindung mit dem IV. Korps herzustellen; Henri- 
quez hatte bei Sendrasic stehen zu bleiben. 

Die Vorrückung der Brigade Safifran gestaltete sich bei 
dem stark durchschnittenen Terrain und dem völlig aufgeweichten 
Boden äußerst schwierig; Brigade Saffran nahm dann etwas 
östlich von Maslowed, mit dem Regimente Sachsen - Weimar 
und dem 11. Jägerbataillone im 1., dem Regiment Holstein im 
2. Treffen Aufstellung und verblieb hier durch längere Zeit. 
Brigade Württemberg stellte sich zwischen Maslowed und der 
Remise südlich Horenowes auf. 

Der Aufmarsch des II. Korps zwischen Maslowed und 
Horenowes war nach 9 Uhr vormittags vollendet; zu dieser 
Zeit wurde an der Bistritz und am Nordrand des Swiepwaldes 
bereits heftig gekämpft. Es war die 7. preußische Division, 
welche von Benatek her in diesen Wald eindrang und hier 
nach erbitterten Kämpfen mit den Truppen des österreichischen 
IV. Korps schließlich festen P'uß faßte. Die preußischen Abteilungen 
drangen unter schweren Verlusten bis an die südliche und östliche 
Lisiere des Waldes vor, wo ihnen aber das Feuer der auf der 
Höhe von Maslowed aufgefahrenen österreichischen Batterien Halt 
gebot; gegen den östlichen Waldteil richtete auch ein Regiment 
der Brigade Württemberg ein derart wirksames Feuer, daß ein 
jeder Versuch des Feindes, aus dem Walde vorzubrechen, 
scheiterte. 



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179 

Während noch die Brigade Oberst Poeckh des IV^ Korps in 
den Waldkampf verwickelt war, der für sie mit furchtbaren Ver- 
lusten und mit dem Rückzuge endete, richtete zirka um 1 1 Uhr vor- 
mittags das Kommando des IV. Korps an die Brigade Württem- 
berg die Aufforderung, unterstützend einzugreifen; GM. Herzog 
von Württemberg wollte jedoch zunächst das Eintreffen weiterer 
Truppen seines eigenen Korps erwarten, welche auch baldigst 
bei Maslowed eintrafen. 

FMLt. Graf Thun hatte nämlich der Brigade Saflfran den 
Befehl erteilt, „den Ort (Maslowed) zu besetzen und dann einen 
Angriff auf den Wald zu unternehmen".*) 

Während nun alle auf den Höhen von Maslowed aufge- 
fahrenen österreichischen Batterien den Wald mit einem Hagel 
von Geschossen überschütteten, durcheilte das 3. Bataillon des 
Regimentes Sachsen- Weimar den genannten Ort; das 11. Jäger- 
bataillon erhielt vom Brigadier den Befehl „vorzurücken, den an 
den erwähnten Ort anschließenden Ravin zu besetzen und eine 
Umgehung des Ortes von der Seite des Feindes zu verhindern". 2) 
Die übrigen Truppen der Brigade Saflfran wurden am Nordrande 
desselben vorgeführt. 

Alsbald etablierte sich eine dichte Plänklerkette des 11. Jäger- 
bataillons in dem Ravin südlich Maslowed^) und eröffnete das 
Feuer auf den am gegenüberliegenden Waldrand postierten 
Gegner; das 3. Bataillon Sachsen -Weimar nistete sich, an die 
Jäger anschließend, am nordöstlichen Ortsrande ein. 

Es war etwa 11 Uhr 30 Min. vormittags, als die Brigaden Angriff auf den 
Württemberg und Saflfran gemeinsam zum Angriff auf den Swiep- Swiepwald. 
wald schritten.*) Die Bataillone beider Brigaden hatten sich 



*) Wortlaut der Relation des GM. Baron S äff ran. 

') Wortlaut der Relation S äff ran. 

^ Nach der Relation des Kommandanten der 3. Division; die Relation 
des Obersten Schwab enthält nichts von dieser Ravinbesetzung; nach ihrem 
Wortlaute hat sich das Baitaillon im Orte formiert und ist in einem Zuge 
gegen den Wald vorgerückt, ohne daß vorher eine Feuerstellung eingenommen 
worden wäre. 

*) „Dieser Wald, von unregelmäßiger äußerer Form, von West nach Ost 
bei 2000 Schritte lang und im Durchschnitte über 1000 Schritte breit, bedeckt 
einen Höhenzug, der beiläufig in seiner Mitte das Niveau der übrigen domi- 
nierenden Punkte der Gegend erreicht, dann aber sowohl gegen die Bistritz als 
gegen Maslowed hin in einem schmalen ungleichmäßigen Rücken sich senkt. 
Der Abfall der Höhe gegen Süd ist im allgemeinen sanfter als jener gegen 
Nord ; beide Abfälle sind vielfach von Schluchten zerrissen. Östlich des höchsten 
Punktes gegen die Seite der österreichischen Stellung hin bestand der Wald 

12* 



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180 

zum Teile vermischt und formierten sich nun in folgender Weise: 
im 1. Treffen 4 Infanterie- und 2 Jägerbataillone, darunter das 
11. Jägerbataillon am äußersten linken Flügel; 3 Infanterie- 
bataillone im 2. Treffen hinter dem rechten Flügel des 1., endlich 
1 Infanteriebataillon als Unterstützung für den linken Flügel des 
1. Treffens auf der Höhe westlich Maslowed. Ein Infanterie- 
regiment der Brigade Württemberg sollte in seiner Stellung nord- 
östlich des Waldes verbleiben. 

Zu dieser Zeit hielten 13 preußische Bataillone den Wald 
besetzt; von diesen standen zwei nördlich Cistowes, 7 an der 
Ostlisiere des Waldes, 4 in dessen nördlichen Vorsprung — alle 
durch die früheren Kämpfe erschöpft und untereinander ge- 
kommen. 

Mit Todesverachtung dringt das 1. Treffen der Brigaden 
Württemberg und Saffran in den Wald ein ; nur der Sturm des 
rechten Flügelbataillons mißlingt. Nach allen Seiten weichen die 
preußischen Bataillone zurück, dabei mit ihrem schnellen Feuer 
den todesmutigen Angreifer überschüttend, der sich unter schweren 
Verlusten bis zur Waldesmitte blutigen Weg bahnt. 

Doch hier kommt der bravouröse Angriff zum Stehen — 
Salve auf Salve kracht von der Kuppe inmitten des Waldes den 
kaiserlichen Truppen entgegen und lichtet ihre tapferen Reihen. 
GM. Herzog von Württemberg erbittet vom IL Korps- 
kommando Unterstützung, welches wohl zwei disponible Batail- 
lone der Brigade Thom gegen den Wald dirigiert, dieselben aber 
alsbald zur Deckung des nun erfolgenden Rückzuges des II. Korps 
in eine Stellung zwischen Maslowed und Sendrasitz zurück- 
beordert. 

Ohne Unterstützung erhalten zu haben, schritten die Brigaden 
Württemberg und Saffran erneuert zum Angriff und es gelang 
ihren vereinten Anstrengungen, die Mitte der preußischen Gefechts- 
front zu durchbrechen, deren Bataillone arg hergenommen gegen 
die Bistritz und auf Benatek zurückwichen. 

aus ziemlich niederem Nachwuchs; in vielen Hunderten von Holzstößen waren 
hier die alten Stämme klafterweise aufgeschlichtet und diese Holzstöße boten 
mehr Deckung als der Wald selbst. Die gegen die Bistritz gekehrte westliche 
Hälfte des Waldes — teils Nadel-, teils Laubholz ~ war hochstämmig; der 
Ostrand dieses Waldteiles lief gerade über die höchste Kuppe der Höhe von 
Süd nach Nord. Dies ist im allgemeinen die Physiognomie des durch die Kämpfe, 
die in ihm wüteten, berühmt gewordenen Waldes. Man kann diese Wahlstatt, 
auf der Tausende von tapferen Männern im hartnäckigsten Ringen fielen, nicht 
ohne ernste Empfindungen betreten." 

„Österreichs Kämpfe im Jahre 1866*. Gcneralstabswerk. 



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181 



Oberst von Schwab hatte zum Angriff auf den Wald die 
2. und 3. Division des 11. Jägerbataillons in Divisionsmassen 
mit vorgenommenen Flügeln formiert; die 1. Division folgte als 
Unterstützung. 

Während des Vorrückens erhielt die 3. Division den Befehl, 
ein links von der Vorrückungslinie des Bataillons gelegenes 
Waldeck anzugreifen und die hier postierten feindlichen Schützen 
zu vertreiben; die beiden andern Divisionen brachen in den 
Wald ein und drangen unaufhaltsam, ohne erhebliche Verluste 
zu erleiden, in demselben vorwärts. Wir lassen hier den Wortlaut 
der Relation Schwab folgen: „Es war ein Moment, wo das 
„Feuern beinahe aufgehört hatte. Die Flankier des Bataillons 
„waren beinahe bis mitten im Walde und ich gelangte beim 
„Abreiten der Stellung in selbem auf einen Punkt, wo gewiß auf 
„einem Fleck über 100 preußische Verwundete lagen und der 
„vielleicht ein Hilfsplatz gewesen sein mag. Ich ordnete dort an, 
„daß die vorfindlichen Gewehre am Kolben abgeschlagen werden 
„sollen, wurde aber bald darauf bedeutend angeschossen, was 
„mich erkennen ließ, daß der Wald nicht geräumt, sondern sehr 
„stark besetzt sei. Ich verfügte mich sodann zurück, um zu sehen, 
„wer außerhalb des Waldes als Unterstützung dastehe, gewahrte 
„aber nur am linken Flügel eine Abteilung Härtung -Infanterie, 
„rechts um den Wald und rückwärts gar Niemanden." 

Mittlerweile hatte auch die 3. Division des Bataillons einen 
harten und ruhmvollen Kampf bestanden. In äußerst vorteilhafter 
Stellung waren Abteilungen des 4. preußischen Jägerbataillons 
etwa hundert Schritte hinter dem Waldsaume postiert, die Front 
durch eine Schlucht mit sumpfigem Grunde geschützt. Wieder- 
holt versuchte die Division, stürmend in die feindliche Stellung 
einzudringen, wobei Oberleutnant Seemann den Heldentod 
starb, Oberleutnant Figura und Unterleutnant Frischer ver- 
wundet wurden und bald ein Viertel der Chargen und Mannschaft 
kampfunfähig den Waldboden deckte. Oberleutnant -Bataillons- 
adjutant Spilvogl, welcher die Division begleitet hatte und 
dem das Pferd unter dem Leibe erschossen worden war, meldete 
sich sofort freiwillig beim Divisionskommandanten Hauptmann 
von Dieskau zur Einteilung bei einer Kompanie. 

Endlich gelang es den Jägern, von ihren Offizieren an- 
geeifert, die gegenüberliegenden Hänge trotz des mörderischen 
feindlichen Feuers zu erklimmen und die Preußen aus ihrer 
Stellung zu vertreiben. Zu diesem schönen Erfolge hatten Haupt- 
mann Camelli und Oberleutnant Spilvogl durch ihre Ent- 



Hauptmann 
Dieskau im 
Swiepwald. 



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182 



Oberleutnant 
Figura. 



Der Anmarsch 

des Kron- 
prinzen von 
Preußen. 



schlossenheit, durch sichtbares Exponieren ihrer Person auf 
den gefährlichsten Punkten, endlich durch ihre die Mannschaft 
begeisternden Zurufe wesentlich beigetragen. 

Oberleutnant Figura war durch zwei Schüsse verwundet 
worden ; er meldete dem Divisionskommandanten seine Ver- 
wundung, gab aber gleichzeitig seinen Entschluß bekannt, weiter 
im Gefechte verbleiben zu wollen, welch wackeren Vorsatz er 
auch heroisch ausführte. 

Nach gelungener Erstürmung raillierte Hauptmann von 
Di es kau die Division und besetzte die vom Feind verlassene 
Stellung, mußte dieselbe aber infolge des allgemeinen Rückzuges 
der österreichischen Truppen aus dem Walde bald wieder räumen. 

Zur Zeit, als die Brigaden Württemberg und Safifran die 
Vorrückung gegen den Swiepwald begannen, d. i. um 11 Uhr 
30 Min. vormittags, traf beim Armeekommando ein Telegramm 
des Festungskommandanten von Josefstadt ein, welches das 
Anrücken starker preußischer Kolonnen aus nördlicher Richtung 
meldete. Auch das II. Korpskommando erhielt gegen die Mittags- 
zeit Nachricht von diesem drohenden Anmarsch. Gleich nach 
12 Uhr wurde ihm der Befehl zugestellt, in die zufolge Schlacht- 
disposition ursprünglich angeordnete Stellung zurückzugehen 
und die Front gegen die von Norden und Nordosten anrückende 
Armee des Kronprinzen von Preußen zu nehmen. 

Um 12 Uhr 15 Min. erteilte FMLt. Graf Thun den Befehl 
zum Rückzuge in die anbefohlene Position; Brigade Safifran 
begann denselben sogleich, Brigade Württemberg etwas später; 
zur Deckung des Rückzuges hatte Oberst von Thom in die 
Stellung zwischen Maslowed und Sendrasitz, GM. vonHenri- 
quez auf die Höhen bei letztgenanntem Orte zu rücken. 

Dem Kommandanten des 11. Jägerbataillons scheint ein Rück- 
zugsbefehl nicht zugekommen zu sein. Er berichtet nunmehr 
weiter: „Da mittlerweile das Feuer immer stärker wurde und 
„das Vorrücken des Feindes erkenntlich war, fand ich den Rückzug 
„für unvermeidlich, um nicht gefangen zu werden; ich ordnete 
„durch Homsignale denselben an. Bei selbem mußte die Mann- 
„schaft teilweise eine Schlucht mit steilem, durch den Regen sehr 
„schlüpferigem Boden hinterlegen. Dieser Moment wurde vom 
„Feinde benützt, um das lebhafteste und ausgiebigste Feuer auf 
„unsere Jäger zu unterhalten." 

Die 3. Division, welche die mit schweren Opfern erstürmte 
Position wieder zu räumen gezwungen war, schloß sich während 
des Rückzuges dem Bataillon wieder an; sie erhielt den Befehl, 



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183 



mann Camelli). 



Oberleutnant 
Spilvügl. 



eine etwa 500 Schritte östlich des Waldsaumes befindliche, 
dominierende Erdwelle zu besetzen und den Rückzug der beiden 
anderen Divisionen nach Maslowed zu decken. 

Die Division verteidigte sich in der ihr zugewiesenen Stellung »Jäger! Halfs 
durch längere Zeit auf das hartnäckigste gegen den von allen ^"^'^'V^",?! 
Seiten andringenden Feind. Wieder war es hier Hauptmann 
Camelli, der, von Kampflust beseelt, das Feuer der Kette im 
heftigsten Kugelregen leitete. Er ging persönlich gegen die feind- 
liche Stellung vor, um sie zu rekognoszieren und wurde dabei, 
da er sich sehr exponieren mußte, durch zwei Schüsse schwer 
verwundet. Mühsam schleppte er sich zurück, richtete sich aber 
dann nochmals mit* Aufbietung aller moralischen Kraft auf und 
rief seiner Mannschaft, die ihm sehr zugetan war, die auf- 
munternden Worte zu „Jäger! halts Euch! ich komme gleich 
zurück". 

Sofort übernahm Oberleutnant Spilvogl das Kommando 
der 5. Kompanie, da auch Oberleutnant Figura, neuerlich von 
zwei Schüssen getroffen, schwer verwundet aus dem Gefecht 
getragen werden mußte. Spilvogl leitete die Verteidigung durch 
geschickte Ofifensivstöße in erfolgreichster Weise, wobei seine 
persönliche Tapferkeit und seine aneifernden Zurufe besonders 
mitwirkten. Zwei Schußwunden genügten nicht, ihn zum Ver- 
lassen des Kampfplatzes zu bewegen; schwerverletzt opferte er 
seine letzten Kräfte, um die Mannschaft zu tapferem Ausharren 
in dieser so schwierigen Lage zu ermuntern. Selbst als er einen 
dritten Schuß erhielt und ihn die Leute aus dem Kugelregen 
zurücktragen wollten, gab er dies nicht zu und sagte, sie sollten 
ihn nur liegen lassen, da es mit ihm so bald aus sei, und nur 
fortfahren, ihre Schuldigkeit zu tun. 

Als sich später die Division, vom übermächtigen Feind 
gedrängt, nach Maslowed zurückziehen mußte, fiel der helden- 
mütige Offizier, welchen man todgeglaubt, in Kriegsgefangenschaft. 

Nach dem Verlassen des Waldes wurde dem Bataillons- 
kommandanten der Rückzugsbefehl zugestellt. Oberst von 
Schwab sammelte nun das Bataillon in Maslowed und ließ 
die vorspringenden Häuser des Ortes besetzen. Bald darauf setzte 
er gemeinsam mit anderen Truppen der Brigade Saffran den 
Rückmarsch gegen Nedelist fort. Ein Kavallerieangrifif, der zu 
dieser Zeit signalisiert wurde, traf nur das 3. Bataillon des Regi- 
mentes Sachsen-W^eimar, welches durch sein auf nächste Distanz 
abgegebenes Feuer die feindliche Reitermasse zersprengte. Das 
Geschützfeuer, der zu dieser Zeit bereits auf die Höhen von 



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184 



Rückzug über 
die Elbe. 



Hofenowes vordringenden 1. preußischen Gardedivision, fügte 
auch dem 1 1 . Jägerbataillon neuerliche Verluste bei. 

Die Brigade Saffran sammelte sich südöstlich vonNedelist; 
gegen 2 Uhr nachmittags traf bei diesem Orte auch die Brigade 
Württemberg ein, welche den Swiepwald etwas später verlassen 
hatte; Brigade Thom war in weitem Räume verteilt; Brigade 
Henriquez endlich stand räumlich weit getrennt bei Lochenitz 
und war schon im Rückzuge über die Elbe begriffen. Nicht mehr 
in der Verfassung, dem übermächtigen Andrang der II. preußischen 
Armee ausgiebigen Widerstand entgegenzusetzen, trat das II. Korps 
den Rückzug hinter die Elbe an. Die Brigade Saffran wandte 
sich während desselben gegen Placka, überschritt dort und bei 
Wekos die Elbe und hielt beide Brücken bis zum Eintreffen 
von Truppen des IV. Korps besetzt. 

FMLt. Graf Thun sammelte das II. Korps bei Pauchow 
und marschierte sodann mit demselben über Swinarek nach 
Hohenbruck, welcher Ort nach Mitternacht erreicht wurde. Bri- 
gade Henriquez deckte die Nächtigung durch eine Nachhutstellung 
zwischen Hohenbruck und Nepasic ; die Kavallerie streifte gegen 
Pauchow. 

Das Eingreifen der II. preußischen Armee hatte die Schlacht 
zu Gunsten der preußischen Waffen entschieden. Die unver- 
gleichlichen Ruhmestaten der österreichischen Artillerie, die todes- 
mutigen Attacken unserer Reiterei verhinderten das Nachdrängen 
des Siegers. 



Verluste. 



Das 11. Jägerbataillon erreichte das Lager bei Hohenbruck 
erst um 2 Uhr nachts, weil es im Rückmarsche, durch Wasser- 
gräben und verfahrene Batterien aufgehalten, die Fühlung mit 
der Brigade verloren hatte. Es hatte in der Schlacht schwere 
Verluste erlitten: 3 Offiziere, 44 Mann tot; 7 Offiziere, 209 Mann 
verwundet; 94 Mann vermißt; 2 Offiziere, beide verwundet und 
131 Mann, fast sämtlich blessiert, waren in Kriegsgefangen- 
schaft geraten. Die Gesamtverlustziffer betrug: 10 Offiziere und 
379 Mann.*) 



') Nach der vom BataiUonskommandanten nach dem Feldzuge verfaßten 
Meldung. Die Gesamtverlustziffer von 379 Mann setzt sich in folgender Weise 
zusammen : 44 Tote + 209 Verwundete (hievon 99 gefangen) -h 94 Vermißte 
+ 32 unverwundet Gefangene; diese Summe weicht von den Angaben des 
Generalstabswerkes ab, welche eine Gesamtverlustziffer von 337 Mann auf- 
weisen; auch stimmt die Ziffer der Toten nicht mit jener, welche auf dem 
Swiepwald -Denkmal des Bataillons eingraviert ist |^96 Tote). 



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Do.ikrial d".-- 1:. u k. reid-ä^T^^^l^atiullon'^ Ni' 11 



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185 



-9- 



Von den Offizieren waren gefallen: Oberleutnant Anton 
Seemann, Unterleutnant Adolf Kuttaiek von Ehrengreif 
und Unterleutnant Ignaz Hey den. Verwundet wurden: die 
Hauptleute Hugo Binder, Ludwig Curter von Sternfeld 
(kriegsgefangen) und Georg Camelli; die Oberleutnants Ernst 
Edler von Vivenot, Paul Spilvogl (kriegsgefangen) und 
Guido Figura, endlich Unterleutnant Josef Fischer. 

Von der Mannschaft blieben tot: 1. Kompanie: Kadett- 
Unterjäger Ferdinand Schindler, Patrouilleführer Josef Ehler, 
ferner die Jäger Viktor R a m m e 1, Ferdinand Prohaska, Johann 
Sturmer, Matthias Ungerböck und Johann VVeinfurther. 
2. Kompanie: die Jäger Johann Gran dl, Ignaz Habinger 
und Josef P o 1 i z a r, ferner Hornist Adolf N i k o 1 i n. 3. Kompanie : 
Jäger Anton Singer. 4. Kompanie: die Jäger Franz Dwor- 
schak, Johann Hemmer, Martin Hribernik, JosefKöhler, 
Johann Mrazek, Dominik Ödenhofer und Karl Schil- 
ling er. 5. Kompanie: Führer Anton Schemig, Unterjäger 
Anton Schmierer, die Patrouilleführer Ernst Mayer und 
Johann Pichler, ferner die Jäger Wenzel Dernetz, Franz 
Gattermaier, Anton Goronez, Karl Goslinger, Anton 
Mauerhoffer, Ignaz Pilshofer, Ferdinand Reinburger, 
Jakob Spazal, Seewald Toswald, Franz Taska und Anton 
Zach. 6. Kompanie: Jäger Johann Lehr. Ihren Wunden er- 
lagen später 1. Kompanie die Jäger Anton Moser, Johann 
Schmogger und Johann Schramme l. 2. Kompanie die 
Jäger Anselm Doppler, Franz Fürst und Josef Lang. 4. Kom- 
panie: Oberjäger Peter della Costa, PatrouUleführer Eduard 
Gindra und Jäger Karl Hießberg er. 

Viele Leute des 11. Jägerbataillons hatten in der Schlacht Hervorragende 
von Königgrätz Gelegenheit gefunden, sich durch hervorragende Leistungen. 
Taten ruhmvoll auszuzeichnen. 

Jäger Johann Wilhelm er der 6. Kompanie trug einen Jäger 

blessierten Offizier aus dem Gefechte und wurde dabei selbst Wilhelmer. 
verwundet ; trotzdem kehrte er alsbald wieder in die Kampflinie 
zurück und focht mit großer Tapferkeit solange weiter, bis er, 
von einer zweiten Kugel getroffen, schwer verletzt zusammen- 
brach. 

Oberjäger Johann Dattel und Jäger Karl Müller der Oberjäger 
6. Kompanie brachten den schwerverwundeten Unterleutnant Da"el und Jager 
Fischer angesichts des vorbrechenden Feindes im heftigsten 
Feuer aus der Gefechtslinie zurück und bewahrten ihn dadurch 
vor der Gefangenschaft. 



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186 



Hornist 
Czullein. 



Jäger Groß- 
mann. 



Offiziersdiener 

Leitermeier und 

Putz. 



Unterjäger 
Richter. 



Jäger Morkes. 



Jäger Dorf- 
mann. 



Unterjäger Alois Grahsmann, Patrouilleführer Emerich 
Tomasfy, ferner die Jäger Ignaz Hohenberger, Johann 
Streng und Johann Schweiger übten durch wohlgezieltes 
und schnelles Schießen, kühnes Vordringen gegen den Feind 
und zähe Ausdauer einen vortrefflichen Einfluß auf die übrige 
Mannschaft; sie ermunterten diese durch aneifernde Zurufe und 
waren während des Rückzuges auf das tatkräftigste bemüht, die 
Ordnung aufrechtzuerhalten. 

Beim Angriff auf den Swiepwald eilte Hornist Johann 
Czullein der 3. Kompanie seinen Kameraden voraus, um sie 
durch kernigen Zuruf zum Sturme mitzureißen ; im Walde ein- 
gedrungen, ergriff er das Gewehr eines Verwundeten und feuerte 
mit großer Ruhe und Sicherheit, zeitweise zwischen zwei Schüssen 
das Sturmsignal wiederholend. Beim Rückzug gegen Maslowed 
brachte Czullein durch unausgesetztes „Halt"-BIasen die Ab- 
teilungen zum Stehen und blies auch, bereits v^erwundet am 
Boden liegend, solange weiter, bis er zurückgetragen wurde. 

Jäger Josef Großmann der 4. Kompanie verließ als einer 
der Letzten den heißumstrittenen Wald und trug mit zwei Unter- 
offizieren des Regimentes Härtung Nr. 47 einen schwerverwundeten 
Stabsoffizier dieses Truppenkörpers zurück, wodurch dieser vor 
der Gefangenschaft gerettet wurde. 

Unaufgefordert ergriffen die Offiziersdiener Karl Leiter- 
meier des Stabes und Peter Putz der 1. Kompanie Stutzen 
und Munition von gefallenen Jägern und machten das ganze 
Plänklergefecht als Schützen mit; durch lebhaftes Feuern und 
Aneifern ihrer Kameraden nahmen sie auf diese den besten 
Einfluß. 

Unterjäger Rudolf Richter der 3. Kompanie blieb, obwohl 
er bei der Vorrückung am rechten Arm verwundet wurde, bei 
seiner Mannschaft, die er eifrig zum Sturme aufmunterte. 

Jäger Franz Morkes der 3. Kompanie sprang bereits ver- 
wundet vor die Front, forderte seine Kameraden durch lebhafte 
Zurufe zum Sturme auf und zeichnete sich auch durch ruhiges 
und sicheres Schießen aus. 

Immer unter den Ersten sah man auch den Jäger Wilhelm 
Dorf mann der 4. Kompanie; im Walde angelangt, rief er 
seinen Kameraden zu, nur ruhig zu zielen und tat sich hier 
durch seine besondere Kaltblütigkeit hervor. Beim Rückzug war 
er der letzte, der den Wald verließ; er feuerte unausgesetzt auf 
den Verfolger und bewog durch seine Zurufe auch einige seiner 
Kameraden, stehen zu bleiben und zu schießen ; schließlich 



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187 

streckte eine preußische Kugel auch diesen wackeren Kämpfer 
zu Boden. 

Patrouilleführer Karl Merschitz und Jäger Wenzel PatrouiUefuhrer 
Schinuska der 6. Kompanie trugen den durch vier Schüsse Merschitz 
schwerverwundeten Oberleutnant Figura im heftigsten Feuer, schinu^k^*^ 
fortwährend bedrängt von dem Verfolger, mit aller Aufopferung 
auf den Verbandplatz zurück. 

Nach der Schlacht von Königgrätz zog sich die Nordarmee Rückzug der 

mit dem Gros über Tynist, Hohenmauth und M.-Trübau gegen Nordarmee 
^, ... ... nach Preßburg. 

Olmutz zurück. * 

Das II. Korps marschierte am 4. Juli von Hohenbruck ab 
und traf über Adlerkosteletz — Wamberg— Wildenschwert — Lands- 
kron — Hohenstadt — M.-Neustadt — Littau am 12. Juli in Olmütz ein. 

Am 13. Juli traf FM. Erzherzog Alb recht in Wien ein 
und übernahm das Kommando des Gesamtheeres. Das Gros 
der Südarmee war bald nach der Schlacht von Königgrätz nach 
Wien gezogen worden. Se. kaiserliche Hoheit ordnete sofort 
den Abmarsch des bei Olmütz stehenden Gros der Nordarmee 
nach Wien an; sie hatte, wenn möglich, am rechten Ufer der 
March über Preßburg, eventuell über Komorn den Anschluß an 
die Südarmee zu suchen. 

Die Gefechte von Kralitz und Biskupitz (14. Juli) sowie 
das Gefecht von Tobitschau (16. Juli) nötigten aber dazu, den 
Marsch auf dem rechten Marchufer aufzugeben und auf Prerau 
auszuweichen. 

Die Nordarmee überschritt sodann die kleinen Karpalhen 
und marschierte nach Preßburg. 

Das II. Korps war am 14. Juli von Olmütz aufgebrochen 
und traf über Biskupitz — Kremsier — U. -Hradisch — Sjtränyi am 
18. in Neustadtl ein. An diesem Tage erhielt es den Befehl, es 
habe zur Sicherung von Preßburg schon am 22. daselbst einzu- 
treffen; es erreichte auch über Trebete — Tyrnau — Wartberg an 
dem festgesetzten Tage Preßburg, nachdem es in sieben Tagen 
175 km hinterlegt hatte. 

Als am 22. Juli zwei preußische Divisionen von Bisternitz Treffen bei 
und Stampfen her einen Vorstoß gegen Preßburg unternahmen, Blumenau. 
trafen sie bei Blumenau nicht nur auf die schon früher zur 
Deckung von Preßburg bestimmte Brigade Mondel, sondern auch 
auf die Truppen des II. Korps. 

Die Brigade Saffran hatte als Reserve auf der Sauheide 
bei Preßburg Stellung genommen, fand aber keine Gelegenheit 
mehr, in das Gefecht von Blumenau einzugreifen, da um 12 Uhr 



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188 



Führer Attam 

und Unterjäger 

Hornung. 



Friede von Prag 
am 23. August. 



Allerhöchste 

Belobung des 

Obersten 

Schwab. 



Ein Kronen- 
orden. 

Zwei Militärver- 
dienstkreuze. 

Eine große, 

dreizehn kleine 

Tapferkeits- 

medaillcn. 



mittags die Feindseligkeiten auf Grund eines zum Abschluß ge- 
langten fünftägigen Waffenstillstandes eingestellt wurden. 

In letzter Stunde fanden noch zwei Mann des 11. Jäger- 
bataillons Gelegenheit zur Auszeichnung: Führer Franz Attam 
und Unterjäger Julius Hornung waren zur Begleitung von 
Maroden nach Preßburg bestimmt worden. Während des Marsches 
vernahmen die beiden, daß ein Kampf stattfinde und schlössen 
sich sofort dem Infanterieregimente Sachsen-Weimar an, in dessen 
Reihen sie das ganze Gefecht von Blumenau mitmachten; hiebei 
taten sich beide durch Kaltblütigkeit, Tapferkeit und gutes Schießen 
hervor. Unterjäger Hornung schlich sich behufs Ausspähung 
des Gegners bis in die nächste Nähe desselben heran ; von den 
Preußen zur Abgabe seiner Waffen aufgefordert, weigerte er 
sich dieses zu tun und eilte zu seiner Abteilung zurück; trotz 
der inzwischen eingetretenen Waffenruhe wurden ihm mehrere 
Schüsse auf höchstens fünfzig Schritte nachgesendet, ohne ihn 
aber zu treffen. 

Nach Ablauf des Waffenstillstandes erfolgte die Annahme 
der Friedenspräliminarien und am 23. August der Abschluß des 
Friedens von Prag. 

Nicht so rasch kam es zu einem Einvernehmen mit Italien 
und es mußte ein Teil der Armee, darunter das II. Korps, nach 
dem Süden in Bewegung gesetzt werden. 

Die Brigade Safifran wurde am 11. August in Wien ein- 
vvaggoniert, gelangte aber nur bis Cilli, da inzwischen die Friedens- 
verhandlungen mit Italien begonnen hatten. Das 11. Jägerbataillon 
wurde in folgender Weise untergebracht: Stab, 1. und 2. Division 
in Tüfifer, 5. Kompanie in Redschitz und St. Christof, endlich 
6. Kompanie in St. Michael. 

Oberst Friedrich Edler von Schwab wurde für die um- 
sichtige, vorzügliche Führung des Bataillons, das er unter den 
schwierigsten Verhältnissen während des ganzen Schlachttages 
in musterhafter Ordnung erhielt, durch die Allerhöchste Belobung 
ausgezeichnet. 

Dem Oberleutnant Paul Spilvogl verlieh Se. Majestät 
den Orden der Eisernen Krone 3. Kl. 

Mit dem Militärverdienstkreuze wurden Hauptmann Georg 
Camelli und Unterleutnant Guido Figura dekoriert. 

Die silberne Tapferkeitsmedaille 1. Kl. erhielt: Jäger Georg 
Wilhelm er; jene 2. Kl. wurde zuerkannt: dem Oberjäger 
Johann Dattel; dem Führer Attam; den Unterjägern Alois 
Grahsmann und Julius Hornung; dem Patrouilleführer 



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189 



Emerich Tomäsfy; den Jägern Josef Großmann, Ignaz 
Hohenberger, Karl Müller, Johann Schwaiger, Johann 
Streng; dem Hornist Johann Czullein; endlich den Offiziers- 
dienern Karl Leitermaier und Peter Putz. 



Teilnahme des „kombinierten Feldjägerbataillons Nr. 37^ 
am Feldzuft 1866 in Italien. 

Die 2. Depotkompanie, deren Aufstellung und Bestimmung 
aus dem vorigen Abschnitte bekannt ist, wurde am 11. Juni in 
St. Polten einwaggoniert und traf am 16. Juni mit einem Stande 
von 4 Offizieren und 160 Mann in Verona ein; sie trat als 
5. Kompanie in den Verband des kombinierten Feldjägerbataillons 
Nr. 37, dessen Kommando Major von Weinsberg des Tiroler- 
Jägerregimentes erhielt. Die Kompanie rückte von Verona in die 
Stabsstation Chievo ab, wo vom 19. Juni an Übungen in voller 
Feldausrüstung durchgeführt wurden. 

Das Bataillon formierte mit je drei Bataillonen des Infanterie- 
regimentes Hohenlohe Nr. 17 und des Deutsch -Banater Grenz- 
regimentes Nr. 12, ferner der achtpfündigen Fußbatterie Nr. 9/V 
die Brigade des GM. Freiherrn von Benko ; diese bildete mit der 
Brigade Oberst Prinz Weimar die Reservedivision, deren Kom- 
mando vom 15. Juni an GM. von Rupp recht führte. 

Am Morgen des 20. Juni überreichte ein Abgesandter des 
italienischen Generalstabschefs La Marmora bei den k. k. Vor- 
posten vor Mantua die Kriegserklärung. Das Schreiben L a Mar- 
moras wurde vom Kommandanten der österreichischen Süd- 
armee nicht beantwortet. Am folgenden Tage richtete Se. kaiser- 
liche Hoheit an seine Truppen nachstehenden Armeebefehl: 

„Soldaten! Der längst erwartete Augenblick ist endlich 
gekommen ; der Krieg beginnt ! 

Von neuem streckt der räuberische Nachbar die Hand nach 
diesem schönen Juwel in der Krone unseres Monarchen, welches 
Euerem Schutze anvertraut ist. 

Die Ehre der Armee, die Ehre jedes Einzelnen unter uns 
ist an die Behauptung dieses Pfandes geknüpft. Ich kann Euch 
keinen kräftigeren Beweis Meines Vertrauens geben, als indem 
Ich Euch offen sage, daß der Feind mächtig gerüstet und uns 
an Zahl bedeutend überlegen ist. 

Schwer mag unsere Aufgabe sein, aber sie ist Euerer 
würdig. Mit entschlossener Tapferkeit im Kampfe, mit unermüd- 



Die 2. Depot- 
kompanie in 
Italien. 



Ordre de ba- 
taille. 



Kriegs- 
erklärung am 
20. Juni. 



Armeebefehl. 
21. Juni. 



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190 

lieber Ausdauer in Anstrengungen aller Art, mit alt -österreichi- 
scher Zähigkeit, die noch nie an sich selbst gezweifelt, werden 
wir sie mit Gottes Hilfe auch diesmal ruhmvoll lösen, denn 
unser ist das heilige Recht, welches zuletzt siegen muß. 

Was immer auch sich ereignen möge, Nichts wird Eueren 
feurigen Muth, Nichts das feste Vertrauen auf den endlichen 
Triumph in Euch erschüttern. 

Verblendet durch leichte Erfolge, die unser Gegner im 
Bunde mit Verrat, Treubruch und Bestechung anderwärts ge- 
funden, kennt er in seiner Anmaßung, seiner Raubsucht keine 
Grenzen, vermeint er seine Fahne auf dem Brenner und auf den 
Höhen des Karstes aufpflanzen zu können ; doch diesmal gilt es 
offenen Kampf mit einer Macht, welche fühlt, daß es sich jetzt 
um Sein oder Nichtsein handelt, welche entschlossen ist zu 
siegen oder ruhmvoll zu fallen, wenn es sein muß. 

Mögt Ihr den Feind erneuert daran erinnern, wie oft schon 
er vor Euch geflohen! 

Auf denn, Soldaten ! Erwartungsvoll sehen Kaiser und 
Vaterland — mit begeisterter Theilnahme Euere Mütter, Euere 
Frauen und Brüder auf uns! 

Auf denn in Gottes Namen und mit dem weithin schallen- 
den Rufe: Es lebe der Kaiser!** 
Konzentrierung jn den der Kriegserklärung unmittelbar folgenden Tagen 

er u armce. ^^^-^g ^jg Südarmee am rechten Etschufer bei Verona ver- 
sammelt. Während dieser Konzentrierungsmärsche rückte die 
Brigade Benko am 21. von Arcole und Albaredo nach Campalto, 
am 22. nach Parona und Arbizzano. Das 37. Jägerbataillon 
marschierte am 22. von Chievo nach Passierung der Etsch eben- 
falls nach Parona. 
22.-23. Juni. fi^^ Abend des 22. Juni nahm das Gros der italienischen 

Armee im allgemeinen die Linie Borgoforte — Goito — Volta — 
Pozzolengo westlich des Mincio ein ; in den Morgenstunden des 
folgenden Tages wurde dieser Fluß bereits von den italienischen 
Kolonnen überschritten. 

Die Südarmee beendete im Laufe des Vormittags des 23. 
ihre Konzentrierung, wobei sich die Reservedivision um Mittag 
bei Pastrengo vereinigte. Das 37. Jägerbataillon war an diesem 
Tage bei drückender Hitze von Parona nach Piovezzan nördlich 
Pastrengo marschiert. 

Trotz der bereits zurückgelegten anstrengenden Märsche 
beschloß Se. kaiserliche Hoheit, die Armee noch am Abende in 
das Hügelland vorzuschieben und am 24. von dort her gegen 



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191 

die linke Flanke der Italiener vorzubrechen. Nach der noch am 
Vormittage ausgegebenen 1. Disposition hatte Brigade Benko in 
Pastrengo zu verbleiben, Brigade Weimar dagegen um 5 Uhr 
nachmittags von Pastrengo nach Sandra vorzurücken. 

Eine 2. um 6 Uhr 45 Min. abends erteilte Disposition setzte Dispositionen 
für den 24. Juni den Vormarsch von Abschnitt zu Abschnitt fest, für den 24. Juni. 
Beim ersten Aufmarsch der Armee in der Linie Castelnuovo — 
S. Giorgio — Casazze — Sommacampagna hatte die Reservedivision 
Castelnuovo zu erreichen; bei der weiteren Vorrückung war ihr 
OHosi als Marschziel bezeichnet. 

Auf Seite der Italiener war für den 24. die Erreichung der 
Positionen von Sona, Sommacampagna und Villafranca in Aus- 
sicht genommen. 

Infolge der beiderseitigen Maßnahmen stießen am 24. Juni Schlacht bei 
die einzelnen Kolonnen der italienischen Armee auf die öster- ^"stoza am 
reichischen Truppen und es entwickelte sich die für Österreichs 
Waffen so ruhmvolle zweite Schlacht bei Custoza. 

Schon um 3 Uhr morgens des 24. stand das 37. Jäger- 
bataillon marschbereit in Pastrengo. Die Mannschaft hatte infolge 
eines Unwetters, das sich in der Nacht entlud, keine erquickende 
Ruhe gefunden. 

Die Brigade Benko rückte von Pastrengo über Sandra nach*' 
Castelnuovo ab ; als die Tete um 7 Uhr früh diesen Ort erreichte, 
wurde aus der Richtung von Oliosi Kanonendonner vernommen. 
Der Vormarsch der Reservedivision erfolgte nunmehr in zwei 
Treffen zu drei Kolonnen. Die Brigade Benko, in das 1. Treffen 
disponiert, ließ ihre rechte Kolonne über Contrada dei Maschi, 
die mittlere auf der Straße gegen den Monte Cricol und die 
linke von Palazzo Ferrari längs des Tione vorrücken. 

Das 37. Jägerbataillon hatte mit den drei Bataillonen Grenzer 
und der Batterie die mittlere Kolonne zu bilden ; die 3. Division 
des Bataillons (Kompanien von Nr. 11 und 21) bestritt die 
Avantgarde. 

Als die Tete der Mittelkolonne etwa um 7 Uhr 30 Min. früh 
den Nordfuß des Monte Cricol erreichte, ritt GM, Freiherr von 
Benko, durch das nahe Geschützfeuer veranlaßt, rekognoszierend 
auf die Höhe bei Mongabia voraus. Er gewahrte von hier in 
geringer Entfernung zum Gefecht entwickelte feindliche Infanterie 
(Avantgarde der Division Sirtori). Der Brigadier beeilte sich die 
Höhen zu gewinnen und beschleunigte den Aufmarsch. 

Das 37. Jägerbataillon formierte sich: „In Divisionsmassen 
vorwärts!", hielt kurze Zeit auf einem Hügel bei Fenile und 



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192 

rückte dann in folgender Gruppierung weiter vor: 3. Division 
mit der Direktion längs der Straße, die 2. rechts derselben auf 
den Monte Cricol, die 1. Division als Reserve folgend. Kurz vor 
Mongabia hemmt eine breite, dichte Hecke den Vormarsch, doch 
die Jäger brechen sich sogleich Bahn durch dieselbe und werden 
des Gegners ansichtig; es entspinnt sich hier und auf dem Monte 
Cricol ein lebhaftes Feuergefecht. 

Zu dieser Zeit war auch schon das Zentrum der kaiser- 
lichen Armee in Kontakt mit dem Feinde gekommen. 

Noch war der Aufmarsch Ben kos nicht vollendet, als 
feindliche Kolonnen zum Angriff auf den Monte Cricol schritten ; 
einzelne Abteilungen des Gegners drangen bereits östlich über 
Mongabia hinaus — doch da wirft sich GM. Freiherr von Benko 
mit der 2. und 3. Division des 37. Jägerbataillons und Teilen 
der Grenzer dem Feind entgegen, schlägt zwei italienische Ba- 
taillone zurück und verfolgt sie gegen Campagna rossa; den 
Monte Cricol läßt Benko nun vollständig besetzen. 

Um 8 Uhr früh traf aber die feindliche Division Cerale auf 
dem Kampfplatz ein. Mit Übermacht greift die Brigade Pisa dieser 
Division den Monte Cricol und Mongabia an. Die tapferen Ver- 
teidiger des Monte Cricol sehen sich zum Rückzug genötigt und 
-auch Mongabia muß, obwohl der Angriff auf diesen Weiler miß- 
lang, infolge der allgemeinen Lage geräumt werden. 

Da gab die glänzende Attacke des Rittmeisters Baron 
Bechtolsheim dem Gefechte eine unerwartete, für unsere 
Waffen günstige Wendung. Der mit beispielloser Bravour unter- 
nommene Angriff des jungen Ulanenoffiziers auf die Tete der 
2. Brigade Cerales zersprengte dieselbe vollständig. Dadurch ward 
der Angriff der Reservedivision sehr erleichtert, welcher nun auf 
der ganzen Linie des Monte Cricol gegen die Brigade Pisa erfolgte. 

In der Mitte der Reservedivision rückte GM. Freiherr von 
Benko vor; das 37. Jägerbataillon und zwei Bataillone Grenzer 
nahmen westlich der Straße die Richtung über den Monte Cricol, 
ein Bataillon Grenzer wurde über Mongabia dirigiert. Doch 
Benko fand nur schwachen Widerstand, da das feindliche Zen- 
trum, von den Flügelkolonnen Rupprechts in den Flanken gefaßt, 
bald zurückwich. 

Der über Oliosi erfolgende Angriff der Brigade GM, Baron 
Piret gegen Flanke und Rücken des Feindes entschied dessen 
völlige Auflösung. 

Die Brigade Benko besetzte den Monte Cricol und ordnete 
ihre Truppen. Um 1 1 LIhr vormittags erhielt die Reservedivision 



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193 



den Befehl, sich gegen Monzambano zu wenden und die Bottura- 
brücke zu zerstören. Bei Monzambano waren dichte Staubwolken 
zu sehen. 

Die Rechtsschwenkung der Reservedivision, deren Brigaden 
vermischt über ein ausgedehntes, dicht kultiviertes Terrain zer- 
streut waren, wurde auch im Großen begonnen und teilweise 
ausgeführt; die schwierigen Terrainverhälinisse und der Umstand, 
daß an einzelnen Punkten noch Kämpfe mit zerstreuten italieni- 
schen Abteilungen stattfanden, vereitelten aber das Zusammen- 
wirken der Division zur Lösung ihrer Aufgabe. 

In der Nacht vom 24. auf den 25. lagerte die Brigade Benko 
bei Maragnotte. 

Die Südarmee hatte unter FM. Erzherzog Albrechts Sieg Erzherzog 
meisterhafter Führung einen glorreichen Sieg über einen weit Albrechts, 
überlegenen Feind errungen. Noch in der Nacht erhielt der ruhm- 
gekrönte Feldherr folgendes Telegramm Sr. Majestät: „Dir und 
Meinen braven Truppen Meinen wärmsten Dank!" 



Von der Depotkompanie unseres Bataillons waren auf dem 
Felde der Ehre ruhmvoll gefallen : die Jäger Alois E d e r, Wilhelm 
Leidlmayer, Josef Reiner und Georg Salzwimmer, ferner 
Zimmermann Franz Kr o vi na; Oberjäger Theodor Schlick 
erlag später den in der Schlacht erhaltenen Verletzungen. Ver- 
wundet wurden: Unterleutnant Wenzel Turba und 36 Mann, 
2 Mann werden als vermißt bezeichnet. 

Unter den Tapfem des 37. Jägerbataillons nennt die Relation 
des Bataillonskommandanten : den Oberleutnant Karl R e i s i n g e r, 
den Unterjäger Alois Weiß, die Patrouilleführer Simon Eich- 
tingerund Ruprecht Luttenberg er, endlich die Jäger Leopold 
Königstätter, Josef Pfleger und Georg Ebner. 

Oberleutnant Reisinger zeichnete sich durch tapferes und 
aneiferndes Benehmen aus. 

Unterjäger Weiß wirkte, vom Patrouilleführer E i c h t i n g e r 
und dem Jäger Königstätter unterstützt, bei der Eroberung 
einer Kanone tätig mit. Er tat sich hiebei durch besondere Tapfer- 
keit hervor und gab überhaupt während der ganzen Schlacht 
wiederholt Proben von Ausdauer und Kaltblütigkeit; stets allen 
voran, wußte er seine Kameraden durch sein mannhaftes Beispiel 
zu den größten Leistungen zu entflammen. 

Beim Sturme auf Mongabia leuchtete besonders Patrouille- 
führer Luttenberger durch Tapferkeit und vortrefflichen Einfluß 

Geschichte des ll. Feldjagerbataillons. ^3 



Verluste. 



Die Tapfem der 
2. Depotkom- 
panie. 



Oberleutnant 
Reisinger. 

Unterjäger 
Weiß. 



Patrouillefuhrer 
Luttenberger. 



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194 



Jäger Pfleger 
und Ebner. 

Drei große, vier 

kleine silberne 

Medaillen. 



25. Juni. 



26. Juni. 

Ordre de ba- 
taille. 



1.-2. Juli. 



3. Juli. 



Ordre de ba- 
taille. 



auf seine Mitkämpfer hervor; mehrere Hieb- und Stichwunden 
zeugten für den Heldenmut dieses wackern Mannes. 

Den Jägern Pfleger und E b n e r gelang es durch ihr kühnes 
Benehmen, dem Feinde 25 Gefangene abzunehmen. 

Unterjäger Weiß, Patrouilleführer Luttenberger und 
Pfleger erhielten die silberne Tapferkeitsmedaille 1. Kl.; jene 
2. Kl. wurde dem Oberjäger Franz Kraft, dem Patrouilleführer 
Eichtinger, ferner den Jägern Ebner und Königstätter 
verliehen; Zugsführer Franz G aller und Karl Stroh hof er 
wurden belobt.^) 

Am 25. Juni gönnte der Feldmarschall seinen Truppen die 
dringend nötige Ruhe. Brigade Benko lagerte an diesem Tage 
am Monte Vento. Se. kaiserliche Hoheit besuchte abends die 
meisten Truppenkörper in ihren Lagern und wurde überall mit 
begeistertem Jubel empfangen. 

Am 26. bezog die Armee enge Kantonierungen, wobei die 
Brigade Benko nach S. Massimo gelangte. 

Zufolge einer neuen Ordre de bataille bestand die Brigade 
Benko nunmehr aus dem 37. Jägerbataillon, 3 Bataillonen des 
Regimentes Hohenlohe Nr. 17, je 1 Bataillon Hartmann Nr. 9 
und Martini Nr. 30, sowie der achtpfündigen Fußbatterie Nr. 9/V. 

Da festgestellt wurde, daß der Feind hinter dem Oglio stehe, 
so entschloß sich der Erzherzog, die Armee in das Hügelland am 
rechten Mincioufer zu verlegen. Demgemäß gelangte die Reserve- 
division am 1. Juli nach Cavalcaselle; am 2. Juli stand sie zwischen 
Ponti und Broglio, die Brigade Benko bei Palazzina dei cavalli. 

Der Feldmarschall hatte Kenntnis von den ersten unglück- 
lichen Gefechten der Nordarmee erhalten; auch war ihm von 
Sr. Majestät die Weisung zugekommen, mit Vorsicht zu operieren 
und keine weitreichenden Bewegungen zu unternehmen. 

Die Armee wurde daher am 3. Juli wieder auf das linke 
Mincioufer zurückgeführt, wobei die Brigade Benko nach S. Giustina 
gelangte. Die verstärkte Reservedivision führte von diesem Tage 
an die Bezeichnung „Reserve- Armeekorps". 

Am 4. Juli verblieb Benko in S. Giustina; am 5. wurde 
eine Disposition zum Marsch an die Etsch ausgegeben, zufolge 
welcher das Reserve- Armeekorps am 6. Juli nach Chievo ge- 
langte ; an diesem Tage erhielt das 37. Jägerbataillon seine Ein- 
teilung in der Brigade Oberst Ritter von Bienerth dieses Korps. 



*) Über die Taten Krafts, Gallers und Strohhofers ist nichts 
bekannt 



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Ordre de ba- 
taille. 



195 

Zur Sicherung der Eisenbahn wurde die Brigade Bienerth 
am 7. Juli nach Padua befördert; das 37. Jägerbataillon hatte 
hier den Bahnhof und die Eisenbahnbrücke über den Brentella- 
kanal zu bewachen. 

Am 9. Juli, als die Armee bereits im Abmarsch in eine 
Stellung hinter der Piave begriffen war, erhielt Se. kaiserliche 
Hoheit den Befehl, sich unter Vermeidung eines ernsteren Zu- 
sammenstoßes mit dem Feinde bis an die Grenzen des Venetia- 
nischen zurückzuziehen, diese aber auf das Energischeste zu 
verteidigen. 

Die Brigade Bienerth marschierte am 11. Juli von Padua 
nach Treviso (Infanterie und Jäger per Bahn), rastete dort am 
12. und rückte am 13. bei Ponte di Piave über eine Kriegs- 
brücke auf das linke Piaveufer. 

Am 11. Juli hatte Se. Majestät die Absendung aller noch 
disponiblen Kräfte aus Italien nach Wien verfügt; FM. Erz- 
herzog Alb recht wurde zum Oberkommandanten der gesamten 
operierenden Armee ernannt. 

Es trat eine neue Ordre de bataille in Kraft. In Kärnten 
wurde eine Brigade neu formiert, welche den Kern für das all- 
gemeine Aufgebot in diesem Lande zu bilden hatte; das Kom- 
mando derselben erhielt Oberst Freiherr von Bock. Zur Brigade 
Bock gehörten : das 37. Jägerbataillon, zwei Bataillone des Regi- 
mentes Maroicic Nr. 7, ein Bataillon des Regimentes Hohenlohe 
Nr. 17, eine Batterie und eine Eskadron. 

Das .37. Jägerbataillon marschierte am 14. Juli von Treviso 
ab und traf über S. Vito — Codroipo — Osoppo — Pontebba am 
22. Juli in Leopoldskirchen ein; es stellte an der italienischen 
Grenze Vorposten auf und kantonierte vom 23. Juli an in 
Malborghetto. Am 7. August marschierte das Bataillon nach 
Pontebba, am 11. im Fellatale südwärts, gelangte am 12. nach 
Chiusa, am 13. wieder zurück nach Pietra tagliata und am 14. 
nach Tarvis. 

In Tarvis wurde das „kombinierte Feldjägerbataillon Auflösung des 
Nr. 37" am 14. August wieder aufgelöst; die Depotkompanie 37. Jäger- 
des 11. Jägerbataillons rückte per Bahn nach Tüffer ein, woselbst "*^* °"^' 
die Mannschaft auf die Feldkompanien verteilt wurde. 

Der definitive Frieden mit Italien kam am 3. Oktober 1866 Friede zu Wien 
in Wien zustande. ^"^ ^- Oktober. 

Vom 1. September an bezogen die Truppen nur mehr die 
Bereitschaftsgebühren. Am 2. September verfügte das Kriegs- 
ministerium die Beurlaubung der aus dem Reservestande ein- 

13* 



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196 

berufenen Mannschaftspersonen ; diese wurden am 7. September 
vom Bataillon entlassen. 
Feierliche FMLt. Graf Thun nahm am 11. September in Tüflfer in 

Dekorierung. feierlicher Weise die Dekorierung der Mannschaft des 11. Jäger- 
bataillons mit den verliehenen Tapferkeitsmedaillen vor. Eine 
zweite Beteilung fand am 18. September statt. 

Mit Kriegsministerial erlaß vom 6. September war die 5. und 
6. Kompanie am 1. Oktober aufzulösen; die Depotkompanie 
wurde auf einen Kader herabgesetzt. Vom 1. Oktober an hatten 
die Truppen in den Bezug der Friedensgebühren zu treten. 

Ende September wurde das Bataillon nach Pecs (Fünf- 
kirchen) verlegt ; es verließ Tüffer am 29. September, erreichte 
am 30. per Bahn Nagy - Kanizsa und rückte mittels Fußmarsches 
über Nagy-Atäd — Szigetvar — Szt. Lorincz am 7. Oktober in 
seiner Friedensgarnison Pecs ein. 

Das Bataillon war in der Brigade GM. Baron Saffran 
eingeteilt; diese war im Verbände der XIII. Armeedivision FMLt. 
Graf Huyn dem kommandierenden General in Ofen, G. d. K. 
Fürsten Liechtenstein, unterstellt. 

Am 1. Oktober erfolgte die Aufstellung eine's dem Kriegs- 
ministerium koordinierten Armeeoberkommandos, welches Seiner 
kaiserlichen Hoheit dem FM. Erzherzog Albrecht übertragen 
wurde. 

Die Depotkompanie war am 15. Juli von St. Polten nach 
Wandorf und Agendorf bei Sopron, am 20. August vyieder nach 
St. Polten verlegt worden. 

Veränderungen im Offizierskorps bis zum Jahresschlüsse: 

Eingeteilt: am 1. Mai Hauptmann 2. Kl. Emanuel Richter 
des 13. Jägerbataillons und Unterleutnant 2. Kl. Wilhelm D rago n i 
aus der Wr. Neustädter Militärakademie; aus der gleichen Anstalt 
am 18. Juli die Unterleutnants 2. KI. Otto Nechwalsky und 
Richard Märton de Berethe; am 1. August Oberleutnant 
Leander Farinatti aus dem zeitlichen Pensionsstande; am 
4. August die Unterleutnants 2. Kl. Josef Tapp ein er und 
Josef N ehr er des kombinierten 36. Jägerbataillons, endlich am 
1. Dezember Oberarzt Dr. Philipp Schulhof des Kürassier- 
regimentes Herzog von Württemberg Nr. 7. 

Transferiert: am 1. Mai die Oberleutnants Heinrich Hohen- 
adl zum 29. Jägerbataillon und Johann Bauer von Weidberg 
zum Generalstabe; am 16. Mai Unterleutnant 2. Kl. Friedrich 
Winter zum 6., am 1. November die Unterleutnants 1. Kl. 
August Abraham i und Josef Holfeld zum 33. Jägerbataillon 



v. i. O. 



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197 

und am l. Dezember Oberarzt Dr. Ignaz Abel es zum Zeugs- 
artilleriekommando Nr. 1. 

Befördert: am 1. Mai die Hauptleute 2. Kl. Otto Ritter von 
Dieskau und Edmund Nitsch von der 2. in die 1. Klasse; 
die Oberleutnants Titus Ambros Edler von Rechtenberg und 
Georg Camelli zu Hauptleuten 2. Kl., die Unterleutnants 1. Kl. 
Heinrich Hohenadl, Heinrich Posselt, Karl Reisin ger und 
Guido Figurazu Oberleutnants, die Unterleutnants Karl Wein- 
gärtner, Rudolf Hensler, Franz Schönaich, Josef Fischer 
und Louis La fite von der 2. in die 1. Klasse, Oberjäger Karl 
T r a m p u s c h, die Kadett-Führer Emanuel B o u r r y von Ö d w a 1 d, 
August Abraham i, Ignaz Hey den und Friedrich Winter 
sowie Kadett-Unterjäger Viktor Raab zu Unterleutnants 2. Kl.; 
am 1. Juni Oberjäger Wenzel Turba zum Unterleutnant 2. Kl. 
und Rechnungsakzessist Wilhelm Demgo zum Offizial 5. Kl,; 
am I.Juli Hauptmann Titus Ambros Edler von Rechtenberg 
von der 2. in die 1. Klasse; die Unterleutnants 1. Kl. Edmund 
Fenz, Josef Kreitschy und Karl Weingärtner zu Ober- 
leutnants, die Unterleutnants Viktor Raab, Emanuel Bourry 
von Ödwald und Wilhelm Dragoni von der 2. in die 1. Klasse 
und Kadett- Unterjäger Julius Jautzzum Unterleutnant 2. Kl.; 
am 4. Juli Unterleutnant Karl Trampusch von der 2. in die 
I.Klasse; am 25. JuliOberleutnantOskar Dorsner von Dornim- 
thal zum Hauptmann 2. Kl. und Unterleutnant Franz Schön- 
aich zum Oberleutnant; am 28. Juli Oberleutnant Thomas 
Höger zum Hauptmann 2. Kl.; am 4. August Kadett-Patrouille- 
führer Josef Hol fei d, am 7. August Kadett Guido Figura und 
Oberjäger Valentin Kasperl zu Unterieutnants 2. Kl.; endlich 
am 16. August Unterleutnant Rudolf Hensler zum Oberleutnant. 

Ihre Chargen quittierten: am 17. Jänner Hauptmann 2. Kl. 
Adolf Freiherr von Pittel; am 17. April Unterleutnant 1. Kl. Paul 
Le Guerney und am 31. Dezember Hauptmann 2. Kl. Oskar 
Dorsner von Dornimthal. 

Entlassen wurde : am 8. Februar Unterleutnant 2. Kl. Heinrich 
P o t e s t a. 

1867. Im Juli wurde der Stab, die 3. und 4. Kompanie des 
Bataillons nach Diakovar, die 1. und 2. Kompanie nach Nasice 
verlegt. 

Ordre de bataille: Brigade GM. Freiherr von V/öber; Ordre de ba- 

t&ille 

XXI. Truppendivision GM. Ritter von Weymann; General- 
kommando zu Agram FMLt. Freihen* von Gablenz. 



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198 

Der ehemalige mexikanische Freiwillige Franz Eckert, 
Unterjäger im Bataillon, erhielt im Juli die Bewilligung zum 
Tragen der mexikanischen silbernen und bronzenen Militär- 
verdienstmedaille. 
V. i. O. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 16. November Unterleutnant Franz Spilvogl 
des 30. Feldjägerbataillons. 

Transferiert: am 1. Juli Hauptmann 1. Kl. Emanuel Wenko 
zum 30. Feldjägerbataillon. 

Pensioniert: am 1. Mai Oberleutnant Leander Farinatti. 

In den Zivilstaatsdienst übersetzt: am 14. Februar Unter- 
leutnant 2. Kl. Josef N ehr er. 

Hauptmann Otto von Di es kau wurde im März, Oberst 
Friedrich Edler von Schwab im Oktober in den erblichen Ritter- 
stand erhoben. 

1868. Am 15. Jänner erfolgte die Auflassung des „Armee- 
Oberkommandos" ; FM. Erzherzog A 1 b r e c h t wurde als „Armee- 
kommandant" mit der Inspizierung aller Truppen betraut. 

Gelegentlich einer Besichtigung des Bataillons am 11. Mai 
ließ sich Se. kaiserliche Hoheit die mit Tapferkeitsmedaillen aus- 
gezeichnete Mannschaft vorstellen und verteilte Geldbeträge an 
dieselbe. 

Die Führer Karl Seh all er und Franz Eckert erhielten 
im Mai die Bewilligung zum Tragen der französischen Erinnerungs- 
medaille an den mexikanischen Feldzug. 

Im Juli wurde das Bataillon nach Rudolfswerth in Krain 
verlegt. Der Bataillonsstab verließ mit der 3. und 4. Kompanie 
am 27. Juli Diakovar und marschierte über Garcin — Sibinj — 
Kapelanova nach Neu - Gradiska, woselbst am 30. Juh die Ver- 
einigung mit der in Nasice detachiert gewesenen 1. und 2. Kom- 
panie erfolgte; von hier marschierte das Bataillon über Okucani — 
Novska— Kutina — Ludina — Kloster Ivanic — Dugoselo— Agram — 
Zabresic — Rann — Landstraß in seinen neuen Garnisonsort, welcher 
am 13. August erreicht wurde. 
Ordre de ba- Ordre de bataiUe : Brigade GM. Edler von Bermann ; 

taiUe. Yj Truppendivision FMLt. Ruprecht von Virtsolog; General- 

kommando zu Graz FMLt. Freiherr von Maroicic. 

Anläßlich des Scheidens unseres Truppenkörpers aus dem 
Verbände des Generalkommandos zu Agram richtete G. d. K. 
Freiherr von G a b 1 e n z folgenden Abschiedsbefehl an den- 
selben : 



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Ob'^i>tl'"it iiant Moritz Ri^tt-r von BiU'-kner 



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199 



„Infolge Allerhöchster Entschließung Sr. Majestät des Kaisers 
wird das Bataillon binnen Kurzem aus dem Verbände der dem 
Generalkommando unterstehenden Truppen treten. 

Wenn ich auch einerseits das Bataillon aus Ursache seiner 
Translozierung in eine gesündere Gegend nur beglückwünschen 
kann, so sehe ich doch andererseits mit lebhaftem Bedauern 
einen Truppenkörper aus dem Generalate scheiden, dessen muster- 
hafte Disziplin und echt militärischer Geist mir ebensowohl wie 
die bewährte Tüchtigkeit seines Kommandanten schon aus dem 
Feldzuge gegen Dänemark bestens bekannt ist. Überzeugt, daß 
das Bataillon auch in den neuen Dienstverhältnissen die Zu- 
friedenheit seiner Vorgesetzten zu erringen wissen werde, wünsche 
ich jedem Einzelnen des Bataillons das Beste und sage hiemit 
dem Kommandanten, den Offizieren und der Mannschaft ein 
herzliches Lebewohl." 

Mit Allerhöchster Entschließung vom 28. Oktober wurde 
Oberst Friedrich Ritter von Schwab zum Brigadier bei der 
XII. Truppendivision, Major Moritz Brückner des Tiroler Jäger- 
regimentes bei gleichzeitiger Beförderung zum Oberstleutnant 
zum Kommandanten des 11. Feldjägerbataillons ernannt. 

Oberjäger Johann Ramus erhielt am 11. November in An- 
erkennung seiner langjährigen, treuen Dienstleistung das silberne 
Verdienstkreuz. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 10. Februar der Rechnungsführer 4. Kl. Karl 
Hofbauer des Infanterieregimentes Erzherzog Ernst Nr. 48 und 
am 27. Oktober Hauptmann 1. Kl. des Generalstabes Maximilian 
Ritter von Catinelli. 

Transferiert: am 1. Dezember Leutnant Wilhelm Dragoni 
zum 33. Feldjägerbataillon und Rechnungsführer 5. Kl. Wilhelm 
Demgo zum Husarenregimente Crenneville Nr. 3. 

Pensioniert: am I.Jänner Hauptmann 1. Kl. Edmund 
Nitsch und Hauptmann 2. Kl. Thomas Höger; am 1. Mai 
Oberleutnant Josef Krei tschy ;^) am 1. Oktober Oberleutnant 
Karl Weingärtner und am 1. November Leutnant Josef 
Fischer. 

Die Charge quittierte: am 25. April Hauptmann 1. Kl. 
Emanuel Richter. 



Oberstleutnant 

Brückner 

Bataillons- 

kommandant. 



Oberjäger 
Ramus silbernes 
Verdienstkreuz. 

V. i. O. 



*) »zeitlich*. 



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200 

1869, Am 25. Jänner wurde das Offizierskorps durch den 
in Wien erfolgten Tod des Hauptmanns Titus Ambros Edlen 
von Rechtenberg in Trauer versetzt. 

An Stelle des nach Wien transferierten FMLt. Freiherrn von 
Maroicic ernannte Se. Majestät den FMLt. Franz Freiherrn 
von John zum kommandierenden General in Graz. 

Nach St. Polten verlegt, verließ das Bataillon am 21. Juli 
Rudolfswerth und traf am 25. Juli per Bahn in seiner neuen 
Garnisonsstadt ein; hier wurde der Stab mit der 1. und 2. Kom- 
panie untergebracht ; die 3. kam nach Herzogenburg, die 4. nach 
Wilhelmsburg. 
Ordre de ba- Ordre de bataille : 2. Brigade GM. von Preradovic der 

taille. ji Truppendivision GM. Freiherr von Ringelsheim ; ^) General- 

kommando Wien FZM. Freiherr von Maroicic. 

Im August erhielt das Bataillon die neuen Hinterlade- 
gewehre System Werndl. 
^'^'O. Am 1. November wurde Oberst Ritter von Schwab, 

Brigadier bei der XII. Truppendivision, zum Generalmajor be- 
fördert. 

Sonstige Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 15. März Oberleutnantrechnungsführer Peter 
Turek des Infanterieregimentes Maroicic Nr. 7; am 1. Mai die 
Hauptleute 1. Kl. Johann Mammer von Mammern des 32. 
und Johann Hübsch des 18. Feldjägerbataillons. 

Transferiert: am 15. März Rechnungsführer 4. Kl. Karl 
Hofbauer zum Infanterieregimente Erzherzog Ernst Nr. 48; 
am 1. Mai Hauptmann 1. Kl. Hugo Binder zum 15. und Ober- 
leutnant Louis von Petrikowsky bei gleichzeitiger Beförde- 
rung zum Hauptmann 2. Kl. zum 12. Feldjägerbataillon. 

In den Generalstab eingeteilt: am 7. November Hauptmann 
1. Kl. Maximilian Ritter von Catinelli. 

Befördert: Hauptmann Georg Camelli von der 2. in die 
1. Klasse und Oberleutnant Ernst Edler von Vi veno t zum 
Hauptmann 2. Kl. 

Pensioniert: am 1. April Hauptmann 1. Kl. Ludwig Gurt er 
von Sternfeld. 

1870. Das Bataillon rückte am 12. Mai in das Lager nach 
Brück a. L. ab, verblieb hier bis 12. Juni und traf am 15. Juni 
wieder in St. Polten ein. 



*) am 1. November zum Feldmarschalleutnant befördert. 



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201 



Gelegentlich der am 5. September erfolgten Inspizierung 
durch den kommandierenden General FZM. Freiherrn von 
Maroicic gab Se. Exzellenz der besonderen Zufriedenheit „über 
die gute Schießausbildung des Bataillons und dessen korrektes 
Benehmen in der zerstreuten Gefechtsart" Ausdruck. 

Am 16. Oktober wurde FMLt. Freiherr von Ringelsheim 
nach Hermannstadt transferiert und GM. Vinzenz Ritter von 
Abele zum Kommandanten der II. Truppendivision ernannt. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Jänner Leutnant Anton Heinrich des 
23. und am 1. November Hauptmann 1. Kl. Karl Gampertdes 
22. Feldjägerbataillons. 

Transferiert: am 1. November Hauptmann 1. Kl. Johann 
Hübsch zum 22. Feldjägerbataillon und Oberleutnant -Franz 
Schön aich, bei gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann 
2. Kl., zum Generalstabe. 

Befördert : am 1 . November Oberarzt Dr. Philipp S c h u 1 h o f 
zum Regimentsarzt 2. Kl. 



V. i. o. 



187L Das Bataillon wurde am 31. Mai in die Brigade 
GM. Paska der I. Truppendivision FMLt. Graf Auersperg ein- 
geteilt. 

Am 15. August rückte das Bataillon in das Brucker Lager 
ab, wo es vom 20. August bis 1. September verblieb. Am 25. 
und 26. August inspizierte Se. Majestät die im Lager anwesen- 
den Truppen und drückte denselben Allerhöchstseine Zu- 
friedenheit aus. Das Bataillon traf am 6. September wieder in 
St. Polten ein. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 26. August Leutnant Franz Conrad von 
Hötzendorf aus der Wr. -Neustädter Militärakademie und am 
1. September der zeitlich pensioniert gewesene Oberieutnant 
Josef Kreitschy. 

Anläßlich der Auflösung des Generalstabes als selbständigen 
Korps wurden die Hauptleute 2. Kl. des Generalstabes Karl 
Pokorny und Franz Schönaich „bei Überkomplettführung 
als auf den Dienststand des Generalstabes zählend" am 1. Mai 
zum Bataillone transferiert. 



Ordre de ba- 
taille. 



1872, Für die Zeit vom 17. September bis 8. Oktober wurde 
Se. kaiserliche und königliche Hoheit Leutnant Erzherzog 
Friedrich des Tiroler Jägerregimentes dem U. Feldjäger- 



Leutnant 
Erzherzog 
Friedrich. 



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202 



V. i. O. 



bataillon zugeteilt und begann in demselben als Subalternofflzier 
der 4. Kompanie seine militärische Laufbahn. 

Das Bataillon nahm vom 13. August bis 1. September an 
den Waffenübungen in der Umgebung von Wien teil. 

Am 31. Oktober wurde GM. Paska als Brigadier zur 
XII. Infanterietruppendivision transferiert; GM. von Bäumen 
übernahm das Brigadekommando. 

Veränderungen im Offizierskorps: 

Transferiert: am 1. November Hauptmann Otto Ritter von 
Dieskau und Leutnant Valentin Kasperl in den Stand der 
k. k. Landwehr. 

Befördert: am 1. Mai Hauptmann 2. Kl. Maximilian Ritter 
von Catinelli, zugeteilt dem Generalstabe, zum Hauptmann 
1. Kl. und Leutnant Ludwig L afite zum Oberleutnant; am 

1. November Oberleutnant Paul Spilvogl zum Hauptmann 

2. Kl., Leutnant Viktor Raab zum Oberleutnant und Kadett- 
offiziersstellvertreter Franz Jusa zum Leutnant. 

In die Reserve übersetzt: am 30. Juni Leutnant Josef 
Tappeiner. 



Oberleutnant 
Erzherzog 
Friedrich. 

Major Went 
Bataillons- 
kommandant. 



1873. Se. kaiserliche und königliche Hoheit Oberleutnant 
Erzherzog Friedrich wurde in diesem Jahr für die Zeit vom 
14. Juli bis 9. August neuerdings dem Bataillone zugeteilt. 

Mit Armeeverordnungsblatt vom 25. April geruhte Seine 
Majestät den Oberstleutnant von Brückner zum Obersten im 
Infanterieregimente Nobili Nr. 74 zu befördern ; Hauptmann Karl 
Went des 9. Feldjägerbataillons, zugeteilt dem Generalstabe, 
wurde zum Major und Kommandanten des 11. Feldjägerbataillons 
ernannt. 

Das Bataillon nahm am 4. Juni an der in Gegenwart des 
Kaisers Alexander II. von Rußland auf der Schmelz abgehaltenen 
Parade teil. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Major Went 
der russische St. Stanislaus - Orden 2., dem Hauptmann von 
Mammer jener 3. Klasse verliehen. 

Anläßlich der Durchfahrt der deutschen Kaiserin Augusta 
durch St. Polten am 25. Juni und des Schah Nassr-Ed-Din von 
Persien am 30. Juli hatte das Bataillon die Ehrenkompanie bei- 
zustellen. 



25j ähriges 
Regierungs- 
jubiläum 
Sr. Majestät 



Am 2. Dezember jährte sich zum fünfundzwanzigsten Male 
die Thronbesteigung Sr. Majestät unseres AUergnädigsten Kaisers 
und Königs. 



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?.T.i\-)r Karl W^ii* 
1H73 iK'/o. 



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203 

Ungezählt waren die Kundgebungen, mit welchen alle 
Völker Österreich-Ungarns den Gefühlen ihrer dankbaren Treue 
und ihrer unerschütterlichen Anhänglichkeit Ausdruck verliehen; 
die Reihen ihrer waffenfähigen Söhne aber durchhallte ein be- 
geisterter Jubelruf! 

Umgeben von fast sämtlichen Generalen und einer großen 
Anzahl von Stabsoffizieren, richtete FM. Erzherzog Albrecht 
folgende Ansprache an den Allerhöchsten Kriegsherrn: 

„Geruhen Euer Majestät die ehrfurchtsvollsten Glückwünsche 
der gesamten Wehrmacht der Monarchie zum heutigen Fest- 
und Ehrentage entgegen zu nehmen sowie die Versicherung un- 
wandelbarer Treue und Anhänglichkeit für Euer Majestät, eifriger 
Pflichterfüllung im Allerhöchsten Dienste und opfermutiger Hin- 
gebung unter allen Verhältnissen. 

Es wird die erste Sorge eines jeden von uns sein, diese 
Tugenden, von jeher die Zierde und der Stolz der k. k. Kriegs- 
macht, auf die vaterländische Jugend so zu übertragen, wie wir 
sie von unseren Vorfahren überkommen haben. 

Für dieses Streben erbitten wir uns die Fortdauer jener 
väterlichen Fürsorge und Zuneigung, mit welcher seit einem 
Vierteljahrhundert unser oberster Kriegsherr so vielfach die Armee 
wie jeden Einzelnen beglückte. 

Dankerfüllt flehen wir zu Gott, daß Euer Majestät nach 
abermals 25 Jahren in voller Kraft und Gesundheit unter glück- 
lichen Auspizien erneuert dieses Fest begehen mögen.** 

Se. Majestät geruhte diese Ansprache mit folgenden, allen 
Anwesenden tief zu Herzen gehenden Worten zu erwidern : 

„Ich danke Ihnen für die Mir zu einem Zeitabschnitt von 
25 Jahren dargebrachten Glückwünsche. 

Ich danke vor Allem dem siegreichen Feldherrn, der heute 
an Ihrer Spitze steht, für die Mir und dem Vaterlande während 
dieses Zeitabschnittes geleisteten hingebungsvollen und aus- 
gezeichneten Dienste. 

Ich danke Ihnen Allen, Ich danke Meiner gesamten Armee 
und Marine für die in guten und bösen Tagen bewährte Treue 
und Anhänglichkeit. 

Trotz harten Schicksalsschlägen, trotz vieler unverdienter 
Anfeindung, trotz den notwendigen Umwandlungen hat sich der 
alte, feste gute Geist unerschüttert erhalten; mit frischem Mute 
und aufopferungsvoller Ausdauer arbeiten Sie Alle an der Heran- 
bildung und Vervollkommnung der Kriegsmacht. Auch hiefür 
Meinen Dank. 



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204 

Ich danke den beiden Landwehren für den in der Periode 
ihrer Entwicklung bewiesenen Eifer, der Mir die Bürgschaft gibt, 
daß dieselben in den Tagen der Gefahr die Armee mit Erfolg 
unterstützen werden. 

Ich danke allen Denjenigen, die nicht mehr im aktiven 
Dienste sind, für die Mir geleisteten treuen und guten Dienste. 

Mit Wehmut und in dankbarer Erinnerung gedenke Ich 
derer, die nicht mehr sind, der ruhmreichen Führer Meiner Armee 
in vielen Schlachten, derer, die ihr Leben und Wirken dem 
Besten der Armee geweiht haben. 

leh gedenke des unvergeßlichen Admirals, der Meine Flotte 
zu Sieg und Ruhm geführt, der Tausende, die ihr Leben auf 
dem Felde der Ehre gelassen. 

Ich spreche die Zuversicht aus, daß auch künftig die Wehr- 
kraft die festeste Stütze des Thrones und des Vaterlandes sein 
wird, daß sie der Felsen bleibt, an dem im Sturme die Wogen 
sich brechen, daß sie Meinem Sohne dieselbe Liebe und Treue 
weihen wird, die sie Mir bewiesen hat. 

Lassen Sie es Mich Ihnen noch sagen, wie warm Mein 
Herz für Sie Alle schlägt! Und so schließe Ich mit dem aus dem 
Innersten dieses Herzens kommenden Wunsche: 

Gott segne und beschütze Meine braven Truppen, Gott 
knüpfe den Sieg an ihre Fahnen." 

Um eine bleibende Erinnerung an diesen erhabenen Fest- 
tag zu schaffen, wurden beide Ansprachen in einem schönen 
Gedenkblatt verzeichnet, welches den Schmuck eines jeden 
Mannschaftszimmers bildet. 

Se. Majestät erließ an diesem Tage folgenden Allerhöchsten 
Armeebefehl: 

„Ein Vierteljahrhundert Meiner Regierungszeit findet heute 
unter Meinem Herzen wohltuenden Kundgebungen seinen Ab- 
schluß. Viele und schwere Kämpfe fallen in die Epoche, in denen 
Meine Armee und Kriegs-Marine glänzende Beweise heldenmüthiger 
Tapferkeit und unerschütterlicher Treue gegeben haben. Es ist 
Mein Wunsch, alle Jene, die in welch' immer Charge und Eigen- 
schaft an den Kriegen dieser Zeit theilgenommen haben, durch 
ein sichtbares Zeichen ehrend auszuzeichnen. Ich habe daher 
beschlossen, eine Erinnerungs- Medaille zu stiften, wegen deren 
Ausführung und Zuwendung an die Anspruchsberechtigten Ich 
die Statuten und Befehle eriasse." 

Die in Medaillenform aus Bronze geprägte Denkmünze trägt 
auf der Vorderseite das Bildnis Sr. Majestät des Kaisers und 



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205 



Königs und auf der Rückseite die von einem Lorbeer- und 
Eichenkranze umschlungene Inschrift des Stiftungstages „2. De- 
zember 1873". Diese Kriegsmedaille wird an einem schwarz- 
gelben, gerippten Bande getragen. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Juni Oberleutnant Josef Freiherr von 
Baltin des Tiroler Jägerregimentes und am 1. Oktober Regi- 
mentsarzt 2. Kl. Dr. Alexander Edler von Wittos des Ulanen- 
regimentes Wallmoden Nr. 5. 

Transferiert: am 1. Mai die neubeförderten Leutnants Julius 
Gastgeb von Fichtenzweig zum Infanterieregimente 
Ramming Nr. 72 und Julius Jan d es ek zum Infanterieregimente 
Erzherzog Josef Nr. 37; am 1. Juni Oberleutnant Viktor Raab 
und Leutnant Franz Jusa zum Tiroler Jägerregimente ; am 
1. Oktober Regimentsarzt 1. Kl. Dr. Philipp Schulhof zum 
Garnisonsspital Nr. 13; am 1. November Hauptmann 2. Kl. 
Generalstabsoffizier Karl Pokorny zum 18. und Leutnant Karl 
Trampusch zum 33. Feldjägerbataillon. 

In den Reservestand des Bataillons übersetzt: am 2. Februar 
Leutnant Julius Jautz; am 31. März Leutnant Anton Heinrich 
und am 1. April Oberleutnant Karl Weingärtner. 

Befördert: am 1. Mai Leutnant Emanuel Bourry Edler 
von Oedwald zum Oberleutnant, Regimentsarzt Dr. Philipp 
Schulhof von der 2. in die 1. Klasse, ferner mit gleichzeitiger 
Transferierung die Kadettoftiziersstellvertreter Gastgeb und 
Jandesek zu Leutnants. 



v. i. O. 



1874, Gelegentlich des Besuches der landwirtschaftlichen 
Ausstellung in St. Polten inspizierte Se. Majestät der Kaiser am 
10. Juni die Truppen der Garnison und bewilligte der Mann- 
schaft eine fünftägige Gratislöhnung aus Allerhöchstseiner Privat- 
schatulle. 

Am 22. Juni verschied im Kurorte Gleichenberg, von seinen 
Kameraden betrauert, Leutnant Franz Spilvogl. 

Das Bataillon befand sich vom 10. bis 30. August im Allerhöchste 
Brucker Lager, woselbst die Truppen am 25. und 26. August Belobung des 
von Sr. Majestät inspiziert wurden; der Allerhöchste Kriegsherr Bataillons, 
geruhte die Leistungen des 1 1 . Feldjägerbataillons besonders zu 
beloben. 

Von Brück kehrte das Bataillon wieder nach St. Polten 
zurück und nahm vom 14. bis 16. September an den Schluß- 
manövern im Räume Wien — Brück a. L. teil. 



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V. i. o. 



206 

Am 12. Oktober wurde an Stelle des in den Ruhestand 
tretenden GM. von Bäumen der Oberst Gustav Freiherr von 
Neubauer des Feldartillerieregimentes Nr. 6 zum Brigadier 
ernannt. ^) 

Veränderungen im Offizierskorps: 

Eingeteilt: am 1. November die Leutnants Wilhelm Pich 1er 
des 21. und Maximilian Edler von Manussi des 3. Feldjäger- 
bataillons. 

Transferiert: am I.April Leutnant Otto Nechwalsky zum 
Husarenregimente König von Preußen Nr. 10 und am 1. August 
Oberleutnant Josef Kreitschy zum 14. Feldjägerbataillon. 

Befördert: am 1. Mai Hauptmann 2. Kl. Generalstabsoffizier 
Franz Schön aich zum Hauptmann 1. Kl. und Kadettoffiziers- 
stellvertreter Ernst Wagner zum Leutnant. 

Pensioniert: am 1. November Hauptmann 1. Kl, Karl 
Gampert. 

1875. Das Bataillon marschierte am 21. Juli in das Brucker 
Lager, woselbst Se. Majestät am 13. August die Inspizierung 
der Truppen vornahm und der Mannschaft eine fünftägige 
Gratislöhnung aus Allerhöchstseiner Privatschatulle zu bewilligen 
geruhte. 

Am 22. August rückte das Bataillon von Brück nach Wien 
ab und nahm an den in der Umgebung stattfindenden Übungen 
teil. Den Abschluß derselben bildete ein zweitägiges Manöver in 
Gegenwart Sr. Majestät. Der Allerhöchste Kriegsherr spendete 
den Truppen, welche diese Übungen mitgemacht hatten, neuer- 
dings eine fünftägige Gratislöhnung. 
Major Heinrich ^^^ Verordnungsblatt vom 26. Oktober wurde Major Karl 

Bataillons- Went zum Infanterieregimente Ramming Nr. 72 transferiert, 
kommandant. dagegen Major Johann H e i m e r i c h dieses Regimentes zum 
Kommandanten des 11. Feldjägerbataillons ernannt. 

Im November erfolgte die Veriegung des Bataillons aus 
seinen bisherigen Garnisonen St. Polten, Herzogenburg und 
Wilhelmsburg nach Budua. Das Bataillon verließ St. Polten per 
Bahn am 27. November, wurde, in Triest angekommen, auf dem 
Lloyddampfer „Australia" eingeschifft und erreichte nach sechs- 
tägiger Seefahrt seinen neuen Garnisonsort; hier verblieb der 
Stab mit der 2. und 4. Kompanie, während die 1. und 3. Kom- 



') avancierte am 1. Mai 1875 zum Generalmajor. 



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1875 lt-30. 



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207 

panie nach Castellastua detachiert wurden. Außerdem hatte das 
Bataillon die Fortbesatzung für Cosmac, Spiridione, Presieka 
und Öopac beizustellen. 

Ordre de bataille : 2. Infanteriebrigade GM. Freiherr von Ordre de ba- 
Jovanovic; 18. Infanterietruppendivision und Militärkommando ***^^^* 

Dalmatien Feldzeugmeister Freiherr von Rodich. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. o. 

Eingeteilt: am 1. Jänner Rittmeisterrechnungsführer 2. Kl. 
Josef Jakob des Ulanenregimentes Grünne Nr. 1; am 1. Mai 
Hauptmann 1. Kl. Jakob Ramberger des 26. und Leutnant 
Alexander Roguija des 19. Feldjägerbataillons. 

Transferiert: am 1. Jänner Hauptmannrechnungsführer 2. Kl. 
Peter Turek zum Infanterieregimente Handel Nr. 10; am 1. No- 
vember Hauptmann 1. Kl. Johann Mammer von Mammern, 
bei gleichzeitiger Beförderung zum Major, zum Infanterieregimente 
Kaiser Nr. 1 und Kadettoflfiziersstellvertreter Anton Albrecht 
bei Beförderung zum Leutnant zum 15. Feldjägerbataillon. 

Im Bataillon befördert: am 1. Mai Oberleutnant Heinrich 
Posselt zum Hauptmann 2. Kl.; Leutnant Wenzel Turba zum 
Oberleutnant und Kadettoflfiziersstellvertreter Prosper Wesener 
zum Leutnant. 

1876, Am 10. Juni wurde der Stab mit der 2. und 4. Kom- 
panie von Budua nach Castellastna verlegt, wo bis 26. Oktober 
das ganze Bataillon vereinigt blieb. Die genannten Abteilungen 
kehrten hierauf wieder nach Budua zurück. 

Mit Verordnungsblatt vom 7. Oktober wurde GM. Freiherr 
von Jovanovic zum Feldmarschalleutnant und Kommandanten 
der 18. Infanterietruppendivision und GM. Popp von Poppen- 
heim zum Brigadier ^) ernannt. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. O. 

Eingeteilt: am 1. Februar die Oberärzte Dr. Anton Stare 
des 19. und Dr. Franz Kadlicky des 21., am 1. September 
Leutnant Otto So Hak des 8. Feldjägerbataillons. 

Transferiert: am 9. Februar die Hauptleute 1. Kl. General- 
stabsoffiziere Maximilian Ritter von Catinelli und Franz 
Schönaich, bisher überkomplett im Bataillone, in das neu- 
formierte Generalstabskorps; am 1. Mai Leutnant Ernst Wagner 
zum Infanterieregimente Maroicic Nr. 7 ; am 1 . November Haupt- 
mann Georg Camelli zum Tiroler Jägerregimente und am 



*) Die Brigade führte nunmehr die Nummer 36. 



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208 

1. Dezember Hauptmann 1. Kl. Paul Spilvogel in die Arcieren- 
leibgarde. 

Zugeteilt: am I.Juni Oberleutnant Alexander Bogulja dem 
Militärgeographischen Institute und am 1. November Leutnant 
Franz Conrad von Hötzendorf dem Generalstabe. 

Befördert im Bataillon: am 1. Mai Hauptmann 2. Kl. Paul 
Spilvogel zum Hauptmann 1 . Kl., Oberleutnant Karl R e i s i n g e r 
zum Hauptmann 2. Kl. und die Leutnants Richard Marton de 
Berethe, Artur Figura und Alexander Rogulja zu Ober- 
leutnants; am 1. November Oberleutnant Freihen- von Baltin 
zum Hauptmann 2. Kl. ; ferner der Kadettoffiziersstellvertreter 
Moritz Edler von Hirsch und Anton Majorkovics zu 
Leutnants. 

Unter gleichzeitiger Transferierung befördert: zu Leutnants 
am 1. Mai die Kadettoffiziersstellvertreter Johann Smeikal im 
Infanterieregimente Herzog von Württemberg Nr. 73, Rudolf Ritter 
von Weck b eck er im Infanterieregimente König von Hannover 
Nr. 42 und Gottfried Müller im 15. Feldjägerbataillon; am 
1. November Oberleutnant Guido Eigura zum Hauptmann 2. Kl. 
im Tiroler Jägerregimente. 

Pensioniert: am 1. Februar Hauptmann 1. Kl. Jakob Ram- 
berg e r. 

.1877. Dem Offizierskorps wurden in diesem Jahre zwei 
Kameraden durch den Tod entrissen: am 29. April verschied zu 
Büdua Oberleutnant Richard Marton de Berethe und am 
9. November zu Agram Oberleutnant Alexander Rogulja. 

Se. Majestät der Kaiser geruhte am 14. Juni dem Bataillons- 
kommandanten Major Heime rieh den Adelsstand zu verieihen. 

Im Oktober verfügte das Reichskriegsministerium den gegen- 
seitigen Dislokationswechsel des 33. und des 11. Feldjäger- 
bataillons, welcher am 25. und 26. Oktober auf dem Stations- 
schiff „Möve" durchgeführt wurde; es gelangte der Stab mit 
der 1. Kompanie nach Slano, die 2. Kompanie nach Barsecine, 
die 3. und 4. nach Trsteno. Das Bataillon hatte außerdem den 
Offiziersposten Topollo zu bestreiten sowie die Besatzung für 
einige Forts und Wachhäuser an der herzegowinischen Grenze 
beizustellen. 

Da das Bataillon in den unmittelbaren Bereich des insur- 
gierten Gebietes der Herzegowina verlegt worden war, mußten 
die dortigen Ereignisse aut die dienstlichen Verhältnisse des 
Bataillons Einfluß nehmen. Der äußerst strenge Grenzabsperrungs- 



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209 

dienst bedingte die häufige Absendung von Patrouillen bei Tag 
und Nacht, ebenso eine rege Tätigkeit der Besatzungen in den 
Forts und Wachhäusern; die Übungen wurden an der Grenze 
durchgeführt und es hatte monatlich ein Streifkommando, be- 
stehend aus 1 Offizier, 20 Mann und 1 Hornisten auf der 
Etappenstraße Enclave Kiek das türkische Gebiet zu passieren, 
um dadurch die Bewohner dieses Landes an das Durchzugsrecht 
der k. k. Truppen zu erinnern. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. o. 

Eingeteilt: am 1. Jänner Oberleutnant Anton Lefeber 
des 15. und Leutnant Otto Frank des 32., am 1. Juni Haupt- 
mann 2. Kl. Hermann Müllner von Marnau des 10. und 
am 1. Juli Hauptmann 1. Kl. Karl Henn des 9. Feldjäger- 
bataillons. 

Transferiert: am 18. September Leutnant Otto Frank als 
Lehrer zur Infanteriekadettenschule in Triest. 

Mit Wartegebühr beurlaubt: am 1. Mai Hauptmann 2. Kl. 
Karl Rei Singer auf sechs Monate. 

Mit Karenz der Gebühren beurlaubt: Hauptmann 2. Kl. 
Josef Freiherr v. Baltin auf ein Jahr. 

Befördert im Bataillone: am 1. Mai die Oberleutnants Anton 
Lefeber und Edmund Fenz zu Hauptleuten 2. Kl., der dem 
Generalstabe zugeteilte Leutnant Franz Conrad von Hötzen- 
dorf zum Oberleutnant und Kadettoffiziersstellvertreter Johann 
Bauer zum Leutnant; am 1. November Hauptmann 2. Kl. 
Heinrich Posselt zum Hauptmann L Kl., Obedeutnant Rudolf 
Hensler zum Hauptmann 2. Kl. und Regimentsarzt 2. Kl. 
Dr. Alexander Edler von Wittos zum Regimentsarzt 1. Kl. 

Befördert bei gleichzeitiger Transferierung: am l. Mai 
Kadettoffiziersstellvertreter Martin Simö zum Leutnant im 26. Feld- 
jägerbataillon. 

1878. Am 1. Mai wurde der Bataillonskommandant Major Oberstleutnant 
Johann von Heim er ich zum Oberstleutnant befördert. Heimench. 

Offizierseinteilungsliste. ^) 

Bataillonsstab: Kommandant: Oberstleutnant Johann von 
Heime rieh; überzählig: Hauptmann 1. Kl. Ernst Edler von 
Vivenot; Adjutant: Leutnant Wilhelm Pich 1er; Proviant- 
offizier : Leutnant Johann S c h r a m 1 ; Arzte : Regimentsarzt 
L Kl. Dr. Alexander Edler von Wittos und Oberarzt Dr. Adolf 



1) vom 15. Juni. 

Geschichte des 11. Feldjägerbataillons. |4 



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210 



Schilder; Rechnungsführer: Hauptmannrechnungsführer 1. Kl. 
Josef Jakob. 

1. Kompanie: Hauptmann 2. Kl. Edmund Fenz; Ober- 
leutnant Artur Figura, Leutnant Prosper Wesen er und 
Leutnant i. d. R. Artur Edler von Rechtenberg. 

2. Kompanie: Hauptmann 2. Kl. Josef Freiherr von Baltin; 
Oberleutnant i. d. R. Karl Weingärtner; Leutnant Anton 
Majorkovits und Leutnant i. d. R. Viktor Hohenberger. 

3. Kompanie: Hauptmann 2. Kl. Anton Lefeber; die 
Leutnants Otto Frank und Maximilian Edler von Manussi; 
die Leutnants i. d. R. Heinrich Goldsand und Johann 
Weghaupt. 

4. Kompanie: Hauptmann 2. Kl. Rudolf Hensler; Leut- 
nant Johann Bauer; die Leutnants i. d. R. Hermann Kohner 
und Franz Pfeiffer. 

Reservekompanie: Hauptmann 1. Kl. Heinrich Posselt; 
Oberleutnant Emanuel B o u r r y von O e d w a 1 d ; Leutnant 
Heinrich S o 1 1 a k ; Leutnant i. d. R. Klemens K i s von 
S u b o 1 i t z a. 

Ergänzungskompanie: Hauptmann 2. Kl. Johann Valasek; 
Oberleutnant Wenzel Turba; Leutnant Moritz Edler von 
Hirsch. 



Mobilisierung. 



Ordre de ba- 
Uille. 



Teilnahme an der Okkupation Bosniens und der 
Herzegowina. 

Durch den Artikel XXV der Berliner Kongreßakte erhielt 
Österreich-Ungarn das Mandat zur Besetzung und Verwaltung 
Bosniens und der Herzegowina. 

Zu diesem Zwecke marschierten Ende Juli 1878 unter dem 
Oberbefehl des FZM. Freiherrn Philip povic circa 75.000 Mann 
an der Save und in Dalmatien auf. 

Das Kommando des 11. Feldjägerbataillons erhielt am 
15. Juni folgenden telegraphischen Befehl des Militärkommandos 
Zara : „Auf Allerhöchsten Befehl teilweise Mobilisierung, Jäger- 
bataillon Nr. 11 nebst Ergänzungskompanie auf Kriegsstand 
setzen. Erster Mobilisierungstag 15. Juni." 

Das Bataillon formierte mit drei Bataillonen des Infanterie- 
regimentes Jellacic Nr. 69 und der Gebirgsbatterie 1/XII die 
1. Gebirgsbrigade GM. Thodorovich, welche zu der für die 



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211 

Operationen in der Herzegowina bestimmten XVIII. Infanterie- 
truppendivision FMLt. Freiherr von Jovanovic gehörte. ^) 

Am 2. Juli traf der Ergänzungstransport für das Bataillon 
in Slano ein, welches dadurch den Kriegsstand von 22 Offizieren 
und 967 Mann erreichte. 

In Trsteno am 23. Juli vereinigt, marschierte das Bataillon 
am 24. nach Gravosa, während sich die übrigen Truppen der 
1. Gebirgsbrigade in Ragusa sammelten. 

FMLt. Freiherr von Jovanovic beabsichtigte, aus dem Operationsplan. 
Räume Imoski — Dragljane — Vrgorac auf der kürzesten Linie und 
mit ganzer Kraft gegen Mostar zu marschieren. 

Zunächst wurde die 1. Gebirgsbrigade zur See nach Spalato 
und von dort nach Dragljane verschoben. 

Die Einschiffung des 11. Feldjägerbataillons erfolgte in 
Gravosa am 25. Juli; in Spalato eingetroffen, rückte es am 
27. Juli von hier nach Dicmo, am 28. mit dem Stabe und zwei 
Kompanien nach Budimir, mit zwei Kompanien nach Trilj ab, 
wo sich am 29. Juli wieder das ganze Bataillon vereinigte; am 
30. wurde Lovrec, am 31. Zupa erreicht. 

Bis zum 31. Juli hatte sich der Aufmarsch der Division in 
musterhafter Ordnung vollzogen; die Truppen standen in dem 
obenerwähnten Räume bereit, am 1. August die Grenze zu über- 
schreiten; an diesem Tage erfolgte auch u^irklich der Einmarsch 
der Division in die Herzegowina, wo mittlerweile der Aufstand 
ausgebrochen war. 

Die 1. Gebirgsbrigade war gegen Mittag nach Vrgorac ge- Überschreitung 
langt; unter den Klängen der Volkshymne überschritt sie im ^^^ Grenze. 
Vereine mit der 2. Gebirgsbrigade unweit Erceg die Grenze. 
Beide Brigaden lagerten abends südwestlich des Klosters Humac 
in der Ebene des Trebizat; die 3. Gebirgsbrigade war von Imoski 
nach Tahaljina gelangt. 

Am 2. August überschritt die 2. und sodann die 1. Brigade 
den Trebizat; erstere besetzte Ljubuski, letztere nahm südlich 
Kloster Humac Stellung, wo sie auch am 3. August verblieb. 

Der weiteren Vorrückung der Division stellten sich am 
4. August bei Citluk 500 — 600 Insurgenten entgegen, welche aber 
leicht geworfen wurden. Die 1. Gebirgsbiigade fand keine Ge- , 
legenheit, in das Gefecht einzugreifen und bezog nach Beendigung 
desselben mit einem Teile die Vorposten auf den Höhen nördlich 

*) Die Truppen dieser Division waren ausschließlich mit der normalen 
Gebirgsausrüstung versehen. 

14* 



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212 



Besetzung von 
Mostar am 
5. August 



Halbbrigade 
Heimerich. 



Citluk, während der Rest mit der 2. Brigade in einer Niederung 
südlich dieses Ortes lagerte. 

Am 5. August wurde Mostar ohne Widerstand besetzt. Die 
1. Gebirgsbrigade lagerte sodann am linken Narentaufer nördlich 
der Stadt und verblieb hier bis zum 28. August. Das 11. Jäger- 
bataillon bestritt am 9., 13. und 21. bei Mostarscoblato, am 27. 
am Podvele^ die Vorposten. 

Die 1. Gebirgsbrigade, welcher noch das 19. Feldjäger- 
bataillon zugeteilt wurde, rückte am 28. August von Mostar zur 
Besetzung von Nevesinje ab. Während dieses Marsches bildete 
das 11. Feldjägerbataillon die linke Flankendeckung. Nach einem 
beschwerlichen Marsche in drückender Sonnenhitze trafen gegen 
U Uhr nachts die letzten Abteilungen in Nevesinje ein, ohne 
auf den Feind gestoßen zu sein. 

Das Brigadekommando belobte das Bataillon dafür, daß es 
trotz des gänzlichen Wassermangels und der großen Strapazen 
den Marsch in musterhafter Ordnung und ohne Nachzügler durch- 
geführt hatte. Der Bataillonsstab und zwei Kompanien biwakierten 
in unmittelbarer Nähe des Ortes, zwei Kompanien besetzten das 
Kastell (Grad Nevesinje). 

In Nevesinje verblieb das Bataillon bis zum 12. September. 

Während der Operationen gegen Klobuk (11. — 30. September) 
hatte die 1. Gebirgsbrigade mit zwei Bataillonen und einöf halben 
Batterie Nevesinje und das Bisina- Defile besetzt zu halten. Die 
Feldjägerbataillone Nr. 11 und 19 nebst einer halben Batterie 
sollten unter Kommando des Oberstleutnants von Heimerich 
von Nevesinje aus die Bewegung der Division in der linken 
Flanke bis Bjela-Rudina decken und von dort zur Besetzung 
von Gacko vorgeschoben werden; je nach Umständen, hatte 
dann das 11. Feldjägerbataillon mit der Halbbatterie dort als Be- 
satzung zu bleiben, das 19. aber zur Brigade einzurücken.^) 

Oberstleutnant von Heimerich hatte daher mit seinem 
Detachement am 11. von Nevesinje über Ljubovici und Trebe- 
sinje nach Dabar aufzubrechen und sich dort am 12. mit der 
Division zu vereinigen. 

Nachdem Nachrichten eingelangt waren, daß sich am Aus- 
gange des Defiles zwischen Stolac und Dabar, bei Podkom und 
auf der Kubas planina mehrere hundert Insurgenten zum Wider- 
stand gesammelt hätten, so wurde Oberstleutnant von H e i m e r i c h 



^) Die Darstellung der Tätigkeit der Halbbrigade Heimerich ist der „österr. 
militär. Zeitschrift (Mitteilungen des Kriegsarchivs)" entlehnt. 



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213 



noch besonders angewiesen, falls sich dieser Umstand bewahr- 
heiten sollte, den Gegner von Trusina Han aus im Rücken 
zu fassen, um der Division das Passieren des Defiles zu er- 
leichtern. 

Oberstleutnant von Heimerich marschierte am 12. Sep- 
tember von Nevesinje ab, gelangte abends nach Ljubovici und 
vereinigte sich am 13. September bei Hatelji auf der Hochebene 
von Dabar mit der Hauptkolonne. Am 14. wurde die Halbbrigade 
nach Fatnica vorgeschoben, während die Hauptkolonne in ihren 
am vorigen Tage eingenommenen Stellungen bei Hatelji verblieb. 
Am 15. erreichte Heime rieh Bogutov dub, wo er am 16. als 
Rückendeckung der nach Bilek marschierenden Hauptkolonne zu 
verbleiben hatte. 

Während das Gros der XVIII. Division am 17. in Bilek 
stand, hatte die Halbbrigade H e i m e r i c h den Marsch nach Gaöko 
angetreten. 

Die Instruktionen derselben lauteten dahin, den Ortskomplex 
von Gaöko zu besetzen, zu entwaffnen und die politische Ver- 
waltung des Bezirkes zu übernehmen. Die türkische Kordons- 
kompanie war nach Niederlegung der Waffen zu entlassen. Un- 
mittelbar nach Besetzung von Gacko war die Verbindung mit der 
1. Gebirgsbrigade vorerst durch eingeborne Boten über Fojnica 
zu vermitteln, gleichzeitig aber die Herstellung einer Telegraphen- 
leitung nach Nevesinje in Angriff zu nehmen und für die Gangbar- 
machung der Kommunikationen entsprechend vorzusprgen. End- 
lich hatte die Halbbrigade die Gegend in der Richtung von Zagorje 
und Foöa scharf zu überwachen. 

Oberstleutnant von Heime rieh wurde schließlich ver- 
ständigt, daß die Division am 17. September in Bilek verbleiben 
werde, um die Bewegung gegen Gacko nötigenfalls mit voller 
Kraft zu unterstützen. 

Die Halbbrigade setzte sich am 17. über das unwegsame, 
wasserlose Karstland des Planik- Rückens in Marsch, passierte 
Kula- Korita und lagerte abends bei Crnica. Von dort erreichte 
die Halbbrigade auf einem stellenweise versumpften Saumpfade 
am 18. September Gacko. Die Besetzung erfolgte ohne Wider- 
stand; kurz nach dem Einrücken wurde jedoch am Ausgange 
des Ortes auf einen Jäger geschossen; bei der unverweilt ein- 
geleiteten Verfolgung zeigten sich auf den Höhen 20 — 30 berittene 
Insurgenten, die aber die Flucht ergriffen und sich in der Richtung 
nach Foca zurückzogen. Außer diesem Zwischenfalle fand keine 
Störung mehr statt. Die Bevölkerung zeigte sich entgegen- 



Besetzung von 

Gacko am 
18. September. 



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214 



Einnahme von 

Klobuk am 
28. September. 



Demobilisie- 
rung. 



kommend und die türkische Kordonskompanie übergab die mili- 
tärischen Objekte. 

Es wurden 4 Geschütze nebst einiger Munition, 60 Hinter- 
ladegewehre, 1,654.000 Gewehrpatronen, größere Partien Zwie- 
back, dann etwas Zucker, Salz u. dgl. vorgefunden. 

Die Telegraphen Verbindung wurde von Nevesinje und Gacko 
aus gleichzeitig in Angriff genommen. 

Die Einnahme von Klobuk am 28. September beendete die 
Okkupation der Herzegowina. Die k. k. Truppen hatten den 
außerordentlichen Anforderungen, welche infolge der Schwierig- 
keit der Aufgabe an sie gestellt werden mußten, glänzend ent- 
sprochen. Ihre und vor allem ihres Kommandanten hohen Ver- 
dienste finden in einem Telegramme Ausdruck, welches die 
Militärkanzlei Sr. Majestät im Allerhöchsten Auftrage an FMLt. 
Baron Jovanovic richtete: 

„Aus Anlaß der von Euer Hochwohlgeboren unter den 
schwierigsten Verhältnissen, in selbständiger Weise rasch und 
erfolgreich durchgeführten Besetzung und Pacificirung der Her- 
zegowina, welche nunmehr durch die Einnahme von Klobuk 
ihren rühmlichen Abschluß gefunden, geruhen Se. Majestät der 
Kaiser, Ihnen den Orden der Eisernen Krone erster Classe mit 
der Kriegsdecoration Allergnädigst zu verleihen. Gleichzeitig finden 
Se. Majestät Sie zu beauftragen, den unterstehenden Truppen, 
welche während der letzten, überaus anstrengenden, durch un- 
günstige Witterungs- und Bodenverhältnisse besonders erschwerten 
Märsche neuerdings Proben seltener Leistungsfähigkeit und hin- 
gebungsvoller Ausdauer an den Tag gelegt, die vollste Anerkennung 
bekannt zu geben." 

Da FZM. Freiherr von Philippovic am 4. Oktober, dem 
Tage des Allerhöchsten Namensfestes, die vollständige Nieder- 
werfung des Aufstandes im Okkupationsgebiete zu melden ver- 
mochte, erließ das Reichskriegsministerium am 17. Oktober 
Weisungen für die über Allerhöchsten Befehl durchzuführende 
Demobilisierung. 

Gemäß derselben verblieb die XVIII. Infanterietruppendivision 
in der Herzegowina; deren Truppen hatten den verminderten 
Kriegsstand von 162 Mann per Kompanie anzunehmen. 

Am 25. Oktober wurde die Ergänzungskompanie des 
Bataillons aufgelöst und der betreffende Kader wieder auf- 
gestellt. 

Am 23. November verfügte das Reichskriegsministerium eine 
weitere Standesherabsetzung um 12 Jäger per Kompanie. 



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215 

Ordre de bataille vom 24. November: 2. Gebirgsbrigade Ordre de ba- 
Oberst von Klimburg; XVIII. Infanterietruppendivision GM. Erz- ^^'^^®' 

herzog Johann; Armeekommando in Bosnien und in der Her- 
zegowina FZM. Herzog von Württemberg (Stellvertreter FMLt. 
Baron Jovanovic). 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. O. 

Eingeteilt: am I.Jänner Oberleutnant Josef Tapp ein er 
aus dem Reservestande (ü. k. Lehrer an der Militärakademie 
in Wr. Neustadt); am 1. März Oberarzt Dr. Adolf Schilder 
des Infanterieregimentes Weber Nr. 22; am 10. Juli Hauptmann 
2. Kl. Johann Valasek des 13. Feldjägerbataillons; am I.Sep- 
tember Oberleutnant Johann Go Hing er des 13. Feldjäger- 
bataillons; am 1. November Tomas Ljubanovic des 20. Feld- 
jägerbataillons. 

Transferiert : am 1 . Jänner Hauptmann 2. Kl. Karl R e i s i n g e r 
zum 33. Feldjägerbataillon; am 1. März Oberarzt Dr. Anton Stare 
zum Infanterieregimente Weber Nr. 22; am 15. November Haupt- 
mann 2. Kl. Johann Valasek zum 13. Feldjägerbataillon. 

Befördert: am 1. Mai Hauptmannrechnungsführer Josef Jakob 
aus der 2. in die 1. Kl.; am 15. September Hauptmann 2. Kl. 
Josef Freiherr von Baltin zum Hauptmann 1. KL, ferner die 
Kadettoffiziersstellvertreter Georg Gelb und Josef Reich 1 er zu 
Leutnants; am 1. November Kadettoffiziersstellvertreter Heinrich 
Thalhammer zum Leutnant. 

Pensioniert : am 1 . Juni Hauptmann 2. Kl. Hermann M ü 1 1 n e r 
von Marnau und am 1. August Hauptmann 1. Kl. Karl Henn. 



Wien. 



1879. Der zu Anfang des Jahres abnorm hohe Kranken- Verlegung von 
stand, welcher zahlreiche Beurlaubungen notwendig machte, er- ^^^^^^ "**^** 
heischte die Ablösung des Bataillons von Gacko und wurde 
mit Erlaß des Reichskriegsministeriums Präs. Nr. 1291 vom 
7. März die Verlegung desselben nach Wien angeordnet. 

Das Bataillon marschierte in Staffeln u. zw. die 1. Kom- 
panie am 14., die 2. Kompanie am 15., die 3. Kompanie am 16., 
die 4. Kompanie am 17. und der Bataillonsstab am 18. März 
von Gacko, welches noch in Eis und Schnee lag, ab, rückte 
über Bilek — Trebinje — Gravosa nach Ragusa, wo eine sommer- 
liche Hitze herrschte. 

In Ragusa eingeschifft, wurde das Bataillon in 48stündiger 
P'ahrt nach Triest transportiert, woselbst es einen Rasttag hielt. 

Ab Triest erfolgte der Weitertransport mit Eisenbahn nach 
Wien, wo das Bataillon, welches während der Fahrt eine be- 



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V. i. O. 



216 

deutende Kälte auszustehen hatte, am 24. März eintraf und 
nach festlichem Empfange seine Unterkünfte in der Salzgries- 
kaserne bezog. 

Als später die Salzgrieskaserne zur Demolierung gelangte, 
übersiedelte das Bataillon in die Alserkaserne. 

Nach der Ordre de bataille hatte das Bataillon in Wien 
in der 25. Infanterietruppendivision FMLt. Baron Appel, 49. In- 
fanteriebrigade GM. Hempfling seine Einteilung. 

Anläßlich der Feier der Silbernen Hochzeit Ihrer Majestäten 
nahm das Bataillon am 24. April als Spalier auf dem Burgring 
Aufstellung; zum gleichen Dienste wurde während des Huldi- 
gungsfestzuges am 26. April eine kombinierte Kompanie beim 
Karltheater verwendet. 

Am 2. Mai rückte das Bataillon zur Frühjahrsparade auf 
die Schmelz aus. 

Am 13. Juli inspizierte Se. Majestät der Kaiser das Bataillon 
im geschlossenen und Gefechtsexerzieren und geruhte demselben 
Allerhöchstseine Zufriedenheit auszusprechen. 

Das Bataillon befand sich vom 8. August bis 6. September 
im Lager zu Brück a. L. 

Am 12. November erhielt das Bataillon die Werndlgewehre 
M. 1873/77. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. April Oberleutnantrechnungsführer Anton 
Skrivan des Infanterieregimentes Jellacic Nr. 69; am 1. Mai 
Hauptmann 1. Kl. Alexander Freiherr von Auffenberg des 
25. Feldjägerbataillons; am 1. August Hauptmann 1. Kl. Karl 
R ei sing er des 33. Feldjägerbataillons, Leutnantrechnungsführer 
Ernst Wi 1 igut des Infanterieregimentes Handel Nr. 10 und 
Leutnant Franz Pfeiffer aus dem Reservestande; am 1. No- 
vember Oberleutnant Maximilian Basti des 10. Feldjägerbatail- 
lons, zugeteilt der Militärintendanz in Wien (in den Stand der 
Reservekompanie). 

Transferiert: am 17. August Oberarzt Dr. Franz Kadlicky 
zum Garnisonsspitale Nr. 26; am 27. August Leutnant Maximilian 
Edler von Manussi als Lehrer in die Infanteriekadettenschule 
zu Pozsony; am 1. November Hauptmann 2. Kl. Edmund Fenz 
zum 8. und Leutnant Moritz Edler von Hirsch zum 27. Feld- 
jägerbataillon. 

Zugeteilt: am 23. April der Oberleutnantrechnungsführer 
Anton Skrivan zum Landesgendarmeriekommando für Bosnien 
und die Herzegowina. 



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217 



Mit Wartegebühr beurlaubt: Hauptmann 1 Kl. Heinrich 
Posselt auf sechs Monate. 

Bei gleichzeitiger Transferierung befördert: am I.November 
Oberarzt Dr. Adolf Schilder zum Regimentsarzt 2. Kl. im 
Dragonerregimente Kaiser Franz Nr. 1. 

Im Bataillon befördert: am 1. November Oberleutnant 
Emanuel Bourry Edler von Oedwald zum Hauptmann 2. Kl., 
ferner die Leutnants Maximilian Edler von Manussi, Johann 
Sollak, Wilhelm Pichler und Prosper Wesener zu Ober- 
leutnants. 

Pensioniert : am 1 . Oktober Oberleutnant Johann G o 1 1 i n g e r. 



1880. Am 9. März wurde dem Oberjäger Eugen C a z z a n o 1 1 i 
„in Anerkennung seiner langjährigen, pflichteifrigen Dienste" das 
silberne Verdienstkreuz verliehen. Die Dekorierung Cazzanollis 
erfolgte durch den Bataillonskommandanten in feierlicher Weise. 

Gelegentlich der Frühjahrsparade am 4. Mai geruhte Seine 
Majestät dem Bataillon für dessen gute Defllierung die Aller- 
höchste Zufriedenheit auszudrücken. 

Nach der Brucker Lagerperiode (13. Juli bis 9. August) 
nahm das Bataillon vom 12. August bis 7. September an den 
in der Umgebung von Wien stattfindenden Waffenübungen teil 
und erntete gelegentlich einer dieser Übungen am 26. August 
für seine Leistungen das Lob des Allerhöchsten Kriegsherrn. 

Am 25. September wurde der Ergänzungskompaniekader 
von St. Polten nach Wr. Neustadt verlegt. 

Mit Allerhöchster Entschließung vom 31. Oktober wurde 
Oberstleutnant Johann von Heime rieh zum Reservekomman- 
danten im Infanterieregimente Coronini Nr. 6, dagegen Hauptmann 
Eduard Ritter von Stein itz des Feldjägerbataillons »Nr. 6 zum 
Major und Kommandanten des 1 1 . F'eldjägerbataillons ernannt. 

Sonstige Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. November Leutnant Hermann Eccher 
ab Echo und Marienberg des 21. und Leutnant Hubert 
Graf Zedtwitz von Neuberg -Neuschloß des 16. Feldjäger- 
bataillons. 

Transferiert: am 1. März Hauptmann 1. Kl. Heinrich 
Possei t zum 6. Feldjägerbataillon; am 1. Mai Hauptmann 
1. Kl. Ernst Edler von Vivenot, bei gleichzeitiger Beförderung 
zum Major, zum Infanterieregimente Philippovic Nr. 35; am 
25. September Hauptmann 1. Kl. Rudolf Hensler, die Ober- 
leutnants Wenzel Turba und Otto Frank, ferner die Leut- 



Oberjäger 
CazzanoUi 
silbernes Ver- 
dienstkreuz. 



Allerhöchste 

Belobung des 

Bataillons. 



Major Steinitz 

Bataillons- 
kommandant. 



V. i. O. 



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218 



nants Anton Majorkovics und Franz Pfeiffer zum neu- 
errichteten Feldjägerbataillon Nr. 34. 

Befördert: am 1. Mai Hauptmann 2. Kl. Rudolf Hensler 
zum Hauptmann 1. Kl. und Kadettoffiziersstellvertreter Heinrich 
Haneschka zum Leutnant. 



Allerhöchste 

Belobung des 

Bataillons. 



Allerhöchste 

Belobung des 

Bataillons. 



1881. Gelegentlich einer im Februar erfolgten Vorstellung 
des Bataillonskommandanten bei dem Generaladjutanten Seiner 
Majestät Feldmarschalleutnant Friedrich Freiherrn von Beck, 
teilte Se. Exzellenz mit, daß sich der Allerhöchste Kriegsherr 
über die auffallende Präzision der die Hofburgwache beziehenden 
Mannschaft des Bataillons, den Appell, die Aufmerksamkeit, die 
Strammheit in der Bewegung und in den Griffen in huldvollster 
Weise auszusprechen geruht habe. 

Am 9. April wurde an Stelle des in den Ruhestand treten- 
den FZM. Josef Freiherrn von Maroicic FZM. Josef Freiherr 
von Philippovic zum kommandierenden General in Wien 
ernannt. 

Aus Anlaß der Vermählung Sr. kaiserlichen und königlichen 
Hoheit des Kronprinzen Erzherzog Rudolf mit Ihrer königlichen 
Hoheit der Prinzessin Stephanie von Belgien rückte das 
Bataillon am 6., 9. und 10. Mai als Spalier aus. 

Am 16. Mai wurde von der 2. Kompanie ein Kriegszug 
zusammengestellt, welcher als Instruktionszug unter Kommando 
Sr. kaiserlichen und königlichen Hoheit des Leutnants Erzherzog 
Leopold Salvator trat. 

Gelegentlich der am 24. Juni im Prater und am 24. und 
25. August im* Brucker Lager erfolgten Inspizierung durch Seine 
Majestät erwarb sich das Bataillon neuerdings das Lob des 
Allerhöchsten Kriegsherrn. 

Mit Verordnungsblatt vom 3. August wurde FMLt. Frei- 
herr von Appel zum Militärkommandanten in Temesvär er- 
nannt. Se. kaisediche und königliche Hoheit FMLt. Erzherzog 
Johann Salvator übernahm das Kommando der 25. Infanterie- 
truppendivision. 

Nach Wr. Neustadt verlegt, traf das Bataillon nach Beendi- 
gung der diesjährigen Waffenübungen am 28. August in seiner 
neuen Garnisonsstadt ein. 

Anläßlich der Durchreise des Königs Humbert von 
Italien durch Wr. Neustadt rückte vom Bataillon eine Ehren- 
kompanie unter Kommando des Hauptmanns Karl R ei singe r 



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Tvl j >:• I'ranz Ka])t}iarii' i 



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219 

aus. Der König verlieh dem Major von Steinitz das Offlziers- 
kreuz des Ordens der Krone von Italien, dem Hauptmann 
R ei Singer das Ritterkreuz des Mauritius- und Lazarus-Ordens. 

Veränderungen im Offizierskorps : V. i. O. 

Eingeteilt: am 1. Februar Leutnant Josef Rasp des Feld- 
jägerbataillons Nr. 16; am 1. Mai Regimentsarzt 1 Kl. Dr. Johann 
Schwär sehn ig des Infanterieregimentes Roßbacher Nr. 71, 
und Oberleutnant Anton Alb recht des Feldjägerbataillons 
Nr. 40; am 1. Juni Hauptmann 2. Kl. Kamillo Obermayer 
des Feldjägerbataillons Nr. 15 und am 18. August Leutnant 
Franz Kindl aus der Wr. Neustädter Militärakademie. 

Transferiert: am 1. Februar Oberleutnant Artur Figura 
zum Feldjägerbataillon Nr. 16; am 1. Mai Regimentsarzt 1. Kl. 
Dr. Alexander Edler von Wittos zum Infanterieregimente 
Kaiser von Rußland Nr. 61 und Leutnant Hubert Graf Zedtwitz 
von Neuberg-Neuschloß zum Feldjägerbataillon Nr. 1 8. 

Mit Wartegebühr beurlaubt: am 1. August Oberleutnant 
Prosper Wesen er. 

Befördert: am 1. November Hauptmann 2. Kl. Kamillo 
Obermayer zum Hauptmann 1. Kl.; die Kadettofflziersstell- 
vertreter Oskar Capalini und Hieronymus Friedl zu Leutnants, 
ferner Leutnantrechnungsführer Ernst W i 1 i g u t zum Oberleutnant- 
rechnungsführer. 

1882, Am 1. und 2. Juni inspizierte Se. kaiserliche und 
königliche Hoheit Feldmarschall Erzherzog Alb recht das 
Bataillon und spendete in Anerkennnng der vorzüglichen Schieß- 
resultate den Betrag von 100 fl. in Gold für ein Bestschießen. 

Am 25. September wurde das Bataillon nach Györ verlegt n. ungarisches 
und in Ergänzungsangelegenheiten an das V. Korps gewiesen. Feidjäger- 
Das Bataillon führt nunmehr die Bezeichnung „11. ungarisches *** ^"* 
Feldjägerbataillon ** . 

Ordre de bataille: 66. Infanteriebrigade GM. Sekulich; Ordre de ba- 
33. Infanterietruppendivision FMLt. Herzog von Württemberg; 
Militärkommando Pozsony FMLt. Freiherr von Catty; General- 
kommando Budapest FZM. Freiherr von Edelsheim - Gyulay. 

Mit Allerhöchster Entschließung vom 1. Oktober wurde ^*J°^ 

Major Eduard Ritter von Steinitz in die k. k. aktive Landwehr ^^, ammer 
** Bataillons- 

übersetzt und an dessen Stelle Major Franz Kapfh ammer, kommandant. 

bisher Kommandant des Feldjägerbataillons Nr. 34, zum Bataillons- 
kommandanten ernannt. 



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220 

V. i. O. Veränderungen im Offizierskorps. 

Transferiert: am 1. Mai Leutnant Hermann Eccher ab 
Echo und Marienberg und am 1 1 . Juni Oberleutnant Prosper 
Wesen er, beide zum Tiroler Jägerregimente; am I.November 
Hauptmann 1. Kl. Alexander Freiherr von Auffenberg zur 
Monturvervvaltungsbranche, Oberleutnant Johann So Hak zum 9., 
die Leutnants Heinrich Thalhammer und Johann Farina zum 
32. Feldjägerbataillon. 

Befördert: zu Leutnants die Kadettoffiziersstellvertreter: Franz 
El bei am I.Mai, Johann Edler von Ist 1er und Johann Farina 
am 1. November. 

1883. Anfangs Jänner wurde die Stadt Györ von einer 
Wassei katastrophe heimgesucht. Das Bataillon fand Gelegenheit, 
bei der Hilfeleistung eine aufopfernde Tätigkeit zu entfalten. 

Zu den diesjährigen Waffenübungen marschierte das Bataillon 
am 25. August von Györ nach Bana und erreichte am 26. 
Komärom, wurde aber am 29. August infolge der im Zalaer 
Komitate ausgebrochenen Unruhen als Assistenz nach Sümeg 
kommandiert. Von hier wurde die 3. Kompanie nach Söjtör, die 4. 
nach Zala-Szt. Mihäly und Felsö-Hahöt detachiert. Am 6. Sep- 
tember rückte die 3. und halbe 4. Kompanie nach St. Gröt ab; 
eine halbe 4. Kompanie verblieb in Hahöt. Am 25. September 
gelangte der Stab mit der 1. Kompanie nach Tapolcza, die 
2. Kompanie nach Tilian Dörögd und die 3. nach Sümeg; die 
4. Kompanie vereinigte sich wieder in Felsö-Hahöt. 

Nach Beendigung des Assistenzdienstes rückte das Bataillon 
wieder nach Györ ab, woselbst es per Bahn am 2. Oktober 
eintraf. 

An Stelle des mit Wartegebühr beurlaubten FMLt. Herzog 
von Wüittemberg übernahm am 5. Oktober FMLt. Chevalier 
Ruiz de Roxas das Divisionskommando. 
Oberstleutnant Major Franz Kapfhammer avancierte am 1. November 

Kapfhammer. ^^^ Oberstleutnant. 
V. i. o. Sonstige Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 10. Juli Leutnantrechnungsführer Anton 
Kudlimay des Infanterieregimentes Catty Nr. 102; am 1. No- 
vember Oberleutnant Albert Kiräly de Szathmar des Feld- 
jägerbataillons Nr. 3 und Regimentsarzt 2. Kl. Dr. Ferdinand Tren z 
des Infanteneregimentes Hessen Nr. 14; am 10. Dezember 
Regimentsarzt 1. Kl. Dr. Josef Zucker des Infanterieregimentes 
Erzherzog Wilhelm Nr. 12. 



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:l Daniel Ritrrr vui Gn 



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221 



Transferiert: am 1. Mai Hauptmann 2. Kl. Maximilian Basti 
zum Feldjägerbataillon Nr. 30; am 10. Juli Oberleutnantrechnungs- 
führer Ernst Wiligut zum Infanterieregimente König der Hel- 
lenen Nr. 99; am 1. November Leutnant Josef Rasp zum Feld- 
jägerbataillon Nr. 18, Leutnant Hermann P ichler zum Dragoner- 
regimente Sternberg Nr. 8, Regimentsarzt 1. Kl. Dr. Johann 
Schwarschnig zum Feldartillerieregiment Prinzregent von 
Bayern Nr. 7; am 10. Dezember Regimentsarzt 2. Kl. Dr. Fer- 
dinand Trenz zum Infanterieregimente Erzherzog Wilhelm 
Nr. 12; am 16. Dezember Oberleutnant Albert Kiraly de 
Szathmär zum Feldjägerbataillon Nr. 3. 

Befördert: am I.Mai die Oberleutnants Josef Tapp einer 
und Maximilian Basti zu Hauptleuten 2. Kl.; am 1. November 
Leutnant Josef Reich 1er zum Oberleutnant und Kadettoffiziers- 
stellvertreter Hermann Pichler zum Leutnant. 



GriviSic 
Bataillons- 
kommandant. 



1884. Das Bataillon erlitt durch den Tod seines Komman- 
danten, des Oberstleutnants Franz Kapfhammer, welcher am 
23. Jänner zu Wien verschied, einen schweren Verlust. 

Oberstleutnant Daniel Ritter von Grivicic des Infanterie- Oberstleutnant 
regimentes (vacat) Nr. 98 wurde am 30. Jänner zum Komman- 
danten des 11. Jägerbataillons ernannt. 

Als Assistenz zu den diesjährigen Wahlen wurde am 12. Juni 
die 2. Kompanie nach Somolj-Vasärhely, die 4. nach Ugod, am 
13. die 3. nach Körmend und am 15. die 1. nach Peeu ent- 
sendet. 

An Stelle des in den Ruhestand tretenden GM. Sek u lieh 
wurde am 16. Juni Oberst Schüch Edler von Glickfelden 
des Infanterieregimentes Erzherzog Leopold Nr. 53 zum Komman- 
danten der 56. Infanteriebrigade ernannt. 

Die diesjährigen Waffenübungen endeten in Gegenwart 
Sr. Majestät des Kaisers und Königs mit einem dreitägigen 
Schlußmanöver zwischen den Truppen des 5. und 10. Korps an 
der unteren March. Se. Majestät hielt nach Schluß des Manövers 
am 13. September über die beteiligt gewesenen Truppen eine 
große Revue ab und geruhte Allerhöchstseiner Anerkennung für 
die Leistungen der Truppen Ausdruck zu verleihen. 

Am 14. September traf das Bataillon von Angern per Bahn 
wieder in Györ ein. 

Im Oktober wurde der Ersatzkompaniekader von St, Polten 
nach Györ verlegt. 



Marsch- 
manöver. 



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V. i. o 



222 

Am 1. November avancierte der Korpskommandant FMLt. 
Freiherr von Catty zum Feldzeugmeister, der Oberstbrigadier 
Schlich Edler von Glickfelden zum Generalmajor. 
O- Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. April Regimentsarzt 2. Kl. Dr. Josef 
Harm ach des Infanterieregimentes Michael Großfürsten von 
Rußland Nr. 26; am 1. Mai Oberleutnant Ludwig Manz Ritter 
von Mariensee des 4. und Leutnant Karl Reise hl des 
8. Feldjägerbataillons; am 1. August Leutnantrechnungsführer 
Josef Lukas des Infanterieregimentes Catty Nr. 102; am 
18. August Leutnant Wilhelm Marti nek aus der Wr. Neu- 
städter Militärakademie; am 1. September Hauptmann 1. Kl. 
Johann Pull des 28. und am 1. November die Hauptleute 2. Kl. 
Franz Csäk und Adolf Schochterus, beide des 24. Feld- 
jägerbataillons. 

Transferiert : am 1 . Jänner Hauptmann 2. Kl. Josef T a p p e i n e r 
zum 30, Feldjägerbataillon; am 1. April Regimentsarzt 1. Kl. 
Dr. Josef Zucker zum Infanterieregimente Auersperg Nr. 40; 
am 1. November Hauptmann 1. Kl. Camillo Obermayer zur 
k. k. Landwehr; am 16. November Leutnant Franz El bei zum 
27. Feldjägerbataillon. 

Mit Wartegebühr beurlaubt : am 1 . August Leutnantrechnungs- 
führer Anton Kudlimay. 

1885. Am 6. August übernahm an Stelle des in den Ruhe- 
stand tretenden FMLt. Chevalier Ruiz de Roxas GM. Reicher 
das Kommando der 33. Infanterietruppendivision; am 1. November 
an Stelle des mit Wartegebühr beurlaubten GM. Seh üch Edlen 
von Glickfelden GM. Ja eg er jenes der 66. Infanteriebrigade. 

Vom 27. August bis 3. September nahm das Bataillon an 
den Übungen bei Komärom teil und kehrte am 4. September 
nach Györ zurück. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. September Regimentsarzt 2. Kl. Dr. Maxi- 
milian Schneider des Infanterieregimentes Ziemi^cki Nr. 36; 
am 16. November Oberleutnant Julius Hellenreiner des 
26. Feldjägerbataillons. 

Transferiert: am 1. Mai Hauptmann 2. Kl. Franz Csak zum 
24. Feldjägerbataillon; am 20. August Hauptmann 1. Kl. Anton 
Lefeber zum Feldjägerbataillon Nr. 1; am 1. September Regi- 
mentsarzt 2. Kl. Dr. Josef Harm ach zum Tiroler Jägerregimente; 
am 1. November Hauptmann l.Kl. Johann Pull zum 9., Leut- 



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223 



nant Adolf Bernard zum 4. und am 16. November Leutnant 
Hieronymus Friedl zum 26. Feldjägerbataillon. 

Befördert : am 1 . Mai Kadettoffiziersstellvertreter Adolf B e r- 
nard zum Leutnant; am 1. November Oberleutnant Johann 
Schräm 1 zum Hauptmann 2. Kl. und Kadettoffiziersstellver- 
treter Josef Ebner zum Leutnant. 

Die Charge legte ab : am 1 7. März Leutnant Oskar C a p a li n i. 



1886. Die diesjährigen Waffenübungen fanden in der Um- 
gebung von Györ statt; nach Beendigung derselben trat für das 
Bataillon folgende Ordre de bataille in Kraft : 28. Infanteriebrigade 
in Sopron GM. Freiherr Kellner von Köllenstein; 14. Infanterie- 
truppendivision GM. Erzherzog Friedrich. 

Am 1. November wurde Se. kaiserliche und königliche 
Hoheit GM. Erzherzog Friedrich zum Feldmarschalleutnant 
befördert. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 16. September Oberleutnant Julius Kinzl 
des Feldjägerbataillons Nr. 1 ; am 1. November Hauptmann 2. Kl. 
Stefan Török de Telekes, zugeteilt dem Generalstabe, über- 
komplett im Feldjägerbataillon Nr. 23. 

Transferiert: am 16. September Oberleutnant Julius Hellen- 
reiner zum Feldjägerbataillon Nr. 1. 

Befördert: am 1. November die Leutnants Franz Kindl und 
Karl Reis Chi zu Oberleutnants und Kadettoffiziersstellvertreter 
Gustav von Meszäros zum Leutnant. 

Pensioniert : am 1 . Oktober Hauptmann 1 . Kl. Karl R e i s i n g e r. 



Ordre de ba- 
taille. 



V. i. 0. 



1887. Der 60. Gedenktag des Eintrittes Sr. kaiserlichen un'd 
königlichen Hoheit des Feldmarschalls Erzherzog Alb recht in 
den aktiven Dienst wurde am 25. April von der Armee in feier- 
licher Weise begangen. 

Am 1. Mai erfolgte die Beförderung des Oberstleutnants Daniel 
Ritter von G r i v i c i c zum Obersten. 

Während der diesjährigen Wahlen fand am 17. Juni die 
1. und 3. Kompanie in Györ, die 2. in Papa, die 4. in Szt. Gröt 
Verwendung im Assistenzdienst. 

Am 6. August rückte das Bataillon zu den Brigadeübungen 
über Kapuvär nach Sopron (4 Märsche), von hier am 24. August 
zu den Divisionsübungen nach Pozsony (3 Märsche) ab. Mit 
einem dreitägigen Schlußmanöver gegen die 33. Infanterietruppen- 
division in der Gegend von Freistadtl und Neutra endeten die 



Oberst 
Griviöic. 



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224 



Major Zurna 

Bataillons- 

kommandant. 



V. i. O. 



Waffenübungen, worauf das Bataillon am 8. September den 
Rückmarsch antrat und über Komärom am 12. September wieder 
in Györ eintraf. 

Oberst Daniel Ritter von Grivicic übernahm am 1. No- 
vember das Kommando des Infanterieregimentes Michael Großfürst 
von Rußland Nr. 26. 

Der Flügeladjutant Sr. Majestät, Major Karl von Zurna 
des Infanterieregimentes Erzherzog Ernst Nr. 48, wurde bei 
gleichzeitiger Beförderung zum Oberstleutnant zum Komman- 
danten des II. Feldjägerbataillons ernannt. 

Sonstige Veränderungen im Offizierskorps. 

Transferiert: am l. Mai Hauptmann 2. Kl. Johann Schraml 
zum Tiroler Jägen*egimente. 

Befördert: am 1. Mai Kadettoffiziersstellvertreter Theodor 
Anesini zum Leutnant; am 1. November Hauptmann 2. Kl. 
Stefan Török de Telekes zum Hauptmann 1. Kl., die Ober- 
leutnants Wilhelm P i c h 1 e r und Maximilian Edler von M a n u s s i 
zu Hauptleuten 2. Kl. 



1888. Am 18. Mai wurde Se. kaiserliche und königliche 
Hoheit FMLt. Erzherzog R u d o l f zum Generalinfanterieinspektor 
ernannt. 

Das Bataillon nahm an den Brigadeübungen bei Sopron 
vom 8. bis 18. August, an den Divisionsübungen bei Halbthurn 
bis 30. August teil und rückte am 2. September über ötteveny 
wieder in Györ ein. 

Am 7. September erfolgte die Neubewaflfnung der Mann- 
schaft des Bataillons mit dem Repetiergewehre System Mann- 
licher M. 1888. 
V. i. O. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 18. August Leutnant Karl Schieb aus der 
Wr. Neustädter Militärakademie; am l. November Hauptmann 
2. Kl. Ladislaus Cziffra des 24. Feldjägerbataillons und Regi- 
mentsarzt 1. Kl. Dr. Isidor Katz des Infanterieregimentes Degen- 
feld - Schomburg Nr. 83. 

Transferiert: am 1. November Leutnant Josef Ebner zum 
15. Feldjägerbataillon, Regimentsarzt 1. Kl. Dr. Maximilian 
Schneider zum Infanterieregimente Michael Großfürst von 
Rußland Nr. 26. 

Befördert: am 1. Mai Oberleutnant Anton Albrecht zum 
Hauptmann 2. Kl., Regimentsarzt 2 Kl. Dr. Maximilian Schneider 



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)>)^Ts! Karl v-ni Zu 



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225 

zum Regimentsarzt 1 Kl., am 1. November Kadettofiiziersstell- 
vertreter Richard Vogl zum Leutnant. 

Die Charge legte ab : Hauptmann 2. Kl. Adolf Schochterus 
am 10. März; 

1889. Am Abend des 30. Jänner verbreitete sich die er- Tod des Kron- 
schütternde Nachricht vom plötzlichen Ableben Sr. kaiserlichen pnnzen. 
und königlichen Hoheit des Kronprinzen Erzherzog Rudolf. Der 
furchtbare Schicksalsschlag, welcher das Allerhöchste Herrscher- 
haus getroffen, erweckte die tiefste Teilnahme in der ganzen 
Monarchie. 

An Stelle des in den Ruhestand tretenden GM. Kellner 
Freiherrn von Köllenstein wurde am 1 . April Oberst Ritter von 
Bruna des Infanterieregimentes Dormus Nr. 72 zum Brigadier 
ernannt. *) 

Vom 23. August bis 12. September fanden bei Györ Übungen Kaisermanöyer 
in der Brigade und in der Infanterietruppendivision statt; an *^®* Kis-Ber. 
letztere schlössen sich Konzentrierungsmärsche gegen Kis-Ber, 
wo am 16. und 17. September in Gegenwart Seiner Majestät 
die Schlußmanöver des 5. gegen das 4. Korps stattfanden. Der 
Allerhöchste Kriegsherr geruhte hiebei die guten Leistungen der 
Truppen, ihre stramme Haltung und kriegsmäßige Ausbildung 
besonders zu beloben. 

Als am 24. September F'ZM. Freiherr von Catty mit Warte- 
gebühr beurlaubt wurde, trat Se. kaiserliche und königliche Hoheit 
FMLt. Erzherzog Friedrich an die Spitze des 5. Korps. Das 
Kommando der 14. Infanterietruppendivision übernahm GM. Frei- 
herr von Salis-Samaden. 

Veränderungen im Offizierskorps. ^- ^- ^• 

Eingeteilt: am 1. Juli Leutnantrechnungsführer Peter Ur- 
schekic des Infanterieregimentes Grünne Nr. 43; am 18. August 
Leutnant Augustin M artin ek aus der Wr. Neustädter Militär- 
akademie; am 1. November Hauptmann 2. Kl. Albert Kiräly 
de Szathmär des Feldjägerbataillons Nr. 8. 

Transferiert: am 25. Februar Hauptmann 2. Kl. Maximilian 
Edler von Manussi in die k. k. aktive Landwehr; am 1. Juli 
Oberleutnantrechnungsführer Josef Lukas zum Husarenregi- 
mente (vacat) Nr. 16. 

In die Reserve übersetzt: am 1. Oktober Leutnant Theodor 
Anesini. 

1) am 1. Mai zum Generalmajor befördert. 

Geschichte dcb 11. Feldjägerbataillons ^5 



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226 



Befördert im Bataillon: am 1. Jänner Leutnant Wilhelm 
Martinek zum Oberleutnant; am 1. Mai Leutnantrechnungs- 
führer Josef L u k a s zum Oberleutnantrechnungsführer, Kadett- 
ofiiziersstellvertreter Otto Edler von G uckler zum Leutnant; 
am 1. November Hauptmann 2. Kl. Wilhelm Pich 1er zum 
Hauptmann 1. Kl. 

Befördert unter gleichzeitiger Transferierung: am 1. Mai 
Oberleutnant Ludwig M a n z Ritter von Mariensee zum Haupt- 
mann 2. Kl. und am 1. November Kadettoffiziersstellvertreter 
Koloman von Klempay zum Leutnant, beide im Feldjäger- 
bataillon Nr. 23. 



Oberst Zurna 
Signum laudis. 



Hauptmann 

Bouiry 

Verdienstkreuz. 



Rechnungs- 
unteroffizier 

Thaler 
silbernes Ver- 
dienstkreuz. 



V. i. O. 



1890. Der Bataillonskommandant Oberstleutnant von Zurna 
avancierte am 1. Mai zum Obersten und erhielt am 15. Juli die 
neugestiftete Militärverdienstmedaille am Bande des Militärver- 
dienstkreuzes. 

Dem Hauptmann Emanuel Bourry Edler von Oedwald 
wurde „wegen besonders eifrigen und erfolgreichen Truppen- 
dienstes als Unterabteilungskommandant" am I.Mai das Militär- 
verdienstkreuz verliehen. 

Zu den diesjährigen Brigade- und Divisionsübungen mar- 
schierte das Bataillon am 9. August nach Sopron und kehrte am 
4. September wieder nach Györ zurück. 

Rechnungsunteroffizier 1. Kl. Karl Thal er wurde am 
13. August „in Anerkennung seiner langen, pflichttreuen und vor 
dem Feinde bewährten Dienstleistung" mit dem silbernen Ver- 
dienstkreuz mit der Krone dekoriert. 

Der Di visionär GM. Freiherr von Salis-Samaden avan- 
cierte am 1. November zum Feldmarschalleutnant. 

An Stelle des in den Ruhestand tretenden GM. Ritter von 
Bruna wurde am 12. Dezember GM. Plentzner Ritter von 
Scharnek zum Brigadier ernannt. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Mai Leutnant Heinrich Schreiber des 23. 
und am 1. November Oberleutnant Adalbert von Spänyik des 
29. Feldjägerbataillons. 

Befördert im Bataillon: am 1. Mai die Hauptleute 2. Kl. 
Anton Albrecht und Albert Kiraly de Szathmär zu Haupt- 
leuten 1. Kl., Leutnant Gustav von Meszäros zum Ober- 
leutnant und Kadettoffiziersstellvertreter Josef Alb recht zum 
Leutnant; am 1. November Hauptmann 2. Kl. Ladislaus Cziffra 
zum Hauptmann 1. Kl. 



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227 



Befördert unter gleichzeitiger Transferierung : am 1 . Mai Ober- 
leutnant Josef Reichler zum Hauptmann 2. Kl. im 23. Feld- 
jägerbataillon und Oberleutnant JuHus Kinzl zum Hauptmann 
2. Kl. im Infanterieregimente Appel Nr. 60. 



bei Freistadtl. 



V. i. 0. 



1891, Oberst Karl von Zur na erhielt am 3. April das Major 
Kommando des Infanterieregimentes Erzherzog Ernst Nr. 48; Wucherer 
Major Karl Freiherr Wucherer von Huldenfeld dieses Kommandant 
Regimentes wurde zum Kommandanten des 1 1. Feldjägerbataillons 

ernannt. 

In diesem Jahre fanden vom 12. bis 22. August Brigade- Kaisermanöver 
Übungen bei Sopron, dann bis 8. September Divisionsübungen 
bei Pozsony statt; an letztere reihten sich vom 2. bis 11. September 
Manöver gegen die 33. Infanterietruppendivision, welche in Gegen- 
wart Sr. Majestät bei Freistadtl abgehalten wurden. Nach Ablauf 
derselben kehrte das Bataillon in fünf Tagemärschen am 16. Sep- 
tember über Galanta, Duna-Szerdahely-Nyäräd und Szap nach 
Györ zurück. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Mai Hauptmann 1. Kl. Thaddäus Graf 
Alberti de Poja des 10. und Hauptmann 2. Kl. Ernst So upp er 
des 8.; am 1. November Hauptmann 2. Kl. Julius Bot des 
29. Feldjägerbataillons. 

Transferiert: am 15. April Hauptmann 1. Kl. Albert Kiräly 
de Szathmär zur kgl. ung. Leibgarde; am 1. Mai Hauptmann 
1. Kl. Emanuel Bourry Edler von Oedwald zum Infanterie- 
regimente Joelson Nr. 93; am 1. November Oberleutnant Franz 
Kindl zum 17. Feldjägerbataillon. 

Befördert im Bataillone : Kadettoffiziersstellvertreter Gustav 
Broser zum Leutnant. 

Befördert unter gleichzeitiger Transferierung: Hauptmann 
1. Kl. Stefan Török de Telekes zum Major im Infanterie- 
regimente Erzherzog Wilhelm Nr. 12. 

1892. Bei den diesjährigen Wahlen traten wieder Ab- 
teilungen des Bataillons als Assistenzen in Verwendung, und 
zwar am 27. Jänner die 2. Kompanie in Tet, die 3. und 4. Kom- 
panie in Györ und diese beiden Kompanien am 24. März in 
Retfalu. 

Mitte Juni wurde die Stadt Györ von Wassergefahr bedroht; 
das Bataillon wurde an der Dammbruchstelle bei Györ-Ujfalu zu 
Sicherungsarbeiten verwendet. 

15* 



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228 

Neuntägige „Um unsere Patrouillendienstübungen in möglichst zweck- 

Patrouillen- mäßige Und erfolgversprechende Bahnen zu lenken," fand unter 
u ""^w™id Leitung des Bataillonskommandanten vom 31. Juli bis 8. August 
eine derartige Übung im Bakonyer Wald statt, welche, außer- 
ordentlich instruktiv angelegt, vorzügliche Resultate ergab. ^) 

Am 16. August wurde das Bataillon per Bahn nach Sopron 
befördert, wo bis 25. August Brigadeübungen stattfanden; es 
folgten sodann Übungen in der Infanterietruppendivision bei 
Szenic, welche am 7. September bei Göding endeten; von hier 
rückte das Bataillon per Bahn in seine neue Garnisonsstadt 
Sopron ab. 
Jäger Fangl Dem Jäger Martin Fan gl der 1. Kompanie wurde am 

silbernes Ver- 26. Oktober „in Anerkennung der mit eigener Lebensgefahr be- 
wirkten Rettung eines Menschen vom Tode des Ertrinkens** das 
silberne Verdienstkreuz verliehen. 

Am 8. November wurde das Offizierskorps durch den Tod 
eines Kameraden, des Leutnantrechnungsführers Peter Urschekic 
in Trauer versetzt. 
V. i. 0. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Februar Regimentsarzt 2. Kl. Dr. Moritz 
Sei dl des Infanterieregimentes Erzherzog Karl Nr. 3; 2) am 
1. August Regimentsarzt 2. Kl. Dr. Aladär Bogdän des Infan- 
terieregimentes Lacy Nr. 22; am 1. November die Leutnants 
Leopold Nestarowitsch und Zdislav Ritter von Zaluski- 
J u n o s z a, beide vom Tiroler Jägerregimente, ferner Oberleutnant- 
rechnungsführer Emanuel Grün vom Infanterieregimente Teuchert- 
Kauffmann Nr. 88. 

Transferiert: am 1. Februar Regimentsarzt 1. Kl. Dr. Isidor 
Katz zum Infanterieregimente Erzherzog Eugen Nr. 41 ; am 
1. Juni Hauptmann 2. Kl. Ernst Soupper zum 24. Feldjäger- 
bataillon; am 1. Mai Oberleutnant Edler von Istler zum Tiroler 
Jägerregimente; am 1. November Hauptmann 1. Kl. Anton 
Alb recht zum Feldjägerbataillon Nr. 10. 

Befördert: am 1. Mai Leutnant Kari Schieb zum Ober- 
leutnant; am L November Oberleutnant Adalbert von Spänyik 
zum Hauptmann 2. Kl., Leutnant Richard Vogl zum Oberleut- 
nant und KadettofRziersstellvertreter Karl Göbl zum Leutnant. 



*) Es wird bezüglich dieser Übung auf die bekannte Broschüre „Eine 
Patrouillen-Dienstübung des Feld-Jägerbataillons Nr. 11" von Major Freiherr von 
Wucherer hingewiesen. 

*) am 17. September mit Wartegebühr beurlaubt. 



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229 

1893. Das Bataillon beteiligte sich in diesem Jahre an den Günser 
Übungen in der Brigade, in der Division und im Korps (26. August Manöver, 
bis 25. September), sodann an den Günser Manövern (18. bis 

21. September), welchen außer Sr. Majestät dem Kaiser und 
König auch der Deutsche Kaiser und der König von Sachsen 
beiwohnten. 

Nach Beendigung dieser Armeemanöver, der größten, welche 
bisher in der Monarchie abgehalten worden waren, geruhte 
Se. Majestät allen Truppen, welche an denselben teilgenommen 
hatten, die Allerhöchste Zufriedenheit auszusprechen. 

Am 5. September war Oberleutnant Gustav von Meszäros, 
von seinen Kameraden betrauert, zu Prag verschieden. 

Sonstige Veränderungen im Offizierskorps. V. i. 0. 

Eingeteilt: am 1. Mai Oberleutnant Artur Schuschnig 
des Tiroler Jägerregimentes und Leutnant Viktor Wagner des 
23. Feldjägerbataillons; am 18. August Leutnant Karl Freiherr 
von dem Bussche- Ippenburg aus der Wr. Neustädter 
Militärakademie; am 1. September Leutnant Eugen Seydl des 
Tiroler Jägerregimentes. 

Transferiert: am 1. August Leutnant Heinrich Schreiber 
zum 22. Feldjägerbataillone; am 1. September Oberleutnant Artur 
Schuschnig zum Tiroler Jägerregimente. 

Befördert im Bataillone : am 1 . November die Leutnants Otto 
Edler von G u c k 1 e r und Augustin Martinekzu Oberleutnants, 
Kadettoffiziersstellvertreter Adalbert Tauscher zum Leutnant 
und Oberleutnantrechnungsführer Emanuel Grün zum Haupt- 
mannrechnungsführer 2. Kl. 

Befördert unter gleichzeitiger Transferierung : am 1 . Mai Ober- 
leutnant Karl Reischl zum Hauptmann 2. Kl. des 23. Feldjäger- 
bataillons. 

1894. Se. kaiserliche und königliche Hoheit FMLt. Erzherzog 
Friedrich avancierte am 1. Mai zum Feldzeugmeister. 

Am gleichen Tage wurde der Bataillonskommandant Major Oberstleutnant 
Freiherr Wucherer von Huldenfeld zum Oberstleutnant Wucherer, 
befördert. 

Vom 6. bis 1 2. August fand eine Hochgebirgspatrouillenübung Hochgebirgs- 
statt. Es wurde von Kapellen aus am 10. August der Gipfel der patrouiilen- 
Rax-Alpe erreicht, sodann unter Führung des rangsältesten ubung. 
Patrouillekommandanten, des Leutnants Josef Albrecht, der 
Abstieg durch das „Wilde Gaisloch" durchgeführt. Am nächsten 



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230 



Flügeladjutant 

Major Graf 

Alberti. 

V. i. O. 



Tage erfolgte die Besteigung des Schneeberges und am 12. August 
die Rückkehr nach Sopron. 

Die diesjährigen Übungen in der Brigade und in der Divi- 
sion begannen am 1. August und endeten am 2. September, 
worauf das Bataillon per Bahn wieder nach Sopron zurückkehrte. 

Am 16. September wurde an Stelle des in den Ruhe- 
stand tretenden FMLt. Freiherrn von Salis-Samaden FMLt. 
Hauschka zum Kommandanten der 14. Truppendivision, am 
1. November für den zum Divisionär ernannten GM. von 
Plentzner der Oberst Ernst Edler von Vi veno t des Infan- 
terieregimentes Stransky Nr. 98 zum Kommandanten der 28. In- 
fanteriebrigade ernannt. 

Se. Majestät geruhte am 1. November den Hauptmann 
Thaddäus Grafen Alberti de Po ja zum Major und Allerhöchst- 
seinem Flügeladjutanten zu ernennen. 

Sonstige Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt : am 1 8. August Leutnant Johann Graf Zamoyski- 
Szarius aus der Wr. Neustädter Militärakademie; am 1. No- 
vember die Hauptleute 2. Kl. Vinzenz Lipa und Franz Hör- 
zinger, beide vom Tiroler Jägerregimente. 

Transferiert: am 1. Mai Oberleutnant Otto Edler von 
Guck 1er zum 23. Feldjägerbataillon; am 1. Dezember Leut- 
nant Leopold Nestaro witsch zum Militärwachkorps für die 
k. k. Zivilgerichte in Wien. 

Dem Generalstabe zugeteilt: am 1. November Oberleutnant 
Augustin Martinek. 

Befördert im Bataillone: am 1. Mai Kadettoffiziersstellver- 
treter Konstantin Andraskovich zum Leutnant und Regiments- 
arzt 2. Kl. Dr. Aladär Bogdän zum Regimentsarzt 1. Kl.; am 
1. November Hauptmann 2. Kl. Julius Bot zum Hauptmann 
1. Kl. und Kadettoffiziersstellvertreter Friedrich Gerbert zum 
Leutnant. 

Befördert unter gleichzeitiger Transferierung: am 1. No- 
vember Kadettoffiziersstellvertreter Oskar Pflaume zum Leut- 
nant des 32. Feldjägerbataillons. 



Tod Erzherzog 
Albrechts. 



1895. Am 18. Februar verschied zu Arco Se. kaiserliche 
und königliche Hoheit Feldmarschall Erzherzog Albrecht im 
78. Jahre seines ruhmvollen Lebens — ein schwerer Verlust für 
das Allerhöchste Herrscherhaus, ein unersetzlicher für die Armee! 

Tiefgebeugten Herzens, die Trauer des geliebten Aller- 
höchsten Kriegsherrn im eigensten Schmerze teilend, trug die 



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231 



Armee ihren ruhmgekrönten Feldherrn, ihren unermüdlichen 
Organisator, dem sie so unendlich Vieles verdankt, zu Grabe. 



Dem Hauptmann Wilhelm Pichler wurde am 23. Juni 
für seine „mühevolle, von bestem Erfolge gekrönte Tätigkeit als 
Lehrer an der Korpsoffiziersschule" die belobende Anerkennung 
des Korpskommandos ausgesprochen. 

Als im Juni die Ortschaft Kobersdorf im Komitat Sopron 
von Überschwemmungsgefahr bedroht wurde, fand die verstärkte 
Pionierabteilung des Bataillons Gelegenheit, sich bei der Rettungs- 
aktion hervorragend zu betätigen ; durch ihre umfassenden, auf- 
opfernden Arbeiten wurde die drohendste Gefahr abgewendet, 
bis eine Pionierkompanie Hilfe brachte. 

Aus diesem Anlasse wurde dem Leutnant Ritter von 
Zaluski-Junosza für besonders hervorragende Leistungen 
die belobende Anerkennung des Reichskriegsministeriums be- 
kanntgegeben. 

Die gleiche Auszeichnung wurde dem Patrouilleführer 
Johann Kratochwill der 3. Kompanie zuteil. 

Nach Beendigung der Divisionsübungen nahm das Bataillon 
in der Zeit vom 14. bis 18. September an den diesjährigen 
großen Kavallerieaufklärungsmanövern teil. 

Am 21. September in Särvär einwaggoniert, traf das Bataillon 
am 23. September in seiner neuen Garnisonsstadt Dolnja-Tuzla 
ein; die 3. Kompanie wurde von hier nach Maglaj detachiert 
und hatte auch den Posten Zepce zu bestreiten. 

Ordre de bataille: 39. Infanteriebrigade Oberst Edler von 
Pokorny; 15. Korps G. d. K. F'reiherr von Appel. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Mai Hauptmann des Generalstabskorps 
Karl Gottl und Leutnantrechnungsführer Johann Madl des 
L Regimentes der Tiroler Kaiserjäger; am 1. September Regi- 
mentsarzt 1. Kl. Dr. Klemens Moretzky des 19. Feldjäger- 
bataillons und Oberarzt Dr. Paul Topalovic des Garnisons- 
spitals Nr. 23; am 3. Oktober die Leutnants Paul Kirchner 
und Karl Györi de Felpecz aus dem Reservestande. 

Transferiert: am 1. Mai Hauptmannrechnungsführer 2. Kl. 
Emanuel Grün zum Divisionsarlillerieregimente Nr. 25; am 
l. September Oberleutnant Karl Schieb als Lehrer in die 
Militär-Unterrealschule zu Kis-Marton (Eisenstadt) und Regi- 
mentsarzt 1. Kl. Dr. Aladär Bogdän zum Infanterieregimente 
Salis-Soglio Nr. 76. 



Hauptmann 
Pichler belobt. 



Leutnant 
Zaluski belobt. 



Patrouillefuhrer 

Kratochwill 

belobt. 



Ordre de ba- 
taille. 



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232 

Befördert im Bataillone: am 1. Mai Leutnant Eugen Seydl 
zum Oberleutnant; am 1. November die Hauptleute 2. Kl. 
Adalbert von Spänyik und Vinzenz Lipa zu Hauptleuten 
1. Kl, Oberleutnant Wilhelm Martinek zum Hauptmann 2. KL, 
Leutnant Gustav Bros er zum Oberleutnant und die Kadett- 
offiziersstellvertreter Koloman Pacor von Karstenfels und 
Hegyalja, Emil Spindler und Gustav Ebner zu Leutnants. 

Befördert unter gleichzeitiger Transferierung: am L Mai 
Leutnant Josef Albrecht zum Oberleutnant des 32. Feldjäger- 
bataillons; am 1. November Hauptmann 1. Kl. Wilhelm Pichler 
zum Major des Infanterieregimentes Erzherzog Ernst Nr. 48. 

Hauptmann 1. Kl. Julius Bot wurde am 17. Juli zum Eisen- 
bahnlinienkommandanten des 12. Korps ernannt. 

1896. Anläßlich des fünfundzwanzigjährigen Dienstjubiläums 
Sr. kaiserlichen und königlichen Hoheit des Feldzeugmeisters 
Erzherzog Friedrich sandte Oberstleutnant Baron Wucherer 
ein längeres Glückwunschtelegramm ab, auf welches Se. kaiser- 
liche und königliche Hoheit telegraphisch Folgendes zu er- 
widern geruhte: 

Ich danke dem Offizierskorps des Bataillons bestens für 
die Glückwünsche, welche in so warmen Worten Ausdruck 
fanden. 

Unvergeßlich bleibt mir stets das Bataillon, wo ich zuerst 
den Militärdienst erlernte; mit Freude denke ich stets an das 
vorzügliche Bataillon, welches eine Zier des 5. Korps ist. Meinen 
besten Gruß den Offizieren. 

FZM. Erzherzog Friedrich. 

Am 1. Mai avancierte Oberstbrigadier Edler von Pokorny 
zum Generalmajor. 

Die Garnison Maglaj und der Posten Zepce wurden am 

1. August aufgelassen; die 3. Kompanie rückte nach D. Tuzla ein. 

Kaisermanöver j^j (jiesem Jahre fanden Brigadeübungen bei D. Tuzla statt. 

n^i i^QÄiCfi tum 

' Nach Beendigung derselben wurde die 39. Infanteriebrigade ein- 
waggoniert und nach Belovar befördert. Sie nahm sodann an 
den bei Csaktornya in Gegenwart Sr. Majestät stattfindenden 
Manövern des 13. und 3. Korps teil. 

Gelegentlich der Truppenrevue am 22. September geruhte 
Se. Majestät dem 1 1. Jägerbataillone Allerhöchstseine Zufriedenheit 
durch die Zurufe „nagyon szep, nagyon jö" auszudrücken. 



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233 



Oberst 

Wucherer 

Kronenorden. 



V. i. O. 



Nach Beendigung der Manöver marschierte das Bataillon 
nach Mura-Szt. Kiräly, wurde hier am 25. September einwaggoniert 
und traf am 27. wieder in D. Tuzla ein. 

Am 12. Oktober wurde je eine halbe Kompanie nach Doboj 
und Dervent verlegt. 

Se. Majestät geruhte am 1. November dem in den Ruhe- 
stand tretenden Oberstleutnant Freiherm von Wucherer den 
Oberstenscharakter ad honores zu verleihen. Oberst Freiherr von 
Wucherers verdienstvolles Wirken fand außerdem durch die 
Dekorierung desselben mit dem Orden der Eisernen Krone 3. Kl. 
die Allerhöchste Anerkennung. 

Zum Kommandanten des 11. Jägerbataillons wurde Haupt- ^^jor Schwaab 

4 rrt Atr t ^^ t , , . o • • %*.».' Bataillons- 

mann 1. Kl. Alfred Schwaab des Infanterieregimentes Mollinary kommandant 
Nr. 38 bei gleichzeitiger Beförderung zum Major ernannt. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Mai Hauptmann des Generalstabes Gustav 
S c h ay und Regimentsarzt 1 . Kl. Dr. Karl P e h a r c des Garnisons- 
spitals Nr. 9; am 18. August Leutnant Richard Brunnar der 
Wr. Neustädter Militärakademie, ferner die Leutnants Otto Rössler 
und Eugen Mocsäry aus dem Reservestande. 

Transferiert: am 1. Mai Hauptmann 1. Kl. Karl Gottl zum 
Generalstabe und Leutnant Friedrich Gerbert zuml. Feldjäger- 
bataillon. 

Befördert im Bataillone: am 1. November Hauptmann 2. Kl. 
Franz Hörzinger zum Hauptmann 1. Kl., die Leutnants 
Zdislaw Ritter von Zalus ki-Junosza und Viktor Wagner 
zu Oberleutnants, Kadettoffiziersstellvertreter Josef J a r i s c h zum 
Leutnant und Leutnantrechnungsführer Johann Madl zum Ober- 
leutnantrechnungsführer. 

Befördert bei gleichzeitiger Transferierung: am I.Mai Leut- 
nant Karl Göbl zum Oberleutnant des Feldjägerbataillons Nr. 1 
und Regimentsarzt 1. Kl. Dr. Klemens Moretzky zum Stabsarzt 
im Gamisonsspitale Nr. 25; am 1. November Oberleutnant Augustin 
Martinek, zugeteilt dem Generalstabe, zum Hauptmann 2. Kl. 
im 24. Feldjägerbataillon. 



1897. Am 1. Mai wurde Major Thaddäus Graf Alberti de ObersUeutnant 
Po ja, Flügeladjutant Sr. Majestät, zum Oberstleutnant befördert. Alberti. 

Nach Schluß der Brigadeübungen marschierte das Bataillon 
am 19. August über Vlasenica zu den Manövern am Glasinac, 
welche mit einer zweitägigen Übung im Korps am 25. und 
26. August bei Zlebovi endeten. Am 27. marschierte das Bataillon 



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234 

wieder nach Vlasenica und von hier am 28. in einem Tage nach 
Dolnja-Tuzla (68 km Luftlinie). 

Die 39. Infanteriebrigade wurde am 1. Oktober in den 
Verband der 1. Infanterietruppendivision FMLt. Schkrobanek ein- 
geteilt. 
V. i. O. Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 18. August Leutnant Georg Koller aus dem 
Reservestande; am 16. April Leutnant Adolf Meduna Ritter 
von Ried bürg des 22. Feldjägerbataillons; am 1. November 
Hauptmann 2. Kl. Hermann Do Hin er des 3. Regimentes der 
Tiroler Kaiserjäger. 

Transferiert: am 1. September Leutnant Karl Freiherr von 
dem Bussche-Ippenburgin den Stand der Infanteriekadetten- 
schule zuLobzow; am 6. September Hauptmann Gustav Seh ay 
in das Generalstabskorps; am 1. November Leutnant Koloman 
Pacor von Karstenfels und Hegyalja zum Feldjäger- 
bataillon Nr. 12. 

Befördert: am L Mai Leutnant Adalbert Tauscher zum 
Oberleutnant, Oberarzt Dr. Paul Topalovic zum Regimentsarzt 
2. Kl. ; am 1 . November Leutnant Karl Freiherr von dem B u s s c h e- 
Ippenburg zum Oberleutnant und Kadettoffiziersstellvertreter 
KaH Ritter von Engelhardt zum Leutnant. 

Die Charge legte ab: am 1. November Leutnant Adolf 
Meduna Ritter von Ried bürg. 

1898. An Stelle des nach Reichenberg transferierten GM. Edlen 
von Pokorny wurde am 2. März Oberst Ritter von LeFort 
des bosnisch - herzegowinischen Infanterieregimentes Nr. 1 zum 
Kommandanten der 39. Infanteriebrigade ernannt. ^) 

Der Flügeladjutant Sr. Majestät, Oberstleutnant Thaddäus 
Graf Albert i de Po ja, wurde am 1. Mai zum Infanterieregimente 
Erzherzog Franz Ferdinand Nr. 19 transferiert. 

Nach den diesjährigen Waffenübungen bei Doboj erfolgte 
die Verlegung des Bataillons nach Sarajevo. Am 22. August in 
Doboj einwaggoniert, traf das Bataillon am gleichen Tage in 
seiner neuen Garnisonsstadt ein. Von hier aus hatte es den 
Offiziersposten Pale und den Unteroffiziersposten Mokro zu be- 
streiten. 
Ordre de ba- Ordre de bataille : 7. Gebirgsbrigade GM. Ritter von Pohl. 



taille. 



*) am 1. Mai zum Generalmajor befördert. 



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235 

Am 1 1 . September traf in Sarajevo die erschütternde Kunde Tod ihrer 
ein, daß Ihre Majestät die allgeliebte Kaiserin und Königin Majestät der 
Elisabeth am 10. September das Opfer einer ruchlosen Frevel- 
tat geworden. 

Tiefe, beklemmende Trauer ergriff alle Völker Österreich- 
Ungarns; überall gab sich die innigste Teilnahme für den geliebten 
Monarchen kund, den von neuem ein schwerer Schicksalsschlag 
getroffen. 

Als der Zug, der den Leichnam der verewigten Herrscherin 
aus der Fremde zurückbrachte, die Grenze Vorarlbergs über- 
schritt, da breitete es sich wie ein riesiger Trauerflor über die 
ganze Monarchie — leise rauschend senkten sich die Fahnen 
der Ehrenkompanien zum letzten Gruße, tief zur Erde ! 



Gerade in diesem Jahre, das für Se. Majestät eine so furcht- ^^- Jahrestag 
bare Heimsuchung gebracht hatte, vollendete unser Allergnädigster ^^** Regierungs- 
Kaiser und Herr das fünfzigste Jahr segensreicher Regierung, g^. j^ajestät 
Auf Allerhöchsten Wunsch mußten alle Festlichkeiten größeren 
Umfanges unterbleiben, mit welchen die Untertanen Sr. Majestät 
den Gefühlen dankbarer Verehrung begeisterten Ausdruck zu 
verleihen sich gerüstet hatten. 

In Sarajevo fand aus diesem Anlasse am 2. Dezember Leutnant Koller 

ein feierlicher Gottesdienst statt, welchem eine Paradeausrückung *^""™ *" '^' 

Rechnungs- 
vor Sr. Exzellenz dem Korpskommandanten und die Verteilung Unteroffizier 

der von Sr. Majestät gestifteten Jubiläumserinnerungsmedaille Thaler goldenes 
folgte. Auch wurden zahlreiche Auszeichnungen verliehen ; vom Verdienstkreuz. 
11. Jägerbataillon erhielt Leutnant Georg Koller die Militär- 
verdienstmedaille am roten Bande, Rechnungsunteroftizier Karl 
Thal er das goldene Verdienstkreuz. 

Veränderungen im Offizierskorps. ^- *• ^• 

Eingeteilt: am 18. August Leutnant Heinrich Simonis 
aus dem Reservestande. 

Transferiert: am 1. September Regimentsarzt 2. Kl. Dr. Paul 
Topalovic zum Divisionsartillerieregimente Nr. 19. 

Befördert im Bataillone: am 1. November Hauptmann 2. Kl. 
Wilhelm Martinek zum Hauptmann 1. Kl. und Kadettoffiziers- 
stellvertreter Julius von Krausz zum Leutnant. 

Befördert unter gleichzeitiger Transferierung: am 1. Mai 
Leutnant Johann Graf Zamoyski-Szarius zum Oberieutnant 
des Feldjägerbataillons Nr. 23. 



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236 



Ordre de ba- 
taille. 



Hauptmann 
Spanyik belobt. 



V. i. O. 



1899. An Stelle des mit Wartegebühr beurlaubten FMLt. 
Schkrobanek übernahm am 15. April GM. Laban von 
Varalja das Kommando der 1. Infanterietruppendivision. 

Während der diesjährigen Waffenübungen verblieb das 
Bataillon zur Versehung des Gamisonsdienstes in Sarajevo 
zurück. 

Nach Köszeg (Güns) veriegt wurde das Bataillon am 
13. September einwaggoniert und traf am 15. in seiner neuen 
Garnisonsstadt ein. 

Ordre de bataille: 65. Infanteriebrigade GM. D üringer von 
Langen wart; 33. Infanterietruppendivision FMLt. Niklas; 
5. Korps FZM. Erzherzog Friedrich. 

Das 15. Korpskommando sprach dem Hauptmann Adalbert 
von Spanyik für die als Lehrer der Korpsoffiziersschule mit 
„durchaus umfassender Sachkenntnis, unermüdlichem Eifer und 
pädagogischem Geschicke durchgeführte Instruierung" die be- 
lobende- Anerkennung aus. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 18. August Leutnant Ernst Cavallar der 
Wr. Neustädter Militärakademie; am 1. September Regiments- 
arzt 2. Kl. Dr. Alfred Irman des Infanterieregimentes Abensberg 
und Traun Nr. 21. 

Transferiert: am 1. April Oberleutnant Karl Schieb zur 
kgl. ung. Landwehr; am 1. Mai Leutnant Richard Brunnar 
zum Feldjägerbataillon Nr. 31; am 1. September Regimentsarzt 
1. Kl. Dr. Karl Peharc zum Infanterieregimente Abensberg 
und Traun Nr. 21; am I.November Oberleutnant Richard Vogl 
zum 1., Leutnant Emil Spindler zum 9. Feldjägerbataillon und 
Leutnant Gustav Ebner zum 4. Regimente der Tiroler Kaiserjäger. 

Befördert: am I.November Kadettoffiziersstellvertreter Hugo 
Rosmann zum Leutnant und Regimentsarzt 2 Kl. Dr. Alfred 
Irman zum Regimentsarzt 1. Kl. 



1900. An Stelle des mit Wartegebühr beurlaubten GM. 
Düringer von Langenwart wurde am 1. Mai GM. Ritter 
von Auffenberg zum Kommandanten der 65. Infanteriebrigade 
ernannt. 

Nachdem das Bataillon vom 1. bis 26. August an den 
Regimentsübungen in Szombathely (Steinamanger) teilgenommen, 
ging dasselbe zu den Übungen in der Brigade nach Möcsa ab; 
an diese schlössen sich Divisionsübungen bei Kömlöd und Korps- 
manöver bei Kis-Ber. Mit einer am 7. September bei Rede durch 



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237 



Schwaab. 
V. i. O. 



den Korpskommandanten, Se. kaiserliche und königliche Hoheit 
FZM. Erzherzog Friedrich, abgehaltenen Revue fanden die 
diesjährigen Waffenübungen ihren Abschluß, worauf das Bataillon 
am 9. September von Värsäny aus per Bahn wieder in Köszeg 
eintraf. 

Der Bataillonskommandant Major Alfred Schwaab wurde Oberstleutnant 
am 1. November zum Oberstleutnant befördert. 

Sonstige Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Mai Hauptmann 2. Kl. Ernst Burel des 
Feldjägerbataillons Nr. 17; am 1. November Hauptmann 1. Kl. 
Heinrich Vonbank des 1. Regimentes der Tiroler Kaiserjäger. 

Befördert im Bataillone: am 1. Mai die Leutnants Paul 
Kirchner und Karl Györi de Felpecz zu Oberleutnants; 
am 1. November Hauptmann 2. Kl. Hermann Do Hin er zum 
Hauptmann 1. Kl. und Kadettofflziersstellvertreter Eduard Herr- 
mann zum Leutnant. 

Befördert bei gleichzeitiger Transferierung: am 1. Mai 
Hauptmann 1. Kl. Ladislaus Cziffra zum Major im Infanterie- 
regimente Erzherzog Franz Ferdinand Nr. 19. 

Pensioniert: am 26. November Hauptmann 1. Kl. Franz 
Hörzinger. 



1901. Das Bataillon ging am 19. August per Bahn nach 
Györ ab, nahm an den Divisionsübungen im Räume Nyerges- 
Ujfalu - Bajna und an den Korpsmanövern in der Gegend von 
Bätorkesz-Perbete teil und kehrte sodann am 15. September per 
Bahn von Komärom nach Köszeg zurück. 

Im Monate Oktober fand je eine Kompanie des Bataillons 
in Köszeg, Szombathely und Baksa als Wahlassistenz Ver- 
wendung. 

Der Korpskommandobefehl vom 3. September setzte fest, 
daß das Bataillon nunmehr den 25. Juli als Gedenktag des Ge- 
fechtes von Sommacampagna zu feiern habe. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 16. April Hauptmann l.Kl. Peter Ritter von 
Flick des Feldjägerbataillons Nr. 25; am 1. Juni Leutnant- 
rechnungsführer Julius Haibl des Korpsartillerieregimentes Erz- 
herzog Albrecht Nr. 5. 

Transferiert: am 1. März Oberleutnant Eugen Seydl zum 
19. Feidjägerbataillon ; am 1. Juni Oberieutnantrechnungsführer 
Johann Madl zum Dragonerregimente Montecuccoli Nr. 8; am 
1. Dezember Hauptmann 1. Kl. Adalbert von Spänyik zum 



Somma- 
campagna 
Gedenktag. 

V. i. O. 



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238 



19. und am 16. Dezember Leutnant Eduard Herrmann zum 
5. Feldjägerbataillon. 

Befordert: zu Oberleutnants die Leutnants Josef J arisch, 
Otto Rössler und Eugen Mocsary am 1. Mai und Georg 
Koller am 1. November. 



Major Spdnyik 

Bataillons- 

kommandant. 

Ordre de ba- 
taille. 

Oberleulnant 
Zaluski belobt. 



Kaisermanöver 
bei Sasvär. 



Allerhöchste 

Belobung des 

Bataillons. 



1902« Mit Allerhöchster Entschließung vom 25. März er- 
folgte die Übersetzung des Oberstleutnants Alfred Schwaab in 
die kgl. ungarische Landwehr, bei gleichzeitiger Ernennung des- 
selben zum Kommandanten des Honvedinfanterieregimentes 
Nr. 18. 

Zum Kommandanten des 1 1 . Feldjägerbataillons wurde am 
2. April Major Emil von Spänyik des Infanterieregimentes 
Pitreich Nr. 69 ernannt. 

Das Bataillon trat am 10. April in den Verband der 66. In- 
fanteriebrigade GM. Sluka. 

Am 4. August wurde Oberleutnant Ritter von Zaluski- 
Junosza in Anerkennung sehr ersprießlicher Leistungen als 
Lehrer am Spezialfechtkurse vom Reichkriegsministerium mittels 
Dekret belobt. 

Das Bataillon marschierte am 7. August zu den Regiments- 
übungen nach Komarom ab; an diese schlössen sich Übungen 
in der Brigade und in der Division, welche letzteren am 1. Sep- 
tember bei Nyitra-Zsämbokret endeten. Am 2. September be- 
gannen Korpsübungen und freizügige Märsche in die Ausgangs- 
situation der Schlußmanöver, welche zwischen dem 2. und 
5. Korps in Gegenwart Sr. Majestät des Kaisers und Königs 
sowie des Deutschen Kronprinzen bei Sasvär stattfanden. 

Am 1 1 . September wurde das Bataillon der 2. Kavallerie- 
truppendivision FMLt. Graf Attems unterstellt. Es marschierte 
um 6 Uhr abends von Polianka- Dolna über Turoluka nach 
Szenic ab, welcher Ort gegen Morgen des 12. September erreicht 
wurde (53 km). Von Szenic wurde das Bataillon auf Wägen nach 
Sasvär befördert, wo dasselbe um 7 Uhr 30 Min. früh eintraf 
und alsbald Gelegenheit fand, in das Gefecht der Kavallerie- 
division unterstützend einzugreifen. 

Das Bataillon hatte den langen Nachtmarsch ohne Marsch- 
marode durchgeführt. Se. Majestät geruhte deshalb dem Bataillons- 
kommandanten Major von Spänyik Allerhöchstseine besondere 
Anerkennung persönlich auszusprechen. 

Am Nachmittage des 12. September rückte das Bataillon 
nach einem neuerlichen anstrengenden Marsche wieder zu seiner 



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239 

Brigade ein und kehrte nach Beendigung der Manöver am 17. Sep- 
tember von Kutti aus per Bahn wieder nach Köszeg zurück. 

Am I.November wurde dem Hauptmann Ritter von Flick Hauptmann 
die Militärverdienstmedaille am roten Bande verliehen. ^^^^^ 

Signum laudis. 

Veränderungen im Offizierskorps. V. i. o. 

Eingeteilt : am 16. Februar Oberleutnant Franz Graf A 1 b e r t i 
de Poja des 1. Regimentes der Tiroler Kaiserjäger. 

Transferiert: am 1. November Leutnant Karl Ritter von 
Engelhardt zum 25. Feldjägerbataillon und Leutnant Heinrich 
Simonis zur Militärverpflegsbranche bei Ernennung zum Militär- 
verpflegsakzessisten. 

Befördert: am I.Mai Hauptmann 2. Kl. Ernst Burel zum 
Hauptmann 1. Kl. 

1903. Am 15. April trat FMLt. Niklas in den Ruhestand; 
GM. Sluka wurde dem 6. Korpskommando zugeteilt. 

Zum Kommandanten der 33. Infanterietruppendivision wurde 
GM. Edler von Reznicek, zum Kommandanten der 66. In- 
fanteriebrigade Oberst des Generalstabes Viktor Dan kl ernannt. 
Ami. Mai avancierte GM. Reznicek zum Feldmarschalleutnant, 
Oberst Dan kl zum Generalmajor. 

Vom k. und k. Reichskriegsministerium wurde am 17. April Hauptmann 
der Hauptmann Hermann D o 1 1 i n e r, mittels Dekretes „für die ^""'"^'* ^^^^^*- 
Konstruktion manövrierfähiger Markierscheiben" belobt. 

Hauptmann Vinzenz Lipa erhielt am 1. Mai in Anerkennung Hauptmann 
„besonders eifriger und erfolgreicher Truppendienstleistung" die ''^P^ 

Militärverdienstmedaille. ^^«"""^ ^*"^^^- 

Am 31. Juli erfolgte die teilweise Neubewaffnung des 
Bataillons mit dem Repetiergewehre M. 1895; es erhielt jede 
Kompanie 60 neue Gewehre. 

Über Anregung des Bataillonskommandos wurde dem Eiftägtge Feld- 
Bataillon in diesem Jahre die Durchführung einer groß angelegten dtenstübung. 
elftägigen Felddienstübung im Alpenterrain gestattet. 

Eine Reihe zusammenhängender Bataillonsübungen bildete 
die Grundlage für die Einleitung eines sehr regen Aufklärungs- 
und Sicherungsdienstes. Um eine Gegenseitigkeit zu ermöglichen, 
wurde ein Markierungsdetachement zusammengestellt, welches 
auf einen Tagmarsch vorgeschoben, im Rahmen der gestellten 
Aufgaben selbständig manövrierte. 

Die Durchführung der Übung erfolgte programmäßig in 
der Zeit vom 15. bis 25. Juli. Das Bataillon brach am 15. von 



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240 



Oberleutnant 
Broser belobt 



Hauptmann 

Vonbank 

Signum laudis. 

V. i. O. 



Köszeg auf und erreichte über Kirchschlag — Aspang — Hoch- 
wechsel (1738 m) —Stuhleck (1783 m) und Pretulalpe (1656 m) 
am 18. Mürzzuschlag, wo am 19. gerastet wurde. Von hier ging 
es im Mürztal abwärts nach Kindberg, dann über Fischbach 
zum gastlichen Kloster Vorau. Nach einem beschwerlichen Nacht- 
marsch quer über das Gebirge wurde am 24. mit dem Eintreffen 
in Borostyänkö wieder ungarisches Gebiet betreten und am 25. 
die heimatliche Garnisonsstadt Köszeg erreicht. 

Die Märsche in mehreren, räumlich weit getrennten Kolonnen, 
mit fast ununterbrochenem Aufklärungs- und Sicherungsdienste 
verbunden, stellten hohe Anforderungen an Offiziere und Mann- 
schaft; speziell letztere stand infolge ihrer Abstammung aus dem 
ungarischen Flachland unbekannten und ungewohnten Ver- 
hältnissen gegenüber. Trotz der ganz bedeutenden Marsch- 
leistungen, welche die Mannschaft in feldmäßiger Adjustierung 
und Ausrüstung vollführte, hatte das Bataillon keinen Marsch- 
maroden aufzuweisen. 

Vom Wetter ungemein begünstigt, nahm die ganze Übung 
einen hochinteressanten Verlauf und bildet gewiß für alle Teil- 
nehmer eine der schönsten Erinnerungen ihres militärischen 
Lebens. 

Zu den diesjährigen Waffenübungen in der Umgebung von 
Komärom marschierte das Bataillon am 19. August über Ivan — 
Egyed — Menfö— Bana nach Komarom ab und kehrte am 8. Sep- 
tember nach beendeten Übungen in der Infanterietruppendivision 
per Bahn von Däd nach Köszeg zurück. 

Dem Oberleutnant Gustav Broser wurde am 15. Oktober 
für die durch mehrere Jahre teils bei der Truppe teils in be- 
sonderen Verwendungen geleisteten hervorragenden Dienste der 
Dank und die Anerkennung des 5. Korpskommandos aus- 
gesprochen. 

Hauptmann Heinrich Vonbank wurde am 1. November 
in Anerkennung „besonders eifriger und erfolgreicher Truppen- 
dienstleistung" mit der Militärverdienstmedaille dekoriert. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. April Leutnant des Armeestandes Otto 
Schuster als Magazinsoffizier; am 18. August Leutnant Karl 
C h r e s t e 1 s der kgl. ungarischen Ludovikaakademie ; am 1 . Oktober 
Leutnant Artur Phleps des 3. Regimentes der Tiroler Kaiser- 
jäger. 

Dem Militärgeographischen Institute zugeteilt: am 1. Oktober 
Leutnant Hugo Rosmann. 



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241 



Befördert: am 1. Mai Leutnant Julius von Krausz zum 
Oberleutnant; am 1. November die Kadettoffiziersstellvertreter 
Franz Germarz, Adalbert Zircher und Johann Kiss zu 
Leutnants. 

Am 24. April wurde die Familie des Leutnants Ernst 
Cavallar in den Adelsstand erhoben. 



1904« Das 5. Korpskommando sprach dem Regimentsarzt 
Dr. Irman für seine ersprießliche Tätigkeit während der 
Scharlachepidemie in Köszeg die belobende Anerkennung aus. 

Am 1. April wurde Rechnungsunteroffizier Karl Thal er in 
den Invalidenpensionsstand des Militärinvalidenhauses in Nagy- 
Szombat übersetzt. Se. Majestät geruhte mit Allerhöchster Ent- 
schließung vom 18. März diesem Unteroffizier in Würdigung 
seiner ausgezeichneten mehr als 50jährigen aktiven Dienstleistung 
zu seiner Invalidenpension eine Personalzulage von jährlich 
240 Kronen und ausnahmsweise auch eine einmalige Gnaden- 
gabe von 1200 Kronen zu bewilligen. 

Am 20. Juni wurde dem Oberleutnant Gustav Bros er für 
dessen vorzügliche Dienstleistung als Adjutant der Korpsoffiziers- 
schule und besonderen Verdienste bei Führung der Offiziers- 
menage in dieser Schule die belobende Anerkennung aus- 
gesprochen. 

Nachdem in Ungarn die Einrückung der Rekruten in diesem 
Jahre erst im Monate Mai erfolgt war, fand die Ausbildung mit 
den Übungen im Bataillone ihren Abschluß. 

Dem Oberleutnant Franz Grafen Alberti de Poja wurde 
am 19. Oktober für seine „mehrjährigen sehr guten, mit un- 
ermüdlichem Eifer geleisteten Dienste bei der Truppe" die be- 
lobende Anerkennung des Korpskommandos ausgesprochen. 

Veränderungen im Offizierskorps. 

Eingeteilt: am 1. Mai Leutnant Artur Sommer des Feld- 
jägerbataillons Nr. 19; am 1. November Regimentsarzt 1. Kl. 
Dr. Gustav Gellner des Pionierbataillons Nr. 15. 

Transferiert: am l. Mai Oberleutnant Josef J arisch zum 
17. Feldjägerbataillon; am 1. September Oberleutnant Otto Rössler 
in die Infanteriekadettenschule zu Karlstadt; am 1. November 
Regimentsarzt 1. Kl. Dr. Alfred Irman zum Infanterieregimente 
Appel Nr. 60. 

Zugeteilt: am 1. Mai Oberleutnant Georg Koller dem 
Generalstabe. 

Geschichte des 11. Keldjägerbataillons. |Q 



Regimentsarzt 
Irman belobt. 



Oberleutnant 
Broser belobt. 



Oberleutnant 
Alberti belobt. 



V. i. O. 



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242 

Befördert: am 1. Mai Kadettoffiziersstellvertreter Alfons Dra- 
goni Edler von Rabenhorst zum Leutnant; am I.November 
die Leutnants Ernst von Cavallar und Hugo Rosmann zu 
Oberleutnants. 

Schlußwort. Mit dem Jahre 1904 findet dieses Werk vorläufig seinen 

Abschluß. 

Ein Rückblick auf die geschilderten Ereignisse zeigt, wie 
wechselvoll sich die Geschicke unseres Truppenkörpers gestaltet 
haben. Schon in den ersten 50 Jahren seines Bestandes hat das 
Bataillon fast ganz Mitteleuropa durchwandert; im Sonnenbrande 
des sizilianischen Himmels, im eisigen Frost eines dänischen 
Winters focht es unverdrossen für die Interessen unseres all- 
umfassenden Vaterlandes, für das Wohl unserer geliebten, an- 
gestammten Dynastie! 

Wenn sich das Bataillon dabei nur an verhältnismäßig 
wenigen Aff*ären zu beteiligen vermochte — wenn es ihm nur 
in seltenen Fällen vergönnt war, entscheidend in den Gang der 
Gefechte einzugreifen, so ist der Grund hiefür in der Ungunst 
der Verhältnisse zu suchen. Es lag auch nicht in den Intentionen 
des Verfassers, unser eigen Loblied zu singen. Es sollte nur 
allen, die sich für das Bataillon interessieren, eine streng gewissen- 
hafte Darstellung seines Entwicklungsganges geboten werden, 
der nach den Zeitverhältnissen beurteilt werden muß. 

Was so mancher Truppenkörper unserer glorreichen Armee 
besitzt, dem es beschieden war, in Habsburgs Kämpfen ewigen 
Kriegsruhm zu erwerben, das mag uns von der Vorsehung erst 
für spätere Zeiten vorbehalten sein; einstweilen bleibt es 
unser aller heißester Wunsch, der darin seinen Aus- 
druck finden soll, daß jeder einzelne bestrebt sei, 
die Ausbildung und Leistungsfähigkeit unseres 
Bataillons auf die höchste Stufe zu erheben. 

Dann, wenn einmal die Jägerhörner wieder zum Sturm 
blasen — wenn um hoher Aufgaben willen hoher Einsatz von 
uns gefordert wird, dann möge es dem Bataillon beschieden sein, 
„Alt- Elf" mit dem nie welkenden Lorbeer unvergänglichen Kriegs- 
ruhms zu schmücken! 

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Anhang. 



16* 



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„Die Bataillonstochter"/) 



In pietätvoller Erinnerung an den bei Sona heldenmütig 
gefallenen Kameraden, Oberleutnant Peter Speltini, wurde 
dessen hinterlassenes Töchterlein Ersilia vom Offizierskorps als 
„Tochter des Bataillons" mit der Verpflichtung übernommen, für 
ihre angemessene Erziehung und einstige Versorgung zu wirken. 
. Ersilia Speltini, am 11. September 1842 zu Piacenza 
geboren, war beim Tode ihres Vaters nicht ganz sechs Jahre alt. 
Oberleutnant Peter de Lugnani nahm das verlassene Kindlein 
in den Kreis seiner eigenen Familie auf, von wo es im August 
1849, mit der erforderlichen Ausstattung versehen, in das kaiser- 
liche Mädchenkollegium zu S. Filippo in Mailand gebracht 
wurde. 

Mit Offiziersbeschluß vom 15. Mai 1849 wurde der von der 
Militär - Entschädigungskommission zu Mailand zugunsten der 
Verlassenschaft des Oberleutnants Speltini eingelaufene Betrag 
von 236 fl. 15 kr. für das Mädchen nutzbringend angelegt. Diese 
Summe bildete den Ersatz für den Verlust an Privateigentum, 
welchen Speltini in der Revolution erlitten hatte. 

Um die Auslagen für Ersilias Erziehung bis zu ihrem 
18. Lebensjahre bestreiten und ihr seinerzeit ein entsprechendes 
Kapital zur Versorgung bieten zu können, beschloß das Offiziers- 
korps, die hiezu erforderlichen Mittel bis zu diesem Zeitpunkte 
durch freiwillige Beiträge und fortgesetzte monatliche Rücklässe 
zu beschaffen, welche Verpflichtung auch alle später in das 



^) basiert auf dem Aufsatze des Hauptmanns Hermann D olliner. 



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246 

11. Jägerbataillon eintretenden Offiziere bereitwilligst über- 
nahmen. ^) 

Se. Exzellenz der Armeekommandant Feldmarschall Graf 
Radetzky, von der Fürsorge des Otfizierskorps für die Tochter 
des gefallenen Bataillonskameraden in Kenntnis gesetzt, richtete 
an das Bataillon folgenden Erlaß: 

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,Präs. Nr. Verona am 21. Februar 1850. 

M. S. 

Aus einem Berichte des hierortigen Landes - Militär - Kom- 
mandos habe ich ersehen, daß das Offiziers-Corps des Bataillons, 
den Antrag des k. k. Judicium delegatum militare, die Verlassen- 
schaft des vor dem Feinde gebliebenen Oberlieutenants Speltini für 
seine Tochter Ersilia nutzbringend anzulegen, nicht nur dankbar 
annahm, sondern diesen geringen Betrag durch Rücklässe be- 
trächtlich vermehrte und weitere Zulagen zum Nutzen dieses 
Kindes versprach. Obschon ich wohl fühle, daß der Lohn für 
eine so edle, zahrte Verehrung des heldenmüthig gefallenen 
Kameraden, in dem erhabenen Bewußtsein aller Jener liegt, welche 
dem schönen Zuge ihres Herzens folgend, das elternlose Kind 
unterstützen, obschon ich fühle, daß so edelmüthige Handlungen 
nicht nach Anerkennung geizen, so kann ich mir doch, als Vater 
meiner braven Kinder der Armee, das Vergnügen nicht versagen, 
dem Offiziers-Corps des Bataillons meine Freude und meinen 
wärmsten Dank für den schönen Geist auszudrücken, welcher 
alle beseelt, den verlorenen guten Kameraden nach seinem Tode 
in der Sorge für sein Kind zu ehren. 

Radetzky m. p. 

Feldmarschall. 
An das k. k. 11'*^ Feldjäger Bataillons Commando zu Lovere" 

Dieser Erlaß wurde vom Bataillonskommandanten, Obersten 
Bauer, mit folgenden Worten dem Offizierskorps verlautbart: 

„Mit dem innigsten Vergnügen theile ich Ihnen, meine 
Herren, jenen hohen Präsidial-Erlaß mit, welchen Seine Excellenz 



^) Erklärung des Offizierskorps vom 15. Mai 1849 mit Zusatz de dato 
Leoben vom 6. Oktober 1859. 



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247 

unser hochgeehrtester Feldherr Feldmarschall Graf Radetzky 
am 21. Februar d. J. an das Bataillon gerichtet hat, und in 
welchem der gute Geist der Herren Offiziere auf eine höchst 
ehrenswerthe, zugleich väterliche und rührende Weise an- 
erkannt ist. 

Dieser hohe Erlaß wird in den Akten des Bataillons — ein 
bleibendes, ehrendes Denkmal Ihrer edlen Gesinnungen — auch 
den späteren Nachfolgern als Offiziere beurkunden, welcher edle 
Geist der Harmonie Sie beseelt hat. 

Empfangen Sie, meine Herren, bei diesem Anlasse die auf- 
richtige Versicherung, daß ich ganz den hohen Werth zu schätzen 
wisse, mich an der Spitze so tapferer und edeldenkender Herren 
Offiziere zu befinden." 

Am 9. März 1867 wendete sich Ersilia Speltini brieflich 
an ihre „Wohlthäter, die Herren Offi^ziere des 11. Jägerbataillons", 
gab in ihrem Schreiben den Gefühlen unauslöschlicher Dank- 
barkeit in rührenden Worten Ausdruck und bat zugleich, daß 
ihr nunmehr die vom Offizierskorps gewidmete Summe aus- 
gefolgt werde. 

Es sei hier ein Teil dieses Briefes zitiert, welcher von 
Ersilias großer Gemütstiefe zeugt: 

„Als ich im Jahre 1848 als eine arme, elternlose Waise 
zurückblieb, hatte ich das namenlose Glück, in den Waffen- 
gefahrten meines Vaters die großmüthigsten Beschützer zu finden. 
Mir blieben die empfangenen Wohlthaten tief jm Herzen ein- 
geprägt; ich versetzte mich in die erste Kindheit zurück, als 
beim Tode meines Vaters mir gesagt wurde, daß ich andere 
Väter haben werde, welche mich lieben und beschützen würden; 
ich erinnere mich der einigen Monate, welche ich im Hause 
eines braven Offiziers zubrachte, wo ich öfters meine andern 
Wohlthäter sah. Unbewußt des großen Unglücks, das mich ge- 
troffen hatte, verglich ich mich mit andern Kindern und ward 
glücklich und erstaunt, so viele Väter zu haben, welche für mich 
sorgten, und ich liebte selbe, weil sie mich hätschelten und mir 
Spielzeug schenkten." 

Ein Attest des Advokaten Leone Salvini zu Mailand be- 
zeugte, daß sich Fräulein Ersilia S p e 1 1 i n i infolge der genossenen 
Erziehung, ihrer natürlichen Herzens- und Geistesgaben, endlich 



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248 

infolge ihrer vortrefflichen Aufführung die allgemeine Achtung 
erworben habe, daher auch die sichere Bürgschaft vorhanden 
sei, daß sie das ihr geschenkte Vermögen selbst verwalten könne. 

Es wurde hierauf die Ausfolgung des gesamten Pupillar- 
vermögens Ersilias im Betrage von etwa 2000 fl. in öffentlichen 
Fondsobligationen, Privaturkunden und Bargeld an den Bevoll- 
mächtigten, Hofrat Co belli in Wien, veranlaßt. 

Später wurden wiederholt Erkundigungen über den weiteren 
Lebenslauf der „Bataillonstochter" eingezogen. Ersilia stand als 
Lehrerin im königlichen Mädcheninstitute zu Mailand in Ver- 
wendung und heiratete später den Advokaten de Luca in Gir- 
genti; von hier übersiedelte die Familie vor etwa 15 Jahren 
nach Palermo, wo dieselbe auch jetzt noch domiziliert. 

Frau Ersilia de Luca-Speltini, jetzt eine ehrwürdige 
Matrone, bekundet auch gegenwärtig noch die größte Anhäng- 
lichkeit an das Bataillon. 



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Die Kommandanten des Bataillons. 



Ensch^ Franz Freiherr von *, 1. September 1813—16. März 1836. 
Eschermann^ Friedrich von, 26. März 1836—17. Februar 1842. 
Bereczko^ Ferdinand Freiherr von f , 1. April 1842—15. Oktober 

1847. 
Bauer, Kari, L. O. R. (K. D.), 16. Oktober 1847—5. März 1853. 
Zsoldos, Anton Edler von, 6. März 1853—1. Februar 1860. 
Schwab, Friedrich Ritter von, E. K. O. 3. Kl. (K. D.), 1. Februar 

1860—28. Oktober 1868. 
Brückner, Moritz Ritter von, L. 0. R. 3. Kl. (K. D.), E. K. 0. 3. Kl. 

(K. D.), M. V. K. (K. D.), 28. Oktober 1868—1. Mai 1873. 
Went, Karl, M. V. K. (K. D.), 1. Mai 1873-1. November 1875. 
Heimerich, Johann von, 1. November 1875 — 1. November 1880. 
Steinitz, Emil Ritter von, 1. November 1880—1. November 1882. 
Eapfhammer, Franz, 1. November 1882 — 23. Jänner 1884. 
GriYldid, Daniel Ritter von, 12. Februar 1884—1. November 1887. 
Zurna, Kari von, M. V. K. (K, D.), ^, 1. November 1887— 

30. März 1891. 
Wucherer Yon Huldenfeld, Kari Freiherr, D. 0. K., E. K. 0. 3. KL, 

M. V. K. (K. D.), Ö f, 30. März 1891-1. November 1896. 
Schwaab, Alfred, M. V. K. (K. D.), 1. November 1896—25. März 

1902. 
Spanyik, Emil von, ö, seit 5. April 1902. 



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Berufsoffiziere 



des 



Soldatenstandes, Ärzte nnd Truppenrechnnngsfillirer. 



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1883 bataillon 


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(Rhein- 
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(Böhmen) 


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(N.-Österr.) 


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(Oberitalien) 






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Nr. 12 


Feldjäger- 
bataillon 
Nr. 32 


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Nr. 3 


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1853 
1. Kl. 




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1859 
1. Kl. 


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(Iriand) 




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Nr. 10 2 Kl. 


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V. Kadett- 
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regiment 
Nr. 15 


Jäger- 
bataillon 
Nr. 12 


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l./U. Ruhestand 
1860 


1./3. Inf. -Reg. 
1849 Hohenlohe 

Langen- 
burg 

Nr. 17 


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Feldjäger- 
bataillon 
Nr. 32 


Feldjäger- 
bataillon 
Nr. 12 


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V. Kadett- 
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Herzog v. 
Nassau 
Nr. 15 


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Erzherzog 
Ernst 
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Nr. 9 


im Baone 
vom Ober- 
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Nr. 59 






















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Inf. -Reg. 

Haugwitz 

Nr. 38 








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bataillon 
Nr. 28 


Jäger- 
bataillon 
Nr. 3 


im Baone 
V. Kadett- 
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Feldjäger- 
bataillon 
Nr. 26 


1./2. Feldjäger- 
1881 bataillon 
Nr. 16 


im Baone 

V. Kadett- 

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bataillon 
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im Baone 
V. Kadett- 
unterjäger 


Feldjäger- 
bataillon 
Nr. 33 


im Baone 
vom Ober- 
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1858 Akademie leut- , Tischler 
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1886 1 bataillon ; mann | TörÖk de Telekes 

1 Nr. 23 1 2. KL II 


l./o. im Baone Unter- Karl 
1866 'vom Ober-' leut- , Trampasch 
1 Jäger ; nant , 
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1 1813 korps leut- I! Traon 
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im Baone 

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im Baone 
V. Kadett- 
offiziers- 
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Kaiser- 
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im Baone 
v.Kadett- 
offiziers- 
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Nr. 6 




Inf. -Reg. 

Großherz. 

V. Hessen 

Nr. 14 


Hus.-Reg. 

Radetzky 

Nr. 5 


Inf. -Reg. 

Wasa 

Nr. 60 


Tiroler 
Jäger- 
regiment 


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Miguel 

Nr. 39 


Tiroler 
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Inf. -Reg. 
Appel 

Nr. 60 


Garni- 
sonsspital 
Nr. 26 


Kür.-Reg. 
Wall- 
moden 
Nr. 6 


Inf.. Reg. 

Erzherzog 

Albrecht 

Nr. 44 




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Nr. 45 


Inf. -Reg. 

Abensperg 

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Traun 

Nr. 21 


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Nr. 3 


Inf. -Reg. 
Degen- 

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Nr. 83 




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1899 Abensperg 
und 
Traun 
Nr. 21 


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1829 Haugwitz 

Nr. 38 

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von 
Rußland 
Nr. 26 


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1896 


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Hus.-Reg. 

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Ferdinand 

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Inf. -Reg. 

Ezh. Ernst 

Nr. 48 




Kür -Reg. 

König V. 

Bayern 

Nr. 10 


Kaiser- 
jäger- 
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Drag.-Reg. 

Kronprinz 

V. Bayern 

Nr. 2 


Hus.-Reg. 

Graf 
Radetzky 

Nr. 5 
























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Nr. 39 


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Inf. -Reg. 
Appel 
Nr. 60 


Garni- 
sonsspital 
Nr. 26 


Kür.-Reg. 
Wall- 
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Nr. 6 


Inf. -Reg. 

Erzherzog 

Albrecht 

Nr. 44 




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Inf. -Reg. 
Mayer 
Nr. 45 


Inf. -Reg. 

Abensperg 

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Traun 

Nr. 21 


21. Jäger- 
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Nr. 3 


Inf. -Reg. 
Degen- 

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Art.-Reg. 

Prinz 
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V. Bayern 

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Nr. 22 


Inf. -Reg. 

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Nr. 13 


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Inf. -Reg. 
Ross- 
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Nr. 71 


Inf.. Reg. 
Erzherzog 
Karl Nr. 3 


Feldjäger- 
bataillon 
Nr. 19 


Oguliner 
Grenz- 
regiment 
Nr. 3 


Garni- 
sonsspital 
Nr. 23 


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Aflßireii, au denen das Bataillon teilgenommen hat. 

1814. Krieg in Italien. 

8. Februar. Schlacht am Mincio. 
10. März. Vorpostengefecht bei Roverbella. 
17. März. Rekognoszierung gegen Mantua. 



1815. Feldzng in Italien. 

19. April. Gefecht bei Forli. 

21. April. Gefecht am Roncofluß. 

23. April. Vorhutgefecht bei Savignano. 

28. April. Vorhutgefecht bei Le Gabice und Gradara. 

28. April. Überfall auf Pesaro. 

30. April. Gefecht bei Senigallia. 

1. Mai. Gefecht bei Scapezzano. 



1831. Expedition nach Neapel. 

7. März. Gefecht bei Rieti. 
14. März. Gefecht bei Sora. 



1848. Feldzng in Italien. 

22. März. Straßenkampf in Mailand. 
30. April. Gefecht bei Pastrengo. 

6. Mai. Schlacht bei S. Lucia. 

3. Juni. Rekognoszierung gegen Cerlungo. 
10. Juni. Treffen bei Vicenza. 
23. — 25. Juli. Dreitägige Schlacht von Custoza. 
27. Juli. Gefecht bei Volta. 



1849. Feldzng in Italien. 

21. März. Gefecht bei Mortara. 
23. März. Schlacht bei Novara. 

Geschickte des 11. Feldjägerbataillons. 20 



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306 



1S64. Krieg gegen Dänemark. 

4. und 5. Februar. Geschützkampf bei Fahrdorf. 
19., 20. und 21. März. Beschießung von Fredericia. 



1866. Krieg gegen Preußen. 

30. Juni. Kanonade bei Kukus. 
3. Juli. Schlacht bei Königgrätz. 
22. Juli. Treffen bei Blumenau. 



1866. Feldzng in Italien. 

24. Juni. Schlacht bei Custoza. 

1878. Ol^knpation yon Bosnien und der Herzegowina. 



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307 



Anszeiclmniigen, welche im Bataillone erworben 

wurden. 

Ritterkreuz des Leopoldordens. 

1848. Major Karl Bauer. 

Orden der Eisernen Krone 3. Kl. 

1866. Oberleutnant Paul Spilvogl. 

1896. Oberstleutnant Karl Freiherr Wucherer von Huldenfeld. 

MilitärYerdienstkrenz. 

1 848. Die Hauptleute Anton Gößmann und Wenzel Schröder; 

Oberleutnant Franz Hamornik.^) 
1864. Hauptmann Johann Freiherr Schi rp vonBottlemberg. 
1 866. Hauptmann Georg C a m e 1 1 i ; Oberleutnant Guido F i g u r a. 

MilitärYerdienstmedaille. 

1898. Leutnant Georg Koller. 

1902. Hauptmann Peter Ritter von Flick. 

1903. Die Hauptleute Vinzenz Lipa und Heinrich Vonbank. 

Goldene Tapferkeitsmedaille. 

1814. Oberjäger Urban Faller; Unterjäger Friedrich Schitter. 
1848. Die Oberjäger Florian Eltzenbaum, Adalbert Knapp, 
Giuseppe Magni und Francesco Rezzoli. 

Silberne Tapferkeitsmedaille I. Kl. 

1814. Oberjäger Johann Wallner und Unterjäger August Walter. 

1815. Unterjäger Georg Lemiab. 

1848. Die Oberjäger Martin Krzepelka und Paul Menhard; 
die Unterjäger Sebastiano B 1 e n i o, Giuseppe Borgonovo, 
Antonio Pirelli und Enrico Poli; Gemeiner Ignaz Mai- 
vvald. 



*) verliehen 1850. 

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308 

1849. Die Oberjäger Giuseppe Cerliani und Domenico Gat- 
telli; die Unterjäger Heinrich Hüttenbacher, Feiice 
Spajerani und Lorenzo Villa; Patrouilleführer Bernhard 
Holzmann; Trompeter Giuseppe Cerini; die Gemeinen 
Domenico Livio und Natale Mauro. 

1864. Führer Valentin Kasperl. 

1866. Führer Franz Attam; die Unterjäger Julius Hornung und 
Alois Weiß; Patrouilleführer Ruprecht Luttenberger; 
die Jäger Josef Pfleger und Georg Wilhelmer. 

Silberne Tapferkeitsmedaille 2. KL 

1848. Die Kadetten Jakob Conte Morandi und Franz Koch; 
die Oberjäger Franz Delha, Jakob Grötzl und Eduard 
Weiß; die Unterjäger Giovanni B o n o, Antonio Cerliani, 
Domenico Gattelli, Leopold Korzen, Mario Marella, 
Anton Novak, Feiice Spajerani; die Patrouilleführer 
Giovanni Boschetti und Carlo Romano; die Trompeter 
Angelo Elli und Domenico Mendo; die Gemeinen Lorenz 
Fuchs, Angelo Pavesi, Carlo Peroni und Valerio 
Sfinetto. 

1849. Kadett Eduard Borst; Oberjäger Heinrich Siostranek; 
die Patrouilleführer Pietro Battisti und Luigi Guanda; 
die Gemeinen Giovanni Bozzaro, Johann Matauschek, 
Francesco Scaglia und Andrea Valle. 

1864. Die Oberjäger Josef Babitska und Wenzel Turba; 
Führer Ferdinand Tachedl; die Jäger Engelbert Du da, 
Georg Gerechtshammer, Adolf L ö f f 1 e r, Johann r nig, 
Josef Roi der, Emanuel Stumm voll; Zimmermann Josef 
Radda. 

1866. Die Oberjäger Johann Dattel und Franz Kraft; Unter- 
jäger Alois Graßmann; die Patrouilleführer Simon E i c h- 
tinger und Emerich Tamäsfy ; die Jäger Georg Ebner, 
Karl Großmann, Ignaz Hohenberger, Leopold König- 
stätter, Karl Müller, Johann Schwaiger und Johann 
Streng; Hornist Johann Czullein; die Offiziersdiener 
Karl Leitermaie r und Peter Putz. 

Goldenes Verdienstkrenz. 

1898. Oberjäger Karl Thal er. 



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309 

Silbernes Yerdienstkrenz mit der Krone. 

1890. Oberjäger Karl Thal er. 

Silbernes Yerdienstkrenz. 

1868. Oberjäger Johann Ramus. 
1880. Oberjäger Eugen Cazzanolli. 
1892. Jäger Martin Fan gl. 



Allerhöchste Belobnng. 

1814. Oberjäger Peter Heydenfeld und Kadettunterjäger Ignaz 
Frankl. 

1815. Major Franz Freiherr von Ensch. 

1821. Oberstleutnant Franz Freiherr von Ensch. 

1848. Major Karl Bauer; die Oberleutnants Johann Pawlicza 
und Peter Speltini; Unterleutnant Peter de Lugnani; 
Unterjäger Balas; Patrouilleführer Antonio Podovan; 
Trompeter Giuseppe C a m p i e 1 1 i ; die Jäger Giuseppe 
Bertuzzi und Pietro Gallina. 

1849. Oberstleutnant Karl Bauer; Hauptmann Josef Knerle; 
Kapitänleutnant Wilhelm Kirchner; die Oberleutnants 
Franz Hamornik, Josef Netrufal, Heinrich Escherich 
und Johann Musina; Unterleutnant Franz Rezzoli; 
Unterjäger Carlo P a u 1 e 1 1 o ; die Gemeinen Luigi B o s i z i o 
und Carlo Savietto. 

1864. Oberst Friedrich Edler von Schwab; Oberleutnant Hugo 

Groer; Unterleutnant Paul Spilvogl. 
1866. Oberst Friedrich Edler von Schwab; die Führer Franz 

Galler und Karl Strohhofer. 



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312 



Geblieben anf dem Felde der Ehre. 

Schlacht am Mincio am 8. Februar 1814. 

Oberjäger Johann L e i k a m ; die Patrouilleführer Josef 
Schmidt und Michael Hall er; die Gemeinen Johann Klotz, 
Josef Kreutzer, Eberhard Meisl, Franz Radberger und 
Valentin Schneider. 

Yorpostengefecht bei Boyerbella am 10. März 1814. 

Oberleutnant Leopold Freiherr von Kurz; Unterjäger 
Josef Neu st ein; die Patrouilleführer Karl Di tt mann, Franz 
Kallaczin, Martin Sch-röder und Johann Sestik; die 
Gemeinen Johann Fritz, Franz Hamma, Sebastian Hamold, 
Alois Hengst, Georg Hennle, Franz Hirschank, Franz 
Kintsch, Johann Rosnitsek, Thomas Sechser, Anton 
Würth und Johann Zdarsky. 

Rekognoszierung gegen Mantua am 17. März 1814. 

Gemeiner August Kühn. 

Gefecht am Boncoflnß am 21. April 1815. 

Patrouilleführer Karl Dürr; die Gemeinen Johann Ba- 
rofsky, Franz Ko petzny, Friedrich L a n g e r, Anton Przibil, 
Josef Schuster, Franz Waitzer und Josef Zaekel; Zimmer- 
mann Simon Konstantin. 

Gefecht bei SenigalUa am 30. April 1815. 

Patrouilleführer Friedrich Hetzer; die Gemeinen Andreas 
Alb recht, Anton Bauer, August Dieste, Karl Duczik, 
Johann Jäger, Ignaz Petersilka, Sebastian Reichel, Johann 
Tremmel, Matthias Wantschina und Michael Wittberger. 

Gefecht bei Scapezzano am 1. Mai 1815. 

Gemeiner Peter Thumar. 

Straßenliampf in Mailand am 22. März 1848. 
Gemeiner Carlo Vanossi. 



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313 

Gefecht bei Pastrengo am 30. April 1848. 
Gemeiner Carlo Ceruggia. 

Schlacht bei S. Lacia am 6. Mai 1848. 

Unterjäger Johann Alb rieh; die Gemeinen Luigi Croatto 
und Pietro Fanghetti. 

Gefecht bei Sona am 23. Juli 1848. 

Oberleutnant Peter Speltini; die Gemeinen Giovanni 
Dragoni und Eugenio Scalfi. 

Gefecht bei Mortara am 21. März 1849. 

Hauptmann Konrad von Marinelli; die Gemeinen Gio- 
vanni Cattaneo, Guiseppe Calvi, Francesco Livraghi, 
Arcangelo Manzani und Luigi Robeltato. 

Schlacht bei NoYara am 23. März 1849. 

Hauptmann Wilhelm Kirchner; Oberleutnant Richard von 
Eschermann; Oberjäger Ferdinando Mantica; Unterjäger 
Franz Wiptel; die Patrouilleführer Carlo Castegnedolo und 
Johann Schabedadt; die Gemeinen Guiseppe Albini, Gio- 
vanni Bianchi, Ferdinando Brambilla, Angelo Bertoluzzo, 
Girolamo Calana, Giovanni Canuzi, Guiseppe Cavalli, Pietro 
Chiodi, Luigi Cerri, Pietro Cerri, Carlo Croce, Stefano 
Dolci, Guiseppe Fagnani, Guiseppe Ferario, Carlo Fer- 
rin i, Guiseppe Majochi, Evangelista Marcomini, Franz 
Markovich, Francesco Mazzoleni, Giovanni Melonaro, 
Cesare M e 1 o 1 1 i, Mario M o r o s o, Giovanni P a g a n e 1 1 i, 
Simon Pirnath, Felix Philipp, Guiseppe Scoltini, Jakob 
Tsihlar, Carlo Veronese, Giovanni Vi g an o und Sebastiano 
Zanchetta. 

Geschützkampf bei Fahrdorf am 4. und 5. Februar 1864. 

Patrouilleführer Franz Sedlmayer; Jäger Michael Hart- 
weg e*r. 

Beschießung Yon Fredericia am 19.^ 20. und 21. März 1864. 

Führer Franz Mika und Alois Seccanina. 



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314 

Schlacht bei Köuiggiätz am 3. Juli 1866. 

Oberleutnant Anton Seemann; die Unterleutnants Ignaz 
Heyden und Adolf Kuttalek von Ehrengreif; Oberjäger 
Peter Della Costa; Führer Anton Sehern ig; Kadettunter- 
jäger Ferdinand Schindler; Unterjäger Anton Schnierer; 
die Patrouilleführer Josef Ehler, Eduard Gindra. Ernst Mayer, 
Johann P i c h l e r ; die Jäger Wilhelm D e r n e t z, Anselm 
Doppler, Franz Dworschak, Franz Fürst, Franz Gatter- 
mai er, Anton Goronez, Karl Goslinger, Johann Gran dl, 
Ignaz H a b i n g e r, Johann H e n n e r, Karl Hiessberger, Martin 
Hribernik, Josef Köhler, JosefLang, Johann Lehr, Anton 
Mau erhoffer, Anton Moser, Johann Mrazek, Dominik 
Ö den ho f er, Josef Polizar, Ignaz Pilshof er, Ferdinand 
Prohaska, Viktor Rammel, Ferdinand Reinburger, Johann 
Schmogger, Karl Schillinger, Johann Schrammel, Anton 
Singer, Jakob Spazal, Johann Stürmer, Seewald Tosvvald, 
Franz Taska, Matthias Ungerböck, Johann Weinfurther, 
Anton Zach; Hornist Ad9lf Ni kolin. 

Schlacht bei Castoza am 24. Juni 1866. 

Oberjäger Theodor Schlick; die Jäger Alois E d e r, 
Wilhelm Leidlmayer, Josef Reiner und Georg Salz- 
w immer; Zimmermann Franz Krovina. 



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315 



Organisatorische Daten 

zur Entwicklungsgeschichte der Feldjäger- 
bataillone. ^) 



I. Militfirische Verhältnisse zur Zeit der Errichtung der 
ersten Jägerbataillone. 

Offizierskorps: Ein Jägerbataillon kommandierte ein Major 
(Obristwachtmeister), Oberstleutnant oder Oberst ; die Kompanien 
wurden von Hauptleuten oder Kapitänleutnants, ^ die Züge von 
Ober- oder Unterleutnants, eventuell von Oberjägem befehligt. 

Der Bataillonskommandant führte den Befehl über das ganze 
Bataillon, hatte erweiterte Strafbefugnisse und das Recht, an 
Offiziere Urlaube in der Dauer von 14 Tagen zu erteilen. 

Die Kompaniekommandanten waren für die Ausbildung ihrer 
Kompanien verantwortlich und hatten ein bestimmtes Disziplinar- 
strafrecht; dem Oberleutnant oblag die Beaufsichtigung der 
Manipulationsgeschäfte; die Unterleutnants mußten die ent- 
sprechende Behandlung der kranken Leute überwachen. 

In Kriegszeiten wurde ein Subaltemoffizier zum Proviant- 
meister des Bataillons ernannt. Derselbe führte das Kommando 
über den Train samt Wagenmeister, über die Knechte und die 
Trainwache, hatte alle Fassungen einzuleiten etc. 

Die Ergänzung des Offizierskorps geschah durch Beförderung 
von Zöglingen der Wr. Neustädter Militärakademie, ferner von 
Kadetten und braven Unteroffizieren. Die Stabsoffiziere ernannte 



^) Dieser Abschnitt basiert auf dem Elaborate des Oberleutnants Gustav 
Broser, welcher wieder aus der Geschichte des 3. Feldjägerbataillons schöpfte. 

•) Diese Charge hat folgenden Ursprung : bei den Infanterieregimentern waren 
ehemals der Inhaber und die Stabsofßziere auch Eigentümer je einer Kompanie; 
für diese Kompanien wurden Leutnants bestellt, welche man zum Unterschiede von 
den übrigen Oflizieren dieser Charge als Kapitänleutnants bezeichnete. Das Kom- 
mando über alle andern Kompanien erhielten lyKapitäns'^, die späteren ^Haupt- 
leute". Aus der Funktion des Kapitänleutnants wurde im Laufe der Zeiten 
militärischer Grad. Oberleutnants wurden erst 1748 systemisiert. 



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316 

Se. Majestät der Kaiser, die Oberofflziere der Hofkriegsrat; alle 
Beförderungen wurden unmittelbar nach einem Abgange, jene 
der Oberofflziere auf Grund der Beförderungseingaben des 
Bataillonskommandanten oder nach Gutdünken des Hofkriegs- 
rates vollzogen. 

Der Austritt der Offiziere erfolgte durch Pensionierung, 
Quittierung mit oder ohne Beibehalt des Offizierscharakters, ^) 
Entlassung und Kassierung. Der Offizierscharakter wurde bei 
der Quittierung nur verdienstvollen Offizieren belassen, welche 
überdies den Nachweis standesgemäßer Lebensführung bei- 
zubringen hatten. 

Mannschaft: Es bestanden folgende Mannschaftsgrade: 
Stabstrompeter, Oberjäger, Unterjäger, Patrouilleführer, Gemeine, 
Zimmerleute, Kompanietrompeter, Fourier,^) Fourierschützen *) 
und Privatdiener. 

Die Ergänzung der Mannschaft erfolgte durch Werbung, 
durch Assentierung der ältesten Zöglinge der Regimentserziehungs- 
häuser und im Wege der regelmäßigen Stellung. 

Die Jägerbataillone hatten das Recht, In- und Ausländer 
anzuwerben, doch mußten die Inländer von der Stellung befreite 
Leute oder von den Regimentern entlassene Veteranen sein ; bei 
Ausländern war auf deren Vertrauenswürdigkeit zu sehen. Wenn 
die Jägerbataillone durch eigene Werbung den für Friedenszeiten 
bemessenen Stand nicht vollzählig decken konnten, wurden sie 
jährlich durch Aushebung (Konskription) angemessener Leute 
komplettiert. 



*) Die Abtretung von Chargen mittels Konvention, also eine Art Stellen- 
kauf, kam trotz aller Verbote bei Truppenkörpern mit Inhabern noch immer vor. 

*) Die »Fouriere* verfaßten alle für die Verrechnungen, Musterungen u. dgl. 
notwendigen Schrilten und Tabellen. Den besten Fourieren konnte der Titel 
»Oberfüurier** verliehen werden; dieselben aspirierten auf den Posten des 
Rechnungsführers. 

•) Ein „Fourierschütz", dessen Aufnahme aus dem Zivile durch die 
betrefifenden Offiziere selbst erfolgte, gebührte jedem Stabsoffizier und wirklichen 
Kompaniekommandanten. Diese Bezeichnung hat folgenden Ursprung: zu Ende 
des Mittelalters standen jedem Befehlshaber einige Leute als , Leibschützen* zur 
persönlichen Sicherheit zur Seite; später beschränkte sich ihre Verwendung nur 
mehr auf die gewöhnliche Bedienung ihrer Herren. So oft Quartiere durch die 
Fouriere auszumitteln waren, wurden die Leibschützen mit dem Rufe : ^Schützen 
zum Fourier* vereinigt; dieser Ruf kürzte sich später in „Fourierschützen* ab 
und wurde schließlich zur direkten Bezeichnung dieser Leute verwendet. 

Die Ober- und Unterleutnants erhielten keine Fourierschützen, sondern 
invalide oder halbinvalide Gemeine als Privatdiener, welchen Löhnung und Montur 
eines Gemeinen gebührte. 



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317 

Die aktive Dienstzeit währte bei der Infanterie und den 
Jägern zehn Jahre, die Reservedienstpflicht bis zum vollendeten 
40. Lebensjahre. Die ausgediente brave Mannschaft wurde mittels 
Abschied, die schlecht konduisierte mittels Laufpaß entlassen. 
Die Militärpflicht begann mit dem vollstreckten 18. Lebensjahre. 

Als Minimal -Körpermaß war für Jäger 163 cm festgesetzt 
und gleichzeitig bestimmt worden, daß in dringlichen Fällen auch 
Leute mit 160"6 cm assentiert werden können, wenn sie die not- 
wendigen Eigenschaften besitzen. 

Der Austritt erfolgte durch Entlassung nach beendeter 
Dienstzeit, im Konzertationswege gegen Stellung eines anderen 
Mannes und im Superarbitrierungswege wegen Dienstuntaug- 
lichkeit. Nach abgelaufener Dienstzeit konnte der Soldat weiter- 
dienen, eine „Kapitulation" auf sechs bis zehn Jahre eingehen 
und dieselbe später abermals erneuern. Deserteure mußten die 
halbe Zeit ihrer Kapitulation nachdienen; wer zweimal desertierte, 
wurde auf Lebenszeit assentiert. 

Adjustierung der Offiziere: ein Hut in der Form, wie sie 
heute für Generale vorgeschrieben ist, mit goldener Schlinge und 
schwarzer Kokarde auf der rechten Seite und goldenen Rosetten 
in den Ecken ; die Tragart des Hutes war verschieden ; er wurde 
so wie heutzutage oder — wenn angeordnet — mit der Breit- 
seite nach vorne aufgesetzt; ein hechtgrauer Frack mit gras- 
grünem Kragen, ebensolchen Aufschlägen und einer Reihe gelber 
Knöpfe mit der Bataillonsnummer; an den Ecken der grasgrün 
ausgeschlagenen Schöße in Gold gestickte Jagdhörner; schwarze 
Atlaskravatte ; hechtgraue, enganliegende Beinkleider mit Gold- 
borten an den beiden Schlitzen und an den äußern Seitennähten ; 
Kappenstiefel, mit steifen, bis unter das Knie reichenden Schäften, 
bei Berittenen mit Anschnallsporen versehen; mohrengrüne Ober- 
röcke mit grasgrünem Kragen und ebensolchen Aufschlägen; 
am Oberrocke konnte ein kurzer Regenkragen befestigt werden ; 
schwarzgelbe ^) Feldbinde (bei Stabsoffizieren von Seide, bei Ober- 
offizieren von Kamelhaaren erzeugt), mit der ganzen Breite des 
nicht zusammengelegten Bandes zweimal um die Taille gelegt 
und an der linken Seite zu einem Knoten gebunden; lichtgelbe 
Stulphandschuhe; Portepee von Gold mit geschlossenen Fransen. 
Im Sommer wurden weiße Beinkleider getragen. Kappen trug 
man außer Dienst nach Willkür, denn es gab hiefür noch keine 
Vorschrift. 



*) Vor 1740 von roter, 1743—45 von grüner Farbe, seit 1745 schwarzgelb. 



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318 



Die Bataillone erlaubten sich in damaliger Zeit die größten 
Eigenmächtigkeiten in der Abänderung der vorschriftsmäßigen 
Adjustierung; man sah kornblumenblaue Fracks, goldene und 
grüne Fangschnüre, Epaulettcn, Federbüsche auf den Hüten etc. 

Das Tragen von Schnun*bärten war nicht gestattet. Geduldet 
wurden kleine, bis zu den Ohrläppchen reichende Backenbärte. 

Adjustierung der Mannschaft. Die Mannschaft war ähnlich 
wie die Offiziere adjustiert: hechtgraue, frackartige „Röckel", mit 
einer Reihe gelber, glatter Knöpfe ; grüne Egalisierung; Jiechtgraue 
Beinkleider; bis zu den Knien reichende Stiefel; Hüte „älacorse" 
(Fig. 1) mit Attackebändern, die unter dem Kinn mittels ledernem 
Knöpfchen, respektive Schlitz geschlossen wurden ; der messingene 
Hutschild (Fig. 2) von herzförmiger Gestalt hatte in der Mitte 
die Bataillonsnummer und wurde mit feinem Messingdraht auf 
dem Hute über der Feldzeichenhülse angeheftet; Kittel, Hals- 



Fig. 1. 



Fig. 2. 



Fig. 3. 




binde, Holzmütze (Fig. 3) Fäustlinge, Leibein, graumelierte 
„Roquetors" (Mäntel) mit einer Reihe von sechs Knöpfen. 

Die Mannschaft konnte Schnurrbarte tragen; das Kopfhaar 
mußte kurz (1*' lang) geschoren werden.^) 

Der Stabs- und der Kompanietrompeter hatten auf den 
Achseln der Röcke grasgrüne „Schwalbennester" mit weißen 
geschweiften Borten. 

Chargeabzeichen. Bei den Offizieren konnte man nach der 
Adjustierung nur die Gruppe der Stabsoffiziere von jener der 
Oberoffiziere unterscheiden. Die Stabsoffiziere hatten auf den 
Hüten, den Ärmelaufschlägen und auf der Säbelkuppel Gold- 
borten aufgenäht ; die Oberofflziere trugen schwarze Bänder auf 
den Hüten und Kuppeln von schwarzem Leder. Eine Unter- 
scheidung der Stabsoffiziere untereinander gab es ebensowenig 
als eine solche der Oberoffiziere. Die Unteroffiziere erkannte 



*) Die berühmten Zöpfe waren 1805 abgeschafft worden. 



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319 

man am schwarzgelben Portepee aus Harras, an der Einfassung 
des Hutes durch ein schwarzes Band (bei der Mannschaft von 
Leder) und an den lichtgelben Handschuhen; ferner trug der 
Oberjäger in und außer Dienst ein spanisches Rohr, *) der Stabs- 
trompeter und Unterjäger einen Stock von Haselholz; diese 
charakteristischen Chargeabzeichen hatten einen schwarzen Hand- 
riemen und wurden mit denselben in Reih und Glied an den 
dritten Rockknopf gehängt, außer Dienst in der rechten Hand 
getragen. Die Säbel der Mannschaft hatten ebenfalls schwarze 
Handriemen. Die ex propriis- Gemeinen und Kadetten durften 
Handschuhe tragen. 

Die Bewaffiiung der Offiziere bestand aus dem Säbel, 
dessen Form bis 1811 nicht normiert war; am gebräuchlichsten 
war der Grenadier -Offizierssäbel; derselbe war gelb montiert 
und hatte eine schwarze Lederscheide mit gelber oder stählerner 
Verzierung. Im Kriege waren die Offiziere auch mit einer Pistole 
ausgerüstet. 

Waffen der Mannschaft. Die Unteroffiziere und die im 
3. Gliede eingeteilten besten Schützen trugen den Jägerstutzen, 
das 1. und 2. Glied den Jägerkarabiner. Der Zweck dieser un- 
gleichen Bewaffnung war folgender: „Während die Karabiner- 
jäger das Tirailleurfeuer durch schnelleres Schießen ununter- 
brochen unterhalten, fügen die Stutzenjäger, hinter deckenden 
Gegenständen den Feind ruhig aufs Korn nehmend, durch sichere 
Schüsse desto empfindlicheren Schaden bei." 

Die intensive, echt jägermäßige Ausbildung der Stutzen- 
jäger im Scheibenschießen und die geschickte Verwendung der 
Jäger vermehrten in den folgenden Feldzügen 1809, 1813 und 
1814 den vorzüglichen Ruf dieser Truppe, der in einer fort- 
schreitenden Vermehrung der Jägerbataillone zum Ausdrucke kam. 

Munition. Im Kriege trug der Unteroffizier 30, der Kara- 
binerjäger 60, der Stutzenjäger 100 Schüsse und 3 respektive 
5 Steine. Im Armeetrain wurden per Karabiner 75, per Stutzen 
180 Schuß mitgeführt. Der vierte Teil dieser Reservemunition 
bildete die Unterstützungsreserve und folgte unmittelbar jedem 
Korps, eventuell den detachierten Truppendivisionen. 

Ehrungen für Offiziere. An Orden bestanden : Der Militär- 
Maria Theresien-Orden (gegründet 1757), der Stefansorden (1764) 
und der Leopoldsorden (1808). Ordensverleihungen im Frieden 
fanden an Truppenoffiziere fast gar nie statt. Die mit der Elisabeth- 



^) Bei den Offizieren erst 1807 abgeschafft. 



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320 



Fig. 4. 




Fig. 5. 



Theresienstiftung (17öO) beteilten Oberste des Ruhestandes er- 
hielten das Ordensabzeichen dieser Stiftung. Offiziere, welche 

30 Jahre „mit dem Degen 
gedient" und sich vvohl- 
verhalten hatten, waren be- 
rechtigt, um die taxfreie 
Erhebung in den österrei- 
chischen Adelsstand einzu- 
schreiten. Für Ärzte bestand 
das 1801 gegründete goldene 
und silberne Verdienstkreuz. 
Die Mannschaft konnte 
für tapfere Taten vor dem 
Feinde mit der goldenen oder 
silbernen Ehrendenkmünze 
belohnt werden, welchel789 
von Kaiser Josef gestiftet 
wurden. Mit der goldenen 
Denkmünze war der Bezug 
der ganzen, mit der silber- 
nen jener der halben Löh- 
nung der zur Zeit der 
Erwerbung innegehab- 
ten wirklichen Charge 
als Zulage verbunden. 
Ein mit der silbernen 
Ehrendenkmünze deko- 
rierter Soldat mußte bei 
späterer Verleihung der 
goldenen erstere abge- 
ben ; wer bereits die 
goldene besaß, konnte 
mit der silbernen nicht 
dekoriert werden und er- 
hielt für brave Leistun- 
gen ein Gelddouceur. 

Die Kapitulanten 
(Veteranen genannt) er- 
hielten seit U.Juli 1807, 
nach der ersten Kapitu- 
lation, sobald sie weiter dienten, ein ovales, 2'/,*' langes (Fig. 4), 
nach der zweiten ein sechseckiges messingenes Schildchen (Fig. 5); 




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321 

diese Veteranenzeichen wurden auf der linken Brustseite an- 
geheftet (ohne Band) getragen. 

Ehrenbezeugungen. Man salutierte mit der linken Hand ; *) 
vorher mußte die Mannschaft vor jedem Offizier Front machen. 
Trug der Mann die Holzmütze (in der Kaserne, im Quartier 
oder Lager), so durfte er nicht salutieren, sondern mußte nach 
dem Frontmachen die Kopfbedeckung abnehmen. Jeder Wach- 
posten präsentierte dem Offizier das Gewehr, doch war dieser 
Griff bei der Jägertruppe nicht eingeführt. Der Unteroffizier er- 
faßte bei der Ehrenbezeugung den Stock mit der rechten Hand 
am Riemen und stellte ihn mit dem unteren Ende neben die 
rechte Fußspitze.*) 

Gliederung und taktische Formen. Die sechs Kompanien 
des Bataillons wurden vom rechten gegen den linken Flügel 
nach der Reihenfolge ihrer Nummern aufgestellt. Jede Kompanie 
(auch Halbdivision genannt) führte auch den Namen ihres 
Kommandanten. Je zwei Züge bildeten eine Halbkompanie; je 
zwei Kompanien formierten vom rechten gegen den linken 
Flügel die rechte, die Mittel- und die linke Division. 

Innerhalb der Division rangierten sich die vier Züge der 
beiden Kompanien derart, daß die ersten Züge an den äußeren 
Flügeln, die vierten Züge in der Mitte der Division standen. Im 
Bataillon waren somit die ungeraden Kompanien „rechts", die 
geraden „links rangiert". 

1. 2.3.4. 4.3.2. 1. Zug 

_j 1 1 L_ H-i+i H+H 

6. 5. 4. 3. 2. 1. Kompanie 



linke Mittel- rechte Division. 

Die Rangierung der Züge erfolgte seit 1769 in drei Gliedern : 
in das erste Glied kamen, nach der Größe in der ganzen Kom- 
panie rangiert, die größten und entschlossensten, in das zweite 
die kleinsten und wenigst ausgebildeten Leute, in das dritte 

*) Das Abnehmen der Kopfbedeckung war immerhin noch üblich. Das 
Diensireglement vom Jahre 1807 schrieb vor: ,Wenn der Mann einem Höheren 
begegnet, macht er Front gegen denselben, nimmt den Hut mit der linken Hand 
ab, oder greift mit derselben an den Hut". 

•) Ansprachen: der Gemeine, bei den Jägern gewöhnlich „Jäger" benannt, 
der Zimmermann etc. wurde von den Höheren mit „Ihr", der Patrouilleführer 
und Unterjäger mit „Er*, der Oberjäger, Fourier, Kadett und Ex propriis-Gemeine 
mit „Sie" angesprochen. 

Geschichte des 11. Feldjagerbataillons. 21 



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322 

Glied die Stutzenjäger. Drei Offiziere standen im ersten Gliede, 
einer hinter der Mitte der Kompanie. 

Für interne Zwecke, namentlich zur Überwachung der 
Leute wegen der damals nicht selten vorkommenden Desertionen 
bildete jeder Zug eine „Korporalschaft" und war in „Kamerad- 
schaften" abgeteilt. 

Das Marschtempo betrug beim „ordinären Schritt" 90 bis 
95 Schritte in der Minute; zum Sturme und zu eiligen Auf- 
märschen wandte man den „Doublier- Schritt" — 120 Schritte 
in der Minute — an. — In je fünf Schritten mußten etwa zwei 
Klaftern zurückgelegt werden. 

Eigene Reglements für die Jäger, welche doch ganz anders 
verwendet werden sollten, als die Infanterie, gab es noch nicht; 
erst seit 1813 besteht ein Manuskript zu einem Jägerreglement; 
ob dasselbe vervielfältigt und ausge'geben wurde, ist nicht 
bekannt. Jedes Bataillon schuf sich eigene Normen und Formen. 
Da die Jäger immer „nahe am Feinde", also auf Vorposten, als 
Avant- und Arrieregarde etc. verwendet wurden, übte man sie 
hauptsächlich in derlei Diensten und im Schießen. Die Stutzen- 
jäger bildeten im Kampfe die „Kette", die Karabinerjäger folgten 
als „Unterstützung". 

Im Bataillone wurden ausgeführt: Frontmärsche, parallele 
und schräge Richtungen, Frontveränderungen im rechten Winkel, 
Front- und Flügelveränderungen. Die „Masse" galt als jene 
Formation, welche es ermöglichte, ein Bataillon rasch von der 
Stelle zu bewegen und dasselbe in eine neue Richtung zu ent- 
wickeln; in der Schlachtordnung bildete sie die Aufmarsch- 
formation. Das „Karree" erhielt 1808 eine bessere Anlage, so 
daß der Übergang in die „Front" oder in die „Kolonne" und 
umgekehrt viel rascher bewirkt werden konnte. 

Die Reihenfolge der Kompanien nach den Nummern vom 
rechten gegen den linken Flügel war innerhalb eines Bataillons 
unverrückbar; doch waren Aufmärsche, wodurch die Abteilungen 
verworfen wurden (Inversionen), in dringenden Fällen gestattet. 

Die „Feldverhaltungen" enthielten Direktiven über: Gottes- 
dienst im Felde (nach glücklichen Schlachten war unter Abgabe 
des Lauffeuers das „Te Deum laudamus" abzusingen); Märsche; 
Lager (in Zelten oder Hütten); Ausgabe der Parole und Befehle; 
Wachen; Ehrenbezeugungen; detachierte Kommandos; Pikets 
oder Feldwachen; Bereitschaftspikets ; Alarm; Schlacht (die 
Berittenen sitzen nicht ab; bei jeder Abteilung muß ein Indi- 
viduum hinter der Front dafür sorgen, daß die im 1 . und 2. Gliede 



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323 



entstehenden Lücken sofort durch Leute aus dem 3. Gliede aus- 
gefüllt werden; ist der Feind gänzlich zum Rückzug gebracht 
und gestattet es der kommandierende General, so kann auf dem 
Schlachtfelde oder im feindlichen Lager Beute gemacht werden ; 
hiezu sind die vollkommen gerüsteten Leute durch Ober- und 
Unteroffiziere zu führen; Fahnen und andere Ehrenzeichen, 
Kanonen, Munition, Proviant, Kriegskassen, Kanzleien und der- 
gleichen werden in das Hauptquartier abgeführt; die übrige 
Beute ist je nach der Belohnungswürdigkeit zu verteilen; bei 
Strafe darf nichts verborgen werden). 

Musterungen der Truppen, zum Zwecke der gründlichen 
Überzeugung von der Richtigkeit der Stände, der Vollzähligkeit 
der Monturen u. s. w. wurden jährlich einmal vom Brigadier, 
welchen ein Beamter des Kriegskommissariats begleitete, unter 
großer Feierlichkeit abgehalten. Der General besichtigte zuerst 
die Truppe, ließ dann ein Karree formieren und den Eid leisten, 
worauf sich das Bataillon zur Musterung rangierte; die Leute 
wurden sodann kompanieweise verlesen und mußten einzeln an 
dem Musterungstische vorbeigehen. 

Strafen wurden durch das Kriegsrecht, durch rechtliche 
Erkenntnisse oder im Disziplinarwege verhängt. Die Strafe des 
Todes durch den Strang oder durch „Pulver und Blei" (Arque- 
busieren) konnte nur vom Militärgerichte ausgesprochen werden. 
Leibesstrafen 1. Kategorie waren: das Spitzrutenlaufen und Stock- 
streiche; 2. Kategorie: Schanzarbeit; 3. Kategorie: Festungs-, 
Stockhaus-, Profosen-, Hausarrest, verlängerte Anhaltung zu 
Kriegsdiensten und Landesverweisung. 

Gebühren seit 1769. 



Chargren 



im Frieden 



baar 



Oberst |l49 

Oberstleutnant 110 

Major ... 79 

Hauptmann 71 

I Kapitänleutnant 1 39 

I Oberleutnant | 26 

! Unterleutnant i 22 



Monats- 
gage 



n. 



kr. 



Tig- 

liche 

Nftturft- 

lien 



n. kr. 



33-A 

n 

49 

42V, 

23V( 

48% 

37 



Port. 



im Kriege 



monatl.| täglich 
Feldbeitrag 
zur Gage 
(Löhnung) 

n. kr. fl. kr 



Port. 



21* 



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Chargreii 



324 



im Frieden 



im Kriegte 



baar 



Monats- 
gage 



fl. fl. 



Tflg 
lieh-- 

Natura- 
lien 



fl. . kr. 



j |monati.| täglich 
•S , Feldbeitrag 



kr. 



zur Gage 
(Löhnung) 



fl. ' kr. fl, 



ikr. 



Port 



Oberarzt 

Unterarzt und Fourier • 
Stabstrompeter • • • . • 

Oberjäger 

Unterjäger 

Trompeter, Zimmermann 

Patrouillefuhrer .... 

Gemeiner Jäger, Privatdiener 

und Fourierschütz • . . 



I 



12 

18 

12 



7V2 

6 



Nach dem Quartierreglement vom Jahre 1748 gebührten 
dem Obersten fünf, dem Oberstleutnant und dem Major vier, 
dem Hauptmann und dem Kapitänleutnant drei Zimmer, allen je 
eine Kammer und eine Küche. Waren keine ärarischen Quartiere 
vorhanden, so wurde das nach den Garnisonen entsprechende 
Quartiergeld verabfolgt, welches im Durchschnitte für den Obersten 
mit 200, für den Oberstleutnant mit 130, für den Major mit 120, 
für dea Hauptmann und Kapitänleutnant mit 80, für den Sub- 
alternoffizier mit 40 fl. festgesetzt war. 

Invalide Offizier« erhielten folgende Pensionen : Oberst 1200, 
Oberstleutnant 1000, Major 800, Hauptmann 600, Kapitänleutnant 
400, Subalternoffizier 200 il. jährlich ohne Rücksicht auf die 
Dienstzeit. *) 

An Charaktertaxen waren zu zahlen vom Obei^ten 200, 
Oberstleutnant 100, Major 75, Hauptmann 50, Oberleutnant 20, 
Unterleutnant 10 fl. 

Mannschaftsgebühren. Dem Manne gebührte die Löhnung, 
der Fleisch- und Gemüsebeitrag, das Brot und der Rauchtabak. 
Die Brotportion wog IV4 Pfund (980 gr) und wurde, wenn not- 
wendig, mit 2 kr. reluiert. Im Kriege fand Etappenverpflegung statt. 

An Limito-Rauchtabak (seit 1784) gebührte der Mannschaft 
monatlich 1 Pfund (560 gr), starken Rauchern 2 Pfund gegen 
Bezahlung. 

Montur und Rüstung. Zur Ergänzung des Bedarfes an 
Montur, Rüstung u. dgl. bestand das Kategoriesystem, d. h. 



») giltig bis 1856. 



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325 

jedes Stück hatte eine normierte Tragdauer, nach deren Ablauf 
es über kriegskommissariatliche Anweisung durch Fassung bei 
den Monturskommissionen ersetzt werden konnte. 

Train. Jede Kompanie hatte normalmäßig einen zwei- 
spännigen Requisitenwagen. 

IL Veränderungen vom Jahre 1810 an. 

1810. Da der Wert des Geldes enorm gesunken war, er- 
hielten vom 1. Mai an alle Gagisten statt der bisher bezogenen 
Konventionsmünzentschädigung und des Teuerungsbeitrages 
Gehaltszuschüsse und zwar der Oberleutnant 90%, der nicht 
überzählige Hauptmann 100, der Kapitänleutnant 110, der Ober- 
leutnant 125, der Unterleutnant 1357oJ ^^® überzähligen Haupt- 
leute blieben auf die alten Gebühren beschränkt. 

1811. Am 23. März ordnete der Hofkriegsrat an, es seien 
alle Leute der Jägertruppe, welche sich Diebereien oder Ent- 
weichungen zu Schulden kommen lassen, zur Infanterie zu trans- 
ferieren, da der Jägerdienst verläßliche Soldaten erfordere. 

Am 17. Mai erschien eine Adjustierungsvorschrift für die 
Offiziere, welche jedoch keine wesentlichen Abänderungen brachte. 

Der seit 1802 für die verschiedenen Waffengattungen be- 
standene Unterschied in der Dauer der Dienstpflicht wurde am 
12. Mai aufgehoben und letztere allgemein mit 14 Jahren fest- 
gesetzt. Die Jäger hatten somit um vier Jahre länger zu dienen 
als bis jetzt. 

Reengagierte mußten sich zur Verlängerung der Dienstzeit 
auf mindestens weitere sechs Jahre verpflichten. 

1812. Die Stellung der Reservemannschaft geschieht wie 
bisher durch die konskribierende Obrigkeit auf 2 bis 3 Assent- 
plätzen jeden VVerbbezirkes. Wie viele Rekruten jeder Kreis zu 
stellen hat, verfügen die Generalkommanden. Da im voraus nicht 
bestimmt werden kann, welche Leute sich zum Jägerdienste 
eignen, erfolgt die Assentierung zu dem Regimente des Werb- 
bezirkes; nach der Vereidigung und Abrichtung wählen die 
Divisionäre oder Brigadiere die Mannschaft für die Jägerbataillone 
aus. Dort, wo Jägerbataillone im Ergänzungslande disloziert sind, 
können Offiziere und Unteroffiziere derselben zur Abrichtung 
und Auswahl kommandiert werden. Während der Übungszeit ist 
der Reservemann zum Gehorsam verpflichtet, bleibt aber in allen 
Privatrechtssachen den Zivilgesetzen unterworfen. Die erste Ab- 
richtung dauert vier, jede folgende zwei Wochen; hiezu^erhält 



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326 

der Mann ein auf den Zivilhut zu tragendes Abzeichen. Nach 
der ersten „Dressierungsperiode" erhält der Reservemann eine 
Reservekarte, auf deren Rückseite dann die Abrichtungsperioden 
eingetragen werden. Die Mannschaftsergänzung der Jägerbataillone 
an Mannschaft findet grundsätzlich aus der konskribierten Popu- 
lation und aus den Reserven statt, und zwar im Frieden einmal 
jährlich. 

1813. Zu Anfang dieses Jahres wurde mit der Ausarbeitung 
eines Abrichtungsreglements für die Jägertruppe begonnen, dessen 
Fertigstellung bereits am 30. Mai erfolgte. Die zu diesem Zwecke 
in Wien zusammengetretene Kommission bestand aus den 
FMLts. Graf Radetzky und Latter mann, Oberstleutnant 
Baroni (Kommandant des 3. Feldjägerbataillons), Oberleutnant 

M e r t e n s, Hauptmann Baron 
^*^- ^' Bellen und Oberleutnant Frei- 

herrvonConstant-Villars.*) 

Das Manuskript dieses Ab- 
richtungsreglements befindet 
sich in der Bibliothek des 
Kriegsarchivs. 

Mit Allerhöchster Ent- 
schließung vom 5. August 
wurde die Errichtung von drei 
Jägerbataillonen Nr. 10, 11 
und 12 angeordnet. 2) 

1814. Für die Mannschaft führte man hechtgraue Holz- 
mützen mit kaisergelben Passepoils ein. (Fig. 6.) 

Zur leichteren Ergänzung des Standes wurden den Jäger- 
bataillonen bestimmte Provinzen auf die Dauer des Krieges 1814 
zugewiesen (10., 11. und 12. Jägerbataillon Galizien). 

1815. Nach dem Pariser Frieden 1815 erfolgte die Herab- 
setzung aller Feldjägerbataillone auf den Stand von vier Kom- 
panien. 

1816. Am 1. Jänner wurde das Kaiserjägerregiment zu vier 
Bataillonen aufgestellt, als dessen Stamm das aufgelöste Fenner- 
Jägerkorps zu dienen hatte. 

An demselben Tage erfolgte die Stiftung des Ordens der 
Eisernen Krone, der aber an Truppenoffiziere bis zum Kriegs- 
jahre 1848 nur ausnahmsweise verliehen wurde. 




') diente später im 11. Jägerbataillon. 
*) Siehe Einleitung. 



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327 

Am 26. September verordnete der Hofkriegsrat, daß wegen 
Desertion und Diebstahl abgestrafte Leute der Jägertruppe in 
Hinkunft wohl auch zur Infanterie zu transferieren sind, doch 
dürfe dieser Transferierung nicht der Charakter einer Strafe 
gegeben werden. 

Der Rang des Offiziers wird als ein unveräußerliches Prä- 
rogativ erklärt, daher Rangszedierungen weiterhin nicht mehr 
statthaft sind. 

In den letzten Jahren hatten sich wieder viele Abweichungen 
von der Adjustierungsvorschrift eingebürgert; die Offiziere trugen 
Schnurrbarte, auf den Hüten Federbüsche, auf den Röcken 
goldene Epauletten, auf den Säbelkuppeln Goldborten mit grünen 
Streifen, statt der Stiefelhosen Pantalons u. s. w. Kaiser Franz 
rügte in einem an den Hofkriegsrat gerichteten Handschreiben 
diese Eigenmächtigkeiten schärfstens. Die am 18. Juni 1811 ge- 
statteten Hängkuppeln ohne jede Verzierung, welche von damals 
an außer Dienst mit dem schmäleren Leibriemen unter dem Gilet 
getragen werden durften, wurden auch für den Dienst eingeführt. 

Die Löhnung des Patrouilleführers, Trompeters, Zimmer- 
manns und des Gemeinen wurde auf 6 kr. täglich herabgesetzt. 

1817. Die Monarchie wurde in 58 Werbbezirke für die 
Linien -Infanterieregimenter eingeteilt; an die Stelle der bis- 
herigen Werbung trat die Stellung als Hauptergänzungsart der 
Truppen ; die Jäger waren hiebei an einzelne Kronländer gewiesen ; 
die Zuweisung der für den Jägerdienst geeigneten Rekruten an 
die einzelnen Bataillone erfolgte durch die Generalkommanden. 

Wegen der großen Teuerung erhalten die Offiziere nun- 
mehr täglich zwei Brotportionen. 

Den Truppen wird die Pflege des Scheibenschießens ans 
Herz gelegt. 

Im Oktober brachte man die Norm vom 25. Jänner 1763 
in Erinnerung, daß jede körperliche Mißhandlung und das eigen- 
mächtige Schlagen der Mannschaft bei Offizieren mit Kassation, 
bei Unteroffizieren mit dauernder Degradierung und der Spitz- 
rutenstrafe zu ahnden sein. 

1818. Am 14. Juni eröffnete der Hofkriegsrat, daß die Ver- 
ordnung, welche die Engagierung der Ausländer für Jäger- 
bataillone untersagt, bloß auf die obligate Mannschaft Bezug 
habe, daher derlei junge Leute von Adel und Bildung als 
Kadetten ex propriis assentiert werden können. 

Laut hofkriegsrätlichen Reskriptes vom 6. August genehmigte 
Se. Majestät bei den Jägern folgende Adjustierungsänderungen: 



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328_ 

Die Oberoffiziere erhalten Feldbinden aus Seide (statt Harras), 
wie sie bisher die Stabsoffiziere trugen. Die Mannschaft muß 
nach und nach mit Schuhen und Gamaschen versehen werden, 
weil diese Bekleidung für den Dienst wegen der raschen Reini- 
gung, Trocknung und leichten Reparatur vor jeder andern den 
Vorzug hat. Die hohen Artilleriestiefel erscheinen hiemit für die 
Mannschaft definitiv abgeschafft. Die Zimmerleute erhalten Säbel 
mit Messinggriff, deren Rücken als Säge eingerichtet ist. 

1819« Mit Verordnung vom 22. August wurde das schon 
1807 systemisiert gewesene Jahresausmaß an scharfer Scheiben- 
schußmunition „in Anbetracht des Umstandes, daß die Jäger 
eine besondere Fertigkeit im Zielen und Treffen benötigen", für 
den Stutzenjäger mit 35, für den mit dem Karabiner bewaffneten 
Jäger auf 20 Patronen bestimmt. 

Am 30. August wird die Stärke der Reserve eines Jäger- 
bataillons mit 855 Mann normiert. 

1820. Der Hofkriegsrat ordnete am 17. Juni an, daß jene 
Offiziere, welche aus der Aktivität oder aus dem Pensionsstand 
in einen öffentlichen Zivildienst treten, den Offizierscharakter und 
die Uniform abzulegen haben. 

1821. Das Grundbuch wird eingeführt. Die Jägerbataillone 
werden betreff des Avancements gruppiert, und zwar dürfen bei 
den Bataillonen Nr. 1, 3, 4, 12, — 2, 5, 7, 11, — 6, 8, 9, 10 
in Hinkunft zusammen immer nur je 1 Oberst, 1 Oberstleutnante 
und 2 Majore sein. Die Stabsoffiziere und Hauptleute avancieren 
innerhalb dieser Gruppen nach dem Range, die übrigen Offiziere 
nach frei werdenden Stellen in ihren Bataillonen. 

1824. Den Offizieren wurde gestattet, im Dienste und im 
Felde graumelierte Stiefelhosen zu tragen. 

1826. Die Pensionen für die Offiziere wurden neu bemessen 
und zwar erhielt nunmehr ein Oberst 1200, ein Oberstleutnant 1000, 
Major 800, Hauptmann 600, Kapitänleutnant 400 und Subaltern- 
offizier 200 fl. jährlich. 

1827. Am 13. Juni erschien eine neue Adjustierungsvor- 
schrift, die jedoch wenige Änderungen brachte. 

Am 4. August wurde die Institution der Reserve aufgehoben ; 
die Mannschaft trat nun nach vierzehnjähriger Dienstzeit in die 
neu geschaffene Landwehr. 

Nur die 11 Altersklassen vom vollstreckten 19. bis ein- 
schließlich 29. Lebensjahre sind der Rekrutierung unterworfen, 
ohne daß hiedurch die Landwehrpflicht vom 30. Lebensjahre 
aufwärts aufgehoben wird. Die Volkszählung bildet die Grund- 



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329 



Fig. 7. 



Fig. 8. 



läge der Rekrutierung; dieselbe erfolgt jährlich. ^) Die Konskription 
wird gemeinschaftlich durch die Zivil- und Militärbehörden vor- 
genommen. 

Die Dienstzeit ist allgemein auf 14 Jahre festgesetzt. 

Jeder Rekrut kann sich im Frieden durch Stellung eines 
andern Mannes und Erlag von 120 fl. zu Gunsten des Substituten 
vom Militärdienste befreien. 

1828. Die bisher bei den Jägerbataillonen tolerierten „Har- 
monien" wurden in diesem Jahre in der Stärke von 10 Mann 
förmlich gestattet, doch durfte hiedurch weder dem Staate noch 
den Offizieren ein Schaden erwachsen. 

Mit Allerhöchster Entschließung vom 16. Juli 1828 wurde 
die „Vorschrift zur Adjustierung der Mannschaft" genehmigt. 
Gemäß derselben trägt 
der Mann nun fol- 
gende Sorten: einen 
Hut nach Art des 
Zylinders, dessen linke 
aufgestellte Krempe 
bis an den oberen Hut- 
rand reicht; die Mitte 
dieser Krempe schmückt ein messingenes 
Jagdhorn mit der Bataillonsnummer; einen 
Mantel aus schwarzgrauem Tuche mit Steh- 
kragen; „Röckel" von hechtgrauem Tuche 
und grasgrünem Stehkragen; eine hecht- 
graue Tuchhose bis zu den Waden reichend ; 
schwarze Tuchgamaschen bis zu den Knien; Schuhe aus Kuh- 
leder; Kittel aus ausgewaschenem Zwilch; „Halsflor" aus schwarz- 
gefärbter Schafwolle ; Brotsack aus Futterzwilch ; Kalbfelltornister ; 
Holzmütze aus Monturtuch. 

Der Kadett und der Gemeine ex propriis tragen Kleidung 
und Rüstung wie der Gemeine mit dem für Unteroffiziere vor- 
geschriebenen schwarzen Band am Hute; sie haben lederne 
Handschuhe und Portepees. Der Stock kommt ihnen nur dann 
zu, wenn sie wirkliche Unteroffiziere sind oder als Stellvertreter 
dienen. 

Der Patrouilleführer, Zimmermann und Trompeter sind wie 
der Gemeine gekleidet; der Zimmermann trägt den bereits er- 




Ik^ 



*) von 1830 an jedes dritte Jahr. 



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^30 _ 

wähnten Säbel mit Sägerücken, ein Schurzfell aus braunem 
Oberleder, eine Band- und eine Handhacke in schwarzem Leder- 
futterale. 

Die Fouriere haben schwarzgraue Röcke und ebensolche 
Beinkleider nach dem Schnitt der Offiziere; Kragen und Auf- 
schläge grasgrün: gelbe Metallknöpfe; Oberrock von schwarz- 
grauem Tuche ohne Egalisierung; Mantel, Gilet, Halsbinde, Stiefel, 
Handschuhe, glatter Hut, Degen und Kuppel wie Offiziere der 
Infanterie, nur dürfen Hutrose und Portepee nicht von Gold sein. 

Die Fourierschützen, auch „obligate Knechte" genannt, haben 
durchaus in graumeliertem Tuche gekleidet zu sein (kurzer Rock 
mit schwarzem Kragen, runder Hut; an letztcrem vorn ein 
Messingschild mit ausgestochener Nummer). 

Der Privatdiener ist dem gemeinen Jäger gleich gekleidet, 
jedoch nur mit Tornister und Brotsack ausgerüstet. 

Der Profos, Wagenmeister und Büchsenmacher (in Kriegs- 
zeiten je 1 Oberjäger) sind wie die Oberjäger der Kompanien 
adjustiert, nur tragen sie das zum Feuergewehre gehörige Leder- 
werk nicht. 

Die Mannschaft hat die Haare ohne Verzierung auf 26 cm 
Länge abgeschnitten zu tragen ; Backenbart bis zum Ohrläppchen 
und Schnurrbart dürfen getragen werden. 

1S30. Infolge eines Erlasses vom 4. Februar konnten die 
Jägerbataillone von nun an zu den regelmäßigen Stellungen so- 
genannte Wahloffiziere entsenden, denen die Auswahl der Rekruten 
oblag. 

1831. Bei den Jägerbataillonen wurde das Scheibenschießen 
mit großem Eifer betrieben ; die Offiziere suchten die Freude der 
Mannschaft am Schießen durch Verteilung von Maschen, Kokarden 
und Preisen zu erhöhen und veranstalteten auch unter sich Best- 
schießen. Man begnügte sich nicht mit den vorgeschriebenen, 
sondern verwendete sehr kleine Scheiben, bewegliche Ziele etc. ; 
zur Aufmunterung wurden nach Kernschüssen PöUer abgefeuert, 
der Generalmarsch geblasen u. s. w. 

1835. Am 24. August erfloß folgende Allerhöchste Ent- 
schließung: „Wenn an der Avancementstour stehende Hauptleute 
für die höhere Charge nicht die volle Eignung besitzen, daher 
übergangen werden, so können sie für Majors-Lokalanstellungen 
beantragt werden und ist die allerhöchst genehmigte Vormerkung 
hiezu als ein ehrenvolles Merkmal anerkannter Verdienstlichkeit 
zu publizieren. 



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_331_ 

In rücksichtswürdigen Fällen kann auch eine Personalzulage 
von 100 fl. jährhch bewilligt werden. Wenn derlei Offiziere, ver- 
dienstlich weiterdienend, durch Gebrechlichkeit gezwungen werden, 
in den Ruhestand zu treten, so erhalten sie den Majorscharakter 
und die damit verbundene Pension und dürfen auf ihr eigenes 
Ansuchen ohne Superarbitrierung in die höhere Pension über- 
nommen werden, wenn sie nach der Vormerkung länger als drei 
Jahre gute Dienste geleistet haben." 

Mit Allerhöchster Entschließung vom 23. Oktober wurde 
bei den Jägerbataillonen je ein wirklicher Rechnungsführer mit 
dem Charakter eines Unterleutnants eingeführt. Ein solcher erhielt 
eine monatliche Gage von 20 fl. und eine „ordinäre Zulage" von 
12 fl. 30 kr. Die bisherigen „rechnungführenden Oberfouriere ' 
hatten „für immer einzugehen". Die Rechnungsführer trugen die 
Uniform der Offiziere, ohne Feldbinde. 

1836. Am 9. Jänner genehnjigte Kaiser Ferdinand die Ab- 
schaffung der Steinschlösser und die Einführung der Perkussions- 
zündung mittels Zünder. 

Die Allerhöchste Entschließung vom 17. Juni brachte für 
die Jägertruppe wieder einige Adjustierungsänderungen. Die 
Offiziere erhielten an Stelle der bisherigen engen Beinkleider 
hechtgraue Tuchpantalons mit Goldborten an den Seitennähten; 
außer Dienst durften sie nunmehr Lagermützen (ähnlich der 
jetzigen Kappe), mohrengraue Pantalons und ebensolche Ober- 
röcke tragen. Für die Mannschaft wurde ein kleinerer Hut mit 
Federbusch eingeführt, ferner Pantalons, welche bis zu den 
Knöcheln reichten und mit grünen Passepoils geziert waren ; die 
Gamaschen, bis zur Hälfte der Waden reichend und mit sechs 
ledernen Knöpfen geschlossen, waren nur bei kotigem Wetter 
anzuziehen. 

1837. Mit Allerhöchster Entschließung vom 13. Oktober 
wurde gestattet, schlecht konduisierte Unteroffiziere ohne kriegs- 
rechtliche Prozedur in den Stand der Gemeinen rückzuversetzen, 
wenn sie während einer ihnen gewährten halbjährigen Frist keine 
auffallende Besserung zeigten. Für die Jägerbataillone stand das 
bezügliche Entscheidungsrecht den Brigadieren zu. 

Die Adjustierung der Offiziere wurde in diesem Jahre genau 
festgesetzt; von den Neuerungen seien hier nur die wichtigsten 
angeführt: die Hüte der Stabsoffiziere erhalten als Einfassung 
5 cm breite Goldborten ; alle Offiziere tragen Sturmriemen und 
Federbüsche von 13cm langen schwarzen Hahnenfedern; die 



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332 

beiden Ecken des etwas geänderten Hutes schirmen Gesicht und 
Nacken; für alle Offiziere der Armee werden Lagermützen nor- 
miert (der gegenwärtig vorgeschriebenen Offizierskappe ähnlich). 
Dieselben sind mohrengrau, kegelförmig, mit geradem Schirm, 
losem Sturmbande, dünner schwarzgoldener Schnur und Kokarde 
adjustiert. Das Tragen dieser Mütze ist bei „kleinen Diensten" 
im Innern der Kaserne und in Kantonierungen auf dem Lande, 
sowie im Lager gestattet. Der Uniformrock ist von lichthecht- 
grauem Tuche, mit grasgrünen Aufschlägen, 7 cm breitem Kragen, 
Schoßumschlägen und Passepoilierung, ferner mit zwei Reihen 
von je neun Knöpfen versehen. Auf den grünen Umschlägen der 
Schöße sind kleine gestickte Jagdhörner angebracht. Der nicht 
passepoilierte Oberrock ist aus mohrengrauem Tuche erzeugt, 
hat grünen Kragen und ebensolche Aufschläge, sowie zwei 
Reihen Knöpfe. Er reicht bis an die halbe Wade und ist so 
weit gehalten, daß er auch über den Uniformrock angezogen 
werden kann, was seine eigentliche Bestimmung für den Winter 
ist. Die Aufschlags- und Distinktionsbörtchen von Gold bilden 
das Unterscheidungszeichen für Stabsoffiziere ; sie haben solches 
um den obern Rand und am vorderen Teile des Schlitzes der 
Armelaufschläge am Uniform- und Oberrocke aufgenäht zu tragen. 
Die Weste ist weiß oder schwarz und wird von der zugeknöpft 
zu tragenden Uniform bedeckt. Der Mantel von graumeliertem 
Tuche hat weite Ärmel, einen Stehkragen, einen abknöpfbaren 
Regenkragen und ist um vier Finger länger als der Oberrock. 
Die Mantelknöpfe haben die Farbe des Tuches. In Parade werden 
lichthechtgraue Pantalons getragen, deren Schenkelnähte mit einer 
2 cm breiten Goldborte besetzt sind ; diese Verzierung hat einen 
grasgrünen Tuchstreifen von solcher Breite zur Unterlage, daß 
derselbe an jeder Seite der Borte vorsteht. Der Stabsoffizier trägt 
beiderseits der Goldborte je eine Goldschnur, über welche die 
grüne Unterlage vorsteht. Zum gewöhnlichen Dienste erscheint 
der Offizier mit Pantalons von mohrengrauem Tuche ohne jeder 
Verzierung. Im Sommer durfte er Beinkleider von weißem Zeuge 
anlegen, im Dienste aber nur dann, wenn er nicht en parade 
oder in Reih und Glied zu erscheinen hat. Für alle Offiziers- 
chargen wurde ein gleiches Portepee systemisiert ; es besteht 
aus einem goldenen, durch drei schwarze Linien der Länge nach 
gestreiften Bande, an welchem eine Quaste von goldenen glän- 
zenden „Bouillonen" hängt. Die Feldbinde ist von gelber Seide, 
schwarz durchstreift, wird als Dienstesabzeichen und in Parade 
getragen, um den Leib genommen und an der linken Seite durch 



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333 



eine Schnalle befestigt. Die beiden Quasten hängen rückwärts 
des Säbels hinab (bisher vor dem Säbel). Der Offizier trägt gelbe 
Handschuhe ohne Stulpen, (doch tauchen jn diesem Jahre schon 
weiße Handschuhe auQ, ferner eine Halsbinde von schwarzer 
Seide mit weißem Vorstoß. Die Beschuhung besteht aus Halb- 
stiefeln, deren Röhren von den Pantalons bedeckt sind. Die 
übrigen Adjustierungs- und Ausrüstungsgegenstände wurden nur 
unwesentlich modifiziert. 

1838. Mit 1. August wurde die Fähnrichscharge in der 
Armee aufgelassen; dafür wurden Unterleutnants l. und 2. Ge- 
bührsklasse systemisiert. 

1839. Am 29. März erließ der Hofkriegsrat abermals eine 
Verordnung gegen die allzuhäufige Verhängung der Stockstreich- 
strafe ; jede derartige Abstrafung mußte von nun an dem Bataillons- 
kommando schriftlich gemeldet werden. Den kommandierenden 
Generalen wurde zur Pflicht gemacht, die Strafprotokolle öfters 
einzusehen. 

1840. Mit 1. März wurde die Gage des Majors auf 93 fl. 
monatlich, im November die des Hauptmannes auf 75 fl., die 
des Obersten auf 149 fl. 45 kr., des Oberstleutnants auf 110 fl. 
15 kr. monatlich erhöht. Das Gebührenschema weist demnach 
folgendes : 



Stabs- und Ober- 
offisiere 



Oberst .... 

Oberstleutnant 

Major . . . • 

Hauptmann • • 

Kapitänleutnant 

Oberleutnant 

1 

2. 



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Unterleutnant 



im Frieden 



monatlich in: 



im Kriege 



täglich 






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kr. 



n. 



45 149 
15 110 
90 
71 
50 
32 
28 
24 



kr. 



45 
15 



n. 



145 

107 

86 

45 ; 69 

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kr. 



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102, 30 

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66 

42 

28 

24 

22 



30 



30 



i 



Port. 



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Stabsparteien 

und 

Prima - Pianisten 



Rechnungsführer 
Oberarzt • • • 
Unterarzt • • • 
Fourier .... 
Stabstrompeter 



334 



Im Frieden 

nnd 
im Kriege 



Gage 



20 
19 
14 
14 
11 



kr. 



45 



Im Kriege 



Feldbeitrag 



n. kr. 



49 



Brot- 



Pferde- 



Portion 



Die Ober- und die Unterärzte, sowie die Fouriere er- 
halten auch im Frieden täglich eine Brotportion. Von der 
Mannschaft erhielt täglich der Oberjäger 18 kr., der Unterjäger 
12 kr., der Patrouilleführer und gemeine Jäger 6 kr., der Trom- 
peter 9 kr., der Zimmermann und Privatdiener 6 kr. und jeder 
täglich eine Brotportion. 

1841. Mit Armeebefehl vom I.Jänner verlautbarte der Hof- 
kriegsrat auf Allerhöchsten Befehl jene Vorschriften, nach welchen 
die Jäger in Hinkunft für ihre Bestimmung ausgebildet werden 
sollten. Diese Vorschriften zei fielen in das Abrichtungs- und in 
das Exerzierreglement. Die Einleitung bestimmte, daß der Unter- 
richt, welcher die vollständige Abrichtung des Jägers für den 
kleinen Krieg in sich begreifen mußte, gründlich einfach und 
deutlich sein solle und daß der Untergebene anständig und wohl- 
wollend zu behandeln sei ; sie setzte fest, daß sich der Unterricht 
der gemeinen Jäger auf die Kenntnis der Dienst- und Abrichtungs- 
reglements, der Trompetensignale, der Konstruktion des Gewehres 
und der Vorpostenverhaltungen zu erstrecken habe; daß Unter- 
offiziere und Patrouilleführer geübte Abrichter und imstande sein 
müssen, den Mann über alle denselben betreffenden Obliegen- 
heiten, sowie im Scheibenschießen und Bajonettfechten gründlich 
belehren zu können und selbst gute Schützen sein sollen; endlich, 
daß der Jägeroffizier besonders geschickt sein müsse im Aus- 
stellen der Vorposten, Abpatrouillieren und Rekognoszieren einer 
Gegend nebst Erstattung eines deutlichen Berichtes über den 
Befund, in der Führung einer Avant- oder Arrieregarde, im 
angriffs- oder verteidigungsvveisen Tiraillieren und Erteilung eines 
gründlichen Unterrichtes im Scheibenschießen und Bajonett- 
fechten. 



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335 

Der Bataillonskommandant haftet mit seinen Hauptleuten 
und Offizieren für die gründliche Durchführung des dienstlichen 
Unterrichtes und hat namentlich dahin zu wirken, daß sich die 
Jäger durch ihre Geschicklichkeit im Schießen zu ihrem Vorteile 
von der Linien-Infanterie unterscheiden. (Der Stutzenjäger mußte 
auf der Kernschußdistanz den Oberleib des auf der Scheibe in 
Umrissen dargestellten Feindes, der Karabinerjäger aber zumindest 
die Scheibe treffen.) 

Beim Vergleiche mit dem Abrichtungsreglement vom fahre 
1813 weist jenes von 1843 nur wenige Neuerungen, dafür aber 
gründlichere Erläuterungen und Erklärungen auf. 

Beim Marsche werden 105 bis 108, beim Doublierschritte 
120 — 75 cm lange Schritte in der Minute gemacht. 

An Handgriffen sind neu „Kolben hoch" (das Gewehr liegt 
schräg auf der linken Schulter, der Kolbenschuh bei horizontalem 
Unterarme in der linken Hand); „Zur Visitierung der Ladung", 
„Übergebt zum Visitieren", dann statt „Pulver" „Zünder auf die 
Pfanne". 

„Zielregeln" und „Beobachtungen beim Scheibenschießen". 
Von der Kompanie schießt immer nur ein Zug im Beisein aller 
Offiziere nach der Scheibe; die Schußdistanzen von 100, 150, 
200, 250 und 300 Schritten waren vom Kugelfange an abzu- 
stecken. Die Scheiben 6' hoch, 3' breit, haben in der Mittellinie 
zwei schwarze Punkte (6" im Durchmesser); der eine ist 5' 6", 
der zweite 4' 6" vom unteren Rande entfernt, und repräsen- 
tieren beide die Brust und den Kopf des auf der Scheibe in 
Umrissen eingezeichneten Feindes. Aus dem Mittelpunkte des 
unteren Kreises werden 5, je 1" voneinander abstehende Kreise 
gezogen und vom grüßten an mit 1 bis 5 bezeichnet. In der 
für jeden Mann zu führenden Schußliste wurde jeder Treffer 
(Kreis 1 bis 5, Figur, Scheibe, ob oben, unten, rechts, links, 
mit, ohne Geller) und die Fehler eingetragen. Die Schußlöcher 
wurden mit numerierten Pflöckchen verstopft. Es wurde auch 
auf bewegliche Scheiben geschossen. 

Bei der Generaldecharge wurde das Feuer rottenweise von 
einem zum andern Flügel derartig abgegeben, daß die Leute 
in der Reihenfolge der Glieder nacheinander schössen. 

Der Abrichtung des Jägers im Tiraillieren, als seiner 
wesentlichsten Aufgabe, hatte der ausführliche Unterricht über 
die Benützung des Terrains im stehenden Gefechte, beim An- 
griffe, Rückzuge, in der Verteidigung des Jägers gegen einzelne 



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336 

Reiter voranzugehen. In der Tirailleurkette bildete jede Rotte 
(3 Mann) ein Kettenglied, dessen Mittelpunkt der Stutzenjäger 
war; Abstand von Mann zu Mann drei Schritte. Der Abstand 
eines Kettengliedes vom andern richtete sich nach der erforder- 
lichen Ausdehnung, Terrainbeschaflfenheit, Stärke der Abteilung 
und betrug normal acht Schritte. Die Tirailleurs benützten das 
Terrain zur Deckung und unterstützten sich gegenseitig im 
Feuer; ^) die hinter der Front befindlichen Unteroffiziere beob- 
achteten die Bewegungen und mutmaßlichen Absichten des 
Feindes, um rechtzeitige Gegenmaßnahmen zu treffen; das 
mittlere (Direktions-) Kettenglied eines jeden Zuges wird von 
einem Unteroffizier geleitet. Die Kette konnte auf der Stelle, 
nach vorwärts, auf die Mitte und einen Flügel gebildet^ und 
mit (19) Trompetensignalen bewegt werden z. B. Vor-, Rück- 
marsch, Ziehung nach vor-, nach rückwärts, Seitenmarsch rechts 
(links). Vor-, Zurücknahme des Flügels; bei Kavallerieangriffen 
formierten je nach der Zeit auch alle Kettenglieder des Zuges 
auf das mittlere den Klumpen (letzterer konnte auch im 
geschlossenen Zuge gebildet werden). — Die formelle Aus- 
bildung des Jägers im Tiraillieren sollte auf ebenem Boden vor- 
genommen, dann aber gleich im durchschnittenen Terrain und 
zwar auch mit Gegenseitigkeit fortgesetzt werden. 

Das Exerzierreglement behandelte in vier Hauptstücken 
die Stellung und die Rangierung der Jäger, das „Exercitium" 
der Stabs-, Ober-, Unteroffiziere, Trompeter und Zimmerleute, 
das Benehmen beim Empfange hoher Personen, die Vorschriften 
über Richtung, Frontmarsch, Chargierungen geschlossener Ab- 
teilungen bis einschließlich des Bataillons, Formierung, Bewegung 
und Frontveränderung der Kolonnen, Massen und Karrees, Ver- 
wendung von Abteilungen zur zerstreuten Fechtart, endlich die 
Garnisons- und Feldtrompetensignale. 

Der komplette Friedensstand eines Jägerbataillons war fol- 
gender: 1 Stabsoffizier, 1 Bataillonsadjutant, 1 Oberarzt, 5 Unter- 
ärzte, 1 Unterleutnantrechnungsführer, 3 Fouriere, 1 Stabstrom- 
peter, 1 Fourierschütz, 2 Privatdiener, zusammen 16 Mann. Eine 
Kompanie: 1 Hauptmann oder Kapitänleutnant, 1 Oberleutnant, 



•) Der Stutzenjäger sollte nur schießen, wenn er seinen Schuß wirksam 
anbringen konnte, bei gewöhnlichen Übungen hatte er den vierten Sehuß im 
Kettengliede. 

*) „Mann wird die Kette rechts formieren, in die Balance, halb rechts- 
marsch-marsch,* 



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337 

2 Unterleutnante, 2 Ober-, 8 Unterjäger, 2 Trompeter, 10 Patrouille- 
führer, 1 Fourierschütz, 1 Zimmermann, 200 gemeine Jäger. 

(Hievon sind 40 für die im Kriege zu errichtende Depot- 
kompagnie bestimmt), 3 Privatdiener, zusammen 231 Mann. Sechs 
Kompanien daher 1386 Mann, das ganze Bataillon 1402 Mann. 

Im Kriege vermehrte sich der Stab um 1 Ober- oder Unter- 
leutnant als Proviantmeister, 2 Unterärzte, 1 Oberjäger als Profos, 
1 als Wagenmeister, 1 obligaten Büchsenmacher und 1 Privat- 
diener; der Stab zählte daher 23 Mann; jede Kompanie erhöht 
sich um 4 Unterjäger, 10 Patrouilleführer, 1 Zimmermann, ver- 
mindert sich dagegen um 40 an die Depotkompanie abzugebende 
Jäger; der Kriegsstand einer Kompanie beträgt 206, der des Batail- 
lons 1259 Mann. Die Depotkompanie hat den um einen Unterarzt 
vermehrten Friedensstand einer Kompanie, somit 232 Mann. 

Die Kompanien führen die Nummern 1 bis 6, und bilden 
je 2 die 1., 2., 3. oder aber bei Ausrückungen die rechte, 
mittlere und linke Division; die Kompanien können auch mit 
„Rechts (links) stehende Kompanie der xten Division", oder dem 
Namen der Kommandanten bezeichnet werden. 

Die bisherige Rangierung der Kompanien im Bataillon blieb 
aufrecht. Die Offiziere stehen im 1. Gliede, und zwar der Ober- 
leutnant am äußeren Flügel des 1., der erste Leutnant an jenem 
des 4., der zweite Leutnant am Innern Flügel des 2. Zuges; 
der dienstführende Oberjäger steht neben dem zweiten Leutnant; 
die Trompeter und Zimmerleute stehen bei der einzelnen Kom- 
panie 4 Schritte vom rechten Flügel in der Richtung des 
1. Gliedes, in der Division vereint 12 Schritte hinter der Mitte. 
Der Hauptmann steht entweder hinter der Mitte der Kompanie 
(der 2. Oberjäger neben ihm), oder als Kommandant der Kom- 
panie (Division) 4 Schritte vor der Spaltung der 1. und 2. Rotte 
des Empfangflügels. Die Kompanien und Divisionen des Bataillons 
schließen ohne Intervall aneinander. 

Der als Kommandant vor einer Abteilung stehende Stabs- 
und Oberoffizier leistet die Ehrenbezeugung vor der Ah. Herr- 
schaft durch dreimaliges, vor allen übrigen Vorgesetzten durch 
einmaliges Heben und Senken des Säbels ; *) er befehligt die 



M Der zu Fuß ausgerückte Kommandant einer Abteilung (Offizier) hat bei 
der Salutierung vor der Ah. Herrschaft zugleich mit dem^ dritten Senken des 
Säbels die linke Hand an die Hutkrempe zu bringen. Der Unterofifizier als Kom- 
mandant einer Abteilung leistet die Ehrenbezeugung bloß durch die Kopf- 
wendung. Die gesamte Mannschalt hatte außer Reih und Glied bei Begegnung 
eines Generals, Stabs- und Oberoffiziers Front zu machen. 

Geschichte des 11. Feldjägerbaiaiiions. 22 



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338 

Truppe zur Kopfwendung, und läßt vor der Ah. Herrschaft und 
dem kommandierenden General den Generalmarsch blasen. 

Die Defilierung der Jäger sollte immer in doppelten Reihen 
und nur auf ausdrücklichen Befehl in Zügen oder halben Kom- 
panien erfolgen. Die Richtungen auf die vorerst vor- (rückwärts) 
zu nehmende rechte (linke) Flügel-Halbkompanie geschah stets 
rottenweise. Beim Frontmarsche eines Bataillons (vor- oder rück- 
wärts) traten vorerst die beiden Flügel- und die Mitteloffiziere 
auf sechs Schritte vor; der rechtsstehende Mitteloffizier führte 
die Direktion; das Abbrechen einer auf Terrainhindernisse 
stoßenden Abteilung erfolgte im Reihenmarsche, ebenso deren 
Wiedereinrückung in die Front. 

Ein in Front aufgestelltes Bataillon vollführte die Chargierung 
auf das Kommando seines Kommandanten gliederweise und zwar 
stets zuerst mit dem ersten Gliede, nur wenn das Feuer bereits 
während der Entwicklung beginnen sollte, wurde in jeder Halb- 
division gliederweise Feuer abgegeben und dieses dann entweder 
eingestellt oder ins Einzelnfeuer übergegangen. In ähnlicher 
Weise hatte sich auch eine Division (Halbdivision, Halbkom- 
panie, Peloton) zu benehmen. Während des Rückzuges durch 
ein Defile chargierte nur die vorderste Abteilung der Kolonne, 
marschierte dann reihenweise rechts und links zurück, und for- 
mierte sich als letzte Kolonnenabteilung; hiebei konnten auch 
die Stutzenschützen zur Verlängerung der Front und Teilnahme 
am Feuer vorgenommen werden. Die Generaldecharge und das 
Lauffeuer im ganzen Bataillon (Division) geschahen auf das 
Kommando des betreffenden Kommandanten nach den beim 
Zugsexerzieren angegebenen Normen. 

An Bewegungsformationen waren : die jetzige entwickelte 
Linie, die Reihen, Doppelreihen *) und eine Abteilungskolonne 
mit Zügen oder Halbkompanien durch Schwenkung mit einem 
stehenden Pivot aus der Front (und umgekehrt in die Front) 
gebildet. 

Die Abteilungskolonne konnte zur Ziehung, Direktionsver- 
änderung, Schwenkung, zum Seitenmarsche (in Doppelreihen), 
Schließen auf halbe und Öffnen auf ganze Distanz kommandiert 
werden. Das Abfallen aus größeren in kleinere Abteilungsbreiten 
und umgekehrt geschah aus der Front, bei Doppelreihen und 



*) Die Formation in Doppelreihen war grundsätzlich für alle Kolonnen- 
bewegungen der Jäger als Norm beim Manövrieren festgestellt, die Abteilungs- 
kolonne (mit höchstens Halbkompaniebreitcn) aber nur bei Delilierungen gestattet. 



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339 

Reihen nach den beim Zuge geltenden Grundsätzen ; das Abfallen 
aus Halbkompanien in Züge und umgekehrt erfolgte durch die 
Ziehung der abfallenden (aufmarschierenden) Züge. Frontver- 
änderungen, und zwar auf jeden Flügel, sowie auf die Mitte 
(nach vor- und rückwärts) wurden in Reihen oder Doppelreihen 
ausgeführt. Nachdem die leicht zu entwickelnde Doppelreihen- 
kolonne als die Manövrierform der Jäger zu gelten hatte, hielt 
das Reglement die Bildung von Bataillonsmassen als ganz ent- 
behrlich und gestattete nur die Divisions- und Kompaniemassen 
in Fällen, wo es sich um die Aufstellung der Truppe auf kleinem 
Räume im Hinterhalte, um das verdeckte Marschieren und um 
die schnelle Entwicklung zum Gefecht oder gegen Kavallerie 
handelte. Bei der Masse standen die Abteilungen (und zwar bei 
Divisionen Halbkompanien, bei Kompanien Züge) auf Gliederdistanz 
hintereinander; aus der Front erfolgte die Formierung der Masse 
bei Kompanien auf den rechten (linken) Flügelzug, bei Divisionen 
auf die rechte (linke oder mittlere) Halbkompanie durch Ein- 
rücken im Reihenmarsch. Um die Massen aus der Reihen- 
(Doppelreihen-) Kolonne zu bilden, wurde nach vorherigem Halten 
zuerst in Abteilungen aufmarschiert, die hierauf ohne Aufenthalt 
an die Tete anschlössen. Die von einem Bataillon gebildeten 
(Divisions- oder Halbdivisions-) Massen konnten entweder auf 
gleicher Linie (mit Entwicklungsdistanzen) oder auch Staffel- und 
schachbrettförmig aufgestellt werden ; sie konnten nach vor- und 
rückwärts, dann seitwärts (durch Reihenmarsch in jeder Abteilung) 
bewegt werden, Direktions- und Frontveränderungen ausführen, 
sowie in eine Kolonnenform übergehen. Die Masse entwickelte 
sich in die Front je nach ihrer Formation rechts (links oder 
nach beiden Seiten) und auch auf die letzten Abteilungen, indem 
jede Abteilung mittels Reihenmarsch um ihre Breite seitwärts 
rückte, sich herstellte und dann gerade in der Front vormar- 
schierte; wenn die Massen eines Bataillons Staffel- oder schach- 
brettförmig gestellt waren, so mußten sie früher von ihren Kom- 
mandanten in die beabsichtigte Frontlinie eingeführt werden. 
Wenn die Massen zur Verteidigung gegen Reiterei formiert 
werden sollten, wurde das Bajonett gepflanzt, das Gewehr in den 
(linken) Arm genommen; alle Glieder schlössen gegen das 
vorderste an, worauf die 3. und 4. Abteilung nach rückwärts, 
die vier äußeren Rotten der 2. und 3. Abteilung nach auswärts 
frontierten und die Ecken abgerundet wurden. Zur Verteidigung 
kommandierte der Massekommandant: „Masse fertig! Erstes 
Glied, fällt das Bajonett! — Zweites Glied An — Feuer!" Das 

22* 



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340 

zweite Glied wechselte die Gewehre mit den hinter ihm stehenden 
Gliedern und wurde nach Bedarf neuerlich zum Feuern und 
dann zum Laden befehligt. Zur Herstellung aus der Verteidigungs- 
stellung wurde kommandiert: „Masse Front!" und hierauf nach 
Bedarf: „Nehmt Eure Distanz, marsch!", worauf die normale 
Massedistanz anzunehmen war. Die Masse konnte vor-, rück- 
und seitwärts — bei letzterer Bewegung im Reihenmarsche — 
bewegt werden. Beim Marsche konnten zur Vertreibung einzelner 
feindlicher Reiter die Stutzenjäger der 1. und 3. Abteilung auf 
20 bis 30 Schritte vorgesendet werden, und hatten sich diese bei 
einer Attacke an den Ecken der Masse zu sammeln. 

Das Karree wurde von einem Jägerbataillon nur bei 
Musterungen, Kirchenparaden und ähnlichen Anlässen in der 
Weise gebildet, daß der 13. bis 18. Zug (stehen bleibend) die 
vordere, der 19. bis 24. (durch rechts Auflaufen) die linke, der 
7. bis 12. Zug (durch links Auflaufen) die rechte, der 1. bis 
6. Zug (ersterer an den 7. anschließend) die hintere Flanke 
formierten; beim Herstellen der Front marschierten die Flanken 
in ihre Aufstellung zurück. 

Im 4. Hauptstücke spricht sich das Reglement dahin aus, 
daß die Versehung des Vorposten- und Sicherungsdienstes, die 
Bildung von Streifkommanden, Avant- und Arrieregarden, der 
Angriff und die Verteidigung von Schluchten, Gebirgspässen, 
Wäldern und Ortschaften, die eigentliche Bestimmung der Jäger 
sei, für welche sie vorzüglich gebildet werden müssen; das 
Tiraillieren verfolge daher hauptsächlich den Zweck, durch- 
schnittene Gegenden zu durchstreiten, feindliche Plänkler zurück- 
zuwerfen, die eigene Angriffrichtung zu verschleiern, die Flanken 
größerer Kolonnen zu sichern und wichtige Objekte (Häuser, 
Brücken, Wälder etc.) schnell zu nehmen und gut zu verteidigen. 
Da die Plänkler demnach ein Gefecht bloß einleiten, aber nicht 
entscheiden können, sollen nie mehr derselben autgestellt werden 
als gerade nötig ist, daher festgesetzt wurde, daß eine Kompanie 
oder Division gewöhnlich nur den vierten, höchstens den dritten 
Teil auflösen, den Rest als Unterstützung oder Reserve geschlossen 
beisammen zu halten habe. Die Auflösungen der zur Kette be- 
stimmten Abteilungen erfolgte nach dem beim Zugsunterrichte 
abgegebenen Regeln ; die Unterstützungen sollten immer der- 
selben Halbkompanie (Kompanie) entnommen sein, aus der die 
Kette gebildet wurde ; vereinte Unterstützungsabteilungen standen 
gewöhnlich hinter der Mitte, geteilte dagegen hinter den Flügeln 
der Kette, ebenso die Reserven ; ihre Entfernung von der Kette 



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341 

hing vom Terrain ab und sollte in offener Gegend für die Unter- 
stützung 150 bis 200, für die Reserve weitere 100 Schritte be- 
betragen. Der Vor-, Rück- und Seitenmarsch, die Ziehung, das 
Vor- und Zurücknehmen der Flügel einer Kette waren nach den 
Anleitungen des Zugsunterrichtes auszuführen ; die Verlängerung 
der Kette und die Formierung von Flanken sollte in dringenden 
Fällen durch die nächsten Unterstützungszüge, sonst aber durch 
etwa disponible Kompanien (Divisionen) des Bataillons erfolgen 
und wird insbesonders empfohlen, daß die zu Flankenangriffen 
bestimmten Abteilungen möglichst überraschend auftreten sollen. 
Die Ablösungen, welche während etwaiger Gefechtspausen zu 
bewirken waren, damit die alte Kette die Munition ergänzen und 
die Gewehre reinigen konnte, durften sowohl durch die Unter- 
stützung als durch die Reserve bewerkstelligt werden; im Retirieren 
konnte eine Ablösung auch derart geschehen, daß die alte Kette 
sich durch die hinter ihr aufgelöste neue hindurchzog und in 
einiger Entfernung neuerlich hielt, wonach der Rückzug mit zwei 
alternierenden Ketten ausgeführt wurde. Partielle Verstärkungen 
der Kette besorgte die Unterstützung, allgemein aber in der Regel 
die Reserve. 

Für das Chargieren auf der Stelle im Avancieren und 
Retirieren waren besondere Normen festgesetzt, ferner war be- 
stimmt, daß zur Verstärkung des Feuers die Unterstützungen 
und Reserven bei geeigneten TeiTainverhältnissen mitwirken 
sollten. 

Gegen Kavallerieangriffe formierten Kette und Unter- 
stützungen Klumpen, die Reserven aber Massen, letztere rückten 
dann zur sukzessiven Aufnahme der Klumpen bis über die 
Kette vor, wodurch nach und nach die Kompanie- (Divisions-) 
Masse vollständig formiert wurde. Zur Wegnahme kleinerer 
Objekte giög die Kette oder auch nur Teile derselben im 
Bajonettangriffe vor; die Unterstützung folgte denselben an den 
Flügeln, um auf die Flanken des Feindes wirken zu können; 
ausgedehntere oder stärkere Objekte waren durch Abteilungen 
der Reserve anzugreifen, die einige Flankier vor die Front nehmen 
konnten ; die Unterstützungen folgten denselben hinter den Flanken ; 
die alte Kette ralliierte sich und folgte den Stürmenden als Rück- 
halt nach; der geworfene Feind durfte nur durch Flankier ver- 
folgt werden. Die Ralliierung nach beendigtem Gefechte erfolgt 
stets auf dem vom Kommandanten gewählten Punkte, wohin die 
Kette (bereits gesammelt) Unterstützung und Reserve geschlossen 
zu führen waren. Nebst den vorstehenden Normen enthielt das 



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342 

Reglement noch eingehende und praktische Belehrungen über 
Bildung und Benehmen von Tirailleurketten bei abnormalen 
Gefechts- und Terrainverhältnissen, über den Angriff von Feld- 
verschanzungen und über das Verhalten einer tiraillierenden Jäger- 
abteilung im offenen und durchschnittenen Terrain, sowie auch 
im Hochgebirge. 

1843. In diesem Jahre bestanden die Jägermusiken aus 
3 Ventil -Trompeten, 3 Ventil - Waldhörner und je 2 Baß- und 
Kontrabaßhörner ; diese 10 Musiker konnten durch die Kompanie- 
trompeter verstärkt werden. Die Musikbanden sollten bei Aus- 
bruch eines Krieges aufgelöst werden. 

1844* Durch Allerhöchste Entschließung vom 22. März wurde 
angeordnet, daß das 1. und 2. Glied der Jäger mit Kammer- 
büchsen System Augustin zu bewaffnen sei ; das 3. Glied behielt 
den Stutzen. Mit der Abgabe der glatten Karabiner entfiel auch 
der Mannschafts -Infanteriesäbel, da zur Kammerbüchse Hau- 
bajonette, wie beim Stutzen, eingeführt wurden. Die Kammer- 
büchsen wurden mit dem Kolben abwärts auf der rechten 
Schulter getragen. 

Mit Allerhöchster Entschließung vom 15. April wurde die 
Löhnung des Patrouilleführers von 6 auf 7 kr. täglich erhöht. 
Die Einführung eines Distinktionszeichens für diese Charge er- 
folgte erst im Jahre 1848. 

1845. Mit kaiserlichem Patente vom 14. Februar wurde für 
die Erblande die Militärdienstzeit in der Linie von 14 auf 8 Jahre 
herabgesetzt; es trat dieses Gesetz für alle Länder im Jahre 
1850 in Giltigkeit. 

1847. Am 5. Mai erhielt Generalmajor von Schulzig den 
Auftrag, die Jägerreglements umzuarbeiten. 

Die bestehenden 12 Feldjägerbataillone wurden auf Aller- 
höchsten Befehl für das Avancements der Hauptleute zu Stabs- 
offizieren statt in 3, in 4 Gruppen zusammengestellt. Die erste 
Gruppe bestand aus den Bataillonen Nr. 1, 2 und 4; die zweite 
aus Nr. 9, 10 und 11; die dritte aus Nr. 6, 7 und 12, endlich 
die vierte aus Nr. 3, 5 und 8 ; in jeder Gruppe konnte 1 Oberst, 
1 Oberstleutnant und 1 Major vorhanden sein. 

1848. Ein Allerhöchstes Patent vom 11. Februar tritt den 
Ofifizierschargekonventionen entgegen : „Jedes offen oder verdeckt 
geschlossene Übereinkommen, wodurch ein in aktiver Dienst- 
leistung stehender Offizier seine Charge im Wege der Quittierung 
oder Pensionierung gegen Entgelt aufzugeben zusichert, ist ver- 



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343 

boten. Beide Offiziere sind in gerichtliche Untersuchung zu 
nehmen". 

Im April wird das Tragen von Schnurrbärten für alle 
Offiziere vom Obersten abwärts angeordnet und dies den Generalen 
freigestellt. 

Die Unterjäger sind statt mit „Er" mit „Sie" anzureden ; 
der Stock und das spanische Rohr als Chargeabzeichen der 
Unteroffiziere wird abgeschafft, doch bleibt der Stock ein Re- 
quisit der Kompanie, das vom Oberjäger in unauffälliger Weise 
zu verwahren ist. 

Als Distinktion werden weiße, V," breite, 2" lange Litzen 
auf beiden Kragenenden eingeführt; es erhält der Patrouilleführer 
eine, der Unterjäger zwei, der Oberjäger drei solcher Litzen. 

Analoge Unterscheidungslitzen aus Gold wurden für die 
Offiziere am 14. Mai systemisiert. 

Am 25. April wird der Eid auf die Verfassung in den 
Armeeeid aufgenommen. 

Am 6. Juni erfolgt die Verfügung, daß die körperlichen 
Strafen nur mit kriegsrechtlichem Spruche verhängt werden 
können, es wäre denn, daß auf Märschen Disziplinlosigkeit ein- 
reißen sollte, wo dann eine Kommission, bestehend aus mindestens 
einem Offizier und zwei Mann, Beschluß zu fassen hat, ob der 
Mann körperlich zu bestrafen sei ; die Strafe des Gassenlaufens 
darf aber unter allen Bedingungen nur mehr kriegsrechtlich 
verhängt werden. 

Am 19. August stiftet Kaiser Ferdinand die kleine silberne 
Tapferkeitsmedaille; die schon früher bestandene bildet von nun 
an die 1., die neue die 2. Klasse; mit dem Besitze der letzteren 
ist keine Zulage verbunden. 

Am 5. Dezember wird die im Rekrutierungspatente vom 
Jahre 1827 ausgesprochene Befreiung des Adels vom Militär- 
dienste, von der aber sehr wenig Gebrauch gemacht wurde, 
aufgehoben. Die Berufung zur Armee erfolgt nunmehr durch 
das Los, welches die Reihenfolge der Einberufung bestimmt; 
Tausch der Lose, Loskauf (Taxe 1200 fl.) und Stellung eines 
Ersatzmannes werden gestattet. Die Steilungspflicht beginnt mit 
dem 20. und dauert bis zum vollstreckten 26. Lebensjahre. 

In diesem Jahre erfolgt die Umwandlung des Hofkriegs- 
rates in das Kriegsministerium; aus der Justizabteilung wird der 
Oberste Militärgerichtshof geschaffen. 

Die Arzte von der Charge des Oberarztes aufwärts erhalten 
Offizierscharakter und das goldene Portepee. 



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344 

1849. Im Februar dieses Jahres stellte FMLt. Baron Haynau 
den Antrag, die Jägerbataillone zu vermehren : „Der Wert der 
leichten Truppen und besonders der k. k. Feldjäger, der von 
jeher anerkannt war, hat sich in den letzten Kriegsereignissen 
in Italien und Ungarn auf das Glänzendste bewährt; sie nehmen 
in allen Relationen den vorzüglichsten Platz ein. Ihre Kleidung 
und Bewaffnung, ganz besonders aber der Geist, der sie beseelt 
und der sich gerade in dieser Truppe in auffallender Weise er- 
hält und fortpflanzt, stempelt sie zu den vorzüglichsten Truppen 
der Armee." 

„Wie nun dieser Wert der gedachten Jägertruppe allgemein 
anerkannt wird, so macht sich zugleich allenthalben fühlbar, 
wie die Zahl derselben im Verhältnis zur Linieninfanterie viel 
zu gering ist. Die meisten größeren Armeen haben mit der Ein- 
führung verbesserter Schußwaffen diesem Mangel durch Er- 
richtung von Scharfschützenkorps abgeholfen, denen wir daher 
überall, selbst bei den aufständischen Magyaren begegnen und 
die dort, wo sie uns entgegenstehen und nicht durch die An- 
wesenheit der k. k. Feldjäger überboten werden, nicht unbe- 
deutende Menschenverluste verursachen. Es wird daher der 
Vorschlag gemacht, die Jägerbataillons zu mehren, aber nur zu 
4 Kompanien zu bilden." 

Infolge dieses Antrages geruhte Se. Majestät mit Armee- 
befehl vom 21. Februar 1849 die Restringierung von 10 Jäger- 
bataillonen auf 4 Kompanien und die Neuformierung von 
10 Jägerbataillonen Nr. 13 bis 22 aus den 3. und 4. Divisionen 
anzuordnen. ^) 

Ferner wurden aufgestellt: das Jägerbataillon Nr. 23 aus 
den Siebenbürger Jägern; Nr. 24 aus dem 1. Wiener Frei- 
willigenbataillon, endlich. Nr. 25 aus der 3. und 4. Division des 
8. Jägerbataillons. 

Im August werden anstatt der frackartigen Röckeln Waffen- 
röcke mit grasgrünem Stehkragen, ebensolchen Aufschlägen und 
zwei Reihen Knöpfen eingeführt. Die Stabsoffiziere tragen nun- 
mehr Goldborten auf den Kragen. Als Chargeabzeichen werden 
statt der Litzen Sterne eingeführt. Das hechtgraue Beinkleid der 
Offiziere ist mit grünen Passepoils und 7*5 cm breiten grünen 
Lampassen geziert. Alle Offiziere erhalten Säbel mit Stahlscheiden, *) 
dazu mit Goldborten besetzte und mit rotem Saffianleder ge- 



*) Die Jägerbataillone Nr. 8 und 11 behielten einstweilen 6 Kompanien. 
') bei den Berittenen schon seit 1837 eingeführt 



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345 

fütterte Säbelkuppeln. Die Fouriere erhielten statt des P'racks 
Waffenröcke nach Offiziersschnitt ohne Passepoil und Säbel mit 
schwarzen Kuppeln. 

Am 3. April wurde die Charge des Kapitänleutnants in jene 
des Hauptmannes 2. Klasse, die bisherige Hauptmannscharge in 
jene 1. Klasse umgewandelt; die Unterleutnants höherer und 
minderer Gebühr heißen hinfort Unterleutnants 1. und 2. Klasse. 

Am 5. Juni ordnete Se. Majestät an: „1. Jeder brave Soldat 
Meiner Armee kann bei wiederholten tapferen Waffentaten mit 
der goldenen und silbernen Tapferkeitsmedaille 1. und 2. Klasse 
ausgezeichnet werden, ohne bei Erhalt eines höheren Grades 
jene des niederen ablegen zu müssen, so daß alle drei Ehren- 
zeichen die Brust eines solchen Tapfern zieren können. 2. Die 
goldene, dann die silberne Medaille l. Klasse geben jede für 
sich Anspruch auf den systemisierten ganzen oder halben 
Löhnungszuschuß, so daß Leute, die sich durch wiederholte Züge 
von persönlichem Mute und Tapferkeit beider Medaillen würdig 
gemacht haben, für jede derselben die entsprechende Zulage 
genießen." 

Am 12. Juni, anläßlich der Einführung neuer Kammer- 
büchsen, wurde anbefohlen, daß von nun an die Gewehre von 
den Jägern mit dem Riemen auf der rechten (bisher auf der 
linken) Schulter, Mündung aufwärts, zu tragen sind; die rechte 
Hand umfaßt den Kolbenhals. 

Am 19. Septem.ber süftet Se. Majestät das Militärdienst- 
zeichen für Offiziere und Mannschaft des Kombattantenstandes 
als Auszeichnung für lange und gute Dienstleistung. Das Offiziers- 
dienstzeichen 1. Klasse ist nach beendigter 25jähriger, jenes 
2. Klasse nach vollstreckter SOjähriger Dienstzeit zu verleihen; 
das Mannschaftsdienstzeichen 1. Klasse gebührte jenen Leuten, 
welche nach achtjähriger Dienstzeit sich auf weitere acht Jahre 
reengagieren ließen oder aber ohne diese Verpflichtung 16 Jahre 
ununterbrochen dienten; das Dienstzeichen 2. Klasse jener Mann- 
schaft, welche volle 16 Jahre gedient und sich auf weitere acht 
Jahre reengagieren ließ, oder aber ohne diese Verpflichtung 
24 Jahre gedient hat; waren derlei Leute bereits zu Offizieren 
befördert, so trugen sie das Mannschaftsdienstzeichen weiter, bis 
sie mit vollendetem 25. Dienstjahre das Offiziersdienstzeichen 
1. Klasse erhielten und dann ersteres ablegten. Die Veteranen- 
zeichen entfielen. 

Die erste Beteilung fand im Mai 1850 „auf eine angemessene 
feierliche Art" (ausnahmsweise nicht bei der Musterung) statt. 



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346 

„um der Mannschaft den hohen Zweck des Dienstzeichens an- 
schaulich zu machen". Seit der Abschaffung der Musterungen 
erfolgt die Beteilung ohne jede Feierlichkeit. 

Während des Feldzuges genehmigte Se. Majestät für die 
vor dem Feinde dienstuntauglich werdenden Offiziere und Soldaten, 
wenn sie ein Bein oder einen Arm verlieren, oder erblinden, 
daß Stabs- und Oberoffiziere einschließlich der Oberleutnante 
den nächsthöheren Chargengrad und den damit verbundenen 
Ruhegehalt, Unterleutnants den Oberleutnantscharakter und 200 fl. 
mehr Pension, Kadetten den Leutnantscharakter mit der Jahres- 
pension von 200 fl. erhalten. Den Oberjägern und Gleichgestellten 
wurde ein täglicher Patentalgehalt von 20 kr., den Unterjägern 
der gewöhnliche Oberjägerpatentalgehalt von 10 kr., der übrigen 
Mannschaft der Unterjägerpatentalgehalt von 6 kr. C.-M. zu- 
erkannt. 

Am 22. Oktober genehmigte Se. Majestät das Statut des 
„in Anerkennung der vielen ausgezeichneten Waffentaten und 
der bei jeder Gelegenheit bewiesenen aufopfernden Hingebung 
der Armee** gegründeten Militärverdienstkreuzes, bestehend aus 
einem silbernen, rot emaillierten Kreuze mit der Inschrift „Ver- 
dienst**, welches an dem für Tapferkeitsmedaillen vorgeschriebenen 
Bande getragen wird. 

Am 1. November wurde das Heer in 4 Armeen und 
14 Armeekorps eingeteilt. 

Am 2. Dezember stiftete Se. Majestät den Franz Joseforden 
zur Belohnung bewährter Anhänglichkeit und im Krieg oder 
Frieden geleisteter wichtiger Dienste. Der Orden besteht aus 
drei Graden. 

Am 11. Dezember wurde verfügt: „Die Freilassung vom 
Militärdienste gegen Stellung eines anderen Mannes hört auf; 
dagegen steht es jedem zum Militärdienst Verpflichteten bis drei 
Tage nach seinem Einrücken frei, sich durch Erlag einer Taxe 
von 600 fl. vom Militärdienst zu befreien". 

In diesem Jahre wurde an Stelle des Fouriers bei jeder 
Kompanie ein zweiter manipulierender Oberjäger systemisiert. 
Der andere Oberjäger der Kompanie wurde fortan „Dienst- 
führender** genannt. 

1850. Am 20. Juli wurde angeordnet, daß die Bataillons- 
hornisten von nun an auch im Frieden beritten zu sein haben. 

Die bisherige Vorschrift, nach welcher schlecht konduisierte 
Mannschaft der Artillerie, Kavallerie und Jäger zur Infanterie 
transferiert wurde, hörte auf; für jene Mannschaft, welche zweimal 



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347 

kriegsrechtlich bestraft worden war, wurden in den Festungen 
Komorn, Olmütz, Mantua, Temesvär, Karlsburg und Theresien- 
stadt Disziplinarkompanien errichtet. 

Am 1. November trat das Armee - Verordnungsblatt ins 
Leben. 

Mit der Leitung des gesamten Gewehrwesens der Armee 
wurde am 24. Dezember ein General betraut ; bei jedem Armee- 
korps fungierte ein Stabsoffizier oder Hauptmann als Korps- 
Waffeninspektor, bei jedem Bataillon ein Subalternoffizier als 
Waffenoffizier; gleichzeitig wurde für jedes Bataillon ein Militär- 
Büchsenmacher mit der Löhnung eines Unterjägers systemisiert. 

Der Eid auf die Verfassung wurde wieder aufgehoben. 

1851. Die Privatdiener der ganzen Armee erhalten am 
27. Jänner eine neue Adjustierung : lichtblaue Kappe, weiß passe- 
poiliert, mit einem hochroten, 1 " breiten Tuchstreifen am untern 
Rande; lichtblauen Wafifenrock mit Umlegkragen; endlich licht- 
blaue Leibel und Pantalon. 

Die Jägerbataillone bekamen am 8. April Musiken mit fol- 
gendem Stande: 1 Oberjäger (Kapellmeister), 2 Unterjäger und 
21 Gemeine; dagegen wurde der Stand jeder Kompanie um 
6 Mann reduziert. Beim Tiraillieren erhielten jene Züge, welche 
keinen Hornisten hatten, einen Mann der Musik zugewiesen. 
Die Musikmannschaft hatte als Abzeichen Achseldecken und 
Borten, wie die Hornisten. Zur Instandhaltung der Instrumente 
war ein Jahrespauschal von 300 fl. systemisiert worden; zur 
Bestreitung von Zulagen etc. leisteten die Offiziere Beiträge, 
u. zw. 2 bis 3 kr. pro Gagegulden. 

Die Assentierung von „ex propriis-Gemeinen" wurde ein- 
gestellt, das Institut der Kadetten auf neue Grundlagen gesetzt 
und dadurch jedem gebildeten jungen Manne ermöglicht, die 
Kadettencharge zu erlangen ; als Hauptaufnahmsbedingung wurde 
von den Aspiranten die Ablegung einer Prüfung beim Korps- 
kommando gefordert. 

Mit Allerhöchster Entschließung vom 9. Juli fand eine 
Gebührenregulierung für Offiziere statt, nach welcher von nun 
an die Friedensgage beim Obersten 1800, Oberstleutnant 1500, 
Major 1200, Hauptmann 1. Kl. 900, Hauptmann 2. Kl. 700, 
Oberieutnant 500, Unterieutnant 1. Kl. 450 und Unterleutnant 
2. Kl. 400 fl. Conventionsmünze betrug. Hiezu kamen noch 
Fourageportionen für die zur Erhaltung von Pferden Verpflich- 
teten, Quartiergelder für alle Offiziere vom General abwärts, 
Äquivalente für Brennholz während der Wintermonate für die 



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348 

Subalternoffiziere und der Anspruch auf die Beistellung eines 
Offiziersdieners. Anstatt des bisherigen Feldbeitrages wird eine 
Bereitschafts- und Kriegszulage systemisiert; erstere beträgt 
monatlich für den Subalternoffizier 12 fl. 30 kr., für den Haupt- 
mann 20 fl., für den Major und Oberstleutnant 35 fl., für den 
Oberst 40 fl. C.-M., letztere für den Subalternoffizier 20 fl., den 
Hauptmann 30 fl., den Major 60 fl., den Oberstleutnant 80 fl. 
und für den Oberst 120 fl. C.-M. 

Im Jahre 1851 erschien ein neues Abrichtungs- und Exer- 
zierreglement; die Anordnung des- Stoffes und die Rangierung 
der Mannschaft in drei Glieder blieb unverändert. 

Das Gewehr wird am Gewehrriemen auf der rechten Schulter 
(wie gegenwärtig) mit der Mündung nach aufwärts getragen. 

Das Feuer des geschlossenen Bataillons kann als „Bataillons- 
Feuer" vom 1. und 2. Gliede gleichzeitig, als „Glieder-Feuer" vom 
1. und 2. Gliede abwechselnd, und als „Einzelfeuer" abgegeben 
werden. Die Bezeichnung „Chargierung" wurde aufgelassen. 

Einige bisher wenig gepflegte Ausbildungszweige fanden 
in das Reglement Eingang; dem Scheibenschießen der Mann- 
schaft, wie den Schießübungen der Offiziere wurde größere 
Wichtigkeit beigemessen ; zur Aneiferung der Mannschaft wurden 
Schießprämien eingeführt. 

Das Reglement normierte als Stand einer Jägerkompanie: 
4 Offiziere, 2 Oberjäger, 12 Unterjäger, 20 Patrouilleführer, 
160 Gemeine, 2 Hornisten (früher Trompeter), 2 Zimmerieute, 
4 Privatdiener (die Bezeichnung „Fourierschütz" entfällt). 

1852. Durch das Allerhöchste Patent vom 31. Juli wird 
das Landwehrinstitut aufgehoben und es tritt das Reservestatut 
ins Leben ; jeder Mann hat nach vollstreckter achtjähriger Dienst- 
zeit noch einer zweijährigen Reservedienstpflicht nachzukommen, 
welche darin besteht, daß die unter normalen Verhältnissen in 
ihre Heimat entlassenen Reservemänner im Kriegsfalle oder beim 
Eintritte außerordentlicher Ereignisse zur aktiven Dienstleistung 
einzurücken haben. Gleichzeitig erfolgt eine Reorganisation der 
Linieninfanterie- und der Jägertruppe. Das Depotsystem erlangt 
Gesetzeskraft. Jedes Jägerbataillon formiert 6 Feld- und 1 Depot- 
kompanie. Zweck der Depotabteilungen: Evidenthaltung der 
Reservemannschaft, deren Mobilisierung und Ausrüstung, dann 
Einübung der Urlauber jener Abteilungen, welche weit vom 
VVerbbezirke disloziert sind. 

Um die Gleichmäßigkeit in der Anwendung der im Vor- 
jahre erschienenen Exerziervorschriften zu fördern, wurden 



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349 

6 Infanterielehrbataillone und eine Jägerlehrdivision gebildet; 
letztere wurde zu Brück an der Leitha aktiviert. 

Auf dem Gebiete des Militärerziehungs- und Bildungsvvesens 
erfolgten wichtige Neuerungen. Die Kadettenkompanien werden 
aufgelassen, zur Heranbildung von Unteroffizieren werden Unter-, 
Obererziehungshäuser und Schulkompanien, zur Heranbildung 
von Frequentanten für die Militärakademien, Kadetteninstitute 
und zur Heranbildung von Generalstabsoffizieren die Kriegs- 
schule geschaffen. Bei den Truppen werden Schulen für Kadetten, 
Unteroffiziere und Mannschaft, für Pioniere, dann zur Erlernung 
der Geschützbedienung geschaffen. 

1853. Infolge Allerhöchster Entschließung vom 12. Mai 
hörte das Kriegsministerium unter dem bisherigen Namen zu 
bestehen auf; die Verwaltung der Armee bildete nunmehr einen 
integrierenden Bestandteil des Armee-Oberkommandos. 

Die neusystemisierte Diensttaxe betrug bei der Ernennung 
zum Oberoffizier 32 fl. 29 kr. C.-M., bei jeder weitern Beför- 
derung ein Dritteil der jährlichen Erhöhung der Friedensgage. 

Für sämtliche Offiziere werden statt der bisherigen „Fourier- 
schützen" und „Privatdiener" nun „Offiziersdiener systemisiert ; 
Adjustierung jene der Privatdiener vom Jahre 1851. 

1854. Infolge der Reorganisation der Militärrechnungs- 
branche werden bei den Truppen statt der Rechnungsführer mit 
Offiziersrang Rechnungsoffiziale (fünf Klassen) und statt der 
Fouriere Rechnungsakzessisten (zwei Klassen) systemisiert. 

1855. Am 1. Juli erschien das noch heute in Kraft stehende 
Militärstrafgesetz mit 35 Kriegsartikeln für die wichtigsten Ver- 
brechen, Vergehen und Übertretungen. 

Die Spitzrutenstrafe („Gassenlaufen") wird gänzlich abge- 
schafft, die Verhängung der Stockstreichstrafe wesentlich ein- 
geschränkt. 

Am 23. Juli erschien ein neues Gagennormale. Es erhielten 
jähriich an Gagen: Oberst 2520, Oberstleutnant 1680, Major 1260, 
Hauptmann 1. Kl. 948, Hauptmann 2. Kl. 744, Oberieutnant 528, 
Unterieutnant 1. Kl. 480, 2. Kl. 428 fl. C.-M. Gleichzeitig wurde 
ein neues Pensionsnormale geschaffen. 

In diesem Jahre begann die sukzessive Neubewaffnung der 
Infanterie- und Jägertruppe mit den gezogenen Kapselgewehren 
Lorenz- VVilkinson. Das Gewehr hatte noch auf 900 Schritte eine 
genügende Treflähigkeit. 

1856. Das Armeekommando verfügte am 27. Jänner eine 
Abänderung des Gesetzes vom Jahre 1849 bezüglich der Stell- 



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350 

Vertretung; die Loskauftaxe wurde auf 1500 fl. erhöht und die 
materielle Lage der Stellvertreter verbessert. 

Infolge der im Jahre 1855 erfolgten Neubewafifnung mit 
Lorenz -Gewehren erschien am 1. Juni ein neues Abrichtungs- 
und Exerzierreglement, dessen wichtigste Bestimmungen fol- 
gende sind: 

Der Jäger ist zunächst bestimmt, den Feind im Einzel- 
kampfe, nämlich in geöffneter Ordnung zu bekämpfen, doch 
muß er auch die Fähigkeit besitzen, seinem Gegner in geschlossener 
Ordnung entgegenzutreten, weil er durch Terrain- und andere 
Verhältnisse auch auf diese Fechtart gewiesen ist. Demnach zer- 
fällt dessen Ausbildung in zwei wesentlich von einander ver- 
schiedene Teile nämlich 1. in die für seine Verwendung als 
Plänkler — geöflhete Ordnung; 2. in die für seine Verwendung 
in Reih und Glied — geschlossene Ordnung. 

Die Gruppierung des Stoffes war im neuen Reglement un- 
verändert geblieben. 

Beim Exerzieren und Manövrieren mußte der Marschtakt 
(105 bis 108 Schritte in der Minute) angewendet werden, der- 
selbe konnte bei Hitze, ungünstigem Boden etc. gemäßigt werden; 
für raschere Bewegungen diente der Laufschritt (höchstens 
150 Schritte in der Minute). 

Der Jäger trägt das Gewehr bei versorgtem Bajonette „ge- 
schultert", d. h. am Riemen auf der rechten Schulter, Mündung 
nach aufwärts : bei gepflanztem Bajonette auf der linken Achsel 
in schräg nach aufwärts gerichteter Lage, bei der Karreeverteidi- 
gung „im Arm". 

Die Richtungen wurden entweder nach den Chargen oder 
auch nur nach den Richtungsoffizieren, in diesem Falle aber 
jederzeit nach der Mitte des Bataillons (Division) vorgenommen. 

Als Kolonnenformationen dienten die Reihen-, Doppelreihen- 
und die Abteilungskolonne. Das Reglement bestimmte, daß für 
die Jäger die Doppelreihenkolonne in den meisten Fällen als die 
zweckmäßigste erscheine, daher auch beim Manövrieren zu allen 
Kolonnenbewegungen, welche die geschlossene Kolonne nicht 
unbedingt fordern, in Anwendung zu kommen haben. 

Beim Feuern jeder in Linie aufgestellten Truppe wurde 
nunmehr zuerst das 2. Glied zum Schießen befehligt; aus dem 
Gliederfeuer konnte in das Einzelnfeuer übergegangen werden; 
das Feuer während der Entwicklung eines Bataillons wurde 
halbdivisionsweise abgegeben; zur Verstärkung des Feuers 
konnten di-e Stutzenjäger auf einer oder auf beiden Seiten der 



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351 

Front vorgenommen werden, die in solchem Falle stets Einzeln- 
feuer abgaben. 

Jägerabteilungen konnten nunmehr in geschlossener Form 
zum Bajonettangriff kommandiert werden. Die hiezu bestimmte 
Abteilung hatte nach Bedarf Unterstützungen und Reserven aus- 
zuscheiden, feuerte während der Vorrückung nicht, sondern 
rückte unter fortwährendem Blasen des Sturmmarsches vor und 
ging auf etwa 60 Schritte vom Feinde auf das Kommando „fällt 
das Bajonett" ohne Hurra -Rufen zum Sturme über. Die Ver- 
folgung des Gegners hatten die Unterstützungen, dagegen die 
Abwehr des Gegners nach mißlungenem Angriffe die Reserven 
zu übernehmen. Wenn eine in Linie entwickelte Jägerabteilung 
den Angriff des Gegners stehenden Fußes abwarten mußte, hatte 
sie denselben bis zu dessen Herankommen auf 50 Schritte mit 
Gliederfeuer zu beschießen und ihm sodann mit dem Bajonette 
entgegenzustürmen. 

Die Ausbildung in geöffneter Ordnung verlangte von den 
Jägern hauptsächlich den Vorposten- und Sicherungsdienst, 
Streifkommanden, Schluchten, Gebirgspässe, Wälder, Dörfer etc. 
anfugreifen und zu verteidigen und in Fällen, wo sie allein gegen 
den Gegner zu schwach wären, diesen so lange zu beschäftigen 
und aufzuhalten, bis die rückwärtigen Truppen Zeit gewinnen, 
sich für das Gefecht vorzubereiten. 

Zur Leitung der für die zerstreute Fechtart formierten Ab- 
teilungen dienten Hornsignale. 

Zur Ausführung eines Bajonettangriffes aus der zerstreuten 
Fechtart sammelten sich die Kettenglieder in unregelmäßigen 
Haufen bei ihren Kommandanten, denen die anzugreifenden 
Punkte bezeichnet worden waren; die Unterstützungen rückten 
während des Vormarsches in die Kette ein, die Reserven hatten 
sich der letzteren zu nähern ; der Vormarsch erfolgte unter fort- 
währendem Blasen des Sturmmarsches; auf 60 Schritte vom Gegner 
wurde Sturm geblasen und der Angriff ausgeführt. Um einem 
Angriffe größeren Nachdruck zu geben, konnten auch die Reserven 
in die Plänklerlinie eingeschoben werden, dagegen mußten die 
Unterstützungen etwa 30 Schritte hinter den Flügeln zurück- 
behalten werden und sollten letztere trachten, dem Feinde in die 
Flanke zu fallen. 

Eine in geöffneter Ordnung fechtende Abteilung konnte 
auch mittels des Signales „Fronträumen" zurückberufen werden, 
wenn es sich darum handelte, die bereits rückwärts entwickelte 
Haupttruppe rasch zum Feuern zu bringen. 



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352 

1857, Am 25. Jänner erschien ein Organisationsstatut für 
die k. k. Armee. Durch dieses wurden bei jeder Kompanie vier 
Zugsführer kreiert, für welche die bisherige Distinktion'der Ober- 
jäger bestimmt wurde, während die Oberjäger und Gleichgestellten 
nunmehr nebst den drei Sternen ein gelbseidenes Distinktions- 
börtchen am Rockkragen zu tragen hatten; die Ernennung von 
„qua-Führern" an Stelle wirklicher Führer wurde gestattet; die 
„Gemeinen" waren von nun an bei der Jägertruppe „Jäger" zu 
nennen. 

Jedes Jägerbataillon bildet einen eigenen Verrechnungs- 
körper, hat seine eigene Rechnungskanzlei und ein Depotdetache- 
ment von 1 Offizier, 2 Unterjägern, 2 Patrouilleführern und 
16 Jägern. 

Die Werbbezirke erhalten die Bezeichnung Ergänzungs- 
bezirke. 

Den Ärzten wird der Offizierscharakter genommen; sie 
werden zu den Militärparteien gezählt. 

1858. Aus Anlaß der im Jahre 1858 in Österreich-Ungarn 
erfolgten Systemisierung eines neuen Münzfußes der „öster- 
reichischen Währung" an Stelle der bisherigen „Konventions- 
münze" und „Reichswährung" erfolgte auch eine Regelung der 
Gebühren für die Armee; das neue „Gebührenreglement" erschien 
am 1. September. Die Offiziersgagen und Pensionen waren wie 
im Normale vom Jahre 1855 festgesetzt. Jedem Offizier vom 
Obersten abwärts gebührt ein Offiziersdiener, das Naturalquartier 
samt Einrichtung oder Quartiergeld nebst Möbelzins in einem 
je nach der Garnison zu acht Zinsklassen abgestuften Ausmaße, 
den subalternen Offizieren für die Wintermonate ein Äquivalent 
für Brennholz, endlich den zur Unterhaltung eigener Pferde ver- 
pflichteten Stabs- und Oberoffizieren eine je nach der Charge 
bemessene Anzahl von Fourageportionen. Bei Versetzung einer 
Truppe auf den Bereitschaftsfuß gebührten monatlich : dem Stabs- 
offizier 30 fl., dem Hauptmann und Subalternoffizier 15 fl. Die 
Feldzulage war mit monatlichen 120 fl. für den Oberst, 80 fl. 
für den Oberstleutnant und Major, 40 fl. für den Hauptmann 
und 30 fl. für den Subalternoffizier bemessen. 

Die Löhnungsgebühr der Mannschaft betrug nunmehr per 
Tag 35 kr. für den Oberjäger, 20 kr. für den Zugsführer, 15 kr. 
für den Unterjäger, 10 kr. für den Patrouilleführer und 6 kr. für 
die übrige Mannschaft ohne Chargengrad. 

Der bisher bestandene Fleisch- und Teuerungsbeitrag wird 
durch das „Menagegeld" ersetzt, dessen Höhe auf Grund der 



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353 

Marktpreiszertifikate und unter Zugrundelegung eines Normal- 
küchenzettels ermittelt wurde. 

Auf Märschen erhält die Mannschaft die Durchzugskost, 
im Felde die Etappenverpflegung in natura, weiter auf dem 
Bereitschaftsfuße 2 kr., und auf dem Kriegsfuße (wie auch bei 
Märschen im Frieden) die Feld- (Marsch-) Zulage von 5 kr. pro 
Tag ohne Unterschied der Charge. Zu diesen Gebühren kamen 
noch: eine tägliche Brotportion in natura (oder reluto) per 
Mann, die kasernmäßige Bequartierung, die Montursgebühr und 
die Ankaufsberechtigung des Rauchtabakes zum Limitopreise. 

Am 1. November trat ein neues Heeresergänzungsgesetz in 
Kraft. Nach demselben wurden zur Ergänzung des Heeres heran- 
gezogen: 1. die Zöglinge der Militärbildungsanstalten nach ab- 
solvierten Studien; 2. freiwillig Eintretende (vom 17. bis zum 
36. Lebensjahre); 3. die nach der Losreihe zu Assentierenden 
(Eintrittspflicht nach beendigtem 20. Lebensjahre); 4. die von 
Amtswegen zu Stellenden; 5. jene bereits dienenden Soldaten, 
welche sich freiwillig zur Erneuerung einer Kapitulation von 
Jahr zu Jahr oder auf unbestimmte Zeit meldeten. Die Stellver- 
tretung blieb gestattet. Die Stellung fand jährlich in den Monaten 
Februar, März und April statt. Die Dienstpflicht begann mit 
dem Tage der Eidesleistung und dauerte acht Jahre in der Linie, 
zwei Jahre in der Reserve. Jedes Jägerbataillon erhielt die Mann- 
schaftsergänzung von bestimmten Infanterieregimentern. Die Jäger- 
bataillone entsandten zu den Stellungskommissionen „Wahl- 
offiziere". 

1859. Der Inhalt des Armeeoberkommando-Reskriptes vom 
14. Mai, betreffend die Formierung der Feldjägerbataillone Nr. 26 
bis 30, ist aus dem historischen Teile bekannt. 

Als Friedensstand eines Feldjägerbataillons wurde normiert : 
a) Bataillonsstab: 1 Stabsoffizier (bei den 32 Feldjäger- 
bataillonen waren 8 Oberste, 8 Oberstleutnants und 16 Majore 
systemisiert), 1 Bataillonsadjutant, 1 Oberarzt, 1 Rechnungs- 
führer, 2 Unterärzte, 1 Bataillonshornist, 1 Büchsenmacher, 
4 Offiziersdiener, 24 Mann Bataillonsmusik, zusammen: 
36 Mann; 
^^ bei jeder Kompanie: 1 Hauptmann, 1 Oberleutnant, 

1 Unterieutnant 1. Kl., 1 Unterieutnant 2. Kl., 2 Oberjäger, 
4 Zugsführer, 8 Unterjäger, 10 Patrouilleführer, 80 Jäger, 

2 Hornisten, 1 Zimmermann und 4 Offiziersdiener, zusammen : 
115 Mann; 

Geschichte des 11. FeldjagerbaUtllons. 23 



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354 

c) Depotdetachement: 1 Subalternoffizier, 2 Unterjäger, 

2 Patrouilleführer, 16 Jäger, 1 Hornist und 1 Offiziersdiener, 

zusammen : 23 Mann. 

Die Offiziersbeförderungen wurden im August 1859 ein- 
gestellt. Da nach dem Feldzuge zahlreiche überzählige Offiziere 
vorhanden waren, wurden den Gagisten Urlaube mit halber Gage 
bis zu sechs Monaten und für weitere sechs Monate gegen Gage- 
karrenz bewilligt; ferner wurde ihnen freigestellt, mit 107o Gage- 
abzug bis zur Einberufung in Disponibilität zu treten, oder gegen 
zweijährige Gagenabfertigung ohne Beibehalt des Offizierscharakters 
ihre Charge zu quittieren. 

Im Monate Oktober erfolgte die Einteilung der gesamten 
Armee in 8 Infanterie- und 1 Kavalleriekorps. In Venetien verblieb 
das II. Armeekorpskommando noch in Wirksamkeit; demselben 
unterstanden die auf dem Kriegsfuße verbliebenen Truppen des 
3., 5., 7. und 8. Armeekorps. Die übrigen Armeekomrnanden, 
sowie die Kommanden des 9., 10. und 11. Korps wurden nun- 
mehr aufgelöst und es blieben in den übrigen Kronländern nur 
mehr Landes-Generalkommanden zu Wien, Prag, Brunn, Lem- 
berg, Ofen, Hermannstadt, Temesvar, Agram und Zara aktiviert. 

Seit 15. Dezember tragen die Reengagierten und die mit 
Alterszulage Beteilten, ohne Rücksicht auf ihre Charge, eine 
Granate aus weißem Tuch an den Enden des Kragens als 
Distinktion und werden „Grenadiere" genannt. 

1860. Die Erfahrungen des Feldzuges 1859 gaben den An- 
stoß zu zahlreichen organisatorischen Neuerungen. 

In taktischer Beziehung wurde bereits Ende des Jahres 1859 
statt der seit mehr als 100 Jahren angewendeten dreigliedrigen 
Rangierung die Aufstellung in zwei Gliedern bei allen Fußtruppen 
angeordnet. 

Die neuen taktischen Reglements für die Fußtruppen er- 
schienen erst im Jahre 1862. 

Nachdem das Reglement Erzherzog Karls nach mehr als 
fünfzigjährigem unveränderten Bestände eine der neueren Heeres- 
verfassung entsprechende Umarbeitung erfahren hatte, wurde ein 
neues Dienstreglement herausgegeben, der 1. Teil des neuen Regle- 
ments enthält nebst den allgemeinen Standespflichten auch die 
persönlichen Verhaltungen der verschiedenen Chargengrade, dann 
die Vorschriften über den inneren Dienst und die Militärrechts- 
pflege; der 2. Teil umfaßt die Bestimmungen für den Dienst in 
der Garnison, im Lager, auf Vorposten und auf Märschen ; Vor- 



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355 

Schriften über Gebühren und deren Verrechnung sind aus dem 
neuen Reglement ausgeschieden. 

Das Armee -Ober- Kommando wurde aufgelassen und das 
Kriegsministerium wieder errichtet. 

Am 12 Jänner werden die Kriegsdekorationen des Leopold-, 
Eisernen Kronen-Ordens und des Militär- Verdienstkreuzes gestiftet. 

Den Rechnungsdienst bei den Truppen besorgten wieder 
Rechnungsführer, welche in die Kategorie der Beamten zählen 
und bei den Jägern folgende Adjustierung erhalten: schwarzer 
Wafifenrock, Aufschläge, Kragen und Passepoil grasgrün, gelbe 
Knöpfe mit Nummern, russischgraue Pantalons mit grasgrünen 
Passepoils. Im Kriege erhält jedes Bataillon statt des beim Depot 
verbleibenden Rechnungsführers einen Rechnungsstabsfeldwebel 
zugewiesen. 

Die Offiziere tragen von nun an auf der Lagerkappe ein 
kleines vergoldetes Jägerhorn mit weißer Bataillonsnummer und 
an der linken Kappenseite einen Stoß von „Schildhahnfedem". 
Der Mannschaft wurde gestattet, außer Dienst Kappen mit 
Schirmen von schwarzlackiertem Leder zu tragen; diese hatten 
den Schnitt der Offizierskappen, am unteren Ende einen zoll- 
breiten grünen Streifen und waren bei den Unteroffizieren mit 
schwarzgelben, bei der übrigen Mannschaft mit grünen Schnüren 
verziert; die Mannschaft mußte diese Kappen aus Eigenem be- 
schaff'en und durfte, wie die Offiziere, einen Schildhahnstoß tragen. 

Als Bereitschaftszulage wird am 9. Juli System isiert : für 
den Stabsoffizier 24 fl., für den Oberoffizier 12 fl. monatlich. 
Als Feldzulage: Oberst 100 fl., Oberstleutnant und Major 60 fl., 
OberofTizier 24 fl. monatlich. 

Mit Oktober 1860 wurde bei allen Feldjägerbataillonen eine 
Depotdivision aufgestellt. 

Am 22. Oktober werden folgende Kriegsstände festgesetzt: 
Eine Feldkompanie hat 4 Offiziere, 173 Mann; der Stab 52 Mann, 
24 Pferde; die Depotkompanie hat den Stand einer Feldkom- 
panie vermehrt um 1 Arzt und den Rechnungsführer. Als Train 
eines Jägerbataillons zu 6 Kompanien werden normiert: 1 vier- 
spänniger Kassawagen, 3 vierspännige Proviantwagen, 7 zwei- 
spännige Bagagewagen und 1 zweispännige Feldschmiede. 

1861. In diesem Jahre erfolgen mannigfache Änderungen 
in der Adjustierung und Ausrüstung der Truppen. Für die 
gesamten Fußtruppen werden Waffenröcke mit Umlegkragen und 
mit einer Reihe von Knöpfen eingeführt. Die Truppenoffiziere, 
welche die Feldbinde von nun an en echarpe von der rechten 

23* 



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356 

Schulter zur linken Hüfte (auch über dem Mantel) tragen, tragen 
auf der Schulter des Waffenrockes eine goldene Achselschnur, 
auf dem Mantel Achselklappen. An die Stelle der bisherigen 
Hüte (Dreispitze) treten solche von runder Form ähnlich der 
derzeit normierten, mit Goldschnur und Eicheln, Jägerhorn mit 
Bataillonsnummer und flachem Federbusche. Die Mannschaft 
trägt nunmehr runde Hüte, in der Form jener der Offiziere ähnlich, 
mit grüner Wollschnur. Im Felde und auf Friedensmärschen ist 
der Mantel stets anzulegen, bei warmer Witterung über dem 
Hemde, bei kalter über dem Waffenrocke. Die Dekorationen sind 
auch auf dem Mantel zu tragen. Sonst werden die Mäntel en 
banduliere, anstatt wie bisher im halben Kranze über dem Tor- 
nister geschnallt, getragen. 

Das Reitzeug der Stabs- und Oberoffiziere wird vereinfacht ; 
die roten, goldbortierten Echabraquen werden abgeschafft; an 
deren Stelle tritt eine Sattelhaut von schwarzem Lammfell; das 
Kopfgestell wird vereinfacht; das Hinterzeug entfällt. 

Hornisten und Zimmerleute sind nunmehr mit dem Faschin- 
messer bewaffnet. 

Den Bataillonsadjutanten, welche sich bisher aus eigenen 
Mitteln beritten machen mußten, werden unter Einstellung des 
Pferdepauschales ärarische Dienstpferde zugewiesen. 

Bei jeder Kompanie werden zwei Kompanieschuster systemi- 
siert, welche zum nichtstreitbaren Stande zählen. 

Die Entsendung der Wahloffiziere der Jägertruppe zu den 
Stellungskommissionen hört auf. 

In diesem Jahre erfolgt eine Reorganisation des Sanitäts- 
wesens; der Sanitätsdienst von der Gefechtslinie bis zur Linie der 
Hilfsplätze ist von Blessiertenträgern der Fußtruppen zu versehen. 
Demnach wurden bei jeder Kompanie 2 Mann, per Bataillon 
1 Unteroffizier für den Sanitätsdienst ausgebildet; im Bedarfsfalle 
konnte diese Mannschaft in jeder Brigade unter Kommando eines 
Offiziers zu einem Sanitätsdetachement vereinigt werden. 

1862« Im August hatte das Kriegsministerium die Abschaffung 
der bisher im Gebrauche gestandenen Kittel aus Zwilchstoff und 
dagegen die Einführung von Armelleibeln angeordnet, welche für 
die gesamte Jägertruppe aus hechtgrauem Wollstoffe mit grünen 
Parolis und beinernen Knöpfen zu erzeugen waren. 

Die wichtigsten Neuerungen brachte in diesem Jahre das 
Erscheinen des Abrichtungs- und Exerzierreglements; es waren 
dies die ersten Reglements, welche sowohl für die Ausbildung 
der Infanterie, als auch für jene der Jäger, Pioniere und der 



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357 

Genietruppe gemeinsam galten; doch wurde der Zweck der 
Jägertruppe mit folgenden Worten hervorgehoben: „Die Jäger, 
deren Stärke im Verhältnisse zu jener der Infanterie gering 
erscheint, sind nicht berufen, in großen Massen zu wirken, sondern 
sie haben ihre Verwendung hauptsächlich in jenen Gelegenheiten 
zu erwarten, wo die Geschicklichkeit im Gebrauche der Feuer- 
waffen und in der Benützung aller Terrainvorteile den Ausschlag 
gibt. Die möglichst vollkommene Anwendung der zerstreuten 
Fechtart muß daher bei der taktischen Ausbildung einer Jäger- 
kompanie als wichtigste Eigenschaft angestrebt und vorzugs- 
weise zum Gegenstande der Übung gemacht werden. 

Einige der markantesten Neuerungen dieser Vorschriften 
mögen hier Erwähnung finden. 

Im Zuge war die Aufstellung eine zweigliedrige; eine halbe 
Handbreite Abstand und 3' (rund 1 m) Gliederdistanz; der Zug 
war in zwei Schwärme, dann in Rottenpaare ä 4 Mann eingeteilt ; 
von diesen 4 Männern fungierte einer als Kettengliedführer. 

Der Zug mußte für seine Verwendung in geschlossener 
und geöffneter Ordnung, dann in der zerstreuten Fechtart aus- 
gebildet werden. Der Übergang in geöffnete Ordnung, d. h. in 
eine mehr oder weniger geöffnete Kette, erfolgte auf das Kom- 
mando „Auf n Schritte in die Kette (vorwärts, rechts, links)". 
Zum Übergange in die zerstreute Fechtart wurde kommandiert: 
„In Schwärme Marsch", worauf der Zug eine Linie von Patrouillen 
oder Schwärmen und eine Unterstützung bildete. 

Die Leitung dieser Formen erfolgte in der bisherigen um- 
ständlichen Weise mit etwa 20 Hornsignalen. 

Beim Bajonettangriffe mußte auf 150 bis 200 Schritte vom 
Gegner in den Laufschritt übergegangen und auf kurze Ent- 
fernung von demselben „Hurra" gerufen werden. 

Das Exerzierreglement umfaßte die Vorschriften über die 
Ausbildung der Kompanie, Division und des Bataillons. 

In der Kompanie wurde das Feuer aus der Entwickelten 
Linie stets vom Kompaniekommandanten kommandiert und 
gliederweise abgegeben. Der Bajonettangriff konnte sowohl in 
der Linie, als in der Masse ausgeführt werden; im letzteren 
Falle mußte ein Unterstützungszug ausgeschieden werden. 

Weiters konnte der Kompaniekommandant, um während 
der Vorrückung auch von den Feuerwaffen Gebrauch zu machen, 
einen Zug zum Übergange in die geöffnete Ordnung befehligen, 
welcher den geschlossenen Abteilungen vorauszueilen und vom 
Feuer Gebrauch zu machen hatte ; die geschlossenen Abteilungen 



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358 



folgten ununterbrochen; nach erfolgter Vereinigung wurde mit 
Hurra-Rufen und unausgesetztem Blasen des Sturmmarsches in 
den Feind eingedrungen. 

Diese Angriffs weise, „welche in den meisten Gelegenheiten 
anwendbar bleibt, mußte der Truppe durch fortgesetzte Wieder- 
holung bis zur Erlangung einer vollkommenen Sicherheit ange- 
eignet und bei jeder Übung einmal in Anwendung gebracht 
werden**. 

Formation einer zum An^rriffe treffenweise entwickelten Infanterie- 
brigade. 




\ 



T 



PlftnUerkette/ 




gebildet aus den vorderen Halbkompanien der einzelnen Divisionen 

V V V \/ \/ V 

cb i cb cbicbücbicbcb 

dD i □ liiitincbcbdDiziiz] 



2. 



1. 



m. 



II. 



I. Baon 






Division des Feld- 
jäger-Bataillons Nr. . . 
in Divisions-Massen- 
linie mit Entwick- 
lungsdistanzen 



des Infanterieregiments Nr. . . . in geschlossener 
Divisions -Masseniinie, d. i. die 3 Divisionen des 
Bataillons nebeneinander, in jeder Division die 
Kompanien mit Halbkompanie -Kolonnen hinter- 
einander 



J- 



J- 



J. 



III. 



II. 



I. Baon 



2. Treffen 

\ auf300-400x 

Distanz 



des Infanterieregiments Nr. . . . in 
Bataillons -Massenlinie, d. i. in jedem 
Bataillon die entwickelten 6 Kompanien 
hintereinander 

In der Division standen die Kompanien ohne Intervall 
nebeneinander; erste Aufstellung nach den Dienstnummern; im 
Verlaufe der Bewegungen konnten die Kompanien verworfen 
werden (die erste Änderung in dieser Richtung seit dem dreißig- 
jährigen Kriege). 

Das Feuer in der Division wurde auf Kommando des Divisions- 
kommandanten gliederweise abgegeben ; der Bajonettangriff wurde 
analog wie in der Kompanie durchgeführt. 

Das Bataillon konnte beim Manövrieren entweder in der 
Entwickelten Linie, in der Divisionsmassenlinie mit Entwicklungs- 
distanz oder in der geschlossenen Divisionsmassenlinie stehen. 



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359 

Der Bataillonskommandant kommandierte das Feuer glieder- 
weise in der Entwickelten Linie für das ganze Bataillon. Der 
Bajonettangriff wurde analog wie in der Kompanie und Division 
durchgeführt. 

Gegen Reiterei erfolgte die Bildung von Karrees; in der 
Kompanie mit Zugs-, in der Division mit Halbkompanie-, und 
im Bataillone mit Kompaniebreiten. Feuerabgabe auf Kommando 
des Kompanie- (Divisions-, Bataillons-) Kommandanten. 

Das Manövrierreglement normierte die Stärke einer Infan- 
teriebrigade mit 4 bis 6 Bataillonen, einem Jägerbataillone und 
einer Batterie ä 8 Geschützen; der Brigade konnte auch eine 
Kavallerieabteilung beigegeben werden. 4 bis 5 Infanteriebrigaden, 
ein größerer Kavalleriekörper, eine Anzahl Reservebatterien, nebst 
technischen Truppen und den nötigen Reserveanstalten wurden 
in ein Armeekorps vereinigt. Die Brigade stand normal entweder 
treffen- oder flügelweise, wobei das Jägerbataillon eine seiner 
früheren oder künftigen Verwendung entsprechende Aufstellung 
an einem Flügel, hinter der Mitte der Brigade oder als Reserve 
zu erhalten hatte, so daß es entsprechend der Eigentümlichkeit 
seiner Waffe, je nach der speziellen Disposition des Brigade- 
kommandanten entweder zur Gefeehtseinleitung, zur Deckung 
des Aufmarsches der Brigade, zur Ausbeutung der Erfolge der- 
selben, oder endlich zum Aufhalten des nachdringenden Gegners 
durch kaltblütiges, gutgezieltes Feuer verwendet werden konnte. 

Eine Verordnung vom 24. September bestimmte, daß aus 
Ersparungsrücksichten 18 Mann der Bataillonsmusik und alle 
Offiziersdiener auf den systemisierten Stand der Kompanie an 
Jägern zu zählen haben. 

1863. Am 1. August erhielten sämtliche Offiziere die Bewilli- 
gung, den nur für berittene Offiziere vorgeschriebenen Regen- 
kragen — „Radmantel" — außer Dienst tragen zu dürfen. 

Die Munitionsreserveanstalten der mobilen Heereskörper 
werden in der Weise reorganisiert, daß jede Infanteriebrigade 
einen eigenen Brigademunitionspark und jedes Bataillon einen 
zweispännigen Kleingewehrmunitionswagen mit Reservemunition 
erhält; hiedurch erhöht sich die Trainausrüstung eines Bataillons 
um 1 Fuhrwerk, 2 Zugpferde und 1 Fahrgemeinen. 

1864. Am 14. Februar wurde bestimmt, daß die Beförderung 
der Hauptleute 2. Kl. zu solchen 1. Kl., sowie die Oberleutnants 
zu Hauptleuten 2. Kl. nach dem Range in der ganzen Jägertruppe, 
die übrigen Beförderungen aber nach der Rangstour in jedem 
Bataillone stattzufinden haben. 



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360 

Am 13. Februar war angeordnet worden, daß die Offiziere 
bei angezogenem Mantel die Feldbinde unter demselben zu 
tragen haben ; es entfielen somit die Achselklappen auf den 
Mänteln. 

1865. Die im Jahre 1859 aufgelassenen Korpskommanden 
gelangen im Monate Jänner wieder zur Aufstellung. 

Vom 7. März an erhalten die Offiziere das Militärdienst- 
zeichen 1., bezw. 2. Kl. unter Anrechnung der Kriegsjahre erst 
nach zurückgelegtem 25. resp. 50. Dienstjahre. 

1866. Der Inhalt der Allerhöchsten Entschließungen vom 
29. Mai und 10. September, betreffend die Aufstellung der kom- 
binierten Jägerbataillone Nr. 33 bis 37, ist aus dem historischen 
Teile dieses Werkes bekannt. 

Als Stand bei einem Feldjägerbataillon wurde normiert: 
a) Stab: 1 Stabsoffizier, je 1 Subalternoffizier als Adjutant und 
Proviantoffizier, 1 Ober-, 1 Subalternarzt, 1 Truppenrechnungs- 
führer, 2 Hilfsarbeiter, 1 Oberjäger, 2 Unterjäger, 24 Jäger 
(Bataillonsmusik), 1 Bataillonshornist, 1 Büchsenmacher, 4 Offiziers- 
diener; im ganzen 41 Mann; h) Kompanie: 1 Hauptmann, 

1 Oberleutnant, je 1 Unterleutnant 1. und 2. Kl., 2 Oberjäger, 
4 Führer, 12 Unterjäger, 100 Jäger, 2 Hornisten -Patrouilleführer, 

2 Hornisten, 4 Offiziersdiener; im ganzen 130 Mann; c) Depot- 
kader: 1 Unterleutnant 1. Kl., 2 Unterjäger, 2 Patrouilleführer, 
12 Jäger, 1 Hornist, 1 Offiziersdiener; im ganzen 19 Mann. 

Die Erfahrungen des jüngsten Feldzuges hatten die Schwächen 
der bisherigen Verfassung des Heeres, seiner Gliederung, takti- 
schen Ausbildung, Bewaffnung, Ausrüstung etc. trotz der Lor- 
beeren, welche sich die Südarmee erworben und des tapferen, 
zähen, an heroischen Zügen reichen Widerstandes, den die Nord- 
armee einem an Zahl, Bewaffnung, Ausbildung und Führung 
überlegenen Gegner entgegengestellt, scharf hervortreten lassen. 

Die wichtigste Frage war die des Wehrsystems. Man ent- 
schloß sich, das Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht anzunehmen; 
allein die Einführung derselben rief infolge der alle Schichten 
der Bevölkerung berührenden Interessen so zeitraubende Erörter- 
ungen hervor, daß das neue Wehrgesetz erst am 5. De- 
zember 1868 die Allerhöchste Sanktion erhalten und die „Orga- 
nischen Bestimmungen" für die künftige Gliederung nicht vor 
dem Jahre 1869 zur Durchführung gelangen konnten. 

Bis zu diesem Zeitpunkte traten mit Allerhöchster Ent- 
schließung vom 28. Dezember 1866 provisorische Verfügungen 
in Kraft, deren wesentlichste Bestimmungen folgende waren: 



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361 

Aufhebung der bisher bestandenen Befreiungstitel bis auf die 
Stellvertretung unter Bmdern, gänzliche Sistierung der Befreiung 
vom Militärdienste gegen Erlag der Militär -Befreiungstaxe, Ein- 
stellung aller tauglichen Wehrpflichtigen der 1., 2. und 3. Alters- 
klasse in das Heer und Feststellung der Gesamtdienstzeit auf 
12 Jahre, wovon 6 Jahre in der Linie 3 Jahre in der ersten, 
3 Jahre in der zweiten Reserve abzuleisten waren ; von der 
Liniendienstpflicht entfielen 3 Jahre für den Präsenzdienst; die 
nächsten 3 Jahre sollte sich der Mann auf dauerndem Urlaube 
befinden. Sowohl die dauernd Beurlaubten, als auch die Reser- 
visten wurden in bürgerlichen Rechts- und Strafsachen den 
Zivilgerichten unterstellt. Die in der Liniendienstpflicht und in 
der ersten Reserve stehende Mannschaft gehörte zur Bildung 
der Operationsarmee, die zweite Reserve war vornehmlich für 
Besatzungszwecke bestimmt. 

Denjenigen Stellungspflichtigen, welche einen gesetzmäßig 
festgestellten Grad wissenschaftlicher Vorbildung nachweisen 
konnten, wurde gestattet, nur ein Jahr als „Einjährig- Frei willige" 
präsent zu dienen und sodann die Prüfung zum Reserveoffizier 
abzulegen. 

Die „Landes -General -Kommanden" hatten zufolge Aller- 
höchster Entschließung vom 14. Oktober nur die Benennung 
„General -Kommanden" zu führen. 

Je 2 bis 3 der bisher direkt dem Korpskommando unter- 
stellten Brigaden wurden neuerlich in Infanterie- (Kavallerie-) 
Truppendivisionen vereint und diese letzteren mit den fortlaufenden 
Nummern I bis XXIV bezeichnet. Die Divisionskommanden 
traten mit erweitertem militärischen Wirkungskreise unter die 
Generalkommanden. 

Mit Allerhöchster Entschließung vom 15. September wurde 
die Aufstellung eines „Armee -Oberkommandos" anbefohlen, 
welches in seiner Stellung dem Kriegsministerium koordiniert war. 

Am 2. November erfolgte die Neuaufstellung des Feldjäger- 
bataillons Nr. 33 (aus den Wiener Freiwilligen - Bataillonen), so 
daß die Jägertruppe nunmehr 40 (33 Feld-, 7 Tiroler Jäger- 
Bataillone zählte. Zur Verbesserung des Loses der im Kriege 
verwundeten Soldaten trat Österreich der Genfer Konvention bei. 

1867. Die Jägertruppe erhielt am 10. Februar provisorisch 
eine Neuorganisation. Jedes Feldjägerbataillon bestand im Frieden 
aus dem Bataillonsstabe, 4 Feldkompanien und 1 Depotkader. 
Der Depotkader formierte im Kriegsfalle die Depot- und 1 Re- 
servekompanie. 



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362 

Mit Allerhöchster Entschließung am 13. April wurde eine 
neue Beförderungsvorschrift für sämtliche Chargen vom General- 
major abwärts genehmigt und die Vereinigung der einzelnen 
Gruppen der Offizierschargen in Konkretualstände, sowie die 
Auflassung der bisherigen Einteilung der Unterleutnants in solche 
1. und 2. Klasse, welche sich nun bloß durch die „höhere" und 
„niedere" Gebühr unterschieden, angeordnet. Hiernach wurden vor- 
läufig die Oberstleutnants, Majore und Hauptleute der Jägertruppe 
in je einen Konkretualstand vereinigt, was auch bei den übrigen 
Waffengattungen geschah, während die Bildung der Konkretual- 
stände der Subalternoffiziere erst später erfolgte (August 1868). 

Das Avancement zum Offizier kann nur nach Ablegung einer 
Prüfung erfolgen, nach welcher die Betreffenden zu „Offiziers- 
aspiranten" ernannt werden; zur Heranbildung eines geeigneten 
Offiziersnachwuchses wurden bei den Truppendivisionen „Divi- 
sionsschulen" mit zweijährigem Kurse und bei den Truppen 
(aber auch brigade- oder garnisonsweise) „Vorbereitungsschulen" 
errichtet. 

Hauptleute müssen zur Erlangung der Stabsoffizierscharge 
eine Prüfung ablegen, drei Monate ein Bataillon selbständig führen 
und in den Offiziersschulen Vorträge halten. 

Hauptleute, welche auf die Erlangung der Stabsoffiziers- 
charge verzichtet haben, treten in den Bezug der Alterszulage von 
120 fl. jährlich, sobald sie weiter dienen. 

Das Mannschaftsdienstzeichen 1. Kl. wird von nun an erst 
nach vollstreckter 12jähriger, jenes 2. Kl. erst nach i8jähriger 
aktiver Dienstleistung verliehen; die Besitzer des Mannschafts- 
dienstzeichens erhalten den Titel „Veteranen". 

Am 15. Oktober wird verfügt, daß jeder Mann mit „Sie" 
anzusprechen sei; die Benennung „Gemeiner" ist nicht mehr an- 
zuwenden. (Bei der Jägertruppe bereits seit 1857.) 

Die Strafe der körperlichen Züchtigung darf nur verhängt 
werden, wenn der Schuldige wegen eines entehrenden Vergehens 
bereits bestraft war. 

Da sich die bisherige Bewaffnung mit dem Vorderlader 
Lorenz-Wilkinson M. 1855 im Kriege 1866 als unzureichend er- 
wiesen hat, wird die Bewaffnung mit Hinterladegewehren energisch 
in Angriff genommen. Einstweilen wurde das bisherige Gewehr 
nach dem Systeme Wänzl in einen Hinterlader umgestaltet und 
die Neubewaffnung mitWerndl-Gewehren in Aussicht genommen; 
schon im Oktober konnten die ersten Truppen mit umgestalteten 
Gewehren ausgerüstet werden. 



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363 

Die Munition besteht aus Einheitspatronen mit Randzündung. 

Friedenstaschenmunition: 

Unteroffizier 10, Patrouilleführer und Jäger 20, 
Kriegstaschenmunition: 

Unteroffizier 20, Patrouilleführer und Jäger 60, 

zu 10 Stück in einem Pappendeckelkarton verpackte Patronen. 

Die Neubewaffnung bedingte auch Änderungen der Ad- 
justierung und Ausrüstung. Der Mann erhält Patrontaschen, von 
denen eine vorne, die andere an der rechten Hüfte, später rück- 
wärts getragen wird. 

Das im Frühjahre 1867 erschienene provisorische Abrichtungs- 
und Exerzierreglement gelangt 1868 definitiv zur Einführung. 

Die Ausbildung der Fußtruppen ist auf den Hauptgrund- 
satz basiert, daß der Feuerkampf im Gefechte die Entscheidung 
herbeiführt. 

Neuerungen gegenüber den Exerziervorschriften vom Jahre 
1862 und 1863: Abrichtungsreglement : der Zug wird in vier 
Schwärme abgeteilt; die Zugskommandanten im Verbände der 
Kompanie führen ihre ZügQ im Sinne der Weisungen des Kom- 
paniekommandanten ; von der Feuerwaffe ist der ausgiebigste 
Gebrauch zu machen; jeder Angriff ist durch intensives Feuer 
vorzubereiten. 

In der Kompanie tritt an Stelle der Masse die Kolonne mit 
Zugsbreiten und sechs Schritten Distanz. Gegen Reiterei werden 
Karrees formiert, wobei der 1. und 2. Zug die vordere, der 4. die 
rückwärtige Front, der 3. mit je einer Hälfte die Flanken bildet. 

Die zerstreute Fechtart dient zur Einleitung und Durch- 
führung des Feuergefechtes, zur Mitwirkung bei der Entscheidung, 
zur Verfolgung etc.; hiezu sind eine oder mehrere Abteilungen 
in eine Kette von Schwärmen mit Unterstützungen und Reserven 
zu formieren. Das Kommando zum Übergange in die zerstreute 
Fechtart lautete z. B. bei einer selbständigen Kompanie „I.Zug 
Schwarmlinie, 2. Zug Unterstützung, 3. und 4. Zug Reserve! 
Direktion . . .!" Die Leitung im Gefechte erfolgte durch münd- 
liche Avisos, Signale, durch Zeichen, endlich durch Ordonnanzen. 

Eine Instruktion über Anwendung des Feuers, Benützung 
des Terrains, dann ein Schießunterricht waren beigegeben; laut 
letzterem bestanden drei Schießklassen, von denen die erste „die 
Schützen" bildeten; diese erhielten eine grüne Schützenschnur 
(1868) als Abzeichen; das Schießen gegen feldmäßige Ziele und 
das Abteilungsfeuer waren in ihr Schußprogramm aufgenommen. 



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364 

Im Exerzierreglement entfallen die Divisionsmassen; die 
Kompagnien bilden Dispositionseinheiten des Bataillonskomman- 
danten. Das Bataillon kann in der Entwickelten- und Kolonnen- 
linie, in der Masse, in der Einfachen-, Doppel-, Reihen- und 
Doppelreihenkolonne aufgestellt und bewegt werden. 

Die Kompanien werden durch Avisos geleitet. Gegen Reiterei 
können Kompanie-, Halbbataillons- und Bataillonskarrees gebildet 
werden. In der Entwickelten Linie erfolgt die Feuerabgabe auf 
Kommando der Kompaniekommandanten. Für die zerstreute 
Fechtart gilt als Grundsatz, daß je ein Viertel für Schwarmlinie 
und Unterstützung, die Hälfte für die Reserve zu bestimmen sind. 

Der wissenschaftlichen Fortbildung der Offiziere wird er- 
höhte Aufmerksamkeit zugewendet. 

1868. Am 15. Jänner wird das Armeeoberkommando auf- 
gelassen. 

Infolge des Ausgleiches im Jahre 1867 entstand die Be- 
zeichnung „Reichskriegsministerium". 

Mit 1. April trat eine neue Adjustierungs- und Ausrüstungs- 
vorschrift in Kraft. 

Offiziere: Hut ohne Goldborte und ohne Bandbesatz; Mäntel 
ähnlich jenen der Mannschaft, mit Passepoil. Der Regenkragen 
(, Radmantel") darf von den nicht berittenen Offizieren nur außer 
Dienst, von den berittenen auch im Dienste getragen werden; 
Waffenrock ähnlich jenem der Mannschaft, jedoch mit Passe- 
poil und Taschenpatten; die goldene Achselschlinge entfallt, da 
die Feldbinde wieder um den Leib getragen wird; Blouse ähnlich 
jener der Mannschaft; hechtgraue Lampaßhosen, bei den Berittenen 
im Felde mit 14" hohem Lederbesatz versehen, dunkelgraue und 
weiße (Piquet) Sommerpantalons. 

Die OfTiziersaspiranten erhalten als Distinktion ein goldenes 
Börtchen und einen silberplattierten Stern (die derzeit bestehende 
Kadettenauszeichnung). Diejenigen OfTiziersaspiranten, welche 
OfTiziersdienste versehen, erhalten den Offizierssäbel, auf der 
Kuppel gelbe Seidenborten; sie behalten den Tornister. 

Mannschaft: Hut und Federbusch in der noch heute nor- 
mierten Fasson : hechtgraue Lagermütze ohne „Stoß" mit schwarz- 
gelbem Schafwollröschen; Mantel statt lichtgrau, blaugrau 
(dunkel); hechtgrauer Rock mit IV«" hohem grasgrünem Steh- 
kragen, eine Reihe von 6 Knöpfen; sonst wie bisher; Bluse von 
hechtgrauem Wollstoff" mit IV«" hohem Stehkragen, grünen 
Parolis, 2 Brust- und 2 Schoßtaschen, rückwärts mit Falten- 
zug versehen; hechtgraue Gamaschen, ebensolche Fäustlinge, 



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365 

niedrige elastische Halsbinde; statt der hölzernen (Tschuttera) 
gläserne Feldflaschen mit Blechüberzug. Die Waffenröcke und 
Hüte sind nicht mehr ins Feld mitzunehmen. 

Zu dieser Zeit erhielten somit die Jäger die vielfach noch 
heutzutage bestehende Adjustierung, während die Ausrüstung 
noch mancherlei Umgestaltungen durchmachte. 

Am 1. April wurden die Musiken der Jägerbataillone aufgelöst. 

Mit Zirkularverordnung des Reichskriegsministeriums vom 
18. August werden die Oberleutnants, Leutnants und Offiziers- 
aspiranten der Jägertruppe in einen Konkretualstand vereinigt 
und erfolgt die Beförderung jetzt nicht mehr auf Grund der im 
Truppenkörper entstehenden Abgänge. 

Zufolge Allerhöchster Entschließung vom 9. Juli übergehen 
die bisherigen Rechte des Inhabers und zwar jenes der Beför- 
derung und Ernennung von Offizieren an das Reichskriegs- 
ministerium, hingegen jenes der Erteilung von Heiratsbewilligungen 
an Stabs- und Oberotfiziere und die gerichtsherrlichen Rechte 
an die Generalkommanden. 

Das Offiziersavancement wurde von nun an nur zweimal 
im Jahre, d. i. am 1. Mai und 1. November veriautbart. 

Das auf die allgemeine Wehrpflicht basierte neue Wehr- 
gesetz erhält am 5. Dezember die Allerhöchste Sanktion. 

Mit der Verordnung vom 7. Dezember wird die Stockstreich- 
und die Kettenstrafe endgiltig abgeschafft. 

Am 1. Jänner erfolgt die Einführung der Ehrengerichte bei 
den Truppen. 

1869. Gestützt auf das neue Wehrgesetz erschienen die 
„Organischen Bestimmungen" für die Armee. Einige der wichtig- 
sten derselben waren folgende : 

Se. Majestät behält sich den Oberbefehl über die gesamte 
bewaffnete Macht vor ; zur Vermittlung der diesbezüglichen 
Agenden dient die Militärkanzlei. 

Dem Generalinspektor des Heeres obliegt die Inspizierung 
des gemeinsamen Heeres betreff Ausbildung und die Überwachung 
der größeren Truppenübungen, 

Das Reichskriegsministerium versieht die Leitung der Organi- 
sation, Administration und des operativen Dienstes bei der gemein- 
samen Armee und der Kriegsmarine; die Landwehren beider 
Reichshälften unterstehen den betreffenden Landesverteidigungs- 
ministerien. 

Zur Inspizierung der in den verschiedenen Territorialbezirken 
dislozierten Truppen und Anstalten bestehen die General- und 
Militärkommanden. 



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366 



Als taktisch administrative Einheit höherer Ordnung ist die 
Infanterie- (Kavallerie-) Truppendivision derart organisiert, daß 
sie sowohl im Verbände eines Armeekorps, als selbständig in 
Verwendung treten kann; die Truppen di Visionen werden mit 
fortlaufenden (römischen) Nummern bezeichnet. 

Jede Infanterietruppendivision besteht aus 2 bis 3 Brigaden 
ä 6 Infanteriebataillonen, hiezu tritt eventuell noch ein Jäger- 
bataillon. 

Neusystemisiert werden : Kadettoffiziersstellvertreter, Kadetten 
(jeden Mannschaftsgrades), Stabsführer und Rechnungsoberjäger; 
aufgelassen werden : Die Chargen der Offiziersaspiranten, Stabs- 
feldwebel und Patrouilleführerhornisten. Die Kadettoffiziersstell- 
vertreter erhalten die Distinktion der Offiziersaspiranten, einen 
schwarzlackierten Gürtel mit einer Kartentasche, die Kadetten 
das Goldbörtchen der Offiziersaspiranten als Auszeichnung. 

Nach den organischen Bestimmungen für die Jägertruppe 
besteht diese aus dem Tiroler Jägerregimente und 33 Feldjäger- 
bataillonen ; ersteres aus 7 Bataillonen, letztere aus dem Bataillons- 
stabe, 4 Feld-, 1 Reservekompanie und 1 Ergänzungskompanie- 
kader. 

Stände der einzelnen Kompanien. 



Friedenestsnd ii Kriegsstand 
Kompanie 



Chargen 



Hauptmann 

Subalternoffiziere • • • 
Kadettoffiziersstellvertreter 

Oberjäger 

Führer 

Unterjäger 

Patrouilleführer .... 

Jäger ........ 

Rechnungsüberjäger • 

Hornisten 

Offiziersdiener 

Pioniere 

Blessiertenträger • • • 



1 
2 
1 
1 
4 
8 
8 
80 
1 
2 
3 






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*) kann im , 
Bedarfsfalle bei 



j entsprechender 

Vermehrung 
der Chargen bis 
auf 300 Jäger 
erhöht werden. 



1 



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367 

Als Bewaffnung war vorgeschrieben : für die mit dem Feuer- 
gewehre ausgerüstete Mannschaft das Hinterladegewehr System 
Werndl M. 1867 mit Säbelbajonett; für den Kadettoffiziersstell- 
vertreter der Infanterieoffizierssäbel ; für die Rechnungsoberjäger, 
den Hilfsarbeiter der Rechnungskanzlei, den Stabsführer und den 
Büchsenmacher der Infanterieunteroffizierssäbel; für die Kom- 
paniehornisten, Pioniere, Blessierten- und Bandagenträger, sowie 
für die Fahrsoldaten der Pioniersäbel. 

Die Munition bestand aus Einheitspatronen mit Zentral- 
zündung; 12 Patronen waren in einem Karton verwahrt: die 
Friedenstaschenmunition betrug für den Mann 24, den Unter- 
offizier 12, die Kriegstaschenmunition für den Mann 72, den 
Unteroffizier 24 Patronen. 

An Ausrüstung wird neusystemisiert: für die Hälfte des 
Standes an Patrouilleführer und Jägern je ein Linnemannscher 
Spaten, für jeden Mann ein Verbandpäckchen und eine Feld- 
flasche; für je 2 Mann ein Kochgeschirr. 

Train eines Jägerbataillons: 1 vierspänniger Munitionswagen 
(per Gewehr zirka 30 Patronen), 2 zweispännige Deckel-, 2 vier- 
spännige Proviant-Rüstwagen ; Fuhrwerke und Beschirrungen sind 
von nun an bei den Truppenkörpern in Verwahrung. 

Am 5. Mai erscheint die erste Schießinstruktion; der dies- 
bezügliche Anhang des Abrichtungsreglements wird außer Kraft 
gesetzt. Die Schießinstruktion betont die Wichtigkeit des Ziel- 
feuers und der Ausbildung für dasselbe ; die Rekruten bilden die 
die 3. Schießklasse und rücken nach Erfüllung gewisser, bei der 
Jägertruppe erschwerter Bedingungen in die 2. und 1. Schieß- 
klasse vor; die 1. Schießklasse schießt auf Distanzen von 400 — 800, 
bei der Jägertruppe auch bis 1000 und 1200 Schritte. 

Zur intensiveren Kultivierung des Schießwesens werden 
Zimmergewehre eingeführt. 

Die Jägeroffiziere dürfen blaugraue Pantelons mit grasgrünem 
Passepoil („Salonhosen"), Berittene ebensolche Stiefelhosen mit 
Lederbesatz, sämtliche Offiziere Kapuzen tragen. 

Freiwillig Fortdienende erhalten nach 3, 6, 9 Jahren 1, 2, 
3 schwarzgelbe Streifen am linken Ärmel; die Granate als Di- 
stinktion, sowie der Ausdruck „Grenadier" hören auf. Das 
Mannschaftsdienstzeichen 2. Klasse wird erst nach vollendetem 
24, Dienstjahr zuerkannt. 

Am Ende des Jahres wurden die Offiziersgagen (ab I.Jänner 
1870) wie folgt reguliert: Major 1680, Hauptmann 1. Kl. 1200, 
2. Kl. 900, Oberieutnant 720, Leutnant 600 fl. jähriich. Die Gebühr 



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368 

an Brennholz entfallt bei den SubalternofBzieren. Der Unterschied 
zwischen Leutnant und höherer und minderer Gebühr entfallt. 

1870. Infolge der organischen Neugestaltung des Heeres 
erschienen in diesem Jahre mehrere neue Vorschriften, darunter 
„die Instruktion für Truppenschulen" und „Die Instruktion für 
die praktischen Übungen". 

Für die Stabs- und berittenen Oberoffiziere erschien eine 
Vorschrift zur Sattlung und Zäumung der Pferde. Die Sattel- 
decke aus Lammfell wird abgeschafft; ein einfacheres Kopfgestell 
samt Marschhalfter, ein neuartiges Vorderzeug, eine Umlaufgurte, 
zwei Packtaschen und eine Revolvertasche werden eingeführt. 

Die mit 1. Jänner 1871 beginnende neue Monturwirtschafts- 
und Verrechnungsweise behält das Portionensystem bei; die 
Monturgebühr wird als eine Konkretualgebühr der Truppe erklärt; 
die Wirtschaft mit derselben wird gleichwie die Rechnungs- 
gebahrung den Verwaltungskommissionen übertragen. 

Am 1. November 1870 wird der Zentral-Infanteriekurs für 
Hauptleute der Infanterie, Jäger und Pioniere errichtet; die Ab- 
solvierung derselben ist Bedingung zur Erlangung der Stabs- 
offizierscharge für jene Offiziere, welche die Kriegsschule nicht 
besucht haben. 

1871. Am 6. März trat an Stelle der Beförderungsnorm 
vom Jahre 1867 eine neue Beförderungsvorschrift; die „Qua"- 
und ^Vize"-Chargen heißen nunmehr „Titularchargen". 

Die Vorschrift über das ehrenrätliche Verfahren wird modi- 
fiziert; Ehrenangelegenheiten sind nicht bei Ehrengerichten der 
Truppen, sondern über Beschluß der Offiziersversammlung, für 
Oberoffiziere und Kadetten bei einem durch das Infanterietruppen- 
divisions-, für höhere Offiziere bei einem durch das General- 
(Militär-) Kommando zusammenzustellenden „Ehrenrate" zu ent- 
scheiden. 

Am 21. Oktober wird die Gage des Obersten auf 3000, 
jene des Oberstleutnants auf 2100 fl. erhöht. 

1872. Im Februar wurden bei sämtlichen Fußtruppen Pan- 
talons aus ungebleichtem Zwilch für den inneren Dienst und 
für die kleineren Übungen eingeführt. 

Die in diesem Jahre erschienene neue Schießinstruktion 
setzt für die Ausbildung im Schießwesen der Infanterie und 
Jägertruppe einen einheitlichen Vorgang fest. 

1873. Mit Armeebefehl vom 9. August 1873 wurde der 
1. Teil des neuen Dienstreglements verlautbart, welchem im 
Jahre 1874 der 2. und im Jahre 1876 der 3. Teil nachfolgten. 



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369 

In diesem Jahre wurden größere Tornister, dann Halbstiefel 
nebst den Schuhen eingeführt und die Gamaschen abgeschafft. 

1874. Am 10. Februar wird das Hinterladegewehr System 
Werndl M. 1873 eingeführt. 

An Stelle des Abrichtungsreglements vom Jahre 1868 wurde 
am 18. Mai der I.Teil eines neuen Exerzierreglements ausgegeben; 
statt des Exerzierreglements vom Jahre 1868 tritt im Jahre 1875 
der 2. Teil des neuen Reglements in Kraft. 

Der 1. Teil enthält die Ausbildung des einzelnen Soldaten, 
die Ausbildung im Zuge und die Schulung des Zuges für das 
Gefecht, die Anleitung zur Ausbildung und Führung der Kom- 
panie nebst ihrer Gefechtsweise, die Bestimmungen über das 
Exerzieren der Stabs- und Oberoffiziere, dann die Chargen von 
Kadettoffiziersstellvertreter abwärts, endlich die Vorschriften zur 
Vornahme der gymnastischen Übungen. Der Divisionsverband ist 
gänzlich aufgehoben ; während des Exerzierens ist eine bestimmte 
Reihenfolge der Kompanien (Züge) nicht mehr einzuhalten. 

Der 2. Teil des Reglements enthält die Vorschriften über 
die Verwendung eines Bataillons und eines Regimentes in den 
verschiedenen Gefechtsformen, dann einige Normen für die Auf- 
stellung und Führung größerer Körper; im 9. Hauptstücke werden 
die Grundsätze für das Gefecht, sowie die Gefechtsweise des 
Bataillons und Regimentes in erschöpfender Weise erörtert. 

Der in diesem Jahre erschienene 2. Teil des Dienstreglements 
(Felddienst) setzte bezüglich der Vorposten fest, daß die bisherige 
zusammenhängende Kette von einfachen und Doppelposten zu 
entfallen habe; an deren Stelle trat die Linie der Feldwachen 
mit einer Vedette ; Verbindung zwischen den Feldwachen durch 
patrouillierende Leute; den Dienst der früheren „Aufnahms- 
posten" hatten Hauptposten, jener des „Unterstützungsposten** 
die Vorpostenreserve zu übernehmen. 

Die Strafe des Anbindens wird eingeführt. 

1875. Das am 1. Jänner erschienene Pensionsgesetz für die 
Personen des Heeres steht noch jetzt in Kraft; die Verwundungs- 
zulagen von 200 bis 400 fl. ö. W. für Offiziere und von 48, 96 
und 144 fl. für die Mannschaft, (für vor dem Feinde oder im 
Dienste erlittene Verwundungen und Beschädigungen) sind neu 
systemisiert. 

Im Oktober werden die Legitimationskapseln aus Messing- 
blech eingeführt. 

Nach der neuen Beförderungsvorschrift am 27. Dezember 
bilden die Oberstleutnants, Majore und Hauptleute der Infanterie 

Geschichte des 11. Feldjägerbataillon«. 24 



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370 

und Jägertruppe und der Pioniere je einen Konkretualstand 
dieser Chargengruppen. 

1876. Die Allerhöchste Entschließung vom 24. März be- 
stimmte, daß künftighin die Brigaden eine mit der Bezeichnung 
ihrer Truppendivision korrespondierende Bezeichnung zu erhalten 
haben. 

Die mit 1. Jänner erfolgte Einführung des metrischen Maßes 
und Gewichtes bedingte eine Neuauflage des Gebührenreglements 
und trat jenes vom Jahre 1871 außer Kraft. 

Die Truppenrechnungsführer erhalten eine neue Adjustierung: 
Hut mit schwarzem Federbusche; dunkelgrünen Waffenrock mit 
lichtblauer Egalisierung und silbernen Sternen ; blaugraue Pan- 
talons mit lichtblauem Passepoil. 

Jedes Infanterie- und Jägerbataillon erhält zwei vierspännige 
Bataillonsmunitionswagen. 

Entsprechend vorgebildete Unteroffiziere werden zur Ver- 
sehung des Offiziersstellvertreterdienstes im Kriege in Aussicht 
genommen; dieselben tragen am Rockkragen Oberjägeraus- 
zeichnung, Offizierskappen mit seidener Rosette, Offizierssäbel 
mit Unteroffiziersportepee, erhalten eine Monatszulage von 8 fl. 
nebst den Gebühren des Oberjägers und rangieren nach dem 
Kadettoffiziersstellvertreter. 

1877. Die Fußtruppen erhalten neue Zimmergewehre. 

1878. Mitte Juni erschien eine Neuauflage der Adjustierungs- 
vorschrift vom Jahre 1871; die Adjustierung der Offiziere blieb 
im allgemeinen unverändert, doch durften die Regenkrägen nicht 
mehr benützt werden; die zu Fuße dienenden Offiziere mußten 
bei größeren Übungen und im Felde nunmehr den Mantel en 
bandouliere tragen. 

1880. Im Mai erschien die Waffeninstruktion für die Infanterie 
und Jägertruppe. 

Die für die verlängerte Patrone aus den Werndlmodellen 
1867 und 1873 umgearbeiteten Gewehre M. 1867/77 und 
M. 1873/77 gelangten zur Ausgabe. 

Die Kriegstaschenmunition der Unteroffiziere wird auf 20, 
jene der Mannschaft auf 70 Patronen reduziert. 

Jedes Jägerbataillon wurde mit 2 vierspännigen Bataillons- 
munitionswagen dotiert, welche 42.000 Patronen fortbrachten. 

Am 1. Dezember trat eine Reorganisation der Jägertruppe 
ein; hiernach bestand diese aus dem, den Namen Sr. Majestät 
führenden Jägerregimente zu 10 Bataillonen und 40 Feldjäger- 
bataillonen. 



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371 

Die neuen Jägerbataillone wurden aus den Reservekompanien 
der bereits bestandenen aufgestellt. 

Bei jedem Jägerbataillone wird ein Ergänzungskompanie- 
kader geschaffen und mit dem Kommando desselben ein Sub- 
alternoffizier betraut. 

Gleichzeitig werden folgende Stände normiert: 

Friedensstand: 

Bataillonsstab 5 Offiziere, 9 Mann, — Pferde. 

Feldkompanie : 1 Hauptmann, 

2 Subalternoffiziere, 1 Kadett- 

offlziersstellvertr., 1 Oberjäger, 

4 Zugsführer, 5 Unterjäger, 

5 Patrouilleführer, 70 Jäger, 
1 Rechnungsoberjäger, 2 Hor- 
nisten, 3 Offiziersdiener .... 3 „ 92 „ — „ 

Ergänzungskompaniekader 1 „ 7 „ — „ 

Kriegsstand: 

Bataillonsstab 6 Offiziere, 31 Mann, 33 Pferde. 

Feldkompanie 4 „ 236 „ 1 „ 

Ergänzungskompanie 4 „ 228 „ — „ 

Train : 3 Reit-, 20 Zug-, 4 Reservepferde ; 3 zweispännige 
Deckelwagen, 3 zweispännige Rüstwagen, 1 Pleischwart- und 
1 Marketenderwagen; 2 vierspännige, bei der Truppenkolonne 
einzuteilende Bataillonsmunitionswagen. 

1882. Infolge der Allerhöchsten Entschließung vom 30. No- 
vember traten mehrere eingreifende Änderungen in der Organi- 
sation des Heeres in Wirksamkeit, zu welchen in erster Linie die 
Aufhebung der bisher bestandenen General- und Militärkom- 
manden zählte. An deren Stelle wurden am 1. Jänner 1883 Korps- 
kommanden nach dem Territorialsystem errichtet. Das Gebiet 
der Monarchie einschließlich des Okkupationsgebietes wurde in 
15 Korpsbezirke und 1 Militärkommandobezirk eingeteilt, deren 
Abgrenzung sich auf die Ergänzungsbezirks- und die taktische 
Einteilung der Truppen in Einheiten höherer Ordnung gründet. 

Jedem Korps unterstehen bereits im Frieden jene Truppen, 
Behörden und Anstalten, mit welchen es im Kriegsfälle ins 
Feld zu rücken hat. 

Eine Konsequenz dieser Neuformation war die Aufstellung 
der Infanterieregimenter 81 bis 102 aus den 5. Bataillonen der 
Infanterieregimenter und aus 8 Feldjägerbataillonen (siehe 1880). 

24* 



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372 

Gleichzeitig traten auch neue „Organische Bestimmungen" 
für die Jägertruppe in Kraft. 

Jedes Jägerbataillon besteht nunmehr aus dem Bataillonsstabe, 
4 Feldkompanien und einer im Frieden en cadre gesetzten Er- 
satzkompanie. Die Stände blieben im allgemeinen unverändert; 
nur der Train eines Feldjägerbataillons wurde um 2 Reserve- 
pferde restringiert. 

1883. Eine Neuauflage der „Montur-Wirtschafts- und Ver- 
rechnungsvorschrift" vereinfacht namentlich die Montursgebarung 
für das Kriegsverhältnis wesentlich ; alle diesbezüglich bestehen- 
den Spezialbestimmungen erscheinen in dieser Vorschrift vereinigt. 

Die Neuauflage des 2. Teiles der Vorschrift für die Ver- 
pflegung im Kriege basiert auf dem Grundsatze der tunlichsten 
Ausnützung der Hilfsquellen des Operationsraumes. 

1884. Gelegentlich der March - Manöver wurden Jäger- 
bataillone zum ersten Male den im strategischen Aufklärungs- 
dienste verwendeten größeren Kavalleriekörpern beigegeben. 

Die neu ausgegebenen „Organischen Bestimmungen für die 
Armee im Felde" bildeten den Abschluß der Heeresreformen 
vom Jahre 1882. 

1886. Zu Beginn des Jahres tritt eine zweifache Erhöhung 
der Gebühren ein ; sämtliche Offiziere vom Hauptmann 2. Klasse 
abwärts erhalten einen Subsistenzbeitrag von 120 fl. ö. W. jährlich, 
die zu Majoren beförderten Hauptleute einen einmaligen Pferde- 
anschaffungs- und Ausrückungsbeitrag von 600 fl. ö. W. ; die 
Quartiergelder aller Offiziere werden erhöht. 

Die Kadettoffiziersstellvertreter erhalten eine Dienstzulage 
von 12 fl. monatlich. Die Zulage der übrigen Kadetten wird mit 
8 fl. neu systemisiert. 

Die bisher nur bei besser situierten Truppenkörpern be- 
standenen Offiziersmenagen werden über Anregung des Reichs- 
kriegsministeriums und bei Systemisierung der hiezu erforder- 
lichen Lokale allgemein eingeführt. 

Eine namhafte Steigerung der Wehrmacht Österreich- 
Ungarns erfolgt durch das am 6. Juni publizierte Landsturm- 
gesetz. 

In den Stabsoffizierskurs werden rangältere Hauptleute der 
Jägertruppe etc., welche die Beförderung zum Stabsoffizier an- 
streben, für die Dauer von 6 Monaten einberufen. 

Mit Zirkularverordnung vom 2. Juli wird die 2. Auflage 
des ersten Teiles des Dienstreglements für das k. k. Heer vom 
Jahre 1873 ausgegeben. 



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373 

1887. Am 30. April tritt das Gesetz betreffend die Ver- 
sorgung der Witwen und Waisen von Offizieren und Mann- 
schaft in Kraft. 

Das Repetiergewehr System Mannlicher M. 1886 (Kaliber 
1 1 mm) wird endgiltig zur Bewaffnung der Infanterie und Jäger- 
truppe angenommen. 

Als eine durch die Einführung des Repetiergewehres be- 
dingte Neuerung erscheint die Beschaffung leichter zweispänniger 
Kompaniemunitionswagen. Die bisherigen schweren Bataillons- 
munitionswagen kommen zu den Munitionsreserveanstalten. 

Die diengtführenden Oberjäger erhalten statt des Feuer- 
gewehres und Bajonetts den Offizierssäbel und Revolver als Be- 
waffnung. 

Am 6. Juni erhält die 2. Auflage des 2. Teiles des Dienst- 
reglements vom Jahre 1874 die Allerhöchste Sanktion. 

1888. Im Monate September wird bei den Jägerbataillonen 
die Stelle eines „Hauptmanns für besondere Verwendungen" mit 
der Bestimmungen zur Leitung der Einjährig - Freiwilligen- und 
Unteroffiziersbildungsschule, Verwaltung der Offiziersfonds, Stell- 
vertretung der Kompaniekommandanten und Versehung des 
Waffenoffiziersdienstes kreiert. 

1889. Am 17. Oktober wird angeordnet, daß von nun an 
die Armee, die Kriegsmarine und deren Teile die Benennung 
„kaiserlich und königlich" zu führen haben. 

Am 17. Mai tritt die 2. Auflage des Dienstreglements 
3. Teil vom Jahre 1876 in Kraft. 

Die gesamte Infanterie und Jägertruppe wird mit dem 
Repetiergewehr M. 1888 (Kaliber 8 mm) bewaffnet. 

Gleichzeitig mit der Neubewaffnung treten durchgreifende 
Änderungen in der Infanterieausrüstung ein ; der Tornister wird 
rekonstruiert; als Ergänzung der in den Patrontaschen unter- 
gebrachten 40 Stück Patronen werden 60 Stück im Patronen- 
tornister unterhalb des Packtornisters getragen. 

Der Mantel ist in Kranzform um den Tornister zu legen. 

Neue Kochgeschirre für 2 Mann, Wasserkannen und mit 
Tuch überzogene Feldflaschen gelangen zur Einführung ; letztere 
werden in dem aus braunem wasserdichten Segeltuche her- 
gestellten Brotsacke getragen. 

Die Neuausrüstung hat eine rationellere Verteilung der 
vom Manne zu tragenden Last zur Folge. 

Ärmelleibel und Kapuze entfallen; leichte Schuhe und 
warme Winterwäsche werden systemisiert. Statt der dunkel- 



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374 

grauen Sommerbeinkleider haben die Offiziere nunmehr drap- 
farbige zutragen. 

1890. Se. Majestät genehmigt am 14. März neue Statuten 
für das Offlziersdienstzeichen, nach welchen dieses nunmehr in 
drei Klassen nach vollstreckter effektiver 25-, 40-, bzw. öOjähriger 
Dienstzeit zuerkannt werden. 

Gleichzeitig stiftete der Kaiser die „Militärverdienstmedaille" 
(Signum laudis) als sichtbares Ehrenzeichen für Offiziere und 
Militärbeamte, welche die Allerhöchste belobende Anerkennung 
im Kriege oder den Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit 
im Frieden erlangen; die Medaille, wird für Verdienste im Kriege 
am weißroten Bande des Militärverdienstkreuzes, für Friedens- 
verdienste am roten Bande des Franz Josefordens getragen. 

Am 1. Oktober erfolgt die Umwandlung der Jägerbataillone 
Nr. 15 und 16 in das 11. bzw. 12. Bataillon des Tiroler Jäger- 
regimentes. 

1891. Der Schulung weitgehender Offiziers- und Unter- 
offizierspatrouillen wird seit diesem Jahre erhöhte Aufmerksam- 
keit zugewendet. 

Der Infanteriespaten wird anstatt neben dem Bajonette von 
nun an an der linken Tornisterwand getragen. 

Die Rechnungsunteroffiziere erhalten statt des Patronen- 
tornisters einen Schriftentornisters. 

1892. In diesem Jahre erscheint eine neue Vorschrift für 
die Verpflegung des Heeres im Kriege in 3 Teilen; diese Vor- 
schrift trägt dem Auftreten großer Massenheere selbst in ressou9en- 
ärmeren Landesteilen Rechnung. 

An Stelle der Rückwagen erhält jedes Bataillon 4 leichte 
zweispännige Proviantwagen M. 1888. 

1893. Am 1. November dieses Jahres fand zum ersten 
Male die seither eingeführte feierliche Rekrutenbeeidigung statt. 

Die Büchsenmacher, Offiziersdiener und Pferdewärter er- 
halten wieder die Uniform ihres Standeskörpers; als Abzeichen 
tragen Offiziersdiener und Pferdewärter am rechten Ärmel ein 
krapprotes Börtchen, die Büchsenmacher auf beiden Ärmeln gelbe 
Borten. 

Die Repetiergewehre M. 1888 werden rekonstruiert und er- 
halten die Bezeichnung M 1888/90. 

Mit 1. Oktober werden die Feldjägerbataillone Nr. 3, 14, 
18 und 27 in die Feldbataillone Nr. 13—16 des Tiroler Jäger- 
regimentes umgewandelt. 



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375 



1894. Die Pioniere der Infanterie und Jägertruppe erhalten 
eine neue Ausrüstung. 

Der Stabsoffizierskurs wird aufgelassen; die auf die Be- 
förderung zum Stabsoffizier aspirierenden Hauptleute haben ihre 
Eignung durch Ablegung einer Prüfung nachzuweisen. 

Zur militärischen Fortbildung rangälterer Oberleutnants 
werden Korpsoffiziersschulen aktiviert. 

1895. Am 1. Jänner wird für das Kommando des Ersatz- 
kompaniekaders der Feldjägerbataillone ein Haupimannsposten 
kreiert; der beim Kader eingeteilte Subalternoffizier hat den Dienst 
des Magazinsoffiziers zu versehen. 

Nach den am 28. April d. J. erschienenen „Organischen 
Bestimmungen für die Jägertruppe" besteht diese nunmehr aus 
4 Regimentern Tiroler Kaiserjäger und aus 26 Feldjägerbatail- 
lonen. 

Für jede Kompanie werden 3 SubalternofTiziere, für den 
Bataillonsstab 1 Subalternoffizier als Pionieroffizier systemisiert. 
Sämtliche Hauptleute sind beritten. 

Durch die „Organischen Bestimmungen" treten folgende 
Friedensstände in Kraft. 



BataillonBBtab, 



ün terabteiln ngen, 



und zwar: 



Stabsoffizier als Baons-Komdt. 

Hauptm. für „besondere Ver- 
wendung" 

Bataillons-Adjutant 

j, -Proviantoffizier • • 
„ -Pionieroffizier • • 

Regimentsarzt 

Hauptm.-, Oblt.- oder Leutn.- 
Rechnf. 

Unterjäger-Rechnungshilfsarb. 

Stabsführer 

Bataillonshornist ^Zugsführer) 

Büchsenmacher 

Offiziersdiener 




Feld- 


Ers.- 


kom- 


Komp.- 


panie 


Kader 


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Hauptmann 

Subalternoffiziere • • 
Kadettoffiziersstellver- 
treter ... 

Oberjäger 

Rechnungsunteroffizier . 

Zugsführer 

Unterjäger 

Patrouilleführer • « • 

Jäger 

Offiziersdiener .... 
Hornisten 



Zusammen 



1 

1 
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2 
6 
6 
170 
I 4 
2 



4 193 



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376 

18%. In diesem Jahre werden 16 Beilpicken per Kom- 
panie eingeführt. 

Am 1. Oktober tritt die 3. Auflage des 2. Teiles des Dienst- 
reglements vom Jahre 1872 in Wirksamkeit. 

1897. Im Monate Jänner erscheint die „Anleitung zur Her- 
richtung von Zeltbooten" behufs Übersetzung kleinerer Wasser- 
läufe, dann eine Instruktion für den Gebrauch der Schneeschuhe 
und Schneereifen. 

1898. Die mit Allerhöchstem Armeebefehle vom 18. August 
gestiftete Jubiläumserinnerungsmedaille für die bewaffnete Macht 
ist für Personen, welche mehr als 50 Jahre gedient haben, in 
Gold, für alle übrigen in Bronze geprägt und wird am Bande 
des Franz Josef-Ordens getragen. 

Se. Majestät der Kaiser genehmigt, daß den gegenwärtigen 
Besitzern der goldenen und der 1. Klasse der silbernen Tapfer- 
keitsmedaille die Medaillenzulage vom 1. Jänner an auf Lebens- 
dauer zuerkannt werde. 

Die freiwillig weiterdienenden Unteroffiziere erhalten Mon- 
turen aus halbfeinem Tuche und Armstreifen aus Goldbörtchen. 
Nach sechsjähriger Dienstzeit sind die Disziplinarstrafen, welche 
über solche Unteroffiziere während ihrer dreijährigen Linien- 
dienstpflicht verhängt wurden, zu löschen; ausgenommen sind 
jene Strafen, welche infolge eines aus Gewinnsucht verübten 
Vergehens verhängt wurden. 

Für „Frontunteroffiziere** werden die im Jahre 1873 nor- 
mierten Dienstprämien erhöht; nach vollendetem 4.. 5. und 
6. Dienstjahre erhalten Oberjäger (Gleichgestellte) 35, Zugsführer 30, 
Korporale 20 Kronen; nach vollendetem 7., 8. und 9. Jahre er- 
halten die genannten Chargen 40, 35, 30, endlich nach zurück- 
gelegtem 10., 11. und 12. Jahre ihrer Präsenzdienstleistung 45, 
40, 35 Kronen monatlich. 

Beim Austritt aus dem Präsenzstande erhalten diese Unter- 
offiziere eine Abfertigung von 257o des Gesamtbetrages an 
Dienstesprämien, welche sie bezogen haben. 

1900. Am 1. Jänner d. J. wird die Kronenwährung in 
Österreich - Ungarn als Landeswährung eingeführt. 

Gleichzeitig erfolgt eine Gehaltsregulierung für Offiziere und 
Militärbeamte; es erhält an Jahresgage: Der Leutnant 1680, der 
Obedeutnant 2040, Hauptmann 2. Kl. 2400, jener 1. Kl. 3000, 
der Major 4008, der Oberstleutnant in zwei Gehaltsstufen 5400 
und 6000, der Oberst 7200 Kronen. 



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377 

Se. Majestät genehmigt am 24. Februar die Systemisierung 
von Magazinsoffizieren des Armeestandes bei den Ersatzkörpern 
der Truppen; diese Maßnahme gelangt zunächst bei der Infan- 
terie und Jägertruppe zur sukzessiven Durchführung. 

Am 15. Juli wird der Revolver M. 1888 eingeführt. 

1901. Am 1. Jänner trat eine neue Monturswirtschafts- und 
Verrechnungsvorschrift in Kraft. 

Se. Majestät geruhte am 1. Februar eine 1. Kl. des Leopold- 
Ordens und ein OfTizierskreuz des Franz Josef-Ordens zu stiften. 

Für die Mannschaft wurden am 31. Mär^ an Stelle der 
bisher normierten Tuchsterne solche aus Zelluloid systemisiert. 

An Stelle des Exerzierreglements vom Jahre 1874, dessen 
3. Auflage im Jahre 1889 erschienen war, wurde am 10. September 
der Entwurf eines neuen Exerzierreglements herausgegeben; der- 
selbe wurde unter dem Vorsitze Sr. k. und k. Hoheit des Erz- 
herzogs Franz Ferdinand von Österreich - Este von einer Kom- 
mission ausgearbeitet, und trägt der Truppenbewaffnung mit dem 
modernen Feuergewehre vollauf Rechnung. 

Im Monate Dezember folgte die Herausgabe des Entwurfes 
einer neuen Turnvorschrift. 

1902. Mit Allerhöchster Entschließung vom 10. Februar 
wurde bei den 4 bosnisch-herzegowinischen Infanterieregimentern 
je eine 17. Kompanie mit der Bestimmung aufgestellt, daß diese 
Kompanien im Herbste 1903 bei gleichzeitiger Aufstellung des 
erforderlichen Stabes zu einem „bosnisch-herzegowinischen Feld- 
jägerbataillon" zu vereinigen seien. 

Alle jene, für Majorslokalanstellungen vorgemerkten Haupt- 
leute, welche vom 1. Jänner 1902 an gerechnet, die Alterszulage 
niederer Stufe (240 Kronen jährlich) durch volle 5 Jahre bezogen 
haben, treten zufolge Allerhöchster Entschließung vom 28. De- 
zember 1901 in den Bezug der höheren Stufe (600 Kronen 
jährlich). 

1903. Am 1. Oktober erfolgte die Aufstellung des „bosnisch- 
herzegowinischen Jägerbataillons". 

Am gleichen Tage trat das „Exerzierreglement für die 
k. und k. Fußtruppen vom Jahre 1903" in Kraft; der „Entwurf" 
aus dem Jahre 1901 wurde außer Wirksamkeit gesetzt. 

Die „Turnvorschrift für die k. und k. Fußtruppen vom Jahre 
1903" ersetzt den diesbezüglichen Entwurf des Jahres 1901. 

Seit 15. Oktober besteht in Wien ein Kurs zur Heranbildung 
von Unteroffizieren behufs Schaffung eines eigenen Proviant- 
offizierskorps. 



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378 

Das „sechsstündige Schließen in Spangen" darf von nun 
an nur über Mannschaft ohne Chargengrad verhängt werden 
und zwar nur als Verschärfungsmittel einer Arreststrafe, die auf 
Märschen und im Felde nicht in normaler Weise vollzogen 
werden konnte. 

Das „zweistündige Anbinden" ist in Hinkunft nur mehr 
im Felde anzuwenden. 

Den zu Fuß ausrückenden Offizieren wird das Tragen von 
Schnürschuhen und Gamaschen, ferner allen Offizieren der 
Gebrauch schwarzer Lackschuhe und weißer Glacehandschuhe 
außer Dienst gestattet. 

An Stelle der bisherigen Büchsenmacher wird „das Per- 
sonal für den Wafifeninstandhaltungsdienst" kreiert. Dasselbe 
besteht aus Oberwaffenmeistern 1. und 2. Kl., Waffenmeistern 
1., 2. und 3. Kl. und endlich aus Waffenmeistergehilfen. Die 
Oberwaffenmeister gehören zu den in keine Rangsklasse ein- 
gereihten Gagisten, die Waffenmeister zum Mannschaftsstand. 

1904. Am 1. Jänner werden „Rechnungsführerstell Vertreter" 
systemisiert. 

Die längerdienenden Unteroffiziere erhalten neuerdings 
einige Begünstigungen. Unteroffiziere, die nach mindestens acht- 
jähriger Dienstzeit in der Front zu anderen Diensten verwendet 
werden, beziehen die Dienstprämie auch weiterhin nach jener 
höheren Stufe, in deren Genuß sie früher als Frontunteroffiziere 
gestanden waren. Ferner erlangen längerdienende Unteroffiziere 
den Anspruch auf die Abfertigung bereits nach 6, statt wie bis- 
her nach 9 Präsenzdienstjahren. 



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Wesentlichere Druckfehler und Berichtigungen. 



Seite 5 Zeile 4 v. u. lies neun statt neuen. 

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„36 , 18 , , , Thumar .... „ Taumar. 

»40 „ ^ n n n Fontanellato • • , Fontanelbato. 

„44 , 19 , o. „ Pfatter „ Platter. 

,70 „ 3 „ u. „ südlich von Monreale. 

„72 „ 3 „ o. , Capua statt Capusa. 

„82 „ 17 „ u. „ Hanke „ Hahnke. 

„89 „ 20 „ „ , Sondrio .... , Sandrio. 

,117 , 8 „ „ „ März , Mai. 

„141 „ 17 , o. „ Brunn a./Gebirge „ Brunn. 

l 189 [ 1 I ü } ' '^''"'^^^ • • • • . Tomäsfy. 

„ 194 „ 6 „ „ „ Jäger Pfleger. 

„ 200 r, 9 „ u. „ Befördert: am 1. Mai. 

„207 „ 18 , „ „ Castellaslua • . • statt Castellastna. 

„208 „ 3 „ o. „ Rogulja „ Bogulja. 

„221 „ 12 „ u. ,66. Infanteriebrigade. 

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13 „ .\ 



Befördert am 1. November. 



228 » 17 „ „ „ ferner am 1. Dezember. 

252 vertikal Rubrik 13 Zeile 6 v. o. lies 1898 statt 1896. 

253 „ »16 einzuschalten als Zeile 4 u. 5 v. u. gestorben 1863 

als FMLt. d. R. 

255 „ »4 einzuschalten als Zeile 1 v. u. M.V. K. 

256 „ „1 Zeile 1 v. u. lies 1900 statt 1890. 

260 nach Dragoni Wilhelm ist der auf der nächsten Seite 380 bezeichnete 

Name einzuschalten. 
288 vertikal Rubrik 4 Zeile 3 v. u. lies Seismit statt Seisnit. 
307 Zeile 13 v. o. einzuschalten: 1890 Hauptmann Emanuel Bourry Edler 

von ödwald. 
313 „ 1 „ u. lies Jäger Alois .Scccanina. 
326 „ 13 „ o. „ Oberstleutnant anstatt Oberleutnant. 



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Derzeit k. u. k. Militär- 
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