Skip to main content

Full text of "Glossarium illustrans Bohemico-Moravicæ historiæ fontes"

See other formats


Google 



This is a digital copy of a book that was preserved for generations on Hbrary shelves before it was carefully scanned by Google as part of a project 

to make the world's books discoverable online. 

It has survived long enough for the copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 

to copyright or whose legal copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 

are our gateways to the past, representing a wealth of history, culture and knowledge that's often difficult to discover. 

Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this file - a reminder of this book's long journey from the 

publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we liave taken steps to 
prevent abuse by commercial parties, including placing technical restrictions on automated querying. 
We also ask that you: 

+ Make non-commercial use of the files We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's system: If you are conducting research on machine 
translation, optical character recognition or other areas where access to a large amount of text is helpful, please contact us. We encourage the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each file is essential for informing people about this project and helping them find 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are responsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in copyright varies from country to country, and we can't offer guidance on whether any specific use of 
any specific book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search means it can be used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe. 

About Google Book Search 

Google's mission is to organize the world's information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers 
discover the world's books while helping authors and publishers reach new audiences. You can search through the full text of this book on the web 

at |http : //books . google . com/| 



« fl 



Glossarium 

illu»traiis 

bohemico-moravicsB historisB fontes. 



Die ErkUrung I. der in den b5hmiscli-mlihrischen Geschichtsquellen 

gebrauchlichen bohmischen diplomatiscben Ausdriicke, 2. jeoer 

lateiiiischen und 3. jener deutBchen Worte, welche in diesen 

Quellen speciell vorkommen. 



V. B R AN DL, 

mihriichen LandeBarrhivsr. 



(Mit Unteratfltiung des h. mShr. Landes-AuBsohuHet.) 



brOnn. 

Druck und Vorlag von Cerl Winiker. 

1876. 



INCLUTO 



IN MORAVIA VETUSTISSIMO QUOQUE 



MONASTERIO BAIHRADENSI, 



EGREGIORUM PATRIAE HISTORIAE CULTORUM SEMINARIO 



DICATUM, 



BSVEBEIISSIO AHFUSn DOMINO 



DOMINO 



GUNTERO KALIVODA 

ABBATrZANTE. 



Vorrede. 



Indem ich dieses Glossarium den Geschichtsforschern zur 
Bentitzung ubergebe, sei es mir gestattet, demselben einige beglei- 
tende Worte beizuftigen. 

Ich ware versucht, die abgebrauchte Phrase „von der Abhilfe 
eines dringenden Bediirfnisses" auch auf dieses Glossar anzuwenden, 
wenn nicht die in dieser Beziehung competenteste Stimme schon vor 
funfundzwanzig Jahren die Nothwendigkeit eines solchen Buches 
nachgewiesen hatte, J. Chmel, der im Jahre 1850 in der Einleitung 
zum II. B. der 11. Abth. der Font. Rer. Aust. sich folgendermassen 
aussprach: „da3 von dem Mitgliede der kais. Akademie der Wissen- 
schaften Fr. Palack^ herausgegebene Archiv ieskf enthalt nicht 
wenige Briefe und Aktenstflcke, welche die Verhaltnisse Bohmens 
auch in den Jahren 1440 — 1457 beleuchten; leider ist die 
Sprache ein beinahe uniiberwindliches Hinderniss, 
diese so wichtigen Dokumente, wie es so wtinschens- 
werth ware, zu beniitzen. Die gewohnliche Kenntniss 
der bohmischen Sprache ist nicht geniigend, diese 
Quellen zu verstehen, Missverstftndnisse und Liicken 
sind fast unvermeidlich .... bisher wurde unsere osterr. 
Geschichte so vornehm behandelt, fiber unsere Verhaltnisse oft auf 
eine Weise abgesprochen, die ebenso viel Unwissenheit als hohnischen 
Uebennuth verrieth; es ist mehr als kindisch, auf so kurzsichtige 
und doch mit solcher Entschiedenheit vorgebrachte Urtheile als wie 
auf Orakelspriiche zu horchen. Unsere Geschichte verlangt ein tieferes 
Eingehen , ein allseitiges Forschen ; darum ist es wirklich 
peinlich, von derlei Quellen aus Mangel an Sprach- 
kenntniss we nig Gebrauch machen zu konnen, oder 
von fremden mehr oder minder unvollstandigen Berichten abhangig 
zu sein. Ich beklage dies besonders aus dem Grunde, well durch 
Auszugeoder minder treueUebersetzungen niemals 
der wahre Geist (besonders bei Briefen) des Bericht- 
erstatters oder Senreibers erfasst werden kann. Mochten 
doch bei dem Nachwuchs, den angehenden osterr. Geschichtsforschern 



VI 

diese Sprachkenntnisse nicht fiir entbehrlich fjfehalten werden!^ Aber 
was Chmel hier von den bohmischen Quellea des 15. Jahrhunderts 
sagt, gilt, wenn auch in beschranktercm Maasse, ebcnfalls von jenen 
Quellen zur bohmisch-mahrischen Geschichte, die in lateinischer oder 
deutscher Sprache verfasst sind. Denn was diese beiden letzteren 
Quellen anbelangt, so sind dieselben, wie z. B. der Cod. diplom. 
Moraviae, Erbens Regesta, Tabulae Marchion. Moraviae, die Reliquiae 
Tabularum regni Bohemiae, die Libri citationum et sententiarum, 
ferner die deutsch geschriebenen Landesordnungen Bohmens, Mahrens, 
Troppaus und Jiigerndorfs so vielfach mit bohmischen Worten durch- 
flochten, dass ein Verstandniss gerade der wichtigsten Stellen ohne 
die Kenntniss der diplomatischen Bedeutung solcher Worte unmoglich 
ist. Aber nicht bloss die in diesen Quellen vorkommenden boh- 
mischen Worte stellen sich als Hinderniss dem richtigen Ver- 
standnisse des Inhaltes entgegen; eine ebenso grosse Schwierigkeit 
liegt darin, dass die lateinischen und deutschen Worte oft eine wort- 
liche Uebersetzung des bShmischen Wortes sind, ohne dessen Kennt- 
niss das Verstandniss der bezuglichen lateinischen und deutschen 
Worte unmoglich ist (vgL z. B. 11. und III. Abth. colenda, colen- 
disatio, delentii, sipatio, ilovare, verlegen u. s. w.). Diese Schwierig- 
keit wird noch erhoht, wenn ganxe Satze einer lateinischen QueUe 
nichts anderes sind, als eine wortliche Uebersetzung aus d^m boh- 
mischen, so dasB der Sinn wieder nur von dem erfasst werden kann, 
der da weiss, wie die bezugliche Stelle im bohmischen lauten wiirde. 
Beispieie hiefur bietet die II. Abth. in Menge; wer an klassisches 
Latein oder selbst das gewohnliche Latein des MittelaUers gewohnt 
ist, wird sich mit Phrasen, als da sind: a judicio loqui, acquirere 
in bonis, advitalis oder nudus census, alienata soror, antiqui und 
novitii domini, barones ex subselliis, bona voluntas, cai)tivitas uxoris, 
decem marcae minus fertone, camerarii decernuntur, deportare uxorem, 
exportare sententiam, evadere aliquem, forum tenere u. s. w. u. s. w. 
keinen Rath wissen, wenn ihm die adaquaten bohmischen Ausdrucke 
nicht bekannt sind. 

Was nun die Einrichtung des Glossares anbelangt, so zer- 
fallt dasselbe, da die Quellen zur bohmisch - mahrischen Geschichte 
in biihmischer, lateinischer und deutscher Sprache geschrieben sind, 
naturgemass in drei Abtheilungen. 

Die erste oder bohmische Abtheilung ist dem Plane dieses 
Glossars gemass, selbstverstandlich die umfangreichste. Sie umfasst 
weit fiber drei Tausend Nummern und enthalt erstens die lingui- 
stische und diplomatische Erklarung von Worten, die rein bohmisch 
sind und in den bohmisch oder lateinisch oder deutsch geschriebenen 
Quellen vorkommen. Je nach der Wichtigkeit der Worte sind auch 



VII 

die Erklarungen derselbeu bald kurzer bald lauger. Es ist selbst- 
verstandlich , dans Worten, die im Yerlaufe der historisohen Ent- 
wicklung die roannigfachsten Bedeutungen annahmen, oder bei denen 
fiber ihre verschiedenen Bedeutungen auch die Ansichten verschieden 
und darum linguistische oder historische Excurse unvermeidlich sind, 
mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden musste, wodurch die bezug- 
lichen Artikel einen verhaltnisamassig grosseren Umfang erhielten, 
80 z. B. die fiir die Cultur- und socialen Verhaltnis se , 80 wie fiir 
die Verfassungs- und Rechtsgebchichte Bohmens und Mahrens wich- 
tigen Worte: ciida, cechelne, d6dic, desky, hejtman, hlava, hospodaf, 
host, chlap, kmet, Ian, lanf, leta, leienf, Ihota, Morana, ndbyt, 
niprava, Nav, ohfeb, o])rava, osada, pan, panose, panovanf, poWdka, 
pokora, popravee, povod, j)uhon, puhoncf, vdani u. 8. w. Es war 
rathlich, in der I. Abtheilung den ganzen Erklarungsstoff zusammen- 
zufassen, urn denselben nicht iibcr alio drei Abtlieilungen zu zer- 
splittern und in iUn- II. und IIL Abtheilung bich bei der Erklarung 
mit dem Ilinweise aui* die ersto begnilgen zu kimnen. — Ferner 
enthalt die I. Abtheilung jene Work©, welche, aus dem deutschen, 
romanischen oder mittellateinischen ontlehnt, in den biihrnischen 
Quellen vorkommen. 

Die zweitc oder lateinlsche Abtheilung umfasst 1. Worte, 
welche in den bohmisc^h - mahrischen Geschic^htsquellen neben der 
gewohnlichen mittellateinischen noch eine andere liedeutung haben 
(z. B. praescriptio, venditio u. s. w.), oder speziell nur in diesen 
Quellen vorkommen (z. B. delentii, delentionales , quatuordeeim 
nummi u. 8. w.). 2. Worte, die bohmisch sind, aber in latinisirter 
Form erscheinen (z. B. eonsipare, ilovare, odporare, sirotcones u. s. w.), 
3. Phrases und Constructionen , die , >vio oben erwiihnt, eine wort- 
liehe Uebersetzung aus dem bohmischen in\s lateinisehe bilden und 
daher olme Kenntniss des ersteren absolut unverstandlich sind. 
Nebstdem enthiUt diese Abtheilung auch einige Erganzungen zu 
Du Cange Gloss, med. Latin, (z. B. curvatura, malleus, panhota 
u. 8. w.) und wurden auch einige slavische in den mittellateiuischen 
Quellen vorkommenden Worte aufgenommen. Es war meine Absicht, 
in dieser Abtheilung namentlich alle in Pertz's Mon. Germ, ent- 
haltenen slavischen Worte zu erklaren; da aber das Werk die pro- 
jectirten vierundzwanzig Bogen bereits um sechs iiberstieg, so musste 
ich diese Absicht bei Seite setzen und nahm nur einige in mittel- 
lateiuischen Quellen vorkommende slavische Worte auf, wie banus, 
biskopovnica, smardo (smurdo, smurdus), Svarozic (Zuarasici) vfitnik 
(Vethenici, Weneinici) u. s. w. 

Die dritte oder deutsche Abtheilung bildot eigentlich einen 
Beitrag zu deutschen Glossarien und enthalt hauptsachlich Worte, 



vm 

die in deutsch geschriebenen bohmisch-mahrischen Qiiellen vorkommen, 
Nebst diesen wurden einige wenige Worte aufgenommen , die in 
deutschen Glossarien nicht enthalten sind, so namentlich mehrere 
Benennungen von Daten aus Schmeller'e Bair. Worterbuche und 
ausserdem wurde die Erklarung mancher Worte , deren Bedeutung 
bisher nicht sichergestellt ist, die Meinungen dariiber daher ver- 
schieden sind, theils gegeben, theils versucht, z. B. Agstag, Anelbare, 
Antlass der lange, Blutstag, Drauschkenmontag, Ebenweihtag, Epistler, 
Ewangelier, Frauentag der Bekleibung, als sie funden wart, der 
Parnfahrt, der Vandinge, so man zu Tanne gat, Goychkentag, Hunds- 
kappe, 8. Johann der rauhe, Marzanasonntag, Peterstag vogelgeniste, 
Santrock, Sperlachen , Suckenie , Tarrandes Forken , Turnitz , Woll- 
bogen. Von slavischen Worten, die in deutschen Quellen vorkommen, 
nahm ich nur einige wenige auf, wie dobroytra, keische, koppitzen, 
mosanzen, pastueche, schwerak, slade, sop&n, um das Buch nicht 
noch mehr anschwellen zu lassen. — 

Was die innere Einrichtung des Glossares betrifft, so wurde 
natiirlich auf die sachliche Erklftrung das Hauptgewicht gelegt. Da 
aber ein Glossarium wo moglich die Geschichte der Worte geben 
soil, so war es nicht anders moglich, als auch der sprachlichen, 
etymologischen Erklarung eine hervorragende Stelle einzuraumen. 
Es mag manchem auf den ersten Anblick iiberfliissig erscheinen, in 
einem Glossare zu etymologisiren ; aber wer in den Kern der Be- 
deutung eines Wortes eindringen, wer die mannigfaltigen Bedeutungen, 
welche dasselbe im Wechsel der Zeiten annahm, klar machen will, 
der wird sich ohne Etymologic schwerlich behelfen konnen. Aller- 
dings darf die Etymologic nicht an bloss ausserlichen Aehnlichkeiten 
kleben , sondern sic muss mit wissenschaftlichem Riistzeuge , den 
Lautgesetzen, versehen sein. Leider wird die Sprachwissenschaft von 
vielen Historikern noch immer unterschatzt, theils dadurch, dass sie 
etymologisirende Tandeleien an die Stelle wahrhafter linguistischer 
Forschung setzen, theils dass sie den Resultaten vergleichender 
Sprachforschung keinen Einfluss auf anderweitig gewonnene histo- 
rische Resultate einraumen wollen. Es ist die Sprachwissenschaft 
allerdings nicht geeignet, Ergebnisse der historischen Forschung, die 
nach historischer Methode unanfechtbar sichergestellt sind, umzu- 
stossen ; aber das unterUegt keinem Zweifel, dass bei schwer losbaren 
historischen Fragen die Antwort dort hinneigen wird, wo die Sprach- 
wissenschaft ihre Resultate in die Wagschale legt. Um nur ein 
Beispiel zu erwahnen, berichtet die Geschichte, dass Kelten, Ger- 
manen, Geten und Slaven schon Jahrhunderte vor unserer Zeit- 
rechnung vielfach durcheinandergeruttelt und ineinandergeschoben 
worden sind; dass aber die wechselseitigen Beriihrungen und Bezie- 



IX 

hungen dieser Volker viel intensiver und nachhal tiger gewesen seien, 
als au8 den rein historischen Quellen hervorgeht; Beweis dessen sind 
die, wenn auch nur sparlichen Worte, welche wir in den Sprachen 
dieser Volker als von einander entlehnt finden.*) Ungemein wichtig 
fur die historische Forschung sind die Namen von Bergen, FliisBen 
und Oertlichkeiten , weil diese mit unverwiistlicher Zahigkeit sich 
erhalten, auch wenn die Bevolkerung wechselt oder sich entnationali- 
sirt. Eg mag zugegeben werden, dass solche Namen im fremden 
Munde eine so grosse Veranderung erleiden, dass die urspriingliche 
Form schwer zu erkennen ist; aber entschieden muss in Abrede 
gestellt werden, dass diese Umformung gesetzlos vor sich ging. In 
den meisten Fallen lasst sich auch da das Lautgesetz entdecken und 
verfolgen, wenn nur die nothigen Kenntnisse der betreffenden Sprachen 
vorhanden sind. Darum sagt Curtius Grundz. d. gr. Etym. ii. Aufl. 
p. 117, sich gegen Benfeys und Welcker's Ansicht „dass die 
etymologischen Lautverhaltnisse bei Eigennamen nicht i» ihrer ganzen 
Scharfe urgirt werden durfen'' wendend, mit voUem Recht: ^Viel- 
mehr ist ohne solche Scharfe jedes Etymologisiren unmoglich. Eben 
desshalb ist es so wiinschenswerth, dass die Ilistoriker, Topographen, 
Mythologen und Ethnologen sich mit den einfachen Grundsatzen der 
vergleichenden Sprachforschung bekannt machen, um deren Riistzeug 
bei ihren Wortdeutungen immer zur Hand zu haben und Verstosse 
dagegen zu vermeiden.*' Ohne diese scharfe Beachtung der Laut- 
gesetze sind Fehler und Unrichtigkeiten im Auslegen, ja selbst Lacher- 
lichkeiten nicht zu vermeiden. Wer sich mit solchen nicht wissen- 
schaftlichen, sondern, ich mochte sagen, internationalen Laui^esetzen 
begniigen und behelfen will, der wird allerdings nicht zogern, den 
Namen des Yorgebirges Mentonomon aus dem griech. ijuihofuu 
und pofiog, oder Olmiitz aus Julimontium, Brno von Brunn, 
Jfhlava von Igel, Purzelbuhel von Parzenhugel herzuleiten, 
oder den Ortsnamen Ellgoth „als einen dem Feuergotte geweihten 
Ort^ zu erklaren. Allerdings geschieht es, dass Ortsnamen bei ihrer 
Uebernahme durch eine fremde Zunge manchmal Veranderungen 
erleiden, die den strengen Lautgesetzen nicht conform sind; aber 
diese Umanderungen treten am haufigsten dadurch ein, dass das 
Volk, welches einen solchen Namen entlehnt, in das umformte ent- 
lehnte Wort auch einen bestimmten Sinn hineinlegen will, -So ist 
z. B. der slav. Ortsname Tfebovd durch regelrechten Lautiiber- 
gang im deutschen zu Tribau geworden; die Schreibung Trdbau 
aber beweisst, dass man sich bemiihte, in das tibernommene Wort 
einen bestimmten Sinn hineinzulegen, wodurch der regelmassige Laut- 



*) daf. Staroz. 44, 270, 316, 824, 856, 880. 



iibergaiig gestort erscheint und das Wort eine Bedeutung erhielt, 
die es in der Sprache, aus der es umbildet wurde, nicht hatte. Der 
slav. Stadtname IvanSice tout in lautgerechter Umwandlung im 
deutschen als Eibenschitz; da aber ein Woi't Eibenschiltz im 
deutschen vorliegt, welches arcubalista bedeutet, wurde letztere 
Schreibung angenommen, um mit dem Worte einen bestimmten Sinn 
verbinden zu konnen. Wegen eines ahnlichen Grundes entstand aus 
dem slav. Suchohrdel das deutsche Zuckerhandel , aus dem slav. 
Jvas (alter Lokal von Ivany) das deutsche Eibis u. s. w. Hochst 
belehrend in dieser Beziehung ist der Ortsname Oelhiitten, durch 
welchen das bohmische Lhdta wiedergogeben wird. Da die Con- 
sonantenverbindung III der deutschen Zunge unbequem ist, half sie 
sich damit, dass sie den Vocal e als Wurzelvorschlag vorsetzte, 
wodurch der Name El hot, oder in der Zeit, wo das slav. 6 bereits 
als A gesprochen wurde, der Name Elhut entstand. Um nun in 
diesen Namen einen bestimmten Sinn zu bringen, gebrauchte man 
die Schreibung Oehlhiitte, in welcher Form man allerdings das 
Wort Ihota niclit vermuthen wiirde. Oft hat ein in der entlehnenden 
Sprache vorkommendes Wort seinen Grund in oiner jetzt bereits 
abgestorbenen grammatischen Form der Spracho , aus welcher es 
entlehnt ist, so z. B. die deutschen Ortsnamen Turas und Morbes, 
die im bohmischen Tufany, M or a van v lauten. Wenn man aber 
weiss, dass bis tief in\s 12. Jahrh. hinein der Local der Ortsnamen 
im bohm. statt des Nominatives gebraucht wurde und dass dieser 
Local bei den mit any auslautenden Wortern auf as endigte, so 
wird man in dem ersten der obigen Worte den reinen Local Turas 
und in dem zweiten den Umlaut des a in e, also Morbes statt 
Morvas finden. Oft aussern auch Dialecte ihren Einfluss auf ent- 
lehnte Worte. Um hiebei zugleich auf Entlehnungen aus dem deut- 
schen in'B slavische zu iibergehen, erwahne ich des Wortes p e r k n o s, 
das um Eibenschitz auch in der Form pirknos erscheint. Perknos 
ist nichts anderes als die Umbildung des deutschen Berggenosse; 
die Form pirknos entstand in Eibenschitz dadurch, dass man im 
dortigen deutschen Dialecte statt berg — parig, wie p a r i g statt 
biirge, sprach (vid. III. Abth. parig), d. h. aus dem um Eiben- 
schitz gesprochenen pariggenosse bildete sich die Form pirknos 
aus. Wer z. B. den Namen eines bei Jundorf gelegenen Grundes, 
der von den dortigen Slaven jetzt visungry genaunt wird, aus 
dem bohmischen erklaren woUte, wird nie dariiber in's Heine kom- 
men, weil dieses Wort iiichts anderes ist als eine Umbildung des 
deutschen W i e s e n g r u n d, W i e s e n g r ii n d e. Der bohmische Name 
der Stadt Aachen, der Cdchy lautet, wiirde vergeblich aus dem 
bohmischen gedeutet werden woollen; denn zugegeben, dass aus dem 



XI 

lat. aquae (Graniae) im bohmischen ebeiiMij^ut achy wenlen konnte 
als im deutschen Aachen, so beweist doch der Anlaut dos boh- 
mischeu Wortes, dass dasselbe aus der im Mittelalter so haufig vor- 
kommenden Vorsetzung der Prap. ze vor Stadtnamen z. B. in der 
Stadt ze Brunn, ze Wien u. b. w. , aLso dass auj? ze Aachen der 
bohm. Name C d c h y entstand, gerade bo, wie sich aus der Bezeich- 
nung: Stadt an derOpa der Stadtname Trop[)au, oder aus: 
Stadt zu der Igla der lat. Ortsname Triglavia ntatt Iglavia ent- 
wickelte. Es ist daher immer, aber namentlich bei Etymologien, die 
mit historischer Forschuiify zusammenhaugen, die ausserste Vorsicht, 
die strange Einhaltung der lautlichen (iesetze ebenso nothwendig, 
als es unabweislich ist, sich dabei die Resultate und Postulate objec- 
tiver historischer Forschung vor Augen zu halten. Wer z. B. die 
Stadtnamen Mo hue (Mainz) und Kolfn (Koln) nicht von Mogun- 
tium und Go Ionia, sondern aus dem slavischen deshalb herleiten 
woUte, weil es in dieser Sj)rache eiu Verbum mog-b (bohm. moh-u) 
und einen bohmischen Stadtnamen Kolfn gibt, der vviirde obenso 
viel Geist und Kenntni.ss verrathen, als der, welcher den Namen 
Briinns von den (sieben) Brunnen, odor deu Namen der Stadt 
Olmiitz von olle (zz alle) Miitz (d. h. Miitze, Kopfbedeckung), oder 
den Stadtnamen Iglau von I gel herleiten woUte. Un<l doch geschah 
beides, namlich, dass man die Namen der erstgenannten deutschen 
Stadte aus dem slavischen und die letzteren drei urspriinglich slavi- 
schen Stadtnamen aus dem deutschen derivirte! 

Was von den Eigenuamen, das gilt in demselben Maasse 
von alien Fremdwortern , die aus irgend einer anderen Sprache in 
die Sprache eines bestimmten Volkes aufgenommen wurden. Es gab 
eine Zeit, in welcher es als Zeichen des grossten Patriotismus gait, 
die P'remdworter aus der Muttersprache auszumerzen und durch 
eigene Neubildungen zu ersetzen, Versuche das, die bekanntlich bei 
jedem Volke , bei jeder Sprache fehlschlugen. Jener engherzige 
Purismus, der nicht zufrieden war, die Sprache von dem iiberfliis- 
sigen fremden Ballaste zu befreien, sondern jedes fremde Wort gieich- 
sam wie eine Makel aus der Muttersprache verdrangen woUte, hat 
sich iiberlebt. Wahr sind J. Grimms Worte: „die Aufnahme fremder 
Worter ist natiirlich und unvermeidlich ; sie verletzt kein National- 
gefiihl, weil zwischen alien Volkern ein gegenseitiger Austausch der 
Sachen und Worter stattfindet und sie kann, wenn sie in der rechten 
Schranke bleibt, sogar den einheimischen Sprachstoff giinstig anregen 
und erweitern.** (D. Gr. III. 557). Und ebenso wahr sagt Safafik: 
„In Bezug auf unsere Geschichte ist es nicht weniger wichtig, in 
unserer alten Sprache fremde Worter zu finden, als in fremden 
Sprachen slavische Worter nachzuweisen. Nur die armen Sprachen 



XTI 

wilder Volker sind frei von allem fremden Sprachstoffe.^ (Staroz. 
si. p. 391 Akg. 12). Keines der dem iiidoeuropaischen Sprachstamme 
angehorigen Volker , welche unseren Erdtheil bewohnen , hat sich 
gegen die anderen Nationeii ho abschliesseii, so exclusiv entwickeln 
konnen, dass es sich dem EiiiHusse derselben hatte entziehen konnen, 
und jedes derselben hat gewisse Gegenstande der Kultur und des 
Lebensbediirfnisses vorzugsweise erfunden und erzeugt, die dann 
zugleich mit dem Namen dieser Gegenstande von den anderen Vol- 
kern entlehnt und angenommen wurden. Diese Entlehnung erfolgt 
entweder mechanisch , d. h. es wird das fremde Wort ohne jede 
lautliche Veranderung in cine bestimmte Sprache aufgenommen, 
(z. B. im deutschen Religion, Natur , im bohm. Ungeld), oder es 
unterliegt das fremde Wort lautgcsetzlichen Umwandlungen. Die 
zweite Art, durch welche das fremde* Wort den Sprachwerkzeugen 
der einheimischen Sprache angepasst , assimilirt wird und dadurch 
das Ansehen eines einheimischen Wortes gewinnt, ist jedenfalls die 
altere, nicht bloss desshalb, weil sie an Wortern sich kund gibt, die 
seit altersher in einer S|)rache eingebiirgert sind, sondern auch dess- 
halb, weil die Sprachen vor Jahrhunderten jiinger waren und darum 
eine grossere »S|)ross- un<l Keimkraft, eine grossere Assimilations- 
fahigkeit hattcn, als in den spiiteren Zeiten ihrer Entwicklung. Denn 
auch die Sprachen unterliegen den organischen Entwicklungsgesetzen 
wie die Volker selbst. Sehen wir es ja doch an der (ieschichte einer 
jeden entwickelten Sprache, dass sie mit Zunahme der Kultur zwar 
an Eleganz des Styles und der Ausdrucksweise gewinnt, dass aber 
diese Vorziige von einer AbgeschlifFenheit der grammatischen Formen, 
von Schwachungen und Triibungen der urspriinglich reichen Vocali- 
sation begleitet sind, welche den unersetzbaren Verlust der Jugend- 
kraft einer Sprache, das deutlichste Merkmal ihres Alterns und 
Abwelkens anzeigen. Wie den Volkern selbst mit Zunahme der 
Kultur die naive Unmittelbarkeit des Entschlusses und der An- 
schauung abhandcn kommt und einer crwagenden Ueberlegung, „des 
Gedankens Blasse** weicht, so verliert auch die Sprache die Fahig- 
keit, unmittelbar aus sich heraus zu formen und zu gestalten oder 
das von Aussen aufgepfropfte Reis schnell und leicht in das eigene 
Wesen zu verwandeln. 

Dicselben Erscheinungen gewahren wir an den Kulturwortern, 
die aus fremden Sprachen in die bohmische ubcrgiengcn ; es sei uns noch 
gestattet, iiber die Art der Entlehnung und Assimilation dieser Worter, 
soweit sie dieses Glossar betrefFen, einigc Bemerkungen beizufiigen. 

Ueber die blosse Entlehnung ist es nicht nothig, sich des 
weiteren zu ergehen; es genugen mehrere Beispiele: alafanz, dank, 
dreiling, erzkaufer, musterhorr u. s. w. 



xin 

Was hingegen bei der Assimilining von Fremdwortern die 
Yocalisation anbolangt, so entsprioht im bohmischen der Vocal 

a 1 . einem iirspruiifflichen e : toral — thaler, fimal — fimel. 
2. dem Doppellautc? ai^ el (wio auch in deutschon Dialecten z. B. 
stein — Stan, bein — ban): vkxx — zaln, erbammk — erbelnigung, 
guidance — guldelnorz. 3. einom ursprun^fliehen o : karbet — cor- 
vetta, karnota — cornette. 

e das tonlos {jewordonc; der doutschcn Sjirache wird ira Aus- 
laute boi der Uebernahme ins bohmische in die* tonendcn Yocale a^ 
I, o verwan<lelt: forsuehar — versueher, rejtar — reitter, rytlf — 
ritter, fraucimor — frauenziramer, fimel — ttmol. 

i entspricht dem reinen I, aber auch ie und A: dfttfich -r- 
dietrich, fftrtoch — vOrtueh, vftrdunk — vlerdini?. 

o in bohmischen Fremdwortern entspricht 1. eijieni urspriing- 
lichen a: kamelor — kameelhaav, kotrkal — quadrigale. 2. einem 
urspriinglichen a : hotaf — hnter, kortyzoun — curtisanus, kropff 

— croupiere. 

II in bohmischen Fremd\v6rtern entspricht einem ursj^riinff- 
lichen o: biskap — episcoims, flut(»k — fiott; daj^ef^en ent8j)richt 
bohm. ll (on) bei Worten , tlie in eine andere Sprache entlehnt 
sind, dem Diphthonge au : ciidaf — zaadner, drilizka — drausch- 
ken, ahnlich wie auch althd. und mithd. ik einem neuhd. ao ent- 
spricht: hAs — haas, tAsent — taosent. 

Was die consonant'schen Lautverhaltnisse betrifft, fugen sie 
sich dem Lautverschiebungsgesetze an, das in den indoeuropaischen 
Sprachen allgemein herrschend ist ; es diirften einige Beispiele geniigen : 

b in bohmischen Fremdwortern entspricht den verwandten 
Labialen v (w) und p : balloun — wallone, ben^tky — venetiae, 
kabdt — kawfiti , bekynS — pegina. Selten vertritt b ein m : 
bramor — marmor, wie auch aus dem bohm. Ortsnamen mlado* 
novice in deutscher Zunge bladanowitz wurde. 

o =: t, 0, ■: oapart — tabardum, cekryt — aecretum, 
vrho^by — wurfaabel. 

d 1= seh (rom. g;): datr — seheter, tuba — sehoube, 
giubba. 

d zz t: droslar — trossellarius, drdb — traben. 

f iz p: fortna — porta, fintiti — pinto. 

g; iz k, h: pragpdt — brokat, aloh^f — schlager, ha§tal 

— gastulus, havel — gfallus. 

h wird als Hauchlaut im Anlaute oft vorgesetzt, wo er in 
der Sprache, aus der das Wort entlehnt wurde, nicht ist: hata — 
agatha, hafra — afra, harcff — arcarius (vgl. das mahrische dialekt. 
hano n ano, humfm ~^ umfm) ; dagegen entfallt es haufig, trotz- 



XIV 

dein es in der urspriinglichen Sprache war : alt^f — halter, alena — 
helena, orloj — horologium. 

k r= g: bekynf — begina, karnd6 — garnacha; selten 
ist k Uebergang aus einera p: krunif — prunta (vgl. kapra£ — 
papraf, perun — xsQawog). 

I iind (lie anderen Liquiden m, li, r werden haufig ver- 
wechselt: kordula — cordura, lanfalef — landfahper, hamfest — 
handfesto, laitifojt — landfogt, topal — thaler. 

p iz .b, f, pf : palraundovati — balmunden, paiikart — 
bankhart, pantaKf — bandoliera, pachy — fach, p6st — fastan, 
anklopc^f — anklopfor, stiimfar — stumpfer. 

z, i = 8, 9ch, d : nestas — anastasiuK, blaiej — blasius, 
barie — sarsche, halie — halse, ialttlf — p-salterium, idk — diaxoi;, 
iehnati — (oruee) signare, segnen. 

Nebfit dio8cn regelrauRRigen Lautiibergungen gibt es aber bei 
der Annahme fremder Worter, wie in jeder Sprache, so auch im 
slavischen, gewisse Eigenthiimliehkeiten, die durch den Genius der 
Sprache selbst bedungen sind, also nur durch diesen erklart werden 
konnen. 

Dahin gehort z. B. die im slavischen hiiufiger als in anderen 
Sprachen vorkommende Metathese, die ihren Grund hauptaachlich 
in der Vorliebe der slaviHohon Sprachen hat, die Consonanten am 
Anfange des Wortes vor dem Vocale anzuhaufen, wahrend sie das 
deutsche nach dem Vocale zu setzen liebt. *) Auf (Jrund dieser Vor- 
liebe erkliiren sich die Metathesen namentlich bei den Liquiden, 
wobei sich das leicht verschiebbare , fliissige Element dieser Con- 
8onanten am deutlichsten offeiibart und es entstehen Wortformen, 
wie m ram or aus m arm or, prapor aus (lit.) p apart is, krdla 
aus clara, kedruta aus gertrud, frolian aus florian, lechtor 
aus rector, ryblar aus riibner u. s. w. Eine ebenso wichtige 
Rolle spielen Elisionen, Contractionen, dann Wegfall von Buchstaben 
im An-'Und Auslaute; so entstehen Formen wie gleit aus geleite, 
f e d r V a t i aus f o r d e r n, k o 1 s f r aus k o h 1 e n s c h u r e r, k u t- 
1 f au8 k u 1 1 e 1 h f, m a n d a aus m a g d a 1 e n a, h e 1 m b r e c h t 
aus helmberechtiget, fen a aus philomena, bdra, bdrka 
aus b a r b a r a, n e t i s e aus agues, n e s t a z aus anastasius, 
p e c h aus pet r us, mach aus m a r t i n u s, j a n aua Johannes, 
b i s k u p aus e p i s c o p u s, v e n t u r i r aus aventurier u. s. w. 

Manchmal wird an das fremde Wort ein im bShmisehen 
gebrauchliches Suffix angefiigt : fletna, Intna, fortna, haluzna, 



*) Vgl. z. B. hlas hals; slaina culmuft, halm; brada - bart, barha; krjltek 
— kurz, curtus; hrad — hortus, gard; breg — berg u. n. w. 



XV 

dygnovit^(gediegen), dynovati, fukarovati, holdorati 
u. 8. w. 

Eine Eigenthtimlichkeit bildet ferner die Mischung der StS^mme, 
die 80 weit geht, dass manchmal ein Wort aus zwei verschiedenen 
Sprachen gobildet wird, wobei der eine Thoil gewShnlich blosse 
XJebersetzung ist ; so aussert sich bei dem Worte p e 1 h f f m EinflusH 
des lat. peregrinus und des deutseben pilg rim, bei k a 1 h o t y des 
franz. culotte und des bohm. hAce (vgl. franz. h a u t zu lat. a 1 1 u s 
und deutschen boch oder daw deutsche rob ait zu bobm. robota 
und deutsch arbeit). Worte, wo der eine Tbeil Uebersetzung ist, 
sind z. B. v r b - c A b y, vrh — wurf und cAby au8 dem deutschen 
zabel und diess aus dem lat. tabula, b a - v 1 n a au« dem deutHohen 
baum (Dial, bam) und vlna — Wolle, v A - n o c e aus dem deutschen 
weihe und nore zr nachte (vgl. im deutschen benedeion, kasteien, 
maledeien ~ b(»nedioere, castigare, maledicere, lovczhaber, welch' 
letzteres im Glossare j). 136 nachzusehen ist). 

Unregelmiissigkeiten bei manchen Wortformen erweisen sich 
als scheinbare, sobald man auf die Eigenthiimlichkeiten der bohm. 
Sprache bei der Recej)tion fremder Worter naher eingeht; so ist 
z. B. vorsula von Ursula, vomeral von humerale gebildet. 
Bedenkt man, wie oben nachgewiesen wurde, dass das bohmische o in 
Fremdwortern einem urspriinglichen a entspricht und dass h im 
Anlaute oft entfallt, so liat man die regelrechten Formen or§ula, 
omerAl, dencn ein bohmisehes dialectisches v vorgesetzt wurde 
(vgl. orati — vorati, oves — voves, ocet — vocet, on — von 
u. 8. w. und die Digammirung im griechischen). — 

Was den stofflichen Inhalt dieses (xlossares anbelangt, war 
ich bemuht, alles aufzunehmen, was das Verstandniss bohmisch- 
mahrischer Geschiehtsquellen erleichtern und ftirdern kann. Dennoch 
bin ich Uberzeugt, dass das Werk, wie es bei einem ersten Versuche 
dieser Art nicht anders sein kann, vielleicht manche Lilcken hat; 
denn der zu verarl)eitende Stoff eines Glossars erweitert sich natur- 
gemass mit der Masse des durchforschten Quellenmateriales und 
desshalb enthalt kein Glossar, sei es relativ noch so voUstandig, 
alle Worte, di(^ Jeder bei seinen historischen Studien darin zu 
finden hofFt. Ich biete eben, was man nach funfzehnjahrigem eifrigen 
Sammeln und gewissenbaftehi Quellenstudium bringen kann. 

Und so moge denn dieses Buch recht eifrig beniitzt werden, 
namentlich von der nachwachsenden Generation der jlingeren Forscher, 
die ich abcr bitte, nicht zu vergcssen, dass uns Aelteren beim An- 
fange unserer Arbeit keine solchen Ililfsmittel zu (iebote standen, 
wie ihnen in unseren Tagen und dass daher ihnen, als dem auf- 
SlUhenden „ver sacrum", im Dienste der Wissenschaft die Pflicht 



XVI 

obliegt, Stein an Stein zusaminenzutragen und mit treuer, fleissiger 
Hand, eingedenk des Virgil'schen Spruches: „labor improbus omnia 
vincit", an der VoUendung des Gebaudes unverdrossen zu arbeiten, 
zu dem wir nur den Grund legen konnten, zu dessen vollendetem 
Ausbaue aber uns, die wir die arbeiterleichternden Bliithenjahre des 
Lebens bereits iiberschritten haben, die nothige Zeit wohl schwerlich 
mehr vergonnt sein wird! — 

Schliesslich erachte ich es fiir meine Pflicht, dem h. mahr. 
Landesausschusse, der mit seltener Liberalitat die Arbeiten histo- 
rischer Forschung fbrdert, meinen Dank auszusprechen fiir die auch 
diesem Werke zu Theil gewordene Subvention. Namentlich bin ich 
zu Dank verpflichtet dem Herrn Landesausschussbeisitzer und Refe- 
renten fiir Angelegenheiten des Archives und der Geschichtsforschung 
Dr. August Wencliczke, der die Herausgabe dieses Glossares warm 
befiirwortete. Auch dem Harm Landrathe J. Ritter von Wieser sei 
mein bester Dank ausgesprochen fiir die freundliche Theilnahme, 
w^elche er diesem Werke widmete. 

BrOnn, im Januer 1876. 

V. Brandl. 



Abktlrzungen. 



AC. Archiv CeHky. 

Ad. Br em. Adamus BremensiR. 

An. Fuld. Annales FuldenROS. 

Arch. f. Ge8chk* Archiv fQr oftt. Qeschichtskunde der kais. Akademie d. Wisaensch. 

in Wien. 
Balb. epit. Balbin epitome rerum bohemicamin. 
Balh. Misc. Balbin Miscellanea hifltoriae Bohemiae. 
Balb. vit. Ar. Balbin Vita Arneati. 
Beitr. z. rgl. Spchf. Beitrftge zur rergleichenden Sprachforachiing herausg^egebcn von 

A. Kuhn. 
Ben. Wbch. Mittelhochd. WSrterbuch beraiisgegeben von Mailer und Zamke. 
Bf-ez. Ro8. Bfezan iivot pana YU^ma z Rozmberka. 
Brik. pr. m. Brikcf prdva mSstgkA. 
CD. Codex diplomatic uB et epiatolaris MoraTiae. 
ChelS. ChelJick^. 

Chron. Aul. reg. Chronicon Anlae Regiae. 

Chron. Jgl. Chronik der kdnigl. Stadt Iglau heranagegeben von d*£lvert. 
Cod. dipt. Stl. Codex diplomaticus Silesiae von Wattenbach und Griinhagen. 
Cod. Pemst. Codex Pernsteinenaia. Manuak. im Landeaarchive. 
Cod. Pom. Codex dtplomaticua Pomeraniae herauagegeben von Haaaelbach. 
Com. j. lin. Comeniua janua lingaarum. 
Ctih. hdd. Ctibora z Cimbnrka h&d&n( pravdy ae l£f. 
das. f. Mu8. 6aaopia (eak^ho Muaeum. 
das. Mat. M. Caaopia Matice Moravak^. 
Dal. Dalimil kronika Seaki. 
DB. Deaky Bmenake (BrOnner Landtafel). 

Du Cange Qloaaarium mediae latinitatia herauagegeben von Henachel. 
Dek. j. b. Dekreta jednoty bratrak^ herauagegeben von A. Gindely. 
Denksch, der kais. Akad. Denkachriften der kaia. Akademie der Wiasenachaften 

in Wien. 
Dob. Mon. Dobner Monumenta inedita. 
DO. Deaky Olomuck^ (Olmtitzer Landtafel). 
Dud. Stat. Em. die Statuten dea Erzb. Emat von Pardubitz herauagegeben von 

Dr. Dudfk. 
Dud. Stat, der P. Metr. Statuten derPri^r Metropolitan-Kirche herauagegeben von 

Dr. Dudik. 
Eml. Rel. Reliquiae tabularum regni Bohemiae herauagegeben von Dr. Emler. 
Erb. Reg. Regeata Bohemiae et Mora viae herauagegeben von K. J. Erben. 
Erb. Hus Spiay Miatra Jana Huai herauagegeben von K. J. Erben. 
Fej. Fej^r Codex diplomaticua Hungariae. 
Gedr. Landtsch. Gedrucktc Landtfigaachltiaae. 
Georg Lud. Chr. Qeorg Lndwig Chronik der Stadt Br&nn herauagegeben von 

P. Chlumecky. 
Gr. RA. Grimm Rechtaalterthamer. 

Gr. Gesch. Spr. Grimm Geachichte der deutachen Spraohe. 
Gr. Myth. Gh>imm deutache Mythologie. 
Gr. Weissth. Ghimm Weiaathiimer. 
Gr. Wbch. Grimm deutachea Worterbuoh. 
Grot. Hb. Grotefend Handbuch der hiat. Chronologie. 

Hamb. Chr. Hamburger Chronik der WidertAufer, Manuak. im Landeaarchive. 
Hel. pom. Helcel atarodawniego prawa polakiego pomniki. 
Jir, C. j. 6. H. Jire6ek Codex juria bohemici. 
Jir. SI. pr. H. Jire^ek Slovanak^ prdvo v 6ech^ch a na Morav^. 
Jungm. Jungmanna Slovnfk 6eaky. 

Kn. Dm. Kniha DrnovakA herauagegeben von Y. Brandl. 
Kn. ouz. Kniha ouzkA. Manuak. im Landeaarchive. 



Ktt. Pet, Kuiha PetfvaldskA. Manusk. im Brttnuer Museum. 

Kn. Roi, Kniha RoXraberskrt herausgegeben von V. Brandl. 

Kv. Tm\ Kniha Tova^ovRkii herausgegeben von V. Brandl. 

Kop. ZeL Kopiar Zeleny. Manusk. im Landesarchive. 

Korn. Yh, Kornelia ze Vfiehrd knihy devatery herauRgegeben von Hanka. 

Let. Troj. Letopisov^ TrojanSti. 

Lex, 8. Joe. Lexicon aus der st. Jakobsbibliothek in BrQnn, wahrscheinlich identisch 
mit dem Vocab. ineip. teut. in Grimms Worterbuche. 

LO. Landesordnung. 

Maj, Car. Majestas Carolina. 

Mat. Verb. Mater Verboruni. 

Matz. Matzenauer oizf slova v slovanskych fe?ech. 

Mekl. UB. MeklenburgiHches Urkundcnbuch. 

Mik. Lex. MikloKioh Lexicon linguae palcoHlovonicae. 

Mon. Mer. SI. Monuraenta Ilistoriae Meridionalium Slavorum. 

Msc. FrkJ. AuBzuge aus den Akten der Herrschaft Fridland. 

Mse. Horhw. Auszuge aus den Akten der Herrschaft Hochwald. 

Msc. LA. Manuskript im Landesarchive. 

Msc. Pross. AuszQge aus Prossnitzer Stadtakten. 

Msc, Wisch. AuszOge aus den Akten der Herrschaft Wischau. 

Ond. z D. Ondfeje z Dub<^ Yyklad na prdvo zem6 desk^. 

Ch'd. J, t, Ordo judicii teniae. 

Pal, Fh, Palacky iiber Formelbiicher. 

Pal, DSJ. Palack^', D6jiny nAroda Cesk^ho. 

Pam, Arch, PamAtky archeologick^. 

Pam. Kut, Star^ Pam^ti Kutnohorsk^ praef J. Koffoka. 

Paw. kn. Bm, Pamdtnf kniha eiidy Bmfinsk^, Manusk. im Landesarchive. 

Pam. kfi. Glow. Pamdtnf kniha cudy Olomuck^, Manusk. im Landesarchive. 

Pav. Sk. Pavla Skdly historic ceskd. 

Pertz Monumenta Germaniae etc. herausgegeben von Pertz. 

Ph. Brn. Puhony Brnensk^, Manusk. im Landesarchive. 

Ph. 01, Pdhony Olomuck^, „ ^ 

Pr, mist. Prdva mdstskA, „ « r 

Priv, Tov, Privilegia Tovai^ovskA „ i, n 

Pross. Stadth. AuszUge aus Prossnitzer Stadtbdohern. 

Bad jugsl, ak. Bad jugoslovansk^ akademie. 

Add pr, z. &id pr&va zemsk^ho. 

Bzy. Rzyszczewski et Muczkowski Codex diplom. Poloniae. 

Sbir. nejst, si, S, Sbfrka nejstarSfch slovnfkft iesk^xh, herausgegeben von Hanka. 

Schr, der hist, Sekt. Schriften der histor. statist Section in BrQnn. 

Snim dri, 1612. SnSm dr2an;f 1. 1612 herausgegeben von Y. Brandl. 

SnSm, p, kn, Snemovnf pamdtnf knihy, Manusk. im Landesarchive. 

SRB, Scriptores rerum bohemicarum. 

Stat, Ot, Statuta Ottonis (im Cod. dipl. Mor. II. 209). 

St, ski. Starobyld skldddnf herausgegeben von Hanka. 

Stemb, Oesch, Sternberg Geschichte des bohm. Bergbaues. 

Staroi, Si. Staroiitnosti Slovanskd von P. J. SafaHk. 

Strans, r, b, Paulus Stransky de republica Boiema opus. 

StiS, n. p, Moravskd ndrodnf pfsnS herausgegeben von Fr. Budil. 

§tit. ed, Erh, Tomd^e ze §t{tndho knihy sestery o obecnych vdcech kfes^skych, 
herausgegeben von K. J. Erben. 

itit, ed, Vrt, Tomy ze §tftn^ho knihy nau6eni kresfanskdho herausgegeb. von Yrfdtko. 

T6pf, Hunolst, XJrkundenbuch fOr die Geschichte der Y5gte von Hunolstein, heraus- 
gegeben von Fr. Topfer. 

Urb, Mirov. Urbarium der Herrschaft MQrau. 

Vadem, Yademecum juridicopracticum sive succincta tractatio processus civilis juris 
Boh. Mor. Sil. Norimbergae 1710. 

Vel. kal, Yeleslavfna kalenddf historick]^. 

Vel, pol, hist, Yeleslavina politia historica. 

Venc. Ig, Yenceslaus de Iglavia Manusk. im Landesarchive. 

Vem, LO, Yerneuerte Landesordnung. 

Vjb, l,^, Y^bor Uteratury deskd herausgegeben von SafaHk und K. J. Erben. 

Z&p, Zer, Zdpisy Earla^ ^erotina o soud^ pansk^m, herausgegeben von Y. Brandl. 

ier, Usty. Listv filarla z Zerotina herausgegeben von Y. Brandl. 

ZHz. Vlad. Zfizenf Yladislavskd (im Archiv cesky Y, Band). 



I. Abtheilung. 



Abitaeh = Eustachius. 

Adamnik der Adamite. Jene Sekte, welche die Lehren ^der Briider 
imd Schwestern de8 freien Geistes^ bis in die krassesten Consequenzen 
entwickelte. Ruchbar warden sie in Bohmen um das J. 1420, als sie unter 
Anfuhrung eines Bauern, Nicolaus, auf einer Insel des Flusses Ne£arka 
zwischen Neuhaus und YeseU ein yerschanztes Lager errichteten, von wo 
aus sie die Umgegend plunderten. Ihren Hamen erhielten sie von ihrer Lehre, 
dass eine solcbe TJnschuld in die Eirche einkehren werde, wie zur Zeit 
Adam^s nnd Eva's; diese XJnscbuld wurde von ihnen anticipirt, indem sie 
nackt gingen, Weibergemeinschaft batten und den scbandlichsten Ausschwei- 
fungen sich hingaben. 2iika yernicbtete sie zwar im J. 1421; doch erhielten 
sich vereinzelte Anhftnger noch spftterhin. — Vgl. Nahd6. 

Adi^s = Adam. 

Adia, Adl^ta, Adlicka = Adelheid. 

Adveraaf aus dem lat. adyersaria, das Eonceptbuch. 

Agenda, die Ordnung des Gottesdienstes und der dabei gebrauch- 
lichen Gebete. 

Agneta, Agneika', AneSka, Aneika, Anyika = Agnes. 

AgStejn, Akstejn, Akdt;fn electrum der Bernstein; aus dem 
deutschen; althd. agistein, mithd. agestein der Magnet. 

Agusta, Augustiu = Augusta, Augustin. 

AguatfnAf yid. Auguslinir. 

Aksamit der Sammt, aus dem mitlat. examitum, xamitum, prov. 
samit, frz. samet. 

Alafane (Halafanc) Betrug, List, Falschheit, Bestechung: a bychom 
chtSli br&ti alafanoe (Vfh, L 633) aus dem deutschen alfanz (yid. Gr. 
Wb. I. Spalte 204). 

Alambik) Alembik der Destillierhelm, mitlat. alembicum yas destil- 
latorium (DC); neugr. dkaiifiixog, 

Albik nom. yiri Albinus. 

Albovy eine Parbe bei Geweben: postayy tfi bfl6 a tri alboy^ 
(Pros. Stb. ai. 1557); — alboye pHze prostfedaf osm postav (ibid.); — 
koSich bobroyy suknem alboy^m poSity (ibid.); wahrsch. yon ital. albo weiss, 
gedampft weiss. 

1 



— 2 — 

Alena = Helena; so heisst z. B. die in XJrkunden vorkommende 
Alena z Lomnice in dem lateinischen Tagebuche Earrs v. ^erotin: Helena 
de Lomnitz. 

Ales = Albert. Beweis dafiir die TJrkunden des LeitomySler Bischofes 
Albert v. Sternberg, welcher sich im Contexte Ales, auf dem Siegel hingegen 
Albertus nennt. 

Alexa = Alexius. — Vgl. Lex a. 

Alk^f yid. Arker. 

Aliik deminut von Alei = Albert: contra Albertum dictum 
Alschik (CD. 9, 239). 

Altefny = llaitefny (e. germ, der [Fiscb-] Halter), welcher die 
Aufsicht uber den Pischhalter hat (MS. Hw.). 

Alzbita = 1. Elisabeth. 2. Isabella wie z. B. bei Yeleal. kal. 307 
423, 544. 

Alzbitinka die Elisabethiner-Nonne. 

Ambit ans dem lat. ambitus 1. der Saulengang, Ereuzgang in 
Klostern: t kaple na ambite (En. Toy. k. 112); 2. der Zellengang in den 
Ellostern. 

Amosenci, Amosite die Amositen, eine Fraktion der bohm. Briider, 
genannt nach ihrcm Grunder Amos aus Ung. Brod, cinem Fanatiker, der 
schon in den ersten Anf&ngen der Briiderunitclt Zwietraeht in dieselbe brachte, 
indem er, als die Brandeiser Synode (1490) ihre bekannten BeschliiBse 
fasste, die Senloren Abtriinnigo und Weltkind^ nannte und die Einsetzung 
eines neuen engeren Rathes durchsetzte. Als aber dieser neue Bath wieder 
den Anhangcm der milderen Observanz "weichen musste, trennte sich Amos 
mit seinem Anhange von der Unitat ; seine Fraktion nannte sich maid strana 
(die kleine Parthei) zum Unterschiedc von der nrspriinglichen tJnitat, die 
seitdem velika strana (grosse Parthei) oder bratfi BoleslavSti hiess, wahrend 
die Anhanger des Amos den Namen Odtrzenci (die Abtruunigen) oder 
Amosenci erhielten. — Vgl. PecinovStf und Vlasenictf. 

Andres, Andryiis = Andreas. 

Anis = Anisius. Dobner im Begist. Reg. Trib. 1534 halt es (alschlich 

fur Anastasius. — Vgl. Nestaz. 

Anka = Anna: Agnes subprioriasa, Auka infirmaria (Urkd. des 
El. s. Georg in Prag). 

Anklopef e. germ, der Anklopfer, welcher den Bergleuten das Ende 
der Arbeitszeit (Schicht) durch Elopfen auf die Taghaspel andeutete. 

Anrytgelt e. germ* das Anrittgeld, das Handgeid, welches der an- 
geworbene Reiter bei der Einreihung in die Truppe erhielt. — Vgl. lauf- 
g elt, fortgelt. 



_ 8 - 

Apellace, das Appellationsgericht in Prag, welches E. Ferdinand I. 
im J. 1548 als letzte Instanz fur die Stadte Bohmens, Mahrens, Schlesiens 
und der beiden Lausitze einsetzte and die weitere Appellation nach Magde- 
burg oder anderen Stadten untersagte. Dieser Appellbof bestand aus drei 
Mitgliedem des Herren- und drei dee Ritterstandes , Tier Jurisdoktoren und 
vier Burgem der Alt- und Neustadt Prags. (Vgl. Velesl. kal. Pol. 36 Straus. 
Resp. b. p. 615). Im J. 1651 wurden diesem Appellbofe auch die sogenannten 
deutschen Lehen der Krone Bohmens untergeordnet. 

Apich entlehnt aus dem deutschen Eppich, mitlat. apium. 

Apolena = Apollonia. 

Apoitolfiv roieslani diyisio apostolorum d. 15. Juli. 

ArbiU vom ital. arbagio, albagio, ein aus WoIIe oder Seide verfer- 
tigter Zeug. 

Archa Boif tabemaculum: a arohu hoil ztratili v tom pobitf 
(SRB. 3, 48). 

Arkif, Arkyf, (Alk^f) podium der Erker. - Vgl. Vik^f. 
Arkabui die Bogenbiichse; span, arcabuz; frz. arquebuze. 

Arkabuzarka, Arkabuiirka, die lange Buchse: pistolety, ru6nice 
dlouhd, arkabuzarka (MS. 1622); — jednu krdtkti rucnici na luku a druhii 
po Strang dliihii arkabuzirku mel (MS. 1588). 

Arkleb, Artleb nom. viri Hartlieb. 

Artius, Atlus, Atlis nom. yiri durch Yermittlung der lat. Form 
Hartlibus aus dem deutschen Hartlieb. 

A. t. j. V. d. Abkiirzung in den Puhonenbuchem fiir: a tu jemu 
Tinu ddvdm. 

Aufang , Aufung , *) eine Geldabgabe , wahrsch. vom deutschen 
aufung augmentum, incrcmentum, aufen exaltare, honorare, im schweiz. 
aufnen urbar machen: plat penfiz aufankuv (MS. Wischau ai. 1656); — 
ta ryohta jest zdkupnf , na ni ma pdn aufank ; — aufunky zadr2ale aby se 
Tyupomfndy (1570). 

Augustinif, (Agustinar), ein Augustinermdnch. 

Ausreitar e. germ. Ausreiter, eine borittene Polizei, die im J. 1584 
eingefuhrt wurde : a ti ausreitari aby' toho bedlive setfili , kdeby takoveho 
lotrovBtvf se doptati mohli, vezmouo lidi z nejbliJ^Mch vesnic na pomoc, je 
vyzdvihovali (Sn. p. kn. 1584, f. 40). 

Babka, der ungar. Pfennig, eine in Bohnien durch die Landtage 
haufig beanstandete und devalvirte Miinze, so z. B. 1545 : babky aby nebrali 
di&ie neili po malem penizi. (Yel. kal. p. 437). 



*) Die mit aa in den ftlteren Quellen anfangenden W5rter yid. sub U. 

1* 



— 4 -- 

BabuSa = Barbara. 

Bachna = Barbara, 

Bakalar, baccalaureus. 

Bal foricarius, lictor der Scherge, der Abdecker. 

Baldach, Baldachyn (demin. baldasek) 1. der Stoff aus Baldach, 
Baldak d. i. Bagdad; er war aus Seide und Goldfaden moir^artig gewoben. 
— 2. Der Baldachin, Thronhimmel. 

Balouii : balouni, lid vojenski^ zoufaly^, jen^ z jin]^cli zemf t Uhrfch 
proti Turkfim potfebovdni byli (Cas. 6. Mus. 1828. III. 34) der Wallone, 
urspr. die Bewohner des Hennegau, Namur, Liittich und eines Theiles von 
Brabant, welche die wallonische Sprache, einen rauhen mit vielen flamiBchen 
und deutschen Worten gemengten franz. Dialekt sprachen. Ala Krieger 
thaten sic sich zuerst in span. Diensten heryor und waren dann seit der 
Mitte des 16. Jahrh. als Miethsoldaten sehr gesucht, aber wegen ihrer 
Zuchtlosigkeit sehr beriichtigt. 

Bambitka vid. Panditka. 

Banska mesta die ungar. Bergstadte: JMti kr&l. mesta banskd y 
XJhffch (Ldtg. 1547); hergeleitet yon bdne Erzgrube, Bergwerk. 

Bara, Barka, Baruska = Barbara. 

Bardoun, altere Form Bardiin, poln. Bardon, 1. ein jetzt nicht mehr 
gebrauehliches Strcichinstrument, die Viola di Bardone, bespannt mit 7 Darm- 
saiten auf dem Griffbrette, die mit dem Bogen gestrichen wurden , und mit 
16 Drahtsaiten unter dem Griffbrette, die bios mit dem Daumen, ahnlich 
wie es bei den hinteren Saiteri dor Laute geschieht, beriihrt wurden; es 
hiess auch B a r y t o n, woher wahrsch. der Name Bardon abgeleitet ist ; auch 
die der altcren bohmischen adaquate Form Bard u n kommt vor als Bezeich- 
nung eines Orgelregisters (jetzt der Violdigambenbass genannt). 2. Die 
dicken, also die tieferen Tone erzeugenden Darmsaiten dieses, so wie jedes 
anderen Streichinstrumentes : potdhnes-li na huslech jednfich strun y^Se, 
potdhniitif je i bardun6y , af by ze ySech sel hlas f Adn^ (&tit. Nau5. kf . 
p. 282); — litery yfitsf a hrub^, tluste jako bardouny (Cit. bei Matz. ciz. 
sloya, der bardoun, hinweisend auf mitlat. bordonus, durch ba cuius 
erklart). 

Barchanik 1. der Barchentweber. 2. der Eingusshalter yid. barkan. 

Barkaii) Barchan, 1. ein Gcwebe aus Kameelhaaren ^ spater aus 
Wolle, der Barchent, Barchant; mitlat. barracanus, panni sen cameloti species 
(DC), ital. baracane, frz. baracan; im bohm. auch berk an und perkan 
durch Vermittlung des deutschen berk an aus derselben mitlat. Wurzel. — 
2. der Inguss im Munzwesen, der eiserne Tiegel, in welchen das geschmol- 
zene Mctall gegossen wird. 



— 5 — 

Barta, Barton, Bartod, Bartoud, BartoSek, Bartonek = Bar- 
tholomaeuB. 

Bdini vigilia: v prvni no^nf bdgni (Yel. Eal. 48); im Nikolsburger 
Ealender ai. 1470 steht statt yigilia immer hdHni. 

Becuar yid. Beivikh 

Becvaf der Fassbinder, qui vasa (befiky) facit, vietor: becuar Letona 
(Erb. Reg. 78). 

Bida = bidovati wehenifen: na bSdu kfi^eli (ai. 1637 Acta 
Crim. Olom.). 

Beh 1. zemsk^, die Gepfiogenheit des Landes, der Landesbrauch 
in Sitte undRecht: kohoiby kolvek z nds, kter^m kolvgk 6inem kto tiskniiti 
chtSl mimo zemsk^ b6h nebo mimo n&lez pansk^, tomu mamy vSmS pomd- 
hati (ai. 1394 A6. 1 , 52) ; — okizal list hlavni zemsk^m bShem u6in8n^ 
nach der im Lande gebrauchlichen Rechtsform (Pflh. Bm. 1447 Fol. 62). — 
2. Der Torgang, die Handlungsweisc : tehdy JMt sve b6hy s va61 radii chce 
jednati a p68obiti ve vSech vecech; — je^to se v torn zavird pdn§ Jiffkuov 
hSh (Ac. 2, 30) ; — na kton^ bSh a zpuosob mSlby ndm krdl Ladislav vyddn 
b^ti (Ac. 2, 211). 

Behati nich entziehen: jest k tomu mluveno od nds, muoili nam 
to od n6ho opraveno bjfti, zet my rovneho a spravedliveho bShati nebudeme. 
(Ai. 2, 45). 

B&hly fiink , der Eindheit entwachsen : dva pachole^ky oba bShld. 
(A6. 3, 37). 

Bihounek der Eindheit entwachsen: pacholik druhy byl mladSf, 
tomu jm^na nepomnfm, nez byl jest jii behiinek. (A6. 1, 178). 

Bekyni beguina, beghina die Begine, mithd. pegtna, feminae quae 
certis legibus omnes vivunt a votis liberae sunt. (DC.) 

Bilpuch das Pergament: daj (3ech6m bilpucha a 6rnidla do vole 
(Dal.) wahrsch. durch Metathese aus dem mithd. buoch-vel. 

Ben, Beiiak, Benata, Beneda, Benda, Benes = Benedict. 

Benatky 1. Yenedig, Yenetiae. 2. domus meretricum, scortorium: 
mistr Jan MiliiS byl pfivodcem, aby domek hfiSn^ch a obecnj^ch 2en, jinak 
hampejs, v Praze , reSen^ Benatky 1. 1372 mesice 6ervna zbof en , kurvy 
Tyhndny a na tom mlstS kostelik vystaven byl. (Yel. kal. 61). -- 3. bei 
Kozk. veneficium. 

Benedikt: den sv. B. v poustS (Ac. 6, 472) Bened. abbas (Tag 
der 21. Marz, der in die Fastenzeit vor Ostem fallt) zum Unterschiede von 
der translatio (Tag der 11. Juli). 



— 6 — 

Benka = Benigna. 

Benus = Benignus. 

Ber Fenchel setaria, aus dem Hirse bereitet wurde; haufig in den 
Landtagsschliissen erwahnt. — yid. Berna. 

Berec der Steuereinnehmer. Die berci waren nicht stabil angestellt, 
sondem wurden jedesmal eigens ernannt. Sie batten eigene Biicher, in welche 
die Steuern eingetragen vrurden: berii berci po jednfich knibdch, sami sobe 
ucinivse na sprost^fch vyhrozijlc vice, neili jich jest likol pravf a vk&M ty 
knihy fkiic: hledaj, 6ti sdm, iei jest tolik ukola tv6ho; co mluvfS proti 
knih&mP A sami sobg napsavSe knihy ty, aby takii Istf mohli sobS pfidnti 
a z jin^ch knih krdlovi vydadf poiSet, je2toj' na nich likol pravy. (Stit. Yfh. 
I. 725); — berci tak6 v torn hfeSf, ie a6 tikol beru rovn§, ale zdmazne 
berii teJce (ibid.). Spater nannte man sie bernfk. — Vgl. im lat. Glossar 
bernarius und im deutschen berner. 

Berka 1. der Nehmer captator (vgl. koneberka). 2. nom. viriBernbard. 
Berkan vid. Barkan. 
Berknos vid. Perknos. 

Berna, Berni die dem Konige in bestinmiten Fallen verfassungs- 
massig zukommende Steuer (wortlich die Einnahme, von brdti, beru nehmen). 
In diesem Sinne komnit das Wort schon 1235 vor: exactionem, quae vocatur 
steura vel berna regis. (CD. 2, 292); promittimus, ut nuUam sturam vel 
exactionem, quae ber vulgariter dicitur, nisi nos uxorem ducere contingeret, 
sen in liberorum nostromm filiorum et filiarum conjugali copulatione, ab eis 
aliquatenus exigemus .... nee non in coronatione regis Boemie , in quo 
casu berna etiam est tollenda (CD. 6, 38 ai. 1311); — bernS sieve zde v 
Cechdch obecnd pomoc krdlovi. (Stit. Vyb. I. 724). Ausser diesen FaUen 
konnte in Mahren der Markgraf die berna einheben , wenn er vom Lande 
Besitz nahm: „oby6ej jest, jako^to svobody ukazuji, ze bernfi pdnu zeme z 
staroddvna se ddvd pfi pHjfmdnl jeho za pdna.** (Kn. Tov. kap. 29). Zur 
Einhebung der Steuer waren bestiramte Orte festgesetzt, in M&hren gewohn- 
lich die konigl. Stadte: iet md tdz bemS osobami na to vydanymi, kdeito 
z staroddvna obycejno jest na tom sedati, brdna b^ti (A6. 1, 47); in 
Bohmen nach Kreisen: abyste ndm penfze ty, coi jste z berne toho kraje 
sebrali, poslali. (A6. 1,46). Die Vertheilung geschah nach Lahnen: nolumus, 
ut plus quam unus ferto argenti de laneo requiratur. (CD. 6, 38). — Die 
Einhebung besorgten die Gutsherren, wobei es geschah, dass von den XJnter- 
thanen mehr eingehoben wurde , als die Steuer betrug; daraus wird es 
erklarlich, warum Gutsherren bei Schenkungen, Nutzverschrcibungen u. s. w. 
die berna regalis sich vorbehalten, z. B. CD. .9, 296. — Vgl. pomoc, 
vymazne, zdmazne. 



— 7 — 

Bernik von berna (yid. dieses) der Steuereinnehmer ; bernfci 
nejyy&if, welohe die Steuem zu revidiren batten; b. krajSti, welche 
die Steuem in den Ereisen einboben und an die b. nejyySSf ablieferten. — 
Vgl. berec. 

Berikn Jetfichflv im Pass. Plz. 351 die Stadt Yerona in Italien 
(ygl. Ditrich von Bern) zum Unterschiede von Benin (Beraun) in Bohmen. 

Beseda forum , ubi tractantur causae , der Marktplatz, die Qasse : 
na besedS = in foro (Math. 11, 16); — ulice a besedy (Gel. Pet. 90). — 
Ygl. sansk. bhaS loqui, yerbandeln. 

Besky d und Besky da : k bore Eeliov^ 1 % mile, odtud do Opdlen6 
y, mfle, odtud k yysok^mu Beskydu ... a tak se hranice ukazuji sam^mi 
vrchnfmi hfebenSmi , kter6 se beskejdy jmenujl .... kromS na beskydS 
Kel£oy6 , na kter6 seno pdlili .... aby jedna i druhi strana t6 beskydy 
podI6 sv6 yi&le u^fvali .... kdyby na beskejd&ch a hranictch tr&Tu mfsto 
luk uifvati chteli (Urb. Hochw. 1653). Vielleicht ist zu schreiben beikyd, 
zusammenges. aus bez und kyd (= hnflj Diinger), weil diese Hohen zum 
Ackerbau nicht taugen? 

Bita, Bitka, Betuika demin. fur Alib^ta: per dominam Byetcam 
abbatissam (Urkd. des Kl. St. Georg in Prag). 

Bei boha a bei prava wider Gott und Reoht: 2e mi drif bez 
boha a bez pr&va dvg hfivng platu (P&h. Bm. 1406 f. 25 und iibcrhaupt 
haufig in den Pdhonen vorkommend). 

Beipecenstvi das sichere Geleite: o bezpo6ensty{ch ancb glaitich 
(Pr. Man. f. 356); — a£ di bezpe6enstyo pfed sobii (Kn. Roin. 61. 244). 

Beipr&vna cesta der nicht offentliche Weg, dessen Beniitzung der 
Besitzer des Grundes andem yerbieten kann. (Kn. Ro2.) — Vid. zdpoy^d 
gruntfi. 

Benemek: list na 2y, 14nu dediny a jeden bezzemek (A6. 3, 666) 
wahrsch. der yon seinem Bebauer yerlassene Grund (zemek = cultor, indigena). 

Beiilvotf der gewaltsame Tod; machinabor in mortem ejus chci 
mysleti o jeho beziiyoti (Pr. MSst.). 

Bicovi das dem Hirten neben seinem Dienstlohne zukommende 
Peitschengeld : pastyfoyi zaplaceno i s bi6oy^ 72 zl. (MS. Ostrau). 

Wlk vei der weisse Thurm auf der Prager Burg, namentlich fiir 
adelige Gefangene bestimmt. (Pam. arch. 1874 p. 79). 

Bily den der lichte, wortlich der weisse Tag, die Tageshelle nach 
Sonnenaufgang und yor Sonnenuntergang (wie im lat. albente coelo, lux 
albescit): 1486 a to podl6 fddu y bfle dni. Diese Bestimmung, wann die 
Entlassung eincs Unterthanen aus dem Unterthansyerbande gefordert werden 



— 8 — 

kann, erklart die En. Tov. kap. 192 nHher: „a to xidI pod streebd uSiniti 
y t^ dSdine za dnc, ani pfed eluncem ani po slunci.*^ 

Bily penii denarius albns, weisser Pfennig, deren sieben anf einen 
Groschen giengen. 

Birda lictor, der Scherge, ital. birro, sbirro. 

Biskupec (Bischoflein episcopulus) Beiname des Nikolaus von 
Pilgram, den die Taboriten zum Bischofe wahlten; er erhielt wegen seiner 
kleinen Gestalt diesen If amen, unter welchem er in den Quellen haufig ohne 
Bezeichnung seines eigentlichen Namens vorkommt. 

BIti se duellare: si duellare coeperint = kdy2by poSala se biti. 
(Ord. jud. ter. Xi. 2, 90). 

Bitunk die Beute, praeda, die Yertheilung der Beute divisio spo- 
liorum: pfi bitimcfch kter^chkoli m& pfsaf vojensk^ sed^ti a s haitmany to 
dgliti (Cas. Mus. 1828 p. 35). — Jungmann setzt als Wurzel biti percutere; 
es ist aber wahrsch. korrumpirt aus dem deutschen beutung. 

Bitwa der Zweikampf, duellum : kdyz pohnan^ rok zmeSkal k stida 
nebo k bitre (Ord. j. ter. A6. 2, 91); — svoboden jest pustiti bitvu bud" o 
hrdla, neb o z&klad; — kto2 pobfdku maje dosti neucini a nevydd bitvy, 
hanbu sobfi nese. (Kn. Tov. kap. 203). 

Bitf: fetfiz bitym dilem umenfm zlatnick^m ozdobeny. (Puh. 1545) 
die Goldschlagarbeit. 

BIAui (gen. neut.), BIAni dasselbe was trdvnfk die Grastrift: pre 
o bldnf, pastvisko a luku (Urkde. 1504) und unmittelbar darauf i pf e o bldni, 
pastvisko a liiku, kterd jest v torn blAnf ; — ^.e to bldnf kiipili, v kteremito 
bldnf ta liika a ten kiit leif; — to bldni hajn^i obvedeno a ukdz&no jest- 

Blata (poln. biota) der Sumpf, das Moos, Anger, die Schilf- und 
Grasmaht in demselben: in paludem, quee dicitur blata (Fej. III. 1. p. 221); 

— omnes paludines seu blotha (Rzy. 11. 569. 570); — jddce upHmo pfes 
Dfidfkovo bldto a4 do feky. — Diese blata (sing, blato) wurden grdssten- 
theils zur Weide beniitzt: pustili jsme pastvu na blatech a prfihonu toho, 
kter^ se na ty blata dobytek 2ene (Priv. v. Tobitschau 1562); auch Wiesen 
und Aecker wurden angelegt: na blatech naSich luk aby sob6 udSlali (ibid, 
ai. 1506); — jakoi jsem udfilal na tfech blatech sob6 tfi nivy, kde prv6 
nSkdy za ddvn^^ch let olSf a rokyti velik6 bylo. (ibid. ai. 1482). Hiebei 
musste natfirlich die Entsumpfung bewerkstelliget und die Wiederkehr der 
Verwasserung hintangehalten werden : kdyby jakd potfeba pfiSla na to blato 
a bylo potfebf opravovati, aby zase nezaSlo vodou, jako prve za&lo (ibid). 

— Der Stamm blat findet sich in den Flussnamen Blatnd, Blatnice vieler 
slavischen Lander, was dann die deutsche Zunge in Fladnitz umandert; 
manchmal tritt, namentlich in wendischen Gegenden, XJebersetzung ein in 



- 9 — 

Moosbach; daher erklartsich die deutsche Benennung dor Burg Eocels : 
Moosburg, welche Blayisch grad blaten hiess. 

Blatn]^ der (Saseenraumer, der den Koth (blato) abstreift. (M. 8. 
ProBS. ai. 1580). 

Blaz^, Blazek = Blasius. 

Blazena Uebersetzung des lat. Beatrix, Beata : pojal sobe Blazcnu 
(Vel. Kal. 409). 

BIfda eine Wurfmaschine: jak^io kluky tak bl{dami...k brandm 
se za vsie beriice (Tyb. I. 1081); mitlat. blida machina bellica, mithd. Wide 
SteinscWeuder. 

Bobonky (Pobuiiky) der Aberglaube, das Werk odor die Verfuhrung 
des Teufels: kdoz chce kfest pfijiti, m& se ddbla odfeci i vSech bobonkov 
jeho a takoTych pover (Stft. ed. Vrfatko p. 294) ; — sluzbu Bozf b kdzanim 
cisteho slova Bozfho aby ^inil, pobuiiku a zadneho modldfstvf a povfir 
nedopouSteje (Cas. i. M. 1847 p. 551). 

Bobrovnik 1. castorarius der Biberhiiter, Bibefziichter und Biber- 
jager: qualitercunque bobrownici (CD. 2, 206). Es waren jene uiiterthanigen 
Leute, welche die Biber zu zuchtcn und zu jagen batten, denen daher, wie 
anderen konigl. Jagem Unterkunft gewahrt werden musste: 1145. a recep- 
cionc vel custodia aut conductu caBtorariorum (Rzy. 1, 4)y — 1242: castorarios 
capientcs castores dueent et procurabunt (ibid. 2, 34.) Die beziiglichen Ver- 
pflichtungen hiessen insge^ammt bobrove: ab omnibus solucionibus, exaccio- 
nibus , laboribus. . .sep. .sokolne, bobrov^. (ibid. 1, 293). — 2. der Biberteich 
(Piih. 01. 1539). 

Bobrovy pes, ein auf Biberfang dressirter Dachshund: o bobrov^m 
psu jest takove pravo jako o slednfku (Pr. Man. f. 525); vid. slednfk. 

Boise, Boisci, Boist = bojiste das Schlachtfeld : ecclesia in loco, 
qui dicitur Boisci, ubi triumphavit vir meus (CD. 1, 313. 337. 355). 

Bok die Seite des Eorpers, latus : na trapenf boky svymi ztvrdil 
a vyznal wahrend der Folterung durch Zusammenziehen der Seiten bekennen 
(Cer. Slg. n. 101. p. 198); — ponSvadz ten podezfeny jest, daj jej v moc 
mil, ja jemu boky dobfe stahnuti dam, bude-li potfebi (6as. c. Mus. 
1830 p. 104). 

Bolek, Bolko, Bulko = Boleslav. 

Bolen eine Munze : bolenu neb lichtsicaru za 3 zl. (Md. Press. 1552) ; 
bolenu 36 po 18 den. 6in( 3 zl. 2 gr. 3 den. (ibid). 

Boleslavstf bratfi die Jungbunzlauer Briider. AIs in der Briider- 
unitat durch den Bruder Amos (vgl. Amosenci) eine SpaUung entstand, 
nannten die Amositen jenen iibrigens bei weitem grosseren Theil der Bruder, 



- 10 — 

welcher der milderen Oberervanz anhing, bratfi Bole8lay8k6 nach der Stadt 
Jungbunzlau (Mladd Boleslav), wo die Anhanger der milderen ObBervanz 
unter dem Schutze dee Gutsherm Adam von Cimburg ihren Hauptsitz batten. 
Noch im J. 1574 heisst es: prisli okolo Sesti osob stavu pansk^ho a rytff- 
akeho z jednoty bratfi Boleslavskych. (Prag. Landt. d. J.); — ai. 1587: 
bratffm Boleslavskym, jinak Valdenskym, sbor a schuzky tu v Boleslavi 
zastavil. (Cas. 6. Mus. 1828. 11. 91). 

Bolka (Polka) nom. fern. Boleslava. 

Bosak der Barfussermonch. 

Boudn;^ der Teichwachter , welcher das Zapfenhaus (bouda) zu 
bewachen hat. 

Boara die Florettseide, mitlat. burra, franz. bourre. 

Bouslav, Buslav nom. viri Bohuslav. 

Bozi kf teni Taufc Christi, baptismus Christi (6. Janner) : na den 
boiflio kfteni, jeni slove hod svifiek (P. Tov. 149); — pfed hoi. kftenim 
aneb pfed svf^kami (ibid. p. 198); — po6niic od svlSek toti2 od boi. kftenf 
(a6. 6, 25). Vgl. svf6ky. 

Bozi tblo Frohn — Gott'sleichnam. 

Bozi vstoupeni Ch. Himmelfahrt, ascensio domini. 

Bozi vzkriseni Cbr. Auferstehung, resurectio domini. 

Br&c der Weinlcser: kdyzby vfno sbfrali a soused mimo svfij vino- 
hrad brdce vzal, propadl 5 gr. (MS. LA. M. VII. 8). 

Bradir barbitonsor der Bartscheerer. 

Bran, Branc, Braiii die Schiitze beim Teiche: od udeldni nov^^ch 
branf, aby ryby proti vodfi z rybnika nevychdzely (MS. Press.); — od 
udelanl branf slove klece (ibid). 

Brani. Wenn der Schuldner die Interessen nicht zahlte, hatte der 
Glaubiger das Recht, jenem so viel an Hausvieh wegzunehmen, als die 
Interessen und die allfalligen Gerichtskosten bei Einklagung der Schuld 
betrugen. Die Wegnahme geschah entweder durch den Glaubiger allein, oder 
mit Intervention eines Kammerers (puhon^i) und eines Boten des Oberst- 
burggrafen : brdnf jest pro lirok nezaplaceny na dedictvf dlu^nika s komor- 
m'kem a poslem purkrabi najvysSfho, nebo bez komormka i posla, moc{ svii 
koni, krav, ovec, svini a jineho vselik^ho dobytka zdjem, co2 za urok ne- 
zaplacen^ i za naklady dosti moz byti (Vseh. 7, 18). Vrgl. im bair. dial, 
die nam = privatio, invasio. (Schmeller 2, 692). 

Branny Pfortner, Thorwart (von brdna porta). 

Br&ti 1. das Vieh gewaltsara wegnehmen, arrestiren : brali dobytek 



— 11 — 

a jin;f nadbyt in6j. (vgl. brAnf). 2. gefangen nehmen : ti tak6 hongni a brdni 
b^ti majf (Pam. kn. 01. 1517. f. 40.) — 3. brdti v Hdech neb v kfesfanech 
ein in Schuldbricfen haufig vorkommender Ausdrnck = das Geld, wenn 
die Schuld nicht am bestimmten Termine gezahlt wird, bei Juden oder 
Christen auf die Gefahr des Schuldners oder Biirgen aufnehmen. 

Bratr vlastnik der leibliche Bruder fratcr ex uno patre et una 
matre: ze bratr m6j vlastnfk (Pub. 01. 1412 f. 98). — p6t sv. bratff 
vid. p5t. 

Bratr (gen. fem.) und bratfi Gebruder, Geschwister: s kakiis dobrii 
bratff (Stft. Ausg. Erb. 9, 30). 

Bratrana die Brudertochter filia fratris, auch die Tochter jedes 
Vetters : list, je2to u6inil pannS Katefin^ sve bratranS. (Puh. Brn. 1447 f. 62). 

Bratrenec patruelis, cognatus. 

Bratfi ieSti oder schlechthin bratff die bohmischen Bruder. Ibr 
geistiger Griinder war durch seine Schriften Petr Chel6icky, die faktischen 
Stifter der Bruderunitat waren aber der Kitter Georg und der Pfarrer 
Michael von Senftcnberg. Die ersten Anhanger dieser beiden siedelten sich 
in dem Dorfe Eunewald bei Scnftenberg an (1457). Nach ihrer Lebensweise 
nannte man sie bratry (Bruder), eine Benennung, die sic nach ihrer ersten 
Yerfolgung selbst annahmcn. Bis in*s 17. Jahrh. hinein kommt nur die Be- 
zeichnung cestf bratfi (bohmische Bruder) und nic der Ausdruck 
moravsti bratfi (mahrische Bruder) vor; der letztere Name taucht 
erst im 18. Jahrh. auf, als der Graf von Sinzendorf die Reste der Bruder 
aus Mahren in Herrenhut ansiedelte. — Ygl. Amosenci, BoleslavStf 
bratfi, Pikharti, Valdensk^. 

Bratrstvo 1. die Bruderschaft. 2. die Zunft : je§to v§{ obci k SkodS 
V m^stech bratrstva pfehledajf (Stit. Ausg. Erb. 160, 23). 

Bratr ice deniinut. Form von bratf die Gebruder, fratres : ba bratfice 
(Stlt. Ausg. Erb. 109, 10). 

Bfenek =r Bfetislav. 

Bfeiova voda der Birkensaft, das Birkenwasser, wurde als Heil- 
mittel gegen den Stein, die Gelbsucht und Wassersucht gebraucht: bffza 
hned z po6dtku jara m& v sob£ svou U&ra dokonale, tak ie kdy2 ji toliko 
no^.em zaskrdbnes, nad to pak kdyz paf ez natneS, ihned vody sladke ndramnS 
mnoho vyddvd. . .Voda ta bfezovA 6asto pitd vidycky rdno budto sama aneb 
s vrablm semenem a s 'kamejky rozdrobuje a pudf ven k&men z ledvin a 
z mSch^fe a zloutenici zahdnf. Vychvaluje se tak6 proti vodnatelnosti, kdo2by 
ji 6asto pfjel s vodou kv6tu bezoveho (Vel. Math. p.. 42) ; — posfldm Vsti 
primitias bfezov6 vody; Pdn Bfth ra6 ji Vsti k dobr^mu ddti uifti (Listy 
ier. 1, 123). 



- 12 — 

Brno die Stadt Briinn, Bruna urbs. — Was die Herleitung des 
Namens anbelangt, schwankte ich friiher zwischen dem altsl. briinije lutum 
und brbnija lorica (Panzer). Da aber das genus neutr. des Wortes Brao mit 
altsl. brbnije zasammenfallt, wahrend brxnija lorica fern. gen. ist, ist die 
Herleitung von ersterem vorzuziehen. Einen Anklang an das altsl. bn»nije 
bieten die altesten in Urkunden erhaltenen Pormen des Namens von Brunn : 
brenne, brinne, brune, so wie anderseits das altsl. biiinodolatclb (Topfer) sich in 
dem Worte brnozil und als Ubersetzung in dem mitlat. Worte lutifigulus 
erhielt, welches letztere in mahr. Quellcn, namentlich in dor Landtafel haufig, 
in den mitteleurop. Quellen seltener erscheint. (Du Cangc fiihrt ein einziges 
Beispiel an). Es hat also Brao seinen Namen von der BeschaiFenheit des 
Bodens, es ist der Lehmboden, also in gewissem Sinne cine Lutetia. Beweis 
dessen, dass im J. 1229 ein Fundus Pigulorum bei Brunn erwahnt wird 
(CD. 2, 208), und dass ein Theil von Altbriinn bis aiif den heutigen Tag 
die Lehmstatte (Hlinky) heisst. Die alte Bedcutung des Wortes Brao = 
Lehm erhielt sich auch in dem Zeitworte brno^.iti = Qefasse machen e 
Into figere, figlina facere, so dass das Wort brnozil, wolches jetzt einen 
Menschen bedeutet, der aus Holz, Lehm etc. gleichsam tandelnder Weise 
allerlei Dinge fonnt und schnitzt, urspriinglich dasselbe ausdriickte was 
brbuodelatelb. — Derselben Wurzel entstammen dje Ortsnaraen: Brad, Br- 
Aany, BrniSte, Brnicko, Brfiov, Brnfky etc. — 

Brod vadum die Purth; dann der Zoll bei Plussen, der Uberfuhrs- 
zoll: decimam telonei, quod brod vulgariter appellatur, in flumine Olzava 
(CD. 1, 122) ; vgl. alts, broditi transire, navigare, brodarb portitor. 

Brodek der Schwemmteich fiir das Vieh. 

Brok&t (prokdt, pragat) schwercr seidener StofF, worin goldene und 
silberae Zweige, Blumen etc. eingewirkt sind, vestis aureis vel argenteis 
filis intexta, mitlat. broccatum, ital. broccato ; dieser StoflF hiess, wenn er mit 
Gold eingewirkt war, zlatohlav, wenn mit Silber, stfibrohlav; auch im poln. 
brokadya jinak zlotogZow. 

Broz, Brozek = Ambrosius. 

Brf poln. bard (mellificia alias barczy in sylvis Rzy. III. 440) rus. 
borti, alts, hrhti specus, lit. bartininkas der Waldbienenstock in ausgeholten 
Baumen ; die slav. Benennungen sind daher dem Sinne nach entsprechend 
dem lat. alvearium, alvarium von alveus urspr. die Hohlung, dann zB. bei 
Virg. der Bienenstock ; ebenso alvus die Hohlung, bei Varro und Plin. eben- 
falls Bienenstock. So lange die Bienenwirtschaft in dieser Weise betrieben 
wurde, bildete sie ein Regale des Landesfiirsten unc^ spater der Grund- 
obrigkeit : kdozbykoli medaf em byti chtel a brte sobe v hordch a 'gruntech 
m^ch d^lati cht§l; — co se pak novj^ch brtf dot]^6e, tu jeden kazd^ medaf 
m&2e sob6 dfevo na miste pfihodnem ohledniiti a je znamen(m sv^m zna" 
menati, v kteremz dfeve bude povinen brtf po usednutf v6el v roce a ve 



— 13 — 

t?ech dnech udfilati. (Pam. kn. Val. Mez. f. 33); — cum silvis mellifluis alias 
brti (DO. 10, 605). 

Brtnik, Brtn^ der Zeidler, der Aufseher iiber Waldbienenstocke, 
apiarius, im Leitm. Stiftungsbrief custos apum (Erb. Reg. 53) : brtn^mu 
10 gr. — Vgl. brf. 

BrunAt 1. die braune Farbe (ital. brunetto, germ, braun). 2. die 
Purpurfarbe. 3. feines Gewebe von dunkler, oft schwarzer Farbe mitlat, 
brunetum, bruneta, prov. bruneta, mithJ. briinS-t, bruntt. 

Bstolunk e germ, die BeBtallung, der Gchalt. 

Budouci im plur. gebraucht posteri, futuri; die Nachkommen oder 
Nachfolger: bude se moci na n&s, neb na budouci nase, krdle £esk^ odvo- 
lati (Urkde. 1493). 

Bukovii pastva die Mast der Schweine mit Bucheicheln. 

Burai: sprost^ a duployan;^ (Cas. i, Mus. 1867 p. 22) 1. ein Stoff 
aus Wolle oder Seide, span, burato, ital. buratto Etamin. 2. die Florettseide, 
die Abfalle der Seide. 

Buratin aus dcm franz. buratine eine Art Papeline, Aufzug von 
feiner Seide, Einschlag von feiner WoUe. 

Burda die Koth, Drangsal: a kdy£ ta hroznd burda bude (Stft. p. 
24) e germ, die Biirde. 

Burdir, Burdyr ein Stccher, StichwaiFe : berte na se zbroje, odenf, 
o8tfpy, hdvy, puklife, mece, burd;f ?e (Lonin.) ; mitlat. burdiare hastis ludere. 

Bures = Burian (Mannsname) : Burian jina6 Bures (Fib. 01. 1581).> 

Burian die Bezeichnung fiir die zwei Heiligen, Johannes und Faulus, 
deren Tag der 26. Juni ist: ten p&tek po sv. Jana a sv. Pavla, jinak fe£e- 
n;fch sv. Buriana (ai. 1404 A6. 4, 237; 6, 452). In deutschen Datirungen 
heisst dieser Johannes auch der lichte, im lat. albus; auch bei Stft. p. 109 
heisst er svetl;f: sv. Jana SvStleho, jemui sii Burjan vzdeli, aby kriipy 
nebily. Offenbar ist Burian oder Burjan zusammengesetzt aus biife (Wetter, 
Gewitter) und Jan (Johannes), wie denn Velsl. kal. geradezu getrennt schreibt : 
Bur Jan. z. B. p. 351 v pondSli den sv. Jana Bur Jana. Es entspricht 
daher der Ausdruck Burjan dem deutschen: Wetterherren z. B. an sand 
Johanns und Paulstag der wetterherren. 

Burkat Pam. arch. YIII. p. 584 erklart Emler als die Zusammen- 
kunft der Biemerzunft. 

Busek nom. viri Bohuslav. 

Buidygan, Buzygan, Busdykan ein kurzer eisemer Streitkolben : 
busdykanem aneb Jeleznym palcAtem nan udefil. (Kron. Tur. 232). 



— 14 — 

Bys die feinste Leinwand : ze onen bohatec u purpufe a u bysu, 
tocis V drahem rtiSe chodil CStft. 164); mitlat. byssus, alts. bisin'B, gr. ^vtrcoq^ 
lat. byssus, althd. bissin, mith. pisse, ital. bisso. — Vgl. kment. 

C&l im Bcrgbaue, 1. eine bestimmte Anzahl von Lederhauten, in 
denen das Erz gezogen wird. 2. Der vierte Theil eines Deiles, d. i. eines 
Klumpens schmiedbaren Metalles, wahrsch. e germ. Zahl, eine bestimmte 
Anzahl von Gebinden (z. B. beim Game). 3. Das Ende, der Schwanz des 
Schleppsackes e. germ. Zagel (der Schwanz), vid. calovka. 

Calovka der Ledersack aus Ochsenhauten im Bergwerke, zum 
Ausschopfen des Qnibenwassers verwendet; die c. enthielt 40 Pinten. — 
Vgl. cal. 

Calta ein dunnes Geback: pojl se mnii calet (gen. plur.) v Praze 
(Y^b. I. 954) ; ital. cialda, mithd. zelte, (daher in Prag celetnd ulice Zeltner- 
gasse). 

Calyace vid. Kalisti. 

CAn (cian, oejn) e. germ, der Zain, mith. Zein virga die Ruthe 
ein Metallstab, namentlich in der Munze jene flachen Stabe, die auf dem 
Streckwerke fur die Pragung vorbereitet werden. 

Cap der ungarische , langhaarige Widder: iki z toIuy a jalovic 
uhersk;fch a cdpftv . . . z oApfl po tfech penSzlch bfl;fch aby ddvati povinni 
byli. (Landtagsschliisse). 

Capaf der Hammelhirt (MS. 1567) vid. c&p. 

Capart (Tapart) 1. Der lange Wafienrock, chlamys, sagum militare. 
2. Die langen mantelartigen namentlich im 14. Jahrh. getragenen Eleidungs- 
stiicke , von denen riickwarts ein langer Streif auf die Erde fiel , woraus 
erklarlich wird, dass c. seit dem 15. Jhd. auch den Lappen, Fetzen, ein 
schlechtes , zerfetztes Eleid bedeutete ; mitlat. tabardum , tabartum tunica, 
sagum, frz. engl. sabard, span, sabardo; im 15. Jhd. in Deutschland aueh 
Dirdendei und Trop und Tapper genannt. 3. caparty kleines Geld. 

Casnik, Casnici (plur.) eine Gattung Ministerialen, Bechermacher, 
Becherdreher, caliciarius, craterarius, hergeleitet von 6jA§a (neuere Form 
ifse) calix der Bccher. 

Ceee die Schiessscharte (En. Petfv. p. 54). 

Cedule rezana, zradna vid. fezan& und zrddna. 

Cejch germ, das Zeichen, 1. Das Schand-Brandmal : od cejchu 
na tvAf pfipalenf 2 kopy (Cas. Mus. 1848 p. 77). 2. Jedes andero Zeichen 
z. B. auf Baumen, Fassern u. s. w. 

Cejchovnice das Instrument zum Signiren der Baume, namentlich 
der Granzbaume. 



- 16 — 

Cekryt vid. sekret. 

Celaaf der Angriff, wahrsch. aus dem d. Zulauf : nechtSUiby p^kne 
Trdtiti, aby na n6ho celauf uddlali. (3RB. 3, 152). 

Celklif Tid. cerklir. 

Cendelin ein Stoff aus leichter Seide, mitlat. cendalum, cindalum, 
mithd. zindal, sendel prov. cendal; er wurde in Bohmen und Mahren aus 
Griechenland und Deutschland (Regensburg) eingefiihrt. 

Cent, Centnyr; det altbohm. Centner =120 Wiener Pfund. 

Cep 1. Der Dreschflegel. 2. Die den Hussiten eigenthiimliche WafFe, 
welche librigens schon in der altesten Zeit in Bohmen gebrauchlich war. 
(vid. Kr41. ruk. Ben. Hefm.). 

Cepnik die mit eisemen Dreschflegeln bewafiheten Eampfer der 
Hussiten, welcbe hinter den Wagen standen: cepy od cepnfk6Y zbiti 
(SRB. 3, 45). 

Cerklir, Cirklif oder durch Yertauschung der liquida Celklir 
der Rundwachter, Nachtwachter: cerkUfi, kteff v noci po rynku hldsku Aril 
(MS. Press, ai. 1607); — cerkliffim za den a za noc (ibid. ai. 1544) zunachst 
Tom deutschen Zirkler, zirkelwache (bei Haltaus: hat e. e. Rath den 
Thater durch ihren Zirkler und Diener in gefangliche Haft setaen lassen); 
Tgl. ital. cercare, altfr. cerehier durchsuchen, lat. von den Agrimessoren 
gebraucht circare henungehen , mitlat. circa die Rundc , circator der Rund- 
wachter. 

Cestni (ceztne, cyeztne): ,|Cyeztnc, quod aestivali sive hiemali tem- 
pore nostro officiali, qui lowchy vulgariter appellatur, persolvant" (Erb. 499) 
Yon cesta, cSsta via der Weg; wahrsch. die Abgabe, die den konigl. Jagem 
fur die Benutzung der durch die Forste fiihrenden Wege gezahlt wurde. 

Ceta 1. nach Mat. Yerb. nummus , pecunia , (alts, canta obolus 
denarius), der Brakteat, zu schliessen aus 2. der Flitter, bractea, pol. c§tka. 

Cetka der Flitter als Kleidersohmuck: perlami krumplovan^ s cet- 
kami zlat^ 

Ceitne vid. eestne. 

Cink, Cink die Zahl funf im Wiirfelspiol, ital. cinque, woher das 
mithd. zinc, zinke und von diesem wahrsch. das bohm. Wort: Zfz (6) 
cink (5) neda, es tons nema, kotr (4) drye (3) zaplaf, Uebersetzung des 
deutschen Spruches: dauss ess (= Ass) hat nichts, sess zink gibt nichts, 
quater drei muss herhalten — d. h. der Burger und Bauer muss am moisten 
zahlen. — Ygl. drye^ kotr, ziz. 

Cirklif vid. cerklir. 



- 16 - 

€i8tothne *) vid. cistotne. 

Citrin, Citryn: prsten zlat^ s kamenem s citrfnem (Pam. arch. 1869 
p. 337) der Zitrin, der weingelbe bis gelbliohweisBe meisteiiB auf Ceylon 
vorkommende Bergkrystall. 

Claske vid. kladsk^. 

Clo ierni: cla ndm nalezitd toti^to jedno, kterez eloye 2em^ z p(v 
(Priv. Tov. 4 b) cine in Tobitschau eingehobene Biermanth. 

Colmistr ex germ, der Zahlmeister; c. point der Feldsahlmeister, 
grosstentheils Burger einer konigl. Stadt, welcher den vom Lande gewor- 
benen Truppen den Sold auszuzahlen hatte. Friiher waren die Zahlmeister 
von der Kriegsverwaltung ernannt; da aber die Stande sich hiedurch fiir 
iibervortheilt hielten, bestimmten sie ihre eigenen Organe zum Auszahlen 
des Soldes iind desshalb hiessen diese Zahlmeister auch c. zemsky. 

Cossne vid. Kosn^. 

Couk die Erzader, der Erzgang; c. stHbrn^ vena argentea der 
Silbergang; e germ. Zug. 

Crha = Cyrillus; C. a Strachota Cyrillus et Methodius: pfi svitku 
svatych Crhy a Strachoty. (Kn. ouz. 192). 

Crhota nom. viri Cyrillus: Cyrillus aneb Crhota (Vel. Kal. 262). 

Ciida (czuda, tzuda) judicium oder forum provinciale, judic. terrae, 
generale judicium terrae, colloquium generale oder nobilium oder dominorum 
das Landrecht; 1174: colloquium generale (CD. 1, 290); — 1197: coUoq. 
nobilium in castro Brunensi (CD. 1, 349); — 1278: forum et jud. provin- 
ciale (CD. 4, 211); — 1283: coram cuda (CD. 4, 276), ai. 1325: in generali 
judicio terrae sive cuda (CD. 7 , 829) ; — 1343 ad cudam sive ad terrae 
judicium (CD. 7, 379); — 1364 colloquium seu cuda dominorum (CD. 9, 281). 
Es ist fur die altere Zeit identisch mit dem ^upengerichte , mit den jura 
castellanorum oder zupanorum, nach welchen alle Processe sowohl des Civil- 
als Strafrechtes , sowohl der Adeligen als Nichtadeligen gerichtet wurden. 
Damach gab es anfanglich so viele cuden, als es ^upenburgen gab und 
noch im 14. Jahrh. finden sich Spuren dieser in Znaim und Jamnitz. Nach 
den Stat. Ot., welche auf dem Landtage in Sadskd 1189 von den Bohmen 
und Mahrem angenommen (CD. 1, 329) im J. 1229 in der Briinner Provinz 
von neuem publicirt wurden (CD. 2, 209), zerfallt die ciida bereits in ein 
hoheres und niederes Qericht; in ersterem fiihrte der judex provincialis 
(cudaf, cudarius) den Vorsitz und sprach Recht in Gegenwart des Kastellanes 
und Urteiler waren die hoheren Adeligen nobiles (pdni Herren) ; in letzterem 
sass der villicus regis (der konigl. Vogt, vladdr), dessen Urteiler die milites 



*) Die mit Vh aufangenden AVorte sichu nach 11 . 



— 17 — 

(Bitter, vlddyky) waren. l)er Unistand, dass in dem holieren Qerichte nur 
der hdhere Adel, bei dem niederen nur die Bitter Urteiler waren, lasst mit 
Bucksicht auf die spatere Einrichtung des grossen und kleinen Landrechtes 
Bchliessen, dass der nobilis, pdn in alien Processen vor das hohere Gericht 
gehorte, wahrend die Bitter und did iibrigen Elassen der Bevolkerung in 
der Begel vor das niedere und nur dann vor das hohere Gericht citirt 
wurden, wenn dei Schaden oder Bussansatz eine bestimmte hohere Summe 
erreichte (vgl. soud zemsky). Doch scheint es, dass alle Processe um liegende 
Grunde und alle Besitzveranderungen in denselben schon im 12. Jhd. nicht 
mehr vor das Forum der ^upenbeamten gehorten^ sondem vor dem Landes- 
fursten und den Baronen auf dem Landtage verhandelt wurden (vid. CD. 
1, 290,349; 2, 77; 4, 211, 232). Der Einfluss der Barone oder des Herren- 
standes auf das Landrecht wurde um so bedeutender, als durch die vielen 
Klostem ertheilten Immunitaten vorerst die klosterl. und geistlichen Unter- 
thanen uberhaupt der Competenz der ciida entzogen and der Patrimonial- 
gerichtsbarkeit der geistl. Eorporationen unterordnet wurden. Was den 
letzteren reichlich gewahrt wurde, konnte den machtigen Baronen nicht 
lange vorenthalten werden und so sehen wir seit der zweiten Ilalfte des 
13. Jahrh. die Competenz der ciida beziiglich der unterthanigen Leute auf 
Null reducirt; die Horigen unterliegen der Patrimonialgerichtsbarkeit der 
geistl. und weltlichen Grundherren , die Eriminalgerichtsbarkeit iiber offent- 
liche Yerbrechen wird von den popravci gehandhabt und so werden die cuden 
Gerichtshofe vorzugsweise fiir den adeligen Grundbesitz. Wenn auch die 
Eintheilung der cuda in ein hoheres und niederes Gericht blieb, so war der 
Einfluss der Barone im Landrecht ein beinahe unumschrankter , weil Pro- 
cesse des niederen Adels, sobald sie die Summe von zehn Mark weniger 
einem Lothe liberschritten , vor das hohere Gericht gehorten , in welchem 
nur Herrenstandspersonen sassen , (vgl. hospoddf und kmet) , denen 
nicht bloss das Becht des Urteilcns sondem auch das Becht zustand , neue 
civilrechtliche Bestimmungen zu treffen; zudem stand die Appellation vom 
niederen zum hoheren Gerichte offen, wahrend die Ausspruche des letzteren 
inappellabel warm. So wurde die ciida zum soud pansk^, zum Herren- 
gerichte in des Wortes eigenster Bedeutung. Schon im J. 1283 entsagt 
Albert von Sternberg seinem Bechte auf den Wald LubnSa coram cuda, 
nt consuetum est et coram baronibus (CD. 4, 276); ja selbst die Stadte 
unterliegen dem Landrechte , wenn es sich um liegende Grunde handelt 
(CD. 4, 386), wahrend sie ihre adeligen Schuldner nicht vor das Stadtrecht 
sondem vor das Landrecht citiren mussten (ibidem). Daher bedeutet das 
Wort ciida seit dem Ende des 13. Jahrh. das Landrecht in dem Sinne, in 
welchem es spater ausdrucklich als prdvo oder soud zemsk^ oder soud 
pansk^ erscheint. Nachdem die Landtafeln der einzelnen Cuden bei den 
zwei Cuden in Olmutz und Briinn (vid. desky) centralisirt wurden, fiel die 
Kompetenz der Cuda mit dem Gebiete der Landtafel zusammen, d. h. beziiglich 

2 



— 18 — 

eines Objektes, das der Brunner Landt. einverleibi; war, durfte nicht bei der 
Olmutzer, und beziiglich eines in der 01m. Landt. eingetragenen Objektes 
durfte nicht vor der Brunner Cuda geklagt werden: ad bona sub cuda Olom. 
(BL. XII. 338 ai. 1437). — Was die etym. Bedeutung des Wortes c. anbe- 
langt, ist es verwandt mit sansk. Qudh purificari, lit. 8k;^8ta8 purus rein, 
bohm. ciiditi, neub. couditi, ciditi purificare, also die Reinigung von der Schuld, 
namentlich mit Hinblick auf die Ordalien des Feuers und Wassers (vgl. svato- 
cudn& Yoda der Grunb. Hdsch.). Diese alte Anschauung dammert noch in 
der spateren Rechtssprache durch in Ausdriicken wie: ad cudam terrae citari 
debent ac purgare se (Dob. Mon.) m& se ocistiti pfisahou, ja auch ocista 
statku die Entlastung des Gutes etc. — Vgl. 6istotn6, ocista. — Nach 
dem Gesagten ist es klar, dass die Herleitung des Wortes cuda bei Du Gauge 
(sub zuda) von dem mitlat. suda, sowie dessen Erklarung sub czuda und 
czudarius unrichtig ist. 

Cudaf der Richter im Eollegium der Cudabeamten, spaterhin sudf 
genannt. Ygl. ciida und sudi. 

Cupreit^f e germ, zubereiten der Staffirer, Vergolder: tovarys 
cupreiti^f mel si dati udSlati dva postavnfky a jeden z tech mfil stffbrem 
polo^iti, pekne vyhladiti a na tom zlatou barvou zbarviti a v mfstech ndlezi- 
t^ch barvami nastrajchovati; druh^ postavnfk mel na spusob alabastru pekne 
na bflo vyhladiti a v mfstech pfihodnj^ch feingoldem poloziti a v glanc 
vyhladiti (Pam. arch. VIII. p. 520 Akg.) ; — cupreityri mohli dfla hlazend, 
bfld na spflsob alabastrovy delati, v glanc i v mat pozlacovati aneb na stffbfe 
farbovati (ibid. 590). 

CupuSy Cupusgelt e germ, die Zubusse , das Zubussgeld, welches 

1. den angeworbenen Soldaten iiber die bedungene Lohnung gezahlt wurde. 

2. jede Summe, welche uber die gewohnlichen Ausgaben gezahlt wird: 
ponevadz homici bez toho velike ndklady na hory vedou, sbfrky a cupusy 
ddvajf (Pam. Kut. 91). 

Cuslav nom. viri , zusammengezogen aus Cudislav judicando prae- 
clarus (= dem spateren Sudislav). 

Cyeztne vid. cestn^. 

Catr 1. coccum ein rothgefarbter LeinwandstofF, im Gegensatze zur 
feinen weissen Lcinwand, die bys odcr kment hiess: in introitu atrii fiet 
tentorium ex hyacintho et purpura coccoque bis tincto et bisso (Exod. 27, 16) 
= opona 6tyf barev drah^ch toci2: jacyncta, zlatohlava, 6atra dvakrdt bar- 
vendho a catra bfl^ho (bib. 1404 f. 75 b) ; — ex purpura et cocco = catra 
dvakrdte moceneho (ibid. 76); — aurum argentum et aes et hyacinthum et 
purpuram coccumque bis tinctum et byssum (Evod. 25, 3. 4) = zlato, stfibro, 
mosaz, zlatohlav, nach a cervene pldtno dvakrdt v barve cerven^ md6en6 
a bissum, t. j. bile pldtno egyptsk^ mekke (ibid. 1404 f. 69 b). 2. 6atr 
bfl^ = byssus (ibid. f. 76). Da auch die Form Satr und Satro vor- 



— 19 — 

kommt, ist iatr wahrscli. entlehnt aus dem mithd. scheter feineLeinwand; 
ygl. arab. setr yelum Schleier. 

Cberniee niedu ein Zuber Honig. 

Gberovina = cberov^ ryby Zuberfische, d. i. kleine Fische, die nach 
Zubem verkauft werden: za iberovinu, 6ber po 4 zl. (MS. Ostrau ai. 1760). 

Gechelni. Hergeleitet yon £echel, pol. czechel, rus. 2echol, das XJnter- 
kleidy Hemd, auch Todtenhemd : beze vSeho zuienl kab&toveho neb jin^ch 
pffprav k lizkosti tila byla odloiena, nei 6echel m^kk^ a £uba soboloTa 
(Had. pravd. p. 72); — nemSIa y £em leieti, tak ie ji dal k schovdnl 
(= pohfbenf) (echel bv6j (Ai. 1, 185). Im Yolksliede yerlangt der im Grabe 
ruhende Gemal, dass ihm seine Fraa ein neues (Todten-) Hemd nahe: 
zkazuje ti p4n tviSj prynf bys mu dala 6echel noy^ (SnS. 108). Es ist also 
C. dieselbe Abgabe, welche in manchen Gegenden Deutschlands das Hemde-, 
Scburzen- oder Giirtelgeld, in Russland das furstliche hiess und bei 
Heirathen der Uorigen und Unfreien gezahlt wurde. Die erste Erwahnung 
des C. geschieht in Mahren zum J. 1540, obwohl aus derselben ersicbtlich 
ist I dass das 6. in eine yiel altere Zeit hinaufreicht: ^Ydday z Er6man 
purkrabf Olomuck^ pohonim purgmistra a radu mSsta Olomiice , ie lidem 
sy^ mne cecheln^ho d&yati br&n{ , ktefii sob6 £eny pfes yodu Morayu do 
mSsta Olomuce nesli a z mSsta na pfedmestf, kdei jsou mi jinf pry6 cechelne 
diyali a pdni 01omu6ane mnS se toho zpfrajf a lidem sy^ 6echelne 
ddyati brdnL'' tento puhon, co se ty6e £echeln^ho, stal se takoy;f poklid : 
jfie Yaclay z lidf jejich pf edmestsk;^ ch , kteff sobg z pfedmestf do mesta, 
aneb z mesta do pfedmSsti ieny nesli, 6echeln^ho brdti nem&; nei kdozby- 
koli bud* z obyyatelu mSstskych neb pfedmestskych odjinud odkudkolyek 
8obe i^enu pfes Morayu pfinesl, aneb skrze mesto nesl, ten a takoy^ budou 
poyinni s purkrabim o 6echeln6 se umlouyati. (Manusk. L. Arch. XII. f. 9. 
p. 240. ai. 1540). Der 01m. Burggraf scheint dieses C auf Grund eines 
landesfurstl. Priyilegiums bezogen und erhoben zu haben, worauf dann auch 
andere Grundherrn per nefas dasselbe thaten ; allgemeiner Landesbrauch 
war diese Abgabe nicht , wie aus dem Beschlusse des Landtages ai. 1575 
heryorgeht : na torn se take 'ysickni itjn stayove snesli , aby jiz yfce i&inf 
pAn, ani iifednfk z ydoy a sirotkfl cecheln^ho nebral; pakliby pfes toto 
syolenf naie kter]^ pdn, lifednik aneb kdokoli se toho dopustil a takoy6 
decheln^ yzal, ten aby mohl z 50 kop gr. hndn b^ti. VSak jestli2eby kdo 
na to jake obdaroyanf mSl, to aby pfed JM. pany sudc{mi polozil, a pdni, 
jesiliie to obdaroydni pofddne aneb nepofddn^ bude, to uydSiti r&il. (Snem. 
p. kn. 3, 84). In Folge dieses Landtagsbeschlusses scheinen die Grundherrn, 
welche eine solche Abgabe forderten, den Namen des 6. in zdayn6 (Heiraths- 
geld) und andere Bezeichnungen yerwandelt zu haben, wie aus dem Land- 
tagsbeschlusse des J. 1595 heryorgeht: „aby od zayfenf snimu tohoto 2ddn^ 
pdn, ufednfk, s^ddn^ho 6echeln^ho ani zdayn^ho a jakby koli jmena 
tomu ddti mohli, od i&Ani ydoyy, sirotka na gruntech sy^ch , doyolujfce 

2* 



— 20 — 

se jim ieniti a vddvati, nebraly .... pakliby se toho ktery pan , ufednik 
dopustil a na gruntech arfch tbn poddan^ 8t6 obt£2oval, tii tak6 bylyli by 
ydovy, sirotci neb poddanf od kter^ yrchnosti na grunty jin^ho pina v pod- 
danost a k Btavu man^elsk^mu propuStSni a z nich kdo co vzal .... (Gedr. 
Landtagssohl. f. 45). Wenn auch die En. Drn. p. 97 sagt: ,kmeti6na, kdyi 
se Yd&, m& pdnu ddti jeden 6tuk kmentu*', so geht aus den obigen Citaten 
doch hervor , dass das 6. kein allgemeiner gesetzlicher Landesbrauch war; 
insolange aber das G. bestand, warde es dem Qnindherrn gezahlt, auf dessen 
Orunde die Brautleute sassen. Es war Symbol der leiblichen Horigkeit, 
yennoge welcher die Erlaubniss zum matrimonium consumandum vom 
GFrundherm gegeben werden soUte. Yon einem jus primae noctis, wie es hie 
und da in Frankreich und Schottland bestand , (Gr. RA. p. 384 Akg.) ist 
aber in Mahren keine Spur zu finden. 

Cekanec der Anwart, Eandidat: (arciknfzete Maty&Se) jako£to jfekance 
kr&loYstvl 6eskeho .... jakoito £ekance a budoucfbo krdle ceskeho. (SnSm 
dr2. 1612 p. 143). 

Geletf 1. die Familie im weiteren Sinne als Hausgenossenschaft von 
Eltem, Kindem, Knechten und Magden. 2. Der Stamm, das Yolk. 3. Das 
Gesinde, das zur Haus- und Wirthschaftsarbeit gehort im Qegensatze zu 
der dobrd druiina, den Reisigen und Enappen. Daher 6eledni jizba die 
Gesindstube, urspriinglich das Yersammlungszimmer der ganzen Familie; 
sie hiess auch die ^grosse Stube** jizba velkd, oder wie im deutschen 
„die Schwarzstube* jizba 6ernd, wie ersichtlich aus Puh. 01m. 1475 f. 18b: 
„na z&mek Tovacov ve velike svetnici u stola , kdei pdn jfdd .... tehdy 
na PemStejng v jizbS ielednf u pansk^ho stola .... tehdy na EimStdte v 
£erne jizbe u stola pansk^ho;^ 6. zbehld familia profuga (Ac. 5, 216) der 
entlaufene Enecht, Magd. 

Cenik, Ce&ka (Lib. cit. 2, 605) wahrsch. = Vincentius und Yin- 
centia ; wenigstens spricht hiefiir die bei den Deutschen in Mahren fur diese 
beiden Namen gebrauchliche Deminutiyform : Zenzel und Zenzi. (In Baiem 
Zenzi = Crescentia Schmeller 4, 276). 

Cekan der Streitkolben, der Morgenstern. 

Cipek der Stockel beim Schuhe oder Stiefel: to-li rytffstyl sluSf, 
tak dliihe nositi 6^pky, tak rozli6n^i femeny uydzati, ei pro nS nem62 
rytff b^ti hotoy postihnuti neb uteci. (Tom. 6t(t. 163). 

Cerni vii der schwarze Thurm auf der Prager Burg, fruher die 
Folterkammer, spater Bchuldthurm. (Pam. arch. 1873 p. 570). 
Cerna nedile yid. nedele. 

Cerni penize die schwarzen Pfennige, welche namentlich E. Fried- 
rich lY. pragen liess. Yid. habranky. 

Gerven derMonat Juni, fruher auch iryenec, 6ryen menii genannt; 
im Pilsn. Pass, aber Junius sloye 6erycnec, also = Juli. 



— 21 - 

Cervenee 1. auch yelik;^ erven (in alterer Zeit) der Monat Juli. 
2. ein Ease bei den mahr. Walachen, yon der rdthlichen Farbe der Ober- 
flache so gcnannt: za Cervenee a brynzu etc* (MS. Ostrau. 1760). 

Cerveny zlatf der rothe Goldgulden, der Dukaten : iest set zlat^ch 
uherskych se Ivy (Kn. Tov. ed. Dem. p. 97) der Kremnitzer Dukaten, auf 
dem ein Lowe gepragt war. 

Cesik der Wollburster, Appreteur. 

Cestoi: za tH £tvrti vola ^estn^ho 9 zl., za tfi telat 6estn;fch 6 zl. 
— Yid. pocta, poiestni. 

HeBi ohraditi die Ebre verwahren, ein Ausdruck, der namentlich 
in Absagebriefen vorkommt und die Bedeutong hat, dass dem Absager aus 
der Eroffnung der Feindseligkeiten von Seite des Qegners kein schimpflicher 
Vorwurf gemacht werden konnte, weil er eben den Beginn der Feindschaft 
ankundigte. — Vgl. odpovSd, odpovfidn;^ list und p66e. 

iist (zu unterscheiden von ieet = honor) die umgelautete Form 
fur cAs£ = der Theil, pars (ahnlich wie tejn^ == tajny, hejn^ = hnjn^ etc) ; 
ze mi dr2f fitvrtii Hist myta a Ctvrtu Ws£ tvrze. (Pflh. Brn. 1459 f. 80). 

Giie, Ciska vid. Hie. 

Ceiif der, welcher Eelche und Pokale verfertigt, caliciarius. 

Cisnik, Cisnik der Mundschenk. 

Gia, ciaa medulla, das Innere, das Beste, das Fett, Mark, beim 
Qetreide das Mehl: cum medulla tritici (Deut. 32, 14) = s ciesu psenicnii. 
Yielleicht aus dem mitlat. cys „vox vulgaris, qua sebum vel unctum intelligo^ (I^Q* 

Cislo moravaki bei Munzen, numerus moravicus, die mahrische 
Zahl z. B. bei der Mark, wo 64 Gr. auf eine Mark giengen : decem marcas 
pragenses numeri et pagamenti moravici pro qualibet marca 64 grosses 
computando; — deset hHven etc. iisla. moravsk^ho za kaidou hHvnu 64 
grosi po£{taj{c. 

Ciatotni (cistothne, chiztotne, schztotne) nummi soluti ab eo, qui 
ordale aliquod felioiter peregit, das Reinigungsgeld, d. i. jener Betrag, welchen 
der erlegen musste, der die Ordalienprobe glucklich bestand. Nach den stat. 
Ot entrichtete ein Solcher dem Richter 2 und dem Priester 14 Denare: 
si dens juverit eum, judici det duos denarios et sacerdoti XIY. (CD. 2, 210). 
Doch hob diese Abgabe Markg. Pfemysl im J. 1235 wenigstens fiir die 
Unterthanen des Obrowitzer Elosters auf, ausgehend von dem fiir die Orda- 
lien ganz richtigen Standtpunkte : ^ab eo, quod vocatur 2iBtotn6, liberos 
esse concedimus pro eo, quod per deum sunt adjuti, nen per hominem.*^ 
(CD. 2, 296.) - Ygl. ciida, o6ista, o6istnlk. 

Ciie, die 1. der Becher. 2. ein bestimmtes Mass, von dem 24 
auf eine Mass gingen. 3. Getreidemass, zwei Hahde voll. vgl. repice. 

Ciiba aucupatio, die Yogelstelle, Yogelfang, die Yogelweide, (von 
2ihati lauern): s lovy, s hony, s Siibami. (En. Tov. k. 169.); — venationes 
et vogilweyde (CD. 6, 338). 



— 22 - 

Ciiebni die Abgabe, welche der Pachter des Yogelfanges (vid. 6lihs) 
za zahlen hatte : od ptdcnfka platu ifiebnlho ; — ci^ebniho z panskych ci- 
hadel (MS. Pross. ai. 1695). 

Clovecenstvi. Wie filovSk als tJbersetzung des mitlat. homo den 
Horigen bedeutet, so ist 2 — { = homagiom, Homagialeid : k&ii lidem t^m 
jemu 61ov§6en8tvf slibiti (Kn. Tov. k. 122); — md rozkdzati, aby 61ov§- 
ienstvi sifbili nov6mu pdnu. (VS. p. 194); — pdni lifednfci svolavfie lidi 
k&zali dv6ma, aby Znatovi ilovSiSenstvi slibili. (Pfih. 01. 1499 f. 53 b.); — 
iloT^denstvim zaTdzan^ der Leibeigene. 

Ciovek 1. homo der Mensch. 2. der Horige, TJnterthan, glebee ad- 
ficriptus : pane fojte, jd tomuto 21ovSku beru odpust^nf na pdna sv^ho dSdinu 
(Kn. Toy. k. 192). In diesem Sinne, als Horiger, lasst 2. auch den plural 
zu (wahrend es in der Bedeutimg Mensch den Plural yon lid, also lide, 
bildet): kdo2 by chtSl dySma nebo trem' 61oySk6m yziti odpuit^nf 
(ibid. k. 193). Zu berucksichtigen ist der Ausdruck pdii dloy£k z. b. dloySk 
tak6 zaru£en^ pod zdkladem za pin £loy§k (ibid. k. 194). Pdn ist namlich 
das alte adject, possess, (wie zb. in l^ta pdn^), und der Umstand, dass in 
za pdii 21oy6k der accus! gleich ist dem nomin., deutet auf das hohe Alter 
dieses Ausdruckes, wo der accus. belebter Wesen noch gleich war dem 
nomin. und nicht, wie spater, dem genitiy. 

Ctrn&cti pravo yid. Qaataordecium nnmml. 

Ctverik 1. ein Wurfel- oder Eartenspieler, so genannt yon der 
yiereckigen Form der Wurfel und den yier Farben der Earten; eine andere 
Erklarung gibt Yelesl. in pol. hist., indem er die it. auf die quadruplatores, 
die Hascher und Angeber zur Zeit Neros bezieht. 2. der Schelm, der un- 
ruhige Eopf, die erregbare Masse des gemeinen Yolkes : y torn ^asu mezi 
lid obecn^ a chasu pra^skou, kteffi^ se 6tyerdci yflbec jmenujf, 
kfik poystal. (Slayat. f. 23). In dem Sinne ^Schelm" ging das Wort in der 
Form Schwerak in den oesterr. und hair. Dialekt iiber (yid. Sohmel. 3, 
547). — 3. der yiereckige Granzstein. 

Ctvrtek der Donnerstag, feria quinta (wortlich der yierte Tag, da 
die Slay en die Woche mit dem Montag zu zahlen begannen); 1. stfedo- 
postnf Donnerstag nach dem 3. Fastensonntage, in der Mittfasten: ten 
6tyrtek na stfedopostf jeni salus populi sloye rA6. 1, 408); — 2. tu6n^ 
auch masopustni der feiste, Donnerstag na'ch sexagesima. 3. zelen^ 
a: der grdne Donnerstag dies yiridium (nach Fuhrmann yon der aus dem 
Judenth. herubergenommenen Sitte, das erste Qriin des Prilhjahres am ersten 
Tage der ungesauerten Brode zu essen; ygl. aber Han. Bdj. kal. 113). /?: Die 
Oabe, welche in manchen Gegenden dem Pfarrer oder Lehrer an diesem 
Tage abgeliefert wurde: k t&i fare ddyajl letnfky, koledy, zelen^ho 6tyrtku 
(6as. 6. Mus. 1847 p. 548), kdyi fardf pro noy6 Uto a zelen;^ ityrtek chodf, 
ddyd se podl6 mo2nosti penfze, yafeni a jin6 yeci (ibid. 547). 4. y el iky 



~ 23 — 

nach dem griech. 17 inyaXrj niftmrj der grosse, der grune Donnerstag, der 
Andasstag : protoi yelik^mu 6tyrtka NSmci ffkajf den odpustkuoY (Stit. p. 307). 

£(vrtni (chwrtne) mensura regalis, quae babetur in civltate Pragensi 
ad mensurandam annonam, von dtvrf = quadrans, also exactio de quadran- 
tali. (Erb. Reg. 576) die Abgabe, welche von jedem verkauften Yiertelmasse 
Oetreide der Pragerkircbe abgeliefert werden musste und in einem Denare 
(obolus) bestand. 

Ctvrtnice die Viertelkanone : vysti^elovali z ^tvrtnicc tf ikrdt kamennou 
kulf a jednou mSd^nnou ohnivou. (SRB. 3, 356). 

^tvrtnik 1. der Yiertelmeister, Yorstand eines Stadtviertels in Frag 
zur HuBsitenzeit ; ibm unterstanden die desdtnici, welche die Aufsicbt uber 
Xheile des Yiertels batten. 2. der Scboife : kon§el6 aneb ^tyrtnfci (in Eibenschitz 
MS. LA. M. Yin. 44). 

Ctyf i ku80v6 die vier Prager Artikel : kteri^by ty 6tyfi kusy neboli 
jine bludne v5ci vedli (Landfr. 1421). Es waren: 1. pfijlmdni sydtosti 
Ye6ere pdnS pod obojf. 2. BY^tsk^m panoYdnf duchoYnfch a Im^iU 3. o 
BYobodnem kdzdnf sloya Boi^fbo. 4. o treatdni zjeYn^ch hrfchd. 

£iyri svati korunovani quatuor sancti coronati (SeYerus, SeYe- 
rianus, Carpopborus et A'^ictorinus). Ibr Tag der 8. NoYember. Sie waren 
Bildhauer, die sicb weigerten, Gotzenbilder anzufertigen ; ibr Name daber, 
weil man ibnen beim Martortbum Kronen mit scbarfen Spitzen Yersehen 
auPs Haupt driickte. 

Cuba (aucb §uba) 1. das lange mit Pelz Yerbramte Oberkleid, daa 
anfanglicb bis iiber die Knie reicbte, seit dem 16. Jabrb. aber kiirzer war 
und statt der PelzYerbramung bauiig nur mit Tucb ausgescblagen wurde: 
kurfirstoYe stdli y SYycb cubdcb (Yel.); — m^sfane y subdcb neb dlouh^cb 
suknfcb = ciYCs togati ; — y cemycb subdcb kunfcb. . .soboloYycb (Hdd. 
pravd. 72). 2. das Uberkleid iiberbaupt, fiir beide Qescblecbter. Ygl. mitbd. 
schoube toga, ital. giubba Jacke. 

Daliborka ein Gefangnisstburm des Prager Seblosses, welcber unter 
K. YladislaY um 1480 erbaut und nacb Dalibor Yon Konojed, welcber der 
erste bier eingekerkert wurde, seinen Namen erbielt : kdo2by po zat6eni 
aneb po zdpisu pod zdYazkem cti a viry u6in£n6m se nepostaYil a po Yy- 
jfti 6tyf nedSl se nepokdzal, ma do Y^zeni do Daliborky ddn b^ti. (Zffz. z. 
1564. D. 35, Yid. Pam. arcb. 1873. p. 669). 

Damasek 1. die Stadt Damaskus. 2. ^er Damast, ein seidener, oder 
halbseidener, aucb woUener Stoif mit glattem Atlasgrund, worauf gewobnlich 
Blumen, seltener Figuren, so eingewebt sind, dass sie Yom Qrunde sicb ab- 
heben: podusky, ducbny a pefiny damaskoY^ (SRB. 3, 244). 

Daft iiva worth die lebendige Abgabe d. i. die Abgabe lebenden 
GeMgels etc.: kusy ziYe dane...ze sta jeden kus (MS. Hocbw. ai. 1672). 

Danik nom. Yiri Daniel. 



— 24 -- 

Dani die Schenkung , donatio : ySecka ddni krdIoT8k& = omnes 
donationes regise Majestatis. (Zf(z. VI. i. 99). 

Dank der Ehrenpreis vorziigl. im Turniere : zvldStS da&k sIoTe 
klenot neb dar, kteryi se davd tfim, kdoi vyhrdli v kolbS, v Sermu o zavod. 
(Yel. sil. 2. 574). Entlehnt aus dem deutschen : Ludwig von Eberstein iinter 
den vier Dank en den dritten Dank verdient hat. (Gr. Wb). 

Danni'zb. kopu koz a cdpfl dannich, was zurAbgabe (dafi) gehort, 
oder wovon eine Steuer gezahlt wird. 

Dardan&f der Uberkaufer, pantopola, aus dem mitlat. dardanarius 
^qui merces maximeque annonam cmunt , ut postea carius vendant et ini- 
quiuB (DC), ein Wort, das auch im klass. Latein den Komwucherer bedeutet. 

Dati cognomen turpe alicui dare: ie mu dal kurvy syn (Kn. Roz. 
61. 134); — dAti lez = dicere aliquem esse mendacem (ibid. 61. 37). 

Daviti kommt im Sinne von tisknouti (= drucken und drucken) 
vor, sowoU vom Drucke der Biicher, als vom Beidriicken der Siegel : pf ipis 
lantfridu dAven^ho (= tiSt6n6ho Kn. Drn. p. 1.); — jakoi jest se v torn 
zHzen{ vyddviti dal mezi jin^m ten artykul (Pam. kn. Brn. 1535 f. 10b); — 
pe6eti 8t6 priddviti maji (lantfr. 1496); — ze sekret k dobr6 -vuli priddvila 
(kop. zel. f. 208). — vid. pffdav und pfiddviti. 

Darda der Wurfspiess aus dem ital. dardo. 

Dedic (hergeleitet von ded avus der Grossvater, also urspr. der 
Familienspross , der in gerader Linie abstammende) 1. der Erbe, heres. 
Erbfahig fur den vaterlichen Theil waren die ungetheilten Briider (vid. nedflnf 
bratf i) und Vettem ; fiir den miitterlichen Theil nur dann , wenn sie die 
Mutter in die Gutergemeinschaft aufnahm (vid. spolek). Bastarde erbten 
nicht, ebenso jene , gegen welche der Vorwurf unehelicher Abstammung 
erhoben wurde, so lange sie diesen Vorwurf nicht widerlegten. (Kn. Tov. 
k. 145). In Bohmen galten diese Grundsatze: jmenem d6dic6v ve dskdch 
netoliko synov6 se mfnl, ale tak6 vnuci i pravnuci a tak nfie a netoliko 
bratri jmenem d6dic6v se mfnf, ale i str^ci a obojfch bratfi, totiito i stryc6v 
i jich iitl dfiti. Ale to vSe md rozumfno b^ti o nedfln;f ch ; neb kdyi bratfi 
nebo str^ci sii sebe dflnf , tu se jmenem d6dic6v ani bratfi nezavfrajf ani 
str^ci, ponSvadX ani vnuci ani synov^, kdy2by byli oddSleni, jmenem d6dic6v 
rozumgni a zavfeni nemohii b;fti .... Netoliko ten , ktoi jest nefddnS na 
sv6t pf iSl^ , nedSdf a k siidu se nepfipustf o dSdictvl otcovsk6 , ale i ten 
tak6 , ktoi jest naf6en tfm, nemd slySdn a k siidu pfipustdn b;fti, le6 se z 
toho prv^ vyvede. (VS. p. 162, 163). — 2. Der Besitzer, welcher ein Gut 
durch Kauf, Gerichtsspruch u. s. w. erlangte: druzf jsii dSdici statku toho, 
kter^i kiipf neb prdvem dobudii. (Kn. Tov. k. 145). — 3. Der Preibauor 
homines hereditarii liberi : quod homines hereditarii i. e. dSdici villae Stadicz 
ab omni solutione liberi essent (Zffz. VI.); — krdl postihni 8v;fmi dSdici 
(Kn. Roz. 61. 115). 4. Der Landespatron : Vdclav, Vojt6ch, Vft, Zikmund, 



— 25 — 

Lidmila dSdici Cestf (Vel. kal. 670): — na den pfeneSenl sv. Stanislava d. 
polskiho (Vel. kal. 502). 

Didictvi 1. Eigenthum, Erbschaft. 2. Der Ackerbesitz, im Gegensatze 
zum beweglichen Vermogen: nemaje nic na dSdictvf proto zatkynl pohndn 
(Zdp. ier. I. 14) ; — lesy kter^i naSe dgdictvf jsii (Ac. 3, 135) ; — kto2by 
o dSdictvl pohdnel, t^n v p6honu sumu poloiiti m6i, jakdi se jemu zdd. (Zflz. 
Jih.). 3. posliipne vid. dieses. 4. poruiene das vom Vonnunde ver- 
waltete Waisenvermogen. 5. Der gutsherrlicbe Besitz : cisaf Ferdinand mSsto 
Jemnice v dedictvf pdnum z Lomnice vlo^il (MS. LA. XII. c. 19, p. 39). — 
6. list na d. der Erbbrief, womit der erbliche Besitz eines Gutes verliehen 
wird (ibid. p. 50). 

Didicny pan der Erbherr, der Patrimonialherr, im Gegensatze 7A\m 
p. zastavni, der ein Gut nur veimoge des Pfandrechtes besitzt: na vclike 
zleh£eni pine jakozto pana sveho d6di6neho pdnem zAstavnfm toliko jmeno- 
vali (MS. LA. XII. c. 19, f. 36). 

DidiD gen. plur. von dedina hereditas: praedium, quod more terrae 
nostrae duo nistici d^din jure possederant. (Erb. Reg. 232, ai. 1208) das jus 
bereditatum, hereditarium, wornach der Bauer blosser Erbpachter, aber nicht 
emphyteutischer Besitzer des Grundes war; also das altbohmische Dorfrecht 
im Gegensatze zu dem spateren emphyteutischen oder Burgrecht. — Vid. 
dedioa. 

DMina (rad. dSd = avus) bedeutet urspr. das vom Yater auf den 
Sohn ubergehende Besitzthum, besonders das Ackergut, fundi paterni, rura 
patema, fundus hereditarius, hereditas: kdyiby kto dSdiny kiipil = si quis 
hereditatem emerit (A6. 2, 114), kdyiby kto svii dedinu zastavil = si quis 
hereditatem suam obligaret (ibid. 116). — 2. Der Ackerboden: prodal jsem 
dv6r se vSfm stavenim, s dSdinii omii (A6. 1, 339); — ie ndm to fojtstvi 
osazeno nen( a tudy m& dedina hyne (Pfih. 01. 1449 f. 134); les n&i yyklu- 
civSe V dSdiny nebo v liiky zd^lali (Urkde. fiir Littau 1461); — ty dgdiny 
znova z lesfi vyklu6en6 (TJrkd. fiir Littau 1458). 3. vorzugsweise in Mahren 
das Dorf Tilla; diese Bedeutung ruhrt daher, dass nach altslav. Sitte ganze 
Geschlechter inmitten ihrer erblicben Griinde wohnten und die Dorfhauser 
also einer Sippe angehorten. 4. hereditas, heredes: mazal tS B6h y kniie 
nad svii dSdinii (bib. 1404 f. 142) = unxit te dominus super hereditatem 
suam principem (I. Reg. 10, 1). — D.. sluzebnd ein Besitz, der zu gewissen 
Leistungen in Arbeit, Robot u. s. w. verpflichtet ist: ty dSdiny nejsu sluzebnd, 
nei toliko 80s platiti majl k mSstu a k hradu lirok (A6. 1, 181); — D. svo- 
bodnd der freie Grund, dessen Eigenthiimer der Gutsherrlichkeit nicht 
untergeben ist: dSdina Nosdkovskd jest sYobodnd a Nosdk 2ddn6ho pdna 
nemSl, by jemu platil lirok z toho (A6. 1, 177); — D. nesvobodnd jeder 
Grand, mit dem der Eigenthumer nicht frei yerfiigen darf, z. B. Zinsgriinde, 
Lehenschaften etc. d. mansk^ jakoj^to nesvobodnd. (A5. 2, 366). 



— 26 — 

Dedinni Uta vid. let a. 

Dedinni pri^vo. Wenn ein TJnterthan aus dem bisherigen Guts- 
Terbande unter einen neuen Herren entlassen wurde, muBsten mebrere seiner 
Mitsassen oder der DorfVogt oder der poklondf (vid. dieses AVort) yersprechen, 
dass der Entlassene in 14 Tagen alien seinen Yerpflichtungen , die er etwa 
in seinem bisherigen Gemeindeorte za erfuUen batte, Geniige leisten werde. 
TJnd diess nannte man uniiiti prdvo d£dinn4 = das Dorfrecbt verburgen: 
ma kdzati, prdvo dSdinn^ uru£iti lidmi t ti dMinS ; pakliby jich nemdl, ale 
muoi^ za& ten fojt slibiti, jako^to poklonSf; pakliby necht£l sHbiti aneb 
rukojmf nepostavil, md vsazen b^ti ten £loY§k, az d^dinne prdvo uru£f. 
A d^dinne prdvo jest to, ze do dvii necl^li trvd to rukojemstvf a v 
tech dvii nedSllch cozkolvek povinovat jest pdnu , a co sirot^iho i komu 
jinemu v dSdin§ a vina se jemu dd, zpraviti md. (Kn. Tov. k. 192). — 
2. Das Dorfrecbt im Gegensatze zum Stadt- und Landrecht : pon5vadz jsii 
prdvem dSdinn^m o to rovnati po^ali, aby tfmi prdvem konali. (Pub. 01. 
1499 f. 81b). 

Didinnik , der Erbsasse , Freibauer colonus perpetuarius (ahnlich 
dem svobodn^ dvof dk in Mahren) : dSdinnfci a ndpravnici aby vSickni dali 
tak, jako£ v torn kraji jini z Idnu platf (Ai. 5, 434); — aby dSdinnfci, 
svobodnfci a ndpravnfci statky sv6 osobdm z stavuv, tei i sami sobS pro- 
ddvati a kupovati mohli (Zffz. kr. Ferd. C. 15). — Einlagen ihrer Hofe in 
die Landtafel konnten nur durch einen konigl. relator geschehen: vSecka 
ddnf krdle bez relatora od JMK. nekladou do ^ddn^ch desk dcdinnfkuom 
(Zffz. Vlad. i. 99). Sie waren dem Konige und sonst keinem Grundherm 
imtergeordnet : Jeho MK. vSecku vrchnost na tych^ dSdinnfcich sobg pozfi- 
stavovati rdif. (Zffz. 1564 f. 64). Daher sagt der Vocabularius in der 01m. 
Biblioth. sig. b. 26: d^dinnfci, svobodnfci a ndpravnfci das seindt etliche 
Leuth im Landt, die aigene Hofe und Feldt haben , die Innen auch in der 
Landtafel verschryben sein , vnd sein Niemandt zinsbar vnd haben keinen 
Herrn, dan den Kunig vnd gehoren in keinen Stand. (Vgl. Pal. Gsch. II. 2, 
p. 27); und die verneuerte LO. sagt I. 5: „sie sein solche Landesinwohner, 
welche unter keinem Stande begriffen, docb eigene und ohne Mittel unter 
uns (d. i. dem Konige) liegende Hofe, Grunde und Feldgebau haben.** — 
Vid. dvofi^k svobodny^ napravnik, svobodnik, ryehtaf svobodny. 

Didhi erben; d. sob§ sich aneignen, erbrechtlich einen Anspruch 
erheben: jd ti d^diny 8ob5 nedSdi, ale dizi ji k zdstavS (En. Rol cl. 282). 

Dekovani. Wenn der Yormiinder seinem Miindel, nachdem dieser die 
Volljahrigkeit erlangt hatte, die Rechnung fiber die Vermogensverwaltung 
abgelegt und das vaterliche Gut eingeantwortct hatte , so musste der 
Miindel eine Quittung ausstellen und in offentlicher Landrcchtssitzung, 
wo die Rechnung vorgelegt wurde , dem Vormunde fiir die gehabte Muhe- 
waltung danken. Vor erreichter Volljahrigkeit, vor der Rechnungslegung 
und Einantwortung dos Gutes durfte eine solche Danksagung nicht statt 



- 27 — 

haben: ale pfed lety spravedlhi^i i&dnf eirotek dSkovati vedle prdva 
porninfku BV^mu nemoie, ani tak6 m& prv^ dSkovati, nei kdyi jemu pora6- 
nfk statku jeho, skute^fng postdpi, ani pfed pojftem. (Yi. 272). Die Rechnung 
konnte von Seite des Miindels angefochten werden : nez kdyi l^ta md, kdyi 
y skutejine drienf zhoil Bveho Tstiipf a kdy^ po£et kone^n^ od poru6n(ka 
BV^ho pfijme, teprv jest jemu povinen Idti neb dfekovati (ibid.). Vor Ein- 
antwortung des Gates hatte die Danksagung keine rechtliche Folge und 
konnte der Miindel trotz derselben die Rechnung anfeehten: pakli sob^ kter^ 
poruinfk sirotka privede, aby jemu dSkoyal z poruienstvf pfed postiipenfm 
dddictyf, to nic platno nenf a pfes takove dSkov&ni m6i jej sirotek z po6tu 
yiniti: (ibid). Wie eine Bolche Danksagung yor sich ging, belehren uns die 
Zdp. ier. 1, 132 : ^ystoupil do Sranku p. Vdclay z Zdstfizl a stnfcoy^ jeho 
a 2ddal nau6enf od JMti , ponSyadi dotdenf str^coye jeho j\i leta piirozend 
maji a on jim statek po otci a d£du odyesti chce , aby y tom opatf en byl. 
Oni zas ohl&sili se b mnoh^ a yelik^m dikoydnfm, ie se ye y§em, co2 
jim u6inil dobr^ho, odsluhoyati chtSjf.*' Daruber bestimmt auch der Landtag 
ai. 1520: sirotci pansk^ho nebo rytifsk^ho stayu kdy£by k Iet6m pfidli a 
poru^nfky neb strejce kvitoyati chtili, tehdy aby poru6nlci nebo strejci s 
Birotky pfed p. hejtmanem a pdny soudcimi stdli a tu y£c ozndmili , ie 
sirotci ji£ leta majfc kyitoyati poru£n(ky neb strejce chtSjf. Tu p. hejtman 
a pdni soudci tu y^c slySeti a rozydiiti a pfi £em ta y^c stdti md, rozkdzati 
majf. A pakliby bez y^domf p. hejtmana a pdn& soudcf kdo od sirotkfl 
kyitanci pfijal, takovd kyitance aby 2ddn^ moci nemela. (Kn. Dm. p. 113). — 
Das d. wurde in Bohmen in die Landtafel eingetragen , worauf der Miindel 
keine Elage und keinen Anspruch an den Vormiinder erheben konnte. (Vs. 273). 

Dilany grunt = role orand , der bebaute Boden , im Oegensatze 
yon pust^ wuste. 

Deleni divisio bonorum, die Giitertheilung ; yid. d{lnf bratfi. 

Delo, der Mauerbrecher, die Karthaune. 

Den a rok. In dieser Yerbindung hat den im Stadtrechte folgende 
Bedeutung: ale maji toto prayidlo, ie to sloyo den, pfidan^ roku, kiei se 
df den a rok, ten den nSktefi beru za sest nedSl, jeni^ 6in( neb znamend 
zayit^ rok k siidu .... jinf pak berii ten den toliko za pfirozen^ den k 
Btidu uloien^, kter^2 po pln6m roce vlddmiti nastdyd neb ndsleduje; jinf 
pak berii jej za pfirozen^ den, jen2 po roce pfichdzf 52 nedSle za rok 
poiftaje, neb takorf den rok dopliiuje. (Pr. MSst. p. 148 Manusc). 

Denni was zum dno d. i. Orund und Boden gehort. 

Dipolt nom. yiri Dipold. 

Deposlce die Registratur des Bergamtes in Euttenberg. 

Derho yid. Drub. 

Desi^tek, decima, deoimae, 1. der Zehent und zwar decimae magnes 
der Getreidezehent, d. minutae, paryae desdtky drobn^: pan Tas jim za to 
drobn^ desdtky totii konopS, Iny, hrachy, zeU, yiky, SoSoyice, prosa, bry 



— 28 — 

odpouStJti md. (MS. LA, XII. c. 19, p. 32); — d. ja,Y^ a ozimy der Z. 
Yon der Sommer- und Wintersaat. 2. je zehn Mann Soldaten : aby kaid^ 
desdtek byl zouplna 10 osob a y torn poitu aby byl jeden kopenik ve zbroji 
86 sudlid (Landt. 1529). 3. die Unterabtheilung eines Stadtviertels: des&tnfci 
ve BV^m des&tku 2ebfiky, Mky, konve koieni mejte (Cas. c. Mus. 1844 
p. 606) ; — kazdd ^tyrt na deset desdikS se rozpisovala , kazd^ des&tek 
sveho desdtnfka a ten jist^ po6et sousedd pod svou zprdvou mfyal (Pam. 
Kut. 218). 

DesAtnik 1. der Rottmeister , welcher zehn Soldaten vorstand, die 
zusammen eine Rotte ausmachten. 2. der den Zehent einhebt: desdtnfk m& 
za prdvo, kdozby Bvi vino skryl a desdtku prav^ho nedal, ten jest desdtnfku 
propadl to vfno (MS. LA. M. VH. 8). 

Desatioa = desdtek, decimae der Zehent. (CD. 1, 348); vgl. desetina. 

Desetina fumales bei Rozk. vgl. poddymn^ 

Desiti soudcA lifad das Zehn-Herrenamt in der Alt- und Neustadt 
Frags, der kleinere Senat: officium quod mera chirographaria tractat. 

Desitka Zahlmass fiir Sicheln, Hacken u. s. w. == 10 Stiick. 

Desky oder Dsky, Deky zemsk^, tabulee terrae, acta oder Folia 
provincilia, registrum terrsB die Landtafel und alle anderen unter Verwahrung 
und Verantwortung der Landrechtsbeamten stehenden (iffentlichen Btioher ; 
dem Wortsinne nach Brett- oder Holztafeln (vgl. gr. dicxog^ ahd. disk, neuhd. 
tisch, daher die geglattete Holzflache). Auf solche Holzflachen wurden in 
altester Zeit Qesetze verzeichnet (desky pravdodatn^ der Qriinb. Handsch.) ; 
der Name d. blieb aber alien vor Gericht veranstalteten oifiziellen Aufzeich- 
nungen, nachdem man schon langst auf Pergament oder Papier schrieb und 
auch andere Dinge als bloss Qesetzausspriiche und Reohtsgrundsatze ver- 
zeichnete, in ahnlicher Weise, wie man im bohm. jetzt noch jeden Einband 
eines Buches mit desky, dedtiiky bezeichnet, trotzdem man schon lange 
nicht mehr Holz hiezu verwendet. In Bohmen bezeichnet das Wort desky 
ohne jeden weiteren Beisatz die Landtafel ; doch wurde das Wort desky 
auch fur die anderen oflfentl. Biicher, die dann das beigesetzte Attribut naher 
bezeichnet, gebraucht, wahrend in Mahren desky n u r die Landtafel bezeichnet 
und die iibrigen offentlichen Aufzeiohnungen mit dem Worte knihy oder 
rejstra benannt werden. Es bedeutet daher 1. desky oder d. zemsk6 fur 
Bohmen und Mahren gemeinschaftlich die Landtafel vorzugsweise, vrobei 
man d. welik^ und male unterschied : velik6 se na pergamene, male na 
papife pl§f. Velke jsii pro bohate pdny a zemany, ktefii^. se v tisfoe d§ji a 
zbozl girokd, znamenita a velikd majf, nalezeny. Ony slovd dsky na- 
prosto, V kterfch se trhov6, vSna, pfevodovd, rozdflov^, spolkov^, poru- 
6en8tvf, leta, dekoviinf, ddnf, naddni, odhdddnf, listov^ mocnf, kSafti a jini 
majestdtove, ndlezov6 obecnf i zvlddtnf pilnljfif a kterii se t^chi desk do- 
tyil". (VS. 276). Die male dsky (kleine Landt.) waren bestimmt fur die 
Ueineren Edelleute: male dsky jsii pro chud^ zemany, kteffi zboi^l nemaji 



— 29 — 

velk^ch, nei dvory a d^diny a pro dSdinnlky i jine vSecky lidi chud6 (ibid.) 
und eingetragen warden: ^zdpisy n&padnf, smluyy vsecky krom trh& aspolk^i, 
smSny, zdvady rukojeinsk6, dkody komornfkem od desk ohledan^, vybojoy^ 
no^nf, spaAenf obilf a luk, lesov sm^cenf, rybnidnd krddeS*'. (ibid). In Mahren 
geschieht der male dsky nur einmal Erwahnung und zwar zum J. 1406: ^vede 
se toho na velike zemeke dsky i take na male" (Lib. cit. II. p. 12). Welche 
Einrichtung die male d. in Mahren batten, ist schwer zu bestimmen, da in 
der mit 1348 beginnenden Landtafel kein Unterschied zwischen Yelk6 und 
jaa\6 desky gemacht wird ; vielleicht siud darunter nur die Aufschreibungen 
des kleineren Landrechtes gemeint — 2. desky dvorske die Hoflehentafel 
bei dem k. Hofrichter, dem die Lehensleute der Krone unterstanden; sie 
erhielt sich yon K. Wenzel IV. angefangen bis auf den heutigen Tag. — 
3. desky k o m o r ni £ n i fur die Qericbtskammerer (Bothen, p&hondf) bestimmt ; 
es wurden in dieselben die Giiterkaufe und Yerkaufe der pihon6{ ihre 
Schulden, die Mitgift ihrer Frauen etc. eingetragen. — 4. desky listoynf 
a penSiit^ auch registra genannt: kdei se zapisuj{ penfze, kterei 
jedni druh;fm na placenf y£n nebo z&stay nebo jin^ch yfici k tern po- 
dobn^ch u desk kladti. Zapisuji se take y t^ch^. registrdch i listoye, kter^i 
jedni druh^m ye zprAyfi nebo z jin^ch pfl6in u desk kladu. (V5. 367). — 
5. desky pamdtne (Gedenktafeln) unter K. Oeorg eingefuhrt: y ty sii se 
pry^ i&dn6 ySoi pilne a kter^^by k ye^nosti tryati m£ly, nezapisoyaly, nei 
coi do 6a8u toliko nedliih^ho stati mglo, dokudiby kr&lem nebo pdny roze- 
zndno nebylo. Spater, zur Zeit Korn. y. VS. trug man ein: n&lezy obecnf, 
listy obsflacf a k tomu podobn6 ySci. — 6. desky p&honne libri citatio- 
num, in welche die Gerichtsyorladungen (pflhony) eingetragen warden. — 
7. desky sy^domf fur Zeugenaussagen. — 8. desky trhoyd zam Eintragen 
Yon Kaufen und Kaufyertragen, Entscheidungen iiber dieselben und Ein- 
sprachen gegen die Eaufe. — 9. desky ubrmansk^ libri arbitriorum 
far die Ausspruche der yon den Parteien emannten Schiedsrichter. — 10. 
desky (oder knihy) uro6nl: y kter^ch se urodnf a komorni penfze zapisuji, 
kter^i Bob6 lid6 dyakrdt do roka u desk nebo jinde, kdei chti, pfi sy. Jiff 
jednii, druhe pfi by. Hayle kladii. T ty se ySickni staroddyni i nynejSl pla- 
toy^ komorni zapisuji, kdo komu co a z kter^ho zboii plati a kdo lirok 
nebo plat komorni od desk zdyihne (Y§. 366). Ihre Wichtigkeit erhellt aus 
den Worten : „mnozi sy^ch plat6y komomich d6yod6y jin^ch nemaji, nei ty 
knihy a mnozi za naM pamSti timi sam^mi knihami plat6y sy;fch komomich 
0ii obrdnili a dobyli, jinych desk i&dnfch okdzati k proyodom pro starost nebo pro 
sapomenuti nemohse^. — 11. desky zdpisn^, in welche die Heimfalle und 
Schulden yerpfandeter Giiter (zbozi zapisna) eingetragen wurden. — 12. desky 
(oder knihy) iaiobni, in welche die Citationen aus den desky pdbonn^ einge- 
tragen und aus welchen dann die Elagen yor Gericht gelesen wurden. — 
Alle diese desky yerbrannten mit Ausnahme der Hoflehentafel im J. 1541 
bei dem grossen Brande der Prager Burg; bald nach dem Brande suchte 



— 30 — 

man dieselben wieder zu sammeln ; was sich erganzen Hess, wurde erganzt 
und zwar bezuglich des landtaflichen Besitzes, also grosstentheils die desky 
velike; die ubrigen Aufzeichnungen z. B. die desky pamdtn^, zdpisn^ etc. 
sind fur immer verloren. Nur ein Bruchstuck der alteren desky p&honn6 
aus dem J. 1316 — 1325 erbielt sich; es wurde im Archiye zu Neuhaus 1868 
gefunden, in welches dasselbe wahrsch. noch yor dem Brande der Prager 
Burg, man weiss nicht durch wen, gelangte. Die einzelnen Bande der Land- 
tafel nannte man Kvaternen, welche wieder aus mehreren Heften, ge- 
wohnlich zu 30 Folien, bestanden. Man nannte sie entweder nach dem Yice- 
landschreiber oder nach der Farbe des Einbandes (albus, rubeus, 21ut^, 
zelen^, modr^ kvatern). 

In Mahren hiessen nur jene Aufzeichnungen desky, welche wir 
heutzutage noch Landtafel nennen. Die desky waren in Bucher eingetheilt; 
wenn namlich ein neuer Oberstkammerer, dem die Beaufsichtigung der 
Landtafel unmittelbar oblag, sein Amt antrat, Hess er ein neues Heft an- 
fertigen, an dasselbe die spateren wahrend seiner Amtsverwaltung anreihcn, 
sodann einbinden und den Einband mit seinem Wappen versehen und so 
wurden dann die einzelnen Bucher oder Kvaterne mit liber Erhardi de 
Kunstat, kniha p. Yilema z Pernsteina u. s. w. bezeichnet. Die ubrigen bcim 
mahr. Landrechtc in Yerwendung gewesenen Aufzeichnungen nannte man 
knihy; os waren folgende: 1. knihy nauceni die Belehrungen, welche dem 
Oberstkammerer bezuglich der Einlagen und Ldschungen in der Landtafel 
oder dem Landeshauptmann in Waisenangelegenheiten ertheilt wurdea: 
potom jsem troje nauceni bral o sirotka Al^betu, ktere jsou v knihdch na- 
ucenf (Zip. ^er. 1, 101; 2, 45); — 2. Kn. odhadn6, in welche die gericht- 
lichen Schatzungen beim Exekutionsverfahren verzeichnet wurden. — 3. Kn. 
pam&tne die Landrcchtsgedenkbiicher ffir wichtigere Aufzeichnimgen sowohl- 
fiir die Partheien als fur das Gericht selbst: pani Zahrade5ti podali pam§f 
toho, coz jest od nich viSerejsiho dne v srancfch na JMti vzneseno bylo, 
kterdito pamSt, kdyi se sroyndvala s jich mluvenim, povoleno jest, aby do 

y 

knih pametnich zaps&na byla. (Zdp. Zer. 2, 134). — 4. Kn. poklidoye, 
welche im Kap. 54 der Kn. Toy. erwahnt werden; sie enthielten die Yer- 
trage iiber Abstehung yon der Klage. — 5. Kn. puhonn^ a ndlezoye 
yorzugsweise rejstra genannt, Citations- und Urtheilsbiicher : kazali knihy 
pfihonne neb rejstra, jak se yubec ffkd, pfinesti (Zip. ier. 1, 15.) ; — yyhle- 
ddno jest z rejster puhonn^ch (ibid. 1, 185). Sie hiessen nach den Terminen, 
an welchen die Citationen angemeldet wurden, rejstra svatojirska, syatomar- 
tinski etc. — 6. Kn. rokoye. In diese wurden die Termine bei Ehrenbe- 
leidigungsklagen eingetragen; da die Entscheidung dariiber dem L. Haupt- 
manne zustand, wurden diese knihy bei ihm aufbewahrt; sie blieben bei 
ihm auch in der Zeit, wo nicht mehr er allein, sondern das Landrecht mit 
ihm solche Klagen yerhandelte. Wenn der L. Hauptmann sein Amt nieder- 
legte oder starb, wurden diese knihy rokoye dem Landrechte iibergeben. 



— 31 -~ 

Ausser den eigentlichen desky zemske und pfihonne, welch' erstere vom J. 

1348 bis auf unsere Tage, die letzteren yon J. 1405 bis in das letzte Drittel 

des 17. Jhdts. reichen und im Originale Yorbanden sind, erhielten sich in 

Mabren nur noch einige knihy odbadne, die bisber in der Landtafel yerwahrt 

sind. — Die Wicbtigkeit der Landtafel berubte zunachst auf dem Principe 

der Publicitat; jede Einlage geschah offentlich: take nem& ve dsky nic 

pokiitne kladeno byti a na torn jicb najvetsf moc jest, ze do nich jde 

zjevni a svobodne vsecko (En. Toy. k. 108). Die Einlagen sollten jedem 

bekannt sein, damit er, falls es notbwendig ware, seine Einspracbe (yid. odpor) 

erbeben konnte: „ desky y&em zndmy b^ti maji a pfed iidnfm netajeny 

(ibid) ; deshalb kam im 16. Jhd. der Gebraucb auf, Yor Eroffnung des Land- 

recbtes die seit der letzten Landrechtssitzung gescbebenen Einlagen ofFentlicb 

Yorzulesen, woYon die Zdp. j^er. yiele Belege liefern. Die Landtafel durfte 

nur im Gerichtssaale und nur in Gegenwart der Gerichtsbeisitzer geoffhet 

werden: Dcky nikde jinde nei y soudiiici pfi p&nuy soudcu pfitoninosti se 

neotyiraji (Zap. Zer. 1, 11); waren die letzten Einlagen yerlesen, trug man 

die dcky aufs Bathbaus, wober sie im Yerlaufe der Landrecbtssitzungen so 

oft in den Gericbtssaal gebracbt wurden, als es notbig war. Die Eyaterne 

waren in einer mit 3 Scblossem yersehenen Trube yersperrt, zu denen je 

cinen der Oberstkammerer, Oberstlandricbter und Oberstlandschreiber einen 

Schlussel batte, so dass die Trube nur in Gegenwart dieser drei Beamten 

aufgescblossen werden konnte; (CD. 9, 94.) zum IJberflusse driickten diese 

drei Beamten ibre Siegel auf, welcbe bei der Ubertragung der Trube unter- 

sucbt wurden, ob sie ganz seien? (En. Toy. kap. 88). Durcb diese Eautelen 

war der Beweis durcb die Landtafel unumstosslicb : dsky yice nezli ktere 

jednini jine ydif a jako fkiic ysebo praya konec a ysecb jistot jistota jsii. 

(ibid. IGO). Der Landtafel gegeniiber balf kein Zeugenbeweis ; wer die 

Landtafel anfocbt, musste bereit sein, den Beamten Amtsyerletzung oder 

Falschung nacbzuweisen ; wiess er diess nacb, litt der Beamte die Todes- 

strafe , konnte diess der Elager nicht, yerfiel er derselben Strafe, wie aucb 

jener, welcher eine Einlage tbat, obne das Besitzrecbt zu baben. (VL p. 6). 

Nur jenes Gut war dem Eigentbiimer yoUkommen sicher, das in die Landt. 

eingetragen war; treifend nennt daber Earl yon Zer. die Landt. prayidlo 

zemske d. b. das Besitzregulatiy des Landes (Zap. 1, 97); denn eine Yer- 

anderung im Besitzstande, die in die Landtafel nicbt eingetragen war, existirte 

offiziell fiir das Landrecbt nicbt: nad to ani statku do desk bratfim syym 

neylozil, odkudz my judicialiter, jestli statek proddn, neyfme 

(Zap. iter. 1, 68). Daber beisst die Landtafel baufig klenot zemg das 

Landeskleinod und wurde als solcbes in Zeiten drobender Eriegsgefabr, 

namentlicb in den Turkenkriegen , ausser Landes , gewobnlich auf die 

Burg Earlstein in Sicberbeit gebracbt. In alterer Zeit konnten aucb Nicbt- 

adelige ausnabmsweise und aus besonderer Gnade des Landesberm Einlagen 

in die Landt. mit Zustimmung des Uerrenstandes tbun (En. Toy. kap. 106) ; 



— 82 — 

spater blieb die Landtafel auf die vier politischen Stande, Herren, Ritter, 
Pralaten und die konigl. Stadte beschrankt. Wer eine Einlage thun woUte, 
inu88j;e darum ansuchen; nur der Landesfurst befahl, dass eine Einlage ge« 
schahe. (Z&p. ier. 1, 211). — In der alteren Zeit bestanden Landtafeln 
wahrsch. bei jeder ciida; fiir Jamnitz, Iglau und Znaim ist diess nachweisbar 
au8 den altesten Kvaternen der Brunnerlandtafel, wo yon 1348 ab in den 
ersten Jahren die Einlagen nach der prov. Brun. Znoj. Jam. und Igl. abgetheilt 
sind. Doch iiberragte schon am Anfange des 14. Jhdt. die Olmiitzer Landt. 
alle iibrigen an Bedeutung, wie die TJrkunde des J. 1303 besagt: haec acta 
in tabulas publicas Olomucensis cudee, ad quam universsB provinciee Mo- 
ravise se reclinant, redegimus in signum efficaciae amplioris (CD. 5, 
166 vgl. Kn. Drn. p. XIV.) Vom J. 1348 an bestanden die Landtafeln 
in Brunn und Olmiitz; die Einlagen geschahen nach einer bestimmten 
topografischen Eintheilung, so dass, was zur Briinner Landtafel gehorte, 
nur in die Briinner eingetragen werden konnte ; dasselbe gait yon der 01m. 
Landtafel ; daher die Ausdriicke : ad bona sub cuda Olom. etc. Geschah 
aber eine Eintragung eines iG^utes in die nichtkompetente Landtafel, so 
musste diess eigens angemerkt werden: quod si aliqua ex supradictis bonis 
ad banc non spectarent cudam, nihilominus tamen robur firmitatis 
perpetuee habere debet prsBsens intabulacio (ai. 1415 BLdt. XI. n. 70). 
Durch Verordnung K. Ferdinand III. vom 2. Janner 1642 wurden beide 
Landtafeln zu einer yereinigt und zwar in Briinn. Die Landtafel wurde in 
alterer Zeit in Olmutz und Brunn yon den beiderseitigen Domkapitcln in 
gewolbten Localitaten verwahrt, woher sie anfanglich nach Schluss des 
Landreohtes (Kn. Toy. kap. 88) und spater bei ErofFnung desselben mit 
grossem Pompe in den Gerichtssaal gebracht wurde. — Zu bemerken ist 
noch, dass yom Ende des 15. Jhd. an auch staatsrechtliche Akte in die 
Landtafel eingetragen wurden. — Die Einlagen geschahen anfanglich in lat. 
Sprache ; im J. 1480 begannen die bohmischen Einlagen in Mahren, 15 Jahre 
spater 1495 in Bohmen. Mit der yemeuerten Landesordnung kamen die pa- 
ritatischen Einlagen auf. — In Schlesien gab es Landt in Troppau u. 
Jagerndorf. Die altere Troppauer Landt. yerbrannte im J. 1431; yon da 
an geht die damals neu angelegte Landt. bis zum J. 1747 in bohm., hierauf 
in deutscher Sprache bis auf unsere Zeit; die Landtafel in Jagerndorf erhielt 
sich yom J. 1404 bis auf unsere Tage. 

Was den Ursprung der Landtafel in den bohmischen Landern an- 
belangt, ward oft die Ansicht ausgesprochen, dass dieser Ursprung aus den 
deutschen Stadtbiichern herzuleiten sei, eine Kathedermeinung das, welche 
namentlich in neuerer Zeit yielfach behauptet wird, aber niemals bewiesen 
worden ist. Zu diesem Zwecke miisste yor allem der Beweis geliefert werden, 
dass in Bezug auf Mahren, jene Stadte in Mahren, in welchen deutsches 
Becht herrschte, solche Stadtbiicher, in denen die Besitzyerhaltnisse yon 
Grund und Boden yerzeichnet wurden, friiher besassen, ehe die Landtafel 



— 33 — 

im Lande eingefiihrt wurde. Abgesehen davon, dass wcdcr in den Original- 
recbtsstatutcn dicsor Stadtc noch in andercn diesclben betreffenden Urkunden 
bis zum J. 1360 keino Erwahnung solch' eingerichteter Biicher goschieht, 
wahrend die Landtafel vom J. 1287 — 1348 mehrmal thcils dirckt theils in- 
dirckt angefuhrt wird, so wissen wir von Johann von Oelnhausen, welcher 
fruher registrator literarum rcgni BohemiaB war und spater als Stadtschreibcr 
das erste Hypothekarstadtbueh in Mahren ai. 1360 anlegte, dass die Yer- 
andeningen ini Besitze von Immobilien nur auf einzelne Zettel und keines- 
wegs in Buchern verzeichnet wurden: hoc preacripta in cartis laceratis 
negligenter conscripta ego JohanneSf prout ibi r\9peri et huic libro dili- 
genciuB annotavi, ne ex illarum cartarum distructione cuipiam judicium et 
grave dispendium oriretur. (Tomaschek Oberh. von Iglau p. 24). Dagegen 
wird die Landtafel als Hypothekarinstitution in Bohrocn bereits im J. 1287 
angefuhrt: protestatus est coram W. domino regni Bohemorum in palatio 
Pragensi coram summo judice ceterisque beneficiariis Pragensibus, quia vendidit 
dotem uxoris sua), ut in registro plenius continetur . . . et haec omnes ex 
utraque parte viva voce registro omnia inscri mandaverunt. (Jir. Cod. j. b. 
n. 2. p. 2). TJnd dass es im J. 1303 in Mahren mehrerc Landtafeln hei 
den einzelnen ciiden gab, wurde schon oben erwahnt; iiberdiess geht au& 
den Worten der Urkunde E. Johannes vom J. 1327: „quod abbatissa et 
conventus habeant dare et conferre notariam cude Brunnensis, qui notarius 
tabulas terre habeat omni jure et utilitate, quo ab antique terre sive 
cude notarii consueverunt habere* (CD. 6, 264), hervor, dass das Institut 
der Landtafel schon im ersten Yiertcl dcs 14. Jhd. als cin altertumliches 
bezeichnet wurde. Zudem beweist auch der lat. Ausdruck tabulae, eine tJber« 
setzung des bohm. desky, dass die Landtafel nicht von den Stadtbiichern 
herzuleiten sei, weil man sonst den Ausdruck libri und nicht tabulfe an* 
gewandt hatte. Abcr abgesehen von diesen Daten, welche die Priorit&t der 
Landtafel vor den Stadtbiichern darthun, geht die Originalitat der Landtafel 
daraus hervor, dass dieselbe mit dem vom deutschen Stadtrechte so ver* 
schiedcnen slavischen Landrechte und dem Herrengerichte unzertrennlich 
und auf eine so innige Weise verbunden war, welche sich nur durch eine 
langdauernde allmalige Entwicklung erklaren lasst. Aller freie Grund und 
Bodcn (zbozi zemanske) gehorte vor das Forum des Landrechtes und somit 
in die Landtafel; was in die Landtafel eingelegt war, konnte nur nach dem 
Landrechte vererbt, nur nach diesem Rechte dariiber verfiigt, nur nach 
diesem Rechte dariiber processirt werden (Kn. Tov. kap. 106) ; wer 
ein landtafliches Gut besass, musste von demselben die allgemeine Land- 
steucr (bema) nach Massgabe der Lahne entrichten. Wenn die Landtafel eine 
Kopie der deutschen Stadtblicher gewesen ware, dann wiirden nach deutschem 
Rechte sich richtende Stadtc nicht gebeten haben, dass sie beziiglich ihrer 
Griinde vom Landrechte eximirt und vor dem Stadtrechte gehort wiirden ; 
so Littau im J. 1291, also lange vor Einfiihrung der Stadtbiicher ; ut a no- 

3 



— 34 — 

bilibus et aliis terrigenis nostris hereditates cmant statuentcs, quod occaaionc 
predictorum laneorum, quos emerint, ad terrc judicium nuUatenus debcant 
pertinere (CD. 4, 373); ahnlich fiir Briinn im J. 1292: ut pro causis per 
beneficiarios quoscunque de possessionibus ipsorum et propter easdem extra 
ciyitatem ad judicia terre per citationes aliquas non trahantur, eo excepto, 
quod si eorundem oiyium aliquis hereditates alicujus sibi usurpare indebite 
aut metas hereditatis violare presumpserit, tunc pro hujusmodi duabus causis 
tantummodo ad terre judicium citetur. (CD. 4, 386). Entschcidend in dieser 
Sachc sind die Worte der Statuta Ottonis vom J. 1229: omncs hereditates, 
quas viri nobiles tam majores quam minores tempore ducis Conradi sine 
querela juste et pacifice hue usque possiderunt, in bona tranquillitate pacis 
ammodo posideant (CD. 2, 209), weil sie nicht nur aus ciner Zoit stammen, 
wo von einem besonderen Stadtrechte Briinns, Znaims, Iglau etc. keine Rede 
sein kann, sondem weil sie auch deutlich aussprechen, dass das Landrecht 
nur liber die zemanske zbo2{ die Eyidenz fuhrte. Und wic innig dieser Bcsitz 
mit dem Landrechte verbunden war, geht daraus hervor, dass Processe be- 
zuglich desselben nicht wie andere Civil- und Straffallc zu welcher Zeit 
immer vor der Ciida, sondern nur an den viermal im Jahre stattfindenden 
allgemeinen Landcs- und Gerichtstagen in Gegenwart des Landesfiirsten oder 
seines Stellvertreters und des Herrenstandes yerhandelt und entschieden 
werden konnten. Ein Zeugniss fiir das hohe Alter der Landtafel ist auch ihr 
Zusammenhang mit dem altcrtiimlichen Arate der Kmeten, welch e bis zum 
Ende des 15. Jhd. allein Botcn zur Landtafel (vid. posel) sein konnten, ein 
Amt, dessen Anfange in die alteste Zeit der bohm. Geschichte hinaufreicht. 
Da eine so bedeutende Institution, wie die Landtafel es ist, wclche fiir das 
Eigenthumsrecht des liegenden, also in der altesten Zeit wichtigsten Besitzcs 
die sicherste Gewahr bildete, nicht plotzlich erfunden werden konnte, 
sondern sich als Nothwcndigkeit aus den besonderen Rechtsverhaltnissen 
entwickeln musste, so entstebt die Frage, wic es komme, dass die Insti- 
tution der Landtafel in Bohmcn, Mahren, Schlesien und anderen slavischen 
Landern ihren TJrsprung hat, wahrend sie in den gorman. und roman. Ltindern 
nicht gokannt wurde? Bei Beantwortung dieser Prage ist vorerst in Betracht 
zu Ziehen, dass, wic schon erwahnt wurde, die Processe wegen liegenden 
Besitzes nur an den allgemeinen Gerichtstagen vor dem Herrengerichte vcr- 
handelt werden konnten. Wenn nun die Rechtssprcchung iibor den liegenden 
Besitz vor das Herrengericht gehortc, so lag der Gcdanke nahe, den Bcsitz 
selbst dem Forum desselben Gerichtes zu unterordnen, um einen Rechtstitel 
zu erlangeU; der so zu sagen unanfechtbar war. Wer iiber seinen liegenden 
Besitz in irgend einer Weise disponirte, sei es durch Eauf, Tausch, Schenkung, 
Mitgift u. s. w. meldete die Sache vor dem Herrengerichte bei den allge- 
meinen Gerichtstagen und jede seiche Veranderung wurde unter Autoritat 
des Herrengeriohtes durch dessen Organe in die Landtafel eingetragen, die 
nicht, wie eine dem Disponenten ausgestellte Bescheinigung, verloren gehen 



— 35 — 

konnte, weil sie amtlich verwahrt wurde. Fdr die bezQglichen Aufzeichnungen, 
welohe zwar der notarius terreB oder cudee vollfiihrte, war aber der Kammerer 
verantwortlich. Daher kam es , dasB seit dem 13. Jhd. die Parteien auch 
ausser den Oerichtszeiten bloss vor dem Kammerer erBchienen und die 
Yeranderungen im Besitze anzeigten (das alteste Beispiel vom J. 1260, CD. 
4, 40); doch war diess nur ein Miasbrauch, der, wie Earl lY. im J. 1359 
sagt, ab antiquis temporibus in Mahren herrschte, ehe er Markgraf wurde, 
und der viele tJbelstande im Gefolge hatte, indem die alte Reohtssicherheit 
zum grossen Theile verloren ging, da jene Parte! einen etwa entstehenden 
Process gewann, welche das Zeugniss des Eammerers fiir sich hatte. (CD. 
9, 93.). Nebst diesem mehr formalen Grunde war aber die Einfiihrung der 
Landtafel in den bdhmisohen Landem durch die eigentumlichen agrarischen 
Yerhaltnisse, welche auch die Grundlagen des politischen Reohtes bildeten, 
nothwendig bedingt. Daruber des wcitoren sich zu ergehen , gebricht es 
hier an Raum; nur das sei erwahnt, dass die Anlegnng von Yerzeiohnissen 
des liegenden Besitzes nothwendig wurde, als jener agrarische Umschwung 
in den bohm. Landem Yor sich ging, durch welchen aus dem fniheren ge- 
meinscha ft lichen Familien- {zhoil rodinn6) und Geschlechtsbesitze (zboH 
rodoY^) das Singulanrenn5gen der vlddyky und pdni sich entwickelte. Die 
nnmnehr alleinig an der Spitze der juridisch-politischen Yerwaltung stehenden 
Herrengeschlechter (pansk6 rody, pdni) und die untcr ihnen stehenden ylddyky, 
welche beide zusammen den staatsrechtlichen Begriff zem6 (das Land) als 
die Gcsammtheit der poIitischberechtigtenEinwohnerschaftausmachten, suchten 
diese neugewordenen Besitzverhaltnisse zu stabilitiren, indem sie dieselben 
unter die Autoritat und den Schutz der Ciida oder des Landrechtes stellten, 
in welchem sie ohnehin als Herrengericht dominirten. Aus diesem Grunde, 
die neuen BcsitzYerhaltnisse zu sichern, entstand die Landtafel bei den ein- 
zelnen Gerichtssprcngeln der Ciida (z. B. Prag, Saatz, Melnik, Nimburg, 
Leitmeritz, Pilben, Eoniggratz, Olmutz, Briinn, Jamnitz, Iglau, Znaim, Gr&tz 
bei Troppau — u. s. w.), in welche der zu einer bestimmten Ctida geborende 
liegende Besitz eingetragen wurde; daher noch im 15. ja 16. Jhdt. die 
Ausdrucke : desky ciidy Olom. oder BmSnsk^. Als nun die Landtafel so 
zum dffentlich anerkannten Rechtstitel der possessio wurde, war es naturlich, 
dass jede Yeranderung im Besitz yor der die Landtafel Yerwahrenden Ciida 
angemeldet wurde, damit diese Yeranderung Yorgemerkt werde: resignayit 
coram cuda, ut consuetum est, et coram baronibus (CD. 4, 276 ai. 1283). 
Die Zeit, wann diese Yeranderung in den agrarischen BesitzYerhaltnissen 
und die dadurch bedingte Einfuhrung der Landtafel Yor sidi ging, kann na- 
turlich nicht durch ein bestimmtes Jahr fixirt werden ; nur annaherungsweise 
kann man sagen, dass diese Umwalzung mit dem Ende des 10. Jhd. zu- 
sammenfallt. Nachdem aber die neue Listitution sich eingelebt und dadurch 
die neuen BcsitzYcrhaltnisse ihre festgegriindete Sichcrstellung erlangt batten, 
trat der Missbrauch ein, dass die Parteien sich begniigten, die BesitzYerande- 

3* 



— 86 — 

rungen bloss vor dcm Eammerer anzumelden. Aber audi dicscr Missbrauch 
entstand aus keiner blossen Bequemlichkeit, sondern er cntsprang einer 
Nothlage; in Eriegszciten tagte niemals das Landrecbt und wurde somit 
keine Landtafel geoffnet; um aber die Bewegung der Giiter dadurch oft auf 
mehrere Jahre nicht zu hemmen, meldeten die Parteien die stattfindcnden 
Besitzveranderungen dem Kammerer, um im Falie eines Processes ein Be- 
weismittel zu haben. Was in den inneren Kricgen yon den kampfenden 
Parteien an liegenden Grunden erbeutet wurde, bildete koinen Rechtstitel 
und der Yon Ilaus und ITof wahrend des Krieges Yertriebene konnte nach 
Beendigung dessclben durch die Landtafel sein Besitzrecht gelteud macben 
und dadurch die restitutio in integrum erlangen. Nur diesen Sinn konnen 
die obenangefuhrten Worte aus den statuta Ottonis haben; gerade die Zeit 
von H. Konrad bis auf Pfemysl Otakar I. war von inneren Kriegen erfiillt. 
Der Missbrauch aber, bloss vor dem Kammerer die Aenderung in den Be- 
sitzverh^Lltnissen anzumelden, dauerte fort, obwohl die Landtafel, wie die 
oberwahnten XJrkunden vom J. 1303 und 1327 bewcisen, in ihrer alten Rechts- 
kraft sich bewahrte. -^ Diese eigenthiimlichen agrarischen Yorhaltnisse sind 
der wahre Entstehungsgrund der Landtafel und dieselben erklaren es auch, 
warum die Landtafel in slavischen und nicht in roman. oder german. Landem 
ihren XJrsprung nahm. Ware die Landtafel eine Nachahmung der deutschen 
Stadtbiicher, dann ware es unbegreiflich, dass die Landtafel in deutschen 
Landem erst dann eingefuhrt wurde, nachdem sie schon Jahrhunderte lang 
in den bohm. Landem bestand, und zwar nach dem Muster der bohm. Land- 
tafeln, so 1730 in Steiermark, 1754 in Ober- 1758 in Niederosterreich. Da- 
gegen ist die Einrichtung der Stadtbucher in bohm. Stadten ganz nach deutschem 
Muster durchgefiihrt. — Ueber die 01m. Lehentafel vid, inanski desky, 

Ditra nom. viri Ditrioh: Detra trater Eatherinae (DB. 14, 47). 

Detrich nom. viri Ditrich. 

Dever, Devef der Schwager, ssk. devara, gr. dariQ lit. deveris, 
lat. levir (rad. dd., dayati Antheil nehmen). 

Device virgo , die Jungfrau ; als Beiname von Hciligen gebraucht : 
sv. Barbery device a mu^edlnice Boii (A6. 3, 20); — v den jedenacte iisfc 
dfivic an der ainlef tausent Maide tag (CD. 6, 32); — d. slavnd virgo 
gloriosa, mater dei (A£. 6, 493). 

Devitiiik, der Sonntag Scptuagesima :. nedelc, ktoraz z strany po6tu 
sedmdesdte dnf latine slove septuagesima a £esky devftnfk (t. j. ned^Ie 
devald pfed velikonocf). 

Devojstvo virginitas, Jungfrauschaft ; odjetf devojstva dofloratio. 
(Kn. Ro4.). 

Dilci list, der Theilbrief literae divisionis. Wenn die Briider in das 
vaterliche Besitzthum sich theilten, wurde die TJebereinkunft schiiftlich verfasst 
und der Theilungsbrief d. 1. niedergeschrieben : neb o to po mem otci s 
mpa bratrem nikdy dilen nejsem .... chci to dovesti dflcim listem (Pfih. 



- 37 - 

01. 1412 f. b4); — ponevadi bratfi mladSf dfly bv6 podl^ ceduH dflifch 
poloien^ majf. (Pam. kn. Bra. 1535 f. 2). 

Dilec: z pfil lAnu rolf 20 gr., z dilce 3 gr. (MS. LA. XII. c. 19, 
p. 84), ein Stuck Feld, kleiner als ein Yiertellahn und ein padSlek, da diese 
beiden dort angefiihrten Masse mehr zahlen als ein dflec. 

Dilni bratri, die getheilten BrMer, d. i. jcne, welche sich in das 
vaterliche ' Gut theilten. Es stand jedem Bruder frei, nach dem Tode des 
Vaters die Theilung zu verlangen; kam kein XJcbereinkommen bezuglich der 
Nichttheilung zu Stande , dann hatte der altestc Bruder die Theile zu 
bestimmen, aus "virelehen zuerst der jungste, dann der zweitaltere u. s. w. 
jeder einen Theil wahlte und der alteste erhielt den ubrigbleibenden Theil. 
Bei dieser Theilung wurde zugleich die Alimentation und Aussteuer der 
Schwestern bestimmt. Wenn der Sohn bei Lebzeiten des Vaters seinen 
Theil verlangte, war der Yater hiezu nicht yerpflichtet; zwang hingegen 
der Yater den Sohn, seinen Theil zu nehmen, so hatte diess nur fur die 
Lebenszeit des Vaters Giltigkeit; nach des Vaters Tode konnto der Sohn 
die ihm aufgezwungene Theilung vor Gericht anfechten: aby syn na otci 
dilu z&dati nemohl a by pak iddal , tehdy otec nebude poTinen jemu jeho 
vydati. (Pam. Kn. 01m. 1517 f. 114, Kn. Tov. k. 147, 148, 151). Der Theil- 
bruder konnte seinen Theil vererben, verkaufen etc. wie er wollte (Kn. Tov. 
k. 152) ; bei ungetheilten Briidera konnte jede Yeranderung des Besitzstandes 
nur im Einverstandnisse Aller geschchen. Die Theilung erstreckte sich auf 
Mobilien und Immobilien: jakoi rozdfl mezi ndmi byl .... m61 na dil mi 
poloziti od prstenov, perel a zdpon. (Puh. 01. 1412 f. 9). — Beispiel einer 
Theilung durch den Yater Ai. 2, 47 ; durch die Bruder selbst A6. 1, 300. — 

Diva, Divid nom. viri Dionysius. 

Divocek, Beinamc des Petr von KonopiSt (SRB. 3, 28). 

Diio Grund und Boden, fundus: ie yinici a chmelnici dal, ale dna 
jest nevyddval v dedictvf (6a8. &, M. 1839); — vzdal jest mlyn se dnem 
(ibid. 1840 p. 173). 

DobeS nom. viri Tobias: star^ Dobes otec tohoto Dobeie mlad^ho 
ochudl a oslnul (Stit. Nau6. kfest'. ed. Yrtdtko p. 42). 

Dobra vfile, die Cession (wortlich: bona voluntas). Die Cessions- 
urkunden mussten offene (d. h. von aussen durch kein Siegel verschlossene) 
Briefe sein, woran 7 Siegel und zwar 6 von Zeugen, welche adeliger Her- 
kunft sein mussten, und das 7 te des Cessionars hingen. Die d. v. rausste 
auf Pcrgament gcschrieben sein, ein Umstand, der noch in der zweiten Halfte 
des 18. Jhd. beobachtet wurde: d. v. ma d§ldna byti listem otevrenym na 
pergamend s pe6etmi sesti dobrych lidf pAnuov neb z rytffstva (neb sic by 
dobrA vfile mocnd nebyla) a s jistcovii sedmu pc6eti. (Kn. Tov. k. 180); — 
^da einer dera andem Erbgriinde oder sonst ein andre Gerechtigkeit mittels 
der Landtafel oder eines BrieflFs dobrd vflle genannt, abtreten und iibergcben 



- 38 — 

wiirde** (Vern. LO. f. 129); — ^ich Franz von Blumenfeld bekenne in kraft 
dieser landesiiblichen Cession, sonst dobrd vflle genannt* (TJrkd. ai. 1773). 
Nur genugten in spaterer Zeit 3 Siegel, des Gessionars und zweier Zcugen. 

Dobfi lidii boni -viri, amicabiles compositores, die yon den Parteien 
ersucht wurdcn, einen Vergleich zwischen ihnen zu Stande zu bringen: pfisel 
jsem 8 nim na dobre lidi, a o6 nds ti dobri lid^ smluvili, toho mi plniti 
nechce (Pub. Brn. 1417); — o to, coz jsu proti nim uCinili, chcem na te 
a na jine dobr6 lidi a piny pfijiti. (A6, 1, 19). Vgl. hadsi, sadsi, ubrman. 

— In deutschen Quellen haufig frumme (fromme) Lcute. 

Dobrota 1. der gutwillige, aussergerichtliche Yergleich : pfisel sc 
mnii na pdnS Pu§6ina 61ov6ka na dobrotu o hranice a o stare cesty a tu 
ten clovek polozil nam rok (Pfih. 01. 1412 f. 26). — 2. d. vlddyci das 
Ansehen der adeligen Abstammung und der damit verbundene Prunk: jen 
skrze bolest a pot cblap&v mohou dok&zati ti dobroty vladyci (Chel6ieky 
in Pal. Dej. IV. 1, p. 471), vgl. dobry. 

Dobrotivik nom. fem. TJebersetzung des lat. Benigna. 

Dobry kommt 1. haufig vor in der Bedeutung adelig, es ist also 
der Gegensatz von cblap (vid. dieses). Es geht diess besonders hervor aus 
k. 224 der Kn. Tov. , wo vom Verluste der Ehre die Rede ist: „a takj 
odsiizen^, hud stavu ktereho koli, neihd s z&dnfm clovekem dobrym obcovati, 
ani V sv6m stavu stAti ; nei chceli za pluhem choditi a zemi ploditi neb do 
z&kona se A&ti a mnichem byti, to m6i uCiniti.** Es geht diess ferner hervor 
aus den Bestimmungen des bohm. Bechtes uber die Qualitat der Zeugen, 
wobei zum Ueberflusse haufig das "Wort zeman , zemansk;f , vladyck;^ bei- 
gesetzt wird: sedm vlAdyk lidf dobrych a zachoval^ch (On. z D. cl. 30); — 
sedm zeman dobrych lidf usedl^ch (Pflh. Kn.). Daraus erklart sich die 
stehende Phrase in den Puhonen, dass, wenn der Angeklagte leugnen sollte, 
der Klager habe : na nej dosti dobrfch lidf. — 2. in der Bedeutung des 
franz. brave: jd vidouc to, i^e mi nic odpovfdati nechtSl, nez v2dy brane 
se dob^val, fekl jsem k nSmu: na mne-li to mfnfte ii na koho? Na to mi 
odpov6d61: na tebe, nelfbf-li se, jsi-li dobry, pojcf oprav se (Pfih, Bm. 1580); 

— Barsk^! pdni bldznum dAvajf Snupky .... jsi-li dobr^ dej. (Zip. I^er. 
I. 181); — budii dobry, muo4e51i, mil;f pane" (ai. 1472). 

Dobytek 1. das Yieh, pecus. 2. in alterer Zeit das Erworbene, das 
beweglidhe Gut im Gegensatze* von Grund und Boden, von do-byti erwerben, 
erlangen. In diesem Siane kommt d. in der En. Roz. (61. 184, 209) vor; 
denn was dort pffhlavn^ d. heisst, kommt in den spateren Quellen als pff- 
hlavn6 penfze vor. — Vgl. nAbyt 

Dohoati citationi tema vice finnem facere; in jenen Processen, wo 
eine dreifache Citation nothig war, die zweite und dritte Citation ankundigen, 
wodurch der Geklagte verbimden war, vor Gericht zu erscheinen. (Kn. Roz. 
a 65, 57, 64, 65, 68, 106, 201). 



— 39 — 

Doch, dosek, Strohbundel znm Decken der Dacher, glos; yytrhSe 
dya ioikj kaidemu jcden na znameni pridSdenf dali JBii. (P&b. 01. 1499 
f. 53 b); — vytrhnuc &indel neb z stfechy do^ek dadi pfisuzen^mu v race 
(En. Tot. k. 122). — Wahrscb. aus dem deuischen dach entlebnt. 

Domem pohnali, Jcmandem die Citation dort einhandigen, wo er 
sein Hauswcson hat. (Kn. Roz. cl. 18). 

Doniovity = 1. domaci, familiaris, Ilausgcnosse : kto2 o ayych a 
naJYice o domovitych pefii zameskd (Tom. St. 88); — 2. der, welcher sein 
cigenes Hauswesen bat, Gcgensatz von tk&6e (vid. dieses): tkd6e poboniti 
trby jako jine domovit^ lidi. (Kn. Roz. 61. 60). 

Dopomoieni das fiir den Rechtsbeistand gezablte Oeld: kdo o 
jakekoli penfzc koho pfi pniv5 horensk^m obialuje a borny jemu dopom&ie, 
ten ka2d^ jest borncmu dopomozen6bo ddti poyinen z kazd^bo zlatebo po 
1 gr. bflem (MS. LA. M, VH. 3, f. 25). 

Dopustily: ou6in d., die begangene Missetbat. (Tom. St. 222). 
Dora, Dorka, Dorofa nom. fem. Dorothea. 

Dostaly fide dignus , yerlasslicb : na mfstd tobo umrl^bo rakojmf 
tak movitebo a tak dostal^bo postayiti (Urkd. der Katb. v. Kunstat 1407 
im 01m. Stadtarcb.) anstatt des in Burgschaftsbriefen yorkommenden : jinebo 
rukojmf misto tobo umrlebo tak dobr^bo a moboyitebo postayiti (yid. z. B. 
Kn. Toy. k. 169). 

Dostivy binlanglicb = dostate£ny: jestliby ten list dostiy;^ byl k 
jeji opatfeni, .... pakliby dostiyy nebyl .... (Pfib. 01. 1494). 

Dodlak: kole^ka, lopaty, kratce, Spice, doilaky (Gas. 6. Mus. 1835 
p. 283) wabrscb. yom dentscben durcbscblag = 1. der Seiebkorb ; — 
2. ein Werkzeng, womit Locber in MetallstiLcke , Blecb u. s. w. gemacbt 
werden ; daber im Lex. s. Jac. : durcbscblag penetrale, uno mode est instra- 
mentum fabri. 

Dotriiti , den Kauf zu Ende bringen : konS dotrieni a koupeni 
nejsii (Kopidf 1569). 

DouSky das Trinkfest, welcbes nacb bestimmten Feiertagen oder 
profanen Festen z. B. Hocbzeiten abgebalten wurde, namentlicb das Qelage 
nacb der Granzbegebung, die um Pfingsten statt fand : ten pondglf y douSky 
po sy. ducbu (A6. 2, 207). 

Doiivotni der Gegensatz yon zdstaya, das Eigentbum, welcbes 
Jemanden bis zum Lebensende gebort, das Leibgeding : poboni bo z zdstayy 
i doiiyotnfbo (Pfib. 1412). 

DrAb 1. der Mietbsoldat zu Fuss, pedes mercenarius, stipendiarius ; 
entlebnt aus dem deutsohen traben (altbd. drabon, mitbd. draben): o yypra- 
yeni 3000 dr&bu snesli, aby 3000 pSdfcb pfijato bylo (Pam. kn. pr. Bra. 



- 40 — 

1535 f. 58 b) ; — jestlizeby pak pfes to tii bezpotfebni drdbi po yesnicfch 
choditi nepfeBtavali, maji jim saty, rucnice, branfi odjimdny b^ti. (Landtag 
1594). — 2. der Diener beim Patrimonialgerioht. 

Drabant , die Landestrabanten, deren Stcllung und Dienstleistung 
au8 folgendem erhellet: dve osoby hodne maji k toma od p. hcjtmana 
naffzeny b^ti, kterizto p. hejtmanovi a purkrabfmu v poslusenstvi stdti a 
Ddlezitou prfaahou zavazdni byti majf .... pakliby kdo do okrslku kldstef- 
sk^ho zvlaStS pak do soudnice s zbrani sel, ta jemu nid od purkrabfho 
ancbo drabantuv k oufadu purkrabskemu naffzen^ch vzata byti .... pacho- 
latfim drabanti nemaji do soudne svetnice ddti choditi .... aby ka^deho 
roku drabantum sedcsAte zlatych spravoydno bylo. (Landtag 1583). Sie 
batten auch Auftragc des Landeshauptmanncs zu voUziehen: jak jsem pfijel, 
skrze sluiebniky sve nejvyssi pdny oufednfky pfivftati jsem dal, jin;fm pdnum 
obyvatelum skrze drabanty jsem v zndmost uvedl. (^er. Sn^m. 1612 p. 2). — 
Die Eidesformel der Trabanten ist enthalten in einom Manusk. des Briinner 
Museulns N. 349 Fol. 100 b): ja N. na torn prisaham Pdnu Bohu etc. a JMti 
p. hejtmanovi a purkrabfmu mark. Mor., zc chci a mam vernost, poslu§nost 
i pilnost ve vsem , coz mi od JMti p. hejtmana a od purkrabfho poruceno 
bude, podle sve nejvySsf moznosti zachovati. — Vgl. drab. 

Dracf rkd , der Drachenorden , von E. Sigismund um 1418 zur 
Ausrottung der Ketzcr errichtct. Die Insignien -waren: ein erlegter Drache 
an einem Ereuze hangend, an einer goldenen Ectte auf der Brust getragen. 
Mit des Eonigs Tode ging auch der Orden ein. 

Dri^ha, der Yiehtrieb, der Durchtrieb, actus: dedemnt tres virgas 
pro via communi, quae vulgariter dicitur drdhy pellendorum peconim atque 
gregum (Dob. Mon, 6, 69) ; — exitum vero gregum , qui vulgariter drdhy 
nominatur (CD. 4, 242) ; — altsl. dra^ati roden , draga der gebahnte , aus- 
getretene Weg. 

Dreiling ein Mass fur Wein (auch fiir Getreide) , das je nach der 
Gegend verschieden ist: jemu s dvaciti drailinky vfna ulo^ili jsme (En. Tov. 
k. 16); — a ten dreilink pokldddm za 6 hfiven (Mh. Bm. 1406 f. 25); - 
od kaid^ho dreilinku vina privezenf aby jim dve kope na poctu Mfsenskem 
ddvdny byly (Priv. Tov. f. 240). Der bohm. (Euttenbergcr) und der mahr. 
Dreiling hielten 20 Eimer: zddn;f nemd dreilinky nfze 20 vSder ddlati 
(Diplom. 1549); — osmndcte dreilinkfl vfna to jest tfidceti sest befiek 
(ai. 1598 MS. LA. M. VH. 3, f. 13 b); — dreilink 640 pinet driel. 
(Pam. Eutn. 43). 

Dfevo 1. der Stammbaum : a tSm kolen6m mo^eS srozumdti v onom 
dfevu napfed, jeStot' jest napsdno (Tom. Stft. 65). 2. die Lanze: amy m61i 
jfzdn^ch padesdte a m61i oni jedendcte dfev a my p6t (A6. 3, 385). 

Drizeei vid. Drizzee. 

Driziec (drizeei CD. 1, 179) der HolzmUer, Holzknecht altb. dfizhu, 
dfizhati findere spalten, altb. dfiezha = neub. tfiska das Spaltholz.* 



— 41 — 

Drnovik voda, Dmovka von drn derRasen, das WasBer, welches 
durch die OberHache in das Bergwcrk sickcrt , das Uegenwaseer , welches 
sich in den Gruben ansammelt. 

Droslar, der Trossbube, calo: droslarove pro posluhu se pfipojujf 
(Com. j. 1. 698) ; — mitlai troscllarius qui fasciculum defert DC. , mithd. 
troBsen. 

Drtel im Bergbaue eine bestimmte Arbcitszoit, wahrsch. e germ, 
drittel, weil die Arbeit friiher in drei Schichten ciiigetheilt war. 

Druli (derho, drugo, druho) 1. der niedere Adelige, welcber zur 
Oefolgschaft eines Bannerherm gehorte: Chfepec de Lisinicz drugo Lutoldi 
(CD. 2, 162 ai. 1225); — Kunratec druho domini Benedae (CD. 3, 353 
ai. 1263) ; — si nobilis vir et non druho super sc habucrit ndrok , puer 
pro ipso subeat judicium (CD. 2, 210 ai. 1229); — altsl. drugi> socius, lit. 
draugas comes, got. ga-drauhts miles, driugan stipcndia merere, kelt. drog 
factio. (Vgl. druiina, panose). — 2. der einem Obcrbeamten untcrgeordnete 
niedere Beamte (vid. komoriric druh). 

Drum : de usione quantum drum dicitur 4 grossi pendentes videlicet 
in ponte ligneo (Jura et Stat. civ. Prag. 1347) das (Briicken-) Weggeld; 
ygl. alts, drumi via, via regia, gr. dQa/Aog. 

Druibadloice vid. druzebna nedile. 

Druzebna ned^le dominica de rosa, de fontanis, laetare der vierte 
Fastensonntag. — Der Name stammt wahrsch. von dniza (druzka, drouzka) 
die Genossin, besonders die Blumenmaid, Kranzelmaid und weist auf die 
Festfeier hin, mit welcher die Ruckkehr der Priihlingsgottin Vesna begangen 
wurde. Koch jetzt fiihrt man in manchen Gegenden Bohmens an diesem 
Sonntage eine sogenannte Eonigin (krdlovna) herum, welche von Festjung- 
frauen (dru^ky) begleitet von Haus zu Haus geht und den Hauswirthen die 
Anknnft des Priihlings verkiindet. In Serbien begeht man diese Feier erst 
am Sonntag quasimodogeniti , welcher desshalb dort auch druiicala heisst. 
— Ygl. Vesna und in der III. Abth. drausohkentag. 

Draiina , die Gefolgschaft des Bannerherm , die rittermassigen 
Knechte zum XJnterschiede von der 6eled und zwar gewohnlich mit dem 
Beisatze dobrd: ie YaSe Milost rd6ili svii dobru druzinu, rytife i panose 
k m6 potrebS vyslati. A t^ dobre druzing velmi dekuji, ze sii mne na vsem 
posluSni (1425); — na tv^m dvofe, jakozto ctneho pdna a pfed tiito dobrii 
druiinu . . . : abyste vy , ty pane napf ed i vsecka tva druzina a jinl dobf f 
lid6 se jeho vystffhali (Kn. Tov. k. 176). — Ygl. ficled, rota. 

Druziti einfiigcn, befestigen, z. B. plot, aus Latten cinen Zaun 
machen; bei Stit. 168: prodruzil dva mecem durchbohren, perfodire; vgl. 
altsL dr^g tignum, drqciiti affligere, coarctare. 

der Holzschlag: o lesich hdjen^ch a drvisti (Puh. 01m. 1486). 



— 42 — 

Dryje derDreier im Wurfelspiel, aus dem deatschen drie entlehnt. 

Dryslak 1. der sanfte Passgang des Pferdes, der Zeltergang. 2. das 
Pferd, der Zelter selbst equus gradarius; entlehnt aus dem deutschen 
dreischlag. 

Drzeni der faktische Besitz ohne Eucksicht auf den Rechtstitel : 
2e mi drzi bez boha a bez prdva dvor (Pfih. Brn. 1406 f. 25); — ze n4m 
drzi nasi ves nemaje k tomu prdva (Puh. Brn. 1447 f. 36 b); — kdo veno 
zenC ndlezit^ drzf (Zdp. ^cr. 1, 51). 

Drzeti v puhonech, v de9kach tenere in citationibujs aliquem. 
Dieser seltsame Qebrauch hat seinen Grund in dem sogen. li t o k (vid. 
dieses), welcher eigentlich nichts anderes war als eine Wette , welcher von 
zwei Gegnern zuerst citiren diirfe. Doch war er nur moglich in jenen 
Processen , wo eine dreimalige Citation vor sich gehcn musste. In diesem 
Palle hatte der Klager das Recht, den ersten und zweiten Pfihon bei der 
offentlichen Ausrufung derselben vor Gericht aus den Gerichtsbuchern (dcsky 
pfihonne) ausstreichen zu lassen ; den dritten pfihon musste er aber ausrufen 
lassen. Da aber nur der ausgerufene Puhon rechtsgiltig war, so war bei 
dieser Sachlage eigentlich erst cin Puhon und es wurde noch zweimal 
citirt; dieser Vorgang, welcher, weil zwischcn jedem Puhon seohs Wochen 
vergehen mussten, dreissig Wochen in Anspruch nahm, hiess dr£eti v pfiho- 
nech. (vid. Kn. Roz. cl. 75—112). Da aber diess zu vielen Missbrauchen 
Anlass gab, so wurde jeder, welcher die Klage gleich nach dem dritten 
Puhon nicht durchfiihrte, abgewiesen: ktoi lidi v p6hon(ch drzf dliiho na 
zmatek, aby kazdy, ktoz na koho zaloby na prve roky neprovede , aby ten 
p6hon mSl z desk vymazdn byti. (Ond. z. D. 61. 114). 

Dubee, eine Waldrobot , die im Fallen und Zufiihren von Eiohen- 
holz bestand: roboty, jen2 se jmenujf dubcc, meli jsou z prdva £initi a vezti 
a skrze tu vozbu ie jsou k fikodam pfichdzeli a tak6 roubdnim lesu ie jaou 
nSktefi smrtf sesli . • . jsou se podvolili mis to vozenf toho dubce platiti • . • 
(Priv. Tov. p. 150). 

Dudek, eine pol. Miinze 7% Kr.; wurde durch Landtagsschliisse 
ofter verboten. 

D&hon, Dikhonni list die cndlichc Gestelligmachung vor Gericht 
nach der ersten erfolglosen Citation: jestli^eby kteff po pfihonu ne8ved6ili 
a sv^d^iti necht^li , ti majf listem dfihonnim od lifadu obesldni b^ti , aby 
sv8d6ili; pakliby pfes to nesv6dcili , md na ne pravo stann^ pro sumu v 
pfihonu jmenovanou ddno byti. (LO. 1564 f. 196); — vysel puhon na pana 
Bechyni .... vySel duhon na t^hoz pdna (Cas. c. Mus. 1864 p. 104). — 
Ygl. dohnati. 

Duchovenstvi, das Gut einer geistlichen Korporation : jest Daleiice 
duchovenstvf a Earlick]^ toliko je v zdstave ivii (Zdp. ^er. 1 , 189) ; — 2e 



— 43 — 

nem& iidnf dnchoTnf t^ moci, aby duchoyenstyf zavazoyali (ibid. 247). — 
Ygl. krdlovstvf, markrabstvf. 

Dumploch im Bcrgbau ein Mass yon 4 Prager Ellen; aus dem 
deutschen dumplachter. 

Dupltykyta dcr Doppcltaffet, ygl. dykyta. 

DuSka ein dem Briefe beigclcgtcs Blattchen, der Briefeinschluss, 
gcwohnlich yertraulichen Inhaltes, woven viele Bcispiele im Archiy cesky 
z. B. 1. 371. 

Dusnik: dal zerou bogu i syatemu Scepanu se dvema duSnflcoma 
(Erb. Reg. 1, 53); — Ten duSnfk cum terra sua (ibid. 177); — unum 
hominem, qui yulgariter duSnfk nuncupatur (ibid. 380). — D. bedeutet das- 
Belbe, was animator und proanimatus in den mitlat. Urkundcn bedeutet. 
Dobroysk]^ in den Abhandlungen der bohm. Gesells. f. Wiss. 1785 p. 193 
ubersetzt es mit Seelknecht, dahin auslegend, dass es Leibeigene bedeute, 
die nichts eigenes batten als ihre Seele, indem alios iibrige, ibre Krafte 
and ihr Leib ihrem Ilerren zu Dienstcn stand. Dem ist aber nicbt so, denn 
duSnfk bedeutet den proanimatus (pro requie animac datus), den einer 
Kircbe fiir die Seelenruhe cines Yerstorbenen geschenkten Ilorigen , damit 
er ibr zinse, wie denn auch zddu6( (= co za duii se d4y&, quod pro anima 
datur) ein fur die Seelenruhe eines Yerstorbenen einer Kircbe gechenktes. 
Gut, spater das Kirchengut schlechthin heisst. — Ygl. neugr. xpvxoQiop man- 
cipium Sklaye: avridmiav aiz^ xifv^nQia dlo (de Admin, c. 32); xinsiaoiov 
erscheint schon im altgr. als demin. yon V^v^^? welch' letzteres bei den 
Byzantinem auch homo , Mensch bedeutet , also x^wxaQiav yon ypvxfi , wie 
animator yon anima und dusnfk yon du^e der fur Erwirkung der Seelenruhe 
cines Yerstorbenen geschenkte Horige. 

Dviky zusammengezogen aus dya hdky = dya prsty duo digiti 
(aus dem deutschen der Hacken = Finger) ; dya hiky jinak dya prsty na 
prsy yloifc (Ond. z. D. A6. 2, 495); — dydky prayii rukii (Kn. Roi.); — 
aby na nim dya hdky poloiil (Maj. Car. A6. 3, 103). 

Dvojhilk, der Doppelhacken , aus dem anfanglich 8, spater nur 
4 Loth Blei mit 4 und 2 Loth PuWer geschossen wurden. 

Dvojice die Zwietracht, Zwiefalt: by skrze ty dyojice obecnd dobr6 
00 nedlilo (1446). 

Dvojiti se sich entzweien: slySime, 2e se duchoynf i sydtStf yelmi 
dyojf, strany iinf a tak^ ze se proti sobS ydlkami stroji (1416). 

Dvorak avobodn]^, der Freisasse, der Freibauer, welcher zwar 
nicht adelig, daher nicht yom Stande war, aber doch in keinem Unter- 
thftnigkeitsyerbande stand. Sie batten das Recht, glcich dem Adeligen, beim 
Landrechte unmittelbar Klagen einzureichen : Mach syobodn^ dyofdk poh^ni 
dyfima pflhony (Zdp. 2er. 1, 63); — ndk^ dyoMk pohnal Y. Lhotsk^ho. 



— 44 — 

Ohl&sil 8e k tomu Eatar^, 2o ten dvoMk svobodn^ nen{, na dedictvf ze 
nic nemd a poddan^m jeho zc jest a tak prdva ku poh&nSni ze neinel 
(ibid. 115); — T. na mfst^ tSch dyofdku ukazoval listy evobody a naddni 
jejich (ibid. 182). Sie batten das Recbt, ihre Hofe in die Landtafel zu legen 
und leisteten jenen Grundherren, in deren Bereich ihre Hofe lagen, kein 
homagium: odpovSd dali, ze poddani p. Pleskeho nejsou, nei svobodnf lide 
a ie dvory eve v dskach maji, nad to, ie 61ov6SenstYi nikdy 
neslibovali (ibid. 197). Der d. sv. musste also nicht bloss ein freiver- 
erbliches Grundstiick besitzen, er musste auch personlich frci, d. h. er durfte 
kein Iloriger sein; es konnte einem Horigen die Erblichkeit cines Grundes 
zuerkannt werden ohne Verleihung personlicher Preiheit: Plesk;^ dal pro- 
mluviti, 2c a6koli ty dvory k dcdi^nemu uzfvdnf pusteny jsou, aygak ie 
svobodstvf osobdm iddndho ddno nenf, n^br2 ie pdni z Pernsteina panstvl 
BobS na nich pozustavili (ibid. 201) ; — ukdzal sv6 vypisy z desk a byly 
dostatecne k dokdzdnf, ie jest dvofdkem svobodnym (ibid. 2, 177). Weil 
sie personlich frei warcn, wurden sie bei der Repartition der Steuern eigens 
angefuhrt, wahrend fur die Ilorigcn die Grundobrigkeit die Steuern ent- 
richtete: aby kaid^ z obyvatelu z kazdeho poddaneho sveho po jednom 
zlatdm dal, syobodnf dvofdci i jin( svobodnfci kazdy po dvou zlat^ch. (Gedr. 
Landtagsschl. 1594 f. 129 b). — Ygl. dedinnik, iiapravnik, rycbtar svo- 
bodny, svobodiiik. 

Dvorne stolz, rcchthaberisch, ungebiihrlich : uvedl odpfirce pravdy boil 
a dvornS naklddal s terai, jenz pfichylni byli k pravde bozf. (SRB. 3, 262). 

Dvoriiost, Dvorstvo curiositas, Sonderbarkcit, Uobcrmuth : skodne 
dvomosti (Tom. St. 170); der Nomencl. bei Hanka iibcrsetzt curiositas durch 
dyorstVo und vSeteSnost. 

Dvorsky soud auch mansky das Hoflehengericht, judicium curise, 
curiale, clicntale vor welchem alio Rechtsvcrhaltnisse dor konigl. Yasallen, 
ihrer Guter, die Heimfalle und seit dem 16. Jhdte. auch Morde verhandelt 
wurden. Anfnnglich tagtc diess Gericht zu denselbcn Zeiten wie das Land- 
recht (Vs. p. 4); spatcr vicrmal im Jalire und zwar den nachsten Tag nach 
Bartholomuu, Martini, Pauli Bckehrung und nach dem Ilcilthumfeste. Den 
Yorsitz fiihrte der Obcrsthoflehenrichtcr; als Beisitzer fungirtcn die vom 
Konige hiezu berufenen Ilerrcnstandspcraonen , deron wcnigstens 8 sein 
mussten, und vier aus dem Ritterstande ; doch war zur Rechtsgiltigkeit cines 
Ausspruchcs die Anwescnhcit von wcnigstens 10 Bcisitzern erforderlich. (LO. 
1564. vgl. Stransky p. 499). Die Gerichtsordnung war dicselbe, w^ie bcim 
Landrechte; nur dass der puhon durch einen Yasallen und nicht durch 
einen puhonfif dem Yorgeladenen eingchtindigt wurde. Seit dem J. 1575 
konnten die Sitzungen dieses Gorichtes rechtsgiltig nur in dem sogen. 
grdnen Saale abgehalten werden. — (Ygl. Zfiz. Ylad. A6. 5, 151; und 
sudi dvorsky). 



— 45 — 

Dvoucesky i. e. gro§ dcr Doppclgro8chen, dvougroS&k (Act. Crim. 
Olom. d. 1679). 

DvAr curia, dcr Ilof: kr&lovsk^ der konigliche Uof, pansky 
der Herrenhof, der Ilerrensitz, Sosovnf der dem Stadtrechte untersteht, der 
Btadtische Meicrhof, ylady£i der Edelhof, Rittersitz, kmetcf Bauernhof, 
popluzny das Yorwerk, der Meierhof, ndpravnf curia feodalis (vgl. uA- 
prava), fimsk^ curia romana. 

Dygnovity z. B. stf'ibro e germ, ge die gen, gediegeaes Erz. 

Dykyta (Tykyta, fruher auch Tafat, Taflfat) Icinwandartig ge- 
webter Stoff aus gekochter Seide, der Taffet, mitlat. taffata, pers. tafteh. 

Dym, Dymovi vid. poddymi. 

Dyniacka die Glashiitte: yes pustd Bozdajnov, kde pdnS Stanislavova 
d^ma6ka jest. (TJrbar. Mirov). 

Dynovati: moznejSl tfizcc §acuje a kdyi jednou vyplatu sloii, tedy 

jinf ofidrov6 jeStfi po druhe je dynuji o penfze. (Pav. Skal. 2, 392) von dem 

' deutschen dienen, welches, ohne den Dativ der Person gebraucht, in Baiern 

eine Feudalgabe entricbten heisst; es ist daher gleichbedeutend mit 

holdoyati. (vid. dieses). 

Dzbernice ein Flussigkeitsmass, namentlich fiir Honig, das zwei 
Kubel fasste. 

Eliska, EiSka nom. fern. Elisabeth. 

Erb 1. der Erbe. 2. das Wappcn: krdl moz erbera chlapa za vladyku 
vyr^Siti (Kn. Tov. kap. 233). 

Erbanunk: ie ani dfl6im listem, ani smlouvou, ani erbanunkem 

V . 

nemMe prdynS nazvdn byti. (Zdp. Zer. 1, 144) korrumpirt aus dem deutschen: 
erbeinigung. vid. spolkov^ list. 

Erbovnf lid^ die ein Wappen haben. 

Erckaufr e germ. Der Erzkaufer, jene, welche die Erze von den 
Gev^erken kauften, sie schmolzen und das gewonnene Gold, Silber u. s. w. 
an die landesfiirstl. Miinze verkaufcn mussten. 

Erctaler e germ, der Erztheiler, welche die Erze nach bcstimmten 
mit dem konigl. Zeichen versehenen Maassen zu theilen batten. 

Faeali, Faealik, Facalit, Facalitka das Schnupftuch: rd£fS-li mu 
kosili ngkterou neb facaH odeslati (Listy Zer. 3, 120) aus dem ital. fazzo- 
letto cntlehnt, mitlat. faciletum , facitergium, welch' letzteres im Lex. s. 
Jacobi durch Antlitztuch treffend iibersetzt wird. 

Faeun (vacun): koSill, (5echluv, v6nc\iv, faciinuv (JRB. 3. 244); — 
cfika tafatova, poduSky, faciin s perlami (Pub. Olom. 1531), wahrsch. Ilaar- 
bandery die mit Perlen geschmuckt waren ; nach der Stelle bei Stitn]f : budelif 



— 46 — 

mfti kr&tk6 ylasy, ale nafalSujo je yaciinem dlufa;fin ein falscher Haarzopf ; 
yielleicht aus dem mittellat. facium = fasciculum die Binde, oder franz. faijon? 

Fafrnoeh haufiger im plur. Faflrnochy der Helmbusch, die Helm- 
decke, auch die falschen Frauenlocken, der Schmuck-Zierrath iiberbaupt, 
aus dem franz. fanfreluche flitter: helm, jehoi fafrnochy maji ozdobeny b^ti 
barvii 21utu. (SRB. 3, 213) ; — helm, na nSmz pfikryvadla nebo fafrnochy 
zlat6 a 6ern6 barvy po obou strandeh dolfi visf (Lum. 1859 p. 257). 

Fach e germ. Faeh, ein Maass fur Haute, und zwar verschieden 
gezahlt, meistens hundert Stuck auf ein Fach. 

FaleSnik , falsificator , der F&lscher yon Urkunden und Geld : ty 
6a8y V Erne pro falesne listy svfij konec vzal (Kn. Drn. 89); — gleitove 
nepom&haji faIeSnfk6m (Kn. Toy. k. 201). 

Fallar: manichejStf falldH ({^as. 6. Mus. 1852 UI. p. 46) der Irr- 
lehrer e lat. fallo; daher fallovati tauschen, irrefiihren: aby lid fallovali 
pod pokrytstvfm knezsk^^m (ibid.). 

Farfule Metallabschnitzel , viereckigc aus Stangen gcschnittene 
Silberstiicke; vgl. mithd. varvele (plur.) geriebencr Teig, ital. farfalla. 

Fasunky der Wagen , namcntlich der Leiterwagcn : ^c by jich na 
tfi fasunky nevzebral (SRB. 3, 49); — najlepSi vozove s fasunky (Cas. 6. M, 
1828, n. 23). 

Fedrfechtir: hcjtmane mezi fedrfechtfry (Cas. 6. Mus. 1848 p. 305) 
der Federfechter, eine FechtgescUschaft oder Zunft, die mit einem leichteren 
Degen, dem Rappiere, in einigen Qegenden Deutschlands Feder genannt, 
fochten. Sie nannten sich auch Freifechter von der Feder (svobodny 
Sermff od p^ra), hatten eigene Statuten; ihr Hauptmann, ihro Zunftlade 
und die Urkunden bcfanden sich in Prag. Wer vor dem Hauptmann und 
den Zunftvorstehern die Probe bestand, konnte sich des Wappena (viorfach 
getheiltes Feld mit zwei kreuzweise gelegten Schwertern , zwei zusammen- 
gedruckten eine Schreibfeder haltenden Handcn , eine Helmkrone , worauf 
ein goldenor Greif) bedicnen und als Meister seine Eunst lehren. Zu den 
Federfechtern gehorten meistens Drahtzieher, Drechsler, Giirtlcr, Elempner, 
Schlosser, Schneider u. s. w., wahrend Backer, Feilhauer, Kurschner u. s. w. 
der Fechterzunft der Marxbriider zugethan waren. — Vgl. Markus, Mistr 
dioubeho nieie, Svobodny sermif od p^ra. 

Fedrovati helfen , beistehcn , Yorschub leisten , entlehnt aus dem 
deutschen ford em. 

Fedrovni list 1. litera promotoria, der Empfehlungsbrief z. B. : 
quia D. judeus noster in nonnullis negociis suis vadit in regnum prefatum 
Poloniae exhibitor et ostensor presencium, ideo supplicamus, quatenus cum 
bene et favorabiliter tractaretis etc. (Kn. Tov. ed. Domuth p. 141). 2. Der 
Entlassbrief, welcher Taglohnem oder Dingarbeitern gegeben wurde, wenn 



— 47 — 

sie von ihrem Gnindherrn auf Arbeit auszogen oder den sic Ton ihrcn Lohn- 
herrn, wenn sie aus der Arbeit traten, erhielten (Bohm. LO. 1564 f. 161); — 
a jestlizeby kdo sv6ho sluiebnfka poslal z pdn6y, prelatOY, z rytifstva, mSst, 
i kupci, aby jim fedrovni listy ddvali pod pe6eti, ze jest sluzebnik jeho , a 
kteryby toho nemSl, ten aby vzat byl (Pam. Kn. Pr. OUn. 1517 f. 4a ai. 1510). 

Fefel, Feflik das Band am Helme, der Haube u. s. w. : 6epice s 
hedb&vn^ feflfkem (Had. pr. 71), mithd. faile, vele, lat. velum, frz. voile, 
spatere deutsche Form fechel ein Band, das an den Schleicr geheftet ruck- 
warts herabhangt; — im Lex. s. Jacobi vijel der Elosterfrauen vitta monia- 
lium, heutzutage der weihel. 

Felba der Halbsammt, Wollsammt (Felbel) aus dem ital. felpa. 

Fena nom. fern. Philomena: Fena socrus Vyknani (DB. 11, 305). 

Ferniei ex germ. Fimiss , mitlat. fernisium : figura panny Marie 
fermeiovana a zlatem vylozcna. 

Ferstal vid. Ferstat. 

Ferstat (im Lumfr 1860 p. 879 unrichtig ferstal): „aby vlaska 
sukna harasy , ferStaty d^ldna b^^ti mohla^ o germ, for s tat, vorstat, 
welches das Lex. s. Jac. als „praetexta, genus panni nobilis*^ erklart. Da 
nach du Cange praete*xta „Iimbu8 intextus, acu pictus^ und praetcxtus 
„praetexta vestis, cui adsutum aliquid ad ornamentum*^ bedeutct, so diirfte 
ferstat einen gebliimten (Mohairartigen) StofF bedcuten. Orimm^s Wbch. 4, 
sp. 3 hat: ^forst ein Oewebe von Seide, Wolle und Leinen, wahrsch. das 
mithd. arraz.*^ — Ladisl. von Lobkowitz liess im J. 1558 ital. Arbeiter kommen 
and fuhrte so die Bereitung dieser Stoffe in Bohmen ein. 

Fersuehar. Der MQnzprobiror (aus dem deutschen Yersucher): 
aby se pffsady a zma umenSiti nemohlo, k tomu vydali fersuchara . . • a ti 
fersucharov^ jednoho kazd^ho werku jednu probu vezm^to (A£. 4 , 437). 
Es waren bei der Munze zwei , einer vom Konige , der andere von den 
Standen emannt. In der LO. vom J. 1564 beisst der P. probff ; vid. dieses. 

Firtoch, Firtuch die Schiirze ex germ. Yiirtuch: pokuty od 
Evy N. , ie sobe fgrtuch pfep&liti dala (MS. Hochw. ai. 1666) == stuprari. 

Feyrovali: dostal se na obecnf m&ry a byl sluSn6 feyrovdn (Cccs. 
£. Mas. 1832 p. 324) e germ, feu era = heizen, die Feuer- oder heisse 
Tortar. 

Fidrholec : byli vra^edlnici a mladf padouSi z fidrholce (SRB. 3; 325), 
ein Wald am Wege von Bohm. Brod nach Prag, beruchtiget wegen der 
dort sich aufhaltenden Wegelagerer : est hie silva, per quam Praga Brodam 
eantibus iter habere est necesse et quae Fidrolec vocatur, latrociniis eo 
usque infamis, ut cum locum furibus obnoxium vocare volumus, proverbio: 
Jest tu CO na fidrolci^ dicere soleamus. (Stran. res. boj. p. 21). 

Fila nom. viri = Philipp: poh. Filipa jinak Filu (Pfih. 01. 1581). 



— 48 — 

Filoiet, die Flockseidc, jene Seidenfaden, die beim Einsammeln 
der Cocons an den Reisem hangen bleiben. 

Fimal, Fimol der Eisenkeil, Steinbrecher e germ. Fimmcl, Femel : 
lopaty, kratce, fimdle (fias. c. Mus. 1835 p. 283, vid. Gr. Wbch. III. sp. 1638). 

F-lorek, Flores, Florys nom. yiri Florian. 

Florian in der Prag. Diozese am 5. Mai, wie mehrcrc Missale der 
Prager Dioz., welche im bohm. Museum aufbewahrt wcrden, angeben ; so das 
Missale ai. 1498, ai. 1502; ebenso in den Datirungen z. B. v litery den 
sv. Floriana (ai. 1394, wo der 5. Mai auf einen Dienstag fiel. A6. 1, 53); — 

V pdtek den sv. Flor. (SRB. 3, 359 ai. 1514); — v litery den sv. Flor. 
(8RB. 3, 457 ai. 1523). 

Flu8 entlehnt aus dem deutschen FIuss, 1. ein Eartenspiel ^dessen 
Pointe wahrsch. darin bestand, mehrere gleiche Earten in unraittelbarer 
Nacheinanderfolge ausspielen zu konnen** (Qr. \Vb.). Aus SRB. 3, 519 geht 
aber hervor, dass diess das sogenannte einunddroissig sei: 1. 1512 zacali 

V 6echdch flusa hrdti .... Miiftdri pfes hory nakoukajf ji4-li v CechAch 
flusa hrajf, o nic vfce by nest^Ii, jen aby jedenatfiect m61i. — 2. rheu- 
matischer Erankheitsstoff, der im 15., 16., 17. Jhd. eine bedeutende RoUe 
spielte und in der Yulg&rmedizin' des Landvolkes bisher noch spielt: ryma 
jest flusfl kap&nf gravedo est catarrhi destillatio (Com. j. I. 300); -— listf 
Selv6jov6 jest v^born6 lekafstvf lidem dychaviin;^, na plice nedfiiiv^m, 
kteH2 ustavifnS kaSli a jimz studenf flusov6 z hlavy do prs& padaj{ (Vel. 
Math. p. 245); — pilulka jf iskoyf flus strhla , kteryi ji tvdf , usta, jazyk, 
ddsnS, zuby, hrdlo, krk tak obkl(6iI, ze pro oteklinu ani jfsti, ani pfti, ani 
mluviti srozumitelnfi nemuze (Brief Earl's v. Zer. 1628). 

Flusnik , welcher das Hazardspiel Fluss spielt : u Hory penfze 
dSlaji, ale flusnici hned je majf. (SRB. 3, 519). 

Flutek, Flutky eine schlechte urn's J. 1421 aus Eupfer gepragte 
Munze, vom deutschen flott benannt: dSlali- penfze z pouh6 m£di a tim 
sd Hkali flutky. (Vgl. Pal. D6j. HI. 1, 480). 

Fojt, der Stadtvogt, der Dorfrichter : za fojta M. a za konSel&v. 

y 

Folk: ktoby kurvy pfechovdval jim folk a svobodu ddvaje (Gas. 
6es. Mus. 1848 p. 201); — ktozby povale^e choval a jim folky iinil (ibid, 
p. 202) e germ, die Folge = consensus (Grimm Wbch. sub Folge 2). 

Folkovati 1. nachgeben, zu Willen sein indulgentia, conniventia, 
blanditiae: tfm sobe i&inf nefolkuj (VS.). ~ 2. zukommen: kto starif bude 
mfti ve dskdch, tomu to zboif md folkovati (Lib. cit. II. p. 2). — Aus dem 
deutschen folge n. 

Forberk allodium im Boh. entlehnt aus dem deutschen Yorweik, 
der Meierhof. 

Forcjtar e germ, der Vorreiter : pacholatflm , ktcff pe forejtafi 
jmenujL (Lumfr 1859 p. 256). 



— 49 — 

Fornianili das Fuhrmaniiswerk betreiben. (Pfifa. Brn. 1447 f. 51 b). 

FortJid yid. Portad* 

Fortgelt e germ, das Fahrtgeld, welches den Reitem gezahlt 
wurde, wenn sie ins Feld zogen. — Ygl. anrytgelt, laufgelt. 

Fortiia 1. porta die Pforte. 2. der kleinere Ausgang der Stadtmaner 
neben dem Stadtthore: musely se kUie odyesti od bran a forten (MS. LA.). 

Forundhab entlehnt ans dem deutschcn fahrcnde Habe: pobral 
fonindhab klenoty, penize, riicha, stffbra, pasy, konS. (Puh. 01. 1412 f. 35). — 
Vgl. nadbyt. 

Fraid das Einlauten der Markt- (Mess-) Frciheit, daher des Markt- 
anfanges: aby zyon£no bylo k sy. Bartolom^ji a fraid aby pfedcc dri&n 
byl (SRB. 3, 273); — rozkdzali freid na rathouzc zyoniti k noy^mu jar- 
markiL (ibid. 277). 

FragnAf, Fragnir, Fraknar e germ, der Fragner, der Greissler, 
der Pfaidler: trhoyi lid^, je&to doma co2 bud prodayaji, jakoi jsii kramiln, 
frakn&i4. (dtft. Nau6. kK p. 97). 

Franhaiika die Handlerin : obesUny franhaizky, ktoro handle yedou ; 
kter& se ten {as neohldsf, mi se j{ handl pfetrhnouti. (MS. LA. M. YIII. 44). 

Fratovi voda, das Wasser, welches im Tnnern der Bcrgwerkc aus 
den Oefinungen des Gesteines sickert (im Qegcnsatz zur drnovi yoda, yid. 
dieses) e germ. dial, fret ein kleines Loch, mithd. yratcn reiben, bohren, 
yrat der Schund, die in Folge des Beibens entstandene OeiFnung. 

Fraacimor^ die weibliche Dienerschaft ^ Begleitung, entlehnt aus 
dem d. Frauenzimmer und dieses Uebersetzung des gr. und lat. ywaMuop 
gynaeceum ursp. das Gemach fiir die wcibl. Bewohncrinnen des Hauses, 
der Familie. Es wird immer coUectiy gebraucht: aby fraucimor z pHtelkyni 
m^ch pfiyftati mohla (Listy 2er. 1, 105); — kazali jsme fraucimoru i pacho- 
latfim yystoupiti. (Zip. 2er. 1, 147). 

Frauchreitari : Frankoye, Slczdci, Frauchreitdri tak6 t^ hry nerddi 
zmaH (SRB. 3 , 520) wahrscheinlich fur Franchreitdfi yerschrieben , also 
gleich Frank = FreireiterP 

Freid yid. Fraid und Frid. 

Frej das freie Benehmen dem weibl. Geschlechte gegeniiber, die 
Zugellosigkeit, mithd. yrte : pdni syny sy^ k nekdzanf^ frejom a neSlechet- 
nosti dopuStf (Kn. Toy. k. 217); — bez studu bydlf ye frejlch, ye smilstyi 
pokoutn^m (Chel6ic. Post. 29). 

Frejunk (Freyunk), die Freiung d. i. die Tage yor oder nach dem 
eigentlichen Markte, der Yor- und Nachmarkt: aby toho jarmarku osm dnf 
a freyunkem obycejn^m u^fyali (Urkd. fur Eibenschitz 1535); — mSSfane 
yfna syd na freyunky jarmareiSnf syobodnfi fienkujte; freyunky pak md purk- 
mistr ddti yyzydnSti a proyoldyati a tryati maji dyg nedelc pfi kazdem 

4 



— 50 - 

jannarce, if den pfed jarmarkem a t^den po nSm (MS. LA. M. VII. 3 f. 30); — 
pfi jarmarku pdni starif inaj{ svobodny freijunk na fienkov&nf vfn pouStSti 
a takorf freijunk tfden pfed jarmarkem a t^den po jarmarku trvati md. 
(Chron. Igl. p. 34). 

Frid (Freid), der Friede, die Umzaumung : o freydfch takov^ privo 
majf, ie do sv. Jiff md jeden soused druh^mu svou mezi ohraditi, aby se 
jemu Skoda od dobytka nestala; pakliby t^ ohrady neudSlal (Urkd. f. 
Eibenschitz 1576); — maj( po frydlch okolo vinohradfi choditi (MS. LA. 
M. Vn. 3, f. 26). 

Fryjd (fk-ygd), der Friede als Waffenstillstand , der Schutz jus 
asyli: aby jim i&dnf gleit ani frygd nebo kterd svoboda nebylo spomocno 
(Cas. i. M. 1839 p. 236). 

Fuchssvancer : klevetdfe, fuchsiTanory a pochlebnfky rdd poslou- 
chal (Cas. i. Mus. 1858 p. 373); jeho mildiikove a f^chsSyanceroY^ ve v6em 
jemu pochlebuji (ibid. 374) e germ, der Fuchsschwanzer, ein listiger, schmeich- 
lerischer Mensch. 

Fukarovati, Oeldgeschafte betreiben: kupiiti a fukaroyati (Res.) 
wahrscheinlich yom Bankhause der Fugger hergenommen ; ygl. iibrigens das 
niederd. fuggem = schachem. 

Fnlfas: zayitf hiayy jej{ bylo yelik;fch fiilfasdy a homonfl (Hdd. 
pr. 72); fremdes, wahrsch. aus dem deutschen entlebntes Wort; mithd. 
1. yullen, yullen implore. 2. futtern, unterfuttern die Eleider und yas das 
Haar, die Rundwulste, deren mehrere zusammengebunden, mit einem TJeber- 
zuge yersehen , mit Perlen , Borten u. s. w. yerziert , eine langlieh runde 
Eopfbedeckung bildeten. 

Fant 1. als Munze nur im Stadtrechte yorkommeud, das Land 
z&hlte nach Pfunden nicht: rukojmg z yraidy zaydzdni majf b^ti y sumS 
50 funtuoy, jenz 6inl 30 kop (Pr. M6st. im LArch. f. 104 b); — a6koli pfi 
skldddnf yraidy 50 funtuoy Sacujf se za 30 kop, aySak y jin^oh pokutdch 
funt md za 20 gr. po6ten b^ti (ibid. 136). — 2. das Qewicht eines Pfundes : 
p8t set funtuoy yosku (Kn. Toy. k. 210). 

FurAk, der mit einer Fuhre geht, etwas fuhrt: kde se obilf sydieti 
bude, tu obroinlk na poli k furdkflm dohlfdati md (MS. Fridl. 1638). 

Futrmistr e germ, der Futtermeister, ein Stallbeamte, welcher das 
Futter fur die Pferde des konigl. Stalles zu yersorgen hatte. 

Galioty yid. Kalioty. 

Gamael (leg. gamael): koflik stfibrn^ s gmelcem a ciyfmi gamaely 
ysazen;fmi yfikol (Pam. arch. 1869 p. 338), fiir gamahel, gamajel, das heu- 
tige Camee, mithd. gamahiu, franz. camaieu, mitlat. camahutus, camahotus, 
camaheu, cameus, 1. yielfarbiger Edelstein, der Onyx, Sardonyx, Achat, 
Chalcedon etc., aus dem Cameen geschnitzt werden ; — 2. Die Camee selbst 



— 51 — 

Garniui: refectionem, quod vulgo dicitur garmuz (Erb. Reg. 48) 
i. e. jannuz = dem mithd. wannuos brassica oleracea, kapusta, wo J statt 
des w steht, wie slov. japno und bohm. ^v^pno; vgl. varmui. 

Gedcane vid. Hedcani. 

Genuensk^ aus Genua ; g — e veci kandirte und andere Siidfruchte, 
die au8 Genua bezogen wurden. 

Geru6a, Gerude nom. fem. Gertrud. 

Gleit e germ. 1. dag sichere Geleite, salvuB conductus, saWa quardia: 
i&inf ku pr&Tu jsa povol&n nemd za gleitem odpovidati, ne2 gleit m& vzddti 
a toho, o6 jest pohn&n, pr&ya dostati. (Kn. Toy. kap. 65); — pdn zeme 
neb hejtman muo2 obecn;^ gleit ddti nez zddn^ jiny . . . gleitoye nepomdhajf 
ih&foia, lTipe2nik6m, zlodSj6m, faleSn(k6my mordef6m a zrddcim. (ibid. kap. 
201). 2. auch glet e germ, die Glatte beim Schmelzen des Silbers, das 
hiebei oxydirte filei, welches durch das Glattloch abfliesst. 3. geglattete 
Leinwand, Eattun, Metallwaaren, Leder u. s. w. 

Glet vid. Gleit. 

Gloia die Glosse, glossa. 

Gment vid. Kment* 

Gostinni yid. Hostinni. 

GrAd 1. der Grad in der Miinze: kdoz ty zlate dSlati bude, aby je 
na tolik graduov dfilali, jakoi jaii od staroddvna dSlani b^ali, jmenovitS 
m& kaid^ fia,tf 23 graduov mfti. (AC 5, 497) ; — die bestet zu 6 lottn und 
gend der grad 32 pfennig auf das lot (Ealtenback Wien. Miinzr.). — 2. die 
Stuffen oder Berggruben: ie v grddlch dolej6ich mdlo kde mohli tS2iti (Pam. 
Kut 149). 

Grneini yid Hrneini. 

Grod yom lat. grossus dick das dicke, massivere Geld im Gegen- 
satzc zu den friiher gebrauchlichen Bracteaten, den dunnen Silberblechmiinzen. 
E. Wenzel 11. liess sie zuerst schlagen ; obwohl einige behaupten, dass die 
erste Pragung derselben im J. 1296 erfolgte, so yerdient die Angabe des 
Chronisten Franciscus, die ersten Groschen seien im Juli des J. 1300 durch 
Plorentiner Munzleute in der Prager M&nze gepragt worden, mehr Glauben. 
(SRB. 2, 55) Aus einer Mark Silber wurden nach bohmischer Zahl 60 Gr. 
und nach mahrischer Zahl 64 Gr. gepragt, was einem Peingehalte bei der 
b5hm. Zahl yon IT'/^ Lothen = 262,505 Gramme, bei der mahr. Zahl von 18 V7 
Lothen = 280,006 Grammen, oder 23 fl. 62 kr. Oe. W. u. 25 fl. 20 kr. Oe. W. ent- 
Bpricht,sodass die ersten Groschen einen Worth von circa 39 Neukreuzem repra- 
sentiren. Nach dem Eonig, welcher sie zuerst einfiihrte, hiessen sie Wenzels- 
Gr., spater schlechthin bohmische oder Prager Gr. Die neue Miinze war 
so vortrefBich, dass sie bald in die benachbarten Lander Eingang fand ; aber 
wie im Mittelalter so oft, bemachtigte sich der bohm. Gr. bald die Spekulation, 

4* 



— 52 -« 

iadem dieselben von fremden Kaufleuten aus dem Lande gezogen warden, 
wahrend sie schlech teres Geld zuruckliessen und schon der ChroniBt Pran- 
ciskus klagt : hie grossus numus jam jam manet undique firmus, Quern scio 
dispersum longe, sed rare revcrsum. Diese Verschleppung der bohm. Gr. 
ins Ausland noch mehr aber der Hang K. Johanna, durch Terschlechterung 
der Munze seine Kammer zu bereichern, waren der Grund, dass seit dem 
Regierungsantritte dieses Konigs die Gr. einen Kupferzusatz erhielten, so dass 
der Feingehalt derselben vermindert wurde. Darauf bezieht sich die Klage 
des Tom. Stft. in seiner Ermahnung an die Herren (edit. Erb. 161), dass 
zur Zeit der Vorfahrcn der Zeitgenossen des Stftn^ durch den Eupferbeisatz 
72 Gr. fiir eine Mark gezahlt wurden; diese Angabe wird bestattiget durch 
eine Urkunde ai. 1316 : je fiir eine Mark 72 grosser prager pfennig. Die 
Munzverschlechterung nahm aber zur Zeit Stft. noch mehr zu; an der- 
selben Stelle sagt er, dass unlangst (um 1373) fiir die Mark 80 ja sogar 
1 y, Schock d. i. 90 Gr. gezahlt werden mussten, so sehr war die anfanglich 
so gute Miinze durch den inmier grosser werdenden Kupferbeisatz im Werthe 
gesunken. Da hiedurch vorziiglich jene litten, welche Geldzinse zu beheben 
batten, so wurde am Landtage vom 2. Nov. 1378 bestimmt: 1. dass fortan 
zu 100 Mark feinen Silbers nicht mehr als 12 Mark Eupfer legirt und jede 
Mark 70 Gr., jeder Qroschen zu 12 Hellern ausgepragt werde und dass 
2. zwei Miinzwardeine, ein koniglicher und ein standischer dartlber wachen, 
damit keine geringere Miinze gepragt und in Umlauf gesetzt werde. Doch 
halfen diese Massregeln nicht yiel ; namentlich trat wahrend der Hussiten- 
kriege eine grosse Yerschlechterung der Miinze ein ; nachdem aber unter K. 
Georg durch das Einschleppen schlechter Miinze besonders der schwarzen 
Pfennige aus Oesterreich und ebenso schlechter Miinzen aus den scUesischen 
Herzogthiimem und aus der Lausitz die Einbusse zu gross wurde, so dass 
ein bohm. Gr. in der Zeit nur 10 Nkr. Worth hatte, nahm dersolbe am Land- 
tage des J. 1469 die Munzverbesserung vor, welche von den versammelten 
Standen gebilliget wurde. Damach sollte das Eorn der neuen Groschen der 
Art sein, dass 24 derselben einen ungar. Goldgulden (Dukaten) und 18 einen 
rheinischen Gulden ausmachten ; die alten in Euttenberg gepragten Gr. und 
Pfennige konnten gegen neue Gr. eingetausoht werden,wobei aber 14 Pfennige 
Euttenb. Pragung fiir einen neuen Gr. gezahlt werden mussten ; zwei Pfennige 
alter Pragimgmachten einen Pfennig neuer Pragung, so dass also der 1469 ein- 
gefiihrte Gr.7 weisse Pfenige (denarii albi, bile penfze) enthielt. Dabei wurde 
jede andere Miinze aus Bohmen ausgeschlossen mit Ausnahme der neuen Meiss- 
nergr. deren Worth auf 6 Pfen. festgesetzt wurde. (A6. 4, 437). Wie leichtkomig 
der bohm. Gr. yor dieser Miinzreform war, erhellt aus einem Yerzeichnisse, 
das unter E. Yladislay iiber den Worth dieser Gr. im Yerhaltnisse zu den 
ung. Dukaten angelegt wurde: es cursirte ein ung. Dukaten im J. 1459 zu 
bohm. Gr. 42; im J. 1460 zu 42 Gr.; im J. 1461 zu 34 Gr.; im J. 1462 
zu 42 Gr.; im J. 1463 zu 48 Gr., im J. 1464 zu 48 Gr; im J. 1465 zu 



— 58 — 

47 Va Qr. (L. O. ai. 1564 f. 205), 1506 zu 33 Gr,, 1570 zu 30 Gr. u. s. w. 
Derselbe TTmstand wic unter K. Georg, die schlechte Munze namlich in den 
schlesificlien Pflrstenthumern veranlasste K. Ferdinand I. zum unbedingten 
Ausweisen der Lignitzer Miinzen, ferner zur Verordnung, dass alle in Bohmen 
cirkulirenden Miinzen jedes Vierteljahr probirt und ihre Werthe im Ver- 
haltnisse zu den bohmischen beatimmt wurden (1543). Zugleich wurde (1544) 
festgestellt, dass die feine Nurnberger Mark weniger eines Quentchens 7 fl. 
14 Gr. 6 Pfen. bohm. gelten solle, den Gulden zu 24 Gr. und den Gr. zu 
7 Pfen. (nach rhein. Munzfusse) gerechnet; ferner wurde der Werth eines 
ungar. Goldgulden auf IVj Schock meissnisch odcr auf 105 kr., der i-hein. 
Gulden auf 1 Schock meissn. und 12 Pfennige oder auf 72 kr., der Thaler 
auf 1 Schock meissn. oder auf 70 kr., der bohm. Gr. auf 18 klcine Pfen. 
oder 3 kr. gerechnet. (LO. 1564 f. 218). Nebst diesen Zahlmiinzen gab es weisse 
Gr. zu 6 und die sogenannten huba6ky zu 9 Heller. Zu Anfang des 18 Jh. 
rechnete man den weissen Groschen zu 2 kr. und 1 Pfen., deren 3 einen 
damaligen Ereuzer ausmachten (LA. Elost. Bruck L. I. n. 42), so dass ein 
weisser Gr. 7 weisse Pfennige oder 2V3 kr. Conv, M. ausmachten und da 
30 weisse Gr. einen mahr. Gulden gaben, so betrug dieser 1 fl. 10 kr. Con. 
M. oder 1 fl. 22 kr. Oe. W., wahrend der fl. rhein. nur. 70 kr. betrug. — 
Die in den Quellen am haufigsten vorkommenden Benennungen von Gr. 
sind: 1. gr. Janov^ der Johannesgroscben in und fiir Schlesien gepragt 
namendich fiir und von dem Bisthume Breslau; sie waren gewohnlich mit 
dem Haupte des h. Johannes des Taufers yersehen, aus sechsldthigem Silber 
gem^nzt, so dass 36 Stiick auf einen Gulden und 90 auf die Mark gingen; 
im Kurse wurden sie den meissn. Gr. gleich geachtet. — 2. gr. mecovy 
der Schwert- oder Meissndrgroschen, welche in Sachsen seit 1457 gepragt 
wurden, im Kurse gleich einem halben bohm. Gr. : groSi bfl^mi, kteffi^to z 
komory krilovsk^ ili ye 14 penSzfch neb dvou gr. me^oy^ch (Vel. Eal. p- 
39 ai. 1478). — 3. gr. sask£ s anjelem die sachs. Engelsgroschen, yon 
1497 in einer Muhle bei. Annaberg geschlagen^ deren Kurs in Bohmen im 
J. 1573 auf 10 kr. bestimmt wurde. — 4. gr. 8irok;f zu 9 Heller. — 5. 
gr. Sirok^ stflbrn;^ der breite Silbergr. zu 6 fl. 30 kr. Oe. W. — 6. gr. 
Sirok^ zlat^ zu 18 fl. 90 kr. Oe. W. — 7. gr. tolsk^ der Thaler zu 
1 Schock meissn. oder 70 kr., aber natiirlich mit wechselndem Eurs so z. B. 
1612 zu 84 kr. 

Guldanec das Golderz, wahrsch. yom mithd. guldein erz. 

Guldantrop yom mithd. guldein tropfen der Goldtropfen, ein Erz, 
das mit Tropfen Aehnlichkeit hat, das Rothgiiltigerz, welches tropfenweise 
im Gesteine yorkommt. 

Gvarnise die Garnison : ie zde nic yfce gyarnysi nei 600 knechtfiy 
(Schr. d. hist. Sekt. 17. p. 196). 

Habart 1. nom. yiri Eberhard, daher Habartice Ebers- oder Eberhards- 
dorf. 2. der Wegwart custos itineris der Leibwachter. Aus dem Bcgriffe des 



— 54 — 

Leibwacbters entwickelte sich 3. der Scberge, lictor: iehot se ukrutnost 
babartu kr&lov8k;fch nedovtlpila. 4. die dem Heere vortrabenden Reiter: 
babarti neb rejtafi naSi zjimali ityry v6zii§ (8RB. 3, 292.) — 5. ein Schimpf- 
wort: a zemanu ufali ruku, ie jim naddyal babartu tSm sluiebn^m (SRB. 
3, 408). In der sub. 2 — 5 angefiibrten Bedeutung ist die Abstammung dieses 
Wortes dunkel, das aber dureb seinen Klang ebenfalls auf deutscbes Gebiet 
binweiat. Nacbdem seine Bedeutung = der Leibwart und nacbdem es spater 
aucb im scbimpflichen Sinne gebrauebt wurde, so konnte man vielleicbt an 
abd. bovawart mithd. bo ve wart der Hofwacbter und der Hof bund denken, 
welpbes Wort beide BegrifFe, den des Wartcns und des Schimpflicben in 
sicb vereintP Oder ist es mit Lagebart = Larve, Maske in Verbindung 
zu bringenP Oder war ein Wort babe wart, der Wacbter der Habe, im 
Gebraucbe P 

Habani die Wiedertaufer, anabaptistse namentlicb jene, welche im 
16. Jbdte. aus Mabren nacb Oberungarn flticbteten, und dort sicb yorzugs. 
weise mit Topferarbeitcn beschaftigten, daber einige das Wort habani von dem 
deutscben Hafen berleiten. Es ist aber wabrscheinlich nicbts anderes als eine 
C^rrumpirung aus dem deutscben Ifaus-haben (vid. dieses), wolcbes in der 
Gliederung der Wiedertaufergemeinden eine grosse Rolle spielte ; auf diese 
Ableitung weist aucb der mabr. Proviazialismus ha ban hin, der Gerne- 
hab, gleicbfalls aus dem deutscben baben (goth. haban) habere, tenere ent- 
lebnt. — XJnter Maria Theresia kebrten die H. zum kath. Glauben zuriick. 

Habanstvi die Sekte der Wiedertaufer. vid. Haban. 

Habranky. So nannte das Yolk in Bohmen die schlechte Munze, 
welche zuerst Herzog Ludwig von Baiern inLandshut pragenliess; es waren 
Pfennige, welche nur ein Sechstel des Nennwerthes an Gehalt batten und 
bald so verrufen wurden, dass sie mit dem Spottnamen Schinderlinge be- 
zeichnet wurden, welcher Namen auch in Bohmen Eingang fand, als auch 
K. Friedrich sicb verleiten liess, eine ahnliche schlechte Miinze, die aoge- 
nannten schwarzen Pfennige (6ern6 penfze) fiir Oesterreich zu scblagen, die 
ubrigens schon vor ihm Erz. Albrecht gepragt hatte. Obwohl Georg Podfibrad 
als Gubernator diese Munze an den Galgen nageln liess, dieselbe in Bohmen 
verbot und jeden Eaufmann, der sicb ihrer bedienen wurde, mit Yerlust 
seiner Waare und Preiheit bedrobte, so verbreitete sicb diese Munze durch 
unredliche Schmuggler und Yerkaufer so schr, dass bald an energischere 
Massregeln gedacht werden musste ; doch bestand das beste Gegenmittei in 
der Pragung neuer Groschen, die in ihrem Eorne den alten Wenzelsgroschen 
gleich waren. 

Habed nom. viri; vgl. mith. habech der Habicht. 

Habrovansti die Sekte der Habrowaniten, welche von dem Gutsherrn 
von Habrowan, einem bei Wischau gelegenen Dorfe, JanDub6an8ky von ZdenfU) 
einem fanatischen Gegner der kath. Geistlichkeit, gestiftct >vurde. Er fuhrte 



— 65 — 

den Gnindsatz aller Sekten, dass die Bibel die einzige Quelle und Lehrerin 
des Glaubens sei, namentlich in der Richtung auf die Spitze, dass er jede 
Geistlichkeit fiir uberfiussig erklarte; doch wurde seine Lehre von dem be- 
ruhmten Lehrer der Unitat, Bruder Lukas, heftig bekampft, der alle Ver- 
suche des Dubiansky, seine Sekte mit der Unitat zu yereinigen, entschieden 
zuruckwies. Desshalb stellte sich Dub6. auf den Rath des schwarmerischen 
Mathias des Eremiten (8RB. 3, 435-437, 440, 445, 460; Gind. Gesch. d. 
b. B. I. 198 Pfg.) selbst an die Spitze der neuen Sekte, die in ihrer Lehre 
den Zwinglianern am nachsten stand. Er fand einen Genossen an Wenzel 
von Lul6 oder Lilc (ein Dorf bei Wischau Mens Liliorum), woher die Sekte 
auch den Namen Lule6t( „die Lultscher" erhielt. Als nach dem Tode des 
Bruder Lukas (11. Dezember 1528) ein neuerVersuch zur Vereinigung der 
Hab. mit der Unitat fehlscUug, legte Dubi. dem Kaiser selbst sein Glaubens- 
bekenntniss vor: da aber der Bischof Paber dem Sektirer in Gegenwart des 
Kaisers mehrere Irrthiimer nachwies, wurde Dub6. gefangen genommen und 
im Kerker trotz der Beschwerdeschrift der mahr. Stande gehalten, welche 
hierin eine Terletzung der verfassungsmassigen Freiheit Mahrens erblickten. 
Gegen Kaution von 10.000 Gr., dass er sich jeder weiteren Sektirerei ent- 
halten woUe, wurde Dub£. in Freiheit gesetzt; seine Sekte fiel auseinander 
und die Reste derselben vereinigten sich mit den Wiedertaufern. 

Hace, ilacky die Hosen: ma s n^ho vzfti a2 do hac (Kn. Roz. 
fl. 269); — Semiramis obyfiej hac najprv6 nalezla; — neb jeS6e v tu dobu 
nepoiivachu hacek (bib. 1404), alts. gaSti (dual.) tibialia, slov. 'ga£e, neu- 
bohm. gats. 

Had 1. die Feldschlange : hady vezl, jimii zdi borili (SRB. 3, 32), 
2. hedus der Bock, eine Maschine zum Einrennen der Mauern. 

Hidce, Hadci, der Yermittler, der Schiedsmann arbiter (von hadati, 
altsl. gadati im Sinne von loqui , putare , conjicere) : a pfiSel. se mnii na 
dobr^ lidi, ie jsem jd dva vydal a on dva a tu mi jest sKbil pode stem 
hHven, jestliiSe by na n6m seSlo, aby mi propadl sto hi^yen a tu jsem j& 
hfvBl na ka2dSm roce, kiei mi poloiili hddSf, sY^ma obSma hddSima a on 
jest neb^al (Pflh. OJ. 1412 f. 279) ; — a jmenovali bv6 hddce neb ubrmany 
(PAh. Brn. 1447 f. 32).; — jestliie by ti hddsl oi se svoliti nemohli , ale 
ubrmana vySSfho aby sobS volili a jaki by ten vypovSdfil, tak aby u6inili. 
(Pfih. 01. 1475 f. 103). — Vgl. dobff lid6, ubrman, sddSf. 

Hafra nom. fem. Attn, 

Hijemslvi von hdjiti hegen, alles was eingehegt, durch Gr&nzzeichen 
in sich abgeachlossen ist ; daher z. B. das Revier : takov^ho dffyf v hdjemstrf 
Oujezdsk^m nem&m .... y' Pi^ibramsk^m hdjemstyf nemdm nei mal^ lesfk 
(List. iter. 3, 50). Femer der Umkreis ; im ubertragenen Sinne das fur eine 
Oertlichkeit ausschliesslich geltende Recht, daher h. auch das Meilenrecht 
bedeutet: proti prdyu naseho mSsta , jei hdjemstyf oiiyd, piyo yari bliie 
mOe (MS. LA.). 



— 56 — 

Hikjeni das Verhegen und dadurch Verbieten eines Geh-, Pahr-, 
Fold- Oder Waldweges: rflznice vzeSla o hranic zruSenf nebo iiS6eho hdjenf 
(Kn. Tov. k. 215). — Vgl. zapovid grunt A. 

Il^jnik Yid. Iliyny. 

Iliyiiy, der Waldheger, silvanus: novem silvani = devfit hajn^ch 
(Maj. Car. A6. 3, 132). Sie batten nicht bloss den "W aid zu bewachen, son- 
dern auch : potoky, lesy, stfipnice (MS. LArch.) und waren beeidet: my 
hajnf pfisahdme .... nikomu jak v lesfch , v hdjfch , tak t porostlindch 
dfivi vielijake sekati, v my tech a mlad^ch lesfch pdsti a zvfifi v nich stffleti, 
hranic a meznfkuov napravovati nedopouSt^ti. (Lum. 1859 p. 404). 

Ilak 1. ein eisemer Haken auf einer holzernen Stange , mit dem 
man die Reiter von den Pferden riss. 2. eine Biichse, der ganze Haken, 
aus der man 4 Loth Blei schoss. — Vgl. dvdk, pfllhak. 

Hakovnice die UakenbiichBe ; sie hat ihren Namen yon dem ^i8emen 
Haken am Schafte, mittelst dessen sie beim Schiessen in einen holzernen 
Bock befestigt werden konnte, der vor dem Schiitzen in die Erde gesteckt war. 

Ilalaparta die Hellebarde ; entlehnt aus dem mitlat. alabarda, franz. 
hallebard'e, mithd. helmbarte, hellenbarte , (eine Barte d. i. ein breites Beil 
zum Durchhauen des Helmes). 

Haljuf eine Erankheit des Pferdehufes , der sogen. Straubfuss, 
welche durch Hohlgeschwfire entsteht ; wahrsch. corrumpirt aus dem deutschen 
Hohlhuf. 

Ilalnina ein weites, gewolbtes Zimmer, wo Waarenniederlagen sind ; 
aus dem mithd. hallhils das Hallenhaus, die Halle. 

Haize monile die Halskette: tei ron6h6 panf pojdii bujng k oltdJ4 
V obojcfch jako v haliich (Tom. St. 252) vom mithd. die halse, monile, die 
Halskette, der Eragen. 

Ham 1. das Fassvisir ama, vom mithd. &me, haeme das Normal- 
mass; — 2. der Ham- oder Hemmstock im Miihlgerinne, durch welchen die 
der Miihle rechtlich zukommende Wasserhohe angezeigt wird; — 3. das 
Hemmholz , der Hemmschuh fiir Wagenrader; beides aus dem deutschen 
entlehnt. 

Ilaniernik der ein Bergwerk eroffnet, betreibt: vysadil sem mistru 
M. hamerniku dob^dnl rudy ielezn6 (En. Tov. ed. Demuth p. 159). 

Hamfest, liamreaty, Haiupest, llantfe^l entlehnt aus dem 
deutschen die Handfesten; 1. PrivUegien, Freiheitsurkunden nament- 
lich der unterthanigen Leute: hamfestov^ neb listovd na grunty (LO. 1564 
Index sub H.); daher iibersetzt Rozk. h. durch cirographus. 2. emphiteosis: 
pro emphiteosi = z hantfestu neb praz&pisu (Cod. j. b. H. 2, p. 257). 

Ilaoba zenski stupratio, die Nothzucht: z hanby iensk6 Hi prdvo 
jako z divky; — neb jest pfivolala lidi tu, kde2 se jf hanba stala (En. Roz.). 



— 57 — 

Hant im Bergbaue e germ, das hangende. 

Hanud nom. yin = Johann. 

Hanus mistr der Meieter , d. i. Scharfrichter H. , der Spottname 
fur den Herzog Johann Ton Ratibor, weil er 1397 Tier bohmische Herrn 
auf der Burg Earletein hinrichten liess. (SRB. 3, 7). 

Hare das Scharmutzel , das Tirailleurgefecht: jeSto se k Sikovdni 
nehodf, ty pusfte na hare a jednomu je poru6te rozumnemu, aby jimi po- 
tisknul nepfdtele a zase aby jimi postupoTati um^l. (^as. i. M. 1828 II., 
p. 15). — Ygl. harcovati. 

Harcif der Hartschier, Hatschier, das bewaffnete Gefolge, die Leib- 
garde, yom ital. arciere der Leibwachter (eigentlich Bogenschiitze) , mitlat. 
arcarias, archerius = Sagittarius. 

Hareovati 1. tirailliren: kde^. yytdhnii na pole t nekolika houfieh 
chtfo yds shled&yati aneb harcoyati (Cas. 6. Mus. 1828 11., p. 17); — k hradu 
harcoyali a naiich k bityS pobfzeli (ibid. 1830 p. 445); franz. harceler. 
2. das Pferd tummeln. 

Harcovnice ein Qeschtltz, das yon den Planklern yerwendet wurde 
und leicht tfansportabel war; das FalkonetP 

Hareovnik der Harzellirer , Tirailleur , Scharmiitzler , Soldaten, 
yrelche der Truppe yoraneilten und denFeind attaquirten; die Allarmtruppe. 

Haiek nom. yiri wahrsch. = Johann , yielleicht aus der zweiten 
Silbe dieses Namens gebildet, ahnlich wie JeSek aus der ersten Silbe. 
Hadtal nom. yiri Castulus. 

Haf 1. Qestriippe rubetum. 2. Reisbiindel. 3. Reiserbrucke, ein yon 
Strauchwerk gemachter Wasserdamm: ad pontem yirgis factum, qui dicitur 
hat (Erb. Reg. 169), alts, gatb agger, sloy. gata pons yimineus. 

Hita nom. fem. Agatha. 

Haufkiiee ein schweres Geschutz, die Haufnits, aus welchem man 
steineme Eugeln yon 25—200 Pfund, dann Steine, Nagel, Blei- und Eisen- 
stucke schoss. 

Hiky die Rustung, armatura: lid od^n^, z nich2 keiidf sy6j hdy 
jmSjeSe. (Cas. 6. M. 1840 p. 290) ; — yielleicht yom lat. hab-itus das Monchs- 
kleidP ygl. das mahr. hdb, hdby die Eleider. 

Havel nom. yiri Qallus. 

Havif, HavAr entlehnt aus dem mithd. houwer, hauwer der Berg- 
arbeiter. 

Haioka : hazuky iiste tureck^, jedna aksamitoyd, druhd zlatohlayoyd, 
ein langes mit Aermeln yersehenes Gewand; das Wort wahrsch. orienta- 
lischen Ursprungs; ygl. mad. haczuka. 

(ye) Hbi ist der Lokal yon Cheb die Stadt Eger, kommt mancbmal 
in Datirungen yor z. B. Yel, kal. p. 63, — Vgl. ChbS, 



— 58 -- 

Heblink obolus aus dem mithd. helbelinc die kleinste Scbeidemunze, 
die Halffce des jeweiligen Pfenniges. 

Iledb&vi a) bendtske, yenetianiscbe Seide. b) kopfiyov6 der Musselin? 

Hedbavnik seidene Eleider, vestes sericeae: hedbdynfky bfl^ a 
ilnte (Had. pr. 72). 

Hedcani (Gedcane) die von Bretislav I. im J. 1039 auB der Um- 
gegend der Burg Giecz (Gdecz) in Polen nach Bohmen versetzten Kriegs- 
gefangenen, welche in den Waldeni um Beraun angesiedelt wurden. (KoBm. 
ad. an. 1039). Ihr Name crhielt sich in den beiden Ortsnamen Hede£ko 
und HedCany. — Vgl. Chodov6. 

Hejtnian zemsk^ in den alteren Dokumentcn hauptman z. , capi- 
taneus terrae, der Landeshauptmann, der erste Wiirdentrager des Landes, 
der unter diesem Namen zuerst 1298 erwahnt wird: Baymundus de Luten- 
burg capitaneus Moraviae (CD. 5, 105) ; seit dem Markg. Jodok hiess er 
auch starosta, von 1621 hiess er auch Gubemator, seit 1782 President des 
Gubemiums. Doch wurde er in der alteren Zeit nur dann ernannt, wenn 
Mahren keinen eigenen Markgrafen hatte. Obwohl er abor vom Eonige 
ernannt wurde, so war der LH. bis zur vemeuerten LO. nicht bloss Wurden- 
trager und Stellvertreter des Konigs , sondem auch Beamte des Landes, 
daher sagten die Stande am Landtage 1584: p. hejtman jsouc poyinnosti 
SYOu jak JMti krdlovske tak n&m stavuom zavdzdn (Sn. p. En. f. 18). Es 
geht diess auch aus dem staatsrechtlichen Begriffe, welehen unsere Yorfahren 
mit dem Worte zeme (vid. dieses) verbanden. Wenn der Eonig starb, so 
hatte der von ihm ernannte LH. den Landtag zu versammeln und in die 
Hande der Stande seine Wiirde niederzulegen, denen es frei stand, entweder 
denselben in seiner Wiirde zu belassen, oder einen anderen hiezu zu be- 
stimmen (En. Tov. kap. 1). Dieser von den Standen bestattigte oder neu 
ernannte LH. blieb im Amte bis zur Huldigung der Stande dem neuen 
Landesfiirsten , welcher das Recht hatte , entweder den von den Standen 
bestellten LH. zu bestattigen oder einen neuen , aber immer mit Beirath 
des Herrenstandes zu ernennen (En. Tov. k. 11). Die vem. LO. aber 
bestimmte , dass der vom Eonige ernannte LH. auch nach dem Tode des 
Eonigs im Amte zu bleiben babe (f. 24). — Als Stellvertreter des Eonigs 
fuhrte der LH. den Yorsitz bei den Landtagen und dem Landrechte, als solcher 
war er der oberste Yormund aller Waisen, deren Eltern keinen Vormund 
testamentarisch eingesetzt batten, an ihn als Stellvertreter des Eonigs gingen 
die Appellationen der konigl. Stadte von den Entscheidungen des Unter* 
kammerers (En. Tov. kap. 17). Als Stellvertreter des Eonigs konnte er in 
Abwesenheit desselben die Einwilligung zu den spolky (vid. dieses) geben, 
nur mit dem Unterschiede , dass wahrend der Eonig diess auch aussethalb 
des Landes thun konnte , der LH. diess nur auf mahrischen Boden vorzu- 
nehmen berechtigt war, so zwar, dass, wenn ihn ein Gesuch um einen gpolek 



— 59 — 

ausser Landes traf, das wegen Sterbensgefahr des Ersuchers sohaelle Erledi- 
gang heischte, der LH. die Beise naoh Mahren antreten musste , wobei er 
in dem ersten Granzdorfe die EinMrilligung zum epolek ertheiien konnte 
(En. Tot. k. 18, 20). — Der LH. war das Haupt des Herrenstandes und 
fuhrte in der Eurie des Herrenstandes und in den Eurialsitzungen desselben 
den Yorsitz. In Ehrenbeleidigungsklagen entschied der LH. ursprUnglich selb- 
standig, spater yor und mit dem Landrechte: roky hejtman klade; protoi 
tento obzyldStni hejtmansk^ soud jest a pred lety m61 h. moc, kdekoli 
je slySeti a kohokoli k tomu poTolati, odkudi jeSte podnes y ndlezfch rokoy^ch 
se klade: mezi N. a N. p. hejtman, pdni a rytffstyo nalezli, jeSto 
T ndlezfch p&honoyych toliko se doklddd: p&ni nalezli, a to proto, ie za 
staroddyna pfe lidsk^ toliko sami pdni soudili bez yladyk, ale k rokilm z 
jednoho i z druh^ho stayu hejtman povolAvati obycej mel. Nyni pak (roky) 
ji4 pfi soudech zjevnfi se slysf, ale ySak jako pfed hejtmanem; protoi i k 
n§mu se promluyenl d&je i on z potazu yyndSf. (Zdp. ^er. 1, 20). — Der 
LH. musste ein geborener Mahrer, aus einer Familie des alten Herrenstandes 
gebiirtig und im Lande begutert sein ; erst das Hofdek. vom 29. Janner 
1791 bestimmt, dass das blosse Inkolat ausreiche. Die Amtsdauer des LH. 
war unbestimmt ; wie derselbe (vor der yerneu. LO.) nur mit Beirath der 
Stande yom Eonige ernannt werden konnte , so gab E. Mathias im J. 1608 
seine Einwilligung, dass der LH. so wie keiner der obersten Landesbeamten 
ohne Willen der Stande vom Amte entfemt werden diirfe; die vern. LO. 
bestimmt, dass der LH. alle 5 Jahre um Emeuerung seiner Bestattigung 
im Amte zu ersuchen habe (f. 22). — Zu Handen des LH. bestand seit 
1636 dasAmt der konigl. L andeshauptmannschaft und das konigl. 
Tribunal, jenes fur politische, dieses fiir judicielle Angelegenheiten, ferner 
die standigen Eomissionen und Deputationen, yom J. 1650 respektiye 1680 
der L.-Ausschus und endlich seit 1763 das Gubemium. Seit die L. Haupt- 
mannschaft den Titel Qubemium fiihrte, war der Gouyerneur zugleich Direktor 
der Stande bis zum J. 1861, seit welchem wieder selbstandige LH. ernannt 
werden. — Die Emolumente des LH. waren yerschieden ; es sind mir nur 
zwei Dokumente bekannt, mittelst welchem LH. ernannt wurden; im ersten 
yom J. 1417 werden dem LH. angewiesen: osm hffyen moraysk^ch s dyaciti 
dreilinky vlna (En. Toy. k. 16) ; im zweiten erhielt ai. 1608 Earl y. ^erotln 
1600 Gulden. Nach einer Notiz der En. Dm. p. 12 erhielt Johann y. Lomnitz 
(LH. 1496—1515) yon E. Vladislay 1000 Schock Gr., Wein und 50 Oohsen. 
Hejtman oder Hejtman^ krdloystyf 6eskeho, der Hauptmann oder 
die Hauptleute des Eonigr. Bohmen; entw. einer oder mehrere yom Eonig 
ernannt, die ihren Sitz auf der Prager Burg batten. Sie batten einen Bei- 
rath yon 12 beisitzenden, deren 6 aus dem Herren-, 6 aus dem Ritterstande 
genommen wurden. Sie bildeten die oberste Polizeibehorde und batten in 
jenen Fallen einzugreifen, die nicht yor das Landrecht gehorten: tfi hajt- 
man neb hajtman6 maj{ zylditnf pilnost mfti o yieoky yM nefddn^ a mimo 



— 60 - 

fid a prAvo T;ftrin6, jakozto o odpovSdnfcich, o jich fedrovnicfch, mordeHch 
a faleSnicich a jin^^ch yselijakj^ch lidech ner&dn^ch a skodlivych, aneb t^ch, 
kteiflby pohrfiiky jinili i vSech jin^ch k tomu podobn^ch , aby takove vSci 
pFetrhovali. (LO. 1564 f. 212). Stand der Thatbestand fest, bo konnten die 
Hauptleute gegen den Uebelthater einschreiten ; war derselbe zweifelhaft, 
wurde die Sache an das Landrecht iibertragen. NamentKch war es ihre 
Pflicht, wenn Jemand dem Konige, oder dem Lande, einer Stadt oder einer 
einzelnen Person die Fehde ansagte, diess den Ereishauptleuten zu melden, 
damit der Ansager gefangen gesetzt werde. — Vgl. hejtraan6 krajStf. 

Hejtmane kriysti, die Kreishauptleute. Sie warden in alterer Zeit 
entw. vom Landesfiirsten oder Ton den Standen ernannt in kriegerischen 
Zeiten und ihre Aufgabe bestand darin, Kriegsvolk in den ihnen zugewiesenen 
Kreisen anzuwerben und die Vertheidigangsanstalten zu leiten; (A6. 4, 441), 
noch im Anfange des 17. Jahrhdts. kommen solche Hauptleute in B5hmen . 
und Mahren vor. Doch wurden in Bohmen unter K. Ferdinand 1. Kreis- 
hauptleute ernannt, deren Punktion ein Jahr dauerte und deren Hauptauf- 
gabe darin bestand, die Unterthanen gegen ungereohte Bedriickungen ihrer 
Grundherren , namentlich gegen ungerechte Einkerkerung zu schutzen ; 
(LO. 1564 f. 213), sie batten alle zwei Monate Streifungen in ihrem Kreisc 
vornehmen zu lassen, um verdachtige oder gefahrliche Individuen aufzuheben; 
auch batten sie das Kriegsmateriale in den Kreisen zu uberwachen. Wcr 
sich von ihnen in seinem Rechte gekrankt fiihlte, konnte an die Hauptleute 
des Konigr. Bohmen appelliren. — Man sieht, dass diese Kreishauptleute 
einen Theil der Agenda der alten popravci (vid. dieses) besorgten. 

Hejtmani v mistech, die Stadthauptleute, Rottenmeister, welohe 
die Burgerschaft in WafFen zu iiben und im Falle des Ausriickens zu be- 
fehligen batten. 

Helnibrecht, Helmbrechtice, Helinbreehtick]^, aus dem deutsohen 
Helmberechtigt, jener der das Recht zum Turnier hat. Diess Wort wird 
gebraucht im Sinne yon: uppig, von lockeren Sitten, ein Beweis, wie unge- 
bunden die Sitten des damaligen Adels waren: helmbrechtn^ panny ovSem 
8v8tske (Tom. St. 61); — helmbrechtnd 2ena (ibid. 99); — s najhelmbrecht- 
nSjSimi chtfti nicha drah& aneb kroj mfti (ibid. 165); — 6asto ponukne 2ert 
BY^m helmbrecht6m a helmbreohticfm , aby tak6 Sli do kostela, aby lidem 
p^ekd^eli, spolu se chechcfc, spolu ry^fc (ibid. 203). 

Helm^f galeator, der Helmer, welcher Helme verfertigt. 

Hen, der Fluss Hand: fiuvius, qui vulgariter Hen dicitur (CD. 9, 214). 

Heiiik nom. viri = Johann. 

Heralt 1. der Herold (nach Matzenauer zusammenhangend mit 
althd. harSn exclamare). 2. nom. yiri Erhart. 

Herart (Heralt) nom. yiri = Erhart, Gerhart. 



•- 61 -^ 

Herb (= erb ?) der Besitz : pakliby kdo y hore (yinohradnf) nale- 
zen byl ? nf herbu nemaje (MS. LA. M. VII. 3, f. 28). 

Heres nom. viri Hermann. 

Hertov^: hertoveho stfibra do krdl. mince podav&nim nad mfru 
bohatli (Pam. Kut. 160) e germ. Herd, der Treibherd, der Silberfeinbrenn- 
herd ; daber h. stfibro, das in einem solchen Herde von seinen Nebenbestand- 
theilen gereinigte Silber. 

Heslo 1. der Name, das Wnppen: Albrecht ze Sternberka, syn 
pana JeSka t^hoi hesla (A6. 1, 143). 2. das Zeichen: aby pro zachovdnf 
lidf poddan^ch na zdmcfch a mSstech hesla z ASi stfflenfm a ohni dSl&Y&nlm 
ddydny byly, aby lide k t6m mf8t6m, kudyby podl6 hesla d&v&nf se vyro- 
zum^lo etc. (8n. p. kn. 1, 219). 3. Vorwand: pod heslem vysvobozenf knf- 
zete (8RB. 3, 73). 

Hesovan^: od^T krojdv zyldstnfch ddbloy^m mistrem yymySlen^ch 
a dvom^fch, drah;fch a hesovan^fch na odivu vSem . . . (Chel6. Sf£ p. 162) 
wahrsch. Yom deutschen heschen = ziehen, schleppen, bummeln (Gr. Wb. 
IV. 2. sp. 1267). 

Hineo, Hynco yid. Hynek. 

Hirdoit yid. Hrdast, 

Hlabol der Elang, Schall, Stimme, in iibertragener Bedeutung =s 
das Volk: naf6en{, kter^i jest jemu a skrze to yii iesk^ korunS i hlaholu 
ieskdmu pnpisovdno. (A6. 3, 182). — Vgl, jazyk. 

HIas 1. die Stimme, die Eurie im Landtag: ponSvadz ste sami bez 
nds tiFetiho hlasu snSmovali (SRB. 3, 268). — 2. das Geriicht, fama, rumor: 
po v8ech okolnfch zemioh hlasove jdii; — bias v 6echdch bSif, 2eby to 
konciliujn nemilo pfed se j{ti. (A6). 

HIasky, HIAsny die Nachtw ache, der Nachtwachter: onera regalia, 
Tidelicet excubias sen vigilationcs, quee hlAsky dicuntur (Dob. Mon. III. p. 
386) ; — 2e nechtf hldsek odb^vati (MS. LA. M. VIE. 44) von hldsati kun- 
digen, yom Ausrufen beim Himdgange ; auch spater warden die Unterthanen 
haufig yerpflichtet, auf dem Schlosse des Gutsherrn die Nachtwache zu be- 
Borgen: a ti hldsnf nemaji ve dne tHikfm a dlouh^ dflem obtSiovdni 
b;fti, aby v noci tim bedliv&ji hldsati mohli; meteni zdmku to jejich prdce 
dennl hfti m& (MS. LA. M. XH. 3. f. 19). 

Hlava das Haupt, caput, femer 1. Mord und Todschlag: quando 
aliquis interficitur, quod Yulgariter hlava vocatur (CD. 2, 202) ; — quando 
aliquis occisas seu strangulatus fuerit, quod matema linqua hlava nuncu- 
patur (ibid. 2, 272) ; — kdy^by kdo koho z hlavy obefieneho, si!at^ho, updlen^ho 
nebo jeni^to zSel bezprdvng chiSl pohoniti (AC. 2, 125); z hlavy troj p6hon 
(Kn. Boz). Daher: hlavu mezi nohy poloiiti = stiti enthaupten. — 2. das 
fur den Mord gezahlte Suhngeld: jus quod datur pro capite (CD. 2, 275); 



_ 62 — 

-— jus etiam seu poenam, quod vel qu8e datur pro capite (ibid. 4, 322). 
— 3. der Leichnam des Ermordeten : z hlavy komornfka prdvo pfivesid . . . 
pakli iiem6s^ k Have pfivesti, ale opovfiz, ie zabit i ukraden (Kn. Roz.) ; — 
P. zaluje na J., ze kdyz zabil jeho otce, pri hlav^ jeho Yzal jemu 500 hfiven 
(Ond. z D. cl. 17). — Wie bei den Deutschen bestand auch bei den Slaven 
der Qebrauch, dass die Verwandten es in erster Reihe waren, welche den 
Tod eines Ermordeten zu siihnen batten ; das Gericht hatte von Amtswegen 
hiemit nichts zu 8cha£fen. Wie bei den Deutschen bestand auch bei den 
Slayen die Blutrache, die spater dem Werigelde, odkladne penlze, weichen 
musste. Ord. jud. ter. kennt noch den ^Zweikampf zwischen den nachsten 
Anverwandten des Ermordeten und dem Morder. So lange der Grundsatz 
gait, dass die Yerwandten zur Rache des Mordes berufen seien, traten sie 
nur den gerichtlichen Weg dann an, wenn der Morder nach der That entfloh : 
si quis in bonis episcopatus homicidium prsesumserit perpetrare et homicida 
evaserit, consanquinei reum jure terrsB requirant (CD. 2, 124). Eonnte der 
Morder nicht ausfindig gemacht werden, so war die Gemeinde, in deren Ge- 
markung der Mord geschah, zum Werigelde verpflichtet: si homicida 
evaserit, consanquinei reum jure terrae requirant, ita tamen, quod homines 
ecclesise conserventur inde impunes. (CD. 2, 175). XJm der Blutrache Einhalt 
zu thun, bestimmten die Stat. Otton. : quicunque nobilis vel rusticus occiderit 
aliquem, 200 denarios solvat curisB et alias recedat et qnserat gratiam et 
uxor sua in pace maneat et indemnis (CD. 2, 210). Der Morder sollte namlich 
entfliehen, damit seine Verv^andten desto leichter mit den Verwandten des 
Ermordeten das Siihngeld bestimmen konnten ; die Angehorigen dee Morders 
durften aber nicht mehr der Privatrache verfallen. Das alteste Beispiel eines 
solchen IJbereinkommens vid. CD. 6, 349. — Das weitere vid. sub. odklad 
hlavy und pokora. 

Hlavka soli = spizek (MS. 1671). 

Hlavni list die Hauptschuldverschreibung : wan es wegen Schulden 
zu thun, so bey Recht mit Haubtbrie£fen, bohmisch hlavni listov^ genannt, 
versichert sein (vem. LO. f. 40); — komu se dobr& vdle ud^li, md ka 
vsemu prAvo, coi v hlavnim listd jest (Kn. Tov. Kap. 180); •- list hlavnf 
za sumu 2000 zl. vykonanj^. (Zip. Zer. 1, 49). 

Hlavni suma die Hauptschuld ohne Zuschlag der Interessen, die 
Eapitalsumme : slibujeme hlavnf sumu i s liroky zaplatiti (Urkde. 1482); — 
odkudi hlavnich sum neb jistin, ale sam^ch lirokflv platiti nenf (Sn, p. kn. 
1607 p. 351). 

Hledati pr&vem (AC. 2, 507), den Rechtsweg betreten. 

Hiedeti k nikomu d. i. prdvem : gerichtliche Schritte gegen Jemanden 
einleiten. 

Ilnidka = hnedod das braunePferdt hnedky jsou z konfrny pana 
Krafta (Cas. Mus. 1849 I. 79). 



— 63 — 

Hnivnik der Gegner adyersarius: aby 8v;fm dlui^nfk6in neb hnfiv- 
nfkom neodpustil. (Tom. &t. 57). 

Hnojbvi das Dungergeld , das dem Enechte gezahlt wird : plat 
hnojoveho 4 kr. (MS. 1589). 

Hnuti clovika die tJbersiedlung eines XJnterthanes auf ein anderes 
Dominium: jestliieby kter6 hnutf bylo ktereho ilovSka z t6 vsi a cht^l sy6 
prodati, tehda m& prodati tomu, je^toby se hodil hospodS nynSjSf i budiicf 
i t^m 8iised6m z t4 vsi (A6. 4, 42); ygl. odpuSt^nf. 

Hod festum, das kirchliohe Fest: y pond^If y hod syat^ch Petra a 
Payla ; — y pdtek po pamdtce hodu slayn6ho sesldni ducha sy. ; — hoii 
hod y&no£n^; — maji zplydny b^ti na body, kdyi opat pod korunii mSi 
sluif (6a8. & M. 1840 p. 192). Ursprunglich ein bestimmter Zeitabschnitt, 
alts, godi hora, tempus, (daher hod-n^ opportunus, was fiir den Augenblick, 
far eine bestimmte Zeit passt , ne-hoda = ne^as die schlechte Witterung 
intempestas) dann die Festzeit, das jahrlich wiederkehrende Fest, body das 
Kirchweihfest, hodoy^ den der Festtag. 

Hofer, Hofir 1. der Hofmann, Inmann, inquilinus ; aus dem deutscben 
Hofer entlehnt. 2. der Hausler in Dorfem im Gegens. zum hospoddf dem 
bauerl. Grundbesitzer : aby loyiti mohli hospoddri usedK, ale bofSH aby po- 
toku prdzdni byli (MS. LA. XH. C. 19. p. 25). 

Hoftnistr nejvydSi krilovstvi ceskiho der Obersthofmeister des 
Eonigr. Bobmen , supremus magister curisB regni Bobemise, palatii magnus 
magister. Er war anfanglich ein blosser Hofbeamte, wie diess noch ersichtlich 
ist aus der Vlad. LO. : si qui hospites insignes apud regiam majestaiem 
forent in Boemia, magister curise supremus, cum a rcgia majestate yocatus 
fuerit, tunc yenire debet et personaliter susb majestati servire juxta yeterem 
consuetudinem et in curia suae majestatis esse. Et omnia, quse preeter ritum 
et morem fieri animadyerteret in curia, ea omnia sedare ac cohibere debet. 
(AC. 5, 227). Spater erhielt der HM. Verwendung in solchen Angelegen- 
heiten, die der personlichen Einflussnahmo des Konigs vorbehalten waren; 
er fuhrte den Vorsitz im Eammergerichte (yid. komomf soud), wenn der 
Konig abwesend war, spater auch wahrend der Anwesenheit des Eonigs ; 
er leitete die Processe in Adelssachen (ndfek o chlapstyo yid. chlap) und 
sein Ausspruch hatte dieselbe Wirkung wie der Ausspruch des Oberst- 
marschalles. (A6. 5. 227). 

Hofrychtyf yid. audi dvorsky. 

Hojemstvi, die Fristerstreckung, dilatio. Sie wurde im bobm. Rechte 
nur dem Geklagten, nic Jem Elager ertheilt: Sddnemu se p6yodu hojemstyi 
ned&yd, ani ho iddati md, neb ten md se vsemi potifebami hotoy b^ti 
(VS. 39). Die Fristerstreckung konnte auf zwei Landrechtstermine yerlangt 
werden, eine dritte wurde nicbt bewilligt: a yezma dyoje hojemstyf, yic mu 
zddn^ho potom nedadi, nei ji2 sye pre brafi, jakz umf, yedle prdya. (VS. 38, 



~ 64 -- 

Zffz. Vlad. A6. 5, 30, 31; zfiz. 1564 f. 8). Bei EhrenbeleidigungBklagen 
wurde nur ein h. ertheilt. Jedes h. musste der Geklagte gleioh nach Yor- 
bringung der Elagc verlangen; liess er sich in eine Einrede ein, verlor er 
den Anspruch auf das h. 

Hojiti se, Ersatz suchen: mohou se na jeho statku hojiti; ^ kdyz 
ze zastayy diuhem zapsan^ yyvedcn budeS, nemaS se na cem hojiti (Ts. 204) ; — 
a ten tak vyveden;f hoj se na zprdvcfch (ibid. 219). 

H6I Yid. H&i. 

Hold 1. Huldigungscid : JM. md k obci mluviti a na nich holdu 
£ddati a slibu, kter^i vSickni majf u6initi a kafdy dva prsty zdvihna pftsici 
(Kn. Tov. kap. 24). — 2. Die TJnterthanigkeit : pfisahdme JMti pray^ a 
d6di6n6 61ovS6enstvl a hold (ibid. kap. 25). — 3. Die Fronabgabe : ie drzeli 
jsii hold, m& yinn^ desdtky, vsf z PriSov etc. (Pfih. Brn. 1480 f. 34); — 

4. Die Brandschatzung. 

Holdovati se 1. sich unterwerfen, Brandschatzung leisten: abyste 
pH§li k holdu a holdovali se; pakli nejprijdete, chcif yds k tomu pfiprayo- 
yati mod, pdlenfm, jimdnim (A6. 4, 166). 2. huldigen: pdnu zem8 holdoyati 
majf (En. Toy.). 3. Brandschatzen : kto by chtel sob§ zyldstS holdoyati pfes 
prikdzanf, nebo tu pfekdieti, kdez naSi hejtman^ prye holdoyali .... (Cas. 
6. M. 1828 I. p. 33) ; vom mithd. holden, hulden, die Dienstbarkeit geloben. 

Holina alts, golina das unbcbaute Land , terra inculta , yon holy 
nudus, nackt. 

Holomek yon holy, kahl, unbartig also imberbis, impuber. 1. der 
Ledige, TJnbeweibte: ydoyce prdyo sehnati jako holomka, t^z prdyem, ie 
se nem62 odpfrati, ledno jako holomek, ie ieny nemd .... pohoniti jako 
holomka, ie nesedi ustayi6ne dyorem s 6eledi jako zenat^. (En. Roz. £1. 54). 
— 2. Der ledige Enecht, Enecht iiberhaupt: holomci a£ pri otyfrdni i pri 
zaylrdn{ b^ajl; holomci a£ ye dne i y noci na zdmku jsou a bez vflle ufed- 
nfkoyy ai! nikam nechodf. (Velesl. hosp. 104, 106); — ielei hradskd tocii 
purkrab{, pisaf, kuchmistr, kuchaf, holomci, hldsn^, pekafe, yrdtn^, yoznice 
i jind 6eled (A6. 2, 394). — 3. = posel zemsk;f , Gerichtsdiener, yne auB 
YS. 329, 331 heryorgeht, yfo der p. z. gleichgestellt ist dem h. : komornik 
8 poslem zemsk^m tu brdti maji .... komornik tu , kdei md zajfti, 
zdjem u£in( a spolu s holomkem ten zdjem poienii; — aby holomek ty 
lidi yedle rddu a oby6eje zemS slezske tiezal (Notizbl. der hist. Sekt. 1874 
p. 85). Daher sagt der Yocabularius der 01m. Biblioth. sign, b, 26 : holomek 
(sic) ein geschworner Enecht des Obristen Burggrafen bei seinem Burg- 
grafenamt: holomku purkraboyemu hradu praiskeho , kierfi pri torn brdnf 
md b^ti podle prdya staroddynfho 14 groSoy (LO. 1564 f. 75). — 4. Der 
Besatzungsmann: y zdmku holomci stdli s ru^nicemi y brdnS (SRB. 3, 346). 

5. juyenis nobilis (Hanka Sb. nejst. sloyn. p. 378) , cliens (ibid. p. 39). — 



-• 66 — 

Wenn h. ursprunglich den Unbartigen, dann den Ledigen und im weiteren 
Yerlaufe den Haus-, II of-, Ackerknecht bedeutet, bo gestattet die Wandlung 
der Bedeutung einen RiickscblusB, zu welchen Arbeiten die ledigen Mitglieder 
der Familie und des Geschlechtes in jener Zeit, in welcher die Oemeinsam- 
keit and TJngetheiltheit des Familienbesitzes bestand , yerwendet warden. 
Nachdem diese altslayiscbe Institution des ungetbeilten Familienbesitzes 
schon langst yerschwunden war, nannte man die Mitglieder der celed, welche 
dieselben Arbeiten wie einst die ledigen Sobnc der Familie und des Qe- 
scUechtes yorrichteten , mit demselben Namen, den die letzteren ebedem 
besassen. In der ganzen socialen Entwicklung unseres Yolkes ist der Werth 
and die Achtung ersichtlicb, welche der Ehestand als Yorbedingung der 
Familie genoss (yid. tkdjfe , yyyoldnf rukojmf) ; bis auf unsere Tage hatte 
der Bauernwirth, wenn er auch die Wirthsehaft selbstandig angetreten hatte, 
kein Recht, in der hromada (yid. dieses) zu erscheinen , so lange er ledig 
war; erst mit seiner Yerheirathung wurde er social yoUberechtigt. 

Holomude^ qui nudos habet testiculos, impuber, der Minderjahrige. 
(P. M. p. 31, 144 b). - Yid. 16ta. 

Holota yon hol;f , alts. goK nudus, anfanglich = holomek der 
Unbartige, spater speziell 1. der Horige, welcher die zur Jagd des Landes- 
fursten gehorigen Hunde zu pflegen und zu futtem hatte, (der Hundsbube, 
wie es in der Jagdordnung E. Maximilian II. p. 9 heisst): caniductoribus, 
qui holoti nuncupantur (CD. 2, 838); — canum custodes, qui holoti yocantur 
(CD. 3, 272, 348); — holota zdejsi Dyof46ek. (Listy ^erot. 1, 111). Da 
aber diese Horigen wegen ihrer Erpressungen — indem die Unterthanen 
zu ihrer Aufnahme und Beherbergung yerpflichtet waren — beruchtigt und 
yerhasst waren, wurde h. auch als Schimpfoame gebraucht = Hund8futter. 
— 2. s= holina, das unbebaute Land. 

Holstra, Pistolenh^ter, theca, yagina: holstra k ru2nic(m (Pam. 
arch. 1869 p. 519). 

Hol^ plat der blosse, nackte Zins, census purus, nudus, den Jemand 
bezog, ohne die Leute, welche diesen Zins zahlten, zugleich als Leibeigene 
Oder Unterthanen zu besitzen; zahlten die Leute den Zins nicht, so konnte 
der Zinsnehmer dieselben nicht, wie ihr Herr, selbst zur Zahlung zwingen, 
Bondem musste Gerichtsorgane zu Hilfe nehmen: plat hol^ ten sloye, kter^ 
kdo na lidech a na d^dindch m& zhola bez Arieni lid( tSch, na kter;fch ten 
plat jest a beze yieho panstyf , tak £e pro neddnf t^hoi platu nem62 na 
lidi sdhati jako pdn jich, aby je k tomu mocf pfiprayil , nei toliko prdyem 
zemsk^, yezma komornfka md k dobytk6m a dSdindm, ne k lidem hledSti. 
A z t6 pfiiiny sloye hol^ plat, ze jest bez panstyf a lidf bez skute6n6ho 
drienl. (YS. 204, 205). 

Honioii ein kegelformiger Eopfputz der Frauen : zayitf hlayy jejl 
bylo yelik^ch fulfasfiv a homonfl (Hdd. pr. 72). 

5 



— 66 — 

Homutne, Homutowe vid. Choniutni. 

Hou 1. ein Feld- und Langenmass von verschiedener Ausdehnung, 
hergeleitet von honiti treiben, urspriinglich die Langflache, welche ein scharf 
getriebenes Gespann in einem Zuge ackern konnte (Jir. Slov. pr. L p. 85); 
man rechnete auf einen h. 60 Pflugradwendungen. XJnter K. Otakar 11. 
wurde die Lange eines h. auf 210 bohm. Ellen bemessen (eine bohm. Elle = 
0'7636 Wien. Ellen), so dass der h. dem Joche gleich war. Im Stadtrechte 
gait der h. = 25.000 Schritten: tisic krokfi dvaceti pet (d. i. 25.000) aneb 
honuv dvou set (Lomn.); — vukoK zdf mgstsk^ch obsahovalo 360 honfl 
t. j. okolo osmi aneb deviti obecn^ch mlH nemeck;fch, d. i. beilaufig 40 bony 
auf eine deutsche Meile. 2. das Joch, jugerum, ein Gewende = 210 Ellen. — 
Das lat. gr. stadium wird gleichfalls durch hon iibersetzt. — Ygl. proyazec, prut. 

Honei korouhev , die Fahne der honci , dee berittenen Yortrabes 
im bohm. Heere. 

Honeo, die leichte Truppe, die entweder als Yortrab marschiert, 
prsecursor , odcr in der Schlachtordnung hinter den Tirailleuren (vid. har- 
covnik) postirt ist: do toho houfu, kter^f md tisic konf v honcich, dajte 
nfiktereho hajtmana koriihev, a£ jest hned za harcovniky. (fias. 6. M. 1828 11. 
p. 16); — im Boh. praecursor. 

Honini nepfatei a ihubci zemskych. Die Yerfolgung der Land- 
friedensbrecher und Landessch&diger. Um die Yerfolgung von Mordem, 
Dieben und Gewaltthatem wirksam durchzufuhren , verordneten schon die 
Stat. Otton., dass auf das Geschrei bin, ein Dieb oder Rauber habe eine 
Gewaltthat begangen , jeder ohne Unterschied des Standee verpflichtet sei, 
den Uebelthater zu verfolgen, welche Yerfolgung honenf nepfdtel hiess. Wcr 
diess nicht that, wurde mit , oft sehr harten , Strafen belegt. Die haufige 
Wiederholung dicser Yerordnungen o h. n. zeigt aber, wie lastig diese Pflicht 
war und wie saumig sie erfiillt wurde; so verordnete das 01m. Landrecht 
im J. 1475 : staroddvnf n&lez jest pansk;^ , aby kazdy obyvatel zemS t^to 
bud pdn neb rytir neb zemanfn neb sedldk, ktoiby o zhubci, lupezniku neb 
v^bojnlku zv6del, vedle pfemoi^enf sveho kazd^ aby takove honil a vzal a 
vezma hned v moc pdnS hajtmanovu dal. (Kn. ouz. f, 7, Pam. Kn. 01. 1517 
f. 188). Wer an der Yerfolgung nicht Theil nahm, wurde nach einer Yer- 
ordnung vom J. 1494 verurtheilt, den Schaden, den der Beraubte oder 
Bestohlene erlitt, zu ersetzen: kdeJby kolvSk pokfik byl bud pro liipei^, 
mord, vraidu, n&sili aneb zlodejstvi, kaidf bud povinen bud pdn, vlddyka, 
m^St^nln, sedldk aneb kter;^ obyvatel ^ned honiti .... pakliby nehonil, aby 
tu Skodu penSzi, komu by se ktery lupez neb vzatek stal, beze vSf milosti 
zaplatiti (Pam. Kn. 01. 1517 f. 189). Durch die langen inneren Kriege im 
15. Jahrhdte war eine solche Yerwilderung der Sitten eingerisscn, dass die 
meisten ihrer Pflicht zu dieser Yerfolgung nicht nur nicht nachkamen, son- 
dem auch jene, welche diese Pflicht leisteten, mit Spottnamen belegten, wie 



— 67 — 

Hetzhnnde des Scharfriohters (chrti katovi, neb ie na kata honf. 
Fam. En. 01. 1517 f. 188). Wer einen solchen Sohimpfnamen gegen Jemanden 
gebrauchte , musste , wenn der Beschimpfte klagte , yor dem Landeshaupt- 
manne erscheinen und dort in Gegenwart der Landrechtsbeisitzer von sich 
sagen, dass er in den Hals gelogen babe (ie y hrdlo Ibal) ; uberdiess konnte 
er mit einer Qeld- oder QefangnisBstrafe belegt werden. Die bohm. LO. 
1564 f. 138 ffg. fietzt Merauf, wie auf dae Nicbtyerfolgen, die Todesstrafe. — 
Ygl. nastojte, pokfik. 

Honice, die Jagd, yenatio: kterak honici maj( .... ta honba m& 
y Bening b^. (A6. 4, 7). 

Hora 1. meiatens im plur. bory fodina, Bergwerk. 2. Die Stadt 
Euttenberg (d. i. H. Eutnd, plur. Hory Eutny). 

Horebiten yid. Orebiten. 

Horenski oder Homi pravo das Berg- namentlich Weinbergs- 
recbt, (jus yinearum, quod dictur borne DO. 11, 120), dcssen Streitfalle das 
Landrecht nicht entacbied: pon^yadz jau hornd praya yinohradakd, pdni tobo 
necht{ audit], nei aby knSz bledal pravem horn^^m (Puh. Brn. 1417 f. 76; 
1459 f. 60). Ea gab die mannigfaltigsten (Wein-) Bergrechte in Mahi-en; 
die Appellation von denselben ging ana Palkenateinerbergrecht in Oeaterreich, 
um deren Aufhebung die Interesaenten im J. 1609 erauchten; der Landtag 
aber entacbied : co ae n8kter;^ch yinohradu atar^ch y Mark, tomto le?.fcfch 
doty6e, o kterei od ataroddyna , . kdyi jake rozepfe vzesly a zde y Mark, 
tomto pfi pr4y6 horenakem rozaouzeny b^ti nemohly, ze jaou lide ae tarn k 
tomu prdyu do Falkenateina jako k nejak6 apelaci o rozaouzenf neb naucenf 
utikali, to aby pfi tom zfiatalo. Vsak p. Trautaon (der Beaitzer yon Falken- 
stein) aby to prdvo Falkenateinak^ tak oaadil a napotom osazoval, aby lid^, 
ktefiby ae tam k tomu prdyu ntlkali , pfi temi prayg y apravedlnoatecb 
8y]fch ndleiite fedroydni byli a pf(6iny odtud ae odtrhovati nemeli. (Gedr. 
Landtagaachl. 1609). Doch acheint ea, daaa die Appellation nur yon den 
Bergrechten der Dorfer auaging; bei den Stadten Eibenacbitz und Straaa- 
nitz wenigatena iat ea aicher , dasa die Belehrung dea Bergrechtea beim 
Stadtrathe atattfand, yon wo aua kcine Berufung mehr zulaaaig war. (MS. 
LA. Yn. 3, f. 24). — H. knihy die Biicher , in welche die Eaufe yon 
Weinbergen eingetragen wurden: do knih b., kde2 ae takoyf trhoye yykond- 
yaji, ypiaoyati. (Urkd. f. Eibenacbitz 1576). 

Horenstvi der Bezirk, fiir welchen ein Bergrecht gilt: do n{ (t. j. 
do bromady) achdzeti ae maji netoliko obyyatele yaeho okrSlku Strd£nick^ho 
ale i z dSdin k temu2 horenatyi pfindleiit^ch (MS. LA. M. Vn. 3, f. 25). 

Horniky der Scboffe im Weinbergarechte : a perkmiatr to a hornfky 
ohledal (Urk. f. Eibenacbitz 1576). 

Horny der Bergmeiater, Bichter im Weinbergarecbte , magiater 
montiiun : Petr z Eyjoyic pobonf Jiffka z ^irotic, ze aobS y ^iroticfch 

5* 



-^ 68 -- 

horn^ho dfilA na horu Kyjovskii, jesto od staroddvna v Kyjovicich horny byti 
md a ta bora prdyem homim do Eyjovic prisludf .... pdni nalezli: po- 
n^yad^ Eyjovsky provodf, ze ta hora yinohradskd grunt jeho jest a ie jest 
horn^ y Kyjoyidch b^yal, ze je§te tu horn^ b;fti ma; nei pan JiHk chceli 
mfti yincoura, aby jemu duchodu jeho hledil, to u^fti m6£. (Pfih. Brn. 1490 
f. 73). Er hatte die Weinberge zu begehen, die Arbeiten zu beaufsichtigen, 
ob die Winzer dieselben zu rechter Zeit yerrichten; seine Einkiinfte bestanden 
in Schreibgebiihren fiir das Eintragen yon Eaufen etc. in die Register und 
aus einem Theile der Strafgelder. Er wurde entweder yom Qutsherrn er- 
nannt oder yon den Berggenossen gewahlt. 

Horsky oder im plur. Hordti die Euttenberger : yrgl. Hora. 

Hospoda, Hospotf (altsl. gospodb) 1. dominus, Landesfurst; pnrd 
neyera hospodii svii Ihdti; druhd ney^ra hospodu zabiti (En. Roz.); — pro- 
neyfifil se hospodS perpetrayit crimen laessB majestatis (Hank. sb. 81. p. 344). 
ErAli mil^, hospodo mild (6a8. 6. Mus. 1830. I. p. 90) 2. der Gnindherr: 
tehdy md prodati tomu, je2to by se hodil hospod§ nyn&j§{ i buducf i tern 
8used6m t6 ysi (A6. 4, 42). 

■ 

Hospodar das Oberhaupt der Familie, nicht bloss im Sinne des 

Vaters, sondern auch pater familias, dcrjenige also, welcher dem Wirth- 

schaftswesen des Hauses yorsteht : jestlisJeby kdo d6t( syych odemf el a jedni 

by byli dorostli a druzi mail a ten, kter^2 by se y statek po otci uydzal a 

ho sp odd rem byl a chtel by statek sirotSf mrhati. (Manusk. LA.), wo h, 

den altesten zur Leitung der Wirthschaft berufenen Sohn bedeutet; in diesem 

Sinne ncnnt noch jetzt die Bauernwittwe den wenn auch noch unyerhei- 

ratheten Sohn, der nach dem Tode des Vaters die Wirthschaft selbstandig 

fiihrt, hospoddf. Es ist demnach h. das Haupt des wirthschaftlichen Anwesens, 

der Beprasentant desselben, der Leiter aller Angelegenheiten des Hauses; 

desshalb kann auch die kn. Drn. den Oberstlandrichter den h. des Land- 

rechtes nennen : sudi yyS§i jest jako hospoddf soudu zemskeho (p. 17) und 

noch trefFender sagt diess, den Ausdruck h. wiederholend. Earl yon 2lerotfn 

in seinen Gerichtsmemoircn (1, 193): ponevadz cisaf jest^ zddncho na lifad 

nejy. sudstyf nedosadil, mohl-li by bez neho soud drzdn byti? tom pak 

iddny nepochyboyal, ie bez nejy. sudfho jako^to hospoddfe soudu 

soud dr^dn b^ti nemuzc. In erweitertem Sinne bedeutet aber h. den 

Vorstand oder Burgermeister der Alt- und Neustadt Prag, sonst Primas ge- 

nannt: qui commodata nobis a Latinis yoce Primas et hospoddf m^sta 

salutatur (Strans. p. 480); ferner auch den Leiter des grossen Anwesens 

des ganzen Landes, den Landesfiirsten, den Eonig: Zikraund cisaf .... 

Praiane se jemu pekne podddyali, aby pfijel do Prahy jako hospoddf (Gas. 

6. M. 1827, IV. 92 ygl. den hospodar in der Moldau und Walachei). Auch 

die Haupter der alten Ilorrenstandsfamilion hicssen hospoddfi und da diesen 

die offentliche Verwaltung in politischer und judizieller Bcziehung bis zum 



-- 69 — 

J. 1492 ausschliesslich zustand, ro hiessen sie, namentlich ale Beisitze rdes 
grossen Landrechts, hospoddfi zemStf, worQber unter kmet das Nahere 
nacbzulesen ist. Endlich bedeutet b. aucb den Hausberrn im Gegensatze 
Yom Inmanne: uprosivde 8ob6 podruistvf cbteli b^ti bospoddfi (Cas. 6. M. 
1840 p. 174); ferner den Gastwirth (namentlicb in dieser Bedeutung in 
den Einlager-Briefen gebraueht. vgl. le^. enf); — ferner den Verwalter: 
bospod&f a sprAvce Spitale (MS. LA. M. YII. 14 f. 34.); — den Kirchen- 
Tater Titricus: hospoddf kostelni (MS. LA. M. VIL 3. f. 5.); — den 
Aufseher iiber die Gemeindeweide, Gemeindehauser, Badbauser u. s. w. — 
Was das Etymon anbelangt, so fiibrt dasselbc in die altesten AnfEnge 
ariscber Eultur zuruck. Die Wurzel ist sansk. p a = tueri (vgl. sansk. pa-tis 
dominus, gr. no-ctg^ notvia^ altpr. pattin domina, gr. lat. noftfiQ u. s. w.), in 
Zusammensetzungen vcrsobiedenen Sinn erbaltcnd, so g&spatis Herr der 
Familie, des Yolkes, in griecb. Form dsanotijg. Benfey ziebt zu g&spatis 
aucb das si. gospodb; lautgesctzlicb ist aber Pictet^s Yorgang vorzuzieben^ 
welcber gospodb auf sansk. gosbpada der Stammberr (gosttba die Hurde, 
dann die Stammversanimlung) zuruckfubrt. Hieber geboren dann die Worte 
lit. gaspadorus, alts, gospodin, serb. gospodar, rus. gosudar, pol. bospodarz. 
Eine Ableitung von gr. dtnaottigy gegen die lautlicb allerdings nicbts einzu- 
wenden ist, scbeint nicbt angcnommen werden zu sollen, weil die lit. Form 
gaspadorus auf bobes Alter binweist ; kame das Wort b. nur bei den Sud- 
slaven und Russen vor, dann ware die Ableitung yom griecbiscben allerdings 
wabrscbeinliob. 

Hospodyni Boti = 1. Ilospita J. Cbristi die b. Martba : sy. Martba 
Bcastnd bospodyn^ Jezukristova (Plz. Pas. 602). — 2. die Bauerin, die 
einer selbststandigen Wirtbscbaft vorstebt mater familias : daber in Ebe- 
kontrakten mocni b. die mit dem Bauer gleicbberecbtigte Bauersfrau: nad 
tim ji nade yitm mocnou bospodynf a vladafkou 6inf. — 3. die Wirtbsobafterin. 

Host bospes, der Gast. — Was die diplomatiscbe Bedeutung des 
Wortes anbelangt, ist ein Unterscbied zwiscben dem Stadt- und Landrecbte 
zu macben. Das Briinner Stadrecbt z. B. bestimmt : ille censetur bospes, qui 
est bomo de dominio alicujus principis, qui non subest marcbioni Moraviae. 
Dux autem Opaviensis, utpote yasallus et bomo ipsius existens sibi subest; 
item ducatus Opayiensis non est terra distincta a Morayia, sed est qusedam 
pars et quidam districtus ipsius. Unde notandum est, omnem bominem in 
judicio ciyitatis Brunensis esse bos pi tern, qui extra Moraviam residentiam 
sen mansionem babet, quamyis etiam sit sub dominio regis Bobemiee. Unde 
homo de Bobemia, Polonia yel Luczelburga bospes est censendus in judicio 
ciyitatis. Hospitem enim non facit dominii sed potuis terrse Morayiae distinctio 
ab aliis terris. (Rossler p. 12; ygl. Dob. krit. Untersucb. p. 27. 31). Nacb 
dem Brfinner Stadtrecbte war daber yor demselben jeder ein Fremder oder 
Gaet, welcber nicbt aus Mabren oder dem Herz. Troppau stammte. Etwas 
abnlicbes gait in den bobm. Stadtrechten : m^St^nfn nekter^bo kniiete, kter^ 



— 70 — 

jest pod naSfm knfietem, t naSem prdyS nesloye host, nebo ten slove host, 
kdo2 jest 61oY6k z panstvf nSkter^ho knf^ete, kter^i^ nenf podd&no knfieti 
naSemu. OpSt zem§ rozdfln^ 6in{ hosti, ale ne kraj : protoi znamenaj kaideho 
clovfika b^ti hostem u nds, kterf2 y jin6 zemi nei y naSf obydl* mL (Briko. 
pr. m. 1, 17). Das Landrecht kannte diesen Unterschied nicht; yor demselben 
war niemand ein host, der in den bohm. Landem geboren war; so bestimmt 
die Vlad. und die LO. yom J. 1564: obyvatel6 markrabstyf Moraysk^ho, 
Lu^ick^ho Hornfho i Dolnfho, knfiectyi Slezsk^ho ti se za cizozemce nepo- 
klddaji (f. 7.)- Dasselbe gait in Mahren : co se dot^6e Ciechfl, Slezdkfi, z 
Luiick^ho markr. ti se za cizozemce nepokUdajf (LO. 1545 f. 121). Die 
Frage, ob jemand als Fremder zu betrachten sei oder nicht, hatte praktische 
Folgen z. B. beim Ankaufe eines Qutes. Wahrend jeder in einem der bdhm. 
Lander Geborene in jedem derselben sich frei ankaufen konnte, brauchtc 
der Fremde hiezu die Bewilligung des Eonigs und des Landtages. Es bedeutet 
daher host 1. nach dem Brun. Stadtr. jeden der nicht in Mahren oder im 
Herz. Troppau geboren ist. 2. nach dem bohm. Stadtr. a. jeden, der nicht 
Unterthan des Eonigs yon Bohmen ist; b. jeden nicht geborenen Bohmen. 
3. denFremden peregrinus, den nicht zum bohm. Staatsyerbande gehorigen, 
wie z. B. En. Toy. k. 202 : host hostS z cizf zeme stay^ti m62, ale siizen 
b^ti nemd, lei se pry^ do t& zemS oznamf. 4. namentlich den fremden Eauf- 
mann, (wie denn auch die Ragusaner bei den Altbulgaren yorzugsweise gosti 
hiessen) ; so LO. 1604 f. 31: host^ nebo kteH usedli nejsou y zemi; — so 
im Leitm. Stiftgsbriefe : den aye tam hospitum quam indigenarnm (Erb. Reg. 
52. ygl. hostinn^). — 5. der Unterthan, welcher einem anderen Gutsherm 
untergeben ist: m& propuStSn b;^ti, le6by cizi s cizfmi lidmi a host^ s hostmi 
zaSli, tehdy pustSni b^^ti nemohu, lei obii p&n6y t6ch, jichi cizf lid^ jsii, v6Ie 
by byla. (En. Toy. k. 197). Daher der Ausdruck odhostiti se bei Ueber- 
siedlungen des Unterthanes unter eincn andern Gutsherm (ibid. 192). — 
6. der Zinsmann inquilinus. 

Hostilk der Fremde, namentlich der fiemde Eaufinann, Handels- 
mann. — ygl. host. 

Hostinni (Gostinne). 1. im Leitmeritzer Stiftungsbrief die Abgabe, 
welche die fremden Eaufleute zu zahlen batten, (ygl. hosQ. — 2. die Stadt 
Arnau in Bohmen. 

Hostinni didiny fundi hospitum, Zinsacker, welche nicht dem £rb- 
zins unterlagen, sondern yom Grundherrn gegen bestimmte d^ Zins yer- 
tretende Dienstleistungen mit der Bedingung, dass beide das Yerhaltniss 
wann immer losen konnen, yerliehen wurden : drifmy p61druh^ho Idna od 
knSze probosta dediny iiro6n{ a hostinn^ ne y kteru ndprayu ale y te/ 
lipln^ prdyo, y liroky a roboty jako jinf siisede a slu^imy s te dddiny 
za ty liroky a roboty do kn^ze probo§toy a do sy^ yuole takii 
slu^bu, ie na rybnfky mdmy poslati pacholka etc. (A6. 6, 8). Wollte der 



— 71 — 

Nutzniesser die bedungene DienstleiBtung nicbt weiter thun, so hatte er die 
Zineen und Roboten wie jeder andere Unterthan zu leisten und woUte er 
auch diess nicbt, so konnte er die auf den Griinden aufgefiibrten Gebaude 
nacb dem von den Nacbbaren geschatzten Preis verkaufen: neb ty dSdiny 
jsii bostinn^, ani2 my jicb muoiem prodati, aneb smeniti, aniz v kter^ dluby 
zastayiti aneb u v^no zapsati; neb mimo duom a svrchnf ndbytek 
tu zddneho jin^ho prdya nem&my (ibid. 9). 

Hosfinsky, Hostinny der Fremde, peregrinus : y mSstsk^ pfi ob- 
ialovan;^ muoie se brdniti svedky hostinsk^mi, by pak i v mest^ nebyli 
usedii (Brikc. pr. m. 1, 3); — bostinskc pivo das fremde Bier; bostinne 
kupectyf fremde Waare; — hostinsk^ lidi fremdgutsberrlicbe Leute; zbofel 
jest duom kniiiskf skrze neSetmost knSze hostinsk^bo (SBB. 3, 143) clericus 
peregrinus (Stat. d. Olm. Dioz. 1413 ed. Dudfk p. 21). 

Hostivee hospes der Zinsbauer: homines nostri ad nostram mensam 
spectantes, qui Hoztivizi yulgariter yocantur (Dob. Mon. 6, 31 ai. 1264). 

Hotaf ex germ, der Peld- oder Weinbergs-Huter : bil kyji m6bo 
hotafe i obecniho (Pfih. Olom. 1405 f. Ill); — hotan, ktefl obilf a luk 
hlfdali. (MS. Pross). 

Hotart nom. viri = Gothard. 

Hotovenstvi die Bereitwilligkeit, Dienstfertigkeit: botoTenstyf naSe 
se vSi pffzni napfed (A6. 4, 341 ai. 1401) = unsere willige und freundliche 
Dienst zuvor. (A6. 4, 345). 

Hotovost die Eriegsbereitschaft ; b. zemski das Landaufgebot der 
Landsturm. 

Houf bil^ massa Candida, die dreibundert Martyrer ; ibr Tag der 
24. August. 

Houftaiee ein Geschiitz, das im Massenkampfe in Anwendung kam. 

Houf valny , der Gewalthaufen , die Masse des Heeres zwiscben 
der Yorbut und dem Nacbzug. 

Houf ibytny, die Beserve im Heere. 

Hovorka, der Name einer Eanone, „die Scbreierin^ ai. 1515: 
a z Hovorky kule let^la pfes obS vody asi pflldruh^ho honu pfes vrcby . . . 
z Hovorky mnozf neslyseli stffleti jen nSktefl, ale t§ch bylo malo, pfed 
48 lety, kdy2 u Boudnice s ni le^eli (SBB. 3, 384). 

Hrabina, die Grafin, comitissa von hrabS so gebildet, wie markra- 
bina Yon markrabS. 

Hrabn^, Hrabovi die Abgabe , welcbe dem Waldbereiter fur die 
Driaubnisd, das gefallene Laub und Moos zu sammeln, gezablt wurde, von 
hrdbS der Becben. 



— 72 — 

HradiSti (im mahr. Froyinz. Hradisko) die Bargstatte, die Statte, 
wo eine Burg stand. Dieser Name kommt vielen Anhohen in den slaYischen 
Landern zu und wenn es sich nicht nachweisen lasst, dass in historischer 
Zeit auf einer so genannten Anhohe eine Burg stand, so weist diese Benen- 
nung auf vorhistorische Zeiten hin , in welcher auf solchen Hohen altslay. 
Burgen waren und die nahere Untersuchung zeigt gewohnlich Spuren yon 
Erdwallen und Nachgrabungen fordem verschiedene archaologische Qegen- 
stande zu Tage. 

HradskA eesta die offentliche, die Landstrasse; die Benennung 
stammt aus jener Zeit, wo die Burg (brad) das Centrum des Gaues war 
und die Gaugenossen verpflichtet waren , die zur Burg fubrende Strasse im 
guten Stande zu erbalten. 

Hrile basta, lancea die Lanze, Picke. Die Herleitung ungewiss. 

llranAc die Klippe (Mdnze) genannt von bran die Ecke ; sie wurden 
nur unter K. Vladislav II. gepragt. 

Hranlee die Granze (altsl. granb caput, angulus, limes, bobm. bran 
die Ecke, der Rand), jenes Granzzeicben , welcbes durcb Zusammenlegen 
Yon Holzscbeiten entstand (daber branice aucb der Scbeiterbaufen) ; spater 
verwendete man Baume biezu , in welcbe die Granzzeicben eingebauen 
wurden : usque ad arborem, in qua sunt metee id est branicie (CD. 2, 84) ; — 
in quandam quercum cruce signatam, quod signum sclayice dicitur kneze 
granica (d. i. metae principis. Cod. Pom. 1, 91); — branice na buclcb a 
javoHcb vysekane (ZAp. ^er. 2, 86). — Vom slav. granica stammt durch 
Umlaut des a in ae das deutscbe Wort granze. — Ygl. meznfk , s&dek, 

llranieny, das was angranzend ist: cum illo litore braniczn^^m 
rivo =: mit dem dem Bacbe angranzenden Ufer (DB. 12 n. 581); — bra- 
ni6ne prdvo 1. der Eid bei Granzstreitigkeitcn : jd- jsem mil ^lovSka, jesto 
obtfil br. prdvo uiiniti (P4b. Brn. 1459 f. 38). 2. so viel wie br. soud, ein 
judicium extraordinarium , bei welcbem der Elager Beisitzer verscbiedener 
Gericbte in sein Haus lud, um den Tbatbestand, das Zeugenverbor und den 
TJrtbeilssprucb vomebmen zu lassen. (Straus. Resp. b. p. 513). Wabrsch. 
ist diess jene Institution, von der das Yademecum I. 80 (edit. 1710) sagt: 
„officium limitum, graniin^ prdvo, das Granitzrecbt oder Ambt, olim erat; 
jam videtur in desuetudinem abiisse.^ Docb scbeint es, dass br. soud auch 
ein Gericbt bezeicbnete, welcbes den Missetbater zum Scbeiterbaufen ver- 
urtbeilte: updlen jest na branici a purkrdbf z Donfna ten soud brani6n^ 
nad nfm osadil podl6 prdva. (Cas. 6. Mus. 1828 HI., 25). 

Hrdlo, die Eeble, Gurgel, guttur, dann die Todesstrafe: propadl 
brdlo; — pro n§2 by sluSnfi i na brdle m61 kdzdn b^ti. (Zdp. ier. 1, 267). 

Ilrdost: si quis spoliatus fuerit per v^boj, incuset quos vult et de 
birdozt nominet quos vult (CD. 2, 211); in dieser Stelle der Stat. Otton. 



— 73 - 

erklart H. JireJSek das Wort h. durch Heimsuche, wobei aber der Begriff 
zu speziell gefasst ist. — Es kommt das Wort h. in unserer Gerichtssprache 
fiber die zweite Halfte des 15. Jhdt. hinaus nicht mehr vor (das erstemal 
im Leitm. Stiftungsbrief ai. 1057 : grrdost. Erb. Reg. 52) ; aber auch fruher 
erscheint es gewohnlich mit dem Worte pych und beide Ausdriicke stammcn 
von Worten ab, die Stolz, Hochmuth bedeuten. Die vem. LO. definirt 
denHochmuth: „im Pall ein Herr etc. einen Hochmuth gegen einen 
anderen beginge, als da ist, wann einer dem anderen seine Walder abhauen, 
die Wiesen abmahen, oder in fliessenden Wassern und Bachen , oder unter 
denen Teichthamen oder Fischhaltern Fisch fahen liesse, oder einer dem 
anderen seine Griind yerbiethen thate.* Der F revel v^ird daselbst bezeichnet 
als ,,muthwillige Beschadigung fremden Grundes, Beschadigung der Wchre, 
kdrperlicbe Verletzung durch Schlag oder Yerwundung, Verfolgung mit 
blanker Waffe, Verletzung eines Boten und Abnahrae von Briefen demselben, 
und als muthwilliges Herabreissen vom Pferde.** Beide Begriffe Hochmuth 
und Frevel oder die Worte hrdost und pych erscheinen in alterer Zeit 
haufig vereint: jest mii ^eled bil kyji pychem a hrdosti, potom byl kyji 
meho hotafe pychem i hrdostf (Pfih. 01. 1405 f. Ill); — u6inil pych na 
fek&ch, zrubal mi hrdze pravu hrdosti (Pub. 01. 1412 f. 48); — tu mi pra- 
v^ pychem ml^n zrubal (Pub. Brn. 1406 f. 133); — strhl stav z ml^na 
prav^ pychem (Puh. Brn. 1417 f. 133). Aus diesen Citaten geht hervor, 
dass pych und hrdost dem Hochmuth und Frevel der vem. LO. entsprechen. 
Doch verschw^and das Wort hrdost seit der zweiten Halfte des 15. Jhdts. 
aus der Gerichtssprache, insofem es einen Frevel bezeichnete und es blieb 
dem Worte bloss die Bedeutung der hochmiithigen Gesinnung, obyrohl es 
diese Bedeutung auch fruher hatte : co m& ztravy b^ti ? Tolik^S jako viny, 
lecby kterii hrdostf vice se viny dopustil (A6. 2, 514); — pohnan^ kdyi 
pfemozen bude snad proto, ze hrdosti k roku nestdl. (Maj. Car. A6. 3, 173). 

Hfeb 1. das Loos, sors: prdvo o to hfeby, &lm se svSdk6m prdvo 
dostane, ale voda nesluSl (Kn. Roz.); — tehda hfeby mezi svedky o 16ta 
(ibid.). Das Loos tiat im altbohm. Gerichtsverfahren an Stelle der Ordalien; 
doch beniitzte man dasselbe auch noch spater z. B. unum superarbitrum 
eligent sorte (Eml. Rel. 1, 55). — 2. = hfeblk der Nagel, clavus im Stadt- 
rechte als Symbol des iibergebenen Eigenthumes, dem deutschen Rechte 
entlehnt: k uvedenf v dSdictvi ujetlm hfeWka neb tfistky ddnf byvd .... 
dedictvf nmoh;fm vfifitelfim odhdddnf za hfeblk, jenz nSmeck^ slove span 
(Brikc. p. m. 27, 13. vgl. Grim RA. 174). 

Hfebik vid. hreb 2. 

Hribici das Marsgebirge, der Buchlauer Bergkamm : brad Gimburk, 
jesto na Hflbficlm jest (Urkd. 1398 im LA.); — Bfestek pod HflbSclmi 
(Pih. 01. 1412 f. 204). — Die Wurzel chrb dorsum, curvum, im sudsl. 
noch heute chrib coUis, ebenso CD. 2, 84: trans montem, qui dicitur chrib; 
vgl. slovenski hribi, die windischen Biihel in Steiermark. 



- 74 — 

Hrivna, die Mark, marca; herzuleiten Tom sansk. grtva der Hals, 
altsl. grivbna monile, altb. hriva torques colli (Mat. Yerb.}, ursprunglich 
also der Halsschmuck, die Halskette aus Gold oder Silber, spater die Mark 
Goldes oder Silbers. Fiir die alteste Zeit lasst sich das Gewicht derselben 
nicht bestimmcn; Kosmas erwahnt nur: marcam nostras monetaB 200 nummos 
dicimus. Falls diess Yerhaltniss noch zur Zeit E. Otakar 11. bestand, so gingen 
in seiner Zeit, da aus einer M. 3 Talente und 30 Denare gepragt wurden, 
auf die M. 230 Denare; doch ist eine zuverlassige Angabe wegen der jahrlich 
wechselnden Miinze nicht moglich und diess um so weniger, als der Ausdruck 
talentum selbst unklar ist. (Vid. in der II. Abtheil. dieses). Sicherheit kommt 
in den Gewichts- und Silberwerth der Mark erst mit K. Wenzel 11., der die 
ersten Groschen pragen liess. In einer Urkunde vom J. 1302 heisst es, dass 
fur 2 Pfunde Wiener Pfennige eine Prager Mark zu 64 Gr. gezahlt werden 
soUen (Font. Rer. Aust. 11. Bd. 23 , p. 60). Da aber auf die Wiener feine 
Mark 2 Pfund Pfennige gingen, so geht daraus hervor, dass eine Prager 
Mark gleich war der Wiener Mark und dass sic daher 280,006 Gramme 
enthielt. Urspriinglich wurden aus der Mark 60 Gr. gepragt ; als TJebergang 
zu den 64 Gr. ist eine Angabe aus dem J. 1303 zu betrachten, wo es heisst: 
62 grosses pro una marca (CD. 5, 166). Bald aber wurde es allgemeiner 
Gebrauch die Prager Gr. nach der mahr. Gewichtsmark d. i. in der Anzahl 
von 64 Stuck auf die Mark zu pragen. Diese mahr. Gewichtsmark scheint 
identisch zu sein mit dem ai. 1299 erwahnten Olmiitzer Gewichte: 25 marcas 
argenti daturi in Moravia Olomucensis ponderis (CD. 5, 116); da aber 
das Pfd. des mShr. Ilandelsgewichtes = 559,967 Grammen, so ist die Halfte 
desselben als die Miinzmark = 279,9835 Gramme, also so ziemlich gleich 
mit dem oberwahnten Gewichte der Wiener Mark. Diese Mark wird in den 
Urkunden als pondus moravicum oder schlechthin als pondus gravius 
und die Anzahl von 64 Gr. als numerus moravicus oder pagamentum 
moravicum bezeichnet, in bohm. Urkd. ^islo moravske. *) Nebst der 
Mark zu 60 Gr. = dem Schock , kopa , und den zu 64 Gr. gab es aber 
noch Marken verschiedener Aufzahl, so die Strafmark (pokutnf hfivna) 
zu 48 Gr., welche gleich ist der marca polonicalis ponderis 48 grosses 
pro marca qualibet (CD. 7 , p. 43) ; dann die marca ponderis et numeri 
Opaviensis (CD. 4, 150; 9, 275). Ferner gab es die hfivna krA- 
lovskd die konigliche Mark oder das Eonigsgewicht zu 56 Gr. mit 
einem Feingehalte von 15'/, Loth Silbers = 255,657 Gramme: funfzigtau- 
send mark silbers kuniges gewichts, ie 56 grosser beheimischer pfennig 



*) Auffallend ist daher die Bemerkung J. Chytirs in seinem Index zum I. Buche der 
Olm. Landtafel unter dem Schlagworte marca: „ Welche Bedeutnng die in den 
Urkunden dieser Zeit nnd in der Landtafel yorkommenden AusdHloke marca 
numeri sen ponderis Pragensis yel Moravici haben , ist unbekannt, um 
so mehr, als gewohnlich hiebei die ausdrilckliche Bemerkung steht: pro qualibet 
marca 64 grosses computando.'* 



— 76 — 

fur ein mark (CD. 6, 114); — de 10 millibuB marcaram argenti groesonim 
Pragensium pagamenti regalis (CD, 8, 41). Nach ihr wurde die konigl. 
bema gezahlt: obecnf bemi po p61 hhYui s Idnu totii 28 gr. (A£. 5, 362). 
Yielleicht ist diess die Ursache, dass in bauerlichen EaufBurkunden die 
Mark haufig zu 28 Gr. gezahlt wird, z. B. ofter in einem Grundbuche der 
Herrschaft Eonitz: kaidou hfiynu za 28 gr. podUajfc. 

Hmeini (Gmeczne); dieser im Leitmeritzer Stifungsbriefe ange- 
fohrte ZoU erklart sich durch: de ductoribus yaBorum de loco ad locum 
percipere yolumus. (CD. 3, 150) yon hmec olla, yas, uma der Topf. 

Hromada die YerBammlung der ans^Bsigen, beguterten Bauem- 
Bchaft, wobei die HauBler auBgCBchloBBen waren. — Vgl. das rus. gromada, 
daBBelbe bedeutend. 

Hromadnik, der in die GutergemeinBchaft aufgenommen ist: uni- 
yerunt Be ad yeram unionem Beu na pray^ spolek, ita quod facti Bunt yeri 
unitores Beu hromadnfci (Cod. j. b. II. 2, 288). — Yid. spolek. 

HromDice oder Hromice purifioatio Marise , Maria LichtmeBse, 
yid. Maria. 

HromniiDik in SchleBien der Monat Februar yom FeBte Marias 
purificationiB hromnice genannt. 

Hrot, die Spitze doB Pfeiles, der Lanze, der Gehren, spiculum. 

Hrotek, ein Bund yon funf Garben. 

Hrotidti, der Lanzenstift, hastile. 

Hroznata Methodius. Der Name entstand durch eine falsohe Deri- 
yation des gr. Wortes, indem man daBBelbe yon lat metus die Furcht 
herleitete altb. hr6za, wodurch dann Hroznata entstand. H. a Crha Method 
und Cyril. An Hroznata, den Griinder des Elost. Tepl, ist wohl hier schwerlich 
zu deidsen. — ygl. HrAia und Straehota. 

Hraden 1. der Januar, alts, grudini der Noy ember, poln. grudzien 
der December; wahrscheijilich herzuleiten yon hruda, gleba, die SohoUe, 
hruditi glebare (Hanka sblr. nejd. sloyn. p. 182). 2.=: hrudoec embolismus 
meuBifl intercalariB : ye tf ech letech pi^b^yd mSsfc pffbytn^, hruden, t. j. 
tfin&ct^ho mSsfce nast&ni, intra triennium accessio fit mensis intercalaris 
(EmboIim»i) id est decimsB tertiee lunationis, die Tage, welche zwischen dem 
Dezember und Janner eingeschaltet wurden, um den Unterschied zwischen 
dem Sonnen- und Mondjahre auszugleichen. Daher auch das Schaltjahr = 
hrudn^ rok. 

Hrfiia Methodius (in einer Urkd. E. Ferdinands ai. 1544). — yid. 

Hroinata. 

Hub^jfek der seit E. Ferdinand I. gepragte Groschen, welcher 
9 Heller zahlte: groBsus sestertius yalens chalcos noyem (Straus, Besp. b. 
5420; — hubAdkfl za 4 zl. (MS. Press. 1578). 



— 76 — 

llul baculus, sceptrum der Stab. 1. das Scepter als Symbol der 
Rechtspflege: purkrabl prazsky hoi moci kralovii nade vsi zemf drfi (a6. 

2, 502) ; — ja valassku ovcdrskii neddm za hul cisafskii (Kol. Zp6v. 1, 330). 
— 2. der Heroldsstab, der Stab des Gerichtsboten zum Zeiehen seines fried- 
lichen Amtes und seiner Unverletzbarkeit : pohoncf holi v rukii vedle obyceje 
drzice, kteriizto holi ufad pohonCf jim ponicen^ znamendvaji (Maj. Car. a6. 

3, 171); — koraornici, kdyzby pohdneti meli, nemaji pri sobS brani miti, 
toliko huolku, jakoz oby^ej jest od staroddvna (zfiz. Vlad. a6. 5, 69 ; zHz. 
1564 f. 31.); — od predkuv nasich to jest v obyCej pfivedeno, ie pfed tento 
soud (t. j. mezn^) zddny s kordem .... pfedstoupiti nemd; ale jeden kskiif 
md mlti hfilku v ruce na znameni pokoje zdr?.eni (MenSlk pr. mez. p. 
10). — Vgl. Grim RA. 135, 761; Mythol. 2. Aufl. 803. 

Hunczkapp vid. III. Abthcilung Hundskappe. 

Hunskopp vid. III. Abtheilung Hundskappe. 

Hus haufig bei Datirungcn wie ein Heiligentag beniitzt, der Tag 
ist der 6. Juli: 1. 1415 tfeti den po sv. ProkopS v ochtdb sv. Petra a 
Pavla updlen jest velebn^ kdzatel mistr Jan Hus (SRB. 3, 20); — dne 
6. 6ervence jakoby rekl na den mistra Jana z Ilusince updleni (ibid. 3, 249). 
Seit dem J. 1517 feierten aber die Prager den Tag wie einen anderen Pest- 
tag, sogar mit der Vigilie: v nedeli o vigilii mistra Jana Husi, kdyz 
bylo po jitfni a potom i v pondolf na tfz svdtek, konsel^ prazStf pdlili 
oheii a na vSii mostsk^ trubafii slavno troubili etc. (SRB. 3, 408). Von der 
Zeit an erscheint der 6. Juli als Tag des Johannes Hus z. B. 1520: feria VI. 
die Johannis Hus (AC. 1, 120); — ve stfedu den mistra Jana z Husince 
(bohm. Landtag d. J.); — ja ein Herr Petr Skrbensk^ datirt im J. 1579: 
V pondelf den pamdtnf svatdho mistra Jana Husi, am Tage des heiligen 
Johannes Hus (Urkd. im LA.), ein Beiname, der dem Joh. Hus iibrigens 
bald nach seiner Verbrennung ertheilt wurde: 6 svoldni Konstantsk^. jenz 
se naz^^vdS svat^, kak si bez opatmosti zhladilo bez milosti 6IoySka svateho 
(AC. 6, 33). Petr Codicillus, der beriihmte Astronom der Prag. Univ. Hess 
in seinem Kalender auf das J. 1584 den Gedachtnisstag des J. Hus aus ; 
daftir cirkulirten gegen ihn folgende Verse: Stal se 6echum po6m6§n^ kus, 
VyletSla jim z Prahy hus, Prodal ji mistr Codicillus. 

Hus&k der Hussite (6as. 6. M. 1827. H. 45); im schimpflichen 
Sinne gebraucht. 

Huf ex germ, die Hiitte im Bergbau, die Bauhiitte; h. sklennd 
die Glashiitte : duas casas, alias dve huti sklenne (DO. 10, 798). 

Hvozd die Malzdorre, ardorium. 

If ycel der Abdecker : aby se takovych rovue co psi hycle varovali, 
aus dem deutsch. dialekt. hitzel der Schinder. 

Hyle : penSz na h]^le mfvali (Pam. Kut. 35), mitlat. hyle, gr. vlrj 
materia, deutsch Hohle im Bergb. ein Kasten, der auf dem Hohlwagen 



— 77 - 

befestigt ist, urn darin Erz auf die Hiittenwerkc zu fuhren ; er fasst 16 Ctr. 
(in Kuttenberg 12) und wird auch als Maass gebraucht. 

Hynec, Hynek, Hynee, llyncik Heinrich, Henricus : Jindfichovi 
jinak Hyncovi (Cas. i. Mus. 1864 p. 101). 

Hynst, HynSt ex germ, der Hengst, caballus : pobral mi hynst 
(Pill. Bra. 1406 f. 22); — m6?. se to iasto pfihoditi, ze 16pe pro Buh ry- 
tin d4ti hynSt (Tom. Stft. 256). 

Bysla nom. fern. = Gisela? 

Ilyidi (Hyzdie) der Schinken, die Schweinskeule petaso: peciam 
caraium porcinarum , quae hyzdie vulgariter dicitur (Dud. Stat, der Pr. 
Metropk. p. 19). 

Hyzdie vid. Hyzdi. 

Chalapa die Hiitte; chalupnik der Ansasse, welcher, weil er keine 
Orunde hat, nicht zur bestifteten Bauernschaft gehort. Die ch. entstanden 
gewohnlich auf Dominikalgriinden. 

ye Chbu kommt in Datirungen manchmal Yor; ea ist der Lokal 
von Cheb die Stadt Eger: jeni jest ddn a psdn v mfietfi Chbu (Urkd. 1412) 
statt V Chebu. 

Chebaky, Chepatvi unycrschamt, keck; ygl. kep. 

Chelciiti bratfi, die Chel6icer Briider, Anhanger des Petr Chel- 
£ick^, eines Landedelmannes (1390—1460), der wahrsch. aus dem Dorfe 
Vodnany gebiirtig war. In seinen Schriften eifert er ebenso gegen die Eatho- 
liken wie gegen die Utraquisten. Seine Anhanger, deren aber nicht viele 
waren , erhielten den Namen bratri, welcher Namen dann auf die Briider- 
unitat, die sich eigentlich auf Grund der Lehre Chelc^icky's entwickelte, iiber- 
ging. — Yid. bratri eesti* 

Chischi vid. CbySka. 

ChiztotDe vid. Cistotn^. 

Chlap (alts], chlapi servus, rus. cholop, poln. chlop, kroat. chlap 
rusticus) der Nichtadelige, gleichviel ob Burger odor Bauer : kral moz znovu 
chlapa za ylddyku vyvyaiti .... a takovf jii chlapy nazydni byti nemajf ; 
ale ktoz by jim fekl, ze jest chlapovo ditS, z toho se yyyesti nemohou, neb 
jsu prve zrozeni, nei jim sposob stavu yladyckeho potyrzen jest (Kn. Toy. 
kap. 223); — pakliby meStenin sedldka pohnal, mdta se biti kyji a 
Stity velikymi; neb jsta oba jcdnoho radu chlapskeho (A6. 2, 95); — 
nebo kdyby to platiti m61o, aby jakeho kdo tytule uzfyd, takoyeho stayu 
zfistati m^l, nebylo by zddneho chlapa na syete , nei ysecko pdni a 
zemane. (Zdp. ^er. 1, 264). Abgesehen von diesem Unterschiede yersteht 
man unter Ch. den Horigen , namentlich den leibeigenen Bauer und wenn 
auch der Bauer in den bohm. Landern nicht so grausam und niedrig behan- 
delt und so gierig ausgesaugt wurdc, wie in Polen und Ungara, so war die 



— 78 — 

Lage desselben in den bohm. Landern namentlich nach den Hussitenkriegen 
keinesfalls eine beneidenswerthe. Schon Stftn^ klagt um 1374 , dass die 
Bauern durch allzu Tiele Abgaben gedriickt wurden und er fuhrt schon das 
charakteristische Sprichwort an, der Bauer sei wie der Weidenbaum, je mehr 
man ihn beschneide, desto dicbter treibe er: ^ffkaji bldznovi pini, chlap 
jest jako yrba; iim 6e8tSj6 ji obrub&S, tiem se biiStS obalf.^ Aber siebzig 
Jahre spater tadelt Petr Chel6ick^ in seiner Postille (1434 —1436) in den 
scharfsten Ausdrucken die robe und grausame Behandlung der Bauern 
durch die Grundherm: ani2 odpuStSno bude p&ndm a Yladaf&m ukrutn^, 
jeito sedl&ky sy6 tepouce hanSjf , chlapy, Y]^ry, psy je nazyvajfce u vSzeni 
sdzejf, aby vidy jim bezednd hrdla knnili (Post. 199) und im §if yfry spricht 
derselbe Schriftsteller : jen skrze bolest a pot chlapuy a y^r&y mohou dokd- 
zati t^ dobroty ylady6{ (p. 152 yid. dobrota). Daher hat das Wort chudy 
(yid. dieses) als Synonymum yon Unterthan diese Bcdcutung aus einer trau- 
rigen Wirklichkeii Dass die Ausbeutung des Unterthanes umso arger war, 
je anner der Grundherr war, liegt auf der Hand. — Aus dem chlap wurde 
ein Adeliger durch Nobilisirung yon Seite des Eonigs; aus dem Adeligen 
wurde hingegen ein chlap, wenn er ein Handwerk oder sonst ein Qewerbe 
betrieb. Schon Stftn^ spricht yon einem althergebrachten Gebrauche, dass 
kein Adeliger sich mit Handel und Gewerbe abgeben solle : protoz ot d&yna, 
ktoi sliiti chtie p&ni menii neb yet§{, sty die se kup2enim (p. 154) und 
Earl yon ^erotfn sagt geradezu: bratr stardf toho Podstatskeho do Prahy 
se odstShoyal a tarn ziynost mestskou proyozujic jii zchlapel 
(Zip. 1, 265). 

Chlapstvi, der Stand der Unadeligen, des Burgers und Bauers: 
tak^ nan muoi chlapstyi proyedeno b^ti otcem jeho, kdyiby panoSi nebyl. . . 
ponSyadi otce chlapa m61, chlapem zuostane (Bai. Toy, k. 220). — Vgl. 
Chlap. 

Chlib 1. panis, das Brod. 2. das Besitzthum, namentlich Grund 
und Boden: s jeho chleba sedSe na mii d6dinu (Pfih. Olom. 1412 f. 59); — 
te dcery odbyl a ydal na cizi chleb (En. Drn. p. 95) ; — kdyS s jednoho 
chlebu mnoho p6yod6y na pohon (En. Roz.); — ie se na sy^ zhoii vriti b 
cuzfho chleba (ibid.). Im russ. chleby die Getreidearten. 

Chlebiti, die Wirthschaft betreiben = hospodafiti: kdyJ bratfi 
spolu chlebl .... ze o sy^m mdti jich chlebila (Puh. Bm. 1459); — leiby 
d^ti mSla a s nimi na statku chlebila , tehdy na d^ti spadne , s kter^mi 
chlebl (En. Toy.); — o svem kaidy chlebil a sidlo mel zylAStnf (ibid.); — 
ie y sy^m chlebil a syou obzyldStnf 2iynost mfil. (Zdp. ^er. 1 , 243) ; — 
ch. sobe (En. Toy. kap. 78) sein eigenes, selbstandiges Hauswesen fuhren. 

Chlebnik der Backer, pistor: ie mi irii 21oy§ka m^ho Jana chleb- 
nfka (Pflh. 01. 1505 f. 2). 

Chlebove das den Dreschern gegebene Getreide : mlatcfim chlebo- 
yeho kazdemu na m^sfc 4 achtele (MS. Press. 1683). 



— 79 — 

Chmelik, ein grosses auf Befehl E. Wenzel lY. gegossencs Geschutz 
(SRB. 3, 72). 

Chmelinec, der Hopfengarten : kiipil lu6ku a cbmelinec (MS. LA. 
M. Vn. 20 p. 49). 

Chobot: des&tek z chobotfiv, ktere Yraningti dr2{ (MS. LA. XII. 
c. 19 p. 158) jest les, slove choboty (ibidf. 164) der Anger, Teichgrund; 
sonst auch Stuck, Zipfel u. s. w. 

ChodAk, Chodakyni der Bettlcr, die Bettlerin; ygl. chodeo. 

Chodec Ton cboditi gehen, der herumziehende Bettler: co se cbod- 
cuoY a past^fuoY dotyce «... aby se mSsto od mSsta , yes ode Ysi po 
jarmardcb neb posYicenich netoulali, nei Ye fipitdle zuostali. (LO. 1564 f. 214). 

Chodovi (sing, chod) der Wachter der Granze, der Markmann 
cnstodes limitnm. Ihre Aufgabe war es, Granzwalder zu begehen (cboditi 
gehen, daher ihr Name), das Herannahen eines Feindes anzukundigen und 
Yerhaue zu machen, um das Yordringen desselben zu yerhindem: kdza 
Bretislay ohod6m les zarubiti (Dal.) ; — ktoz otemne pobihne kdzal jsem 
jej cliod6m zabiti (ibid). Sie waren yon alien Abgaben befreit ; doch wurden 
sie durch Yerpf&ndungen der Konige an die Barone um ihre Priyilegien 
gebracht und endlich der Stadt Taus untergeordnet (yid. Pam. arch. 1864 
p. 101). An sie erinnem noch die Ortsnamen Ghodoun, Chodouny, Chodolazy, 
Chodov dolnf, ChodoY horni, Chodov zadni, Chodoyice u. s. w. — Stransk^ 
in seiner Resp. b. (p. 71.) ist im Irrthum, wenn er die Chody mit den 
Hedcane verwechselt: sunt quoque multo jam tempore sub eorum potestate 
(d. i. der Stadt Doma^lice = Taus) homines alioquin non Yulgaribus exem- 
tionibus gaudentes, qui chodove et Yulgo psohlavci nuncupantur. Perhibetur 
captiyos eorum patres in Bojemiam transportassc ex castro Chodzec siye 
Gdec in majore Polonia victor Bfetislaus L, eosque in Cirnfn ejus orse silyse 
ingenti an. 1038 collocasse ac libertatc multa ipsis concessa limitis custodiffi 
prffifecisse''. (yid. Hedcane). 

Chomutni, Chomutovi von chomut, helcium Kummet, die Abgabe, 
welche yom Pferdegespann , oder fur die Einfubr der Kummets gezahlt 
wurde: eleimosinam, quam dux Sobezlaus, scilicet homutne, in Olzaya 
ecclesie contulerat (CD. 1,292. 304); — alts, chomati, pol. chomat, neubohm. 
chomout, mithd. chemat. Das deutsche aus dem slay, entlehnt. (Ygl. Gr. 
Wtb. Y. sp. 2610). 

Chrbola, Chrbolka ein Eleidungsstiick: barchanku, kaftan, £epici 
popeliil a chrbolu (MS. 1573); — pet rouSek, jedna chrbolka (MS. 1511). 

Chromota die korperliche Yerletzung, in Folge deren eine Lahmung, 
Yerstummelung oder Yerunstaltung eintritt, die lem, lemde der deutschen 
Urkunden: op6t na jednom lidu toliko jeden nedostatek feceny leem, totii 
chromota neb ohyzda m6i obi^alovdn b^ti (Pr. Mest. 210); — ranSn jsa 



- 80 — 

V nohu, obratf-li se rdna v chromotu, nemoz pro pet prstov noznfch toho, 
jeni jej ranil, z peti chromot viniti (ibid.); — tfi lidove uschU v chromotu 
se obrAtili (ibid. 212); — opovfdati prAvo chromotu i vSelikak6 ohavy, rdny 
modr6 i krvave (Kn. Roz). 

Chudiaa 1. die im Hospitale oder Armenhause wohnenden Armen : 
chudym do npitalu, a ta chudii^a aby za du§i mou P. B. proBili (MS. LA. 
M. YII. 14 f. 34). — 2. die Unterthanen , Horigen : ti, jeSto by se tob6 i 
tve chudinS hodili k t£m ufadom . . . jich pdsobenim i ty^ chudinS 16pe 
bude. (&tit. ed. VrfAtko p. 84) — vid. chud^. 

Chudy kommt in derselben Bedeutung vor, wie das mitlat. pauper, 
das mithd. arme liute = Unterthanen , Horige : non yolumus, ut domus 
pauperum ipsorum prevideantur a camerariis (CD. 2, 283); — und das 
die arme lude vnbeswerit blibin von den yegirn (Gr. Weisth. 3, 328) ; — 
a pro ten dluh jest mng i m^m chudym lidem pobrdno; — a tfm md chudina 
hyne (Pfih. Brn. 1447 f. 18 ; — znamenav tbtiinosti lidf svych chud^ch a 
poddan^ch (Kn. Toy). — 

Chilkati murmurare Icise reden ; so wurde namentlich die leise 
gepflogene Berathung der Landrechtsbeisitzer genannt, wenn sie nach Anhorung 
der Partheien zum potaz zusammentraten; in deutschen Quellen das gerune, 
geraune. 

Chunowe vid. Kunove. 

Chval nom. viri, qui laudat, wahrscheinlich abgekiirzt aus Bohu- 
chwal = Gottlob, wie wenigstons aus dieser Stelle hervorgeht: jsou neboitfku 
p. Bohuchvalovi stryci memu pfikdzdni byli .... na 6em jest pak neboitfk 
p. Chval str^c muj to postavil, ze oni nevedf MS. 1554. im LA). 

Chwrtne vid. Ctvrtni. 

Chyska (Chischi) casula die kleine Hiitte Demin. von ch^Se: 
Bortes, qufiB vocantur chischi (CD. 2,364); vgl. in der IIL Abthl. keische. 

Illuminisla , welcher Eupfer- und Holzstiche mit Farben ausmalt. 

Intitulovany , der immatrikulirte Student : ieby jich bylo intitulo- 
van^ch t. j. k koleji pfipsanych 34.000 (SRB. 3, 12 Akg.). 

Introligator: knihafi a introligatoifi (Pam. arch. Ym. p. 585). Der 
Buchbinder. 

Jacek nom. viri = Hyacinthus. 

Jacint vi. Jacek. 

Jako fere, quasi, beilaufig: v hodinu jako tfetl (Vel. kal. 378) hora 
quasi tertia; — jako v hodinu neSpornf (ibid. 434); — jako se Sesti sty 
jfzdn^mi cum sexcentis fere equitibus (SRB. 2, 472). 

Jakiib velik^ apoStol Boif = Jacobus Major, Tag der 25. Juli. 

JaloT^ panovani vid. Panovi^ni. 



L 

: 1. 



— 81 — 

Ji^ma 1. die Erzgrube: bade moci j&mu neb dfll ud^lati a z ni rady 
dob^^vati (Kn. Tov. ed. Demuth p. 159) ; daher Jamnice der Name der Stadt 
Jamnitz. — 2. Die Fanggrube fiir das Wild: aby jam na zvif velikou i 
malou delano nebylo (LO. 1564 f. 225). 

Jamniei (sing, jamnik), die Grubenheimer, Grubenhauser, ein Spott- 
name der bohm. Briider, weil sie in der Zeit ihrer Verfolgungen in Gniben 
(jamy) ihre Versammlungen hielten. Dieser Name kommt schon bei Bile- 
jovsky (t 1555), welcher die Gescbichte der Briider-Unitat bis zum J. 1520 
schrieb, vor; auch Eomenius sagt: £esk^ bratry nepfdtel^ na posm^ch jam- 
nfky naz^vali (hist prot. 56). Vgl. Balb. Misc. 6, 29. 

Jan Johannes 1. J. Burian yid. Burian. 2. kHitel J. baptista 
der Taufer. 3. mii&6ek pdne der Liebling des Herrn, J. evangelista nach 
dem griech.: 6 tjyanrjjjisvog, quem dilexit Jesus (Job. 21, 7). 4. nalezeni 
hlavy 8. J. kit. inventio capitis. 5. J. pfed branii vlasskd J. ante 
portam latinam, J. vor dem walschen Thor. 6. st6ti decollatio. 7. Ydno6n;^ 
J. um Weihnachten, s. Johanstag ze wihennacbt (CD. 6, 115) evangelista. 
8. V oleji vafeny, als hei wart ia dem oly gebraten (Grotef. Handb.) 
J. ante portam latinam. 9. zlato-usty J. Chrysostomus. — Yg. Mina 
svafa. 

Jankule Beiname des Job. Hunyadi (Yel. kal. 419). 

Jarek, Jares, Jaros = Jaroslav. 

Jargeld (Jorgeld, Jorgelt), der Jahresgehalt: lifad jeho i jorgeld 
8e ozndmf (Kn. Tov. kap. 14); — spravedliv-li jsem k tomu jorgeltu 
(A6. 1, 282). 

Jargeltnik e germ. Jahrgeld, der cincn Jahresgehalt bezieht, nament- 
lich rechtskundige Personen, auch advokdti und prokuratofi genannte Per- 
sonen: do^ddali se advokdtuv a prokuratorfiv svj^ch, ktefi2 od mnoha let 
na nemalou Jahrgeldten mzdu zjedndni byvse jira v prdvnich vecech povinnS 
a radi slouiili (Slavata fol. 102); — aby jim jahrgeltnlci a zakdzanf proku- 
ratorove dopfdni byli (ibid. 103); — afikoli jahrgeltnfkem p. ^hrabfite jest 
(Zip. ter. 1, 91). 

Jarka nom. fem. = Jaroslava. 

Jarolini = Hieronymus. 

Jaroniifka , Name einer Kanone in Prag: z Jaromffky stHleli 
sedmkrdt za den. (SRB. 3, 53). 

JiiS^ der Jazyge: s Uhry, Rasy, svymi Jdsy (Pal. Dej, IH. 1 p. 378). 

JaSek, Jakda, Jakes nom. viri Jacobus. 

Jatrev fratria, uxor fratris mariti, die Frau des Schwagers leviri 
uxor, HvixriQ^ janitrix, poln. j^trevf, altsl. j^try, sanskr. j&tr, im bohm. nur 
in XJebersetzungen der Bibel vorkommend. 

JatruSe bei Yeles und Rozk., dasselbe was jatrev. 

6 



^ 82 ^ 

Jacyb, die Zungo, lingua, die Sprache; in ubertragener Bedeutung 
das Yolk natio, namentlich im 15. Jahrh.: pro knv6 naMenf, kterii jest 
jemu bez viny a skrze to vei ceske korunfi a jazyku pfipisovdno ai. 1415 
(A6. 3, 184); — abychom ee strhli proti nepMtel6m a zhubcfm jazyka ^eskiho 
(ibid. ai. 1450), wie auch im deutschen: pilgrim, der auf dem gotzweg 
ist, also daz er von einer zungen zu der andern vert (Schmeller 4, 
271). — Vgl. hlahol. 

Jednodtitn^ vlAdyka , der einschildigc Ritter, der neue Adclige : 
kril m64 erbem chlapa za vladyku vyvfSiti; a takovf jii chlapy nazvdni 
b]fti nemajf , neb sc ti listy temi vyvodi a za vlddyky jednoStftnd zost&vajf 
(En. Tov. kap. 233). — Ygl. ohlap, vlAdyka, stit 

Jednota 1. unio, die Uibereinstimmung, Einigkeit, Bund: vstupili jsme 
V jednotu a jednostejne smluvili jsme se za jeden clov6k a slfbili jsme sobe 
tu jednotu drzeti a zachovati ... a jsiic v t6 jednotSu6inilijsme snSm druh;f 
. . a tato svrchupsanA jednota a ustanovenf m& trvati a2 do budiicfho pdna 
(Landfr. 1440); — ze jest pobral v mirn^ zemi a v t^to jednote; — ie r 
jednotg teto zemS raocf spdlil obilf (Pflh. Bm. 1417 f. 135. 149). 2. Jednota 
bratrskd die bohm. Bruderimitat. 3. J. kres^anski unitas ecclesiastica 
(AC. 3, 423). 4. J. panskd der Herrenbund gg. K. Qeorg Pod. 5. Jednota 
plactivd die Sekte der MikulaSovitl (vid. diese). 

Jednotnik Mitglied einer jednota, Bundesglied: napomfnati tSmi 
z&vazky kaid^ho jednotnika naSeho (ai. 1450). 

Jednudka der Einser, Spottname fur die unter einer Gestalt 
Kommunizirenden : prv6 byl pod jednou a pravi jednuSka (SRB. 3, 216); 
— kterak na8e strana se umen&uje pomalu oufady, penezi, sliby od druhe 
odporne strany t. jednuiky (ibid. 3, 413). 

Jemni von jfmati sumere, capere, arrestare die Entlohnung fQr die 
Arrestation, das Arrestgeld, Beschlagsgeld : rychtif dostane stavn^ho, je- 
mn^ho, pomocniho etc. jemn6ho 16 gr. (Wal. Mes. Stadtb. f. 39). — Vid. 
obstavka, stAvka, stavitl. 

JeptiSka die Nonne, monialis, durch Yermittlung der mithd. Form 
aptessin, eppetisse aus dem lat. abbatissa. 

Jef umgelautet aus jar die Sommersaat, das Fruhkom: a pobral 
mi mi obili jei' i ozim. (Pfth. 01. 1412 f. 27). 

Jern^ desatek der Zehent von der Sommerfrucht (Pfth. Bm. 1581). 

Jerolim, Jeron^m Hieronymus: mistr Jeron^^m praisk;^ Hiero- 
nymus von Prag, dessen Gedachtnisstag nach dem Almanach von 1543 auf 
den 6. Juli fallt. 

Jeti die Arrestirung, widerrechtliche Gefangennahme : o jetf koni 
. • . jetf sv6ho jilov^ka (En. Roz. il. 209). — vgl. jenine, lajeiii. 

Jetrich nom. viri Dittrich. 



— 88 - 

Jezovee 1. der Dachs. 2. ein Schimpfname der JeBuiten: nebojme 
se Zizky krdle, necht' ho ^eit vzal i a Jezovci, nechf jdou za nfm papeienci 
(Lied 1619). 

Jihiava Iglavia die Stadt Iglau. Der alte Fabler Hajek leitet den 
Xamen von Igel (jeiek) her. Da aber die Stadt vom Flusse ihre Benennung 
erhielt, der jedenfalU fruher war, als die Stadt, so ist die Wurzel dieses 
Wortes : jib, jihnouti, thauen, sich ergiessen eflPundi : z ndhleho roz-ji4-enf 
ledu a snehu Vltava ndramnS se rozvodnila. (Vel. kal. 01); daher die 
Iglauer ihre Stadt in Urkunden und Chroniken zu der Igla nannt-en. — 
Die in neuestcr Zeit hie und da beliebte Schreibung Jihlav statt Jfhlava ist 
unbedingt zu verwerfen. 

Jihlavska kompania die Iglauer Tuchmacherzunft: kompania Ji- 
hlavskd z penez , kterc v handlich slos^ene majf a jieh vyse neili lirokem 
uzivajf, tak dobre jako jini pani obyvatele (z 6ehoz se purkniistr a rada 
pfiznavati povinni budou) z jednoho kazdcho tisfce po trech zlat^ch aby 
davali. (Sn^m. pam. kn. IT. p. 49 ai. 1601). Sie wurde im J. 1556 ge- 
griindet, genoss bis in's 18. Jhdt. einen vorzuglichen Ruf beziiglich ihrer 
Fabrikate, nahm aber seit dem Anfangc dieses Jahrh. ein kltigliches Ende. 

Jilek = Jilji Egidius: Jiljf jinak Jilek (Puh. Brn. 1583. 1589). 

Jilji Egidius aus dem mithd. Gilge. 

Jilovec der Goldwascher, der Bergarbeiter, jflovati Erz graben: 
aurifoBsorum, qui vulgo ylouci dicuntur — ab autiquo aurum de terra ylou- 
ant (der lat. Ausgang tert. plur. von bohm. jilovati) sen decutiunt (Erb. 
Reg. 45); jfl der Letten, Thon. — Daher Ortsnamen, wie Jilov6 Eule, 
Jflov Eulau u. 8. w. 

Jimram nom. viri Emmeramus. 

Jindra, Jindrich = Heinrich, (alts, jendrichi). 

Jifi Georgius (vgl. Girg): rytif a mucedlnik Bozi (Ac. 1, 195), in 
der 01m. Dioz. am 23., in der Prager am 24. April: 1. 1647 dne 24. aprile, 
to jest den sv. Jiff (6as. 6. Mus. 1832 p. 475). 

Jistebka vid. kos. 

Jistebnik dasselbe was bouduy. 

Jistec 1. der wahre Eigenthiimer: ja N. prvni jistec a sprdvce v§d 
dolepsanych prodal jsem... — 2. Derjenige, weleher etwas sicherstellt, also 
der Schuldner und Biirge: jtl N. prvni jistec a dluznik dluhu dolepsan^ho 
(Kn. Dr. 84); — my jistci nahofepsani mdme vefitelum nasim jich sumu 
jistinnii i s liroky zaplatiti (ibid. 86). 3. actor der Klager: actor petat == 
jistec pozadd (Maj. Car. Ac. 3. 173); — actore procedente = pakli jistec 
provede (ibid. 172). 

Jistina 1. summa capitalis, die Schuldsumme ohne Zinsen- und 
Schadenzuschlag: az jistina zlat^ch svrchupsan;fch v^fitelom naSim upln6 

6* 



— 84 -^ 

bude zaplacena (Kn. Tov.). — 2. der Thatbeweis, der Thatbestand, species 
facti, corpus delicti : jestliieby iSlovSk takov^ 8 jistinou a pfi skutku polapen 
byl, k utrpnemu prdvu bude moci jej vydati (LO. 1564 f. 215); — mozei 
vedeti, kdyi kto koho jme bez jistiny, nemaje popravy, co ddle k tomu 
sluSf (A.L 3, 38); — pakliby kdo nalezen byl v hofe, by pak jistina u neho 
nalezena nebyla, ma tfi dn( sed^ti; pakli s jistinou nalezen bude, tehdy to, 
CO se u n^ho najde, md jemu na hrdlo uvdz&no a s tfm na Sibenici poy^Sen 
b^i. (MS. LA. M. YII. 3. f. 28): — ktoi bude 8 tii jistinii popaden smrti, 
i Y siidn^ den postaven bude na lavici, pravS jako s jistinii zlodej pfiyeden 
bude na odsiizent (Stft. p. 22) ; — pakli opoved^l jm^nem (zlodgje) , ano 
jesSe ^as (k) jistine vynfti (Kn. Roz. 61. 227). Vgl. Blick und Schein im 
deutschen Rechte. 

Jltka nom. fern. Judith. 

Jitf ni , die Friihmesse; matutinum: na jiti^f Boifho narozenf in 
matutino nativitatis Christi. 

Jizba. Jungmann fiihrt in seinem Worterb. sub gizba aus einer 
Handsch. ai. 1588 an: s lomy, s hony, s gizbami (letzteres Wort mit einem 
Fragezeichen in der Klammer) ; es ist ein Lesefehler fiir 6i2bami Vogel- 
stelle, nach altercr Schroibung in den Urkunden cjljbomi geschrieben. 

Jizda, die Eriegsfahrt, der Ritt in Feindesland, der Zug gegen den 
Feind iiberhaupt: a ta jizda byla tak spanild, ze nepomni nikdy iiiaf teikei 
od 6echuov (SRB. 3); — Budejovstf se mnii pfimfifi drzeti nemfnf i poslal 
jsem Y jizdu na jich 6kodu .... a moji byli ji2 y jfzdS a y torn se jim 
Skoda stala (1478). 

Johanek kni% Johannes Nepomucenus. (SRB. 3, 4). 

Joehynital, der Thaler: jochymtalfi za 14 zl. (MS. Pross.). 

Jorgeld, Jorgelt, Jorgeltnik yid. Jargeld. 

JoSt nom. yiri Jodok. 

Julifiv Trh Forum Julii Friaul. 

Juta, Juika nom. fem. Judith. 

Juxta yon dem lat. juxta neben , eine Schrift , welche neben einer 
Verschreibung , die in die Landtafel eingetragen war, gesetzt wurde, urn 
entweder dieselbe zu quittircn, zu loschen oder auch zu prolongiren. Sie 
wurde eingefiihrt, um die Ausstellung neuer Urkunden zu ersparen: krome 
tSch trh6v, ktefiz se pfi zdpisich pfSl, kteri^mi juxty ffkajf (VS. 397); — 
juxtou kyitoydno (A6. 3, 478); — smazdno juxtou (ibid. 565). Die kleineren 
Schreiber, welche yon diesen j. eine Taxe bezogen, begiinstigten Jen Qebrauch, 
80 dass die knihy oder desky zdpisn^ bald liberfliissig geworden waren; 
daher wurden diese j. im J. 1456 aufgehoben (Cod. j. b. III. 2, p. 200); 
nichtsdestoweniger aber kamen sie spater wieder auf, wie es das Werk 
Earn. y. Vsehrd beweist. 



— 85 -- 

KabAt 1. toga virilis, der Rock, althd. kawati yestimentum. 2. das 
Marterhemd, mit brennbaren Stoffen getrankt, zum Martern der Missethater* 
3. das Gefangniss, der Pranger. 

Kaeenka, eine ScheidemiLnze, wovon 2 auf 1 Pfennig gingen, auch 
sart und mal^ peniz genannt: chalci semis, sart yel kaSenka, mal^ penfz 
(Strans. resp. b. p. 542). — Yid. katerinka, dart. 

Kaika nom. fern. Eatharina. 

Katf wortlieh der Bottich ; bei den Taboriten die Gemeindekasse, 
eine Einrichtung, die iiber das Jahr 1422 nicht hinausreicht : ustavili , aby 
bratfi vfiichni vdecko vuobec skladali a na to sd jim kdcT jednu nebo dve 
vystavili, kteniz oboe temef plnii sii jim nasypali .... jedna kdd byla 
postavena na Tabofe , druhd na Pfsku, tfetf v Vodnanech (ygl. Pal. dej. 
III. 1, p. 478). 

Kadys, Katys eine Art Webstoff, aos dem franz. catir fest wirken 
(Matz,). 

Kachna nom. fern. Eatharina. 



f iiov]^ der neue d. i. der Gregorianische Ealender, welcher 
in Bohmen 1584 derart eingefiihrt wurde, dass man die beziiglichen zehn 
Tage im Monate Janner ausliess und statt des 7. gleich den 17. Janner 
zahlte. (Vel. kal. p. 16). In Mahren wiesen die in ihrer Mehrheit utraqui- 
stischen Stande die Annahme dieses Ealenders bei dem um Dreikonig 1584 
in Olmutz gehaltenen Landtage zuriick; erst auf erneuerte Aufforderung 
des Eaisers nahm der im JuU desselben Jahres yersammelte Landtag den 
neuen Ealender an und yerordnete, dass statt des 4. Oktobers dieses Jahres 
gleich der 14. zu zahlen sei. (Sn. p. En. 1584 f. 17, 18, 32, 36). Doch 
iindet man in Priyataufzeichnungen der Utraquisten und Nichtkatholiken 
uberhaupt auch noch spater beide Ealender nebeneinander , so z. B. im 
Itinerarium des Velen y. ^erotin. 

Kalendy die lat. calendae, in Datirungen yorkommend: jehoz datum 
1. p. 1365 ye 6tyrt^ch kalendAch m^sice dubna (Ac. 1, 508); — ddn osm6 
kalendy mSsfce srpna 1319 (CD. 6, 119). Selbstyerstandlich ist hier die 
Reduction nach dem lat. Ealender yorzunehmen, im ersten Citato also 
IV. kal. Aprilis = 29. Marz, im zweiten = 25. Juli. — Ueber die unrichtige 
Aufiassung der lat. calendee siehe namentlich En. Toy. p. 14, Akg. 1, 3, 4. 

Kalioty fiir Kalhoty die Beinkleider aus dem franz. culotte. 

KaliSi, die Brauerbursche, die in der Charwoche mit Plederwischen 
in Prag herumzogen und singend bettelten ; daher kaliSoyati herum schwarmen ; 
ein wahrsch. durch flamische Eaufleute nach Prag gebrachtes Wort, ygl. 
hoi. kalis ein armer Mensch. 



— 86 — 

Kallikovi, Eelchlein. So hiessen die urns Jahr 1422 auB Eelchen, 
Monetranzen gepragten Groschen: 1. 1421 dSali groSe a penfze z kalichftv 
a monstranci a fikali jim kaliskov6 (vgl. Pal. D&j. III. 1, p. 480). 

Kalisnik, der Kelchncr, calixtinus, der Hussite. 
Kalisti (Calysce), der Sumpf, von kal limus, lutum. 

y 

Kamariyovy: na truhl&ch peknc kamarajove prosteradlo (Cas. c. 
M. 1858 p. 368) wahrsch. Kammertuch, Tuch von Camorik, Camarik, welches 
der deutsche Name fiir Cambray ist. 

Kamelor ex germ. Eameelhaar. 

Kameo 1. ein Gewicht von 20 Pfund (in Polen 32). 2. filozofsky 
der Stein der Weisen: kdyby z poi^ehn&nf boifho se zdafilo a filozofsky 
kdmen dokondn byl (Bfez. z. Vil. Roz. 226). 

Kamp, der Eeilberg im Bergbau, aus dem deutschen kamp, kamm, 
pecten. 

Kaneel&r ceski dvorskA oder kurzweg k. ceaka, die bohmische 
Ilofkanzlei cancellaria regni. Anfanglich ein Amt, in welchem die kdnigl. 
TIrkunden ausgefertigt wurden; spater erweiterte sich der Amtskreis und 
die Bedeutung derselben , indem die Eanzlei zu einom formlichen Raths- 
senate des Eonigs wurde, in welchem neben dem Eanzler und Vicekanzler 
auch vom Eonige hiezu berufene Mitglieder Sitz und Stimme batten. So 
wurde die Hofkanzlei allmahlich zur obersten Verwaltungsbehorde der boh- 
mischen L&nder, indem sie die Eingaben sowohl der Lander als auch einzelner 
Personen und Eorporationen an den Eonig und dessen Entschoidungen 
hieriiber vermittelte. Die Hofkanzlei hatte ihren Sitz immer am koniglichen 
Hoflager, seit Ferdinand II. daher immer in Wien; sie amtirte selbstandig, 
bis sie unter Maria Theresia mit den iibrigcn Eanzeleien vereinigt wurde, 
wodurch die sogenannte vereinigte Hofkanzlei entstand. Seit Ferdinand II. 
bestand bei der bdhm. Hofkanzlei auch eine deutsche Expedition. — Tgl. 
kancler nejv. kr. 6. 

Kancelly, die Cancellen, die Gitterwand, welche in Eirchen den 
hohen Chor vom Unterchor trennt , lat. cancelli : hrom u kancelMv kus 
kamene urazil. (SRB. 3 , 261) ; — in Boh. vers 587 cancellus = mfize 
Gitter. 

Kancler ncjv. kr&l. ceak. der Obersthofkanzler des Ednigreichs 
Bohmen, supremus regni Boh. cancellarius oder schlechthin arehicancellarius. 
Dieses Amt war seit den altesten Zeiten mit der Wiirde des Vysehrader 
Probsten verbunden; erst im Verlaufe des 15. Jhd. trat die Gepflogenheit 
ein, dass der Eanzler ein Mitglied des Herrenstandes sein miisse. Er hatte 
die Eingaben an den Eonig zu eroffnen, dieselben mit seinen Rathen zu 
berathen, die Antworten und Entscheidungen festzustellen , dieselben dem 
Eonige zur Unterschrift vorziilegen und namentlich dariiber zu wachen, dass 
der Eonig eigenmachtig keine Rescripte erlasse oder Entscheidungen ftlle, 



— 87 - 

welche gegen die Rechte, Oesetze und Freiheiten des Landes gerichtet 

waren. Er war daher der contrasignirende Minister, desBen Yerwahrung 

auch das grosse oder Majestatssiegel anvertraut war. Namentlich lag es an 

ihm, die Beschliisse der Landtage der einzelnen bohm. Lander, falls sie 

der konigl. Betattigung bedurften, dem Eonige yorzulegen, dieselben zur 

Sanktion zu empfehlen oder die Verweigerung derselben anzurathen, die 

konigl. Propositionen fur die einzelnen Landtage zu yerfassen, konigliche 

Majestatsbriefe sei es an einzelne Personen oder Corporationen, 8t&dte und 

Lander auszustellen.- Treffend sagt daher Stransky p. 467: hoc igitur 

qui fungitur munere, os fere regis est et oculus. Der Kanzler 

hatte steta um die Person des Konigs zu sein und hatte daher mit seinem 

Amte den Sitz am konigl. Hoflager. Die TJrsache hievon ist in einem Be- 

schlusse des mahr. Landtages vom J. 1529 ausgesprochen: coi se kanceldfe 

cesk6 dot^6e, JKH. proste, aby tak sprayovdna byla, jak za pfedk6y JMti. 

A p. kancl6f aby pfi dyofe b^al, aby \iB,iif pKjdouc k JEMti sye y6ci 

zjednati mohl. Neb kdyi p. kancl^re pri dyof e JEMti neni , tehdy se lidem 

pruotahoye d{ti musf tim, ie jim k p. kanclefi ukazoydno b^yd, a takby 

lide k zmatkom i o sprayedliyosti pfichdzeti mohli. (Sn. p. kn. L 74). Seine 

Einkunfte flossen aus den Eanzleitaxen fur ausgestellte Diplome u. s. w. ; 

doch geschah es auch, dass die einzelnen Lander demselben einen jahrlichen 

Beitrag yotirten. Ueber den Wirkungskreis der Hofkanzlei und des Eanzlers 

gibt die Yerhandlung des Generallandtages yom J. 1611 deutlichen Aufschluss 

(vid. Sii6m drian^ 1. 1612 p. 154). 

Kancl^f markrabihoy der Eanzler des Markg. yon Mahren. Seine 
Stellung lasst sich mit der des bohm. Hofksmzlers in keiner Weise yer- 
gleichen ; er bekleidete nicht, wie dieser, ein hohes einflussreiches Staatsamt, 
sondern war bloss der Ausfertiger yon Urkunden und Schriften, die aus der 
Eaozlei des Markg. hervorgingen. Selbstyerstandlich gab es einen Eanzler 
in Mahren nur dann , wenn Mahren einen eigenen Markg. hatte , der nicht 
zugleich Ednig in Bohmen war, so z. B. unter Earl lY. ehe er Eonig in 
Bohmen wurde, unter seinem Bruder Johann, dann unter Jodok, Albrecht etc. 
Das Eanzleramt wurde 1207 yon Otakar I. mit der 01m. Domprobstei yer- 
bunden (CD. 2, 39), was Earl lY. im J. 1342 erneuerte (CD. 7, 291), eine 
Yerordnung, die aber z. B. unter Johann und Jodok nicht eingehalten wurde. — 
Was es mit dem cancellarius Morayiee, welcher in einerUrkd. 1169 (CD. 1,283) 
erwahnt wird, fiir ein Bewandtnis hat, lasst sich bei der Sparlichkeit der 
Daten nicht feststellen. 

Kapalec, Kapalin, der Sturmhut, die Sturmhaube, galea (fruher 
auch lebka, pfilbice und ielezny klobouk genannt) : m^ly jako kapaUny na 
hlaydch (Yelesl.), yom mitlat. capelina, altfrz. capeline. 

Kapla die Eapelle aa. HeOigen auf der Prager Burg, wo die 
Oerichtseide abgelegt warden. — Ygl. prima. 



— 88 — 

Kapler, Kapljf , das Scapulir aus dem mitlat. scapulare; kommt 
auch als Personennamen vor. 

Kapounkovy kAmen allectorius, ^est lapis, qui nascitur in ventre 
galHnacei, postquam fuerit castratus ultra quartum annum, et ad quanti- 
tatem fabe invenitur; gratum reddit ot constantem et sub linqua portatus 
sitim extinquit". (Aquens. Vocab). 

Kapsa ein Yulgarausdruck genitale femineum: kdyz se j( ndsilf 
bude dfti .... ten den nebo tu noc, kdy2 j( kapsu zd6fe (Ord. j. t. Ac. n. 
88) ; defloratio, stupratio. 

V 

Karbet: i kdyby p. S. na n^m (i. e. na koni) sedSl i s Urn per* 
lov^m sedlem, zeby mu z karbetn vySlo. (List. ^er. 1, 70) ; — nSktefi 
nautili kon§ n&dhern^ choditi, jako &ldp{, k bghdni do krou^ku v karbeticb, 
V kozlov/ch skocfch. (Cas. 6. Mus. 1843 p. 500). franz, courbette, ital. 
corvetta, ein sehr kurzer Qalopp, bei dem das Pferd die Vorderfusse mehr 
unter den Leib zieht und den Hinterfiissen mehr Biegung gibt, dabei jedoch 
beide Vorder- und Hinterfusse zugleich hebt und niedersetzt. 

Kareta: pfijeli s karetou pro pdna (Cas. L Mus. 1858 p. 365) aus 
dem ital. carreta eine zweiraderige Kutsche , auch bei festlichen Gelegen- 
heiten als Sta atskutsche gebraucht. 

Karkule capitium, rica Kopftuch, Kinderhaube aus bunten Lappen 
zusammengenaht, aus dem lat. car acalla, welches aus dem gallischen stammend 
einen aus bunten Stiicken zusammengenahten Mantel bedeutete, welchen M. 
Aurelius Antoninus bei den Romern einfiihrte. 

KarnAi, KarnA^ek ein Schultcrgewand aus feiner Leinwand, lineum 
brachiale puellarum, sindon; es war ohne Aermel, hatte vorn von unten nach 
oben einen Schlitz und war mitunter mit Seide oder Pelzwerk gefuttert; 

y 

mitlat. garnacha, altfr. garnache, garnachette, mithd. garnasch Oberkleid. Saf. 
V^b. I. 1224 weist auf mitlat. cometa = capitis tegumentum in formam 
cornu desinens. (DC). 

Karneoi svitly der Sardonyx (Com. j. linq. 90). 

Karn^f, Karn^^f der Brodsack, die Reisetasohe, aus dem ital. car- 
niere; im bair. Dialekt Earnier eine lederne Tasche. 

Kariieta vom franz. comette ein Pahnlein Reiter: jedna carneta 
jfzdy (Slavat. fol. 38). 

Karta Papier, Zettel: jeftofbych jich na celem arku nepopsal; a 
nesmfm pro prejfti karty. (A6. 3, 47. ai. 1448). 

Kartaa, Kartoun die Earthaune aus dem mitlat. quartana die 
Viertelbuchse : Petr puskaf slil delo desiti loket zdyli Staromestsk^m; tyz 
puSkaf slil Elatovsk^m kartoun tak velik^ jako starom§stsk^, ale delsi o 
8est loket v huti u sv. Stepdna ve zdi. (SRB. 3, 385). 



— 89 — 

ein Spottname fiir die gestriegclten, geckenhaften Ritter, 
welcbe aufgebauschte Beinkleider tnigen: ktere to rytife mfnfte, jim^to b6h 
bojovn]^ pffelusf? Ty-li kasalick^, jelto na hradfch a na tvrzfch vlasy ra- 
mena odivajf a suknice krdtk6 majf, jimii podobn§ nemohou zadku prikryti ? 
(Chel6. Citat in Pal. Dgj. IV. I. 419). 

KasAni das Aufschurzen, Aufbauschen der Eleider: a coi nemajf 
bokov6, ramena, nohy, to kasdnfm pysneho a draheho riicha oprayl (Chel6. 
post. 216) von kasati altsl. kasati, lit. kasotis schiirzen, tangcre, succutere, 
ebenso rus. kosnutsja, poln. kasad. 

Kasanka 1. die Scburze, succinctorium, prsecinctorium : kasankami 
hedbAvnymi. (St. ski. 5, 145) ; — 2. die steife Halskrause, der aufragende 
Eopfputz aus Perlen u. s. w. fiammeum, diadeina, monile. 

Kade der Hirsebrei; Beiname des bohm. Eonigs Rudolf I. (f 1307), 
weil er diese Speise besonders geme ass. (Erdl kase). 

Katerinka eine Miinze: penize v Mark. Mor. bern^, kter^z sIoyou 
Eatefinky (TJrkd. fur. Tnibau 1572); sechs kleine Semeln umb ein weissen 
Pfennig, drei umb ein Ehatterschincken (Backerordn. f. Briinn 1563). vid. 
Kaeenka. 

Katrude nom. fern. Eatharina. 

Kauf ein Qebunde von sechszehen Eimern : z vfirtele (piva) penfz, 
z polovice vozu dva a z kaufu 4 penfze (Pam. arch. 1868 p. 63) ; — sud 
dubovy Sestndcti veder podle miry zelezne vysadni, kterd kauf slove (Pam. 
arch. 1871 p. 206), wahrscheinlicli vom deutschen kufe, in den Casseler 
Glossen (39, 41) choffa, coufa. 

Kauielovati: aby ten list z knih mSstsk^ch byl vypsdn, kautelovdn 
a vymazan, jakoz jest jii k jejfmu svoleni kautelovdn a zmfe^ovdn, tak ze 
moci nemd. (6as. i. M. 1839 p. 455) vom lat. cautela, die Urkunde mit 
der Clausel versehen, dass sie nicht mehr giltig sei ; wenn etwa nicht ein 
Lesefehler unterlief statt kancelovati, in welchem Falle es identisch ware 
mit zmfeJovati (vid. dieses). 

K&zani mandatum, das Geheiss einen Schaden zuzufiigen : ie to 
u^inil kdzanim pdna sveho = quod illud feci de mandate (Ord. j. t. §. 81); 
— ze kdzanfm jeho vybili domy (Pub. Brn. 1406 f. 92.) ; — ie kdzal mod 
Bvii skodu uciniti (Ond. z D. cl. 27); — z kazanf jeden p6hon (En. Roz. 
cl. 165). 

Kazatel^ bratri ordo pra^dicatorum , die Briider des Prediger- 
d. i. Dominikanerordens : konvent zakona bratri kazatelu (A(5. 6, 547). 

Kbel, Kbeleo der Eiibel, Scheffel wahrscheinlich identisch mit dem 
8 trie he, welcher 1*5184 n. oe. Metzen enthielt : s kazdebo Idnu po 5 kbe- 
Itcfch ovsa (Ac. 4, 41); vgl. mitlat. cupellns, altsl. K^bH, d. Eiibel. 



— 90 - 

Kera das Haupthaar , der Schopf capillus verticis : napomia&m v&b 
za kecu a za hlavu (A6. 4, 171) bei eurem Schopfe und Kopfe ermahne ich 
euch ; vgl. skt. ke^a lat. caes-aries altsl. koea das Haupthaar coma. 

Kedra, Kedruta nom fern. Gertrude. 

Kcp: poranil ji svym kyjem V jeji kep (Ond. z D. 61. 18); — babo 
stari^ a ona odpoyed^la : polib me y kep, a£ jsem tak mlad& jako ty (Gas. 
6. M. 1863 p. 308) genitale femineum, poln. kiep ; vgl. gr. xijnog vulva, hortus 
altd. chebis, chepis, chebisa, mith. kebes, kebese (die deutschen Worte sind 
femiii. das bohm. und gr. mascul.) Grimm d. AVb. weist auf nord. Kefsir 
oder Eepsir = Sklave, angs. cifese, cefese serva, pellex, da die Kebsweiber 
aus den Sklavinen genommen wurden. 

Kepenik der Regenjnantel, aus dem ung. koponyeg, ein Regenmantel 
(aus FilzP) 

Kera, Kerude nom. fem. Gertrude. 

Kladski (Claske, Cladcensis). Das Wort kommt in vier Stellen 
von Erb. Reg. vor p. 410. 419. 426. 457 in den J. 1235- 1240. An alien 
vier Stellen bedeutct es liegende Griinde (hereditates), welch e dem Ko- 
nige gehoren und aus der Stelle p. 457 geht hervor, dass der edle B. 
eine solche hereditas Cladcensis, das Dorf Hodin namlich, wegen seiner 
treuen Dienste vom Eonige erlangt und die Eriaubniss erbeten habe, selbe 
dem Eloster Flas zu verkaufen. Die Eigenschaft eines konigl. Besitztumes, 
ferner die Eigenschaft der Verleihung fiir geleistete Dienste und die Noth- 
wendigkeit der konigl. Eriaubniss zum Yerkaufe lassen in den Kladske 
dediny liegende Griinde erkennen, welche den spater so genannten ndpravy 
und v^sluhy ahnlich sind. Weil solche Griinde zum Entgelte fiir dem Konige 
geleistete Dienste bestimmt waren, lasst sich die Angabe derUrkunde vom 
J. 1235 (Erb. 410) erklaren, dass das Eloster Chot^Sov wegen des Genusses 
solcher kladsk^ dSdiny „innumeras pertulisse dicitur Isesiones^, so dass der 
Eonig dieselben dem Eloster als freies Eigenthum gab. Das Etymon ist 
kldsti praes. kladu pono, loco, also hereditates, quee locantur in feudum 
sen emphyteusin. — Vgl. Erb. Reg. p. 808. Pal. D6j. I. 2. p.. 380. Jir. 81. 
pr. n. p. 184. 

Klani das Turnier, hastiludium. 

Klas die Aehre, arista 1. in Yerbindung mit oba bedeutet es die 
Sommer- und Winterfrucht : oseje ob^ma klasy d§dinu (En. Tov. k. 109); 
— ie majl rataji oba klasy ozim^ i jarf (Pfih. Brn. 1406 f. 202). — 2. das 
Jahr, in welchem das Peld bebaut wird und keine Brache eintritt: aby 
mohl padSlek do §esti klas& zastaviti na tento spfisob, aby po^na od 1. 
1607 dvS l^ta poMdnS osfvajfc a tfetfho ouhorem le^eti majic a2 do 14ta, kdyz se 
psdti bude 1616, v dr^eni a v uiiv&ni m§l, kazd6ho pak roku, kdji klas 
brdti bude tfi Ydclav Jirovi 2 zl. sraziti md ai do vyplngnf t^ch 12 zl. A 



— 91 - 

kdyi tich 9 let vyjde . . . (MS. im Bifun. Mus. n. 361). Nachdem das Peld 
auf 9 Jahre yerp&ndet war, wovoa 3 Jahre Brache, und von Sest klasu die 
Rede ist, geht henror, dass k. hier ein Jahr des Feldbaues bedeute. 

Kias, Klasek die leichtsinnige Rede, Nachrede ; ygl. glossa die 
GloBse (Glossen macben). 

Klibsterski knihy die Nekrologien der Eloster und Kirchen: proto^ 
ve knihy klasterske i u jin^ch kosteluv vpfSf tu dusi, a veen4 proeba za ni 
bude. (Chel6. Post. 170). 

Klavikordie: jestli by se jakd klavikordie koupiti mohla (List. Zer. 
II. p. 424) das Clavichord d. i. Klavier, welches damals (um 1605) nur das 
grosse C bis zum doppeltgestrichenen f umfasste. 

Klee der Striegelschacht bei Teichen, in welchem sich der Striegcl- 
kopf und Striegelbaum befinden : od ud61Anf branf, slove klece, okolo 6epu. 
(MS. Press. 1612). 

Klenot 1. das Eleinod. 2. der Turnierpreis. 3. insignia, anna das 
Wappen, das mit dem Wappen versehene Siegel : peCeti svd ode mn§ vyva- 
diti nechce , pfi mne jf nechav a klenotu sveho a pfedk6v sv^ch oielel : 
proto2 vyvoldvdm jej bez pe^eti a klenotu rodi66v jeho (Kn. Tov. k. 176). 
4. k. zemsk;^ das Landeskleinod, d. i. die Landtafel: jest velmi potfebne 
mluviti o klenot zemsk^f, takmer jcden z nejvy§§ich, kterak dsky zemsk^ 
neslusne chovajl so (Ac. 4, 446). 

Kieprlik equus gradatarius ex. germ, der Elepper: 16kafstv{ by na 
kleperliku s sebou unesti nemohl. (List. ^er. 2, 218). 

Kliska, Kliska bedeutet dasselbe, was im bohm. Rechte zmatek 
die Nullitiit: pohdnf mne na klfsku (Zdp. ^er.). Haufig kommt in mahr. 
Rechtsquellen derAusdruck pfisaha s kleskii, die NuUitat beim Eide vor: 
md b^ti prdv na kffzi s kleskii (I^uh. 01. 1412 f. 209); maj( prdvo u6initi 
na kfizi bez klesky (Puh. Brn. 1417 f. 110). Diese kleska bestand darin, 
dass der Schworende die Eidesformel in der Weise, ohne ein Wort oder 
die Stellung und Nacheinanderfolge der Worte zu andern, nachsagen musste ; 
anderte er etwas, so trat die NuUitat ein: tu pdni slySevse p. Vdclava, ie 
jest Oldfich na sve pHsaze nepro§el tim slovem ieby fekl: „£imi^ mne vinf 
Vdclav z KravdP jeSto mSl ffci: „6fmz Vdclav z Kravdf vinl" nalezli: 
ponevadz jest Oldfich nepfisdhl, jako2 jest od ufedn{k6v rota byla vyddna, 
ie jest neproSel (Puh. Brn. 1417 f. 113). Eine andere Art der k. bestand 
darin, dass der Yorsagende zu den Schworenden in der zweiten Person sprach 
und dieser die Form el in der ersten Person nachsagen musste: Ty Jene 
na torn pfisahdi — Jd Jan na tom pfisahdm u. s. w. Zweimal konnte der 
Schworende sich verbessern, fehlte er das Drittemal, trat die Nullitat ein. 
Ebenso, wenn der Schworende den Finger nicht auf die bestimmte Stelle 
des Crucifixes legte, wenn er friiher niederkniete oder friiher aufstand, ehe 
es ihm anbefohlen wurde etc. Das.Wort ist hergeleitet von klesnouti strau- 



— 92 — 

cheln, Btolpern: v prvnfch dvii pffsahdch; kde klesnouti inuo2, kl^sku 
ucinil (Kn. Toy. k. 114); — jestlizeby poprve klcsl, ale podruhe m& se i 
po tfeti opraviti. (Pfih. 01. 1437 f. 86). (Vid. kn. Tov. kap. 112—117; Kn. 
Drn. pag. LX. und 50). — vgl. pfisaha. 

Klestka ramalia, das Fallholz, das Klaubholz sicca ligna: klestka, 
sicca ligna, libere herbasque habeant, excepta viridi quercu (CD. 2, 205). — 
Vgl. oklestek. 

Kletska vid. Klestka. 

Klety excommunicatus : jistec klety nem6£ v prAv6 siidem jlti; ale jeSto 
jest pohndn, ac jest v klatb§, m62 se braniti pravem. (Cod. j. b. II. 2, p. 267). 

. Kleveta die iible Nachrede, die Ehrabschneidung : pro klevety ze 
zemS vypovSzena. (Kn. ouz.). 

KlicDice, die Beschliesserin. 

Klicnik, der Beschliesser, Schliisselmeister (in Klostern). 

Kliditi, einheimsen: quorum pratorum medietatem homines tenentur 
kliditi. (DO. 10, 635). 

Klim, Klinia, Klimata, Klinient, Klimes nom. yiri Clemens. 

Klin das Eckstiick des Feldes: 2e mi dri^f mii Idku a klin role, 
jeito le2i pod silnici na lev6 ruce (Pfih. Brn. 1459 f. 36). 

Klok, der Mantel fiir Frauen und Manner : vzali klok 2ene (A^. 4, 96) ; 

— na mu^fch klo6ek kr&tkf (Chelfi. Sif 157); das Wort stammt aus dem 
franz. cloque pallium ; es kam diess Kleidungsstiick wahrsch. unter Karl TV. 
in Bohmen nach franz. Muster in die Mode. 

Klousa, Klouza 1. die Klausur in Klostern, die Monchszelle. 2. der 
Engpass, die Klause (bei Vol.). 

Klosteur: nechtSli zemen6 jim (d. i. Chebsk^m) t& dani nebo klo- 
steuru ddvati; — tak aby ChebStf ten kloSteur neb dan mohli vedle staro- 
dAvniho prdva brdti a u^fvati (A6. 6, 554, 555). Die Klauensteuer , die 
Abgabe vom Yieh, das Klauen hat, welche, wie beim Hornvieh nach Homern, 
nach der Zahl der Klauen bemessen wurde, hier speziell die Abgabe, welche 
die adeligen Besitzer von Landgiitem der Stadt Eger zu leisten batten. — 
Die Form klosteur kommt schon in einer Urkunde des Jahres 1323 vor. — 
Ygl. zaroziii. 

Kluce die Rodung, das Gereut: lidem na doubrave dopustil jsexn 
luk nebo dedin nadfilati , abych ty louky nebo dediny , kter^bych v plat 
polozil, vysadil; protoz dopfdl jsem klucf dolepsan^^ch temto lidem: Cutovi 
jedn6 'kluce, z kterezto klu6e vydavati md roSniho platu kopu (XJrkd. f. 
Littau 1506) ; coz nyn( siroveho kofene jest vyklu6eno (Wal. Mes. Stadtb. 22); 

— altsl. kHcati fallen, daher kHi silva ceesa, der Ilauwald, das Gereut. 

Klueoik vid. Klicnik. 



— 93 ^ 

Klufta e germ, die Eluft, im Bergbaue Spalten und Risse im 
Gestein, die mit Erz gefiillt sind; k. kfiioyd die Kreuz- oder Querkluft, 
die einen Oang durchkreuzt. 

KmeOf derStamm: nejbezpejfn^j jest ov^dky na kmen to jest osmou 
ovci a vseho uiiitka osmf dfl chovati (MS. Friedl. 1638) ; — dojivo z ovec aby 
se ovcAkovi ka2doro6n6 najalo, aby on z ka2de ovce za to dojivo po 21 kr. 
ddti povinen byl, vynfmajfce jeho ovce, co jemu na kmen pfijdo (ibid.), das 
Schaaf oder die Schaafe, welche don Stamm zur eigenen Ilerde eines 
Schafers bilden; daher knienni ovce; kmenovati den Schafer unter den 
obigen Bedingungen aufnebmen: s ov6dky aby se na osmou ovci kmenovalo 
a takoY;^ dfl ov^dku k ztrdtS i zisku jest (ibid.). 

Kment (Gment) feine Leinwand, Battist, Eammcrtuch oder Eammer- 
leinwand, d. i. ein feines leinwandartiges Baumwollenzeug , das namentlich 
fur Frauenhemden, Bettuberziige u. s. w. verwendet wurde ; das lat. byssus, 
welches in der Bibel 1404 durch: bfl^ pidtno egyptske libersetzt virird, 
wird spater durch kment wicdergegcben : duas ulnas sindonis, quod vulga- 
riter gmenth nuncupatur (Hank. Sb. nejdav. slovn. p. 326 vgl. iSatr): 
md pdnu ddti stuk kmentu (Kn. Drn. 97); — ty mkavce ty kmentov6 
(SuS. n. pfs. 792); — tkadlec pidtno a kment deld = der Weber bereitet 
Leinwand und Eammertuch i. e. zarte, subtile Leinwand (Com. j. 1. 500) ; — 
bysso (sindone) vestitus = kmentem odeny (ibid. 675). — Was die Herleitung 
dieses offenbar fremden Wortes anbelangt, woist Jungm. auf das deutsche 
gewand, oder ital. ammanto der Mantel. Wenn das mithd. gcwant das feine 
Leinenunterkleid bezeichnen wiirde, wic das bohm. kment, dann stiinde 
dieser Ableitung nichts im Wege, obwohl die Umlautung des a in e bcfrem- 
dend sein konnte, da bci kabdt vom ahd. kawati und in der dialek. Form 
kvant (d. i. gewand), wie sie in Mahren vorkommt, der Umlaut nichk eintrat. 
Nachdem aber das bohm. kment nur das feine Leinenzeug und nicht das 
Gewand iiberhaupt bezeichnet, so wird es vielleicht zuliissiger sein, dasselbe 
vom Namen der Stadt Gent herzuleiten, woher bekanntlich der feinste 
Battist bezogen wurde , so dass der Name des Stoffes wie bei Baldak, 
Damast u. s. w. von dcm Erzeugungsorte hergcnommen ware. Das m des 
bohm. Wortes ware dann epenthetisch. 

Kmentnik, der Battistweber. 

Kniet, KmeC hat in den verschicdencn slav. Sprachen verschiedene 
Bedeutimg; altsl. kmetb magnas, procer, slov. ein Ganzlahner, serb. der 
Hausalteste, poln. kmie<S der Bauer. — Im bohm. bedeutet k. 1. Bauer, 
2. Greis. 3. einen der Beisitzer des grossen Landrechtes. Das Etymon ist 
das gr. xoofc^Tj/y der Landbauer (von xaofAti das Dorf im Gegensatze zu noUtTji 
Stadtbiirger), xofi^n^ = kmetiina die Dorfbewohnerin. Manche vergleichen 
auch das lat. comes mit k. ; nicht mitUnrecht; dcnn die Geschichte dieses 
Wortes, welche eine der interessantesten aller Eulturworte ist, wird zeigen, 



— 94 — 

dass -die Wiirdc dcs mitlah comos sehr gut neben die Wiirde des bohm. 
kmet gestellt werden kann (vgl. comes). Es ist aue nahe liegenden Grunden 
begreiflich, dass bei einem Worte wie k., welches einen so verschiedenen 
Grad socialcr Stellung, den Bauer namlich und den Beisitzer des grossen 
Landrechtes bedeutet, eine Steigerung a minori ad majus statt fand und es 
ist daher kein Zweifel, dass k. urspriinglich den Bauer bezeichnete; Beweie 
dessen z. B. das aus dem 13. Jahrh. stammende Lied Benes Hermanov, wo 
es heisst: netuzte kmetie, juz vam travicka vstava .... shlueiochu se kmetsti 
lud6 ; — oder die Worte der Stat. Ot. duos kmetones de circunisedentibus 
villis (CD. 5, 224); — dajtc te vsi kmeti najstarsfm yedeti (Kn. Roz. 61. 48); — 
oder die XJrk. ai. 1404: 2e sme prodali les nasim kmetom, oder vom J. 1454: 
kterak listov^ lidf a kmetov nasich *a poddanych v nasi vsi schdzeji (Ac. 4, 
236, 239). Hieher gehort ferner der Ausdruck kmetci dvxir im Gegensatze 
zum pan sky dvdr (vid. dvur). Ein weiterer Beweis ist hiefiir, dass in 
Mahren, wo seit dem 14. Jhd. das Wort kmet im Sinne einos Bauern dem 
Worte hospodar wich, die Bauernwittwe nichts destoweniger den Namen 
kmeticna (vid. dieses) fuhrte. Es ist also der bohm. kmet = dem mahr. 
hospoddf. — Wie kam es nun , dass das Wort kmet auch den Beisitzer 
des grossen Landrechtes bezeichnen konnte , wo es doch bekannt ist, dass 
bis ins 15. Jhd. im grossen Landrechte nur Mitglieder des Herrenstandes 
sitzen konnten, wahrend bis zu jener Zeit der Ritterstand davon ausgeschlossen 
war? Da sind es zuvorderst zwei Stellen, die beriicksichtigt werden miissen, 
erstens Ondfej z Dube , der im §. 60 sagt : panskeho potazu nemoz 2ddny 
pdn vynesti ne2 na kohoz sudi poda; a ten ma byti kmet ot 8v;fch 
pfedkov. A co jest kmet, to pani vedf. Die zweite Stelle ist in einer 
Anfrage erhalten , welche Ulrich von Rosenberg 1447 an die Landreclits- 
beamten schickte : kolik kmetov ma hfti a z ktereho pokolem kmeti vzati 
majf b;^i? Ti-li sami maji siiditi v lavicich a ndlezy vynesti, cili vsichni 
pdni maji siiditi, ktefiz by tu koli k sudu pfijeli, cili jedine tech dvandcte 
kmet6vP (A6. 3, 39). Aus Ondfej z Dube geht hervor, dass die kmeti dem 
Herrenstande angehorten, dass die Kmetenwiirde in einigen Familien erblich 
war und aus der Anfrage des Ulrich von Rosenberg schliessen wir, dass 
die kmeti aus bestimmten Familien nach Massgabe des Alters derselben 
(pokolenf) genommen wurden. Um in diese Verhaltnisse, — deren schwierige 
Erklarung Palacky mit den Worten kennzeichnete : „die8e Institution hat 
Bolche Seiten an sich, welche wir nicht mehr kennen und desshalb sind wir 
nicht im Stande, die ganze Bedeutung des Wortes kmet zu erfassen und 
zu erschopfen** (Cas. 6. M. IX. p. 441) — einzudringen , mussen wir Tor 
allem festhalten^ dass der bohm. kmet gleich sei dem mahr. hospodar. Nun 
finden wir, dass die Landrechtsbeisitzer in Mahren hospoddfi z em§ ti heissen : 
vSichni pdni hospoddfi, kteff v stolicfch sedSti majf a siiditi, majf se do 
Olomiice sjeti (Kn. Tov. kap. 51); — tu ten dvii pdnov zemsk^ch hospo- 
ddf 6 v prosf (ibid. kap. 18). Es sind also die Ausdriicke kmeti zemstf und 



— 96 ~ 

hoflpoddfi zemSti identisch und bedeutcn die Landrechtsbeisitzer. Es fragt 
flich nun, welche Nuancen der BegrifF hospoddf in sich fasste? — Wie im 
Artikel hospoddf nachgewiesen wurde , bezeicfanet h. das Haupt des wirth- 
schaftlichen Anwesens, den pater familias , also das , was in Bohmen durch 
kmet bezeichnet wurde. Nachdem wir abcr wisscn, dass in Mahrcn nur die 
Mitglieder des Herrenstandes Landrechtsbeisitzer sein konnten und nachdem 
wir sehen , dass diese Landrechtsbeisitzer hospoddH genannt werden , so 
ergibt sich daraus, dass auch die Haupter der Herronstandsgeschlechter 
hospod&n genannt wurden, ebenso also wie die Haupter des bauerlichen 
Anwesens und da in Bohmen die Haupter der Bauernfamilie kmet hiessen, 
80 ergibt sich aus der Analogie, dass auch die Haupter der Herrengeschlechter 
in Bohmen kmeti genannt wurden. Aber nicht jedes Mitglied eines Herren- 
geschlechtes konnte in Mahren dem grossen Landrechte mit Sitz und Stimme 
anwohnen, sondem nur die Haupter, also die hospoddfi der Qeschlechter: 
take mohii pani n e hospoddri , starit i mladsi , v srancfch b;^ti u^iti se a 
poslucbati, ale v potaz nechoditi , ani se k 6emu pfimluvati, dokud^ sv^ch 
oddfloY nemaji, neb na ukdzanych state (ch sob£ nechlebf a do sudu pi^fsah 
ne6inf (Kn. Tov. kap. 78). Wie in Mahren war auch in Bohmen die Kmeten- 
wurde in den Herrenstandsfamilien erblich, wie Ond. z D. sagt: md b^^ti 
kmet ot pfedk6v svych. — Und hier muss zugleich erwogen werden, wie 
es kam, dass kmet auch den Greis, senex bezeichnen konnte ? Die Land- 
rechtsbeisitzer wurden in Bohmen und Mahren aus den sogenannten alten 
Herrenstandsfamilien entnommen , die auch desshalb staff pdni hiessen. 
Und da sie in ihrer Eigenschaft als Haupter alter Herrenfamilien kmeti, 
hospoddfi zemitf d. i. Landrechtsbeisitzer waren, so bedeutet kmet nicht 
den alten Mann , Greis schlechthin , sondern nur das Haupt einer alten 
Herrenfamilie , das vermoge dieser Eigenschaft Landrechtsbeisitzer war. 
Diesen Sinn haben die Worte einer Urk. K. Johanns ai. 1325: hereditatem, 
quae nobis per bar ones et kmetones sive seniores Moravise in general! 
judicio terrse est adjudicata (CD. 7 , 829). Es sind hier nicht die fysisch 
alten Barone, sondem nur die Haupter der alten Herrenfamilien gemeint, 
wie diess auch durch VSeh. p. 61 bestattigt wird: a yMj stardiho ne lety 
nei urozenim prve jmenuje. Ein weiterer Beleg ist hiefur, dass bei dem 
kleinen Landrechte, wo nur Ritterstandspersonen sassen, von kmeten nie 
die Rede ist. Der relative Begriff des A^lters nahm aber spater die Bedeu- 
tung des absoluten Alters an sich und so bedeutet kmet den Greis, senex 
iiberhaupt. — Die Wurde des kmet war daher mit den alten Herrenstands- 
familien verbunden : diesen Sinn hat die oberwahnte Frage des Ulrich yo|1 
Rosenberg: z kter^ho pokoleni kmeti maji yzati b^iP Sie war in diesen 
Familien erblich, wie die Worte des Ond. z D. bcsagen: md b^ti kmet ot 
pfedkdv syfcb. Keinen anderen Sinn haben die Worte eines ndlez vom 
J- 1408, wo es Ton Jaroslav aus Hehnanm^stec heisst: pravi se a odvo- 
zuje se b;fti kmetem (Ac. 5, 143), d. h. er fubrte den Beweis, dass aus 



— 96 -^ 

seiner Familie kmeten genommen wurdeu. Ebenso war es ein Vorrecht der 
altcn Herrenfamilien, dasg nur aus ihnen die Boten zur Landtafel (vid. posel) 
genommen wurden : ispe marchio nuntium ad tabularum officium conatitutum, 
kmetonem nominatum, illius nobilitatis virum, cujus in Boemia ad hoc officium 
assumi sunt soliti (CD. 9, 94). Und dass hier der alte Ilerrenstand gemeint 
ist, erhellt aus den Worten der Kn. Tov. kap. 55: rodove, kterych pfed- 
kov6 dokonal6 panstvf neuzivali a ke dskdm poslove neb]^ali. — 
Was die Frage des Ulrich Ton Rosenberg, ob alle Herren, welche zum 
Landrechte zusammenkamen , oder nur die zwolf Kmeten Urtheile fallen 
konnten, so muss sie dahin beantwortet werden, dass nur die zwolf Kmeten 
Urtheile fallten. Denn nur die Kmeten gingen in den potaz, nur sie erwogen 
die Reden der Parteien, nur sie fallten das XJrtheil, nur ein kmet publicirte 
dasselbe dann im Gerichtssaale (Vsch. 59. 61). Es waren daher die kmeti 
das, was im deutschen Rechte die Ur toiler, die Rachinburgii bei den 
Pranken (Gr. RA. 293, 294, 775 , Waitz das alte Recht der sal. Franken 
p. 259), oder die Schoffen des Stadtrechtes, wie denn auch eine Urkunde 
des K. Sigismund ai. 1396 sagt: ^Lantscheppfen, die man nennet kmety.* 
Treffend passt zu unseren kmeti im Sinne eines alten Hcrrenstandsmitgliedes 
und Urtheilers im Landrechte ein Ausdruck der Erbacher Weistiimer: „da8 
han die altherrn also herbracht und gewist zu recht". — Das ausschliess- 
liche Recht , das Landrecht mit zwolf Urtheilern zu besetzen , blieb den 
bohm. Herrenstandsfamilien , die im Cas. c. Mus. 1835 p. 446 angefiihrt 
sind, bis zu den Hussitenkriegen. Als in diesen Kriegen der Ritterstand 
eine grossere Bedeutung crlangte, so beanspruchte er, dass, da das grosse 
Landrecht auch auf den Ritterstand sich erstreckte, auch einige Mitglieder 
dieses Standes Eintritt in dasselbe erlangen oder kmeti zemSti werden 
konnten. Den Streit, welcher hieriiber zwischen dem Herren- und Ritter- 
stande entbrannte, entschied K. Sigmund 1437 provisorisch dahin, dass 
zwolf Herren und acht Ritter Kmeten scin sollen. Diese Entscheidung 
fallte Sigmund auf zwei Jahre; zu einer definitiven Festsetzung kam es 
nicht, da Sigm. mittlerwoile starb. In den Stiirmen, welche auf Sigmunds 
Tod folgten, gaben die Ritter ihre Anspriiche nicht auf; die Herren will- 
fahrten ihnen nicht unter dem Vorwande, dass ja nicht alle Herrenge- 
schlechter, sondern nur die star6 rody zum Sitze im grossen Landrechte 
befugt sind und erhoben ihrerseits den Anspruch, dass, wenn acht Ritter 
im Landrechte sitzen soUten, dann alle Herrenstandsmitglieder diess Recht 
haben mussten. Nur so erklart es sich, warum Ulrich von Rosenberg im 
J. 1447 die Frage uberhaupt stellte : kolik kmetov md b^ti a z ktereho 
pokolenf kmeti majl vzati byti P Der Streit wurde endgiltig geschlichtet im 
J. 1487, wo bestimmt wurde, dass neben 12 Herren auch 8 Ritter fiir immer 
im grossen Landrechte sitzen sollen; daher sagt VSeh., der sein Work nach 
1487 schrieb: kmetem, totiz pdnem nebo vladykii (p. 90), was vor diesem 
Jahre nicht hattc gesagt werden konnen. In Mahren wurde erst im J. 1492 



— 97 — 

verordnet, dass das gr. Landrecht mit 14 Ilcrrcn und G Rittern zu bcsetzen 
sei. Die Kmeti waren beeidet; daher der AuBdruck: pffsczni kmeti; und da 
sie auf den fur die Richter bestimmten Banken inncrhalb dcr Schranken 
sassen, hiessen sie auch pAni z lavic. — Wir haben daher folgeiide diplo- 
matische Bedeutungen des Wortes kmet: 1. bedeutet es dcii sclbstandigen 
Rauswirth ohne Riicksicht auf die gesellschaftlicho Stellung. 2. den Bauer, 
dem die Feldwirthschaft yorzugsweise oblag. 3. das Haupt einer alien Ilerren- 
standsfamilie = dem mahr. hospoddr. 4. den Urtheiler oder den beeideten 
Beisitzer des grossen Landrechtes, bis zum J. 1487 also nur cine Herren- 
standsperson, von da an auch einen ritterlichen Beisitzer dessclben. 

Kmetiiiia die unterthanige Bauerin, die Maunin, die Bauernwittwe: 
kmeti^na md uru6ena b;^i za kmetienu pan6 a na posta^enf a'2 se vdd a 
kdyi se vdd, md jf jejf dil vyddn hfti jako sirotkom (Kn. Drn. 97). 

Knietiti: pohon kmet in den Uandschriften der Kn. Roz. ein lap- 
sus calami fiir zmet der auch in der Ausgabe derselben im Arch. c. 1, p. 402 
n. 81. 82. 85 erscheint. (vgl. meine Ausg. p. 54. Akg. 5). 

Koiiii, Kniinek: z kterych potom kmini a zbojnici na cestaoh: 
byvaji (Snem. 1612 p. 37) aus dem franz. gamin, pol. gmin. Jungm. leitet 
es vom deutschen gemein her; aber der Sinn des Wortes k. passt besser 
zum franz. gamin. 

Knii 1. der Fiirst, princeps, als Oberhaupt des Staates; daher 
dieser Name den bohm. Herrschern auch dann gegeben wurde, nachdem 
sie schon den Titel eines Koniges fiihrten, so haufig bei Dalemil; seit 
Karl IV. hort diese Uebung auf und der Titel kn. wird besonders den 
Markgr. Mahrens gegeben: velebnemu knezi Jostovi markrabi Mor. (Arch. c. 1, 
55) ; auch die konigl. Prinzen fiihrten diesen Titel, so namentlich der Sohn 
K. Georgs, Yiktorin, der Landeshauptmann in Miihren war, von dem noch 
Karl y. Zer. 1606 sagt: kdyz nam kneze Tiktorina za hejtmana vsadili 
(List. iter. 3, 16). Auch der Olmiitzer Bischof fiihrt als Fiirst den Titel 
knSz biskup: knez biskup Olom. pnslusi k krali ceskemu (Kn. Toy. k. 21G); 
seit der Mitte des 16. Jhd. erscheint der Titel knize biskup. — 2. der 
Priester. — Miklosid leitet knSz vom goth. kuni genus, ahd. cuning rex ab ; 
vgl. dagegen Grimm RA. p. 230; dann Max MuUcr Vorles. iiber d. Wissensch. 
d. Spr. U. Aufl. 2. p. 282. Akg., wo das Sansk. Wort janaki Erzeuger, dann 
Konig als Wurzel aller hieher einschlagigen Worter hingestellt wird. 

Kniistvo, Knizstvi ein dem Priester gehoriges Gut, Eigenthum 
y knSzstyu ma sobS fardr (meste6ka Bystre) ddti nasekati 30 fur drfvi na 
ksiiif rok (6m. 1847 p. 541); an einer anderen Stelle wird kn. als knezsky 
les spezificirt: dffvl k potfebe farafi y knSzskem lose mestecko Bystr6 jsou 
poyinni nadSlati (ibid. p. 545). — Ygl. duchovenstvi, kri^lovstvi, mar- 
krabstvi. 

7 



— 98 ~ 

Kniha liber, das Buch, die einzelnen Hefte der Landtafel, welcbe 
von jedem neuen Oberstkammerer neu angelegt and mit desBen Wappen 
versehen warden, daher z. B. kniha p. Yilema z PemSteina, p. Erharta z 
KanSt&ta etc. -- 2. offentliche oder Priyataufzeichnangcn z. B. kldstersk^, 
(vid. dieses) and vgl. desky. — Die richtigste Etymologie dieses Wortes gegen- 
iiber den mannigfachen Ableitangen von Dobrovsk;^, Grimm, Miklosich, Mi- 
kuckij, Matzenauer hat Dr. Gebaaer festgestellt, indem er die Behanptung 
des Dr. H. JireiSek (Slov. pr. 1, 152; 2,230), dass kniga mit knfij a, welches 
im poln. and ras. Forst, arspr. Holz bedeatet, zasammenhange, wissenschaftlich 
begriindete. (Vid. Beitr. zar vergl. Spraohf. VIII. 108). Damach bedeutet 
kniha urspriinglich das holzerne Material, in welches die Schriftzeichen ein- 
geritzt warden. 

Kobyli hiavy kleine 3alzkubel: co se doty6e malych prostiiek, 
jezto slovii kobyli hlavy, aby ze sedes&ti brali 3 gro&e dirok^. (Urkd, f. 
LeitomySl 1490). — Vgl. prostice. 

Kobyli pole campas eqaaricias der eingehegte Raam far die Stuten 
and Kinder: cam jare et libertate campi jamentoram, qaod valgo kobiU pole 
dicitar (Dob. Mon. 6 n. 7 ai. 1281) ; — svefepice chodf kobyKm polem (Kn. 
Roz. cl. 273) ; — kdez svefepice nemajf na obci obory, ty kobyly moi 
vddti, ze kobylfho pole nemaji (ibid). Das k. p. scheint anfanglich ein ge- 
gemeinschaftliches Bcsitztham gcwescn za sein (En. Roz. cl. 295); erst im 
14. Jhd. erschcint os zam Singnlarvermogen entwickelt, wie cs viele Stellen 
der Landtafel beweisen. 

Kobylnik der Iluther der Staten: pravo svefepice pdsti pastevci 
nebo kobylnfka (Kn. Roz. £1. 274) ; in lat. Qaellen eqaarias, eqaaram castes 
(CD. 1, 220). 

Kocian : aby na Turky tazeno bylo . . . pod Kociancm hejtmanem 
(Cas. c. Mas. 1828. I. 42) ist gemeint Hanns Eazianer za Katzenstein, 
welcher sich 1529 bei der Belagerang Wicns aaszeichnete , 1537 das kais. 
Kriegsvolk in Ungam befehligte and 25. Oct. 1538 aaf dem Schlossc Ko- 
stanovica in Eroaticn mcuchlings ermordct warde. 

Koflik der Becher scyphas : koflik zlaty a stflbrny (Puh. Brn.) e 
germ, kufel, kiifel. 

Kohouti kaoien radianus der Eaphanstein „est lapis niger txans- 
lacens, qni invenitar in oapite galli, si gallis detur comedere de oapiiibus 
formicaram; banc debet portare, qai valt aliqaid impetrare ab aliqao.*^ 
(Aquens. Vocab). 

Kok: mnozstvi jfdel bai^antAv etc. obzvldste t6ch jidel kok& ze 
vselijakych materii kanstovnS pfipraven^^ch (Slavata fol. 93) aus dem deutschen 
Eoch das Gericht, besonders Mas. 

Kol, Kole die Ringbahn, das Ringstecheu. vid. kolba. 



— 99 — 

KolAc Belohnung, Besiechung: ie mi dd dobr;f koId2 (P&h. Brn. 
1447); — kold^em jsa oslepen siidce (Btft. 146). 

KoibA das RingBtechen, Stechspiel, Ringrennen : jest pak kolba tak 
zld y^c anel) hor§{ jako turnej : J^eb v tumeji srozumf 61oY£k, kak by se 
u boji sprdyn^m syc^ho mfsta drial: ale ykolijednoho kruha (druha P) odSni 
nenf, by byl k boji uzite6en. (Silt 166). 

Kolc 1. ein blau gestreiftes Gewebe. 2. feine Leinwand bissus. 
Nach Grimm yon Kdlsch = Kdlnisch; dafiir spricht das noch heut ge- 
braucbte Eolsch, ein blau und weiss gestreifter oder geblumter Zeug, der 
in mehreren Orten Schwabens yerfertigt wird. — Rozk. bei Hanka sb. SI. 
p. 92. T. 763 hat kolc = colcia, was aber offenbar nur eine klangahnliche 
Uebersetzung des bohm. Wortes ist; der Boh. (ibid. p. 43. y. 612) hat 
kol2 = adromate ein mitlat. Wort, das — yorausgesetzt, dass Hanka richtig 
gelesen — ausser im Boh. nirgend^ yorkommt. 

Kolec der Turnierkampfer. 

Koleda 1. Der Umgang der Kinder yon Weihnachten bis drei Konige 
namentlich am Stefans- und Dreikonigstage, wobei sie yerschiedene Lieder 
singen und um Gaben bitten. 2. diese Lieder und 3. die Geschenke selbst. 
— Man hat die mannigfachsten Ableitungen dieses Wortes yersucht ; manche 
dachten an einen eigenen Preudengott Koljada, andere an die indische Gottin 
Kalanda, andere wieder an das lat. coUecta oder gar an collaudemus i. e. 
dominum u. s. w. Es ist aber kein Zweifel, dass koleda yom lat. calendse 
und dem festum calendarum herstamme; Beweis dessen ist der Nasallaut 
des altal. kolaiida, poln. kolenda, ebenso das in Ostpreussen yorkommende 
kalende (die Abgabe yon Getreide, welche im Herbst an den Pfarrer und 
Organisteo gezahlt wurde), wie auch die aus dem bohm. hergeleitete latini- 
sirte Form colenda (yid. im lat. Gloss.). Es sind also die Koledagebrauche 
Ueberbleibsel der alten festa calendarum, die urspr. aus dem Heidenthum 
stammend auch in's Christenthum hinubergenommen und zu Weihnachten 
gefeiert wurden, also in jener Zeit, in welcher auch die Ueiden die Wieder- 
geburt der Sonne d. i. des Sonnengottes feierten. Es ist selbstyerstandlich, 
dass in der heidnischen Zeit das ganze Yolk und nicht bloss die Kinder 
an dieser Feier sich betheiligte, wie denn ja auch im 13., 14. und 15. Jhd. 
gewisse Gaben um diese Zeit an yerschiedene Personen yertheilt wurden. 
(yid. colenda im lat. Gloss). Je hoher hinauf war der heidnische Charakter 
dieser Feier umso heryortretender, daher die Kirche heftig gegen die Ab- 
haltung derselben eiferte ; so schon der Bischof yon Arelat Caesarius (f 542) 
und das Concilium yon Konstantinopel 621 ycrbot namentlich den Slayen: 
kalendas, yota'et brumalia. (ygl. DC. sub. calendac und Han. bdj. kal. p. 46 ff.) 

Koleno der Yerwandtschaftsgrad, das Glied : ndpad do pdt^ho kolcna 
der Erbanfall bis ins 5. Glied; — ygl. das mithd. beknien den Grad der 
Yerwandtschaft (das Enie) angeben. 

7* 



— 100 -^ 

Kolo die Strafe des Rades: smr< kola podstiipi toti£ kolem bud[ 
zabita neb na kolo vpletena. (Pr. meat. MS. Landesarch. p. 184). 

KoISir: smelcifi, koydfi, Smidknechti, kolsfri (Cas. 6, Mus. 1844 p. 
600) e germ. Kohlenschiirer, der mit dem Schiirhaken das Peuer im Eisen- 
hammer zu erhalten hat. 

Koltra der Yorhang, die Bettdecke; aus dem lat. culcitra. 

Komerwagen e germ. Kammerwagen vid. komorni vfiz. 

Kominovi das Eamingeld, Haussteuer; vid. podynine. 

Komora kraiovska 1. die konigl. Eammer, zu welcher die konigl. 
Stadte, Kloster, Juden gehorten und durch den Landes-Unterkammerer ver- 
waltet wurden ; doch gab es Kloster, die als Stiftungen von Privaten zur 
kon. Eammer nicht gehorten: mezi J. z K. a pannami PustimSfsk^^i pdni 
nalezli : ponSvads^. kralova Milost zapsal^ na tom, jeUo komora jeho neni 
jako^. tuto zapsal na tom kldstefe PustimSrsk^m, jesto jest svobodn^ a pod 
biskupa slusf, ze to ncma moei, neb pdni tak6 maji kldStery, jeSto neslusi 
pod komoru krale (Puh. 01.). — 2. diese Giiter in Beziehung auf ihr Ver- 
haltniss zum Konige ; wie duchovenstvl ein geistliches, markrabstvf ein 
markgrafliches Gut bezeichnet , so bedeutet kom. krdl. ein Gut der kon. 
Kammer : m& JMt opatfiti Md duchovni i mestsky, ktef iz slovii komora JMti 
(Kn. Toy.) ; — pani jsii slySeli listy opatovy a ponevadz to jest JMti komora, 
JMt ma opatfiti komoru svu jako pin milostiv;^ (Puh. Brn. 1459). — 3. 
eine unter Ferdinand I. 1549 zur Yerwaltung der konigl. Giiter, Einkiinfte 
und Regalien eingesetztc Behorde, im deutschen die Bentkammer genannt. 

Koniornici oder komorni druh auch nilaisi i. e. mladSf (junior 
camcrarius) genannt, der kleine oder Vice-Kammerer in Bohmen, -welcher 
vom Oberstkammerer ernannt und ihm untergeordnet war : pravo prositi ko- 
mornfka (i. e. puhonciho) na p6hon . . . komorni^iho druha (En. Roz. cl. 
101); — opovidati skodu komomicimu druhu (ibid. 61. 213); — najv. ko- 
mornik, sudf, pisaf, purkrabi maji pod sebii eve mlad§i; komornfk jednoho, 
jenz slove komorni druh (Corp. j. b. III. 2. p. 3); — komornfk najvysif 
m& prava brdniti .... na toho slusi neb na jeho mlazSfho opoyedi brdti a 
pamdtnc, do kaply svfidky pfijfmati a pflsahy posliichati, zvody na dfidiny 
a othdddm' dedin vfiecko (Ond. z D. Ac. 2, 485). In den lat. Quellen heisst 
er vicecamerarius. 

Komornici oder koniornik od desk oder od soudu zemsk^ho 

der Landrechtsbote in Bohmen; yid. pAhonii. 

Komorni plat der Eammerzins, die Rente, welche von einem Ob- 
jekte geleistet wurde, gewohnlich zweimal im Jahre um Georgi und Galli; 
sie wurde in die liro^nf knihy vom Schreiber des kleineren Landrechts 
eingetragen : knihy k lifadu maleho pfsaf e, v kter^ch se lirocni a komorni 
penfze zapisujf, kterez sobe lidi dvakrat do roka u desk nebo jinde, kdez 



— 101 - 

chti, pfi BV. Jiff jodnii, druhc pfi 8V. Havle kladii; v ty sc vsichui staro- 
(Idvni i nynejsi platove komomf zapisuji, kdo komu co a z ktereho zbozf 
plati a kdo iirok ten nebo plat komornf od desk zdvihne (Vs. 36r>). 

Komorni soud das'konigliche Kanmiergoricht in Prag. Es wurdc 
im 15. Jhd. zweimal des JahreB gehalten, woboi die Torinine verschieden 
waren; VSeh. nennt die Termine: na st. Martina und dve nedele 
pfed 8V. dttchem (p. 2.); ein Beschluss des Landtages vom J. 1490 
hingegen: na sv. Martina und na SvAtosti. In dor LO. vom J. 15B4 
f. 179 Bind 4 Termine 1. den zweiton Tag nach Pauli Bekehrunj^, 2. Montag 
nach dem Heilthume (svatost), 3. don zweiton Tag nach Bartholomaus, 4. den 
zweiten Tag nach s. Martin, gewiihnlich durch zwoi Wochen ; doch konnte 
noch cine dritte Woche zugegebon werden. Dem (Jerichtc priisidirto der 
Obersthofmeistor der Krone Bohmens, in soiiior Vorhindorung dor, welchem 
der Eonig oder dor Obcrsthofmeister die Vertrotung anvertrautc. Die Beisitzer 
ernannte der Konig aus dem Ilcrren- und Kitterstandc, wcnigstons 12, doch 
stand cs dem Konigc frei, auch mehrere zu ornonnen; zur Fallung eines 
Ursthciles war die Qegenwart von mindostens 10 Bcisitzern eiforderlich 
und das Urtheil musste seit 1575 in dem griinen Saale dor Prager Burg 
gefallt werden, sonst war es ungiltig. Die Kompotenzgegonstande dieses 
Gerichtes waren: 1. Schelt- und Ilohnworte. 2. Frovel und Ilochmuth sowie 
dio Strafgeldor fur diese Vorgehen. 3. Biirgschaftfrn f'iir die Mitgift und 
Loibgedinge der Prauen. 4. Schulden, die nicht durch Hauptbriefe vorschrieben 
waren. 5. Verschiedene Geldstrafen wegen Unterlassung polizeilichor An- 
ordnungen. 6. Heim^Ue (limrf) auf geistlichen Griinden. Ueberhaupt waren 
aber alle Palle ausgeschlossen , welche vor das Landrecht gehorten. Das 
Eammerg. erholte sich Belehrung vom grossen Landrcchte und gab auf die 
Berichte der Kreishauptleute hin Steckbriefe gegen Landesschadiger aus. 
Auch stand es dem Konige frei, die Stande und Personen aus den der 
Krone Bohmens inkorporirten Landern vor dieses Gericht zu bescheiden 
and innerhalb der Kompetenz desselben Ausspriiche zu fallen. 

Komorni vAz der Kammerwagen 1. ein einer fiirstl. Kammer oder 
obrigkeitlichen Person gehoriger meist mehrspiinniger Wagen, die Staats- 
karosse. 2. ein langer, oben gewolbter Wagen, worauf die Hofbediensteten 
der Herrschaft nachgefiihrt werden. 

Komornik der Inmann, welcher eine Kammer gemiethet hat: hofdr 
neb komomlk (MS. 1584). 

Komornik dvorsk^ der Bote oder Kammerling des Hoflehenge- 
richtes (vid. dvorsk;^ soud), welcher die Ausrufungsschreiben auszutragen 
hatte. (VS. p. 4). 

Komornik mendi der Kammerer des kleinen Landrechtes; es gab 
einen in Olmiib, einen in Brunn; sie unterstanden dem Oberstlandkammerer. 
Ihre Einkiinfte bestanden in Taxgeldern. 



- 102 — 

Koniornik nejvysSi soudu a priiva lemskiho der OberBtland- 
kammerer, unter dessen unmittelbarer Aufsicht die Landtafel stand; er be- 
aofsicbtigte die Einlagen, leitete die Loschungen, libte die Disciplinargewalt 
iiber die Gerichtsboten (komornfci ia Bohmen, pfihon6( in Mahren), hatte 
in Bohmen als untergeordneten Beamten den komorni6 drub, in Mahren den 
mensi komornfk; er hatte den posudek zu halten, die Exekutionen nament- 
lich den odhad einzuleiten und haftete mit seinem Yermogen fiir die Richtigkeit 
der Einlagen in die Landtafel; deshalb war in Mahren bestimmt: aby statku 
nejmene mel za 40.000 zl. a to proto, zavedMi by koho o statek dskami, 
aby se na jeho statku hojiti mohl. (Kn. Dm. 26). In Mahren gab es an- 
fanglich zwei Eammerer, einen fiir die Olmiitzer, einen fiir die Briinner 
Ciida; im J. 1493 wurde bestimmt, dass furder nur ein Eammerer soin 
BoUe. Der Oberstkam. wurde aus dem alten Herrenstande ernannt und war 
nach dem Landeshauptmanne der erste Beamte in Mahren. Hatte aber 
Mahren eigene Markgrafen, war der Oberstkam., da es zu solchen Zeiten 
keinen Landeshauptmann gab, der erste Beamte; daher erklaren sich die 
Ausdriicke in den Puhonen: colloquium terrse, quum primum celebrabitur 
Olomutii per Marchionem sive Camerarium suprcmum; — ad colloquiam 
gcncrale domini marchionis aut sui supremi camerarii (Lib. cit. L 44. 45). 
Gehalt hatte der Oberstkam. in der alteren Zeit keinen; seine Einkiinfte 
bestanden in Taxgeldern. In der vern. LO. 1628 wurde bestimmt, dass er 
alle 5 Jahre um Erneuerung seines Amtes einschreiten soUe, wovon es 
aber wieder zwischen 1730 — 1740 abkam. Seit 1783 wurde zum Oberstkam. 
der Appellationsprasident ernannt und 1817 bestimmt, dass der Oberstk. 
mit dieser Wiirde implicite vereint sein solle. 

Komornik stfibrny der Silberkammeror, welcher das Silber ver- 
wahrt: k. stf. aby stfibro Setrne opatroval (Krems. Kop. 1592). 

Konati den Process bei dem Rechte zu Ende fiihren, bei dem er 
begonnen wurde : kterym prdvem zaCne, tfm tak6 konati ma (Kn. Tov.) ; — 
pon§vadi jsu prdvem dedinn^m o to mezi sebii rovnati po6ali, aby tftn 
prdvem konali. (Pfih. 01. 1499 f 81). 

Koneberky (compos, ex kfin equus und berka captor, also die 
Pferdefanger) eine leichte berittene Truppe im Vortrabe, welche die Aufgabe 
hatte, jenen Reitem, die ihre Reihen verliessen, die Pferde wegzunehmen, 
welche dann von denselben gegen ein Strafgeld eingelost werden mussten. 
Dasselbe thaten die k. den Schutzen; wer von diesen Reih und Glied 
verliess, dem nahmen die k. das Geschoss, welches dann von den Schutzen 
ebenfalls eingelost werden musste : kdyi vojsko velik6 tdhne, pus£ dv6 stS 
koni napred a ti a£ koneberky z sebe vySH a strd2e iril a hlfdajC (Cas. c. 
Mus. 1828 p. 19); — pakliby ktefi z houffi se vytrhli, aby jim konSberky 
kone brali ... tei i pe&fm aby samostHIy brali, jestli^eby kam z houfd 
61i (ibid. p. 33). 



— 103 — 

Koncc die Todesetrafe, Hinrichtang : aby tomu drabu koneo ucinili 
(Zdp. ier. 1, 264). 

Koniee 1. der Marstall. 2. die Stutte: ie mi jeho konice na BladorS 
kfln zabila (P4h. 01. 1412 f. 269). 

Konff pfisein^ agazo juratus, der beeidete Pferdehandler, welcher 
beim z&jem die arrestirien Pferde zu schatzen hatte: pakli bu koni zajati, 
8u na to piffseini konffi a ti tak obeelanf inaj{ ten dobytek odhddati pfi- 
vodovi podle jich pHeahy, dokudiby suma liroka, pro kteriii jest bral i b 
n&klady a utratami BpravedliyS pHSla. (ZHz. Vlad. A6. 6, 62, Vs. 334). 

Konprdaty: mdio vaite, co oni z kompaktat yymluyajf, neb£ k 
hanbe jich B6h rA6il dopustiti ty jich konprdAty (Cas. i. Mus. 1852 III. 48) 
ein obsconoB Wort (prd = peditum) statt kompaktdty. 

Koniel aus dem lat. consul 1. der Stadtschoffe scabinus. — 2. k. 
krajsk^ oder zemsk^f consul vel scabinus terrse. Es waren diess Ver- 
trauenspersonen in den einzelnen Gerichtsbezirken (poprava) , welche dem 
Gerichtsherm (vid. popravce) zur Seite standen: kdyiby kto chtel konSela 
zemskeho pohoniti (A6. 2, 119); — a kdyzby ktor^ popravce byl pohnAn, 
tehoz prdva md pozivati jako konsel (ibid. 120). In Mahren waren die kon§el6 
zemsti eine Art Friedensrichter, deren zwei in jedcm Kreisc von dem Hcrren- 
stande ernannt wurden, von denen man wusste, dass sio das allgemeine 
Vcrtrauen besitzen. Ihre Aufjgabe war es , Streitigkeiten, welche zwischen 
den Nachbam sei es durch Granzverletzungen , durch Einackem der Feld- 
raine, durch Weidestorung oder aus welchcra Grundc immer entstanden, 
beizulegen. Die streitcnden Parteien wurden vor die k. z. beschieden, welche 
die Streitsache untersuchten und den Ausspruch thaten ; doch stand es den 
Parteien frei, an das Herrengericht zu appeliren. Wahrend der Hussitenkriege 
ging diese Institution ein (Kn. Tov. kap. 215). — 3. die Dorfschoffen: kon- 
sel^ vsi Morkovic. — 4. k. horn;f der SchofFe im Bergrecht. 

Konvri aus dem lat. conversus der Laienbruder; konvrfika conversa 
die Laienschwester. 

Kop, Kopec acervus der Erdhaufen als Granzzeichen : positis 
acervis, qui kopci dicuntur (CD. 2, 76); — kopci mezi t(m vyvedenfm byli 
zdelAni (Pfih. 01. 1412 f. 73). Beim Beginne der Granzbegehung wurde 
gewohnlich ein grosserer Erdhaufen errichtet: acervus magnus, qui vulgo 
dictur kopec (CD. 2, 76); — nejprvi kopec velik^ nasypdn, na kter^mito 
kopci a meznfku mnozstvl osob stdlo (pam. kn. Lipnickd); — Die ersten 
zwei granitzberge ..*• von diesem berglein an gehen alle nacheinander 
(MS. LA. M. VII. 8). 

Kopa 1. das Schock, sexagena im Miinzwesen urspnanglich mit der 
Mark zusammenfallend, da aus einer Mark anfanglich 60 Gr. gepragt wurden; 
beim Getreide 60 Garben, acervus, auf den in alterer Zeit 50 Garben gingen : 
dicimus autem acervum quinquaginta manipulos habentem (Cosm.). — 2. die 



— 104 — 

Streicho, welcho jungo Leuto bei Qranzbegehungen crhielten, damit bio sich 
umso leichter merken, wonn eine Streitigkeit danim entBtefaen sollte: mladsi 
pacholata k toinu vzata kopy na pamdtku Arieii (pam. kn. Lipnickd). Ygl. 
Grimm RA. 545; PrAvnfk 1869 p. 120, 121. 

Kopai, der Weinhauer. 

Kopanina das Gercute, namentlich auf Bergen, wo nicht geackort, 
Bondern der Ilackenpflug oder die Ilaue angewendet wird, das Rodland, 
der Neubruch, novale. 

Kopcovi als collect, die Qranzerdhaufen: louky obmezenc a kopoo- 
vfm vyhrani^ene (MS. Hotzenplotz 1580). 

Kopecke priivo ein Ausdruck, welcher speziell in Prerauer XJrkunden 
vorkommt und die Rechto bedeutet, welche die Grundherren (die Cimburge 
und Pernsteino) jenen verliehen, die sich auf der Schlosshohe (na kopei) 
ansiedelten : lide na torn dvof e osazenf maji ve vsem kopeckem prdv6 scdeti 
a jeho uzivati podle mesfanu kopeck]^ch. (Priv. Tov. f. 171). 

Kopi lancea, hasta, die Lanze, altsl. kopije (vgl. gr. xo^rrco schlage, 
haue lit. kapoti); k. trerohe, hasta tricuspis der Dreispitz; — k. cele 
SYj lokte dlouhosti mi, k. polovicne S'/^ lokte; — svdtek boziho k. 
festura lancese Ralvatoris. Das Wort ging auch ins deutsche (baier. Dial.) 
iiber: Mer 12 Glider (Reiter) mit copi. (Schmeller 2, 316). 

Kopiaf copiarium, das Kopirbuch, in welches XJrkunden eingetragen 
wurden. 

Kopice 1. der Ilaufen z. B. Klee, Gras. 2. die kleine Lanze. 

Kopicko kloinc Lanze, hastula. 

Kopiiiiiik (kopennik, kopidlnfk) der Lanzknecht hastiger. 

Kopiie das Geld, welches von einem Schock z. B. Schafe, Pische u. s. w. 
gezahlt wird: fismistrovi kopneho 12 gr. (MS. Pross. 1641); vgl. skopnc. 
— Jungmann verzeichnet in seinem Worterbuch 5, 916 dasselbe Wort in 
der Bedoutung Grabgeld i. o. die Entlohnung fiir das Graben z. B. eines 
Grabes, ohne aber die Belegstelle beizusetzen. 

Kordula, der Schniirleib, das Leibchen, vom mitlat. cordura der 
Schniirbesatz, der Schniirleib. 

Kordulac (bei Velesl. und Lomn.) ein Schwert mit breiter Klinjrc; 
vgl. mitlat. cortelluB, mithd. kardelasche. 

Korecmodius, der Scheffel , Strich; als Flachenmass = l-5l><4 
n. 6. Metzen, 28-7732 Ara; als Flussigkeitsmass = 0*9357 Ilektol. 

Koreenik 1. die oberschlachtige Miihle, die mit einem Schopfrail^' 
versehen ist : mlyndfi, ktefi sve mlj^ny pfi f ekdch nebo na potocfch kore6- 
nfky maji (Gedr. Landtagsschl. 1594 f. 130). — 2- der Miiller , der eine 
Bolche Miihle besitzt. 



— 105 — 

Kornet Tom franz. comette, die Reiterstandarte : kornet Praian 
Staromestsk^ch: orel cisafsk^ 8 jedn^ , erb mSstsk^ strany druh^; — jely 
dva prapory jfzdy MoraTsk^ s dySma kornety s erbem zemskym. (Pam. 
arch. 1867 p. 406). 

Korouhev die Fahne, dann tropisch ein Ilerrengeschlecht : t^hoi^ 
l^ta (1468) um?el urozeny pan Michalec a tak jest ta kordhev zhynula; 
neb on poslednf bieSe a dSdic po n§m neoBtal (SRB. 3, 197). 

Korouhevnik neJTydsi krilovstvi iesk^ho, der Erbpanier in 
Bohmen, ein Hofamt fiir einen aus dem Ilerren- und einen aus dem Ritter- 
stande; erateres seit 1798 in der Familie der Qrafen Chorinsk^, letzteres 
seit 1792 in der Familie der Ritter Vofikovsk^ von Eundratic erblich. 

Korouhevni pan der Banncrherr , welcher so viol Knappcn ins 
Feld stellen konnte, dass der Konig ihm ein eigenes Banner bewilligte, baro 
vexillarius, baro nobilis (SRB. 2); sie gehorten in Bohmen und Mahren alle 
dem Herrenstande an : Ddn v Brne y svol&ni pdnoy koriiheynich Mark. Mor. 
Unterschrieben sind hiebei mehrere Ilerren mit Namen und dann folgt: 
ceterique nobilcs barones nunc Brunee congregati (A6. 3, 184); — k. pani 
die Frau eines Bannerherren. 

KoHukAl , der Glockenrock , der Reifrock , d. i. ein faltenreicher 
Frauenrock, welcher yon den Huften bis iiber die Knie reichte und mit 
Fischbein und Rohrstaben ausgesteift war, iiber welchem das Oberkleid 
glockenformig ausgebreitet getragen wurde. Jungmann leitet das bohmische 
Wort yom lat. crocotula her; da aber dieses im klass. Latein ein safran- 
farbiges Prachtkleid der Frauen, im mitlat. einen netzartigen Frauenschmuck 
^muliebria ornamenta yillosa , reticulata" (DC) bedeutete , so wird diese 
Herleitung wegen der Verschiedenheit der Bcdeutung kaum stichhaltig sein. 

y 

Jos. Jire6ek fiihrt im Cas. &. Mus. 1867 p. 22 an: „dykytu cili kort^ku^ 
und leitet yon letzterem kortukdl ab ; abgesehen wieder yon der Verschieden- 
heit der Bedeutung bietet hier das Suffix al Schwierigkeiten. Naher liegt 
verdugal (auch yerdugadin), wie der Reifrock um das Ende des 16. Jhr. 
genannt wurde, eine Bezeichnung, die auch auf die spater auftauchenden 
Rookwulste iiberging , wie denn noch Veneroni in seinem Dittion. Imper. 
ed. 1743 schreibt: „yertugadin, yortugale, yertugalla, ein breiter 
Weiberrockwulst, darauf die Rocke weitausgebreitet stehen, wie es in Spanien 
und Qenua gebrauchlich , foUicans cyclas feminea;*^ als Schwierigkeit stellt 
Bich aber hier der XJebergang des v in k entgegen. So diirfte denn dem 
Worte kortukdl am nachsten stehen das mitlat. portugalensis, das nicht 
nur eine portugiesische Goldmiinze bedeutet, sondern yon dem auch das 
franz. portegaloize, ein Frauenkleid bezeichnend , stammt : „ung porte- 
galoize a femme de drap d'or, couverte de perles" (DC). Fiir diese Ablei- 
tung spricht 1. der haufige XJebergang des p in k. 2. Der im ostl. Mahren 
gebrauchliche Ausdruck: portukdl, welcher die um die Huften gebundenen 



— 106 — 

WtQste bedeutet, auf denen die Rocke ruhen und 3. der UmBtand^ dass die 
Glockenrocke durch Donna Maria Ton Portugal, die erste (1545 Teratorbene) 
Gemalin Philipp 11. in Spanien in die Mode gebracht nnd von da nach 
Frankreich und das librige Europa verbreitet wurden, in abnlioher Weise, 
wie wir das Wort portugalensis in der Bedeutung Qoldmunze, und 
zwar in der Form Fortugale ser, in jenen Schaumunzen wieder finden, 
die im J. 1623 bei der Errichtung der Admiralitat in Hamburg und 1723 
bei der Sacularfeier derselben gepragt wurden. — Vgl. partikil. 

Kortyzoun, der Hofmann, ein Mensch von leichtfertigen Bitten; 
kortyzounka amasia die Bublerin; mitlat. curtisanus, franz. courtisan und 
courtisane. 

Koruna eeska 1. die bobmische Krone. Sie heisst auch WenzeU- 
krone, weil Karl IV. die Krone, welche er zu seiner Kronung (1847) anfer- 
tigen liess, dem h. Wenzel weihte und befahl, dass sie an bestimmten Tagen 
auf das Haupt dieses Heiligen gelegt und von den Konigen nur einmal, bei 
ihrer Kronung namlich, beniitzt werde; nach der Kronung soUte sie also- 
gleich in die Handc des Sakrista der Pragcr Domkirche bei Strafe der 
Exkommunikation ubergebcn werden. Einc Vorsichtsmassregel , die Karl 
wohl desshalb traf , damit sie nicht wieder abhanden komme, wie dies zur 
Zeit seines Vaters gescbah. (SRB. 2, 343). Die Aufzahlung der Perlen und 
Edelsteine, mit welchon Karl IV. die Krone schmucken liess, vid. 6as. L 
M. 1831 p. 174. Nach dem Kronungsakte traten die Mitglieder des Herren- 
und Ritterstandes an den auf dem Throne sitzcnden Konig heran und, die 
obersten Landeswurdentriiger voran , beriihrtcn die Krone mit zwei Fingem 
zum Zeichen des Eides der Treue; dadurch erklart sich die Stelle in dem 
Briefe des Wilh. v. Pcrnstein an K. Ludwig ai. 1520: ponSvadi jsem na 
korunu VM. dva prsty vloiil (Ac. 1 , 75); — p. purkrabf pfed JMtf kr. na 
kolena poklekl , koruny na hlavS krdlovske dvema prsty so dotekl (Slavat. 
2 kn. dfl 7 Fol. 85). Dieser Akt hiess pfizninl se k korunS (ibid.). — 
2. In staatsrechtlicher Beziehung bedeutet k. i, die konigliche Majestat und 
das Konigreich Bohmen sammt den inkorporirten Landem Mahren, Schlesien 
und den beiden Lausitzen, also den bohmischen Staat: marchionatum MoraTis 
in feudum nobile a regibus Boemise et a corona regni preefati habendum... 
regibus Bohemiee ac ejusdem regni coronse voluit immediate subesse CD. 7, 
680, 681); — vfedomd v6c jest, ie koruna tato zavdzdna jest byla, kriile 

odjinad nebrati cfsar cht^l hajtmany saditi do zemi naiich k korune 

pfisluSejicfch (A6. 4, 109); — kterak ta velebnd a d68tojn4 koruna fieskA 
pro vAlky, jeito drahnS 6asu v n( trvaly, byla za61a (A6. 1, 8); — ie naSich 
zemi a koruny 6esk6 dobr^ ndmi snfti nem& (A2. 1 , 10); — k tomu se 
zn4me, ie jsme lid koruny (Kn. Tov. kap. 7); — yyslanf ze vfiech krAlovstrf 
tomuto vt^len^ch zemi .... abyste vfiichni stavove Mark. Mor. jakoito 
krdlovstvi tohoto nejpredn£j&{ lid . . . . ze jste se toliko od sprdvy nyngjiiho 
kr&le ieskeho a ne od budoucfch kr&l&v a koruny t^to oddilili (Snim drz. 



— 107 — 

1612 p. 149). — 3. die Infel, infula: opat slouiil pod infaH t. pod korunou 
(8RB. 3, 398); — opatov6 v korunAch (Lumfr 1858 p. 763). 

Korunni statek, das Eron- d. i. Staatsgut, welches wohl der Krone 
gehorte, aber nioht personliches Eigenthum des Ednigs war. 

Kosmiic, das grobe Tuch, pannus griseus: quod vicarius noster 
tempore brumali de panno griseo communi et simplici, qui kosmacz Tulga- 
riter dicitur, tunicam et caputium providere debeat (Dud. Stat. d. Pr. Met. 
Kirche ai. 1850 p. 37). — Vgl. altsl. kosa coma Haar , kosmat^ hirsutus 
struppig, raub, kosmatica das rauhe, wollzottige Eleid. 

Koani die Zahlung fur die Mahtrobott: falcostrales deuarii, qui 
Yulgariter cossne dicuntur (Diplom. Brevnov. n. 90), von kosa die Sense. 

Kostel (aus dem lat. castellum, weil die ersten christl. Kirchen 
befestigt wurden vid. Dud. Gesch. Mah. 4, 357) in der Bedeutung ecclesia 
als Qemeinschaft der Glaubigcn, gewohnlich cfrkev genannt: kostel fimsky 
ecclesia romana. 

Kostelnik, der Eirchenverwalter, yitricus. Er wurde vom Grund- 
herm crnannt, war beeidet, hatto die Eircben- und Armengelder zu verwalten, 
im Einverstandnisse niit dem Pfarrer die fur die Eirche nothwendigcn Aus- 
lagen zu bestreiten und dem Grundherrn bieriibor Recbnung zu legen. 

Kosten der Spiess: aby s sebu kostny a jimi bran brali (SRB. 3, 30). 

Kos 1. das Gelander um den Standcr bei Teichen: tesar&m od 
udSldnf nov^ jistebky neb kose pfed troubou na rybnice (MS. Wisch. 1658, 
yid. jistebka). 2. die Strafe des Eorbes fiir Backer, welche zu kleines Brod 
bucken; es war diess ein Behaltniss von Latten, in welcbem cin solcher 
Backer dfFentlich ausgestellt wurde. 

KoSatskii rota wahrscb. wurden in der zweiten Ualfte des 15 Jbd. 
die Adamiten so benannt. (Pal. DSj. 4, 404). 

Koteo, die Yerkaufsbude : z kotc&v pekaf skych .... aby z ka2d6 
stolice V tech kotcfch placen byl 1 gros (6as. i. M. 1839 p. 449); — pfljem 
z kotcfl 80ukenick;fch (MS. Prossn.). 

Kotr der Vierer im Wurfelspiel, franz. quatre, mithd. quater : vzdycky 
jen na opak iije, necht sedne kotr neb dryje. (Lomn.j. 

Kotrkal, Kotrgai, ein viereckiger Schild vom mitlat. quadrigale. 

Kout eigent. der Winkel, dann puerperium die Niederkunft, bei 
Cheld. dasselbe was pfedek, Stit, der Ahne: vyvodic urozenf sv6 dtyrmi kouty, 
aby dva d£dy a dve bdb6 uk&zali dobr^ urozenf vl&dyky po otci i po materi. 
Pakli neukdie tScb 2tyr koutuv, tedy nen{ dobr]f, ale cblap. 

Koziee, die Bockpfeife, der Dudelsack, buccina: nalezecbu pi§6bu, 
lating ji dSjf chorus , ie jest z koz( u6inSna a m4 dve roff , jednii dmu a 
druhii bias vzni, Sesky slove kozice (Bib. 1404 f. 130). 

Krajack^ z. B. sukno, zboif was nach der Eile verkauft wird. 



— 108 — 

Kriyec sukna pannioida der Tuohhandler , welcher das Tuch nach 
Ellen verkauft. 

Kriyir, Kriyif, Tnichsess, dapifer. 

Kvajni voiovA, die aussere "Wagenreihe im hussitischen Heere. — 
Ygl. okridli. 

Sv. Krala per metathesin = Clara. 

Kralovna velika oder svatA assumtio B. Y. Mariae, Maria Himmel- 
fahrt, auch Matka Bozi velikd genannt, Maria magna, der grosse Prauentag 
(15. August). 

Kralovo prAvo, das Ilof- und Earamergericht , weil diess vom 
Konige allein besetzt wurdc: kto obdrzf proti krAlovu prdvu (A6. 5, 164). 

Kriilovstvi , das dem Eonige gchorige Gut ; vgl. duchovenstyi, 
markrabstvi. 

Kratko uciniti, vorkiirzcn , Unrecht thun : co jemu krdtko ueinil, 
dobyvaj zase pravcm (Puh. Brn. 1406 f. 132, 152); — ze ndm na torn kratko 
cini a kfive na nds zaluje (Ac. 2, 40). 

Kravne von krAva die Kuh , die Abgabe fiir die Beniitzung der 
Weide : census qui dicitur kravne (Lib. cit. 2, 557). 

Krcemnd die Abgabe von einer kr6ma, dann das Braugeld, welches 
der Obrigkeit gezahlt wurdc, wcnn sie den XJnterthanen gestattete, fur sich 
und die Hausleute Bier zu brauen : k., ktere^ dAvajf za tu svobodu, aby sobe 
a celedi sve pivo vafiti mohli (XJrbar. Chrop. 17. Jhdt.); — kr£emn^ho z 
chalupy (ibid.). 

Krceninik der Kneipenbesucher, Lungerer, Saufbold: aby zadnych 
povale66v, kr6emnik6v nikde pfechovdno nebylo (Ac. 4, 442). 

Krcuia die Schenke, Eneipe caupona altsl. Erb^bma Erbcagri vas 
fictile (vgl. das in manchen deutschen Gegenden vorkommende Dorfkrug 
= Schenke), lit. karczama; — E. varecf taberna braxatilis die braube- 
rechtigte Schenke. (Puh. 1513); E. poplatna die steuerpflichtige Schenke 
taberna bemalis. — Die k. waren sehr beriichtigt — taberna est radix 
omnium malorum, unde prodeunt furta, homicidia, adulteria sagt Eosm. ad. 
an. 1039 — ; daher unterlagen sie stronger Beaufsichtigung und fassten die 
Landtage haufig Beschliisse gegen die Errichtung neuer Schenken. 

Krevn^, Krvavni 1. das Blutgeld, das Strafgeld fur die Yerwundung 
od purkmistra etc. pfijato krvavn^ho, ie jest Radochu ubil (MS. Hochw. 
1638). 2. die Abgabe, welche dem gezahlt wurde, welcher die Blutgerichts- 
barkeit hatte: lide z Bfezolup dAvali krvavn6 nahrad Brumov (P4h. 1509); — 
krvavn6ho z dSdin, kter6 k prdvu Pferovskdmu pffsluSeji (MS. Prer.); aby 
krevne spravili (Cer. Slg. n. 101. p. 24) — krevn6 g runty die zum Blut- 
bann gehorigen Griinde: jsouo na gruntech krevnich vzat (Cer. Slg- n, 101 
p. 23); — a 4 mile §ifi a zd^li gruntfl krevnich aby byla pr&zdna (ibid. 



— 109 — 

p. 60); — krevne pr&To: das Blutrecht, das Blutgericht: aby proti prdvu 
kreynfmu m(r zacfaoval (MS. Cer. Slg. lu l6l. p. 44) — vgl. Kyjovni, 
pokota. 

Kristan nom. viri Eristian. 

Kfiv curvus krumm, was dem Rechte zuwider ist, daher kmi pfe 
ein imgerechter Process, k. pffsaha der falsche Eid, k. ialoba falsche An- 
klage, kfiv sachfallig werden : by pak v^dSl, kterA strana pravd, kterd kfivd 
jest (Zip. ier. 1, 75) ; — kter^by J. za kfiviho Heodsoudil (ibid. 99.) ; — 
Es ist also k. Qegensatz von pr&y (vid. dieses) und hat sein Analogon in 
dem deutschen b r u o h i g : und man sol an den gerichten rugen, was b r u c h i g 
wer in den getziden (Gr. Weisth. 3, 328). 

Kfii ohne weiteren Beisatz in Datirungen 3= porfSenl exaltatio 
cracis; das in zwei Datirungen vorkommende posvScenf oder pfeneSenf 
ST. kHie (AJS. 6, 504) ist wafarscheinlich ein lapsus calami fiir poY;f§en(, 
jedenfaUs aber = exaltatio crucis. 

Kfizovi dny die Ereuz-Bittage, dies rogationum. 

KroncI e germ. Eranzel (demin. von Eranz) der Eranz, der Stulp 
beim Schlosse : pldt kroncl zyan^ na zdmku m51 byti Stifty zanejtovdn (Pam. 
arch. 1869 p. 520). 

Krondle aus dem deutschen Erondl (fur Er5nl, vid. Gr. Wbch.) 
tricuspis in hastiludio, auch Eronig genannt, stumpfe Lanzen bei festlichen 
Tomieren, die statt der Spitzen Eronaufsatze hatten: ^drieckender spiess 
tricuspis Tulgo kronlin (Gloss, s. Jac). 

Krondrazka der Eronrasch, Goldrasch, ein Stoff aus kurzer ge- 
krampeltcr WoUe, in Frankreich auch aus Seide bereitet. 

Kropir die Satteldecke phalerse, der Pferdeschmuck aus dem frz. 
croupiere. 

Krosna ein aus Weidenruthen oder Stroh geflochtener Eorb: salis 
mssa, quse sclavice dicitur krosna (Erb. Reg. 99), ein uber alle slay. Lander 
Terbreitetes Wort, zu dem Miklosid das bair. dial. Erachse yergleicht. 

Kftini Bozi die Taufe Christi d. i. epiphania der Dreikonigstag, 
=: hod syfjek, sy. tfi krdl&: na den bo^iho kftSnf, jeni sloye hod syfiek 
(P4y. Toy. 149); - yigilia boifho kftenf jinak tfi krdlfl (Yel. Eal. 90); — 
poj^niic od Byi6ek totiz od b. kfteni (Ac. 6, 25). 

Kruh der Ring zum Yerschliessen : truhla nahore na yfku 6tyfmi 
kruhy na dya zdmky zamiena . . . truhla s Sesti kruhy bez zdmku. (Lumfr 
1861 p. 785). 

Kruhaf der Ringmacher, Schlosser: kruhari dSlali kruh mosazn]^ 
ienskfj kruh ieleznf mu2sk^ a kruh rejtarsk^ a ten s 12 rykly neb kSmeidy, 
jezto dyema klfii se otyfraly (Pam. arch. 1869 p. 520). 



— 110 — 

Kruiiipif, Krumplif phrygio, der Seiden-, Qold- Silbersticker, welcher 
Ornate, Heiligenbilder u. b. w. aufinahte : tovaryS krumpHf mel krumplovati 
obraz panny Marie na pfilmSsici stojicf v zJat^ korunS, driici v lev6 nice 
V prohledacf plence de£dtko a v prav6 ruce sceptrum a to Yfiecko dflem 
vyzdviien^m melo delano byti ; telo pak nahe melo byti pfeta^eno pilnfi a 
hladce na spusob karmazinu bilebo, §aty mely b]^ti ndleiitS barevn^fm hed- 
h&vim stracujfcimi se strychy vyplnovdny a v mistech pfihodn^^ch ta^en^ 
zlatem a etrfbrem vyzdvi^eny a v krajfch melo to roucho zlatem anebo stff- 
brem subtylne opremovdno byti. (Pam. arch. 1869 p. 520). 

Krumplovati, Krunipovati acu pingere sticken, mit Perlen imd 

Edelsteinen ausnahen: roucho se od krumpife krumpluje z= acu a phrygione 
pingitur (Com. jan. 509) ; — pod krumplovan^^m baldach^nem ; — eukne 
rozliSnym kovanickem zlatym krumpovand (Hdd. pr. 73); — odSvy zlat^mi 
stefty 8 perlami i s drahym kamenfm skrumplovati daj{ (Gas. c. Mus. 1864 
p. 267); — vom deutschen krumpen, krumpeln. 

Krunef, Krunyr der Panzer, Hamisch lorica, thorax; cin zweifels- 
ohne frcmdes Wort; Matzonauer weist auf kymr. oruyn; doch scheint althd. 
prunia, prunja naher zu liegen. 

Kryza der Ereis im Turniere, der Eampfplatz, aus dem mithd. 
Kreiz circulus, Ring. 

Krzetky vid. Skfitek. 

Krzno 1. ein Pelzkleid , das iiber der Riistung getragen wurde, 
yestis pellicea: oruzi krzny zahalichu (RK.); 2. der Pelzuberwurf der Frauen: 
8 jeji bile sije krzno drachii; — altsl. krBzno, rus. korzno, korozno. — 
Ygl. kursit. 

Kseni 1. die Aebtissin, Friorin (pol. ksieni). 2. die Priesterin, Nonne: 
kseni toho biskupa pfisedsi, by se chtela zpovidati (Pas. Plz.). 

Ksaft, das Testament; svdtost kSaftu das Altarssakrament: o velebne 
svatosti kSaftu poslednf ve6efe od sameho Erista Pdna nafizeni (Eonfessi 1575). 

Kdmeid e germ, das Geschmeide, was geschmiedet wird, die 
Fessel, die Eette, der Ring zum Fesseln oder Anschmieden: kruhaH delali 
kruh rejtharsk^ a ten s 12 rykly nebo ksmeidy, je2to dyema kli^i se otyfraly 
(Pam. arch. 1869 p. 520). 

Kuba, Kubak, Kub&eek, Kubes, Kubik, Kubicek, Kubin nom. 
yiri Jakob. 

Kubina aus dem lat. concubina. 

Kubenaf moechus, der Eebsmann. 

Kuehyni, das llaushaben der Wiedertaufer : noyokrt^noi z ka^d^ho 
domu, y kteremzby kuchyn5 meli, po 10 zl. ddyati maji (Gedr. Landtschl. 
1594 f. 131). — Yid. llaushaben. 



— Ill — 

Kuchynka , der Fischkasten der Winterhaltung , promptuarium 
piscium: cum duobus promptnariis piscium dictis kuchynky (DO. 8, 190). 

KHJeba, ein Spottname ffir einen aus Hohenmauth: in qua (i. e. 
urbe Altomutensi) incola fuisse olim putatur Eujeba quidam, homo eo usque 
stupidus, ut proYerbio yulgari locum ineptiis fecerit, quo designaturi bominem 
insulsum solent dicere: nenf nei kujeba z Mejta. 

Kskia, Kukliee 1. die Eaputze: staff jsii v kuklach jako kn§2{ 
nebo iici na siidu sedali (Korn. Y§. 433; — ale to jest zmeneno , ze bez 
kukel sedajf (ibid. 440). 2. Die Vermummung, (Larve?): jestli2eby ktefi v 
lary&ch jeli neb y tSch potyom^^ch kukldch , ti tak^ honSni a brdni byti 
majL (Pam. kn. 01m. 1517 f. 40 ai. 1510 vid. honini). 3. Die Gugel, Eogel, 
eine Haube , die in 4cr zweiten Ilalfte des 14. Jhd. autkam und yon den 
Frauen uber den Eopf hangend getragen wurde : kukliee zelend s perlami. — 
Ygl. mitlat. cuoulus, cucula, mithd« gugele, kogel. 

Kukus, der Eux im Bergbau, der 128. Theil einer Zeohe ; mitlat. 
coxa: Yox agrimensorum et unius cubiti mensura, eine Elle. (DC). 

Kule tesane Steinkugeln fur Oeschiitze. 

Kumpan, der Studicn-, Zimmcr-, Conyiktsgcnosse : kumpdn, kterf 
probo&tem byl, kazdodenne s mendi^ky jistou hodinu mfil (Pam. arch. 1873 
p. 804). 

Kumpleta, Kumpletof complcta, completorium die letzte der kano- 
nischen Horen, die nach Sonncnuntergang gesungen wurde: k skondnf dne 
maji p^ti hodinu, jii rfkajf kumpleta (Stft.). 

Kuna, Kundrat, KuneS, Kunik, Kuncik nom. yiri Euno , Eunz. 

Kuna nom. fem. Kunigunde: Euna dccra Jakuba z Bma. 

Kundel, die Gondel aus dem ital. gondola. 

KundSoft, die Bcstattigung, confirmatio persoluti thclonei : na kterou 
pofidne zprayenou sbfrku maji hud sami pani neb jich ufednici aneb pfi- 
Bezni rychtdfi formanfim kundsofty pod pecetmi aneb sckryty sv^^mi d&yati 
a formani takoye kundsofty vzdycky pri sobe mfti na mejtech aneb kdeby- 
koli o to dot&zdni byli, ukazoyati (Sn. pam. En. 1606 f. 293); — ktere^to 
listy neb kund&ofty yybercim odyozoyati maji (ibid.). — Aus dem deutschen 
entlehnt, wahrscheinlich nach den Eingangsworten solcher Bestattigungen : 
thue kund. 

Kunhuta, Kuna, Kuiika nom. fem. Eunigimde. — Ygl. Kuna. 

Kunino Misto, die Stadt des Euna (== Euno), Eunstadt: Erhart 
z Eunina Mesta (Urk. 1391). 

Kunfiafl , Kunioft, das Einverstandniss, die Yerbindung : mam s 
nfm dobre kunSofty (A£.); aus dem deutschen konschaft conjugium. 

Kuntor ex lat. commendator: kuntor fddu sy. Jana Jerus. (Yel, 
kal. p. 379); ygl. das deutsche kumentor des 15. Jhd. 



— 112 — 

Kupitel, der Kaufer, im Gegeneatze von kupec = Verkaufer: aby 
naSi kupitel^ yiiy pfi torn zbozf bez zmatku z6stali. (Kn. Tov.). 

Kapni die Abgabe , welche beim Eaufe eines Hauschens gezahlt 
wurde: ktery by sobfi tarn chaloupku koupil, aby kupneho tf*i 6tvrtS ovsa 
dal (MS. 1587). 

Kur literi^ck^ der Literatenchor vid. Literit. 

Kuropeni gallicinium, das Erahen des Hahnes am friihen Morgen, 
als Zeitangabe gebraucht: od pSni kur ai do v^chodu slunce (Vel. kal. 133); — 
V literf po tfech krdlich v kuropeni (ibid. 18); — knez, kter^by pil po pfini 
kur na krdtke noci letni, na druh^ den aby mie neslouiil (ibid. 428). 

KurSit, ein Pelzuberwurf mit engen Aenneln , der mit Seide oder 
WoUstoff uberzogen war; die Rittcr trugen ihn glekh dem Waffenrocke 
uber der Riistung; mithd. kurstt, kurs&t, mitlat. corsetus, frz. corset. Wein- 
hold die d. Pr. im Mit. p. 448, Akg. 1, leitet kursit vom slav. krzno her, 
eine Ableitung, die vieles fiir sich hat, wenn man bedenkt, dass im mithd. 
statt kurstt auch der Ausdruck kiirsen gebrauchlich war und das altsl. 
Wort krbzno yestis pellicca lautete, alth. crusina und cursina, mitiat. crusena: 
accepta marderina crusena talari dimissus est in pace (Pcrtz. Mon. 7, 259). 
Miklosich halt krxzno fur ein Fremdwort im slavischcn; bedenkt man aber, 
dass die feinen Pelze im Mittelaltcr grosstentheils aus den ostl. slav. Landern 
in den Handql kamen, so gewinnt Weinholds Ableitung sehr viel an Wahr- 
scheinlichkeit ; daher erklaren sich auch in mitlat. TJrkunden Ausdriicke wie 
chunove, d. i. kunove von kuna der Marder (Mekl. UB. n. 182). 

Kury einzovDi, die Zinshiihncr (En. Toy. cd. Dem. 160); pastevni 
die Weidehiihner, welche fiir Beniitzung der Weide der Qutsobrigkeit jahrlich 
gegeben wurden. — Vgl. slepioe. 

Kusa (Kosa) die Hellebardo bipennis; auch im bafp. Dialekte die 
kuse eine Art Partisane. (Schmeller 2, 337). 

Kuse, die Armbrust, ballista, arcuballista. 

Kutlof (Kytlof) e germ, kuttelhof dai% Schlachthaus , mithd. 
kutele intestina pecoris comigeri. 

KAze, die Haut, die Strafe des Schindens: tomu k62e a vlasy 
odsiizeny budii (Pr. MSst. 233); — k. zld meretrix. 

Kuziiek das Birett (MS. 01m.) ; daher Euzilkova ulice die Biretten- 
gasse in Olmiitz. 

Kvartal die Versammlung der Zunft, wenn sie alle Vierteljahr 
stattfand. 

Kvecif der Miinzstrecker , welcher das Silberblech dehnt, dilator 
bractearum, aus dem mithd. quetzer neuhd. quetscher (Matz). 

Kverk der Gewerke, der Bergwerksverleger: ve pfi mezi kverky 
Flaierskymi a Jandu hornikem kyerkem Riisskym .... aby Janda toho 



— 118 — 

dolu nechal kverk6m PlaSerskym a oni kverkove maj{ ddti Jandovi na 
kazdy tyden po 10 hffvndch (Ai. 4, 265). 

Kvesta die Almosensammlung , kvestaf mendicans Bettelmonch, 
kvestovati Almosen sammeln, vom lat. quaero, quseso, ivi, situm und 
queestum. 

Kviti, Kvitnice, Kvety vid. nedele. 

KviDtik nom. viri = b. Quintinus (Tag der 31. Okt.). 

Kvit quitt, los, ledig: propustil bratfi kvitty i prosty (6a8. 6. M. 
1840 p. 171); — a tfich 20 kop jsii svobodni, kviti a prdzdni (ibid. 1839 
p. 463); mitlat. quietare, quietus. 

K^chavua nediie vid. nedele. 

Kyj fustis, baculus der Stock, der Stab, altsl. kyi malleus, fustis: 
in diplom. Bedcutung 1. das Duell mit Staben: duellum, quod in vulgari 
dicitur kyj, non habeant, nisi ad extraneos (CD. 2, 212). Der Zweikampf 
mit Staben fand nach den Stat. Ott. also nur Fremden gegenuber statt ; doch 
ist die Ajisicht Dudik's (Gesch. Mahr. 4, 328), welche audi in Biermanns 
Gesch. der Herz. Trop. und Jag. p. 73 iiberging, dass der Zweikampf nach 
diesen Statuten nur gegen Fremde zuliissig war, daliin einzuscliranken, dass 
diese Statuten den Zweikampf Fremden gegenuber nur mit Staben und 
nicht mit Schwertern auszufechten Jbefahlen; es ist also der Zweikampf mit 
Staben im Gegensatze zum mec gemoint. Der Zweikampf mit Staben war 
auch den Einheimischen anbefohlen, a) wenn die Kampfer nichtadelig waren: 
si autem civis rusticum pro capite citaverit, duellare debent juxta antiqua 
jura cum baculis et clypeis parvis = mdta sfi biti kyji a stfty velik^mi 
(sic), neb jsta oba jednoho fadu chlapskeho, a to jest od starod&vna 
ustanoveno, ze k to bitve nemdta mec6v uzfvati (Ord. jud. t. n. 37) ; b) 
wenn es sich nicht um den Mord, sondern um pflhlavnf dobytck oder pe- 
n(ze handelte: z pffhlavniho dobytka prdvo za kyje sedati, wahrend beim 
Morde es heisst : s meci sedati (Kn. Roz. 61. 184). Nur dann, wenn Adelige 
in dem wegen der pflhlavni penizc angeordneten Zweikampfe Stellvertreter 
bestimmten, wurdc mit Staben gekampfc: commissaries ad duellandum habere 
potest, qui duellabunt cum baculis et clypeis tantum se mutuo verberantes 
= mdta se biti kyji a za stity az jeden druheho i pfemoz (Ord. jud. t. n. 
31). Diesen unzweideutigen Angaben der Quellen gegenuber kahn Tomascheks 
Ansicht (deutsch. R. in Oest. p. 12. Akg. 6), dass kyj kein wirkliches Duell, 
sondern nur ein symbolischer Ausdruck fiir den Zweikampf iiberhaupt sei, 
sich nicht behaupten. — 2. die Strafe der Ziichtigung, namentlich fur die 
puhonfif, wenn durch ihre Schuld der Pflhon nicht eingehandigt wurde: md 
pri prdve kyjem bit byti (Kn. Tov. kap. 36); — nalezeno, ie to seSlo pfl- 
honcim, protoz poru6eno, aby se k nemu zachovalo podl^ zffz. z. t. j. aby 
byl kyjem bit (Zdp. Zier. 1, 235). Darauf beziehen sich auch die Worte des 
Ond. z D. A6. 2, 506 : vi lifad starii pomstu, kterd se md stdti. Diese Strafe 

8 



— 114 — 

war ubrigens sclion von alters her verbreitet; so sagt Thietmar von den 
Lutizen: si quia in placito contradixerit, fustibus verberatur (Pertz Mon. 3, 812). 

Kyjovn^ die Abgabe an den, weleher die Blutgerichtsbarkeit hatte: 
povinni ddvati kyjovncho aneb pffhlasnciho kazdeho roku jak kdo v dfidine 
sedf po jedn6 slepici (Urb. Tovac. 1561). — vgl. Kyj und Krevn^. 

Kyta der Bund Flacbs: jsou povinni tficeti kop konopi mociri, 
setnti a v kytach na zdmek pfivezti (Priv. Tov. f. 87). 

Kytekovy statt tyketov^: sukn6 kytekovd (Puh. 1523) koSile kyte- 
kov6 (Pub. 1513); — vid. Tykytn. 

Kytlof vid. Knllof. 

Kyvir: klobouk poctivy, ne pakkyvff a kuklu (C. 6. Mus. 1864 p. 19), 
der Turban, serb. kiver galerus, poln. kiwior Turban, wahrscheinlioh aus 
dem tiirk. stammend. 

Kyzia nom. fern. Qisela (Puh. Brn. 1417 f. 22) vgl. Hysla. 

Laberdon, Ijaborton, Lnprdoiiii der Laberdan, der Eabeljau, der 
frische (griinc) Stockfisch, der Dorsch, genannt von der Stadt Aberdeen in 
Schottland, wo derselbe am bestcn eingesalzen wird: labortony ryby. (Cas. 
6. Mus. 1867 p. 23). 

Lacek = Ladislav z. B. Lacek z Kravar, so wie Racek-= Rastislav. 

Laei list viz. laiii. 

Lada bei Vacerad Venus, dea libidinis ; nocli boi Dalem. nejkrassie 
lada im Sinne: das scbcine Mildchen, (a ona fekla : polib me vkep, afjsem 
tak lada [mlada? vgl. kcp] jako ty. Cas. c. Mus. 1863 p. 308). 

Lado Brachland (auch im plur. lada gobraucht), alts, ledina wiistes 
Land, sorb, lado = niederd. Lehde, goth. landa Land; daher bei Vacerad: 
lada rura, veteres incultos agros dicebant ; — dediny spustlc, feSene lady 
(MS. 1542). 

Ladovani: aby po vesniefcb v obili, v vlnach, v ^eleze, v soli i v 
jinych vScech 1. nebylo, nei aby na trzfch svobodnych v mcstech svA kupeetvi 
a obchody vedli, jak2 od staroddvna bylo (A6. 4, 436. 499) 1. das Aufladen, 
Kaufen von Waaren, e germ, laden. 2. im Bergb. = anfiillen. 

Ladrovany kun bepanzertes Pferd (SRB. 3, 109); nach der Neben- 
form ledrovany zu schliessen, e germ. Leder. 

Ladry das Pferdegeschirre , der Pferdeschmuck , ephippia; vid. 
ladrovany. 

Ladyr der Kaufer, Handelsmann, namentlich mit Getreido, negotiator 
frumentorum; vgl. ladovani. 

Lahvice ein Pliissigkeitsmass, besonders fiir "Wein = 3 Pinten, 
mitlat. lagena, deutsch Lagel. 



— 115 — 

Laeh heissen die Bewohner urn Freiberg namentlich um Bielau 
(B^li) und Petersdorf. Ihr Dialekt spielt in's PolniBche iiber z. B. smrci = 
8mr< (reinpolnisch ^mierd), dosci = dosti, umfici = umfiti, ludzi = lidi, 
inladz^n66ek = mlddene£ck ^ chod = choJ, tfeci = tfetl, zema = zem6 
(reinpoln. ziemia), zan^chaj = zanechej etc. — Vergl. Lech. 

Lach, Lacha yid. Liha. 

Laka 1. tina die Tonne; 1. prachu eine Tonne Pulver; — beim 
Weine == Eimer (vergl. Lagel) z 14ky neb vedra po jednom zlatem (Snem. 
p. kn. 1607 p. 253) 2. ein Flussigkeitsmass = 36 Pinten, auch fiir trockene 
Qegenstande gel^raucht z. B. fiir Seife, Mandeln, Feigen u. s. w. (fias. i. 
Mus. 1867 p. 19). — 3. ein Schlauch aus Hauten fiir Oehl. — vgl. mitlat. 
lacus die Wanne, Gebunde. 

Lalokovy aus Lappen bestehend: kozich kun{ lalokov^f (MS. 
Pros8. 1570). 

Lauiati brechen, frangere: takovou zyyklost ndm bez sluinych 
pficin lamati a rufiiti se nechtSlo (MS. 1583); ygl. ^Landrecht briclit 
Reiclisrccht.*' 

Laitifogt aus dem deutschen ^Landvogt^; speciell in Mahren auf 
dem Dominium von Wal. Mezcfifi und Roznau der Yorstand der Honig- 
und Biencnzuchtcr (medafi), wie aus eincr Urkunde de dato MezefiS 1591 
hciTorgeht : „aby sobfi lamflFogta volili . . . kdozby medafem b^ti chtel .... 
ma se lamffogtu ohldsiti.* (Pam. kn. Yal. Mezifi6e im L. Archiv). 

Lampard Lombardischer Wein ; wie auch im deutschen : Petrus 
der Maister Lampardus = Petrus Lombardus (Schmeller 2, 257). 

Lampartska mesta Pass. Plz. 351. Lombardenstadte. 

Lau in bohm. und poln. ^Diplomen jenes Feldausmass, welches im 
mittelalt. Latein durch mansus, aratura odor durch das latinisirte laneus, im 
deutschen durch Hube, Hufe wipdergegeben wird. Der Name stammt wahr- 
scheinlich von Idno, Idna das Seil, also von jenem slav. Worte, welches, 
wenn nicht abgeleitet oder entlehnt von dem deutschen leine, doch damit 
sehr enge zusammenhangt. In dicsem Falle hatte daher der Lahn als Acker- 
ausmass den Namen von dem Werkzeuge, der Leine, mittelst welchem 
dieFlunnark gemessenwurde. Erhartet wird diese Ansicht durch den Umstand, 
dass bei den Elbeslaven die Ackerflur durch die Leine gemessen wurde : 
si dominus episcopus et ego terram mensi fuerimus per funiculi distinctio- 
nem (Cod. Pom. L 310); — comes fecit mensurari terram funic ulo brevi 
et noB tratibu 8 incognito praeterea paludes et nemora funiculo mensus. 
Et fecit maximum agrorum numerum (Helm. Chron. I. cap. 83); — amplis- 
sime prosperatus est in funiculo sprtis suae (ibid. c. 88). 

In Mahren erscheint der Ian das erstemal im Cod. dipl. II. 204 zum 
•I. •1228 in der latinisirten Form laneils: 30 denarii de laneo. Wie der mansus 
in den verschiedenen Landern Europas ein verschiedenes Ausmass hatte 

8* 



— 116 — 

(vid. Ducange lY. 437), so war auch das Ausmass des Ian in den bohmischen 
Landern verschieden. Nach Helmold war das aratrum slavicum die Ualfte 
einer deutschen Hube, im allgem. ein Stuck Landes, das mit zwei Ochsen 
bewirthschaftet werden konnte. "Wenn H&jek die Feldausmasse seiner Zeit 
beziiglich ihrer Entstehung in die Zeit Otakar II. verlegt, so ist auch diese 
seine Angabe nur cum grano salis zu nehmen : kdy2 se namefi 4 ctvrti, to 
slouti bude Ian a v Idnu bude 12 prutu, nebo 60 jiter, nebo 300 provazcu 
a 12600 loket. Das war nach Hdjek der z em sky Idn, wahrcnd der konigl. 
Lahn enthielt 12 kop z&honu, na n&j2 padlo ffdce 64 korc& psenice; jiny 
Ian byl pansk^ aneb zemansky, syobodn^, toiii 10 kop zdhonfl; ^inf pak 
Ian byl selsk]^, poplatn^, podiirofinl, v nemi^ bylo 8 kop zdhonu. — Der 
Idn horn I = Berghube enthielt 7 Lachter : Idn horni dr^i 7 later, latro pak 
3 lokte a pul tfetl 6tvrti praisk6 (Pam. Kut. p. 170). Der polnische Lahn 
war entw. dreigetheilt und enthielt dann 600 Schritte fur je einen Theil; oder 
er war viergetheilt. 

Was die Eintheilungs- und Eigenthumsverhaltnisse anbelangt, gab es 
ganze (cum 7 integris aratris C. d. II. 58), halbe (dimidium lanei) und 
Viertel-Lahne (quartale); doch darf nicht uborsehen werden, dass auch 
jetzt noch die Grosse der Lahne in Mahren verschieden ist, indem es L. 
gibt mit 80, 90, ja iiber 100 Metzen Aussaat. Ebenso gibt es Flurmarkcn, 
wo ganze, halbe und Viertellahne vorkommen und wieder solche, wo nur 
eine dieser Qattungen sich vorfindet. Noch einer Eigcnthiimlichkeit ist zu 
erwahneU; dass der L. haufig nur das geometr. Feldausmass und nicht die 
abgoschlosscne Flurmark bezeichnet; dieser TJmstand crklart sich aus dem 
Auflosen des Hubenverbandes durch Eauf, gerichtliche Pfiindung u. s. w. so 
zwar, dass zu cinem sogenannten Lahne oft Theile gohoren, die in einer 
anderen Dorfmarkung liogen. Der L. diente als Grundlagc bci Auftheilung 
offentlicher Lasten : nolumus, ut plus quam unus ferto argenti de laneo 
requiratur (C. D. VI. 38); — exceptis duodecium denariis de quolibet manso. 
(C. D. II. 159). Ebenso wurdc die Zahl der Robottage in der Woche nach 
ganzen, y^ und y^ L. bestimmt. Auch Walder wurden nach Lahncn gemessen: 
jeden Idn Icsu ... puol 6tvrta Idna lesu (Vyb. I. 1012. 1013). Ferner ist 
zu erwahnen, dass bei der gerichtlichen Schatzung (odhad) auch die Teiche 
nach Lahnen bemessen wurden, wie denn bei dieser Schatzung nur der L. 
Objekt sein konnte, so dass eine Schatzung, die in einer nicht nach L. ein- 
getheilten Flurmark statt fand, als nichtig angefochten werden konnte: Oldfich 
z Pffluku poh. K. z C. a tu jf vinu ddvdm, ie mi se zvedla na m6 popluzi 
a na m6 dedictvi a na moj dfl ml^na do Pffluku, jesto tu zadnych ldn6v 
nenf a majic v starem Pffluce na Idnech .... chci to dckami ukdzati, ze 
na Idnech ma, jefito su mlmf Idnove . . . (Pdh. Brn. 1417 fol. 22). 

Lancuch, lancouch, lancoch =3. catena die Eette ; im altsl. lancuchi 
= catena, poln. lancuch, mithd. lanne = Eette ; wahrsch. aus dem deutschen 



— 117 - 

staiumend : vsadil m^ho Baf&fe na dva lancuchy a v uterf jeho pustil z fe- 
tezu (Puh. 1509). 

Lanfal^f e germ. Landfahrcr. 

Lanhav^f in der Bergsprache aus dem deutschen der Lanhauer = 
Lehnhauer : sek&^i t. lanhay^f i miioh6 neniiteini hory svii pracf iml uzitefine. 
(Pr. horn. MS.). 

LaDdfrid, Lantfrid in der Kn. Toy. obccn^ z&pis. So nannte 
man 1. die schriftlichc Verpflichtung der Stande, die GoBctze des Landes 
zu beobachten , die Strcitigkeiten nicht durch Gewalt, sondem durch den 
Ausspruch de8 Landrcchtes boizulogen, die Landesscbadiger zu verfolgen 
u. 8. w. Die Landfrieden warden hauptsachlich bei dem Regicrungsantritte 
eines neuen Landesherron abgegchlosson , um innere Kriege zu vermeiden, 
die, solango Bohmen oin Wahlreich war, leicht entstehon konntcn, falls ein 
Theil der Barone den nougewahlten Kiinig nicht anerkennen wollte (Kn. Tov. 
kap. 30); deshalb war joder Baron, Rittcr, Pralat und jede konigl. Stadt 
verpflichtet, ihr Siegol an die Lf. TJrkunde zu hangen; wcr dicss nicht that, 
wurde als Feind des Landos betrachtet. Der mit dem Landcsfursten ge- 
ftchiosscno Landfriedc hatte aber auch den Zweck, die Landesrechte dem 
Konig gegeniiber zu sichern, da dersolbe sich zur Yertheidigung der Gerccht- 
eame des Landos durch Anhiingung soinos Siegels wie joder andore Landes- 

y 

bewohner verpflichtcto ; dahcr hcisst os in Zdp. Zcr. 1, 231: „aby o torn 
JMC. jakozto nojvyHAimu a nejpfedneJHimu landfridniku ozndmcno bylo." 
Aber auch wonn der Landesfiirst starb, schlossen die Landherrn einen Land- 
frieden, um die Rube im Lando zu erhalten. Anstatt die Siegel beizuhangen, 
gab man spater die sogen. Landfriedensroverse (vid. prizndvacf list). — 
2. die Vorbindungcn oinzelner Kreise, um die Landesschadiger mit Waffen- 
gewalt niederzuhalten : v lantfrid ozbrojen^ proti tem vydfiduchum k sve 
obrane ie sestoupi (Oas. c. Mus. 1848 p. 264). — 3. die Gesammtheit jener, 
welche den Landfrieden schlossen: p. Menhart s lantfridem kraje Plzensk^ho 
porazili su vojska T&borskd (SRB. 3, 90); — hajtman kraje Ilradeck^ho 
8 lantfridem dobyval Dubence (ibid. p. 124). 

Landfridnik, der sein Siegel an den Landfrieden anhangte; ygl. 
landfrid* 

Liioi, das Schelten von Idti = calumniari, altsl. lajati = latrare, 
ignominiare, gotk. lai*an = schimpfen, lith. lo-ti (pros. 16-j-u = Idji). Ein 
merkwurdiger Rechtsbrauch, der sowohl bei Deutschen als Bohmen yorkommt 
und zu jenen aussergerichtlichen Mitteln gehort, mittelst denen der Glaubiger 
den Schuldner oder Burgen zur Leistung seiner Pflicht bringen konnte. 
Wenn namlich der Burge zum Einlager gemahnt (vid. lei^enf) dasselbe nicht 
leisten wollte, dann hatte der Glaubiger das Recht, nach 14 Tagen denselben 
durch laci listy = Scheltebriefe offentlich zu schelten wegen des nicht ein- 
gelosten Wortes. Ein gleiches Recht stand dem Glaubiger dem Schuldner 



— 118 — 

gegeniiber zu, wenn im Schuldbriefe kcine Biirgen angefiihrt waren. Der 
Vorgang war folgcnder : Der Qlaubiger liess den Scheltebrief auf den Prangern 
in mehreren Stadten annageln; in den unteren Theil des Briefee warden 
zwei oder drci Locher eingebrannt, (K.n. Dm. pag. 77), wahrscheinlich zum 
symbolischen Zeichen, dass der Biirge mit einem Brandmale geschandet zu 
werden verdiene wegen des gebrochenen Wortes. Der Inhalt des Schelte- 
briefes, von dem ein Muster in Kap. 173 Kn. Tov. enthalten ist, war eine 
Schmahung des saumigen Biirgen oder Schuldners in den starksten Aus- 
driicken; er wurdc ein Liigner (Ihdf) genannt, doch musste zu diesemWorte 
immer der Ausdruck o penlze gesetzt werden, damit nach anderen Seiten 
bin der Charakter des Gescholtenen nicht angetastet werde. Daraus ergibt 
sich, dass dor Scheltebrief eigentlich auf das Ehrgefiihl wirken sollte und 
es ist kein Zweifel, dass in jener Zeit , wo das Gefiihl yon Mannesehre im 
Adel so lebendig vorherrschte, jeder Schuldner und Biirge lieber alle Anstren- 
gungen machte und Opfer brachte, als sich einen Ihafo penlze nennen 
zu lassen. So schrieb Karl von ^erotfn der Frau Eatharina von Kunstat 
beziiglich ihrer Biirgen: „pfehl(.dal jsem rukojme vSecky a zddneho mezi nimi 
nenalezl, kteryby tak nevazny a na poctivost svou zapomenuly byl, jeztoby 
takov^ hanby (i. c. Idnf) na se dopustil.*' Wegen des regen Ehrgefuhls war 
es eben nicht erlaubt, im Soheltebriefe Jemanden anders zu schelten als 
Ihdf penize; wer andere Scheltworte gebrauchte, musste Abbitte leisten, 
wie z. B. ein ndlez vom J. 1579 sagt: „v t6 pfi mezi VAclavem Ilerultem 
a J. Brcznickyra z Nachoda pAni nalezli: pon§vadz Jindfich neobycejne 
listem lajicfm Herultovi lAl, v t^m^ listu doklddajic, „aby jcmu o penize 
ani nic jin6ho vfifeno nebylo a ze jest se nad sebou zapo- 
menul, povinen jest Jindrich Vdclava odprositi a pro takov6 jeho vSetecne 
pfedsevzetf pdni p. Jindficha v svou kdzen brdti raSf.* Wer die Biirgen 
friiher schalt, ehe er die im Schuldbriefe enthaltene Summe kiindigte, schalt 
gegen Recht und Gebrauch, ndlez 1566: pon5vad2 jest Lacek Petrovi nevy- 
povedfiv jemu ani jinym rukojmim podl6 listu hlavnfho zneni summy, listem 
na pran^fi nepofddnS a hanlive Idl, i,c jest toho uciniti nemel a povinen 
jest to Petrovi slovy dolepsan^mi napraviti . . . Wer nach der Aufforderung 
zum Einlager mit dem Biirgen eine Vereinbarung traf und gegen diese Ver- 
einbarung dann doch schalt , schalt gegen Branch und Recht ; ndlez vom 
Jahre 1555: ponSvadz se to nachdzi, ze jest p. Jindfich- s p. Janem se 
na torn snesl a k tomu dovolil, aby on Jan jemu JindHchovi na mfst^ pan! 
Maru&e, sestry jeho, oddil sumy jeji v6nn6 s droky i se skodami, eoi se 
jemu na oddfl jeho ddti dostalo, listem s rukojm6mi ujistil a on se tak 
zachoval a pfes takovi dovoleni jemu Janovi neobycejne Idl , uciniti toho 
nemaje, povinen jest p. Jindfich p. Jana odprositi." Wenn der Gescholtene 
seiner Zahlungspfiicht nachkam, so war der Schelter verpflichtet, die Sohelte- 
briefe aller Orts abnehmen zu lassen, wo sie affigirt word en waren; 1522 
wurde verordnet: „kdyiby se uddio a jeden druhemu Idl buiT pro leienf. 



— 119 — 

zeby nckdo nevjel, nebo pro dluhy a ton, komuz se lalo, dosti tomu uiinil, 
poYinen jest ten, ktery^ laci listy na pranyrich pfibijeti rozkdzal, zase je 
rozkdzati dolu snimati, kdo by jc koli pfibfjeti rozkdzal." Es ist leicht 
erklarlich^ dass die Lcidcnschaft don Olaubigcr hinriss und or Worto und 
Wendungen im Scholtobriefe anwandto, die gegon die horgebrachte Form 
desselben vcrstieBson; dcsRhalb orflosson wiederholt Verordnungen der Land- 
tage dagogen, so 1437: „uby izadny pro neplneni ponez nelianel nefadnymi 
a vymyslonymi haneniini, noz jako/ o penize slusi; a kdozby jinak ucinil, 
aby proto kdzoii trp61.« (Arch. e. II. 3SS; Y. 398; zfiz. ces. 1504 f. 118); — 
mdf jest k tomu dobra vole, abychom jedno vyvazoni byli , aby ndm tak 
seredne nelali (A. c. 4, 233). Wenn dor Qcscholteno seine Zalilung loistete. 
80 blieb durch don Scheltobrief koin Makol an soinor Ehrc und mit der 
Leistung war or auch vollkommcn in dor Oosollscbaft rohabilitirt; es goht 
diess aiis dor bohni. Landesordnung vom J. 15G4 fol. 118: a kdyz by jistec 
neb rukojme zaplatili a tomu dosti uoinili, tebdy jim na jich ctech to 
Idnf ke §kode byti nemd. Die Anschauung, dass die Schelte den Mann 
soinor Ehre nicht absolut beraubto , goht aus diesor Abbitte vom J. 1476 
hoiTor: ^OldfiHO Fifko, jako^. jsem byl fekl, ic by ty byl provoldn v Sob6- 
AsL\\ zjovnc pod pranc^i'-cm pro falcs, slysal jsem to od lidf; a ponevad^ Jan 
Zdba svagr tvuoj i take SobeslavStf vyzndvaji, zof jest Idno pro ncplnSnl 
penez, j df tomu verim ... a mdm t6 za dobreho cloveka etne zachoval6ho*' 
(Arch. 6. IV. 317, 308). Die masslosen Worte im Eingange des Scheltebriefes 
waren Ursache, dass Prauen von diesom Rechtsbrauche abstehon mussten; 
09 geht diess aus der Natur der Weiblichkeit, liberdiess aber ist ein positiver 
Beweis in einem Briefe KarPs v. ^erotfn an Prau Eatharina von Eunstat 
1596: „je8tlii^eby kdo vlehnouti nebo oddflu sv6ho poloziti nechtel , zeby se 
VaSnosti jakoi^to pohlavf ^ensk^mu Idti netrofilo.* Dass der Inhalt 
der Scheltebricfe keineswegs zur XJrbanisirung der Sitte beitrug namentlich 
in der Zeit, in welcher die Naivitat aus der Gesellschaft entwichen war, 
bedarf wohl keines Beweises; desshalb bemuhten sich die Landtage das 
Schelten einzustelien, so der Landtag 1574, v^elcher bestimmte, dass keine 
Schelte mehr Statt haben sollte; v^elcher Biirge oder Schuldner das Ein- 
lager nicht leisten woUte, sollte dem Landrechte an^egeben werden, v^elches 
ihn dafur zu bestrafen hatte. Namentlich sollte der Landeshauptmann solch 
saumige BCirgen ermahnen. Da aber der LHptm. hiedurch sehr in Anspruch 
genommen wurde, so wurde im Landt. 1583 hievon Abgang genommen und 
die Ausfindung eines anderen Mittels boBchlossen, welches aber nicht gefunden 
wurde; denn noch die Landes-0. vom J. 1604 bestimmt: „a ti rukojmS, 
jestliieby v tSch dvii nedSKch nevlehli, aneb se s vfefiteli sv^mi nesmluvili, 
tehdy je mfiz tak upominati, jakz pd starodavna o penize napomf- 
ijati oby(Sej byl.^ Dass diese Schelte vom Biirgen ertragen werden musste, 
erklart sich daraus , dass der Biirge mit der Biirgschaft zugleich die Ver- 
pflichtung zum Einlager und im Falle er dies nicht leisten wollte, zugleich 



— 120 — 

die Pflicht ubernahm, die Schelte zu ertragen. Es ist daher nach dem 
Gesagten die Schelte ein Bestarkungsmittel fiir Vertrage, 
indem die Contrahenten im Falle der Niehteinhaltung des Ver- 
trages sich das Recht einraumen, fiir ehrlos sich zu erklaren. 
Mit der Schelte hangt das Sprichwort: af jsem Ihdf em, enge zuBammen. — 
Aufgehoben wurde die Schelte in Mahren durch die vern. LO. fol. 242 b. 

Lanttuoh = pannus griseus, grobes Tuch: a 50 postavuoY lant- 
tuchu (Kn. Toy. k. 210), = obecn^ sukno , wie im odklad hlavy Pam. Kn. 
01. 1517 fol. 48: patn&cte postaydy sukna obecn^ho; e germ, landtuch 
das grobe Tuch. 

Laniovati bei Stftn^ cd. Erb. p. 256 herumstreichen, wahrsch. her- 
geleitet von Konrad Lando, einem Abenteurer aus Schwaben, der als kuhner 
Condottiere bekannt war und nach den mannigfaltigsten Kreuz- und Quer- 
ziigen 1363 bei Navarra getodtet wurde. 

Lapka latro der Rauber: cot jest lapek y Cechdch; Yiecky hrady 
a mSsta osadil zlod^ji a lapkami, aby trdpili, bill etc, (Chelc. in Pal. DJj. 
IV. 1, p. 470). 

Lapkovini, erbeuten, gewaltsam wegnehmen, rauben prsedari: aby 
ii&Anf filoY^k nepfijimal ani kupoYal iiddnych Ycci Ydlkami anebo lapko- 
Ydnlm branych (ai. 1404 A6. 2, 364). 

Laryni: s nepoctiY^mi ienami Ye Ysech neslusn^ch rozkoiech se 
kochal; mezi tfimi laryn^mi byla jedna nejsloYutnejsi nevestka Thais (Yel. 
pol. hist. 171); — aby s sebou nepoctiv^^ch Idryni a zen na Yojnu neYodili 
(ibid. 387); — zacdtek (svAdy) stal se y tanci skrze nejakou Ldryni a 
Nefesf (Vel. kal. 275); — ^e y skole sve lAryne choYal (MS. 1616). OflFenbar 
bedeutet 1. einc unziichtige, oflFentliche Dime; aber der Ursprung des Wortes 
ist dunkel. Matzenauer ciz. si. weist auf das deutsche dial, lerge, lerche 
femina nequam, siidd. lor re die lockende Buhlerin ; doch gestattet die Form 
und der Klang des Wortes hinzuweisen 1. auf die Nymfe Lara, (ahnlich 
wie das Volk in Mahren bisher eine kecke , leichtfertige Person mit dem 
Namen Diana belegt) oder auf das lat. lari-fuga der Landstreicher , die 
Lands treicherin. 2. auf das gr. Xa-Qo-g keck, ka-fivQ-a (gen. fem. adj.) liistern, 
frech, aus welch' letzterem Idryne durch Versetzung des q und Vertauschung 
der liquida ^ in f entstanden sein konnte; doch mag diese Ilerleitung vor- 
laufig dahingestellt bleiben, da der Abgang dieses oder eines ahnlichen 
Wortes in mitlat. und mitgr. Quellen, welches dieselbe Bedeutung wie laryne 
hatte, fiir sie nicht spricht. 

Latr, Liitro ein Langen- und Hohenmass 4 kleine Ellen enthaltend, 
mithd. lahter, neuhd. Lachter. 

Latroch: strejch;ffi z latrochu saze Yymetali (Pam. Kut. 236); — 
skrze latrochy t. j. doloY^ kominy, smrady nahoru vyhdn^li (ibid. 246), 
wahrscheinlich durch Metathese aus dem deutschen R ad loch, das mit dem 



— 121 — ^ 

Wetterofen durch eine Oeffnung in Verbindung stehende (Wetter-) Rad, um 
die durch den Wetterofen erwarmte Grubenluft einzusaugen und frische 
Luft in die Qrube zu bringen. 

Lauf, die Werbung des Fassvolkes : pam£t strany puBtSni lauffn na 
1500 knechtd, jako2 jest JM. hejtm. M. Mor. znajc toho znamenitou potfebu 
byti, tak aby zem£ tato od toho lidu Pa80V8k6ho ndhle plundroydna nebyla, 
T&6i\ jest na jeden regiment knechtu nebo 1500 pechoty lauif pustiti a JMstem 
soudS minulem se ohldaiti, jestlizc toho lidu JMti potfebovati nerdif, ie 
lauffgeltu 2000 zl. s&m fikodovati rd6{ .... ten pak lid od JMti p. stavuv ^ 
z nihle a velik^ potfeby yerbovdn jest. (Sn^m p. kn. lY. f. 526). 

Laiifgelt e germ, das Handgeld, welches den Fusssoldaten beim 
Anwerben gezahlt wurde. — Tid. Lauf« 

Lavice, die Bank. Es werden vorzugsweise jene Banke gemeint, 
auf welchen die Beisitzer des Herrengerichtes im Landrechte sassen nach 
dem Alter ihres Geschlechtos, ihrer Lebensjahre und ihres Eintrittes in das 
Landrecht geordnet. Da nur die Landrechtsbeisitzer das Recht hatten, in 
diesen Banken zu sitzen , so bedeutet der haufig yorkommende Ausdruck : 
pAn z layic einen Landrechtsbeisitzer und seddnf y layiclch bedeutet 
die Rangordnung dieser Sitze z. B. ktozby koliv6k pozddal pdna z layic k sy^ 
pfi (A6. V. 18); — aby je pohonil y layicich pdnem pffseznym popraycf** 
d. i. in der Landrechtsstube selbst. (Ac. 11. 368) ; — ^aby o ta siedanie y 
lavicfch bylo poroyndno" (A6. T. 46). In Mahren gebrauchtc man auch den 
Ausdruck stolice, yid. Kn. Toy. kap. 57—61). 

Laviee chlebne Brodladen, Brodbanko. (A6. IT. 202). 

Laz (Ijaz) Cod. dipl. III. 110, locus preeceps, incultus; bei Dal.: laz 
vzkopachu. 

Lazebni gros der Badegroschen, der am Samstage den Gesellen 
gegeben wurde, damit sie ein Bad nehmen. (Lumir 1858 p. 1068). 

LazniSti: locus balnei, qui Idzniste dicitur (DB. 11 n. 197) yon Idzen 
das Bad. 

Lebka die Pickelhaube Sturmhaube. 

Lecba die Vogelweide: lecbu, kterou md y leso (MS. 1573) von 
leciti nachstellen; ygl. cizba. 

Leeb. dieses uraltc Wort hat sich erhalten in der Oriinbcrger 
Handschr. : chodi s kmetmi, s l^chy ... ystachu kmetie, Icsi; — in den 
Ann. Franc, ai. 805: ducem eorum (i. e. Bohemorura) nomine Lcchonem 
occidit (Pertz. Mon. I, 192. 193. 224. III. 41; das bei Pertz an einer Stelle 
yorkommende Bechonem wird zu lesen sein : Lechonem) ; — bei Cinnammus 
ad a. 1147: aUQo^ Skrov ttav Akxoiv (i. e. xatriQiBv^ ed. Meineke p. 84); — 
bei Dalemil: y te zemi biese lech, jemuz imie biese Cech. Es bedeutet 1. 
den grossen Grundbesitzer, das Oberhaupt cines Stammes. 2. als Yolksname 



— 122 -. 

den Pol en. Die Herleitung ist dimkel. Safafik in den Star. Slov. p. 753. 
754, dann in den ^altesten Denkmalern" p. 88. 89. bringt den Volksnamen 
Lech (d. i. der Pole) in Verbindung mit altsl. lecha, poln. lecha, altbohm. 
lecha, neubohm. licha = ager, area, Ackerland, daher bedcute lech nicht 
nur als Appelativum sondorn auch als Volksname den Gruadbesitzer. Lech 
als (xrundbesitzer mag allerding8 mit altsl. IScha zusammenhangen ; aber 
gegen eine Glciehstelliing dea Volksnamens Loch, rus. Ljach mit dem 
appellativen 1 e o h spricht die Form des A'^olksnamens im altsl. L^chi, welches 
vermogo des Rhinosmus (Lench^) mit dom appel. lech nicht zusamraenge- 
stellt werden kann, wie denn auch das lit. Leiikas, und das mag. Lengyel 
= Pole den Nasal hat. Diess beriicksichtigte spjiter auch Safaffk; aber er 
erklarte den Nasal in Leiichi fur unorganisch (Oas. 6. Mus. 1864 p. 9) was 
kaum 'anzunehmcn ist, da dor Nasal dieses Wortos im altrus. regelmassig 
in ia iibergeht : Lechi = altrus. Ljach (wie z. B. altsl. meso = rus. mjaso 
u. s. w.) Daher wird es schwer zulassig sein, die Worte'lech, lech, fundi 
possessor mit Lech's (lit. Lenkas, mag. Lengyol) = Polonus zu identificiron ; 
es ist vielmehr angezcigter, bci dem Yolksnamen Lech^, Lach hinzuweisen 
auf die jilyyai des Ptolcmajus, welche dieser Qcograf in die Weichsolgcgend 
verlegt, geradeso, wie aus dem alten Si-ling-i im altpoln. Slesk, Slask, neupol. 
Szlask wurde. VioUcicht kann bei dem Volksnamen L§chi an lit. per-lenk-i-s 
= quod decot, convenit, altpr. per-lank-ai gedacht werden? — Beziiglich 
des appel. lech = fundi possessor vgl. pan. 

Leitingar (Letingar) : p. Jaroslav z Kolovrat p. Korku 2&dal, aby 
byl jeho Leitingarem (Cas. c. Mus. 1830 p. 434); — nejvyssi polnf hejtman 
letingarovd, ritmiatfi (Vel. pol. hist. p. 386) der Stellvertreter des Ober- 
kommandanten, der Lieutenant. 

Lcjchcr Leg. sv. Prok. : lejcheiove, jezto rddi befete cuzie (Vyb. I. 
199 V. 3) e germ, leihen, leiher, Geld (ver) leiher der Wucherer. 

Lejk der Laie, Laienbruder statt lajfk: nekteff z mnich& lejkfi 
(Slav. fol. 23). 

Lejnik vid. Lennfk. 

L^kaf oder doktor lemsky : ponevad^ jest v kraji Olom. jeden 
doktor zemsky toliko a druhy smrti z tohoto sveta sesel, aby druh]^ doktor 
u6eni^ a zku§en]^, kteri^by k ik v6ci se hodil a nejm^ne n6me<5ky.um61, ob- 
jedndn byl (Sn6m. p. Kn. 118 ai. 1602). Ein Landesarzt wurde das erstemal 
ai. 1568 angestellt. (ibid. 235). 

Lennik (Lejnik) der Lehensmann : co4 jf lejnfci slfbili (Schr. hist. 
Stat. Sekt. B. 12. p. 58). 

Lermo der Allarm: kdyzby na buben lermo udefeno bylo, aby na 
lermovni plac se dostavil (Lum. 1861. p. 1187). 



— 123 — 

Lea der Wald, der Baum arbor, das Holz : kdy k jakemu staveni 
pn torn mlpi& lesu by potfebf bylo, k tomu ml^nu les vesti majf,' nez on 
Payel ten les mA ddti stfti sv^ ndkladem (Kn. Val. Mezif. p. 24); — a 
lesy V lesich pdna sveho sekal (Lum. 1859 p. 1243); — dubovy, habrovy, 
rozli^n^ los, je§to jsem prodal, mel vydati i na splavu na Yltave poloziti 
(Cod. j. b. 11. 2. 320); ~ les tesany k staveni (MS. LA. M. YII. 6): — 
lesu V hranicfch muie se kazdeho roku prostfednc kladiic prodati za 200 zl. 
(Kn. posudk. Bm. 1565 f. 13); — les icrnf Nadelwald, les bfly der Buchen- 
wald: — vinice aby zase k zvelebenf a k lesu pnvedeny byly (Cas. 6. M. 
1835. I. 65); — aby v vinicfch, kde jestfe les a kfovi §patn6 jest, ni^Sf 
fezbu postavovati a vinice k lesu strojiti hledeli. (ibid). 

Lesicky etLesarky was zur Waldbienonwirthschaft gehort: kdoby 
do hromady nepfiSel a starsimu lefidckemu se neopovedel (MS. 1578). 

Lesik et Ledik vid. Medaf. 

hesni (Lessne), die Leistung fur die Erlaubniss, Elaubbolz und 
Streu im "Walde sammein zu diirfen : leancho quinque ferlones (Piih. Olm. 
1412, f. 238, 2); — non dabunt pf evod , neque lessne, neque naraz 
(Sommerb. p. 932). 

Lesny = silvanus , Waldhuter : cum custode , qui dicitur lesni. 
(CD. I. 349). 

Lessne vid. Lesni. 

Lesa, Lede, der Waldbienenstock : starsf nad li^saky aby pilne do 
lesu k les&m dohli2eli (MS. 1578). 

Lesba, der Waldbienenstock: kdoz leSby drii (MS. 1578). — 
Vid. Ie£a. 

hittk anni die Jahre. — 1. Leta sirot^f die Waisenjahre vor der 
VoUjahrigkeit, so lange die Vormundschaft dauert. 2. pfirozenA die Voll- 
jahrigkeit: „kdyby k letom pHSli" — „ne2by k letom priSli," — „pachoH- 
kova leta** (Kn. Tov.). Die VoUjahrigkeit wurde entweder nach Jahren, und 
hiebei im Stadt- und Landrechte verschieden, bestimmt oder nach Untersuchung 
der Geschlechtstheile. Nach dem Stadtrechte bestimmen z. B. die prdva 
Kutenskd fol. 66 : „Nedo§16ho pak vdku nebo let nemajfce . . . slovd, kteffz 
jeSti 14 let nemajf podle feholy prdva tak fkucfho: do8p81;^ch let jsii ti 
samcove, ktefi^ maj( 14 let; ale samice muiom hodny byvajf ve 14 letech 
a slovuf V latine puberes t. ninovatf od riiny t. od stydlivosti t^la, kterdi^to 
najprv v nich kvesti po^ind; neb tu mfsta pfi lidech plodn^'ch pocinajf tehda 
chlupateti.'' Im Landrechte wurde die VoUjahrigkeit ursprunglich durch 
Untersuchung der Zeugungsorgane bestimmt; daher der Ausdruck 1. pfiro- 
zend: „16ta 8irotk6m spravedlivd v zemi 6esk^ dvojfm obycejem pKchdzeji; 
jedna skrze prirozen( a pHrozend slovii, druhd skrze vyplnenf a ddni kra- 
lovsk^ a slovii krdlem dand^ (Kor. de VS. V. 45). Diese Untersuchung 
geschah beim mannlichen Geschlechte: „kdyz se brada spe aneb kdyz l^o 



- 124 - 

cWupati . . . a na iensk^m, kdyz se prsy pu6f a nadymajf** (V§eh. ibid.) ; ~ 
„sirotk6m z staroddyna p&ny l^ta jsu pfisiizena a nSkdy se ohled&vala od 
lif ednfkuov pacholfkuom na luonfi a dgveckdm na prsech* (Kn. Tov. k. 200) ; 
— k kter^muSto let ohleddnf nemajf vSickni lifedmci spoleiSnS jfti, ani jeden 
sdm, nez dva toliko a vice dvu ani mcn8 dvii nemd jich pfi torn b^ti , am 
kter;f jiny 61ov6k, kromS toho tfetfho, komuz se leta ohledujf*' (VSeh. ibid.). 
In Mahren wnrde diese Art der Volljahrigkeitserklaning unter Ctibor von 
Cimburg abgeschafft und eine bestimmte Anzahl von Jahren fixirt: ^ale 
aby ten posmech siiat byl, 16ta pacholik pansk]^ md v 16. letech, dSve^ka 
Blechti6na v 14., zemansky pacholfk v 17. a diveCka v 15., sedlsk^ pacholfk 
V 18 a dgve6ka v 16, ale najpodobn^ji dokud^ za muz nejde s radd panskii. . . 
a tak6 jest sluSn^ji tech let mfra nez takove ohleddvdnf*' (Kn. Tov. 1. c). 
Dagegen sagt Cornelius de Vh. : „a takove let ohleddnf jest spravedlivSjSi 
nezli po po6tu vyhlasenf, neb leta po6tera mohii v^s neb idi od prdtel nebo 
od jin^ch lidf polozona b]^ti .... a obycejne ani rodiCove sami prAve let 
detf svych nepamatujf, lee je napsana kde majf. Ale toto po pfirozeni let spra- 
vedlivych vyhleddni ^.Adneho zklamati nemuze." Aber auch in Mahren findet 
sich nochim J. 1486 einBeispiel der fruherenVolljahrigkeitsbestimmung: „pdn] 
ohledali jsii sirotka Jana z Mutcnic podle prava, ^e leta md" (Kn. ouzkd 105). 
Doch blieb der Ausdmck 1. pfirozend auch dann noch, als die VoUjahrigkeit nach 
einer bestimmten Anzahl von Altersjahren geregclt wurde. 3. L^ta krdlem 
dand die venia jetatis. Es stand dem Konige frei, eine Waise vor dem 
bestimmten Alter fiir volljahrig zu erkliiren; doch richteten die Stande oft 
Vorstellungen an den Konig, diess nicht zu thun, da es nur zum Schaden 
der Waiacn sei. 4. Leta zemskd die Verjahrung d. h. 3 Jahre und 
18 Wochen: pakli zameskd 3 leta a 18 nedel, tehdy ji4 z tech dedin nem6^. 
pohoniti, neb jest l^ta propustil** (Arch. c. II. 116); — ^ten v druh6* nice 
16ta zemskd prodrial** (Ond. z D. §. 112). Diese Verjahnmgsfrist entstammt 
dem Turnus der Dreifelderwirthschaft, das eine Jahr die Winter-, das zweite 
die Sommerfrucht, das dritte die Brache; daher heissen die leta zemskd 
auch 4. b) leta dedin nd (von dedina das Feldeigenthum) die Yerjahrung, 
prffiscriptio ; sie bestand aus 3 Jahren und 18 "Wochen. Die 3 Jahre scheinen 
mit der alten Feldwirtbschaft zusammenzuhangen : jar, ozim, dhor = die 
Sommer-, Wintersaat und Brache; die 18 Wochen erinnern an den Termin, 
welcher zwischen den einzelnen Puhonen, deren beim Process um liegende 
Griinde drei sein muesten, einzuhalten war , deren jeder 6 Wochen betrug : 
ie je vydrial leta tfi nebo dedinnd (Kn. Roz. cl. 296); — proto , aby on 
nepohonil, coz by leta d^dinS minula ; ale jehoz dr2( v dskdch, ten rci: proto 
mne v dskdch dr^i, abych jeho nepohonil z sve dSdiny, v nfz mi se jest uvdzal, 
ai by dMinnd leta prosla (ibid. 61. 93); — ka^dd vdova, kterd se vena 
sveho nezmocni, ani z n^ho nenapomfnd, ani jeho u^fvd, 8,i leta zemskd 
pojdii, to jest 3 leta a 18 ned^lf od smrti muze pofdd zbfihl^ch, veno sve 
ztrati a promlcf (Vs. Y. 14). 4. c) 1. ndsobni anni continue sese excipientes 



— 126 - 

die auf einander folgenden (drei) Jahre : „kdyby u v^zenf sedel , ciihy se 

d6diny drialy bez prdva, a2by nasobni leta prosla, neuzive toho driitel^ 

(Kora. de VS. p. 49) ; ,2e jeii ndsobni leta proala*' (P. Brn. 1406 f. 158). 

4. d) 1. pokojnd die Jahre des Friedens, in welchen nur die Verjahrung 

binnen 3 Jah. und 3 Wochen eintrat; im Eriege trat die Yerjahrung gar nicht 

ein; (Arch, ies, I. 442, III. 357) : kterezto dSdiny otec in6j pokojnd leta vydrial 

a jd po nem op^t jsem pokojni l^ta vydr^al .... ^.e sii ndsobnf 14ta prosly 

t«m dskdm. (Pfih. Brn. 1406 f. 158). 4. e) 1. zadrianA (Arch. 6. L 247): 

„aby ani 1. zadriand jich gprayedliyosti na pfekdiEku nebyla*^ die versaumten 

Jahre. 4. f) 1. zprdynf die Verjahrung bei der Gewahr; nach drei Jahren 

waren die Gewahrsleute ihrer Haftungspflicht entledigt und konnten zur 

Gewahr nicht mehr angehalten werden; 4. g) 1. ydovskd die Verjahrung 

bezuglich der Mitgift der Wittwe: ydoya dala letom ydoysk^^m projiti ano 

prdya jdii i z t6 pff6iny ztratila jest prdyo 8y6 yenn^" (Arch. 6. 11. 347, 

vgl. VS. p. 214; Ond. z D. 70—73). — 5. Leta sprayedliyi, die gesetz- 

liche oder yom Eonige per yeniam setatis zuerkannte Volljahrigkeit; im 

letzteren Falle die Phrase: „let take sirotkom z pHcin hodnych muoz p&n 

zeme pHdati pro lepSi sirotkuoy s pansku radii* (En. Tov. k. 161). Wurden 

auch yon den Standen dem minderjahrigen Eonige yerliehen: oznamuje, 

kterak krdl. Uher. dali jsou leta sprayedliyd k mocnemu krdloydni a tehoz 

krdl Ludyfk %e iddd od koruny cesko. I na torn jsou zustali, ze JM. chti 

l^ta dati k mocnemu krdloydnf. (SRB. 3, 422). — 6. Leta Boil anni 

domini: tu nen( let Bo^fch, ne2 let krdl. Uherskeho y 50., Uimskeho y 27. 

(A6. L 544 — 17). — 7. leta rozumnd Volljahrigkeit: az do let rozumnych 

jeho (SRB. 3, 131). 

Letingar yid. Leitingar. 

Letnice, das Fest dcs siegenden Sonncngottes (auch Tufice genannt), 
das spater durch das christliche Pfingstfest ersetzt wurde ; daher in Urkunden 
Li. = pentecoste, Pfingsten; — ten ityrtek pfed letnicf (Ac. 4, 50). Eine 
Brinnerung an das altheidnische Fest dauerte noch zur Zcit Chel6icky's 
(zweite Halfte des 15. Jahrh.) : takei jin]^ lid y roucha pysnd , drahd a 
okrdSlend se priprayf, body y domich aby nastrojili, piti yonnych aby se 
naleli a potom k zyuku piStal a husH aby se radoyali, skdifce y tancich a 
y jin^^ch plzkostech rozpuSt^ni jsouce jako pohane pfed modlami; i to jest 
sydtek ducha syat^ho ! (Post. 145). 

Letnik , der um Pfingsten bcreitete Ease : letnfkfi aneb sfr& po 
jednom (6as. &. M. 1847 p. 545); — kdoz krdyy choyaji, jsou poyinni po 
jednom letnfku ddyati. (Schr. hist. stat. Sect. 12 p. 72). 

Lexa = Alexa Alexius. 

Lev = Leo. 

Levik diminut. yon Ley. 

Leiaky der, welcher das lezeni, Einlager leistet; yid. leieni. 



— 126 — 

Lezeiii (vl^ci, vlehnouti, lezeti) das Einlager, innefabrcn, infahr etc. 
In den Hchuldbriefen wird eine bestimmte Frist gesetzt, innerhalb welcher 
entw. der Schuldner odcr seine Biirgen. die Hauptsumme sammt den ent- 
fallenden Interessen zu entrichten haben; soUten dies der Schuldner oder 
die Burgen nicfat thun, dann wurden die letzteren zum Einlager lezenf ver- 
pflichtet, was in den Schuldbriefen, beinahe in alien, mit diesen Worten 
ausgedriickt wird, „paklibyehom toho neu6inili a pengz svrchupsan^ch i s 
uroky na den ]ii psan^ nedali a nezaplatili liplne a docela v^riteli&m na§im 
syrchupsanym aneb jojich vernym rukam, jehoz Pane Bo2e nedaj, tehda 
ihned kterdz dva z nds rukojmf 8vrcbupsan;fch napomennta budeme od 
naSich vefitelfiv, mdme a slibujeme vjeti a vleci, anebo kazd^ z nas ni- 
kojmf mfsto sebe poslati panosi fddu rytffskeho s jednfm pacholkem a se 
dvema kofioraa v prave a obycejn^ lei^enl do mesta N. do domu ctn^ho 
hospoddre ndm ed naSich v6fitel&y ukdzaneho. Ajestliieby se ndma dyema 
prvnfm rukojmfm y torn lezen( Ctmdcte dni le'^eti uddio, od prynfho dne 
napomcnuti pofdd ctiice a my jeSte penez svrchupsan^^ch yentelum i s urokem 
plniti nedbali, tehdy hned dniha dya rukojme, ktcrdz napomennta budou, 
jeden na druhoho neilkazujc ani se jeden druhym vymluyaje , mame a 
slibujeme yjeti a vleci anebo misto sebe poslati ku prynim dvema 
Iczdkum s tolikcz pacholky a konmi jako prvni dva rukojme. A tak 
nas vScch Sest rukojmi s tolikcz pacholky a so dvandcti koiimi slibujeme 
nikam nevyjizdeti ani vychoditi zadnjfm prdvem ani obyCejera ani kter)^m 
ndlezem, az prave jistina pen6z svrchupsanych vefitelflm nasim liplne a do- 
cela zaplacena budc i se vscmi skodami, acby ktcre skody vefitele naSi pro 
nesplncni penez vzali, jeztoby je dobrym svedomim bez vorovdni a pfisah 
prokdzati mohli." Daraus geht hervor, dass der Glaubiger, wonn die Be- 
zahlungsfrist nicht eingehalten wurde, das Recht hatto, zuerst ;;wei von den 
gewohnlichen sechs Burgen zum Einlager aufzufordern und diese zwei waren 
dann verpflichtet, cntweder personlich in die vom Glaubiger bezeichnete 
Stadt eizufahren und in dem von ihm bezeichneten Gasthaus sich einzulagern 
oder an ihfer Statt eincn Edeling (pano§e) mit 2 Pferden dahin einzuschicken. 
Wurde die Schuld innerhalb 14 Tagen, vom Tage der Aufforderung zum 
Einlager gezahlt, nicht berichtigt, dann kam die Beihe an die weiteren 
zwei Burgen und nach abermal 14 Tagen an die letzten zwei, so dass dann 
6 Personen mit 12 Pferden eingelagert waren; da aber gewohnlich nebst 
dem panose noch ein Knecht mitfuhr, so waren im Einlager gemeiniglich 
12 Personen. Dem Einlager musste die Aufforderung zur Zahlung der Schuld 
vorangehen ; erfolgto die Zahlung nicht, dann beschickte der Glaubiger den 
Schuldner, damit er ins Einlager fahre, was auch den Burgen verlautbart 
wurde ; aber die Burgen waren nach der kn. To v. k. 172 nicht verpflichtet, 
gleich einzufahren, sondern sie befragten zuerst den Schuldner, ob nicht er 
einfahren wolle oder zahlen konne ; erfolgte von Seiten des Schuldners eine 
yerneinende Antwort, dann erst entstand fiir die Burgen die Verpflichtung 



>- 127 — 

zum Einlager. Zu diescm war namlich der Schuldner nicht verpflichtet; es 
war dies aber kein Priyilegium fiir ihn, es war vielinehr im Intcresse des 
Olaubigers, dass der Schuldner in Frciheit verbleibe. Donn durch das Ein- 
lager der Biirgen sollte der Schuldner verhalten werden zii zahlen; war er 
selbst im Einlager, dann war es ihm sehr erschwert, wo nicht unmoglich, 
seinen Yerpfiichtungen nachzukommen und so ware das Einlager zu einer 
Gefangnisstrafe geworden, weil der Schuldner fiir eine langere Zeit verhindert 
worden ware, durch Bezahlung der Schuld sich der Haft zu entledigen. 
Waren die Biirgen bereits eingefahrou, musste der Schuldner umsomehr 
sich bemuhen die Schuld zu bezahlen, weil ihm nun eine neue Last erwuchs, 
indem er die Kosten der Einlagerung tragen musste. Der Termin, in welchem 
die Biirgen einfahren mussten, wurde im J. 1520 auf 14 Tage festgesetzt: 
ffEdoikoli maj( hlavnf listy na penize s rukojmemi pod le^enim, kdy^by 
k tomu pfiilo, iehj rukojme vlehmiti m^li, tehdy aby yefitel dve nedele 
napfed kaSd^mu rukojmi vedeti dal.^ (Snim. pan. kn. I. 14). In diesen vier- 
zehn Tagen konnten die Biirgen entweder jeder seinen Theil bezahlen oder 
mit dem Glaubiger iibcreinkommen , dass er cine none Frist zum Einlager 
bewillige, bis zu welcher jeder den Theil der Schuld , fiir den er gcbiirgt, 
erlegcn kdnnte. In der AuiForderung der Biirgen zum Einlager musste das 
Wirthshaus, wo eingelagert werden sollte, bczeichnet sein, sonst waren die 
Burgen zur Einfahrt nicht verpflichtet: „napomenuti pak musi b^ti poradne 
a ponfiyadz jii sumy pak jste vypovedeti racily, ji^ za tim jdc, abyste n&m 
hospodu pro nekladenf te sumy ukazati racily, coz se bude diti toliko pro 
zachoY&ni pofddku, nebo sice ani jd ani p. Katarin nevlehneme.*^ 
(Listy Zerot. I.) Ueberdies musste der Glaubiger, nachdcm er das Wirths- 
haus zum Einlager bezeichnet hatte, den Schuldbrief beim Wirthe erlegen; 
68 geschah dies erstens deshalb, damit, wenn ein Biirgc wiihrend des Ein- 
lagers"^ seinen Biirgthcil bezahlte , demselben sein Sicgel vom Schuldbriefe 
zuruckgegeben werden konnte, zweitens deswegen, damit vielleicht nicht Gaunef 
sich fiir Einlagerer ausgaben, um yon dem Wirthe jene Begiinstigungen zu 
erlangen, welche derselbe den Einlagerern fiir Kost bei der Rechnung zu- 
zugestehen yerpflichtet war. (Kn. Tov. k. 174.) Damit der Wirth die Einla- 
gerer im Preise nicht iiberhalte, waren feste Preise fiir Getranke, Speisen 
und Pferdefutter bestimmt, die natiirlich nach den Zeityerhaltnissen geandert 
wurden; so enthalt die En. Toy. k. 175 den durch Markgrafen Jodok (f 1411) 
bestimmten Tarif , nach welchem der Wirth dem Edeling fiir jeden Tisch 
2 Gr., dem Eneohte 1 Gr., fur Getranke jcdem Edelinge sammt seinem 
Knechte fiir zwei Mahlzeiten und was sonst noch getrunken wurde, 3 Gr. 
rechnen durfte; doch sollte er sie hinlanglich mit Bier yerschen, yon dem 
eine' Mass 2 Keller kostete; iiber dies zahlte jeder Einlagerer fiir y, Metzen 
Hafer und fur Heu fiir 1 Tag und 1 Nacht % Gr. Im J. 1550 (Snem. pam. 
kn. in. 14) sollte der Wirth rechnen das erste Nachtmahl fiir zwei Ein- 
lagerer 1 Gulden, dann fiir 1 Tag und 1 Nacht fiir je zwei Personen und 



~ 128 — 

zwei Pferde 15 Gr. iind er sollte den Leuten hinlanglich zu essen und zu 
trinken und den Pferden geniigend Futter geben. Nach der Kn. Toy. k. 174 
waren die Einlagerer verpflichtet, alle Vierteljahr mit dem Wirthe Bechnung 
zu machen und dieselbe vorlaufig aus eigenem zu begleichen; 1550 wurde 
bestimmt, die Bechnung binncn je 6 Wochen zu schliessen. Eonnte einer 
der Biirgen nicht zahlen, dann hatte der Wirth das Becht, je nach der Grosse 
des Betrages ein Pferd des Einlagerers oder beide wahrend dreier Markttage 
auf den Markt zu fiihren^ dasselbe oder dieselben so theuer als moglich zu 
verkaufen und sich den Schuldbetrag abzuziehen; der Biirge war aber ver- 
pflichtet, ein anderes Pferd beizustellen. Dasselbe bestimmt der Landtags- 
beschluss ai. 1550 mit dem Beifiigen, dass die Pferde im Yerlaufe einer 
Woche beizustellen sind, widrigenfalls der Wirth das Becht hatte, so viel 
aufzurechnen, als ob auch die Pferde verpflegt wiirden. Die Bechnungen 
hatte der Wirth aufzubewahren, well sie bei Gericht den Biirgen als Beleg 
dienen mussten, falls sie den Schuldner wegen Ersatz der Einlagerkosten be- 
langen mussten. Es ist selbstverstandlich, dass es dem Schuldner, nachdem 
das Einlager bereits bezogen war, freistand, die Schuld zu bczahlen; wollte 
der Glaubiger das Geld nicht annchmcn, dann gieng der Schuldner zuni 
Wirthe , wo das Einlager statt fand , zahitc das Kapital sammt Inter- 
esscn und den bisherigen Einlagerkosten, versiegelte die Summc und gab 
sie dem Wirtlie zur Aufbcwahrung ; dauerte dann das Einlager weiter, so 
geschah es auf TJnkosten des Glaubigers. Ebenso stand es dem oingefahrenen 
Biirgen froi, wahrend des Einlagers seinen Antheil zu zahlen und sich so 
vom weiteren Einlager zu befreien; wollte der Glaubiger die Summc nicht 
annehmen, bestimmte fiir diesen Fall der Landtagsbeschluss ai 1550: „m& 
rukojrae oddfl svuj u hospoddfe pfi pfitomnosti osob hodnovernych poloiiti 
a coi prolezel, zaplatiti a hospoddr z toho lezenf ty lezdky s konmi propustiti 
a vefiteli penez nevyddvati, lee on tomu rukojmi na ten oddil kyitanci dal.* 
(Snem. pam. kn. III. 14). Ebenso stand es dem Biirgen nach Landtagsbeschluss 
ai 1574 frei, bei Beginn des Einlagers, den Schuldner zu belangen, dass er 
ihn durch das Einlager in Schaden versetzte ; wurde der Schuldner schuldig 
befunden , fiihrte der Glaubiger die- Execution und wurde in den Besitz 
jenes Theilesdes Schuldnergutes gerichtlich eingefiihrt, welcher der verbiirgten 
Theilsumme entsprach. (Snem. pam. k. IV. 59). Anderseits bestimmte das Recht, 
dass die Einlagerkosten die Schuldsumme sammt Interessen nicht iibersteigen 
durften; erreichten die Kosten bereits diese Summe, dann erfolgte die Exe- 
kution unmittelbar und die Einfiihrung in die Posession (Arch. c. V. 399). 
Aber diese Bestimmung hatte nur in Friedenszeiten Platz ; konnte wegen 
Erieges das Landrecht nicht abgehalten werden, dann konnte der Glaubiger 
die Biirgen im Einlager Jahre lang halten, bis sie oder der Schuldner zahlten, 
(Zffz. 6es. 1564 fol. 184) wcnn auch die Eosten die Schuldsumme weit iiber- 
stiegen. Dies sind die Umstande, unter welchen das Einlager statt hatte. 
Worin nun bestand das juridische Wesen desselben ? Iliebei ist vor Allem 



— 129 — 

zu erwahnen, daes Schuldbriefe ausgestellt wurden, ohne dass die Biirgen 

zum Einlager sich verpflichteten ; auch wurden Schuldbriefe ohne Biirgen 

ausgestellt; die Biirgen soUten daher nur die Sicherheit des Olaubigere er- 

hohen. In der alteren Zeit verier der Bdrge, wenn er nicht zahlen konnte, 

die personliche Freiheit, die er alsogleich wieder erlangte, sobald er die verbiirgte 

Summe erlegte. Diese Harte des alteren Qewohnheitsrechtes milderte sich durch 

die Entwickelung des Ritterthums ; im Ritterthume erlangte das Yertrauen auf 

Manneswort die hochste Stufe und welche RoUe die Mannesehre und die Ehre 

der Familie in Biirgsobaftsfallen spielte, ist aus dem Ausrufe der Biirgen, (vid. 

vyvoldni rukojmf) ersichtlich, in welchem es dem Biirgen als hochste Schande 

angerechnet wurde^ dass er sein mit dem Familienwappen versehenes Siegel 

dadurch in fremden Handen liess, dass er dasselbe durch Erlag der yer- 

biirgten Summe nicht einloste. Die erhabene Ansicht von Ritterehre liess 

nicht zu, dass der Ritter der personlichen Freiheit beraubt werden konnte, 

aasser in Fallen der Felonie ; die sociale Stellung milderte daher die Harte, 

welche das altere Recht dem Glaubiger beziiglieh des Biirgen einraumte. 

Weil daher der Ritter seiner personlichen Freiheit nicht beraubt werden 

konnte, so trat an die Stelle des friiheren Verlustes der personlichen Freiheit 

die freiwilligo, zeitweise Haft, der sich iibrigens der Biirge nicht per- 

sdnlich unterziehen musste, indem es ihm frei stand, an seiner statt einen 

panose zu schicken. Das Einlager ist daher keine durch Oeiichtsspruch 

verhangte Haft; dies geht auch daraus hervor, dass kein Biirge durch 

Ricbterspruch zum Abhalten des Einlagers yerhalten werden konnte; hielt 

er das im Schuldbriefe gegebene Yersprechen des Einlagers nicht, dann 

hatte der Olaubiger kein Rechtsmittcl gegon ihn, sondern nur Mittel, die 

eben wieder mit der Institution des Ritterthumes zusammenhingen und den 

saumigen Biirgen als Wortbruchigen an den Pranger stellten. (Yergl. Ldn( 

und Yyyoldnf rukojmf.) Dieser Umstand, dass das Einlager eine freiwillige 

zeitweise Haft ist, die durch kein Gerichtserkenntnis ausgesprochen werden 

konnte, gibt uns den Schliissel, das Wesen desselben zu erkliiren. Yiele 

Rechtshistoriker, darunter Eichhorn (Deutsche St. und Rechtsgesch. II. 621 

ffg.) halten dassc Ibe fur einen accessorischen Yertrag, durch welchen der 

Hauptvertrag bloss gefestet wird; andere hingegen, namentlich Lacomblet, 

halten das Einlager fiir eine Strafe, die sich die Biirgen selbst auferlegten, 

falls sie ihre Yerpflichtung nicht erfiillten und durch die sie daher gezwungen 

werden sollten, ihre Pflicht zu leisten. Diese Ansicht ist jedenfalls die 

richtigere. Erstens hat das Einlager nicht den Charakter eines Yertrags- 

rechtes, weil die Nichteinhaltung desselben kein Ocgenstand einer Klage werden 

konnte, da ja nicht einmal die Yorklage gestattet wurdo, zweitens nennen 

die bohmischen Quellen das Einlager gcradezu Strafe — pokuta : ^jestlizeby 

kdo kter^ list mel a ktereby pokuty jemu v n6m sv6dcily bud lezcni 

nebo listu vyvazovdni, listu obnovenf, nebo uroku dobyvdni a on zeby tech 

pokut neoiival a tfem letum a 18 nedelim projiti dal, ze se ten list pro- 

9 



^ 13C — 

mlil.*' (Zfiz. ^es. 1564 fol. 189). — Dieser Charakter des Einlagers ale Strafe ' 
wegen nicht erfiillten Versprechens geht auch aus jenen Urkunden hervor, 
die keine G-eldschuId sondern irgend eine andere Verpflichtung betreffen, 
im Falle deren Nichterfiillimg die Saumigen zum Einlager sich verpflichten. 
So heisst es in einer Urkunde beziiglich eines Streitfalles zwischen dem 
01m. Bischofe Johann mit seinen Mannen ai 1307: ^si prefatus dominus noster 
Johannes ep. Olom. aliquem de yasallis suis sine judicio captivaverit et 
ipsum infra duas septimanas liberum non dimiserit, infra scripti fidejussoreS) 
qui sua sigilla presentibus appenderunt, post duas septimanas easdem civi- 
tatem Olomucensem intrabunt in mille marcis adjacendi in obstagio, donee 
yel dictus captivus dimittatur liber vel per ipsum dom. episcopum persol- 
vantur predicte mille marce". (Cod. dipl. Mor. VI, 8). Achnlich heisst esin 
dem WafFenstiUstands-Instrumente ai 1399 zwischen dem Herrenbunde und 
der Partei des Eoniges: ^pakliby to kterakkoli n&mi nebo na§i strand seilo 
a to se nestalo a na nds nebo na na&i stranu dobiym svudomfm i dove* 
denim to nase pferuSenf a nezdrzenf bylo dovedeno, telidy jsme ztratili 
zaklad syrchupsany, kteryz mame i slibujem jim ihncd po ukazan{ a dove- 
denf hotovymi pcnezi plniti od toho uk&z&ni a dovcdenf ve dvii nedeli ponid 
zbehlii. Paklibychom toho neucinlli, ale my vsichni napomonuti nebo nena- 
pomenuti mame ihncd, jeden druheho necekaje, ani sie drub druhem omlti- 
yaje ani na druheho. ukazuje, kazdy sdm svym ziyotera vjeti, nebo niisto 
sebe rytifskeho panose poslati, kazdy s jednim pacholkcm a s dvema ko- 
n^ma do mesta do krdloya, kdez nam y eosko zemi bude ukazano, na pra^e 
a obyfiejne le^eni ye ctnii hospodu, y jednu nebo yice. A kdyzby bylo ot 
nas nebo za nas dye nedeli lezeno a my tech penoz petinaste tisicoy kop 
nesplnili: tehdy lee bud ot nas a za nas lezano, lee nelezdno, daydniy 
ihned timto listem syrchupsanym Krdloye Milosti etc. plnu moc i prdyo, ty 
penize yzfti mezi £idy nebo krestany na nasi na vsech skodu a my nebo 
za nds yi^dy mdmy to lezeni plniti i z neho nikam a na zddnc prdyo neyy- 
jeti, donid^bychom tech penez, jistiny i se ysemi skodami docela nesplnili.'^ 
(Arch. 6es. I. 62.) Daraus ist zu ersehen, dass eine solche Bestimmung kein 
accessorischer Vertrag ist, sondern ein Ponalc fur die Nichterfiillung der 
Stipulation. Auch darin liegt der Begriff des Ponale, dass im Schuldbriefe 
festgesetzt wird, falls ein Biirge stiirbe, der Brief zu erneuern und ein an- 
derer Biirge an Stelle des Yerstorbenen zu setzen sei, und dass die Biirgen, 
falls sie den Brief nicht erneuerten, sich zum Einlager yerbinden; dieses 
Einlager enthob aber die Biirgen des Einlagers fiir die Schuld nicht, sondern 
war nur eine Strafe fiir die Nichteinbaltung des Versprechens, dass sie ge- 
gebenen Fallcs den Schuldbrief erneuern soUten. Daher ist das lezeni 
Einlager, ein Ponale, welches im Vertrage fiir die Biirgen des- 
selben festgesetzt wird fiir dcuFall,dass sie den im Vertrage 
bestimmten Punktationen nicht nachkommen soUten. Obwolil 
manchmal der hohe Add, ja sogar Kaiser und Konige sich yerpflichteten, sich 



-- 131 — 

personlich dcm Einlagcr zu unterziehen, so war doch der Gebrauch allgemein, 
dass wer nur irgend wic konnte, an seiner Statt einen Andern, gemeiniglich einen 
jungen Edeling, ins Einlager sandte. Dieser Umstand wurde aber bald eine 
Gefahr fur die jungen Edelleute, indein sich als Stellvertreter der Burgen 
zum Einlager solche junge Adelige anboten, die entweder kein oder nur 
ein geringes Vermogen besassen. So entwickelte sich namentlich seit der 2ten 
Halfte des 16. Jahrhundertes eine eigene Klasse von Leuten, welche das 
Einlager als Erwerbszweig oder eigentlich als Nahrungsquelle betrachteten. 
Solche Leute, Einlagerer = Leidci genannt, gefielen sich im Nichtsthun, 
dem sie sich im Einlager bei guter Yerpflegung auf Eosten der Burgen 
hingeben konnten. Dieses Faulenzerleben wirkte aber verderblich auf den 
Charakter solcher Leute, so dass mit demWorte lezak ein Niohtsthuer be- 
zeichnet wurde. Desshalb schrieb Karl yon Zerotin, als er durch mehrere 
W ochen in Staden auf ein Schiff warten musste, an seiaen Cousin, er habe 
diese Zeit nicht ohne Nutzen zugebracht ; dcnn nach seiner Riickkunft nach 
Mahren werde er wie nur irgend einer fiir das Einlager taugen. Die JLang- 
weile yerleitete die Einlagerer zu allerlei Ausgelassenheiten und Handeln 
und Kaufereien waren daher an der Tagesordnung, wie z. B. aus Zdp. Zer. 
s. p. I. 181 zu ersehon. Anderseits suchten sich die Einlagerer die Lang- 
weile diirch Nichteinhalten des Einlagers zu vertreiben, indem sie aus der 
Stadt, wo sie eingelagert waren, gegen den Gebrauch Jagdausfliige machten, 
wogegea der Landesbeschluss des J. 1588 zielt: „zTl&8te pak pofad tiz le- 
zaci netoliko se bezbo^ne choyaji, ale i take nepofadne leieni yedou, az z 
Iczeni vyji^d&ji, chrty a vSelijakou myslivosl! sobe choyajf a' obyvatelum i 
chudym poddanym nasim §kody ncmale cinf a protoi jestd se tfmto snemem 
to obnoyuje a nafizuje, aby mesta, u kter^ch se lezi, to skutecne opatro- 
Tali, aby takov^m le^dkum z takoyych lezenf pod i&inpn yymySlenym spu- 
Bobem vyjizdeti ani jim jakych chrtfiv a myslivosti pfechovdyati nedopou^t^li.* 
(8nem. pam. kn. IV. 174). Auch der Landtag des J. 1604 bestimmt Strafen 
fur Einlagerer : ^kteriiby syddy a ruznice za6ali, nekoho zranili nebo za» 
vrazdili, z lezeni yyj{2deli a mysliyos^ s municemi proyozoyali, po nocfch 
86 toulali a poyjky cinili." (1. c. fol. 119. 120). Desshalb bestimmten die 
Landtage oft Eomniissionen, welche berathschlagen soUten, wie das lezeni 
aufzuheben und wodurch es zu ersetzen ware; noch im J. 1612 berath- 
schlagte der Landtag: „mohlaliby jakd jina cesta k tomu obrdna byti, aby 
z le^enf sjiti a jin^ prostfedek mfsto toho nalezen b^ti mohl; nebo to k 
znamenitemu zlehcenf stayu rytffskeho a ke zkdze yelik6 mlddeie rytlfski 
b^ti se yidf.*' (Snem. dri. 1612 p. 63). Aber erst nach der yern. L. O. 
horte dicse alte Kechtsgewohnheit zu Ende des 17. Jahrh. auf. Aehnlich 
erging es in Deutschland. „Obwohl namlich der Reichstag des J. 1571 das 
Einlager aufhob und die weitere Ausubung desselben strenge verbot, so 
erhielt es sich dennoch in manchcn Landcrn noch im 17. Jahrh., ja in Hoi- 
siein dauerte es bis in die neueste Zeit. Die iilteste bekannte Urkunde 

9* 



-^ 132 — 

worin des Einlagers ^obstagium*' erwahnt ist, ist eine franzosische ai 1134. 
(Vergl. Grimm Rechtsalterth. p. 620). 

Leznik = Lezak: ze te sum^ jiz tak se^kani u6infc le^nika z 
lezenf propustite. (MS. 1574). 

Lhati mit dem Instrumental konstruirt, bcdeutet wie das altsl. 
Hgati calumniari vorleumden: oni toboju Izetb (Mikl. Lex.); hospodu svii 
Ihdti (K. Rzb. c. 130); — aby Va&emi Milostmi tez nelhal, jako mnii Ize. 
(Kn. Toy. k. 173). 

Lhota bedeutet jetzt terminus , Frist. Die urspriingliche Bedeutnng 
war eine andere; altsl. bedeutet Ibgota libertas, Freiheit, Befreiung, Erleich- 
terung, ebenso das slovak. lehota; diess war auch die altere Form des Wortes 
im bohmischen, wie es der Ortsname legota in God. dipl. Mor. 2, 304 beweist; 
durch Ausfall des e entstand die Foim lhota. Es ist lehota abgeleitet von 
leh-k^, lev-is leicht, daher das Wort dem Sinne nach entspricht den latei- 
nischon Ausdriicken: al- lev- are, al-lev-atio die Erleichtenmg, Befreiung, 
Freiheit. Diese urspriingliche Bodeutung erhollt auch aus dem 1420 gegen 
K. Sigismund gedichteten Liedc: zru§fm ja jim staru Ihotu , v niz sii od 
davna pychali , krale sveho mSlo dbali ; ebenso sagt eine Urkunde vom 
J. 1356: libertatem plenariam, in vulgari boemico Lhota dictam ad quinque 
annos damns (Cod. dipl. Mor. 1), 17). Die jetzige Bedeutung des Wortes Ih. 
als Frist, terminus, sowie die haufige Verwendung desselben als Ortsnamen 
(in Bohmen 332 , in Mahren (S2 , in Schlesien 40) entwickelte sich aus der 
Art der Lokation von neuen Dorfern. Wer ein neues Dorf auf seinem 
Besitzthume anlegen wollte, gestattete den neuen Ansiedlern gewisse Erleicb- 
terungen, gewohnlich in der Art , dass sie die ersten Jahre entweder keine, 
oder eine geringe, dann durch eine bestimmte Anzahl von J..hren eine fixe 
Abgabe zahlten; so z. B. ai. 1250: ut locarent villam et ut eadem villa 
Velicina Lhota nuncuparetur et ut libertatem (d. i. lhota) haberet villa 
annis triginta minus duobus et quotquot ibidem laneos compararent, semper 
decimus laneus liber esset et non censuaret ; (Cod. dipl. Mor. 3 , 133) — 
oder ai. 1256: quod de predictis mansis post libertatem octo annorum 
singulis persolvas annis marcam unam auri (ibid. 3, 210); — ten m& Ihotu 
jeStd, vsak kdyz mu vyjde , kladc se t&i povinnost na nem jako na jinych 
(Kn. posud. Brn. 1565 f. 10). Sehr belehrend sind in diesor Beziehung 
Prerauer TJrkunden aus der Zeit, als die Pernsteine auf der Anhohe um 
das Schloss Lokationen von Hansern vornahmen, z. B. ai. 1479 : rd^il jest 
ddti Ihotu a plnii svobodu t6m, ktefiz se na kopci Pferove staveji a staveti 
budou za deset let a ti obyvatele na kopci po vyjiti to lli >ty povinovati 
budou z domuov plat v roco davati dvakrate (Priv. Tovac. MS. Landesarchiv 
p. 189). In diescn Belegstellen ist libertas und lhota glcichbedoutend und 
entspricht daher in diesem Sinuc dem dcutschen Freiung (vid. dieses in 
der deutschen Abtheil. d. Glossars). Da aber die Abgabefreiheit, dann die 



/ 



- 133 — 

Entrichtung dor Abgabcn- boi dicson Lokationon nnch bcstiminton Pristen 
bemesscn war, so erklart es sich, dass Ihuta (jetzt Ihuta) die Bedeutung 
Frist -annehmrn konntc, wahrend fOr den BegriflF terminus bis zum Ende 
(lo8 16. Jahrh. iin bohmischon immer nur das Wort rok angcwendet wurde; 
ersichtlich wird diess aucb aus Libii eitaf. 2, 337: octavus laneus habet 
libortatcm ad tempas cortuni, wo beide Bogriffe , Proiheit und Prist, 
rereinigt erscheinen, daher heissen uuch die Jahre , durch welche die Proi- 
heit dauorto, anni libortatis, in deutschen Urknndon Prist jahre. — Dieso 
Art der Lokation war so beliebt, dass man jede none Ansiedlung mit dem 
Worte Ihota sehlechthin bezcichnoto : miles Epiko Arnesto Prag. eccl. archi- 
episcopo villas Borovd et Ycsele nova> plantationis , quod vulgariter dicitur 
Hlota (sic), vendidit. (Jir. Cod. j. boh. II. 2, 306). Dieso Art der Lokation 
erklart cb auch, warum mit dem Ortsnamen Ihota so haufig Personennamen, 
— es sind diess die Namen der Griinder — verbunden sind , z. B. Ihota 
Jobova, Chvalkova, Manova, Prancova, Vlachova, Tetaurova, Rapotina, 
Stfepanoira, Svatoslavova u. s. w. ; andero Bezeichnungen warden von der 
Lage der neuen Dorfer oder von anderen Aeusserlichkeiten hergenommen, 
z. B. Ihota pod horanii, hornf, doinf, 6ervend, bila etc. Da die Verbindung 
der Consonanten Ih der deutscben Zunge schwierig auszusprechen war, wurden 
diese Ortsnamcn entwcder iibersetzt, z. B. Vranova Lhota Braunohlhiitten, 
Bila lhota Weissohlhiitten , oder es wurde der Vocal e vorgosetzt und so 
entstand die Porm Elgot, Ellgott, auch Ellgut, Elhotitz u. s. w., ein Umetand, 
welcher Kruse veranlasste, das Wort Ellgut von hel, heilig (!) herzu- 
leiten (Budorgis, Leipzig 1819 p. 92, 93), wahrend Albin Heinrich wieder 
Ellgoth 80 derivirte: „wahrscheinlich ist Ellgoth mit dem altnordischen Elg, 
Peuer und dem altdeutschen Cot, Gott, gleichbcdeutend — und da das 
alte Wort Gud beim Ulphilas Gott heisst, die Germanen aber das Peuer 
als eine Gottheit verehrten, so liess sich Ellgoth oder Ellgut auch als ein 
dem Peuergott geweihter Ort deuten (!!). (Volny Taschenbuch 1826 
p. 231) — Vgl. in der deutschen Abth. Preiung, Pristler, Pristjahre. 

Lhotnik, der neue Ansiedler, dem eine lhota gegonnt ist, der Pristler ; 
BeschlusB des Landtages ai. 1609 „o Ihotniky" : lid6 poddanf pdnflv obyva- 
telfiv vsecky sbfrky spravovati povinni budou, kromS kteniby se roku tohoto 
trprva na gninty od nepf ftele popdlene osazovali , do roka , kterf pak po 
zavfeni tohoto sn^mu na if chi gruntech popdlen^ch se osadi, do dvou let 
Ihoty uiiti majf (Snem p. Kn. IV. p. 401); — nevyjfmajfc ani Ihotnikfi neb 
vnovS usedl^ch (Landtag ai. 1598, 1607); — jest lidf usedl^ch 53, mezi 
nimi 9 Ihotnfki, kter^mi podl6 zprdvy jejich v roce lhota vyjde. (Kn. posud. 
Bm. 1565 f. 98). 

Lhotni rok annus libertatis, das Prist] ahr : od bemy do let Ihotn^oh 
je vysvobozujeme (MS. 1511); — imhf Ihotnf rek, poslednf Ih. r. (MS. 
Frogs. 1717). 

Lhotiui, ein Pristler sein, nach Pristen zahlen. 



— 134 — 

I, das Pfund; das altboh. Pfund = 0.9185 Wiener Pfund, 
Libri^r, Bibliothek, Buchhandlung (SRB. 3, 51). 
Lida, Liduse, LiduSka = Ludmila. 

Lid^, 1. die Leute , namentlich die Unterthanen, die Horigen: ze 
m;f m lidem pobral na roli a ve vsi (Puh. Brn.) ; — m6 lidi vybijel (ibid.). — 
2. testes, Zeugen ; in den Puhonen haufig : pakli pf i, ale mdm na to dosti 
lidi dobrych; — „pravo ludmi doliciti .... temi svedky jakz na penize** 
(Kn. Rzb. 122); — kdyz pohnan;^ ohradi sve prdvo a chce svedky vesti a 
nedi tScbto slov: „mdm lidi proti lidem" ten pohnan]^ ztrati. (Jire6. Cod. 
j. boh. n. 271.) 

Liha (minder korrekt liza), dasselbe was in deutschen Urkunden 
lach, lacba, lacbus, der Einschnitt in^die Baume als Granzzeichen: ,,8icut 
ipsa incisio arborum facta fuit, quae yulgo lachus appellatur sea divisio^ 
(Pertz. XXL 350) ; — sicut more sUvarum consignatum est , quod vulgo 
ge-lach-iet nuncupatur" (Cod. dipl. Mor. 1. 276); — meze hraoicnd naproti 
borovnici lizovan^ .... pffmo k bfize lizovane .... az na habr jeden lizo- 
vany (Mensik str. 14). 

Lieha , das Ackerfeld : ty to lichy dr£{ .... z pust^oh lich (MS. 
LA. Xn. c. 19, p. 137); vgl. Leeh. 

Lindis, Lindu<i, Liiidys: sukni zenskii zclcnoho lindi§e s zivotem 
tykytoY^m (Pam. arch. 1869 p. 337); — muzsk;f kozich lindiisov^ (MS. 
Pross. 1560); v LipStfi jeden sedm loket drah^ho lindiSe na jeden pdr pun- 
coch rozstnhati dal (Vel. pol. hist. 567). — Die Herleitung ungewiss; viel- 
leicht von ciner Stadt? (vgl. Pernis) oder ist an leintuch (lintuch) einen 
aus Leinen verfertigten Stoff zu denkon? Oder hiess das sogenannte Dunn- 
tuch (ein aus Nesselgarn gewobener glatter odcr gcmustcrter Stoflf) auch 
Lindtuch d. h. lindes = dunnes Tuch P Odcr licgt hicr der allerdings 
seltcne Uebergang einos d in 1 vor, so dass lindus fiir dintuch stiinde? Oder 
ist es hergeleitet von Lin the r, eincm scidenen (chinesischen) Zeuge? Oder 
vom lat. linteus, linteum Leingewand , mithd. linde, holland. lint die 
Schleife? 

LindySka, ein aus Lindis verfertigtes Kleidungsstiick : kaftan, bar- 
chanka, lindySka (MS. 1562). 

Lint e germ, das Liegende im Bergbaue. 

Lichtsioar vid. Bolen. 

I Jchva der Zins, die Procente, der Wucher, besonders der Wucher- 
zins, usura, fenus : dal jsem sve penize na lichvu. Haufig kommt der Aas- 
druck 1. zidovski vor: dobyti v kfesfanech neb v zidech pod ilroky neb 
lichvami, was Velesl. in s. qd. als Zinses-Zins, usurse usurarum erklart: 
nejhorSf jest, ktery lichvou z lichvy dluinika zzira (Com. j. 1. 864); doch 
verstand man unter 1. ^idovskd auch den Zins , welcher hoher war, als der 



— 135 — 

landesubliche. — Matz. o. si, leitet das Wort von dor Wurzel lich her 
augcri, crescere. 

lAsei nedele, der Sonntag Invooavit, dora. in albis, der erate Fastcn- 
Bonntag. 

IJstaf, dor liity verfortigt; WHa 1. die Loiste o genn. mithd. 
list© = Leisto, Borde, limbus, fascia. 2. das Gesiinse, das Tellerbrett, jone 
Yorrichtung, dio man bishor auf dem Lande yorwendot, um zinneme nnd 
andere Teller aufzubowahren : listar mol namalovati sest lifit, na niehz by 
byly cuky a oyoce, laubwerky, kaMtl z nich nialovana. (Pam. arch. 1869 
p. 520.) 

Literak, Literat, Mitglied oinor SangorgenossonBchaft , wcleho sich 
die Hebung des Kirchcngesangcs zur Aufgabc macht; die Pigural- 
musik wurde von den Litoraten nicht boriicksichtigt. Es gibt wenige Stadtchen 
in Bohmen und Miihron, in denen einc LitcratengeBellschaft nicht bcstanden 
hatte und es gibt noch heutzutage soldier Gescllschaften mehrero und man 
versteht jetzt unter Litoraten solche, welchc sich ausschliesslich dem Kirchen- 
gesango widmen , in dor Kircho aus Kancionalon singen odor Nachts bei 
Verstorbonon beten. Dio Literatengosellschafton wurden wahrschoinlich durch 
die Briiderunitat oingofiihrt. Was das Etymon anbolangt, darf man nicht a^ 
das lat. literatus = Schriftstollor , wissonsehaftlich Gebildeter denlcBn, 
sondcrn das Wort ist hcrzuleitcn vom bohm. lat. litcra = Buchstabo , also 
solche, welche des Lcscns kundig sind; so heisst es in der Literatenord- 
nung des Marktes Stare: kdo^by koliv z tSch, jenz litem znaji , do spo- 
lecnosti literdtske pfijat b;fti cht61 .... podobnc so zachovajl i ti, kteffzby 
neznajfc litery za oudy b^ti zAdali (Schr. hist. stat. Sect. 12 p. 8). Die 
Literatengesellschaften waren zunftmassig geordnet; sie batten ihre Aelteren 
(starSi), ihre Zunftlade, Strafen fur versaumte Pflichtcn u. s. w. 

Litloch, das Windloch im Bergwerke, foramen spiritalc , e germ. 
Lutte (Liittenloch), die Wetterliitte, eine Rohre aus Brettern, durch 
welche frische Luft in die Gruben geleitet wird. 

Litovati rachen: sv^ch neprdtel budu hled^ti a t^ krivdy litovati, 
kterd se mi od nich deje (A6. 5, 355); — nad nfm se mstila litujfc sv6 
kfivdy, jii jest jim «inil (SRB. 3, 236). 

Lii vid. Liha. 

Liiof, der Leschofen, Leschgestube. (Verordn. vom Jahre 1486 in 
Stemb. Gesch. d. Bergw. 11. 218). 

lAini: officium de vasis trahendis, vulgo schrotambt sou lizne voca- 
tum. (Cod. dipl. IV. 6) von liiina, der Schrottbaum. 

Liinik , der Schrotter, Lachmann: t)fijem od liinfku (MS. Tross. 
1556); — aby li^nik obesldn byl a a nim o Hrfitku strany slozenf a nakld- 
ddnf vin a vtahovdni a vytahov4n( co z becky ddvdno b^ti md , srovndno 
bylo (ibid.). 



— 136 — 

Loh: CO Be lohu rybafsk^ch doty6e, id lohove , kteff nynl jsou, ty 
rybdfi oprayiti budou nioci (Urkd, 1506): vid. loch. 

Loch, die LageruQg, der Keller, das unterirdische G-ewolbe : z locbu, 
kteryz na rynku jest a z krdmcfi pri torn lochu 10 zl. platiti majf (Urkd. 
f. Eibenschitz 1576); — prAva nemaji, by driitele statkii vfna svi y mestccku 
Kounicich §enkovati mohli, ponfivadi plat stdly z lochu ka£d61io roku spra- 
Yuji (ibid.); wahrsch. von leieti (vgl. zd-loh, zd-loh-a und germ. loch). 

Lojov^, das Unschlittgeld : od feznfkd platu lojov^ho (MS. Ostrau 
ai. 1701). 

Loket 1. die EUe: loket praisk;^ byl dlouh^ oa 3 pfd^ aneb seat 
dlanf ; — tfi pfdi aby jmenovdn byl loket praJsk^ aneb Sesk^ (Hdj.) ; — 
loket ma b:^ti dluh;|f ctyf pfdl (6as. 6. Mus. 1840 p. 68); - die alte bohm. 
EUe = 0-7638 Wien. Ellen. 2. die Stadt Ellbogen. 

Lokeini stika , Loketnice : stiky . . . . y stav^ .... y kter^m na 
dy§ tepla sed^ly, naSlo se pH sloyeni yelk^ch Stik 4 kopy, loketnic 30 kusu, 
menSich 30 kusd, mal^ch iti&ek 20 kusfi (MS. 1664) der ellenlange Hecht 
und da der Hecht gewohnlich 2—3 Puss lang wird und 2 Puss auf 1 Elle 
gehen, daher der Grashecht im Gegensatze zum Mittel- oder Schtissel- 
hechte. 

Loktus: loktuie a Slojffe ienam pobrali (Pfih. 01. 1437 f. 77). 

Loktudka = theristra in der Yulgata = zdyoj, rouSka, Schleier 
zum Bedecken des Antlitzes; wahrsch. aus dem deutschen Lackentuch. 

Lor, Lorovati, Loryr: loryfi v loru loruji dflo 6ern6 (Pam. Kut. 
287); — loryfi na belo vypafovali (ibid.) die Metallplatten in der Munze 
durch Sieden oder Beizen reinigen, damit das Silber ein schones Weiss 
erhalte; e germ, lohren. 

Losuiiient: ^strayou i losumentem opatfen jest" (List. ^er. 3, 120) 
aus dem franz. logement, die Wohnung, Quartier. 

Lotr (e lat. latro) der Rauber, Lotterbube. 

Loueii^, die Abgabe fiir die Wiesen : loucneho o sy. Vdclaye 6 gr. 

Loucny, der Wiesenwachter : lou6n;^ od yydoloydnf mfistskych 
louk (MS. Press. 1681); — lou6n( obecnf louky yymSfovali (ibid. 1663); - 
louiSn^m die louini^ch register jeden Idn trdyy (ibid.). 

Louchis yid. Lovci. 

Lousehi yid. Lovci. 

Louiek (Luzek) demin. yon luh, eine kleine Aue; cum luco alias 
8 luzkem (DO, 11 n. 334). 

Lovcshaber: cum seryiciali ayena, id est ayena yenatorum , que 
theotonico eloquio loyczhaber appellatur (CD. 7, 872), ein Wort, das nur 
in der zweiten Halfte deutsch, in der ersten aber bohmiscli ist = loy6f- 



— 137 — 

haber, der Haber, welcher den lovfif (vid. dieses) abgefuhrt wurde. Es ist 
diess dieselbe Abgabe^ welche in derLandtafel als avena forestaria, silva- 
tica, lignalis (DO. 10 n. 810), in bohm. Quellen als oves pastevnl, lesni 
(yid, oves) vorkommt, und die nicht bloss den Jagern^ sondern auch als 
Reluition fiir die Fiitterung der Jagdhunde abgefuhrt wurde. 

Lovei, (Lousehi, Lowehy, Lowthzye, Louchi, Louchie, Lowoi) 

1. In der alteren Zeit = venator curialis, prasfectus super venatores (CD. 

2, 362) im Gegensatze zu den untergeordneten Jagern (simplices yenatores, 
forestarii), die lovei hiessen. Der L. war daher der Aufseher iiber die konigl. 
Forste, der die Jagdfrevel und Beschadigung der konigl. Forste hintanzuhalten 
liatte: nullus de illis, qui custodiunt silvam, debet spoliare aliquem in yia 
Tel in foro, nisi tunc ilium spoliet, quando invenerit arborem secantem 
(CD. 2, 211, vgl. Maj. Car. Rub. 51). Die Lovci waren der KontroUe der 
konigl. Eastellane (purgrayius) und Pfleger (villici) unterordnet (Maj. Car. 
Rub. 57). Sie batten Emolumente , welche in Geld, Hafer, Hiihnern und 
Eiern bestanden: cum forestariis seu custodibus, qui ad custodiendam silvam 
ab antiquo tempore deputati noscuntur , ac obventionibus , qxix in pccuniis, 
avena, pullis et ovis consistunt (CD. 9, 170, vgl. lovczhaber). Aus der 
Befugniss, die Waldfrcvel zu bestrafen, entwickelte sich ein eigener Blut- 
bann, vgl. loveck6 prdvo. — In spatcrer Zeit hiessen auch die Aufseher 
der Walder von Privaten lov6f, (z. B. A6. I. 166, 167, 425), obwohl schon 
1240 der Ausdruck: forestarii, qui vulgo lovci vel hajnf dicuntur (CD. 2, 377) 
vorkommt. — 2. die Abgabe, welche fiir das Einsarameln des Klaubholzes, 
der Streu u. s. w. gezahlt wurde: exactio, quce vocatur louchie (CD. 7, 83) 
pfijato lovcfho za lovci sjfry (MS. Wischau 1651). — Vgl. lovski. 

Lovec von l#iv der Thierfang (vgl. laoa fange, crbeute, sansk. 16-tas 
die Beute, altsl. loviti, lov) also lovec, der Thicrf anger, daher 1. der Fischer: 
vyddni lovcum pfi lovenf rybnikfl (MS. Pross.). 2. der Jiiger: lowec venator 
(Erb. Reg. 41); num. plur. lowci. — Vgl. Lovci. 

Loveek^ pri^vo, wortlich das Jagdgericht. So hiess das peinliche 
Gericht, welches auf der Burg Buchlau seinen Sitz hatte und dessen Blut- 
bann die zu dieser Burg ^ehorigen Dorfer und ihre Gemarkungen bildeten. 
Dieses Gericht, dem der Buchlauer Burggraf prasidirte, zu dem der Magistrat 
von Ung. Ilradisch und die Gemeindevorstande der zum Blutbanne gehorigen 
Ortschaften Beisitzer absandten und dessen Urtheile der Burgherr bestattigte, 
erhielt seinen Namen wohl von dem Umstande, dass der Burggraf von 
Buchlau, das urspriinglioh eine landesfurstliche Burg war, entweder zugleich 
supremuB forestarius silvarum super Moravam (CD. 6, 134) war oder doch 
in seiner Stellung als Burggraf die Aufsicht iiber die lovci seines Bezirkes 
zu'fuhren hatte (vid. Maj. Car. Rub. 49, 57). Dass die zur Burg gehorigen 
Ortschaften Beisitzer zum Buchlauer Jagdgerichte absandten, kann seinen 
Grand nur darin haben, dass in diesen Ortschaften eben die konigl. Forst- 



- 138 - 

aufsehcr (lovci) ihrcn Sitz hattcn, dencn in Proccssen wegen des Waldeigen- 
thumes und Waldfrevels cine gewichtige Stimmc zufiel (Maj. Car. Rub. 49, 
51, 52). Doch hatte dieses Gericht wie jedes andere Eastcllanei- oder 
Zupengericht nicht blosa iiber Waldfrevci sondom fiber alle Verbrechen zu 
entschcidcn. Die Bonifung ging an die Appellation in Prag. Die Gerichts- 
barkeit wurde mit der Burg zugleich (1511) an Private verkauft und blieb 
80 bei den Besitzern von Buchlau bis zum J. 1748, in welchem es aufge- 
hoben wurde. Die Urtheile wurden in das „8chwarze*' Buch (6erna kniha) 
eingetragen, deren oines sich in der Cerron'schen Sammlung erhalten hat. — 
Vgl. poprava. 

Lovski, (Lowzche, Lowehe), die vermoge des Forstrechtes 
gezahlte Abgabe, die in Ilafer, Eiern, Iluhnem, Reluition fur Hundefutter 
u. s. w. bestand: a jure forastarise, quod vulgariter lowzche, eximentes ... 
mandantes forastariis sou silvanis, quatenus ratione ejusdem juris forastarise 
nihil dc cetero ab hominibus ecclesiep prajnominataj exigere praesumant 
(CD. 4, 354). Auch von Kaufern und Vorkaufern in Austerlitz wurde diese 
Abgabe erhoben: nullus camerariorum, purcraviorum, officialium ot villiconim 
nostrorum a singulis hominibus, qui in foro Novsosedlicz merces suae seu 
res quascunquc venales habuerint, ratione officii, quod lowche dicitur, aliquem 
questum sivc denarios cxigat, quia emtores et venditores rerum quarum- 
cunque in prrodicto foro a solutionibus quibuslibet juris lowche eive fori 
plena gaudere volumus libcrtate. (CD. 5, 2). 

Lowche vid. Lovsk^. 

Lowthzye vid. Lovci. 

Lowzche vid. Lovsk^. 

Lozunk e genu, die Losung 1. die Abgabe in Stadten. 2. im Berg- 
baue ein bestimmtes Quantum Grubenwassers, das ausgoschopft wird : lozunk 
vody drzi 18 silinku, joden Silink 12 calovek ucinf, do jedne calovky 40 
pra^skych pinet vchAzeti ma. (Pam. Kut. 182). 

Loze necist^ wortlich das unreine Bett, Kinder, die im Ehebruche 
oder ausserehelich erzeugt werden: zdali ty dftky z necist^ho loie nabyla. 
(Act. crim. 01m. 1635). 

Loziiti, der Platz, wo etwas angolegt werden soil : dal jim lozi§tS 
k rybniku na svem d^dictvf a udelali jej. (P&h. 1465). 

Lucisti 1. hergoleitet von luk dor Bogen, die Bogenkriimme und 
der Bogen selbst. 2. hergeleitet von louka, luka die Wiese locus prati: 
8 lukami a lucistSmi, rybnfky a rybniStemi. (Landtafel). 

Lucnik plur. Luenici (Luchiiiici) , der Schiessbogen , Armbriiste 
verfertigt: luchinici de Mylbezy (Erb. Reg. p. 338); — vgl. luk. 

sv. Ludmiia der Tag der 16. Septb. (passio) ; pfeneSeni (translatio) 
10. Novbr. ; — pfed sv. Martinem (SRB. 3, 29) = translatio. 



— 139 — 

Luehinici vid. Lninik. 

Luk, 1. der Bogon an dcr Armbrust. 2. Luk s tctivou der Pfeil- 
bogen, Handbogen (verechieden von dcr Armbrust). 

Lukence dcmin. von lukno, cin kicincs lukno, altsl. luki»ni>ce: dva 
vertele, 1 lukence, 1 mirku. (MS. Ilochw. 16. Jahrh.) 

Lukno, ein auH Baumrinde verfertigtcr Korb, corbis, ein Maass fur 
fliissige und gepulvcrte Sachen : lukno mellia (CD. 2, 378) ; — lukno koptu 
(MS. LA. M. VI. 19 f. 57); — altsl. lukno mensura qusedam , russ. lukno 
vgl. gr. Xlxvov die Schwinge. — Yid. Lukence. 

Luiectf yid. Habrovandti. 

Lun : aby luny mincfrske a stolice prcjffsk^ prodali (6afl. 6. Mus. 
1828 I. p. 46), die Werkstatte, wo die Miinzschlager arbeiten. 

Lupez masc. et fern, der Strassenraub : kdyzby kto koho na 
cestS oblupil*' (Ac. II. 130); — Ji^-to liipezove na silniclch se dJji" (ibid. 508); 

— Idpil-li by kto a bral komu liipezne na cestfi neb jinde kdekolvgk zde v 
zemi (Kn. Tov.); — kdo bcz zabitf statek befe, lupea^nfk slove (Pr. Mest. 181). 

Liise vid. Luie. 

Lutna, das aus Brettcm verfertigte Luftloch in Bergwerken, caminus 
ligneus, o germ, die Lutte, Luftzug aus Brettern zur Wottcrlosung : lutny, 
prkenne nad latrochy komfny, opravovali, Aneb z novych dun (prken) ddlali 
(Pam. Kut. 236). 

Luze (Luse): in castro Kurim ministeriales, qui dicuntur luse, sex, 
quorum nomina sunt (Erb. Reg. 78). Erben erklart: „videtur esse idem, 
quod hodiemum luza, jam sensu obliquo usitatum, germ. Tross. Vox primi- 
tiva Ijud, lid gens; inde Ijuza, Ijuze ut a hrad: hrad, hr&za, hrAze.** Gegen 
die Ableitung von Ijud ist allerdings nichts einzuwenden; was aber die 
Bedeutung anbelangt, so hat luze wahrsch. den Sinn, wie die splitere Form 
lidi, die Unterthanen, die Horigen (vgl. lido), die Feldarbeiter. 

Luzek vid. Louzek. 

Luzn^, die Abgabe fiir Benutzung der Aue durch Grasmaht, Klaub- 
holz, Streue u. s. w. von luh die Aue. 

Luzny, der Wachter der Aue. (Puh. 1536.) 

Lykaf, dcr Bastflecbter: od lykafe koupen provaz ly^en^ k studni. 
(MS. Wischau 1629.) 

Mach nom. viri nach Jungm. = Mathias; abgesehen aber davon, 
daas die bohm. Foi-m des Wortes Mathias immer als Mat6j vorkommt, so 
gcht aus den Puh. - Buchem hervor , dass Mach gleichbedeutend ist mit 
Martin: Martin jinak Mach; Martina jinak Macba (Puh. 1581—1582). 

— Ygl. MaehAk, Machaeek, Masek. 

Maehna = Magdalena. 



— HO — 

Maidbursky piirkrabi der Burggraf auf dor Maidenburg (Device 
hrad) bei Nikolsburg, die ehedem landesfiirstlich war. 

Majestat 1. die Majcstat des regierenden Fursten: pfed osobou 
raajestdtu naSeho (Zffz. 1504). — 2. der Majcstatsbrief: vydal majcstit na 
vysazenf toho mesta; — majcstat tento vld/on jest vc dsky (Zfiz. 1564).— 
3. das grosse Staatssiegel : list s majestdtem slavnc pameti cisaf e Zikmunda 
(Zffz. 1564); — ma krdl zcmi potvrzeni listem pod ^yfm majestdtem na 
svobody a prAva dAti (Kn. Tov. k. 8). — 4. das Staatskleid, der Ornat der 
Konige und Kaiser: nase regalia s velikii slavnosti a v pfftomnosti kni?.at 
rise svate a v pfiprave a majestdtu cfsarskem zjevne na rynku dal jest 
(Ac. 5, 279); — sed^ v svtm majestdtu prostfed ryoku (8RB. 3, 94. 96). — 
5. der Thron: po usazenl se na majestdtu svem, ktery 6ern^ JMC. pfipraven 
byl. (Bo6. Slg. n. 12257). 

Maksa = Maximilian. 

Makular, Notizen, Notizbuch, aus welchen die Eintragung in die 
offentlichen Biicher stattfand : makulaf na zapisovdm gruntu tez i vinohradu, 
komu se die prodaje do rejstcr purkrechtnich a hornfch zapisovati maji. 

Maidrik, ein Kase aus Obers und siisser Milch der Schafe bereitet 
auch Mandf fk genannt: syr kravsky a maldriky ovci (MS. "Wischau 1556); 

— za odesldni maldfiku a smetanice panf Anne dekujeme (MS. 1585); — 
tricet tvofidel hlinenych, v kterych se ovcf maldriky delati majf (MS. 
Wischau 1642), — poln. maldrzyk, m^drzyk vom ital. und mitlat. mandra, 
neugr. iiuvdQa ovile. 

Malir zemsky, der Landesmaler, welcher bei Granzstritten Situations- 
plane zu entwerfen hatte; er wurde z. B. 1602 gogen ein bestimmtes Jahr- 
geld aufgenommen: „aby malif um^ly a verny objedndn byl, kteryby spolu 
8 liredniky prdva mensiho zemskeho v Olora. i Brnen. kraji pfi vedeni lifadu 
byral a v t6 prdci se vfirne a spravedlive choval , kterehoz ufadnfci mensi 
kraje Olom. na pfedesly jorgeld zjednati u pfisahu oby^ejnou jemu na to 
vydati maji." (Snem p. Kn. 67). 

Mai mas vid. Malvaz. 

Malvaz, Malvazi (Malnias), Malvasier - Wein , dessen in den ZoU- 
tarifen der Landtagsschliisse haufig erwahnt wird. 

Maly lirad das kleine Landrecht == mensf aoud, mensi ufedoici. 

Man e germ. 1. der Vasall, der Lehensmann: knfzetem prusk;^ a 
manem koruny polsk^ (Vel. kal.); — manoy^ a v§rni oudov6 koruny Jeake 
(ibid); — nejsme 2ddni manove, ne4 svobodni pdni (Kn. Tov. k. 7); — man 
pdnu svemu hold a povinnost ufiiniti ma pfisahu svu (Pr. Man. LA. fol. 10); 

— md take man pdna sveho slovy i skutky ctfti a ma proti nSmu vstdti, 
kdyiby Sel anebo jel, a kdyiiby pdn na kun vsedati mel, md man za stfemen 
drieti (ibid. fol. 11); — man kterfiby kon6 sviho aneb 6eho4koli z zboif 



— 141 — 

sveho pdnu pujiil, dokud^by jemu to nayr&ceno aneb zaplaceno nebylo, 
dotud nenf pdmi povinen sluziti ani k siidu manskcmu prijeti (ibid.); md 
kral manom svj^m hofrychtyfe ddti (Ka. Toy. k. 21). — 2. der Dienstmann, 
gewohnlich man robotn;f gcnannt z. B. bei der Burg Karlstein: manove 
robotnf; jest t^chz manfi 18, ti alternatim kazdy tyden jiny k hofejsi brdnS 
na vartu pHchdzeti, zamek zavfrati, otvirati, most spousteti inaj(, na zdmku 
Ave Maiia zroniti a kazdou sobotu plac zdmecky umeeti povinni jsou (Gas. 
c. Mu8. 1835 p. 267). Ein ahnliches Verhaltniss bestand aiif der Herrschaft 
Trebl6: t&i jsou poyinni man a dvoMci t^6ky do yinohradu panskych y^zti, 
ryby z rybnfkA panskych do sadek yoziti a plody k ndsaddm pansk^^m roz- 
mnozoyati, psenice odkudkoli koupene k piyoyaru neb k seraenu yoziti (MS. 
LiA. Xn. c. 16) ygl. manstyi. — 3. man biskupsk^ der Yasall des 01m. 
Bistumes: ten biskup md sy^ many (Kn. Toy. k. 216). 

Manda, Maiidaiena, Madliiia = MagdaleDa. 

Nandat 1. der konigliche Befehl : aby p. hejtman manddty z strany 
prijeti ynoy^ naprayeneho kalendare po zemi rozeslal a rozbijeti dal .... 
stayom se yidf, zeby rozbijeni takoyycb manddtuy bez jisteho prve o to 
"VMti se stayy snesenf na ublfzeni starobylyni pofddkum bylo a VMti slayni 
predkoye nikda skrze manddty sye , lei jsou se prye o to se stayy snesli, 
nic poroudeti nerddili .... ^ddali jsme p. hejtmana, aby rozesldni a rozbi- 
jeni takoy^ch manddtuy zancchal. (Sn. p. kn. 1584 f. 17 b, IvS). — 2. Die 
Yerordnungen, welche die Obrigkeit an Amtstagen den Unterthanen yorlescn 
liess, enthaltend Polizeiyorschriften iiber Sitten, Ilandwerke u. s. w.: mandat 
hrabSnky Berkoye poddan^m panstyi Kychmburskeho. (Oas. c. M. 1843 p. 1(53). 

Mandel eine Anzahl yon 15 Stuck, Oarbenhaufe, mitlat. mandala 
= manipuluB, mit. und neuhd. mandel. 

jManka die Yasallin : Barbora z Yrbna manka biskupstyl Olomiick^ho 
(Kopiar. 1580); sonst gewohnlich: ieno, majic manstyf (od pdna tei to 
prdyo md jako knez. Pr. Man. fol. 10). 

Mara, Mara, Mari, Maruse = Maria. 

Mansioni^f yid. in der II. Abth. Maosionarius. 

Mansky lehenhaft, was des Lehens ist, z. B. manskd pflsaha 
der Lehenseid: a manskd pfisaha takoyd jest (En. Toy. k. 22); — manske 
prdyo das Lehenrecht; — mansky soud das Lehengericht; ygl. dyorsk^ 
scud und Olomiick^ hiskup. — manske knihy die Lehentafel; — manskd 
sprayedlnost die Lehensgerechtigkeit. 

Manstvi 1. die Lehenspflicht, der Yasallendienst. 2. das Lehen 
selbst: m. biskupske die den Bischofen als Lohen yerlichcncn weltlichen 
Hoheitsrechte : biskupsk^^ch a koriihcynich len krdl cele a nerozdflnS podd- 
yati md, ysichni biskupoye od krdle prijfmati maji mincoydni a cla a nSkteH 
prijimaji koriiheynf lena a nekton svctske soudy. (Pr. Man. fol. 37). — 



_ 142 — 

2. 6inzoYni das Zinslehen, wo dem Lehcnsherrn nur eine Qeldleistung 
aber keine Lehenstreue, (also ein uneigentliches Lehen) versprochen wurde, 
auch m. podplat^i genannt: podplatniho manstvi zadny pfijimati nema 
krome toho, kdoz je nejprv pfijima; potomci jeho ddvaji plat na den jim 
uloieny a tak manstvi sve obdrzi (ibid. 88). — 3. m. dedi^ne das Erblchen. 
— 4. m. fojtstvf das Vogteilehen, feudura adyocatise, auch m. rychty neb 
soudu genannt, wodurch eine Gerichtsbarkeit ertheilt wurde: fojtstvi aneb 
soudu V leno nemuz ani kn6z ani zena z prdva miti krome duchovnich 
knizat (ibid. 89). — 5. m. hradske das Burglehen (Burghutslehen) feudum 
castrense, welches darin bestand, dass der Vasall ein entweder zur Burg 
gehoriges oder doch in der Nahe derselben gelegencs Grundstiick unter der 
Bedingung erhielt, dass er Dienste zur Bewachung und Vertheidigung der 
Burg leiste: z hradsk^ho manstvi neni povinen man na vojnu se vypraviti 
ani jakii sluzbu ciniti; ma na hrade bydleti a jej zachovati a jeho braniti, 
byloliby potfebf (ibid. 119). — 6. m. knizetske, knizeci das Fiirsten- 
lehen, mit dem Territorial- und Hoheitsrechte verbunden waren: knii^.ata 
raajl lii'ady sve z prava miti a cozkoli sice manstvf od ffse majf, dokud^.by 
jim krdl nebyl zfizen, to manstvi krome knizecich lifaduv od falckrabi pri- 
jiti maji. (ibid. fol. 122). — 7. m. komornf das Kammcrlehen, wobei der 
Vasall die Gefallc nicht unmittolbar von cinem pflichtigen Grundholden, 
sondern erst von der Kentkammer des Ilerrn zu beziehen hat: komornf 
manstvi nenf pravc manstvi; to konec bcre, kdy^ man aneb pin chti. Man.stvi 
komornf takto jest: kdyz pan df k manu svemu: ja tob6 davdm z komory 
sve hfivnu aneb vie; v to man zadneho uvedeni nemd (ibid. 81). — 8. ni. 
korouhevni das Fahnenlehen, mit dem ebenfalls alio Hoheitsrechte ver- 
liehen wurden: koruhevnich Icn krdl cele a nerozdilne poddvati ma (ibid. 
37); — take knizata slezska s rozvinutymi jich koriihvomi knfzectvf a lena 
sva pfijali sii (ai. 1442. Arch. c. 1, 270); — cisaf ndm jakozto krdli ^eskemu 
vsecky koriihve krdlovstvl a koruny ccske i zemf k ni pfislusejicich puojcil 
a dal (ibid. 5, 279 ai. 1459); cisaf vsem svetskym km'zatom prdva jejich 
poddvati md s koruhvi (Pr. Man. fol. 283). — 9. m. koruny 6eske, dariiber 
siehe unten den besondern Artikel. — 10. m. na vfru podane (feudum 
fidei commissum) wobei sich der Lohensherr vorbehalt^ das verliehene Lehen 
gegen ein anderes einzutauschen : jestlizeby manu manstvi bylo poddno na 
vfru jeho, aby je pdn zase vyplatil manstvfm jinym, jakz by se smluva stala, 
do jist^ho dne, pdn manstvi takove, ac chce, vyplatiti muie; mu2e take 
nechati z prdva. Jestlizeby mdn umrel bez dedicu mansk]fch, manstvi panu 
pfipadne bez skody (Pr. Man. 78). — 11. m. nove feudum novum jenes 
Lehen, in dessen Besitze noch jener ist, dem es zuerst vcrliehen wurde. — 
12. m. podane feudum oblatura das aufgetragene Lehen, wobei Jemand 
sein Gut dem Herren anbot, um es von ihm als Lehen zu empfangen und 
so der Yortheile des Lehensverbandes, namentlich des Schutzes von Seite 
des Herrn, theilhaftig zu werden. — 13. m. podplatno vid. m. cinzovni. 



— 143 -^ 

— 14. m. p o lueci feudum masculinum dad Mannslehen, boi welchem die 
Frauen von der Erbfolgc ausgescblossen sind. — 15. m. prave feudum 
rectum das rechte Lehen, mit dem Kriegsdienete verbunden waren. — 16. 
in. po preslici das Weiber- und Eunkel- oder Scbleierleheu, das auch 
Frauen erben konnten. — 17. m. pfedhranicne feudum in curto das 
Binnen- oder Butenlehen, das in dem Landc liegt, wo der Lehensherr zu- 
gleich Landesherr ist. — 18. m. pfikoupene feudum ademtum ein Lehen, 
welcbes durcb den Lehensherm, im Falle dass es erledigt ist, verkauft und 
so zum AUod wird : si eadem bona homagium non sunt ademptum, vulgariter 
dicitur pfikiipene aut zpupne manstvf (DB. 11, n. 524). 19. m. robotne 
oder poddan^, welches bios Nichtadeligen verliehen wurde; vgl. man 
robotny und im Artikel manstvi koruny deske sub karUteinSti 
manov^. — 20 m. rytlfske das Ritterlehen, welches nur Adeligen ver- 
liehen werden konnte. — 21. m. rychty vid. m. fojtstvf. — 22. m. scep- 
tre v6 das Scepterlehcn, welches Bischofen, Aebten, Aebtissincn, denen 
furstl. Rang zukam, verliehen und seit dem Wormser Konkordate (1120) 
dem Fahnenlehen gleichgestellt war: cisaf vsem duchovnim knf^atom prava 
jejich poddvati ma s sceptrem (Pr. Man. fol. 282). — 23. m. stare feudum 
antiquum, das alte Lehen oder Altlehen, ein Lehen, das schon mchroremale 
verliehen wurde. — 24. m. lifedni feudum officii, wobei Acmtor, grossten- 
theils Hofamter, verliehen werden. — 25. m. zahranienc, vn6 zeme feudum 
extra curtem das in cineni Landc liegt, in dem der Lehensherr nicht zugleich 
Landesherr ist. — 26. m. zpupn<S vid. m. prikoupene und vgl. zpupn^. 
Manstvi koruny ieske, die Lohcn der bohmischen Krone, feuda 
coronse regni Bohemia). Das Lehenswesen der bohm. Krone wurde haupt- 
sachlich durch Karl r\^. cingefiihrt und geregelt. Man hat zu unterscheiden 
zwischen den Lehen, welchc ehedem zu Bohmen gehorten und zwischen 
jenen, welche bis auf die jungst erfolgto Aufhebung des Lehensverbandes 
der bdhm. Krone unterordnet waren. Es gab Lehen L extra curtem 
manstvi vn6 zem6 auch manstvi nemeck& oder n5mccko-£eskd 
genannt, welchc ausserhalb der bohm. Krone lagen, namentlich in Schwaben, 
Sachsen und der Oberpfalz, zu welchen ein grosser Theil des jetzigen Fursten- 
thimies Schwarzburg, die Besitzungen der jetzt mediatisirten und unter sach- 
sischer Oberhoheit stehenden Fiirsten yon Schonburg, die Burggrafschaft 
Numberg, die Qrafschaft Plauen, die Stadte und Aemter (in der Oberpfalz) 
Sulzbacb, Rosenberg, Neidstein, Hartenstein, Hohenstein, Hilpoltstein, Lich- 
teneck, Tarndorf, Frankenberg, Auerbach, Uersbruck, Lauffen, Welden, 
Plech, Eschenbach, Pegnitz, Ilauseck, Werdenstein, Hirschau, Neustadt, 
Steurenstein, Lichtenstein, dann die Burgen Pleistein, Reichenstein, Reichen- 
eck, Hauseck, Strahlenfels, Spiess und Ruprecht und die Stadt Bcrnau u. s. w. 
zahlten ; Liinig in seinem Werke ,,Corpus juris feudalis Qermanici^ fuhrt 
233 solcher bohmischer Lehen an. Zu diesen gchort (allerdings nur vom 
Standpunkte unscrer Zeit) auch die Oberlausitz, mit welcher der Kurfurst 



— 144 — 

Johann Georg voa Sachsen 1635 von Ferdinand 11. belehnt wurde. Zu den 
deutsc.hen Lchen extra curtcm gehoren auch die ini Egerlande, im Aacher- 
gebiete und im ehemaligen Elbogenerkreise gelegenen Lehen^ welche dem 
Lehenhofe in Elbogen untergeordijet waren, der aber im J. 1651 aufgehoben 
wurde, worauf diese Lehen unter die Yerwaltung der k. Appellation in 
Prag kamen. II. Die Lehen intra curtem oder die eigentlich boh- 
mischen Kronlehen. Diese zerfallen wieder A) in unmittelbare 
Lehen der Krone Bohmens, zu welchen gehoren 1. die zur Burg Earl« 
stein gehorigen Lehen und zwar a) die rytifskd manstyf oder 
rittermassigen Lchen: Bytice (ein Ritterhof im Dorfe Dubenec), 6elina, 
Drahlovice, Jenikovsk^, Lasko, Bfdka, Rampachovske, Slavkovice, Smolotely, 
Stezov, Tetln, Vonoklas, Vosovec und ^elkovice. b) manstvi robotnd die 
dienstbaren oder robotmaasigen Lehen, die nur an Nichtadelige ver- 
liehen wurden (vgl. manstyf robotn6) 22 an der Zahl und zwar: manstYi 
BartoSoYsk^, Brounske, Canske, (zwei Hofe in Cim und ein Haus in Tfti), 
Ctiborovske, Cholfn, Chytrovske, Dejmikovske, Drbalovake, Illadke, Elumske, 
MarsovBke, Machovske, Nosakovske, Pfibikovske, Prokopovskc, Skotonovske 
(au8 8 Objekten), Strkov, Vlkovske und Zhor. 2. die Prager Schloss- 
lehen, manstyf hradu prai^skeho: manstyi Belcovske, Blazovsk^; Bus- 
kovske, Lidice, Malvarsky hrddck, Malvarsko dMiny, Svctlikoye, Stareiovsku, 
Male Pfitocno. 3. die Dobfiser Lehen. 4. die Piirglitzer (Kfivoklatakc m.) 
Lehen. 5. die Trautenauer L. 6. die Friedlander L. 7. die Melniker L. 
8. das feudum e confiscatione Ferdinandi IL in Prodlitz. 9. die 
zwei L. m. Linhartovske und tiaskuv Oujezd. — In Mahren und 
Schlesien sind folgende unmittelbare Lehen : 10. die Markgrafschaft selbst. 
11. das Olmiitzer Bisthum (seit 1341)). 12. Goldenstein, Hohen- 
stadt, Schildberg, Schonberg*, Mahr. Trubau, welches als Manns- 
lehen mit Lchensbrief ddt. 19. Juli 1624 dem Fiirstcn Karl von Liechtenstein 
iibergeben wurde. In Schlesien: 13. das Ilcrzogthum Troppau 1614 und 
14. das Herz. Jagerndorf, welches 1623 als Mannslchon dem Fursten Karl 
yon Liechtenstein iibergeben wurde. 15. das Herzogthum Teschen, welches 
nach dem Aussterben der alten Herzogsfamilic 1625 an die Krone fiel^ 1722 
als Lehen erneuert und dem Herzogc Leopold yon Lothringen zugewiesen 
wurde. Maria Theresia kaufte es von diescm zuriick und belehnte damit 
(1766) ihre Tochter Maria Kristine und ihren Gemal Albert von Sachsen, 
worauf es nach dem Todc dieses an den Erzherzog Ludwig kam ; der letzte 
Lehentriiger war Erzherzog Albrecht. 16. das Fiirstenthum Breslau be- 
stehend aus Johannesberg, Friedberg, Freiwaldau und Zuckmantel. B) die 
Afterlehen 1. die Afterlehen des Olmiitzer Bisthumes, mit den 
2. Afterlehen des Olmiitzer Kapitels 68 an der Zahl: Alt-Bela, Alten- 
dorf mit Proskau, Oujezd , Bilovice , Biskupice bei Hradisch , Biskupice bei 
Znaim, Blansko, Branek, der Bischotshof in Briinn, Chorin, De&na bei 
Troppau, Deutsch-Pavlovic, Deutshhausc, Divnice , Gross-Peterswald, Hauo- 



^ 145 -- 

vice, Hausdorf, Ilennersdorf mit Johannesthal , Hcrnicrsdurf, Holloschau, 
Ka6er, Kattendorf, Kohlersdorf, Kostelec, Eovalovice mit Lutope6 , Krufa, 
Erizanoyice, Eurovice mit Stfebitice, Lou6ka mit Podoli, Leitersdorf mit 
Oehlhfltten, Malhotice, Malostoyice, Martinice, Matzdorf, Wal. Meziff6, Mo§t6- 
nice mit LovSiice, Nechvalin mit ^eletice, Neuhiibel, Neu - Sykovice, Ober- 
Pavlovice mit Nieder - Paylovice , Pa^etluky , PrakSice , Bosswald mit Full- 
stein, Rikoyice mit Oujezd, Schlakau, Slapanice mit Jifikoyice , Schonstein 
mit Hertice, Sedlnice, Skaliika mit Nikloyice, Straiovice, Stubendorf, Styo- 
lovA, T^gnoyice mit Barice, Troubky, Trnayka, Turas, Waltersdorf mit Ditters- 
dorf, Yaailko, ViSkoyice, VSechoyice mit Proyodoyice, Zdbfeh, 2a6oyice 
mit Skalka, 2elc. 3. das Afterlehen des Olmiitzer Eapiteldechanten 
Sucholazec. 4. das Breslauer Afterlehen bestehend aus dem Gute Y16ice, 
dann dem Burglehen Weidenau, Erautenwalde and drei Lehenshdfen. 

Mandf3*r legend, ay. Prok. contractum ex monastir =r monasterium, 
Eloster. 

Marbnreiti, den Process yerrathen: ^a ti ponS marbur^fS^ start 
Hkali pre zrazujeg ai. 1569 ^as. 6. M. 1829, Heft 4 p. 53). — Yid. marburk. 

Marburk: „2e Dupoyec otci jeho Marburky ddyal .... iehy otec 
tvuj marburk byl, to jsem nan v hrdlo Ihal** (En. ouzkd 207 b); — bei 
Jungmann = pre zrazoyati. Die Qenesis dieses Schimpfnamens ist bei Emler 
Reliq.. I. 168 p. 90 zu suchcn : poneyadz on Petr z Renec nafekl jest Jin- 
dficha z Drahobuze zrddci Marburskym a toho jest ni6fm2 neproyedl, nez 
on Jindrich stoje po sye eti nechtSje toho na sobS a na syych detech ne- 
chati, ukazal jest sluSnd sySdomf, ie jest ti chyfle, kdy2 jsii Marburk ddyali, 
yezn^m jsa sedel na jinem zamce ye Eddnite y t££kem ySzeni a ie jest tu 
nebyl, kdyz jsii smliiyu na Marburce d^lali*^ (ai. 1493) bezieht sich wahr- 
Bcheinlich auf die Abtretung der deutschen Ordensfeste Marienburg durch 
den Orden an die bohm. Soldner, welche 1457 die Burg sodann an die 
Polen ubergaben. 

Mareelly: osmndet tolarfi na ieskych grofiich a marcelHch (Act. 
01m. 1550 — 1580) die alte yenetianische Silbermiinze Marcello oder Mar- 
cell a no, die 1550 zuerst gepragt wurde, 15 lothig und woyon 7272 = ^fark. 

Marec = Martins, Marz. 

Marek, Marei, Marik = Markus. 

Maria, matka Boil, blahoslaveni^ panna Maria, mater dei, 
beatissima yirgo Maria; die Marienfeste sind: 1. Hromnice, Hromnic, 
Hromni6nd purificatio, occursus, obyiatio vnanirtTi^ Frauentag Lichtweih, 
Eerzweihe, Lichtmesse (2. Februar); der bohm. Name stammt daher, dass 
man die an diesem Tage geweihten Eerzen bei Gewittem als Schutzmittel 
gegen das Wettereinschlagen anzuziinden pflegte (hrom der Donner, daher 
bromnice die Donnerkerze): hromnice sy^tf, aby lide nesli je ku cti syat^ 
krdloyny, liyod jejf pamatujic. A tak6 prosi kostel syat^: kdeiby kdy byly 

10 



1 



^ 146 -^ 

rozejieny t domfch, aby tu nem61 i&in6 moci dabel. Proto^. kdyz hfima, 
sluif je roziioi, aby pro kosielnf prosba hrom nemohl u&koditi (Stft. ed. 
Erb. 309); — ten den pfed Matkd Boil Hromnic (Arch. 6e8. 3, 524) 
pred hodem M. B., jea^to slove Hromnic aneb uvod M. B. (ibid. 4, 41) 
2. Eofennd frauentag der wurtzweihe, als man in der kerke wurze wihet, 
assumtio, Maria Himmelfahrt (15. Aug.), weil an diesem Tage Erauter und 
Wurzeln geweiht wurden. — 3. Na nebe, na nebesa vzeti oder vzne- 
8en{ Frauentag, als sie ze himmel fuhr, M. Bimmelfahrt. — 4. Narozeni 
natiyitas, M. Geburt (8. Sept.). — 5. Navstivenf processus, visitatio, als sie 
uber dat gebirge ging, da sie zu ihrer base quam M. Heimsuchung (2. Juli), 
auch navStivenf Alib^ty genannt (vid. navStivenf). — 6. ObetovAnf prse- 
sentatio, introductio B. Y. in templum, frauentag als sie in den tempel quam, 
M. Opferung (21. Novem.): den ob^tov&nf M. B. do chr&mu (Arch. 2es. 3, 572). 
— 7. 06iSt6nf, OSiifovdnf purificatio , Heinigung, Liohtmesse. — 

8. Poceti conceptio, Frauentag als sie emphangen ward, M. Empfangniss 
(8. Dezem.): den a hod poceti M. B. v advente (Arch. Ses. 6, 465). — 

9. Postni annuntiatio, incarnatio domini, Frauentag in der Fasten, M. Yer- 
kiindigung (25. Miirz). Um bei Reductionen der Datcn Schwierigkeiten und 
Bedenkcn zu begegnen, ist im Augc zu behalten, dass, wcnn dieses Fest in 
die Osterwoche ficl , Eatholikcn und Utraquistcn dasselbe nicht auf einen 
gleichen, sondern jede Partci auf eincn anderen Tag verlogte ; so ficl z. B. 
M. Yerkiindigung im J. 1514 auf den Osterdienstag, die Katholiken verlegten 
die Feier dieses Festes aufSamstag vor dem Palmsonntag, die Utraquisten 
auf den Montag nach dicscni Sonntage. Diescr XJmstand ist daher bei Re- 
ductionen der Datcn zu berucksichtigen. — 10. Semennd nativitas, Frauentag 
in der sat, da sie geboren ward, M. Qeburt, da an diesem Tage der zur 
Wintersaat nothige Samen (scmeno = semen) geweiht wurde (8. September; 
vid. Agend. 01m. 1723 p. II., p. 62, 65): jako semena svctili na svatii 
krdlovnu (Stit. p. 307) ; — pfed hodem narozenf Matky Bozi , ktere ffkaji 
Semennd (Kn. Tov. k. 53). — 11. Sneznd F. s. M. ad nivcs, Frauentag 
als der Schnee fiel, M. Schnee (5. Aug.) — 12. IJvod Liohtmesse (livod 
die Yorfiihrung der Wochnerin in die Barche). — 13. Yelikd, (auch krd- 
lovna velikd genannt) Maria magna, der grosse Frauentag, Maria Himmel- 
fahrt: u vigilii M. B. velik6 (script, rer. boh. 3, 110); Dobn. Mon. 1, 180 
Akg. erklart Maria magna irrthumlich fiir auBuntiatio. — 14. Zasnoubenf 
desponsatio, M. Yerlobung (23. Janner). — 15. Zeleni Frauentag der ¥nirz- 
weihe, Himmelfahrt, weil an diesem Tage das Grunzeug (zelenf) geweiht 
wurde. — 16. Zydstovdnf annuntiatio, Yerkiindigung. 



vid. Marek. 

Narkrabstvi , ein markgrafliches Gut , das als Lehen verliehen 
wurde: na to zyesti se nem62, ze je to markrabstvf (P. Bm.); — m. zpupne 
das zur markg. Eammer gehorige Out, das nicht durch neuen Anfall an 



— 147 -^ 

dieselbe kam und daher nicht als Lehen weiter verlieheo wurde: si eadem 
bona non sunt ex antique fundo Marchionatus Moray iee, quod vocatur in 
vu]gari zpupn6 Markrabstyf (DB. 11, n. 524). 

Marky, die Marken : a ▼ Marcfch (sic) vzali Landyberg a Strusberg 
(Vel. kid. 129); — od nfehoi potom Marky koupil (ibid. 158). 

Maria vid. Merla. 

Mafka = Maria Magdalena. 

Marketa, Markyta = Margaretha. 

Markovo bratrstvo, die Briiderschaft des h. Markus; tid. Markus. 

Markrabi star^, der alte Markgraf ; so wird Markgraf Jodok zum 
Unterschiede von seinem jungeren Binder Markg. Prokop genannt. 

Markus : ie iide od Markusfi toliko pro spatn^ zisk yyu^ovdni 
byli, tak ze nekteff na skoUch zjevnych sermoyali a Markusy se jmenovali 
(t'as. 6. M. 1848 p. 307); — kdyiby svobodny Seimff od p6ra cht61 b^ti 
inistrcm dlouheho niece a k pot^^kdni zkusebnimu zddneho mistra a bratra 
tovarysstva sv. Marka v urciti^ ^as ncbylo (ibid. 312); — ein Mitglied der 
Feelitorzunft, welche Marxbriider genannt wurden. Sie batten ihren XJr- 
yprung in der Tleichsstadt Frankfurt, fuhrten aucli den Nanien der Briider- 
schaft des h. Markus von Lowenberg; auch hiessen sie nach der Waffe, 
mit welcber sie fochten: die Meisterfechter vom langen Schwerte; 
im Wappen batten sie einen Lowen. — Vgl. fedrfechtlr, mistr dlou- 
heho mc6e, svobodn]^ Hermir od pera. 

Marsaiek zemsky, der Obcrstlandmarschall des Konigr. Bohmen, 
einc AVurde, die nur mit einer Hcrrenstandsperson besetzt werden konnte. 
(LO. 1564, fol. 10). Er hatte in Streitigkeiten der Hofbediensteten nnd 
Fremden, die sich am Hofe aufhielten, Entscheidungen zu fallen; bei der 
Kronung trug er dem Konige das geziickte Schwert vor und war unter den 
huchsten Landesbeamten dem Range nach der dritte (ibid.) In Mahren 
hiesa er 

Marsaiek kralovsky oder M. Cesiky und hier gehorten vor sein 
Forum namentlicli alle Processe beziiglich des Adelsrangcs, die yor dem 
MarechaQe unter Zuziehung mehrerer Herrenstandspersonen verhandelt wurden 
(Kn. Tov. k. 220) : ^coz putek jest v teto zemi a cti se koho doty^e a kto 
nareen bude, bud pdn za panosi, neboli zeman za chlapa, neb prostS kto 
chlapem nebo zradci neb zlyra synera nazvan bude ~ ta nar6eni maji se 
pfed nim vyvoditi. A on ma pfi torn mfti pdny i jine dobre lidi, bud v 
Praze neb u sebe neb kdez rok tonm slozi." Auch waren ihm Lehenstrager 
untergeordnet (ibid.) ; doch ist dariiber, sowie iiber den beziiglichen Lehens- 
hof, dor in Mahr. Eromau seinen Sitz hatte , nichts naheres bckannt. Im 
mahr. Landtage sass der Marschall gleich nach dem Landeshauptmann. Seit 
dem Ende des 14. Jahrd. war dieses Amt in der Familie Lip& erblicb. 

10* 



^ 148 -- 

Marta die Marter, Folter: iide ie dad( 15 tolarfl, aby marty prizdni 
byli (MS. LA. M. VIH. 44). 

Martinek demin. von Martin 1. die Dicnstleute, welcbe um Martini 
den Dienst verlassen. 2. ein auBgelassener Mensch : v ned^li po sv. Martinu 
Martinkove a selskd chasa uderili na domy iidovsk^ (Yel. kal). 

Mi^ry obecni, tovarysski die Folterbank. 

Mariana Sonntag vid. Morana. 

Masnice, macellum Fleischkram (P&h. Brn. 1480 65 b). 

Masny kri^ni die Fleischbank. 

Masopnst der Fascbing, die Zeit, wo Fleisch gegessea wird, po- 
slednf masopust die drei Tage vor der Aschermittwoche (in Mabren ostatky 
genannt, yid. dieses); es bedeutet daher nicht, wie manche irrig glauben, 
die Fastenzeit; namentlicb irrte Voigt, indem er masopust fur zusammen- 
gesetzt erklarte aus maso caro und p&st die Faste jejunium, indem maso- 
pust vielmohr zusammengesetzt ist aus maso und pustiti laxare, leyare 
und wahrscbeinlich eine Uebersetzung des mitlat. carnelevamen: ^ba- 
chanalium dies Italis carnevale seu tempus carnes comedendi** (DC); vgl. 
^carnem lax a re, tempus, quo carnium esus laxatur, seu eis vescendis 
finem imponunt fideles." (ibid.) — vgl.^p6st. 

Masek dem. de Mach ^= Martin. 

Matej = Mathias, oft mit dem Beisatzc v postS (M. in der Fasten 
z. B. SRB. 3, 113) da in bohm. wie in deutschen Urkundcn haufig eine 
Verwechslung der Namen Mat bias und Mathaus eintrat. 

Matka: za dv6 matky a 4 poloube£ky (MS. 01m. 1616) das 
(Mutter-?) Fass. 

Matous = MathftUB. 

Matka Bozi vid. Maria. 

Matura, Matnrie die Frubmesse: aby zfistdvali pfi matui^e (Schr. 
der bist. stat. Sect. 12, p. 13); — m§e svati slove maturif (Cas. 6. Mas. 
1845 p. 114); — sluzby Boif, kter^i matury jmenujeme. (ibid. 116). 

Matyad = Matiiias. 

Mazaneinik der Euchenbacker: mazane^nfkovi za mazance a ko- 
l&6e. (MS. 1543.) 

Maianina: do srubu do mazaniny se podkopali (^as. i. M. 1847 
p. 614); — byli s nfm v srube v mazaning a co tu &frA a mdsla nabrali, 
schovali y bdji (ibid.) das Lebmwerk, die Lebmwand bei holzernen Hau- 
sem, litura. 

Mazati: k. kozeluh vyznal, ie koieluzi nemazali, ali byli Stumfiri; 
potom se srotili sevci a tak po^ali mazati a tak 6tumfdfsk6 femeslo se&lo 
. . . Sevci yyznali, ze sii se ko^cluhoye naucili mazati od toyarySuoy se?- 



— 149 - 

covskych . . • ale scvci nejsii proti tomu, aby ncmazali, neb jest to sevcuom 
poIehJenf (Cae. c. M. 1840 p. 175); — wahrscheinlich das Einschmieren 
des samischgaren Leders mit Oel odcr Thraa in der heisscn Oerbestube, 
wobei es gewalkt und dann schwarz, golb, griin u. s. w. gefarbt wird. 

M&ihiis : nidli h&ddn( na velikem mAzhiiza rathuzskem (SRB. 8, 
134); — vySel purkmistr na mazhiiz (ibid. 234), aus mith. maz Spcise und 
hus Stube, Saal, Ilaus; daher mazhiiz coenaculum, triclinium. 

Micek der Namensvctter (rad. me, imd). 

Mei 1. gladius das Schwort, der gerichtlicho Zweikampf mit dem 
Schwerte: quod vulgariter vocatiir moczo, kyj, voda etc. (CD. 8, 149 ai. 
1252); — z hlavy prAvo s meci sedati (Kn. Roz. cl. 184). Auefiihrlich 
handelt dariiber Ord. jud. terree Arch. c. II. — 2. wie im deutschen Symbol 
fur Mann: Icno po moci oin Manns- (Schwcrt-) lohen; pfitel po me(5i der 
Schwertmagen; po mo6i poslcdni rodu der letzte mannliche Sprosse. — 
vgl. pfesliee, vfeten. 

Mediy: tkanicc zlate a stfibrno, knofliky zlat(!» i jinc stefky, medaje 
.... (Sngm. p. kn. 1G07 p. 294) die Medaille. 

Uledaf der Waldbienenzuchter, Ilonigbauor apiarius, mellificator ; 
sie bildeten in manchen Gegenden eine eigene Zunft , z. B. in Wal. Me- 
zefiC: kdoiSby medafem b^ti cht61, m& so lamfoitu ohlasiti (Pam. kn. Val. 
Mez. MS. LA.). -- Ygl. Brf, Brtnib, Lamfogt 

Midinice das Giessbecken, Hand- Fussbecken. 

Mednik vid. Medaf . 

Medotekoaei otec =r s. Bernardus mcllifluus. 

Meches die Mauth, welche jeder ubcr die Pragerbrucke gehende 
Jude zu zahlen hatte. 

AKkyua = tluc der Schrott in der Muhle: pffjem za prach, otruby 
a mekyny (MS. LA). 

Heliebar. = Melchior. 

Membri^n aus dem lat. membrana: strany zpravenf berng, kdy by 
ji oufednfk ode mng, pon^vadi jsem mu jii membr&ny poslal , zpraviti m§l 
(List. iter. 2, 389) ein aus Pergament- oder Papierblattem zusammenge- 
legtes Register. 

Nena das Miinzwechsleramt : v na§ich m^stech yeksle nebo mSny 
8p6sobiti (Arch. 6, 4, 438). 

Mendieek (demin. von mendik) mendicellus der kleine Bettel- 
student: ie se na mendi6ky chude mtilf pozor ddvd; co by se meli uCiti, 
ie se hned rdno toulajf a iebff. (Pam. arch. 1873 p. 804). 

Mendik vom lat. mendicus 1. Bettelmonch: tu mendfk, nedayno 
vriv^ a nahy, jiz hol;|^ a do kdpe oblefieny (List. iev. 3, 12). 2. der Bettel- 



— 150 — 

Btudent, der maDchmal zu verschiedenen Verrichtungen Ycrpflichtet wurde: 
porouieti mendikum, aby se rano a na vecor na klekani zvonilo (Schr. d. 
hist. 8tat. Sekt. 12, 77); — aby pak skola a lektof v cistote se chovala, 
vzdycky se nekolik Skolometu pfichovAvalo, jimzto u6cni mendici, sprosty 
pak lid mendlici fjkali. (Pam. Kut. 226). 

Nendlik vid. Mendik. 

Menhard = Meinhard. 

Menrad, Menrat nom. viri Meinhard. 

Mensi soud vid. soud zenisky. 

Merliovany : aby postav nebyl merhovan^ neb pnihat^ ani pro- 
m6nn;fini litky tkan^ (Gas. (S. M. 1839 p. 227) gestreift virgis distinctnin, 
varie virgatum; vgl. lit. margas, versicolor, mdrginti = bohm. merlio- 
vati buntgestreift machen. 

Hific zenisky der Landes-Geometer, der verordnete Landmesser, 
mensor publious; er war dem Oberstkammerer untergeordnet, beeidet und 
hatte beim odhad die Vermessung der gesehatzten Objekte vorzunehmen : 
m6rici zemsk^mu od Idnu dMiny odmefenl 20 gr., od Idnu lesu pul kopy 
gr. i. (ZHz. Vlad. A6. 5, 102 n. 166). 

Misieni tributum, quod oroni mense solvitur die monatliche Abgabe: 
mSsfcn^, komfnov^, Mnove (MS. Ostrau 1710). 

Medio: vdickni Oplo^ti jsou povinni na louce naS{ seno na meslu 
svem obraceti i take z t6hoi mesla sveho do dvoru naSeho seno sv^sti ... 
jsou povinni k tarasuom rybnfkuov z lesuov nasich Lobodsk^ch k meslu 
8v6mu voziti a to meslo opravovati (Priv. Tov. f. 87). Nach diesem Citate 
bedeutet meslo offenbar einen Theil pars und zwar den Theil einer AViese 
und den Theil einer Terasse. Jungmann sagt : „me8lo ein ausgemesseneti 
Stiick Peld, aut den Teichen, ferner ein abgemessenes Stiick Leder bei den 
Schustern und Lohgarbern.** Hiezu sei bomerkt, dass m. ini Sprachgebrauche 
mancher Gegenden auch den Theil eines Lattenzaunes oder Zaunes uber- 
haupt bedeutet. Ueber das Etymon ist die Entscheidung schwer ; konnte 
man das Wort in Verbindung bringen mit m e t a t i werfen, namlich das 
Loos, so dass meslo den durch Werfen des Looses erhaltenen Antheil be- 
deuten wiirde, dann stunde der Ableitung des Wortes meslo von metati 
(fltatt metslo) nichts entgegen, da der Ausfall des d und t vor s nicht 
selten ist. Oder soil man an das deutsche mess en denken, woven das dial, 
das Massl stammt; sollte aus dem letzteren das bohm. Wort durch Um- 
laut des a in e entstanden sein P 

Mesny: v pivovdfe kid velikd mfesnd (Invent. Pernst 1490) das 
Scheuerschaff, der Scheuerbottich. 

Mesne, das Messgetreide (zum Backen der HostimP). Jungmann 
fuhrt kein Citat an, auch mir ist keines bekannt; vgl. im poln. bei Rzj- 
I. 340: missalia seu annonse, alias meschne. 



— 161 — 

Mteta kralovska aach Jcho Milosti Eralovske mesta atavu uz(ya- 
jici (== die Standschaft gcniesBenden Stadtc) die koniglichen St&dte, repee 
urbes , wolche in Bohmen den >lritten , in Mahren den viertcn politischen 
Stand ausmachten. Sie standen untor kciner Qrundobrigkcit , ihr unmittel- 
barer Ilerr war der Konig, der sie durch den Landcsunterkammerer, was 
die Wabl des Stadtrathes und Stadtrichters u. s. w. anbelangt, controlliren 
Hess. Durch Verpfandung oder Verkauf geschah os allerdings, dass manche 
dieser Stadte aufhortcn koniglich zu sein und dass sie unterthanig wurden. 
So erklart es sich, dass z. B. in Mahren noch zu Anfang des 15. Jahrhd. 
Eibenschitz, Littau, Prerau, Pohrlitz und nooh andere unter die koniglichen 
Stadte zahltcn, wahrend sie zu Endc dieses Jahrhd. bercits unterthanig 
waren. Prerau versuchte es zu Endo des 16. Jahrhd. durch Loskauf von 
der Qrundobrigkeit wioder frei zu werden, aber es gelang nicht; glucklioher 
war Qaya, welches sich um 1548 von der Obrigkeit loskaufte und im 17. Jhd. 
durch den Eonig unter die konigl. Stadte aufgenommen wurde. Die konigl. 
Stadtc bildeten im Landtage cine eigene Kurie ; sie besassen die Landtafel- 
fahigkcit. Doch waren die Vorstadte von diesen Rechten ansgeschlossen, da 
sie grosstentheils entwedcr der Patrimonialgerichtsbarkeit der Stadt oder 
anderen Dominion untergeordnet waren ; schon die Urkunde K. Wenzels fiir 
Brunn ai. 1243 definirt den Stadtbiirger als den, der innerhalb der 
Mauern und Wallgraben wohnt : quicunquc civium infra civitatis ambitum, 
hoc est infra fossatum et murum (CD. 3, 12); und in Zip. ^er. heisst 
es : ti, ktefi maji dvory na p?edmSstech, 44dneho prdva k mefif anstvi nemajl, 
jestlii^e v okrsku mSsta nic nedril^( (1, 90); — usoudili jsme, ponfivadi pfed- 
mesfaa^ poddanf jsou a stavu neu^.ivajf .... (1, 254). In Bohmen werden 
zu yerschiedenen Zeiten als konigliche Stadte erwahnt: Prag, Kuttenberg, 
Pilsen, Kounm, Bydiow, Odslau, Budweis, Tabor, Moldautein, Aussig a. d. E., 
Berann, Pisek, Prachatitz, Klattau, Mies, Taus, Rokyzan, Saaz, Brux, Laun, 
Eadan, Rakownfk, Schlan, Leitmeritz, Eger, Ellbogen, Melnik, Hohenmauth, 
Nymburg, Eolin u. s. w. In Mahren die noch jetzt koniglichen Stadte: 
Brunn, Olmutz, Znaim, Iglau, Ung. Hradisch, Mahr. Neustadt, Gaya ; friiher 
noch: Eibenschitz, Pohrlitz, Littau, Prerau, Goding, Bisenz u. s. w. 

Misteeko wortlich das Stadtchen, speziell der Markt flee ken: 
aby jii pi^edfecend Nosislav ne yes ale mestejfko slouti mohlo .... a 
pongvadi^ jind m6ste6ka nade ysi obecne jarmarky a trhy vysazeny jsou . . . 
(MS. LA.). 

Medecnik: mistri kteff mSSce delajf, der Taschner (Cas. 6. M. 1839 
p. 238). 

Nesnik, Messpriester, welcher keine bestimmte Pfriinde hat. 

Met, der Muth, ein Getreidemaass ; einmal fand ich den Muth zu 
32 Metzen: ode mta, kteryi^ 32 merice ma (ddyaji se) miyndfi 2 m^fice 
obili (Urkd. 1490). 



— 152 — 

Metek demin. von met: ovsa tfi metky, jedmene pit metkfl (MS. 
Pro88. 1545). 

Metovan^ : kofiilf, iechlflv, vSncflv, faciinflv i jin^ch v8cf rozli6n;fch 
metovan^ch (SRB. 3, 244) gewirkt, gewoben? (ilunkem tkadlec po zemi 
n em etc, aby poutce nezurAJel). 

Meze, die Granze, in Mat. Yerb. : meza porca inter duos sulcos 
terrse eminens der Streif, welcher zwischen zwei Aeckern ungefurcht bleibt, 
der Rain; von mezi, altsl. mezda inter, zwischen. — Vgl. vynizda. 

Mezni, was zur Qranze gehort; m. prdvo das Recht der Granze, 
der an der GrUnze oder in einem Processe um dieselbe abgelegte Eid; — 
m. soud das Gericht in einem Granzprocesse, welches in Mahren znr Eom- 
petenz des Landrechtes gehorte , wahrend es in Bohmen durch den Prager 
Burggrafen ausgeubt wurde. Aus den bezuglichen Quellen ersehen wir, dass 
sich bei dicsem Geiichte viel alterthiimliche Formen erhalten batten, woYon 
wir nur den Eid der Zeugen an der strittigen Granze selbst erwahnen woUen. 
Zu diesem Zwecke wurde an dem Orte , wo die Granzbegehung anfangen 
sollte, eine Grube gegraben, in welcher die Zeugen baarfuss, im blosses 
Hemde und unbedecktcn Hauptes niederknieen und den Eid ablegen mussten 
(En. Dr. p. 60. Jak. Mensik p. 58). Jakob Men§fk gab diesem Yorgange 
allerdings eine christliche Deutung; aber cs ist kaum zu bezweifeln, dass 
wir hierin cine Erinnerung an einen uraltcn Yorgang zu erblicken haben, 
wobei der Rasen, drn, eine grosse Rolle spielte. Bekannt ist es, dass die 
Romer und Dcutschen bei Processcn Zeugenschaft ablegten, indem sie das 
Haupt mit einem Stucke Rasen bedcckten (8af. Staro2. 52; Bohmes Beitr. 
5, 141); auch die Slaven pflegten dasselbe zu thun (Mik. Lex.), wie sich 
denn auch derselbe Rechtsgebrauch bei den Skandinaviorn jBndet: g&nga 
undir iardar men (Gr. RA. 118). Beides, das Tragen des Rasens und das 
Graben der Grube deutet symbolisch an, dass der Zeuge die Wahrheit sagen 
wolle, wem der Grund und Bodcn gehort; vgl. auch hiezu die 6hrenechruda 
der Pranken und die herba pura der Romer; — m. v61 wortlich der 
Granzochs: similiter in occupatione metarum, si aliqui in judicium fuerint 
yocati et judicati, ad ecclesiam venditio redeat simul cum eo , quod dicitur 
mezniwol (CD. 3, 215). Erben erklart es durch masn;f y61 der Mastochse; 
es ist aber offenbar ein Ochs gemeint , welcher fur eine Granzverletzung 
als Strafe gezahlt wurde. Auch die decreta Bfetislai kennen eine ahnliche 
Strafe: qui in agris vel silvis sepeliunt mortuos, archidiacono bovem solvant 
(Scr. r. boh. 1, 112). 

Meziiik, der Granzstein, das Granzzeichen iiberhaupt; Tgl. hranice, 
kop, Hha, sddek, uro^iStS. — Zu bemerken ist der Ausdruck : sv^d- 
koY6 meznfku = die Zeugen des Granzzeichens ; man verstand darunter 
die unter einem solchen Granzzeichen in die Erde vergrabenen Gegenstande: 
imponentes eisdem acervis signa occulta (CD. 2, 15); — hrnec s uhh'm 



— 153 — 

a nSktere penfze do toho kopce zakopdny (pam. En. Lipn.); — das ist 
sein mit rayn und mit Qemerken , es Bind stain oder kolen , die man yn 
grossen hofen yn die erde grebt und steinhauiFen dorauff legt (MS. LA.). 

Michek nom. viri Nicolaas: MikuI&S jinak Michek. (Pflh. 1583). 

lllihulka, ein Gefangnissthurm der Prager Burg: ddn do Mihulky 
na hradS pra^sk^m (vgl. Pam. arch. 1874 p. 87). 

Nik, Nicolaus durch WeglaBsung der 2 folgenden Silben entstanden 
ahnlich wie im deutschen Klaus durch Weglassung der ersten; von diesem 
Mik sind hergeleitet: Miked, Miksik, MikSicek, Mikui, Mikula, Mikud, 
NikulAd = Nicolaus. 

MikalaSenci Nicolaite vid. NikulaSovsti. 

Mikulasovili. So hiess eine Fraktion der bohmischen Bruder nach 
ihrem Griinder Mikulas einem Bauer aus YIdsenic; sie hiess auch jednota 
pla6tiyd (die weinende Unitat), weil sie iiber die vielen Siinden in diesem 
irdischen Jammerthale hauiig Thranen zu vcrgiessen pflegte: Jestli^eby 
ktefi MikulasenStf anebo ti , kteiiz se jsou od Pikhartu odtrhli , kde se 
nalezli .... Sie erhielten sich in Bohmcn und Miihren bis ins 17. Jahrh. 
Im J. 1576 erschicn eine Confession dieser Sekte im Drucke, von der aber 
kein Exemplar bckannt ist. — Yid. Viaseiiecti und Slaniita. 

Mile, die Meile milliaiium. Das MS. im LA. sign. XU. f. 9, p. 408 
enthalt eine offizielle Angabe, wie die Meile zu messen sei : ^sest noh zdhon 
zsffi, tech 60 zdhonu zddli jsou jedny hony a tech 60 honu jest jedna mile 
zdeh' spravedliveho m§feni; prostrcdniho Cloveka nohii odmeffc provazec 
52 loktf neb 26 kroceju. Jftro neb strych tfi provazce, mfle drzi 415 pro- 
vazcuv.** — Mfle cesksi drzi v sob6 365 provazcuv (Pr. mfist. 39, 8). 

Miloat 1. der dem Landesherrn zukommende Titel: Jeho Milost 
(abgekurzt JM.) pdn nds. Aber auch von der Gesammtheit der Stilnde hiess 
es: Jich Milorsti pdni stayove, ebenso von den Oberstlandesoffizieren : Jich 
Milosti nejvyssi pani oufednici; femer vom Uerrenstande : Jich Milosti stav 
pansk]f, oder von einer Uerrenstandsperson, die dem Gremium der obersten 
Landesbeamten angehorte , falls ein Niederer zu ihr sprach oder an sie 
schrieb. — 2. die Gnade : md na milosti krdloy^ a pansk^ b;f ti (A6. 4, 543) 
= ist der Gnade des Konigs und des Herrengerichtes anheimgegeben. 

Miloafivi lito annus jubileus : 1394 bylo jest na YySehradS milo- 
stive 16to z Rima pfineseno (SRB. 3, 5); vgl. im deutschen: das gnade n- 
reiche Jahr und Gnade = Ablass. 

Mimoeliodnik, der Zelter : jednak na rychUm mimochodniku, jakych^ 
konf oby6ejn£ uzivdval (Pav. Skal. p. 335). 

Mina svata : sv^tili na sv. Jana (d. i. Joh. Evang. 27. Dezember) 
minu svatu (Stft. ed. Erben p. 307). Es ist hier allerdings wahrscheinlich 
das Weihen des Johanniskrautes hypericum perforatum (Johannis amor) 



— 154 - 

gemeint; aber der Ausdruck selbst beweist, dass die Johannos-Minne 
oder das Trinken des b. JohaiincsBegons auch in Bohmen Eingaog 
gefunden hatte. Und 8omit ist die Erklarung nicht uuBgeschlossen, dass unter 
mina svatd auch der Wein selbst gemeint sci, den man zum Tranke 
dor Johannesminne vcrwendete. Das "Wcihcn des Weincs an diesem Tage 
war ein durch ganz Mitteleuropa verbreiteter Gebrauch und dieser Wein 
gait als Mittel gegen Vergiftung, weil jener Heilige nach der Legende Gift, 
ohne Schaden zu nehmen, trank. (vgl. Gr. Myth. p. 52 ffg). 

Uliucmistr der Miinzmeister, ein landcsf. Beamte , welcher die 
Miinzpragung zu bewachen hatte ; in Bohmen namentlich der oberste Beamte 
des Miinzregales in Kuttenberg, der nach der LO. 1564 auch aus dem Ritter- 
oder Biirgerstande ernannt wurde: nejv. mincmistrove maji tu na horach 
Kutndch residenci a ddvaji se jim mime jine pfipadnosti z mince tu na ho- 
rdch kazdeho tehodne 10 kop. gr. (Cas. c. M. 1828. III. 31). In Mahren 
gab es nur dann einen Miinzmeister, wenn das Land einen eigencn Mark- 
grafen hatte. 

Uliuiti: paklibychom k nim i k jich zbozi co mfnili, tehdy jim 
mdme ctyfi nedelc napfed ddti vodeti nasim listem (Arch. c. I. 195) einen 
Anschlag im Sinne haben, einen AngriflF vorhabon. 

Miniice, Miiiuci der Ealender : ze (kantori) s malovanou minuci 
velice se zancprdzdnuji a sacrse lectiones ia se nectou, jen s minucf se pa- 
raji, bez 6cho b;^ti nemu?.c (Pam. arch. 1873 p. 804). Jungm. leitet das 
Wort von minutia = minuta; merces her, so dass m. anfanglich einen 
kleinen Kalender bcdeutet hatte. Oder waren illustrirtc Ealender gemeint 
(malovand minuci), so dass das Wort von miniatura die Miniaturmalerei (von 
minium der Menning) stammen wiirde ? — vgl. Minimenfarbe. — Dass aber 
die Schulmeister sich so eifrig mit dem Malen der Minutien beschaftigten, 
hat s6inen Grund darin, weil sie dieselben im Advente den Schiilem gaben, 
um die Eltern an die gewohnlichen Weihnachtsgaben fiir die Lehrer zu 
erinnern. 

Mir 1. im Stadtrechte = dem deutschen Priede, die Einzaumung. 
2. der Priede pax, daher : mfru llbdnl der Friedenskuss, vid. pacem. 3. ein 
Personenname = dem deutschen frid : Nedamfr = Unfrid, Ljutomfr = 
Grimfrid u. s. w. 

Mira 1. das Mass, der Metzen. Es gab in Mahren den Olmutzer- 
und B runner- Metzen; jener war kleiner, dieser grosser: ale to na malii 
mfru Olomuckii (Kn. Tov. k. 68) ; — a kde2 by byl plat ospov;;^, tehdy md 
pocftdna b^ti mSfice mivy velke po 6 gr. ... a mens! mSfice m(ry Olo- 
miicke po polovici toho (zffz. zem.); — deccm modios Brunensis mensur® 
(ai. 1366 CD. 9, 353). Doch war ein haufiges Schwanken in der Bestimmung 
dieses Maasses: na tu nyn^jsf velikou miru Olomiickou (ai. 1568 Priv. 
Tov. p. 107). Zu Ende des 16. Jhd. wurde der Briinnermetzen ale Normal- 



— 155 — 

maass eingefuhrt: v zemi t6to jednostejnd mSfice hfti. m&, totiz takovd, 
jaki Brnenskd raira vyndsi (ai. 1606. List. ier. 3, 45); — im J. 1638 wurde 
wiedcr der Olmiitzer Metzen als Normale festgestellt. (Schr. d. hist. stat. 
Sekt. 12, 430). Der alte mahr. Metzen = 1-5 niedost. Metzen. — 2. v t^to 
mffe in dieser Zeit nsQl to^ xaigov: v teto mife pfi sobS lid! nemame, ale 
kiji k ndm pfijdu, nezapomenemf tebe (ai. 1462); — lidmi vojensky y te 
raffe nehybaj. 

Mirnik der Yennittler, Schiedsrichter, amicabilis compositor: mir- 
nfci a T^fmluvci na strand Stesla (MS. LA. M. VII. 20 p. 46). 

Misto = z. B. pfsaf, sudf, hejtman, komornik der stellvertretende 
Beamte des Oberst-Landschreibers, Richters , Hauptmannes, Kammerers, 
auch Vice-Landschreiber u. s. w. genannt ; die nahere Erklarung daher 
unter den Schlagwortern hejtman, pfsaf, sudi u. s. w. nachzusehen. Yergl. 
aber mfstodr^fcf ufadu. 

Mistodrzici ufadu der Stellvertrcter eines der obersten Landes- 
b^amten, den der oberste Landesbcamtc in seiner Yerhindcrung zu bestim- 
men das Recht hatte. War aber kcin wirklicher Beamte fiir eines der 
obersten Landesamter ernannt, sondern nur sein Stellvertreter, so konnte 
dieser eincn Stellvertreter fur den Fall seiner Ycrhinderung nur dann er- 
nennen, wenn das Landrecht eroflfnet war : kdyby se trefilo, zeby kdo mfsto- 
iriici nejv. liradu byl, ten ze jin6ho ndmestnika svcho postaviti nemfiie, 
le6 po zahdjeni soudu." (Zip. ^er. I. 11). Nur der Yicelandschreiber scheint 
ein stlindigos Amt gewosen zu sein. 

Mistodriitel^, Mistodrzitelstvi die konigl. Statthalterei in Prag, 
ein Amt, das nur dann fungirte, wenn der Eonig sich nicht im Lande auf- 
hielt. Zu diesem Zwecke ernannte der Eonig Personen nach seinem Be- 
lieben zu Statthaltern, deren jeder der Titel mfstodri^itel zukam; ge- 
wohnlich waren es Mitglieder der obersten Landesbehorden , denen noch 
mehrere Herrenstandsmitglieder, gewohnlich 6, beigegebcn wurden. TJnter 
Ferdinand 11. wurde aber dieses Amt eine standige Institution, welche der 
Hofkanzlei untergeordnet war und die Weisungen derselben auszufuhren 
hatte, wobei es eine dreifache Expedition gab: locumtenentia, ubi mere pu- 
blica tractantur, habet expeditiones ternas, bohemicam, germanicam et 
militarem. 

Mfstopfsaf vid. pisaf zemsky. 

Mistosudi der Stellvertreter des Oberstlandrichters. 

Slistr dlouhiho niece der Meisterfechter vom langen Schwert: a 
drive neiliby kter^ za mistra dlouheho mece ufinSn byl, ma ve vsech sedmi 
a zmuiil^ch zbranich sermovati (6as. c. M. 1848 p. 305). — vgl. Markus. 

Miadenei svati innocentes: 1415 den sv. mlddencov = 28. Dez. 
1414 (Arch. L I. 197). 



— 156 — 

MlacHitka Innocentes Arch. i. I. 319: ten ponddli po mladdtk&ch 
1489 (parvuli innocent es Binterim). 

JMIadkovstvi die Stellang des jungsten Meisters in der Zunft: a 
V cechu jako mladsf aby odbj^ati povinen byl, pokud jeho z mlddkoYBtvf 
jiny nevyavobodf. (Wal. Mes. Stadtb. f. 29 b). 

Mladdi = mladsf uradnfk wortlich der jungere Beamte; der 
einem obersten Landesbeamten untergeordnete, dann der Beamte des klei- 
neren Landrechtes : tito ctyfi lifednici, najvySsf komornik, Bud{, pfsaf zemsky, 
purkrabi maji pod sebii svc mladsi; komornik jcdnoho, jeni slove komomi 
drub, sudi jednoho, jen2 slove podsudek .... a ti vSichni mlazsf sT^ch 
p&n6y jsii fflseini^ aby chud^mu i bohat^mu praydu 6inili. (Jir. Cod. j. b. 
III. 2. p. III.) ; — najvySsf komornik . . . komornfky mlazM m& v 8v6 moci 
(Ondr. z D. Arch. 6. 2, 485) ; — dokudi lifad ve§ken nebo jich mlaz§( sedf 
(ibid. p. 484). — vgl. komoriiic druh. 

Mlaisi vid. MladSi. 

Mlcenec willkiihrlich gebildet von ml^eti schweigcn: lepsi ml6enec 
nez volanec, besser der Schweiger als der Schrcier (bei Srail FlaSka V^b. 
I. 846. V 13). 

INIiciie (von mloko, die Milch) die Einnahme fur verkanfte Milch 
und die daraus verfertigte Butter und Kase : mlecne z dvorfi af se zapisuje 
kaidf tyden, co se mdsla, syraudela v kterem dvofe. {Cas. c. M. 1835 p. 280). 

Mluviti 1. fiir etwas, in einem bestimmten Sinne sprechen, stimmcn: 
tito pdni k tomu a tito k tomu mluvi (Kn. Tov.); — po pro2alovAn( pocal 
k 8ve veci mluviti (Zdp. ilier. I. 48). — 2. od nekoho mluviti , die Sache 
eines Anderen im miindlichen Processe vertreten: prokurator cisarsk;^ vedle 
povinnosti 8v6 od nich mluvil, (Zap. 2ier. I. 14); — ie nemd ^ddneho, kdoby 
od neho mluvil, aby pri od n6ho vedl (ibid. 189). 

Mlynafsky soud, wortlich das Miillergericht, von Stransk^y resp. 
b. p. 514 judicium ripense genannt; ml. s. Miillergericht wurde es 
genannt , weil es aus Prager Miillem zusammengesetzt wurde ; Stransk^ 
sagt daruber: jus ripense cognomentum ex eo sortitur, quod in eo de flu- 
minum eluvionibus, alluvionibus, molendinis, pontibus, aquseductibus , deriva- 
tionibuB, septimentis, immissuris, operibusque aquaticis caeteris, in finitimo- 
rum injuriam factis, cognosci statuique consuetude est. Adhibentur huic 
judicio adstricti sacramento speciali molitores pragenses et de causis id genus 
ex opificii, quod tractant, disciplina, experientia, consuetudlnario jure, sue 
et majorum judicatis, in loco ubi innovatum quod est, quod sequum videtur, 
pronuntiant." Und das Vademecum p. 78: „Der Qeschworenen LandmuUer 
Amt, prdvo pfiseznych zemsk^ch mlyndfuv, constitaitur a magistratu And- 
quourbensi solum, olim judicium ripense nuncupatum, quod agit ratione eleva- 
tionis aquarum, cataractarum, molendinorum etc.*^ 

Mlyniali locus molendini (DB. 12, 783). 



^ 157 ^ 

Mnieh, der Monch, serf der graue (Cisterzienser) , cerny der 
schwarze (Benediktiner, Augustiner u. s. w.), bfl^ der weisse (Pramonstra- 
tenser), zrzay^^ der rothe (von der rothbraunen Kutte der Franziskaner und 
Eapuziner, Gas. c. M. 1849, I. 72). 

Mni&ka monialis. 

Mnlssk^ peniz, das MonchBgeld, d. h. umsoiiBt = deo gratias 
(6a8. 6. M. 1829 IV. p. 61). 

Moo 1. potestas, facultas : z muci kr&loYsk^, - yyslali jsme s plnii 
mocf mit Yollmacht; bratHm neb jin^ pf&tel6m v moc d&ti; — ie jest 
nem^l t& moci na statek jeho se dlui^iti; — 2. = ndsilf Gewalt: bral mi 
mod seno na lukdch (Pub. Br. 1447); — aby i&diif ^ddnemu mocf nepfe- 
k&iel (Landfriede 1412); — ,,a moc jest zastavena ndsili iinicfmu ne n&sili 
odpfrajfcfmu (VSeh. III. 23); — ze mi drzf pravii mod vfino.** (P4h. Brn. 
1406 f. 22). 

Moeerina (von mokr^^ nass) der Anger: za kus pase^isk, jednu 
{trrt mocefin (MS. Hochw. 16. Jhdt.) 

Moeni pfestati gewohnlich in der Yerbindung: ndlez na mocn6 
pfestanf, jenes XJrtheil, welches nicht das Landrecht, sondern der Landes- 
hauptmann, dem von den Parteien die Macht hiezu gegeben wurde , fallte. 
Daher die Ausdrucke: mocnfi pfestali na N. N., die Parteien unterwarfen 
sich dem Ausspruche, also gleichsam Machtspruche : pakli by dobrovolnym 
jedn&nlm nemohio sroyndno b^ti a strany by fia p. hejtmana mocnem roz- 
sudku chtSly pfestati .... a jestlif eby kterd strana nechtSla na p. hejtmanu 
mocn6 pfestati .... (Snem p. Kn. I. 102). In der Uebersetzung einer bohm. 
XJrkd. ai. 1547 (LA. Bruck L. I. n. 54) wird: na mocn6 pfestdnf na mne 
durch : ,,auf starkes Gutachten an mich^ wiedergegeben. 

Moeni pfijfti na nekoho die Parteien vcreinigten sich , um durch 
bestimmte Personen den Streit endgiltig entscheiden zu lassen: s td jistii 
pff byli sd mocnS pfi&li pfed . . . . i podvolili sd se mocng s uobd strand 
(A6. I. 138); — ie jsme mocne pfiSli a pfichdzfme na S. z. R. o ty v6ci 
a coi kolivfik nds zvolenec p. 8. mezi ndrai vyfkne a vypovl, na tom chci 
dosti mfti po vyr^enf i hned i potom a slibuji to zdrieti svd y^rd 6istd 
beze Isti (ibid. 143). 

Mocn^ list, der Machtbrief, namentlich jener, mittelst welchem die 
Landesfursten das freie Testiningsrecht verliehen: ^porucenstvf nSkdy se 
iinl nSkdy na listy krdlovsk^ a k tomu rozumu to byvd, ze za zdrav^ho 
iivota neb na smrteln^ posteli ddti sve muoi, komu2 se jemu zdd" (Kn. 
Toy.); — ^kdoibykoli na mocn;^ list krdlovsk^ poru6enstvi udelati chtfil" 
(ZHz. z. 1545). Das auf Grundlage eines solchen Briefes ausgestellte Testa- 
ment hatte dieselbe Kraft, als ob es in die Landtafel eingetragen worden 
ware: mdm mocny list od JM. krdle, abych o statku svem mohla zffditi, 



— 158 — 

poruCiti etc. a to aby tak mocni bylo, jakoby podl6 Mdu zemd tito dskami 
zapsdno bylo (MS. LA. sign. M. VII. 14, fol. 30). 

Mocny porucnik vid. Porucnik. 

Modlak, der Gotzendiener : modlaci , jei^to se tocis modlim modlf 
(Bib. 1404 f. 141). 

Mohovity vid. movity. 

Moehcjr : ylasskd sukna harasy, fer§taty, mochejry (Lum. 1860, 
p. 879) der Mohair. 

Moudrost Boil festum sapientiae der 17. Dezember, weil an diesem 
Tage die Antiphone nach dem Magnifikat beginnt: o sapiential Jangm. 
Worterb. setzt dieses Datum unrichtig auf den Sonntag yor Christi Geburt. 

Morana (in der Eonigh. Handsch. Morena, in Bohmed jetzt Mo- 
rena, in Mahren Mafena, poln. Marzana) die Todesgottin der Slaven. 
Bei der Sparlichkeit schriftlicher Denkmaler aus der heidnischen Zeit Boh- 
mens ist jede Untersuchung uber die altbohmische Mythologie mit grossen 
Schwierigkeiten verbunden und was sich in dieser Beziebung feststellen 
lasst, kann nur durch Indaction und Vergleichung erreicht werden. Was 
Morana anbelangt, ist die Forscliung noch in eincr verhaltnissmassig gun- 
stigen Lage ; giinstig ist crstens der Umstand, dass in den Liedern, welche 
beim sogcnannten Todaustragen gcsungen werden, der in manchen Liedern 
vorkommende Ausdruck Morena, Mar en u durch die Worte smrfholka 
oder yerkiirzt smrtolka (d. i. die Todesjungfrau) am haufigsten aber durch 
smr£ (Tod) ersetzt wird, wodurch also die Idcntificirung Mor ana's mit 
smrf dargethan und die Eigenschaft der ersteren als Todesgottin bewiesen 
wird. Aber diese Identitat der Morana mit smrf. ist ein zweiter gunstiger 
Umstand fiir die Porschung, indem sich Volkslieder erhielten, in denen 
smrf als Personiiikation erscheint und mit alien Attributen eines yerderben- 
bringenden Wesens, das den Menschen grausam todtet, yersehen ist. So 
heisst es in einem Liede der SusiPschen Sammlung mahr. Yolkslieder p. 10: 
stfelila ho smrti — Stfelii pfeukrutnii — A pichla ho y srdoe — Pfe- 
yelice tiice (Es schoss auf ihn der Tod mit einem grausamen Pfeile und 
stach ihn schwer in's Herz); femer p. 11 zabodla ho y srdce (der Tod 
bohrte ihm in's Herz). Aus diesen Stellen lernen wir als Attribut der Mo- 
rana den Pfeil kennen, den sie auf den Menschen schnellt, um ihn zu 
todten ; dasselbe Attribut yindicirt ihr auch die Eoniginhofer Hdsch., indem 
sie yon dem yerwundeten Vlaslay sagt: Morena jej sipdse*) y noc cmii 
(Morena schnellte ihn mit ihren Pfeilen in die schwarze Nacht). Dieses At- 
tribut des todtlichen Pfeiles, den Morana auf die Menschen schleudert, fuhrt 

*) Dio ^ewohnlicho Lesearl; ist sypd&o, von einem weiters uicht belegten Worte sj- 
pati, cinschlafem ; ich leso sipaf^e die durative Form von Hipeti mit Pfeilen 
Bchiessen, cine Lescart, die ich an einem anderen Orte des weiteren erharten 
werde. 



^ 159 — 

uns auch auf verwandte mythologische Gebiete und zwar zunachst zu den 
Litanern, die unter alien Indoeuropaem den Slaven am nachsten stehen ; 
dort finden wir die Todesgdttin Giltinc, deren Namen, wie Schleicher nach- 
wiesB (Beitr. z. yergl. Sprachf. II. 129) yon g^l-ti stechen herstammt, 
(vergl. oben dieWorte des Liedes : stach in's Herz) so dass Giltini wie 
Mo ran a eine mit Pfeilen bewaffnete Gottin bezeichnet. Aber anch die nor- 
dische Yalkyrie heisst Geidrtful d. h. die lanzenwerfende, und ebenso 
ist Artemis als Todesgottin 'loxdcuga „die pfeileschiittende, pfeileschnellende^ 
Gottin. Das Attribut des todtbringendcn Pfeiles weist uns in weiterer Ver- 
folgung der vergleichenden Methode auf den Weg, auf welchem wir die ur- 
sprungliche Anffassung und Anschauung kennen lernen, die der Morana zu 
Grunde Kegt. Es ist die schwarze Gewitterwolke, aus welcher der zuckende 
Blitz niederfahrt, welcher den Getroffenen augenblicklich todtet. Das Bild 
des Blitzes ist eben der Pfeil, den die Todesgottin abschnellt. Bezeichnend 
fur die Anschauung der Slaven in dioser Richtung ist eine Stelle im Igor- 
liede: ^schwarze Wolken ziehen vom Meere her, welche vier Sonnen 
verdecken woUen, und lichte Blitze zucken in ihnen .... der Rcgen 
wird in Gestalt von Pfeilen herabschiessen*'. Und dass die kosmischc Er- 
Bcheinung der schwarzen Gewitterwolke die Veranlassung zur Bildung der 
moisten mythologischen verderbenbringenden Wesen wurde, dafur ist, nobst 
anderem, ein Beweis, dass der lichtstrahlende Apollon in der Iliade, als cr 
im Zorne die todtbringenden Pfeile auf das Lager der Griechen herabsendet, 
mit der Nacht verglichen wird: SxXcey^ctr oiatol , . . o /f tjis wxzl ioixmg 
(I. 46. 47). Der Sontiengott hat sicher keine Aehnlichkeit mit der Nacht, 
da er ihr gerades Gegentheil ist ; wenn er mit ihr aber nichtsdestoweniger ver- 
glichen wird, so kann diess nur auf Grund der uralten arischen Anschauung 
gesohehen, dass der todtliche Strahl aus der schwarzen Gewitterwolke, die 
wegen ihrer Dunkelheit sehr gut mit der Nacht verglichen werden kann, 
niederf&hrt , um den Menschen zu todten. Es ist also die Morana urspriing- 
lich eine kosmische Gestalt, sie ist vorzugsweise wie die Moiren, die Nornen 
eine Wolkengottin, der verderbliche Eigenschaften zukommen; desshalb ist 
anch ihre Wirksamkeit auf der Erde keine segenbringende. Nach einer 
Seite hin reprasentirt sie die Starrheit der Natur, zu welcher das Leben 
der Erde im Winter verurtheilt ist, sie ist also die Wintergottin, nach der 
anderen Seite als anthropomorphische Gestalt ist sie die Todesgottin, welche 
mit ihren Pfeilen Menschenleben vemichtet. In dieser letzten Beziehung ist 
aber nicht bloss der Pfeil ihr Attribut, sondern es kommen ihr alle Eigen- 
schaften zu, wie den Moiren ; wie diese wirft sie sich auf den Menschen, 
Bchlagt ihn zu Boden, wiirgt ihn, bis er sein Leben aushaucht (vid. z. B. 
Od. 2, 100; 3, 238; II. 5, 83; 12, 116); so heisst es im mahr. Volksliede 
bei Susil p. 12 : „die Smrf (Morana) packt ihn beim Halse, schlagt ihn zu 
Boden, dass die Erde bebt \md driickt und wiirgt ihn, dass das Blut aus 
ihm spritzt^. Weil Morana die Todesgottin ist, desshalb heisst auch die 



^ 160 — 

reichste Siegesstatte des Todes, der Friedhof, in Prag (Emaus) und Qross- 
Tnezefi6 bis auf den heutigen Tag: na Mor&ne (ad Moranam). — AnMo- 
rana, als Wintergottin, erhielt sich das Andenken bis auf unaere Tage 
in dem sogenannten Todaustragen, welches inBohmen, Mabren, Schlesien, 
der Lausitz, in Polen, bei den Slayen Nordungarns u. s. w. und in Tielen 
ehemals slavischen, jezt deutschen Landern vom Yolke bei der Wiederkehr 
des Friihlings gefeiert wird. Der Vorgang, der.nach den^Gegenden Tei- 
schieden ist, ist im wesentlichen folgender. Es wird eine weibliche Fuppe 
aus Stroh verfertigt, Stocke dienen als Arme und Seine, das Gesicht wird 
aus alter weisser Leinwand gemacht, der Kopf mit einer alten Mutze be- 
deckt oder mit einem weissen Tuche umwickelt und der Eorper in alte 
Kleidungsstiicke gesteckt. Um diese, Mofena oder Mafena oder Marzana 
genannte Figur, tanzt hieraui die Dorfjugend, indeni sie dabei Lieder singt, 
welche die Mofena verspotten. Dann tragen sie die Figur im Umzuge durch 
die Stadt oder das Dorf unter Gesangen entw. zum Wasser, in welches 
sie die Mofena werfen^ oder auf eine Hohe, von welcher sie dieselbe herab- 
schleudern. Hierauf begeben sich die Madchen in den Wald, holen dort ein 
junges Baumchen, dessen Seitenzweige abgehauen werden, so dass nur die 
Krone bleibt, hangen eine weibliche Puppe daran, und putzen alles mit 
bunten Bandern aus ; mit diesem Baumchen, das Lito, L6to (Sommer) 
heisst, Ziehen sie wieder singend ins Dorf. Die Lieder, die bei dem Aus- 
tragen des Todes und beim Herbeiholen des Lito gesungen werden, yariren 
alle den Gedanken, dass die aus dem Dorfe herausgetragene Smrf auf dem 
Wasser schwimme und der Sommer ins Dorf gebracht worden sei. Es ist 
bier nicht der Ort^ diesen ganzen Yorgang mythologisch zu erortern; nur 
das sei erwahnt, dass das Werfen der Mofena in's Wasser den Sieg des 
jungen Sonnengottes (Jarovit) iiber die Starrheit der Winternatur bedeutet, 
mit welchcm Siege zugleich die Wiederkehr derYesna (vid. dieses) gefeiert 
wird. — Diesem Yorgange des Todaustragens oder des Uinaustragens der 
Mofena, in Polen und Schlesien der Marzana verdankt in diesen beiden 
Landern der Sonntag Laetare (4. Fastens.) den Namen Marzanasonntag 
und in Bohmen und Mahren der Sonntag Judica (5. Fastens.) den Namen 
smrtn&, auch smrtelnd nedile (vgl. nedele). — Was das Etymon des 
Wortes Morana anbelangt, so gehort es zu der Wurzel mar, aus welcher 
ein ungemein reicher Wortyorrath in den indoeurop. Sprachen hervorsprosste 
z. B. skt. mar sterben, mr-tas todt, mr-tis d. Tod, m&r-is Seuche, Pest; — 
lat. morior, mors, Morta, marcep u. s. w. slav. mru sterbe, smr< d. Tod, 
mor die Pest, lit. smertis d. Tod u. s. w. (ygl. Diefenbach Wtbch. II. 
38 ffg). 

Rlofiti amortisiren: jii se veme ruky moff, die Cessionen werden 
ungiltig. (Ph. 01m. 1475 fol. 108). 

Noma das Burgverliess, die Folterkammer. 



— 161 — 

Mostni das Bruckengeld, 1. als Mauth : pontagium alias mostne 
(DO. 11. n. 364) 2. Die Abgabe zur Ausbesserung der Brucken: podymne, 
*mo8tni (MS. 17. Jhdt.) 

MoAtnik: 1. Erbpachter der BruekeDmauth : ^Lorenz de Prerovia 
Mostnyk Annse omne jus suum, quod sibi competit in et super ponte in Pre- 
rovia dedit hereditarie possidendum.* (DO. VI. 224). — 2. Der Brucken- 
aufseher: Jan Jefabek stary mostnfk (Puh. 1517). 

Mostsky ufad auch urad mo8tu praiskelio oificium pontis das 
Bruckenamt in Prag; es wird zuerst 1433 erwahnt; damals verwalteten 
drei Beamte die Zolle und Einkiinfte, welche zur Prager Briicke gehorten; 
spater wurden diesem Amte auch alle Rechtsfalle zugewiesen, welche 
Muhlen, Ufer- und XJferrealitaten betrafen. Aufgelost wurde diess Ami 1784. 

Moudrik vid. Maldfik. 

Movity (mohovity) das bewegliche Gut vom lat. mobilis, mobilia, 
dann vermogend uberhaupt : aby rukojmo jisteho a moviteho postavili (Gas. 
c. H. 1840 p. 166). 

Mpfu gen. sing, von met der Muth (Siass) mit eingeschobenem p 
wie ke mpn^ = mnS, dampnum = damnum. 

Mfizovan^ von mfize das Qitter: antipendium mfizovanc bil^ 
sitim (MS. 1587) kreuzweise, getafelt gestickt. 

Mrskae der geiselaere, Geisselb ruder, die im 14. Jahrh. ubiichen 
Oeisselprocessionen. 

Alrtva ruka die todte Hand: nebo v ruce mrtve promeniti (Maj. 
Car. A6. III. 115. 116). 

IMsal = missale, Messbuch. 

MSaf = missarius, Messpriester. 

Muceni die Folterung: vMomo m& byti, ze mu6en^m ne vidy ani 
take nikdy mi, vSf eno b^ti ; nebo zku§enf muienfm jest ySc krehk& a nebez- 
pegna, pravdu oklamajfcf ; nebo mnozf zatvrzenfm a trpglivostl nauCenl muk 
tak potupujf, ie nikoli od nich pravda nemo^ pravena b;fti ; jini pak takoyii 
netrpelivosti pfemozeni b^yajf, ie ve v^elikem skutku vice chteji Ih&ti neili 
muky trpgti, aby tak nebo jin&k yyzn&vali, netoliko sami se ale take i jine 
obvinili (PM. 209 b). Ze sucha mu^iii trockene Folter (Zdp. 2er. o s. p. II. 26.) 
Na mukdch yyzndni Foltergestandnis (K. D. 112.). 

Muehyrka : m. ienski 6erYend (MS. Press. 1578) ein Frauenrock 
aus Mohair. 

Mochyrovy aus Mohair verfertigt: spodky modre muchyrove 
(MS. 1622). 

MuMti: p. Mikulai od krdle polsk^ho pfijel do Prahy s houfem konf 
. . . a ti sluzebnf n6kteif{ Mul&ti ranili MaloYce . . . pak ti jistf slui^ebnf 
Mulati zjfmi&ni jsou ? (SBB. 8, 408). 

11 



— 162 -- 

Mumrej, Mumraj der Mummenschanz, die Miimmerei, Maekenuro- 
ziige, vorziiglich bei Turnieren. 

Mustrher vid. in der ni. Abth. Musterherr. 

Nustrchreibr vid. III. Abth. Mustersrhreiber. 

Mustruiik e germ, die Musterung, d. i. die Conscription der ango- 
worbenen Truppen, welche zu diesem Zwecke an einem bestimmten Orte 
zusammcngezogen wurden ; sie sollte nur in den konigl. Stadten abgehalten 
werden ; fand sie auf Grunden eines Privaten statt, hatte dioscr das Recht 
der Beschwerde. 

llluskatovy ofech die Muakatnuss: koflik z muskatoveho ofechu 
V stfibfe vsazen^f (Puh. Brn. 1580 f. 341). 

Rlycienie: succisio silvarum alias myczenie (DO. VII. n. 240) 
vid. myto. 

Myslivost die Jagorei, das Jagdweseu: ^sedlaci aby myslivosti 
s^.adne nemeli* (zffz. z.). 

Mytba das Roden des Waldes = mytcni : nemam tech lesu mytiti, 
tak aby po jednd neb dvakrat neb tfikrat smyceny byly, nez mam tech 
lesii V slusne mytbe pozivati. (Urkd. ai. 1483). 

Myfny 1. der Mauthner. 2. der die Abgaben in der Stadt fiir die 
Standplatze einhebt. 

Myto 1. die Mauth, teloneum, goth. mot a vectigal, telonoum, althd. 
milt a, mithd. m&te, mitlat. miita. 2. der Lohn, merces z. B. der dem p&- 
hon61 gezahlte Botenlohn: kazd^ p6vod ra& komomiku dati m^^to (Kn. Roz.); 
— der Dienstlohn : pdni brdti mohii syny selske k sluzb^ za slusn^^m my- 
tem (LO. von Ratibor 1562); — ferner das Mahlgeld in der Miihle : mly- 
ndfi myto aby brali tak jakz od starodavna brdvano bylo, nad to zddnych 
liplatkuov od lidi neberiic (Kn. Drn. 113); — die Abgabe fiir Benutzung 
der Buden und des Marktplatzes : myto z bond, z hokyni (MS. Pross.), myto 
no6ni die Zahlung fiir das Oeffnen der Stadtpforte (ibid). — 3. der Wald- 
schlag , die ausgerodete Stelle des Waldes , der Hauwald : dostupichu m]^ta 
stfedem lesa (Rkp. krdl.); — aby se pofddne m^tilo, aby v kazdem mj^tu 
nSkolik vystavkS zustalo ({3as. c. M. 1835 p. 54) ; — succisio silvarum alias 
myczenie (DO. VII. n. 240); — 2e mi les moj od mnoha let mytil (Pfih. 
Brn. 1447 f. 20.) — 4. der im Gehaue neu aufschiessende Wald : v tech 
hdjich kde by mlada myta byla (MS. LA. XII. c. 19. p. 47). — Was die 
Herleitung dieses Wortes anbelangt, gibt es dariiber verschiedene Ansichten. 
Miklosid betrachtet m^^to fur entlehnt aus dem lat. muta; Jos. JireSek halt 
das lat. mutuus, mutuare fiir verwandt und Matzenauer (Ciz. si. p. 61) 
trennt das Wort beziiglich der Bedeutung und zwar myto = teloneum, 
merces und mito = silva csedua, welches er mit goth. maitan csedere, 
secare in Yerbindung bringt, so dass in der Bedeutung Hauwald das 



^ 163 — 

Wort nioht mit y sondern mit i zu schreiben ware. Es scheint aber, dass 
die ursprungliche Bedeutang des Worteg der Hauwald, die Rodung war 
und dass mytiti den Wald aushauen bezeichnete, und dass m^to in 
Verbindung zu bringen sei mit gr. fAvttXog^ fikvXog (Curt. Qrundz. d. gr. Etym. 
p. 670), mit lat. mutilo stutzen, abstutzen, mutilus gcstutzt, yerstiiinnielt. 
Das Aushauen der Walder erfolgte zu dem Zwecke, um neue Wege und 
Strassen anzulegen und desshalb wird unter den ofFentlichen Arbeiten, zu 
welchen die Bewohner einer 2upa verpflichtet waren, die succisio sil- 
varum so haufig erwalfnt. Zur Instandhaltung der so gebahnten Wege 
resp. dcs Gehaues wurde die Abgabe, m;fto, eingehoben, und hievon erst 
auf andere Abgaben iibertragen, bis das Wort endlich auch die Bedeutung 
Lohn, Entlohnung annabm. Denkt man bei myto, mdta an lat. mutare 
tauschen, oder mutuare borgen, so bleibt das Wort bezuglich seiner 
Bedeutung als Mauth ohne Sinn; denn, was wird getauscht oder gcborgt, 
wenn der Fahrende fiir die Beniitzung der Strasse eine Abgabe entrichtet ? 
Ich halte daher dafiir, dass my to ein slav. Wort sei, welches von den 
anderen Sprachen entlehnt wurde. — Was die Mauthen anbelangt, warden 
sie ein fiirstl. Regale , so dass nur der Landeshcrr Mauthen errichten und 
Mauthgelder einheben konnte; per abusum crrichteton aber die Landherrn 
cigenmiichtig Mauthen, so dass unter Ctibor v. Cimburg (1475) jeder sein 
Kecht zur Mauth erweison musste. (Kn. ouz. 53. 54. 78). Dasselbe bestimnitc 
der Landtag ai. 1538 (Snem. pam. kn. 156) und 1582 wurde verordnot, 
dass jeder fiir die eigenmachtige Errichtung einer Mauth mit 1000 Schock 
Qr. zu bestrafen sei (Sn^m. pam. kn. 249), so dass die Errichtung einer 
neuen Mauth oder die Erhohung des Mauthgeldes vom Beschlupse des Land- 
tages abhangig war: aby mu u mestedka Tesetic na oprayov&n( cest myto 
dopfino bylo . . . odpoved dAna : ponSvadi pf flisne dotiene myto vy v^sil, aby 
nico mirnejSiho zddal. — (List. ier. 1, 14.) 

Muzobojce, muzobojstvo, homicidium, homicida. 

Nabedri: kus noveho ndbedfi (MS. Pross. 1547); — 6tyfi chomouty 
8 nabedfimi (MS. Olom. 1588) die Schulterdecke der Pferde. 

Nabyt, Nabytek spater Nadbytek , wortlich das Erworbene, von 
nabyti erwerben. Es bedeutete ursprunglich das Eigenthum an Vieh, spater 
wurde es synonj^ mit svrohek, svrSek (Uebersetzung des lat. supel- 
lectile) und druckt so die bewegliche, fahrende Habe iiberhaupt aus; doch 
kennt noch Vsehrd den Unterschied zwischen svrSek und nabyt, indera er 
aagt, dass ersteres die Habe, bei welcher Menschenhande thatig sind, letz- 
teres hingegen vorzugsweise denViehstand bedeute : ndbytky a svrchky 
rozliinl lid^ rozlicne vykWdaji ; ale s krdtkii feci jmenem svrchkfi rozumi 
se vfiecko, coz jest v dom6, ve dvore, nebo na poli s pfifiinu ruky a prace 
lidske pfipraveno krome dna a gruntov, jako obile, seno, saty, pivo, vino, 
nAdoby, 164e, dHvf sekane a krdtce, coz m64 se dna s gruntu bez zkdzy 

11* 



— 164 ^ 

staveni piiato b^ti; a proto svrchek slove, ic na dne jest a svrchku. Jsu 
tak6, ktefii klenoty, listy a penfze hotove, nddoby vSecky mezi syrchky 
poklddajf; ale jmenera ndbytkov jiaeho se nic nerozumf, nef. vsecka ho- 
vada, kterdz ve dvofe jako koni, krdvy, ovce, svine, husi, kacice, slepice 
anebo jinA hovada, kterA v rybnfcfch, fekdch a halteffch jako kapri, stiky 
a jine ryby jsii. A mohu proto sluti nabytci, ze od nich clov^k 
statku nab^^ya, jako za starych bylo, ktefi jsii od hovad bohatstvf do- 
chazeli.*' (p. 313) Denselben XJnterschied zwischen svrchek und ndbytek macht 
auoh die Vlad. LO., wo 105 — 106 ^na syrscfch, ni ndbytcfch*' ubei setzt wird 
durch: ^in suppellcctili, in pecudibus.^ Am treffendsten ist ndbytek 
= pccus ausgedriickt in den Lib. cit. 1, 208 n. 136: zena pfihnala 
nadbyt k sy^mu muzi (prihnati = treiben, ygl. lat. preedam agerc). Da 
nun nabyt das bewegliehe Vermogen, das nach und nach erworben wurde 
(na-byti) bcdeutet, und da das bewegliehe Vermogen den Gegensatz zum 
unbeweglichen in Grund und Boden bestehenden VermOgcn ausmacht, so ist 
klar, dass ndbyt der Gegensatz yon dedina sei. Da aber dcdina ur- 
spriinglich den yom Vater auf den Sohn yererblichen Grundbesitz bedeutet 
(ager hereditarius), so haftet am nabyt, als dcm Gegensatze der dcdina 
das freie Verfiigungsrecht und es cntspricht daher ndbyt, nicht bloss in der 
Bedcutung als Yiehbesitz, sondern auch in anderer Richtung dem lat pecu- 
lium als P araphernalvermogen der Tochter und als Sondergut des 
Sohnes, welches nicht zum unmittelbaren, unbeweglichen Yermogen der 
Familie gehort. — Erwahnt sei noch, dass in der Kn. Roz. das Wort do- 
by t ok, welches jezt das Hausyich bedeutet, das bewegliehe Yermogen, 
auch das Geld bedeutet, wahrend ndbyt, ndbytek gogenwartig die Bedeutung: 
Einrichtung orhielt. — Oft kommea auch die Ausdriicke: ndbyt hornf 
i dolnf, oder ndbyt syrchu i sespod yor; diese erklaren sich durch die 
Phrase: co md nad zemi a pod zemi oder, wie es in MS. LA. sig. M. 
YIL 20. p. 173heisst: „air mein wirtschaft, was ich hab ob der Erd und 
unter der Erd;* unter der Erde, was im Keller ist. — Zur Erlauterung 
des oben gesagten seien noch einige Citate angefiihrt: cum omnibns rebus 
mobilibus, quae dicuntur ndbytek (DB. YIL n. 749); — medietatem mobi- 
lium yidelicet nadbyt (DO. YI. n. 226); — nadbyt: psenici, oyes, kone, 
krdyy i jin^ drobn^ dobytek (Pfth. Brn. 1406 f. 30. 33); — nadbyt bud 
y zemi nebo nad zemi (ibid. 49. 65); — nadbyt, jeSto sluSl k memu v5nu 
dobytek, postely a zyldfitfi klenoty (ibid. 173); — nadbyt kone, odSniijin/ 
forundhab (Puh. 01. 1412 f. 5); — nadbyt obile a ryby (Puh. Brn. 1417 f. 
45) ; — ypadl mi y nadbyt, y kone, y obil6 i y jinii yfic domoyitu (P4h. 
Brn. 1406 f. 78). 

Nacaiie, Naceni das Zapfengeld (yon naciti sud anzapfen): z yina 
seslo se 6 kop na6aneho (MS. 1581). 

NadavAni das Agio: komuz by se zddlo zlate za grose, penize 
aneb halefe noye meniti s naddydnfm podle obySeje stareho (Arch. 6. 4, 438). 



— 165 — 

Naddiboh d. i. nad^I b61i = Oott ersetzc es, was beim Messen 
uber das geaetzliche Maass gegeben wurde, das Zumass. 

Nudhrubni: dvandct nadhrubnich postavfi sukna (MS. Pross. 1682)P 

Nadleh nach und nach. 

Niidrobni : vlny pfednf 5 kamenil, nddrobnf 4, hrube 2. (MS. Pross. 
1555) die Halswolle, da sie kurzer ist als dis Seitenwolle des Schafes. 

NadriSpan = Nadidpan, dcr Obergespan: pdni z Uher, nadr§pan 
(SRB. 3, 109). — Vid. iupan. 

Nadubrnian, eine Tautologie zusammengesctzt aus nad ober super 
und uberman e germ. Obermann, der Vorstand der Schiedsrichter (Ober- 
manner, Obmanner) : kazali jim o to pfdtely voliti, kteff^to pf Atele, ze jmena 
N. N. a Ondfej nadubrman (^as. i. Mus. 1840 p. 162); — najvySSi uberman 
(ibid. p. 166); — pfdtelsti limluvce a nad nS N. naduberman od p&n6v z 
pln6 rady vyddn. (Cas. 6. M. 1839 p. 447). 

Nadvino, der Theil der Qegengift, um welchen dieselbe grosser 
ist, als die Mitgift der Frau. -< YgL obveniti, tfetina, vino. 

Nadvofi (Nadworze): debcnt jurare septem manibus pro furto, 
vel pro eo, quod dicitur nadworze (CD. 1, 299). Die Erklarung findet sich 
in deraelben XJrkunde p. 300: ^si autem in curia vel in domo inveniatur 
(i. e. falsa moneta), inculpabilis est, cuius domus vel curia, propter iniquos 
et malignos homines, qui talia projicere solent in domes yel in curias^ also 
wenn der Hausbesitzer bezuglich eines corpus delicti im Yerdachte war, 
das auf seinem Hofe gefunden wurde; denn n. bedeutet den unbedeckten 
Theil der Hausflur, den Hof : nddvofi Hofplatz (Com. j. 1. 547). — Im Stat 
Folic, ist nadvorje = Y^boj domu, die Heimsuche. 

Nadvomi nummi curiales, eine Taxe, die wahrscheinlich bei An- 
kundigung des poklid gezahlt wurde: factus poklud, dedit nadwornye (Lib. 
cit. 1, 14). 

NMvornik, die dem Hofe -zugetheilten Wirthschaftsarbeiter : kde2 
JBOU nddyornfci, ti, jski kdy ieho potfebf ye dyofe , na poll , y stodol&ch, 
na lukdch, na chmelnici, na zahradS, na fiafranici, y lesfch aneb y hradbdch 
dfilati maji. (Vel. hosp. 138, 143, 144, 149); — komu se dyflr sySfuje, Safdf 
a nddyomfk jest (Com. j. 1. n. 386). 

Nadwornye yid. Nidvorni. 

Nahi^e nudus, der Adamite : taki to l^to (1455) po yrbf, po lukdch 
aneb y zitech bShali nahdjii, jeito ien&m a dfykdm prekd^eli a je stra&ili. 
(SRB. 3, 165). 

Niehlebnik, der das Brod eines Anderen isst, kdo na il chlebS 
jest, commensalis: hospoddf neb otec 6elednf (ygl. hospoddf und 6ele^ za 
ienu , za deti , neb za sluiebnfky , za dlyky a ndchlebnfky odpoyfdati md 
(Pr. Mest. 101); — o hfe Aitl a ndchlebnik6y: ani diti ani 6eledfnoy6, jeid 



- 166 - 

otcuov a pdnuov sv^ch chleb jedf (ibid. 177); — poddan^ VaSim vsem 
usedl]^ i neusedl^, iM pacholkuom, nAchlebn(k6m d6di6n]^, zdetaviifm, 
pfikAzan^m, grunty sve zapovfd^m. (Urkd. 1524). Daher ubersetzt Earl von 
^erotin dies ^Vort in einem Brief e ai. 1618 passend durch Brodgenosse: 
ihre Brodgenossen, namlich Weib, Kind, Hau^gesinde, Unterthanen (Chlum, 
Beilagenb. p. 271). — Vgl. brodige Knechte bei Ridl (Cod. dipl. Brand. 
5, 369 ai. 1399). 

Niyeni 1. Pacht, Miethe conductio: podruh najme-li duom neb komoru 
V dom6 hospoddfove (Pr. MSst. 120). 2. die Bestellung: pakli by kterf 
kovdf bez vselikeho najmu delal. 3. derLohn: z ndjmu dSId. 4. der Pacht- 
zins : njijemnik aby nSjem dal. (Pr. MSst. 120). 

N^emnik, der Pachter; n. ko stela der Priester, welcher an der 
Stelle eines Anderen die Seelsorge in einer Euratie versieht, auf die er 
nicht investirt, also gleichsam getniethet ist. Ein solches Verhaltniss trat 
haufig in jener Zeit ein, in welcher einc Cumulirung der Beneficien in einer 
Person gestattet war; der auf mehrere seelsorgliche Beneficien Investirto 
miethete fur jene Kuraticn, die er nicht selbst versah, Priester, welche fur 
ihn die Seelsorge ausubten: ndjemnfk kostela ve Vistonicfch .... tu pak 
kdyz ten kn6z ndjemnfk byl zabit (Puh. Bm. 1406 f. 59); — - coz se dot^ce 
kniif, kteif(2 jsii bud'to farafi jiebo ndjemnici (A6. 4, 501); — cizi fary 
zpravuji, draho jo najimajf (Cas. <5. M. 1852 III. 46) ; — ist er Thomas 
gemiether pfarrer, aber er Wolfgang instituirt darauf (Ridl Cod. dipl. 
Brand. 4, 488 ai. 1541). 

Najeiiiny mercenarius, der einen Sold, ein Honorar empfangt: take 
pfi torn prAve ndjemni fecnici nemaji mluviti, nez dobfi lide a rytffSti (En. 
Toy.) = jenzto z darov, z penez i z jin^ch kofisti od lidf mlavf (VSeh. 11. 18)* 

Najimati, hinzusetzen addcre: ze bych jd kazal poledne zvoniti 
dHve 6a8u a najimal a ie bych to n^komu ku pomoci fiinil (Pih. Brn. 1417 
f. 27) = napfed brdti (5a8, der Stunde odor Zeit gleichsam etwas zusetzen, 
d. h. Yor der bestimmten Stunde etwas thun. 

Nikkei, Naklo (auch plur. Ndkle) Ortsname in slav. Landem; K. 
bezeichnet einen feuchten Ort, Rohricht glabretum; speziell die Schiffslande 
in Leitmeritz : quin jure stapulse, quo omnis generis albim navigantes mer- 
catores non alibi naves suas quam in hujus urbis seu emporii portu (Ndkel 
nostri vocant) sive onerare sive exonerare pennittuntur. (Strans. r. b. 96). 

Nakladati n^komu; Jemanden bevorzugen , fordem : ktoJi by tako- 
Y^ho zastdYal nebo kterakkoli sloYem nebo skutkem naklddal; — kteffiby 
tgm blud6m naklddali (Urkd. 1421); — jednomu naklddaje druh^ho potla- 
auje (V6eh. 59). 

Nakladnici starii wortlich: die alteren Yerleger; die Aohtmanner 
osmipansky lifad, officium octoYiratus in der Alt- und Neustadt Prags, welche 
uber die Brauereien, das Braurecht u. s. w. zu wachen hatten. 



- 167 — 

Nakladuik, dcr die Kosten tragt, der Ycrleger, Bpeziell der brau- 
berechtigte Burger und insoferu das Braurecht an den Besitz gewisBer 
Ilauser gebunden war, der Ringsbiirger; daher ndkladnf ddm cin Haus, 
an dem das Braurecht radicirt war. 

Nikladnost, die Bevorzugung, die aufFallige Unterstutzung : ncz 
zadny nemoi^ gleitu v zemi ddti nez pro lepsf aneb k sYomosti zjedndni prf 
mezi lidmi a to b ozndmenfm, i,e toho pro ^ddnii nakladnost Btrane druhc 
ne«nf. (Pam. Kn. 01. 1517, fol. 180—192). — Vgl. nakladati. 

Nakolarek, die Halsschiene , das Halsblech: na sest kon( zbroji 
pinjal, nei ie se jostS nedostdvA par nakoldrkfi .... (MS. 1594). 

Nakoleiiek, die Enieschicnc: zbroj svetld b nakolenky (Lum. 1858 
p. 840). 

NAlep sagitta toxicata, der Giftpfeil. 

NiileaB von na-lezti finden, der Befund, das Urtheil. Zu einem rechts- 
kraftigen Urtheil war im bohm. Landrechte in der alteren Zeit die Gegen- 
wart von weaigstens sieben Kmcten nothwendig: „co pdnov jest tfeba k 
ndlezu? 6(m vice, tfm lepe; ale podle stareho prdva dvandct mimo lifad, 
aneb najincne sedm, vet»( polovice (Ond. z D. kap. 62). In Mahren wurde 
1531 die Anwescnheit von 12 Landrechtsbeisitzcrn ausser den Beam ten ge- 
fordert: pani soudci nemaji ndlezu uCiniti lee by nejmene dvanact z pdnu a 
z rytifstva krome ufednfku v soudu sodelo (Kn. Dm. p. 118); seit dem 
J. 1535 geniigte die Anwcsenheit von zelin Beisitzcrn; desshalb heisst es 
auch in Zap. ^er. 1, 41 : „od dcsfti ale no od mene (soudcu ndlez) miizc 
ucinen b^ti." In Bohmen konnte ein giltiger n. nur im Gerichtssaale auf 
der Prager Burg gefiillt werden, widrigenfalls er angefochten werden konnte ; 
doch konnte die Urtheilsfallung mit Zustimmung beider Parteien auch anderswo 
vor sich gehen: ale moci panskjr ndlez nemd nez tu, kdyz pdni sud osadf 
na hrade praiskem .... pakli se strany svolf , m6z se i dole v kldStefe 
nebo jinde kdekoli stdti .... a to jich podvolenf md v ndlez pilnd vepsdno 
b^ti; neb jest to fei byvala, ze su ffkali: ,)pokutnS smy odsouzeni a ne v 
torn mffitS, kde2 prdvo jest^ (Vg. p. 18). Dagegen findet man in Mahren, 
dass XJrtheile auch ausserhalb des Oerichtssaales gefallt wurden, namentlich, 
wenn der ndlez auf Orund von Abschriften aus der Landtafel stattfinden 
soUte: pdni sddili v^isy z desk u Potingara v domS (Pflh. Bm. 1447 f. 31); — 
tul jsii ndlezovd pan§t( od v^nos6v z desk, jako jsii siizeni v refektdfi (im 
Refectorium des Dominik. Elost. P&h. Brn. 1417 f. 17); — ndlezovd in 
hospitio domini capitanei (Pfih. Brn. 1447). — Yom ndlez des grossen Land- 
rechtes gab es keine Appellation, auch nicht an den Eonig : ale takd pansk;f 
ndlez tak mocny byl , ie ot n^ho zddn^ se otvolati nemohl (Ond. z D. 
kap. 56) ; — ndlez pansk^ .... s n6ho2 se jinam na jiny siid i^ddn^^ nemd 
ani m6ze odvolati (Vs. p. 63); -— prdva svd zemS md beze vselijak^ho 
odvoldni ani k cisafovS Milosti ani k sv6mu vlastnimu pdnu (En. Tov. kap. 32). 



— 168 — 

— Zu berucksichtigen sind die Ausdrucke: nilez pansk^ der Ausspruch 
des Herrengerichtes oder grossen Landrechtes; — n. stdl^ a dokonal^ 
Oder na veinost der bestandige, vollkommene oder d. n. fur die Ewigkeit, 
d. h. ein Urtheil, welches als allgemein giltige Norm festgesetzt wurde: - 
n. zemansky das Urtheil des kleineren Landrechtes, in welchem nur 
z em an 6 als Beisitzer fungirten. 

Nalezny soud: najvySsi pfsaf nemd b^ti y n&lezn;^ch sudfoh jako 
i jinf jeho mlazM a nemaj( b^ti v potazu lifedniJSfm (Ond. z D. A6. 2, 486). 
Die Urtheilsfallung, die Berathung der Emeten vor dem Urtheil. 

Niloh = n&klad, die Eosten : jestliieby kter6 vzal jfzdami, n&lo- 
hem a ^astfmi posly (Urkd. im El. s. Thomas ai. 1404). 

Ni^niestek, der die S telle eines Anderen einnimmt, qui in loco 
alterius est 1. der Stellvertreter : ten ie jin^ho ndmSstka postayiti nem62e. 
2. der Nachfolger successor: jeho ndmS8tk6m markrabfm Moravsk^ (Urkd. 
des Markg. Jost 1398). 3. der Rechtsnachfolger: aby M. i s buducfmi sY^mi 
nAmgstky tu vodu tak vedl (6as. c. M. 1839 p. 232). 

Namezdnik, wer um Lohn dient, kdo za mzdu slouif, conductitius. 

Namilostnik: aby namilostnici a robenci if mi zp&sobem byli, jakoz 
od staroddvna obycej jest (Sternb. Gesch. d. Bergb. 2, 132); — vydani 
namilostnfkum a svfidkum (MS. Erems. 1615); — Vaskovi namilostnfkoYi 
na stfevlce; — namilostny sluiebnfk (MS. 01m. 1607); — namilost- 
nfkove koledy (ibid.) der Arbeiter, welcher zur Prohnarbeit nicht yer- 
pflichtet ist , aber auf keine bestimmte Zeit gedungen wird , daher wann 
immer entlassen werden kann. 

Na nebe vstoupeoi, Christi Himmelfahrt ascensio domini; n. n. 
Yzetl, yzne8en{ Maria Himmelfahrt assumtio b. M. yirginis. 

Naonsky bfeh Portus Naonis, Portenau. 

4 

NApad caducitas, successio 1. die Erbfolge, Anfall: n&pad jest a 
sloye na mfstd jin6ho jako nSjak^ nastoupenf (Pray. MSst.); — to tak bud 
y ndpadu z6st&no, jakoi smluyy mezi nimi sy6d6f (En. Toy.); — dluhoye 
ndpad z toho statku majf mfti (ibid.); — ztratil sy^ d^dictyf i yeSken syoj 
n&pad (A6. 2, 507). *-- 2. n. krdlovsk^ das Heimfallsrecht des Eonigs, 
yermoge dessen bei Abgang gesetzlicher Erben das Gut an den Eonig fallt: 
aby ndpadoye zboif d£di6nych na pana Markrabstyf Mor. nepfich&zeli a2 do 
6tyrt6ho kolena .... aby podl6 blf^.nosti erbfiy po otcich a str^cfch n&pady 
mfili (En. Drn. p. 72); — hofrycht^f m& ndpady k sobS pfijlmati (En. Toy. 
k. 21); — proti krdloysk6mu ndpadu jsii to yysuzoyali (En. Toy.); — krd- 
loysk^ ndpad deyolutio regalis. (DO. 1 n. 1). 

NapadnJk, 1. der Anerber, der Intestaterbe: ktoi d^dictyi a zboif 
syobodne na zemi md a det{ nemd , nemoz poru6nfk6y dskami dSlati , nei 
toliko ndpadnfky zapisem neb danim (V§. p. 232); — kdei kto zbozf syeho 



i 



— 169 — 

nipadnfky rozlicne nepojednii 8poleJ!nS, ale jedny po druh;fcli a po smrti 
jedn^ch na dnih6 2iy6 ndpad AS[& a po t£ch op£t na jin^ a tak d&Ie, 
dokudi Be komu zA& (Vs. 320). — 2. der Nachfolger im Besitze uberhaupt: 
kdyiby kto umrel a ndpadaici jeho po n6m kterych p61ion6v se doptali. 
(Kn. Tot. k. 85). 

Nipadny statek, das HeimfallB = Anfallsgat, bonacaduca: a jsii 
n&padnf statkoy^ , ktefi na lidi pfich&zejf tak pfibuzn^ jako neprfbuzne. 
(VS. p. 262). 

NApasf : je2to jest mi Markrabina Milost k tomu zboi^l byu n&pasf 
dala (Ph. 01. 1437 f. 11), bei Jungm. ist nur die Bedeutung aernmna, 
die Muhesal. Im obigen Citate bedeutet ndpaBf aber so yiel wie n&pad 
(vid. dieses); denn altsl. napastb ist 1. casus der Anfall; — 2. die Miih- 
seligkeit. 

Napoiek zusammengesetzt aus na und pole die Halfte, ein Feld, 
dessen je eine Halfte von einem anderen Nutzniesser bebaut wird. 

NApolnik der ein Feld zur Halfte bebaut: a proto2 pfehlednouc 
naklad i zase lirody a u2itek, tak-li se ti dvoroy^ drieti majf, 6i-li by I6pe 
bylo, aby bo dobrym ndpolnikum, kteffby dobfe dfidiny dfilali, roznajfmali 
(MS. 1550); — zAdn^ z poddan^fch aby s k^m z poloyice nesel, pokudi 
by mu od lif ednfka doyoleno nebylo a to pod proddnCm toho na spolek vy- 
set^ho obylf. (6aB. 6. M. p. 171). 

NAprava yon naprayiti wortlich etwas, was nicht gerade, nicht 
recht war, gerade oder recht machen, im weiteren Sinne etwas gut machen, 
ersetzen, Ersatz leisten. Diplomatisch bedeutet ndpraya 1. das Beneficium, 
welches in liegenden Qrunden bestand, und als Ersatz fiir geleistete oder 
za leistende Dienste meistens an Nichtadelige yerliehen wurde; deshalb 
wird ndpraya in einer Urkunde des J. 1330 durch proyisio erklart: 
quod judex noster mansum ilium, quern hucusque libere tenuit, etiam libera 
sub jure proyisionis, quse yulgariter ndpraya dicitur, teneat et exinde 
nobis et sucessoribus nostris senrire fideliter teneatur (CD. 6, 313); — unum 
fertonem certi census nobis legayit de ndpraya sen de agris ad ipsum et 
heredes sues per mortem fratris sui legitime deyolutis (CD. 7, 298 ai. 1342); 
— yillas Hluchoy . . • . exclusa ndpraya seryitoris (DO. 3n. 525); — 
drifmy dSdiny lirojfnf ne y kteni ndprayu, ale y liroky a roboty jako jinf 
sdsedi ti ysi (A6. 6, 8); — kromS lidf poplatn^ch a robotn^ch y Bofitoyfi, 
jeSto odeddyna k t6 ndprayfi Syejslayi sluSf (TJrkd. 1418). Dadurch, dass die 
ndpraya zum Ersatze fur gewisse Leistungen gegeben wurde, ist sie dem 
Lehen ahnlich und in der Maj. Car. wird zbo^i ndprayni6{ durch bona 
feudalia und ndprayy krdloyy durch y a sail us regius wiedergegeben. 
(A£. 3, 93. 105). Anderseits aber wird die n. wieder der Emphitheusis ahnlich, 
weil Bolche Grundstucke gegen einen Erbzins hintangegeben wurden : Hynek 
z Letoyic pohonfm To&oyce, ie mi jest m^ bernd nedal jako jinf ndpraynfci 



— 170 — 

z toho zbozi, jeSto ode mne irii (Lib. cit. 1, 334). Aus diesem Citate, 
wornach der Inhaber der ndprava vor das Landrecht belangt wird, geht 
hervor, dass die Inhaber der ndpravy, auch wenn sie nichtadelig waren, 
personlich freie Lcute waren und darin unterscheidet sich die niprava 
von der Emphitheuse ; dasselbe erhellt auch aus einem Pfihon Lib. cit. 1. 
351: „Petr poh. Mikuldae ze Kftfitina z 100 hf., jeSto mAm v Kftfitine na 
t6 nAprave od dfevnich d6dic6v a on jest od nyn6j§(ch dedic6v vykiipil d6- 
dictvi i uv&zav se v dedictvi odtiskl me napravy m^.** Nichtsdestoweniger 
werden aber beide BegriflFe naprava und Emphitheuse gemengt und ai. 
1433 z. B. infeudare iibersetzt: v ndpravu neb purkrecht ddti (Ac, 
3, 410). Dass aber naprava ursprunglich die Entlohnung fur geleistete Dienste 
bedeutet, ist ersichtlich aus einer Urkunde fiir Eibenschitz ai. 1576: a kdjz 
pacholek mele, ndpravy jemu dva penize ddno hfti ma. — vgl. 
napravnik und napravny. - 2. die Abbitte bei Ehrenbeleidigungen: n&lez 
k ndprave feci aneb slovy (Kn. ouz. f. 207). 

Alapraviti : ie napravil svii zenu a kdzal, aby mne pohnala (P&h. 01. 
1412 f. 241) = navesti inducere bcreden, bewegen zu etwas, was einem 
Dritten Unangenehmes bereitot. 

Napravnik derjenige , welcher eine ndprava inne hat (vid. dieses), 
also entw. oin Yasall oder ein Preisasse ; in letzterem Sinne wird das Wort 
haufiger gebrauoht, da es gewohnlich in Verbindung mit dedinnik, svobodmli, 
Bvobodny dvordk erscheiut: dfidinnfci a napravnici aby vsickni dali tak (bemi), 
jakoz V tom kraji s I'dnu plati (Ac. 5, 434). Doch unterscheidet sich der na- 
pravnik von den iibrigen Klassen der Freisassen dedinnik u. s. w. dadurch? 
dass er soinen Grund und Boden ursprunglich fiir gewisse Dienstleistungen 
erhielt, was bei den anderen Freisassen nicht, wenigstens nicht immer der 
Pall ist. In Mahren gab es ndpravnfci , die ihren Grund nicht bless vom 
Eonig, sondern auch vom 01m. Bischofe und den reichbegiiterten Baronen 
zur ndprava hatten, wie die unter Art. ndprava angefiihrten Beispiele be- 
weisen. Da aber die ndpravnici vorzugsweise dem Ereise der Nichtadeligen 
angehorten, so wurden sie, nachdem die Lehensverhaltnisse sich zerbrockelten, 
unter die svobodnici subsumirt, daher sie immer mit ihnen zugleieh ange- 
fuhrt evscheinen. Das weitere vid. unter svobodnik. 

Nipravii]^ was zur ndprava gehort, speziell was mit dem Lehens- 
wesen in Verbindung steht; n-;f dvflr ein Lehenhof: servitium in feodali 
curia alias na ndpravnim dvofe (DB. 14 n. 28); — proddvdme dvor nds 
napravn^ ku purkrechtnimu prdvu a v plat purkreohtni (Urkd. 1418); — 
n — 6 desky Lehentafel. 

Napfed 1. ddti den Yorzug geben: nedadouce nikomu napfed. 2. 
miti der Yorzugsantheil der Wittwe: pan( vdova prdvo md k 8vrohk6in 
nSkter;fm jako2to k vozu; z 16zi a posteH k polovici postldnf a poloviei md 
nechati; nei z lozc, na nemz s muzem svym lehala, m d miti napfed. 



— 171 — 

(Kn. Toy. kap. 137); — zemance vdoyfi z priva ddno b^ti nemi postele 
nic napfed, nei polovice (ibid). 

Naramek, NAramnice 1. das Armband, der Anming annulus bra- 
chialis. 2. vestiB* sacerdotalis pars = humerale. 

Naramiiienik, Naramiiib das Armblech brachiale, lamina humeralis. 

Naraz, Naras vid. Nafez. 

Ni^rek vid. Ni^rok. 

Nafeknouti, Nafknouti 1. Jemanden Terdachtigen, an seiner Ehre 
kranken : kdyi kdo koho zradcf nafkne (En. Toy.) ; — a kto narien bude 
pin za panosi neboli zeman za chlapa (ibid.); — jako£ jsi mne nafkl, tos 
Y hrdlo Ibal, protoi se toho nendaYej, by koho dobreho Yfce nafikal (ibid), 
— 2. den Einspnicb vor Oericbt erheben, intercessio : tolikrdt, kolikrat by 
to narjieno bylo (Kn. Toy.) ; — pon^Yad^. 16ta YySla a z toho zbozi nebyla 
nar^ena (Pfih. Bm. 1406). 

Nares, Narei Yid. NAfez. 

Nafek 1. ululatus das Jammergeschrei, 2. die Ehrenbeleidigung : 
toho n4fku se uchytil Vilem (Zip. ier. 1, 187); — f.e md pfi o nA?ek 
poctiYosti (ibid. 149). 3. die gerichtliche Einsprache. Ygl. iiafeknouti 
and nibrok. 

Narez (Naraz, Naras, Nares, Narez, Narsaz, !Varzaz) zusam- 
mengesetzt aus na ad, und fez und dieses Yon f ezati stechen, schneiden) 
achlachten (daher feznfk der Fleisehhauer), also ndfez quod ad mactandum 
datur 1- das Yieh, welches an die konigl. Euche abgeliefert wurde, nament- 
lich wenn der Eonig auf Reisen war: ex actio bourn et ceterorum animalium, 
quod Yulgariter dicitur narez, ad mensam regiam pertinentium, quae offi- 
ciarii regii exigebant (Erb. Beg. 419); — absolYimus a solutionibus omnium 
exactionum , Yacca Yidelicet, porco et ariete, quod Yulgariter narsaz dicitur 
(Rzy. 1, 102); — naraz, quod aper dicitur (ibid. p. 139); — omne narzaz 
indulgentes eis Yaocam, porcum, pernam, kyzam et arietem (ibid. 51. 52; 
2, 142). — 2. die Abgabe, welche fur das Weiden solcher Thiere gezahlt 
wird : xsum nares siYO pascuali porcorum , utque dnci per Yillas colliguntur 
(Dob. An. Haj. 6, 123 — 125) ; sie wurde dem collector porcorum (Erb. Reg. 
99) gezahlt, Ygl. nAfezni. 

Nafezni: k t^mui zdmku jest platu stdWho, kter;^2 se jmenuje po- 
prasn^ a ndfezn^, kter^i oufednici lesnf ka2d6ho roku ddYaj( (MS. 1556), 
die Abgabe, welche fiir die Weide in den Waldem, oder fiir den Bezug 
des Wildes gezahlt wurde P 

Naroe Yid. Niirok. 

Naroeh Yid. Narok. 

Narochnichi Yid. Naroznik. 



— 172 -^ 

Narok (Naroe, Narek, Naroeh) von na-fek-nouti dicere in ali- 
quem, uber Jemanden etwas iibles sagen; in diplomatischer Bedeutung 1. 
die Klage iiberhaupt: ab accusatione, qusB vulgo ndrok dicitur (CD. 2, 272); 

— naroeh, quod accusatio vocatur (CD. 3, 158). — 2. die Elage wegen 
Diebstahles oder Feldftchadens und Beraubung speziell: narok, quod latine 
vocatur accusatio furum yel nocturnorum praedonuni (CD. 2, 144); — si 
aliquo pro latrocinio incusetur, quod bohemice ndrok vocatur (CD. 2, 203); 

— quod dicitur ndrok, hoc non debet esse, nisi ubi constet certo sub testi- 
monio, sua bona amisisse (CD. 2, 210). — 3. die Missethat, das Verbrechen: 
opovldati prdvo svefepice, v6ely etc. i vSe, oo2 jest ndrok (Kn. Boz.); — 
uSin^na mi Skoda ; povez, kterym ndrokem P (ibid. kap. 226). — 4. die Ehren- 
beleidigung und Ehrenbeleidigungsklage : ndrok o iesf , k^m md siizen b^ 
(Kn. Tov.); — ze md pfi o ndrok poctivosti (Zdp. ier. 1, 29); — jakoz 
lid^ se narfkajf z zI6ho 16ze, takoveho ndroku jest najlep nechati (En. Tot.) 

— 5. die gerichtliche Einsprache, intercessio = dem alteren An»prache: 
slibujeme ten dvor o6istiti pfed kazdym ndroKem = wir loben in den hof 
ze vreyen vor aller ansprach; — odpor jest obecnd obrana a ndrok, kterym 
kazd^ dfidictvf sveho brdnf (VSeh.); — ackoli statek jest v nafku (Zip. 
^er. 1, 172). 

NaroschenicI vid. NAroznik. 

Naroshnici vid. Naroznik. 

Narozeni, wie das lat. nativitas bei Heiligen der Tag des Mar- 
tyriums: v pruske zemi narozeni sv. VojtScha = 23. April. 

Nirozne, die Abgabe vom Hornviehe. (MS. 1616). 

Naroznik, (Narochiiichi, Naroshnici, Naroschenici) : duas sortes 
decimarum et tertiam eorum, qui dicuntur Naroschenici juxta brod (Sommersb. 
p. 830) ; — quia homines, quorum ilia villa fuit, Narochnichi et domino terree 
servitutis obnoxii fuerunt (Stenz. p. 62); — homines, quorum hsBC quondam 
fuit villa, Narochnici Lubenses fuerunt (ibid. 63). Brinckmaier in seinem 
Gloss, erklart : „wahr8cheinlich Leibeigene, welche die Mastung der Schweine 
besorgten." Obwohl aus den vorhandenen Citaten die Bedeutung des Wortes 
vollkommen sicher sich nicht feststellen lasst, so ist doch gewiss, dass das 
Wort Schweineziichter oder Schweinemaster nicht bedeutet; denn 
offenbar ist es zusammengesetzt aus na und roh, altsl. rogi comu das 
Horn ; sind daher Leibeigene gemeint, welchen eine Yiehservitut oblag, dann 
kann sich das Wort nur aufdas Hornvieh beziehen und es waren ndroi- 
nfci solche Horige, welche fiir die ihnen angewiesenen Griinde entweder 
Hornvieh zu weiden oder eine bestimmte Anzahl von Stiicken abzuliefcm 
oder eine Reluition dafiir zu zahlen batten, (vgl. ndro^n^). Doch kann 
vielleicht auch das poln. (und bohm.) naro inlk der Granzhiigel , die Bastei 
(roh bedeutet auch angulus die Ecke) herangezogen werdenP obwohl die 
erstere Herleitung der Bedeutung mehr Wahrscheinlichkeit fur sich hat. 



— 173 - 

Narzaz vid. Nirez. 

NAsada rybnicna, der Setzling in der Fischerei, der Fischsatz. 

Nasili violcntia, Gewalt, namendich die dem weiblichen GeBchlechte 
gegeniiber: kdyiby ktera 2ena neb panna cht^la z ndsile pohoniti, tehdy v 
ten 6a8, kdyz sc ji bude nasil^ dfti (Ac. 2, 125); — kdo^by koli z ndsili 
pannen a pan! pfemozen byl, sfat bude (Pr. IKst. 178). — Vgl. moc, podaveni. 

Nasleeh: ndslechove jsou, zc v tcchto krajich jeitc ta nebezpe^nost 
(mor) jest, das Geriicht (Kop. 01. 1563). 

Naslyd: predklddali velmi p£kne, kterak by naslys byli, ie by pfed 
krale ceskeho jim skodne feci pfisly, das Geriicht. (A6. 4, 122.) 

Nasobna lita vid. lila. 

Naatizka: Dorota na Nastdzku dala pnsad (Puh. 01. 1412 f. 236) 
nom. fem. Anastasia. 

Mastojte (Nestoite, Nestoyie): ^ad clamorem communem, qui 
nestoyte vulgariter nominatur, nuUus currere teneatur, nisi de propria volun- 
tate hoc facere voluerit* (CD. 2, 211, 327; 5, 224) der Ausruf , durch den 
die Leute zur Verfolgung eines Verbrechers aufgefordert wurden, wie im 
deutschen: Zetter, Mordijo u. s. w. vgl. lionfenf nepfdtel, pokfik. — 
Erben im Gloss, zu Reg. Boh. erklart nestojte fiir zusammengesetzt aus 
ne und stdti (imperat. plur. stojte) = nolite stare; der Umstand aber, 
dass dort, wo eine Aufmerksamkeit erregt werden soil, immer der Ausdruck 
nastojte gebraucht wird z. B. in der Koniginh. Hdsch. „na8tojte a ves svoj 
um sbierajte", oder im Volksliede bei Susil p. 788: „pu8te krajiny oral, 
Nastojte volal^ macht es wahrscheinlich , dass nestojte umgelautet sei fiir 
nastojte, wie z. B. Hist fiir Cast, tejn^ fiir tajn;^, pojel fiir pojal u. s. w., 
abgesehen davon , dass ein so zahmer Ausdruck, wie „stehet nicht^ fiir 
einen so erregten Moment nicht passt (vgl. Gr. RA. 876, 877). Nastojte 
entspricht dem deutschen „Habet acht^. 

Nastupovati, auf etwas dringen, gegen Jemanden etwas untemehmen : 
nekteH hrub6 na ten pofddek nastupovali (Zdp. ^er. 1, 24); — kdyi na to 
nastupoval, aby rok prokdzali (ibid. 197) ; — ie mu na dalSf teSkost nastu- 
povati nebude (ibid.). 

NaSek demin. von nach, der Purpur. 

Natahovati , Anspruch erheben : nemd se vice na to natahovati 
(Urb. V. Konitz). 

Naueeni, die Belehrung, namentlich die Rechtsunterweisung : sudfho 
vypravf na snfim pansk^ iddajfc za nauceni a ortel (Kn. Tov. k. 218). Wenn 
das kleinere Landrecht in einem Rechtsfalle Zweifel hegte, ersuchte es das 
Herrengericht um nau£en{. Speziell hiess nau6eni, wenn der Landeshaupt- 
niann in Waisenangelegenheiten das Herrengericht um Weisungen ersuchte 
beziiglich der Vormiinder, der Inventur , oder wenn das Gut der Waise 



— 174 — 

Schulden halber verkauft werdcn solltc. Hiefiir beatand die kmhn naucenf 
a vypovedi. 

Naucitel ^ der Recbtsbelehrer, die bohere Instanz, welche Rechts- 
belehrung gab: ctn6 yy§§i pravo mesta Olomiice, pdni stars! a nauiitele 
na§i mill. (MS. 1597.) 

Nav: krok jide do navi (Dal); — ustlav jin^^m v navi bydlo 

(Alex. Yyb. I. 1079) d. h. Krok geht in die nav, — er bereitete anderen 

ein Lager in der nav. Dieses merkwiirdige Wort wird gewohnlich herge- 

leitet yon der Sanskritwurzel naQ, na^-a-mi vergehc, n&g-as Untergang, 

gr. y^x-vt; Leiche, lat. nex, neco, got. naus todt, altn. n&r anima defuncti, 

let. nawe Tod, lit. Nab we die Todesgottin, altsl. navi» mortuus. Gegen 

diese Etymologie wendet sich Hatala und Krek Einleit. in die slav. Lite- 

raturg. p. 118, Akg. 3 und wie uns scheint, mit Recht. Leugnen lasst sich 

allerdings nicbt, dass altsl. navb mortuus, und das altb. u-nayiti todtea 

heisst (z. B. ctvrteho mlatcm unayi Starob.. sklad. 2, 225); aber ob nav 

ursprunglich den Bcgriff des Todes, der Lei c he, des Grabes hatte, das ist 

es, was uns selir fraglich erscheint. Denn in den obcn angefuhrten zwei 

Citaten aus Dalimil und der Alexandreis ist offenbar ein Ort gemeint, 

sonst konnte es niclit heissen: Krok begab sich in die nav, oder er 

bereitete anderen ein Lager in der nav. Im spiiteren bohmischen 

kommt dasselbe Wort in der volleren Form nava und ndve bei Ilarrant 

und Paprock^ in dor Bedeutung Schiff navis vor, wahrend Hdjek das 

Wort nava in demselben Sinne wie Dalimil gebraucht: oba odesli do navy 

a pohfbeni jsou. Die bei Hdjek vorkommende Phrase ist ein Beweis , dass 

das Wort nav (ndva) noch in der Zeit, als es in der Bedeutung Schiff 

gebraucht wurde, auch noch im alteren bei Dalimil und in der Alexandreis 

yorkommenden Sinne sich erhiolt, ja Matzenauer fiihrt ein Excerpt Bocek's 

an: „telo pfi pohfebu do navi se poloiilo," woraus hervorgeht, dass nav 

in seiner ursprunglichen Form noch spaterhin vorkommt. Demnach wird es 

vielleicht gestattet sein , beide Bedeutungen , die bei Dalimil und in der 

Alexandreis vorkommende, die eben erst erklart werden soil, und die spatere 

bei Harant, Paprock^ im Sinne: Schiff in eine Beziehung zu einander zu 

bringen. Zu diesem Ende nehmen wir als urspriinglicfae Bedeutung des 

Wortes nav den Begriff Schiff an und stellen das Wort demnach neben 

sansk. n&us Schiff, n&uk& Nachen, gr. vavg^ lat. navis, ahd. nacho, im 

bair. Dial, nau oder nauen, oder nave das Schiff (Schmeller 2, 667), alts. 

navgini (adj. posess.) bohm. nav, ndva das Schiff u. s. w. Zur Begrun- 

dung dieser Nebeneinanderstellung weisen wir vor allem auf die Beschrei- 

bung bin, welche der Araber Ibn Foszlan iiber die Begrabung der heidnischen 

Russen im J. 921 entwarf und woraus ersichtlich wird, dass dieselben den 

Todten, wenn er arm war, in ein eigens hiezu gebautes kleines Schiff legten 

und sammt seiner Habe verbrannten. Dasselbe geschah mit einem Reiohen^ 

nur dass seine Habe vertheilt wurde und die Geremonien viel feierlicher 



— 175 — 

wareD. Der Todte wurde vorlaufig in ein Grab gelegt, bis das fiir ihn be- 

stimmte Leiohenschiff fertig war, worauf man eine Ruhebank auf dasselbe 

brachte, den Todten darauf sctzte, domsolben mehrcre gcachlachtetc Thiere 

Pferde, Ochsen, Hiihner mitgab, und endlich das SchiiF anzilndete. An dem 

Orte, wo das aus dem Wasser gazogene SchiiF stand und verbrannt wurde, 

haufte man eine mogyla (Todtenhiigel) auf. (Vgl. Krck 1. c. p. 123 ffg.). 

Aus dem Qesagten gcht hervor, dass bei den alien Slaven die Yerbrcnnung 

der Todten auf einem Schiflc gebrauchlich war. llieher ist auch die Sitte 

zu beziehcn, vermoge welcher in slav. Landern am Weihnachtsabendc halbe 

Nussschalen auf eine mit Wasser gefiillte SchiiBsel gelegt werden; in jeder 

NuBsschale ist ein Kcrzcben angebracht und wessen Lichtchen auf der im 

Wasser schwimmenden Nussschale friiher erlischt, der stirbt friiher. Offenbar 

Yertritt hicr die Nussschale das Schiff, welches sorait auch in dicsom Qe- 

brauche in Beziehung zum Tode gebracht wird. Dcsshalb werden wir 

schwerlich irren, wenn wir unscr Wort nav mit diesom Gebrauche in Ver- 

bindung bringen und die Behauptung aufstellen, dass nav- ursprunglich das 

Tod ten schiff bedeutete , auf welchem der Vorstorbene verbrannt wurde. 

Diese Ansicht fiihrt uns weiter zu dor unter den Ariern weitverbreitoten 

mythologischen Anschauung von dem Todten flusse, den der Todte zu 

uberschifFen hat, ehe er in das Land der Seligen gelangt; die nahere Aus- 

einandersetzung dieser mytholog. YorstcUung gehort nicht hieher; nur das 

sei noch erwahnt, dass der Todten fluss mit dem Luftstrome idcntificirt 

wird, wornach wiedcr der Todtennachen das Bild der Wolke ist, in 

welcher die NaKa>; (vgl. Zeitachr. f. vgl. Sprachf. 1, 536), die lit. Nahwe, 

die slav. Bdba oder ihre Emanation Morana (vid. dieses) fahrt. Ist diese 

Entwicklung richtig, dann erklart es sich von selbst, dass nav im slavischen 

den Aufenthaltsort der Todten und das Schiff bedeutet, dass im Yerlaufe 

der Weiterbildung des urspriinglichen Begriffcs navb auch den Todten selbst 

bedeutet z. B. navb iz groba izchodjaSci , wahrend bei Nestor: so navi 

priael dieselbe Bedeutung hervorleuchtet wie bei Dalimil und in der Ale- 

xandreis. Demnaoh stellen wir folgende Bedeutungen von nav auf 1. das 

Todtenschiff. 2. das Schiff iiberhaupt. 3. das Grab (vgl. oben, dass nach der 

Verbrennung der Leiche ein Todtenhiigel aufgeworfen wurde) in welch' 

letzterer Bedeutung mit nav das mitbd. nef in der Lex. Sal. naf, nauf = 

der Sarkophag zusammenhangt. 

Naval: recipientes ab eisdem arrae nomine, quod nawal alias 
anal ait vulgariter nuncupatur, 45 sexagenas (Pal. Formelb. 1, 366), die 
Anleite, arra, arrha, das Handgeld, Toppgeld, welches als Zeichen des zum 
volligen Abschluss gekommenen Yertrages gegeben wurde, worauf nur die 
Erfiillung, nicht aber die Aufhebung dessclben gefordert werden konnte. 

Navesnik: ve vsi je rolnikia 21, zahradniku, ktefi kone majf 7, 
navesnfkfl 11... v Sklenove rolnfku 9, zahradnikfi, kteff konfi a po kiisku 



— 176 — 

■ 

role maj{ 6 a ddvajf po 18 gr., chalupnfci 4, kteff po kiisku role maj{ a 
dAvajf po 2 gr. a ndvesnikfl 6 ; ti ddti majf po 1 gr. (Urb. Hochw.) zaeam- 
mengesetzt aus na auf und yes Dorf; nach der Steuer, die auf einen n-k 
entfiel, wareii es die am wenigsten Bemittelten, wahrBcheinlich die Inleute, 
welche weder eigene Felder noch eigene Chalupen besassen, sondem als 
Miethparteien im Dorfe wohnten. 

Navdtiveni svati Alibity die Heimsuchung der Elisabeth durcb 
die h. Maria, also Maria Heimsuchung : svdtek navStiveni AlzbSty od paany 
Marie na sboru Basilejsk^m ustanoyen (1441. Vel. Kal. 164) ; — v sobotu 
den pamdtn^ nayStiyenf A12b6ty. 

Nazi\jtfi crastina dies. 

Nebflh = neboztik der Yerstorbene mortuus : ie jsem rukojme za 
neboha kneze Lacka (Puh. 01m. 1412 f. 57). 

Necise nom. fern. Agnes: ten uter^ pfed sy. Necisi 1395 (A. L 
1, 139) ygl. Netise. 

Nedanf die Nichterfiillung des Yersprechens : pohoni . . . neb jema 
mSl dati 20 kop gr. a toho nedal (Cod. j. b. II. 2. p. 313), ygl. rceni. 

Nedidinny der keinen liegenden Besitz hat: ale nededinneho yli- 
dyku moz stayiti na trzisci (Kn. Roz. cl. 236). 

Nedele I. Der Sonntag, dies dominica, wortlich der Tag, an dem 
nicht gearbeitet wird (ne non, delati laborare). Die am haufigsten yorkom- 
menden Benennungen der Sonntage sind : 1. bfld der weisse Sonntag = 
dom. Inyocayit, der erste Fastensonntag ; bei Jungm., wie es scheint irrig, 
als erster Sonntag nach Ostern angegeben, da alle Datirungen Mitteleuropas 
auf den Sonntag Inyocayit hinweisen. Das Adjectiy b(l^ hat hier wahr- 
scheinlich die Bedeutung yelik;f gross (ygl. bfl^ pdtek = yelik^ patek 
etc.) und entspricht wahrsch. der deutschen Benennung des Sonntages In- 
yocayit: grosser Sonntag in der Fasten. — 2. 6ernd der schwarze Sonn- 
tag, Judica, der fiinfte Fastensonntag: tu sobotu pfed dernii nedSK (A. c. 
3, 578), auch paHjoyd ned. dominica passionis genannt : po nedSlf £eme 
jinak pasijoy^ (LA. Kl. Bruck L. I. n. 48). — 3. deyftnik (yon deyet = 
noyem) der neunte Sonntag yor Ostern, Septuagesima : nedele, kterd 
strany po6tu sedmdesdte dni lating sloya septuagesima a ^esky deyftnfk t. j. 
nedSle deydtd pfed Yelikonocf. ~ 4. druzebnd, dru^nd, dru^badlnice 
der yierte Fastensonntag, Leetare, yon den an diesem Tage stattfindenden, 
aus der heidnischen Zeit stammenden Umzugen so genannt, woniber zu 
yergleichen die III. Abb. unter drauschkensonntag. — 5. kflioyd 
(yon kfii = crux) der Sonntag, mit welchem die Kreuz- oder Bittwoche 
anhebt, der fiinfte Sonntag nach Ostern, Yocem jucunditatis, nach neuerer 
Bezeichnung Bo gate: jmenuje se nedele kfiioyd od ceremonie s kfii^i se 
noSenf a procesf dr^enl,. ie okolo 1. 460 nejaky Maihertus, y Frankreichu 
Yldensk^ biskup (Bischof yon Yienne), z pf(6iny jakehos nebezpeienstvf a 



— 177 — 

zem6 tfesenf ji ustavil a potom pape2 toho potvrdil (Post ai. 1615 p. 803). 
— 6. K^chavnd von k^chati niessen, der dritte Pastensonntag, dom. 
Oculi, wahrsch. von dem in dieser Zeit haufig vorkoinmenden Schnupfen 
geaannt, wie denn auch der h. Mathias aus demselben Grunde der Schno- 
pfizer genannt wird : pSt. Mathias der' snopficzer ist allezeit um die 
Fastnachtzeit, dass wir nicht tanzen mogen** (Schmeller 3, 494). — 7. kvetnd^ 
kvetnice, na kvety (von kv6t die Bluthe, Blume) daher im deutschen 
der Blum-Ostertag genannt, dom. palmarum der Palmsonntag. — 8. liS6f 
(von li§ka vulpes) in einigen Gegenden der Sonntag Invocavit, der erste 
Fastensonntag. — Der Name lii&i ned^le hat zweifelsohne eine Beziehung 
auf die Mythologie. Denn da bei dem Gebrauche der Kinder, wenn sie 
einen ausgefallenen Zahn rucklings iiber den Eopf werfen, statt des Wortes : 
tu mds B&bo koit^n]^, das Wort liika gebraucht wird, da ebenso statt 
Bib a pnnesla dfte, gesagt wird liSka pfinesla, so ist kein Zweifel, dass 
liska ein Symbol der Gottin Bdba sei. — 9. masopustni die grosse 
Fastnacht, dom. Esto mihi, quiuquagesima der Herrensonntag, der siebente 
Sonntag vor Ostern. — 10. modlitebna = kff^ovd: pit A nedele 
po Yelikonoci slove v&bec mezi kfesfany modlitebnd a u n^kterych se 
jmenuje kffiovA (Post. 1615 p. 803). — 11. na kv6ty vid. kv6tnd. — 
12. pa§ijova als Sonntag = £ernd, als Bezeichnung der ganzen Woche 
= Passionswoche, die Woche vom Palmsonntag an. — 13. pest r a wahr- 
scheinlich der Sonntag quinquagesima, zu schliessen nach den Sprichwdrtem : 
p^kn^-li £a8 tu nedeli po devftniku, b^vd teplo i o masopustnich dnoch 
= jaki nedSle pestrd, takovd i masopustni (Erb. prisl. 441); die 
Russen nennen den Sonntag septuagesima pestraja. — 14. po devft- 
niku sexuagesima, wortlich : der Sonntag nach dem devftnfk (vid. dieses). 
~ 15. pra2nd der erste Fastensonntag, so genannt vom Rosten (pra^enf) 
der puidlka d. i. ein Gericht aus Erbsen, wozu die Erbsen drei Tage 
lang im Wasser liegen miissen, bis sie aufquillen, dann in eine Pfanne ge- 
than, mit Pfeffer und Salz bestreut und in der Rohre gerostet werden. — 
16. pf ed postem der Sonntag vor der Fasten zz devitnfk. — 17. pro- 
sebnd (prosba rogatio) vid. kffiovd. — 18. provodni auch proved, 
der erste Sonntag nach Ostern dom. Quasimodogeniti : pondSli po provodni 
nedeli, jeni se zplvd quasimodo geniti : Proved ist Uebersetzung des lat. 
conductus paschee und da dieses auch die ganze erste Woche nach 
Ostern bedeutet, so erklart es sich, warum auch die Bezeichnung provody 
(plur. von proved) vorkommt. — 19. smrtnd, smrteind, smrtedlnd 
der Todtensonntag, in Bohmen und Mahren der fiinfte Fastensonntag ; iiber 
die Herleitung des Namens vgl. den Artikel Morana. — 20. stfedo- 
postni die Mittfasten, der vierte Fastensonntag, Laetare vgl. sti'edopostl; 
der Name stammt von dem lateinischen : quadragesima media oder me- 
dians, auch dom. median a, oder media quadragesimae genannt (stfed 
= Mitte, post = Fasten). — 21. svatoduSni der Pfingstsonntag dom. 

12 



~ 178 — 

pentecostes. — 22. velikA der grosse d. i. Ostersonntag. — 23. velikoiio6iii 
= velikA. — 24. vesela (vesel^ = leetus frohlich) der frohliche Sonn- 
tag, im lat. nach dem Introitus Laetare (woher die deutsche und bohm. 
Bezeichnimg) oder dom. de Rosa, dom. Bosata (weil der Papst an diesem 
Tage einem um die kathol. Welt verdienten Pursten eine goldene Rose 
weiht), oder nach dem Evangelium von den fiinf Broden dom. Panes, de 
Panibus oder quinque Panum genannt. ~ 25. z provodu vid. pro- 
vodni. — II. Die ganze Woche. 

Nedilny bratr, syn der ^ungesonderte" Bruder, Sohn, der mit dem 
Yater oder den anderen Briidem das Erbe gemeinschaftlich besitzt und be- 
wirtschaftet. — vid. dilny, rozdil. 

Nedoch6dce das vor der Zeit geborene Kind : o dedi6nem dile ne- 
dochod^at: jestlize dfte nenaplni toho £asu (Pr. Mest. 152). 

IVedoch6d£i hrivna die Strafe, welche gezahit wurde, wenn ein 
entlassener Unterthan dort nicbt eintraf, wohin die Entlassung fiir ihn er- 
beten wurde : tu kdez nedojde , ma dAti nedochodef hfivnu (Kn. Dm. 
p. 93) ; — a jako^. se z hfivny vinf vzate, ponevadi^ nedochodef hrivna nenf 
rucena a ten clovek osadil, mi ji Polomec vratiti. (Puh. 01. 1475 f. 08). 

Nedociiodiii hrivua in Ku. Tov. kap. 192 vid. iiedochodei. 

Nedopern^ : vcnditiones svod, glava, narok, nedopernc zusammen- 
gesetzt auB der Nogativpartikel ne und doprati zu Todc, schwer ver- 
wunden, also die Strafe, welche fiir einc Vcrwundung, die nicht todtlich 
war, gezablt wurde, wahrsch. also dem Sinne nach dasselbe was chromota, 
mutilatio ; vgl. in Ord. j. t. §. 46*: si quis alium gladio aut cultello non 
letaliter vulneraverit. 

Nedrzebny der di^s Wort nicht halt: nabrals na se v jednotu stu 
pflli§ nedrzebnych lidf a jich nedr^eni vae tob6 pfipisuji (A. c. 2, 85). 

Neflutny: selmfi Selmovsk;fch, gpinav^^ch a neflutn^ch nadal (Puh. 
Bm. 1580 f. 377) e germ, fliittig zuchtig, rein; niederd. eine flytige, un- 
flytige fruwe. 

NehospodAf welcher keine selbstandige Wirthschaft fuhrt: pdni 
nehospodari . . . dokud sv^ch oddfl6v nemajf (Kn. Tov. k. 78), vid. hospodaf. 

NechromA rana die Wunde, die keine Lahmung zur Folge hatte; 
vgl. chromota. 

Nejblizsi in Datirungen der nachste Tag, feria oder dominica 
proxima. 

Neked nom. viri. Nicolaus. 

Nekrnieni: plat za nekrmeni vepfe (MS. Hochw. 1658) anstatt des 
Fiitterns eines Schweines eine Qeldreluition fiir das Futtem zahlen. 

Nemoen^ rok vid. rok. 



— 179 — 

Neoddilen^ = nediln^ vid. dieses. 

Nepraidnost die Verhinderung, welche durch Oeschaftsuberbiirdung 
erfolgt: ie pro svii nemoc a neprdzdnost stdti nemohl (Puh. Brn. 1447 f. 30). 

Nerobotny wovon keine Robot geleistet wird: HyH role robotn^, 
5tvrf nerobotn^. 

Nerodny unwillf&hrig; yid. nerodstvi. 

Nerodstvi, Nerodstvo die Widerspanstigkeit , yon neroditi nolle, 
roditi yelle. 

Nestani das Nichterscheinen yor Gerichtf auf welches das stann^, 

das ist die Eontumazirung erfolgte. Als gewichtige Entschuldigungsgriinde 

(pfi^iny proti nestdnf) gait 1. eine Dienstreise in Sachen des Landesfiirsten 

(sluzba krdloyskd): jskoi yolaji na p. Josta, markrabina Milost jej poslal 

po sy^m poselsty{, ie nema odpoyfdati na tomto semn6 a to tSmto pdhonom 

nemd skoditi (Lib. cit. 2, p. 58). Doch genugte nicht ein blosser Befehl des 

Landesherrn, sondern dcr wirkliche Dienst: Krai. Milost psala ufednik6m a 

p&nom, aby p. Pusky nesiidili a p. Smila, protoz pani ku pfikdzdnf krdloyu 

odlozili do prynfho snSmu a potom chti pdni Krdl. Milost prositi, aby yfce 

neracil stayeti prdya (Pfth. 01. 1412 f. 63). Der Dienst der Konigin ent- 

schuldigte nicht : regina non habet hanc potestatem , quod per seryitia sua 

Bupportet quern a jure (Ac. 4, 529). — 2. die Abwesenheit aus dem Lande 

Oder das Verweilen in der Fremde zur Zeit, als der Puhon angemeldet wurde; 

doch gait diess nur yon entfernteren Landera z. B. Prankreicb, Italien, dcm 

gelobten Lande u. s. w., nicht aber yon dem benachbarten Bolimen, Oester- 

reich, Polen, Schlesien; wer sich in diesen Landern aufhielt, musste durch 

sein Gesinde yom Pflhon in Kenntniss gesetzt werdon und beim nachsten 

Landrechte erschcinen; ai. 1448: kdoiby yyjel z zem6 do Rakiis, Polsky, 

Slesie, do Cech, proto nema pohonu prdzden byti, krom6 ktozby po dobro- 

dru?.8ty( aneb k Bozftnu hrobu nebo do Frankreicha nebo do Vlach yyjel a 

p6hoa jeho nezastal (Pfih. 01. 1437 f. 146; Zdp. ier. 1, 29). — 3. Krank- 

heit, yid. rok nemocn^. — 4. Ueberschwemmungen, die den zum Land- 

recht fahrenden aufhielten. 5. Gefangniss. 

Nestaz, Nestazka Anastasius, Anastasia yid. Nastazka. 

Nestoite, Nestoyte yid. Nastojte. 

Nestojte yid. Nastojte. 

Neipory die Yesper. 

Netef die Nichte; ygl. sansk. nap tar Enkel, napti Tochter, En- 
kelin, gr. a-vBxpiog Geschwistersohn , ahd. nefo nepos, alts, nctij filius 
fratris yel sororis, nestera consobrina. 

Netide, Netiska Agnes, ygl. Neeise. 

Nevira die Untreue: pryd neyera. 

12* 



^ 180 ~ 

Nevista 1. die Schwiegertochter glos. : glori suae alias neveate (D6. 
12 n. 437). 2. jetzt auch die Braut. Das Wort gehort wahrscheinlich zur 
Wurzel ved (vad), welche eine Braut heimfuhren bedeutet, vgl. 
skr. vadhft die junge Frau, altsl. nevfista sponsa, lit. ved^s, -der Brau- 
tigam, n eyed 6 8 der ledige, neusl. nevesta nova nupta, glos. (vid. Mikl. 
Lex. und Listy filol. I. 264). Demnach scbeint n. ursprunglich die unver- 
heirathete Maid, dann die Braut und endlich erst die Schwiegertochter be- 
zeichnet zu haben. 

Nevraiiti na nSkoho Jemandem gram sein, verwunschen; die Er- 
klarung vid. sub. vraza. 

Nevycetly der die Rechnung nicht gelegt bat: ze jest muj ufedaik 
nevycetly . . . jakoz to ma pAn na 8v6ho lifednfka nevycetleho ukdzati (Pfih. 
01. 1412 f. 92); — ie mi lifednfka m6ho nevycteneho drzi (Pub. Brn. 1459 
f. 8). Solche, welche Rechnungen zu legen hatten, konnten nus dem Unter- 
thanverbande nicht entlassen werden, solange sie die Rechnung nicht gelegt 
hatten: ktefii z&vadnf jsii a ku po(tu prisluSejf (Kn. Toy. k. 194). vgl. od- 
pustiiii, zAvadiiy. 

Nevycteiiy vid. Nevycetly. 

Nezuati se sich nicht bekennen zu etwas, daher negare laugnen, 
verlaugnen: nezn& se k pohonu nogat sc accepisse citationem (Pub. 01. 1412 
f. 98. 210). 

Nezprava die Ungewuhr: zvody pro nezprdvu inductiones propter 
indisbrigationem (Cod. j. b. II. r. p. 280). 

Niva 1. das Ackerland, Feld iiberhaupt, campus: duos carapos, qui 
nywy dicuntur (DB. 6, n. 107). — 2. der Urbaracker: super agris, qui 
vulgariter Urborekker seu nyby dicuntur (ibid. 3, 79). — 3. die Breite d. 
h. ein grosses weitausgedehntes Ackerland: praita alias niva (DB. 12, n. 
708); — nivu drzal, jesto se na nf pul pata muta vsevA. (Pub. Brn. 1406 f. 66). 

Nivne der Zins, auch Pachtzins, der von einer niva d. h. von be- 
bautem Acker gezahlt wird: z pil druhe fitvrti nivneho. (Ilrbar. Chropin.) 

Alocleh (Noczleh^ Nochle^li, Noehleh, Nozleh, Nozlehe, Nozce- 
leh) zusammengesezt aus noc und lehnouti legen, das Nachtlager, die 
Verpflichtung der KlQster und Unterthanen, dem Adel, den konigl. Beamten, 
namentlich aber den konigl. Jagern und Hundefiihrern Unterkunft zu ge- 
wahren: ut quicunque nobilium in prasfati monasterii curiis vel villis pernoc- 
tando vel intrando extiterint injuriosi , bannum nostrum in decern marcis 
componant (CD. 2, 191. 279); — de venatoribus et caniductoribus statuimus, 
ne in abbatia vel villis abbatise pernoctent (ibid. 338); — inhibentes, nequis 
suppanorum nostrorum in quocunque nostro vel eorum negotio in bonis su- 
pradicti hospitalis se recipiat ad pernoctandum (ibid. 2, 292.) 



— 181 — 

Nochleli vid. Noeleli. 

Nochlegh vid. Nocleh. 

Noczleli vid. Noeleh. 

NoriuberBky bill auf NurnLorger Art: obnovcna jest rada na 
obojfm meste praiskem behem Normberskym ... a to se jiz tak podruhe 
sami sadili, (SRB. 3, 391) d. h. die Erneuening des Rathes durch eigene 
Wahl der Bargerschaft und nicht niehr durch Ernennung des Konigs: di 
burger ze Nuremberch . . . daz wir allew iar ainen newen rat setzen. 
(CD. 8.). 

Nosidliiik (Nozidliiik) portator der Lasttrager (Erb. Reg. 1, 78) 
zu schliesscn nach p. 47 : ad port and as lagunculas dedi Kusi cum tribus filiis. 

Notule 1 . Das Konzept, der Entwurf bei Landtafeleinlagen u. s. w. 
nach dem dann die Einlage in die Landtafel selbst erfolgte, ohne dass der 
eintragende Ingrossator etwas daran andem durfte, selbst offenkundige 
Fehler nicht ausgenommen. 2. Das Pormular z. B. notule listu priznavaciho 
das Formular des Steuerbekenntnissbriefes. 

Novina der Neubruch, das Rodland, novale. 

Novinnik von novy novus, der neue Gegenstande verfertigt: 
putky raezi sevci novinnfky a mezi koieluhy usenniky (Cas. c. M. 1840 
p. 67); — sevci vetesnfci a novinnici (Pam. arch. 1869 p. 523); — stala 
se vypoved mezi Sevci novinn(ky a Sevci vetesniky, aby novinnfci vetch^ch 
holenf, skofen ani jinc zddnc vetche a pochozen^ obuvi ned^lali a vetednfci 
zase obuvi nove (Pam. arch. 1870 p. 582) ; — r. 1618 ustanoveno, aby se 
vetegnfci budoucne flikefi jmenovali (ibid. 583) vgl. vetesnfk. 

Novosady die neue Ansiedlung, Neustift: z novosadfi, kteff sii se 
? tato leta na obci stavili (Pfih. 1447J. 

Novosedii die Installation : na novosedlf tomu fardfi vyd&s deset 
mdsfl mdsla (MS. 1587); — 1 krdvu, 2 svin6 knSzi Eustachovi na novosedlf 
danijeme (MS. 1583). 

Novotn]^ ein Mitglied des neugewahlten Stadtrathes : poslal pro 
lifad jak pro stare pdny tak i pro novotn^. (MS. LA. M. VII. 44.) 

Nosceleh vid. Nocleh. 

Nozidlnik vid. Nosidlnik. 

Nozleh vid. Nocleh. 

Noslehe vid. Nodeh. 

Nuovice bei Dalimil die Nonne, monialis, aus dem mitlat. nonna, 
nunna monialis, auch nonnus, nunnus bei Hieron. der Monch mona- 
chus, mitgr. vitva^ vovlg^ monialis; nach Papias : „nonnos vocamus majores 
ob reverentiam* gehalten zum ital. nonna = avia das Miitterchen, nonno 
avus der Grossvater, wahrsch. die urspriingliche Bedeutung die ^Gross- 



— 182 — 

mutter**, dann die Nonne wegen der Ehrfurcht, welche die Ncmnen ge- 
noBsen. (Ygl- Matz. ciz. si.) 

Obcne schud yid. obern]^ siid. 

Obdnnk das Abdanken der geworbenen Soldaten : jestli^eby skrze 
pokldddnf munstninkflv a obdankfiv zvlAsf po obdanku skrze zemi tuto ta- 
ienl lidu vdlecn^ho .... jake skody Be Btaly (Snem. p. Bji. IV. 112b). 

Obdrzeti. Steht dieses Wort in Bechtsquellen allein, bedeutet es, 
den Process gewinnen : on obdrzel er gewann. 

Obec 1. das was der Oemeinde gehort, das offentliche Gemeinde- 
vermogen, als Gemeindeacker, Hutweide, Anger, Wald, Teidii u. e. w. im 
Gegensatze zum Singularvermogen, die Almeinde, Almoin (Gr. RA. 498), 
der ager publicus der alten Romer, in mitlat. Urkunden ager commu- 
nitatis oder scblechthin communitas, in deutschen Diplomen Mahrens 
g erne ins chaft genannt: obec ager compascuus (Mat. Verb.); — cum 
communitate, quod obec dicitur, illius silvae (DO. 4 n. 349); — ti lesov^ 
jsii obec Hodonskd (kn. ouz. 97) ; — co2 se t6ch struh anebo obcf dot^ce 
(A. c. 1, 118); — ie mi m^ti obec m^ch chudych lidf (Pfih. 01m. 1412 
f. 77) ; — ?.e jest moci vpadl v obec m^ch chudych lidi v pastvist^ a v 
jezero obecne (Pfih. Brn. 1417 p. 29); — ic opletl zahradu v prostfed VBi 
na obci (ibid. 173); — ager communitatiB vulgariter obec (CD. 7, 219); — 
obec neprdvo mefiti podle dediny v kiipi (Kn. Roz. 5. 298). — 2. Die Ge- 
sammtheit der zum Genusse der Gemeindewiesen, Walder u. s. w. Beru- 
fenen d. h. die ansassige Bauernschaft, welche urspriinglich in der Dorf- 
flurmark wohnte, im Gegensatze zu den Hauslern, welche erst nach den 
Hussitenstiirmen in den Dorfern durch die Grundherrn angesiedelt wurden, 
denen dahcr an dem urspriinglich ausgemessenen Gemeindegute kein Nutzungs- 
recht zustand ; (vgl. hromada). — 3. die Gesammtheit der Untergebenea 
gegeniiber der Obrigkeit, den Vorgesetzten uberhaupt, die Gesammtheit 
der Regierten gegeniiber den Rcgiercnden: zeme 6eska, pani a obec (A. c. 
1, 65). Daher auch beira Landrechte die anwesenden Parteien als Gegen- 
satz zu den Richtern und Beamten : pdn sudf pro nemoc na horu pi^ijiti 
nemohl, a6 k nSmu nSkolikkrdte i z prosti^edku pdnuv i z obce posilano 
bylo (Zdp. Zer. 1, 29) ; — hejtman k oboi m61 fei stran odkladu soudu 
(ibid. 81). — Die Gemeinde gegeniiber dem Rathe: koniel^ BmluYi se s 
obcl (SRB. 3, 25). 

Obec poliii vid. point obec. 

Obecnice, die gemeinschaftliche Wohnung, das Refectorium: zaci 
kflmf, ktefi na hrade (prazsk^m) bydlili v obecnici (SRB. 3, 13, vgl. Tom. 
d6j. Prahy 3, 68). 

Obecny clovSk, der Nichtadelige : pecef obecniho ^loveka pfi prM 
nic neplati (Zdp, ^er. I. 125). 

Obedienciaf =^ 0-arius. 



— 183 — 

Obeeuy siid, das Gericht des Griindhcrrn iiber die Untcrthanen : 
ncc ad judicia nostra, qua^ in Yulgari obcne schud dicuntur , venire cogatur 
(CD. III. 20S); — kdyi pAn na obecnem sonde sedi (Urkd. f. Eibcnschitz 
1576); ^ 8ondov6 obecnf af jsou dr>ini kazdy rok (Cas. (f. M, 1835. 287). 

Obecny zapis. Kn. Tov. k. 30: ,,obecny zjipis neb lantfryd se dela^ ; 
yid. Landfried. 

Obeslaui, die Bescbickung, die Aufforderung von Scite der Land- 
rechtsbeamfcen, dass Jemand , ohne vorauegegangene formelle Citation , vor 
Gericht erscbeine; diese obesldni waren eigentlich eine Yerletzung der alten 
Gerichtsfreihoit , vermoge welcher Niemand verpflichtet war, vor Gericht zii 
erscheincn , ausser er war durch einon Elager mittelat des pubon belangt. 
Im Jahre 1497 bcachloss der Landtag in Bohmen, dass Niemand in einer 
Piibonenangelogenheit durch ein obeslanf vor das Gericht beschickt werde, 
ausser es ware hiezu ein spezieller Befohl der Landrechtsbeisitzer : „^idn]^ 
listem od ufadu aby nebyl obsflAn, kteraz vec ka p6honnfmn prAvu pfislusi . . . 
krom lecby zvldstnf b^lo rozkdzanf od pAnuv na pln^m slide, 
ten, na kohoz by rozkdzdno bylo, m& a mdi byti listem od 
liradu obesldn (A6. 5, 469). Gegen diesen Beschluss eifcrt Vsehrd, dass 
Niemand verpflichtet sei , ohne vorausgegangenen Pubon vor Gericht zu 
erscheinen und dass Falle, wobei kein pubon nothig ist, nioht vor das Land- 
recht gehoren: vedle prdva k sudu zemskemu ka^.d^ obyvatel zeme iesk^ 
ne listem, nez pohonem a komornfkem m4 pi^ipraven b^ti a k zadn^mu 
obesldni stdti k siidu nen{ povinen listovnfmu, nez k pohonu sam6mu, anii 
vedle prdva kterd pre na sude zemsk^m nepohonnd md slysdna b;fti (p. 382). 

• 

Und wirklich hob die Ylad. LO. den Lantagsbeschlusa ai. 1497 auf und 
beschrankte das obeslani^ wenn einer Wittwe die Mitgift nicht abgetreten 
Oder entrissen, oder wenn Waisen ihr Erbgut. nicht eingeantwortet wurde: 
zadn^ listem od lifadu aby nebyl obsildn, kterd^ vec ku p6honnemu prdvu 
prfsluif; krom toho svoleno jest, aby pre stranni minuly a od lifadu listem 
osoby aby nebyly obsfldny, ne^ vMchni aby se prdvem hledSli. Nez vdovy 
a sirotci, jestlizeby ktere vdov6 jejf veno nepostiipeno neb odjato bylo a 
sirotkdm kto statku sstiipiti nechtel . • . lifednfci aby ty osoby listem obeslali 
(A6. 5, 131; L0..1564 f. 44). - Vgl. litery. 

ObMovAnf Erista Pdna, Opferung Christi = Maria Lichtmess. 

Obchod, der Umgang, die Procession: majf obchod a msi zddu&nf 
za ty duSe iiniti (Chron. Igl. 33); — maji kopu gr. ces. mfsto obchodu za 
duSe jejich ddti (ibid. 39). 

Obili poniocni: tak ie ndm i naSim potomkuom rii deset mtuov etc. 
kromS pomocneho obilf tak feien^ho nad prvni staroddvni platy vyddvati 
maji (Priv. Tov. f, 101) das Getreide, welches als pomoc d. h. als Abgabe, 
Steuer abgeliefert wird. -— Ygl. beroHy pomoc. 



— 184 — 

Obojek 1. der Roller colobium, Waifenrock. 2. das Halsband 
collare, das Halseisen. 3. die Halskrause, der Kragen (== obvojek von ob- 
viti umwinden). 

Obora 1. in poln- Diplomen wie in bohm. forestarium der Wild- 
garten. 2. in der K. Bo2b. c. 273 der eingehegte Platz, wo die Stutten 
weiden. 3. das gehegte Gericht des Palatine Yon Erakau : ad curiam Palatini 
Cracoviensis vnlgariter dictam Obora depellere. (Helc. Pomn. I. 132.) 

Obrana, die Yertheidigung yor Gericht, die Abwehr, exceptio juris : 
zanechajic obeslanemu pr&ynfch obran, kter6 se v nSmeok^m jazyku hel- 
frede jmenujf (Pr. Kut. 55); — jestliie kto vede svSdky z obrany proti 
nikomu (Jir. Cod. j. b. II. 2, p. 263); — obrana pShonu die Abwehr der 
Citation : nastoupil potom na jinou obranu, ie o dvoji v£c poh&nf (Zdp. ier, 
1, 124); — obrana tytulem, jene Abwehr der Citation, welche dadurch 
erfolgte, dass der Klager dem Geklagten den ihm gebiihrenden Titel nicht 
gab, yid. pflbon. 

Obraniti se, abwehren, refiitare: neb v t^ kazd6 pomluv^ odpormk 
mvLoi se p6honu neb 2alob£ obrdniti (Kn. Tov.). 

Obraiiny list, literse tuitionis (A6. 5, 169). Wenn nach dem zTod 
(vid. dieses) der Sachfallige den Besitz, auf welchem der zvod erfolgte, dem 
Klager nicht binnen 4 Wochen abtrat, so verlangte dieser beim kleineren 
Landrechte den obranny list, d. h. Wehrlosbrief, in dem zffz. Vlad. 61. 21, 
litera; tuitionis genannt. Mit dem ob. list ging der Elager in Begleitung 
der Gerichtspcrsonen auf das Gut, wo er eingefuhrt war und woUte der 
Sachfallige selbes nicht abtreten, ward er des odboj schuldig; vgl. odboj. 
„Auf den Fall er aber in denselben 4 Wochen solches nicht thate vnd das 
Gut, so ihm aberkannt, dem andern Theil nicht abtreten wollte, so sol der- 
selbige wiederumb kommen und einen Wohrlosbrief (so bohemisch list 
obrannf genant vnd dadurch einer seynes Besitzes und Gewehr entsetzt wird) 
begehren , so ihm aucb die kleineren Rechtsoffiziere ertheilen vnd in die 
Gedenktafel einschreiben lassen sollen, welchen Tag solcher Brieff aussgangen 
ist vnd der Klager sol solchen Brieff dem Land Cammerer vnd Landrichter 
ubergeben vnd bei denselben noch vmb einen anderen Gewohrlosbrief an- 
halten vnd sie mit demselben Brieff eine wohlverhaltene vnd vereidete 
Gerichtsperson (so die Partei , welche die Sache gewonnen , in wurklichen 
Besitz des Gutes weise) abfertigen sollen.* — Vern. LO. f. 112. Der ob. 1. 
ist daber die Entsetzung des Sachfalligen von der Gewahr des Besitzes. 

Obraz, zusammengesetzt aus o, ob und raziti pragen 1. die Miinz- 
pragung: o pen62n6m obrazu tak mi zdd, iekiyi najprv ktere knfie zarazi 
dobr^ penfz, ie bez hHchu m6i toho uiitek skrovny mfti .... ale jaki pod 
t;fm2 obrazem u6ini horSf penfz, jest to lest (Stlt. ed. Erb, 160); — potom 
V tfi obraz vice medi za naSich otcov pfi^inili, ze 72 gr. bylo za hfivnu 
stfibra (ibid. 161). In diesen beiden Stellen Stitn^'s hat ein anderes Manu- 



— 185 — 

flkript im bohm. Museum sign. I. C. 11 das Wort kov = Prage. — 2. Die 
Munze selbst: zatrati v zemi rozli6n6 obrazy a dobrf penfz zarazf (Dal. k. 
95); — obrazy = nummi (Mat. Verb.); — nem6i i jeden ustaviti nov^ho 
trhu, ani r&zu , ani obrazu (Jungm.). — 3. Abgabe fiir das Munzregale: 
plat od mlynov, od celnfho, od obrazu pen^^it^ho (Jungm.); — monetam vero, 
quae obras dicitur, ad instantiam abbatis dedimus percipere (Rzy. 1, 102). 

ObfesAni Kristovo, bei St(tny Obfei circumcisio domini die Be- 
scbneidung des Herrn, der Neujabrstag: obfezdnf Eristovo neb nov^ 16to 
(Postil. 1615 p. 220); — po pam&tce obrezdnf p. Erista, jeni slove nov6 
16to (Urkd. 1545). — Vgl. Obfizka. 

Obfizka, die Bcschneidung circumcisio: Pan Eristus osmeho dne 
po svem narozenf obHzku pfijfti rd5il (Postil. 1615 p. 237); vgl. obfczani. 

Obrocny, Eastner, frumentarius. 

Obrok, was in einer bestimmten wiederkehrenden Prist (ob rok, 
vgl. rok) zu leisten ist; daher: 1. das Jabrgeld, die Pfriin^e, beneficium: 
mnozf kn62{ nejsii jeS6e k svemu zbozi a k obrokfim navrdceni (6a8. 6. M. 
IV. 93); praebenda = obrok (Mat. Verb.): — 2. Das Putter der Pferde, 
Deputat der Diener. 

Obruei , der Armschmuck (des unteren Armes) , das Handband, 
armilla rotunda. 

Obsilaci list der Beschickungsbrief, durch welchen der Qewinner 
des Processes nacb dem jalovc panovdm (vid. panovdni) die Scfaatzung 
des Gutes der sacbfalligen Partei verlangte: dedictvf tve odhddati mdm ve 
dvii nedfili od ddnf listu tohoto pofdd zbfihl^ch (VS. 383). 

Obstaviti arrestiren, in Beschlag nehmen ; vid. obstavka. 

Obstavka die Beschlagnabme, die Pfandung. Wenn ein Scbuldner 
die Schuld trotz wiederholter Mahnung nicbt zablte, hatte der Olaubiger 
das Recht, nicbt nur die Sacben des Schuldners, sondern auch anderer 
Leute, die in demselben Orte wohnten, wo immer er dieselben traf, in Be- 
scblag zu nehmen. Namentlich gescfaah diess dann, wenn konigl. Stadte fur 
den Eonig oder Horige fur ihren Grundherrn sich verbiirgten : srozumSl 
jsem tomu, kterak byste pro nepokldddnf nSjake sumy pen^z od JMC. 
VaSnostem povinn^, za kterou^ jsou se m^sta JME. v markrabstvf v tomto 
le2(c{ V rukojemstvl postavili, mezi jin^mi take mSSfany Brnfensk^ a vSci 
jejich skrze jistd osoby od VaSnostf naffzene obstavovati rddili (List. ^er. 
3, 28); — kterfz pdn sv6 lidi zfipiSe, ti se podle zdpisu stavovati mohii. . . 
(En. Tov. k. 202). — Die Unterthanen verbiirgten sich zu diesem Zwecke 
durch eigene Briefe, worin die obstdvka festgesetzt wurde : pakliby se toho 
nestalo, tehdy ddvdme t&mui panu J. plnii moc a prdvo tfmto listem, aby 
mohl na nds oddflu svdho dob]fvati, upomfnati, nds stavovati i naie statky 
V mSstSch, m&steiikdch i ve vsech i jinde vSudy, kdei^ by koli mohl (En. 
Tov. ed. Dem. p. 152). Wer die obstdvka vornehmen wollte, musste diess 



— 186 - 

in einem cigenen Briefe dem Dorfe oder der Stadt anzcigen, dem Briefe 
zwei weisse Ankiindigungspfcnnigc beilegen (vid. opovodne), worauf in 
zwei Wochen die obstavka begonnen werden konnte: vam se tfmto psanfm 
ohradnfm opovidam a dva penfze bfld stavneho odesflam a dv6 nedele na- 
pfed vedeti ddvdm, jestlize mne takove suiny ve dvou nedelfch nepoloiEite, 
ze toho na vas, sousedech a statcfch vasich atavnfm pravem dob^^ati, vis, 
Bousedy a statky vase stavovati budu dotud, dokudz samy avrchupsane liplne 
nezaplatfte. (Urkd. 1615 LA.); — jestlize Mddno prve prdva na dSdinS a 
dva penize opovcdnd byla polozena, tehdy moz staviti i prAvem dob^ati 
(Kn. Toy. k. 202). Doch konnte der Adelige selbst nicht arrestiii; werden: 
nemohd tak6 veci pdna ani on sdm stavovdny byti (ibid.). 

Obstavn^: podle oby<^eje prdva dva penfze obBtavndho pokldddm 
a pfi prdve vaSera se vyjevnji, ze vds, sousedy vase i statky jejich na kte- 
rem koli prdve obstavovati chci (Urkd. 1631 LA.), die Taxe zweier weisser 
Ffennige, welcbe dem Briefe, der die Ankiindigung der Beschlagnahme ent- 
hielt, beigelegt warden ; vgl. opovidne, obstavka, stavu^. 

Obstavufik vid. Obstavka. 

Obiizeti conviciari, calumniari verleumden, vor Gericht falsch an- 
geben: ze jeho obuzf zlodejem (K. Roib. 6. 227). 

Obiizce Mat. Verb, calunipniator, rapula falsi criminiB. 

Obuzniczi plur. von obuznik. 

Obuznik calumniator ; so wurden auch schimpflich die Mauthein- 
nehraer genannt wegen der Erpressungen, die sie sich erlaubten: mercator 
soluto thelonio non retardetur, quod libenter thelonearii, qui obuzniczi vulgo 
dicuntur, sepius ausi sunt facore propter dominorum suorum avaritiam. 
(CD. 2, 297, 337). 

Obiizstvo die falsche Angabe, Beschuldigung vor Gericht : a poslati 
k tomu, chce-li s6 zpraviti obiizstva. Chtelliby se zpraviti obiizstva, opovi- 
da6 musil by sS suditi o fiiju (K. Ro2b. c. 227). 

Obviniti (odveniti) der Frau die Gegengift geben contradoto; die 
Gegengift betrug ein Drittel mehr als die Gift betrug : „kdo pannu pojfmd, 
ten tfetinu vyS vedle prdva zemsk^ho md obveniti proti tomu, coi po pannS 
jmenovdno jest.** (Korn. z. VS. 209). 

Obvesti circumducere herumfuhren ; vorzuglich gebraucht bei Granz* 
stritten: also Begehung der Granze (E. To v. k. 215); dann aber in alien 
Fallen, wo Zeugen den Beweis herzustellen batten contestari, testibus com- 
probare: to jsem obvodil lifednfky (Ph. 01. 1412 f, 16 b); — to jsem staro- 
iitn^mi lidmi obvedl (Ph. Br. 1447 f. 47 b). 

Obyvatel der Einwohner; dann im plur. obyvatele vorzugeweise 
die Stande als die politisch berechtigten Bewohner des Landes; za oby- 
vatele zeme pfijati, Jemanden in die VerbandBchaft der Stande, in die 



— 187 — 

Btandiscbe Landsmannscbaft aufiiehmen. Wenn ein Auslander in dieselbe 
aufgenommen werden wollte, bo musste er nacb LandtagsbescblusB ai. 1608 
flich verpflicbten, inoerbalb dreier Jabre ein liegendes Gut zu erwerben und 
die bohzD. Spraebe zu erlernen ; tbat er diess nicbt, war die Aufiiahme nicbtig. 
Oiepni die Abgabe, welcbe der Grundobrigkeit fiir den Bier- oder 
Weinscbank gezablt wird. — Ygl. nacani, pobeeovni, poiepnij posudni. 

Oei: poien v o« (K. Rozb. 61. 207, 208.) die Citation dem Ge- 
klagten miindlicb und personlicb ankiindigcn. 

Oeista. Weil jedes Yerbrecben nacb der altertbumlichen Anscbau- 
ung als Bcleidigung der Gotter angescben wurdc, wurde aucb die Siibne 
desselben als Reinigung aufgefaest, daber bo baufig die Ausdnicke purgare, 
reinigen und im slav. ocista, 1. das lleinigungsmittel also Beweismittel, 
(sowie ciida von derselbcn Wurzel iistb wie ofiista eigentlicb das Reini- 
gungsgeriebt); daber ocista zelezem borucfm (K. Rzb.) ; ocista pfisabou : 
na o6iBtu svii vstupf a s nfm Sest svedkuov zacboval^cb (A. 6. III. 159) 
der Purificationseid ; — vedle rozlicnosti pfi duovod a ocista sluSne meni se 
(P. MSst. 105 b); — spusob pffsaby z vra^dy s oSistu: najprve obialovani^ 
pfise^e, ie nenf vinen, jinf pak in pfisabii, ie su videli nevinu jebo, po- 
slednf tfi pfisabii, ze tito ctyfi spravedlive pfisabali (ibid. 155); — kdzacbu 
dva stiti na o6istu, aby krdl fekl, ze jim tobo zel. (SRB. 3, 22.) 2. Der den 
Reinigungseid leistet : pakliby nektcry z ocist nebyl vladyka, ztratl (Cod. 
j. b. n. 2, 270 n. 102 vid. o^istnfk). 3. ocista listu die Entlastung der Ver- 
schreibung : ie ten zdpis ne k Skod5 dflu nasemu, ale na nejakii o6istu byl 
mezi mmi a bratrem m^m (En. ouzkd f. 27) ; die Entlastung des Gutes : 
neb jest to zdklad jebo k o^istonf statku onobo, kteryz penfze polozil. (E. T.) 

Oiistnik expiator: m& s sebii miti oiSistnfky dva = debet babere 
secum duos expiatores (Zffz. Vlad. 6. 36), derjenige, welcber eidlicb be- 
kraftigt, dass ein Dritter einen recbtcn Eid abgelegt babe. Der Scbwur des 
o^istnfk bezog sicb daber nicbt auf das Paktum, wie beim Eideshelfer, (vid. 
poniocn(k) sondern nur auf den Scbwur des Angeklagten ; dessbalb unterlag 
aucb oft der Zeugeneid einer solcben Reinigung: poslednf tfi pfisAbnii, 2e 
tito 6tyn spravedlive sii pfisabali (P. Mestskd 155). Im Landrecbte wurden 
immer 2 expiatoren beigezogen (zfiz. Vlad. c. 36) : tebda strana drub& mi 
Bobe voliti tfi ... a tfi ti maji pfisabati a dva jicb pf (sabu o6istiti (Ond. 
z. D. &h 30). 

Der Expiationseid war immer obne Nullitat : „ty pffsaby majf b^ti 
se zmatkem, krom^ ocista m& hfti bez zmatku*^ (Ond. z. D. £. 31); die 
Eidesformel lautete : „na tom pfisabdm, ie ta pfisaba, jfzto Jan z Erp pfi- 
sabal Pavlovi z Ldie, jest prdva a cista; tak mi Bob pomahej a vfiickni 
8v6tl* (Ond. z D. c. 36). Eidesbelfer (consacramentalis, pomocnlk) konnte 
jeder sein; von der Expiation hingegen waren ausgescbloBsen jeder iibel 
Beleumundete, jeder Verwandte, jeder Diener, jeder Zeuge in derselben 



— 188 — 

Angelegenheit. Der Klager hatte das Recht , den Expiator um alle dieso 
Eigenschaften zu fragen und fand er irgend einen Mangel, so konnte er den 
Expiator abweisen. Daher war es sehr unangenehm als Expiator vor Gericht 
zu ersoheinen: ^oSistiti pfisahii svii pffsahu pohnan^ho a ocJistnlkem hfti i 
tgikd i poniienA ponekud vec jest. Tfizkd, neb dobrf {lovek v sve pfi sAm 
za se sotva pfisabA, znaje se spravedlivym b^ti a jsa sebe nesvSdomit^jsf 
a budeli kdy k tomu pfipraven, s strachem k tomu, s rozmj^Slenfm a pfflis 
nerdd pfistiipa. Ale ocistniku, kter^i ne za se sameho, nei za jineho pfi- 
saha a nemoha v pravdfi svedom byti, prAveli pfisAhne, mnohem tiz pffsaha 
pfichAzf. Jest tak6 ponlzene oiistnfkem byti, protoie otAzky o sv6m urozeni, 
sv^m zachovani, o sv6m jm§ni oSistnfk povodu musf vytrpfiti a k nim od- 
povidati a jineho mnoho nelibeho snesti vedle stareho pffslovl : „nevf§li cos, 
bud svedkem nebo oSistnikem, zYfs." (Korn. VS. 81 ; zffz. Vlad. A- 6. V. 
141) ; yergl. pomocnik. 

Ocistiti 1. seine Unschuld beweisen durch Eid und Ordale : jestliie 
prostS zaluje a obzalovany^ popfra, tchdy se proste ocistf, pakli zaluje s 
svedky, tehdy obzalovan;f s sv6dky take se mA ocistiti (P. Mest. 102) ; — 
jestli kdo obzalovan^ z vrazdy chtfi se ocistiti sAm sedm na kHii sv^ ne- 
viny dokAze* (ibid. 105 b). 2. die Entlastung : slibujfce to venne prAvo z 
desk vymazati a ocistiti podle obycejn^ho zApisu (K. T.) ; az do pfejitf prav 
ten statek ocisfovati proti kazdemu, kdoiby ho nafkl (ZAp. Zer. L 112). 

Odbezn^ d. i. zbozi, das Gut, von dem der Horige entlauft : od- 
b6zn6 spravno jest, aby ztratil, kdoz pfed prAvem bezf od svA hospody, 
aneb chte nesnaden hospode b^ti. (Stft. ed. Erb. 159). 

Odbiti 1. verjagen, ze jej odbil moci s jeho dfidiny (Cod. j. b. 11. 
2. p. 316). 2. Dem Gerichte sich widersetzen : pojcm beneficium Pragense 
cum camerario voluerit popraviti in hereditatibus suis ubique, ibi sunt eum 
otbili (Eml. Rel. I. 66). 

Odboj, die Widersetzlichkeit, der Widerstand gegen das Recht, 
namentlich die gewaltsame Verhinderung der Exekution bei der Einfiihrung 
des Elagers in die Possession, die Auflehnung gegen das Recht, rebellatio 
contra jus: poena, quae, debetur facientibus otboj (Erb. .Reg. 336); — jest- 
li^eby kto odboj skute6n6 u6inil bud feii hrozlivii, bud stfelenfm, mA kAzAn 
b^ti k hrdlu (En. Tot.) ; — quod odboj fecerunt contra regiam majestatem 
et jus terrse. (Pub. 01. 1463 f. 49). 

Odbojnik, der Rechtsverachter (vgl. odboj), der sich der gericht- 
lichen Exekution oder einer in der Ausiibung des Rechtes begriflFenen Ge- 
richtsperson widersetzt, oder sie thatlich beleidigt: pakliby kto pfihon6fmu 
pfekazil aneb jej zbil, mA kAzAn b^ti jako odbojnfk (Kn. Dm. 28); — z 
toho ySickni otbojnfci neb othonSf prAva jsu vyfiati. (Ac. 11. 513), -- „wan 
aber der Condemnirte das Gut nicht abtreten wollte, so solle er fur einen 
odbojnik (das ist fur einen solchen, der sich wider das Recht 



^ 189 ^ 

auflanct) gehalten werden und sol auft Ynsern befeblich der Landahaupt- 
mann mit gewaffneter Hand , so es vonnothen , die Execution thun. (Yern. 
LO f. 112 b.) 

Odeiuriti, nach dem Tode hinterlassen , in deutschen Quellen = 
ansterben: jestlii&eby kto deti sv^ch odemfel; — ie mfe odkiipil m^ho d6- 
dictvi, jezto mi otec moj neboi^dik odemfel (Pub. 01. 1412 f. 35); — a lesy, 
jakoz mi str^^c moj odemfel (ibid. 248). 

Odepriti se abnegare: pan t^hoz hovada moie se jeho odepffti 
(Pr. M5st. 101). 

Odhady Odhadanj, die gcrichtliche Schatzung des sacbialligen Qutes, 

welche vierzebn Tage nach dem zvod statt fand, wenn dor Sacbfallige 

wahrend dieser Zeit seiner Schuldigkeit nicht nacbkam. Die Scbatzung 

geschah durcb die Beamten des kleineren Landrechtes, denen in dieser 

Beziehung in Bohmen der Yicekammerer , in Mabren der Burggraf des be- 

treffenden (Olmutzer- oder Brunner-) Kreises vorstand. Es stand dem Klager 

frei, entweder personlicb zu erscheinen oder einen Stellvertreter zu schicken ; 

auch der Sacbfallige konnte erscbcinen , wenn er wollte: povod osobue, 

chce-li, pfi odbdddnf b^ti moie, necbce-li, na mfst6 sv^m n^koho posli; ale 

driitel nen( povinen pfi tom ani sam osobii svii b^ti ani koho na mfste 

8v6m k tomu jineho vyslati; uiitecn^ji vsak jest obema, povodu i drziteli 

osobne pfi odhdddn{ s pfdtely byti (Ya. 193). Es stand dem Yicekammerer 

frei, zum odhad Adclige und Bauern aus der Nacbbarschaft zu bcrufen; 

wer von den Berufenen ohne eine triftige Entscbuldigung nicht erschien, 

erlitt ein Ponale von 10 Mark Or. So wie jede andere Oerichtshandlung 

soUte der odhad vor Mittag geschehen. Die Schatzung der Oriinde geschah 

nach Lahnen ; die Oiebigkeiten an Schiittgetreide so, dass ein Metzen Weizen 

2 Oroschcn, Hafer 1 Or., Zehentgetreide ein Schock Weizen zu 4 Or., ein 

Schock Eier zu 1 Or. u. s. w. geschatzt wurde (vid. Kn. Tov. k. 121). Es 

wurde nur das abgeschiitzt, was hinreichte, um die sacbfallige Summe dem 

Elager zu ersetzen. In Mabren ward nach dem odhad dem Sachfalligen 

noch eine Frist von sechs Wochen gegeben, damit er mit dem Klager eine 

Yereinbarung treffe oder das Geld beim Oerichte erlege; that er diess in 

dieser Zeit nicht, so erfolgte das pfidedeni oder die Einfiihrung in die 

Possession. In Bohmen erfolgte diese Einfiihrung aber unmittelbar bei dem 

odhad : a udelaje odbdddnf tu p6voda v skute6n6 drienf dedictvf odhddan^ho 

hned, nikam neodjf^d^je, md uvesti a lidem md rozkdzati , aby clovecenstvi 

slibili novemu a tu nyn( uvedenemu drziteli a pdnu a prvnimu pdnu md tii 

moci lifadu sv^ho rozkdzati, aby lidi propustil a dedictvf odhddaneho postupil 

(YS. 194). Desshalb sagt YSehrd: odbdddnf jest vrch a zdmek prdva; 

neb vSecka prdva jind, kterdz odhdddni pfedchdzejf, kond, 

zamyka a zavird (p. 192) und Ondfej z Dub6 : odhdddnf jest zdmel^ 

vSeho prdva, neb odhdddnf v§ecka prdva zavfrd (A6. 2, 501), 

obwohl derselbe Schriftstellet berichtet , dass nach dem odhad noch zwei 



— 190 — 

Wochen Prist gegeben wurden fur jene, welche allenfalls Anspruche auf 
das abgeschatzte Gut batten und von dem Puhon u. s. w. nicht wussten 
(ibid.). Weil mit dem odhad zugleich die Einfiihrung in den Besitz verbunden 
war, desshalb sagt Ondfej z Dube : othdddnf , jei^to star;^ m pr&vem slove 
vdSdgnf. (A6. 2, 500.) — Vgl. pfididini. 

Odhadn^, die Taxe, welche den Gerichtsbeamten fur die Schatzimg 
des sacbfalligen Gutes gezahlt wurde; vgl. odhad. 

Odboncf, wortlich der, welcher Jemanden wegtrcibt, veijagt, dann = 
odbojnfk (vid. dieses). 

Odbosliti 86 : ne^by se odstehoval a odhostil y tSch 18 nedfilfch 
(Kn. Tov. k. 192) abziehen ans dem UnterthansTerbande. — Vgl. v^host. 

Odhroziti od prdva , dureh Drohung vom Rechtswege abbringen : 
ie ho nerodil ubezpeceti 2ivota, ie jej othrozil ot pr&va (Kn. Rib. 61. 245). 

Odchodne (othodne): mediam partem de omni teloneo nobis debi- 
tam tarn a descendentibus quam ab ascendentibus per Albiam , videlicet 
homutowe, othodne (Erb. Reg.) das Abfahrtgeld, der Ausfuhrszoll , von od- 
choditi weggehcn, abfahren. 

Odkaz, odkazovati, tcstamcntarisch hinterlassen : kdyi dvSma co 
zapsdno, jeden bez vole dniheho nemo?, odkazovati. (Pfih. 01. 1437 f. 33.) 

Odklad. 1. compositio das Ersatzgcld, das Loskaufungsgeld : lidi 
sacuje, aby jemu odklady 6inili po jeho voli (Pdh. Br. 1406 f. Ill); odklad 
hlavy compositio capitis das Wergeld. Tm Rechtswege betrug das Wergeld 
fiir eine Herrenstandsperson 500 Mark Silber, 500 Pfund Wachs (fiir Kirchen) 
500 Seelenmessen und 50 Stiick grobon Tuches (fiir Armc) ; fur cine ritter- 
massige Person 50 Mark Silber, 50 Pfund Wachs, 15 Stiick Tuches, 
50 Messen; fiir einen Bauer: 5 Mark, 5 Pfund Wachs, 5 Messen und 
1 Stiick Tuch (Kn. Tov. k. 210, 211 , 212). Doch stand es den Parteien 
frei, sich aussergerichtlich zu vergleichen und das Wergeld nach eigenem 
Ermessen zu bestimmen. — Vgl. Illava , Pokora. - 2. Die Vertagung 
z. B. pfe, ndlezu des Processes, des Urtheiles ; — odklad do vice pdnuv 
die Vertagung, bis mehr Beisitzer des Herrengerichtes gegenwartig sein 
werden. — Vgl. odiozitt. 

Odioziti. 1. zusammengesetzt aus od und loziti weg-legen, dann 
vertagen: pAni tu pfi odloiili (Zdp. 2ler.) 2. Ersatz leisten fur eine zuge- 
fiigte Unbild, Schaden von dem negativen od und loiiti: ty vSecky Skody 
slibujeme odioziti a hotovymi penezi zaplatiti (Kn. Tov,); namentlich das 
Wergeld zahlen: aby vrah jich pfftele hlavu odklddal podle prdva (Kn. Dm. 101). 

Odniirt vid. Odmrf. 

Odmlouvatl, widersprechen, einredon: a zalobnik tak^ proti jeho 
fe6i moi odmluvati. (Kn. Drn. 35.) 

Odmrf, (Odunirti, IJmrti), der Heimfall, das Fallgut , das Heim- 
fallsrecht von odemffti (vid. dieses), vermoge welchem das Vermogen des 
kinderlos verstorbenen Unterthanen an den Grundherm fiel: pro odiimrtf, 



^ 191 — 

kterei jsii po nich a po pfeddch jich na rane a p?edky m6 spadaly (Kn. 
Toy.); — ab omni jure deyolutionis , quod jus in vulgari moravico odmirt 
dicitur (CD. 9, 229). 

Odnikud, ^von nirgendsher* nulliunde. Im Pfihon musste jeder 
mit dem Pradikate des Gutes benannt werden, beziiglich dessen er belangt 
wurde; hatte er kein liegendes Gut, so wurde er jedesmal mit odnikud 
bezeichnet: kdyzby kto chtel koho pohnati, an sve dfediny jin^ zapsal a 
nem^l nikde dSdin svobodn^^ch, moz jej pohnati za tkdce. A kdy£ p6hon 
bude kldsti ve dsky, mi jej vlo«ti ^odaikudi** (Jir. Cod. j. b. IT. 99); — 
kiji koho pohonf „otnikudi&" a on pravi, 4e nen( ,,odnikud?.," md ukazati, 
ze ma na dSdindch (ibid. 279); — XJlricus conqueritur, quia MikeS ,,nulliunde" 
sibi dextrarium cepit (Eml. Rel. I. 44). 

Odpor, Odpora (letzteres selten) contradictio, der gerichtliche Ein- 
spruch, Widerspruch gegen eine Einlage in die Landtafel , gegen den zvod, 
odhad etc.: odpor jest didictvf, platu a abych krdtkymi slovy Ysecko zahr- 
nul, vselike spravedlnosti lidske, kterdz se do desk jak^mkoli spusobem: 
trhem, sdpisem nebo zdstavu klade, obecnd obrana a ndrok, kter^m kazd^ 
dedictvf sveho a spravedlnosti proti kazdemu nespravedlivumu stdle a sv^tle 
brdni a obhajuje (Vs. 345); — Hrot odpor 6ini tomu vkladu a 2e k tomu 
lepsi prdvo md (Kn. Toy. k. 95); — jestliie k odporu vlozenemu pozene 
k prvnimu prdvu , dobfe ; pak-Ii nepozene a prdva sY^ho neokdze , odpor 
jemu nic platen nenf a pH ztratf; protoz lepe jest odporu nekldsti, ktoi^ 
hned pohnati neehcc ; neb do scsteho prava po dskach yIozcui moz nankati 
(ibid.); — po othdddnl jeste byva opanoYdni ve dvii nedeli pro otporniky, 
byl-liby kto, jeztoby snad prdvo k dedinam maje o pohonu, o zvodu, o pa- 
novdnich nev^del .... jestS dve nedSli mej k otpofe a te poiiti md • • . . 
pakliby ji4 zame^kal , nemd v(c k otpofe pfipudten byti (Ac. 2, 501). Die 
vem. LO. sagt: „ein odpor ist nichts anderes als ein rechtlicher Wider- 
spruch einer Yerschreibung oAex eines Testamentes oder anderer Sachen, 
welche zu Schaden oder Nachtheil eines anderen in die Landtafel einver- 
leibt Y^orden" (f. 127). 

Odpornik 1. der die gerichtliche Einsprache erhebt: b^vd opano- 
vdnf pro otporniky (Ac. 2, 501); — odpornikuvmd ddno hfii hojemstvf az 
do druh^ho roku (A6. 5, 159). — 2. adversarius , der Gegner: v kaMe 
pomluve odpornik muoz se pohonu neb zalobe obrdniti (En. Dm. 35, 39). 

Odpoved , Rede und Gegenrede im Process , litis contestatio : na 
odpovedi povodovi vesti svSdky za vodu (Kn. Roz. cl. 72); — pfed otpo- 
vediii moi poslov prositi (ibid. 61. 247). — Ygl. odpovidae. 

Odpovitf nepfiitelskib, o. k vilc*e die Absage , die Fehdeankun- 
digung, welche durch den Beneschauer Landtag 1473 folgendermassen ge- 
regelt wurde: jestliieby kdy ^ktere vdlky vznikly, aby iddn^ neodpovidal, 
le6by tfi dni napifed dal vedSti tomu kaMemu do domu neb na zdmek jeho, 



— 192 ~ 

kdez dvorem BV^m obyva; a kdoXby jinak u6iail, aby byl odsiizen cti a 
ylry a vice aby z&dnf k ni nebyl navrdcen ani k 2ddnemu prAvu (Zffz. mor. 
1546 p. 79); — odpoTidali mnozf stojic v zdlohdch, posflali jednoho k brdni 
a liety odpovSdn^ povrhiic krdvy jimali; n§ktef{ v ploty u^zdmkuov strkali 
a nekteff prv6 brali nez odpovidali (Kn. Tov. k. 208); — svoleni se jest 
stalo, jaka odpoy^d nepfdtelskd byti md (ibid.); — kdy2 by kdo chtSl dru- 
h^mu nepfftelem b^ti , md. jerau odpovM zjevnii a paanii poslati ta na ten 
zdmek , kiei jeho obecne obydl^ jest a ne na jin;f a list md b^ti nesen 
sYobodnS a svobodne doddn tomu sam^mu nebo-Ii jeho lifednfku a poslu 
nemd y nicem pfekdieno b^ti a puSt^n zase b^ti na sv6 obydl^. A po po- 
ddnf listu toho ai do tfetiho dne a toho slunce zdpadu nemd ten, ktoi 
otpovfidel, nic pofilnati ani jak6 skody 6initi (Kn. Tov. k. 209.) — vgl. 
odpovedny list, piie. 

Odpovidnik 1. der die Fehde ansagt, der Gegner, Feind, Landes- 
schadiger: odpov^dniku , ikfidcf a zhoubcf zemsk^ch (LO. 1564 f. 139). — 
2. jener, welcher vor Oericht zu antworten hat, also der Geklagte: ySiohni 
ialobnici a otpov^dnici maji b^ti pfitomni (Kn. Toy. k. 68); ygl. odpovidac. 

Odpovedny list der Fehde- oder Abs.agebrief; in demselben musste 
der Absager seine Ehre (ohrada cti) yerwahren, dass er nicht aus Raub- 
und Rauflust, sondern in ehrlicher Fehde die Person und die Giiter seines 
Gegners schadigon wolle ; desshalb forderte er ihn auf, auf der Huth zu sein 
(aby nail p6(5i mel, ygl. p66e): „zeby jej bez ohrady cti i listu odpovSdneho 
i s sy^mi sluzebnfky porazil (Pam. kn. 01. 1517 f. 188). Nur der Landes- 
hauptmann war nicht yerpflichtet zur Absage, wenn er gcgen einen Land- 
friedensbrecher zog , ebenso wenig jene , welche yom L. Hauptmann zur 
Hilfe hiebei aufgefordert wurden : p. hajtman i s sy^mi sluzebnfky i s tSmi 
zemany nic jest y torn proti sy^ cti ani oni neu6inili; neb ka^d^, kdo2 y 
zemi syii y&li pocind, to proti hajtmanu a ufadu zemsk^mu iini a jiz nan 
pe^i mfti md a kazdy slu^ebmk hajtmanuy neni poyinen , ^ddn^mu skfidci 
y zemi opoyfdati (ibid). Formel eines Absagbriefes : Proti urozen^ pdn6m 
p. Janoyi a p. Zdenkoyi z Postupic jd Filip Ml^nek z Svitayy yystflhdm se 
proti Milostem Vasim, ySem poddan;fm i s temi se ySemi, ktei'fby mi m& 
kfiydy pomocni byli, kterd se mi d£je od Miiostf YaSich a timto listem proti 
Milostem Yasim syd iest ohra^uji i s sy]^mi pomocnfky az do t6 pre sko- 
ndn{ a nicfm poyinen byti nechci. Datum etc. (Kn. ouz. f. 114; ygl. Arch. 
ies. 4, 140). 

Odpovidac der Antwort zu geben hat, also (yornamlich in der Kn. 
Roz.) der Geklagte, reus: jdz chci odpoyfdati, z cehoi^ na mne 2aluje$ (Kn. 
Roz. 61. 94); — kdyz odpoyida£ pfed odpoyedf neobrdnil (ibid. 141); — 
prdyo na odpovfdacoy^^ch syedcich (ibid. 146); — ygl. odpovidniii 2. 

Odpustiiii die Entlassung des Unterthanen auf ein anderes Domi- 
nium. Die glebse adscriptio war in Mahren der Gutsobrigkeit gegenuber 



— 193 — 

schon im 13. Jhdt. durchgcfiihrt z. B. ai. 1276: ,qui vcl baronum nostrorum 
vel aliorum quorumlibet dominio eint subjecti*' (C. d. IV. 175). Doch war 
der Unterthana-Verband hier nie so hart, wie z. B. in Bohmen oder manchen 
deutschen Landern. Schon 1291 verordnetc z. B. K. Wcnzel , dass kein 
Grundherr seinen unterthan hindern solle, in die Stadt Littau zu ziehen. 
(C. d. IV. 373). Namentlich wurde der Unterth.-Verband lockerer in Miihren 
erhalten dadurch, dass die weltlichcn Obrigkeiten die klosterl. Unterthanen 
atifnabmen ohne sie dazu zu vcrhaltcn, dass sie don Klostcrn die restircnden 
Oiebigkeiten zahlten. (vid. C. Dipl. VII. 241). Als aber das, was ursprtin- 
glich nur den EJostern geschah, auch den weltlichen Grundherrn zu geschehen 
pflegte, beschloss das im J. 1381 am Spielberge versammelte Landrecht: 
quod nullus in terra Moravia residens cujuscunquc eminencic vcl condicio- 
nis fucrrt, ab alio in eadem terra Moravic residente, cujuscunque eminencie 
etiam yel condicionis e^titerit, debet aliquem ciyem, rusticum acceptare, 
donee a domino suo literam domini sui sigillo sigillatam iidem cives sive 
rustici apportaverint, eos fore per eundem dominum ipsorum liberos, di 
missos et solutes. Et si quis horum civium, rusticorum ad aliquem in terra 
Moraviae residentcm fugam dederit, idem cum omnibus et singulis bonis, 
cum quibuB effectus est fugitivus, ipsum aut ipsos ci, a quo fugit, vel fugi- 
erunt, restituere teneantur*^ (D. Brn. VI. 144). Es scheint aber nicht, dass 
diesc strengere durch diesen Herrenbeschluss cingefiihrte Gebundenheit 
lange anhielt; denn aus der Gepflogenhcit , wie sie die kn. Drn. und Tov. 
schildem und wie sie in den Ph. Biichern bestatigt ist, geht hervor, dass im 15. 
Jhdte., wenn eine Stadt oder ein Grundherr die Entlassung eines Unter- 
thanen bei seiner Obrigkeit verlangte, dieselbe gewiihrt werden musste, falls 
der zu Entlassende alle seine Pflichten und Giobigkeiten bei scinem bishc- 
rigen Herrn erfiillto, wie es im Vertrage zwischen den k. Stadten und oberen 
Standen heisst: coz se odpusteni brani dotyce, aby toho kazdy vuli mel, 
odpusteni Iidem z mcst, z mestecok, ze vsi brati, bud pokloncim nebo listem 
a to podle fadu v bfle dni a to pokloncim nebo listem Mdne vzate odpu- 
steni m4 moc mfti.** (Kn. Drn. p. 100) Wenn bei der gewiinschten Entlassung 
die rechtlichen Formen nicht eingehalten wurden, war diese ungiltig und der 
Unterthan, falls er schon abgezogen war, musste von seinem neuen Ilerrn 
dem alten restituirt werden. (Kn. Drn. 98. 120). Die rechtlich giltige Ent- 
lassung hatte folgendermassen zu geschehen. Derjenige, welcher im Namen 
des neuen Grundherrn um die Entlassung eines Unterthans aus dem bishe- 
rigen Verbande nachsuchte, (gewuhnl. der Dorfvogt) und pokloncf hiess, kam 
in das Dorf oder Stiidtchen, wo der zu Entlassende wohnte, rief den Vogt 
dieses Dorfes und in seiner Gcgenwart beriihrte er die Hand und das Kleid 
des zu Entlassenden und sagte: pane fojte, ja tomuto cloveku N. beru od- 
pusteni na pana sveho dedinu a pod pana sveho do vsi N. s tim so vsim, 
coz ma nad zemi i pod zemi, zene jeho i jeho detem" (Tov. Kn. k. 192). 
Und diese Ansage mussto unter Dach und Each geschehen , bei helllichtem 

13 



^ 194 ^ 

Tage, weder yor Sonnenaufgang noch nach Sonaenuntergang ; geschah dies 
anders oder hielt der poklon^f den zu Entlassenden nicht bei der Hand oder 
beim Gcwande und beniitzte dies der Yogt des zu Entlaseenden und nahm 
ihn selber bei der Hand , dann war die Entlassung null und nichtig. War 
die Entlassung ordnungsmassig durchgef iihrt , dann war das dSdinn^ pravo 
(vid. dieses) zu leisten. Der Entlassene musste die Wirthschaft, die er bisher 
betrieb, durch einen anderen innerhalb 18 Wochen besetzen, tbat er dies 
nicht, dann konnte er in Haft genommen werden und zahlte dem Herrn, 
zu dem er nicht kam, die nedochod6f hrivna (yid. dieses). Starb er innerhalb 
dieser 18 Wochen, so war der Heimfall jenem Herrn zu Gunsten, der seine 
Entlassung aus dem alten Yerbande yerlangt hatte. Dies war das gewohn- 
liche odpuSt^ni. XJngewohnlich (neoby6ejn6 odpuStSni) war jenes, wo gegen 
die Form verfehlt wurde, wie oben erwahnt: ie odpu§t§n{ neoby£ejn^ listem 
na poli pod hrdzf pod rybnikem 61oySku m^mu vzai (Ph. 01. 1505 f. 232 b), 
oder wenn an einem Tage die Entlassung zweier oder mehrerer Unterthanen 
yerlangt wurde. (En. Toy. k. 193). Die Entlassung wurde entweder miind- 
lich durch den poklon^i oder yon Seiten der Stadte grosstentheils durch Briefe 
yerlangt, obwohl auch statt des poklon^i ein Brief geschickt werden konnte; 
ein Formular in En. Toy. Ms. im Briinner Mus. sig. 349 f. 96. Pf {pis jak se 
lidem z mSst, meste^ek i yesnic poklon6(m neb listem aneb oustnd odpust^ni 
here: „Sluzbu etc. Moudfi a opatrnf etc. A pi4 torn VAm oznamujeme a na 
yedomf ddydme, ic odpustSnf bereme Janoyi N. z d^diny N. nSkdy iloySku 
poddancmu pdna Yadeho a jiz poddan^mu J. M. pdna naSeho, manielce a 
dftkdm jeho i ySemu statku jeho mohoyit^mu i nemohoyit6mu , kter^ikoli 
md na zemi i pod zemf , podle prdya a zHzeni zem6 t^to, pod J. M. pdna 
naseho do mesta (mestc£ka, aneb d^diny N.) a tak ]ii ni^epsan^ N. neni 
poddan;f pana VaSeho. A ted Vdm podle poi'adku dya penfze bflA odsfldme 
aneb klademe a za prayo dedinne podl6 zffzenf zemsk^ho timto psanim 
slibujeme.^ Hatte der zu Entlassende ein Amt, das ihn zur Kechnungslegung 
verpflichtete, z. B. die Dorfyogtei, Fischmeisterei, Hegerei u. s. w., so konnte 
er nicht entlassen werden, als nach der Kechnungslegung. Ebenso der aus 
welch^ einem Qrunde immer Yerpfandete, ausser dass er die Pfandsumme 
erlegte : „ze mi yydati ncchce fojta m6ho neyy6teneho" (Ph. 01. 1505 f. 104), 
yid. zdyadn;^. Wer ohne Entlassung dayon ging, hiess zbehlec, zb£hlfk 
pobehlec, prchal. Einen solchen soil te kein anderer Qrundherr aufnehmen, 
sondern jeder war yerpfliohtet , sich des Entlaufenen zu bemachtigen, und 
dem Herrn ihn zuriickzubringen; that dies einer nicht und gelang die Flucht, 
dann musste jener, der den Unterthan entlaufen liess, dem Herrn, yon dem 
er entlief, einen Wirthschafter auf jenen Grund setzen, yon dem jener ent- 
laufen war : pon^yadz Jan ^loy^ka toho pobehleho Jindfichoyi neyydal jsa 
ho mocen a y tom ten £loyek utekl a Jindrichoyi jeho purkrecht pustl, po- 
yinen jest Jan purkrecht Jindfichoyi osaditi. (Ph. 01. 1475 f. 75). 



— 195 — 

Odf ek der Verzicht : odfek Ydvry . . . odrekl se tfich Sesti 14n6v 
(Pam. Kn. 01. 1517). 

Odrost: jalov^ dobytek ve dvofe na odrost chovati (MS. Erems. 
1606); — na odrost plodu rybni6ky dva a na tfeni jeden; — do toho ry- 
bnika se ddvd plodu na odrost 200 kop (MS. 01. 1606) , zusammengesetzt 
aus od und rflsti aufwachsen, Thiere, welche nicht jung getodtet oder yer- 
kauft sondern gezogen werden, bis sie Tollends aufgewachsen und ge« 
mastet sind. 

Odriinek , der eine Rand des Kaines oder Weges im Weingarten : 
kioi Strom t vinohradS blfzko riiny stojfcf md, z toho stromu ovoce sbirati 
ano i CO do runy padd^ prdvo md ... soused jeho, co2 z sv^ho odriinku 
dosdhnouti mMe, trhati svobodu md (MS. LA. M. VII. 3 f. 29). — vgl. rouna* 

Odsuti (Cod. j. b. 11. 2. p. 282) yid. ssuti. 

OdsvedcitI : ie mi chce lesu meho Y m^m dflu Mohelsk^ho zbo^i 
odsvedfiiti a jd jsem mSl clovSka, jesto chtel hrani^ne prdvo u6initi (Pflh. 
Brn. 1459 f. 38) durch Zeugenaussagen Jemandem die Unrechtmassigkeit 
des Besitzes nachweisen. 

Odtrzenci vid. AmosencL 

Odiimrti yid. Odnirf. 

Odviniti vid. obveniti. 

Odvesti od prA va von der Klage listiger Weise abbringen : tu m6 
jest odvedl od prdva (Pflh. 01. 1412 f. 19). 

Ofka nom. fern. Euphemia. 

Ohar der Spurhund, welcher das Wild aufscheucht, canis sagax, ve- 
nations : o milosti chudych nemluv , vice ji uzf f5 ku psum ne21i k chud;f m. 
T5ch dosti mfvaji, chrtuv, vyi^.lat, ohafflv a hojnS je chlebem krmf; psiky 
tak6 chlupate (pdni) maj(, ty pak na polstdffch podl6 sebe kladou, do Idznf 
je nosf, myj(, Cesf, maso kupujf a vafi jim: ale Lazar chud^ nemd po6 k 
jich stolu, smrdSlby jim (Chel. Post. 168). 

Ohava die Schramme nach einer Verwundung: rdny ohavne, jen2 
sieve nSmecky schramwiindt, po jizto zahojeni zustdvd na tvdri poskvrna 
nebo §ram, jeni vlasy nebi^vd pfikryt (Prav. M^st. 210); — ktozkoli pro zle 
6iny na lidech byvd ochromen neb ohaven(ibid. 184); — opovfdati chromotu 
i vselike ohavy (Kn. Roz. 61. 212). 

Ohlediiik der die Waaren beschaut: pri ohlcddvdni femesla a trhu 
aby obuv zle udeland a dSravd vzata byla od ohledniku (Urkd. 1526). 

Oholdovane zbozi das Gut, welches Brandschatzung geleistet hat ; 
vgl. hold. 

Ohrada von o-hraditi umwallen, befestigen 1. cautela: aby se 
mohli opatfovati jak^mikoli ohradami a osved6ovdn(m = ut se muniant 

13* 



^ 196 — 

quibuscunque cautelis et protestationibus = das sie sich versehen sollen 
mit vorbehalt, protestationen und wie sie sich auf s beste verwaren konnen 
(Pr. Hor. LA. M. YI. 27). 2. die Verwahrung: ohrada cti die Yerwahning 
der Ehre: proto2 svii cesf proti tob6 ohrazujeme (A6. 4, 140 vid. odpo- 
vedny list); — ohrady pansk^ die Verwahrungen des Herrenstandes (Ac. 

3, 419). — 3. die XJmfassungsmauer: ktefiz ve zdi a v ohrada sedi (Chron. 
Igl. 41) = den Worten der XJrkunde fur Briinn: habitans infrar civitatis 
ambitum, hoc est infra fossatum et murum (CD. 3, 12). 

Ohraditi cesf svou seine Ehre verwahren, ein in Absagebriefen 
hiiufig. vorkommender Ausdruck: a proti Vdm svii fiesf ohras^uji (Kn. ouz. 
114); — my purkmistr a rada i vsecka obec star^ho mesta Praiskeho . . . . 
chceme tvoji nepfitele byti . . . protos^ svii cesf proti tobe ohrazujeme (Ac. 

4, 140); — svii 6e8t ohraiujem, ze V. krdl. Jasnosti chceme nepfftele b^fti. 
(ibid. 141). vgl. odpoved. 

Ohraditi pravo alle Rechtsmittel sich ausbedingen, was nicht aus- 
bedungcn wurde, das konnte wahrend der Verhandlung nicht benutzt werden, 
excipere, munire jus : ma jemu prdvo ohraditi = excipiet ei omne jus 
(Ac. 2, 83) ; — a kdyz jemu vsecko prdvo ohradi a sudi jemu d( : co si s 
prdvem vymfnil, toho mas uZivati = et si bene et male excepit et munivit 
ipsum jus (ibid.). 

Otiradni list, psani der Brief, mittelst welchem der Glaubiger dem 
Schuldner, namentlich den fiir ihren Grundherrn sich verburgenden XJnter- 
thanen ankiindigte, dass er ihre Personen und Mobilien, wo immer er sie 
fande, so lange arrestiren wolle, bis die Schidd bezahlt wird; die Ver- 
wahrung bezog sich darauf, dass dem Glaubiger nicht der Yorwurf unge- 
rechter Wegnahme fremden Gutes gemacht werden konne : vdm tfmto 
psanfm ohradnfm opoviddm, ze toho na nds stavnfm prdvem dobyvati a 
statky vase stavovati budu dotud, dokudZ sumy svrchupsane liplnS nezapla- 
tite (Urkd. 1615. LA.); — na cizopansk^fch gruntech i^ddny se nedlui ani 
V jake rukojemstvl bcz vSdomi ufednfka zddndmu se nezavazuj : kdoiby 
koli psani ohradnfho na sebe dopustil, md tfi dni vezenf trpeti ; a kdoby 
stavunku dopustil, tfi dni vSzenim trestdn bude a befiku soli na zdmek v 
pokute propadne (Yerordnung fiir die Unterthanen der Herrschaft Richen- 
burg 1620—1626. Cas. c. M. 1843 p. 172), — vgl. obstaviia. 

Ohradnice die Granze = meze : odkudz maji poiiti vesti ty meze 
aneb ohradnice (Kn. Dm. 60). 

Ohfeb : Gitatus vero, si hereditatem eandem suam duxerit asseren- 
dam, adhibito sibi bedello suo, depositis vestibus, hereditatem ingressus in 
loco damni dati, debet asserrere dictis bedellis dicens: hereditas haec 
est mea et hunc actorem, qui me citari fecit, trade beneficio 
Pragensi in 300 denariis, actore ipso statim, si sua interesse putaverit 
et jus habere confidit, in hereditate prsedicta asserente bedellis eisdem : 



— 197 — 

et ego eundcm adverBarium meum trado dicto beneficio in 300 
denariis. Tunc citatus iterom tradat sen det actorem dicto beneficio in 
600 denariis, actore immediate sequente citatum ipsum totidem in 600 de- 
nariis beneficio ssepe dicto tradente. Et iterum citatus tertio tradat actorem 
in 900 denariis, actore similiter respondente : et ego eundem adver- 
sarium trado in 900 denariis. Ultimo citatus dicat: et ego trado 
eundem in ohfeb. (Maj. Car. A6. 3, 178). Denselben Vorgang beschreibt 
Ord. j. t. Ac. 2, 105, 106 und fiigt bci; quid autem ohfeb dicatur? Quidam 
dixerunt, quod si ille taliter traditus beneficio in suo jure defecerit, privan- 
dus sit rebus et capite, tanquam vivus sepultus, quia ohfeb in vulgari 
sonat tamquam circumsepultus, neb ohfeb ^esky vznf jako p ohfeb. Alii 
vero dicunt, quod ohfeb dicatur illc terminus, quem in tali traditione juris 
non licet transgredi. Tertii vero dicunt, quod ohfeb est cequivalens et con- 
similis pecunia, quae in praedictis omnibus traditionibus est expressa. Mit 
dieser letzteren Erklarung stimmt auch die Maj. Car. liberein: ohfeb, hoc 
est in sequivalenti summa pecuniae traditionibus supradictis et sestimationis 
totius hereditatis, quam non licet per partes ipsas transgredi in ipsis tradi- 
tionibus quoquomodo." 

Der ohfeb ist der hochste Satz bei der gerichtlichen Wette; der 
erste Satz war 300, der zweite 600, der dritte 900 Denare, dann folgte der 
ohfeb. Die Maj. Car. erklart den ohfeb als die Summe, welche aquiva- 
lent ist den einzelnen Ansatzen der Wette und der Schatzungssumme des 
ganzen strittigen Besitzes ; Ord. j. terrae hat drei Erklarungsversuche, wo- 
von der dritte mit Maj. Car. zusammeniallt. Der erste geht dahin, dass der- 
jenige, welcher die Wette yerliert, seines Vermogens und Lebens zu be- 
rauben sei, eine Erklarung, die auf der Assonanz von ohfeb und p ohfeb 
(sepultura) beruht; die zweite Erklarung nennt den ohfeb jenen Termin, 
welcher bei der Wette nicht iiberschritten werden darf. Was vorerst die 
Erklarung des ohfeb durch pohfeb d. h. als Einsatz des Lebens anbe- 
langt, 80 ist sie nicht stichhaltig ; denn die E. Roz. 61. 262 sagt : „pakli fekl, 
davaju jej v ohfeb i v ^U^^ bezprdvnfi vdal ; proto pfi ztratil, ie iivot 
vdal^ und es war sonach der ohfeb nicht der Einsatz des Lebens, dieser 
Einsatz hiess vielmehr Sija (der Nacken) und wer um diesen wettete, ver- 
ier den Process, weil die Wette um das Leben nicht erlaubt war. Die Er- 
klarung des Ord. j. t., der ohfeb sei die aquivalente Summe aller Wett- 
ansatze, ist auch nicht stichhaltig ; denn nach der En. Roz. war der hochste 
unuberschreitbare Ansatz 900 Denare. Aber auch die Erklarung der 
Maj. Car. ist nicht befriedigend ; denn da die Wettgelder vor der Urtheils- 
fallung erlegt werden mussten, konnte keine Schatzung des ganzen Gutes 
vorangehen. Daher ist die beste Erklanmg in der En. Koz. : „vddni v 
ohfeb to je, co2 na nSm a pod nim miio nebo vele; nebo mnoho nebo 
mdlo, to jde vae ha lifad = die Wette um den ohfeb geht auf alles, was 
auf oder unter dem Qegner ist ; sei es viel oder wenig, das alles fallt dem 



— 198 — 

Gerichte zu" (61. 261). Dadurch gestaltet sich der ohfeb zur Wegnahme 
dessen, was der Wettende an sich d. i. Kleider, Schmuck, Waffen, und 
unter sich hatte d. h. Pferde, Wagen u. s. w., eine Erklarung, zu der 
das Etymon des Wortes vollkommen passt, da alth. ograbiti rapere, pri- 
vare rauben bedeutet (vgl. den Ausdruck, wenn Jemand etwas voUcnds 
vernichtete, sein Vermogen versplitterte : ten to uvedl na ohrabek. Cas. 
Mat. Mor. 1873, p. 67); denn der Ohfebeinsatz gieng nach der Kn. Roz. 
ganz auf die bei der Wette anwesenden Gerichtsbeamten iiber, wahrend 
von den ubrigen Einsatzen die Halfte der siegenden Partei zufiel. Daher 
rath die Kn. Roz. den zur Wette sich einstellenden Parteien, dass sie zu 
Fuss und im schlechtesten Anzuge kommen soUen. Eine Anmahnung an 
diese Wegnahme ist ersichtlich in der spateren Verpflichtung der Gerichts- 
boten, den Parteien, wenn sie zur Erhebung eines Feldschadens erschienen, 
Schwert, Pferd und Wagen wegzunehmen, falls sie diese Dinge vor Beginn 
der Gerichtshandlung nicht beseitigten : „nalez& se v starj^ch spisich, kdyz povod 
nebo jeho posel na Skod jak^ch^.koli ohledanf s komornlkem vyjede, ie 8 
sebe kuklu m& svleci, mec odpdsati a pryc dati, s kone ssesti, pakli nes- 
sede, ten k6n ma sobe komornfk z prdva vzfti.^ (Vs. 142). — Die Erkla- 
rung Maciejowki'^ (Hist, pravd. 2. Aufl. II. 279): „kazaJo prawo stronom 
wdad sif w koiicu na los (v o hrzeb)** ist erstlich aus grammatischen 
Grunden nicht zutreffend, da die Konstruction mit doppelter Praposition 
V o hreb nicht moglich ist und zweitens darum nicht zulassig, weil hfeb 
in der Bedeutung Loos sors im bohmischcn nie im Singular, sondem stets 
im PJural und immer gen. neutr. = hfebi gebraucht wird. Ebenso ist die 
Erklarung Safank's im 6as. 6. Mus. 1844 p. 394 des ohfeb durch poena 
yallata nicht entsprechend, da die poena vallandi kein ohfeb d. h. 
keine dem Gerichtsbeamten zu Gute kommende Wegnahme der Mobilien 
des Wettenden und keine Wette iiberhaupt war, sondem jede Strafsunmie, 
die beziiglich des Nichtcinhaltens eines Vertrages, Schiedsspruches u. s. w. 
unter den Parteien bestimmt wurde. — Der ohfeb musste schon zu Ende 
des 13. Jhdt. ausser Qebrauch gekommen sein, weil weder die Maj. Car. 
noch Ord. j. t. ihn mehr richtig zu erklaren wussten; auch Ond. z D. sagt 
§. 16: „o vddni a ohfeb ti pohonove jiz tyto dasy nejdii." — Das Na- 
here siehe unter vdani. 

Ohrubiti schwanger werden ; ze jest obcovani mfvala s Horovym, 
ai jest s nfm ohrub^la (6as. i. Mus. 1847 p. 609). 

Ochoz zusammengesetzt aus ob circa um, herum und choditi 
gehen, also alles, was umgangen wird, wo man herumgeht und womit man 
herumgeht, daher z. B. ochoz kldsternf ambitus, der Kreuzgang im 
Eloster; dann die Procession, der Umgang. Hauptsachlich wird aber das 
Wort gebraucht von liegenden Grunden, um welche man herumging zam 
Zwecke des Setzens von Granzsteinen ; es bedeutet daher ochoz 1. das um- 
gangene mit Granzzeichen ausgesteckte Land, Feld : kazd^ aby z t^ ochozi, 



— 199 - 

kterou Bob§ obScl, n§co platil. 2. Namentlich ein Theil eines Waldes, der 
umgangen und mit Granzzeichen yerseben wird, dann der Wald iiberhaupt: 
aby vzal drva v jich ochozi (Pub, 01. 1437 f. 140); — tria nemora viilgariter tfi 
ochozi (DO. 8 n. 436); — ocbozi silvae cerneho, qufe dicitur Vidldkova 
ochoz, illud totum ocboz cum pratie, silva (DB. 12 n. 615); — zemi mczi 
vlddyky rozdSlil, aby lesy planili a zemi orali a jedenkazd^ z ochoze sve 
kniieti slu^bu cinil (Haj. 23); — h&j slove obcbozi (MS. LA. XII. c. 19 
p. 165). Perner bedeutet ochoz den Theil des Waldes, der jahrlich ausge- 
holztwerden boII: v torn lesu muze se 18 ochozi bez Skody rocne vymSfiti 
(MS. 01. 1606), und da in solchen ausgehauenen Waldern Ortscbaften an- 
gelegt warden, erhielten solche Dorfer dann den Namen Ochoz — vergl. 
lijeid. 

Ochozn^, ochozni, die Abgabe fiir den Bezug des Holzes : mivali 
jsme sYobodu z te ochozi drva voziti sobe, za to jsme divali panu svemu 
slepici, slove ochoznf (MS. 1540) ; — Pavel z podsedku i z ochoze ddvA 
platu 4 gr. (Kn. Posudk. Bm. 1565 f. 14). 

Ochti^b, Ochtiv gen. masc. daher von dem seltener gebrauchten 
lat. octavus (d. i. dies, da das fern, octava haufiger gebraucbt wurde) 
der achte Tag nach einem Feste, wobei der Anfangs- und Endtermin mit- 
gezahit wurde; auch in plur. ochtdby gebraucht: tu sobotu mezi ochtaby 
Bv. krdlovny velik6 (A6. 1, 139) =i dem lat. infra octavas. Nach dem Missale 
Olom. vom J. 1505 batten in Mahren folgende Feste die Oktave : festum 
s. Stephani protom., s. Johannis Evang., Innocentium, Epiphaniae, Agnetis, 
Joh. Baptistse, Petri et Pauli, Yisitationis b. Y. Marise, Laurentii, Assum- 
tionis b. V. Mariee, Nativitatis b. M., s. Venceslai, Omnium Sanctorum, 
8. Martini, s. Andrese. 

Oklessky vid. Oblestek. 

Oklestek (plur. Oklestky) der behauene Baum, der Prugel : ligna 
arida et frondes vulgariter oklessky habet pro se (XJrkd. 1408), — vergl. 
klestka. 

Okov von o-kuti umschmieden 1. ein mit Reifen umschmiedetes 
OefasB, amphora : zagradnego XYI. okou (Erb. Reg. 80) ; spater bedeutet 
68 2. der Eimer : mensura cerevisise, qusB vyedro sen okov vulgariter nomi- 
natur (Dud. Stat, der Prag. Metrop. ai. 1350 p. 19) 3. im plur. okovy die 
Peesel z. B. sv. Petra v okovdch. 

Okf i^li ^on kf idl« der Fliigel, - der Heeresfiiigel : pfed okridlim 
a< jest nejm^ne 10 houfnic (6as. 6. M. 1828 Heft 2. p. 15) ; so nannte man 
vorzugsweise im hussitischen Heere die neben den vorderen und hinteren 
Wagenreihen hervorstehenden Wagen, die im Falle des Bedaifes von beiden 
Seiten verbunden und geschlossen werden konnten. 

Okruzi der Ringkragen, die Halskrause. 

Olbram nom. viri Wolfram. 



— 200 - 

Old rich nom. yiri Vlrich. 

Olomiie leiten manche yon Juliomontium ab. Die in alteren 
Quellen vorkommenden Pormen sind: Olomuncz, Olomunc, die noch zu 
Anfang dcs 15. Jhd. vorkommen. Das nasale n dieser Pormen fiihrt auf 
die Wurzel dieses Wortes ahd. alu Bier, lit. alus Hausbier, let. alus Bier, 
altpr. alu Meth, altsl. oH Bier und altsl. montiti turbarc, drehen, quirlen, 
woher dann der Eigenname Olomunt und hievon das adject, possess. Olo- 
munc d. i. hrad, also die Burg des Olomunt; es ist daher dieser Stadt- 
name nicht weiblichen, sondern mannlichen Geschlechtes. Olomiic, Olomut 
ist daher abnlich gebildet wie Kolomut (A6. 3, 355). Die Porm Olomut ist 
ferner beglaubigt durch den Namen Y-oli-mit (Pfih. Brn. 1459 f. 160). Aber 
auch im altd. ist der Name A lam und oder Olomund: ab Olomundo ab- 
bate (Sickel Reg. d. ersten Kar. p. 105). 

Oloniucky biskup der Olmiitzer Bischof episcopus Olomucensis 
(seit 1777 Erzbischofe). Die Olmiitzer Bischofe spielen, abgesehen von ihrer 
kirchlichen Stellung, nicht nur im Lande Mahren eine wichtige Rolle, sondern 
iiben einen bedeutenden Einfluss in den bohmischen Landem iiberhaupt, 
namentlich durch die Mannschaften und Lehen , welchc vom Olmiitzer Bis- 
tume verliehcn wurden. Die grosse Anzahl dieser Lehen, sowie die bedeu- 
tende Ausdehnung der bischoflichen Kammer- und Tafelguter bewogen 
Karl rV. seine Lieblingsinstitution, das feudale jus, auch auf das 01m. Bistum 
zu beziehen und so wurde das 01m. Bistum neben der Markgrafschaft und 
dem Herzogthume Troppau als Lehen der bohmischen Krone statuirt 1348. 
Diese eigenthiimliche Stellung quasi neben der Markgrafschaft d. h. also 
quasi neben dem Mark grafen fiihrto zuhaufigen Confliktendes Bischofes 
mit den Standen; doch wurden dicselben von selbst behoben, als Mahren 
nicht mehr als Lehen ertheilt wurde und der Konig zugleich Markgraf von 
Mahren war ; als daher der Kardinal Dietrichstein in einer Landtagskommis- 
sion zwischen dem Konige und Markgrafen unterscheiden wollte, ward ihm 
die ganz richtige Antwort: „jiz tato zeme jest titulo tonus toliko mar- 
krabstvfm, ale sice oud k veene ncrozdilnosti spojen^ s krAlovstvim 6eskyni 
a tak immediate ze jest poddana krdli 6eskemu, ponevadi mar- 
krabi zddneho obzvlastniho mfti nemuze." (Snem 1612 p. 70). Doch wurde 
der Grundsatz, dass der Olmiitzer Bischof Vasall des Konigs sei, lange fest- 
gehalten und die ausgezeichnete Stellung dcs Bistumes hatte so tiefe Wurzeln 
im Lande geschlagen, dass selbst die Hussitenstiirme dieselbe nicht unter- 
gruben, wie aus der Kn. Tov. zu ersehen, die eben nach Abschluss dieser 
Stiirme und zwar von einem akatholischen Baron verfasst wurde ; dort heisst 
es Kap. 216: „der 01m. Bischof untersteht dem Konige von Bohmen; be- 
zuglich seiner Tafelgiiter , die or nicht in der Landtafel hat, kann er nicht 
vor das Landrecht citirt werden, sondern hat vor dem Konige den Process 
zu fuhren." Und als dennoch die Bischofe zu Anfang des 16. Jahrhd. vor 
das Landrecht citirt zu wcrdon pflegten und solchen Puhonen nicht Folge 



— 201 — 

leisten wollten, wurden die dadurch entstandenen Misshelligkeiten durch den 
Yertrag vom J. 1531 beglichen, worin festgesetzt wurde, dass der Biscliof 
bezuglich der Tafelgiiter, die er bis dahin besass, nicht vor das Landrecht 
belangt werden konne; sollte er aber Qiiter erwerben, die in der Landtafel 
eingetragen sind, dann soUe er bezuglich dieser Giiter, den XJnterthanen 
und Beamten deraelben dem Forum des Landrechtes unterstehen; was aber 
die Person des Bischofes und jene Giiter, die der Landtafel nicht ein- 
verleibt sind, anbelangt, so solle er vor das Lehensgericht in Kremsier ci- 
tirt werden: ^biskup Olomouck^ z sveho zbozi stolniho, ^eho£ ve dskdch 
nemd, pfed pravem zemskym odpoyfdati nemd. Nez jestli^eby kngz bisk up 
nynSjsi neb budiicf Olomucti biskupov^ kterd zbozf v tomto markrabstvf od 
toboto 6asu pfikoupili, kterdzby zbozf pod prdvo zemske prisluSela: z tech 
takov^ch zbozi .... pfed soudem zemskym odpovidati maji potud , pokud 
by se tSch statku a lidi nebo uredniku a pfi na nich neb o n6 sbehlych 
dot^kalo. TSei coihy se osoby Jeho Milosti a tech statkfi jeho, ktere ve 
dckdch nejsou, dot^kalo, o to knez biskup nynejsi i budouci ku pravu svemu 
manskemu pohdnen byti md a na torn prdve prdv byti (Vertrag ai. 
1531). — Er fiihrte den Titel knSz d. i. Fiirst, der ihm schon 1318 von K. 
Johann gegeben wird : ,OIom. episcopum, principem nostrum dilectum" (CD, 
6, 98) ; seit 1365 den Titel „Graf der koniglichen bohmischen Kapelle" und 
Herzog von Kremsier." War er ein Mitglied des Uerrenstandes, gebiihrte 
ihm von Rechtswegen ein Sitz im Landrechte; war er es nicht, nur mit Be- 
willigung der Stande (Kn. Tov. 216). In offiziellen Aktenstiicken nahm sein 
Name den ersten Platz ein: „knez biskup, hejtman, pani, prelati a rytffstvo." 
Erschienen die Stande zum Landtage, so begriisstcn sie in corpore den Bi- 
schof in seiner Wohnung und dann erst begaben sie sich in den Landtags- 
saal (Kn. Tov. k. 216). AUe diese Auszeichnungen waren ein Ausfluss der 
alten Stellung des Bischofes , vermoge welcher er , so lange Mahren als 
Lehen ertheilt wurde, neben und nicht unter dem Markgrafen stand. Die 
Guter des 01m. Bisthumes sind 1. Tafelgiiter (stolni statky) Ilochwald, 
Hotzenplotz , Keltsch, Kremsier, Mirau, Wischau, Zwittau. 2. Kammer- 
giiter (komorni statky) Bautsch, Belkovice, Liebau, Kyselovice, Stolzmutz. 
3. Lehensgiiter der bohm. Krone vid. manstvi koruiiy cesk^. — 
Am nachhaltigsten aber ausserte sich die einflussreiche Stellung des 
01m. Bischofes in den bohm. Liindern durch das Lehensinstitut , dem der 
Bischof als Lehensherr vorstand. Dieses Institut, durch Bischof Bruno seit 
1258 gegriindet, entwickelte sich in alien Formen der Vasallenschaft. Die 
Mannen des 01m. Bistumes erschienen beim Landesaufgebot unter eigener 
Fahne und unterstanden dem |Lehengerichtshof in Kremsier, dem der Le- 
henhofrichter prasidirte; jeder Beschluss des Lehengerichtes bedurfte der 
Bestattigung des Bischofes. Dieses Gericht scheint anfanglich keine be- 
stimmten Sitzungstermine gehabt zu haben; erst 1529 wurde hiezu der 
Sonntag nach Christihimmelfahrt bestimmt, an welchem Tage alle Mannen 



— 202 — 

in Kremsier zu erscheinen hatten, um am folgenden Montage das Gericht 
zu hegen. Nachdem aber die Stande im Vertrage des J, 1531 verlangten, 
es moge das Lehensrecht in Kremsier zweimal des Jahres gehegt werden 
(prdvo manske aby dvakrdt v roce dr^ano bylo), so beschloss der im J. 1532 
gehaltene Lehenstag, dass das zweite Qericht den Montag nach dem ersten 
Adventssonntage eroffnet werde. Die Pfihonen, welche nach Beschluss des 
Lehenstages ai. 1529 nur bohmisch verfasst werden soUten, warden bis zu 
diesem J. durch zwei Mannen ausgetragen; von da an wurde bestimmt, dasa 
sie durch eigens bezahlte Boten auszutragen seien, ausgenommen die Pfi- 
honen an den Bischof, beziiglich deren die alte Qepflogenheit beibehalten 
wurde. Vom TJrtheile des Lehenshofes stand die Appellation an den Eonig 
oflfen. Zur Erfiillung der Ndlezy bestand fur das um Christi Himmelfahrt 
gehegte Gericht das Afterrecht oder der posudek den zweiten Sonntag nach 
dem 8. Wenzelstage und fiir das Adventgericht der posudek den Montag 
nach dem funften Fastensonntage. 

Oltif altare der Altar; o. pocestn^ altare portatile ein tragbarer 
Altar auf Reisen; — o oltdrfch Prohnleichnamstag. 

Oltarnik altarista der zu einem bestimmtcn Altare fundirte Priester. 
Omaliti weniger werden von mdlowenig: £asu sucheho ornaU voda 
na potoku Rusav^ (Puh. 1528). 

OmeliAf, das Homilienbuch. 

Oiiieral (Vomiribl) aus dem lat. humerale superindumentum sa- 
cerdotis. 

Onoletsky, vorjiihrig: hrachu tohoto roku 16 mSfic a onoletsk^ho 
osmivedernl bedku. (Puh. 1531). 

Onych, Onychei, der Onyx, mitlat. onyx, onycha, bei den Alten 
ein Stein von der Farbe des Fingernagels , daher auch sein Namen; denn 
ow^ bedeutet den Nagel des Fingers. Die Onyxe waren eigentlich Chalce- 
done und Onyx hiess hauptsachlich jener Chalcedon, bei dem der braune, 
gelbe oder rothe Qrund mit weissen Adern regelmassig durchzogen war. 

Opatrn^, der den Stadtrathen zukommende Titel : fursichtig. 

Operiti , das Heer mit Fliigeln versehen : ty dva houfy poslednf 
aby opefil pesimi odfin^mi (6as. 6. Mus. 1828 H. 2, p. 14). 

Opice simia der Affe: nds prAvo na opice vyvedl (MS. LA.) zum 
Narren haben; vgl. das deutsche affen. 

Oplcn^ (Opycine): simeales denarios, qui vulgariter opyczne dicuntur 
(Pit.. Thes. absc. 125, ai. 1346); — platiti vSe co za opi£n^, ono i&k&m, 
ono kn^^tm, zvonfkum (Jungm.). Jungmann erklart diess Wort durch: plat 
za opice Abgabe fiir Affen. £s ist aber schwer zu begreifen, was eine solche 
Abgabe in jener Zeit zu bedeuten hatte ; vielmehr liegt hier wahrscheinlich 
ein XJebersetzungsfehler vor; simealis, oder simialis ist herzuleiten von 



— 203 — 

simila die'Semmel, also das Qeld als Reluition fur Abgabe von Getreide, 
oder auch die Abgabe eines Semmelgebackes selbst: absolvimus bomines 
a solutione frumenti, ab uma mellis a simila (Gerke YII. p. 115); das 
Yon simila hergeleitete adject, wurde falschlich mit simia (Aife) in Yerbin- 
dong gebracht und ins bohmischc ebenso feblerhaft durch opi6n6 (von 
opice Affe) ubersetzt. 

Opieci, ein Armschmuck der Manner, Schulterzierrath beim Mess- 
gewande; ferner das kurze Achselbemd der Frauen. 

Opoli yid. Osada. 

Opoudtiti (Opustiti), vcrnachlassigen, wiiste werden lassen : kdoby 
nedbanliv byl a sv6 stavenf opoufitSl (MS. LA). 

I 

Opovid, die Ankiindigung vor Gcricht, notificatio, welche in manchen 
Fallen der Klage vorgehen musste, -namentlich bci Diebstahl , Feldschaden, 
Mord und Notbzucht: opoviddm, ie pfitel moj jest zabit, opoTfd&m vdm 
hlavu jeho = notifico caput occisi (Ord. j. t. §. 1). Die opovfid fand dess- 
halb statt , weil in solchen Fallen Gerichtsboten ausgeschickt wurden , urn 
Tor Beginn des Processes den Thatbestand zu erheben: opovfddm v&m 
hlavu jeho a proSi, dajte mi komomfka, afby tu hlavu opatfil (ibid.); — 
kdyiby kto koho pro dceru cht^l pohoniti, m& pfed pohonem opovedfti 
ufednfk6m (ibid. §. 84). 

Opovidce, welcher den ihm zugefugten Schaden oder die erlittene 
Missethat vor dem Gerichte ankundigt, daher der Klager = zalobnik : pakli 
cas minul, ze neopovSdSl a potom opovldd : tehdd opovedci, jak moz, milost 
na nich nalezti, jeito opovSd majii (Kn. Roz. SI. 216); — opovfidce t&zati 
(ibid. 61. 218). — Vgl. opoved. 

Opovedii (d. i. penfz) die dem Gerichtsbeamten bei der opovSd 
gezahlte Taxe, die spater auch opov6dn^ hiess (vid. dieses); sie betrug 
in fiohmen anfangs zwei HeUer, spater einen Groschen: prdvo ddti dva 
halefe opovediiho (Kn. Roz. SI, 215); — nemajf opov6dneho vfce brdti nei 
od mal;fch veci gro§ (Ad. 2, 486). 

Opovidni (i. e. pen(ze) 1. in Bohmen die bei der opoved gezahlte 
Taxe (vid, opov6d und opovfidfif), welche bei kleineren Fallen anfanglich 
zwei Heller, spater einen Groschen (vid. opov6d6f), bei Ankundigung des 
Mordes vor Gericht aber 300 Denare betrug : najprvd m& tu hlavu opovSdfti 
praisk^ iifedn(k6m a ddti tfi sta pen6z opovSdneho (Ord. j. t. §. 87). — 
2. in Mahren jene zwei weissen Pfennige , welche gezahlt wurden A) wenn 
den Unterthanen ffir die Schuld ihres Herrn die Arrestirung ihrer Mobilien 
angekundigt wurde : a kdyi dva penfze opovfidnd byla poloiena, tehdy muoi 
Btaviti (Kn. Tov. k. 202; vgl. obstdvka). B) wenn eine Stadt brieflich um 
die Entlassung eines Unterthanen beim Grundherrn ersuchte; diese zwei 
Pfennige wurden dem Briefe beigeschlossen : a ted Vdm dva bfld penfze 



— 204 — 

odsil^me (MS. im Briinn. Mus. n. 349 f. 96). — 3. die Meldungsgebiihr: kdyz 
se kdo prespolnf k nim do mesta dostane a se pfed rychtdfem po tfetim 
dni dvSma penezy neopovedel (Urkd. f. Eibenschitz 1576). 

Opovidati, vor dem Gerichte ankiindigen, judicio notificare: opovi- 
dati prdvo plen, vj^boj, liipe2, zlodSjstvo (Kn. Roz.). — Vgl. opovid. 

Oprava von o-praviti corrigere , bessern, das Unrecht strafen, 
gut machen. Es bedeutet vorzugsweise 1. die Schatz- und Schirmvogtei der 
Booster , wolche die Gerichtsbarkeit tiber die Unterthanen derselben und 
anderer kirchlichen Personen, denen keine Hoheitsrechte , wic z. B. den 
Bischofen zukamen, in sich schloss: aby p. Vdclav te opravy a obrany uzfval 

V torn, co2 k op rave sluSf , jakozto o iharstvi , mord^rstvi , cizolozstvi a o 
krevni viny (ai. 1549, zel. kn. Pfih. 145); — co se opravy na lidech faraf- 
skych, kteH fardfi pfislusejf, iotfie^ ze pfi torn mSstlan^ Jemnicti zachovani 
byti maj{ (MS. LA. XII. c. 19, f. 27)r Die Vogtei iiber Kloster gehorte 
dem Stifter zu ; bei Klostern, welche der Konig oder ein Mitglied der konig- 
lichen Pamilie gestiftet hatte , ernannte der Konig den Schirmvogt entweder 
erblich oder nur auf bestimmte Zeit; so heisst es in der Urkunde ai. 1486, 
mittelst welcher Matbias Corvinus die Schirmvogtei iiber das Eloster Tisch- 
nowitz an Wilhelm von Pernstein iibertrug: „proto2 aby ti, kto2 Pdnu Bohn 

V kldSteffch sliizi a k zbozfm svym pfihledati nemohiic nehynuli, pfedkove 
nasi jim opravce ddvali jsii, ktefiby jejich zbozf opravovali a tech chud^ch 
lidi, ktefl k takov^m kldsterum pfislusejf, brdnili pfede vSemi , kto^by jim 
jak^ kfivdy neboli ndtisky ciniti chteli: tei i my znamenavse, ie kldSter 
Tisnovsky^ nynf bez panuov opravnfch jest .... ddvdme plmi opravu na 
zbo^i tehoK kldstera etc. (Cod. Pemst. p. 135). Bei Klostern, welche von 
Privaten gestiftet wurden, blieb die Vogtei bei den Nachkommen des Stifters: 
ponevadz krdlova Milost zapsala na tom , jezto komora jeho nenf, jakoi^^ 
tuto zapsal na tom kldStef e Pustim^f skem , je§to pod biskupa slusi , ie to 
nemd moci; neb pdni tak6 maji kldstery, jesto nesluSl pod ko- 
moru krdle (Pfih. 01.); — quod dominium vulgariter oprava ad se 
pertineret, quia est eorum fundatio (DO. 10 n. 594). Fiir die Vogtei ge- 
biihrten dem Schirmherrn gewisse Leistungen: ponSvadii mu na t6ch lidech 
vrchnost, panstvi a oprava nendlei^f, 2e k tern robotdm prava nemd (Zel. kn. 
Pdh. f. 145). Dafiir war der Schutzvogt aber verpflichtet, die Unterthanen 
nicht nur zur Abgabe aller Leistungen zu verhalten, sondern in jeder Weise 
sie zu fordern: pfedstiipili pfed nds lide panen Svatojakubsk^ch z Olomouce 
ze vsi Klopotovic a my tech lidi dedi^nou opravu majfc , chtic jim zvldstnf 
nasi milostivosti prospeti etc. (Priv. Tov. 109). — 2. das Schutzrecht, die 
Tutel iiberhaupt: ty dWiny vidycky sii 8Vobobn6, nez komu se Noadk ne- 
boz6ik poriiCel, ten jeho v oprave m61 (Ad. 1, 177); — ze oprava tak6 sluM 
k Vevefi a liroci na fardfe v i^ebStlnS (Puh. Brn. 1417 f. 84). — 3. der 
Bezirk des Dominiums: ie lid^ z opdtsk^ strany, coi^ bylo po jeho strane 
a k jeho opravfi orali jsii toliko k seti (Pfih. Brn. 1447 f. 80). — 4. in der 



— 205 - 

Kn. Roz. = zprava die Gewahr, obwohl noch 1628 im Urbar von Goding 
f. 4 das Wort oprava in dem Sinne von zprdva vorkommt: rukojmS za 
fl&iei a opravu (vgl. zprdva). 

Opravce 1. der Schirmvogt, Schutzherr: opravce spitila der Schutz- 
herr des Hospitals : kdyby kto byl opravce neci, moi od neho podle podobn6 
smluvy plat drofSni mfti (Stit. ed. Vrt. 88). — 2. der Schiedsrichter: ma pan 
z Hes rozezndvatel a opravce hfti^ kterak by to melo opraveno b^ti. (Cas. 
c. Mus. 1840 p. 66.) — 3. in der Kn. Roz. = zpravce der Gewahrleister 
(vid. zpr&vce). — 4. der Schiffsruderer : trieris jest lod, jesto md tfi opony 
neb tfi fady opravcov (Bib. 1404 f. 134); — opravce lodi gubernator navis 
(Gas. c. Mus. 1864 p. 374). — Vgl. oprava. 

Opraveni roku vid. rok. 

Opravni pan, der Schutzherr, Schirmvogt : opat a konvent kldstera 
Zdbrdovskeho porujinika dinfme p. Ladislava z Boskovic pdna naseho oprav- 
niho (Pflh. Brn. 1490 f. 32); — aby sobfi ten kldSter i vesnice k nemu 
prisluSejfcf mohli pdna opravniho vziti (Zel. Kn. Fi&h. f. 145); vgl. oprava^ 
opravce. 

Optati, erfragen, in Eriahrung bringen: optal vuz se 4 koiimi. 
(6a8. 6. Mus. 1839 p. -^51). 

Opustiti , verwiisten : ze mi mii ves opustil a skrze to ucinil mi 
pusto v dvofe i ve vsi (Puh. Brn. 1406 f. 12); — ie mi lesy sm^til a zbo2( 
opustil (ibid. p. 15). 

Opyczne vid. Opicne. 

Opys, Opus (Opis), der Schwanz, cauda: fossatum ductum per 
montem Opis (SRB. 2, 430). Bei den Fortsetzern des Kosmas, wahrend 
dieser selbat die lat. Uebersetzung : cauda urbis gebraucht, altsl. opasb, 
bulg. opaski, laus. opys und opus cauda. — Vgl. Cas. i. Mus. 1849 p. 31 
und Tom. dej. Prahy I. 12. 

Oracka (Voracka), die Ackerrobot : co se voracky k tomu zdmku 
pfislusejici dot^ce, po pfll dni orati maji. 

Ofech epitoxis, die Nuss bei der Armbrust. 

Ofechovne (Orzechownie) von ofech die Nuss^ die Abgabe, 
welche fiir die Erlaubniss, Niisse, Eicheln, Buchhackchen u. s. w. zu sammeln, 
gezahlt vnirde : jus quoddam , quod in vulgari of echovn^ asseritur (CD. 9, 
80; DO. 1, n. 611). Naher erklart wird dieses Wort durch eine Urkunde 
ai. 1370 in 01m. Metrop. Kapitelarchive : ac colligendi nuces, pira, poma ac 
quoscunque alios fructus arborum prseter glandines in eisdem silvis nascentes 
habere liberam potestatem .... item quivis habens proprium hospitium 
solvent in festo s. Michaelis quolibct anno unam gallinam pro nucibus et 
supradictis fructibus coUigendis in silvis prsedictis. 

vid. Orkauf. 



— 206 — 

Orkauf (Orkaf, Orkaw, Vorkaw) e germ. Yorkauf d. i. Yer- 
kauf: le jim kupeck^ch orkaufffi proddvati zbraJiujf .... aby sve krdmsk^ 
veoi a orkauffy proddvati mohli (Sn. pam. kn. 1588 f. 264). 

Orkaw yid. Orkauf. 

Orloj aus'dem gr. lat. mQoXoyiov^ horologium, mithd. or lei der 
Stundenanzeiger, die XJhr. Es war cely orloj die ganze TJhr, d. h. zu 
24 Stunden gerechnet, (nach italien. Muster, daher auch vlasky orloj ge- 
nannt), wobei die erste Stunde vom Sonnenuntergange an gezahlt wurde. 
Mit dem Ende des 15. Jahrh. begann man auch in den bohm. Landem nach 
der deutschen oder h alb en Uhr (p&lorloj) d. d. zu 12 Stunden zu zahlen, 
so dass beide Uhren' oder Zeitbestimmungen nebeneinander bestanden ; erst 
1623 wurde die halbe TJhr gesetzlich eingefuhrt: k dvadvaedte hodinS ceUho 
vlaskeho orloje (Vel. kal. p. 189); — freimark s masem stdti md od sv. 
Jiff a^ do sv. Vdclava do 18 hohin a po sv. Vdclavu do 22 hodin (ai. 1561 
Priv. Tov. 219); — 30. 6ervna ve iStyri hodiny s poledne, jakoby v Praze 
bylo ve dvaceti hodin (6as. 6. Mus. 1827, Heft 1 , p. 51). — Vgl. die Ein- 
leitung. 

Orlojik demin. von orloj, eine kleine (Sand-) Uhr: postavili orlojfk, 
kter^ hodinu prSel. (Pam. arch. 1869 p. 524.) 

Orlojnik, der Uhrmacher; vid. orloj. 
Orsila nom. fem. Ursula. 

Ort 1. der vierte Theil einer Miinze, quadrans z. B. ort tolaru 
ein Viertelthaler , ort zlateho ein Viertelgulden , ort hfivny ferto, ein 
Viertel einer Mark: r^nsky zlat^ md byti na tSch stflbrni^ch dobr;fch grosfch 
ortem XJhersk^ho zlateho niie totiz po 18 grosfch (ai. 1469, Ai. 4, 437). 
Es ist selbstverstandlich , dass der Worth des Ort sehr varirte, wie die 
Munze selbst, von der er ein Yiertel war; so z. B. ort zlateho rynskeho 
t. j. Sestndct krejcarfl (Yel. s. qd. 974); — ort slezsky ein Siebzehner 
(Jungm.); — hfivna platila sto pulortfi aneb fityry sta Sestdkfl (Kom. jan. 495); 
— po ortu neb osmi grosfch (Puh. man. 01.). — 2. das Yiertel eines Peld- 
maasses, woven ich nur ein Beispiel fand: dvuor, ktery v sob6 drif puol 
ctvrta Idnu a ort ctvrti jedn6 (Ilrkd. 1476). — 3. im Bergbaue e germ, 
der Ort, eine gewohnlich niedrige Strecke , welche man in Berggruben 
macht, um Erz zu gewinnen : toliko na tom vortu u Zlatohldvka dobrd stff- 
bmd ruda byla (fias. c. Mus. 1828, Heft 1, p. 46); — vort t. j. mfsto v 
dole, kde se ruda sekd; deli se na 32 dily, jenz tficdt^ bIuj^; ka£dd tficdtd 
drzi 4 kukusy (Pam. Kut. im Index). 

Ortovni berna (MS. 1594), die Steuer, welche vom Lahne gezahlt 
wurde und nicht hoher sein soUte als ein Yiertel Mark : berna nemd vJt^f 
byti le6 ort jedne hfivny, to jest 16 gr. pra^^k^^ch z ka^d^ho Idnu dSdiny 
(Yel. kal.). 



— 207 ~ 

Ortovnik, Viertelstiicke einer Miinze: penfiz za drahng zlatrfch, 
vSecko ortovnlky (Act. Qlm. 1550—1580). 

Oruei, die (Hand-) Waffe : majfce ySelijak^ oruif v rukou, sochory, 
kjje, vidly (Kn. Petrsv.) von ruka die Hand. 

Orudi 1. das Werkzeug instrumentum : sekerami a rozli6nym jin^m 
orudfm kdzal stezku porubati. — 2. genitalia. 

Oruii, die Waffe arma, (altsl. orundovati agere, defendere). 

Orieehownle vid. Orechovnc. 

Osada (Oiada, Oziada) von o-saditi besetzen, bebauen; die 
Niederlassung, das Dorf. Hievon ist abgeleitet die diplomatische Bedeutung 
und zwar 1. jede Verpflichtung, welche die Qesammtheit der Dorfgenosscn 
betraf, z. B. die Verpflichtung den Gerichtsboten zu begleiten, um dann 
Zeugenschaft abzulegen, dass er den p&hon wirklich iibergab: nuUns came- 
rarius aliquem pauperem ducat in testimonium ad citandum alios homines, 
quod Yocatur ozada, nisi ad proximam yillam alicujus ecclesisB suae ad castrum 
pertinentem (Erb. Reg. 573) ; — a prsestatione et missione nuntii sive testis 
qui ozzada in vulgari dicitur (ibid. ai. 1291); — curias ac bona et homines 
ipsorum a prsestatione nuntii publici sive testis, qui vulgariter ozzada dici- 
tur, reddimus absolutos (ibid. ai. 1292) ; — camerarius debet ducere duos 
probos viroB de circumsedentibus villis (CD. 2, 209). Es ist die osada in 
diesem Sinne daher identisch mit dem poln. opoH und wird in den lat. 
Quellen durch vicini, vicinatus, circumsedentes, nuntius oder 
testis publicus gegeben. Obwohl diese Verpflichtung den Dorfgenossen 
im Laufe des 13. Jhd. eriassen wurde, kommt die osada merkwurdiger 
Weise noch 1415 vor: „pdn6m se zdA, ie kdyi p6hon6{ pohonf koho, m& 
osadu mfti jinii; pakliby j( miti nemohl, ale mi osv^dciti blizsfm panoSem, 
jednomu anebo dvSma a to ucine mi to osvedSiti pfed lifadem a to vyvesti 
mi dvSma nebo jednfm panoSema, aneb ie jest ho pohnal a byloliby, ie 
by pohnan^ nestdl a to panosi nebo osada seznala, ze tedy muoz nan 
pHsud ddti o to, o6 jest byl pohnan** (Lib. cit. 2, p. 324 n. 369). — Auch 
bei Granzbestimmungen fand die osada statt : disterminationi vicinatus 
adfuit, scilicet Movrichani, Olesnichani, Borowani (CD. 1, 320); — viros 
fide dignos de vicinatu evocavimus ad certos limites distinquendos (CD. 4, 
390; 5, 105). (Ein Rest dieser friiher allgemeinen Verpflichtung erhielt sich 
beim odhad (vid. dieses), wobei es dem Vicekammerer frei stand, zur 
gerechteren Abschatzung des Gutes aus der Nachbarschaft Herren, Ritter, 
Burger und Bauern zu berufcn; wer ohne eine triftige TJrsache nicht erschien, 
verfiel einer Strafe von zehn Mark Silber). (Vs. 193.) Auch beim svod 
(anefang) musste die osada geleistet werden: quando ducitur svod debet 
adesse .... et unus vel duo de vicinatu illo et ultra tres non ducatur 
(CD. 2, 210). — Die Dorfschaft (osada) war verpflichtet, dass, wenn inner- 
halb der Gemarkung derselben ein Verbrechen begangen wurde , ohne dass 



— 208 — 

der Thater bekannt wurde, alle Einwohner fur die Siihne des Verbrechens 
in Ilaftung blieben; diess gait namentlich beim Morde und Diebstahle. Die 
Gemarkung, wo der Leicbnam des Ermordeten gefunden oder die gestoidene 
Sache deklarirt wurde oder die weitere Spur aufhorte, hatte den Verwandten 
des Ermordeten das Wergold und dcm Eigenthtimer der gestohlenen Sache 
das Ersatzgeld und dem Gerichte das Strafgeld zu zahlen. Die Zahlung des 
Wergeldes durch die osada weist uns aber zugleich auf die TJrsache, warum 
die Gemarkung zur Gesammthaftung verhalten werden konnte. Das Wergeld 
war von dem Morder , oder , wenn er entfloh , von seinen Yerwandten zu 
leisten ; war nun zu dieser Leistung die ganze Gemarkung, innerbalb deren 
Jemand ermordet wurde, verpflicbtet, so geht daraus hervor, dass das Dorf 
urspriinglich Wohnsitz eines Verbandes von Verwandten sein musste. Diess 
wird auch anderweitig bestattiget , indcm es bekannte Thatsache ist , dass 
die slavischen Stamme in eine Anzahl von Geschlechtern zerfielen, deren 
jedes fiir sich in eincr besonderen Dorfmark wohnte, die so ein Geschlechts- 
dorf bildete, welches den Namcn des Geschlechtes trug (Malekovicc , Slavi- 
kovice, Petrovice u. s. w.). Weil also das Dorf urspriinglich von einem 
Geschlechto bewohnt war, dcsshalb konnte die ganze Einwohnerschaft gemein- 
schaftlich zur Siihne des in der Dorfmark verubten Verbrechens venirtheilt 
werden. Diese Verpflichtung , welche dann auch auf andere Verhaltnissc 
ausgedehnt wurde, blieb, nachdem das Bewusstsein der ursprunglichen 
Geschlechtsverwandtschaft sich verloren und die Dorfschaft schon langst 
fremde von aussen hinzugekommene Elemente in sich fasste. Daraus erklart 
es sich aber auch, warum gerade auch die osada- Verpflichtung schon friihe 
durch Immunitaten aufgehoben wurde ; so bestimmen schon die Stat. Conradi 
(CD. 2, 211 ai. 1229) beziiglich des Diebstahles , wenn dessen Spur sich 
bei einer Ortschaft verier: si vestigia rei furtivsB secus aliquam villam 
deperierint, eadem villa occasione ejusdem furti nullatenus puniatur. — 
Daher ist die osada gleichbedeutend mit jener Institution, welche man unter 
dem Namen der Gesammtbiirgschaft auch dem deutschen Rechte vin- 
dicirte auf Grundlagc der Huntarien oder Centenen. Aber fiir eine solchc 
Gesammtbiirgschaft fehlen im deutschen Rechte die natiirlichen Grundlagen, 
daher namhafte Historiker diese Institution als eine fremde aus dem deut- 
schen Rechte weisen, so Waitz: „Schon zu viel Missbrauch ist mit dem 
Worte (Gesammtbiirgschaft) getrieben, das allerunwahrscheinlichste 
darunter verstanden, um nicht zu wiinschen, dass es ganz aus der deutschen 
Rechtsgeschichte verschwinden moge.** (Deutsche Verfassungsgesch. I. 127.) 
Von einer aut dem Vei'wandtschaftsverbande beruhenden Verpflichtung zur 
Siihne eines Verbrechens oder zur Rechtshilfe iiberhaupt kann im deutschen 
Rechte nur beim Wergelde und bei den Eideshelfern die Rede sein, aber 
nie von einer Verpflichtung im Sinne der slavischen osada. Jene Stelle bei 
Chlothari II. decretum (Pertz. Mon. III. p. 11), die von Verfolgung des 
Verbrcchers handelt, auf welche die Ansicht von der Gesammtburgschaft 



— 209 — 

gegriindet wurde, fuast nicht auf dem Verbandschaftsbande, wie Waitz 1. c. p. 
270 dargethan hat, sondern auf einem Gnindsatze der offentlichen Polizei, 
wie sie noch im IG. Jhdt. nicht bios in Deutschland und England, sondern 
auch in den bohmischen Landern gehandhabt wurde; (vgl. honeni nepfi- 
tel, nastojte). — Ea bedeutet daher osada 1. vicinatus, vicini. — 
2. Die Verpflichtung, Gerichtsperaonen bei Amtshandlungcn, wie 
beim Austragen des piihon, bei Granzstritten, beim svod u. a. w. 
zu bcgleiten. — 3. Die Verpflichtung zur Siihne jedcs in der Dorf- 
mark begangenen Verbrechens, wo der eigentliche Thater 
unbekannt blieb. — 4. Der Bezirk: na toni dvofe v 2idov8k6 ulici v 
osade mSsta Pferovskeho (Priv. Tov. 197). — 5. Der Pfarrbezirk : dflm svuj 
V osade 8V. Ilastala v starem mest?^ Prazskem (Ac. 3, 571); — fardfi, ko- 
stelnikom i vSf obci osady sv. Stepana (Cas. 6. Mus. 1839 p. 4G2); daher 
bei Rozk. osada ==: parochia. 

OsadilL Wenn cin Unterthan auf ein anderes Dominium iibersie- 
delto, w^ar er verpflichtet, statt seiner den bisher innegohabten Grund mit 
cinem anderen Uebauer zu besetzen und dies hiess osaditi : odbuda urokov 
a osade to moz u6initi (Maj. Car. rub. 74). 

Osaditi soud: ptini soud osadili die Ilerren nahmen die Gerichts- 
banke cin, bcsotztcn das Gericht; — o. lirad das Amt besetzen: neb ti 
lifadove vyssi starymi pany so osazuji (A6. 4, 446). 

Osadnik 1. Der Ansiedler, der Theilhaber einer Dorfmark. 2. Der 
Eingepfarrte, das Pfarrkind. 

Osadili kostel ecclesia parochialis, Pfarrkirche : kostely osadnt, 
kdez nerozdavali pod oboji zpuosobii (SR13. 3, 27). 

Ose : pfce konska, hus, slepice, ose i prase (Kn. Tov. k. 205) Demin. 
von OSes, das Jungmann als Perkel erklart. Da aber ose Demin. von 
OSes ist, so bedeutet letzteres wahrsch. das Jungschwein, ose aber das 
Ferkel succulus, wofur auch im poln* osesek (succulus) Demin. von oses 
spricht; hergeleitct ist das Wort von ssdti saugen. 

Osep (seltener Osyp) von spu, sypati schiitten, fundere das 
Schflttgetreide, welches als Abgabe an die Obrigkeit sei es als Zins, oder 
for die Benutzung von Wald und Wiesen abgoliefert wurde ; es ist zu un- 
terscheiden vom Zehent, obwol bcide Begriffe hauiig verwechsclt wurden : 
ospy ddvati = lirok obilni. Dass aber ein Unterschied sei zwischen dem 
Schutt- (osep) und Zehentgetreide (desatek obilny) geht aus Kn. Tov. 
kap. 121 hervor, wo bei der Schilderung der gerichtlichen Schiitzung unter- 
Bchieden wird zwischen ospf (= osep) und desdtek obilny; letzterer 
wurde hoher als der erstere angeschlagcn und dies darura, weil der Zehent 
eine bleibende Abgabe war, wahrend das Schiittgetreide nur so lange 
gegeben wurde, als ein bestimmter Fruchtgenuss dauerte : odhaduji ospi, 

14 



— 210 — 

mSfici pBenice po 2 gr., vei po 2 gr., jedmene a ovsa za 1 gr. — na de- 
ed tcfch obiln^^ch etc. — vgl. ospi. 

Osepny plat die Zahlung des Zinses in Qetreide : pod plat osepni 
ujali, tak ie ndm ri^i deset mtuov a tH mSfice pSenice platiti a vydavati 
majf (Priv. Tov. 10!). Daher o. je6meii, psenice, die an das obrigkeit- 
liehe Brauhaus abgeliefert wurden, o. ov^dk der Triftschafer. 

Osifeni zeme die Yerwaisung des Landes, ein beim Tode des 
Koniges ublicher Ausdruck : kdy2 pdn zeme unife a zeme osiri (Kn. Tov. 
k. 1.); — pdn nds umfel, kde2 tato zeme v sirobS po JMti jest zuostala 
(ibid. k. 2.); — kolikrdt by se pfihodilo tohoto krdlovstvf osifeni (Ac. 1, 
202) ; — obecne dobre teto naSi sir^ koniny me§kd se velice (ibid. 274). 

OskoruSe: vinea, in qua est arbor dicta OskoruSe (DB. 11 n. 335). 
Die Eberesche, Yogelbeere sorbus aucuparia, alts. oskoruSa. 

Osmipansky lifad yid. Nakladiiici starSi. 

Ospi das Schiittgetroide : cum censu frumentorum alias ospi (DB. 14 
n. 18); — odhaduji ospi (Kn. Tov. k. 121). -- vgl. osep. 

Ospovy plat der Zins , welcher in Getreide abgefiihrt wurde ; 
vgl. osepny plat. 

Ostacli, Ostas = Eustachius. 

OstatI 1. bleiben, verpflichtet sein : pravo ostalo na provodovych 
svedcich dieZeugen desKlagers batten denEid zu loisten (Kn. Koz. el. 148); 
— na nem ostalo vddvdni (ibid. cl. 276) er hatte die Kosten der Wette zu 
leisten. — 2. schuldig sein : ostal mne 75 kop za kone a odeni (Cas. c. 
Mus. 1839 p. 445). 

Ostatky die drei letzten Fascbingstage^ wortlicb die Reste ; vergl. 

Act. Monast. Murensis : dies, quo vorari et consumi, quod rcliquum est 
carnium, consuevit. 

Ostatni dny (MS. 1620) wortlicb die iibrig bleibenden Tage, dann 
= ostatky die letzten Faschingstage/ 

Ostroini das Spomgeld, jus, datio calcaris, calcaria, die Taxe, 
welche bei jeder Neuvirahl eines Pralaten, Probsten oder einer Aebtissin der 
koniglichen Kammer gezablt wurde ; sie betrug 50 Schock Groschcn und wurde 
auf Anordnung K. Wenzels im J. 13S8 dem Prager Kapitel zur Instandhaltung 
und Ausschmiickung des st. Wenzelsgrabes geschenkt : jus regium, quod 
Yulgariter ostrozne dicitur, quodque dudum ex institutione regum Bohemise 
in electione novi abbatis, prsepositi sive abbatissse nobis solvi consuevit, 
Fragensi ecclesise donamus, quam quidem pecuniam (50 scxap;. gross.) pro 
decore et ornatu s. Wenceslai convertere tcnebuntur. (Pal. Formelb. 2, 191 ; 
Ac. 3, 468). Dieselbe Abgabe zablten die konigl. Stadte dem Unterkam- 
merer, wenn er sein Amt antrat : „quoties subcamorarius destituitur ab 
officio et in id oiFicium alter instituitur, ei institute quselibet civitatum re- 



— 211 — 

galium dare tenctur calcaris alias ostro^nc quinqne sexagenas.^ Daesclbe 
die LeibgedingBtadtc der Konigin dem Uofrichter : zvolenemu hofrycht^fi 
vostruine odvedeno 100 zl. (MS. Policka 1685). — Das Wort stammt von 
ostruha, ostroha calcar der Sporn; anfaaglich wurde zweifelsohne dem 
Konige ein goldener Sporn dargebracht und spater erst eine Geldsumme 
biefur bestimmt ; vgl. bei Du Cange : pro prsemissis libertatibus heredes in 
signum nostri majoris dominii unum par calcarium deauratum servire teneantur. 

Ostydeti se die Scham uberwinden, jede Schmach ertragen : vSeho 
jest se ostyd^l jako hanebny pes (Kn. Tov.) 

Osvediiti zur Kenntniss bringen : md osved^iti panouim . . . osvSd- 
citi pfed lifadem (Pfih. Bm. 1406 f. 187). 

Ostep, Ostjp framea der Spiess. 

0<a nom. viri = Otto. 

Otakar nom. viri wahrsch. aus dem deutschen Odoakar, mithd. 
Otacher, Otaccher (zusammengesotzt aus ot facultates, fundi Yermogen 
und wacchcr custos, Wachter, Matz). 

Otec abbas Abt (pater): kdyz otec pod korunu msi sliizf. (6as. i. 
Mu8. 1839, p. 494). 

Otbiti yid. Odbiti. 

Otboj vid. Odboj. 

Othodne vid. Odchodne. 

Otpoved yid. Odpovid. 

Otpovidac yid. Odpovidae. 

Otroce yid. Otroei. 

Otroci (Otroce): tertiam partem telonei a descendentibus et ascen- 
dentibus per Albiam : homutove . . . otroce. Erben erklart : ab otrok puer, 
servus, exactio de servis remigantibus; yielleicht aber wirklich der Zoll fCir 
verkaufte oder zu verkaufende Sklayen P 

Otrok zusammengesotzt aus dem negatiyen od und ffci fari, daher 
otrok qui fari nequit, infans ; so im slov. nedolSni otroci innocentes pueri; 
die Bedeutung Sklaye ist die spatere, abgeleitete. 

Otvofit^ list = otevreny literse patentee, das Patent, der oiFene 
Brief. 

Ounirf, Oumrti, Odounirti yid. Odmrf. 

Outery yid. Utery. 

Ozzada yid. Osada. 

Oves ayena, Hafer, l.pasteynf: ani oysa pasteynfho aby dayali; 
nez kdyzby na lesich pastya byla, tehdy ten plat d&yati budou (Priy. 
Tov. 84) der Hafer, welcher fiir die Erlaubniss zu weidcn abgeliefert wurde; 
— 2. lesni: oysa lesnfho pfi sy. Ydclaye dyfimefice (Kn. Posudk. Bm. 1565 

14* 



- 21^ — 

f. 100) vid. Lovczhaber; — 3. hdjn^ == lesni; — 4. dfevni avena 
lignalis (DO. 10 n. 810) der fur deu Bezug des Holzes gegebene Hafer; 
— 5. chrtov]^, vyzlenfii der Hafer, welcher abgeliefert wurde fur die Be- 
freiung von der Ycrpflichtung die Jagdhunde zu futtern. 

Oiada, Oziada vid. Osada. 

Ozzep vid. Osep. 

Pablas, Pabl&sek vid. Pavlas. 

Pablena = Pavleiia nom. fem. Pauline (DB. 3. .n. 508). 

Pabliko lat. Form, des Namens Pavlik und dieses Demin. von 
Pavel = Paiilus. 

Pac: pacu a ceskych grosf za 12 zl. (MS. Pross. 1552); — ort 
zlateho rynsk^ho totiz ctyry pacy aneb 16 krejcarfi (Vel. s. q. 974) der 
Batzen, eine Miinze. 

Pacem polibiti: a kii processi prijeda m& JMt s kone ssesti a 
pacem neb nifr polibiti (Kn. Tov. kap. 8) den Fricdenskuss (pax) geben. 

Padati sachfiillig werden, cadere de causa oderohne Priip. : zalobnik 
dvojim obycejcm pada v sve pri . . . spuosob pHsahy zmeniv padl jest = 
oadit causa (Pr. Mest. 104); — a(5by Jordanovi byl pfal, aby mu dobfe 
padlo = dass es gut ausfalle. ^Zap. Zer. 1, 277). 

Pades&tiiik einer, der iibor fiinfzig gestellt ist: hejtinan (toho kraje) 
aby sobc spuosobil setniky a padesatniky (Ac. 4, 441); — pfisezne osobv, 
hejtmane padesutnici (Pr. Mest.) 

Pachole, 1. der Knabe, der junge Mcnsch. 2. der Page. 

Pacholik im Bcrgwcscn dor junge Knappe , dor zu leichteren Ar- 
beiten vewendct wird ; vgl. robeiiec. 

Pachy : pachy pf ipnute penzlikein , dextralia , ornamenta qusedam 
communia viris et iemiuis, larga et ampla et ante manicas portantur et jun- 
guntur uno clavo . . . supparus, manica oruatus causa super aliam ducta et 
crispa. (Voc. Aqn.) Die Manschettenkrause e germ, fachen die WoUe auf- 
lockern; vgl. mithd. vach eine Reihe Faden oder Hinge: ein slojer bf 
drtzec vachen. — vid. Fach. 

Paj der Payas 1. ein grebes baumwoUenes Garn und der daraus verfer- 
tigte Stoff. 2. weisse Rohseide aus der Levante. — vgl. bajetta, deutsch Boi. 

Piyka ein aus Payas (vid. paj) verfertigtes Kleidungsstuck : ku- 
chafky nosf krondrasky, pajky (Jungm.). 

Paladran/ Paladrana ein weiter Regen-Mantel : za 7 y, lokte sukna 
na paladran pfsafi radnimu (MS. Pross. 1616); ital. pala'ndrana, franz. 
balandran. 

Palcat der eiserne Streithammer, Streitkdlben. 

Palecnice die Daumschraube, Handschelle. 



— 213 — 

i. e. viDo: paleneho rocne do jednoho mta £ita se vyp&H 
a z kaid^ miry po 11 mdsfch davd, kazdy mAB po 6 gr. (MS. LA. XII. 
c. 19, p. 148); — skrze pdlenf takoveho vfna paleneho z sladu pSenifin^ch, 
jecmennych a vSelijakeho jin^ho obiK delanych (Ldtg. 1590 f. 202). 

Palik, der Ballen; er hatto 20 postavy (vid. dieses. — Cas. 6. 
Mu8. 1867 p. 21). 

Palniundovati nur in XJeborsetzungen des Sachsen- und Schwaben- 
spiegels vorkommend : ,,nestane-Ii na tf etfm roce , rychtdf md jej palmun- 
dovati t. j. tolik feceno, ze jej majf odsouditi** von althd. palomunto, der 
uDgetreue Yormund, mithd. balmunden, balmiinden fur einen ungetreuen 
Yormund erklaren, in weiterer fiedeutung uberhaupt verurtheilen , kon- 
tumaziren; (vgl. Qr. RA. 446). 

Palouk, Paloucek, der Anger, die feuchte Aue : s mokrinami nebo 
palouky (MS. LA. XII. c. 19, p. 44). 

Palpach: kni^ecf 6epice, ji2 oni palpach jmenuji ((^as. L Mus. 1844 
p. 307) der Ealpak. 

Pamiuasin aus dem lat. bomby cinum, ital. bombasino, franz. 
bombasin, deutsch Bombasin, ein gekoperter Zeug, welcher ursprunglich 
in Oberitalien namentlich in Mailand und zwar aus BaumwoUe, Eameelhaaren 
und Seide gewoben wurde; Bohmen bezog diescn Stoff hauptsachlich aus 
Eaufbeuem und Wels , daher dieser Stoff auch Yeselak^ barchdn ge- 
nannt wurde. 

PamAtka memoria; das Andenken, der Gedachtnisstag, dies festa, 
festum : v patek pamdtka na nebe vzetf panny Marie (Priv. Tov. 99) ; — 
p. tSla a krve pane Frohnleichnamstag (Urkd. 1538 im LA.); — do soboty 
po pamdtce sv. tfi kralu; vgl. pamatny den, pamatovani. 

PamAtni nummi memoriales, oder kurz memoriale, hergeleitet 
Ton pamet memoria, eine Taxe , welche den Gerichtsbeamten fiir die Ein- 
tragung gewisser Momente des Processes gezahlt wurde. So z. B. wenn 
der Geklagte einen Process gegen das Hoflehengericht gewann : kdy2 kto 
stanym prdvem neb pansk;^m n&lezem neb sv^dectyfrn neb ukdzdnfm desk 
obdrif proti krdlovu pravu, toho jest prdvo siidfmu po groSi od kopy a 
pfsafi vfirdunk ; v torn podsudf md tf eti gros a pfsafi pdty a to slove pa- 
mdtne (Ai, 5, 164); — bei der Contumacirung : ihned p6vodu md b^ti ddno 
za prdvo stane a on dd pamdtn^ {Ai. 2, 91); — bei der Urtheilsftllung : 
coi za prdvo yynesu a kter^mu^. dad( za ziskane , na tom md ostati a on 
dd pamdtn^ (Ac. 2, 108) ; — penfze , jeSto slovii pamdtn^ po obdrzan^m 
prdvu (Jir. Cod. j. b. I. 355). In Mahren wurde abe'r das pamdtn6 gezahlt 
auch vor der Entscheidung des Processes, wenn z. B. die eine Partei beim 
posudek oder sonst bei anderen Terminen nicht erschien; die erscheinende 
Partei zahlte jedesmal ihr pamdtne und wenn die Termine verstrichen, dann 
gab sie ihr pHsudn^ oder pomocnc: Yan6k porucnik Martinov dal sve pa- 



— 214 — 

m&tn^, ze Martin byl na posudku, nei Milosta nebyl (Lib. Cit. 2, 17). Da 
die Zahlung des pamdtnc in dieser Beziehung immer mit einer Anmeldung 
verbunden war, so wird statt dcssen in den Puhonenbiichern haufig pro- 
testatio gesetzt: protestatio ipso die: Vaclav ddvd pam&tne , 2e jakoz 
Bukovec pohnal k rokom Vojnu, tu on VAclav Bukovcov poru^nik na torn 
roku stAl, nez Vojna nestdl ; — Vdclav dal svc pamatn6 , ie na druhem 
roku Vojna nestal; — fer. VI. Bukovec dedit pHsud super Vojna, quod 
non comparuit jam in tercio terraino. (Lib. cit. 2, p. 17 n. 51, p. 18 n. 56.) 

Pamitne knihy, die Gedenkbiicher a) sneniovnf die Landtags- 
gedenkbiicher beginnend mit dem J. 1518; in diese warden die Landtags- 
beschliisse, die koniglichen Propositionen, die Antworten der Stande darauf, 
die Landtagskorrcspondenz und die Eurial - Beschlusse des Herrenstandes 
(vid. pAn) eingetragen. b) soudnf die Landrechtsgedenkbiicher , welche 
verschiedene Beschlusse des Herrengerichtes und Gerichtsmemorabilien ent- 
h alt en. 

PamAtny den, der Gedachtnisstag, festum : ve 6tvrtek den pam&tny 
Hromnic (Priv. Tov. 69); vgl. pamatka, pamatovani. 

PamatovAiii , das Andenken, Gedachtnisstag, festum l v pondeli 
pfed pamatovanfm noveho l^ta (Priv. Tov. 66) ; — ve Stvrtek den pamato- 
vdnf sv. M. Majdaleny (ibid. 105); vgl. pamatka, pamatny den. 

Pamit, 1. literse memoriales, das Memorialschreiben : dal zapsati 
pam^t in die Gerichtsgedenkbiicher eintragen lassen ; vgl. pamatni knihy. 
— 2. im plur. pamiti zenisk^ die Landtagsgedenkbiicher ; vgl. pamatni 
knihy. 

PAn derHerr, im plur. pdni oder stav pansk^ der Herrenstand, 
in Bohmen und Mahren die erste, durch grosse politische Vorrechte einfiuss- 
reichste Eorporation, deren Anfange in die alteste Zeit der Geachichte un- 
seres Volkes hinaufreichen. Sprachlich ist pdn herzuleiten von der Wurzel 
pa, skt. pa-ti Herr, gr. n6'(n'g Gatte, lat. po-tens machtig, lit. pa-tis 
Gatte, Herr, wSsz-patis Volksherr, got. fath-is Herr; also die Grund- 
bedeutung der Schutzer, der Starke, Machtige. — Wenn wir die 
Stellung, welche dem Herrenstande zur Zeit seiner Bliithe im 14. und 15. 
Jahrhd. zukam, mit den Lech en, wie sie uns die Grunberger Handschrifl 
Bchildert, vergleichen, dann unterliegt es keinem Zweifel, dass wir in diesen 
Lechen die Vorlaufer der pdni zu suchen haben. Denn, wie bei dem Wort€ 
Lech nachgewiesen wurde, dass es einen grossen Grundbesitzer bedeute, 
ebenso blieb es ein charakteristisches Merkmal des Herrenstandes, dass 
er Latifundien besass, die die Grundlage seiner socialpolitischen Stellung bil- 
deten; einem verarmten Herrn blieb allerdings der Titel pdn d. h. der 
Adelsrang, aber die Standschaft, d. h. die Fahigkeit an den politischen 
Rechten des Herrenstandes Theil zu nehmen, gieng ihm verloren. Wenn das 
Wort Lech Zeuge dafiir ist, dass die organische Gliederung unseres Volkes 



— 216 - 

in Staat und Geeellschaft in die altesten Zeiten seiner Geschichte hinauf- 
reicht, so beweisen die bei Eosmas vorkommenden Ausdriicke nobiles, 
principes, primates, magnates, barones, dass diese Entwicklung fort- 
schritt, wenn auch der ursprungliche Name verschwand, an dessen Stelle 
das Wort pdn trat. Dieses Wort erscheint im Sinne der Korporation des 
Herrenstandes znerst bei Dalimil: „pAni kdyJ to znamenachu, k krdlevicu 
se sebrachu, i jeehu s§ s nfm raditi a potom krdlu mluviti (kap. 66); — 
aby V svej rad6 mel ^esk^ piny (kap. 106). — Der Herrenstand in Bohmen 
und Mahren bestand aus einer bestimmten Anzahl von Pamilien, die durch 
das Alter ihres Adels und grossen Grundbesitz iiber die Anderen hervor- 
ragten. 8ie batten ihre Clientel (vid. drub, panoSe), die unter ihren Fahnen 
focht (daher korouhevnf pdni — vid. dieses — die Bannerherren) ; in 
ihren Diensten standen selbst Ritter; so schreibt Wilhelm von Pernstein 
1520 den Rittern von Tetov: ,,8lu4bu svii vzkazuji urozeni a statecni rytffi, 
oznamnji Vim, ze bratr Vis jako slu^ebnik m6j** etc. (A6. 1, 137). In ihrer 
Macht lag das Landrecht, das in Bohmen bis zum J. 1485 und in Mahren 
bis zum J. 1492 ausschliesslich mit Herrenstandsmitgliedern besetzt und 
daher das Herrengericht, soud pansky genannt wurde und diesen 
Namen selbst dann nicht verier, als auch Ritter unter die Beisitzer aufge- 
nommen wurden (vid. soud). In ihrer Hand lag die hochste FuUe politischer 
Macht in den Landtagen, daher dem Herrenstande, der in dieser Beziehung 
auch das Epitheton pdni leinSti erhielt, die iibrigen politischen Faktoren 
als obec (vid. dieses) entgegengestellt werden: „jakoz sd se pdni koruny 
6e8kd i obec v Praze byli sebrali, k&zal pinuom zemsk^m i vSi obci 
duchovnfm i svStsk^m ... tak ze zeme ieskd, p&ni a obec, velik^ ndtisk 
trpf* (A<5. 1, 65 ai. 1400). Obwohl die hohe MachtfuUe des Herrenstandes 
im Justizwesen und der Legislation durch den ganzen Verlauf der Geschichte 
dargethan ist, so zeigt vornamlich der Landtag des J. 1437, wie hoch der 
Herrenstand auch iiber den Ritterstand ragte, indem letzterer den ersteren 
ersuchte, er moge dahin wirken, dass 1. der Ritterstand bei seinen Frei- 
heiten erhalten bleibe; 2. die Steuer zu dem Zwecke, zu welchem sie be- 
willigt wurde, verwendet werde; 3. dass die Ritter zu Eriegsdiensten , zu 
denen sie nicht verpflichtet sind, nicht angehalten werden (A6. 3, 455). Die 
hochsten Landesamter wurden durch Herrenstandsmitglieder besetzt und 
als im 15. Jhdt. auch Ritter zur Besetzung dieser Aemter zugelassen wurden, 
blieben doch die einflussreichsten dem Herrenstande reservirt und zwar in 
Bohmen der Oberstburggraf, O.-Hofmeister, O.-Marschall, O.-Kammerer, 0.- 
Landrichter, O.-Eanzler und Hofrichter; in Mahren der Landeshauptmann, 
O.-KSmerer, Marschall und O.-Landrichter. — Zu den ausseren Praroga- 
tiven des Herrenstandes gehorte z. B., dass sie das Recht batten, selbst 
im Gerichtssaale einen Dolch im Gurtel zu tragen, wahrend Niemand An- 
derer mit irgend einer Waffe daselbst erscheinen durfte ; dass sie allein beim 
Siegeln sich des rothen Wachses bedienten und dasselbe mit Papier be- 



— 216 — 

deck en durften: „aby rytffstvo prdti pdn6m t6 pychy nevedli, pone^adz 
prve toho v teto zemi neb^valo, aby rytffstvo kdy peceti krylo, aby jeste 
toho nebylo; neb ac v kter^ zemi ten obyiSej jest, ze peieti rytffstvo kryjc, 
ale V t^to toho neni (Kn. ouz. f. 157 ai. 1490). Eine andere Prarogative be- 
stand darin, dass der Herrenstand seine Beschlusse (conolusiones baronum) 
in die Landtagsgedenkbuchcr (vid. pamdtne kniby) eintrug, wahrend die 
anderen Stande eigene Gedenkbiicher batten: „artykule jsou schvaleny a 
dany mfstopisafi k pfepsAni do pametf zemsk^ch, ai nektefi chteli, aby 
u6incna byla zvldStnf kniha pametf pansk^ch; ale vyvedl jsem je 
z toho, ozndmiv jim, ze jest to obzvl&stni praerogativa stavu pan- 
sk^ho, aby sv^ho stavu v5ei do rejster zemsk^^ch zapisovati 
dali, jesto stav rytifsk^ toho ne£inf, majfce sve obzvldstni knihy, ovsem 
pak jini stavov6." (Sn§m drz. 1612 p. 137.) Als im J. 1492 bestimmt wurde, 
dass auch Ritterstandspersonen Landrechtsbeisitzer werden kdnnten, wurde 
fiir die Herren ein eigenerPlatz reservirt. Das J. 1480 bildet einen Wende- 
punkt in der Entwicklung des Herrenstandes. Wie bei jedem socialpolitischen 
Organismus die urspriingliche Gestaltung durch neu hinzukommende Elemente 
alterirt wird, so war es auch beim bohmisch-mahrischen Herrenstande, zu 
dessen alteren seit Jahrbundertcn im Besitze der Herrenstandsprarogativen 
befindlichen Familien im Laufe der Zeit neue Elemente hinzukamen, die per 
usum an den Rcchten und Privilegien der alien Familien Theil nahmen. Aus 
Veranlassung des Streites um den Vorrang des Sitzes im Landrechte und 
bei den Landtagen, wurde im Jahrc 1480 die Scheidung des IlerrenstandcB 
in alte und neue Herrn (stari a novi rodove) durchgefiihrt. Als alte Herren- 
geschlechtor wurden damals in Mahren crklart die Ilerren von Boskowitz, 
Cimburg, Hradcc (Neuhaus), Kraj ek. Runs tat, Lichtenburg, Lich- 
tenstein, Lipa, Lomnitz, Pernstein, Posing, Sovinea (Eulenberg), 
Sternberg, Waldstcin, Ylasfm. Zu dieson 15 alten Familien wurden 
8 als neue Herren (mladsi rody) aufgenommen und zwar die Ilerren von 
Doubrawitz, Ludanitz, Landstein, Miliiin, Tvorkov, Tunkel von 
Brnicko, Weitmil, Zero tin. Doch mussten diese schworen, dass sie bis 
ins drittc Glied sich den alten Herren nicht gleich stellen und ihre Praro- 
gative sich nicht anmassen wollen (Kn. Tov. kap. 60). 

Durch die Scheidung in alto und neue Herren horto der Herren- 
stand auf eine Kaste zu sein und mir soin Yortheil war es , dass verdiente 
Ritterstandspersonen, die bereits durch drei Generationen dem Ritterstande 
angehorten, untor die neuen Herren aufgenommen werden konnten. l>ie 
Aufnahme eines solchen geschah durch den ganzen Herrenstand d. h. durch 
die alten und neuen Qeschlechter ; flic Aufnahme eines neuen Herrn hin- 
gegen in den alten Herrenstand geschah nur durch die alten Familien allein. 
Nach der Kn. Tov. kap. 57 sollte jedor Beworber um die Aufnahme in den 
Herrenstand personlich darum ersuchen; spater war die Gepflogenheit, dass 
mehrere Hcrrenstandsraitgliedor don Knndidaten in das llorrongiomium ein- 



— 217 — 

fiihrten und zur Annahme empfahlen. Nach der Empfehlimgsrede trat der 
Kandidat ab und die Herren beriethen iiber seine Aufnahme ; wurdc dieselbe 
beschlossen, dann wurde er wieder eingefiihrt und ihm bedeutet , dass er 
mit seinen ehclicbcn Sohnen in den Herrenetand aufgenommen sei und 
immer fainzugesetzt, dass er hiezu kein Recht babe und dass ihn die Herren 
in ibren Stand nicht aus Pflicht, sondern aus freiem Willen aufnahmen. Der 
Auigenommene leistcto hierauf den vorgescbriebenen Eid und der Oberland- 
kammerer wiess ihm den ihm gebuhrenden Platz unter den neuen Herren 
an. Der Herrenrang gebuhrte aber nur dem Aufgenommenen und seinen 
ehelicben Nachkommen , keineswegs aber seinen Brudern oder Seitenver- 
wandten; daher kommt es, dass von den Mitgliedern eines und desselben 
Gescblecbtcs einige dem Herren-, andere nur dem Ritterstande angehorten: 
80 wurde z. B. die Linie der Ritter von Zastfizl, die sich Morkovsk^ 
nannte, in den Herronstand aufgenommen, wahrend die Linie derselben 
Familie, die id&nk-f hiess, im Ritterstande verblicb. — War eine neue 
Herrenfamilic bereits im drittcn Oliede , dann konnte sie um die Aufoabme 
unter die alten Herren einschreiten. Nur ein einziges Beispiel ist bekannt, 
dass ein neuer Herr, der erst einige Jahre dem Herrenstande angehorte, 
Oraf Georg Hodick^ von Hoditz, auf Ansuchen des K. Mathias im 
J. 1608 unter die alten Herren eingereiht wurde, trotzdem er erst 1604 in 
den neuen Herrenstand aufgenommen war. Aber die alten Herren fugten 
dicscm Bescblusse so vicle Cautelen bei , dass es in Zukunft unmoglich 
wurde, etwas ahnlichcs zu verlangen. So musste der Eonig einen Revers 
geben, dass weder er noch eincr seiner Nachkommen in Zukunft etwas 
ahnlichcs verlangen werde und die alten Herren beschlossen, dass, wenn 
ein noucr Herr sclbst darum ersuchen sollte, cr sammt seinen Kindern aus 
dem Herrenstande auszuschliesscn und fiir alle Zukunft in denselben nicht 
mehr aufzunehmen sei (8n6m. pam. Kn. IV. 201, 416, 419, 427, 428). Bei 
dieser Gelegenhcit wurde auch der Eid fur die neuen Herren geandert und 
der erste der ihn leistete, war Qunther von der Qoltz : „ J4 Gunter z Qolcen 
na tom prisahdm, ze od dnegniho dne chci Md a stav pansky vedlc obyjfeje 
a prdva koruny cesk^ a zeme moravsk^ velebiti a vedle jin^ch panfiv ve 
v§em slusnem a spravedliv^m stdti, sdm sebou ani synem sv^m ani od nds 
erby poSl^mi az do tfetfho kolena pdnum a rodflm staroiitn^m v jich oby- 
6ejfch nepfekdzeti, ani se nad ne tffti, ani toho s potomky 8V]^mi vy- 
hleddvati, n^brz se ve vsem spolu s erby sv^mi chovati podle 
nafizenf panskeho na sneme 1. 1608 v BrnS pri sv. Bartolom6ji 
drj^.an^m stal^ho a reversu krdlovskeho" (SnSm. drz. 1612 p. 82). — 
Bei dem Briinner Landtag des J. 1612 beschloss der Herrenstand mehrere 
Bedingnisse, die die Aufnahme in denselben erschweren sollten ; so nament- 
lich, dass bei dor Aufnahme wenigstens 20 Herren gegenwartig sein und 
dass Niemand gleich beim ersten Ersupben aufgenommen werden soUe, 
sondern dass die Aufnahme auf ein, zwei bis drei Jahre aufzuschieben sei. 



— 218 — 

(Snem. pam. En. Y. 82, 71; Sngm drL 1612 p. 82). Die Aufnahme konnte 
nur geschehen, wenn der Landtag oder das Landrecht tagte. Auch stand 
Herrenstandspersonen aus fremden Landern, wenn sie in die Landemaim- 
schaft (yid. obyvatel) aufgenonmien waren, die Aufnahme in den Herren- 
stand der bohmischen Lander offen, wenn sie den dazu nothwendigen Adels* 
rang dokumentirten und die vorgeschriebenen Bedingungen erfiillten. Bei 
den Landtagen bildete der Herrenstand die erste Eurie, deren Eurialsitzungen 
der Landeshauptmann prasidirte. — Seit der vemeuerten Landesordnong 
ai. 1628 wurdo aber die Aufnahme in den Herrenstand ale ein Recht der 
Erone usurpirt, so dass seit jener Zeit wohl nicht mehr von einer Auf- 
nahme in den Herrenstand, sondern nur von einer Yerleihung desselben 
die Rede sein kann. Auch horte seit der vern. LO. der Herrenstand auf, 
der erste zu sein und den ersten Rang nahm der Pralatenstand ein. (Yem. 
LO. f. 14, 16, 17, 18.) — Ygl. pano&e, rytir, vlAdyka, zeman. 

PAn dedicny, zastavnf vid. didieny und zastavni. 
Pan z lavic vid. kmet. 

Panatyr, Panatyr, der Aufseher der konigl. Tafel: smlouva mezi 
urozenym panem Spanovsk^m JMCfs. panatyrem; Hanug LaryS JMC. pana- 
t^f (Titul. 1589) aus dem ital. pan at tie re und dieses aus dem mitlat. 
panetarius urspriinglich der Backer. 

Pancirov^ dilo: fetSz zlaty pancffovym dilem ud61an^ (Pdb. Brn. 
1680 f. 341) nach Art eines Panzers gemacht, die Panzerkette, die aus in 
einander geschlagenen Drahtringen besteht. 

Pandit der Bandit vid. panditka. 

Panditka, das Terzerol , die Taschenpistole : a zrddn^ mal6 tajn^ 
ru6ni6ky, jimz panditky od zrddn;f ch mordefuv , panditflv , pfesfldSli , zapove- 
zeny jsou, (6as. i, Mus. 1828 HI. 35); — mitlat. banditus der Yerbannte, 
ital. bandito dor Proskribirte, dann der Strassenrauber. Yon panditka 
ist das noch jetzt gebrauchliche bohm. bambitka hergeleitet. 

Piinev , die Braupfanne : pAnvi v nekter^ch mfistech pani stavSjf 
a plat s toho berii (Stft. ed. YrfAtko p. 88). 

Panchart, Panichart vid. Pankhart. 

Pankbart, (Panchart, Panichart, Panikart, Pankart, Pankart) 

e germ. Bankhart (gebildet wie Rein-hart, wobei das a tonlos wurde, 
bankert = der Bankriese, A. i. der von der Bank Gefallene, mithd. rtsen 
cadere), 1. der nicht im Ehebette, sondern ausserhalb desselben in wilder 
Ehe Gezeugte, filius meretricis. Die En. Roz. kennt den Ausdruck pan- 
kart noch nicht und schreibt 61. 134: kurry syn (das Hurenkind, Stitaf ed. 
Yr<dtko hat p. 139 cizoloini). In's Landrecht kam der Ausdruok durch 
Ausbreitung des deutschen Stadtrechtes. Die Landesordnungen bestimmen: 
take pankhartum statku pozemskeho z&dny porouieti nemoz pod iidnii 



— 219 — 

barvu ani na mocn^ list kraloTsk^. — 2. Die gefalschten ungarischen Heller: 
dSlaji hal6fky zle, pankarty uherske. (Pal. d&j. III. 1, p. 480.) 

Panikart, Pankart, Paikkart vid. Pankhart. 

Pankali den Titcl p&n (Herr) geben: kdybych jin^m pdnkal, 6iiiil- 
bych to taky sam sobS, protoz aby to elovo pAn a p4ni dostaveno nebylo 
(Brief Karl's v. iev. ddto. 2. Marz 1613). — vgl. pfipankati. 

Pankyt, pankytovati das Bankett, bankettiren. 

Panoie (seltener, aber in Diplomen niemals, panoika) Demin. von 
pdn^ der unterste Grad des Adelsranges. — Manche Spuren fuhiicn darauf, 
dass der Fanosen-Rang seinen Ursprung hat in den alten G-efolgschaften 
der reichen Barone. Personlich freie Leute traten in die Dienste derselben 
und 80 indirekt unter ihien Schutz; solche Leute hiessen drub (vid. dieses), 
die Gefolgschaft selbst dru^ina (vid. dieses). Solche Edelinge, die im 
Dienste eines Barones standen, hiessen panose und ihr Schutz- und Dienst- 
yerhaltniss zum Herrn driickt ihr lateinischer Name c liens, famulus 
cli en talis aus. So wird die Stelle in der TJrkunde E. Johanns ai. 1311: 
„barones, nobiles, clientes^ in der En. Toy. ubersetzt durch: p&ni urozenf, 
slechtice, panose* oder die Stelle in der Urkunde E. Wenzels ai. 1417: 
„baronibus, militibus, olientibus* durch: pdn6m, rytff6m, panoSfm.* Der 
Panose hatte fur seinen Herrn verschiedene Dienste zu verrichten; desshalb 
beisst es im Bohemarius: minister dicitur panose (Sbir. nejst. slov. 16.39); 
so hatte er, wenn sein Herr Jemanden vor Gericht belangte, dem Gerichts- 
botea den Weg zu dem, welcher citirt werden sollte, zu weisen: kdyz 
pojmc komornfka na pohon p6yod, md prdvo ddti panoSu, aby dovedl ko- 
momJky, kde pohonf. (En. Roz. 61. 7) ; — kdyi komornik pfijde ke dvoru, 
prdvo mu vyzvati panoSu nebo sameho pdna (ibid. cl. 25). Namentlich war 
es ihre Pflicht, ihrem Herren die Waffen und den Schild zu tragen : „v tom 
boji krom5 y§ech Stitonosi, jeSto panoSky slovii, stity za pdny no- 
sfce"; (Pulk.) desshalb werden sie im lateinischen auch durch armiger 
(vid. dieses in der 11. Abthlg.) ubersetzt und entsprechen auch dem deutschen 
Schildknecht (armiger, StitonoSe): hrozil jest panoSim otce naseho i tu- 
diz i na§im a my i panoie na6e u6inili smy na to velike n&klady vystfiha- 
jice ae ho (Ffih. 01. 1412 f. 243). Auch dem Ausdrucke ^rittermassiger 
Enecht* sind die panoSe gleichzustellen ; Beweis dessen, dass die Stelle 
der Einlagerbriefe : „mdme mfsto sebe pane Si poslati* in deutschen Ein- 
lageurkunden lautet: „gelobe ich einen rittermezigin knecht darinne 
legin** (CD. 6, 87. 88), oder auch rittermassiger Diener: „zwen erber 
rittermassig diner (ibid. 366) = dem lat.: cum famulo clientali 
(ibid. 269). Aus diesen Belegen, die sich zu Hunderten anfuhren liessen, 
geht hervor, dass pano&e urspriinglich einen Adeligen bezeichnete, der im 
Dienste eines Landherrn stand, aber noch nicht zum Ritter geschlagen war, 
gerade so wie im deutschen der Enecht. So belangt Zd^nek von Eokor 



— 220 -^ 

den Baron Yiktorin von Eunstat: ^ze mi byl dluzen za mil slui^bu i za 
kone^ = dasB er ibm schuldig war fur Kricgsdienste zu Pferde (Pub. 01. 
1412 f. 248) und derselbe Zdenek wird in der Deklaration des Anfalls- 
rechtes, wie sie in der Urkunde der „zwolf Herrn' enthalten iat (Kn. Toy. 
kap. 153 ai. 1437) unter den panose angefiihrt. Also derselbe ZdenSk von 
Kokor, der dem Herrn von Kunstat Kriegsdienste leistete, ist dem Range 
nach ein panose. Aber den panosen fehltc der Rittersrang; desshalb sagt 
Stitny: „i v panosstvi moz dvofeninem byti u krAlova dvora, avsak v ry- 
tif stvi m& vetsi cost' (ed. Erb. p. 212). Aber bei dieser ursprunglichen Be- 
deutung ^rittermassiger Knecht" blieb das Wort nicht stehen, sondem wie 
im deutschen das Wort Enecht in der solennen Pormel: Herren und 
Enecbte, den niederen Adel, der dienstbar war, bezeichnete, ebenso be- 
zeichnete panose collectiv den niederen Adel im Gegensatze zum Herren- 
und Ritterstande, so dass in diesem Sinne das Wort panose auch die vld- 
dyky in sich fasst. Daraus erklart sich, warum wir in offiziellen Akten- 
stucken vom Ende des 14. Jahrhd. bis in die zweite Halfte des 15. Jhrdt. 
das Wort panose ausschliesslich als Bezeichnung des niederen Adela finden 
z. B. ai. 1394 : i vsech jinych f4d6v iesk^ koruny i pansk^ch i rytlfsk^ch 
i panoSsk^ch ; — ai. 1395 : a tez maji sobc slibiti rytfri, panose i mSsia 
(Ac. 1, 53, 58); - ai. 1421: pdni, rytffe a panose (Landfriede E. Sigis- 
munds); — ai. 1434: i&inf pan, rytif neb panose (Landfriede des Markg. 
Aibrecht) ; — ai. 1443: pdn6m, rytifom, pano§fm a mSstom v mark. Mo- 
ravskem (A6. 1, 280) u. s. w. Dieses Zusammenfassen der vlddyky unter 
den Titel panose bezieht sich aber nur auf die oifiziose Titulatur des ganzen 
niederen AdoU als Corporation ; wenn aber ein Baron mit einer bestimmten 
Person des niederen Adels miindlich odcr namentlich schriftlich verkehrte, 
so wurde ein stronger Unterschied zwischen vladyka und panose eingehalten. 
In diesem Sinne war der panose ein homo novus, ein neuer Adeliger: 
take nan m6z chlapstvi provedeno b;fti otcem jeho, kdyiby (otec) panoSi 
nebyl (En. Tov. kap. 220), dem von der Zeit seiner Erhebung in den Adels- 
rang der Titel sloviitny panose gebiihrte, worauf sein Geschlecht erst in 
der dritten Generation den Titel urozeny vlddyka erhielt. Es stand dem 
Eonige anfanglich absolut frci in den Adelsrang zu erheben: take krdi pro 
z&sluhu hodnii nektereho m6z erbem a klinotem obdafiti a znovu ehlapa za 
vladyku pov]f5iti. A takovi jii chlapy nazvdni b^ti nemajf, neb ti se listy 
tfimi vyvodi a za vlddyky jednoStftne z68tavaj{ (En. Tov.). Spater wurde 
dieses Recht des Eonigs dahin eingeschrankt, dass die Erhebung eines Ho- 
rigen nur dann Geltung hatte, wenn er zuvor von seinem Grundherm aus 
dem Unterthanenverbande entlassen wurde (LO. 1564). Der so in den Adels- 
rang erhobene hiess beziiglich seines Ranges panose, beziiglich des Stan- 
des, den er aspiriren durfte, jednostftn^ (einschildig) vlddyka; so sagt 
auch Stransky : qui insignia promeruerunt, legibus nostris panose dici ju- 
bentur (res. b. p. 425). Spater, nachdem die Ausdriicke vlddyka und ry- 



— 221 — 

tff identisch geworden (vgl. diese), bedeutete panose den Adeligen iiber- 
haupt: panose totiz osoba stavu rytifskeho (Urkd. fur Eibenschitz ai. 1576). 
Die UnterBchiede zwischen panoSe und vlddyka wurden fixirt, als nnch dem 
Beispiele des Herrenstandes, welcher 1480 die Gliederung in alte und 
neue Geschlechter (vid. pdn) durchfuhrte, auch der niedere Adel sich or- 
ganisirte. Es geschah diess ira Jahre 1492 bei der Qelegenheit, als sechs 
Ritter unter die Beisitzer des Ilerrengerichtes aufgenommen wurden. Damals 
wurde bestimmt, dass die Hcrrenstandsmitglieder den Ylddyken schreiben 
soUen : urozenym vladykam und nicht mehr: sloviitnym panosim, 
d. h. es wurde vom Herrenstande alien damals bestandenen Vladykenfamilien 
der Titel urozcny zuerkannt, mit Ausschluss des Wortes pan, so dass 
einem vlddyka geschrieben wurde : urozen^ vlddyko pane N., aber nie: uro- 
zen^mu pdnu vlddykovi, was eine Prarogative des Herrenstandes blieb, 
dessen Mitglieder titulirt wurden: urozenemu pdnu, panu N. Was die 
Titulatur der Ylddyken unter sich anhclangt, wurde im J. 1492 bestimmt, 
dass dieselben sich unter einander tituliren soUen : urozen^ vlddyka 
oder sloviitny panose. Es scheint, dass die iilteren Vlddykenfamilien die 
jiingeren panose nannten; denn im J. 1556 beschloss der Landtagj dass die 
neu in den Adelsrang erbobenen Pcrsonen nicht den Titcl urozcny son- 
dem nur sloviitny vlddyka erhalten soUen, und zwar bis in's drittc Qlied: 
^tak aby vzdy ndpotom rodove s tarsi od novych rozezndni a drzdni b^ti 
mohli^ (Snem. pam. Kn. II. 90). Es blieb daher dem neuen Adeligen der 
Titel vlddyka, aber sie crhiclten das Fradikat sloviitny, welches fruher 
den panose gegeben wurde. In Bohmen warcn die Ycrhaltnisse etwas ab- 
weichend ; denn die Landesordnung vom J. 1564 f. 5 bestimmt, bci neuen 
Adeligen sei die altertfaumliche Gepflogenheit zu bewahren, dass jene Per- 
son, welche vom Konige mit oincm \Yappcnbriefe ausgestattet wird, den 
Titel sloviitny panose erhalten soUe und zwar erst dann, wonn selbe in 
den Yladykenstand aufgenommen wurde, und dieser Titel blieb bis in's 
dritte Glied, worauf dor Titel urozcny vlddyka eintrat. Dahselbe geschah in 
Mahren durch die verneuerte Landesordnung : „Wann einer von Uns oder 
Unsem Nachkommen von neuem nobilitirt und mit einem adeligen Wappen 
begnadet wird, soil demselben zuvor und che er in Stand an- und aufge- 
nommen wird und dann von solcher Zeit an ihme und seincn Nachkommen 
bis in das dritte Glicd exclusive anders nicht als auf bohmisch „slovutn^mu 
panosi*' geschrieben und von keinem Ambt ihme oder ihnen der Titel „dem 
Edlen Ehronfesten*^ oder auf bohmisch : urozenemu vlddyce, wie 
denen alten Geschlechtern der Ritterschaft (als denen sie nicht gleich zu 
achten) gegeben, sondern erst seine Nachkommen, so nach der Nobilitation 
oder Erlangung des Wappens sich im dritten Grade befinden, mit jetzt be- 
riihrtem Titel gewurdigt werden.* — Aus dem Gesagten geht hervor, dass 
bis zum Endc des 15. Jhdt. (in Bohmen bis 1485, in Mahren bis 1492) das 
Wort panoSe den niederen Adel als CoUectivnamen bezeichnet, dass nach 



— 222 — 

dieser Zeit in diesem Sinne das Wort vlddyky statt des alteren zemane 
aufkoDimt, panose seine altere OoUectivbedeutung somit verliert und dann 
nur einen Neuadeligen bis ins dritte Glied exclusive bedeutet, woranf seiner 
Familie vom dritten Gliede an der Titel urozenj^ vlddyka statt des slo- 
viitny panose zukam, oder mit anderen Worten : seit jener Zeit bedeutet 
panose die neuen erst nobilitirten Adeligen, vladyka die bereits im dritten 
Gliede und dariiber stehenden, welche zum CoUectivstande der Ritterschaft 
gehorten. — Ygl. pan, rytif, vladyka, zeman. 

Panosinka die Frau eines panose : pohDal Bartoskove, panosinky 
jeho (Pfih. 01. 1412 f. 275). 

Panovani das Beherrschungsrecht von panovati Herr sein, herrschen. 
Es gab ein panovdni jalove auch plane genannt und pine, auch doko- 
nal6, platne oder poslednf panovdni genannt: jalove panovdni slove take 
plane (Vs. p. 190. 191); — ale pine, dokonalc a posledni panovani jest 
(Vs. p. 190); — panovani platne a posledni (Vs. 197). Es bildete einen 
Theil der Exekution im bohmischen Rechte; man hat hiebei die Exekution 
auf liegende Griinde wegen Nichtbezahlung des Kapitals und die Arrestirung 
von Vieh (zdjem) wegen nicht bezahlten Zinsen, respective auch die Ein- 
fiihrung in die Possession zu verstehen in dem Falle , als nichts arrestirt 
werden konnte. Wenn namlich der Sachiallige in 14 Tagen nach Fallung 
des Urtheiles die Summe nicht erlegte, dann folgte nach dor limluva (vid. 
dieses) das erste panovani, nach diesem in 14 Tagen der zvod (vid. dieses); 
zahlte er auch zwei, spater vier Wochen nach dem zvod nicht, dann folgte 
das zweite panovdni; zahlte er auch nach dem zweiten panovdni nicht, dann 
folgte der odhad (vid. dieses), nach diesem das dritte und vierte panovdni, 
bei welchem die Einfiihrung in den wirklichen Besitz erfolgte. Die ersten 
drei panovdni gaben zwar ein vorlaufiges Recht auf den Besitz dem, der 
den Process gewann, aber nicht auf den Fruchtgenuss , von dem der sach- 
fallige hiedurch ausgeschlossen wurde; desshalb hiessen diese drei ersten 
panovdni auch jalove oder plane (unfruchtbar, leer: slove jalove z t6 pfi- 
ciny, ie ten, ktoz je vede, ^ddneho je6te uzitku z t^ch dedin, na kterd vede, 
neb^fe. Ys. 190), und erst das vierte panovdni war das pln^, dokonale, platne 
d. h. das voile, vollkommene, giltige, auch posledni = das lezte, weil 
nach demselben das Gut mit dem dominium directum et utile dem Gewinner 
des Processes iibergeben wurde; es wurden namlich von den Gerichtsor- 
ganen einige Schindel oder Strohbiischel vom Dache herabgenommen, dem 
Gewinner in die Hand gegeben und dann verbrannt (Vs. 190. vgl. pf i de- 
den f), eine symbolische Handlung, durch welche eben der Sieger in den 
voUen Besitz eingefuhrt wurde: ale pln6 a platne panovdni to slove, kdyi 
ten, kdoi je vede, jii v skutecnem drzeni jsa tech dSdin, na kterei pano- 
vdni vede, jiz mocne uzivd (Vs. 190). Diess gait im Processe, wenn die Exe- 
kution auf liegende Griinde sich bezog. Wurde die Exekution wegen nicht 
bezahlter Zinsgelder gefiihrt, so geschah diess durch Wegnahme und Arre- 



— 223 -^ 

station des Viehes (vid. zajem); wenn der Sachi^llige vor dor Ankunft der 
Oerichtsorgane, welche den z&jem yornehmen sollten, sein Yich wegtrieb, 
oder wenn die Griinde, you denen die Zinse zu zahlen waren, unbebaut ge- 
lassen wurden und somit brach und wiiste lagen, dann konnte allerdings 
nichts weggenommen werdes. In diesem Falle hatte der Oerichtsbote also- 
gleich das panovdnf vorzunehmen , welches ein jalove war; nach einem 
halben Jahre folgte das zweite und wieder nach einem halben Jahre das 
dritte, worauf die Schatzung und die Uebergabe an den Gewinner erfolgte 
(Vs. 339). — Spater kam es von dem vierfachen panovdnf ab (LO. 1564 f. 
165); desshalb fuhrt aucb die LO. vom J. 1627 nur ein zweifaches Beherr- 
sebungsrecht an und zwar nach dem zvod das erste , nach dem odhad das 
zweite, auch letzte genannt (f. 244. 248). — In Mahren kennt man das Wort 
....in alterer Zeit nicht; erst durch die vemeuerte LO. vom J. 1628 wurde 
es in Mahren eingetuhrt (LO. fol. 113. 115). vgl. pfidfidSnf. -— 

Pansky soud vid. soud lemsky. 

Pantalif aus dem ital. bandoliera, deutsch Bandolier, das iiber 
die Schulter gelegte Band, an dem das Seitengewehr hangt. 

Papeienec, Papeznik 1. ein Eatholik, Papist im Gegensatze zu 
den akathol. Sekten (von dieson im hohnischen Sinne gcbraucht.) 2. ein 
Geistlicher, dem in Folge papstlicher Reservation eine Pfriinde reservirt 
wird zum Nachtheile der einheimischen Geistlichkeit, der Papstler, curtizanus 
oder cortizanus (sacerdos). 

Pardion : ujci a pardioni der Erippenreiter, Haberfurst, der Zwetsch- 
kenadel, wahrscheinlich vom ital. par dio und in jener Zeit entstanden, als 
am Hofe Rudolf II. viel Italiener sich aufhielten. 

Pareine von pa fez der Elotz, der Baumstrunk, eine dem Aufseher 
der Waldbienenstocke gezahlte Abgabe: brtnemu pafezn^ho 10 gr. (MS. 
Pross. 1580); vgl. brtny und pnove. 

Parkan vid. Barkan. 

PartaiAna aus dem mitlat. partesana, span, partesdna die 
Partisane, eine der Hellebarde ahnliche Waffe, mit einem an beiden Seiten 
des Stosseisens befindlichen beinahnlichen Yorsprungc, der zuweilen drei 
Spitzen hatte. 

Parteta, Partita oder im plur. Partety, Partity (Partika) 1. das 
Parfciren, die Partirerei, d. i. die Theilnahme am Verbrechen wider das 
Eigenthum oder die Begunstigung betriigerischer Handlungen gegen dasselbe 
concursus ad delictum: pro sedldni a partety (Cas. 6. Mus. 1828 III. 29); 
— o mnoh;fch nefadech . . . partykdch slyseti bylo (Yel. kal.) — 2. Ranke, 
Hinterlist: 5e falefinych a oSemetn;fch partitfiv uXfvajf (Slav. 385); — aus 
dem franz. partite Schuldpost, Betrug. 

Partlkal: k tomu m61y partikdl ve spusob formy od zvonu, na 
neiii£ 8ukn6 leiela divnS premovand (Cas. 6. Mus. 1864 p. 21); vid. kortukil* 



-~ 224 



Partlkulaf vid. Portas. 

Paruiikovy: Sii s svicemi parufikovymi (Cas. 6. Mus. 1858 p. 367) 
au8 weissem Wachs, aus Wachs von Jungfernbienen ; corrtimpirt aus pa- 
rojkov^ und dieses hergeleitet von pa-roj der Jungfernschwarm. 

Pasecn^, Paseciii die Abgabe fiir Beniitzung der paseka (vid. 
dieses). 

Paseenik der eine paseka beniitzt: go se od pase6niku platu z 
pasek pfijima (MS. Hochw. 1601); — vid. paseka. 

Paseka, von po-sekati, der Ilauwald, dann das im Hauwalde oder 
Rodlande angelegte Uorf, entsprechend den deutschen Ortsnamen, die mit 
schlag zusammengesctzt sind z. B. Gottfrieds-, Merlin-, Wilhelms-, llamider- 
Schlag u. s. w. (DB. 1, n. 23). 

Pa soman, Pasomanek Posament, die Borte, aus dem ital. pas- 
samano. 

Passional, Pasioni^l passionate, ein Buch die Leiden Christi und 
das Leben hauptsachlich aber das Leiden der Mai'tyrer darsteliend. 

Pastorce das unmiindige Stiefkind : na niiste sirotku a pastorcat 
(MS. IG.^Jahrhd.) 

Pastorek der Stiefsohn privignus (d. i. prius genitus vgl. Zehet- 
mayer Lex. etym. p. 197). Ein uraltes Wort, dessen Bedeutung nur durch 
Beachtung aller in den slav. Sprachen vorkommcnden Fornion und dureh 
Zerlegung in seine Bestandtheilc cruirt werdcn kann. Altsl. pastor^k^ , pa- 
storxka privigna, slov. pasterk, pdsterka und pastorik, pastorka, kroat. pasz- 
torek, Serb, pastorak; wir fiigen noch die altrus. Bedeutung des privignus 
paserb und die poln. pasierb, pasierbica bei; beide Formen pastorek und 
paserb, pasierb zu einander gehalten, beweisen dureh die Identitat der 
Bedeutung, dass die Stamme stor und serb ursprunglich dasselbe aus- 
drucken mussten, sonst konnten sie eben nickt beide oinen und denselben 
Begriff privignus wiedergeben. Beide Worte sind ofFenbar zusamniengesetzt; 
pastorek aus der Praposition pa, dem Stamme stor und dem Bildungssuf- 
fixe k (vgl. das slov. pa-ster-k), paserb aus pa, ser und dem SuSixe b. 
Wir betrachten vorzugsweise die Wortform pastorek; nachdem dasselbe 
den Stief-Sohn bedeutet, so muss der Stamm stor ebenfalls die Bode utung 
Sohn, syn filius enthalten. Klapproth fiihrt das Sanskritwort paser an, 
welches die Bedeutung Sohn hat ; vergleichen wir nun paser mit dem 
slov.-karnth. pa-ster-k, so wird vor allcm klar, dass das o in dem Worte 
pastorek der Umlaut eines urspriinglichen e sei (wie ved-u — vod u. s. w.) 
und da pastorek identisch ist mit pasterk, ist nicht zu bezweifeln, dass der 
Stamm stor auf ein alteres ster hinweist. Da aber in dem Sanskritworto 
parser der reine Stamm enthalten ist, so wird das t in den Formen pasterk 
und pastorek nicht zum reinen Stamme gehoren, sondern bloss epenthetisch 



— 226 — 

sein, wie in ahnlicher Weise aus der indoeuropaischen Qrundfomi sYasar 
darch epenthetisches t die slav. Form ses-t-ra und die deutsche syes-t-er 
entstand. So reducirt sich also a tor auf den reinen Stainin ser, wie er 
auch in der alteren rus. Form pa-ser-b . enthalten ist. Yergleicht man das 
aufllautende b des Wortes {)a-Ber-b mit dem auslautenden k des Wortes 
pa-ster-k, so geht hervor, dase weder b noch k zum Wortstamme ge- 
horen, sondem Suffixe sind und dadurch ist die Identitat von ser-b, 
ser-k mit dem Sanskritstamme s e r hergestellt, der auf die Wurzel su bin- 
fuhrt r= procreare, zeugen (wovon das slav. syn, das deutsche Sohn 
u. B. w.). Daher wird s e r urspriinglich dieselbe Bcdeutung gehabt haben, wie 
syn. Was nun den ersten Theil des Wortes pastorek, die Praposition pa 
anbelangt, so gibt sie in Yerbindung mit Nominibus dem Stamme den Be- 
grifF des sekun^aren , imachten z. B. rob der Sohn , parob der Sklave, lit. 
vasara aestas, pa-vasara ver, vasaras menesis der Monat Juni, pa-vasaras 
der Marz u. 9. w., so dass also pa-ser-b, pa-stcr-k, pa-stor-ek dasselbe be- 
deutet wie pa-syn der unachte, der Stiefsohn, wie man dcnn auch im deut- 
schen von einem achten und unachten Sohne und Bruder spricht. Nestor 
bat mit richtigem sprachlichen Instinkte das alto pa-ser-b durch pa-synik% 
(= bohm. pa-syn) ersetzt und so gclangtcn ins neurussische die Formen pa- 
syn-oki privignus, pa-d^erica privigna (= pa-dcera die unachte Tochtcr), 
wahrend im bohm., slov., kroat., serb. uiid poln^ die alten Worte, in jenen 
pastorek, pasterk, in diesem pasierb, pasierbica blieben. (vgl. Star. si. 151). 

Pastorkyne privigna, die Sticftochter; vid. pastorek. 

Past^raki, die TJmlage, von welcher der Gemeindehirt gezahlt wird. 

Padye aus dem lat. passio domini; zpivati paSije das Leiden 
Christi singen; die Lamentationen in der Charwoche. 

PasU^^V]^ q^^^ ftd passionem Christi pertinet: pasijovy t;fden die 
Passionswoche ; — paSijov^ dni der Mittwoch , Donnerstag, Freitag und 
Samstag in der Charwoche; — paSijovd nedele vid. nedele. 

Paska, pascha die Ostern (bei Hus. vid. Sebrane sp. M. J. Husi 
ed. Erben 2, 109). 

Patik, cine Scheidemiinze , die in verschiedenen Qegcnden und 
Zeiten auch einen verschiedenen Worth hatte; in Bohmcn == einem Fiinf- 
groschenstiick (Jungm.), in Mahren ein Qroschel: patdk tei Selunk, braly 
se po pfil pata haleHch a 4 za cesk^ gros , kter^ se za 9 penez bflych 
po6ital, r. 1576 na sn6mu zakaz&ny. (MS. 1586.) Das Wort stammt wahrsch. 
von f&tf quintus und bedeutete urspriinglich wahrsch. eine Miinze, auf 
die 5 Stiicke gingen; vgl. aber ital. patacco Heller. 

Patek velky feria sexta magna, der grosse, der Charfreitag. 

P&tef 1. das pater noster. 2. der Rosenkranz (dann hiiufig als 
demin. im plur. pateHiky). 

;, der Rosenkranz, vid. piitef. 

15 



— 226 — 

Patrin : kdyz prijel pan Earel z ^erotfna s Eorkou do Prahy, arci- 
knlie je oba sobfi zamluvil , aby jeho patrinove byli v turnaji , kteryz se 
drial p6§i na pal&ce hradu pra^skeho (Cas. e. Mub. IY. 434); der Zeuge im 
Duelle, beim Turnier, aus dem mitlat. patrinus, patrini das neben anderen 
auch die Bedeutung hat: ^qui duello priyato tostes aderant (Du Cange). 

Pavel 8. Paulue: bv. Pavla na vfru obrdceni conversio b. Pauli 
(25. Janner); im altesten CisiojanuB = Pavel tfi dni slep , weil er durch 
die Erscheinung ChriBti am Wege nach Damaskus drei Tage geblendet blieb. 

Pav6ia ein beilaufig drei Fuss hohcr, anderthalb Fuss breiter Schild, 
ital. pavese, frz. pavois, mithd. pavese, mitlat. pavesium, pavesia; 
Ferrari vermuthet, dass sie nach der Stadt Pa via benannt \^nirden, wo man 
sie etwa verfertigte, wie man die Dolche pistolesi nach Pistoja benannt 
habe. Mehr Wahrscheinlichkeit hat SafaNk's Yermuthung in Staroz. Slov. 
p. 324, der es vom kelt. pafais herleitet; denn neben den Romanen kennen 
diesen Schild auch die Walachen, die ihn pavcze und die Magyaren, die 
ihn pais nenncn; die grosse Yerbreitung, aber namcntlich das fruhzeitige 
Yorkommen des \Yorte8 in den Quellen scheinen darauf hinzudeuten, dass 
diese Waffe viel friihcr bekannt war, ehe sie aus Italien bezogen werden 
konnte. Yielleicht lasst sich lat. pay a re, pavimentum hieher beziehen 
= bedecken, pflastern, wobei zu vergleichen ware franz. pavesade, 
eine tragbare Yerschanzung, hinter welcher die Bogenschutzen auf die Be- 
lagerer schossen. (Ygl. Diez etym. Wbch. 3. Aufl. I. p. 310 und Matz. c. 
si. p. 64.) 

Paviika demin. von paveza, ein kleiner Schild, dessen sich die 
Schiitzen vorzugsweise bedienten. 

Paviinik, der eine paveza tragt, 1. der Schildtrager; sie deckten 
im bohmischen Heere die Wagenreihen und Fahnen: kazdemu vozu dostane 
Be 18 peSfch, z tech aby bylo 13 stfelcuov, 4 paveznici a k tomu vozataj 
(A6. 4, 443 ai. 1470). — 2. ein mit einer pavezka versehener Bogenschutze : 
p6§(m stfelcom po 4 zlatych, a paveznikom po 5 zl. (A6. 4, 442). 

Pavitiy Pavovati aus dem deutschen bauen, im Bergwerkswesen 
gebraucht z. B. paviti hory. 

Pavias, Pavlasek, (Pablas, Pablasek) = Pavel = Pauh 

pohonim Pavla jinak Pavldska (Puh. 1585). 

Pavoukovy kdmen: prsten zlat]^ s pavoukovym kamenem (Pam. 
arch. 1869 p. 337) der Arachn eolith oder die Bpinnensteine , von denen 
man ehedem glaubte, es seien versteinerte Spinnen ; es sind diess besonders 
die Asteriten; vielleicht ist auch der Bernstein gemeint, in dem man 
zuweilen Spinnen (auch Fliegen) eingeschlossen findet. 

Pecinovsky (plur. Peeinovs(i) die Pecinower; so hieasen die 
Amositen von dem Dorfe Pecinov bei Rakownik , wo sie ihre Zusammen- 
kunfte zu halten pflegten. — Ygl. Aniosenci. 



— 227 — 

PMe, die Obsorge , Sorgfalt , besonders bei Absagen und Fehdcn 
gebrauchlich: pe6i mfti na ndkoho , vor Jemanden auf der Hiith Bcin, sich 
huthen. Zu der pe6e musstc im Absagebriefe der, welcliem abgesagt wurde, 
aufgefordert werden: hrozil jest panoSun otce naseho i tudiz nasim a otec 
nds, i my po jeho smrti , obailali jsme jej , majf-li na§i panose nan pe£i 
mfti; on n&m toho nikdy zadne odpovSdi nedal a my i panose nase u6inili 
smy na to velike ndklady vystfihajice se jeho (Pub. 01. 1412 1. 243); — 
proc to finite, VHak p. Heralt 2ddne pcce na pdna vaseho ani na yds ^.&dne 
pece nemd (Lib. cit. 2, 10 n. 28) ; — abych mu odpustil , ze jest na mne 
strahoval a ja zddne p^6e nan ncmdm (ai. 1448); — pak-liby kto f ekl : 
m^j na mne pe6i, kdyz se 6 tebou shledam, ie te biti buda 
(= caveas tibi, ubicunque te convcniam , te cedere volo), aby ten (komui 
to mluveno bude) poslal k n6mu dva 61oYeky dobrd zachovald, zni-li se 
k tomu, ieby tomu odpovfidel? Seznd-Ii se, ze odpovfda, ma se k n5mu 
zachovati, jako k odpovfcdnfku. (LO. 1564 f. 136; A6. 5, 186.) — Daher 
bedeutet nemam p66e na neho: er hat mir nicht abgesagt, nicht die 
Fehde angekundigt. — Ygl. odpoved. 

Peeef zemska, das Landessiegel , welches der Oberstlandschreiber 
in Verwahrung hatte. 

Pecetni, Pecetui, die Abgabe fur das Siegeln der Tuch-Stiicke 
mit dem Zunft- oder Stadtsiegel: soukennici od jca2d6ho postavu sukna platu 
sloye pe6etn^ho 2 gro&e ; — takoT^ plat slove peeetoe (Urkd. 1544). 

Pech, Peehan, Pechiik, Pedek, PeSik nom. viri Petr. 

Pekelec , die Bude , in welcher die Hockerinnen Fische backen, 
Wurste braten u. s. w. : hokynim se zapovid& y pekelcfch ryb smaiiti a 
peci .... aby kazdd pfed pekelcem proddvala (TJrkd. 1573). 

8. Pelhrfm = s. Peregrinus. 

Penizit^, die Abgabe in Qeld, p. mostn{, die Geldabgabe zur 
Instandhaltung der Briicken (Stadtb. von Ung. Brod). 

Peiitlik e germ, das Bandchen, ein Band, welches die Jungfrauen 
um die Stime gewunden trugen (in Leupold v. Lowenthars Chron. Igl. 
p. 95 heisst es das Jungfrauen-PertI). 

Peregrin: majic na sobe peregrin ocelivy, zlatohlavem brunatnym 
potfzen^ plechovice a peklhaubl t(m povlecen^ (Ctib. had. p. 73) Pilger- 
gewand ? 

Perkan yid. Barkin. 

PerknoB (um Eibenschitz auch Pirknoa) : smlouya mezi kolejf y 
Bme 8 jedn^ a yiemi perknosy hor yinohradsk^ch Judendorfsk^ch s strany 
druh^ (Urkd. 1590 im LA.); — kto2 yinohrady sy^ tu majf, totiz perknosi 
(TJrkd. fiir Eibenschitz 1576), aus dem deutschen Berggenosse, Besitzer 
der in der Oemeindemarkung gelegenen Weinberge. 

15* 



— 228 — 

Perois : rytff m&2e Sarlat, pemiS a jine sukno n^sti (Cas. c. Hub. 
1864 p. 19) e genn. bernisch d. h. aus Bern, bemisches d. h. Tuch aus 
der Stadt Bern. 

Perpetuan (auch Perpetuel, Perpet, Perpatoan genannt), ein ge- 
musterter woUener Zeug aus Eammgarn gewebt, auch unter dem Namen 
Imperial es yorkommend: kab&t iemf perpetuanov^. (MS. 1622.) 

Pes, der Hund, canis, der Ausdruck gemeiner niedriger Gesinnung : 
CO jsem jej lal a hanSl, vfieho se Ofltydfil jako hanebn^ pes (Kn. Toy.); ~ 
to coim m6wil, zelgaleim jako pies (Helc. pomn. I. 113); — jsem-li ten 
pes ukradl , B61i daj , abych ops81 jako ten pes (Kn. Roa.). — Die Strafe 
des Hundetragens vid. Scrip, r. boh. I. 44; Gr. RA. 715. 

Pestoun Bozi, der h. Josef, der Nahrvater Christi. 

Peiek, PeSfk demin. von Pech, 

Pit svaf^ch bratri, quinque fratres eremitse deren Tag der 12. No- 
vember (in der Prag. Dioz. auch die allatio am 25. August): y nedSli po 
sv. Martine na den sy. pfiti bratff (SRB. 3, 211); — v litery na den p6ti 
8V. bratff (Ac. 6, 543 ai. 1504). 

Petr = Petrus. In den Datirungen sind hcrvorzuheben die bohm. 
Ausdriicke fiir cathedra und yincula Petri. Was zuyorderst die cathedra 
Petri anbelangt, sei bemerkt, dass, obwohl es eine zweifache Stuhlfeier 
Petri gab, die romische und die yon Antiochia, woyon die erste auf 
den 18. Janner , die zweite auf den 22. Pebruar fiillt, dennoch bis zum 
J. 1558 das Datum der Stuhlfeier Petri immer auf don 22. Februar zu re- 
duciren ist, da man den 18. Janner zwar in den Kalendarien und Nekrolo- 
gien anmcrkte, aber nur den 22. Februar feierte. Erst im J. 1558 trennte 
Papst Paul lY. die beiden Feste und setzte die romische Stuhlfeier in ihre 
vorigc Wiirde wieder ein, wornach dann das rdmische Fest wieder auf den 
18. Janner zu bestimmen ist. Die bohmischen Ausdrucke fiir cathedra Petri 
sind 1. nastolenf oder nastoloydnf, d. h. die Erhebung oder Setzung 
aui den Stuhl (entsprechend dem deutschen: s. Peterstag, als he wart 
gesaczt uf den Stuhl), auch den sy. Petra na stolici poy^Senf 
oder schlechthin sy. Petra na stolici: sy. Petra na stolici poy^senf (Ac. 
3, 21, ai. 1442); — sy. Petra na stolici (A6. 6, 428). — 2. sy. Petra v 
posts, weil der 22. Februar gewohnlich in die Fastenzeit fallt. — 3. sto- 
loydnl festum s. Petri epularum (im deutschen Peterszeche); der Name 
stoloydn{ ist eine Uebersetzung des lat. epulae , welcher yon dem alt- 
romischen Feste der Feralien herstammt, die am 21. Februar zum Andenken 
der Yerstorbenen gehalten und die Woche der dies parentales abschlossen, 
worauf am 22. Februar der Todtenschmauss folgte; dieses heidnisohe Fest, 
weil es den yerstorbenen Yerwandten geweiht war, hiess auch caristia oder 
cara cognatio und weil es an denselben Tag fiel, wie Petri Stuhlfeier, 
iibertrug man die Ausdrucke epulse, caristia und cara cognatio auch 



— 229 — 

im christlichen Sinnc auf diesen Tag. — Eine eigenthiiinliche Bezeichnung 

der cathedra Petri ist in den Gloss. Passion, bei Hanka Sb. nejst. si. 

p. 266 enthalten: nastoloy&nf sv. Petra, kdyz se ptAc poznava (= quum 

aves se camaliter cognoscnnt) = dem deutschen: Petir yogelgeniste, 

da in unseren Landern die Nistungs- und Paarungszeit mancher Yogel z. B. 

der Wasserstaare , Raben und Lerchen beginnt. — Pur vincula Petri 

(1. August) hat man im bohmischen folgende Bezeichnungcn : 1. sv. Petra 

V okovdch s. Peterstag in den Banden. 2. z okov zproSt^nf (Ac. 5, 279). 

3, vyvedenf z okov (8RB. 3, 96). 4. z okov vynf ti (Urkd. 1484 im LA). 

5. vgzenf: den sv. Petra vezenf, jezto slove latinS ad vincula (Ac. 1., 61 

ai. 1395). 6. sv. Petra v temnici (Gefangniss). 

Petffk, Petrieek demin. von Petr. 

Picni vfti, der Proviantwagen im hussit. Heere von pice Putter, 
Fourage. 

Picovnik 1. Fouragiere im Hussitenheere, die auf Requisition aue- 
giengen. 2. Der Futtersack. 

PIkarti, Pikharti. So nannte man von katholischer und utraqui- 
stischer Seite spottweise die bohmischen Briider. Einige leiten diesen Namen 
von der Sekte der Pikarditen her; falschlich sogenannte Pikarditen 
kamen wohl zur Zeit ^iika's nach Bohmen, es waren aber nicht Pikarditen 
d. h. Waldenser, sondern Begharden, aus wclchem Worte im bohm. Munde 
das Wart Pikart entstand. Von Beghard ist daher der Name Pikart, soweit 
er Bohmen betrifft, herzuleiten, worauf auch noch das b, wie Pikhart fast 
durchgehends geschrieben wurde, hinweist und auch die Aehnlichkeit der 
Lebens^eise zwiscfaen den Briidern und Begharden erklart diese Namens- 
ubertragung umso leichter. So schreibt Heinr. Institoris : Laurentio Crassonycz 
fratrum Waldensium vulgariter pickardorum nuncupatorum defensori ; — coz 
se t^ch lidi bludnych, kterymi pikharti Hkajf, Aotf&e (Landtag 1505); — 
aby vsichni zborov6 a schodov^ pikhart§( zjevnf a tajnf zastaveni a zkazeni 
byli (Landtag 1508); — aby pro me naboienstvf soud v ngjake podezfenf 
nepfiSel, ie se (jak2 oni majf obyCej ffkati) Pikhartfim namluviti dal (Zdp. 
Zer. 1, 237); — Picardorum nomine odioso nos perstrinxit (Brief Karls von 
Zer. vom 13. Dez. 1601). 

Pinta : vini mensuram, qufie pinta vulgariter dicitur (Dudik Stat, 
der Prag. Metropt. p. 15) = 5. 4 oest. Seidel. 

Pirglok die Bierglocke d. h. das Zeichen, dass die Wirthshauser 
geschlossen werden sollen : kteH v noci pfes pirglok sedajf (Chron. Igl. 
p. 56) ; — na kr&tke noci pirglok se zvonf dv6 hodinS na noc a na diouhe 
noci ve tfech anebo ve 6tyfech (ibid. p. 37); — sedinf no6ni aby neb^-valo 
V Senkovnfch domfch na dlouh;^ch nocech nez do 6tyr hodin (4 Stunden nach 
Sonnenuntergang) a hned po 6tvrt^ aby zvoneno bylo (Pam. arch. 1868 
p. 521); — die knecht sollen uber die bierglocken nicht aus dem Haus 



— 280 — 

ohne des Meisters wiBsen bleiben, welcher aber uber die bierglocken aus* 
bleibt, dem soil der Meister das Haus nicht aufschliessen (Backerord. far 
Briinn vom 11. Aug. 1563). 

PirknoB yid. Perknos. 

Pisaf der Schreiber; dflchodnf, welcher die Rentengelder, obilnf, 
welcher das Zehent- und Schuttgetreide einzutragen hatte. 

Pisar zemsky nejvyssi der Oberstlandschreiber , protonotarius 
terrse. Er hatte alle offiziellen Aktenstiicke des Landrechtes und der Land- 
tage zu verfaBsen, die Eintragung derselben in die Qedenkbiicher zu iiber- 
wachen, nach Auftrag des Oberstkammerers die Einlagen in die Landtafel 
und Loschungen aus derselben vorzunehmen, und in Mahren seit 1608 das 
Landessiegel zu verwahren. Dieses Amt wurde in der alteren Zeit durch 
Geistliche, namentlich durch Domherren, spater durch Mitglieder des Her- 
renstandes besetzt, worauf in Bohmen unter K. Vladislav 11., in Mahren 
seit 1523 diese Stelle nur an Ritterstandspersonen verliehen wurde. In 
Bohmen sass der Oberstlandschreiber wahrend den Landrechtssitzungen auf 
der Eatheder, wo die Landtafel und die schriftlichen Zeugenaussagen lagen, 
und durfte sich von dieser Stelle wahrend der Dauer der Sitzung nicht 
entfernen; er durfte daher nicht unter den anderen hochsten Landesbeamten 
auf den Bank en sitzen (yid. la vice); auch war es ihm nicht gestattet, in 
den potaz (vid. dieses) zu gehen. — In Mfi-hren waren bis zum J. 1480 
zwei Oberstlandschreiber, wie auch zwei O.-Kammerer; von diesem J. an 
soUte nur einer ernannt werden ; den Briinner O.-Landschreiber zu emennen, 
stand der Aebtissin von Tischnowitz zu (CD. 6, 264) ; doch scheint dieses 
Becht eingegangen zu sein, als man aufhorte dieses Amt mit Geistlichen zu 
besetzen. — Die Einkiinfte des O.-Landschreibers bestanden in Taxgeldem. 

Pisaf mensi 1. in Mahren der notarius des kleineren Landrechtes, 
welcher dabei eine ahnliche Stellung einnahm, wie der Oberstlandschreiber 
beim grossen Landrechte. 2. vid. pisafi mensi. 

Pisafi mensi auch pisafi menSich desk oder menSiho prava 

genannt, die kleineren Landrechtsschreiber, welche die Eintragungen in die 
Landtafel, Ausziige aus derselben immer unter Aufsicht des Oberstland- 
schreibers, die Uebernahme der Puhonen und EinroUirung derselben in die 
desky 2alobn6, iiberhaupt alle Schreibgeschafte besorgten. 

Pistoieta kleine Pistole : kordik, pistolety (MS. 1622). 

Pidfala die Pfeife 1. Musikinstrument aus Bohr. 2. als Feuerwaffe, 
Pistole. — Palack^ spricht im 6as. c. Mus. 1828, II. 7 die Ansicht auB, dass von 
diesem bohm. Worte das Wort Pistole abstamme, wahrend man die Pistolen 
gewohnlich von dem Nam en der ital. Stadt Pistoja herleitet, wo die Pistolen 
zuerst verfertigt worden sein soUen. Ueber die Unzukommlichkeiten dieser 
Ableitung vid. Diez etym. Wtbch. 3. Aufl. I. p. 324. ~ Was Palackf s 



— 231 — 

Ansioht anbelangfc, hat sie vieles fiir Bich; erstens hat pfSfala als Masik- 
inBtnunent und Feuerwaffe den Begriff Rohr (die Rohre) in sich; zweitens 
spricht hiefiir der pfeifende Ton, mit dem die Kugel auB der Pistole fahrt 
(k&le pi&tSly) und drittens der altere deutsche Name dieser Waffe: Biz- 
Bchal oder Bitzschal, der aus pfsfala ebenso entstand, wie aus dem 
bohm. pe^et das deutsche Wort Bitschet, Bischet gebildet wurde. 
Massgebend ist auch der Umstand, dass bis zum Ende des 16. Jhdts. in 
B5bmen nie der Ausdruck pistol a, sondern immer piifala gebraucht und 
dass nicht bios das kleine Feuerrohr, sondern auch die langen Feuer- 
buchsen, letztere gewohnlich mit dem Beisatze dlouha, piSfala oder 
pfSfadlo genannt werden, z. B. Landtag 1514: pfstaly dlouhe. 

Pitansky plat, lirok: lide a kmeti na&i maji platiti pitansk^ho 
liroku a platu kopu gr.; vgL in der II. Abth. pitancia. — Vid. povepfn^. 

Pivna berna, die Steuer fur das Bierbrauen: dAval bomi yarnii 
neb pivnu. (Cas. c. Mus. 1845 p. 367.) 

Pivnik plur. Pivnici, Spottname der bohm. Bruder, weil sie zur 
Zeit ihrer Verfolgung in abgelegenen Wirthshausern (pivnice) zusammen- 
kamen. 

Pkelnic, Pkelnici vid. Pkelnik. 

Pkelnik plur. Pkelnici (pkelnic, pkelnici CD. 1, 179) wahrsch. 
Ton altsl. plkH nsixtj pix das Pech; die Erklarung des Wortes findet sich 
CD. 1, 217: Vrat, torneator picariorum , Binder von Fassern, die mit Pech 
auBgegossen werden. 

Placni voiov^, die innere Wagenreihe im hussitischen Heere. 

Plachetnik: poToleni ddvdm, aby plachetnici chleby peci a prod&- 
vati mohli (Cas. 6. Mus. 1840 p. 158). Leute, welche ihre Waare in einer 
Hulle aus Segeltuch (plaohta) zu Markte bringen; dann vornamlich die 
Schwarzbacker oder Flatzbacker, welche in die Backerzunft nicht eingereiht 
waren. — Nach Balbin hiessen so auch die hussit. Priester, weil Bie in 
kurzen Linnen den Gottesdienst verrichteten. 

Planar, Planyr (I fur r) der Pr anger. 

Planeti^r, der Astrolog. 

Planda yid. Planfa. 

Planta (Planda), die Monchskutte, das Wort im hohnischen Sinne 
von Akatholiken gebraucht; Matz. c. si. weist auf mitlat. opelanda pallii 
vel tunicse species; vielleicht kann hieher bezogen werden das mahr. plan- 
tati schlendern, schmieren: pl&sf se mu plantd mezi nohami, suknS zaplan- 
tanA u. s. w. 

Plat von platiti zahlen, die Zahlung, Abgabe, Zins in Geld z. B. 
plat hol;^ census nudus (vid. hol^); — plat komornl die Gilte (vid. 
komornf); — stdl]^ die dauemde, nestal^ oder bS2n^ die nur auf eine 



— 232 — 

bestimmte Zeit zu leistende Zahlong u. s. w. ; aber auch die Abgabe in 
Naturalien z. B. plat kArni der Huhnerzins, ovesnf der Haferzins, obilnf 
Getreidezins u. b. w. ; — plat Svatojirsk^, Svatohavelek]^, Svato- 
T&claysk^, ein Zins, der um Georgi, Oalli undWenzeslai gez^hlt wird. 

PlAt, meistens im Plur. Platy, die diiime Metallplatte, hauptsachlich 
1. das Brustblech torax, aus dem deutschen platt (Blatt): Brustblech 
torax yulgariter blaten (Lex s. Jac). 2. der aus einzelnen Theilen zusammen- 
gesetzte Panzer, der Schuppenpanzer : pancff nebo pUty. 3. die Munzplatte, 
die Metallplatte, das gewalkte Silber , Gold , aus dem die Munzen gepragt 
werden. 

PlAtce, der Zahlungspflichtige : ze mi pldtcem b^ti nechce (Puh. 
Bm. 1447 f. 18 b). 

Plitei, die Bezahlung: rukojme za pl&te2 tobo gruntu (Urb. yon 
Pawlowitz LA. f. 5). 

Platiti, gebiihren im Sinne einer Btrafe : kto2by takove veci jednal, 
aeplatf jemu nei hrdlo = gebuhrt die Todesstrafe ; — pakliby kto to pfe- 
stiipil, tomu plat{ ruka = wird die Hand abgehauen (A6. I. 213 ai. 1422). 

Platn^r, Platnif, Platn^f, der Handworker, der aus Blechplatten 
Gegenstande verfertigt, der Plattner, Blechschlager , Spongier; der Waffen- 
schmied, welcher Brustplatten verfertigt. 

Platn^ giltig, die in Geld reluirte Naturalgabe : sfr platn^ za 1 gros, 
bus platnd za 2 groSe (LO. 1604 f. 65). 

Plavee plur. Plavcl : R6ze najprvo Playco pobi .... na Rakusice 
Plavci udefili (Dal.) Nach Dobrovsk^^'s Erklarung die Eumanen, von den 
Bussen Polowci, von den Polen Plowci genannt; ihr slav. Name stammt 
von plav^ fulvus, gelb, wie denn auch die deutschen Chronisten sie mit 
dem Worte die F alb en bezeichnen. (Cas. i. Mus. 1827 L 122); in den 
lat. Quellen heissen sie Flavi. Sie waren turkischer Abstammong und 
nannten sich aelbst Kumanen; bekanntlich blieb ein Theil von ihnen nach 
dem Tartareneinfall in Ungarn zuriiek. 

Plecni (Pleeovni): plecn^ho ddvaji 12 gro^f; — za piece ddvaji 
12 gr. (MS. Hochw.); — ze dvou prutfi lozunku, plecovnl a obilf ned&vi 
(MS. Mirov.) ; — plat plecovnfho pfi sv. Jifl a av. VAclavfi (ibid.) ; — piece 
6tvr£ hovSzfho dobytka .... z ti £vrti Idnu lozunku a pleci a obili neddvi 
(ibid.) von piece hergeleitet, bei den Thieren der Schultertheil , petaso die 
Hamme, der Schinken, also die Abgabe entweder in natura oder reluirt 

Pleeovati: ze ctvrti l&nu nelozunkuje, neplecuje ani obilf d&va 
(MS. Miros.) die Abgabe einer piece leisten (vid. plecn^). 

PleohiC) die diinne aus Silberblech geschlagene Miinze, bractea, 
Brakteat, namentlich die imter K. Georg gepragten leichteren Groachen: 
plechacze illos hodieque appellamus. (Stran. resp. b. 540). — Ygl. imnlik. 



— 238 — 

Pleehot: aby purkraM opravy menU jako na sklech, na Sindelech, 
zamcfch, kamneoh , plechotu v soudnfch svStnidch opatrovati dal (SnSm. 
pam. En. 1584 f. 21) was aus Blech gemacht ist. 

Pleehoviee 1. die Blecbhandschuhe. 2. der BrustharniBoh aus Blech. 
3. die Blechkanne. 

Plen 1. die Wegnahme, die Confiscation: confiscationis sententia, 
quBB plen dicitur (ai. 1227 Erb. Reg. 1, 336). 2. in spaterer Bedeutung der 
Freyel am Eigenthume, z. B. Wald- oder Peldfrevel : z plena jeden pohon 
(Kn. Roz. SI. 69) ; — plen .... to m6i opovidati' poslem svii Ikodu neb 
sdm ten, jemuz se skoda stala (ibid. £1. 224). — Ygl. pych. 

Pleskac: za bSl a pleskd^e na halt^Mch prodan^ utrieno 18 zl. 
(MS. 01m. 1619) der Breitfisch: Pleskaczen oder Breitfisch im 
tmteren Teich (MS. 01m.) ; der jetzt sogenannte Breitfisch, der nur im sal- 
zigen Wasser gedeiht, kann allerdings nicht gemeint sein. 

Plesnik) der Fiscbmeister, Yorstand der Fischerzunft, hergeleitet 
von pleso = jezero der Teich, See (indoeurop. Wurzel prat ausbreiten ? 
lit. plas-ti breit sein) , welches Wort bis heute noch im ostl. Mahren und 
Nordungarn gebrauchlich ist: plesnfci, ti, ktefi nad rybafi jsii (Kn. Toy. 
kap. 194); ~ plesnlk kaid^ aby od lifednika volen b^val a ku pomoci 
plesnikoTi jin( dya tovarygi, tak aby JMti pdnu platy i jin^ vSci ndleiite 
B pomoci jich spravovati mohl .... Kdyby od oufednfka plesnikoyi ved6ti 
se dalo , aby ryb k potrebe JMti na Tova^ov poslali , tehda plesm'k md 
jin;fm tovary86m ozndmiti .... kdybykoli plesnfk do cechu z potfeby sjlti 
se kdzal, aby kazdy z rybaffi najfti se dal (Priv. Tov.). 

Plot, der Zaun; figurlich: pokuty od Barbory, ze pfes plot pfe- 
sko^ila (MS. Hochw. 1666) ausserehelich geschwangert werden. 

PIf gen. fem. PIti gen. neut. (Pluthi): cum theloneo super fluvio 
Albese penes oppidum Pordubicz de qualibet strue lignorum, quae pluthi 
vulgariter dicitur, quatuor grosses (Urkd. 1347); die Uebersetung dieser 
TJrkunde ai. 1490 im Cod. Pernst. schreibt: z kazd^ho pluhu aneb svoru 
4 groSe; pluh kommt aber nie in diesem Sinne vor; auch pluji schwimmen 
kann schwerlich hieher bezogen werden, weil von der Holzschwemme im 
bohm. immer der Ausdruck plaviti, splaviti gebraucht wird ; daher wird 
zweifelsohne plf oder pltf das Floss gemeint sein, da in der bohm. Ueber- 
setzung erlautemd: svor (= Floss) hinzugesetzt wird. — Wahrscheinlich 
bedeutete pH ursprunglich ein aus Thierhauten verfertigtes Fahrzeug ; vgl. 
altsl, plitb caro, lat. pellis, althd. fel, neuhd. Fell. 

Pludrkaas: vzal jsem kozich, pludrksds (Gas. c. Mus. 1847 p. 612) 
e germ, pluder-gesass, die Pluderhose. 

Piuh 1. der Pflug. 2. ein Ackermaass: duas curias trium aratura- 
rum alias se tfmi pluhy (DB. 14 n. 28); — ze ku dvoru jsii dya pluhy 



— 284 — 

roll (Pflh. Brn. 1447 f. 79); — opustly mne dva pluhy xole (ibid.) das 
Jocb, jugerum, serb. plug zemlje jugenun* — Ygl, popluif. 

Pluhar 1. der Ackerknecht. 2. dcr Pflugmacher. 

Pluiidry, die Pumphosen, welche iiber der Ferae zasammengebunden 
wurden. 

Pluthi vid. pif. 

Piiovf : tu roli pnovfm vinii;^m vysaditi (Urkd. 1556) der Stamm, 
der Weinschossling. 

Piiov^ eine Zahlung fur den Waldheger: ddno piovcho hajn^mu 
(MS. Ostrau 1710). 

Pobecovni, wortlich das Fassgeld, die Biersteuer, welche 1546 zuerst 
eingefiihrt wurde: ze jsem po6et sudA piva z pivovaru m6ho od Jasu N. ai 
do casu N. za terrain N. za penfze vystaviti dal, z kterehoi piva za penfze 
prodan^ho a vystavendho pobeiovniho z ka^deho sudu 5 grosi bfl;fch spra- 
viti se dostane. (Landtag 1593). 

Pobidiii (Pubidnf): pri mature, pubSdnfm, ne§pore (Schr. der hist, 
stat. Sekt. 12 p. 13) Uebersetzung des lat. invitatorium, jenes Theiles 
der Matutin, welcher, wie das Wort andeutet, zu der dureh den Charakter 
des Tages bestimmten Andacht einladet und sich in den Psalm 94 (venite 
exultemus Domino) verlangert (pobfdnouti invitare). 

Pobehlec der von seinem Qrunde und Grundherrn entlaufene Un- 
terthan. 

Pobidka gcwohnlich mit dem Beisatze k bitve die Aufforderung 
zum Zweikampfe (pobfdnouti aufFordern). Sie geschah bei Ehrenbeleidigungen, 
die in Mahren nicht vor dem Landrechte verhandelt wurden, sondem ee 
stand dem Bcleidigten frei, seinen Beloidiger ohne weiteres zum Zweikampfe 
zu fordern. In diesem Falle wurde der Edelsitz (dv4r) irgend eines Land- 
herrn bestimmt, wo der Kampf statt finden sollte; konnten die Parteien 
nicht einig werden, so gait der Ausspruch jener Partei, welche die Ortsbe- 
stimmung des Zweikampfcs dem Konigc iiberliess, worauf die andere Partei 
eingehen musste; ging sie nicht ein, wurde sie ehrlos. Wollte der eine das 
Duell am Hofe des Landeshauptmannes, der andere am Hofe des Marschalles 
ausfechten, musste der Ilof des L.-Hauptmannes gewahlt werden; wahlte 
einer den Hof des Marschalles, der andere den eines blossen Landherm, 
musste der Hof des Marschalles angenommen werden ; nahm die andere 
Partei diess nicht an, wurde sie in beiden Fa lien fur ehrlos erklart: pakliby 
se hajtman6v a marSalkov dvor tfeli , tehdy z prdva na hajtman6v dvor 
pfijeti maji a ten, kterfi se tu podAva, prAv6 stal, druh^ nestane-li tu, s 
listupem cini a to proto, ze hajtman mfsto pina zem5 drif ; pakliby se ktery 
poddval na mar^alkov dvor a jiny na obecneho pdna etc. (Kn. Tot. k. 203.) 
Dem Geforderten stand es frei, die WaiFcn zu wahlen und zu bestimmen, 



— 2S5 — 

in welcher Rustung, dann ob zu Fubb oder zu Pferde das Duell auszufechten 
sei; dooh gebot die Yorsicht, die Bestimmung alles dessen lieber den Se- 
kundanten zu uberlassen: ale to jest zl6, kdo£ koho zhola pobldne bez v^- 
minky; neb se jiz s nfm tak bij, jakz on yydd, tref se tobe nebo netref 
odSnf, neb on jedno jako druh6 vydd a na Buse , anebo snad v vodS a v 
bl&tS. Ale miidrf pobfzne-li druh^ho , aby se s nfm bil , tehdy df tuto t^- 
minku: ale pobidky neddv&m, nei jak nds o bitvu pf dtel6 smluyf, 
kter6 vyddme; vydej ty dva aneb jednoho a ]&tcL (Kn. Dm. p. 41.) SoUte 
das Duell am Hofe dc8 L.-Hauptmannes stattfinden, dann gab der L.- 
Hauptm. beiden Gegnern ausgeschnittene Zettel, in denen die Bedingungen 
des Zweikampfes verzeichnet waren; aber auch da stand es ihm frei, die 
Parteien zum Ausgleich zu bringen: jakoz jsu byly ngjak^ fe6i sbfihly mezi 
MikuldSem Klouzalem a Janem SSitensk^m , kdez skrze takove fe6i jejich 
obojf strana p. hajtmana za dvur jsu zddali a biti se mSli a na den jim 
polozen;f se vSemi potrebami hotovi byli podle ceduli jim vydan;^ch i za 
den a hodinu t6 veci k dokondni p. hejtmana prosili: kdez p. hejtman s 
p&ny chtfc tu v§c mezi nimi pfetrhnouti, to jsii k sobe pfijali a takto mezi 
nimi vyppvidaji ... (Pam. kn. 01. 1517 f. 92). Pur den im Zweikampfe Ge- 
todteten konnten die Verwandten kein Wergeld verlangen: ponevadi Bohu- 
slav provodi, ie neboztfk Jan jemu ne jednu pffcinu k svade daval a kdyz 
8 n f m Bohuslav o to mluvil, neboztfk Jan Bohuslava pfed mesto TovaJov 
pobfzl a za rukdv vedl a v t^ pobfdce pfed mestem se zranili a Jan od 
tSch ran umfel, ze jest tu Bohuslav nic neucinil, coiby u6initi nemel (Ndlez 
auf die Elage der Briider des ermordeten Jan; Pam. kn. Olom. 1535 p. 117). 
— Der Zweikampf ging in der Kegel von den Parteien selbst aus ; ausserst 
selten wurde er entweder vom Gerichte oder vom Oberstburggrafen, Landes- 
hauptmanne bei Ehrenbeleidigungen den Parteien auferlegt; wir fuhren ein 
Seispiel vom J. 1549 an: pAni nalezli, jakoz jest p. Jink Stos p. hajtma- 
novi svSdomi dal proti Jif fkovi Rozhonovi vyzndvajfc , ze tyi Rozhon pfed 
nfm p. hajtmanu Sibaly ddval, a Jiffk Rozhon tomu odpfra a pravf, ie jest 
toho o etnem pdnu nemluvil a svddkove s obii stran a to se nesrovndvajf a 
p. Stos dal od sebe pov8d6fci, ze jest to svSdomf pravdive jako ctny pdn dal 
a jestliby co jemu na svSdcich schdzelo, ^e to chce na Rozhona ruku vesti 
a za prave u6initi a od Rozhona Hi zase povedfno, coi p. Stos sv6d6f, ze 
jest toho nemluvil a ie tez chce p. Stosovi rukii odpirati a slova sva za 
pravd uciniti, pdni toho pfi tom nechdvati rd£f. A p. hajtman podl^ pofddku 
tohoto markrabstvf aby jim cedule k bitve hned zde v Olomiici pfi tomto 
Boudu vydal a rok k vykondvdni toho pfi soudu pfiStim v Brne ten pdtek 
po zasednuti puohonuov pololil. Cedule vydanc od p. hajtmana p. Jiff- 
kovi Stosovi z Eounic a Jif fkovi Rozhonovi z Eopfic k bitve, co na sobe 
a pfi sobe mfti majf: na hlavS helmeliny, obojcek pfednf a zadnt kus, ple- 
chovice, rukdvf, sorce a ka2d^ z nich aby m£l mec, d^^ku a df evo a na kone 
sedla plechovd zasedacf bez fortelu. (Pam. kn. Brn. 1535 f. 166). — Dooh 



— 236 — 

koimte Jener, welcher Landfriedensbrechern Yorechub ieistete und desshalb 
geBchimpft wurde, wegen dieses Schimpfes seinen Beleidiger nicht fordera: 
a ten nafien^ z takov^ho n&fku necht^l se podl^ prdva yyyoditi, nei toliko 
bityou ie by se chtSl pr&v uiiniti .... purkrabf praisk^ najyySif nemi ta- 
kove bitvS dvoru pfipustiti ani z&dn;f jinf v tomto krdlovstvl. (LO. 1564. 
f. 128). 

Pobidni 9trany die Kempen, duellantes, vid. pobfdka. 

Pobfdnouti, pobiziiouti auffordern, invitare; dann besonders, wie 
im deutschea fordern, ein Duell anbieten. 

Poeberni: za 40 kop kaproveho plodu za kaidou kopu i s po2- 
bern;fin (MS. Pross. 1708) das dem Fischmeister fiir jeden Zuber gezahlte 
Accidenzgeld ; ygl. kopne. 

Pocepiii, Poiepovni: na vfna podl^ dobroty a drahoty rozdflne 
po6epoYne uloi^eno (Landtag 1569) vid. oiepne. 

Poiestni die Abgabe, welche an den Qrundherrn nicht als pflich- 
tiger Zins, sondern honoris causa an gewiasen Festtagen, oder wenn er auf 
das Gut kam, uberreicht wurde: pocestn^ to slove, jesto lide iini potest 
hospodS, kdyi mezi ne pfijede, anebo k nekterym hod6m pHnesiic dary. 
To mohu pdni od nioh vziti; alejakiby to dobrovolne chteli v prdvo uvesti, 
hfesili by. (Stft. p. 160). — vgl. iestni, pocta, poklona, salufatio. 

Poiet die Rechnung: obilnf die Reohnung uber das Schutt- und 
Zehentgetreide , dann iiber die Einkiinfte aus verkauftem Getreide, Mehle, 
Rapps, Graupen, Schrott u. s. w.; — peneiity die Rechnungslegung uber 
Ausgaben. 

Poietf Paiia Krista = zv§stoTdn( panny Marie, annuntiatio b. 
Yirginis = incarnatio Domini: o po6eti Pdna Jezukrista, to jest o jeho yte- 
lenf se v Panng. (Post. 1615 p. 949). 

Pocta wortlich die Verehrung von poctiti honorare, dann 1. jene 
Abgabe, welche die Unterthanen dem Grundherrn nicht aus Pflicht, sondern 
gleichsam als Yerehrung darbrachten an hohen Festtagen, oder wenn er zu 
ihnen aufBesuch kam: lid^ cinf po6esf hospodS, kdyz mezi n^ prijede anebo 
k nekterym hodom pfinesiic dary (Stft. p. 160); — decem et octo scotosin 
signum honorificentise , poczta vulgariter dictte (Rzy. 3, 235); — o vajce 
byl rozstrk; tide pravili, ie jich neddyajii nez poctii o velicenoci, sice s 
ktery b^ti m6ie a Zaji£ek pravil, ze to z prdva ddvajf a ie jemu vzdycky 
i otci jeho ddvali (Pfih. 01. 1499 f. 53), woraus zu ersehen, dass die pocta 
nicht in einer bestimmten Anzahl von Naturalien Eiern , Hiihnem u. s. w. 
wie der plat kurnf, vajeiini (vid. plat) u. s. w. bestand. Doch gab es pooty, 
welche fur dauemd galten: co se Aotfie poet, jesto sii v§6n^, ty dAny 
b^ti maji (Kn. ouz. f. 41.); desshalb wurden sie auch reluirt: i^emeslnfci 
cechovnf davajf za pocty o sv. Jiff stdle 13 zl., o sv. YdclavS t^2 stdle 14 zl 



— 237 ~ 

(MS. LA. n. 490); — poet penfiiit^ch a lidf aby se nebralo, ani jin^ch (6a8. 
6, MuB. 1835 p. 281). Daher heisst auch jede Zahlang, die dber die recht* 
liche Yerpflichtung gegeben wird, pocta: jakoi lid^ pfijfovali penez liroky 
liclieyii6 sobi nad obyCej dotahujice a nad oby6ejn6 uroky kone, Suby a 
jin6 pocty od nioh berouce (LO. 1564 f. 190). — 2. der EhrenschmausB, das 
Festessen, welche in Stadten angesehenen Gasten gegeben wurden: za pocty 
stayu pansk^mu a rytifsk^mu ddno za kold^e, vino a ovoce etc. (MS. Prose.); 

— pocty ddno vfno etc. p&ntlm z Hory Kutny (ibid). 

Poctov]^: poctovych sklenic dv6 kopy (MS. Pross. 1543); — konve 
poctov6 (ibid. 1606) Glaser, Kannen u. a. w., die bei einer pocta in Ver- 
wendung kamen. — vid. pocta. 

Podaoe, Podaci (auch podini) von po-dati darreichen, uber- 
geben A. 1. p. kostelnfd. i. prdvo das Patronatsrecht : si questio est 
inter partes de jure patronatus = jpstliieby byl odpor mezi stranami o 
prdvu podacfm (Pr. mfist. LA. f. 5, 105) ; — o podacf se ndm zpfeli, ze je 
▼e dskdch maj( a za n§ penfze d&vali ; odpoved^li jsme, ^e podaci kupovdnf 
aneb proddnf bez svatokupectyf b]^ti nemoz. (Pam. kn. 01. 1517 f. 105.) Die 
Patronate waren dem Gutsherrn eintraglich, da auch die Pfarrer dem Heim- 
falle (vid. odmrf) unterworfen waren : obec Nosislav ie kneH mfvati nemo- 
hou; pakli kter^ jest, u nich trvati nechtf, ze sobe nejvic to obtSzujf , ie 
statkS sv^ch poroufieti nemohou pfi smrti , komuzby chteli .... ty v§ecky 
odumrtf po kneSfch propustili jsme a propoustfme .... neb potom ti kn6^f 
foudou moci statky sve porou£eti tou mSrou: polovici statku md poru6iti 
kostelu Nosislavskdmu a druhou komuby se yidSlo (Kn. Nosisl. B. 23). — 
2. podacf i. e. pdn der Patron, Patronatsherr : Y. a budiici pfdtel6 maji 
b;fti podacf (Cas. 6. Mus. 1840 p. 178). — B. podaci (poddaczie) i. e. 
prdyo das Emphitheutische oder Burgrecht : insuper dicti villani pro ipso 
jure teutunicali, quod vulgariter purkrecht dicitur sen podaczie, nobili Petro 
de quolibet laneo 18 sexagenas denariorum assignabunt (CD. 7, 24 ai. 1334); 

— emphiteuticum jus theutunicum , quod purkrecht vulgo quod poddacie 
(Pal. Formelb. 1, 366); — jure emphiteotico, in vulgo dicitur alias podacie vel 
purkrecht dicitur (ibid. 2, 215). Die Emphitheuse konnte podacf genannt 
warden, well durch sie Qrunde zur Bebauung und Zinsung (ibergeben wurden 
(poddny jsou); daher heisst auch der emphit. Zins podatek (vid. dieses); 

— Ygl. ceatni, poeestn^, podd&ni. 

PodiU, die Anleite, die Gabe, welche der in die Zunft aufgenommene 
neue Meister zu zahlen hatte: dd .... podajem mlady mistr 18 groSf 
(MS. LA.) ; — za prijetf do cechu dd podaj 12 groSf. — Ygl. pfU^inni. 

Podatek, die Abgabe, der emphiteutische Zins: jim grunty dSdiinS 
Tysazuji, tyrdfm a pouStfm vSak pod y^tSfmi platy a podatky, nei prv^ 
drieli .... toho Idnu i sedliska bez vsech platuv a podatkjkv d§di6n6 poif- 
yati majf {Ai. 2, 405 ai. 1571). 



^ 238 ~ 

PodaveDi, die Nothzucht, 1. panny defloratio virginis: kdyz opo- 
vfda kterA z poddveni, prdvo ji opovediti majic zedran^ Slojef nebo krvavu 
riichu a na sve hlave liplet jeden rozpletBi i rozmetavfii prameny i Hci: 
opovfdaju, ze jsem podavena (Kn. Roz. 61. 228, vgl. den Gebrauoh im 
deutschen Rechte : es soil , die genotzogt wird , mit zerbrochenem Leib, 
flatterndem Haar mit zerriseenem Gebend (Gewande) laufen, das Gericht 
suchen iind ihr Laster weincnd und schreiend klagen; — wo Eine genoth- 
zucht wiirde, so soil sic laufcn mit gcstraubtem Ilaar , ihren Schleier an 
der Hand tragen , allermanniglich , wer ihr begegnet , um Hilfe anschreien 
iiber den Thator (Gr. RA. 633, G34); — mladioe nasilim podavili (Ac. 1, 359). 

— 2. opressio mulieris: kdyzby ktera zena chtela koho z ndsile pohoniti = 
si qua mulier aliqucm citare voluerit , quia eam oppressit (A6. 2, 125). — 
Ygl. hanba, iiasili, lip. 

Podbeha uxor dimissa : podbeha relicta (i. e. uxor) dicito (Bohem.) 
altsl. pot^pega und podT»b5ga uxor dimissa. Miklosid sagt: de vera forma 
et de etymo dubitatur. Wahrscheinlich ist auch im altsl. die Sohreibung 
podibega yorzuziehen; man sagt im bohm. podbehnouti pannu, zenu yirgi- 
nem, ieminam violaro ; dikva se podbehla das Madchen wurde geschwangert 
im scbimpflichen Sinne, da der Ausdruck podbehnouti se nur von Thieren 
gebraucht wird; also podbeha die sich preisgegeben hat, die wegen Ebe- 
bruch Terstossene Frau , dann iiberhaupt uxor dimissa. In Mahren heisst 
bis jctzt eine in sittlicher Beziehung laxe Weibsperson podbeha. 

Podbiskupi suffraganeus : podbiskupi aneb suffragani (YeL kal. 113); 

— opatove, podbiskupi i sdm biskup (Kn. Tov. kap. 8). 

Podcisi, Podcisnik subpincema, der Yicemundschenk. 

Poddini kosteini : prodal dgdictvf s podddnfm (= pod&nfm) kostel- 
nfm (Lib. lit. 2, 368), vid. podacf A. 

Paddenni: platf rybnfkoveho 13 gr., poddennfho 2 denary (MS. 
1679) der Grundzins? von dno der GrundP 

Poddymi vid. Podynii. 

PodecoiDg yid. Podkoni. 

Podeleky die Robot, yon podelati yerrichten, arbeiten: podSlky, 
jeni se robotami jmenujl (6as. 6. Mus. 1854 p. 95) ; — co se t]^6e pod^u, 
takoye majf se jemu pasiroyati (Jungm.). 

Podhradi quod sub castro est, daher suburbium, die Yorstadt; — 
ygl. urbs. 

Podilcf list, cedule, yid. dilci. 

Podkomorf der Landes-Unterkammerer, subcamerarius; ihm unter- 
stand die konigliche Eammer, wie der XJnterkammerer Euno yon Eunstat 
1522 yon sich sagt: jakoito ufednik komory Jeho Milosti krdloysk^ (Chron. 
Igl. p. 40) ; er fiihrte yorzugsweise die Aufsicht uber die koniglichen Stadte 



^ 289 ^ 

(vid. ostroin^), intervenirte im Namea des Konigs bei der Wahl der 
Stadtvorstande, und prasidirte dor Kurie der konigl. Stadte und der Pra- 
laten wahrend des Landtages bei ihren Eurialberathungcn. Tm Landrechte 
hatte er die Interessen der konigl. Eammer zu vertreten, daher die konigl. 
Stadte und Kloster landesfurstlicher Stiftung in seinen Schutz zu nehmen 
(vgl. komora krdlovskd); er empfing die Gelder fiir die konigl. Ram- 
mer , verausgabte und verrechnete sie; an ihn gieng auch die Appellation 
vom Stadtrechte, daher ihn die Pr. Meet. p. 140 namestek kralov „Stell- 
vertreter des Koniges" nennen, obwohl diess in Mahren der Landeshaupt- 
mann war , an den wieder die Appellation in Angelegenheiten der konigl. 
Stadte vom Ausspruche des XJnter-Kammerers gieng. (Kn. Toy. kap. 17), 
80 dasB eigentlich alle die konigl. Stadte beruhrenden Fragen in Mahren 
durch den Landeshauptmann im Yereine mit dem U.-Kammerer entschieden 
wurden (vgl. dariiber den Brief des Landeshauptmannes Earl von ^erotfn 
ai. 1612 in List. ier. 3, p. 76). In B^hmen wurde seit dem J. 1497 und 
in Mahren seit 1538 das Amt des U.-Kammerers nur mit Ritterstandsper- 
Bonen besetzt; nur behielt sich E. Yladislay vor, wenn in der Altstadt Prags 
ein zu diesem Amte tauglicher 'Ylddyka ware , diese Stelle durch einen 
solchen zu besetzen, eine Anordnung, die auch die LO. ai. 1564 und die 
vemeuerte LO. wiederholen; die vem. LO. fiir Mahren setzt eine Alterna- 
tion des Herren- und Ritterstandes fur dieses Amt fest. 

Podkomornfk vicecamerarius vid. Komornii druh. 

Podkoni (in CD. 2, 193. 200 podecoiiig) maresalcus, der Marschall. 

Podleti der Yorsommer, namentlich die Monate April und Mai ; dann 
die Jahreszeit iiberhaupt. 

Podlinek die Pelzverbramung limbus, lacinia vesti assuta. 

Podmiuviti se = zavdzati se, podvoliti se sich yerbindlich machen: 
pon^vadz se podmluvil , cozby pdni nalezli, tehdy ji md plniti (Puh. Bm. 
1406 f. 132). — 

Podobny recht, billig: jak se mu zd&lo za podobn^ (Pfih. Brn. 
1406 f. 15); — ie neni podobn^, ie z takov^ch vec( mal^ch pohnala ze dvii 
stii (P&h. 01. 1437 f. 33); — schicklich, tauglich: pacholek podobny k vojng 
(8RB). 

Podobojf sub utraque specie, der Utraquismus bei der Laienkom- 
nmnion ; strana pod obojf i. e. spi&sobou die unter beiden Gestalten kommu- 
nizirende Partei. 

Podpainik was unter dem Oberarme ist 1. die Armschiene bei der 
Rustungrosm Sorcfl, jedny podpaznfky. 2. der Genosse, Heifer, (wie im 
deutschen: unter die Arme greifen = unterstiitzen): to vSe Rendl 
sikoval 8 svymi podpainiky (8RB. 3, 336). 

Podpora der Siohersteller des Biirgen: Habart pohoni HanuSe, i& 
mu jest podporti a slfbil za bratra sveho, ze m& pe5ef jeho b^ti odvazena 



-• 240 - 

bez jeho Skody (Lib. cit. I, 159. 331; II. 16); — my nadepsanf jakozto 
podpory a jednostajni slibce slibujeme, 2e on B. i jeho pe6e< md bez Y§e- 
lijake jeho Skody vyvazen a vyvazena byti (Kn. Tov. ed. Dem. p, 152). 
yid. podpArce, podporny und podpArif list. 

Podporny list: dedit sibi literam vulgariter podporn^ list, je§to mu 
slibili za biskupa bratra (Xib. cit. I. 127); vid. podpArci list. 

Podpflrce: ze se z rukojemstvl nevytahuje, nei podpArci sv^ch ie 
hledf (Z&p. ier. I. 19) vid. podp&rci list. 

Podpurci list der Sicherstellungsbrief , mittelst welchem Jemand 
durch den Schuldner, oder durch die Burgen oder durch eine dritte Person 
zur Biirgschaft aufgefordert wird mit dem Yersprechen, dass ihm aus dieser 
Burgschaft kein Schaden erwachsen soUe: jd YaSnosti timto podpurdfm li- 
stem pripovfddm, ze skrze takoy6 rukojemstyf a slib nerdcite zddn^ akody a 
tezkosti n6sti, n^br£ z neho bohdd ctng a fddne vyvazeni budete (schreibt 
Karl V. iev. 1626 als Schuldner); — ale ze v to rukojemstvi od jiafch 
rukojmi uveden jest, kten listem podpur£(m slibili mu spolecne za vSecky 
skody (Zdp. Zer. 1. 19); — list podporci od jineho nezli od jistce: 
jd N. zndmo cinim etc. jakoz urozeny p. J. slibil jest za sto zl. sloviitnemu 
B. za urozencho pdna P., proto^ jd svrchupsany N. t^muz pdnu J. podpor- 
cim pravym se cinfm statkem sv^in a slibuji timto listem sdm za se i za 
sve erby, ze tyi pan J. z toho rukojemstvi vyvazen bj^ti md beze vsf svea 
erbuov sv;fch skody etc. (Kn. Tov. ed. Dem. p. 151). Daher sind die schrift- 
lichen Yerpflichtungen der Unterthanen bei der obstdvka (vid. dieses) 
nichts anderes als podpfir^f listy, Sicherstellungsbriefe zu Gunsten des Qlau- 
bigers ausgestellt. 

Podpurkrabi prazsiiy der vom obersten Burggrafen eingesetzte 
Unterburggraf : purkrabi praJsky md jednoho pod sebii, jenz slove podpur- 
krabi praisk^ (Cod. j. b. III. 2. p. Ill); — jakoz se Tve Milosti moj pod- 
purkrabi nelibi (6as. L Mus. 1830. I. p. 91). — vgl. Purkrabi praisky 
nejvydsi. 

Podrooni penize Gelder, die in bestimmten Terminen gezahlt 
werden: prodala se mu chalupa za 230 zl. na placeni podro6ni .... platiti 
bude tu sumu podro6n5 (MS. 17. Jahrd.) vid. verunk. 

Podsebiti 1. die getafelte Zimmerdecke, der Umgang am Hause 
(A6. 5, 290). 2. Spottname fCir den Schnurbart: z Tdborsk^ch nfektefi mno- 
hfm n&zkami brady stfihali, zvldSf pod nosem, coi podsebitim naz^vali (Cas. 
6. Mus. 1844. p. 210). 

Podsedek. 1. der Hintersasse subses auch zahradnik genannt 
(vid. dieses). 2. das Ausmass , welches ein Hintersasse besitzt, das immer 
kleiner ist, als das in der G-emeinde iibliche Ausmaass der Bauerngriinde : 
kterou£to nivu maji rozd^liti k podsedkuom a k t6m chalupdm, kter6i role 



— 241 — 

nemajf a k ^ddnemu z tfich, kteff prv6 role 8v6 jini majf (Priv. Tov. 73). 
Die podsedci oder Hintersassen unterscheiden sich von den Bauern (sedldk) 
dadurch, dass erstere spater und zwar auf obrigkeitlichem Eigentbum ange- 
siedelt und beetiftet wurden, wahrend die Bauern auf Grunden sassen, welche 
Beit jeher zur Dorfflunnark gehorten: kromS purkrechtdv pod8edn;fch ... 
tei purkrecht6v sedlsk^ch (Priv. Tov. 73). Der podsedek fiihrte auch den 
Namen zahrada, wahrscheinlich desshalb, weil die einzelnen Theile des 
obrigkeitlichen QrundstiickeB , mit welcben die einzelnen Hintereassen be- 
Btiftet wurden, mit einer Umplankung (zahrada) versehen wurden: tak^ tu 
6tvrf aneb rozd61en^ zahrady (ibid.); — aby ti podsedci mohli voln6 ty za- 
hrady prodati {M. 1, 341 ai. 1409); — kter6z zahrady na jitra a pruty 
yymerene ... a na kazdii zahradu plat ndlezit^ ustanoven . . . kter62to za- 
hrady V dole psanem polo£en{ .... podle dotien^ho vymereni obsahuji 
367 jiter (A6. 2, 405 ai. 1571). 

Podsedny was zum podsedek gehort: kromc purkrechtov podsednych, 
z tech na mne pnpadnouti md (Priv. Tov. 73). 

Podskalski vino : vinum, quod hie (d. i. Aussig a. d. Elbe) anteur- 
bauis sub rupibus nascitur, quodque ideo Podskalskc dicitur, non habet 
aliud in patria nostra, a quo generositate supereretur (Stran. r. b. 99) von 
pod sub und skdla rupes. 

Podstata die Qefolgschaft, Dienerschaft: jsuce bohatsi a neco pod- 
staty a roty majice (Kn. Tov. kap. 52); — zleho zdmysla ^stn^mu mxiiii 
velmi strastne ot jeho podstati vlastni (Alex. V;^b. I. 157). 

Podstoli Bubdapifer. 

Podsudek, Podsudi, der vicejudex, subjudex, der dem Oberst- 
landrichter untergeordnet war: lifednfci najvyssf majf pod sebd &\& mladSf. . . 
audi jednoho, joni slove podsudek (Cod. j. b. III. 2, p. III.) ; — komomi6 
druh a podsudek opovedncho nemajf vfce brdti nei ot mal^^ch v5cf groS 
(Ond. z D. A6. 2, 486); — v tom podsudf md tfetf gros = in hoc subjudex 
habet tertium grossum (Zfiz. Vlad. 61. 332) ; — spater hiess er mfstosudf : 
najvySSf sudi md pod bebu sv6ho mfstosudiho (VS. p. 14). Dieser Beamte 
hatte die opovedi (vid. dieses) entgegenzunchmen, beim Vortrage der Elage 
darauf zu achten, dass sie mit den dcsky zalobne ubercinstimme ; im kleinen 
Landrechte kaufi ihm eino ahnliche Wirksamkeit zu, wie dem Oberstland- 
richter beim grossen Landrechte. 

Podsudi vid. Podsudek. 

Podvazck) das Strumpf- oder Uosenband; fdd podvazku der 
Hosenbandorden : podvazek zlaty .... kdyz za rytife t6ho2 fddu pfijat byl 
(Pav. Skdla 4, 365). 

Podvcjni, Podvojiiy peniz nummus duplex das Doppelgeld: krdl 
"Vladislav zarazil novou minci a dSldny jsou dvoje penfze, jedny podvojnf, 

16 



— 242 — 

tSch bylo 7 na hilf gro5 a druhe mal6, tech platilo 14 za bily groS (SRB. 
3^ 208) ; — groSe ceske podvojni za 14 penSz tak vazne jako za krale 
Vdclava 11. delany od krdle JiHho, tez penfz podvojni (Vel. kal. 5. Juni) ; — 
Georgius .... coactus ultimo fuit hac in re Weneeelai II. yestigia sequi et 
nummum ex argenteo drachmalem obolosque, quorum XIY. nummum illam 
valerent, ai. 1469 cudere: podvojni vulgo vocabantur illi turn grossi 
tum oboli. (Strans. r. b. p. 540). 

Pod]^nif (dj^m, podd^mi), der Rauchfang, Eamin; vgl. podymne. 

Podymni, die Abgabe, die vom Bauchfange d. i. also meistentheils 
auch vom Hause gezahlt wird , (vergleiche : ^wer in der Mark gegutet ist 
und eigenen Ranch hat*^ G-r. RA. 505), fumales denarii; sie wird schoD 
bei Nestor ad ann. 852 erwahnt: brali po popelici a veveHci od dymniku 
(Uebersetz. von Erben p. 12); — a fumigatione, quod podymne dicitur 
(Rzy. I. 77, 102, 128); — kazdi pod^mf 3 grose pro messe na ka^d^ rok; 
kazde podymi ma ddti 1 gr. k bozfmu narozcni za drva (Puh. Bm. 1406 
f. 139). Diese Eaminsteuer wurde bis zum Endc dcs 17. Jahrbdts. erhoben 

V 

z. B. 1603 : ze 168 kominu po peti grosich (Cas. c. Mus. 1834 p. 90), daher 
zum Zwecke ihrer Einhebung genauc Verzeichnisse der Eamine bei den 
cinzelnen Dominion gefuhrt wurdcn. Diese Abgabe scheint in Bohmen fur 
kirchliche Korporationen eingefiihrt zu haben der Prager Bischof Ekard, 
ein Deutscher; wenigstens sagt Dalimil kap. 45: ten vze dva penize ot 
dfmvi ka^deho und noch 1364 wird der Fumaliengelder als einer vorzugs- 
weise von Geistlichen eingehobenen Abgabe erwahnt: cum fumalibus 
denariis ac omnibus aliis juribus ecclesiasticis (Pelzl Urkdb. 2 , p. 370). 
Diese Abgabe wurde in mannigfaltiger Form und aus verschiedenen Grunden 
abgeliefert; vid. podymny. 

Podymny was vom pod^mi gezahlt wird; daher z. B. podymnd 
slop ice das Rauchhuhn, Herdhuhn; p. oves der Rauchhafer, — Abgaben, 
die von jeder Herdstatte — also nicht bios vom Hause — oder jedem 
Rauchfange der Grundobrigkeit fiir das Benutzen der Wiesen, fiir Sammeln 
des Klaubholzes, der Streue u. s. w. entrichtet wurden. — Vgl. podymn^. 

Pogezda vid. Pojezda. 

P6hon, Pohonci vid. pAhon, p&honci. 

Pohonic 1. der Pferdeknecht, Ackersknecht, altsl. pogonicb operis 
locator. 2. der Pferdejunge, welcher die Pferde beim Pfliigen antreibt, altsl. 
poguni6 puer minans boves arantes. 

P6honna fee in der Kn. Roz. 61. 266 die Procedirung nach vor- 
angangigem Pfihon; der Pall, welcher vor das Landrecht gehort. 

Pohonze i. e. p6honeie die dem pfihon6{ gezahlte Taxe. — Vgl. 
vfez. 

PohorSeni prava prsejudicium : pdni to odklddajf bez pohorsenf 
prdva jeho (Pflh. 01m. 1437) ; in hereditatibus omagialibus potest esse dota- 
litium cum consensu regis bez jeho prdva pohorsem' (A6. 2, 365). 



— 248 — 

Pohoriiti pravu sYemu sein Recht schadigen (wortlich : verschlini- 
mern) : ten prdyu svemu pohorHi a ti, ktoz jej pohoni, maji naii svuj pfisud 
dati (Puh. 01. 1463 f. 33); — pbhorsil by prdTU svemu — praijudicat juri 
suo (Cod. j. b. II. 2, 266). 

Pohradny = purkrabi, der Burggraf, castellanus. 

Pohrob, das Begrabniss : jednu kopu k pohrobu a za vosk dvS 
kopy (MS. LA. M. VU. 20 p. 197). 
Poiezda vid. Pojezda. 

Pojeida (Pogezda , Poiezda) you jeti equo vehi , po-jezditi 

equitare: cxactiones turpes, quae vulgari poiezda Yocantur, in Yillis dieti 

monasterii exigerc non prsesumant cxccptis duodecim denariis semel in anno 

de quolibet manso illarum Yillarum, quae tali vcxatione primitus Yexabantur 

(CD. 2, 159). Es war diess jene Verpflichtung der Unterthanen , Yermoge 

welcher sic Pferde fiir das Qefolge des Konigs, fiir die oflfentlichen Kuriere 

beizustellen und selbst Kurierdienstc zu leisten batten und das poln. pojazda : 

a receptionc colligaturarum alias pojazda (Rzy. 2, 738) hieher bezogen, 

zugleich denselben Untcrkunft geben mussten , so dass diese Yci*pflichtung 

den untcr den frankiscben Eaisern bestandenen Yeredi und paraveredi 

entspricht. Biermann in Gesch. der IJerzogth. Trop. und Jag. p. 70 Akg. 1 

identificirt pojezda mit poYOz; aber letzteres, hergeleitet Yon Y^zti, yoz, 

Yuz der Wagen, bezieht sicb nur auf Beistellung Yon Wagen, wiihrend die 

pojezda dem Etymon nach sicb nur auf berittene Dienste bezieben kann, 

wie denn dus Wort selbst spater noch in dicser Bedeutung Yorkommt; — 

ygl. pojfzdne penize das Rittgcld. — Yid. pojezdny. 

Pojezdny , der Wirthschaftsbereiter : kdyi pojezdn^ pojede po 
panstYi (Cas. c. Mus. 1835 p. 277). 

Pokazati 1. = ukdzati hinweisen: pojme posly, aby pokdzal, 
kde 86 skoda stala (Kn. Roz. 61. 252, 282, 290). 2. =: dokazati beweiscn: 
pan pokaz sirot^im praYom (ibid. cl. 126). 

Pokladae der Strolcb, Strauchdieb: zdYibajic zlodeje, nasilniky, 
zhdfe, vrazedlniky neb mordcfe neb poklddaSe (Pam. Kn. 01. 1517 f. 189). 

Poklasny der Scheuermeister, borrearius, der die Aufsicht iiber die 
Schnitter und Drescher fiihrt. 

Poklid Yon klid der Friede, also po-klid derFriede, derVergleich 
auf eiae bestimmte Zeit. Im juridiscben Sinne ist der poklid 1. Das Ueber- 
einkommen der Parteien Yon der Elage abzusteben ; dieses Uebereinkommen 
wurde dem Gerichte gemeldet, worauf der Schreiber zu dem pflhon an der 
Seite das Wort poklid binzusetzte: a kdy2 se dYa o pohon a pfi smluYf, 
tehdy pfijduce pfed lifad a pAny, ozndmi jim, ze jsii se smluYili a pfsaf 
df : dajte poklid (Kn. Toy. kap. 83) ; — jestliie poYodu i pohnanemu nezdd 
se pre jicb, aby k sudu pfi§la, cekati mohii, sami mezi sebii poklid uSinit^ 
do druh^lio siidu, aneb dokud se jim zdd a to kolikrdt se jim koli zda... 

16* 



— 244 — 

ale maj{ 8ob6 ty poklidy ve dsky pfi p6hona zapisovati (Vs. 41). Der po- 
klid beruhte nur auf dem freien Uebereinkommen der Parteien: za pravo 
pfi poklidu jest, ie 2ddiid strana sama jedna bez druh^ poklidu (initi ne- 
m6i (V§. 41) ; er konnte also nicht, wie das hojemstvf dem Geklagten auf 
dessen Bitte bewilligt werden : ka2d;^ poklid jest z dobre vole, z niize a z 
prdva i&inf (Vs. 41); allerdings aber stand es dem Klager frei, wenn die 
gesetzlichen zwei hojemstvf verstrichen waren, dem Geklagten den poklid 
zu bewilligen. Der poklid wurde auf zweierlei Weise geschlossen; erstens 
schlechthin, bios im Vertrauen auf die Ehrlichkeit des Geklagten; erfullte 
dieser den poklid nicht, d. h. erfullte er nicht die stillschweigenden Bedin- 
gungen, unter denen der poklid zu Stande kam, dann konnte der Elager 
nicht mehr den pfihon erneuern, weil ein poklfzeny p&hon (vid. dieses) uber- 
haupt nie mehr erneuert werden* konnte : na ten p6hon, jesto majf poklid^ 
nemd jemu MatiiS odpovidati (Lib. cit. 1, 209) — und es musste der Kla- 
ger nur wegon Nichteinhaltung des poklid klagen : tu jej byl pohnal o tu 
v6c k panskcmu snemu, jakoz nyni minul, a tu jej odvedl od jeho praya a 
poklid s ni'm o tu voc uciniv slibil se s nfm o tu vec smluviti a toho ne- 
u£inil (Pflh. Brn. 1412 f. 73). Daher war es ein Gebot der Elugheit, den 
poklid vor Gericht nicht anzukiindigen, so langc der Vertrag nicht schrift- 
lich festgestellt war, in wclchem der Geklagte sich verbindlich machtc, im 
Palle er die Bedingungen nicht erfullte, den zvod und die iibrige Exeku- 
tion uber sich ergehen zu lassen, als ob er durch den Ausspruch des Ge- 
richtes sachfallig geworden wiire: L. 1466 p. Benes z Boskovic.a p. Jaro- 
slav z Lomnicc o pohon smluvu a poklid jsii u6inili ... a to slibil p. Jaro- 
slav zdr^eti ; pakliby nezdrzel, ale p. Benes bude moci nan svoj pf Isud ddti 
kdykolivCk a prdveni se na jeho zbozi zvesti podle pohonu a podle prdva 
to vykonati (Pfih. Brn. 1459 f. 132). Solche Vertrage wurdon in die Ge- 
richtsbucher eingetragcn : aby potom prdtele o tu vec znovu nopohdneli 
(Kn. Toy.), damit die Verwandten nach dem Tode des Klagers nicht wegen 
derselben Sache wieder klagen. TJm alien dolosen Absichten des Geklagten 
zu begegnen, wurde daher bei Ankiindigung des poklid bei Gericht von dem 
Klager hinzugefiigt: bez pohorseni prava sine prajjudicio, wodurch sich 
derselbe das Recht der Emeuerung des Puhones wahrtc, falls kein Vertrag 
zu Stande kam (En. Dm. p. 39). Daher bestimmt auch die bohm. LO. 
1564 f. 26 : „kdyz na kterou pfi, bud na vyhldseni neb kdyz k soudu prijde, 
zavoldno bude, mnohokrdte se trefuje, ie strany do jisteho iasu poklidu 
neberou, ani nekdy k svym pffm stojf, nei toliko nekdo se ohlasf, ze jest 
ta v6c.na smlouve. A protoz aby takovl poklidov6 do urCitych 6asu brini 
byli a ktozby jich nebrali, aby se jim pflhonov6 pfetrhovali ; neb jinak, 
kdyiby jisteho casu nebylo, nevedelo by se, kdy zase na tu pfi volati.* — 
Auch beim poklid trat Verjahrung ein : ponevadz bratra starsiho mela a ten 
neprovedl po poklidu otce sveho do tfi let, nemd p. V. jf odpovidati (Puh. 
Brn. 1417 f. 37). Wenn daher der Geklagte die durch den poklid bedingte 



— 245 — 

Vereinbarung hinausschob, damit inzwischen die Yerjahrung eintrate, be- 
langte ihn der Klager deshalb : u^iniy se mnii o ten p6hon poklid drzel mne 
na reci a konec mi o to neu6inil . . . t&hnu se toho na knihy liredniif, jeito 
ten pohon a poklidem v nich stoji, ic nine odvedl od prdva a ^alovati na 
86 nedopuBtil. (Puh. 01. 1412 f. 216). — 2. Die fiir den poklid gezahlte 
Taxe: dajte poklid (Kn. Toy. kap. 83). — vgl. pokliditi, poklidne und 
poklidn^ knihy. 

• 

Pokliditi 86 durch freundschaftlichen Yergleicb vom Processe ab- 
Btehen: poklidili se, ie majf podle listu uiiniti (Pfih. Brn. 1459 f. 182). — 
Tid. poklid. 

Poklidne die Taxe, welche fiir den poklid gezahlt wurde: poklidne 
na ten p6hon dali (Pub. 01. 1412 f. 14). Nach Kn. Tov. betrug diese Taxe 
bei der 01m. Cuda fiir den O.-Landschroiber einen Groschen (kap. 83), bei 
der Brilnner Cuda zwei Qroschen : duo grossi pro notario od poklidu (Pub. 
Brn. 1447 f. 14). 

Poklidn^ knihy, die Biicher, in welche die poklidy eingetragen 
wurden; sie werden nur in der Kn. Tov. kap. 82 erwahnt: „aby poklidem 
se neobme§kal a smluvu v knihy poklidn^ vepsati dal ;** weiters ist von 
ihnen keine Spur. — Yid. poldid. 

Poklizeny puhon die durch freundschaftliche Uebereinkunft beider 
Theile zuruckgezogene Klagc: ie tomu pohonu odpovfdati nerad, ponevad2 
je8t poklfzen^. (Puh. Brn. 1459 f. 65), vid. poklid. 

Poklona w5rtlich inclinatio capitis, die Yerbeugung : oblatio, quae 
dicitur poklona (CD. 1, 179; Erb. Reg. 79); wahrsch. dieselbe Qiebigkeit, 
welche spater pocta hiess ; wenigstens heisst im poln. und serb. poklon 
das Ehrengeschenk, welches einem Hohergestellten dargebracht wird. — 
Vgl. pocta und salutatio. 

Poklonci (von poklona inclinatio capitis) qui caput inclinat der 
sich Yerbeugende, jener, welcher um die Entlassung eines Unterthanen aus 
dem bisherigen Horigkeitsverbande bat; es war gewohnlich der Schnlze 
jenes Grundherrn, unter welchen der zu Entlassende kommen sollte: pak- 
liby poklonSi se jeho nedrzel a fojt druh^ to znamenal, tehdy toho 6asu ne- 
moz jemu vzato byti odpustenf (Kn. Tov. kap. 192); — odpustenf lidem z 
mest bud pokloncim nebo listem (Kn. Dm. p. 100). — vgl. odpuitini. 

Pokiud in der Kn. Roz. = poklid vid. dieses. 

Pokoj in bohm. Uebersetzungen deutscher Rechtsquellen = dem 
deutschen Pried e (Umzaumung) : nebo takovf na kraji sedfc( pokoj obecnf 
majf u6initi na sve penfze (Pr. Mest. 135); ^- pokoj v kostelfch das Asyl- 
recht der Kirchen. 

PokojitI befriedigen, erfullen: pokojiti leieni (Zdp. ^er. 1, 118). 
leta vid. ieta. 



— 246 — 

Pokojnik der ein Zimmer (pokoj) gemietbet hat, der Inmann: 
ndjemnfci a pokojnfoi, kteH BT;^ch vlastnich domiu nemajf (Sohr. d. hist, stat 
8ek. 17 p. 199). 

Pokora wortlich die Demuth, Demiithigang ; dann die Bussproccs- 
sion, welcher der Morder sich unterziehen musste, urn den Mord zu suhnen 
und Verzeihung von den Verwandten des Gemordeten zu erhalten: pokory 
b^^vajf, kdyz yrazdu smluvf (Stit. p. 203). War die pokora fur eine gcmor- 
dete Herrenstandsperson zu vcrriehten, dann mussten den Morder fiinfzig 
Personen begleiten, welcher baarfuss und ohne Giirtel ging ; am Grabe des 
Gemordeten angekommen, legte sich der Morder quer fiber dasselbe mit 
dem Gesichte nach abwarts, worauf der nachste Yerwandte des Ermordeten 
ein mit der Spitze nach unten gekchrtes Schwert zwischen den Schultern 
des Morders hielt und ihn fragte : ^liab ich nun dein Leben bo in meiner 
Macht, wie das meines Bruders in deiner Macht lag P* worauf der Morder 
antwortete: ^ich bin in deiner Macht, aber lasse mich leben um Gottes 
will en.** Diese Prage und Antwort wurde dreimal wiederholt, worauf der 
Verwandte des Ermordeten sprach: „zivfra ih pro Boha* (Kn. Tov. kap. 
210). Fiir einen ermordeten zeman bestand die Bussprocession aus 25 Per- 
sonen: s petadvacfti osobami jfti ku pokofe (En. Toy. kap. 211) und fur 
einen ermordeten Bauer aus fiinf Personen (ibid. kap. 212). Der Morder 
musste sich dann verpflichten, den Verwandten alle Dienste und Hilfe zu 
leisten, zu denen der Ermordete, so lange er lebte, seinen Verwandten ver- 
pflichtet war. Ein spezieller Fall ist verzeichnet in Pam. Kn. 01. 1517 f. 48: 
„pon6vad2 Jan Pelka na MikuldSe Petrvaldsk^ho z limysla jest nejel, aby 
jej zamordoval nez z n6jak6 neSfastnd pffhody Mikul&Se z sveta STedl, aby 
Jan Pelka tyto pokuty postupil : napfed aby 50 hf . gr. za duSi neboztfka 
MikuIdSe dal, 50 funtuov vosku, 15 postavuoy sukna obecniho na chudinu, 
50 mSf aby slii^iti dal ; item s 25 osobami aby tuto pokoru ucinil : bosy, 
bez pasu na hrob aby kf(2em lehl a bratr Mikuld^uov aby me6 mezi jeho 
piece koncem dolfi driel a tfikrdte se ho ot&zal : Ji^li jsem tak mocen 
hrdla tveho, jakoz ty byl hrdla bratra m6ho ?* a Pelka aby fekl: ,,jiz, ale 
prosfm pro Buoh, iiv mne** a HanuS mA Hci: „4ivfm t§ pro Pdna Boha* 
a jemu odpustiti. A Pelka ye v§f pomoci a potfebS, v cem by jeho Hanus 
bratr Mikuld^uov potfeboval, povinen jemu bi^ti md rSecko u^initi a ve vsem 
jemu pfist&ti tolikrdt, kolikrate by jemu zapotfebf bylo az do sve smrti. 
(ygl. Gr. RA. 710 ffg.) — Einer anderen Art der pokora erwahnt Chel- 
6ick^, wobei dem Morder an der Kirchenschwelle ein Schwert auf den Hals 
gelegt wurde : „ti, je^to po vraidAch chodi v pokoru jedni druh^, mec 
kladou na hrdlo vraiednlkfim na prahu kostelnim sedfce** (Pal. D&j. IV. 1, 
p. 475). _ Vgi. odklad hiavy. 

Pofcreemni die Abgabe, welche dem Grundherm von der Schenke 
(kr6ma vid. dieses) gezahlt wurde : pokr6emn^ tfm jest zle, kdyz kto chtr 



— 247 — 

uzitek toho miti, rad vidf, aby lide leieli y kr£mS aneb ihr^i neb meli 
leckakys ryk .... ale 2e pro kr6my b^yajf svddy, in6z p4n s nich brdti 
plat, aby pro pokoj na to mohl chovati lidi. (Stft. ed. Erb. p. 157). 

Pokfik von kH6eti schreien clamare, das ZettergeBchrei, durch 
welches zur Yerfolgung eines Verbrechers aufgefordert wurde : aby hned 
pokfiky cinili aiised od siiseda (ai. 1510 Pam. Kn. 01. 1517 f. 40); — ko- 
muzby se to (liipe^ na silnidch) ddlo a pokfik u6ingn byl, toho kraje vsickni 
aby takovcho zlodeje honili aX na misto (Ac. 1, 252); — vgl. honini ne- 
pratel, nastojte. 

Pokusiti eigentlich versuchen, dann foltern: takovy bud p. hajt- 
manovi vyddn a p. hajtman kdei rozkdze takoveho pokusiti aneb prdvo 
jemu uciniti, tak zachovdno bud (Pam. Kn. 01. 1517 f. 189); — vgl. tazati. 

Pokuiinovy: kabdtfi ferStatov^ch, pokufiinovych P (Pam. arch. 1870 
p. 582). 

Pokuta, die Strafe , namentlich die Geldstrafe ; aber auch pokuta 
krevni die Blutstrafe (MS. LA. XII. c. 19 p. 42). 

Pole. Obwohl diess Wort die Bedeutung ager annahm, so ist seine 
urspriingliche Bedeutung eine andere. TJnbewusst verbinden Deutsche iind 
Slaven mit den Worten Feld und pole eine flache, ofFene, ausgedehnte 
Oegend, im Qegensatze zu der Abgeschlossenheit des Berglandes; vgl. die 
Redensarten: im weiten, offenen Pelde = vSirempoli; sprachlich 
sind beide Worte olTenbar verwandt und weisen auf das gr. und lat. naXifAjj^ 
palm a die Handflache^ pal am offen. Ist diese Herleitung richtig, dann 
bedeutet der Volksname Pol- an Pole nicht den Ackerbauer, sondern den 
Bewohner des Plachlandes, welches das Weichselland in der That ist. 

Polem pracovati stipendia merere, Eriegsdienste leisten, ein spe- 
zifischer Ausdruck in Taboritengemeinden ; vgl. poini obee. 

Poleti, der Nachsommer, besonders die Monate August u. September. 

Polivka vlaiska, die walsche Suppe d. i. Gift: napil se vlaSsk^ 
polevky, ai do rdna byl mrtev (6as. 6. Mus. 1858 p. 370). 

Polhaui, das Ballhaus: aby drzitele polhauzu toho k ndle£it^ 
kratochvil{m, kter6 se v jin^ch polhauzich provozujf, uiivati mohli (Lum. 1860 
p. 137), — ein Haus, das eigens zum Ballspiele gebaut war; doch diente 
es auch zu anderen Yergnugungen, Banquetten u. s. w, 

Polina nom. fern. Pauline. 

Polka vid. Bolka. 

PoIni der Zins von Aeckem; nivn^ho 11 gr., polndho 4 gr. 

Polni obec, jener Theil der Taboritengemeinde, welcher ins Feld zog. 

Polopraporec , das halbe Fahnlein Soldaten: £tyH polopraporce 
t. j. 600 knecht& (Schr. d. hist. stat. Sekt. 17 p. 196); daher zahlte ein 
praporec 300 Mann. 



— 248 — 

Poloafodff, cin halbes Fader. 

Poloukopi , das halbe Schock : polukopf dubfi ma jim ddvati. 
(Urkd. 1483). 

Poloupac: poloupacd za 4 zl. (MS. Prose. 1578) der halbe Batzen. 

Polouvoii (= svfdnick^ sud) ein -Maass == 256 Pinten. (Com. j. 1.); 
nach Veles. s. q. : qui continet amphoras vicenas et 960 sextarios (Puder, 
120 Viertel Jungm.). 

Poltura, PolturAk, ungar. Rechnungsmunze, ein Stuber = 2'/, 
Neukreuzer. 

PolukopSi Polukopi vid. poloukopi. 

Pomizi yid. Pomyjce. 

Pomluva 1. die Einrede des Geklagten gegen die Klage: prosfm 
pomluvy prv6, druh6 i tfetf i toho vseho, co2 mi k memu prdvu tfeba (Kn. 
Tov. k. 72); — tuto pravfm v prvnf pomluvg, jakoz mne viaf N. z. N., ze 
bych jemu drzel .... £e to drzfm odtudto ; proto£ pane Bud( ra( podati na 
pdny, mdmli tomu pohonu odpovidati? Wenn die dritte pomluva vom Gerichte 
nicht stichhfiltig befunden wurde, musste der Geklagte ins meritorische der 
Elage eingehen. Die dreimalige pomluva wurde 1495 aufgehoben und es 
Bolle nur gesagt werden : „aby jemu rAcili piiti toho vseho , co2 k jeho 
privu prislusf** (Puh. 01. 1480 f. 135). Aber die altere Gepflogenheit der 
dreimaligen pomluva muss sich doch erhalten haben, da der Landtag des 
J. 1550 wieder beschloss : jako?. pohnany do tfctice puhonu braniti mohl a 
tfm soud se zamfistndval, jiz aby vfee nebylo brAnSno neXli po jednou, cfm 
se jemu bude zddti brdniti (Snem. pam. kn. III. 14). Auch in den ZAp. 
Zer. I. 126 komrat noch die dreimalige pomluva vor. In lat. Quellen heisst 
die pomluva narratio, vid. dieses. 2. die Verabredung : jako2 mdte pomluvu 
s W. zlatnikem , ze ma vdm dSlati monstraei. (6as. 6. Mus. 1840 p. 64). 

Ponioc, die Ililfe: dann die Abgabe, welche im Palle des Bedarfes 
ausser den standigen Steuern erhoben wurde: pomoci skrovne pan m6z od 
syfch poddanych potrebovati v nektere potreby mimo ur^enc sve platy ... 
bernS pak sieve zde v 6echdch obecnd pomoc krAlovi (Stft. ed. Erb. 155, 156). 
— Vgl. berna. 

Pomocni (von pomoci adjuvare, helfen) die Taxe , welche der Ge- 
klagte zahlte, wenn 1. der Klager den Process verier: si quis citatus fuerit 
et obtinuerit jus suum in judicio . . . denarios duos persolvat, quod pomocne 
appellatur (ai. 1229 CD. II. 211); — 2. wenn der Klager die Klage nicht 
durchfuhrte : VSXek de Opatovic contra Ankam dedit pomocne , quia non 
fecit querimoniam super eum (Lib. cit. I. 213); — 3. die Hilfe bei der 
Arbeit, der Beitrag in Naturalien fur die Arbeiter: mdm ddti k tomu dilu 
osm motyk a pomocneho toto : strych hrachu, slanin polet, 4 s^ry a 2 strychy 
2ita (Cas. c. Mus. 1840 p. 69). — Ygl. dopomozene. 



— 249 — 

Pomocnik, der Eideshelfer consacramentalis, conjurator, coadjutor, 
deijenige, welcher durch seinen Eid die Unschuld des Qeklagten erhartete : 
potom za Yoda dva pomoonfci otpHsezta, ze je neyinen, z nShoi (ibid. SI. 71). 
Der pom. ist strenge zu unterscheiden vom Zeugen und dem oiistnik expi- 
ator; denn der pom. beschwor die Unschuld des Qeklagten, weil er von 
derselben iiberzeugt war, konnte also nie wegen Meineid, wie der falsche 
Zeuge, belangt werden; der expiator hingegen reinigte nur den Eid des 
Geklagten; vgl. oiistnik. 

Pomsta poena, die Strafe (vulgo Rache): jako mordef md pomstu 
trp6ti (P. M^st. 184 b); — a nad nfm a nad nf pomsta se stane (Kn. Toy. 
k. 165; Kn. Dm. p. 76); — pro takovii y6c pomsta smrti sluSela (Cas. i, 
MuB. 1848 I. 73). 

Pomyjce (Pomizi d. i. Poniyjei plur.): cum ministerialibus , qui 
dicuntur pomizi (Erb. Reg. 78) von po ab und mfti waschen luere , also 
der Abwascher, der Reiniger ; als Erklarung diene das ibidem vorkommende : 
Nedan ablutor vestium. — Im Bohem. bei Hanka Sb. nejst. Slovn. p. 43 
V. 507: pop a sit pomyje; im klass. Latein bedeutet popa den Opfer- 
diener, der fur Feucr, Weihrauch, Wasser, Wein, Salzschrott und Gefasse, 
sowie die Reinhaltung derselben zu sorgcn hatte. 

Pondiiek vid. Pundeii. 

Pondeli (Pondiiek) kf f zovy , der Montag in der Bittwoche : byl 
snSm v pondeH kHzov^ (SRB. 3, 400); — p. velk^ der Ostermontag; zu- 
sammengesetzt aus po post und ned^Ie der Sonntag, also wortlich dies 
sequens oder prima post dominicam. 

Ponebi 1. das obere Geschoss des Hauses: odsedsf na v^§i ponebi 
domu Bviho (St(t. ed. Vrt. 42). 2. der Baldachin, der Himmel ober dem Bette. 

PonAcka, die Nachtwache: hned sem v m£ste6ku ponuocku osadil 
a nahofe v^dy dva rytffsku ponuocku majf k t6m prvnfm ponocn]^m, tak ie 
nAs vidycky 6tyfi chodf mezi jinymi ponocn;^mi .... ponuocku majl mfti... 
a ve6er, kdyz se zAmek zamkne. (A6. I. 243.) 

Popas , die Abweidung , pascuum : mandavit facere ei damnum 
bezprAvn^m popasem (Jir. Cod. j. boh. I. 314). 

Popasni was fiir die Weide gezahlt wird; vgl. pastevni. 

Popelee, popelecSni stfeda, Aschermittwoche : popelec svetf u puoste 
V prvnf stredu na to (Stit. 309). 

Popeneznice, die oifentliche Dime, die nach Geld (po penfzi) geht. 

Popeneznicka : popenei^.ni6ek osm za gros (Pam. arch. 8, 591) ein 
Oeback, von po-penfzi, das einen Heller kostcte. — Vgl. popeniiny. 

Popenizny, was einen Heller (po-penfzi) werth ist. 

Popluzi von pluh aratrum, 1. das bebaute, ackerbare Land: komu 
se grunt a poplu^.f projednAva = cui fundi et prsdia locantur (Com. j. 1. 386). — 



— 260 — 

2. ein bestimmtes Feldausmaass = aratura: k tomu dvoru popluzf dvoje 
na tfech Idnech (Pih. Brn. 1406 f. 138); — ve vsi TroubkAch dTfir n&i 
robotn;^ se dvojfm popluzim v sobS drzf pfll ctvrta lAnu a ort jedM^ctrrti 
(Priv. Toy. p. 63) ; — pak o dvof ich a s jakym popluzfm (Vel. hoep. 79) ; 
Ygl. pluh. 

Popluzni und Popluziiy dvur, der Meierhof. 

Poprabczones vid. popravce. 

Poprasni das Staubgeld (prach der Staub), welches dem Steuer- 
einnehmer fur das Abmessen des Zinsgetreides gezahlt wurde: k temuz 
zdmku jest platu stdleho, ktery se jmenuje poprasn^ (MS. 1556). 

Poprava von po-praviti corrigere, yerbessern, strafen, Justiz aus- 
iiben. Es bedeutet: 1. correctio iajurieB in der Grunb. Handschrift: na 
popravu ustaviti pravdu ad corrigendam injuriam statuere jus. 2. der Ge- 
richtssprengel: v pra^ske poprave prdvo jednim komornfkem praiskym 
pohoniti, proto ze je v t6 popravg, v nfz pohon (Kn. Roz. cl. 2.) ; — v jine 
popravS prazskd nem6ze pohoniti jednfm komornfkem do hrada, ie ta po- 
prava ma take komornfky sv^ (ibid. 61. 3) ; — kdyi povod chce v jednej 
popravS mnoho jich pohoniti, komorn{k6m prAvo z jednoho m^ta vSecky se- 
hnati, ie v jedne popravfi (ibid. cl. 12); — najvySsi purkrabi mi, moc k zl^m 
ve vSf popravS zemske zemfi 6esk6 sihniiti (A^. 2, 484); — co2 m& k br- 
ngnskemu siidu nebo ku popravS (Puh. Brn. 1406 f. 10); — zboif, coi k 
brnfinske poprav6 a k siidu sluSf (ibid). — 3. in der Verbindung poprava ea- 
rn erariatus das Landrecht: judicium provinoiale seu popravam ca- 
merariatus et czudas (DB. 6, pag. 98). — 4. die Gerichtsbarkeit^ 
Criminaljustiz und Ausiibung derselben: zemt a hraduov, s nicMto 
poprava neb spravedlnost krdlovskd vedena mela byti = ad justitiam regiam 
exercendam (Ac. 3, 70) ; — spravedlnost a popravu visti = justitiam mini- 
strare (ibid. 71); — nad takovj^mi poprava stAti se md a nad kfmi poprava 
se dSje, nemd od popravcf zboil to hubeno b^ti (A6. 2, 507); — pAni jezto 
popravu maji a jsii kmetovA (Ai. 2, 495); — neb pAni jii popravu jm^hn 
(Dal); — na popravAch tak se zachovati majf, jakz se zemS svoH a nauienf 
budii od zemg m(ti (A6. 5. 502). — 5. die Hinrichtung: kdy2 jej vedli na 
popravu . . • . lifednici okfikli mistra, aby neme&kal (Ad. 2, 23). — 6. die 
Exekution auch im Civilprocesse : jestli kto koho pohonf a vinn^ jemu na 
prAvu nestoji a pak bude dAno jistcovi za obdrien^ prAvo: neni-li ialoba 
proti nSmu provedena, nemA dAna byti poprava (Cod. j. b. U. 2. p. 264). 
— pojem beneficium Pragense super inducciones et super poprayam (EmI. 
Reg. 1, p. 65). 

Popravce dem die Yerwaltung der poprava obliegt; namentlich 
verstand man darunter jene Organe, welche theils vom Kdnige emannt, 
theils in erblicher Wurde die Justiz in den einzelnen Gerichtssprengeln oder 
vielmehr Ereisen ausiibten, die justitiarii provinciarum oder schlecht* 



— 251 — 

hinprovinciales in lat. TJrkunden. Da dieser Ausdruck bereits in den 
Urkonden der Otakar'schen Periode und fruher noch vorkommt und aus der 
kn. Ro2mberBk& zu ersehen ist, dass das Instifiit der popravci zur Zeit der 
Yeriassung derselben bereits eingelebt war, so ist kein Zweifel, dass dieser 
Justizorganismus in denAnfang des 13. Jahrhdts. hinaufreicht, wobei allerdings 
die Annahme eines hoheren Alters nicht ausgeschlossen ist. Mit gewisser 
Berechtigung kann man den Qrundsatz aufstellen, dass die popravci gewohnlich 
Yom Eonige ernannt wurden und dass sie auf koniglichen Burgen ihren Sitz 
batten; so sagt Markg. Karl ai. 1340, als er die Burg Twingenberg anlegte: 
si in prsedicto castro futuris temporibus villicum popravczonem institui 
seu residere contingent (CD. 7, 202); ebenso ernannte Karl IV. als Eonig 
1349 den Ileinrich von Neuhaus und Jost von Rosenberg zu Gerichtsherm 
der Pilsner Provinz: poprabczones sive justitiarios Pilsnensis provinciae aucto- 
ritate et potestate regia duximus statuendos et statuimus (CD. 7, 661). Die 
Ernennung derselben wurde in den Stadten der beziiglichen Provinz an 
Markt- und Feiertagen durch offcntlichen Ausruf bekannt gegeben: magistris 
civium civitatum antedictsB provincise mandamus, quod diebus forensibus et 
festivis eosdem ad pr»dictum popraczconatus offioium auctoritate .regia in- 
stitutes faciatis voce precoma publicc proclamari (ibid). Aber auch spater- 
hin wurden sie noch vom Eonige ernannt; ai. 1499: co se popravcf dotyiSe, 
ze JMt. krdl ma je jmenovati (A6. 5, 497). Nebst dieser Ernennung durch 
den Eonig gab es aber auch erbliche popravce und zwar in zweifa^her 
Beziehung; erstens , wenn eine konigl. Burg, die das Recht der poprava 
hatte, durch Verpfandung oder Verkauf in Hande von Privaten iiberging: 
ale moc( zvlastnich osob (privatarum personarum), zastavii dr^icfch ty hrady, 
ze i&dne rady a priznc v t^ch krajindoh Yelebnosti krdlovsk^ ku popravd 
neokazovali sd, (A6. 3, 71; vgl. loveck6 prAvo); die Besitzer einer solchen 
Burg iibten dann die Gerichtsbarkeit der poprava aus. Zweitens aber gab 
es eine Erblichkeit des Popravcenamtes, die mit der Institution der Emeten 
im engen Zusammenhange steht. Wie oben erwahnt, wurde ein Herr von 
Rosenberg 1349 zum popravce der Pilsner Provinz ernannt und 1412 heisst 
es: aby pan z Rosenberka v torn kraji Plzensk^m pomohljako pdn zemsk^ 
a popravce (A6. 3, 295). Hier wird der pAn zemsk^ d. i. der Landherr, 
die Herrenstandsperson mit dem popravce indentificirt. Halten wir hiezu die 
Anfrage des Ales von Sternberg ai. 1449 an IJlrich von Rosenberg: daj 
mi tomu rozum^ti, odpirA8-li ndm t6 popravy, ktera nAm pffsluSi v zemi 
nad nefddnymi lidmiP neb jd jin^ho nevfm, ie mne i synu m^mu tii jako 
i jin;fm panuom zemsk^m poprava nad nefAdn^mi lidmi pffsluSi (A6. 
2, 28) und erwagen wir die Antwort, die Herr von Rosenberg gab: pfSe§ 
m6 zprAvy o poprav^ zAdaje; mily pffteli! sl^chal sem jak£ sem 2iv, 2ef 
su pAni ze Sternberka starodAvnf pAni v CechAch a ie prAv tei 
jako jinf pAni vedle fAdu zem^ teto i poprav po^ivati majf (ibid. p. 32), 
so geht daraus hervor, dass den Mitgliedern des alten Herrenstandes 



— 252 — 

(vid. pdn) das Recht der poprava zukam, d. h. sie konntcn alle Befugnissc 
der popravci ausuben, wie die vom Konige in den einzelnen Kreisen er- 
nan n ten Gerichtsherrn. Und dieser Umstand, dass die alt en Herren das 
Recht der poprava hatten, gibt una den Schlussel zu der Erklarung, wanim 
die km e ten (vid. dieses) und die popravci in so enger Beziehung zu ein- 
ander stehen. Wie im Artikel kmet nachgewiesen wurde, war diese Wiirde 
in den alten Herrenstandsfamilien erblich, so dass nach den zwolf Kreisen 
auch zwolf kmeti im Herrengerichte sassen ; da nun aus diesen alten Herren- 
familicn das oberste Richterkollegium besetzt wurde, so wurde ihnen per 
usum auch das Recht der poprava dort, wo sie wohnten oder begutert waren, 
eingeraumt und diess der Grund, warum die popravci auch kmeti und 
diese umgekehrt auch popravci genannt werden, z. B. vezmetaz oba po- 
pravci na sve kmetstvo (A6. 2, 469. 470); — ie kmety uSinenf pdni 
maji byti pohoneni komornfky, krom^ tff kmetov totiz najvySSfho purkrabf, 
komornfka a sudi najvy§siho , ty kto chce pohoniti , aby je pohonil v lavi- 
cich pdnem pfisein^m popravcf (A6. 2, 368); - jsou vyiiati vSichni 
popravce, konSele zemsti a ti pdni, jiito popravu majf a jsu kme- 
tov e (A6. 2, 495). Aus dem alten Herrenstande wurden die kmeti entnommen; 
daher hiessen sie als Landrechtsbeisitzer kmeti und da ihnen das Recht 
der poprava zukam, auch pAni je^.to popravu majf, wahrend die vom Konige 
ernannten Gerichtsherrn popravci hiessen; daraus erklart sich im letzten Ci- 
tate die Zusammenstellung : vsichni popravce und pAni, jiito popravu 
majf a jsii kmetove. Auf die, welche die poprava entweder durch Ver- 
p^ndung oder Ankauf einer mit dem Justizrechte ausgestatteten kon. Burg 
erlangten , und auf die poprava, welche die alten Herren besassen , bezieht 
sich die Stelle im A^. 5, 364. ai. 1467 : „co se poprav dot;^6e, kto2 m& 
ktere popravy od starodavna vysazenA, tech ka2dy u^fvej podle v^sady sve 
a podle prdva.** Der Unterschied zwischen einem vom Konige ernannten 
popravce und einem die poprava ausiibenden alten Herrenstandsmitgliede 
bestand darin, dass der popravce liber alle in seinem Gerichtssprengel vcr- 
iibten Verbrechen zu entscheiden hatte, wahrend der pdn, welcher die po- 
prava hatte , nur dann eingreifen konnte , wenn ein Verbrechen an seiner 
Person oder auf seinem Gute stattfand , wie diess aus der oberwahnten 
Anfrage des AleS von Sternberg klar hervorgeht: pakliby ten, u kohozby 
takovf nalezeni byli, svii popravu mSl, u^in pr&vo, co^. na ne 2&dati budii; 
pakliby toho nezachoval, aby k nfimu hledfno bylo od opravcf, jakoi k za- 
stdvaii zlych lidi (Ac. 4, 458). Die vom Konige ernannten popravci warfen 
beeidet: recipio super juramentum meum, quod regi preestiti, quando offi- 
cium justitiariatus assumpsi (Ac. 2, 121). In jedenKreise wurden anfanglich 
(im 14. Jahrhd.) drei popravci und zwar aus dem Herrenstande emannt: 
mA byti psanec, kdyzby popravce toho kraje tfi pAni prise^ni naii vysvSd- 
6ili (A5. 2, 360); — v kaide krajine, jakoz oby6ejne, pAni tfi v po6et zje- 
dnAni byvaji v lifad vetsfch popravci a jinf urozeni tri tfmi obyfiejem zft 



— 258 — 

mensf popravce aby ustanoveni byli (Maj. Car. rub. 20; doch wurden diese 
kleineren popravci nicht ins Leben eingefiihrt, da ihrer sonst nirgends 
erwafant wird). Im 15. Jhdte. werden stets nur zwei popravci erwahnt, einer 
aus dem Herren- der andere aus dem Ritterstande; co sc popravcf po kra- 
j(eh t^6e, JMt. krdl m& je jmenovati z kaideho kraje dvS osobe, jednu z 
p&nuoY a druhii z rytifetva (Ac. 5, 497 ai. 1499). Ala der oberste Gerichts- 
herr gait im Konigreiche Bohmen der Oberstburggraf von Prag: k VaSf 
Milosti 86 utikam jakoito k najvySSfmu purkrabimu Prazskemu a k po- 
pravci t6to zeme Seske najvySsimu (Ai. 3, 37). — Die Aufgabe der 
popravci war die Justizpflege und Polizei in den ihnen anvertrauten Ereisen; 
flie batten namentlich die Landschadiger , welche vor sie gebracht wurden, 
zu ricbton und verdachtige Individuen in Haft zu nehmen; nebst dieser 
Aufgabe theilten die Landtage den popravci nach Massgabe der TJmstande 
auch noch andere Agenden zu, so z. B. ai. 1453, wo ihnen aufgetragen wurde, 
uber dienst- und herrenlose Knechte besonders zu wachen (A6. 4, 422); 
im J. 1499 wurde ihnen aufgetragen, besonders nach Dieben fahnden, ar- 
beitsscheue Individuen und Wurfelspielcr in Kneipcn aufheben zu lassen; 
auch soUten sie, falls sie um freundschaftliche Vermittlung von zwei Par- 
teien ersucht wurden, das Vermittleramt auf sich nehmen; femer wurde 
ihnen die Aufsicht iiber Pischerei und Pischfrevel , die Verhinderung der 
Jagd mit Netzen und der parforce-Jagd, dann die Aufsicht iiber die Teich- 
graber (vid. rybnikdf), iiber die Hausdienstboten u. s. w. anheimgcstellt. 
Unter K. Ferdinand I. wurden Ereishauptleutc eingefiihrt, welche den grossten 
Theil der Agenda der popravci iibernahmen (vid. hejtmane kraj&tf). 

Popravczones vid. popravce. 

Popravci registra, die Register der popravce, in welchen 1. die 
Verhore mit den Verbrechern niedergeschrieben wurden: iehy s takovii 
fe6{ ku prdvu anebo ku popravcfmu sli , prdva zadajfce , tehdy popravce 
takto se v to veci mfti maji: najprve ty kusy maj{ napsati sobe (6as. 6. 
Mus. 1848 p. 74). — 2. das Verzeichniss, in welches die popravce die Namen 
der Landfriedensbrecher eintrugcn: prdvo se doloziti popravce toho kraje, 
kdoz jej md na sv^ch listech (Kn. Roz. 6. 131); vgl. psanec. 

Popraviti, Popravovati, dem Rechte Gcltung verschaffen 1. durch 
Ponale dessen, der seine Yorschriften nicht erfiillt: ale na torn moi popra- 
veno hfti^ ie nedohnal (En. Rozb. cl. 106); 2. durch die Bestrafung des 
Missethaters : „aby jemu to bylo za zlod&jstvi polo^eno a k nSmu popraveno^ 
— ten ma ihned psdn a vyvoldn byti a md nad nim jakli nad zl^m 61o- 
vekem popraveno byti (En. Tov. k. 31). 3. durch die gerichtliche Exekution: 
pojem beneficium Pragense cum camerario volucrit popraviti in hereditatibus 
Buis ubique, ibi sunt eum otbili (Emml. Reliq. I. 66). 

Poradka, die Reihe, der Tumus, p. senkovdnf die Zeit und die 
Reihenfolge, wann geschenkt wird: aby kaid^ho roku 6tyry pofddky svo- 



— 254 — 

bodne obecni meli a v kazdein poradku seat becek vma vySenkovati mohli a 
kdyz ty pofddky senkovani budou, zadny jiny ku pfekaice senkovati nema 
ve vsem okrSlku mSstskem (Ma. LA. M. VII. 3, f. 16); — kazd& poradka 
trvati ma 12 dnf (ibii. f. 30). 

Porokovati nekomu = vytykati vorwerfen, vorhalten : ani lifedni- 
kuom niA hfti porokovdno, zeby nezvedli (Kn. Tov. k. 126). 

Portas (fortds , portovni , partikuldf) hiessen jene walachischen 
Unterthanen, welche gegen die Landschadiger und Rauber , die namentlich 
wahrend der Kriege und Aufstandc in Ungarn im 17. und zu Anfang dea 
18. Jahrhdts. an der ostl. Granze Mahrens ihr Unwesen trieben, gedungen 
wurden. Sie wurden zuerst 1638 eingefiihrt, erhielten 2 fl. monatlichen Sold, 
taglich 2 Pfund Commisbrod, waren nebst Waffen mit einem langen Stricke, 
an dessen Ende sich eine Bleikugel befand, versehen, mit wclchem sic nach 
dem Fliichtigen warfen, um durch eine Kreisbewegung des Strickes denselben 
niederzureissen. 1638 wurde ihnen fiir einen Gefangenen 30 fl. , fur einen 
Getodteten 15 fl. ausgesetzt. Sic wurden anfanglich nur im Falle des £e- 
darfes angeworben; erst 1717 wurdc aus ihnen ein standigea Chor von 
60 Mann gebildct, das unter dem Befehle eincs Lieutenants stand. Ihre 
Aufgabe war ea, vorzugaweiae die gebirgigen Theile des Prerauer und Hra- 
discher Ereiscs zu begchen und das verdachtige Gesindel aufzuheben. Auf- 
gelost wurden sie im Jahre 1820. 

Portovni yid. Portas. 

Porueenstvf , die Yormundschaft tutela. Das slavische Wort ist 
zusammengcsetzt aus po, ruka = bei der Hand, zur Iland. Es liegt also 
diesem Wort- und Sachbcgriffe dieselbe symboliache Voratellung und Hand- 
lung zu Grunde, wie dem griech. sig x^*^Q^^ iX&sTif^ dem lat. uxor in manu, 
dem althd. munt, altn. mund, welchca nach Grimm RA. p. 447 urspriinglich 
auch manus Hand bedeutete. Neatora Chronik enthalt eine Stclle, in weleher 
eine Spur auf den aymboliachen Vorgang, durch welchen die Yormundschaft 
erfolgte, aufbewahrt iat, indem aie von Rurik sagt, er habe seinen Sohn 
Igor dem Olej vda emu aynb avoi na ruce = poauit filium auum in manu 
ejus. Die Begriffe von Hand und Macht sind iibrigens bei alien Volkem 
synonym ; durch das Legen auf die Hand ging der Unmiindige in die Gewalt 
des Yormundes, also des Yatera-Stellvertrcters fiber. (Ygl. die Redensarten : 
ich bin in seiner Hand, md nad nim ruku dr^eti etc.). — Was die Yor- 
mundschaftsurkimden anbelangt, so mussten sie neben dem Siegel des Aus- 
stellers mit wenigstens 6 Siegeln adeliger Personen versehen aein ; doch 
konnten dieselben auch nach dem Tode des Ausstellers angehangt oder 
beigedruckt werden, wenn des Ausstellers Siegel bereita dahin hing und 
nachgewieaen wurde, daas er die, welche nachtraglich ihr Siegel anhiengen, 
zu seinen Lebzeiten darum ersucht hatte. (Kn. Tov. kap. 158, 166.) Wurde 
bezuglich der Waisen kein Yormund bestellt und wurden in Folge dessen 



— 255 — 

die nachsten Yerwandten Yormiiiider derselbcn, so mussten diese fiir das 
Vennogen der Waisen nach der Schatzung desselben Qurch den Landes- 
hauptmann und das Landrecht Gewahr leisten. (Kn. Toy. k. 162). Spaterhin 
wurde in Mahren die Gewahr um ein Drittel des Schatzungswerthes hoher 
geleistet aus dem in Zap. ^er. 1, 167 angefiihrten Qrunde : piTe se statkove 
ra6fvali v jiste sumS, kterdz od soudu ulozena byla. Ale za pficinou pdnfiv z 
Vrbna z toho seSlo ; nebo jeden z nich rucil Brodek a Ndmes£ v Hoi. statek 
stryce sviho ye 20.000 zl. a kdyz str^c dorostl , dal mu 20.000 zl. a sobS 
schoval statky, ktere stoji lepe nez za 40.000 zl. Od toho casu tretinou 
vySe statkove se ru6i a bez nauceni od soudu nic se od statku 
odprodati nesmf. 

Poruoni otec, der Yonnund : t^z take kaiif otec porucni v statek 
8irot£( po smrti otce jich md se uvdzati. (Korn. Y§. 298.) 

Poruenik 1. beim puhon = commissarius der Stellvertreter des 
Klagers. 2. Yonnund, tutor und zwar: a) mocn^ otcovsky poru^nfk der 
vom Yater eingesetzte Yormund, welcher die voile Gewalt hatte uber das 
Yermogen des Mundels , dasselbe belasten konnte , wie der Yater selbst ; 
der zu seinen Jahren gelangte Miindel konnte von ihra keine Rechnung 
verlangen,^ wahrend jeder andere Yormund es thun musste : mocni otcovStf 
poru6nfci sirotka po neboztfkovi panu z Tovaru pozustal^ho ozndmivse, ie 
jsou uSinili smlouvu s pani Alenou Berkovnou prosili YMsti, aby tu smlouvu 
pi^e^fsti a ji schvdliti r&6ili. Yzata jest do potazu , ale kdyz jsme to vdzili, 
ie oni jsouce mocnf poru6n(ci otcovstf mohli jak^koli smlouvy k dobremu 
sirot^fmu u6initi, abychom v torn na potomnf 6asy jinym mocn;fm otcovsk;fm 
poru2nfkum nic neprejudikovali , navrdtili jsme jim ji zase bez pfe6ten( 
(Zdp. iter. I. 175). b) poru6n(k pfirozen]^ oder prlbuzn^ der boi Mangel 
eines vom Yater emannten Yormundes nach dem Yerwandtschaftgrade be- 
stellte Yormund. c) kralem dany der vom Eonige bestellte Yormund; 
diese zwei Yormunder mussten den mundig Gewordenen Rechnung legen 
vor dem Landrechte; die Yerpflichtung zur Rechnungslegung wurde in der 
Yormundschaftsurkunde durch die Worte ausgedriickt: aby nad nimi 
vfirnfi a prav6 u6inil (Kn. Tov. kap. 98 vid. vSrnS). Bei Antritt seines 
Yermogens musste der mundig Gewordene seinen Yormiindem den Dank 
abstatten. — Yid. dikovini. 

Poructvi, Yerwaltung , Machtbefugniss : kr&lovSti hradov6 od jeho 
poructvf jiz byli odlu£eni = regis castris a suo jam demanio abdicatis 
(Maj. Car. Ai. 3, 71). 

Porybni, Fischgeld. 

Porybny 1. der Beamte in der Altstadt Prags, welcher das Stand- 
geld am Fischmarkte einhebt; der Fischmeister , Fischamtmann , qui vadi- 
monia et debita ex piscibus provenientia tractat: poru^ili jme porybn^mu 
naSemu (Urkd. K. Ludwigs 1523) ; — Yit ngkdy porybn^ (8RB. 3, 294). — 
2. porybny trh, Fischmarkt. 



— 256 - 

PosAdka hiesB die von iiikB, im J. 1420 auf dem Berge Yitkov 
bei Prag erbaute Befestigung, die nach ihrem Erbauer auch ^ii^kov genannt 
wurde. Sie erhielt sich durch die ganze Zeit der HusBitenkriege , maa 
gewohnte «ich den Yitkovberg Zizkov zu nennen, eine Benennung, die bis 
auf den heutigen Tag blieb. 

Posel, der Bote, nuntius 1. od ufadu der vom Qerichte aasge- 

sandte Bote zur Beaugenscheinigung eines Schadens oder zur Arrestirung 

des Yiebee u. s. w. — 2. poslov^ ke dskdm nuntii ad tabulas die Boten 

zur Landtafel, auch relatores genannt, welche entweder yom Eonige oder 

vom Herrengericbte oder vom versammelten Landtage zu der Landtafel 

geschickt wurden , um entweder eine Einlage vomebmen zu lassen oder 

eine Auskunft zu fordern: relator slove posel ten, kterj^ od kr&le nebo od 

pan6v 8 plneho siidu nebo od zem^ s obecnfho snemu ke dskdm pro kteriii- 

koli prfcinu posldn b^^va a s ilmi od krdle, od pdnov nebo od zeme posldn 

jest, u desk to vypravuje ; a tobo m62 krdl netoliko listne ke dskdm poslati, 

ale take i listem svym. A ten kazd^ posel md pri tom, k cemuz jest posldn 

od krdle, zejmena ve dsky napsan byti (VS. 171). Diese Relatoren wurden 

anfanglich nur dann an die Landtafel abgescbickt, wcnn diese niclit geoffnet 

war und keine allgemeinen Einlagen stattfanden: quotiescunque extra prs?- 

dicta duo sabbata quibuscunque hominibus occurreret, contractus sues et 

agenda tabulis insorendi neccssitas, aut inde forsan talium aliquid extra- 

hendi, seu probationis fidem babendi, ex tunc buiusmodi contractibus, dona- 

tionibus , venditionibus , promissis , obligationibus , colligationibus seu aliis 

actibus, quibuscunque nominibus appellentur, coram Marchione Moravise 

factis et solemniter celebratis, ipse Marchio unum nimtium ad tabulanun 

ipsarum of&cium constitutum, kmetonem vulgar! boemico nominatum, illius 

nobilitatis virum, cuius in Boemia ad hoc officium assumi sunt soliti, ad 

notarium terror dirigeret, qui tunc legatione recepta potestatem haberet, ea, 

qusB sibi taliter intimari contingeret, uno de prsedictis sabbatis, quod videlicet 

extunc proximo sequeretur, dictis tabulis in apertione ipsarum sicut prsemittitur 

inserendi seu inseri faciendi (CD. 9, 94). Der Relator musste, wie aus dieser 

Stelle hervorgeht, eine Herrenstandsperson sein; dasselbe sagt auch En. 

Tov. kap. 55: „rodove, kterychz pfcdkove dokonal^ panstvi neuzivali a ke 

dskdm poslov^ nebyvali, tez poslove ke dskdm budte" und erst nachdem 

der Ritterstand auch Sitz und Stimme im Herrengericbte bekam, konnten 

die Relatoren auch aus diesem Stande genommen werden; in Bohmen gait 

als Qrundsatz: nem6i^ 2ddny relatorem byti, ktoz radii krdlovskii pffseznu 

nebo kmetem nebo lifednfkem zemsk^m nebo dvorsk^m nenf .... i&iny 

knSz , i&dnf duchovnf nemd relatorem byti, by pak i radu byl (Ys. 172). 

Da die Relation don Zweck hatte , die Sicherheit der Landtafcleinlagcn zu 

erhohen, so ist es klar, dass Niemand in cigener Sache Relator sein konnte ; 

ebenso waren die kleineren Beamten , welche die Einlagen zu besorgen 

batten, zur Relation nicht geeignet (Ys. 172). Es gab viele Falle, die ohne 



— 257 — 

Relatoren in die Landtafel nicht eingetragen werden koDnten: bez relatora 
ve deky napsdno ani z desk yymazdno hfti nemoze z&dne porucenstyf sirot- 
koY krdlem nebo pdny na plnem siidu dane, zddny spolek bez povolenf 
krdloYskeho neb panskeho, zddne let sirotkom od krale nebo od pdn6Y 
yyplnenf, tez yysvobozenf z manstyf jako zdpisn^ho zboi^f ye deky kladenf 
bez poyolenf krdl. Milosti a bez relatora ye dsky nemd se kldsti u. s. w. 
(Yb. 171, 172). Namentlich konnte kein Auszug aus der Landtafel obne 
einen yom Konige oder yom Herrengerichte hiezu bestimmten Relator ge- 
8chehen. (VS. 392, 393.) In Mahren wurden seit dem 16. Jahrhd. immer 
zwei Relatoren bestimmt, die bier der Landeshauptmann als Stellyertreter 
des Eonigs zu nennen hatte: pane komomf6e jsme od p. hejtmana yydanf 
posloye ke dskdm s mocn^ listem JMK. a s poru^enstyfm na ne u6inSn]^ni 
(Zdp. ^er. 1, 34). Auch scheint es, dass in Mahren in alterer Zeit Relatoren 
hauptsachlieh dann bestimmt wurden, wenn der Oberstkammerer starb oder 
resignirte und an seiner Stelle noch kein neuer emannt war : nuntius ad 
tabulas per eundem dominum (capitaneum) datus Wanko dc Boskowicz et 
ea ratione datus fuit nuntius, quia pro tunc camerarius non erat (DB. 13 
n. 21). — Der Name der Relatoren wurde bei jedem Akte , fiir den sie 
bestimmt waren, in der Landtafel angemerkt. 

Posilaei list literse missiyse, der Sendbrief, das Beschickungs- 
schreiben: listy posflacf piln^jsf y ty dsky (pamdtne) zapisoyali (Vs. 360, 
382); — od listu posilacfho po dyii grosfcb pfsafi (A6. 5, 167). — yergl. 
obeslani. 

Posilee, posilci die Verstarker, welche im bohm. Heere auf die 
honci folgten, um diesen im Nothfalle Hilfe zu leisten : pusf za nimi (honci) 
fit set y posilcfcb (Cas. i. Mus. 1828 H. 2, p. 19). 

Poslupna dedina das durch Erbrecbt an Jemanden gefallene Gut: 
to je dedina md posliipnd po mem otci (En. Rozb. SI. 282) = innata here- 
ditas (Eml. Reliq. I. 46). 

Poslusenstvf wortlich der Gehorsam, speziell die Einhaltung des 
Schiedsspruches : jest slibil za Jana za poslusenstyf to, co jest bylo mezi 
mnii a nfm, jakoz jsmy byli sobe yolili limluycf .... ani toho jest zdriel, 
jakoz jsmy smluyeni (Ph. 01. 1412 f. 202 b). 

Post yid. pAst. 

Postav ein Stiick Tuch yon der Lange der Rahme (postay), auf 
welcher es ausgespannt war, dann das Stuck eines Gewebes liberhaupt ; die 
postayy batten yerschiedene Langen : aby jeden ka^d^ postay sukna 32 
loktf moraysky^ch dr2el (Sndm. p. kn. IV. 120) ; — aby postay byl miry 
praye 39 loket zdejSfch (d. i. pra£sk^ch. 6as. & Mus. 1839 p. 227). 

Postavec ein theurer Stoff aus Seide, feiner Leinwand, je nach der 
Farbe benannt modr^ = hyacinthus, ceryeny coccinus u. s. w. 

17 



^ 258 — 

Postaveni die Gh?stelliginachung, die Ycrpflichhing, entweder selbst 
vor dem Gerichte zu erscheinen, oder Jemanden dorthin gestellig zu machen, 
wo die Uebereinkunft getroffen wurde : jest propusten na postavenf (Ac. 1. 
213). War der zu Stellende ein TJnterthan, so musste er, oder der ihn ge- 
stellig machen soUte, dies verbiirgen (ruiSiti, vyru6iti na postavenf). 

Postaviti endgiltig testsetzen, feststellen: na cem to postavil, to oni 
nevedi (Ms. 1554). 

Postavnik 1. Postament, 2. die Zunftkerze oder der Stab der Ziinfte 
bei Prozessionen : svifiky, ktere na postavnicich (dfevenych) neseny budou 
(Schr. d. hist. stat. Sekt. Bd. 12 p. 22). 3. der Wachsstock : maji dati po- 
stavnik aneb svfci za 15 gr. (6. 6. Mus. 1840 p. 170). 4. Der Stangenleuchter. 

Po9tihAf = liinfk, Fasszieher: od stvrzov&n( provazd postfhdrfliD, 
po kter^ch do sklepu v^sadnlkfim vfna spouSt^ji (Ms. Pross. 1615). 

Postihnouti: tehda krdl postihni svedky sv^mi (kn. lioib. cl. 115); 
nev§ry postihniiti ludmi (ibid. 129, 134), durch Zeugen iiberweisen, uberfiihren, 
reprehendere. 

Postiti 1. transitiv gebraucht: postiti patky, soboty an Freitagen 
und Sanistagen fasten. 2. intransitiv : postiti se (worth sich fasten), jeju- 
nare sich von Pleischspeisen enthalten, on se post! er fastct. Zu beachten 
ist der Ausdruck postfc se vor hohen Festtagon in Datirungen : tn stredu 
postic se ke vstoupeni Bozfmu na ncbe (Priv. Tov. 76, ai. 1490); — v so- 
botu postic se k svatemu duchu (ibid. 89, ai. 1443); — postfc se ke vsem 
svat^m (SUB. 3, 85); — ve stredu postic se k sv. MikuMsi (ai. 1425, Ac. 
1, 25); — ten den postic se k Matce Bozi (Jungni.), womit der Vorabend, 
die Vigilie dcs Pestes genieint ist. — Was das Etymon dieses in alien 
slav. Sprachen vorkommenden Wortes anbelangt, so diirfle kein Zweifel 
sein, dass, obwohl das Sanskritwort up a' vast a, upavasatha = Fasttag 
vorliegt, die slav. Worte auf goth. fastan servare, (jvXartuv zuruckzu- 
fiihren sind ; das goth. Wort wurde zur Zeit, als die Gothen das Christen- 
thum annahmen, in dem Sinne gebraucht: die gebotenen Jejunien halt en 
und wenn man beriicksichtigt, welch' hohen Worth die griechisch-orthodoxe 
Kirche auf das Fastengebot legt, so wird es erklarlich, wie im goth. das 
Wort Fasten auf die durch das Enthaltungsgebot entstandene kirchl. In- 
stitution und kirchl. Zeit iibertragen werden konnte. Durch Herieitung des 
slav. Wortes aiis dem goth. erklart sich auch der transitive und intransitive 
Qebrauch desselben im bohmischen: postiti p&tek wortlich: den Freitag 
halten, d. li. das Fastengebot beziiglich des Freitages halten, und po- 
stiti se fasten, d. h. sich halten = enthalten vom Essen und Trinken; 
(vgl. Or. Wtb. 3, Sp. 1350, 1351). — vgl. pust, Bushi. 

Postlani die Federbetten : prdvo md . . . . z luozi a posteli k po- 
lovici postlAni a polovici md nechati (Kn. Tov. k. 137). 



— 259 — 

Postranna, stranna pre, vec dcr Incid^nzfall ; jene Streitialle, 
welche manchmal vor dem Landrechte verhandelt warden, obwohl sie nicht 
vor dieses Forum gehorten, da sich fur diese Falle die Parteien nicht durch 
Gerichtsorgane, d. h. durch keinen Pilhon belangen konnten (^nd. puhonnA 
vec). Zu diesen postranne pre gehorten alle Ehrenbeleidigungsklagen, die 
roky selske (vid. dieses) u. s. w. Solche Piille wurden in Bohmen durch 
den Oberstburggrafen, in Mlihren durch den Landeshauptmann, in beiden 
Landern unter Beiziehiing von Landrechtsbeisitzern und Vertrauensmannern 
aus dem Herren- und Ritterstande entschieden: co se tyce strannjV^h pri, 
kdozby pana hejtmana zadal za slo^.enf roku o poctivost neb o jinii pri k 
siidu jeho ndleXejicf, p. hejtman mi rok strandm poloiiti v sluSn^m 6asu a 
V mfste pnle^item a nekter6 piny soudce i jine z pdnfiv a z rytffstva osoby 
hodne k sobe obeslati a tu vec mczi nimi vyslyseti a jednati (Sncm. p. kn. 
I. 102, ai. 1531); — co se rokfi a pH postrannych o poctivost pf-ed p. 
hejtmanem polozcnych dot;f^e (Pam. Kn. 01. 1535 f. 51). Da nun der Landes- 
hauptmann und Oberstburggraf solche Falle unter Beiziehung von Land- 
rechtsbeisitzern und Herrn und Rittern entschicd, die er am leichtesten zur 
Zeit des Landrechtes haben konnte, bestimmtc er den Parteien zur Ent- 
scheidung der strann^ pre gewohnlich die Zoit, wann und den Ort, wo das 
Landrecht gehalten wurde; dadurch kam aber der Missbrauch auf, dass 
solche Pallc vor dem Landrechte selbst verhandelt wurden, ein Missbrauch, 
fiber welchen sich die Parteien, die eine puhonnA pre hatten, mit Recht be- 
schwcrten: a stranne pre iadne vedle prava nemajf na siidc zcmskem sly- 
sany ani siizeny byti nez samy p6honn6, jakoz jest od staroddvna za prdvo 
vzdycky v zemi ceske drzdno bylo (Vs. 68). In Folge dessen wurde zur 
Verhandlung solcher Falle beim Landrechte ein eigener Tag bestimmt, an 
welchem nur die stranne pre gehort wurden ; in Mahren seit 1516 der Frei- 
tag: anno 1516 dominica ante Tiburtii stalo se ustanoveni pansk^, ^e ji2 
potomne p&ni soudce zddn^mi postrann^mi vecmi nerd6i se pri soude zane- 
prazdiiovati ani jak^ho naufieni davati nez pofdd souditi, krome pdtku; na 
ton den ze souditi neraci nez jine postranne pre, acby ktere byly, slyseti 
(Pam. Kn. 01. 1517 f. 8); — „weiter gehort auch vor das Landrecht nicht 
die Action, so wegen eines Incident-Strittes sich erregen thate; dann 
seiche ebencrmasscn von dem Landeshauptmann in den Freytagen und nach 
auffgebung des Landrechtes angehort werden soil" (Yern. LO. f. 38) ; vgl. 
rok. In Bohmen wurde hiezu dcr Dienstag bestimmt; vid. utery. 

Postrysn^ der Zoll, der von Getreide, das nach Strichen bemossen 
wurde, z. B. Weizen, Gerste, Korn, Hafer, Erbsen u. s. w. gezahlt wurde. 

Posudek (manchmal auch podsudek genannt), dem Wortsinne 
nach was po-sud-6 d. i. nach dem Gerichte folgt. Es wurde gehegt nach 
jeder Sitzung des grossen Landrechtes und zwar in der alteren Zeit nicht 
an bestimmten sondern an jenen Tagen, die eigens dazu bezeichnet wurden, 
seit 1519 in fixirten Terminen zweimal in Olmiitz und zweimal in Briinn 

17* 



— 260 -^ 

und zwar in Olmutz Preitag vor Georgi und Martini, in Briinn den Freitag 
nach diesen Heiligen (Snem. p. kn. 1, 11); es wurde, wic jede Qerichts- 
bandlung, immer Yormittag abgehalten : posudek aby podlo starodavni zvyk- 
losti drzan byl dopoledne ; pakliby pani lifednici toho slusnou pHcinu po- 
znali, tehdy cel^ den i na zejtfi dopoledne aneb pokudby potrebi bylo, driin 
byti ma (ibid. 39 ai. 1523). Der posudek wurde gehegt durch den Oberst- 
kammerer, O.-Richter und O.-Schreiber, denen die kleineren Landrechts- 
beamten beigegeben waren. Der Zweck des posudek war nach Kn. Tov. 
der, dass die Parteien bei demselben den Urtheilen Genuge leisten sollten; 
wer Zeugen zu fuhren, einen Eid zu leisten oder Geld zu zahlen hatte, 
sollte es am posudek thun. Der Elager konnte sich bcim posudek yertreten 
lassen, der Geklagte musste personlich erscheinen, bis die LO. ai. 1535 
auch diesem die Stellvertretung gestattete. Insofern, als dem Tenor des Ur- 
theiles beim p. Genuge geleistet, und das ExekutionsTerfabren angekundigt 
wurde, konnte Karl von ^er. 1619 schreiben : „Dann der posudek nichts 
anderes ist als die Exekution des Landreehtes.^ Besser ubersetzt 
die verneuerte LO. den posudek durch „Afterrccht"; ebenso die LO. von 
Jagerndorf : „die Aftcrrecht soUen gehalten werden, das erste den Frei- 
tag vor Pfingsten und das andore Freitag nach Martini, bei welchen After- 
rechten den ergangenen landrechtlichen Ausspriichen von demjenigen, wider 
den erkennet worden, soil Genuge geschehen** (Schr. d, hist. stat. Sekt IT, 
p. 40). Es ist also der posudek oder Afterrecht dassclbe, was in manchen 
deutschen Landern das Nachgeding genannt wurde. 

Posudne, posudni vid. pobecovni. 

Posviceiii dedicatio ecclesise, die Kirchweihe, das Fest des Pa- 
trones einer Kirche. 

Posypek (Kn. Tov.) (hergeleitet wie osep von sspu , sypati) die 
Summe, welche der sachfallige bei dem posudek entrichtete : nummos fiin- 
dere = penize sypati: a ji se penlze sespu (K.- Tov. k. 142). 

Poskorn : za 4 slepice, kterc se pfi odvozovdni poskornu na Bystr^ 
d&vajf (MS. 1648); — hlavni kvitance na poSkorn i na slepice (MS. 1686); 
— vielleicht entlehnt aus dem deutschen Busch-korn? 

Posta die Post: nach langjahrigen Yerhandlungen bewilligte endlich 
der Landtag des J. 1610 jahrlich 2200 il. aus Landesgeldern zur Einfuh- 
mng der Post in Mahren. (Snem. p. kn. IV. 504 b). 

Potai von tazati fragen, die Umfrage, welche der Oberstland- 
richter mit den Gerichtsbeisitzern nach den Schlussreden beider procedi- 
renden Parteien hielt, der Rathschlag der Richter, auf Grundlacje dessen das 
XJrtheil erfolgte: pdni ra6te se sstiipiti a potaz vzfti (Kn. Tov. kap. 72); — 
o to se pAni potdzf (ibid); — mohii pani kazati vystiipiti vsem, aby po- 
voln§ potaz a rozmluvu mfti mohli . . . tu jiz koneSny potaz ufiini (ibid) ; — 
po Salobe povoda, po otpovedi pohnaneho a po okdzdnf jich spravedlnostf 



— 261 — 

Ysech najvySsf pdn sudf pdnov v potaz a v radu zavola, aby se sstiipili a 
feci a provody obojf strany T&2ili ... tu v torn potazu kai^d^mu pdnu pfi- 
nale^f mluviti, co2 se jemu za spravedliv^ zdd .... kdyi se potaz pansk^ 
dokond, tu n&lez p{§{ (Y§. p. 59. 61); — z toho potazu se potom n&lez 
deU (ibid. p. 60). — 2. die Berathachlagung der Partei mit den ihr beige- 
gebenen Rechtshelfem : abychom mSH polovici pdnov k sy^ radS a ku po- 
tazu, aby 8 ndmi mohli odstiipiti (A6. 2, 81); — majf-li pdni z prdva vstdti 
z siidu V potaz strany, kdyi jich prosf? (Ond. z D. SI. 65). 

Potopiti unter Wasser setzen, namentlich wenn ein neuer Teicb 
angelegt wird: quidquid super illis splavy mergeretur et potopil (DB. 8, 520). 

Potfeba: ^ani s6 nemocen klada, ani na tej potfebS byl jest, jezby 
mu dali poziti^ (En. Ro2b. 61. 92.) wie im altslav. potreba negotium , res 
necessaria, das notbwendige Geschait, die Nothwendigkeit. 

Potfebovati = iddati yerlangen: tu jsem na nSm potfebovala, aby 
mi to znal (Ph. Brn. 1406 f. 129.); a m^ od toho 61ov6ka praydy potfebo- 
vati (Ph. 01. 1412 f. 63 b); — prdva nepotfebovavSe (ibid. 75 b); — 6im 
jest nds daroval vfce, vfce od nds potfebovati bude (Stit. ed. Erb.) p. 186). 

Potvorny p&hon vid. pAhon. 

Pouinik zusammengezogen aus pavucnik (Spinnengewebe) der fein 
gewobene Schleier, der Plor: pou6n{ky proste, hedbdvne, polouhedbdvne 
(6as. 6. Mus. 1867 p. 23); — eo dim o vokruilch (vid. okruif) z pouinfku, 
z tykyty, z kmentu (ibid. 1864 p. 268); — jakds obdlky co jelita pod po- 
ttinfky a rouSkami na sv^ch 6elich majf (ibid. p. 20). 

Povajeini = vigecni: pffjem pova]e£n6ho 4 den. (Urkd. 1606) 
die Reluition der Abgabe von Eiem. 

Poviilee (wortlich: der Herumwalzer) der Arbeitscheue, der Faul- 
lenzer : co se povdle6uov a zahdIe6uov dot^6e, aby pf echovdvdnf na iddn^ho 
gnintech nem^li . . . pongvadi^ zndm6 jest, ze skrze n£ mnozf nefddovS se 
nachdzl (LO. 1564 f. 41. 42). 

Povarnik ein Maass fur Bier: star^cb piv se j( dostalo tfi povdr- 
nfky a kauf (MS. 1553 Jungm.) 

Povepf ne die Abgabe, womit die Mast von Schweinen reluirt wird, 
von vepf der (verschnittene) Eber, das Mastschwein: majf platiti platu pi- 
tanskeho, jeni slove povepf n6, 41 gr. (Urkd. 1483). 

PovitiSiti: pon^vadf jest MikuldS pohonu povStSil, nemd Arkleb 
tomu pohonu odpovidati (Pflh. 01. 1412 f. 252), bei der Klage vor Gericht, 
die mit dem pfihon ubereinstimmen musste, eine grossere Summe oder mehr 
Worte anbringen, als der pflhon efnthielt; weniger konnte angegeben werden: 
pohon moi uj(ti bud v sume pohnane neb v slovfch a to ke skod§ nemd 
b^ti, ale pfiSiniti nic nem62 (Kn. Tov. kap. 71). — vgl. pfivitditi, povyditi. 



— 262 — 

Po\iznj[ der Gcfangenaufseher : povezn^ mcl sluzby tfi kopy grosl 
(Urkd. 1561). 

Povezny Thui-mwart. SRB. 3, 42; — povein^, hldsny a branny 
(Priv. Toy. 4 b). 

P6vod in neuerer Form pfivod hergeleitet von po-vesti fiihrcn 
ducere; die urspriingliche Bedeutung der Piihrer; weil aber in den altesten 
Zeiten der Elager selbst den Gerichtsbotcn zuna Sitze des Geklagten fuhren 
musste (Kn. Roz. cl. 7), damit dieser die Citation iiberreiche, erhielt das 
Wort p6vod auch die Bedeutung. 1. Klager, also wortlich und sachlich 
gleich dem lateiniscben actor: kdyz pojme komornika na pohon p6vod (Kn. 
Roz. 61. 7); — et illi, qui dicitur powod, satisfaciat (CD. 2, 210 ai. 1229); 

— i poYoda opatruje i pohnan^ho (VS. 115); — povod i pohnan^ k sved- 
cenl p6honu stdti maji (ibid.); — p6vod menS ztratf, pohnany vice (ibid. 116). 

— 2. der Begleiter, conductor, der Wegweiser, also das, was povod 
urspriinglich bedeutete. Als aber die Bevolkerung dichter wurde und die 
Bcgleitung der Gerichtsboten den Klagern selbst lastig wurde , sandten an- 
fanglich die Magnaten ihre Knappen (panose) mit dem Gerichtsboten: dati 
panoSu, aby dovedl koraorniky, kde pohoni (Kn. Roz. 61. 7). Spater aber 
machten es gewisse Leute zu ihrer Aufgabe , die in einem bestimmten Ge- 
richtssprengel ansassigcn Grundbcsitzer konnen zu lernen und da sie ihren 
st&ndigen Aufenthalt kannten, wurden sie beniitzt, um den Gerichtsboten 
zum Sitze des zu Citirenden zu fuhren : byli sii za starych ve vSech krajich 
povodoYc, ne komornici, svedomf jodenkazd]^ y sYem kraji Ysech sidel pan- 
sk^ch, zemansk;fch i dedinn^ch ... z te pflciny ti p6YodoY6 od starych sii 
vymysleni, ne aby pohonili, ale aby komornikom okazoYali sfdla tSch, ktenz 
meli b^ti pohndni a aby komornfky k jich sidlom poYodili, z kterefto pH- 
6iny i poYodove sluli. (Vs. 437). Weil nun der poYod in diesem Sinne die 
Stelle des Klagers, welcher urspriinglich den Gerichtsboten den Weg selbst 
wiess, vertrat, erhielt das Wort auch die Bedeutung 3. HtellYertreter 
des Klagers, sei es bei der Klage, oder Schadenerhebung, oder dem zvod 
u. 8. w.: pakli sAm (i. c. ialobnik) nepfijede, ale muo2 mfsto sebe jineho 
puoYoda poslati rozumn^ho = si autem actor metipse noUet ad tabulas re- 
dire, potest Yice sua aliquem conductorem mittere intelligentera (Zffz. Vlad. 
61. 153); — a ten jistf^ ktoz pravo Yede, md pfi lifedniku jeti, aneb puovod, 
ktereho posle a kdyi pfijedii k teni dedindm, m& ten, kto4 vcde aneb p6- 
Yod jeho ukdzati (ibid); — quando poYod actoris jurando non procedit, 
actor perdit (Cod. j. b. 2, 270); — jistec pfisahA aneb ten, jesto slove p6- 
Yodem (ibid. 327). Es waren aber Falle, wo der Klager selbst erscheinen 
musste und der p6Yod (conductor) ausgeschlossen war und schickte der Kl&ger 
doch an seiner Statt den poYod, Yerlor er die Klage: kdyz ialuje z iiti s 
poYody, otpovidac brani pfed otpoYedf, ze di: „s prdYem-li mi otpoYfdati, 
kdyz s poYody na m6 z toho 2aluje?" (Kn. Roz. 61. 141). — 4. die Ver- 
pflichtung der Unterthanen, das Geleite zu geben: ab honere, quod dicitur 



— 263 — 

poowod et prowod (Erb. Reg. 1, 335) = dent condactum, quotiens ex- 
pedit domino abbati et nuntiis ipsiua (ibid. 44 ai. 1045). 

Povoi (powos, powoz) yectura dcr Yorspann : povoz sive cum plau- 
stro sive cum pedite non ducent (TzBohoppe et Stenz. XJrk. 81g. p. 309); — 
povos non ducant nisi ad expeditiones vel alia yice consueverunt ab an- 
tiquo ducere jus to modo (ibid. 340); a powoz dimidii currus (Rzy. II. 616). 
Dasselbe was 1357: vecturis seu curruum interstrationibus (CD. 9, 39.) a 
yecturiB seu curruum exercitualium missionibus (CD. 9, 205). 

Povosna robota die Zugrobot : povozn^ roboty do Brodu a Eunovic 
(MS. Krems. 1613). 

Povoine die Zahlung, welche die TJnterthanen gaben, um von der 
Zugrobot befreit zu aein. 

Povoiovati die Zugrobot yerrichten. 

Povrub (yon yrub das Eerbholz) die Steuer, Abgabe: sedldci se- 
brali se na zemany pro bezprdyf , kterd^. jim iinili , poyruby s nich brali a 
kdili nic nedali (SRB. 3, 360); — poyrubu syatojirsk^ho , ostatek dojat^ho 
86 prijalo (MS. 1628). 

Povmbii: od Jana Eubie na rejstra za rok 1628 poyrubcf syato- 
hayehki (MS. 1628), die Register, in welche die Eintragungen yom Eerb- 
holze stattfanden: take co kter^ den d§ln(ku d^ld, na to yinafi s lidmi po- 
fiini yruby miti majf, kter^^to yruby od yinaM a2 do po6tu schoydny byti 
maji. (Cas. i. Mus. IX. B. p. 66). 

Povrubni: poyrubneho se yydalo 30 gr. a 5 den. (MS. 1628.) Aus- 
gabe fur die am Eerbhoize bezeichneten Arbeitstage. 

PovySiti: 11. nemd p6honu odpoyfdati, proto ie P. penSz poy^Sil. 
(Puh. 01. 1412 f. 252) yid. povitSitt. 

Powos, powoi yid. povoi. 

Poiedki^, der Wall- oder Burgmauer-Wachter, Burgwache : poyfiin^ 
nebo pozeAnf yon zed die Mauer (Cas. 6. Mus. 1835 p. 273). 

Poinal^, kundig: m& siidce po krajinach usazoyati lidi hodn6 a 
poznald. (A6. HI. 413.) 

PoEDati 86 in En. Rozb. 61. 113 == pfiznati se fateri, 6. 18 = yy- 
znati, aussagen. 

PoKOun&r, der Pozaunist; in Prag waren ihrer funf, welche yom 
Ostersamstage bis Michael im Rathhause zweimal des Tags Friih um die 
14., Nachmittag um die 22. Stunde und yon Michael bis Ostem taglich einmal 
um Mittag zu blasen batten : ku poctiyosti JMC. p. purkmistra, pAnu i vSech 
obyyatelu (Pam. Arch. 1869 p. 548). 

Pozar 1 . der Brand. 2. die Brandstatte, wo nach ^em Brande Fristler 
angesiedelt wurden (yid. Ihotnfk): o Ihotnfky ynoy§ na poidry se osazu- 



— 264 — 

jfcf .... kteflby se na grunty od nepntele popdlenc osazovali .... ktefi 
pak na tfcM gnintech popdlen^ch se osadf (SnSm. p. kn. ai. 1609 p. 461); — 
Idn a k tomu ten poidr , jako^to ryohtdfatvi na nfim nekdy ustaveno bylo 
(TJrkde. ai. 1435 im Archive zu s. Thomas). 

Pozarnik, der Abgebrannte, oder der sich auf einer Brandstatte 
neu ansiedelt: krom Ihotnfkfi, po2&rn{ku a tech, jimi se poYodnSmi §koda 
stala. (Landtag 1584.) — Vid. pozar. 

Pozarny, der Aufseher iiber Feuerloschrequisiten. 

Pracleviiy : nalezl tam pldtov, 08tf(ik6v mfidenych, i^eleza pracloYiiA, 
kter^mi dSlal zlate Uherske, grose MlSenske, penize a halefe Videnske 
(Ai. 3, 527)? 

Priice 1. der Schleuderer. 2. im plural prdfiata, die Spiessruthe, 
die Strafe des Gassenlaufens : k tomu silink mu bude d&n skrze pracata 
(1413 6a8. c. Mus. 1828 p. 32). 

Prag&t vid. Brokat. 

Prak 1. funda die Schleuder, die Wurfmaschine : tfinacte soudkuv 
8 ohncm z prakuv do zdmku vrhli (Velesl.) a mnoho suduoy smradu z 
praku tam metali (SRB. 3, 53); — do hradu vrhli sii z praku kamenuov 
932, item sudkuov s nefiistotami tei z praku uvrzeno 822 (ibid. ai. 1422). — 
2. eine Art Jagdhund, vgl. ital. bra ceo, mithd. bracke. 

Prakovnice, die Schleudermaschine. 

Prakovuik (selten PrakDik) fundibularius , der Schleuderer, der 
die Schleudermaschine bedient. 

Praktika, die Intrigue. 

Praktikant, der Intrigant: mivaje sve konversacf jak s kardyndlem 
tak i s jin^mi praktikanty proti vlasti se postavoval (Pav. Skal. 3, 436); — 
kardyndla, preldty a jine nepfftele a praktikanty (Landtag 1619). 

Prapor, das Fahnlein Reiter oder Pussknechte, gewohnlich 300 
Mann zahlend; vgl. polopraporec. 

Prsiini vid. Popradn^, Sprasiii. 

Pfastky oder Pristky, das Zusammenkommen der Dorfleute in 
Spinnstuben, wobei allerlei Unfug getrieben wurde , wesshalb die Landtage 
strenge Verbote dagegen erliessen. 

Prav b^ti 1. in der rechtlichen Verpflichtung sein, die rechtliche 
Verpflichtung erfuUen: md mu prdv byti na kfiii s kleskii (Puh. 01. 1412 
f. 209); — ze mu prdv bj^ti nechce; — maji z toho prdvi b]fti a odpovidati 
(TJrkd. 1576); — prdv md bj^ti podle pohonu nynf nebo na posudku. — 
2. im Rechte sein, das Recht zugesprochen erhalten: kterd strana jest 
prdva, kterd kfiva; — le6 prdv lee kfiv chud^ kfesfan, v2dy 2ida bohateho 
ufinf prava (otft. 158); — kdyi uznajf, ie prdvi proti n£mu zostati nemohii, 
jej od jeho zaloby pry6 svedii (V§. 35). 



— 265 — 

Pravda 1. die Wahrheit. 2. die Gerechtigkeit in objektiver und 
subjektiver Beziehung auf die Partei: ze mne otvedl od prAva a pansk^ho 
ndlezu, jesto mi se m61a pravda stati (Pfih. 01. 1412 f. 47); — aby vSude 
a ye vSem pravda pf i siidu zemskem drSdna byla (Vs. 438) ; — iastokrdte 
8VU pravdu jedna strana tuz anebo podobnii pravdu majic v svem li6en( 
nevymluvnfi pfede pdny povede, ?.e pani o tu2 pfi ke ztrAt§ ji naleznu . . . 
neb V kaildem prdve tomu, kto2 8v6 vfici jest opatren, pravo jest pomocno 
a ktoz sve pravdy nedbd, prdvo jemu tak6 nerddo pomahd .... pfika^ a£ 
pravdu boiskii vedu (= justitia divina) a v te pravdfi i k ik pravde prdvo 
stare veduee (Ond. z D.) ; - 2e se neddlo po pravd6 = non fuit ministrata 
justitia (Cod. j. b. II. 2, p. 262). — 3. der Rechtszustand : azbychom zemi 
ku prdvu a ku pravde pfivedli, jakoz jest dreve za nasich pfedk6v v pravd6 
stdla. A nadto pak i ddle, azbychom ji^ i zemi 'ku prdvu a ku pravde ob- 
stanovili a pfivedli a opet kdy znova ta pravda od koho nad k^m z nds 
rusena byla neb nedrzdna: tehdy slibujem vem§ podle sebe stdti (Afi. 1, 55 
ai. 1395). 

Priivi in der Verbindung verne a prdve u6initi vid. virui und 
vgl. porucnik. 

Pravejsi svidci En. Rozb. 61. 134, 144 entweder die Zeugen, die 
den Nullitatseid bestanden oder die, welche hoheren Standes sind, als die 
Zeugen der Gegenpartei. 

Pravni slepice vid. pfiblasn^. 

Pravnfk kommt zwar im Landtag 1569 vor, scheint aber lapsus 
calami zu sein fiir ndpravnfk : prdvnfci, dfidinnici, svobodnfci und bald darauf : 
ndpravnici. 

Pravo das Recht, ein Wort derselben Anschauung entsprossen, wie 
das lat. rectum, das d. Recht das franz. droit, das was gerade, v^as 
recht ist, im Qegensatz von kfivy krumm. Die allgemeinste Bedeutung ist 
also Recht jus: prdvo kd2e, pfeje = jus jubet, favet. Spezielle Bedeu- 
tungen sind: 1. regula, prseceptum juris die Vorschrift des Rechtes : 
pravo jej pohnati v hradfi (Kn. Roz. 61. 18); — ne s prdvem sehnal (ibid, 
cl. 24). — 2. Die Polge der Vorschrift also die Pflicht: prdvo jim sehnati 
= maji sehnati sie sollen citiren (Kn. Roz. 61. 23). — 3. jusjurandum 
der Eid: prdvo na kri« (Kn. Roz. 61. 143 ; Pflh. Brnl 1417) der auf s Kreuz 
abgelegte Eid ; — prdva kto2 v zalobe nezddd, provodu nemaje, nebude 
mu nalezena pffsaha, nez p6hon se zdvfhd (Eml. Reliq. I. 209) ; - prdvo 
sirot6f der Waiseneid (vid. si rot 61); daher die Phrasen; pohonim ho 
oder vedu to k jeho prdvu ich trage ihm den Eid auf. — 4. Der 
Rechtsbewei s: prdvo se otpfiseci (Kn. Roz. 61. 72, 73); — prdvo 
voda, ^elezo das Ordale des Wassers, Eisens; — md svd prdva do Brna 
pfinesti (Pfih. Brn. 1412 f. 250); — v^pisy z desk neb jind prdva svd 
(Puh. 01. 1437 f. 142). — 5. Der Process: jestli mi s nfm kter6 prdvo 



— 266 — 

miti (Kn. Roz. 61. 132). — 6. judicium das Gericht: pred pravem stati; 
prayo zahdjiti das Gericht hegen. — 7. Die Taxc: md pravo ddti tfi ha- 
I6fe (Bji. Roz. 61. 1); — neb prve od toho prdvo vzato jest (Kn. Tov. kap. 
122); — pr. mistrovske die Taxe fur Erlangung des Meisterreclitea ; — 
pr. lifednici die den Gerichtsbeamten gezafalte Taxe: ze mi jest slfbil za 
10 hfiven lifedniciho priiva (Puh. Brn. 1406 f. 170); — pr. ctrnacte vid. 
in der II. Abthlg. quatuordecim nunimi. — 8. Die Sportel: z. B. 
prdvo tcsafske das Recht dos Zimmermannes sich am Samstage von dort, 
wo er arbeitete, die Abfalle vom Holz mitzunebmen. — 9. Der Juris- 
dictionsbezirk: ze vis na kter^mkoli prdve obstavovati chci, (Urkd. 
1631); — na prave panuv BriianuT polapen (Pflh. 01. 1582). — 10. Die 
Tortur, manchmal mit dem Bcisatze trpne, utrpne: utrpnym prdvem 
bylo pfikro6eno a kazdy z nich dve prava (zweimalige Folterung) vytrpcl 
(MS. LA.); — pr. horke die heisso, suche die trockene Polter (vid. tra- 
peni). — 11. Die Todes strafe: klekna na kolena prdvo sve yytrpel 
(Pav. Skal. 5, 90). — Zu beachten sind die Ausdriicke prdvo ciniti den 
Eid ablegen (vid. sub. 3), pohoniti k prAvu (vid. 3), pravo precbdzi, 
prdvo se proml6i, das Recht verjahrt, pravo pustiti das Recht eroflfnen 
(prdva zemska puatena jsii a ku pohonom zasezeno bude. Kn. Tov. kap. 33), 
stdti k sv6mu pravu (vid. 3), staviti prdvo aliquem supportare a jure 
den Process verlegen, den Lauf desselben aufhalten (vid. nestdnf sub 1.), 
trpeti prdvo (vid. 10, 11), vedu to k jeho prdvu (vid. 3). — Zur leich- 
teren TJebersicht seien noch erwahnt prdvo Strndcte (vid. 7), dSdinne 
(vid. dieses), duchovnf das geistliche Recht, horke (vid. 10), hranicne 
(vid. dieses), kopeck e (vid. dieses), krevne (vid. dieses) listovni das 
Urkundenrecht (Ts. p. 8), manske (vid. man), men§i (vid. soud zemsky) 
mestske das Stadtrecht, mistrovske Meisterrecht (vid. 7), sirotci (vid. 
dieses), stale (vid. dieses) stanne (vid. dieses), stavne (vid. obstdvka), 
tesafske (vid. 8), lifednicf (vid. 7), listanne (vid. dieses), vetsf (vid. 
soud zemsk^), vyssf das Obergericbt, zemske das Landrecht. 

Praiapis: pro emphiteosi = z hantfestu neb prazdpisu tr6j pohon 
(Cod. I. 6, II. 2. p. 257). 

Praia ni speziell identisch mit Hussiten, Anhangem des 2iika. 

Praika die Pragerin, Name einer Eanone SRB. 3, 53: z Praiky 
kazdy den sedmkrdt vystfelovali (ai. 1422); vyvezli na Spitdlsko d81a ..•. 
stffleli z Prazky a kule letSla pf es druhou vodu asi hony .... spalek dosti 
tlust^' Pra2ka za sebou na dve zldmala .... kterak z Praiky kule daleko 
letSla, n§ktef( pravi, ze kdyby na bfehu za iidy ji zasadil, hrad Praisky i 
vinnice by pfenesla (ibid. p. 384, ai. 1515). 

Prebenda vom lat. preebenda (plural) was dargereicht, geliefert 
werden muss, Pfrunde (eigentl. der tagliche Lebensunterhalt der Monche 
und Priester). 



— 267 — 

Pfeboj En. Ro£b. SI. 69 sonst pffboj der Raubanfall : jako lev 
hotov ku pffboju = sicut leo paratus ad prffidam (Jungm.) ; — pffbojnictva 
nerodte iddati = rapinas nolite concupiscere (Jungm.) 

Prebyti iiberleben : pakliby syeho muie pfebyla (Kn. Tov.) 
Prebyvek das zeitweilige Wohncn ausser Hause: panf jest na 
pfebyycfch (Kn. Roib. cl. 35); — u dcefe pfeb^vd, nebo na hodech jest.., 
proto s6 na sve zbo^i vrati (ibid. cl. 45, 46). 

Predchftdce pane prsecursor domini Job. Baptista. 
Predikatorovy zakon ordo pra&dicatorum (Pass. Plz. 351). 
Prech nom. viri = Pfemysl? 

Prechazeti voriibergeben, scbwinden; pravo pfech&zi das Recht 
verjahrt : prava pfechazeji ve trech letech a osmndcti nedelich (Zdp. 
ier. 1, 185). 

Pfejemce vid. Prijenice. 

Prelati der Pralatenstand. Zu dem Pralatenstande gehorte der 01m. 

Bischof (spater auch der Briinnor), das 01m. (spater auch das Brunner) 

Domkapitel, ferner die infulirten Aebte, Probste und Pralaten, dann alle 

Stiftsvorsteher, deren Stifto landtafliche Giiter besassen und seit altersher 

die Landtage zu besuchen das Recht batten ; ferner seit der Yem. LO. 

(f. 14) die Commendatoren der geistl. Ritterorden. Die Pralaten bildeten 

den zwciten Stand in Mahren und erscheinen seit den altesten Zeiten immer 

nach dem Herrenstande angetiihrt, manchmal sogar vor dem Herrenstande 

unmittelbar nach dem Bischofe, der in alien offentl. Schriftstiicken den 

ersten Platz einnahm, z. B. im Landfrieden ai. 1440: My Pavel biskup Olo- 

mucky^ i vsichni opdti a preldti zeme mark. Mor. etc. (Kn. Tov. k. 3). Ge- 

w5hnlich aber hiess es : kn^z biskup, pdni, preldti, rytirstvo a m^sta. Das 

Ansehen des Pralatenstandes wurde natiirlich durch die religiose Bewegung 

des 15. und 16. Jhrdts. wesentlich alterirt, so dass es Gepflogenheit wurde, 

bei den Landtagen friiher den Ritterstand zur Stimmabgabe zuzulassen und 

dann erst die Pralaten, obwohl in Schriftstiicken die alte Rangordnung bei- 

behalten wurde : stav rytirsk^ v pfimluvdch na snSmlch pf ed stavem du- 

chovnfm pfednost obdriel, v seddnf, v poselstvf a v jin^ch ceremonifch za 

nim mfsto md (Listy Zerot. I. p. 29). Namentlich sank im Verlaufe des 

15. Jhrdts. das Ansehen des P. Standes, wie aus den Beschwerdeartikeln 

hervorgeht, welche dieser Stand im J. 1516 dem H. Stande und L.-Haupt- 

mann uberreichte, aus deren einem hervorgeht, dass die Pralaten sehr wenig 

in Landessachen galten, indem man sich gewohnt hatte, nur von drei 

Standen zu sprechen: Tak6 pri obecnim jedndnf sl^chdme, ze toliko tri 

8tavov6 Be jmenujf; pak VMstem jest to v§domo, zo v tomto markrabstvf 

od staroddvna vzdy jsii 6tyn stavove byli, totizto stav pansky, preldtsk^, 

rytifsk^ a m^stsky, Yilst. za to prosfme, ze nds take zapomfnati nerd6fte, 

zvldste znajice to, ^.e tak6 v tcto zemi z milosti Bozf najprve JMs. knSz 

biskup zamky a mesta md, jini preldti i kapitola jakz mil^ B&h rddil nds 



- 268 ~ 

obdafiti a ve v§em s YM. radi se sndSfme vsecko tq)fce, co zemskeho do- 
breho jest VM. prosfme, kdyz se obecn6 veci jednajf svolenfm Ysech stavfi, 
abychme take bias a mfsto mezi VM. miti mohli.* Auf diesen Artikel lau- 
tete die Antwort : p. hejtman povedSl, ze JMt. pani, rytifstvo to velmi rddi 
Tidi, aby bias a mfsto Yam ddno bylo, nez stoliko abycbom se sami k tomu 
m^li ; a p. bejtman povedel, ie z nepameti stav preldtsky nekolikrat vypu- 
stil, abycbom jemu to odpustili, ze se cbce potom jind6e pamatovati.^ (Pam. 
kn. Olom. 1517 fol. 101 — 106). Aber auch nacb diesen Yerbandlungen scbeint 
die Stellung des P. Standes dem protestantischen Herren- und Ritterstande 
gegeniiber nicbt besser geworden zu sein; denn beim Landtage des J. 1612 
legten die Pralaten wieder 1 1 Beschwerdeartikel vor ; im ersten beschweren 
sie sich, dass keiner aus ihrer Mitte in die ControUskommissionen uber Yer- 
ausgabung der Landesgelder gewahlt wurde, worauf der Herrenstand ant- 
wortete: es sei wiinschenswerth, dass die Pralaten davon abstehen, woUten 
sie dies aber nicbt, so mogen sie eine hiezu geeignete Personlicbkeit wablen, 
worauf sie den Obrowitzer Abt wablten. Im 4. Art. beanspruchen die Pra- 
laten, dass sie zu alien Kommissionen mit Ausnabme der Eriegskommis- 
sionen beigezogen werden sollen, worauf die Herren antworteten, dass dies 
ohnehin geschehe, ausser wenn die Pralaten freiwillig darauf verzichten. Im 
5. Art. yerlangen sie, es moge ihnen, wie den anderen Standen frei Btehen, 
ihren Stand als politiscbe Corporation zu erganzen durch Aufnahme solcher 
dem Bischofe und L.-Hauptmanne genehmen geistl. Personen, welche Land- 
guter besitzen ; wurde nicbt bewilligt. Im 8. Art. beschweren sich die Pra- 
laten, dass die friihere Gepflogenheit aufgehort babe, vermoge welcher der 
Pralatenstand durch eine Herrenstandsperson in das Berathungszimmer der 
Herren berufen wurde, was jetzt dem Ritterstande gegeniiber noch immer 
beobachtet werde , worauf die Herrn antworteten : dies thaten sie, weil sie 
mit den Rittern Freunde und Blutsverwandte seien und bis dies der Fall 
auch mit dem Pralatenstande sein werde, woUten sie solches auch diesem 
Stande gegeniiber beobachten. (SnSm 1612 p. 112, 116). Den Berathungen 
des Pralatenstandes prasidirte der Unterkammerer, weil die geistl. Guter 
zur konigl. Rammer gezahlt wurden; nach der Yern. L. 0. wurde der Pra- 
latenstand zum ersten erhoben, und der Prasidentschaft des XJnterkammeres 
enthoben. 

Preniek nom. viri = PfemyslP 

Prengaden in Pam. Eut. fcm. gebraucht: (prengdda), die Werk- 
statte, wo die Miinzen gepragt werden; e germ. Brenn-gadem (gadem, 
gaden = Werkstatte, Gr. Wtbch.): zhled§e na slu^bu nasich prenneru v 

na&em prengadg kdo^by ten prengaden od nas drzel nebo najal 

(CD. 7, 352). 

Prennarna (e germ. Brennerei) die Hiitte, wo das Feinbrennen 
des Silbers vorgenommen wird: po^ali v prennarne tolary delati (Cas. c. 
Mus. 1828 I. 46). 



— 269 - 

Preseea, preseka, prezeea, prezeka vid. Preseka. 

Preseka (von pre - sekati durchhauen) der Durchhau des Waldes, 
dann die Verpflichtung der Gaubewohner, Wege durch Walder anzulegen, 
succisio silvarum : nullus pro reparatione viarum vel silvse succisione in ain- 
bitu terrsB molestare preesumat homines de Tepla (CD. 2, 73) ; — aby k 
m^teni lesu, coz se pfesekou nazyvd, ndpomocni byli (Cas. 6. Mus. 1837, 
p. 107). 

Pfesliee, der Spinnrocken, gebraucht wie im deutscben als Symbol 
dessen, was das weibliche Geschlecht anbelangt : leno po pf eslici das Weiber- 
lehen, feudum femineum; — aby 8tatek,jeho na nejblizsi pfAtely po me6i 
aneb po pfeslici pripadl (Vel. kal.). 

Pf eanice, Pf esDik (Pf isnice), das ungesauerte Brod, azyma : prmf 
den presnic aneb nekyasen^ch chlebfi = zelen^ ctvrtek der Grundonnerstag ; 
pfesni6ni dnov6 dies azymorum, pfe8ni(^nf body pascha. 

Pfesi^edceny, wortlich der uberzeugt, iiberwiesen ist; in Zdp. ^er. 

1, 80 einer, der zur Zeugenaussage untauglich ist: brdnil svedka, ze kdysi 
odprosovati musel a tedy 2^e jest pfesvedcen]^. 

Pfetrhnouti, Pfctrhovati puhon, den Puhon durchstreichen, d. i. 
den Puhon fur ungiltig erklaren : kdo?.by (poklidu) nebrali^ aby se jim pflho- 
nove pretrhovali (LO. 1564 f. 26). 

Pfevod vena, die Uebertragung der Mitgift^ translatio dotis. Es 
stand dem Gatten frei, die Mitgift seiner Frau von einem Gute auf das 
andere entweder ganz oder theilweise zu iibertragen. Wurde das Gut, auf 
welchem die Mitgift versichert war, verkauft, so musste diese aui* einem 
anderen Gute versichert werden , wofiir der Kaufer ^u sorgen hatte ; denn 
der Frau stand das Rccht zu, nach dem Tode ihres Mannes, wenn die 
Uebertragung der dos nicht stattfand, ihre Mitgift da zu verlangen, wo sie 
landtaflich sichergestellt war: na muzovu statku postihniiti moz veno sv6, 
drz jej pak kto drz (Kn. Tov. kap. 139). 

Pf evora, pfevofiSe die Priorin : sestre me , kter4 jest pfevorii v 
krAlove kUstefe (Ms. LA. XIP. VU. 14 f. 30 b). 

PfevuzDy : jest ^^olovicc m^ta pfevuzen , ze kone po^i6iI (Kn. Roz. 
cl. 15) = povinen verpflichtet, altsl. vonzi vinculum, ligamen. 

Pfezimny, was iiber den Winter dauert; pfezimny krdl der Winter- 
konig: pfezimny krdl Fridrich z Prahy rychle se odebral (nebo tak se z 
tito pfffiiny jmenoval, ponevadz jeho kralovstvi jen pfes jednu zimu trvalo. 
Schr. der hist. stat. Sekt. 22, 249.) 

Prha: shromazdi sve tsti prhy = congcssit polentam sibi (Ruth. 

2, 14; bibl. 1404 f. 136); — polenta jest muka melitkd z nov^ch zm z 
susen^ch a z te miiky b^va chleb rozkosnif, jemuzto alfita dejf; tomu my 
prha ffkdme (bibl. 1404 f. 137) vgl. altsl. priga, prkga novellum tritici 



— 270 — 

granum, mitlat. prasemus, prasima (wohin auch das bohni. pra^.nia primitifie 
frumenti gehort). 

Prchal, ein entlaufener Unterthan: Procek z Zdstrizl udelaT fe6, ie 
jest p. marSdlek u6inil jemu psanf o prchala, aby se jfm ujistil , ie jest 
Pro6ek toho prchala jemu p. marsdlkovi vydati chtSl a ie jeho p. marsAlek 
pfijfti nechtSl, ie on Profiek toho prchala pustiti chce. (Pam. kn. 01. 1517 
fol. 36 b) vid. odpustini. 

Pribytnf, was einen Ueberschuss bildet: za 14 t]fhodnfl a 2 dni 
od uiiv&nl pHbytni krdvy (MS. Hoch. 1666). 

Pfibytny: pffjem platu pffbytneho a pf{platn6ho z domfi (MS' 
Hochw. 1654) vid. pripiatek. 

Pf icejchovati : ddle do panske ochozi sobe k sy& pricejchoyal (MS. 
1560) durch Veranderung der Granz-Zeichen auf den Baumen seinen Wald- 
besitz vergrossern , indem diese Zeichen auf Baume gemacht werden , die 
schon einem fremdcn Walde angehoren. 

Pricina 1. = pfipad dor Fall, causa: co jest pficin, jezto k siidu 
slusi (Kn. Toy. k. 213). — 2. der gunstige Ort: „krcma na dobre pficine, 
zc tarn mnoho lidf jezdi.* — 3. die wcrkthatige Anstrengung, Einflussnahme, 
Hilfe: kompaktata jsii naSi zemi pffcina velikd a pomoc (1445); — pro 
buoh pane rac vcsti k nektcrakemu konci dobremu; nebf jest v teto zeroi 
nyni pohffchu velmi zle, nebudeli napred bozf pomoci a vaSi phciny (1450). 

Prfdav, das Beidriicken z. B. des Siegels: kdzal jsem tento list 
tisku svcho pfidavem utvrditi (Erb. Reg. 145); vid. daviti. 

Pridavac: kto se pocal uciti, mel byti prvni rok pfidavacem, druhy 
t&iy mohl se ale nekdy i ua krove zkouseti (Para. arch. 8, 586), der Gehilfe 
bei der Maurer- odor Dachdeckerarbeit , welcher die Ziegel u. s. w. dar- 
reicht: zednikum a pfiddyacum (MS. Press. 1546). 

Pridi^viti vid. daviti. 

Prididiui adhereditatio von pfi-dediti (Jemanden zum rechten 
Eigenthiimer machen), der letzte Grad der civilrechtlichen Exekution, durch 
welchen der Sieger im Processe nach der Taxation (odhad) in den vollen 
rechtlichen Besitz des sachiuUigen Gutes gelangte. Erfiillte namlich der 
Sachfallige zwei Wochen nach dem odhad seine Yerpflichtungen nicht , so 
ersuchte der Sieger um das pfidedenf. Dieses ging folgendormassen vor sich. 
Zuerst gieng der Burggraf jenes Kreises, in v^elchem das Gut des Sach- 
falligen lag , auf dasselbe hinaus und ermahnte die Unterthan en , dass sie 
zu Hause bleiben soUten, indem die Landrechtsbeamten kommen wurden, 
um das pfidedSni vorzunehmen ; entfernten sich die Unterthanen trotz dieser 
Ermahnung , dann v^urde dem Sieger nicht bloss der abgeschatzte Theil, 
Bondern das ganze Gut iibergeben. Hierauf erschienen der Oberstkammerer, 
Oberstlandrichter mit den Beamten des kleineren Landrechtes, beriefen den 



— 271 — 

Vogt und jene TJntcrthanon, auf dcren Grunde und Zinso das pHdodenf zu 
erfolgen hatte, befahlen ihnen dem neucn llerrn das Homagium zu leisten, 
rissen dann eine Schindcl oder cincn Strohbund aus dem Dache des Hauses, 
wo der Unterthan wohnte und iibergaben es dem Sieger mit den Worten: 
^diess sei dir ein Zeichen, dass dieser Grund und Boden dein rechtes und 
wahres Eigenthum sei* (Kn. Tov. kap. 122). — Ein spezieller Fall des 
pi'idedfinf ist angefuhrt Kn. Drn. pag. LXIII. — In Bohmen hiess diese 
Exekution panov&nf (vid. dieses), ein Ausdruck, der erst durch die vern. 
LO. in das mahr. Landrecht eingefuhn wurde , obwohl der Ausdruck pfi- 
d^denl vor Ondf ej z Dube auch in Bohmen gebrauchlich war (vid. odhad). 

Pfidruha, der Pflock, an den die Latten beim Zaune befestigt sind 
(Kn. Rozb.a. 278); vid. druziti. 

Pf jhlasni, das Bekenntnissgeld, eine Abgabe, welche die zu einem 
Gerichtsbanne gehorigen Orte bezahlten : poyinni byli d&vati k^'ovneho aneb 
pfffalasneho kazdcho roku jak kdo v d^dinS scdi po jedn^ slepici k pr&va 
Tovacovskemu (TJrkd. 1561); — z d^din, ktere se k tomu pravu mSstskcmu 
pfihlaaovaly neb jeho uzivali, ddvaly se pravnf slepice (ibid.). 

Pfiblavni quod circa caput occisi est 1. dobytck=: die Hab- 
seligkeiten, namentlich das Geld, welches dem Emiordeten gcnommen wurde : 
z pHhlavncho dobytka troj pohon (Kn. Roz. cl. 184. — Vgl. dobytek und 
nabytek). Spater hcisst es statt dobytek 2. ponize: kdyz zabil jeho 
otce, pfi hlave jeho vzal jemu 500 hfiven (Ond. z D. cl. 17); — quia re- 
ceperunt circa caput (= pri hlave) capitalis pecuniie 10 marc. arg. (Eml. 
Reliq. I. 5). — 3. dluh das nicht bezahlte Wcrgeld: ale o pfihlavnfm 
dluhu tak jest a^aloba (Ond. z D. cl. 17). — 4. schlochthin prfhlavni das 
Wergeld : zvod o pffhlavni , die Exekution viregen des Wergeldes (Ond. z 
D. 61. 45). 

Pfihradek, der Zubau zu einer Burg, der Schlossvorbau, das Yor- 
BchloBs , wo die Dienerschaft und die Knechte wohnten ; 1. P. 1570 tento 
pHhradek jest postaviti dal .... P. Buh rac v pokoji ostrihati domu toho 
(Aufschrift auf dem Vorschlosse in Raitz); — celeJ, kterd dole lehd na 
pnhradku (6as. c. Mus. 1835 p. 273); — 6eled' delnd na pflhradku (ibid.). 

Priehod adventus: neb latine adventus ^esky slove pffchod neb 
navstiveni (IIus. ed. Erb. 2, 3). 

Prijem , Pfijeti , die Uebernahme entfremdeten Eigenthumes und 
Benutzung desselben, weshalb gewohnlich diese Verbindung: pHjem (== pfijal) 
a zive: Ondfej zaluje na Kffze, ze kdyi Jan uSinil jemu skodu svii moci 
bezpr&vne .... on (Kill) tu skodu ot neho (i. e. Jana) prijem a zive (Ond. 
z D. 61. 26); — zaloby jsii jedny z u6inka, druhe z pffjma, tfetf z kdzanf 
(ibid. 61. 23); — kdyiby kto komu skodu u6inil nebo kdzal u6initi, nebo 
ot koho tu 8kodu pfijal (l&ad. p. z. cl. 78). — Vgl. susceptio. 



— 272 — 

Prijemee vena, der Uebernehmer der Mitgift, welcher fur dieselbe 
die Gewahr zu leisten hatte, namentlich bei der Uebertragung derselben 
(vid. pfevod vena): pfijemce jineho nic ncni nez prevodu vena zprdvce (Vb). 
Er hatte fiir jeden Abgang der Mitgift zu haften: co2 by se koli nedostalo 

V pfevodu, to se md k pfejemci svemu navrdtiti (VS. 223). Das Wort 
stammt von pf ijmouti auAiehmen und verdankt diese Bedeutung dem alten 
Rechtsgebrauche in Bohmen und Mahren, dass ein guter Preund des Hei- 
rathenden die Braut in seine Behausung aufnahm (pfijal) und dadurcb sich 
verpflichtete, fiir die Mitgift Gewahr zu leisten; aufgehoben wurde dieser 
Branch durch die vern. LO.: ^Nachdem in Unserem Erbmarkgrafthum Mahren 
es bis dato also gehalten worden, dass derjenige, so seinen guten Freund 
verheirathen v^roUen und der Braut Einfuhrung in seiner Behausung zur son- 
derbaren Freundschaft beschehen lassen, hiedurch gegen der Braut wegen 
des Heirathsgutes, da sie dessv^egen anderwerts nicht versichert gewesen, 
verbiindlich worden ist; wie dann auch, da einer eine Jungfrau hatte auB- 
geheirath u. s. w. (vern. LO. f. Mahren fol. 155 b, vern. LO. f. Bohmen 
pag. 342). 

Pfijemne 1. die Aufnahnistaxe : aby jej mezi sebc v sousedstvo 
pfijali a dva zlatc na rathouz pfijemneho k obci polozil (MS. LA. M. Til. 
3 fol. 11 b). 2. die Taxe, welche der Sieger im Processe zahlte, wenn der 
zvod (Einfuhrung in die possessio) voruber war, die Einfuhrungstaxe : kdo 
kdo zvod cinil, dal 5 gr. a vzdaneho gros a pfijemneho gro§. 

Prikaza = pfekAzka (Ph. Bm. 1406 f. 134; 1417 fol. 17; Ph. 01. 
1412 f. 41, 206 b). 

Prikazany der Botmassige: jakz jsem ziv, vasim sluJebnikem pri- 
kdzan^m jsem nebyl (1467); — zemany okolnf, kteffz tvoji nejsii prik&zani, 
jmenem na§fm obe§li (1458). 

. Pfikazati se nekomu sich zur Yerfugung stellen, unterwerfen: otec 
se ndm pfikdzal i s t{m zdmkem Netolick;fm (1477). 

Prima (prima missa vel prima horarum canonicarum) jene Stunde, 
diirch welche bei Eroftnung des Landrechtes in Bohmen in der Allerheilg. 
Kapelle in Prag gelautet wurde, wenn die Puhonen laut vorgelesen wurden. 
Dieses prima-Gelaute war jenen, welche einen Nullitatseid (pHsaha se zmat- 
kem) abzulegen hatten, ein Zeichen, dass sie sich vor der Eapellenthur ein- 
finden soUen: „a slove prima ta hodina, kteruz celii na kaple vsech svat^fch 

V pdtek such^ch dnech neb na zajtff sv. Jeron;fma zvonf, kdyi se poho- 
nov6 vysvedcujf. A to od starodavna jest nalezeno a irii se az do dnesniho 
dne a to ne bez piiciny, nez aby ti, kterymS jest pfisaha se zmatkem na- 
lezena, vedeli a znali, kdy maji k pfisaze stati a cekati pfed kaplu, ze 
tehddz, kdyz se prima odzvonf** (Korn. VS. p. 82); — md mfti sedm vladyk 
usedl^ch a ty na prime md opovedfti a pak po prime md s nimi jlti na 



— 273 — 

krdlova aifi pfed kaplii .... (Ond. % D. 21. 30); — a ti svedci ... raaji 
ku prisaze uvedeni b^ti v tu hodinu, je?.to ku primS zvonf, drive nez pfo- 
stanii zvoneni = hora qua ad primam palsatur (Ord. jud. ter. 61. 66); — 
kto£ se y prime neokdie ancbo kto primu zameskd, kto se ncopovf na prime 
ku pffsaze, ztratf Bve prdvo (Cod. j. b. II. 2. p. 259); kdo vede svedky a 
neokdsEe se, s nimi na primS, ztratf pri svii (ibid. p. 262). 

PrfmiDka Deputat: d£Ye6ce se d&vd sluiby a za priminky 3 kopy 
(MS. 1632). 

Prf mif i indutiae, treugSB, Waffenstillstand : af dd bezpedenstvo pfcd 
sebii i pfed svii mociu pffmgff (Kn. Ro2b. 61. 244); — 2e nodal ph'meff, 
tohda ztratil prdvo, ie ho nerodil ubczpe6iti ^ivota (ibid. cl. 245); — odpo- 
vedfil pffmSH renunciavit treugis (Hank. 8b. 81. 351). 

Prfmerny beh der Zustand dcs Waffcnstillstandes: p(Si pHtoli behu 
primefneho, neb je8te pokoje neni, nez pfimSff (6. Mus. 1828 11. 25). 

Pfimlouvotiy prioiluviti se seine Meinung aussem: na odpor ndm 
se pfimluvil (Zdp. ^er. I. 9). 

Priniluva 1. die Meinung, Ansicht: a nejprvnfijSf pi^fmluvu u6inil t6m6f 
na tento rozum. (Zdp. ^er. I. 8). 2. die Debatte: stav rytffsk^ v pffmluvdch 
na snSmich pfed stavem duchoynfm pfednost obdriel. (Listy ^er. I. 29). 

Primofi die Pest: za prdei v 6a8 pffmofi pfi lidech nemocn^ch 
(MS. Press. 1622). 

PfinOB (von pfinesti bringen) die Heimfuhrung der jungen Prau 
in das Haus ihres Gatten; diese Ileimfuhrung fand oft langere Zoit nach 
der Hochzeit, manchmal vor, manchmal nach dem Beilager statt: v nedeli 
masopustni vddna . . . pffnos byl na Zvikov tcprv v sobotu po Bozfm vstou- 
penf (Bfez. p. 2); veself svatebnf i sloi^eni man^.elsk6 vykonalo se v nedeli 
pfed sv. Fabianem a Sebestianem (= 18. Janner) . . . toho dne 22. ledna 
pf(no8 se konal k Prachaticflm (ibid. p. 3. 4). 

Pripadny Gegensatz von priroaEeny, zufallig, nebens&chlich : eo pak 
titulov pfipadn^ch dot^ce, jako 2e jest nckto najv. purkrabf, komornikcm etc. 
a jin;^ch v§elik]fch ndpis6v pfipadn^ch , ktefii na lidi po lifadfch jim od 
krdle danych pfichdzeji, ti titulove pfipadni majf pfiddvdni b^ti k titul6m 
pfirozcn^m tech, ktoi ty lifady nesii (Korn. VS. 373). 

PripAiikati den Titel pdn geben: pfi torn psanf ani oni sami ry- 
tifstvo mezi sebou maji sobe „urozenemu pdnu'^ psdti, ne£ „urozen^mu vld- 
dyce* neb „pano§i ;** nez take chtelliby kter^ komu pfi-pdn-kati, muoz jemu 
psdti „urozen^ vlddyko pane N.** (TIrkde. von 1492 LO. 1545 f. 12). 

Prjplatek die Zuzahlung , der Zuschlag . . . grossos dare et per- 
Bolvere nomine veri census tenentur ... nihilominus hiis minutis alias pf{- 
platky coadjunctis, videlicet quando steura sive bema generalis in terra 
proclamata fuerit, extunc .... grossos persolvere debebunt (Pal. Formelb. 
2, 216 ai. 1397). 

18 



— 274 — 

Pripovid 1. die Anmeldung cines Rcclitsanspruchos vor Qcricht: 
panna Eatcfina a panna Dorota pfipovidaji 8e k stalku nebozco Janovskeho 
stryce sveho vlastnfho a ncdiln^ho, kde^koli co tpho statku ma; — ai. 1483 
Jan Zelcny z Ri^an pripovfidel sirotky Prsickeho pfedo p. hajtmanem a p. 
hajtman dal jemu tomu rok do panskeho semnu prvniho, ie chce d&le y te 
vSci sc mfti podle rady panske; — Eatefina z Strabenic nedilna scstra ne- 
boztika Janoy8k6ho pfipovedcla se pfed p. hajtmanem ke vSemu etatku ne- 
boitika bratra sveho, ze k n6mu nedflnostf pnlvo ma'' (En. ouz. f. 47 b). 
2. die Eonsequenz diesor Anmeldung: condictio bonorum, in Arrest thun, 
Beschlag legen pfipovedel se na jeho statek, iia jeho osobu; pfipov^del se 
na penfze; — byl mnoho sousedum dlu^en, jczto se k tomu statku pripo- 
vedeli (SRB. 3, 511). Das bei Jungm. aus Eorn. Vs. II. 20 = p. 60 passt 
nicht, da dort pfipovi = pfimluvf d. i. Meinungsangabe. 

Pripovediie 1. das Eintrittsgeld, welches der neue in die Zunft ein- 
tretende Meister zahlte: ktery mistr do cechu vstoupiti choc, ma hned pfi- 
povedneho ddti gros bfl^. — vid. ph'povcdny gros und pfistupne. 2. die Taxe, 
welche bei Anspruch eines Gutes gezahlt wurde: na statek, ktery on nyni 
napadem drif, pfipovedne prAvo ddti chtejf (MS. 1592). 

Pfipovedny groS : kteryby mistr do cechu vstoupiti chtel, m& pri- 
povedny groS bfly do cechu ddti (Priv. To v. 31 b). 

Pf iroci die Prist, moratorium : nebudou se moci zddnym bud gene- 
rdlnim neb specidlnim moratorium nebolizto pffro^Im brdniti. (Urkd. 1638 
Cod. LA. M. Vn. 8). — list pf. literse moratorifle der Pristbrief. 

Prirok opprobrium = pffhana, der Vorwurf, der Tadel. 

Prirozena leta vid. leta 2. 

Pf isada die Legirung bei Miinzen : aby se pffsady a zrna umensiti 
nemohlo (A6. 4, 437). 

Pf fsaha dor Eid, jus jurandum, wortlich, die Beriihrung tactus, von 
der Beriihrung dor Hand, welche entweder auf das Erucifix, oder Bibel, 
oder Reliquie oder die Brust gelegt wurde. In Bohmen wurde der Eid ge- 
leistet in der Eapelle Aller Heiligen, in Mahren im ambitus des Dominika- 
nerklosters in Briinn und Olmiitz. Im J. 1531 wurde bestimmst: vselijaka 
pffsaha md vykondna byti pfed vzddnim soudu a v nedeli aby zadn^ pfi- 
sahy necinil. fSnem. pam. kn. I. 102 aufgcnommen in alle L.-Ordnungen), 
der Eid konnte nur Yormittag und bei nuchternem Magen geleistet werden: 
odlo^ena mu pffsaha a poruceno, aby se o osmi hod. rano bez j(dla a bez 
,piti dal na horn najiti, neb to jest za pofddek. (Zap. ier. I. 24, kn. Tov. 
k. 112). Auch in der Fasten solltc kein Eid geleistet werden: ie v poste 
prdva neCini (Ph. Brn. 1417 f. 165 b); — ie v postfi pflsahy nejdu (Ph. 01. 
1437 f. 4). Der wegen Lahmheit nicht knien konnte, hatte nach Anordnung 
der Richter entweder sitzend oder liegend zu schworen (Ac, III. 323, dann 
Zffz. Vlad. il. 214). Pruher musste in der Eidesformel die ganze Elage 
enthalten sein, um namentlich den Nullitatseid schwieriger zu roachen; untcr 



— 275 — 

Karl IV. wurde die kurze Fonnel eingefiihrt: de quibus me talis inculpat, 
de his sum innocens; sic me Dcus adjuvet et omnes sancti Dei. (Ben. de 
Weitm. script, rer. boh. L; Stftny ed. Erb. p. 148). Pfisaha rytffskd vid. 
rytffskd pfisaha et confer kldska, rota, cespitatio, sirotcf prdvo, vid- 
die einzelnen Schlagworte. 

Prisezny 1. der Beeidete. 2. der Schworende jurans: jurans perdit 
= fHseinf ztratf (Cod. j. b. II. 2. 271). 

Prfsfavny slu^ebnik = seryus conducticius ad certum tempus ser- 
viendi (A6. V. 142) der auf bestimmte Zeit gedungene Diencr, pfist&ti do 
sluzby, in den Dienst einstehen: o pHstavnii celed": i&Anf j( nemA dele 
drzeti, kdyz dosliizf sveho roku a ma j( zaplatiti a list ka^demu ddti pod 
pecetf, ze jest dosMzil a on vezma ten list muoz dve nedele nepfistavny 
byti a po dvii nedeli hned zase pfistaii aneb k svemu pdnu dedicnemu se 
naviaf .... (A6. V. 487). 

PfiSti Pane adventus domini. 

Prfstupne, das Eintrittsgeld , welches der neue in eine Zunft ein- 
tretende Meister zahlte: kdoby se chtel za mistra osaditi, aby do cochu 
poloiil 4 zlat^ pristupneho (Wal. Mez. Stadtb. p. 65/2) vid. pripovediie. 

Prfsudn^, die Taxe, welchc der Klager, wenn er den Process 
gewann, zahlte: duos denarios, qui vulgo pfisudni dicuntur, in signum causae 
obtentflB judici prsesentavit (Cod. d. 11. 78); — in testimonium prsBfatsB sen- 
tentse .... dedit denarios duos , qui pfisudni vulgariter appellantur (ibid. 
IV. 208, 232). Spaterhin nur pf isud : dal svoj pfisud, obwohl pffsud wortlich 
die Zuerkennung des Bechtes, adjudicatio bedeutet. 

Prisudni, Prysudni vid. Prisudni. 

Pfivedenf En. Ro^b. 21. 72. Die Bedeutung erhellt aus dem ad- 
uquaten lat. Worte adducere : quia radii et adduxit Benessium (Eml. Reliq. 
I. G6) ; — quod adduxerunt super me (= pfivedli na mne) Petrum sine 
jure cum suo posse, qui rapinam fecit in hereditate mea (ibid. I. 42) ; daher 
ist privedenf = navedenf concursus ad delictum intelleotualis , consilium 
delinquendi. — Ygl. napraviti, rada, radit. 

Pfivetsiti: ponfivadz pohonu pfivetsil, nemd odpovfdati (Puh. 01. 
1412 f. 66) vid. povefsiti. 

Pfiznani se k korune, durch Beriihrung der Krone den Eid der 
Tieu« leisten , wortlich: sich zur Krone bekenncn: pan purkrabi ku 
panum stavfim promluvil , aby kazd^ z nich dva prsty zdvihl , coz kdyi 
stavove vykonali, jich jeste napomenul, aby se k korune pfiznavali; vgl. 
koruoa ceska. 

Pfiznavaci list, der Bekenntnissbrief 1. k landfridu, der Land- 
friedensrevers. 2. der Steuerbekenntnissbrief. 

Prkos metathesirt aus Proke6 nom. viri = Prokop. 

18* 



— 276 — 

Probost e lat pricpositus 1. der Probst; p. ^^j^ky Erzengol Michael 
2. der Vorgcsetzte tiberhaupt z. B. in eincm Konvikto: kuinpan, ktcry pro- 
bostem byl, vzdy s mendiCky hodinu mel (Pam. arch. 1873 p. 804). 

ProboSter, bei den Literatengesellschaften der Aufseher am Chore: 
proboSter aneb slu^ebnik pri kuru nejprv^e do chrAmu pfijiti a pfi casu 
adventnfm a jindy svStla na obojf kur rozsvititi — katalog jmen panuv 
literatuv miti a pokudby Casnfi jak do chMmu tak na procesi neprisli pilne 
zaznamenati a podle nlozene pokuty je odvesti, pfikrov bratisky vytesati a 
na Bvice pozor ddvati md. (Lum. 1857 p. 140.) 

Procek nom. viri = Prokop. 

Projiti na pHsaze, den Eid gliicklich bestehen; \id. kl^ska. 

Prokes, Proksa = Prokop. 

Prokurator komomifif, der Vorsteher der Gerichtsboten in Bohmen, 
alias starosta (vid. dieses). 

Prokurator kralovsky, der konigliche Prokurator, weleher haupt- 
sachlich den koniglichen Fiskus zu besorgcn hattc. Da aber fur die Ein- 
kiinfte der konigl. Kammer theils der Landes-Unterkammerer, was die Kloster 
und konigl. Stadtc, theils der Hofricliter, was die Lehen anbelangte, bestand, 
so friigt es sich, warum neben diesen beiden Aemtem noeh ein koniglicher 
Prokurator eingefiihrt wurde? Die Prage findet ihre Beantwortung in dem 
Umstande, dass die beiden ebenerwahnten Beamten nicht bloss Beamte des 
Konigs , sondern auch Beamte des Landes waren , daher in ihren Amis- 
handlungen nicht bloss das konigliche, sondern auch das Landesinteiosse 
zu wahren batten. Was diescr in Bohmen unter K. Vladislav I. eingcfuhrte 
Beamte anfanglicb zu thun hatte, ersieht man aus der Wahlkapitulation 
Vladislav IL, in weleher die Stande verlangten, dass dieses Ami aufgehoben 
werde: Jest zndmo, kterak mnoho zleho prislo skrze toho nyneJHfho pro- 
kuratora a skrze jeho v^stfeh a ve dskdch vyhleddvAnf a odiimrti vedem, 
jesto mnoz{ dobrf lidc o svAj statek skrze to prisli .... pomnfme to , ze 
jemu pdni na pln^m 8ud5 rozkdzali, aby v rejstffch a ve dskdch nevyhle- 
ddval a ufednfk6m take pfikdzdno , aby jemu vyhledavati nedali a on na 
to nikdy nedbal a pfijda ke dskdm fekl, ie jest to rozkdzani kralovske a 
tudy velike zmatky lidem cinil a je ke skode pripravoval. Take tyz proku- 
rator rclaci iini k liradu od krdle, jeSto ndm se zdd, ?.e jest proti pravu, 
ponSvad^ jest novy lirad a jest ufednfk kralovsk]^, ale ne zcmsky 
a tak relaci Siniti noma. Ufadovo, kterc pani drzf, jsii netoliko kralovsh', 
ale zemstf a protoz mohu rclaci fiiniti .... prokuratora nam tfeba nenu* 
(A5. 4, 448, 449.) Aus dieser Beschwerde geht hervor, dass der konigliche 
Prokurator anfanglich den konigl. Ileimfallen nachzuforschen hatte, dass cr 
hiezu ohne Bewilligung des Landrechtes die Landtafel durchsuchte und 
diess selbst gegen das Verbot des Herrengerichtes mit Berufung auf einen 
konigl. Befehl that. Aber unter K. Ferdinand I. war der konigl. Prokurator 



— 277 — 

wieder im Amtc; am Landtage ai. 1545 wurdc dem Eonige verwilligt, einen 
Prokurator zu erncnnen und ihm einen Sitz , in welchem Gerichto immer, 
anzuweiscn; doch sollte dcr Prokurator, sobald es eich um eine Sache, die 
den Eonig angiongc, handcln wtirde, die Sitzung verlassen (LO. 1564 f. 3). 
An den Prokurator batten die puhony gerichtet zu werden, wenn dor Eonig 
citirt wurde (ibid: f. 32) ; obenso war ein pflhon auf ein Eloster konigl. 
Sriftung, in dem kein Eonvcnt war, den^ Prokurator cinzuhiindigen (ibid. f. 40). 
Es ist erklarlich, dass seit Ferdinand II. die Agenda des konigl. Prokurators 
bedeutend erweitcrt wurde und zwar in einer Weise, die in manchen Fallen 
in diesem Amte eine justizpolizeiliche Institution erkennen lasst. Der Pro- 
kurator hatte dariiber zu wachen, ob keine Verschworungen angezettelt 
werden; bei Verbrcchen, wo kein Privatklager war, hatte der Prokurator 
die Elage einzuleiten; aber seine Hauptaufgabe blieb es auch dann, die 
Einkiinfte des konigl. Fiskus zu bewachen , dafur zu sorgen , dass die der 
konigl. Eammer zu gute kommenden Strafgelder und Taxen hereingebracht, 
die Heimfalle zur rechten Zeit bekannt gegeben, die Steuerreste eingetrieben 
werden u. s. w. 1630 wurde verordnet, dass der Prokurator seinen standigen 
Wohnsitz in Prag nehme (Weingarten Cod. etc. p. 144). — In Mahren fiel 
(leni konigl. Prokurator dieselbe Agenda zu; vor der vern. LO. war er 
blosscr Fiskalbeanite : prokurator krilovsky vedle povinnoti sve od Uncov- 
ikfch mluvil (Zap. Zer, 1, 14); — vstoupil pfevor do Sranku a s nira p. 
podkoinofi a prokurator jako opatrovnici komory kr&lovsk^ a pak promluvil 
p. prokurator od pfevora (ibid. 27). 

Proleiani, die Eosten, welche durch das Einlager yerursacht 
warden : tehdy ten , na kohoz lezano bylo , poloze jistinu i s liroky a s 
prole^anym (Zffz. ies. 1564 f. 184). — Vfd. lezeni. 

Prolezeti penfze, die im Einlager verbrauehten Gelder: je/to pro- 
lefano 50 marc. arg. (Cod. j. b. II. 2, 322) ; daher prolezene penize nummi 
obstagio consumti: za skody prolezene (Pub. 1481). 

Prolichviti , durch Schuldcn oder Interesscnzahlung zu Schaden 
komraen: prolichvil jsem v zidech (Pfih. Bm. 1406 f. 65 b, 66); vid. lichva. 

Proiiieiieni Pani, Verkliirung Christi (6. August), festum transfigu- 
rationis seu patefactionis Christi: svatek promeneni Pdn6 1457 na den 
6. srpna od papeze Ealixta III. ustanoven. A to na pamdtku slavneho 
vftezstvf, ktere pfedesleho roku (1456) 22. cervence Jan Ilunyad a Jan 
Kapistran nad Mahometem II., kteryz s 200.000 Turkii reeky Belehrad 
oblehl, obdrzeli (Yel. kal. 419). Aber Spuren dieses Festes in dur latein. 
Kirche finden sich schon im 9. Jahrhdt.; durch Ealixt III. wurdo es nur 
zum allgemeinon Eirchenfeste zum Andenken an den Entsatz Bclgrads 
erhpben; doch blieb es in der lat. Eirche blesses Chorfest, wahrend es in 
dcr griech. Eirche cincs der 12 grosscn Festc des Jahres bildet. 



— 278 — 

Promlieni prfracriptio, die Vcrjahrimg (wortlich das Verschwei- 
gen); die Verjahrung trat bei Eaufen, Mitgiit, bei dcr Gewahr in 3 Jahren 
und 18 Wochen ein, bei Schuldbriefen in 25 Jahren (Kn. Tov.); Kriegc 
oder andere Umstande , welche die Abhaltung des Landrechtes hindcrtcn, 
lieseen keine Verjahrung eintreten: promliSenl nestane se vdlkou (Kb. 
ouzkd f. 60). 

Propadnouti, verfallen (mit dem Akkusativ dcssen , was verfallt) : 
ten md hrdlo i statck knS^f Milosti a obci propadnuti (Ac. 1, 213). 

Propfiti, den Process verlieren : ktoz dedinu propM, ten vdani k 
lifadu zprav (Bji. Rozb. cl. 275). 

Propustiti, los nnd ledig erklarcn : propustiti z pf isahy, z sYcdectri, 
z rukojemstvf, z s^dvazku etc. 

Propustny list literae manumissionis der Entlassbrief, mittelst 
dessen ein Horiger aus dem Unterthanverbande entlassen wird : nemd sobc 
nan z cizi zemg propustniho listu jednati (Zfiz. Ylad. n. 262). 

Prorada proditio Yerrath ^ zr&da; vid. zrdda und raditi. 

Prosba petice, die Bitte, speziell das Ersuchen, welches die akathol. 
Pfarrer yon der Kanzel herabstellten, Gabon fur Erhaltung der Eirche tn 
widmen : na velkou noc, svatodu^nf sydtky z prosby fardf ovi polovici a idku 
1 groS (C. c. M. 1847 p. 547); — peticf aneb prosby pfi kostele co se pfi 
slavnostech vyprosf, z toho 3 gro§e rektorovi a co niimo to z&stdyd, p. fa- 
rdfi polovic se ddvd a druhd polovice k zdduSf zflstdvd (ibid. 545) ; — p. 
fardf prosby k lidu za pomoc a almuzny k chrdmu kazdou nedeli pfi yell- 
k^m kdzani aby 6inil a jich k tomu laskav^m napominanim aby naklonoval 
(ibid. 550). 

Prosinec in buhm. und serb. der Monat Dezember, im altsl. (pro- 
sinicb) sloven, und kroat. (prosinac) der Janner. Miklosich leitet den Na- 
men von der Wurzel s i lucere ab (Lex. und Denkschr. der kais. Akad. B. 
17 p. 15), so dass ^prosinec bedeutet den Anfang des Lichtes^, d. h. die 
Zeit, wo die Tage anfangcn langer zu werden. Dieser Ableitung widerstrebt 
scheinbar der Umstand, dass prosinec in alterer Zcit den Monat November 
bezeichnet (z. B. ai. 1128. quinto Jd. Novembris et sclavonice Prosinec 
ecclipsis lunae SRB. 1, 294); denn es ist kein Zweifel, dass in altester Zeit 
die Eintheilung des Jahrcs nicht nach 12 Monaten zu 30 und 31 Tsgcn ge- 
schah, sondern die Bcnennungen, welche spater zu Monatsnamen wurden, 
ursprunglich Zeitabschnitte des natiirlichen Jahres ausdruckten und von den 
Veranderungen, die man im Grossen in der Natur bemerktc, hergenommen 
wurden. Was nun die Ab- und Zunahme des Lichtes zwischen der Sommer- 
und Wintersonnenwcnde anbelangt, gcschicht erstcre vom November bis 
Ende Dezember so auffallig und Ictztere vom Anfang Janner so allmahlich, 
dass ein Wechsel in den Benennungcn dcr Monate November und Dezember 
leicht eintreten konnte. 



— 279 — 

Proskok (wortlich der Durchsprung) : proskok mfti = Folge, 
Macht haben, giltig sein : a Tve Milosti glcit at vi^.dy proskok ma (Ac. 3, 182). 

Prostati: zAklad prostoji das Pfand vcrfSllt. (Kn. Drn. f. 115); — 
zbozf SY& zapisjijfc na prostdni do urien^ho iasu (A£. 4, 502). 

Prostiee der Scheifcl, die Kufe Salz : deset prostic soli ; — z kai^dc 
kopy soli jednu prosti^ku aneb nyni jmenovaii;f §p{sek ddti (MS. 1721); — 
vgl. kobylf hlavy. 

Prosivaiiiee ein Panzerhemd aus Leincn oder Hauten durchgenaht 
cataphracta ex corio persuta, thorax lineus, pectorale: In&nf pancir, neb 
Inend poSfvanice. (Cyr. 425). 

Provazec (wortlich ein kleiner Strick) die Leine, das Seil, ein 
Feldausmass, das nach Art der Griinde und Verschiedenheit der Zeit auch 
veachiedene Lange hatte : das Land- und Waldseil hatte 42 nach 1541 
dagegen 52, das Teichseil 22, das Weinbergsseil 64 Ellen: provazec 
zemsky i lesnf aby vzdeli byl na 42 loket ... rybnikdfsk^ provazec 
m4 b^ti 22 loket (Hdjek) ; — dva provazce, jeden provazec krdtk^ch loket 
42 (Priv. Tov. f. 63, ai. 1533). 

Pr6%'od (neuere Form prfivod, in poln. Diplomen prewod, prsewod) 
conductus, das Geleite : ab honere, quod dicitur povod et proved; vid. p6vod. 

Provod, pr6vody, provodni nedele, ned^le po provodech der erste 
Sonntag nach Ostern dominica in albis, conductus paschse, bild nedele, Qua- 
simodogeniti ; 1. 1469 v sobotu pfed provodem velikono6n{m. (Gas. Ces. M. 
1840, p. 89); po provodech (Ac. 6, 517); — vgl. nedele. 

Provolai'i list literae proclamationis der Ausrufungsbrief, mittelst 
welchen bei konigl. Heimfallen den Bt&dten, in deren Nahe das lleimfalls- 
giit lag, aufgetragen wurde, dasselbe an drei nacheinanderfolgendcn Markt- 
tageu ausi-ufen zu lassen, damit jeder, der ein besseres Recht auf diosen 
Heimfall zu haben glaubte, als der Eonig, dasselbe vor dem Obersthof- 
richter nachweisen konne. (Ein Formular vid. Vlad. LO. n. 323 ; LO. 1564 
f. 169). 

Prozeiiiti : ze^jf ten vinohrad na amluvach svadebnich prozenil 
(Kn. Nosisl. f. 21), der Prau zur Morgengabe geben; aber auch das, was 
die Frau dcm Manne als Ilcirathsgut gibt: prozenila statck svuj mu^ovi 
(MS. 1557). 

PrSeoi hodiny : ze mi vzal .... prseef hodiny (Puh. 1528) die 
Sanduhr. 

PrJihon 1. Der Viehtrieb, die Weide: mfsta a pfflezitosti aby vy- 
»etfil, kdeby jake dobre pruhony a pastvy byly (MS. Friedl. 163S). 2. Die 
Purth: priihon na pastviska pres feku (Urkd. 1503). 

Pr&tah die Yerschleppung : „ze ta pre jii na ddvni^ch prutazfch 
jeat a vice nez pet let trva.** (Zap. Zer. I. 33). 



— 280 — 

Prut die Mcssruthc, dann cin Feldausmass , anfanglicb z^rei 
Lachtcr oder acht Ellen ; seit Pi-emyBl Otakar 11. = fiinf Jochen oder 1050 
Ellen: zc dvou prutu lozunku, plecovnf a obilf neddvd (MS. Mirov.) 

PrAwod vid. Pr6vod. 

Prvospi (= prvy spdnek der erste Schlaf) prima yigilia, die Zeit 
des ersten Hahnenschreies : v prvospf, jeSto kfiry p6j( (Bibl. 1404) conti- 
cinium, gallicinium. 

Psanec proscriptus ; die Namen der Landfriedensstorer warden Yon 
dem Krcisjustiziiir (vid. popravce) in Listen eingeschrieben, woher also 
der Name psanec : ze psance zahubil, tehda se pr&vo doloziti popravce toho 
kraje, kdoz jej md na sv^^ch listech (Kn. Rozb. cl. 131); — pro kteruzby 
koli pficinu kto zaps An byl (Pr. Mest. 136 b); — e zjevnych a hrubych 
vinach, jimizby nardeni byli aneb psdni od koniel neb pffses^^nycb. (A2. 
in. 168). 

Psare vid. PsAri. 

Psaf hergeleitet von pes canis (wie von v61 bos, volar) der Auf- 
sober iiber die Jagdhunde alts, pbsarb qui curam canum habet, caniductor; 
die Erklarung liegt in CD. 3, 271 : sint exempti ... a victualibus canibus 
dandis ac ipsorum custodibus (vgl. holota). 

Psari (Psare) die Abgabe von ViktuaJien zur Futtening der konigl. 
Jagdhunde; (in poln. Diplomen auch psarske); — vid. psAf. 

Psoblavci (psohlavee oynocephalus hundskopfig) so warden nach 
Stransk^ (vid. chodov6) die Granzhuter genannt. Wie die chodove zu dieser 
Bezeichnung kamen, ist schwer zu ermitteln; vielleicht steht damit die 
Yolkssagc in Verbindung, nach welcher wahrend der Verheerung Ungarns 
durch die Tartaren unter den letzteren ein Stamm war, der hundahnliche 
Eopfe hatte, und die in die Walder gefluchteten Einwohner aufspurte. Da 
die Aufgabe der chodove darin bestand, die Walder zu durchstreifen, so ist 
es immerhin moglich, dass ihnen nach obiger Sage der Name psohlavci bei- 
gelegt wurde. 

Pstruznik (Pstruznlk) : piscator, qui vulgariter dioitur pstruznik 
(Erb. Reg. I. 89) von pstruh die Porelle. 

Pitolunk die Bestallung. 

Pftbidni vid. pobidni. 

Pufar: muSketfi 400, arkabuzarek 30, pufaru ncmeck^fch 12 (Inv. 
MS. 1619) e germ. Puffer eine Taschenpistole, deren Lauf sehr kurz ist. 

Puhle a naze : s tfm v6fm pf islusenstvfm, co2 puhle a naze k tomu 
dvoru pfisluSelo (Urkd. ai. 1418) mit Bausch und Bogen: (kommt haufig in 
Ctibor's V. Cimburg : haddni pravdy etc. vor) ; na znamenf zdkona pohan- 
skeho, kter^2 jest to zdkon puhly a nerozumny nic v sobe nezavfraje (Ctib. 
hdd. pr. lib); — najpuhlejSf sedldk by tomu rozumel (ibid. 127). 



— 281 - 

PAhon citatio, executio citationis (Cod. j. b. 11. 2. p. 258 n. 26 — 28), 
die gerichtliohe Yorladuog von po-honiti agero in jus. la Bohmcn konntc 
der p. zu ycrschiedcncn Zeiten angcmeldct worden, in Miihren nahmcn den 
p. cntgcgen der Oberstlandachreibcr mit den kleinercn Landrcchtsbcamten 
um Georgi und Martini und zwar in der Weise, dass sie den Freitag vor 
Georgi und Martini in Olttutz und den nachsten Freitag in Biiinn suseen 
durch 4 Wochen hindurch. Dann kam noch der p. slunccny der Sonnen- 
p&hon; wenn namlich jemand die Freitage verBaumtc, so stund cs ihm frci, 
den p. dennoch anzumcldcn, jcdoch so, dass or ilm dem Citirtcn Samsta^, 
Bolange die Sonne schien, einhiindigcn musstc, kam der Bote nach Sonnon- 
untei^ang, trat die Nullitat ein. (Kn. Tov. k. 48). Im Jahre 1523 wurdc 
aber der Termin auf 8 Tagc verlangert (Snem. pam. kn. I. 37 b). Jcder 
muBste den p. personlich iiberreichen bei Vermeidung der Nullitat : ponevad/ 
panf abatysa nebyla osobne pfi torn, kdyz jest pohon brdn, neina Jan toniu 
p6honu odpovfdati (Ph. Brn. 1417, f. 165; Ph. 01. 1505 f. 278). Nur den 
durch Alter oder Kranklichkeit gebrechlichen Personcn crtheiltc das Land- 
recht fiir jeden Fall speciell die Erlaubniss, sich bei Annicldung dcs p. ver- 
treten zu lassen. (Pam. kn, 01. 1516 f. 6). Jeder Klagcr braclite den p. auf 
einem Zettel aufgeschrieben und die Gerichisschreibcr musstcn denselbcn 
ad yerbum in die Puhonenbucher eintragen, ohne das geringste daran zu 
yerandem, auch wenn sie bemerkten, dass der p. formale Mangel hatte: 
neb kaM^mu jest pohon jeho bud k zisku neb k ztrdtS (Korn. VA. 118). 
Bei ungetheilten Briidern (vid. dilnf a nedfln^) musste der altoate citircn: 
ponSyadi starfii bratr nepohnal, Jan nema tomu pohonu odpovidati (Ph. Brn. 
1417 f. 164 b). Die gemeinschaftlichen Besitzer eines Gutos mussten allc 
belangt werden, ebenso mussten sie alle den p. anmeldcn (A6. V. p. 38). 
Zum Olmutzer Landrecht konnte nur bezuglich eines Gutes geklagt werden, 
das in der 01m. Landtafel eingetragen war, ebenso bezuglich des B runner 
Landrechtes : kohoz pohonf, jeito k tomuto prayu neprisoda, nema odpovi- 
dati z&dn^mu y tomto Brnenskem pnive. (Ph. Brn. 1406 f. 42 b). Klager 
und Geklagter mussten mit ihren Taufnamen genannt sein; war ein anderer 
Name des Geklagten genannt, trat die Nullitat ein. (Ph. Brn, 1417 f. 80 b, 
110; Ph. 01. 1412 f. 13 b). Der Geklagte musste von jenem Oite be- 
langt werden, wo er liegende Griinde hatte, sonst trat die Nullitat ein: 
ponevadi prayf, ie tu nic nemi, odkud2 jest pohndna, nema odpovfdati (Ph. 
Brn. 1447 f. 28; Ph. Brn. 1459 f. 145; Kn. Rozb. il 43), Dem Geklagten 
musste sein Titel gegeben werden, doch war hiebei der Titel vclebny odor 
urozeny ausgeschlossen: jsou yymaz&ni dva pohonove Suchodolskcho, jeden 
ze y nSm jmenuje opata HradiStskcho velebneho preldta, druhy ze jnicnoval 
p. VAcl. Sedln. urozencho pdna a ponevadz tytulove ^velebny a , urozeny" 
nekladou se do p6honu, jsou vymazdny pro neobycejnost. (Zap. Zer. I. 37). 
Auf diese Titulatur grundete sich die sogenannte obrana tytulcm, aller- 
dings eine Anfechtung des p. per ab usum ; wenn namlich der Geklagte nach 



— 282 — 

der Zeit, wo der p. eingcbracht war, einen andcrn Rang erhidt, dcssen Titel 
ihm der Eliger im p. nicht geben konnte, wcil ihn der Geklagte damals 
noch nicht hatte, so konnte der letztere doch den p. mit Erfolg anfechten, 
weil der p. den ihm gebuhrenden Titel nicht erhielt. Nach Zdp. ier. I. 121 
wurde diese Obrana titulem unter der Landeshauptmannschaft des Zdenck 
V. RoSmital (1573 — 1578) eingefuhrt; 1598 wurde Karl v. ^erotfn vom Land- 
rechte beauftragt, eine Beschlassformel zar Aufhebnng dieser Obrana zu 
entwerfen und der Landtag nahm dieselbe dann an (SnSm. pam. kn. Y. 
395), sie ist in der LO. 1604 f. 45 enthalten. — Die Cumulirung von mehre- 
ren Fallen in einen p. brachte die NuUitat. Die Eosten und Sch&den mussten 
im p. angekuodigt werden, sonst konnten sie nicht eingetrieben werden. 
(Kn. Dm. 24). Eine Sache konnte nicht zum zweitenmale eingeklagt werden, 
besonders wenn schon ein n&lez darauf war ; wer dies that, erhielt die Arrest- 
strafe, was ihn lacherlich machte : co2 v teto zemi za velik^ posmSch se 
poklddA. (Zip. 2er. I. 88). Ein p., wolcher alle Formen erfullte, hiess p. 
podobn^: pdni nalezli, ie ten pohon nenf podobny . . • (Ph. 01. 1437 f. 33). 
Ein p., welcher von der gcwohnlichen Form abwich, hiess neobyiejny 
und brachte die Nuliitat. Ein p., welcher in doloser Absicht eingebracht 
wurde, z. B. wenn der Elager gegen einen Vertrag den p. einbrachte , oder 
auf Grund einer schon vom Gerichte zuruckgewiesenen Uikunde, oder wenn 
er den Elager mit einem lacherlichen oder ehrenkrankenden Namen im p. 
belegte, ein solcher p. hiess pfihon potvorny. (En. To v. k. 49). Die haupt- 
sachlichsten pfihony waren 1. pfihon na krdlc; die Falle, in denen dies 
geschehen konnte, sind angefiihrt inderLO. ai. 1535, 1562, 1604. 2. pfihon 
trhem, oder trhov^, der jenen gegeniiber eingebracht wurde, die keine 
liegenden Grtinde besassen, desshalb wurde der p. auf dem Markte der nachsten 
Stadt verlautbart; citatio per forum. 3. pfihon zatkyne vid. zatkyne und 
tka^e. 4. pfihon slunc^n^, vid. slune^n^. 5. pfihon o svedomf, wo 
der Elager im Abgange anderer Mittel sein Recht durch Zeugenbeweis er- 
harten will. 6. pfihon k svSdomi, in welchen der Elager jemanden zum 
Zeugen citirte. 7. p. k jeho pravu die Anmeldung des Eides v. pravo. 

PAhonei camerarius, der Eammcrling, Gerichtsbote, in Troppau und 
Jagerndorf Landbote: Landbote bohm. puhonci gcnannt (Schr. d. hist, stat 
Sek. 17 p. 17), welcher die Gerichtsvorladungen den Vorzuladenden einhandigte. 
In alteren Zeiten wurden sie aus dem niederen Adel genommen, wie es 
ihre Namen in den Urkunden des 12. und 13. Jahrhd. und das ausdrfickliche 
Zeugnis des Eorn. VS. p. 121 beweisen: neb jest za starych komomfkem 
nemohl b^ti nez zcman a vladyck^ Jlovek, jakoi^ se to ve dskich po jich 
jmenfch a titulich shleddvd. Sie hattcn in Bohmen, wo sie komornici bedelli 
terrsB, camerarii hicssen, frcie von aller Steuer ledigc Griinde, die in den 
desky komornici eingetragen waren: komornfk mi dedinu komornici svobo- 
dnfi ve dskdch komorniCfch zapsanii. (Vs. 121); — Eomomik najvySsf ma 
komornfky v sve moci, ji2to jsu krdlem a zemany usazeui a vysvobozeni 



— 283 — 

ode vsech zemskych dan( a ti alovii latin6 bedelli terrae (Cod. j. b. III. 2. p. I.) In 
Mahren gab es eigcntliche puhon6i nur beim 01m. Landrechte, beim Bninaer 
warengedungeneBotcn; die eigentlichen d. i. beim 01m. Landrechte imDienste 
stehendcn pfihon£( bildcten eine Eorporation, die ihre Aeltesten d. i. Yorge- 
setzte hatte: 1. 1630 stala se smlouva mezi Ydc. Podstatsk^ a Staiikem 
p&hon^fm z Nelefiovic u pHtomnosti a vuli i do8tate6n^m povolenfm star- 
sfch puhoncfch jmenoyitS Pavla L. rychtdfe SobfSekiho, Pavla 8. odtudz, 
Jana M. z Radvanic a Martina H. z Hostkovic, tfi 6a8 do lifadu Yolen^ch 
a ySi obci pflhondfch nyn^jsi i budoucf kr. Oiomiick^ho (MS. LA. M. VII. 6). 
Sie batten FreigrUnde (En. Toy. k. 36), von welchen sie bis 1603 keine 
Steuer zablten. Als 1596 der Landtag beschloss, dass einige Pfihon6{grfinde 
yerkauft werden, um beim Brunner Landrechte mehr Boten anetellen zu 
konnen, rekurirten die pfih. an den Eonig, aber nur mit theilwei9em Erfolg. 
Die pfth. waren in disciplinarer und justizieller Beziehung dem Ob.-E&m- 
merer untergeordnet ; da dies aber zu manchcrlei Unzukommlichkeiten fQhrte, 
wurde im J. 1752 angeordnet, dass die pflhonif quoad jurisdictionem jenen 
Obrigkeiten untergeordnet werden sollen, auf deren Dominium ihre Frei- 
grunde lagen und 1788, dass diese Freigrunde in das Gmndbuch derselben 
Dominien einzutragen seien. Es waren im Dorfe SobiSky 16, in En^hnice 1, 
in Radvanice 6, in Hostkovice 6, in NeleSovice 4 pfihonJl = Grunde. Fruher 
auch laut Pfih. Buchern in DubJan (01. Ph. 1405 f. 80), Pfedmosti (ibid. 116), 
in Moskovice (ibid. 97). Der b5hm. pflhonSi hatte bei sich einen Abdruck 
des Landrechtssiegels: a kdyz pffsahu u6in(, md jemu pe6ef zemsk& na par- 
gam6n6 Tyti§t6n& voskcm ierven^m ddna b^ti na znameni a proved, ie jest 
prav^ zemsk;^ komornfk, aby tfm provodil, kdyzby potf ebi bylo, ze jest prav^ 
posel zemsk^ a komomfk (V8. 121. vgl. Ond. z D. A6. II. 506; zHz. Vlad. 
AL V. 70; zHz. 1564 p. 31), worauf schon Eosmas (scriptores rer. boh. I. 9) 
anspielt: sine exactore, sine sigillo ad ilium confluebant, wie auch inPolen: 
adpresenciam nostram cum anulo nostro scitari debent (Rzy. I. 57. 99. 118)« 
Hatte der pShon^f dies Sigel nicht bei sich , so war der Citirte nicht ver- 
pflichtct, den pfihon anzunehmen und konnte den p. aus dem Hofe jagen, 
wahrend im andercn Falle jede Beleidigung des Oerichtsboten geahndet 
wurde: bez peceti pohon nemA b^ti (Cod. j. b. II. 2. p. 259); tu pe6e< on 
ma vidy a sebii mlti, kdyzkoli pohon( anebo jine prAvo vede. A budeli bez 
n{ pohoniti anebo jin6 prdvo visti , pfihodf-li se jemu co v tom , 2&dn6ho 
neyiji, nei sebe sam^ho (VS. 121). Yon einem solchen Siegel ist in Mahren 
keine Spur und den puh. diente zur Bestatigung ihres Amtes das Yer- 
zeichniss, welches sie yon den kleinen Landrechtsbeamten erhielten und in 
dem alle zu citirenden Parteien yerzeichnet waren. (En. Toy. k. 36). Waffen- 
los musste der pSh. den p&hon flbergeben: pohon od komom{k6y s modem 
ani s 2Adnd branf nemA b^ti (Cod. j. b. II. 2. p. 259); dafur hatte er in 
seiner Uand den Stab (h&l, prut), nach uralter arischer Sitte das Attribut 
des Boten: p6hon6{ holi y rukd ... kteniito holi lifad jim poruden^ uka- 



— 284 — 

zujf (Maj. Car. Ac. IV. 171); — kdyz komornik pohonf ... ma m(ti pn 
Bobe prut nebo hoi v rukii (Korn. Vs. 122. Ond. z D. Ac. IL 506); komor- 
nlci nemaji pfi sobe branf miti, toliko holku, jakoz jest obycej od staro- 
davna (zriz. Ylad. Ac. V. 69; zfiz. 1564 f. 31); — in Polen: ipse ministe- 
rialis cum suo solito baculo ad irillam accedere debet (Hele. starod. pomn. 

1. 59) ; dor Stab war Symbol des Botenamtes und daher der Unverletztbar- 
koit: jedcnkazdy ma miti liiilku v ruce na znamenf pokoje zdrzeni. (Mensik 
p. 10). Der p. durfte beim Austheilen der p&honen nicht reiten, sondern 
musste zii Fuss gehcn: citatio per camerarios in equis nulla (Cod. j. b. II. 

2. p. 259, Kn. Rozb. cl. 15). Eine Ausnahme war in Mahren beim sluneca;^ 
p., wo dor Klager dem puhonci ein Pferd leihen konnte. (Kn. Tot. k. 48). 
Fand der puh. den zu Citirenden nicht bci Hause, so kundigte derselbe den 
piihon doni Gesinde an und machte irgend wo ein geheimes Zeichen; falls 
der Geklagte nicht vor Gericht erschien mit der Ausrede, er habe den pu- 
hon nicht erhalten, berief sich der puhonci auf dieses Zeichen und wcnn 
die dahin abgesandte Eommission das Zeichen fand, verier der Citirte den 
Process, fand sie es nicht, wurdc der nachlassige puhonci mit Schlagen ge- 
zuchtigt und zum Arrestc vemrtheilt (Kn. Tov. k. 36; Zip. Zer. I. 235). 
Qewohnlich-sohnitt der puhonci einen Span aus einer Thiire heraus , nahm 
ihn mit, um sich dann durch Einpassung dcsselben in den Einachnitt aus- 
wcisen zu konnen. (Zip. ^er, II. 168 fgg). „Zu seiner Beglaubigung aber, 
dass cr allda gewesen , soil cr wie Hcrkommens, entweder einen Span in 
selbigcm llause ausschneiden und solchen oder ein anderes Zeichen zuruck- 
bringcn" (Schr. d. h. stat. Sekt. 17 p. 17). Dieser Gebrauch bestand noch 
im 18. Jahrh. „Dieser Both ist von mir schon geniigend instruirt, dass er 
von Ihne Uerr Burgermcister hieriiber entweder ein Recepisse oder aber 
gewohnter Massen ein Stiickl Holz von der Ilausthiir mitbringen soUe, damit 
er alsdann hieriiber bei dem k, tribunali de rite porreoto et execute ge- 
richtlich vcrhort werden konne." (L.-Archiv Art. Bruck lit, G. VIIL, Nro. 
67, dto. Nvbr. 1761). Der puhon musste Vormittag iiberreicht wejrden, Nach- 
mittag war der Qeladenc nicht verpflichtet den puhon anzunehmen und der 
puhonci hatte sich wegen Yersaumniss zu verantworten: Kohoz pohonf.... 
to vse dopoledne (Korn. Y§. 122); — ponevadz pohonci nedosel nez tepruv 
ku obedu priSel na Cimburk, ze p. Stopan nemd tomu pohonu odpovfdati.^ 
(Ph. Olom. 1412 f. 144). Der puhonci hattc den puhon dort abzugeben, wo 
dor Geladene mit seiner Frau wohnte: ponevadz puhon nedosel tii, kdez 
p. JiHk 8 jeho pani chlebf, ze p. Jink noma tomu pohonu odpovidati (Ph. 
01. 1412 f. 144); — pani jednostajnc nalezli, ze bud pan nebo panose a 
na zemi ma, odtud* ma byti pohndn, kdez jeho zena dvorem jest nebo bydli* 
(Ph. 01- 1437 f. 146 b); dcsshalb hattc der puhonci das Recht, die Wohnung 
des Geladcnen zu untcrsuchon, wcnn das Gesinde sagtc, dass derselbe nicht 
auf diesem Gute sein Ilauswesen habe, (Kn. Rozb. cl. 25, 26, 27, 28; vgl. 
Ph. Brn. 1447 f. 82: tu p. z Cornstejna fekl, ze jest jeho pohon v domu 



— 285 — 

nezastihl etc.) War jemand aiisser Lande, entstand der Pamilic desselben 
die Pflicht, denselben von der Ladung in Kcnntnis zu setzcn, falls er in 
Oesterreich , Polen , Schlesien oder Bohmen war ; nur wenn derselbe auf 
AbcQteucr ausfuhr, oder nach Prankreich, Italien oder zum h. Qrabe fuhr, 
wartete man mit der Ladung bis zu seiner Riickkehr. (Ph. Brn. 1447 f. 26; 
Ph. 01. 1437 f. 146^; Zip. ^er. I. 29: ven z zem5 nerozumi se krAl. ceske 
ani okolnf zeni5 ne£ ciz{ a dalek^, z nichS bezelstn^ pro dalekost cesty kdo 
k souddm do8ta6iti nemfii^e). 

PAhoiini knihy vid. rejstra. 

Pukia, Puklir, Puklice antile, der runde Schild, die Rundtartsche ; 
vgl. franz. boucle, mitlat. bucula umbo clipci, deutsch buck el. 

Pultf poUitor lapidum, der Steinpolirer. 

Pfllhik, der halbe Hacken, so genannt, weil aus demselben nur 
2 Loth Blei geschossen wurden, wahrend man aus dem hak = dcm (ganzen) 
Hacken 4 Loth schoss; und weil beim Schusse aus dem halben Hacken 
kcine Befcstigung desselben nothig war und der Schiitze das Geschoss in 
Handen hielt, hiess der halbe Hacken auch Handbuchse (ruenice): pistola 
rucnf, pistola prostd, p&lhdk na rameno, pulhiik kostmi vykladan^ (Jnv. MS. 
Mirov. ai. 1622). 

PAiorloj, die halbe oder deutsche Uhr vid. orloj. 

Pulort, ein haJber Ort, yid. ort. 

Puis aus dem lat. pulsus (i. c. campante) der Glockenschlag, 
Glockengelaute : kdoby do chrdmu po druhem pulsu najfti se dal (Schr. d. 
hist. stat. Bekt. 12 p. 21). 

Punt conjuratio, puntovati se conjurare, puntovnik oonjuratus 
vom deutschen Bund; die bohm. Worte aber nicht im guten, sondern im 
ublen Sinne der Verschworung. 

Purkrabi Brnenaky yid. Purkrabi lemsky. 

Purkrabf kraje Hradeckiho, der Burggraf des (Konig-) Gratzer 
Ereises. Das Gericht dieses Burggrafenamtcs hat zweifelsohne seincn Anfang 
in den alten ^upengerichten und Provinzialcuden und wenn os sich bis in's 
17. Jahrhdt. hinein erhielt, so ist diess dem Umstande zu danken, dass die 
Stadt Gratz (nach der Witwe der beiden Eonige Wenzel H. und Rudolf I. 
(t 1307), Elisabeth Ton Polen Eonigingriitz genannt) als die vorzuglichste 
der konigl. Leibgedingstadte Sitz der verwittweten Eonigin wurde; so resi- 
dirte hier die ebenerwahnte Elisabeth durch 30 und die Wittwe Earl IV. 
durch 15 Jahre. Das Burggrafenamt von Gratz wurde seit 1487 nur mit 
Ritterstandspersonen besetzt. Ueber die Competenz desselben sagt Stransk^f 
reap, boj, p. 503: ,,cognoscitur autem in eo ex jure necdum plane descrip to 
Bed partim terrestri partim consuetudinario de factis provincialium contrac- 
tibus, ex obligatione sive yerbali siye chirographaria, ex stipulatu pro dote 



— 286 — 

vel mutuo repetendo , de refundendis in litem expensis , turn de condictione 
ex delicto vis privatae cujusvis , itemque non redditi post denuntiationem 
fugitivi aliisque nonnullis.*^ 

Purkrabi Karlsfeinsky , der Burggraf von Earlstoin. Es waren 
ihrer zwei, einer aus dem Ilerren- der andcre aus dem Rittcrstande (LO. 
1564 f. 16). Sie hatten die Burg Karlstein mit den dort aufbewahrten Reichs- 
kleinodien und Landesprivilegien zu bewachcn und mussten sich eidlich 
yerpflichten, die Burg und die Reichskleinodien nur dem zu iibergeben, den 
das ganze Konigreich zum Eonige wahlen wurde ; falls sie diess nicbt thaten, 
oder falls durch ihre Schuld die Burg und die dort bewabrten Reichsschatze 
und Privilegien verloren gingen oder Schadcn erlittcn, so sollten sie ihr 
Verschulden durch Verlust der Ehre, des Lebens und ihrer Giiter bussen 
(ibid. 19, 20). Wenn einer der Burggrafen seine Wiirde niederlegen woUte, 
hatte er diess ein halbes Jahr fruher vor dem Eonige und dem Landrechte 
zu melden und zu ersuchen, dass in diesem halben Jahre ein anderer an 
seine Stelle ernannt werde (ibid. 20 b.). 

Purkrabi ncJvySSi Prazsky, der Oberstburggraf von Prag, burg- 
gravius pragensis supremus der erste Oberbeamte des Landes, der nur 
dann den zweiten Rang einnabm, wcnn der Eonig in Frag anwesend war, 
wo dann dem Eanzler der erste Rang gebiihrte. In seinen Handen war die 
gesammte militarische und polizeiliche Gewalt des Eonigreiches concentrirt: 
purkrabi pra^sk]^ hdl mocf kralovu nade vg( zemf drz( (A& 2, 502). Seitdeoi 
die Eonige nicht mehr in Prag rcsidirten, war er Statthalter deraelben; im 
Rathe des Eoniges hatte er nach dem Eanzler die erste Stimme; treffend 
bemerkt Stransk;^ resp. boj. 464 : „burgrayiatus Pragensis supremus tenendo 
fere opera vicaria sive absentis sive mortc sublati regis loco, prohibendis 
rcpentinis hostium in regnum irruptionibus , tranquillitatisque publics tur- 

bationibus, cocrcendis juris contumacibus Exercitus terrestris prse- 

fectura, secundum regem suprema, de jure ei competit semper.* Bei der 
Wahl, Eronung und dem Eide des Eonigs vertrat er sozusagen das Land; 
er hatte den gewahlten Eonig auszurufen, die Bestattigung der Landesfrei- 
heiten von demselben zu verlangen, im Eronungszugc als interrex die Erone 
zu tragen und nach der Eronung die Stande aufzufordern, dem neuen Eonige 
die Huldigung zu leisten, worauf er selbst der erste den Eid der Treue 
durch Beruhrung der Erone mit zwei Fingern leistete (vid. Stransk^ 1. c. 
186 — 193 und vgl. koruna 6eskd, pfizndn{ se ke korun6). 

Purkrabi Olomiicky vid. Parkrabi lenisk]^. 

Purkrabi praisky oder hradu praiakiho, der Burggraf des 
Prager Schlosses, in alteren deutschen Urkunden auch Burggraf des 
Hauses zu Prag genannt (z. B. CD. 9, 260). Er hatte vorzugsweise 
Rechts^Ue uber Sohuldbriefe mit Burgschaften (ohne Hypothek) zu ent- 
»cheiden: jin^ho nic nei listy na penize s rukojmemi audi a siiditi ma.... 



— 287 — 

jine listy, ktcre na zbozi syobodnem dluh ukazuji ncbo na plaiu, ncbo tak^ 
listy na zhoii zdpisna, ty majf pani na slide zemskem audit! (YL p. 8, 9). 
Er fiihrte ferner die Executionen des kdnigl. Eammergerichtes (ibid. 3), 
stellte die listy obranno aus (ibid. 212, 386), konntc aber keinen zvod 
Yomehmcn. Namentlich aber gehorten vor sein Forum alle Granzstreitig- 
keiten: soudce v sonde moznim jest purkrabf hradu prai^sk^ho (Jak. Menfi.). 
Purkrnbi ic*insky. llcber die Stellung, die Amtswirksamkeit, die 
Emolumente dieses Landosboamten sind sehr wenige Daten yorhanden. 
Sicher ist, dass in Olmiitz und Briinn Burggrafen waren (Bartos purkrabf 
Olomueky Pflh. 01. 1412 f. 7; Valentin purkrabf BrnSnsky Puh. Brn. 1406 
f. 38) und dass sie den kleineren Landrechtsbeamten beigezahlt wurden ; 
der Olm. bezog gewisse Einkiinfte von mehreren Ansassen auf der Yorburg: 
My Jan Eoleso komornfk menSi A Erystofor z Penjifna sudf nien§(, Pavel 
z Mohelnice purkrabf Olomiicky, Jakub z Yilhartic pfsaf ufednici menSfho 

prava zemsk^ho pfedstiipivse pfed lifad n&i pruva mensfho zemskeho 

y Olomiici . . • . n^kolik lidf usedlych na pfedbradf a purkrabstyf Olomiic- 
kem sedfcfch, wo also der purkrabf den kleinen Beamten beigezablt ist. 
(Pfih. 01. 1480 fol. 13.) Die Anstellung yon Burggrafen in Briinn und Olmutz 
ist ersiohtlich aus dem Landtagsbeschlusse ai. 1494, woraus zugleich ein 
Zweig ihrer Wirksamkeit henrorgeht : co2 se purkrabf Olom. dot^ce , ten 
m& jezditi, t^i^ i purkrabf Bm6nsk^ a zlod^je a takoy^ lidi (ndsilnfky, ihdfe, 
yraiedlnfky neb poklddace) zdvihati a meSien^ Olomuitf i BmgnStf tak 
opatroyati majf a s nimi posflati jako£ z staroddyna oby6ej jest^ (Pam. En. 
01. 1517 fol. 189). Auch hatte er bei den Exekutionen des pfidM^nf zu 
erscheinen: nam purgrayium Olom. primum, ut consuetudinis est, officiales 
ante se misserunt, ut hominibus diceret, ne se moverent seu absentarent. 
(Pfih. 01. 1463 f. 46.) Eine w^eitere Thatigkeit des Burggrafen geht aus der 
Kn. Toy. k. 134, y^o gesagt y?ird, dass derselbe bei Granzstreitigkeiten mit 
den kleinen Beamten an den Ort des Streites ging, um den Zeugen den 
£id abzunehmen. (Ygl. auch En. Toy. p. 127.) Die Eidesabnahme war uber- 
haupt Aufgabe des Burggrafen: kdyz mu'den ku prfsaze purkrabfm Olom. 
y Olomiici, neb Brnenskym y Brnc ohld&en bude, tu purkrabf maje pfi sobS 
lifednfky menfif md .... nicho poJiestn6 s poctivostf prostHti a Boii muky 
naji poloiiti .... m'd purkrabf ffci: na torn pfisahdS etc. (En. Toy. k. 112, 
113). Es war auch seine Pflicht, den kleinen Landrechtsbeamten zu helfen: 
oafad purkrabsky .... jehoz povinnost i to s sebou pfin&if , aby pisafdm 
menfifm pi4 yysl]^ch&nf svSdkfi ndpomocen byl (Zap. 2er. I. 46). Spater war 
es nebst dem Zeugenverhore die Hauptaufgabe des Burggrafen, die Ordnung 
und Ruhe in der Landrechtsstube und der unmittelbaren Nahe derselben 
aufrecht zu erhalten und wenn der Yicelandschreiber , dem in spaterer Zeit 
das Burggrafenamt haufig anyertraut wnrde, diese Stelle bekleidete, hatte 
er das Recht , eine Person zu bestellen , die die Ordnung aufrecht erhielt. 
(Snem. p. kn. I. 129 ai. 1535.) Nach 1535 scheint die Stelle mehrere Jahrc 



— 288 — 

eiBgegangen zu sein; denn 1562 wurden die Olmiitzer Burger verpflichtet, 
eine zum Burggrafenamte taugliche Person zu erwahlen, dieselbe nach 
Uebereinkommen mit ihr zu bezahlen; Bie wurde unter den Schutz des 
Landrechtes und Landeshauplmannes gestellt, welch' letzterer sie wahrcnd 
der Landrochtssitzungcn zu verkostigen hatte. Seit dieser Zeit war die 
Tlauptaufgabc des Burggrafen die Aufrechthaltung der Ruhe beim Land- 
rochte (ai. 1562 Snem. p. Kn. III. 194). Da aber die Olmiitzer sich wei- 
gcrten, den Burggrafen zu zahlen und iiberdies die Erniahnung nichtadeliger 
Burggrafen bei den zum LaBdrechte erschienenen Parteien wenig fruchtete, 
beatimmte der Landtag des J. 1583: Es wird cin Landburggraf aus deni 
Ritterstande ei-nannt durch den Landeshauptmann und dieLandrechtsbeisitzer; 
er hat denselben Eid wie die kleinen Landrechtsbeamten zu leisten; ihm 
gebiihrt der Sitz vor dem Vicelandschreibcr , ausser dieser gehortc zu den 
alien Ritterstandsfamilien ; er hat beim zvod, odhad und jeder anderen 
Qcrichtsthatigkeit mit den kleineren Beam ten zu interveniren (uin seine 
Sporteln zu verbossern); er hat bei jedem Landtage und Landrechte die 
Ordnung und Ruhe zu erhalten, wobei ihn zwei beeidete Drabanten zu 
unterstutzen haben, die ihm und dem Landeshauptmanne untergestellt sind; 
er hat jedem, der mit eincr Waffe, namentlich in der Landrechtsstube er- 
scheint, dieselbe ohne XJnterschied des Standes abzunehmen und dieser hatte 
eine dem Burggrafen zu Gute kommende Strafe von 5 Schock Qroschen 
zu erlegen, wclche auch der zu zahlen hatte, der wegen Geschrei oder 
sonst eines Excesses vom Burggrafen dem Hauptmanne angezeigt wurde; 
die Drabanten batten namentlich das Gefolge, die Pagen der Parteien im 
Zaume zu halten , dieselben iiber Auttrag des Burggrafen aus der Land- 
rechtsstube zu weisen, folgten sie nicht, zahlten sie 5 Schock Gr., welche, 
wenn sie minderjahrig waren, ihr Herr erlegen musste; Burggrafen und 
Drabanten batten namentlich dafiir zu sorge^, dass die beim Landrechte 
anwesenden weiblichen Parteien unbehindert bleiben. Dafiir erhielten die 
Drabanten jahrlich 60 ft. und der Burggraf 180 fl. Im Jahre 1584 wurde 
seine Stellung um 500 il. vermehrt, dafiir hatte er aber alle kleineren Repa- 
raturea der Fenster , des Daches , Gefen und das Heizholz zu bestreiten. 
(Snem. p. kn. Y. 20 b.) Es scheint, dass der Landeshauptmann den Burg- 
grafen selbst ernannte; wenigstens sagt Zlerotfn Zdp. I. 236: yyhldSen take 
p. Cejka za purkrabf zemsk^ho; vyhlasoval jej p. hejtman^ ie ho sobS za 
purkrabi volil (ai. 1000). Dem 01m. Burggrafen waren die pfihondf unter- 
goordnet; ai. 1505: Vavfinec z Eisenberku purkrabi Olomiick^ pohoni Hynka 
ze Zvole, ze mi na lidi me p6honci, ktoriz k lifadu purkrabstvl pfisluiejf, 
robotami sahd k tomu iddncho prava nemaje (Puh. 01. 1499 f. 167 b). 

Purkreclit 1. Die Emphiteuse : purkrechtnf = lirocni (P. Uhl 
115 b); — zbo^f purkrechtn( aneb piatn^ = bona emphiteutica seu censualia 
(A6. III. 150); clovek purkrechtnf homo subditus • emphyteuticus ; — pravo 
puikrechtnf b^va, kdy^^ komu popluzf k v£6n^mu uiiv&ni ddno b^d, do- 



— 289 — 

kudzby poplatek neb ui^itek za to pdnu byl din (Brikc. pr. meet. 22, 4) ; 

— plat ourofinf neb purkrechtnl slove, kdyi statek nemovity k v66n^mu 
uzivani pod jisty plat nekomu se pronajimd. 2. Jedes bauerliche Besitzthum, 
dessen Obereigenthumsrecht dem Outsherrn zusteht: a potoni ysecken lifad 
vetsi i mcnSi vySedse k tSm purkrechtom a vytrhse dva do8ky . . . (Ph. 
Olom. 1499 f. 53 b); — kdy2 se ktery purkrecht prodd na kter6 dSdinS ... 
(Kn, Toy. k. 198). 

Pusta yes, pusty grunt vid. pustina. 

Pustina (pustotina, poustka, piistka) die Ode, der nicht bebaute 
Bauemgrund, das nicht besetzte Dorf: ai. 1213 desolata hereditas, que 
pu8cina vulgariter sonat (Rzy. III. 43) ; — co se pak desdtku po pustindch 
te vsi dotyce (Pam. kn. Brn. 1535 fol. Ill b); — ie jemu pychem pobral 
skopnf obilf po vsi puste ... a £e z tc pustotiny jin^ho skopn^ho nedd- 
vaji (Pfih. r. 15o2) ; — ze jemu jest Matuse Eoldfe ze vsi jeho s statkem 
odstShovati dal na grunt syfij a ie jemu poustku u6inll (Kn. Dm. p. 97); 

— aby nase (mSsto) hynulo a pustlo, jakoz jiz jest dosti piistek y nasem 
mestc (6a8. 6. M. 1836 p. 319) ; co se dotyce luk, pastey, kopanin, jeito je 
lide drzi a Sasto piisteji, z tSch dano nemd byti, neb prye z nich neddyali 
aniz jest podobne, neb pro berni lide by to pustili a pdni z toho by nic 
nevzali (Kn. ouz. 41 b). Vid. Velesl. IIosp. 84, 97, 208, 225). 

Piistka yid. pustina. 

Pustotina yid. pustina. 

Puska die Biichse 1. als Behaltniss (bursa) : yzali puSku bernikuom 
8 penezi (6a8. c. M. 1836 p. 306); — 2. als Feuerrohr: (Pal. Gesch. III. 
1 p. 36) yelikd puska spater delo genannt, die Kanone. 

Pflvod yid. povod. 

Pych der Stolz, Ilochmuth, Prevel am fremden Eigenthum : pych 
jest mi uCinil chtic mi mii dedinu yybijeti (Puh. 01. 1412 f. 95); — pychu 
jestliieby jeden druhemu ucinil, buJ lesy neb louky pfesekal, nebo y fe- 
kdch, potocich, struhdch, tflnich, poltrubfch ryby neb raky loyil, aneb po 
zapovedi kdo koniu po jeho gruntech jakj^ch koli jezdil a chodil (krom cest 
a stezek syobodnych (LO. 1564 f. 46) was die yern. LO. so libersetzt : „Im 
Pall einer einen Hochmuth gegcn einen andern begienge, als da ist, wann 
einer dem andcren seine Walder abhauen, die Wiesen abmahen, oder in 
fliessenden Wassern und Fischbiichen, oder unter denen Teich Thamen oder 
denen Fischbehaltern Fisch fahen und Krebsen liesse, oder auch wann einer 
dem andcren soinc Griind yerbioten thate und derselbe, deme die Grund 
verbothen waren, solcher seine Griind (ausser freier Steig und Weg) nit 
miissig gehen wollte ... * Femer wurde zum pych gezahlt die Beschadigung 
eines fremden TJnterthanes durch korperliche Yerletzung , Einkerkerung 
u. 8. w. Daher erklart im J. 1535 Nikolaus Burggraf yon Donin: co jest 
V nemecke feCi kyalt, to jest y £eskem jazyku pych. — ygl. iirdosf. 

19 



— 290 — 

Racek = Rastislav, wie Lacek = Ladislav. 

Rada und raditi consilium delinquendi, der Rath zur bosen That; 
hauptsachlich in der Kn. Roib., wo aber in den bisherigen Ausgabea in 
61. 168 ze zrady statt z rady und cl. 210 zradil statt radii stand, welches 
nach dem Zusammenhange und der Analogic mit den lat. Quellen zu setzen 
ist: quando rapinam fecit eum adduxit et consuluit sibi hoc (Eml. Reliq. I. 
28); — quia radii et adduxit Benessiuni, qui sibi rusil inducciones (ibid. 
66) ; — quod consuluit filio, quod eum caperet (ibid. 62). 

Rada consilium, der Rath, dann der Rath als Eorporation und als 
einzelne Person 1. zemskA der Landesrath, welcher in Miihren vom K6- 
nige eingesetzt wurde, wenn er vom Lande Besitz nahm ; die Bathe wurden 
aus dem Herren- und Ritterstande emannt und beeidet, wie es kap. 12 der 
Kn. Toy. „o rad6 zemske" berichtet: potom kdyz se Jeho Milosti krdli zdati 
bude, m& a muoz z pdnuov i z rytffstva, jak2 rail, sobe lidi hodne k radS 
a do rady pfijiti a zemske dobr^ opatfiti, kter^mito do rady jest pffsaha 
takova .... In Bohmen fungirto ein solches Rathskollegium namentlich 
dann, wcnn der Konig das Land auf cine Zeit verliess : jestliieby Jeho Mi- 
lost pro ktere sve potfeby kdy z zeme odjeti racil, prosfme aby tu zemi 
pro vsecky zmatky racil opatfiti s radii zemskii (Ac. 1, 277); — cozby toto 
koruny dotykalo, aby JMst. racila o ty o vsecky veci s radii zemsku uci- 
niti (ibid. 277). — 2. kralovska die konigl. Riithe, in Bohmen vom Ko- 
nige ernannt und beeidet ; sie bildeten anfanglich kein Kollegium und 
wurden nur von Fall zu Fall vom Kcinige bciiifen; sic genossen das Recht, 
Boten zur Landtafel soin zu konnen : coz se pak dotyce relacf anebolito 
posluov ke dskam, komuzkolivek rclaci my porucime bud z panuov neb z 
vlddyk, kdozby byl nasc rada pfisczna, ten aby mohl poslem byti ke 
dskdm zemskym i dvorskym (A6. 4, 519). Spater wurde jeder Landrcchts- 
beisitzer Mitglied des konigl. Rathes und dieser Titel 1609 auch den Land- 
rechtsbeisitzern in Mahren ertheilt. Das Kollegium der konigl. Rathe hangt 
enge mit der Hofkanzlei zusammen, da der Hofkanzler demselben prasi- 
dirte; Bcisitzer waren die hochsten Landesbeamten und alio Landrechts- 
beisitzer ; seine Agenda war nicht strenge abgegranzt, da dasselbe uber alle 
wichtigen oflfentlichen und Privatangelegenheiten berathschlagen konnte. Fur 
minder wichtige Angelegenheiten bestand der enge re Rath (consilium an- 
gustius bei Stransky p. 487), zu dem nicht alle Beisitzer berufen wurden. 
— 3. r. hejtmana die dem Landeshauptmann in Mahren von Fall zu Fall 
durch den Landtag beigegebenen Herren und Ritter namentlich in Kriegs- 
zeiten, um ihn in seinen Arbeiten zu unterstiitzen (Sn8m. p. kn. 1, 75). — 
R. lizkd der engere Rath der Briiderunitat aus 12 Mitgliedern bestehend, 
welchem oblag die Bischofe, den Richter, die Mitglieder des engen Rathes 
zu wahlen, ferner zu bestimmen, wer zum Priester und Diakon zu weihen 
sei (Dekr. J. brat. p. 25). Dieser engere Rath wurde ai. 1494 eingesetzt, 



— 291 — 

erhielt aber auf tier Syhode 1567 in Prerau den Namen 8tarS( Jednoty 
die Senioren der Unitat (ibid. p. 221). 

Radio 1. Der Hackenpflug. 2. Ein Feldausmass, wahrseheinlich 
nach dem poln. poradlne = census de manso soviel wie ein Lahn: dy6r s 
popluj^fm a se dvema r&dloma role. (Ac. I. 154); — solvunt lY. radla ad 
abbatem pertinentia (Pitt. thes. absc. 127); vgl. pluh. 

V 

ftad die Reihe, z. B. fady bond die Budenreihe zur Jahrmarktszeit. 

Rad lehky die unadelige Abkunft: co se lidl sedlsk^ch dot^£e a 
fddu lehkeho (LO. 1564 f. 224). 

Rad movity (Pub. 1412) =: n&bytek, n&fad(. 

J&adovni penfze die Abgabe der in Reihen aufgestellten Buden : 
fadoynf penize od lidi pfespolnfch (Ms. Pross. 1712). 

RAkus: dnem i nocf rdku§e dr^eli (Pam. arch. 1864 p. 101) die 
Yersammlung, so benannt nach dem Felde RdkoS bei Pest, wo die Ungarn 
in alterer Zeit ihre Landtage zu halten pflegten. 

Rana vulnus die Wundo, welche jc nach ihrer Beschaffenheit im 
dcutschen und slavischen Rechte die Straflichkeit des Thators erhohte oder 
verminderte; die Kn. Roz. H. 171 — 174 fiihrt an rdna krvavA (Blutrunst), 
modrd, sind (blau), otcvf ena ofiFen; in Ord. j. ter. il. 65 rany nechrom^ 
in Folgc dercn keinc Lahmung des verwundeten Gliedes eintrat; rdna 
ohavnd vid. ohava; — vgl. chromota, nedopern^. 

Raniti (Rannii) vulnerarc: sive se invicem seditiose yulnerayerint 
sive a latronibus vulnerentur, quod dicitur ranniz (CD. 3, 272 ai. 1259); 
Tgl. ranni* 

Rann£ : sive se invicem seditiose vulneraverint sive a latronibus 
vulnerentur, quod dicitur ranne, liberi sint (CD. 3, 348 ai. 1263) die fur 
die Verwundung gezahlte Busse ; — vgl. raDa. 

Rannik ^rannfk dicitur, si quis in seditione seu a latronibus vulne- 
ratur*' (Erb. Reg. Gloss, p. 810). 

Rannit vid. Raniti. 

Ras, der Raszier: s Uhry, Rasy s svymi Jdsy (Pal. Dgj. III. 1 
p. 378). 

Ratiy, durch Wegfall dea Anlautes statt orataj von orati arare der 
Ackerknecht: ze tu maji rataji oba klasy, ozim^ i jar^ aby ratajom dal 
2 toho obile dfl (Pub. Brn. 1406 f. 202) ; — m61 jednoho rataje a ten tu 
roli obdfeldval, ale jeho vozotaj pomdhal jemu hnoje voziti na tu roli (Pub. 
Bm. 1447 f. 79 b). 

Rii, der Miinzschlag, das Geprage : groS rdzu a 6{sla £esk^ho, 
groBsus bohemici pagamenti et numeri; — na minci byl rdz na jedn^ stranfi 
tVdr Titova s ndpisem, na druhe kotva; — knlie svou vlastn{ minci md a 
na ni obzvldstnf svflj rdz aneb obraz. (Velesl.) 

19* 



— 292 — 

Rceni synonym mit slib, promissum, das Yersprechen: aby pak tak 
se stalo r6en{ a slib mezi n&mi .... jsem i tomu rceni a slibu dosti ncinil 
(Ac. n. 29 ai. 1449); - ai. 1507: ^Eliska poh. Jindficha, 2e mni fekl 
ddti 50 zl. a toho mi uciniti nedba." Nalez .... povinen jest Jindfich tomu 
dosti uSiniti podle rceni sveho. Hergeleitet von ffci dicere, sagen. 

Rec: driel mnfi na recech, durch Worte hinhalten (Pflh. Bm.). 

Recnik wortlich der Redner, prolocutor, dann der Anwalt der Partei 
vor Gericht. Anfanglich erbaten sich die Parteien einen Anwalt aus der 
Mitte der Landrechtsbeisitzer : stans ego coram ipsis petii dominum Andream 
mihi dari inprolocutorem et advocatum, qui vice mea verbum meum 
coram ipsis conquerendo proposuit in hunc modum (CD. 3, 193 ai. 1255). 
Auch durch Ord. j. ter. wird diess best&ttiget : tunc stans actor ante scamna 
judicii advocatum et consilium sibi dari a judice postulabit (§. 4); — tunc 
citatus similiter prolocutorem impetrare debet = tu pohnan^^ m& sobe take 
f ecnfka prositi (§. 5). Bezahlte Anwalte waren in alterer Zeit nicht iiblich: 
pfed tfmto prdvem najemni fecnfci nemajf mluviti (Kn. Tov. kap. 72), 
obwohl in Bohmen honorirte Anwalte schon am Anfange des 15. Jahrhd. 
bekannt waren: jest treba k fecniku se uteci, tcnf svii mzdu vezma zalobu 
stvoff (Ond. z D. A6. 2, 495). Diesc Anwalte aber waren wegen ihrer 
Casuistik im ublcn Rufe; schon Ond. z Dub6 sagt von ihnen: zalobu cinf 
vzdy vice Izi nez pravdy; auch Eornel p. 52 charakterisirt sie schlecht 
wegen ihrer Doppelziingigkeit, indem sie die eine Partoi vertraten aber dem 
Gegner ebenfalls Rath ertheiltcn. Auch die LO. 1564 f. 225 ffg. konstatirt 
grosse TJebelstande bei den Anwalten, indem sich dieselben unverhaltniss- 
massige Ilonorare zahlcn licssen, ja auch Processe um einen bestimmten 
Antheil, wenn derselbe gewonnen wiirde, fiihrten: kdo (z focnfkuov) ktefi I 
od jin^ch pre vedou a sluzbu od nich neb jorgelt majf , aby takove sluzby [ 
a jorgelty brati mohli, kterak kdo s kym smlouvu o to ma ; nez spolkuov I 
ani i&dnfch dfluov o pre zadny ten jorgeltnfk miti s zddnym , od kohoby 
pfi vedl, nemd, budto od tech, od kterych maji jorgelty, nebo od jinych. | 
Fiir jene Anwalte , welche kein Jahrgeld bezogen, wurde als Honorar fest- i 
gesetzt von jedem gewonnenen Process, der um 100 — 1000 Schock Groschen 
gefiihrt wurde, von jedem hundert Schock 2V2 Schock Gr. Wer Jemanden 
liber einen Process ausholte, und dann als Anwalt der Gegenpartei erschien, 
soUto mit dem Tode bestraft werdea. Diese Anwalte mussten adelig sein; 
erst als durch die vern. LO. statt des miindlichen der schriftliche Process 
eingefuhrt wurde, konnten auch Biirgerliche die Parteien veitreten. Qeistliche 
durften nie Anwalte eines Ilerrn oder Ritters sein: poMdek jest, aby od 
stavu pansk^ho a rytffskeho zddny mluviti ncmohl, kter^by iehoi stavu nepo- 1 
ifval a prve duchovnf nikdy od jinych nemluvili, nez sami od sebe, ze to knezi 
Lukdsovi md zastaveno byti. (Zdp. ^er. 1, 162.) Fiir Wittwen und Waisen 
bestellte das Landrecht Anwalte auB seiner Mitte. — Vom fecnik ist zu unter- 



i 



~ 293 — 

scheiden der poru^nfk , welcher nur statt der Person des Klagers vor Qericht 
erschien, ohne den ProcesB desselben zu fiihren , was eben der fe6nik that. 

Recnik lemsky proclamator publicus, der Ausrufer beim Land- 
rechte in Bohmen. Er war dem Oberstlandrichter untergeordnet (Vs. 14) ; 
er hatte die Eroflfhungsfonnel des Landrechtes zu proklarairen (ibid. 18), 
die Parteien aus einem ihm vom starosta der Kammerer iibergebenen Ver- 
zeichnisse aufzurufen , ob sie vor Gericht erschienen seien (A6. 5 , 70), die 
Klage aus den Klagbuchern vorzulesen (VS. 16); er erhielt von jedem Klager 
15 Groschen (ibid. 34); — vgl. volavei. 

Regale, das Dominikalrecht , das Recht des Grundherrn: v regule 
(sic) pansk^ se vkladajf (Ms. LA. XII. c. 19, p. 36). 

j^ehak: Rehofe jinak feehaka (Puh. 1580) = Gregorius. 

Rehola ex lat. regula 1. die Regel: obecni febola prdv mestskych 
zni (P. Mest. 105 b); 2. die Ordensregel z. B. febola sv. Augustina, daher 
febolnik, feholnice, Monch, Nonne. 

Rehor = Gregor. 

Rejmaf ex gerni. der Riemer. 

Rejstra hiessen 1. in Mahren vorzugsweise die Puhonenbiicber : 
knihy pfihonne neb rejstra jak se vfibec ffka (Zdp. ^er. 1, 15). Sie wurden 
nach Landtagsbeschluss 1602 lustrirt und neu gebunden: na pfedneseni nejv. 
pisafe vsickni 6tyn stavove se snesli, aby nejv. p. pisaf takovd rejstra 
zemska, ktera tak ztyfeld, potrhdna, spotfebovana a starym pfsmem ne6i- 
tedlnj^m psdna jsou a obnoveni potfebuji, pfepsati, zregistrovati a jine v§ecky 
pfevazati dal (SnSm. p. kn. f. 117). Ferner gab es 2. r. 6elednf, in welche 
bei Gutsverwaltungen die Lohne der Dienerschaft eingetragen wurden. — 
3. r. duchodni da» Rentenbuch. — 4. r. hejtmanova jene offiziellen 
Verzeiohnisse , in welche der Landeshauptmann die vor ihm angemeldeten 
Guternnionen (vid. spolek) eintrug und welche, wenn beim Landrechte die 
Eintragung dieser Unionen in die Landtafel erfolgte, durch den Landes- 
hauptmann vemichtet wurden , so dass fiir solche Unionsanmeldungen , die 
von einem Landrechte zum andern geschahen, neue Verzeiohnisse angelegt 
wurden: a po ohldsenf a ve dsky vloieni spolkuov maji ta registra hajt- 
manova spdlena neb strhdna b^ti a nova po dskdch zavfenf u6in^a (En. 
Tov. kap. 91); — potom jsem knfiku, do nii byli vepsdni ti spolkov^ pfede 
vSemi roztrhal a pod lavici zahodil (Zap. Zer. 2, 66). — 5. hornf oder 
horenskd fiir Eintragungen von Kaufen und Verkaufen der Weinberge: 
r. homi, do kterfch se kupy a prodeje vinohradft zapisuji (MS. LA. M. VII. 
3 f. 24). — 6. r. lesnf fiir den Holzverkauf. — 7. r. louSni fur den 
Ertrag der Wiesenmaht. — 8. r. mestska Losungsbucher in Stadten. — 
9. r. obecni das Dorfgrundbuch. — 10. r. oukolni fiir's Eintragen der 
Arbeitstage und Lohne der Tagarbeiter, (vgl. likol). — 11. r. pamStn6 
ft) die Gedenkbucher des Landrechtes: iadaje aby to promluvenf do pamSt- 



— 294 — 

n^ch rejster zemsk^ch zapsdno bylo (Zdp. 2er. 1, 179, ygl. pam&tne 
knihy) ; b) bei Gutsverwaltungen das Memorialbuch : to sobe uFednfk do 
rejster pametnych zapisovati m4 (Cas. 6. Mus. 1835 I. p. 57). — 12. r. pivni 
wo das gebraute und verkaufte Bier eingetragen wurde. — 13, r. popravci 
zum Eintragen der Geachteten (vid. popravce). — 14. r. purkrechtai 
fur die emphiteutischen Zihsungen. — 15. r. rybnl zum Eintragen dee 
Ertragnisses aus den Fischteichen. — 16. r. rychtdfovywo Schuldver- 
schreibungen der Dorfgemeinden eingetragen wurden. — 17. r. sirot^l in 
welchen die Waisen der Gutsunterthanen und ihre Gelder ausgewiesen 
wurden. — 18. r. sprdvnf, fur die fixen Abgaben der unterthanigen Leute : 
st&K platove , ktefi v sprdvnfch rejstflch poznamen&ni jsou (MS. LA.) — 
19. r. t^hodnf, wo die Wochenrechnungen eingetragen wurden: to pisaf 
do rejster t^hodnfch zapisovati md. (Cas. 6. Mus. 1835 I. 57); vgl. desky. 

Rejt e germ. Rent, Gereute, novale. 

Rejtarka, Reiterpistole : rucnici, rejtarku s holstrou, toulec (Ms. 1631). 

Rejtarsk^ kruh, der Reitring; vid. kruhar. 

Rejz e germ. Reis, das Reisig: na stay prouti pansk^ neb reyz 
(Ms. LA. M. VIL 3 f. 17 b). 

Relaci) die Botschaft zur Landtafel yid. posel k dskdm: co se 
pak tj'6e relacl aneb posluoy ke dskdm, komuzkoliyck relacf my porucfme... 
kdo^by kolyek relaci ke dskdm ud^lal .... aby to tak dskami znamcnali: 
posel ke dskdm N. z panuoy (Ac. IV. 519 ai. 1487). 

Relator 1. = posel k dskdm yid. sub posel. 2. jene zwei Hit- 
glieder des Landrechtes, welche den im potaz formulirten ndlez (das Urtheil) 
oiFentlich yorlasen. 

Renidih der Streitkolben, Morgenstern, clava bei Rozk. Hk. p. 99: 
koiioyd do pffkopfiy padali a 6echoye je femdihy bili a mldtili. (Hdj.) — 
Die Herleitung dieses Wortes unsicfaer; yielleicht mit f em-en der Riemen 
zusammenbangend , da die Morgensterne in der alteren Zeit an Riemen 
(spater an Ketten) hingenP 

Rendljk (Dreifuss yulgo Reindel) Spottname fur den k. Prokurator 
Rendl yid. Rendlovani. 

.Rendlovani Rendeln d. i. Gesetze und ihren Inhalt sofistisch aus- 
legen nach Zeit und Nothwendigkeit. Der Ausdruck stammt yon Albrecht 
Rendl z OuSayy yon 1498—1509 k. Prokurator, 1509—1510 Oberstland- 
sohreiber, 1515 — 1516 Unterkammerer in Bohmen, welcher namentlich das 
Zustandekommen der LO. yom J. 1 500 bewirkte, welche dem Adel , beson- 
ders dem Herrenstande alle politische Macht in Bohmen einraumte, so dass 
die Stadte diese LO. nur Rendloya prdya nannten. Als aber Rendl in 
den folgenden Zwisten zwischen den k. Stadten und dem Adel die Partei 
der ersteren ergriff , kam er in den Geruch eines polit. Strandlaufers und 
eein Name gab die Bezeichnung zu jenem Begriife, der gewohnlich mit dem 



— 295 — 

Worte Machiavellismus bezeichnet wird. Welcher Ruf ihm bei dem Adel zu 
Theil wurde, geht z. B. aus einem Briefe Wilhelms von Perns tein ai. 1520 
hervor: „na Rendle z&pisy dSlali na jeho brdlo u inne dosti divne .... Pak 
jiz moc mu ddna, aby mohl na krdlovskem miste s mod pob&neti n&s vsecb, 
jeito se tu dot^6e hrdla , cti a statku .... Skarede to veci jsou . . . nez 
mou cti, nerci Rendl, takov^ jaki^^ jest ... Safovati ncbude** (Ac. II. p. 
110. n. 45); — jaki ndm prdva Rendl udelal a nyni op6t jake zpusoby 
jdou, jakz on zase chce v lidi vjiti, bojim se jiste, ze se tudy zleho nebude 
ujimati^ (ibid. p. 125); — kft mi 6ert jest do Rendle, jsoufli nan tak vsickni 
laskavi jako jd, mSlfby se radsi videti v pdte zemi, nezli zde*'»(ibid. 134). 
-- Die Sprucbwortersammlung des Seniors Erythrspus vom J. 1569 sagt: 
rendlujes t. j. chces prdvbyti. Byl p. Rendl clov6k chytry, kteri^zz kfive 
pri pravou anebo k prav^ podobnou u^initi umel. (Cas. c. Mus. 1829 Ileft 
4 p. 53). 

Rendjmar: co se rejster poctov^ch a rendynarovych na re&tant- 
niky JM. krdl. dot^6e (Landtag 1558 f. 59) e germ. Rentdiener. 

Repice. 1. der Trinkbecher, crater, genus calicum duas habefis 
anaas; — f. jest nddoba vinna mnoh^i obnickami obita (Hilar. Litem). 2. 
ein bestimmtes Maass fiir Getreide und Plussigkeiten: kdyi se namSff dv6 
cisky, aby slulo fepice. (Ildj. f. 248). 

Reyvoda: vinice nejspfS rezbami a reyvodami zvelebeny neb zave- 
deny b^ti mohou (6as. 6. if us. 1835. 1. 65) der RebebogenP mittelst dessen 
Weinpflanzen gezogen werden? 

Reiana cedule ohartse excisse, identatee Theilzettel, Eerbzettel, Kerb- 
brief, wortlich ausgeschnittene Zettel, immer zwei, deren Einschnitte in einander 
passen mussten; sie waren gebrauchlich bei Vertragen (Kom. VS. p. 337), 
dann seit der Vern. LO. auch bei gewissen Klagen (fol. 39. 40. 98 ffg:), 
auch bei Dienstvertragen; die Einschnitte bei den beiden Parien mussten 
sich decken: md ceduli fezanou vydati a druhou za sebou nechati (Gas. £. 
Mus. 1835 I. p. 48); a kaid6 strane jedna cedule vyfezand jest ddna (Chron. 
Igl. p. 42). 

Riha = Gregorius: ftehof jinak ftiha (Pfih. 1583). 

Rije Hirschjagd: jel jsem na ffji a tu sme mnoho jelenfi slyseli 
fvdti = (6. Mus. 1830, 436). 

&ijen Yon f fti dem Geschrei der Brunfthirsche, also die Zeit, in 
welcher die Hirsche briinstig sind; als Monatsbezeichnung friiher der Sept- 
tember, jezt der Oktober. 

Robenec 1. das Kind, der Junge: opat seznal: byl jest a rostl s 
ndmi v kldStere jsa mal^ robencem a potom mel troje svficeni a stvrzen 
jest (A6. 1. 184); — pamatuji, kdyi jsem byl robencem, pasl jsem na t^chi 
dedinach (ibid. 165); — tehda jsa robencem byl jsem v M(Sni (ibid. 184). 



— 296 — 

— 2. die jiingeren Bergarbeiter, aus denen dann Enappen wurden: atehda 
oni hned ve ctyfcch nedfelfch mezi robenci v prengade jednoho voliti maji, 
kter^by knapovo mfsto zastati mohl; — aby nii&dnf urbur6f nem61 raoci 
od prengadu ^.ddneho robence ysaditi , ale oni sami majf plnii moc robence 
do prengadu vsazovati a robenci majf poeluSni knapflv b;^ v prengade. 
(CD. 7, 353). 

Robota die Prohnarbeit, zu welcher der Horige dem Herren ver- 
pflichtet ist. Die urspriingliche Bedeutung war allerdings eine andere. Vor- 
laufig sei erwahnt, dass diess Wort mit rob puer, seryus und rob a ancilla 
zusammenhangt , so dass in dem slay. Wortstamme rob der Begriff der 
Probne, Horigkeit und Eindschaft zusammentrifft. Abzuleiten ist das Wort 
yon der Sanskritwurzel rabh (urspriinglich wohl arbh) temere age re, stre- 
nuum esse, woher dann die Worte aXcp-ivoo erwerbe, lat. labor (I fiir r), 
goth. arb-aiths, althd. arapeit, mithd. arebeit, altsl. rab-ota, lit. lob-a 
(1 fiir r wie im lat.), bohm. poln. rob-ota die Arbeit stammen. In anderer 
Richtung entwickelte die Wurzel arbh andere Bedeutungen und zwar in 
Beziehung auf das Subject, das arbeitet; heryorzuheben ist in diesem Sinne 
das goth. arb-ja heres der Erbe, welches, ini llinblicke auf das Sanskrit- 
wort arbh a = puer, filius, urspriinglich wahrscheinlich auch den Sohn be- 
zeichnete. Dass die Wurzel arbh anfanglich arbeiten bedeutete und arbha 
erst in abgeleiteter Bedeutung den Begriff Sohn ausdruckte, dafiir bietet 
ein Analogon, das sansk. duh-ita urspriinglich die Melkerin, dann erst die 
Tochter. Wenn man beide Bedeutungen vereinen will, so bleibt kein anderer 
Schluss, als der, dass den weiblichen Mitgliedern der arischen Urfamilien 
das Melken oblag, worauf erst dieser Begriff zur Bezeichnung der Tochter 
yerwendct werden konnte. Und wenn arbha den Sohn, die Wurzel arbh 
aber arbeiten bedeutet, so ist kein Zweifel, dass die Peld- und Hausarbeit 
mit Hacken, Spat u. s. w. den mannlichen Mitgliedern der Familie zukam, 
die dann yorzugsweise die Arbeiter hiesscn. Nur so erklart cs sich, dass die 
einzelnen Sprosslinge dieser Wortfamilie ira slavischen bald puer, bald puella 
seryus, serya u. s. w. bedeuten konnen, altsl. rabx seryus, bohm. (wo flich 
der Stamm rob nur in Ableitungen erhielt) robenec, rob 6, robatko 
Enablein, rob a puella, ancilla, pa-rob der Sklave, robotnfk der Frohn- 
knecht, robiti agere, robotoyati frohnen u. s. w. Der „Frohndienst" blieb 
als letzte Bedeutung des Wortes robota bis in die Neuzeit und das deutsche 
Wort robotten, die Robott in dcrselben Bedeutung ist entlehnt aus dem 
slayischen robotoyati. — Zur Robot waren die Unterthanen durch eine 
bestimmte Anzahl yon Tagen im Jahre yerpflichtet. Es gab die yerschieden- 
artigsten Robotten, so yerschieden, wie die mannigfaltigsten Peldarbciten 
und andere Beschaftigungen es selbst sind, z. B. seno hrabati, oyce prati a 
stHhati, ifti, konopi ze zdhonfi trhati, prostc ze zdhoni^ V^^^h ^'^o svezti, v 
lesu stohoyinu sekati (A6. 1, 350 — 357); — cibuli pleti, maky okopAvati, 
oyce holiti, oraika, rybnlku sekdnf, 8e6by louk, yozenf yina (MS. LA. XII. 



_ 297 — 

c. 19 f. 26), roboty mlyndfsk^ (ibid. 27), lovy, hony (ibid. 28), p«8f, konskd 
(ibid) ; — roboty orn^, vld6ebn6, ienni, eein^, hrabnf na lukdch (6a8. i. M. 
1835 p. 281); — rybnicn^, mlatebnf (Priv. Tov. p. 19). Aber schon friih- 
zeitig trifft man auf Ablosung der Frohne: ale ty roboty jii^ jsii poraieny 
na plat a jii pominuly (ai. 1447 Pfih. Brn. f. 79). — Einmal fand ich das 
Wori robota in der Bedeutung Zugyieh: kdy2 jsii pfiSli do skaly, tu jest 
jim povedino, kdo jich robotu 2ene a potom kdyz jsiidrahii jdiice do Neb- 
80Y1 pfisli, tu jsii jim fekli: jd^te do krjimy a tu naleznete byu robotu, . 
kter&ito jest zbita a oni vidiice, an jest jicfa dobytek zbit, tdzali jsii se 
u koho jsii ten dobytek kupoyaliP 

Robotiz (gebildet wie vft-Sz, f et-dz) der Frohnarbeiter ; daher robo- 
tiznl lid6 die robotpflichtigen Leute : naSi roboteznf lidi . . . slfbili 61ov6- 
censtvf . . . (Ac. I. 344). 

Robotir der Frohnarbeiter: mimo dvorskou ieled a robotffe (MS. 
LA. Xn. c. 19 p. 146). 

Robotn^ auch Robotiii penize die fur die Befreiung von der Ro- 
bot gezahlte Abgabe: robotneho 2 groSe (MS. 1668); — majl pdnu ka^deho 
roku robotnfch penez 40 zl. ddvati a nebudou povinni robot 6initi (XJrkd. f. 
Eibenschitz 1576). 

Robotn^ 1. der zur Frohnarbeit Yerpflichtete. 2. der Arbeitsame 
clovek robotn]^ aby pozival hrubych krmf; — dSlny a robotn^ stav (Ctib. 
had. p. 11). 3. der Bauer: pfedstoupili pfede mne robotnf lid6 z Pavlovic 
(Urkd. 1552 LA. MS. M. VII. 8). 

Rod 1. das Geschlecht. 2. die Abstammung, rod pln^ die gerade 
Linie: pln;fm rodem od jednoho otce a matefe poSli (MS. 1598); — ujcove 
krevnl pineho rodu . . . v pfibuznosti plneho rodu (ibid). 

Rodic indigena, nostras der Eingeborene: pfednlch osob a rodiifiv 
krdlovstvf 6e8k6ho tfm nestlhaje (Pavl. Skal. 1, 98). 

Rodicka consanquinea : jako Maria odpov6d61a fe6i sve rodi£ky 
(AlibSty) (Stft. ed. Erb. 298). 

Rodov^ mladSi die jiingeren, r. stardi oder stafi die alten Ge- 
schlechter des Herren- und Ritterstandes. (vgl. pdn, rytffstvo). 

Rodsky (Ruodsk^) : mistr z&kona s. Jana Jerusalemsk6ho aneb 
Ruodsk^ho (Ac. 3, 573). Der Qrossmeister der Johanniter, auch Rhodiser 
genannt nach der Insel Rhodus, welche sie seit 1310 besassen. 

Rok von Hoi dicere der bestimmte Termin, die Tagfahrt: „roky k 
pHsahdm do kaply ty v jin6 6asy poklddajf nei pani, neb pdni kladii roky 
V pdtek such^ch dnf, ale ufednfci k t^m rok6m najbliiSfm a nepohnut^^ 
(Korn. Vs. p. 11); na starostu komornicfho sluSf vSdeti a zndti roky, kdei 
Be lide tfmi p6hony pohdn&jf a zvIdStS ty roky, ktef{2 vedle prdva jinak 
promeneni b^ti nemaji . . . prvni rok k stdni nepohnut^, druh^ po sv, Sta- 



nislavu ... aby moUl pffhodn;^ rok poloJiti (ibid. p. 119); — auf die roky 
oder Tagfahrten zum Landrecht (Urkd. K. Leopolds ai. 1704). Speriell 
Taren 1. rok domdcC daa Frledciisgericbt: na dom&cfch rocCch vice po 
pravde, nei po pr&vu siiditi bIusi (vid. rokovnik). 2. roky mensf ter- 
minus technicuB fiir das kleinerc Landiecht: Katefina pohonf k menifm 
rokom etc. (Lib. cit. IL p. 34 n. 154) := terminue minoriB czndae (ibid. 
p. 33). Manchmal nur kurzweg „k rokdm" : Ytli^m pohoai Zdicba k rok6iD 
(ibid. p. 33, n. 148, p. 34 n. 155). 3. rok nemocD^ terminus infirmonini, 
termini infirmi, die dcm Gcklagten wegen Krankheit erthcilte Fristerstreckuiig ; 
sie konnte dreimal auf je 14 Tage bewilligt werden; doch hatto der Ge- 
klagte nach dem cratcn und zweiten Vcrfalle der Frist jedesmal darum lu 
crsuchcn, versaumte er diesa, wurde cr kontumaoirt: uproaen mu rok ue- 
mocnj' za dvij nedC-le do posudku a nebudeli na posudku a budeli nemocen, 
mi opet rok za dve nedele a opet za tfetf dvo a tu konefne mi byti a sni 
nemoc zpraviti ; pakliby tu nebyl a nemoci sve nezpravil, m& nan pHaud 
din byti. (Lib. cit. I!, p. (14 n. 1)2). Bci der dritten Friat hatte er jedenfalls 
zu eracheinen, war diess aber durchaus unmoglicb, hatte er auf aeine Eosten 
Landrecbtsbeaitite zu sich zu entbieten, damit aeioe Krnukheit sichergestellt 
werde : a tu jiz (d. i. na tretim roce) jakz muoz se postav neb pfivez, jaki 
y[ ; pakliby vzdy ncmohl, ale ma ufednfky na aviij nAklad k sobg epraco- 
vati a pfiveati a ti jej ohledaji'ce, jak?. na nSm uznajf, maj( p^ny zpraviti. 
Ale na prvnim panskom snerau ma konecnS at^ti ; pakliby v torn umfel, jemu 
to Skoditi nema. (Kn, Tov. k. 82). Erscbien der Kranke zum rok, bo hatte 
er zu schworen, daaa er wirklich krank war: na tom pfisahim, jakoi p. 
Menbart nine zapohnal, ie jsem pro svii nemoc nemobia atiti na tJch roclcb. 
Tak etc. (Ph. Brn. 1447 f. 02 b). Doch konnte der Klager dem Geklagten 
diesen Eid erlaasen. AIs ca aber dem Geklagten frei geatelU wurde, auch 
fur alch eincn porucnfk zu bestimmcn, konnte der, welcber eineu solchen 
porufnik hatte, keinen rnk nemocny sich erbitten; daaaelbe galtvom Klager: 
poMdek nenf, aby se tem, ktei'i porucnfky v pubonecb raaji, rok nemocn^ 
i poru(^n{k mfi moc jako sam p&Tod, souditi, proaonditi, 
p. ier. I. 83). "Wer in der Stadt, wo daa Landrecht abge- 
zugegen war, konnte keinen rok nem. verlangen: pof&dek 
o roku V meate komu divati. (Zap. Zer. L 25). War die 
cbeinung nicht notbwendig, konnte kein rok nem. verlangt 
olozenf listu rok nem. ae nedAvA, ze jeat p. z Kunovic mohl 
, ie mu nebylo potfebf, k nt atiti. (ZAp. ^er. I. 238.) 
die XagsatzuDg wcgen Ehrenbeleidigung, schlecbtbin rok ge- 
usatz : pfed hejtmanem. Dieaer rok gehorte wie der rok selak/ 
hauptmann, der die Ebrenbeleidigungsklagen in alterer Zeil 
(vid, nirok o iest). Der rok wurde wabrend dea Landrechtes 
ig vorgenommen, daher nennt Karl v. 2erot. ZAp. I. 77 dea 
.tn( den p. hejtmanaund p. 20 ibid, berichtet er iiber den 



— 299 — 

rok folgendes : v pdtek jest pofddek roky slyBeti. Roky pak hejtman klade, 

protoi tento obzvldStnf hejtmansk^ soud jest a pfed lety rael moc hejtman, 

kdekoli chtel je slyseti a kohokoli k tomu povolati, odkud^ jeStS podnes t 

ndlezlch rokov^ch se klade : „mezi N. a N. p. hejtman, pdni k rytif stvo na- 

lezli* jeito v ndlezfch puhonnovych toHko se doklddd „pAni nalezli* a to 

proto, ze za staroddvna pre lidske toliko sami pdni siidili bez vladyk, ale 

k rokiim z jednoho i druheho stavu hejtman poYoldvati obycej mSl. Nynf 

pak jii pfi soudech zjevne se slySi, ale vSak jako p?ed p. hejtmanem ; pro- 

toz i k n6mu se promluvcnf deje i on se z potazu vyndSi.* Als der Lan- 

deshauptmann von Haugwitz 1599 die roky wieder allein ohne Zuziehung 

des Landrechtes entscheiden wollte, bedeutete ihm dasselbe : „a6koli tomu 

tak jest, 7.e to nekdy vlastne soud hejtraana byl, aTsak ze to potom zme- 

nono, jakz i ze snfimuv 8tar;^ch i take z zffzeni zemskeho tomu rozumeti 

jest a protoz eoz tak od mnozstvi let jiz pfi soudu trvd, pfi tom aby toho 

zanechal." (Zdp. ier. I. 195); vgl. postranne pfe. 5. Rok opraveny 

oder opravenf roku. Wcnn die Klage des Klagers wegen Zeitmangel 

nicht vor das Landrecht kommen konnte, hatte derselbe den Terrain seiner 

Klage fur das nachste Landrecht zu verbessern oder resp. zu erneuern, 

diess hatte er so lange zu thun, bis das Urtheil in seiner Sache gesprochen 

wurde ; dadurch erklarte der Klager, dass er von seiner Klage nicht ab- 

stehe und desshalb sagt Korn. V§. p. 130 ganz treflFend: roku opravenf ji- 

neho nic neni nez povoda k siidu ohldseni*' (vid. viza), 6. rok pofddn^ 

im Lehensrechte : mana rok pofddnj^ aneb u2ite6ny proti pdnu jeho pocfnd 

88, kdyz on leno pfijfmd od pdna sveho, r. pofddn^ po6(tdme rok jeden a 

seat nedelf; rok uziteiny vid. pofddn^^ (Pr. Men. p. 45 L. A.). 7. roky 

selsk6 die Beschwerden der Unterthanen gegen die Grundobrigkeit, welche 

zwar beim Landrechte, aber nicht im Namen desselben, sondern durch den 

Landeshauptmann unter Beiziehung mehrerer Beisitzer entschieden wurden, 

immer am Freitage : ponSvadz roku selskych tak velice se namnoiilo, tak 

ie ty dva dni od staroddvna zachovdvane a zffzenim zemsk^m vymefen6 k 

vyslySeni jich a vypoviddni uiinene neposta6ujf, protoi aby pfi zasednutf 

soudu zemskeho pflStiho druhy t^den cely krom soboty, totii za pSt dnf 

slySdny a souzeny byly. (SnSm. 1612 f. 68). Doch konnte diess auch ausser- 

halb des Landrechtes geschehen, wobei der Landeshauptmann entweder 

Landrechtsbeisitzer oder solche Personen beizog, die in der Nahe der Be- 

Bchwerde fuhrenden Unterthanen wohnten : zddal p. hejtman, ponSvadi rokfi 

velmi mnoho mezi pdny a poddanymi jest a ti skrze odlo^eni soudu k sly- 

i&nl pfijfti nemohou, za nau6enf, coby 6initi mel ? Radili jsme mu, aby pfi- 

vezma k sob^ n^ter6 osoby z sousedd nejblii^Sfch t^ch d6din, kter6 s pdny 

sv;^mi 6initi majf, strany k sob^ obeslal a je ndjak porovnati spolu se snaiil. 

(Zdp. ^er. L 230). Diese Gepflogenheit hatte ihren Grund in dem Landtags* 

beschlusse ai. 1565 : Jakoi jsou rokove pfed JMtf. p. hejtmanem mezi n6- 

kter^mi pdny a poddanymi jejich polo^eni, p. hejtman mezi tfmto £asem a 



— 300 - 

8v. Bartolom&jem obesHc nekter^ osoby z p&ni soudcf i z obce do Olomiice 
rok strandm polo2iti m& a vyslySice je spravedlivou vypoved uciniti. (8n§m. 
pam. kn. III. 234b). 8. rok u2ite6n^ vid. pofddny. 9. rok valnjf der 
Beichstag; bisher fand ich diess efn emzigesmal in A5. I. 284 ai. 1444: 
pro ten rok valn]^, ktery nyni v Niirnberce o kostelni a Hssk^ vici velmi 
pilne drieti musfme, kteryzto rok take i vdm moie prospe^en byti. 10. rok 
zavit^ terminus peremptorius, der uniiberschreitbare Termin : kdyJ ten cas 
vyhde zavity = post peremptorium (A6. III. 163) ; — ddn mu rok, ie z 
zemS musel jeti k zavit6mu roku do 6ech (Ph. Brn. 1480 f. 26 b). Der 
Ausdruck bildlich daher stammend, dass Grunde, welche nicht liberBchritten 
oder betreten werden durften, mit einem gehegten Zeichen versehen wurden: 
aby tech mezf v pokoji nechali, kol md vtekniiti a zaviti je (Ord. jud. ter. 
cl. 77). Im alteren deutschen der austag dies peremptoria; (conf. zavitf). 

Rokovnik domi^ci 1. der Yermittler, an den sich die Parteien 
wenden, um das Gericht zu vermeiden : tei fku domdcim , chytrym rokoT- 
nlk6m , ktefiz utiskajf pravdy sprostnSjsiho svii chytrostf aneb moci, ze( 
dojdii hofe .... neb na domdcich rocfch vfce po pravde nez po pravu 
Biiditi slusf a smliivati lidi (Stit. ed. Erb. 150); vgl. slubny sud. — 2. der 
Rathgeber: rokovnfci, s kteri^mi se kdo radi (Ctib. hdd. p. 58). 

Rokotrzny haufiger aber rukotrzny kiihn, versohwenderisch : zna- 
menavse zdhubu koruny, jiz jest skrze Sigmunda na rozliCnych klenotech 
kostelnfeh a penfiiit^ch zddvna chovanych rokotrin^m zmafenfm dosla 
(Ac. 1, 199). 

Rokovy den, der Freitag, an welchem beim mahr. Landrechte die 
roky verwandelt wurden (vid. rok 4. 7). — Vgl. litery. 

Roky, auch Roky mensi vid. rok 2. 

Rota 1. altsl. rota, rotii der Schwur, im bohm. die Eidesformel: 
jakoz Oldfich pfisahu 6inil, jest jemu rota vyddna v tato slova (Puh. Bm. 
1417 f. 113); — opatu za kldStefsky dluh vzfti na 8v6j zdkon, jakz rota 
vyddna (Kin. Roz. 61. 138). — 2. die Sippe, Gefolgschaft : neb jest mnoho 
rot pfirozenych, je^to sii na se laskavy a jeden druh(^mu pravdy uminene 
pomahd snazne (Ond. z D. 61. 56); — nektefi z pychy jsic bohatSf a neco 
podstaty a roty majfce pod starsfmi pdny sedeti jsii nechteli (Kn. Toy. 
kap. 52); vgl. altsl. roti turma, deutsch die Rotte. Ob zwischen beiden 
Worten rota als Schwur und rota als Sippe ein Zusammenhang besteht 
auf Grund der Vorstellung, vermoge welcher die Eideshelfer im deutschen 
Rechte den Verwandten entnommen wurden, ist bei dem Mangel von posi- 
tiven Beweisen schwer zu entscheiden; die Ausdriicke im altslav. voditi 
V rotu, rotiti sja jurare, rotinik jurans , socius foederis scheinen eher 
dafiir als dagegen zu sprechen. — 3. die Sekte : kaclf i vSelikakd roty = 
bseretici cujuscunque sectse (A6. 3, 80). 



— 301 — 

Rouna (Riina)* dcr Weg zwiscfaen den Abtheilungen dee Wein- 
gartens, dann der Rain zwiscben zwei Weingarten : do vinohraduv a riinami 
skrze ne choditi nemaji (MS. LA. M. VII. 3 f. 26); a to na roune trhati 
ma, z riiny pak pro trlidnf hroznu do vinohradu vstupovati nemd (ibid. f. 27) j 
— kdoby pod ninii podtahl z ciziho vinohradu do sveho (ibid. 29) ; — 
pre rounu nebo mezi, kterd jest mezi vinohradem Jana a Sanytrnfka 
(Kn. Nosisl. f. 3), — aus dem deutschen die Rune, Rinne der Einschnitt 
in der Erde, im Holze. — Vgl. odriinek. 

RouSecnice, die Schleiermacherin: Lidmila rouseSnice z Prahy 
(Pub. 1520), das Citat, welches Jungm. sut rou§en{k nach einem Excerpte 
Bo^ek's bringt: lide rouSenfei z Prahy, ist dahin zu verbessern: Lidi 
(= Lidmile) rouSefinici z Prahy. 

Rovnati, durch Recht entscheiden, begleichen: „eoi se tSch y^cf 
mezi naSimi lidmi dot;fce, sem k tomu pHstoupil, aby sprayedlnostf rovndni 
byU« (A6. I. 125). 

Rovny == prdv recht, gerecht : nepoiddav royneho ode mnS pohnal 
mne (Pfih. Bm. 1406 f. 158); — o to mi slfbil roven b^ti pfed lifadniky 
(Puh. 01. 1412 f. 84 b); — a jd jsemi toho tiizil, aby mi se o to rovn6 
stale (ibid. 98 b). * 

Rozdil dasselbe wie dil, vid. dileni. 

Rozdvoj gen. fern, der Streit, Process : a y te kazde rozdvoji vypis 
z desk te zpravi (Ond. z D. §. 54). 

Roimnozitel rise „Mehrer^ des Reiches, semper Augustus. 

Roipiksobiti , abtheilen, vertheilen: a sveho zdpisu mi nedrzf v 
torn , jakz jest otec nas rozposobil (Puh. 01. 1463 f. 85) ; — vgl. dilni 
bratri. 

Ruciti (von ruka manus) biirgen, sicherstellen: ru6iti statek sirot^f 
das Waisenvermogen sicher stellen. 

Rudnik fossor metallorum der Eisenarbeiter (Erb. Reg. 1, 78, 79) 
von ruda die Eisenerde und dieses von rud^ rubeus roth. 

Ruflan, der Euppler, Lotterbube, rufianka oder rufka meretrix, 
ital. ruffiano, mitlat. ruffianus leno, der Euppler. 

Ruchadio, ein specifisch bohmischer Pflug, der die Mitte zwiscben 
Pflug und Haken halt; seine Eigenthiimlichkeit besteht darin, dass die 
Schar zugleich das Streichbrett und dass Streichbrett zugleich die Schar 
ist. Das Scharblech senkt sich in schiefer Richtung abwarts und ist nur so 
weit horizontal von rechts nach links unten schrag vorgebogen, um die Erde 
abzuschneiden, einzustiirzen und zu wenden. In seiner urspriinglichen Eon- 
struktion nur fiir weichen Boden verwendbar; durch Verbesserungen in 
neuerer Zeit aber auch fiir harten Boden tauglich gemacht. 

Rujeti, thatlich streiten, raufen: rujeta-li 'se dva pacholky = si 
duo famuli ad invicem se depilant (P. Mest 138 b, 26 b). 



— 302 — 

Ruka manus die Hand; hervorzuheben Bind folgende zwei Yerbin- 
dungen 1. zpraviti oder odpfieahati sam svii rukii sich yonder 
Schuld durcfa seinen eigenen Eid, obne dass Eideshelfer nothig waren, rei- 
nigen : z rady prAvo se otepf (ti sam^mu svii rukii (Kn. Roz. cl-- 72). — 
2. vesti, odpfrati, dovesti etc. svii rukii seine Unschuld durch den 
Zweikampf beweisen: jeSto pfivod i pohnany to, co jim na svSdcfch schdzelo 
rukou Bvou dovesti cht§li, vynesli p&ni ndlez tento : .... ie to chce na 
Rozhona rukii v^sti .... a od.Rozhona ikl zase povedino: co2 jest p. 
Stos svediil, ze jest toho nemluvil a ie tei chce p. Stosovi rukii odplrati 
.... pdni toho pfi torn nechdvaji a p. hajtman aby jim cedule k bitye 
vydal; — kdyz se cti dot^^ce neb han^nf velik;^ch, muoi rukii odvesti aneb 
pfisahii odbyti (Kn. Toy. kap. 118). — 3. ruka spolacna a nerozdflni 
die gesammte, ungetheilte Hand in Biirgschaftsbriefen. 

Rukavec plur. Hukavce 1. der Aermel. 2. der Stutz. 3. der obere 
Theil des Hemdes^ das Brusthomd. 

Rukavi, die Rustling. 

Rukavnik. 1. der Stutz, um die Handc vor Kaltc zu schutzcn. 
2. die Handbiichse = rucnice. 3. das Treibegarn zur Jagd. 4. das Schooss- 
hiindchen, well es im Kleiderarmel oder Stutzo getragen wurde. 

Rukojme, der Burgo, rakojemstvi, die Biiigschaft. In den Schuld- 
briofen werden gcwohnlich sechs Biirgen aufgestellt, welche entweder mit 
gesamrator Hand (rukii spolecnii a nerozdilnii) oder jodcr fiir die auf 
ihn entfallendc Thcilsumme (dfl, oddil) haftetcn: rukojme kdyz y listu 
stojf, ze kazdy niuoz sv^m dilem odbyti (ale tech listuoy mdlo se deld)? 
tu kazdy rukojme muoz syym dflem odbyti a jistec jeho nemuoi upomlnati 
pro oddil druheho, kteryzby jcmu plniti nechtel neb umrel ; ale kdez stoji 
„ruku spoleCnii a nerozdflmi*' tu plaf az do poslednfho, by pak sam jediny 
rukojme zuostal. (Kn. Toy. kap. 189.) Manchmal wurde die Haftungspflicht 
auch auf die Erben ausgestreckt ; yon dieser Art der Biirgschaft kam es 
aber im 15. Jahrh. ab. Seit 1549 y^urde es auch dem einzelnen Burgen 
freigestellt , dem Glaubiger die Biirgschaft zu kiindigen; dieser zeigte die 
Kiindigung dem Schuldner an , wclcher dann yerpflichtet war , innerhalb 
12 Wochen einen neuen Schuldschein auszustellen und einen neuen Burgen 
hineinzusetzen (Snem. p. kn. HI. 9); dasselbe geschah auch, wenh einer 
der Burgen starb. Wollte der Schuldner den Schuldschein nicht emeuem, 
dann, wurden die Burgen ihrer Haft ledig. Wenn ein Schuldner sein Ver- 
mogen yergeudete , hatton die Burgen das Recht , ihn in Haft zu setzen 
(in Mahren auf dem Spielberge), aus welcher er ohne Einwilligung derselben 
nicht entlassen werden konnte (ibid. p. 10). Wenn entweder der Biirge die 
auf ihn entfallende Theilsumme zahlte oder der Schuldner die Schuldsumme 
beglich, dann wurden die Siegel des BiLrgen oder der Burgen vom Schuld- 
briefe losgelost und zuriickgeschickt (peief vyyaditi). Die Klagen wegen 



— 303 — 

Burgschafik wurden beim Landrechte vor alien anderon yerhandelt. (Zdp. 
Zer. I. 18.) Im J. 1612 wurde bestimmt, dass die Burgen eines verschwen- 
derischen Schuldners ohneweiters ihrer Ilaftungspflicht sich begeben konnten 
(SnSm drzany 1612 p. 50). — Ueber die Schelte der Burgen und ihre Ver- 
pflichtung zum Einlager vid. lani und lezeni. — Bei Verkaufen bauerlicher 
Orunde iindet man Burgen nicht bloss fiir die Zahlung sondern auch fur 
die gute Wirthschaft des Kaufers : rukojme za dobre hospodafstvf a placenf 
gruntu (Qrundbuch von Pawlowitz f. 2 J). 

Rumij, Runieje, der Nachtrab, Tross, die Truppe iiberhaupt. 

Rumermistr e germ. Rumormeister, der Generalgewaltige des 
Heeres oder einzelner Abtheilungen desselben. (Slav^t. kn. 2 dil 7 f. 42.) 

Rumpal: katov6 vedli jej k rurapdlu, ktery byl k tomu pfipraven 
a svlekSe ho z rubdse op&sali jej jak^msi hadrem a tak ho na ten rumpdl 
poloJili, pfivdzavse ho nSkolika fetezi v puli , za hrdlo , za ruce i za nohy 
a tak jej pekli (Cas. i. Mus. 1832 p. 326), e germ, der Rumpel, Rumpel- 
baum, Rumpelholz, ein mit breiten Niigeln besohlagener rundcr starker 
Baum , auf welchem die Haute grosser Thiere mit dem Stossoisen abge- 
fleischt werden. 

Runa vid. Rouiia. 

Ruodsky vid. Rodsky. 

Rutliuk, ein auf beiden Seitcn geschliffenes Schwert: rutlynk ver- 
Batilis jest mce s obii stranii ostfi a feze, kam jej kolivek obrati .... neb 
fecen jest rutlynk, jcnz jest hotov k obrdceni tociz k otjeti (sic! bibL 1404 
f. 11). Matz. c. si. weist auf mithd. riutinc culter minor, rintelinc 
lancea minor, holland. riuting Degenklinge. 

Rybalt, Rybaitnik 1. magister scholas, ein Eiichenlateiner : rybalt* 
nici, kuchynStf latinfci fikdvali: ^melius il, quam nil** (fias. 6. Mus. 1829 
p. 4, 50). 2. ein schlechter, unsittlicher Mensch, ital. ribald o, franz. ribaud 
scortator. 

Ryblaf e germ. Riiblingcr, Riibner, eine vom Erzbischofe Leon- 
hard von Salzburg (1495—1519) geschlagene Miinze mit dem Wappen der 
von Keubschah, einer dicken Riibe, versehen, =: 10 Pfennig, 110 = einen 
Gulden. 

Rybnik von ryba piscis der Fisehteich ; r. plodov^ der Brutteich ; 
r. poternf, trecl der Streichteich; r. sekati die Grasmaht um den Teich : 
coz se rybnikfi sekdnf dotyie, aby na rybnfcich sekali (MS. LA. XII. c. 19 
f- 26), die Stelle findet ihre Erklarung durch die ibidem p. 52 vorkommenden 
Worte: se6eni trav u rybnika. 

Rybniki^ri, die Teichgraber. Es waren Leute, welche sich eigentlich 
oei Festungen zum Schanzengraben verwenden liessen und wenn diese 
Arbeit, namentlich wahrend der Tiirkenkriege in Ungarn, aufhorte, in die 



— 304 — 

benachbarten Lander zogen, hier verschiedene Teicharbeiten verrichteten, 
aber dadarch zur Landplage wurden, dass sie sich mit entlassenen Kriegs- 
knechten und anderen Landfahrcrn vereinigten und durch Bettelei, Diebstahl 
und Wegelagerung die Leute belastigten. Die Landtage erliessen scharfe Ver- 
ordnungen gegen sie, namentlich der bohm. Landtag des J. 1499, dessen 
Hauptbestimmung dahin gebt, dass jeder rybnikaf in den TJnterthanenverband 
irgend eines Grundherm treten musste , der dann die Aufsicht iiber ihn 
fiihrte ; wer dies nicht that, wurde aus dem Lande gewiesen (A6. V. 507). Doch 
fruchtete diese Verordnung nicht Tiel , da diese rybnikdfi sich aus aDer 
Herren Landern rekrutirten und bei jedem neuen Tiirkenkriege in Ungara 
yerwendet wurden. Noch 1612 musste der mahr. Landtag Folizeimassregein 
gegen sie treffen. Sie waren wegen ihrer Prahlerei und Trunksucht verhasst: 
genus hominum ebrietati et qusB consequi solent deditissimum , ac nullius 
famse, ideoque maledicto , communi pisciniarium dicimus hominem extreme 
improbitatis et fortunae (Balb. Misc. I. p. 126); — dass man bei una sammt- 
liche Qrosssprecher und Vielschwatzer mit dem Namen rybnikdf belegt* 
(Schaller Topog. Budw. Kr. p. 94). 

Rybnikove der Fischteichzins : plati rybnikoveho 13 gro§{ (MS. 1679). 

Rybniiti locus piscinarum (DB. 14, n. 20). 

Rycart der Fahrzins, der steigende Zins, census progressivus, der 
stieg, wenn er nicht zur bestimmten Frist erlegt wurde: neb pravo jest jako 
ry6art z jednoho nakladu v druhy jda (Kn. Tov. k. 131). Diess Wort kommt 
in pola. Quellen haufig, in bohm. meines Wissens nur in der citirtcn Stelle 
vor und wahrscheinlich lernte es Ctibor v. Cimburg in Polen kennen, als 
er dort verweiltc, um Vladislav dem Jagellonen die bohm. Krone anzubieten. 
Lis polnische wurde das Wort aus dem deutschen: Ritschart, Rutscher- 
zins entlehnt, woriiber Grimm R. Alt. 387. 388 : thut er solches des tages 
nicht, so stehets auf ritschart. 

R^ha der Wassergraben , Kanal: za domy, kdez jest r^ha, i&inf 
nemd jich zastayovati^ nez kazdy za svym domem ulice voln§ nechati. (Cas. 
6. Mus. 1844 p. 606), mitlat. riga, althd, rtge rivus Bach, neuhd. Riehe, 
ein G-raben, wodurch man nasse Felder und Wiesen trocken legt. 

Rychliee die ^schnelle," Name einer Kanone: z Rychlice tficetkrat 
za den stMeli (ai. 1422 SRB. 3, 53). 

Ryehta die Erbrichterei. 

Rychtaf kr&lovsky der konigl. Stadtrichter, ein Amt, das nach 
dem blutigen Aufstande des J. 1547 in den k. Stadten eingefiihrt wurde; 
es lag ihm ob, die Erbschaftsangelegenheiten zu ordnen, die dem Eonig gc- 
horigen Strafgelder einzuheben u. s. w. Seine Hauptaufgabe aber war es, 
die Staatspolizei auszuiiben „aby mesta potomnS nic vice takov^ho pfed 
sebe brdti, se raditi a puntovati nemohly a toho aby jim brdnfino bylo.* 
(Mik. Da6. im Cas. 6. M. 1828 H. 1. p. 39). 



— 305 — 

RychlAr svobodny der Erbrichtcr. 

RycMArski knihy das dem Ortsrichter anvertraute Qemeindegrand- 
bucb; Tgl. rejstra. 

Rychti^feki pobuty = soudiii die gerichtlichen (vom Richter aus- 
gesprochenen) Strafgelder. 

Rychtafstvi die Erbrichterei, advocatia; r. zakoupene advocatia 
emta (DB. 10 n. 121). 

Rybel: s 12 rykly nebo ksmeidy, jeSto dvSma klf^i se otrfraly 
(Pam. arch. 1869 p. 520) e germ, der Riegel. 

Rynif assecla der Waffenknecbt, aus dem mithd. Renner cursor, 
armiger. 

Rynkmel der den Marktplatz kehrt: rynkmetovi sluiby ro6iii 8 zl. 
(MS. Pross. 1696). 

Rynskjp ilaty florenus rinensis, rbenensis der rheinische Gulden, 
der sechzig Kreuzerfuss, dessen Werth in Bohmen ai. 1485 auf 21'/, Gr. 
(A6. 5, p. 115) ai. 1544 gleich einem Schock Meissnisch und 12 Pfennigen 
Oder auf 72 Ereuzer festgesetzt wurde. (LO. 1564 f. 233). 

Hytifska kniha das Rittcrbuch; vgl. ryiifstvo am Schlusse des 
Artikels. 

Rytirska pfisaha der ritterliche oder besser der Rittereid, welcher 
nur adeligen Personen auferlegt wurdc, damit diese sich entweder einer 
Blutschuld oder des Yerdacbtes einer listigen That entledigen, also ver- 
wandt mit juramentum purgatorium dem Reinigungseid. Dieser Eid war immer 
ohne Cespitation; die Formel war nach Kn. Toy. k. 115: na tom pfisahdm, 
ze jakoz mne Petr vini timto (worauf die species zu folgen hatte), ie tim 
Tinen nejsem. Einen solchen Eid leistete 1475 in Briinn in Qegenwart des 
K. Mathias und vieler bohm. und ungar. Magnaten Hynek yon Waldstein, 
welcher beschuldigt war, den Wilhclm yon Lichtenstein ermordet zu haben, 
worauf ibm za zprdvu a o6i stent toho ndroku folgender Eid auferlegt 
wurde: „jd Hynek z Yaldsteina na tom p. Bohu etc. pfisahdm, jakoi p. 
Hcinrich z Lichteustcina podl6 znani Zabcickeho a Kuglara na mne mluyil 
smrf stryce svcho p. Yil^ma z Lichtensteina, ze jeho smrtf vinen nejsem 
ani zadnd pHcina jeho s sveta sycdenf^ (Ph. 01. 1475 f. 21). Ein anderes 
Beispiel aus 01. pam. kn. 1517 f. 94: pfisaha rytifskd, kdyi se brdnil od- 
povidati na pohon: „ja Burian na tom prfsahdm, jako2 jsem pfed pdny po- 
vodel, ze svcdomi ta a jinc potfcby, kterychz jsem potfeboval ku pohonu, 
kterymz mne pohnal Jindfich, zc jest to pacholek moj ztratil neb y hospode 
zapomenul bez meho ySdomi.** 

Rytifstvo, stay rytirsky der Ritterstand. Um die yerschiedenen 
Beziehungen und Bezeichnungen , welche diess Wort enthalt, zu begreifen, 
ist eine genetische Entwickelung desselben nothwendig. — Im allgemeinen 

20 



^ 306 — 

bedeutet rytffstyo den Ritterstand als niederen Adelerang gegenfiber dem 
Herren^tande : pdni a rytif Btvo die Herren and Ritter. Nun findet man aber, dass 
Btatt des Wortes rytffstyo mit p&ni inYerbindung gebracht wird 1. semaii: 
pdni a zeman^ na snSmu obeenfm yydali dvan&cte pdnuov a dvaniote zema- 
n6y 7- z em an ist hier collectiy nnd aus der Aufzahlung dieser 12 zemanen in 
Ed. Toy. kap. 153 geht heryor, dass zu den zemanen 3 Ritter and 9 Pa- 
nose geborten. 2. Wird mit pdni statt rytffstyo in Verbindung gebracht das 
Wort Vli^dyka: ruoznice mezi pdny a ylddykami (A6. 2, 11). Namentlich 
gibt es eine Menge Belegstellen, dass yiddyka und rytff als synonym 
galten; so heisst es in der XJrkunde ai. 1493: pfihodilo-Iiby se, ieby pin 
neb yiddyka y kterd nechuf yesli a psanf mezi nimi potfebf bylo aneb 
88 ddlo, nemd 2ddn;f z rytff stya prost;fm jmenem pdnu psdti .... a tei 
pdn nemd ylddyce samj^m jeho jmenem psdti, ne2 to yzdy pfi6iniH ^uro- 
zen^mu ylddyce .... pakliby kter^ proti tomu zffzeni buJ z pdn6y neb 
z rytffstya u^inil^ ... (LO. 1545 f. 12). Man sieht, dass hier die Aus- 
drucke yiddyka und rytffstyo identisch sind. Dasselbe ist der Fall in 
Zffz. Ylad. n. 227: lifady stayu yladyckemu nalezen^ und in n. 230: aby 
zddn^ z pdn6y ani z rytffstya dyii lifadoy zemsk^ch nemfyal. Ebenso im 
Zap. 2er. 1, 20: y ndlczfch rokoyych se klade ,,p. hejtman, pdni a rytir- 
styo nalezli, jcsto y ndlczfch puhonnych toliko se dokladd ,,pdni nalezli'' a 
to proto, ^.e za staroddyna pre lidske toliko sami pdni siidili bez ylddyk. In 
diescn drei Citaten, die auf raehrere Hundert gebracht werden konntcn, ist das 
Wort rytff und vladyka identisch und bezeichnet cin Mitglied des Ritter- 
standes; aus den frfiheren Citaten geht aber auch hervor, dass die zemane 
und panose ebcnfalls zum Ritterstande gezahlt wurden (ygl. panose, zeman). 
Nichtsdestoweniger muss aber das Wort rytff auch cine spezielle Bedeu- 
tung gehabt haben, da unter den 12 zemane, wie oben crwahnt, 3 Ritter 
und 9 PanoSe aufgezahlt sind, d. h? unter dem Collectivnamen zeman fasste 
man rytff und panose zusammen. Wer waren also in Bohmen und Mahren 
RitterP In der XJrkunde ai. 1492, in welcher der Titel panose und yiddyka 
fixirt wird: „8loyiitn^ panoSe und urozen^ yiddyka" heisst es bezuglich 
der Ritter: „nei co se rytff 6y dot^ce, tfim psdno bud podl6 staroddynfho 
obyfieje, totii „urozen6mu a state 6n6mu rytff i,* woraus heryorgeht, 
dass dem Ritter ein ausgezeichneterer Titel (nobili et strenuo militi) 
zukam als dem Vlddyka, dass also der Ritter im Ritter- oder Vld- 
dykenstande den hochsten Rang einnahm. Eurz gesagt: den Ti- 
tel „Ritter" fiihrten jene Familien, deren Vorfahren zu Bit- 
tern geschlagen wurden. Es gehtdiess heryor aus einem Ndlez zwischen 
dem Ritter Tetauer und dem PanoSe Haugwitz yon Biskupitz: „pon6yad2 
tato zeme ten fdd z staroddyna zachoydyala, ze rytffstyf z milosti kraI6T 
a obdarovdnf na nepasoyan6 pdny i z rytffstya, ylddyky neb panoSe pfi- 
chdzf a V tomto markrabstyf rytff i y^dycky yd2enf jsii a ct^'nimimo 
nepasovane lidi ye ySech rytifsk^ch fddech** (Pfih. 01. 1475 f. 116). 



— 307 - 

In der LO. 1535 werden angefuhrt: urozeni a statecni rytfri p. Yilem 
z Yi6kova etc. und dann folgen: urozeni yl&dyky. Nachdem der Ritter- 
achlag aufhorte und die Erhebung in diesen Stand und Rang durch Diplome 
erfolgte, musste im Diplome ausdriicklich stehen , dass der betreffende in 
den Ritterstand erhoben werde, sonst gait die Erhebung als einfache Nobili- 
tation; im ersteren Falle gebuhrte ihm der Titel ^urozen^ a state^n^ ry- 
tip im letzteren bis 1492 der Titel ^sloYiitn]^ panose^ dann „urozen^ 
vladyka/ seit Ferdinand II. erhielt er bis ins dritte Qlicd exclusive wieder 
den Titel slovutn^ panoSe, vom dritten Qliede an ^urozen^ vlddyka*' (ygl. 
panose). Um es deutlicher zu machen: wenn noch heutzutage die alten 
Titulaturen bestiinden, hiesse der in den einfachen Adelsstand Erhobene 
bohmisch ^sIoyutn;f panose'^ bis ins dritte Qlied, vom dritten Gliede an 
^urozen^ vl&dyka^ und der in den Ritterstand Erhobene hiesse „urozen]^ a 
statefn;^ rytlr.* Ein Auslander.oder neuer Adeliger konnte bis 1629 nur dann 
als adelig in Bohmen und Mahren gelten, wenn er vom Ritterstande in dessen 
Gremium aufgenommen wurde: ^uk&zal sice majestat na stav rytihkf^ ale 
ponevadz zde takovt majest&tov^ jinii,6 neplati, le6 ten, kter^ ho md, od 
stavu rytifskeho do spolku jejich pfijat jest.** (Zap. ^er. 2, 147). — Auch 
der Ritterstand zerfiel wie der Uerrenstand in alte und neue Geschlechter; 
nach der zweiten Generation konnte die neue Familie die Aufnahme unter 
die alten Familien verlangen. Seit 1537 wurde ein eigenes Ritterbuch 
(Kniha rytirskd) angelegt, in welches die in den Ritterstand Aufgenom* 
menen verzeichnet wurden. Doch ist dieses zu unterscheiden von dem am 
Schlusse des 17. Jahrhd. angelegten Ritterbuche, in welches die Wappen 
der Ritterfamilien gemalt wurden. — Den Kurialsitzungen des Ritterstandes 
beim Landtage prasidirte der Hofrichter. Bei der Stimmenabgabe hatte der 
Ritterstand den Yorzug vor den Pralaten, wahrend in Schriftstiicken diese 
den Rittorn vorangestellt wurden. (vid. .Pr eldti). — Seit 1527 wurde 
der Oberstlandschreiber, Landes-Unterkammeror und ITofrichtor auRSchliess- 
lich aus dem Ritterstande besetzt. 

Ryvola vinum rheeticum der Wein aus dem Veltlin und Graubiindten. 

Sad von saditi setzen, pflanzen 1. hortus der Garten: ad hortos 
seu sady (DB. 12 n. 563). 2. der Gninzstein: a dale nemajf pasti mimo ty 
sady a hranice, jakoi kamenfm vysazeno a vymefeno jest (Priv. Tov. ai. 1567); 

— a maj( hranice dobfe zasazeny byti (Puh. 01. 1412 f. 253); — ^iddal 
pr&va horenskeho, aby se mu tu sadov6 posadili. 

Sadeiy Saddi 1. Der Taxator: pfisaha sddsfch masa ()IS. LA.) — 
2. Der Schiedsmann arbitrer : jak nds sdd6i smiuvili (MS. LA.) ; vgl. hddsf. 

— 3. Der Aufseher der Granzsteine. 

Sadek demin. von sad und dieses von saditi ponere, locare der 
Granzstein : limites dictos vulgariter sddek (CD. 4, 232). 

Saditi 1. die Granze durch Zeichen feststellen, vid. sad, sddek. 
2. Taxiren : kdybych chtSl proddvati mfstng, rMSl bych, kterak tu cenu sa- 

20* 



- 308 — 

diti, nez vedle BvSfenf tu cenu sadim lak .... a yfie ceny aby nesadili 
8ob£ (Kn. ouz. f. 102); — jest sazeno maso, yepfovi po Sy, kr. (MS. LA.) 

— 3. einsetzen nominare, designare, instituere : kdy>.by kteM koniele eazeDi 
byli. (Pam. arch. 1868 p. 519). 

$$Mka 1. Der Fischhalter, Eiasalz viyaria pisciuni: ryby na sddky 
vozfvali. (Kn. Posudk. Brn. 1565 f. 155). — 2. Der obrigkeitlich gestattete 
Weinschank : pffjem sddek vinn^ch (alias vySenkovAnf, MS. Pross. 1657). 

Sadn^: oufadu sadneho z kaideho vSdra £ejdl(k (MS. 1670) die 
Abgabe fiir den Weinschank. — Ygl. skladni. 

Sadny, Sadovy kamen der Oranzstein : sadne kamenf (Pfih. 1528); 

— ore mi pfes sadov;^ kdmen (Pfih. 1583) ; — dva kameny sadov^ a hra- 
ni6n{ (Puh. 1582). 

Sadovec der Granzstein : zddal prdva horenbkc^ho, aby se ma tu 
sadove posadili . . . sadilo se tu Sest sadovcfl (MS. 1562). 

Samec altsl. samici., neusl. samec puer, juvcnis, mas, im neuboh. 
nur noch vom Mannchon der Thiere gebraucht : dospilych let jsu ti samcoTC, 
ktcfi maj{ 14 let (Puiv.Kuten. f. 66). 

Samice 1. puella, feniina altsl. samika, neusl. samica: ale samice 
muzom liodny byvaji ve 14 letech a sloviii! v latine puberes (Prdv. Euten. 
f. 66), im neubohm. nur noch vora Weibchen der Thiere gebraucht. 2. Die 
Hauptstromung des Flusses = jalovd feka: delali hrdz na samici Morave 
(Puh. 1518); — kiyi docka £asu sucheho, tak ze omali voda na potoku 
Rusave, tchdy tu vodu vezme od mlyna .... a vyvede z toku prav^ sa- 
mice, ie ji nic k Holesovu dojiti nemuze (Pflh. 1528). 

Saiiiostfel, Saniostril wortlich das Selbstgeschoss ; dann 1. die 
mit einem Ilahne versehene Armbrust, der Druckbogen. 2. Die Wurfma- 
schine ballista. 

Samoatrelec, Samostrelnik 1. der Bogenschiltze ballistarius. 2. 
Der Armbrustverfertiger. 

SApi': mSli n^kteH luciste a strely, jinf pak cepy, §dp6 a femdihy 
(Hdj. p. 37), 1. eine WafFe wahrsch. ein Streitkolben, ygl. altfranz. sappe 
dasselbe bedeutend. 2. Der Dolch : sapnfk in del. Dod. = sicarius. — 
In der Prayd. Rus. scheint zap a (fur sapa) die Pflugscharre zu bedeuten, 
da ihrer bei dem Ordale des Eisens erwahnt wird: a eze imetb na 2elezo 
po syobodnich^, rje6i, Ijubo li zapa nanb budeti ili zapa nanb nebudeti... 

Sarie ein dunnes wollenes Zeug, meist gekopert, das ursprunglich 
in Frankreich erzeugt wurde, e germ. Sarsche und dieses aus dem ital. 
sargia, franz. serge, mitlat. sargium, russ. sar2a, poln. ser^a (im 
deutschen auch Serg). 

Saiometny yid. Streda. 



— 809 - 

Sbor 1. Die YerBammlung concilium, z. B. sbor Basilejsk^ die Ba- 
seler Kirchenversammlung. 2. Das Betbaus der bohm. Briider: bratri sboru 
TovaioYsk^ho . . . rii2il d&ti mfsto k Btavenf domu k schdzenf Bratrsk^mu 
(Priv. Toy. f. 20) ; — kn6z starSf bu(T za hospodilfe a zpr&vce sboru pfed- 
staven;^ (Dekr. J. B. p. 219). 3. Die SeniorenverBammlung der Bruderuni- 
tat: I. P. 1567 ke dni narozenf by. Jana kftitele sbor u6inili Bratfi Btarif 
V PferoYg (Dekr. J. B. p. 221). 

See Yon sekati hauen, mahen: 1. das Gefecht. 2. Der Holzschlag 
im Walde. 3. Die Heumabt. 4. Der Maher = sekdc, se£ec: Yyddnf se6&m 
od Beieni tr&Yj (MS. ProBS.). 

Seiec Yid. Sei 4. 

Seeenina das was gemafat werden kann: od hrabanf sena a jind 
aeceniny (XJrkd. 1611). 

Seiiii 1. Die Abgabe fur die Erlaubniss, in den obrigkeitlichen 
Waldern oder Grunden uberhaupt Gras mahen zu diirfen. 2. Die Reluition 
fur die Mabtrobot. 

Sedan! panski die Rangordnung der Platze bei den Sitzungen des 
Landrechtes und Londtages : byly jsii ruoznice skrze sedanf panska, ze n£- 
ktefi z p^chy pod starSimi piny sebe lety sedeti jad necht^Ii (Kn. Toy. 
kap. 52) ; — YyptaY se na star6 sedanf pfi dskdch, ie Yzdycky starost pfed 
p^chu a zbozim tdhla jest (ibid.); — stal se spuosob a zfizenost o mfsta 
panskd seddnim i psanfm (ibid. kap. 53). Endgiltig wurde dicse Rangord- 
nung bestimmt 1480 (ibid. kap. 53, 54, 55, 56), dass zuerst die altesten 
Geschlechter und unter diescn wieder die altesten Mitglieder den Vorrang 
hatten, an die sich daun die ubiigen nach demselben Principe reihen sollten. 

Sedani ducllum der Zweikampf : za me£e, za kyje sSdati (En. Roz. 
21. 184) ; — iehy meli o to sSdati a 2iYotem pokdzati == quod pro eo duel- 
lare debent (Ord. j. t. 61. 11); — aby iddndmu iloY^ku druh(5ho pobizeti 
k 86ddn{ nesluSalo, le6 z tfichto pff6in (Maj. Car. rub. 88 — 92). 

Sedioi der biuerliche Besitz : iddn^ aby od gruntu a sedSnf sYdho 
nic neproddYal bez poYolenf pdna sYdho. (MS. LA.) 

Sediti sedere, sitzen ; dann Yon Grunden gebraucht, auf denen ein 
Bauer oder Emphiteut sitzt, der Riickenbesitz : i otdzal jsem se ho, sedi-li 
to zboif P Tu mi fekl, ie sedf uplne Ysecko kromd jednoho 61oY5ka a od 
toho mdm rukojmS, ie md zase sdsti. A jd jsem jemu to UY^fil i Yyplatil 
jsem BYe zbo^i Yere jemu, ie to zbozf sedi uplne, jakoz mi poY^d^l; aby 
(= kdyby) mi byl poY^dSl, ze nesedf, nebyl bych jd toho zbozf Yyplatil. 
(P4h. Brn. 1406 f. 53). 

SedlAk bedeutet nicht den, der einen fixen Sitz hat, sondern den, 
welcher bebaut, den Bauer, cultor; denn altsl. selo (fur sedlo = ager) 
Btammt nicht Yon sSd^ti, sondern Yon dem faktitiYcn saditi colere, plan- 
tare, sadarb hortulanus, bohm. sad hortus. Es ist also sedldk ebenfalls ein 
agri-cultor, (Land-) Bauer. 



— 810 — 

Sedlaiii der Wucher, das ErpreBsen von grossen Proeenten, die 
^Sattelung^ : co se sedldnf doty6e, jakoz lide mnozi p&j6oyaIi pen^z, s pfi- 
lifin^ a nekresfaaBkym obtfzenfm liroky lichevne sobd nad obycej dotahu- 
jfce, nad obycojne lirokyjtone, auby a jin6 pooty od nich beruce . . . pakliby 
kdo vfce mimo liroky coz koli jineho pod jaky'mkoli vymySlen^m spusobem 
nebo pfikrytim zjeynS nebo tajng bral, to y§e md za sedldnf dridno byti. 
A takov]^ kaidy md dr2dn byti jako psanec a nemd iddneho prdva poifvati 
a dobfi lide nemajf s n(m obcovati a t^ch penSz tak nefddne p&j£en^ch ma 
jeden dll na krdle, druh^ na zemi a tfetf na toho, kdo^by o takov6 nepo- 
rddne pfljfice ozndmil, pfipadnouti (LO. 1564 f. 190) ; — vyhleddval pokut 
tg^k^ch pro sedldnf (Cas. 6. Mus. 1828, III. 29). 

Sediii svatych bratri 1. ohne weiteren Beisatz septem fratres 
martyres die sieben Briider und Martyrer, Sohne der h. Felicitas, namlich 
Januarius, Felix, Philipp, Silvanus, Alexander, Vitalis und Martialis, welche 
unter Antonius den Martyrertod erlitten; ihr Tag ist der 10. Juli. Manchmal 
findet man eine nahere Angabe z. B. L 1514 na den svatych sedmi bratrfiv 
V pondelf pfed sv. Marketou (Margaretha am 13. Juli) zum Unter- 
schiede von 2. sedm svatych bratH usnul^fch: sedm svatych bratri 
znamenit^ch usnul^eh (Pass. Plz. 579) septem dormientes die sieben Bruder 
Maximianus, Martinianus, Dionysius, Serapion, Malchus, Johannes und Con- 
stantinus, welche der Legende nach Trabanten des Kaisers Dacius waren; 
als dieser 251 p. Ch. zu Ephesus einen Tempel baute, begaben sie sich in 
eine Hohle auf dem Berge Eelion, die der Kaiser vermauern liess, worauf 
die Sieben in Schlaf fielen, aus dem sie erst 447 p. Ch. erwachten , in der 
Meinung, nur eine Nacht geschlafen zu haben. Ihr Tag der 27. Juni. Sie 
heissen auch im bohm. spalove die Schldfer: sedm spaluov (Dudfk Ditrichst. 
Bibl. in Nikolsb. p. 40). 

Sedmak) ein Siebenkreuzerstiick. 

Sedmnaetnik, das Siebzehnkreuzerstiick (=s ort slezak^). 

Sejiii fiir sjeni in den Puhonenbiichern und im Yolksmunde soTiel 
wie 6n6m der Landtag. 

Sekern^ (Sekyrnie): alios fructus sen proventus videlicet humuli 
et pretia vulgariter sekyrnie de silvis venditis inter se in tres partes divi- 
dere teneantur (Urkde. 1408) von sekera, sekyra securis die Axt, das 
Beil, — das Accidenzgeld fiir den Holzverkauf. 

Sekret, Sekryt, (Cekryt), das kleinere, das Geheim- Siegel: pod 
sekretem prstenu na§eho (Ac. 6, 45); — pod sekretem prstena Jmti krdle 
(Chron. Igl. p. 65) ; — kdy2 pefieti na ten ias nemSla pfi sobe , ze sekret 
k dobrd vflli pfiddvila (Kopidf Zel. f. 208). — Vgl. signet. 

Sekyrnie vid. 8ekerne« 

Semenna Matka Bozi vid. Maria. 



— 811 ~ 

Sunili : fenales vulgo senn^ (DO. 1 n. 635) das Geld fur die Heu- 
maht yon seno das Heu^ foenom. 

Sep = osep, das Schuttgetreide. 

Sepreni litis contestatio. 

Seremski yfno: jii nemluvf o Seremsk^ a o Malvasie (Chel£. 
Post. 169) der Syrmierwein. 

Seslani ducha svatiho in Datirungen, die Sendung des heiligen 
Geistes, Pfingsten. 

SestreDeo 1. der Schwestersohn. 2. im plur. sestfenci Kinder 
zweier Schwestern consobrini (= consororini) , oder 3. Kinder des Bniders 
nnd der Schwester amitini. 4. die zweiten Qeschwisterkinder d. h. Enkel 
nach zwei Geschwistern : st. Jan a Pin Kristas byli sestf enoi t. j. vlastnfch 
dyou stester ynukoy^ (Yel. kal. p. 345). 5. Gemale zweier Schwestern. 

Sestreniee , die Schwestertochter , das Geschwisterkind; strejn& 
sestfenice meiner Muhme Tochter, uj£en& sestfenice des Oheims Tochter, 
tetSnni sestfenice meiner Tante Tochter. 

Seatfine, das Ander-Geschwisterkind, in quarto gradu consanquinei. 

Setnik, der uber hundert Mann kommandirt: hajtman aby sobS 
spuosobil setnfky, padesdtnfky (A£. 4, 441 ai. 1470). 

Sev: roli k jamfm seyum gt)b6 zprayoyal (MS. 1597) die Saat, yon 
seti seminare. 

Sexternik: nejpry excerpt neb sextemfk o poyinnostech ouzk£ 
rady (Dekr. J. Brat. p. 208) nach dem Formate benannt, enthaltend die 
Pflichten des engen Rathes der ITnitat. 

Seitne yid. l^eatni. 

Shon, Shonka, die Treibjagd: dal shonku dSlati s tenaty sy^i 
na gruntech m^ch (Pfih. 1522). 

Seheleao yid. Zelezo. 

Sehiitotne yid. Cistotni. 

Schodniy das Abzugsgeld des Unterthanen, wenn er auf ein anderes 
Dominium entlassen wurde : schodne nerozum^jf, by kudy bylo br&ti spr&yno 
(Stit. V^b. lit. I. p. 729). 

Sehvalka = schydlen( Beschluss: trestdn, ie se protiyil sohydlce 
ysf obce z strany past^e (MS. 1560). 

Sehoval^ = zachoyal^ wohlyerhalten , integer: nebo nelze heySry 
postfhniiti na dobfe schoyal^ho 61oy^ka. (Kn. Roz. £1. 129). 

Signet, das kleine Siegel, der Siegelring, mit dem BHefe, die man 
zusammenlegt, TJrkunden nur selten, gesiegelt wurden, aus dem lat. signe- 
tum: pod signetem prstena na&eho (ai. 1470 Ai. 4, 233; ygl. A6. 5, 275, 
286, 290, 291, 292 etc.); wie im deutschen: mit anbangendem Daam Binge 



— 312 — 

(Ridl Cod. Brand. 2 , 102) ; — mit unserm daumbsekret yorsigeH (ibid. 2, 
346). - Vgl. sekret. 

Sich (rectius Zich): SigiBmundus alias Sich (DO). 

SJJi, der Hof, dasYorhaus, derSaal; sfii p ape 2 ova curia romana, 
papalis: siidce sini papei^ovy (SR6. 3, 87) judex curiee romanffi. 

Sirok, Maass flir Pelzwaaren, Haute, enthaltend 40 Stuck, aus dem 
rusB. 8 or ok (Cas. 6. Mus. 1867 p. 21). 

Sirotei (plur. yon sirotek, in lat. Quellen sirotcones) die Yer* 
waisten, die Waisen, Anhanger liii^ka's, wie sie sich nacb seinem Tode 
nannten. 

Sirotci, was der Waisen ist, auf sie Bezug hat; 1. s. dny die 
Waisentage, die vier Tage, welche nach den fur jedes der drei Landrechte 
bestimmten 14 Tagen folgten, an welchen vier Tagen nur Waisen- und 
Wittwenangelegenheiten verhandelt wurden : ponevadi jest soud , ktery se 
dr^ival nazajtff sv. Barbory sloven, misto toho soudu pfiddvi se k tern tfem 
soudfim k jednomu ka^demii iStyfi dni, vaja na dve ned§le, a v tech ^tyrech 
dnech nic jineho nei toliko vdovy a sirotci aby slysAni byly (LO. 1564 
f. 23); so erkliirt sich das Datum: v soud zemsky tu sobotu v sirot6f 
dni pfed sv. Ilavlcm (6as. 6. Mus. 1830 p. 440). — 2. s. leta vid. 16ta. 
— 3. prdvo der Waiseneid. Die Waisen batten namlich das Recht, daas 
in gewiascn Fallen der Eid dor'Waise allcin hinreichte, ohno dass Eides- 
helfer oder Expiatoren nothwendig gcwesen waren: kdyz sirotek otpovid4 
za otcov dluh, ten odpfieseze se sdm svii ruku; z toho vfce prdva neni, to 
je sirot6i prAvo (Kn. Roz.). In Polgo dessen wurde jeder Eid, den nur 
eine Person abzulegen brauchtc, sirotci pravo genannt: prdvo sirotcf, 
aby s6 otprisahl sdm svii rukii (ibid. cl. 117); — ten se otpfisez sAm svii 
rukii, to je sirot^im prdvem (ibid. cl. 129); — z dluhov opat sdm zprav se 
sirot^im pravem (ibid. H. 138). In andcrer Beziehung bestand das s, pravo 
darin , dass , wenn eine minderjahrige Waise wegen Mordes klagte , statt 
derselben ein Yerwandter oder sonst ein guter Freund den Zweikampf mit 
dem Angeklagten durchkampfen konnte: „kdyzby kto let nemaje z hlav)' 
otcovy neb jineho pfitele chtel koho pohoniti, i'einik jeho mi jemu sirotci 
prdvo ohraditi" (Ord. j. t. A6. 2, 93). Nur musste der Advokat der Waise 
dieses Recht excipiren; that er es nicht, dann konnte der Qeklagte daraof 
bestehen, dass das sirotcf pravo nicht Platz habe: „pane sudf jdef proti 
mn£ pravem jako mui^ , protoz se mnii md konati jako mu^. , ale ne jako 
sirotek, neb jest jemu neohradil prdva sirot^iho.^ Tu jemu pdni majf nalezti, 
ie nemd u2(vati sirot6(ho prdva (ibid. p. 94). 

Sirotek, die Waise. In Ermanglung von Yerwandten, und wenn 
kein Testament vorlag, war der Landeshauptmann verpflichtet, die Yormund- 
Bohaft zu fiihren. 

Sitne vid. Zitne. 



— 313 — 

9Bem (genit. sejmu) der Landtag, vgl. sejm und vid. sniin. 

Sjezd, die Zusammenkunft der Stande zur Berathung yon Landes- 
angelegenheiten, bei der aber keine wichtigen Beschliisse z. B. uber Oesetze 
gefasgt werden konnten; diese sjezdy konnten vom Landeahauptmanne 
berufen werden, wahrend der sn^m d. i. der Landtag nur in Folge konig- 
licher Ausschreibung tagen konnte. Am haufigsten kommt diese Yerbindung 
vor: sjezdoye po krajfch die EreiBzusammenkunfte d. h. die Zu- 
sammenkunft der in einem bestimmten Ereise wobnenden Herren und Ritter, 
um wiohtigere Gegenstande, die am Landtagc verhandelt oder vor denselben 
gebracht werden sollten, vorzuberatben. 

Skaini: skaln^ho od jednobo §tu8u kamene po 9 denaffch (MS. 
Press. 1569) die Abgabe fiir die Erlaubniss, den Gemeindesteinbruch zu 
benutzen; von skdla der Fels. 

Skladati hlavu, vraidu, yid. sloiiti. 

Skladiii: skladne k obci z yina (Urkd. 1670) die Abgabe fur die 
Erlaubniss Wein einzulagem (sklddati) und zu sobenken. — Vgl. sadni. 

Sklep, das Gewolbe in Kircben und Burgen, wo schriftliche Doku- 
mente aufbewahrt wurden : jfti k sklepu , kde se chovajf dsky (Kn. Toy. 
kap. 55) ; — 2e u n^ho na PemstejnS jest sklep zapeietin^, y kter^m y^ci 
nebo^xika pana zustAvajf (Zip. ^er. 1, 169); - tuto ceduli jest nalezl y sklepe 
na Ilradisti po pdne Vilemoye smrti (Pam. kn. 01m. 1517 f. 66). 

Skopnc yon kopa das Scbock; 1. das yom Schock Garben gezahlte 
Zehentgetreide: kdez jsou desdtkoy^ aneb skopne obile (Zffz. 1604 f. 65); 
- duchod obilni sloye skopn6 (MS. LA. M. VII. 3 f. 49); kteffby takoye 
role pod skopne z 6tyrt6 kopy ujfti chteli, aby je jim pod takoye skopn^ 
pustil (TJrkde. 1584). — 2. die yon jedem Schock Getreide gezahlte Steuer, 
die gewohnlich einen Groschen betrug. Vid. Skopni. 

Skopni, der Garbenzahler , welcher die Garben nach Schocken zu 
zahlen- hatto, damit das skopni bestimmt werden konne; er war beeidet: 
pHsaha skopnfho .... abych ySecko obiH na polich jednobo kaideho sou- 
seda sdfsti dal a na yruby pofddn£ nafezati a kdy£ od JMti pdna poru6eno 
bude , takoye penfze z jedn^ kazd6 kopy po 1 gr. bfl^m yyzdyibnouti a 
odvesti (MS. LA.); — ie jsem ze y§ech poH a roll ySecky kopy snopfly 
obiK 86(sti dal (Sn. p. kn. IV. 58). 

Skret, Skfet yid. Skfitek. 

Skfitek (Krietek): ex parte spirituum, qui Krzetky dicuntur 
(8RB. 2, 269) im alteren bohm. skret, skfet ein Hausdamon, Hauskobold : 
nenf ani skHtku doma (proyerb.). Sie waren guter und tiickischer Natur; 
in ersterer Hinsicht heissen sie auch hospodafl6ek, (der kleine Wirth- 
Bchafter) yerrichten allerlei Geschafte in der Wirthschafi, wahrend der 
Hauswirth abwesend ist, in letzterer yerbergen oder nehmen sie allerlei 



— 314 — 

Gerathschaften: posluhujfcf skfitkov^ a ho8pod&H2koY^= famulantes lares 
et penates (Com. jan. "987); — skfitek to vzal = das Schrattlein hat es 
genommen; — ygl. althd. scrato, mithd. schrate der Eobold, pilosus. 

Skutecnik, der (Misse-) Thater : kdyby ty deset nebo vice zlodej6v 
a morder6y zjfmal a ti s^eby pravili, ze jsii to neiim rozkdzdnim uiiaili, 
tolikoby cht^l nad rozkazatelem pomsty UedSti a tyto ekute^mky pustiti? 
(A«. 2, 38). 

SlavkovSti bratri yid. Austerlitier BrAder. 

Sledy der Haring. Der Ausdruck kam wahrscheinlich durch Erakaner 
Eaufleute nach Bohmen (pola. ^ledz) , die das Wort aus dem russ. seldb 
entlehnten , wafarend letzteres wieder aus dem damschen slid entlehnt zu 
sein scheini. 

iilednik yon sled die Spur 1. Der Spaher, Yerfolger. 2. Der Spur* 
bund canis sagax : kdoby psa sledmka ukradl nebo zabil (Prdy. Man. 524). 

Slepice dasHnhn, eigentl. die Henne: s. 6inioyni das Zinshuhn; 

— gruntoyd Feldhuhn (fiir Benutzung der emphit. Felder); — hdjoyA 
fur Benutzung des Waldes (h&j = Main) ; lesni fur Benutzung dea Waldes 
zum Sammeln der Streue und der Schweinmast : kdo2 honili syin5 do lesuoT, 
z ka2d6 svine po slepici a mifici oysa (Priy. Toy. 4, ai. 1503); — loucni 
das Wiesenhuhn fiir Benutzung der Wiesen; — odmrtnf fur Befreiung 
yom Heimfalle (yid. odmrf); — ochoznf fiir das Sammeln des E^laub- 
holzes (yid. ochoz) ; — ouroinf Zinshuhn; — platoyd Steuerhuhn; — 
soudnf das Qerichtshuhn : na ydnoce slepie soudnfch yychdzeti md 95. — 

Slibci list, eine Urkunde, in der yersprochen wird (sUbiti), d^ss dem 
Glaubiger der Schuldbrief in der miindlich yersprochenen Zeit in aller Form 
Rechtens ausgefertigt und eingehandigt wird: list slib^f do listu dokonim' 
(En. Toy. ed. Dem. 153). 

SIhocenf : ucinilo se mu slhocenf s purkrechtem takoye^ aby po- 
letne po 4 zl. platil (MS. 17. Jahrhd.) Die Fristung, Terminzahlung ; 
yid. Ihota. 

Slovo fama, gloria, der Ruf, Ruhm : ddyali dobre sloyo Janovi 
Zmrzlfkoyi, ze jest statecnS na ty N6moe udefil (1430); — p. J. nejprye 
na Turky udefil a to sloyo obdrzel (Cas. i. Mus. 1830 p. 435); — kdyby 
RakuSan byl ten prostfedek nasel a to doyedl, bylby yzat jind6 na sloyo 
ale my Cechoy6 pfi pdnich nasich ne tak platlme (Gas. £. M. 1830 p. 438) 

— ostayfs po sobe sloyo neu2ite6n^ a takoyiito pamdtku, ies rad chtSl zemi 
roztrzen{ zjednati (A6. 1445). 

Sloviitny tamosus der offizielle Titel eines panoSe (yid. dieses). 

Sloieni 1. depositio sancti. 2. Das Beilager. 

Sloilti hlayu, yraidu caput componere das Wergeld zablen: adkoli 
pfi skldddni yraidy 50 fontuoy sacujf se za 30 Jcop (Prdy. Mdst. LA. f* 136). 



— 315 — 

Slttbni 1. Slid: illud etiam, quod dioitur zlubni zud habeant inter 
se libere et absolute, scilicet de capra et ove et ceteris hujusmodi, preeter 
yaccam, boTem et equum ceteraque majora (CD. 2, 326) hergeleitet yon 
Ijubiti amare, pacar.e, acquiescere das Schiedsgericht, pacatio, amicabilis 
compositio, judicium per arbitros, welches nach den Stat. Ottonis bei unbe- 
deutenderen Streitfallen z. B. urn eine Ziege, ein Schaf u. s. w. zwischen 
den Parteien entscheiden konnte libere d. h. ohne Ingerenz der Ciida und 
absolute, d. h. ohne dass eine Appellation zugclassen wurde, so dass sich 
die Parteien dem Ausspruche der Schiedsrichter unterwerfen mussten. Es 
ist diess also dieselbe Institution, welche spaterhin ubrmanstyl hiess (vid. 
dieses und vergl. Dudik Gesch. Mahr. 4, 304 und 6as. i. Mus. 1837 p. 68). 
Im Stftn;^ heisst es auch rok domdci (vid. rok). — 2. slubnf f e( in der 
Kn. Toy. SI. 69 — 74 der Gegensatz von p6honnd re 6, ebenfalls die ami- 
cabilis compositio, wo aber dieselben Rechtsformen bewahrt wurden, wie 
Yor Gericht, ausser es miisste das Wort slubnf auch den Begrifi des 
Eides (slibujf a pHsah&m) in sich enthalten haben, so dass slubnf fe6 
dann den Eidesbeweis bedeuten wQrde; aber nach dem ganzen Inhalt des 
IV. Eapitels der Kn. Roz. und namentlich nach &L 70, 72 verdient die er- 
stere Auslegung den Yorzug. (Vgl. meine Ausg. der En. Roz. p. 134). 

Slunein^ pAhon wortlich der Sonnenpfihon, citatio solans. Wer 
an einem der drei zur Anmeldung der Pdhonen bestimmten Freitage den 
Puhon nicht anmelden konnte, konnte diess nooh am vierten Freitag thun; 
doch musste dieser P&hon dem zu Citirenden am Samstage, so lange die 
Sonne schien, eingehandigt werden: a proto sieve slune£n^, ie toho, ktoi 
Be jfm pohdnf, m& za slunce v sobotu zastati (En. Toy. kap. 48). Im J. U23 
wurde dieser Termin wie bei den anderen P&honen auf acht Tage ver- 
langert. (Sn6m. pam. Kn. I. 37). , 

Sluiba derDienst, namentlich der Eriegsdienst bald da, bald dort: 
lidech, ktei^ po sluibdch jezdf : udd-Ii se kdy komu, pdnu, rytifi, zemanu 
neb 61oveku obecnfmu z zemS v slu2b6 b^, to muo2 u6initi (En. Tov. kap. 
207). Sollte zwischen dem Herm, bei dem ein geborener Bohme diente, und 
zwischen dem bohm. Eonige ein Erieg entstehen, so war ein solcher Eriegs- 
mann, wenn er vor Ausbruch des Erieges zuruckberufen wurde, verpflich- 
tet, diess zu thun; war aber der Erieg vor seiner Abberufung bereits aus- 
gebrochen, dann verlangte es die Mannesehre, dass er bei seinem Eriegs- 
herrn bis zur Beendigung des Erieges ausharrte (ibid). 

Sluiebni lid^ 1. die Dienstboten, Haus- und Wirthschaftsdiener. 
2. Erieger, Soldaten : jestliieby lid^ sluiebni pdna zem6 tdhli v jak^ch jeho 
potfeb&oh, ti maji bez Skody tdhnuti a tez jako jinf platiti (En. Tov. 
kap. 206). 

Sluiebnost die Servitut : starost mfsta, vetustas loci, toti£ sluieb- 
Host, jiito nenf pamSti. (Prdv. M6st. f. 114). 



— 316 - 

Ship 1. surgustum, pistrivallum, piscinaculum, der Schwaderich, die 
Fischfalle. 2. ein langes Netz mit einem G-arnsacke: piscaria, qase Tulgo 
slup vocatur (XJrkd. 1266) ; — a ta slup, kterd jest v torn jezu zdilina, 
byla zase zbofena (Jungm.); — vpadl do Prahy skrze Slup nad Botfiem 
(Vel. Kal. p, 463). 

Smalt Email, Schmelz, mitlat. smaltum, ital. smalto, franzds. 
^mail ; — vgl. dmele. 

Sniaiiii von smazati ausloschen, ausstreichen, die Loschungsge- 
buhr: smazne jde na pisafe = delentionales sunt protonotarii (Cod. j. boh. 
II. 2. p. 280). 

SmolnA knihn worth das Pech-Buch, dann = cernd kniha, Bucher 
des Eriminalgerichtes. 

Smrad 1. Fekalien (wortlich der Qestank), welche in belagerte 
Orte geschleudert wurden : mnoho suduov smradu z prakfi tarn metali . . . 
item sudkuov s nedistotami Bmrdut;fmi, jeito sii je z Prahy yozili, mrchami 
a lejny naplnene, uvr^eno osm set a dvamecftma (SRB. 3, 53 ai. 1422). — 
2. Die Stickluft, Wetterluft in Bergwerken : skrze latrochy smrady na honi 
vyhdnSli (Pam. Kut. 246). 

Snirtna nedile der Todtensonntag, yid. Noraiia, nedile. 

Snacha die Frau des Sohnes, die Schwiegertochter, altsl. snicha, 
snocha, synocha. Die letztcre Form mahnt an syn, Sohn und maQ^it die 
Ansicht wahrscheinlich, dass die indoearop. Grundform dieses Wortes 8na8&, 
sansk. snusha zusammengezogen ist aus sunns a, also abgeleitet yon 
sunu, Sohn, wofiir auch der oberdeutsche Sprachgebrauch spricht, welcher 
die Schwiegertochter auch „S6hnerin* nennt. — Vgl- ,gr- •^o^j Jat- ^^' 
rus, althd. snur, neuhd. Schnur. 

SJkatek 1. conyentus, der geistl. Eonyent bei Rozk. 2. ecclesia: y 
sJlatce yelik^m = ecclesia (Hank. Sb. nejst. si. p. 213, 215). 3. Die Zu- 
sammenkunft der Barone in den Ereisen : obsflali jsme Tvd Milost i jin^ 
pdny na sn^m do Prahy i na jin6 siiatky, kter^2 miyali po krajich y zemi 
6e8k^ (ai. 1446). 

Snim der Landtag, altsl. sintmi concilium, conyentus, fur sjem 
yon se-jfti zusammenkommen (j in n yerwandelt wio yynizda fur y^jizda): 
sn. generdinf der Generallandtag der bohm. Lander, wohin die Landtage 
der einzelnen inkorporirten Lander ihre Deputirten mit Instructionen schickten; 
— 8. pansk^ colloquium dominorum das Herrengericht, Landrecht : pohoni 
k prvnfmu senmu pansk^mu (Lib. cit. II. p. 5); — s. yaln^ dasselbe was 
generdln(; -- s. zdpoySdn^f der Landtag, weil er eigens yom Eonige sn- 
geordnet (zapoyfidSti im alteren bohm. =s jubere, indicare) wurde, wahrend 
der 8. pansk^ oder das Landrecht sich zu beetimmten Zeiten ohne weiteren 
Befehl des Eonigs yersammelte. — In der Briiderunitat = synodus. 



— 317 — 

Snop die Qarbe: i&inf nemd roli sve iddn^mu pronajimati bud z 
polovice neb z tfetfho snopu. (MS. LA.) 

Snopn^ der Rauhzehent, Garbenzehent. 

Snopny^ Snopov^ : desdtek snopn;^ der Qarbenzehent (Urkd. 1617). 

Sobota sabbatum der Samstag : bfla, svatd, yelikd (sab. album, 
sanctum, magnum) der Charsamstag: sobota svatd aneb velikd, kterd i 
bfld slove (Vel. kal. 171); — jehn6d, ohei, jeSto u velikii sobotu svSti 
{kit ed. Erb. 307). 

8ok (Zok) : nuUus zok aliquem accuset nisi sub certo testimonio 
constet de damno et si fuerit zok convictus testimonio fori communis, lapi- 
detur (CD. 2, 210). Der Anklager, accusator, ein Kechtsgebrauch, der in 
Montenegro bis heute > noch besteht. Yuk in der 2. Aufl. seines Worter- 
buches sagt, dass in diesem Lande der Bestohlene offentlich verspreche, er 
werde dem Zustandebringer des gestohlcnen Qutes eine Belohnung ertheilen ; 
jene Person nun, welche sich anheischig macht, fur eine Entlohnung den Dieben 
ausfindig zu machen, heisst bis jetzt in Montenegro sok. Nach den obcitir- 
ten Stat. Ottonis hatte aber der sok in Mahren das Recht der Anklage ; 
da aber durch dieses Recht die Bewohner vielen Chicanen ausgesetzt 
waren, so wurde auf die falscbe Anklage eines sok die Steinigung gesetzt. 
Das Yinodolerstatut aus dem 13. und das Litauerstatut aus dem 16. Jahrh. 
kennen diese Institution noch, wahrend sie in Mahren und Bohmen schon 
am Anfange des 14. Jahrhd. erloschen sein muss, da weder die Kn. Roz^., 
noch Ord. j. terrse, noch die Maj. Car. noch die Urkunden ihrer erwahnen. 
— Die Wurzel des Wortes ist sak insequi, also sok 1. Der Spiirer, Sucher, 
da zuerst die Spur der verlorenen Sache gesucht werden musste (vergl. 
osada und svod). 2. Der Angeber delator, da der sok, wenn er das Ende 
der Spur gefunden, den, bei dem die Spur aufhorte, angeben musste ; da 
aber die soci ihr Amt missbrauchten und ofter TJnschuldige angaben, so hat 
sok auch die Bedeutung 3. Yerlaumder: nemluvi pravdy, ale OBo6uje mne 
k tobg = sed defert me yobis, on je tobe so6il na mne = detulit me vobis 
(Hank. Sb. nejst. si. p. 350), eine Bedeutung, die es im neubohm. behalten 
hat (oso£iti, oso6ovati calumniari). Weil aber der Angeber zugleich das 
Recht der Anzeige vor Qericht hatte, heisst sok 4. der Anklager accusator, 
und da er so zum Gegner des Geklagten wurde, bedeutet sok 5. aemulus 
der Qegner, Feind : on jest sok = est aemulus (Hank. ibid). — Yergl. 
sansk. sakya sagen, zeigen ostendere ; lit. sak an, altsl. soiiti ostendere, 
bohm. 8o6iti delatorie loqui (Hank, ibid), oso^iti calumniari, ostendere, 
prodere, altsl. soki, althd. saccho, mithd. sache, lit. sakas actor, accu- 
sator; — vid. Gr, RA. 639-642. 

Sokol der Falke, Beiname des Johann von Lamberg, eines gefurch- 
teten Parteikampen zu Anfang des 15. Jahrhd. in Mahren. 



— 318 — 

Sokolii der Falkonier: jd Albrecht Brach sokolj^f Markrabin (Lib. 
Cit. I. p. 252 n. 647). 

Soud 1. das Oericht judicium, urspriinglich wohl die Yersammlung, 
conyentus ; denn der Nasal sond im altsl. deutet auf ein Compositum und 
zwar die Wurzel d§ in de-ti ponere, dicere, conferre, daher sja deti bg 
conferre und soud conventus, also urspriinglich dasselbe was snSm, wie 
denn auch in den Pflhonenbiichern soud und sn^m synon3rni sind und 
statt k pansk^mu soudu haiifig k p. snSmu gesetzt wird; — soud 
dvorsk^ (vid. dieses), komornf (vid. dieses), mansk^ Lehengericht, 
men§{ das kleinere Landrecht (vid. zemsk;f soud), mestsk^ das Stadt- 
gericht, mlyndfsk]f (yid. dieses), obecn^ (vid. dieses), panBk;f das Her- 
rengericht (vid. pdn und zemsk^ soud), slubnf (vid. dieses), zemansky 
= menS{, zemsk;f (vid. zemsk^). 2. Der Process: mnobo siidov pfed 
piny provodi (Kn. Tov. kap. 150, 152). 

Soudcovi nejvyssi lenisti w5rtl. die obersten Richter dcs Landes, 
die Landrechtsbeisitzer. 

Soudek worth ein Fasschen, dann ein Flussigkeitsmaass z. B. fur 
Oel, Honig = 6 Pinten. (6as. c. Mus. 1867 p. 20). 

Souditi urtheilen; in den Schriften der Briiderunitat = decretare. 

Souper die beiden procedirenden Parteien, adversarius der Gegner. 

Soukup 1. dor Verkaufer und insofem die Verkaufer sich fur die 
Gewahr verpflichteten auch = zprdvce der Gewahrleister: zprdvci neb sou- 
kupa sv6ho maje nesudf se bez neho (Prdv. M^st). — 2. der Eaufer: aby 
dim od soukupa, kter^muz prodal, ocistil (Jungm.) — 3. der Unterhandler, 
Unterkaufer : host jeden nekter^mu mfist^nfnu z Bma dva sudy vfna prodal 
za 32 kop gr., ale mSStenfn fekl, ie za 22 kop a obadva na sezndnf soukupa 
se t&hli; ortelov&no, ie ani hosf proti m^stenfnu, ani mest^nfn proti host! 
nemd v^sti sySdomi soukupuoy, jen2 n^mecky sloyu Underkewffel (Brikc. 
c. 68. 61. 41). — 4. der Gewahrsmann, derXJrheber: „soukup yrird genannt 
ain gewehrmann, yon wellichem eine Rede aufkhomen ist." (MS. 01. Bibl. 
Big. 6. 26). 

Souni die Last, onus yid. soumar; auch als Maass und Gewicht, 
80 yiel als ein Saumthier ertrug. 

Soumar das Saumthier, mi tlat. somarius, althd. soumftri, mithd. 
soumere equus onerarius, capsarius = Ross mit dem Watsack (Lex. s. 
Jac), aus dem gr. aafiaQtop = aayiiaQiov yon a&yiia onus. 

SoumnA i. e. 2ena femina grayida. 

Sovek (fur cfy, cfyek, wie sosati und cfcati), die Inlette, in welcher 
die Fedem des Polsters eingefiillt sind: soyky bflen^ch tenk]fch pliten zd- 
noynfch (Pam. arch. 1869 p. 337). 



— 819 — 

Spadnoutl anheimfallen: statek ten na krdle spadae, das Gut fallt 
an den Eonig (En. Toy.) vgl. odmrf. 

Spalda oryza der Reis: z vejie jinak spaldy (SnSm. p. kn. 1607 
f. 256). 

Spaloier: on spalnief jui na sje vle£e (Vfh. lit. I. 1114) das Schul- 
terblatt der Rustung, aus dem mitlat. spallerium anna, quo spallse sen 
humeri teguntur, altfranz. espali^re, neufranz. epauli^re. 

Spalftv sedni vid. sedm bratrf. 

Spas: svefepice nemoz vddti na spase (En. Roz. 61. 271), die 
Weide, gebildet von p&sti wie pop as; kommt ausser der citirten Stelle 
in dieser Bedeutung nicht vor. 

Spasti = spadnouti heimfallen: a statek jeho m& spasti na ienn 
a dSti (TTrkd. f. Eibenschitz 1483); — vgl. nApasf. 

Sperloeh vid. III. Abth. Spertachen. 

Spolecaa, Spoleeni ruka mit gesammter Hand, namentlich in 
Burgschaftsbriefen , wo die Biirgen nicht bloss jeder fur einen bestimmten 
Thei], Bondern alle fur die ganze Schuld biirgen. 

Spolecniee unita, congressa (DB. 12 n. 872) vid. spolek. 

Spoleenik unitor, congressor vid. spolek. 

Spolek (satupek) unio, congressus bonorum, die Oiitergemeinschaft, 
die Erbeinigung. Der spoleenik oder sstupnik hatte als Erbvereinigter das- 
selbe Recht an dem Besitze, wie der, welcher ihn in den Mitbesitz aufnahm, 
er erbte wie der Blutsverwandte, daher liegt die Yermuthung nahe, dass 
dieser Rechtagebrauch aufkam, um das Heimfallsrecht dee Eoniga zu um- 
gehen (vid. n&pad) und daher konnte den spolek anfanglich nur der Landes- 
fiirst erlauben, da er eben eine Beschrankung des fiirstl. Heimfallsrechtes 
involvirte. Der Landesfiirst konnte den spolek auch ausserhalb des Landes 
gewahren „i kdyby za mofem byl" (En. Tov. kap. 20), der Landeshaupt- 
mann hingegen nur im Namen des Eonigs und nur im Lande Mahren selbst; 
wenn daher Jemand einen spolek errichten wollte und Qefahr am Yerzuge 
war, z. B. wegen gefahrlicher Erankheit und der Landeshauptmann nicht im 
Lande war, so musste nach ihm geschickt werden, damit er die Landes- 
gr&nze Hberschreite, worauf er im n^chsten mahrischen Granzorte die Bewil- 
ligung zum spolek, aber im freien Felde, nicht unter Dach, ertheilte (En. 
Tov. kap. 20) ; spater aber kam es von dieser Beschrankung ab. Die spolky 
Bchrieb der Landeshauptmann in eigene Register ein (vid. rejstra). Die 
Mitbesitzer oder spolednfci konnten keiner fur sich das Gut belasten oder 
verkaufen, sondern es war der Consens aller dazu nothwendig; hatten sie 
zu klagen, mussten diess alle thun, wurden sie geklagt, mussten alle be- 
langt werden, falls es sich um das Gut, das alle gemeinschaftlich besassen, 
handelte. (Y§. 266). Der sp. konnte fiir die Mitbesitzer allein oder auch fur 



— 320 — 

ihre Erben geschlossen werden; waren die Erben nicht eingeechlossen, so 
fiel nach dem Tode eines spole^nfk der Antheil am Mitbesitze nicht an die 
Yerwandten des Yerstorbenen, sondern an den Mitbesitzer (Kn. Toy. kap. 156). 
Dem Konige stand es frei, in den Besitz von Waisen auch Mitbesitzer 
durch einen epolek aufzunehmen; doch dauerte ein solcher sp. nar bis zur 
Yolljahrigkeit, worauf der Alleinbesitz ohne jede weitere Yerbindlicbkeit fur 
die Waise eintrat (Kn. Tot. kap. 161). In Bohmen jedoch stand diess Recht 
dem Konige nicht zu. (Yg. 267). Ebenso konnte Niemand einen spolek 
eingehen, der keinen freien Grundbcsitz hatte, oder der nicht im wirklichen 
Besitze desselben sich befand (ibid). Auch beim spolek trat Yerjahrung ein, 
wenn z. B. der eine Mitbesitzer das gemeinschaftliche Gut verpfandete, ver- 
kaufte oder irgendwie durch Schulden und Mitgift belastete und der Andere 
innerhalb der gesetzlichen Frist diess nicht ansprach (vid. promlceni). 

Spolkovy list der Erbeinigungsbrief: list spolkov^ neb erbanun- 
koY^ (Puh. 1580) gewohnl. list na spolek; vid. spolek und vgl. cr- 
banuuk. 

Spoln^ coUatio, das gemeinschaftliche Mahl in Klostern und Kapi- 
teln, mensa communis. 

Spolny = spoleeny: spolnii rukti (A6. 6, 24); — spolne podini 
manstva die Mitbelehnung. — 

Spratek Fell eines jungen Kalbcs oder Lammes: z tuctu spratku 
nydrlandskych (Mauthord. f. Prerau 1543). 

Sprasui ; od vyp&j^enych 10 meiic ovsa od farare dano jeho loka- 
jovi 16 krej. sprasneho (MS. 1761) vgl. popraSni. 

Spravedllva l^ta wortlich die gerechten Jahre vid. lita, 
Srb, der Serbe, Wende. 

Srby, das Serbenland: z Durink, z Srb a z Luzicke zem6 (SRB. 

« 

3, 67) ; — Srbov6 SestimestSti die Bewohner der Sechsstadte ; — co se 
tkne Srbu neb §esti m6st (ibid. 3, 200. 329). 

Srokovati, besprechen, iibereinkommen , compromittiren : tu jsem 
8 nim srokoval na p. Alse (Puh. Brn. 1406 f. 93); — ie se nmii srokoval 
(Puh. 01. 1412 f. 261). — Ygl. pfyiti na nekoho, rok. 

Srpu^, das Sichelgeld; vgl. kosn^. 

Srub, die Pallisade, das BoUwerk aus Pfahlen, Uolzthurm, Block- 
haus; s. na vode die Pfahlbaute. 

Srubniee, ein Feldgeschiitz suggestus bellicus, v^ahrsch. so genannt 
Yon dem Blocke (srub) auf dem es lag ; oder daher , dass man es als Be- 
lagerungsgeschiitz zum Zerstoren der (holzemen) Basteien (sruby) verwandte. 

Stupecuik = sstupnik: nehoiiik bratr sstupednfk porucil jemu 
(Pfih. 01. 1437 f. 18). 



— 321 — 

Sstupek vid. spolek. 

Sstupiti 66 (sestoupiti se): fecit congreBsionem seu sstupila se na 
pray^ spolek (DB. 7 n. 872) vid. spolek. 

Ssfupufk = spole^nfk vid. spolek. 

Ssotf von BButi = Besuti abscutere, desoutere, abschutten , aus- 
ziehen, abziehen, speziell ssutf d^diny z pfibuzenstva das Recht der 
Yerwandten, wenn einer auB ihnen Bein Gut einem Premden verkaufte, durch 
Erlag des EaufBchillinges den Eaufer vom Gute abzutreiben , evictio; doch 
muBste dies Recht innerhalb 3 Jabren geltend gemacbt werden , BonBt trat 
Verjahrimg ein (Ai. 2, IHffg.). DesBbalb iibersetzt eine 01m. Urkde. ai. 1377 
88utl durch redemtio: promittimus pro eorundem bonorum redemtione, 
quod Yulgo ZBButye dicitur; oder auch bI patio: Bipatio, quod vulgariter 
sucztye (CD. 7, 78). In deutBchen Urkunden heiBBt Bsutf abeschiittung, 
abschutten: per modum, qui abschutten dicitur, evinci (CD. 6, 244). 
Daher liesBen sich die Eaufer im Gewahrbriefe gegen das ssutf sicher- 
stellen: a zvlastd jim slibujeme za ssutf, aby oni nasi kupitele yi^dy pfi 
torn zbozi bez zmatku zuostali (En. Toy. kap. 169). Den Erben stand das 
Recht zu , jede auf dem Gute haftende Last abzulosen, sei es ein Pfand 
oder sonst eine Yerpflichtnng : zplaceni nebo ssutf zastav i&dnemu jinemu 
neslusf a nenf mo^ne, nez dedici, kter;^2by postoupenfm k tomu prdvo met, 
nebo tomu, kto2by prdvo dedicne trhem nebo zdpisem nebo jinak obdrzel 
(Vs. 205). — Eb ist daher ssutf dasselbe , was die Normannen forum 
bursae oder per bursam nannten. 

Stidisti, der Trieb- und Weideplatz des Yiehes: kdyz tu nivu 
k Trbousandm orf, nemajf te nivy preordvati k ceste , aby tudy stddo bez 
§kody choditi mohlo; tak4 i druh6 stddiSte, aby tu vinohradu v hromadu 
nedelali, proto aby tudy stddo obecn^ sYobodne choditi a hon^no b^ti mohlo 
(Urkd. f. EibeuBchitz 1576). 

Staeh nom. viri = Stanislav* 

Stkli yid. Stann^. 

Stanik, 8taufcek nom. viri = Stanislay: Stanislavovi jinak Sta- 
niCkoYi (Puh. Brn. 1580 f. 360). 

Stanni (listanne, stiil^) 1. prdvo die Eontumazirung: Ilynek z 
SYcvole necht61 stdti ku pravu, ze Procek jej podle fddu starodavniho pra- 
vem zemskym ustdl. (Pflh. 01. 1406 f. 44). Anfiinglich wurde der Geklagte 
gleich kontumazirt, wenn er beim Ausrufe seines Puhon nicht erschien: 
pfi vyhlasovdnf pohonuov to stanne prdvo aby zmeneno bylo a tak kvapnc 
pri vysvedCovdni pohonuov li stanne prdvo ddvano nebylo , nez teprv po 
vysv^dfiovdnf vsech pohonuov i sluneSn^ch , kdo'2by jiz ku pohonu nestal, 
na toho aby stann^ prdvo dano bylo (Sncm. p. kn. 1, 55). — 2. die Taxe, 
welche der Elager fiir die Eontumazirung des Qeklagten erlegtc: ponevadz 

21 



— 322 -- 

Jan neetal, ddno na nej stann^; — dedit stdl^ (Lib. Cit. 1 p. 74 n. 431); 

— od ust&nf 4 groSe pfsafi zemsk^mu (En. Toy. p. 126). 

Starosta, der Aelteste; dann 1. die Eltern und Vormundei: jakoi 
sirotci po svych starostdch zmrl^ch zostdvaji (A6. 1, 58); — a6 j4 tomu 
nerozumfm, ale m^ starosty rozum&j( (Stit. p. 15); — aneb u poslusenstyi 
svych starost nestdli (ibid. 200). — 2. der Stellvertreter, daher a) in Mahren 
der Landeshauptmann : md hledati prdvem zemsk^ pfed krdlovd Milosti 
a na miste pred jeho starostii zde v zemi moravske (Kn. Tov. kap. 31); — 
tehdy kralova Milost, starosta, biskup maji poslati sve ufednfky (ibid. p. 27). 
b) der Burggraf : daj vfideti starosta jeho v jeho dvofe v hrade (Kn. Roz. 
cl. 62); — jsa ejus starosta et purkrabf (Cod. j. b. II. 2 p. 314); — c) der 
Schaffer: Abraham vece k starostfi tociS k Safdfi domu sveho (bibl. 1404); 

— kazal pacholku a starostovi sv^mu , aby Jindfichovi slfbil clovSdenstvi 
(Ac. 1, 171); — 3. der Vorgesetzte iiberhaupt: kostel u6initi k&zali a tu 
toho kneze starostu ucinil (Vyb. I. 311); — lide obecni buJte posluSni 
panom, pdni kostclnich starost a starosty kostelni Bohu a jeho pfsmu (Stit. 
p. 119); starosta komornici der Yorgesetzte der Gerichtsboten in Bdhmen: 
od jeho (d. i. najvysM'ho komoinika) starosty komornici majf proseni byti 
(Ond. z D. A6. 2, 485); — najvyssi komornik m4 mistokomornika a dru- 
heho, ktery komorniky fidf; nekteri tomu starosta komorni6i fikaji, 
ale jini ho prokuratorem komornfku jmenuji (Vs. 14); — „ starosta wird 
geteutscht der Eltiste oder ein Maistcr der Khemmerlingc** (MS. 01m. Bibl. 
sign, b, 26). 

sv. Starosta, die heilige Eummcrniss, s. Yilgcfortis. 

Starsi, die Aelteren, die Rathsherrn, die DorfschofFen; — obecni 
starsi krajc in der Briiderunitat die Senioren eines bestimmten Kreisee: 
8n£m sYolati starsfch kraje (Dekr. J. B. p. 26); — starsi p^ihondf yid. 
puhondf; starfif svobodnici vid. svobodnfk. 

StaSek demin. von Stach nom. yiri =: Stanislav. 

Statecny strenuus, der gestrenge, offizieller Titel eines Ritters: 
urozehf a bteiteinf rytff. 

Statek, der Besitz , namentlich des Yiehes: prihnala statek na 
tvrz (Puh.). 

Stati 1. dauem: pokud soud stoji, pokud Morava stojf. (Zdp. 2er.) 
2. ausstehen: jeho pe2et stdla mezi iidy (Bibl. cit. 2, p. 8) stand aus, war 
yersetzt. — 3. sich annehmen, schutzen: stdla za me (Cas. £. Mus. 1874 
p. 120). 

Stav, Stavovi, Stavy, die Stande. 

Stavitiy einstellen, aufhalten: hospodaf y sY^m dom6 md zl6 stayiti 
(Stft. ed. Vrt. 56); — prdvo stayiti yid. prdyo und nestdnf. 

Sti^vka yid. Obstavka. 



— 323 — 

Stavni (Obstavn^), die Taxe yon zwei weissen Pfonnigen, welche 
bei Ankundigung der Arrestirung (vid. obstAvka) dem Briefe beigeschlossen 
wurde: vdm tfmto psanfm dya penfze bfld stavn^ho odsfldm a dve nedfile 
napfed vedeti ddvdm (Urkde. 1615 LA.); — dva penfze obstavneho pokld- 
ddm (TJrkde. 1631 LA.); — prdvo stavn^, aby jej obstavil, pfijal (Lum. 1857 
p. 1071). 

Stavni prdvo, das Arrestinmgsrccht : ze toho na vds a statcfch vasioh 
stavnfm prdvem chci dob^vati (Urk. 1615 LA.), vid. obstavka. 

Stavovali 1. arrestiren vid. obstavka. 2. die Arbeit einstellen, 
Strike machen: toYai4Si se srotili proti mi8tr6iT] sv^m femeslo sv^volnd 
stavujfce (Cas. i. Mus. 1840 p. 75). 

StavuAk vid. stavka und obstavka. 

Stihovni, der Transitozoll: stehoyni od tech, kterfby toliko skrz 
mesta TovaCovskd jeli (Priv. Tov. f. 5). 

Stodolni: pravu m^stsk^mu stodolneho a vd£n^ho za mesfc 32 zl. 
(MS. Ostrau 1760), ein Getreidezins, von stodola die Scheuer. 

Stoliee 1. der Sitz: do stolic uvesti (Kn. Tov. kap. 57); vgl. 
I a vice. — 2. der Thron: JMti kral. md byti pHpravena stoliee. -- 3. die 
Hauptstadt: Budin stoliee krdl. Uh. (6a8. 6. Mus. 1828 L 39). 

Stolif : vid. I^tolif . 

SIoIdi statky, die Tafelguter, bona menssB: biskup Olom. z sv^ho 
zbo^f stolnfho pred prdvem neodpovfdd (Kn. Tov. k. 216). 

Strahovati, im Hinterhalte sein, Jemanden auflauern: ji2to strahujf 
proti panskemu ni^lezu (A6. 2, 508), — aby i&dnf na 2ddnebo nestraboval 
ani kto komu otpovfdal (Urk. 1415) ; — abych mu odpustil , ze jest na 
mne strahoval a jd £ddn^ p^ce nan nemdm (1448); — vsichni nei^ddov^, 
jakozto strahovdnf, liipezov6 aby pfestaly (A6. 3, 251 ai. 1424). 

Strachota, Methudius, wahrsch. durch unrichtige Uebersetzung aus 
dem lat. met us die Purcht, (= stiach): a pfed smrti svou bratra sveho 
Strachotu neb Mefudia do Yelehradu odeslal (Cas. 6, Mus. 1845 p. 453). 
Ja es findet sich auch in Daten die Verbindung: Strachota und Hro- 
znata ofFenbar = Cyrillus und Methodius z. B. v uterf pfed sv. Strachotou 
a Hroznatou (ai. 1530 Jaromef. Stadtb.). — A'gl. Hroinata. 

Strakonicky mistr , der Meister von Strakonitz , der Grandprior 
des Maltheser Ordens : strakonicky mistr pfevorstvi ceskeho (Ac. 6, 140); — 
Markold mistr Strakonicky (SRB. 3,7); — Bavor sen Bavarus fundavit 
domum Strakonicenscm ; fuit haec prima origo Grandis Prioratus Rhodiorum 
(Balb. epit. p. 264) ; — magnus Prior militiee Rhodiae Strakonicensis (Dob. 
Mon. 1, 223). 

Stranna pre vid. postranne pre. 

21* 



— 324 — 

Stras, Strasa \i(l. Straz. 

Stri^vnjk, der Kostganger: strdvnfci mohii pfti y hospoddch svych 
poctive (Lum. 1859 p. 54G). 

Htriz, StrAze (altere Form ^irkia) 1. die Wache custodia: ad 
custodiam, quod vulgariter dicitur strasa (Erb. Reg. ai. 1143). 2. der Wachter, 
namentlich der Granzwachter : in cujus parte habitant homines , qui vulg:o 
ztras appellantur, quorum erat officium quandam viam custodire (CD. 1, 227). 

3. der Zollwachter: moverat qusestionem et intromissionem de teoloneo id 
est straz cum silva et custodibus ad hoc pertinentibus (Ac. 3, 307 ai. 1321). 

4. der Hinterhalt, die Lauer: kdozby na koho v strdzi stdval chtS jej jiti 
a skodu mu uciniti anebo jej zamordovati (LO. 1564 f. 136). 

Streda, die Mittwoche: £ernd die schwarze Mittwoche, in eiaigen 
Gegenden Mahrcns der Mittwoch in der Charwoche; — sazometna die 
Russfegende, der Mittwoch in der Charwoche, weil an diosem Tage die 
Kamine gefcgt wurden ; — ska red a der garstige Mittwoch = popelec die 
Aschcnnittwctche. 

Stfedokraty, der llaum zwischcn zwci liecren: snem obecni na 
stfedokraty ve Zdicich mc/i Beninem a Zebrakem ucinivse (A^. 3 , 248 
ai. 1424); — aby s nami niohh se na stfedokraty vojsk nasich bezpecne 
sjeti (Cas. e. Mus. I. 78). 

Stredoleti, die Mittc des Sommers, die Mouate Juni und Juli. 

Stfedoposti auch stfed postu, die Mittfasten, die Woche von 
Oculi bis Laetarc, auch der Sonntag Laetare: tu nedeli po stfedopostf, jezto 
se zpfya Laetare Jerusalem (SRB. 3, 5); — tu stfedu po postu (MS. LA. M. 
Vn. 20 p. 87). 

Stfelec 1. der Schiitz. 2. der Armbrust- und Schildvorfertiger: ku 
potfebe mistrov stfelcov .... ruoznice mezi mistry femeslniky femesla st^el- 
covskeho o samostfily (Cas. c. Mus. 1839 p. 463); — Jan stfelec dal jest 
obci majestdty; jenz svedcf na prdva stitafska a malefskd ... a Jan stfelec 
aby po^ival prava s jinymi stfelci, jesto sedi na vezfch mSstskych a femeslo 
stitafske a malefskc aby mohl svobodne delati (ibid. 462). 

Stfeva (plur. von stfevo) viscera, intima: quia sacrum concilium 
viscera maternsc caritatis exhibere dictis Bohemis et Moravis intendat = po- 

y 

nevadz svaty sbor stfeva materske Idsky Cechom a Moravan6m okazati 
mfni (A6. 3, 407). 

Stf ibrohlav Silberbrokat : zelenym aksamitovym stffbrohlavem pod- 
si ty (Slav. 57). — vid. brokat. 

Stridnik (tridnik) kn6z vicarius, cooperator: Kristdv th'dnik vica- 
rius Christi der Papst (SRB. 3, 65). 

Stfiliiice 1. die Schiessscharte. 2. das Zeughaus: aby stfilnici neb 
cajghaus obecn]^ otevfel (Pav. Skdl. 2, 435). 



— 325 — 

Struha der Muhlgraben, eigentlich fliessendcs Wasser, ein Wort^, 
in welchem sich im bohm. die alte Wurzcl sru erhielt: sansk. sru, gr. 
oi-m, lit. srav-eti; die slav. und deutschen Sprachen haben epenthet. t; 
altsl. stru, struja die Stromung, altn. s trau-mr, althd. stro-m, poln. stru- 
mien der Wildbach, bohm. stru-ha und o-strov (= das umflossene Land, 
circumfluentus aficfi^Qoog). 

Strunkovy: pas z tkanice strunkove zlate (Para. arch. 1869 p. 338) 
von at run k a der Goldfaden, tenuissima auri lamina. 

Stryc patnius, dcs Vaters Bruder; dann der Verwandte iiberhaupt. 

Stryeenec ein Kind vom Bruder oder der Sohwester meines Vaters 
= sestfenec str^'ny, frater amitimus, patruelis; str^Senci Geechwisterkinder. 

Stryieni = sestnnS: d^ti druheho vetvf jsou sobe stryfieny, neb 
ujieny, neb teteny. 

Strfienj vom Vetter abstammend: str^Seny bratr patruelis, stry- 
cen4 sestra die Base von des Vaters Bruder oder Schwester abstammend. 

Strych das gestrichene Mass, ein Scheflfel = 1.5 niederost. Metzen; 
als Feldmass = jitro das Joch: jitro nebo strych irii in provazce (MS. 
LA. XTI. f. 9. p. 408). 

Stryna des Vaters Schwester ^«a, amita, auch der Mutter Schwester. 

Strzka (strz) der Wassergraben im Weingarten: v§ecky nespra- 
vedliv^ strzky mezi vinohrady jsou zapovezeny (MS. LA. M. VIL 8). 

Student psi dni die kalten Hundstage, die Tage nach h. Dreikonig. 

Stuhar der Bandmacher : tkalci a stuhafi (Pam. arch. 1869 p. 521). 

Stupa (neuere Form stoupa) die Graupenstampfe in der Miihle: 
ml^ peti koldch moucn^ch a 6tyfech stupdch (MS. LA). 

Stupen zapovSden^ der Verwandtschaftsgrad , welcher ein Ehehin- 
demiss bildet. (Pav. Skdl. 1, 103). 

Styber : dvacet mal^^ch chlebfi za pStadvaceti stybrd (List. ier. 1, 82), 
der Sttiber, eine niederlandische Miinze, deren 20 auf einen Gulden gingen. 

Siidce sfnS papezovy judex curise Romanse. 

Sudi dvorsky der Obersthofrichter supremus curiae regalis judex, 
dessen Jurisdiction die konigl. Mannen und Lehen untergeordnet waren; in 
Bohmen wurde er aus dem Herrenstande, in Mahren seit 1523 aus dem 
Ritterstande ernannt; er prasidirte wahrend des Landtages den Kurialbe- 
rathungen des Ritterstandes. Durch Allodisirung der moisten Lehen wurde 
seine Amtswirksamkeit immer mehr eingeengt, so dass seit 1748 diese Stelle 
in Mahren nicht mehr besetzt wurde. — vgl. dvorsk]^ soud. 

Sudi, 1. uejvysdf der Oberstlandrichter supremus terrse judex, 
wurde in Bohmen und Mahren immer aus dem Herrenstande entnommen, 
niusBte (in Mahren) ein wenigstens 5000 fl. werthes Landgut besitzen. Er 



— 826 — 

hatte die Umfrage l^eim Bathschlag (yid. potaz) zu leiten, den N&lez zn 
rectificiren, kurz er hatte die ganze GerichtsYerhandlung zu leiten; desshalb 
sagt die En. Dm. von ihm: ^nejy. sudi jest jako hospod&r souda zem- 
skeho^ und beatimmt die LO. 1564 f. 27: i&dnf z pdnuov ani z vlAdyk 
z souda zemsk^ho, kdy^ kterd potfeba k&ze, mluviti nemi, nei pan sudf, 
aneb komuzby p. sudf poru^il. A k ndlezu tei z&dnf vstdvati nemd, nez 
komu p. sudi kd^e. Bis zum J. 1493 waren in Mahren awei Oberstland- 
richter, einer fur die 01m., einer fur die Brunner Cuda; durch Vereinigung 
beider Cuden wurde der eine uberfliissig. Von 1783 war diese Wurde ge- 
wohnlich, seit 1817 immer mit der Stelle des Landrechtsprasidenten ver- 
bunden. — 2. s. mensi der Richter beim kleineren Landrechte, der bei 
diesen dieselben Punktionen hatte , wie der O.-Landrichter beim grossen 
Landrechte. — 3. s. lizke rady der Richter im engeren Rathe der Bruder- 
unitat: moc sudi ho y ouzke rade: k soudu pfe obecne poddyati, zdani 
jednoho kazd^ho yyslychati, sroyndni neb nesroyndnf hlasAy znamenati, ySc 
souzenou ydznS lisudkem k konci zrizene y^sti. — (Dekret. J. B. p. 26). 

Sudlice der Wurfspiess, die Hellebarde. 

Sudlicnfk der Hellebardier, der Spiessknecht. 

Such^ dni die Fasttage, die Quatemberfasten, daher der Vers im 
altesten Cisiojanus aus dem 13. Jahrhd. : chce krfi, Lucia, Popelec, den 
ducha svatcho, ^'by po nich prv k^estSn^ susili stfedu = Vult crux, Lucia, 
cinis, Charismata dia, Quod det yota pia quarta sequens feria; — suchi 
dni adyentni, postnf a letni6ne die Fastenzeit im Adyente, yor Ostem 
und Pfingsten, wo das Landrecht in Prag gehegt wurde; — ve dyoje suche 
dni letnf, jedny pfed sy. Trojici a druhe pfed sv. Vdclayem ... aye suche 
dni zimnf totiz jedny pfed sv. TomdSem apostolem a druhe y puostfi (Priv. 
Toy. p. 150); — o such^ch dnech zimnich po s. Lucii (Vel. kal. 619); — 
y pdtek v suche dni pfed sv. Vdclavem (SRB. 3, 48). — Suchi dni be- 
deutet eigentlich die trockenen Tage, es ist daher wahrscheinlich eine 
XJebersetzung des lat. jejune mager, trocken, niichtern, hungerig. — vgl. 
pust, susiti. 

Suohy Cert der diirre Teufel, siccus daemo, Beiname des Hynek 
yon Jaispitz, worauf dann dieser Beiname der Linie der llerreii yon Kun- 
stat, die sich nach Jaispitz nannte, bis zum Ende des 15. Jahrd. blieb. 

Sulik nom. viri = Sulislav. 

Summovnik summarium der Auszug, der Hauptinhalt. 

Sumniee der Saumweg. 

Supn^ : pffjem supn^ho (MS. Press.) wahrsch. die Abgabe von der 
Graupenstampfe ? vgl. stupa, supny. 

Supny: z kazdeho kola mou6neho tei supn^ho (Sn^m. p. kn. 1607 
f. 253) wahrsch. = stupne ? vgl. stupa. 



— 327 — 

Suiiti trocknen; a. dni, worth dio Tage trocknen, d. i. Fasten, 
aus dem lat. jejunare ubersetzt: iehj po nich kfestSne BU§ili stfedu (^as. 
c. Mas. 1853 p. 419). 

Svaifna: unam messionem ad gcntaculum alias do sYa6iny eine 
Abgabe zur Bestreitang der Jause (P4h. Brn. 1459 f. 53); ursprunglich 
wohl der Hocfazeitsschmauss ; vgl. svak. 

Svada der Streit, Zank : neboicfk pff^inu k sv&d$ ddval a jej po- 
bfzl (Pam. Kn. 01. 1535 f. 117); vgl. vaditi. 

Svak yid. Svat. 

Svat (Svak) 1. Der Mann von der Schwester der Frau. 2. Jeder 
durch Heirath verwandt Gewordene : jeSto su sobe nebyli v rodu, ti sobS 
budii sifi, svSsti, svakove, nevSsty (Stit. p. 90), wie im altsl. svati* affinis. 
Die zerzogene altsl. und russ. Form svojak = svat affinis, so wie altsl. 
svoitb = svati zeigen, dass dem Worte svat und dessen Ableitungen die 
Wurzel sva altsl. svoj suus zu Grunde liege, daher svatiti sja und svo- 
jiti sja affinem reddi, lit. svotas, bohm. svat der Hochzeitsvater, lit. 
Bvotai die Verwandten, bohm. svati (plur.) = svatebnf lide homines nup- 
tiales, svatati heiraten und wenn svatiti jsa = affineni reddi ist, so ist 
svatba die actio, qua quis affinis redditur. 

Svatba die Hochzeit, vid. svat. 

Svatebni lidi die Hochzeitsleute, proci, welche namentlich bei Pro- 
cessen um die Mitgift Zeugenschaft abzulegen hatten : m61i m^ dcefi odvfi- 
novati 100 h?. a na to mdm svatebnf lidi (Lib. cit. I. p. 287 n. 719); — 
EUka exemit coram precis alias lidmi svatebnlmi . . . et hoc idem proci 
alias lide svatebnf (DO. 11 n. 151). 

Svatka des Mannes Schwester, Frau des Bruders. 

Svatoeh, Svaton, Svatoi nom. viri = Svatoslav. 

Svatky die Feiertage 1. svgtl6 die lichten Feiertage, d. i. Weih- 
nachten, 2. svatoduSnf Pfingsten, 3. vdno6n6 die Weihnachten, 4. veli- 
kono£nf Ostern. Manchmal ohne jede nahere Bezeichnung; das Datum ist 
in einem solchen Falle nach den Andeutungen zu bestimmen, die dann 
selten, ja fast niemals fehlen, z. B. tehoz leta v p6st6 D8ck^ ValeSov spA- 
lil; potom v svdtky SmiHcky poraien jest (SRB. 3, 114) wo die (auf die 
Fasten kommenden also die) Osterfeiertage gemeint sind. 

Svatoniarsky (irrig Svateniorsky) : zbiti jsii na Earlstein^ Mar- 
kolt mistr Svatomorsk;^ (SRB. 3, 454) ; diess gehalten zu ibid. p. 7 : zbiti 
jsd na Earlsteine Markolt mistr Strakonick^, ergibt, dass zu lesen ist Svato- 
marski^ d. i. milites s. Maries ; — vgl. Strakoniek^ mistr. 

Svatomorsky vid. Svalomarsk^. 

SvAtost das Heiligthum, Heilthum 1. jeder geweihte Gegenstand, 
die Hostie, die Reliquie, die Monstranze : pobral mi sv&tost ; — sv&tosti 



— 328 — 

tfla boziho rozsypf a ztlacf (SRB. 3, 57) ; — ktozby tiJlo Boi^f 8 pnSkii aneb 
kteru jinii svdtost vzal a vysypal (6a8. i. Mub. 1828, I. p. 32); arcibiskup 
pobrav svatost hradu a kostela praiskeho vezl na Rddnici (SRB. 3, 13); — 
Bvatost im Bohem. = reliquiae. — 2. svdtost = festum armorum et lan- 
ceae salvatoris, ostensio reliquiarum das Heiltumfest, welches auf den Frei- 
tag nach Quasimodogeniti fallt. Es hat seinen Ursprung daher. Karl IV. 
liess die Kleinodien des deutschen Reiches im J. 1350 am 21. Marz nach 
Prag bringen, wo sie in der s. Wenzelskapelle und als die Burg Karlstein 
voUendet war, in dieser aufbewahrt warden ; doch warden sie jahrlich ein- 
mal am Freitage nach Qaasimodogeniti in der Frohnleichnamskirche in Prag 
zur Verehrung aasgestellt ; aaf Bitten des Kaisers verlieh Papst Clemens VL 
denen, die sich an dieseni Festo betheiligten, besondere Indalgenzen : eodem 
anno in die Palmarum reliquiae et sanctaaria imperii videlicet magna pars 
de ligno s. crucis, item lancea Domini, item unus clavus, item corona b. 
Caroli, item gladius eidem contra paganos per angelam missus ••.. portata 
sunt Pragam de Bavaria. Unde dictus Karolus IV. obtinuit a sede Apo- 
stolica, at specialis dies pro veneratione illarum in Boemise et Alemanise 
partibus deputetur .... celebraretur singulis annis VI. feria post dominicam 
Quasimodo proxima (SRB. 2, 354). Es heisst festum lanceee nach der Lanze, 
mit welcher die Scite Christi durchbohrt worden sein soil, welche Lanze 
sich unter den Reichskleinodien befand : ten 6tvrtek pfed svdtosti (A6. 1, 
194); — ten pdtek o svAtosti (A6. 1, 348); — tu sobotu pfed ukazovdnim 
svdtosti (zi: ostensio reliquiarum A6. 6, 16); na sv. Martina neb na Sva- 
tosti = sive in festo a. Martini, sive in festo reliquiarum (A6. 5, 171). — 
Bekanntlich wurden diese Reichskleinodien durch K. Sigmund an die Nurn- 
berger verpfandet : v Normberce ukazovali ndm svdtost : boil kopf etc. 
(Gas. L Mus. 1827, I. 43); — fissku svdtost k. Sigmund Normbersk^ za- 
stavil (SRB. 3, 37 ai. 1420). — 3. Svatost papezova Sr. Heiligkeit der 
Papst : od papezovy Svatosti zase dom6v jede (A6. 5, 277). 

Svatostnfk sacramentarius : konfessionisty , dvousv&tostnfky, tfi- 
svdtostniky, ctverosvdtostnfky. 

Svaty duch spiritus sanotus, das Pfingstfest: ten 6tvrtek pfed sv. 
duchem Donnerstag vor Pfingsten. 

Svazek der Bund, als Maass fiir Papier, Stahl, Stricke u. s. w. 
gebraucht (6as. 6. Mus. 1867 p. 21). 

Svideeni pdhonfi (in Mahren vysyideovini) testatio citationum, 
die Vorlesung der Pfihonen nach Eroffnung des Landrechtes: svSd^enf 
pdhonfi jin^ho nic nenf , ne^ na ten cas , kter;f v pfihonech jest polozen, 
tfchi pflhonfi pfede vSemi vyhldSenl (VS. 11. 3). 

Svidomi, die Zeugenschaft, Zeugniss testimonium, 1. listovnf die 
schriftliche Zeugenaussage, die nur Adeligen gestattet war (LA. 1604 f. 51). 
— 2, selske oder lidi selsk^ch, der Grundherr, welcher ein solches 



— 329 - 

ZeugniBB brauchte , schickte einen Zettel vor Gericht, wo die Fragen auf- 
geschrieben waren, fiber welche die TJnterthanen auszusagen batten. Die 
eigenen XJnterthanen konnten in Sacben des Grundherrn nur bedingungs- 
weise aussagen: an istis testibus, qui sunt sui homines, posset uti ad pro- 
bandum (Lib. cit. 2 p. 34 n. 155). — 3. slope die blinde Zeugenaussage,* 
wenn Jemand sich auf die ofFentliche Meinung berief: slep6 sv§doml , kdyi 
kto chce mSstem nebo obcf provoditi, prdvS, ie to viiecko m^sto nebo obec, 
nebo vSecka zeme o torn vf, v zddnem stidu ney&ii ani se prijfmA, neb Hi 
rec slySenii rozprdvf tech, ktefii^. sii za to nepfisdhali (V§. 364). — 4. ustni 
die mundliche Zeugenaussage , das personliche Erscheinen des Zeugen vor 
Gericht. — 5. ziv6 die iebendige Zeugenschaft, der Gegensatz von s. listovnl 
der schriftlichen Zeugenaussage; vgl. das deutsche: „durch Geburtsbriefe 
Oder Iebendige Zeugen" (XJrkd. f. Briinn ddo. 11. Aug. 1563). — Prauen, 
deren Manner lebten, waren von der Zeugenschaft ausgeschlossen, wahrend 
Wittwen und Unverheirathete zugelassen wurden; erst die LO. 1604 f. 52 
lasst auch verheirathete Frauen zur Zeugenschaft zu. — Vid. viien. 

Svekr, der Schwiegervater ; vgl. sansk. svagura, gr. ixvQog^ lat. 
socer, altsl. svekri, goth. svaihra, althd. swehur, mithd. sweher, 
nhd. Schwieher, russ. svekor u. s. w. 

Svekra, Svekrev, Svekruse, die Schwiegermutter; vgl. sankr. 
svagru, gr. ixvQa^ lat. socrus, altsl. svekry, althd. swigar. 

Svefepice, die Zuchtstutte, welche frei herumlauft und nicht zur 
Arbeit verwendet wird, equatia vom altsl. svefep wild: svefepice nem62 
vddti, ie chodf s znamenfm kobylim polem; — equas dedit, quas dicimus 
emissarias (CD. 1, 219); — dimidiam partem indomitarum equarum (Erb. 
Reg. 93). 

Svisf, die Schwester der Gattin, auch die Schwiegermutter; vgl. 
lit. sv&ine, russ. svojaiina. — Vid. 8vat. 

Svice rytirski^, die Ritterkerze; ich fand diesen Ausdruck bisher 
nur einmal: dejte se pt&ti apatykdfe, deld-li z toho vosku, kter^ zfistdvd 
za nim, ty rytifsk^ svfce (List. ^er. 3, 112). 

Svicky epiphania Domini, der Dreikonigstag; manche, so z. B. 
Erben im Glossare zu Stftn^, erklaren sviSky unrichtig durch Lichtmesse 
festum candelarum ; denn alle Daten weisen auf den Dreikonigstag oder den 
sechsten Janner; so wird Bo if kftSni die Taufe Christi = epiphania mit 
sviiky identificirt : na den Bozfho kftfini, je2 slove hod svffSek (Priv. Tov. 
149 ai. 1474); — pfed Bo«m kft6mm aneb pfed svfikami (ibid. 198 ai. 1498); 
— tisfc a itjfi sta let osmdesdte a §est let a ji2 jsme vstiipili v sedm4 od 
vdnoc a2 dosavdd, to jest tu sobotu prvnf po sviCkdch, jei jest den 
mf m§8fce ledna (6as. 6. Mus. 1840 p. 89). Darum heisst es auch vom 
01m. Dreikdnigslandrechte : prdvo v Olomiici na den svf6ek und die Oktave 
des Epiphanienfestes heisst im bohm. immer: ochtdb svf£ek. — Es ist 



— 330 — 

daher svfSky die Uebersetzung dee gr. 17/i^a rmv qiforwf^ dies luminum, 
weil an diesem Tage in der orientalisohen Eirohe zum Andenken an die 
Taufe Christi die Taufe der Eatechumenen vorgenommen wurde und weil 
die Taufe nach dem damaligen Sprachgebrauche auch durch tpmg auBgedruckt 
wurde; bei der Uebersetzung ins bobmische nabm man aber q,eii: in seiner 
gewohnlichen Bedeutung als Eerze und nannte die ijfAiQa (pmtiop den sviSek, 
Tag der Eerzen. 

Svoboda 1 . die Freiheit. 2. im plur. svobody die Landesfreiheiten, 
Privilegien: ma kral zemi potvrzeni listem na svobody a prdva ddti (Kn. 
Toy. kap. 8). 2. der Ort , wo die Privilegien aufbewahrt wurden , das 
Landes-Arcbiv , welches sich im Olmiitzer Rathhause befand : druh^ list v 
tdz slova napsan]^ m& pfi svoboddch Mark. Mor. v Olomiici na rathouzi 
lezeti (Urkd. 1531). Zum Archive waren zwei Schliissel, deren je einen ein 
vom Ilerren- und vom Ritterstande gewahltes Mitglied aufbewahrte : Jsou 
klice dvoje od svobod, jedny za stavem panskym, druh6 za stavem rytlfskjhn 
ze zflstdvajf a kiyi osoba ta, ktere avefeny jsou , d61e jich za sebou miti 
nechce, tak ie pH obecnfm sn^mu stavu sv^mu je oddd a star ze osobu z 
prostfedku sv6ho vybefe a t6 je sv§H a to ie do snSmu vchAzi pro budouci 
pam^t. Edyz pak osoba kterd od nrch odumf e , tedy ie ndpadnici soudu je 
prednd§ejf a soud je pfijma, jest-li stavu pansk^mu ndle2it6 json, p. hejtma- 
novi , jestli^o stavu rytifskemu , p. hofrycht^^fi je odevzddvd k dochovani 
jich ku pffstimu snfimu nebo sjczdu &akemu vSech stavu.* (Zdp. Zer. 1, 258.) 

Svobodnik von svoboda libertas, der personlich freie, der Prei- 
sasse, wolcher keinem Grundherrn, sondern dem Eonige unmittelbar unter- 
than ist, eigenen Hof oder sonst Grundstiicke besitzt, die in die Landtafel 
eingelegt wurden und von denen der Obrigkeit, innerhalb deren Gemarkung 
diese Grundstiicke lagen, keine Zinsungen oder sonst welche Qiebigkeiten 
geleistet wurden. Zu dieser socialen Institution gehorten die dSdinnfci, ni- 
pravnfci und rychtdfi svobodnf. Die svobodnlci gehorten aber mcht zum 
Adel, und uberhaupt zu keinem Stande als Eorporation, konnten daher auch 
nicht am Landtage erscheinen, trotzdem ihre Qiiter in die Landtafel einge- 
tragen waren: praeter tres ordines hosce liberos habet Bojemia quosdam 
ordini nulli adscriptos colonos prflediorum Jiberos sive scultetos, 
plus minus 340, qui svobodnfci, dfidinnfci, ndpravnlci vulgo vocantur. (Stran. 
r. b. p. 436). Die detaillirte Auseinandersetzung, wie sich diese sociale In- 
stitution entwickelte, wiirde zu weit fiihren ; im allgemeinen sei nur erwahnt, 
dass diese Elasse der Bevolkerung sich aus verschiedenen Ursachen nach 
und nach gestaltete. Vor allem hatte der Eonig das Recht, Leute, die er 
sich zu oflfentlichen Diensten verband, mit Grunden auszustatten und sie fur 
freie Leute zu erklaren, die dann eben svobodnfci wurden ; dass ein grosser 
Theil derselben diesem Rechte des Eoniges den Ursprung verdankte, dafur 
spricht der Umstand, dass die svobodnici im 16. und 17. Jahrhdt, nament- 



— 331 - 

lich dazu verpfiichtet waren, den Eriegsbedarf auch ausser Landes zti fuhren 
und sonst YorspannBdienste zu leisten: k iemu^ f&ry od sYobodnfkd, n&- 
pravnfkfi, dgdinnlkfl a dvofdkfi, kteH v tomto krilovBtvf jsou, ddny b;^ti 
maji (Landtag 1610) ; — abyste vSecky svobodnfky JMC. v kraji Bechyii- 
sk^m povolali, aby vSichni s f&rami pohotovfe byli, ponevad^ oni bez toho 
povinni jsou, vselijakou municf a stfelbu k armdd^ JMC. vezti (ai. 1637). — 
Perner geht diess aus dem Umstande hervor, dass der Konig sich das su- 
preinam domininm iiber dieselben stets vorbehielt: a tolik^i^ JME. jak i 
pf edeSle, vsccku vrchnost na tfchi dedinnfcfch Bob6 pozflstavovati r&ii (LO. 
1564, E. 12). Weiters scheinen viele chedem personlich nnd dinglich freie 
zemane (vid. dieseB) nach den Hussitenkriegen in die Bvobodniky einge- 
reiht worden zu sein ; wenigstens darf man bo BchlieBBen aus Vs. p. 437. 
Endlich war es yor den HuBsitenkriegen moglich, dass selbst Bauern zu 
FreisasBen wurden, wenn ihnen ein Gutsherr einen Hof zu freiem Eigen- 
thume verkaufte. Dass aber die Befreiung durch den Eonig der haupts&ch- 
lichste Grund zur Entstehung der FreiHassen war, geht, wie gesagt, daraus 
hervor, dass das dominium supremum iiber dieselben dem Eonige gehorte; 
dieses dominium iibte der Eonig durch den konigl. Prokurator aus, dessen 
Yerwaltnng die FreisaBsen bis zum Ende des 18. Jahrhdt. anvertraut waren. 
Was die Guter der svobodnlci anbelangt, so ist kein Zweifel, dass die Frei- 
Bassen in der alteren Zeit das freie Yerfugungsrecht uber dieselben batten; 
spater aber wurde dasselbe eingeschrankt, wie aus LO. 1564, E. 12 her- 
vorgeht, da dort das Recht ertheilt wird, dass die Freisassen ihre Giiter 
entweder Ihresgleichen oder den hoheren Standen verkaufen diirfen: „JME. k 
tomu Bve milostiv^ poTolenf ddti rd^il, aby d§dinn{ci, svobodnfci a n&prav- 
nfci statky sve OBobdm ze stavi^ t^i i sami Bobe proddvati a kupoyati mohli 
a od nich do desk zemsk^fch aby tomu, komu2 prodajf, i jim bez dal§{ re- 
laci kladeno b^ti mohlo.^ Den Yerkaufen yon FreisasBengrunden an Herren 
und Ritter wurden darum Hindernisse in den Weg gelegt, weil die Herren 
und Ritter sich weigerten, die Lasten, welche an diesen Giitern hafteten, 
z. B. Yorspann u. b. w., zu leisten ; da aber solcbe Lasten auf die Frei- 
Bassen eines bestimmten Ereises cumulatiy yertheilt wurden, so mussten die 
FreisaBsen dieselben auch fiir jene Griinde Ubemehmen, die bereits im Be- 
sitze yon Herren und Rittern waren ; so heisst es in der Instruktion fur die 
FreiBaBsenaltesten ai. 1702: pfichdzf ze ySech krajuy ode yiech syobodnikfi 
5a8td stfinost, zeby nSktef ( pdni ze stayu yySsfho, kteff syobodnicke grunty 
drzi a od jin^ch syobodnfkfi contribuendo separoyati se dali, jine syobod- 
niky y6elijak utiskoyali ... ie s jin^mi syobodnlky ye yojansk^ch marSicb, 
y loiiroy&nf soldatsk^ch, y ddydnf forSponu . . od starSfch syobodnfkfi de- 
pendiroyati nechtSji u. s. w. Aus diesem Grunde mussten Herren und Ritter, 
die ein FreiBassengut kauften, einen Reyers ausstellen, dass sie alle an 
diesem Gute haftende Lasten erfullen werden: „Da etwann ein Freisass der- 
gleichen dienstbares Gut zu yerkaufen gedrungen, er dasselbe an Uns bringen, 



— 332 — 

damit derjenige, so dergleicben Gut kaufen wiirde (insonderheit da um das- 
selbe einer aus den hoheren Standen sich annehmen wollte) nichtsdesto- 
weniger die schuldigen Dienstbarkeiten, allermassen der vorige Inbaber es 
scbuldig gewesen, zu leisten und sich biezu duicb einen gewobnlichen Re- 
vers zu obligiren verbunden werde.* (Ai. 1630 Weingart. Codex p. 145). 
Seit dem Ende des 15. Jahrhd. ist aber eine Abnabme der Freisassen be- 
merkbar, welcbe im 16. und 17. Jahrhd. auffallend zunimmt ; von 1550 bi8 
zum Ende des 17. Jahrhd. gingen 241 Freisassengiiter ein. Die Lasten, 
welche auf diesen Giitern hafteten, waren gross und wurden bei vielen 
Freisassen unerschwinglich, wenn sie ihre Griinde entw. unter ihre Kinder 
theilten oder Parzellen davon abverkauften ; die Folge davon war, dass viele 
Freisassen sich in konigl. Stadten niederliessen, oder sogar den Unterthans- 
verband von Obrigkeiten suchten, um Bauerngriinde von Seiten der Herr- 
schaften zu erhalten; gegen diese Vorgange wurde 1702 ein Verbot er- 
lassen, indem es den Freisassen, die der konigl. Kammer unterthan sind, 
nicht gestattet wurde, sich in Stadten niederzulassen und umsoweniger in 
ein Unterthanigkeitsverhaltniss zu Dominikalherren zu treten. Um eine Be- 
wachung der Freisassen in den Ereisen zu erraoglichen, wurden seit 1656 
die sogenannten starsi svobodnici „die Aeltesten der Freisassen** eingefuhrt, 
welche von der Eammerprokuratur emannt und beeidet wurden, und nebst 
der Einhebung der Steuern von den Freisassen darauf zu achten batten, 
dass keine iibermassigen Zerstucklungen der Freisassengriinde, keine Yer- 
kaufe derselben, kein Eingehen eines Unterthanigkeitsverhaltnisaes statt 
fande u. s. w. (Vgl. Tyrif Gesch. der bohm. Freiss.). — vid. dedinnik, 
dvorak svobodny, nApravnik, rychtAr svobodny. 

Svobodny iermir od p^ra: tovarysstvo svobodn^ch SermfM od 
p^ra (6as. i. Mus. 1848 p. 304); — vid. Fedrfechtfr, Narkus. 

Svod von Bvesti deducere, 1. jene Eigenthumsklage , in welcber 
der Besitzer eine Sache, die von einem Anderen als sein Eigenthum erkanot 
und angesprochen wurde, seinen Yormann im Besitze nennen musste, um 
durch die Ueberfiihrung auf alle Yormanner den Dieben zu erforschen. Es 
ist diess also dieselbe Kechtsinstitution, wie der deutsche Anefang, oder 
das romische furtum per lancem et licium oder die intertiatio 
(=: in tertium deducere) des mittelalterlichen Lateins. Nach den Stat. Ot. 
mussten dabei interveniren : quando ducitur, quod dicitur svod, debet adesse 
castellani nun tins, judicis et villici et camerarii et unus vel duo de vicinatu 
illo. Die Immunitatsertheilungen bezuglich des svod beziehen sich grossten- 
theils auf die Befreiung von der Yerpflichtung, dass die Dorfbewohner, wenn 
die Spur des Diebstahles in ihre Gemarkung fiel, so dass man sie nicht 
weiter verfolgen konnte, das gestohlene Gut ersetzen mussten, well dann 
die Yerpflichtung der osada fur das Dorf eintrat (vid. osada). Vondiesem 
svod stammt die noch heute libliche Redeweise on to svddf na mne = er 
schiebt es auf mich (vgl. III. Abth. schuben). Im Yerlaufe des 13. Jhdt. 



— 333 — 

verliert Bich dieser Rechtsgcbrauch aus dem Landrechte, im Stadtrechte 
bestand er aber noch im 16. Jahrhd. — 2. Das Bussgeld fur den Diebstahl. 
3. Die Yerpflichtung des Yicinates, beim svod zugegen zu sein. — Die Er- 
klarung dieses Wortes bei Du Cange sub. zwod als tributi species ist 
daher unrichtig. — Ygl. sok. 

Svolani die Ycrsammlung : y plnem SYolanf mistrskem (Ac. 3, 
205 ai. 1417.) 

Svrchek plur. Svrchky Ueborsetzung des lat. supellectile die 
Mobilien. — vgl. nibyt. 

SvrSek plur. Svrdky vid. Svrchek. 

Svftlka Yon sYoliti consentire, consensus: sYuolka mezi dyema 
osobama taf praya, dsky i listy lomf. (Cod. j. 8. II. 2. 285.) 

Synovec der Brudcrs- oder Schwestcrssohn, filiaster, Neflfe, sobrinus. 

Synovkyn^ filia fratris ycI suiosis. 

Syrne die Reluition i'lir die Abgabe yod Kiisen. 

Saciyi^ Sacunk e germ, schatzen, 1. abschatzen, fatiren: aby 
podle sYcdomi sYeho se sacoYal a zc sta kop grosii kopu na sprayu mcsta 
dal. 2. Der Preis, um den ein Qofangener losgelassen wird, das Losegeld: 
jestlizcby kdo y mirnc zemi vezno na SYUJ zdmek prijal a tu jej Bacoyati 
dal, tehdy ten, kdoz jest sacoyan, bude moci k tomu, na cimi zdmku jest 
8acoYan, hiedeti a on bude jcmu poyinen ton sacunk i se Yscnii skodami 
nayratiti. (L. 0. 1564 fol. 140) ; — me lidi zjimal a sacoyal (Puh. 1412.) — 
3. Die Brandschatzung. 

Safafstvi sydtosti, in den Akten der Briidcrunitut die Austheilung 
(Yerwaltung) der Sakramente : syefuje se nam safdrstyf sydtosti tim sloyem 
KristoY^m : aby ddyal y cas miru psenice celedi jeho (Dekret J. 6. p. 51.) 

Safelin yid. sefelin. 

Sal gewohnlich als demin. sdlek der Becher, die Schale, althd. 
scala, mittelhd. sch&le, schal, gr. axaXig patera, (rxdXkiov poculum. 

Samlat, Samlatka: by ji koupila samlatku (Cas. c. Mus. 1864 
p> 22) ein aus Eameelhaaren yerfertigter Stoff, althd. schamelot, mithd. 
schamlat, mitlat. camelotus. 

Sant der Betrug : pakli chleb byl maly, tehdy jest tu ncjak^ iant 
poznal, i pobral jim chleb a kdzal ddti chud^m (SRB. 3, 26.) 

Santrok 1. Der Wucher, der Betrug iiberhaupt beim Eaufe, Yer- 
kaufe, Geld- und Wcchselgeschafte ; ygl. mithd. santrocke: santrocke ist 
der kouf genannt, der immer war billich unci kant alien kristen uf ertrfche ; — 
gesuoch, fiirkouf (Beneck. Wtb.); Matzenaucr ciz. si. p. 318 leitet das 
bohm. Wort yon dicscm deutschcn Worte ab. Bedenkt man aber, dass 
santrocke im Deutschen gar keine Yerzweigungen hat, wahrend im Bohm. 
Jie AbleituDgen reichlich sind: santrocha, santroctvi, santrociti, santala, 



— 334 — 

Santrocky, §antro6iiik u. s. w. (vid. Jungm. Wtb.), so diirfte eher dae Um- 
gekehrtc der Fall sein, d. h. das deutscheWort sei aus dem bohm. entlehnt. 
Ich vennuthe, santrok sei ein comp. aus Sant Betrug, List (vid. dieses) 
und rok terminus, Frist, Fristzahluug, also wucherische, betrugerische 
Fristen- oder Ratenzahlung : ncmd hfti konselem, kdo2 na Santroky i&ii 
nebo na lichvy, kdoz listy na zmatky nebo pro puhony kupuje (Brikc. pr. 
kon§. 16); — prodej, smluv se, trh sluSn^ dej, neproddvej na ty roky, 
poru^ jin^m ty Santroky (Lomn. hosp. 39); — tui se nehodi santroci ani 
pfdtelske spomoci, tak jsii polozeni roci bohatemu i chudemu (Starb. 
ski. 3, 96.) 

Santrocnik foenerator der Wucherer, der betrugerische Zinsen 
fordert, der Betriiger iiberhaupt. — Ygl. sant, santrok. 

Sarapatka eine Munze = drei Heller: importati ex vicina XJn- 
garia . . . sarapatky (Straus, resp. b. 550) ; — za sarapatku, za tn halefe 
nestoji (Vel. sil. q.) 

Sarsoun 1. das Schlachtschwert vom franz. charger angreifen. 
2. ein Geschiitz, vielleicht aus dem franz. charge de canon gebildet; 
vid. Bvihovka. 3. die Kugel, die Bombe, also die Ladung der Kanone. 

Sart e germ, der scharfe Pfennig, der Scherf, das Scherflein: 
altera chalci semis, §art yel ka6enka, mal;f penfz (Stran. resp. b. p. 542) 
der Heller: ygl. kacenka. 

Satr, Satro vid. eatr. 

I^avel nom. viri = Saul. 

Scedi : prdvem posliipn^ho Scedf neb zapisov^m prdvem = jure 
Buccessionis vel proscriptionis (Maj. Car. rub. 13.) — SfiedJ, §6edi genus, 
heredes, liberi, generatio, altsl. 6ando filius, homo, oder femin. £andb 
collect, homines, gens. Miklosich halt diess Wort fur entlehnt aus dem 
deutschen kind; Matzenauer hingegen ciz. si. p. 24 weist auf eine Wurzel 
sansk. kand in kandala germen, surculus, wobei allerdings nicht aus- 
geschloBsen ist, dass 6 an do und kind verwandt sind. 

iSiep vid. St§p. 

Sebek, Sebeata, Sebestian nom. viri Sebastian. 

Sedesiltnik 1. der Anfiihrer iiber 60 Mann. 2. eine Munze = 
60 Kreuzer. 

Sefeliu (safelin) ein kleiner Wurfspiess telum missile, pilum, 
e germ. Schafelein. 

ideflnistr vid. I^epmistr. 

I^eluuk vid. palak. 

Sepniistr (Sefmistr) der Schoffenmeister: sefmistr6m, konSelom 
na Hordch KutnAch (A6. 5, 303); — pdni Sepmistfi s pany konSely zjed- 
nali (Lum. 1859 p. 544; vgl. ibid. p. 571.) 



— 335 — 

Serka ein diinnes, wollenes, gekopertes Zeug, urspriinglich in 
FraDkreich erzeugt , franz. serge, deutsch sersche, sarsche: serka 
prostd slezskd (6a8. 6. M. 1867 p. 23.) 

Sestak = Zweigroschen (Com. j. L): za dva krejcary jim tarn 
18 haliffi ddvajf a zde oni po 12 haleffch za ^estdk jich uddvaj{ a tak na 
torn tfetinu v;fdaku maji (Snem. drz. 1612 p. 37.) 

Sestiniesti ager hexapolitanuB, das Qebiet der Sechsstadte in der 
Lausitz, die Sechslande ; ygl. Seat m^st. 

Seatipansky lifad das Amt der Sechsherren in Prag, die Polizei- 
meister, errichtet unter K. "Wenzel II. um das J. 1285. Sie hatten dariiber 
zu wachen, dass keine Thatlicbkeiten zwischen Biirgern stattfanden, dass 
keine entlaufenen Knechte und Qeachteten sich in der Stadt aufhielten, 
keine Yerschworungen stattlBnden, dass Maasse und Gewichte am Markte 
gerecht seien u. s. w. Spater entschieden sie hauptsachlich liber Baulich- 
keiten und Senritute. 

f^est mist Hexapolitani die Sechsstadte in der Lausitz: Bautzen, 
Gorlitz, Eamenz, Lauban, Lobau und Zittau, welche sich 1346 
za einem Bunde yereinten : v Sestimestech mnohd zbo^J zastavcna jsii 
(A6. 4, 489.) — vgl. Ses times tf. 

Sestni (Seztne) von Sest, sex: a sex denariis, quod dicitur 
seztne, qui dari debent magistro yenatoriae dignitatis. (CD. 3, 272.) 

Sinia, Siiuiik, Siiuek, Simou nom. yiri = Simon. 

Sin die Schiene, die Stange yon Eisen, Silber u. s. w. : dluzen 
bude platiti a lirofSiti na ka^.dy tyden pet sinuov (Kr. -Toy. cd. Dem. p. 159.) 

Sir, 9iri der Bruder der Frau sororius: jesto sii nebyli sobe y 
rode, ti sobfi budii sin, syesti (Stit. p. 90); — ten list jako2 jeho siff byl 
u neho polo^il a ten jemu tak dobfe sy^dfil jako jeho §ifi (P&h. Bm. 1406 
Fol. 58); ygl. sansk. sj&la frater uxoris, kroat. sura, surjak, sloy. Surjak 
Bruder der Frau, sura Schwester der Frau; serb. sura, Surak, Surjak 
irater uxoris, surnaja sorer uxoris, rus. iurini. 

Sidik galea der Helm, nach Matz. ciz. si. p. 81 yom altrus. SiSaki 
und dieses yom altsl. iiibka galla, dann conns der Kegel. 

Skaryant: rychtdr kdzal ikariantoyi z&mky yybiti (SRB. 3, 231) 
der Gerichtsdiener , Biittel , Scherge, aus dem mitlat. serjantus armiger 
durch Yermittlung des mithd. schariant. 

Skody plur. yon skoda der Schaden, die XJnkosten; in den Pdhonen: 
gkody opoyfddm, damna publico, die XJnkosten ankiindigen; dies musste 
der EUager im Fuhon thun, that er dies nicht, dann konnte er den Geklagten 
wegen Ruckerstattung der Processkosten nicht belangen: skody se kladii 
a opoyidaji proto y p6honfch , jestliieby jich poloieno nebylo , potom by z 
nich pohnati nemohl (En. Toy. kap. 37). 



— 336 — 

Skola, die Synagoge nach dem griech. Bibeltexte, wo triolii die 
Synagoge bedeutet: aby nedali zidom nov^ch §kol delati (Stft. p. 157). 

Skolnik, der Aufseher der Synagoge: 2id6 po 1 zl. aby platili, nez 
rabi a Skolnik jejich ty zadneho platu d&vati nemajf. (TJrbar. Ton Hotzen- 
plotz ai. 1580.) 

Skolomet, der die Schule kehrt, reinigt; vid. mendik und Tgl. 
rynkmet. 

Skot vid. Sot. 

V « V 

Slachta, Siachtata, SlachtAcky dum, der Kuttelhof, das Schlacht- 
haus. 

Sleehta, der Adel, nobilitas, nobiles. Safaffk in Staroi. p. 753 und 
H. Jire6ek in Slov. pr. 1, 73 leiten dies vom Worte lech (vid. dieses) ab, 
aus dem lechta und dann durch Wurzelvorschlag slechta gebildet wurde; 
aber lechta ist nicht nachweisbar und Slechta ist vielmehr entlehnt aas 
dem deutschen , althd. slahta, mithd. slahte, altfranz. slacht genus, 
prosapia, wobci im buhm. Umlaut des a in e eintrat, der iibrigens auch 
Bchon im mithd. erscheint: gc-sleh-te, mannesge - sleh - te. Deshalb findet 
man slechta im bohm. in alien Bedeutungen wie im deutschen z. B. 
Zuchtstiere, die Gattung: dfevo, ktere te Slechty jest. 

Slechtic 1. in alterer Zeit = pan magnifice nobilis, baro, ein Mit- 
glied des Herrenstandes : aby Slechtici a p4ni niiSf = quod barones et 
nobiles inferiores (A6. 3, 88) ; — si autem minus nobilis sive vladyka alium 
magnifice nobilem i. e. slechticonem citaverit (Ord. jud. t. §. 34, 44) ; — 
sit bare Slechta (Bohem. bei Han. sb. nejst. si. p. 39). — 2. der Adehge 
iiberhaupt. 

Sleksac e germ, der Schlagschatz, der Gewinn, welcher aus 
dem Miinzrechte gezogen wird: SlekSac z mince krdlum poz&stayiti majL 
(LO. 1564 fol. 218). 

Slichyf , der Erzwascher, Erzseifer, welcher das gepulverte Erz 
wascht, e germ. Schlich, Erze, welche zu feinem Pulver gepocht sind, urn 
die leichteren Steintheile yon- den schwereren Erztheilen abschlammen zu 
konnen. 

Slohyr: ^mistr (noiifsky) mk tento po6et celedi drieti: u vyhni 
jednoho podmistri a filoh^^re a slejfife a laviSniky tfi" — e germ. Schlager, 
jener Arbeiter in der Messerschmiede, welcher mit dem Schlagel, d. i. einem 
holzernen Hammer das Eiscn ebnet und glattet. 

Sloj^f , slojir, slojirik, slojrik : majfc zedrany slojof (En. Roz. 
cl. 228); — ma ukdzati zedrany Mojfik (Ord. j. t. §. 88), der Schleier, 
peplum aus dem mithd. sloir, slojir, slojer, ursprunglich ein feines 
Gewebe (Benecke Wtb.). 



— 337 — 

l^mejd auB dem deutschen Geschmeide: ielezn^, mosazn^ imejd 
(Pam. arch. 1869 p. 529) namentlich die Numbergerwaaren. 

Smcjdif : kteH vielijak^ smejd od femeslnfkfi domdcfch i pfespol- 
ntch aneb co sami d^lati um61i, jako 2elezo, i^i ielezn^, mo8azii;f Smejd, 
nidrlandsk^ nebo vlaSsk^ vSc), banru, kfidu, nitf, rouSky, 6epce, paBomany, 
knoflfky a podobn^ prod&yali (Pam. arch. 1869 p. 529), die Geschmeide- 
macher, Geschmeidehandler (mit Niirnbergerwaaren) ; — Smejdffsk^ krdm 
der Geschmeide- oder Niirnbergerwaaren-Laden: bofili na rynku staromSst- 
Bkem gmejdifsk^ krdm (SRB. 3, 323). — Ygl. dmcjd. 

iSmelc e germ. Schmelz 1. der glasartige Ueberzug auf Metall- 
waaren, das Email: prsten b diamantem , vflkol b Smelcem (Pam. arch. 1869 
p. 337). — 2. namentlich Gegenstande aus gesponnenem Glase Terfertigt, 
oder auB diinnen gefarbten GlasrShrchen geschnittene , daher rdhrenformige 
Glasperlen , die ge^eohnlich auB Marano bezogen und die auf Draht oder 
Pferdehaare gereiht zu allerlei Verzierungen , auch zur Stickerei und zu 
Spitzen verwendet wurden : sklenn^ smelce (Sn6m. 1607 f. 294); — smelcem 
udelane tMb a Stefty (Cas. c. Mub. 1828 II. 94). 

Smelir, die WasBcrschopfer in Bergwerken: S. kteff vodu do cdlo- 
vek nahaneji (Pam. Kut.) ygl. ei^lovka; — slozeni jsou take vsickni §me- 
lifi , jen^. ciBafsk^ pri tech hordch d^lniky ztravovali a je Biizujice BobS 
nahin^li (Cas. c. Mub. 1828 II. 89). 

Smuk^f, der mit Schmucksachen handelt, namentlich mit Aufputz- 
gegenBtanden fiir die EJeidung, z. B. Borten, Fedem, Gold- und SilberbcBatzen, 
Schniiren auf Iliite u. b. w. 

Soorcher : abychom ty snorchery b cfBafem bc yaditi nechali (List, 
^er. 1, 33); — drancoyali a ^norchoyali (Cas. 6. Mub. 1828 II. 94) aus dem 
germ. dial, schnorren, schnorken, faullenzen, schwelgen, herumlungern ; 
mit diesem Worte wurden aus dem Dienste entlasscnc Soldaten bezeichnet, 
(He dann in den Landern herumzogon, plunderten oder bettelten und allerlei 
Unfug trieben. 

Sore: osm sorcu, jedny podpaznfky, e germ, der Schurz, jener 
Theil des Panzerhemdes, der den Unterleib und die Oberschenkel schutzte. 

So8 e germ, schoz die Abgabe , welche yon den Biirgern der 
Stadte oder yon Hofen und Bauerngriinden einer Stadt gezahlt wird: domy 
V mestech, jeni pod 8ob ndlez{ a knihami mestsk^mi se sprayuji; — z Sosu 
a kn6h m^stsk^fch yynfmati a je do desk zemsk^ch yloiiti dal (Pr. MSst.) ; 
— kaidy cloyek pansk^ho a rytifskeho stayu, kterf dfim y mSstS pod prd- 
vem m^stsk^^m a pod §ob md, b temito yScmi ku prdyu a soudu mSstsk^mu 
a pod Sob sluSejl (St. Wenz. Vertrag 1517); — nepomnlm, by kterd sluiba 
B toho dyora byla, nei toliko Sob k mSstu a lirok k hradu (A6. 1, 181); — 
to popry^ slysf , aby Solnice mSla b^ti meste^kem poddan^m , alebri ie 

22 



— 388 — 

mSsto jest svou vlastni sprdvu tnajfd a toliko pod Sosem stojiei, kteiy sc 
nynl vzpldci bos&kum nft Mal6 Strane. (6a8 L Mus. 1849 I. p. 80.) 

Sosovni m^ato, eine Stadt, die zwar irgend einem Herrn schosste, 
aber sonst ihre eigene Yerwaltung duroh einen frci gewahlten Magistrat 
hatte; vid. das letzte Citat bei So9. 

Sot, l^kot 1. Scotus der Schotte. 2. der Premde , herumziehende 
Kaufmani), auch im deutschen der Schotte genannt: Sotove , Tfiderlanti, 
Vlasi a jinych naroduv obchodnfci (Urkd. 1571); — o kupce a soty, kter( jake- 
koli handle z jinj^ch zemf k snemflm a soudum se sjizdejfce provozujf, na 
jarmarcfch proddvaji a v zemi teto usedli nejsou, aby kaidj z nich z kramu 
sveho jednou v roce na dva terminy po 3 zl. ddvali (Sn. p. Kn. 1584 f. 63); 
— sotove a kupci pfespolnf (ibid. f. 82); — jako2 jsou kupci a soti pres- 
polni na stavy vznesli, ie jim k nemalemu jich sou^eni kupci zdejsi OIo- 
moucti pri snemu a soudu jejich kupeckych orkaufu prodavati zbranuji, aby 
pfespolni kupci i soti, tez i domaci yolne pri soudech a sneznfch sve kramske 
veci a orkaufy svobodnS proddvati mohli (ibid. 264); vgl. bei Schxneller 2, 416: 
^Herumziehende Kramer (aus Schottland P) ; in Regensburg durfte 1501 
kein Schott mehr zu Biirgern genommen werden, fremdc Schotten durftea 
nicht bei eingebiirgerten Schotten absteigen u. s. w.* Da aber diese herum- 
ziehenden Kauflcutc die Leute iibervortheilten , bedeutet s o t 3. den Be- 
triiger, Schwindler: kterak by nektefi Sotove, Niderlanti , Vlasi i jinych 
naroduv obchodnici s nehodnym a nevyclenym zbozim po mestefikilch choditi a 
tfm zboiim lidi chudc, sprost^ sedlsk^ podvozujic proddvati mill (Urkd. 1571). 

Spenda : spendoveho obili rektorovi (MS. 1682), das dem Schul- 
lehrer gegebene Getreide, aus dem mitlat. spend a eleemosyna, woher auch 
das deutsche Spende. 

Sperloeh vid. in der III. Abth. spCrlachen. 

Spisek demin. von §pich das Fasschen , ein kleiner Kiibel, z. B. 
gpiSek soli Salzkiibel, e germ. Stiibich (Matz. c. si. 332). 

Spitainik 1. der Hospitaliter, Templer. 2. der in einem Spitale 
(d. h. Yersorgungshause) verpflegt wird. 

Sprinel: kdoby krahujce neb Sprincle aneb jineho ptaka myslivec- 
keho , ktefi na ruce noSeni byvaji , ukradl (Pr. Man. 527), e germ, der 
Sprinz mithd. sprinzel falco nisus, cyanopus. 

Sprocher, Sprochyr: znamenity sprochyr a zertovny byl (Cas. c. 
Mus. 1858 p. 359) ; — zndte pdna, ze jest sprochyr (List, ^er.), der Witz- 
bold, der Plauderer e germ, sprecher. 

Slaf, ein Stiick, namentlich beim Metalle ein Stab, im niederd. 
staf = stab genannt: popadnuv stdf ocele (6a8. c. Mus. 1832 p. 316). 

Standle: standle m^denna na vychlazeni v(na (Pub. Brn. 1580 
f. 342) der Kuhlkubel, Kiihlstander. 



— 339 — 

sv. I^fastna a VicnA. UeberBetzung des lat. Felicitas et Perpetua, 
Tag der 7. Marz. 

sv. j^fastny Felix, gew5linlich Sfastny a Zboiny Felix et Adauctus 
(30. August); Sfastn^ ist eben XJebersetzung des lat. felix, wie aucb im 
deutschen: Selig und Gemerer oder Merer; vgl. Zbozny. 

Stidr]^ 1. den largus dies, der freigebige Tag, der Tag vor Christi 
Qeburt: v uter^ na §tedr^ den (A6. 6, 103. 106); — na Stfedr^ den (Vel. 
kal. p. 627). 2. vecer largum sero der heilige Abend: ten iStrrtek pfed 
Boilm narozeniin, jestoslove §t5dry ve6er (Urkd. LA.). 

Stip 1. das Pfropfreis. 2. der Obstbaum: arbores fructiferee, quae 
Scepy dicuntur (Ord. j. t. §. 62). 

I^fepan nom. yiri Stephanas: sv. St. prvni mu^edlnik, s. Steph* 
protomartyr; — sv. &t§pana nalezenf == inventio (3. August). 

Stereif aus dem dial, deutschen sterzen (Schmeller 2, 660) ein 
Landstreicher, Miissigganger. 

Stit der Schild, das Wappen, das Feld im Wappen; jednoStitny 
vladyka der neue Adelige, der nur ein Wappen hat, weil er der erste in 
seiner Familie zum Wappentragen berechtigt ist (Kn. Toy. Kap. 223.) — 
Das Wort hat urspriinglich wohl den BegriflF des Deckens, oder von der 
Haut hergeleitet, da die altesten Schilde aus Thierhauten verfertigt wurden : 
sansk. sku-no-mi tego, gr. (rxi;-T-o^^ Haut, (Txw-^ vestimentum, lat. scu-tu-m, 
cutis, altsl. sti-ti scutum. 

Stolba der Pferdeknecht, aus dem deutschen Stallbube. 

9tolir: ma tyz mistr, ponSvadz se tudy k stolovani a mistrum 
poctiv]^m pfekazky fiinenf pficina dava, dva tolary propadnouti (Lum. 1858 
p. 39) ; — aby zadny z femeslniku potulujfclch aneb StoKfu nepofddn^ch 
nepfechovaval (6as. i. Mus. 1843 p. 169); — na stolife, ktefi v Cechdch 
Stolovali nejsouce lidove bratrstvi Prazskeho, oufadove sdhali (Jungm.) e 
germ. Stall so viel wie Stand, d. i. der Platz, wo Jemand verkauft, daher 
Stallgeld = Standgeld, also Staller (Stolir), derjenige, welchermit seiner 
Waare herumzieht^ der nicht ziinftige Handwerker, dann der Pfuscher. 

Stosovaiii der Stoss in der Folterung : ma mu^en b^ti na skripci, 
najprve md tfikrat svrzen byti a doluov spusten s skfipce, tak aby jemu 
nice z kliibuov vystiipily a to slove stosovdnf. (6as. 6. Mus. 1848 p. 74.) 

l^trAf die Streifung : ze s nimi fiasem no6nfm na Strdfy jezditi 
musf; — aniz toho limyslu jest, aby polnf bitvu s nimi svesti m61, nfhri 
CO jen fortelem a Strdfem spflsobiti moci bude, ze o to se pokusi. (Pav. 
Skal. 2, 392.) 

Stuk die Masse, aus welcher Stukkaturen verfertigt werden, ital. 
stucco, dtukator, ital. stuccatore. 

Stumfaf : K. ko2eluh vyznal, ie oboji ko^eluzi nemazali ani pod- 
skalSti ani vysehradStf, ale byli stumfdri; potom se srotili sevci a tak 

22* 



— 340 — 

pojfali mazati a tak Stumfdifake femeslo seSlo (Cas. 6. Mus. 1840 p. 175), 
e germ, stumpen, stumpfen, jene Arbeit der Gerber, bei welcher die 
Felle angefeucfatet, gestollt d. h. auf dem Rollpfahle, einem kurzen Pfahle, 
an welchem eine halbrunde eiserne Scheibe mit stump fcr Schneide be- 
festigt iet, ausgestreckt und dadurch geschmeidig gemacht werden; aach 
bei der Seidenbereitung heissen die beim Hecheln herabfallenden Kamm- 
linge Stumpen. 

Suba Tid. Cuba. 

Svihovka ein Geschiitz, auch tarasnice, SarSoun, Svihoun 
genannt: pHvezli Praianfim z Kormberka dvS svihoyky nebo tarasnice peti 
loket zdelf (SRB. 3, 321.) Balbin Misc. 3, 96 leitet den Namen von der 
Burg SyihoY her: „ad STihoTium fundebantur ferreae bellorum machinae, 
praesertim illae, quae nunc Regimentsstiickel dicimus, longe minorem 
quidem globum sed remotissime ob longitudinem jaculantes, quae Bohemis 
Svihovky ab arce Svihov dicuntur.* Doch scheint hier nur eine Namens- 
ahnlichkeit vorzuliegen, da von einer Stiickgiesserei auf der Burg Svihov 
sonst nichts bekannt ist; wahrscheinlicher ist die Ilerleitung von Svibl^ 
schiank, dunn, flink, schnell, so dass dicsem Geschutze der Namen svi- 
hovka gegeben wurde, weil dasselbe lang und diinn war. 

Svihoun vid. l^vihovka. 

Tabia (Tobiii).der Tabin, Tabinet, ein seidenes oder halbseidenes 
gewassertes Zeug; vgl. ital. tabi, deutsch Tabin, Tobin. 

Tiibor die Yolksversammlungen der Hussiten im freien Felde. 

Tadiiik, Taidink e germ, und zwar althd. tagading, mithd. t age- 
dine, tegeding, spater taiding die Verhandlung, der Process: neb 
p6jdeli£ tak, nebudiif se torn a lide divati, anif se dale dadf na tajdincich 
drieti. (Ae. 2, 5.) 

Tadlnkovati, Taidinkovati, Tediukovati iheidingen ; vid. tadink: 
kdyzby JMt. mimo limluvy Prazske utistena neb utadinkovdna byla (Ac. 2, 6.) 

Tafat, Taffat vid. Dykyta. 

Tamiii der Tamis, der kalanderte und gepresste Etamine, ein 
leichter ieinwandartig gewobener Stoff aus W.olle oder Seide,. oder Wolle 
und Seide. 

Tapart vid. Capart. 

Tarant: prsel A&U krvav^ rovn5 jako dobfe JServene tarantove 
vfno (Vel. Kal. 178), der Schillerwein, nach der Stadt Taranto in Italien 
benannt; oder nach der Farbe des blutrothen Enzian, der auch Tarant 
heisst P 

Taras 1. die Terasse, Erdwall, Bastei. 2. die mit Weidenruthen 
durchflochtene Wehr agger piscinae, molendini. 3. im Eriegswesen das 
Sturmdach vinea, portions. 4. das Materiale zum Strassenbau: nabravse 
tarasfiv §li do mSsta (SRB. 3, 54.) 5. ein zugespitztes mit Eisen beschla- 



— 341 — 

genes Brett zuin Steinbrechen. 6. T. s berlou a dirou eine Vorrichtung 
bei der hussit. Wagenburg, wahrscheinlich ein Bh)ck, in dem eine Ver- 
tiefung war, um eine Stange darin befestigen zu konnen : coi bade na 
prave i na leve ruce, m& hfti na krajnfch fadeeh taras s berlii a s dSrii 
(^as. £. Mua. 1828.11. p. 23), also wahrscheinlich das Bollwerk ,,ein ge- 
ruste zum werffen, das wir haissen ein polwerch, damit man grosse stain 
wirft in die schlosse.^ (Schmeller 4, 141.) 

Tarasnice ein Belagerungsgeschutz zum Zerstoren der Bollwerke: 
slil tarasnici dlouhou pdl sedma lokte ze tridccti ccntn^rfi (SRB. 3, 409), 
die Tarass- oder Wallbuchse (Schmeller 1, 452.) — vgl. dvihovka. 

Tarmark 1. der Trodelmarkt, bei Rozk. pauciforium. 2. der Vor- 
markt : co se tf&e frajunku pri jarmarku o torn fiase, po ty dva dni ka2dy 
mi miti svobodu totii v tarmark a jarmark peci a proddvati. (Wal. Mes. 
Stadtb. f. 62). 

Tamir bursa, cista, die Tasche, der Behalter, aus dem ital. camiere. 

Taa, Tasek nom. viri Prothasius. 

Taufar: taufaJ4 z kai^de kuchyng po 10 zl. platiti majf (SnSm. p. 
Kn.). 1. der Wiedertaufer. 2. der Topfer, weil die Wiedertaufer ausge- 
zeichnete Topferwaaren erzeugten; Tgl. Haban. 

Tau: pfed arcibiskupem nesli Tau mfsto kff^e, jako2 oby£ej jest 
nositi pfed arcibiskupy (SRB. 3, 104), das gerade Kreuz, welches bei feier- 
lichen Gelegenheiten den Erzbischofen vorgetragen wird (jus erect® crucis 
prseferendse). 

TAxati eigentlich fragen, dann foltem: kterehoi kat m£l t&zati 
(A6. 1, 78); — tAzdn na mukdch (Kn. Dm.) — Vgl. pri^vo. 

T*cl = utikati laufen: i tekli do vsi (Pfih. Brn. 1406) f. 180). 

Telma, die Hirtentasche, der Brodsack: chleba se ndm nedostdvi 
V telmdch naSich (Bibl. 1404 f. 141); — i vpustf je v telmu pastuSf, v niito 
chleb nosiese (ibid. 146) =: misit eos in peram pastoralem (I. Reg. 17, 40); 
^gl. lit. d elm on as pera, die Tasche. 

Temniee career, der Eerker. i 

Tepio, die Warme, die warme Jahreszeit, in der Fischerei das 
Jahr, in welchem gefischt wird: vsazf se do neho plodu tfileteho na dvS 
tepla na kapry 30 kop. (MS. LA. XII. c. 19 p. 161.) 

Terj^ 1. femin. gebraucht clipeus, der Schild, mitlat. tarcia, 
targa, neugr. t<%«, althd. zarga, mithd. targe, neuhd. die Tartsche, 
urspr. der grosse Sturmschild, spater auch der sogenannte Faustschild. — 
2. als mascul. die Schiessscheibe. 

Test, der Probetiegel im Huttenwesen, e lat. testa ygl. mithd. 
test, neuhd. Test, ital. testo. 



— 342 — 

Tesf gen. testi (manchmal tsti, csti), Testa, Testiee and bei 

Yeles Testeuice (Hank. Sb. nejst. si. 148), die Schwiegermutter. 

Teta, Tetka matertera, die Tante. 

Tetio, Teteiia = Tetenec, Tetinice, Sohn und Tochter yon der 
Schwester der Mutter, amitarius, amitana. 

Tima nom. viri = Timotheus. 

Tisana vid. Tyzana. 

TIsk = pecef Siegel : kdzal jsem list tisku Bv6ho pHdavem utrrditi 
(Erb. Reg. 145). 

Tistiiiice: s^r& 26 a tiStSnic 7 (P&h. 1531) der Schafkase, der in 
verschiedene Formen gepresst wird. 

TiStin;^ sniiii, die gedruckten LandtagsbeachliisBe. 

Tkace von tkdti se herumgehen, welcher keinen liegenden Besitz, 
keinen fixen Wohnsitz hat; desshalb wurde ein solcher, wenn er gerichtlich 
belangt werden sollte, auf dem Markte jener Stadt, die seinem jeweiligen 
Aufenthalte am nachsten war, durch den Gerichtsboten citirt : ale proto jej 
trmi trhy pohonf tk&6e , ie sveho nikde nic nemd domu ani zboif, ledno 
tkd se, ze nenf zasedl]^ a proto je „otnikud2" sehndn. (Kn. Roz. 61. 60); — 
odevsad kdez co ma zboi^f, pakliby nic nemel, ale pohoni jej trhcro za 
tkdce (Lib. cit. 2 p. 51 n. 249). — Ygl. odnikud, latkyne. 

Tkanice, die Borte, Tressur. 

Tobin Yid. Tabin. 

Tocenice, der Pausch in der Heraldik. 

Teeenka, die Rundmutze, welche faltig und reich geschmiickt war; 
vgl. toque de Florence, ital. tozzo. 

Toeka , Hinderniss, Ungelegenheit, Anfechtung: md pfijlti lirok a 
nemd jemu tuo6ek iiniti = tenetur suscipere censum et non impugnare. 
(Cod. j. b. II. 2 p. 273 n. 118). 

Tolet hergeleitet von Toilette, eine Art Battist. 

Toman, TomaS, Tomek, Tomik, TomSa, Toiusik, TJioia nom. 
viri = Thomas. 

Tona vid. TAiii. 

Topeni, Topenice, der Zwieback : 2eny nSkter^ lidi na topenicech 
trdvily (SRB. 3, 255). 

Totach, der Schnellbock, Wurfschwengel, oatapulta, aries, machina 
ad ejaculandum jacula et lapides magnos: zdaleka zajist^ kamen( z praku 
a totachu , nastroju k stf (lenf velik^^ch sipd neb kamenf , vyhazujice (Com. 
j. 1. 712). 

Trapeni die Folter: horke, suche vid. pravo. 



— 343 — 

Trata, Traf die Feldflur e germ., athd. trata agar compascuus, 
mithd. trat pascuum, via pecudum. 

Tri^ven von trdva gramen der Monat Mai. 

TrAvnikovi (yon trdviiik die Grasweide) die Abgabe fiir die Gras- 
weide: obec dayU trdvnfkov^bo 16 gr. (MS. 16. Jahrhd.) 

Treiaf, Tretiaf das Tretschaflf (Bottich) : tre6afy dva (MS. Wi- 
schau 1640) ; — bedndfi za tretfiafy pro zhnile syry (MS. 1642). 

Trednik vid. Stridnik. 

Trek]^r der Karrenschieber, der in Bergwerken die mit Erz bela- 
denen Karren schicbt e germ, tr^cken = Ziehen. 

Tretina tertia pars, der dritte Theil 1. zprdvnd das Drittel bei 
der Gewahr; wenn namlich der Gowahrleister eines gekauften Gutes die 
Qewahr nicht leistete, hatte der Kaufer das Recht, die Exekutioa auf den 
Besitz des Gcwahrsmannes zu fiihren, wobei aber nur um ein Drittel der 
Kaufsumme mehr abgeschatzt wurde : kdyz kto za 3000 dedictv{ jake kiipi, 
tretina te sumy jest jeden tisfc a pfijdeli nezprdva na to dSdictvi kiipene 
za tu sumu, tehdy tomu, ktoi jest kiipil, dSdictvf zprdvce jeho, coiby za 
4000 stalo, bude odhdddno a vfce nic (Vs. 180). — 2. v^nnd das Drittel 
der Mitgift^ der Mann war verpflichtet, der Braut zur antidos die Halfte 
der dos zu geben, so dass also die tretina yennd ein Drittel der dos 
und antidos zusammengenommen bedeutet: tretina vennd jest tolikcz coi 
po pann§ jmenovano jest a tobo polovice, jako takto : jmenovdno jest ne- 
komu po panne 1000 zl., tretina bude 1500 zl. (Vs. 209). — 3. Die Phrase: 
niciti statek sirolcff tfetinou vyse das Waisengut um ein Drittel des 
Schatzungswerthes hoher verbiirgen; vid. purueenstvi. 

Trh 1. forum der Markt, der Marktplatz. In Orten, wo Markte ab- 
gehalten wurden, verlautbarte man Gesetze, Verordnungen u. s. w., in der 
altesten Zeit wahrscheinlich im Hauptorte der fupa oder auf der ^upenburg : 
quod homutn^ universis per fora terrse notificare pracepit (CD. 1, 292); — 
md tfi nedele pred zasezenfm pohonov voldno hfti po vsech mSstech a m§- 
steckdch, kdez se trhov6 deji, ze krdl i pdni svolili se prdvo pustiti ... a 
najprv v Olomiiei den trhovy posel svolaje lid void tak (Kn. Tov. kap. 33, 
34); — byla-liby vojna obecnd provolana krdlcm (ibid. kap. 205). Daher 
gab es eine gerichtliche Vorladung, die auf dera Markte jener Stadt, die 
dem Wohnsitze des zu Citirenden am nachsten lag, ausgerufen wurde ; sie 
hiess 2. trhem p&hon oder trhovy puhon; er wurde gegen solche ver- 
kundigt, welche entweder keinen Grundbesitz batten (vid. zatkyne) oder in 
alterer Zeit auch gegen Solche, welche keinen bestimmten festen Wohnsitz 
hatten: op6t trhem, a6 blfze kterc mSsto pHlezi, jei odtud na trh chodf, 
pohoita (Kn. Roz. 61. 18); — nepohnal mne tu trhem, jeSto moji lide 
chodl na trh s toho zboii (ibid. SI. 29) ; — pakliby snad 6eledi nebylo, 
ucinte p6hon na trhu zjevnS lid svolajfc mesta toho, kter62 pHsedi tomu, 



— 344 — 1 

ktoi pohndu jest, v ngini on neb sluiebnfci jeho obyifejnS na trhu byvaj 
(A6. 3, 170); — pohonf jej trhem a za tkAce (Lib. cit. 2, 25. 51). — 3. 
Der Kauf : u6mil trh (Puh. Brn. 1406 f. 22). 

Trieita i. e. 6d8< vid. Ort 3. 

Trieatnik 1. Der Anfiihrer iiber Dreissig. 2. im Mtlnzwesen = 30 
Kreuzer. 

Tfieat;^ gros der dreissigste Qroschen: ^ai. 1570 ist im Landtag 
beschlossen worden, dass man Ihr Majestat von allem, was verkauft wird, 
den 30 ten Groschen geben BoUe.** (Chron. Igl. p. 153). 

Tridnik vid. Stfidiiik. 

Trisne vid. Trini. 

Sv. Trojice ijeveni vid. zjeveni. 

Trojnik der Dreier = 3 Heller ; spater = einem halben Kreuzer. 

Trpiti leiden mit einer Stadt, d. h. die Abgaben zahlen : trp^l-li 
jest 8 toho ml^a poplatky k mSstu (A6. 4, 360) ; — kdoi s m^stem trpi 
a platl (A6. 6, 39). 

Trudn;^ der Aussatzige : „a do dvou Spitdlfl trudn^m^ wobei die 
Randglosse : „dann zwei Spitalern deren Aussatzigen^ (MS. LA. XIL YII. 
14 f. 8). 

Truhllce die Truhe, in welcher die Gemeindebucher, Privilegien 
und Waisengelder verwahrt warden : sirotJSf a kostelnf penfze aby do tru- 

hlice sloieny byly od truhlic sirotclch rychtAfov6 klfSe miti majf. 

(Cas. 6. Mus. 1835, I. p. 48), die Kasse uberhaupt (VS. 147). 

Truky e germ. Trog 1. die Tragbahre : purkmistra y trukdch dva 
kati pfinesli (SRB. 3, 236). — 2. Das Speisebrett : a tniky v.elike cukrdt6v 
(ibid. 243). 

Trini (Trisne) denarii > forenses, das Marktgeld, von trh forum, 
der Markt : a p6vod, pr6vod , trisne (Erb. Reg. 335) ; — o trin^m tez, 
kdyi musf pdn neb jeho rychtAf naklddati, chovaje lidi, aby mohl v trhu 
iiniti pokoj a pravdu, m62 brati trzne jako i m^to. (Stft. p. 155.) 

Trzny list = kupni list der Kaufbrief. 

Tucen, Tusen das Dutzend, franz. douzaine, ital. dozzina. 

Tuiban der Turban (I fiir r.) 

Tttlipant 1. bei Paprock^ = Turban, aus dem pers. dulbend der 
um die muham. Miitze gewundene Stoff aus Seide, Nesseltuch. 2. ein weiss 
und blau gestreiftes in Ostindien verfertigtes Baumwollenzeug. 

TAnia nom. viri = Thomas (auch im Deutschen Dumman: sant 
Dummans dag,, — deutsche Reichstagsakt. I. 2. p. 369.) 

TAni (Tona) stagnum. 



— 345 ^ 

Tanina : posfl&me nSco tuniny, kteri ndm z Ben&tek posldna jest 
(MS. 1584) Meerfische, Thunfisch. 

TAnni ryby eingesalzene Fische, die in Tonnen verschickt werden. 

Turkas, Turkus der Turkis, der turkiache Edelstein, so genannt, 
weil er durch die Tiirken in Uuropa verbreitet wurde, obwol sein Haupt- 
fiindort Herat in Persien ist : prsten s turkasem (Pam. arch 1869 p. 337); 
— prsten s turkusem (Pdb. Bm. 1580 f. 342.) 

TurniU, Turnej das Tumier : jest pak kolba tak zld vec aneb 
horS6 jako turnej, neb vfitsi tu hrdost, anij' tak potfebna, jako by byl 
turnej, by zapovedSn nebyl ; neb v turneji srozumf 61ov6k, kak by se u boji 
sprdvn^m sveho mfsta dr2al (Stit. ed. Erb. 166) ; vgl. mitlat. torneamentum 
hastiludium, franz. tournoi, mitbd. turnei. 

Tvri (von tvrd^ hart, fest) die Veste, munitio zum TJnterschiede 
yon brad castrum. 

Tvnidti locus munitionis die Burgstatte, in alteren XJrkunden 
purgstal, burgstal. 

Tykyta yid. Dykyta. 

Tyn, T^nee sepes, der Zaun : jenz udSlal yinici a t^nem ohradil 
ji = qui plantayit yineam et sepem circumdedit ei (Matth. 21, 23); das 
demin. t^nec bei VeleS = claustrum, coenobium. Uaufig Ortsnamen z. B. 
Yltavsky T^n, HorSftv T^n, Hrochuy T^nee, T^nec nad Labem ; vergl. kelt. 
diin, arx, castrum, altsach. tiin, neuhd. zaun. 

Tynsky : t^nskd mira ein Weinmass =: 64 Pinten. 

Tytul, obrana tytulem yid. pfihon. 

Tyzana, Tyzena 1. die Rollgerste. 2. ein Dekokt aus Qerste, ital. 
tisana, mitlat. ptisan a. 

Tzuda yid. ciida. 

Vbezpeeenstvi, das Versprechen, sich jeder Feindseligkeit zu ent- 
halten, die Friedensyersicherung : za jeho slibem a ubezpe6enstyfm pobral 
mi kon£ (Pub. Bm. 1406 f. 78. 118); ygl. bezpeeenstvi, p^ce. 

Uberman e germ. Obermann, der yon den Parteien gewahlte 
Schiedsrichter, arbitrer, amicabilis compositor: ie sme yydali mezi sebu za 
ubrmany a za smluyce pdny . . . . k jedndnf a rozsiizenf mocncmu .... a 
jestliieby se svrchupsani pdni ubrmane o6 d^lili, tehdy toho mA p. Zbynek 
mocn;f a najyyssl ubrman a rozdflce b^ti (A6. 2, 275 ai. 1450). 

Vcinek, die Missethat, das Yerbrechen: neb mnoho jest neprayostf, 
na kterfch se netoliko ii£inek skute6n§ dokonan^ poprayuje, ale tak^ s&m 
limysl se mstl a k4ie. (Vs. 134.) 

Udaveoi yid. podiveni. 

Ugezd yid. Ujezd. 



— 346 — 

IJgiez yid. Ujezd. 

Ulioditi y neco, das Richtige trcfien : kiyi tarn ye£ uhodid nemobu, 
iadaji za nauceni a ortel (Kn. Toy. kap. 218); — neumelliby v to uhoditi, 
yznes to na piny (Pfih. 01. 1412 f. 65). 

Uhon : aby o f ecen]^ lijezd zase strk a uhon neyznikl (Erb. Reg. 145), 
Schwierigkeit, Streit. 

Vhrata plur. yon Dhf e, das Ungarlein, Spottname der Ungarn bei 
Dalimil und SRB. 8. 

Vhroziti, durch Drohungen bcwegcn: ani jsiic uhrozena ani sliby 
nayedena (Prdy. M6st. 178). 

Uchvala approbatio, Qutheissung ore laudare: bez uznanf y§ech 
mistru a lichyaly (Urkd. 1418). 

Ucho auris , das Ohr: aby JMC. jakozto iia§e yrcbnost sprayedliyi 
druhe ucho nam zanechati rdcil (MS. 1592) — audiatur et altera pars. 

Uj, Ujec ayunculus der Vetter: by] jsem mu ujec, neb byl syn me 
tety (Ac. 1, 183); — pobocni mne jsou stryc, teta, ujec, m6 matky bratr 
(Com. Jan. 1. 603); ygl. lat. ay-us, ay-a, ay-itus, ayunculus, lit. av- 
fnas Mutterbruder, av-(nene Mutterbrudersfrau, goth.*ay-on Grossmutter, 
althd. 6h-aim, mithd. oh-eim, dm, altpreus. aw-is Oheim, altsl. uj, poln. 
und oberlaus. wuj Onkel, poln. wujna Tante. Die Wurzel ist: ava, av 
erfreuen, lieben. 

Ujcen, der Sohn dea Mutterbruders, ujeeiia die Tochter des Mutter- 
bruders, uj6en^ bratr matruelis meiner Mutter Bruderssohn, uj^end sestra 
consobrina, ujcina des Oheims Gemalin, ujcen;^ str^^c u. s. w. 

Ujezd (Vgezd, Ugiez, Ugezd) yon ujeti circumyehi, circumire, 
daher in lat. Urkunden: ambitus, circuitus, in deutschen TJrkunden: 
Umblouf, Umlauf (z. B. CD. 6, 124; — 9, 78), 1. ein bestimmt abge- 
granztes, alle Bodenarten umfassendes Stiick Landes, das seinen Namen yon 
der Bezeichnung der Granze, die umritten oder umgangen wurde, erhielt: 
ambitum, quod sclayonice ujezd dicitur (CD. 1 , 276). Zum lijezd geh5rte 
Wald, Wiesen und Ackerboden, aber yorwiegend Waldland, daher der 
lijezd der deutschen Mark entspricht, bei der der Wald gleichfalls den 
wesentlichsten Bestandthcil bildete (Gr. RA. 501) : quendam ambitum ujiez 
bohemice appellatum, theutonico nomine maringe, cum omnibus appendi- 
tiis suis, silyis, pratis, pascuis, molendinis, aquis (CD. 1 , 305).' Desshalb 
werden die Ausdriicke ujezd und silya identificirt: circuitum deLubac... 
erat autem circuitus ille datus in silya, quae interjacet inter Cazlayensem 
et Brinensem provinciam (CD. 1, 227); — silya juxta Nakl, quee circuitus 
dicitur; — das holtz, das do haizzet der Umlauf (CD. 6, 124); — mens 
qui dicitur umblouf (CD. 9, 78). In diesen Itf arken oder ujezdy wurden 
Dorfer lokalisirt, die dann den Namen Ujezd erhielten: silvam quandam 



— 347 — 

satis latam et spatiosam .... dantes eis plenam libertatem exstirpandi earn 
et Yillas, fora, civitates locandi (CD. 2, 14). Daher erklart sich der in slav. 
Landem so haufig Torkommende Ortsname Ujezd, dem gewobnlich ein 
Epitheton zum Unterschiede von anderen Ortschaften dieses Namens beige- 
setzt ist, z. B. Ujezd bily, cerveny^ dolnf, hlineny, horni, kamenn;*^, 
nah^, plotSnny, zlamany, oder von Personen: Ujezd Draho6flv, 
Chodov^ (vid. Chodovi), JeniSfiv, Panosi, Bvatojansky, oder von 
derLage bei anderen Orten: TJjezd pod Eladnem, nad Zbecnem u. s. w. 
(vgl. Lhota). — 2. das in Folge der Waldausrodung entstandene Acker- 
land, das Joch: ie mi otjal me d^dictvi z pastvisf a z toho sobS zd^Ial 
liiky a lijezdy (Pub. 01. 1405 f. 32); — ze mi obile po tfeeh \ijezdfch po 
vSem dvofe spasl (Pub. 01. 1412 f. 55); — vSicbni usedH spolefin^ ifndvali 
na lijezdecb panskych (Kn. Posudk. Brn. 1565 f. 156); — ordfi vykrokuje 
radlici brdzdy, dokud se nedobude oujezda = donee absolvatur jugerum. 
(Com. j. 1. n. 391). 

Ujmisko: za ujmiska na paseky prodane (MS. Hochw. 1637); — 
plat z pasek a ujmisk (ibid. 1635), der Nenbruch, der Jungwald von ujati 
Be sprossen, keimen. 

IJkoI 1. pensum, das Tagewerk, die Aufgabe. — 2. die akkordirte 
Arbeit; vgl. ukolnik. — 3. das Steuerausmass , die Steuersumme: berei 
take V torn hfeSf, ie ac likoly berii