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Full text of "Geschlechtsregister der Familie Becker und dahin gehörige Nachrichten"

CS 

829 

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1875 



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,, Johan Gottfried 
Burman-Becker,_J ^^ der 
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GESCHLECHTS-REGISTER 



DER FAMILIE 



BECKER 



UND 



DAHIN GEHÖRIGE NACHRICHTEN, 



VON 



DR. J. G. BURMAN BECKER. 



Manuscript. ^^k:iiiilir> 







KOPENHAGEN. 

L0U1SKLE»NS B U C H D K U CK E R E I. 

1875. 



C3 




Vorwort. 

JJie Quellen , woraus wir die folgenden Nachrichten entlehnt 
haben, sind, ausser einigen in den Anmerkungen angeführten: die 
im Manuscript vorhandenen Autobiographien meines Urgrossvaters 
und dessen Vaters; Blochs »fynske Geistligheds Historie« (Manu- 
script auf der Universitetsbibliothek zu Kopenhagen); die Refor- 
mationsgeschichte der Länder Cleve, Jülich, Berg etc. von v. 
Recklinghausen, herausgegeben von v. Owen; die Kirchenarchive 
zu Essen, Wahlscheid, Volberg, Lippstadt, Odense, Mesinge; das zu 
üabringhausen ist 1672 von den Franzosen zerstört; das zu Lennep ist 
1746 ein Raub der Flammen geworden, Eine Genealogia Beckeri- 
ana war schon im vorigen Jahrhundert von Möller aus Flensburg 
als Manuscript ausgearbeitet worden. Von grosser Wichtigkeit war 
anch in dieser Rücksicht eine im Jahre 1837 in Wahlscheid ent- 
deckte alte Leichenpredigt, die den Titel führt: »Enosch Aschre, 
das ist des Menschen Trübsal und Seligkeit, wie solche aus 
Apoc. 7. 13. Sqq. bei Christ, ansehnlicher und zugleich trauriger 
Leich-Besterbniss, der Wohlerbaren, Viel-Ehr- und Tugendreichen 
Frauen Margarethen Beckers, des wohlehrw. wohlachtbaren 
und hochwohlgelehrten Herrn Johannis Thameri, wohlverdienten 
der Ewangel. Gemeinden zu Borschett Pastoris und eines wür- 
digen ohnv. Augsp. Confess. Minist, im Fürstenthumb Bergen, 
wohlansehenlichen Assessoris, Herliebster Haus-Ehren; welche 9 

1* 



Aug. 1673 umb 11 Uhr Vormittag in Chr. Jesu selig eingeschlafen 
und darauf den 13 ejusdeni in der Kirche zu Borschett, dem Leibe 
nach beerdigt, ausgeführt, und der in Gott ruhenden tugendsamen 
Matronen zu Ehren , und den hochbetrübten H. 11. Wittwer, Söhnen 
und Fr. Fr. Töchtern und sämptlichen Angehörigen zu Trost, dann 
auch jedermännlich zu heilsamen Nutzen, auf einständiges Er- 
fordern, zum Druck gestellt, durch Johann Scheiblern, p. t. der 
ohnv. Aug. Conf. Kirchen zu Lennep Pastoren und der Gemeinden 
im Fürstenth. Gülich und Bergen Inspectorn. Dortmundt, gedruckt 
durch Antonium Rühlen, im Jahre 167^. 4.« — Ferner wurde 
1837 auf Raus Stade einige genealogische Notitzen gefunden, und 
endlich enthalten die zurückgelassenen Familienpapire meines Vaters 
viele Beiträge. 



§1. 

Unter der vieljährigen Regierang des Herzogs Wilhelm IV, des 
Reichen, von Gleve, Jülich und Berg war die Reformation in diesen 
Landen vollkommen zu Stande gekommen, und viele von dem Her- 
zog Alba mit Feuer und Schwerdt verfolgte Protestanten flüchteten 
1567 und in den folgenden Jahren aus den Niederlanden nach Cleve, 
Berg etc., wo sie eine liebreiche Aufnahme fanden. Unter diesen 
war auch Johannvs Becker aus Antwerpen, der 1589 Pastor der 
evangelischen Gemeinde in der damaligen Kaiserlichen Reichsstadt 
Essen, und 1594 Pastor zu Lennep im Herzogthum Berg ward. 
In 20 Jahren bekleidete er dieses Amt, predigte 5 Jahre lang blind 
und wurde von seinen Söhnen auf die Kanzel geführt. Er starb 
1614 als Inspector des unterbergischen und jülichschen Ministe- 
riums und wurde in der Sacristei begraben; sein Grab wurde aber 
bei dem Brande 1746 zerstört. Er war wahrscheinlich zw^ei Mal 
verheirathet, aber die Namen seiner Frauen sind unbekannt. Von 
seinen Kindern können wir: 



§11. 

A. Mag. Melchior Becher geb. zu Lennep c. 1581 ; Prediger in 
Franken, von wo er wegen der Religion vertrieben wurde; 
später Adjunct seines Vaters in Lennep. 1608 bis 1614 
Pastor zu Wahlscheid im Siegkreise und Hofprediger des Für- 
sten Wolfgang Wilhelm von Pfalz- Neuburg auf dem Schlosse 
Bensberg; 1614 bis 1618 Pastor zu Lennep, weil die pro- 
testantischen Prediger in Wahlscheid und Seeischeid vertrieben 



wurden nachdem Wolfgang Wilhelm katholisch geworden war. 
1618 Pastor zu Dabringhausen und Inspector des unterbergschen 
und jülichschen Ministeriums; 1624 Pastor zu Lippstadt, wo 
er am 18 October 1641 starb und in der grossen Marie- 
kirche, nördlich bei der ersten Stufe zum Altare, begraben 
wurde. Sein Grabstein ist noch da zu sehen; darauf eine 
Urne, Stundenglas und die Inschrift: »Die Viele zur Gerech- 
tigkeit geführet, werden leuchten wie die Sterne immer und 
ewiglich«. Seine Ehegattinn war Clara auf der Trappen, 
Tochter des Bürgermeisters zu Lennep Johann auf der Trap- 
pen und Gertraude Pautzer, zwei uralte Geschlechter. Er 
hinterliess 5 Kinder. 
B. Mag. Gottfried Becker, geb. zu Lennep 1600, studirte Theo- 
logie zu Strassburg unter Froreisen , Wegelin , J. Schmidt und 
Dorscheus. Im Jahre 1627 machte er mit seinen Bruder- 
söhnen Johann und Franz eine Reise nach Rostock und hielt 
sich da eine Zeit lang auf. Im October 1629 wurde er als 
Rector der gelehrten Schule zu Husum im Herzogthum Schles- 
wig berufen; um diese Schule machte er sich sehr verdient 
nnd verfasste das erste: »Directorium h. e. didactice et lec- 
tionum elenchus pro S. P. Q. Husensis recens in Cimbris am- 
plificata schola, jussu superiorum editum. Mantissa leges rei 
scholast. ab eodem magistratu approbatas exhibet. Hamb. 1632* 
4. rec. ib. eodem 8.« Mit dem Conrector Joh. Rhenius hatte 
er einen lange dauernden Streit. Rhenius eiferte gegen den 
Gebrauch von Kirchmanns Logik in der Schule, weil er be- 
behauptete, dass diese in der Lehre von sequipollentia propo- 
sitionum die Lehre Calvins de absoluto decreto einschärfte. 
Die Sache wurde den Gelehrten, Höpfner in Leipzig, Gerhard 
in Jena, Juugius in Hamburg, Martini in Wittenberg, vor- 
gelegt und diese entschieden alle zum Vortheil Beckers.^) Am 



*) Cfr. Kraffts Husum'sche Schulhistorie pag. 335; Moller Isag. ad hist. 
chers. Cimbr. pag. 357; Cimbria Htterata Tom. 11, pag. 60; Dar- 
stellung der innern Einrichtung der Stadtschule zu Husum im Jahre 
1632; Schulprogram von Dr. J. H. C. Eggers, Husum 1817 — 18. 4. 



12 März 1652 starb er an einer damals in Husum harschenden 
Epidemie und hinterliess 6 Kinder. Seine Ehegattinn Elisa- 
beth Ehrenrelclt^ heirathete er 16-)1 ; sie war eine Tochter des 
Amtmannes zu Stove im Hannoverischen Erich Ehrpnrtnch , 
gestorben zu Hamburg 1618, und Elisabeth Huscher, Tochter 
von Vit US Bus eher. Pastor zu Stade, und Elisabeth Brnckampt. 

§ m. 

Melchior Becker: zeugte: 

1. Johannes Becker, Mag. ward am 19 Deb. 1631 Pastor zu 
Lennep und starb am 30 Dec. 1635 als Inspector des unter- 
bergischen und jülichschen Ministeriums. 

2. Johann Vilhelni Becker^ 1629 Pastor zu Leichlingen; starb 
4 Decb. 1655. 

3. Melchior Becker. Pastor zu Valbert, später zu Lüdenscheid; 
starb 1636. 

4. yiargaretha Becker, geb. 7 Mai 1608, wurde 1634 verheirathet 
mit Abel Ihmchenbach, Pastor zu Solingen, später zu Bur- 
scheid; starb 1636 an der Pest. Die zweite Ehe führte sie 
mit Johann Thamer, Pastor zu Barscheid und Ass. Minist. 
Im dreyssigjährigen Kriege wurde ihr Haus von den hessischen 
Truppen, welche 1640 das mit Mauern und Thürmen befestigte 
Lennep nahmen und in der ganzen Gegend hausten, abge- 
brannt, und sie musste lange krank und elend herumirren. 
Als die Franzosen im Jahre 1672 im Bergischen standen, 
entfloh sie nach Lennep; ihre Sachen hatte sie aber dem Herrn 
Hans Meinhard von Huiking auf Bechhausen anvertraut; dieses 
Haus aber wurde am 14 Oct. 1672 vom Feinde ganz ausge- 
plündert, bei welcher Gelegenheit Junker Heinrich Krafft v. 
Huiking erschossen wurde; so verlor sie wieder ihre Habselig- 
keiten; endlich starb sie an der Wassersucht am 9 August 
1673, nachdem ihre Schwiegertochter und ihre beiden Schwieger- 
söhne zu ihrem grössten Schmerze kurz zuvor gestorben waren. 
Sie hatte 6 Kinder: aj Abel iiaiichenbach, starb 11 Jahre 



8 

alt. b) Mplchior llanchoAihach^ Pastor zu Montjoie. c) Mag. 
Joh. flplnric/i Tliampr, Pastor zu Stolberg. d) Agatha 
Marfjaretka Thamcr verh. mit Joh, D'ärlch Freund^ Kauf- 
mann in Lennep. e) Anna Josina TItamer verh. mit Dogen- 
hard Popimann, Pastor zu Herschede 1665 bis 1695. f) 
Clara Elisabeth Thamev verh. mit Dr. Med. Jacob Saalmann, 
Stadtphysicus in Lennep. 

5. Franz Becker, studirte zu Rinteln und machte im Jahre 1627 
mit seinem Bruder Johannes und seinem Oheim Gottfried eine 
Reise nach Rostock. Von ihm ist noch ein Album vorhanden 
mit dem Titel: »Hortulus amicorum, patronorum & fautorum 
Franzisci Becceri Lenepa-Montani, exhibitur primum Rosto- 
chiensi in Academia die 5 Juni A^. 1627;« Darin findet sich 

»Ibis quo te mittam Prsestantissimo ac literatissimo 

j)no Franzisco Beckero ex fratre nepoti dilectissimo, paucula 
hsec amoris, honoris ac perpetuae recordationis ergo apponebat 
Rostochii id. Octob. 1627. Godfridus Beckerus Lennepa Mon- 
tanus« — ferner »1 Tim. 4. Hujus & illius pietas fert 
praemia vitae. Symb. Patiendo vinces. Paucula haec frater 
dilecte. tibi Rostochio in vineam Domini discedenti in multam 
fraternitatis nostrae memoriam Rostochii die 10 Octob. anni 
1627 adscribere volui. Johannes Beccerus Lennepa-Mont.« 
In demselben Jahre wurde er zum Pastor zu Volberg im Amte 
Blankenberg erwählt; hier stand er viel aus wegen der Unter- 
drückungen des Herzogs Wolfgang, ward später kränklich, so 
dass ihm Heinrich Wittenius 1642 adjungirt wurde. Indessen 
wi;rde er wieder so weit hergestellt, dass er 1650 dem nach 
Wahlscheid erhaltenen Rufe folgte, wo er am 11 Oct. 1667 
starb. Er zeugte 1 Kind. 
Gottfried Becker zeugte: 

1. Abraham Gottfried Becher, geb. zu Husum 24 August 1632, 
genoss erstlich Privatunterricht von dem Conrector der gelehrten 
Schule, nachher studirte er V/2 Jahr in Hamburg, 1 Jahr in 
Lübeck, 1 Jahr i Lüneburg und kehrte nun wieder nach Hause. 
Nach dem Tode seines Vaters ging er wieder nach Lüneburg 



und endlich nach Rostock, wo er 1654 inscribirt wurde und 
sich 2 Jahre aufhielt. Der bekannte Dr. Paul Moth, welcher 
ein besonderer Freund des Rectors Becker gewesen war, schrieb 
im Jahre 1656 an A. G. Becker und schlug ihm vor nach 
Kopenhagen zu kommen, um als Hofmeister den Sohn des 
Reichsadmirals üve Gedde auf seinen Reisen zu begleiten, 
Becker traf aber zu spät ein, (im Juli) und ein Andrer war 
gew^ählt worden. Mittlerweile ward er Lehrer bei den Kindern 
von Ole Thestrup, Pastor zu Dalby und ein Schwager Moths. 
Becker war am 21 Juli 1659 bei der Universität zu Kopen- 
hagen inscribirt worden , und nachdem er 4 Jahre Hauslehrer 
gewesen war und den ältesten Sohn Thestrups dimittirt hatte, 
sich auch der dänischen Sprache befleissigt hatte, ward er 
Capellan bei dem Pastor Tausen und wurde 17 Octob. 1660 
ordinirt. 1663 wurde er zum Pastor zu Mesinge in Fühnen 
ernannt und heirathete kurz nachher ELsr, eine Tochter des 
Probstes John LaurHzen, zu Kjölstrup. Er starb an einem 
hitzigen Fieber 16 Januar 1671 und wurde in der Kirche be- 
graben. Seine Wittwe verschied 1694. 

2. Isaack Beck^'v. 

3. EllsahpÜt Becker g. zu Husum 26 Febr. 1636, verh. mit 
Paul Fabritrus Pastor zu Viöl im Schleswigschen. 

4. Jacob Gotlfricd Becker geb. zu Husum 27 Juli 1638, lernte 
Pharmacie bei dem Hofapotheker Samuel Meyer zu Kopen- 
hagen, wo er 1654 ankam. ^) Später machte er eine Reise 
im Auslande und kaufte 1664 die Apotheke zu Odense in 
Fühnen von Christopher Balslöv. Er heirathete Catltarlna 
Ueerfordt, eine Tochter des Hofapothekers Christopher Heer- 
fordt in Kopenhagen, welche aber am 7 Januar 1672 verschied 
als Mutter zweier Kinder. Den 15 October 1673 heirathete 
er Christhta Harn geb. 9 Sept. 1655, Tochter von Dr. AV<''/?/'r^'y 
Ham^ Provinzialmedicus in Fühnen, und Karen Hiishrifjh, in 

^) Er war noch bei Meyers Wittwe als die Scliweden 1059 Kopenhagen 
belagerten und nahm Tlieil an der Vertheidigiing. 



10 

welcher Ehe er 4 Kinder zeugte'); sie starb 7 Octob. 1686, 
und Becker heirathete 20 Mai 1692 Snsanna Hahne, Tochter 
von Hermann 'lahnr, Rathsverwandten in Odense und Ehr 
Muie, eine Tochter des Bürgermeisters Jürgen Hansen Mule 
und Barbara Uosenvinf/e. Diese letzte Ehegattinn war Wittwe 
des Kanzelleiassessors Lic. Jur. Peder Whidiny (gest. 1684) 
und mit ihr bekam Becker das schöne Gut Lammehauge in 
Fühnen, (19 T. 7 S. 1 F. 2 A.Waldung 2 T. 2 S. Hartkorn) 
welches er doch 1696 an den Generallieutenant v, Lövenhjelm 
verkaufte. Becker besass auch Ringstedgaard in Fühnen (11 
T. 3 S. 2 F. 1 A. Waldung :-3 S. 1 F. 1 A. Hartkorn). Un- 
term 8 Juli 1667 war Becker Rathsverwandter in Odense ge- 
worden. Sein ehemaliges Haus in Odense, welches 1840 
abgebrochen wurde, war mit seinem Wappen, und mit dem 
Familienwappen seiner zweiten Frau geziert; zwischen beiden 
Wappen stand nebst der Jahrzahl 1684, folgende Inschrift: 
»Der Nähme des Herrn ist ein festes Schloss, der Gerechte 



*j Zu dieser Hochzeit, welche mit vieler Pracht auf dem Rathhaus in 
Odense gefeiert wurde, hatte der junge Jens Bircherod (später Bischof) 
ein Epithalamium verfasst, welches noch vorhanden ist. Derselbe hat 
in seinen bekannten Tagebüchern der Reise erwähnt, welche er 1678 
von Becker begleitet, nach Hamburg unternahm : sie verhessen Odense 
am 4 (14) April und übernachteten in einem Dorfe. D. 5 kamen 
sie in Assens an, hörten die Predigt und waren zu Mittag bei dem 
Bürgermeister Chr. Hansen Kühlenbrunn, gingen über den kleinen 
Belt, reisten nach Hadersleben und weiter nach Feldsted , wo sie um 
8 Uhr Abends ankamen. Den 6 ging die Reise nach Flensburg und 
nach der Mahlzeit nach Schleswig, wo sie des Abends um 6 eintrafen. 
Den 7 Morgens um 3 nach Rendsburg; um 10 nach Nortorp und 
Neumünster. Den 8 um 9 Uhr weiter nach Bramstedt und Ulzburg, 
wo sie »wegen Beckers Geschäfte mit seinen Ochsentreibern« bis zum 
folgenden Morgen verweilen mussten. J)en 9 Nachmittags um 3 er- 
reichten sie Hamburg, wo sie vorläufig in der Vorstadt, zu einem 
Bekannten Beckers, einkehrten. Man sieht aus dieser kleinen Skizze, 
dass Becker einen bedeutenden Viehhandel getrieben hat. Auch war 
er zu seiner Zeit einer der grössten Grundbesitzer in Odense, und 
besass mehrere Häuser. 



läuft dahin und wird beschirmt« M. Becker starb am 29 Mai 
1707 und wurde unter dem Altar in der St. Kanuti Kirche zu 
Odense begraben. 
5. Job nun Gottfried Hvckcr, geb. zu Husum 9 üctobr. 1639, 
besuchte mehrere Jahre die lateinische Schule in seiner Vater- 
stadt und kam 13 März 1655 in die Lehre bei dem Apotheker 
Johannes Scheffer in Flensburg, wo er 6 Jahre zubrachte. 
1661 hielt er sich einige Monate in Kopenhagen auf und begab 
sich über Hamburg, Braunschweig, Frankfurt nach Strassbnrg, 
wo er einige Zeit in der Apotheke des Hrrn Albert Wesner 
zubrachte; im folgenden Jahre reiste er auf dem Uhein nach 
Utrecht und durch Holland nach Esens in Ostfriesland, wo 
seine Schwester Elisabeth sich aufhielt, und begleitete sie zu 
Wasser nach Hamburg und von da nach Fühnen zu dem Bruder. 
Er kehrte nun nach Strassburg zurück, besuchte Schlettstadt, 
Colmar, Basel und begab sich über Freudenstadt, Tübingen, 
Ulm, Augsburg, München nach Memmingen, wo er ein Jahr 
bei dem Apotheker Georg Christopher Werner war. 1663 
begab er sich über Ulm, auf der Donau nach Ingolstadt, Re- 
gensburg, Passau, Linz, nach Salzburg und auf dem Flusse 
Salza nach Burghausen, von da über Landshut, Nürnberg nach 
Altdorff. Hier war er einige Monate Provisor in der Apotheke 
und ging von da nach Nürnberg, wo er in der Volandschen 
Apotheke bei Joh. Bernhardt Smidt conditionirte. 1664 reiste 
er über Bamberg, Saalfeld, Leipzig, Magdeburg, Hamburg nach 
Odense, wo er ein Jahr bei seinem Bruder zubrachte und ihm 
die Apotheke einzurichten half. 1665 verliess er wieder Däne- 
mark, begab sich nach Frankfurt und setzte die Reise fort in 



^) Dieses Haus gehörte 1) 15öl Oluf Bager und Frau Margaretha. 2) 
1608 Jürgen Hansen Mule und Barbara Rosenvinge. 3) Else Mule 
und Hermann Hahne. 4) Christopher Balslöv. h) Jacob Gottfried 
Becker. G) 1700 Elisabeth Becker und Peter v. Westen. 7) Johann 
Christopher v. Westen. H) Ju-stizrath Bohr. 9) 17b7 Glaser Junge. 
10) 1788 Goldschniied Clemmon Petersen. 11) Sören Olsen Moorch. 
12j 1800 dem Klub zu Oden-e. 



12 

Gesellschaft seines Freundes, des Pharmaceuten Gabriel Uden 
nach Aschaffenbnrg, über den Spessart nach Würzburg, Kis- 
singen, Nürnberg, Regensburg, auf der Donau nach Wien und 
von da nach Pressburg fort, wo er ein Jahr bei dem Apotheker 
Paul Mittosch zubrachte. Später machte er eine Reise in 
Ungarn über Komorn, Raab, Altenburg, St. Jürgen, Poesing, 
Modern, Leopoldstadt, Berg Gaber, Tapolesan, Prividgye, 
Creutz, Neusohl, Kremnitz, Schemnitz und zurück nach Wien 
über Altsohl, Kloster Hew, Stubenerbad und Pressburg. In 
Wien traf er den Herrn Friedenreich, welcher später Apotheker 
in Stockholm ward, und in seiner Gesellschaft machte Becker 
eine weitläufige Reise in Italien. Sie gingen erstlich über 
Grätz und Laybach nach Triest, besuchten von hier aus Capo 
d'lstria, Salvore, Pirano, Aquileja, kamen wieder surück nach 
Triest und shilften über nach Venedig. Von hier begaben sie 
sich nach Rimini, Pesaro, Fano, Fossombrone, Sinigaglia, 
Ancona, Loretto und nach Rom. Später gingen sie nach 
Neapel und besuchten auf der Rückreise Viterbo, Montefiascone, 
Siena, Florenz, Bologna, Ferrara, Padua und kamen wieder 
nach Venedig. Nun ging die Reise durch Tyrol nach Inns- 
bruck, und von Hall, auf dem Inn nach Passau und Wien, 
wo Becker eine Zeit lang bei dem Dr. Med. Zweifler, einem 
der Zeit sehr berühmten Manne, zubrachte und ihm die Phar- 
macopea Regia ausarbeiten half, welche 1675 in Nürnberg her- 
auskam. Später war Becker Vi^i Jahr Gehülfe bei dem Apo- 
theker Daniel Müller in Wien. Joseph Franz Borro (Borri, 
Burrhusj der berühmte Arzt und Alchymist, kam, wie bekannt, 
um diese Zeit in grosses Ansehen bei dem König Friedrich III 
von Dänemark und auf seine Empfehlung wurde Becker im 
Februar 1668 nach Kopenhagen berufen; er verliess deshalb 
Wien und eilte durch Mähren, Böhmen und Sachsen, über 
Hamburg nach Kopenhagen, wo er d. 19 März ankam und von 
Borro dem Könige vorgestellt wurde; dieser hatte die Gnade 
ihm seine Reisekosten von Wien zu vergüten, Hess ihm freie 
Kost und Wohnung bei Paul Schindler anweisen und ernannte 



13 

ihn unterm 1 Mai 166S zum Künigl. Hof- und Reise- Apo- 
theker mit einer Gasze von 200 Rthh'. jährlich. Unterm 15 
Mai 1G69 erhielt Becker die Erlaubniss eine Apotheke in 
Kopenhagen zu errichten und da er am 27 Juli 1669 ein dem 
Bierbrauer Poul Matthisen i^^ehöriges Haus in der grossen 
Kaufmacherstrasse gekauft hatte*), richtete er dort eine Apo- 
theke ein, welche die »Kiephantapotheke« genannt wurde, und 
öffnete diese am 21 März 1670. Becker stand im Begriffe die 
Tochter des Hofapothekers ilwistopher llvvvfirnU ^ Sophia^ zu 
heirathen, aber sie starb 1670 vor der Hochzeit. Den 11 üe- 
cember 1671 heirathete er So/i/rla, eine Tochter von Iver 
Nirlsrrf, Rathsverwandten zu Nysted auf Lolland und Königl. 
Amtschreiber auf dem damals Königl. Schlosse Aalholm, und 
Johanna Lerche-). Sie war geboren d, 8 Juli 1656 und kam 
bei dem Brande des Amalienburger Opernhauses am 19 April 
1689, nebst ihren zwei Töchtern und einer Tochter vom Pastor 
Abraham Gottfried Becker elend um. Den 1 Mai 1694 heira- 
thete Becker Helena Dinrt/aretha Munk, Tochter von Erich 
Munh^), Kaufmann in Kopenhagen, und Maren /faf/ense?i; 



*) Dieses Haus gehörte 1582 Jens Baltzersen, Bierbrauer. 1606 Bürger- 
meister Knud Marquardsen. 1637 Stadtkapitaiii Jürgen Matthisen, 
(einer der 4 Kopenhagener Deputirten bei der Erwählung Christian 
des 5ten 1650). 1659 Heinrich Matthisen, gestorben 1669, von 
dessen Kindem , Paul , Jürgen , Werner und Dorothea es von Becker 
gekauft wurde für 5700 Rthlr. Er besass auch einen Garten in der 
jetzigen Klerkegade. 

'} In der Kirche zu Nysted sah man bis vor 30 Jahren den Grabstein 
über Iver Nielsen geb. 1 Mai 1615 gest. 20 Novembr. 1666, und 
Johanna Lerche geb. f) Mai 1631 gest. 30 Decbr. 1677, Tochter des 
bekannten Probstes Mag. Knud Lerche und Sophia Battus. Der 
Grabstein war mit ihren Wappen , einer Insclirift und einer Menge 
sehr schön gearbeiteter Figuren geziert. Wir Hessen den Stein damals 
abzeichnen. In derselben Kirche hängt ein Gemälde mit den Bildnissen 
dieser beiden Eheleute und iiirer Kinder. 

"^I Ein Sohn des berühmten Admirals Jens Munk und ein Enkel von 
Erich Nielsen Munk auf Iliörne, geadelt 1580. 



14 

nach Beckers Tode heirathete Hans Seidelin zu Hagestedgaard 
seine Wittwe 1712, Im Frühjahr 1698 wurde Becker nebst 
dem Rentschreiber Pflug nach Kongsberg geschickt, um das 
Silberbergwerk zu untersuchen und ihr Urtheil über die wegen 
des Berghauptmanns Schlanbusch eingelaufenen Klagen abzu- 
geben. Sie kamen d. 19 Juli wieder zurück und unterm 17 
August gaben sie ihr Bedenken zum Vortheil des braven 
Berghauptmanns ein. In seinen letzten Jahren kränkelte 
Becker häutig und d. 17 Mai 1711 starb er an Entkräftung, 
während die Pest schon hauste. Er wurde mit vieler Pracht 
am 28 Mai, 4 Uhr Nachmittags in der Kapelle der St. Petri 
Kirche begraben; seine Leichenbestattung kostete 1040 Rthlr., 
und Rector Universitatis C. Reitzer gab in Veranlassung der- 
selben ein lateinisches Program in Patentform heraus; Pastor 
Mentzer hielt die Parentation. Im Jahre 1714 Hess sein 
Sohn, Hofapotheker Gottfried Becker, in dieser Kapelle ein 
schönes Epitaphium aus Marmor mit einer lateinischen Inschrift, 
dem Familienwappen, der Büste des Vaters und einigen Em- 
blemen errichten; es kostete über 1000 Rthlr. und wurde von 
dem bekannten Andreas Gercken und dem Gipser Anthoni 
verfertigt, J. G. Becker war zu seiner Zeit ein ausgezeichneter 
Pharmaceut und ist Verfasser einiger kleinen Schriften, die in 
dem dänischen Schriftstellerlexicon erwähnt sind^). Sein Por- 
trait in Italien gemahlt, wird in der Familie aufbewahrt.-) 
6, Benjamin Becher. 



*) Unterm 29 October 1708 hatte er an die Armen und Schulkinder der 
St. Petri Gemeinde in Kopenhagen 1000 Rthlr. geschenkt, welche 
Gabe sein Sohn Hofapotheker G. Becker später mit 200 Rthlr. ver- 
grösserte. 

'-) Beiträge zu seiner Charakteristik als Chemiker und Apotheker findet 
man in Thomas Bartholins Cista medica p. 1, 3, 4, 77, 80, 113, 
267, 272, 300, 351, wie auch seine Abhandlung über Aqua styptica 
und etwas über seine Reise in Ungarn. 



15 



§ IV. 

Franz Becker zeugte einen Sohn : 

1. Johann Becker, Pastor zu Wahl scheid 1667 bis 1699. 
Abraham (Mottfried Becker zeugte 3 Kinder. 

1 Becker. 

2. Gottfried Christopher Becker, Apotheker zu Rudkjöbiug, 
heirathete Marijaretha Boijen und hinterliess einen Sohn. 

3. AhUjael Becker, geb. 23 März 1667; starb auf dem Ama- 
lienburger Opernhause bei dem Brande 19 April 1689. 

Jacob Gottfried Becker, mit der ersten Frau 2 Kinder: 

1. Christopher Becker, g. 1671 1 Aug. f jung. 

2. Dorothea Becker, geb. Maj 1668; * 1. Apotheker IJervitf 
in Kiöge. * 2. Apotheker Andreas Vinfer. m Kopenhagen, 
in der zweiten Ehe 4 Kinder: 

1. Catharina Becker, g. 25 Februar 1677, verh. 4 Dec. 1695, 
mit Clans Oldenborf/, Apotheker in Nyborg, mit ihm 2 Kinder, 
a) Marf/aretha Kirstine geb. 25 Aug. 1698, verh. mit Ca- 
pitain lyavid v. Duncan. b) Jacob Gottfried, Regim. Quartier- 
meister, geb. 4 April 1706 gest. 4 Juni 1755, verh. 3 April 
1748 mit Abel Catharina v. Westen. 

2. Elisabeth Becker, geb. 8 Dec. 1679; verheirathet 1700 mit 
Peter v. Westen, welcher die Apotheke seines Schwieger- 
vaters bekam; er starb im Juni 1727 und hinterliess 4 erwach- 
sene Kinder: a) Johan?i Chrislopher, Apotheker in Odense, 
gestorben 1774 verheir, : 1. mit Karen llohnsted; 2. mit 
Barbara Olivarius. b) Mathias, starb 1770 als Legations- 
secretair, verh. mit Catharina Schmidt, c) Peter, Capitain, 
starb 1764. d) Altel Catharina, verh. 1. mit Aiels Christen 
Sass. 2. mit Hegimentsqvartiermeister Oldenborf/. 3. mit 
Regiments^iuartierm. Josias Antzen. Elisabeth Becker erbte 
nach Birgitte, gebornen ]^alsl()v, Wittwe des Bischofs Kingo, 
das schöne Gut Fraugdegaard in Fühnen (27 T. 3 S. 2 F. 2 
Alb. Waldung 5 S. 1 F. Hartkorn). Der Commercerath Chri- 
stian Ulrich Bless, Bürgermeister in Odense (gest. 1751), 



16 

heirathete Elisabeth d. 22 Oct. 1728. Sie starb auf Fraugde- 
gaard 6 Nov. 1749 und wurde in Odense in dem Begräbniss 
ihrer Eltern begraben. 

3. Karen Becker, geb. Aug. 1684, f 1739 ; * 1. 1711 Jimfen Holmer 
Pastor in Korup und Ubberup, f 1716. * 2. 30 Dec. 1721 
Jörtfen Hervig, Capellan in Kiöge. 

4. Stephan Becker, geb. 1686, gest. 1687. 

Johann Gottfried Becker erzeugte in der ersten Ehe 4 Kinder: 

1. Elisabeth Becker, geb. 30 Dec. 1673, verlor das Leben auf 
Amalienburg 19 April 1689. 

2. Johann (Gottfried Becker, geb. 21 Sept. 1676, starb 21 Aug. 
1678. 

3. Johannfi Becker, geb. 19 Januar 1680, umgekommen im 
Brande 19 April 1689. 

4. Gottfried Becker, geb. zu Kopenhagen d. 24 Januar 1681, 
wurde anfangs von seinem Verwandten Heinrich Roth (welcher 
später als Probst in Mariboe starb) unterrichtet; 1696 aber 
kam er zu dem Pastor Schmidt bei der deutschen Kirche und 
endlich 1698 in die Lehre bei seinem Vater, Nach seiner 
Mutter hatte er 5000 Rthlr. geerbt und beschloss nach wohl 
überstandenem Examen eine Reise zu unternehmen; am 2 Au- 
gust 1702 begab er sich mit einem Schiffe nach Danzig, wo 
er am 5 ankam und den Winter bei dem Apotheker Benjamin 
Hedding zubrachte. 1703 machte er eine Reise im Königreich 
Preussen., kam wieder nach Danzig zurück und ging im Juli 
über Berlin, Leipzig, Dresden, nach Breslau, wo er 2 Monate bei 
dem Apotheker Adam Heinr. Gross verweilte. Am 25 Oeto- 
ber begab er sich nach Wien, d. 19 November nach Presburg, 
Oedenburg und zurück nach Breslau, wo er d. 8 Decb. ankam 
Am 11 März 1704 besuchte er Schmiedeberg, kehrte nach 
Breslau wieder zurück und verblieb da bis 30 März, da er über 
Prag und Leipzig sich nach Nürnberg begab und dort \oni 
Apotheker Lorenz Leincke bei der Feldapotheke angestellt 
wurde, welche dieser in dem spanischen Successionskriege er- 
richtet hatte und die von seinem Schwiegersohne Neubauer 



17 

geleitet wurde. Mit dieser Feldapotheke folgte Becker d. 9 
Mai der Armee nach Scliellenberg, Höchstädt u. s. w. Nach 
der Einnahme von Landau kehrte die Feldapotheke zurück, 
und Becker kam d. 18 Dec. in Nürnberg wieder an und verblieb 
da den Winter. Im Frühjahr 1705 machte er eine Reise in 
Böhmen, ging später nach Frankfurt, Kölln, Bonn, Lüttich, 
Namur, Lille, Brüssel, Antwerpen nach Amsterdam, w^o er 2 
Monate verweilte. Von hier reiste er nach Helwoetschluis und 
schifte nach England über wo er in London, Oxford und der 
Umgegend 2 Monate zubrachte. Nun wollte er sich nach 
Frankreich begeben, bekam aber die Nachricht dass sein Va- 
ter, welcher oft an Augenkrankheit und Steinschmerzen litt, 
sehr krank sey. Er begab sich deshalb eiligst über üolland 
nach Hamburg und kam im October 1705 wieder in Kopen- 
hagen an. 1707 machte er eine Reise nach dem Harze, blieb 
den Sommer in Klausthal, wo er sich mit der Probierkunst 
sehr beschäftigte, und kam im Herbst wieder nach Hause. Im 
Jahre 1708 übergab sein Vater ihm die Apotheke, und in 
demselben Jahre kaufte er ein kleines Eigenthum vor dem 
Norderthor, Ventegodt genannt, von einem gewissen Ni«ls 
Möller für 800 Rthlr. Diese Stelle liebte er besonders und 
zog dort viele medicinische Gewächse; doch verkaufte er sie 
1716 an den Feldkassirer Sörensen für 2000 Rthlr. Im No- 
vember 1709 wurde er von Friedrich IV zum Feldapotheker 
ernannt und ging mit der Armee nach Schonen. Mitlerweile 
wurden in Kopenhagen viele Vorkehrungen getroffen, weil dort 
und in der Nähe sich die Pest schon einige Zeit gezeigt hatte, 
und unterm 8 Sept. 1710 wurde Becker Mitglied der Komis- 
sion, welche aus Christian Simonsen^ Jens Graa, Joh. Georg 
Möller, Andreas Badstüber, IL Riber, Michel Hansen Lindberg, 
Apotheker Michael Georg Scharffenberg und Peder Henrichsen 
(als Secretair) bestand. Im Mai 1711 staib sein Vater und 
hinterliess ein ziemlich bedeutendes Vermögen; die Erbschaft 
der Wittwe, welche seine Stiefmutter war, lietrug 10,000 Rthlr., 
2,226 Rthlr. in der guineischen Handlungscomp. und 1020 Rthlr. 

2 



18 

in Becrräbnissumkosten. Am 17 Juli 1711 ging er mit der 
Feldapotheke nach Pommern , und da der obenerwähnte Apo- 
theker Scharffenberg, welcher während seiner Abwesenheit der 
Hofapotheke vorgestanden hatte, an der Pest starb, wurde er 
unterm 26 Febr. 1712 zum Königl. Hof- und Reise-Apotheker 
ernannt. Er befand sich in der Schlacht bei Gadebusch und 
bei der Belagerung von Stralsund, und die Könige von Däne- 
mark, Preussen und Polen, welche sich persönlich da befanden, 
äusserten ihre Zufriedenheit über die schöne und zweckmässige 
Einrichtung der Feldapotheke, wozu Becker den Plan gemacht 
hatte. Am 8 März 1712 war er nach Kopenhagen wieder zu; 
rück gekommen und heirathete d. 6 Mai Catharina Schupp^ 
Tochter von Christian Schupp, Kaufmann und Rathsverwandten 
in Kopenhagen, und Catharina Lehn. Sie war geb. 10 Aug. 
1693, starb aber am 30 Juni 1713, nachdem sie einen Sohn 
zur Welt gebracht hatte. Mit dieser Frau hatte Becker 14,000 
Rthlr. bekommen. 1713 kaufte er das Gut Husumgaard bei 
Bröndshöi, mit einem Areal von 65 Tonnen, 3 Sk. 2 Fdkr. 
Hartkorn, von welchen 16 T, 3 S. 2 F. unter dem Hofe selbst 
lagen, nebst einem Krug im Dorfe Husum, 7 Höfen und < 
Häusern. Er verkaufte dieses Gut 1720 an Bolle Luxdorph 
Roose für 5,500 Rthlr. und 1736 wurde es ausparcellirt. Den 
14 October 1714 heirathete Becker Johanna [leinricca Nörck^), 
Tochter von Joh. Heinrich Nörck, Kaufmann zu Kopenhagen 
(gest. 1698) und Anna Margaretha Lorenz'^). Diese Heirath 
setzte Becker in den Stand seinen Wirkungskreis noch zu er- 
weitern, da seine schöne Frau ihm gegen 8,000 Rthlr. mitbrachte; 



1) Geb. 28 Octob. 1694 f 31 Januar 1765. Ihr Bruder Christian 
Generalmajor der Cavallerie, wurde d. 25 Oct. 1751 in den Adel- 
stand erhoben mit dem Namen Nörckenkrone. 

") Sie war eine Tochter von Christian Lorenz, Kaufmann in Flensburg, 
und Else Pedersen, und starb 1710. Ihre zweite Ehe war mit dem 
Etatsrath, Polizeimeister Claus Rasche welcher das herrliche Gut 
Raschenberg, jetzt Juelsberg, in Fühnen besass. Dieses brachte sie 
ihrem dritten Mann dem Rittmeister Erich Flemming Ulfeid. 



19 



er kaufte im Dec. 1714 das Gut ITiortespring bei Herlöv, 88 
T. 1 F. 1 A. Waldung 1 T. 2 S. Hartkorn, von Johanne Ca- 
tharina, Wittwe von Peter Schwendi, für 18,000 Rthlr. Die 
Güter waren während des schwedischen Krieges sehr im Preise 
gefallen, hatten aber auch in dieser Periode viel gelitten; in 
den Jahren 1714, 15, 16 bauete Becker auf Husumgaard und 
Hiortespring für 4190 Rthlr. und 1715 verkaufte er schon 
wieder Hiortespring an seinen Pächter Jacob Einsberg, doch 
behielt er eine Hypothek von 6,000 Rthlr. und ein Orangerie- 
haus, welches er 6 Juli 1719 an Christian Schupp verkaufte. 
1714 kaufte er auch eine grosse Galiote, „Maria Elisabeth« 
genannt, welche von den Schiffern Simon Bischoff und Jonas 
Thomsen geführt, mehrere Reisen nach den Inseln, nach Nor- 
wegen, 1715 eine nach Königsberg, und 1716 eine nach Bordeaux 
machte; bei dieser war sie besonders stark ausgerüstet mit 
5 pfundigen Kanonen , 2 zweipfündigen und 2 dreipfündigen, 
nebst 2 Schwingbassen , 12 Gewehren, 8 Pistolen, 12 Säbeln, 
weil während des grossen nordisclien Krieges die Ge- 
wässer voll vor Kapern waren. Er hielt zwei reisende 
Handelsdiener und handelte für eigene Rechnung mit 
Roggen, Weitzen, Zimmerholz, Branntwein, Mauersteinen, 
Eisen, Theer etc. Zu diesem Behuf kaufte er 1716 ein 
Lagerhaus bei der Berse, welches am 7 Juli 1719 wieder 
verkauft wurde. Die Galiote verkaufte er 1718 in Norwegen. 
Ausserdem besass er ^ a2 in dem Schiffe »Catharina Elisabeth 
Kroyer«, V32 im Schiffe »Jungfrau Anletta«, Vie im Schiffe 
»Kronprinz Christian«. Im Januar 1715 kaufte er vom 
Commercerath Birckerod einen Hof im Dorfe Merlöse (15 T. 
7 S. 2 F.), welchen er doch 1717 an den Schlossverwalter 
Hans Nielsen auf Friedrichsburg verkaufte. In dem gros- 
sen Brande, welcher 1728 einen grossen Theil Kopenhagens 
verzehrte, verlor auch Becker sein Haus, welches am 22 Oc- 
tobtr abbrannte; er musste zu dem Kammerrath und Rent- 
schreiber Christensen in der Seidengasse ziehen. Dieses 
Ereigniss schwächte die Vermögensumstände Beckers sehr, 

2* 



20 

besonders weil er wegen unglücklicher Speculationen schon 
1724 in Verlegenheit gewesen war und deshalb unterm 23 
Üec. 1725 ein Königl. Moratorium bekommen hatte. Nun aber 
wurden unterm 2:") Juli 1729 Franz v. Ilagen, Obersecretair 
der deutschen Kanzellei, und Peter Neve, Etatsrath und Maitre 
des requettes in der dänischen Kanzellei, als Kommisarien in 
der Concursmasse ernannt und diese brachten bald Alles wieder 
in Ordnung. Mittlerweile hatte er ein altes Haus, die blaue 
Hand genannt, auf dem Amackermarkt gekauft, worin er eine 
interimistische Apotheke anlegte, und nun ting er an sein ab- 
gebranntes Eigenthum wieder aufzubauen. Am 23 Juni 173.' > 
legte sein Sohn Johann Christian den Grundstein zum neuen 
Bau, und 1737 war das Haus so weit fortgeschritten, dass er 
die Apotheke am 15 April an der alten Stelle wieder öffnen 
konnte. 1743 bekam er Befehl die Feldapotheke auszurüsten, 
und da diese auch im Brande 1728 vernichtet war, wurde sie 
aufs neue und nach einem grössern Massstabe eingerichtet, so 
dass auf 2 Rustwagen 2 grosse und 12 kleinere Medicament- 
kisten angebracht waren. Das letzte, was wir in den Notizen 
dieses thätigen Mannes aufgezeichnet gefunden haben, ist dass er 
am 31 Aug. 1747 der Krönung Friedrichs des 5ten auf dem Schlosse 
Friedrichsburg beiwohnte, wohin er als Hofapotheker das 
Salbungsöhl gebracht hatte. Unterm 6 Mai 1749 bekam er 
den Rang eines Kammerassessors. Sein Tod erfolgte am 19 
Febr. 1750. Er liegt auch in der Kapelle zu St. Petri, wo 20 
Personen der Familie ruhen. Das Portrait von Becker und 
dass von seiner 2ten Frau existiren noch in der Familie.^) 
Johann Gottfried Becker erzeugte in der zweiten Ehe 3 Kinder : 

1. Erich Becker, geb. 22 April iö95, starb 3 Juni 1703. 

2. Marie Sophie Becker, geb. 23 Aug. 1699, starb 30 Mai 1700. 

3. Johann Gottfried Becker , g. 8 Aug. 1701 , starb 2i Üctob. 1716. 



^) Aus der Steuerrolle von 1743 ersieht man, dass er in der Apotheke 

3 Gehülfen und 4 Lehrlinge hatte, ausserdem einen Buchhalter Chri- 
stopher Berger, einen Bedienten , einen Kutscher, einen Hausknecht, 

4 Dienstmädchen, 2 Pferde und 2 Carossen hielt. 



21 



§ V. 

Johann Becker, Pastor zu Wahlscheid, zeugte 4 Kinder: 

1. Johannes Becker, geb. 1674, gestorben zu Lennep 1764; hatte 
3 Kinder. 

2. Johann Heinrich Becker, Pastor zu Wahlscheid 1699, nach- 
dem er früher Adjunct seines Vaters gewesen war; starb 1730 
und hinterliess 6 Kinder. 

3. Johann Jürgen Becker. 

4. Johann IVilheJm Becker^ heirathete Anna Catharina. 
Gottfried Christopher Becker zeugte mit Margaretha Boyen 1 Sohn: 

1. Gottfried Becker, Apotheker zu Rudkjöbing, starb 14 Febr. 
1743; heirathete 1. Catharina, Tochter des Rathsverwandten 
Niss F edder sen; 2. Maria Susanna v. Westen, geb. 1690, 
gest. 1772 29 Juli, mit welcher er 6 Kinder zeugte. 

Gottfried Becker und Catharina Schupp, 1 Sohn: 
1. Johann Christian Becker, geb. zu Kopenhagen 23 Juni 1713, 
war vom März 1726 im Hause des Rectors Schnabel in Ros- 
kildo und wurde 1730 zu der Universitet dimittirt; im März 
1731 machte er das Kxamen philosophicum; hielt sich später 
bei dem Rector Mag. Jacob Baden in Wordingborg auf. 15 
April 1734 unterwarf er sich dem theologischen Examen, wurde 
1738 23 Juli crdinirt als Capellan in Karleboe. Am 8 Septb. 
1741 ward er Pastor zu Grase und Siegerslöv und heirathete 
15 Mai 1743 Christiane Sophia Topp., Tochter des Pastors 
zu Karleboe Peter Topp-, mit ihr 2 Kinder. Er starb 30 
April oder 5 Mai 1755. 

Derselbe mit Johanna Heinricca Nörck 15 Kinder: 

1. Catharina Becker, geb. 15 Januar 1716, gest. 5 Decb. 1720. 

2. Anna Sophia Becker, geb. 23 Decb. 1716, gest. 22 Novb. 1720. 

3. Hans Heinrich Becker, geb. 15 Juni 1718. Apotheker in 
Wordingborg. 

4. Elisabeth Becker, geb. 22 Septb. 1719, gest. 4 Mai 1725. 

5. Catharina Sophia Becker, gel). Ui Decb. 17iA\ gesr. Janr. 1806. 



22 

6. Johanna Heinricca Becker, geb. 15 März 1722, gest. 22 
März 1723. 

7. Johann Gottfried Becher, geb. 17 Juli 1723 zu Kopenhagen, 
studirte die Pharmacie bei seinem Vater, erhielt sein Testimo- 
nium nach wohlüberstandener Prüfung dat. 29 August 1744 
und begab sich nach Schweden, um die Vorlesungen des be- 
rühmten Linnee zu hören; später machte er eine Reise nach 
Berlin, Dresden, Leipzig und dem Harze. Seine Mutter hatte 
nach dem Tode ihres Mannes unterm 17 März 1750 dieErlaubniss 
erhalten, die Hofapotheke unter der Direction ihres Sohnes zu 
treiben; nachdem dieser aber d. 22 October 1756 Stadt- 
apotheker geworden war, übergab sie ihm die Hofapotheke am 
11 Decb. Im Collegium medicum ward er Assessor pharma- 
ceuticus. 1758 im October ging er als Feldapotheker nach 
Holstein, wo er mit seinen Gehülfen Licht und Spalchawer bis 
zum Decb- 1762 blieb. Dadurch erweiterte sich sein Geschäft 
ausserordentlich, weil eine bedeutende Armee gegen den er- 
warteten Angriff der Russen zusammengezogen war, und viele, 
besonders von den norwegischen Regimentern, in den Marsch-^ 
gegenden Holsteins sehr an Krankheiten litten; so ersehen wir 
aus den 197 Requisitionen der verschiedenen Lazarethe, dass 
vom 10 Octb. 1758 bis zum 29 Decb. 1759 für 6,759 Rthlr., 

1760 für 24,465 Rthlr., 1761 für 27,808 Rthlr., 1762 für 
31,486 Rthlr. Medicamente und Reqvisite geliefert waren ; auch 
zu der bedeutenden Flotte hatte er Lieferungen, selbst zu der 
grossen russischen, die 1770 gegen die Türken zog und wozu 
er auch eine grosse Menge verschiedener Weine lieferte. Den 
4 April 1759 heirathete er Anna Christine Torm^ Tochter 
von Etatsrath Erich Jensen Torrn ^ Bürgermeister und Polizei- 
meister in Kopenhagen, und Anna, Tochter von Thyge Jes- 
persen auf Mattrup; diese seine Ehegattinn war geboren 10 
Novembor 1738 und starb 17 Septb. 1809. Am 16 Decb. 

1761 kaufte Becker Heinstrupgaard in Seeland nebst 2 Kir- 
chen, Jüllinge und Gundsöemagle, und 21 Häuser im Dorfe 
Gundsöemagle, von der Frau Oberstinn v. AVilchen, gebornen 



23 

V. Biüggernann, für 3,300 Rtlilr. Die Kirchen fiir 4,278 Rthlr. 
von Inger Fugl. Das Areal war 17 T. 3 S. 1 F. 1 A. Hart- 
korn und die Zehnten der beiden Kirchen waren: Jüllinge 29 
T. 2 S. 2 F. 2 A.; Gundsöemagle 36 T. 5 S. 1 F. l A.; 
aber er verkaufte dieses Eigenthum am 17 Juni 1782 an 
Herrn Mathias Brönstorph für 12,500 Rthlr. Am 11 Juni 1767 
kaufte er von seinem Schwager Wederking das Gut »Grevens 
Vaenge« in Seeland für 30,500 Rthlr. Das Areal war 14 T. 
2 S. 3 F. Hartkorn nebst 1 T. 2 F 2. A. Waldung; das 
Bauerngut 203 T. 3 F. 1 A. Hartkorn und 5 S. 1 F. 1 A. 
Waldung*); doch verkaufte er es wieder 1775 15 Decb. an 
den Capitain Thomsen. Das Eigenthum Närum im Dorfe 
gleichen Namens, welches er vom Geheimerath Luxdorph am 
1 Mai 1782 für 4,000 Rthlr. kaufte, besass er bis zu seinem 
Tode, welcher am 20 April 1790 erfolgte. Unterm 13 Februar 
1767 erhielt er Rang mit den Universitetsprofessoren. Sein 
Portrait, gemalt von Pilo, und das seiner Frau sind noch in 
der Familie. 

8. Anna iMaryaretha Becker, geb. 16 Oct. 1724, gest. 17 Juni 1725. 

ü. Elisabeth Becker, geb. 2 März 1726, gest. 23 Jan. 1810, war 
verheirathet mit Probst Peter Loreniz Kraft in Boeslund, 
gest. 1788. 

10. Anna Marr/aretha Becker, geb. 30 Septb. 1727, gest. 1808, 
war verheirathet mit Generalauditeur Jens Wederkint/. 2 
Kinder: a) Johanna fJeinricca , Conventualinn im Kloster 
Stövringgaard, geb. 8 April 1749, gest. 17 März 1832. b) 
Mariana , verheirathet mit Pastor Jonas CoUin, 

11. Gottlob Becker, geb. 5 Januar 1729, ging in die gelehrte 
• Schule zu Friedrichsburg und wurde 1747 vom Rector Prof. 

Schröder zu der Universitet in Kopenhagen dimittirt; hier 

machte er das philosophische Examen, aber seine Lust zum 

Kriegsstande bewog ihn, bei der Garde als Unterofficier auf 

avantage Dienste zu nehmen. Unterm 3 x\pril 1755 ward er 



*) Das Bauerngut ist 1785 — 1793 grösstentheils verkauft worden. 



24 

Secondlieutenant beim Infanteriregiment Falster, ward 1760 
27 Februar Capitain beim Seeländischen Nationalregiment; 
19 Septb. 1764 Capitain beim Inf.-Reg. Delmenhorst, mit 
welchem er von 1767 bis 1772 in Bergen in Norwegen stand; 
19 Februar 1777 Major; 8 Januar 1783 Premier-Major beim 
Inf.-Regm. Fühnen; 11 Decb. 1789 caract. Obristlieutenant 
und Pr. -Major beim Inf.-Regm. Prinz-Friedrich; wirckl. Obrist- 
lieutenant 25 Juni 1790; nahm seinen Abschied 8 Juli 179! 
als Oberst, wohnte einige Jahre in Nyborg und starb dort 7 
December 1803. 

12. Friedrich Becker, geb. 24 August 1730, gest. 8 März 1733. 

13. Gotthilf Becker, geb. 24 Januar 1'32, gest. 3 März 1733. 

14. Charlotte Amalia Becker, geb. 29 April 1733, gest. 1812, 
verheirathet mit Major Jens v. Schouboe. 

15. Christian Friedrich Becker, geb. 16 Juli 1734, gest. 1735. 

§ VI. 

Johann Heinrich Becker zeugte 6 Kinder: 

1. Heinrich Wilhelm Becker, Lehrer und Küster zu Wahlscheid 
von 1729 bis 1773, heirathete Ref/ina Syhilla Blech\ mit 
ihr 5 Kinder. - 

2. Johann Daniel Becker, geb. 1717, gestorben 29 Juni 1763, 
heirathete d. 20 October 1744 Anna Margaretha Fritsch\ 
mit ihr 8 Kinder.*) 

3. Johann Friedrich Becker, war erstlich Adjunct bei seinem 
Vater, 1730 Pastor zu Wahlscheid; 1741 im August bis 1751 



1) 1760 wurde er als Geissei von der Stadt Siegburg, wo er Bürger 
und Handelsmann war, von den Oestreichern nach Stade geführt und 
verlor dadurch seine Gesundheit; bei der Ankunft des berüchtigten 
Fischerschen Corps wurde seine Holzniederlage zur Befestigung der 
Siegburger Abtei gebraucht; eine Requisition, weiche er für das Amt 
Blankenberg zum Behuf der durch Siegburg marschirenden Truppen 
übernommen hatte, wurde erst nach 10 Jahren mit grossem Verlust 
bezahlt. 



25 

Pastor in Lennep; 19 April 1752 Pastor zu Wahlscheid; starb 
1762; heirathete Sophia Drac/tin aus St.Goar, mit ihr 2 Söhne. 

4. Dorothea Becker. 

5. Franz Becker, Lieutenant in holländischen Diensten. 

l). Reff Ina Becker, vcrli. mit Pastor Johann I^Vilhelm Ahlefeld 
zu Wahlscheid. Er starb 1752 und hinterliess eine Tochter 
Regina Dorothea , verheirathet 26 Septb. 1770 mit Pastor 
Johann Friedr. Moes in Herchen. 
Johannes Becker in Lennep, 3 Kinder: 

1. Hermann Becker, hinterliess eine zahlreiche Nachkommen- 
schaft. ^ '" 

2. Maria Becker, verh. mit Joh. Wilhelm v. Polheim, 5 Kinder: 
a) Anna Maria, b) Anna Christina, verh. mit Peter Seh- 
inn/fhaus. c) Anna Gerdraut. d) Anna Catharina , verh. 
mit Bernhard Boeddinghaiis. e) Joh. Wilhelm. 

3. Peter Johann Becker, geb. 1703, starb 1797, hinterliess 
mehrere Nachkommen. 

Gottfried Becker und Maria Susanna v. Westen , 6 Kinder : 

1. Else Catharina Becker, geb. Decb. 1716, gest. 13 Febr. 1796. 

2. Anna Maria Becker, geb. 10 Juli 1719, gest. 29 August 
1799, verheirathet mit Peter Eilschoii, Kaufmann in Odense, 
geb. 1713, gest. 1783. Sie haben zum Vortheil der Stadt 
Odense, der Kirche St. Kanuti und der Armen sehr grosse 
Legata gestiftet, die über 140,000 Rthlr. betrugen. 

3. Johann Gottfried Becker, geb. 1722. 

4. Mathias Becker, geb. 1724. 

5. Abraham Becker, geb. 23 Novb. 1720 zu Rudkjöbing, kam 
1735 in die Lehre bei dem Apotheker Bernhard Hagen in 
Kopenhagen, 1740 wurde er aber in die gelehrte Schule zu 
Odense gesetzt und deponirte 1744, machte im foljrenden 
Jahre das philosophische Examen und ward Baccalaureus. Am 
2 August 1746 machte er das theologische Examen, predigte 
zum Demis am 20 August, ordinirt 11 Januar 1747, und ward 
Prediger auf dem Schiffe »Kronprinz von Dänemark«, welches 
nach China ging; es verliess Kopenhagen d. 7 Febr. 1747 und 



26 

kam zurück d. 23 Juli 1748. Den 28 November 1748 ging er 
mit dem Schiffe »König von Dänemark« wieder nach Canton 
und kam zurück 28 April 1750. Im Juni 1753 ward er Feld- 
prediger bei dem Infanterieregiment Falster. Am 29 October 
1753 ward er Pastor auf Fämöe und heirathete Inger Maria, 
Tochter des Kaufmannes Johann Brennicke in Nakskov 15 
Sept. 1755. Er starb 1765 und hinterliess 2 Kinder. Seine 
Wittwe heirathete Pastor Friedrich Thornam in Sandby und 
Wrangstrup, gest. 1796. 
6. Johanna Elisabeth Becker, geb. 1726. 

Johann Christian Becker und Christina Sophia Topp. 2 Kinder: 
1. Catharina Becker, geb. 17 Febr. 1744, verh. mit Chr. T>an- 
holm, 4 Kinder. b) Anna Christina, geb. 22 Septb. 1765, 
verh. mit Heerfordt. b) Gottfried, geb. 7 Januar 1768. c) 
Oligra, geb. 16 März 1773, verh. mit Apotheker Gravenhorst. 
d) Peter Topp, geb. 31 Decb. 1774. 

Johann Gottfried Becker und Anna Christina Torm. 5 Kinder: 
1. Erich Becker, geb. 23 Januar 1760 zu Kopenhagen, genoss 
im Hause seiner Eltern eine sorgfältige Erziehung und kam 
1773 in die gelehrte Schule zu Herlufsholm, von welcher er 
1777 vom Rector Professor Bernth dimittirt wurde. Im fol- 
genden Jahre machte er das Examen philosophicum und stu- 
dirte dann mit besonderem Eifer die lebenden Sprachen, da 
er die Absicht hatte, sich der Diplomatik zu widmen. Am 
4 April 1780 unterwarf er sich dem juridischen Examen und 
folgte nun dem Wunsche seines Vaters, indem er als Volon- 
tair in die dänisch-norwegisclie Kanzellei der Rentekammer 
eintrat. 1782 ward er Secretair, 1786 Bevollmächtigter im 
Revisionscomptoir und später Revisor und Chef des norwegi- 
schen Revisionscomptoirs. 1797 \\Qu diihQiQ Qv Johanna Agatha 
Dinesen, Tochter des Justitsraths Dinesen auf Gyldenholm 
und Seveinne Dorothea Krajf't. Er verlor seine Frau am 1 
Juni 1806. Im August 1804 wurde er zum wircklichen Canzellei- 
rath ernannt. Im December 1807 heirathete er Catharina 
Sophia Wilhelmina Willemoes , Tochter des Kammerraths 



27 

Christen IVHlemoes und Christiane Drpjpr. Am 12 Juli 
1812 ward er wirklicher Justizratli. Da Beckers Comptoir 
nach dem Frieden zu Kiel 1814 eingegangen war, wurde er 
auf Wartgeld gestellt; doch bald nachher wurden ihm bedeu- 
tende Revisionen übertragen und später wurde er zum Buch- 
halter der Hauptkasse der Stadt Kopenhagen ernannt. Am 
16 Juni 1816 ward er Kassirer bei der erwähnten Kasse, 
nahm aber seinen Abschied am 23 Februar 1818 mit Pension. 
Er starb am 11 Mai 1837. Seine Frau, welche am 22 Sep- 
tember 1780 geboren war, starb 10 October 1844. 5 Kinder. 

2. Johanna Heinricca Becker, geb. 2 Februar 1761 , gest. 20 
Mai 1838, war verheirathet mit dem K. K. Österreich. General- 
consul in Kopenhagen Emanuel Bozenhard. 2 Kinder: a) 
Joseph Gottfried, geb. 29 Novb- 1787, gest. 3 Juli 1789. b) 
Mariana Christina, geb. 4 Juni 1793, gest. 5 April 1797. 

3. Anna Becker, geb. 21 Mai 1762, gest. 22 Mai 1813, ver- 
heirathet mit Legationsrath Andreas Höyer, Amtmann über 
Hedemarken in Norwegen, welcher 18 Decb. 1817 starb. 6 
Kinder: a) Anna Hedewig , geb. 18 Septb. 1787, verh. mit 
Friedrich Anna de Uompierrc de Jonquieres. b) Sjven- 
nich Anthon, geb. 11 Septb. 1789, verh. mit Margaretha 
Elisabeth Falkenberg, c) Johannes Gottfried, geb. 16 Septb. 
1791, Oberst in norwegischen Diensten, verh. mit Hermana 
Lange, d) Christian, geb. 1 Septb. 1793, starb jung. 

e) Christiane Sophie, geb. 5 April 1795. f) Andreas 
Petrus, geb. 5 Juni 1797, gest. October 1834. 

4. Christiane Becker^ geb. 29 März 1764, gestorben 1799, ver- 
heirathet 1788 d. 18 October mit Peter Friedrich v. Siihm, 
Königl. Dänisch. Kammerherrn und Historiographen, welcher 
1798 d. 7 Sept. starb. 1 Kind: Petrea Friedricca Christiana, 
geb. 18 Januar 1799, gest. 7 Januar 1837. 

5. Gottfried Becker, geboren in Kopenhagen am 9 Februar 1767, 
genoss eine sorgfältige Erziehung, erstlich in der Schule des 
damals bekannten Klinch und später von den Privatlehrern 
Raarup und Odin Wolff; zugleich studirte er Pharmacie bei 



28 

seinem Vater. Am 9 Mai 1786 wurde er als Student inscri- 
birt und reiste kurz nachher nach dem Harze und ferner über 
Nordhausen und Sonderhausen nach Langensalza, wo er 
bei dem berühmten Apotheker Wiegleb ein Jahr zubrachte 
und in der Zeit eine Fussreise im Thüringerwald machte. 1787 
begab er sich nach Kopenhagen und unterwarf sich dort der 
pharmaceutischen Prüfung, kehrte dann über Hamburg und 
Berlin wieder zurück nach Langensalza und verweilte da bis 
im Februar 1788, da er nach Berlin ging und dort 15 Monate 
zubrachte, besonders um bei dem berühmten Klaproth Chemie 
zu studieren. Am 6 Mai 1789 verliess er Berlin, reiste am 
meisten zu Fuss über Halle, Dessau, machte eine Excursion 
nach Rothenburg, Hettstädt, Wettin, kehrte nach Halle zurück 
und setzte die Reise fort über Braunschweig, Hannover, Ha- 
meln, Pyrmont, Holzminden, Göttingen, Cassel, Marburg, 
Giessen, Frankfurt, Mainz, Manheim. Von da machte er zu 
Pferde eine Reise im Zweibrückischen, nämlich nach Dürkheim, 
Kaiserslautern, Obermuschel, Muschellandsberg zurück nach 
Manheim. Nun setze er die Reise fort nach Schwetzingen, 
Heidelberg, Bruchsal, Durlach, Karlsruhe, Rastadt, Baden, 
Strassburg und Basel. In dieser Stadt machte er die Bekannt- 
schafft des später so berühmten Karamsin , in dessen Gesell- 
schaft er nach Zürich reiste, machte einen Abstecher nach 
Schaffhausen und kehrte nach Zürich zurück. Hier hatte er zwei 
Landsleute, Baggesen und Moltke, gefunden und machte in 
ihrer Gesellschaft eine Fussreise über den St. Gotthard, Berner- 
Oberland, Thun nach Bern. Am 18 Septb. 1789 begab er sich 
nach Genf und machte nun eine Reise zu Fuss durch das 
Chamounixthal, über Col de Bahne, Bex, Vevay, Freiburg 
nach Bern. Später brachte er 5 Monate in Genf zu und reiste 
mit Karamsin über Lyon nach Paris, wo sie am 26 März 1790 
ankamen. In Paris lebten zu der Zeit Lavoisier, Fourcroy, 
Charles, D'Arcet, Pelletier, an welche er empfohlen war. Ei- 
nige Zeit war er Amanuensis bei Lavoisier, und bei einem elec- 
trischen Versuche zog er sich eine Schwerhörigkeit zu, die 



29 



später mit den Jahren zunahm. Im Juli 1790 kam Becker in 
England an und hielt sich theiis in London, theils in Kew 
auf, wo der botanische Gärtner Aiton und der bekannte 
Maler Bauer seine besondere Freunde waren. Im September 
ging er nach Oxford , wo er mit Dr. Siphtorph eine lehrreiche 
Bekanntschaft machte und mit ihm den bekannten Bolton, 
Keir und mehrere Fabrikbesitzer in Birmingham, Soho, Kelly 
und Colbroekdaele besuchte. Später ging er nach Schrevvs- 
burry, Chester, Liverpool, Prescot, Warrington, Nortwich, 
Manchester, brachte mehrere Tage in Macclesfield zu, besuchte 
das Bad zu Buxton, machte eine Fussreise in Derbyshire und 
kehrte über Derby, Northampton wieder zurück nach London; 
hier machte der Umgang mit dem Mineralogen Hawkins, mit 
Keate und dem berühmten Joseph Banks den Aufenthalt höchst 
angenehm. Endlich verliess er England und begab sich nach 
Holland, wo er im Januar 1791 eintraf und kurz nachher 
die Bekanntschaft seiner künftigen Frau machte. Ende April 
1791 verliess er Amsterdam, kam den 10 Mai in Kopenhagen 
wieder an und wurde unterm 15 Ftbr. 1792 zum Königl. Hof- 
und Heise-Apotheker ernannt. Kurz nachher fing er, von der 
naturhisiorischen Gesellschaft aufgefordert, an Vorlesungen 
über die Chemie zu halten. Im Sommer 1793 machte er eine 
Reise nach Norwegen, indem er sich d. 5 Juni nach Helsingöer 
begab, d. 6 war er in Helsingburg und Landskrone, d. 7 er- 
reichte er Lund , d. 8 Engelholm und Halmstadt, d. 9 Warberg , d. 
10 Gothenburg, d. 24 Christiania, wo er bis zum 11 Juli blieb; 
nun reiste er über Eidswold nach Ringnäs und kam d. 24 wieder 
in Christiania an; d. 2 Aug. reiste er nach Bragnäs, war d. 
4 in Kongsberg, begab sich später nach Tönsberg, Moss, 
Friedrichsstadt, Friedrichshald und weiter durcli Schweden 
und kam d. 25 Aug. in Kopenhagen wieder an. Als eine 
Frucht dieser Reise ültergab er unterm 7 Septb. der Königl. 
Rentkanuner eine Beschreibung über das Salzwerk zu Wallöe 
nebst Vorschlägen zu dessen Verbesserung. Jin März 1794 
begab er sich nach Holland und heirathete d. 20 April zu 



1 



30 



Amsterdam Nicollelte Adriane Burman^), Tochter von Pro- 
fessor botanices Dr. Med. ^'icolaus Laurentius Burman und 
Au na Maria Verkoljc. Unterm 17 April 1795 war Becker 
zum Professor Chemiae extraord. und Lehrer in dieser Wissen- 
schaft an der Universitet Kopenhagens ernannt worden und 
ward später in vielen Commissionen , welche Kenntnisse in 
den Naturwissenschaften erforderten, Mitglied. 1797 übergab 
er der Rentkammer eine Erklärnng und Bemerkungen über die 
Ausscheidung des Kupfers auf dem nassen Wege, veranlasst 
durch die Vorschläge des Berghauptmanns Heltzen in Dront- 
heim. In demselben Jahre schrieb er eine Abhandlung über 
eine Salzquelle in der Königl. Schiffsdocke zu Kopenhagen, 
welche in Crells iVnnalen und den Schriften der naturh. Ge- 
sellschaft T. 8 H. 2 zu lesen ist. 1799 ward er Assessor im 
Colleg. med. Am 24 Febr. 1801 ward er Mitglied der Com- 
mission zur Verbesserung der Branntweinbrennereien in Däne- 
mark; die in dieser Veranlassung vorgenommenen Versuche 
dauerten zwei Jahre. 1800 machte er mit seiner Familie 
eine Reise nach Hamburg, wovon jene nach Holland reiste 
und er zurückkehrte; im Herbste holte er sie wieder in 
Holland ab. 1802 ward er Mitglied der Königl. Regulirungs- 
commission, um die von Guiton-Morveaux erfundenen Luft- 
reinigungsmittel in Schiffe, Gefängnisse, Krankenhäuser etc. 
einzuführen. 1806 unterm 24 xA-pril übersandte er der Königl. 
Rentkammer eine Analyse über 40 verschiedene Mineralien, 
welche der Lieuten. Olsen aus Island mitgebracht hatte, nebst 
Bemerkungen über diejenigen davon, welche als FärbestofFe 
odpr in andern Rücksichten anwendbar sein könnten. Im 
Frühjahre hatte er seine Frau und Kinder, welche nach Hol- 
land reisten, bis nach Hamburg begleitet und holte sie im 
Herbst wieder in Holland ab. Er hatte in diesem Jahre seinen 



Geboren 28 Aug. 1774 zu Amsterdam, gest. 13 März 1824 zu 
Kopenhagen. Sie stammte aus eioer alten Köllnischen Familie, welche 
eine Menge ausgezeichneter Männer, worunter 7 Professoren , hervor- 
g'ebracht hat. 



31 



Abschied als Docent in der Chemie genommen. Eine Feuers- 
brunst, die auf dem Holm entstand, veranlasste, dass er in 
Gesellschaft mit dem Herrn v. Hauch mehrere Versuche in den 
Schlosskellern unter dem abgebrannten Christiansburg') machte 
und der Canzellei eine Abhandlung über selbstentzündliche 
Körper am 29 Juli überreichte. Er hatte eine Fabrik bei 
Kopenhagen (Blegdamsvei) angelegt, wo er mit vielem Krtoige 
einen blauen FärbestofF aus einer norwegischen Mosart zube- 
reitete. Diese Fabrik litt aber während der Belagerung Ko- 
penhagens 1807 so bedeutend, dass er sie kurz nachher nieder- 
legte und das Haus verkaufte. Er hatte schon im März 1796 
ein Landhaus auf Friedrichsthal, l'*^/4 Meile von Kopenhagen, 
und da befand sich seine Familie, als die Engländer ihren Zug 
gegen Seeland unternahmen. Es ist wieder ein Beweis der 
damals herrschenden Sorglosigkeit und wie schlecht man von 
der Absicht der Engländer unterrichtet war, dass diese P'a- 
milie erst am 12 Aug. nach der Stadt sich begab und ihre 
Dienerschaft zurückliess, als wäre der Zug der Engländer nur 
eine Demonstration auf einige Tage. Vier Tage später war 
die Coramunication mit der Hauptstadt ganz abgebrochen und 
am 17 wurde die ganze Gegend um Friedrichsthal von dem 
Observationscorps des Generals v. d. Decken besetzt und Be- 
ckers Dienstleute flüchteten nach einer im Bagsvärdsee lie- 
genden kleinen Insel, wo sie 3 Tage und Nächte zubrachten, 
bis der Hunger sie wieder zurücktrieb. Bei dem Bombardement 
kamen 3 Kugeln und 2 Bomben in Beckers Haus; eine der 
letztern zerschmetterte bei ihrem Zerspringen seine schone 
Sammlung physikalischer Apparate, und einer seiner Dienst- 
leute verlor das Bein durch eine Kugel und starb. Der Schade 
am Gebäude wurde zu 1010 Rthlr. taxirt. 1808 beschältigte 
er sich viel mit der Reinigung von Salpeter und machte viele 



') 1794 nach dem Brande dieses Residenzschlosscs wollte er eine Hof- 
apotheke auf Anialienburg, und 1803 eine Feldapotheke für die bei 
Rendsburg versamnielteu Truppen , anlegen. Heide Vorschläge wurden 
in sehr gnädigen Ausdrücken abgelehnt. 



Versuche im Laboratorio des See-Etats im Gegenwart der 
dazu ernannten Commission. 1809 wurden Vorbereitungen 
getroffen, einen Feldzug, wie man glaubte, gegen Schweden 
zu machen; genug, Becker wurde unterm 11 Februar zum 
Feldapotlieker ernannt, Sehr empfindlich war es ihm dass im 
Jahre 1815 eine ganz neue Militairapotheke für die Land- 
und See-Macht errichtet wurde, welche zugleich öffentlichen 
Verkauf von Medicamenten an das Publicum hatte und in einer 
unbedeutenden Entfernung von seiner Officin eröffnet wurde. 
Die wiederholten Klagen . über die schon allzu concentrirte 
Lage der Apotheken wurden nicht berücksichtigt. Die bedeu- 
tende Lieferung zum Armenwesen, welche unter den Apothe- 
kern vertneilt war, ging 1815 bei Errichtung der Dispensations- 
austalt, gänzlich ein. Schon im Jahre 1798 war er corre- 
spondirendes Mitglied der mineralogischen Societät in Jena 
geworden; unterm 1 März 1809 ward er Mitglied der Aca- 
deinie der Wissenschaften in Livorno, wie er schon seit 10 
Mai 1000 der scandinavischen Litteraturgesellschaft, 14 Novb. 
1803 der Königl. medicinischen Gesellschaft und der Königl. 
landwirthschaftl. Gesellschaft Mitglied war. Am 28 Januar 
1813 wurde er mit dem Dannebrogorden begnadigt. Um die 
Familie seiner Frau zu besuchen , machte er mit ihr und seinen 
Kindern im Sommer 1819 eine Reise nach Holland und Bel- 
gien. 1829 bekam er den Rang eines wirklichen Justizrathes. 
1833 besuchte er Berlin und Dresden, Leipzig, Halle und 
Magdeburg; 1837 machte er eine Reise nach Norwegen. Den 
15 Februar 1842, da er in 50 Jahren Königl. Hofapotheker 
gewesen war, wurde er zum Etatsrath mit dem Range der 3 
Classe Nr. 9 ernannt und wurde bei derselben Gelegenheit mit 
einer prächtigen Wase von den Apothekern Kopenhagens be- 
schenkt. Im folgenden Jahre nahm er seinen Abschied und 
überliess seinem Sohne . die Apotheke. Nach einer kurzen 
Krankheit starb er an Wassersucht d. 21 Juni 1845 M- ^^09 



*) Sein Portrait wurde 1843 von Baerentzen lithographirt. 



33 

hatte er dem Fond für verwundete Krieger eine Gabe von 500 
Rthlrn. zugestellt; in Veranlassung seiner silbernen Hochzeit, 
d. 20 April 1819, schenkte er dem Taubstummeninstitut 200 
Rthlr. und dem Institut für Blinde 300 Rthlr. Bei verschie- 
denen Gelegenheiten opferte er einen bedeutenden Theil der 
ihm zukommenden Vortheile auf, wo es z. B. auf Verkauf von 
Medicamenten an Unbemittelte ankam; und bei jeder patrio- 
tischen Unternehmung war er ein thätiger und bereitwilliger 
Theilnehmer. Auch bei seinem Jubelfest schenkte er versch. 
Institutionen 250 Rthlr. 

§ VII. 

Heinr. Wilh. Becker und Regina Sybilla Blech. 5 Kinder: 

1. Franz Daniel Becker, 1775 Adjunct zu Heiligenhaus, 1781 
bis 1803 Pastor zu Wahlscheid, starb 1827, heirathete Anna 
Maria Seelhof, gest. 12 August 1808; mit ihr 5 Kinder. 

2. Regiiia Becker, verh. mit Johann Wilhelm Blocher, mit ihm 
3 Kinder: a) Dorothea, verh. mit Carl Victor Preyss, b) 
Johann Wilhelm, verh. mit Christina Franzisca Otto. c) 
Christoph, verh. mit Christina Wilhelmina Fink, 

3. Dorothea Becker, verh. mit Amtsförster Käsmann in Bensberg. 

4. Sybilla Catharina Becker ^ verh. mit Pastor Lemmer in 
Honrath. 

5. Heinrich Wilhelm Becker, Kaufmann. 

Johann Daniel Becker und Anna Margaretha Fritsch, 8 Kinder. 
1. Anna Regina Margaretha Friedricca Becker, geb. 5 Aug. 
1745, verh. erst am 20 Aug. 1773 mit Nicolaus Fink, Rent- 
meister des Herrn v. Kessel auf Stade, gest. 7 Mai 1791 ; verh. 
zum 2 Mal mit Peter Blech, Aus der ersten Ehe 6 Kinder: 
a) Regina, verh, mit fleinrich Wilhelm Müllenbach, b) Do- 
rothea, verh. mit Peter Vos. c) Josepha, verh. mit Chri- 
stoph Lemmer. d) Christina Wilhelmina, verh. mit Chri- 
stoph Blocher. e) Christoph Friedrich Wilhelm, verh. mit 
Regina Wasser, f) Ludwig, verh. mit Henriette Schloesser. 

3 



34 

2. Maria Dorothea Henriette Becker, geb. 12 Decb. 1746, verli. 
23 Sept. 1778 mit Johann Peter Otto, Besitzer des Müller- 
hofs bei Wahlscheid. 5 Kinder: a) Johann Daniel, verh. mit 
Regina Lemmer. b) Christian, verh. mit Anna Catharina 
Blech, c) Christina Franzisca, verh. mit Johann Wilhelm 
Blocher. d) Wilhelm, verh. mit Begina Meissenbach» e) 
Johann Joseph, verh. mit Margarefha Deinen. 

3. Martha Elisabeth Josepha Becker, geb. 21 Januar 1749; 
verh. 7 Sept. 1776 mit Peter Vos zu Montjoie. Sie starb 27 
Juni 1800. 

4. Anna Franzisca Henriette Becker, geb. 7 Sept. 1750, verh. 
16 Juli 1776 mit Cremer', aus dieser Ehe 3 Kinder: a) Da- 
vidina, verh. 1797 mit Hauptmann v. Bolsky. b) Helena, 
verh. mit Obersteiger Kotzenberg. c) Henriette, verh. mit 
Franz Joseph Becker 

5. Wilhelm Carl Becker, geb. 26 Juni 1753, gest. 2 Febr. 1754. 

6. Franz Joseph Becker, geb. 1 Novb. 1754; war Kaufmann in 
Amsterdam; wohnte später in Oberkassel; heirathete Henri- 
ette Cremer, mit welcher er eine Tochter Johanna zeugte, die 
mit Fuchs verh. wurde. 

7. Andreas Wilhetm Carl Becker, geb. 2 Sept. 1754, gest. 8 Ja- 
nuar 1783. 

8. Johanna Dorothea Josepha Becker, geb. 24 Mai 1757, gest. 
2 April 1761. 

Johann Friedrich Becker und Sophia Drachin. 2 Kinder: 

1. Johann Christian Becker, geb. 11 October'1736, gest. 1780, 
ward 1762 Pastor zu Wahlscheid; heirathete 21 Novb. 1765 
Anna Elisabeth Beckers, aus einer unterbergischen Familie. 
Mit ihr 3 Kinder. 

2. Johannes Becker, Lehrer zu Zweifall an der Wicht. 
Abraham Becker und Inger Maria Brennicke, 2 Kinder: 

1. Johannes Becker, gest. als Kind. 

2. Gottfried Becker, geb. 7 Januar 1757, Student 1778, machte 
das Exam. phil. 1780 und 1786 das Exam. theol.; ward 1792 
Capellan beim Pastor Stub zu Kirkebye auf Falster und 1793 



35 

residirender Capellan zu Bränderup und Ore, 1798 den 21 
Decb. Pastor zu Aisted und Fienneslöv, heirathete 11 Oct. 
1799 Elisabeth Neert/aard — geb. 3 Oct. 1773, gest. 31 Oct. 
1849 -_ starb 3 Novbr. 1815; zeugte 6 Kinder. 
Erich Becker und Catharina Sophia Wilhelmina Willemoes, 5 Kinder: 
1. Petp.r IVillemoes Becker, geb. zu Kopenhagen 21 September 
1808, wurde im Herbste 1825 von der gelehrten Schule zu 
F'riedrichsburg, welche er seit 1819 besucht hatte, zu der Uni- 
versitet dimittirt, unterwarf sich im folgenden Jahre dem philo- 
logisch-philosophischen Examen und am 30 April 1830 dem 
theologischen Examen , alle mit dem ersten Character. Im 
Jahre 1828 wurde die goldene Medaille für die Beantwortung 
der historischen Preisaufgabe der Universitet ihm zuerkannt. 
1830 ward er Alumnus Collegii Medicei und brachte 5 Jahre 
auf dieser academischen Stiftung zu. 1831 ward er Lehrer 
bei dem Königl. Landcadettencorps. Im Sommer 1833 fand 
er Gelegenheit eine Reise im nördlichen Deutschland zu unter- 
nehmen. Am 27 Juni 1835 disputirte er öfifentlich für den 
Magistergrad und 1836 erlangte er ^die öffentliche Unterstützung 
zu einem in verschiedeneu wissenschaftlichen, besonders histo- 
rischen und theologischen Rücksichten, längeren Aufenthalt im 
Auslande. Er verliess Kopenhagen d. 3 Juni 1836 und begab 
sich nach Stockholm, wo er im dasigen Reichsarchive lange 
mit Untersuchungen beschäftigt war. Nach einem Aufenthalt 
von 5 Monaten in dieser Stadt und einiger Zeit in Upsala und 
auf Skokloster, kam er um Weihnachten nach Kopenhagen 
wieder zurück, setzte aber im Januar 1837 die Reise weiter 
fort über Hamburg, Braunschweig, Wolfenbüttel nach Göttin- 
gen, wo er einige Wochen zubrachte. Nach einem kürzeren 
Aufenthalt in Kassel, Frankfurt, Bonn und besonders Köln, 
ging er im April nach Holland, und hielt sich besonders in 
Leiden, um diese berühmte Universitet kennen zu lernen, und 
im Haag, um das Reichsarchiv zu benutzen, auf. Im August 
1837 ging er nach England und besuchte im Herbst Schott- 
land und die Hebriden. Im October reiste er über Newcastle, 

3* 



36 

Durham, York, nach Cambridge und Oxford, in welchen 
Universitetsstädten er 3 Monate zubrachte. Vom Januar bis 
zum Mai 1838 hielt er sich in London auf, reiste dann nach 
Paris und traf am 29 Juni in Kopenhagen wieder ein. Unterm 
22 October 1839 wurde er zum Pastor in Kiöng auf Seeland 
ernannt und fing sein Amt am 15 December an. Am 26 Aug. 
1840 heirathete er Elisabeth Anna Margaretha Begtrup, 
Tochter von Professor Gregers Otto Brunn Begtrvp und 
Christiane Christine Möller] ausser seinen im dänischen 
Schriftstellerlexicon von Erslev erwähnten Schriften, hat er, als 
Ausbeute seiner in den ausländischen Archiven angestellten 
Forschungen, im Jahre 1847: »Sammlungen zur Geschichte 
König Friedrichs des Dritten« herausgegeben und in der »Zeit- 
schrift für Litteratur und Kritik« eine Schilderung der Univer- 
siteten Oxford und Cambridge mitgetheilt. 1850 ward er Probst 
für Hammer und Tybierg; 1859 den 2 Januar brannte sein 
Pharrhaus, wodurch seine aus 6000 Bänden bestehende schöne 
Bibliothek ein Raub der Flammen wurde. In demselben Jahre 
wurde er Pastor zu Soderup und Eskildstrup, nahm aber seinen 
Abschied 1875. Er ist Ritter des üannebrogs und des schwe- 
dischen Wasaordens. 

2. Agatha Wilhelmina Becker, geb. 9 October 1810, Conventual 
im Kloster Stövringgaard. 

3. Johann Christian Becker, geb. 16 Mai 1813, starb 5 April 
1817. 

4. Erich Sophus Becker, geb. 12 October 1815, Student 1832, 
Candidat 1837, Auditeur und Cancellist im Bureau für 
Commandosachen der Armee 1841, 1853 Bürgermeister in 
Kallundborg, Ritter des Dannebrogordens; 1860 Bürgermeister 
in Nyborg auf Fühnen, Justizrath; heirathete 14 Mai 1850 
Louise Cecilia Schythe. 

5. Godofreda Anna Christiana Maria Becker, geb. 7 Juli 1818, 
starb 9 Sept. 1822. 

Gottfried Becker und Nicollette Adriane Burman, 2 Kinder: 
1. Collette ßlaria Becker, geb. 23 October 1798, gest. 29 Juli 



37 

1855, veih. 23 Dec. 1823 mit Carl Friedrich v, Briiun, Kö- 
nig). Dänischem Capitain der Artillerie. 6 Kinder: a) NicoUetle 
FrcuKjoise, geb. 26 Februar 1825. b) Gottfried jyanid Carl ^ 
geb. 2 Juni 1826. c) Gottfried Becker, geb. 11 Novb. 1829, 
gest. 17 Januar 1833. d) Christian Walther, geb. 9 Decb. 
1831; Justizrath, Bibliotliekar der grossen König). Bibliothek, 
Ritter vom Dannebrog und dem schwedischen Nordstern; hei- 
rathete 1850 Charlotte Justiniane Brunn, e) Emil Walde- 
mar, geb. 28 Decb. 1835, gest. 10 Januar 1872. f) Jjudvig 
Ernst, geb. 10 März 1838, heirathete Laura E. Martine 
Slamberg. 
2. Johann Gottfried Biirman Becker, geb. 26 April 1802, be- 
gleitete schon als Kind seine Eltern auf ihrer Reise nach Hol- 
land im Jahre 1806; seine ältere Schwester war auch mit und 
die Reise ging mit dem Packetboote nach Kiel und ferner über 
Hamburg, Bremen, Osnabrück, Münster nach Utrecht, wo 
seine Grossmutter wohnte; in dieser Stadt, wie in Amsterdam 
und auf Eyckenstein , 2 Meilen von Utrecht, wurde der Som- 
mer zugebracht. Im Herbste kehrten sie, von dem Vater ab- 
geholt, nach Kopenhagen wieder zurück. Im folgenden Jahre 
erlebte er die bekannte Belagerung und wurde der Gefahr sehr 
ausgesetzt, indem eine Bombe in ein Nebenzimmer fiel und 
beim Zerspringen auch die Stube, worin die Familie sich auf- 
hielt, sehr beschädigte. Um sicherer zu sein, begab man sich 
am oten Sept. nach Christianshafen, um in diesem mehr ent- 
legenen Theile der Stadt, erst in der Vieharzeneischule, später 
bei dem Apotheker Pfluginacher, die zwei folgenden schreck- 
lichen Nächte zuzubringen ; von da zog die Familie nach 
Amager, und brachte dort 14 Tage in dem Hause eines Bau- 
ers zu, weil die Wohnung in der Kaufmacherstrasse viel ge- 
litten hatte. Nun folgte eine Reihe von Jahren, welche dem 
Unterricht gewidmet waren, und dieser wurde von verschie- 
denen Privatlehrern mitgetheilt. 1818 wurde er vom Confes- 
sionarius Liebenberg conürmirt und im Sommer 1819 hielt er 
sich mit seinen Eltern und der Schwester in Holland bei der 



38 

Familie auf; sie reisten am 31 Mai über Fühnen, Alsen durch 
Holstein nach Hamburg; ferner über Bremen, Lingen, Dewen- 
ter nach Utrecht; einige Zeit blieben sie in Amsterdam, mach- 
ten einen Abstecher nach Haarlem, Haag, Rotterdam, Breda, 
Antwerpen, Mecheln, Brüssel, kehrten wieder zurück nach 
Utrecht und Eyckeustein und kamen durch Westphalen und 
durch Holstein, Schleswig und Fühnen im October nach Kopen- 
hagen wieder zurück. Der Candidat Hassager dimittirte ihn 
im October 1821 zur Uuiversitet und nun hörte er die Vor- 
lesungen der Professoren Thorlacius, Engelstoft, Wad, Schou, 
Degen, Möller, Sibbern, ürsted, Thune und unterwarf sich am 
10 April 1822 dem philologischen und am 30 October dem 
philosophischen Examen. Er beschäftigte sich nun mit der 
Pharmacie, wozu er bei seinem Vater die beste Gelegenheit 
fand, und hörte die Professoren Howitz, Örsted, Zeise, Horne- 
mann, fleissig, wie er auch im Laboratorio seines Vaters ar- 
beitete, und endlich einen Manuducteur Pflugmacher hatte. 
Eine Reise in Falster, Laaland und Holstein wurde mit dem 
Vater, der Schwester und dem Schwager zur Erheiterung 
nach dem Tode seiner Mutter im Sommer 1824 vorgenommen, 
die aber nur 3 Wochen dauerte. Nach dem Wunsche seines 
Oheims in Holland hatte er den Familiennamen Burman an- 
genommen, in welcher Veranlassung er folgendes Patent erhielt: 

»Wir Friedrich der Sechste, von Gottes Gnaden König zu 
»Dänemark, der Wenden und Gothen , Herzog zu Schleswig, 
»Holstein, Storniarn,, Ditmarschen , Lauenburg und Oldenburg, 
»machen kund, dass Wir auf das von Unsrem lieben Professor 
»und Hofapotheker Gottfried Becker, Ritter vom Dannebrog, aus 
»Unsrer Residenzstadt Kopenhagen, allerunterthänigst gethanes 
»Ersuchen und Begehren, nebst den in demselben allerunter- 
»thänigst vorgetragenen Umständen, allergnädigst bewilligen und 
»erlauben, dass sein Sohn Candidatus philosophiae Johann Gott- 
»fried Becker, neben seinem Familiennamen, den Namen Burman 
»annehmen darf, so dass er eich nach diesem Johann Gottfried 
»Burman Becker nennen darf, wodurch er doch nicht von den 
» Verpflichtigungen , welche er unter seinem Namen Johann Gottfried 



39 



«Becker sich auferlegt haben möchte, freigesprochen wird, wie 
»auch diese Unsre aliergnädigste Bewilligung gerichtlich vorgelesen 
«werden niuss. Verbietend Allen und jedem diesem Hinderniss 
»in den Weg zu legen. 

»Gegeben in Unsrer Königlichen Residenzstadt Kopenhagen 
»am Isten Martii 1825. Unter Unsrem Königlichen lusiegel.» 

Am 20 Juni 1825 unterwarf er sich dem pharmaceutischen 
Examen und bekam einstimmig den Charakter »Laudabilis«. 
Im folgenden Frühjahr unternahm er eine weitläutige wissen- 
schaftliche Reise, die 2^/2 Jahre dauerte. Er begab sich am 
5 Mai 1826 mit dem Dampfschiffe nach Lübeck und reiste 
über Ratzeburg nach Berlin, wo er 4 Wochen verweilte. Am 
10 Juni begab er sich nach Dresden, machte eine Fussreise 
in der sächsischen Schweiz und nach Freiberg. Ferner reiste 
er nach Leipzig, Merseburg, Naumburg, Weimar, Jena, 
Erfurt, Gotha, Langensalza, Eisenach, Mühlhausen. Später 
begab er sich nach Kassel, Marburg, Giessen, Friedberg, 
Frankfurt. Von hier aus machte er eine Reise nach Mainz 
und dann den Rhein hinab nach Koblenz und Köln mit einer 
Wasserdiligence und dann landwärts wieder zurück nach Mainz, 
von wo aus er Biberich und Wiesbaden besuchte. Am 10 
Aug. reiste er nach Mannheim und machte Excursionen nach 
Schwetzingen und Heidelberg. Geschäfte wegen musste er 
wieder zurück nach Frankfurt und legte den Weg über die 
Bergstrasse und Darmstadt. Von Frankfurt ging die Reise 
wieder nach Heidelberg und dann nach Bruchsal, Durlach, 
Karlsruhe und zu Fuss nach Rastadt und Baden, von wo er 
nach Strassburg kam. Den 26 Aug. kam er in Basel an, reiste 
nach Schaffhausen und machte von da eine Fussreise durch 
den interessantesten Theil der Schweiz. Ueber Zürich, den 
Albisberg, Luzern, den Rigiberg, Altorf, kam er nach St. 
Gotthardt, stieg über die Berge nach Meyringen und begab 
sich durch Brienz und Lauterbrunnen, über den Thunersee, nach 
Thun und Bern. Von da ging die Reise nach Murten, Yver- 
dun, Neuchatel mit einem Dampfboot, wieder zurück nach 



40 



Yverdun, in dessen Nähe er einige Tage bei seiner Tante auf 
Mathod zubrachte; dann über Lausanne und Nyon nach Genf. 
Gleich nachher machte er einen Tour nach dem Chamonixthal, 
stieg über Col de Bahne und Forclas, ging durch Wallis nach 
Sitten, Brieg und bis auf den Simplon; dann wieder zurück 
nach Martigni, St. Maurice, Chillon vorbei, nach Vevai, von 
wo er mit einem Dampfboot über den Lemansee nach Genf 
zurückkehrte. Den 1 November kam er in Lyon an , setzte 
die Reise auf dem Saouefluss fort nach Macon und Chalons 
und dann durch Dijon, Auxerre, Melun nach Paris, wo er am 
7 November eintraf. Hier verblieb er den ganzen Winter 
1826 — 27, hörte Vorlesungen bei den berühmten Chemikern 
Thenard, Gay-Lussac, bei den Physikern Pouillet und Clement, 
arbeitete eine Zeit lang bei dem Apotheker Henry in der phar- 
macie centrale, machte im Frühjahr einige Excursionen nach 
St. Denys, Versailles, Severs u. s. w. Am 25 Mai 1827 ver- 
liess er Paris und begab sich über Compiegne nach Noyon, in 
dessen Nähe er ein grosses Alaunwerk besah; besuchte die 
grosse Spiegelfabrik zu St. Gobin, später die Fabriken in 
Chauny, ging zu Fuss nach La Fere und St. Quintin, in dessen 
Nähe er den merkwürdigen Kanal besah; begab sich nun nach 
Cambrai, Arras, Bethune, St. Omer und Calais. Den 4 Juni 
kam er in Dover an und begab sich nach London über Canter- 
bury, Chatam und Rochester. Mit Empfehlungen an Wolla- 
ston, Faraday, Brande und Sabine hatte er in London und 
der Umgegend die schönste Gelegenheit, sich mit mannig- 
faltigen Gegenständen bekannt zu machen. Am 19 Juli begab 
er sich nach Oxford, Stratford, Birmingham, blieb einige Tage 
in Dudley und der Umgegend, reiste dann nach Wolwer- 
hampton, StafFord, Newcastle, besuchte die Wegwoodschen 
Fabriken, die Steinsalzgruben bei Nortwich und kam über 
Warrington und Prescot nach Liverpool. Von da fuhr er mit 
einem Dampfboote nach Wales und Anglesea, ging von Holy- 
head über nach Dublin undt kehrte dann zurückgnach Liver- 
pool. Auf dem Bridgewaterschen Kanal kam er nach 



41 

Manchester, blieb da mehrere Tage, bereiste zu Fuss das 
merkwürdige Derbyshire, besuchte später Scheftield, Leeds 
und kehrte über Dronüeld, Chesterfield, Nottingham, Leicester, 
Northhampton nach London zurück. Nachdem er Brighton, 
Oxford, Blenheim, Windsor, Greenwich besehen hatte, verliess 
er am 13 October London, ging mit einem DampfschitVe nach 
Hamburg und setzte die Reise fort nach Berlin, wo er d. 21 
October ankam. In Berlin Hess er sich bei der Universitet 
inscribieren und brachte zehn Monate hier zu, indem 
er die Vorlesungen eines Hermbstädt, Mittscherlich , Rose, 
Link und Weiss besuchte und das ganze Jahr ein Privatissi- 
mum bei Heinr. Rose über die analytische Chemie hörte. Am 
20 August 1828 verliess er Berlin und begab sich über Pots- 
dam, Brandenburg, Burg nach Magdeburg, besah das Salz- 
werk bei Salza und die chemische Fabrik zu Schönebeck und 
reiste nun nach Quedlinburg, von wo aus er zu Fuss den 
Harz bereiste, indem er Gernrode, Ballenstädt, Mägdesprung, 
Hettstädt, Eisleben besuchte, wieder nach Alexisbad zurück- 
kehrte und sich dann nach Thale, Hlankenburg, Wernigerode 
und Rübeland begab; hier besuchte er die Höhlen, die rothe 
Hütte und bestieg von Elend aus den Brocken; über Ilsenburg 
und Gosslar begab er sich nach Clausthal und Andreasberg 
und kam durch Lauterberg, Nordhausen, Sonderhausen, Langen- 
salza, Gotha, Arnstadt nach Paulinzelle, kehrte nach 
Langensalza wieder zurück und reiste später über Göttingen, 
Salzgitter, Wolfenbüttel, Braunschweig, Lüneburg, Hamburg, 
Plöen und Lübeck, über die Ostsee nach Kopenhagen, wo er 
den 1 October 1828 ankam. 

1829 bekam er den philosophischen Doctorgrad von der 
Universitet Jena, nachdem er eine Dissertation »Analysis duo- 
rum fossilium etc.« eingeschickt hatte. Er half nun seinem 
Vater der Apotheke vorstehen. Den 24 November 1830 hei- 
rathete er Anna Margaretlin Baden, Tochter von Professor 
Dr. Torkfil Baden und l*auline Sophia Olrik\ sie war geb. 
28 Jan. 1809, starb 30 Decb. 1832. Den 8 Novb. 1835 



42 



heirathete en Jacobe Badens eine Schwester seiner ersten 
Frau, geb. 29 Novb. 1810, gest. 10 März 1874. Den 26 Mai 
1837 machte er eine Reise durch Dänemark und die Herzog- 
thümer, über Hamburg, Hannover, Hameln, Pyrmont, Det- 
mold, Paderborn, Elberfeld nach Köhi, brachte einige Zeit 
bei seinen Verwandten im Bergischen zu, besuchte mehrere 
Städte in den Rheinprovinzen und kam nach Kopenhagen zu- 
rück den 31 Juli. Unterm 3 November 1843 wurde er zum 
Königl. Hot- und Reise-Apotheker ernannt und übernahm die 
Hofapotheke 1 Januar 1844, nachdem sein Vater ihm den 23 
November 1843 sein Haus nebst der Elephantapotheke über- 
lassen hatte, und unterm 24 April 1844 erhielt er Bewilligung 
als Stadtapotheker. Aber die Verhältnisse, unter welchen 
dieses alte Etablissement in so langer Zeit geblüht hatte, waren 
in den letzten Jahren sehr verändert worden : die Kurmethoden 
waren einfacher, die Administrationskosten weit grösser ge- 
worden; es hatte sich eine durch alle mögliche Mittel unter- 
stützte Concurrenz gebildet, welche nicht bloss Einfluss auf 
den Handel mit dem Publicum hatte, sondern auch auf die 
einst so bedeutenden Medicamentlieferungen an Königliche und 
private Schiftsexpeditionen, an die Colonien und an die Edel- 
höfe; die Taxe wurde stets herabgesetzt trotz der immer stei- 
genden Preise der ersten Bedürfnisse. Auch die Hofiieferanz 
war durch wiederholte Reorganisationen der Hofhaltung stark 
vermindert worden. Diese Umstände bewogen den Besitzer, 
die Elephantapotheke den 3 October 1845 zu verkaufen und 
mit dem Schlüsse des Jahres seine Function abzugeben. Den 
25 Juni 1846 unternahm er in Gesellschaft seines Sohnes eine 
Reise über Fühnen durch Schleswig und Holstein, über Bre- 
men, Osnabrück, Münster, Dülmen, Haltern, Dorsten, Essen, 
Mülheim, Duisburg, Düsseldorf, Köln, den Rhein hinauf nach 
Mainz und zurück nach Köln, besuchte seine Verwandten im 
Bergischen und setzte die Reise fort nach Aachen, Lüttich, 
Mecheln, Brüssel, iVntwerpen, mit einem Dampfboote nach 
Rotterdam und ferner über Delft, Haag, Leiden, Harlem nach 



43 

Amsterdam und Utrecht, in welcher Gegend er sich bei sei- 
nen Verwandten aufhielt. Endlich kehrte er nach Amsterdam 
zurück und reiste von da über Utrecht, Arnheim, Knimerich, 
Rees, Wesel, Diilnien, Münster, Osnabrück, Bremen, Ham- 
burg, Kiel, über die Ostsee zurück nach Kopenhagen, wo sie 
am 22 August ankamen. 1>62 machte er mit Frau und Kin- 
dern eine weitläuhge Reise nach Frankreich und der Schweitz; 
1865 allein eine Reise nach Belgien und Holland; 1868 be- 
suchte er aufs neue mit Frau und Kindern Frankreich , die 
Schweitz, Mailand, Genua, Venedig, und ging über Splügen 
und den Bodensee durch Bayern und Thüringen; seine Frau 
und Tochter reisten von Hannover nach Hause, er aber mit 
seinem Sohne nach Holland auf einige Zeit. 1873 besuchte er 
wieder Holland und die Rheingegend, und 1875 Berlin, Dres- 
den, Prag, Wien, Presburg, Budda-Pest; von Linz ab von 
seinem Sohn begleitet, bereiste er das Salzkammergut, Salz- 
burgs Ober-Bayern, München, Ulm, Stuttgart, Heidelberg und 
die preuss. Rheinprovinzen. Sein Gütchen Kollekollegaard 
(18 Tonnen Hartkorn), welches er 13 Jahre besessen hatte, 
verkaufte er 1860 und privatisirt in Kopenhagen. 

§ VIII. 

Franz Daniel Becker und Anna Maria Seelhof. 5 Kinder: 

1. Henriette Margaretha Becker, geb. 9 Febr. 1782, starb 24 
Juli 1811, verh. mit Johann Heinrich Klein. 

2. Franz Daniel Georg Jacob Becker, Doctor Medicinoe, geb. 
1784, starb 25 Juni 1821 zu Oberscheid; heirathete 1. Mar- 
garetha Zlngel. 2. Franzisca Vittens. 3 Kinder. 

3. Johanna FAisabetlt Maria Henriette Becker, geb. 1786, verh. 
mit Klein. 

4. Johanna Regina Dorothea IVilhelmine Becker, geb. 1788 
verh. mit Heinrich Küsgen. 

5. Johann Heinrich Wilhelm Becker, geb. 1781), starb 11 Oct, 
1807. 



u 

Johann Christian Becker und Anna Elisabeth Beckers. 3 Kinder: 

1. Reffina Dorothea Becher, geb. 1769, verh. 1. mit Johann 
Peter Sünner, mit ihm 4 Kinder, verh. 2. mit Heinrich 
Schiffbauer, a) Clara, geb. 1790. b) Johann Wilhelm, geb. 
1795. c) Franz Wilhelm, geb. 1801. d) Elisabeth, geb. 1803. 

2. Sigismund Wilhelm Becker, geb. 11 Sept. 1772, war von 
1793 bis 1796 Pfarradjunct zu Seeischeid; 1796 Pastor zu 
Holpe; 1804 Pastor zu Wahlscheid und Inspector des Synodal- 
kreises Mühlheim; 1814 Pastor zu Remscheid; starb 3 Novb. 
1827; heirathete 22 October 1793 Maria Catharina Elisa- 
beth Scheibler, Tochter von Heinr. Christoph Scheibler^), 
Pastor zu Seeischeid und Inspector im Oberbergischen, und 
Anna Gerdraut Heimann. Sie war geboren 17 Juni 1766 
und starb 24 April 1840. 

3. Charlotte Regina Becker, geb. 1774, starb 1831; verh. mit 
Johann Wilhelm Schiffbauer, Bürgermeister zu Wahlscheid, 
mit ihm 3 Kinder: a) Friedrich, geb. 1801, gest. 1828. b) 
Dorothea, geb. 1801. c) Christian, geb. 1807. 

Gottfried Becker und Elisabeth Neergaard, 6 Kinder: 
1» Hedewig Margaretha Becker, geb. 13 Aug. 1801 ,. gest. 27 
Febr. 1855, verh. mit Pastor Lauritz Smidt zu Saxkiöbing 
auf Laaland. 

2. Suzanna Maria Becker, geb. 15 Januar 1803, gest. 24 Ja- 
nuar 1875 in Odense. 

3. Abraham Becker, geb. 1 August 1804 ; Student 1825, Can- 
didat der Theologie 1839; 1855 Pastor zu Giern und Skan- 
drup. Gest. 14 Juli 1872; verh. mit Aniia Catharina Dam. 
3 Kinder. 

4. Erasmine Becker, geb. 11 April 1807. 



^) Aus einer sehr alten und berühmten Familie , welche 26 Prediger und 
Professoren erzeugt hat; siehe Geschlechts-Register der Scheiblerschen 
Familie. Mühlheim am Rhein 1791, 4to. Auch die wegen der 
Tuchfabrikation in den Adelstand erhobenen v. Scheibler gehören zu 
dieser Familie. 



45 

5. Johanna Becker, geb. 9 Juli 1809, gest. Octob. 1859; verh. 
mit Peter Munch. 

6. liasmus Becker, starb jung 1806. 

Peter Willemoes Becker und Eliscibeth Anna Margaretha Begtrup, 
5 Kinder: 

1. Erich Becker, geb. 1 November 1842; Lieuten. im Königl. dä- 
nisch. 3. Dragonerregiment. Assistent bei der Veterinärschule. 

2. Gregers Otto Becker, geb. 10 Juli 1844; Landoeconom. 

3. Friedrich Becker, geb. 22 Mai 1846; Handelsmann. 

4. Catharina Sophia IVilhelmina Becker, geb. 10 Octob. 1849. 

5. Christiane Maria Becker, geb. 23 Mai 1851. 

Erich Sophus Becker und Louise Cecilie Schythe, 7 Kinder: 

1. Catharina Emilie Louise Becker, geb. 28 Febr. 1851 , gest. 
22 Juni 1851. 

2. Erich Sophvs Becker, geb. 21 Mai 1852. Student. 

3. Jutta Elfriede Emilie Becker, geb. 4 August 1855. 

4. Lanra Becker, geb. 2 Febr. 1857. 

5. Carl Christian Emil Becker, geb. 17 Juli 1859. 

6. Johanna Louise Becker, geb. 24 Octob. 1860. 

7. Agnes WilheJmina Elisabeth Becker, geb. 9 October 1871. 
Johann Gottfried Burman Becker und Anna Margaretha Baden, 1 

Sohn: 
1. Gottfried Burman Becker^ geb. 19 Dec. 183J. Cand. Juris 
1859, Bevollmächtigter im Kirchenminist. 
Derselbe mit Jacobe Baden 1 Tochter. 
1. Anna Margaretha Jacobe Burman Becker, geb. 20 Mai 1838. 

§ IX. 

Franz Daniel Georg Jacob Becker, 3 Kinder: 

1. Wilhelmina Becher. 

2. Eduard Becker. 

3. Carl Becker, geb. 17 April 1819. 

Sigismund Wilhelm Becker und Maria Catharina Elisabeth Scheibler, 
9 Kinder: 



46 

1. Wilhfilmina Becker, geb. 9 Juli 1794, starb 19 Tage alt. 

2. Johann Christoph Friedrich Wilhelm Becker^ geb. 13 Mai 
179.5, studirte Theologie zw Heidelberg und ward 1820 Pastor 
zu Volberg; starb 21 Juli 1857 unverheirathet. 

3. Johann Carl Friedrich Albert Becker, Dr. Medicina?, wurde 
am 18 Januar 1798 geboren; er studirte zu Heidelberg und 
schrieb 1821 eine Dissertatio inaugnr: De Musicas vi salutari, 
dem Herrn Baron de Broe zugeeignet; er heirathete Helena 
Mannesmann , mit welcher er 4 Kinder zeugte und war 
Practicus in Remscheid; später wohnte er in Volberg, wo er 
24 Oct. 1870 starb. 

4. Johanna Philippina Friedricca Catharina Becker, geb. 10 
Aug. 1800, starb Juli 1801. 

5. Regina Friedricca, Wilhelmina Gertrauda Becker, geb. 8 
Mai 1802, starb 22 December 1805. 

6. Sybilla Catharina Ernestine Becker, geb. 18 Aug. 1805, 
starb 7 März 1806. 

7. Regina Friedricca fjenrietta Wilhehnina Franzisca Becker, 
geb. 24 Decb. 1806; verh. 20 August 1830 mit Carl Lung- 

stras, Pastor zu Wahlscheid; mit ihm 3 Kinder: a) Emma, 
geb. 23 Mai 1831 , verh. mit Wilhelm hungstras. Rentier in 
Bonn, b) Carl Rudolph, geb. 19 Sept. 1834, Kaufmann in 
Mülheim, verh. mit Pauline Nöll. c) Bertha, geb. 21 Decb. 
1836. 

8. Regina Sybilla Louise Johanna Henriette Becker, geb. 6 
Octb. 1809, starb Juli 1810. 

9. Franz Adolph Christian Becker, Dr. Med. & Chir., geb. 5 
Novb. 1811; studirte zu Marburg und Bonn, schrieb eine Dis- 
sertation : Meletemata de Asthmate thymico, morbo adhuc valde 
dubio, Bonnse 1836; heirathete Wilhelmina. Volmer, mit ihr 
3 Kinder; er ist jetzt Practicus in Bensberg. 

Abraham Becker und Anna Catharina Dam, 3 Kinder. 
1. Abraham Waldemar Becker, geb. 1 März 1830, verh. mit 
Emilie Haageriip. 3 Kinder. 



47 

2. Johanna EHsobeth Becker, geb. 10 Sept. 1S35. 

3. Caroline Rasmine Becker, geb. 9 üct. 1841. 

§ X. 

Johann Carl Fried. Alb. Becker und Helena Mannesniann , 4 Kinder: 

1. Ernst Siffismimd Becker, geb. 22 Febr. 1835, Kaufmann. 

2. Louise Ewaldine Becker, geb. 8 Juni 1836, verh mit 
, Gerichtsvollzieher in Castellaun. 

3. Anna Becker. 

4. Clara Becker, verh. mit Wilhelm Henckel. 

Franz Adolph Christian Becker und Wilhelmina Volmer, 3 Kinder: 

1. Hermann Becker, geb. 27 März 1841, Fabrikant zu Hilden; 
verh. mit Mathilde Kirherq. 

2. Carl Gustav Becker, geb. 24 August 1842, wurde in der 
Kadettenschule zu Bensberg erzogen und machte den Krieg 
1864 als Artillerieofficier mit. 1866 war er wieder mit und 
zeichnete sich besonders aus in der Schlacht bei Tauber- 
bischofFsheim. 1870 — 71 ging er zur technischen Carriere der 
Artillerie über, nachdem er zwei Jahre die Gewerbeacademie 
in Berlin besucht hatte. Er wohnte dem Krieg in Frankreich 
bei und wurde in den zu Strassburg neu errichteten Artillerie- 
Werkstätten angestellt; später ist er zum Hauptmann und 
Unterdirector einer ähnlichen Institution in Danzig ernannt; 
heirathete 1875 Clara Pintsch, 

3. Eugen Becker, geb. 22 Septbr. 1848, machte den Feldzug 
in Frankreich mit und wurde 16 August in der mörderischen 
Schlacht bei Mars la Tour hart verwundet; war später in den 
Gefechten bei Orleans, Tours, Corbie etc.; wurde Preuss. 
Officier und bekam das eis. Kreuz. Verh. m. Selma Volmer. 

Abraham Waldemar Becker und EmiJie Haagerup, 3 Kinder: 
V Laura Becker, gest. 

2. Abraham Gottfried Becker, geb. 22 Sept. 1860. 

3. Abraham Becker, gest. 



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CS Burman-Becker, Johan Gottfried 
p7 Geschlechtsregister der 

10-7^ Familie Becker und dahin 

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