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Full text of "Glossarium illustrans Bohemico-Moravicae historiae fontes : enthaltend, Die Erklärung: 1. der in den böhmisch-mährischen Geschichtsquellen gebräuchlichen böhmischen diplomatischen Ausdrücke, 2. jener lateinischen und 3. jener deutschen Worte, welche in diesen Quellen speciell vorkommen"

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'■• *MíH.: 



Olossarium 






illustraiis 



boliemico-moravicaB historicB fontes. 



Enthaltend ; 



Die Erklärung 1. der in den böhmisch-mährischen Gleschichtsquellen 

gebräuchlichen böhmischen diplomatischen Ausdrücke, 2. jener 

lateinischen und 3. jener deutschen Worte, welche in diesen 

Quellen speciell vorkommen. 



Verfasft von 

V. B R A N D L , 

mährischen Landesarchivar. 



(Mit Unterstützung des b. mähr. Landes-Ausschusses.) 



Í 



Q) Y \Q 



BRUNN. 

Druck und A^erlag von Carl Winiker. 

1876. 



Or. ANT. NOVOTNÝ 

PRAHA iU Wimentská Ä 



INCLUTO 

IN MORA VIA VETUSTISSIMO QUOQUE 





EGREGIORUM PATRIAE HISTORIAE CULTORUM SEMINARIO 

DICATUM, 

BETERENDISSmO AMPLISSIMO BOINO 

DOMINO 

GUNTERO KALIVODA 

AB BAT I Z ANTE. 



Vorrede. 



Indem ich dieses Glossarium den Geschichtsforschern zur 
Benützung- übergebe , sei es mir gestattet , demselben einige beglei- 
tende Worte beizufügen. 

Ich wäre versucht, die abgebrauchte Phrase ,,von der Abhilfe 
eines dringenden Bedürfnisses" auch auf dieses Glossar anzuM'enden, 
^Yenn nicht die in dieser Beziehung comjDctenteste Stimme schon vor 
fünfundzwanzig Jahren die Nothwendigkeit eines solchen Buches 
nachgewiesen hätte, J. Chmel, der im Jahre 1850 in der Einleitung 
zum IL B. der IL Abth. der Font. Her. Aust. sich folgendermassen 
aussprach: „das von dem Mitgliede der kais. Akademie der Wissen- 
schaften Fr. Palacký herausgegebene Archiv český enthält nicht 
wenige Briefe und Aktenstücke, welche die Verhältnisse Böhmens 
auch in den Jahren 1440 — 1457 beleuchten; leider ist die 
Sprache ein beinahe unüberwindliches Hindernis s, 
diese so wichtigen Dokumente, wie es so w ün sehen s- 
w^erth wäre, zu benützen. Die gewöhnliche Kenn tni ss 
der böhmischen Sprache ist nicht genügend, diese 
Quellen zu verstehen, Miss Verständnisse und Lücken 
sind fast unvermeidlich . . . . bisher wurde unsere österr. 
Geschichte so vornehm behandelt, über unsere Verhältnisse oft auf 
eine Weise abgesprochen, die ebenso viel Unwissenheit als höhnischen 
ITebermuth verrieth; es ist mehr als kindisch, auf so kurzsichtige 
und doch mit solcher Entschiedenheit vorgebrachte Urtheile als wie 
auf Orakelsprüche zu horchen. LTnsere Geschichte verlangt ein tieferes 
Eingehen, ein allseitiges Forschen; darum ist es wirklich 
peinlich, von derlei Quellen aus Mangel an Sprach- 
k e n n t n i s s wenig Gebrauch machen zu k ö n n e n , oder 
von fremden mehr oder minder unvollständigen Berichten abhängig 
zu sein. Ich beklage dies besonders aus dem Grunde, weil durch 
Auszüge oder minder treue U e b e r s e t z u n g e n niemals 
der wahre Geist (besonders bei Briefen) des Bericht- 
erstatters oder Schreibers erfasst werden kann. Möchten 
doch bei dem Nachwuchs, den angehenden österr. Geschichtsforschern 



VI 

diese Sprachkenntnisse nicht für entbelirlicli g'chalteii werden!" Aber 
was Chmel hier von den böhmischen (Quellen de.s 15. Jahrhunderts 
sagt, gilt, wenn auch in beschränkterem Mausse, ebenfalls von jenen 
Quellen zur böhmisch-mährischen Geschichte, die in lateinischer oder 
deutscher Sprache verfasst sind. Denn was diese beiden letzteren 
Quellen anbelangt , so sind dieselben , wie z. B. der Cod. diplom. 
Moraviae, Erbens Regesta, Tabulae Marchion. Moraviae, die Reliquiae 
Tabularum regni Bohemiae , die Libri citationum et sententiarum, 
ferner die deutsch geschriebenen Landesordnungen Böhmens, Mährens, 
Troppaus und Jägerndorfs so vielfach mit böhmischen Worten durch- 
flochten, dass ein Yerständniss gerade der wichtigsten Stellen ohne 
die Kenntniss der diplomatischen Bedeutung solcher Worte unmöglich 
ist. Aber nicht bloss die in diesen Quellen vorkommenden böh- 
mischen Worte stellen sich als Hinderniss dem richtigen Ver- 
ständnisse des Inhaltes entgegen; eine ebenso grosse Schwierigkeit 
liegt darin, dass die lateinischen und deutschen Worte oft eine wört- 
liche Uebersetzung des böhmischen Wortes sind, ohne dessen Kennt- 
niss das Yerständniss der bezüglichen lateinischen und deutschen 
Worte unmöglich ist (vgl. z. B. IL und III. Abth. colenda, colen- 
disatio, delentii, sipatio, ilovare, verlegen u. s. w.). Diese Schwierig- 
keit wird noch erhöht, wenn ganze Sätze einer lateinischen Quelle 
nichts anderes sind, als eine ^vörtliche Uebersetzung aus dem böh- 
mischen, so dass der Sinn wieder nur von dem erfasst werden kann, 
der da weiss, wie die bezügliche Stelle im böhmischen lauten würde. 
Beispiele hiefür bietet die IL Abth, in Menge ; wer an klassisches 
Latein oder selbst das gewöhnliche Latein des Mittelalters gewöhnt 
ist, wird sich mit Phrasen, als da sind: a judicio loqui, acquirere 
in bonis, advitalis oder nudus census , alienata soror , antiqui und 
novitii domini, barones ex subselliis, bona voluntas, captivitas uxoris, 
decem marcae minus fertone, camerarii decernuntur, deportare uxorem, 
exportare sententiam, evadere aliquem, forum teuere u. s. av. u. s. w. 
keinen Rath wdssen, wenn ihm die adäquaten böhmischen Ausdrücke 
nicht bekannt sind. 

Was nun die Einrichtung des Glossares anbelangt , so zer- 
fällt dasselbe, da die Quellen zur böhmisch - mährischen Geschichte 
in böhmischer, lateinischer und deutscher Sprache geschrieben sind, 
naturgemäss in drei Abtheilungen. 

Die erste oder böhmische Abtheilung ist dem Plane dieses 
Glossars gemäss, selbstverständlich die umfangreichste. Sie umfasst 
weit über drei Tausend Nummern und enthält erstens die lingui- 
stische und diplomatische Erklärung von Worten, die rein böhmisch 
sind und in den böhmisch oder lateinisch oder deutsch geschriebenen 
Quellen vorkommen. Je nach der Wichtigkeit der Worte sind auch 



YTT 

die Erklärungen derselben bald kürzer bald länger. Es ist selbst- 
verständlich, dass Worten, die im Yerlaufe der historischen Ent- 
wicklung die mannigfachsten Bedeutungen annahmen, oder bei denen, 
über ihre verschiedenen Bedeutungen auch die Ansichten verschieden 
und darum linguistische oder historische Excurse unvermeidlich sind, 
mehr Aufmerksamkeit geschenkt v^^erden musste, wodurch die bezüg- 
lichen Artikel einen verhältnissmässig grösseren Umfang erhielten, 
so z. B. die für die Cultur- und socialen Verhältnisse, so wie für 
die Verfassungs- und Rechtsgeschichte Böhmens und Mährens wich- 
tigen Worte : cuda, cechelne, dědic, desky, iiejtman, lüava, hospodář, 
host, chlap, kmet, lán, láni, léta, ležení, Ihota, Morana, nabyt, 
náprava, Nav, ohřeb, oprava, osada, pán, })anoše, panování, pobídka, 
pokora, popravce , póvod, půhon, půhončí, vdáni u. s. w. Es war 
räthlich, in der I. Abtheilung den ganzen Erklärungsstoff zusammen- 
zufassen , um denselben nicht über alle drei Abtheilungen zu zer- 
splittern und in der Tl. und III. Abtheilung sich bei der Erklärung 
mit dem Hinw^eise auf die erste begnügen zu können. — Ferner 
enthält die I. Abtheilung jene Worte, welche, aus dem deutschen, 
romanischen oder mittellateinischen entlehnt, in den böhmischen 
Quellen vorkommen. 

Die zweite oder lateinische Abtheilung umfasst 1. Worte, 
welche in den böhmisch - mährischen Geschichtsquellen neben der 
gewöhnlichen mittellateinischen noch eine andere Bedeutung haben 
(z. B. praescriptio, venditio u. s. w.), oder speziell nur in diesen 
Quellen vorkommen (z. B. delentii , delentionales , quatuordecim 
nummi u. s. w.). 2. Worte, die böhmisch sind, aber in latinisirter 
Form erscheinen (z. B. consipare, ilovare, odporare, sirotcones u. s. w.), 
3. Phrases und Constructionen , die , wie oben erwähnt, eine wört- 
liche Uebersetzung aus dem böhmisclien in's lateinische bilden und 
daher ohne Kenntniss des ersteren absolut unverständlich sind. 
Nebstdem enthält diese Abtheilung auch einige Ergänzungen zu 
Du Gange Gloss. med. Latin, (z. B. curvatura, malleus, panhota 
u. s. w.) und wurden auch einige slavische in den mittellateinischen 
Quellen vorkommenden Worte aufgenommen. Es war meine Absicht, 
in dieser Abtheilung namentlich alle in Pertz's Mon. Germ, ent- 
haltenen slavischen Worte zu erklären; da aber das Werk die pro- 
jectirten vierundzwanzig Bogen bereits um sechs überstieg, so musste 
ich diese Absiclit bei Seite setzen und nahm nur einige in mittel- 
lateinischen Quellen vorkommende slavische Worte auf, wie banus, 
biskopovnica, smardo (smurdo, smurdus), Svarozic (Zuarasici) větnik 
(Vethenici, Weneinici) u. s. w. 

Die dritte oder deutsche Abtheilung bildet eigentlich einen 
Beitrag zu deutschen Glossarien und enthält liauptsächlich Worte, 



yni 

die in deutsch geschriebenen böhmisch-mährischen Quellen vorkommen. 
Nebst diesen wurden einige wenige Worte aufgenommen , die in 
.deutschen Glossarien nicht enthalten sind, so namentlich mehrere 
Benennungen von Daten aus Sclimcller's Bair. Wörterbuche und 
ausserdem wurde die Erklärung mancher Worte , deren Bedeutung 
bisher nicht sichergestellt ist , die Meinungen darüber daher ver- 
schieden sind, theils gegeben, theils versucht, z. B. i\.gstag, Anelbare, 
Antlass der lange, Blutstag, Drauschkenmontag, Ebenweihtag, Epistier, 
Ewangelier , Frauentag der Bekleibung , als sie funden wart , der 
Parnfahrt, der Yandinge, so man zu Tanne gat, Goychkentag, Hunds- 
kappe, s. Johann der rauhe, Marzanasonntag, Peterstag vogelgeniste, 
Santrock, Sperlachen , Suckenie , Tarrandes Forken , Turnitz , Woll- 
bogen. Von sla vischen Worten, die in deutschen Quellen vorkommen, 
nahm ich nur einige wenige auf, wie dobroytra, keisclie, koppitzen, 
mosanzen, pastueche , schwerak , slade , sópán , um das Buch nicht 
noch mehr anschwellen zu lassen. — 

Was die innere Einrichtung des Glossares betrifft, so wurde 
natürlich auf die sachliche Erklärung das Hauptgewicht gelegt. Da 
aber ein Glossarium wo möglich die Geschichte der Worte geben 
soll, so war es nicht anders möglich, als auch der sprachlichen, 
etymologischen Erklärung eine hervorragende Stelle einzuräumen. 
Es mag manchem auf den ersten Anblick überflüssig erscheinen, in 
einem Glossare zu etymologisiren 5 aber wer in den Kern der Be- 
deutung eines Wortes eindringen, wer die mannigfaltigen Bedeutungen, 
welche dasselbe im Wecbsel der Zeiten annahm , klar machen will, 
der wird sich ohne Etymologie schwerlich behelfen können. Aller- 
dings darf die Etymologie nicht an bloss äusserlichen Aehnlichkeiten 
kleben , sondern sie muss mit wissenschaftlichem Rüstzeuge , den 
Lautgesetzen, versehen sein. Leider wird die Sprachwissenschaft von 
vielen Historikern noch immer unterschätzt, theils dadurch, dass sie 
etymologisirende Tändeleien an die Stelle wahrhafter linguistischer 
Forschung setzen , theils dass sie den Resultaten vergleichender 
Sprachforschung keinen Einfluss auf anderweitig gewonnene histo- 
rische Resultate einräumen wollen. Es ist die Sprachwissenschaft 
allerdings nicht geeignet, Ergebnisse der historischen Forschung, die 
nach historischer Methode unanfechtbar sichergestellt sind , umzu- 
stossen; aber das unterliegt keinem Zweifel, dass bei schwer lösbaren 
historischen Fragen die Antwort dort hinneigen wird, wo die Sprach- 
wissenschaft ihre Resultate in die Wagschale legt. L^m nur ein 
Beispiel zu erwähnen, berichtet die Geschichte, dass Kelten, Ger- 
manen , Geten und Slaven schon Jahrhunderte vor unserer Zeit- 
rechnung vielfach durcheinandergerüttelt und ineinandergeschoben 
worden sind; dass aber die wechselseitigen Berührungen und Bezie- 



IX 

himgen dieser Völker viel intensiver nn<l nachhaltig'er gewesen seien, 
als aus den rein historischen Quellen hervorgeht; Beweis dessen sind 
die, wenn auch nur spärlichen Worte , welche wir in den Sprachen 
dieser Völker als von einander entlehnt finden.*) Ungemein wichtig 
für die historische Forschung- sind die Namen von Bergen , Flüssen 
und Oertlichkeiten , weil diese mit unverwüstlicher Zähigkeit sich 
erhalten, auch wenn die Bevölkerung wechselt oder sich entnationali- 
sirt. Es mag zugegeben werden, dass solche Namen im fremden 
Munde eine so grosse Veränderung erleiden, dass die ursprüngliche 
Form schwer zu erkennen ist; aber entschieden muss in Abrede 
gestellt werden, dass diese Umformung gesetzlos vor sich ging. In 
den meisten Fällen lässt sich auch (hi das Lautgesetz entdecken und 
verfolgen, wenn nur die nöthigen Kenntnisse der betreffenden Sprachen 
vorhanden sind. Darum sagt Curtins Grundz. d. gr. Etym. 3. Aufl. 
p. 117, sich gegen Benfeys und Welcker's Ansicht „dass die 
etymologischen Lautverhältnisse bei Eigennamen nicht in ihrer ganzen 
Schärfe urgirt werden dürfen" wendend, mit vollem Recht: „Viel- 
mehr ist ohne solche Schärfe jedes Etymologisiren unmöglich. Eben 
desshalb ist es so wünschenswerth, dass die Historiker, Topographen, 
Mythologen und Ethnologen sich mit den einfachen Grundsätzen der 
vergleichenden Sprachforschung bekannt machen, um (h'ren Rüstzeug 
bei ihren Wortdeutungen immer zur Hand zu haben und Verstösse 
dagegen zu vermeiden." Ohne diese scharfe Beachtung der Laut- 
gesetze sind Fehler und Unrichtigkeiten im Auslegen, ja selbst Lächer- 
lichkeiten nicht zu vermeiden. Wer sich mit solchen nicht wissen- 
schaftlichen, sondern, ich möchte sagen, internationalen Lautgesetzen 
begnügen und behelfen will, der wird allerdings nicht zögern, den 
Namen des Vorgebirges M e n t o n o m o n aus dem griech. fxaívofím 
und vófiog, oder 01m üt z aus Julimontium, Brno von Brunn, 
Jihlava von Igel, Purzelbühel von Parzenhügel herzuleiten, 
oder den Ortsnamen Ellgoth „als einen dem Feuergotte geweihten 
Ort" zu erklären. Allerdings geschieht es, dass Ortsnamen bei ihrer 
Uebernahme durch eine fremde Zunge manchmal Veränderungen 
erleiden , die den strengen Lautgesetzen nicht conform sind ; aber 
diese Umänderungen treten am häufigsten dadurch ein , dass das 
Volk, welches einen solchen Namen entlehnt, in das umformte ent- 
lehnte Wort auch einen bestimmten Sinn hineinlegen will. So ist 
z. B. der slav. Ortsname Třebová durch regelrechten Lautüber- 
gang im deutschen zu Tribau gew^orden ; die Schreibung Triibau 
aber beweisst , dass man sich bemühte , in das übernommene Wort 
einen bestimmten Sinn hineinzulegen, wodurch der regelmässige Laut- 



*) Saf. Starož. 44, 270, 316, 324, 356, 380. 



X 

Übergang gestört erscheint uml das Wort eine Bedeutung erliielt, 
die es in der Spraelie, aus der es umbildet wurde, nicht hatte. Der 
slav. Stadtname Ivan šice tönt in lautgerechter Umwandlung im 
deutschen als Eibenschitz; da aber ein Wort Eibenschiitz im 
deutschen vorliegt , welches arcubalista bedeutet , wurde letztere 
Schreibung angenommen, um mit dem Worte einen bestimmten Sinn 
verbinden zu können. Wegen eines ähnlichen Grundes entstand aus 
dem slav. Such o hrdel das deutsche Zuckerhandel, aus dem slav. 
Jvas (alter Lokal von Ivany) das deutsche Eibis u. s. w. Höchst 
belehrend in dieser Beziehung ist der Ortsname Oelhütten, durch 
welchen das böhmische Lhota wiedergegeben wird. Da die Con- 
sonantenverbindung lli der deutschen Zunge unbequem ist , half sie 
sich damit, dass sie den Yocal e als Wurzel Vorschlag vorsetzte, 
wodurch der Name Elhot, oder in der Zeit, wo das slav. ó bereits 
als Ů gesprochen wurde, der Name Elhut entstand. L^m nun in 
diesen Namen einen bestimmten Sinn zu bringen , gebrauchte man 
die Schreibung Üehlhütte, in welcher Form man allerdings das 
Wort Ihota nicht vermuthen würde. Oft hat ein in der entlehnenden 
Sprache vorkommendes Wort seinen Grund in einer jetzt bereits 
abgestorbenen grammatischen Form der Sprache , aus welcher es 
entlehnt ist, so z. B. die deutschen Ortsnamen Turas und Morbes, 
die im böhmischen T urany, Moravany lauten. Wenn man aber 
weiss, dass bis tief in's 12. Jahrh. hinein der Local der Ortsnamen 
im böhm. statt des Nominatives gebraucht wurde und dass dieser 
Local bei den mit any auslautenden Wörtern auf as endigte, so 
wird man in dem ersten der obigen Worte den reinen Local Turas 
und in dem zweiten den LTmlaut des a in e, also Morbes statt 
Morvas finden. Oft äussern auch Dialecte ihren Einfluss auf ent- 
lehnte Worte. Um hiebei zugleich auf Entlehnungen aus dem deut- 
schen in's slavische zu übergehen, erwähne ich des Wortes p e r k n o s, 
das um Eibenschitz auch in der Form ])irknos erscheint. Perknos 
ist nichts anderes als die Umbildung des deutschen Berggenosse; 
die Form pirknos entstand in Eibenschitz dadurch , dass man im 
dortigen deutschen Dialecte statt b e r g — p a r i g , wie pari g statt 
bürge, sprach (vid. III. Abth. parig) , d. h. aus dem um Eiben- 
schitz gesprochenen pariggenosse bildete sich die Form pirknos 
aus. Wer z. B. den Namen eines bei Jundorf gelegenen Grundes, 
der von den dortigen Slaven jetzt v i s u n g r y genannt wird , aus 
dem böhmischen erklären wollte, wird nie darüber in's Reine kom- 
men, weil dieses Wort nichts anderes ist als eine Umbildung des 
deutschen W i e s e n g r u n d, W i e s e n g r ü n d e. Der böhmische Name 
der Stadt Aachen, der Cáchy lautet, würde vergeblich aus dem 
böhmischen gedeutet werden wollen; denn zugegeben, dass aus dem 



XI 

lat. aqiiae (Graniao)' im böhmiselien ebensogut achy werden konnte 
als im deutschen Aachen, so beweist doch der Anlaut des böh- 
mischen Wortes, dass dasselbe aus der im Mittelalter so häufig vor- 
kommenden Yorsetzung der Präp. ze vor Stadtnamen z. B. in der 
Stadt z e Brunn, z e Wien u. s. w. , also dass aus z e Aachen der 
böhm. Name Cáchy entstand, gerade so, wie sich aus der Bezeich- 
nung: Stadt an der Opa der Stadtname Troppau, oder aus: 
Stadt zu der Igla der lat. Ortsname Triglavia statt Iglavia ent- 
wickelte. Es ist daher immer, aber namentlich bei Etymologien, die 
mit historischer Forschung zusammenhängen, die äusserste Vorsicht, 
die strenge Einhaltung der lautlichen Gesetze ebenso nothwendig, 
als es unabweislich ist, sich dabei die Resultate und Postuláte objec- 
tiver historischer Forschung vor Augen zu halten. Wer z. B. die 
'Stadtnamen Mohiic (Mainz) und Kolin (Köln) nicht von Mogun- 
tium und Colonia, sondern aus dem slavischen deshalb herleiten 
wollte, weil es in dieser Sprache ein Verbum mog^ (böhm. nioh-u) 
und einen böhmischen Stadtnamen Kolin gibt, der würde ebenso 
viel Geist und Kenntniss verrathen, als der , welcher den Namen 
Brunns von den (sieben) Brunnen, oder den Namen der Stadt 
Olmütz von olle (z= alle) Mutz (d. h. Mütze, Kopfbedeckung), oder 
den Stadtnamen Iglau von Igel herleiten wollte. Und doch geschah 
beides , nämlich, dass man die Namen der erstgenannten deutschen 
Städte aus dem slavischen und die letzteren drei ursprünglich slavi- 
schen Stadtnamen aus dem deutschen derivirte ! 

Was von den Eigennamen , das gilt in demselben Maasse 
von allen Fremdwörtern , die aus irgend einer anderen Sprache in 
die Sprache eines bestimmten Volkes aufgenommen wurden. Es gab 
eine Zeit, in welcher es als Zeichen des grössten Patriotismus galt, 
die Fremdwörter aus der Muttersprache auszumerzen und durch 
eigene Neubildungen zu ersetzen. Versuche das , die bekanntlich bei 
jedem Volke , bei jeder Sprache fehlschlugen. Jener engherzige 
Purismus , der nicht zufrieden war , die S])rache von dem überflüs- 
sigen fremden Ballaste zu befreien, sondern jedes fremde Wort gleich- 
sam wie eine Makel aus der Muttersprache verdrängen wollte , hat 
sich überlebt. Wahr sind J. Grimms Worte: „die Aufnahme fremder 
Wörter ist natürlich und unvermeidlich; sie verletzt kein National- 
gefühl, weil zwischen allen Völkern ein gegenseitiger Austausch der 
Sachen und Wörter stattfindet und sie kann, wenn sie in der rechten 
Schranke bleibt, sogar den einheimischen Sprachstoif günstig anregen 
und erweitern." (D. Gr. III. 557). Und ebenso wahr sagt Šafařík: 
„In Bezug auf unsere Geschichte ist es nicht weniger wichtig, in 
unserer alten Sprache fremde Wörter zu finden , als in fremden 
Sprachen slavische Wörter nachzuweisen. Nur die armen Sprachen 



XTI 

wilder Völker sind frei von allem fremden S])rachstoffe/' (Staroz. 
sl. }). 391 Ako'. 12), Keines der dem indoeuropäischen Spraehstamme 
angeliörig'en Völker , welche unseren Erdtheil bewohnen , hat sich 
gegen die anderen Nationen so abschliessen, so exclusiv entwickeln 
können, dass es sich dem Eintiusse derselben hätte entziehen können, 
und jedes derselben hat gewisse Gegenstände der Kultur und des 
Lebensbedürfnisses vorzugsweise erfunden und erzeugt, die dann 
zuß'leich mit dem Namen dieser (xegenstände von den anderen Völ- 
kern entlehnt und angenommen wurden. Diese Entlehnung erfolgt 
entweder mechanisch , d. h. es wird das fremde Wort ohne jede 
lautliche Veränderung in eine bestimmte S[)rache aufgenommen, 
(z. B. im deutschen lieligion , Natur, im bölini. Uugeld), oder es 
unterliegt das fremde Wort lautgesetzlichen Umwandlungen. Die 
zweite Art, durch welche das fremde Wort den Sprachwerkzeugen 
der einheimischen Sprache angepasst , assimilirt wird und dadurch 
das Ansehen eines einheimischen Wortes gewinnt , ist jedenfalls die 
ältere, nicht bloss desshalb, weil sie an Wörtern sich kund gibt, die 
seit altersher in einer Sprache eingebürgert sind, sondern auch dess- 
halb, weil die Sprachen vor Jahrhunderten jünger waren und darum 
eine grössere Spross- und Keimkraft, eine grössere Assimilations- 
fähigkeit hatten, als in den späteren Zeiten ihrer Entwicklung. Denn 
auch die Sprachen unterliegen den organischen Entwicklungsgesetzen 
wie die Völker selbst. Sehen wir es ja doch an der Geschichte einer 
jeden entwickelten Sprache, dass sie mit Zunahme der Kultur zwar 
an Eleganz des Styles und der Ausdrucksweise gew^innt, dass aber 
diese Vorzüge von einer Abgeschliffenheit der grammatischen Formen, 
von Schwächungen und Trübungen der urs})rünglich reichen Vocali- 
sation begleitet sind, welche den unersetzbaren Verlust der Jugend- 
kraft einer Sprache , das deutlichste Merkmal ihres Alterns und 
Abwelkens anzeigen. Wie den Völkern selbst mit Zunahme der 
Kultur die naive Unmittelbarkeit des Entschlusses und der An- 
schauung abluiníkíu kommt und einer erwägenden Ueberlegung, „des 
Gedankens J31ässe" weicht, so verliert auch die Sprache die Fähig- 
keit, unmittelbar aus sich heraus zu formen und zu gestalten oder 
das von Aussen aufgepfropfte Pieis schnell und leicht in das eigene 
Wesen zu verwandeln. 

Dieselben Erscheinungen gewahren wir an den Kulturwörtern, 
die aus fremden S})raclien in die böhmische übergiengen ; es sei uns noch 
gestattet, über die Art der Entlehnung und Assimilation dieser Wörter, 
soweit sie dieses Glossar hetrefien , einige Bemerkungen beizufügen. 

Ueber die blosse Entlehnung ist es nicht nöthig, sich des 
weiteren zu ergehen; es genügen mehrere Beispiele: alafanz, dank, 
dreiling, erzk aufer, musterherr u. s. w. 



XIII 

Was hino-eg'eii bei der Assimilining von Fremdwörtern die 
Yocalisation anlielang-t, so entspricht im böhmischen der Vocal 

a 1 . oinom nrsprüno-lichen v : toral — thaler, fimal — fimel. 
2. dem Doppclhuite ai. ei (wie auch in deutschen Dialecten z. B. 
stein — stan, bein — bau ) : cán — zain, erl)anunk — erbelnigimg-, 
*]^uhlanec — gubleinerz. 8. einem ursprünglichen o: karbet — cor- 
vetta, karn(^ta — cornette. 

e das tonh)s gewordene der (hnitsclieii Sprache Avird im Aus- 
laute bei der üebernahme ins böhmi-che in die tönenden A^ocale a, 
i, o verwaníkílt: ťersuchar — versuclier, rejtar — reitter, rytíř — 
ritter, íraucimor — frauenzimmer, fimel — iim«l. 

ě entsjji'icht d(Mn reinen i, al)er aucli ie und ii: déh'i(']i — 
dietricli, fěrtocli — vürtuch, verdunk — vierdiiig. 

o in bidimischen Fremdwörtern entspricht 1. einem urs])riing- 
lichen a: kamelor — kameelhaar, kotrkal — (juadrigale. 2. einem 
ursprünglich(>n ii : hotai- — hiiter, kortyzoun — ciirtisanus, kropir 

— croupiere. 

11 in l)(')lmiisclicii Fremdwörtern entspricht einem ursprüng- 
lichen «: l)iskii|i - e|)isc«])us, i^ntek — flott; dagegen entspricht 
böhm. ü (oii) hei Worten , die in eine andere Sprache enthdint 
sind, dem Diplithongc an : cťidař — zaudner, driizka — drausch- 
ken, ähnlich wie auch altlid. und mithd. ú einem neuhd. aa ent- 
spricht: hús — haus, tusi'ut — tansent. 

Was die consonaut'schen Lautverhältnisse betrift't, fügen sie 
sich dem Lautverschiebungsgesetze an, das in den indoeuropäischen 
Sprachen allgemein herrschend ist ; es dürften einige Beispiele genügen : 

b in böhmischen Fremdwörtern entspricht den verwandten 
Labialen v (w) und p : balloun — wallone, benátky — venetiae, 
kabát — kawáti , bekyně — pegina. Selten vertritt b ein m : 
bramor — inarmor, wie auch aus dem böhm. Ortsnamen mlado- 
novice in deutscher Zunge bladanowitz wurde. 

c zz t, 8, z : capart — tabardum , cekryt — secretum, 
vrhcaby — wurfzabel. 

é =z seh (rom. g): éatr — scheter, čuba — scUoube, 
giubba. 

d 1= t: droslar — trossellarius, dráb — traben. 

f = p : fortna — - porta, fintiti — pinto. 

g; =: k, h : pragát — brokát, šlohýř - — schlager, haštal 

— gastulus, havel — gallus. 

h wird als Hauchlaut im Anlaute oft vorgesetzt, wo er in 
der Sprache, aus der das Wort entlehnt wurde, nicht ist: hata — 
agatha, hafra — afra, barcíř — arcarius (vgl. das mährische dialekt, 
hano zz ano, humím zz umím) ; dagegen entfällt es häufig, trotz- 



XIV 

dem es in der iirs})riingiiclien Sprache war : alter — halter, alena — 
helena, orloj — horologium. 

k z= g : hekyně — begina , karnáč — garnacha; selten 
ist k Uebergang aus einem p : krnnir — prunia (vgl. kaprať — 
paprať, perun — Heonwóc). 

1 und die anderen Liquiden m, ii, p werden häufig ver- 
wechselt: kordula — cordura, lanfalei* — landfahrer, hamfest — 
handfeste, lamfojt — landfogt, toral — thaler. 

p zz b, f, pf: palmundovati — baimunden, pankart — 
bankhart, pantalíř — bandoliera, pachy — fach, post — fastan, 
anklopcř — anklopfer, stumfar — stumpfer. 

z, Ž zz s, 8ch, d : nestaz — anastasius, blaže] — blasius, 
šarže — sarsche, halže — halse, žaltář — p-salterium, žák — dtáxo.', 
žehnati — (cruce) signare, segnen. 

Nebst diesen regelmässigen Lautübergängen gibt es aber bei 
der Annahme fremder Wörter, wie in jeder Sprache, so auch im 
slavischen, gewisse Eigenthümlichkeiten, die durch den Genius der 
Sprache selbst bedungen sind, also nur durch diesen erklärt werden 
können. 

Dahin gehört z. B. die im slavischen häufiger als in anderen 
Sprachen vorkommende Metathese , die ihren Grund hauptsächlich 
in der Vorliebe der slavischen Sprachen hat, die Consonanten am 
Anfange des Wortes vor dem Vocalc anzuhäufen, während sie das 
deutsche nach dem Vocale zu setzen liebt. *) Auf Grund dieser Vor- 
liebe erklären sich die Metathesen namentlich bei den Liquiden, 
wobei sich das leicht verschiebbare, flüssige Element dieser Con- 
sonanten am deutliclisten ofteidiart und es entstehen Wortformen, 
wie m r a m o r aus m a r m o r, p r a p o r aus (lit.) p a p a r t i s, k r ál a 
aus clara, kedruta aus ge rtr ud, f rolian aus florian, lechtor 
aus rector, ryblar aus rübner u. s. w. Eine ebenso wichtige 
Rolle spielen Elisionen, Contractionen, dann Wegfall von Buchstaben 
im An- und Auslaute ; so entstehen Formen wie gleit aus geleite, 
f e d r V a t i aus f ö r d e r n, k o 1 š í r aus k o h 1 e n s c h ü r e r, k u t- 
1 f aus k u 1 1 e 1 h f , man d a aus mag il ale na, helmbrecht 
aus helmberechtiget, fena aus p h i 1 o m e n a, b á r a, bárka 
aus barbara, netiše aus agnes, nestaz aus anastasius, 
pech aus p e t r u s, mach aus m a r t i n u s, j a n aus Johannes, 
1) i s k u p aus e p i s c o j) u s, v e n t u r i r aus a v e n t u r i e r u. s. w. 

Manchmal wird an das fremde Wort ein im böhmischen 
gebräuchliches Suffix angefügt : flétna, 1 u t n a, f o r t n a, haluzna. 



*) Vgl. z. B. hlas — hals; sláma — culmus, halm; brada — bart, bavba; krátek 
— kurz, curtus; hrad — hortus, gard; breg — berg u. s. w. 



XY 

d y g n o v i t ý (g e d i e g e n), d y 11 o v a t i, f ii k a r o v a t i, h o 1 d o v a t i 
u. s. w. 

Eine Eigeiithümliclikeit bildet ferner die Mischung der Stämme, 

die so weit geht, dass manchmal e i n Wort aus zwei verschiedenen 

Sprachen gebildet wird, wobei der eine Theil gewöhnlich blosse 

Uebersetzung ist ; so äussert sich bei dem Worte p e 1 h ř í m Einfluss 

des lat. peregrinus und des deutschen pilg r i m , bei kalhoty des 

franz. culotte und des bölim. háce (vgl. franz. haut zu lat. altus 

und deutschen hoch oder das deutsche r o b a i t zu bölim. robota 

und deutsch arbeit). Worte, wo der eine Theil Uebersetzung ist, 

sind z. B. vrh-cáby, vrh zz wurf und cáby aus dem deutschen 

zabel und diess aus dem lat. tabula, b a - v 1 n a aus dem deutschen 

bäum (Dial. bam) und vlna zz Wolle, v á - n o c e aus dem deutschen 

weihe und noce zi nachte (vgl. im deutschen benedeien, kasteien, 

maledeien zz benedicere, castigare, maledicere, lovczhaber, welch' 

letzteres im Glossare p. 136 nachzusehen ist). 

Unregelmässigkeiten bei manchen Wortformen erweisen sich 
als scheinbare, sobald man auf die Eigenthümlichkeiten der böhm. 
Sprache bei der Reception fremder Wörter näher eingeht; so ist 
z. B. vor sul a von ursula, vomerál von humer ale gebildet. 
Bedenkt man, wie oben nachgewiesen wurde, dass das böhmische o in 
Fremdwörtern einem ursprünglichen n entspricht und dass h im 
Anlaute oft entfällt, so hat man die regelrechten Formen o r sula, 
omerál, denen ein böhmisches dialectisches v vorgesetzt wurde 
(vgl. orati — vorati, oves — voves, ocet — vocet, on — von 
u. s. w. und die Digammirung im griechischen). — 

Was den stofflichen Inhalt dieses Glossares anbelangt, war 
ich bemüht, alles aufzunehmen, was das Yerständniss böhmisch- 
mährischer Geschichtsquellen erleichtern und fördern kann. Dennoch 
bin ich überzeugt, dass das Werk, wie es bei einem ersten Versuche 
dieser Art nicht anders sein kann, vielleicht manche Lücken hat ; 
denn der zu verarbeitende Stoff eines Glossars erweitert sich natur- 
gemäss mit der Masse des durchforschten Quellenmateriales und 
desshalb enthält kein Glossar, sei es relativ noch so vollständig, 
alle Worte, die Jeder bei seinen historischen Studien darin zu 
finden hofft. Ich biete eben, was man nach fünfzehnjährigem eifrigen 
Sammeln und gewissenhaftem Quellenstudium bringen kann. 

Und so möge denn dieses Buch recht eifrig benützt werden, 
namentlich von der nachwachsenden Generation der jüngeren Forscher, 
die ich aber bitte, nicht zu vergessen, dass uns Aelteren beim An- 
fange unserer Arbeit keine solchen Hilfsmittel zu Gebote standen, 
wie ihnen in unseren Tagen und dass daher ihnen, als dem auf- 
blühenden „ver sacrum", im Dienste der Wissenschaft die Pflicht 



XYI 

obliegt, Stein an Stein zusammenzutragen und mit treuer, fleissiger 
Hand, eingedenk des Virgil'schen Spruches: „labor improbus omnia 
vincit", an der VoUcnduno- des Gebäudes unverdrossen zu arbeiten, 
zu dem wir nur den (iniud legen konnten, zu dessen vollendetem 
Ausbaue aber uns, die wir die arbeiterleichternden Blüthenjahre des 
Lebens bereits überschritten haben, die nöthige Zeit wohl schwerlich 
mehr vergönnt sein wird! — 

Schliesslich erachte ich es für meine Pflicht, dem h. mähr. 
Landesaussclmsse, der mit seltener Lil)oralität die Arbeiten histo- 
rischer Forschung fördert, meinen Dank auszusprechen für die auch 
diesem Werke zu Theil gewordene Subvention. Namentlich bin ich 
zu Dank verpflichtet dem Herrn Landesausschussbeisitzer und Refe- 
renten für Angelegenheiten des Archives und der Geschichtsforschung 
Dr. August Wencliczke, der die Herausgabe dieses Glossares warm 
befürwortete. Auch dem Herrn I^andrathe J. Ritter von Wieser sei 
mein bester Dank ausgesprochen für die freundliche Theilnahme, 
welche er diesem Werke widmete. 

Brunn, im Jänner 1876. 

V. Brandl. 



Abkürzungen. 



AC. Archiv Český. 

Ad. Brem. Adamus Bremensis. 

An. Fnld. Annalcs Fiildenses. 

Arch. f. Geschk. Arcliiv für öst. Geschichtskuiiflc der kais. Akademie d. Wissensch. 

in Wien. 
Balh. epit. Baibin epitome renim bohemicai'um. 
Balh. Mise. Baibin Miscellanea liistoriae Bohemiae. 
Balh. vif. Ar. Baibin A'^ita Arnesti. 
Beitr. z. vgl. Spchf. Beitriigo zur vergleichenden Sprachforschung herausgegeben von 

A. Kuhn. 
Ben. Wbch. Mittelhochd. Wörterbuch herausgegeben von Müller und Zarnke. 
Brez. Ros. Břežan život pana Viléma z Rožmberka. 
Brik. pr. ni. Brikcí práva městská. 
CD. Codex diplomaticus et epistolaris Moraviae. 
Chelč. Chelčický. 

Chron. Aul. rcg. Chronicon Aulae Regiae. 

Chron. IgJ. Chronik der königl. Stadt Iglau herau>>gegeben von d'Elvert. 
Cod. dipJ. Sil. Codex diplomatieus Silesiae von Wattenbach und Grünhagen. 
Cod. Fernst. Codex Pornsteinensis. Manusk. im Landesarchive. 
Cod. Poni. Codex diplomatieus Pomeraniae heraiisgogeben von Hasselbach. 
Co)n. j. lin. Comenius jaiiua linguarum. 
Cjtih. had. Ctibora z Cimburka hádání pravdy se lží. 
Cas. č. Mas. Časopis českého Museum. 
Čas. Mat. M. Časopis Matice Moravské. 
Dal. Dalimil kronika česká. 
DB. Desky Brněnské (Brünner Landtafel). 

Dli Cange Glossarium media e latinitatis herausgegeben von Henschel. 
Delc. J. b. Dckreta jednoty bratrské herausgegeben von A. Gindely. 
Denksch. der Ir/ís. Akad. Denkschriften der kais. Akademie der Wissenschaften 

in Wien. 
Dob. Mon. Dobner Monumonta inedita. 
DO. Desky Olomúcké (Olmützer Landtafel). 
Dud. Stát. Em. die Statuten des Erzb. Ernst von Pardubitz herausgegeben von 

Dr. Dudik. 
Diid. Stat. der P. Metr. Statuten der Prager Metropolitan-Kirche herausgegeben von 

Dr. Dudik. 
Enil. Bei. Reliquiae tabularum regni Bohemiae herausgegeben von Dr. Emier. 
Erb. Reg. Regesta Bohemiae et Moraviae herausgegeben von K. J. Erben. 
Erb. Hits Spisy Mistra Jana Husi herausgegeben von K. J. i^rben. 
FeJ. Fejér Codex diplomatieus Hungariae. 
Gedr. Landtsch. Gedruckte Landtagsschlüsse. 
Georg Lud. Chi: Georg Ludwig Chronik der Stadt Brühn herausgegeben von 

P. Chlumecký. 
Gr. RA. Grimm Rechtsalterthümer. 

Gr. Gesch. Spr. Grimm Geschichte der deutschen Sprache. 
Gr. Mgth. Grimm deutsche Mythologie. 
Gr. Weissth. Grimm Weissthümer. 
Gr. Wbch. Grimm deutsches Wörterbuch. 
Grot. Hb. Grotefend Handbuch der bist. Chronologie. 

Hainb. Chr. Hamburger Chronik der Widertäufer, Manusk. im Landesarchive. 
Hei. pom. Helcel starodawniego prawa polskiego pomniki. 
Jir. C. j. b. H. Jireček Codex juris bohemici. 
Jir. Sl. pr. H. Jireček Slovanské právo v Čechách a na Moravě. 
Jungm. Jungmanns Slovník český. 

Kn. Drn. Kniha Drnovská herausgegeben von V. Brandl. 
Kn. otiz. Kniha ouzká. Manusk. ira Landesarchive, 



Kn. Pťt, Kniha Pctřvaldskií. Mamisk. im Briinnor ]Musouiii. 

KiK Roz. Knilia liožiiiberská hcrausgcg-ebon von V. Braudl. 

Ku. Tor. Knilia Tovačovská liorauso-ogcbcn von Y. Brandl. 

Kop. Zi'1. Kopiař Zelony. -Manusk. ini Landcsareliivo. 

Kom. Vš. Konielia ze Všolird knihy devatery hcM-ausg-egcben von Hanka. 

Let. Troj. Letopisové Tťojaiiští. 

Le.r. s. Jfiť. Lexii'on au« tíor st. Jakobsbibliothok in Brunn, waJirscheinlich identisch 
mit dem Yocab. incip. tcut. in Grimms AVörtorbuche. 

LO. Landesordnung'. 

Maj. Car. Majestas Carolin;!. 

Mat. Yerh. Mater Yerboruni. 

Matz. Matzenauer cizí .slova v slovanských {'■eěech. 

Mehl. J\B. 3Ipklenburgisehes Urkundenbuch. 

Mih. Le.r. Miklosich Le.xieon liuguae paleoslovenicae. 

Mq}}. Mcr. SI. JMonunienta Ilistoriae Mcridionalium Slavorum. 

Msc. FrífJ. Auszüge aus den Akteii der Herrschaft Fridland. 

Msc. llochir. Auszüge aus den Akten der Herrschaft Hochwald. 

Msc. LA. Manuskript im Landesarchive. 

Msc. Fross. Auszüge aus Prossnitzer Stadtakten. 

Msc. Wisch. Auszüge aus den Akten der Herrschaft AVi.schau. 

Oncl. z D. Ondřeje z Dube Yyklad na právo země české. 

Ord. j. t. Ordo judicii terrae. 

Pal. Fb. Palacký über Formelbücher. 

Pal. Děj. Palacký, Dějiny národa Českého. 

Pani. Arch. Památky archeologické. 

Pani. Kut. Staré Paměti Kutnohorské prací J. Kořínka. 

Pani. hn. Brn. Památní kniha ciidy Brněnské, Manusk. im Landesarchive. 

Pani. h». Olam. Památní kniha cúdy Olomúcké, Manusk. im Landesarchive. 

Pav. Sh. Pavla Skály historie česká. 

Pertz Monumenta rxermaniac etc. herausgegeben von Pertz. 

Ph. Brn. Půhony Brněnské, Manusk. im Landesarchive. 

Ph. OL Půhony Olomúcké, „ ., „ 

Pr. měst. Práva městská, „ „ „ 

Priv. Toc. Privilegia Tovačovská „ „ „ 

Pross. Stadth. Auszüge aus Prossnitzer Stadtbüchern. 

Rad jiiffsl. ah. Rad jugoslovanské akademie. 

Rád pr. z. Rád práva zemského. 

Rzij. Rzyszczewski et Muczkowski Codex diplom. Poloniae. 

Sbir. nejst. si. č. Sbírka nejstarších slovníků českých, herausgegeben von Hanka. 

Sehr, der hist. Seht. Schriften der histor. Statist. Section in Brunn. 

Sněm drž. 1612. Sněm držaný 1. 1612 herausgegeben von Y. Brandl. 

Sněm. p. hn. Sněmovní památní knihy, Manusk. im Landesarcliive. 

SRB. Scriptores rerum bohemicarum. 

Stat. Ot. Statuta Ottonis (im Cod. dipl. Mor. II. 209). 

St. shl. Starobylá skládání lierausgegeben von Hanka. 

Sternh. Gesch. Sternberg Geschichte des bührn. Bergbaues. 

Staroz. Sl. Starožitnosti Slovanské von P. J. Šafařík. 

Strans, r. b. Paulus Stránský de republica Bojema opus. 

Suš. n. p. Moravské národní písně herausgegeben von Fr. Sušil. 

Stit. ed. Erb. Tomáše ze Štítného knihy šestery o obecných věcech křesťanských, 
herausgegeben von K. J. Erben. 

Štít. ed. Vrt. Tomy ze Štítného knihy naučení křesťanského herausgegeb. von A''rťátko. 

Topf. Hunolst. L^rkundenbuch für die Geschichte der Yögte von Hunolstein, heraus- 
gegeben von Fr. Töpfer. 

Urh. Mirov. Urbarium der Herrschaft Mürau. 

Vadem. Yademecum juridicopracticum sive succincta tractatio processus civilis juris 
Boh. Mor. Sil. Ňorimbergae 1710. 

Vel. kal. A^'eleslavina kalendář historický. 

Vel. pol. hist. Yeleslavina politia historica. 

Venc. Ig. Yenceslaus de Iglavia Manusk. im Landesarchive. 

Vern. LO. Yerneuerte Landesordnung. 

Výb. l.^č. Yýbor literatury české herausgegeben von Šafařík und K. J. Erben. 

2áp. Žer. Zápisy Karla Žerotína o soudě panském, herausgegeben von Y. Brandl. 

Žer. listi/. Listv Karla z Žerotína herausgegeben von Y. Brandl. 

Z)''íz. Vlád. Zřízení Yladislavské (im Archiv český A'. Band). 



1. Abtheilung. 



Abstach = EustacWus. 

Adamník der Adamite. Jene Sekte, welche die Lehren „der Brüder 
und Schwestern des freien Geistes" bis in die krassesten Consequenzen 
entwickelte. Ruchbar wurden sie in Böhmen um das J. 1420 , als sie unter 
Anführung eines Bauern, Nicolaus, auf einer Insel des Flusses Nežárka 
zwischen Neuhaus und Veselí ein verschanztes Lager errichteten , von wo 
aus sie die Umgegend plünderten. Ihren Namen erhielten sie von ihrer Lehre, 
dass eine solche Unschuld in die Kirche einkehren werde , wie zur Zeit 
Adam's und Eva's ; diese Unschuld wurde von ihnen anticipirt , indem sie 
nackt gingen, Weibergemeinschaft hatten und den schändlichsten Ausschwei- 
fungen sich hingaben. Zižka vernichtete sie zwar im J. 1421; doch erhielten 
sich vereinzelte Anhänger noch späterhin. — Vgl. Naháč. 

Adas = Adam. 

Adla, Adiéta, Adlicka = Adelheid. 

Adversář aus dem lat. adversaria, das Konceptbuch. 

Agenda, die Ordnung des Gottesdienstes und der dabei gebräuch- 
lichen Gebete. 

Agneta, Agnezka, Aneška, Anežka, Anyžka := Agnes. 

Agštejii, Akštejn , Akštýn electrum der Bernstein; aus dem 
deutschen; althd. agistein, mithd, agestein der Magnet. 

Agusta, Augustin = Augusta, Augustin. 

Agustinář vid. Augustinái*. 

Aksamit der Sammt, aus dem mitlat. examitum, xamitum, prov. 
samit, frz. samet. 

Alafanc (Halafanc) Betrug, List, Falschheit, Bestechung: a bychom 
chtěli bráti alafance (Výb. I. 633) aus dem deutschen alfanz (vid. Gr. 
Wb. I. Spalte 204). 

Alambík, Alenibík der Destillierhelm, mitlat. alembicum vas destil- 
latorium (DC); neugr. cdaixßlxog. 

Albík nom. viri Albinus. 

Albový eine Farbe bei Geweben: postavy tři bílé a tři albové 
(Pros. Stb. ai. 1557); — albové příze prostřední osm postav (ibid.); — 
kožich bobrový suknem albovým pošitý (ibid.); wahrsch. von ital. albo weiss, 
gedämpft weiss. 

1 



— 2 — 

Alena = Helena; so heisst z. B. die in Urkunden vorkommende 
Alena z Lomnice in dem lateinischen Tagebuche Karl's v. Zerotin: Helena 
de Lomnitz. 

Aleš = Albert. Beweis dafür die Urkunden des Leitomysler Bischofes 
Albert v. Sternberg, welcher sich im Contexte Aleš, auf dem Siegel hingegen 
Albertus nennt. 

Alexa = Alcxius. — Ygl. L e x a. 

Alkýř vid. Arkéř. 

Alšík deminut. von Aleš = Albert: contra Albertům dictum 
Alschik (CD. 9, 239). 

A!terný ^ Ilalteriiý (e. germ. der [Fisch-] Halter) , welcher die 
Aufsicht über den Fischhalter hat (MS. Hw.). 

Alžběta = 1. Elisabeth. 2. Isabella wie z. B. bei Yelesl. kal. 307 
423, 544. 

Alžbětíiika die Elisabethiner-Nonne. 

Ambit aus dem lat. ambitus 1.' der Säulengang, Kreuzgang in 
Klöstern: v kaple na ambite (Kn. Tov. k. 112); 2. der Zellengang in den 
Klöstern. 

Amosenci, Anioshé die Amositen, eine Fraktion der böhm. Brüder, 
genannt nach ihrem Gründer Amos aus Ung. Brod , einem Fanatiker , der 
schon in den ersten Anfängen der Brüderunität Zwietracht in dieselbe brachte, 
indem er, als die Brandeiser Synode (1490) ihre bekannten Beschlüsse 
fasste, die Senioren Abtrünnige und Weltkinder nannte und die Einsetzung 
eines neuen engeren Rathes durchsetzte. Als aber dieser neue Rath wieder 
den Anhängern der milderen Observanz weichen musste, trennte sich Amos 
mit seinem Anhange von der Unität ; seine Fraktion nannte sich malá strana 
(die kleine Parthei) zum Unterschiede von der ursprünglichen Unität, die 
seitdem veliká strana (grosse Parthei) oder bratři Boleslavští hiess, während 
die Anhänger des Arnos den Namen Odtrženci (die Abtrünnigen) oder 
Amosenci erhielten. — Ygl. Pecinovští und Ylaseničtí. 

Andres, Andryáš = Andreas. 

Anis = Anisius. Dobner im Regist. Reg. Trib. 1584 hält es fälschlich 

für Anastasius. — Ygl. Nestaz. 

Anka = Anna: Agnes subpriorissa, Anka infirmaria (Urkd. des 
Kl. s. Georg in Prag). 

Anklopéř c. germ. der Anklopfer, welcher den Bergleuten das Ende 
der Arbeitszeit (Schicht) durch Klopfen auf die Taghaspel andeutete. 

Anrytgelt e. germ. das Anrittgeld, das Handgeld , welches der an- 
geworbene Reiter bei der Einreihung in die Truppe erhielt. — Ygl. 1 a u f- 
g elt, fortgelt. 



^ 3 — 

Apellace, das Appellationsgericht in Prag, welches K. Ferdinand I. 
im J. 1548 als letzte Instanz für die Städte Böhmens, Mährens, Schlesiens 
und der beiden Lausitze einsetzte und die weitere Appellation nach Magde- 
burg oder anderen Städten untersagte. Dieser Appellhof bestand aus drei 
Mitgliedern des Herren- und drei des Ritterstandes , vier Jurisdoktoren und 
vier Bürgern der Alt- und Neustadt Prags. (Vgl. Yelesl. kal. Fol. 36 Strans. 
Resp. b. p. 515). Im J. 1651 wurden diesem Appellhofe auch die sogenannten 
deutschen Lehen der Krone Böhmens untergeordnet. 

Apich entlehnt aus dem deutschen Eppich, mitlat. apium. 

Apolena = Apollonia. 

Apoštolův rozeslání divisio apostolorum d. 15. Juli. 

Arbaj vom ital. arbagio, albagio, ein aus Wolle oder Seide verfer- 
tigter Zeug. 

Archa Boži tabernaculum : a archu boží ztratili v tom pobití 
(SRB. 3, 43). 

Arkéř, Arkýř, (Alkýř) pódium der Erker. — Vgl. Vikýř. 

Arkabuz die Bogenbüchse ; spán. arcabuz ; frz. arquebuze. 

Arkabiizarka, Arkabuzírka , die lange Büchse: pistolety, ručnice 
dlouhá, arkabuzarka (MS. 1622); — jednu krátkú ručnici na luku a druhů 
po straně dlúhú arkabuzírku měl (MS. 1588). 

Arkleb, Artleb nom. viri Hartlieb. 

Artlus, Atlus, Atlis nom. viri durch Vermittlung der lat. Form 
Hartlibus aus dem deutschen Hartlieb. 

A. t. j. v. d. Abkürzung in den Půhonenbuchern für: a tu jemu 
vinu dávám. 

Allfang , Aufung , *) eine Geldabgabe , wahrsch. vom deutschen 
aufung augmentům, incrementum, aufen exaltare, honoráre, im Schweiz, 
äufnen urbar machen: plat peněz aufankův (MS. "Wischau ai. 1656); — 
ta rychta jest zákupní, na ní má pán aufank; — aufunky zadržalé aby se 
vyupomínaly (1570). 

Augustínář, (Agustinář), ein Augustinermönch. 

Ausreitar e. germ. Ausreiter, eine berittene Polizei, die im J. 1584 
eingeführt wurde: a ti ausreitaři aby toho bedlivě šetřili, kdeby takového 
lotrovství se doptati mohli , vezmouc lidi z nejbližších vesnic na pomoc , je 
vyzdvihovali (Sn. p. kn. 1584, f. 40). 

Babka , der ungar. Pfennig , eine in Böhmen durch die Landtage 
häufig beanständete und devalvirte Münze, so z. B. 1545 : babky aby nebrali 
dráže nežli po malém penízi. (Vel. kal. p. 437). 



*) Die mit an in den älteren Quellen anfangenden Wörter vid. sub Ü. 

1* 



Babiíša = Barbara. 

Bachna = Barbara. 

Bakalář, baccalaureus. 

Bal ťoricarius, lictor der Scherge, der Abdecker. 

Baldach, Baldachýn (demin. baldášek) 1. der Stoff aus Baldach, 
Baldak d. i. Bagdad; er war aus Seide und Goldfäden moireartig gewoben. 
— 2. Der Baldachin, Thronhimmel. 

Baloun: balouni, lid vojenský zoufalý, jenž z jiných zemí v Uhřích 
proti Turkům potřebováni byli (Čas. č. Mus. 1828. III. 34) der Wallone, 
urspr. die Bewohner des Hennegau, Namur , Lüttich und eines Theiles von 
Brabant, welche die wallonische Sprache, einen rauhen mit vielen flämischen 
und deutschen Worten gemengten franz. Dialekt sprachen. Als Krieger 
thaten sie sich zuerst in span. Diensten hervor und waren dann seit der 
Mitte des 16. Jahrh. als Miethsoldaten sehr gesucht , aber wegen ihrer 
Zuchtlosigkeit sehr berüchtigt. 

Bambitka vid. Panditka. 

Banská města die ungar. Bergstädte: JMti král. města banská v 
Uhřích (Ldtg. 1547) ; hergeleitet von báně Erzgrube, Bergwerk. 

Bára, Bárka, Baruška = Barbara. 

Bardoun, ältere Form Bardün, poln. Bardun, 1. ein jetzt nicht mehr 
gebräuchliches Streichinstrument, die Tiola di Bardone, bespannt mit 7 Darm- 
saiten auf dem Griffbrette, die mit dem Bogen gestrichen wurden , und mit 
16 Drahtsaiten unter dem Griffbrette, die blos mit dem Daumen, ähnlich 
wie es bei den hinteren Saiten der Laute geschieht, berührt wurden; es 
hiess auch Baryten, woher wahrsch. der Name Bardon abgeleitet ist; auch 
die der älteren böhmischen adäquate Form Bardun kommt vor als Bezeich- 
nung eines Orgelregisters (jetzt der Yioldigambenbass genannt). 2. Die 
dicken, also die tieferen Töne erzeugenden Darmsaiten dieses, so wie jedes 
anderen Streichinstrumentes : potáhneš-li na huslech jedněch strun výše, 
potáhnútiť je i bardúnóv , ať by ze všech šel hlas řádný (Stit. Nauč. kř. 
p. 282); — litery větší a hrubé, tlusté jako bardouny (Cit. bei Matz. ciz. 
slova, der bardoun, hinweisend auf mitlat. b o r d o n u s , durch b a c u 1 u s 
erklärt). 

Barchaník 1. der Barchentweber. 2. der Eingusshälter vid. barkan. 

Barkan, Barchan, 1. ein Gewebe aus Kameelhaarcn , später aus 
Wolle, der Barchent, Barchant; mitlat. barracanus, panni seu cameloti species 
(DC), ital. baracane, frz. baracan; im böhm. auch berkan und perkan 
durch Vermittlung des deutschen berkan aus derselben mitlat. Wurzel. — 
2. der Inguss im Münzwesen, der eiserne Tiegel, in welchen das geschmol- 
zene Metall gegossen wird. 



— 5 — 

Bárta, Bartoň, Bartoš, Bartouš, Bartošek, Bartoněk = Bar- 
tholomaeus. 

Bdění vigilia: v první noční bdění (Vel. Kal. 48); im Nikolsburger 
Kalender ai. 1470 steht statt vigilia immer bdění. 

Becuar vid. Bečvář. 

Bečvář der Fassbinder, qui vasa (bečky) facit, vietor: becuar Letona 
(Erb. Reg. 78). 

Běda = bědovati weherufen: na bědu křičeli (ai. 1637 Acta 
Crim. Olom.). 

Běh 1. zemský, die Gepflogenheit des Landes, der Landesbrauch 
in Sitte und Recht: kohožby kolvěk z nás, kterým kolvěk činem kto tisknuti 
chtěl mimo zemský běh nebo mimo nález panský, tomu mamy věrně pomá- 
hati (ai. 1394 Ač. 1 , 52) ; — okázal list hlavní zemským během učiněný 
nach der im Lande gebräuchlichen Rechtsíorm (Půh. Brn. 1447 Fol. 62). — 
2. Der Vorgang, die Handlungsw^eise : tehdy JMt své běhy s vaší radů chce 
jednati a pósobiti ve všech věcech; — ježto sě v tom zavírá páně Jiříkuov 
běh (Ač. 2, 30) ; — na který běh a zpuosob mělby nám král Ladislav vydán 
býti (Ač. 2, 211). 

Běhati sich entziehen: jest k tomu mluveno od nás, muožli nám 
to od něho opraveno býti, zet my rovného a spravedlivého běhati nebudeme. 
(Ač. 2, 45). 

Běhlý flink, der Kindheit entwachsen: dva pacholeČky oba běhlá. 
(Ač. 3, 37). 

Běhounek der Kindheit entwachsen: pacholík druhý byl mladší, 
tomu jména nepomním, než byl jest již běhúnek. (Ač. 1, 178). 

Bekyně beguina, beghina die Begine, mithd. pegína , feminae quae 
certis legibus omneš vivunt a votis liberae sunt. (DC.) 

Bělpuch das Pergament: daj Cechóm bělpucha a črnidla do vole 
(Dal.) wahrsch. durch Metathese aus dem mithd. buoch-věl. 

Ben, Benák, Benata, Beneda, Benda, Beneš = Benedict. 

Benátky 1. Venedig, Venetiae. 2. domus meretricum, scortorium: 
mistr Jan Milic byl původcem , aby domek hříšných a obecných žen , jinak 
hampejs, v Praze, řečený Benátky 1. 1372 měsíce června zbořen, kurvy 
vyhnány a na tom místě kostelík vystaven byl. (Vel. kal. 61). — 3. bei 
Rozk. veneficium. 

Benedikt: den sv. B. v pouště (Ač. 6, 472) Bened. abbas (Tag 
der 21. März, der in die Fastenzeit vor Ostern fällt) zum Unterschiede von 
der translatio (Tag der 11. Juli). 



— 6 — 

Benka = Benigna. 

Benuš = Benignus. 

Ber Fenchel setaria, aus dem Hirse bereitet wurde ; häufig in den 
Landtagsschlüssen erwähnt. — vid. Berna. 

Berec der Steuereinnehmer. Die berci waren nicht stabil angestellt, 
sondern wurden jedesmal eigens ernannt. Sie hatten eigene Bücher, in welche 
die Steuern eingetragen wurden: beru berci po jedněch knihách, sami sobě 
učinivše na sprostých vyhrozijíc více, nežli jich jest úkol pravý a ukáží ty 
knihy řkiíc: hledaj , čti sám, žet jest tolik úkola tvého; co mluvíš proti 
knihám? A sami sobě napsavše knihy ty, aby takú lstí mohli sobě přidříti 
a z jiných knih královi vydadí počet, ježtoj' na nich úkol pravý. (Štít. Yýb. 
I. 725); — berci také v tom hřeší, že ač úkol beru rovně, ale zámazné 
beru těžce (ibid.). Später nannte man sie berník. — Ygl. im lat. Glossar 
bernarius und im deutschen berner. 

Berka 1. der Nehmer captator (vgl. koněberka). 2. nom. viri Bernhard. 
Berkan vid. Barkan. 
Berknos vid. Perknos. 

Berna, Berně die dem Könige in bestimmten Fällen verfassungs- 
mässig zukommende Steuer (wörtlich die Einnahme, von bráti, beru nehmen). 
In diesem Sinne kommt das Wort schon 1235 vor: exactionem, quae vocatur 
steura vel berna regis. (CD. 2 , 292) ; promittimus , ut nullam sturam vel 
exactionem, quae ber vulgariter dicitur, nisi nos uxorem ducere contingeret, 
seu in liberorum nostrorum filiorum et filiarum conjugali copulatione, ab eis 
aliquatenus exigemus .... nee non in coronatione regis Boemie , in quo 
casu berna etiam est tollenda (CD. 6, 38 ai. 1311); — berně slove zde v 
Cechách obecná pomoc královi. (Štít. Výb. I. 724). Ausser diesen Fällen 
konnte in Mähren der Markgraf die berna einheben , wenn er vom Lande 
Besitz nahm: „obyčej jest, jakožto svobody ukazují, že berně pánu země z 
starodávna se dává při přijímání jeho za pána." (Kn. Tov. kap. 29). Zur 
Einhebung der Steuer waren bestimmte Orte festgesetzt, in Mähren gewöhn- 
lich die königl. Städte : že£ má táž berně osobami na to vydanými , kdežto 
z starodávna obyčejno jest na tom sedati, brána býti (Ač. 1, 47); in 
Böhmen nach Kreisen: abyste nám peníze ty, což jste z berně toho kraje 
sebrali, poslali. (Ač. 1,46). Die Yertheilung geschah nach Lahnen: nolumus, 
ut plus quam unus ferto argenti de laneo requiratur. (CD. 6, 38). — Die 
Einhebung besorgten die Gutsherren, wobei es geschah, dass von den Unter- 
thanen mehr eingehoben wurde , als die Steuer betrug; daraus wird es 
erklärlich, warum Gutsherren bei Schenkungen, Nutzverschreibungen u. s. w. 
die berna regalis sich vorbehalten, z. B. CD. 9, 296. — Ygl. pomoc, 
vymazné, zámazné. 



— 7 — 

BerDÍk von berná (vid. dieses) der Steuereinnehmer; berníci 
nejvyšší, welche die Steuern zu revidiren hatten; b. krajští, welche 
die Steuern in den Kreisen einhoben und an die b. nejvyšší ablieferten. — 
Vgl. bere c. 

Berlin Jetrichuv im Pass. Plz. 351 die Stadt Yerona in Italien 
(vgl. Ditrich von Bern) zum Unterschiede von Benin (Beraun) in Böhmen. 

Beseda forum , ubi tractantur causae , der Marktplatz, die Gasse : 
na besedě = in foro (Math. 11, 16); — ulice a besedy (Gel. Pet. 90). — 
Vgl. sansk. bhas loqui, verhandeln. 

Beskyd und Beskyda: k hoře Kelčové Vl^ míle, odtud do Opálené 
Yj míle, odtud k vysokému Beskydu ... a tak se hranice ukazují samými 
vrchními hřebeněmi , které se beskejdy jmenují .... kromě na beskydě 

Kelčové , na které seno pálili aby jedna i druhá strana té beskydy 

podlé své vůle užívali .... kdyby na beskejdách a hranicích trávu místo 
luk užívati chtěli (Urb. Hochw. 1653). Vielleicht ist zu schreiben bezkyd, 
zusammenges. aus bez und kyd (= hnůj Dünger), weil diese Höhen zum 
Ackerbau nicht taugen? 

Běta, Bětka, Betuška demin. für Alžběta: per dominam Byetcam 
abbatissam (Urkd. des Kl. St. Georg in Prag). 

Bez boha a bez práva wider Gott und Recht: že mi drží bez 
boha a bez práva dvě hřivně platu (Půh. Brn. 1406 f. 25 und überhaupt 
häufig in den Půhonen vorkommend). 

Bezpecenství das sichere Geleite: o bezpečenstvích aneb glaitích 
(Pr. Man. f. 356); — ať dá bezpečenstvo před sobu (Kn. Rožn. cl. 244). 

Bezprávná cesta der nicht öffentliche Weg, dessen Benützung der 
Besitzer des Grundes andern verbieten kann. (Kn. Rož.) — Vid. zápověd 
gruntů. 

Bezzemek: list na 2^/^ lánu dědiny a jeden bezzemek (Ač. 3, 566) 
wahrsch. der von seinem Bebauer verlassene Gnmd (zemek = cultor, indigena). 

Bezživotí der gewaltsame Tod ; machinabor in mortem ejus chci 
mysleti o jeho bezživotí (Pr. Měst.). 

Bíťové das dem Hirten neben seinem Dienstlohne zukommende 
Peitschengeld: pastýřovi zaplaceno i s bičovým 72 zl. (MS. Ostrau). 

Bílá věž der weisse Thurm auf der Prager Burg, namentlich für 
adelige Gefangene bestimmt. (Pam. arch. 1874 p. 79). '' '" ■'^' •" 

Bílý den der lichte, wörtlich der weisse Tag, die Tageshelle nach 
Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang (wie im lat. albente coelo , lux 
albescit): 1486 a to podlé řádu v bílé dni. Diese Bestimmung, wann die 
Entlassung eines Unterthanen aus dem Unterthansverbande gefordert werden 



— 8 — 

kann, erklärt die Kn. Tov. kap. 192 näher: „a to má pod střechu učiniti 
v té dědině za dne, ani před sluncem ani po slunci." 

Bilý peníz denarius albus, weisser Pfennig, deren sieben auf einen 
Groschen giengen. 

Birda lictor, der Scherge, ital. birro, sbirro. 

Biskupec (Bischöflein episcopulus) Beiname des Nikolaus von 
Pilgram, den die Taboriten zum Bischöfe wählten; er erhielt wegen seiner 
kleinen Gestalt diesen Namen, unter welchem er in den Quellen häufig ohne 
Bezeichnung seines eigentlichen Namens vorkommt. 

Bíti 86 duellare: si duellare coeperint = kdyžby počala se biti. 
(Ord. jud. ter. Ač. 2, 90). 

Bitunk die Beute, praeda , die Yertheilung der Beute divisio spo- 
liorum: při bituncích kterýchkoli má písař vojenský seděti a s haitmany to 
děliti (Čas. Mus. 1828 p. 35). — Jungmann setzt als Wurzel biti percutere; 
es ist aber wahrsch. korrumpirt aus dem deutschen beutung. 

Bitwa der Zweikampf, duellum : když pohnaný rok zmeškal k sudu 
nebo k bitvě (Ord. j. ter. Ač. 2, 91); — svoboden jest pustiti bitvu bud o 
hrdla, neb o základ; — kto/, pobídku maje dosti neučiní a nevydá bitvy, 
hanbu sobě nese. (Kn. Tov. kap. 203). 

Bitý: řetěz bitým dflem uměním zlatnickým ozdobený. (Půh. 1545) 
die Goldschlagarbeit. 

Bláně (gen. neut.), Blání dasselbe was trávník die Grastrift: pře 
o blání, pastvisko a luku (Urkde. 1504) und unmittelbar darauf i pře o blání, 
pastvisko a luku, která jest v tom blání ; — že to blání kupili, v kterémžto 
blání ta lúka a ten kút leží; — to blání hajnými obvedeno a ukázáno jest« 

Blata (poln. blota) der Sumpf, das Moos, Anger, die Schilf- und 
Grasmaht in demselben: in paludem, quee dicitur blata (Fej. III. 1. p. 221); 

— omnes paludines seu blotha (Rzy. II. 569. 570); — jdúce upřímo přes 
Dědíkovo bláto až do řeky. — Diese blata (sing, bláto) wurden grössten- 
theils zur "Weide benützt : pustili jsme pastvu na blatech a průhonu toho, 
kterým se na ty blata dobytek žene (Priv. v. Tobitschau 1562); auch Wiesen 
und Aecker wurden angelegt: na blatech našich luk aby sobě udělali (ibid. 
ai. 1506); — jakož jsem udělal na třech blatech sobě tři nivy, kde prvé 
někdy za dávných let olší a rokytí veliké bylo. (ibid. ai. 1482). Hiebei 
musste natürlich die Entsumpfung bewerkstelliget und die Wiederkehr der 
Yerwässerung hintangehalten werden : kdyby jaká potřeba přišla na to bláto 
a bylo potřebí opravovati, aby zase nezašlo vodou, jako prvé zašlo (ibid). 

— Der Stamm blat findet sich in den Flussnamen Blatná, Blatnice vieler 
slavischen Länder, was dann die deutsche Zunge in Fladnitz umändert; 
manchmal tritt, namentlich in wendischen Gegenden, Uebersetzung ein in 



- 9 — 

Moosbach; daher erklärt sich die deutsche Benennung der Burg Kocels : 
Moosburg, welche slavisch grad blaten hiess. 

Blatný der Gassenräumer, der den Koth (blato) abstreift. (M. 8. 
Pross. ai. 1580). 

Blažej, Blažek = Blasius. 

Blažena Uebersetzung des lat. Beatrix, Beata : pojal sobě Blaženu 
(Vel. Kal. 409). 

Blída eine Wurfmaschine: jakžto kluky tak blídami...k bránám 
sě za vsie berúce (Vfh. I. 1081); mitlat. blida machina bellica, mithd. blide 
Steinschleuder. 

Bobonky (Pobuňky) der Aberglaube, das "Werk oder die Verführung 
des Teufels: kdož chce křest přijíti, má se ďábla odřéci i všech bobonkóv 
jeho a takových pověr (Štít. ed. Vrťátko p. 294); — službu Boží s kázáním 
čistého slova Božího aby činil, pobuňků a žádného modlářství a pověr 
nedopouštěje (Čas. č. M. 1847 p. 551). 

Bobrovník 1. castorarius der Biberhůter, Biberzüchter und Biber- 
jäger: qualitercunque bobrownici (CD. 2, 206). Es waren jene unterthänigen 
Leute, welche die Biber zu züchten und zu jagen hatten, denen daher, wie 
anderen königl. Jägern Unterkunft gewährt werden musste: 1145. a recep- 
cione vel custodia aut conductu castorariorum (Rzy. 1, 4); — 1242: castorarios 
capientes castores ducent et procurabunt (ibid. 2, 34.) Die bezüglichen Ver- 
pflichtungen hiessen insgesammt bobrové: ab omnibus solucionibus, exaccio- 
nibus , laboribus. . .sep. .sokolné, bobrové, (ibid. 1, 293). — 2. der Biberteich 
(Piih. Ol. 1539). 

Bobrový pes, ein auf Biberfang dressirter Dachshund: o bobrovém 
psu jest takové právo jako o sledníku (Pr. Man. f. 525); vid. sledník. 

Boísc, Boiscí, Boist = bojiště das Schlachtfeld : ecclesia in loco, 
qui dicitur Boisci, ubi triumphavit vir meus (CD. 1, 313. 337. 355). 

Bok die Seite des Körpers, latus : na trápení boky svými ztvrdil 
a vyznal während der Folterung durch Zusammenziehen der Seiten bekennen 
(Cer. Slg. n. 101. p. 198) ; — poněvadž ten podezřený jest, daj jej v moc 
mií, já jemu boky dobře stáhnuti dám, bude-li potřebí (Cas. č. Mus. 
1830 p. 104). 

Bolek, Bolko, Bulko = Boleslav. 

Bolen eine Münze : bolenu neb lichtšicarů za 3 zl. (Md. Pross. 1552) ; 
bolenu 36 po 18 den. činí 3 zl. 2 gr. 3 den. (ibid). 

Boleslavští bratří die Jungbunzlauer Brüder. Als in der Brüder- 

unität durch den Bruder Amos (vgl. Amosenci) eine Spaltung entstand, 
nannten die Amositen jenen übrigens bei weitem grösseren Theil der Brüder, 



- 10 — 

welcher der milderen Observanz anhing, bratří Boleslavské nach der Stadt 
Jungbunzlau (Mladá Boleslav), wo die Anhänger der milderen Observanz 
unter dem Schutze des Gutsherrn Adam von Cimburg ihren Hauptsitz hatten. 
Noch im J. 1574 heisst es : přišli okolo šesti osob stavu panského a rytíř- 
ského z jednoty bratří Boleslavských. (Prag. Landt. d. J.) ; — ai. 1587 : 
bratřím Boleslavským, jinak Valdenským, sbor a schůzky tu v Boleslavi 
zastavil. (Čas. č. Mus. 1828. II. 91). 

Bolka (Polka) nom. fem. Boleslava. 

Bosák der Barfüssermönch. 

Boudiiý der Teichwächter, welcher das Zapfenhaus (bouda) zu 
bewachen hat. 

Boura die Florettseide, mitlat. burra, franz. bourre. 

Bouslav, Buslav nom. viri Bohuslav. 

Boží křtění Taufe Christi, baptismus Christi (6. Jänner) : na den 
božího křtění, jenž slově hod svíček (P. Tov. 149); — před bož. křtěním 
aneb před svíčkami (ibid. p. 198); — počnúc od svíček totiž od bož. křtění 
(ač. 6, 25). Ygl. svíčky. 

Boží tělo Frohn — Gotťsleichnam. 

Boží vstoupení Ch. Himmelfahrt, ascensio domini. 

Boží vzkí'íšení Chr. Auferstehung, resurectio domini. 

Bráč der Weinleser: kdyžby víno sbírali a soused mimo svůj vino- 
hrad bráče vzal, propadl 5 gr. (MS. LA. M. YII. 8). 

Bradíř barbitonsor der Bartscheerer. 

Braň, Brané, Braní die Schütze beim Teiche : od udělání nových 
braní, aby ryby proti vodě z rybníka nevycházely (MS. Pross.) ; — od 
udělání braní slově klece (ibid). 

Brání. Wenn der Schuldner die Interessen nicht zahlte, hatte der 
Gläubiger das Recht, jenem so viel an Hausvieh wegzunehmen, als die 
Interessen und die allfälligen Gerichtskosten bei Einklagung der Schuld 
betrugen. Die Wegnahme geschah entweder durch den Gläubiger allein, oder 
mit Intervention eines Kämmerers (půhončí) und eines Boten des Oberst- 
burggrafen : brání jest pro úrok nezaplacený na dědictví dlužníka s komor- 
níkem a poslem purkrabí najvyššího, nebo bez komorníka i posla, mocí svú 
koní, krav, ovec, sviní a jiného všelikého dobytka zájem, což za úrok ne- 
zaplacený i za náklady dosti móž býti (Všeh. 7, 18). Vrgl. im bair. dial. 
die nám = privatio, invasio. (Schmeller 2, 692). 

Branný Pförtner, Thorwart (von brána porta). 

Bráti 1. das Vieh gewaltsam wegnehmen, arrestiren : brali dobytek 



— 11 — 

a jiný nadbyt mój. (vgl. brání). 2. gefangen nehmen: ti také honěni a bráni 
býti mají (Pam. kn. 01. 1517. f. 40.) — 3. bráti v židech neb v křesťanech 
ein in Schuldbriefen häufig vorkommender Ausdruck = das Geld, wenn 
die Schuld nicht am bestimmten Termine gezahlt wird, bei Juden oder 
Christen auf die Gefahr des Schuldners oder Bürgen aufnehmen. 

Bratr vlastník der leibliche Bruder frater ex uno patre et una 
matre: že bratr mój vlastník (Půh. 01. 1412 f. 98). — pět sv. bratří 
vid. p ě t. 

Bratr (gen. fem.) und bratří Gebrüder, Geschwister : s kakús dobru 
bratří (Štít. Ausg. Erb. 9, 30). 

Bratrana die Brudertochter filia fratris, auch die Tochter jedes 
Vetters : list, ježto učinil panně Kateřině své bratraně. (Půh. Brn. 1447 f. 62). 

Bratřenec patruelis, cognatus. 

Bratří čeští oder schlechthin bratří die böhmischen Brüder. Ihr 
geistiger Gründer war durch seine Schriften Petr Chelčický, die faktischen 
Stifter der Bruderunität waren aber der Ritter Georg und der Pfarrer 
Michael von Senftenberg. Die ersten Anhänger dieser beiden siedelten sich 
in dem Dorfe Kunewald bei Senftenberg an (1457). Nach ihrer Lebensweise 
nannte man sie bratry (Brüder), eine Benennung, die sie nach ihrer ersten 
Verfolgung selbst annahmen. Bis in's 17. Jahrh. hinein kommt nur die Be- 
zeichnung čeští bratři (böhmische Brüder) und nie der Ausdruck 
moravští bratři (mährische Brüder) vor; der letztere Name taucht 
erst im 18. Jahrh. auf, als der Graf von Sinzendorf die Reste der Brüder 
aus Mähren in Herrenhut ansiedelte. — Vgl. Amose nci, Boleslavští 
bratří, Pikharti, Valdenský. 

Bratrstvo 1. die Bruderschaft. 2. die Zunft: ješto vší obci k škodě 
v městech bratrstva přehledají (Štít. Ausg. Erb. 160, 23). 

Bratříce deminut. Form von bratr die Gebrüder, fratres : ba bratříce 
(Štít. Ausg. Erb. 109, 10). 

Břenek =r Břetislav. 

Březová voda der Birkensaft, das Birkenwasser, wurde als Heil- 
mittel gegen den Stein, die Gelbsucht und Wassersucht gebraucht : bříza 
hned z počátku jara má v sobě svou šťávu dokonale, tak že když ji toliko 
nožem zaškrábneš, nad to pak když pařez natneš, ihned vody sladké náramně 
mnoho vydává. . .Voda ta březová často pitá vždycky ráno buďto sama aneb 
s vrabím semenem a s kamejky rozdrobuje a pudí ven kámen z ledvin a 
z měchýře a žloutenici zahání. Vychvaluje se také proti vodnatelnosti, kdožby 
ji často píjel s vodou květu bezového (Vel. Math. p. 42) ; — posílám Vsti 
primitias březové vody; Pán Bůh rač ji Vsti k dobrému dáti užíti (Listy 
Žer. 1, 123). 



— 12 — 

Brno die Stadt Brunn, Bruna urbs. — Was die Herleitung des 
Namens anbelangt, schwankte ich früher zwischen dem altsl. brxnije lutum 
und brxnija lorica (Panzer), Da aber das genus neutr, des Wortes Brno mit 
altsl. brxnije zusammenfällt, während brinija lorica fem. gen. ist, ist die 
Herleitung von ersterem vorzuziehen. Einen Anklang an das altsl. brinije 
bieten die ältesten in Urkunden erhaltenen Formen des Namens von Brunn : 
brenne, brinnc, brune, so wie anderseits das altsl. br^nodělatelf. (Töpfer) sich in 
dem Worte brnožil und als Übersetzung in dem mitlat. Worte lutifigulus 
erhielt, welches letztere in mähr. Quellen, namentlich in dei- Landtafel häufig, 
in den mitteleurop. Quellen seltener erscheint. (Du Cango führt ein einziges 
Beispiel an). Es hat also Brno seinen Namen von der Beschaffenheit des 
Bodens, es ist der Lehmboden, also in gewissem Sinne eine Lutetia. Beweis 
dessen, dass im J. 1229 ein Fundus Figulorum bei Brunn erwähnt wird 
(CD, 2, 208), und dass ein Theil von Altbrünn bis auf den heutigen Tag 
die Lehm statte (Hlinky) heisst. Die alte Bedeutung des Wortes Brno = 
Lehm erhielt sich auch in dem Zeitworte brnožiti =r Gefässe machen e 
luto figere, figlina facere, so dass das Wort brnožil, welches jetzt einen 
Menschen bedeutet, der aus Holz, Lehm etc. gleichsam tändelnder Weise 
allerlei Dinge formt und schnitzt, ursprünglich dasselbe ausdrückte was 
br^nodělatelb. — Derselben Wurzel entstammen die Ortsnamen : Brna, Br- 
ňany, Brniště, Brničko, Brňov, Brníky etc. — 

Brod vadum die Fürth 5 dann der Zoll bei Flüssen, der Überfuhrs- 
zoll : decimam telonei, quod brod vulgariter appellatur , in flumine Olzava 
(CD, 1, 122) ; vgl. alts, broditi transire, navigare, brodarb portitor. 

Brodek der Schwemmteich für das Yieh. 

Brokát (prokát, pragát) schwerer seidener Stoff, worin goldene und 
silberne Zweige, Blumen etc. eingewirkt sind, vestis aureis vel argenteis 
filis intexta, mitlat, broccatum, ital. broccato ; dieser Stoff hiess, wenn er mit 
Gold eingewirkt war, zlatohlav, wenn mit Silber, stříbrohlav; auch im poln. 
brokadya jinak zlotogfow. 

Brož, Brožek = Ambrosius. 

Brť poln. bare (mellificia alias barczy in sylvis Rzy, HL 440) rus. 
borti, alts, briťb specus, lit. bartininkas der Waldbienenstock in ausgehölten 
Bäumen ; die slav. Benennungen sind daher dem Sinne nach entsprechend 
dem lat. alvearium, alvarium von alveus urspr. die Höhlung, dann zB. bei 
Yirg. der Bienenstock ; ebenso alvus die Höhlung, bei Varro und Plin, eben- 
falls Bienenstock. So lange die Bienenwirtschaft in dieser Weise betrieben 
wurde, bildete sie ein Regale des Landesfürsten und später der Grund- 
obrigkeit : kdozbykoli medařem býti chtěl a brtě sobě v horách a gruntech 
mých dělati chtěl; — co se pak nových brtí dotyce, tu jeden každý medař 
může sobě dřevo na místě příhodném ohlednuti a je znamením svým zna" 
menati, v kterémž dřevě bude povinen brtí po usednutí včel v roce a ve 



— 13 — 

třech dnech udělati. (Pam. kn. Val. Mez. f. 33); — cum silvis mellifluis alias 
brti (DO. 10, 605). 

Brtuík, Brtný der Zeidler, der Aufseher über Waldbienenstöcke, 
apiarius, im Leitm. Stiftungsbrief custos apum (Erb. Reg. 53) : brtnému 
10 gr. — Vgl. brf. 

Brunát 1. die braune Farbe (ital. brunetto, germ. braun). 2. die 
Purpurfarbe. 3. feines Gewebe von dunkler, oft schwarzer Farbe mitlat. 
brunetům, bruneta, pro v. bruneta, mithd. brunát, brunít. 

Bstolunk e germ. die Bestallung, der Gehalt. 

Budoucí im plur. gebraucht posteri, futuri, die Nachkommen oder 
Nachfolger: bude se moci na nás, neb na budoucí naše, krále české odvo- 
lati (Urkde. 1493). 

Buková pastva die Mast der Schweine mit Bucheicheln. 

Buráč: sprostý a duplovaný (Čas. č. Mus. 1867 p. 22) 1. ein Stoff 
aus Wolle oder Seide, span. burato, ital. buratto Etamin. 2. die Florettseide, 
die Abfälle der Seide. 

Buratin aus dem franz. buratine eine Art Papeline, Aufzug von 
feiner Seide, Einschlag von feiner Wolle, 

Burda die Noth, Drangsal: a když ta hrozná burda bude (Štít. p. 
24) e germ. die Bürde. 

Burdéř, Burdýř ein Stecher, Stichwaffe : berte na se zbroje, odění, 
oštípy, hávy, puklíře, meče, burdýře (Lomn.) ; mitlat. burdiare hastis ludere. 

Bureš = Burian (Mannsname) : Burian jinač Bureš (Půh. 01. 1581). 

Burian die Bezeichijung für die zwei Heiligen, Johannes und Paulus, 
deren Tag der 26. Juni ist: ten pátek po sv. Jana a sv. Pavla, jinak řeče- 
ných SV. Buriana (ai. 1404 Ač. 4, 237 ; 6 , 452). In deutschen Datirungen 
heisst dieser Johannes auch der lichte, im lat. albus; auch bei Štít. p. 109 
heisst er světlý: sv. Jana Světlého, jemuž sú Burjan vzděli, aby krúpy 
nebily. Offenbar ist Burian oder Burjan zusammengesetzt aus búře (Wetter, 
Gewitter) und Jan (Johannes), wie denn Velsl. kal. geradezu getrennt schreibt : 
Bur Jan. z. B. p. 351 v pondělí den sv. Jana Bur Jana. Es entspricht 
daher der Ausdruck Burjan dem deutschen: Wetterherren z. B. an sand 
Johanns und Paulstag der wetterherren. 

Burkát Pam. arch. VIII. p. 584 erklärt Emier als die Zusammen- 
kunft der Riemerzunft. 

Busek nom. viri Bohuslav. 

Buzdygau, Buzygan, Busdykan ein kurzer eiserner Streitkolben : 
busdykanem aneb železným palcátem naň udeřil. (Krön. Tur. 232). 



— 14 — 

Bys die feinste Leinwand : že onen bohatec u purpuře a u bysu, 
tociš v drahém ruše chodil (Štít. 164); mitlat. byssus, alts. bisinx, gr. ßvfraog, 
lat. byssus, althd. bissín, mith. pisse, ital. bisso. — Vgl. kment. 

Cál im Bergbauc, 1. eine bestimmte Anzahl von Lederhäuten, in 
denen das Erz gezogen wird. 2. Der vierte Theil eines Deiles, d. i. eines 
Klumpens schmiedbaren Metallcs , wahrsch. e germ. Zahl, eine bestimmte 
Anzahl von Gebinden (z. B. beim Garne). 3. Das Ende, der Schwanz des 
Schleppsackes e. germ. Zagcl (der Schwanz), vid. cálovka. 

Cálovka der Ledersack aus Ochsenhäuten im Bergwerke , zum 
Ausschöpfen des Grubenwassers verwendet; die c. enthielt 40 Finten. — 
Vgl. cál. 

Calta ein dünnes Gebäck : pojí se mnii calet (gen. plur.) v Praze 
(Výb. I. 954) ; ital. cialda, mithd. zelte, (daher in Prag celetná ulice Zeltner- 
gasse). 

Calysce vid. Kaliště. 

Cán (cíáii, cejn) c. germ. der Z a in, mith. Zein virga die Ruthe 
ein Metallstab , namentlich in der Münze jene flachen Stäbe, die auf dem 
Streckwerke für die Prägung vorbereitet werden. 

Cáp der ungarische, langhaarige Widder: též z volův a jalovic 
uherských a cápův ... z cápů po třech penězích bílých aby dávati povinni 
byli. (Landtagsschlüsse). 

Cápař der Hammelhirt (MS. 1567) vid. cáp. 

Capart (Tapart) 1. Der lange Wafíenrock, chlamys, sagum militare. 
2. Die langen mantelartigen namentlich im 14. Jahrh. getragenen Kleidungs- 
stücke , von denen rückwärts ein langer Streif auf die Erde fiel , woraus 
erklärlich wird, dass c. seit dem 15. Jhd. auch den Lappen, Fetzen, ein 
schlechtes , zerfetztes Kleid bedeutete ; mitlat. tabardum , tabartum tunica, 
sagum, frz. engl, sabard, span. sabardo ; im 15. Jhd. in Deutschland auch 
Dirdendei und Trop und Tapp er genannt. 3. caparty kleines Geld. 

Casnik, Casnici (plur.) eine Gattung Ministerialen, Bechermacher, 
Becherdreher, caliciarius, craterarius , hergeleitet von čjáša (neuere Form 
číše) calix der Becher. 

Cece die Schiessscharte (Kn. Petřv. p. 54). 

Cedule řezaná, zrádná vid. řezaná und zrádná. 

Cejch e germ. das Zeichen, 1. Das Schand-Brandmal : od cejchu 
na tvář připálení 2 kopy (Čas. Mus. 1848 p. 77). 2. Jedes andere Zeichen 
z. B. auf Bäumen, Fässern u. s. w. 

Cejchovnice das Instrument zum Signiren der Bäume, namentlich 
der Gränzbäume. 



- 15 — 

Cekryt vid, sekret. 

Celauf der Angriff, wahrsch. aus dem d. Zulauf: nechtělliby pěkně 
vrátiti, aby na něho celauf udělali. (SRB. 3, 152). 

Celklíř vid. cerklíí*. 

Cendelíii ein Stoff aus leichter Seide, mitlat. cendalum, cindalum, 
mithd. zindal, zendel prov. cendal; er wurde in Böhmen und Mähren aus 
Griechenland und Deutschland (Regensburg) eingeführt. 

Cent, Centnýř; der altböhm. Centner = 120 Wiener Pfund. 

Cep 1. Der Dreschflegel. 2. Die den Hussiten eigenthümliche Waffe, 
welche übrigens schon in der ältesten Zeit in Böhmen gebräuchlich war. 
(vid. Král. ruk. Ben. Heim.). 

Cepník die mit eisernen Droschflegeln bewaffneten Kämpfer der 
Hussiten , welche hinter den Wagen standen : cepy od cepníkóv zbiti 
(SRB. 3, 45). 

Cerklír , Cirklíř oder durch Vertauschung der liquida Celklíř 
der Rundwächter, Nachtwächter : ccrklíři, kteří v noci po rynku hlásku drží 
(MS. Pross. ai. 1607); — cerklířům za den a za noc (ibid. ai. 1544) zunächst 
vom deutschen Zirkler, zirkelwache (bei Haltaus: hat e. e. Rath den 
Thäter durch ihren Zirkler und Diener in gefängliche Haft setzen lassen); 
vgl. ital. cercare , altfr. cerchier durchsuchen , lat. von den Agrimessoren 
gebraucht circare herumgehen , mitlat. circa die Runde , circator der Rund- 
wächter. 

Ce§ťné (ceztne, cyeztne): „cyeztne, quod aestivali sive hiemali tem- 
pore nostro officiali, qui lowchy vulgariter appellatur, persolvant" (Erb. 499) 
von cesta, cesta via der Weg; wahrsch. die Abgabe, die den königl. Jägern 
für die Benützung der durch die Forste führenden Wege gezahlt wurde. 

Ceta 1. nach Mat. Verb, nummus , pecunia , (alts. canta obolus 
denarius), der Brakteat, zu schliessen aus 2. der Flitter, bractea, pol. cetka. 

Cetka der Flitter als Kleiderschmuck: perlami krumplované s cet- 
kami zlatými. 

Ceztne vid. čestné. 

Cink, Cink die Zahl fünf im Würfelspiel, ital. . cinque , woher das 
mithd. zinc , zinke und von diesem wahrsch. das böhm. Wort : Zíž (6) 
cink (5) nedá, es touš nemá, kotr (4) drye (3) zaplať, Uebersetzung des 
deutschen Spruches: dauss ess (= Ass) hat nichts, sess zink gibt nichts, 
quater drei muss herhalten — d. h. der Bürger und Bauer muss am meisten 
zahlen. — Vgl. drye, kotr, žíž. 

Cirklíř vid. cerklíř. 



- 16 - 

Cistothne *) vid. čistotné. 

Citríii, Citrýn: prsten zlatý s kamenem s citrínem (Pam. arch. 1869 
p. 337) der Zitrin, der weingelbe bis gelblichweisse meistens auf Ceylon 
vorkommende Bergkrystall. 

Claske vid. kladské. 

Clo černé: cla nám náležitá totižto jedno, kteréž slově černé z piv 
(Priv. Tov. 4 b) eine in Tobitschau eingehobene Biermauth. 

Colniístr ex germ. der Zahlmeister; c. polní der Feldzahlmeister, 
grösstentheils Bürger einer königl. Stadt, welcher den vom Lande gewor- 
benen Truppen den Sold auszuzahlen hatte. Früher waren die Zahlmeister 
von der Kriegsverwaltung ernannt; da aber die Stände sich hiedurch für 
übervortheilt hielten, bestimmten sie ihre eigenen Organe zum Auszahlen 
des Soldes und desshalb hiessen diese Zahlmeister auch c. zemský. 

Cossnc vid. Kosné. 

Couk die Erzader, der Erzgang; c. stříbrný vena argentea der 
Silbergang; e germ. Zug. 

Crha = Cyrillus; C. a Strachota Cyrillus et Methodius: při svátku 
svatých Crhy a Strachoty. (Kn. ouz. 192). 

Crhota nom. viri Cyrillus: Cyrillus aneb Crhota (Vel. Kal. 262). 

Cúda (czuda, tzuda) Judicium oder forum provinciale, judic. terrae, 
generale Judicium terrae, colloquium generale oder nobilium oder dominorum 
das Landrecht; 1174: colloquium generale (CD. 1, 290); — 1197: colloq. 
nobilium in Castro Brunensi (CD, 1, 349); — 1278: forum et jud. provin- 
ciale (CD. 4, 211); — 1283: coram cuda (CD. 4, 276), ai. 1325: in generali 
judicio terrae sivc cuda (CD. 7, 829); — 1343 ad cudam sive ad terrae 
Judicium (CD. 7, 379); — 1364 colloquium seu cuda dominorum (CD. 9, 281). 
Es ist für die ältere Zeit identisch mit dem Zupengerichte , mit den jura 
castellanorum oder županorum, nach welchen alle Processe sowohl des Civil- 
als Strafrechtes, sowohl der Adeligen als Nichtadeligen gerichtet wurden. 
Darnach gab es anfänglich so viele cuden, als es Zupenburgen gab und 
noch im 14. Jahrh. finden sich Spuren dieser in Znaim und Jamnitz. Nach 
den Stat. Ot., welche auf dem Landtage in Sadská 1189 von den Böhmen 
vmd Mährern angenommen (CD. 1, 329) im J. 1229 in der Brünner Provinz 
von neuem publicirt wurden (CD. 2 , 209) , zerfällt die cúda bereits in ein 
höheres und niederes Gericht; in ersterem führte der judex provincialis 
(cudař, cudarius) den Vorsitz und sprach Recht in Gegenwart des Kastellanes 
und Urteiler waren die höheren Adeligen nobiles (páni Herren) ; in letzterem 
sass der villicus regis (der königl. Vogt, vladař), dessen Urteiler die milites 



*=) Die mit eil anfangenden Worte siehe nach H. 



— 17 — 

(Ritter, vládyky) waren. Der Umstand, dass in dem höheren Gerichte nur 
der höhere Adel, bei dem niederen nur die Ritter TJrteiler waren, lässt mit 
Rücksicht auf die spätere Einrichtung des grossen und kleinen Landrechtes 
schliessen, dass der nobilis, pán in allen Processen vor das höhere Gericht 
gehörte, während die Ritter und die übrigen Klassen der Bevölkerung in 
der Regel vor das niedere und nur dann vor das höhere Gericht citirt 
wurden, wenn der Schaden oder Bussansatz eine bestimmte höhere Summe 
erreichte (vgl. soud zemský). Doch scheint es, dass alle Processe um liegende 
Gründe und alle Besitzveränderungen in denselben schon im 12. Jhd. nicht 
mehr vor das Forum der Zupenbeamten gehörten, sondern vor dem Landes- 
fürsten und den Baronen auf dem Landtage verhandelt wurden (vid. CD. 
1, 290,349; 2, 77; 4, 211, 232). Der Einfluss der Barone oder des Herren- 
standes auf das Landrecht wurde um so bedeutender , als durch die vielen 
Klöstern ertheilten Immunitäten vorerst die klösterl. und geistlichen Unter- 
thanen überhaupt der Competenz der ciida entzogen und der Patrimonial- 
gerichtsbarkeit der geistl. Korporationen unterordnet wurden. Was den 
letzteren reichlich gewährt wurde , konnte den mächtigen Baronen nicht 
lange vorenthalten werden und so sehen wir seit der zweiten Hälfte des 
13. Jahrh. die Competenz der ciida bezüglich der unterthänigen Leute auf 
Null reducirt; die Hörigen unterliegen der Patrimonialgerichtsbarkeit der 
geistl. und weltlichen Grundherren , die Kriminalgerichtsbarkeit über öffent- 
liche Yerbrechen wird von den popravci gehandhabt und so werden die cuden 
Gerichtshöfe vorzugsweise für den adeligen Grundbesitz. Wenn auch die 
Eintheilung der ci'ida in ein höheres und niederes Gericht blieb, so war der 
Einfluss der Barone im Landrecht ein beinahe unumschränkter, weil Pro- 
cesse des niederen Adels, sobald sie die Summe von zehn Mark weniger 
einem Lothe überschritten , vor das höhere Gericht gehörten , in welchem 
nur Herrenstandspersonen sassen , (vgl. hospodář und kmet), denen 
nicht bloss das Recht des Urteilens sondern auch das Recht zustand , neue 
civilrechtliche Bestimmungen zu treffen; zudem stand die Appellation vom 
niederen zum höheren Gerichte offen, während die Aussprüche des letzteren 
inappellabel waren. So wurde die ciida zum soud panský, zum Herr en- 
gerichte in des Wortes eigenster Bedeutung. Schon im J. 1283 entsagt 
Albert von Sternberg seinem Rechte auf den Wald Lubusa coram cuda, 
ut consuetum est et coram baronibus (CD. 4, 276); ja selbst die Städte 
unterliegen dem Landrechte , wenn es sich um liegende Gründe handelt 
(CD. 4, 386), während sie ihre adeligen Schuldner nicht vor das Stadtrecht 
sondern vor das Landrecht citiren mussten (ibidem). Daher bedeutet das 
Wort cuda seit dem Ende des 13. Jahrh. das Landrecht in dem Sinne, in 
welchem es später ausdrücklich als právo oder soud zemský oder soud 
panský erscheint. Nachdem die Landtafeln der einzelnen Cuden bei den 
zwei Cuden in Olmütz und Brunn (vid. desky) centralisirt wurden, fiel die 
Kompetenz der Cuda mit dem Gebiete der Landtafel zusammen, d. h. bezüglich 

2 



— 18 — 

oiiios Objektes, das der Brünner Landt. einverleibt war, durfte nicht bei der 
Olniützer, und bezüglich eines in der 01m. Landt. eingetragenen Objektes 
durfte nicht vor der Brünner Cuda geklagt werden: ad bona sub cuda Olom. 
(BL. XII. 338 ai. 1437). — Was die ctym. Bedeutung des "Wortes c. anbe- 
langt, ist es verwandt mit sansk. gudh purificari , lit. skýstas purus rein, 
böhm. cúditi, neub. čouditi, cíditi purificare, also die Reinigung von der Schuld, 
namentlich mit Hinblick auf die Ordalien des Feuers und Wassers (vgl. svato- 
cudná voda der Grünb. Hdsch.). Diese alte Anschauung dämmert noch in 
der späteren Rechtssprache durch in Ausdrücken wie: ad cudam terrae citari 
debent ac pur gare se (Dob. Mon.) má se očistiti přísahou, ja auch očista 
statku die Entlastung des Gutes etc. — Ygl. čistotné, očista. — Nach 
dem Gesagten ist es klar, dass die Herleitung des Wortes cuda bei Du Gange 
(sub zuda) von dem mitlat. suda, sowie dessen Erklärung sub czuda und 
czudarius unrichtig ist. 

Cudar der Richter im Kollegium der Cudabeamten, späterhin sudí 
genannt. Ygl. cuda und sudí. 

Cupreitýř o germ. zubereiten der Staffirer, Vergolder: tovaryš 
cupreitýř měl si dáti udolati dva postavníky a jeden z těch měl stříbrem 
položiti, pěkně vyhladiti a na tom zlatou barvou zbarviti a v místech náleži- 
tých barvami nastraj chovati; druhý po stavník měl na spůsob alabastru pěkně 
na bílo vyhladiti a v místech příhodných feingoldem položiti a v glanc 
vyhladiti (Pam. arch. VIII. p. 520 Akg.) ; — cupreitýři mohli díla hlazená, 
bílá na spůsob alabastrový dělati, v glanc i v mat pozlacovati aneb na stříbře 
farbovati (ibid. 590). 

Cupus, Cupusgclt e germ. die Zubusse , das Zubussgeld, welches 

1. den angeworbenen Soldaten über die bedungene Löhnung gezahlt wurde. 

2. jede Summe, welche über die gewöhnlichen Ausgaben gezahlt wird: 
poněvadž horníci bez toho veliké náklady na hory vedou , sbírky a cupusy 
dávají (Pam. Kut. 91). 

Cuslav nom. viri , zusammengezogen aus Cudislav judicando prae- 
clarus (= dem späteren Sudislav). 

Cyeztiie vid. čestné. 

€atr 1. coccuni ein rothgefärbter Leinwandstoff, im Gegensatze zur 
feinen weissen Leinwand , die bys oder kment hiess : in introitu atrii fiet 
tentorium ex hyacintho et purpura coccoque bis tincto et bisso (Exod. 27, 16) 
= opona čtyř barev drahých tociž: jacyncta, zlatohlavá, čatra dvakrát bar- 
veného a čatra bílého (bib. 1404 f. 75 b) ; — ex purpura et cocco = čatra 
dvakráte močeného (ibid. 76); — aurum argentum et aes et hyacinthum et 
purpurám coccumque bis tinctum ct byssum (Evod. 25, 3. 4) = zlato, stříbro, 
mosaz , zlatohlav , nach a červené plátno dvakrát v barvě červené máčené 
a bissum, t. j. bílé plátno egyptské měkké (ibid. 1404 f. 69 b). 2. čatr 
bílý = byssus (ibid. f. 76). Da auch die Form šatr und satro vor- 



— 19 — 

kommt, ist čatr wahrsch, entlehnt aus dem mithd. seh et er feine Leinwand ; 
vgl. arab. setr velům Schleier. 

Cbernice luedu ein Zuber Honig. 

Cberoviiia = cberové ryby Zuberfische, d. i. kleine Fische, die nach 
Zubern verkauft werden: za čberovinu, čber po 4 zl. (MS. Ostrau ai. 1760). 

Cet'heliie. Hergeleitet von cechel, pol. czechel, rus. cechol, das Unter- 
kleid, Hemd, auch Todtenhemd : beze všeho zúžení kabátového neb jiných 
příprav k úzkosti těla byla odložena, než čechel měkký a čuba sobolova 
(Had. pravd. p. 72); — neměla v čem ležeti, tak že jí dal k schování 
(= pohřbení) čechel svój (Ač, 1, 185). Im Yolksliede verlangt der im Grabe 
ruhende Genial , dass ihm seine Frau ein neues (Todten-) Hemd nähe : 
zkazuje ti pán tvůj první bys mu dala čechel nový (Suš. 108). Es ist also 
C. dieselbe Abgabe, welche in manchen Gegenden Deutschlands das Hemde-, 
Schürzen- oder Gürtel geld, in Kussland das fürstliche hiess und bei 
Heirathen der Hörigen und Unfreien gezahlt wurde. Die erste Erwähnung 
des C. geschieht in Mähren zum J. 1540, obwohl aus derselben ersichtlich 
ist, dass das C. in eine viel ältere Zeit hinaufreicht: „Yáclav z Krčman 
purkrabí Olomúcký pohoním purgmistra a radu města Olomúce , že lidem 
svým raně čechelného dávati brání , kteříž sobě ženy přes vodu Moravu do 
města Olomúce nesli a z města na předměstí, kdež jsou mi jiní prvé čechelné 
dávali a páni Olomučané mně se toho zpírají a lidem svým čechelné 
dávati brání." O tento půhon, co se týče čechelného, stal se takový poklid: 
„že Yáclav z lidí jejich předměstských, kteří sobě z předměstí do města, 
aneb z města do předměstí ženy nesli, čechelného bráti nemá; než kdožby- 
koli buď z obyvatelů městských neb předměstských odjinud odkudkolvěk 
sobě ženu přes Moravu přinesl, aneb skrze město nesl, ten a takový budou 
povinni s purkrabím o čechelné se umlouvati. (Manusk. L. Arch. XH. f. 9. 
p. 240. ai. 1540). Der Olm. Burggraf scheint dieses C. auf Grund eines 
landesfürstl. Privilegiums bezogen und erhoben zu haben, worauf dann auch 
andere Grundherrn per nefas dasselbe thaten ; allgemeiner Landesbrauch 
war diese Abgabe nicht , wie aus dem Beschlüsse des Landtages ai. 1575 
hervorgeht: na tom se také všickni čtyři stavové snesli, aby již více žádný 
pán, ani úředník z vdov a sirotků čechelného nebral; pakliby přes toto 
svolení naše který pán, úředník aneb kdokoli se toho dopustil a takové 
čechelné vzal, ten aby mohl z 50 kop gr. hnán býti. Yšak jestližeby kdo 
na to jaké obdarování měl, to aby před JM. pany sudcími položil, a páni, 
jestliže to obdarování pořádné aneb nepořádné bude, to uvážiti ráčí. (Sněm. 
p. kn. 3, 84). In Folge dieses Landtagsbeschlusses scheinen die Grundherrn, 
welche eine solche Abgabe forderten, den Namen des C. in z dávné (Heiraths- 
geld) und andere Bezeichnungen verwandelt zu haben , wie aus dem Land- 
tagsbeschlusse des J. 1595 hervorgeht: „aby od zavření sněmu tohoto žádný 
pán, úředník, žádného čechelného ani zdavného a jakby koli jména 
tomu dáti mohli, od žádné vdovy, sirotka na gruntech svých, dovolujíce 

2* 



— 20 — 

se jim ženiti a vdávati, nebraly .... pakliby se toho který pán , ťiřeJník 
dopustil a na gruntech svých tím poddané své obtěžoval, též také bylyli by 
vdovy, sirotci neb poddaní od které vrchnosti na grunty jiného pána v pod- 
danost a k stavu manželskému propuštěni a z nich kdo co vzal .... (Gedr. 
Landtagsschi. f. 45). Wenn auch die Kn. Drn. p. 97 sagt: „kmetična, když 
se vdá, má pánu dáti jeden štuk kmentu", so geht aus den obigen Citaton 
doch hervor, dass das C. kein allgemeiner gesetzlicher Landesbrauch war; 
insolange aber das C. bestand, wurde es dem Grundherrn gezahlt, auf dessen 
Grunde die Brautleute sassen. Es war Symbol der leiblichen Hörigkeit, 
vermöge welcher die Erlaubniss zum matrimonium consumandum vom 
Grundherrn gegeben werden sollte. Von einem jus primae noctis, wie es hie 
und da in Frankreich und Schottland bestand , (Gr. RA. p. 384 Akg.) ist 
aber in Mähren keine Spur zu finden. 

Cekanec der Anwart, Kandidat: (arciknížete Matyáše) jakožto čekance 
království českého .... jakožto čekance a budoucího krále českého. (Sněm 
drž. 1612 p. 143). 

Čeleď 1. die Familie im weiteren Sinne als Hausgenossenschaft von 
Eltern, Kindern, Knechten und Mägden. 2. Der Stamm, das Yolk. 3. Das 
Gesinde , das zur Haus - und Wirthschaftsarbeit gehört im Gegensatze zu 
der dobrá družina , den Reisigen und Knappen. Daher čelední jizba die 
Gesindstube , ursprünglich das Yersammlungszimmer der ganzen Familie ; 
sie hiess auch die „grosse Stube" jizba velká, oder wie im deutschen 
„die Schwarzstube" jizba černá, wie ersichtlich aus Piih. 01m. 1475 f. 18b: 
„na zámek Tovačov ve veliké světnici u štola, kdež pán jídá .... tehdy 
na Pernštejně v jizbě čelední u panského štola .... tehdy na Kunštátě v 
černé jizbě u štola panského;" č. zběhlá familia profuga (Ač. 5, 216) der 
entlaufene Knecht, Magd. 

Čeněk, Čeňka (Lib. cit. 2, 605) wahrsch. = Yincentius und Yin- 
centia ; wenigstens spricht hiefür die bei den Deutschen in Mähren für diese 
beiden Namen gebräuchliche Deminutivform: Zenzel und Zenzi. (In Baiern 
Zenzi = Crescentia Schmeller 4, 276). 

Čekan der Streitkolben, der Morgenstern. 

Cépek der Stöckel beim Schuhe oder Stiefel: to-li rytířství sluší, 
tak dlúhé nositi čepky , tak rozličnými řemeny uvázati , ež pro ně nemóž 
rytíř býti hotov postihnuti neb utéci. (Tom. Štít. 163). 

Černá věž der schwarze Thurm auf der Prager Burg, früher die 
Folterkammer, später Schuldthurm. (Pam. arch. 1873 p. 570). 

Černá neděle vid. neděle. 

Černé peníze die schwarzen Pfennige, welche namentlich K. Fried- 
rich lY. prägen Hess. Yid. habranky. 

Červen der Monat Juni, früher auch črvenec, črven menší genannt; 
im Pilsn. Pass. aber junius slovo červenec, also = Juli. 



— 21 - 

Červenec 1. auch veliký črven (in älterer Zeit) der Monat Juli. 
2. ein Käse bei den mähr. Walachen, von der röthlichen Farbe der Ober- 
fläche so genannt: za července a brynzu etc. (MS. Ostrau. 1760). 

Červený zlatý der rothe Goldgulden, der Dukaten: šest set zlatých 
uherských se lvy (Kn. Tov. ed. Dem. p. 97) der Kremnitzer Dukaten, auf 
dem ein Löwe geprägt war. 

Cesák der Wollbürster, Appreteur. 

Čestné: za tři čtvrti vola čestného 9 zl., za tři telat čestných 6 zl. 
— Yid. pocta, počestné. 

Čest ohraditi die Ehre verwahren, ein Ausdruck, der namentlich 
in Absagebriefen vorkommt und die Bedeutung hat, dass dem Absager aus 
der Eröffnung der Feindseligkeiten von Seite des Gregners kein schimpflicher 
Yorwurf gemacht werden konnte, weil er eben den Beginn der Feindschaft 
ankündigte. — Ygl. odpověd, odpovědný list und péče. 

Čésť (zu unterscheiden von česť = honor) die umgelautete Form 
für Čásť nr der Theil, pars (ähnlich wie tejný = tajný, hejny ^ hajný etc.) ; 
že mi drží čtvrtá čésť mýta a čtvrtú čésť tvrze. (Půh. Brn. 1459 f. 80). 

Češe, Čéška vid. cíše. 

Češíř der, welcher Kelche und Pokale verfertigt, calieiarius. 

Čéšník, Číšník der Mundschenk. 

eis, čísa medulla, das Innere, das Beste, das Fett, Mark, beim 
Getreide das Mehl: cum medulla tritici (Deut. 32, 14) = s ciesú pšeničnú. 
Yielleicht aus dem mitlat. cys „vox vulgaris, qua sebumvelunctum intelligo" (DC). 

Číslo moravské bei Münzen, numerus moravicus, die mährische 
Zahl z. B. bei der Mark, wo 64 Gr. auf eine Mark giengen : decem marcas 
pragenses numeri et pagamenti moravici pro qualibet marca 64 grosses 
computando ; — deset hřiven etc. čísla moravského za každou hřivnu 64 
groši počítajíc. 

Čistotné (cistothne, chiztotne, schztotne) nummi soluti ab eo, qui 
ordale aliquod feliciter peregit, das Reinigungsgeld, d. i. jener Betrag, welchen 
der erlegen musste, der die Ordalienprobe glücklich bestand. Nach den stat. 
Ot. entrichtete ein Solcher dem Richter 2 und dem Priester 14 Denare: 
si deus juverit eum, judici det duos denarios et sacerdoti XIY. (CD. 2, 210). 
Doch hob diese Abgabe Markg. Přemysl im J. 1235 wenigstens für die 
TJnterthanen des Obrowitzer Klosters auf, ausgehend von dem für die Orda- 
lien ganz richtigen Standtpunkte: „ab eo, quod vocatur čistotné, liberos 
esse concedimus pro eo, quod per deum sunt adjuti, nen per hominem." 
(CD. 2, 296.) — Ygl. cúda, očista, očistu ík. 

číše, Češe 1. der Becher. 2. ein bestimmtes Mass, von dem 24 
auf eine Mass gingen. 3. Getreidemass, zwei Hände voll. vgl. řepice. 

Čižba aucupatio, die Yogelstelle, Yogelfang, die Yogelweide, (von 
číhati lauern): s lovy, s hony, s čížbami. (Kn. Tov. k. 169.); — venationes 
et vogilweyde (CD. 6, 338). 



_ 22 - 

Cížebné die Abgabe, welche der Pächter des Yogelfanges (vid. čížba) 
zu zahlen hatte : od ptáčníka platu čížebního ; — čížebního z panských či- 
hadel (MS. Pross. ai. 1695). 

Člověčenství. Wie člověk als Übersetzung des mitlat. homo den 
Hörigen bedeutet, so ist č — í = homagium, Homagialeid : káží lidem těm 
jemu člověčenství slíbiti (Kn. Tov. k. 122); — má rozkázati, aby člově- 
čenství slíbili novému pánu. (Vš. p. 104); — páni úředníci svolavše lidi 
kázali dvěma, aby Znatovi člověčenství slíbili. (Piih. 01. 1499 f. 53 b.); — 
člověčenstvím zavázaný der Leibeigene. 

Člověk 1. homo der Mensch. 2. der Hörige, Unterthan, glebse ad- 
seriptus : pane fojte, já tomuto člověku beru odpuštění na pána svého dědinu 
(Kn. Tov. k. 192). In diesem Sinne, als Höriger, lässt č. auch den pluial 
zu (während es in der Bedeutung Mensch den Plural von lid, also lidé, 
bildet): kdož by chtěl dvěma nebo třem člověkem vzíti odpuštění 
(ibid. k. 193). Zu berücksichtigen ist der Ausdruck pán člověk z. b. člověk 
také zaručený pod základem za pán člověk (ibid. k. 194). Páň ist nämlich 
das alte adject. possess. (wie zb. in léta páně), und der Umstand, dass in 
za páň člověk der accus, gleich ist dem nomin., deutet auf das hohe Alter 
dieses Ausdruckes, wo der accus, belebter Wesen noch gleich war dem 
nomin. und nicht, wie später, dem genitiv. 

Čtrnácté právo vid. Quatuordecium nummí. 

Čtverák 1. ein Würfel- oder Kartenspielor, so genannt von der 
viereckigen Form der Würfel und den vier Farben der Karten; eine andere 
Erklärung gibt Yelesl. in pol. bist., indem er die ct. auf die quadruplatores, 
die Häscher und Angeber zur Zeit Neros bezieht. 2. der Schelm, der un- 
ruhige Kopf, die erregbare Masse des gemeinen Volkes : v tom času mezi 
lid obecný a chasu pražskou, kteříž se čtveráci vůbec jmenují, 
křik povstal. (Slavat. f. 23). In dem Sinne „Schelm" ging das Wort in der 
Form Schwerak in den oesterr. und bair. Dialekt über (vid. Schmel. 3, 
547). — 3. der viereckige Gränzstein. 

Čtvrtek der Donnerstag, feria quinta (wörtlich der vierte Tag, da 
die Slaven die Woche mit dem Montag zu zählen begannen); 1. středo- 
postní Donnerstag nach dem 3. Fastensonntage, in der Mittfasten: ten 
čtvrtek na středopostí jenž salus populi slově (AČ. 1, 408); — 2. tučný 
auch mas op US tni der feiste, Donnerstag nach sexagesima. 3. zelený 
a : der grüne Donnerstag dies viridium (nach Fuhrmann von der aus dem 
Judenth. herübergenommenen Sitte, das erste Grün des Frühjahres am ersten 
Tage der ungesäuerten Brode zu essen; vgl. aber Han. Báj. kal. 113). /9: Die 
Gabe, welche in manchen Gegenden dem Pfarrer oder Lehrer an diesem 
Tage abgehefert wurde: k též faře dávají letníky, koledy, zeleného čtvrtku 
(Čas. č. Mus. 1847 p. 548), když farář pro nové léto a zelený čtvrtek chodí, 
dává se podlé možnosti peníze, vaření a jiné věci (ibid. 547). 4. veliký 



— 23 — 

nach dem griech. 17 fifyc'drj TTs^iTTrt] der grosse, der grüne Donnerstag, der 
Antlasstag : protož velikému čtvrtku Němci říkají den odpustkuov (Štít. p. 307). 

Ctvrtné (chwrtne) mensura regalis, quee habetur in civitate Pragensi 
ad mensuraudam annonam, von čtvrť = quadrans, also exactio de quadran- 
tali. (Erb. Reg. 576) die Abgabe, welche von jedem verkauften Yiertelmasse 
Getreide der Pragerkirche abgeliefert werden musste und in einem Denare 
(obolus) bestand. 

Ctvrtnice die' Yiertelkanone : vystřelovali z čtvrtnicc třikrát kamennou 
kulí a jednou medčnnou ohnivou. (SRB. 3, 356). 

Ctvrtiiík 1. der Viertelmeister, Vorstand eines Stadtviertels in Prag 
zur Hussitenzeit; ihm unterstanden die desátníci, welche die Aufsicht über 
Theile des Viertels hatten. 2. der Schöffe : konšelé aneb čtvrtníci (in Eibenschitz 
MS. LA. M. VIII. 44). 

Čtyři kusové die vier Prager Artikel: kteřížby ty čtyři kusy neboli 
jiné bludné věci vedli (Landfr. 1421). Es waren: 1. o přijímání svátosti 
večeře páně pod obojí. 2. o světském panování duchovních a knězi. 3. o 
svobodném kázání slova Božího. 4. o trestání zjevných hříchů. 

Čtyři svatí koriiiiovaiií quatuor sancti coronati (Severus, Seve- 
rianus, Carpophorus et Victorinus). Ihr Tag der 8. November. Sie waren 
Bildhauer, die sich weigerten, Götzenbilder anzufertigen ; ihr Name daher, 
weil man ihnen beim Marterthum Kronen mit scharfen Spitzen versehen 
aufs Haupt drückte. 

Cuba (auch šuba) 1. das lange mit Pelz verbrämte Oberkleid, das 
anfänglich bis über die Knie reichte, seit dem 16. Jahrh. aber kürzer war 
und statt der Pelzverbrämung häufig nur mit Tuch ausgeschlagen wurde: 
kurfirstové stáli v svých čubách (Vel.) ; — měšťané v šubách neb dlouhých 
sukních r= cives togati ; — v černých šubách kuních. . .sobolových (Hád. 
pravd. 72). 2. das Überkleid überhaupt, für beide Geschlechter. Vgl. mithd. 
schoube toga, ital. giubba Jacke. 

Daliborka ein Gefängnissthurm des Prager Schlosses, welcher unter 
K. Vladislav um 1480 erbaut und nach Dalibor von Konojed, welcher der 
erste hier eingekerkert wurde, seinen Namen erhielt : kdožby po zatčení 
aneb po zápisu pod závazkem cti a víry učiněném se nepostavil a po vy- 
jití čtyř neděl se nepokázal, má do vězení do Daliborky dán býti. (Zříz. z. 
1564. D. 35, vid. Pam. arch. 1873. p. 669). 

Damašek 1. die Stadt Damaskus. 2. der Damast, ein seidener, oder 
halbseidener, auch wollener Stoff mit glattem Atlasgrund, worauf gewöhnlich 
Blumen, seltener Figuren, so eingewebt sind, dass sie vom Grunde sich ab- 
heben: podušky, duchny a peřiny damaškové (SRB. 3, 244). 

Daň živá wörtl. die lebendige Abgabe d. i. die Abgabe lebenden 
Geflügels etc.: kusy živé daně... ze sta jeden kus (MS. Hochw. ai. 1672). 

Daněk nom. viri Daniel. 



— 24 - 

Dání die Schenkung, donatio: všecka dání královská = omneš 
donationes regi» Majestatis. (Zříz. Yl. č. 99). 

Daňk der Ehrenpreis vorzügl. im Turniere : zvláště dank slově 
klenot neb dar, kterýž se dává těm, kdož vyhráli v kolbě, v šermu o závod. 
(Vel. sil. 2. 574). Entlehnt aus dem deutschen : Ludwig von Eberstein unter 
den vier Danken den dritten Dank verdient hat. (Gr. Wb). 

Daiini zb. kopu koz a cápů danních, was zur Abgabe (daň) gehört, 
oder wovon eine Steuer gezahlt wird. 

Dardanáí' der Überkäufer, pantopola, aus dem mitlat. dardanarius 
„qui merces niaximeque annonam cmunt , ut postea carius vendant et ini- 
quius (DC), ein Wort, das auch im klass. Latein den Kornwucherer bedeutet. 

Dáti cognomen turpe alicui dare: že mu dal kurvy syn (Kn. Iloz. 
či. 134); — dáti lež = dicere aliquem esse mendacem (ibid. či. 37). 

Dáviti kommt im Sinne von tisknouti (= drücken und drucken) 
vor, sowohl vom Drucke der Bücher, als vom Beidrücken der Siegel : připiš 
lantfridu dáveného (:=■• tištěného Kn. Drn. p. 1.); — jakož jest se v tom 
zřízení vydáviti dal mezi jiným ten artykul (Pam. kn. Brn. 1535 f. 10 b); — 
pečeti své přidáviti mají (lantfr. 1496); — že sekret k dobré vůli přidávila 
(kop. zel. f. 208). — vid. přidav und přidáviti. 

Darda der Wurfspiess aus dem ital. dardo. 

Dědic (hergeleitet von děd avus der Grossvater, also urspr. der 
Familienspross , der in gerader Linie abstammende) 1. der Erbe, heres. 
Erbfähig für den väterlichen Theil waren die ungetheilten Brüder (vid. nedílní 
bratři) und Yettern ; für den mütterlichen Theil nur dann , wenn sie die 
Mutter in die Gütergemeinschaft aufnahm (vid. spolek). Bastarde erbten 
nicht, ebenso jene , gegen welche der Yorwurf unehelicher Abstammung 
erhoben wurde , so lange sie diesen Yorwurf nicht widerlegten. (Kn. Tov. 
k. 145). In Böhmen galten diese Grundsätze: jménem dědicóv ve dskách 
netoliko synové se míní, ale také vnuci i pravnuci a tak níže a netoliko 
bratři jménem dědicóv se míní, ale i strýci a obojích bratři, totižto i strýcóv 
i jich dětí děti. Ale to vše má rozumíno býti o nedílných ; neb když bratři 
nebo strýci sú sebe dílní , tu se jménem dědicóv ani bratři nezavírají ani 
strýci, poněvadž ani vnuci ani synové, kdyžby byli odděleni, jménem dědicóv 
rozuměni a zavřeni nemohu býti .... Netoliko ten, ktož jest neřádně na 
svět přišlý , nedědí a k sudu se nepřipustí o dědictví otcovské , ale i ten 
také, ktož jest nařčen tím, nemá slyšán a k sudu připuštěn býti, leč se z 
toho prvé vyvede. (Yš. p. 162, 163). — 2. Der Besitzer, welcher ein Gut 
durch Kauf, Gerichtsspruch u. s. w. erlangte: druzí jsú dědici statku toho, 
kterýž kupí neb právem dobudu. (Kn. Tov. k. 145). — 3. Der Freibauer 
homines hereditarii liberi : quod homines hereditarii i. e. dědici villae Stadicz 
ab omni solutione liberi essent (Zříz. Yl.) ; — král postihni svými dědici 
(Kn. Roz. či. 115). 4. Der Landespatron: Yáclav , Yojtěch, Yít, Zikmund, 



— 25 — 

Lidmila dědici čeští (Vel; kal. 570) : — na den přenesení sv. Stanislava d. 
polského (Yel. kal. 502). 

Dědictví 1. Eigenthum, Erbschaft. 2. Der Ackerbesitz, im Gegensatze 
zum beweglichen Vermögen : nemaje nic na dědictví proto zatkyní pohnán 
(Záp. Žer. I. 14); — lesy kteréž naše dědictví jsú (Ač. 3, 135); — ktožby 
o dědictví poháněl, ten v pohonu sumu položiti móž, jakáž se jemu zdá. (Zříz. 
Jih.). 3. poslvlpné vid. dieses. 4. poručené das vom Vormunde ver- 
waltete Waisenvermögen. 5. Der gutsherrliche Besitz : císař Ferdinand město 
Jemnice v dědictví pánům z Lomnice vložil (MS. LA. XII. c. 19, p. 39). — 
6. list na d. der Erbbrief, womit der erbliche Besitz eines Gutes verliehen 
wird (ibid. p. 50). 

Dědičný pán der Erbherr, der Patrimonialherr, im Gegensatze zum 
p. zástavní, der ein Gut nur vermöge des Pfandrechtes besitzt: na veliké 
zlehčení páně jakožto pána svého dědičného pánem zástavním toliko jmeno- 
vali (MS. LA. XIL c. 19, f. 36). 

Dědin gen. plur. von dědina hereditas : praedium, quod more terrae 
nostrae duo rustici dědin jure possederant. (Erb. Reg. 232, ai. 1208) das jus 
hereditatum, hereditarium, wornach der Bauer blosser Erbpächter, aber nicht 
emphyteutischer Besitzer des Grundes war; also das altböhmische Dorfrecht 
im Gegensatze zu dem späteren emphyteutischen oder Burgrecht, — Vid. 
dědina. 

Dědina (rad. děd = avus) bedeutet urspr. das vom Vater auf den 
Sohn übergehende Besitzthum, besonders das Ackergut, fundi paterni , rura 
paterna, fundus hereditarius, hereditas: kdyžby kto dědiny kupil == si quis 
hereditatem emerit (Ač. 2, 114), kdyžby kto svú dědinu zastavil = si quis 
hereditatem suam obligaret (ibid. 116). — 2. Der Ackerboden: prodal jsem 
dvór se vším stavením, s dědinu ornú (Ač. 1, 339); — že nám to fojtství 
osazeno není a tudy má dědina hyne (Půh. 01. 1449 f. 134); les náš vyklu- 
čivše v dědiny nebo v luky zdělali (Urkde. für Littau 1461); — ty dědiny 
znova z lesů vyklučené (Urkd. für Littau 1458). 3. vorzugsweise in Mähren 
das Dorf villa; diese Bedeutung rührt daher, dass nach altslav. Sitte ganze 
Geschlechter inmitten ihrer erblichen Gründe wohnten und die Dorfhäuser 
also einer Sippe angehörten. 4. hereditas, heredes: mazal tě Bóh v kníže 
nad svú dědinu (bib. 1404 f. 142) = unxit te dominus super hereditatem 
suam principem (I. Reg. 10, 1). — D. služebná ein Besitz, der zu gewissen 
Leistungen in Arbeit, Robot u. s. w. verpflichtet ist: ty dědiny nejsú služebné, 
než toliko šos platiti mají k městu a k hradu úrok (Ač. 1, 181); — D. svo- 
bodná der freie Grund, dessen Eigenthümer der Gutsherrlichkeit nicht 
untergeben ist : dědina Nosákovská jest svobodná a Nosák žádného pána 
neměl, by jemu platil úrok z toho (Ač. 1, 177); — D. nesvobodná jeder 
Grund, mit dem der Eigenthümer nicht frei verfügen darf, z. B. Zinsgründe, 
Lehenschaften etc. d. manské jakožto nesvobodné. (Ač. 2, 366). 



— 26 — 

Dědiniiá léta vid. léta. 

Dědinné právo. Wenn ein Unterthan aus dem bisherigen Guts- 
verbande unter einen neuen Herren entlassen wurde, mussten mehrere seiner 
Mitsassen oder der Dorfvogt oder der poklončí (vid. dieses "Wort) versprechen, 
dass der Entlassene in 14 Tagen allen seinen Yerpflichtungen , die er etwa 
in seinem bisherigen Gemeindeorte zu erfüllen hatte. Genüge leisten werde. 
Und diess nannte man uruciti právo dodinné = das Dorfrecht verbürgen: 
má kázati, právo dědinné uručiti lidmi v té dědině ; pakliby jich neměl, ale 
muož zaň ten fojt slíbiti, jakožto poklončí; pakliby nechtěl slíbiti aneb 
rukojmí nepostavil , má vsazen býti ten člověk , až dědinné právo uručí. 
A dědinné právo jest to, že do dvú nedělí trvá to rukojemství a v 
těch dvú nedělích cožkolvěk povinovat jest pánu , a co sirotčího i komu 
jinému v dědině a vina se jemu dá, zpraviti má. (Kn. Tov. k. 192). — 
2. Das Dorfrecht im Gegensatze zum Stadt- und Landrecht : poněvadž jsú 
právem dědinným o to rovnat! počali , aby týmž právem konali. (Půh. 01. 
1499 f. 81b). 

Dědiniiík , der Erbsasse , Freibauer colonus perpetuarius (ähnlich 
dem svobodný dvořák in Mähren) : dědinníci a nápravníci aby všickni dali 
tak, jakož v tom kraji jiní z lánu platí (Ač. 5, 434); — aby dědinníci, 
svobodníci a nápravníci statky své osobám z stavův , též i sami sobě pro- 
dávati a kupovati mohli (Zříz. kr. Ferd. C. 15). — Einlagen ihrer Höfe in 
die Landtafel konnten nur durch einen königl. relator geschehen: všecka 
dání krále bez relatora od JMK. nekladou do žádných desk dědinníkuom 
(Zříz. Ylad. č. 99). Sie waren dem Könige und sonst keinem Grundherrn 
untergeordnet : Jeho MK. všecku vrchnost na týchž dědinnících sobě poza- 
stavovati ráčí. (Zříz. 1564 f. 64). Daher sagt der Yocabularius in der 01m. 
Biblioth. sig. b. 26 : dědinníci , svobodníci a nápravníci das seindt etliche 
Leuth im Landt, die aigcne Höfe und Feldt haben , die Innen auch in der 
Landtafel verschryben sein , vnd sein Niemandt zinsbar vnd haben keinen 
Herrn, dan den Kunig vnd gehören in keinen Stand. (Vgl. Pal. Gsch. H. 2, 
p. 27); und die verneuerte LO. sagt I. 5: „sie sein solche Landesinwohner, 
welche unter keinem Stande begriffen, doch eigene und ohne Mittel unter 
uns (d. i. dem Könige) liegende Höfe, Gründe und Fcldgebäu haben." — 
Yid. dvořák svobodný, nápravník, svobodník, rychtář svobodný. 

Dťdití erben ; d-. sobě sich aneignen , erbrechtlich einen Anspruch 
erheben: já té dědiny sobě nedědi, ale drži ji k zástavě (Kn. Rož. či. 282). 

Dekování. Wenn der Yormünder seinem Mündel, nachdem dieser die 
Yolljährigkeit erlangt hatte , die Rechnung über die Yermögensverwaltung 
abgelegt und das väterliche Gut eingeantwortet hatte , so mussto der 
Mündel eine Quittung ausstellen und in öffentlicher Landrechtssitzung, 
wo die Rechnung vorgelegt wurde , dem Yormunde für die gehabte Mühe- 
waltung danken. Yor erreichter Yolljährigkeit, vor der Rechnungslegung 
und Einantwortung des Gutes durfte eine solche Danksagung nicht statt 



- 27 — 

haben : ale před lety spravedlivými žádný sirotek děkovati vedle práva 
poručníku svému nemóže, ani také má prvé děkovati, než když jemu poruc- 
ník statku jeho skutečně postúpí, ani před poetem. (Yš. 272). Die Rechnung 
konnte von Seite des Mündels angefochten werden : než když léta má, když 
v skutečné držení zboží svého vstúpí a když počet konečný od poručníka 
svého přijme, teprv jest jemu povinen láti neb děkovati (ibid.). Yor Ein- 
antwortung des Gutes hatte die Danksagung keine rechtliche Folge und 
konnte der Mündel trotz derselben die Rechnung anfechten: pakli sobě který 
poručník sirotka přivede, aby jemu děkoval z poručenství před postúpením 
dědictví, to nic plátno není a přes takové děkování móž jej sirotek z počtu 
viniti: (ibid). Wie eine solche Danksagung vor sich ging, belehren uns die 
Záp. Žer. 1, 132 : „vstoupil do šranku p. Yáclav z Zástřizl a strýcové jeho 
a žádal naučení od JMti , poněvadž dotčení strýcové jeho již léta přirozená 
mají a on jim statek po otci a dědu odvésti chce , aby v tom opatřen byl. 
Oni zas ohlásili se s mnohým a velikým děkováním, že se ve všem, což 
jim učinil dobrého, odsluhovati chtějí." Darüber bestimmt auch der Landtag 
ai. 1520 : sirotci panského nebo rytířského stavu kdyžby k letóm přišli a 
poručníky neb strejce kvitovati chtěli, tehdy aby poručníci nebo strejci s 
sirotky před p. hejtmanem a pány soudcími stáli a tu věc oznámili , že 
sirotci již léta majíc kvitovati poručníky neb strejce chtějí. Tu p. hejtman 
a páni soudci tu věc slyšeti a rozvážiti a při čem ta věc státi má, rozkázati 
mají. A pakliby bez vědomí p. hejtmana a pánů soudci kdo od sirotků 
kvitanci přijal, taková kvitance aby žádné moci neměla. (Kn. Drn. p. 113). — 
Das d. wurde in Böhmen in die Landtafel eingetragen , worauf der Mündel 
keine Klage und keinen Anspruch an denYormünder erheben konnte. (Ys. 273). 
Dělaný grunt = role oraná, der bebaute Boden, im Gegensatze 
von pustý wüste. 

Dělení divisio bonorum, die Gütertheilung ; vid. dílní bratři. 
Dělo, der Mauerbrecher, die Karthaune. 

Den a rok. In dieser Yerbindung hat den im Stadtrechte folgende 
Bedeutung: ale mají toto pravidlo, že to slovo den, přidané roku, kdež se 
dí den a rok, ten den někteří beru za šest neděl, jenž činí neb znamená 
zavitý rok k sudu .... jiní pak beru ten den toliko za přirozený den k 
sudu uložený, kterýž po plném roce vládnuti nastává neb následuje 5 jiní 
pak beru jej za přirozený den, jenž po roce přichází 52 neděle za rok 
počítaje, neb takový den rok doplňuje. (Pr. Měst. p. 148 Manusc). 
Denní was zum dno d. i. Grund und Boden gehört. 
Děpolt nom. viri Dipold. 

Deposice die Registratur des Bergamtes in Kuttenberg. 
Derho vid. Druh. 

Desátek, decima, decimae, 1. der Zehent und zwar decimae magnse 
der Getreidezehent, d. minutae, parvae desátky drobné: pan Tas jim za to 
drobné desátky totiž konopě , Iny, hrachy, zelí, viky, šošovice, prosa, bry 



— 28 - 

odpouštěti má. (MS. LA. XII. c. 19, p. 32); — ti. jarý a ozimý der Z. 
von der Sommer- und Wintersaat. 2. je zehn Mann Soldaten : aby každý 
desátek byl zouplna 10 osob a v tom počtu aby byl jeden kopeník ve zbroji 
se sudlicí (Landt. 1529). 3. die Unterabtbeilung eines Stadtviertels: desátníci 
ve svém desátku žebříky, háky, konve kožené mějte (Cas. č. Mus. 1844 
p. C)OG) ; — každá čtvrť na deset desátků se rozpisovala , každý desátek 
svého desátníka a ten jistý počet sousedů pod svou zprávou míval (Pam. 
Kut. 218). 

Desátník 1. der Kottmeister , welcher zehn Soldaten vorstand, die 
zusammen eine Rotte ausmachten. 2. der den Zehent einhebt : desátník má 
za právo, kdožby své víno skryl a desátku pravého nedal, ten jest desátníku 
propadl to víno (MS. LA. M. YII. 8). 

Desatína = desátek, decimae der Zehent. (CD. 1, 348); vgl. desetina. 

Desetina fumales bei Rozk. vgl. poddymné. 

Desíti soudců úřad das Zehn-Herrenamt in der Alt- und Neustadt 
Prags, der kleinere Senat : oflficium quod mera chirographaria tractat. 

Desítka Zahlmass für Sicheln, Hacken u. s. v^'. =z 10 Stück. 

Desky oder Dsky, Dcky zemské, tabulse terra», acta oder Folia 
provincilia, registrum terrae die Landtafel und alle anderen unter Verwahrung 
und Yerantwortung der Landrechtsbeamten stehenden öffentlichen Bücher ; 
dem Wortsinne nach Brett- oder Holztafeln (vgl. gr. dianog.^ ahd. disk, neuhd. 
tisch, daher die geglättete Holzfläche). Auf solche Holzflächen wurden in 
ältester Zeit Gesetze verzeichnet (desky pravdodatué der Grünb. Handsch.) ; 
der Name d. blieb aber allen vor Gericht veranstalteten offiziellen Aufzeich- 
nungen, nachdem man schon längst auf Pergament oder Papier schrieb und 
auch andere Dinge als bloss Gesetzaussprüche und Rechtsgrundsätze ver- 
zeichnete, in ähnlicher Weise, wie man im böhm. jetzt noch jeden Einband 
eines Buches mit desky , deštičky bezeichnet, trotzdem man schon lange 
nicht mehr Holz hiezu verwendet. In Böhmen bezeichnet das Wort desky 
ohne jeden weiteren Beisatz die Landtafel ; doch wurde das Wort desky 
auch für die anderen öffentl. Bücher, die dann das beigesetzte Attribut näher 
bezeichnet, gebraucht, während in Mähren desky n u r die Landtafel bezeichnet 
und die übrigen öffentlichen Aufzeichnungen mit dem Worte knihy oder 
rejstra benannt werden. Es bedeutet daher 1. desky oder d. zemské für 
Böhmen und Mähren gemeinschaftlich die Landtafel vorzugsweise, wobei 
man d. weliké und malé unterschied: veliké se na pergamene, malé na 
papíře píší. Yelké jsii pro bohaté pány a zemany, kteříž se v tisíce dějí a 
zboží široká, znamenitá a veliká mají, nalezeny. Ony slovii dsky na- 
prosto, v kterých se trhové, věna, převodové, rozdílové, spolkové, póru- 
čenství, léta, děkování, dání, nadání, odhádání, listové mocní, kšafti a jiní 
majestátové, nálezové obecní i zvláštní pilnější a kteříž se týchž desk do- 
týčí". (A^š. 276). Die malé dsky (kleine Landt.) waren bestimmt für die 
kleineren Edelleute: malé dsky jsi'i pro chudé zemany, kteříž zboží "nemají 



- 29 - 

velkých, než dvory a dědiny a pro dědinníky i jiné všecky lidí chudé (ibid.) 
und eingetragen wurden: „zápisy nápadní, smlúvy všecky krom trhů a spolků, 
směny, závady rukojemské, škody komorníkem od desk ohledané, výbojové 
noční, spasení obilí a luk, lesóv smýcení, rybničná krádež", (ibid). In Mähren 
geschieht der malé dsky nur einmal Erwähnung und zwar zum J. 1406: „vede 
se toho na veliké zemské dsky i také na malé" (Lib. cit. II. p. 12). Welche 
Einrichtung die malé d. in Mähren hatten, ist schwer zu bestimmen, da in 
der mit 1348 beginnenden Landtafel kein Unterschied zwischen velké und 
malé desky gemacht wird ; vielleicht sind darunter nur die Aufschreibungen 
des kleineren Landrechtes gemeint. — 2. desky dvorské die Hoflehentafel 
bei dem k. Hofrichter, dem die Lehensleute der Krone unterstanden; sie 
erhielt sich von K. Wenzel IV. angefangen bis auf den heutigen Tag. — 
3. desky komor ní ční für die Gerichtskämmerer (Bothen, půhončí) bestimmt ; 
es wurden in dieselben die Güterkäufe und Verkäufe der půhonČí ihre 
Schulden, die Mitgift ihrer Frauen etc. eingetragen. — 4. desky listovní 
a peněžité auch registra genannt: kdež se zapisují peníze, kteréž 
jedni druhým na placení věn nebo zástav nebo jiných věcí k těm po- 
dobných u desk kladu. Zapisují se také v týchž registrách i listové, kteréž 
jedni druhým ve zprávě nebo z jiných příčin u desk kladu. (Vš. 367). — 
5. desky památné (Gedenktafeln) unter K. Georg eingeführt: v ty sú se 
prvé žádné věci pilné a kteréžby k věčnosti trvati měly, nezapisovaly, než 
což do času toliko nedlúhého státi mělo, dokudžby králem nebo pány roze- 
znáno nebylo. Später, zur Zeit Korn. v. Vš. trug man ein : nálezy obecní, 
listy obsílací a k tomu podobné věci. — 6. desky půhonné libri citatio- 
num , in welche die Gerichtsvorladungen (půhony) eingetragen wurden. — 
7. desky svědomí für Zeugenaussagen. — 8. desky trhové zum Eintragen 
von Käufen und Kaufverträgen, Entscheidungen über dieselben und Ein- 
sprachen gegen die Käufe. — 9. desky üb r manské libri arbitriorum 
für die Aussprüche der von den Parteien ernannten Schiedsrichter. — 10. 
desky (oder knihy) úroční: v kterých se úroční a komorní peníze zapisují, 
kteréž sobě lidé dvakrát do roka u desk nebo jinde, kdež chtí, při sv. Jiří 
jednu, druhé při sv. Havle kladů. V ty se všickni starodávní i nynější pla- 
tové komorní zapisují, kdo komu co a z kterého zboží platí a kdo úrok 
nebo plat komorní od desk zdvihne (Vš. 366). Ihre Wichtigkeit erhellt aus 
den Worten : „mnozí svých platóv komorních dóvodóv jiných nemají, než ty 
knihy a mnozí za naší paměti těmi samými knihami platóv svých komorních 
sú obránili a dobyli, jiných desk žádných okázati k próvodóm pro starost nebo pro 
zapomenutí nemohše". — 11. desky zápisné, in welche die Heimfälle und 
Schulden verpfändeter Güter (zboží zápisná) eingetragen wurden. — 12. desky 
(oder knihy) žalobní, in welche die Citationen aus den desky půhonné einge- 
tragen und aus welchen dann die Klagen vor Gericht gelesen wurden. — 
Alle diese desky verbrannten mit Ausnahme der Hoflehentafel im J. 1541 
bei dem grossen Brande der Prager Burg ; bald nach dem Brande suchte 



— 30 — 

man dieselben wieder zn sammeln ; was sich ergänzen liess, wurde ergänzt 
und zwar bezüglich des landtäflichen Besitzes, also grösstentheils die desky 
veliké; die übrigen Aufzeichnungen z. B. die desky památné, zápisné etc. 
sind für immer verloren. Nur ein Bruchstück der älteren desky půhonné 
aus dem J. 1316 — 1325 erhielt sich; es wurde im Archive zu Neuhaus 1868 
gefunden, in welches dasselbe wahrsch. noch vor dem Brande der J'rager 
Burg, man weiss nicht durch wen, gelangte. Die einzelnen Bände der Land- 
tafel nannte man Kvaternen, welche wieder aus mehreren Heften, ge- 
wöhnlich zu 30 Folien, bestanden. Man nannte sie entweder nach dem Yice- 
landschreiber oder nach der Farbe des Einbandes (albus, rubeus, žlutý, 
zelený, modrý kvatern). 

In Mähren hiessen nur jene Aufzeichnungen desky, welche wir 
heutzutage noch Landtafel nennen. Die desky waren in Bücher eingetheilt; 
wenn nämlich ein neuer Oberstkämmerer, dem die Beaufsichtigung der 
Landtafel unmittelbar oblag, sein Amt antrat, liess er ein neues Heft an- 
fertigen, an dasselbe die späteren während seiner Amtsverwaltung anreihen, 
sodann einbinden und den Einband mit seinem Wappen versehen und so 
wurden dann die einzelnen Bücher oder Kvaterne mit liber Erhardi de 
Kunstat, kniha p. Yiléma z Pernšteina u. s. w. bezeichnet. Die übrigen beim 
mähr. Landrechte in Verwendung gewesenen Aufzeichnungen nannte man 
knihy; es waren folgende: 1. knihy naučení die Belehrungen, welche dem 
Oberstkämmerer bezüglich der Einlagen und Löschungen in der Landtafel 
oder dem Landeshauptmann in Waisenangelegenheiten ertheilt wurden: 
potom jsem troje naučení bral o sirotka Alžbětu, které jsou v knihách na- 
učení (Záp. Žer. 1, 101; 2, 45); — 2. Kn. odhadné, in welche die gericht- 
lichen Schätzungen beim Exekutionsverfahren verzeichnet wurden. — 3. Kn. 
památné die Landrechtsgedenkbücher für wichtigere Aufzeichnungen sowohl 
für die Partheien als für das Gericht selbst: páni Zahradečtí podali paméť 
toho, což jest od nich včerejšího dne v šrancích na JMti vzneseno bylo, 
kterážto pamět, když se srovnávala s jich mluvením, povoleno jest, aby do 
knih pamětních zapsána byla. (Záp. Žer. 2, 134). — 4. Kn. poklidové, 
welche im Kap. 54 der Kn. Tov. erwähnt werden; sie enthielten die Ver- 
träge über Abstehung von der Klage. — 5. Kn. půhonné a nálezové 
vorzugsweise rej stra genannt, Citations- und Urtheilsbücher : kázali knihy 
půhonné neb rejstra, jak se vůbec říká, přinésti (Záp. Žer. 1, 15.) ; — vyhle- 
dáno jest z rejster půhonných (ibid. 1, 185). Sie hiessen nach den Terminen, 
an welchen die Citationcn angemeldet wurden, rejstra svatojirská, svatomar- 
tinská etc. — 6. Kn. rokové. In diese wurden die Termine bei Ehrenbe- 
leidigungsklagen eingetragen; da die Entscheidung darüber dem L. Haupt- 
manne zustand, wurden diese knihy bei ihm aufbewahrt ; sie blieben bei 
ihm auch in der Zeit, wo nicht mehr er allein, sondern das Landrecht mit 
ihm solche Klagen verhandelte. Wenn der L. Hauptmann sein Amt nieder- 
legte oder starb, wurden diese knihy rokové dem Landrechte übergeben. 



— 31 — 

Ausser don eigentlichen desky zemské und půlionné, welch' erstere vom J. 
1348 bis cauf unsere Tage, die letzteren von J. 1405 bis in das letzte Drittel 
des 17. Jhdts. reichen und im Originale vorhanden sind, erhielten sich in 
Mähren nur noch einige knihy odhadné, die bisher in der Landtafel verwahrt 
sind. — Die Wichtigkeit der Landtafel beruhte zunächst auf dem Principe 
der Publicität; jede Einlage geschah öffentlich: také nemá ve dsky nic 
pokutně kladeno býti a na tom jich najvětší moc jest, že do nich jde 
zjevně a svobodně všecko (Kn. Tov. k. 108). Die Einlagen sollten jedem 
bekannt sein, damit er, falls es nothwendig wäre, seine Einsprache (vid. odpor) 
erheben könnte: „desky všem známy býti mají a před žádným netajeny 
(ibid); deshalb kam im 16. Jhd. der Gebrauch auf, vor Eröffnung des Land- 
rechtes die seit der letzten Landrechtssitzung geschehenen Einlagen öffentlich 
vorzulesen, wovon die Záp. Žer. viele Belege liefern. Die Landtafel durfte 
nur im Gerichtssaale und nur in Gegenwart der Gerichtsbeisitzer geöffnet 
werden: Dcky nikde jinde než v soudnici při pánův soudců přítomnosti se 
neotvírají (Záp. Žer. 1, 11); waren die letzten Einlagen verlesen, trug man 
die dcky aufs Rathhaus, woher sie im Verlaufe der Landrechtssitzungen so 
oft in den Gerichtssaal gebracht wurden, als es nöthig war. Die Kvaterne 
waren in einer mit 3 Schlössern versehenen Truhe versperrt, zu denen je 
einen der Oberstkämmerer, Oberstlandrichter und Oberstlandschreiber einen 
Schlüssel hatte, so dass die Truhe nur in Gegenwart dieser drei Beamten 
aufgeschlossen werden konnte ; (CD. 9, 94.) zum Überflusse drückten diese 
drei Beamten ihre Siegel auf, welche bei der Übertragung der Truhe unter- 
sucht wurden, ob sie ganz seien? (Kn. Tov. kap. 88). Durch diese Kautelen 
war der Beweis durch die Landtafel unumstösslich : dsky vice nežli které 
jednání jiné váží a jako řkúc všeho práva konec a všech jistot jistota jsú. 
(ibid. lOO). Der Landtafel gegenüber half kein Zeugenbeweis; wer die 
Landtafel anfocht, musste bereit sein, den Beamten Amtsverletzung oder 
Fälschung nachzuweisen ; wiess er diess nach, litt der Beamte die Todes- 
strafe , konnte diess der Kläger nicht, verfiel er derselben Strafe, wie auch 
jener, welcher eine Einlage that, ohne das Besitzrecht zu haben. (Ys. p. 6). 
Nur jenes Gut war dem Eigenthümer vollkommen sicher, das in die Landt. 
eingetragen war; treffend nennt daher Karl von Zer. die Landt. pravidlo 
zemské d. h. das Besitzregulativ des Landes (Záp. 1, 97); denn eine Yer- 
änderung im Besitzstande, die in die Landtafel nicht eingetragen war, existirte 
offiziell für das Landrecht nicht: nad to ani statku do desk bratřím svým 
nevložil, odkudž my j udi cialiter, jestli statek prodán, nevíme 
(Záp. Žer. 1, 68). Daher heisst die Landtafel häufig klenot země das 
Landeskleinod und wurde als solches in Zeiten drohender Kriegsgefahr, 
namentlich in den Türkenkriegen , ausser Landes , gewöhnlich auf die 
Burg Karlstein in Sicherheit gebracht. In älterer Zeit konnten auch Nicht- 
adelige ausnahmsweise und aus besonderer Gnade des Landesherrn Einlagen 
in die Landt. mit Zustimmung des Herrenstandes thun (Kn. Tov. kap. 106); 



— 32 — 

später blieb die Laadtafel auf die vier politischen Stände, Herren, Ritter, 
Prälaten und die königl. Städte beschränkt. Wer eine Einlage thun wollte, 
rausste darum ansuchen ; nur der Landesfürst befahl, dass eine Einlage ge- 
schähe. (Záp. Žer. 1, 211). — In der älteren Zeit bestanden Landtafeln 
wahrsch. bei jeder ciida ; für Jamnitz, Iglau und Znaim ist diess nachweisbar 
aus den ältesten Kvaternen der Brünnerlandtafel, wo von 1348 ab in den 
ersten Jahren die Einlagen nach der prov. Brun. Znoj. Jam. und Igl. abgetheilt 
sind. Doch überragte schon am Anfange des 14. Jhdt. die Olmützer Landt. 
alle übrigen an Bedeutung, wie die Urkunde des J. 1303 besagt: haec acta 
in tabulas publicas Olomucensis cudae , ad quam universae provincise. Mo- 
ravise se reclinant , redegimus in signum efficacise amplioris (CD. 5, 
166 vgl. Kn. Drn. p. XIV.) Vom J. 1348 an bestanden die Landtafeln 
in Brunn und Olmütz; die Einlagen geschahen nach einer bestimmten 
topografischen Eintheilung, so dass, was zur Brünner Landtafel gehörte, 
nur in die Brünner eingetragen werden konnte; dasselbe galt von der 01m. 
Landtafel ; daher die Ausdrücke : ad bona sub cuda Olom. etc. Geschah 
aber eine Eintragung eines Gutes in die nichtkompetente Landtafel, so 
musste diess eigens angemerkt werden: quod si aliqua ex supradictis bonis 
ad hanc non spectarent cudam, nihilominus tamen robur firmitatis 
perpetuse habere debet praesens intabulacio (ai. 1415 BLdt. XL n. 70). 
Durch Verordnung K. Ferdinand III. vom 2. Jänner 1642 wurden beide 
Landtafeln zu einer vereinigt und zwar in Brunn. Die Landtafel wurde in 
älterer Zeit in Olmütz und Brunn von den beiderseitigen Domkapiteln in 
gewölbten Localitäten verwahrt, woher sie anfänglich nach Schluss des 
Landrechtes (Kn. Tov. kap. 88) und später bei Eröffnung desselben mit 
grossem Pompe in den Gerichtssaal gebracht wurde. — Zu bemerken ist 
noch, dass vom Ende des 15. Jhd. an auch staatsrechtliche Akte in die 
Landtafel eingetragen wurden. — Die Einlagen geschahen anfänglich in lat. 
Sprache ; im J. 1480 begannen die böhmischen Einlagen in Mähren, 15 Jahre 
später 1495 in Böhmen. Mit der verneuerten Landesordnung kamen die pa- 
ritätischen Einlagen auf. — In Schlesien gab es Landt. in Troppau u. 
Jägerndorf. Die ältere Troppauer Landt. verbrannte im J. 1431; von da 
an geht die damals neu angelegte Landt. bis zum J. 1747 in böhm., hierauf 
in deutscher Sprache bis auf unsere Zeit; die Landtafel in Jägerndorf erhielt 
sich vom J. 1404 bis auf unsere Tage. 

Was den Ursprung der Landtafel in den böhmischen Ländern an- 
belangt, ward oft die Ansicht ausgesprochen, dass dieser Ursprung aus den 
deutschen Stadtbüchern herzuleiten sei, eine Kathedermeinung das, welche 
namentlich in neuerer Zeit vielfach behauptet wird, aber niemals bewiesen 
worden ist. Zu diesem Zwecke müsste vor allem der Beweis geliefert werden, 
dass in Bezug auf Mähren, jene Städte in Mähren, in welchen deutsches 
Recht herrschte, solche Stadtbücher, in denen die Besitzverhältnisse von 
Grund und Boden verzeichnet wurden, früher besassen, ehe die Landtafel 



— 33 — 

im Lande eingeführt wurde. Abgesehen davon, dass weder in den Original- 
rechtsstatuten dieser Städte noch in anderen dieselben betreffenden Urkunden 
bis zum J. 1300 keine Erwähnung solch* eingeiichteter Bücher geschieht, 
während die Landtafel vom J. 1287 — 1348 mehrmal theils direkt theils in- 
direkt angeführt wird, so wissen wir von Johann von Gelnhausen, welcher 
früher registrátor literarum regni Bohemia} war und später als Stadtschreiber 
das erste Hypothekarstadtbuch in Mähren ai. 1360 anlegte, dass die Ver- 
änderungen im Besitze von Immobilien nur auf einzelne Zettel und keines- 
wegs in Büchern verzeichnet wurden: hec prescripta in cartis laceratis 
negligenter conscripta ego Johannes, prout ibi reperi et huic libro dili- 
gencius annotavi, ne ex illarum cartarum distructione cuipiam Judicium et 
grave dispendium oriretur. (Tomaschek Oberh. von Iglau p. 24). Dagegen 
wird die Landtafel als Ilypothekarinstitution in Böhmen bereits im J. 1287 
angeführt: protestatus est coram W. domino regni Bohemorum in palatio 
Pragensi coram summo judice ceterisque -beneficiariis Pragensibus, quia vendidit 
dotem uxoris suse, ut in registro plenius continetur ... et haec omnes ex 
utraque parte viva voce registro omnia inseri mandaverunt. (Jir. Cod. j. b. 
IL 2. p. 2). Und dass es im J. 1303 in Mähren mehrere Landtafeln bei 
den einzelnen ciiden gab, wurde schon oben erwähnt; überdiess geht aus 
den Worten der Urkunde K. Johannes vom J. 1327: „quod abbatissa et 
conventus habeant dare et conferre notariam cude Brunnensis, qni notarius 
tabulas terre habeat omni jure et utilitate, quo ab antiquo terre sive 
cude notarii consueverunt habere" (CD. 6, 264), hervor, dass das Institut 
der Landtafel schon im ersten Viertel des 14. Jhd. als ein altertümliches 
bezeichnet wurde. Zudem beweist auch der lat. Ausdruck tabulse, eine Über- 
setzung des böhm. desky, dass die Landtafel nicht von den Stadtbü ehern 
herzuleiten sei, weil man sonst den Ausdruck libri und nicht tabulře an- 
gewandt hätte. Aber abgesehen von diesen Daten, welche die Priorität der 
Landtafel vor den Stadtbüchern darthun, geht die Originalität der Landtafel 
daraus hervor, dass dieselbe mit dem vom deutschen Stadtrechte so ver- 
schiedenen slavi schon Landrechte und dem Herrengerichte unzertrennlich 
und auf eine so innige AVeise verbunden war, welche sich nur durch eine 
langdauernde allmälige Entwicklung erklären lässt. Aller freie Grund und 
Boden (zboží zemanské) gehörte vor das Forum des Landrechtes und somit 
in die Landtafel; was in die Landtafel eingelegt war, konnte nur nach dem 
Landrechte vererbt, nur nach diesem Rechte darüber verfügt, nur nach 
diesem Rechte darüber processirt werden (Kn. Tov. kap. 106) ; wer 
ein landtäfliches Gut besass, musste von demselben die allgemeine Land- 
steucr (berna) nach Massgabe der Lahne entrichten. Wenn die Landtafel eine 
Kopie der deutschen Stadtbücher gewesen wäre, dann würden nach deutschem 
Rechte sich richtende Städte nicht gebeten haben, dass sie bezüghch ihrer 
Gründe vom Landrechte eximirt und vor dem Stadtrechte gehört würden ; 
so Littau im J. 1291, also lange vor Einführung der Stadtbücher; ut a no- 

3 



— 84 — 

bilibus et aliis tenigcnis nostris heroditates cmant statuontcs, (jiiod occasionc 
prodictorum lancoruin, quos emerint, ad terre Judicium nullatcnus debeant 
pertinere (CD. 4, 373); ähnlich für Brunn im J. 1292: ut pro causis per 
bencficiarios quoscunquc de possessionibus ipsorum et propter easdem extra 
civitatem ad judicia terre per citationes aliquas non trahantur, eo exccpto, 
quod si eorundem civium aliquis hereditates alicujus sibi iisurpare indebite 
aut metas hereditatis violare presumpserit, tunc pro hujusmodi duabus causis 
tantummodo ad terre Judicium citetur. (CD. 4, 3S6). Entscheidend in dieser 
Sache sind die Worte der Statuta Ottonis vom J. 1229: omncs hereditates, 
quas yiri nobiles tam majores quam minores tempore ducis Conradi sine 
querela justc et pacifice huc usque possiderunt, in bona tranquillitate pacis 
ammodo posideant (CD. 2, 209), weil sie nicht nur aus einer Zeit stammen, 
wo von einem besonderen Stadtrechte Brunns, Znaims, Iglau etc. keine Rede 
sein kann, sondern weil sie auch deutlich aussprechen, dass das Landrecht 
nur über die zemanské zboží die Evidenz führte. Und wie innig dieser Besitz 
mit dem Landrechte verbunden war, geht daraus hervor, dass Processe be- 
züglich desselben nicht wie andere Civil- und Straffälle zu welcher Zeit 
immer vor der Ci'ida, sondern nur an den viermal im Jahre stattßndenden 
allgemeinen Landes- und Gerichtstagen in Gegenwart des Landesfürsten oder 
seines Stellvertreters und des Herrenstandes verhandelt und entschieden 
werden konnten. Ein Zeugniss für das hohe Alter der Landtafel ist auch ihr 
Zusammenhang mit dem altertümlichen Amte der Knieten, welche bis zum 
Ende des 15. Jhd. allein Boten zur Laudtafol (vid. posel) sein konnten, ein 
Amt, dessen Anfänge in die älteste Zeit der bölim. Geschichte hinaufreicht. 
Da eine so bedeutende Institution, wie die Landtafel es ist, welche für das 
Eigenthumsrecht des liegenden, also in der ältesten Zeit wichtigsten Besitzes 
die sicherste Gewähr bildete, nicht plötzlich erfunden werden konnte, 
sondern sich als NothM'endigkeit aus den besonderen Rechtsverhältnissen 
entwickeln mussto, so entsteht die Frage, wie es komme, dass die Insti- 
tution der Landtafel in Böhmen, Mähren, Schlesien und anderen slavi sehen 
Ländern ihren Ursprung hat, während sie in den german. und roman. Liindern 
nicht gekannt wurde 1-^ Bei Beantwortung dieser Frage ist vorerst in Betracht 
zu ziehen, dass, wie schon erwähnt wurde, die Processe wegen liegenden 
Besitzes nur an den allgemeinen Gerichtstagen vor dem Herrengerichte ver- 
handelt worden konnten. Wenn nun die Rechtssprechung über den liegenden 
Besitz vor das Horrengericht gehörte, so lag der Gedanke nahe, den Besitz 
selbst dem Forum desselben Gerichtes zu unterordnen, um einen Reehtstitel 
zu erlangen, der so zu sagen unanfechtbar war. Wer über seinen liegenden 
Besitz in irgend einer Weise disponirte, sei es durch Kauf, Tausch, Schenkung, 
Mitgift u. s. w. meldete die Sache vor dem llerrengerichte bei den allge- 
meinen Gerichtstagen und jede solche Veränderung wurde unter Autorität 
des Herrengerichtes durch dessen Organe in die Landtafel eingetragen, die 
nicht, wie eine dem Disponenten ausgestellte Bescheinigung, verloren gehen 



— 85 — 

konnte, weil sie amtlich verwahrt wurde. Für die bezüglichen Aufzeichnungen, 
welche zwar der notarius terrte oder cudfe vollführte, war aber der Kämmerer 
verantwortlich. Daher kam es , dass seit dem 13. Jhd. die Parteien auch 
ausser den Gorichtszeiten bloss vor dem Kämmerer erschienen und die 
Veränderungen im Besitze anzeigten (das älteste Beispiel vom J. 1269, CD. 
4, 40); doch war diess nur ein Missljrauch, der, wie Karl IV, im J. 1359 
sagt, ab antiquis temporibus in Mähren herrschte, ehe er Markgraf wurde, 
und der viele Übelstände im Gefolge hatte, indem die alte Rechtssicherheit 
zum grossen Theile verloren ging, da jene Partei einen etwa entstehenden 
Process gewann, welche das Zeugniss des Kämmerers für sich hatte. (CD. 
9, 93.). Nebst diesem mehr formalen Grunde war aber die Einführung der 
Landtafel in den böhmischen Ländern durch die eigentümlichen agrarischen 
Verhältnisse, welche auch die Grundlagen des politischen Rechtes bildeten, 
nothwendig bedingt. Darüber des weiteren sich zu ergehen , gebricht es 
hier an Raum; nur das sei erwähnt, dass die Anlegung von Verzeichnissen 
des liegenden Besitzes nothwendig wurde, als jener agrarische Umschwung 
in den böhm. Ländern vor sich ging, durch welchen aus dem früheren ge- 
meinschaftlichen Familien- (zboží rodinné) und Geschlechtsbesitze (zboží 
rodové) das Singularvermögen der vládyky und páni sich entwickelte. Die 
nunmehr alleinig an der Spitze der juridisch-politischen Verwaltung stehenden 
Herrengeschlechter (panské rody, páni) und die unter ihnen stehenden vládyky, 
welche beide zusammen den staatsrechtlichen Begriff země (das Land) als 
die Gesammtheit der politisch berechtigten Einwohnerschaft ausmachten, suchten 
diese neugewordenen Besitzverhältnisse zu stabilitiren, indem sie dieselben 
unter die Autorität und den Schutz der Cúda oder des Landrechtes stellten, 
in welchem sie ohnehin als Herrengeiicht dominirten. Aus diesem Grunde, 
die neuen Besitzverhältnissc zu sichern, entstand die Landtafcl bei den ein- 
zelnen Gerichtssprengeln der Ciida (z. B. Prag, Saatz, Melnik, Nimburg, 
Leitmeritz, Pilsen, Kiiniggrätz, Olmütz, Brunn, Janmitz, Iglau, Znaim, Grätz 
bei Troppau — u. s. w.), in welche derzu einer bestimmten Cúda gehörende 
liegende Besitz eingetragen wurde ; daher noch im 15. ja 16. Jhdt. die 
Ausdrücke : desky cúdy Olom. oder Brněnské. Als nun die Landtafel so 
zum öffentlich anerkannten Rechtstitel der possessio wurde, war es natürlich, 
dass jede Veränderung im Besitz vor der die Landtafel verwahrenden Cúda 
angemeldet wurde, damit diese Veränderung vorgemerkt werde: resignavit 
coram cuda, ut consuotum est, et corani baronibus (CD. 4, 276 ai. 1283). 
Die Zeit, wann diese Veränderung in den agrarischen Besitzverhältnissen 
und die dadurch bedingte Einführung der Landtafel vor sich ging, kann na- 
türlich nicht durch ein bestimmtes Jahr fixirt werden ; nur annäherungsweise 
kann man sagen, dass diese Umwälzung mit dem Ende des 10. Jhd. zu- 
sammenfällt. Nachdem aber die neue Institution sich eingelebt und dadurch 
die neuen Besitzverhältnissc ihre festgegründete Sichorstellung erlangt hatten, 
trat der Missbrauch ein, dass die Parteien sich begnügten, die Besitzverände- 

3* 



— 30 — 

rungen bloss vor dem Kämmeror anzumelden. Aber auch dit^ser Missbrauch 
entstand aus keiner blossen Bequemlichkeit, sondern er entsprang einer 
Nothlage; in Kriegszeiten tagte niemals das Landrecht und wurde somit 
keine Landtafel geöftnet; um aber die Bewegung der Güter dadurch oft auf 
mehrere Jahre nicht zu hemmen, meldeten die Parteien die stattfindenden 
Besitzveränderungen dem Kämmerer, um im Falle eines Processes ein Be- 
weismittel zu haben. Was in den inneren Kriegen von den kämpfenden 
Parteien an liegenden Gründen erbeutet wurde, bildete keinen Rechtstitel 
und der von Haus und Ilof während des Krieges Yertriebene konnte nach 
Beendigung desselben durch die Landtafel sein Besitzrecht geltend machen 
und dadurch die restitutio in integrum erlangen. Nur diesen Sinn können 
die obenangeführten Worte aus den statuta Ottonis haben; gerade die Zeit 
von II. Konrad bis auf Přemysl Otakar I. war von inneren Kriegen erfüllt. 
Der Missbrauch aber, bloss vor dem Kämmerer die Aenderung in den Be- 
sitzverhältnissen anzumelden, dauerte fort, obwohl die Landtafel, wie die 
oberwähnten Urkunden vom J. 1303 und 1327 beweisen, in ihrer alten Rechts- 
kraft sich bewährte. — Diese eigenthümlichen agrarischen Verhältnisse sind 
der wahre Entstehungsgrund der Landtafel und dieselben erklären es auch, 
warum die Landtafel in slavischen und nicht in roman. oder german. Ländern 
ihren Ursprung nahm. AVäre die Landtafel eine Nachahmung der deutschen 
Stadtbücher, dann wäre es unbegreiflich, dass die Landtafel in deutschen 
Ländern erst dann eingeführt wurde, nachdem sie schon Jahrhunderte lang 
in den böhm. Ländern bestand, und zwar nach dem Muster der böhm. Land- 
tafeln, so 1730 in Steiermark, 1754 in Ober- 1758 in Niederösterreich. Da- 
gegen ist die Einrichtung der Stadtbücher in böhm. Städten ganz nach deutschem 
Muster durchgeführt. — Ueber die 01m. Lehentafel vid. manské desky. 

Dětra nom. viri Ditrich: Dětra trater Katherinae (DB. 14, 47). 

Dětrich nom. viri Ditrich. 

Dever , Dever der Schwager, ssk. dcvara, gr. Sarjo lit. deveris, 
lat. levir (rad. dá, dayati Antheil nehmen). 

Device virgo , die Jungfrau ; als Beiname von Heiligen gebi-aucht : 
SV. Barbory device a mučedlnice Boží (Ač. 3, 20); — v den jedenácte tisíc 
děvic an der ainlef tausent Maide tag (CD. O, 32); ~ fl. slavná virgo 
gloriosa, mater dei (Ac. 6, 493). 

Dcvítník, der Sonntag Septuagesima: neděle, kteráž z strany počtu 
sedmdesáte dní latine slově septuagesima a česky devítník (t. j. neděle 
devátá před velikonocí). 

Děvojstvo virginitas. Jungfrauschaft; odjetí děvojstva defloratio. 
(Kn. Rož.). 

Dílčí list, der Theilbrief literae divisionis. Wenn die Brüder in das 
väterliche Besitzthum sich theilten, wurde die Uebereinkunft schriftlich verfasst 
und der Theilungsbrief d. 1. niedergeschrieben: neb o to po mém otci s 
mým bratrem nikdy dílen nejsem .... chci to dovésti dílčím listem (Půh. 



-ST- 
OL 1412 f. 54); — poněvadž bratři mladší díly své podlé cedulí dílčích 
položené mají. (Pam. kn. Brn. 1535 f. 2). 

Dílec: z půl lánu rolí 20 gr., z dílce 3 gr. (MS. LA. XII. c. 19, 
p. 84), ein Stück Feld, kleiner als ein Viertellahn und ein padělek, da diese 
beiden dort angeführten Masse mehr zahlen als ein dílec. 

Dilni bratři, die gethoiltcn Brüder, d. i. jene, welche sich in das 
väterliche Gut theilten. Es stand jedem Bruder frei, nach dem Tode des 
Vaters die Theihmg zu verlangen; kam kein Uebereinkommen bezüglich der 
Nichttheilung zu Stande , dann hatte der älteste Bruder die Theile zu 
bestimmen, aus welchen zuerst der jüngste, dann der zweitältore u. s. w. 
jeder einen Theil wählte und der älteste erhielt den übrigbleibenden Theil. 
Bei dieser Theilung wurde zugleich die Alimentation und Aussteuer der 
Schwestern bestimmt. Wenn der Sohn bei Lebzeiten des Vaters seinen 
Theil verlangte, war der Vater hiezu nicht verpflichtet; zwang hingegen 
der Vater den Sohn, seinen Theil zu nehmen, so hatte diess nur für die 
Lebenszeit des Vaters Giltigkeit; nach des Vaters Tode konnte der Sohn 
die ihm aufgezwungene Theilung vor Gericht anfechten : aby syn na otci 
dílu žádati nemohl a by pak žádal , tehdy otec nebude povinen jemu jeho 
vydati. (Pam. Kn. Olm. 1517 f. 114, Kn. Tov. k. 147, 148, 151). Der Theil- 
bruder konnte seinen Theil vererben, verkaufen etc. wie er wollte (Kn. Tov. 
k. 152) ; bei ungetheilten Brüdern konnte jede Veränderimg des Besitzstandes 
nur im Einverständnisse Aller geschehen. Die Theilung erstreckte sich auf 
Mobilien und Immobilien: jakož rozdíl mezi námi byl .... měl na díl mi 
položiti od prstenóv, perel a zápon. (Půh. 01. 1412 f. 9). — Beispiel einer 
Theilung durch den Vater Ač. 2, 47; durch die Brüder selbst Ač. 1, 300. — 
Diva, Diviš nom. viri Dionysius. 

Divotek, Beiname des Petr von Konopišť (SRB. 3, 28). 
Dno Grund und Boden, fundus : že vinici a chmelnici dal , ale dna 
jest nevydával v dědictví (Čas. č. M. 1839); — vzdal jest mlýn se dnem 
(ibid. 1840 p. 173). 

Dobeš nom. viri Tobias : starý Dobeš otec tohoto Dobeše mladého 
ochudí a oslnul (Štít. Nauč. křesť. ed. Vrtátko p. 42). 

Dobrá vůle, diu Cession (wörtlich: bona voluntas). Die Cessions- 
urkunden mussten offene (d. h. von aussen durch kein Siegel verschlossene) 
Briefe sein, woran 7 Siegel und zwar 6 von Zeugen , welche adeliger řler- 
kunft sein mussten, und das 7 te des Cessionars hingen. Die d. v. musste 
auf Pergament geschrieben sein, ein Umstand, der noch in der zweiten Hälfte 
des 18. Jhd. beobachtet wurde: d. v. má dělána býti listem otevřeným na 
pergamene s peČetmi šesti dobrých lidí pánuov neb z rytířstva (neb sic by 
dobrá vůle mocná nebyla) a s jistcovú sedmu pečetí. (Kn. Tov. k. 180); — 
„da einer dem andern Erbgründe oder sonst ein andre Gerechtigkeit mittels 
der Landtafel oder eines Brieifs dobrá vůle genannt, abtreten und übergeben 



- 3« — 

würde" (Yein. LO. i. 129); — „ich Franz von Blumcnfekl bekenne in kraft 
dieser landesüblichen Cession , sonst dobrá vůle genannt" (Urkd. ai. 1773). 
Nur genügten in späterer Zeit 3 Siegel, des Cessionärs und zweier Zeugen. 
Dübri lidé boni viri, amicabiles compositores, die von den Parteien 
ersucht wurden, einen Vergleich zwischen ihnen zu Stande zu bringen: přišel 
jsem s ním na dobré lidi, a oč nás ti dobří lidé smluvili, toho mi plniti 
nechce (Puh. Brn. 1417); — o to, což jsú proti nám učinili, chcem na tě 
a na jiné dobré lidi a pány přijíti. (Ač. 1, 19). Ygl. hádsí, sádsí, ubriiiaii. 

— In deutschen Quellen häufig fr um nie (fromme) Leute. 

Dobruta 1. der gutwillige, aussergerichtliche Vergleich: přišel se 
mnú na páně Puščina člověka na dobrotu o hranice a o staré cesty a tu 
ten člověk položil nám rok (Půh. 01. 1412 f. 2(í)- — 2. d. vládyčí das 
Ansehen der adeligen Abstammung und der damit verbundene Prunk: jen 
skrze bolest a pot chlapův mohou dokázati té dobroty vládyčí (Chelčický 
in Pal. Děj. IV. 1, p. 471), vgl. dobrý. 

Dobrotivá nom. fem. Uebersetzung des lat. Benigna. 

Dobrý kommt 1. häufig vor in der Bedeutung adelig, es ist also 
der Gegensatz von chlap (vid. dieses). Es geht diess besonders hervor aus 
k. 224 der Kn. Tov. , wo vom Verluste der Ehre die Rede ist: „a taký 
odsúzený, buď stavu kterého koli, nemá s žádným člověkem dobrým obcovati, 
ani v svém stavu státi ; než chceli za pluhem choditi a zemi ploditi neb do 
zákona se dáti a mnichem býti, to móž učiniti." Es geht diess ferner hervor 
aus den Bestimmungen des böhm. Rechtes über die Qualität der Zeugen, 
wobei zum Ueberflusse häufig das Wort zeman , zemanský , vladycký bei- 
gesetzt wird: sedm vládyk lidí dobrých a zachovalých (On. z D. či. 30); — 
sedm zeman dobrých lidí usedlých (Půh. Kn.). Daraus erklärt sich die 
stehende Phrase in den Pühonen, dass, wenn der Angeklagte leugnen sollte, 
der Kläger habe : na něj dosti dobrých lidí. — 2. in der Bedeutung des 
franz. brave: já vidouc to, že mi nic odpovídati nechtěl, než vždy bráně 
se dobýval, řekl jsem k němu: na mne-li to míníte či na koho? Na to mi 
odpověděl: na tebe, nelíbí-li se, jsi-li dobrý, pojd oprav se (Půh. Brn. 1580); 

— Barský! páni bláznům dávají šnupky .... jsi-li dobrý dej. (Záp. Žer. 
I. 181); — budiž dobrý, muožešli, milý pane" (ai. 1472). 

Dobytek 1. das Vieh, pecus. 2. in älterer Zeit das Erworbene, das 
bewegliche Gut im Gegensatze von Grund und Boden, von do-byti erwerben, 
erlangen. In diesem Sinne kommt d. in der Kn. Roz. (či. 184, 209) vor; 
denn was dort příhlavný d. heisst, kommt in den späteren Quellen als pří- 
hlavné peníze vor. — Vgl. nabyt. 

Dohnati citationi terna vice finnem facere; in jenen Processen, wo 
eine dreifache Citation nöthig war, die zweite nnd dritte Citation ankündigen, 
wodurch der Geklagte verbunden war, vor Gericht zu erscheinen. (Kn. Roz. 
či. 55, 57, 04, G5, 08, 100, 201). 



— 39 — 

Doch, tlusek, Strohbündel zum Decken der Dächer, glos : vvtrhše 
dva došky každému jeden na znamení přidědění dali jsú. (Půh. 01. 1499 
f. 53 b); — vytrhulíc šindel neb z střechy došek dadí přisuzenému v ruce 
(Kn. Tov. k. 122). — Wahrsch. aus dem deutschen dach entlehnt. 

Doiueiii pohnati, Jemandem die Citation dort einhändigen, wo er 
sein Hauswesen hat. (Kn. Roz. či. 18). 

Doiiiovitý =: 1. domácí, familiaris , Hausgenosse: ktož o svých a 
najvíce o domovitých péči zamešká (Tom. Št. 88); — 2. der, welcher sein 
eigenes Hauswesen hat, Gegensatz von tkáče (vid. dieses) : tkáče pohoniti 
trhy jako jiné domovité lidi. (Kn. Roz. či. 60). 

Dopoiuožeiié das für den Rechtsbeistand gezahlte Geld : kdo o 
jakékoli peníze koho při právě horenském obžaluje a horný jemu dopomůže, 
ten každý jest hornému dopomožcného dáti povinen z každého zlatého po 
1 gr. bílém (MS. LA. M. VH. 3, f. 25). 

Dopustily: oučin d., die begangene Missethat. (Tom. St. 222). 
Dora, Dorka, Dorota nom. fem. Dorothea. 

Dostaly fide dignus , verlässlich : na miste toho umrlého rukojmí 
tak movitého a tak dostalého postaviti (Urkd. der Kath. v. Kunstat 1407 
im Olm. Stadtarcli.) anstatt des in Bürgschaftsbriefen vorkommenden : jiného 
rukojmí místo tolio umrlého tak dobrého a mohovitého postaviti (vid. z. B. 
Kn. Tov. k. 169). 

Dostivý hinlänglich = dostatečný : jestliby ten list dostivý byl k 
její opatření, .... pakliby dostivý nebyl .... (Půh. 01. 1494). 

Došlák: kolečka, lopaty, krátce, špice, došlaky (Čas. č. Mus. 1885 
p. 283) wahrsch. vom deutschen durchschlag = 1. der Seichkorb; — 
2. ein Werkzeug , womit Löcher in Metallstücke , Blech u. s. w. gemacht 
werden; daher im Lex. s. Jac. : durchschlag penetrale, uno modo est instru- 
mentum fabri. 

Dotržíti , den Kauf zu Ende bringen : koně dotrženi a koupeni 
nejsú (Kopiář 1569). 

Doušky das Trinkfest , welches nach bestimmten Feiertagen oder 
profanen Festen z. B. Hochzeiten abgehalten wurde, namentlich das Gelage 
nach der Gränzbegehung, die um Pfingsten statt fand: ten pondělí v doušky 
po SV. duchu (Ač. 2, 207). 

Doživotní der Gegensatz von zástava, das Eigenthum, welches 
Jemanden bis zum Lebensende gehört, das Leibgcding: pohoní ho z zástavy 
i doživotního (Půh. 1412). 

Dr.íb 1. der Miethsoldat zu Fuss, pedes mercenarius, stipendiarius ; 
entlehnt aus dem deutschen traben (althd. drabön, mithd. draben) : o vypra- 
vení 3000 drábů snesli, aby 3000 pěších přijato bylo (Pam. kn. pr. Brn. 



- 40 — 

1535 f. 58 b) ; — jestližeby pak přes to tíž bezpotřební drábi po vesnicích 
choditi nepřestávali, mají jim šaty, ručnice, branč odjímány býti. (Landtag 
1504). — 2. der Diener beim Patrimonialgericht. 

Drabant , die Landestrabanten, deren Stellung und Dienstleistung 
aus folgendem erhellet : dvě osoby hodné mají k tomu od p. hejtmana 
nařízeny býti , kteřížto p. hejtmanovi a purkrabímu v poslušenství státi a 
náležitou přísahou zavázáni býti mají .... pakliby kdo do okršlku klášter- 
ského zvláště pak do soudnice s zbraní šel, ta jemu má od purkrabího 
anebo drabantův k ouřadu purkrabskému nařízených vzata býti .... pacho- 
latům drabanti nemají do soudné světnice dáti choditi .... aby každého 
roku drabantům šedesáte zlatých spravováno bylo. (Landtag 1583). Sie 
hatten auch Aufträge des Landeshauptmannes zu vollziehen: jak jsem přijel, 
skrze služebníky své nejvyšší pány ouředníky přivítati jsem dal, jiným pánům 
obyvatelům skrze drabanty jsem v známost uvedl. (Žer. Sněm. 1612 p. 2). — 
Die Eidesformel der Trabanten ist enthalten in einem Manusk. des Brünner 
Museums N. 349 Fol. 100 b): já N. na tom přisahám Pánu Bohu etc. a JMti 
p. hejtmanovi a purkrabímu mark. Mor., že chci a mám věrnost, poslušnost 
i pilnost ve všem , což mi od JMti p. hejtmana a od purkrabího poručeno 
bude, podlé své nejvyšší možnosti zachovati. — Ygl. dráb. 

Dračí řád , der Drachenorden , von K. Sigismund um 1418 zur 
Ausrottung der Ketzer errichtet. Die Insignien waren : ein erlegter Drache 
an einem Kreuze hängend, an einer goldenen Kette auf der Brust getragen. 
Mit des Königs Tode ging auch der Orden ein. 

Dráha, der Viehtrieb, der Durchtrieb, actus: dederunt tres virgas 
pro via communi, quae vulgariter dicitur dráhy pellendorum pecorum atqué 
gregum (Dob. Mon. 6, 69) ; — exitům vero gregum , qui vulgariter dráhy 
nominatur (CD. 4, 242) ; — altsl. dražati roden , draga der gebahnte , aus- 
getretene Weg. 

Dreiling ein Mass für Wein (auch für Getreide) , das je nach der 
Gegend verschieden ist: jomu s dvaciti drailinky vína uložili jsme (Kn. Tov. 
k. 16); — a ten dreilink pokládám za 6 hřiven (Půh. Brn. 1406 f. 25); — 
od každého dreilinku vína přivezení aby jim dvě kopě na počtu Míšeňském 
dávány byly (Priv. Tov. f. 240). Der böhm. (Kuttcnberger) und der mähr. 
Dreiling hielten 20 Eimer: žádný nemá dreilinky níže 20 věder dělati 
(Diplom. 1549); — osmnácte dreilinku vína to jest třidceti šest beček 
(ai. 1598 MS. LA. M. YII. 3, f. 13 b); — dreilink 640 pinet držel. 
(Pam. Kutn. 43). 

Dřevo 1. der Stammbaum: a těm kol enom móžeš srozuměti v onom 
dřevu napřed, ještoť jest napsáno (Tom. Štít. 65). 2. die Lanze: a my měli 
jízdných padesáte a měli oni jedenácte dřev a my pět (Ač. 3, 385). 

Drizeci vid. Drizžec. 

Dřizžeč (drizeci CD. 1, 179) der Holzfäller, Ilolzknecht altb. dřizhu, 
dřizhati findere spalten, altb. dřiezha = neub. tříska das Spaltholz. 



— 41 — 

Drnová voda, Drnovkn von drn der Rasen, das Wasser, welches 
diucli die Obertläclie in das Bergwerk sickert , das Regenwasser , welches 
sich in den Gruben ansammelt. 

Droslar, der Trossbube, calo: droslárové pro posluhu se připojují 
(Com. j. 1. 698); — mitlat. trosellarius qui fasciculum defert DC. , mithd. 
trossen. 

Drtel im Bergbaue eine bestimmte Arbeitszeit, wahrsch. e germ. 
drittel, weil die Arbeit früher in drei Schichten eingetheilt war. 

Drul» (dei'ho, drugo, driiho) 1. der niedere Adelige, welcher zur 
Gefolgschaft eines Bannerherrn gehörte : Chřepec de Lisinicz drugo Lutoldi 
(CD. 2, 162 ai. 1225); — Kunratec druho domini Benedae (CD. 3, 353 
ai. 1263); — si nobilis vir et non druho super se habuerit nárok, puer 
pro ipso subeat Judicium (CD. 2, 210 ai. 1229); — altsl. drugi, socius, lit. 
draúgas comes, got. ga-drauhts miles, driugan stipendia merere, kelt. drog 
factio. (Ygl. družina, panoše). — 2. der einem Oberbeamten untergeordnete 
niedere Beamte (vid. komornic druh). 

Driiiii : de usione quantum drum dicitur 4 grossi pendentes videlicet 
in ponte ligneo (Jura et Stat. civ. Prag. 1347) das (Brücken-) Weggeld; 
vgl. alts. drum^ via, via regia, gr. ÖQOfio^. 

Di'uzbadliiice vid. družebiiá neděle. 

Družebná neděle dominica de rosa, de fontanis, laetare der vierte 
Fastensonntag. — Der Name stammt wahrsch. von druža (družka, droužka) 
die Genossin, besonders die Blumenmaid, Kränzelmaid und weist auf die 
Festfeier hin, mit welcher die Rückkehr der Frühlingsgöttin Yesna begangen 
wurde. Noch jetzt führt man in manchen Gegenden Böhmens an diesem 
Sonntage eine sogenannte Königin (královna) herum , welche von Festjung- 
frauen (družky) begleitet von Haus zu Haus geht und den Hauswirthen die 
Ankunft des Frühlings verkündet. In Serbien begeht man diese Feier erst 
am Sonntag quasimodogeniti , welcher desshalb dort auch družičala heisst. 
— Ygl. Vesna und in der HL Abth. dranschkentag. 

Družina , die Gefolgschaft des Bannerherrn , die rittermässigen 
Knechte zum Unterschiede von der čeleď und zwar gewöhnlich mit dem 
Beisatze dobrá: že Yaše Milost ráčili svú dobru družinu, rytíře i panoše 
k mé potřebě vyslati. A té dobré družině velmi děkuji, že sú mne na všem 
poslušní (1425); — na tvém dvoře, jakožto ctného pána a před tiíto dobru 
družinu .... abyste vy, ty pane napřed i všecka tvá družina a jiní dobří 
lidé se jeho vystříhali (Kn. Tov. k. 176). — Ygl. čeleď, rota. 

Družiti einfügen, befestigen, z. B. plot, aus Latten einen Zaun 
machen; bei Štít. 168: prodružil dva mečem durchbohren, perfodire; vgl. 
altsl. drag tignum, dračiti affligere, coarctare. 

Drviště der Holzschlag: o lesích hájených a drvišti (Půh. Olm. 1486). 



— 42 — 

Dryje der Dreier im Würfelspiel, aus dem deutschen drie entlehnt. 

Dry^läk 1. der sanfte Passgang des Pferdes, der Zeltergang. 2. das 
Pferd, der Zelter selbst equus gradariiis; entlehnt aus dem deutschen 
dreischlag. 

Držení der faktische Besitz ohne Rücksicht auf den Rechtstitel : 
že mi drží bez boha a bez práva dvór (Půli. Bi'n. 14()() f. 25); — že nám 
drží naši ves nemaje k tomu práva (i'üli. Brn. 1447 f. 36 b); — kdo věno 
ženě náležité drží (Zá]>. Žer. 1, 51). 

Držeti v pülioiicdi , v (leskách tenore in citationibus aliquem. 
Dieser seltsame Gebraucli hat seinen Grund in dem sogen, útok (vid. 
dieses), welcher eigentlich nichts anderes war als eine W(>tte , welcher von 
zwei Gegnern zuerst citiren dürfe. Doch wať er nur möglich in jenen 
Processen , wo eine dreimalige Citation vor sich gehen musste. In diesem 
Falle hatte der Kläger das Rocht, den ersten und zweiten Půhon bei der 
öffentlichen Ausrufung derselben vor Gericht aus den Gerichtsbüchcni (desky 
půhonné) ausstreichen zu lassen; den dritten pühon musste er aber ausrufen 
lassen. Da aber nur der ausgerufene Piüion rechtsgiltig war, so war bei 
dieser Sachlage eigentlich erst ein Půhon und es wurde noch zweimal 
citirt; dieser Vorgang, welcher, weil zwischen jedem Půhon sechs Wochen 
vergehen mussten, dreissig Wochen in Anspruch nahm, hiess držeti v půho- 
nech. (vid. Kn. Roz. či. 75 — 112). Da aber diess zu vielen Missbräuchen 
Anlass gab, so wurde jeder, welcher die Klage gleich nach dem dritten 
Půhon nicht durchführte, abgewiesen: ktož lidi v póhoních drží dlúho na 
zmatek, aby každý, ktož na koho žaloby na prvé roky neprovede , aby ten 
pohon měl z desk vymazán býti. (Ond. z. D. či. 114). 

Dubec, eine Waldrobot, die im Fällen und Zuführen von Eichen- 
holz bestand: roboty, jenž se jmenují dubec, měli jsou z práva činiti a vézti 
a skrze tu vozbu že jsou k škodám přicházeli a také roubáním lesu že jsou 
někteří smrtí sešli. . . . jsou se podvolili místo vození toho dubce platiti . . . 
(Priv. Tov. p. 150). 

Dudek, eine pol. Münze 1^/,, Kr.; wurde durch Landtagsschlüsse 
öfter verboten. 

Důlion, Diiliuniii list die endliche Gestelligmachung vor Gericht 
nach der ersten erfolglosen Citation: jestližeby kteří po půhonu nesvědčili 
a svědčiti nechtěli , ti mají listem důhonním od úřadu obesláni býti , aby 
svědčili; pakliby přes to nesvědčili , má na ně právo stanné pro sumu v 
půhonu jmenovanou dáno býti. (LO. 15G4 f. 196); — vyšel půhon na pana 
Bechyni .... vyšel důhon na téhož pána (Čas. č. Mus. 1864 p. 104). — 
Ygl. dohnati. *^ 

Ducliovenství, das Gut einer geistlichen Korporation : jest Dalešice 
duchovenství a Karličky toliko je v zástavě drží (Záp. Žer. 1, 189); — že 



— 43 — 

nemá žádný duchovní té moci , aby duchovenství zavazovali (ibid. 247). — 
Vgl. království, nia rkrabství. 

Diiiiiploeh im Bergbau ein Mass von 4 Präger Ellen; aus dem 
deutschen d u ui p 1 a c h t e r. 

Diipltykyta der Doppeltaffet, vgl. ilykyta. 

Du8ka ein dem Briefe beigelegtes Blättchen, der Briefeiuschluss, 
gewöhnlich vertraulichen Inlialtes, wovon viele Beispiele im Archiv český 
z. B. 1. 371. 

Dušiiík: dal zemu bogu i svatému Scepanu se dvěma dušuíkoma 
(Erb. Reg. 1, 53); — Ten dušník cum terra sna (ibid. 177); — unum 
hominem, qui vulgariter dušník nuncupatur (ibid. 380). — D. bedeutet das- 
selbe, was animator und proanimatus in den mitlat. Urkunden bedeutet. 
Dobrovský in den Abhandlungen der böhm. Gesells. f. Wiss. 1785 p. 193 
übersetzt es mit Seelknecht, dahin auslegend, dass es Leibeigene bedeute, 
die nichts eigenes hatten als ihre Seele, indem alles übrige, ihre Kräfte 
und ihr Leib ihrem Herren zu Diensten stand. Dem ist aber nicht so, denn 
dušník bedeutet den proanimatus (pro requie animae datus) , den einer 
Kirche für die Seelenruhe eines Yerstorbencn geschenkten Hörigen , damit 
er ihr zinse, wie denn auch zadusí (= co za duši se dává, quod pro anima 
datur) ein für die Seelenruhe eines Verstorbenen einer Kirche gechenktes 
Gut, später das Kirchengut schlechthin heisst. — Vgl. neugr. xin'xaotov man- 
cipium Sklave: (hrtdcoy/iv «irw xpv/ánia Sío (de Admin. c. 32); xpv'ianiov 
erscheint schon im altgr. als demin, von i/T/ř/ , welch' letzteres bei den 
Byzantinern auch homo , Mensch bedeutet, also ipv/ánior von '^pvyJi ^ wie 
animator von anima und dušník von duše der für Erwirkung der Seelenruhe 
eines Verstorbenen geschenkte Hörige. 

Dváky zusammengezogen aus dva háky = dva prsty duo digiti 
(aus dem deutschen der Hacken = Finger) ; dva háky jinak dva prsty na 
prsy vložíc (Ond. z. D. Ač. 2 , 495) ; — dváky pravú ruku (Kn. Rož.) ; — 
aby na něm dva háky položil (Maj. Car. Ač. 3, 103). 

Dvojhák, der Doppelhacken, aus dem anfänglich 8, später nur 
4 Lotli Blei mit 4 und 2 Loth Pulver geschossen wurden. 

Dvojice die Zwietracht, Zwicfalt: by skrze ty dvojice obecné dobré 
se nedlilo (1446). 

Dvojiti se sich entzweien: slyšíme, že se duchovní i světští velmi 
dvojí, strany činí a také že se proti sobě válkami strojí (1416). 

Dvořák svobodný , der Freisasse , der Freibauer , welcher zwar 
nicht adelig, daher nicht vom Stande war, aber doch in keinem Unter- 
thänigkeitsverbande stand. Sie hatten das Recht, gleich dem Adeligen, beim 
Landrechte unmittelbar Klagen einzureichen : Mach svobodný dvořák pohání 
dvěma půhony (Záp. Žer. 1, 63); — ňáký dvořák pohnal V. Lhotského. 



— 44 — 

Ohlásil se k tomu Katarýn , že ten dvořák svobodný není, na dědictví že 
nic nemá a poddaným jeho že jest a tak práva ku pohánění že neměl 
(ibid. 115); — T. na místě těch dvořáků ukazoval listy svobody a nadání 
jejich (ibid. 182). Sie hatten das Recht, ihre Höfe in die Landtafol zu legen 
und leisteten jenen Grundherren, in deren Bereich ihre Höfe lagen, kein 
homagium: odpověd dali, že poddaní p. Ploského nejsou, než svobodní lidé 
a že dvory své v dskách mají, nad to, že člověčenství nikdy 
neslibovali (ibid. 197). Der d. sv. musste also nicht bloss ein íreiver- 
erbliches Grundstück besitzen, er musstc auch persönlich frei, d. h. er durfte 
kein Höriger sein; es konnte einem Hörigen di(! Erblichkeit eines Grundes 
zuerkannt werden ohne Yerleihung persímlichor Freiheit: Plesky dal pro- 
mluviti, že ačkoli ty dvory k dědičnému užívání puštěny jsou, avšak že 
svobodství osobám žádného dáno není, nýbrž že páni z Pernšteina panství 
sobě na nich pozůstavili (ibid. 201) ; — ukázal své výpisy z desk a byly 
dostatečné k dokázání, že jest dvořákem svobodným (ibid. 2, 177). Weil 
sie persönlich frei waren, wurden sie bei der Rcpartition der Steuern eigens 
angeführt, während für die Hörigen die Grundobrigkeit die Steuern ent- 
richtete : aby každý z obyvatelů z každého poddaného svého po jednom 
zlatém dal, svobodní dvořáci i jiní svobodníci každý po dvou zlatých. (Gedr. 
Landtagsschi. 1594 f. 129 b). — Ygl. dčdíiiník, nápravník, rychtář svo- 
bodný, svobodník. 

Dvorně stolz, rechthaberisch, ungebührlich : uvedl odpůrce pravdy boží 
a dvorně nakládal s těmi, jenž příchylni byli k pravdě boží. (SRB. 3, 262). 

Dvornost, Dvorstvo curiositas, Sonderbarkeit, Uebermuth: škodné 
dvornosti (Tom. St. 170); der Nomcncl. bei Hanka übersetzt curiositas durch 
dvorstvo und všetečnost. 

Dvorský soud auch manský das Hoflehengericht, Judicium curise, 
curiale, clientale vor welchem alle Rechtsverhältnisse der königl. Vasallen, 
ihrer Güter, die Heimfälle und seit dem 16. Jhdte. auch Morde verhandelt 
wurden. Anfänglich tagte diess Gericht zu denselben Zeiten wie das Land- 
recht (YŠ. p. 4); später viermal im Jahre und zwar den nächsten Tag nach 
BartholomaM, Martini, Pauli Bekehrung und nach dem Hcilthumfeste. Den 
A orsitz führte der Obersthof lehenrichter; als Beisitzer fungirten die vom 
Könige hiezu berufenen Herrenstandspersonen , deren wenigstens 8 sein 
mussten, und vier aus dem Ritterstande ; doch war zur Rechtsgiltigkeit eines 
Ausspruches die Anwesenheit von wenigstens 10 Beisitzern erforderlich. (LO. 
1564. vgl. Stránský p. 499). Die Gerichtsordnung war dieselbe, wie beim 
Landrechte; nur dass der půliDn durch einen Vasallen und nicht durch 
einen půhončí dem Vorgeladenen eingehändigt wurde S(út dem J. 1575 
konnten die Sitzungen dieses Gerichtes rcchtsgiltig nur in dem sogen, 
grünen Saale abgehalten werden. — (Vgl. Zriz. Vlad. Ač. 5, 151; und 
sudí dvorský). 



— 45 — 

Dvoiičeský i. c. groš der Doppclgroschen, dvoiigrošák (Act. Crim, 
Olom. ai. 1679). 

Dvůr curia, der Ilof: královský der königliche Ilof, panský 
der Herr enhof, der Herrensitz, š osovní der dem Stadtrechte untersteht, der 
städtische Meierhof, vladyčí der Edelhof, Rittersitz, kmetci Bauernhof, 
poplužný das Vorwerk, der Meierhof, nápravní curia fcodalis (vgl. ná- 
prava), římský curia romana. 

Dygiiovitý z. B. stříbro e germ. gediegen, gediegenes Erz. 

Dykyta (Tykyta, früher auch Tafat, Talfat) leinwandartig ge- 
webter Stoff aus gekochter Seide, der Taffet, mitlat. tafPata, pers. táfteh. 

Dým, Dýmové vid. poddymí. 

Dýmačka die Glashütte: ves pustá Bozdajnov, kde páně Stanislavova 
dýmačka jest. (urbar. Mirov). 

Dynovati : možnější těžce šacuje a když jednou výplatu složí, tedy 
jiní oficírové ještě po druhé je dynují o peníze. (Pav. Skal. 2, 392) von dem 
deutschen dienen, welches, ohne den Dativ der Person gebraucht, in Baiern 
eine Feudalgabe entrichten heisst; es ist daher gleichbedeutend mit 
holdovati, (vid. dieses). 

Džbernice ein Flüssigkeitsmass, namentlich für Honig, das zwei 
Kübel fasste. 

Eliška, Elska nom. fem. Elisabeth. 

Erb 1. der Erbe. 2. das Wappen: král móž erbem chlapa za vládyku 
vyvýšiti (Kn. Tov. kap. 233). 

Erbanuiik : že ani dílčím listem, ani smlouvou, ani erbanunkem 
nemůže právně nazván býti. (Záp. Žer. 1, 144) korrumpirt aus dem deutschen: 
erbeinigung. vid. spolkový hst. 

Erbovní lidé die ein Wappen haben. 

Erckaufr e germ. Der Erzkaufe r, jene, welche die Erze von den 
Gewerken kauften, sie schmolzen und das gewonnene Gold, Silber u. s. w. 
an die landesfürstl. Münze verkaufen mussten. 

Erctaler e germ. der Erztheiler, welche die Erze nach bestimmten 
mit dem königl. Zeichen versehenen Maassen zu theilen hatten. 

Facali, Facalik, Facalit, Faralitka das Schnupftuch : rácíš-li mu 
košili některou neb facalí odeslati (Listy Žer. 3, 120) aus dem ital. fazzo- 
letto entlehnt, mitlat. faciletum , facitergium, welch' letzteres im Lex. s. 
Jacobi durch Antlitztuch treffend übersetzt wird. 

Facün (vacun): košilí, čechlův, věncův, facúnův (JRB. 3. 244); — 
číška tafatova, podušky, facún s perlami (Půh. Olom. 1531), wahrsch. Haar- 
bänder, die mit Perlen geschmückt waren ; nach der Stelle bei Štítný : budeliť 



— 46 — 

míti krátko "^'l^^sy? «'^Ic nafalšujo je vacúnom (llťihvin oiii falschor liaarzopf ; 
yielleicht aus dem mittellat. facium =^ faseiculum die Binde, oder íVariz. faeony 

Fafriioch häufiger im plur. Fafrnoeliy der Helmbuseh, die Helm- 
decke, auch die falschen Frauenlockeu, der Schmuck-Zierrath überhaupt, 
aus dem franz. fanfreluche flitter: heim, jeho/ fafrnochy mají ozdobeny býti 
barvil žlutú. (SRB. 3, 213) ; — heim, na němž přikryvadla nebo fafrnochy 
zlaté a černé barvy po obou stranách dolů visí (Lum. 1859 p. 257). 

Fach e gcrm. Fach, ein Maass für Häute, und zwar verschieden 
gezählt, meistens hundert Stück auf ein Fach. 

Falesiiik, falsificator , der Fälscher von Uikunden und Geld: ty 
časy V Brně pro falešné listy svůj konec vzal (Kn. Drn. 80) ; — gleitové 
nepomáhají falešníkóm (Kn. Tov. k. 201). 

Fallář: manichejští falláři (Čas. č. Mus. 1852 HI. p. 46) der Irr- 
lehrer e lat. fall o; daher falluvatí täuschen, irreführen: alty lid fallovali 
pod pokrytstvím kněžským (ibid.). 

Farfule Metallabschnitzel , viereckige aus Stangen geschniitenc 
Silberstücke; vgl. mithd. varvele (plur.) geriebener Teig, ital. farfalla. 

Fasuiik, der Wagen , namentlich der Leiterwagen : že by jich na 
tři fasunky nevzebral (SRB. 3, 4i)); — najlepší vozové s fasunky (Cas. č. M, 
1828, H. 23). 

Fedrfechtir: hejtmane mezi fedrfechtíry (Čas. č. Mus. 1848 p. 305) 
der Federfechter, eine Fcchtgesellschaft oder Zunft, die mit einem leichteren 
Degen, dem Rappiere , in einigen Gegenden Deutschlands Feder genannt, 
fochten. Sie nannten sich auch Freifechter von der Feder (svobodný 
šermíř od péra), hatten eigene Statuten; ihr Hauptmann, ihre Zunftlade 
und die Urkunden befanden sich in Prag. Wer vor dem Hauptmann und 
den Zunftvorstehern die Probe bestand, konnte sich des Wappens (vierfach 
getheiltes Feld mit zwei kreuzweise gelegten Schwertern , zwei zusanmien- 
gedrücktcn eine Schreibfeder haltenden Händen , eine Helmkrone , worauf 
ein goldener Greif) bedienen und als Meister seine Kunst lehren. Zu den 
Federfechtern gehörten meistens Drahtzieher, Drechsler, Gürtler, Klempner, 
Schlosser, Schneider u. s. w., während Bäcker, Feilhauer, Kürschner u. s. w. 
der Fechterzunft der Marxbrüder zugethan waren. — Ygl. Markus, Mistr 
dlouhého iiieěe, Svobodný sermír od péra. 

Fedrovati helfen , beistehen , Yorschub leisten , entlehnt aus dem 
deutschen fördern. 

Fedroviii list 1. litera promotoria , der Empfehlungsbrief z. B. : 
quia D. jiuleus noster in nonnullis negociis suis vadit in regnum prefatum 
Poloniac exhibitor et ostensor prcsencium, ideo supplicamus , quatenus cum 
bene et favorabiliter tractaretis etc. (Kn. Tov. ed. Demnth p. 141). 2. Der 
Entlassbrief, welcher Taglöhncrn oder Dingarbeitern gegeben wurde, wenn 



— 47 — 

sie von ihrem Gnmdlioi'rn auf Arbeit auszogen oder den sie von ihren Lohn- 
herrn, wenn sie aus der Arbeit traten, erhielten (Böhm. LO. 15ö4 f. 161); — 
a jestližeby kdo svého služebníka poslal z pánóv, prelatóv, z rytířstva, měst, 
i kupci, aby jim fedrovní listy dávali pod pečetí, že jest služebník jeho, a 
kterýby toho neměl, ten aby vzat byl (Pam. Kn. Pr. Olm. 1517 f. 40 ai. 1510). 

FefeJ, Feflík das Band am Helme, der Haube u. s. w. : čepice s 
hedbávným feflíkem (Had. pr. 71), mithd. faile, vele, lat, velům, frz. volle, 
spätere deutsche Form fechcl ein Band, das an den Schleier geheftet rück- 
wärts herabhängt; — im Lex. s. Jacobi vijel der Klosterfrauen vitta monia- 
lium, heutzutage der weihel. 

Felba der Halbsammt, Wollsammt (Felbel) aus dem ital. felpa. 

Féiia nom. fem. Philomena: Fena socrus Yyknani (])B. 11, 305). 

Feriiiež ex germ. Firniss , mitlat. fernisium : figura panny Marie 
fermežovaná a zlatem vyložená. 

Ferštal vid. Ferslat. 

Ferštat (im Lumír 1860 p. 879 unrichtig ferštal) : „aby vlaská 
sukna harasy , ferštaty dělána býti mohla" e germ. for stát, vorstat, 
welches das Lex. s. Jac. als „praetexta , genus panni nobilis" erklärt. Da 
nach du Gange praetexta „limbus intextus, acu pictus" und praetextus 
„praetexta vestis, cui adsutum aliquid ad ornamentům" bedeutet, so dürfte 
fers tat einen geblümten (Mohairartigen) Stoff bedeuten. Grimm's Wbch. 4, 
sp. 3 hat: „for st ein Gewebe von Seide, Wolle und Leinen, wahrsch. das 
mithd. arraz." — Ladisl. von Lobkowitz Hess im J. 1558 ital. Arbeiter kommen 
und führte so die Bereitung dieser Stoffe in Böhmen ein. 

Fersuchar. Der Münzprobirer (aus dem deutschen Y ersuch er): 
aby se přísady a zrna umenšiti nemohlo, k tomu vydali fersuchara ... a ti 
fersucharové jednoho každého werku jednu probu vezměte (Ač. 4 , 487). 
Es waren bei der Münze zwei , einer vom Könige , der andere von den 
Ständen ernannt. In der LO. vom J. 1564 heisst der F. probíř; vid. dieses. 

Fěrtoch, Fěrtiich die Schürze ex germ. Vürtuch: pokuty od 
Evy N. , že sobě fěrtuch přepáliti dala (MS. Hochw. ai. 1666) = stuprari. 

Feyrovati : dostal se na obecní máry a byl slušně feyrován (Čas. 
č. Mus. 1832 p. 324) e germ. feuern = heizen, die Feuer- oder heisse 
Tortur. 

Fidrholec : byli vražedlníci a mladí padouši z fidrholce (SRB. 3, 325), 
ein Wald am Wege von Böhm. Brod nach Prag , berüchtiget wegen der 
dort sich aufhaltenden Wegelagerer: est hie silva, per quam Praga Brodam 
euntibus iter habere est necesse et quae Fidrolec vocatur , latrociniis eo 
usque infamis, ut cum locum furibus obnoxium vocare volumus , proverbio : 
„jest tu CO na fidrolci" dicere soleamus. (Stran. res. boj. p. 21). 

Fila nom. viri = Philipp: poh. Filipa jinak Filu (Půh. Ol. 1581). 



— 4S — 

Fílozet, die Flockseide, jene Seidenfäden, die beim Einsammeln 
der Cocons an den Reisern hängen bleiben. 

Fimal, Fiiiiol der Eisenkeil, Steinbrecher e germ. Fimmel, Femel : 
lopaty, krátce, fimále (Čas. č. Mus. 1885 p. 2S3, vid. Gr. Wbcb. III. sp. 1638). 

Fl(»rek, Floreš, Floryš nom. viri Florian. 

Florian in der Prag. Diözese am 5. Mai, wie mehrere Missale der 
Prager Diöz., welche im böhm. Museum aufbewahrt werden, angeben ; so das 
Missale ai. 1498, ai. 1502; ebenso in den Datirungen z. B. v úterý den 
SV. Floriana (ai. 1394, wo der 5. Mai auf einen Dienstag fiel. Ač. 1, 53); — 

V pátek den sv. Flor. (SRB. 3, 359 ai. 1514); — v úterý den sv. Flor. 
(SRB. 3, 457 ai. 1523). 

Fius entlehnt aus dem deutschen Fluss, 1. ein Kartenspiel „dessen 
Pointe wahrsch. darin bestand, mehrere gleiche Karten in unmittelbarer 
Nacheinanderfolge ausspielen zu können" (Gr. AVb.). Aus SRB. 3, 519 geht 
aber hervor, dass diess das sogenannte einunddreissig sei: 1. 1512 začali 

V Cechách flusa hráti .... Mišňáři přes hory nakoukají již-li v Cechách 
flusa hrají, o nic více by nestáli, jen aby jedenatřicet měli. — 2. rheu- 
matischer Krankheits Stoff', der im 15., 16., 17. Jhd. eine bedeutende Rolle 
spielte und in der Yulgärmedizin des Landvolkes bisher noch spielt: rýma 
jest flusů kapání gravedo est catarrhi destillatio (Com. j. 1. 300); — listí 
šelvějové jest výborné lékařství lidem dychavičným , na plice neduživým, 
kteříž ustavičně kašli a jimž studem flusové z hlavy do prsů padají (Vel. 
Math. p. 245); — pilulka jí takový flus strhla, kterýž jí tvář, ústa, jazyk, 
dásně, zuby, hrdlo, krk tak obklíčil, že pro oteklinu ani jísti, ani píti, ani 
mluviti srozumitelně nemůže (Brief Karl's v. Žer. 1628). 

Flusiiík , welcher das Hazardspiel Fluss spielt : u Hory peníze 
dělají, ale íiusníci hned je mají. (SRB. 3, 519). 

Flutek, Fl útky eine schlechte um's J. 1421 aus Kupfer geprägte 
Münze, vom deutschen flott benannt: dělali peníze z pouhé mědi a těm 
sú říkali flutky. (Ygl. Pal. Děj. III. 1, 480). 

Fojt, der Stadtvogt, der Dorfrichtcr : za fojta M. a za konšelův. 

Folk: ktoby kurvy přechovával jim folk a svobodu dávaje (Cas. 
čes. Mus. 1848 p. 201); — ktožby povaleče choval a jim folky činil (ibid. 
p. 202) e germ. die Folge = consensus (Grimm Wbch. sub Folge 2). 

Folkovati 1. nachgeben, zu Willen sein indulgentia , conniventia, 
blanditiae : tím sobě žádný nefolkuj (Vš.). — 2. zukommen: kto starší bude 
míti ve dskách, tomu to zboží má folkovati (Lib. cit. II. p. 2). — Aus dem 
deutschen folgen. 

Forberk allodium im Bob, entlehnt aus dem deutschen Vorwerk, 
der Meierhof. 

Forejtar c germ. der Vorreiter: pacholatům , kteří se forejtaři 
jmenují. (Lumír 1859 p. 256). 



— 49 — 

Foriiiaiiití das Fuhrraannswerk betreiben. (Půh. Brn. 1447 f. 51 b). 
Fortáš vid. Portáš. 

Fortgelt e germ. das Fahrtgeld, welches den Reitern gezahlt 
wurde, wenn sie ins Feld zogen. — Ygl. aiirytgelt, laufgelt. 

Fortiia 1. porta die Pforte. 2. der kleinere Ausgang der Stadtmauer 
neben dem Stadtthore: musely se klíče odvésti od bran a forten (MS. LA.). 

Forundhab entlehnt aus dem deutschen fahrende Habe: pobral 
forundhab klenoty, peníze, rúcha, stříbra, pasy, koně. (Půh. 01. 1412 f. 35). — 
Ygl. nad byt. 

Fraid das Einläuten der Markt- (Mess-) Freiheit, daher des Markt- 
anfanges: aby zvoněno bylo k sv. Bartoloměji a fraid aby předce držán 
byl (SRB. 3, 273) ; — rozkázali freid na rathouze zvoniti k novému jar- 
marku, (ibid. 277). 

Fragnář, Fragiiéř, Frakiiáí* e germ. der Fragner, der Greissler, 
der Pfaidler: trhoví lidé, ješto doma což bud prodávají, jakož jsú kramáři, 
fraknáři. (Štít. Nauč. kř. p. 97). 

Fraiihaizka die Händlerin: obeslány franhaizky, které handle vedou; 
která se ten čas neohlásí, má se jí handl přetrhnouti. (MS. LA. M. YHI. 44). 

Fratová voda, das Wasser, welches im Innern der Bergwerke aus 
den Oeifnungen des Gesteines sickert (im Gegensatz zur drnová voda, vid. 
dieses) e germ. dial. fr et ein kleines Loch, mithd. vraten reiben, bohren, 
vrat der Schund, die in Folge des Reibens entstandene Oeffnung. 

Frauciiiior, die weibliche Dienerschaft, Begleitung, entlehnt aus 
dem d. Frauenzimmer und dieses Uebersetzung des gr. und lat. ywaty.sTov 
gynaeceum ursp. das Gemach für die weibl. Bewohnerinnen des Hauses, 
der Familie. Es wird immer collectiv gebraucht: aby fraucimor z přítelkyní 
mých přivítati mohla (Listy Žer. 1, 105); — kázali jsme fraucimoru i pacho- 
latům vystoupiti. (Záp. Žer. 1, 147). 

Fraiíchreiťáři: Frankové, Slezáci, Frauchreitáři také té hry neřádi 
zmaří (SRB. 3 , 520) wahrscheinlich für Franchreitáři verschrieben , also 
gleich Frank = Freireiter? 

Freid vid. Fraid und Frid. 

Frej das freie Benehmen dem weibl. Geschlechte gegenüber , die 
Zügellosigkeit, mithd. vrie : páni syny své k nekázaní, frejóm a nešlechet- 
nosti dopustí (Kn. Tov. k. 217); — bez studu bydlí ve frejích, ve smilství 
pokoutném (Chelčic. Post. 29). 

Frcjunk (Freyunk), die Freiung d. i. die Tage vor oder nach dem 
eigentlichen Markte, der Yor- und Nachmarkt: aby toho jarmarku osm dní 
a s freyunkem obyčejným užívali (Urkd. für Eibenschitz 1535) ; — měšťané 
vína svá na freyunky jarmareční svobodně šenkujte; freyunky pak má purk- 
mistr dáti vyzváněti a provolávati a trvati mají dvě nedělo při každém 

4 



— 50 - 

jarmárce, týden před jarmarkem a týden po něm (MS. LA. M. Til. 3 f. 30); — 
při jarmarku páni starší mají svobodný freijimk na šenkování yín pouštěti 
íi takový freijunk týden před jarmarkem a týden po jarmarku trvati má. 
(Chron. Igl. p. 34). 

Frid (Freitl), der Friede, die Umzäumung : o freydích takové právo 
mají, že do sv. Jiří má jeden soused druhému svou mezi ohraditi, aby se 
jemu škoda od dobytka nestala; pakliby té ohrady neudělal (Urkd. f. 
Eibenschitz 1576); — mají po frydích okolo vinohradů choditi (MS. LA. 
M. VIL 3, f. 2G). 

Fryjd (frygd), der Friede als Waffenstillstand, der Schutz jus 
asyli: aby jim žádný gleit ani frygd nebo která svoboda nebylo spomocno 
(Čas. c. M. 1839 p. 236). 

Fuchsšvaiicer : klevetáře , fuchsšvancry a pochlebníky rád poslou- 
chal (Čas. č. Mus. 185S p. 373); jeho miláčkové a fuchsšvancerové ve všem 
jemu pochlebují (ibid. 374) e germ. der Fuchsschwänzer, ein listiger, schmeich- 
lerischer Mensch. 

Fukarovati. Geldgeschäfte betreiben: kupčiti a fukarovati (Res.) 
wahrscheinlich vom Bankhause der Fugger hergenommen; vgl. übrigens das 
niederd. fuggern = schachern. 

Fulfas: zavití hlavy její bylo velikých fulfasův a homonů (Hád. 
pv. 72); fremdes, wahrsch. aus dem deutschen entlehntes Wort; mithd. 
1. vullen, vüllen implere. 2. füttern, unterfüttern die Kleider und vas das 
Haar, die Rundwülste, deren mehrere zusammengebunden, mit einem Ueber- 
zuge versehen , mit Perlen , Borten u. s. w. verziert , eine länglich runde 
Kopfbedeckung bildeten. 

Fuut 1. als Münze nur im Stadtrechte vorkommend, das Land 
zählte nach Pfunden nicht: rukojmě z vraždy zavázáni mají býti v sumě 
50 funtuov, jenž činí 30 kop (Pr. Měst. im LArch. f. 104 b); — ačkoli při 
skládání vraždy 50 funtuov šacují se za 30 kop, avšak v jiných pokutách 
funt má za 20 gr. počten býti (ibid. 136). — 2. das Gev^icht eines Pfundes : 
pět set funtuov vosku (Kn. Tov. k. 210). 

Furák, der mit einer Fuhre geht, etwas führt: kde se obilí svážeti 
bude, tu obročník na poli k furákům dohlídati má (MS. Fridl. 1638). 

Futrmístr e germ. der Futtermeister, ein Stallbeamte , welcher das 
Futter für die Pferde des königl. Stalles zu versorgen hatte. 

Galioty vid. Kalioty. 

Gamael (leg. gamael): koflík stříbrný s šmelcem a čfyřmi gamaely 
vsazenými vůkol (Pam. arch. 1869 p. 338), für gamahel, gamajel, das heu- 
tige Camee, mithd. gámahiu, franz. camaieu, mitlat. camahutus, camahotus, 
camaheu, cameus, 1. vielfarbiger Edelstein, der Onyx, Sardonyx , Achat, 
Chalcedon etc., aus dem Cameen geschnitzt werden; — 2. Die Camee selbst. 



— 51 — 

Oarniuz : rcfectionom, quod vulgo dicitur garmiiz (Erb. Reg. 48) 
i. e. jarmiiz = dem mithd. warmuos brassica oleracea, kapusta, wo j statt 
des w steht, wie slov. japno und böhm. vápno; vgl. variuiiz. 

Gedcaiie vid. Iledcané. 

Oeiiuenský aus Genua ; g — é věci kandirte und andere Südfrüchte, 
die aus Genua bezogen wurden. 

Gerusa, Gemse nom. fem. Gertrud. 

Gleit e germ. 1. das sichere Geleite, salvus conuuctus, salva quardia: 
žádný ku právu jsa povolán nemá za gleitem odpovídati, než gleit má vzdáti 
a toho, oč jest pohnán, práva dostati. (Kn. Tov. kap. 65); — pán země 
neb hejtman muož obecný gleit dáti než žádný jiný . . . gleitové nepomáhají 
žhářóm, lúpežníkóm, zlodějóm, faleišníkóm, mordéřům a zrádcím. (ibid. kap. 
201). 2. auch gl et e germ. die Glätte beim Schmelzen des Silbers, das 
hiebei oxydirte Blei, welches durch das Glättloch abfliesst. 3. geglättete 
Leinwand, Kattun, Metallwaaren, Leder u. s. w. 

Glet vid. Gleit. 
Gloza die Glosse, glossa. 
Gmeiit vid. Kment. 
Gostiiiné vid. Hostinné. 

Grád 1. der Grad in der Münze: kdož ty zlaté dělati bude, aby je 
na tolik graduov dělali, jakož jsú od starodávna děláni bývali, jmenovitě 
má každý zlatý 23 graduov míti. (AC. 5, 497); — die bestet zu 6 lottn und 
gend der grád 32 pfennigauf das lot (Kaltenbäck Wien. Münzr.). — 2. die 
Stuffen oder Berggruben: že v grádích dolejších málo kde mohli těžiti (Pam. 
Kut. 149). 

Grnečné vid Hrnečné. 

Groš vom lat. grossus dick das dicke, massivere Geld im Gegen- 
satze zu den früher gebräuchlichen Bracteaten, den dünnen Silberblechmünzen. 
K. Wenzel II. Hess sie zuerst schlagen; obwohl einige behaupten, dass die 
erste Prägung derselben im J. 1296 erfolgte, so verdient die Angabe des 
Chronisten Franciscus, die ersten Groschen seien im Juli des J. 1300 durch 
Florentiner Münzleute in der Prager Münze geprägt worden, mehr Glauben. 
(SRB. 2, 55) Aus einer Mark Silber wurden nach böhmischer Zahl 60 Gr, 
und nach mährischer Zahl 64 Gr. geprägt, was einem Feingehalte bei der 
böhm. Zahl von IT'/^ Lothen = 262,505 Gramme, bei der mähr. Zahl von 18"/- 
Lothen = 280,008 Grammen, oder 23 fl. 62 kr. Oe. W. u. 25 fl. 20 kr. Oe. W. ent- 
spricht, so dass die ersten Groschen einen Werth von circa 39 Neukreuzern reprä- 
sentiren. Nach dem König, welcher sie zuerst einführte, hiessen sie Wenzels- 
Gr,, später schlechthin böhmische oder Präger Gi'. Die neue Münze war 
so vortrefflich, dass sie bald in die benachbarten Länder Eingang fand ; aber 
wie im ]^[ittelalter so oft, bemächtigte sich der böhm. Gr. bald die Spekulation, 

4* 



— 52 — 

indem dieselben von fremden Kaufleuten aus dem Lande gezogen wurden, 
während sie schlechteres Geld zurückliessen und schon der Chronist Fran- 
ciskus klagt: hie grossus numus jam jam manet undique firmus, Quem scio 
dispersuni longo, scd raro reversům. Diese Yerschleppung der böhm. Gr. 
ins Ausland noch mehr aber der Hang K. Johanns, durch Terschlechterung 
der Münze seine Kammer zu bereichern, waren der Grund, dass seit dem 
Regierungsantritte dieses Königs die Gr. einen Kupferzusatz erhielten, so dass 
der Feingehalt derselben vermindert wurde. Darauf bezieht sich die Klage 
des Tom. Štít. in seiner Ermahnung an die Herren (edit. Erb. 161), dass 
zur Zeit der Yorfahven der Zeitgenossen des Štítný durch den Kupferbeisatz 
72 Gr. für eine Mark gezahlt wurden; diese Angabe wird bestättiget durch 
eine Urkunde ai. 1316 : je für eine Mark 72 grosser prager pfennig. Die 
Münzverschlechterung nahm aber zur Zeit Štít. noch mehr zu ; an der- 
selben Stelle sagt er, dass unlängst (um 1373) für die Mark 80 ja sogar 
1 '/2 Schock d. i. 90 Gr. gezahlt werden niussten, so sehr war die anfänglich 
so gute Münze durch den immer grösser werdenden Kupferbeisatz im Werthe 
gesunken. Da hiedurch vorzüglich jene litten, welche Geldzinse zu beheben 
hatten, so wurde am Landtage vom 2. Nov. 1378 bestimmt: 1. dass fortan 
zu 100 Mark feinen Silbers nicht mehr als 12 Mark Kupfer legirt und jede 
Mark 70 Gr., jeder Groschen zu 12 Hellern ausgeprägt werde und dass 
2. zwei Münzwardeine, ein königlicher und ein ständischer darüber wachen, 
damit keine geringere Münze geprägt und in Umlauf gesetzt werde. Doch 
halfen diese Massregeln nicht viel ; namentlich trat während der Hussiten- 
kriege eine grosse Yerschlechterung der Münze ein; nachdem aber unter K. 
Georg durch das Einschleppen schlechter Münze besonders der schwarzen 
Pfennige aus Oesterreich und ebenso schlechter Münzen aus den schlesischen 
Herzogthümern und aus der Lausitz die Einbusse zu gross wurde, so dass 
ein böhm. Gr. in der Zeit nur 10 Nkr. Werth hatte, nahm derselbe am Land- 
tage des J. 1469 die Münzverbesserung vor, welche von den versammelten 
Ständen gebilliget wurde. Darnach sollte das Korn der neuen Groschen der 
Art sein, dass 24 derselben einen ungar. Goldgulden (Dukaten) und 18 einen 
rheinischen Gulden ausmachten ; die alten in Kuttenberg geprägten Gr. und 
Pfennige konnten gegen neue Gr. eingetauscht werden,wobei aber 14 Pfennige 
Kuttenb. Prägung für einen neuen Gr. gezahlt werden mussten ; zwei Pfennige 
alter Prägung machten einen Pfennig neuer Prägung, so dass also der 1469 ein- 
geführte Gr.7 weisse Pfenige (denarii albi, bílé peníze) enthielt. Dabei wurde 
jede andere Münze aus Böhmen ausgeschlossen mit Ausnahme der neuen Meiss- 
nergr. deren Werth auf 6 Pfen. festgesetzt wurde. (AC. 4, 437). Wie leichtkörnig 
der böhm. Gr. vor dieser Münzreform war, erhellt aus einem Yerzeichnisse, 
das unter K. Yladislav über den Werth dieser Gr. im Yerhältnisse zu den 
ung. Dukaten angelegt wurde: es cursirte ein ung. Dukaten im J. 1459 zu 
böhm. Gr. 42; im J. 1460 zu 42 Gr.; im J. 1461 zu 34 Gr.; im J. 1462 
zu 42 Gr.; im J. 1463 zu 48 Gr., im J. 1464 zu 48 Gr; im .1. 1465 zu 



— 53 — 

4772 f^r. (L. O. ai. 1564 f. 205), 1506 zu 33 Gr., 1570 zu 30 Gr. u.^ s. w. 
Derselbe Umstand wie unter K. Georg, die schlechte Münze nämlich in den 
schlesischen Fürstenthümern veranlasste K. Ferdinand I. zum unbedingten 
Ausweisen der Lignitzer Münzen, ferner zur Verordnung, dass alle in Böhmen 
cirkulirenden Münzen jedes Vierteljahr probirt und ihre Werthe im Yer- 
hältnisse zu den böhmischen bestimmt wurden (1543). Zugleich wurde (1544) 
festgestellt, dass die feine Nürnberger Mark weniger eines Quentchens 7 fl. 
14 Gr. 6 Pfen. böhm. gelten solle, den Gulden zu 24 Gr. und den Gr. zu 
7 Pfen. (nach rhein. Münzfusse) gerechnet; ferner wurde der Werth eines 
Ungar. Goldgulden auf IV2 Schock meissnisch oder auf 105 kr,, der rhein. 
Gulden auf 1 Schock meissn. und 12 Pfennige oder auf 72 kr., der Thaler 
auf 1 Schock meissn. oder auf 70 kr., der böhm. Gr. auf 18 kleine Pfen. 
oder 3 kr. gerechnet. (LO. 1564 f. 218). Nebst diesen Zahlmünzen gab es weisse 
Gr. zu 6 und die sogenannten hubačky zu 9 Heller. Zu Anfang des 18 Jh. 
rechnete man den weissen Groschen zu 2 kr. und 1 Pfen., deren 3 einen 
damaligen Kreuzer ausmachten (LA. Klost. Brück L. I. n. 42), so dass ein 
weisser Gr. 7 weisse Pfennige oder 2V3 kr. Conv. M. ausmachten und da 
80 weisse Gr. einen mähr. Gulden gaben, so betrug dieser 1 fl. 10 kr. Con. 
M. oder 1 fl. 22 kr. Oe. W., während der fl. rhein. nur. 70 kr. betrug. — 
Die in den Quellen am häufigsten vorkommenden Benennungen von Gr. 
sind: 1. gr, Janovy der Johannesgroschen in und für Schlesien geprägt 
namentlich für und von dem Bisthume Breslau; sie waren gewöhnlich mit 
dem Haupte des h. Johannes des Täufers versehen, aus sechslöthigem Silber 
gemünzt, so dass 36 Stück auf einen Gulden und 90 auf die Mark gingen; 
im Kurse wurden sie den meissn. Gr. gleich geachtet. — 2. gr. mečový 
der Schwert- oder Meissnergroschen, welche in Sachsen seit 1457 geprägt 
wurden, im Kurse gleich einem halben böhm. Gr. : groši bílými, kteřížto z 
komory královské šli ve 14 penězích neb dvou gr. mečových (Yel. Kal. p. 
39 ai. 1478). — 3. gr. saské s anjelem die sächs. Engelsgroschen, von 
1497 in einer Mühle bei Annaberg geschlagen, deren Kurs in Böhmen im 
J. 1573 auf 10 kr. bestimmt wurde. — 4. gr. široký zu 9 Heller. — 5. 
gr. široký stříbrný der breite Silbergr. zu 6 fl. 30 kr. Oe. W. — 6. gr. 
široký zlatý zu 18 fl. 90 kr. Oe. W. — 7. gr. tolský der Thaler zu 
1 Schock meissn. oder 70 kr., aber natürlich mit wechselndem Kurs so z. B. 
1612 zu 84 kr. 

Guldanec das Golderz, wahrsch. vom mithd. guidein erz. 

Guldaiitrop vom mithd. guidein tropfen der Goldtropfen, ein Erz, 
das mit Tropfen Aehnlichkeit hat, das Rothgültigerz, welches tropfenweise 
im Gesteine vorkommt. 

Gvarnise die Garnison : že zde nic více gvarnysi než 600 knechtův 
(Sehr. d. hist. Sekt. 17. p. 196). 

Habart 1. nom. viri Eberhard, daher Habartice Ebers- oder Eberhards- 
dorf. 2. der Wegwart custos itineris der Leibwächter. Aus dem Begriffe des 



— 54 — 

TAMbwächteis entwickelte sich 3. der Scherge , lictor : čehoť se ukrutnost 
habartů krák)vských nedovtípila. 4. die dem Heere vortrabenden lioiter : 
habarti neb rejtaři naši zjímali čtyry vězně (SRB. 3, 292.) — 5. ein Schimpf- 
wort : a zemanu uťali ruku, žo jim nadával habartů těm služebným (SRB. 
3, 408). In der sub. 2 — 5 angeführten Bedeutung ist die Abstammung dieses 
Wortes dunkel, das aber durch seinen Klang ebenfalls auf deutsches Gebiet 
hinweist. Nachdem seine Bedeutung = der Leibwart und nachdem es später 
auch im schimpflichen Sinne gebraucht wurde, so könnte man vielleicht an 
ahd. h o V aw ar t mithd. ho v e wa rt der Hofwächter und der Hofhund denken, 
welches Wort beide Begriffe, den des Wartens uud des Schimpilichcn in 
sich vereint? Oder ist es mit Lagebart = Larve, Maske ia Verbindung 
zu bringen? Oder war ein Wort habe wart, der Wächter der Habe, im 
Gebrauche ? 

Ilabaiii die Wiedertäufer, anabaptistře namentlich jene, welche im 
16. Jhdte. aus Mähren nach Oberungarn flüchteten, und dort sich Vorzugs, 
weise mit Töpferarbeiten beschäftigten, daher einige das Wort habani von dem 
deutschen Hafen herleiten. Es ist aber wahrscheinlich nichts anderes als eine 
Corrumpirung aus dem deutschen Haus-habcn (vid. dieses), welches in der 
Gliederung der Wiedertäufergemeinden eine grosse Rolle spielte ; auf diese 
Ableitung weist auch der mähr. Provinzialismus habán hin, der Gerne- 
hab, gleichfalls aus dem deutschen haben (goth. haban) habere, teuere ent- 
lehnt. — Unter Maria Theresia kehrten die H. zum kath. Glauben zurück. 

Ilabanstvi die Sekte der Wiedertäufer, vid. Haban. 

Ilabraiiky. So nannte das Volk in Böhmen die schlechte Münze, 
welche zuerst Herzog Ludwig von IJaicrn in Landshut prägen licss; es w;iren 
Pfennige, welche nur ein Sechstel des ISTennwerthes an Gehalt hatten und 
bald so verrufen wurden, dass sie mit dem Spottnamen Seh i nde rlinge be- 
zeichnet wurden, welcher Namen auch in Böhmen Eingang fand, als auch 
K. Friedrich sich verleiten Hess, eine ähnliche schlechte Münze, die soge- 
nannten schwarzen Pfennige (Černé peníze) für Oesterreich zu schlagen, die 
übrigens schon vor ihm Erz. Albrecht geprägt hatte. Obwohl Georg Poděbrad 
als Gubernator diese Münze an den Galgen nageln Hess, dieselbe in Bi'ihnK n 
verbot und jeden Kaufmann, der sich ihrer bedienen würde, mit Verlust 
seiner Waare und Freiheit bedrohte, so verbreitete sich diese Münze durch 
unredliche Schmuggler und Verkäufer so sehr, dass bald an energischere 
Massregeln gedacht werden musste ; doch bestand das beste Gegenmittel in 
der Prägung neuer Groschen, die in ihrem Korne den alten Wenzelsgroschen 
gleich waren. 

Habeš nom, viri ; vgl. mith. hábech der Habicht. 

Ilabrovanští die Sekte der Habrowaniten, welche von dem Gutsherrn 
von Habrowau, einem bei AVischau gelegenen Dorfe, Jan Dubčanský von ZdC uin, 
einem fanatischen Gegner der kath. Geistlichkeit, gestiftet w iirde. Er führte 



— So- 
den Grundsatz aller Sekten, dass die Bibel die einzige Quelle und Lehrerin 
des Glaubens sei, namentlich in der Richtung auf die Spitze, dass er jede 
Geistlichkeit für überflüssig erklärte; doch wurde seine Lehre von dem be- 
rühmten Lehrer der Unität, Bruder Lukas, heftig bekämpft, der alle Ver- 
suche des Dubčanský, seine Sekte mit der Unität zu vereinigen, entschieden 
zurückwies. Desshalb stellte sich Dubc. auf den Rath des schwärmerischen 
Mathias des Eremiten (SRB. 3, 435-437, 440, 445, 460; Gind. Gesch. d. 
b. B. I. 198 Ffg.) selbst an die Spitze der neuen Sekte, die in ihrer Lehre 
den Zwinglianern am nächsten stand. Er fand einen Genossen an Wenzel 
von Lulc oder Lilc (ein Dorf bei Wischau Mons Liliorum), woher die Sekte 
auch den Namen Lulečtí „die Lultscher" erhielt. Als nach dem Tode des 
Bruder Lukas (11. Dezember 1528) ein neuer Versuch zur Vereinigung der 
Hab. mit der Unität fehlschlug, legte Dubc. dem Kaiser selbst sein Glaubens- 
bekenntniss vor: da aber der Bischof Faber dem Sektirer in Gegenwart des 
Kaisers mehrere Irrthümer nachwies, wurde Dubc. gefangen genommen und 
im Kerker trotz der Beschwerdeschrift der mähr. Stände gehalten, welche 
hierin eine Verletzung der verfassungsmässigen Freiheit Mährens erblickten. 
Gegen Kaution von 10.000 Gr., dass er sich jeder weiteren Sektirerei ent- 
halten wolle, wurde Dubc. in Freiheit gesetzt; seine Sekte fiel auseinander 
und die Reste derselben vereinigten sich mit den AYiedertäufern. 

Hace, llacky die Hosen : má s něho vzíti až do hac (Kn. Roz. 
cl. 269); — Semiramis obyčej hac najprvé nalezla; — neb ješče v tu dobu 
nepoživachu hacek (bib. 1404), alts. gašti (dual.) tibialia, slov. gače , neu- 
böhm. gatě. 

Hati 1. die Feldschlange: hady vezl," jimiž zdi bořili (SRB. 3, 32), 
2. hedus der Bock, eine Maschine zum Einrennen der Mauern. 

Hádce, Hádci, der Vermittler, der Schiedsmann arbiter (von hádati, 
altsl. gadati im Sinne von loqui , putare , conjicere) : a přišel se mnú na 
dobré lidi, že jsem já dva vydal a on dva a tu mi jest slíbil pode stem 
hřiven, jestliže by na něm sešlo, aby mi propadl sto hřiven a tu jsem já 
býval na každém roce, kdež mi položili hádší, svýma oběma hádšíma a on 
jest nebýval (Půh. 01. 1412 f. 279) ; — a jmenovali své hádce neb ubrmany 
(Půh. Brn. 1447 f. 32); — jestliže by ti hádší oč se svoliti nemohli, ale 
ubrmana vyššího aby sobě volili a jakž by ten vypověděl, tak aby učinili. 
(Půh. 01. 1475 f. 103). — Vgl. dobří lidé, ubrman, sádší. 

Hafra nom. fem. Afra. 

Hájemství von hájiti hegen, alles was eingehegt, durch Gränzzeichen 
in sich abgeschlossen ist; daher z. B. das Revier: takového dříví v hájemství 
Oujezdském nemám .... v Příbramském hájemství nemám než malý lesík 
(List. Žer. 3, 50). Ferner der Umkreis ; im übertragenen Sinne das für eine 
Oertlichkeit ausschliesslich geltende Recht, daher h. auch das Meilenrecht 
bedeutet: proti právu našeho města, jež hájemství užívá, pivo vaří blíže 
míle (MS. LA.). 



— 56 — 

Hájení das Yerhegen und dadurch Yerbieten eines Geh-, Fahr-, 
Feld- oder Waldweges: různice vzešla o hranic zrušení nebo něčeho hájení 
(Ku. Tov. k. 215). — Ygl. zápověd gruntů. 

Ilajník vid. Hajný. 

Hajný, der Waldheger, silvanus: novem silvani = devět hajných 
(Maj. Car. Ač. 3, 132). Sie hatten nicht bloss den AA'ald zu bewachen, son- 
dern auch: potoky, lesy, štěpnice (MS. LArch.) und waren beeidet: my 
hajní přisaháme .... nikomu jak v lesích, v hájích, tak v porostlinách 
dříví všelijaké sekati, v mýtech a mladých lesích pásti a zvěři v nich stříleti, 
hranic a raezníkuov napravovati nedopouštěti. (Lum. 1859 p. 404). 

Hák 1. ein eiserner Haken auf einer hölzernen Stange, mit dem 
man die Reiter von den Pferden riss. 2. eine Büchse, der ganze Haken, 
aus der man 4 Loth Blei schoss. — Ygl. dvák, půlhák. 

Hakovníce die Hakenbüchse ; sie hat ihren Namen von dem eisernen 
Haken am Schafte, mittelst dessen sie beim Schiessen in einen hölzernen 
Bock befestigt werden konnte, der vor dem Schützen in die Erde gesteckt war. 

Ilalaparta die Hellebarde ; entlehnt aus dem mitlat. alabarda, franz. 
hallebarde, mithd. helmbarte, hellenbarte , (eine Barte d. i. ein breites Beil 
zum Durchhauen des Helmes). 

Haljuf eine Krankheit des Pferdehufes , der sogen. Straubfuss, 
welche durch Hohlgeschwüre entsteht; wahrsch. corrumpirt aus dem deutschen 
Hohlhuf. 

Haluzna ein weites, gewölbtes Zimmer, wo Waarenniederlagen sind ; 
aus dem mithd. hallhus das Hallenhaus, die Halle. 

Halze monile die Halskette : též mnohé paní pojdu bujně k oltáři 
v obojcích jako v halžích (Tom. St. 252) vom mithd. die halse, monile, die 
Halskette, der Kragen. 

Hani 1. das Fassvisir ama , vom mithd. áme , haeme das Normal- 
mass; — 2. der řlam- oder Hemmstock im Mühlgerinne, durch welchen die 
der Mühle rechtlich zukommende AYasserhöhe angezeigt wird; — 3. das 
Hemmholz , der Hemmschuh für AYagenräder; beides aus dem deutschen 
entlehnt. 

Hamerník der ein Bergwerk eröffnet, betreibt: vysadil sem mistru 
M. hamerníku dobývání rudy železné (Kn. Tov. ed. Demuth p. 159). 

Hamfest, Hamfesty , llampest , llantfe^t entlehnt aus dem 
deutschen die Handfesten; 1. Privilegien, Freiheitsurkunden nament- 
lich der unterthänigen Leute: hamfestové neb listové na grunty (LO. 15H4 
Index sub H.); daher übersetzt Rozk. h. durch cirographus. 2. emphiteosis : 
pro emphiteosi = z hantfestu neb prazápisu (Cod. j. b. H. 2, p. 257). 

Hanba ženské stupratio, die Nothzucht: z hanby ženské též právo 
jako z dívky; — neb jest přivolala lidi tu, kdež se jí hanba stala (Kn. Roz.). 



— 57 — 

Hant im Bergbaue e germ. das hangende. 

Hanuš nom. viri = Johann. 

Ilaiiiiš mistr der Meister, d. i. Scharfrichter H. , der Spottname 
für den Herzog Johann von Ratiboř , weil er 1397 vier böhmische Herrn 
auf der Burg Karlstein hinrichten Hess. (SRB. 3, 7). 

Hai'c das Scharmützel, das Tirailleurgefecht : ješto se k šikování 
nehodí, ty pusťte na harc a jednomu je poručte rozumnému, aby jimi po- 
tisknul nepřátele a zase aby jimi postupovati uměl. (Čas. č. M. 1828 H., 
p. 15). — Tgl. harcovati. 

Ilarcíí' der Hartschier, Hatschier, das bewaffnete Grefolge, die Leib- 
garde, vom ital. arciere der Leibwächter (eigentlich Bogenschütze), mitlat. 
arcarius, archerius = sagittarius. 

Harcovati 1. tirailliren: kdež vytáhnu na .pole v několika houfích 
chtíc vás shledávati aneb harcovati (Cas. č. Mus. 1828 H., p. 17); — k hradu 
harcovali a našich k bitvě pobízeli (ibid. 1830 p. 445); franz. h ar cel er. 
2. das Pferd tummeln. 

Harcovnice ein Geschütz, das von den Plänklern verwendet wurde 
und leicht transportabel war ; das Falkonet ? 

Harcovník der Harzellirer , Tirailleur, Scharmützler , Soldaten, 
welche der Truppe voraneilten und den Feind attaquirten; die Allarmtruppe. 

Hašek nom. viri wahrsch. = Johann , vielleicht aus der zweiten 
Silbe dieses Namens gebildet, ähnlich wie Jesek aus der ersten Silbe. 

Hastal nom. viri Castulus. 

Ha€ 1. Gestrüppe rubetum. 2. Reisbündel. 3. Reiserbrücke, ein von 
Strauchwerk gemachter Wasserdamm : ad pontem virgis factum , qui dicitur 
hat (Erb. Reg. 169), alts. gatb agger, slov. gata pons vimineus. 

Háta nom. fem. Agatha. 

Haufnice ein schweres Geschütz, die Haufnits, aus welchem man 
steinerne Kugeln von 25—200 Pfund, dann Steine, Nägel, Blei- und Eisen- 
stücke schoss. 

Háv die Rüstung, armatura: lid oděný, z nichž každý svój háv 
jměješe. (Čas. č. M. 1840 p. 290); — vielleicht vom lat. hab-itus das Mönchs- 
kleid? vgl. das mähr, háb, háby die Kleider. 

Havel nom. viri Gallus. 

Havíř, Havéř entlehnt aus dem mithd. houwer , hauwer der Berg- 
arbeiter. 

Hazuka: hazuky čisté turecké, jedna aksamitová, druhá zlatohlavová, 
ein langes mit Aermeln versehenes Gewand; das Wort wahrsch. orienta- 
lischen Ursprungs : vgl. mad. haezuka. 

(ve) Hbě ist der Lokal von Cheb die Stadt Eger, kommt manchmal 
in Datirungen vor z. B. Yel. kal. p. 63. — Vgl. Chbě. 



— 58 — 

lleblíiik obolus aus dem mitlid. helbeliuc die kleinste Scheidemünze, 
die Hälfte des jeweiligen Tfenniges. 

Hedbáví a) benátské, yenetianische Seide, b) kopřivové der Musselin? 

Iledbáviiík seidene Kleider, vestes sericeae: hedbávníky bílé a 
žluté (Had. pr. 72). 

Iledcané (Gedcane) die von Břetislav I. ira J. 1039 aus der Um- 
gegend der liurg Giecz (Gdecz) in Polen nach Böhmen versetzten Kriegs- 
gefangenen, welche in den Wäldern um Beraun angesiedelt wurden. (Kosm. 
ad. an. 1030). Ihr Name erhielt sich in den beiden Ortsnamen Iledecko 
und Ilcdčany. — Vgl. Chodové. 

Ilejtniaii zemský in den älteren Dokumenten hauptman z. , capi- 
taneus terrae, der Landeshauptmann, der erste ^\'ürdeiiträger des Landes, 
der unter diesem Namen zuerst 1298 erwähnt ward: Raymundus de Luten- 
burg capitaneus Moraviae (CD. 5, 105) ; seit dem Markg. Jodok hiess er 
auch starosta, von 1621 hiess er auch Gubernator , seit 1782 Präsident des 
Guberniums. Doch wurde er in der älteren Zeit nur dann ernannt, wenn 
Mähren keinen eigenen Markgrafen hatte. Obwohl er aber vom Könige 
ernannt wurde, so war der LH. bis zur verneuerten LO. nicht bloss Würden- 
träger und Stellvertreter des Königs , sondern auch Beamte des Landes, 
daher sagten die Stände am Landtage 1584: p. hejtman jsouc povinností 
svou jak JMti královské tak nám stavuom zavázán (Sn. p. Kn. f. 18). Es 
geht diess auch aus dem staatsrechtlichen Begriffe, welchen unsere Yorfahren 
mit dem Worte země (vid. dieses) verbanden. Wenn der König starb, so 
hatte der von ihm ernannte LH. den Landtag zu versammeln und in die 
Hände der Stände seine Würde niederzulegen, denen es frei stand, entweder 
denselben in seiner Würde zu belassen, oder einen anderen hiezu zu be- 
stimmen (Kn. Tov. kap. 1). Dieser von den Ständen bestättigte oder neu 
ernannte LH. blieb im Amte bis zur Huldigung der Stände dem neuen 
Landesfürsten, welcher das Recht hatte , entweder den von den Ständen 
bestellten LH. zu bestättigen oder einen neuen , aber immer mit Beirath 
des Herrenstandes zu ernennen (Kn. Tov. k. 11). Die vern. LO. aber 
bestimmte , dass der vom Könige ernannte LH. auch nach dem Tode des 
Königs im Amte zu bleiben habe (f. 24). — Als Stellvertreter des Königs 
führte der LH. den Vorsitz bei den Landtagen und dem Landrechte, als solcher 
war er der oberste Vormund aller Waisen, deren Eltern keinen Vormund 
testamentarisch eingesetzt hatten, an ihn als Stellvertreter des Königs gingen 
die Appellationen der königl. Städte von den Entscheidungen des TJnter- 
kämmerers (Kn. Tov. kap. 17). Als Stellvertreter des Königs konnte er in 
Abwesenheit desselben die Einwilhgung zu den spolky (vid. dieses) geben, 
nur mit dem Unterschiede , dass während der König diess auch ausseihalb 
des Landes thun konnte , der LH. diess nur auf mährischen Boden vorzu- 
nehmen berechtigt war, so zwar, dass, wenn ihn ein Gesuch um einen spolek 



— 59 — 

ausser Landes traf, das wegen Sterbensgefahr des Ersucliers schnelle Erledi- 
gung heischte, der LH. die Reise nach Mähren antreten musste , wobei er 
in dem ersten Gränzdorfe die Einwilligung zum spolek ertheilen konnte 
(Kn. Tov. k. 18, 20). — Der LH. war das Haupt des Herrenstandes und 
führte in der Kurie des Herrenstandes und in den Kurialsitzungen desselben 
den Vorsitz. In Ehrenbeleidigungsklagen entschied der LH. ursprünglich selb- 
ständig, später vor und mit dem Landrechte: roky hejtman klade; protož 
tento obzvláštní hejtmanský soud jest a před lety měl h. moc, kdekoli 
je slyšeti a kohokoli k tomu povolati, odkudž ještě podnes v nálezích rokových 
se klade: mezi N. a N. p. hejtman, páni a rytíř-stvo nalezli, ješto 
v nálezích půhonových toliko se dokládá: páni nalezli, a to proto, že za 
starodávna pře lidské toliko sami páni soudili bez vladyk, ale k rokům z 
jednoho i z druhého stavu hejtman povolávati obyčej měl. Nyní pak (roky) 
již při soudech zjevně se slyší, ale však jako před hejtmanem; protož i k 
němu se promluvení děje i on z potazu vynáší. (Záp. Žer. 1, 20). — Der 
LH. musste ein geborener Mährer, aus einer Familie des alten Herrenstandes 
gebürtig und im Lande begütert sein ; erst das Hofdek. vom 29. Jänner 
1791 bestimmt, dass das blosse Inkolat ausreiche. Die Amtsdauer des LH. 
war unbestimmt ; wie derselbe (vor der verneu. LO.) nur mit Beirath der 
Stände vom Könige ernannt werden konnte , so gab K. Mathias im J. 1608 
s.eine Einwilligung, dass der LH. so wie keiner der oberston Landesbeamten 
ohne Willen der Stände vom Amte entfernt werden dürfe; die vern. LO. 
bestimmt, dass der LH. alle 5 Jahre um Erneuerung seiner Bestättigung 
im Amte zu ersuchen habe (f. 22). — Zu Händen des LH. bestand seit 
1636 das Amt der königl. L andeshauptmannschaft und das königl. 
Tribunal, jenes für politische, dieses für judiciello Angelegenheiten, ferner 
die ständigen Komissionen und Deputationen, vom J. 1650 respektive 1680 
der L.-Ausschus und endlich seit 1763 das Gubernium. Seit die L. Haupt- 
mannschaft den Titel Gubernium führte, war der Gouverneur zugleich Direktor 
der Stände bis zum J. 1861, seit welchem wieder selbständige LH. ernannt 
werden. — Die Emolumente des LH. waren verschieden ; es sind mir nur 
zwei Dokumente bekannt, mittelst welchem LH. ernannt wurden ; im ersten 
vom J. 1417 werden dem LH. angewiesen: osm hřiven moravských s dvacíti 
dreilinky vína (Ku. Tov. k. 16); im zweiten erhielt ai. 1608 Karl v. Zerotín 
1600 Gulden. Nach einer Notiz der Kn. Drn. p. 12 erhielt Johann v. Lomnitz 
(LH. 1496—1515) von K. Vladislav 1000 Schock Gr., Wein und 50 Ochsen. 
Hejtman oder Hejtmane království českého, der Hauptmann oder 
die Hauptleute des Königr. Böhmen; entw. einer oder mehrere vom König 
ernannt, die ihren Sitz auf der Prager Burg hatten. Sie hatten einen Bei- 
rath von 12 beisitzenden, deren 6 aus dem Herren-, 6 aus dem Ritterstande 
genommen wurden. Sie bildeten die oberste Polizeibehörde und hatten in 
jenen Fällen einzugreifen, die nicht vor das Landrecht gehörten: týž hajt- 
man neb hajtmané mají zvláštní pilnost míti o všecky věci neřádné a mimo 



— 60 - 

řád a právo \ýtržné, jakožto o odpovědnících, o jich ťediovnících, mordéřích 
a falešnících a jiných všelijakých lidech neřádných a škodlivých, aneb těch, 
kteříby pohrůžky činili i všech jiných k tomu podobných , aby takové věci 
přetrhovali. (LO. 1564 f. 212). Stand der Thatbestand fest, so konnten die 
Hauptleute gegen den Uebelthäter einschreiten; war derselbe zweifelhaft, 
wurde die Sache an das Landrecht übertragen. Namentlich war es ihre 
Pflicht, wenn Jemand dem Könige, oder dem Lande, einer Stadt oder einer 
einzelnen Person die Fehde ansagte, diess den Kreishauptleuten zu melden, 
damit der Ansager gefangen gesetzt werde. — Ygl. hejtmane krajští. 

Hejtmane krajští, die Kreishauptleute. Sie wurden in älterer Zeit 
entw. vom Landesfürsten oder von den Ständen ernannt in kriegerischen 
Zeiten und ihre Aufgabe bestand darin, Kriegsvolk in den ihnen zugewiesenen 
Kreisen anzuwerben und die Yertheidignugsanstalten zu leiten; (Ač. 4, 441), 
noch im Anfange des 17. Jahrhdts. kommen solche Hauptleute in Böhmen 
und Mähren vor. Doch wurden in Böhmen unter K. Ferdinand I. Kreis- 
hauptleute ernannt, deren Funktion ein Jahr dauerte und deren Hauptauf- 
gabe darin bestand, die Unterthanen gegen ungerechte Bedrückungen ihrer 
Grundherren , namentlich gegen ungerechte Einkerkerung zu schützen ; 
(LO. 1564 f. 213), sie hatten alle zwei Monate Streifungen in ihrem Kreise 
vornehmen zu lassen, um verdächtige oder gefährliche Individuen aufzuheben; 
auch hatten sie das Kriegsmateriale in den Kreisen zu überwachen. Wer 
sich von ihnen in seinem Rechte gekränkt fühlte, konnte an die Hauptleute 
des Königr. Böhmen appelliren. — Man sieht, dass diese Kreishauptleute 
einen Theil der Agenda der alten popravci (vid. dieses) besorgten. 

Hejtmane v městech, die Stadthauptleute, Rottenmeister, welche 
die Bürgerschaft in Waffen zu üben und im Falle des Ausrückens zu be- 
fehligen hatten. 

Helmbrecht, Helmbrechtice, Hehnbrechtický, aus dem deutschen 
Helmberechtigt, jener der das Recht zum Turnier hat. Diess Wort wird 
gebraucht im Sinne von : üppig, von lockeren Sitten, ein Beweis, wie unge- 
bunden die Sitten des damaligen Adels waren : helmbrechtné panny ovšem 
světské (Tom. St. 61); — helmbrechtná žena (ibid. 99); — s najhelmbrecht- 
nějšími chtíti rúcha drahá aneb kroj míti (ibid. 165); — často ponukne čert 
svým helmbrechtóm a helmbrechticím , aby také šli do kostela, aby lidem 
překáželi, spolu se chechcíc, spolu ryčíc (ibid. 203). 

Helméř galeator, der Helmer, welcher Helme verfertigt. 

Hen, der Fluss Haná: fluvius, qui vulgariter Hen dicitur (CD. 9, 214). 

Heiiík nom. viri = Johann. 

Heralt 1. der Herold (nach Matzenauer zusammenhängend mit 
althd. hären exclamare). 2. nom. viri Erhart. 

Herart (Heralt) nom. viri = Erhart, Gerhart. 



— 61 -^ 

Herb (= erb?) der Besitz: pakliby kdo v hoře (vinohradní) nale- 
zen byl v ní herbii nemaje (MS. LA. M. YII. 3, f. 28). 
Hereš nom. viri Herniaiiii. 

Ilertový : hertového stříbra do král. mince podáváním nad míru 
bohatli (Pam. Kut. IGO) e germ. Herd, der Treibherd, der Silberfeinbrenn- 
herd ; daher h. stříbro, das in einem solchen Herde von seinen Nebenbestand- 
theilen gereinigte Silber. 

Heslo 1. der Name, das Wappen: Albrecht ze Šternberka, syn 
pana Ješka téhož hesla (AC. 1, 143). 2. das Zeichen: aby pro zachování 
lidí poddaných na zámcích a městech hesla z děl střílením a ohni děláváním 
dávány byly, aby lidé k těm místóm, kudyby podlé hesla dávání se vyro- 
zumělo etc. (Sn. p. kn. 1, 219). 3. Yorwand: pod heslem vysvobození kní- 
žete (SRB. 3, 73). 

Hesovaiiý: oděv krojův zvláštních ďáblovým mistrem vymyšlených 
a dvorných, drahých a hesovaných na odivu všem . . . (Chelc. Sít p. 152) 
wahrsch. vom deutschen besehen = ziehen, schleppen, bummeln (Gr. Wb. 
lY. 2. sp. 1267). 

Hiiico, Hynco vid. Hynek. 

Hirdozt vid. Hrdost. 

Hlahol der Klang, Schall, Stimme, in übertragener Bedeutung = 
das Yolk: nařčení, kteréž jest jemu a skrze to vší české koruně i hlaholu 
českému připisováno. (AC. 3, 182). — Ygl. jazyk. 

Hlas 1. die Stimme, die Kurie im Landtag: poněvadž ste sami bez 
nás třetího hlasu sněmovali (SRB. 3, 268). — 2. das Gerücht, fáma, rumor: 
po všech okolních zemích hlasové jdú; — hlas v Cechách běží, žeby to 
koncilium nemělo před se jíti. (AC). 

Hlásky, Hlásný die Nachtwache, der Nachtwächter : onera regalia, 
videlicet excubias seu vigilationes, quse hlásky dicuntur (Dob. Mon. HI. p. 
386) ; — že nechtí hlásek odbývati (MS. LA. M. YHI. 44) von hlásati kün- 
digen, vom Ausrufen beim Rundgange ; auch später wurden die Unterthanen 
häufig verpflichtet, auf dem Schlosse des Gutsherrn die Nachtwache zu be- 
sorgen: a ti hlásní nemají ve dne těžkým a dlouhým dílem obtěžováni 
býti, aby v noci tím bedlivěji hlásati mohli ; meteni zámku to jejich práce 
denní býti má (MS. LA. M. XH. 3. f. 19). 

Hlava das Haupt, caput, ferner 1. Mord und Todschlag: quando 
aliquis interficitui-, quod vulgariter hlava vocatur (CD. 2, 202) ; — quando 
aliquis occisus seu strangulatus fuerit, quod materna linqua hlava nuncu- 
patur (ibid. 2, 272) ; — kdyžby kdo koho z hlavy oběšeného, sťatého, upáleného 
nebo jenžto zšel bezprávně chtěl pohoniti (AC. 2, 125); z hlavy troj pohon 
(Kn. Roz). Daher : hlavu mezi nohy položiti = stíti enthaupten. — 2. das 
für den Mord gezahlte Sühngeld: jus quod datur pro capite (CD. 2, 275); 



— 62 — 

— jus ctiam sou pocnam, quod vel qure datur pro cai)i(G (ibid. 4, 322). 

— 3. der Leichnam des Ermordeten : z hlavy komorníka právo přivésti . . . 
pakli nemóž k hlavě přivésti, ale opověz, že zabit i ukraden (Kn. Roz.) ; — 
P. žaluje na J., že když zabil jeho otce, při hlavě jeho vzal jemu 500 hřiven 
(Ond. z D. ČI. 17). — AVie bei den Deutschen bestand auch bei den Slaven 
der Gebrauch, dass die Teiwandten es in erster Reihe waren, welche den 
Tod eines Ermordeten zu sühnen hatten ; das Gericht hatte von Amtswegen 
hiemit nichts zu schaffen. Wie bei den Deutschen bestand auch bei den 
Slaven die Blutrache, die später dem Werigelde, odkladné peníze, weichen 
musste. Ord. jud. ter. kennt noch den Zweikampf zwischen den nächsten 
Anverwandten des Ermordeten und dem Mörder. So lange der Grundsatz 
galt, dass die Verwandten zur Rache des Mordes berufen seien, traten sie 
nur den gerichtlichen Weg dann an, wenn der Mörder nach der That entfloh : 
si quis in bonis episcopatus homicidium prasumserit perpetrare et homicida 
evaserit, consanquinei reum jure terrae requirant (CD. 2, 124). Konnte der 
Mörder nicht ausfindig gemacht werden, so war die Gemeinde, in deren Ge- 
markung der Mord geschah , zum Werigelde verpflichtet : si homicida 
evaserit, consanquinei reum jure terra requirant, ita tarnen, quod homines 
ecclesise conserventur inde impunes. (CD. 2, 175). Um der Blutrache Einhalt 
zu thun, bestimmten die Stat. Otton. : quicunque nobilis vel rusticus occiderit 
aliquem, 200 denarios solvat curia? et alias recedat et qua?rat gratiam et 
uxor sua in pace maneat et indemnis (CD. 2, 210). Der Mörder sollte nämlich 
entfliehen, damit seine Yci wandten desto leichter mit den Verwandten des 
Ermordeten das Sühngeld bestimmen könnten; die Angehörigen des Mörders 
durften aber nicht mehr der Privatrache verfallen. Das älteste Beispiel eines 
solchen Übereinkommens vid. CD. G, 349. — Das weitere vid. sub. odklad 
hlavy und p okorá. 

Hlávka soli = «pížek (MS. 1671). 

Hlavní list die Hauptschuldverschreibung : wan es wegen Schulden 
zu thun, so bey Recht mit Ilaubtbrieffen, böhmisch hlavní listové genannt, 
versichert sein (vern. LO. f. 40); — komu se dobrá vůle udělá, má ku 
všemu právo, což v hlavním listě jest (Kn. Tov. Kap. 180); - list hlavní 
za sumu 2000 zl. vykonaný. (Záp. Žer. 1, 49). 

Hlavní suma die Hauptschuld ohne Zuschlag der Interessen, die 
Kapitalsumme: slibujeme hlavní sumu i s úroky zaplatiti (Urkde. 1482); — 
odkudž hlavních sum neb jistin, ale samých úrokův platiti není (Sn. p. kn. 
1607 p. 351). 

Hledati právem (AC. 2, 507), den Rechtsweg betreten. 

Hleděti k někomu d. i. právem: gerichtHche Schritte gegen Jemanden 
einleiten. 

Hnedka = hnedoš das braune Pferd: hnedky jsou z konírny pana 
Krafta (Čas. Mus. 1S4Ü I. 79). 



— 63 — 

Ilněvník der Gegner adversarius : aby svým dlužníkóm neb hněv- 
níkóm neodpustil. (Tom. St. 57). 

Hnojové das Düngergeld , das dem Knechte gezahlt wird : plat 
hnojového 4 kr. (MS. 1589). 

Hnuti člověka die Übersiedlung eines Unterthanes auf ein anderes 
Dominium: jestližeby které hnutí bylo kterého člověka z té tsí a chtěl své 
prodati, tehda má prodati tomu, ježtoby se hodil hospodě nynější i budúcí 
i těm súsedóm z té vsi (AC. 4, 42); vd. odpuštění. 

Hod festům, das kirchliche Fest : v pondělí v hod svatých Petra a 
Pavla ; — v pátek po památce hodu slavného seslání ducha sv. ; — boží 
hod vánočný; — mají zpívány býti na hody, když opat pod korunu mši 
slúží (Čas. č. M. 1840 p. 192). Ursprünglich ein bestimmter Zeitabschnitt, 
alts. goďb hora, tempus, (daher hod-ný opportunus, was für den Augenblick, 
für eine bestimmte Zeit passt , ne-hoda = nečas die schlechte Witterung 
intempestas) dann die Festzeit, das jähilich wiederkehrende Fest, hody das 
Kirchweihfest, hodový den der Festtag. 

Hofer, Hoier 1. der Hofmann, Inmann, inquilinus ; aus dem deutschen 
Hofer entlehnt. 2. der Häusler in Dörfern im Gegens. zum hospodář dem 
bäuerl. Grundbesitzer: aby loviti mohli hospodáři usedlí, ale hofěři aby po- 
toku prázdni byli (MS. LA. XH. C. 19. p. 25). 

Hofmistr nejvyšší království českého der Obersthofmeister des 
Königr. Böhmen , supremus magister curiře regni Bohemise, palatu magnus 
magister. Er war anfänglich ein blosser Hofbeamte, wie diess noch ersichtlich 
ist aus der Ylad. LO. : si qui hospitcs insignes apud regiam majestátem 
forent in Boemia, magister curiae supremus, cum a regia majestáte vocatus 
fuerit, tunc venire debet et personaliter suee majestati servire juxta veterem 
consuetudinem et in curia suse majestatis esse. Et omnia, quse praeter ritum 
et morem fieri animadverteret in curia, ea omnia sedare ac cohibere debet. 
(AC. 5, 227). Später erhielt der HM. Verwendung in solchen Angelegen- 
heiten, die der persönlichen Einflussnahme des Königs vorbehalten waren; 
er führte den Yorsitz im Kammergerichte (vid. komorní soud), wenn der 
König abwesend war, später auch w ährcnd der Anwesenheit des Königs ; 
er leitete die Processe in Adelssachen (nářek o chlapstvo vid. chlap) und 
sein Ausspruch hatte dieselbe Wirkung wie der Ausspruch des Oberst- 
marschalles. (AC. 5. 227). 

Hofrychtýř vid. sudí dvorský. 

Hojemství, die Fristerstreckung, dilatio. Sie wurde im böhm. Rechte 
nur dem Geklagten, nie dem Kläger ertheilt: žádnému se póvodu hojemství 
nedává, ani ho žádati má , neb ten má se všemi potřebami hotov býti 
(Vš. 39). Die Frister Streckung konnte auf zwei Landrechtstermine verlangt 
werden, eine dritte wurde nicht bewilligt: a vezma dvoje hojemství, víc mu 
žádného potom nedadí, než již své pře braň, jakž umí, vedle práva. (Yš. 38. 



— 64 — 

Zříz. Ylad. Ač. 5, 30, 31; zří/. 1564 f. 8). Bei Ehrenbeleidigungsklagen 
wurde nur ein h. ertheilt. Jedes h. musste der Geklagte gleich nach Yor- 
bringung der Klage verlangen; Hess er sich in eine Einrede ein, verlor er 
den Anspruch auf das h. 

Hojiti se, Ersatz suchen: mohou se na jeho statku hojiti; — když 
ze zástavy dluhem zapsané vyveden budeš, nemáš se na čem hojiti fVš, 204) ; — 
a ten tak vyvedený hoj se na zprávcích (ibid. 219). 

Hol vid. Hůl. 

Hold 1. Huldigungscid: JM. má k obci mluviti a na nich holdu 
žádati a slibu, kterýž všichni mají učiniti a každý dva prsty zdvihna přiséci 
(Kn. Tov. kap. 24). — 2. Die Unterthánigkeit : přisaháme JMti pravé a 
dědičné Člověčenství a hold (ibid. kap. 25). — 3. Die Fronabgabe : že drželi 
jsú hold, mé vinné desátky, vsí z Frišov etc. (Půh. Brn. 1480 f. 34); — 

4. Die Brandschatzung. 

Holdovati se 1. sich untei'werfen , Brandschatzung leisten: abyste 
přišli k holdu a holdovali se; pakli nejpřijdete , chcit vás k tomu připravo- 
vati mocí, pálením, jímáním (Ač. 4, 166). 2. huldigen: pánu země holdovati 
mají (Kn. Tov.). 3. Brandschatzen: kto by chtěl sobě zvláště holdovati přes 
přikázaní, nebo tu překážeti, kdož naši hejtmane prvé holdovali .... (Čas. 
č. M. 1828 I. p. 33); vom mithd. holden, hulden, die Dienstbarkeit geloben. 

Holina alts. golina das unbebaute Land, terra inculta, von holý 
nudus, nackt. 

Holoiiiek von holý, kahl, unbärtig also imberbis, impubcr. 1. der 
Ledige, Unbeweibte: vdovce právo sehnati jako holomka, týmž právem, že 
se nemóž odpírati, ledno jako holomek , že ženy nemá .... pohoniti jako 
holomka, že nesedí ustavičně dvorem s čeledí jako ženatý. (Kn. Roz. či. 54). 
— 2. Der ledige Knecht, Knecht überhaupt: holomci ať při otvírání i při 
zavírání bývají; holomci ať ve dne i v noci na zámku jsou a bez vůle úřed- 
níkovy ať nikam nechodí. (Velesl. hosp. 104, 106); — čeleď hradská tociž 
purkrabí, písař, kuchmistr, kuchař, holomci, hlásný, pekaře, vrátný, voznice 
i jiná čeleď (Ač. 2, 394). — 3. = posel zemský, Gerichtsdiener, wie aus 
Vš. 329, 331 hervorgeht, wo der p. z. gleichgestellt ist dem h. : komorník 
s poslem zemským tu bráti mají .... komorník tu, kdež má zajíti, 
zájem učiní a spolu s holomkem ten zájem poženu; — aby holomek ty 
lidi vedle řádu a obyčeje země slezské tiezal (Notizbl. der hist. Sekt. 1874 
p. 85). Daher sagt der Yocabularius der Olm. Biblioth. sign. b, 26 : holomek 
(sic) ein geschworner Knecht des Obristen Burggrafen bei seinem Burg- 
grafenamt: holomku purkrabovému hradu pražského , kterýž při tom brání 
má býti podlé práva starodávního 14 grošóv (LO. 1564 f. 75). — 4. Der 
Besatzungsmann: v zámku holomci stáli s ručnicemi v bráně (SRB. 3, 346). 

5. juvenis nobilis (Hanka Sb. nejst. slovn. p. 378) , cliens (ibid. p. 39). — 



- 65 ~ 

Wenn h. ursprünglich den Unbärtigen , dann den Ledigen und im weiteren 
Yerlaufe den Haus-, Hof-, Ackerknecht bedeutet, so gestattet die Wandlung 
der Bedeutung einen Kückschluss, zu welchen Arbeiten die ledigen Mitglieder 
der Familie und des Geschlechtes in jener Zeit, in welcher die Gemeinsam- 
keit und Ungetheiltheit des Familienbesitzes bestand , verwendet wurden. 
Nachdem diese altslawische Institution des ungetheilten Familienbesitzes 
schon längst verschwunden war, nannte man die Mitglieder der čeleď, welche 
dieselben Arbeiten wie einst die ledigen Söhne der Familie und des Ge- 
schlechtes verrichteten, mit demselben Namen, den die letzteren ehedem 
besassen. In der ganzen socialen Entwicklung unseres Volkes ist der Werth 
und die Achtung ersichtlich, welche der Ehestand als Vorbedingung der 
Familie genoss (vid. tkáče , vyvolání rukojmí) ; bis auf unsere Tage hatte 
der Bauernwirth, wenn er auch die Wirthschaft selbständig angetreten hatte, 
kein Recht, in der hromada (vid. dieses) zu erscheinen , so lange er ledig 
war; erst mit seiner Verheirathung wurde er social vollberechtigt, 

Ifoloiiiudec qui nudos habet testiculos, impuber, der Minderjährige. 
(P. M. p. 31, 144b). ~ Vid. léta. 

Holota von holý , alts. goH nudus , anfänglich = holomek der 
Unbärtige, später speziell 1. der Hörige, welcher die zur Jagd des Landes- 
fürsten gehörigen Hunde zu pflegen und zu füttern hatte, (der Hundsbube, 
wie es in der Jagdordnung K. Maximilian IL p. 1) heisst): caniductoribus, 
qui holoti nuncupantur (CD. 2, 338); — canum custodes, qui holoti vocantur 
(CD. 3, 272, 348); — holota zdejší Dvořáček. (Listy Žerot. 1, 111). Da 
aber diese Hörigen wegen ihrer Erpressungen — indem die Unterthanen 
zu ihrer Aufnahme und Beherbergung verpflichtet waren — • berüchtigt und 
verhasst waren, wurde h. auch als Schimpfname gebraucht = Hundsfütter. 
— 2. :;= holina, das unbebaute Land. 

Holstra , Pistolenhalfter, theca, vagina: holstra k ručnicím (Pam. 
arch. 1869 p. 519). 

Holý plat der blosse, nackte Zins, census purus, nudus, den Jemand 
bezog, ohne die Leute, welche diesen Zins zahlten, zugleich als Leibeigene 
oder Unterthanen zu besitzen; zahlten die Leute den Zins nicht, so konnte 
der Zinsnehmer dieselben nicht, wie ihr Herr , selbst zur Zahlung zwingen, 
sondern musste Gerichtsorgane zu Hilfe nehmen: plat holý ten slově, který 
kdo na lidech a na dědinách má zhola bez držení lidí těch, na kterých ten 
plat jest a beze všeho panství , tak že pro nedání téhož platu nemóž na 
lidi sáhati jako pán jich, aby je k tomu mocí připravil, než toliko právem 
zemským, vezma komorníka má k dobytkem a dědinám, ne k lidem hleděti. 
A z té příčiny slově holý plat, že jest bez panství a lidí bez skutečného 
držení. (Vš. 204, 205). 

Hoiuoii ein kegelförmiger Kopfputz der Frauen: zavití hlavy její 
bylo velikých fulfasův a homonů (Hád. pr. 72). 

5 



— 66 — 

lloniutiic, llomutowe \icl. Choiiiutnc. 

Ilon 1. ein Feld- und Längenmass von verschiedener Ausdehnung, 
hergeleitet von honiti treiben, ursprünglich die Langfläche, welche ein scharf 
getriebenes Gespann in einem Zuge ackern konnte (Jir. Slov. pr. I. p. 85); 
man rechnete auf einen h. 60 Pflugradwendungen. Unter K. Otakar II. 
wurde die Länge eines h. auf 210 böhm. Ellen bemessen (eine böhm. Elle = 
0*7636 Wien. Ellen), so dass der h. dem Joche gleich war. Im Stadtrechte 
galt der h. = 25.000 Schritten: tisíc kroků dvaceti pět (d. i. 25.000) aneb 
honův dvou set (Lomn.) ; — vůkolí zdí městských obsahovalo 360 honů 
t. j. okolo osmi aneb devíti obecných mílí německých, d. i. beiläufig 40 hony 
auf eine deutsche Meile. 2. das Joch, jugerum, ein Gewende = 210 Ellen. — 
Das lat. gr. stadium wird gleichfalls durch hon übersetzt. — Ygl. provazec, prut. 

Hončí korouhev , die Fahne der honci , des berittenen Yortrabes 
im böhm. Heere. 

Iloiiec, die leichte Truppe, die entweder als Vortrab marschiert, 
prsecursor , oder in der Schlachtordnung hinter den Tirailleuren (vid. har- 
covník) postirt ist: do toho houfu, který má tisíc koní v honcích , dajte 
některého hajtmana korúhev, ať jest hned za harcovníky. (Oas. ě. M. 1828 II. 
p. 16); — im Boh. prsecursor. 

Honění nepřátel a zhubcí zemských. Die Verfolgung der Land- 
friedensbrecher und Landesschädigei-. Um die Verfolgung von Mördern, 
Dieben und Gewaltthätern wirksam durchzuführen , verordneten schon die 
Stat. Otton., dass auf das Geschrei hin, ein Dieb oder Räuber habe eine 
Gewaltthat begangen , jeder ohne Unterschied des Standes verpflichtet sei, 
den Uebelthäter zu verfolgen, welche Verfolgung honění nepřátel hiess. Wer 
diess nicht that, wurde mit , oft sehr harten , Strafen belegt. Die häufige 
Wiederholung dieser Verordnungen o h. n. zeigt aber, wie lästig diese Pflicht 
war und wie säumig sie erfüllt wurde ; so verordnete das 01m. Landrecht 
im J. 1475 : starodávní nález jest panský , aby každý obyvatel země této 
buď pán neb rytíř neb zemanín neb sedlák, ktožby o zhubci, lupežníku neb 
výbojníku zvěděl, vedle přemožení svého každý aby takové honil a vzal a 
vezma hned v moc páně hajtmanovu dal. (Kn. ouz. f. 7, Pam. Kn. 01. 1517 
f. 188). Wer an der Verfolgung nicht Theil nahm, wurde nach einer Ver- 
ordnung vom J. 1494 verurtheilt, den Schaden, den der Beraubte oder 
Bestohlene erlitt, zu ersetzen: kdezby kolvěk pokřik byl bud pro lúpež, 
mord, vraždu, násilí aneb zlodějství, každý bud povinen bud pán, vládyka, 
měštěnín, sedlák aneb který obyvatel hned honiti .... pakliby nehonil, aby 
tu škodu penězi , komu by se který lúpež neb vzatek stal, beze vší milosti 
zaplatiti (Pam. Kn. 01. 1517 f. 189). Durch die langen inneren Kriege im 
15. Jahrhdte war eine solche Verwilderung der Sitten eingerissen, dass die 
meisten ihrer Pflicht zu dieser Verfolgung nicht nur nicht nachkamen, son- 
dern auch jene, welche diese Pflicht leisteten, mit Spottnamen belegten, wie 



— 67 — 

Hetzhunde des Scharfrichters (chrti katovi, neb že na kata honí. 
Pam. Kn. 01. 1517 f, LSS). Wer einen solchen Schimpfnamen gegen Jemanden 
gebrauchte , musste , wenn der Beschimpfte klagte , vor dem Landeshaupt- 
manne erscheinen und dort in Gregenwart der Landrechtsbeisitzer von sich 
sagen, dass er in den Hals gelogen habe (že v hrdlo lhal); überdiess konnte 
er mit einer Geld- oder Gefängnis s strafe belegt werden. Die böhm. LO. 
1564 f. 138 ifg. setzt hierauf, wie auf das Nichtverfolgen, die Todesstrafe. — 
Vgl. nastojte, pokřik. 

Honíce, die Jagd, venatio : kterak honici mají .... ta honba má 
v Beraně býti, (Ač. 4, 7). 

Hora 1. meistens im plur. hory fodina, Bergwerk. 2. Die Stadt 
Kuttenberg (d. i. H. Kutná, plur. Hory Kutny). 

Horebiteii vid. Orebiteii. 

Horenské oder Horné právo das Berg- namentlich Weinbergs- 
recht, (jus vinearum, quod dictur horné DO. 11, 120), dessen Streitfälle das 
Landrecht nicht entschied: poněvadž jsú horná práva vinohradská, páni toho 
nechtí súditi , než aby kněz hledal právem horným (Půh. Brn. 1417 f. 76; 
1459 f. 60). Es gab die mannigfaltigsten (Wein-) Bergrechte in Mähren; 
die Appellation von denselben ging ans Falkensteinerbergrecht in Oesterreich, 
um deren Aufhebung die Interessenten im J. 1609 ersuchten; der Landtag 
aber entschied : co se některých vinohradů starých v Mark, tomto ležících 
dotyce, o kteréž od starodávna , když jaké rozepře vzešly a zde v Mark, 
tomto při právě horenském rozsouzeny býti nemohly, že jsou lidé se tam k 
tomu právu do Falkensteina jako k nějaké apolaci o rozsouzení neb naučení 
utíkali, to aby při tom zůstalo. Yšak p. Trautson (der Besitzer von Palken- 
stein) aby to právo Falkensteinské tak osadil a napotom osazoval, aby lidé, 
kteříby se tam k tomu právu utíkali , při témž právě v spravedlnostech 
svých náležitě fedrováni byli a příčiny odtud se odtrhovati neměli. (Gedr. 
Landtagsschi. 1609). Doch scheint es, dass die Appellation nur von den 
Bergrechten der Dörfer ausging; bei den Städten Eibenschitz und Strass- 
nitz wenigstens ist es sicher , dass die Belehrung des Bergrechtes beim 
Stadtrathe stattfand, von wo aus keine Berufung mehr zulässig war. (MS. 
LA. Vn. 3, f. 24). — H. knihy die Bücher, in welche die Käufe von 
Weinbergen eingetragen wurden : do knih h., kdež se takoví trhové vykoná- 
vají, vpisovati. (Urkd. f. Eibenschitz 1576). 

Horeiiství der Bezirk, für welchen ein Bergrecht gilt : do ní (t. j. 
do hromady) scházeti se mají netoliko obyvatelé všeho okršlku Strážnického 
ale i z dědin k témuž horenství přináležitých (MS. LA. M. YH. 3, f. 25). 

Horník, der Schöffe im Weinbergsrechte : a perkmistr to s horníky 
ohledal (Urk. f. Eibenschitz 1576). 

Horný der Bergmeister, Richter im Weinbergsrechte, magister 
montium : Petr z Kyjovic pohoní Jiříka z Zirotic, že sobě v Ziroticích 

5* 



- 68 - 

horného tlěhí na honí Kyjovskú, ježto od starodávna v Kyjovicích horný býti 
má a ta hora právem horním do Kyjovic přísluší .... páni nalezli: po- 
něvadž Kyjovský provodí, že ta hora vinohradská grunt jeho jest a že jest 
horný v Kyjovicích býval, že ještě tu horný býti má; než pan Jiřík chceh 
míti vincoura, aby jemu důchodů jeho hleděl, to užíti raóž. (Půh. Brn. 1490 
f. 73). Er hatte die Weinberge zu begehen, die Arbeiten zu beaufsichtigen, 
ob die "Winzer dieselben zu rechter Zeit verrichten; seine Einkünfte bestanden 
in Schreibgebühren für das Eintragen von Käufen etc. in die Register und 
aus einem Theile der Strafgelder. Er wurde entw^eder vom Gutsherrn er- 
nannt oder von den Borggenossen gewählt. 

Horský oder im plur. Horští die Kuttenberger : vrgl. Ilora. 

Hospoda, Hospod' (altsl. gospodb) 1. dominus, Landesfürst; prvá 
nevěra hospodu svú lháti; druhá nevěra hospodu zabiti (Kn. Roz.); — pro- 
nevěřil se hospodě pcrpetravit crimen Isesse majestatis (Hank. sb. SI. p. 344). 
Králi milý, hospodo milá (Čas. č. Mus. 1830. I. p. 90) 2. der Grundherr: 
tehdy má prodati tomu, ježto by se hodil hospodě nynější i budúcí i těm 
susedóm té vsi (AC. 4, 42). 

Hospodář das Oberhaupt der Familie, nicht bloss im Sinne des 
Vaters, sondern auch pater familias, derjenige also, welcher dem Wirth- 
schaftswesen des Hauses vorsteht: jestližeby kdo dětí svých odemřel a jedni 
by byli dorostlí a druzí malí a ten, kterýž by se v statek po otci uvázal a 
hospodářem byl a chtěl by statek sirotčí mrhati. (Manusk. LA.), wo h. 
den ältesten zur Leitung der AVirthschaft berufenen Sohn bedeutet; in diesem 
Sinne nennt noch jetzt die Bauernwittwe den wenn auch noch unverhei- 
rathoten Sohn, der nach dem Tode des Vaters die Wirthschaft selbständig 
führt, hospodář. Es ist demnach h. das Haupt des wirthschaftlichen Anwesens, 
der Repräsentant desselben, der Leiter aller Angelegenheiten des Hau-.es; 
desshalb kann auch die kn. Drn. den Oberstlandrichtor den h. des Land- 
rechtes nennen: sudí vyšší jest jako hospodář soudu zemského (p. 17) und 
noch treffender sagt diess, den Ausdruck h. wiederholend, Karl von Zerotin 
in seinen Gerichtsmemoiren (1, 193) : poněvadž císař ještě žádného na úřad 
nejv. sudství nedosadil, mohl-li by bez něho soud držán býti? O tom pak 
žádný nepochyboval, že bez nejv. sudího jakožto hospodáře soudu 
soud držán býti nemůže. In erweitertem Sinne bedeutet aber h. den 
Vorstand oder Bürgermeister der Alt- und Neustadt Prag, sonst Primas ge- 
nannt: qui commodata nobis a Latinis voce Primas et hospodář města 
salutatur (Strans. p. 480) ; ferner auch den Leiter des grossen Anwesens 
des ganzen Landes, den Landesfürsten, den König: Zikmund císař .... 
Pražané sc jemu pěkně poddávali, aby přijel do Prahy jako hospodář (Čas. 
c. M. 1827, IV. 92 vgl. den hospodař in der Moldau und Walachei). Auch 
die Häupter der alten Herrenstandsfamilicn hiosson hospodáři und da diesen 
die öffentliche Verwaltung in politischer und judizioUcr Beziehung bis zum 



- 69 — 

J. 1492 ausschliesslioli z.ustand, so hiessen sie, namentlich als Beisitze rdes 
grossen Landrechts, hospodáři zemští, worüber unter kmet das Nähere 
nachzulesen ist. Endlich bedeutet h. auch den Hausherrn im Gegensatze 
vom Inmanne: uprosivše sobě podružství chtěli býti hospodáři (Čas. č. M. 
1840 p. 174); ferner den Gastwirth (namentlich in dieser Bedeutung in 
den Einlager-Briefen gebraucht, vgl. ležení); — ferner den Verwalter: 
hospodář a správce špitále (MS. LA. M. YIL 14 f. 34.); — den Kirchen- 
vater vitricus : hospodář kostelní (MS. LA. M. YIL 3. f. 5.); — den 
Aufseher über die Gemeindeweide, Gemeindehäuser, Badhäuser u. s. w. — 
Was das Etymon anbelangt, so führt dasselbe in die ältesten Anfänge 
arischer Kultur zurück. Die AVurzel ist sansk. p a := tueri (vgl. sansk. pa-tis 
dominus, gr. nö-Giq^ nörvia^ altpr. pattin domina, gr. lat. Tiarrjo u. s. w.), in 
Zusammensetzungen verschiedenen Sinn erhaltend, so gaspatis Herr der 
Familie, des Volkes , in griech. Form dtanötrig. Benfey zieht zu gaspatis 
auch das sl. gospodb; lautgesetziich ist aber Pictet's Vorgang vorzuziehen^ 
welcher gospodb auf sansk. goshpada der Stammherr (gosttha die Hürde, 
dann die Stammversammlung) zurückführt. Ilieher gehören dann die Worte 
lit. gaspadorus, alts. gospodin, serb. gospodar, rus. gosudar, pol. hospodarz. 
Eine Ableitung von gr. dsnaótrjg, gegen die lautlich allerdings nichts einzu- 
wenden ist, scheint nicht angenommen werden zu sollen, weil die lit. Form 
gaspadorus auf hohes Alter hinweist ; käme das AVort h. nur bei den Süd- 
slaven und Russen vor, dann wäre die Ableitung vom griechischen allerdings 
wahrscheinlich. 

Hospodyně Boží = 1. Ilospita J. Christi die h. Martha: sv. Martha 
sčastná hospodyně Jezukristova (IMz. Pas. 602). — 2. die Bäuerin, die 
einer selbstständigen Wirthschaft voisteht mater familias ; daher in Ehe- 
kontrakten mocná h. die mit dem Bauer gleichberechtigte Bauersfrau: nad 
tím ji nade vším mocnou hospodyní a vladařkou činí. — 3. die Wirthschafterin. 
Host hospes, der Gast. — Was die diplomatische Bedeutung des 
Wortes anbelangt, ist ein Unterschied zwischen dem Stadt- und Landrechte 
zu machen. Das Brünnor Stadrecht z. B. bestimmt : ille censetur hospes, qui 
est homo de dominio alicujus principis, qui non subest marchioni Moravia^. 
Dux autem Opaviensis, utpote vasallus et homo ipsius existens sibi subest; 
item ducatus Opaviensis non est terra distincta a Moravia, sed est qusedam 
pars et quidam districtus ipsius. Unde notandum est, omnem hominem in 
judicio civitatis Brunensis esse hospitem, qui extra Moraviam residentiam 
seu mansionem habet, quamvis etiam sit sub dominio regis Bohemia?. Unde 
homo de Bohemia, Polonia vel Luczelburga hospes est censendus in judicio 
civitatis. Hospitem enim non facit dominii sed potuis terrte Moravi« distinctio 
ab aliis terris. (Rössler p. 12; vgl. Dob. krit. Untersuch, p. 27. 31). Nach 
dem Brünner Stadt rechte war daher vor demselben jeder ein Fremder oder 
Gast, welcher nicht aus Mähren oder dem Herz. Troppau stammte. Etwas 
ähnliches galt in den böhm. Stadtrechten: měštěnín některého knížete, který 



— 70 — 

jest pod naším knížetem, \ našem právě nešlové host, nebo ten slově host, 
kdož jest člověk z panství některého knížete, kteréž není poddáno knížeti 
našemn. Opět země rozdílné činí hosti, ale ne kraj : protož znamonaj každého 
člověka býti hostem u nás, kterýž v jiné zemi než v naší obydlé má. (Brikc. 
pr. m. 1, 17). Das Landrecht kannte diesen Unterschied nicht; vor demselben 
war niemand ein host, der in den böhm. Ländern geboren war; so bestimmt 
die Vlad. und die LO. vom J. 1564: obyvatelé markrabství Moravského, 
Lužického Horního i Dolního, knížectví Slezského li se za cizozemce nepo- 
kládají (f. 7.). Dasselbe galt in Miihren : co se dotýče Čechů, Slezáků, z 
Lužického markr. ti se za cizozemce nepokládají (LO. 1545 í". 121). Die 
Frage, ob jemand als Fremder zu betrachten sei oder nicht, hatte ])raktÍ8che 
Folgen z. B. beim Ankaufe eines Gutes. Während jeder in einem der böhm. 
Länder Geborene in jedem derselben sich frei ankaufen konnte, brauchte 
der Fremde hiezu die Bewilligung des Königs und des Landtages. Es bedeutet 
daher host 1. nach dem Brün. Stadtr. jeden der nicht in Mähren oder im 
Herz. Troppau geboren ist. 2. nach dem böhm. Stadtr. a. jeden, der nicht 
Unterthan des Königs von Böhmen ist ; b. jeden nicht geborenen Böhmen. 
3. den Fremden peregrinus, den nicht zum böhm. Staatsverbande gehörigen, 
wie z. B. Kn. Tov. k. 202 : host hostě z cizí země stavěti móž, ale súzen 
býti nemá, leč se prvé do té země oznámí. 4. namentlich den fremden Kauf- 
mann, (wie denn auch die Ragusaner bei den Altbulgaren vorzugsweise gosti 
Wessen); so LO. 1604 f. 31: hosté nebo kteří usedli nejsou v zemi; — so 
im Leitm. Stiftgsbriefe : den ave tam hospitum quam indigenarum (Erb. Reg. 
52. vgl. hostinné). — 5. der Unterthan , welcher einem anderen Gutsherrn 
untergeben ist: má propuštěn býti, léčby cizí s cizími lidmi a hosté s hostmi 
zašli, tehdy puštěni býti nemohu, leč obů pánóv těch, jichž cizí lidé jsú, vole 
by byla. (Kn. Tov. k. 197). *Daher der Ausdruck odhostiti se bei Ueber- 
siedlungen des Unterthanes unter einen andern Gutsherrn (ibid. i92). — 
6. der Zinsmann inquilinus. 

Ilosfák der Fremde, namentlich der fremde Kaufmann, Handels- 
mann. — vgl. host. 

Hostinné (Gostinne). 1. im Leitmeritzer Stiftungsbrief die Abgabe, 
welche die fremden Kaufleute zu zahlen hatten, (vgl. host). — 2. die Stadt 
Arnau in Böhmen. 

Hostinné dědiny fundi hospitum, Zinsäcker, welche nicht dem Erb- 
zins unterlagen, sondern vom Grundherrn gegen bestimmte den Zins ver- 
tretende Dienstleistungen mit der Bedingung, dass beide das Verhältniss 
wann immer lösen können, verliehen wurden : držímy póldruhého lána od 
kněze probošta dědiny úroční a hostinné ne v kterii nápravu ale v též 
úplné právo, v úroky a roboty jako jiní súsedé a služímy s té dědiny 
za ty úroky a roboty do kněze proboštoy a do své vuole takú 
službu, že na rybníky mámy poslati pacholka etc. (AČ. 6, 8). Wollte der 



— 71 — 

Niitzniesser die bedungene Dienstleistung nicht weiter thun, so hatte er die 
Zinsen und Roboten wie jeder andere Unterthan zu leisten und wollte er 
auch diess nicht, so konnte er die auf den Gründen aufgeführten Gebäude 
nach dem von den Nachbaren geschätzten Preis verkaufen: neb ty dědiny 
jsú hostinné, aniž my jich muožem prodati, aneb směniti, aniž v které dluhy 
zastaviti aneb u věno zapsati; neb mimo duom a svrchní nábytek 
tu žádného jiného práva ne mámy (ibid. 9). 

Hostinský, Hostinný der Fremde, peregrinus : v městské při ob- 
žalovaný muože se brániti svědky hostinskými, by pak i v městě nebyli 
usedlí (Brikc. pr. m. 1, 3); — hostinské pivo das fremde Bier; hostinné 
kupectví fremde Waare ; — hostinské lidi fremdgutsherrliche Leute; zhořel 
jest duom kněžský skrze nešetrnost kněze hostinského (SRB. 3, 143) clericus 
peregrinus (Stát. d. Olm. Dioz. 1413 ed. Dudík p. 21). 

Hostivec hospes der Zinsbauer: homines nostri ad nostram mensám 
spectantes, qui Hoztivizi vulgariter vocantur (Dob. Mon. 6, 31 ai. 1264). 

Hotař ex germ. der Feld- oder Weinbergs-Hüter: bil kyji mého 
hotaře i obecného (Puh. Olom. 1405 f. 111); — hotaři, kteří obilí a luk 
hlídali. (MS. Pross). 

Hotart nom. viri = Gothard. 

Hotoveuství die Bereitwilligkeit, Dienstfertigkeit: hotovenství naše 
se vší přízní napřed (AČ. 4, 341 ai. 1401) =■■ unsere wilhge und freundliche 
Dienst zuvor. (AČ. 4, 345). 

Hotovost die Kriegsbereitschaft; h. zemská das Landaufgebot der 
Landsturm. 

Houf bílý massa Candida, die dreihundert Märtyrer; ihr Tag der 
24. August. 

Houfniee ein Geschütz, das im Massenkampfe in Anwendung kam. 

Houf valný , der Gewalthaufen , die Masse des Heeres zwischen 
der Vorhut und dem Nachzug. 

Houf zbytný, die Reserve im Heere. 

Hovorlia, der Name einer Kanone, „die Schreierin" ai. 1515: 
a z Hovorky kule letěla přes obě vody asi půldruhého honu přes vrchy . . . 
z Hovorky mnozí neslyšeli stříleti jen někteří, ale těch bylo málo, před 
48 lety, když u Roudnice s ní leželi (SRB. 3, 384). 

Hrabina, die Gräfin, comitissa von hrabě so gebildet, wie markra- 
bina von markrabě. 

Hrabné, Hrabové die Abgabe , welche dem Waldbereiter für die 
Erlaubniss, das gefallene Laub und Moos zu sammeln , gezahlt wurde , von 
hrábě der Rechen. 



— 72 — 

Hradiště (im mähr. Provinz. Hradisko) dio Burgstätte, die Stätte, 
wo eine Burg stand. Dieser Name kommt vielen Anhöhen in den slavischen 
Ländern zu und wenn es sich nicht nachweisen lässt, dass in historischer 
Zeit auf einer so genannten Anhöhe eine Burg stand, so weist diese Benen- 
nuno- auf vorhistorische Zeiten hin , in welcher auf solchen Höhen altslav. 
Burgen waren und die nähere Untersuchung zeigt gewöhnlich Spuren von 
Erdwällen und Nachgrabungen fördern verschiedene archäologische Gegen- 
stände zu Tage. 

Hradská cesta <lie öffentliche, die Landstrasse; die Benennung 
stammt aus jener Zeit, wo die Burg (hrad) das Centrum des Gaues war 
und die Gaugenossen verpflichtet waren , die zur Burg führende Strasse im 
guten Stande zu erhalten. 

Hrále hasta, lancea die Lanze, Picke. Die Herleitung ungewiss. 

Hraiiáč die Klippe (Münze) genannt von hran die Ecke; sie wurden 
nur unter K. Tladislav IL geprägt. 

Hranice die Gränze (altsl. granb caput, angulus, limes, böhm. hran 
die Ecke, der Rand), jenes Gränzzeichen , welches durch Zusammenlegen 
von Holzscheiten entstand (daher hranice auch der Scheiterhaufen); später 
verwendete man Bäume hiezu , in welche die Gränzzeichen eingehauen 
wurden: usque ad arborem, in qua sunt metře id est hranicie (CD. 2, 84); — 
in quandam quercum cruce signatam , quod signum sclavice dicitur kneze 
granica (d. i. metře principis. Cod. Pom. 1 , 91); — hranice na bucích a 
javořích vysekané (Záp. Žer. 2, 86). — Yom slav. granica stammt durch 
Umlaut des a in ae das deutsche Wort gränze. — Vgl. mezník, sádek, 
uročiště. 

Hraničily, das was angränzend ist: cum illo litore hranicznvm 
rivo = mit dem dem Bache angränzenden Ufer (DB. 12 n. 581'; — hra- 
ničně prá vü 1. der Eid bei Gränzstreitigkeiten : já jsem měl člověka, ješto 
chtěl hr. právo učiniti (Půh. Brn. 1459 f. 38). 2. so viel wie hr. soud, ein 
Judicium extraordinarium , bei welchem der Kläger Beisitzer verschiedener 
Gerichte in sein Haus lud, um den Thatbestand, das Zeugenverhör und den 
Urtheilsspruch vornehmen zu lassen. (Strans. Resp. b. p. 513). Wahrsch. 
ist diess jene Institution, von der das Yademecum I. 80 (edit. 1710) sagt: 
„officium limitům, graničné právo, das Gränitzrecht oder Anibt, olim era-t; 
jam videtur in desuetudinem iibiisse." Doch scheint es, dass hr. soud auch 
ein Gericht bezeichnete , welches den Missethäter zum Scheiterhaufen ver- 
urtheilte: upálen jest na hranici a purkrabí z Donína ten soud hraničný 
nad ním osadil podlé práva. (Čas. č. Mus. 1828 III., 25). 

Hrdlo, die Kehle, Gurgel, guttur , dann die Todesstrafe: propadl 
hrdlo; — pro ne/ by slušně i na hrdle měl kázán býti. (Záp. Žer. 1, 267). 

Hrdost: si quis spoliatus fuerit per výboj, incuset quos vult et do 
hirdozt nominet quos vult (CD. 2, 211); in dieser Stelle der Stát. Otton. 



— 73 - 

erklärt H. Jireček das Wort h. durch Heimsuche, wobei aber der Begriff 
zu speziell gefasst ist. — Es kommt das Wort h. in unserer Gerichtssprache 
über die zweite Hälfte des 15. Jhdt. hinaus nicht mehr vor (das erstemal 
im Leitm. Stiftungsbrief ai. 1057 : grrdost. Erb. Reg. 52) ; aber auch früher 
erscheint es gewöhnlich mit dem Worte pych und beide Ausdrücke stammen 
von Worten ab, die Stolz, Hochmuth bedeuten. Die vern. LO. dcfinirt 
den Hochmuth: „im Fall ein Herr etc. einen Hochmuth gegen einen 
anderen beginge, als da ist, wann einer dem anderen seine Wälder abhauen, 
die Wiesen abmähen, oder in fliessenden AVässern und Bächen , oder unter 
denen Teichthamen oder Fischhältern Fisch fahen Hesse, oder einer dem 
anderen seine Grund verbiethen thäte." Der Frevel wird daselbst bezeichnet 
als „muthwillige Beschädigung fremden Grundes, Beschädigung der Wehre, 
körperliche Verletzung durch Schlag oder Verwundung, Verfolgung mit 
blanker Waffe, Verletzung eines Boten und Abnahme von Briefen demselben, 
und als muthwilliges Herabreissen vom Pferde." Beide Begriffe Hochmuth 
und Frevel oder die AVorte hrdost und pych erscheinen in älterer Zeit 
häufig vereint: jest mú čeleď bil kyji pychem a hrdostí, potom byl kyji 
mého hotaře pychem i hrdostí (Bůh. 01. 1405 f. 11 1) ; ~ učinil pych na 
řekách, zrubal mi hráze pravii hrdostí (Půh, 01. 1412 f. 48); — tu mi pra- 
vým pychem mlýn zrubal (Půh. Brn. 1406 f. 133); — strhl stav z mlýna 
pravým pychem (Půh. Brn. 1417 f. 133). Aus diesen Citaten geht hervor, 
dass pych und hrdost dem Hochmuth und Frevel der vern. LO. entsprechen. 
Doch verschwand das Wort hrdost seit der zweiten Hälfte des 15. Jhdts. 
aus der Gerichtssprache, insofern es einen Frevel bezeichnete und es blieb 
dem Worte bloss die Bedeutung der hochmüthigen Gesinnung , obwohl es 
diese Bedeutung auch früher hatte : co má ztravy býti ? Tolikéž jako viny, 
léčby kterú hrdostí více se viny dopustil (Ač. 2, 514); — pohnaný když 
přemožen bude snad proto, že hrdostí k roku nestál. (Maj. Car. Ač. 3, 173). 

Hřeb 1. das Loos, sors: právo o to hřeby, čím se svědkóm právo 
dostane, ale voda nesluší (Kn. Roz.) ; — tehda hřeby mezi svědky o léta 
(ibid.). Das Loos trat im altböhm. Gerichtsverfahren an Stelle der Ordalien; 
doch benützte man dasselbe auch noch später z. B. unum superarbitrum 
eligent sorte (Eml. Rel. 1, 55). — 2. ^hřebík der Nagel, clavus im Stadt- 
rechte als Symbol des übergebenen Eigenthumes , dem deutschen Rechte 
entlehnt: k uvedení v dědictví ujetím hřebíka neb třístky dání bývá .... 
dědictví mnohým věřitelům odhádání za hřebík, jenž německý slově spán 
(Brikc. p. m. 27, 13. vgl. Grini RA. 174). 

Hřebík vid. hřeb 2. 

Ili'ibeci das Marsgebirge, der Buchlauer Bergkamm : hrad Cimburk, 
ješto na Hříběcím jest (Urkd. 1398 im LA.); — Břestek pod Hříběcími 
(Půh. Ol. 1412 f. 204). — Die Wurzel chrb dorsum , curvum , im südsl. 
noch heute chrib collis, ebenso CD. 2, 84 : trans montem, qui dicitur chrib ; 
vgl. slovenski hribi, die windischen Bühel in Steiermark. 



- 74 — 

Hi'ivna, die Mark, marca; herzuleiten vom saiisk. griva der Hals, 
altsl. griYbna monile , altb. hriva torques colli (Mat. Yerb.) , ursprünglich 
also der Halsschmuck, die Halskette aus Gold oder Silber, später die Mark 
Goldes oder Silbers. Für die älteste Zeit lässt sich das Gewicht derselben 
nicht bestimmen; Kosmas crwähut nur: marcam nostraj moneta3 200 nummos 
dicimus. Falls diess Yerhältniss noch zur Zeit K. Otakar H. bestand, so gingen 
in seiner Zeit, da aus einer M. 3 Talente und 30 Denare geprägt wurden, 
auf die M. 230 Denare; doch ist eine zuverlässige Angabe wegen der jährlich 
wechselnden Münze nicht möglich und diess um so wenigei-, als der Ausdruck 
talentům selbst unklar ist. (Yid. in der H. Abtheil, dieses). Sicherheit kommt 
in den Gewichts- und Silberwerth der Mark erst mit K. AYenzel H., der die 
ersten Groschen prägen Hess. In einer Urkunde vom J. 1302 heisst es, dass 
für 2 Pfunde "Wiener Pfennige eine Prager Mark zu 64 Gr. gezahlt werden 
sollen (Font. Ror. Aust. H. Bd. 23, p. CO). Da aber auf die Wiener feine 
Mark 2 Pfund Pfennige gingen, so geht daraus hervor, dass eine Prager 
Mark gleich war der Wiener Mark und dass sie daher 280,006 Gramme 
enthielt. Ursprünglich wurden aus der Mark 60 Gr. geprägt ; als Uebergang 
zu den 64 Gr. ist eine Angabe aus dem J. 1303 zu betrachten, wo es heisst: 
62 grosses pro una marca (CD. 5, 166). Bald aber wurde es allgemeiner 
Gebrauch die Prager Gr. nach der mähr. Gewichtsmark d. i. in der Anzahl 
von 64 Stück auf die Mark zu prägen. Diese mähr. Gewichtsmark scheint 
identisch zu sein mit dem ai. 12911 erwähnten Olmützer Gewichte : 25 marcas 
argenti daturi in Moravia Olomucensis ponderis (CD. 5, 116); da aber 
das Pfd. des mähr. Handelsgewichtes = 559,967 Grammen, so ist die Hälfte 
desselben als die Münzmark = 279,9835 Gramme , also so ziemlich gleich 
mit dem oberwähnten Gewichte der Wiener Mark. Diese Mark wird ir den 
Urkunden als pondus moravicum oder schlechthin als pondus gravius 
und die Anzahl von 64 Gr. als numerus moravicus oder pagamentum 
moravicum bezeichnet, in böhm. Urkd. číslo moravské. *) Nebst der 
Mark zu 60 Gr. = dem Schock , kopa , und den zu 64 Gr. gab es aber 
noch Marken verschiedener Aufzahl, so die Straf mark (pokutní hřivna) 
zu 48 Gr., welche gleich ist der marca pol o nie a lis ponderis 48 grosses 
pro marca qualibet (CD. 7 , p. 43) ; dann die marca ponderis et numeri 
Opaviensis (CD. 4, 150; 9, 275). Ferner gab es die hřivna krá- 
lovská die königliche Mark oder das Königsgewicht zu 56 Gr. mit 
einem Feingehalte von 1573 Loth Silbers = 255,657 Gramme: funfzigtau- 
send mark silbers kuniges gewichts, ie 56 grosser beheimischer pfennig 



*) Auffallend ist daher die Bemerkung J. Chytil's in seinem Index zum I. Buche der 
01m. Landtafel unter dem Schlagworte marca: „"Welche Bedeutung die in den 
Urkunden dieser Zeit und in der Landtafel vorkommenden Ausdrücke marca 
numeri seu ponderis Pragensis vel Moravici haben, ist unbekannt, um 
so mehr, als gewöhnlich hiebei die ausdrückliche Bemerkung steht: pro qualibet 
marca 64 grossos coraputando." 



— 75 — 

für ein mark (CD. 6, 114); — de 10 millibus marcarum argenti grossorum 
Pragensium pagamenti regalis (CD. 8, 41). Nach ihr wurde die königl. 
berna gezahlt: obecní berni po pól hřivně s lánu totiž 28 gr. (Ač. 5, 362). 
Yielleicht ist diess die Ursache , dass in l>äuerlichen Kaufsurkunden die 
Mark häufig zu 28 Gr. gezählt wird, z. B. öfter in einem Grundbuche der 
Herrschaft Konitz: každou hřivnu za 28 gr. počítajíc. 

Hrnečiié (Grneczne); dieser im Leitmeritzer Stifungsbriefe ange- 
führte Zoll erklärt sich durch: de ductoribus vasorum de loco ad locura 
percipere volumus. (CD. 3, 150) von hrnec olla, vas, urna der Topf. 

Hromada die Versammlung der ansässigen, begüterten Bauern- 
schaft, wobei die Häusler ausgeschlossen waren. — Vgl. das rus. gromada, 
dasselbe bedeutend. 

Hi'oiiiadiiik, der in die Gütergemeinschaft aufgenommen ist: uni- 
verunt se ad veram unionem seu na pravý spolek, ita quod facti sunt veri 
unitores seu hromadm'ci (Cod. j. b. H. 2, 288). — Vid. spolek. 

Hromiiice oder llroniice purificatio Mariee , Maria Lichtmesse, 
vid. Maria. 

Ilroiímíčník in Schlesien der Monat Februar vom Feste Maria? 
purificationis hromnice genannt. 

Hrot, die Spitze des Pfeiles, der Lanze, der Gehren, spiculum. 

Hrotek, ein Bund von fünf Garben. 

Hrotiště, der Lanzenstift, hastile. 

Hroznatá Methodius. Der Name entstand durch eine falsche Deri- 
vation des gr. Wortes, indem man dasselbe von lat. metus die Furcht 
herleitete altb. hróza, wodurch dann Hroznatá entstand. H. a Crha Method 
und Cyril. An Hroznatá, den Gründer des Klost. Tepl, ist wohl hier schwerlich 
zu denken. — vgl. Hrůza und Straehota. 

Hruden 1. der Januar, alts. grudin^ der November, poln. grudzien 
der Dezember; wahrscheinlich herzuleiten von hruda, gleba, die Scholle, 
hruditi glebare (Hanka sbír. nejd. slovn. p. 182). 2. =r hrudiiec embolismus 
mensis intercalaris : ve třech letech přibývá měsíc příbytný, hruden, t. j. 
třináctého měsíce nastání, intra triennium accessio fit mensis intercalaris 
(Embolimsei) id est decimse tertiře lunationis, die Tage, welche zwischen dem 
Dezember und Jänner eingeschaltet wurden, um den Unterschied zwischen 
dem Sonnen- und Mondjahre auszugleichen. Daher auch das Schaltjahr ziz 
h rudný rok. 

Hrůza Methodius (in einer Urkd. K. Ferdinands ai. 1544). — vid. 
Hroznatá. 

Hubáček der seit K. Ferdinand I. geprägte Groschen, welcher 
9 Heller zählte : grossus sestertius valens chalcos novem (Strans. Resp. b. 
542.); — hubačku za 4 zl. (MS. Pross. 1578). 



/ 

~ 76 — 

llül baculus, sccptrum doi- Stab. 1. das Scepter als Symbol der 
Rcchtsptiege: purkrabí pražský hol mocí královu nade vší zemí drží (AC. 

2, 502); — já valašsku ovčárskú nedáni za hůl císařskú (Kol. Zpěv. 1, 330). 
— 2. der Heroldsstab, der Stab des Gerichtsboten zum Zeichen seines fried- 
lichen Amtes und seiner Unverletzbarkeit: póhončí holi v ruku vedle obyčeje 
držíce, ktoriižto holí lířad póhončí jim poručený znamenávají (Maj. Car. AČ. 

3, 171); — komorníci, kdyžby poháněti měli, nemají při sobě bráni míti, 
toliko huolku, jakož obyčej jest od starodávna (zříz. Ylad. AČ. 5, 69 ; zříz. 
15G4 f. 31.); — od pf-edkův našich to jest v obyčej přivedeno, že před tento 
soud (t. j. mezný) žádný s kordem .... předstoupiti nemá; ale jeden každý 
má míti hůlku v ruce na znamení pokoje zdržení (Menšík pr. mez. p, 
10). — Ygl. Giim RA. 135, 7G1; Mythol. 2. Aufl. 803. 

Iluiiezkapp vid. III. Abthoilung lluiidskappe. 
llun<9kopp vid. III. Abtheilung Ifuiiilskappc. 

Hus häufig bei Datirungen wie ein Heiligentag benützt, der Tag 
ist der (5. Juli: 1. 1415 třetí den po sv. Pi'okope v ochtáb sv. Petra a 
Pavla upálen jest velebný kazatel mistr Jan Hus (SRB. 3, 20); — dne 
6. července jakoby řekl na den mistra Jana z Husince upálení (ibid. 3, 249). 
Seit dem J. 1517 feierten aber die Prager den Tag wie einen anderen Fest- 
tag, sogar mit der A'igilie: v neděli o vigilii mistra Jana Husí, když 
bylo po jitřní a potom i v pondělí na týž svátek, konšelé pražští pálili 
oheň a na věži mostské trubači slavně troubili etc. (SRB. 3, 408). Von der 
Zeit an erscheint der 6. Juli als Tag des Johannes Hus z. B. 1520: feria YI. 
die Johannis Hus (AČ. 1, 120); — ve středu den mistra Jana z Husince 
(böhm. Landtag d. J.); — ja ein Herr Petr Skrbenský datirt im J. 1579: 
v pondělí den ])amátní svatého mistra Jana Husi, am Tage des heiligen 
Johannes Hus (Urkd. im LA.), ein Beiname, der dem Joh. Hu • übrigens 
bald nach seiner A'erbrennung ertheilt wurde : ó svolání Konstantské. jenž 
se nazýváš svaté, kak si bez opatrnosti zhladilo bez milosti člověka svatého 
(AČ. 6, 33). Petr Codicillus, der berühmte Astronom der Prag. Univ. Hess 
in seinem Kalender auf das J. 1584 den Gedächtnisstag des J. Hus aus ; 
dafür cirkulirten gegen ihn folgende Yerse : Stal se Čechům posměšný kus, 
Yyletěla jim z Prahy hus, Prodal ji mistr Codicillus. 

Husák der Hussite (Čas. č. M. 1827. H. 45); im schimpflichen 
Sinne gebraucht. 

Huť ex germ. die Hütte im Bergbau, die Bauhütte; h. sklenná 
die Glashütte : duas casas, alias dvě huti sklenné (DO. 10, 798). 

Hvozd die Malzdörre, ardorium. 

Hycel der Abdecker : aby se takových rovně co psi hycle varovali, 
aus dem deutsch, dialekt, hítzel der Schinder. 

Hýle : peněz na hýle mívali (Para. Kut. 35), mitlat. hýle, gr, vltj 
materia, deutsch Höhle im Bergb. ein Kasten, der auf dem Höhlwagen 



li 



befestigt ist, um darin Efz auf die Hüttenwerke zu führen ; er fasst 16 Ctr. 
(in Kuttenberg 12) und wird auch als Maass gebraucht. 

Ilynec, Hynek, Ilynce, llynčík Heinrich, Henricus : Jindřichovi 
jinak Hyncovi (Čas. č. Mus. 1864 p. 101). 

Ilyiist, Hyiišt ex gerin. der Hengst, caballus : pobral mi hynst 
(Půh. Brn. 1406 f. 22); — móž se to často přihoditi, že lépe pro Bůh ry- 
tíři dáti hynšt (Tom. Štít. 256). 

Hysla nom. fem. r= Gisela? 

Hyzdě (Hyzdie) der Schinken, die Schweinskeule petaso : peciam 
carnium porcinarum , qua^ hyzdie vulgariter dicitur (Dud. Stát. der Pr. 
Metropk. p. 19). 

Hyzdie vid. Hyzdě. 

Chalupa die Hütte; chaliipiiík der Ansasse, welcher, weil er keine 
Gründe hat, nicht zur bestifteten Bauernschaft gehört. Die eh. entstanden 
gewöhnlich auf Dominikaigründen. 

ve Chbii kommt in Datirungen manchmal vor ; es ist der Lokal 
von Cheb die Stadt Eger : jenž jest dán a psán v městě Chbu (Urkd. 1412) 
statt v Chebu. 

Chebský, Chepství unverschämt, keck; vgl. kep. 

Chelěictí bratři, die Chelčicer Brüder, Anhänger des Petr Chel- 
čický, eines Landedclmannes (1390—1460), der wahrsch. aus dem Dorfe 
Yodňany gebürtig war. In seinen Schriften eifert er ebenso gegen die Katho- 
liken wie gegen die Utraquisten. Seine Anhänger , deren aber nicht viele 
waren , erhielten den Namen bratři , welcher Namen dann auf die Brüder- 
unität, die sich eigentlich auf Grund der Lehre Chelcicky's entwickelte, über- 
ging. — Yid. brati'i cesti. 

Chischi vid. Chýška. 

Chiztotne vid. Čistotné. 

Chlap (altsl. chlapx servus, rus. cholop, pólu. chlop , kroat. chlap 
rusticus) der Nichtadelige, gleichviel ob Bürger oder Bauer : král móž znovu 
chlapa za vládyku vyvýšiti .... a takoví již chlapy nazváni býti nemají ; 
ale ktož by jim řekl, že jest chlapovo dítě, z toho se vyvésti nemohou, neb 
jsú prvé zrozeni, než jim spósob stavu vladyckého potvrzen jest (Kn. Tov. 
kap. 223); — pakliby měštěnín sedláka pohnal, máta se biti kyji a 
štíty velikými; neb jsta oba jednoho řádu chlapského (Ač. 2, 95); — 
nebo kdyby to platiti mělo, aby jakého kdo tytule užívá, takového stavu 
zůstati měl, nebylo by žádného chlapa na světě, ijež všecko páni a 
zemane. (Záp. Žer. 1, 264). Abgesehen von diesem Unterschiede versteht 
man unter Ch. den Hörigen , namentlich den leibeigenen Bauer und wenn 
auch der Bauer in den böhm. Ländern nicht so grausam und niedrig behan- 
delt und so gierig ausgesaugt wurde, wie in Polen und LTngarn, so war die 



— 7R — 

Lage desscllicn in den ])ölini. Ländern namentlich nach den Hussitenkriegen 
keinesfalls eine bcneidenswerthe. Schon Štítný klagt um 1374, dass die 
Bauern durch allzu viele Abgaben gedrückt wurden und er führt schon das 
charakteristische Sprichwort an, der Bauer sei wie der Weidenbaum, je mehr 
man ihn beschneide, desto dichter treibe er: „říkají bláznoví páni, chlap 
jest jako vrba; čím čestčjé ji obrubáš, ticm se hiiště obalí." Aber siebzig 
Jahre später tadelt Petr Cholčický in seiner Postille (1434 —1436) in den 
schärfsten Ausdrücken die rohe und grausame Behandlung der Bauern 
durch die Grundherrn: aniž odpuštěno bude pánům a vladařům ukrutným, 
ježto sedláky své tepouce hanějí , chlapy, výry, psy je nazývajíce u vězení 
sázejí, aby vždy jim bezedná hrdla krmili (Post. 199) und im Síť víry spricht 
derselbe Schriftsteller: jen skrze bolest a pot chlapův a výrův mohou doká- 
zati té dobroty vladyčí (p. 152 vid. dobrota). Daher hat das Wort chudý 
(vid. dieses) als Synonymum von Unterthan diese Bedeutung aus einer trau- 
rigen Wirklichkeit. Dass die Ausbeutung des Unterthanes umso ärger war, 
je ärmer der Grundherr war, liegt auf der Hand. — Aus dem chlap wurde 
ein Adeliger durch Nobilisirung von Seite des Königs; aus dem Adeligen 
wurde hingegen ein chlap , wenn er ein Handwerk oder sonst ein Gewerbe 
betrieb. Schon Štítný spricht von einem althergebrachten Gebrauche , dass 
kein Adeliger sich mit Handel und Gewerbe abgeben solle : protož ot dávna, 
ktož sluti chtie páni menší neb větší, sty die se kupčením (p. 154) und 
Karl von Žerotín sagt geradezu : bratr starší toho Podstatského do Prahy 
se odstěhoval a tam živnost městskou provozujíc již zchlapěl 
(Záp. 1, 265). 

Chlapství , der Stand der Unadeligen, des Bürgers und Bauers: 
také naň muož chlapství provedeno býti otcem jeho, kdyžby panoší nebyl. . . 
poněvadž otce chlapa měl , chlapem zuostane (Kn. Tov. k. 220). — Ygl. 
Chlap. 

Chléb 1. panis , das Brod. 2. das Besitzthum, namentlich Grund 
und Boden: s jeho chleba šedše na mú dědinu (Půh. Olom. 1412 f. 59); — 
té dcery odbyl a vdal na cizí chléb (Kn. Drn. p. 95) ; — když s jednoho 
chlebu mnoho póvodóv na pohon (Kn. Roz.); — že se na své zboží vrátí s 
cuzího chleba (ibid.). Im russ. chleby die Getreidearten. 

Chlebiti , die AVirthschaft betreiben = hospodařiti : když bratři 
spolu chlebí .... že o svém máti jich chlebila (Půh. Brn. 1459); — léčby 
děti měla a s nimi na statku chlebila , tehdy na děti spadne , s kterými 
chlebí (Kn. Tov.) ; — o svém každý chlebil a sídlo měl zvláštní (ibid.) ; — 
že v svém chlebil a svou obzvláštní živnost měl. (Záp. Žer. 1 , 243) ; — 
ch. sobě (Kn. Tov. kap. 78) sein eigenes, selbständiges Hauswesen führen. 

Chlebiiik der Bäcker, pistor: že mi drží člověka mého Jana chleb- 
níka (Půh. 01. 1505 f. 2). 

Chlebové das den Dreschern gegebene Getreide : mlatcům chlebo- 
vého každému na měsíc 4 achtele (MS. Press. 1683). 



— 79 — 

Chiiielík, ein grosses auf Befehl K. Wenzel lY. gegossenes Geschütz 
(8RB. 3, 72). 

ťhnieliiiec, der Hopfengarten: kupil lučku a chmelinec (MS. LA. 
M. YII. 20 p. 49). 

Chobot: desátek z chobotův , které Vranínští drží (MS. LA. XIL 
č. 19 p. 158) jest les, slově choboty (ibid. 164) der Anger, Teichgrund; 
sonst auch Stück, Zipfel u. s. w. 

Chodák, Chodáky ně der Bettler, die Bettlerin; vgl. chodec. 

Chodec von choditi gehen, der herumziehende Bettler: co se chod- 
cuov a pastýřuov dotyce .... aby se město od města , ves ode vsi po 
jarmarcích neb posvicem'ch netoulali, než ve špitále zuostali. (LO. 1564 f. 214). 

Chodové (sing, chod) der Wächter der Gränze, der Markmann 
custodes limitům. Ihre Aufgabe war es, Grcänzwälder zu begehen (choditi 
gehen, daher ihr Name), das Herannahen eines Feindes anzukündigen und 
Verhaue zu machen, um das Vordringen desselben zu verhindern : káza 
Břetislav chodóm les zarubiti (Dal.) ; — ktož otemne poběhue kázal jsem 
jej chodóm zabiti (ibid). Sie waren von allen Abgaben befreit ; doch wurden 
sie durch Verpfändungen der Könige an die Barone um ihre Privilegien 
gebracht und endlich der Stadt Taus untergeordnet (vid. Pam. arch. 1864 
p. 101). An sie erinnern noch die Ortsnamen Chodoun, Chodouny, Chodolazy, 
Chodov dolní, Chodov horní, Chodov zadní, Chodovice u. s. w. — Stránský 
in seiner Resp. b. (p. 71.) ist im Trrthum, wenn er die Chody mit den 
Hedčané verwechselt: sunt quoque multo jam tempore sub eorum potestate 
(d. i. der Stadt Domažlice = Taus) homines alioquin non vulgaribus exem- 
tionibus gaudentes, qui diodové et vulgo psohlavci nuncupantur. Perhibetur 
captivos eorum patres in Bojemiam transportasse ex castro Chodzec sive 
Gdec in majore Polonia victor Bretislaus L, eosque in Cirnin ejus orře silvee 
ingenti an. 1038 collocasso ac libertate multa ipsis concessa limitis custodiee 
prsefecisse**. (vid. Hedčané). 

Choiiiutné, Chomutove von chomút, helcium Kummet, die Abgabe, 
welche vom Pferdegespann , oder für die Einfuhr der Kummets gezahlt 
wurde: elemosinam , quam dux Sobezlaus, scilicet homutne, in Olzava 
ecclesie contulerat (CD. 1,292. 304); — alts. chomati, pol. chomat, neuböhm. 
chomout, mithd. chemat. Das deutsche aus dem slav. entlehnt. (Vgl- Gr. 
Wtb. V. sp. 2610). 

Chrbola, Chrbolka ein Kleidungsstück: barchanku, kaftan, čepici 
popelicí a chrbolu (MS. 1573); — pět roušek, jedna chrbolka (MS. 1511). 

Chromota die körperliche Verletzung, in Folge deren eine Lähmung, 
Verstümmelung oder Verunstaltung eintritt, die lem, lemde der deutschen 
Urkunden: opět na jednom údu toliko jeden nedostatek řečený leem, totiž 
chromota neb ohyzda móž obžalován býti (Pr. Měst. 210); — raněn jsa 



— so — 

v nohu, ()l)iátí-li so rána v chromotu , nomóž ])ro pět prstóv nožních toho, 
jenž jej ranil, z pěti chromot viniti (ibid.); — tři údové uschh' v chromotu 
se obrátili (ibid. 212); — opovídati právo chromotu i všelikaké ohavy, rány 
modré i krvavé (Kn. Roz). 

Chudina 1. die im Hospitale oder Armenhause wohnenden Armen : 
chudým do s])itiilu , a ta chudina aby za duši mou P. B. prosili (MS. LA. 
M. YII. 14 f. 34). — 2. die Unterthanen, Hörigen: ti, ješto by se tobě i 
tvé chudině hodili k těm uřadóm . . . jich pósobením i tvé chudině lépe 
bude. (Štít. ed. Yrťátko p. 84) — vid. chudý. 

Chudý kommt in derselben Bedeutung vor, wie das mitlat. pauper, 
das mithd. arme liute = Unterthanen, Hörige : non volumus, ut domus 
pauperum ipsorum prevideantur a camerariis (CD. 2, 283); — und das 
die arme lüde vnbeswerit blibin von den yegirn (Gr. AVeisth. 3, 328) ; — 
a pro ten dluh jest mně i mým chudým lidem pobráno; — a tím má chudina 
hyne (Půh. Brn. 1447 f. 18 ; — znamenav obtížnosti lidí svých chudých a 
poddaných (Kn. Tov). — 

Chiíkatí murmurare leise reden ; so wurde namentlich die leise 
gepflogene Berathung der Landrechtsbeisitzer genannt, wenn sie nach Anhörung 
der Partheien zum potaz zusammentraten; in deutschen Quellen das gerune, 
geraun e. 

Chunowe vid. Kuiiuvé. 

Chval nom. viri, qui laudat, wahrscheinlich abgekürzt aus Bohu- 
chwal = Grottlob, wie wenigstens aus dieser Stelle hervorgeht : jsou nebožtíku 
p. Bohuchvalovi strýci mému přikázáni byli .... na cem jest pak nebožtík 
p. Chval strýc můj to postavil, že oni nevědí MS. 1554. im LA). 

Chwrtne vid. Čtvrtně. 

Chýška (Chischi) casula die kleine Hütte Demin. von chýše: 
sortes, quře vocantur chischi (CD. 2,364); vgl. in der HL Abthl. k ei sehe. 

llluniinista, welcher Kupfer- und Holzstiche mit Farben ausmalt. 

Intitulovaný , der immatrikulirte Student : žeby jich bylo intitulo- 
vaných t. j. k koleji připsaných 34.000 (SRB. 3, 12 Akg.). 

Introlígator: knihaři a introligatoři (Pam. arch. YHI. p. 585). Der 
Buchbinder. 

Jacek nom. viri = Hyacinthus. 

Jacínt vi. Jacck. 

Jako fcie, quasi, beiläufig: v hodinu jako třetí (Yel. kal. 378) hora 
quasi tertia; — jako v hodinu nešporní (ibid. 434); — jako se šesti sty 
jízdnými cum sexcentis fere equitibus (SRB. 2, 472). 

Jakub veliký apoštol Boží = Jacobus Major, Tag der 25. Juli. 

Jalové panování vid. Panování. 



— 81 — 

Jáiii<i 1. die Erzgrube : bude moci jámu neb důl udělati a z ní rudy 
dobývati (Kn. Tov. ed. Demuth p. 159) ; daher Jamnice der Name der Stadt 
Jamuitz. — 2. Die Fanggrube für das Wild: aby jam na zvěř velikou i 
malou děláno nebylo (LO. 1564 f. 225). 

Jamníci (sing, jamník), die Grubenheimer, Grrubenhauser, ein Spott- 
name der böhm. Brüder, weil sie in der Zeit ihrer Yerfolgungen in Gruben 
(jámy) ihre Yersammlungen hielten. Dieser Name kommt schon bei Bile- 
jovsky (f 1555), v^elcher die Geschichte der Brüder-Unität bis zum J. 1520 
schrieb, vor; auch Komenius sagt: české bratry nepřátelé na posměch jam- 
níky nazývali (hist. prot. 56). Ygl. Balb. Mise. 6, 29. 

Jan Johannes 1. J. Burian vid. Burian. 2. křtitel J. baptista 
der Täufer. 3. miláček páně der Liebling des Herrn, J. evangelista nach 
dem griech.: ó iqyantj[iévog^ quem dilexit Jesus (Joh. 21 , 7). 4. nalezení 
hlavy s. J. krt. inventio capitis. 5. J. před branú vlašskú J. ante 
portám latinám, J. vor dem wälschen Thor. 6. stětí decollatio. 7. vánočný 
J. um Weihnachten, s. Johanstag ze wihennacht (CD. 6, 115) evangelista. 
8. v oleji vařený, als hei wart in dem oly gebraten (Grotef. Handb.) 
J. ante portám latinám. 9. zlato-ustý J. Chrysostomus. — Yg. Mina 
svaťá. 

Jankule Beiname des Joh. Ilunyadi (Yel. kal. 419). 

Jarek, Jareš, Jai'os ■=:: Jaroslav. 

Jargeld (Jorgeld, Jorgelt), der Jahresgohalt: úřad jeho i jorgeld 
se oznámí (Kn. Tov. kap. 14) ; — spravedliv-li jsem k tomu jorgeltu 
(Ač. 1, 282). 

JargeSfník e germ. Jahrgeld, der einen Jahresgehalt bezieht, nament- 
lich rechtskundige Personen , auch advokáti und prokurátoři genannte Per- 
sonen: dožádali sc advokátův a prokurátorův svých, kteříž od mnoha let 
na nemalou Jahrgeldten mzdu zjednáni byvše jim v právních věcech povinně 
a rádi sloužili (Slavata fol. 102); — aby jim jahrgeltníci a zakázaní proku- 
rátorové dopřáni byli (ibid. 103); — ačkoli jahrgeltníkem p. hraběte jest 
(Záp. Žer. 1, 91). 

Jarka nom. fem. = Jaroslava. 

Jarolíni = Hieronymus. 

Jaroniířka , Name einer Kanone in Prag: z Jaromířky stříleli 
sedmkrát za den. (SRB. 3, 53). 

Jás, der Jazyge: s Uhry, Rasy, svými Jasy (Pal. Děj. III. 1 p. 378). 

Jašek, Jakáa, Jakeš nom. viri Jacobus. 

Jatrev fratria, uxor fratris mařiti, die Frau des Schwagers leviri 
uxor, dvárrjQ^ janitrix, poln. jatrew, altsl. jatry, sanskr. jatr, im böhm. nur 
in Uebersetzungen der Bibel vorkommend. 

Jatruse bei Yeleš und Rozk., dasselbe was jatrev. 

6 



^ 82 — 

Jazyk, die Zungo, lingua, die Sprache; in übertragener Bedeutung 
das Volk natio, namentlich im 15. Jahrh.: pro křivé nařčení, kteréž jest 
jemu bez viny a skrze to vší české koruně a jazyku připisováno ai. 1415 
(Ač. 3, 184); — abychom se strhli proti nepřátelóm a zhubcím jazyka českého 
(ibid. ai. 1450), wie auch im deutschen: pilgrim , der auf dem gotzweg 
ist, also daz er von einer zungen zu der andern vert (Schmeller 4, 
271). _ Vgl. hlahol. 

Jediioštítiiý vládyka , der einschildige Ritter, der neue Adelige : 
král móž erbem chlapa za vládyku vyvýšiti; a takoví již chlapy nazváni 
býti nemají , neb se ti listy těmi vyvodí a za vládyky jednoštítné zóstávají 
(Kn. Tov. kap. 238). — Tgl. chlap, vládyka, štít. 

Jednota 1. unio, die Uibereinstimmung, Einigkeit, Bund: vstúpili jsme 
v jednotu a jednostejně smluvili jsme se za jeden člověk a slíbili jsme sobě 
tu jednotu držeti a zachovati ... a jsúc v té jednotě učinili jsme sněm druhý 
. . a tato svrchupsaná jednota a ustanovení má trvati až do budúcího pána 
(Landfr. 1440); — že jest pobral v mírné zemi a v této jednotě; — že v 
jednotě této země mocí spálil obilí (Půh. Brn. 1417 f. 135. 149). 2. Jednota 
bratrská die böhm. Bruderunität. 3. J. křesťanská unitas ecclesiastica 
(AČ. 3, 423). 4. J. panská der Herrenbund gg. K. Georg Pod. 5. Jednota 
plačtivá die Sekte der Mikulašovští (vid. diese). 

Jcdiiotiiík Mitglied einer jednota, Bundesglied: napomínati těmi 
závazky každého jednotníka našeho (ai. 1450). 

Jednuéka der Einser, Spottname für die unter einer Gestalt 
Kommunizirenden : prvé byl pod jednou a pravá jednuška (SRB. 3, 216); 
— kterak naše strana se umenšuje pomalu ouřady, penězi, sliby od druhé 
odporné strany t. jednušky (ibid. 3, 413). 

Jeniiié von jímati sumere, capere, arrestare die Entlohnung für die 
Arrestation, das Arrestgeld, Beschlagsgeld: rychtář dostane stavného, je- 
mného, pomocného etc. jemného 16 gr. (Wal. Mes. Stadtb. f. 30). — Yid. 
obstávka, stávka, stavíti. 

Jeptiška die Nonne, monialis, durch Vermittlung der mithd. Form 
aptessin, eppetisse aus dem lat. abbatissa. 

Jer umgelautet aus jař die Sommersaat, das Frühkorn: a pobral 
mi mé obilí jeř i ozim. (Půh. 01. 1412 f. 27). 

Jeřiiý desátek der Zehent von der Sommerfrucht (Půh. Brn. 1581). 

Jerolím, Jeroným Hieronymus : mistr Jeroným pražský Hiero- 
nymus von Prag, dessen Gedächtnisstag nach dem Almanach von 1543 auf 
den 6. Juli fällt. 

Jetí die Arrestirung, widerrechtliche Gefangennahme : o jetí koně 
. . . jetí svého člověka (Kn. Roz. či. 209). — vgl. jemné, zájem. 

Jetrich nom. viri Dittrich. 



— 83 — 

Jezovec 1. der Dachs. 2. ein Schimpfname der Jesuiten: nebojme 
se Zižky krále, nechť ho čeit vzal i s Jezovci, nechť jdou za ním papeženci 
(Lied 1619). 

Jihlava Iglavia die Stadt Iglau. Der alte Fahler Hájek leitet den 
Namen von Igel (ježek) her. Da aber die Stadt vom Flusse ihre Benennung 
erhielt, der jedenfalls früher war, als die Stadt, so ist die "Wurzel dieses 
Wortes : jih, jihnouti, thauen, sich ergiessen eifundi : z náhlého roz-jíž-ení 
ledu a sněhů Yltava náramně se rozvodnila. (Yel. kal. 61); daher die 
Iglauer ihre Stadt in Urkunden und Chroniken zu der Igla nannten. — 
Die in neuester Zeit hie und da beliebte Schreibung Jihlav statt Jihlava ist 
unbedingt zu verwerfen. 

Jihlavská koinpania die Iglauer Tuchmacherzunft: kompania Ji- 
hlavská z peněz , které v handlich složené mají a jich výše nežli úrokem 
užívají, tak dobře jako jiní páni obyvatelé (z čehož se purkmistr a rada 
přiznávati povinni budou) z jednoho každého tisíce po třech zlatých aby 
dávali. (Sněm. pam. kn. lY. p. 49 ai. 1601). Sie wurde im J. 1556 ge- 
gründet, genoss bis in's 18. Jhdt. einen vorzüglichen Ruf bezüglich ihrer 
Fabrikate, nahm aber seit dem Anfange dieses Jahrh. ein klägliches Ende. 

Jílek = Jilji Egidius: Jilji jinak Jílek (Pub. Brn. 1583. 1589). 

Jüji Egidius aus dem mithd. Gilge. 

Jilovec der Goldwäscher, der Bergarbeiter, jílovati Erz graben: 
aurifossorum, qui vulgo ylouci dicuutur — ab autiquo aurum de terra ylou- 
ant (der lat. Ausgang tert. plur. von böhm. jílovati) seu decutiunt (Erb. 
Reg. 45); jíl der Letten, Thon. — Daher Ortsnamen, wie Jílové Eule, 
Jilov Eulau u. s. w. 

Jinirani nom. viri Emmeramus. 

Jiudra, Jindřich = Heinrich, (alts. jendrichi.). 

Jiri Georgius (vgl. Girg) : rytíř a mučedlník Boží (Ač. 1, 195), in 
der Olm. Diöz. am 23., in der Prager am 24. April: 1. 1647 dne 24. aprile, 
to jest den sv. Jiří (Gas. č. Mus. 1832 p. 475). 

Jistebka vid. koš. 

Jistebník dasselbe was boudiiý. 

Jistec 1. der wahre Eigenthümer: já N. první jistec a správce věcí 
dolepsaných prodal jsem... — 2. Derjenige, welcher etwas sicherstellt, also 
der Schuldner und Bürge: já N. první jistec a dlužník dluhu dolepsaného 
(Kn. Dr. 84); — my jistci nahořepsaní máme věřitelům našim jich sumu 
jistinnú i s úroky zaplatiti (ibid. 86). 3. actor der Kläger: actor petat = 
jistec požádá (Maj. Car. Ač. 3. 173); — actore precedente = pakli jistec 
provede (ibid. 172). 

Jistina 1. summa capitalis , die Schuldsumme ohne Zinsen- und 
Schadeuzuschlag: až jistina zlatých svrchupsaných věřitelem našim úplně 

6* 



— 84 — 

bude zaplacena (Ivu. Tov.). — 2. der Thatbeweis, der Thatbestand, species 
facti, corpus delicti : jestližeby člověk takový s jistinou a při skutku polapen 
byl, k útrpnému právu bude moci jej vydati (LO. 1564 f. 215); — móžeš 
věděti, když kto koho jme bez jistiny, nemaje popravy, co dále k tomu 
sluší (Ač. 3, 38); — pakliby kdo nalezen byl v hoře, by pak jistina u něho 
nalezena nebyla, má tři dní seděti; pakli s jistinou nalezen bude, tehdy to, 
co se u něho najde, má jemu na hrdlo uvázáno a s tím na šibenici pověšen 
býti. (MS. LA. M. YII. 3. f. 28) : — ktož bude s tví jistinu popaden smrtí, 
i v súdný den postaven bude na lavici, pravě jako s jistinu zloděj přiveden 
bude na odsiizení (Štít. p. 22) ; — pakli opověděl jménem (zloděje) , ano 
ješče čas (k) jistině vyníti (Kn. Roz. či. 227). Ygl. Blick und Schein im 
deutschen Rechte. 

Jitka nom. fem. Judith. 

Jiti'iii , die Frühmesse; matutinum : na jitřní Božího narození in 
matutino nativitatis Christi. 

Jizba. Jungmann führt in seinem Wörterb. sub gizba aus einer 
Handsch. ai. 1588 an: s lomy, s hony, s gizbami (letzteres Wort mit einem 
Fragezeichen in der Klammer) ; es ist ein Lesefehler für čížbami Vogel- 
stelle, nach älterer Schreibung in den Urkunden cjtjbamt geschrieben. 

Jízda, die Kriegsfahrt, der Ritt in Feindesland, der Zug gegen den 
Feind überhaupt: a ta jízda byla tak spanilá, že nepomní nikdy žádný takéž 
od Čechuov (SRB. 3); — Budějovští se mnú příměří držeti nemíní i poslal 
jsem v jízdu na jich škodu .... a moji byli již v jízdě a v tom se jim 
škoda stala (1478). 

Johánek kněz Johannes Nepomucenus. (SRB. 3, 4). 

Jochynital, der Thaler: jochymtalů za 14 zl. (MS. Pross.). 

Jorgeld, Jorgelt, Jorgeltník vid. Jargeld. 

Jošt nom. viri Jodok. 

Juliův Trh Forum Julii Friaul. 

Juta, Jutka nom. fem. Judith. 

Juxta von dem lat. juxta neben , eine Schrift , welche neben einer 
Yerschreibung , die in die Landtafel eingetragen war, gesetzt wurde, um 
entweder dieselbe zu quittiren , zu löschen oder auch zu prolongiren. Sie 
wurde eingeführt, um die Ausstellung neuer Urkunden zu ersparen : kromě 
těch trhóv, kteříž se při zápisích píší, kterýmž juxty říkají (Vš. 397); — 
juxtou kvitováno (Ač. 3, 478); — smazáno juxtou (ibid. 565). Die kleineren 
Schreiber, welche von diesen j. eine Taxe bezogen, begünstigten den Gebrauch, 
so dass die knihy oder desky zápisné bald überflüssig geworden wären; 
daher wurden diese j. im J. 1456 aufgehoben (Cod. j. b. IIL 2, p. 200); 
nichtsdestoweniger aber kamen sie später wieder auf, wie es das Werk 
Korn. V. ^'šehrd beweist. 



— 85 — 

Kabát 1. toga virilis, der Rock, althd. kawáti vestimentura. 2. das 
Marterhemd, mit brennbaren Stoffen getränkt, zum Martern der Missethäter- 
3. das Gefängniss, der' Pranger. 

Kačenka, eine Scheidemünze, wovon 2 auf 1 Pfennig gingen, auch 
šart und malý peníz genannt: chalci semis , sart vel kačenka, malý peníz 
(Strans. resp. b. p. 542). — Yid. katerinka, šaH. 

Kačka nom. fem. Katharina. 

Káď wörtlich der Bottich ; bei den Taboriten die Gemeindekasse, 
eine Einrichtung, die über das Jahr 1422 nicht hinausreicht: ustavili, aby 
bratři všichni všecko vuobec skládali a na to sií jim kád jednu nebo dvě 
vystavili, kterúž obce téměř plnu sú jim nasypali .... jedna káď byla 
postavena na Táboře, druhá na Písku, třetí v Yodňanech (vgl. Pal. děj. 
III. 1, p. 478). 

Kadys, Katys eine Art Webstoíf, aus dem franz. ca tir fest wirken 
(Matz.). 

Kachna nom. fem. Katharina. 

Kalendář nový der neue d. i. der Gregorianische Kalender, welcher 
in Böhmen 1584 derart eingeführt wurde , dass man die bezüglichen zehn 
Tage im Monate Jänner ausliess und statt des 7. gleich den 17. Jänner 
zählte. (Yel. kal. p. 16). In Mähren wiesen die in ihrer ]\Iehrheit utraqui- 
stischen Stände die Annahme dieses Kalenders bei dem um Dreikönig 1584 
in Olmütz gehaltenen Landtage zurück; erst auf erneuerte Aufforderung 
des Kaisers nahm der im Juli desselben Jahres versammelte Landtag den 
neuen Kalender an und verordnete, dass statt des 4. Oktobers dieses Jahres 
gleich der 14. zu zählen sei. (Sn. p. Kn. 1584 f. 17, 18, 32, 36). Doch 
findet man in Privataufzeichnungen der Utraquisten und Nichtkatholiken 
überhaupt auch noch später beide Kalender nebeneinander, so z. B. im 
Itinerarium des Telen v. Zerotin. 

Kalendy die lat. calendře, in Datirungen vorkommend: jehož datum 
1. p. 1365 ve čtvrtých kalendách měsíce dubna (Ač. 1, 508); — dán osmé 
kalendy měsíce srpna 1319 (CD. 6, 119). Selbstverständlich ist hier die 
Reduction nach dem lat. Kalender vorzunehmen , im ersten Citáte also 
IT. kal. Aprilis = 29. März, im zweiten = 25. Juli. — lieber die unrichtige 
Auffassung der lat. calendse siehe namentlich Kn. Tov. p. 14, Akg. 1, 3, 4. 

Kalioty für Kalhoty die Beinkleider aus dem franz. culotte. 

Kališi, die Bräuerbursche, die in der Charwoche mit Flederwischen 
in Prag herumzogen und singend bettelten ; daher kalisovati herum schwärmen ; 
ein wahrsch. durch flämische Kaufleute nach Prag gebrachtes AVort , vgl. 
hol. kalis ein armer Mensch. 



— 86 — 

Kalíškové, Kclchlein. So hiessen die ums Jahr 1422 aus Kelchen, 
Monstranzen geprägten Groschen : 1. 1421 dělali grose a peníze z kalichiiv 
a monstrancí a říkali jim kališkové (vgl. Pal. Děj. III. 1, p. 480). 

Kališník, der Kelchner, calixtinus, der Hussite. 

Kaliště (Calysce), der Sumpf, von kal limus, lutum. 

Kamarajový: na truhlách pěkné kamarajové prostěradlo (Čas. č. 
M. 1858 p. 3G8) wahrsch. Kammertuch, Tuch von Camerik, Camarik, welches 
der deutsche Name für Cambray ist. 

Kamelor ex gerni. Kameelhaar. 

Kämen 1. ein Gewicht von 20 Pfund (in Polen 32), 2, filozofský 
der Stein der Weisen: kdyby z požehnání božího se zdařilo a filozofský 
kámen dokonán byl (Břez. ž. Yil. Roz. 226). 

Kamp, der Keilberg im Bergbau, aus dem deutschen kamp, kämm, 
pecten. 

Kancelář česká dvorská oder kurzweg k. česká, die böhmische 
Hofkanzlei cancellaria regni. Anfänglich ein Amt , in welchem die königl. 
Urkunden ausgefertigt wurden; später erweiterte sich der Amtskreis und 
die Bedeutung derselben , indem die Kanzlei zu einem förmlichen Raths- 
senate des Königs wurde, in welchem neben dem Kanzler und Yicekanzler 
auch vom Könige hiczu berufene Mitglieder Sitz und Stimme hatten. So 
wurde die Hofkanzlei allmählich zur obersten Verwaltungsbehörde der böh- 
mischen Länder, indem sie die Eingaben sowohl der Länder als auch einzelner 
Personen und Korporationen an den König und dessen Entscheidungen 
hierüber vermittelte. Die Hofkanzlei hatte ihren Sitz immer am königlichen 
Hoflager, seit Ferdinand IL daher immer in Wien; sie amtirte selbständig, 
bis sie unter Maria Theresia mit den übrigen Kanzeleien vereinigt wurde, 
wodurch die sogenannte vereinigte Hofkanzlei entstand. Seit Ferdinand IL 
bestand bei der böhm. Hofkanzlei auch eine deutsche Expedition. — Vgl. 
kancléř nejv. kr. c. 

Kancelly, die Cancellen , die Gitterwand , welche in Kirchen den 
hohen Chor vom Unterchor trennt , lat. cancelli : hrom u kancelliiv kus 
kamene urazil. (SRB. 3 , 261) ; — in Boh. verš 587 cancellus ^r=: mříže 
Gitter. 

Kancléí' nejv. král. cesk. der Obersthofkanzler des Königreichs 
Böhmen, supremus regni Boh. cancellarius oder schlechthin archicancellarius. 
Dieses Amt war seit den ältesten Zeiten mit der Würde des Vyšehrader 
Probsten verbunden; erst im Verlaufe des 15. Jhd. trat die Gepflogenheit 
ein, dass der Kanzler ein Mitglied des Herrenstandes sein müsse. Er hatte 
die Eingaben an den König zu eröffnen, dieselben mit seinen Räthen zu 
berathen, die Antworten und Entscheidungen festzustellen , dieselben dem 
Könige zur Unterschrift vorzulegen und namentlich darüber zu wachen, dass 
der König eigenmächtig keine Rescripte erlasse oder Entscheidungen fälle, 



— 87 — 

welche gegen die Rechte-, Gresetze und Freiheiten des Landes gerichtet 
wären. Er war daher der contrasignirende Minister, dessen Verwahrung 
auch das grosse oder Majestätssiegel anvertraut war. Namentlich lag es an 
ihm, die Beschlüsse der Landtage der einzelnen böhm. Länder, falls sie 
der königl. Betättigung bedurften, dem Könige vorzulegen, dieselben zur 
Sanktion zu empfehlen oder die Verweigerung derselben anzurathen , die 
königl. Propositionen für die einzelnen Landtage zu verfassen , königliche 
Majestätsbriefe sei es an einzelne Personen oder Corporationen, Städte und 
Länder auszustellen. Treffend sagt daher Stránský p. 467: hoc igitur 
qui fungitur munere, os fere regis est et oculus. Der Kanzler 
hatte stets um die Person des Königs zu sein und hatte daher mit seinem 
Amte den Sitz am königl. Hoflager. Die Ursache hievon ist in einem Be- 
schlüsse des mähr. Landtages vom J. 1529 ausgesprochen: což se kanceláře 
české dotyce, JKM. proste, aby tak spravována byla, jak za předkóv JMti. 
A p. kancléř aby při dvoře býval, aby každý přijdouc k JKMti své věci 
zjednati mohl. Neb když p, kancléře při dvoře JKMti není , tehdy se lidem 
pruotahové díti musí tím, že jim k p. kancléři ukazováno bývá, a takby 
lidé k zmatkem i o spravedlivosti přicházeti mohli. (Sn. p. kn. I. 74). Seine 
Einkünfte flössen aus den Kanzleitaxen für ausgestellte Diplome u. s. w. ; 
doch geschah es auch, dass die einzelnen Länder demselben einen jährlichen 
Beitrag votirten. Ueber den Wirkungskreis der Hofkanzlei und des Kanzlers 
gibt die Verhandlung des Generallandtages vom J. 1611 deutlichen Aufschluss 
(vid. Sněm držaný 1. 1612 p. 154). 

Kancléř markrabího, der Kanzler des Markg. von Mähren. Seine 
Stellung lässt sich mit der des bühm. Hofkanzlers in keiner Weise ver- 
gleichen; er bekleidete nicht, wie dieser, ein hohes einflussreiches Staatsamt, 
sondern war bloss der Ausfertiger von Urkunden und Schriften, die aus der 
Kanzlei des Markg. hervorgingen. Selbstverständlich gab es einen Kanzler 
in Mähren nur dann , wenn Mähren einen eigenen Markg. hatte , der nicht 
zugleich König in Böhmen war, so z. B. unter Karl IV. ehe er König in 
Böhmen wurde, unter seinem Bruder Johann, dann unter Jodok, Albrecht etc. 
Das Kanzleramt wurde 1207 von Otakar I. mit der 01m. Domprobstei ver- 
bunden (CD. 2, 39), was Karl IV. im J. 1342 erneuerte (CD. 7, 291), eine 
Verordnung, die aber z. B. unter Johann und Jodok nicht eingehalten wurde. — 
Was es mit dem cancellarius Moravise, welcher in einer Urkd. 1169 (CD. 1,283) 
erwähnt wird, für ein Bewandtnis hat, lässt sich bei der Spärlichkeit der 
Daten nicht feststellen. 

Kapalec, Kapalín, der Sturmhut , die Sturmhaube , galea (früher 
auch lebka, přilbice und železný klobouk genannt) : měly jako kapalíny na 
hlavách (Velesl.), vom mitlat. capelina, altfrz. capeline. 

Kapla die Kapelle aa. Heiligen auf der Prager Burg , wo die 
Gerichtseide abgelegt wurden. — Vgl. prima. 



— 88 — 

Kapier, Kaplír , das Scapiilir aus dem mitlat. scapiilare ; kommt 
auch als Personennamen vor. 

Kapounkový kámcii allectorius, „est lapis, qui nascitur in ventre 
gallinacei, postquam fuerit castratus ultra quartum annum, et ad quanti- 
tatem fabe invenitur ; gratum reddit et constantem et sub linqua portatus 
sitim extinquit". (Aquens. Vocab). 

Kapsa ein Yulgärausdruck genitale femineum: když se jí násilí 
bude díti .... ten den nebo tu noc, když jí kapsu zdéře (Ord. j. t. Ač. n. 
88) ; defloratio, stupratio. 

Karbet: i kdyby p. Š. na něm (i. e. na koni) seděl i s tím per- 
lovým sedlem, žeby mu z karbetn vyšlo. (List. Žer. 1, 70) 5 — někteří 
naučili koně nádherně choditi, jako šlápí, k běhání do kroužku v karbetích, 
v kozlových skocích. (Čas. č. Mus. 1843 p. 500). franz. courbette, ital. 
co rve tt a, ein sehr kurzer Galopp, bei dem das Pferd die Yorderfüsse mehr 
unter den Leib zieht und den Hinterfüssen mehr Biegung gibt, dabei jedoch 
beide Vorder- und Hinterfüsse zugleich hebt und niedersetzt. 

Kareta: přijeli s karetou pro pána (Gas. c. Mus. 1858 p. 365) aus 
dem ital. car ret a eine zweiräderige Kutsche, auch bei festlichen Gelegen- 
heiten als Staatskutsche gebraucht. 

Karkule capitium, rica Kopftuch, Kinderhaube aus bunten Lappen 
zusammengenäht, aus dem lat. car acalla, welches aus dem gallischen stammend 
einen aus bunten Stücken zusammengenähten Mantel bedeutete, welchen M. 
Aurelius Antoninus bei den Römern einführte. 

Kariiáč, Karnáček ein Schultergewand aus feiner Leinwand, lineum 
brachiale puellarum, sindon ; es war ohne Aermel, hatte vorn von unten nach 
oben einen Schlitz und war mitunter mit Seide oder Pelzwerk gefüttert ; 
mitlat. garnacha, altfr. garnache, garnachette, mithd. garnasch Oberkleid. Saf. 
Výb. I. 1224 weist auf mitlat. corneta = capitis tegumentum in formám 
cornu desinens. (DC). 

Karneol světlý der Sardonyx (Com. j. linq. 90). 

Karnéř, Karnýř der Brodsack, die Reisetasche, aus dem ital. car- 
niěre ; im bair. Dialekt Karnier eine lederne Tasche. 

Karneta vom franz. cornette ein Fähnlein Reiter: jedna carneta 
jízdy (Slavat. fol. 38), 

Karta Papier, Zettel: ježtoťbych jich na celém arku nepopsal; a 
nesmím pro přejíti karty. (Ač. 3, 47. ai. 1448). 

Kartan, Kartoun die Karthaune aus dem mitlat. quartana die 
Yiertelbüchse: Petr puškař slil dělo desíti loket zdýlí Staroměstským; týž 
puškař slil Klatovským kartoun tak veliký jako staroměstský, ale delší o 
šest loket v huti u sv. Štěpána ve zdi. (SPtB. 3, 385). 



— 89 — 

Kasalický ein Spottname für die gestriegelten, geckenhaften Ritter, 
welche aufgebauschte Beinkleider trugen : které to rytíře míníte, jimžto běh 
bojovný přísluší? Ty-li kasalické, ježto na hradích a na tvrzích vlasy ra- 
mena odívají a suknice krátké mají, jimiž podobně nemohou zadku přikryti ? 
(Chelč. Citát in Pal. Děj. IV. I. 419). 

Kasání das Aufschürzen, Aufbauschen der Kleider: a což nemají 
bokové, ramena, nohy, to kasáním pyšného a drahého riicha opraví (Chelč. 
post. 216) von kasati altsl. kasati, lit. kasotis schürzen, tangere, succutere, 
ebenso rus. kosnutsja, poln. kasaé. 

Kasanka 1. die Schürze, succinctorium, praecinctorium : kasankami 
hedbávnými. (St. ski. 5, 145) ; — 2. die steife Halskrause, der aufragende 
Kopfputz aus Perlen u. s. w. flammeum, diadema, monile. 

Kaše der Hirsebrei; Beiname des böhm. Königs Rudolf I. (f 1307), 
weil er diese Speise besonders gerne ass. (Král kaše). 

Kateřinka eine Münze: peníze v Mark. Mor. berné, kteréž šlovou 
Kateřinky (TJrkd. für. Trübau 1572); sechs kleine Semein umb ein weissen 
Pfennig, drei umb ein Khatterschincken (Bäckerordn. f. Brunn 1563). vid. 
Kačenka. 

Katruše nom. fem. Katharina. 

Kauf ein Gebünde von sechszehen Eimern : z věrtele (piva) peníz, 
z polovice vozu dva a z kaufu 4 peníze (Pam. arch. 1868 p. 63) ; — sud 
dubový šestnácti věder podle míry železné výsadní, která kauf slově (Pam. 
arch. 1871 p. 206), wahrscheinlich vom deutschen kufe, in den Casseler 
Glossen (39, 41) choffa, coufa. 

Kautelovati: aby ten list z knih městských byl vypsán, kautelován 
a vymazán, jakož jest již k jejímu svolení kautelován a zmřežován, tak že 
moci nemá. (Čas. č. M. 1839 p. 455) vom lat. cautela, die Urkunde mit 
der Clausel versehen, dass sie nicht mehr giltig sei ; wenn etwa nicht ein 
Lesefehler unterlief statt kancelovati, in welchem Falle es identisch wäre 
mit zmřežovati (vid. dieses). 

Kázaní mandátům, das Geheiss einen Schaden zuzufügen : že to 
učinil kázáním pána svého = quod illud feci de mandato (Ord. j. t. §. 81); 
— že kázáním jeho vybili domy (Půh. Brn. 1406 f. 92.); — že kázal mocí 
svú škodu učiniti (Ond. z D. či. 27); — z kázaní jeden pohon (Kn. Roz. 
ČI. 165). 

Kazatelé bratři ordo praedicatorum , die Brüder des Prediger- 
d. i. Dominikanerordens : konvent zákona bratří kazatelů (Ač. 6, 547). 

Kbel, Kbelec der Kübel, Scheffel wahrscheinlich identisch mit dem 
Striche, welcher 1-5184 n. oe. Motzen enthielt: s každého lánu po 5 kbe- 
lících ovsa (Ač. 4, 41) ; vgl. mitlat. cupellus, altsl. Kxbli, d. Kübel. 



— 90 - 

Kera das Haupthaar, der Schopf capillus verticis : napomínám vás 
za kecu a za hlavu (Ač. 4, 171) bei eurem Schöpfe und Kopfe ermahneich 
euch; vgl. skt. keca lat. ca^s-aries altsl. kosa das Haupthaar coma. 

Kedra, Ketlriita nom fem. Gertrude. 

Kep: poranil ji svým kyjem v její kop (Ond. z D. či. 18); — babo 
stará" a ona odpověděla: polib mě v kep, ať jsem tak mladá jako ty (Cas. 
č. M. 1863 p. 308) genitale femineum, poln. kiep ; vgl. gr. yřjTTo^ vulva, hortus 
altd. chebis, chepis, chebisa, mith. kebes, kebese (die deutschen Worte sind 
femin. das bühm. und gr. raascul.) Grimm d. Wb. weist auf nord. Kefsir 
oderKepsir = Sklave, angs. cifese, cefese serva, pellex, da die Kebsweiber 
aus den Sklavinen genommen wurden. 

Kepeiiik der Regenmantel, aus dem ung. köpönyeg, ein Regenmantel 
(aus Filz ?) 

Kera, Keriise nom. fem. Gertrude. 

Kladské (Claske, Cladcensis). Das Wort kommt in vier Stellen 
von Erb. Reg. vor p. 410. 419. 426. 457 in den J. 1235-1240. An allen 
vier Stellen bedeutet es liegende Gründe (hereditates), welche dem Kö- 
nige gehören und aus der Stelle p. 457 geht hervor, dass der edle B. 
eine solche hereditas Cladcensis, das Dorf Hodin nämlich, wegen seiner 
treuen Dienste vom Könige erlangt und die Erlaubniss erbeten habe, selbe 
dem Kloster Pias zu verkaufen. Die Eigenschaft eines königl. Besitztumes, 
ferner die Eigenschaft der Verleihung für geleistete Dienste und die Noth- 
wendigkeit der königl. Erlaubniss zum Verkaufe lassen in den Kladské 
dědiny liegende Gründe erkennen, welche den später so genannten nápravy 
und vysluhy ähnlich sind. Weil solche Gründe zum Entgelte für dem Könige 
geleistete Dienste bestimmt ^aren, lässt sich die Angabe der Urkunde vom 
J. 1235 (Erb. 410) erklären, dass das Kloster Chotěšov wegen des Genusses 
solcher kladské dědiny „innumeras pertulisse dicitur Isesiones", so dass der 
König dieselben dem Kloster als freies Eigenthum gab. Das Etymon ist 
klásti prses. kladu pono, loco, also hereditates, quse locantur in feudum 
seu emphyteusin. — Tgl. Erb. Reg. p. 808. Pal. Děj. I. 2. p. 330. Jir. Sl. 
pr. n. p.'l84. 

Klání das Turnier, hastiludium. 

Klas die Aehre, arista 1. in Verbindung mit oba bedeutet es die 
Sommer- und Winterfrucht : oseje oběma klasy dědinu (Kn. Tov. k. 109); 
— že mají rataji oba klasy ozim)' i jarý (Půh. Brn. 1406 f. 202). — 2. das 
Jahr, in welchem das Feld bebaut wird und keine Brache eintritt: aby 
mohl padělek do šesti klasů zastaviti na tento spůsob, aby počna od 1. 
1607 dvě léta pořádně osívajíc a třetího ouhorem ležeti majíc až do léta, když se 
psáti bude 1616, v držení a v užívání měl, každého pak roku, když klas 
bráti bude týž Václav Jirovi 2 zl. sraziti má až do vyplnění těch 12 zl. A 



— 91 - 

když tech 9 let vyjde . . . (MS. im Brün. Mus. n. 361). Nachdem das Feld 
auf 9 Jahre verpfändet war, wovon 3 Jahre Brache, und von šest klasů die 
Rede ist, geht hervor, dass k. hier ein Jahr des Feldbaues bedeute. 

Klás, Klásek die leichtsinnige Hede, Nachrede ; vgl. glossa die 
Glosse (Glossen machen). 

Klášterské knihy die Nekrologien der Klöster und Kirchen: protož 
ve knihy klášterské i u jiných kostelův vpíší tu duši, a věčná prosba za ni 
bude. (Chelč. Post, 170). 

Klavikordíe : jestli by se jaká klavikordie koupiti mohla (List. Žer. 
IL p. 424) das Clavichord d. i. Klavier, welches damals (um 1605) nur das 
grosse C bis zum doppeltgestrichenen f umfasste. 

Klee der Striegelschacht bei Teichen, in welchem sich der Striegel- 
kopf und Striegelbaum befinden : od udělání braní, slově klece, okolo čepu. 
(MS. Pross. 1612). 

Klenot 1. das Kleinod. 2. der Tvírnierpreis. 3. insignia, arma das 
Wappen, das mit dem Wappen versehene Siegel : pečeti své ode mně vy va- 
diti nechce , při mně jí nechav a klenotu svého a předkóv svých oželel : 
protož vyvolávám jej bez pečeti a klenotu rodičóv jeho (Kn. Tov. k. 176). 
4. k. zemský das Landeskleinod, d. i. die Landtafel: jest velmi potřebné 
mluviti o klenot zemský, takměř jeden z nejvyšších, kterak dsky zemské 
neslušně chovají se (Ač. 4, 446). 

Kleprlík equus gradatarius ex. germ. der Klepper: lékařství by na 
kleperlíku s sebou unésti nemohl. (List. Žer. 2, 218). 

Kléska, Klíska bedeutet dasselbe, was im böhm. Rechte zmatek 
die Nullitcät: pohání mne na klísku (Záp. Žer.). Häufig kommt in mähr. 
Rechtsquellen der Ausdruck přísaha s k lesků, die NuUität beim Eide vor: 
má býti práv na kříži s klesků (Půh. 01. 1412 f. 209); mají právo učiniti 
na kříži bez klésky (Půh. Brn. 1417 f. 110). Diese kléska bestand darin, 
dass der Schwörende die Eidesformel in der AVeise, ohne ein Wort oder 
die Stellung und Nacheinanderfolge der Worte zu ändern, nachsagen musste ; 
änderte er etwas, so trat die Nullität ein : tu páni slyševše p. Václava, že 
jest Oldřich na své přísaze neprošel tím slovem žeby řekl: „čímž mne viní 
Václav z Kravař" ješto měl říci: „čímž Václav z Kravař viní" nalezli: 
poněvadž jest Oldřich nepřisáhl, jakož jest od uředníkóv rota byla vydána, 
že jest neprošel (Půh. Brn. 1417 f. 113). Eine andere Art der k. bestand 
darin, dass der Vorsagende zu den Schwörenden in der zweiten Person sprach 
und dieser die Formel in der ersten Person nachsagen musste: Ty Jene 
na tom přisaháš — Já Jan na tom přisahám u. s. w. Zweimal konnte der 
Schwörende sich verbessern, fehlte er das Drittemal, trat die Nullität ein. 
Ebenso, wenn der Schwörende den Finger nicht auf die bestimmte Stelle 
des Crucifixes legte, wenn er früher niederkniete oder früher aufstand, ehe 
es ihm anbefohlen wurde etc. Das Wort ist hergeleitet von klesnouti strau- 



— 92 — 

cheln, stolporn: v prvních dvíí přísahách, kde klesnouti muož, klésku 
učinil (Kn. Tov. k. 114); — jestližeby poprvé klesl, ale podruhé má se i 
po třetí opraviti. (Půh. 01. 1437 f. 86). (Yid. kn. Tov. kap. 112—117; Kn. 
Drn. pag. LX. und 50). — vgl. přísaha. 

Klestka ramalia, das Fallholz, das Klaubholz sicca ligna: klestka, 
sicca ligna, libere herbasque habeant, excepta viridi quercu (CD. 2, 205). — 
Vgl. oklestek. 

KIctska vid. Klestka. 

Kletý excommunicatus : jistec kletý nemóž v právě sudem jíti; ale ješto 
jest pohnán, ač jest v klatbě, móž se brániti právem. (Cod. j. b. II. 2, p. 267). 

Kleveta die üble Nachrede, die Ehrabschneidung: pro klevety ze 
země vypovězena. (Ku. ouz.). 

Klí čníce, die Beschliesserin. 

Klíťiiík, der Beschhesser, Schlüsselmeister (in Klöstern). 
Kliditi, einheimsen; quorum pratorum medietatem homines tenentur 
kliditi. (DO. 10, 635). 

Klím, Klima, Klimata, Klimeiit, Klimeš nom. viri Clemens. 
Klín das Eckstück des Feldes: že mi drží mú luku a klín role, 
ježto leží pod silnicí na levé ruce (Půh. "Srn. 1459 f. 36). 

Klok, der Mantel für Frauen und Männer : vzali klok ženě (Ač. 4, 96) ; 

— na mužích kloček krátký (Chelč. Síť 157); das Wort stammt aus dem 
franz. cloque pallium ; es kam diess Kleidungsstück wahrsch. unter Karl IV. 
in Böhmen nach franz. Muster in die Mode. 

Klonsa, Kiouza 1. die Klausur in Klöstern, die Mönchszelle. 2. der 
Engpass, die Klause (bei Vel.). 

Klošteur: nechtěli zemené jim (d. i. Chebským) té dani nebo klo- 
šteuru dávati; — tak aby Chebští ten klošteur neb daň mohli vedle staro- 
dávního práva bráti a užívati (Ač. 6 , 554 , 555). Die Klauensteuer , die 
Abgabe vom Vieh, das Klauen hat, welche, wie beim Hornvieh nach Hörnern, 
nach der Zahl der Klauen bemessen wurde, hier speziell die Abgabe, welche 
die adeligen Besitzer von Landgütern der Stadt Eger zu leisten hatten. — 
Die Form klošteur kommt schon in einer Urkunde des Jahres 1323 vor. — 
Vgl. zárožné. 

Kluče die Rodung, das Gereut: lidem na doubravě dopustil jsem 
luk nebo dědin nadělati , abych ty louky nebo dědiny , kterébych v plat 
položil, vysadil; protož dopřál jsem klučí dolepsaných těmto lidem: Cutoví 
jedjié kluče, z kteréžto kluče vydávati má ročního platu kopu (Urkd. f. 
Littau 1506); což nyní sírového kořene jest vyklučeno (Wal. Mes. Stadtb. 22); 

— altsl. kKčati fällen, daher kHč silva csBsa, der Hauwald, das Gereut. 

Klučník vid. Klíčník. 



— 93 — 

Kliifta e gerni. die Kluft, im Bergbaue Spalten und Risse im 
Gestein, die mit Erz gefüllt sind; k. křížová die Kreuz- oder Querkluft, 
die einen Grang durchkreuzt. 

Knien, der Stamm: nejbezpečněj jest ovčáky na kmen to jest osmou 
ovci a všeho užitku osmý díl chovati (MS. Friedl. 1638); — dojivo z ovec aby 
se ovčákovi každoročně najalo, aby on z každé ovce za to dojivo po 21 kr, 
dáti povinen byl, vynímajíce jeho ovce, co jemu na kmen přijde (ibid.), das 
Schaaf oder die Schaafe, welche den Stamm zur eigenen Herde eines 
Schäfers bilden; daher knienná ovce; knienovati den Schäfer unter den 
obigen Bedingungen aufnehmen: s ovčáky aby se na osmou ovci kmenovalo 
a takový díl ovčáku k ztrátě i zisku jest (ibid.). 

Kment (Gment) feine Leinwand, Battist, Kammertuch oder Kammer- 
leinwand, d. i. ein feines leinwandartiges Baumwollenzeug , das namentlich 
für Frauenliemden, Bettüberzüge u. s. w. verwendet wurde ; das lat. byssus, 
welches in der Bibel 1404 durch: bílé plátno egyptské übersetzt wird, 
wird später durch kment wiedergegeben: duas ulnas sindonis, quod vulga- 
riter gnienth nuncupatur (Hank. Sb. nejdáv. slovn. p. 326 vgl. čatr) : 
má pánu dáti stuk kmentu (Kn. Drn. 97); — ty rukávce ty kmentové 
(Suš. n. pís. 792); — tkadlec plátno a kment dělá = der Weber bereitet 
Leinwand und Kammertuch i. e. zarte, subtile Leinwand (Com. j. 1. 500) ; — 
bysso (sindone) vestitus = kmentem oděný (ibid. 675). — Was die Herleitung 
dieses oifenbar fremden Wortes anbelangt , weist Jungm. auf das deutsche 
gewand, oder ital. ammanto der Mantel. Wenn das mithd. gewant das feine 
Leinenunterkleid bezeichnen würde , wie das böhm. kment , dann stünde 
dieser Ableitung nichts im Wege, obwohl die Umlautung des a in e befrem- 
dend sein könnte, da bei kabát vom ahd. kawati und in der dialek. Form 
kvant (d. i. gewand), wie sie in Mähren vorkommt, der Umlaut nicht eintrat. 
Nachdem aber das böhm. kment nur das feine Leinenzeug und nicht das 
Gewand überhaupt bezeichnet, so wird es vielleicht zulässiger sein, dasselbe 
vom Namen der Stadt Gent herzuleiten, woher bekanntlich der feinste 
Battist bezogen wurde , so dass der Name des Stoifes wie bei Baldak, 
Damast u. s. w. von dem Erzeugungsorte hergenommen wäre. Das ni des 
böhm. Wortes wäre dann epenthetisch. 

Knienfnik, der Battistweber. 

Kniet, KmeC hat in den verschiedenen slav. Sprachen verschiedene 
Bedeutung; altsl. kmetb magnas , procer, slov. ein Ganzlähner , serb. der 
Hausälteste, poln. kmiec der Bauer. — Im böhm. bedeutet k. 1. Bauer. 
2. Greis. 3. einen der Beisitzer des grossen Landrechtes. Das Etymon ist 
das gr. xooixrjrrjg der Landbauer (von xcófit] das Dorf im Gegensatze zu 7ioUr7]g 
Stadtbürger), xafiijtig = kmetična die Dorfbewohnerin. Manche vergleichen 
auch das lat. comes mit k. ; nicht mit Unrecht ; denn die Geschichte dieses 
Wortes, welche eine der interessantesten aller Kulturworte ist, wird zeigen. 



— 94 — 

dass die AVüido des mitlat. coiiios sehr gut neben die Würde des bölini. 
kmet gestellt werden kann (vgl. comes). Es ist aus nahe liegenden Gründen 
begreiflich, dass bei einem Worte wie k. , welches einen so verschiedenen 
Grad socialer Stellung , den Bauer nämlich und den Beisitzer des grossen 
Landrechtes bedeutet, eine Steigerung a minori ad majus statt fand und es 
ist daher kein Zweifel, dass k. ursprünglich den Bauer bezeichnete; Beweis 
dessen z. B. das aus dem 13. Jahrh. stammende Lied Beneš Ilcrmanóv, wo 
es heisst: netužte kmetie, juz vám trávička vstává .... shlučiechu sě kmetští 
ludé ; — oder die Worte der Stát. Ot. duos kmetones de circumsedentibus 
villis (CD. 5, 224); — dajte té vsi kmeti najstarším věděti (Kn. Roz. či. 48); — 
oder die Urk. ai. 1404: že sme prodali les našim kmetóm, oder vom J. 1454: 
kterak listové lidí a kmetóv našich a poddaných v naší vsi scházejí (Ač. 4, 
23G, 239). Hieher gehört ferner der Ausdruck kmetcí dvůr im Gegensatze 
zum panský dvůr (vid. dvůr). Ein weiterer Beweis ist hiefür, dass in 
Mähren, wo seit dem 14. Jhd. das Wort kmet im Sinne eines Bauern dem 
Worte hospodář wich , die Bauernwittwe nichts destoweniger den Namen 
kmeticna (vid. dieses) führte. Es ist also der böhm. kmet = dem mähr, 
hospodář. — Wie kam es nun , dass das Wort kmet auch den Beisitzer 
des grossen Landrechtes bezeichnen konnte , wo es doch bekannt ist, dass 
bis ins 15. Jhd. im grossen Landrechte nur Mitglieder des Herrenstandes 
sitzen konnten, während bis zu jener Zeit der Ritterstand davon ausgeschlossen 
war? Da sind es zuvörderst zwei Stellen, die berücksichtigt werden müssen, 
erstens Ondřej z Dubě, der im §. 60 sagt: panského potazu nemóž žádný 
pán vynésti než na kohož sudí podá; a ten má býti kmet ot svých 
předkóv. A co jest kmet, to páni vědí. Die zweite Stello ist in einer 
Anfrage erhalten , welche Ulrich von Rosenberg 1447 an die Landrechts- 
beamten schickte : kolik kmetóv má býti a z kterého pokolení kmeti vzati 
mají býti? Ti-li sami mají súditi v lavicích a nálezy vynésti, čili všichni 
páni mají súditi, kteříž by tu koli k sudu přijeli, čili jedině těch dvanácte 
kmetóv? (Ač. 3, 39). Aus Ondřej z Dube geht hervor, dass die kmeti dem 
Herrenstande angehörten, dass die Kmetenwürde in einigen Familien erblich 
war und aus der Anfrage des Ulrich von Rosenberg schliessen wir, dass 
die kmeti aus bestimmten Familien nach Massgabe des Alters derselben 
(pokolení) genommen wurden. Um in diese Yerhältnisse, — deren schwierige 
Erklärung Palacký mit den Worten kennzeichnete: „diese Institution hat 
solche Seiten an sich, welche wir nicht mehr kennen und desshalb sind wir 
nicht im Stande , die ganze Bedeutung des Wortes kmet zu erfassen und 
zu erschiipfen" (Gas. č. M. IX. p. 441) — einzudringen , müssen wir vor 
allem festhalten, dass der böhm. kmet gleich sei dem mähr, hospodář. Nun 
finden wir, dass die Landrechtsbeisitzer in Mähren hospodáři zemští heissen: 
všichni páni hospodáři, kteří v stolicích seděti mají a súditi, mají se do 
Olomúce sjeti (Kn. Tov. kap. 51); — tu ten dvú pánóv zemských hospo- 
dáře v prosí (ibid. kap. 18). Es sind also die Ausdrücke kmeti zemští und 



— 95 — 

hospodáři zemští identisch und bedeuten die Landrechtsbeisitzer. Es fragt 
sich nun, welche Nuancen der BegriflF hospodář in sich fasste? — Wie im 
Artikel hospodář nachgewiesen wurde , bezeichnet h. das Haupt des wirth- 
schaftlichen Anwesens, den pater familias, also das, was in Böhmen durch 
kmet bezeichnet wurde. Nachdem wir aber wissen, dass in Mähren nur die 
Mitglieder des Herrenstandes Landrechtsbeisitzer sein konnten und nachdem 
wir sehen , dass diese Landrechtsbeisitzer hospodáři genannt werden , so 
ergibt sich daraus, dass auch die Häupter der Herrenstandsgeschlechter 
hospodáři genannt wurden , ebenso also wie die Häupter des bäuerlichen 
Anwesens und da in Böhmen die Häupter der Bauernfamilie kmet Wessen, 
so ergibt sich aus der Analogie, dass auch die Häupter der Herrengeschlechter 
in Böhmen kmeti genannt wurden. Aber nicht jedes Mitglied eines Herren- 
geschlechtes konnte in Mähren dem grossen Landrechte mit Sitz und Stimme 
anwohnen, sondern nur die Häupter, also die hospodáři der Geschlechter: 
také mohu páni nehospodáři, starší i mladší, v šrancích býti učiti se a 
poslúchati, ale v potaz nechoditi , ani se k čemu přimliívati, dokudž svých 
oddílóv nemají, neb na ukázaných statcích sobě nechlebí a do sudu přísah 
nečiní (Kn. Tov. kap. 78). Wie in Mähren war auch in Böhmen die Kmeten- 
würde in den Herrenstandsfamilien erblich, wie Ond. z D. sagt: má býti 
kmet ot předkÓY svých. — Und hier muss zugleich erwogen werden, wie 
es kam, dass kmet auch den Greis, senex bezeichnen konnte ? Die Land- 
rechtsbeisitzer wurden in Böhmen und Mähren aus den sogenannten alten 
Herrenstaudsfamilien entnommen, die auch dosshalb staří páni hiessen. 
Und da sie in ihrer Eigenschaft als Häupter alter Herrenfamilien kmeti, 
hospodáři zemští d. i. Landrechtsbeisitzer waren, so bedeutet kmet nicht 
den alten Mann , Greis schlechthin , sondern nur das Haupt einer alten 
Herrenfamilie , das vermöge dieser Eigenschaft Landrechtsbeisitzer war. 
Diesen Sinn haben die Worte einer Urk. K.Johanns ai. 1325: hereditatem, 
quse nobis per barones et kmetones sive senior es Moravise in generali 
judicio terrse est adjudicata (CD. 7 , 829). Es sind hier nicht die fysisch 
alten Barone , sondern nur die Häupter der alten Herrenfamilien gemeint, 
wie diess auch durch Yšeh. p. 61 bestättigt wird: a vždy staršího ne lety 
než urozením prvé jmenuje. Ein weiterer Beleg ist hiefür, dass bei dem 
kleinen Landrechte, wo nur Ritterstandspersonen sassen , von kmeten nie 
die Rede ist. Der relative Begriff des Ä.lters nahm aber später die Bedeu- 
tung des absoluten Alters an sich und so bedeutet kmet den Greis , senex 
überhaupt. — Die Würde des kmet war daher mit den alten Herrenstands- 
familien verbunden : diesen Sinn hat die oberwähnte Frage des Ulrich von 
Rosenberg: z kterého pokolení kmeti mají vzati býti? Sie war in diesen 
Familien erblich, wie die Worte des Ond. z D. besagen: má býti kmet ot 
předkóv svých. Keinen anderen Sinn haben die Worte eines nález vom 
J. 1408, wo es von Jaroslav aus Heřmanměstec heisst: praví se a odvo- 
zuje se býti kmetem (Ač. 5, 1-43), d. h. er führte den Beweis, dass aus 



— 96 — 

seiner Familie kmoten genommen wurden. Ebenso war es ein Yorrecht der 
alten Ilerrenfamilien, dass nur aus ihnen die Boten zur Landtafel (vid. posel) 
genommen wurden : ispe marchio nuntium ad tabularum officium constitutum, 
kmetoncm nominatum, illius nobilitatis virum, cujus in Bcemia ad hoc officium 
assumi sunt soliti (CD. 9, 94). Und dass hier der alte Herrenstand gemeint 
ist, erhellt aus den AVorten der Kn. Tov. kap. 55: rodové, kterých před- 
kové dokonalé panství neužívali a ke dskám poslové nebývali. — 
Was die Frage des Ulrich von Rosenberg, ob alle Herren, welche zum 
Landrechte zusammenkamen, oder nur die zwölf Knieten Urtheile fällen 
konnten, so muss sie dahin beantwortet werden, dass nur die zwölf Kmeten 
Urtheile fällten. Denn nur die Kmeten gingen in den potaz, nur sie erwogen 
die Reden der Parteien, nur sie fällten das Urtheil, nur ein kmet publicirte 
dasselbe dann im Gerichtssaale (Yšeh. 59. 61). Es waren daher die kmeti 
das, was im deutschen Rechte die Urteiler, die Rachinburgii bei den 
Franken (Gr. RA. 293, 294, 775, Waitz das alte Recht der sal. Franken 
p. 259), oder die Schöffen des Stadtrechtes, wie denn auch eine Urkunde 
des K. Sigismund ai. 1396 sagt: „Lantscheppfen, die man nennet kmety." 
Treffend passt zu unseren kmeti im Sinne eines alten Herrenstandsmitgliedes 
und Urtheilers im Landrechte ein Ausdruck der Erbacher Weistümer: „das 
han die altherrn also herbracht und gewist zu recht". — Das ausschliess- 
liche Recht , das Landrecht mit zwölf Urtheilern zu besetzen , blieb den 
böhm. Herrenstandsfamilien , die im Čas. č. Mus. 1835 p. 446 angeführt 
sind, bis zu den Hussitenkriegen. Als in diesen Kriegen der Ritterstand 
eine grössere Bedeutung erlangte, so beanspruchte er, dass, da das grosse 
Landrecht auch auf den Ritterstand sich erstreckte, auch einige Mitglieder 
dieses Standes Eintritt in dasselbe erlangen oder kmeti zemští werden 
könnten. Den Streit , welcher hierüber zwischen dem Herren- und Ritter- 
stande entbrannte, entschied K. Sigmund 1437 provisorisch dahin, dass 
zwölf Herren und acht Ritter Kmeten sein sollen. Diese Entscheidung 
fällte Sigmund auf zwei Jahre ; zu einer definitiven Festsetzung kam es 
nicht , da Sigm. mittlerweile starb. In den Stürmen , welche auf Sigmunds 
Tod folgten, gaben die Ritter ihre Ansprüche nicht auf; die Herren will- 
fahrten ihnen nicht unter dem Yorwande, dass ja nicht alle Herrenge- 
schlechter , sondern nur die staré rody zum Sitze im grossen Landrechte 
befugt sind und erhoben ihrerseits den Anspruch, dass, wenn acht Ritter 
im Landrechte sitzen sollten, dann alle Herrenstandsmitglieder diess Recht 
haben müssten. Nur so erklärt es sich, warum Ulrich von Rosenberg im 
J. 1447 die Frage überhaupt stellte : kolik kmetóv má býti a z kterého 
pokolení kmeti mají vzati býti ? Der Streit wurde endgiltig geschlichtet im 
J. 1487, wo bestimmt wurde, dass neben 12 Herren auch 8 Rittor für immer 
im grossen Landrechte sitzen sollen; daher sagt Yšeh., der sein Werk nach 
1487 schrieb: kmetem, totiž pánem nebo vládykú (p. 90), was vor diesem 
Jahre nicht hätte gesagt werden können. In Mähren wurde erst im J. 1492 



— 97 -- 

verordnet, dass das gr. Landrecht mit 14 Herren und 6 Rittern zu besetzen 
sei. Die Kmeti waren beeidet; daher der Ausdruck: přísežní kmeti; und da 
sie auf den für die Richter bestimmten Bänken innerhalb der Schranken 
sassen, hiessen sie auch -páni z lavic. — Wir haben daher folgende diplo- 
matische Bedeutungen des Wortes kmet: 1. bedeutet es den selbständigen 
Hauswirth ohne Rücksicht auf die gesellschaftliche Stellung. 2. den Bauer, 
dem die Feldwirthschaft vorzugsweise oblag. 3. das Haupt einer alten Herren- 
standsfamilie = dem mähr, hospodář. 4. den XJrtheiler oder den beeideten 
Beisitzer des grossen Landrechtes, bis zum J. 1487 also nur eine Herren- 
standsperson, von da an auch einen ritterlichen Beisitzer desselben. 

Kmeticiia die unterthänige Bäuerin, die Männin, die Bauernwittwe: 
kmeticna má uručena býti za kmetičnu páně a na postavení až se vdá a 
když se vdá, má jí její díl vydán býti jako sirotkóm (Kn. Drn. 97). 

Kiiietiti : pohon kmet in den Handschriften der Kn. Roz. ein lap- 
sus calami für změť der auch in der Ausgabe derselben im Arch. c. 1, p. 462 
n. 81. 82. 85 erscheint, (vgl. meine Ausg. p. 54. Akg. 5). 

Kmín, Kniíiiek : z kterých potom kmíni a zbojníci na cestách: 
bývají (Sněm. 1612 p. 37) aus dem franz. gamin, pol. gmin. Jungm. leitet 
es vom deutschen gemein her; aber der Sinn des Wortes k. passt besser 
zum franz. gamin. 

Kněz 1. der Fürst, princeps, als Oberhaupt des Staates; daher 
dieser Name den böhm. Herrschern auch dann gegeben wurde, nachdem 
sie schon den Titel eines Königes führten, so häufig bei Dalemil; seit 
Karl IV. hört diese Uebung auf und der Titel kn. wird besonders den 
Markgr. Mährens gegeben: velebnému knězi Joštovi markrabí Mor. (Arch. č. 1, 
55) ; auch die königl. Prinzen führten diesen Titel, so namentlich der Sohn 
K. Georgs, Yiktorin, der Landeshauptmann in Mähren war, von dem noch 
Karl V. Zer. 1606 sagt: když nám kněze Viktorina za hejtmana vsadili 
(List. Žer. 3, 16). Auch der Olmützer Bischof führt als Fürst den Titel 
kněz biskup: kněz biskup Olom. přísluší k králi českému (Kn. Tov. k. 216); 
seit der Mitte des 16. Jhd. erscheint der Titel kníže biskup. — 2. der 
Priester. — Miklosic leitet kněz vom goth. kuni genus, ahd. cuning rex ab; 
vgl. dagegen Grimm RA. p. 230; dann Max Müller Vorles. über d. Wissensch. 
d. Spr. n. Aufl. 2. p. 282. Akg., wo das Sansk. Wort janaki Erzeuger, dann 
König als Wurzel aller hieher einschlägigen Wörter hingestellt wird. 

Kněžstvo, Kněžství ein dem Priester gehöriges Gut, Eigenthum 
v kněžstvu má sobě farář (městečka Bystré) dáti nasekati 30 fur dříví na 
každý rok (CM. 1847 p. 541) ; an einer anderen Stelle wird kn. als kněžský 
les spczificirt: dříví k potřebě faráři v kněžském lese městečko Bystré jsou 
povinni nadělati (ibid. p. 545). — Vgl. duchovenství, království, niar- 
krabství. 

7 



— 98 — 

Kniha libor, das Buch, die einzelnen Hefte der Landtafel, welche 
von jedem neuen Oberstkämmerer neu angelegt und mit dessen Wappen 
versehen wurden, daher z. B. kniha p. Viléma z Pernšteiua, p. Erharta z 
Kunštátu etc. — 2. öffentliche oder Privataufzeichnungen z. B. klášterské, 
(vid. dieses) und vgl. desky. — Die richtigste Etymologie dieses Wortes gegen- 
über den mannigfachen Ableitungen von Dobrovský, Grimm, Miklosich, Mi- 
kuckij, Matzenauer hat Dr. Gebauer festgestellt, indem er die Behauptung 
des Dr. II. Jirečok (81ov. pr. 1, 152; 2,230), dass kniga mit kněja, welches 
im poln. und rus. Eorst, urspr. Holz bedeutet, zusammenhänge, wissenschaftlich 
begründete. (Yid. Boitr. zur vergl. Sprachf. YIII. 108). Darnach bedeutet 
kniha ursprünglich das hölzerne Material, in welches die Schriftzeichen ein- 
geritzt wurden. 

Kobylí hlavy kleine Salzkübel: co se dotyce malých prostiček, 
ježto slovu kobylí hlavy, aby ze šedesáti brali 3 groše široké. (Urkd. f. 
Leitomyšl 1490). — Vgl. prostice. 

Kobylí pole campus equaricius der eingehegte Raum für die Stuten 
und Kinder: cum jure et libertate campi jumentorum, quod vulgo kobili pole 
dicitur (Dob. Mon. 6 n. 7 ai. 1281) ; — sverepice chodí kobylím polem (Kn. 
Roz. či. 273) ; — kdož sverepice nemají na obci obory, ty kobyly móž 
vdáti, že kobylího pole nemají (ibid). Das k. p. scheint anfänglich ein ge- 
gemeinschaftliches Besitzthum gewesen zu sein (Kn. Roz. či. 295) ; erst im 
14. Jhd. erscheint es zum Singularvermögen entwickelt, wie es viele Stellen 
der Landtafel beweisen. 

Kobylník der Hüther der Stuten : právo sverepice pásti pastevci 
nebo kobylníku (Kn. Roz. či. 274) ; iu lat. Quellen equarius, equarum custos 
(CD. 1, 220). 

Koťíaii : aby na Turky taženo bylo . . . pod Kociánem hejtmanem 
(Oas. č. Mus. 1828. I. 42) ist gemeint Hanns Kazianer zu Katzenstein, 
welcher sich 1529 bei der Belagerung Wiens auszeichnete, 1537 das kais. 
Kriegsvolk in Ungarn befehligte und 25. Oct. 1538 auf dem Schlosse Ko- 
stanovica in Kroatien meuchlings ermordet wurde. 

Koflík der Becher scyphus : koflík zlatý a stříbrný (Půh. Brn.) e 
germ. kufel, küfel. 

Kohoutí kámen radianus der Kaphanstein „est lapis niger trans- 
lucens, qui invenitur in capite galii, si gallis detur comedere de capitibus 
formicarum ; hune debet portare, qui vult aliquid impetrare ab aliquo." 
(Aquens. Vocab). 

Kok: množství jídel bažantův etc. obzvláště těch jídel koků ze 
všelijakých materií kunštovně připravených (Slavata fol. 93) aus dem deutschen 
Koch das Gericht, besonders Mus. 

KÓI, Kole die Ringbahn, das Ringstechen, vid. kolba. 



— 99 — 

Koláč Belohnung, Bestechung: že mi dá dobrý koláč (Půh. Brn. 
1447); — koláčem jsa oslepen sudce (Štít. 146). 

Kolba das Ringstechen, Stechspiel, Ringrennen : jest pak kolba tak 
zlá věc aneb horší jako turnej : neb v tarneji srozumí člověk, kak by se 
u boji správném svého místa držal : ale v koli jednoho kruha (druha?) odění 
není, by byl k boji užitečen. (Štít. 166). 

Kole 1. ein blau gestreiftes Gewebe. 2. feine Leinwand bissus. 
Nach Grimm von Kölsch = Kölnisch ; dafür spricht das noch heut ge- 
brauchte Kölsch, ein blau und weiss gestreifter oder geblümter Zeug, der 
in mehreren Orten Schwabens verfertigt wird. — Rozk. bei Hanka sb. Sl. 
p. 92. V. 763 hat kolč = colcia, was aber offenbar nur eine klangähnliche 
Uebersetzung des böhm. Wortes ist ; der Boh. (ibid. p. 43. v. 512) hat 
kolč = adromate ein mitlat. Wort, das — vorausgesetzt, dass Hanka richtig 
gelesen — ausser im Boh. nirgends vorkommt. 

Kolec der Turnierkämpfer. 

Koleda 1. Der Umgang der Kinder von Weihnachten bis drei Könige 
namentlich am Stefans- und Dreikönigstage, wobei sie verschiedene Lieder 
singen und um Gaben bitten. 2. diese Lieder und 3. die Geschenke selbst. 
— Man hat die mannigfachsten Ableitungen dieses Wortes versucht ; manche 
dachten an einen eigenen Freudengott Koljada, andere an die indische Göttin 
Kalanda, andere wieder an das lat. collecta oder gar an collaudemus i. e. 
dominum u. s. w. Es ist aber kein Zweifel, dass koleda vom lat. calenda? 
und dem festům calendarum herstamme ; Beweis dessen ist der Nasallaut 
des altsl. kolaiida, poln. koleiida, ebenso das in Ostpreussen vorkommende 
kaiende (die Abgabe von Getreide, welche im Herbst an den Pfarrer und 
Organisten gezahlt wurde), wie auch die aus dem böhm. hergeleitete latini- 
sirte Form colenda (vid. im lat. Gloss.). Es sind also die Koledagebräuche 
Ueberbleibsel der alten festa calendarum, die urspr. aus dem Heidcnthum 
stammend auch in's Christenthum hinübergenommen und zu Weihnachten 
gefeiert wurden, also in jener Zeit, in welcher auch die Heiden die Wieder- 
geburt der Sonne d. i. des Sonnengottes feierten. Es ist selbstverständlich, 
dass in der heidnischen Zeit das ganze Yolk und nicht bloss die Kinder 
an dieser Feier sich betheiligte, wie denn ja auch im 13., 14. und 15. Jhd. 
gewisse Gaben um diese Zeit an verschiedene Personen vertheilt wurden, 
(vid. colenda im lat. Gloss). Je höher hinauf war der heidnische Charakter 
dieser Feier umso hervortretender, daher die Kirche heftig gegen die Ab- 
haltung derselben eiferte ; so schon der Bischof von Arelat Caesarius (f 542) 
und das Conciliuni von Konstantinopel 621 verbot namentlicli den Slaven: 
kalendas, vota etbrumalia. (vgl. DC. sub. calendae und Han. báj. kal. p. 46 ff.) 

Koleno der Yerwandtschaftsgrad, das Glied : nápad do pátého kolena 
der Erbanfall bis ins 5. Glied ; — vgl. das mithd. b e k n i e n den Grad der 
Yerwandtschaft (das Knie) angeben. 

7* 



- 100 — 

Kolo die Strafe des Rades: smrť kola podstúpí totiž kolem bud 
zabita neb na kolo vpletena. (Pr. měst. MS. Landesarch. p. 184). 

Kolšír: šmelcíři, kováři, šmidknechti, kídšíři (Čas. č. Mus. 1844 p. 
600) e germ. Kohlenschiirer, der mit dem Schürhaken das Feuer im Eisen- 
hammer zu erhalten hat. 

Koltra der Vorhang, die Bettdecke ; aus dem lat. culcitra. 

Komerwageii e germ. Kaniiiierwageii vid. komorní vůz. 

Komínové das Kamingeld, Haussteuer; vid. podynmé. 

Komora královská 1. die königl. Kammer, zu welcher die königl. 
Städte, Klöster, Juden gehörten und durch den Landes-Unterkämmerer ver- 
waltet wurden ; doch gab es Klöster, die als Stiftungen von Privaten zur 
kön. Kammer nicht gehörten: mezi J. z K. a pannami Pustiměřskými páni 
nalezli : poněvadž králova Milost zapsala na tom, ježto komora jeho není 
jakož tuto zapsal na tom klášteře Pustiměřském, ješto jest svobodný a pod 
biskupa sluší, že to nemá moci, neb páni také mají kláštery, ješto nesluší 
pod komoru krále (Pťih. OL). — 2. diese Güter in Beziehung auf ihr Ver- 
hältniss zum Könige ; wie duchovenství ein geistliches, markrabstvi ein 
markgräfliches Gut bezeichnet , so bedeutet kom. král. ein Gut der kön. 
Kammer : má JMt opatřiti řád duchovní i městský, kteříž slovu komora JMti 
(Kn. Tov.) ; — páni jsú slyšeli listy opatovy a poněvadž to jest JMti komora, 
JMt má opatřiti komoru svú jako pán milostivý (Půh. Brn. 1459). — 3. 
eine unter Ferdinand I. 1549 zur Verwaltung der königl. Güter, Einkünfte 
und Regalien eingesetzte Behöide, im deutschen die Rontkammer genannt. 

Koinorniei oder komorní druh auch nilazsí i. e. mladší (junior 
camerarius) genannt, der kleine oder Vice-Kämmerer in Böhmen, welcher 
vom Oberstkämmerer ernannt und ihm untergeordnet war : právo prositi ko- 
morníka (i. e. půhončího) na pohon . . . komorničího druha (Ku. Roz. či. 
101); — opovídati škodu komorničímu druhu (ibid. či. 213); — najv. ko- 
morník, sudí, písař, purkrabí mají pod sebú své mladší; komorník jednoho, 
jenž slově komorní druh (Corp. j. b. III. 2. p. 3); — komorník najvyšší 
má práva brániti .... na toho sluší neb na jeho mlazšího opovědí bráti a 
památné, do káply svědky přijímati a jjřísahy poslúchati, zvody na dědiny 
a othádání dědin všecko (Ond. z D. Ač. 2, 485). In den lat. Quellen heisst 
er vicecamerarius. 

Komorníci oder komorník od desk oder od soudu zemského 

der Landrechtsbote in Böhmen; vid. půhončí. 

Komorní plat der Kammcrzins, die Rente, welche von einem Ob- 
jekte geleistet wurde, gewöhnlich zweimal im Jahre um Georgi und Galli ; 
sie wurde in die úroční knihy vom Schreiber des kleineren Landrechts 
eingetragen : knihy k úřadu malého písaře, v kterých se úroční a komorní 
peníze zapisují, kteréž sobě lidi dvakrát do roka u desk nebo jinde, kdež 



— 101 - 

chtí, při SY. Jiří jcdnú, druhé při sv. líavlo Ivladú; y ty se všichni staro- 
dáYiií i nynější platoYC komorní zapisují, kdo komu co a z kterého zboží 
phxtí a kdo úrok ten nebo plat komorní od desk zdvihne (Yš. SOP)). 

Koiiioriií soud das königliche Kammergericht in Prag. Es wurde 
im 15. Jhd. zweimal des Jahres gehalten, wobei die Termine Yerschieden 
waren ; Všeh. nennt die Termine : na sv. Martina und dvě neděle 
před sv. duchem (]). 2.); ein Bescliluss des Landtages vom J. 1499 
hingegen: na sv. Martina und na Svátosti. In der IjO. vom J. 1564 
f. 179 sind 4 Termine 1. den zweiten Tag nach Pauli Bekehrung, 2. Montag 
nach dem Heilthume (svátost), 3. den zweiten Tag nach Bartholomäus, 4. den 
zweiten Tag nach s. Martin, gewidmlich durch zw(m Wochen ; doch konnte 
noch eine dritte Woche zugegeben werden. Dem Gerichte präsidirte der 
Obersthofmeister der Krone Böhmens, in seiner Verhinderung der, welchem 
der König oder der (^bersthofmeister die Vertretung anvertraute. Die Beisitzer 
ernannte der König aus dem Herren- und Ritterstande, wenigstens 12, doch 
stand es dem Könige frei, auch mehiere zu ernennen; zur Fällung eines 
Urstheiles war die Gegenwart von mindestens 10 Beisitzern erforderlich 
und das Urtheil musste seit 1575 in dem grünen Saale der Prager Burg 
gefällt werden , sonst war es ungiltig. Die Kompetenzgegenstände dieses 
Gerichtes waren: 1. Scheit- und Ilohnworte. 2. Frevel und Hochmuth sowie 
die Strafgeldei" für diese Vergehen. 3. Bürgschaften für die Mitgift und 
Leibgedinge der Fi'auen. 4. Schulden, die nicht durch ilauptbriefc verschrieben 
waren. 5. Verschiedene Geldstrafen wegen Unterlassung polizeilicher An- 
ordnungen. 6. Ileimfälle (úmrť) auf geistlichen Gründen. Ueberhaupt waren 
aber alle Fälle ausgeschlossen , welche vor das Landrecht gehörten. Das 
Kammerg. erholte sich Belehrung vom grossen Landrechte und gab auf die 
Berichte der Kreishauptleute hin Steckbriefe gegen Landesschädiger aus. 
Auch stand es dem Könige frei, die Stände und Personen aus den der 
Krone Böhmens inkorporirten Ländern vor dieses Gericht zu bescheiden 
und innerhalb der Kompetenz desselben Aussprüche zu fällen. 

Komorní vůz der Kammerwagen 1. ein einer fürstl. Kammer oder 
obrigkeitlichen Person gehöriger meist mehrspänniger Wagen, die Staats- 
karosse. 2. ein langer, oben gewölbter Wagen, worauf die Hofbediensteten 
der Herrschaft nachgeführt werden. 

Komorník der Inmann, welcher eine Kammer gemiethet hat: hofer 
neb komorník (MS. 1584). 

Komorník dvorský der Bote oder Kämmerling des Hoflehenge- 
richtes (vid. dvorský soud), welcher die Ansrufungsschreiben auszutragen 
hatte. (VŠ. p. 4). 

Komorník menší der Kämmerer des kleinen Landrechtes; es gab 
einen in Olmütz, einen in Brunn; sie unterstanden dem Oberstlandkämmerer. 
Ihre Einkünfte bestanden in Taxgeldern. 



- 102 — 

Komorník nejvyšší soudu a práva zemského der Oberstland- 
kämmerer, unter dessen unmittelbarer Aufsicht die Landtafcl stand ; er be- 
aufsichtigte die Einlagen, leitete die Löschungen, übte die Disciplinargewalt 
über die Gerichtsboten (komorm'ci in Böhmen, půhončí in Mähren), hatte 
in Böhmen als untergeordneten Beamten den komornič druh, in Mähren den 
menší komorník; er hatte den posudek zu halten, die Exekutionen nament- 
lich den odhad einzuleiten und haftete mit seinem Yermiigen für die Richtigkeit 
der Einlagen in die Landtafel ; deshalb war in Mähren bestimmt : aby statku 
nejméně měl za 40.000 zl. a to proto, zavedl-li by koho o statek dskami, 
aby se na jeho statku hojiti mohl. (Kn. Drn. 26). In Mähren gab es an- 
fänglich zwei Kämmerer, einen für die Olmützer, einen für die Brünner 
Cúda; im J. 1493 wurde bestimmt, dass fürder nur ein Kämmerer sein 
solle. Der Oberstkäm. wurde aus dem alten Herrenstande ernannt und war 
nach dem Landeshauptmanne der erste Beamte in Mähren. Hatte aber 
Mähren eigene Markgrafen, war der Oberstkäm., da es zu solchen Zeiten 
keinen Landeshauptmann gab , der erste Beamte ; daher erklären sich die 
Ausdrücke in den Piihonen: colloquium terrae, quum primům celebrabitur 
Olomutii per Marchionem sive Camerarium supremum; — ad colloquium 
generale domini marchionis aut sui supremi camerarii (Lib. cit. I. 44. 45). 
Gehalt hatte der Oberstkäm. in der älteren Zeit keinen; seine Einkünfte 
bestanden in Taxgeldern. In der vern. LO. 1628 wurde bestimmt, dass er 
alle 5 Jahre um Erneuerung seines Amtes einschreiten solle, wovon es 
aber wieder zwischen 1730 — 1740 abkam. Seit 1783 wurde zum Oberstkäm. 
der Appellationspräsident ernannt und 1817 bestimmt, dass der Oberstk. 
mit dieser Würde implicito vereint sein solle. 

Komorník stříbrný der Silberkämmerer, welcher das Silber ver- 
wahrt: k. stř. aby stříbro šetrně opatroval (Krems. Kop. 1592). 

Konati den Process bei dem Rechte zu Ende führen, bei dem er 
begonnen wurde : kterým právem začne, tím také konati má (Kn. Tov.) ; — 
poněvadž jsú právem dědinným o to mezi sebú rovnati počali, aby tím 
právem konali. (Půh. 01. 1499 f 81). 

Koněberky (compos. ex kůn equus und berka captor, also die 
Pferdefänger) eine leichte berittene Truppe im Yortrabe, welche die Aufgabe 
hatte, jenen Reitern, die ihre Reihen verliessen, die Pferde wegzunehmen, 
welche dann von denselben gegen ein Strafgeld eingelöst werden mussten. 
Dasselbe thatcn die k. den Schützen ; wer von diesen Reih und Glied 
verliess, dem nahmen die k. das Geschoss, welches dann von den Schützen 
ebenfalls eingelöst werden musste : když vojsko veliké táhne, pusť dvě stě 
koní napřed a ti ať koněberky z sebe vyšlí a stráže drží a hlídají (Čas. č. 
Mus. 1828 p. 19); — pakliby kteří z houfů se vytrhli, aby jim koněberky 
koně brali ... též i pěším aby samostříly brali, jestližeby kam z houfů 
šli (ibid. p. 33). 



— 103 — 

Konec die Todesstrafe, Hinrichtung : aby tomu drabu konec učinili 
(Záp. Žer. 1, 264). 

Konice 1. der Marstall. 2. die Stutte: že mi jeho konice na Bludově 
kůň zabila (Půh. 01. 1412 f. 269). 

Koníř přísežný agazo juratus, der beeidete Pferdehändler, welcher 
beim zájem die arrestirten Pferde zu schätzen hatte : pakli sú koni zajati, 
sií na to přísežní koníři a ti tak obeslaní mají ten dobytek odhádati pů- 
vodoví podlé jich přísahy, dokudžby suma úroka , pro kterúž jest bral i s 
náklady a útratami spravedlivě přišla. (Zříz. Ylad. Ač. 5, 62, Vš. 334). 

Konprdáty: málo važte, co oni z kompaktát vymlúvají , nebť k 
hanbě jich Bóh ráčil dopustiti ty jich konprdáty (Čas. č. Mus. 1852 III. 48) 
ein obscönes Wort (prd = peditum) statt kompaktáty. 

Konšel aus dem lat. consul 1. der Stadtschöffe scabinus. — 2. k, 
krajský oder zemský consul vel scabinus terrae. Es waren diess A^er- 
trauenspersonen in den einzelnen Gerichtsbezirken (poprava) , welche dem 
Gerichtsherrn (vid. popravce) zur Seite standen : kdyžby kto chtěl konšela 
zemského pohoniti (Ač, 2, 119); — a kdyžby který popravcc byl pohnán, 
téhož práva má požívati jako konšel (ibid. 120). In Mähren waren die konšelé 
zemští eine Art Friedensrichter, deren zwei in jedem Kreise von dem Ilerren- 
stande ernannt wurden, von denen man wusste, dass sie das allgemeine 
Vertrauen besitzen. Ihre Aufgabe war es , Streitigkeiten, welche zwischen 
den Nachbarn sei es durch Gränzverletzungen , durch Einackern der Feld- 
raine, durch Weidestörung oder aus welchem Grunde immer entstanden, 
beizulegen. Die streitenden Parteien wurden vor die k. z. beschieden, welche 
die Streitsache untersuchten und den Ausspruch thaten ; doch stand es den 
Parteien frei, an das Herrengericht zu appeliren. Während der Hussitenkriege 
ging diese Institution ein (Kn. Tov. kap. 215). — 3. die Dorfschöffen : kon- 
šelé vsi Morkovic. — 4. k. horný der Schöffe im Bergrecht. 

Konvrš aus dem lat. conversus der Laienbruder; konvrska conversa 
die Laienschwester. 

Kop, Kopec acervus der Erdhaufen als Gränzzeichen: positis 
acervis, qui kopci dicuntur (CD. 2, 76); — kopci mezi tím vyvedením byli 
zděláni (Půh. 01. 1412 f. 73). Beim Beginne der Gränzbegehung wurde 
gewöhnlich ein grösserer Erdhaufen errichtet : acervus magnus , qui vulgo 
dictur kopec (CD. 2, 76); — nejprve kopec veliký nasypán, na kterémžto 
kopci a mezníku nmožství osob stálo (pam. kn. Lipnická); — Die ersten 
zwei gränitzberge .... von diesem berglein an gehen alle nacheinander 
(MS. LA. M. YII. 8). 

Kopa 1. das Schock, sexagena im Münzwesen ursprünglich mit der 
Mark zusammenfallend, da aus einer Mark anfänglich 60 Gr. geprägt wurden; 
beim Getreide 60 Garben, acervus, auf den in älterer Zeit 50 Garben gingen : 
dicimus autem acervum quinquaginta manipulos habentem (Cosm.). — 2. die 



— 104 — 

Streiche, welche junge Leute bei Gränzbogehungen erhielten, damit sie sich 
umso leichter merken, wenn eine Streitigkeit darum entstehen sollte: mladší 
pacholata k tomu v/atá kopy na památku drželi (pam. kn. Lipnická). Vgl. 
Grimm RA. 545; Trávník 1869 p. 120, 121. 

Kopáč, der Weinhauer. 

Kopanina das Gereute, namentlich auf Bergen, wo nicht geackert, 
sondern der llackenpflug oder die Haue angewendet wird, das Rodland, 
der Neubruch, novale. 

Kopcoví als collect, die Gränzerdhaufen: louky obmezené a kopco- 
vím vyhranioené (MS. Hotzenplotz 1580). 

Kopecké právo ein Ausdruck, welcher speziell in Prerauer Urkunden 
vorkommt und die Rechte bedeutet, welche die Grundherren (die Cimburge 
und Pernsteine) jenen verliehen, die sich auf der Schlosshöhe (na kopci) 
ansiedelten : lidé na tom dvoře osazení mají ve všem kopečkem právě seděti 
a jeho užívati podlé měšťanů kopeckých. (Priv. Tov. f. 171). 

Kopí lancea, hasta, die Lanze, altsl. kopije (vgl. gr. xótttco schlage, 
haue lit. kapoti); k. trérohé, hasta tricuspis der Dreispitz; — k. celé 
SYj lokte dlouhosti má, k. polovičně 5 '/a lokte; — svátek božího k. 
festům lancese salvatoris. Das Wort ging auch ins deutsche (baier. Dial.) 
über: Mer 12 Glider (Reiter) mit copi. (Schmeller 2, 316). 

Kopiář copiarium, das Kopirbuch, in welches Urkunden eingetragen 
wurden. 

Kopice 1. der ILaufen z. B. Klee, Gras. 2. die kleine Lanze. 

Kopíčko kleine Lanze, hastula. 

Kopiiinik (kopennik, kopidlnik) der Lanzknecht hastiger. 

Kopné das Geld, welches von einem Schock z. B. Schafe, Fische u. s. w. 
gezahlt wird: fišmistrovi kopného 12 gr. (MS. Pross. 1641); vgl. skopné. 
— Jungmann verzeichnet in seinem Wörterbuch 5, 916 dasselbe Wort in 
der Bedeutung Grabgeld i. e. die Entlohnung für das Graben z. B. eines 
Grabes, ohne aber die Belegstelle beizusetzen. 

Kordula, der Schnürleib, das Leibchen, vom mitlat. cordura der 
Schnürbesatz, der Schnürleib. 

Kordulác (bei Yelesl. und Lomn.) ein Schwert mit breiter Klinge; 
vgl. mitlat. cortellus, mithd. kardelasche. 

Korec modius , der Schefi'el , Strich; als Flächenmass = 1-5184 
n. ö. Metzen, 28-7732 Ära; als Flüssigkeitsmass = 0-9357 Hektol. 

Korccnik 1. die oberschlächtige Mühle, die mit einem Schöpfrade 
versehen ist : mlynáři, kteří své mlýny při řekách nebo na potocích koreč- 
níky mají (Gedr. Landtagsschi. 1594 f. 130). — 2- der Müller , der eine 
solche Mühle besitzt. 



— 105 — 

Kornet vom franz. cornette , die Reiterstandarte : kornet Pražan 
Staroměstských: orel císařský s jedné, erb městský strany druhé; — jely 
dva prapory jízdy Moravské s dvěma kornety s erbem zemským. (Pani. 
arch. 1867 p. 406). 

Korouhev die Fahne, dann tropisch ein Herrengeschlecht: téhož 
léta (1468) umřel urozený pan Michalce a tak jest ta korůhev zhynula; 
neb on poslední bieše a dědic po něm neostal (SRB. o, 197). 

Korouheviiik nejvyšší království českého, der Erbpanier in 
Böhmen, ein Hofamt für einen aus dem Herren- und einen aus dem Ritter- 
stande; ersteres seit 1798 in der Familie der Grafen Chorinský , letzteres 
seit 1792 in der Familie der Ritter Yořikovský von Kundratic erblich. 

Korouhevni pán der Bannerherr , welcher so viel Knappen ins 
Feld stellen konnte, dass der König ihm ein eigenes Banner bewilligte, baro 
vexillarius, baro nobilis (SRB. 2); sie gehörten in Böhmen und Mähren alle 
dem Herrenstande an: Dán v Brně v svolání pánóv korúhevních Mark. Mor. 
Unterschrieben sind hiebei mehrere Herren mit Namen und dann folgt : 
ceterique nobiles barones nunc Brunse congregati (Ač. 3, 184); — k. paní 
die Frau eines Bannerherren. 

Kortukái , der Glockenrock , der Reifrock , d. i. ein faltenreicher 
Frauenrock, welcher von den Hüften bis über die Knie reichte und mit 
Fischbein und Rohrstäben ausgesteift war , über welchem das Oberkleid 
glockenförmig ausgebreitet getragen wurde. Jungmann leitet das böhmische 
Wort vom lat. crocotula her; da aber dieses im klass. Latein ein safran- 
färbiges Prachtkleid der Frauen, im mitlat. einen netzartigen Frauenschmuck 
„muliebria ornamenta villosa , reticulata" (DC.) bedeutete , so wird diese 
Herleitung wegen der Verschiedenheit der Bedeutung kaum stichhältig sein. 
Jos. Jirecek führt im Cas. c. Mus. 1867 p. 22 an: „dykytu čili kortéku" 
und leitet von letzterem kortukái ab ; abgesehen wieder von der Yerschieden- 
heit der Bedeutung bietet hier das Suffix al Schwierigkeiten. Näher liegt 
verdugal (auch verdugadin), wie der Reifrock um das Ende des 16. Jhr. 
genannt wurde, eine Bezeichnung, die auch auf die später auftauchenden 
Rockwülste überging , wie denn noch Yeneroni in seinem Dittion. Imper. 
ed. 1743 schreibt: „vertugadin, vcrtugale, vertugalla, ein breiter 
Weiberrockwulst, darauf die Röcke weitausgebreitet stehen, wie es in Spanien 
und Genua gebräuchlich, follicans cyclas feminea;" als Schwierigkeit stellt 
sich aber hier der Uebergang des v in k entgegen. So dürfte denn dem 
Worte kortukái am nächsten stehen das mitlat. portugal ensis, das nicht 
nur eine portugiesische Goldmünze bedeutet , sondern von dem auch das 
franz. p ortegaloize, ein Frauenkleid bezeichnend, stammt: „ung porte- 
galoize á femme de drap d'or, couverte de perles" (DC). Für diese Ablei- 
tung spricht 1. der häufige Uebergang des p in k. 2. Der im östl. Mähren 
gebräuchliche Ausdruck: portukál, welcher die um die Hüften gebundenen 



— 106 — 

Wülste bedeutet, auf denen die Röcke ruhen und 3. der Umstand, dass die 
Glockenröcke durch Donna Maria von Portugal, die erste (1545 verstorbene) 
Gemalin Philipp II. in Spanien in die Mode gebracht und von da nach 
Frankreich und das übrige Europa verbreitet wurden , in ähnlicher Weise, 
wie wir das Wort portugalensis in der Bedeutung Goldmünze, und 
zwar in der Form Portugale ser , in jenen Schaumünzen wieder finden, 
die im J. 1G23 bei der Errichtung der Admiralität in Hamburg und 1723 
bei der Säcularfeier derselben geprägt wurden. — Vgl. partikäl. 

Korf yxoiiii , der Hofmann, ein Mensch von leichtfertigen Sitten; 
kortyzoiiiika auiasia die Buhlerin; mitlat. curtisanus, franz. courtisan und 
courtisane. 

Koruna česká 1. die böhmische Krone. Sie heisst auch Wenzels- 
kroiie, weil Karl lY. die Krone, welche er zu seiner Krönung (1347) anfer- 
tigen liess, dem h. Wenzel weihte und befahl, dass sie an bestimmten Tagen 
auf das Haupt dieses Heiligen gelegt und von den Königen nur einmal, bei 
ihrer Krönung nämlich, benützt werde; nach der Krönung sollte sie also- 
gleich in die Hände des Sakrista der Prager Domkirche bei Strafe der 
Exkommunikation übergeben werden. Eine Yorsichtsmassregel , die Karl 
wohl desshalb traf , damit sie nicht wieder abhanden komme, wie dies zur 
Zeit seines Vaters geschah. (SRB. 2, 343). Die Aufzählung der Perlen und 
Edelsteine, mit welchen Karl IV. die Krone schmücken liess, vid. Gas. c. 
M. 1831 p. 174. Nach dem Krönungsakte traten die Mitglieder des Herren- 
und Ritterstandes an den auf dem Throne sitzenden König heran und, die 
obersten Landeswürdenträger voran , berührten die Krone mit zwei Fingern 
zum Zeichen des Eides der Treue ; dadurch erklärt sich die Stelle in dem 
Briefe des Wilh. v. Pernstein an K. Ludwig ai. 1520: poněvadž jsem na 
korunu VM. dva prsty vložil (Ač. 1 , 75); — p. purkrabí před JMtí kr. na 
kolena poklekl , koruny na hlavě královské dvěma prsty se dotekl (Slavat. 
2 kn. díl 7 Fol. 85). Dieser Akt hiess pi'-i znání se k koruně (ibid.). — 
2. In staatsrechtlicher Beziehung bedeutet k. 6. die königliche Majestät und 
das Königreich Böhmen sammt den inkorporirten Ländern Mähren, Schlesien 
und den beiden Lausitzen, also den böhmischen Staat: marchionatum Moravise 
in feudum nobile a regibus Boemise et a Corona regni prsefati habendum... 
regibus Bohemise ac ejusdem regni coronřP voluit immediate subesse CD. 7, 
680, 681); — vědomá věc jest, že koruna tato zavázána jest byla, krále 

odjinad nebrati císař chtěl hajtmany saditi do zemí našich k koruně 

příslušejících (Ač. 4, 109); — kterak ta velebná a dóstojná koruna česká 
pro války, ježto drahně času v ní trvaly, byla zašla (Ač. 1, 8); — že našich 
zemí a koruny české dobré námi sníti nemá (Ač. 1 , 10); — k tomu se 
známe, že jsme úd koruny (Kn. Tov. kap. 7); — vyslaní ze všech království 
tomuto vtělených zemí .... abyste všichni stavové Mark. Mor. jakožto 
království tohoto nejpřednější úd .... že jste se toliko od správy nynějšího 
krále českého a ne od budoucích králův a koruny této oddělili (Sněm drž. 



— 107 — 

1612 p. 149). — 3. die Infel, iníula: opat sloužil pod infulí t. pod korunou 
(SRB. 3, 398); — opatové v korunách (Lumír 1858 p. 763). 

Korunní statek, das Krön- d. i. Staatsgut, welches wohl der Krone 
gehörte, aber nicht persönliches Eigenthum des Königs war. 

Kosmáč , das grobe Tuch, pannus griseus : quod vicarius noster 
tempore brumali de panno griseo communi et simplici, qui kosmacz vulga- 
riter dicitur, tunicam et caputium providere debeat (Dud. Stat. d. Pr. Met. 
Kirche ai. 1350 p. 37). — Vgl. altsl. kosa coma Haar , kosmatx hirsutus 
struppig, rauh, kosmatica das rauhe, wollzottige Kleid. 

Kosné die Zahlung für die Mahtrobott: falcostrales denarii, qui 
vulgariter cossne dicuntur (Diplom. Břevnov, n. 90), von kosa die Sense. 

Kostel (aus dem lat. castellum, weil die ersten christl. Kirchen 
befestigt wurden vid. Dud. Gesch. Mäh. 4, 357) in der Bedeutung ecclesia 
als Gemeinschaft der Gläubigen, gewöhnlich církev genannt: kostel římský 
ecclesia romana. 

Kostelník, der Kirchenverwalter, vitricus. Er wurde vom Grund- 
herrn ernannt, war beeidet, hatte die Kirchen- und Armengelder zu verwalten, 
im Einverständnisse mit dem Pfarrer die für die Kirche nothwendigen Aus- 
lagen zu bestreiten und dem Grundherrn hierüber Rechnung zu legen. 

Kosten der Spiess: aby s sebú kostny a jinú braň brali (SRB. 3, 30). 

Koš 1. das Geländer um den Ständer bei Teichen: tesařům od 
udělání nové jistebky neb koše před troubou na rybníce (MS. Wisch. 1658, 
vid. jístebka). 2. die Strafe des Korbes für Bäcker, welche zu kleines Brod 
bücken; es war diess ein Behältniss von Latten, in welchem ein solcher 
Bäcker öffentlich ausgestellt wurde. 

Košatská rota wahrsch. wurden in der zweiten Hälfte des 15 Jhd. 
die Adamiten so benannt. (Pal. Děj. 4, 404). 

Kotec, die Verkaufsbude : z kotcův pekařských .... aby z každé 
stolice v těch líotcích placen byl 1 groš (Čas. č. M. 1839 p. 449); — příjem 
z kotců soukenických (MS. Prossn.). 

Kotr der Yierer im Würfelspiel, franz. quatre, mithd. quater : vždycky 
jen na opak šije, necht sedne kotr neb dryje. (Lomn.J. 

Kotrkal, Kotrgal, ein viereckiger Schild vom mitlat. quadrigale. 

Kout eigent. der Winkel; dann puerperium die Niederkunft, bei 
Chelc. dasselbe was předek, štít, der Ahne : vyvodic urození své čtyřmi kouty, 
aby dva dědy a dvě bábě ukázali dobré urozené vládyky po otci i po mateři. 
Pakli neukáže těch čtyř koutův, tedy není dobrý, ale chlap. 

Kozice, die Bockpfeife, der Dudelsack, buccina: nalezechu piščbu, 
latině jí dějí chorus, že jest z kozí učiněna a má dvě roří , jednu dmů a 
druhu hlas vzní, česky slově kozice (Bib. 1404 f. 130). 

Krajacký z. B. sukno, zboží was nach der Elle verkauft wird. 



._ 108 — 

Kráječ sukna panuicida dov Tuchhändler , welcher das Tuch nach 
Ellen verkauft. 

Krajér, Krajíí*, Truchsess, dapifer. 

Kr«ijiií vozové, die äussere Wagenroihc im hussitischen Heere. — 
Vgl. okřídli. 

Sv. Krála i)or metathesin = Clara. 

Královna veliká oder svatá assumtio B. Y. Marise, Maria Hiramel- 
fahit, auch Matka Boží veliká genannt, Maria magna, der grosse Frauentag 
(15. August). 

Královo právo, das Hof- und Kammergericht, weil dicss vom 
Könige allein besetzt wurde : kto obdrží proti královu právu (Ač. 5, 164). 

Království , das dem Könige gehörige Gut ; vgl. duchovenství, 
maikrabsts'i. 

Krátko ut'initi, verkürzen, Unrecht thun: co jemu krátko učinil, 
dobývaj zase právem (Půh. Brn. 1400 f. 132, 152); — že nám na tom krátko 
činí a křivě na nás žaluje (Ač. 2, 40). 

Kravné von kráva die Kuh , die Abgabe für die Benützung der 
Weide : census qui dicitur kravné (Lib. cit. 2, 557). 

Krčemné die Abgabe von einer krčma, dann das Braugeld, welches 
der Obrigkeit gezahlt wurde, wenu sie den Unterthanen gestattete, für sich 
und die Hausleute Bier zu brauen: k., kteréž dávají za tu svobodu, aby sobě 
a čeledi své pivo vařiti mohli (Urbar. Chrop. 17. Jhdt.); — krčemného z 
chalupy (ibid.). 

Krceniník der Kneipenbesucher, Lungerer, Saufbold: aby žádných 
povalečóv, krčemníkóv nikde přechováno nebylo (Ač. 4, 442). 

Krčina die Schenke, Kneipe caupona altsl. Kričbma Kr^čagr^ vas 
fictile (vgl. das in manchen deutschen Gegenden vorkommende Dorfkrug 
= Schenke), lit. karczama ; — K. vařecí taberna braxatilis die braube- 
rechtigte Schenke. (Půh. 1513); K. poplatná die steuerpflichtige Schenke 
taberna bernalis. — Die k. waren sehr berüchtigt — taberna est radix 
omnium malorum, unde prodeunt furta, homicidia, adulteria sagt Kosm. ad. 
an. 1039 — ; daher unterlagen sie strenger Beaufsichtigung und fassten die 
Landtage häufig Beschlüsse gegen die Errichtung neuer Schenken. 

Krevné, Krvavné 1. das Blutgeld, das Strafgeld für die Verwundung 
od purkmistra etc. přijato krvavného, že jest Radochu ubil (MS. Hochw. 
1638). 2. die Abgabe, welche dem gezahlt wurde, welcher die Blutgerichts- 
barkeit hatte: lidé z Březolup dávali krvavné náhrad Brumov (Půh. 1509); — 
krvavného z dědin, které k právu Přerovskému příslušejí (MS. Prer.) ; aby 
krevné spravili (Ger. Slg. n. 101. p. 24) — krevné grunty die zum Blut- 
bann gehörigen Gründe: jsouc na gruntech krevních vzat (Ger. Slg. n. 101 
p. 23); — a 4 míle síří a zdélí gruntů krevních aby byla prázdna (ibid. 



— 109 ^ 

p. 60) ; — krevné právo: das Blutrecht, das Blutgericht : aby proti právu 
krevnímu mír zachoval (MS. Cer. Slg. n. 101. p. 44) — vgl. Kyjoviié, 
pokuta. 

Křistan nom. viri Kristián. 

Křiv curvus krumm, was dem Rechte zuwider ist, daher křivá pře 
ein ungerechter Process, k. přísaha der falsche Eid, k. žaloba falsche An- 
klage, křiv sachfällig werden : by pak věděl, která strana pravá, která křivá 
jest (Záp. Žer. 1, 75) ; — kterýby J. za křivého neodsoudil (ibid. 99.) ; — 
Es ist also k. Gegensatz von práv (vid. dieses) und hat sein Analogon in 
dem deutschen bruchig : und man sol an den gerichten rügen, was bruchig 
wer in den getziden (Grr. Weistli. 3, 328). 

Kříž ohne weiteren Beisatz in Datirungen ^= povýšení exaltatio 
crucis; das in zwei Datirungen vorkommende posvěcení oder přenesení 
SV. kříže (Ač. 6, 504) ist wahrscheinlich ein lapsus calanii für povýšení, 
jedenfalls aber = exaltatio crucis. 

Křížové dny die Kreuz-Bittage, dies rogationum. 

Kroiicl e germ. Kranzel (demin. von Kranz) der Kranz, der Stülp 
beim Schlosse : plát kroncl zvaný na zámku měl býti štifty zanejtován (Pam. 
arch. 1869 p. 520). 

Krondle aus dem deutschen Kröndl (für Krönl, vid. Grr. Wbch.) 
tricuspis in hastiludio, auch Krönig genannt, stumpfe Lanzen bei festlichen 
Turnieren, die statt der Spitzen Kronaufsätze hatten: „drieckender spiess 
tricuspis vulgo kronlin (Gloss. s. Jac). 

Kroiidrazka der Kronrasch, Goldrasch, ein Stoff aus kurzer ge- 
krampelter Wolle, in Frankreich auch aus Seide bereitet. 

Kropíř die Satteldecke phalera3, der Pferdeschmuck aus dem frz. 
croupiere. 

Krosna ein aus Weideuruthen oder Stroh geflochtener Korb: salis 
russa, qu8e sclavice dicitur krosna (Erb. Reg. 99), ein über alle slav. Länder 
verbreitetes Wort, zu dem Miklosié das bair. dial. Krächse vergleicht. 

Křtění Boží die Taufe Christi d. i. epiphania der Dreikönigstag, 
zzz hod svíček , sv. tří králů : na den božího křtění, jenž slově hod svíček 
(Pův. Tov. 149); — vigilia božího křtění jinak tří králů (Yel. Kal. 90); — 
počnúc od svíček totiž od b. křtění (Ač. 6, 25). 

Kruh der Ring zum Verschliessen : truhla nahoře na víku čtyřmi 
kruhy na dva zámky zamčena . . . truhla s šesti kruhy bez zámku. (Lumír 
1861 p. 785). 

Kruhař der Ringmacher, Schlosser: kruhaři dělali kruh mosazný 
ženský, kruh železný mužský a kruh rejtarský a ten s 12 rykly neb kšmeidy, 
ježto dvěma klíči se otvíraly (Pam. arch. 1869 p. 520). 



— 110 — 

Kruiii|Mi'. Kriímplíí* plny^i'^ "l^^" Seiden-, Gold- Hilberstickei', welcher 
Ornate, Tleili^ienbildor u. s. w. ausuälite : tovaryš krumplíř měl krumplovati 
obraz panny Marie na půlměsíci stojící v /Jaté koruně, držící v levé ruce 
v prohledací plénce děťátko a v pravé ruce sceptrum a to všecko dílem 
vyzdviženým mělo děláno býti ; tělo pak nahé mělo býti přetaženo pilně a 
hladce na spůsob karmazínu bílého, šaty měly býti náležitě barevným hed- 
bávím stracujícími se strychy vyplňovány a v místech příhodných taženým 
zlatem a stříbrem vyzdviženy a v krajích mělo to roucho zlatem anebo stří- 
brem subtýlně opremováno býti, (Pam. arch. 1869 p. 520). 

Krumplovati, Krumpovati acu pingere sticken, mit Perlen und 
Edelsteinen ausnähen: roucho se od krumpíře krumpluje rr: acu a phrygione 
pingitur (Com. jan. 509); — pod knmiplovaným baldachýnem; — sukně 
rozličným kovaničkem zlatým krumpovaná (Ilád. pr. 73); — oděvy zlatými 
štefty s perlami i s drahým kamením skrumplovati dají (Čas. ě. Mus. 1864 
p. 267); — vom deutschen krumpen, krumpeln. 

Krunéř, Krunýř der Panzer, Harnisch lorica, thorax; ein zweifels- 
ohne fremdes Wort; Matzenauer weist auf kymr. cruyn; doch scheint althd. 
prunia, prunja näher zu liegen. 

Kryza der Kreis im Turniere, der Kampfplatz, aus dem mithd. 
Kreiz circulus, Ring. 

Krzetky vid. Siiiitck. 

Krzno 1. ein Pelzkleid , das über der Rüstung getragen wurde, 
vestis pellicea: oruží krzny zahalichu (RK.); 2. der Pelzübcrwurf der Frauen: 
s její bílé šije krzno drachú; — altsl. kr^zno, rus. korzuo, korozno. — 
Vgl. kursit. 

Kseiii 1. die Aebtissin, Priorin (pol. ksieni). 2. die Priesterin, Nonne: 
kseni toho biskupa přišedši, by se chtěla zpovídati (Pas. Plz.). 

Kšaft, das Testament; svátost kšaftu das Altarssakrament: o velebné 
svátosti kšaftu poslední večeře od samého Krista Pána nařízení (Konfessí 1575). 

K^mcid e germ. das Geschmeide , was geschmiedet wird , die 
Fessel, die Kette, der Ring zum Fesseln oder Anschmieden: kruhaři dělali 
kruh rejtharský a ten s 12 rykly nebo kšmeidy, ježto dvěma klíči se otvíraly 
(Pam. arch. 1869 p. 520). 

Kuba, Kubák, Kubáček, Kubeš, Kubík, Kubíček, Kubín nom. 
viri Jakob. 

Kuběna aus dem lat. concubina. 

Kubenáí* moechus, der Kebsmann. 

Kuchyně, das Haushaben der Wiedertäufer : novokřtěnci z každého 
domu, v kterémžby kuchyně měli, po 10 zl. dávati mají (Gedr. Landtschl. 
1594 f. 131). — Yid. Haushaben. 



— 111 — 

Kuchyňka , dor Fischkasten der Winterhaltung , prompťuarium 
piscium: cum diiobus promptuariis piscium dictis kuchyňky (DO. 8, 190). 

Kiijeba, ein Spottnííme für einen aus Ilohenmauth : in qua (i. e. 
urbe Altomutensi) incola fuisse olim putatur Kujeba quidam, homo eo usque 
stupidus, ut proverbio vulgari h^cum ineptiis fecerit, quo designaturi hnminem 
insulsuni solent dicere: není než kujeba z Mejta. 

Kukla, Kuklice 1. die Kaputze: staří jsú v kuklách jako kněží 
nebo žáci na sudu sedali (Koni. Yš. 433; — ale to jest změněno , že bez 
kukel sedají (ibid. 440). 2. Die Vermummung, (Larve?): jestližeby kteří v 
larvách jeli neb v těch potvorných kuklách , ti také honěni a bráni býti 
mají. (Pam. kn. Olm. 1517 f. 40 ai. 1510 vid. honění). 3. Die Gugel, Kogel, 
eine Haube , die in der zweiten Hälfte des 14. Jlid. aufkam und von den 
Frauen über den Kopf hängend getragen wurde : kuklice zelená s perlami. — 
Vgl. mitlat. cuculus, cucula, mithd. gugele, kogel. 

Kukus, der Kux im Bergbau, der 128. Theil einer Zeche; mitlat. 
coxa: vox agrimensorum et unius cubiti mensura, eine Elle. (DC). 

Kule tesané Steinkugeln für Geschütze. 

Kumpán, der Studien-, Zimmer-, Conviktsgenosse : kumpán , který 
proboštem byl, každodenně s mendičky jistou hodinu měl (Pam. arch. 1873 
p. 804). 

Kunipleta, Kunipletor completa, completorium die letzte der kano- 
nischen Hören, die nach Sonnenuntergang gesungen wurde: k skonání dne 
mají pěti hodinu, jíž říkají kumplcta (Štít.). 

Kuna, Kundrat, Kuneš, Kuník, Kuncík nom. viri Kuno , Kunz. 

Kuna nom. fem. Kunigunde: Kuna dcera Jakuba z Brna. 

Kundel, die Gondel aus dem ital. goudola. 

Kundšoft, die Bestättigung, confirmatio persoluti thelonei : na kterou 
pořádně zpravenou sbírku mají buď sami páni neb jich úředníci aneb pří- 
sežní rychtáři formanům kundšofty pod pečetmi aneb sokryty svými dávati 
a formani takové kundšofty vždycky při sobě míti na mejtech aneb kdeby- 
koli o to dotázáni byli, ukazovati (Sn. pam. Kn. 1606 f. 293) ; — kteréžto 
listy neb kundšofty výběrčím odvozovati mají (ibid.). — Aus dem deutschen 
entlehnt, wahrscheinlich nach den Eingangsworten solcher Bestättigungen : 
thue kund. 

Kunhuta, Kuna, Kuňka nom. fem. Kunigunde. — Vgl. Kuna. 

Kunino Město, die Stadt des Kuna (= Kuno), Kunstadt: Erhart 
z Kunina Města (Urk. 1391). 

Kunsaft, Kunsoft, das Einverständniss, die Verbindung: mám s 
ním dobré kunšofty (Ač.); aus dem deutschen konschaíl; conjugium. 

Kuntor ex lat. commendator: kuntor řádu sv. Jana Jerus. (Vel. 
kal. p. 379); vgl. das deutsche kumentor des 15. Jhd. 



— 112 — 

Kupitel, der Käufer, im Gogcnsatze von kupec = Verkäufer: aby 
naši kupitclé vždy při tom zboží bez zmatku zóstali. (Kn. Tov.). 

kupné die Abgabe , welche beim Kaufe eines Häuschens gezahlt 
wurde: který by sobě tam chaloupku koupil, aby kupného tři čtvrtě ovsa 
dal (MS. 1587). 

Kur literácký der Literatenchor vid. Literát. 

Kuropění gallicinium, das Kraben des Hahnes am frühen Morgen, 
als Zeitangabe gebraucht: od pění kur až do východu slunce (Vel. kal. 133); — 
v úterý po třech králích v kuropění (ibid. 18); — kněz, kterýby pil po pění 
kur na krátké noci letní, na druhý den aby mše nesloužil (ibid. 428). 

Kur8Ít, ein Pelzüberwurf mit engen Aermeln , der mit Seide oder 
Wollstoff überzogen war; die Ritter trugen ihn gleich dem WafiFenrocke 
über der Küstung; mithd. kursit, kursat, mitlat. corsetus, frz. corset. Wein- 
hold die d. Fr. im Mit. p. 448, Akg. 1, leitet kursit vom slav. krzno her, 
eine Ableitung, die vieles für sich hat, wenn man bedenkt , dass im mithd. 
statt kursit auch der Ausdruck k ü r s e n gebräuchlich war und das altsl. 
Wort krizno vestis pellicea lautete, alth. crusina und cursina, mitlat. crusena : 
accepta marderina crusena talari dimissus est in pace (Pertz. Mon. 7, 259). 
Miklosich hält kr'bzno für ein Fremdwort im slavischcu; bedenkt man aber, 
dass die feineu Pelze im Mittelalter grösstcntheils aus den östl. slav. Ländern 
in den Handel kamen, so gewinnt Weinholds Ableitung sehr viel an Wahr- 
scheinlichkeit ; daher erklären sich auch in mitlat. Urkunden Ausdrücke wie 
chunovc, d. i. kunové von kuna der Marder (Meld. ÜB. n. 182). 

Kury činžovní, die Zinshühner (Kn. Tov. ed. Dem. 160); pastevni 
die Weidehühner, welche für Benützung der Weide der Gutsobrigkeit jährlich 
gegeben wurden. — Vgl. slepice. 

Kůsa (Kosa) die Hellebarde bipennis; auch im bair. Dialekte die 
kuse eine Art Partisane. (Schmeller 2, 337). 

Kuše, die Armbrust, ballista, arcuballista. 

Kutlof (Ky(lof) e germ. kuttclhof das Schlachthaus, mithd. 
kutele intestina pecoris cornigeri. 

Kůže, die Haut, die Strafe des Schindens: tomu kóže a vlasy 
odsúzeny budu (Pr. Měst. 233) ; — k. zlá meretrix. 

Kužílek das Birett (MS. Olm.) ; daher Kužílkova ulice die Biretten- 
gasse in Olmütz. 

Kvartál die Versammlung der Zunft, wenn sie alle Vierteljahr 
stattfand. 

Kvecíř der Münzstrecker, welcher das Silberblech dehnt, dilator 
bractearum, aus dem mitlid. quetzer neuhd. quetschcr (Matz). 

Kverk der Gcwerke, der Bergwerksverleger: ve při mezi kverky 
Flašerskými a Jandu horníkem kverkem Rúsským .... aby Janda toho 



— 113 — 

dolu nechal kverkóm Flašerským a oni kverkové mají dáti Jandovi na 
každý týden po 10 hřivnách (Ač. 4, 265). 

Kvesta die Almosensammlung , kvestář mendicans ßettelmönch, 
kvestovati Almosen sammeln, vom lat. qusero , quseso, ivi, situm und 
qusestum. 

Květí, Květiiice, Květy vid. neděle. 

Kvintík nom. viri = s. Quintinus (Tag der 31. Okt.). 

Kvit quitt, los, ledig: propustil bratři kvitty i prosty (Čas. č. M. 
1840 p. 171); — a těch 20 kop jsú svobodni, kviti a prázdni (ibid. 1839 
p. 463) ; mitlat. quietare, quietus. 

Kýchavná neděle vid. neděle. 

Kyj fustis, baculus der Stock, der Stab, altsl. kyi malleus, fustis: 
in diplom. Bedeutung 1. das Duell mit Stäben: duellum, quod in vulgari 
dicitur kyj, non habeant, nisi ad extraneos (CD. 2, 212). Der Zweikampf 
mit Stäben fand nach den Stat. Ott. also nur Fremden gegenüber statt; doch 
ist die Ansicht Dudik's (Gesch. Mähr. 4, 328), welche auch in Biermanns 
Gesch. der Herz. Trop. und Jag. p. 73 überging, dass der Zweikampf nach 
diesen Statuten nur gegen Fremde zulässig war, dahin einzuschränken, dass 
diese Statuten den Zweikampf Fremden gegenüber nur mit Stäben und 
nicht mit Schwertern auszufechten befahlen; es ist also der Zweikampf mit 
Stäben im Gegensatze zum meč gemeint. Der Zweikampf mit Stäben war 
auch den Einheimischen anbefohlen, a) wenn die Kämpfer nichtadelig waren: 
si autem civis rusticum pro capite citaverit, duellare debent juxta antiqua 
jura cum baculis et clypeis parvis = máta sě bíti kyji a štíty velikými 
(sic), neb jsta oba jednoho řádu chlapského, a to jest od starodávna 
ustanoveno, že k té bitvě nemáta mečóv užívati (Ord. jud. t. n. 37) ; b) 
wenn es sich nicht um den Mord, sondern um příhlavní dobytek oder pe- 
níze handelte: z příhlavního dobytka právo za kyje sedati, während beim 
Morde es heisst : s meči sedati (Kn. Rož. či. 184). Nur dann, wenn Adelige 
in dem wegen der příhlavní peníze angeordneten Zweikampfe Stellvertreter 
bestimmten, wurde mit Stäben gekämpft: commissarios ad duellandum habere 
potest, qui duellabunt cum baculis et clypeis tantum se mutuo verberantes 
= máta sě bíti kyji a za štíty až jeden druhého i přemóž (Ord, jud. t. n. 
31). Diesen unzweideutigen Angaben der Quellen gegenüber kann Tomascheks 
Ansicht (deutsch. R. in Oest. p. 12. Akg. 6), dass kyj kein wirkliches Duell, 
sondern nur ein symbolischer Ausdruck für den Zweikampf überhaupt sei, 
sich nicht behaupten. — 2. die Strafe der Züchtigung, namentlich für die 
půhončí, w^enn durch ihre Schuld der Půhon nicht eingehändigt wurde: má 
při právě kyjem bit býti (Kn. Tov. kap. 36); — nalezeno, že to sešlo pů- 
hončím, protož poručeno, aby se k němu zachovalo podlé zříz. z. t. j. aby 
byl kyjem bit (Záp. Žer. 1, 235). Darauf beziehen sich auch die Worte des 
Ond. z D. Ač. 2, 506 : ví úřad starú pomstu, která se má státi. Diese Strafe 



— 114 — 

war übrigens schon von alters her verbreitet; so sagt Thictmar von den 
Lutizen: si quis in pL'icito eontradixerit, fustibus verberatur (Pertz Mon. 3, 812). 

Kyjovné die Abgabe an den, welcher die Blutgerichtsbarkeit hatte: 
povinni dávati kj'jovneho aneb příhlasncho každého roku jak kdo v dědině 
sedí po jedné slepici (Urb. Tovač. 1561). — vgl. Kyj und Krevné. 

Kýta der Bund Flachs: jsou povinni ti^iceti kop konopí močiti, 
setříti a v kýtách na zámek přivézti (Priv. Tov. ť. 87). 

Kytekový statt tyketový: sukně kyteková (Půh. 1523) košile kyte- 
kové (Půli. 1513); — vid. Tykyta. 
Kytlof vid. Kudof. 

Kyvíř: klobouk poctivý, ne pak kyvíř a kuklu (C. č. Mus. 1864 p. 19), 
der Turban, serb. kiver galerus, poln. kiwior Turban, wahrscheinlich aus 
dem türk. stammend. 

Kyzia nom. fem. Gisela (Půli. Brn. 1417 f. 22) vgl. Ilysla. 

Labcrdoii, Labitrtoii, Laprdoiin der Laberdan, der Kabeljau, der 
frische (grüne) Stockfisch, der Dorsch, genannt von der Stadt Aberdeen in 
Schottland, wo derselbe am besten eingesalzen wird: labortony ryby. (Gas. 
Č. Mus. 1867 p. 23). 

Lacek = Ladislav z. B. Lacek z Kravař, so wie Racek = Rastislav. 

Lací IÍ8t vi/, láni. 

Lada bei Vacerad Venus, dea libidinis ; noch bei Dalem. nejkraššie 
lada im Sinne: das schöne Mädchen, (a ona řekla: polib mě vkep, aťjsem 
tak lada [mlada? vgl. kcp] jako ty. Čas. ě. Mus. 1863 p. 308). 

Lado Brachland (auch im plur. lada gebraucht), alts. ledina wüstes 
Land, serb. lado = niederd. Lehde, goth. landa Land; daher bei Yaccrad: 
lada iura, veteres incultos agros dicebant ; — dědiny spustíc, řečené lady 
(MS. 1542). 

Ládování: aby po vesnicích v obilí, v vlnách, v železe, v soli i v 
jiných věcech 1. nebylo, než aby na trzích svobodných v městech svá kupectví 
a obchody vedli, jakž od starodávna bylo (Ač. 4, 436. 499) 1. das Aufladen, 
Kaufen von Waaren, e germ. laden. 2. im Bergb. = anfüllen. 

Ladrovaný kůň bepanzertes Pferd (SRB. 3, 109); nach der Neben- 
form ledr ováný zu schliessen, e germ. Leder. 

Ladry das Pferdegeschirre , der Pferdeschmuck , ephippia ; vid. 
ladrovaný. 

Ladýř der Käufer, Handelsmann, namentlich mit Getreide, negotiator 
frumentorum; vgl. ládování. 

Lahvice ein Flüssigkeitsmass, besonders für "Wein = 3 Pinten, 
mitlat. lagena, deutsch Lagel. 



— 115 — 

Lach heisspn die Bewohner um Freibeig namentlich um Bielau 
(Bělá) und Petersdoiť. Ihr Dialekt spielt in's Polnische über z. B. smrci = 
smrf (reinpolnisch šmieró), dosci = dosti, umřici = umříti, ludzi = lidi, 
mladzěněček = mládeneček , choc = choď, třeci = třetí, zema = země 
.(reinpoln. ziemia), zaněchaj = zanechej etc. — Yergl. Lech. 
Lach, Lacha vid. Líha. 

Láká 1. tina die Tonne 5 1. prachu eine Tonne Pulver; — beim 
Weine = Eimer (vergl. Lagel) z láky neb vědra po jednom zlatém (Sněm. 
p. kn. 1607 p, 253) 2. ein Flüssigkeitsmass = 36 Finten, auch für trockene 
Gegenstände gebraucht z. B. für Seife, Mandeln, Feigen u. s. w. (Gas. c. 
Mus. 1867 p. 19). — 3. ein Schlauch aus Häuten für Oehl. — vgl. mitlat. 
lacus die AVanne, Grebünde. 

Lalokový aus Lappen bestehend: kožich kuní lalokový (MS. 
Press. 1570). 

Láiiiafi brechen, frangere: takovou zvyklost nám bez slušných 
příčin lámati a rušiti se nechtělo (MS. 1583); vgl. „Landrecht bricht 
Reichsrecht." 

Lamfogt aus dem deutschen „Landvogt"; speciell in Mähren auf 
dem Dominium von Wal. Mezeříč und Rožnau der Vorstand der Honig- 
und Bienenzüchter (medaři), wie aus einer Urkunde de dato Mezeříč 1591 
hervorgeht : „aby sobě lamífogta volili . . . kdožby medařem býti chtěl .... 
má se lamíFogtu ohlásiti." (Pani. kn. Yal. Meziříče im L. Archiv). 

Lampard Lombardischer Wein ; wie auch im deutschen : Petrus 
der Maister Lampardus = Petrus Lombardus (Schmeller 2, 257). 
Laiuparíská města Pass. Plz. 351. Lombardenstädte. 
Lall in böhm. und poln. Diplomen jenes Feldausmass, welches im 
mittelalt. Latein durch mansus, aratura oder durch das latinisirte laneus, im 
deutschen durch Hube, Hufe wiedergegeben wird. Der Name stammt wahr- 
scheinlich von láno, lána das Seil, also von jenem slav. Worte, welches, 
wenn nicht abgeleitet oder entlehnt von dem deutschen leine, doch damit 
sehr enge zusammenhängt. In diesem Falle hätte daher der Lahn als Acker- 
ausmass den Namen von dem Werkzeuge, der Leine, mittelst welchem 
die Flurmark gemessen wurde. Erhärtet wird diese Ansicht durch den Umstand, 
dass bei den Elbeslaven die Ackerflur durch die Leine gemessen wurde : 
si dominus episcopus et ego terram mensi fuerimus per funiculi distinctio- 
nem (Cod. Pom. I. 310); — comes fecit mensurari terram funiculo brevi 
et nostratibus in cognito prřeterea paludes et nemora f uniculo mensus. 
Et fecit maximum agrorum numerům (Helm. Chron. I. cap. 83); — aniplis- 
sime prosperatus est in funiculo sortis suse (ibid. c. 88). 

In Mähren erscheint der lán das erstemal im Cod. dipl. 11.204 zum 
J. 1228 in der latinisirten Form laneus: 30 denarii de laneo. AVie der mansus 
in den verschiedenen Ländern Europas ein verschiedenes Ausmass hatte 



-^ 116 — 

(vid. Ducange lY. 437), so war auch das Ausmass des lán in den böhmischen 
Ländern verschieden. Nach Helmold war das aratrum slavicum die Hälfte 
einer deutschen Hube, im allgem. ein Stück Landes, das mit zwei Ochsen 
bewirthschaftet werden konnte. Wenn Hájek die Feldausmasse seiner Zeit 
bezüglich ihrer Entstehung in die Zeit Otakar II. verlegt, so ist auch diese 
seine Angabe nur cum grano salis zu nehmen : kdy/ se naměří 4 čtvrti, to 
slouti bude lán a v lánu bude 12 prutů, nebo 60 jiter, nebo 300 provazců 
a 12600 loket. Das war nach Hájek der zemský lán, während der königl. 
Lahn enthielt 12 kop záhonů, na nějž padlo řídce 64 korců pšenice; jiný 
lán byl panský aneb zemanský, svobodný, totiž 10 kop záhonů; jiný pak 
lán byl selský, poplatný, podúrocní, v němž bylo 8 kop záhonů. — Der 
lán horní = Berghube enthielt 7 Lachter : lán horní drží 7 later, latro pak 
3 lokte a půl třetí čtvrti pražské (Pam. Kut. p. 170). Der polnische Lahn 
war entw. dreigetheilt und enthielt dann 600 Schritte für je einen Theil; oder 
er war viergetheilt. 

Was die Eintheilungs- und Eigenthumsverhältnisse anbelangt, gab es 
ganze (cum 7 intcgris aratris C. d. IL 58), halbe (dimidium lanei) und 
Yie rtel-Lahne (quartale); doch darf nicht übersehen werden, dass auch 
jetzt noch die Grösse der Lahne in Mähren verschieden ist, indem es L. 
gibt mit §0, 90, ja über 100 Motzen Aussaat. Ebenso gibt es Flurmarken, 
wo ganze, halbe und Viertellahne vorkommen und wieder solche, wo nur 
eine dieser Gattungen sich voriiiidet. Noch einer Eigenthümlichkeit ist zu 
erwähnen, dass der L. häufig nur das geometr. Feldausmass und nicht die 
abgeschlossene Flurmark bezeichnet; dieser Umstand erklärt sich aus dem 
Auflösen des Hubenverbandes durch Kauf, gerichtliche Pfändung u. s. w. so 
zwar, dass zu einem sogenannten Lahne oft Thoile gehören , die in einer 
anderen Dorfmarkung liegen. Der L. diente als Grundlage bei Auftheilung 
öffentlicher Lasten : nolumus, ut plus quam unus ferto argenti de laneo 
requiratur (C. D. YI. 38); — exceptis duodecium denariis de quolibet manso. 
(C. D. IL 159). Ebenso wurde die Zahl der Robottage in der Woche nach 
ganzen, Yj und y^ L. bestimmt. Auch Wälder wurden nach Lahnen gemessen: 
jeden lán lesu ... puol čtvrtá lána lesu (Výb. I. 1012. 1013). Ferner ist 
zu erwähnen, dass bei der gerichtlichen Schätzung (odhad) auch die Teiche 
nach Lahnen bemessen wurden , wie denn bei dieser Schätzung nur der L. 
Objekt sein konnte, so dass eine Schätzung, die in einer nicht nach L. ein- 
getheilten Flurmark statt fand, als nichtig angefochten worden konnte: Oldřich 
z Příluku poh. K. z C. a tu jí vinu dávám, že mi se zvedla na mé popluží 
a na mé dědictví a na moj díl mlýna do Příluku, ješto tu žádných lánóv 
není a majíc v starém Příluce na lánech .... chci to dekami ukázati, že 
na lánech má, ješto sú mírní lánové ... (Půh. Brn. 1417 fol. 22). 

Lancuch, lancouch, lancoch = catena die Kette ; im altsl. lancuchi 
= catena, poln. íancuch, mithd. lanne ^ Kette ; wahrsch. aus dem deutschen 



— 117 - 

stammend : vsadil mého šafáře na dva lancuchy a v úterý jeho pustil z ře- 
tězů (Půh. 1509). 

Ijanfaléř e germ. Landfahrer. 

Laiihavéř in der Bergspracho aus dem deutschen der Lanhauer = 
Lehnhauer : sekáči t. lanhavéři mnohé neužitečné hory svú prací činí užitečné. 
(Pr. horn. MS.). 

Landfrid, Lantfrid in der Kn. Tov. obecný zápis. So nannte 
man 1. die schriftliche Yerpflichtung der Stände, die Gesetze des Landes 
zu beobachten, die Streitigkeiten nicht durch Gewalt, sondern durch den 
Ausspruch des Landrochtes beizulegen, die Landesschädiger zu verfolgen 
u. s. w. Die Landfrieden wurden hauptsächlich bei dem Regierungsantritte 
eines neuen Landesherren abgeschlossen , um innere Kriege zu vermeiden, 
die, solange Böhmen ein \Yahlreich war, leicht entstehen konnten, falls ein 
Theil der Barone den neugewählten König nicht anerkennen wollte (Kn. Tov. 
kap. 30); deshalb war jeder Baron, Ritter, Prälat und jede königl. Stadt 
verpflichtet, ihr Siegel an die Lf, Urkunde zu hängen; wer diess nicht that, 
wurde als Feind des Landes betrachtet. Der mit dem Landesfürsten ge- 
schlossene Landfriede hatte aber auch den Zweck , die Landesrechte dem 
König gegenüber zu sichern, da derselbe sich zur Yertheidigung der Gerecht- 
same des Landes durch Anhängung seines Siegels wie jeder andere Landes- 
bewohner verpflichtete ; daher heisst es in Záp. Žer. 1 , 231 : „aby o tom 
JMC. jakožto nejvyššímu a nejpřednějšímu landfridníku oznámeno bylo." 
Aber auch wenn der Landesfürst starb, schlössen die Landherrn einen Land- 
frieden, um die Ruhe im Lande zu erhalten. Anstatt die Siegel beizuhängen, 
gab man später die sogen. Landfriedensreverse (vid. přiznávací list.). — 
2. die Verbindungen einzelner Kreise, um die Landesschädiger mit Waffen- 
gewalt niederzuhalten: v lantfrid ozbrojený proti těm vydřiduchům k své 
obraně že sestoupí (Cas. č. Mus. 1848 p. 264). — 3. die Gesammtheit jener, 
welche den Landfrieden schlössen: p. Menhart s lantfridem kraje Plzeňského 
porazili sú vojska Táborská (SRB. 3, 90); — hajtman kraje Hradeckého 
s lantfridem dobýval Dubence (ibid. p. 124). 

Landfridník , der sein Siegel an den Landfrieden anhängte ; vgl. 
landfrid. 

Láni, das Schelten von láti = calumniari, altsl. lajati = latrare, 
ignominiare, gotk. lai-an = schimpfen, lith. lo-ti (pros. ló-j-u = láji). Ein 
merkwürdiger Rechtsbrauch, der sowohl bei Deutschen als Böhmen vorkommt 
und zu jenen aussergerichtlichen Mitteln gehört, mittelst denen der Gläubiger 
den Schuldner oder Bürgen zur Leistung seiner Pflicht bringen konnte. 
Wenn nämlich der Bürge zum Einlager gemahnt (vid. ležení) dasselbe nicht 
leisten wollte, dann hatte der Gläubiger das Recht, nach 14 Tagen denselben 
durch laci listy = Scheltebriefe öffentlich zu schelten wegen des nicht ein- 
gelösten Wortes. Ein gleiches Recht stand dem Gläubiger dem Schuldner 



— 118 — 

gegenüber zu , wenn im Schuldbriefe keine Bürgen angeführt waren. Der 
Vorgang war folgender: Der Gläubiger Hess den Scheltebrief auf den Prangern 
in mehreren Städten annageln ; in den unteren Theil des Briefes wurden 
zwei oder drei Löcher eingebrannt, (Kn. Drn. pag. 77), wahrscheinlich zum 
symbolischen Zeichen, dass der Bürge mit einem Brandmale geschändet zu 
werden verdiene wegen des gebrochenen Wortes. Der Inhalt des Schelte- 
briefes, von dem ein Muster in Kap. 173 Kn. Tov. enthalten ist, war eine 
Schmähung des säumigen Bürgen oder Schuldners in den stärksten Aus- 
drücken; er wurde ein Lügner (lhář) genannt, doch musste zu diesem Worte 
immer der Ausdruck o peníze gesetzt werden, damit nach anderen Seiten 
hin der Charakter des Gescholtenen nicht angetastet werde. Daraus ergibt 
sich, dass der Scheltebrief eigentlich auf das Ehrgefühl wirken sollte und 
es ist kein Zweifel, dass in jener Zeit , wo das Gefühl von Mannesehre im 
Adel so lebendig vorherrschte, jeder Schuldner und Bürge lieber alle Anstren- 
gungen machte und Opfer brachte, als sich einen lhář o peníze nennen 
zu lassen. So schrieb Karl von Zerotin der Frau Katharina von Kunstat 
bezüglich ihrer Bürgen: „přehlídal jsem rukojmě všecky a žádného mezi nimi 
nenalezl, kterýby tak nevážný a na poctivost svou zapomenulý byl, ježtoby 
takové hanby (i. e. láni) na se dopustil." Wegen des regen Ehrgefühls war 
es eben nicht erlaubt, im Scheltebriefe Jemanden anders zu schelten als 
lhář peníze; wer andere Schcltworte gebrauchte, musste Abbitte leisten, 
wie z. B. ein nález vom J. 1579 sagt: „v té při mezi Václavem Herultem 
a J. Březnickým z Náchoda páni nalezli: poněvadž Jindřich neobyčejně 
listem lajícím Herultovi lál , v témž listu dokládajíc, „aby jemu o peníze 
ani o nic jiného věřeno nebylo a že jest se nad sebou zapo- 
menul, povinen jest Jindřich Václava odprositi a pro takové jeho všetečné 
předsevzetí páni p. Jindřicha v svou kázeň bráti ráčí." Wer die Bürgen 
früher schalt, ehe er die im Schuldbriefe enthaltene Summe kündigte, schalt 
gegen Recht und Gebrauch, nález 15GC: poněvadž jest Lacek Petrovi nevy- 
pověděv jemu ani jiným rukojmím podlé listu hlavního znění summy, listem 
na pranýři nepořádně a hanlivě lál, že jest toho učiniti neměl a povinen 
jest to Petrovi slovy dolepsanými napraviti . . . Wer nach der Aufforderung 
zum Einlager mit dem Bürgen eine Vereinbarung traf und gegen diese Ver- 
einbarung dann doch schalt , schalt gegen Brauch und Recht ; nález vom 
Jahre 1555: poněvadž se to nachází, že jest p. Jindřich s p. Janem se 
na tom snesl a k tomu dovolil, aby on Jan jemu Jindřichovi na místě paní 
Maruše, sestry jeho, oddíl sumy její věnné s úroky i se škodami, což se 
jemu na oddíl jeho dáti dostalo, listem s rukojměmi ujistil a on se tak 
zachoval a přes takové dovolení jenm Janovi neobyčejně lál , učiniti toho 
nemaje, povinen jest p. Jindřich p. Jana odprositi." Wenn der Gescholtene 
seiner Zahlungspflicht nachkam, so war der Schelter verpflielitet, die Schelte- 
briefe aller Orts abnehmen zu lassen, wo sie affigirt worden waren; 1522 
wurde verordnet: „kdyžby se udalo a jeden druhému lál buď pro ležení. 



— 119 — 

žeby někdo nevjel, nebo pro dluhy a ten, komuž se lálo, dosti tomu učinil, 
povinen jest ten, kterýž lací listy na pranýřích přibíjeti rozkázal, zase je 
rozkázati dolů snímati, kde by je koli přibíjeti rozkázal." Es ist leicht 
erklärlich, dass die Leidenschaft den Gläubiger hinriss und er Worte und 
Wendungen im Scheltebriefe anwandte, die gegen die hergebrachte Form 
desselben verstiessen; desshalb erflosson wiederholt Yerordnungen der Land- 
tage dagegen, so 1437: „aby ižádný pro neplnění peněz nehaněl neřádnými 
a vymyšlenými haněními, než jakož o peníze sluší; a kdožby jinak učinil, 
aby" proto kázeň trpěl.« (Arch. č. IL 388; Y. 398; zříz. čes. 1564 f. 118); — 
mát jest k tomu dobrá vole, abychom jedno vyváženi byli, aby nám tak 
šeredně neláli (A. č. 4, 233). AYenn der Gescholtene seine Zahlung leistete, 
so blieb durch den Scheltebrief kein Makel an seiner Ehre und mit der 
Leistung war er auch vollkommen in der Gesellschaft rehabilitirt ; es geht 
diess aus der böhm. Landesordnung vom J. 1564 fol. 118: a když by jistec 
neb rukojmě zaplatili a tomu dosti učinili, tehdy jim na jich ctech to 
láni ke škodě býti nemá. Die Anschauung, dass die Schelte den Mann 
seiner Ehre nicht absolut beraubte , geht aus dieser Abbitte vom J. 1476 
hervor: „Oldřiše Fifko, jakož jsem byl řekl, že by ty byl provolán v Sobě- 
slavi zjevně pod pranéřem pro faleš, slyšal jsem to od lidí; a poněvadž Jan 
Žába švagr tvuoj i také Soběslavští vyznávají, žeť jest láno pro neplnění 
peněz, jáť tomu věřím ... a mám tě za dobrého člověka ctně zachovalého" 
(Arch. č. lY. 317, 308). Die masslosen Worte im Eingange des Scheltebriefes 
waren Ursache, dass Frauen von diesem Rechtsbrauche abstehen mussten; 
es geht diess aus der Natur der Weiblichkeit, überdiess aber ist ein positiver 
Beweis in einem Briefe Karl's v, Zerotin an Frau Katharina von Kunstat 
1596: „jestližeby kdo vlehnouti nebo oddílu svého položiti nechtěl, žeby se 
Yašnosti jakožto pohlaví ženskému láti netrefilo." Dass der Inhalt 
der Scheltebriefe keineswegs zur Urbanisirung der Sitte beitrug namentlich 
in der Zeit, in welcher die Naivität aus der Gesellschaft entwichen war, 
bedarf wohl keines Beweises; desshalb bemühten sich die Landtage das 
Schelten einzustellen, so der Landtag 1574, welcher bestimmte, dass keine 
Schelte mehr Statt haben sollte ; welcher Bürge oder Schuldner das Ein- 
lager nicht leisten wollte, sollte dem Landrechte angegeben werden, welches 
ihn dafür zu bestrafen hatte. Namentlich sollte der Landeshauptmann solch 
säumige Bürgen ermahnen. Da aber der LHptm. hiedurch sehr in Anspruch 
genommen wurde, so wurde im Landt. 1583 hievon Abgang genommen und 
die Ausfindung eines anderen Mittels beschlossen, welches aber nicht gefunden 
wurde; denn noch die Landes-0. vom J. 1604 bestimmt: „a ti rukojmě, 
jestližeby v těch dvú nedělích nevlehli, aneb se s věřiteli svými nesmluvili, 
tehdy je můž tak upomínati, jakž od starodávna o peníze napomí- 
nati ob yčej byl." Dass diese Schelte vom Bürgen ertragen werden musste, 
erklärt sich daraus , dass der Bürge mit der Bürgschaft zugleich die Yer- 
pflichtung zum Einlager und im Falle er dies nicht leisten wollte , zugleich 



— 120 — 

die Pflicht übernahm, die Schelte zu ertragen. Es ist daher nach dem 
Gesagten die Schelte ein Bestärkiingsmittel für Verträge, 
indem die Contrahenten im Falle der Nichteinhaltung des Ver- 
trages sich das Recht einräumen, für ehrlos sich zu erklären. 
Mit der Schelte hängt das Sprichwort: ať jsem lhářem, enge zusammen. — 
Aufgehoben wurde die Schelte in Mähren durch die vern. LO. fol. 242 b. 

Lanttuch = pannus griseus , grobes Tuch : a 50 postavuov lant- 
tuchu (Kn. Tov. k. 210), = obecné sukno , wie im odklad hlavy Pam. Kn. 
Ol. 1517 fol. 48: patnácte postavóv sukna obecného; e germ. landtuch 
das grobe Tuch. 

Lanžovatí bei Štítný ed. Erb. p. 256 herumstreichen, wahrsch. her- 
geleitet von Konrad Lande, einem Abenteurer aus Schwaben, der als kühner 
Condottiere bekannt war und nach den mannigfaltigsten Kreuz- und Quer- 
zügen 1363 bei Navarra getödtet wurde. 

Lapka latro der Räuber: coť jest lapek v Cechách; všecky hrady 
a města osadil zloději a lapkami, aby trápili , bili etc. (Chelč. in Pal. Děj. 
lY. 1, p. 470). 

Lapkováiií, erbeuten, gewaltsam wegnehmen, rauben prředari: aby 
ižádný ělovčk nepřijímal ani kupoval ižádných věcí válkami anebo lapko- 
váním braných (ai. 1404 Ač. 2, 364). 

Láryne : s nepoctivými ženami ve všech neslušných rozkošech se 
kochal; mezi těmi láryněmi byla jedna nejslovutnější nevěstka Thais (Yel. 
pol. hist. 171); — aby s sebou nepoctivých láryní a žen na vojnu nevodili 
(ibid. 387); — začátek (svády) stal se v tanci skrze nějakou Láryni a 
Neřest (Vel. kal. 275); — že v škole své láryně choval (MS. 1616). Offenbar 
bedeutet 1. eine unzüchtige, öffentliche Dirne; aber der Ursprung des Wortes 
ist dunkel. Matzenauer ciz. sl. weist auf das deutsche dial. lerge, 1er che 
femina nequam, südd. lörre die lockende Buhle rin ; doch gestattet die Form 
und der Klang des Wortes hinzuweisen 1. auf die Nymfe Lara, (ähnlich 
wie das Volk in Mähren bisher eine kecke , leichtfertige Person mit dem 
Namen Diana belegt) oder auf das lat. lari-fuga der Landstreicher, die 
Landstreicherin. 2. auf das gr. Xu-qó-c: keck, la-fivn-á (gen. fem. adj.) lüstern, 
frech, aus welch' letzterem láryně durch Versetzung des q und Vertauschung 
der liquida ^u in i' entstanden sein könnte; doch mag diese Herleitung vor- 
läufig dahingestellt bleiben, da der Abgang dieses oder eines ähnlichen 
Wortes in mitlat. und mitgr. Quellen, welches dieselbe Bedeutung wie láryně 
hätte, für sie nicht spricht. 

Láťr, Látro ein Längen- und Höhenmass 4 kleine Ellen enthaltend, 
mithd, lahter, neuhd. Lachter. 

Latroeh: strcjchýři z latrochu saze vymetali (Pam. Kut. 236); — 
skrze latrochy t. j. dolové komíny, smrady nahoru vyháněli (ibid. 246), 
wahrscheinlich durch Metathese aus dem deutschen Radlo ch, das mit dem 



— 121 — 

"Wetterofen durch eine Oéffnung in Verbindung stehende (Wetter-) Rad, um 
die durch den Wetterofen erwärmte Grubenkift einzusaugen und frische 
Luft in die Grube zu bringen. 

Lauf, die Werbung des Fussvolkes : pamet strany puštění lauffu na 
1500 knechtů, jakož jest JM. hejtm. M. Mor. znaje toho znamenitou potřebu 
býti, tak aby země tato od toho lidu Pasovského náhle plundrována nebyla, 
ráčil jest na jeden regimeot knechtů nebo 1500 pěchoty lauff pustiti a JMstem 
o soudě minulém se ohlásiti, jestliže toho lidu JMti potřebovati nerácí , že 
lauffgeltu 2000 zl. sám škodovati ráčí .... ten pak lid od JMti p. stavův 
z náhlé a veliké potřeby verbován jest. (Sněm p. kn. IV. f. 526). 

Laufgelt e germ. das Handgeld, welches den Fusssoldaten beim 
Anwerben gezahlt wurde. — Vid. Lauf. 

Lavice, die Bank. Es werden vorzugsweise jene Bänke gemeint, 
auf welchen die Beisitzer des Ilerrengerichtes im Landrechte sassen nach 
dem Alter ihres Geschlechtes, ihrer Lebensjahre und ihres Eintrittes in das 
Landrecht geordnet. Da nur die Landrechtsbeisitzer das Recht hatten, in 
diesen Bänken zu sitzen , so bedeutet der häufig vorkommende Ausdruck : 
pán z lavic einen Landrechtsbeisitzer und sedání v lavicích bedeutet 
die Rangordnung dieser Sitze z. B. ktozby kolivěk požádal pána z lavic k své 
při (Ač. A^. 18); — aby je pohonil v lavicích pánem přísežným popravčí" 
d. i. in der Landrechtsstube selbst. (Ač. II. 368); — „aby o ta siedanie v 
lavicích bylo porovnáno" (Ač. I. 46). In Mähren gebrauchte man auch den 
Ausdruck stolice, vid. Kn. To v. kap. 57 — 61). 

Lavice chlebné Brodladen, Brodbänke. (Ač. II. 202). 

Laz (Ijaz) Cod. dipl. III. 110, locus prseceps, incultus; bei Dal.: laz 
vzkopachu. 

Lazebiií groš der Badegroschen, der am Samstage den Gesellen 
gegeben wurde, damit sie ein Bad nehmen. (Lumír 1858 p. 1068). 

Lázniště : locus balnei, qui lázniště dicitur (DB. 11 n. 197) von lázeň 
das Bad. 

Lebka die Pickelhaube Sturmhaube. 

Lecba die Vogel weide : léčbu, kterou má v lese (MS. 1573) von 
léčiti nachstellen; vgl. čížba. 

Lech, dieses uralte Wort hat sich erhalten in der Grünberger 
Handschr. : chodi s kmetmi, s 1 echy ... vstachu kmetie, lěsi; — in den 
Ann. Franc, ai. 805: ducem eorum (i. e. Bohemorum) nomine Lechonem 
occidit (Pertz. Mon. I, 192. 193. 224. III. 41; das bei Pertz an einer Stelle 
vorkommende Bechonem wird zu lesen sein : Leclionem) ; — bei Cinnammus 
ad a. 1147: aT^Qog dh töv twv Aéimv (i. e. xaríJQiír^ ed. Meineke p. 84); — 
bei Dalemil : v té zemi bieše lech, jemuž imie bieše Čech. Es bedeutet 1. 
den grossen Grundbesitzer, das Oberhaupt eines Stammes. 2. als Volksname 



— 122 

den Polen. Die Ilerleitung ist dunkel. Safai'-ik in den Star. Slov. p. 753. 
754, dann in den „ältesten Denkmälern" p. 88. 89. bringt den Yolksnamen 
Lech (d. i. der Pole) in Verbindung mit altsl. lecha, poln. lecha, altböhm. 
lecha, neuböhm. lícha = ager, area, Ackerland, daher bedeute lach nicht 
nur als Appelativum sondern auch als Yolksname den Grundbesitzer. Lech 
als Grundbesitzer mag allerdings mit altsl. lecha zusammenhängen; aber 
gegen eine Gleichstellung des Volksnamens Lech, rus. Ljach mit dem 
appellativen 1 e c h spricht die Form des Volksnaraens im altsl. Lechx, welches 
vermöge des Rhinesmus (Leiichi) mit dem appel. lech nicht zusammenge- 
stellt werden kann, wie denn auch das lit. Leiikas, und das mag, Leiigyel 
= Pole den Nasal hat. Diess berücksichtigte später auch Šafařík ; aber er 
erklärte den Nasal in Lenchi für unorganisch (Čas. č. Mus. 1864 p. 9) was 
kaum anzunehmen ist, da der Nasal dieses AVortos im altrus. regelmässig 
in ia übergeht : Lechi = altrus. Ljach (wie z. B. altsl. meso = rus. mjaso 
u. s. w.) Daher wird es schwer zulässig sein, die Worte lech, loch, fundi 
possessor mit Lechi (lit. Lenkas, mag. Lengyel) = Polonus zu identificiren ; 
es ist vielmehr angezeigter, bei dem Volksnamen Lechi, Lach hinzuweisen 
auf die yííyyai des Ptolemeeus, welche dieser Geograf in die Weichselgegend 
verlegt, geradeso, wie aus dem alten Si-ling-i im altpoln. Slesk, Slask, neupol. 
Szlask wurde. Vielleicht kann bei dem Volksnamen Lechi an lit. per-lenk-i-s 
= quod decet, convenit, altpr. per-lank-ai gedacht werden ? — Bezüglich 
des appel. lech = fundi possessor vgl. pán. 

Leitiiigar (Letingar) : p. Jaroslav z Kolovrat p. Korku žádal, aby 
byl jeho Leitingarem (Cas. č. Mus. 1830 p. 434); — nejvyšší polní hejtman 
letingarové, ritmistři (Vel. pol. hist. p. 386) der Stellvertreter des Ober- 
kommandanten, der Lieutenant. 

Lejchéř Log. sv. Prok. : lejcheřové, ježto rádi berete cuzie (Výb. L 
199 v. 3) e germ. leihen, leiher, Geld (ver) leiher der Wucherer. 

Lejk der Laie, Laienbruder statt lajik: někteří z mnichů lejků 
(Slav. fol. 23). 

Lejiiik vid. Leiiiiík. 

Lékař odei- doktor zemský : poněvadž jest v kraji Olom. jeden 
doktor zemský toliko a druhý smrtí z tohoto světa sešel, aby druhý doktor 
učený a zkušený, kterýby k té věci se hodil a nejméně německy uměl, ob- 
jednán byl (Sněm. p. Kn. 118 ai. 1602). Ein Landesarzt wurde das erstemal 
ai. 1568 angestellt, (ibid. 235). 

Leniiik (Lejnik) der Lehensmann : což jí lejníci slíbili (Sehr. hist. 
stát. Sekt. B. 12. p. 58). 

Lermo der Allarm: kdyžby na buben lermo udeřeno bylo, aby na 
lermovní plac se dostavil (Lum. 186 1. p. 1187). 



— 123 — 

Les der Wald, der Baum arbor, das Holz : kdy k jakému stavení 
při tom mlýně lesu by potřebí bylo, k tomu mlýnu les vésti mají, než on 
Pavel ten les má dáti stíti svým nákladem (Kn. Yal. Meziř. p. 24) ; — a 
lesy v lesích pána svého sekal (Lum. 1859 p. 1243); — dubový, habrový, 
rozličný les, ješto jsem prodal, měl vydati i na splavu na Yltavě položiti 
(Cod. j. b. IL 2. 320); - les tesaný k stavení (MS. LA. M. YIL 6): — 
lesu v hranicích může se každého roku prostředně kladúc prodati za 200 zl. 
(Kn. posudk. Brn. 1565 f. 13); — les černý Nadelwald, les bílý der Buchen- 
wald: — vinice aby zase k zvelebení a k lesu přivedeny byly (Cas. č. M. 
1835. L -65); — aby v vinicích, kde ještě les a křoví špatné jest, nižší 
řezbu postavovati a vinice k lesu strojiti hleděli, (ibid). 

Lesácký et Lešárký was zur Waldbienenwirthschaft gehört: kdoby 
do hromady nepřišel a staršímu lešáckému se neopověděl (MS. 1578). 

Lesák et Lesák Vid. Medař. 

Lesné (Lessiie), die Leistung für die Erlaubniss, Klaubholz und 
Streu im AYalde sammeln zu dürfen : lesného quinque ferlones (Puh. Olm. 
1412, f. 238, 2); — non dabunt převod, nequo lessne, neque naraz 
(Sommerb. p. 932). 

Lesný = silvanus , AYaldhüter : cum custode , qui dicitur lesni. 
(CD. L 349). 

Lessne vid. Lesné. 

Lesa, Lese, der Waldbienenstock: starší nad lesáky aby pilně do 
lesu k lešám dohlíželi (MS. 1578). 

Lesba, der A"V aldbienenstock : kdož lesby drží (MS. 1578). — 
Yid. lesa. 

Léta anni die Jahre. — 1. Léta sirotčí die Waisenjahre vor der 
Yolljährigkeit, so lange die Yormundschaft dauert. 2. přirozená die Yoll- 
jährigkeit: „kdyby k letóm přišli" — „nežby k letóm přišli," — „pacholí- 
kova léta" (Kn. Tov.). Die Yolljährigkeit wurde entweder nach Jahren, und 
hiebei im Stadt- und Landrechte verschieden, bestimmt oder nach Untersuchung 
der Geschlechtstheile. Nach dem Stadtrechte bestimmen z. B. die práva 
Kutenská fol. 66 : „Nedošlého pak věku nebo let nemajíce . . . slovu, kteříž 
ještě 14 let nemají podle řeholy práva tak řkúcího: dospělých let jsú ti 
samcové, kteříž mají 14 let; ale samice mužóni hodný bývají ve 14 letech 
a slovúť v latině puberes t. rúnovatí od runy t. od stydlivosti těla, kterážto 
najprv v nich kvésti počíná; neb tu místa při údech plodných počínají tehda 
chlupatěti." Im Landrechte wurde die Yolljährigkeit ursprünglich durch 
Untersuchung der Zeugungsorgane bestimmt; daher der Ausdruck 1. přiro- 
zená: „léta sirotkem spravedlivá v zemi české dvojím obyčejem přicházejí; 
jedna skrze přirození a přirozená slovu , druhá skrze vyplnění a dání krá- 
lovské a slovu králem daná" (Kor. de Yš. Y. 45). Diese Untersuchung 
geschah beim männlichen Geschlechte : „když se brada spe aneb když lůno 



— 124 - 

chlupatí ... a na ženském, když se prsy pučí a nadýmají" (Všeh. ibid.); — 
„sirotkóm z starodávna pány léta jsú přisázena a někdy so ohledávala od 
liředníkuov pacholíkuom na luoně a děvečkám na prsech" (Kn. Tov. k. 200) ; 
— k kterémužto let ohledání nemají všickni úředníci společně jíti, ani jeden 
sám, než dva toliko a více dvíi ani méně dvú nemá jich při tom býti , ani 
který jiný Člověk, kromě toho třetího, komuž se léta ohledují" (Yšeh. ibid.). 
In Mähren wurde diese Art der Volljährigkeitserklärung unter Ctibor von 
Cimburg abgeschafft und eine bestimmte Anzahl von Jahren fixirt : „ale 
aby ten posměch sňat byl, léta pacholík panský má v 16. letech, děvečka 
šlechtična v 14., zemanský pacholík v 17. a děvečka v 15., sedlský pacholík 
v 18 a děvečka v 16, ale najpodobněji dokudž za muž nejde s radií panská. . . 
a také jest slušněji těch let míra než takové ohledávání" (Kn. Tov. 1. c). 
Dagegen sagt Cornelius de Ys. : „a takové let ohledání jest spravedlivější 
nežli po počtu vyhlášení, neb léta počtem mohu výš neb níž od přátel nebo 
od jiných lidí položena býti .... a obyčejně ani rodičové sami právě let 
dětí svých nepamatují, leč je napsána kde mají. Ale toto po přirození let spra- 
vedlivých vyhledání žádného zklamati nemůže." Aber auch in Mähren findet 
sich noch im J. 1486 ein Beispiel der früherenYolljährigkeitsbestimmung: „páni 
ohledali jsú sirotka Jana z Mutenic podle práva, že léta má" (lín. ouzká 105). 
Doch blieb der Ausdruck 1. přirozená auch dann noch, als die Volljährigkeit nach 
einer bestimmten Anzahl von Altersjahren geregelt wurde. 3. Léta králem 
daná die venia řetatis. Es stand dem Könige frei, eine Waise vor dem 
bestimmten Alter für volljährig zu erklären; doch richteten die Stände oft 
Vorstellungen an den König, diess nicht zu thun, da es nur zum Schaden 
der Waisen sei. 4. Léta zemská die Verjährung d. h. 3 Jahre und 
18 Wochen: pakli zamešká 3 léta a 18 neděl, tehdy již z těch dědin nemóž 
pohoniti, neb jest léta propustil" (Arch. č. II. 116); — „ten v druhé ruce 
léta zemská prodržal" (Ond. z 1). §. 112). Diese Verjährungsfrist entstammt 
dem Turnus der Dreifelderwirthschaft, das eine Jahr die Winter-, das zweite 
die Sommerfrucht, das dritte die Brache; daher heissen die léta zemská 
auch 4. b) léta dědinná (von dědina das Feldeigenthum) die Verjährung, 
preescriptio ; sie bestand aus 3 Jahren und 18 Wochen. Die 3 Jahre scheinen 
mit der alten Feldwirthschaft zusammenzuhängen : jař , ozim , úhor = die 
Sommer-, Wintersaat und Brache; die 18 Wochen erinnern an den Termin, 
welcher zwischen den einzelnen Půhonen , deren beim Process um liegende 
Gründe drei sein mussten, einzuhalten war, deren jeder 6 Wochen betrug: 
že je vydržal léta tři nebo dědinná (Kn. Roz. či. 296); — proto, aby on 
nepohonil, což by léta dědině minula; ale jehož drží v dskách, ten rci: proto 
mne v dskách drží, abych jeho nepohonil z své dědiny, v níž mi se jest uvázal, 
až by dědinná léta prošla (ibid. či. 93) ; — každá vdova , která se věna 
svého nezmocní, ani z něho nenapomíná , ani jeho užívá, až léta zemská 
pojdu, to jest 3 léta a 18 nedělí od smrti muže pořád zběhlých, věno své 
ztratí a promlčí (Vš. V. 14). 4. c) 1. násobní anni continuo sese excipientes 



— 125 — 

die auf einander folgenden (drei) Jahre : „kdyby u vězení seděl , čížby se 
dědiny držaly bez práva, ažby násobní léta prošla, neužive toho držitel" 
(Korn. de Vš. p. 49); „že jsú násobní léta prošla" (P. Brn. 1406 f. 158). 
4. d) 1. pokojná die Jahre des Friedens, in welchen nur die Verjährung 
binnen 3 Jah. und 3 Wochen eintrat; im Kriege trat die Verjährung gar nicht 
ein; (Arch. čes. I. 442,111. 357): kteréžto dědiny otec mój pokojná léta vydržal 
a já po něm opět jsem pokojná léta vydržal .... že sú násobní léta prošly 
těm dskám. (Půh. Brn. 1406 f. 158). 4. e) 1. zadržaná (Arch. c. I. 247): 
„aby ani 1. zadržaná jich spravedlivosti na překážku nebyla" die versäumten 
Jahre. 4. f) 1. z právní dle Verjährung bei der Gewähr; nach drei Jahren 
waren die Gewährsleute ihrer Haftungspflicht entledigt und konnten zur 
Gewähr nicht mehr angehalten werden; 4. g) 1. vdovská die Verjährung 
bezüglich der Mitgift der Wittwe: vdova dala letóm vdovským projíti ano 
práTa jdú i z té příčiny ztratila jest právo své věnné" (Arch. č. II. 347, 
vgl. Vš. p. 214; Ond. z D. 70 — 73). — 5. Léta spravedlivá, die gesetz- 
liche oder vom Könige per veniam setatis zuerkannte Volljährigkeit; im 
letzteren Falle die Phrase : „let také sirotkem z příčin hodných muož pán 
země přidati pro lepší sirotkuov s panskii radů" (Kn. Tov. k. 161). Wurden 
auch von den Ständen dem minderjährigen Könige verliehen: oznamuje, 
kterak král. Uher. dali jsou léta spravedlivá k mocnému kralování a téhož 
král Ludvík že žádá od koruny české. I na tom jsou zůstali, že JM. chtí 
léta dáti k mocnému kralování. (SRB. 3, 422). — 6. Léta Boží anni 
domini: tu není let Božích, než let král. Uherského v 50., Římského v 27. 
(Ač. I. 544 — 17). — 7. léta rozumná Volljährigkeit: až do let rozumných 
jeho (SRB. 3, 131). 

Letíiigar vid. Leitíngar. 

Letníce, das Fest des siegenden Sonnengottes (auch Tuřice genannt), 
das später durch das christliche Pfingstfest ersetzt wurde ; daher in Urkunden 
L. = pentecoste, Pfingsten ; — ten čtvrtek před letnící (Ač. 4, 50). Eine 
Erinnerung an das altheidnische Fest dauerte noch zur Zeit Chelcicky's 
(zweite Hälfte des 15. Jahrb.): takéž jiný lid v roucha pyšná, drahá a 
okrášlená se připraví, hody v domích aby nastrojili, pití vonných aby se 
naleli a potom k zvuku pištal a huslí aby se radovali , skáčíce v tancích a 
v jiných plzkostech rozpuštěni jsouce jako pohané před modlami; i to jest 
svátek ducha svatého ! (Post. 145). 

Letník, der um Pfingsten bereitete Käse: letníků aneb sýrů po 
jednom (Čas. č. M. 1847 p. 545); — kdož krávy chovají, jsou povinni po 
jednom letníku dávati. (Sehr. hist. stát. Séct. 12 p. 72). 
Lexa = Alexa Alexius. 
Lev = Leo. 
Levík diminut. von Lev. 
Ležák, der, welcher das ležení, Einlager leistet ; vid. ležení. 



— 126 — 

Ležení (vlóci, vlehnouti, ležeti) das Einlager, innefahren, infahr etc. 
In den Schuldbriefen wird eine bestimmte Frist gesetzt, innerhalb welcher 
entw. der Schuldner oder seine Bürgen die Hauptsumme sammt den ent- 
fallenden Interessen zu entrichten haben; sollten dies der Schuldner oder 
die Bürgen nicht thun, dann wurden die letzteren zum Einlager ležení ver- 
pflichtet, was in den Schuldbriefen, beinahe in allen, mit diesen Worten 
ausgedrückt wird, „paklibychom toho neučinili a peněz svrchupsaných i s 
úroky na den již psaný nedali a nezaplatili úplně a docela věřitelům našim 
svrchupsaným aneb jejich věrným rukám, jehož Pane Bože nedaj, tehda 
ihned kteráž dva z nás rukojmí svrchupsaných napomenuta budeme od 
našich věřitelův, máme a slibujeme vjeti a vléci, anebo každý z nás ru- 
kojmí místo sebe poslati panoši řádu rytířského s jedním pacholkem a se 
dvěma koňoma v pravé a obyčejné ležení do města N. do domu ctného 
hospodáře nám od našich věřitelův ukázaného. Ajestližeby se náma dvěma 
prvním rukojmím v tom ležení čtrnácte dní ležeti udalo, od prvního dne 
napomenutí pořád čtúce a my ještě peněz svrchupsaných věřitelům i s úrokem 
plniti nedbali, tehdy hned druhá dva rukojmě, kteráž napomenuta budou, 
jeden na druhého neukazuje ani se jeden druhým vymlúvaje , máme a 
slibujeme vjeti a vleci anebo místo sebe poslati ku prvním dvěma 
ležákům s tolikéž pacholky a koňmi jako první dva rukojmě. A tak 
nás všech šest rukojmí s tolikéž pacholky a se dvanácti koňmi slibujeme 
nikam nevyjížděti ani vychoditi žádným právem ani obyčejem ani kterým 
nálezem, až právě jistina peněz svrchupsaných věřitelům naším úplně a do- 
cela zaplacena bude i se všemi škodami, ačby které škody věřitelé naší pro 
nesplnění peněz vzali, jcžtoby je dobrým svědomím bez věrování a přísah 
prokázati mohli." Daraus geht hervor, dass der Gläubiger, wenn die Be- 
zahlungsfrist nicht eingehalten wurde, das Recht hatte, zuerst zwei von den 
gewöhnlichen sechs Bürgen zum Einlager aufzufordern und diese zwei waren 
dann verpflichtet, entweder persönlich in die vom Gläubiger bezeichnete 
Stadt eizufaliren und in dem von ihm bezeichneten Gasthaus sich einzulagern 
oder an ihrer Statt einen Edeling (panoše) mit 2 Pferden dahin einzuschicken. 
Wurde die Schuld innerhalb 14 Tagen, vom Tage der Aufforderung zum 
Einlager gezählt, nicht berichtigt, dann kam die Reihe an die weiteren 
zwei Bürgen und nach abermal 14 Tagen an die letzten zwei, so dass dann 
6 Personen mit 12 Pferden eingelagert waren; da aber gewöhnlich nebst 
dem panoše noch ein Knecht mitfuhr, so waren im Einlager gemeiniglich 
12 Personen. Dem Einlager musste die Aufforderung zur Zahlung der Schuld 
vorangehen ; erfolgte die Zahlung nicht, dann beschickte der Gläubiger den 
Schuldner, damit er ins Einlager fahre, was auch den Bürgen verlautbart 
wurde ; aber die Bürgen waren nach der kn. Tov. k. 172 nicht verpflichtet, 
gleich einzufahren, sondern sie befragten zuerst den Schuldner, ob nicht er 
einfahren wolle oder zahlen könne ; erfolgte von Seiten des Schuldners eine 
verneinende Antwort, dann erst entstand für die Bürgen die Yerpflichtung 



— 127 — 

zum Einlager. Zu diesem war nämlich der Schuldner nicht verpflichtet; es 
war dies aber kein Privilegium für ihn, es war vielmehr im Interesse des 
Gläubigers, dass der Schuldner in Freiheit verbleibe. Denn durch das Ein- 
lager der Bürgen sollte der Schuldner verhalten werden zu zahlen ; war er 
selbst im Einlager, dann war es ihm sehr erschwert, wo nicht unmöglich, 
seinen Verpflichtungen nachzukommen und so wäre das Einlager zu einer 
Gefängnisstrafe geworden, weil der Schuldner für eine längere Zeit verhindert 
worden wäre, durch Bezahlung der Schuld sich der Haft zu entledigen. 
Waren die Bürgen bereits eingefahren, musste der Schuldner umsomehr 
sich bemühen die Schuld zu bezahlen, weil ihm nun eine neue Last erwuchs, 
indem er die Kosten der Einlagerung tragen musste. Der Termin, in welchem 
die Bürgen einfahren mussten, wurde im J. 1520 auf 14 Tage festgesetzt: 
„Kdožkoli mají hlavní listy na peníze s rukojměmi pod ležením, kdyžby 
k tomu přišlo , žeby rukojmě vlehnúti měli, tehdy aby věřitel dvě neděle 
napřed každému rukojmí věděti dal." (Sněm. pan. kn. I. 14). In diesen vier- 
zehn Tagen konnten die Bürgen entweder jeder seinen Theil bezahlen oder 
mit dem Gläubiger übereinkommen , dass er eine neue Frist zum Einlager 
bewillige, bis zu welcher jeder den Theil der Schuld, für den er gebürgt, 
erlegen könnte. In der Aufforderung der Bürgen zum Einlager musste das 
Wirthshaus, wo eingelagert werden sollte , bezeichnet sein, sonst waren die 
Bürgen zur Einfahrt nicht verpflichtet : „napomenutí pak musí býti pořádné 
a poněvadž již sumy pak jste vypověděti ráčily, již za tím jde, abyste nám 
hospodu pro nekladení té sumy ukázati ráčily, což se bude díti toliko pro 
zachování pořádku, nebo sice ani já ani p. Katarin nevlehneme." 
(Listy Zerot. I.) Ueberdies musste der Gläubiger, nachdem er das Wirths- 
haus zum Einlager bezeichnet hatte, den Schuldbrief beim Wirthe erlegen; 
es geschah dies erstens deshalb, damit, wenn ein Bürge während des Ein- 
lagers seinen Bürgtheil bezahlte , demselben sein Siegel vom Schuldbriefe 
zurückgegeben werden konnte, zweitens deswegen, damit vielleicht nicht Gauner 
sich für Einlagerer ausgaben, um von dem Wirthe jene Begünstigungen zu 
erlangen, welche derselbe den Einlagerern für Kost bei der Rechnung zu- 
zugestehen verpflichtet war. (Kn. Tov. k. 174.) Damit der Wirth die Einla- 
gerer im Preise nicht überhalte, waren feste Preise für Getränke, Speisen 
und Pferdefutter bestimmt, die natürlich nach den Zeitverhältnissen geändert 
wurden; so enthält die Kn. Tov. k. 175 den durch Markgrafen Jodok (f 1411) 
bestimmten Tarif, nach welchem der Wirth dem Edeling für jeden Tisch 
2 Gr., dem Knechte 1 Gr., für Getränke jedem Edelinge sammt seinem 
Knechte für zwei Mahlzeiten und was sonst noch getrunken wurde, 3 Gr. 
rechnen durfte ; doch sollte er sie hinlänglich mit Bier versehen, von dem 
eine Mass 2 Heller kostete; über dies zahlte jeder Einlagerer für '/^ Metzen 
Hafer und für Heu für 1 Tag und 1 Nacht Yj Gr. Im J. 1550 (Sněm. pam. 
kn. III. 14) sollte der Wirth rechnen das erste Nachtmahl für zwei Ein- 
lagerer 1 Gulden, dann für 1 Tag und 1 Nacht für je zwei Personen und 



— 128 — 

zwei Pferde 15 Gr. und er sollte den Leuten hinlänglich zu essen und zu 
trinken und den Pferden genügend Futter geben. Nach der Kn. Tov. k. 174 
waren die Einlagerer verpflichtet, alle Yierteljahr mit dem Wirthe Rechnung 
zu machen und dieselbe vorläufig aus eigenem zu begleichen; 1550 wurde 
bestimmt, die Rechnung binnen je 6 Wochen zu schliessen. Konnte einer 
der Bürgen nicht zahlen, dann hatte der Wirth das Recht, je nach der Grösse 
des Betrages ein Pferd des Einlagerers oder beide während dreier Markttage 
auf den Markt zu führen, dasselbe oder dieselben so theuer als möglich zu 
verkaufen und sich den Schuldbetrag abzuziehen ; der Bürge war aber ver- 
pflichtet, ein anderes Pferd beizustellen. Dasselbe bestimmt der Landtags- 
beschluss ai. 1550 mit dem Beifügen, dass die Pferde im Verlaufe einer 
Woche beizustellen sind, widrigenfalls der Wirth das Recht hatte, so viel 
aufzurechnen, als ob auch die Pferde verpflegt würden. Die Rechnungen 
hatte der Wirth aufzubewahren, weil sie bei Gericht den Bürgen als Beleg 
dienen mussten, falls sie den Schuldner wegen Ersatz der Einlagerkosten be- 
langen mussten. Es ist selbstverständlich, dass es dem Schuldner, nachdem 
das Einlagor bereits bezogen war, freistand, die Schuld zu bezahlen ; wollte 
der Gläubiger das Geld nicht annehmen, dann gieng der Schuldner zum 
Wirthe , wo das Einlager statt fand , zahlte das Kapital sammt Inter- 
essen und den bisherigen Einlagerkosten, versiegelte die Summe und gab 
sie dem Wirthe zur Aufbewahrung ; dauerte dann das Einlager weiter, so 
geschah es auf Unkosten des Gläubigers. Ebenso stand es dem eingefahrenen 
Bürgen frei, während des Einlagers seinen Antheil zu zahlen und sich so 
vom weiteren Einlager zu befreien; wollte der Gläubiger die Summe nicht 
annehmen, bestimmte für diesen Fall der Landtagsbeschluss ai 1550: „má 
rukojmě oddíl svůj u hospodáře při přítomnosti osob hodnověrných položiti 
a což proležel, zaplatiti a hospodář z toho ležení ty ležáky s koňmi propustiti 
a věřiteli peněz nevy dávati, leč on tomu rukojmí na ten oddíl kvitanci dal." 
(Sněm. pam. kn. III. 14). Ebenso stand es dem Bürgennach Landtagsbeschluss 
ai 1574 frei, bei Beginn des Einlagers, den Schuldner zu belangen, dass er 
ihn durch das Einlager in Schaden versetzte ; wurde der Schuldner schuldig 
befunden , führte der Gläubiger die Execution und wurde in den Besitz 
jenes Theiles des Schuldnergutes gerichtlich eingeführt, welcher der verbürgten 
Theilsumme entsprach. (Sněm. pam. k. IV. 59). Anderseits bestimmte das Recht, 
dass die Einlagerkosten die Schuldsumme sammt Interessen nicht übersteigen 
durften; erreichten die Kosten bereits diese Summe, dann erfolgte die Exe- 
kution unmittelbar und die Einführung in die Posession (Arch. č. V. 399). 
Aber diese Bestimmung hatte nur in Friedenszeiten Platz ; konnte wegen 
Krieges das Landrecht nicht abgehalten werden, dann konnte der Gläubiger 
die Bürgen im Einlager Jahre lang halten, bis sie oder der Schuldner zahlten, 
(Zříz. čes. 1564 fol. 184) wenn auch die Kosten die Schuldsumme w^eit über- 
stiegen. Dies sind die Umstände , unter welchen das Einlager statt hatte. 
Worin nun bestand das juridische Wesen desselben r' Iliebei ist vor Allem 



— 129 — 

zu erwähnen, dass Schuldbriefe ausgestellt wurden , ohne dass die Bürgen 
zum Einlager sich verpflichteten ; auch wurden Schuldbriefe ohne Bürgen 
ausgestellt; die Bürgen sollten daher nur die Sicherheit des Gläubigers er- 
höhen. In der älteren Zeit verlor der Bürge, wenn er nicht zahlen konnte, 
die persönliche Freiheit, die er alsogleich wieder erlangte, sobald er die verbürgte 
Summe erlegte. Diese Härte des älteren Grewohnheitsrechtes milderte sich durch 
die Entwickelung des Ritterthums ; im Ritterthume erlangte das Yertrauen auf 
Manneswort die höchste Stufe und welche Rolle die Mannesehre und die Ehre 
der Familie in Bürgschaftsfällen spielte, ist aus dem Ausrufe der Bürgen, (vid. 
vyvolání rukojmí) ersichtlich, in welchem es dem Bürgen als höchste Schande 
angerechnet wurde, dass er sein mit dem Familienwappen versehenes Siegel 
dadurch in fremden Händen Hess, dass er dasselbe durch Erlag der ver- 
bürgten Summe nicht einlöste. Die erhabene Ansicht von Ritterehre Hess 
nicht zu, dass der Ritter der persönlichen Freiheit beraubt werden konnte, 
ausser in Fällen dei' Felonie; die sociale Stellung milderte daher die Härte, 
welche das ältere Recht dem Gläubiger bezüglich des Bürgen einräumte. 
Weil daher der Ritter seiner persiinlichen Freiheit nicht beraubt werden 
konnte, so trat an die Stelle des früheren Verlustes der persönlichen Freiheit 
die freiwillige, zeitweise Haft, der sich übrigens der Bürge nicht per- 
sönlich unterziehen musste, indem es ihm frei stand, an seiner statt einen 
panoše zu schicken. Das Einlager ist daher keine durch Gerichtsspruch 
verhängte Haft; dies geht auch daraus hervor, dass kein Bürge durch 
Richterspruch zum Abhalten des Einlagers verhalten werden konnte; hielt 
er das im Schuldbriefe gegebene Versprechen des Einlagers nicht, dann 
hatte der Gläubiger kein Rechtsmittel gegen ihn, sondern nur Mittel, die 
eben wieder mit der Institution des Ritterthumes zusammenhingen und den 
säumigen Bürgen als Wortbrüchigen an den Pranger stellten. (Vergl. Láni 
und Vyvolání rukojmí.) Dieser Umstand, dass das Einlager eine freiwillige 
zeitweise Haft ist, die durch kein Gerichtserkenntnis ausgesprochen werden 
konnte, gibt uns den Schlüssel , das Wesen desselben zu erklären. Viele 
Rechtshistoriker, darunter Eichhorn (Deutsche St. und Rechtsgesch. IL 621 
ifg.) halten dassdbe für einen accessorischen Vertrag, durch welchen der 
Hauptvertrag bloss gefestet wird ; andere hingegen, namentlich Lacomblet, 
halten das Einlager für eine Strafe, die sich die Bürgen selbst auferlegten, 
falls sie ihre Verpflichtung nicht erfüllten und durch die sie daher gezwungen 
werden sollten, ihre Pflicht zu leisten. Diese Ansicht ist jedenfalls die 
richtigere. Erstens hat das Einlager nicht den Charakter eines Vertrags- 
rechtes, weil die Nichteinhaltung desselben kein Gegenstand einer Klage werden 
konnte, da ja nicht einmal die Vorklage gestattet wurde, zweitens nennen 
die böhmischen QueDen das Einlager geradezu Strafe — pokuta : „jestližeby 
kdo který Hst měl a kteréby pokuty jemu v něm svědčily buď ležení 
nebo listu vyvažování, listu obnovení, nebo úrokíi dobývání a on žeby těch 
pokut neužíval a třem letům a 18 nedělím projíti dal, že se ten Hst pro- 



-=^ 130 -- 

mlčí." (Zříz. čes. 15n4 fol. 189). — Dieser Charakter des Einlagers als Strafe 
wegen nicht erfüllten Versprechens geht auch aus jenen Urkunden hei vor, 
die keine Geldschuld sondern irgend eine andere Ycrpftichtung betreffen, 
im Falle deren Nichterfüllung die Säumigen zum Einlager sich verpflichten. 
So heisst es in einer Urkunde bezüglicli eines Streitfalles zwischen dem 
01m. Bischöfe Johann mit seinen Mannen ai 1307: „si prefatus dominus noster 
Johannes ep. Olom. aliquem de vasallis suis sine judicio captivaverit et 
ipsum infra duas septimanas liberum non dimiserit, infra scripti fidejussores, 
qui sua sigilla presentibus appenderunt, post duas septimanas easdem eivi- 
tatem Olomucensem intrabunt in mille marcis adjacendi in obstagio, donec 
vel dictus captivus dimittatur liber vel per ipsum dorn, episcopum persol- 
vantur predicte mille marce". (Cod. dipl. Mor. VI. 8). Aehnlich heisst es in 
dem AVaffenstillstands-Instrumente a i 1399 zwischen dem lieri-enbunde und 
der Partei des Königes: „pakliby to kterakkoli námi nebo naší stranu sešlo 
a to se nestalo a na nás nebo na naši stranu dobrým svědomím i dove- 
dením to naše přerušení a nezdržení bylo dovedeno, tehdy jsme ztratili 
základ svrchupsaný, kterýž máme i slibujem jim ihned po ukázání a dove- 
dení hotovými penězi plniti od toho ukázání a dovedení ve dvú nedělí pořád 
zběhlii. Paklibychom toho neučinili, ale my všichni napomenuti nebo nena- 
pomenuti máme ihned, jeden diuliého nečekaje, ani sie druh druhem omlú- 
vaje ani na druhého ukazuje, každý sám svým životem vjeti, nebo místo 
sebe rytířského panoše poslati, každý s jedním pacholkem a s dvěma ko- 
něma do města do králova, kd(!Ž nám v české zemi bude ukázáno, na pravé 
a obyčejné ležení ve ctná hospodu, v jednu nebo více. A kdyžby bylo ot 
nás nebo za nás dvě neděli leženo a my těch peněz pětinaste tisícóv kop 
nesplnili: tehdy leč buď ot nás a za nás ležáno, leč nelézáno, dávámy 
ihned tímto listem svrchupsaným Králové Milosti etc. plná moc i právo, ty 
peníze- vzíti mezi židy nebo křesťany na naši na všech škodu a my nebo 
za nás vždy mámy to ležení plniti i z něho nikam a na žádné právo nevy- 
jeti, donidžbychom těch peněz, jistiny i se všemi škodami docela nesplnili." 
(Arch. čes. 1. 62.) Daraus ist zu ersehen, dass eine solche Bestimmung kein 
accessorischer Vertrag ist, sondern ein Pönale für die Nichterfüllung der 
Stipulation. Auch darin liegt der Begriff des Pönale, dass im Schuldbriefe 
festgesetzt wird, falls ein Bürge stürbe, der Brief zu erneuern und ein an- 
derer Bürge' an Stelle des Verstorbenen zu setzen sei, und dass die Bürgen, 
falls sie den Brief nicht erneuerten, sich zum Einlager verbinden ; dieses 
Einlager enthob aber die Bürgen des Einlagers für die Schuld nicht, sondern 
war nur eine Strafe für die Nichteinhaltung des Versprechens, dass sie ge- 
gebenen Falles den Schuldbrief erneuern sollten. Daher ist das ležení 
Einlager, ein Pönale, welches im Vertrage für die Bürgen des- 
selben festges etzt wird für den F all, dass sie den im A'' ertrage 
bestimmten Punktationen nicht nachkommen sollten. Obwohl 
manchmal der hohe Adel, ja sogar Kaiser und Könige sich verpflichteten, sich 



^ 131 — 

persönlich dem Einlager zu unterziehen, so war doch der Gebrauch allgemein, 
dass wer nur irgend wie konnte, an seiner Statt einen Andern, gemeiniglich einen 
jungen Edeling, ins Einlager sandte. Dieser Umstand wurde aber bald eine 
Gefahr für die jungen Edelleute, indem sich als Stellvertreter der Bürgen 
zum Einlager solche junge Adelige anboten, die entweder kein oder nur 
ein geringes Vermögen besassen. So entwickelte sich namentlich seit der 2ten 
Hälfte des 16. Jahrhundertes eine eigene Klasse von Leuten, welche das 
Einlager als Erwerbszweig oder eigentlich als Nahrungsquelle betrachteten. 
Solche Leute, Einlagerer = Ležáci genannt, gefielen sich im Nichtsthun, 
dem sie sich im Einlager bei guter Verpflegung auf Kosten der Bürgen 
hingeben konnten. Dieses Faulenzerleben wirkte aber verderblich auf den 
Charakter solcher Leute, so dass mit dem Worte ležák ein Nichtsthuer be- 
zeichnet wurde. Desshalb schrieb Karl von Zerotin, als er durch mehrere 
Wochen in Staden auf ein Schiff warten musste, an seinen Cousin, er habe 
diese Zeit nicht ohne Nutzen zugebracht; denn nach seiner Rückkvmft nach 
Mähren werde er wie nur irgend einer für das Einlager taugen. Die Lang- 
weile verleitete die Einlagerer zu allerlei Ausgelassenheiten und Händeln 
und Raufereien waren daher an der Tagesordnung, wie z. B. aus Záp. Žer. 
o s. p. L 181 zu ersehen. Anderseits suchten sich die Einlagerer die Lang- 
weile durch Nichteinhalten des Einlagers zu vertreiben, indem sie aus der 
Stadt, wo sie eingelagert waren, gegen den Gebrauch Jagdausflüge machten, 
wogegen der Landesbcschluss des J. 1588 zielt: „zvláště pak pořád tíž le- 
žáci netoliko se bezbožně chovají, ale i také nepořádně ležení vedou, až z 
ležení vyjíždějí, chrty a všelijakou myslivost sobě chovají a obyvatelům i 
chudým poddaným našim škody nemalé činí a protož ještě se tímto sněmem 
to obnovuje a nařizuje, aby města, u kterých se leží, to skutečně opatro- 
vali, aby takovým ležákům z takových ležení pod žádným vymyšleným spů- 
sobem vyjížděti ani jim jakých chrtův a myslivostí přechovávati nedopouštěli." 
(Sněm. pam. kn. IV. 174). Auch der Landtag des J. 1604 bestimmt Strafen 
für Einlagerer : „kteřížby svády a různice začali, někoho zranili nebo za- 
vraždili, z ležení vyjížděli a myslivost s municemi provozovali, po nocích 
se toulali a povyky činili." (1. c. fol. 119. 120). Desshalb bestimmten die 
Landtage oft Kommissionen, welclie berathschlagen sollten, wie das ležení 
aufzuheben und wodurch es zu ersetzen wäre; noch im J. 1612 berath- 
schlagte der Landtag: „mohlaliby jaká jiná cesta k tomu obrána býti, aby 
z ležení sjíti a jiný prostředek místo toho nalezen býti mohl; nebo to k 
znamenitému zlehčení stavu rytířského a ke zkáze veliké mládeže rytířské 
býti se vidí." (Sněm. drž. 1612 p. 63). Aber erst nach der vern. L. 0. 
hörte diese alte llechtsgewohnheit zu Ende des 17. Jahrli. auf. Aehnlich 
erging es in Deutschland. „Obwohl nämlich der Reichstag des J. 1571 das 
Einlager aufhob und die weitere Ausübung desselben strenge verbot, so 
erhielt es sich dennoch in manchen Ländern noch im 17. Jahrh., ja in Hol- 
stein dauerte es bis in die neueste Zeit. Die älteste bekannte Urkunde 

9* 



— 132 — 

worin des Einlagers „obstagium" erwähnt ist, ist eine französische ai 1134. 
(Vergl. Grimm Rechtsalterth. p. 620). 

Ležiiík = Ležák: že té sumě již tak sečkání nčiníc ležníka z 
ležení propustíte. (MS. 1574). 

Lháti mit dem Instrumental konstruirt , bedeutet wie das altsl. 
Hgati calumniari verleumden: om> toboju Izetb (Mikl. Lex.); hospodu svú 
lháti (K. Ržb. č. 130); — aby Yašemi Milostmi též nelhal, jako mnú lže. 
(Kn. Tov. k. 173). 

Lhota bedeutet jetzt terminus, Frist. Die ursprüngliche Bedeutung 
war eine andere; altsl. bedeutet Ibgota libertas, Freiheit, Befreiung, Erleich- 
terung, ebenso das slovak. lehota; diess war auch die ältere Form des Wortes 
im böhmischen, wie es der Ortsname legota in Cod. dipl. Mor. 2, 304 beweist; 
durch Ausfall des e entstand die Form Ihota. Es ist lehota abgeleitet von 
leh-ký, lev-is leicht, daher das Wort dem Sinne nach entspricht den latei- 
nischen Ausdrücken: al -lev- are, al-lev-atio die Erleichterung, Befreiung, 
Freiheit. Diese urs})rüngliche Bedeutung erhellt auch aus dem 1420 gegen 
K. Sigismund gedichteten Liede: zruším já jim starú Ihotu , v níž sú od 
dávna pýchali, krále svého málo dbali; ebenso sagt eine Urkunde vom 
J. 1350: libcrtatem plcnariam, in vulgari boemico Lhota dietám ad quinque 
annos dumus (Cod. dipl. Mor. !!, 17). Die jetzige Bedeutung des Wortes Ih. 
als Frist, terminus, sowie die häufige Verwendung desselben als Ortsnamen 
(in Böhmen 332 , in Mähren 82 , in Schlesien 40) entwickelte sich aus der 
Art der Lokation von neuen Dörfern. AVer ein neues Dorf auf seinem 
Besitzthume anlegen wollte, gestattete den neuen Ansiedlern gewisse Erleich- 
terungen, gewöhnlich in der Art , dass sie die ersten Jahre entweder keine, 
oder eine geringe, dann durch eine bestimmte Anzahl von Jahren eine fixe 
Abgabe zahlten; so z. B. ai. 1250: ut locarent villam et ut eadem villa 
Yelicina Lhota nuncuparetur et ut libcrtatem (d. i. Ihota) haberet villa 
annis triginta minus duobus et quotquot ibidem laneos compararent, semper 
decimus laneus liber esset et non censuaret ; (Cod. dipl. Mor. 3, 133) — 
oder ai. 125G : quod de predictis mansis post libcrtatem octo annorum 
singulis persolvas annis marcam unam auri (ibid. 3, 210); — ten má Ihotu 
ještě, však když mu vyjde, klade se táž povinnost na něm jako na jiných 
(Kn. posud. Brn. 1565 f. 10). Sehr belehrend sind in dieser Beziehung 
Prerauer Urkunden aus der Zeit, als die Pcrnsteine auf der Anhöhe um 
das Schloss Lokationen von Häusern vornahmen, z. B. ai. 1479 : ráčil jest 
dáti Ihótu a plnu svobodu těm, kteříž se na kopci Přerově stavějí a stavěti 
budou za deset let a ti obyvatelé na kopci po vyjití té Ihoty povinovati 
budou z domuov plat v roce dávati dvakráte (Priv. Tovač. MS. Landesarchiv 
p. 189). In diesen Belegstellen ist libertas und Ihota gleichbedeutend und 
entspricht daher in diesem Sinne dem deutschen Freiung (vid. dieses in 
der deutschen Abtheil. d. Glossars). Da aber die Abgabefreiheit, dann die 



— 133 — 

Entrichtung der Abgaben bei diesen Lokationen nach bestimmten Fristen 
bemessen war, so erklärt es sich, dass lh(')ta (jetzt lhůta) die Bedeutung 
Frist annehmen konnte, während für den Begriff terminus bis zum Ende 
des 16. Jalirh. im böhmischen immer nur das Wort rok angewendet wurde; 
ersichtlich wird diess auch aus Libii citat. 2, 337: octavns laneus habet 
libertatem ad tempus certum, wo beide Begriffe, Freiheit und Frist, 
vereinigt erscheinen, daher heissen auch die Jahre , durch welche die Frei- 
heit dauerte, anni libertatis, in deutschen Urkunden Frist jähre. — Diese 
Art der Lokation war so beliebt, dass man jede neue Ansiedlung mit dem 
Worte Ihota schlechthin bezeichnete : miles Epiko Arnesto Prag. eccl. archi- 
episcopo villas Borová et Yesele nov« plantationis , quod vulgariter dicitur 
Hlota (sie), vendidit. (Jir. Cod. j. boh. IL 2, 306). Diese Art der Lokation 
erklärt es auch, warum mit dem Ortsnamen Ihota so häufig Personennamen, 
— es sind diess die Namen der Gründer — verbunden sind, z. B. Ihota 
Jobova, Chvalkova, Mánova, Francova, Vlachova, Tetaurova, Rapotina, 
Stěpanova , Svatoslavova u. s. w. ; andere Bezeichnungen wurden von der 
Lage der neuen Dörfer oder von anderen Aeusserlichkeiten hergenommen, 
z. B. Ihota pod horami, horní, dolní, červená, bílá etc. Da die Verbindung 
der Consonanten III der deutschen Zunge schwierig auszusprechen war, wurden 
diese Ortsnamen entweder übersetzt, z. B. Vranova Lhota Braunöhlhütten, 
Bílá Ihota Weissiihlhütten , oder es wurde der Vocal e vorgesetzt und so 
entstand die Form Elgot, Ellgott, auch Ellgut, Elhotitz u. s. w., ein Umstand, 
welcher Kruse veranlasste, das Wort Ellgut von hei, heilig (!) herzu- 
leiten (Budorgis, Leipzig 1819 p. 92, 93), während Albin Heinrich wieder 
Ellgoth so derivirte: „wahrscheinlich ist Ellgoth mit dem altnordischen Elg, 
Feuer und dem altdeutschen Cot, Gott, gleichbedeutend — und da das 
alte Wort Gud beim Ulphilas Gott heisst, die Germanen aber das Feuer 
als eine Gottheit verehrten , so Hess sich Ellgoth oder Ellgut auch als ein 
dem F euer g Ott geweihter Ort deuten ( ! ! ). (Volný Taschenbuch 1826 
p. 231) — Vgl. in der deutschen Abth. Freiung, Fristler, Fristjahre. 

Lhotnik, der neue Ansiedler, dem eine Ihota gegönnt ist, der Fristler ; 
Beschluss des Landtages ai. 1609 „o Ihotniky" : lidé poddaní pánův obyva- 
telův všecky sbírky spravovati povinni budou, kromě kteřížby se roku tohoto 
trprva na grunty od nepřítele popálené osazovali, do roka, kteří pak po 
zavření tohoto sněmu na týchž gruntech popáloných se osadí, do dvou let 
Ihoty užiti mají (Sněm p. Kn. IV. p. 461); — nevyjímajíc ani Ihotníků neb 
vnově usedlých (Landtag ai. 1598, 1607); — jest lidí usedlých 53, mezi 
nimi 9 Ihotníků, kterýmž podlé zprávy jejich v roce Ihota vyjde. (Kn. posud. 
Brn. 1565 f. 98). 

Lhotiií rok annus libertatis, das Fristjahr : od berný do let Ihotných 
je vysvobozujeme (MS. 1511); — druhý Ihotní rok, poslední Ih. r. (MS. 
Pross. 1717). 

Lhotují, ein Fristler sein, nach Fristen zahlen. 



— 134 — 

Libra, das Pfund; das altböh. Pfund = 0.9185 Wiener Pfund. 
Librár, Bibliothek, Buchhandlung (SRB. 3, 51). 
Lida, Liduse, Lidiiska = Ludmila. 

Lidé, 1. die Leute, namentlich die Unterthanen, die Hörigen: že 
mým lidem pobral na roli a ve vsi (Půh. Brn.); — mé lidi vybíjel (ibid.). — 
2. testes, Zeugen ; in den Půhonen häufig : pakli pří, ale mám na to dosti 
lidí dobrých; — „právo ludmi dolíčiti .... těmi svědky jakž na peníze" 
(Kn. Ržb. 122); — když pohnaný ohradí své právo a chce svědky vésti a 
nedí těchto slov : „mám lidi proti lidem" ten pohnaný ztratí. (Jirec. Cod. 
j. boh. IL 271.) 

Líha (minder korrekt lízá) , dasselbe was in deutschen Urkunden 
lach, lacha, lachus , der Einschnitt in die Bäume als Gränzzeichen: „sicut 
ipsa incisio arborum facta fuit, quse vulgo lachus appellatur seu divisio" 
(Pertz. XXI. 350); — sicut more silvarum consignatum est, quod vulgo 
ge-lach-iet nuncupatur" (Cod. dipl. Mor. I. 276); — meze hraiiiěná naproti 
borovnici lizované .... přímo k bříze lizované .... až na habr jeden lizo- 
vaný (Menšík str. 14). 

Lícha , das Ackerfeld : tyto lichý drží .... z pustých lieh (MS. 
LA. XII. c. 19, p. 137); vgl. Lech. 

Líndiš, Líiidu8, Liiidyiš: sukni ženskii zeleného lindiše s životem 
tykytovým (Pam. arch. 1869 p. 337); — mužský kožich lindušový (MS. 
Pross. 1560); v Lipště jeden sedm loket drahého lindiše na jeden pár pun- 
čoch rozstříhati dal (Yel. pol. hist. 567). — Die Herleitung ungewiss; viel- 
leicht von einer Stadt? (vgl. Perniš) oder ist an lein tuch (lintuch) einen 
aus Leinen verfertigten Stoff zu denken? Oder hiess das sogenannte Dünn- 
tuch (ein aus Nesselgarn gewobener glatter oder gemusterter Stoif) auch 
Lindtuch d. h. lindes = dünnes Tuch? Oder liegt hier der allerdings 
seltene Uebergang eines d in I vor, so dass linduš für dintuch stünde ? Oder 
ist es hergeleitet von Linther, einem seidenen (chinesischen) Zeuge? Oder 
vom lat. linteus, linteum Leingewand, mithd. linde, holländ. lint die 
Schleife? 

Lindyska, ein aus Lindiš verfertigtes Kleidungsstück : kaftan, bar- 
chanka, lindyška (MS. 1562). 

Lint e germ. das Liegende im Bergbaue. 

Líchtšicar vid. Bolen. 

liíchva der Zins, die Procente, der "Wucher, besonders der Wucher- 
zins, usura, fenus : dal jsem své peníze na lichvu. Häufig kommt der Aus- 
druck 1. židovská vor: dobyti v křesťanech neb v židech pod úroky neb 
lichvami , was Yelesl. in s. qd. als Zinses -Zins, usura^ usurarum erklärt: 
nejhorší jest, který lichvou z lichvy dlužníka zžírá (Com. j. 1. 864); doch 
verstand man unter 1. židovská auch den Zins , welcher htilier war, als der 



— 135 — 

landesübliche. ~ Matz. c. sl. leitet das Wort von der Wurzel lieh her 
augeri, crescere. 

Liščí neděle, der Sonntag Invocavit, dorn, in albis, der erste Fasten- 
sonntag. 

LÍ8tár, der lišty verfertigt; lišta 1. die Leiste e germ. mithd. 
liste = Leiste, Borde, limbus, fascia. 2. das Gesimse, das Tellerbrett, jene 
Vorrichtung, die man bisher auf dem Lande verwendet, um zinnerne und 
andere Teller aufzubewahren: lištář měl namalovati šest lišt, na nichž by 
byly cuky a ovoce , laubwcrky , každá z nich malovaná. (Pam. arch. 1869 
p. 520.) 

Literák, Literát, Mitglied einer Sängergenossenschaft, welche sich 
die Hebung des Ki rche n ge s a n g c s zur Aufgabe macht; die Figural- 
musik M'urde von den Literaten nicht berücksichtigt. Es gibt wenige Städtchen 
in Böhmen und Mähren, in denen eine Literatengesellschaft nicht bestanden 
hätte und es gibt noch heutzutage solcher Gresellschaften mehrere und man 
versteht jetzt unter Literaten solche, welche sich ausschliesslich dem Kirchen- 
gesange widmen , in der Kirche aus Kancionalen singen oder Nachts bei 
Verstorbenen beten. Die Literatengesellschaften wurden wahrscheinlich durch 
die Brüderunität eingeführt. Was das Etymon anbelangt, darf man nicht an 
das lat. literatus = Schriftsteller, wissenschaftlich Gebildeter denken, 
sondern das Wort ist herzuleiten vom böhm. lat. litera := Buchstabe , also 
solche , welche des Lesens kundig sind ; so heisst es in áer Literatenord- 
nung des Marktes Stare: kdožby koliv z těch, jenž literu znají, do spo- 
lečnosti literátské přijat býti chtěl .... podobně se zachovají i ti, kteřížby 
neznajíc litery za ondy býti žádali (Sehr. hist. stát. Séct. 12 p. 8). Die 
Literatengesellschaften waren zunftmässig geordnet; sie hatten ihre Aelteren 
(starší), ihre Zunftlade, Strafen für versäumte Pflichten u. s. w. 

Litioch, das AVindloch im Bergwerke, foramen spiritale , e germ. 
Lütte (Lüttenloch), die Wetterlütte , eine Röhre aus Brettern , durch 
welche frische Luft in die Gruben geleitet wird. 

Litovati rächen: svých nepřátel budu hleděti a té křivdy litovati, 
která se mi od nich děje (Ač. 5, 355); — nad ním se mstila litujíc své 
křivdy, již jest jim činil (SRB. 3, 236). 

Liz vid. Líha. 

Lizof, der Leschofen, Leschgestübe. (Yerordn. vom Jahre 1486 in 
Sternb. Gesch. d. Bergw. IL 218). 

Ližiié: officium de vasis trahendis, vulgo schroiambt seu lizne voca- 
tum. (Cod. dipl.* lY. 6) von ližina, der Schrottbaum. 

Ližiiík , der Schrotter , Lachmann : příjem od ližníků (MS. Pross. 
1556); — aby ližník obeslán byl a s nim o šrůtku strany složení a naklá- 
dání vin a vtahování a vytahování co z bečky dáváno býti má , srovnáno 
bylo (ibid.). 



— 136 — 

Loh: co se lohů rybářských dotyce, ti lohové , kteří nyní jsou, ty 
rybáři opraviti budou moci (Urkd. 1506): vid. loch. 

Loch, die Lagerung, der Keller, das unterirdisclie Gewölbe : z lochu, 
kterýž na rynku jest a z krámců při tom lochu 10 zl, platiti mají (Urkd. 
f. Eibenschitz 1576); — práva nemají, Ly držitelé statku vína svá v městečku 
Kounicích šenkovati mohli, poněvadž plat stálý z lochu každého roku spra- 
vují (ibid.); wahrsch. von ležeti (vgl. zá-loh, zá-loh-a und germ. loch). 

Lojové, das Unschlittgeld : od řezníků platu lojového (MS. Ostrau 
ai. 1701). 

Loket 1. die Elle: loket pražský byl dlouhý na 3 pídě aneb šest 
dlaní ; — tři pídi aby jmenován byl loket pražský aneb český (Háj.) ; — 
loket má býti dlúhý čtyř pídí (Čas. č. Mus. 1840 p. 68); — die alte böhm. 
Elle = 0-7638 Wien. Ellen. 2. die Stadt Ellbogen- 

Lokťtiií štika , Loketnice : štiky .... v stavě .... v kterém na 
dvě tepla seděly, našlo se při slovení velkých štik 4 kopy, loketnic 30 kusů, 
menších 30 kusů, malých štiček 20 kusů (MS. 1664) der ellenlange Hecht 
und da der Hecht gewöhnlich 2 — 3 Fuss lang wird und 2 Fuss auf 1 Elle 
gehen, daher der Grashecht im Gegensatze zum Mittel- oder Schüssel- 
hechte. 

Loktiiš : loktuše a šlojíře ženám pobrali (Půh. 01. 1437 f. 77). 

Loktuška = theristra in der Vulgáta = závoj, rouška, Schleier 
zum Bedecken des Antlitzes; wahrsch. aus dem deutschen Lackentuch. 

Lor, Lorovatí, Lorýř: lorýři v loru lorují dílo černé (Pam. Kut. 
287); — lorýři na bělo vypařovali (ibid.) die Metallplatten in der Münze 
durch Sieden oder Beizen reinigen, damit das Silber ein schönes Weiss 
erhalte; e germ. 1 Öhren. 

Losuiiient: „stravou i losumentem opatřen jest" (List. Žer. 3, 120) 
aus dem franz. logement, die Wohnung, Quartier. 

Lotr (e lat. latro) der Räuber, Lotterbube. 

Louciié, die Abgabe für die Wiesen: loučného o sv. Václave 6 gr. 

Louciiý, der Wiesenwächter: loučným od vydolování městských 
louk (MS. Press. 1681); — louční obecní louky vyměřovali (ibid. 1663); — 
loučným dle loučných register jeden lán trávy (ibid.). 

Loiiehis vid. Lovci. 

Louschi vid. Lovci. 

Loiižek (Liizek) demin. von luh, eine kleine Aué; cum luco alias 
s luzkem (DO. 11 n. 334). 

Lovczhabcr: cum serviciali avena, id est avena venatorum , que 
theotonico eloquio lovczhaber appellatur (CD. 7, 872), ein Wort, das nur 
in der zweiten Hälfte deutsch, in der ersten aber böhmisch ist = lovčí- 



— 137 — 

haber, der Haber, welcher den lovci (vid. dieses) abgeführt wurde. Es ist 
diess dieselbe Abgabe, welche in der Landtafel als ave na forestaria, silva- 
tica, lignalis (DO. 10 n. 810), in bölim. Quellen als oves pastevní, lesní 
(vid. oves) vorkommt, und die nicht bloss den Jägern, sondern aucb als 
Reluition für die Fütterung der Jagdhunde abgeführt wurde. 

Lovci, (Louschi, Lowchy, Lowthzye, Loiichi, Louchie, Lowci) 

1. In der älteren Zeit = venator curialis, pra^fectus super venatores (CD. 

2, 362) im Gegensatze zu den untergeordneten Jägern (simplices venatores, 
forestarii), die lovci hiessen. Der L. war daher der Aufseher über die königl. 
Forste, der die Jagdfrevel und Beschädigung der königl. Forste hintanzuhalten 
hatte: nullus de illis , qui custndiunt silvam, debet spoliare aliquem in via 
vel in foro , nisi tunc illum spoliet , quando invenerit arborem secantem 
(CD. 2, 211, vgl. Maj. Car. Rub. 51). Die Lovčí waren der Kontrolle der 
königl. Kastellane (purgravius) und Pfleger (villici) unterordnet (Maj. Car. 
Rub. 57). Sie hatten Emolumente , welche in Geld, Hafer, Hühnern und 
Eiern bestanden: cum forestariis seu custodibus, qui ad custodiendam silvam 
ab antiquo tempore deputati noscuntur , ac obventionibus , qua? in pccuniis, 
avena, pullis et ovis consistunt (CD. 9, 170, vgl. lovczhaber). Aus der 
Befugniss, die Waldfrevel zu bestrafen , entwickelte sich ein eigener Blut- 
bann, vgl. lovecké právo. — In späterer Zeit hiessen auch die Aufseher 
der "Wälder von Privaten lovci, (z. B. Ač. I. 166, 167, 425) , obwohl schon 
1240 der Ausdruck: forestarii, qui vulgo lovčí vel hajní dicuntur (CD. 2, 377) 
vorkommt. — 2. die Abgabe, welche für das Einsammeln des Klaubholzes, 
der Streu u. s. w. gezahlt wurde: exactio, quge vocatur louchie (CD. 7, 83) 
přijato lovčího .... za lovčí sýry (MS. Wischau 1651). — Tgl. íovské. 

Lovec von lov der Thierfang (vgl. láco fange, erbeute, sansk. ló-tas 
die Beute, altsl. loviti, lov) also lovec, der Thierfänger, daher 1. der Fischer: 
vydání lovcům při lovení rybníků (MS. Pross.). 2. der Jäger: lowec venator 
(Erb. Reg. 41) ; num. plur. lowci. — Ygl. Lovci. 

Lovecké právo, wörtlich das Jagdgericht. So hiess das peinliche 
Gericht, welches auf der Burg Buchlau seinen Sitz hatte und dessen Blut- 
bann die zu dieser Burg gehörigen Dörfer und ihre Gemarkungen bildeten. 
Dieses Gericht, dem der Buchlauer Burggraf präsidirte, zu dem der Magistrat 
von Ung. Hradisch und die Gemeindevorstände der zum Blutbanne gehörigen 
Ortschaften Beisitzer absandten und dessen Urtheile der Burgherr bestättigte, 
erhielt seinen Namen wohl von dem Umstände , dass der Burggraf von 
Buchlau, das ursprünglich eine landesfürstliche Burg war, entweder zugleich 
supremus forestarius silvarum super Moravám (CD. 6, 134) war oder doch 
in seiner Stellung als Burggraf die Aufsicht über die lovci seines Bezirkes 
zu führen hatte (vid. Maj. Car. Rub. 49, 57). Dass die zur Burg gehörigen 
Ortschaften Beisitzer zum Buchlauer Jagdgerichte absandten, kann seinen 
Grund nur darin haben, dass in diesen Ortschaften eben die königl. Forst- 



— 138 - 

aufseher (lovci) ihren Sitz hatten, denen in Processen wegen des Waldeigen- 
thumes und Waldfrevels eine govsňchtige Stimme zufiel (Maj. Car. Rub. 49, 
51, 52). Doch hatte dieses Gericht wie jedes andere Kastellanei- oder 
Župengericht nicht bloss über Waldfrevel sondern über alle Verbrechen zu 
entscheiden. Die Berufung ging an die Appellation in Prag. Die Gerichts- 
barkeit wurde mit der Burg zugleich (1511) an Private verkauft und blieb 
so bei den Besitzern von Buchlau bis zum J. 1748, in welchem es aufge- 
hoben wurde. Die Urtheile wurden in das „schwarze" Buch (černá kniha) 
eingetragen, deren eines sich in der Cerron'schen Sammlung erhalten hat. — 
Vgl. poprava. 

Lovské, (Lowzche, Lowclie) , die vermöge des Forstrechtes 
gezahlte Abgabe, die in Hafer, Eiern, Hühnern, Reluition für Hundefutter 
u. s. w. bestand: a jure forastariře, quod vulgariter lowzche, eximentes ... 
mandantes forastariis seu silvanis, quatcnus ratione ejusdem juris forastarise 
nihil de cetero ab hominibus ecclesia? prainominat« exigere prsesumant 
(CD. 4, 854). Auch von Käufern und Verkäufern in Austerlitz wurde diese 
Abgabe erhoben: nullus camerariorum, purcraviorum, officialium et villicorum 
nostrorum a singulis hominibus , qui in foro Novsosedlicz merces suas seu 
res quascunque venales habuerint, ratione officii, quod lowche dicitur, aliquem 
questum sive denarios exigat, quia emtores et venditores rerum quarum- 
cunque in prředicto foro a solutionibus quibuslibet juris lowche sive fori 
plena gaudere volumus libertate. (CD. 5, 2). 

Lowche vid. Lovské. 

Lowthzye vid. Lovci. 

Lowzclíť vid. Lovské. 

Loziink e germ. die Losung 1. die Abgabe in Städten. 2. im Berg- 
baue ein bestimmtes Quantum Grubenwassers, das ausgeschöpft wird : lozunk 
vody drží 18 šilinků, jeden šilink 12 calovek učiní, do jedné calovky 40 
pražských pinet vcházeti má. (Pam. Kut. 182). 

Lože nečisté wörtlich das unreine Bett, Kinder, die im Ehebruche 
oder ausserehelich erzeugt werden: zdali ty dítky z nečistého lože nabyla. 
(Act. crim. Olm. 1635). 

Ložišté, der Platz, wo etwas angelegt werden soll : dal jim ložiště 
k rybníku na svém dědictví a udělali jej. (Půh. 1465). 

Lučiště 1. hergeleitet von luk der Bogen, die Bogenkrümme und 
der Bogen selbst. 2. hergeleitet von louka, luka die Wiese locus prati: 
s lukami a lučištěmi, rybníky a rybništčmi. (Landtafel). 

Lučiiik plur. Lucnící (Luehinici), der Schiessbogen , Armbrüste 
verfertigt: luehinici de Mylbezy (Erb. lieg. p. 338); — vgl. luk. 

sv. Ludmila der Tag der 16. Septb. (passio) ; přenesení (translatio) 
10. Novbr. ; — před sv. Martinem (SRB. 3, 29) = translatio. 



— 139 — 

Luchinící vid. Liičník. 

Luk, 1. der Bogen an der Armbrust. 2. Luk s tětivou der Pfeil- 
bogen, Handbogen (verschieden von der Armbrust). 

Liikeiice demin. von lukno, ein kleines lukno, altsl. luktnbce: dva 
věrtele, 1 lukence, 1 mírku. (MS. Hochw. 16. Jahrh.) 

Lukno, ein aus Baumrinde verfertigter Korb, corbis, ein Maass für 
flüssige und gepulverte Sachen: lukno mellis (CD. 2, 378); — lukno koptu 
(MS. LA. M. YL 19 f. 57); — altsl. lukno mensura qua?dam , russ. lukno 
vgl. gr. XÍKVOV die Schwinge. — Yid. Lukence. 

Lulečtí vid. Habrovanští. 

Lůn : aby lůny minčířské a stolice prejíř&ké prodali (Čas. č. Mus, 
1828 L p. 46), die Werkstätte, wo die Münzschläger arbeiten. 

Lüpez masc. et fem. der Strassenraub : kdyžby kto koho na 
cestě oblúpil" (Ač. IL 130); — Jižto lúpežové na silnicích se dějí" (ibid. 508); 

— lúpil-li by kto a bral komu lúpežně na cestě neb jinde kdekolvěk zde v 
zemi (Kn. Tov.); — kdo bez zabití statek boře, lúpežník slově (Pr. Měst. 181). 

Lůse vid. Luze. 

Lutna, das aus Brettern verfertigte Luftloch in Bergwerken, caminus 
ligneus, germ. die Lutte, Luftzug aus Brettern zur Wetterlösung: lutny, 
prkenné nad latrochy komíny, opravovali, aneb z nových dun (prken) dělali 
(Pam. Kut. 236). 

Luze (Lůse) : in castro Kurim ministeriales, qui dicuntur lůse, sex, 
quorum nomina sunt (Erb. Reg. 78). Erben erklärt: „videtur esse idem, 
quod hodiernum luza, jam sensu obliquo usitatum, germ. Tross. Vox primi- 
tiva Ijud, lid gens; inde Ijuza, Ijuze ut a hrad: hrad, hráza, hráze." Gegen 
die Ableitung von Ijud ist allerdings nichts einzuwenden; was aber die 
Bedeutung anbelangt, so hat luze wahrsch. den Sinn, wie die spätere Form 
lidé, die Unterthanen, die Hörigen (vgl. lidé), die Peldarbeiter. 

Lůžek vid. Loužek. 

Luzné, die Abgabe für Benützung der Aue durch Grasmaht, Klaub- 
holz, Streue u. s. w. von luh die Aue. 

Luzný, der Wächter der Aue. (Püh. 1536.) 

Lykář, der Bastflechter : od lykare koupen provaz lýčený k studni. 
(MS. Wischau 1629.) 

Mach nom. viri nach Jungm. = Mathias; abgesehen aber davon, 
dass die böhm. Form des Wortes Mathias immer als Matěj vorkommt, so 
geht aus den Piih. - Büchern hervor, dass Mach gleichbedeutend ist mit 
Martin: Martin jinak Mach; Martina jinak Macha (Půh. 1581—1582). 

— Vgl. Machák, Macháček, Mašek. 

Machna = Magdalena. 



— MO — 

Maidbiirský purkrabí der Burggraf auf clor Maidenburg (Device 
hrad) bei Nikolsburg, die ehedem landesfürstlich war. 

Majestát 1. die Majestät des rogierondon Fürsten: před osobou 
majestátu našeho (Zříz. 1504). — 2. der Majcstiitsbriof: vydal majestát na 
vysazení toho města; — majestát tento vložen jest ve dsky (Zříz. 1564). — 
3. das grosse Staatssiegel : list s majestátem slavné paměti císaře Zikmunda 
(Zříz. 1564); — má král zemi potvrzení listem pod svým majestátem na 
svobody a práva dáti (Kn. Tov. k. 8). — 4. das Staatskleid, der Ornat der 
Könige und Kaiser : naše rogalia s velikii slavností a v přítomnosti knížat 
říše svaté a v přípravě a majestátu císařském zjevně na rjTiku dal jest 
(Ač. 5, 279); — sedě v svém majestátu prostřed rynku (SRB. 8, 94. 96). — 
5. der Thron: j)0 usazení se na majestátu svém, který černý JMC. připraven 
byl. (Boč. Slg. n. 12257). 

Maksa = Maxíiiiílíaii. 

Makuláť, Notizen, Notizbuch, aus welchen die Eintragung in die 
öffentlichen Bücher stattfand : makulář na zapisování gruntů též i vinohradů, 
komu se dle prodaje do rcjster purkrechtních a horních zapisovati mají. 

Maldrik, ein Käse aus Obers und süsser Milch der Schafe bereitet 
auch Mandřík genannt: sýr kravský a maldříky ovčí (MS. Wischau 1556); 

— za odeslání maldříků a smetanice paní Anně děkujeme (MS. 1585); — 
třicet tvořidel hliněných, v kterých se ovčí maldříky dělati mají (MS. 
Wischau 1642), — poln. maldrzyk, madrzyk vom ital. und mitlat. mandra, 
neugr. ^ávOQu ovile. 

iMalií' zemský, der Landesmaler, welcher bei Gränzstrittcn Situations- 
pläne zu entwerfen hatte; er wurde z. B. 1602 gegen ein bestimmtes Jahr- 
geld aufgenommen: „aby malíř umělý a věrný objednán byl, kterýby spolu 
s úředníky práva menšího zemského v Olom. i Brněn, kraji při vedení úřadu 
býval a v té práci se věrně a spravedlivě choval , kteréhož úřadníci menší 
kraje Olom. na předešlý jorgeld zjednati a přísahu obyčejnou jemu na to 
vydati mají." (Sněm p. Kn. 67). 

Malnias vid. Mal vaz. 

Malvaz, Malvazí (Maiiiias), Malvasier-Wein, dessen in den Zoll- 
tarifen der Landtagsschlüsse häufig erwähnt wird. 

Malý úřad das kleine Landrecht = menší soud, menší úředníci. 

Man e germ. 1. der Yasall, der Lehensmann: knížetem pruským a 
manem koruny polské (Yel. kal.); — manové a věrní oudové koruny české 
(ibid); — nejsme žádní manové, než svobodní páni (Kn. Tov. k. 7); — man 
pánu svému hold a povinnost učiniti má přísahu svú (Pr. Man. LA. fol. 10); 

— má také man pána svého slovy i skutky ctíti a má proti němu vstáti, 
kdyžby šel anebo jel, a kdyžby pán na kůň vsedati měl, má man za střemen 
držeti (ibid. fol. 11); — man kterýžby koně svého aneb čehožkoli z zboží 



— 141 — 

svého pánu půjčil, dokudžby jemu to navráceno aneb zaplaceno nebylo, 
dotud není pánu povinen slúžiti ani k sudu manskému přijeti (ibid.); má 
král nianóra svým hofrychtýře dáti (Kn. Tov. k. 21). — 2. der Dienstmann, 
gewöhnlich man robotný genannt z. B. bei der Burg Karlstein: manové 
robotní; jest týchž manu 18, ti alternatim každý týden jiný k hořejší bráně 
na vartu přicházeti, zámek zavírati, otvírati, most spouštěti mají, na zámku 
Ave Maiia zvoniti a každou sobotu plac zámecký uraécti povinni jsou (Čas. 
č. Mus. 1835 p. 267). Ein ähnliches Verhältniss bestand auf der Herrschaft 
Třebíč: též jsou povinni man a dvořáci tyčky do vinohradů panských vézti, 
ryby z rybníků panských do sadek voziti a plody k násadám panským roz- 
množovati, pšenice odkudkoli koupené k pivovaru neb k semenu voziti (MS. 
LA. Xn. c. 16) vgl. manství. — 3. man biskupský der Vasall des Olm. 
Bistumes: ten biskup má své many (Kn. Tov. k. 216). 

Manda, Mandaleua, Madliiia = Magdalena. 

Mandát 1. der königliche Befehl : aby p. hejtman mandáty z strany 
přijetí vnově napraveného kalendáře po zemi rozeslal a rozbijeti dal .... 
stavóm se vidí, žeby rozbíjení takových mandátův bez jistého prvé o to 
VMti se stavy snesení na ublížení starobylým pořádkům bylo a YMti slavní 
předkové nikda skrze mandáty své , leč jsou se prvé o to se stavy snesli, 
nic poroučeti neráčili .... žádali jsme p. hejtmana, aby rozeslání a rozbí- 
jení takových mandátův zanechal. (Sn. p. kn. 1584 f. 17 b, 18). — 2. Die 
Verordnungen, welche die Obrigkeit an Amtstagen den Unterthanen vorlesen 
Hess, enthaltend Polizeivorschriften über Sitten, Handwerke u. s.w.: mandát 
hraběnky Berkové poddaným panství Rychmburského. (Čas. č. M. 1843 p. 1G3). 

Mandě! eine Anzahl von 15 Stück, Garbcnhaufe, mitlat. mandala 
= manipulus, mit. und neuhd. mandel. 

Manka die Vasallin : Barbora z Vrbna manka biskupství Olomúckého 
(Kopiar. 1580); sonst gewöhnlich: žena majíc manství (od pána též to 
právo má jako kněz. Pr. Man. fol. 10). 

' Mara, Mářa, Maří, Maruše = Maria. 

Mansionáí* vid. in der II. Abth. Mansionaríus. 

Manský lehenhaft, was des Lehens ist, z. B. manská přísaha 
der Lehenseid: a manská přísaha taková jest (Kn. Tov. k. 22); — manské 
právo das Lehenrecht; — manský soud das Lehengericht; vgl. dvorský 
soud und Olomúcký hiskup. — manské knihy die Lehentafel; — manská 
sp r ave dl n o st die Lehensgerechtigkeit. 

Manství 1. die Lehenspílicht, der Vasallendienst. 2. das Lehen 
selbst: m. biskupské die den Bischöfen als Lehen verliehenen weltlichen 
Hoheitsrechte : biskupských a korúhevních len "král cele a nerozdílně podá- 
vati má, všichni biskupové od krále přijímati mají mincováni a cla a někteří 
přijímají kordhevní léna a někteří světské soudy. (Pr. Man. fol. 37). — 



~ 142 — 

2. činžovní das Zinslclien, wo dem Lehensherrn nur eine Geldleistung 
aber keine Lelienstreue, (also ein uneigentliches Lehen) versprochen wurde, 
auch m. pod platní genannt: podplatnílio manství žádný přijímati nemá 
kromě toho, kdož je nejprv přijímá; potomci jeho dávají plat na den jim 
uložený a tak manství své obdrží (ibid. 88). — 8. m. dědičné das Erblehen. 
— 4, m. fojtství das Yogteilehen, feudum advocatia), auch m. rychty neb 
soudu genannt, wodurch eine Gerichtsbarkeit ertheilt wurde: fojtství aneb 
soudu v léno nemůž ani kněz ani žena z práva míti kromě duchovních 
knížat (ibid. 89). — 5. m. hradské das Burglehen (Burghutslehen) feudum 
castrense, welches darin bestand, dass der Yasall ein entweder zur Burg 
gehöriges oder doch in der Nähe derselben gelegenes Grundstück unter der 
Bedingung erhielt, dass er Dienste zur Bew\achung und Yertheidigung der 
Burg leiste : z hradského manství není povinen man na vojnu se vypraviti 
ani jakú službu činiti; má na hradě bydleti a jej zachovati a jeho brániti, 
bylolibv potřebí (ibid. 119). — 6. m. knížetské, knížecí das Fürsten- 
lehen, mit dem Territorial- und Hoheitsrechte verbunden waren: knížata 
mají úřady své z práva míti a cožkoli sice manství od říše mají, dokudžby 
jim král nebvl zřízen, to manství kromě knížecích úřadův od falckrabí při- 
jíti mají. (ibid. fol. 122). — 7. m. komorní das Kammerlehen, wobei der 
A'asall die Gefälle nicht unmittelbar von einem piiichtigen Grundholden, 
sondern erst von der Rentkammer des Herrn zu beziehen hat: komorní 
manství není pravé manství; to konec bere, když man aneb pán chtí. Manství 
komorní takto jest: když pán dí k manu svému: já tobě dávám z komory 
své hřivnu aneb víc; v to man žádného uvedení nemá (ibid. 81). — 8. m. 
korouhev ní das Fahnenlehen, mit dem ebenfalls alle Hoheitsrechte ver- 
liehen wurden : korúhevních len král cele a nerozdílně podávati má (ibid. 
37); — také knížata slezská s rozvinutými jich korúhvemi knížectví a léna 
svá přijali sú (ai. 1442. Arch. č. 1, 270); — císař nám jakožto králi českému 
všecky korúhve království a koruny české i zemí k ní příslušejících puojčil 
a dal (ibid. 5, 279 ai. 1459); císař všem světským knížatóm práva jejich 
podávati má s koruhví (Pr. Man. fol. 288). — 9. m. koruny české, darüber 
siehe unten den besondern Artikel. — 10. m. na víru podané (feudum 
fidei commissum) wobei sich der Lehensherr vorbehält, das verliehene Lehen 
gegen ein anderes einzutauschen : jestližeby manu manství bylo podáno na 
víru jeho, aby je pán zase vyplatil manstvím jiným, jakž by se smluva stala, 
do jistélio dne, pán manství takové, ač chce, vyplatiti může ; může také 
nechati z práva. Jestližeby mán umřel bez dědiců manských, manství pánu 
připadne bez škody (Pr. Man. 78). — 11. m. nové feudum novum jenes 
Lehen, in dessen Besitze noch jener ist, dem es zuerst verliehen wurde. — 
12. m. ])odané feudum oblátům das aufgetragene Lehen, wobei Jemand 
sein Gut dem Herren anbot, um es von ihm als Jj(;hen zu empfangen und 
so der Yortheile des Lehensverbandes, namentlich des Schutzes von Seite 
des Herrn, theilhaftig zu werden. — 18. m. podplatné vid. m. činžovní. 



— 148 -^ 

— 14. m. po meči feudum masculinum das Mannslehen, bei welchem die 
Frauen von der Erbfolge ausgeschlossen sind. — 15. m. pravé feudum 
rectum das rechte Lehen, mit dem Kriegsdienste verbunden waren. — 16. 
m. po přešli ci das Weiber- und Kunkel- oder Schleierlehen, das auch 
Frauen erben konnten. — 17. m. předhraničné feudum in curte das 
Binnen- oder Butenlehen, das in dem Lande liegt, wo der Lehensherr zu- 
gleich Landesherr ist. — 18. m. přikoupené feudum ademtum ein Lehen, 
welches durch den Lehensherrn, im Falle dass es erledigt ist, verkauft und 
so zum Allodwird: si eadem bona hon lagium non sunt ademptum, vulgariter 
dicitur přikúpené aut zpupné manství (DB. 11, n. 524). 19. m. robotné 
oder poddané, welches blos Nichtadeligen verliehen wurde; vgl. man 
robotný und im Artikel manství koruny české sub karlšteinští 
manové. — 20 m. rytířské das Ritterlehen, welches nur Adeligen ver- 
liehen werden konnte. — 21. m. rychty vid. m. fojtství. — 22. m. scep- 
trové das Scepterlehen, welches Bischöfen, Aebten, Aebtissinen, denen 
fiirstl. Rang zukam, verliehen und seit dem Wormser Konkordate (1120) 
dem Fahnenlehen gleichgestellt war: císař všem duchovním knížatóm práva 
jejich podávati má s sceptrem (Pr. Man. fol. 282). — 23. m. staré feudum 
antiquum, das alte Lehen oder Altlchen, ein Lehen, das schon mehreremale 
verliehen wurde. — 24. m. úřední feudum officii, wobei Aeniter, grössten- 
theils Hofämter, verliehen werden. — 25. m. zahraniéné, vně země feudum 
extra curtem das in einem Lande liegt, in dem der Lehensherr nicht zugleich 
Landesherr ist. — 2ß. m. zpupné vid. m. přikoupené und vgl. zpupný. 
Manství koruny české, die Lehen der böhmischen Krone, feuda 
coronEe regni Bohémi». Das Lehenswesen der böhm. Krone wurde haupt- 
sächlich durch Karl lY. eingeführt und geregelt. Man hat zu unterscheiden 
zwischen den Lehen, welche ehedem zu Böhmen gehörten und zwischen 
jenen, welche bis auf die jüngst erfolgte Aufhebung des Lehensverbandes 
der böhm. Krone unterordnet waren. Es gab Lehen L extra curtem 
manství vně země auch manství německá oder německo-česká 
genannt, welche ausserhalb der böhm. Krone lagen, namentlich in Schwaben, 
Sachsen und der Oberpfalz, zu welchen ein grosser Theil des jetzigen Fürsten- 
thumes Schwarzburg, die Besitzungen der jetzt mediatisirten und unter säch- 
sischer Oberhoheit stehenden Fürsten von Schönburg, die Burggrafschaft 
Nürnberg, die Grafschaft Plauen, die Städte und Aemter (in der Oberpfalz) 
Sulzbach, Rosenberg, Neidstein, Hartenstein, Höllenstein, Hilpoltstein, Lich- 
teneck, Tarndorf, Frankenberg, Auerbach, Hersbruck, Lauffen, "Weiden, 
Plech, Eschenbach, Pegnitz, Hauseck, Werdenstein, Hirschau, Neustadt, 
Steurenstein, Lichtenstein, dann die Burgen Pleistein, Reichenstein, Reichen- 
eck, Hauseck, Strahlenfels, Spiess und Ruprecht und die Stadt Bernau u. s. w. 
zählten ; Lünig in seinem Werke „Corpus juris feudalis Gcrmanici" führt 
233 solcher böhmischer Lehen an. Zu diesen gehört (allerdings nur vom 
Standpunkte unserer Zeit) auch die Oberlausitz, mit welcher der Kurfürst 



— 144 — 

Johann Georg von Sachsen 163.") von Ferdinand II. belehnt wurde. Zu den 
deutschen Lehen extra curtem gehören auch die im Egerlande , im Ascher- 
gebiete und im ehemaligen Elbogenerkreise gelegenen Lehen, welche dem 
Lehenhofe in Elbogen untergeordnet waren, der aber im J. 1651 aufgehoben 
wurde, worauf diese Lehen unter die Verwaltung der k. Appellation in 
Prag kamen, IL Die Lehen intra curtem oder die eigentlich böh- 
mischen Kronlehen. Diese zerfallen wieder A) in unmittelbare 
Lehen der Krone Böhmens, zu welchen gehören 1. die zur Burg Karl- 
stein gehörigen Lehen und zwar a) die rytířská manství oder 
rittermäs sig en Lehen: Bytice (ein Ritterhof im Dorfe Dubenec), Celina, 
Drahlovice, Jenikovské, Lasko, Ridka, Rampachovske, Slavkovice, Smolotely, 
Stěžov, Tetin, Vonoklas, Vosovec und Zelkovice. b) manství robotná die 
dienstbaren oder robotmässigen Lehen, die nur an Nichtadelige ver- 
liehen wurden (vgl. manství robotné) 22 an der Zahl und zwar: manství 
Bartošovské, Brounské, Canské, (zwei Höfe in Čím und ein Haus in Třtí), 
Ctiborovské, Cholín, Chytrovské, Dejmikovskó, Drbalovské, Hladké, Klumské, 
Marsovské, Máchovské, Nosakovské, Přibíkovské, Prokopovské, Skotonovské 
(aus 8 Objekten), Strkov, Ylkovské und Zhoř. 2. die Prag er Schloss- 
lehen, manství hradu pražského: manství Bélcovské, Blažovské, Buš- 
kovské, Lidice, Malvarskv hrádek, Malvarské dědiny. Světlíkové, Starcšovské, 
Malé Přítočno. 3. die Dobíišer Lehen. 4. die Půrglitzer (Křivoklátské m.) 
Lehen. 5. die T rautenauer L. 6. die Fri edliinder L. 7. die Mclniker L. 
8. das feudum e conťiscatione Ferdinandi II. in Prödlitz. 9. die 
zwei L. m. Linhartovské und Šaškův Oujczd. — In Mähren und 
Schlesien sind folgende unmittelbare Lehen : 10. die Markgrafschaft selbst. 
11. das Olmützer Bisthum (seit 1349). 12. Goldenstein, Hohen- 
stadt, Schildberg, Schönberg, Mähr. Trübau, welches als Manns- 
lehen mit Lehensbrief ddt. 19. Juli 1624 dem Fürsten Karl von Liechtenstein 
übergeben wurde. In Schlesien: 13. das Herzogthum Troppau 1614 und 
14. das Herz. Jägerndorf, welches 1623 als Mannslehen dem Fürsten Karl 
von Liechtenstein übergeben wurde. 15. das Herzogthum Te sehen, welches 
nach dem Aussterben der alten Herzogsfamilie 1625 an die Krone fiel, 1722 
als Lehen erneuert und dem Herzoge Leopold von Lothringen zugewiesen 
wurde. Maria Theresia kaufte es von diesem zurück und belehnte damit 
(1766) ihre Tochter Maria Kristine und ihren Genial Albert von Sachsen, 
worauf es nach dem Tode dieses an den Erzherzog Ludwig kam ; der letzte 
Lehenträger war Erzherzog Albrecht. 16. das Fürstenthum Breslau be- 
stehend aus Johannesberg, Friedberg, Freiwaldau und Zuckmantel. B) die 
Afterlehen 1. die Afterlehen des Olmützer Bisthumes , mit den 
2. Afterlehen des Olmützer Kapitels 68 an der Zahl: Alt-Běla, Alten- 
dorf mit Proskau, Oujezd , Bílovice , Biskupice bei Hradisch , Biskupice bei 
Znaim, Blansko, Branek, der Bischolshof in Brunn, Chorin, Dešná bei 
Troppau, Deutsch-Pavlovic, Dcutshhauae, Divnicc , Gross-Peterswald, Hano- 



- 145 -^ 

vice, Hausdorf , Hennersdorf mit Johannesthal , Hermersdorf, Holleschau, 
Kačer, Kattendorf, Köhlersdorf , Kosteřec, Kovalovice mit Lutopeč , Kruh, 
Křížanovice, Kurovice mit Střebětice , Loučka mit Podolí, Leitersdorf mit 
Oehlhütten, Malhotice, Malostovice, Martinice, Matzdorf, Wal. Meziříč, Moště- 
nice mit Lověšice, Nechvalin mit Zeletice, Neuhübel, Neu- Sykovice, Ober- 
Pavlovice mit Nieder - Pavlovice , Pačetluky, Prakšice , Rosswald mit Füll- 
stein, Ěikovice mit Oujezd , Schlakau, Slapanice mit Jiřikovice , Schönstein 
mit Hertice, Sedlnice, Skalická mit Niklovice, Stražovice, Stubendorf, Stvo- 
lová, Těšnovice mit Bařice, Troubky, Trnavka, Turas, Waltersdorf mit Ditters- 
dorf, Yasilko, Yiskovice, Yšechovice mit Provodovice, Zábřeh, Začovice 
mit Skalka, Želč. 3. das Afterlehen des Olmützer Kapiteld ech anten 
Sucholazec. 4. das Breslauer Afterlehen bestehend aus dem Gute Ylčice, 
dann dem Burglehen Weidenau, Krautenwalde und drei Lehenshöfen. 

iWansfyr legend, sv. Prok. contractum ex monastir = monasteriuni, 
Kloster. 

i>larburciti, den Process verrathen: „a ti ponö marburčíš" staří 
říkali pře zrazuješ ai. 1569 Čas. č. M. 1829, Heft 4 p. 53). — Yid. marburk. 

Marburk: „že Dupovec otci jeho Marburky dával .... žeby otec 
tvůj marburk byl, to jsem naň v hrdlo lhal" (Ku. ouzká 207b); — bei 
Jungmann =::: pře zrazovati. Die Genesis dieses Schimpfnamens ist bei Emier 
Reliq. I. 108 p. 90 zu suchen: poněvadž on Petr z Řenec nařekl jest Jin- 
dřicha z Drahobuze zrádci Marburským a toho jest ničímž neprovedl, než 
on Jindřich stoje po své cti nechtěje toho na sobě a na svých dětech ne- 
chati, ukázal jest slušná svědomí, že jest té chvíle, když jsú Marburk dávali, 
vězném jsa seděl na jiném zámce ve Kdánště v těžkém vězení a že jest tu 
nebyl, když jsú smlúvu na Marburce dělali" (ai. 1493) bezieht sich wahr- 
scheinlich auf die Abtretung der deutschen Ordensfeste Marienburg durch 
den Orden an die böhm. Söldner , welche 1457 die Burg sodann an die 
Polen übergaben. 

Marcelly: osmnáct tolarů na českých groších a marcellích (Act. 
Olm. 1550—1580) die alte venetianischc Silbermünze Marceli o oder Mar- 
celi ano, die 1550 zuerst geprägt wurde, 15 löthig und wovon 72 72 = Mark. 

Marec = Martius, März. 

Marek, Mareš, Marik = Markus. 

Maria, matka Boží, blahoslavená panna Maria, mater dei, 
beatissima virgo Maria; die Marienfeste sind: 1. Hromnice , Hromnic, 
Hromničná purificatio , occursus, obviatio vmcnávrri^ Frauentag Lichtweih, 
Kerzweihe, Lichtmesse (2. Februar); der böhm. Name stammt daher, dass 
man die an diesem Tage geweihten Kerzen bei Gewittern als Schutzmittel 
gegen das Wettereinschlagen anzuzünden pflegte (hrom der Donner, daher 
hromnice die Donnerkerze): hromnice světí, aby lidé nesli je ku cti svaté 
královny, úvod její pamatujíc. A také prosí kostel svatý : kdežby kdy byly 

10 



^ 146 — • 

rozejženy v domích, aby tu neměl žádné moci ďábel. Protož když hřímá, 
sluší je rozžíci , aby pro kostelní prosbu hrom nemohl uškoditi (Štít. ed. 
Erb. 309); — ten den před Matku Boží Hromnic (Arch. čes. 3, 524); — 
před hodem M. B., ježto slově Hromnic aneb úvod M. B. (ibid. 4, 41); — 
2. Kořenná fraúentag der wurtzweihe, als man in der kerke "vrurze wihet, 
assumtio, Maria Himmelfahrt (15. Aug.), weil an diesem Tage Kräuter und 
AVurzeln geweiht wurden. — 3. Na nebe, na nebesa vzetí oder vzne- 
šení Frauentag, als sie ze himmel fuhr, M. Hinmielfahrt. — 4. Narození 
nativitas, M. Geburt (8. Sept.). — 5. Navštivení processus, visitatio, als sie 
uber dat gebirge ging, da sie zu ihrer base quam M. Heimsuchung (2. Juli), 
auch navštivení Alžběty genannt (vid. navštivení). — 6. Obětování prae- 
sentatio, introductio B. V. in templům, fraúentag als sie in den tempel quam, 
M. Opferung (21. Novem.): den obětování M. B. do chrámu (Arch. ces. 3. 572). 
— 7. Očištění, Očišťování purificatio , Reinigung, Lichtmesse. — 

8. Početí conceptio, Frauentag als sie emphangen ward, M. Empfängniss 
(8. Dezem.): den a hod početí M. B. v advente (Arch. čes. 6, 465). — 

9. Postní annuntiatio, incarnatio domini, Frauentag in der Fasten, M. Yer- 
kijndigung (25. März). Um bei Reductionen der Daten Schwierigkeiten und 
Bedenken zu begegnen, ist im Auge zu behalten, dass, wenn dieses Fest in 
die Osterwoche fiel , Katholiken und Utraquisten dasselbe nicht auf einen 
gleichen, sondern jede Partei auf einen anderen Tag verlegte; so fiel z. B. 
M.Verkündigung im J. 1514 auf den Osterdienstag, die Katholiken verlegten 
die Feier dieses Festes auf Samstag vor dem Palmsonntag, die Utraquisten 
auf den Montag nach diesem Sonntage. Dieser Umstand ist daher bei Re- 
ductionen der Daten zu berücksichtigen. — 10. Semenná nativitas, Frauentag 
in der sat , da sie geboren ward, M. Geburt, da an diesem Tage der zur 
Wintersaat nöthigo Samen (semeno = semen) geweiht wurde (8. September; 
vid. Agend. Olm. 1723 p. H. , p. 62, 65): jako semena světili na svatu 
králo-sTiu (Štít. p. 307) ; — před hodem narození Matky Boží , které říkají 
Semenná (Kn. Tov. k. 53). — 11. Sněžná F. s. M. ad nives, Frauentag 
als der Schnee fiel, M. Schnee (5. Aug.) — 12. Uvod Lichtmesse (úvod 
die Yorführung der Wöchnerin in die Kirche). — 13. Yeliká, (auch krá- 
lovna veliká genannt) Maria magna , der grosse Frauentag, Maria Himmel- 
fahrt: u vigilii M. B. veliké (script. rer. boh. 3, 110); Dobn. Mon. 1, 180 
Akg. erklärt Maria magna irrthümlich für annuntiatio. — 14. Zasnoubení 
desponsatio, M. Yerlobung (23. Jänner). — 15. Zelená Frauentag der wurz- 
weihe, Himmelfahrt, weil an diesem Tage das Grünzeug (zelení) geweiht 
wurde. — 16. Zvěstování annuntiatio, Yerkündigung. 

Mai'ik vid. Marek. 

Markrabství , ein markgräfliches Gut , das als Lehen verliehen 
wurde: na to zvcsti se nemóž, že je to markrabství (P. Brn.) ; — m. zpupné 
das zur markg. Kammer gehörige Gut , das nicht durch neuen Anfall an 



^ 147 -^ 

dieselbe kam und daher nicht als Lehen weiter verliehen wurde: si eadem 
bona non sunt ex antiquo fundo Marchionatus Moravise, quod vocatur in 
vulgari zpupné Markrabství (DB. 11, n. 524). 

Marky, die Marken : a v Marcích (sic) vzali Landsberg a Strusberg 
(Yel. kld. 129) ; — od něhož potom Marky koupil (ibid. 158). 

Maria vid. Merla. 

Mařka = Maria Magdalena. 
Markéta, Markyta = Margaretha. 

Markovo bratrstvo, die Brüderschaft des h. Markus; vid. Markus. 
Markrabí starý, der alte Markgraf; so wird Markgraf Jodok zum 
Unterschiede von seinem jüngeren Bruder Markg. Prokop genannt. 

Markus : že židé od Markusů toliko pro špatný zisk vyučováni 
byli, tak že někteří na školách zjevných šermovali a Markusy se jmenovali 
(Čas. č. M. 1848 p. 307); — kdyžby svobodný šermíř od péra chtěl býti 
mistrem dlouhého meče a k potýkání zkušebnímu žádného mistra a bratra 
tovaryšstva sv. Marka v určitý čas nebylo (ibid. 312); — ein Mitglied der 
Fechterzunft, welche Marx brü der genannt wurden. Sie hatten ihren Ur- 
sprung in der Reichsstadt Frankfurt, führten auch den Namen der Brüder- 
schaft des h. Markus von Löwenberg; auch hiessen sie nach der Waffe, 
mit welcher sie fochten: die Meisterfechter vom langen Schwerte; 
im Wappen hatten sie einen Löwen. — Ygl. fedrfeohtir, mistr dlou- 
hého meče, svobodný šermíř od péra. 

Maršálek zemský, der Oberstlandmarschall des Königr. Böhmen, 
eine Würde, die nur mit einer Herrenstandsperson besetzt werden konnte. 
(LO. 1564, fol. IG). Er hatte in Streitigkeiten der Hofbediensteten und 
Fremden, die sich am Hofe aufhielten, Entscheidungen zu fällen; bei der 
Krönung trug er dem Könige das gezückte Schwert vor und war unter den 
höchsten Landesbeamten dem Range nach der dritte (ibid.) Li Mähren 
hiess er 

Maršálek královský oder M. Český und hier gehörten vor sein 
Forum namentlich alle Processe bezüglich des Adelsrangcs , die vor dem 
Marschalle unter Zuziehung mehrerer Herrenstandspersonen verhandelt wurden 
(Kn. Tov. k. 220) : „což půtek jest v této zemi a cti se koho dotýče a kto 
nařčen bude, buď pán za panoši, neboli zeman za chlapa, neb prostě kto 
chlapem nebo zrádci neb zlým synem nazván bude — ta nařčení mají se 
před ním vyvoditi. A on má při tom míti pány i jiné dobré lidi, buď v 
Praze neb u sebe neb kdež rok tomu složí." Auch waren ihm Lehensträger 
untergeordnet (ibid.) ; doch ist darüber, sowie über den bezüglichen Lehens- 
hof, der in Mähr. Kromau seinen Sitz hatte , nichts näheres bekannt. Im 
mähr. Landtage sass der Marschall gleich nach dem Landeshauptmann. Seit 
dem Ende des 14. Jahrd. M^ar dieses Amt in der Familie Lipá erblich. 

10* 



^ 148 -^- 

Marta die Marter, Folter: židé že dadí 15 tolarů, aby marty prázdni 
byli (MS. LA. M. YIII. 44). 

Martinek demiu. von Martin 1. die Dienstleute, welche um Martini 
den Dienst verlassen. 2. ein ausgelassener Mensch : v neděli po sv. Martinu 
Martinkové a selská chasa udeřili na domy židovské (Vel. kal). 

Máry obecní, tovaryšské die Folterbank. 

Marzana Sonntag vid. Morana. 

Masnice, macellum Fleischkram (Půh. Brn. 1480 65 b). 

Masný krám die Fleischbank. 

Masopust der Fasching, die Zeit, wo Fleisch gegessen wird, p o- 
sledni masopust die drei Tage vor der Aschermittwoche (in Mähren ostatky 
genannt, vid. dieses); es bedeutet daher nicht, wie manche irrig glauben, 
die Fastenzeit; namentlich irrte Voigt, indem er masopust für zusammen- 
gesetzt erklärte aus maso caro und půst die Faste jejuniuni, indem maso- 
pust vielmehr zusammengesetzt ist aus maso und pustiti laxare, levare 
und wahrscheinlich eine Uebersetzung des mitlat. ca rnelevam en: „ba- 
chanalium dies Italis carnevale seu tempus carnes comedendi" (DC); vgl. 
„carncm laxare, tempus, quo caruium esus laxatur, seu eis vescendis 
finem imponunt fidelcs." (ibid.) — vgl. post. 

Mašek dem. de Mach — Martin. 

Matěj zzz Mathias, oft mit dem Beisatze v postě (M. in der Fasten 
z. B. SlIB. 8, 113) da in böhm. wie in deutschen Urkunden häufig eine 
Verwechslung der Namen Mathias und Mathäus eintrat. 

Matka: za dvě matky a 4 poloubečky (MS. Olm. 1616) das 
(Mutter-?) Fass. 

Matouš = Mathäus. 

Matka Boží vid. Maria. 

Matura, Maturie die Frühmesse: aby zůstávali při matuře (Sehr, 
der hist. stát. Séct. 12, p. 13); — mše svatá slově maturií (Cas. c. Mus. 
1845 p. 114); — služby Boží, kteréž matury jmenujeme, (ibid. 116). 

Matyáš = Mathias. 

Mazanečník der Kuchenbäcker: mazanečníkovi za mazance a ko- 
láče. (MS. 1543.) 

Mazanína: do srubu do mazaniny se podkopali (Čas. č. M. 1847 
p. 614); — byli s ním v srube v mazanině a co tu sýra a másla nabrali, 
schovali v háji (ibid.) das Lehmwerk, die Lehmwand bei hölzernen Häu- 
sern, litura. 

Mazati: k. koželuh vyznal, že koželuzi nemazali, nli byli štumfáři; 
potom se srotili ševci a tak počali mazati a tak štumfářské řemeslo sešlo 
. . . ševci vyznali, že sú se koželuhové naučili mazati od tovaryšuov šev- 



— 149 - 

covských . . . ale «evci nejsú proti tomu, aby nemazali, neb jest to ševciiom 
polehčení (Čas. č. M. 1840 p, 175); — wahrscheinlich das Einschmieren 
des sämischgaren Leders mit Oel oder Thran in der heissen Gerbestube, 
wobei es gewalkt und dann schwarz, golb, grün u. s. w. gefärbt wird. 

i^ázhús : měli hádání na velikém mázhůzu rathúzském (SRB. 3, 
134); — vyšel purkmistr na mdzhúz (ibid. 234), aus mith. maz Speise und 
hůs Stube, Saal, Haus; daher mázhúz coenaculum, triclinium. 

Mecek der Namensvetter (rad. mě, imě). 

Mec 1. gladius das Schwort, der gerichtliche Zweikampf mit dem 
Schwerte: quod vulgariter vocatur mecze, kyj, voda etc. (CD. 3, 149 ai. 
1252); — z hlavy právo s meči sedati (Kn. Roz. či. 184). Ausführlich 
handelt darüber Ord. jud. terrře Arch. č. 11. — 2. wie im deutschen Symbol 
für Mann: léno po meči ein Manns- (Schwert-) lehen ; přítel po meči der 
Schwertmagen; po meči poslední rodu der letzte mcännliche Sprosse. — 
vgl. preslice, vřeten. 

Medaj: tkanice zlaté a stříbrné, knoflíky zlaté i jiné štefky, medaje 
(Sněm. p. kn. 1()07 p. 294) die Medaille. 

Medaí' der Waldbienenzüchter , Ilonigbauer apiarius, mellificator ; 
sie bildeten in manchen Gegenden eine eigene Zunft , z. B. in Wal. Me- 
zeříč: kdožby medařem býti chtěl, má se lamfoitu ohlásiti (Pani. kn. Val. 
Mez. MS. LA.). — Ygl. Brť, Brtiiík, Lamfogt. 

Medenice das Giessbecken, Hand- Fussbecken. 

Medník vid. Itledař. 

uledotekoueí otec ^= s. Bernardus mellifluus. 

Meches die Mauth, welche jeder über die Pragerbrücke gehende 
Jude zu zahlen hatte. 

iMekyna = tluč der Schrott in der Mühle: příjem za prach, otruby 
a měkyny (MS. LA). 

ülelichar. = Melchior. 

illembrán aus dem lat. membrána: strany zpravení beraě, kdy by 
ji ouředník ode mně, poněvadž jsem mu již membrány poslal , zpraviti měl 
(List. Zer. 2, 389) ein aus Pergament- odei- Papierblättern zusammenge- 
legtes Register. 

Měna das Münzwechsleramt : v našicli městech veksle nebo měny 
spósobiti (Arch. č. 4, 438). 

Mendíeek (demin. von mendík) mendicellus der kleine Bettel- 
student : že se na mendičky chudé malý pozor dává ; co by se měli učiti, 
že se hned ráno toulají a žebří. (Pam. arch. 1873 p. 804). 

Mendík vom lat. mendicus 1. Bettelmönch: tu mendík, nedávno 
vřivý a nahý, již holý a do kápě oblečený (List. Žer. 3, 12). 2. der Bettel- 



— 150 — 

student, der inanclimal zu verschiedenen Yerrichtungen verpfiiclitct wurde: 
poroučeti mcndíkům, aby se ráno a na večer na klekání zvonilo (Sehr. d. 
hist. stát. Sekt. 12, 77); — aby pak škola a lektoř v čistotě se chovala, 
vždycky se několik školometů přichovávalo, jímžto učení niendici, s})rostý 
pak lid mendlíci říkali. (Pam. Kut. 226). 

^lendiík vid. ^leiidík. 

Menhard = Meiiihard. 

Menrad, Meiirat noni. viri Meinhard. 

Meii8Í soud vid. soud zemský. 

Merliovaný : aby postav nebyl merhovaný neb pruhatý ani pro- 
měnnými útky tkaný (Čas. č. M. 1839 p. 227) gestreift virgis distinctum, 
varie virgatum ; vgl. lit. már gas, versicolor, már gin ti = böhm. merho- 
vati buntgestreift machen. 

Měřic zemský der Landes-Geometer, der verordnete Landmesser, 
mensor publicus; er war dem Oberstkämmerer untergeordnet, beeidet und 
hatte beim odhad die Vermessung der geschätzten Objekte vorzunehmen : 
měřici zemskému od lánu dědiny odměření 20 gr., od lánu lesu půl kopy 
gr. č. (Zříz. Ylad. Ač. 5, 102 n. 166). 

Měsíčné tributům, quod omni mense solvitiir die monatliche Abgabe: 
měsíčné, komínové, lánové (MS. Ostrau 1710). 

nieslo: všickni Opločtí jsou povinni na louce naší seno na meslu 
svém obraceti i také z téhož mesla svého do dvoru našeho seno svésti . . . 
jsou povinni k tarasuom rybníkuov z lesuov našich Lobodských k meslu 
svému voziti a to meslo opravovati (Priv. Tov. f. 87). Nach diesem Citáte 
bedeutet meslo offenbar einen Theil pars und zwar den Theil einer Wiese 
und den Theil einer Teras se. Jungmann sagt : „moslo ein ausgemessenes 
Stück Feld, auf den Teichen, ferner ein abgemessenes Stück Leder bei den 
Schustern und Lohgärborn." lliezu sei bemerkt, dass m. im Sprachgebrauche 
mancher Gegenden auch den Theil eines Lattenzaunes oder Zaunes über- 
haupt bedeutet. lieber das Etymon ist die Entscheidung schwer ; könnte 
man das Wort in Verbindung bringen mit metati werfen, nämlich das 
Loos, so dass meslo den durch Werfen des Looses erhaltenen Antheil be- 
deuten würde, dann stünde der Ableitung des Wortes meslo von metati 
(statt metslo) nichts entgegen, da der Ausfall des d und t vor s nicht 
selten ist. Oder soll man an das deutsche messen denken, wovon das dial. 
das Massl stammt; sollte aus dem letzteren das böhm. Wort durch Um- 
laut des a in e entstanden sein ? 

Měsný : v pivovaře káď veliká měsná (Invent. Fernst. 1490) das 

ScheuerschaíF, der Scheuerbottich. 

Mešné, das Messgetreide (zum Backen der Hostion?). Jungmann 
führt kein Citat an, auch mir ist keines bekannt; vgl. im poln. bei Rzy- 
L 340: missalia seu annona?, alias meschne. 



— 151 — 

Mťsta královská auch Jeho Milosti Královské města stavu užíva- 
jící (= die Standscliaft geniessenden Städte) die königlichen Städte , regia3 
urbes , welche in Böhmen den dritten , in Mähren den vierten politischen 
Stand ausmachten. Sie standen unter keiner Grundobrigkeit , ihr unmittel- 
barer Herr war der Kiinig, der sie durch den Landesunterkämmerer, was 
die "Wahl des Stadtrathes und Stadtrichters u. s. w. anbelangt , controlliren 
Hess. Durch Verpfändung oder Yerkauf geschah es allerdings, dass manche 
dieser Städte aufhörten königlich zu sein und dass sie unterthänig wurden. 
So erklärt es sich, dass z. B. in Mähren noch zu Anfang des 15. Jahrhd. 
Eibenschitz, Littau, Prcrau, Pohrlitz und noch andere unter die königlichen 
Städte zählten, während sie zu Ende dieses Jahrhd. bereits unterthänig 
waren. Prerau versuchte es zu Ende des 16. Jahrlid. durch Loskauf von 
der Grundobrigkeit wieder frei zu werden, aber es gelang nicht; glücklicher 
war Gaya, welches sich um 154S von der Obrigkeit loskaufte und im 17. Jhd. 
durch den König unter die kcinigl. Städte aufgenommen wurde. Die königl. 
Städte bildeten im Landtage eine eigene Kurie; sie besassen die Landtafel- 
fähigkeit. Doch waren die Vorstädte von diesen Rechten ausgeschlossen, da 
sie griisstentlieils entweder der Patrimonialgeiichtsbarkeit der Stadt oder 
anderen Dominien untergeordnet waren; schon die Urkunde K. Wenzels für 
Brunn ai. 1243 definirt den Stadtbürger als den, der innerhalb der 
Mauern und Wallgräben wohnt: quicunquo civium infra civitatis ambitům, 
hoc est infra fossatum et murum (CD. 3, 12); und in Záp. Zer. heisst 
es : ti, kteří mají dvory na předměstech, žádného práva k měšťanství nemají, 
jestliže v okrsku města nic nedrží (1, 90); — usoudili jsme, poněvadž před- 
měšťané poddaní jsou a stavu neužívají .... (1, 254). In Böhmen werden 
zu verschiedenen Zeiten als königliche Städte orwilhnt : Prag , Kuttenberg, 
Pilsen, Kouřím, Bydžow, Cáslau, Budweis, Tábor, Moldautein, Aussig a. d. E., 
Beraun, Pisek, Prachatitz, Klattau, Mies, Taus, Rokyzan, Saaz, Brüx, Laun, 
Kadan, Rakownik, Schlau, Leitmeritz, Eger, Ellbogen, Melnik, Hohenmauth, 
Nymburg, Kolin u. s. w. In Mähren die noch jetzt königlichen Städte: 
Brunn, Olmütz, Znaim, Iglau, Ung. Hradisch, Mähr. Neustadt, Gaya ; früher 
noch : Eibenschitz, Pohrlitz, Littau, Prerau, Göding, Bisenz u. s. w. 

městečko wörtlich das Städtchen, speziell der Marktflecken: 
aby již předřečená Nosislav ne ves ale městečko slouti mohlo .... a 
poněvadž jiná městečka nade vsi obecné jarmarky a trhy vysazeny jsou . . . 
(MS. LA.). 

Měšeciiik: mistři kteří měšce dělají, der Taschner (Čas. č. M. 1839 
p. 238). 

Hlešiiík, Messpriester, welcher keine bestimmte Pfründe hat. 

Met, der Muth, ein Getreidemaass; einmal fand ich den Muth zu 
32 Metzen: ode nita, kterýž 32 měřice má (dávají se) mlynáři 2 měřice 
obilí (Urkd. 1490). 



— 152 — 

Metek deniin. von met: ovsa tři metky , ječmene pět mctků (MS. 
Pross. 1545). 

Metovaiiý : košilí, čcclilův, věncův, facúnův i jinýcli věcí rozličných 
metovaných (SRB. 3, 244) gewirkt, gewoben? (člunkem tkadlec po zorni 
nemete, aby poutce nezurážel). 

Meze, die Gränze, in Mat. Yerb. : meza porca inter duos siilcos 
terra? eminens der Streif, welcher zwischen zwei Aeckern ungefurcht bleibt, 
der Rain ; von mezi, altsl. mezda inter, zwischen. — Ygl. výnizda. 

Mezní, was zur Gränze gehört; m. právo das Recht der Gränze, 
der an der Gränze oder in einem Processe um dieselbe abgelegte Eid ; — 
m. soud das Gericht in einem Gränzprocesse, welches in Mähren zur Kom- 
petenz des Landrechtes gehörte , während es in Böhmen durch den Prager 
Burggrafen ausgeübt wurde. Aus den bezüglichen Quellen ersehen wir, dass 
sich bei diesem Gerichte viel alterthümliche Formen erhalten hatten, wovon 
wir nur den Eid der Zeugen an der strittigen Gränze selbst erwähnen wollen. 
Zu diesem Zwecke wurde an dem Orte , wo die Gränzbegehung anfangen 
sollte, eine Grube gegraben , in welcher die Zeugen baarfuss , im blossen 
Hemde und unbedeckten Hauptes niederknieen und den Eid ablegen mussten 
(Kn. Dr. p. 60. Jak. Menšík p. 58). Jakob Menšík gab diesem Vorgange 
allerdings eine christliche Deutung; aber es ist kaum zu bezweifeln, dass 
wir hierin eine Erinnerung an einen uralten Vorgang zu erblicken haben, 
wobei der Rasen, dm, eine grosse Rolle spielte. Bekannt ist es, dass die 
Römer und Deutschen bei Processen Zeugenschaft ablegten, indem sie das 
Haupt mit einem Stücke Rasen bedeckten (Saf. Starož. 52; Böhmes Beitr. 
5, 141); auch die Slaven pflegten dasselbe zu thun (Mik. Lex.), wie sich 
denn auch derselbe Rechtsgebrauch bei den Skandinaviern findet: gánga 
undir iardar men (Gr. RA. 118). Beidos, das Tragen des Rasens und das 
Graben der Grube deutet symbolisch an, dass der Zeuge die Wahrheit sagen 
wolle, wem der Grund und Boden gehört; vgl. auch hiezu die chrenechruda 
der Franken und die herba pur a der Römer; — m. vol wörtlich der 
Gränzüchs: similiter in occupatione metarum , si aliqui in Judicium fuerint 
vocati et judicati, ad ecclesiam venditio redeat simul cum eo , quod dicitur 
mezniwol (CD. 8, 215), Erben erklärt es durch masny vól der Mastochse; 
es ist aber offenbar ein Ochs gemeint , welcher für eine Gränzverletzuag 
als Strafe gezahlt wurde. Auch die decreta Břetislai kennen eine ähnliche 
Strafe: qui in agris vel sil vis sepeliunt mortuos, archidiacono bovem solvant 
(Scr. r. boh. 1, 112). 

Mezník, der Gränzstein, das Gränzzeichen überhaupt; vgl. hranice, 
kop, líha, sádek, ur očistě. — Zu bemerken ist der Ausdruck: svěd- 
kovo mezníku = die Zeugen des Gränzzeichens; man vorstand darunter 
die unter einem solchen Gränzzeichen in die Erde vergrabenen Gegenstände: 
imponentes eisdem acervis signa occulta (CD. 2, 15); — hrnec s uhlím 



— 153 — 

a některé peníze do toho kopce zakopány (pam. Kn. Lipn.); — das ist 
sein mit rayn und mit Gemerken , es sind stain oder kolen , die man yn 
grossen höfen yn die erde grebt und steinhaufFen dorauflF legt. (MS. LA.). 

Michek nom. viri Nicolaus: Mikuláš jinak Michek. (Půh. 1583). 

i^lihulka, ein Gefängnissthurm der Prager Burg : dán do Mihulky 
na hradě pražském (vgl. Pam. arch. 1874 p. 87). 

]>!ik, Nicolaus durch Weglassung der 2 folgenden Silben entstanden 
ähnlich wie im deutschen Klaus durch Weglassung der ersten; von diesem 
Mik sind hergeleitet: Mikes, Mikšík. Míkšíček, IMikiil, Mikula, Mikus, 
Mikuláš = Nicolaus. 

Mikulaseuci Nicolaite vid. Mikulášovští. 

Mikulásovští. So hiess eine Fraktion der böhmischen Brüder nach 
ihrem Gründer Mikuláš einem Bauer aus Ylásenic; sie hiess auch jednota 
plačtivá (die w^einende Unitcät), w^eil sie über die vielen Sünden in diesem 
irdischen Jammerthale häufig Thränen zu vergiessen pflegte: „jestližeby 
kteří Mikulášenští anebo ti , kteříž se jsou od Pikhartů odtrhli , kde se 
nalezli .... Sie erhielten sich in Böhmen und Mähren bis ins 17. Jahrh. 
Im J. 1576 erschien eine Confession dieser Sekte im Drucke, von der aber 
kein Exemplar bekannt ist. — Yid. Vlasenecti und SJaniita. 

Míle, die Meile milliaiium. Das MS. im LA. sign. XII. f. 9, p. 408 
enthält eine offizielle Angabo, wie die Meile zumessen sei: „šest noh záhon 
zšíří, těch 60 záhonů zdálí jsou jedny hony a těch 60 honů jest jedna míle 
zdélí spravedlivého měření ; prostředního člověka nohu odměříc provazec 
52 loktí neb 26 kročejů. Jitro neb strých tři provazce, míle drží 415 pro- 
vazcův." — Míle česká drží v sobě 365 provazcův (Pr. měst. 39, 8). 

Milost 1. der dem Landesherrn zukommende Titel: Jeho Milost 
(abgekürzt JM.) pán náš. Aber auch von der Gesammtheit der Stände hiess 
es: Jich Milosti páni stavové, ebenso von den Oberstlandesoffizieren: Jich 
Milosti nejvyšší páni ouředníci ; ferner vom Herrenstande : Jich Milosti stav 
panský, oder von einer Ilerrenstandsperson, die dem Gremium der obersten 
Landesbeamten angehörte , falls ein Niederer zu ihr sprach oder an sie 
schrieb. — 2. die Gnade : má na milosti králově a panské býti (Ač. 4, 543) 
=: ist der Gnade des Königs und des Herrengericlites anheimgegeben. 

Milostivé léto annus jubileus : 1394 bylo jest na Vyšehradě milo- 
stivé léto z Říma přineseno (SRB. 3, 5); vgl. im deutschen: das gnaden- 
reiche Jahr und Gnade = Ablass. 

Mimochoduik, der Zelter: jednak na rychlém mimochodníku, jakýchž 
koní obyčejně užívával (Pav. Skal. p. 335). 

Mina svatá : světili na sv. Jana (d. i. Job. Evang. 27. Dezember) 
minu svatá (Štít. ed. Erben p. 307). Es ist hier allerdings wahrscheinlich 
das Weihen des Johanniskrautes hypericum perforatum (Johannis amor) 



— 154 - 

gemeint; aber der Ausdruck selbst beweist, dass die Johann es- M in ne 
oder das Trinken des s. Jo ha nnoss ogo ns auch in Böhmen Eingang 
gefunden hatte. Und somit ist die Eiklärung nicht ausgeschlossen, dass unter 
mina svatá auch der AVein selbst gemeint sei, den man zum Tranke 
der Johannesminne verwendete. Das Weihen des Weines an diesem Tage 
war ein durch ganz Mitteleuropa verbreiteter Gebrauch und dieser Wein 
galt als Mittel gegen Vergiftung, weil jener Heilige nach der Legende Grift, 
ohne Schaden zu nehmen, trank, (vgl. Gr. Myth. p. 52 ifg). 

i^liiieiiiistr der Münzmeister, ein landesf. Beamte, welcher die 
Münzprägung zu bewachen liatte ; in Böhmen namentlich der oberste Beamte 
des Münzregales in Kuttonberg, der nach der LO. 1564 auch aus dem Ritter- 
oder Bürgerstande ernannt wurde : nejv. mincmistrové mají tu na horách 
Kutnách residenci a dávají se jim mimo jiné případnosti z mince tu na ho- 
rách každého téhodne 10 kop. gr. (Čas. č. M. 1828. III. 31). In Mähren 
gab es nur dann einen Münzmeister, wenn das Land einen eigenen Mark- 
grafen hatte. 

Míniti: paklibycliom k nim i k jich zboží co mínili, tehdy jim 
máme čtyři neděle napřed dáti věděti naším listem (Arch. č. I. 195) einen 
Anschlag im Sinne haben, einen Angriff vorhaben. 

IVliiiiice, Miiiuci der Kalender : že (kantoři) s malovanou minucí 
velice se zaneprázdňují a sacra^ lectiones že se nečtou, jen s minucí se pá- 
rají, bez čeho býti nemůže (Pam. arch. 1873 p. 804). Jungm. leitet das 
Wort von minut i a =: minuta) mcrces her, so dass m. anfänglich einen 
kleinen Kalender bedeutet hätte. Oder waren illustrirte Kalender gemeint 
(malovaná mimici), so dass das Wort von miniatura die Miniaturmalerei (von 
minium der Menning) stammen würde ? — vgl. Minimenfarbe. — Dass aber 
die Schulmeister sich so eifrig mit dem Malen der Minutien beschäftigten, 
hat seinen Grund darin, weil sie dieselben im Advente den Schülern gaben, 
um die Eltern an die gewöhnlichen W^eihnachtsgaben für die Lehrer zu 
erinnern. 

Mir 1. im Stadtrechte = dem deutschen Friede, die Einzäumung. 
2. der Friede pax, daher : míru líbání der Friedenskuss, vid. paceiu. 3. ein 
Personenname = dem deutschen frid : Nedamir = Unfrid, Ljutomir = 
Grimfrid u. s. w. 

Mira 1. das Mass, der Metzen. Es gab in Mähren den Olmützer- 
und B rünner-Metzen; jener war kleiner, dieser grösser: ale to na malú 
míru Olomúckú (Kn. Tov. k. 68) ; — a kdež by byl plat ospový, tehdy má 
počítána býti měřice míry velké po 6 gr. ... a menší měřice míry Olo- 
múcké po polovici toho (zříz. zem.); — decem modios Brunensis mensurse 
(ai. 1366 CD. 9, 353). Doch war ein häufiges Schwanken in der Bestimmung 
dieses Maasses : na tu nynější velikou míru Olomúckou (ai. 1568 Priv. 
Tov. p. 107). Zu Ende des 16. Jhd. wurde der Brünnermetzen als Normal- 



— 155 — 

maass eingeführt: v zemi této jednostejná měřice býti má, totiž taková, 
jakž Brněnská míra vynáší (ai. 1606. List. Žer. 3, 45); — im J. 1638 wurde 
wieder der Olmützer Motzen als Normale festgestellt. (Sehr. d. hist. stat. 
Sekt. 12, 430). Der alte mähr. Motzen =1-5 niedöst. Motzen. — 2. v této 
míře in dieser Zeit nsQi zov xmqov: v této míře při sobě lidí nemáme, ale 
když k nám přijdu, nezapomenemť tebe (ai. 1462); — lidmi vojensky v té 
míře nehýbaj. 

Mírník der Vermittler, Schiedsrichter, amicabilis compositor: mír- 
nící a výmluvci na straně Stesla (MS. LA. M. YII. 20 p. 46). 

Místo = z. B. písař, sudí, hejtman, komorník der stellvertretende 
Beamte des Oberst-Landschreibers, Richters , Hauptmannes, Kämmerers, 
auch Yice-Landschreiber u. s. w. genannt ; die nähere Erklärung daher 
unter den Schlagwörtern hejtman, písař, sudí u. s. w. nachzusehen. Yergl. 
aber místodržící úřadu. 

Mísfodržící úřadu der Stellvertreter eines der obersten Landes- 
beamten, den der oberste Landesbeamte in seiner Verhinderung zu bestim- 
men das Recht hatte. War aber kein wirklicher Beamte für eines der 
obersten Landesämter ernannt, sondern nur sein Stellvertreter, so konnte 
dieser einen Stellvertreter für den Fall seiner Verhinderung nur dann er- 
nennen, wenn das Landrecht eröffnet war : kdyby sc trefilo, žeby kdo místo- 
držící nejv. úřadu byl, ten že jiného nániěstníka svého postaviti nemůže, 
leč po zahájení soudu." (Záp. Žer. I. 11). Nur der Vicelandschrciber scheint 
ein ständiges Amt gewesen zu sein. 

Místodržitelé, Místodržitelství die königl. Statthalterei in Prag, 
ein Amt, das nur dann fungirte, wenn der König sich nicht im Lande auf- 
hielt. Zu diesem Zwecke ernannte der König Personen nach seinem Be- 
lieben zu Statthaltern, deren jeder der Titel místodržitel zukam; ge- 
wöhnlich waren es Mitglieder der obersten Landesbehörden , denen noch 
mehrere Herrenstandsmitglieder, gewöhnlich 6, beigegeben wurden. Unter 
Ferdinand H. wurde aber dieses Amt eine ständige Institution , welche der 
Hofkanzlei untergeordnet war und die W^eisungen derselben auszuführen 
hatte, wobei es eine dreifache Expedition gab: locumtenentia, ubi mere pu- 
blica tractantur , habet expeditiones ternas, bohemicam , germanicam et 
militarem. 

Místopísaí* vid. písaí* zemský. 

Místosiidí der Stellvertreter des Oberstlandrichters. 

Mistr dlouhého meče der Meisterfechter voiíi langen Schwert: a 
dříve nežliby který za mistra dlouhého meče učiněn byl, má ve všech sedmi 
a zmužilých zbraních šermovati (Čas. č. M. 1848 p. 305). — vgl. Markus. 

Mládenci svatí innocentes : 1415 den sv. mládencóv = 28. Dez. 
1414 (Arch. č. L 197). 



— 156 — 

Mláďátka Innocentcs Arch. č. I. 319: ten pondělí po mlaJátkách 
1480 (parviili innocentes Bintcrini). 

Mládkuvství die Stellung des jüngsten Meisters in der Zunft: a 
Y cechu jako mladší aby odbývati povinen byl, pokud jeho z mládkovství 
jiný nevysvobodí. (Wal. Mes. Stadtb. f. 29 b). 

Mladší = mladší úřadník wörtlich der jüngere Beamte; der 
einem obersten Ijandesbeamten untergeordnete, dann der Beamte des klei- 
neren Landrechtes : tito čtyři úředníci, najvyšší komorník, sudí, písař zemský, 
purkrabí mají pud sebú své mladší; komorník jednoho, jenž slově komorní 
druh, sudí jednoho, jenž slově podsudek .... a ti všichni mlazší svých 
pánóv jsú přísežní, aby chudému i bohatému pravdu Činili. (Jir. Cod. j. b. 
III. 2. p. III.) ; — najvyšší komorník . . . komorníky mlazší má v své moci 
(Ondř. z D. Arch. č. 2, 485) ; — dokudž úřad vešken nebo jich mlazší sedí 
(ibid. p. 484). — vgl. komoriiíc druh. 

Mlazší vid. Mladší. 

Mlceiiec willkührlich gebildet von mlčeti schweigen : lepší mlčenec 
než volanec, besser der Schweiger als der Schreier (bei Smil Flaška Výb. 
I. 846. v 13). 

Mléťiié (von mléko, die Milch) die Einnahme für verkaufte Milch 
und die daraus verfertigte Butter und Käse : mléčné z dvorů ať se zapisuje 
každý týden, co se másla, sýra udělá v kterém dvoře. (Cas. č. M. 1835 p. 280). 

Mluviti 1. für etwas, in einem bestimmten Sinne sprechen, stimmen: 
tito páni k tomu a tito k tomu mluví (Kn. Tov.); — po prožalování počal 
k své věci mluviti (Záp. Žer. I. 48). — 2. od někoho mluviti , die Sache 
eines Anderen im mündlichen Processe vertreten: prokurátor císařský vedle 
povinnosti své od nich mluvil, (Záp. Žer. I. 14); — že nemá žádného, kdoby 
od něho mluvil, aby při od něho vedl (ibid. 189). 

Mlynářský soud, wörtlich das Müllergericht, von Stránský resp. 
b. p. 514 Judicium ripense genannt; ml. s. Müllergericht wurde es 
genannt , weil es aus Prager Müllern zusammengesetzt wurde ; Stránský 
sagt darüber: jus ripense cognomentum ex eo sortitur, quod in eo de flu- 
minum eluvionibus, alluvionibus, molendinis, pontibus, aquseductibus , deriva- 
tionibus, septimentis, immissuris, operibusque aquaticis ceeteris , in finitimo- 
rum injuriam factis, cognosci statuique consuetudo est. Adhibentur huic 
judicio adstricti sacramento speciali molitores pragenses et de causis id genus 
ex opificii, quod tractant, disciplina, experientia, consuetudinario jure suo 
et majorům judicatis, in loco ubi innovatum quod est, quod Ecquum videtur, 
pronuntiant." Und das Yademecum p. 78: „Der Geschworenen Landmüller 
Amt, právo přísežných zemských mlynářův, constituitur a magistrátu Anti- 
quourbensi solum, olim Judicium ripense nuncupatum, quod agit ratione eleva- 
tionis aquarum, cataractarum, molendinorum etc." 

Mlyiiiště locus molendini (DB. 12, 783). 



■^ 157 -^ 

Mnich, der Mönch, šerý der graue (Cisterzienser) , černý der 
schwarze (Benediktiner, Augustiner u. s. w.), bílý der weisse (Prämonstra- 
tenser), zrzavý der rothe (von der rothbraunen Kutte der Franziskaner und 
Kapuziner, Čas. č. M. 1849, 1. 72). 

Mniška monialis. 

Mnišský peniz, das Mönchsgeld, d. h. umsonst = deo gratias 
(Čas. Č. M. 1829 IV. p. 61). 

Moc 1. potestas, facultas: z moci královské, — vyslali jsme s plnu 
mocí mit Yollmacht; bratřím neb jiným přátelóm v moc dáti; — že jest 
neměl té moci na statek jeho se dlužiti; — 2. = násilí Gewalt: bral mi 
mocí seno na lukách (Půh. Br. 1447); — aby žádný žádnému mocí nepře- 
kážel (Landfriede 1412); — „a moc jest zastavena násilí činicímu ne násilí 
odpírajícímu (Yšeh. III. 23); — že mi drží pravú mocí věno." (Půh. Brn. 
1406 f. 22). 

Močerina (von mokrý nass) der Anger: za kus pasečisk , jednu 
čtvrt močeřin (MS. Hochw. 16. Jhdt.) 

Mocně prostáti gewöhnlich in der Verbindung: nález na mocné 
přestání, jenes Urtheil, welches nicht das Landrecht, sondern der Landes- 
hauptmann, dem von den Parteien die Macht hiczu gegeben wurde , fällte. 
Daher die Ausdrücke: mocně přestali na N. N., die Parteien unterwarfen 
sich dem Ausspruche, also gleichsam Machtspruche: pakli l)y dobrovolným 
jednáním nemohlo srovnáno býti a strany by na p. hejtmana mocném roz- 
sudku chtěly přestati .... a jestližeby která strana nechtěla na p. hejtmanu 
mocně přestati .... (Sněm p. Kn. I. 102). In der Uebersetzung einer böhm. 
TJrkd. ai. 1547 (LA. Brück L. I. n, 54) wird: na mocné přestání na mne 
durch : „auf starkes Gutachten an mich" wiedergegeben. 

Mocně přijíti na někoho die Parteien vereinigten sich , um durch 
bestimmte Personen den Streit endgiltig entscheiden zu lassen : s tu jistu 
pří byli sú mocně přišli před .... i podvolili sú se mocně s uobú stranu 
(Ač. I. 138); — že jsme mocně přišli a přicházíme na S. z. R. o ty věci 
a což kolivěk náš zvolenec p. S. mezi námi vyřkne a vypoví , na tom chci 
dosti míti po vyrčení i hned i potom a slibuji to zdržeti svú věru čistú 
beze lsti (ibid. 143). 

Mocný list, der Machtbrief, namentlich jener, mittelst w^elchem die 
Landesfürsten das freie Testirungsrecht verliehen : „poručenství někdy se 
činí někdy na listy královské a k tomu rozumu to bývá , že za zdravého 
života neb na smrtelné posteli dáti své muož, komuž se jemu zdá" (Kn. 
Tov.); — „kdožbykoli na mocný list královský poručenství udělati chtěl" 
(Zříz. z. 1545). Das auf Grundlage eines solchen Briefes ausgestellte Testa- 
ment hatte dieselbe Kraft, als ob es in die Landtafel eingetragen worden 
wäre : mám mocný list od .TM. krále , abych o statku svém mohla zříditi, 



— 158 -^ 

poručiti etc. a to aby tak mocné bylo, jakoby podlé řádu země této dskami 
zapsáno bylo (MS. LA. sign. M. VIL 14, fol. 80). 

Mocný poručník vid. Poručnik. 

Hlodlák, der Götzendiener: modláci , ježto sě tociš modlám modlí 
(Bib. 1404 f. 141). 

Mohovitý vid. movitý. 

Moťhejr: vlašská sukna harasy, ferštaty, mochejry (Lum. 1860, 
p. 879) der Mohair. 

Moudrost Boží festům sapientiae der 17. Dezember, weil an diesem 
Tage die Antiphone nach dem Magnifikat beginnt: o sapientia ! Jungm. 
Wörterb. setzt dieses Datum unrichtig auf den Sonntag vor Christi Geburt. 

Moraiia (in der Königh. Handsch. Mořena, in Böhmen jetzt Mo- 
řena, in Mähren Mařena, poln. Marzana) die Todesgöttin der Slaven. 
Bei der Spärlichkeit schriftlicher Denkmäler aus der heidnischen Zeit Böh- 
mens ist jede Untersuchung über die altböhmische Mythologie mit grossen 
Schwierigkeiten verbunden und was sich in dieser Beziehung feststellen 
lässt, kann nur durch Induction und Yergleichung erreicht werden. Was 
Morana anbelangt, ist die Forschung noch in einer verhältnissmässig gün- 
stigen Lage ; günstig ist erstens der Umstand, dass in den Liedern, welche 
beim sogenannten Todaustragen gesungen werden, der in manchen Liedern 
vorkommende Ausdruck Mořena, Mařena durch die Worte smrtholka 
oder verkürzt smrtolka (d. i. die Todesjungfrau) am häufigsten aber durch 
smrť (Tod) ersetzt wird, wodurch also die Identificirung Morana's mit 
smrt dargethan und die Eigenschaft der ersteren als Todesgöttin bewiesen 
wird. Aber diese Identität der Morana mit smrť ist ein zweiter günstiger 
Umstand für die Forschung, indem sich Volkslieder erhielten, in denen 
smrť als Personifikation erscheint und mit allen Attributen eines verderben- 
bringenden Wesens, das den Menschen grausam tödtet, versehen ist. So 
heisst es in einem Liede der Susil'schen Sammlung mähr. Volkslieder p. 10: 
střelila ho smrti — Střelu přeukrutnú — A píchla ho v srdce — Pře- 
velice těžce (Es schoss auf ihn der Tod mit einem grausamen Pfeile und 
stach ihn schwer in's Herz); ferner p. 11 zabodla ho v srdce (der Tod 
bohrte ihm in's Herz). Aus diesen Stellen lernen wir als Attribut der Mo- 
rana den Pfeil kennen, den sie auf den Menschen schnellt, um ihn zu 
tödten ; dasselbe Attribut vindicirt ihr auch die Königinhofer Hdsch., indem 
sie von dem verwundeten Vlaslav sagt : Mořena jej šipáše*) v noc črnú 
(Mořena schnellte ihn mit ihren Pfeilen in die schwarze Nacht). Dieses At- 
tribut des tödtlichen Pfeiles, den Morana auf die Menschen schleudert, führt 

*) Die gewöhnliche Leseart ist sypáše, von einem weiters nicht belegten Worte sy- 
pati, einschläfern; ich lese šipáše die durative Form von šipéti mit Pfeilen 
schiessen, eine Leseart, die ich an einem anderen Orte des weiteren erhärten 
werde. 



^ 159 -r, 

uns auch auf verwandte mythologische Grebiete und zwar zunächst zu den 
Litauern, die unter allen Indoeuropiiern den Slaven am nächsten stehen ; 
dort finden wir die Todesgöttin Griltiné, deren Namen, wie Schleicher nach- 
wiess (Beitr. z. vergl. Sprachf. II. 129) von gél-ti stechen herstammt, 
(vergl. oben die Worte des Liedes: stach in's Herz) so dass Giltine wie 
Morana eine mit Pfeilen bewaffnete Göttin bezeichnet. Aber auch die nor- 
dische Yalkyrie heisst Geidriful d. h. die lanzenwerfende, und ebenso 
ist Artemis als Todesgöttin 'loyJatQa „die pfeileschüttende, pfeileschnellende" 
Göttin. Das Attribut des todtbringenden Pfeiles weist uns in weiterer Ver- 
folgung der vergleichenden Methode auf den Weg, auf welchem wir die ur- 
sprüngliche Auffassung und Anschauung kennen lernen, die der Morana zu 
Grunde liegt. Es ist die schwarze Gewitterwolke, aus welcher der zuckende 
Blitz niederfährt, welcher den Getroffenen augenblicklich tödtet. Das Bild 
des Blitzes ist eben der Pfeil, den die Todesgöttin abschnellt. Bezeichnend 
für die Anschauung der Slaven in dieser Richtung ist eine Stelle im Igor- 
liede : „schwarze Wolken ziehen vom Meere her, welche vier Sonnen 
verdecken wollen, und lichte Blitze zucken in ihnen .... der Regen 
wird in Gestalt von Pfeilen herabschiessen". Und dass die kosmische Er- 
scheinung der schwarzen Gewitterwolke die Veranlassung zur Bildung der 
meisten mythologischen verderbenbringenden Wesen wurde, dafür ist, nebst 
anderem, ein Beweis, dass der lichtstrahlende Apollon in der Iliade, als er 
im Zorne die todtbringenden Pfeile auf das Lager der Griechen herabsendet, 
mit der Nacht verglichen wird: exlay^av okjtoI , . . od' r]it vvxrl toixcót; 
(L 46. 47). Der Sonnengott hat sicher keine Aehnlichkeit mit der Nacht, 
da er ihr gerades Gegentheil ist; wenn er mit ihr aber nichtsdestoweniger ver- 
glichen wird, so kann diess nur auf Grund der uralten arischen Anschauung 
geschehen, dass der tödtliche Strahl aus der schwarzen Gewitterwolke, die 
wegen ihrer Dunkelheit sehr gut mit der Nacht verglichen werden kann, 
niederfährt, um den Menschen zu tödten. Es ist also die Morana ursprüng- 
lich eine kosmische Gestalt, sie ist vorzugsweise wie die Moiren, die Nornen 
eine W^olkengöttin, der verderbliche Eigenschaften zukommen ; dosshalb ist 
auch ihre Wirksamkeit auf der Erde keine segenbringende. Nach einer 
Seite hin repräsentirt sie die Starrheit der Natur, zu welcher das Leben 
der Erde im Winter verurtheilt ist, sie ist also die Wintergöttin, nach der 
anderen Seite als anthropomorphische Gestalt ist sie die Todesgöttin, welche 
mit ihren Pfeilen Menschenleben vernichtet. In dieser letzten Beziehung ist 
aber nicht bloss der Pfeil ihr Attribut, sondern es kommen ihr alle Eigen- 
schaften zu, wie den Moiren ; wie diese wirft sie sich auf den Menschen, 
schlägt ihn zu Boden, würgt ihn, bis er sein Leben aushaucht (vid. z. B. 
Od. 2, 100; 3, 238; II. 5, 83; 12, 116); so heisst es im mähr. Volksliede 
bei Sušil p. 12 : „die Smrť (Morana) packt ihn beim Halse, schlägt ihn zu 
Boden, dass die Erde bebt und drückt und würgt ihn, dass das Blut aus 
ihm spritzt". Weil Morana die Todesgöttin ist, desshalb heisst auch die 



■^ 160 — 

reichste Siegesstätte des Todes, der Friedhof, in Prag (Emaus) und Gross- 
mezeřič bis auf den heutigen Tag: na Moráně (ad Moranam). — An Mo- 
rana, als Wintergö ttin, erhielt sich das Andenken bis auf unsere Tage 
in dem sogenannten Todaustragen, welches in Böhmen, Mähren, Schlesien, 
der Lausitz, in Polen, bei den Slaven Nordungarns u. s. w. und in vielen 
ehemals slavischen, jezt deutschen Ländern vom Volke bei der Wiederkehr 
des Frühlings gefeiert wird. Der Yorgang, der nach den Gegenden vei- 
schieden ist, ist im wesentlichen folgender. Es wird eine weibliche Puppe 
aus Stroh verfertigt, Stöcke dienen als Arme und Beine, das Gesicht wird 
aus alter weisser Leinwand gemacht, der Kopf mit einer alten Mütze be- 
deckt oder mit einem weissen Tuche umwickelt und der Körper in alte 
Kleidungsstücke gesteckt. Um diese, Mořena oder Mařena oder Marzana 
genannte Figur, tanzt hierauf die Dorfjugend, indem sie dabei Lieder singt, 
welche die Mořena verspotten. Dann tragen sie die Figur im Umzüge durch 
die Stadt oder das Dorf unter Gesängen entw. zum Wasser, in welches 
sie die Mořena werfen, oder auf eine Höhe, von welcher sie dieselbe herab- 
schleudern. Hierauf begeben sich die Mädchen in den Wald, holen dort ein 
junges Bäumchen, dessen Seitenzweige abgehauen werden, so dass nur die 
Krone bleibt, hängen eine weibliche Puppe daran, und putzen alles mit 
bunten Bändern aus ; mit diesem Bäumchen, das Líto, Léto (Sommer) 
heisst, ziehen sie wieder singend ins Dorf. Die Lieder, die bei dem Aus- 
tragen des Todes und beim Herbeiholen des Líto gesungen werden, varircu 
alle den Gedanken, dass die aus dem Dorfe herausgetragene Smrť auf dem 
Wasser schwimme und der Sommer ins Dorf gebracht worden sei. Es ist 
hier nicht der Ort, diesen ganzen Yorgang mythologisch zu erörtern ; nur 
das sei erwähnt, dass das Werfen der Mořena in's Wasser den Sieg des 
jungen Sonnengottes (Jarovit) über die Starrheit der Winternatur bedeutet, 
niit welchem Siege zugleich die W^iederkchr derYesna (vid. dieses) gefeiert 
wird. — Diesem Yorgange des Todaustragens oder des Hinaustragens der 
Mořena, in Polen und Schlesien der Marzana verdankt in diesen beiden 
Ländern der Sonntag Laetare (4. Fastens.) den Namen Marzanas onntag 
und in Böhmen und Mähren der Sonntag Judica (5. Fastens.) den Namen 
smrtná, auch smrtelná neděle (vgl. neděle). — Was das Etymon des 
Wortes Morana anbelangt, so gehört es zu der Wurzel mar, aus welcher 
ein ungemein reicher Wortvorrath in den indoeurop. Sprachen hervorsprosste 
z. B. skt. mar sterben, mr-tas todt, mr-tis d. Tod, mar-is Seuche, Pest; — 
lat. morior, mors, Morta, marceo u. s. w. slav. mru sterbe, smrť d. Tod, 
mor die Pest, lit. smertis d. Tod u. s. w. (vgl. Diefenbach Wtbch. H. 
38 ffg). 

Mořiti amortisiren : již se věrné ruky moří, die Cessionen werden 
ungiltig. (Ph. Olm. 1475 fol. 108). 

Hlorna das Burgverliess, die Folterkammer. 



— 161 — 

Mostné das Brückengeld, 1. als Mauth : pontagium alias mostné 
(DO. 11. n. 364) 2. Die Abgabe zur Ausbesserung der Brücken: podymné, 
mostné (MS. 17. Jhdt.) 

Mosťník: 1. Erbpächter der Brückenmauth : „Lorenz de Prerovia 
Mostnyk Annse onme jus suum, quod sibi competit in et super ponte in Pre- 
rovia dedit hereditarie possidendum." (DO. YI. 224). — 2. Der Brücken- 
aufselier: Jan Jeřábek starý mostník (Půh. 1517). 

Mostský lírad auch úřad mustu pražského officium pontis das 
Brückenamt in Prag; es wird zuerst 1433 erwähnt; damals verwalteten 
drei Beamte die Zölle und Einkünfte, welche zur Prager Brücke gehörten; 
später wurden diesem Amte auch alle Rechtsfälle zugewiesen , welche 
Mühlen, Ufer- und Uferrealitäten betrafen. Aufgelöst wurde diess Amt 1784. 

Moiidrik vid. Maldřík. 

Movitý (mohovitý) das bewegliche Gut vom lat. mobilis, mobilia, 
dann vermögend überhaupt : aby rukojmě jistého a movitého postavili (Gas. 
c. M. 1840 p. 166). 

Mptu gen. sing, von met der Muth (Mass) mit eingeschobenem p 
wie ke nipně = mně, dampnum = damnum. 

Mřížovaný von mříže das Gitter : antipendium mřížované bílým 
šitím (MS. 1587) kreuzweise, getäfelt gestickt. 

Mrskác der geiselaere, Geisselbruder, die im 14. Jahrh. üblichen 
Geisselprocessionen. 

Mrtvá ruka die todte Hand : nebo v ruce mrtvé proměniti (Maj. 
Car. Ač. III. 115. 116). 

Mšal = missale. Messbuch. 

Mšař := missarius, Messpriester. 

Muéení die Folterung : vědomo má býti, že mučeným ne vždy ani 
také nikdy má věřeno býti; nebo zkušení mučením jest věc křehká a nebez- 
pečná, pravdu oklamající; nebo mnozí zatvrzením a trpělivostí naučení muk 
tak potupují, že nikoli od nich pravda nemóž pravena býti ; jiní pak taková 
netrpělivostí přemoženi bývají, že ve všelikém skutku více chtějí lháti nežli 
muky trpěti, aby tak nebo jinak vyznávali, netoliko sami se ale také i jiné 
obvinili (PM. 209 b). Ze sucha mučiti trockene Folter (Záp. Žer. o s. p. IL 26.) 
Na mukách vyznání Foltergeständnis (K. D. 112.). 

Muchýrka : m. ženská červená (MS. Pross. 1578) ein Frauemock 
aus Mohair. 

Muehyrový aus Mohair verfertigt : spodky modré muchyrové 
(MS. 1622). 

Muláti: p. Mikulai od krále polského přijel do Prahy s lioufem koní 
... a ti služební někteří Muláti ranili Malovce . . . pak ti jistí služební 
Muláti zjímání jsou ? (SRB. 3, 408). 

11 



-^ 162 — 

Mumrej, Hliiiiiraj der Mummenschanz, die Mummerei, Maskenura- 
züge, vorzüglich bei Turnieren. 

Mustrher vid. in der III. Abth. I\lii8tci'}ierr. 
Miistrchreibr vid. 111. Abth. Mii8ters<*hreiber. 

I^Iiistrunk c germ. die Musterung, d. i. die Conscription der ange- 
worbenen Truppen, welche zu diesem Zwecke an einem bestinmiten Orte 
zusammengezogen wurden; sie sollte nur in den königl. Städten abgehalten 
werden ; fand sie auf Gründen eines Privaten statt, hatte dieser das Recht 
der Beschwerde. 

Muškátový ořech die Muskatnuss : kotlík z muškátového ořechu 
v stříbře vsazený (Půh. Brn. 1580 f. 341). 

Hlyczeiiie : succisio silvarum alias myczenie (DO. YII. n. 240) 
vid. mýto. 

Myslivost die Jägerei, das Jagdwesen: „sedláci aby myslivosti 
žádné neměli" (zříz. z.). 

Mytba das Roden des Waldes = mýtění : nemám těch lesů mýtiti, 
tak aby po jednu neb dvakrát neb třikrát smyceny byly, než mám těch 
lesů v slušné mýtbě požívati. (Urkd. ai. 1483). 

Mýtný 1. der Mauthner. 2. der die Abgaben in der Stadt für die 
Standplätze einhebt. 

Mýto 1. die Mauth, teloneum, goth. mota vectigal, teloneum, althd. 
múta, mithd. mute, mitlat. niuta. 2. der Lohn, merces z. B. der dem pů- 
honěí gezahlte Botenlohn: každý póvod má komorníku dáti mýto (Kn. Roz.); 
— der Dienstlolm : páni bráti mohu syny selské k službě za slušným mý- 
tem (LO. von Ratiboř 1562); — ferner das Mahlgeld in der Mühle: mly- 
náři mýto aby brali tak jakž od starodávna bráváno bylo, nad to žádných 
úplatkuov od lidí neberúc (Kn. Drn. 113); — die Abgabe für Benützung 
der Buden und des Marktplatzes : mýto z boud, z hokyní (MS. Pross.), mýto 
noční die Zahlung für das Oeffnen der Staltpforte (ibid). — 3. der Wald- 
schlag , die ausgerodete Stelle des Waldes , der Hauwald : dostupichu mýta 
středem lesa (Rkp. král.) ; — aby se pořádně mýtilo, aby v každém mýtu 
několik výstavků zůstalo (Čas. č. M. 1835 p. 54) ; — succisio silvarum alias 
myczenie (DO. YII. n. 240) ; — že mi les mój od mnoha let mýtil (Půh. 
Brn. 1447 f. 20.) — 4. der im Gehaue neu aufschiessende Wald: v těch 
hájích kde by mladá mýta byla (MS. LA. XII. c. 19. p. 47). — Was die 
Herleitung dieses Wortes anbelangt, gibt es darüber verschiedene Ansichten. 
Miklosié betrachtet mýto für entlehnt aus dem lat. muta ; Jos. Jireeek hält 
das lat. mutuus, mutuare für verwandt und Matzenauer (Ciz. sl. p. 61) 
trennt das Wort bezüglich der Bedeutung und zwar mýto = teloneum, 
merces und mito = silva ca^dua, welches er mit goth. maitan csedere, 
secare in Verbindung bringt, so dass in der Bedeutung Hauwald das 



^ 163 — 

Wort nicht mit y sondern mit i zu schreiben wäre. Es scheint aber, dass 
die ursprüngliche Bedeutung des Wortes der Hauwald, die Rodung war 
und dass mýtiti den Wald aushauen bezeichnete, und dass mýto in 
Verbindung zu bringen sei mit gr. fivtdoc, fikvXo^ (Curt. Grundz. d. gr. Etym. 
p. 670), mit lat, mutilo stutzen, abstutzen, mutilus gestutzt, verstümmelt. 
Das Aushauen der Wälder erfolgte zu dem Zwecke, um neue Wege und 
Strassen anzulegen und desshalb wird unter den öffentlichen Arbeiten, zu 
welchen die Bewohner einer Zupa verpflichtet waren, die succisio s il- 
varum so häufig erwähnt. Zur Instandhaltung der so gebahnten Wege 
resp. des Gehaues wurde die Abgabe, mýto, eingehoben, und hievon erst 
auf andere Abgaben übertragen, bis das Wort endlich auch die Bedeutung 
Lohn, Entlohnung annahm. Denkt man bei mýto, múta an lat. mutare 
tauschen, oder mutuare borgen, so bleibt das Wort bezüglich seiner 
Bedeutung als Mauth ohne Sinn; denn, was wird getauscht oder geborgt, 
wenn der Fahrende für die Benützung der Strasse eine Abgabe entrichtet ? 
Ich halte daher dafür, dass mýto ein slav. Wort sei, welches von den 
anderen Sprachen entlehnt wurde. — Was die Mauthcn anbelangt, wurden 
sie ein fürstl. Regale , so dass nur der Landesherr Mauthen errichten und 
Mauthgelder einheben konnte; per abusům errichteten aber die Landherrn 
eigenmächtig Mauthen, so dass unter Ctibor v. Cimburg (1475) jeder sein 
Recht zur Mauth erweisen musste. (Kn. ouz. 53. 54. 73). Dasselbe bestimmte 
der Landtag ai. 1538 (Snem. pam. kn. 156) und 1582 wurde verordnet, 
dass jeder für die eigenmächtige Errichtung einer Mauth mit 1000 Schock 
Gr. zu bestrafen sei (Sněm. pam. kn. 249), so dass die Errichtung einer 
neuen Mauth oder die Erhöhung des Mauthgeldes vom Beschlüsse des Land- 
tages abhängig war: aby mu u městečka Těíetic na opravování cest mýto 
dopříno bylo . . . odpověd dána : poněvadž přílišně dotčené mýto vyvýšil, aby 
něco mírnějšího žádal. — (List. Žer. 1, 14.) 

Mužobojce, miižubojstvo, homicidium, homicida. 

iVábedří: kus nového nábedří (MS. Pross. 1547); — čtyři chomouty 
s nabedřími (MS. Olom. 1588) die Schultcrdecke der Pferde. 

i\ábyt, i\ábytek später iXadbytek , wörtlich das Erworbene, von 
nabyti erwerben. Es bedeutete ursprünglich das Eigenthum an Vieh, später 
wurde es synonym mit svrchek, svršek (Uebersetzung des lat. supel- 
lectile) und drückt so die bewegliche, fahrende Habe überhaupt aus; doch 
kennt noch Yšehrd den Unterschied zwischen svršek und nabyt, indem er 
sagt, dass ersteres die Habe, bei welcher Menschenhände thätig sind, letz- 
teres hingegen vorzugsweise den Viehstand bedeute: nábytky a svrchky 
rozliční lidé rozličně vykládají ; ale s krátkií řečí jnienem svrchků rozumí 
se všecko, což jest v domě, ve dvoře, nebo na poli s příčinu ruky a práce 
lidské připraveno kromě dna a gruntóv, jako obilé, seno, šaty, pivo, víno, 
nádoby, lóže, dříví sekané a krátce, což móž se dna s gruntu bez zkázy 

11* 



— 164 — 

stavení sňato býti; a proto svrchek slově, žo na dně jest a svrchku. Jsú 
také, kteříž klenoty, listy a peníze hotové, nádoby všecky mezi svrchky 
pokládají; ale jménem nábytkóv jiného se nic nerozumí, než všecka ho- 
vada, kteráž ve dvoře jako koni, krávy, ovce, svině, husi, kačice, slepice 
anebo jiná hovada, která v rybnících, řekách a haltéřích jako kapři, štiky 
a jiné ryby jsú. A mohu proto sluti nábytci, že od nich člověk 
statku nabývá, jako za starých bylo, kteří jsú od hovad bohatství do- 
cházeli." (p. 813) Denselben Unterschied zwischen svrchek und nábytek macht 
auch die Ylad. LO., wo 105 — 106 „na svršcích, na nábytcích" übersetzt wird 
durch: „in suppellectili, in p ecudi bus.*- Am treffendsten ist nábytek 
r= pecus ausgedrückt in den Lib. cit. 1, 208 n. 136: žena přihnala 
nadbyt k svému muži (přihnati = treiben, vgl. lat. prsedam agere). Da 
nun nabyt das bewegliche Vermögen, das nach und nach erworben wurde 
(na-byti) bedeutet, und da das bewegliche Yermögen den Gegensatz zum 
unbeweglichen in Grund und Boden bestehenden Yermögen ausmacht, so ist 
klar, dass nabyt der Gegensatz von dědina sei. Da aber dědina ur- 
sprünglich den vom Vater auf den Sohn vererblichen Grundbesitz bedeutet 
(ager hereditarius), so haftet am nabyt, als dem Gegensatze der dědina 
das freie Yerfügungsrecht und es entspricht daher nabyt, nicht bloss in der 
Bedeutung als Yiehbesitz, sondern auch in anderer Richtung dem lat. pocu- 
lium als P araphernalvermö gen der Tochter und als Sondergut des 
Sohnes, welches nicht zum unmittelbaren, unbeweglichen Yermögen der 
Familie gehört. — Erwähnt sei noch, dass in der Kn. Roz. das Wort do- 
bytek, welches jezt das Hausvieh bedeutet, das bewegliche Yermögen, 
auch das Geld bedeutet, während nabyt, nábytek gegenwärtig die Bedeutung: 
Einrichtung erhielt. — Oft kommen auch die Ausdrücke: nabyt horní 
i dolní, oder nabyt svrchu i sespod vor; diese erklären sich durch die 
Phrase: co má nad zemí a pod zemí oder, wie es in MS. LA. sig. M. 
YIL 20. p. 173heisst: „all' mein Wirtschaft^ was ich hab ob der Erd und 
unter der Erd;" unter der Erde, was im Kellerist. — Zur Erläuterung 
des oben gesagten seien noch einige Citáte angeführt: cum omnibns rebus 
mobilibus, quai dicuntur nábytek (DB. YIL n. 749); — medietatem mobi- 
lium videlicet nadbyt (DO. YL n. 226); — nadbyt: pšenici, oves, koně, 
krávy i jiný drobný dobytek (Půh. Brn. 1406 f. 30. 33); — nadbyt bud! 
v zemi nebo nad zemí (ibid. 49. 65); — nadbyt, ješto sluší k mému věnu 
dobytek, postely a zvláště klenoty (ibid. 173); — nadbyt koně, odění i jiný 
forundhab (Půh. 01. 1412 f. 5); — nadbyt obilé a ryby (Půh. Brn. 1417 f. 
45) I — vpadl mi v nadbyt, v koně, v obilé i v jinú věc doraovitú (Půh. 
Brn. 1406 f. 78). 

l\ačaiié, Kacené das Zapfengeld (von načíti sud anzapfen): z vína 
sešlo se 6 kop načaného (MS. 1581). 

IVadávání das Agio: komuž by se zdálo zlaté za groše, peníze 
aneb haléře nové měniti s nadáváním podle obyčeje starého (Arch. č. 4, 438). 



— 165 — 

IVaděliboh d. i, naděl búh = Gott ersetze es, was beim 3Iessen 
über das gesetzliche Maass gegeben wurde, das Zumass. 

IMadhriibiii: dvanáct nadhrubnich postavů sukna (MS. Press. 1582)? 

Nadleli nach und nach. 

IVádrobiií : vlny přední 5 kamenů, nádrobní 4, hrubé 2. (MS. Pross. 
1555) die Halswolle, da sie kürzer ist als dis Seitenwolle des Schafes. 

]\adrspan = IVadišpaii, der Obergespan : páni z Uher , nadršpan 
(SRB. 8, 109). — Vid. Župan. 

IVadubriiian, eine Tautologie zusammengesetzt aus nad ober super 
und uberman o germ. Obermann, der Vorstand der Schiedsrichter (Ober- 
männer, Obmänner) : kázali jim o to přátely voliti, kteřížto přátele, ze jména 
N. N. a Ondřej nadubrman (Cas. č. Mus. 1840 p. 162); — najvyšší uberman 
(ibid. p. 166); — přátelští úmluvce a nad ně N. naduberman od pánóv z 
plné rady vydán. (Čas. č. M. 1839 p. 447). 

IVadvěno, der Tlieil der Gegengift, um welchen dieselbe grösser 
ist, als die ^litgift der Frau. — Vgl. obvěiiUí, třetina, věno. 

Nádvoří (I\adworze) : debent jurare septem manibus pro furto, 
vel pro eo, quod dicitur nadworze (CD. 1, 299). Die Erklärung findet sich 
in derselben Urkunde p. 300: „si autem in curia vel in domo inveniatur 
(i. e. falsa moneta), inculpabilis est, cuius domus vel curia, propter iniquos 
et malignos homines, qui talia projicere solent in domos vel in curias" also 
wenn der Plausbesitzer bezüglich eines corpus delicti im Verdachte war, 
das auf seinem Hofe gefunden wurde; denn n. bedeutet den unbedeckten 
Theil der Hausflur, den Hof: nádvoří Hofplatz (Com. j. 1. 547). — Im Stat. 
Folie, ist nadvorje = výboj domu, die Heimsuche. 

l\ádvorní nummi curiales, eine Taxe, die wahrscheinlich bei An- 
kündigung des poklid gezahlt wurde: factus poklud, dedit nadwornye (Lib. 
cit. 1, 14). 

Nádvornik, die dem Hofe zugetheilten Wirthschaftsarbeiter : kdež 
jsou nádvorníci, ti, jakž kdy čeho potřebí ve dvoře , na poli , v stodolách, 
na lukách, na chmelnici, na zahradě, na šafranici, v lesích aneb v hradbách 
dělati mají. (Vel. hosp. 138, 143, 144, 149); — komu se dvůr svěřuje, šafář 
a nádvorník jest (Com. j. 1. n. 386). 

Nadwornye vid. INádvorní. 

Naháč nudus, der Adamite: také to léto (1455) po vrbí, po lukách 
aneb v žitech běhali naháči, ježto ženám a dívkám překáželi a je strašili. 
(SRB. 8, 165). 

Náchlebník, der das Brod eines Anderen isst, kdo na čí chlebě 
jest, commensalis: hospodář neb otec čelední (vgl. hospodář und čeleď) za 
ženu , za děti , neb za služebníky , za dívky a náchlebníky odpovídati má 
(Pr. Měst, 101); — o hře dětí a náchlebníkóv: ani děti ani čeledínové, jenž 



- 166 - 

otcuov a pánuov svých chleb jedí (il)id. 177); — poddaným Yašim všem 
usedlým i nousedlým, též pacholkuom, náchlebm'kóm dědičným, zástavným, 
přikázaným, grunty své zapovídám. (Urkd. 1524). Daher übersetzt Karl von 
Žerotín dies Wort in einem Briefe ai. IßlS passend durch Brodgenosse: 
ihre Brodgenossen, nämlich Weib, Kind, Hausgesinde, Unterthanen (Chlum. 
Beilagenb. p. 271). — Ygl. brodige Knechte bei Ridl (Cod. dipl. Brand. 
5, 369 ai. 1399). 

I\ájeiii 1. Pacht, Miethe conductio: podruh najme-li duom neb komoru 
V domě hospodářově (Pr. Měst. 120). 2. die Bestellung: pakli by který 
kovář bez všelikého nájmu dělal. 3. der Lohn: z nájmu dělá. 4. der Pacht- 
zins : nájemník aby nájem dal. (Pr. Měst. 120). 

Nájem nik, der Pächter; n. kostela der Priester, w^elcher an der 
Stelle eines Anderen die Seelsorge in einer Kuratie versieht, auf die er 
nicht investirt, also gleichsam gemiethet ist. Ein solches Verhältniss trat 
häufig in jener Zeit ein, in welcher eine Cumulirung der Beneficien in einer 
Person gestattet war; der auf mehrere seelsorgliche Beneficien Investirte 
miethete für jene Kuratien, die er nicht selbst versah, Priester, welche für 
ihn die Seelsorge ausübten: nájemník kostela ve Yistonicích .... tu pak 
když ten kněz nájemník byl zabit (Půli. Brn. 1406 f. 59) ; — co/ se dotyce 
kněží, kteříž jsú buďto faráři nebo nájemníci (Ač. 4, 501); — cizí fary 
zpravují, draho je najímají (Čas. č. M. 1852 III. 46); — ist er Thomas 
gemiether pfarrer , aber er Wolfgang instituirt darauf (Ridl Cod. dipl. 
Brand. 4, 4S8 ai. 1541). 

Nájemný mercenarius, der einen Sold, ein Honorar empfängt: také 
při tom právě nájemní řečníci nemají mluviti, než dobří lidé a rytířští (Kn. 
Tov.) = jenžto z darov, z peněz i z jiných kořistí od lidí mluví (^"šeh. II. 18)« 

Najímati, hinzusetzen addere: že bych já kázal poledne zvoniti 
dříve času a najímal a že bych to někomu ku pomoci činil (Půh. Brn. 1417 
f. 27) = napřed bráti čas, der Stunde oder Zeit gleichsam etwas zusetzen, 
d. h. vor der bestimmten Stunde etwas thun. 

Nákel, Náklo (auch plur. Nákle) Ortsname in slav. Ländern ; N. 
bezeichnet einen feuchten Ort, Röhricht glabretum ; speziell die SchifFslände 
in Leitmeritz : quin jure stapulře, quo omnis generis albim navigantes mer- 
catores non alibi naves suas quam in hujus urbis seu emporii portu (Nákel 
nostri vocant) sive onerare sive exonerare permittuntur. (Strans. r. b. 96). 

Nakládali někomu, Jemanden bevorzugen , fördern : ktož by tako- 
vého zastával nebo kterakkoli slovem nebo skutkem nakládal ; — kteřížby 
těm bludóm nakládali (Urkd. 1421); — jednomu nakládaje druhého potla- 
čuje (Všeh. 59). 

Nákladníťi starší wörtlich : die älteren Verleger ; die Achtmänner 
osmipanský úřad, officium octoviratus in der Alt- und Neustadt Prags, welche 
über die Bräuereien, das Braurecht u. s. w. zu wachen hatten. 



- 167 — 

Xákladiiik, der die Kosten trägt, der Verleger, speziell der brau- 
berechtigte Bürger und insofern das Braurecht an den Besitz gewisser 
Häuser gebunden war, der Rings bürger; daher nákladní dům ein Haus, 
an dem das Braurecht radicirt war. 

Nákladnost, die Bevorzugung, die auffällige Unterstützung: než 
žádný nemóž gleitu v zemi dáti než pro lepší aneb k svornosti zjednání pří 
mezi lidmi a to s oznámením, že toho pro žádnii nákladnost straně druhé 
nečiní. (Pam. Kn. 01. 1517, fol. 189—192). — Ygl. nakládati. 

IVakolárek, die Halsschiene, das Halsblech: na šest koní zbroji 
přijal, než že se ještě nedostává pár nakolárků .... (MS. 1594). 

I\akoIenek, die Knieschiene: zbroj světlá s nakolenky (Lum. 1858 
p. 840). 

]\álep sagitta toxicata, der Giftpfeil. 

l^ález von na-lezti finden, der Befund, das Urtheil. Zu einem rechts- 
kräftigen Urtheil war im böhm. Landrechte in der älteren Zeit die Gegen- 
wart von wenigstens sieben Kmeten nothwendig: „co pánóv jest třeba k 
nálezu ? Čím více , tím lepe ; ale podlé starého práva dvanáct mimo úřad, 
aneb najméně sedm, větší polovice (Ond. z D. kap. 62). In Mähren wurde 
1531 die Anwesenheit von 12 Landrechtsbeisitzern ausser den Beamten ge- 
fordert: páni soudci nemají nálezu učiniti leč by nejméně dvanáct z pánů a 
z rytířstva kromě úředníků v soudu sedělo (Kn. Drn. p. 118); seit dem 
J. 1535 genügte die Anwesenheit von zehn Beisitzern; desshalb heisst es 
auch in Záp. Žer. 1, 41 : „od desíti ale ne od méně (soudců nález) může 
učiněn býti." In Böhmen konnte ein giltiger n. nur im Gerichtssaale auf 
der Prager Burg gefällt werden, widrigenfalls er angefochten werden konnte ; 
doch konnte die Urtheilsfällung mit Zustimmung beider Parteien auch anderswo 
vor sich gehen: ale moci panský nález nemá než tu, když páni súd osadí 
na hradě pražském .... pakli se strany svolí , móž se i dole v klášteře 
nebo jinde kdekoli státi .... a to jich podvolení má v nález pilně vepsáno 
býti; neb jest to řeč bývala, že sú říkali: „pokutně srny odsouzeni a ne v 
tom místě, kdež právo jest" (Vš. p. 18). Dagegen findet man in Mähren, 
dass Urtheile auch ausserhalb des Gerichtssaales gefällt wurden, namentlich, 
wenn der nález auf Grund von Abschriften aus der Landtafel stattfinden 
sollte: páni súdili výpisy z desk u Potingara v domě (Půh. Brn. 1447 f. 31); — 
tut jsú nálezové panští od výnosóv z desk, jako jsú súzeni v refektáři (im 
Refectorium des Dominik. Klost. Půh. Brn. 1417 f. 17); — nálezové in 
hospitio domini capitanei (Půh. Brn. 1447). — Vom nález des grossen Land- 
rechtes gab es keine Appellation, auch nicht an den König : ale také panský 
nález tak mocný byl , že ot něho žádný se otvolati nemohl (Ond. z D. 
kap. 56) ; — nález panský .... s něhož se jinam na jiný súd žádný nemá 
ani móže odvolati (Yš. p. 63); — práva svá země má beze všelijakého 
odvolání ani k císařově Milosti ani k svému vlastnímu pánu (Kn. Tov. kap. 32). 



— 168 — 

— Zu berücksichtigen sind die Ausdrücke: nález panský der Ausspruch 
des Herrengerichtes oder grossen Landrechtes; — n. stálý a dokonalý 
oder na věčnost der beständige, vollkommene oder d. n. für die Ewigkeit, 
d. h. ein ürtlieil, welches als allgemein giltige Norm festgesetzt wurde; — 
n. zemanský das Urtheil des kleineren Landrechtes, in welchem nur 
zemane als Beisitzer fungirten. * 

Náleziiý soud: najv}'^šší písař nemá býti v nálezných sudích jako 
i jiní jeho mlazší a nemají býti v potazu úředničím (Ond. z D. Ač. 2, 486). 
Die Urtheilsfallung, die Berathung der Knieten vor dem Urtheil. 

I\áloh = náklad, die Kosten: jestližeby které vzal jízdami, nálo- 
hem a častými posly (Urkd. im Kl. s. Thomas ai. 1404). 

IVániěstek , der die Stelle eines Anderen einnimmt, qui in loco 
alterius est 1. der Stellvertreter: ten že jiného náměstka postaviti nemóže, 
2. der Nachfolger successor: jeho náměstkem markrabím Moravským (Urkd. 
des Markg. Jost 1398). 3. der Rechtsnachfolger: aby M. i s budúcími svými 
náměstky tu vodu tak vedl (Čas. č. M. 1839 p. 232). 

Námezdník, wer um Lohn dient, kdo za mzdu slouží, conductitius. 

Nániílosiník: aby namilostníci a robenci týmž způsobem byli, jakož 
od starodávna obyčej jest (Sternb. Gesch. d. Bergb. 2, 132); — vydání 
namilostníkům a svědkům (MS. Krems. 1615); — Yaškovi namilostníkovi 
na střevíce; — namilostný služebník (MS. Olm. 1607); — namilost- 
níkové koledy (ibid.) der Arbeiter, welcher zur Frohnarbeit nicht ver- 
pflichtet ist , aber auf keine bestimmte Zeit gedungen wird , daher wann 
immer entlassen werden kann. 

]\a nebe vstoupení , Christi Himmelfahrt ascensio domini ; n. n. 
vzetí, vznešení Maria Himmelfahrt assumtio b. M. virginis. 
JXaonský břeh Portus Naonis, Portenau. 

Nápad caducitas , successio 1. die Erbfolge, Anfall: nápad jest a 
slově na místě jiného jako nějaké nastoupení (Prav. Mést.); — to tak buď 
v nápadu zóstáno , jakož smluvy mezi nimi svědčí (Kn. Tov.); — dluhové 
nápad z toho statku mají míti (ibid.) ; — ztratil své dědictví i vešken svój 
nápad (Ač. 2, 507). — 2. n. královský das Heimfallsrecht des Königs, 
vermöge dessen bei Abgang gesetzlicher Erben das Gut an den König fällt: 
aby nápadové zboží dědičných na pana Markrabství Mor. nepřicházeli až do 
čtvrtého kolena .... aby podlé blížnosti erbův po otcích a strýcích nápady 
měli (Kn. Drn. p. 72); — hofrychtýř má nápady k sobě přijímati (Kn. Tov. 
k. 21); — proti královskému nápadu jsú to vysuzovali (Kn, Tov.); — krá- 
lovský nápad 'devolutio regalis. (DO. 1 n. 1). 

Nápadník, 1. der Anerber, der Intestaterbe: ktož dědictví a zboží 
svobodné na zemi má a dětí nemá , nemóž poručníkóv dskami dělati , než 
toliko nápadníky zápisem neb dáním (Vš. p. 232); — kdež kto zboží svého 



— 169 — 

nápadníky rozličné nepojednú společně, ale jedny po druhých a po smrti 
jedněch na druhé živé nápad dělá a po těch opět na jiné a tak dále, 
dokudž se komu zdá (Yš. 320). — 2. der Nachfolger im Besitze überhaupt: 
kdyžby kto umřel a nápadníci jeho po něm kterých póhonóv se doptali. 
(Kn. Tov. k. 85). 

Nápadný statek, das Heimfalls =: Anfallsgut, bona caduca: a jsú 
nápadní statkové , kteří na lidi přicházejí tak příbuzné jako nepříbuzné. 
(Yš. p. 262). 

Nápasť : ježto jest mi Markrabina Milost k tomu zboží svů nápasť 
dala (Ph. 01. 1437 f. 11), bei Jungm. ist nur die Bedeutung aerumna, 
die Mühesal. Im obigen Citáte bedeutet nápasť aber so viel wie nápad 
(vid. dieses); denn altsl. napastb ist 1. casus der Anfall; — 2. die Müh- 
seligkeit. 

]\ápoIek zusammengesetzt aus na und pole die Hälfte, ein Feld, 
dessen je eine Hälfte von einem anderen Nutzniesser bebaut wird. 

]\ápolník der ein Feld zur Hälfte bebaut: a protož přehlednouc 
náklad i zase úrody a užitek, tak-li se ti dvorové držeti mají, či-li by léj)e 
bylo, aby se dobrým nápolníkiW, kteříby dobře dědiny dělali, roznajímali 
(MS. 1550); — žádný z poddaných aby s kým z polovice nesel, pokudž 
by mu od úředníka dovoleno nebylo a to pod prodáním toho na spolek vy- 
setého obylí. (Čas. č. M. p. 171). 

IVáprava von napraviti wörtlich etwas, was nicht gerade, nicht 
recht war, gerade oder recht machen, im weiteren Sinne etwas gut machen, 
ersetzen, Ersatz leisten. Diplomatisch bedeutet náprava 1. das Beneficium, 
welches in liegenden Gründen bestand , und als Ersatz für geleistete oder 
zu leistende Dienste meistens an Nichtadclige verliehen wurde; deshalb 
wird náprava in einer Urkunde des J. 1330 durch provisio erklärt; 
quod judex noster mansum illum, quem hucusque libere tenuit, etiam libere 
sub jure provisionis, quse vulgariter náprava dicitur, teneat et exinde 
nobis et sucessoribus nostris servire fideliter teneatur (CD. 6, 313); — unum 
fertonem certi census nobis legavit de náprava seu de agris ad ipsum et 
heredes suos per mortem fratris sui legitime devolutis (CD. 7, 298 ai. 1342); 
— villas Hluchov . . . . exclusa náprava servitoris (DO. 3 n. 525); — 
držímy dědiny úroční ne v kterú nápravu, ale v úroky a roboty jako jiní 
súsedé té vsi (Ač. 6, S); — kromě lidí poplatných a robotných v Bořitově, 
ješto odedávna k té nápravě Svejslavi sluší (Urkd. 1418). Dadurch, dass die 
náprava zum Ersätze für gewisse Leistungen gegeben wurde, ist sie dem 
Lehen ähnlich und in der Maj. Car. wird zboží nápravní čí durch bona 
feuda li a und nápravy královy durch vasallus regius wiedergegeben. 
(Ač. 3, 93. 105). Anderseits aber wird die n. wieder der Emphitheusis ähnlich, 
weil solche Grundstücke gegen einen Erbzins hintangegeben wurden: Hynek 
z Letovic pohoním Tošovce, že mi jest mé berně nedal jako jiní nápravníci 



— 170 — 

z toho zboží, ješto ode mne drží (Lib. cit. 1, 334). Aus diesem Citáte, 
wornach der Inhaber der náprava vor das Landrecht belangt wird, geht 
hervor, dass die Inhaber der nápravy, auch wenn sie nichtadclig waren, 
persönlich freie Leute waren und darin unterscheidet sich die náprava 
von der Emphitheuse; dasselbe erhellt auch aus einem Půhon Lib. cit. 1. 
351: „Petr poh. Mikuláše ze Křtětína z 100 hř., ješto mám v Křtětíně na 
té nápravě od dřevních dědicóv a on jest od nynějších dědicíW vykúpil dě- 
dictví i uvázav so v dědictví odtiskl mě nápravy mé." Nichtsdestoweniger 
werden aber beide Begriffe náprava und Emphitheuse gemengt und ai. 
1433 z. B. infeudarc übersetzt: v nápravu neb purkrecht dáti (Ač. 
3, 410). Dass aber náprava ursprünglich die Entlohnung für geleistete Dienste 
bedeutet, ist ersichtlich aus einer Urkunde für Eibenschitz ai. 1576: a když 
pacholek mele, nápravy jemu dva peníze dáno býti má. — vgl. 
nápravník und nápravný. — 2. die Abbitte bei Ehrenbeleidigungen: nález 
k nápravě řečí aneb slovy (Kn. ouz. f. 207). 

]\apravití: že napravil svú ženu a kázal, aby mne pohnala (Půh. 01. 
1412 f. 241) :=z navésti inducere bereden, bewegen zu etwas, was einem 
Dritten Unangenehmes bereitet. 

Nápravník derjenige , welcher eine náprava inne hat (vid. dieses), 
also entw. ein Ya sali oder ein Freisasse; in letzterem Sinne wird das Wort 
häufiger gebraucht, da es gewöhnlich in Verbindung mit dědinník, svobodník, 
svobodný dvořák erscheint: dědinníci a nápravníci aby všickni dali tak (berni), 
jakož v tom kraji s lánu platí (Ac. 5, 434). Doch unterscheidet sich der ná- 
pravník von den übrigen Klassen der Freisassen dědinník u. s. w. dadurch? 
dass er seinen Grund und Boden ursprünglich für gewisse Dienstleistungen 
erhielt, was bei den anderen Freisassen nicht, wenigstens nicht immer der 
Fall ist. In Mähren gab es nápravníci , die ihren Grund nicht bloss vom 
König , sondern auch vom 01m. Bischöfe und den reichbegüterten Baronen 
zur náprava hatten, wie die unter Art. náprava angeführten Beispiele be- 
weisen. Da aber die nápravníci vorzugsweise dem Kreise der Nichtadeligen 
angehörten, so wurden sie, nachdem die Lehensverhältnisse sich zerbröckelten, 
unter die svobodnici subsumirt, daher sie immer mit ihnen zugleich ange- 
führt erscheinen. Das weitere vid. unter .svobodník. 

Nápravný was zur náprava gehört, speziell was mit dem Lehens- 
wesen in Verbindung steht; n-ý dvůr ein Lehenhof: servitium in ieodali 
curia alias na nápravním dvoře (DB. 14 n. 28); — prodáváme dvór náš 
nápravný ku purkrechtnímu právu a v plat purkrechtní (Urkd. 1418); — 
n— é desky Lehentafel. 

Napřed 1. dáti den Vorzug geben: nedadouce nikomu napřed. 2. 
míti der Vorzugsantheil der Wittwe: paní vdova právo má k svrchkóm 
některým jakožto k vozu; z lóží a postelí k polovici postlání a polovici má 
nechati; než z lóže, na němž s mužem svým léhala, má míti napřed. 



— 171 — 

(Kn. Tov. kap. 137); — zemance vdově z práva dáno býti nemá postele 
nic napřed, než polovice (ibid). 

Náramek, Náramnice 1. das Armband, der Armring annulus bra- 
chialis. 2. vestis sacerdotalis pars := humerale. 

IXaramiiienik, Xáramiiík das Armblech brachiale, lamina humeralis. 

Naraz, Naras vid. Nářez. 

Nářek vid. Nárok. 

Nařeknoutí, Nařknouti 1. Jemanden verdächtigen, an seiner Ehre 
kränken : když kdo koho zrádci nařkne (Kn. Tov.) ; — a kto nařčen bude 
pán za panoši neboli zeman za chlapa (ibid.); — jakož jsi mne nařkl, tos 
v hrdlo lhal, protož se toho neudávej , by koho dobrého více naříkal (ibid). 
-^ 2. den Einspruch vor Gericht erheben, intercessio : tolikrát, kolikrát by 
to nařčeno bylo (Kn. Tov.) ; - poněvadž léta vyšla a z toho zboží nebyla 
nařčena (Půh. Brn. 1406). 

Nares, Narez vid. Nářez. 

Nářek 1. ululatus das Jammergeschrei, 2. die Ehrenbeleidigung: 
toho nářku se uchytil Yilém (Záp. Žer. 1, 187); — že má při o nářek 
poctivosti (ibid. 149). 3. die gerichtliche Einsprache. Ygl. nařeknoutí 
und nárok. 

Nářez (Naraz, Naras, Nares, Narez, Narsaz, Narzaz) zusam- 
mengesetzt aus na ad, und řez und dieses von řezati stechen, schneideni 
schlachten (daher řezník der Fleischhauer), also nářez quod ad mactandum 
datur 1. das Yieh, welches an die königl. Küche abgeliefert wurde, nament- 
lich wenn der König auf Reisen war: exactio boum et ceterorum animalium, 
quod vulgariter dicitur narez, ad mensám regiam pertinentium, qua3 offi- 
ciarii regii exigebant (Erb. Reg. 419); — absolvimus a solutionibus omnium 
exactionum , vacca videlicet, porco et ariete, quod vulgariter narsaz dicitur 
(Rzy. 1, 102); — naraz, quod aper dicitur (ibid. p. 139); — omne narzaz 
indulgentes eis vaccam, porcum, pernam , kyzam et arietem (ibid. 51. 52; 
2, 142). — 2. die Abgabe , welche für das Weiden solcher Thiere gezahlt 
wird : cum nares sive pascuali porcorum , utque duci per villas colliguntur 
(Dob. An. Haj. 6, 123 — 125); sie wurde dem collector porcorum (Erb. Reg. 
99) gezahlt, vgl. nářezné. 

Nářezné: k témuž zámku jest platu stálého, kterýž se jmenuje po- 
prašné a nářezné, kterýž ouředníci lesní každého roku dávají (MS. 1556), 
die Abgabe, welche für die Weide in den Wäldern, oder für den Bezug 
des Wildes gezahlt wurde? 

Naroc vid. Nárok. 

Naroch vid. Narok. 

Narochnichí vid. Nárožník. 



— 172 - 

Nárok (rVaroc, !\arek, Narodí) von na-řok-nmiti dicero in ali- 
queni , über Jemanden etwas übles sagen; in diplomatischer Bedeutung 1. 
die Klage überhaupt: ab accusatione, quio vulgo nárok dicitur (CD. 2, 272); 

— .narocli, quod accusatio vocatur (CD. 3, 158). — 2. die Klage wegen 
Diebstahles oder Feldschadens und Beraubung speziell: narok, quod latine 
Yocatur nccusatio farum vel nocturnoi'um ])rtedonum (CD. 2, 144); — si 
aliquo pro latrocinio incusetur, quod boJiciiiice nárok vocatur (CD. 2, 203); 

— quod dicitur nárok, hoc non debet esse, nisi ubi constet certo sub testi- 
monio, sua bona amisisse (CD. 2, 210). — 3. die Missethat, das Verbrechen: 
opovidati právo sveřepice, včely etc. i vše, což jest nárok (Kn. Roz.) ; — 
učiněna mi škoda; pověz, kterým nárokem? (ibid. kap. 226). — 4. die Ehren- 
beleidigung und Ehrenbeleidigungsklage: nárok o česť, kým má súzen býti 
(Kn. Tov.); -- že má při o nárok poctivosti (Záp. Žer. 1, 29); — jakož 
lidé se nař"íkají z zlého lóže, takového nároku jest najlép nechati (Kn. Tov.) 

— 5. die gerichtliclie Einsprache, intercessio = dem älteren Ansprache: 
slibujeme ten dvór očistiti před každým nárokem = wir loben in den hof 
ze vreyen vor aller ansprach; — odpor jest obecná obrana a nárok, kterým 
každý dědictví svého brání (Yšeh.) ; — ačkoli statek jest v nářku (Záp. 
Žer. 1, 172). 

Naroscheiiicí vid. Nárožník. 
Naroshiiící vid. Nárožiiik. 

Narození, wie das lat. nati vi tas bei Heiligen der Tag des Mar- 
tyriums : V pruské zemi narození sv. Yojtěcha = 23. April. 
Nárožně, die Abgabe vom Hornviehe. (MS. 1610). 

Nárožník, (Narochnichi, Naroshnici, Naroschenici) : duas sortes 
decimarum et tertiam eorum, qui dicuntur Naroschenici juxta brod (Sommersb. 
p. 830) ; — quia homines, quorum illa villa fuit, Narochnichi et domino terrjB 
servitutis obnoxii fuerunt (Stenz. p. 62) ; — homines, quorum heec quondam 
fuit villa, Narochnici Lubenses fuerunt (ibid. 63). Brinckmaier in seinem 
Gloss. erklärt : „wahrscheinlich Leibeigene, welche die Mästung der Schweine 
besorgten." Obwohl aus den vorhandenen Citaten die Bedeutung des Wortes 
vollkommen sicher sich nicht feststellen lässt , so ist doch gewiss, dass das 
Wort Schweinezüchter oder Schweinem äste r nicht bedeutet; denn 
offenbar ist es zusammengesetzt aus na und roh, altsl. rogi cornu das 
Hörn ; sind daher Leibeigene gemeint, welchen eine Yiehservitut oblag, dann 
kann sich das Wort nur auf das Hornvieh beziehen und es wären nárož- 
ní ci solche Hörige, welche für die ihnen angewiesenen Gründe entweder 
Hornvieh zu weiden oder eine bestimmte Anzahl von Stücken abzuliefern 
oder eine Reluition dafür zu zahlen hatten, (vgl. nárožně). Doch kann 
vielleicht auch das poln. (und böhm.) narožník der Gränzhügel , die Bastei 
(roh bedeutet auch angulus die Ecke) herangezogen werden? obwohl die 
erstere Herleitung der Bedeutung mehr Wahrscheinlichkeit für sich hat. 



— 178 — 

IVarzaz vid. Nářez. 

IMásada rybniená, der Setzling in der Fischerei, der Fischsatz. 

Násilí violentia, Gewalt, namentlich die dem weiblichen Geschlechte 
gegenüber: kdyžby která žena neb panna chtěla z násile pohoniti, tehdy v 
ten čas, když se jí bude násile díti (Ač. 2, 125): — kdožby koli z násilí 
pannen a paní přemožen byl, sťat bude (Pr. Mést. 178). — Ygl. moc, podávení. 

Náslech: náslechové jsou, že v těchto krajích ještě ta nebezpečnost 
(mor) jest, das Gerücht (Kop. 01. 1563\ 

Naslyš : předkládali velmi pěkně, kterak by naslyš byli, že by před 
krále českého jim škodné řeči přišly, das Gerücht. (Ač. 4, 122.) 

Násobná léta vid. Ié(a. 

Nastázka: Dorota na Nastázku dala přísud (Půh. 01. 1412 f. 236) 
nom. fem. Anastasia. 

Nastojte (Nestolte , IVestoyíe): „ad clamorem communem, qui 
nestoyte vulgariter nominatur, nullus currere teneatur, nisi do propria volun- 
tate hoc ťacere voluorit" (CD. 2, 211, 327; 5, 224) der Ausruf, durch den 
die Leute zur Verfolgung eines Verbrechers aufgefordert wurden, wie im 
deutschen: Zetter, Mordijo u. s. w. vgl. honění nepřátel, pokřik. — 
Erben im Gloss. zu Reg. Boh. erklärt nestojte für zusammengesetzt aus 
ne und státi (imperat. plur. stojte) = nolite stare ; der Umstand aber, 
dass dort, wo eine Aufmerksamkeit erregt werden soll, immer der Ausdruck 
nastojte gebraucht wird z. B. in der Köuiginh. Hdsch. „nastojte a ves svój 
um sbierajte", oder im Volksliede bei Sušil p. 7S8: „pusté krajiny oral, 
Nastojte volal" macht es wahrscheinlich, dass nestojte umgelautet sei für 
nastojte, wie z. B. čésť für část', tejný für tajný, p ojel für pojal u. s. av., 
abgesehen davon, dass ein so zahmer Ausdruck, wie „stehet nicht" für 
einen so erregten Moment nicht passt (vgl. Gr. RA. 876, 877). Nastojte 
entspricht dem deutschen „Habet acht". 

Nastupovati, auf etwas dringen, gegen Jemanden etwas unternehmen: 
někteří hrubě na ten pořádek nastupovali (Záp. Žer, 1, 24); — když na to 
nastupoval, aby rok prokázali (ibid. 197); — že mu na další těžkost nastu- 
povati nebude (ibid.). 

Nasek demin. von nach, der Purpur. 

Natahovati , Anspruch erheben : nemá se více na to natahovati 
(XJrb. v. Konitz). 

Naučeni, die Belehrung, namentlich die Rechtsunterweisung: sudího 
vypraví na sněm panský žádajíc za naučení a ortel (Kn. Tov. k. 218). Wenn 
das kleinere Landrecht in einem Rechtsfalle Zweifel hegte, ersuchte es das 
Herrengericht um naučení. Speziell hiess naučení, wenn der Landeshaupt- 
mann in Waisenangelegenheiten das Herrengericht um Weisungen ersuchte 
bezüglich der Vormünder, der Inventur, oder wenn das Gut der Waise 



— 174 -^ 

Schulden halber verkauft werden sollte. Hiefür bestand die kniha naučení 
a výpovědí. 

IVaueítel , der Rechtsbelehrer, die höhere Instanz, welche Rechts- 
belehrung gab: ctné vyšší právo města Olomúce , páni starší a naučitelé 
naši milí. (MS. 1597.) 

l\av: krok jide do navi (Dal); — ustlav jiným v navi bydlo 
(Alex. Aýb. I. 1079) d. h. Krok geht in die nav, — er bereitete anderen 
ein I^ager in der nav. Dieses merkwürdige Wort wird gewöhnlich herge- 
leitet von der Sanskritwurzel nag, naQ-á-mi vorgehe, naQ-as Untergang, 
gr. r^x-Vs Leiche, lat. nex, neco, got, naus todt, altn. nár anima defuncti, 
let. nawe Tod, lit. Nahwe die Todesgöttin, altsl. navb mortuus. Gegen 
diese Etymologie wendet sich llatala und Krek Einleit. in die slav. Lite- 
raturg. p. 118, Akg. 3 und wie uns scheint, mit Recht. Leugnen lässt sich 
allerdings nicht, dass altsl. navt mortuus, und das altb, u-naviti tödtcn 
heisst (z. B. čtvrtého mlatem unavi Starob, sklad. 2, 225); aber ob nav 
ursprünglich den B(>grift" des Todes, der Leiche, des Grabes hatte, das ist 
es, was uns sehr fraglieh erscheint. Denn in den oben angeführten zwei 
Citaten aus Dalimil und der Alexandreis ist offenbar ein Ort gemeint, 
sonst könnte es nicht heissen: Krok begab sich in die nav, oder er 
bereitete anderen ein Lager in der nav. Im späteren böhmischen 
kommt dasselbe Wort in der volleren Form nava und náve bei Harrant 
und Paprocký in der Bedeutung Schiff navis vor, während Hájek das 
Wort nava in demselben Sinne wie Dalimil gebraucht: oba odešli do navy 
a pohřbeni jsou. Die bei Hájek vorkommende Phrase ist ein Beweis , dass 
das Wort nav (nava) noch in der Zeit, als es in der Bedeutung Schiff 
gebraucht wurde, auch noch im älteren bei Dalimil und in der Alexandreis 
vorkommenden Sinne sich erhielt, ja Matzenauer führt ein Excerpt Bocek's 
an: „tělo při pohřebu do navi se položilo," woraus hervorgeht, dass nav 
in seiner ursprünglichen Form noch späterhin vorkommt. Demnach wird es 
vielleicht gestattet sein, beide Bedeutungen, die bei Dalimil und in der 
Alexandreis vorkommende, die eben erst erklärt werden soll, und die spätere 
bei Harant, Paprocký im Sinne: Schiff in eine Beziehung zu einander zu 
bringen. Zu diesem Ende nehmen wir als ursprüngliche Bedeutung des 
Wortes nav den Begriff Schiff an und stellen das Wort demnach neben 
sansk. naus Schilf, nauka Nachen, gr. vavg ^ lat. navis, ahd. nacho, im 
bair. Dial. nau oder nauen, oder nave das Schiff (Schmeller 2, 667), alts. 
navgin^ (adj. posess.) böhm. nav, nava das Schiff u. s. w. Zur Begrün^ 
düng dieser Nebeneinanderstellung weisen wir vor allem auf die Beschrei- 
bung hin, welche der Araber Ibn Foszlan über die Begrabung der heidnischen 
Russen im J. 921 entwarf und woraus ersichtlich wird, dass dieselben den 
Todten, wenn er arm war, in ein eigens hiezu gebautes kleines Schiff legten 
und sammt seiner Habe verbrannten. Dasselbe geschah mit einem Reichen, 
nur dass seine Habe vertheilt wurde und die Ceremonien viel feierlicher 



— 175 — 

waren. Der Toclto wurde vorläufig in ein Grab gelegt, bis das für ihn be- 
stimmte Leichenschift' fertig war , worauf man eine Ruhebank auf dasselbe 
brachte, den Todten darauf setzte, demselben mehrere geschlachtete Thiere 
Pferde, Ochsen, Hühner mitgab, und endlich das Schiff anzündete. An dem 
Orte, wo das aus dem Wasser gezogene Scliiff stand und verbrannt wurde, 
häufte man eine mogyla (Todtenhügel) auf. (Vgl. Krek 1. c. p. 123 ffg.). 
Aus dem Gresagten geht hervor, dass bei den alten Slaven die Yerbrennung 
der Todten auf einem Schiffe gebräuchlich war. llieher ist auch die Sitte 
zu beziehen, vermöge welcher in slav. Ländern am Weihnachtsabende halbe 
Nussschalen auf eine mit Wasser gefüllte Schüssel gelegt werden; in jeder 
Nussschale ist ein Kerzchen angebracht und wessen Lichtchen auf der im 
Wasser schwimmenden Nussschale früher erlischt, der stirbt früher. Offenbar 
vertritt hier die Nussschale das Schiff, welches somit auch in diesem Ge- 
brauche in Beziehung zum Tode gebracht wird. Desshalb werden wir 
schwerlich irren, wenn wir unser Wort nav mit diesem Gebrauche in Ver- 
bindung bringen und die Behauptung aufstellen, dass nav ursprünglich das 
Todten schiff bedeutete , auf welchem der Verstorbene verbrannt wurde. 
Diese Ansicht führt uns weiter zu der unter den Ariern weitverbreiteten 
mythologischen Anschauung von dem Todtenflus s e , den der Todte zu 
überschiffen hat, ehe er in das Land der Seligen gelangt; die nähere Aus- 
einandersetzung dieser mytholog. Vorstellung gehört nicht hieher; nur das 
sei noch erwähnt, dass der Todtenfluss mit dem Luftstrome identificirt 
wird, wornach wieder der Todtennachen das Bild der AVolke ist, in 
welcher die Naiái; (vgl. Zeitschr. f. vgl. Spracht". 1, 53G) , die lit. Nahwe, 
die slav. Bába oder ihre Emanation Morana (vid. dieses) fährt. Ist diese 
Entwicklung richtig, dann erklärt es sich von selbst, dass nav im slavischen 
den Aufenthaltsort der Todten und das Schiff bedeutet, dass im Verlaufe 
der Weiterbildung des ursprünglichen Begriffes navL auch den Todten selbst 
bedeutet z. B. navb iz groba izchodjašči , M^ährend bei Nestor: se navi 
přišel dieselbe Bedeutung hervorleuchtet wie bei Dalimil und in der Ale- 
xandreis. "Demnach stellen wir folgende Bedeutungen von nav auf 1. das 
Todtenschiff. 2. das Schiff überhaupt. 3. das Grab (vgl. oben, dass nach der 
Verbrennung der Leiche ein Todtenhügel aufgeworfen wurde) in welch' 
letzterer Bedeutung mit nav das mithd. nef in der Lex. Sal. naf, nauf = 
der Sarkophag zusammenhängt. 

Nával: recipientes ab eisdem arrae nomine, quod nawal alias 
analait vulgariter nuncupatur, 45 sexagenas (Pal. Formelb. 1, 366), die 
Anleite, arra, arrha, das Handgeld, Toppgeld, welches als Zeichen des zum 
völligen Abschlüss gekommenen Vertrages gegeben wurde, worauf nur die 
Erfüllung, nicht aber die Aufhebung desselben gefordert werden konnte. 

Návesník: ve vsi je rolníků 21, zahradníků, kteří koně mají 7, 
náv esníků 11... v Sklonově rolníků 9, zahradníků, kteří koně a po kúsku 



— 176 — 

role mají 6 a dávají po 18 gr., chalupníci 4, kteří po kúsku role mají a 
dávají po 2 gr. a návesm'ků 6 ; ti dáti mají po 1 gr. (Urb. Hochw.) zusam- 
mengesetzt aus na auf und ves Dorf; nach der Steuer, die auf einen n-k 
entfiel, waren es die am wenigsten Bemittelten, wahrscheinlich die Inleute, 
welche weder eigene Felder noch eigene Chalupen besassen, sondern als 
Miethparteien im Dorfe wohnten. 

IVavstiveni svaté Alžběty die Heimsuchung der Elisabeth durch 
die h. Maria, also Maria Heimsuchung : svátek navštívení Alžběty od panny 
Marie na sboru Basilejském ustanoven (1441. Vel. Kal. 164); — v sobotu 
den památný navštívení Alžběty. 

IVazajtří crastina dies. 

IVebůh = iiebožtík der Verstorbene mortuus : že jsem rukojmě za 
nebohá kněze Lacka (Půh. Olm. 1412 f. 57). 

JVěciše nom. fem. Agnes : ten úterý před sv. Něciší 1395 (A. 6. 
1, 139) vgl. ]\etiše. 

Nedání die Nichterfüllung des Versprechens : pohoní . . . neb jemu 
měl dáti 20 kop gr. a toho nedal (Cod. j. b. H. 2. p. 313), vgl. reení. 

IVedédinný der keinen liegenden Besitz hat : ale uedědinného vlá- 
dyku móž staviti na tržišči (Kn. Roz. či. 236). 

]>íeděle I. Der Sonntag, dies dominica, wörtlich der Tag, an dem 
nicht gearbeitet wird (ne non, dělati laborare). Die am häufigsten vorkom- 
menden Benennungen der Sonntage sind: 1. bílá der weisse Sonntag = 
dorn. Invocavit, der erste Fastensonntag; bei Jungm., w'ie es scheint irrig, 
als erster Sonntag nach Ostern angegeben, da alle Datirungen Mitteleuropas 
auf den Sonntag Invocavit hinweisen. Das Adjectiv bílý hat hier wahr- 
scheinlich die Bedeutung veliký gross (vgl. bílý pátek =: veliký pátek 
etc.) und entspricht wahrsch. der deutschen Benennung des Sonntages In- 
vocavit: grosser Sonntag in der Fasten. — 2. černá der schwarze Sonn- 
tag, Judica, der fünfte Fastensonntag: tu sobotu před černú nedělí (A. č. 
3, 578), auch pašijová ned. dominica passionis genannt: po nedělí černé 
jinak pašijové (LA. Kl. Brück L. I. n. 48). — 3. devítník (von devět = 
novem) der neunte Sonntag vor Ostern, Septuagesima : neděle, která 
strany počtu sedmdesáte dní latině slova septuagesima a česky devítník t. j, 
neděle devátá před Velikonocí. — 4. družebná, družná, družbadlnice 
der vierte Fastensonntag, Laítare, von den an diesem Tage stattfindenden, 
aus der heidnischen Zeit stammenden Umzügen so genannt, worüber zu 
vergleichen die III. Abh. unter drauschkensonntag. — 5. křížová 
(von kříž = crux) der Sonntag, mit welchem die Kreuz- oder Bittwoche 
anhebt, der fünfte Sonntag nach Ostern, Vocem jucunditatis, nach neuerer 
Bezeichnung Rogate: jmenuje se nedělo křížová od ceremonie s kříži se 
nošení a procesí držení, že okolo 1. 460 nějaký Mamertus, v Frankreichu 
Vídenský biskup (Bischof von Vienne), z příčiny jakéhos nebezpečenství a 



— 177 — 

země třesení ji ustavil a potom papež toho potvrdil (Post. ai. 1615 p. 803). 

— 6. Kýchavná von kýchati niessen, der dritte Fastensonntag, dorn. 
Oculi, wahrsch. von dem in dieser Zeit häufig vorkommenden Schnupfen 
genannt, wie denn auch der h. Mathias aus demselben Grunde der Schno- 
pfizer genannt wird: „st. Mathias der snopficzer ist allezeit um die 
Fastnachtzeit, dass wir nicht tanzen mögen" (Schmeller 3, 494). — 7. květná, 
květnice, na květy (von květ die Blüthe, Blume) daher im deutschen 
der Blum-Ostertag genannt, dom. palmárům der Palmsonntag. — 8. liščí 
(von liška vulpes) in einigen Gegenden der Sonntag Invocavit, der erste 
Fastensonntag. — Der Name liščí neděle hat zweifelsohne eine Beziehung 
auf die Mythologie. Denn da bei dem Gebrauche der Kinder, wenn sie 
einen ausgefallenen Zahn rücklings über den Kopf werfen, statt des Wortes : 
tu máš Bábo kostěný, das Wort liška gebraucht wird, da ebenso statt 
Bába přinesla dítě, gesagt wird liška přinesla, so ist kein Zweifel, dass 
liška ein Symbol der Göttin Bába sei. — 9. masopustni die grosse 
Fastnacht, dom. Esto mihi, quinquagesima der Herrensonntag, der siebente 
Sonntag vor Ostern. — 10. modlitebná =■ křížová: pátá neděle 
po Yelikonoci slově vůbec mezi křesťany modlitebná a u některých se 
jmenuje křížová (Post. 1615 p. 803). — 11. na květy vid. květná. — 
12. pašijová als Sonntag = černá, als Bezeichnung der ganzen Woche 
= Passionswoche, die AVoche vom Palmsonntag an. — 13. pestrá wahr- 
scheinlich der Sonntag quinquagesima, zu schliessen nach den Sprichwörtern : 
pěkný-li čas tu neděli po de vít niku, bývá teplo i o masopustních dnech 
■=z jaká neděle pestrá, taková i masopustni (Erb. přísl. 441); die 
Russen nennen den Sonntag septuagesima pestraja. — 14. po devit- 
niku sexuagesima, wörtlich: der Sonntag nach dem devítník (vid. dieses). 

— 15. pražná der erste Fastensonntag, so genannt vom Rösten (pražení) 
der pučálka d. i. ein Gericht aus Erbsen, wozu die Erbsen drei Tage 
lang im Wasser liegen müssen, bis sie aufquillen, dann in eine Pfanne ge- 
than, mit Pfeffer und Salz bestreut und in der Röhre geröstet werden. — 
16. před postem der Sonntag vor der Fasten zi devítník. — 17. pro- 
sebná (prosba rogatio) vid. křížová. — 18. provodní auch pro vod, 
der erste Sonntag nach Ostern dom. Quasimodogeniti : pondělí po provodní 
neděli, jenž se zpívá quasimodo geniti : Pro vod ist Uebersetzung des lat. 
conductus paschse und da dieses auch die ganze erste Woche nach 
Ostern bedeutet, so erklärt es sich, warum auch die Bezeichnung pro vody 
(plur. von provod) vorkommt. — 19. smrtná, smrtelná, smrtedlná 
der Todtensonntag, in Böhmen und Mähren der fünfte Fastensonntag ; über 
die Herleitung des Namens vgl. den Artikel Mor an a. — 20. s t ře do- 
pe s tni die Mittfasten, der vierte Fastensonntag, Laetare vgl. stře depo stí; 
der Name stammt von dem lateinischen: quadragesima media oder me- 
dians, auch dom. mediana, oder media quadragesimae genannt (střed 
■=. Mitte, post = Fasten). — 21. svatodušní der Pfingstsonntag dom. 

12 



— 178 — 

pentecostcs. — 22. veliká der grosse d. i. Ostersonntag. — 28. velikonoční 
= veliká. — 24. veselá (veselý = Iřetiis fröhlich) der fröhliche Sonn- 
tag, im lat. nach dem Introitus Laetare (woher die deutsche und böhni. 
Bezeichnung) oder dorn, de Rosa, dorn. Rosata (weil der Papst an diesem 
Tage einem um die kathol. "Welt verdienten Fürsten eine goldene Rose 
weiht), oder nach dem Evangelium von den fünf Broden dorn. Pan es, de 
Panibus oder quinque Pan um genannt. — 25. z provodu vid. pro- 
vodní. — II. Die ganze Woche. 

Nedílný bratr, syn der „ungesonderte" Bruder, Sohn, der mit dem 
Vater oder den anderen Brüdern das Erbe gemeinschaftlich besitzt und be- 
wirtschaftet. — vid. dílný, rozdíl. 

Nedochůdče das vor der Zeit geborene Kind : o dědičném díle ne- 
dochódčat : jestliže dítě nenaplní toho času (Pr. Měst. 152). 

Nedochódčí hřivna die Strafe, welche gezahlt wurde, wenn ein 
entlassener Unterthan dort nicht eintraf, wohin die Entlassung für ihn er- 
beten wurde : tu kdež nedojde , má dáti nedochodčí hřivnu (Kn. Drn. 
p. 93) I — a jakož se z hřivny viní vzaté, poněvadž nedochodčí hřivna není 
ručena a ten člověk osadil, má ji Polomec vrátiti. (Puh. 01. 1475 f. 68). 

Nedochodiií hřivna in Kn. Tov. kap. 1!J2 vid. nedochodčí. 

IVedoperné : venditiones svod, glava, nárok, nedoperné zusammen- 
gesetzt aus der Negativpartikel ne und dopřáti zu Tode, schwer ver- 
wunden, also die Strafe, welche für eine Verwundung, die nicht tödtlich 
war, gezahlt wurde, wahrsch. also dem Sinne nach dasselbe was chromota, 
mutilatio ; vgl. in Ord. j. t. §. 46: si quis alium gladio aut cultello non 
1 e t a 1 i t e r v ulneraverit. 

i\edi'žebný der das Wort nicht hält : nabrals na se v jednotu svú 
příliš nedržebných lidí a jich nedržení vše tobě připisují (A. č. 2, 85). 

Nellutný: šelmu šelmovských, špinavých a neflutných nadal (Půh. 
Brn. 1580 f. 377) o germ. flüttig züchtig, rein; niederd. eine flytige, un- 
flytige fruwe. 

Nehospodář welcher keine selbständige Wirthschaft führt: ])áni 
nehospodáři . . . dokud svých oddílóv nemají (Kn. Tov. k. 78), vid. hospodáí*. 

Nechromá rána die AVunde, die keine Lähmung zur Folge hatte ; 
vgl. chromota. 

Nejbližší in Datirungen der nächste Tag, feria oder dominica 
proxima. 

Nekes nom. viri. Nicolaus. 

Nekrmení: plat za nekrmení vepře (MS. Ilochw. 1658) anstatt des 
Fütterns eines Schweines eine Geldreluition für das Püttern zahlen. 

Nemocný rok vid. rok. 



— 179 — 

rVeoddělený = nedílný vid. dieses. 

i\eprázdnost die Verhinderung, welche durch Geschäftsüberbürdung 
erfolgt: že pro svú nemoc a neprázdnost státi nemohl (Půh. Brn. 1447 f. 30). 

Nerobotný wovon keine Robot geleistet wird : čtvrť role robotné, 
čtvrť nerobotné. 

Nerodný unwillfährig; vid. nerodstvi. 

IVerodsíví, Nerodstvo die Widerspänstigkeit, von neroditi nolle, 
roditi velle. 

l\estání das Nichterscheinen vor Gericht, auf welches das stanné, 
das ist die Kontumazirung erfolgte. Als gewichtige Entschuldigungsgründe 
(příčiny proti nestání) galt 1. eine Dienstreise in Sachen des Landesfürsten 
(služba královská): jakož volají na p. Jošta , markrabina Milost jej poslal 
po svém poselství, že nemá odpovídati na tomto semne a to těmto póhonóm 
nemá škoditi (Lib. cit. 2, p. 58). Doch genügte nicht ein blosser Befehl des 
Landesherrn, sondern der wirkliche Dienst: Král, Milost psala úředníkóm a 
pánóm, aby p. Pušky nesúdili a p. Smila, protož páni ku přikázání královu 
odložili do prvního sněmu a potom chtí páni Král. Milost prositi, aby více 
neráčil stavěti práva (Půh. 01. 1412 f. (i3). Der Dienst der Königin ent- 
schuldigte nicht : regina non habet hanc potestatem , quod per servitia sua 
supportet quem a jure (Ač. 4, 529). — 2. die Abwesenheit aus dem Lande 
oder das Verweilen in der Fremde zur Zeit, als der Piihon angemeldet wurde; 
doch galt diess nur von entfernteren Ländern z. B. Frankreich, Italien, dem 
gelobten Lande u. s. w., nicht aber von dem benachbarten Bölimen, Oester- 
reich, Polen, Schlesien; wer sich in diesen Ländern aufhielt, musste durch 
sein Gesinde vom Půhon in Kenntniss gesetzt werden und beim nächsten 
Landrechte erscheinen; ai. 1448: kdožby vyjel z země do Bakus, Polsky, 
Slesie, do Cech, proto nemá pohonu prázden býti, kromě ktožby po dobro- 
družství aneb k Božímu hrobu nebo do Frankreicha nebo do Vlach vyjel a 
pohon jeho nezastal (Půh. 01. 1437 f. 146; Záp. Žer. 1, 29). — 3. Krank- 
heit, vid. rok nemocný. — 4. Ueberschwemmungen, die den zum Land- 
recht fahrenden aufhielten. 5. Gefängniss. 

rSíestáz, ^'estázka Anastasius, Anastasia vid. Nastázka. 

]\estoite, Nestoyte vid. I\asíojte. 

IVestojte vid, Na stoj te. 

Nešpory die Vesper. 

IVeteř die Nichte; vgl. sansk. naptar Enkel, napti Tochter, En- 
kehn, gr. á-vsxpióg Geschwistersohn, ahd. nefo nepos , alts. netij filius 
fratris vel sororis, n est er a consobrina. 

Nětiše, Netiška Agnes, vgl. IVéciše, 

IVevěra die Untreue: prvá nevěra. 

12* 



-- 180 — 

Nevěsta 1. tlio Schwiegertochter glos.: glori susp alias nevěsto (DB. 
12 n. 437). 2. jetzt auch die Braut. Das Wort gehört wahrscheinlich zur 
Wurzel ved (vad), welche eine Braut heimführen bedeutet, vgl. 
skr. vadhú die junge Frau, altsl. nevěsta sponsa, lit. vedýs, der Bräu- 
tigam, nevedeš der ledige, neusl. nevěsta nova nupta , glos. (vid. Mikl. 
Lex. und Listy filol. L 264). Demnach scheint n. ursprünglich die unvcr- 
heirathete Maid, dann die Braut und endlich erst die Schwiegertochter be- 
zeichnet zu haben. 

IMevraziti na někoho Jemandem gram sein, verwünschen; die Er- 
klärung vid. sub. vraža. 

Nevycetlý der die Rechnung nicht gelegt hat: že jest můj úředník 
nevyčetlý . . . jakož to má pán na svého úředníl^a nevyčetlého ukázati (Půh. 
01. 1412 ť. 92); — že mi úředníka mého nevyčteného diží (Půh. Brn. 1459 
ť. 8). Solche, welche Rechnungen zu legen hatten, konnten aus dem Unter- 
thanverbandc nicht entlassen werden, solange sie die Rechnung nicht gelegt 
hatten: kteříž závaduí jsú a ku počtu přislušejí (Kn. Tov, k. 194). vgl. od- 
puštění, závadný. 

Nevyctený vid. Nevyčetlý. 

Neznáti se sich nicht bekennen zu etwas, daher negare läugnen, 
verläugnen : nezná se k pólionu negat se accepisse citationem (Půh. Ol. 1412 
f. 98. 210). 

Nezpráva die Ungewähr: zvody pro nezprávu inductiones propter 
indisbrigationem (Cod. j. b. II. r. p. 280). 

Niva 1. das Ackerland, Feld überhaupt, campus: duos campos, qui 
nywy dicuntur (DB. 6, n. 107). — 2. der Urbarackor: super agris, qui 
vulgariter Urborekker seu nyby dicuntur (ibid. 3, 79). -— 3. die Breite d. 
h. ein grosses weitausgedehntes Ackerland: praita alias niva (DB. 12, n. 
708); ~ nivu držal, ješto se na ní půl pata muta vsévá. (Půh. Biu. 1406 f. 66). 

Niviié der Zins, auch Pachtzins, der von einer niva d. h. von be- 
bautem Acker gezahlt wird: z půl druhé čtvi-ti nivného. (Urbar. Chropin.) 

Nocleh (Noczleh, Nochlegh, Nochleh, Nozleii, Nozlehe, Nozce- 
leh) zusaniniengesezt aus noc und lehnouti legen, das Nachtlager, die 
Yerpflichtung der Xlöster und TJnterthanen, dem Adel, den königl. Beamten, 
namentlich aber den königl. Jägern und llundeführern Unterkunft zii ge- 
währen: ut quicunque nobilium in preefati monasterii curiis vel villis pernoc- 
tando vel intrando extiterint injuriosi , bannum nostrum in decem marcis 
componant (CD. 2, 191. 279); — de venatoribus et caniductoribus statuimus, 
ne in abbatia vel villis abbatise pernoctent (ibid. 338); — inhibentes, nequis 
suppanorum nostrorum in quocunque nostro vel eorum negotio in bonis su- 
pradicti hospitalis se recipiat ad pernoctandum (ibid. 2, 292.) 



_ isi _ 

Nochleli vid. IMocIch. 

l^íoclile^h vid. Nocleh. 

j\oc%leli vid. Nociťli. 

l\oriiiberský běh auf Nürnbcrgei- Art: obnovena jest rada na 
obojím městě pražském během Normbcrským ... a to so již tak podruhé 
sami sadili, (SRB. 3, 391) d. h. die Erneuerung des Rathes durch eigene 
Wahl der Bürgerschaft und nicht mehr durch Ernennung des Königs: di 
burger ze Nuremberch . . . daz wir allcw iar ainen newen rat setzen. 
(CD. S.). 

I\o8Í(llMÍk (^'ozidillík) portator der Lasttriiger (Erb. Reg. 1, 78) 
zu schliessen nach p. 47 : ad p o r t a n d a s lagunculas dedi Kusi cum tribus filiis. 

l\otule 1. Das Konzept, der Entwurf bei Landtafeleinlagen u. s. w. 
nach dem dann die Einlage in die Landtafcl selbst erfolgte, ohne dass der 
eintragende Ingrossator etwas daran ändern durfte , selbst offenkundige 
Fehler nicht ausgenommen. 2. Das Formular z. B. notule listu přiznávacího 
das Formular des Steuerbekenntnissbriefes. 

Novina der Neubruch, das Rodland, novale. 

Noviniiik von nový novus , der neue Gegenstände verfertigt: 
půtky mezi ševci novinníky a mezi koželuhy usenníky (Čas. č. M. 1840 
p. 67); — ševci vetešníci a novinníci (Pam. arch. 1869 p. 523); — stala 
se výpověd mezi ševci novinníky a ševci vetešníky, aby novinníci vetchých 
holení, škořen ani jiné žádné vetché a pochozené obuvi nedělali a vetešníci 
zase obuvi nové (Pam. arch. 1870 p. 582); — r. 1618 ustanoveno, aby se 
vetešníci budoucno ílikéři jmenovali (ibid. 583) vgl. vetešník. 

Novosady die neue Ansiedlung, Neustift: z novosadů, kteří sú se 
v tato léta na obci stavěli (Půh. 1447j. 

Novosedlí die Installation : na novosedlí tomu faráři vydáš deset 
másů másla (MS. 1587); — 1 krávu, 2 svině knězi Eustachovi na novosedlí 
darujeme (MS. 1583). 

Novotný ein Mitglied des neugewählten Stadtrathes : poslal pro 
úřad jak pro staré pány tak i pro novotné. (MS. LA. M. VIL 44.) 

Nozceleh vid. Nocleh. 

Nozídlnik vid. Nosídlník. 

Nozleh vid. Nocleh. 

Nozlehe vid. Nocleh. 

Nunvice bei Dalimil die Nonne, monialis, aus dem mitlat. nonna, 
nunna monialis, auch nonnus, nunnus bei líieron. der Mönch mona- 
chus, mitgr. vóvva, voviq, monialis; nach Papias : „nonnos vocamus majores 
ob reverentiam" gehalten zum ital. nonna = avia das Mütterchen, nonno 
avus der Grossvater, wahrsch. die ursprüngliche Bedeutung die „Gross- 



— 182 — 

mutter", dann die Nonne wegen der Ehrfurcht, welche die Nonnen ge- 
nossen. (Vgl. Matz. ciz. sl.) 

Obene schud vid. obecný súd. 

Obdaiik das Abdanken der geworbenen Soldaten: jestližeby ?krze 
pokládání munstrimkův a obdankův zvlášť po obdanku skrze zemi tuto ta- 
žení lidu válečného .... jaké škody se staly (Sněm. p. Kn. TV. 112 b). 

Obdržeti. Steht dieses Wort in Rechtsquellen allein, bedeutet es, 
den Process gewinnen : on obdržel er gewann. 

Obec 1. das was der Gemeinde gehört, das öffentliche Gemeinde- 
vermögen, als Gemeindeäcker, Hutweide, Anger, Wald, Teich u. s. w. im 
Gegensatze zum Singularvermögen, die Almeinde, Alm ein (Gr. RA. 498), 
der ager publicus der alten Römer, in mitlat. Urkunden ager commu- 
nitatis oder schlechthin communitas, in deutschen Diplomen Mährens 
gemeinschaft genannt: obec ager compascuus (Mat. Yerb.) : — cum 
communitate, quod obec dicitur, illius silvae (DO. 4 n. 349): — ti lesové 
jsú obec Hodonská (kn. ouz. 97) ; — což se těch struh anebo obcí dotyce 
(A. č. 1, 118); — že mi mýtí obec mých chudých lidí (Půh, Olm. 1412 
f. 77) ; — že jest mocí vpadl v obec mých chudých lidí v pastviště a v 
jezero obecné (Půh. Brn. 1417 p. 29); — že opletl zahradu v prostřed vsi 
na obci (ibid. 173); — ager communitatis vulgariter obec (CD. 7, 219); — 
obec neprávo měřiti podlé dědiny v kúpi (Kn. Roz. c. 298). — 2. Die Ge- 
sammtheit der zum Genüsse der Gemeindewiesen, Wälder u. s. w. Beru- 
fenen d. h. die ansässige Bauernschaft, welche ursprünglich in der Dorf- 
flurmark wohnte, im Gegensatze zu den Häuslern, welche erst nach den 
Hussitenstürmen in den Dörfern durch die Grundherrn angesiedelt wurden, 
denen daher an dem ursprünglich ausgemessenen Gemeindegute kein Nutzungs- 
recht zustand ; (vgl. hromada). — 3. die Gesammtheit der Untergebenen 
gegenüber der Obrigkeit , den Vorgesetzten überhaupt , die Gesammtheit 
der Regierten gegenüber den Regierenden: země česká, páni a obec (A. č. 
1, 65). Daher auch beim Landrechte die anwesenden Parteien als Gegen- 
satz zu den Richtern und Beamten : pán sudí pro nemoc na horu přijíti 
nemohl, ač k němu několikkráte i z prostředku pánův i z obce posíláno 
bylo (Záp. Žer. 1, 29) ; — hejtman k obci měl řeč stran odkladu soudu 
(ibid. 81). — Die Gemeinde gegenüber dem Rathe : konšelé smluví se s 
obcí (SRB. 8, 25). 

Obec poiiií ^id. polní ober. 

Obecnice, die gemeinschaftliche Wohnung, das Refectorium: žáci 
kůrní, kteří na hradě (pražském) bydlili v obecnici (SRB. 3, 13, vgl. Tom. 
děj. Prahy 3, 68). 

Obecný člověk, der Nichtadelige : pečeť obecního člověka při právě 
nic neplatí (Záp. Žer. I. 125). 

Obedienciár — 0-arius. 



— 188 — 

Obecný .Slíd, das Gericht des Grundheirn über die ünterthanen : 
ncc- ad judicia nostra, qua' in vulgari obcne scliud dicuntur , venire cogatur 
({'D. in. 20S); — když pán na obecném soudě sedí (Urkd. f. Eibenschitz 
1576); — soudové obecní ať jsou držííni každý rok (Čas. é. M. 1835. 287). 

Obecný zápis Kn. Tov. k. 30: ^obecný zápis neb lantfryd se dělá"; 
vid. Landfriťd. 

Obeslání, die Ijeschiekung, die Aufforderung von Seite der Land- 
rechtsbeamten, dass Jemand , ohne vorausgegangene formelle Citation , vor 
Gericht erscheine; diese obeslání waren eigentlich eine Verletzung der alten 
Gerichtsfreiheit, vermöge welcher isiemand verpflichtet war, vor Gericht zu 
erscheinen, ausser er war durch einen Klüger mittelst - des půhon belangt. 
Im Jahre 1497 beschloss der Landtag in Böhmen, dass Niemand in einer 
Puhonenangelegenheit durch ein obeslání vor das Gericht beschickt werde, 
ausser es wäre hiezu ein spezieller Befehl der Landrechtsbeisitzer: „žádný 
listem od úřadu aby nebyl obsílán, kteráž věc ku póhonnímu právu přísluší — 
krom Icčby zvláštní bylo rozkázání od pánéjv na plném sudě, 
ten, na kohož by rozkázáno bylo, má a móž býti listem od 
úřadu obeslán (Ač. 5, 409). Gegen diesen Beschluss eifert Tšehrd, dass 
Niemand verpflichtet sei , ohne vorausgegangenen Půhon vor Gericht zu 
erscheinen und dass Fälle, wobei kein půhon nöthig ist, nicht vor das Land- 
recht gehören: vedle práva k sudu zemskému každý obyvatel země české 
ne listem, než pohonem a komorníkem má připraven býti a k žádnému 
obeslání státi k sudu není povinen listovnímu, než k pohonu samému, aniž 
vedle práva která pře na sudě zemském nepóhonná má slyšána býti (p. 382). 
Und wirklich hob die Ylad. LO. den Lantagsbeschluss ai. 1497 auf und 
beschränkte das obeslání, wenn einer \\"ittwe die Mitgift nicht abgetreten 
oder entrissen , oder wenn Waisen ihr Erbgut nicht eingeantwortet wurde : 
žádný listem od úřadu aby nebyl obsílán, kteráž věc ku pohonnému právu 
přísluší; krom toho svoleno jest, aby pře stranní minuly a od úřadu listem 
osoby aby nebyly obsílány , než všichni aby se právem hleděli. Než vdovy 
a sirotci, jestližeby které vdově její věno nepostúpeno neb odjato bylo a 
sirotkem kto statku sstúpiti nechtěl . . . úředníci aby ty osoby listem obeslali 
(Ač. 5, 131; LO. 1564 f. 44). — Tgl. úterý. 

Obětování Krista Pána, Opferung Christi = Maria Lichtmess. 

Obchod, der Umgang, die Procession: mají obchod a mši zádušní 
za ty duše činiti (Chron. Igl. 33); — mají kopu gr. čes. místo obchodu za 
duše jejich dáti (ibid. 39). 

Obili pomocné: tak že nám i našim potomkuom rži deset mtuov etc. 
kromě pomocného obilí tak řečeného nad první starodávní platy vydávati 
mají (Priv. Tov. f. 101) das Getreide, welches als pomoc d. h. als Abgabe, 
Steuer abgeliefert wird. — Vgl. bernn, poiuoc. 



— 184 — 

Obojek 1. der Koller colobium , Waffenrock. 2. das Halsband 
collare, das Ilalscisen. 3. die Halskrause, der Kragen (= obvojek von ob- 
viti umwinden). 

Obora 1. in poln Diplomen wie in böhm. forestarium der Wild- 
garten. 2. in der K. Rožb. č. 273 der eingehegte Platz, wo die Stutten 
weiden. 3. das gehegte Gericht des Palatins von Krakau : ad curiam Palatini 
Cracovicnsis vulgariter dictam Obora depellere. (Helc. Pomn. L 132.) 

Obrana, die Tertheidigung vor Gericht, die Abwehr, exceptio juris : 
zanechajic obeslanému právních obran, které se v německém jazyku hel- 
frede jmenují (Pr. Kut. 55); — jestliže kto vede svědky z obrany proti 
někomu (Jir. Cod. j. b. II. 2, p. 263); — obrana půhonu die Abwehr der 
Citation : nastoupil potom na jinou obranu, že o dvojí věc pohání (Záp. Žer. 
1, 124); — obrana tytulem, jene Abwehr der Citation, welche dadurch 
erfolgte, dass der Kläger dem Geklagten den ihm gebührenden Titel nicht 
gab, vid. půhoii. 

Obrániti se, abwehren, refutare : neb v té každé pomluvě odporník 
muož se pohonu neb žalobě obrániti (Kn. Tov.). 

Obranný list, literse tuitionis (Ac. 5, 169). Wenn nach dem zvod 
(vid. dieses) der Sachfällige den Besitz, auf welchem der zvod erfolgte, dem 
Kläger nicht binnen 4 Wochen abtrat, so verlangte dieser beim kleineren 
Landrechte don obranný list^ d. h. Wehrlosbricf, in dem zříz. Ylad. či. 21, 
litera? tuitionis genannt. Mit dem ob. list ging der Kläger in Begleitung 
der Gcriohtspersonen auf das Gut, wo er eingeführt war und wollte der 
Sachfällige selbes nicht abtreten, ward er des odboj schuldig; vgl. odboj. 
„Auf den Fall er aber in denselben 4 Wochen solches nicht thäte vnd das 
Gut, so ihm aberkannt, dem andern Theil nicht abtreten wollte, so sol der- 
selbige wiederumb kommen und einen Wöhrlosbrief (so böhemisch list 
obranní genant vnd dadurch einer seynes Besitzes und Gewehr entsetzt wird) 
begehren , so ihm auch die kleineren Rechtsoffiziere ertheilen vnd in die 
Gedenktafel einschreiben lassen sollen, welchen Tag solcher Brieff aussgangen 
ist vnd der Kläger sol solchen Brieff dem Land Cammerer vnd Landrichter 
übergeben vnd bei denselben noch vmb einen anderen Gewöhrlosbrief an- 
halten vnd sie mit demselben Brieff eine w^ohlverhaltene vnd vereidete 
Gerichtsperson (so die Partei , welche die Sache gewonnen , in würklichen 
Besitz des Gutes weise) abfertigen sollen." — Yern. LO. f. 112. Der ob. 1. 
ist daher die Entsetzung des Sachfälligen von der Gewähr des Besitzes. 

Obraz, zusammengesetzt aus o, ob und raziti prägen 1. die Münz- 
prägung: o peněžném obrazu tak mi zdá, že když najprv které kníže zarazí 
dobrý peníz, že bez hříchu móž toho užitek skrovný míti .... ale jakž pod 
týmž obrazem uČiní horší peníz, jest to lest (Štít, ed. Erb. 160); — potom 
v týž obraz více mědi za našich otcóv přičinili, že 72 gr. bylo za hřivnu 
stříbra (ibid. 161). In diesen beiden Stellen Stitny's hat ein anderes Manu- 



— 185 — 

skript im böhm. Museum sign. I. C. 11 das Wort kov = Präge. — 2. Die 
Münze selbst : zatratí v zemi rozličné obrazy a dobrý peníz zarazí (Dal. k. 
95); — obrazy = nummi (Mat. Yerb.); — nemóž i jeden ustaviti nového 
trhu, ani rázu, ani obrazu (Jungm.). — 3. Abgabe für das Münzregale: 
plat od mlynóv, od celního, od obrazu peněžitého (Jungm.); — monetám vero, 
quse obras dicitur, ad instantiam abbatis dedimus percipere (Rzy. 1, 102). 

Obřezání Kristovo, bei Štítný Obřež circumcisio domini die Be- 
schneidung des Herrn, der Neujahrstag: obřezání Kristovo neb nové léto 
(Postil. 1615 p. 220); — po památce obřezání p. Krista, jenž slově nové 
léto (Urkd. 1545). - Ygl. Obřízka. 

Obřízka, die Beschneidung circumcisio: Pán Kristus osmého dne 
po svém narození obřízku přijíti ráčil (Postil. 1615 p. 237); vgl. obřezání. 

Obrocný, Kastner, frumentarius. 

Obrok, was in einer bestimmten wiederkehrenden Frist (ob rok, 
vgl. rok) zu leisten ist; daher: 1. das Jahrgeld, die Pfründe, beneficium : 
mnozí kněží nejsú ješče k svému zboží a k obrokům navráceni (Čas. č. M. 
lY. 93); praíbenda = obrok (Mat. Yerb.). — 2. Das Futter der Pferde, 
Deputat der Diener. 

Obručí , der Armschmuck (des unteren Armes) , das Handband, 
armilla rotunda. 

Obsílaeí list der Beschickungsbrief, durch welchen der Gewinner 
des Processes nach dem jalové panování (vid. panování) die Schätzung 
des Gutes der sachfälligen Partei verlangte : dědictví tvé odhádati mám ve 
dvú nedělí od dání listu tohoto pořád zběhlých (Yš. 383). 

Obstaviti arrostiren, in Beschlag nehmen ; vid. obstávka. 

Obstávka die Beschlagnahme, die Pfändung. Wenn ein Schuldner 
die Schuld trotz wiederholter Mahnung nicht zahlte, hatte der Gläubiger 
das Recht, nicht nur die Sachen des Schuldners, sondern auch anderer 
Leute, die in demselben Orte wohnten, wo immer er dieselben traf, in Be- 
schlag zu nehmen. Namentlich geschah diess dann, wenn königl. Städte für 
den König oder Hörige für ihren Grundherrn sich verbürgten : srozuměl 
jsem tomu, kterak byste pro nepokládání nějaké sumy peněz od JMC. 
Yašnostem povinné, za kterouž jsou se města JMK. v markrabství v tomto 
ležící v rukojemství postavili, mezi jinými také měšťany Brněnské a věci 
jejich skrze jisté osoby od Yašností nařízené obstavovati ráčili (List. Žer. 
3, 28); — kterýž pán své lidi zapíše, ti se podlé zápisu stavovati mohu. . . 
(Kn. Tov. k. 202). — Die Unterthanen verbürgten sich zu diesem Zwecke 
durch eigene Briefe, worin die obstávka festgesetzt wurde : pakliby se toho 
nestalo, tehdy dáváme témuž panu J. plnu moc a právo tímto listem, aby 
mohl na nás oddílu svého dobývati, upomínati, nás stavovati i naše statky 
v městech, městečkách i ve všech i jinde všudy, kdež by koli mohl (Kn. 
Tov. ed. Dem. p. 152). Wer die obstávka vornehmen wollte, musste diess 



— 18fi — 

in einem eigenen Briefe dem Doife oder der Stadt anzeigen, dem Briefe 
zwei weisse Ankündigungspfennigo lu-ilegon (vid. o povodně), worauf in 
zwei Wochen die obstávka begonnen werden konnte: vám se tímto psaním 
obřadním opovídám a dva peníze bíhi stavncho odesílám a dvě neděle na- 
před věděti dávám, jestliže mně takové sumy ve dvou nedělích nepoložíte, 
že toho na vás, sousedech a statcích vašich stavním právem dobývati, vás, 
sousedy a statky vaše stavovati budu dotud, dokudž sumy svrchupsaně úplně 
nezaplatíte. (Urkd. 1015 LA.): — jestliže žádáno prvé práva na dědině a 
dva peníze opovědná byla položena, tehdy móž staviti i právem dobývati 
(Kn. Tov. k. 202). Doch konnte der Adelige selbst nicht arrestirt werden : 
nemohli také věci pána ani on sám stavovány býti (ibid.). 

Obsťavné : podlé obyčeje práva dva peníze obstavného pokládám 
a při právě vašem se vyjevuji, že vás, sousedy vaše i statky jejich na kte- 
rém koli právě obstavovati chci (Urkd. 1631 LA.), die Taxe zweier weisser 
Pfennige, welche dem Briefe, der die Ankündigung der Beschlagnahme ent- 
hielt, beigelegt wurden ; vgl. opo\ ecliié, «bstávka, stavuó. 

Obstaviiňk vid. Obstávka. 

Obiízeu conviciari, calumniari verleumden, vor Gericht falsch an- 
geben: že jeho obúzí zlodějem (K. lložb. č. 227). 

ObÚ7.<'ť Mat. A'erb. calumpniator, rapula falši criminis. 

Obiiziiíczi phir. von obiizník. 

Obuziiík calumniator ; so wurden auch schimpflich die Mauthein- 
nehmor. genannt wegen der Erpressungen, die sie sich erlaubten: mercator 
sohlte tholonio non retaidotur, quod libenter thelonearii, qui obuzniczi vulgo 
dicuntur, sepius ausi sunt facere propter dominorum suorum avaritiam. 
<CD. 2, 297, 337). 

Obiizstvo die falsche Angabe, Beschuldigung vor Gericht : a poslati 
k tomu, chce-li sě zpraviti obůzstva. Chtělliby sě zpraviti obúzstva, opoví- 
daé musil by sě súditi o šiju (K. Rožb. č. 227). 

Obvěiiítí (odvěniti) der Frau die Gegengift geben contradoto ; die 
Gegengift betrug ein Drittel mehr als die Gift betrug : „kdo pannu pojímá, 
ten třetinu výš vedle práva zemského má obvěniti proti tomu, což po panně 
jmenováno jest." (Korn. z. Vš. 209). 

Obvesťi circumducere herumführen ; vorzüglich gebraucht bei Gränz- 
stritten : also Begehung der Gränze (K. Tov. k. 215); dann aber in allen 
Fällen, wo Zeugen den Beweis herzustellen hatten contestari, testibus com- 
probare : to jsem obvodil úředníky (Ph. Ol. 1412 f. 16 b); — to jsem staro- 
žitnými lidmi obvedl (Ph. Br. 1447 f. 47 b). 

Obyvatel der Einwohner; dann im plur. obyvatelé vorzugsweise 
die Stände als die politisch berechtigten Bewohner des Landes; z a oby- 
vatele země přijati. Jemanden in die Verbandschaft der Stände, in die 



— 187 — 

ständische Landsmannschaft aufnehmen. Wenn ein Ausländer in dieselbe 
aufgenommen werden wollte, so musste er nach Landtagsbeschluss ai. 1608 
sich verpflichten, innerhalb dreier Jahre ein liegendes Gut zu erwerben und 
die böhm. Sprache zu erlernen ; that er diess nicht, war die Aufnahme nichtig. 
Ocepné die Abgabe, welche der Grundobrigkeit für den Bier- oder 
"Weinschank gezahlt wird. — Vgl. naeaiié, pobecovní, počepiié, posiidní. 

Oči: požeň v oči (K. Rožb. či. 207, 208.) die Citation dem Ge- 
klagten mündlich und persönlich ankündigen. 

Očista. Weil jedes Yerbrechen nach der alterthümlichen Anschau- 
ung als Beleidigung der Götter angesehen wurde, wurde auch die Sühne 
desselben als- Reinigung aufgefasst, daher so häufig die Ausdrücke purgare, 
reinigen und im slav. očista, 1. das Beiuigimgsmittel also Beweismittel, 
(sowie cúda von derselben Wurzel čistt wie očista eigentlich das Reini- 
gungsgeiicht) ; daher očista železem horúcím (K. Ržb.) ; očista přísahou: 
na očistu svá vstúpí a s ním šest svědkuov zachovalých (A. č. III. 159) 
der Purificationseid ; — vedle rozličnosti pří duovod a očista slušně mění se 
(P. Měst. 105 b); — spůsob přísahy z vraždy s očistu: najprvé obžalovaný 
přiseže, že není vinen, jiní pak tři přisahii, že sú viděli nevinu jeho, po- 
slední tři přisahú, že tito čtyři spravedlivě přisahali (ibid. 155) : — kázachu 
dva stíti na očistu, aby král řekl, že jim toho žel. (SRB. 3, 22.) 2. Der den 
Reinigungseid leistet : pakliby některý z oČist nebyl vládyka, ztratí (Cod. 
j. b. II. 2, 270 n. 102 vid. očistník). 3. očista listu die Entlastung der Ver- 
schreibung : že ten zápis no k škodě dílu našemu, ale na nějakii očistu byl 
mezi mnú a biatrem mým (Kn. ouzká f. 27) ; die Entlastung des Gutes : 
neb jest to základ jeho k očištění statku onoho, kterýž peníze položil. (K. T.) 

Očistník expiator: má s sebii míti očistníky dva r= debet habere 
secům duos expiatores (Zříz. Ylad. č. 3G), derjenige, welcher eidlich be- 
kräftigt, dass ein Dritter einen rechten Eid abgelegt habe. Der Schwur des 
očistník bezog sich daher nicht auf das Faktum, wie beim Eidcshelfer, (vid. 
pomocník) sondern nur auf den Schwur des Angeklagten ; desshalb unterlag 
auch oft der Zeugeneid einer solchen Reinigung : poslední tři přisáhnú, že 
tito čtyři spravedlivě sú přisahali (P. Městská 155). Im Landrechte wurden 
immer 2 expiatoren beigezogen (zříz. Ylad. č. 36) : tehda strana druhá má 
sobě voliti tři ... a tři ti mají přisahati a dva jich přísahu očistiti (Ond. 
z. D. či. 30). 

Der Expiationseid war immer ohne Nullität : „ty přísahy mají býti 
se zmatkem, kromě očista má býti bez zmatku" (Qnd. z. D. č. 31) ; die 
Eidesformel lautete : „na tom přisahám, že ta přísaha, jížto Jan z Krp při- 
sahal Pavlovi z Lůze, jest práva a čistá; tak mi Bóh pomáhej a všickni 
světí" (Ond. z D. č. 36). Eideshelfer (consacramentalis, pomocník) konnte 
jeder sein ; von der Expiation hingegen waren ausgeschlossen jeder übel 
Beleumundete, jeder Yerwandte, jeder Diener, jeder Zeuge in derselben 



_ IRS — 

Angelegenheit. Der Kläger hatte das Recht , den Expiator um alle diese 
Eigenschaften zu fragen und fand er irgend einen Mangel, so konnte er den 
Expiator abweisen. Daher war es sehr unangenehm als Expiator vor Gericht 
zu erscheinen: „očistiti přisahií svú přísahu pohnaného a oěistníkem býti i 
těžká i ponižená poněkud věc jest. Těžká, neb dobrý člověk v své při sám 
za se sotva přisahá, znaje se spravedlivým býti a jsa sebe nesvědomitější 
a budeh kdy k tomu připraven, s strachem k tomu, s rozmýšlením a příliš 
nerad přistúpá. Ale očistníku, kterýž ne za se samého, než za jiného při- 
sahá a nemoha v pravdě svědom býti, právěli přisáhne, mnohem tíž přísaha 
přichází. Jest také ponížené očistníkem býti, protože otázky o svém urození, 
o svém zachování, o svém jmění očistník póvodu musí vytrpěti a k nim od- 
povídati a jiného mnoho nelibého snésti vedle starého přísloví : „nevíšli cos, 
bud svědkem nebo očistníkem, zvíš." (Korn. Yš. 81 ; zříz. Ylad. A. č. Y. 
141) ; vergl. poiuociiík. 

Očistiti 1. seine Unschuld beweisen durch Eid und Ordale : jestliže 
prostě žaluje a obžalovaný po])írá, tehdy se prostě očistí, pakli žaluje s 
svědky, tehdy obžalovaný s svědky také se má očistiti (P. Měst. 102) ; — 
jestli kdo obžalovaný z vraždy chtě se očistiti sám sedm na kříži své ne- 
viny dokáže" (ibid. 105b). 2. die Entlastung: slibujíce to věnné právo z 
desk vymazati a očistiti podle obyčejného zápisu (K. T.) ; až do přejití práv 
ten statek očisťovati proti každému, kdožby ho nařkl (Záp. Žer. I. 112). 

Odbéžiic d. i. zboží, das Gut, von dem der Hörige entläuft: od- 
běžné správuo jest, aby ztratil, kdož před právem běží od své hospody, 
aneb chtě nesnaden hospodě býti. (Štít. ed. Erb. 159). 

Odbití 1. verjagen, že jej odbil mocí s jeho dědiny (Cod. j. b. II. 
2. p. 316). 2. Dem Gerichte sich widersetzen: pojem beneficium Pragense 
cum camerario voluerit popraviti in hereditatibus suis ubique, ibi sunt eum 
otbili (Eml. Rol. 1. 66). 

Odboj, die Widersetzlichkeit, der Widerstand gegen das Recht, 
namentlich die gewaltsame Yerhinderung der Exekution bei der Einführung 
des Klägers in die Possession, die Auflehnung gegen das Recht, rebellatio 
contra jus : poena, quse debetur facientibus otboj (Erb. Reg. 336) ; — jest- 
ližeby kto odboj skutečně učinil buď řečí hrozlivú, buď střelením, má kázán 
býti k hrdlu (Kn. Tov.) ; — quod odboj fecerunt contra regiam majestátem 
et jus terrae. (Půh. Ol. 1463 f. 49). 

Odboj nik, der Rechtsverächter (vgl. odboj) , der sich der gericht- 
lichen Exekution oder einer in der Ausübung des Rechtes begriffenen Ge- 
richtsperson widersetzt, oder sie thätlich beleidigt: pakliby kto půhončímu 
překazil aneb jej zbil , má kázán býti jako odbojník (Kn. Drn. 23) ; — z 
toho všickni otbojníci neb othončí práva jsú vyňati. (Ač. IL 513), - „wan 
aber der Condemnirte das Gut nicht abtreten wollte, so solle er für einen 
odbojník (das ist für einen solchen, der sich wider das Recht 



-^ 189 ^ 

auflänet) gehalten werden und sol auft Vnsern befehlioh der Landshaupt- 
mann mit gewafFneter Hand , so es vonnöthen , die Execution thun. (Yern. 
LO f. 112 b.) 

Odemriti , nach dem Tode hinterlassen , in deutschen Quellen = 
ansterben : jestližeby kto dětí svých odemřel ; — že mě odkúpil mého dě- 
dictví, ježto mi otec mój nebožčík odemřel (Půh. 01. 1412 f. 35); — a lesy, 
jakož mi strýc mój odemřel (ibid. 248). 

Odepříti se abnegare: pán téhož hovada móže se jeho odepříti 
(Pr. Měst. 101). 

Odhad, Odhádáiií, die gerichtliche Schätzung des sachfälligen Gutes, 
welche vierzehn Tage nach dem zvod statt fand , wenn der Sachfällige 
während dieser Zeit seiner Schuldigkeit nicht nachkam. Die Schätzung 
geschah durch die Beamten des kleineren Landrechtes , denen in dieser 
Beziehung in Böhmen der Yicekämmerer , in Mähren der Burggraf des be- 
treffenden (Olmützer- oder Brünner-) Kreises vorstand. Es stand dem Kläger, 
frei, entweder persönlich zu erscheinen oder einen Stellvertreter zu schicken; 
auch der Sachfällige konnte erscheinen, wenn er wollte: póvod osobně, 
chce-li, při odhádání býti móže, nechce-li, na místě svém někoho pošli; ale 
držitel není povinen při tom ani sám osobu svú býti ani koho na místě 
svém k tomu jiného vyslati; užitečněji však jest oběma, póvodu i držiteli 
osobně při odhádání s přátely býti (Yš. 193). Es stand dem Yicekämmerer 
frei, zum odhad Adelige und Bauern aus der Nachbarschaft zu berufen; 
wer von den Berufenen ohne eine triftige Entschuldigung nicht erschien, 
erlitt ein Pönale von 10 Mark Gr. So wie jede andere Gerichtshandlung 
sollte der odhad vor Mittag geschehen. Die Schätzung der Gründe geschah 
nach Lahnen; die Giebigkeiten an Schüttgetreide so, dass ein Metzen Weizen 
2 Groschen, Hafer 1 Gr., Zehentgetreide ein Schock Weizen zu 4 Gr. , ein 
Schock Eier zu 1 Gr. u. s. w. geschätzt wurde (vid. Kn. Tov. k. 121). Es 
wurde nur das abgeschätzt, was hinreichte, um die sachfällige Summe dem 
Kläger zu ersetzen. In Mähren ward nach dem odhad dem Sachfälligen 
noch eine Frist von sechs Wochen gegeben, damit er mit dem Kläger eine 
Yereinbarung treffe oder das Geld beim Gerichte erlege ; that er diess in 
dieser Zeit nicht, so erfolgte das přidědění oder die Einführung in die 
Possession. In Böhmen erfolgte diese Einführung aber unmittelbar bei dem 
odhad: a udélaje odhádání tu póvoda v skutečné držení dědictví odhádaného 
hned, nikam neodjížděje, má uvésti a lidem má rozkázati , aby člověčenství 
slíbili novému a tu nyní uvedenému držiteli a pánu a prvnímu pánu má též 
mocí úřadu svého rozkázati, aby lidi propustil a dědictví odhádaného postúpil 
(Yš. 194). Desshalb sagt Yšchrd: odhádání jest vrch a zámek práva; 
neb všecka práva jiná, kteráž odhádání předcházejí, koná, 
zamýká a zavírá (p. 192) und Ondřej z Dube: odhádání jest zámek 
všeho práva, neb odhádání všecka práva zavírá (Ač. 2, 501), 
obwohl derselbe Schriftsteller berichtet , dass nach dem odhad noch zwei 



— 190 — 

Wochen Frist gegeben wui den für jene , welche allenfalls Ansprüche auf 
das abgeschätzte Gut hätten und von dem Tůhon u. s. w. nicht wussten 
(ibid.). "Weil mit dem odhad zugleich die Einführung in den Besitz verbunden 
war, desshalb sagt Ondř-ej z Dube: othádání , ježto starým právem slově 
vdědění. (Ač. 2, 500.) — Vgl. priděděiií. 

Odhadné, die Taxe, welche den Gerichtsbeamten für die Schätzung 
des sachfälligen Gutes gezahlt wurde; vgl. odhad. 

Odhoiicí, wörtlich der, welcher Jemanden wegtreibt, verjagt, dann = 
odbojnik (vid. dieses). 

Odhosfiti se: nežby se odstěhoval a odhostil v těch 18 nedělích 
(Kn. Tov. k. 192) abziehen aus dem Unterthansverbande. — Vgl. výhost. 

Odhroziti od práva , durch Drohung vom Rechtswege abbringen : 
že ho nerodil ubezpečeti života, že jej othrozil ot práva (Kn. Ržb. či. 245). 

Odťhodiié (of hodné): mediam partem de omni teloneo nobis debi- 
tam tam a descendentibus quam ab ascendentibus per Albiam , videlicet 
homutowe, othodne (Erb. Reg.) das Abfahrtgeld , der Ausfuhrszoll , von od- 
choditi weggehen, abfahren. 

Odkaz, odkazovati, testamentarisch hinterlassen : když dvěma co 
zapsáno, jeden bez vólo druhého nemóž odkazovati. (Půli. 01. 1437 f. 33.) 

Odklad. 1. compositio das Ersatzgeld, das Loskaufungsgeld : lidi 
šacuje, aby jemu odklady činili po jeho voli (Půh. Br. 1406 f. 111); odklad 
hlavy compositio capitis das Wergeid. Im Rechtswege betrug das Wergeid 
für eine Herrenstandsperson 500 Mark Silber, 500 Pfund Wachs (für Kirchen) 
500 Seelenmessen und 50 Stück groben Tuches (für Arme) ; für eine ritter- 
mässige Person 50 Mark Silber, 50 Pfund Wachs, 15 Stück Tuches, 
50 Messen; für einen Bauer: 5 Mark, 5 Pfund Wachs, 5 Messen und 
1 Stück Tuch (Kn. Tov. k. 210, 211, 212). Doch stand es den Parteien 
frei, sich aussergorichtlich zu vergleichen und das Wergeid nach eigenem 
Ermessen zu bestimmen. — Ygl. lllava , Pokora. — 2. Die Vertagung 
z.B. pře, nálezu des Processes, des Urtheiles ; — odklad do více pánův 
die Vertagung, bis mehr Beisitzer des Herrengerichtes gegenwärtig sein 
werden. — Ygl. odložiti. 

Odložiti. 1. zusammengesetzt aus od und ložiti weg -legen, dann 
vertagen : páni tu při odložili (Záp. Žer.) 2. Ersatz leisten für eine zuge- 
fügte Unbild, Schaden von dem negativen od und ložiti: ty všecky škody 
slibujeme odložiti a hotovými penězi zaplatiti (Kn. Tov.); namentlich das 
Wergeid zahlen: aby vrah jich přítele hlavu odkládal podlé práva (Kn. Drn. 101). 

Odniirt vid. Odnirf. 

Odnilouvati, widersprechen, einreden: a žalobník také proti jeho 
řeči móž odmliivati. (Kn. Drn. 35.) 

Odmrf, (Odúmrtí, Unirtí), der Heimfall, das Fallgut , das Heim- 
fallsrecht von ode mříti (vid. dieses), vermöge welchem das Vermögen des 
kinderlos verstorbenen TJnterthanen an den Grundherrn fiel : pro odúmrtí, 



— 191 ~ 

kteréž jsú po nich a po předcích jich na mne n předky mé spadaly (Kn. 
ToY.); — ab omni jure dcvolutionis , quod jus in vulgari moravico odmirt 
dicitur (CD. 9, 229). 

Odnikud, „von nirgendsher" nulliunde. Im Pi°ihon niusste jeder 
mit dem Prädikate des Grutes benannt werden, bezüglich dessen er belangt 
wurde; hatte er kein liegendes Gut, so wurde er jedesmal mit odnikud 
bezeichnet: kdyžby kto chtěl koho pohnati, an své dědiny jiným zapsal a 
neměl nikde dědin svobodných, móž jej pohnati za tkáče. A když pohon 
bude klásti ve dsky, má jej vložiti „odnikudž" (Jir. Cod. j. b. II. 99); — 
když koho pohoní „otnikudž" a on praví, že není „odnikudž," má ukázati, 
že má na dědinách (ibid. 279); - Ulricus conqueritui', quia Mikeš „nulliunde" 
sibi dextrarium čepit (Enil. Rel. I. 44). 

Odpor, Odpora (letzteres selten) contradictio, der gerichtliche Ein- 
spruch, Widerspruch gegen eine Einlage in die Landtafel , gegen den zvod, 
odhad etc.: odpor jest dědictví, platu a abych krátkými slovy všecko zahr- 
nul, všeliké spravedlnosti lidské, kteráž se do desk jakýmkoli spůsobem: 
trhem, zápisem nebo zástavů klade, obecná obrana a nárok , kterým každý 
dědictví svého a spravedlnosti proti každému nespravedlivému stále a světle 
brání a obhajuje (Yš. 345); — Hrot odpor činí tomu vkladu a že k tomu 
lepší právo má (Kn. Tov. k. 95); — jestliže k odporu vloženému požene 
k prvnímu právu , dobře ; pak-li nepožene a práva svého neokáže , odpor 
jemu nic pláten není a při ztratí; protož lépe jest odporu neklásti, ktož 
hned pohnati nechce ; neb do šestého práva po dskách vložení móž naříkati 
(ibid.); — po othádání ještě bývá opanování ve dvú nedělí pro otporníky, 
byl-liby kto, ježtoby snad právo k dědinám maje o pohonu, o zvodu, o pa- 
nováních nevěděl .... ještě dvě neděli měj k otpořo a té požiti má .... 
pakliby již zameškal, nemá víc k otpoře připuštěn býti (Ač. 2, 501). Die 
vern. LO. sagt: „ein odpor ist nichts anderes als ein rechtlicher Wider- 
spruch einer Verschreibung oder eines Testamentes oder anderer Sachen, 
welche zu Schaden oder Nachtheil eines anderen in die Landtafel einver- 
leibt worden" (f. 127). 

Odpornik 1. der die gerichtliche Einsprache erhebt: bývá opano- 
vání pro otporníky (Ač. 2, 501); — odporníku má dáno býti hojemství až 
do druhého roku (Ač. 5, 159). — 2. adversarius , der Gegner: v každé 
pomluvě odporník muož se pohonu neb žalobě obrániti (Kn. Drn. 35, 39). 

Odpověď, Kede und Gegenrede im Process , litis contestatio: na 
odpovědi povodovi vésti svědky za vodu (Kn. Roz. čL 72); — před otpo- 
vědiú móž poslóv prositi (ibid. či. 247). — Ygl. odpovídač. 

Odpověď nepřátelská, o. k vált-e die Absage , die Fehdeankün- 
digung, welche durch den Beneschauer Landtag 1473 folgendermassen ge- 
regelt wurde: jestližeby kdy které války vznikly, aby žádný neodpovídal, 
léčby tři dni napřed dal věděti tomu každému do domu neb na zámek jeho, 



— 192 — 

kdež dvorem svým obývá; a kdožl)y jinak učinil, aby byl odsúzen cti a 
víry a více aby žádný k ní nebyl navrácen ani k žádnému právu (Zříz. mor. 
1546 p. 79); — odpovídali mnozí stojíc v zálohách, posílali jednoho k bráně 
a listy odpovědné povrhúc krávy jímali; někteří v ploty u zámkuov strkali 
a někteří prvé brali než odpovídali (Kn. Tov. k. 208); — svolení se jest 
stalo, jaká odpověd nepřátelská býti má (ibid.); — když by kdo chtěl dru- 
hému nepřítelem býti , má jemu odpověd zjevná a psanú poslati tu na ten 
zámek , kdež jeho obecné obydlé jest a ne na jiný a list má býti nesen 
svobodně a svobodně dodán tomu samému nebo-li jeho úředníku a poslu 
nemá v ničem překáženo býti a puštěn zase býti na své obydlé. A po po- 
dání listu toho až do třetího dne a toho slunce západu nemá ten , ktož 
otpověděl, nic počínati ani jaké škody činiti (Kn. Tov. k. 209.) — vgl. 
odpovťditý list, péče. 

Odpovědník 1. der die Fehde ansagt, der Gegner, Feind, Landes- 
schädiger: odpovědníků, škůdci a zhoubci zemských (LO. 1564 f. 139). — 
2. jener, welcher vor Gericht zu antworten hat, also der Geklagte: všichni 
žalobníci a otpovědníci mají býti přítomni (Kn. Tov. k. G8); vgl. odpovídač. 

Odpovědný list der Fehde- oder Absagebrief; in demselben musste 
der Absager seine Ehre (ohrada cti) verwahren, dass er nicht aus Raub- 
und Rauflust, sondern in ehrlicher Fehde die Person und die Güter seines 
Gegners schädigen wolle ; desshalb forderte er ihn auf, auf der Huth zu sein 
(aby naň péči měl, vgl. péče): „žeby jej bez ohrady cti i listu odpovědného 
i s svými služebníky porazil (Pam. kn. 01. 1517 f. 188). Nur der Landes- 
hauptmann war nicht verpflichtet zur Absage , wenn er gegen einen Land- 
friedensbrecher zog, ebenso wenig jene, welche vom L. Hauptmann zur 
Hilfe hiebei aufgefordert wurden : p, hajtman i s svými služebníky i s těmi 
zemany nic jest v tom proti své cti ani oni neučinili; neb každý, kdož v 
zemi svú vůli počíná, to proti hajtmanu a úřadu zemskému činí a již naň 
péči míti má a každý služebník hajtmanúv není povinen , žádnému škůdci 
v zemi opovídati (ibid). Formel eines Absagbriefes : Proti urozeným pánóm 
p. Janovi a p. Zdeňkovi z Postupic já Filip Mlýnek z Svitavy vystříhám se 
proti Milostem Yašim , všem poddaným i s těmi se všemi, kteříby mi mé 
křivdy pomocní byli, která se mi děje od Milostí Vašich a tímto listem proti 
Milostem Yašim svú čest ohrazuji i s svými pomocníky až do té pře sko- 
nání a ničím povinen býti nechci. Datum etc. (Kn. ouz. f. 114; vgl. Arch. 
čes. 4, 140). 

Odpovídač der Antwort zu geben hat, also (vornämlich in der Kn, 
Roz.) der Geklagte, reus: jáz chci odpovídati, z čehož na mne žaluješ (Kn. 
Roz. či. 94); — když odpovídač před odpovědí neobránil (ibid. 141); — 
právo na odpovídačových svědcích (ibid. 146); — vgl. odpovědník 2. 

Odpuštění die Entlassung des Unterthanen auf ein anderes Domi- 
nium. Die glcbie adscriptio war in Mähren der Gutsobrigkeit gegenüber 



— 193 — 

schon im 13. Jhdt. durchgeführt z. B. ai. 127G: „qui vel baronům nostrorum 
vel aliorum quorumlibet dominie sint subjecti" (C. d. IT. 175). Doch war 
der Unterthans-Yerband hier nie so hart, vrie z. B. in Böhmen oder manchen 
deutschen Ländern. Schon 1291 verordnete z. B. K. AVenzel , dass kein 
Grundherr seinen Uuterthan hindern solle , in die Stadt Littau zu ziehen. 
(C. d. IT. 373). Namentlicli wurde der Unterth.-Yerband lockerer in Mähren 
erhalten dadurch, dass die weltlichen Obrigkeiten die klösterl. Unterthanen 
aufnahmen ohne sie dazu zu verhalten, dass sie den Klöstern die restirenden 
Giebigkeiten zahlten, (vid. C. Dipl. TU. 241). Als aber das, was ursprün- 
glich nur den Klöstern geschah, auch den weltlichen Grundherrn zu geschehen 
pflegte^ beschloss das im J. 1381 am Spielberge versammelte Landrecht: 
quod nullus in terra Moravia residens cujuscunque eminencie vel condicio- 
nis fuerit, ab alio in eadem terra Moravie residente, cujuscunque eminencie 
etiam vel condicionis extiterit, debet aliquem civem , rusticum acceptare, 
donec a domino suo literám domini sui sigillo sigillatam iidem cives sive 
rustici apportaverint, eos fore per eundem dominum ipsorum liberos , di 
missos et solutos. Et si quis herum civium, rusticomm ad aliquem in terra 
Mora vire residentem fugam dederit, idem cum omnibus et singulis bonis, 
cum quibus effectus est fugitivus, ipsum aut ipsos ei, a quo fugit, vel fugi- 
erunt, restituere teneantur" (D. Brn. VI. 144). Es scheint aber nicht, dass 
diese strengere durch diesen Herrenbeschluss eingeführte Gebundenheit 
lange anliielt; denn aus der Gepflogenheit, wie sie die kn. Drn. und Tov. 
schildern und wie sie in den Ph. Büchern bestätigt ist, geht hervor, dass im 15. 
Jhdte., wenn eine Stadt oder ein Grundherr die Entlassung eines Unter- 
thanen bei seiner Obrigkeit verlangte, dieselbe gewährt werden musste, falls 
der zu Entlassende alle seine Pflichten und Giebigkeiten bei seinem bishe- 
rigen Herrn erfüllte, wie es im Verträge zwischen den k. Städten und oberen 
Ständen heisst: což se odpuštění brání dotyce, aby toho každý vůli měl, 
odpuštění lidem z měst, z městeček, ze vsí bráti, buď poklončím nebo listem 
a to podlé řádu v bílé dni a to poklončím nebo listem řádně vzaté odpu- 
štění má moc míti." (Kn. Drn. p. 100) \Yenn bei der gewünschten Entlassung 
die rechtlichen Formen nicht eingehalten wurden, war diese ungiltig und der 
Unterthan, falls er schon abgezogen war, musste von seinem neuen Herrn 
dem alten restituirt werden. (Kn. Drn. 98. 120). Die rechtlich giltige Ent- 
lassung hatte folgendermassen zu geschehen. Derjenige, welcher im Namen 
des neuen Grundherrn um die Entlassung eines TJnterthans aus dem bishe- 
rigen Yerbande nachsuchte, (gewöhnl. der Dorfvogt) und poklončí hiess, kam 
in das Dorf oder Städtchen, wo der zu Entlassende wohijte, rief den Yogt 
dieses Dorfes und in seiner Gegenwart berührte er die Hand und das Kleid 
des zu Entlassenden und sagte : pane fojte, já tomuto člověku N. beru od- 
puštění na pána svého dědinu a pod pána svého do vsi N. s tím se vším, 
což má nad zemí i pod zemí, ženě jeho i jeho dětem" (Tov. Kn. k. 192). 
Und diese Ansage musste unter Dach und Fach geschehen , bei helllichtem 

13 



— 194 - 

Tage, weder vor Sonnenaufgang noch nach Sonnenuntergang ; geschah dies 
anders oder hielt der poklončí den zu Entlassenden nicht bei der Hand oder 
beim Gewände und benützte dies der Yogt des zu Entlassenden und nahm 
ihn selber bei der Hand, dann war die Entlassung null und nichtig. Wur 
die Entlassung ordnungsmässig durchgeführt, dann war das dědinné právo 
(vid. dieses) zu leisten. Der Entlassene musste die Wirthschaft, die er bisher 
betrieb, durch einen anderen innerhalb 18 Wochen besetzen, that er dies 
nicht, dann konnte er in Haft genommen werden und zahlte dem Herrn, 
zu dem er niclit kam, die nedochodčí hřivna (vid. dieses). Starb er innerhalb 
dieser 18 Wochen, so war der Heimfall jenem Herrn zu Gunsten, der seine 
Entlassung aus dem alten Verbände verlangt hatte. Dies war das gewöhn- 
liche odpuštění. TJngewíihnlich (neobyčejné odpuštění) war jenes, wo gegen 
die Form verfehlt wurde, wie oben erwähnt: že odpuštění neobyčejné listem 
na poli pod hrází pod rybníkem člověku mému vzal (Ph. 01. 1505 f. 232 b), 
oder wenn an einem Tage die Entlassung zweier oder mehrerur Unterthanen 
verlangt wurde. (Kn. Tov. k. 193). Die Entlassung wurde entweder münd- 
lich durch den poklončí oder von Seiten der Städte grösstentheils durch Briefe 
verlangt, obwohl auch statt des poklončí ein Brief geschickt werden konnte; 
ein Formular in Kn. Tov. Ms. im Brünner Mus. sig. 340 f. 96. Připiš jak se 
lidem z měst, městeček i vesnic poklončím neb listem aneb oustně odpuštění 
bere: „Službu ctc. Moudří a opatrní etc. A při tom Vám oznamujeme a na 
vědomí dáváme, že odpuštění bereme Janovi N. z dědiny N. někdy člověku 
poddanému pána Vašeho a již poddanému J. M. pána našeho, manželce a 
dítkám jeho i všemu statku jeho mohovitému i nemohovitému , kterýžkoli 
má na zemi i pod zemí , podle práva a zřízení země této, pod J. M. pána 
našeho do města (městečka , aneb dědiny N.) a tak již nížepsaný N. není 
poddaný pána Vašeho. A teď Vám podle pořádku dva peníze bílá odsíláme 
aneb klademe a za právo dědinné podlé zřízení zemského tímto psaním 
slibujeme." Hatte der zu Entlassende ein Amt, das ihn zur Rechnungslegung 
verpflichtete, z. B. die Dorfvogtei, Fischmeisterei, Hegerei u. s. w., so konnte 
er nicht entlassen werden, als nach der Rechnungslegung. Ebenso der aus 
welch' einem Grunde immer Verpfändete , ausser dass er die Piandsumme 
erlegte : „že mi vydati nechce fojta mého nevyčteného" (Ph. 01. 1505 f. 104), 
vid. závadný. Wer ohne Entlassung davon ging, hiess zběhlec, zběhlík 
poběhlec, prchal. Einen solchen sollte kein anderer Grundherr aufnehmen, 
sondern jeder war verpflichtet, sich des Entlaufenen zu bemächtigen, und 
dem Herrn ihn zurückzubringen; that dies einer nicht und gelang die Flucht, 
dann musste jener, der den Unterthan entlaufen Hess, dem Herrn, von dem 
er entlief, einen Wirthschafter auf jenen Grund setzen, von dem jener ent- 
laufen war: poněvadž Jan člověka toho poběhlého Jindřichovi nevydal jsa 
ho mocen a v tom ten člověk utekl a Jindřichovi jeho purkrecht pustl, po- 
vinen jest Jan purkrecht Jindřichovi osaditi. (Ph. 01. 1475 f. 75). 



— 195 — 

Odřeli clor Yei-ziclit : odřek Yávry . . . odřekl se těch šesti lánúv 
(Pam. Kn. 01. 1517). 

Odrost: jalový dobytek ve dvoře na odrost chovati (MS. Krems. 
1606); — na odrost plodu rybníčky dva a na tření jeden; — do toho ry- 
bníka se dává plodu na odrost 200 kop (MS. 01. 1606) , zusammengesetzt 
aus od und růsti aufwachsen, Thiere, welche nicht jung getödtet oder ver- 
kauft sondern gezogen werden, bis sie vollends aufgewachsen und ge- 
mästet sind. 

Odrüiiek , der eine Rand des Raines oder Weges im Weingarten : 
kdož strom v vinohradě blízko runy stojící má, z toho stromu ovoce sbírati 
ano i co do runy padá, právo má . . . soused jeho, což z svého odrúnku 
dosáhnouti může, trhati svobodu má (MS. LA. M. YII. 3 f. 29). — vgl. rouna. 

Odsutí (Cod. j. b. II. 2. p. 282) vid. ssutí. 

Odsvedčiťi : že mi chce lesu mého v mém dílu Mohelského zboží 
odsvědčiti a já jsem měl člověka, jošto chtěl hraničně právo učiniti (Půh. 
Brn. 1459 f. 38) durch Zeugenaussagen Jemandem die Unrechtmässigkeit 
des Besitzes nachweisen. 

Odtrženei vid. Amoseiicí. 

Odúmrtí vid. Odiiirf. 

Odvěiiiti vid. obvéiiití. 

Odvésti od práva von der Klage listiger Weise abbringen : tu mě 
jest odvedl od práva (Půh. 01. 1412 f. 19). 

Ofka nom. fem. Euphemia. 

Ohař der Spürhund, welcher das AVild aufscheucht, canis sagax, ve- 
naticus : o milosti chudých nemluv , více ji uzříš ku psům nežli k chudým. 
Těch dosti mívají, chrtův, vyžlat, ohařův a hojně je chlebem krmí; psíky 
také chlupaté (páni) mají, ty pak na polštářích podlé sebe kladou, do lázní 
je nosí, myjí, češí, maso kupují a vaří jim: ale Lazar chudý nemá poč k 
jich stolu, smrdělby jim (Chol. Post. 168). 

Ohava die Schramme nach einer A'erwundung: rány ohavné, jenž 
slově německy schramwündt, po jížto zahojení zůstává na tváři poskvrna 
nebo šram, jenž vlasy nebývá přikryt (Prav. Měst. 210); — ktožkoli pro zlé 
činy na údech bývá ochromen neb ohaven (ibid. 184); — opovídati chromotu 
i všeliké ohavy (Kn. Roz. či. 212). 

Ohlední k der die Waaren beschaut: při ohledávání řemesla a trhu 
aby obuv zle udělaná a děravá vzata byla od ohledníků (Urkd. 1526). 

Oholdované zboží das Gut, welches Brandschatzung geleistet hat; 
vgl. hold. 

Ohrada von o -hraditi umwallen, befestigen 1. cautela: aby se 
mohli opatřovati jakýmikoli ohradami a osvědčováním = ut se muniant 

13* 



^ 196 -^. 

quibuscimque cautelis et protestationibiis = d:\s sie sieh versehen sollen 
mit vorbehält, protestationen und wie sie sich auf's beste verwaren können 
(Pr. Ilor. LA. M. Tl. 27). 2. die Yerwahrung : ohrada cti die Verwahrung 
der Ehre: protož svú česť proti tobě ohrazujeme (Ač. 4, 140 vid. odpo- 
vědný list): — ohrady panské die Terwahrungen des Ilerrenstandes (Ač. 

3, 419). — 3. die Umfassungsmauer: kteříž ve zdi a v ohradě sedí (Chron. 
Igl. 41) = den Worten der Urkunde für Brunn: habitans infra civitatis 
ambitům, hoc est infra fossatum et murum (CD. 3, 12). 

Ohraditi eesf svou seine Ehre verwahren , ein in Absagebriefen 
häufig vorkommender Ausdruck: a proti Vám svú čest' ohrazuji (Kn. ouz. 
114); — my purkmistr a rada i všecka obec starého města Pražského.... 
chceme tvoji nepřítele býti . . . protož svú česť proti tobě ohrazujeme (Ač. 

4, 140); - svú česť ohražujem, že Y. král. Jasnosti chceme nepřítele býti. 
(ibid. 141). vgl. odpověd. 

Ohraditi právo alle Rechtsmittel sich ausbedingen, was nicht aus- 
bedungen wurde, das konnte während der Verhandlung nicht benützt werden, 
excipere, munire jus : má jemu právo ohraditi = excipiet ei omne jus 
(Ač. 2, 83); — a když jemu všecko právo ohradí a sudí jemu dí : co si s 
právem vymínil, toho más užívati = et si bene et male excepií et munivit 
ipsum jus (ibid.). 

Ohradili list, psaní der Brief, mittelst welchem der Gläubiger dem 
Schuldner, namentlich den für ihren Grundherrn sich verbürgenden Unter- 
thanen ankündigte, dass er iiue Personen und Mobilien, wo immer er sie 
fände, so lange arrestiren wolle, bis die Schuld bezahlt wird ; die Ver- 
wahrung bezog sich darauf, dass dem Gläubiger nicht der Vorwurf unge- 
rechter Wegnahme fremden Gutes gemacht werden könne : vám tímto 
psaním obřadním opovídám, že toho na nás stavním právem dobývati a 
statky vaše stavovati budu dotud, dokudž sumy svrchupsané úplně nezapla- 
títe (Urkd. 1615. LA.) ; — na cizopanských gruntech žádný se nedluž ani 
v jaké rukojemství bez vědomí úředníka žádnému se nezavazuj : kdožby 
koli psaní obřadního na sebe dopustil, má tři dni vězení trpěti ; a kdoby 
stavuňku dopustil, tři dni vězením trestán bude a bečku soli na zámek v 
pokutě propadne (Verordnung für die Unterthanen der Herrschaft Richen- 
burg 1620-1620. Čas. č. M. 1843 p. 172), — vgl. ohstávlia. 

Ohradiiiee die Gränze = meze : odkudž mají počíti vésti ty meze 
aneb ohradnice (Ku. Drn. 60). 

Ohreb : Citatus vero, si hereditatem eandem suam duxerit asseren- 
dam, adhibito sibi bedello suo, depositis vestibus, hereditateii ingressus in 
loco damni dáti, debet asserrere dictis bedellis dicens: hereditas haec 
est mea et hune actorem, qui me citari fecit, trado beneficio 
Pragensi in 300 denariis, actore ipso statim, si sua interesse putaverit 
et jus habere confidit, in hereditate prtedicta assereute bedellis eisdem : 



— 197 — 

et ego eundem ad versa rium mcuiii tiado dicto beneficio in 300 
denariis. Time citatus iterum tradat scii det actoreni dicto beneficio in 
600 denariis, actore immediate sequente citatum ipsum totidem in 600 de- 
nariis beneficio ssepe dicto tradente. Et iterum citatus tertio tradat actorem 
in 900 denariis, actore similiter respondente: et ego eundem adver- 
sarium trado in 900 denariis. Ultimo citatus dicat : et ego trado 
eundem in ohi'eb. (Maj. Car. Ač. 8, 178). Denselben Vorgang beschreibt 
Ord. j, t. Ač. 2, 105, 106 und fügt bei: quid autem oliřeb dicatur? Quidam 
dixerunt, quod si ille taliter traditus beneficio in suo jure defecerit, privan- 
dus sit rebus et capite, tanquam vivus sepultus, quia o hřeb in vulgari 
sonat tamquam circumsepultus, neb ohreb česky vzní jako pohřeb. Alii 
vero dicunt, quod o hřeb dicatur ille terminus, quem in táli traditione juris 
non licet transgredi. Tertii vero dicunt, quod ohřeb est aequivalens et con- 
similis pecunia, qu« in prajdictis omnibus traditionibus est expressa. Mit 
dieser letzteren Erklärung stimmt auch die Maj. Car. überein: ohřeb, hoc 
est in řequivalenti summa pecuniae traditionibus supradictis et sestimationis 
totius hereditatis, quam non licet per partes ipsas transgredi in ipsis tradi- 
tionibus quoquomodo." 

Der ohřeb ist der höchste Satz bei der gerichtlichen Wette; der 
erste Satz war 300, der zweite 600, der dritte 900 Denare, dann folgte der 
ohřeb. Die Maj. Car. erklärt den ohřeb als die Summe, welche äquiva- 
lent ist den einzelnen Ansätzen der Wette und der Schätzungssumme des 
ganzen strittigen Besitzes ; Ord. j. terrae hat drei Erklärungsversuche, wo- 
von der dritte mit Maj. Car. zusammenfällt. Der erste geht dahin, dass der- 
jenige, welcher die Wette verliert, seines Vermögens und Lebens zu be- 
rauben sei, eine Erklärung, die auf der Assonanz von ohřeb und pohřeb 
(sepultura) beruht; die zweite Erklärung nennt den ohřeb jenen Termin, 
welcher bei der Wette nicht überschritten werden darf. Was vorerst die 
Erklärung des ohřeb durch pohřeb d. h. als Einsatz des Lebens anbe- 
langt, so ist sie nicht stichhältig ; denn die K. Roz. či. 262 sagt : „pakli řekl, 
dávaju jej v ohřeb i v šiju, bezprávně vdal; proto při ztratil, že život 
vdaP und es war sonach der ohřeb nicht der Einsatz des Lebens, dieser 
Einsatz hiess vielmehr šij a (der Nacken) und wer um diesen wettete, ver- 
lor den Process, weil die Wette um das Leben nicht erlaubt war. Die Er- 
klärung des Ord. j. t., der ohřeb sei die äquivalente Summe aller Wett- 
ansätze, ist auch nicht stichhältig ; denn nach der Kn. Roz. war der höchste 
unübers chreitbar e Ansatz 900 Denare. Aber auch die Erklärung der 
Maj. Car. ist nicht befriedigend ; denn da die Wettgelder vor der Urtheils- 
fällung erlegt werden mussten, konnte keine Schätzung des ganzen Gutes 
vorangehen. Daher ist die beste Erklärung in der Kn. Roz.: „vdáni v 
ohřeb to je, což na něm a pod ním málo nebo vele; nebo mnoho nebo 
málo, to jde vše na úřad = die Wette um den ohřeb geht auf alles, was 
auf oder unter dem Gegner ist ; sei es viel oder wenig, das alles fällt dem 



— 198 — 

Gerichte zu" (či. 201). Dadurch gestaltet sich der ohreb zur Wegnahme 
dessen, was der Wettende an sich d. i. Kleider, Schmuck, Waffen, und 
unter sich hatte d. h. Pferde, Wagen u. s. w., eine Erklärung, 7ai der 
das Etymon des Wortes vollkommen passt, da alth. ograbiti rapere, pri- 
vare rauben bedeutet (vgl. den Ausdruck, wenn Jemand etwas vollends 
vernichtete, sein Vermögen versplitterte : ton to uvedl na ohrabek. Gas. 
Mat. Mor. 1873, p. 07); denn der Ohrebeinsatz gieng nach der Kn. Roz. 
ganz auf die bei der Wette anwesenden Gerichtsbeamten über, während 
von den übiigen Einsätzen die Hälfte der siegenden Partei zufiel. Daher 
räth die Kn. Roz. den zur Wette sich einstellenden Parteien, dass sie zu 
Fuss und im schlechtesten Anzüge kommen sollen. Eine Anmahnung an 
diese Wegnahme ist ersichtlich in der späteren Yerpflichtung der Gerichts- 
boten, den Parteien, wenn sie zur Erhebung eines Feldschadens erschienen, 
Schwert, Pferd und Wagen wegzunehmen, falls sie diese Dinge vor Beginn 
der Gerichtshandlung nicht beseitigten : „nalézá se v starých spisích, když póvod 
nebo jeho posel na škod jakýchžkoli ohledání s komorníkem vyjede, že s 
sebe kuklu má svléci, meč odpásati a pryč dáti, s koně ssesti, pakli ncs- 
sede, ten kón má sobe komorník z práva vzíti." (Yš. 142). — Die Erklä- 
rung Maciejowki'a (ITist. pravd. 2. Aiifl. II. 270): „kázalo prawo stronom 
wdaé sie w koňcu na los (v o hrzcb)" ist erstlich aus grammatischen 
Gründen nicht zutreffend, da die Konstruction mit doppelter Präposition 
V o hřťh nicht möglich ist und zweitens darum nicht zulässig, weil hřeb 
in der Bedeutung Loos sois im böhmischen nie im Singular, sondern stets 
im Plural und immer gen. neutr. = hřebí gebraucht wird. Ebenso ist die 
Erklärung Safarik's im Čas. č. Mus. 1844 p. 304 des ohřeb durch poena 
vallata nicht entsprechend, da die poena vallandi kein ohřeb d. h. 
keine dem Gerichtsbeamten zu Gute kommende Wegnahme der Mobilien 
des Wettenden und keine Wette überhaupt war, sondern jede Strafsumme, 
die bezüglich des Nichteinhaltens eines Vertrages, Schiedsspruches u. s. w. 
unter den Parteien bestinmit wurde. — Der ohřeb mussto schon zu Ende 
des 13. Jhdt. ausser Gebrauch gekommen sein, weil weder die Maj. Gar. 
noch (3rd. j. t. ihn mehr richtig zu erklären wussten; auch Ond. z D. sagt 
§. 16: „o vdáni a ohřeb ti póhonové již tyto časy nejdu." — Das Nä- 
here siehe unter vdáni. 

Ohriiběfi schwanger werden ; že jest obcování mívala s Horovým, 
až jest s ním ohruběla (Čas. č. Mus. 1847 p. 600). 

Oelioz zusammengesetzt aus ob circa um, herum und choditi 
gehen, also alles, was umgangen wird, wo man herumgeht und womit man 
herumgeht, daher z. B. ochoz klášterní ambitus, der Kreuzgang im 
Kloster; dann die Procession, der Umgang. Hauptsächlich wird aber das 
Wort gebraucht von liegenden Gründen, um welche man herumging zum 
Zwecke des Setzens von Gränzsteinen ; es bedeutet daher ochoz 1. das um- 
gangene mit Gränzzeichen ausgesteckte Land, Feld : každý aby z té ochozi, 



— 199 - 

kterou sobě obsel, něco platil. 2. Namentlicb ein Theil eines Waldes, der 
umgangen und mit Gränzzeichen versehen wird, dann der Wald überhaupt: 
aby vzal drva v jich ochozí (Půh. 01. 1437 f. 140); — tria nemora vulgariter tři 
ochozi (DO. 8 n, 43fi); — ochozi silvae černého, qua? dicitur Vidlákova 
ochoz, illud totum ochoz cum pratis, silva (DB. 12 n. 615); — zemi mezi 
vládyky rozdělil, aby lesy planili a zemi orali a jedenkaždý z ochoze své 
knížeti službu činil (Haj. 23); — háj slově obchozí (MS. LA. XII. c. 19 
p. 165). Ferner bedeutet ochoz den Theil des Waldes, der jährlich ausge- 
holzt werden soll: V tom lesu může se 18 ochozí bez škody ročně vyměřiti 
(MS. 01. 1606), und da in solchen ausgehauenen Wäldern Ortschaften an- 
gelegt wurden, erhielten solche Dörfer dann den Namen Ochoz — vergl. 
Újezd. 

Ochoziié, Oťhoziií, die Abgabe für den Bezug des Holzes : mívali 
jsme svobodu z té ochozi drva voziti sobě, za to jsme dávali pánu svému 
slepici, slově ochozní (MS. 1540) ; — Pavel z podsedku i z ochoze dává 
platu 4 gr. (Kn. Posudk. Brn. 1565 f. 14). 

Ochtáb, Ochťáv gen. mase. daher von dem seltener gebrauchten 
lat. octa v US (d. i. dies, da das fem. octava häufiger gebraucht wurde) 
der achte Tag nach einem Feste, wobei der Anfangs- und Endtermin mit- 
gezählt wurde ; auch in plur. ochtáby gebraucht : tu sobotu mezi ochtaby 
SV. královny veliké (Ač. 1, 139) = dem lat. infra octavas. Nach dem Missale 
Olom. vom J. 1505 hatten in Mähren folgende Feste die Oktave : festům 
s. Stephani protom., s. Johannis Evang.,. Innocentium, Epiphaniae, Agnetis, 
Joh. Baptistře, Petri et Pauli, Yisitationis b. Y. Marise, Laurentii, Assum- 
tionis b. Y. Marise, Nativitatis b. M., s. Yenceslai, Omnium Sanctorum, 
s. Martini, s. Andrere. 

Oklessky Y\á. Oklestek. 

Oklestek (plur. Oklestky) der behauene Baum, der Prügel : ligna 
arida et frondes vulgariter oklessky habet pro se (Urkd. 1408), — vergl. 
klestka. 

Okov von o-kuti umschmieden 1. ein mit Reifen umschmiedetes 
Gefäss, amphora : zagradnego XYI. okou (Erb. Reg. 80) ; später bedeutet 
es 2. der Eimer : mensura cerevisise, quse vyedro seu okov vulgariter nomi- 
natur (Dud. Stat. der Prag. Metrop. ai. 1350 p. 19) 3. im plur. okovy die 
Fessel z. B. sv. Petra v okovách. 

Okřídlí von křídlo der Flügel, der Heeresflügel : před okřídlím 
ať jest nejméně 10 houfníc (Čas. č. M. 1828 Heft 2. p. 15) ; so nannte man 
vorzugsweise im hussitischen Heere die neben den vorderen und hinteren 
Wagenreihen hervorstehenden Wägen, die im Falle des Bedarfes von beiden 
Seiten verbunden und geschlossen werden konnten. 

Okruzi der Ringkragen, die Halskrause. 

Olbram nom. viri Wolfram. 



— 200 - 

Oldřich nom. viri Ulrich. 

Oloniiíc leiten manche von Juliomontium ab. Die in älteren 
Quellen vorkommenden Formen sind: Olomuncz, Olomunc, die noch zu 
Anfang des 15. Jhd. vorkommen. Das nasale ii dieser Formen führt auf 
die Wurzel dieses Wortes ahd. alu Bier, lit. alus Hausbier, let. alus Bier, 
altpr. alu Meth, altsl. oH Bier und nltsl. montiti turbare, drehen, quirlen, 
woher dann der Eigenname Olomunt und hievon das adject. possess. Olo- 
munc d. i. hrad, also die Burg des Olomunt; es ist daher dieser Stadt- 
name nicht weiblichen, sondern männlichen Geschlechtes. Olomúc, Olomut 
ist daher ähnlich gebildet wie Kolomut (Ač. 8, 855). Die Form Olomut ist 
ferner beglaubigt durch den Namen Y-oli-mit (Půh. Brn. 1459 f. 160). Aber 
auch im altd. ist der Name A lam und oder Olomund: ab Olomimdo ab- 
bate (Sickel Reg. d. ersten Kar. p. 105). 

Oloiiiiícký biskup der Olmützer Bischof episcopus Olomucensis 
(seit 1777 Erzbischöfe), Die Olmützer Bischöfe spielen, abgesehen von ihrer 
kirchlichen Stellung, nicht nur im Lande Mähren eine wichtige Rolle, sondern 
üben einen bedeutenden Einfluss in den böhmischen Ländern überhaupt, 
namentlich durch die Mannschaften und Lehen , welche vom Olmützer Bis- 
tume verliehen wurden. Die grosse Anzahl dieser Lehen, sowie die bedeu- 
tende Ausdehnung der bischiiflichen Kammer- und Tafelgüter bewogen 
Karl lY. seine Lieblingsinstitution, das feudale jus, auch auf das 01m. Bistum 
zu beziehen und so wurde das 01m. Bistum neben der Markgrafschaft und 
dem Herzogthume Troppau als Lehen der böhmischen Krone statuirt 1848. 
Diese eigenthümliche Stellung quasi neben der ^larkgrafschaft d. h. also 
quasi neben dem Mark graf en führte zu häufigen Conflikten des Bischofes 
mit den Ständen; doch wurden dieselben von selbst behoben, als Mähren 
nicht mehr als Lehen ertheilt wurde und der König zugleich Markgraf von 
Mähren war ; als daher der Kardinal Dietrichstein in einer Landtagskommis- 
sion zwischen dem Könige und Markgrafen unterscheiden wollte, ward ihm ■ 
die ganz richtige Antwort: „již tato země jest titul o tenus toliko mar- 
krabstvím, ale sice oud k věčné nerozdílnosti spojený s královstvím Českým 
a tak immediate že jest poddaná králi Českému, poněvadž mar- 
krabí žádného obzvláštního míti nemůže." (Sněm 1612 p. 76). Doch wurde 
der Grundsatz, dass der Olmützer Bischof Yasall des Königs sei, lange fest- 
gehalten und die ausgezeichnete Stellung des Bistumes hatte so tiefe Wurzeln 
im Lande geschlagen, dass selbst die Hussitenstürme dieselbe nicht unter- 
gruben, wie aus der Kn. Tov. zu ersehen, die eben nach Abschluss dieser 
Stürme und zwar von einem akatholischen Baron verfasst wurde ; dort heisst 
es Kap. 216: „der 01m. Bischof untersteht dem Könige von Böhmen; be- 
züglich seiner Tafelgüter , die er nicht in der Landtafel hat, kann er nicht 
vor das Landrecht citirt werden, sondern hat vor dem Könige den Process 
zu führen." Und als dennoch die Bischöfe zu Anfang des 16. Jahrhd. vor 
das Landrecht citirt zu werden pflegten und solchen Pühonen nicht Folge 



— 201 — 

leisten wollten, wurden die dadurch entstandenen Misshelligkeiten durch den 
Vertrag vom J. 1531 beglichen, worin festgesetzt wurde, dass der Bischof 
bezüglich der Tafelgüter, die er bis dahin besass, nicht vor das Landrecht 
belangt werden kí3nne ; sollte er aber Güter erwerben, die in der Landtafel 
eingetragen sind, dann solle er bczüghch dieser Güter, den Unterthanen 
und Beamten derselben dem Forum des Landrechtes unterstehen; was aber 
die Person des Bischofes und jene Güter, die der Landtafel nicht ein- 
verleibt sind, anbelangt, so solle er vor das Lehensgericht in Kremsier ci- 
tirt werden: „biskup Olomoucký z svého zboží stolního, čehož ve dskách 
nemá, před právem zemským odpovídati nemá. Než jestližeby kněz biskup 
nynější neb budúcí Olomučtí biskupové která zboží v tomto markrabství od 
tohoto času přikoupili, kterážby zboží pod právo zemské příslušela: z těch 

takových zboží před soudem zemským odpovídati mají potud, pokud 

by se těch statků a lidí nebo úředníků a pří na nich neb o ně sběhlých 
dotýkalo. Než cožby se osoby Jeho Milosti a těch statků jeho, které ve 
dekách nejsou, dotýkalo, o to kněz biskup nynější i budoucí ku právu svému 
manskému poháněn býti má a na tom právě práv býti (Vertrag ai. 
1531). — Er führte den Titel kněz d. i. Fürst, der ihm schon 1318 von K. 
Johann gegeben wird : „Olom. episcopum, principem nostrum dilectum" (CD, 
6, 98); seit 1365 den Titel „Graf der königlichen böhmischen Kapelle" und 
Herzog von Kremsier." War er ein Mitglied des Herrenstandes, gebührte 
ihm von Rechtswegen ein Sitz im Landrechte; war er es nicht, nur mit Be- 
willigung der Stände (Kn. Tov. 216). In offiziellen Aktenstücken nahm sein 
Name den ersten Platz ein: „kněz biskup, hejtman, páni, preláti a rytířstvo." 
Erschienen die Stände zum Landtage, so begrüssten sie in corpore den Bi- 
schof in seiner Wohnung und dann erst begaben sie sich in den Landtags- 
saal (Kn. Tov. k. 216). Alle diese Auszeichnungen waren ein Ausfluss der 
alten Stellung des Bischofes , vermöge welcher er , so lange Mähren als 
Lehen ertheilt wurde, neben und nicht unter dem Markgrafen stand. Die 
Güter des 01m. Bisthumes sind 1. Tafelgüter (stolní statky) Hochwald, 
Hotzenplotz , Keltsch, Kremsier, Mirau, Wischau , Zwittau. 2. Kammer- 
güter (komorní statky) Bautsch, Bělkovice, Liebau, Kyselovice, Stolzmutz. 
3. Lehensgüter der böhm. Krone vid. niaii!!»tví koruny české. — 
Am nachhaltigsten aber äusserte sich die einflussreiche Stellung des 
01m. Bischofes in den böhm. Ländern durch das Lehensinstitut, dem der 
Bischof als Lehensherr vorstand. Dieses Institut, durch Bischof Bruno seit 
1258 gegründet, entwickelte sich in allen Formen der Vasallenschaft. Die 
Mannen des 01m. Bistumes erschienen beim Landesaufgebot unter eigener 
Fahne und unterstanden dem ,Lehengerichtshof in Kremsier, dem der Le- 
henhofrichter präsidirte; jeder Beschluss des Lehengerichtes bedurfte der 
Bestättiguug des Bischofes. Dieses Gericht scheint anfänglich keine be- 
stimmten Sitzungstermine gehabt zu haben; erst 1529 wurde hiezu der 
Sonntag nach Christihimmelfahrt bestimmt, an welchem Tage alle Mannen 



— 202 — 

in Krerasier zu erscheinen hatten , um am folgenden Montage das Gericht 
zu hegen. Nachdem aber die Stände im Vertrage des J. 1531 verlangten, 
es möge das Lehensrecht in Krcmsier zweimal des Jahres gehegt werden 
(právo manské aby dvakrát v roce držáno bylo), so beschloss der im J. 1532 
gehaltene Lehenstag, dass das zweite Gericht den Montag nach dem ersten 
Adventssonntage eröffnet werde. Die Půhonen, welche nach Beschluss des 
Lehenstages ai. 1529 nur böhmisch verfasst werden sollten, wurden bis zu 
diesem J. durch zwei Mannen ausgetragen; von da an wurde bestimmt, dass 
sie durch eigens bezahlte Boten auszutragen seien , ausgenommen die Pů- 
honen an den Bischof, bezüglich deren die alte Gepflogenheit beibehalten 
wurde. Tom Urtheile des Lehenshofes stand die Appellation an den König 
offen. Zur Erfüllung der Nálezy bestand für das um Christi Himmelfahrt 
gehegte Gericht das Afterrecht oder der posudek den zweiten Sonntag nach 
dem 8. Wenzelstage und für das Adventgericht der posudek den Montag 
nach dem fünften Fastensonntage. 

Oltář altare der Altar; o, pocestný altare portatile ein tragbarer 
Altar auf Reisen; — o oltářích Frohnleichnamstag. 

OHářník altarista der zu einem bestimmten Altare fundirte Priester. 

Omálíti weniger werden von málo wenig: času suchého omalí voda 
na potoku Rusavě (Půh. 1528). 

Omeliář, das Homilienbuch. 

Oiiierái (Voinirál) aus dem lat. hiimerale superindumentum sa- 
cerdotis. 

Oiioietský, vorjährig: hrachu tohoto roku 16 měřic a onoletského 
osmivěderní bečku. (Půh. 1531). 

Oiiych, Onychel, der Onyx, mitlat. onyx, onycha, bei den Alten 

ein Stein von der Farbe des Fingernagels , daher auch sein Namen ; denn 
ovv^ bedeutet den Nagel des Fingers. Die Onyxe waren eigentlich Chalce- 
done und Onyx hiess hauptsächlich jener Chalcedon, bei dem der braune, 
gelbe oder rothe Grund mit weissen Adern regelmässig durchzogen war. 

Opatrný, der den Stadträthen zukommende Titel: fürsichtig. 

Opeřiti, das Heer mit Flügeln versehen: ty dva houfy poslední 
aby opeřil pěšími oděnými (Čas. č. Mus. 1828 H. 2, p. 14). 

Opice simia der Affe: nás právo na opice vyvedl (MS. LA.) zum 
Narren haben; vgl. das deutsche äffen. 

Opičiié (Opycziie) : simeales denarios, qui vulgariter opyczne dicuntur 
(Pit. Thes. absc. 125, ai. 1346) ; — platiti vše co za opičné , ono žákům, 
ono kněžím, zvoníkům (Jungm.). Jungmann erklärt diess Wort durch: plat 
za opice Abgabe für Affen. Es ist aber schwer zu begreifen, was eine solche 
Abgabe in jener Zeit zu bedeuten hätte ; vielmehr liegt hier wahrscheinlich 
ein Uebersetzungsfehler vor ; simealis , oder simialis ist herzuleiten von 



— 203 — 

simila die Semmel, also das Geld als Reluition für Abgabe von Getreide, 
oder auch die Abgabe eines Semmelgebäckes selbst: absolvimus homines 
a solutione frumenti, ab urna mellis a simila (Gerke YII. p. 115); das 
von simila hergeleitete adject. wurde fälschlich mit simia (Affe) in Verbin- 
dung gebracht und ins böhmische ebenso fehlerhaft durch opičné (von 
opice Affe) übersetzt. 

Opleci, ein Armschmuck der Männer, Schulterzierrath beim Mess- 
gewande; ferner das kurze Achselhemd der Frauen. 

Opoli vid. Osada. 

Opoiišťěti (Opustiti), vernachlässigen, wüste werden lassen: kdoby 
nedbanliv byl a své stavení opouštěl (MS. LA). 

Opověd, die Ankündigung vor Gericht, notificatio, welche in manchen 
Fällen der Klage vorgehen musste, namentlich bei Diebstahl , Feldschäden, 
Mord und Nothzucht: opovídám , že přítel mój jest zabit, opovídám vám 
hlavu jeho = notifico caput occisi (Ord. j. t. §. 1). Die opověd fand dess- 
halb statt , weil in solchen Fällen Gerichtsboten ausgeschickt wurden , um 
vor Beginn des Processes den Thatbestand zu erheben: opovídám vám 
hlavu jeho a proši , dajte mi komorníka, aťby tu hlavu opatřil (ibid.); — 
kdyžby kto koho pro dceru chtěl pohoniti, má před póhonT3m opovědíti 
úředníkem (ibid. §. 84). 

Opovědce, welcher den ihm zugefügten Schaden oder die erlittene 
Missethat vor dem Gerichte ankündigt, daher der Kläger = žalobník : pakli 
čas minul, že neopověděl a potom opovídá : tehda opovědci, jak móž, milost 
na nich nalézti, ježto opověd majú (Kn. Roz. či. 216); — opovědce tázati 
(ibid. ČI. 218). — Ygl. opověd. 

Opovědci (d. i. peníz) die dem Gerichtsbeamten bei der opověd 
gezahlte Taxe, die später auch opově dně hiess (vid. dieses); sie betrug 
in Böhmen anfangs zwei Heller, später einen Groschen: právo dáti dva 
haléře opovědčího (Kn. Roz. či. 215); — nemají opovědného více bráti než 
od malých věcí groš (Ač. 2, 486). 

Opovědiié (i. e. peníze) 1. in Böhmen die bei der opověd gezahlte 
Taxe (vid. opověd und opovědčí), welche bei kleineren Fällen anfänglich 
zwei Heller, später einen Groschen (vid. opovědčí), bei Ankündigung des 
Mordes vor Gericht aber 300 Denare betrug: najprvé má tu hlavu opovědíti 
pražským úředníkem a dáti tři sta peněz opovědného (Ord. j. t. §. 87). — 
2. in Mähren jene zwei weissen Pfennige , welche gezahlt wurden A) wenn 
den Unterthanen für die Schuld ihres Herrn die Arrestirung ihrer Mobilien 
angekündigt wurde : a když dva peníze opovědná byla položena, tehdy muož 
staviti (Kn. Tov. k. 202; vgl. obstávka). B) wenn eine Stadt brieflich um 
die Entlassung eines Unterthanen beim Grundherrn ersuchte ; diese zwei 
Pfennige wurden dem Briefe beigeschlossen : a teď A^ám dva bílá peníze 



— 204 — 

odsíláme (MS. im Brunn. Mus, n. 340 f, 96). — 3. die Meldimgsgebülir : když 
se kdo přespolní k nim do města dostane a se před rychtářem po třetím 
dni dvěma penězy neopověděl (Urkd. f. Eibenschitz 1576). 

Opovídatí, vor dem Gerichte ankündigen, judicio notificare : opoví- 
dati právo plen, výboj, liipež, zlodějstvo (Kn. Roz.). — Vgl. opovětl. 

Opra^Y^t ^'on o-praviti corrigere , bessern, das Unrecht strafen, 
gut machen. Es bedeutet vorzugsweise 1. die Schutz- und Schirmvogtci der 
Klöster , welche die Gerichtsbarkeit über die Unterthanen derselben und 
anderer kirchlichen Personen, denen keine Hoheitsrechte, wie z. B. den 
Bischöfen zukamen, in sich schloss: aby p. Václav té opravy a obrany užíval 
v tom, což k opravě sluší, jakožto o žhářství, mordérství , cizoložství a o 
krevní viny (ai. 1549, zel. kn. Půh. 145); — co se opravy na lidech farář- 
ských, kteří faráři přislusejí, dotyce, že při tom měšťané Jemničtí zachováni 
býti mají (MS. LA. XII. c. 19, f. 27). Die Vogtei über Klöster gehörte 
dem Stifter zu ; bei Klöstern, welche der König oder ein Mitglied der könig- 
lichen Familie gestiftet hatte , ernannte der König den Schirmvogt entweder 
erblich oder nur auf bestimmte Zeit; so heisst es in der Urkunde ai. 1486, 
mittelst welcher Mathias Corvinus die Schirmvogtci über das Kloster Tisch- 
nowitz an Wilhelm von Pernstein übertrug: „protož aby ti, ktož Pánu Bohu 
v klášteřích sliiží a k zbožím svým přihledati nemohúc nehynuli , předkové 
naši jim opravce dávali jsú, kteříby jejich zboží opravovali a těch chudých 
lidí, kteří k takovým klášterům přislusejí, bránili přede všemi , ktožby jim 
jaké křivdy neboli nátisky činiti chtěli: též i my znamenavše , že klášter 
Tišnovský nyní bez panuov opravních jest .... dáváme plnu opravu na 
zboží téhož kláštera etc. (Cod. Pernst. p. 135). Bei Klöstern, welche von 
Privaten gestiftet wurden, blieb die Vogtei bei den Nachkommen des Stifters: 
poněvadž králova Milost zapsala na tom, ježto komora jeho není, jakož 
tuto zapsal na tom klášteře Pustiměřském , ješto pod biskupa sluší, že to 
nemá moci; neb páni také mají kláštery, ješto nesluší pod ko- 
moru krále (Půh. 01.); — quod dominium vulgariter oprava ad se 
pertineret, quia est eorum fundatio (DO. 10 n. 594). Für die Vogtei ge- 
bührten dem Schirmherrn gewisse Leistungen: poněvadž mu na těch lidech 
vrchnost, panství a oprava nenáleží, že k těm robotám práva nemá (Zel. kn. 
Půh. f. 145). Dafür war der Schutzvogt aber verpflichtet, die Unterthanen 
nicht nur zur Abgabe aller Leistungen zu verhalten, sondern in jeder Weise 
sie zu fördern: předstúpili před nás lidé panen Svatojakubských z Olomouce 
ze vsi Klopotovic a my těch lidí dědičnou opravu majíc , chtíc jim zvláštní 
naší milostivostí prospěti etc. (Priv. Tov. 109). — 2. das Schutzrecht, die 
Tutel überhaupt : ty dědiny vždycky sú svobobné , než komu se Nosák ne- 
božčík porúčel, ten jeho v opravě měl (Ač. 1, 177); — že oprava také sluší 
k Veveří a úroci na faráře v Zebětíně (Půh. Brn. 1417 f. 84). — 3. der 
Bezirk des Dominiums: že lidé z opátské strany, což bylo po jeho straně 
a k jeho opravě orali jsú toliko k setí (Půh. Brn. 1447 f. 80). — 4. in der 



— 205 — 

Kn. Roz, = zpráva die Gewähr, obwohl noch 1628 im Urbar von Göding 
f. 4 das Wort oprava in dem Sinne von zpráva vorkommt: rukojmě za 
plátež a opravu (vgl. zpráva). 

Opravce 1.. der Schirmvogt, Schutzherr: opravce špitálu der Schutz- 
herr des Hospitals: kdyby kto byl opravce něčí, móž od něho podlé podobné 
smluvy plat iiroční míti (Štít. ed. Yrt. 88). — 2. der Schiedsrichter: má pan 
z Hes rozeznávatel a opravce býti, kterak by to mělo opraveno býti. (Čas. 
c. Mus. 1840 p. 66.) — 3. in der Kn. Roz. = zprávce der Gewährleister 
(vid. zprávce). — 4. der Schiffsruderer: trieris jest lod, ješto má tři opony 
neb tři řady opravcóv (Bib. 1404 f. 134); — opravce lodi gubernator navis 
(Oas. č. Mus. 1864 p. 374). — Tgl. oprava. 

Opravení roku vid. rok. 

Opravní pán, der Schutzherr, Schirmvogt; opat a konvent kláštera 
Zábrdovského poručníka činíme p. Ladislava z Boskovic pána našeho oprav- 
ního (Půh. Brn. 1490 f. 32); — aby sobě ten klášter i vesnice k němu 
příslušející mohli pána opravního vzíti (Zel. Kn. Půh. f. 145); vgl. oprava, 
opravce. 

Optati, erfragen, in Erfahrung bringen: optal vůz se 4 koňmi. 
(Čas. č. Mus. 1839 p. 451). 

Opustiti , verwüsten : že mi mů ves opustil a skrze to učinil mi 
pusto v dvoře i ve vsi (Půh. Brn. 1406 f. 12); — že mi lesy smýtil a zboží 
opustil (ibid. p. 15). 

Opyczne vid. Opičné. 

Opyš, Opus (Opis), der Schwanz, cauda: fossatum duetům per 
montem Opis (SRB. 2, 430). Bei den Fortsetzern des Kosmas , während 
dieser selbst die lat. Uebersetzung: cauda urbis gebraucht, altsl. opasb, 
bulg. opaški, laus, opyš und opus cauda. — Ygl. Čas. č. Mus. 1849 p. 31 
und Tom. děj. Prahy I. 12. 

Oracka (Voracka), die Ackerrobot : co se voračky k tomu zámku 
příslušející dotýče, po půl dni orati mají. 

Ořech epitoxis, die Nuss bei der Armbrust. 

Ořechovné (Orzechownie) von ořech die Nuss , die Abgabe, 
welche für die Erlaubniss, Nüsse, Eicheln, Buchhäckchen u. s. w. zu sammeln, 
gezahlt wurde : jus quoddam , quod in vulgari ořechovné asseritur (CD. 9, 
80; DO. 1, n. 611). Näher erklärt wird dieses Wort durch eine Urkunde 
ai. 1370 in Olra. Metrop. Kapitelarchive : ac colligendi nuco s, pira, poma ac 
quoscunque alios fructus arborum praeter glandinos in eisdem silvis nascentes 
habere libcram potestatem .... item quivis habens proprium hospitium 
solvent in festo s. Michaelis quolibet anno unam gallinam pro nucibus et 
supradictis fructibus colligendis in silvis praedictis. 

Orkaf vid. Orkauf. 



— 206 — 

Orkauf (Orkaf, Orkaw, Vorkaw) o germ. York auf d. i. Yer- 
kauf: /e jiiu kupeckých oikauli'ii prodávati zbraňují .... aby své krámské 
věci a orkauffy prodávati mohli (Sn. pam. kn. 1588 f. 264). 

Orkaw vid. Orkauf. 

Orloj aus dem gr. lat. (ůQolóyiov^ horologium, mithd. orle i der 
Stundenanzeiger, die Uhr. Es war celý orloj die ganze Uhr, d. h. zu 
24 Stunden gerechnet, (nach italien. Muster, daher auch vlaský orloj ge- 
nannt), wobei die erste Stunde vom Sonnenuntergänge an gezählt wurde. 
Mit dem Ende des 15. Jahrh, begann man auch in den böhm. Ländern nach 
der deutschen oder halben Uhr (půlorloj) d. d. zu 12 Stunden zu zählen, 
so dass beide Uhren oder Zeitbestimmungen nebeneinander bestanden ; erst 
1623 wurde die halbe Uhr gesetzlich eingeführt: k dvadvacáté hodině celého 
vlaského orloje (Yel. kal. p. 189); — freimark s masem státi má od sv. 
Jiří až do sv. Yáclava do 18 hohin a po sv. Yáclavu do 22 hodin (ai. 1561 
Priv. Tov. 210); — 30. června ve čtyři hodiny s poledne, jakoby v Praze 
bylo ve dvaceti hodin (Čas. č. Mus. 1827, Heft 1 , p. 51). — Ygl. die Ein- 
leitung. 

Orlojík demin. von orloj, eine kleine (Sand-) Uhr: postavili orlojík, 
který hodinu pršel. (Pam. arch. 1869 p. 524.) 

Orlojník, der Uhrmacher; vid. orloj. 
Oršíla nom. fem. Ursula. 

Ort 1. der vierte Theil einer Münze, quadrans z. B. ort tolaru 
ein Yiertelthaler, ort zlatého ein Yiertelgulden, ort hřivny ferto, ein 
Yiertel einer Mark: rýnský zlatý má býti na těch stříbrných dobrých groších 
ortem Uherského zlatého níže totiž po 18 groších (ai. 1469, Ač. 4, 437). 
Es ist selbstverständlich, dass der Werth des Ort sehr varirte , wie die 
Münze selbst, von der er ein Yiertel war; so z. B. ort zlatého rýnského 
t. j. šestnáct krejcarů (A^el. s. qd. 974); — ort slezský ein Siebzehner 
(Jungm.); — liřivna platila sto půlortů aneb čtyry sta šestáků (Kom. jan. 495); 
— po ortu neb osmi groších (Půh. man. 01.). — 2. das Yiertel eines Feld- 
maasses, wovon ich nur ein Beispiel fand: dvuor, který v sobě drží puol 
čtvita lánu a ort čtvrti jedné (TTrkd. 1476). — 3. im Bergbaue e germ. 
der Ort, eine gewöhnlich niedrige Strecke, welche man in Berggruben 
macht, um Erz zu gewinnen : toliko na tom vortu u Zlatohlávka dobrá stří- 
brná ruda byla (Cas. č. Mus. 1828, Heft 1, p. 46); — vort t. j. místo v 
dole, kde se ruda seká; dělí se na 32 díly, jenž třicátý slují; každá třicátá 
drží 4 kukusy (Pam. Kut. im Index). 

Ortovní berná (MS. 1594), die Steuer, welche vom Lahne gezahlt 
wurde und nicht höher sein sollte als ein Yiertel Mark : berna nemá větší 
býti leč ort jedné hřivny, to jest 16 gr. pražských z každého lánu dědiny 
(Yel. kal.). 



^ 207 — 

Ortoviiík , Viertelstücke einer Münze: peněz za drahně zlatých, 
všecko ortovníky (Act. Olm. 1550 — 1580). 

Orucí, die (Hand-) Waffe: majíce všelijaké oručí v rukou, sochory, 
kyje, vidly (Kn. Petrsv.) von ruka die Hand. 

Orudí 1. das Werkzeug instrumentum : sekerami a rozličným jiným 
orudím kázal stezku porubati. — 2. genitalia. 

Oruží, die Waffe arma, (altsl. orundovati agere, defendere). 

Orzecliowiiie vid. Orechovnó. 

Osada (Ozada , Ozzada) von o-saditi besetzen, bebauen; die 
Niederlassung, das Dorf. Hievon ist abgeleitet die diplomatische Bedeutung 
und zwar 1. jede Verpflichtung, welche die Gesammtheit der Dorfgenossen 
betraf, z, ß. die Verpflichtung den Gerichtsboten zu begleiten, um dann 
Zeugenschaft abzulegen, dass er den půhon wirklich übergab : nullus came- 
rarius aliquem pauperem ducat in tostimonium ad citandum alios homines, 
quod vocatur ozada, nisi ad proximam villam alicujus ecclesiae suee ad castrum 
pertinentem (Erb. Reg. 573) ; — a praestatione et missione nuntii sive testis 
qui ozzada in vulgari dicitur (ibid. ai. 1291); — curias ac bona et homines 
ipsorum a pra?statione nuntii publici sive testis, qui vulgariter ozzada dici- 
tur, reddimus absolutes (ibid. ai. 1292) ; — camerarius debet ducere duos 
probos viros de circumsedentibus villis (CD. 2, 209). Es ist die osada in 
diesem Sinne daher identisch mit dem poln. opoli und wird in den lat. 
Quellen durch vicini , vicinatus, cir cum s edente s , nuntius oder 
testis publicus gegeben. Obwohl diese Verpflichtung den Dorfgenossen 
im Laufe des 13. Jhd. erlassen wurde, kommt die osada merkwürdiger 
Weise noch 1415 vor: „pánóm se zdá, že když póhončí pohoní koho, má 
osadu míti jinú; pakliby jí míti nemohl, ale má osvědčiti bližším panošem, 
jednomu anebo dvěma a to učině má to osvědčiti před úřadem a to vyvésti 
má dvěma nebo jedním panošema , aneb že jest ho pohnal a byloliby, že 
by pohnaný nestál a to panoši nebo osada seznala, že tedy muož naň 
přísud dáti o to, oč jest byl pohnán" (Lib. cit. 2, p. 324 n. 369). — Auch 
bei Gränzbestimmungen fand die osada statt: disterminationi vicinatus 
adfuit, scilicet Movrichani , Olesnichani, Borowani (CD. 1, 320); — viros 
fide dignos de vicinatu evocavimus ad certos limites distinquendos (CD. 4, 
390; 5, 105). (Ein Rest dieser früher allgemeinen Verpflichtung erhielt sich 
beim odhad (vid. dieses), wobei es dem Vicekämmerer frei stand, zur 
gerechteren Abschätzung dos Gutes aus der Nachbarschaft Herren, Ritter, 
Bürger und Bauern zu berufen; wer ohne eine triftige Ursache nicht erschien, 
verfiel einer Strafe von zehn Mark Silber). (Vš. 193.) Auch beim svod 
(anefang) musste die osada geleistet werden: quando ducitur svod debet 
adesse .... et unus vel duo de vicinatu illo et ultra tres non ducatur 
(CD. 2, 210). — Die Dorfschaft (osada) war verpflichtet, dass, wenn inner- 
halb der Gemarkung derselben ein Verbrechen begangen wurde , ohne dass 



— 208 — 

der Thäter bekannt wurde, alle Einwohner für die Sühne des Verbrechens 
in Haftung blieben; diess galt namentlich beim Morde und Diebstahle. Die 
Gemarkung, wo der Leichnam des Ermordeten gefunden oder die gestohlene 
Sache deklarirt wurde oder die weitere Spur aufhörte, hatte den Yerwandten 
des Ermordeten das Wergeid und dem Eigenthümer der gestohlenen Sache 
das Ersatzgeld und dem Gerichte das Strafgeld zu zahlen. Die Zahlung des 
Wergeides durch die osada weist uns aber zugleich auf die Ursache, warum 
die Gemarkung zur Gesammthaftung verhalten werden konnte. Das Wergeid 
war von dem Mörder , oder , wenn er entfloh , von seinen Yerwandten zu 
leisten ; war nun zu dieser Leistung die ganze Gemarkung, innerhalb deren 
Jemand ermordet wurde, verpflichtet, so geht daraus hervor, dass das Dorf 
ursprünglich Wohnsitz eines Verbandes von Verwandten sein musste. Diess 
wird auch anderweitig bestättiget , indem es bekannte Thatsache ist , dass 
die slavischen Stämme in eine Anzahl von Geschlechtern zerfielen, deren 
jedes für sich in einer besonderen Dorfmark wohnte, die so ein Geschlechts- 
dorf bildete, welches den Namen des Geschlechtes trug (Malekovice , Slavi- 
kovice, Petrovice u. s. w.). Weil also das Dorf ursprünglich von einem 
Geschlechte bewohnt war, desshalb konnte die ganze Einwohnerschaft gemein- 
schaftlich zur Sühne des in der Dorfmark verübten Verbrechens verurtheilt 
werden. Diese Verpflichtung, welche dann auch auf andere Verhältnisse 
ausgedehnt wurde, ])lieb, nachdem das Bewusstsein der ursprünglichen 
Geschleohtsverwandtschaft sich verloren und die Dorfschaft schon längst 
fremde von aussen hinzugekommene Elemente in sich fasste. Daraus erklärt 
es sich aber auch, warum gerade auch die osada-Verpflichtung schon frühe 
durch Immunitäten aufgehoben wurde; so bestimmen schon die Stat. Conradi 
(CD. 2, 211 ai. 1229) bezüglich des Diebstahles, wenn dessen Spur sich 
bei einer Ortschaft verlor: si vestigia rei furtivse secus aliquam villam 
deperierint, eadem villa occasione ejusdem furti nullalenus puniatur. — 
Daher ist die osada gleichbedeutend mit jener Institution, welche man unter 
dem Namen der Gesammtbürgschaft auch dem deutschen Rechte vin- 
dicirte auf Grundlage der Huntarien oder Centenen. Aber für eine solche 
Gesammtbürgschaft fehlen im deutschen Rechte die natürlichen Grundlagen, 
daher namhafte Historiker diese Institution als eine fremde aus dem deut- 
schen Rechte weisen, so Waitz: „Schon zu viel Missbrauch ist mit dem 
Worte (Gesammtbürgschaft) getrieben, das allerunwahrscheinlichste 
darunter verstanden, um nicht zu wünschen, dass es ganz aus der deutschen 
Rechtsgcschichte verschwinden möge." (Deutsche Verfassungsgesch. I. 127.) 
Von einer aut dem Verwandtschaftsverbandc beruhenden A'erpflichtung zur 
Sühne eines Verbrechens oder zur Rechtshilfe überhaupt kann im deutschen 
Rechte nur beim Wergeide und bei den Eideshelfern die Rede sein , aber 
nie von einer Verpflichtung im Sinne der slavischen osada. Jene Stelle bei 
Chlothari IL decretum (Pertz. Mon. HL p. 11), die von Verfolgung des 
Verbrechers handelt, auf welche die Ansicht von der Gesammtbürgschaft 



— 209 — 

gegründet wiude, ťusst nicht auf dem Yerbandschaftsbande, wie Waitz 1. c. p. 
270 dargethan hat, sondern auf einem Grundsätze der öffentlichen Polizei, 
wie sie noch im 16. Jhdt. nicht blos in Deutschland und England, sondern 
auch in den böhmischen Ländern gehandhabt wurde; (vgl. honění nepřá- 
tel, nastojte). — Es bedeutet daher osada 1. vicinatus, vicini. — 
2. Die Verpflichtung, Gerichtspersonen bei Amtshandlungen, wie 
beim Austragen des půhon, bei Gränzstritten, beim svod u. s. w. 
zu begleiten. — 3. Die Verpflichtung zur Sühne jedes in der Dorf- 
mark begangenen Verbrechens, wo der eigentliche Thäter 
unbekannt blieb. — 4. Der Bezirk: na tom dvoře v židovské ulici v 
osadě města Přerovského (Priv. Tov. 197). — 5. Der Pfarrbezirk : dům svůj 
v osadě sv. Haštala v starém městě Pražském (Ač. 3, 571); — faráři, ko- 
stelníkem i vší obci osady sv. Štěpána (Čas. č. Mus. 1839 p. 462); daher 
bei Rozk. osada =r parochia. 

Osaditi. Wenn ein Unteithan auf ein anderes Dominium übersie- 
delte, war er verpflichtet, statt seiner den bisher innegehabten Grund mit 
einem anderen Bebauer zu besetzen und dies hiess osaditi : odbuda úrokóv 
a osadě to móž učiniti (Maj. Car. rub. 74). 

Osaditi soud: páni soud osadili die Herren nahmen die Gerichts- 
bänke ein, besetzten das Gericht; — o. úřad das Amt besetzen: neb ti 
úřadové vyšší starými pány se osazují (Ač. 4, 446). 

Osadník 1. Der Ansiedler, der Theilhaber einer Dorfmark. 2. Der 
Eingepfarrte, das Pfarrkind. 

Osadili kostel ecclesia parochialis, Pfarrkirche : kostely osadní, 
kdež nerozdávali pod obojí zpuosobú (SRB. 3, 27). 

Ose: píce koňská, hus, slepice, ose i prase (Kn. Tov. k. 205) Demin. 
von o ses, das Jungmann als Ferkel erklärt. Da aber ose Demin. von 
OS es ist, so bedeutet letzteres wahrsch. das Jungschwein, ose aber das 
Ferkel sucoulus, wofür auch im poln. osesek (succulus) Demin. von oses 
spricht; heigeleitet ist das Wort von ssáti saugen. 

Osep (seltener Osyp) von spu, sypati schütten, fundere das 
Schüttgetreide, welches als Abgabe an die Obrigkeit sei es als Zins, oder 
für die Benützung von Wald und Wiesen abgeliefert wurde ; es ist zu un- 
terscheiden vom Zehent, obwol beide Begriffe häufig verwechselt wurden : 
ospy dávati = úrok obilní. Dass aber ein Unterschied sei zwischen dem 
Schutt- (osep) und Zehentgetreide (desátek obilný) geht aus Kn. Tov. 
kap. 121 hervor, wo bei der Schilderung der gerichtlichen Schätzung unter- 
schieden wird zwischen o spí (= osep) und desátek obilný; letzterer 
wurde höher als der erstere angeschlagen und dies darum, weil der Zehent 
eine bleibende Abgabe war, während das Schüttgetreide nur so lange 
gegeben wurde, als ein bestimmter Fruchtgenuss dauerte: odhadují os pí, 

14 



— 210 — 

měřici pšenice po 2 gr., réž po 2 gr., ječmene a ovsa za 1 gr. — na de- 
sátcích obilných etc. — vgl. ospí. 

Osepný plat die Zahlung dos Zinses in Getreide : pod plat osepní 
ujali, tak že nám r/i deset mtuov a tři měřice pšenice platiti a vydávati 
mají (Priv. Tov. 101). Daher o. ječmen, pšenice, die an das obrigkeit- 
liche Bräuhaus abgeliefert wurden, o. ovčák der Triftschäfer. 

Osiření země die Verwaisung des Landes, ein beim Tode des 
Königes üblicher Ausdruck : když pán země umře a země osiří (Kn. Tov. 
k. 1.); — pán náš umřel, kdež tato země v sirobě po JMti jest zuostala 
(ibid. k. 2.); — kolikrát by se přihodilo tohoto království osiření (Ač. 1, 
202) ; — obecné dobré této naší siré koruny mešká se velice (ibid. 274). 

Oskoruše: vinea, in qua est arbor dieta Oskoruše (DB. 11 n. 335). 
Die Eberesche, Vogelbeere sorbus aucuparia^ alts. oskoruša. 

Osmipanský úřad vid. Nákladiiíťi starší. 

Ospí das Schüttgetreide : cum censu ťrumentorum alias ospí (DB. 14 
n. 18); — odhadují ospí (Kn. Tov. k. 121). — vgl. osep. 

Ospový plat der Zins , welcher in Getreide abgeführt wurde ; 
vgl. osepný plat. 

Ostacli, Ostaš = Eiistachius. 

Ostati 1. bleiben, verpflichtet sein : právo ostalo na převodových 
svědcích die Zeugen des Klägers hatten den Eid zu leisten (Kn. Roz. či. 148) ; 
— na něm ostalo vdávání (ibid. či. 276) er hatte die Kosten der Wette zu 
leisten. — 2. schuldig sein : ostal mně 75 kop za koně a odění (Gas. č. 
Mus. 1839 p. 445). 

Ostatky die drei letzten Faschingstage, wörtlich die Reste ; vergl. 
Act. Monast. Murensis : dies, quo vorari et consumi, quod reliquum est 
carnium, consuevit. 

Ostatné dny (MS. 1620) wörtlich die übrig bleibenden Tage, dann 
= ostatky die letzten Faschingstage. 

Ostrožné das Sporngeld, jus, datio calcaris, calcaria, die Taxe, 
■welche bei jeder Neuwahl eines Prälaten, Frohsten oder einer Aebtissin der 
königlichen Kammer gezahlt wurde ; sie betrug 50 Schock Groschen und wurde 
auf Anordnung K. Wenzels im J. 1388 dem Prager Kapitel zur Instandhaltung 
und Ausschmückung des st. Wenzelsgrabes geschenkt : jus regium, quod 
vulgariter ostrožné dicitur, quodque duduni ex institutione regum Bohemise 
in electione novi abbatis, praepositi sive abbatissa; nobis solvi consuevit, 
Pragensi ecclesise donamus, quam quidem pecuniam (50 sexag. gross.) pro 
decore et ornátu s. Wenceslai convertere tenebuntur. (Pal. Formclb. 2, 191 ; 
Ač. 3, 468). Dieselbe Abgabe zahlten die königl. Städte dem Unterkäm- 
merer, wenn er sein Amt antrat: „quoties subcamerarius destituitur ab 
officio et in id officium alter instituitur, ei instituto quselibct civitatum re- 



— 211 — 

galium dare tenetur calcaris alias ostrožné quinque sexagenas." Dasselbe 
die Leibgedingstädte der Königin dem Hofrichter : zvolenému hofrychtýři 
vostružné odvedeno 100 zl. (MS. Polička 1685). — Das Wort stammt von 
ostruha, ostroha caloar der Sporn; anfänglich wurde zweifelsohne dem 
Könige ein goldener Sporn dargebracht und später erst eine Geldsumme 
hiefür bestimmt ; vgl. bei Du Gange : pro pramissis libertatibus heredes in 
signum nostri majoris dominii uuum par calcarium deauratum servire teneantur. 

Ostydeti se die Scham überwinden, jede Schmach ertragen : všeho 
jest se ostyděl jako hanebný pes (Kn. Tov.) 

Osvědčiti zur Kenntniss bringen : má osvědčiti panoším . . . osvěd- 
čiti před úřadem (Půh. Brn. 1406 f. 187). 

Oštěp, Oštíp framea der Spiess. 

Ota nom. viri = Otto. 

Otakar nom. viri wahrsch. aus dem deutschen Odoakar, mithd. 
Ota eher, Otaccher (zusammengesetzt aus ót facultates, fundi Vermögen 
und waccher custos, Wächter, Matz). 

Otec abbas Abt (pater) : když otec pod korunu mši slúží. (Oas. č. 
Mus. 1839, p. 494). 

Otbiti vid. Odbiti. 

Otboj vid. Odboj. 

Othodne vid. Odehodiié. 

Otpověd vid. Odpověd. 

Otpovídac vid. Odpovídat*. 

Otroče vid. Otroci. 

Otroci (Otroče): tertiam partem telonei a descendentibus et ascen- 
dentibus per Albiam: homutove ... otroče. Erben erklärt: ab otrok puer, 
servus, exactio de servis remigantibus; vielleicht aber wirklich der Zoll für 
verkaufte oder zu verkaufende Sklaven ? 

Otrok Zusammengesetztaus dem negativen od und říci fari, daher 
otrok qui fari ncquit, infans ; so im slov. nedolšni otroci innocentes pueri ; 
die Bedeutung Sklave ist die spätere, abgeleitete. 

Otvořitý list = otevřený literse patentes, das Patent, der offene 
Brief. 

Oumrf, Oumrti, Odoumrti vid. Odmrf. 

Outerý vid. Úterý. 

Ozzada vid. Osada. 

Oves avena, Hafer, 1. pastev ní: ani ovsa pastevního aby dávali; 
než kdyžby na lesích pastva byla, tehdy ten plat dávati budou (Priv. 
Tov. 84) der Hafer, welcher für die Erlaubniss zu weiden abgeliefert wurde; 
— 2. lesní: ovsa lesního při sv. Václave dvě měřice (Kn. Posudk. Brn. 1565 

14* 



— 212 — 

f. 100) viel. Lo voz ha ber; — 3. hajný = lesní; — 4. dřevní avena 
lignalis (DO. 10 n. 810) der für den Bezug des Holzes gegebene Hafer; 
— 5. chrtový, vy/lenčí der Hafer, welcher abgeliefert wurde für die Be- 
freiung von der Yerpflichtung die Jagdhunde zu füttern. 

Ozada, Ozzada vid. Osada. 

Ozzep vid. Osep. 

Pablas, Pablásek vid. Pavlas. 

Pableiia = Pavleiia nom. fem. Paulíne (DB. 3. n. 508). 

Pabliko lat. Form, des Namens Pavlík und dieses Demin. von 
Pavel = Paulus. 

Pac: pacü a českých groši za 12 zl. (MÖ. Pross. 1552); — ort 
zlatého rýnského totiž čtyry pacy aneb 16 krejcarů (Yel. s. q. 974) der 
Batzen, eine Münze. 

Paceni políbiti: a ku processí ])řijeda má JMt s koně ssésti a 
pacem neb mír políbiti (Kn. Tov. kap. 8) den Friedenskuss (pax) geben. 

Padati sachfällig werden, cadere de causa oder ohne Priip. : žalobník 
dvojím obyčejem padá v své při . . . spuosob přísahy změniv padl jest = 
čadit causa (Pr. Měst. 104); — ačby Jordánovi byl přál, aby mu dobfe 
padlo = dass es gut ausfalle. fZap. Žer. 1, 277). 

Padesátník einer, der über fünfzig gestellt ist: hejtman (toho kraje) 
aby sobě spuosobil setníky a padesátníky (Ač. 4, 441); — přísežné osoby, 
hejtmane padesátníci (Pr. Měst.) 

Pachole, 1. der Knabe, der junge Mensch. 2. der Page. 

Pacholík im Bergwesen der junge Knappe, der zu leichteren Ar- 
beiten vewendct wird ; vgl: robeiiec. 

Pachy : pachy připnuté pcnžlíkem , dextralia , ornamcnta quaídam 
communia viris et íeminis, larga et ampla et ante manicas portantur et jun- 
guntur uno clavo . . . supparus, manica ornatus causa super aliam dueta et 
crispa. (Voc. Aqn.) Die Manschettenkrause c gcrm. fachen die Wolle auf- 
lockern; vgl. mithd. vach eine Reihe Faden oder Ringe: ein slojer bi 
drizec vachen. — vid. Fach. 

Paj der Payas 1. ein grobes baumwollenes Garn und der daraus verfer- 
tigte Stoff. 2. weisse Rohseide aus der Levante. — vgl. bajetta, deutsch Boi. 

Pajka ein aus Payas (vid. paj) verfertigtes Kleidungsstück: ku- 
cliarky nosí krondrašky, pájky (Jungm.). 

Paladraii, Paladraiia ein weiter Regon-^Fantel : za 7 '/2 lokte sukna 
na paladran písaři rádnímu (MS. Pross. 1616); ital. pal and raná, franz. 
balandran. 

Palcát der eiserne Streithammer, Streitkolben. 

Palečiiice die Daumschraube, Handschelle. 



~ 213 — 

Pálené i. e. víno: páleného ročně do jednoho mta žita se vypálí 
a z každé míry po 1 1 másích dává , každý más po 6 gr. (MS. LA. XII. 
c. 19, p. 148); — skrze pálení takového vína páleného z sladů pšeničných, 
ječmenných a všelijakého jiného obilí dělaných (Ldtg. 1590 f. 202). 

Palík, der Ballen; er hatte 20 postavy (vid. dieses. — Gas. č. 
Mus. 1867 p. 21). 

Palniundovati nur in Uebersetzungen des Sachsen- und Schwaben- 
spiegels vorkommend: „nestane-li na třetím roce, rychtář má jej palmvm- 
dovati t. j. tolik řečeno, že jej mají odsouditi" von althd. palomunto, der 
ungetreue Vormund, mithd. baimunden, baimünden für einen ungetreuen 
"Vormund erklären, in weiterer Bedeutung überhaupt ve rurth eilen , kon- 
tumaziren; (vgl. Gr. RA. 446). 

Palouk, Palouček, der Anger, die feuchte Aue : s mokřinami nebo 
palouky (MS. LA. XII. c. 19, p. 44). 

Palpach: knížecí čepice, již oni palpach jmenují (Čas. č. Mus. 1844 
p. 307) der Kalpak. 

Pammasin aus dem lat. b o m b y e i n um, ital. b o m b a s i n o, franz. 
bombasin, deutsch Bomba sin, ein geköperter Zeug, welcher ursprünglich 
in Obeňtalien namentlich in Mailand und zwar aus Baumwolle, Kameelhaaren 
und Seide gewoben wurde ; Böhmen bezog diesen StoflP hauptsächlich aus 
Kaufbeuern und Wels, daher dieser Stoif auch Veselský barchán ge- 
nannt wurde. 

Památka memoria, das Andenken , der Gedächtnisstag, dies fes ta, 
festům : v pátek památka na nebe vzetí panny Marie (Priv. Tov. 99) ; — 
p. těla a krve páně Frohnleichnamstag (Urkd. 1538 im LA.); — do soboty 
po památce sv. tří králů; vgl. památný den, pamatování. 

Památné nummi memoriales , oder kurz memoriále, hergeleitet 
von pamět memoria, eine Taxe, welche den Gerichtsbeamten für die Ein- 
tragung gewisser Momente des Processes gezahlt wurde. So z. B. wenn 
der Geklagte einen Process gegen das Hoflehengericht gewann : když kto 
stáným právem neb panským nálezem neb svědectvím neb ukázáním desk 
obdrží proti královu právu, toho jest právo sudímu po groši od kopy a 
písaři věrdunk ; v tom podsudí má třetí groš a písaři pátý a to slově pa- 
mátné (Ač. 5, 164); — bei der Contumacirung : ihned póvodu má býti dáno 
za právo stáné a on dá památné (Ač. 2, 91); — bei der Urtheilsfällung : 
což za právo vynesu a kterémuž dadí za ziskané , na tom má ostati a on 
dá památné (Ač. 2, 108) ; — peníze , ješto slovu památné po obdržaném 
j)rávu (Jir. Cod. j. b. I. 355). In Mähren wurde aber das památné gezahlt 
auch vor der Entscheidung des Processes, wenn z. B. die eine Partei beim 
posudek oder sonst bei anderen Terminen nicht erschien ; die erscheinende 
Partei zahlte jedesmal ihr památné und wenn die Termine verstrichen, dann 
gab sie ihr přísudné oder pomocné : Vaněk poručník Martinóv dal své pa- 



— 214 — 

matné, že Martin byl na posudku, než Milosta nebyl (Lib. Cit. 2, 17). Da 
die Zahlung des památné in dieser Beziehung immer mit einer Anmeldung 
verbunden war, so wird statt dessen in den Puhonenbüchern häufig pro- 
testatio gesetzt: protestatio ipso die: Yáclav dává památné, že jakož 
Bukovec pohnal k rokóm Vojnu, tu on Yáclav Bukovcov poručník na tom 
roku stál, než Yojna nestál ; — Yáclav dal své památné , že na druhém 
roku Yojna nestal; — for. YI. Bukovec dcdit pří sud super Yojna, quod 
non comparuit jam iu tercio termine. (Lib. cit. 2, p. 17 n. 51, p. 18 n. 56.) 

Památné knihy, die Gedenkbücher a) sněmovní die Landtags- 
gedenkbücher beginnend mit dem J. 1518; in diese wurden die Landtags- 
beschlüsse, die königlichen Propositionen, die Antworten der Stände darauf, 
die Landtagskorrespondenz und die Kurial - Beschlüsse des Herrenstandes 
(vid. pán) eingetragen, b) soudní die Landrechtsgedenkbücher , welche 
verschiedene Beschlüsse des Herrengerichtes und Gerichtsmemorabilien ent- 
halten. 

Památný den, der Oedächtnisstag, festům : ve čtvrtek den památný 
Hromnic (Priv. Tov. 69); vgl. památka, pamatování. 

Pamatování, das Andenken, Gedächtnisstag, festům: v pondělí 
před pamatováním nového léta (Priv. Tov. 66) ; — ve čtvrtek den pamato- 
vání sv. M. Majdaleny (ibid. 105); vgl. památka, památný den. 

Pamět, 1. litera? memoriales, das Memorialschreiben: dal zapsati 
pamět in die Gerichtsgedenkbücher eintragen lassen ; vgl. památné knihy. 
— 2. im plur. paměti zemské die Landtagsgedenkbücher ; vgl. památné 
knihy. 

Pán der Herr, im plur. páni oder stav panský der Herrenstand, 
in Böhmen und Mähren die erste, durch grosse politische Yorrechte einfluss- 
reichste Korporation, deren Anfänge in die älteste Zeit der Geschichte un- 
seres Yolkes hinaufreichen. Sprachlich ist pán herzuleiten von der Wurzel 
pa, skt. pa-ti Herr, gr. nó-ai-q Gatte, lat. po-tens mächtig, lit. pa-tis 
Gatte, Herr, wesz-patis Yolksherr, got. fath-is Herr; also die Grund- 
bedeutung der Schützer, der Starke, Mächtige. — AYenn wir die 
Stellung, welche dem Ilerrenstande zur Zeit seiner Blüthe im 14. und 15. 
Jahrhd. zukam, mit den Lochen, wie sie uns die Grünberger Handschrift 
schildert, vergleichen, dann unterliegt es keinem Zweifel, dass wir in diesen 
Lechen die Yorläufer der páni zu suchen haben. Denn, wie bei dem Worte 
Lech nachgewiesen wurde, dass es einen grossen Grundbesitzer bedeute, 
ebenso blieb es ein charakteristisches Merkmal des Herrenstandes, dass 
er Latifundien besass, die die Grundlage seiner socialpolitischen Stellung bil- 
deten; einem verarmten Herrn blieb allerdings der Titel pán d. h. der 
Adelsrang, aber die Standschaft, d. h. die Fähigkeit an den politischen 
Rechten des Herrenstandes Theil zu nehmen, gieng ihm verloren. Wenn das 
Wort Lech Zeuge dafür ist, dass die organische Gliederung unseres Yolkes 



— 215 - 

in Staat und Gesellschaft in die ältesten Zeiten seiner Geschichte hinauf- 
reicht, so beweisen die bei Kosmas vorkommenden Ausdrücke nobiles, 
principes, primates, magnáte s, barones, dass diese Entwicklung fort- 
schritt, wenn auch der ursprüngliche Name verschwand, an dessen Stelle 
das Wort pán trat. Dieses Wort erscheint im Sinne ' der Korporation des 
Herrenstandes zuerst bei Dalimil: „páni když to znamenachu, k králevicu 
sě sebrachu, i jechu sě s ním raditi a potom králů mluviti (kap. 66); — 
aby v svěj radě měl české pány (kap. 106). — Der Herrenstand in Böhmen 
und Mähren bestand aus einer bestimmten Anzahl von Familien, die durch 
das Alter ihres Adels und grossen Grundbesitz über die Anderen hervor- 
ragten. Sie hatten ihre Clientel (vid. druh, panoše), die unter ihren Fahnen 
focht (daher korouhevni páni — vid. dieses — die Bannerherren); in 
ihren Diensten standen selbst Ritter; so schreibt Wilhelm von Pernstein 
1520 den Rittern von Tetov: „službu svú vzkazuji urození a stateční rytíři, 
oznamuji Yám, že bratr Yáš jako služebník mój" etc. (Ač. 1, 137). In ihrer 
Macht lag das Landrecht, das in Böhmen bis zum J. 1485 und in Mähren 
bis zum J. 1492 ausschliesslich mit Herrenstandsmitgliedern besetzt und 
daher das Herrenge rieht, soud panský genannt wurde und diesen 
Namen selbst dann nicht verlor, als auch Ritter unter die Beisitzer aufge- 
nommen wurden (vid. soud). In ihrer Hand lag die höchste Fülle politischer 
Macht in den Landtagen, daher dem Herrenstande, der in dieser Beziehung 
auch das Epitheton páni zemští erhielt, die übrigen politischen Faktoren 
als obec (vid. dieses) entgegengestellt werden: »jakož sú se páni koruny 
české i obec v Praze byli sebrali, kázal pánu o m zemským i vší obci 
duchovním i světským ... tak že země česká, páni a obec, veliký nátisk 
trpí" (Ač. 1, 65 ai. 1400). Obwohl die hohe Machtfülle des Herrenstandes 
im Justizwesen und der Legislation durch den ganzen Yerlauf der Geschichte 
dargethan ist, so zeigt vornämlich der Landtag des J. 1437, wie hoch der 
Herrenstand auch über den Ritterstand ragte, indem letzterer den ersteren 
ersuchte, er möge dahin wirken, dass 1. der Ritterstand bei seinen Frei- 
heiten erhalten bleibe ; 2. die Steuer zu dem Zwecke , zu welchem sie be- 
willigt wurde, verwendet werde; 3. dass die Ritter zu Kriegsdiensten, zu 
denen sie nicht verpflichtet sind, nicht angehalten werden (Ač. 3, 455). Die 
höchsten Landesämter wurden durch Herrenstandsmitglieder besetzt und 
als im 15. Jhdt. auch Ritter zur Besetzvmg dieser Aemter zugelassen wurden, 
blieben doch die einflussreichsten dem Herrenstande reservirt und zwar in 
Böhmen der Oberstburggraf, 0. -Hofmeister, 0. -Marschall, O.-Kämmerer, O.- 
Landrichter, 0. -Kanzler und Hofrichter; in Mähren der Landeshauptmann, 
O.-Kämerer , Marschall und O. -Landrichter. — Zu den äusseren Präroga- 
tiven des Herrenstandes gehörte z. B., dass sie das Recht hatten, selbst 
im Gerichtssaale einen Dolch im Gürtel zu tragen, während Niemand An- 
derer mit irgend einer Waffe daselbst erscheinen durfte ; dass sie allein beim 
Siegeln sich des rothen Wachses bedienten und dasselbe mit Papier be- 



— 216 — 

decken durften: „aby rytířstvo proti pánóm té pýchy nevedli, poněvadž 
prvé toho v této zemi nebývalo, aby rytířstvo kdy pečetě krylo, aby ještě 
toho nebylo; neb ač v které zemi ten obyčej jest, že pečeti rytířstvo kryje, 
ale v této toho není (Kn. ouz. f. 157 ai. 1490). Eine andere Prärogative be- 
stand darin, dass der llerrenstand seine Beschlüsse (conclusiones baronům) 
in die Landtagsgedenkbücher (vid. památné knihy) eintrug, während die 
anderen Stände eigene Grodenkbücher liatten: „artykule jsou schváleny a 
dány místopísaři k přepsání do puniětí zemských, ač někteří chtěli, aby 
učiněna byla zvláštní kniha pamětí panských; ale vyvedl jsem je 
z toho, oznámiv jim, že jest to obzvláštní prřerogativa stavu pan- 
ského, aby svého stavu věci do rej ster zemských zapisovati 
dali, ješto stav rytířský toho nečiní, majíce své obzvláštní knihy, ovšem 
pak jiní stavové." (Sněm drž. 1612 p. 137.) Als im J. 1492 bestimmt wurde, 
dass auch Ritterstandspersonen Landrechtsbeisitzer werden könnten, wurde 
für die Herren ein eigener Platz reservirt. Das J. 1480 bildet einen Wende- 
punkt in der Entwicklung des Herrenstandes. Wie bei jedem socialpolitischen 
Organismus die ursprüngliche Gestaltung durch neu hinzukommende Elemente 
alterirt wird, so war es auch beim bíihmisch-mahrischen Hevrenstande, zu 
dessen älteren seit Jahrhunderten im Besitze der Herrenstandsprärogativen 
befindlichen Familien im Laufe der Zeit neue Elemente hinzukamen, die per 
usum an den Rechten und Privilegien der alten Familien Theil nahmen. Aus 
Veranlassung des Streites um den Vorrang des Sitzes im Landrechte und 
bei den Landtagen, wurde im Jahre 14S0 die Scheidung des Herrenstandes 
in alte und neue Herrn (staří a noví rodové) durchgeführt. Als alte Herren- 
geschlechter wurden damals in Mähren erklärt die Herren von Boskowitz, 
Cimburg, Hradec (Neuhaus), Kr aj e k, Kun s tat, Lichtenburg, Lich- 
tenstein, Lipá, Lomnitz, Pernstein, Pösing, Sovinec (Eulenberg), 
Sternberg, Waldstein, Vlašim. Zu diesen 15 alten Familien wurden 
8 als neue Herren (mladší rody) aufgenommen und zwar die Herren von 
Doubrawitz, Ludanitz, Landstein, Miličín, Tvorkov, Tunkel von 
Br nicko. Weit mil, Ze rotin. Doch mussten diese schwören, dass sie bis 
ins dritte Glied sich den alten Herren nicht gleich stellen und ihre Präro- 
gative sich nicht anmassen wollen (Kn. Tov. kap. 60). 

Durch die Scheidung in alte und neue Herren hörte der Herren- 
stand auf eine Kaste zu sein und nur sein Vortheil war es , dass verdiente 
Ritterstandsporsonen, die bereits durch drei Generationen dem Ritterstande 
angehörten, unter die neuen Herren aufgenommen werden konnten. Die 
Aufnahme eines solchen geschah durch den ganzen Herrenstand d. h. durch 
die alten und neuen Geschlechter; die Aufnahme eines neuen Herrn hin- 
gegen in den alten Herrenstand geschah nur durch die alten Familien allein. 
Nach der Kn. Tov. kap. 57 sollte jeder Bewerber um die Aufnahme in den 
Herrenstand persönlich darum ersuchen; später war die Gepflogenheit, dass 
mehrere Herrenstandsmitglieder den Kandidaten in das Ilerrengiemium ein- 



~ 217 — 

führten und zur Annahme empfahlen. Nach der Empfehlungsrede trat der 
Kandidat ab und die Herren beriethen über seine Aufnahme ; wurde dieselbe 
beschlossen, dann wurde er wieder eingeführt und ihm bedeutet , dass er 
mit seinen ehelichen Söhnen in den Herrenstand aufgenommen sei und 
immer hinzugesetzt, dass er hiezu kein Recht habe und dass ihn die Herren 
in ihren Stand nicht aus Pflicht, sondern aus freiem Willen aufnahmen. Der 
Aufgenommene leistete hierauf den vorgeschriebenen Eid und der Oberland- 
kämmerer wiess ihm den ihm gebührenden Platz unter den neuen Herren 
an. Der Herrenrang gebührte aber nur dem Aufgenommenen und seinen 
ehelichen Nachkommen , keineswegs aber seinen Brüdern oder Seitenver- 
w^andten; daher kommt es, dass von den Mitgliedern eines und desselben 
Geschlechtes einige dem Herren-, andere nur dem Ritterstande angehörten; 
so wurde z. B. die Linie der Ritter von Za střiži, die sich Morkovsky 
nannte, in den Herrenstand aufgenommen , während die Linie derselben 
Familie, die Žďánký hiess , im Ritterstande verblieb. — War eine neue 
Herrenfamilie bereits im dritten Gliedc , dann konnte sie um die Aufnahme 
unter die alten Herren einschreiten. Nur ein einziges Beispiel ist bekannt, 
dass ein neuer Herr , der erst einige Jahre dem Herrenstande angehörte, 
Graf Georg Hodický von Hoditz, auf Ansuchen des K. Mathias im 
J. 1608 unter die alten Herren eingereiht wurde, trotzdem er erst 1604 in 
den neuen Herrenstand aufgenommen w^ar. Aber die alten Herren fügten 
diesem Beschlüsse so viele Cautelen bei , dass es in Zukunft unmöglich 
wurde, etwas ähnliches zu verlangen. So musste der König einen Revers 
geben, dass weder er noch einer seiner Nachkommen in Zukunft etwas 
ähnliches verlangen werde und die alten Herren beschlossen, dass, wenn 
ein neuer Herr selbst darum ersuchen sollte, er sammt seinen Kindern aus 
dem Herrenstande auszuschliessen und für alle Zukunft in denselben nicht 
mehr aufzunehmen sei (Sněm. pam. Kn. lY. 201, 416, 419, 427, 428). Bei 
dieser Gelegenheit wurde auch der Eid für die neuen Herren geändert und 
der erste der ihn leistete, war Günther von der Goltz: „Já Günter z Golcen 
na tom přisahám, že od dnešního dne chci řád a stav panský vedle obyčeje 
a práva koruny české a země moravské velebiti a vedle jiných pánův ve 
všem slušném a spravedlivém státi, sám sebou ani synem svým ani od nás 
erby pošlými až do třetího kolena pánům a rodům starožitným v jich oby- 
čejích nepřekážeti, ani se nad ně tříti, ani toho s potomky svými vy- 
hledávati, nýbrž se ve všem spolu s erby svými chovati podlé 
nařízení panského na sněme 1. 1608 v Brně při sv. Bartoloměji 
držaném stalého a reversu královského" (Sněm. drž. 1612 p. 82). — 
Bei dem Brünner Landtag des J. 1612 beschloss der Herrenstand mehrere 
Bedingnisse, die die Aufnahme in denselben erschweren sollten; so nament- 
lich, dass bei der Aufnahme wenigstens 20 Herren gegenwärtig sein und 
dass Niemand gleich beim ersten Ersuchen aufgenommen werden solle, 
sondern dass die Aufnahme auf ein , zwei bis drei Jahre aufzuschieben sei. 



— 218 — 

(Sněm. pani. Kn. Y. 82, 71; Sněm drž. 1612 p. 82). Die Aufnahme konnte 
nur geschehen, wenn der Landtag oder das Landrecht tagte. Auch stand 
Herrenstandspersonen aus fremden Ländern, wenn sie in die Landsmann- 
schaft (vid. obyvatel) aufgenommen waren, die Aufnahme in den Herren- 
stand der böhmischen Länder offen, wenn sie den dazu nothwendigen Adels- 
rang dokumentirten und die vorgeschriebenen Bedingungen erfüllten. Bei 
den Landtagen bildete der Herrenstand die erste Kurie, deren Kurialsitzungen 
der Landeshauptmann präsidirte. — Seit der vcrneuerten Landesordnung 
ai. 1628 wurde aber die Aufnahme in den Herrenstand als ein Recht der 
Krone usurpirt , so dass seit jener Zeit wohl nicht mehr von einer Auf- 
nahme in den Herrenstand, sondern nur von einer Verleihung desselben 
die Rede sein kann. Auch hörte seit der vern. LO. der Herrenstand auf, 
der erste zu sein und den ersten Rang nahm der Prälatenstand ein. (Vern. 
LO. f. 14, 16, 17, 18.) — Vgl. panoše, rytíř, vládyka, zeman. 

Pán dědičný, zástavní vid. dědičný und zástavní. 
Pán z lavic vid. kmet. 

Panatýr, Panatýř, der Aufseher der königl. Tafel: smlouva mezi 
urozeným panem Španovským JMCís. panatýrem; Hanuš Laryš JMC. pana- 
týř (Titul. 1580) aus dem ital. panattiére und dieses aus dem mitlat. 
panetarius ursprünglich der Bäcker. 

Pancířové dílo : řetěz zlatý pancířovým dílem udělaný (Půh. Brn. 
1580 f. 341) nach Art eines Panzers gemacht, die Panzerkette, die aus in 
einander geschlagenen Drahtringen besteht. 

Pandit der Bandit vid. panditka. 

Panditka, das Terzerol, die Taschenpistole: a zrádné malé tajné 
ručničky, jimž panditky od zrádných mordéřův , panditův , přezděli , zapově- 
zeny jsou, (Čas. č. Mus. 1828 HI. 35); — mitlat. banditus der Verbannte, 
ital. bandito der Proskribirte, dann der Strassenräuber. Von panditka 
ist das noch jetzt gebräuchliche böhm. bambitka hergeleitet. 

Pánev , die Braupfanne : pánvi v některých městech páni stavějí 
a plat s toho bcrii (Štít. ed. Vrťátko p. 88). 

Panehart, Panichart vid. Pankiiart. 

Panktiart, (Panehart, Panichart, Panikart, Pankart, Paňkart) 

e germ. Bankhart (gebildet wie Rein-hart, wobei das a tonlos wurde, 
bankert :=i der B an kr lese, d. i. der von der Bank Gefallene, mithd. risen 
cadere), 1. der nicht im Ehebette, sondern ausserhalb desselben in wilder 
Ehe Gezeugte, filius meretricis. Die Kn. Roz. kennt den Ausdruck pan- 
kart noch nicht und schreibt či. 134: kurvy syn (das Hurenkind, Štítný ed. 
Vrťátko hat p. 139 cizoložně). In's Landrecht kam der Ausdruck durch 
Ausbreitung des deutschen Stadtrechtes. Die Landesordmmgen bestimmen : 
také pankhartům statku pozemského žádný poroučeti nemóž pod žádnu 



— 219 — 

barvu ani na mocný list královský. ~ 2. Die gefälschten ungarischen Heller: 
dělají halérky zlé, pankarty uherské. (Pal. děj. III. 1, p. 480.) 

Panikart, Pankart, Paňkart vid. Pankhart. 

Pánkati den Titel pán (Herr) geben: kdybych jiným pánkal, činil- 
bych to taky sám sobě, protož aby to slovo pán a páni dostaveno nebylo 
(Brief Karl's v. Žer. ddto. 2. März 1613). — vgl. přípánkati. 

Paiikyt, paiikytovatí das Bankett, bankettiren. 

Panoše (seltener, aber in Diplomen niemals, panoška) Demin. von 
pán, der unterste Grad des Adelsranges. — Manche Spuren führen darauf, 
dass der Panošen-Rang seinen Ursprung hat in den alten Gefolgschaften 
der reichen Barone. Persönlich freie Leute traten in die Dienste derselben 
und so indirekt unter ihren Schutz; solche Leute hiessen druh (vid. dieses), 
die Gefolgschaft selbst družina (vid. dieses). Solche Edelinge, die im 
Dienste eines Barones standen, hiessen panoše und ihr Schutz- und Dienst- 
verhältniss zum Herrn drückt ihr lateinischer Name cliens, famulus 
clientalis aus. So wird die Stelle in der Urkunde K. Johanns ai. 1311: 
„barones, nobiles, clientes" in derKn. Tov. übersetzt durch: páni urození, 
šlechtice, panoše" oder die Stelle in der Urkunde K. Wenzels ai. 1417: 
„baronibus, militibus, clientibus" durch: pánóm, rytířóm, panoším." Der 
Panoše hatte für seinen Herrn verschiedene Dienste zu verrichten; desshalb 
heisst es im Bohemarius : minister dicitur panoše (Sbir. nejst. slov. 16.39); 
so hatte er, wenn sein Herr Jemanden vor Gericht belangte, dem Gerichts- 
boten den Weg zu dem, welcher citirt werden sollte, zu weisen: když 
pojme komorníka na pohon póvod, má právo dáti panošů, aby dovedl ko- 
morníky, kde pohoní. (Kn. Roz. či. 7) ; — když komorník přijde ke dvoru, 
právo mu vyzvati panošů nebo samého pána (ibid. či. 25). Namentlich war 
es ihre Pflicht, ihrem Herren die Waffen und den Schild zu tragen : „v tom 
boji kromě všech štítonoši, ješto panošky slovu, štíty za pány no- 
síce"; (Pulk.) desshalb werden sie im lateinischen auch durch armiger 
(vid. dieses in der IL Abthlg.) übersetzt und entsprechen auch dem deutschen 
Schildknecht (armiger, štítonoše): hrozil jest panoším otce našeho i tu- 
diž i našim a my i panoše naše učinili smy na to veliké náklady vystříha- 
jíce se ho (Půh. 01. 1412 f. 243). Auch dem Ausdrucke „rittermäs siger 
Knecht" sind die panoše gleichzustellen; Beweis dessen, dass die Stelle 
der Einlagerbriefe: „máme místo sebe panoši poslati" in deutschen Ein- 
lageurkunden lautet: „gelobe ich einen rittermezigin knecht darinne 
legin" (CD. 6, 87. 88), oder auch ritte rmässiger Diener: „zwen erber 
rittermassig diner (ibid. 366) = dem lat.: cum famulo clientali 
(ibid. 269). Aus diesen Belegen, die sich zu Hunderten anführen Hessen, 
geht hervor, dass panoše ursprünglich einen Adeligen bezeichnete, der im 
Dienste eines Landherrn stand, aber noch nicht zum Ritter geschlagen war, 
gerade so wie im deutschen der Knecht. So belangt Zdenek von Kokor 



— 220 — 

den Baron Yiktorin von Kunstat: „že mi byl dlužen za mú službu i za 
koně" = dass er ihm schuldig war für Kriegsdienste zu Pferde (Půh. Ol. 
1412 f. 248) und derselbe Zdeněk wird in der Deklaration des Anfalls- 
rechtes, wie sie in der Urkunde der „zwölf Herrn' enthalten ist (Kn. Tov. 
kap. 153 ai. 1437) unter den panoše angeführt. Also derselbe Zdeněk von 
Kokor, der dem Herrn von Kunstat Kriegsdienste leistete, ist dem Range 
nach ein panoše. Aber den panošen fehlte der Rittersrang; desshalb sagt 
Štítný: „i v p a nos s tví móž dvořenínem býti u králova dvora, avšak v ry- 
tířství má větší čest (ed. Erb. p. 212). Aber bei dieser ursprünglichen Be- 
deutung „rittermässiger Knecht" blieb das Wort nicht stehen, sondern wie 
im deutschen das Wort Knecht in der solennen Formel: Herren und 
Knechte, den niederen Adel, der dienstbar war, bezeichnete, ebenso be- 
zeichnete panoše collectiv den niederen Adel im Gegensatze zum Herren- 
und Ritterstande, so dass in diesem Sinne das Wort panoše auch die vlá- 
dyky in sich fasst. Daraus erklärt sich, warum wir in offiziellen Akten- 
stücken vom Ende des 14. Jahrhd. bis in die zweite Hälfte des 15. Jhrdt. 
das Wort panoše ausschliesslich als Bezeichnung des niederen Adels finden 
z. B. ai. 1394 : i všech jiných řádóv české koruny i panských i rytířských 
i panošských ; — ai. 1305: a též mají sobě slíbiti rytíři, panoše i města 
(Ač. 1, 53, 58); - ai. 1421: páni, rytíře a panoše (Landfriede K. Sigis- 
munds); — ai. 1434: žádný pán, rytíř neb panoše (Landfriede des Markg. 
Albrecht); — ai. 1443: pánóm, rytířóm, panoším a městóm v mark. Mo- 
ravském (Ač. 1, 280) u. s. w. Dieses Zusammenfassen der vládyky unter 
den Titel panoše bezieht sich aber nur auf die offiziöse Titulatur des ganzen 
niederen Adels als Corporation ; wenn aber ein Baron mit einer bestimmten 
Person des niederen Adels mündlich oder namentlich schriftlich verkehrte, 
so wurde ein strenger Unterschied zwischen vládyka und panoše eingehalten. 
In diesem Sinne war der panoše ein homo novus, ein neuer Adeliger: 
také naň móž chlapství provedeno býti otcem jeho, kdyžby (otec) panoší 
nebyl (Kn. Tov. kap. 220), dem von der Zeit seiner Erhebung in den Adels- 
rang der Titel slovutný panoše gebührte, worauf sein Geschlecht erst in 
der dritten Generation den Titel urozený vládyka erhielt. Es stand dem 
Könige anfänglich absolut frei in den Adelsrang zu erheben : také král pro 
zásluhu hodnú některého móž erbem a khnotem obdařiti a znovu chlapa za 
vládyku povýšiti. A takoví již chlapy nazváni býti nemají, neb ti se listy 
těmi vyvodí a za vládyky jednoštítné zóstavají (Kn. Tov.). Später wurde 
dieses Recht des Königs dahin eingeschränkt, dass die Erhebung eines Hö- 
rigen nur dann Geltung hatte, wenn er zuvor von seinem Grundherrn aus 
dem Unterthanenverbande entlassen wurde (LO. 1564). Der so in den Adels- 
rang erhobene hiess bezüglich seines Ranges panoše, bezüglich des Stan- 
des, den er aspiriren durfte, jednoštítný (einschildig) vládyka; so sagt 
auch Stránský : qui insignia promeruerunt, legibus nostris panoše dici ju- 
bentur (res. b. p. 425). Später, nachdem die Ausdrücke vládyka und ry- 



— 221 - — 

tíř identisch geworden (vgl. diese), bedeutete panoše den Adeligen über- 
haupt : panoše totiž osoba stavu rytířského (Ilrkd. für Eibenschitz ai. 1576). 
Die Unterschiede zwischen panoše und vládyka wurden fixirt, als nach dem 
Beispiele des Herrenstandes, welcher 1480 die Gliederung in alte und 
neue Geschlechter (vid. pán) durchführte, auch der niedere Adel sich or- 
ganisirte. Es geschah diess im Jahre 1492 bei der Gelegenheit, als sechs 
Ritter unter die Beisitzer des Herrengerichtes aufgenommen wurden. Damals 
wurde bestimmt, dass die Herrenstandsmitglieder den Yládyken schreiben 
sollen: urozeným vlády kam und nicht mehr: slovutným panoším, 
d. h. es wurde vom Herrenstande allen damals bestandenen Yladykenfamilien 
der Titel urozený zuerkannt, mit Ausschluss des Wortes pán, so dass 
einem vládyka geschrieben wurde : urozený vládyko pane N., aber nie: uro- 
zenému pánu vládykovi, was eine Prärogative des Herrenstandes blieb, 
dessen Mitglieder titulirt wurden: urozenému pánu, panu N. Was die 
Titulatur der Vládyken unter sich anbelangt, wurde im J. 1492 bestimmt, 
dass dieselben sich unter einander tituliren sollen: urozený vládyka 
oder slovutný panoše. Es scheint, dass die älteren Yládykenfamilien die 
jüngeren panoše nannten; denn im J. 1556 beschloss der Landtag, dass die 
neu in den Adelsrang erhobenen Personen nicht den Titel urozený son- 
dern nur slovutný vládyka. erhalten sollen, und zwar bis in's dritte Glied: 
„tak aby vždy nápotom rodové starší od nových rozeznáni a držáni býti 
mohli" (Sněm. pani. Kn. H. 90). Es blieb daher dem neuen Adeligen der 
Titel vládyka, aber sie erhielten das Prädikat slovutný, welches früher 
den panoše gegeben wurde. In Böhmen waren die Verhältnisse etwas ab- 
weichend ; denn die Landesordnung vom J. 1564 f. 5 bestimmt, bei neuen 
Adeligen sei die alterthümliche Gepflogenheit zu bewahren, dass jene Per- 
son, welche vom Könige mit einem Wappenbriefe ausgestattet wird, den 
Titel slovutný panoše erhalten solle und zwar erst dann, wenn selbe in 
den Vladykenstand aufgenommen wurde, und dieser Titel blieb bis in's 
dritte Glied, worauf der Titel urozený vládyka eintrat. Dahselbe geschah in 
Mähren durch die verneuerte Landesordnung : „Wann einer von Uns oder 
Unsern Nachkommen von neuem nobilitirt und mit einem adeligen Wappen 
begnadet wird, soll demselben zuvor und ehe er in Stand an- und aufge- 
nommen wird und dann von solcher Zeit an ihme und seinen Nachkommen 
bis in das dritte Glied exclusive anders nicht als avif böhmisch „slovutnému 
panoši" geschrieben und von keinem Ambt ihme oder ihnen der Titel „dem 
Edlen Ehrenfesten" oder auf böhmisch: urozenému vládyce, wie 
denen alten Geschlechtern der Kitterschaft (als denen sie nicht gleich zu 
achten) gegeben, sondern erst seine Nachkommen, so nach der Nobilitation 
oder Erlangung des Wappens sich im dritten Grade befinden, mit jetzt be- 
rührtem Titel gewürdigt werden." — Aus dem Gesagten geht hervor, dass 
bis zum Ende des 15. Jhdt. (in Böhmen bis 1485, in Mähren bis 1492) das 
Wort panoše den niederen Adel als Collectivnamen bezeichnet, dass nach 



— 222 — 

dieser Zeit in diesem Sinne das Wort vládyky statt des älteren zemane 
aufkommt, panoše seine ältere Collectivbedeutung somit verliert und dann 
nur einen Neuadeligen bis ins dritte Glied exclusive bedeutet, worauf seiner 
Familie vom dritten Gliede an der Titel urozený vládyka statt des slo- 
vutný panoše zukam, oder mit anderen Worten : seit jener Zeit bedeutet 
panoše die neuen erst nobilitirten Adeligen, vládyka die bereits im dritten 
Gliede und darüber stehenden, welche zum Collectivstande der Ritterschaft 
gehörten. — Vgl. pán, rytíř, vládyka, zeman. 

Panosinka die Frau eines panoše : pohnal Bartoškové, panošinky 
jeho (Půh. 01. 1412 f. 275). 

Panování das Beherrschungsrecht von panovati Herr sein, herrschen. 
Es gab ein panování jalové auch plané genannt und plné, auch doko- 
nalé, platné oder poslední panování genannt: jalové panování slově také 
plané (Yš. p. 190. 191); — ale plné, dokonalé a poslední panování jest 
(Vš. p. 190); — panování platné a poslední (Vš. 197). Es bildete einen 
Theil der Exekution im böhmischen Rechte; man hat hiebei die Exekution 
auf liegende Gründe wegen Nichtbezahlung des Kapitals und die Arrestirung 
von Yieh (zájem) wegen nicht bezahlten Zinsen, respective auch die Ein- 
führung in die Possession zu verstehen in dem Falle , als nichts arrestirt 
werden konnte. Wenn nämhch der Sachfällige in 14 Tagen nach Fällung 
des Urtheiles die Summe nicht erlegte , dann folgte nach der úmluva (vid. 
dieses) das erste panování, nach diesem in 14 Tagen der zvod (vid. dieses); 
zahlte er auch zwei, später vier Wochen nach dem zvod nicht, dann folgte 
das zweite panování; zahlte er auch nach dem zweiten panování nicht, dann 
folgte der odhad (vid. dieses), nach diesem das dritte und vierte panování, 
bei welchem die Einführung in den wirklichen Besitz erfolgte. Die ersten 
drei panování gaben zwar ein vorläufiges Recht auf den Besitz dem , der 
den Process gewann, aber nicht auf den Fruchtgenuss , von dem der sach- 
fällige hiedurch ausgeschlossen wurde; desshalb Messen diese drei ersten 
panování auch jalové oder plané (unfruchtbar, leer: slove jalové z té pří- 
činy, že ten, ktož je vede, žádného ještě užitku z těch dědin, na které vede, 
nebéře. Vš. 190), und erst das vierte panování war das plné, dokonalé, platné 
d. h. das volle, vollkommene, giltige, auch poslední = das lezte, weil 
nach demselben das Gut mit dem dominium directum et utile dem Gewinner 
des Processes übergeben wurde ; es wurden nämlich von den Gerichtsor- 
ganen einige Schindel oder Strohbüschel vom Dache herabgenommen, dem 
Gewinner in die Hand gegeben und dann verbrannt (Vš. 190. vgl. přidě- 
dění), eine symbolisclie lEandlung, durch welche eben der Sieger in den 
vollen Besitz eingeführt wurde: ale plné a platné panování to slove, když 
ten, kdož je vede, již v skutečném držení jsa těch dědin, na kteréž pano- 
vání vede, již mocně užívá (Vš. 190). Diess galt im Processe, wenn die Exe- 
kution auf liegende Gründe sich bezog. Wurde die Exekution wegen nicht 
bezahlter Zinsgelder geführt, so geschah diess durch Wegnahme und Arre- 



— 223 — 

station des Viehes (vid. zájem); wenn der Sachfällige vor der Ankunft der 
Gerichtsorgane, welche den zájem vornehmen sollten, sein Yieh wegtrieb, 
oder wenn die Gründe, von denen die Zinse zvi zahlen waren, unbebaut ge- 
lassen wurden und somit brach und wüste lagen , dann konnte allerdings 
nichts weggenommen werden. In diesem Falle hatte der Gerichtsbote also- 
gleich das panování vorzunehmen, welches ein jalové war; nach einem 
halben Jahre folgte das zweite und wieder nach einem halben Jahre das 
dritte, worauf die Schätzung und die Uebergabe an den Gewinner erfolgte 
(YŠ. 339). — Später kam es von dem vierfachen panování ab (LO. 1564 f. 
165); desshalb führt auch die LO. vom J. 1627 nur ein zweifaches Beherr- 
schungsrecht an und zwar nach dem zvod das erste , nach dem odhad das 
zweite, auch letzte genannt (f. 244. 248). — In Mähren kennt man das Wort 
....in älterer Zeit nicht; erst durch die verneuerte LO. vom J. 1628 wurde 
es in Mähren eingeführt (LO. fol. 113. 115). vgl. přidědění. — 

Panský soud vid. soud zemský. 

Pantalíř aus dem ital. bandoliera, deutsch Baudelier, das über 
die Schulter gelegte Band, an dem das Seitengewehr hängt. 

Papeženec, Papežník 1. ein Katholik, Papist im Gegensatze zu 
den akathol. Sekten (von diesen im höhnischen Sinne gebraucht.) 2. ein 
Geistlicher, dem in Folge päpstlicher Reservation eine Pfründe reservirt 
wird zum Nachtheile der einheimischen Geistlichkeit, der Päpstler, curtizanus 
oder cortizanus (sacerdos). 

Pardiou : ujci a pardioni der Krippenreiter, Ilaberfürst, der Zwetsch- 
kenadel, wahrscheinlich vom ital. par dio und in jener Zeit entstanden, als 
am Hofe Rudolf II. viel Italiener sich aufhielten, 

Pařezné von pařez der Klotz, der Baumstrunk, eine dem Aufseher 
der Waldbienenstöcko gezahlte Abgabe: brtnému pařezného 10 gr. (MS. 
Pross. 1580); vgl. brtný und pilové. 

Parkán vid. Barkan. 

Partazána aus dem mitlat. partes ana, span. partes ána die 
Partisane, eine der Hellebarde ähnliche Waffe, mit einem an beiden Seiten 
des Stosseisens befindlichen beinähnlichen Yorsprunge, der zuweilen drei 
Spitzen hatte. 

Parteta, Partiťa oder im plur. Partety, Partity (Partika) 1. das 
Partiren , die Partirerei, d. i. die Theilnahme am Yerbrechen wider das 
Eigenthum oder die Begünstigung betrügerischer Handlungen gegen dasselbe 
concursus ad delictum: pro sedláni a partety (Čas. č. Mus. 1828 HL 29); 
— o mnohých neřádech . . . partykách slyšeti bylo (Yel. kal.) — 2. Ränke, 
Hinterlist; že falešných a ošemetných partitův užívají (Slav. 385); — aus 
dem franz. partitě Schuldpost, Betrug. 

Partikál: k tomu měly partikál ve spůsob formy od zvonu, na 
němž sukně ležela divně premovaná (Gas. č. Mus. 1864 p. 21); vid. kortukál. 



- 224 — 

Partikular vid. Portáš. 

Paruňkový : šli s svícemi paruňkovými (Čas. č. Mus. 1858 p. 867) 
aus weissem Wachs, aus AVaclis von Juagfcrnbieneu ; corrumpirt aus pa- 
rojkový und dieses hergeleitet von pa-roj der Jungfernschwarm. 

Pasecné, Paseční die Abgabe für Benützung der paseka (vid. 
dieses). 

Paseční k der eine paseka benützt: co se od pasečníků platu z 
pasek přijímá (MS. llochw. 1601); — vid. paseka. 

Paseka, von po-sekati, der Hauwald, dann das im Hauwalde oder 
Rodlande angelegte Dorf, entsprechend den deutschen Ortsnamen, die mit 
schlag zusammengesetzt sind z.B. Gottfrieds-, Merlin-, Wilhelms-, Hammer- 
Schlag u. s. w. (DB. 1, n. 23). 

Pasonian, Pasomanek Posament, die Borte, aus dem ital. pas- 
samano. 

Passíonál, Pasionái passionale, ein Buch die Leiden Christi und 
das Leben hauptsächlicli aber das Leiden der Märtyrer darstellend. 

Pastorce das unmündige Stiefkind : na místě sirotků a pastorčat 
(MS. 16. Jahrhd.) 

Pastorek der Stiefsohn privignus (d. i. prius genitus vgl. Zehet- 
mayer Lex. etym. p. 197). Ein uraltes Wort, dessen Bedeutung nur durch 
Beachtung aller in den slav. Sprachen vorkommenden Formen und durch 
Zerlegung in seine Bestandtheile eruirt werden kann. Altsl. pastor^k^ , pa- 
stor^ka privigna, slov. pásterk, pásterka und pástorik, pastorka, kroat. pasz- 
torek, serb. pastorak; wir fügen noch die altrus. Bedeutung des privignus 
paserb und die poln. pasierb, pasierbica bei; beide Formen pastorek und 
paserb, pasierb zu einander gehalten, beweisen durch die Identität der 
Bedeutung, dass die Stämme stör und serb ursprünglich dasselbe aus- 
drücken mussten, sonst könnten sie eben nicht beide einen und denselben 
Begriff privignus wiedergeben. Beide Worte sind offenbar zusammengesetzt; 
pastorek aus der Präposition pa, dem Stamme stör und dem Bildungssuf- 
fixe k (vgl. das slov. pa-ster-k), paserb aus pa, ser und dem Suffixe b. 
Wir betrachten vorzugsweise die Wortform pastorek; nachdem dasselbe 
den Stief-Sohn bedeutet, so muss der Stamm stör ebenfalls die Bedeutung 
Sohn, syn filius enthalten. Klapproth führt das Sanskritwort paser an, 
welches die Bedeutung Sohn hat; vergleichen wir nun pas er mit dem 
slov.-kärnth. pa-ster-k, so wird vor allem klar, dass das o in dem Worte 
pastorek der Umlaut eines ursprünglichen e sei (wie vcd-u — vod u. s. w.) 
und da pastorek identisch ist mit pasterk, ist nicht zu bezweifeln, dass der 
Stamm stör auf ein älteres ster hinweist. Da aber in dem Sanskritworte 
pa-ser der reine Stamm enthalten ist, so wird das t in den Formen pasterk 
und pastorek nicht zum reinen Stamme gehören, sondern bloss epenthetisch 



— 225 — 

sein, wie in ähnlicher Weise aus der indoeuropäischen Grundform svasar 
durch epenthetisclies t die slav. Form ses-t-ra und die deutsche sves-t-er 
entstand. So reducirt sich also stör auf den reinen Stamm ser, wie er 
auch in der älteren rus. Form pa-ser-b enthalten ist. Vergleicht man das 
auslautende b des Wortes pa-ser-b mit dem auslautenden k des Wortes 
pa-ster-k, so geht hervor, dass weder b noch k zum Wortstamme ge- 
hören, sondern Suffixe sind und dadurch ist die Identität von ser-b, 
ser-k mit dem Sanskritstamme ser hergestellt, der auf die Wurzel su hin- 
führt = procreare , zeugen (wovon das slav. syn, das deutsche Sohn 
u. s. w.). Daher wird ser ursprünglich dieselbe Bedeutung gehabt haben, wie 
syn. Was nun den ersten Theil des Wortes pastorek, die Präposition pa 
anbelangt, so gibt sie in Verbindung mit Nominibus dem Stamme den Be- 
griff des sekundären , unächten z. B. rob der Sohn , parob der Sklave, lit. 
vasara aestas, pa-vasara ver, vasaras menesis der Monat Juni, pa-vasaras 
der März u. s. w., so dass also pa-ser-b, pa-ster-k, pa-stor-ek dasselbe be- 
deutet wie pa-syn der unächte, der Stiefsohn, wie man denn auch im deut- 
schen von einem ächten und unächten Sohne und Bruder spricht. Nestor 
hat mit richtigem sprachlichen Instinkte das alte pa-ser-b durcli pa-syn^k^ 
(= böhm. pa-syn) ersetzt und so gelangten ins neurussische die Formen pa- 
syn-ok^ privignus, pa-dcerica privigna (= pa-dcera die unächte Tochter), 
während im böhm., slov., kroat., serb. und poln. die alten Worte, in jenen 
pastorek, pasterk, in diesem pasierb, pasierbica blieben, (vgl. Star. sl. 151). 

Pastorkyně privigna, die Stieftochter; vid. pastorek. 

Pastýřské, die Umlage, von welcher der Gemeindehirt gezahlt wird. 

Pašije aus dem lat. passio domini; zpívati pašije das Leiden 
Christi singen; die Lamentationen in der Charwoche. 

Pašijový quod ad passionem Christi pertinct: pašijový týden die 
Passionswoche; — pašijové dni der Mittwoch, Donnerstag, Freitag und 
Samstag in der Charwoche; — pašijovcá neděle vid. neděle. 

Paska , pascha die Ostern (bei Hus. vid. Sebrané sp. M. J. Husi 
ed. Erben 2, 109). 

Paták, eine Scheidemünze , die in verschiedenen Gegenden und 
Zeiten auch einen verschiedenen Werth hatte; in Böhmen = einem Fünf- 
groschenstück (Jungm.), in Mähren ein Gröschel: paták též šelunk, braly 
se po půl pata haléřích a 4 za český groš , který se za 9 peněz bílých 
počítal, r. 1576 na sněmu zakázány. (MS. 1586.) Das Wort stammt wahrsch. 
von pátý quintus und bedeutete ursprünglich wahrsch. eine Münze, auf 
die 5 Stücke gingen; vgl. aber ital. patacco Heller. 

Pátek velký feria sexta magna, der grosse, der Charfreitag. 

Páter 1. das pater noster. 2. der Rosenkranz (dann häufig als 
demin. im plur. pateřičky). 

Páteřicek, der Rosenkranz, vid. páter. 

" 15 



— 226 — 

Patřili: lály/, přijel pan Karel z Žerotína s Korkou do Prahy, arci- 
kníže je oba sobě zamluvil , aby jeho patrinové byli v turnaji , kterýž se 
držal pěší na paláce hradu pražského (Cas. v. Mus. lY. 434); der Zeuge im 
Duelle, beim Turnier, aus dem mitlat. patrinus, patrini das neben anderen 
auch die Bedeutung hat: „qui duello privato testes aderant (Du Gange). 

Pavel s. Paulus: sv. Pavla na víru obrácení convcrsio s. Pauli 
(25. Jänner); im ältesten Cisiojanus = Pavel tri dni slep, weil er durch 
die Erscheinung Christi am "Wege nach Damaskus drei Tage geltlendet blieb. 

Pavéza ein beiläufig drei Fuss hoher, anderthalb Fuss breiter Schild, 
ital. pavese, frz. pavois, mithd. pavese, mitlat. pavesium, pavesis; 
Ferrari vermuthet, dass sie nach der Stadt Pavia benannt wurden, wo man 
sie etwa verfertigte, wie man die Dolche pistolesi nach Pistoja benannt 
habe. Mehr Wahrscheinlichkeit hat Safarik's Vermuthung in Starož. Slov. 
p. 324, der es vom kelt. pafais herleitet; denn neben don Romanen kennen 
diesen Schild auch die Walachen , die ihn paveze und die Magyaren, die 
ihn pais nennen; die grosse Verbreitung, aber namentlich das frühzeitige 
Vorkommen des Wortes in den (Quellen scheinen darauf hinzudeuten , dass 
diese Waffe viel früher bekannt war , ehe sie aus Italien bezogen werden 
konnte. Vielleiclit lässt sieh lat. pavare, pavimentum hieher beziehen 
= bedecken, pflastern, wobei zu vergleichen wäre franz. pavesade, 
eine tragbare Verschanzung, hinter welcher die Bogenschützen auf die Be- 
lagerer schössen. (Vgl. Dicz etym. Wbch. 3. Aufl. I. p. 310 und Matz. c. 
sl. p. 64.) 

Pavézka demin. von pavéza, ein kleiner Schild, dessen sich die 
Schützen vorzugsweise bedienten. 

Pavézník, der eine pavéza trägt, 1. der Schildträger; sie deckten 
im böhmischen Heere die Wagenreihen und Fahnen: každému vozu dostane 
se 18 pěších, z těch aby bylo 13 střelcuov, 4 pavézníci a k tomu vozataj 
(Ač. 4, 443 ai. 1470). — 2. ein mit einer pavézka versehener Bogenschütze : 
pěším střelcem po 4 zlatých, a pavézníkom po 5 zl. (Ač. 4, 442). 

Píiviti, Pavovati aus dem deutschen bauen, im Bergwerkswesen 
gebraucht z. B. p a viti hory. 

Pavlas , Pavlásek, (Pablas, Pablásek) = Pavel = Paul: 
pohoním Pavla jinak Pavláska (Půh. 1585). 

Pavoukovy kámen: prsten zlatý s pavoukovým kamenem (Pam. 
arch. 1869 p. 337) der Arachneolith oder die Spinnensteine, von denen 
man ehedem glaubte, es seien versteinerte Spinnen ; es sind diess besonders 
die Asteriten; vielleicht ist auch der Bernstein gemeint, in dem man 
zuweilen Spinnen (auch Fliegen) eingeschlossen findet. 

Pecinovský (plur. Peciuov^^ti) die Pecinower; so hiessen die 
Amositen von dem Dorfe Pecinov bei Rakownik , wo sie ihre Zusammen- 
künfte zu halten pflegten. — A^gl. Amoseucl. 



— 227 — 

Pece, die Obsorge, Sorgfalt, besonders bei Absagen und Fehden 
gebräuchlich: péci míti na někoho, vor Jemanden auf der liuth sein, sich 
hüthen. Zu der péče musste im Absagebriefe der, welchem abgesagt wurde, 
aufgefordert werden: hrozil jest panoším otce našeho i tudi/ našim a otec 
náš, i my po jeho smrti , obsílali jsme jej , mají-li naši panoše naň péči 
míti ; on nám toho nikdy žádné odpovědi nedal a my i panoše naše učinili 
smy na to veliké náklady vystříhajíce se jeho (Půh, 01. 1412 i. 243); — 
proč to činíte, však p. Heralt žádné péče na pána vašeho ani na vás žádné 
péče nemá (Lib. cit. 2, 10 n. 28); -- abych mu odpustil, že jest na mne 
strahoval a já žádné péče naň nemám (ai. 1448); — pak-liby kto řekl: 
měj na mne péči, když se s tebou shledám, že té biti budu 
(= caveas tibi, ubicunque te conveniam , te cedere volo), aby ten (komuž 
to mluveno bude) poslal k němu dva člověky dobrá zachovalá, zná-li se 
k tomu, žeby tomu odpověděl ? Sezná-Ii se , že odpovídá , má se k němu 
zachovati, jako k odpovědníku. (LO. 1564 f. 136; Ač. 5, 186.) — Daher 
bedeutet nemám péče na něho: er hat mir nicht abgesagt, nicht die 
Fehde angekündigt. — Vgl. odpoved. 

Pečeť zeiiKská, das Landessiegel, welches der Oberstlandschreiber 
in Verwahrung hatte. 

Pei-ťťné, Pet-etiii, die Abgabe für das Siegeln der Tuch - Stücke 
mit dem Zunft- oder Stadtsiegel: soukennici od každého postavu sukna platu 
slově početného 2 groše ; — takový plat slově pcčetiié (Urkd. 1544). 

Peth, Pechaii, Pechák, Pešek, Pesík nom. viri Petr. 

Pekelec, die Bude, in welcher die Höckerinnen Fische backen, 
Würste braten u. s. w. : hokynim se zapovídá v pekelcích ryb smažiti a 
péci .... aby ka/dá před pekelcem prodávala (Urkd. 1573). 

s. PelhrÍDi = s. Peregriiiiis. 

Peněžité, die Abgabe in Geld, p. mostní, die Geldabgabe zur 
Instandhaltung der Brücken (Stadtb. von Ung. Brod). 

Pciitlík e germ. das Bändchen, ein Band, welches die Jungfrauen 
um die Stirne gewunden trugen (in Leupold v. Löwenthal's Chron. Igl. 
p. 95 heisst es das Jungfrauen-P ertl). 

Peregrin : majíc na sobě peregrin ocelivy, zlatohlavem brunátným 
potížený plechovice a peklhaubl tím povlečený (Ctib. had. p. 73) Pilger- 
gewand ? 

Perkau vid. Barkáu. 

Perkiíos (um Eibenschitz auch Pírkiios) : smlouva mezi kolejí v 
Brně s jedné a všemi perknosy hor vinohradských Judendorfských s strany 
druhé (Urkd. 1590 im LA.); — ktož vinohrady své tu mají, totiž perknosi 
(Urkd. für Eibenschitz 1576), aus dem deutschen Berggenosse, Besitzer 
der in der Gemeindemarkung gelegenen Weinberge. 

15* 



^ 228 ~- 

Perniš : rytíř může šarlat, perniš a jiné sukno nésti (Cas. č. Mus. 
1864 p. 19) e germ. bernisch rl. h. aus Bern, bernisches d. h. Tuch aus 
der Stadt Bern. 

Perpetiiaii (auch Perpetiiel, Perpet, Perpatuan genannt), ein ge- 
musterter wollener Zeug aus Kammgarn gewobt, auch unter dem Namen 
Imperiales vorkommend: kabát černý perpetuanový. (MS. 1622.) 

Pes, der Hund, canis, der Ausdruck gemeiner niedriger Gesinnung : 
CO jsem jej lal a haněl, všeho se ostyděl jako hanebný pes (Ku. Tov.) ; — 
to cožm mówil, zelgaležm jako pies (Hele. pomn. I. 113); — jsem-li ten 
pes ukradl , Bóh daj , abych opsěl jako ten pes (Kn. Roz.). — Die Strafe 
des Hundetragens vid. Scrip. r. boh. I, 44; Gr. RA. 715. 

Pěstoun Boží, der h. Josef, der Nährvater Christi. 

Pešek, Pesík demin. von Pech. 

Pět svatých bratří, (|uinque ťratres eremita? deren Tag der 12. No- 
vember (in der Prag. Diöz. auch die allatio am 25. August) : v neděli po 
SV. Martině na den sv. pěti bratří (SRB. 3, 211); — v úterý na den pěti 
sv. bratří (Ač. 6, 543 ai. 1504). 

Petr = Petrus. In deu Datirungen sind hervorzuheben die böhm. 
Ausdrücke für cathedra und vincula Petri. AVas zuvörderst die cathedra 
Petři anbelangt, sei bemerkt, dass, obwohl es eine zweifache Stuhlfeier 
Petri gab, die ríimische und die von Antiochia, wovon die erste auf 
den 18. Jänner, die zweite auf den 22. Februar füllt, dennoch bis zum 
J. 1558 das Datum der Stuhlfeier Petri immer auf den 22. Februar zu re- 
duciren ist, da man deu IM. Jänner zwar in den Kaiendarien und Nekrolo- 
gien anmerkte, aber nur den 22. Februar feierte. Erst im J. 1558 trennte 
Papst Paul IV. die beiden Feste und setzte die römische Stiihlfeier in ihre 
vorige Würde wieder ein, wornach dann das römische Fest wieder auf den 
18. Jänner zu bestimmen ist. Die böhmischen Ausdrücke für cathedra Petri 
sind 1. nastolení oder nastolování, d. h. die Erhebung oder Setzung 
aui den Stuhl (entsprechend dem deutschen: s. Peterstag, als he wart 
gesaczt uf den Stuhl), auch den sv. Petra na' stolici povýšení 
oder schlechthin sv. Petra na stolici: sv. Petra na stolici })0výšení (Ač. 
3, 21, ai. 1442); — sv. Petra na stolici (Ač. 6, 428). — 2. sv. Petra v 
postě, weil der 22. Februar gewöhnlich in die Fastenzeit fällt. — 3. sto- 
lování festům s. Petri epularum (im deutschen Peterszeche); der Name 
stolování ist eine Uebersetzung des lat. epulae , welcher von dem alt- 
römischen Feste der Feralien herstammt, die am 21. Februar zum Andenken 
der Verstorbenen gehalten und die Woche der dies parentales abschlössen, 
worauf am 22. Februar der Todtenschmauss folgte; dieses heidnische Fest, 
weil es den verstorbenen Verwandten geweiht war, hiess auch caristia oder 
cara cognatio und weil es an denselben Tag fiel, wie Petri Stuhlfeier, 
übertrug man die Ausdrücke epuUc, caristia und cara cognatio auch 



229 

im christlichen Sinne auf diesen Tag. — Eine eigenlhüniliche Bezeichnung 
der cathedra Petii ist in den Gloss. Passion, bei Ilanka Sb. nejst. sl. 
p. 266 enthalten: nastolování sv. Petra, když sě ptač poznává (= quum 
aves se carnaliter cognoscunt) = dem deutschen: Petir vogelgeniste, 
da in unseren Ländern die Nistungs- und Paarungszeit mancher Vögel z. B. 
der Wasserstaare, "Raben und Lerchen beginnt. — Für \incula Petri 
(I. August) hat man im biUimischen folgende Bezeichnungen: 1. sv. Petra 
V okov ach s. Petei'stag in den Banden. 2. z okov zproštění (Ač. 5, 279). 
3. vyvedení z okov (SI\B. 8, 96). 4. z okov vynítí (Urkd. 14S4 im LA). 
5. vězení: den sv. Petra vězení, ježto slově latině ad vincula (Ač. 1, 61 
ai. 1395). 6. sv. Petra -v temnici (Greíangniss). 
Petřík, Peťřiťek demin. von Petr. 

Picni vůz, der Proviantwagen iui hussit. Heere von píce Futter, 
Fourage. 

Pieoviiík 1. Fouragiere im Hussitenheere, die auf Requisition aus- 
giengen. 2. Der Futtersack. 

Pikarti, Pikharti. 8o nannte num von katholischer und utraqui- 
stischer Seite spottweise die böhmischen Brüder. Einige leiten diesen Namen 
von der Sekte der Pika rdi ten her; fälschlich sogenannte Pikarditen 
kamen wohl zur Zeit Zizka's nach Böhmen, es waren aber nicht Pikarditen 
d. h. Waldenser, sondern Begharden, aus welchem Worte im böhm. Munde 
das Wort Pikart entstand. Von Beghard ist daher der Name Pikart, soweit 
er Böhmen betrifft , herzuleiten , worauf auch noch das h, wie Pikhart fast 
durchgehends geschrieben wurde , hinweist und auch die Aehnlichkeit der 
Lebensweise zwischen den Brüdern und Begharden erklärt diese Namens- 
übertragung umso leichter. So schreibt Heinr. Institoris : Laurentio Crassonycz 
fratrum Waldensium vulgariter pickardorum nuncupatorum defensori ; — což 
se těch lidí bludných, kterýmž pikharti říkají, dotýče (Landtag 1505); — 
aby všichni zborové a schodové pikhartší zjevní a tajní zastaveni a zkaženi 
byli (Landtag 1508); - aby pro mé náboženství soud v nějaké podezření 
nepřišel, že se (jakž oni mají obyčej říkati) Pikhartům namluviti dal (Záp. 
Žer. 1, 237); — Picardoium nomine odioso nos perstrinxit (Brief Karls von 
Žer. vom 13. Dez. 1601). 

Pinta : vini mensuram, quře pinta vulgariter dicitur (Dudík Stát. 
der Prag, ^letropt. p. 15) =-- 5. 4 oest. Seidel. 

Pirglok die Bierglocke d. h. das Zeichen, dass die Wirthshäuser 
geschlossen werden sollen : kteří v noci přes ])irglok sedají (Chron. Igl. 
p. 36); — na krátké noci pirglok se zvoní dvě hodině na noc a na dlouhé 
noci ve třech anebo ve čtyřech (ibid. p. 37); — sedání noční aby nebývalo 
v šenkovních domích na dlouhých nocech než do čtyř hodin (4 Stunden nach 
Sonnenuntergang) a hned po čtvrté aby zvoněno bylo (Pam. ai'ch. 1868 
p. 521); — die knecht sollen über die bierglocken nicht aus dem Haus 



— 230 — 

ohne des Meisters wissen bleiben, welcher aber über die bierglocken aus- 
bleibt, dem soll der Meister das Haus nicht aufschliessen (Bäckerord. für 
lirünn vom 11. Aug. 1563). 

Pirkiios vid. Perkiios. 

Písař der Schreiber; důchodní, welcher die Rentengelder, obilní, 
welcher das Zelient- und Schüttgetreide einzutragen hatte. 

Písař zemský nejvyšší der Oberstlandschreibcr , protonotarius 
terrEe. Er hatte alle offiziellen Aktenstücke des Landrechtes und der Land- 
tage zu verfassen, die Eintragung derselben in die Gedenkbücher zu über- 
wachen, nach Auftrag des Oberstkämmerers die Einlagen in die Landtafel 
und Löschungen aus derselben vorzunehmen, und in Mähren seit 1608 das 
Landessiegel zu verwahren. Dieses Amt wurde in der älteren Zeit durch 
Geistliche, namentlich durch Domherren, später durch Mitglieder des Her- 
renstandes besetzt, worauf in Böhmen unter K. Tladislav IL, in Mähren 
seit 1523 diese Stelle nur an Kitterstandspersonen verliehen wurde. In 
Böhmen sass der Oberstlandschreiber während den Landrechtssitzungen auf 
der Katheder, wo die Landtafel und die schriftlichen Zeugenaussagen lagen, 
und durfte sich von dieser Stelle während der Dauer der Sitzung nicht 
entfernen; er durfte daher nicht unter den anderen höchsten Landesbeamten 
auf den Bänken sitzen (vid. lavice); auch war es ihm nicht gestattet, in 
den potaz (vid. dieses) zu gehen. — In Mähren waren bis zum J. 1480 
zwei Oberstlandschreiber, wie auch zwei 0. -Kämmerer; von diesem J. an 
sollte nur einer ernannt werden ; den Brünner O.-Landschreiber zu ernennen, 
stand der Aebtissin von Tischnowitz zu (CD. 6, 264) ; doch scheint dieses 
Recht eingegangen zu sein, als man aufhörte dieses Amt mit Geistlichen zu 
besetzen. — Die Einkünfte des 0. -Landschreibers bestanden in Taxgeldern. 

Písař I11CI1ŠÍ 1. in Mähren der notarius des kleineren Landrechtes, 
welcher dabei eine ähnliche Stellimg einnahm, wie der Oberstlandschreiber 
beim grossen Landrechte. 2. vid. písaři lueiiší. 

Písaři menší aucli písaři menšíťli desk uder menšího práva 

genannt, die kleineren Landrechtsschreiber, welche die Eintragungen in die 
Landtafel, Auszüge aus derselben immer unter Aufsicht des Oberstland- 
schreibers, die Uebernahmc der Půhonen und Einrollirung derselben in die 
desky žalobně, überhaupt alle Schreibgeschäfte besorgten. 

Pistoleta kleine Pistole : koidik, pistolety (MS. 1622). 

Píšfala die Pfeife 1. Musikinstrument aus Rohr. 2. als Feuerwaffe, 
Pistole. — Palacký spricht im Čas. č. Mus. 182S, II. 7 die Ansicht aus, dass von 
diesem böhm. Worte das Wort Pistole abstamme, während man die Pistolen 
gewöhnlich von dem Namen der ital. Stadt Pistoja herleitet, wo die Pistolen 
zuerst verfertigt worden sein sollen. Ueber die Unzukömmlichkeiten dieser 
Ableitung vid. Diez etym. Wtbch. 3. Aufl. I. p. 324. - Was Palacky's 



— 231 — 

Ansicht anbelangt , liut sie vieles für sich ; erstens hat píšťala als Musik- 
instrument und Feuerwaffe den Begriff Rohr (die Röhre) in sich; zweitens 
spricht hiefür der pfeifende Ton, mit dem die Kugel aus der Pistole fährt 
(kůle pištěly) vmd drittens der ältere deutsche Name dieser Waffe: Biz- 
schäl oder Bitz schäl, der aus píšťala ebenso entstand, wie aus dem 
böhm. peč et das deutsche Wort Bitschet, Bischet gebildet wurde. 
Massgebend ist auch der Umstand , dass bis zum Ende des 16. Jhdts. in 
Böhmen nie der Ausdruck pistola, sondern immer píšťala gebraucht und 
dass nicht blos das kleine Feuerrohr, sondern auch die langen Feuer- 
büchsen, letztere gewöhnlich mit dem Beisatze dlouhá, píšťala oder 
píšťadlo genannt werden, z. B. Landtag 1514: píšťaly dlouhé. 

Pitanský plat, úrok: lidé a kmeti naši mají platiti pitanského 
úroku a platu kopu gr.; vgl. in der 11. Abth. pitancia. ~ Tid. povepřiié. 

Pivná berná, die Steuer für das Bierbrauen: dával berni varnii 
neb pivnü. (Čas. c. Mus. 1845 p. 367.) 

Piviiik plur. Pivnici, Spottname der böhm. Brüder, weil sie zur 
Zeit ihrer Verfolgung in abgelegenen Wirthshäusern (pivnice) zusammen- 
kamen. 

Pkelnic, Pkelnici vid. PKcIník. 

Pkeliiík plur. Pkeliiící (pkelnic, pkelnici CD. 1, 179) wahrsch. 
von altsL pbKh ntvxrj pix das Pech; die Erklärung des Wortes findet sich 
CD. 1, 217: Yrat, torneator picariorum , Binder von Fässern, die mit Pech 
ausgegossen w^erden. 

Placní vozové, die innere Wagenreihe im hussitischen Heere. 

Plachetník: povolení dávám, aby plachetnici chleby péci a prodá- 
vati mohli (Čas. ě. Mus. 1S40 p. 158). Leute, welche ihre W^aare in einer 
Hülle aus Segeltuch (plachta) zu Markte bringen; dann vornämlich die 
Schwarzbäcker oder Platzbäcker, welche in die Bäckerzunft nicht eingereiht 
waren. — Nach Baibin hiessen so auch die hussit. Priester , weil sie in 
kurzen Linnen den Gottesdienst verrichteten. 

Planer, Planýr (I für r) der Pranger. 

Planetář, der Astrolog. 

Planda vid. Planta. 

Planta (Planda), die Mönchskutte, das Wort im höhnischen Sinne 
von Akatholiken gebraucht; Matz. c. sl. weist auf mitlat. opelanda pallii 
vel tunica) species; vielleicht kann hieher bezogen werden das mähr, plan- 
tati schlendern, schmieren: plášť se mu planta mezi nohami, sukně zaplan- 
taná u. s. w. 

Plat von platiti zahlen, die Zahlung, Abgabe, Zins in Geld z. B. 
plat holý census nudus (vid. holý); — plat komorní die Gilte (vid. 
komorní); — stálý die dauernde, nestálý oder běžný die nur auf eine 



— 232 — 

bestimmte Zeit zu leistende Zalihmg u. s. w. ; aber auch die Abgabe in 
Naturalien z. B. plat kůrní der Hühnerzins, ovesni der ITaferzins, obilní 
Getreidezins u. s. w. ; — plat Svatojirský, S vatoha velský , Svato- 
václavský, ein Zins, der um Greorgi, Galli und Wenzeslai gezahlt wird. 

Plát, meistens im Plur. Pláťy, die dünn(> Metallplatte, hauptsächlich 
1. das Brustblech torax, aus dem deutschen platt (Blatt): Brustblech 
torax vulgariter bl aten (Lex s. Jac). 2. der aus einzelnen Theilen zusammen- 
gesetzte Panzer, der Schuppenpanzer: pancíř nebo pláty. 3. die Münzplatte, 
die Metallplatte, das gewalkte Silber , Gold , aus dem die Münzen geprägt 
werden. 

Plátce, der Zahlungspflichtige: že mi plátcem býti nechce (Půh. 
Brn. 1447 f. 18 b). 

Plátež, die Bezahlung : rukojmě za plátež toho gruntu (Urb. von 
Pawlowitz LA. f. 5). 

Platiti, gebühren im Sinne einer Strafe : ktožby takové věci jednal, 
neplatí jemu než hrdlo = gebührt die Todesstrafe ; — pakliby kto to pře- 
stúpil, tomu platí ruka = wird die Hand abgehauen (Ač. I. 213 ai. 1422). 

Platiiér, Platiiíí', Platiiýř, der Handwerker, der aus Blechplatten 
Gegenstände verfertigt, der Plattner, Blechschlager, Spengler; der Waffen- 
schmied, welcher Brustplatten verfertigt. 

Platný giltig, die in Geld reluirte Naturalgabe : sýr platný za 1 groš, 
hus platná za 2 groše (LO. 1604 f. 65). 

Plavec plur. Plavci : Róze najprvé Plavce pobi .... na Rakusice 
Plavci udeřili (Dal.) Nach Dobrovsky's Erklärung die Rumänen, von den 
Russen Polowci, von den Polen Plowci genannt; ihr slav. Name stammt 
von plavý fulvus, gelb, wie denn auch die deutschen Chronisten sie mit 
dem AVorte die Palben bezeichnen. (Cas. c. Mus. 1827 L 122); in den 
lat. Quellen heissen sie Fl a vi. Sie waren türkischer Abstammung und 
nannten sich selbst Rumänen ; bekanntlich blieb ein Theil von ihnen nach 
dem Tartareneinfall in Ungarn zurück. 

Plecné (Plecoviié): plecného dávají 12 groši; — za plece dávají 
12 gr. (MS. Hochw.) ; — ze dvou prutů lozunku , plecovní a obilí nedává 
(MS. Mirov.) ; — plat plecovního při sv. Jiří a sv. Yáclavě (ibid.) ; — plece 
čtvrť hovězího dobytka .... z té čvrti lánu lozunku a plecí a obilí nedává 
(ibid.) von plece hergeleitet, bei den Thieren der Schultertheil , petaso die 
Hamme, der Schinken, also die Abgabe entweder in natura oder reluirt. 

Plecovati: ze čtvrti lánu nelozunkuje, neplecuje ani obilí dává 
(MS. Miros.) die Abgabe einer plece leisten (vid. plecné). 

Plecháč, die dünne aus Silberblech geschlagene Münze , bractea, 
Brakteat, namentlich die unter R. Georg geprägten leichteren Groschen : 
plechacze illos hodieque appellamus. (Stran. resp. b. 540). — Vgl. zmrzlík. 



— 283 — 

Plechot: aby purkrabí opravy menší jako na sklech, na šindelech, 
zámcích, kamnech , plechotu v soudních světnicích opatrovati dal (Sněm. 
pam. Kn. 15S4 f. 21) was aus Blech gemacht ist. 

Plechovice 1. die Blechhandschuhe. 2. der Brustharnisch aus Blech. 
3. die Blechkanne. 

Plen 1. die Wegnahme, die Confiscation: confiscationis sententia, 
quse plen dicitur (ai. 1227 Erb. Reg. 1, 336). 2. in späterer Bedeutung der 
Frevel am Eigenthume, z. B. Wald- oder Feldfrevel : z plena jeden pohon 
(Kn. Roz. Č1. 69) ; — plen .... to móž opovídati poslem svú škodu neb 
sám ten, jemuž se škoda stala (ibid. či. 224). — Ygl. pych. 

Pleskác: za běl a pleskáče na haltéřích prodané utrženo 18 zl. 
(MS. Olm. 1619) der Breitfisch : Pleska c zen oder Breitfisch im 
unteren Teich (MS. Olm.) ; der jetzt sogenannte Breitfisch, der nur im sal- 
zigen Wasser gedeiht, kann allerdings nicht gemeint sein. 

Plesnik, der Fischmeister, Yorstand der Fischerzunft, hergeleitet 
von pleso := jezero der Teich, See (indoeurop. Wurzel prat ausbreiten? 
lit. plas-ti breit sein) , welches Wort bis heute noch im östl. Mähren und 
Nordungarn gebräuchlich ist: plesnici , ti , kteří nad rybáři jsú (Kn. Tov. 
kap. 194); — plesník každý aby od úředníka volen býval a ku pomoci 
plesníkovi jiní dva tovaryši , tak aby JMti pánu platy i jiné věci náležité 
s pomocí jich spravovati mohl .... Kdyby od ouředníka plesníkovi věděti 
se dalo , aby ryb k potřebě JMti na Tovačov poslali , tehda plesník má 
jiným tovaryšem oznámiti .... kdybykoli plesník do cechu z potřeby sjíti 
se kázal, aby každý z rybářů najíti se dal (Priv. Tov.). 

Plot , der Zaun ; figürlich : pokuty od Barbory , že přes plot pře- 
skočila (MS. řlochw. 1666) ausserehelich geschwängert werden. 

PI€ gen. fem. Pltí gen, neut. (Pluthi) : cum theloneo super fluvio 
AlbeíE penes oppidum Pordubicz de qualibet strue lignorum , quse pluthi 
vulgariter dicitur, quatuor grosses (Urkd. 1347); die Uebersetung dieser 
Urkunde ai. 1490 im Cod. Fernst, schreibt: z každého pluhu aneb svoru 
4 groše; pluh kommt aber nie in diesem Sinne vor; auch pluji schwimmen 
kann schwerlich hieher bezogen werden , weil von der Holzschwemme im 
böhm. immer der Ausdruck plaviti, splaviti gebraucht wird ; daher wird 
zweifelsohne plť oder pltí das Floss gemeint sein, da in der böhm. Ueber- 
setzung erläuternd: svor (= Floss) hinzugesetzt wird. — Wahrscheinlich 
bedeutete plť ursprünglich ein aus Thierhäuten verfertigtes Fahrzeug; vgl. 
altsl. pkth caro, lat. pellis, althd. fei, neuhd. Fell. 

Pludi'ksas: vzal jsem kožich, pludrksás (Čas. č. ^lus. 1847 p. 612) 
e germ. pluder-gesass, die Pluderhose. 

Pluh 1. der Pflug. 2. ein Ackermaass : duas curias trium aratura- 
rum alias se třmi pluhy (DB. 14 n. 28) ^ — že ku dvoru jsú dva pluhy 



— 234 — 

rolí (ruh. Brn. 1447 f. 79); — opustly mně dva pluhy role (ibid.) das 
Joch, jugerum, serb. plug zemlje jugerum. — Vgl. popluží. 

Pluhař 1. der Ackerknecht. 2. der Pflugmacher. 
Plundry, die Pumjihosen, welche über der Ferse zusammengebunden 
wurden. 

Plutlii vid. pif. 

Pňoví : tu roli pnovím vinným vysaditi (Urkd. 1556) der Stamm, 
der "VVeinschüssling, 

Pňové eine Zahlung für den Waldheger: dáno pňového hajnému 
(MS. Ostrau 1710). 

Pobecovní, wörtlich das Fassgeld, die Biersteuer, welche 1546 zuerst 
eingeführt wurde: že jsem počet sudů piva z pivovaru mého od času N. až 
do času N. za termin N. za peníze vystaviti dal, z kteréhož piva za peníze 
prodaného a vystaveného pobečovního z každého sudu 5 groši bílých spra- 
viti se dostane. (Landtag 1593). 

Pobědní (Půbědní): při matuře, půbčdním, nešpoře (Sehr, der hist. 
stát. Sekt. 12 p. 13) Uebersetzung des lat. in vit atorium, jenes Theiles 
der MatutÍQ, welcher, wie das AVort andeutet, zu der durch den Charakter 
des Tages bestimmten Andacht einladet und sich in den Psalm 94 (venite 
exultemus Domino) verlängert (pobídnouti invitare). 

Poběhlec der von seinem Grunde und Grundherrn entlaufene Tin- 
te rth an. 

Pobídka gewöhnlich mit dem Beisatze k bitvě die Aufforderung 
zum Zweikampfe (pobídnouti auffordern). Sie geschah bei Ehrenboleidigungen, 
die in Mähren nicht vor dem Landrechte verhandelt wurden, sondern es 
stand dem Beleidigten frei, seinen Beleidiger ohne weiteres zum Zweikampfe 
zu fordern. In diesem Falle wurde der Edelsitz (dvůr) irgend eines Land- 
herrn bestimmt, wo der Kampf statt finden sollte; konnten die Parteien 
nicht einig werden, so galt der Ausspruch jener Partei, welche die Ortsbe- 
stimmung des Zweikampfes dem Könige überliess, worauf die andere Partei 
eingehen musste; ging sie nicht ein, wurde sie ehrlos. Wollte der eine das 
Duell am Hofe des Landeshauptmannes, der andere am Hofe des Marschalles 
ausfechten, musste der Hof des L. -Hauptmannes gewählt werden; wählte 
einer den Hof des Marschalles, der andere den eines blossen Landherrn, 
musste der Hof des Marsch alles angenommen werden ; nahm die andere 
Partei diess nicht an, wurde sie in beiden Fällen für ehrlos erklärt: pakliby 
se hajtmanóv a maršalkóv dvór třeli , tehdy z práva na hajtmanóv dvór 
přijeti -mají a ten, kterýž se tu podává, právě stal, druhý nestane-li tu, s 
ústupem činí a to proto, že hajtman místo pána země drží; pakliby so který 
podával na maršalkóv dvór a jiný na obecného pána etc. (Kn. Tov. k. 203.) 
Dem Geforderten stand es frei, die Waffen zu wählen und zu . bestimmen, 



— 235 — 

in welcher Rüstung, dann ob zu Fuss oder zu Pferde das Duell auszufechten 
sei; doch gebot die Vorsicht, die Bestimmung alles dessen lieber den Se- 
kundanten zu überlassen: ale to jest zlé, kdož koho zhola pobídne bez vý- 
minky; neb se již s ním tak bij, jakž on vydá, tref se tobě nebo netref 
odění, neb on jedno jako druhé vydá a na suše , anebo snad v vodě a v 
blátě. Ale múdrý pobízne-li druhého , aby se s ním bil , tehdy dí tuto vý- 
minku : ale pobídky nedávám, než jak nás o bitvu přátelé smluví, 
které vydáme; vydej ty dva aneb jednoho a já též. (Kn. Drn. p. 41.) Sollte 
das Duell am Hofe des L. -Hauptmannes stattfinden, dann gab der L.- 
Hauptm. beiden Gegnern ausgeschnittene Zettel, in denen die Bedingungen 
des Zweikampfes verzeichnet waren; aber auch da stand es ihm frei, die 
Parteien zum Ausgleich zu bringen: jakož jsú byly nějaké řeči sběhly mezi 
Mikulášem Klouzalem a Janem Sčítenským , kdež skrze takové řeči jejich 
obojí strana p. hajtmana za dvůr jsú žádali a biti se měli a na den jim 
položený se všemi potřebami hotovi byli podlé cedulí jim vydaných i za 
den a hodinu té věci k dokonání p. hejtmana prosili: kdež p. hejtman s 
pány chtíc tu věc mezi nimi přetrhnouti, to jsú k sobě přijali a takto mezi 
nimi vypovídají ... (Pam. kn, 01. 1517 f. 92). Für den im Zweikampfe Ge- 
tödteten konnten die A^erwandten kein Wergeid verlangen : poněvadž Bohu- 
slav provodí, že nebožtík Jan jemu ne jednu příčinu k svádě dával a když 
s ním Bohuslav o to mluvil , nebožtík Jan Bohuslava před město Tovačov 
pobízí a za rukáv vedl a v té pobídce před městem se zranili a Jan od 
těch ran umřel, že jest tu Bohuslav nic neučinil, cožby učiniti neměl (Nález 
auf die Klage der Brüder des ermordeten Jan; Pam. kn. Olom. 1535 p. 117). 
— Der Zweikampf ging in der Regel von den Parteien selbst aus ; äusserst 
selten wurde er entweder vom Gerichte oder vom Oberstburggrafen, Landes- 
hauptmanne bei Ehrenbeleidigungen den Parteien auferlegt; wir führen ein 
Beispiel vom J. 1549 an: páni nalezli, jakož jest p. Jiřík Štos p. hajtma- 
novi svědomí dal proti Jiříkovi Rozhonovi vyznávajíc , že týž Rozhon před 
ním p. hajtmana šibaly dával, a Jiřík Rozhon tomu odpírá a praví, že jest 
toho o ctném pánu nemluvil a svědkové s obú stran a to se nesrovnávají a 
p. Štos dal od sebe pověděti, že jest to svědomí pravdivé jako ctný pán dal 
a jestliby co jemu ňa svědcích scházelo, že to chce na Rozhona ruku vésti 
a za pravé učiniti a od Rozhona též zase povědíno, což p. Štos svědčí, že 
jest toho nemluvil a že též chce p. Štosovi ruku odpírati a slova svá za 
pravá učiniti, páni toho při tom nechávati ráčí. A p. hajtman podlé pořádku 
tohoto markrabství aby jim cedule k bitvě hned zde v Olomúci při tomto 
soudu vydal a rok k vykonávání toho při soudu příštím v Brně ten pátek 
po zasednutí puohonuov položil. Cedule vydané od p. hajtmana p. Jiří- 
kovi Štosovi z Kounic a Jiříkovi Rozhonovi z Kopřic k bitvě , co na sobě 
a při sobě míti mají: na hlavě helmeliny, obojček přední a zadní kus, ple- 
chovice, rukáví, šorce a každý z nich aby měl meč, dýku a dřevo a na koně 
sedla plechová zasedací bez fortelů. (Pam. kn. Brn. 1535 f. 166). — Doch 



— 23R — 

konnte Jener, welcher Landfriedensbrechern Vorschub leistete und desshalb 
geschimpft wurde, wegen dieses Schimpfes seinen Beleidiger nicht fordern: 
a ten nařčený z takového nářku neclitěl se podlé práva vyvoditi, než toliko 
bitvou že by se chtěl práv učiniti .... puikrabí pražský najvyšší nemá ta- 
kové bitvě dvoru připustiti ani žádný jiný v tomto království. (LO. 1564. 
f. 12S). 

Pobídne strany die Kempen, duellantes, vid. pobídka. 

Pobídnouti, pobíznouti auffordern, invitare; dann besonders, wie 
im deutschen fordern, ein Duell anbieten. 

Počberné: za 40 kop kaprového plodu za každou kopu i s poč- 
berným (MS. Pross. 1708) das dem Fischmeister für jeden Zuber gezahlte 
Accidenzgeld ; vgl. kopné. 

Pocepiié, Počepovné : na vína podlé dobroty a drahoty rozdílné 
počepovné uloženo (Landtag 1569) vid. ocepné. 

Pocestné die Abgabe, welche an den Grundherrn nicht als Pflich- 
tiger Zins, sondern honoris causa an gewissen Festtagen, oder wenn er auf 
das Gut kam, überreicht wurde: počestné to slově, ješto lidé činí počest 
hospodě, když mezi ně přijede, anebo k některým hodom přinesúc dary. 
To mohu páni od nich vzíti; alejakžby to dobrovolné chtěli v právo uvésti, 
hřešili by. (Štít. p. 160). — vgl. čestné, pocta, poklona, salutatio. 

Počet dle Rechnung: obilní die Rechnung über das Schutt- und 
Zehentgetreide , dann über die Einkünfte aus verkauftem Getreide , Mehle, 
Rapps, Graupen, Schrott u. s. w. ; — peněžitý die Rechnungslegung über 
Ausgaben. 

Početí Pána Krista = zvěstování panny Marie, annuntiatio b. 
Virginis = incarnatio Domini: o početí Pána Jezukrista, to jest o jeho vtě- 
lení se v Panně. (Post. 1615 p. 949). 

Pocta wörtlich die Verehrung von ])()ctíti honoráre, dann 1. jene 
Abgabe, welche die Unterthanen dem Grundherrn nicht aus Pflicht, sondern 
gleichsam als Verehrung darbrachten an hohen Festtagen, oder wenn er zu 
ihnen auf Besuch kam: lidé činí počest' hospodě, když mezi ně přijede anebo 
k některým hodóm přinesúc dary (Štít. p. 160); — decem et octo scotos in 
signum honorificentia? , poczta vulgariter dicta^ (Rzy. 3, 235); — o vajce 
byl rozstrk ; lide pravili, že jich nedávajú než poetů o velicenoci, sice s 
který býti móže a Zajíček pravil, že to z práva dávají a že jemu vždycky 
i otci jeho dávali (Půh. 01. 1499 f. 53), woraus zu ersehen, dass die pocta 
nicht in einer bestimmten Anzahl von Naturalien Eiern , Hühnern u, s. w. 
wie der plat kůrní, vaječní (vid. plat) u. s. w. bestand. Doch gab es pocty, 
welche für dauernd galten: eo se dotýče poct, ješto sú věčné, ty dány 
býti mají (Kn. ouz. f. 41.); desshalb wurden sie auch reluirt: řemeslníci 
cechovní dávají za pocty o sv. Jiří stále 13 ^zl., o sv. Václave též stále 14 zl. 



— 237 ~ 

(MS. LA. n. 490); — poct peněžitých s lidí aby se nebralo, ani jiných (Gas. 
č. Mus. 1835 p. 281). Daher heisst auch jede Zahlung, die über die recht- 
liche Yerpflichtung gegeben wird, pocta : jakož lidé půjčovali peněz úroky 
lichevné sobě nad obyčej dotahujíce a nad obyčejné úroky koně, šuby a 
jiné pocty od nich berouce (LO. 1564 f. 190). — 2. der Ehrenschmauss, das 
Festessen, welche in Städten angesehenen Gästen gegeben wurden: za pocty 
stavu panskému a rytířskému dáno za koláče, víno a ovoce etc. (MS. Pross.); 

— pocty dáno víno etc. pánům z Hory Kutny (ibid). 

Poctový: poctových sklenic dvě kopy (MS. Pross. 1543); — konve 
poctové (ibid. 1606) (j^läser, Kannen u. s. w., die bei einer pocta in Ver- 
wendung kamen. — vid. pocta. 

Podacc, Podací (auch podání) von po -dáti darreichen, über- 
geben A. 1. p. kostelní d. i. právo das Patronatsrecht: si questio est 
inter partes de jure patronatus = jeatližeby byl odpor mezi stranami o 
právu podacím (Pr. měst. LA. f. 5, lOö) ; — o podací se nám zpřeli, že je 
ve dskách mají a za ně peníze dávali ; odpověděli jsme, že podací kupování 
aneb prodání bez svatokupectví býti nemóž. (Pam. kn. 01. 1517 f. 105.) Die 
Patronáte waren dem Gutsherrn einträglich, da auch die Pfarrer dem lleim- 
falle (vid. odmrt) unterworfen waren : obec Nosislav že kněží mívati nemo- 
hou; pakli který jest, u nich trvati nechtí, že sobě nejvíc to obtěžují, že 
statků svých poroučeti nemohou při smrti , komužby chtěli .... ty všecky 
odúmrtí po knězích propustili jsme a propouštíme .... neb potom ti kněží 
budou moci statky své poroučeti ' tou měrou : polovici statku má poručiti 
kostelu Nosislavskému a druhou komuby se vidělo (Kn. Nosisl. B. 23). — 
2. podací i. e. pán der Patron , Patronatsherr : Y. a budúcí přátelé mají 
býti podací (Čas. č. Mus. 1840 p. 173). — B. podací (poddaczie) i. e. 
právo das Emphitheutische oder Burgrecht : insuper dicti villani pro ipso 
jure teutunicali, quod vulgariter purkrecht dicitur seu podaczie, nobili Petro 
de quolibet laneo 18 sexagenas denariorum assignabunt (CD. 7, 24 ai. 1334); 

— emphiteuticum jus theutunicum , quod purkrecht vulgo quod poddacie 
(Pal. Formelb. 1, 366) ; — jure emphiteotico, in vulgo dicitur alias podacie vel 
purkrecht dicitur (ibid. 2, 215). Die Emphitheuse konnte podací genannt 
werden, weil durch sie Gründe zur Bebauung und Zinsung übergeben wurden 
(podány jsou); daher heisst auch der emphit. Zins podatek (vid. dieses); 

— vgl. čestné, počestné, poddání. 

Podaj, die Anleite, die Gabe, welche der in die Zunft aufgenommene 
neue Meister zu zahlen hatte: dá .... podajem mladý mistr 18 groši 
(MS. LA.) ; — za přijetí do cechu dá podaj 12 groši. — Vgl. příjemné. 

Podatek, die Abgabe, der emphiteutische Zins : jim grunty dědičně 
vysazuji, tvrdím a pouštím však pod většími platy a podatky , než prvé 
drželi .... toho lánu i sedliska bez všech platův a podatkův dědičně poží- 
vati mají (Ač. 2, 405 ai. 1571). 



— 238 — 

Podáveni, die Nothzucht, 1. panny dofloratio virginis : když opo- 
vídá která z podávení, právo jí opovědíti majíc /edraný šlojéř nebo krvavú 
riicliu a na své hlavě úplet jeden rozpletši i rozmetavši prameny i říci: 
opovídaju, /e jsem podávena (Kn. Roz. či. 228, vgl. den Gebiauch im 
deutschen Rechte : es soll , die genotzogt wird , mit zerbrochenem Leib, 
flatterndem Haar mit zerrissenem Gebend (Gewände) laufen, das Gericht 
suchen und ihr Laster weinend und schreiend klagen; — wo Eine genoth- 
zucht würde, so soll sie laufen mit gesträubtem Haar , ihren Schleier an 
der Hand tragen , allermanniglich , wer ihr begegnet , um Hilfe anschreien 
über den Thäter (Gr. RA. 633, 634); — mladice násilím podávili (Ač. 1, 359). 

— 2. opressio mulieris: kdyžby která žena chtěla koho z násile pohoniti = 
si qua mulier aliquem citaře voluerit , quia eam oppressit (Ač. 2, 125). — 
Ygl. hanba, násilí, líp. 

Podbelia uxor dimissa : podběha relicta (i, e. uxor) dicito (Bohem.) 
altsl. potxpěga und podiběga uxor dimissa. Miklosič sagt: de vera forma 
et de etymo dubitatur. Wahrscheinlich ist auch im altsl. die Schreibung 
podxběga voi'zuziehen; man sagt im böhm. podběhnouti pannu, ženu virgi- 
nem, feminam violare ; dikva se podběhla das Mädchen wurde geschwängert 
im schimpflichen Sinne, da der Ausdruck podběhnouti se nur von Thieren 
gebraucht wird; also podběha die sich preisgegeben hat, die wegen Ehe- 
bruch verstossene Frau , dann überhaupt uxor dimissa. In Mähren heisst 
bis jetzt eine in sittlicher Beziehung laxe Weibsperson podběha. 

ťodbiskupí suffraganeus : podbiskupí aneb suíFragani (Yel. kal. 113); 

— opatové, podbiskupí i sám biskup (Kn. Tov. kap. 8). 

Podcéší, Podeíšník subpincerna, der Yicemundschenk. 
Poddání kostelní : prodal dědictví s poddáním (= podáním) kostel- 
ním (Lib. lit. 2, 368), vid. podací A. 

Poddenní : platí rybníkového 13 gr. , poddenního 2 denáry (MS. 
1679) der Grundzins? von dno der Grund ? 

Poddýiní vid. Podýnii. 

Podecoínu; vid. Podkoni. 

Podelek, die Robot, von podělati verrichten, arbeiten: podělky, 
jenž se robotami jmenují (Čas. č. Mus. 1854 p. 95); — co se týče podělků, 
takové mají so jemu pasirovati (Jungm.)^ 

Podhradí quod sub castro est, daher suburbium, die Vorstadt ; — 
vgl. urbs. 

Podílčí list, cedule, vid. dílci. 

Podkomoří der Landcs-Unterkämmerer, subcamerarius; ihm unter- 
stand die königliche Kammer, wie der Unterkämmerer Kuno von Kunstat 
1522 von sich sagt: jakožto úředník komory Jeho Milosti královské (Chron. 
Igl. p, 40) ; er führte vorzugsweise die Aufsicht über die königlichen Städte 



■— 239 — 

(vid. ostrožné), intervenirte ím Namen des Königs bei der Wahl der 
Stadtvorstände, und präsidirte der Kurie der kiinigl. Städte und der Prä- 
laten während des Landtages bei ihren Kurialbcrathungen. Im Landrechte 
hatte er die Interessen der königl. Kammer zu vertreten, daher die königl. 
Städte und Klöster landesfürstlicher Stiftung in seinen Schutz zu nehmen 
(vgl. komora královská); er empfing die Gelder für die königl. Kam- 
mer, verausgabte und verrechnete sie; an ihn gieng auch die Appellation 
vom Stadtrechte, daher ihn die Pr. Měst. p. 140 náměstek králóv „Stell- 
vertreter des Königes" nennen, obwohl diess in Mähren der Landeshaupt- 
mann war , an den wieder die Appellation in Angelegenheiten der königl. 
Städte vom Ausspruche des Unter-Kämmerers gieng. (Kn. Tov. kap. 17), 
so dass eigentlich alle die königl. Städte berührenden Fragen in Mähren 
durch den Landeshauptmann im Vereine mit dem U.-Kämmerer entschieden 
wurden (vgl. darüber den Brief des Landeshauptmannes Karl von Zorotin 
ai. 1612 in List. Zer. 3, p. 76). In Böhmen wurde seit dem J. 1497 und 
in Mähren seit 1538 das Amt des U.-Kämmerers nur mit Bitterstandsper- 
sonen besetzt; nur behielt sich K. A'^ladislav vor, wenn in der Altstadt Prags 
ein zu diesem Amte tauglicher Vládyka wäre , diese Stelle durch einen 
solchen zu besetzen, eine Anordnung, die auch die LO. ai. 1564 und die 
verneuerte LO. wiederholen; die vern. LO. für Mähren setzt eine Alterna- 
tion des Herren- und Ritterstandes für dieses Amt fest. 

Podkomornik vicecamerarius vid. Koniorníč druh. 

Podkoní (in CD. 2, 193. 200 podecoiiig) maresalcus, der Marschall. 

Podleti der Vorsommer, namentlich die Monate April und Mai ; dann 
die Jahreszeit überhaupt. 

Podlinek die Pelzverbrämung limbus, lacinia vesti assuta. 

Podnil uvití se = zavázati se, podvoliti se sich verbindlich machen: 
poněvadž se podmluvil , cožby páni nalezli, tehdy jí má plniti (Půh. Brn. 
1406 f. 132). — 

Podobný recht, bilhg: jak se mu zdálo za podobné (Půh. Brn. 
1406 f. 15); — že není podobné, že z takových věcí malých pohnala ze dvú 
stú (Půh. 01. 1437 f. 33); — schicklich, tauglich: pacholek podobný k vojně 
(SRB). 

Podobojí sub utraque specie, der Utraquismus bei der Laienkom- 
munion; strana pod obojí i. e. spůsobou die unter beiden Grestalten kommu- 
nizirende Partei. 

Podpažuík was unter dem Oberarme ist 1. die Armschiene bei der 
Rüstung: osm šorců, jedny podpažníky. 2. der Genosse, Helfer, (wie im 
deutschen: unter die Arme greifen = unterstützen): to vše Rendl 
šikoval s svými podpažníky (SRB. 3, 336). 

Podpora der Sichersteller des Bürgen: Habart pohoní Hanuše, že 
mu jest podporů a slíbil za bratra svého, že má pečeť jeho býti odvážena 



— 240 - 

bez jeho ískody (Lib. cit. I, 159. 331; II. IB) ; — my nadepsaní jakožto 
podpory a jednostajní slibce slibujeme, že on B. i jeho pečeť má bez vše- 
lijaké jeho škody vyvážen a vyvážena býti (Kn. Tov. ed. Dem. p. 152). 
vid. podpůrce, podporný und podpůrci list. 

Podporný list: dědit sibi literám vulgariter podporný list, ješto mu 
slíbili za biskupa bratra (Lib. cit. I. 127); vid. podpůrci list. 

Podpůrce: že se z rukojemství nevytahuje, než podpůrci svých že 
hledí (Záp. Žer. I. 19) vid. podpůrci list. 

Podpůrci list der ISicherstellungsbrief , mittelst welchem Jemand 
durch den Schuldner, oder durch die Bürgen oder durch eine dritte Person 
zur Bürgschaft aufgefordert wird mit dem Yersprechen, dass ihm aus dieser 
Bürgschaft kein Schaden erwachsen solle: já Yašnosti tímto podpůrčím li- 
stem připovídám, žo skrze takové rukojemství a slib neráčíte žádné škody a 
těžkosti nésti , nýbrž z něho bohdá ctně a řádně vyváženi budete (schreibt 
Karl v. Žer. 1026 als Scliuldner); — ale že v to rukojemství od jiných 
rukojmí uveden jest, kteří listem podpůrčím slíbili mu společně za všecky 
škody (Záp. Žer. I. 19); — list pod porcí od jiného nežli od jist ce: 
já N. známo činím etc. jakož urozený p. J. slíbil jest za sto zl. slovutnému 
B. za urozeného pána P., protož já svrchupsaný N. témuž pánu J. podpor- 
čím pravým se činím statkem svým a slibuji tímto listem sám za se i za 
své erby, že týž pan J. z toho rukojemství vyvážen býti má beze vší své a 
erbuov svých škody etc. (Ku. Tov. ed. Dem. p. 151). Daher sind die schrift- 
lichen Yerpflichtungen der Unterthancn bei der obstávka (vid. dieses) 
nichts anderes als podpůrci listy, Sichersteliungsbriefe zu Gunsten des Gläu- 
bigers ausgestellt. 

Podpuriirabi pražsliý der vom obersten Burggrafen eingesetzte 
Unterburggraf: purkrabí pražský má jednoho pod sebú , jenž slově podpur- 
krabí pražský (Cod. j. b. III. 2. p. III); — jakož se Tvé Milosti mój pod- 
purkrabí nelíbí (Cas. č. Mus. 1830. I. p. 91). — vgl. Purkrabi pražský 
nejvyšši. 

Področní penize Gelder, die in bestimmten Terminen gezahlt 
werden: prodala se mu chalupa za 230 zl. na placení področní .... platiti 
bude tu sumu področně (MS. 17. Jahrd.) vid. verunk. 

Podsebiti 1. die getäfelte Zimmerdecke, der Umgang am Hause 
(Ač. 5, 290). 2. Spottname für den Schnurbart: z Táborských někteří mno- 
hým nůžkami brady stříhali, zvlášť pod nosem, což podsebitím nazývali (Cas. 
č. Mus. 1844. p. 210). 

Podsedek. 1. der Hintersasse subses auch zahradník genannt 
(vid. dieses). 2. das Ausmass , welches ein Hintersasse besitzt, das immer 
kleiner ist, als das in der Gemeinde übliche Ausmaass der Bauerngründe: 
kteroužto nivu mají rozděliti k podsedkuom a k těm chalupám, kteréž role 



— 241 — 

nemají a k žádnému z těcli, kteří prvé role své jiné mají (Priv. Tov. 73). 
Die podsedci oder Hintersassen unterscheiden sich von den Bauern (sedlák) 
dadurch, dass erstere später und zwar auf obrigkeitlichem Eigenthum ange- 
siedelt und bestiftet wurden, während die Bauern auf Gründen sassen, welche 
seit jeher zur Dorfflurmark gehörten: kromě purkrechtóv podsedných . . . 
též purkrechtóv sedlských (Priv. Tov. 73). Der podsedek führte auch den 
Namen zahrada, wahrscheinlich desshalb, weil die einzelnen Theile des 
obrigkeitlichen Grundstückes , mit welchen die einzelnen Hintersassen be- 
stiftet wurden, mit einer Umplankung (zahrada) versehen wurden: také tu 
čtvrť aneb rozdělené zahrady (ibid.); — aby ti podsedci mohli volně ty za- 
hrady prodati (Ac. 1, 341 ai. 1409); — kteréž zahrady na jitra a pruty 
vyměřené ... a na každá zahradu plat náležitý ustanoven . . . kteréžto za- 
hrady v dole psaném položení .... podle dotčeného vyměření obsahují 
367 jiter (Ac. 2, 405 ai. 1571). 

Podsedný was zum podsedek gehört: kromě purkrechtóv podsedných, 
z těch na mně připadnouti má (Priv. Tov. 73). 

Podskalské víno: vinum, quod hic (d. i. Aussig a. d. Elbe) anteur- 
banis sub rupibus nascitur, quodque ideo Podskalské dicitur, non habet 
aliud in patria nostra, a quo generositate supereretur (Stran. r. b. 99) von 
pod sub und skála rupes. 

Podstata die Gefolgschaft, Dienerschaft: jsúce bohatší a něco pod- 
staty a roty majíce (Kn. Tov. kap. 52) ; — zlého zámysla cstnému mužů 
velmi strastně ot jeho podstati vlastní (Alex. Yýb. I. 157). 

Podstolí subdapifer. 

Podsiidek, Podsudí , der vicejudex , subjudex , der dem Oberst- 
landrichter untergeordnet war: úředníci najvyšší mají pod sebú své mladší. . . 
sudí jednoho, jenž slově podsudek (Cod. j. b. HI. 2, p. HI.) ; — komornic 
druh a podsudek opovědného nemají více bráti než ot malých věcí groš 
(Ond. z D. Ač. 2, 486); — v tom podsudí má třetí groš = in hoc subjudex 
habet tertium grossum (Zříz. Ylad. či. 332) ; — später hiess er místosudí : 
najvyšší sudí má ])od sebú svého místosudího (Vš. p. 14). Dieser Beamte 
hatte die opovědí (vid. dieses) entgegenzunehmen, beim Vortrage der Klage 
darauf zu achten, dass sie mit den desky žalobně übereinstimme; im kleinen 
Landrechte kam ihm eine ähnliche Wirksamkeit zu, wie dem Oberstland- 
richter beim grossen Landrechte. 

Podsudí vid. Podsudek. 

Podvazek, das Strumpf- oder Hosenband; řád pod vaz ku der 
Hosenbandorden : podvazek zlatý .... když za rytíře téhož řádu přijat byl 
(Pav. Skála 4, 365). 

Podvojní, Podvojný peníz nummus duplex das Doppelgeld: král 
Vladislav zarazil novou minci a dělány jsou dvoje peníze, jedny podvojní, 

16 



— 242 — 

těch bylo 7 n;i bílý groš a dniiié malé, třeli jilatilo 14 za bílý gioš (8RH. 
3, 208); — groše české podvojní za 14 peněz tak vážné jako za krále 
Václava 11. dělány od krále Jiřího, též peníz podvojní (Vel. kal. 5. Juni) ; — 
Georgius .... coactus ultimo fuit hac in re Wenceslai IT. vestigia sequi et 
nummum ex argenteo drachmalem obolosque, quorum XIY. numnmm illum 
valerent, ai. 1469 cudere : podvojní vulgo vocabantur illi tum gros si 
tu.m o bol i. (Strans. r. b. j). 540). 

Podýiiií (dým, poddýiiii). der Kauchťang, Kamin; vgl. podýiiiiié. 

Podýiiiiió, die Abgabe, die vom Rauchťange d. i. also meistentheils 
auch vom Hause gezahlt wird , (vergleiche : „wer in der Mark gegutet ist 
und eigenen Rauch hat" Gr. RA. 505), fumales denarii; sie wird schon 
bei Nestor ad ann. 852 erwähnt : brali po popelici a veveřici od dymníku 
(Uebersetz. von Erben p. 12); — a fumigatione , quod podymné dicitur 
(Rzy. I. 77, 102, 128); — každé podýmí 3 groše pro messe na každý rok; 
každé podýmí má dáti 1 gr. k božímu narození za drva (Půh. Brn. 1406 
ť. 139). Diese Kaminsteuer wurde bis zum Ende des 17. Jahrhdts. erhoben 
z. B. 1603: ze 168 komínů po pěti groších (Čas. ě. Mus. 1834 p. 90), daher 
zum Zwecke ihrer Flinhcbung genaue Verzeichnisse der Kamine bei den 
einzelnen Dominien geführt wurden. Diese Abgabe scheint in Böhmen für 
kirchliche Korporationen eingeführt zu haben der Prager Bischof Ekard, 
ein Deutscher; wenigstens sagt Dalimil kap. 45: ten vze dva peníze ot 
dýmu každého und noch 1364 wird der Fumaliengelder als einer vorzugs- 
weise von Geistlichen eingehobenen Abgabe erwähnt: cum fumalibus 
denariis ac omnibus aliis juribus ecclesiasticis (Pel/.l Urkdb. 2 , p. 370). 
Diese Abgabe wurde in mannigfaltiger Form und aus verschiedenen Gründen 
abgeliefert; vid. podýiuný. 

Podýiiiný was vom podýmí gezahlt wird; daher z. B. podýmná 
slepice das Rauchhuhn, Ilerdhuhn : p. oves der Rauchhafer, — Abgaben, 
die von jeder Herdstätte — also nicht blos vom Hause — oder jedem 
Rauchfange der Grundobrigkeit für das Benützen der Wiesen, für Sammeln 
des Klaubholzes, der Streue u. s. w. entrichtet wurden. — Vgl. podýmiié. 

Pogezda vid. Pojezda. 

Pohüii, Póhuiiťí vid. půhoii, pfíhoučí. 

Pohüiiic 1. der Pferdeknecht, Ackersknecht, altsl. pogoničb operis 
lücator. 2. der Pferdejunge, welcher die Pferde beim Pflügen antreibt, altsl. 
poguniě puer minans boves arantes. 

Pohonná řec in der Kn. Roz. či. 266 die Procedirung nach vor- 
angängigem I^ühon ; der Fall, welcher vor das Landrecht gehiht. 

Polionze i. e. póhoiičíé die dem půhoncí gezahlte Taxe. — Vgl. 
vřez. 

Pohoršťiii práva pra^judicium : páni to odkládají bez pohoršení 
práva jeho (Půh. Olm. 1437) ; in hereditatibus omagialibus potest esse dota- 
litium cum consensu regis bez jeho práva pohoršení (Ač. 2, 365). 



— 243 — 

Pohoršiti právu svérau sein Recht schädigen (w()itlie]i : verschlim- 
mern) : ton právu svému pohorší a ti, ktož jej pohoní, mají naň svůj přísucl 
dáti (Půh. 01. 1463 f. 33); — pohoršil by právu svému — prsejudicat juri 
suo (Cod. j. b. II. 2, 266). 

Pohradný r= purkrabí, der Burggraf, castellanus. 

Polirob, das Begräbniss : jednu kopu k pohrobu a za vosk dvě 
kopy (MS. LA. M. VII. 20 p. 197). 

Poiezda vid. Pojezda. 

Pojezda (Pogezda , Poiezda) von jeti equo vehi , po-jezditi 
equitare : exactiones turpes, quře vulgari poiezda vocantur, in villis dicti 
monasterii exigere non prsesumant exceptis duodecim denariis semel in anno 
de quolibet manso illarum villarum, quee táli vexatione primitus vexabantur 
(CD. 2, 159). Es war diess jene Verpflichtung der Unterthanen , vermöge 
welcher sie Pferde für das Gefolge des Königs, für die öffentlichen Kuriere 
beizustellen und selbst Kurierdienste zu leisten hatten und das poln. pojazda : 
a receptione colligaturarum alias pojazda (Rzy. 2, 738) hieher bezogen, 
zugleich denselben Unterkunft geben mussten , so dass diese A^erpflichtung 
den unter den fränkischen Kaisern bestandenen veredi und paraveredi 
entspricht. Biermann in Gesch. der Herzogth. Trop. und Jag. p. 70 Akg. 1 
identificirt pojezda mit povoz; aber letzteres, hergeleitet von vézti, vóz, 
vůz der Wagen, bezieht sich nur auf Beistellung von Wägen, während die 
pojezda dem Etymon nach sich nur auf berittene Dienste beziehen kann, 
wie denn das Wort selbst später noch in dieser Bedeutung vorkommt; — • 
vgl. pojízdné peníze das Rittgeld. — Vid. pojezdily. 

Pojezduý , der Wirthschaftsbereiter: když pojezdný pojede po 
panství (Čas. č. ^íus. 1835 p. 277). 

Pokázati 1. = ukázati hinweisen: pojme posly, aby pokázal, 
kde se škoda stala (Kn. Roz. či. 252, 282, 290). 2. =. dokázati beweisen: 
pán pokaz sirotčím právem (ibid. či. 126). 

Políládač der Strolch, Strauchdieb: zdvihajíc zloděje, násilníky, 
žháře, vražedlníky neb mordéře neb pokládače (Pani. Kn. 01. 1517 f. 189). 

Poklasiiý der Scheuermeister, horrearius, der die Aufsicht über die 
Schnitter und Drescher führt. 

Poklid von klid der Friede, also po-klid der Friede, der Vergleich 
auf eine bestimmte Zeit. Im juridischen Sinne ist der poklid 1. Das Ueber- 
einkommen der Parteien von der Klage abzustehen ; dieses Uebereinkommen 
wurde dem Gerichte gemeldet, worauf der Schreiber zu dem půhon an der 
Seite das Wort poklid hinzusetzte: a když se dva o pohon a při smluví, 
tehdy přijdúce před úřad a pány, oznámí jim, že jsú se smluvili a písař 
dí : dajte poklid (Kn. Tov. kap. 83); — jestliže póvodu i pohnanému nezdá 
se pře jich, aby k sudu přišla, čekati mohu, sami mezi sebú poklid učinit^ 
do druhého sudu, aneb dokud se jim zdá a to kolikrát se jim koli zdá. . . 

16* 



— 244 — 

ale mají sobě ty poklidy ve dsky při pohonu zapisovati (Yš. 41). Dor po- 
klid beruhte nur auf dem freien TJebereinkomnien der Parteien: za právo 
při poklidu je8t, že žádná strana sama jedna bez druhé poklidu činiti ne- 
móž (Yš. 41); er konnte also nicht, wie das hojemstvi dem Geklagten auf 
dessen Bitte bewilligt werden : každý poklid jest z dobré vole, z núze a z 
práva žádný (Yš. 41); allerdings aber stand es dem Kläger frei, wenn die 
gesetzlichen zwei hojemstvi verstrichen waren, dem Geklagten den poklid 
zu bewilligen. Der poklid wurde auf zweierlei AVeise geschlossen; erstens 
schlechthin, blos im Yertrauen auf die Ehrlichkeit des Geklagten; erfüllte 
dieser den poklid nicht, d. h. erfüllte er nicht die stillschweigenden Bedin- 
gungen, unter denen der poklid zu Stande kam, dann konnte der Kläger 
nicht mehr den půhon erneuern, weil ein poklízený půhon (vid. dieses) über- 
haupt nie mehr erneuert werden konnte: na ten pohon, ješto mají poklid, 
nemá jemu Matúš odpovídati (Lib. cit. 1, 209) — und es musste der Klä- 
ger nur wegen Nichteinhaltung des poklid klagen : tu joj byl pohnal o tu 
věc k panskému sněmu, jakož nyní minul, a tu jej odvedl od jeho práva a 
poklid s ním o tu věc učiniv slíbil se s ním o tu věc smluviti a toho ne- 
učinil (růli. Brn. 1412 f. 73). Daher war es ein Gebot der Klugheit, den 
poklid vor Gericht nicht anzukündigen, so lange der Yertrag nicht schrift- 
lich festgestellt war, in welchem der Geklagte sich verbindlich machte, im 
Falle er die Bedingungen nicht erfüllte, den z vod und die übrige Exeku- 
tion über sich ergehen zu lassen, als ob er durch den Ausspruch des Ge- 
richtes sachfällig geworden wäre: L. 14(36 p. Beneš z Boskovic a p. Jaro- 
slav z Lomnice o pohon smluvu a poklid jsú učinili ... a to slíbil p. Jaro- 
slav zdržeti; pakliby nezdržel, ale p. Beneš bude moci naň svój přísud dáti 
kdykolivěk a ])rávem se na jeho zboží zvěsti podlé pohonu a podlé práva 
to vykonati (Půh. Brn, 1459 f. 132). Solche Yerträge wurden in die Ge- 
richtsbücher eingetragen : aby potom přátelé o tu věc znovu nepoháněli 
(Kn. Tov.), damit die Verwandten nach dem Tode des Klägers nicht wegen 
derselben Sache wieder klagen. Um allen dolnscn Absichten des Geklagten 
zu begegnen, wurde daher bei Ankündigung des poklid bei Gericht von dem 
Kläger hinzugefügt: bez pohoršení práva sine prřejudicio, wodurch sich 
derselbe das Recht der Erneuerung des Půhones wahrte, falls kein Yertrag 
zu Stande kam (Kn. Drn. p. 39). Daher bestimmt auch die böhm. LO. 
1564 f. 26 : „když na kterou při, buď na vyhlášení neb když k soudu přijde, 
zavoláno bude, mnohokráte se trefuje, že strany do jistého času poklidu 
neberou, ani někdy k svým přím stojí, než toliko někdo se ohlásí, že jest 
ta věc na smlouvě. A protož aby takoví po klidové do určitých časů bráni 
byli a ktožby jich nebrali, aby se jim půhonové přetrhovali ; neb jinak, 
kdyžby jistého času nebylo, nevědělo by se, kdy zase na tu při volati." — 
Auch beim poklid trat Yerjährung ein : poněvadž bratra staršího měla a ten 
neprovedl po poklidu otce svého do tří let, nemá p. Y. jí odpovídati (Půh. 
Brn. 1417 f. 37). AYonn daher der Geklagte die durch den poklid bedingte 



— 245 — 

Yei-einbarung hinausschob, damit inzwischtm die Yerjährurig einträte, be- 
langte ihn der Kläger deshalb : učiniv se mnú o ten pohon poklid držel mne 
na řeči a konec mi o to neučinil . . . táhnu se toho na knihy úředničí, ješto 
ten pohon s poklidem v nich stojí, že mne odvedl od práva a žalovati na 
se nedopustil. (Půh. 01. 1412 f. 216). — 2. Die für den poklid gezahlte 
Taxe: dajte poklid (Kn. Tov. kap. 83). — vgl. pokliditi, poklidné und 
poklidné knihy. 

Pokliditi se durcli freundschaftlichen Yergleich vom Processe ab- 
stehen : poklidili se, že mají podlé listu učiniti (Půh. Brn. 1459 f. 182). — 
vid. poklid. 

Poklidné dio Taxe, welclie für den poklid gezahlt wurde: poklidné 
na ten pohon dali (Půh. 01. 1412 f. 14). Nach Kn. Tov. betrug diese Taxe 
bei der 01m. Cúda für den 0. -Landschreiber einen Groschen (kap. 83), bei 
der Brünner Cüda zwei Groschen : duo grossi pro notario od poklidu (Půh. 
Brn. 1447 f. 14). 

Poklidné knihy, die Bücher, in welche die poklidy eingetragen 
wurden; sie werden nur in der Kn. Tov. kap. 82 erwähnt: „aby poklidem 
se neobmeškal a smluvu v knihy poklidné vepsati dal ;" weiters ist von 
ihnen keine Spur. — Yid. poklid. 

Poklízený puhon die durch freundschaftliche Uebereinkunft beider 
Theile zurückgezogene Klage : že tomu pohonu odpovídati nemá, poněvadž 
jest poklízený. (Půh. Brn. 1459 f. 65), vid. poklid. 

Poklona wörtlich inclinatio capitis, die Yerbeugung : oblatio, quse 
dicitur poklona (CD. 1, 179; Erb. Reg. 79); wahrsch. dieselbe Giebigkeit, 
welche später pocta hiess ; wenigstens heisst im poln. und serb. poklon 
das Ehrengeschenk, welches einem Höhergestellten dargebracht wird. — 
Ygl. pocta und salutatio. 

Poklonci (von poklona inclinatio capitis) qui caput inclinat der 
sich Yerbeugende, jener, welcher um die Entlassung eines Unterthanen aus 
dem bisherigen Hörigkeitsverbande bat; es war gewöhnlich der Schulze 
jenes Grundherrn, unter welchen der zu Entlassende kommen sollte: pak- 
liby poklonci se jeho nedržel a fojt druhý to znamenal, tehdy toho času ne- 
móž jemu vzato býti odpuštění (Kn. Tov. kap. 192); — odpuštění lidem z 
měst buď poklončím nebo listem (Kn. Drn. p. 100). — vgl. odpuštěni. 

Poklud in der Kn. Roz. := poklid vid. dieses. 

Pokoj in böhm. Uebersetzungen deutscher Rechtsquellen = dem 
deutschen Friede (Umzäumung) : nebo takoví na kraji sedící pokoj obecní 
mají učiniti na své peníze (Pr. Měst. 135); — pokoj v kostel ich das Asyl- 
recht der Kirchen. 

Pokojiti befriedigen, erfüllen: pokojiti ležení (Záp. Žer. 1, 118). 

Pokojná léta vid. léta. 



— 246 — 

Pokujiiík der ein Zimmer (pokoj) gemiethet hat, der Inmann : 
nájemníci a pokojníci, kteří svýcli vlastních domů nemají (Sehr. d. hist. stát. 
Sek. 17 p. 199). 

Pokora wörtlich die Demutli, Demüthiguug ; dann die Bussproces- 
sion, welcher der Mörder sich unterziehen musste, um den Mord zu sühnen 
und Verzeihung von den Verwandten des Gemordeten zu erhalten: pokory 
bývají, kdy/ vra/du smluví (Štít. p. 203). War die pokora für eine gemor- 
dete Ilerrenstandsperson zu verrichten, dann mussten den Mörder fünfzig 
Personen begleiten, welcher baarfuss und ohne Gürtel ging ; am Grabe des 
Gemordeten angekommen, legte sich der Mörder quer über dasselbe mit 
dem Gesichte nach abwärts, worauf der nächste Verwandte des Ermordeten 
ein mit der Spitze nach unten gekehrtes Schwert zwischen den Schultern 
des Mörders hielt und ihn fragte : „Hab ich nun dein Leben so in meiner 
Macht, wie das meines Bruders in deiner Macht lag ?" worauf der Mörder 
antwortete: „ich bin in deiner Macht, aber lasse mich leben um Gottes 
willen." Diese Frage und Antwort wurde dreimal wiederholt, worauf der 
Verwandte des Ermordeten sprach: „živím tě pro Boha" (Kn. Tov. kap. 
210). Für einen ermordeten zeman bestand die Bussprocession aus 25 Per- 
sonen : s pětadvacíti osobami jíti ku pokoře (Kn. Tov. kap. 211) und für 
einen ermordeten Bauer aus fünf Personen (ibid. kap. 212). Der Mörder 
musste sieh dann verpflichten, den Verwandten alle Dienste und Hilfe zu 
leisten, zu denen der Ermordete, so lange er lebte, seinen Verwandten ver- 
pflichtet war. Ein spezieller Fall ist verzeichnet in Pam. Kn. Ol. 1517 f. 48: 
„poněvadž Jan Pelka na Mikuláše Petrvaldského z úmysla jest nejel, aby 
jej zamordoval než z nějaké nešťastné příhody Mikuláše z světa svedl, aby 
Jan Pelka tyto pokuty postúpil : napřed aby 50 hř. gr. za duši nebožtíka 
Mikuláše dal, 50 funtuov vosku, 15 postavuov sukna obccuího na chudinu, 
50 mší aby slúžiti dal ; item s 25 osobami aby tuto pokoru učinil : bosý, 
bez pasu na hrob aby křížem lehl a bratr Mikulášuov aby meč mezi jeho 
plece koncem dolů držel a třikráte se ho otázal : „jižli jsem tak mocen 
hrdla tvého, jakož ty byl hrdla bratra mého?" a Pelka al)y řekl: „již, ale 
prosím pro Buoh, živ mne" a Hanuš má říci: „živím tě pro Pána Boha" 
a jemu odpustiti. A Pelka ve vší pomoci a potřebě, v čem by jeho Hanuš 
bratr Mikulášuov potřeboval, povinen jemu býti má všecko učiniti a ve všem 
jemu přistáti tolikrát, kolikráte by jemu zapotřebí bylo až do své smrti, 
(vgl. Gr. RA. 710 ffg.) — Einer anderen Art der pokora erwähnt Chel- 
čický, wobei dem Mörder an der Kirchenschwelle ein Schwert auf den Hals 
gelegt wurde : „ti, ježto po vraždách chodí v pokoru jedni druhým, meč 
kladou na hrdlo vražedníkům na prahu kostelním sedíce" (Pal. Děj. IV. 1, 
p. 475). — Vgl. odklad hlavy. 

Pukrčemiié die Abgabe, welche dem Grundherrn von der Schenke 
(krčma vid. dieses) gezahlt wurde : pokrčemné tím jest zlé, když kto chtě 



— 247 — 

užitek toho míti, lád vidí, aby lidé leželi v krčmě aneb ihráli neb měli 
leckakýs ryk .... ale že pro krčmy bývají svády, móž pán s nich bráti 
plat, aby pro pokoj na to mohl chovati lidi. (Štít. ed. Erb. p. 157). 

Pokřik von křičeti schreien clamare, das Zettergeschrei, durch 
welches zur Yerfolgung eines Verbrechers aufgefordert w^uide: aby hned 
pokř-iky činili súsed od súseda (ai. 1510 Pam. Kn. 01. 1517 f. 40); — ko- 
mužby se to (lúpež na silnicích) dalo a pokřik učiněn byl, toho kraje všickni 
aby takového zloděje honili až na místo (Ač. 1, L52) ; — vgl. honění ne- 
přátel, nastojte. 

Pokusiti eigentlich versuchen, dann foltern: takový buď p. hajt- 
manovi vydán a p. hajtman kdež rozkáže takového pokusiti aneb právo 
jemu učiniti, tak zachováno buď (Pam. Kn. 01. 1517 f. 189); — vgl. t/iZc-^ti. 

Pokušinový: kabátů ferštatových, pokušinových ? (Pam. arch. 1870 
p. 582). 

Pokuta, die Strafe , namentlich die Geldstrafe ; aber auch pokuta 
krevní die Blutstrafo (MS. LA. XII. c. 19 p. 42). 

Pole. Obwohl diess Wort die Bedeutung ager annahm, so ist seine 
ursprüngliche Bedeutung eine andere. Unbewusst vorbinden Deutsche und 
Slaven mit den Worten Feld und pole eine flache, offene, ausgedehnte 
Gegend, im Gegensatze zu der Abgeschlossenheit des Berglandes; vgl. die 
Redensarten: im weiten, offenen Felde = v širém poli; sprachlich 
sind beide AVorte offenbar verwandt und weisen auf das gr. und lat. nalanrj^ 
palma die Handfl.äche , palam offen. Ist diese Herleitung richtig, dann 
bedeutet der Yolksname Pol-an Pole nicht den Ackerbauer, sondern den 
Bewohner des Flachlandes, welches das Weichselland in der That ist. 

Polem pracovati stipendia merere , Kriegsdienste leisten, ein spe- 
zifischer Ausdruck in Taboritengemeinden ; vgl. polní obec. 

Poletí, der Nachsommer, besonders die Monate August u. September. 

Polévka vlašská, die w.älsche Suppe d. i. Gift: napil se vlašské 
polévky, až do rána byl mrtev (Čas. č. Mus. 1858 p. 370). 

Polhauz , das Ballhaus : aby držitelé polhauzu toho k náležitým 
kratochvílím, které se v jiných polhauzích provozují, užívati mohli (Lum. 1860 
p. 137), — ein Haus, das eigens zum Ballspiele gebaut war; doch diente 
es auch zu anderen Vergnügungen, Banquetten u. s. w. 

Polina nom. fem. Pauline. 

Polka vid. Bolka. 

Polné der Zins von Aeckern ; nivného 1 1 gr., polného 4 gr. 

Polní obec, jener Theil der Taboritengemeinde, welcher ins Feld zog. 

Polopraporec , das halbe Fähnlein Soldaten: čtyři polopraporce 
t. j. 600 knechtu (Sehr. d. bist. stat. Sekt. 17 p. 196); daher zählte ein 
praporec 300 Mann. 



_ 248 — 

Poloufodří, ein halbes Fuder. 

Poloiikopí , (las halbe Schock : poluko])i dubů má jim dávati, 
(Urkd. 1483). 

Poloiipac: poloupacíi za 4 zl. (MS. Pross. 1578) der halbe Batzen. 

Polouvozí (= svídnický sud) ein Maass = 256 Finten. (Com. j. 1.); 
nach Ycles. s. q. : qui continet amphoras vicenas et 960 sextarios (Fuder, 
120 Yiertel Jungm.). 

Poltura, Polturák , ungar. Rechnungsmünze, ein Stüber = 2^^ 
Neukreuzer. 

Poliikopa, Poliikopí vid. poloiikopí. 

Pomizi vid. Pomjjce. 

Pomluva 1. die Einrede des Geklagten gegen die Klage: prosím 
pomluvy prvé, druhé i třetí i toho všeho, což mi k mému právu třeba (Kn. 
Tov. k. 72); — tuto pravím v první pomluvě, jakož mne viní N. z. N., že 
bych jemu držel .... že to držím odtudto ; protož pane sudí rač podati na 
pány, mámli tomu pohonu odpovídati? Wenn die dritte pomluva vom Gerichte 
nicht stichhältig befunden wurde, musste der Geklagte ins meritorische der 
Klage eingehen. Die dreimalige pomluva wurde 1495 aufgehoben und es 
solle nur gesagt werden : „aby jemu ráčili příti toho všeho , což k jeho 
právu přísluší" (Půh. 01. 1480 f. 135). Aber die ältere Gepflogenheit der 
dreimaligen pomluva muss sich doch erhalten haben , da der Landtag des 
J. 1550 wieder beschloss : jakož pohnaný do třetice půhonu brániti mohl a 
tím soud se zaměstnával, již aby více nebylo bráněno nežli po jednou , čím 
se jemu bude zdáti brániti (Sněm. pam. kn. III. 14). Auch in den Záp. 
Zer. I. 126 kommt noch die dreimalige pomluva vor. In lat. Quellen heisst 
die pomluva narratio, vid. dieses. 2. die Verabredung : jakož máte pomluvu 
8 W. zlatníkem , že má vám dělati monstraci. (Oas. č. Mus. 1840 p. 64). 

Pomoc, die Hilfe: dann die Abgabe, welche im Falle des Bedarfes 
ausser den ständigen Steuern erhoben wurde: pomoci skrovné pán móž od 
svých poddaných potřebovati v některé potřeby mimo určené své platy . . . 
berně pak slově zde v Cechách obecná pomoc královi (Štít. ed. Erb. 155, 156). 
— "Vgl. berná. 

Pomocné (von pomoci adjuvare, helfen) die Taxe , welche der Ge- 
klagte zahlte, wenn 1. der Kläger den Process verlor: si quis citatus fuerit 
et obtinuerit jus suum in judicio . . . denarios duos persolvat, quod pomocné 
appellatur (ai. 1229 CD. II. 211); — 2. wenn der Kläger die Klage nicht 
durchführte : Yěžek de Opatovic contra Ankam dedit pomocné , quia non 
fecit querimoniam super eum (Lib. cit. I. 213); — 3. die Hilfe bei der 
Arbeit, der Beitrag in Naturalien für die Arbeiter : mám dáti k tomu dílu 
osm motyk a pomocného toto: strych hrachu, slanin polet, 4 sýry a 2 strychy 
žita (Cas. č. Mus. 1840 p. 69). — Ygl. dopomožené. 



— 24n — 

Pomocník, der Eideshelfer consacramentalis, conjurator, coadjutor, 
derjenige, welcher durch seinen Eid die Unschuld des Geklagten erhärtete : 
potom za vodu dva pomocníci otpřísezta, že je nevinen, z něhož (ibid. či. 71). 
Der pom. ist strenge zu unterscheiden vom Zeugen und dem očistník expi- 
ator; denn der pom. beschwor die Unschuld des Geklagten, weil er von 
derselben überzeugt war, konnte also nie wegen Meineid , wie der falsche 
Zeuge, belangt werden; der expiator hingegen reinigte nur den Eid des 
Geklagten ; vgl. očistník. 

Pomsta poena, die Strafe (vulgo Rache): jako mordéř má pomstu 
trpěti (P. Měst. 184 b); — a nad ním a nad ní pomsta se stane (Kn. Tov. 
k. 165; Kn. Drn. p. 76); — pro takovú věc pomsta smrti slušela (Čas. č. 
Mus. 1848 I. 73). 

Pomyjee (Pomizi d. i. Pomyjei plur.): cum ministerialibus , qui 
dicuntur pomizi (Erb. Reg. 78) von po ab und mýti waschen luere , also 
der Abwäscher, der Reiniger ; als Erklärung diene das ibidem vorkommende : 
Nedan ablutor vestium. — Im Bohem, bei Hanka Sb. nejst. Slovn. p. 43 
V. 507: popa sit pomyje; im klass. Latein bedeutet popa den Opfer- 
diener, der für Feuer, Weihrauch, \Yasser, Wein, Salzschrott und Gefässe, 
sowie die Reinhaltung derselben zu sorgen hatte. 

Pondělek vid. Pondělí. 

Pondělí (Pondělek) křížový , der Montag in der Bittwoche : byl 
sněm v pondělí křížový (SRB. 3, 400); — p. velký der Ostermontag; zu- 
sammengesetzt aus p o post und neděle der Sonntag , also wörtlich dies 
sequens oder prima post dominicam. 

Ponebí 1. das obere Geschoss des Hauses: odšedší na výši ponebí 
domu svého (Štít. ed. Yrt. 42). 2. der Baldachin, der Himmel ober dem Bette. 

Ponůcka, die Nachtwache: hned sem v městečku ponuocku osadil 
a nahoře vždy dva rytířskú ponuocku mají k těm prvním ponocným, tak že 
nás vždycky čtyři chodí mezi jinými ponocnými .... ponuocku mají míti... 
a večer, když se zámek zamkne. (Ač. I. 243.) 

Popas , die Abweidung , pascuum : mandavit facere ei damnum 
bezprávným popasem (Jir. Cod. j. boh. I. 314). 

Popasné was für die Weide gezahlt wird; vgl. pastevné. 

Popelec, popeleční středa, Aschermittwoche : popelec světí u puostě 
v první středu na to .... (Štít. 309). 

Popeněžnice, die öffentliche Dirne, die nach Geld (po pem'zi) geht. 

Popeněžnicka : popeněžniček osm za groš (Pam. arch. 8, 591) ein 
Gebäck, von po-penízi, das einen Heller kostete. — Ygl. popeněžný. 

Popeněžný, was einen Heller (po-penizi) werth ist. 

Popluží von pluh aratrum, 1. das bebaute, ackerbare Land: komu 
se grunt a popluží projednává = cui fundi et prředia locantur (Com. j. 1. 386). — 



— 250 — 

2. ein bestimmtes Feldausmaass = aratura : k tomu dvoru popluží dvoje 
na třech lánech (Půh. Brn. 1406 f. 138); — ve vsi Troubkách dvůr náš 
robotný se dvojím poplužím v sobě drží půl čtvrtá lánu a ort jedné čtvrti 
(Priv. Tov. p. G3) ; — pak o dveřích a s jakým poplužím (Vel. hosp. 79) ; 
vgl. pluh. 

Poplužiií und Poplužiiý dvůr, der Meioiliof. 

Poprabczoiies vid. popravce. 

Poprašiié das Ötaiibgeld (prach der Ötaub), welches dem Steuer- 
einnehmer für das Abmessen des Zinsgetreides gezahlt wurde : k témuž 
zámku jest platu stálého, který se jmenuje poprašný (MS. 1556). 

Poprava von po-pravití corrigere, verbessern, strafen, Justiz aus- 
üben. Es bedeutet: 1. corrcctio injuria in der Grünb. Handschrift: na 
popravu ustaviti pravdu ad corrigendam injuriam statuere jus. 2. der Ge- 
richtssprengel: V pražské popravě právo jedním komorníkem pražským 
pohoniti, proto že je v té popravě, v níž pohon (Kn. Roz. či. 2.) ; — v jiné 
popravě pražská nemóže pohoniti jedním komorníkem do hrada, že ta po- 
prava má také komorníky své (ibid. či. 3); — když póvod chce v jednej 
popravě mnoho jich pohoniti, komorníkóm právo z jednoho mýta všecky se- 
hnati, že Y jedné popravě (ibid. či. 12); — najvyšší purkrabí má moc k zlým 
ve vší popravě zemské země české sáhnuti (Ač. 2, 484); — což má k br- 
něnskému sudu nebo ku popravě (Půh. Brn. 1406 f. 10); — zboží, což k 
brněnské popravě a k sudu sluší (ibid). — 3. in der Verbindung poprava ca- 
merariatus das Landre cht: Judicium provinciale seu popravám ca- 
merariatus et czudas (DB. 6, pag. 08). — 4. die Gerichtsbarkeit, 
Criminalj ustiz und Ausübung derselben: zemí a hraduov, s nichžto 
poprava neb spravedlnost královská vedena měla býti = ad justitiam regiam 
exercendam (Ač. 3, 70) ; — spravedlnost a popravu vésti = justitiam mini- 
strare (ibid. 71); — nad takovými poprava státi se má a nad kýmž poprava 
se děje, nemá od popravčí zboží to hubeno býti (Ač. 2, 507); — páni ježto 
popravu mají a jsú kmetové (Ač. 2, 495); — neb páni již popravu jměchn 
(Dal); — na popravách tak se zachovati mají, jakž se země svolí a naučení 
budu od země míti (Ač. 5. 502). — 5. die Hinrichtung: když jej vedli na 
popravu .... úředníci okřikli mistra, aby nemeškal (Ač. 2, 23). — 6. die 
Exekution auch im Civilprocesse: jestli kto koho pohoní a vinný jemu na 
právu nestojí a pak bude dáno jistcovi za obdržené právo: není-li žaloba 
proti němu provedena, nemá dána býti poprava (Cod. j. b. II. 2. p. 264). 
— pojem beneficium Pragense super inducciones et super popravám (Eml. 
Reg. 1, p. 65). 

Popravce dem die Verwaltung der poprava obliegt; namentlich 
verstand man darunter jene Organe, welche theils vom Könige ernannt, 
theils in erblicher Würde die Justiz in den einzelnen Gerichtssprengeln oder 
vielmehr Kreisen ausübten, die justitiarii provinciarum oder schlecht- 



— 251 — 

hin provinciales in lat. Urkunden. Da dieser Ausdruck bereits in den 
Urkunden der Otakar'schen Periode und früher noch vorkommt und aus der 
kn. Rožmberská zu ersehen ist, dass das Institut der popravci zur Zeit der 
Verfassung derselben bereits eingelebt war, so ist kein Zweifel, dass dieser 
Justizorganismus in den Anfang des 13. Jahrhdts. hinaufreicht, wobei allerdings 
die Annahme eines höheren Alters nicht ausgeschlossen ist. Mit gewisser 
Berechtigung kann man den Grundsatz aufstellen, dass die popravci gewöhnlich 
vom Könige ernannt wurden und dass sie auf königlichen Burgen ihren Sitz 
hatten; so sagt Markg. Karl ai. 1340, als er die Burg Twingenberg anlegte: 
si in prsedicto Castro futuris temporibus villicum popravczonem institui 
seu residere contingerit (CD. 7, 202) ; ebenso ernannte Karl lY. als König 
1349 den Heinrich von Neuhaus und Jost von Rosenberg zu Gerichtsherrn 
der Pilsner Provinz: poprabczonos sive justitiarios Pilsnensis provincite aucto- 
ritate et potestate regia duximus statuendos et statuimus (CD. 7, 661). Die 
Ernennung derselben wurde in den Städten der bezüglichen Provinz an 
Markt- und Feieitagen durch öffentlichen Ausruf bekannt gegeben: magistris 
civium civitatum antedictee provincite mandamus, quod diebus forensibus et 
festivis eosdem ad praedictum popraczconatus officium auctoritate regia in- 
stitutos faciatis voce preconia publice proclamari (ibid). Aber auch später- 
hin wurden sie noch vom Könige ernannt; ai. 1499: co se popravčí dotýče, 
že JMt. král má je jmenovati (Ač. 5, 497). Nebst dieser Ernennung durch 
den König gab es aber auch erbliche popravce und zwar in zweifacher 
Beziehung ; erstens , wenn eine königl. Burg , die das Recht der poprava 
hatte, durch Verpfändung oder Verkauf in Hände von Privaten überging: 
ale mocí zvláštních osob (privatarum personarum), zástavů držících ty hrady, 
že žádné rady a přízně v těch krajinách Velebnosti královské ku popravě 
neokazovali sú. (Ač. 3, 71; vgl. lovecké právo); die Besitzer einer solchen 
Burg übten dann die Gerichtsbarkeit der poprava aus. Zweitens aber gab 
es eine Erblichkeit des Popravcenamtes, die mit der Institution der Kmeten 
im engen Zusammenhange steht. Wie oben erwähnt , wurde ein Herr von 
Rosenberg 1349 zum popravce der Pilsner Provinz ernannt und 1412 heisst 
es: aby pan z Rosenberka v tom kraji Plzeňském pomohl jako pán zemský 
a popravce (Ač. 3, 295). Hier wird der pán zemský d. i. der Landherr, 
die Herrenstandsperson mit dem popravce indentificirt. Halten wir hiezu die 
Anfrage des Aleš von Sternberg ai. 1449 an Ulrich von Rosenberg : daj 
mi tomu rozuměti , odpíráš-li nám té popravy , která nám přísluší v zemi 
nad neřádnými lidmi? neb já jiného nevím, že mně i synu mému též jako 
i jiným panuom zemským poprava nad neřádnými lidmi přísluší (Ač. 
2, 28) und erwägen wir die Antwort, die Herr von Rosenberg gab: píšeš 
mé zprávy o popravě žádaje; milý příteli! slýchal sem jakž sem živ, žet 
sú páni ze Šternberka starodávní páni v Cechách a že práv též 
jako jiní páni vedle řádu země této i poprav požívati mají (ibid. p. 32), 
80 geht daraus hervor, dass den Mitgliedern des alten Herrenstandes 



— 252 — 

(vid. [)áQ) das Recht der poprava zukam, d. li. sie koiiiiton alle Befugnisse 
der popravčí ausüben, wie die vom Könige in den einzelnen Kreisen e r- 
nannten Gerichtsherrn. Und dieser Umstand, dass die alten Herren das 
Recht der poprava hatten, gibt uns den Schlüssel /ai der Erklärung, warum 
die km e ten (vid. dieses) und die popravci in so enger Beziehung zu ein- 
ander stehen. Wie im Artikel kmet nachgewiesen wurde, war diese Würde 
in den alten Ilerrenstandsfamilien erblich , so dass nach don zwölf Kreisen 
auch zwölf kmeti im Kerrengerichte sassen ; da nun aus diesen alten Herren- 
familien das oberste Richterkollegium besetzt wurde, so wurde ihnen per 
usum auch das Recht der poprava dort, wo sie wohnten oder begütert waren, 
eingercäumt und diess der Grund, warum die popravci auch kmeti und 
diese umgekehrt auch popravci genannt werden, z. B. vezmetaž oba po- 
pravci na své kmetstvo (Ač. 2, 469. 470); — že kmety učinění páni 
mají býti pohoněni komorníky, kromě tří kmetóv totiž najvyššího purkrabí, 
komorníka a sudí najvyššího , ty kto chce pohoniti , aby je pohonil v lavi- 
cích pánem přísežným po p r a v c í (Ač. 2, 36S) ; - j sou vyňati všichni 
popravce, konšelé zemští a ti p á n i, j i ž t o popravu m a j í a j s ú km e- 
tové (Ač. 2, 495). Aus dem alten Herrenstande wurden die kmeti entnommen; 
daher hiessen sie als Landrechtsboisitzer kmeti und da ihnen das Recht 
der poprava zukam, auch páni ježto popravu mají, während die vom Könige 
ernannten Gerichtsherrn popravci hiessen; daraus erklärt sich im letzten Ci- 
táte die Zusammenstellung : všichni p oprav c e und páni, jižto popravu 
mají a jsú kmetové. Auf die, welche die poprava entweder durch Ver- 
pfändung oder Ankauf einer mit dem Justizrechte ausgestatteten kön. Burg 
erlangten , und auf die poprava, welche die alten Herren besassen , bezieht 
sich die Stelle im Ač. 5, 364. ai. 1467 : „co se poprav dotýče, ktož má 
které popravy od starodávna vysazené, těch každý užívej podle výsady své 
a podlé práva." Der Unterschied zwischen einem vom Könige ernannten 
popravce und einem die poprava ausübenden alten Herrenstandsmitgliede 
bestand darin, dass der popravce über alle in seinem Gerichtssprengel ver- 
übten "Verbrechen zu entscheiden hatte , während der pán , welcher die po- 
prava hatte , nur dann eingreifen konnte , wenn ein Verbrechen an seiner 
Person oder auf seinem Gute stattfand , wie diess aus der oberwähnten 
Anfrage des Aleš von Sternberg klar hervorgeht: pakliby ten, u kohožby 
takoví nalezeni byli, svú popravu měl, učiň právo, což na ně žádati budu ; 
pakliby toho nezachoval, aby k němu hledíno bylo od opravcí, jakož k za- 
stávači zlých lidí (Ač. 4, 458). Die vom Könige ernannten popravci waren 
beeidet: recipio super juramentum meum, quod regi prřestiti, quando offi- 
cium justitiariatus assumpsi (Ač. 2, 121). In jeden Kreise wurden anfänglich 
(im 14. Jahrhd.) drei popravci und zwar aus dem Herrenstande ernannt: 
má býti psanec, kdyžby popravce toho kraje tři páni přísežní naň vysvěd- 
čili (Ač. 2, 360); — v každé krajině, jakož obyčejně, páni tři v počet zje- 
dnáni bývají v úřad větších popravčí a jiní urození tři týmž obyčejem za 



— 253 — 

menší popravce aby ustanoveni byli (Maj. Car. rub. 20 ; doch wurden diese 
kleineren popravci nicht ins Leben eingeführt, da ihrer sonst nirgends 
erwähnt wird). Im 15. Jhdte. werden stets nur zwei popravci erwähnt, einer 
aus dem Herren- der andere aus dem Ritterstande; co se popravčí po kra- 
jích týče, JMt. král má je jmenovati z každého kraje dvě osobě, jednu z 
pánuov a druhů z rytířstva (Ač. 5, 497 ai. 1499). Als der oberste Gerichts- 
herr galt im Königreiche Böhmen der Oberstburggraf von Prag: k Yaší 
Milosti se utíkám jakožto k najvyššímu purkrabímu Pražskému a k p o- 
pravci této země české najvyššímu (Ac. 3, 37). — Die Aufgabe der 
popravci war die Justizpflege und Polizei in den ihnen anvertrauten Kreisen ; 
sie hatten namentlich die Landschädiger , welche vor sie gebracht wurden, 
zu richten und verdächtige Individuen in Haft zu nehmen ; nebst dieser 
Aufgabe theilten die Landtage den popravci nach Massgabe der Umstände 
auch noch andere Agenden zu, so z. B. ai. 1453, wo ihnen aufgetragen wurde, 
über dienst- und herrenlose Knechte besonders zu wachen (Ac. 4, 422) ; 
im J. 1499 wurde ihnen aufgetragen, besonders nach Dieben fahnden, ar- 
beitsscheue Individuen und Würfelspieler in Kneipen aufheben zu lassen; 
auch sollten sie, falls sie um freundschaftliche Vermittlung von zwei Par- 
teien ersucht würden, das Yermittleramt auf sich nehmen; ferner wurde 
ihnen die Aufsicht über Fischerei und Fischfrevel , die Verhinderung der 
Jagd mit Netzen und der parforce-Jagd, dann die Aufsicht über die Teich- 
gräber (vid. rybnikář), über die Hausdienstboten u. s. w. anheimgestellt. 
Unter K. Ferdinand I. wurden Kreishauptleute eingeführt, welche den grössten 
Theil der Agenda der popravci übernahmen (vid. hejtmane krajští). 

Popravczoiies vid. popravce. 

Popravčí registra, die Register der popravce, in welchen 1. die 
Verhöre mit den Verbrechern niedergeschrieben wurden: zeby s takovú 
řečí ku právu anebo ku popravčímu šli , práva žádajíce , tehdy popravce 
takto sě v té věci míti mají: najprvé ty kusy mají napsati sobě (Čas. č. 
Mus. 1848 p. 74). — 2. das Verzeichniss, in welches die popravce die Namen 
der Landfriedensbrecher eintrugen : právo se doložiti popravce toho kraje, 
kdož jej má na svých listech (Kn. Roz. č. 131); vgl. psanec. 

Popraviti, Popravovati, dem Rechte Geltung verschaífen 1. durch 
Pönale dessen, der seine Vorschriften nicht erfüllt: ale na tom móž popra- 
veno býti, že nedohnal (Kn. Rožb. či. 106); 2. durch die Bestrafung des 
Missethäters : „aby jemu to bylo za ziodějství položeno a k němu popraveno" 
— ten má ihned psán a vyvolán býti a má nad ním jakli nad zlým člo- 
věkem popraveno býti (Kn. Tov. k. 31). 3. durch die gerichtliche Exekution: 
pojem beneficium Pragense cum camerario voluerit popraviti in hereditatibus 
suis ubique, ibi sunt eum otbili (Emml. Reliq. I. 66). 

Pořádka, die Reihe, der Turnus, p. šenkování die Zeit und die 
Reihenfolge, wann geschenkt wird: aby každého roku čtyry pořádky svo- 



— 254 — 

bodné obecní měli a v každém ])ořádku šost beček vína vyšenkovati mohli a 
když ty pořádky šenkování budou, žádný jiný ku překážce šenkovati nemá 
ve všem okršlku městském (Ms. LA. M. TIL 3, f. 16); — každá pořádka 
trvati má 12 dní (ibid. f. 30). 

Porokovati někomu = vytýkati vorwerfen, vorhalten : ani úřední- 
kuom má býti porokováno, žeby nezvedli (Kn. Tov. k. 126). 

Portáš (fortáS , portovní , partikular) hiessen jene walachischen 
Unterthanen, welche gegen die Landschädiger und Räuber , die namentlich 
während der Kriege und Aufstände in Ungarn im 17. und zu Anfang des 
18. Jahrhdts. an der östl. Gränze Mährens ihr Unwesen trieben, gedungen 
wurden. Sie wurden zuerst 1638 eingeführt, erhielten 2 fl. monatlichen Sold, 
täglich 2 Pfund Commisbrod, waren nebst Waffen mit einem langen Stricke, 
an dessen Ende sich eine Bleikugel befand, versehen, mit welchem sie nach 
dem Flüchtigen warfen, um durch eine Kreisbewegung des Strickes denselben 
niederzureissen. 1638 wurde ihnen für einen Gefangenen 30 fl. , für einen 
Getödteten 15 fl. ausgesetzt. Sie wurden anfänglich nur im Falle des Be- 
darfes angeworben; erst 1717 wurde aus ihnen ein ständiges Chor von 
60 Mann gebildet, das unter dem Befehle eines Lieutenants stand. Ihre 
Aufgabe war es, vorzugsweise die gebirgigen Theile des Prerauer und Hra- 
discher Kreises zu begehen und das verdächtige Gesindel aufzuheben. Auf- 
gelöst wurden sie im Jahre 1820. 

Portovní vid. Portáš. 

Poruceiiství , die Vormundschaft tutela. Das slavische Wort ist 
zusammengesetzt aus po, ruka nr bei der Hand , zur Hand. Es liegt also 
diesem Wort- und Sachbegriffe dieselbe symbolische Vorstellung und Hand- 
lung zu Grunde, wie dem griech. «/c X^'C«^ íV.t9f/>, dem lat. uxor in manu, 
dem althd. munt, altn. mund, welches nach Grimm RA. p. 447 ursprünglich 
auch manus Hand bedeutete. Nestors Chronik enthält eine Stelle, in welcher 
eine Spur auf den symbolischen Vorgang, durch welchen die Vormundschaft 
erfolgte, aufbewahrt ist, indem sie von Rurik sagt, er habe seinen Sohn 
Igor dem Olej vda emu synb svoi na ruce = posuit filium suum in manu 
ejus. Die Begriffe von Hand und Macht sind übrigens bei allen Völkern 
synonym ; durch das Legen auf die Hand ging der Unmündige in die Gewalt 
des Vormundes, also des Vaters-Stellvertreters über. (Vgl. die Redensarten : 
ich bin in seiner Hand , má nad ním ruku držeti etc.). — Was die Vor- 
mundschaftsurkunden anbelangt, so mussten sie neben dem Siegel des Aus- 
stellers mit wenigstens 6 Siegeln adeliger Personen versehen sein ; doch 
konnten dieselben auch nach dem Tode des Ausstellers angehängt oder 
beigedruckt werden, wenn des Ausstellers Siegel bereits dahin hing und 
nachgewiesen wurde, dass er die, welche nachträglich ihr Siegel anhiengen, 
zu seinen Lebzeiten darum ersucht hatte. (Kn. Tov. kap. 158, 166.) Wurde 
bezüglich der Waisen kein Vormund bestellt und wurden in Folge dessen 



— 255 - 

die nächsten Yei wandten Yoiniünder derselben, so musstcn diese für das 
Yermögen der Waisen nach der Schätzung desselben durch den Landes- 
hauptmann und das Landrecht Gewähr leisten. (Kn. Tov. k. 162). Späterhin 
wurde in ^[ähren die Gewähr um ein Drittel des Schätzungswerthes höher 
geleistet aus dem in Záp. Žer. 1, 167 angeführten Grunde : prvé se statkové 
ručívali v jisté sumě, kteráž od soudu uložena byla. Ale za příčinou pánův z 
Vrbna z toho sešlo; nebo jeden z nich ručil Brodek a Náměsí v Hol. statek 
strýce svého ve 20.000 zl. a když strýc dorostl , dal mu 20.000 zl. a sobě 
schoval statky, které stojí lépe než za 40.000 zl. Od toho času třetinou 
výše statkové se ručí a bez naučení od soudu nic se od statku 
odprodati nesmí. 

Poruční otec, der Yormund : též také každý otec poruční v statek 
sirotčí po smrti otce jich má se uvázati. (Korn. Yš. 298.) 

Poručiiík 1. beim půhon = commissarius der Stellvertreter des 
Klägers. 2. Yormund, tutor und zwar: a) mocný otcovský poručník der 
vom Yater eingesetzte Yormund , welcher die volle Gewalt hatte über das 
Yermögen des Mündels, dasselbe belasten konnte, wie der Yater selbst; 
der zu seinen Jahren gelangte Mündel konnte von ihm keine Rechnung 
verlangen, während jeder andere Yormund es thun musste : mocní otcovští 
poručníci sirotka po nebožtíkovi panu z Tovaru pozůstalého oznámivše, že 
jsou učinili smlouvu s paní Alenou Berkovnou prosili YMstí, aby tu smlouvu 
přečísti a ji schváliti ráčili. Yzata jest do potazu , ale když jsme to vážili, 
že oni jsouce mocní poručníci otcovští mohli jakékoli smlouvy k dobrému 
sirotčímu učiniti, abychom v tom na potomní časy jiným mocným otcovským 
poručníkům nic neprejudikovali , navrátili jsme jim ji zase bez přečtení 
(Záp. Žer. L 175). b) poručník přirozený oder příbuzný der bei Mangel 
eines vom Yater ernannten Yormundes nach dem Yerwandtschaftgrade be- 
stellte A^ormund. c) králem daný der vom Könige bestellte Yormund; 
diese zwei Yormünder mussten den mündig Gewordenen Rechnung legen 
vor dem Landrechte; die Yerpfliclitung zur Rechnungslegung wurde in der 
Yormundschaftsurkunde durch die Worte ausgedrückt: aby nad nimi 
věrně a právě učinil (Kn. Tov. kap. 98 vid. věrně). Bei Antritt seines 
Yermögens musste der mündig Gewordene seinen Yormündern den Dank 
abstatten. — Yid, děkování. 

Poructvi, Yerwaltung, Machtbefugniss : královští hradové od jeho 
poructví již byli odlúčeni = regis castris a suo jam demanio abdicatis 
(Maj. Car. Ač. 3, 71). 

Porybné, Fischgeld. 

Porybný 1. der Beamte in der Altstadt Prags, welcher das Stand- 
geld am Fischmarkte einhebt; der Fischmeister, Fischamtmann, qui vadi- 
monia et debita ex piscibus provenientia tractat: poručili jme porybnému 
našemu (Urkd. K. Ludwigs 1523) ; — Yit někdy porybný (SRB. 3, 294). — 
2. porybný trh, Fischmarkt. 



— 256 - 

Puííádka hioss die von Zi/ka im J. 1420 auf dem Berge Yitkov 
bei Prag erbaute Befestigung, die nach ihrem Erbauer auch Zižkov genannt 
wurde. Sie erhielt sich durch die ganze Zeit der Hussitenkriege , man 
gewöhnte sich den Yitkovberg Zi/.kov zu nennen, eine Benennung, die bis 
auf den heutigen Tag blieb. 

Posel, der Bote, nuntius 1. od úřadu der vom Gerichte ausge- 
sandte Bote zur Beaugcnsclieinigung eines Scliadeus oder zur Arrestirung 
des Yiehes u. s. w. — 2. poslové ke dskám nuntii ad tabulas die Boten 
zur Landtafel, auch relatores genannt, welche entweder vom Könige oder 
vom Herrengerichte oder vom versammelten Landtage zu der Landtafel 
geschickt wurden , um entweder eine Einlage vornehmen zu lassen oder 
eine Auskunft zu fordern: relator slove posel ten, který od krále nebo od 
pánóv s plného siidu nebo od země s obecního sněmu ke dskám pro kterúž- 
koli příčinu poslán bývá a s čímž od krále, od pánóv nebo od země poslán 
jest, u desk to vypravuje ; a toho móž král netoliko ústně ke dskám poslati, 
ale také i listem svým. A ten každý posel má při tom, k čemuž jest poslán 
od krále, zejména ve dsky napsán býti (Yš. 171). Diese Relatorcn wurden 
anfänglich nur dann an die Landtafel abgeschickt, wenn diese nicht geöffnet 
war und keine allgemeinen Einlagen stattfanden : quotiescunque extra prae- 
dicta duo sabbata quibuscunque hominibus occurreret , contractus siios et 
agenda tabulis insercndi necessitas , aut inde forsan talium aliquid extra- 
hendi, seu probationis fidem habendi, ex tunc huiusmodi contractibus, dona- 
tionibus , venditionibus , promissis , obligationibus , colligationibus seu aliis 
actibus , quibuscunque nominibus appellentur , coram Marchione Moravise 
factis et solemniter celebratis , ipse Marchio imum nuntium ad tabularum 
ipsarum officium constitutum, kmetonem vulgari bocmico nominatum, illius 
nobilitatis virum , cuius in Boemia ad hoc officium assumi sunt soliti , ad 
notarium terrae dirigeret, qui tunc legatione recepta potestatem haberet, ea, 
quse sibi taliter intimari contingeret, uno de praedictis sabbatis, quod videlicet 
extunc proxime sequeretur, dictis tabulis in apertione ipsarum sicut praimittitur 
inserendi seu inseri faciendi (CD. 9, 94). Der Relator musste, wie aus dieser 
Stelle hervorgeht , eine Herrenstandsperson sein ; dasselbe sagt auch Kn. 
Tov. kap. 55: „rodové, kterýchž předkové dokonalé panství neužívali a ke 
dskám poslové nebývali, též poslové ke dskám buďte" und erst nachdem 
der Ritterstand auch Sitz und Stimme im Herrengerichte bekam, konnten 
die Rektoren auch aus diesem Stande genommen werden; in Böhmen galt 
als Grundsatz : nemóž žádný relatorem býti , ktož radů královská přísežná 
nebo kmetem nebo úředníkem zemským nebo dvorským není .... žádný 
kněz, žádný duchovní nemá relatorem býti, by pak i radů byl (Yš. 172). 
Da die Relation den Zweck hatte , die Sicherheit der Landtafeleinlagen zu 
erhöhen, so ist es klar, dass Niemand in eigener Sache Relator sein konnte ; 
ebenso waren die kleineren Beamten , welche die Einlagen zu besorgen 
hatten, zur Relation nicht geeignet (Yš. 172). Es gab viele Fälle, die ohne 



— 257 — 

Delatoren in die Landtatel nicht eingetragen werden konnten : bez rektora 
ve dsky napsáno ani z desk vymazáno býti nemóže žádné poručenství sirot- 
kóv králem nebo pány na plném sudu dané, žádný spolek bez povolení 
královského neb panského, žádné let sirotkem od krále nebo od pánóv 
vyplnění, též vysvobození z manství jako zápisného zboží ve dsky kladení 
bez povolení král. Milosti a bez relatora ve dsky nemá se klásti u. s. w. 
(Yš. 171, 172). Namentlich konnte kein Auszug aus der Landtafel ohne 
einen vom Könige oder vom Ilerrengerichte hiezu bestimmten Relator ge- 
schehen. (Vs. 392, 393.) In Mähren wurden seit dem 16. Jahrhd. immer 
zwei Rektoren bestimmt, die hier der Landeshauptmann ais Stellvertreter 
des Königs zu nennen hatte: pane komorníce jsme od p. hejtmana vydaní 
poslové ke dskám s mocným listem JMK. a s poručenstvím na ně učiněným 
(Záp. Žer. 1, 34). Auch scheint es, dass in Mähren in älterer Zeit Rektoren 
hauptsächlich dann bestimmt wurden, wenn der Oberstkämmerer starb oder 
resignirte und an seiner Stelle noch kein neuer ernannt war : nuntius ad 
tabulas per eundeni dominum (capitaneum) datus Wanko de Boskowicz et 
ea ratione datus fuit nuntius , quia pro tunc camerarius non erat (DB. 13 
n. 21). — Der Name der Rektoren wurde bei jedem Akte , für den sie 
bestimmt waren, in der Landtafel angemerkt. 

Posíiací list literaí missivse, der Sendbrief, das Beschickungs- 
schreiben: listy posíkcí pilnější v ty dsky (památné) zapisovali (Yš. 360, 
382) ; — od listu posílacího po dvú groších písaři (Aé. 5, 167). — vergl. 
obesláni. 

Posiler, posílťí die Yerstärker, welche im böhm. Heere auf die 
honci folgten, um diesen im Nothfalle Hilfe zu leisten : pusť za nimi (honci) 
pět set v posilcích (Gas. č. Mus. 1828 H. 2, p. 19). 

Poslúpuá dědina das durch Erbrecht an Jemanden gefallene Gut: 
to je dědina má poslúpná po mém otci (Kn. Rožb. či. 282) = innata here- 
ditas (Eml. Reliq. L 46). 

Poslušenství wörtlich der Gehorsam, speziell die Einhaltung des 
Schiedsspruches : jest slíbil za Jana za poslušenství to, co jest bylo mezi 
mnú a ním, jakož jsmy byli sobě volili úmluvčí .... ani toho jest zdržel, 
jakož jsmy smluveni (Ph. 01. 1412 f. 202 b). 

Post vid. půst. 

Postav ein Stück Tuch von der Länge der Rahme (postav), auf 
welcher es ausgespannt war, dann das Stück eines Gewebes überhaupt ; die 
postavy hatten verschiedene Längen : aby jeden každý postav sukna 32 
loktí moravských držel (Sněm. p. kn. lY. 120); — ahy postav byl míry 
pravé 39 loket zdejších (d. i. pražských. Čas. č. Mus. 1839 p. 227). 

Postavec ein theurer Stoíf aus Seide, feiner Leinwand, je nach der 
Farbe benannt modrý = hyacinthus, červený coccinus u. s. w. 

17 



— 258 ~ 

Postavení die Gestelligniachunp;, dio Verpflichtung, entweder selbst 
vor dem Gerichte zu erscheinen, oder Jemanden dorthin gestellig zu machen, 
wo die Uebereinkunft getroffen wurde : jest ])ropuštěn na postavení (Ač. I. 
213). War der zu Stellende ein Unterthan, so musste er, oder der ihn ge- 
stellig machen sollte, dies verbürgen (ručiti, vyručiti na postavení). 

Postaviti endgiltig testsetzen, feststellen : na čem to postavil, to oni 
nevědí (Ms. 1554). 

Postaviiík 1. Postament, 2. die Zunftkerze oder der Stab der Zünfte 
bei Prozessionen : svíčky, které na postavnících (dřevěných) neseny budou 
(8chr. d. hist. stát. Sekt. Bd. 12 p. 22). 3. der Wachsstock : mají dáti po- 
stavník aneb svíci za 15 gr. (C. č. Mus. 184U p. 170). 4. Der Stangenleuchter. 

Postíhář = ližník, Fasszieher: od stvizování provazů postíhářům, 
po kterých do sklepu výsadníkům vína spouštějí (Ms. Pross. 1615). 

Postihnouti: tehda král postihni svědky svými (kn. Kožb. či. 115); 
nevěry postihnuti ludmi (ibid. 129, 134), durch Zeugen überweisen, überführen, 
reprehendcre. 

Postiti 1. transitiv gebiaucht: postiti pátky, soboty an Freitagen 
und Samstagen fasten. 2. intransitiv: postiti se (wörtl. sich fasten), jeju- 
nale sich von Fleischspeisen enthalten, on se postí er fastet. Zu beachten 
ist der Ausdruck postíc se vor hohen Festtagen in Datirungen : tu středu 
postíc se ke vstoupení Božímu na nebe (Priv. Tov. 76, ai. 1490); — v so- 
botu postíc se k svatému duchu (ibid. 89, ai. 1443) ; — postíc se ke všem 
svatým (SRB. 3, 85) ; — ve středu postíc se k sv. Mikuláši (ai. 1425, Ač. 
1, 25) ; — ten den postíc se k Matce Boží (Jungm.), womit der Vorabend, 
die Vigilie des Festes gemeint ist. — Was das Etymon dieses in allen 
slav. Sprachen vorkommenden Wortes anbelangt, so dürfte kein Zweifel 
sein, dass, obwohl das Sanskritwort upavasta, upavasatha :=. Fasttag 
vorliegt, die slav. Worte auf goth. fastan servare, cfv/.úzTuv zurückzu- 
führen sind ; das goth. Wort wurde zur Zeit, als die Gothen das Christen- 
thum annahmen, in dem Sinne gebraucht: die gebotenen Jejunien halten 
und wenn man berücksichtigt, welch' hohen Werth die griechisch-orthodoxe 
Kirche auf das Fastengebot legt, so wird es crkläilich, wie im goth. das 
Wort Fasten auf die durch das Enthaltungsgcbot entstandene kirchl. In- 
stitution und kirchl. Zeit übertragen werden konnte. Durch Herleitung des 
slav. Wortes aus dem goth. erklärt sich auch der transitive und intransitive 
Gebrauch desselben im böhmischen: postiti pátek wörtlich: den Freitag 
halten, d. h. das Fastengebot bezüglich des Freitages halten, und po- 
stiti se fasten, d. h. sich halten = enthalten vom Essen und Trinken; 
(vgl. Gr. Wtb. 3, Sp. 1350, 1351). — vgl. půst, sušiti. 

Postlání die Federbetten : právo má .... z luoží a postelí k po- 
lovici postlání a polovici má nechati (Kn. Tov. k. 137). 



— 259 — 

Postranná, stranná pře, věc der Incidenzfall ; jene Streitfälle, 
welclie manchmal vor dem Landrechte verhandelt wurden, obwohl sie nicht 
vor dieses Forum gehörten, da sich für diese Fälle die Parteien nicht durch 
Gerichtsorgane, d. h, durch keinen Půhon belangen konnten (vid. půhonná 
věc). Zu diesen postranné pře gehörten alle Ehrenbeleidigungsklagen, die 
roky selské (vid. dieses) u. s. w. Solche Fälle wurden in Böhmen durch 
den Oberstburggrafen, in Mähren durch den Landeshauptmann, in beiden 
Ländern unter Beiziehung von Landrechtsbeisitzern und Vertrauensmännern 
aus dem Herren- und Ritterstande entschieden: co se týče stranných pří, 
kdožby pana hejtmana žádal za složení roku o poctivost neb o jinú při k 
Slídu jeho náležející, p. hejtman má rok stranám položiti v slušném času a 
v místě příležitém a některé pány soudce i jiné z pánův a z rytířstva osoby 
hodné k sobě obeslati a tu věc mezi nimi vyslyšeti a jednati (Sněm. p. kn. 
L 102, ai. 1531); — co se roků a pří postranných o poctivost před p. 
hejtmanem položených dotýče (Pam. Kn. 01. 1535 f. 51). Da nun der Landes- 
hauptmann und Oberstburggraf solche Fälle unter Beiziehung von Land- 
rechtsbeisitzern und Herrn und Rittern entschied, die er am leichtesten zur 
Zeit des Landrechtes haben konnte, bestimmte er den Parteien zur Ent- 
scheidung der stranné pře gewöhnlich die Zeit, wann und den Ort, wo das 
Landrecht gehalten wurde; dadurch kam aber der Missbrauch auf, dass 
solche Fälle vor dem Landrechte selbst verhandelt wurden, ein Missbrauch, 
über welchen sich die Parteien, die eine půhonná pře hatten, mit Recht be- 
schwerten: a stranné pře žádné vedle práva nemají na sudě zemském sly- 
šány ani súzeny býti než samy pohonné, jakož jest od starodávna za právo 
vždycky v zemi české držáno bylo (Yš. 63). In Folge dessen wurde zur 
Verhandlung solcher Fälle beim Landrechte ein eigener Tag bestimmt, an 
welchem nur die stranné pře gehört wurden ; in Mähren seit 1516 der Frei- 
tag: anno 1516 dominica ante Tiburtii stalo se ustanovení panské, že již 
potomně páni soudce žádnými postrannými věcmi neráčí se při soudě zane- 
prazdňovati ani jakého naučení dávati než pořád souditi, kromě pátku; na 
ten den že souditi neráčí než jiné postranné pře, ačby které byly, slyšeti 
(Pam. Kn. 01. 1517 f. 8); — „weiter gehört auch vor das Landrecht nicht 
die Action, so wegen eines Incident-S trittes sich erregen thätc; dann 
solche ebenermassen von dem Landeshauptmann in den Freytagen und nach 
auifgebung des Landrechtes angehört werden soll" (Vern. LO. f. 38) ; vgl. 
rok. In Böhmen wurde hiezu der Dienstag bestimmt; vid. úterý. 

Postrysné der Zoll, der von Getreide, das nach Strichen bemessen 
wurde, z. B. Weizen, Gerste, Korn, Hafer, Erbsen u. s. w. gezahlt wurde. 

Posudek (manchmal auch podsudek genannt), dem AVortsinne 
nach was po-sud-ě d. i. nach dem Gerichte folgt. Es wurde gehegt nach 
jeder Sitzung des grossen Landrechtes und zwar in der älteren Zeit nicht 
an bestimmten sondern an jenen Tagen, die eigens dazu bezeichnet wurden, 
seit 1519 in fixirten Terminen zweimal in Olmütz und zweimal in Brunn 

17* 



— 260 - 

und zwar in Olmütz Freitag vor Georgi und Martini, in Brunn den Freitag 
nach diesen Heiligen (Sněm. p. kn. 1, 11); es wurde, wie jede Grerichts- 
handlung, immer Vormittag abgehalten : posudek aby podlé starodávní zvyk- 
losti držán byl dopoledne ; pakliby páni úředníci toho slušnou příčinu po- 
znali, tehdy celý den i na zejtří dopoledne aneb pokudby potřebí bylo, držán 
býti má (ibid. 39 ai. 1523). Der posudek wurde gehegt durch den Oberst- 
kämmerer, O. -Richter und O.-Schreiber, denen die kleineren Landrechts- 
beamten beigegeben waren. Der Zweck des posudek war nach Kn. Tov. 
der, dass die Parteien bei demselben den Urtheilen Genüge leisten sollten; 
wer Zeugen zu führen, einen Eid zu leisten oder Geld zu zahlen hatte, 
sollte es am posudek thun. Der Kläger konnte sich beim posudek vertreten 
lassen, der Geklagte musste persönlich erscheinen, bis die LO. ai. 1535 
auch diesem die Stellvertretung gestattete. Insofern, als dem Tenor des Ur- 
theiles beim p. Genüge geleistet, und das Exekutionsverfahren angekündigt 
wurde, konnte Karl von Žer. 1619 schreiben : „Dann der posudek nichts 
anderes ist als die Exekution des Landrechtes." Besser übersetzt 
die verneuerte LO. den posudek durch „After recht" ; ebenso die LO. von 
Jägerndorf: „die Afterrecht sollen gehalten worden, das erste den Frei- 
tag vor Pfingsten und das andere Freitag nach Martini, bei welchen After- 
rechten den ergangenen landrechtlichen Aussprüchen von demjenigen, wider 
den erkennet worden, soll Genüge geschehen" (Sehr. d. bist. stat. Sekt. 17, 
p. 40). Es ist also der posudek oder Afterrecht dasselbe, was in manchen 
deutschen Ländern das Nach ge ding genannt wurde. 

Posudné, posiidiií vid. pobecoviií. 

Posvícení dedicatio ecclesiaí, die Kirchweihe, das Fest des Pa- 
trones einer Kirche. 

Posypek (Kn. Tov.) (hergeleitet wie osep von sspu , sypati) die 
Summe, welche der sachfälligc bei dem posudek entrichtete : nummos run- 
dere = peníze sypati : a jí se peníze sespú (K. Tov. k. 142). 

Poskorii: za 4 slepice, které se při odvozování poškornu na Bystré 
dávají (MS. 1648); — hlavní kvitance na poškorn i na slepice (MS. 1686); 
— vielleicht entlehnt aus dem deutschen Busch-korn? 

Posta die Post: nach langjährigen Verhandlungen bewilligte endlich 
der Landtag des J. 1610 jährlich 2200 fl. aus Landesgeldern zur Einfüh- 
rung der Post in Mähren. (Sněm. p. kn. lA'. 504 b). 

Potaz von tázati fragen, die Umfrage, welche der Oberstland- 
richter mit den Gerichtsbeisitzern nach den Schlussreden beider procedi- 
renden Parteien hielt, der Rathschlag der Richter, auf Grundlage dessen das 
Urtheil erfolgte: páni račte se sstúpiti a potaz vzíti (Kn. Tov. kap. 72); — 
o to se páni potáží (ibid) ; — mohu páni kázati vystúpiti všem, aby po- 
volně potaz a rozmluvu míti mohli ... tu již konečný potaz učiní (ibid) ; — 
po žalobě póvoda, po otpovědi pohnaného a po okázání jich spravedlností 



— 261 — 

všech naj vyšší pán sudí pánóv v potaz a v radu zavolá, aby se sstúpili a 
řeči a próvody obojí strany vážili ... tu v tom potazu každému pánu při- 
náleží mluviti, což se jemu za spravedlivé zdá .... když se potaz panský 
dokoná, tu nález píší (Vs. p. 59. 61); — z toho potazu se potom nález 
dělá (ibid. p. 60). -- 2. die Berathschlagung der Partei mit den ihr beige- 
gebenen Rechtshelfern : abychom měli polovici pánov k své radě a ku po- 
tazu, aby s námi mohh odstúpiti (Ač. 2, 81); — mají-li páni z práva vstáti 
z Slídu v potaz strany, když jich prosí? (Ond. z D. či. 65). 

Potopiti unter Wasser setzen , namentlich wenn ein neuer Teich 
angelegt wird: quidquid super illis splavy mergeretur et potopil (DB. 8, 520). 

Potřeba: „ani sě nemocen klada, ani na tej potřebě byl jest, ježby 
mu dali požiti" (Kn. Rožb. či. 92.) wie im altslav. potřeba negotium , res 
neóessaria, das nothwendige Geschäft, die ííothwendigkeit. 

Potřebovati = žádati verlangen: tu jsem na něm potřebovala, aby 
mi to znal (Ph. Brn. 1406 f. 129.); a má od toho člověka pravdy potřebo- 
vati (Ph. 01. 1412 f. 63 b); — práva nepotřebovavše (ibid. 75 b); — čím 
jest nás daroval více, více od nás potřebovati bude (Štít. ed. Erb.) p. 186). 

Potvořily půhon vid. půhon. 

Poučník zusammengezogen aus pavučníli (Spinnengewebe) der fein 
gewobene Schleier, der Flor: poučníky prosté, hedbávné, polouhedbávné 
(Čas. č. Mus. 1867 p. 23); — co dím o vokružích (vid. okruží) z poučníku, 
z tykyty, z kmentu (ibid. 1864 p. 268); — jakés obálky co jelita pod po- 
učníky a rouškami na svých čelích mají (ibid. p. 20). 

Povaječné = vaječné: příjem povaječného 4 den. (Urkd. 1606) 
die Reluition der Abgabe von Eiern. 

Po válec (wörtlich: der Herumwälzer) der Arbeitscheue, der Faul- 
lenzer : CO se poválečuov a zahálečuov dotýče, aby přechovávání na žádného 
gruntech neměli . . . poněvadž známé jest, že skrze ně mnozí neřádové se 
nachází (LO. 1564 f. 41. 42). 

Pováriiík ein Maass für Bier: starých piv se jí dostalo tři povár- 
níky a kauf (MS. 1553 Jungm.) 

Povepřné die Abgabe, womit die Mast von Schweinen reluirt wird, 
von vepř der (verschnittene) Eber, das Mastschwein: mají platiti platu pi- 
tanského, jenž slově povepřné, 41 gr. (Urkd. 1483). 

Povětšiti: poněvadž jest Mikuláš pohonu povětšil, nemá Arkleb 
tomu pohonu odpovídati (Půh. 01. 1412 f. 252), bei der Klage vor Gericht, 
die mit dem půhon übereinstimmen musste, eine grössere Summe oder mehr 
Worte anbringen, als der půhon enthielt; weniger konnte angegeben werden: 
pohon móž ujíti bud v sumě pohnané neb v slovích a to ke škodě nemá 
býti, ale přičiniti nic nemóž (Kn. Tov. kap. 71). — vgl. přivétšití, povýšiti. 



— 262 — 

Povězný der Gefangenaufseher : povězný měl služby tři kopy groši 
(Urkd. 1561). 

Povéžiiý Thurmwart. SRB. 3, 42 ; — povězný, hlásný a branný 
(Priv. Tov. 4 b). 

Póvod in neuerer Form původ hergeleitet von po- v es ti führen 
ducere ; die ursprüngliche Bedeutung der Führer; weil aber in den ältesten 
Zeiten der Kläger selbst den Gerichtsboten zum Sitze des Geklagten führen 
musste (Kn. Rož. či. 7), damit dieser die Citation überreiche, erhielt das 
Wort póvod auch die Bedeutung. 1. Kläger, also wörtlich und sachlich 
gleich dem lateinischen actor: když pojme komorníka na pohon póvod (Kn. 
Rož. t'l. 7); — ct illi, qui dicitur powod, satisfaciat (CD. 2, 210 ai. 1229); 

— i póvoda opatruje i pohnaného (Yš. 115); — póvod i pohnaný k svěd- 
čení pohonu státi mají (ibid.); — póvod méně ztratí, pohnaný více (ibid. 116). 

— 2. der Begleiter, conductor, der Wegweiser, also das, was p.óvod 
ursprünglich bedeutete. Als aber die Bevölkerung dichter wurde und die 
Begleitung der Gerichtsboten den Klägern selbst lästig wurde , sandten an- 
fänglich die Magnaten ihre Knappen (panoše) mit dem Gerichtsboten: dáti 
panošů , aby dovedl komorníky , kde pohoní (Kn. Roz. či. 7). Später aber 
machten es gewisse Leute zu ihrer Aufgabe , die in einem bestimmten Ge- 
richtssprengel ansässigen Grundbesitzer kennen zu lernen und da sie ihren 
ständigen Aufenthalt kannten, wurden sie benützt, um den Gerichtsboten 
zum Sitze des zu Citirenden zu führen : byli sú za starých ve všech krajích 
póvodové, ne komorníci, svědomí jedenkaždý v svém kraji všech sidel pan- 
ských, zemanských i dědinných ... z té příčiny ti póvodové od starých sú 
vymyšleni, ne aby pohonili, ale aby komorníkem okazovali sídla těch, kteříž 
měli býti pohnáni a aby komorníky k jich sídlóm povodili, z kteréžto pří- 
činy i póvodové sluli. (Tš, 437). Weil nun der póvod in diesem Sinne die 
Stelle des Klägers, welcher ursprünglich den Gerichtsboten den Weg selbst 
wiess, verti'at, erhielt das Wort auch die Bedeutung 3. Stellvertreter 
des Klägers, sei es bei der Klage, oder Schadenerhebung, oder dem zvod 
u. s. w.: pakli sám (i. e. žalobník) ncpřijedc, ale muož místo sebe jiného 
puovoda poslati rozumného = si autem actor metipso nollet ad tabulas re- 
dire, potest vice sua aliquem conductorem mittere intelligentem (Zříz. Vlád. 
či. 153); — a ten jistý, ktož právo vede, má při úředníku jeti, aneb puovod, 
kterého pošle a když přijedu k těm dědinám , má ten, ktož vede aneb pó- 
vod jeho ukázati (ibid) ; — quando póvod actoris jurando non procedit, 
actor perdit (Cod. j. b. 2, 270); — jistec přisahá aneb ten, ješto slově pó- 
vodem (ibid. 327). Es waren aber Fälle , wo der Kläger selbst erscheinen 
musste und der póvod (conductor) ausgeschlossen war und schickte der Kläger 
doch an seiner Statt den póvod, verlor er die Klage: když žaluje z žití s 
póvody, otpovídač brání před otpovědí, že dí: „s právem-li mi otpovídati, 
když s póvody na mě z toho žaluje?" (Kn. Roz. či. 141). — 4. die Yer- 
pflichtung der Unterthanen, das Geleite zu geben: ab honere, quod dicitur 



_ 263 — 

poowod et prowod (Erb. Reg. 1, 335) = dent conductum, quotiens ex- 
pedit domino abbati et nuntiis ipsius (ibid. 44 ai. 1045). 

Povoz (powos, powoz) vectura der Vorspann : povoz sive cum plaii- 
stro sive cum pedite non ducent (Tzschoppe et Stenz. Urk. Slg. p. 309); - — 
povos non ducant nisi ad expeditiones vel alia vice consueverunt ab an- 
tiquo ducere justo modo (ibid. 340); a powoz dimidii currus (Rzy. IL 616). 
Dasselbe was 1357: vecturis seu curruum interstrationibus (CD. 9, 39.) a 
vecturis seu curruum exercitualium missionibus (CD. 9, 205). 

Povozila robota die Zugrobot : povozné roboty do Brodu a Kunovic 
(MS. Krems. 1613). 

Povozné die Zahlung, welche die TJnterthanen gaben, um von der 
Zugrobot befreit zu sein. 

Povozovati die Zugrobot verrichten. 

Povrub (von vrub das Kerbholz) die Steuer, Abgabe: sedláci se- 
brali se na zemany pro bezpráví, kteráž jim činili , povruby s nich brali a 
králi nic nedali (SRB. 3, 360); — povrubu svatojirského, ostatek dojatého 
se přijalo (MS. 1628). 

Povrubčí : od Jana Kubše na rejstra za rok 1628 povrubčí svato- 
havelská (MS. 1628), die Register, in welche die Eintragungen vom Kerb- 
holze stattfanden: také co který den dělníků dělá, na to vinaři s lidmi po- 
řádné vruby míti mají, kteréžto vruby od vinařů až do počtu schovány býti 
mají. (Čas. č. Mus. IX. B. p. 66). 

Povrubiié: povrubného se vydalo 30 gr. a 5 den. (MS. 1628.) Aus- 
gabe für die am Kerbholze bezeichneten Arbeitstage. 

Povýšiti: H. nemá pohonu odpovídati, proto že P. peněz povýšil. 
(Půh. 01. 1412 f. 252) vid. povětšiti. 
Powos, powoz vid. povoz. 

Pozeďný, der Wall- oder Burgmauer- Wächter, Burgwache: pověžný 
nebo pozedný von zeď die Mauer (Čas. č. Mus. 1835 p. 273). 

Poznaly, kundig : má sudce po krajinách usazovati lidi hodné a 
poznalé. (AČ. III. 413.) 

Poznati se in Kn. Rožb. či. 113 = přiznati se fateri, č. 18 = vy- 
znati, aussagen. 

Pozounář , der Pozaunist ; in Prag waren ihrer fünf , welche vom 
Ostersamstage bis Michael im Rathhause zweimal des Tags Früh um die 
14., Nachmittag um die 22. Stunde und von Michael bis Ostern täglich einmal 
um Mittag zu blasen hatten : ku poctivosti JMC. p. purkmistra, pánů i všech 
obyvatelů (Pam. Arch. 1869 p. 548). 

Požár ], der Brand. 2. die Brandstätte, wo nach dem Brande Fristler 
angesiedelt w^urden (vid. Ihotník): o Ihotníky vnově na požáry se osazu- 



— 264 — 

jící .... kteříby se na grunty od nepřítele popálené osazovali .... kteří 
pak na týchž gruntech popálených se osadí (Sněm. p. kn. ai. 1609 p. 461); — 
lán a k tomu ten požár, jakožto rychtářství na něm někdy ustaveno bylo 
(XJrkde. ai. 1435 im Archive zu s. Thomas). 

Požárník , der Abgebrannte , oder der sich auf einer Brandstätte 
neu ansiedelt : krom Ihotníků, požárníků a těch , jimž se povodněmi škoda 
stala. (Landtag 1584.) — Vid. požár. 

Požáriiý, der Aufseher über Feuerlöschrequisiten. 

Pracloviiý : nalezl tam plátóv, ostřížkóv měděných, železa praclovná, 
kterými dělal zlaté Uherské, groše Míšeňské, peníze a haléře Vídenské 
(Ač. 3, 527)? 

Práče 1. der Schleuderer. 2. im plurál práčata, die Spiessruthe, 
die Strafe des Gassenlaufens : k tomu šilink mu bude dán skrze práčata 
(1413 Čas. č. Mus. 1828 p. 32). 

Pragát vid. Brokát. 

Prak 1. ťunda die Schleuder, die Wurfmaschine: třinácte soudkův 
s ohněm z prakův do zámku vrhli (Velesl.) a mnoho suduov smradu z 
praku tam metali (SRB. 3, 53); — do hradu vrhli sú z praku kamenuov 
932, item sudkuov s nečistotami též z praku uvrženo 822 (ibid, ai. 1422). — 
2. eine Art Jagdhund, vgl. ital. bracco, mithd. bracke. 

Prakoviiiťe, die Schleudermaschine. 

Prakoviiik (selten Prakiiik) fundibularius , der Schleuderer, der 
die Schleudermascliine bedient. 

Praktika, die Intrigue. 

Praktikant, der Intrigant: mívaje své konversací jak s kardynálem 
tak i s jinými praktikanty proti vlasti se postavoval (Pav. Skal. 3, 436); — 
o kardynála, preláty a jiné nepřítele a praktikanty (Landtag 1619). 
''^^T'^ Prapory "■ Ms JFahnlein Reiter oder Fussknechte , gewöhnlich 300 
Mann zählend ; vgl. polopraporec. 

Prašné vid. Popravné, 8prašné. 

Přástky oder Přistky , dus Zusammenkommen der Dorfleute in 
Spinnstuben, wobei allerlei Unfug getrieben wurde , wesshalb die Landtage 
strenge Verbote dagegen erliessen. 

Práv býti 1. in der rechtlichen Verpflichtung sein, die rechtliche 
Verpflichtung erfüllen: má mu práv býti na kříži s kléskú (Půh. 01. 1412 
f. 209); — že mu práv býti nechce; — mají z toho právi býti a odpovídati 
(Urkd. 1576) ; — práv má býti podlé pohonu nyní nebo na posudku. — 
2. im Rechte sein, das Recht zugesprochen erhalten: která strana jest 
práva, která křivá; — leč práv leč křiv chudý křesťan, vždy žida bohatého 
učiní práva (Štít. 158); — když uznají, že právi proti němu zóstati nemohu, 
jej od jeho žaloby pryČ svedu (Vš. 35). 



— 265 — 

Pravda 1. die Wahrheit. 2. die Gerechtigkeit in objektiver und 
subjektiver Beziehung auf die Partei: že mne otvedl od práva a panského 
nálezu, ješto mi se měla pravda státi (Půh. 01. 1412 f. 47); — aby všude 
a ve všem pravda při sudu zemském držána byla (Vš. 438); — častokráte 
svú pravdu jedna strana túž anebo podobnú pravdu majíc v svém lícení 
nevýmluvně přede pány povede, že páni o túž při ke ztrátě jí naleznu . . . 
neb v každém právě tomu, ktož své věci jest opatřen, právo jest pomocno 
a ktož své pravdy nedbá, právo jemu také nerado pomáhá .... přikaž ať 
pravdu božská vedii (= justitia divina) a v té pravdě i k té pravdě právo 
staré vedúce (Ond. z D.) ; - že se nedalo po pravdě = non fuit ministrata 
justitia (Cod. j. b. II. 2, p. 262). — 3. der Rechtszustand: ažbychom zemi 
ku právu a ku pravdě přivedli, jakož jest dřéve za našich předkóv v pravdě 
stáia. A nadto pak i dále, ažbychom již i zemi ku právu a ku pravdě ob- 
stanovili a přivedli a opět kdy znova ta pravda od koho nad kým z nás 
rušena byla neb nedržána: tehdy slibujem věrně podlé sebe státi (Ač. 1, 55 
ai. 1395). 

Právě in der Verbindung věrně a právě učiniti vid. věrně und 
vgl. poručník. 

Pravější svědci Kn. Rožb. či. 134, 144 entv^reder die Zeugen, die 
den Nullitätseid bestanden oder die, vi^elche höheren Standes sind, als die 
Zeugen der Gegenpartei. 

Právní slepice vid. příhlasné. 

Právník kommt zwar im Landtag 1569 vor, scheint aber lapsus 
calami zu sein für nápravník : právníci, dědinníci, svobodníci und bald darauf: 
nápravníci. 

Právo das Recht, ein Wort derselben Anschauung entsprossen, wie 
das lat. rectum, das d. Recht das franz. droit, das was gerade, was 
recht ist, im Gegensatz von křivý krumm. Die allgemeinste Bedeutung ist 
also Recht jus: právo káže, přeje = jus jubet, favet. Spezielle Bedeu- 
tungen sind: 1. regula, prteceptum juris die Vorschrift des Rechtes: 
právo jej pohnati v hradě (Kn. Roz. či. 18) ; — ne s právem sehnal (ibid. 
či. 24). — 2. Die Folge der Vorschrift also die Pflicht: právo jim sehnati 
= mají sehnati sie sollen citiren (Kn. Roz. či. 23). - 3. ju sj urandum 
der Eid: právo na kříži (Kn. Roz. či. 143 ; Půh. Brn. 1417) der auf's Kreuz 
abgelegte Eid ; — práva ktož v žalobě nežádá, próvodu nemaje, nebude 
mu nalezena přísaha, než pohon se zdvíhá (Eml. Reliq. I. 209) ; - právo 
sirotčí der Waiseneid (vid. sirotčí); daher die Phrasen: pohoním ho 
oder vedu to k jeho právu ich trage ihm den Eid auf. — 4. Der 
Rechtsbeweis: právo se otpřiséci (Kn. Roz. či. 72, 73); — právo 
voda, železo das Ordale des Wassers, Eisens; — má svá práva do Brna 
přinésti (Půh. Brn. 1412 f. 250); — výpisy z desk neb jiná práva svá 
(Půh. 01. 1437 f. 142). — 5. Der Proces s: jestli mi s ním které právo 



— 266 — 

míti (Kn. Roz. či. 132). — 6. Judicium das Gericht: před právem státi; 
právo zahájiti das Gericht hegen. — 7. Die Taxe: má právo dáti tri ha- 
léře (Kn. Roz. 61. 1); — neb prve od toho právo vzato jest (Kn. Tov. kap. 
122); — pr. mistrovské die Taxe für Erlangung des Meisterrechtes; — 
pr. úředničí die den Gerichtsbeamten gezahlte Taxe: že mi jest slíbil za 
10 hřiven úředničího práva (Půh. Brn. 1406 f. 170); — pr. čtrnácté vid. 
in der II. Abthlg. quatuordecim nummi. — (S. Die Sp ortel: z. B. 
právo tesařské das Recht des Zimmermannes sich am Samstage von dort, 
wo er arbeitete, die Abfälle vom Holz mitzunehmen. — 9. Der Juris- 
dictionsbezirk: že vás na kterémkoli právě obstavovati chci (Urkd. 
1631); — na právě panův Brňanův polapen (Půh. 01. 1582). — 10. Die 
Tortur, manchmal mit dem Beisatze trpné, útrpné: útrpným právem 
bylo přikročeno a každý z nich dvě práva (zweimalige Folterung) vytrpěl 
(MS. LA.); — pr. horké die heisse, suché die trockene Folter (vid. trá- 
pení). - 11. Die Todesstrafe: klekna na kolena právo své vytrpěl 
(Pav. Skal. ,5, 90). — Zu beachten sind die Ausdrücke právo činiti den 
Eid ablegen (vid. sub. 3), pohoniti k právu (vid. 3), právo přechází, 
právo se promlčí, das Recht verjährt, právo pustiti das Recht eröffnen 
(práva zemská puštěna jsú a ku póhonóm zasezeno bude. Kn. Tov. kap. 33), 
státi k svému právu (vid. 3), s taviti právo aliquem supportare a jure 
den Process verlegen, den Lauf desselben aufhalten (vid. nestání sub 1.), 
trpěti právo (vid. 10, 11), vedu to k jeho právu (vid. 3). — Zur leich- 
teren Uebersicht seien noch erwähnt právo čtrnácté (vid. 7), dědinné 
(vid. dieses), duchovní das geistliche Recht, horké (vid. 10), hraničně 
(vid. dieses), kopecké (vid. dieses), krevné (vid. dieses) listovní das 
Urkundenrecht (Yš. p. S), manské (vid. man), menší (vid. soud zemský) 
městské das Stadtrecht, mistrovské Meisterrecht (vid. 7), sirotčí (vid. 
dieses), stálé (vid. dieses) stanné (vid. dieses), stavné(vid. obstávka), 
tesařské (vid. S), úředničí (vid. 7), ú stanné (vid. dieses), větší (vid. 
soud zemský), vyšší das Obergericht, zemské das Landrecht. 

Prazápís: pro emphiteosi =: z hantfestu neb prazápisu troj pohon 
(Cod. I. 6, II. 2. p. 257). 

Pražané speziell identisch mit Hussiten, Anhängern des Zižka. 

Pražka die Pragerin, Name einer Kanone SRB. 3, 53 : z Pražky 
každý den sedmkrát vystřelovali (ai. 1422) ; vyvezli na Špitálsko děla .... 
stříleli z Pražky a kule letěla přes druhou vodu asi hony .... špalek dosti 
tlustý Pražka za sebou na dvé zlámala .... kterak z Pražky kule daleko 
letěla, někteří praví, že kdyby na břehu za židy ji zasadil, hrad Pražský i 
vinnice by přenesla (ibid. p. 384, ai. 1515). 

Preheiida vom lat. prsebenda (plurál) was dargereicht, geliefert 
werden muss, Pfründe (eigentl. der tägliche Lebensunterhalt der Mönche 
und Priester). 



— 267 — 

Přeboj Kn. Rožb. či. 69 sonst příboj der Raubanfall : jako lev 
hotov ku příbojů = sicut leo paratus ad prsedam (Jungm.) ; — příbojnictva 
neroďte žádati = rapinas nolite concupiscere (Jungm.) 

Přebyfi überleben : pakliby svého muže přebyla (Kn. Tov.) 

Přebyvek das zeitweilige Wohnen ausser Hause : paní jest na 
přebyvcích (Kn. Rožb. či. 35); — u dceře přebývá, nebo na hodech jest... 
proto sě na své zboží vrátí (ibid. či. 45, 46). 

Předchůdce páně prsecursor domini Joh. Baptista. 

Predikatorový zákon ordo prsedicatorum (Pass. Plz. 351). 

Přech nom. viri = Přemysl? 

Přecházeti vorübergehen, schwinden; právo přechází das Recht 
verjährt ; práva přecházejí ve třech letech a osmnácti nedělích (Záp. 
Žer. 1, 185). 

Přejemce vid. Příjemce. 

Preláti der Prälatenstand. Zu dem Prälatenstande gehörte der 01m. 
Bischof (später auch der Brünner), das 01m. (später auch das Brünner) 
Domkapitel, ferner die infulirten Aebte, Pröbste und Prälaten, dann alle 
Stiftsvorsteher, deren Stifte landtäfliche Güter besassen und seit altersher 
die Landtage zu besuchen das Recht hatten ; ferner seit der Yern. LO. 
(f. 14) die Commendatoren der geistl. Ritterorden. Die Prälaten bildeten 
den zweiten Stand in Mähren und erscheinen seit den ältesten Zeiten immer 
nach dem Herrenstande angeführt, manchmal sogar vor dem Herrenstande 
unmittelbar nach dem Bischöfe, der in allen öifentl. Schriftstücken den 
ersten Platz einnahm, z. B. im Landfrieden ai. 1440: My Pavel biskup Olo- 
múcký i všichni opati a preláti země mark. Mor. etc. (Kn. Tov. k. 3). Ge- 
wöhnlich aber hiess es : kněz biskup, páni, preláti, rytířstvo a města. Das 
Ansehen des Prälatenstandes wurde natürlich durch die religiöse Bewegung 
des 15. und 16. Jhrdts. wesentlich alterirt, so dass es Gepflogenheit wurde, 
bei den Landtagen früher den Ritterstand zur Stimmabgabe zuzulassen und 
dann erst die Prälaten, obwohl in Schriftstücken die alte Rangordnung bei- 
behalten wurde : stav rytířský v přímluvách na sněmích před stavem du- 
chovním přednost obdržel, v sedání, v poselství a v jiných ceremoniích za 
ním místo má (Listy Zerot. I. p. 29). Namentlich sank im Verlaufe des 
15. Jhrdts. das Ansehen des P. Standes, wie aus den Beschwerdeartikeln 
hervorgeht, welche dieser Stand im J. 1516 dem H. Stande und L. -Haupt- 
mann überreichte, aus deren einem hervorgeht, dass die Prälaten sehr wenig 
in Landessachen galten, indem man sich gewöhnt hatte, nur von drei 
Ständen zu sprechen: Také při obecním jednání slýcháme, že toliko tři 
stavové se jmenují; pak YMstem jest to vědomo, že v tomto markrabství 
od starodávna vždy jsú čtyři stavové byli, totižto stav panský, prelátský, 
rytířský a městský, YMst. za to prosíme, že nás také zapomínati neráčít.e, 
zvláště znajíce to, že také v této zemi z milosti Boží najprvé JMs. kněz 
biskup zámky a města má, jiní preláti i kapitola jakž milý Bůh ráčil nás 



- 268 — 

obdařiti a ve všem s VM. rádi se snášíme všecko trpíce, co zemského do- 
brého jest YM. prosíme, když se obecné věci jednají svolením všech stavů, 
abychme také hlas a místo mezi YM. míti mohli." Auf diesen Artikel lau- 
tete die Antwort : p. hejtman pověděl, že JMt. páni, rytířstvo to velmi rádi 
vidí, aby hlas a místo Yám dáno bylo, než stoliko abychom se sami k tomu 
měli ; a p. hejtman pověděl, že z nepaměti stav prelátský několikrát vypu- 
stil, abychom jemu to odpustili, že se chce potom jinače pamatovati." (Pam. 
kn. Olom. 1517 fol. 101 -lOG). Aber auch nach diesen Yerhandlungen scheint 
die Stellung des P. Standes dem protestantischen Tierren- und Ritterstande 
gegenübei' nicht besser geworden zu sein; denn beim Landtage des J. 1612 
legten die Prälaten wieder 1 1 Beschwerdeartikel vor ; im ersten beschweren 
sie sich, dass keiner aus ihrer Mitte in die Controllskommissionen über Yer- 
ausgabung der Landesgelder gewählt wurde, worauf der Ilerrenstand ant- 
wortete : es sei wünschenswerth, dass die Prälaten davon abstehen, wollten 
sie dies aber nicht, so mögen sie eine hiezu geeignete Persönlichkeit wählen, 
worauf sie den Obrowitzer Abt wählten. Im 4. Art. beanspruchen die Prä- 
laten, dass sie zu allen Kommissionen mit Ausnahme der Kriegskommis- 
sionen beigezogen werden sollen, worauf die Herren antworteten, dass dies 
ohnehin geschehe, ausser wenn die Prälaten freiwillig darauf verzichten. Im 
5. Art. verlangen sie, es möge ihnen, wie den anderen Ständen frei stehen, 
ihren Stand als politische Corporation zu ergänzen durch Aufnahme solcher 
dem Bischöfe und L. -Hauptmanne genehmen geistl. Personen, welche Land- 
güter besitzen ; wurde nicht bewilligt. Im 8. Art. beschweren sich die Prä- 
laten, dass die frühere Gepflogenheit aufgehört habe, vermöge welcher der 
Prälatenstand durch eine Herrenstandsperson in das Berathungszimmer der 
Herren berufen wurde, was jetzt dem Ritterstande gegenüber noch immer 
beobachtet werde , worauf die Herrn antworteten : dies thäten sie, weil sie 
mit den Rittern Freunde und Blutsverwandte seien und bis dies der Fall 
auch mit dem Prälatenstande sein werde, wollten sie solches auch diesem 
Stande gegenüber beobachten. (Sněm 1612 p. 112, 116). Den Berathungen 
des Prälatenstandes präsidirte der Unterkämmerer, weil die geistl. Güter 
zur königl. Kammer gezählt wurden ; nach der Yern. L. 0. wurde der Prä- 
latenstand zum ersten erhoben, und der Präsidentschaft des Unterkämmeres 
enthoben. 

Přemek nom. viri = Přemysl ? 

Frciigadeii in Pam. Kut. fem. gebraucht : (prengáda), die Werk- 
stätte, wo die Münzen geprägt werden; e germ. Brenn-gadem (gadem, 
gaden = Werkstätte, Gr. Wtbch.) : zhledše na službu našich prennerů v 

našem prengadě kdožby ten prengaden od nás držel nebo najal 

(CD. 7, 852). 

Preniiáriia (e germ. Brennerei) die Hütte, wo das Feinbrennen 
des Silbers vorgenommen wird : počali v prennárně tolary dělati (Cas. č. 
Mus. 1828 L 46). 



^ 269 - 

Preseca, preseka, prezeca, prezeka vid. Preseka. 

Přeseka (von pře - sekati durclihaiieu) der Durchhau des Waldes, 
dann die Yerpflichtung der Gaubewohner, Wege durch Wälder anzulegen, 
suecisio silvarum : nullus pro reparatione viarum vel silvse succisione in am- 
bitu terrse molestare prajsumat homines de Tepla (CD. 2, 73) ; — aby k 
mýtění lesu, což se přesekou nazývá, nápomocni byli (Čas. č. Mus. 1837, 
p. 107). 

Preslice, der Spinnrocken, gebraucht wie im deutschen als Symbol 
dessen, was das weibliche Geschlecht anbelangt: léno po přeslici das Weiber- 
lehen, feudum femineum ; — aby statek jeho na nejbližší přátely po meči 
aneb po přeslici připadl (Yel. kal.). 

Přesnice, Přesiiík (Přísníce), das ungesäuerte Brod, azyma : první 
den přesnic aneb nekvašených chlebů =: zelený čtvrtek der Gründonnerstag ; 
přesniční dnové dies azymorum, přesniční hody pascha. 

Přesvědčený, wörtlich der überzeugt, überwiesen ist; in Záp. Žer. 

1, 80 einer, der zur Zeugenaussage untauglich ist: bránil svědka, že kdysi 
odprošovati musel a tedy že jest přesvědčený. 

Přetrhnouti, Přeťrhovati puhon, den Půhon durchstreichen, d. i. 
den Půhon für ungiltig erklären : kdožby (poklidů) nebrali, aby se jim půho- 
nové přetrhovali (LO. 1564 f. 26). 

Převod věna, die Uebertraguug der Mitgiít, translatio dotis. Es 
stand dem Gatten frei, die Mitgift seiner Frau von einem Gute auf das 
andere entweder ganz oder theilweise zu übertragen. Wurde das Gut, auf 
welchem die Mitgift versichert war, verkauft, so musste diese auf einem 
anderen Gute versichert werden , wofür der Käufer zu sorgen hatte ; denn 
der Frau stand das Recht zu, nach dem Tode ihres Mannes, wenn die 
Uebertragung der dos nicht stattfand, ihre Mitgift da zu verlangen, wo sie 
landtäflich sichergestellt war: na mužovu statku postihnuti móž věno své, 
drž jej pak kto drž (Kn. Tov. kap. 139). 

Převora, převořiše die Priorin : sestře mé , která jest převorú v 
králové klášteře (Ms. LA. XII. YII. 14 f. 30 b). 

Převuzný : jest polovice mýta převuzen , že koně požičil (Kn. Roz. 
či. 15) = povinen verpflichtet, altsl. vonz^ vinculum, ligamen. 

Přezimný, was über denW^inter dauert; přezimný král der Winter- 
könig: přezimný král Fridrich z Prahy rychle se odebral (nebo tak se z 
této příčiny jmenoval, poněvadž jeho království jen přes jednu zimu trvalo. 
Sehr, der hist. stát. Sekt. 22, 249.) 

Prha: shromáždí své tsti prhy = congessit polentám sibi (Ruth. 

2, 14; bibl. 1404 f. 136); — polenta jest muka mělitká z nových zrn z 
sušených a z té muky bývá chleb rozkošný, jemužto alfita dějí; tomu my 
prha říkáme (bibl. 1404 f. 137) vgl. altsl. prT)ga , prtga novellum tritici 



— 270 — 

granum, niitlaf. prasrmus, prasima (wohin auch das höhin. pra/ma i)iiinitÍ8e 
frumenti gehčht). 

Prchal, eiu entlaufener Untorthan: Proček z Zástřizl udělal řeč, že 
jest p. maršálek učinil jemu psaní o prchala, aby se jím ujistil, že jest 
Proček toho prchala jemu p. maršálkovi vydati chtěl a že jeho p. maršálek 
přijíti nechtěl, že on Proček toho prchala pustiti chce. (Pani. kn. 01. 1517 
fol. 36 b) vid. odpuštění. 

Příbytní, was einen Ueberschuss bildet: za 14 týhodnů a 2 dni 
od užívání ])říbytní krávy (MS. Hoch. 1666). 

Príbytiiý: příjem platu příbytného a příplatného z domů (MS* 
Hochvv\ 1654) vid. příplatek. 

Přicej chovati : dále do panské ochozi sobě k své přicejchoval (MS. 
1560) durch yer<änderung der Gränz-Zeichen auf den Bäumen seinen "Wald- 
besitz vergrössern , indem diese Zeichen auf Bäume gemacht werden , die 
schon einem fremden Walde angehören. \ 

Příčina 1. = případ der Fall, causa: co jest příčin, ježto k sudu 
sluší (Kn. Tov. k. 213). — 2. der günstige Ort: „krčma na dobré příčině, 
že tam mnoho lidí jezdí." — 3. die werkthätige Anstrengung, Einflussnahme, 
Hilfe: kompaktáta jsú naší zemi příčina veliká a pomoc (1445); — pro 
buoh pane rač vésti k některakému konci dobrému; nebť jest v této zemi 
nyní pohříchu velmi zle, nebudeli napřed boží pomoci a vaší příčiny (1450). 

Přidav, das Beidrücken z. B. des Siegels: kázal jsem tento list 
tisku svého přídavem utvrditi (Erb. Reg. 145); vid. dáviti. 

Přidávač: kto se počal učiti, měl býti první rok přidávačem, druhý 
též, mohl se ale někdy i na krove zkoušeti (Pam. arch. 8, 586), der Gehilfe 
bei der Maurer- oder Dachdeckerarbeit , welcher die Ziegel u. s. w. dar- 
reicht: zedníkům a přidávačům (MS. Pross. 1546). 

Přidáviti vid. dáviti. 

Přidědění adhereditatio von při -děditi (Jemanden zum rechten 
Eigenthümcr machen), der letzte Grad der civilrechtlichen Exekution, durch 
welchen der Sieger im Processe nach der Taxation (odhad) in den vollen 
rechtlichen Besitz des sachfälligen Gutes gelangte. Erfüllte nämlich der 
Sachfällige zwei Wochen nach dem odhad seine Ycrpflichtungon nicht , so 
ersuchte der Sieger um das přidědění. Dieses ging folgendermassen vor sich. 
Zuerst giong der Burggraf jenes Kreises , in welchem das Gut des Sach- 
fälligen lag , auf dasselbe hinaus und ermahnte die Unterthanen , dass sie 
zu Hause bleiben sollten , indem die Landrechtsbeamten kommen würden, 
um das přidědění vorzunehmen; entfernten sich die Unterthanen trotz dieser 
Ermahnung , dann wurde dem Sieger nicht bloss der abgeschätzte Theil, 
sondern das ganze Gut übergeben. Hierauf erschienen der Oberstkämmerer, 
Oberstlandrichter mit den Beamten des kleineren Landrechtes, beriefen den 



^ 271 — 

Togt und jene Unterthanon, auf deren Gründe und Zinse das přidodění zu 
erfolgen hatte, befahlen ihnen dem neuen Herrn das Ilomagium zu leisten, 
rissen dann eine Schindel oder einen Strohbund aus dem Dache des Hauses, 
wo der Unterthan wohnte und übergaben es dem Sieger mit den Worten: 
„diess sei dir ein Zeichen, dass dieser Grund und Boden dein rechtes und 
wahres Eigenthum sei" (Kn. Tov. kap. 122). — Ein spezieller Fall des 
přidědění ist angeführt Kn. Drn. pag. LXHI. — In Böhmen hiess diese 
Exekution panování (vid. dieses), ein Ausdruck, der erst. durch die vern. 
LG. in das mähr. Landrecht eingefühlt wurde, obwohl der Ausdruck při- 
dědění vor Ondřej z Dube auch in Böhmen gebräuchlich war (vid. odhad). 

Přídruha, der Pflock, an den die Latten beim Zaune befestigt sind 
(Kn. Rožb. či. 278); vid. družiti. 

Príhlasné, das Bekenntnissgeld, eine Abgabe, welche die zu einem 
Gerichtsbanne gehörigen Orte bezahlten : povinni byli dávati kyjovného aneb 
příhlasného každého roku jak kdo v dědině sedí po jedné slepici k právu 
Tovačovskému (Urkd. 1561); ~ z dědin, které se k tomu právu městskému 
přihlašovaly neb jeho užívali, dávaly se právní slepice (ibid.). 

Příhlaviií quod circa caput occisi est 1. dobytek ::= die Hab- 
seligkeiten, namentlich das Geld, welches dem Ermordeten genommen wurde : 
z příhlavného dobytka troj pohon (Kn. Roz. či. 184. — Ygl, dobytek und 
nábytek). Später heisst es statt dobytek 2. peníze: když zabil jeho 
otce, při hlavě jeho vzal jemu 500 hřiven (Ond. z D. či. 17); — quia re- 
ceperunt circa caput (= při hlavě) capitalis pecunise 10 marc. arg. (Eml. 
Reliq. L 5). — 3. dluh das nicht bezahlte Wergeid: ale o příhlavním 
dluhu tak jest žaloba (Ond. z D. či. 17). — 4. schlechthin příhlavní das 
Wergeld : zvod o příhlavní , die Exekution wegen des Wergeides (Ond. z 
D. Č1. 45). 

Přihrádek, der Zubau zu einer Burg, der Schlossvorbau, das Vor- 
schloss , wo die Dienerschaft und die Knechte wohnten; 1. P. 1570 tento 
přihrádek jest postaviti dal .... P. Bůh rač v pokoji ostříhati domu toho 
(Aufschrift auf dem Vorschlosse in Raitz); — čeleď, která dole léhá na 
přihrádku (Čas. č. Mus. 1835 p. 273); — čeleď dělná na přihrádku (ibid.). 

Příchod adventus: neb latině adventus česky slově příchod neb 
navštívení (Hus. ed. Erb. 2, 3). 

Příjem , Přijetí , die Uebernahme entfremdeten Eigenthumes und 
Benützung desselben, weshalb gewöhnhch diese Verbindung: příjem (= přijal) 
a živé: Ondřej žaluje na Kříže, že když Jan učinil jemu škodu svú mocí 
bezprávně .... on (Kříž) tu škodu ot něho (i. e. Jana) přijem a živé (Ond. 
z D. či. 26); — žaloby jsú jedny z účinka, druhé z příjma , třetí z kázaní 
(ibid. ČI. 23) ; — kdyžby kto komu škodu učinil nebo kázal učiniti , nebo 
ot koho tu škodu přijal (Rád. p. z. či. 78). — Vgl, susceptío. 



— 272 — 

Příjemce věna, der Uebernehmer der Mitgift, welcher für dieselbe 
die Gewähr zu leisten hatte , nanientlicli bei der Uebertragung derselben 
(vid. převod věna): příjemce jiného nic není než převodu věna zprávce (Vš). 
Er hatte für jeden Abgang der Mitgift zu haften: což by se koli nedostalo 
v převodu, o to se má k přejemci svému navrátiti (Vs. 223). Das Wort 
stammt von přijmouti aufnehmen und verdankt diese Bedeutung dem alten 
Rechtsgebrauche in Böhmen und Mähren, dass ein guter Freund des Hei- 
rathenden die Braut in seine Behausung aufnahm (přijal) und dadurch sich 
verpflichtete, für die Mitgift Grewähr zu leisten; aufgehoben wurde dieser 
Brauch durch die vern. LO.: „Nachdem in Unserem Erbmarkgrafthum Mähren 
es bis dato also gehalten worden, dass derjenige, so seinen guten Freund 
verheirathen wollen und der Braut Einführung in seiner Behausung zur son- 
derbaren Freundschaft beschehen lassen, hiedurch gegen der Braut wegen 
des Heirathsgutes, da sie desswegen anderwerts nicht versichert gewesen, 
verbündlich worden ist; wie dann auch, da einer eine Jungfrau hätte aus- 
geheirath u. s. w. (vern. LO. f. Mähren fol. 155 b, vern. LO. f. Böhmen 
pag. 842). 

Příjemné 1. die Aufnahmstaxc : aby jej mezi sebe v sousedstvo 
přijali a dva zlaté na rathouz příjemného k obci položil (MS. LA. M. YII. 
8 fol. 11 b). 2. dle Taxe, welche der Sieger im Processe zahlte, wenn der 
zvod (Einführung in die possessio) vorüber war, die Einführungstaxe : kdo 
kdo zvod činil, dal 5 gr. a vzdaného groš a příjemného groš, 

Příkaza = překážka (Ph. Brn. 1406 f. 134; 1417 fol. 17; Ph. 01. 
1412 f. 41, 206 b). 

Přikázaný der Botmässige : jakž jsem živ, vaším služebníkem při- 
kázaným jsem nebyl (1467); —zemany okolní, kteříž tvoji nejsii přikázaní, 
jménem naším obešli (1458). 

Přikázati se někomu sich zur Verfügung stellen, unterwerfen: otec 
se nám přikázal i s tím zámkem Netolickým (1477). 

Prima (prima missa vel prima horarum canonicarum) jene Stunde, 
durch welche bei Eröflnung des Landrechtes in Böhmen in der Allerheilg. 
Kapelle in Prag geläutet wurde, wenn die Půhonen laut vorgelesen wurden. 
Dieses prima-Geläute war jenen, welche einen Nullitätseid (přísaha se zmat- 
kem) abzulegen liatten, ein Zeichen, dass sie sich vor der Kapellenthür ein- 
finden sollen: „a slove prima ta hodina, kterúž celu na kaple všech svatých 
v pátek o suchých dnech neb na zajtří sv. Jeronýma zvoní, když se póho- 
nové vysvědčují. A to od starodávna jest nalezeno a drží se až do dnešního 
dne a to ne bez příčiny, než aby ti, kterýmž jest přísaha se zmatkem na- 
lezena, věděli a znali, kdy mají k přísaze státi a čekati před kaplii, že 
tehdáž, když se prima odzvoní" (Korn. Vš. p. 82); — má míti sedm vladyk 
usedlých a ty na prime má opovědíti a pak po prime má s nimi jíti na 



— 273 — 

královu síii před kaplii .... (Ond. z D. či. 30); — a ti svědci ... mají 
ku přísaze uvedeni býti v tu hodinu, ježto ku prime zvoní, dříve než pře- 
stanu zvonění = hora qua ad primam pulsatur (Ord. jud. ter. či. 66); — 
ktož se v prime neokáže anebo kto primu zamešká, kto se neopoví na prime 
ku přísaze, ztratí své právo (Cod. j. b. II. 2. p. 259); kdo vede svědky a 
neokáže se s nimi na prime, ztratí při svú (ibid. p. 262). 

Pi'imenka Deputat: děvečce se dává služby a za příminky 3 kopy 
(MS. 1632). 

Príiiiěi'í induti», treugse, Waffenstillstand : at dá bezpečenstvo před 
sebú i před svú mociii příměří (Kn. Rožb. el. 244); — že nedal příměří, 
tehda ztratil právo, že ho nerodil ubezpečiti života (ibid. či. 245); — c)d})0- 
věděl příměří renunciavit treugis (Hank. sb. SI. 351). 

Přiměřily beh der Zustand des Waffenstillstandes: píši příteli běhu 
příměřného, neb ještě pokoje není, než příměří (Č. Mus. 1828 II. 25). 

Přimlouvati, přimluviti se seine Meinung äussern: na odpor nám 
se přimluvil (Záp. Žer. I. 9). 

Primluva 1. die Meinung, Ansicht: a nejprvnější přímluvu učinil téměř 
na tento rozum. (Záp. Žer. I. 8). 2. die Debatte: stav rytířský v přímluvách 
na sněmích před stavem duchovním přednost obdržel. (Listy Žer. I. 29). 

Prímorí die Pest: za práci, v čas přímoří při lidech nemocných 
(MS. Pross. 1622). 

Přínos (von přinésti bringen) die Ileimführung der jungen Frau 
in das Haus ihres Gatten; diese Ileimführung fand oft längere Zeit nach 
der Hochzeit, manchmal vor, manchmal nach dem Beilager statt: v neděli 
masopustní vdána . . . přínos byl na Zvíkov teprv v sobotu po Božím vstou- 
pení (Břez. p. 2); veselí svatební i složení manželské vykonalo se v neděli 
před sv. Fabiánem a Šebestianem (=z 18. Jänner) . . , toho dne 22. ledna 
přínos se konal k Prachaticům (ibid, p. 3. 4). 

Případný Gegensatz von přirozený, zufällig, nebensächlich: co pak 
titulóv případných dotýče, jako že jest někto najv. purkrabí, komorníkem etc. 
a jiných všelikých nápisóv případných , kteříž na lidi po úřadích jim od 
krále daných přicházejí, ti titulové případní mají přidáváni býti k titulóm 
přirozeným těch, ktož ty úřady nesu (Korn. Yš. 373). 

Připánkati den Titel pán geben: při tom psaní ani oni sami ry- 
tířstvo mezi sebou mají sobě „urozenému pánu" psáti, než „urozenému vlá- 
dyce" neb „panoši ;" než také chtělliby který komu při-pán-kati, muož jemu 
psáti „urozený vládyko pane N." (Urkde. von 1492 LO. 1545 f. 12). 

Příplatek die Zuzahlung , der Zuschlag . . . grosses dare et per- 
solvere nomine veri census tenentur ... nihilominus hiis minutis alias pří- 
platky coadjunctis, videlicet quando steura sivé berná generalis in terra 
proclamata fuerit, extunc .... grosses persolvere debebunt (Pal. Formelb. 
2, 216 ai. 1397). 

18 



— 274 — 

Prípověd 1. die Anincldunij; cíik^s rvcrliisunspiiuílics vor Gericht: 
panna Kateřina a panna Dorota pi''i])Ovídají se k statku nebožce Janovského 
strýce svého vlastního a nedíhiého, kdežkoli co toho statku nní; — ai. 1483 
Jan Zelený z lličan připovéděl sirotky Pršického pf-ede p. hajtnianem a p. 
hajtman dal jemu tomu rok do panského semnu prvního, že chce dále v té 
věci se míti podle rady panské; — Kateřina z Stral)enic nedílná sestra ne- 
božtíka Janovskélio připovédčla se před p. hajtmanem ke všemu statku ne- 
božtíka bratra svého, že k němu nedílností j.rávo má" (Kn. (»uz. f. 47 b). 
2. die Konsequenz dieser Anmohlun»:; : ('.(mdictio bonorum, in An-est thun, 
Beschlag legen připovědél so na jeho statek, na jeho osobu; přijtověděl se 
na peníze; — byl mnoho sousedům dlužen, ježto se k tomu statku připo- 
véděli (SUB. 3, 511). Das bei Jungm. aus Korn. VŠ. 11. 20 = p. 60 passt 
nicht, da dort připoví = přimluví d. i. Meinungsangabe. 

Přípovedné 1. das Eintrittsgeld, welches der neue in die Zunft ein- 
tretende Meister zahlte : který mistr do cechu vstoupiti chce , má hned pří- 
povědného dáti groš bílý. — vid. přípovědný groš und přístupné. 2. die Taxe, 
w^elche bei Anspruch eines Gutes gezahlt wurde: na statek, který on nyní 
nápadem drží, přípovedné právo dáti chtějí (MS. 1592). 

Přípovědný groš : kterýby mistr do cechu vstoupiti chtěl, má pří- 
povědný groš bílý do cechu dáti (Priv. Tov. 31 b). 

Príročí die Frist, moratorium : nebudou se moci žádným buď gene- 
rálním neb speciálním moratorium neboližto příročím brániti. (Urkd. 1638 
Cod. LA. M. VII. 8). — list př. litera moratori» der Fristbrief. 

Prírok opprobrium = příhana, der Vorwurf, der Tadel. 

Přirozená léta vid. léta 2. 

Přísada die Legirung bei Münzen : aby se přísady a zrna umenšiti 
nemohlo (Ač. 4, 437). 

Přísaha der Eid, jus jurandum, wíirtlich, die Berührung tactus, von 
der Berührung der Hand, welche entweder auf das Krucifix, oder Bibel, 
oder Reliquie oder die Brust gelegt wurde. In Böhmen wurde der Eid ge- 
leistet in der Kapelle Aller Heiligen, in Mcähren im ambitus des Dominika- 
nerklosters in Brunn und Olmütz. Im J. 1531 wurde bestimmst: všelijaká 
přísaha má vykonána býti před vzdáním soudu a v neděli aby žádný pří- 
sahy nečinil. (Sněm. pani. kn. I. 102 aufgenommen in alle L. -Ordnungen), 
der Eid konnte nur Vormittag und bei nüchternem Magen geleistet worden: 
odložena mu přísaha a poručeno, aby se o osmi hod. ráno bez jídKa a bez 
pití dal na horu najíti, neb to jest za pořádek. (Zá]). Žer. I. 24, kn. Tov. 
k. 112). Aucli in der Fasten sollte kein ř]id geleistet werden: že v postě 
práva nečiní (Ph. Brn. 1417 f. 165 b); — že v postě přísahy nejdu (Ph. 01. 
1437 f. 4). Der wegen Lahmheit nicht knien konnte», hatte nach Anordnung 
der Richter entweder sitzend oder liegend zu schwören (Ač, III. 323, dann 
Zříz. Vlad. Č1. 214). Früher musste in der Eidesformel die ganze Klage 
enthalten sein, um namentlich den Nullitätseid schwieliger zu machen ; unter 



— 275 — 

Karl lY. wurde die kurze Formel eingeführt: de quibus nie talis inoulpat, 
de his sum innocens; sic me Dcus adjuvet et omnes sancti Dei. (Ben. de 
Weitm. Script, rer. boh. I.; Štítný ed. Erb. p. 148). Přísaha rytířská vid. 
rytířská přísaha et confer kl eska, rota, cespitatio, sirotčí právo, viď 
die einzelnen Schlagworte. 

Přísežný 1. der Beeidete. 2. der Schwörende jurans : jurans perdit 
= přísežný ztratí (Cod. j. b. 11. 2. 271). 

Přístavný služebník = servus conducticius ad certum tempus ser- 
vi endi (Ač. V. 142) der auf bestimmte Zeit gedungene Diener, přistáti do 
služby, in den Dienst einstehen: o přístavnú čeleď: žádný jí nemá déle 
držeti, když doslúží svého roku a má jí zaplatiti a list každému dáti pod 
pečetí, že jest doslúžil a on vezma ten list množ dvě neděle nepřístavný 
býti a po dvú neděli hned zase přistán aneb k svému pánu dědičnému se 
navrať (Ač. V. 487). 

Příští Páně adventus domini. 

Přístupné, das Eintrittsgeld, welches der neue in eine Zunft ein- 
tretende Meister zahlte : kdoby se chtěl za mistra osaditi , aby do cechu 
položil 4 zlaté přístupného (Wal. Mez. Stadtb. p. 65/2) vid. přípovědné. 

Přísudné, die Taxe, welche der Kläger, wenn er den Process 
gewann, zahlte: duos denarios, qui vulgo přisudni dicuntur, in signum causře 
obtentře judici prřesentavit (Cod. d. II. 78); — in testimonium praífatře sen- 
tentsB .... dědit denarios duos , qui přisudni vulgariter appellantur (ibid. 
lY. 208, 232). Späterhin nur přísud : dal svój přísud, obwohl přísud wörtlich 
die Zuerkennung des Rechtes, adjudicatio bedeutet. 

Přisudni, Prysudni vid. Přísudné. 

Přivedení Kn. Rožb. či. 72. Die Bedeutung erhellt aus dem ad- 
äquaten lat. Worte adducere : quia radil et adduxit Benessium (Eml. Reliq. 
I. 66) ; — quod adduxerunt super me (= přivedli na mne) Petrům sine 
jure cum suo posse, qui rapinam fecit in hereditate mea (ibid. I. 42); daher 
ist přivedení = navedení concursus ad delictum intellectualis , consilium 
delinquendi. — Ygl. napraviti, rada, radit. 

Přivětšiíi : poněvadž pohonu přivětšil, nemá odpovídati (Půh. 01. 
1412 f. 66) vid. povětšiti. 

Přiznání se k koruně, durch Berührung der Krone den Eid der 
Treue leisten, wörtlich: sich zur Krone bekennen: pan purkrabí ku 
pánům stavům promluvil, aby každý z nich dva prsty zdvihl, což když 
stavové vykonali, jich ještě napomenul, aby se k koruně přiznávali; vgl. 
koruna česká. 

Přiznávací list, der Bekenntnissbrief 1. k landfridu, der Land- 
friedensrevers. 2. der Steuerbekenntnissbrief. 

Prkoš metathesirt aus Prokeš nom. viri = Prokop. 

18* 



— 270 — 

Probošt c lat. pvícpositus 1. der Probst; p. rajský Erzengel ^^ic•lla{'l. 
2. der Vorgesetzte überhaupt z. B. in einem Konvikte : kum^jan, který pro- 
boštem byl, vždy s mendičky hodinu měl (Pam. arch. 1873 p. 804). 

Probošter, bei den Literatengesellschaften der Aufseher am Chore : 
probošter aneb služebník při kůru nejprve do chrámu přijíti a při času 
adventním a jindy světla na obojí kůr rozsvítiti — katalog jmen panův 
literátův míti a pokudby časně jak do chrámu tak na procesí nepřišli pilně 
zaznamenati a podlé uložené pokuty je odvésti, příkrov bratrský vyčesati a 
na svíce pozor dávati má. (Lum. 1857 p. 140.) 

Procek nom. viri = Prokop. 

Projíti na přísaze, den Eid glücklich bestehen; vid. kléska. 

Prokeš, Prokša = Prokop. 

Prokurátor komorničí, der Yorsteher der Gerichtsboten in Böhmen, 
alias starosta (vid. dieses). 

Prokurátor královský, der königliche Prokurator, w^elcher haupt- 
sächlich den kíiniglichen Fiskus zu besorgen hatte. Da aber für die Ein- 
künfte der königl. Kammer theils der Landes-Unterkämmerer, was die Klöster 
und königl. Städte, theils der Hofrichter, was die Lehen anbelangte, bestand, 
so fragt es sich, warum neben diesen beiden Aemtcrn noch ein königlicher 
Prokurator eingeführt wurde? Die Frage findet ihre Beantwortung in dem 
Umstände, dass die beiden ebenerwähnten Beamten nicht bloss Beamte des 
Königs , sondern auch Beamte des Landes waren , daher in ihren Amts- 
handlungen nicht bloss das königliche, sondern auch das Landesinteresse 
zu wahren hatten. Was dieser in Böhmen unter K. Vladislav I. eingeführte 
Beamte anfänglich zu thun hatte, ersieht man aus der Wahlkapitulation 
Vladislav II., in welcher die Stände verlangten, dass dieses Amt aufgehoben 
werde : „jest známo , kterak mnoho zlého přišlo skrze toho nynějšího pro- 
kurátora a skrze jeho výstřeh a ve dskách vyhledávání a odúmrtí vedení, 
ješto mnozí dobří lidé o svůj statek skrze to přišli .... pomníme to, že 
jemu páni na plném sudě rozkázali, aby v rejstřích a ve dskách nevyhle- 
dával a úředníkem také přikázáno , aby jemu vyhledávati nedali a on na 
to nikdy nedbal a přijda ke dskám řekl, že jest to rozkázání král<?vské a 
tudy veliké zmatky lidem činil a je ke škodě připravoval. Také týž proku- 
rátor relaci činí k úřadu od krále, ješto nám se zdá, že jest proti právu, 
poněvadž jest nový úřad a jest úředník královský, ale ne zemský 
a tak relaci činiti nemá. Hradové, které páni drží, jsú netoliko královští, 
ale zemští a protož mohu relaci činiti .... prokurátora nám třeba není." 
(Ač. 4, 448, 449.) Aus dieser Beschwerde geht hervor, dass der königliche 
Prokurator anfänglich den königl. Heimfällen nachzuforschen hatte, dass er 
hiezu ohne Bewilligung des Landrechtes die Landtafel durchsuchte und 
diess selbst gegen das Verbot des Herrengerichtes mit Bei'ufung auf einen 
königl. Befehl that. Aber unter K. Ferdinand I. war der königl. Prokurator 



— 277 — 

wieder im Amte; am Landtage ai. 1545 wurde dem Könige Verwilligt, einen 
Prokurator zu ernennen und ihm einen Sitz , in welchem Gerichte immer, 
anzuweisen; doch sollte der Prokurator, sobald es sich um eine Sache, die 
den König angienge, handeln würde, die Sitzung verlassen (LO. 1564 ť. 3). 
An den Prokurator hatten die piihony gerichtet zu werden, wenn der König 
citirt wurde (ibid. f. 32) ; ebenso war ein puhon auf ein Kloster königl. 
Stiftung, in dem kein Konvent war, dem Prokurator einzuhändigen (ibid. f. 40). 
Es ist erklärlich, dass seit Ferdinand IT. die Agenda des königl. Prokurators 
bedeutend erweitert wurde und zwar in einer Weise, die in manchen Fällen 
in diesem Amte eine justizpolizeiliche Institution erkennen lässt. Der Pro- 
kurator hatte darüber zu wachen, ob keine Yerschwörungen angezettelt 
werden; bei Yerbrcchcn, wo kein Privatkläger war, hatte der Prokurator 
die Klage einzuleiten ; aber seine Hauptaufgabe blieb es auch dann , die 
Einkünfte des königl. Fiskus zu bewachen , dafür zu sorgen , dass die der 
königl. Kammer zu gute kommenden Strafgelder und Taxen hereingebracht, 
die Heimfälle zur rechten Zeit bekannt gegeben, die Steuerreste eingetrieben 
werden u. s. w. 1630 wurde verordnet, dass der Prokurator seinen ständigen 
Wohnsitz in Prag nehme (Weingarten Cod. etc. p. 144). — In Mähren fiel 
dem königl. Prokurator dieselbe Agenda zu; vor der vern. LO. war er 
blosser Fiskalbeamte : prokurátor královský vedle povinnoti své od ITnčov- 
ských mluvil (Záp. Žer. 1, 14); — vstoupil převor do šraňku a s ním p. 
podkomoří a prokurátor jako opatrovníci komory královské a pak promluvil 
p. prokurátor od převora (ibid. 27). 

ProležaDé, die Kosten, welche durch das Einlager verursacht 
wurden : tehdy ten , na kohož lézáno bylo , poloze jistinu i s úroky a s 
prolézaným .... (Zříz. čes. 1564 f. 184). — A"íd. ležení. 

Proležeti peníze, dle im Einlager verbrauchten Gelder: ježto pro- 
lézáno 50 marc, arg. (Cod. j. b. II. 2, 322); daher prolezené peníze nummi 
obstagio consumti : za škody prolezené (Půh. 1481). 

Prolichviti , durch Schulden oder Interesscnzahlung zu Schaden 
kommen: prulichvil jsem v židech (Půh. Brn. 1406 f. 65 b, 66); vid. lichva. 

Proiiiěiiěiií Páně, Verklärung Christi (6. August), festům transfigu- 
rationis seu patefactionis Christi: svátek proměnění Páně 1457 na don 
6. srpna od papeže Kalixta III. ustanoven. A to na památku slavného 
vítězství, které předešlého roku (1456) 22. července Jan Ilunyad a Jan 
Kapistran nad Mahometem II. , kterýž s 200.000 Turků řecký Bělehrad 
oblehl, obdrželi (Tel. kal. 419). Aber Spuren dieses Festes in der latein. 
Kirche finden sich schon im 9. Jahrhdt. ; durch Kalixt III. wurde es nur 
zum allgemeinen Kirchenfeste zum Andenken an den Entsatz Belg)ads 
erhoben; doch blieb es in der lat. Kirche blosses Chorfest, während es in 
der griech. Kirche eines der 12 grossen Feste des Jahres bildet. 



— 278 — 

Proiiilěeiií prípscriptio, die Ycrjähiung (wörtlich das Verschwei- 
gen); die A^crjähiimg trat bei Käufen, Mitgitt, bei der Gewähr in '6 Jahren 
und IS Wochen ein, bei Schuklbrici'en in 25 Jahren (Kn. Tov.) ; Kriege 
oder andere TJniötände , welche die Abhaltung des Landrechtes hinderten, 
Hessen keine Verjährung eintreten: promlčení nestane se válkou (Kn. 
ouzká f. 60). 

Propatliioiití, verfallen (mit dem Akkusativ dessen , was verfällt) : 
tcn má hrdlo i statek kněží Milosti a obci propadnuti (Ač. 1, 213). 

Propríli, den Process verlieren: ktož dědinu proprí, ten vdáni k 
úřadu zprav (Kn. Rožb. či. 275). 

Propusiiti, los und ledig erklären : propustiti z př-ísahy, z svědectví, 
z rukojemství, z závazku etc. 

Propustný list literae manumissionis der Entlassbrief, mittelst 
dessen ein Höriger aus dem, Unterthanverbande entlassen wird: nemá sobě 
naň z cizí země propustního listu jednati (Zříz. Vlad. n. 202). 

Prorada proditio Verrath = zráda; vid. zráda und raditi. 

Prosba petice, die Bitte, speziell das Ersuchen, welches die akathol. 
Pfarrer von der Kanzel herabstellten, Gaben für Erhaltung der Kirche zu 
widmen: na velkou noc, svatodušní svátky z prosby farářovi polovici a žáku 
1 groš (C. č. M. 1847 p. 547); — peticí aneb prosby při kostele co se při 
slavnostech vyprosí, z toho 3 groše rektorovi a co mimo to zůstává, p. fa- 
ráři polovic se dává a druhá polovice k záduší zůstává (ibid. 545) ; — p. 
farář prosby k lidu za pomoc a almužny k chrámu každou neděli při veli- 
kém kázaní aby činil a jich k tomu laskavým napomínáním aby nakloňoval 
(ibid. 550). 

Prosinec in böhm. und serb. der Monat Dezember, im altsl. (pro- 
sinxci.) sloven, und kroat. (prosinac) der Jänner. Miklosich leitet den Na- 
men von der AVurzel s i lucere ab (Lex. und Denkschr. der kais. Akad. B. 
17 p. 15), so dass „])r()sinec bedeutet den Anfang des Lichtes", d. h. die 
Zeit, wo die Tage anfangen länger zu werden. Dieser Ableitung widerstrebt 
scheinbar der Umstand, dass prosinec in älterer Zeit den Monat November 
bezeichnet (z. B. ai. 1128. quinto Jd. Novembris et sclavonice Prosinec 
ecclipsis lunae SRB. 1, 294); denn es ist kein Zweifel, dass in ältester Zeit 
die Eintheilung des Jahres nicht nach 12 Monaten zu 30 und 31 Tagen ge- 
schah, sondern die Benennungen , welche später zu Monatsnamen wurden, 
ursprünglich Zeitabschnitte des natürlichen Jahres ausdrückten und von den 
Veränderungen, die man im Grossen in der Natur bemerkte, hergenommen 
wurden. Was nun die Ab- und Zunahme des Lichtes zwischen der Sommer- 
und Wintersonnenwende anbelangt, geschieht erstore vom November bis 
Ende Dezember so auftallig und letztere vom Anfang Jänner so allmählich, 
dass ein Wechsel in den Benennungen der Monate November und Dezember 
leicht eintreten konnte. 



— 279 — 

Proškolí (wörtlich der D iirchsp rung) : proskok míti = Folge, 
Macht haben, giltig sein : a Tvé Milosti gleit ať vždy proskok má (Ač. 3, 182). 

Prostáti: základ prostojí das Pfand verfällt. (Kn, Drn. f. 115); — 
zboží svá zapisujíc na přestání do určeného času (Ač. 4, 502). 

Prostice der Scheffel, die Kufe Salz : deset prostic soli ; — z každé 
kopy soli jednu prostičku aneb nyní jmenovaný spisek dáti (MS. 1721); — 
vgl. kobylí hlavy. 

Prošívaiiice ein Panzerhemd aus Leinen oder Häuten durchgenäht 
cataphracta ex corio persuta, thorax lineus, pectorale : lněný pancíř, neb 
lněná pošívanice. (Cyr. 425). 

Provazec (wörtlich ein kleiner Strick) die Leine, das Seil, ein 
Feldausmass, das nach Art der Gründe und Yerschiedenheit der Zeit auch 
veschiedene Länge hatte: das Land- und Wald seil hatte 42 nach 1541 
dagegen 52, das Teich seil 22, das Weinbergsseil 64 Ellen: provazec 
zemský i lesní aby vzdélí byl na 42 loket ... rybnikářský provazec 
má býti 22 loket (Hájek); — dva provazce, jeden provazec krátkých loket 
42 (Priv. Tov. f. 63, ai. 1533). 

Próvod (neuere Form průvod, in poln. Diplomen prewod, prsewod) 
conductus, das Geleite : ab honere, quod dicitur povod et provod; vid. póvo<l. 

Próvířcl, próvody, provodní neděle, neděle po převodech der erste 
Sonntag nach Ostern doniinica in albis, conductus pascha>, bílá neděle, Qua- 
simodogeniti ; 1. 1469 v sobotu před próvodem velikonočním. (Čas. Ces. M. 
1840, p, 89); po převodech (Ač. 6, 517); — vgl. neděle. 

Provola<'í list literae proclamationis der Ausrufungsbrief, mittelst 
welchen bei königl. Ileimfällen den Städten, in deren Nähe das Ileimfalls- 
gut lag, aufgetragen wurde, dasselbe an drei nacheinanderfolgenden Markt- 
tagen ausrufen zu lassen, damit jeder, der ein besseres Recht auf diesen 
Heimfall zu haben glaubte, als der König, dasselbe vor dem Obersthof- 
richter nachweisen könne. (Ein Formular vid. Vlad. LO. n. 323 ; LO. 1564 
f. 169). 

Prozeiiili : že jí ten vinohrad na smluvách svadebních proženil 
(Kn. Nosisl. f. 21), der Frau zur Morgengabe geben; aber auch das, was 
die Frau dem Manne als Heirathsgut gibt: proženila statek svůj mužovi 
(MS. 1557). 

Prsccí hodiny : že mi vzal .... pršecí hodiny (Půh. 1528) die 
Sanduhr. 

Prühon 1. Der Yiehtricb, die Weide: místa a příležitosti aby vy- 
šetřil, kdeby jaké dobré průhony a pastvy byly (MS. Friedl. 1638). 2. Die 
Fürth : průhon na pastviska přes řeku (Urkd. 1503). 

Priitah die Verschleppung : „žo ta pře již na dávných průtazích 
jest a více než pět let trvá." (Záp. Žer. L 33). 



— 280 — 

Prut die Messrutho , dann ein Fcldausmass, anfänglicli zwei 
Lachter oder acht Ellen ; seit Přemysl Otakar IL = fünf Jochen oder 1050 
Ellen: ze dvou prutů lozunku, plecovní a obilí nedává (MS. Mirov.) 

Průwod vid. Próvod. 

Prvospí (= prvý spánek der erste Schlaf) prima vigilia, die Zeit 
des ersten Hahnenschreies : v prvospí, ješto kůry pějí (Bibl. 1404) conti - 
cinium, gallicinium. 

Psanec proscriptus ; die Namen der Landfriedensstörer wurden von 
dem Kreisjustiziär (vid. popravce) in Listen eingeschrieben, woher also 
der Name psanec : že psance zahubil, tehda sě právo doložiti popravce toho 
kraje, kdož jej má na svých listech (Kn. Rožb. či. 131); — pro kterúžby 
koli příčinu kto zapsán byl (Pr. Měst. 186 b); — o zjevných a hrubých 
vinách, jimižby nařčeni byli aneb psáni od konšel neb přísežných. (Ač. 
IIL 168). 

Psare vid. Psáří. 

Psář hergeleitet von pes canis (wie von vól bos, volar) der Auf- 
seher über die Jagdhunde alts. pbsart qui curam canum habet, caniductor; 
die Erklärung liegt in CD. 3, 271: sint exempti ... a victualibus canibus 
dandis ac ipsorum custodibus (vgl. holota). 

Psáří (Psare) die Abgabe von Viktualien zur Fütterung der königl. 
Jagdhunde; (in poln. Diplomen auch psarské); — vid. psár. 

Psohlavci (psohlavec cynocephalus hundsköpiig) so wurden nach 
Stránský (vid. diodové) die Gränzhüter genannt. Wie die diodové zu dieser 
Bezeichnung kamen, ist schwer zu ermitteln ; vielleicht steht damit die 
Yolkssage in Yerbindung, nach welcher während der Verheerung Ungarns 
durch die Tartaren unter den letzteren ein Stamm war, der hundähnliche 
Köpfe hatte, und die in die Wälder geflüchteten Einwohner aufspürte. Da 
die Aufgabe der chodovc darin bestand, die Wälder zu durchstreifen, so ist 
es immerhin möglich, dass ihnen nach obiger Sage der Name psohlavci bei- 
gelegt wurde. 

Pstriižuík (Pstriiziiik) : piscator, qui vulgariter dicitur pstruznik 
(Erb. Reg. L 89) von pstruh die Forelle. 

Pstolunk die Bestallung. 

Puběfliií vid. pobědiií. 

Pufar: mušketů 400, arkabuzarek 30, pufarů německých 12 (Inv. 
MS. 1619) e germ. Puffer eine Taschenpistole, deren Lauf sehr kurz ist. 

Puhle a naze : s tím vším příslušenstvím, což puhle a naze k tomu 
dvoru příslušelo (Urkd. ai. 1418) mit Bausch und Bogen: (kommt häufig in 
Ctibor's V. Cimburg : hádání pravdy etc. vor) ; na znamení zákona pohan- 
ského, kterýž jest to zákon puhlý a nerozumný nic v sobě nezavíraje (Ctib. 
hád. pr. lib); — najpuhlejší sedlák by tomu rozuměl (ibid. 127). 



— 281 - 

Půhoii citatio, cxecutio citationis (Cod. j. h. II. 2. p. 25S n. 26 — 28), 
die gerichtliche Yorladung von po-honiti agere in jus. In Böhmen konnte 
der p. zn verscliiedenen Zeiten angemeldet werden, in Mähren nahmen den 
p. entgegen der Oberstlandschreiber mit den kleineren Landrechtsbeamten 
um Georgi und Martini und zwar in der Weise, dass sie den Freitag vor 
Georgi und Martini in Olmütz und den nächsten Freitag in Brunn sassen 
durch 4 Wochen hindurch. Dann kam noch der p. slunečný der Sonnen- 
piihon; wenn nämlich jemand die Freitage versäumte, so stand es ihm frei, 
den p. dennoch anzumelden, jedoch so, dass er ihn dem Citirten Samstag, 
solange die Sonne schien, einhändigen musste, kam der Bote nach Sonnen- 
untergang, trat die Nullität ein. (Kn. Tov. k. 4S), Im Jahre 1523 wurde 
aber der Termin auf 8 Tage verlängert (Sněm. pam. kn. I. 37 b). Jeder 
musste den p. persönlich überreichen bei Yermeidung der Nullität: poněvadž 
paní abatyša nebyla osobně při tom, když jest pohon brán, nemá Jan tomu 
pohonu odpovídati (Ph. Brn. 1417. f. 165; Ph. 01. 1505 ť. 278). Nur den 
durch Alter oder Kränklichkeit gebrechlichen Personen ertheilte das Land- 
recht für jeden Fall speciell die Erlaubniss, sich bei Anmeldung des p. ver- 
treten zu lassen. (Pam. kn. Ol. 1516 f. 6). Jeder Kläger brachte den p. auf 
einem Zettel aufgeschrieben und die Gerichlsschreiber niussten denselb(Mi 
ad verbum in die Puhonenbücher eintragen, ohne das geringste daran zu 
verändern, auch wenn sie bemerkten, dass der p. formale Klüngel hatte: 
neb každému jest pohon jeho bud k zisku neb k ztrátě (Korn. Yš. 118). 
Bei ungetheilten Brüdern (vid. dílný a nedílný) musste der älteste citiren : 
poněvadž starší bratr nepohnal, Jan nemá tomu pohonu odpovídati (Ph. Brn. 
1417 f. 164 b). Die gemeinschaftlichen Besitzer eines Gutes mussten alle 
belangt werden, ebenso mussten sie alle den p. anmelden (Ač. Y. p. 38). 
Zum Olmützer Landrecht konnte nur bezüglich eines Gutes geklagt werden, 
das in der 01m. Landtafel eingetragen war, ebenso bezüglich des Brünner 
Landrechtes: kohož pohoní, ježto k tomuto právu nepřisedá, nemá odpoví- 
dati žádnému v tomto Brněnském právě. (Ph. Brn. 1406 ť. 42 1)). Kläger 
und Geklagter mussten mit ihren Taufnamen genannt sein; war ein anderer 
Name des Geklagten genannt, trat die Nullität ein. (Ph. Brn. 1417 f. 80 b, 
110; Ph. Ol. 1412 f. 13 b). Der Geklagte musste von jenem Oite be- 
langt werden, wo er liegende Gründe hatte, sonst trat die Nullität ein: 
poněvadž praví, že tu nic nemá, odkudž jest pohnána, nemá odpovídati (Ph. 
Brn. 1447 f. 28; Ph. Brn. 1459 f. 145; Kn. Rožb. či. 43). Dem Geklagten 
musste sein Titel gegeben werden, doch war hiebci der Titel velebný oder 
urozený ausgeschlossen: jsou vymazáni dva póhonové Suchodolského, jeden 
že v něm jmenuje opata líradištského velebného preláta, druhý že jmenoval 
p. Václ. Sedln. urozeného pána a poněvadž tytulové „velebný" a „urozený" 
nekladou se do pohonů, jsou vymazány pro neobyčojnost. (Záp. Žer. I. 37). 
Auf diese Titulatur gründete sich die sogenannte obrana ty tu lem, aller- 
dings eine Anfechtung des p. per ab usum ; wenn nämlich der Geklagte nach 



— 282 — 

der Zeit, wo der p. eingebracht war, einen andern Rang erhielt, dessen Titel 
ihm der Kl.äger im p. nicht geben konnte, weil ihn der Geklagte damals 
noch nicht hatte, so konnte der letztere doch den p. mit Erfolg anfechten, 
weil der p. den ihm gebührenden Titel nicht erhielt. Nach Záp. Žer. I. 121 
wurde diese Obrana titulem unter der Landoshauptmannschaft des Zdeněk 
V. Ro/mital (1573 — 1578) eingeführt; 1598 wurde Karl v. Zerotin Yom Land- 
rechte beauftragt, eine Beschlussformel zur Aufhebung dieser Obrana zu 
entwerfen und der Landtag nahm dieselbe dann an (Sněm. pam. kn. V. 
395), sie ist in der LO. 1()04 f. 45 enthalten. — Die Cumulirung von mehre- 
ren Fällen in einen p. brachte die Nullität. Die Kosten und Schäden mnssten 
im p. angekündigt werden , sonst konnten sie nicht eingetrieben werden. 
(Kn. Drn. 24). Eine Sache konnte nicht zum zweitcnmalc eingeklagt werden, 
besonders wenn schon ein nález darauf war ; wer dies that, erhielt die Arrest- 
strafe, was ihn lächerlich machte : což v této zemi za veliký posměch se 
pokládá. (Záp. Žer. L 88). Ein p., welcher alle Formen erfüllte, hicss p. 
podobný: páni nalezli, že ten pohon není podobný . .. (Ph. 01. 1437 f. 33). 
Ein p., welcher von der gewöhnlichen Form abwich, hiess neobyčejný 
und brachte die Nullität. Ein p., welcher in doloser Absicht eingebracht 
wurde, z. B. wenn der Kläger gegen einen Vertrag den p. einbrachte , oder 
auf Grund einer schon vom Gerichte zurückgewiesenen Hikuude, oder wenn 
er den Kläger mit einem lächerlichen oder ehrenkränkonden Namen im p. 
belegte, ein solcher p. hiess puhon potvorný. (Kn. Tov. k, 4!)). Die haupt- 
sächlichsten půhony waren 1. puhon na krále; die Fälle, in denen dies 
geschehen konnte, sind angeführt in der LO. ai. 1535, 15(32, 1604. 2. puhon 
trhem, oder trhový, der jenen gegenüber eingebracht wurde, die keine 
liegenden Gründe besassen, desshalb wurde der p. auf dem Markte der nächsten 
Stadt verlautbart; citatio per forum. 3. puhon zatkyně vid. zátky ně und 
tkáče. 4. půhon slunečný, vid. slunečný. 5. půhon.o svědomí, wo 
der Kläger im Abgänge anderer Mittel sein Recht durch Zeugenbeweis er- 
härten will. (). puhon k svědomí, in welchen der Kläger jemanden zum 
Zeugen citirte. 7. p. k jeho ])rávu die Anmeldung des Eides v. právo. 

Pühoiici camorariiis, der Käiuiiierling, Gerichtsbote, iti Troppau und 
Jägerndorf Landbote: Landbote böhm. půhončí genannt (Sehr. d. bist. stat. 
Sek. 17p.] 7), welcher die Gerichtsvorladungen den Yorzuliidenden einhändigte. 
In älteren Zeiten wurden sie aus dem niederen Adel genommen, wie es 
ihre Namen in den Urkunden des 12. und 13. Jahrhd. und das ausdrückliche 
Zeugnis des Korn. Vš. p. 121 beweisen: neb jest za starých komorníkem 
nemohl býti než zeman a vladycký člověk, jakož se to ve dskách po jich 
jměních a titulích shledává. Sie hatten in Böhmen, wo sie komornici bedelli 
terrae, camerarii hiessen, freie von aller Steuer ledige Gründe , die in den 
desky komornici eingetragen waren : komorník má dědinu komorničí svobo- 
dnu ve dskách komorničích zapsaná. (Yš. 121); — Komorník najvyšší má 
komorníky v své moci, jižto jsú králem a zemany usazeni a vysvobozeni 



— 283 — 

ode všech zemských daní a ti slovu latině bedelli terrře (Cod. j. h. III. 2. p. I.) In 
Mähren gab es eigentliche pííhončí nur beim 01m. Landrechte, beim Brünner 
waren gedungene Boten; die eigentlichen d. i. beim 01m. Landrechte im Dienste 
stehenden půhončí bildeten eine Korporation, die ihre Aeltesten d. i. Yorge- 
setzte hatte: 1. 1630 stala se smlouva mezi Vác. Podstatským a Stánkem 
půhončím z Nelešovic u přítomnosti a vůlí i dostatečným povolením star- 
ších půhončích jmenovitě Pavla L. rychtáře Sobíšského, Pavla S. odtudž, 
Jana M. z Radvanic a Martina H. z Hostkovic, týž čas do úřadu volených 
a vší obcí půhončích nynější i budoucí kr. Olomúckého (MS. LA. M. VII. 6). 
Sie hatten Freigründe (lín. Tov. k. 36), von welchen sie bis 1603 keine 
Steuer zahlten. Als 1596 der Landtag beschloss, dass einige Půhončígriinde 
verkauft werden, um beim Brünner Landrechte mehr Boten anstellen zu 
können, rekurirten die půh. an den König, aber nur mit thoilweisem Erfolg. 
Die půh. waren in disciplinarer und justizieller Beziehung dem Ob.-Käm- 
merer untergeordnet ; da dies aber zu mancherlei Unzukömmlichkeiten führte, 
wurde im J. 1752 angeordnet, dass die půhončí quoad jurisdictionem jenen 
Obrigkeiten untergeordnet werden sollen , auf deren Dominium ihre Frei- 
gründe lagen und 1788, dass diese Freigründe in das Grundbuch derselben 
Dominien einzutragen seien. Es waren im Dorfe Sobišky 16, in Kněhnice 1, 
in Radvanice 6, in Hostkovice 6, in Nelešovice 4 půhončí := Gründe. Früher 
auch laut Půh. Büchern in Dubčan (Ol. Ph. 1105 f. 80), Předmostí (ibid. 116), 
in Moskovice (ibid. 97). Der bölim. půhončí hatte bei sich einen Abdruck 
des Landrechtssiegels: a když přísahu učiní, má jemu pečeť zemská na par- 
gaméně vytištěná voskem červeným dána býti na znamení a próvod, že jest 
pravý zemský komorník, aby tím provodil, kdyžby potřebí bylo, že jest pravý 
posel zemský a komorník (Yš. 121. vgl. Ond. z D. Ač. II. 506; zříz. Ylad. 
Ač. Y. 70; zříz. 1564 p. 31), worauf schon Kosmas (scriptores rer. boh. I. 9) 
anspielt: sine exactore, sine sigillo ad illum confluebant, wie auch in Polen: 
ad presenciam nostram cum anulo nostro scitari debent (Rzy. I. 57. 99. 118)- 
Hatte der půhončí dies Sigel nicht bei sich , so war der Citirte nicht ver- 
pflichtet, den půhon anzunehmen und konnte den p. aus dem Hofe jagen, 
während im anderen Falle jede Beleidigung des Gerichtsboten geahndet 
wurde: bez pečeti pohon nemá býti (Cod. j. b. II. 2. p. 259); tu pečeť on 
má vždy s sebú míti, kdyžkoli pohoní anebo jiné právo vede. A budeli bez 
ní pohoniti anebo jiné právo vésti, přihodí-li se jemu co v tom, žádného 
neviň, než sebe samého (Yš. 121). Yon činem solchen Siegel ist in Mähren 
keine Spur und den půh. diente zur Bestätigung ihres Amtes das Yer- 
zeichniss, welches sie von den kleinen Landrechtsbeamten erhielten und in 
dem alle zu citirenden Parteien verzeichnet waren. (Kn. Tov. k. 36). ^Yaífen- 
los musste der půh. den půhon übergeben: pohon od komorníkóv s mečem 
ani s žádnu braní nemá býti (Cod. j. b. II. 2. p. 259); dafür hatte er in 
seiner Hand den Stab (hůl, prut), nach uralter arischer Sitte das Attribut 
des Boten: póhončí holi v ruku ... kterážto holí úřad jim poručený uka- 



— 284 — 

zují (Maj. Car. Ač. lY. 171); — když komorník pohoní ... má míti při 
sobě prut nebo hól v rukii (Korn. Ys. 122. Ond. z D. Ač. II. 50G); komor- 
níci nemají i)ři sobě braní míti, toliko holku, jakož jest obyčej od staro- 
dávna (zříz. Ylad. Ač. Y. 69; zříz. 1564 f. 31); — in Polen: ipse ministe- 
rialis cum suo solito baculo ad villam aceedere debet (IIclc. starod. pomn. 
í. 59); der Stab war Symbol des Botenamtes und daher der Unverletztbar- 
keit: jedenkaždy má míti hůlku v ruce na znamení pokoje zdržení. (Menšík 
]). 10). Der p. durfte beim Austlieilen der půhonen nicht reiten, sondern 
musste zu Fuss gehen: citatio per camerarios in equis nulla (Cod. j. b. IL 
2. p. 259, Kn. Ružb. cl. 15). Eine Ausnahme war in Mähren beim slunečný 
p., wo der KLäger dem půhončí ein Pferd leihen konnte. (Kn. Tov. k. 48). 
Fand der püh. den zu Citirenden nicht bei Hause, so kündigte derselbe den 
pühon dem Gesinde an und machte irgend wo ein geheimes Zeichen: falls 
der Geklagte nicht vor Gericht erschien mit der Ausrede, er habe den pů- 
hon nicht erhalten, berief sich der půhončí auf dieses Zeichen und wenn 
die dahin abgesandte Kommission das Zeichen fand, verlor der Citirte den 
Process, fand sie es nicht, wurde der nachlässige půhončí mit Schlägen ge- 
züchtigt und zum Arreste verurtheilt (Kn. Tov. k. 36; Záp. Žer. I. 235). 
Gewölinlich sclmitt der půhončí einen Span aus einer Thüre heraus , nahm 
ihn mir, um sich dann durch Einpassung desselben in den Einschnitt aus- 
weisen zu können. (Záp. Žer. II. 168 fgg). „Zu seiner Beglaubigung aber, 
dass er allda gewesen , soll er wie Herkommens, entweder einen Span in 
selbigem Hause ausschneiden und solchen oder ein anderes Zeichen zurück- 
bringen" (Sehr. d. h. stat. Sekt. 17 p. 17). Dieser Gebrauch bestand noch 
im 18. Jahrh. „Dieser Both ist von mir schon genügend instruirt, dass er 
von Ihne Herr Bürgeiineister hierüber entweder ein Recepisse oder aber 
gewöhnter Massen ein Stückl Holz von der Hausthür mitbringen solle, damit 
er alsdann hierüber bei dem k. tribunali de lite porrecto et executo ge- 
richtlich verhört werden könne." (L. -Archiv Art. Brück lit. G. YIII., Nro. 
67, dto. Nvbr. 1761). Der půhon musste Yormittag überreicht werden, Nach- 
uiittag war der Geladene nicht ver})Hichtet den půhon anzunehmen und der 
piiliončí hatte sich wegen A'ersäumniss zu verantworten: Kohož pohoní.... 
to vše dopoledne (Korn. A^š. 122); — poněvadž póhončí nedošel než teprův 
ku obědu }>rišel na Cimburk, že p. Štěpán nemá tomu pohonu odpovídati." 
(Ph. Olom. 1412 f. 144). Der půlumčí hatte den půhon dort abzugeben, wo 
d(U' Geladene mit seiner Frau wohnte: poněvadž půhon nedošel tu, kdež 
p. Jiřík s jeho paní chlebí, že p. Jiřík nemá tomu pohonu odpovídati (Ph. 
01. 1412 f. 144); — páni jednostajuě nalezli, že buď pán nebo panoše a 
na zemi m:i, odtud má býti pohnán, kdež jeho žena dvorem jest nebo bydlí" 
(L'h. 01. 1437 f. 146 b) ; desshalb hatte der půhončí das Recht, die AVohnung 
des Geladenen zu untersuchen, wenn das Gesinde sagte, dass derselbe nicht 
auf diesem Gute sein Hauswesen habe, (Kn. Rožb. či. 25, 26, 27, 28; vgl. 
Pli. Bru. 1447 f. 82: tu p. z Cornstejna řekl, že jest jeho pohon v domu 



— 285 — 

nezastihl etc.) War jemand aussei" Lande, entstand der Familie desselben 
die Pflicht, denselben von der Ladung in Kenntnis zu setzen, falls er in 
Oesterrcich , Polen, Schlesien oder Böhmen war 5 nur wenn derselbe auf 
Abenteuer ausfuhr, oder nach Frankreich, Italien oder zum h. Grabe fuhr, 
wartete man mit der Ladung bis zu seiner Rückkehr. (Ph. Brn. 1447 f. 26; 
Ph. Ol. 1437 f. 146; Záp. Žer. I. 29: ven z země nerozumí se král. české 
ani okolní země než cizí a daleké, z nichž bezelstně pro dalekost cesty kdo 
k soudům dostačiti nemůže). 

Půlioiiiié knihy vid. rej stra. 

Pukla, Pukléř, Puklice antile, der rundě Schild, die Rundtartsche ; 
vgl. franz. boucle, mitlat. bucula umbo clipei, deutsch buckel. 

Puler pollitor lapidum, der Steinpolirer. 

Půlhák, der halbe Hacken, so genannt, weil aus demselben nur 
2 Loth Blei geschossen wurden, während man aus dem hák ^ dem (ganzen) 
Hacken 4 Lotli schoss ; und weil beim Schusse aus dem halben Hacken 
keine Befestigujig desselben nöthig war und der Schütze das Geschoss in 
Händen hielt, hiess der halbe Hacken auch Handbüchso (ručnice) : pistola 
ruční, pistola prostá, půlhák na rameno, půlhák kostmi vykládaný (Jnv. MS. 
Mirov. ai. 1622). 

Půlorloj, die halbe oder deutsche Uhr vid. orloj. 

Piilort, ein halber Ort, vid. ort. 

Puls aus dem lat. pulsu s (i. e. campaníip) der Glockenschlag, 
Glockengeläute: kdoby do chrámu po druhém pulsu najíti se dal (Sehr. d. 
hist. stát. Sekt. 12 p. 21). 

Puiit conjuratio, puntovati se conjurare, puntovník oonjuratus 
vom deutschen Bund; die böhm. Worte aber nicht im guten, sondern im 
üblen Sinne der Verschwörung. 

Purkrabí Brněnský vid. Purkrabí zemský. 

Purkrabí kraje Hradeckého, der Burggraf des (König-) Grätzer 
Kreises. Das Gericht dieses Burggrafenamtes hat zweifelsohne seinen Anfang 
in den alten Zupengerichten und Provinzialcuden und wenn es sich bis in's 
17. Jahrhdt. hinein erhielt, so ist diess dem Umstände zu danken, dass die 
Stadt Grätz (nach der Witwe der beiden Könige Wenzel H. und Rudolf I. 
(f 1307), Elisabeth von Polen Königingrätz genannt) als die vorzüglichste 
der königl. Leibgedingstädte Sitz der verwittweten Königin wurde; so resi- 
dirte hier die ebenerwähnte Elisabeth durch 30 und die Wittwe Karl IT. 
durch 15 Jahre. Das Burggrafenamt von Grätz wurde seit 1487 nur mit 
Ritterstandspersonen besetzt. Ueber die Competenz desselben sagt Stránský 
resp. boj. p. 503: „cognoscitur autem in eo ex jure necdum plane descripto 
sed partim terrestri partim consuetudinario de factis provincialium contrac- 
tibus, ex obligatione sive verbali sive chirographaria, ex stipulatu pro dote 



— 286 — 

vel mutuo ropetendo , de refundendis in litoni oxponsis , tum do cnndictione 
ex delicto vis privatse cujusvis , itoinque non rodditi post donuntiationem 
fugitivi aliisque noimullis.'^ 

Purkrabí Karlsteiiiský , der Burggraf von Karlstein. Es waren 
ihrer zwei, einer aus dem Herren- der andere aus dem Ritterstande (LO. 
1564 f. 16), Sie hatten die Burg Karlstein mit don dort aufbewahrten Bcichs- 
kleinodien und Landesprivilegien zu bewachen und nuissten sich eidlich 
verpflichten, die Burg und die Reichskleinodien nur dem zu übergeben, den 
das ganze Königreich zum Kiuiige wählen würde ; falls sie diess nicht thäten, 
oder falls durch ihre Schuld die Burg und die dort bewahrten Beichsschätze 
und Privilegien verloren gingen oder Schaden erlitten , so sollten sie ihr 
Verschulden durch Verlust der Ehre, des Lebens und ihrer Güter büssen 
(ibid. 19, 20). Wenn einer der Burggrafen seine Würde niederlegen wollte, 
hatte er diess ein halbes Jahr früher vor dem Könige und dem Landrechte 
zu melden und zu ersuchen, dass in diesem halben Jahre ein anderer an 
seine Stelle ernannt werde (ibid. 20 b.). 

Purkrabí nejvyšší Pražský, der Oberstburggraf von Prag, burg- 
gravius pragensis supremus der erste Oberbeamte des Landes , der nur 
dann den zweiten Rang einnahm, wenn der König in Prag anwesend war, 
wo dann dem Kanzler der erste Rang gebührte. In seinen Händen war die 
gesammte militärische und polizeiliche Gewalt des Königreiches concentrirt: 
purkrabí pražský hol mocí královu nade vsí zemí drží (Ač. 2, 502). Seitdem 
die Könige nicht mehr in Prag residirten, war er Statthalter derselben; im 
Rathe des Königes hatte er nach dem Kanzler die erste Stimme; treffend 
bemerkt Stránský resp. boj. 464: „burgraviatus Pragensis supremus tenendo 
fere opera vicaria sive absentis sive morte sublati regis loco , prohibendis 
repentinis hostium in regnum irruptionibus , tranquillitatisque publica? tur- 

bationibus, coi'rcendis juris contumacibus Exercitus terrestris prse- 

fectura, secundum regem suprema , de jure ei competit semper." Bei der 
Wahl, Krönung und dem Eide des Königs vertrat er sozusagen das Land ; 
er hatte den gewählten König auszurufen, die Bestättigung der Landesfrei- 
heiten von demselben zu verlangen, im Krönungszuge als interrex die Krone 
zu tragen und nach der Krönung die Stände aufzufordern, dem neuen Könige 
die Huldigung zu leisten, worauf er selbst der erste den Eid der Treue 
durch Berührung der Krone mit zwei Fingern leistete (vid. Stránský 1. c. 
186 — 193 und vgl. koruna česká, přiznání se ke koruně). 

Purkrabí Olomúcký vid. Purkrabí zcniský. 

Purkrabí pražský oder hradu pražského, der Burggraf des 
Prager Schlosses, in älteren deutschen Urkunden auch Burggraf des 
Hauses zu Prag genannt (z. B. CD. 9, 260). Er hatte vorzugsweise 
Rechtsfälle über Schuldbriefe mit Bürgschaften (ohne Hypothek) zu ent- 
scheiden : jiného nic než listy na peníze s rukojmčmi siidí a súditi má.... 



— 287 — 

jiné listy, ktcié ua zboží svobodném dluh ukazují nobo na platu, nobo také 
listy na zboží zápisná, ty mají páni na sude zemském súditi (Vš. p. S, 0). 
Er führte ferner die Exccutionen des königl. Kiimmergeiiehtes (ibid. 3), 
stellte die listy obranné ans (ibid. 212, 380), konnte aber keinen zvod 
vornehmen. Namentlicli aber gehörten vor sein F(n-um alle Gränzstreitig- 
keiten: soudce v sondě mezním jest purkrabí hradu pražského (Jak. Mens.). 
Purkrnbí zuiiský. Heber die Stellung, die Amtswirksamkeit, die 
Emolumente dieses Landesbeamten sind sehr wenige Daten vorhanden. 
Sicher ist, dass in Olmütz und Brunn Burggrafen waren (Baitoš purkrabí 
Olomucký Půh. Ol. 1412 f. 7; Valentin purkrabí Brněnský Půh. Bin. 1406 
f. 38) und dass sie den kleineren Landrechtsbeamten beigezählt wurden ; 
der 01m. bezog gewisse Einkünfte von mehreren Ansassen auf derYorburg: 
My Jan Koleso komorník menší a Kryštof or z Pencína sudí menší, Pavel 
z Mohelnice purkrabí Olomucký, Jakub z Yilhartic písař úředníci menšího 
práva zemského .... předstúpivše před úřad náš práva menšího zemského 
v Olomúci .... několik lidí usedlých na předhradí a purkrabství Olomúc- 
kém sedících, wo also der purkrabí den kleinen Beamten beigezählt ist. 
(Püh. Ol. 1480 fol. 13.) Die Anstellung von Burggrafen in Brunn und Olmütz 
ist ersichtlich aus dem Landtagsbeschlusse ai. 1494, woraus zugleich ein 
Zweig ihrer Wirksamkeit hervorgeht: což se purkrabí Olom. dotyce, ten 
má jezditi, též i purkrabí Brněnský a zloděje a takové lidi (násilníky, žháře, 
vražedlníky neb pokládače) zdvihati a měščené Olomúčtí i Brněnští tak 
opatrovati mají a s nimi posílati jakož z starodávna obyčej jest" (Pam. Kn. 
01. 1517 fol. 189). Auch hatte er bei den Exekutionen des přidědění zu 
erscheinen: nam purgravium Olom. primům, ut consuetudinis est, officiales 
ante se misscrunt, ut hominibus diceret, ne se moverent seu absentarent. 
(Půh. Ol. 1463 f. 46.) Eine weitere Thätigkeit des Burggrafen geht aus der 
Kn. Tov. k. 134, wo gesagt wird, dass derselbe bei Gränzstreitigkeiten mit 
den kleinen Beamten an den Ort des Streites ging, um den Zeugen den 
Eid abzunehmen. (Vgl. auch Kn. Tov. p. 127.) Die Eidesabnahme war über- 
haupt Aufgabe des Burggrafen : když mu den ku přísaze purkrabím Olom. 
v Olomúci, neb Brněnským v Brně ohlášen bude, tu purkrabí maje při sobě 
úředníky menší má .... rúcho počestné s poctivostí prostříti a Boží muky 
naň položiti .... má purkrabí říci: na tom přisaháš etc. (Kn. Tov. k. 112, 
113). Es war auch seine Pflicht, den kleinen Landrechtsbeamten zu helfen: 
ouřad purkrabský .... jehož povinnost i to s sebou přináší, aby písařům 
menším při vyslýchání svědků nápomocen byl (Záp. Žer. I. 46). Später war 
es nebst dem Zeugenverhöre die Hauptaufgabe des Burggrafen, die Ordnung 
und Ruhe in der Landrechtsstube und der unmittelbaren Nähe derselben 
aufrecht zu erhalten und wenn der Yicelandschreiber , dem in späterer Zeit 
das Burggrafenamt häufig anvertraut wurde, diese Stelle bekleidete, hatte 
er das Recht, eine Person zu bestellen, die die Ordnung aufrecht erhielt. 
(Sněm. p. kn. L 129 ai. 1535.) Nach 1535 scheint die Stelle mehrere Jahre 



— 288 — 

eingegangen zu sein; denn 1562 wurden die Oliiiützer liürger verpfliclitet, 
eine zum Burggialenamte taugliche Terson zu erwählen, dieselbe nach 
Uebereinkonunen mit ihr zu bezahlen; sie wurde unter den Schutz des 
Landrechtes und Landeshauptmannes gestellt , welch' letzterer sie während 
der Landrechtssitzungen zu verkiistigen hatte. Seit dieser Zeit w^ar die 
Hauptaufgabe des Burggrafen die Aufrechthaltung der Ruhe beim Land- 
rechte (ai. 1502 Sněm. p. Kn. III. 194). Da aber die Olmützer sich wei- 
gerten, den Burggrafen zu zahlen und überdies die Ermahnung nichtadeliger 
Burggrafen bei den /um Landrechte erschienenen Parteien wenig fruchtete, 
bestimmte der Landtag des J. 1583: Es wird ein Landburggraf aus dem 
Ritterstande ernannt durch den Landeshauptmann und die Landrechtsbeisitzer; 
er hat denselben Eid wie die kleinen Landrechtsbeamten zu leisten; ihm 
gebührt der Sitz vor dem Yicelandschreiber , ausser dieser gehörte zu den 
alten Ritterstandsfamilien; er hat beim zvod, odhad und jeder anderen 
Gerichtsthätigkeit mit den kleineren Beamten zu interveniren (um seine 
Sportein zu verbessern) ; er hat bei jedem Landtage und Landrechte die 
Ordnung und Ruhe zu erhalten , wobei ihn zwei beeidete Drabanten zu 
unterstützen haben, die ihm und dem Landeshauptmanne untergestellt sind ; 
er hat jedem, der mit einer WafFe, namentlich in der Landrechtsstube er- 
scheint, dieselbe ohne Unterschied des Standes abzunehmen und dieser hatte 
eine dem Burggrafen zu Gute kommende Strafe von 5 Schock Groschen 
zu erlegen, welche auch der zu zahlen hatte, der wiegen Geschrei oder 
sonst eines Excesses vom Burggrafen dem Hauptmanne angezeigt wurde; 
die Drabanten hatten namentlich das Gefolge, die Pagen der Parteien im 
Zaume zu halten , dieselben über Auftrag des Burggrafen aus der Land- 
rechtsstube zu weisen, folgten sie nicht, zahlten sie 5 Schock Gr., welche, 
wenn sie minderjährig waren, ihr Herr erlegen musste; Burggrafen und 
Drabanten hatten namentlich dafür zu sorgen, dass die beim Landrechte 
anwesenden weiblichen Parteien unbehindert bleiben. Dafür erhielten die 
Drabanten jährlich 60 ti. und der Burggraf 180 fl. Im Jahre 1584 wurde 
seine Stellung um 500 fl. vermehrt, dafür hatte er aber alle kleineren Repa- 
raturen der Fenster, des Daches, Oefen und das Ileizholz zu bestreiten. 
(Sněm. p. kn. V. 20 b.) Es scheint, dass der Landeshauptmann den Burg- 
grafen selbst ernannte; wenigstens sagt Zerotin Záp. 1. 236: vyhlášen také 
p. Čejka za purkrabí zemského; vyhlašoval jej p. hejtman, že ho sobě za 
purkrabí volil (ai. 1600). Dem Olm. Burggrafen waren die půhončí unter- 
geordnet; ai. 1505: Vavřinec z Eisenberku purkrabí Olomúcký pohoní Hynka 
ze Zvole , že mi na lidi mé póhončí, kteříž k úřadu purkrabství přislušejí, 
robotami sahá k tomu žádného práva nemaje (Půh. 01. 1499 f. 167 b). 

Piirkrecht 1. Die Emphiteuse ; purkrechtní =. úroční (P. Měst. 
115 b); — zboží purkrechtní aneb platné = bona emphiteutica seu censualia 
(Ač. 111. 150); člověk purkrechtní Iiomo subditus emphyteuticus ; — právo 
purkrechtní bývá, když komu popiuží k věčnému užívání dáno bývá, do- 



— 289 — 

kudžby poplatek neb užitek za to pánu byl dán (Brikc. pr. měst. 22, 4) ; 

— plat ouroční neb purkrechtní slově, když statek nemovitý k věčnému 
užívání pod jistý plat někomu se pronajímá. 2. Jedes bäuerliche Besitzthum, 
dessen Obereigenthumsrecht dem Gutsherrn zusteht: a potom všecken úřad 
větší i menší vyšedše k těm purkrechtóm a vytrhše dva došky . . . (Ph. 
Olom. 1499 f. 53 b) ; — když se který purkrecht prodá na které dědině . . . 
(Kn. Tov. k. 198). 

Pusta ves, pustý grunt vid. pustina. 

Pustina (pustotina, poustka, piístka) die Ode, der nicht bebaute 
Bauerngrund, das nicht besetzte Dorf: ai. 1213 desolata hereditas, que 
puscina vulgariter sonat (Rzy. III. 43) ; — co se pak desátku po pustinách 
té vsi dotýčc (Pam. kn. Brn. 1535 fol. 111 b); — že jemu pychem pobral 
skopní obilí po vsi pusté ... a že z té pustotiny jiného skopného nedá- 
vají (Půh. r. 1532) ; — že jemu jest Matuše Koláře ze vsi jeho s statkem 
odstěhovati dal na grunt svůj a že jemu poustku učinil (Kn. Drn. p. 97); 

— aby naše (město) hynulo a pustlo, jakož již jest dosti pústek v našem 
městě (Čas. č. M. 1836 p. 319) ; co se dotýče luk, pastev, kopanin, ježto je 
lidé drží a často pústějí, z těch dáno nemá býti, neb prvé z nich nedávali 
aniž jest podobné, neb pro berni lidé by to pustili a páni z toho by nic 
nevzali (Kn. ouz. 41 b). Yid. Yelesl. líosp. 84, 97, 208, 225). 

Piistka vid. pustina. 

Pustotina vid. pustina. 

Puška die Büchse 1. als Behältniss (bursa) : vzali pušku berníkuom 
s penězi (Cas. Č. M. 1836 p. 306); — 2. als Feuerrohr: (Pal. Gesch. III. 
1 p. 36) veliká puška später dělo genannt, die Kanone. 

Původ vid. póvod. 

Pych der Stolz, Ilochmuth, Frevel am fremden Eigenthum : pych 
jest mi učinil chtíc mi niú dědinu vybíjeti (Půh. 01. 1412 f. 95); — pychu 
jestližeby jeden druhému učinil, buď lesy neb louky přesekal, nebo v ře- 
kách, potocích, struhách, tůních, poltrubích ryby neb raky lovil, aneb po 
zapovědí kdo komu po jeho gruntech jakých koli jezdil a chodil (krom cest 
a stezek svobodných (LO. 1564 f. 46) was die vorn. LO. so übersetzt : „Im 
Fall einer einen Hochmuth gegen einen andern begienge, als da ist, wann 
einer dem anderen seine Wälder abhauen, die AViesen abmähen, oder in 
fliessenden Wässern und Fischbächen, oder unter denen Teich Thamen oder 
denen Fischbehältern Fisch iahen und Krebsen Hesse, oder auch wann einer 
dem anderen seine Grund verbieten thäte und derselbe, deme die Grund 
verbothen wären, solcher seine Grund (ausser freier Steig und Weg) nit 
müssig gehen wollte ..." Ferner wurde zum pych gezählt die Beschädigung 
eines fremden Unterthanes durch körperliche Verletzung , Einkerkerung 
u. s. w. Daher erklärt im J. 1535 Nikolaus Burggraf von Donin: co jest 
V německé řeči kvalt, to jest v českém jazyku pych. — vgl. hrdosť. 

19 



— 290 — 

Racek = Rastislav, wie Lacek = Ladislav. 

Rada und raditi consilium dclinquendi, der Ratli zur bösen That; 
hauptsächlich in der Kn. Rožb., wo aber in den bisherigen Ausgaben in 
Č1. 168 ze zrady statt z rady und či. 210 zradil statt radil stand, welches 
nach dem Zusammenhange und der Analogie mit den lat. Quellen zu setzen 
ist: quando rapinam fecit eum adduxit et consuluit sibi hoc (Eml. Reliq. I. 
28); — quia radil et adduxit Benessium, qui sibi rušil inducciones (ibid. 
66) ; — quod consuluit filio, quod eum caperet (ibid. 62). 

Rada consilium, der Rath, dann der Rath als Korporation und als 
einzelne Person 1. zemská der Landesrath, welcher in Mähren vom Kö- 
nige eingesetzt wurde, wenn er vom Lande Besitz nahm ; die Räthe wurden 
aus dem Herren- und Ritterstande ernannt und beeidet, wie es kap. 12 der 
Kn. Tov. „0 radě zemské" berichtet: potom když se Jelio Milosti králi zdáti 
bude, má a muo/ z pánuov i z rytířstva, jakž ráčí, sobě lidi hodné k radě 
a do rady přijíti a zemské dobré opatřiti, kterýmžto do rady jest přísaha 
taková .... In Böhmen fungirto ein solches Rathskollegium namentlich 
dann, wenn der König das Land auf eine Zeit vcrlicss : jestližeby Jeho Mi- 
lost pro které své potřeby kdy z země odjeti ráčil, prosíme aby tu zemi 
pro všecky zmatky ráčil opatřiti s radií zemská (Ač. 1, 277); — cožby této 
koruny dotýkalo, aby JMst. ráčila o ty o všecky věci s radu zemská uči- 
niti (ibid. 277). -— 2. královská die königl. Rätlic, in Bidimen vom Kö- 
nige ernannt und beeidet ; sie bildeten anfänglich kein Kollegium und 
wurden nur von Fall zu Fall vom Kiinige berufen; sie genossen das Recht, 
Boten zur Landtafel sein zu können : což se pak dotýče relací anebolito 
posluov ke dskám, komužkolivěk relací my poručíme bud" z pánuov neb z 
vládyk, kdožby byl naše rada přísežná, ten aby mohl poslem býti ke 
dskám zemským i dvorským (Ač. 4, 519). Später wurde jeder Landrechts- 
beisitzer Mitglied des königl. Rathes und dieser Titel 1609 auch den Land- 
rechtsbeisitzern in Mähren ertheilt. Das Kollegium der königl. Räthe hängt 
enge mit der Hofkanzlei zusammen, da der Hofkanzler demselben präsi- 
dirte ; Beisitzer waren die höchsten Landesbeamten und alle Landrechts- 
beisitzer ; seine Agenda war nicht strenge abgegränzt, da dasselbe über alle 
wichtigen öffentlichen und Privatangelegenheiten berathschlagen konnte. Für 
minder wichtige Angelegenheiten bestand der engere Rath (consilium an- 
gustius bei Stránský p. 487), zu dem nicht alle Beisitzer berufen wurden. 
— 3. r. hejtmana die dem Landeshauptmann in Mähren von Fall zu Fall 
durch den Landtag beigegebenen Herren und Ritter namentlich in Kriegs- 
zeiten, um ihn in seinen Arbeiten zu unterstützen (Sněm. p. kn. 1, 75). — 
R. úzká der engere Rath der Brüderunität aus 12 Mitgliedern bestehend, 
welchem oblag die Bischöfe, den Richter, die Mitglieder des engen Rathes 
zu wählen, ferner zu bestimmen, wer zum Priester und Diakon zu weihen 
sei (Dekr. J. brat. p. 25). Dieser engere Rath wurde ai. 1494 eingesetzt, 



— 291 — 

erhielt aber auf der Synode 1567 in Prerau den Namen Starší Jednoty 
die Senioren der Unität (ibid. p. 221). 

Radio 1. Der Hackenpflug. 2. Ein Feldausmass, wahrscheinlich 
nach dem poln. poradlne = census de manso soviel wie ein Lahn: dvór s 
poplužím a se dvéma rádloma role. (Ač. I. 154); — solvunt lY. radla ad 
abbatem pertinentia (Pitt. thes. absc, 127) ; vgl. pluh. 

Rad die Reihe, z. B. řady boud die Budenreihe zur Jahrmarktszeit. 

Rád lehký die unadelige Abkunft: co se lidí sedlských dotyce a 
řádu lehkého (LO. 1564 f. 224). 

v 

Rád movitý (Půh. 1412) z= nábytek, nářadí. 

Kadovní peníze die Abgabe der in Reihen aufgestellten Buden : 
řadovní peníze od lidí přespolních (Ms. Pross. 1712). 

Rákuš: dnem i nocí rákuše drželi (Pam. arch. 1864 p. 101) die 
Yersammlung, so benannt nach dem Felde Rákos bei Pest, wo die Ungarn 
in älterer Zeit ihre Landtage zu halten pflegten. 

Rána vulnus die Wunde, welche je nach ihrer Beschaff'enheit im 
deutschen und slavischcn Rechte die Strcäflichkeit des Thäters erhöhte oder 
verminderte; die Kn. Roz. cl. 171 — 174 führt an rána krvavá (Blutrunst), 
modrá, siná (blau), o tc vřená offen; in Ord. j. ter. či. 65 rány nechromé 
in Folge deren keine Lähmung des verwundeten Gliedes eintrat; rána 
ohavná vid. ohava; — vgl. chroiiiota, iiedoperiic. 

Raniti (Ranniz) vuluerare : sivé se inviccm seditiose vulneraverint 
sivé a latronibus vuluerentur, quod dicitur ranniz (CD. 3, 272 ai. 1259); 
vgl. ranné. 

Ranné : sivé se invicem seditiose vulneraverint sivé a latronibus 
vulnerentur, quod dicitur ranné, liberi sint (CD. 3, 348 ai. 1263) die für 
die Verwundung gezahlte Busse ; — vgl. rána. 

Ranní k „ranník dicitur, si quis in seditione seu a latronibus vulne- 
ratur« (Erb. Reg. Gloss. p. 810). 
Ranniz vid. Raniti. 

Ras, der Raszier : s Uhry , Rasy s svými Jasy (Pal. Děj. IIL 1 
p. 378). 

Rataj, durch AVegfall des Anlautes statt orataj von orati arare der 
Ackerknecht: že tu mají rataji oba klasy, ozimý i jarý aby ratajem dal 
z toho obilé díl (Piih. Brn. 1406 f. 202); — měl jednoho rataje a ten tu 
roli obdělával, ale jeho vozotaj pomáhal jemu hnoje voziti na tu roli (Půh. 
Brn. 1447 f. 79 b). 

Ráz, der Münzschlag, das Gepräge : groš rázu a čísla českého, 
grossus bohemici pagamenti et numeri ; ^- na minci byl ráz na jedné straně 
tvář Titova s nápisem, na druhé kotva; — kníže svou vlastní minci má a 
na ni obzvláštní sviij ráz aneb obraz. (Velesl.) 

19* 



Rčení svuoiiYJU mit slib, pioiuissum, ilas Versprechen: aby pak tak 
se stalo rčení a slib mezi námi .... jsem i tomu roení a slibu dosti učinil 
(Ač. II. 29 ai. 1449); — ai. 1507: ^Eliška poli. Oinilriolia , /e mno íekl 
dáti 50 zl. a toho mi učiniti nedbá." Xález .... povinen jest Jindřich tomu 
dosti učiniti podle rčení svého. Hergeleitet von h'oi dicere, sagen. 

Ret*: držel mne na řečech, durch Worte hiuhalren (Pííh. Brn.). 

Reciiik wörtlich der Kedner, prolocutor, dann der Anwalt der Partei 
vor Gericht. Anfänglich erbaten sich die Parteien einen Anwalt aus der 
"Mitte der Landrechtsbeisitzer: staus ego coram ipsis petii dominum Andreám 
mihi dari in prolocu torem et advocatum, qui vice mea verbum meum 
coram ipsis conquerendo proposuit in hunc modum (OD. 3, 193 ai. 1255). 
Auch durch Ord. j. ter. wird diess bestättiget: tunc stans actor ante scamna 
judicii advocatum et consilium sibi dari a j udice postulabit ^§. 4); — tunc 
citatus similiier prolocutorem iuipetrare debet = tu pohnaný má sobě také 
řečníka prositi (§.5). Bezahlte Anwälte waren in älterer Zeit nicht üblich: 
před tímto právem nájemní řečníci nemají mluviti (Kn. Tov. kap. 72), 
obwohl in Böhmen honorirte Anwälte schon am Anfange des 15. Jahrhd. 
bekannt waren : jest třeba k řečníku se utéci, tenť svil mzdu vezma žalobu 
stvoří (Ond. z D. Ač. 2, 495). Diese Anwälte aber waren wegen ihrer 
Casuistik im üblen Hufe; schon Ond. z Dube sagt von ihnen: žalobu čiuí 
vždy více lži než pravdy; auch Kornel p. 52 charakterisirt sie schlecht 
wegen ihrer Doppelzüngigkeit, indem sie die eine Partei vertraten aber dem 
Gegner ebenfalls Rath ertheilten. Auch die LO. 15('>4 f. 225 ffg. konstatirt 
grosse Uebelständo bei den Anwälten, indem sich dieselben unverhältniss- 
mässige Honorare zahlen liessen, ja auch Processe um einen bestimmten 
Antheil, wenn derselbe gewonnen würde, führten: kdo (z řcčníkuov) kteří 
od jiných pře vedou a službu od nich neb jorgelt mají, aby takové služby 
a jorgelty bráti mohli, kterak kdo s kým smlouvu o to má ; než spolkuov 
ani žádných díluov o pře žádný ten jorgeltník míti s žádným , od kohoby 
při vedl, nemá, buďto od těch, od kterých mají jorgelty, nebo od jiných. 
Für jene Anwälte . welche kein Jahrgeld bezogen, wurde als Honorar fest- 
gesetzt von jedem gewonnenen Process, der um 100 — 1000 Schock Groschen 
geführt wurde, von jedem hundert Schock 2\'2 Schock Gr. AVer Jemanden 
über einen Process ausholte, und dann als Anwalt der Gegenpartei erschien, 
sollte mit dem Tode bestraft werden. Diese Anwälte mussten adelig sein; 
erst als durch die vern. LO. statt des mündlichen der schriftliche Process 
eingeführt wurde, konnten auch Bürgerliche die Parteien vei treten. Geistliche 
durften nie Anwälte eines Herrn oder Ritters sein: pořádek jost, aby od 
stavu panského a rytířského žádný nduviti nemohl, kterýby téhož stavu nepo- 
žíval a prvé duchovní nikdy od jiných nemluvili, než sami od sebe, že to knězi 
Lukášovi má zastaveno býti. (Záp. Žer. 1, 162.) Für AVittwen und "W'aiseu 
bestellte das Landrecht Anwälte aus seiner Mitte. — Vom řečník ist zu unter- 



- 293 — 

scheiden der poiiičník , welcher nur statt der Person des Klägers vor Gericht 
erschien, ohne den Process desselben zu führen , was eben der řečník that. 

Řečník zemský proclamator publicus, der Ausrufer beim Land- 
rechte in Böhmen. Er war dem Oberstlandrichter untergeordnet (Yš. 14) ; 
er hatte die Eröffnungsformel des Landrechtes zu proklamiren (ibid. 18), 
die Parteien aus einem ihm vom starosta der Kümmerer übergebenen Ver- 
zeichnisse aufzurufen , ob sie vor Geiicht erschienen seien (Ač. 5 , 70), die 
Klage aus den Klagbüchern vorzulesen (Yš. Iß); er erhielt von jedem Kläger 
15 Groschen (ibid. 34); — vgl. volavčí. 

Regale, das Dominikalrecht, das Recht des Grundherrn: v regule 
(sie) panské se vkládají (Ms. LA. XIT. c. 19, p. 36). 

Řehák: Řehoře jinak Řeháka (Půh. 1580) = Gregorius. 

Řehola ex lat. regula 1. die Regel: obecní řehola práv městských 
zní (P. Měst. 105 b) ; 2. die Ordensregel z. B. řehola sv. Augustina, daher 
řeholník, řeholnice, Mönch, Nonne. 

Řehoř = Gregor. 

Rejniaí' ex germ. der Riemer. 

Rejstra hiessen 1. in Mähren vorzugsweise die Pnhonenbücher : 
knihy půhonné neb rejstra jak se vůbec říká (Záp. Žer. 1, 15). Sie wurden 
nach Landtagsbeschluss 1G02 lustrirt und neu gebunden: na přednesení nejv. 
písaře všickni čtyři stavové se snesli , aby nejv. p. písař taková rejstra 
zemská , která tak ztyřelá , potrhána , spotřebována a starým písmem neči- 
tedlným psána jsou a obnovení potřebují, přepsati, zregistrovati a jiné všecky 
převázati dal (Sněm. p. kn. f. 117). Ferner gab es 2. r. čelední, in welche 
bei Gutsverwaltungen die Löhne der Dienerschaft eingetragen wurden. — 
3. r. důchodní das Rentenbuch. — 4. r. hejtmanova jene offiziellen 
Yerzeichnisse, in welche der Landeshauptmann die vor ihm angemeldeten 
Güterunionen (vid. spolek) eintrug und welche, wenn beim Landrechte die 
Eintragung dieser Unionen in die Landtafel erfolgte , durch den Landes- 
hauptmann vernichtet wurden, so dass für solche TJnionsanmeldungen , die 
von einem Landrechte zum andern geschahen , neue Yerzeichnisse angelegt 
wurden: a po ohlášení a ve dsky vložení spolkuov mají ta registra hajt- 
manova spálena neb strhána býti a nová po dskách zavření učiněna (Kn. 
Tov. kap. 91); — potom jsem knížku, do níž byli vepsáni ti spolkové přede 
všemi roztrhal a pod lavici zahodil (Záp. Žer. 2, 66). — 5. horní oder 
horenská für Eintragungen von Käufen und Verkäufen der AYeinberge: 
r. horní, do kterých se kupy a prodeje vinohradů zapisují (MS. LA. M. YIL 
3 f. 24). — 6. r. lesní fůr den Holzverkauf. — 7. r. louč ní für den 
Ertrag der AYiesenmaht. — 8, r. městská Losungsbücher in Städten. — 
9. r. obecní das Dorfgrundbuch. — 10. r. oukolní für's Eintragen der 
Arbeitstage und Löhne der Tagarbeiter, (vgl. úkol). — 11. r. pamětné 
a) die Gedenkbüchor des Landrechtes: žádaje aby to promluvení do paměť- 



— 294 — 

ných rejster zemských zapsáno bylo (Záp. Žer. 1, 179, vgl. památné 
knihy) ; b) bei Gutsverwaltungen das Memorialbuch : to sobě úředník do 
rejster pamětných zapisovati má (Čas. č. Mus. 1835 I. p. 57). — 12. r. pivní 
wo das gebraute und verkaufte Bier eingetragen wurde. — 13. r. popravčí 
zum Eintragen der Geächteten (vid. popravce). — 14. r. purkrechtni 
für die emphiteutischen Zihsungen. — 15. r. rybní zum Eintragen des 
Erträgnisses aus den Fischteichen. — 16. r. rychtářovy wo Schuldver- 
schreibungen der Dorfgemeinden eingetragen wurden. — 17. r. siro tě í in 
welchen die "Waisen der Gutsunterthanen und ihre Gelder ausgewiesen 
wurden. — 18. r. správní, für die fixen Abgaben der unterthänigen Leute : 
stálí platové , kteří v správních rej strich poznamenáni jsou (MS. LA.) — 
19. r. týhodní, wo die Wochenrechnungen eingetragen wurden: to písař 
do rejster týhodních zapisovati má. (Oas. c. Mus. 1835 I. 57); vgl. desky. 

Rejt e germ. Reut, Gereute, novale. 

Rejtarka, Reiterpistole: ručnici, rejtarku s holstrou, toulec (Ms. 1631). 

Rejtarský kruh, der Reitring; vid. kruhaí*. 

Rejz e germ. Reis, das Reisig: na stav proutí panské neb. reyz 
(Ms. LA. M. YII. 3 f. 17 b). 

Relací, die Botschaft zur Landtafel vid. posel k dskám: co se 
pak týěe relací aneb posluov ke dskám, komužk olivek relací my poruěíme. . . 
kdožby kolvěk relací ke dskám udělal .... aby to tak dskami znamenali: 
posel ke dskám N. z panuov (Ac. lY. 519 ai. 1487). 

Relator 1. = posel k dskám vid. sub posel. 2. jene zwei Mit- 
glieder des Landrechtes, welche den im potaz formulirten nález (das Urtheil) 
öffentlich vorlasen. 

Rciiiflih der Stroitkolben, Morgenstern, clava bei Rozk. Ilk. p. 99: 
koňové do příkopův padali a Cechové je řcmdihy bili a mlátili. (Háj.) — 
Die Ilerleitung dieses Wortes unsicher; vielleicht mit řem-en der Riemen 
zusammenhängend, da die Morgensterne in der älteren Zeit an Riemen 
(später an Ketten) hingen? 

Rendlík (Dreifuss vulgo Roindel) Spottname für den k. Prokurator 
Rendl vid. Reiidluváiií. 

Reiidluváiií Rendcln d. i. Gesetze und ihren Inhalt sofistisch aus- 
legen nach Zeit und Nothwendigkeit. Der Ausdruck stammt von Albrecht 
Rendl z Oušavy von 1498—1509 k. Prokurator, 1509—1510 Oborstland- 
schreiber, 1515 — 1516 Unterkämmerer in Böhmen, welcher namentlich das 
Zustandekommen der LO. vom J. 1500 bewirkte, welche dem Adel , beson- 
ders dem ITerrenstande alle politische Macht in Böhmen einräumte, so dass 
die Städte diese LO. nur Rendlova práva nannten. Als aber Rendl in 
den folgenden Zwisten zwischen den k. Städten und dem Adel die Partei 
der ersteren ergriff, kam er in den Geruch eines polit. Sti-andbnifers und 
sein Name gab die Bezeichnung zu jenem Begriffe, der gewöhnlich mit dem 



— 295 — 

Worte Machiavtíllismus bezeichnet wird. Welcher Ruf ihm bei dem Adel zu 
Theil wurde, geht z. B. aus einem Briefe Wilhelms von Pernstein ai. 1520 
hervor: „na Rendle zápisy dělali na jeho hrdlo u mne dosti divné .... Pak 
již moc mu dána, aby mohl na královském místě s mocí poháněti nás všech, 
ježto se tu dotyce hrdla, cti a statku .... škaredé to věci jsou ... než 
mou ctí, nerci Rendl, takový jakýž jest ... šafovati nebude" (Ač. II. p. 
110. n. 45); — jakž nám práva Rendl udělal a nyní opět jaké způsoby 
jdou, jakž on zase chce v lidi vjíti, bojím se jistě, že se tudy zlého nebude 
ujímati" (ibid, p. 125); — kýž mi čert jest do Rendle, jsouťli naň tak všickni 
laskaví jako já, mělťby se radši viděti v páté zemi, nežli zde" (ibid. 184). 
— Die Sprüchwörtersammlung des Seniors Erythrseus vom J. 1569 sagt: 
rendluješ t. j. chceš práv býti. Byl p. Rendl člověk chytrý, kterýž z křivé 
při pravou anebo k pravé podobnou učiniti uměl. (Čas. č. Mus. 1829 Heft 
4 p. 53). 

Reiidyuar: co se rej ster poctových a rendynarových na reštant- 
níky JM. král. dotýče (Landtag 1558 f. 59) e germ. Rentdiener. 

v 

Řepice. 1. der Trinkbecher, crater, genus calicum duas habens 
ansas; — ř. jest nádoba vinná mnohými obručkami obita (Hilar. Litom). 2. 
ein bestimmtes Maass für Getreide und Flüssigkeiten: když se naměří dvě 
číšky, aby slulo řepice. (Háj. f. 248). 

Reyvoda: vinice nejspíš řezbami a reyvodami zvelebeny neb zave- 
deny býti mohou (Čas. č. Mus. 1835.1. 65) der Rebebogen? mittelst dessen 
Weinpflanzen gezogen werden? 

Řezaná cedule chartse excisře, identatse Theilzettel, Kcrbzettel, Kerb- 
brief, wörtlich ausgeschnittene Zettel, immer zwei, deren Einschnitte in einander 
passen mussten; sie waren gebräuchlich bei Verträgen (Korn. Ys. p. 337), 
dann seit der Yern. LO. auch bei gewissen Klagen (fol. 39. 40. 98 ffg.), 
auch bei Dienstverträgen; die Einschnitte bei den beiden Parien mussten 
sich decken: má ceduli řezanou vydati a druhou za sebou nechati (Čas. č. 
Mus. 1835 I. p. 48); a každé straně jedna cedule vyřezaná jest dána (Chron. 
Igl. p. 42). 

Riha = Gregorius : Řehoř jinak Říha (Půh. 1583). 

Říje Hirschjagd: jel jsem na říji a tu sme mnoho jelenů slyšeli 
řváti = (Č. Mus. 1830, 436). 

Říjen von řiti dem Geschrei der Brunfthirsche, also die Zeit, in 
welcher die Hirsche brünstig sind; als Monatsbezeichnung früher der Sept- 
tember, jezt der Oktober. 

Kobenec 1. das Kind, der Junge: opat seznal: byl jest a rostl s 
námi v klášteře jsa malým robencem a potom měl troje svěcení a stvrzen 
jest (Ač. 1. 184); — pamatuji, když jsem byl robencem, pásl jsem na týchž 
dědinách (ibid. 165); — tehda jsa robencem byl jsem v Míšni (ibid. 184). 



— 296 — 

— 2. die jüngeren Bergarbeiter, aus denen dann Knappen wurden: a tehda 
oni hned ve čtyřech nedělích mezi robenci v prcngadě jednoho voliti mají, 
kterýby knapovo místo zastati mohl; — aby nižádný urburéř neměl moci 
od prengadu žádného robence vsaditi , ale oni sami mají plná moc robence 
do prengadu vsazovati a robenci mají poslušní knapův býti v prengadě. 
(CD. 7, 353). 

Robota die Frohnarbeit, zu welcher der Hörige dem Herren ver- 
pflichtet ist. Die ursprüngliche Bedeutung war allerdings eine andere. Vor- 
läufig sei erwähnt, dass diess Wort mit rob puer, servus und roba ancilla 
zusammenhängt, so dass in dem slav. Wortstammo rob der Begriff der 
Frohne, Hörigkeit und Kindschaft zusammentrifft. Abzuleiten ist das Wort 
von der Sanskritwurzel rabh (ursprünglich wobl arbh) temere agere, stre- 
nuum esse, woher dann die Worte dlcp-ávco erwerbe, lat. labor (I für r), 
goth. arb-aiths, althd. arapeit, mithd. arebeit, altsl. rab-ota, lit. lob-a 
(I für r wie im lat.), böhm. poln. rob-ota die Arbeit stammen. In anderer 
Richtung entwickelte die Wurzel arbh andere Bedeutungen und zwar in 
Beziehung auf das Subject, das arbeitet; hervorzuheben ist in diesem Sinne 
das goth. arb-ja heres der Erbe, welches, im Hinblicke auf das Sanskrit- 
wort arbh a = puer, filius, ursprünglich wahrscheinlich auch den Sohn be- 
zeichnete. Dass die Wurzel arbh anfänglich arbeiten bedeutete und arbh a 
erst in abgeleiteter Bedeutung den Begriff Sohn ausdrückte, dafür bietet 
ein Analogon, das sansk. duh-ita ursprünglich die Melkerin, dann erst die 
Tochter. Wenn man beide Bedeutungen vereinen will, so bleibt kein anderer 
Schluss, als der, dass den weiblichen Mitgliedern der arischen Urfamilien 
das Melken oblag, worauf erst dieser Begriff zur Bezeichnung der Tochter 
verwendet werden konnte. Und wenn arbh a den Sohn, die Wurzel arbh 
aber arbeiten bedeutet, so ist kein Zweifel, dass die Feld- und Hausarbeit 
mit Hacken, Spat u. s. w. den männlichen ^litgliedern der Familie zukam, 
die dann vorzugsweise die Arbeiter hiessen. Nur so erklärt es sich, dass die 
einzelnen Sprösslinge dieser Wortfamilie im slavischen bald puer, bald puella 
servus, serva u. s. w. bedeuten können, altsl. rabi servus, böhm. (wo sich 
der Stamm roh nur in Ableitungen erhielt) robenec, robě, robátko 
Knäblein, roba puella, ancilla, pa-rob der Sklave, robotnik der Frohn- 
knecht, robiti agere, robotovati frohnen u. s. w. Der „Frohndienst" blieb 
als letzte Bedeutung des Wortes robota bis in die Neuzeit und das deutsche 
Wort robotten, die Robott in derselben Bedeutung ist entlehnt aus dem 
slavischen robotovati. — Zur Robot waren die Unterthanen durch eine 
bestimmte Anzahl von Tagen im Jahre verpflichtet. Es gab die verschieden- 
artigsten Robotten , so verschieden , wie die mannigfaltigsten Feldarbeiten 
und andere Beschäftigungen es selbst sind, z. B, seno hrabati, ovce práti a 
stříhati, žíti, konopí ze záhonů trhati, prosa ze záhomi pleti, víno svézti, v 
lesu stohovinu sekati (AČ. 1, 350 — 357); — cibuli pleti, maky okopávati, 
ovce holiti, oračka, rybníků sekání, sečby louk, vození vími (MS. LA. XII. 



— 297 — 

c. 19 f. 26), roboty mlynářské (ibid. 27), lovy, hony (ibid. 28), pěší, koňská 
(ibid) ; — roboty orné, vláčebné^ ženné, sečné, hrábni na lukách (Cas. č. M. 
1835 p. 281); — rybnicné, mlatební (Priv. Tov. p. 19). Aber schon früh- 
zeitig trifft man auf Ablösung der Frohne: ale ty roboty již jsú poraženy 
na plat a již pominuly (ai. 1447 Půh. Brn. f. 79). — Einmal fand ich das 
Wort robota in der Bedeutung Zugvieh: když jsú přišli do skaly, tu jest 
jim povědíno, kdo jich robotu žene a potom když jsú drahú jdúce do Neb- 
šoví přišli, tu jsú jim řekli: jděte do krčmy a tu naleznete svú robotu, 
kterážto jest zbita a oni vidúco, an jest jich dobytek zbit, tázali jsú se 
u koho jsú ten dobytek kupovali? 

Robotěž (gebildet wie vít-ěz, řet-ěz) der Frohnarbeiter ; daher robo- 
těžní lidé die robotpflichtigen Leute : naši robotěžní lidé . . . slíbili člově- 
čenství . . . (Ač. I. 344). 

Robotil' der Frohnarbeiter: mimo dvorskou čeleď a robotíře (MS. 
LA. XIL c. 19 p. 146). 

Robotné auch Robotili peiiize die für die Befreiung von der Ro- 
bot gezahlte Abgabe: robotného 2 groše (MS. 1668); — mají pánu každého 
roku robotních peněz 40 zl. dávati a nebudou povinni robot činiti (TJrkd. f. 
Eibenschitz 1576). 

Robotily 1. der zur Frohnarbeit Verpflichtcto. 2. der Arbeitsame 
člověk robotný aby požíval hrubých krmí; ~ dělný a robotný stav (Ctib. 
hád. p. 11). 3. der Bauer: předstoupili přede mne robotní lidé z Pavlovic 
(Urkd. 1552 LA. MS. M. VIL 8). 

Rod 1. das Geschlecht. 2. die Abstammung, rod plný die gerade 
Linie: plným rodem od jednoho otce a mateře pošli (MS. 1598); — ujcové 
krevní plného rodu ... v příbuznosti plného rodu (ibid). 

Rodič indigena, nostras der Eingeborene: předních osob a rodičův 
království českého tím nestíhaje (Pavl. Skal. 1, 98). 

Rodička consanquinea: jako Maria odpověděla řeči své rodičky 
(Alžběty) (Štít. ed. Erb. 298). 

Rodové mladší die jüngeren, r. starši oder staří die alten Ge- 
schlechter des Herren- und Ritterstandes, (vgl. pán, rytířstvo). 

Rodsliý (Ruodský) : mistr zákona s. Jana Jerusalemského aneb 
Ruodského (Ač. 3, 573). Der Grossmeister der Johanniter, auch Rhodiser 
genannt nach der Insel Rhodus, welche sie seit 1310 besassen. 

Rok von říci dicere der bestimmte Termin, die Tagfahrt: „roky k 
přísahám do káply ty v jiné časy pokládají než páni, neb páni kladů roky 
v pátek suchých dní, ale úředníci k těm rokóm najbližším a nepohnutým" 
(Korn. Vš. p. 11); na starostu komorničího sluší věděti a znáti roky, kdež 
se lidé třmi pohony pohánějí a zvláště ty roky, kteříž vedle práva jinak 
proměněni býti nemají . . . první rok k stání nepohnutý, druhý po sv. Sta- 



— 298 — 

nislavu ... aby mohl příhodný rok položiti (ibid. p. 119); — auf die roky 
úder Tagfahrten zum Landrecht (Urkd. K. Leopolds ai. 1704). Speziell 
waren 1. rok domácí das Friedensgericht: na domácích rocích více po 
pravdě, než po právu súditi sluší (vid. r oko vnik). 2. roky menší ter- 
minus technicus für das kleinere Landrecht : Kateřina pohoní k menším 
rokóm ctc. (Lib. cit. II. p. 34 n. 154) = terminus minoris czudae (ibid. 
p. 33). AFanchmal nur kurzweg „k rokům" : Yiléra pohoní Zdicha k rokóm 
(ibid. p. 33, n. 148, p. 34 n. 155). 3. rok nemocný terminus infirmorum, 
termini infirmi, die dem Geklagten wegen Krankheit ertheilte Fristerstreckung ; 
sie konnte dreimal auf je 14 Tage bewilligt werden; doch hatte der Ge- 
klagte nach dem ersten und zweiten Verfalle der Frist jedesmal darum zu 
ersuchen, versäumte er diess, wurde er kontumacirt : uprošen mu rok ne- 
mocný za dvě neděle do posudku a nebudeli na posudku a budeli nemocen, 
má opět rok za dvě neděle a opět za třetí dvě a tu konečně má býti a svú 
nemoc zpraviti ; pakliby tu nebyl a nemoci své nezpravil, má naň přísud 
dán býti. (Lib. cit. II. p. G4 n. 92). Bei der dritten Frist hatte er jedenfalls 
zu erscheinen, war diess aber durchaus unmöglich, hatte er auf seine Kosten 
Landrechtsbeamte zu sich zu entbieten, damit seine Krankheit sichergestellt 
werde : a tu již (d. i. na třetím roce) jakž množ se postav neb přivez, jakž 
\í ; pakliby vždy nemohl, ale má úředníky na svój náklad k sobě spraco- 
vati a přivésti a ti jej ohledajíce, jakž na něm uznají, mají pány zpraviti. 
Ale na prvním panském sněmu má konečně státi; pakliby v tom umřel, jemu 
to škoditi nemá. (Kn. Tov. k. 82). Erschien der Kranke zum rok, so hatte 
er zu schwören, dass er wirklich krank war : na tom přisahám, jakož p. 
Menhart mne zapohnal, že jsem pro svú nemoc nemohla státi na těch rocích. 
Tak etc. (Ph. Brn. 1447 f. 62 b). Doch konnte der Kläger dem Geklagten 
diesen Eid erlassen. Als es aber dem Geklagten frei gestellt wurde, auch 
für sich einen poručník zu bestimmen, konnte der, welcher einen solchen 
poručník hatte, keinen rok nemocný sich erbitten; dasselbe galt vom Kläger: 
pořádek není, aby se těm, kteří poručníky v půhonech mají, rok nemocný 
dával, poněvadž poručník má moc jako sám původ, souditi, prosouditi, 
jednati etc. (Záp. Žer. I. 83). Wer in der Stadt, wo das Landrecht abge- 
halten wurde, zugegen war, konnte keinen rok nem. verlangen: pořádek 
není, nemocného roku v městě komu dávati. (Záp. Žer. I. 25). War die 
persönliche Erscheinung nicht nothw;endig, konnte kein rok nem. verlangt 
werden : proti položení listu rok nem. se nedává, že jest p. z Kunovic mohl 
smlouvu poslati, že mu nebylo potřebí, k ní státi. (Záp. Žer. I. 238.) 
4. rok o čest die Tagsatzung wegen Ehrenbeleidigung, schlechthin rok ge- 
nannt mit dem Zusatz : před hejtmanem. Dieser rok geliörte wie der rok selský 
vor den Landeshauptmann, der die Ehrenbeleidigungsklagen in älterer Zeit 
selbst entschied (vid. nárok o česť). Der rok wurde während des Landrechtes 
immer am Freitag vorgenommen, daher nennt Karl v. Žerot. Záp. I. 77 den 
pátek obzvláštní don p. hejtmana und p. 20 ibid. berichtet er über den 



— 299 — 

rok folgendes : v pátek jest pořádek roky slyšeti. Roky pak hejtman klade, 
protož tento obzvláštní hejtmanský soud jest a před lety měl moc hejtman, 
kdekoli chtěl je slyšeti a kohokoli k tomu povolati, odkudž ještě podnes v 
náložích rokových se klade : „mezi N. a N. p. hejtman, páni a rytířstvo na- 
lezli" ježto v náložích půhonnových toliko se dokládá „páni nalezli" a to 
proto, že za starodávna pře lidské toliko sami páni súdili bez vladyk, ale 
k rokům z jednoho i druhého stavu hejtman povolávati obyčej měl. Nyní 
pak již při soudech zjevně se slyší, ale však jako před p. hejtmanem ; pro- 
tož i k němu se promluvení děje i on se z potazu vynáší." Als der Lan- 
deshauptmann von Haugwitz 1599 die roky wieder allein ohne Zuziehung 
des Landrechtes entscheiden wollte, bedeutete ihm dasselbe : „ačkoli tomu 
tak jest, že to někdy vlastně soud hejtmana byl, avšak že to potom změ- 
něno, jakž i ze sněmův starých i také z zřízení zemského tomu rozuměti 
jest a protož což tak od množství let již při soudu trvá, při tom aby toho 
zanechal." (Záp. Žer. L 195); vgl. postranné pře. 5. Rok opravený 
oder opravení roku. Wenn die Klage des Klägers wegen Zeitmangel 
nicht vor das Landrecht kommen konnte, hatte derselbe den Termin seiner 
Klage für das nächste Landrocht zu verbessern oder resp. zu erneuern, 
diess hatte er so lange zu thun, bis das Urtheil in seiner Sache gesprochen 
wurde ; dadurch erklärte der Kläger, dass er von seiner Klage nicht ab- 
stehe und desshalb sagt Korn. Vš. p. 130 ganz treifend: roku opravení ji- 
ného nic není než póvoda k sudu ohlášení" (vid. viza). 6. rok pořádný 
im Lehensrcchto : mana rok pořádný aneb užitečný proti pánu jeho počíná 
se, když on léno přijímá od pána svého, r. pořádný počítáme rok jeden a 
šest nedělí; rok užitečný vid. pořádný (Pr. Men. p. 45 L. A.). 7. roky 
selské die Beschwerden der Unterthancn gegen die Grundobrigkeit, welche 
zwar beim Landrechte, aber nicht im Namen desselben, sondern durch den 
Landeshauptmann unter Beiziehung mehrerer Beisitzer entschieden wurden, 
immer am Freitage : poněvadž roku selských tak velice se namnožilo, tak 
že ty dva dni od starodávna zachovávané a zřízením zemským vyměřené k 
vyslyšení jich a vypovídání učiněné nepostačují, protož aby při zasednutí 
soudu zemského příštího druhý týden celý krom soboty, totiž za pět dní 
slyšány a souzeny byly. (Sněm. 1612 f. 68). Doch konnte diess auch ausser- 
halb des Landrechtes geschehen, wobei der Landeshauptmann entweder 
Landrechtsbeisitzer oder solche Personen beizog, die in der Nähe der Be- 
schwerde führenden Unterthanen wohnten: žádal p. hejtman, poněvadž roků 
velmi mnoho mezi pány a poddanými jest a ti skrze odložení soudu k sly- 
šání přijíti nemohou, za naučení, coby činiti měl ? Radili jsme mu, aby při- 
vezma k sobě některé osoby z sousedů nejbližších těch dědin, které s pány 
svými činiti mají, strany k sobě obeslal a je nějak porovnati spolu se snažil. 
(Záp. Žer. L 230). Diese Gepflogenheit hatte ihren Grund in dem Landtags- 
beschlusse ai. 1565 : Jakož jsou rokové před JMtí. p. hejtmanem mezi ně- 
kterými pány a poddanými jejich položeni, p. hejtman mezi tímto časem a 



— 300 - 

SV. Bartolomějem obešlíc některé osoby z pánů soudci i z obce do Olomúce 
rok stranám položiti má a vyslyšíce je spravedlivou výpověd učiniti. (Sněm. 
pam. kn. III. 234b). 8. rok užitečný vid. pořádný. 9. rok valný der 
Reichstag ; bisher fand ich diess ein einzigesmal in Ač. I. 284 ai. 1444 : 
pro ten rok valný, který nyní v Nürnbcrce o kostelní a říšské věci velmi 
pilně držeti musíme, kterýžto rok také i vám móže prospěšen býti. 10. rok 
zavitý terminus peremptorius, der uniiberschreitbare Termin : když ten čas 
vynde zavitý = post peromptorium (Ač. III. 163) ; — dán mu rok, že z 
země musel jeti k zavitému roku do Cech (Ph. Brn. 1480 f. 26 b), Der 
Ausdruck bildlich daher stammend, dass Gründe, welche nicht überschritten 
oder betreten werden durften, mit einem gehegten Zeichen versehen wurden: 
aby těch mezí v pokoji nechali, kól má vtoknúti a zaviti je (Ord. jud. ter. 
ČI. 77). Im älteren deutschen der aus tag dies peremptoria ; (conf. zavití). 

Rokovník domácí 1. der A^ermittler, an den sich die Parteien 
wenden, um das Gericht zu vermeiden : též řku domácím , chytrým rokov- 
níkóm , kteříž utiskají pravdy sprostnějšího svú chytrostí aneb mocí, žeť 
dojdii hoře .... neb na domácích rocích více po pravdě než po právu 
Slíditi sluší a smlúvati lidi (Štít. ed. Erb. 150); vgl. slubiiý sud. — 2. der 
Rathgeber: rokovníci, s kterými se kdo radí (Ctib. hád. p. 58). 

Rokotržiiý häufiger aber rukotržiiý kühn, verschwenderisch: zna- 
menavše záhubu koruny, jíž jest skrze Sigmunda na rozličných klenotech 
kostelních a peněžitých zdávna chovaných rokotržným zmařením došla 
(Ač. 1, 199). 

Rokový den, der Freitag, an welchem beim mähr. Landrechte die 
roky verwandelt wurden (vid. rok 4. 7). — Tgl. úterý. 

Roky, auch Roky menší vid. rok 2. 

Rota 1. altsl. rota, rot^ der Schwur, im böhm. die Eidesformel: 
jakož Oldřich přísahu činil, jest jemu rota vydána v tato slova (Půh. Brn. 
1417 f. 113); — opatu za klášterský dluh vzíti na svój zákon, jakž rota 
vydána (Kn. Roz. ČI. 138). — 2. die Sippe, Gefolgschaft: neb jest mnoho 
rot přirozených, ježto sií na se laskavý a jeden druhému pravdy umíněné 
pomáhá snažně (Ond. z D. či. 56); — někteří z pýchy jsúc bohatší a něco 
podstaty a roty majíce pod staršími pány seděti jsií nechtěli (Kn. Tov. 
kap. 52); vgl. altsl. rotí turma, deutsch die Rotte. Ob zwischen beiden 
Worten rota als Schwur und rota als Sippe ein Zusammenhang besteht 
auf Grund der Vorstellung, vermöge welcher die Eideshelfer im deutschen 
Rechte den Verwandten entnommen wurden , ist bei dem Mangel von posi- 
tiven Beweisen schwer zu entscheiden; die Ausdrücke im altslav. voditi 
V rotu, rotiti sja jurare, rotinik jurans , socius foederis scheinen eher 
dafür als dagegen zu sprechen. — 3. die Sekte : kacíři všelikaké roty = 
hajretici cujuscunque secta> (Ač. 3, 80). 



— 301 — 

Rouna (Rüiia) der Weg zwischen den Abtheilungen des Wein- 
gartens, dann der Rain zwischen zwei Weingürten : do vinohradův a runami 
skrze ně choditi nemají (MS. LA. M. VII. 3 f. 26); a to na rouně trhati 
má, z runy pak pro tihání hroznů do vinohradu vstupovati nemá (ibid. f. 27)- 
— kdoby pod rúnú podtahi z cizího vinohradu do svého (ibid. 29) ; — 
pře o rounu nebo mezi, která jest mezi vinohradem Jana a Sanytrníka 
(Kn. Nosisl. f. 3), — aus dem deutschen die Rune, Rinne der Einschnitt 
in der Erde, im Holze. — Vgl. odrüiiek. 

Ruušečiiíce , die Schleiermacherin: Lidmila roušešnice z Prahy 
(Půh. 1520), das Citát, welches Jungm. sub rouše nik nach einem Excerpte 
Bocek's bringt: lidé rouše nic i z Prahy, ist dahin zu verbessern: Lide 
(= Lidmile) roušečnici z Prahy. 

Roviiatí, durch Recht entscheiden, begleichen: „což se těch věcí 
mezi našimi lidmi dotyce, sem k tomu přistoupil, aby spravedlností rovnáni 
byli" (Ac. I. 125). 

Rovný = práv recht, gerecht: nepožádav rovného ode mně pohnal 
mně (Půh. Brn. 1406 f. 158); — o to mi slíbil roven býti před úřadníky 
(Půh. 01. 1412 f. 84b); — a já jsem toho tužil, aby mi se o to rovné 
stalo (ibid. 98 b). 

Rozdíl dasselbe wie díl, vid. dělení. 

Rozdvoj gen. fem. der Streit, Process : a v té každé rozdvojí výpis 
z desk tě zpraví (Ond. z D. §. 54). 

Rozninožitel říše „Mehrer" des Reiches, semper Augustu s. 

Rozpůsobiti, abtheilen, vertheilen: a svého zápisu mi nedrží v 
tom, jakž jest otec nás rozpósobil (Půh. 01. 1463 f. 85); — vgl. dílní 
bratří. 

Ručiti (von ruka manus) bürgen, sicherstellen: ručiti statek sirotčí 
das Waisenvermögen sicher stellen. 

Rudník fossor metallorum der Eisenarbeiter (Erb. Reg. 1, 78, 79) 
von ruda die Eisenerde und dieses von rudý rubeus roth. 

Rufian, der Kuppler, Lotterbube, rufianka oder rufka meretrix, 
ital. ruffiano, mitlat. ruffianus leno, der Kuppler. 

Ruchadlo, ein specifisch böhmischer Pflug, der die Mitte zwischen 
Pflug und Haken hält; seine Eigenthümlichkeit besteht darin, dass die 
Schar zugleich das Streichbrett und dass Streichbrett zugleich die Schar 
ist. Das Scharblech senkt sich in schiefer Richtung abwärts und ist nur so 
weit horizontal von rechts nach links unten schräg vorgebogen, um die Erde 
abzuschneiden, einzustürzen und zu wenden. In seiner ursprünglichen Kon- 
struktion nur für weichen Boden verwendbar ; durch Yerbesserungen in 
neuerer Zeit aber auch für harten Boden tauglich gemacht. 

Rujeti, thätlich streiten, raufen: rujeta-li se dva pacholky = si 
duo famuli ad invicem se depilant (P. Měst 138 b, 26 b). 



— 302 — 

Ruka nianus die Hand ; hervorzuheben sind folgende zwei Verbin- 
dungen 1. zpraviti oder odprisahati sám svú ruki'i sich von der 
Schuld durch seinen eigenen Eid, ohne dass Eideshelfer nöthig wären, rei- 
nigen : z rady právo se otepříti samému svú ruku (Kn. Rož. či. 72). — 
2. vésti, odpírati, dovésti etc. svú ruku seine Unschuld durch den 
Zweikampf beweisen: ješto původ i pohnaný to, co jim na svědcích scházelo 
rukou svou dovésti chtěli, vynesli páni nález tento: .... že to chce na 
Rozhona ruku vésti .... a od Rozhona též zase povědíno: což jest p. 
Štos svědčil, že jest toho nemluvil a že též chce p. Stosovi ruku odpírati 
.... páni toho při tom nechávají a p. hajtman aby jim cedule k bitvě 
vydal; — když se cti dotyce neb hanění velikých, muož ruku odvésti aneb 
přisahá odbyti (Kn. Tov. kap. 118). — 3. ruka společná a nerozdílná 
die gesamnite, ungethcilte Iland in Bürgschaftsbriefen. 

Rukávec plur. Rukávce 1. der Aermel, 2. der Stutz. 3. der obere 
Theil des Hemdes, das Brusthemd. 

Rukáví, die Rüstung. 

Rukávník. 1. der Stutz, um die Hände vor Kälte zu schützen. 
2. die Handbüchse = ručnice. 3. das Treibegarn zur Jagd. 4. das Schooss- 
hündchen, weil es im Kleiderärmel oder Stutze getragen wurde. 

Rukojmě, der Bürge, rukojeitistvi, die Bürgschaft. In den Schuld- 
briefen werden gewölinlich sechs Bürgen aufgestellt, welche entweder mit 
gesammter Hand (ruku společná a nerozdílná) oder jeder für die auf 
ihn entfallende Theilsumme (díl, oddíl) hafteten: rukojmě když v listu 
stojí, že každý muož svým dílem odbyti (ale těch listuov málo se dělá), 
tu každý rukojmě muož svým dílem odbyti a jistec jeho nemuož upomínati 
pro oddíl druhého, kterýžby jemu plniti nechtěl neb umřel ; ale kdež stojí 
„ruku společná a nerozdílná" tu plat až do" posledního, by pak sám jediný 
rukojmě zuostal. (Kn. Tov. kap. 189.) Manchmal wurde die Haftungspflicht 
auch auf die Erben ausgestreckt; von dieser Art der Bürgschaft kam es 
aber im 15. Jahrh. ab. Seit 1549 wurde es auch dem einzelnen Bürgen 
freigestellt, dem Gläubiger die Bürgschaft zu kündigen; dieser zeigte die 
Kündigung dem Schuldner an, welcher dann verpflichtet war, innerhalb 
12 Wochen einen neuen Schuldschein auszustellen und einen neuen Bürgen 
hineinzusetzen (Sněm. p. kn. HI. 9) ; dasselbe geschah auch , wenn einer 
der Bürgen starb. Wollte der Schuldner den Schuldschein nicht erneuern, 
dann wurden die Bürgen ihrer Haft ledig. Wenn ein Schuldner sein Yer- 
mögen vergeudete , hatten die Bürgen das Recht , ihn in Haft zu setzen 
(in Mähren auf dem Spielberge), aus welcher er ohne Einwilligung derselben 
nicht entlassen werden konnte (ibid. p. 10). Wenn entweder der Bürge die 
auf ihn entfallende Theilsumme zahlte oder der Schuldner die Schuldsumme 
beglich, dann wurden die Siegel des Bürgen oder der Bürgen vom Schuld- 
briefe losgelöst und zurückgeschickt (pečeť vy vaditi). Die Klagen wegen 



— 303 — 

Bürgschaft wurden beim Landrechte vor allen anderen verhandelt. (Záp. 
Žer. I. 18.) Im J. 1612 wurde bestimmt, dass die Bürgen eines verschwen- 
derischen Schuldners ohneweiters ihrer Haftungspilicht sich begeben konnten 
(Sněm držaný 1612 p. 50). — lieber die Schelte der Bürgen und ihre Yer- 
pflichtung zum Einlager vid. láni und ležení. — Bei Yerkcäufen bäuerlicher 
Gründe findet man Bürgen nicht bloss für die Zahlung sondern auch für 
die gute Wirthschaft des Käufers : rukojmě za dobré hospodářství a placení 
gruntu (Grundbuch von Pawlowitz f. 21). 

Ruměj, Runiéje, der Nachtrab, Tross, die Truppe überhaupt. 

Rumermistr e germ. Rumormeister, der Generalgewaltige des 
Heeres oder einzelner Abtheilungen desselben. (Slavat. kn. 2 díl 7 f. 42.) 

Riinipiil: katové vedli jej k rumpálu, který byl k tomu připraven 
a svlekše ho z rubáše opásali jej jakýmsi hadrem a tak ho na ten rumpál 
položili, přivázavše ho několika řetězi v půli , za hrdlo , za ruce i za nohy 
a tak jej pekli (Čas. č. Mus. 1832 p. 326), e germ. der Bumpel, Rumpel- 
baum, Rumpelholz, ein mit breiten Nägeln beschlagener runder starker 
Baum , auf welchem die Häute grosser Thiere mit dem Stosseisen abge- 
fleischt worden. 

Runa vid. Rouna. 

Ruodský vid. Rodáky. 

Rutlink, ein auf beiden Seiten geschliffenes Schwort: rutlynk ver- 
satilis jest meč s obú stranu ostří a řeže, kam jej kolivěk obrátí .... neb 
řečen jest rutlynk, jenž jest hotov k obrácení tociž k otjetí (sic! bibl. 1404 
f. 11). Matz. c. si. weist auf mithd. riutinc culter minor, rintelinc 
lancea minor, holländ. riuting Degenklinge. 

Rybalt, Rybaltník 1. magister schölte, ein Küchenlateiner: rybalt- 
níci, kuchyňští latiníci říkávali: „melius il , quam nil" (Čas. c. Mus. 1829 
p. 4, 50). 2. ein schlechter, unsittlicher Mensch, ital. ribaldo, franz. ribaud 
scortator. 

Ryblář e germ. Rüblinger, Rübner, eine vom Erzbischofe Leon- 
hard von Salzburg (1495 — 1519) geschlagene Münze mit dem Wappen der 
von Keubschah, einer dicken Rübe, versehen, = 10 Pfennig, 110 = einen 
Gulden. 

Rybník von ryba piscis der Fischteich ; r. plodový der Brutteich ; 
r. potěrní, třecí der Streichteich; r. sekati die Grasmaht um den Teich : 
což se rybníků sekání dotyce, aby na rybnících sekali (MS. LA. XH. c. 19 
f. 26), die Stelle findet ihre Erklärung durch die ibidem p. 52 vorkommenden 
Worte: sečení trav u rybníka. 

Rybníkáři, die Teichgräber. Es waren Leute, welche sich eigentlich 
bei Festungen zum Schanzengraben verwenden Hessen und wenn diese 
Arbeit, namentlich während der Türkenkriege in Ungarn, aufhörte, in die 



— 304 — 

benachbarten Länder zogen, hier verschiedene Teicharbeiten verrichteten, 
aber dadurch zur Landphige wurden, dass sie sich mit entlassenen Kricgs- 
kuechten und anderen Landfahrern vereinigten und durch Bettelei, Diebstahl 
und Wegolagerung die Leute belästigten. Die Landtage erliessen scharfe Yer- 
ordnungen gegen sie , namentlich der böhm. Landtag des J. 1499, dessen 
Hauptbestimmung dahin geht, dass jeder rybnikář in den Unterthanenverband 
irgend eines Grundherrn treten musste , der dann die Aufsicht über ihn 
führte ; wer dies nicht that, wurde aus dem Lande gewiesen (Ač. V. 507). Doch 
fruchtete diese Verordnung nicht viel , da diese rybnikáři sich aus aller 
Herren Ländern rckrutirten und bei jedem neuen Türkenkriege in Ungarn 
verwendet wurden. Noch 1612 musste der mähr. Landtag Polizeimassregeln 
gegen sie treft'en. Sie waren wegen ihrer Prahlerei und Ti unksucht verhasst: 
genus hominum ebrietati et qua) consequi solent deditissimum , ac nullius 
famae, ideoque maledicto communi pisciniarium dicimus hominem extremse 
improbitatis et fortun» (Balb. Mise. L p. 126); — dass man bei uns sämmt- 
liclie Grosssprechcr und Yiclschwätzer mit dem Namen rybnikář belegt" 
(Schaller Topog. Budw. Kr. p. 94). 

Rybiiiküve der Fischteichzins: platí rybníkového 13 groši (MS. 1679). 

Rybiiíšte locus piscinarum (DB. 14, n. 20). 

Rycart der Fahrzins, der steigende Zins, census progressivus, der 
stieg, wenn er nicht zur bestimmten Frist erlegt wurde: neb právo jest jako 
ryčart z jednoho nákladu v druhý jda (Kn. Tov. k. 131). Diess Wort kommt 
in poln. Quellen häufig, in böhm. meines AVissens nur in der citirten Stelle 
vor und wahrscheinlich lernte es Ctibor v. Cimburg in Polen kennen, als 
er dort verweilte, um Vladislav dem Jagellonen die böhm. Krone anzubieten. 
Ins polnische wurde das Wort aus dem deutschen: Ritschart, Rutscher- 
zins entlehnt, worüber Grimm R. Alt. 387. 388 : thut er solches des tages 
nicht, so stehets auf ritschart. 

Rýha der Wassergraben, Kanal: za domy, kdež jest rýha, žádný 
nemá jich zastavovati, než každý za svým domem ulice volně nechati. (Čas. 
č. Mus. 1844 p. 606), mitlat. riga, althd. ríge rivus Bach, neuhd. Riche, 
ein Graben, wodurch man nasse Felder und Wiesen trocken legt. 

Rychlíce die „schnelle," Name einer Kanone: z Rychlíce třicetkrát 
za den stříleli (ai. 1422 SRB. 3, 53). 

Rychta die Erbrichterei. 

Rychtář královský der königl. Stadtrichter, ein Amt, das nach 
dem blutigen Aufstände des J. 1547 in den k. Städten eingeführt wurde ; 
es lag ihm ob, die Erbschaftsangelegenheiten zu ordnen, die dem König ge- 
hörigen Strafgelder einzuheben u. s. w. Seine Hauptaufgabe aber war es, 
die Staatspolizei auszuüben „aby města potomně nic více takového před 
sebe bráti, se raditi a puntovati nemohly a toho aby jim bráněno bylo." 
(Mik. Dač. im Čas. č. M. 1828 H. 1. p. 39). 



— 305 — 

Rychtář svobodný der Erbiichter. 

Rychtářské knihy das dem Ortsrichter anvertraute Gemeindegrund- 
buch ; vgl. rejstra. 

Rychtářské pokuty = soudní die gerichtlichen (vom Richter aus- 
gesprochenen) Strafgelder. 

Rychtářství die Erbrichterei, advocatia; r. zakoupené advocatia 
emta (DB. 10 n. 121). 

Rykel : s 12 rykly nebo kšmeidy , ješto dvěma klíči se otvíraly 
(Pam. arch. 1869 p. 520) e gerra, der Riegel. 

Rynéř assecla der Waffenknecht, aus dem mithd. Renner carsor, 
armiger. 

Rynkmet der den Marktplatz kehrt: rynkmetovi služby roční 8 zl. 
(MS. Press. 150*^^). 

Rýnský zlatý tlorenus rinensis, rhenensis der rheinische Gulden, 
der sechzig Kreuzerfuss, dessen Werth in Böhmen ai. 1.485 auf 21 '/2 Grr. 
(AČ. 5, p. 115) ai. 1544 gleich einem Schock Meissnisch und 12 Pfennigen 
oder auf 72 Kreuzer festgesetzt wurde. (LO. 1564 f. 233). 

Rytířská kniha das Ritterbuch; vgl. rytířstvo am Schlüsse des 
Artikels. 

Rytířská přísaha der ritterliche oder besser der Rittereid, welcher 
nur adeligen Personen auferlegt wurde, damit diese sich entweder einer 
Blutschuld oder des Verdachtes einer listigen That entledigen, also ver- 
wandt mit juramentum purgatoiium dem Reinigungseid. Dieser Eid war immer 
ohne Cespitation; die Formel war nach Kn. Tov. k. 115: na tom přisahám, 
že jakož mne Petr viní tímto (worauf die species zu folgen hatte), že tím 
vinen nejsem. Einen solchen Eid leistete 1475 in Brunn in Gegenwart des 
K. Mathias und vieler böhm. und ungar. Magnaten řlynek von Waldstein, 
welcher beschuldigt war, den Wilhelm von Lichtenstein ermordet zu haben, 
worauf ihm za zprávu a očištění toho nároku folgender Eid auferlegt 
wurde: „já Hynek z Yaldsteina na tom p. Bohu etc. přisahám, jakož p. 
Heinrich z Lichteusteina podlé znání Zabčickéh<í a Kuglara na mne mluvil 
o smrť strýce svého p. Viléma z Lichteusteina, že jeho smrtí vinen nejsem 
ani žádná příčina jeho s světa svedení" (Ph. 01. 1475 f. 21). Ein anderes 
Beispiel aus Ol. pam. kn. 1517 f. 94: přísaha rytířská, když se bránil od- 
povídati na pohon: „já Burian na tom přísahám, jakož jsem před pány po- 
věděl, že svědomí ta a jiné potřeby, kterýchž jsem potřeboval ku pohonu, 
kterýmž mne pohnal Jindřich, že jest to pacholek mój zti-atil neb v hospodě 
zapomenul bez mého vědomí." 

Rytířstvo, stav rytířský der Ritterstand. Um die verschiedenen 
Beziehungen und Bezeichnungen , w^elche diess Wort enthält, zu begreifen, 
ist eine genetische Entwickelung desselben nothwendig. — Im allgemeinen 

20 



-- 306 — 

bedeutet rytířstvo den Ritterstand als niederen Adelsrang gegenüber dem 
Herrenstande : páni a rytířstvo die Herren und Ritter. Nun findet man aber, dass 
statt des Wortes rytířstvo mit páni inYorbindung gebracht wird 1. zemaii : 
páni a zemane na sněmu obecním vydali dvanácte pnnuov a dvanácte zema- 
nóv — zeman ist hier collectiv und aus der Aufzählung dieser 12 zemanen in 
Kn. Tov. kap. 153 geht hervor, dass zu den zemanen 3 Ritter und 9 Pa- 
noše gehörten. 2. Wird mit páni statt rytířstvo in Verbindung gebracht das 
Wort Vládyka : ruoznice mezi pány a vládykami (Ač. 2, 11). Namentlich 
gibt es eine Menge Belegstellen, dass vládyka und rytíř als synonym 
galten; so heisst es in der Urkunde ai. 1493: přihodilo-liby se, žeby pán 
neb vládyka v kterú nechuť vešli a psaní mezi nimi potřebí bylo aneb 
se dalo, nemá žádný z rytířstva prostým jménem pánu psáti .... a též 
pán nemá vládyce samým jeho jménem psáti, než to vždy přičiniti „uro- 
zenému vlády ce .... pakliby který proti tomu zřízení bud z pánóv neb 
z rytířstva učinil" ... (LO. 1545 f. 12). Man sieht, dass hier die Aus- 
drücke vládyka und rytířstvo identisch sind. Dasselbe ist der Fall in 
Zříz. Ylad. n. 227: úřady stavu vladyckému nalezené und in n. 230: aby 
žádný z pánóv ani z rytířstva dvú úřadóv zemských nemíval. Ebenso im 
Záp. Žer. 1, 20: v nálczích rokových se klade „p. hejtman, páni a rytíř- 
stvo nalezli, ješto v nálczích půhonných toliko se dokládá „páni nalezli" a 
to proto, že za starodávna pře lidské toliko sami páni siidili bez vládyk. In 
diesen drei Citaten, die auf mehrere Hundert gebracht werden könnten, ist das 
Wort rytíř vmd vládyka identisch und bezeichnet ein Mitglied des Ritter- 
standes ; aus den früheren Citaten geht aber auch hervor, dass die zemane 
und panoše ebenfalls zum Ritterstande gezählt wurden (vgl. panoše, zeman). 
Nichtsdestoweniger muss aber das Wort rytíř auch eine spezielle Bedeu- 
tung gehabt haben, da unter den 12 zemane, wie oben erwähnt, 3 Ritter 
und 9 Panoše aufgezählt sind, d. h. unter dem Collectivnamen zeman fasste 
man rytíř und panoše zusammen. Wer waren also in Böhmen und Mähren 
Ritter? In der Urkunde ai. 1492, in welcher der Titel panoše und vládyka 
fixirt wird: „slovutný panoše und urozený vládyka" heisst es bezüglich 
der Ritter: „než co se rytířóv dotyce, těm psáno bud podlé starodávního 
obyčeje, totiž „urozenému a statečnému rytíři," woraus hervorgeht, 
dass dem Ritter ein ausgezeichneterer Titel (nobili et strenuo militi) 
zukam als dem Yládyka, dass also der Ritter im Ritter- oder V la- 
dy kenstande den höchsten Rang einnahm. Kurz gesagt: den Ti- 
tel „Ritter" führten jene Familien, deren Vorfahren zu Rit- 
tern geschlagen wurden. Es geht diess hervor aus einem Nález zwischen 
dem Ritter Tetauer und dem Panoše Haugwitz von Biskupitz: „poněvadž 
tato země ten řád z starodávna zachovávala, že rytířství z milosti králóv 
a obdarování na nepasované pány i z rytířstva, vládyky neb panoše při- 
chází a v tomto markrabství rytíři vždycky vážení jsú a ctěni mimo 
nepasované lidi ve všech rytířský ch řádech" (Půh. 01. 1475 f. IIG). 



— 307 - 

In der LO. 1535 werden angeführt: urození a stateční rytíři p. Vilém 
z Yíčkova etc. und dann folgen: urození vládyky. Nachdem der Ritter- 
schlag aufhörte und die Erhebung in diesen Stand und Rang durch Diplome 
erfolgte, musste im Diplome ausdrücklich stehen , dass der betreffende in 
den Ritterstand erhoben werde, sonst galt die Erhebung als einfache Nobili- 
tation; im ersteren Falle gebührte ihm der Titel „urozený a statečný ry- 
tíř" im letzteren bis 1492 der Titel „slovutný panoše" dann „urozený 
vládyka," seit Ferdinand IL erhielt er bis ins dritte Glied exclusive wieder 
den Titel slovutný panoše, vom dritten Gliede an „urozený vládyka" (vgl, 
panoše). Um es deutlicher zu machen: wenn noch heutzutage die alten 
Titulaturen bestünden, hiesse der in den einfachen Adelsstand Erhobene 
böhmisch „slovutný panoše" bis ins dritte Glied, vom dritten Gliede an 
„urozený vládyka" und der in den Ritterstand Erhobene hiesse „urozený a 
statečný rytíř." Ein Ausländer oder neuer Adeliger konnte bis 1629 nur dann 
als adelig in Böhmen und Mähren gelten, wenn er vom Ritterstande in dessen 
Gremium autgenommen wurde: „ukázal sice majestát na stav rytířský, ale 
poněvadž zde takoví majestátovc jinač neplatí, leč ten, který ho má, od 
stava rytířského do spolku jejich přijat jest." (Záp. Žer. 2, 147). — Auch 
der Ritterstand zerfiel wie der Herrenstand in alte und neue Geschlechter; 
nach der zweiten Generation konnte die neue Familie die Aufnahme unter 
die alten Familien verlangen. Seit 1537 wurde ein eigenes Ritterbuch 
(Kniha rytířská) angelegt, in welches die in den Ritterstand Aufgenom- 
menen verzeichnet wurden. Doch ist dieses zu unterscheiden von dem am 
Schlüsse des 17. Jahrhd. angelegten Ritterbuche, in welches die Wappen 
der Ritterfamilien gemalt wurden. — Den Kurialsitzungen des Ritterstandes 
beim Landtage präsidirte der llofrichter. Bei der Stimmenabgabe hatte der 
Ritterstand den Vorzug vor den Prälaten, während in Schriftstücken diese 
den Rittern vorangestellt wurden, (vid. Preláti). — Seit 1527 w^urde 
der Oberstlandschreiber, Landes-Unterkämmerer und Hofrichter ausschliess- 
lich aus dem Ritterstande besetzt. 

Ry vola vinum rheeticum der Wein aus dem Veltlin und Graubündten. 

Sad von saditi setzen, pflanzen 1. hortus der Garten: ad hortos 
seu sady (DB. 12 n. 563). 2. der Gränzstein: a dále nemají pásti mimo ty 
sady a hranice, jakož kamením vysázeno a vyměřeno jest (Priv. Tov. ai. 1567); 

— a mají hranice dobře zasazeny býti (Půh. 01. 1412 f. 253); — žádal 
práva horenského, aby se mu tu sadové posadili. 

SáiIčí, Sádsí 1. Der Taxator : přísaha sádších masa (MS. LA.) — 
2. Der Schiedsmann arbitrer : jak nás sádčí smluvili (MS. LA.) ; vgl. hádší. 

— 3. Der Aufseher der Gränzsteine. 

Sádek demin. von sad und dieses von saditi ponere, locare der 
Gränzstein : limites dictos vulgariter sádek (CD. 4, 232). 

Saditi 1. die Gränze durch Zeichen feststellen, vid. sad, sádek. 
2. Taxiren : kdybych chtěl prodávati místně, věděl bych, kterak tu cenu sa- 

20* 



- 308 — 

diti, než vedle sA^ěření fu cenu sadím lak .... a výše ceny aby nesadili 
sobě (Kn. ouz. f. 102); — jest sazeno maso, vepřové po 3'/, kr. (MS. LA.) 

— 3. einsetzen noniinare, designare, institueie: kdyžby kteří konšelé sazeni 
byli. (Pam. arch. 1868 p. 519). 

Sádka 1. Der Fischhalter, Einsatz vivaria piscium : ryby na sádky 
vozívali. (Kn. Posudk. Brn. 1565 f. 155). — 2. Der obrigkeitlich gestattete 
Weinschank : příjem sádek vinných (alias vyšenkování, ^fS. Pross. 1657). 

8adiié : ouřadu sadného z každélio vědra žejdlík (MS. 1670) die 
Abgabe für den Weinschank. — Vgl. skladné. 

Sadily, Sadový kámen der Gränzstein : sadně kamení (Půh. 1528); 

— oře mi přes sadový kámen (Půh. 1583); — dva kameny sadově a hra- 
niční (Půh. 1582). 

Sadovec der Gränzstein : žádal práva horen&kěho, aby se mu tu 
sadové posadili . . . sadilo se tu šest sadovců (MS. 1562). 

Samec altsl. samici., ncusl. samec puor, juvcnis, mas, im neuböh. 
nur noch vom Miinnclien der Thiere gebraucht: dospělých let jsú ti samcově, 
kteří mají 14 let (Práv. Kuten. f. 66). 

Samice 1. })uella, femina altsl. sanitka, neusl. samica : ale samice 
mužóm hodný bývají ve 14 letech a sloviit v latině puberes (Práv. Kuten, 
f. 66), im neuböhm. nur noch vom Weibchen der Thiere gebraucht. 2. Die 
Hauptströmung des Flusses = jalová řeka: dělali hráz na samici Moravě 
(Půh. 1518) ; — když dočká času suchělio, tak že omalí voda na potoku 
llusavě, tehdy tu vodu vezme od mlýna .... a vyvede z toku pravě sa- 
mice, že jí nic k Holešovu dojíti nemůže (Půh. 1528). 

Saiiiosti'el, Samosfril wörtlich das Selbstgeschoss ; dann 1. die 
mit einem Hahne versehene Armbrust, der Druckbogen. 2. Die Wurfma- 
schine ballista. 

Samostrelec, Samosti'eliiik 1. der Bogenschütze ballistarius. 2. 
Der Armbrustverfertiger. 

Sápě^': měli někteří lučiště a střely, jiní pak cepy, šápě a řemdihy 
(Háj. p. 37), 1. eine Waffe wahrsch. ein Streitkolben, vgl. altfranz. sappe 
dasselbe bedeutend. 2. Der Dolch: sapnik in Cel. Dod. = sicaiius. — 
In der Pravd. Kus. scheint zapa (für sapa) die Pflugscharre zu bedeuten, 
da ihrer bei denr Ordale des Eisens erwähnt wird: a eže imotb na železo 
po svobodnichx, rječi, Ijubo li zapa naub budeti ili zapa naub nebudete... 

Šarže ein dünnes wollenes Zeug, meist geköpert, das ursprünglich 
in Frankreich erzeugt wurde, e germ. Sarsche und dieses aus dem ital. 
sargia, franz. sorge, mitlat. sargium, russ. sarža, poln. serža (im 
deutschen auch Serg). 

Sazometný vid. Středa. 



— 300 — 

Sbor 1. Die Versammlung conciliiim, z. B. sbor Basilejský die Ba- 
seler Kirchenversammlung. 2. Das Bethaus der böhm. Brüder: bratři sboru 
Tovačovslíóho . . . ráčil dáti místo k stavení domu k scházení Bratrskému 
(Priv. Tov. f. 20) ; — knéz starší buď za hospodáře a zprávce sboru před- 
stavený (Dekr, T. B. p. 219). 3. Die Seniorenversammlung der Brüderuni- 
tät: 1. P. 1567 ke dni narození sv. Jana křtitele sbor učinili Bratři starší 
v Přerově (Dekr. J. B. p. 221). 

Sec von sekati hauen, mähen: 1. das Gefecht. 2. Der Holzschlag 
im Walde. 3. Die Heumaht. 4. Der Mäher = sekáč, sečec: vydání secům 
od sečení trávy (MS. Pross.). 

Seeec vid. Seč 4. 

Sečeiiíiia das was gemäht werden kann: od hrabání sena a jiné 
seéeniny (Urkd. 1611). 

Sečné 1. Die Abgabe für die Erlaubniss, in den obrigkeitlichen 
Wäldern oder Gründen überhaupt Gras mähen zu dürfen. 2. Die Reluition 
für die Mahtrobot. 

Sedání panské die Rangordnung der Plätze bei den Sitzungen des 
Landrechtes und Landtages : byly jsú ruoznice skrze sedání panská, že ně- 
kteří z pýchy pod staršími pány sebe lety seděti jsú nechtěli (Kn. Tov. 
kap. 52) ; — vyptav se na staré sedání při dskách, že vždycky starost před 
pýchu a zbožím táhla jest (ibid.); — stal se spuosob a zřízenost o místa 
panská sedáním i psaním (ibid. kap. 53). Endgiltig wurde diese Rangord- 
nung bestimmt 1480 (ibid. kap. 53, 54, 55, 56), dass zuerst die ältesten 
Geschlechter und unter diesen wieder die ältesten Mitglieder den Vorrang 
hatten, an die sich dann die übiigen nach demselben Principe reihen sollten. 

Sedání daellum der Zweikampf: za meče, za kyje sedati (Kn. Roz. 
cl. 184) ; — žeby měli o to sedati a životem pokázati = quod pro eo duel- 
lare debent (Ord. j. t. či. 11); — aby žádnému člověku druhého pobízeti 
k sedání neslušalo, leč z těchto příčin (Maj. Car. rub. 88 — 92). 

Seděni der bäuerliche Besitz : žádný aby od gruntu a seděni svého 
nic neprodával bez povolení pána svého. (MS. LA.) 

Seděti sedere, sitzen ; dann von Gründen gebraucht, auf denen ein 
Bauer oder Emphiteut sitzt, der Rückenbesitz: i otázal jsem se ho, sedí-li 
to zboží? Tu mi řekl, že sedí úplně všecko kromě jednoho člověka a od 
toho mám rukojmě, že má zase sésti. A já jsem jemu to uvěřil i vyplatil 
jsem své zboží věře jemu, že to zboží sedí úplně, jakož mi pověděl; aby 
(= kdyby) mi byl pověděl, že nesedí, nebyl bych já toho zboží vyplatil. 
(Půh. Brň. 1406 f. 53). 

Sedlák bedeutet nicht den, der einen fixen Sitz hat, sondern den, 
welcher bebaut, den Bauer, cultor ; denn altsl. selo (für sedlo ^^ ager) 
stammt nicht von seděti, sondern von dem faktitiven saditi colere, plan- 
tare, sadarL hortulanus, böhm. sad hortus. Es ist also sedlák ebenfalls ein 
agri-cultor, (Land-) Bauer. 



— 310 — 

Sedláni der Wucher, das Erpressen von grossen Procenten, die 
„Sattelung" : co se sedláni dotyce, jakož lidó mnozí půjčovali peněz, s pří- 
lišným a nekřesťanským obtížením úroky lichevné sobě nad obyčej dotahu- 
jíce, nad obyčejné úroky koně, šuby a jiné pocty od nich berúce . . . pakliby 
kdo více mimo úroky což koli jiného pod jakýmkoli vymyšleným spúsobem 
nebo přikrytím zjevně nebo tajně bral, to vše má za sedláni držáno býti. 
A takový každý má držán býti jako psanec a nemá žádného práva požívati 
a dobří lidé nemají s ním obcovati a těch peněz tak neřádně piijčených má 
jeden díl na krále, druhý na zemi a třetí na toho, kdožby o takové nepo- 
řádné půjčce oznámil, připadnouti (LO. 1564 f. 190) ; — vyhledával pokut 
těžkých pro sedláni (Čas. č. Mus. 1828, III. 29). 

Sedm svatých bratří 1. ohne weiteren Beisatz septem fratres 
martyres die sieben Brüder und Märtyrer, Söhne der h. Felicitas, nämlich 
Januarius, Felix, Philipp, Silvanus, Alexander, Vitalis und Martialis, welche 
unter Antonius den Märtyrertod erlitten; ihr Tag ist der 10. Juli. Manchmal 
findet man eine nähere Angabe z. B. 1- 1514 na den svatých sedmi bratrův 
v pondělí před sv. Markétou (Margaretha am 13. Juli) zum Unter- 
schiede von 2. sedm svatých bratří usnulých: sedm svatých bratří 
znamenitých usnulých (Pass. Plz. 579) septem dormientes die sieben Brüder 
Maximianus, Martinianus, Dionysius, Serapion, Malchus, Johannes und Con- 
stantinus, welche der Legende nach Trabanten des Kaisers Dacius waren; 
als dieser 251 p. Ch. zu Ephesus einen Tempel baute, begaben sie sich in 
eine Höhle auf dem Berge Kelion, die der Kaiser vermauern Hess, worauf 
die Sieben in Schlaf fielen, aus dem sie erst 447 p. Ch. erwachten , in der 
Meinung, nur eine Nacht geschlafen zu haben. Ihr Tag der 27. Juni. Sie 
heissen auch im böhm. spálové die Schläfer: sedm spaluov (Dudik Ditrichst. 
Bibl. in Nikolsb. p. 40). 

Sedmák, ein Siebenkreuzerstück. 

Sednináctuík, das Siebzehnkreuzerstück (= ort slezský). 
Sejm für sjem in den Puhonenbüchern und im Volksmunde soviel 
wie sněm der Landtag. 

Sekeriié (Sekyriiie): alios fructus seu proventus videlicet humuli 
et pretia vulgariter sekyrnie de silvis venditis inter se in tres partes divi- 
dere teneantur (Urkde. 1408) von sekera, sekyra securis die Axt, das 
Beil, — das Accidenzgeld für den Holzverkauf. 

Sekret, Sekryt, (Cekryt), das kleinere, das Geheim- Siegel: pod 
sekretem prstenu našeho (Ač. 6, 45); — pod sekretem prstena Jmti krále 
(Chron. Igl. p. 65) ; — když pečeti na ten čas neměla při sobě , že sekret 
k dobré vůli přidávila (Kopiář Zel. f. 208). — Vgl. signet. 

Sekyrnie vid. Sekerné. 

Semenná Matka Boží vid. i>Iaría. 



— 311 ~ 

Senné: fenales viilgo senné (DO. 10 n. 635) das Geld für die Heu- 
maht von seno das Heu, foenum. 

Sep = osep, das Schüttgetreide. 

Sepření litis contestatio. 

Sereniské víno : již nemluví o Seremské a o Malvasie (Chelč. 
Post. 169) der Syrmierwein. 

Seslání ducha svatého in Datirungen, die Sendung des heiligen 
Geistes, Pfingsten. 

Sestřenec 1. der Schwestersohn. 2. im plur. sestřenci Kinder 
zweier Schwestern consobrini (= consororini) , oder 3. Kinder des Bruders 
und der Schwester amitini. 4. die zweiten Geschwisterkinder d. h. Enkel 
nach zwei Geschwistern : sv. Jan a Pán Kristus byli sestřenci t. j. vlastních 
dvou stester vnukové (Vel. kal. p. 345). 5. Gemale zweier Schwestern. 

Sestřenice , die Schwestertochter, das Geschwisterkind; strejná 
sestřenice meiner Muhme Tochter, ujčená sestřenice des Oheims Tochter, 
tetěnná sestřenice meiner Tante Tochter, 

Sestřině, das Ander-Geschwisterkind, in quarto gradu consanquinei. 

Setník, der über hundert Mann kommandirt: hajtman aby sobě 
spuosobil setníky, padesátníky (Ač. 4, 441 ai. 1470). 

Sev: roli k jarním sevům sobě zpravoval (MS. 1597) die Saat, von 
seti Seminare. 

Sexterník : nejprv excerpt neb sexterník o povinnostech ouzké 
rady (Dekr. J. Brat. p. 208) nach dem Formate benannt , enthaltend die 
Pflichten des engen Rathes der Unität. 

Seztne vid. Sestné. 

Shon, Shonka, die Treibjagd : dal shonku dělati s tenaty svými 
na gruntech mých (Půh. 1522). 

Scheleso vid. Železo. 

Schiztotne vid. Čistotné. 

Schodné, das Abzugsgeld des Unterthanen, wenn er auf ein anderes 
Dominium entlassen wurde : schodné nerozumějí, by kudy bylo bráti správno 
(Štít. Yýb. lit. I. p. 729). 

Schválka = schválení Beschluss: trestán, že se protivil schválce 
vší obce z strany pastýře (MS. 1560). 

Schovaly = zachovalý wohlverhalten, integer: nebo nelze nevěry 
postihnuti na dobře schovalého člověka. (Kn. Roz. či. 129). 

Signet, das kleine Siegel, der Siegelring, mit dem Briefe, die man 
zusammenlegt, Urkunden nur selten, gesiegelt wurden, aus dem lat. signe- 
tům: pod signetem prstena našeho (ai. 1470 Ač. 4, 233; vgl. Ač. 5, 275, 
286, 290, 291, 292 etc.); wie im deutschen: mit anhangendem Daum Ringe 



— 312 — 

(Řidl CoiT. Brand. 2 , 102) ; — mit unserm daumbsekret versigelt (ibid. 2, 
346). - Ygl. sekret. 

Sieh (rectius Zieh) : Sigismundus alias Sich (DO). 

Síň, der Hof, das Vorhaus, der Saal ; síň papežova curia romana, 
papalis: sudce síně. papežovy (SRB. 3, 87) judex curia romanse. 

Siruk, Maass für Pelzwaaren, Häute, enthaltend 40 Stück, aus dem 
russ. sorok (Cas. č. Mus. 1867 p. 21). 

Sirotei (plur. von sirotek, in lat. Quellen sirotcones) die Ver- 
waisten, die Waisen, Anhänger Zizka's , wie sie sicli nach seinem Tode 
nannten. 

Sirotci, was der AVaisen ist, auf sie Bezug hat; 1. s. dny die 
Waisentage, die vier Tage, welche nach den für jedes der drei Landrechte 
bestimmten 14 Tagen folgten, an welchen vier Tagen nur Waisen- und 
Wittwenangelegenheiten verhandelt wurden: poněvadž jest soud, který se 
držíval nazajtří sv. Barbory složen, místo toho soudu přidává se k těm třem 
soudům k jednomu každému čtyři dni, vajš na dvě neděle, a v těch čtyřech 
dnech nic jiného než toliko vdovy a sirotci aby slyšáni byly (LO. 1564 
f. 23); so erklärt sich das Datum: v soud zemský tu sobotu v sirotčí 
dni před sv. Havlem (Cas. č. Mus. 1830 p. 440). — 2. s. léta vid. léta. 
— 3. právo der Waiseneid. Die Waisen hatten nämlich das Recht, dass 
in gewissen Fällen der Eid der Waise allein hinreichte, ohne dass Eides- 
helfer oder Expiatoren nothwendig gewesen wären : když sirotek otpovídá 
za otcóv dluh, ten odpřieseže sě sám svú rukií ; z toho více práva není, to 
je sirotčí právo (Kn. Roz.). ín Folge dessen wurde jeder Eid, den nur 
eine Person abzulegen brauchte, sirotčí právo genannt: právo sirotčí, 
aby sě otpřisáhl sám svú ruku (ibid. či. 117); — ten se otpřísež sám svú 
ruku, to je sirotčím právem (ibid. či. 129); — z dluhóv opat sám zprav sě 
sirotčím právem (ibid. či. 138). In anderer Beziehung bestand das s. právo 
darin , dass , wenn eine minderjährige Waise wegen Mordes klagte , statt 
derselben ein Verwandter oder sonst ein guter Freund den Zweikampf mit 
dem Angeklagten durchkämpfen konnte: „kdyžby kto let nemaje z hlavy 
otcovy neb jiného přítele chtěl koho pohoniti, řečník jeho má jemu sirotčí 
právo ohraditi" (Ord. j. t. Ač. 2, 93). Nur musste der Advokat der Waise 
dieses Recht excipiren; that er es nicht, dann konnte der Geklagte darauf 
bestehen, dass das sirotčí právo nicht Platz habe: „pane sudí jdeť proti 
mně právem jako muž , protož se mnú má konati jako muž , ale ne jako 
sirotek, neb jest jemu neohi-adil práva sirotčího." Tu jemu páni mají nalézti, 
že nemá užívati sirotčího práva (ibid. p. 94). 

Sirotek, die Waise. In Ermanglung von Verwandten, und wenn 
kein Testament vorlag, war der Landeshauptmann verpflichtet, die Vormund- 
schaft zu führen. 

Sitne vid. Žitné. 



— 313 — 

Sjeni (genit. sejmu) der Landtag, vgl. sejm und vid. sněm. 

Sjezd, die Zusammenkunft der Stände zur Beratliung von Landes- 
angelegenheiten, bei der aber keine wichtigen Beschlüsse z. B. über Gesetze 
gefasst werden konnten; diese sjezdy konnten vom Landeshauptmanne 
berufen werden, Wcährend der sněm d. i. der Landtag nur in Folge könig- 
licher Ausschreibung tagen konnte. Am häufigsten kommt diese Verbindung 
vor: sjezdové po krajích die Kreiszusammenkünfte d. h. die Zu- 
sammenkunft der in einem bestimmten Kreise wohnenden Herren und Ritter, 
um wichtigere Gegenstände, die am Landtage verhandelt oder vor denselben 
gebracht werden sollten, vorzuberathen. 

Skalné: skalného od jednoho štusu kamene po 9 denařích (MS. 
Pross. 1569) die Abgabe für die Erlaubniss, den Gemeindesteinbnich zu 
benutzen; von skála der Fels. 

Skládati hlavu, vraždu, vid. složití. 

Skladné: skladné k obci z vína (Urkd. 1670) die Abgabe für die 
Erlaubniss Wein einzulagern (skládati) und zu schenken. — Ygl. sadné. 

Sklep, das Gewölbe in Kirchen und Burgen, wo schriftliche Doku- 
mente aufbewahrt wurden: jíti k sklepu, kde se chovají dsky (Kn. Tov. 
kap. 55); — že u něho na Pernštejně jest sklep zapečetěný, v kterém věci 
nebožčíka pána zůstávají (Záp. Žer. 1, 169); — tuto ceduli jest nalezl v sklepě 
na Hradišti po páně Vilémově smrti (Para. kn. Olm. 1517 f. 66). 

Skopné von kopa das Schock; 1. das vom Schock Garben gezahlte 
Zehentgetreide: kdež jsou desátkové aneb skopné obilé (Zříz. 1604 f. 6.5); 
— důchod obilní slově skopné (MS. LA. M. VH. 3 f. 49) ; kteříby takové 
role pod skopné z čtvrté kopy ujíti chtěli, aby je jim pod takové skopné 
pustil (Urkde. 1584). — 2. die von jedem Schock Getreide gezahlte Steuer, 
die gewöhnlich einen Groschen betrug. Vid. Skopní. 

Skopní, der Garbenzähler , welcher die Garben nach Schocken zu 
zählen hatte, damit das skopné bestimmt werden könne; er war beeidet: 
přísaha skopního .... abych všecko obilí na polích jednoho každého sou- 
seda sčísti dal a na vruby pořádně nařezati a když od JMti pána poručeno 
bude , takové peníze z jedné každé kopy po 1 gr. bílém vyzdvihnouti a 
odvésti (MS. LA.); — že jsem ze všech polí a rolí všecky kopy snopův 
obilí sčísti dal (Sn. p. kn. IV. 58). 

Skřet, Skřet vid. Skřítek. 

Skřítek (Krzetek) : ex parte spirituum , qui Krzetky dicuntur 
(SRB. 2, 269) im älteren böhm. skřet, skřet ein Hausdämon, Hauskobold: 
není ani skřítku doma (proverb.). Sie waren guter und tückischer Natur ; 
in ersterer Hinsicht heissen sie auch hospodáříček , (der kleine Wirth- 
schafter) verrichten allerlei Geschäfte in der Wirthschaft, während der 
Hauswirth abwesend ist, in letzterer verbergen oder nehmen sie allerlei 



— 314 — 

Goräthschaften: posluhující skřítkové a hospoclánčkovc = famulantes lares 
ct pcnates (Com. jan. 987); — skřítek to vzal = das Schrättlein hat os 
genommen; — vgl. althd. sc rat o, mithd. seh rate der Kobold, pilosus. 

Skuteeiiik, der (Misse-) Thäter : kdyby ty deset nebo více /lodějóv 
a mordéřóv zjímal a ti žeby pravili, že jsú to něčím rozkázáním učinili, 
tolikoby chtčl nad rozkazatelem pomsty hleděti a tyto skutečníky pustiti ? 
(Ač. 2, 38). 

Slavkovští bratří vid. Austerlítzer Bruder. 

Sleď, der Iliiring. Der Ausdruck kam wahrscheinlich durch Krakauer 
Kaufleute nach Böhmen (poln. áledž) , die das Wort aus dem russ. seldb 
entlehnten, während letzteres wieder aus dem dänischen sild entlehnt zu 
sein scheint. 

SIednik von sied die Spur 1. Der Späher, Verfolger. 2. Der Spür- 
hund canis sagax : kdoby psa sledníka ukradl nebo zabil (Práv. Man. 524). 

Slepice das Huhn, eigentl. die Henne: s. činžovní das Zinshuhn; 

— gruntová Feldhuhn (für Benützung der emphit. Felder); — hájová 
für Benützung des Waldes (háj = Hain); lesní für Benützung des Waldes 
zum Sammeln der Streue und der Schweinmast : kdož honili svině do lesuov, 
z každé svině po slepici a měřici ovsa (Priv. Tov. 4, ai. 1503); — louční 
das Wiesenhuhu für Benützung der Wiesen; — odmrtní für Befreiung 
vom Heimfalle (vid. odmrť); — ochozní für das Sammeln des Klaub- 
holzes (vid. ochoz); — ouroční Zinshuhn; — platová Steuerhuhn; — 
soudní das Gerichtshuhn: na vánoce slepic soudních vycházeti má 95. — 

Slíbcí list, eine Urkunde, in der versprochen wird (slíbiti), dass dem 
Gläubiger der Schuldbrief in der mündlich versprochenen Zeit in aller Form 
Rechtens ausgefertigt und eingehändigt wird: list slibčí do listu dokonání 
(Kn. Tov. ed. Dem. 153). 

Slhoceuí : učinilo se. mu slhocení s purkrechtem takové, aby po- 
letně po 4 zl. platil (MS. 17. Jahrhd.) Die Fristung, Terminzahlung; 
vid. Ihota. 

Slovo fáma, gloria, der Ruf, Ruhm : dávali dobré slovo Janovi 
Zmrzlíkovi, že jest statečně na ty Němce udeřil (1430); — p. J. nejprve 
na Turky udeřil a to slovo obdržel (Čas. č. Mus. 1830 p. 435); — kdyby 
Rakušan byl ten prostředek našel a to dovedl, bylby vzat jinač na slovo ; 
ale my Cechové při paních našich ne tak platíme (Čas. č. M. 1830 p. 438) ; 

— ostavíš po sobě slovo neužitečné a takováto památku, žes rád chtěl zemi 
roztržení zjednati (Ač. 1445). 

Slovutný tamosus der offizielle Titel eines panoše (vid. dieses). 
Složení 1. depositio sancti. 2. Das Beilager. 

Složiti hlavu, vraždu caput componere das Wergeld zahlen : ačkoli 
při skládání vraždy 50 funtuov šacují se za 30 kop (Práv. Měst. LA. f. 136). 



— 315 — 

Slubni 1. súd: illud etiam, quod dicitur zlubni zud habeant inter 
se libere et absolute, scilicet de capra et ove et ceteris liujusmodi, prseter 
vaccam, bovem et equum ceteraque majora (CD. 2, 326) hergeleitet von 
Ij ubiti amare, pacare, acquiescere das Schiedsgericht, pacatio, amicabilis 
compositio, Judicium per arbitros, welches nach den Stat. Ottonis bei unbe- 
deutenderen Streitfällen z. B. um eine Ziege, ein Schaf u. s. w. zwischen 
den Parteien entscheiden konnte libere d. h. ohne Ingerenz der Cúda und 
absolute, d. li. ohne dass eine Appellation zugelassen wurde, so dass sich 
die Parteien dem Ausspruche der Schiedsrichter unterwerfen mussten. Es 
ist diess also dieselbe Institution, welche späterhin ubrmanstvi hiess (vid. 
dieses und vergl. Dudik Gesch. Mähr. 4, 304 und Čas: č. Mus. 1837 p. 68). 
Im Štítný heisst es auch rok domácí (vid. rok). — 2. slubni řeč in der 
Kn. Tov. ČI. 69 — 74 der Gegensatz von pohonná řeč, ebenfalls die ami- 
cabilis compositio, wo aber dieselben Rechtsformen bewahrt wurden, wie 
vor Gericht, ausser es müsste das Wort slubni auch den Begriff des 
Eides (slibují a přisahám) in sich enthalten haben, so dass slubni řeč 
dann den Eidesbeweis bedeuten würde; aber nach dem ganzen Inhalt des 
IV. Kapitels der Kn. Roz. und namentlich nach či. 70, 72 verdient die er- 
stere Auslegung den Yorzug. (Vgl. meine Ausg. der Kn. Roz. p. 134). 

■^ Slunečný půhon wörtlich der Sonnenpůhon, citatio solaris. Wer 
an einem der drei zur Anmeldung der Půhonen bestimmten Freitage den 
Půhon nicht anmelden konnte, konnte diess noch am vierten Freitag thun; 
doch musste dieser Půhon dem zu Oitirenden am Samstage, so lange die 
Sonne schien, eingehändigt werden : a proto slově slunečný, že toho, ktož 
se jím pohání, má za slunce v sobotu zastati (Kn. Tov. kap. 48). Im J. 1523 
wurde dieser Termin wie bei den anderen Půhonen auf acht Tage ver- 
längert. (Sněm. pam. Kn. I. 37). 

Služba der Dienst, namenthch der Kriegsdienst bald da, bald dort: 
o lidech, kteří po službách jezdí : udá-li se kdy komu, pánu, rytíři, zemanu 
neb člověku obecnímu z země v službě býti, to muož učiniti (Kn. Tov. kap. 
207). Sollte zwischen dem Herrn, bei dem ein geborener Böhme diente, und 
zwischen dem böhm. Könige ein Krieg entstehen, so war ein solcher Kriegs- 
mann, wenn er vor Ausbruch des Krieges zurückberufen wurde, verpflich- 
tet, diess zu thun ; war aber der Krieg vor seiner Abberufung bereits aus- 
gebrochen, dann verlangte es die Mannesehre, dass er bei seinem Kriegs- 
herrn bis zur Beendigung des Krieges ausharrte (ibid). 

Služební lidé 1. die Dienstboten, Haus- und Wirthschaftsdiener. 
2. Krieger, Soldaten : jestližeby lidé služební pána země táhli v jakých jeho 
potřebách, ti mají bez škody táhnuti a též jako jiní platiti (Kn. Tov. 
kap. 206). 

Služebnost die Servitut : starost místa, vetustas loci, totiž služeb- 
nost, jížto není paměti. (Práv. Měst. f. 114). 



— 316 - 

Sliip 1. surgustum, pistrivallum, piscinaciilum, der Schwäderich, die 
Fischfalle. 2. ein langes Netz mit einem Garnsacke: piscaria, qua? vulgo 
slup vocatur (Urkd. 1266) ; — a ta slup, která jest v tom jezu zdělána, 
byla zase zbořena (Jimgm.) ; — vpadl do Prahy skrze Slup nad Botičem 
(Vel. Kal. p. 463). 

Smalt Email, Schmelz, mitlat. smaltům, ital. sraalto, französ. 
email ; — vgl. šmelc. 

Siiiazné von smazati auslöschen, ausstreichen, die Löschungsge- 
bühr : smaznó jde na písaře = delentionales sunt protonotarii (Cod. j. boh. 
IL 2. p. 280). 

Smolná kniha wörtl. das Pech-Buch, dann = černá kniha, Bücher 
des Kriminalgerichtes. 

Smrad 1. Fekalien (wörtlich der Gestank), welche in belagerte 
Orte geschleudert wurden : mnoho suduov smradu z praků tam metali . . . 
item sudkuov s nečistotami smrdutými, ježto sú je z Prahy vozili, mrchami 
a lejny naplněné, uvrženo osm set a dvamecítma (SRB. 3, 53 ai. 1422). — 
2. Die Stickluft, Wetterluft in Bergwerken : skrze latrochy smrady na horu 
vyháněli (Pam. Kut. 246). 

Snirtná neděle der Todtensonntag, vid. Morana, neděle. 

Snacha die Frau des Sohnes, die Schwiegertochter, altsl. sntcha, 
snocha, synocba. Die letztere Form mahnt an syn, Sohn und macht die 
Ansicht wahrscheinlich, dass die indoeurop, Grundform dieses Wortes snusa, 
sansk. snusha zusammengezogen ist aus sunusa, also abgeleitet von 
sunu, Sohn, wofür auch der oberdeutsche Sprachgebrauch spricht, welcher 
die Schwiegertochter auch „Söhnerin" nennt. — Vgl. gr. wog, lat. nu- 
rus, althd. snur, neuhd. Schnur. 

Sňatek 1. conventus, der geistl. Konvent bei Rozk. 2. ecclesia : v 
sňatcě velikém = ecclesia (Hank. Sb. nejst. sl. p. 213, 215). 3. Die Zu- 
sammenkunft der Barone in den Kreisen : obsilali jsme Tvú Milost i jiné 
pány na sněm do Prahy i na jiné sňatky, kteréž mívali po krajích v zemi 
české (ai. 1446). 

Snem der Landtag, altsl. s^nbm^ concilium, conventus, für sjem 
von se-jíti zusammenkommen (j in n verwandelt wie výnizda für výjizda) : 
sn. generální der Generallandtag der böhm. Länder, wohin die Landtage 
der einzelnen inkorporirten Länder ihre Deputirten mit Instructionen schickten; 
— s. panský colloquinm dominorum das Herrengericht, Landrecht : pohoní 
k prvnímu senmu panskému (Lib. cit. IL p. 5); -- s. valný dasselbe was 
generální; -- s. zápovědný der Landtag, weil er eigens vom Könige an- 
geordnet (zapověděti im älteren böhm. = jubere, indicare) wurde, während 
der s. panský oder das Landrecht sich zu bestimmten Zeiten ohne weiteren 
Befehl des Königs versammelte. — In der Brüderunität = synodus. 



— 317 — 

Snop die Garbe: žádný nemá roli své žádnému pronajímati buď z 
polovice neb z třetího snopu. (MS. LA.) 

Snopiié der Rauhzehent, Garbenzehent. 

Siiopný, Snopový : desátek snopný der Garbenzehent (Urkd. 1617). 

Sobota sabbatuni der Samstag: bílá, svatá, veliká (sab. album, 
sanctum, magnum) der Charsamstag: sobota svatá aneb veliká, která i 
bílá slově (Vel. kal. ITl); — jehnéd, oheň, ješto u veliká sobotu světí 
(Štít. ed. Erb. 307). 

Sok (Zok) : nullus zok aliquem accuset nisi sub certo testimonio 
constet de damno et si fuorit zok convictus testimonio fori communis, lapi- 
detur (CD. 2, 210). Der Ankläger, accusator, ein Rechtsgebrauch, der in 
Montenegro bis heute noch besteht. Tuk in der 2. Aufl. seines Wörter- 
buches sagt, dass in diesem Lande der Bestohlene öffentlich verspreche, er 
werde dem Zustandebringor des gestohlenen Gutes eine Belohnung erthoilen ; 
jene Person nun, welche sich anheischig macht, für eine Entlohnung den Dieben 
ausfindig zu macheu, heisst bis jetzt in Montenegro sok. Nach den obcitir- 
ten Stat. Ottonis hatte aber der sok in Mähren das Recht der Anklage; 
da aber durch dieses Recht die Bewohner vielen Chicanen ausgesetzt 
waren, so wurde auf die falsche Anklage eines sok die Steinigung gesetzt. 
Das Yinodolerstatut aus dem 13. und das Litaueistatut aus dem 16. Jahrh. 
kennen diese Listitution noch, während sie in Mähren und Böhmen schon 
am Anfange des 14. Jahrhd. erloschen sein muss, da weder die Kn. Roz., 
noch Ord. j. terrae, noch die Maj. Gar. noch die Urkunden ihrer erwähnen. 
— Die Wurzel des Wortes ist sak insequi, also sok 1. Der Spürer, Sucher, 
da zuerst die Spur der verlorenen Sache gesucht werden musste (vergl. 
osada und svod). 2. Der Angeber delator, da der sok, wenn er das Ende 
der Spur gefunden, den, bei dem die Spur aufhörte, angeben musste ; da 
aber die soci ihr Amt missbrauchten und öfter Unschuldige angaben, so hat 
sok auch die Bedeutung 3. Vorläumder : nemluví pravdy, ale osočuje mne 
k tobě = sed defert me vobis, on je tobě sočil na mne =-. detulit me vobis 
(Hank. Sb. nojst. si. p. 350), eine Bedeutung, die es im neuböhm. behalten 
hat (osočiti, osočovati calumniari). Weil aber der Angeber zugleich das 
Recht der Anzeige vor Gericht hatte, heisst sok 4. der Ankläger accusator, 
und da er so zum Gegner des Geklagten wurde, bedeutet sok 5. aemulus 
der Gegner, Feind : on jest sok = est aemulus (Hank. ibid). — Yergl. 
sansk. sakya sagen, zeigen ostendere ; lit. sakan, altsl. sočiti ostendere, 
böhm. sočiti delatorie loqui (Hank, ibid), osočiti calumniari, ostendere, 
prodere, altsl. soki, althd. saccho, mithd. sache, lit. sak as actor, accu- 
sator; — vid. Gr. RA. 639-642. 

Sukol der Falke, Beiname des Johann von Lamberg, eines gefürch- 
teten Parteikämpen zu Anfang des 15. Jahrhd. in Mähren. 



— 318 — 

iSokolčí der Falkonier: já Albrocht Brach sokolčí Markrabin (Lib. 
Cit. I. p. 252 n. 647). 

l§oud 1. (las Gericht Judicium, ursprünglich wohl die Yersammlung, 
conventus ; denn der Nasal sond im altsl. deutet auf ein Compositum und 
zwar die "Wurzel de in dě-ti ponere, dicere, conferre, daher sja děti se 
conferre und soud conventus, also ursprünglich dasselbe was sněm, wie 
denn auch in den Puhonenbüchern soud und sněm synonym sind und 
statt k panskému soudu häufig k p. sněmu gesetzt wird; — soud 
dvorský (vid. dieses), komorní (vid. dieses), manský Lehengericht, 
menší das kleinere Landrecht (vid. zemský soud), městský das Stadt- 
gericht, mlynářský (vid. dieses), obecný (vid. dieses), panský das Her- 
rengericht (vid. pán und zemský soud), slubní (vid. dieses), zemanský 
= menší, zemský (vid. zemský). 2. Der Process: mnoho súdóv před 
pány provodí (Kn. Tov. kap. 150, 152). 

Soudcové nejvyšší zemští wörtl. die obersten Richter des Landes, 
die Landrechtsbeisitzer. 

Soudek wörtl. ein Fässchen, dann ein Flüssigkeitsmaass z. B. für 
Oel, Honig = 6 Finten. (Cas. c. Mus. 1867 p. 20). 

Souditi urtheilen; in den Schriften der Brüderunität = decretare. 

Souper die beiden procedirenden Parteien, adversarius der Gegner. 

Soukup 1. der Verkäufer und insofern die Verkäufer sich für die 
Gewähr verpflichteten auch = zprávce der Gewährleister: zprávci neb sou- 
kupa svého maje nesuď se bez něho (Práv. Měst). — 2. der Käufer: aby 
dům od soukupa, kterémuž prodal, očistil (Jungm.) — 3. der Unterhändler, 
TJnterkäufer : host jeden některému měštěnínu z Brna dva sudy vína prodal 
za 32 kop gr., ale měštěnín řekl, že za 22 kop a obadva na seznání soukupa 
se táhli; ortelováno, že ani host proti měštěnínu, ani měštěnín proti hosti 
nemá vésti svědomí soukupuov, jenž německy slovii UnderkewfFel (Brikc. 
c. 68. cl. 41). — 4. der Gewährsmann, der Urheber: „soukup wird genannt 
ain gewehrmann, von wellichem eine Rede aufkhomen ist." (MS. Ol. Bibl. 
Big. 6. 26). 

Souni die Last, onus vid. soumar ; auch als Maass und Gewicht, 
so viel als ein Saumthier ertrug. 

Soumar das Saumthier, mitlat. somarius, althd. soumari, mithd. 
soumére equus oncrarius, capsarius = Ross mit dem AVatsack (Lex. s. 
Jac), aus dem gr. eafiaQiov = aayfiániov von 6áy\ia onus. 

Souniná i. c. žena femina gravida. 

Sovek (für civ, cívek, wie sosati und cicati), die Inlette, in welcher 
die Federn des Polsters eingefüllt sind : sovky bílených tenkých pláten zá- 
novních (Pam. arch. 1869 p. 337). 



— 319 — 

Spadnouti anheimfallen: statek ten na krále spadae, das Gut fällt 
an den König (Kn. Tov.) vgl. odiiirf. 

8palda oryza der Reis: z rejže jinak spaldy (Sněm. p. kn. 1607 
f. 256). 

Spaliiiei*: on spalniei'- juž na sje vleče (Yýb. lit. I. 111-1) das Schul- 
terblatt der Rüstung, aus dem mitlat. spallerium arma, quo spallse seu 
humeri teguntur, altfranz. espaliere, neufranz. épauliěre. 

Spalův sedm vid. sedm brati;. 

8pas : sveřepice neniúž vdáti na spase (Kn. Roz. či. 271), die 
Weide, gebildet von pásti wie popas; kommt ausser der citirten Stelle 
in dieser Bedeutung nicht vor. 

8pasti = spadnouti heimfallen: a statek jeho má spasti na ženu 
a děti (Urkd. f, Eibenschitz 1483); — vgl. nápasf. 
8perloch vid. III. Abth. Sperlacheii. 

Společná, Společní ruka mit gesammter Hand, namentlich in 
Bürgschaftsbriefen , wo die Bürgen nicht bloss jeder für einen bestimmten 
Theil, sondern alle für die ganze Schuld bürgen. 

Společnice unita, congressa (DB. 12 n. 872) vid. spolek. 

Společník unitor, congressov vid. spolek. 

Spolek (sstupek) unio, congressus bonorum, die Gütergemeinschaft, 
die Erbeinigung. Der společník oder sstupnik hatte als Erbvereinigter das- 
selbe Recht an dem Besitze, wie der, welcher ihn in den Mitbesitz aufnahm, 
er erbte wie der Blutsverwandte, daher liegt die Yermuthung nahe, dass 
dieser Rechtsgebrauch aufkam , um das Ileimfallsrecht des Königs zu um- 
gehen (vid. nápad) und daher konnte den spolek anfänglich nur der Landes- 
fürst erlauben, da er eben eine Beschränkung des fürstl. Ileimfallsrechtes 
involvirte. Der Landesfürst konnte den spolek auch ausserhalb des Landes 
gewähren „i kdyby za mořem byl" (Kn. Tov. kap. 20), der Landeshaupt- 
mann hingegen nur im Namen des Königs und nur im Lande Mähren selbst; 
wenn daher Jemand einen spolek errichten wollte und Gefahr am Yerzuge 
war, z. B. wegen gefährlicher Krankheit und der Landeshauptmann nicht im 
Lande war, so musste nach ihm geschickt werden , damit er die Landes- 
gränze überschreite, worauf er im nächsten mährischen Gränzorte die Bewil- 
ligung zum spolek, aber im freien Felde, nicht unter Dach, ertheilte (Kn. 
Tov. kap. 20) ; später aber kam es von dieser Beschränkung ab. Die spolky 
schrieb der Landeshauptmann in eigene Register ein (vid. rej stra). Die 
Mitbesitzer oder společníci konnten keiner für sich das Gut belasten oder 
verkaufen, sondern es war der Consens aller dazu nothwendig; hatten sie 
zu klagen, mussten diess alle thun, wurden sie geklagt, mussten alle be- 
langt werden, falls es sich um das Gut, das alle gemeinschaftlich besassen, 
handelte. (Vs. 266). Der sp. konnte für die Mitbesitzer allein oder auch für 



— 320 — 

ihre Erben geschlossen werden; waren die Erben nicht eingeschlossen, so 
fiel nach dem Tode eines společník der Antheil am Mitbesitze nicht an die 
Verwandten des Verstorbenen, sondern an den Mitbesitzer (Kn. Tov. kap. 156). 
Dem Könige stand es frei , in den Besitz von Waisen auch Mitbesitzer 
durch einen spolek aufzunehmen; doch dauerte ein solcher sp. nur bis zur 
Volljährigkeit, worauf der Alleinbesitz ohne jede weitere Verbindlichkeit für 
die Waise eintrat (Kn. Tov. kap. Ißl). In Böhmen jedoch stand diess Recht 
dem Könige nicht zu. (Vš. 267). Ebenso konnte Niemand einen spolek 
eingehen, der keinen freien Grundbesitz hatte, oder der nicht im wirklichen 
Besitze desselben sich befand (ibid). Auch beim spolek trat Verjährung ein, 
wenn z. B. dei* eine Mitbesitzer das gemeinschaftliche Gut verpfändete, ver- 
kaufte oder irgendwie durch Schulden und Mitgift belastete und der Andere 
innerhalb der gesetzlichen Frist diess nicht ansprach (vid. promlčení). 

Spolkový list der Erbeinigungsbrief: list spolkový neb erbanun- 
kový (Píih. 1580) gewöhnl. list na spolek; vid. spolek und vgl. er- 
banuiik. 

Sjíoliié collatio, das gemeinschaftliche Mahl in Klöstern und Kapi- 
teln, mensa communis. 

Spoliiý = společný: spolnú ruku (Ač. 6, 24); — spolné podání 
manstva die Mitbelehnung. — 

Spratek Fell eines jungen Kalbes oder Lammes: z tuctu spratků 
nydrlandských (Mauthord. ť. Prerau 1543). 

Sprasiié : od vypůjčených 10 měřic ovsa od faráře dáno jeho loka- 
jovi 16 kroj. sprašncho (MS. 1761) vgl. poprasiié. 

Spravedlivá léta wörtlich die gerechten Jahre vid. léta. 

Srb, der Serbe, Wende. 

Srby, das Serbenland: z Durink, z Srb a z Lužické země (SRB. 
3, 67) ; — Srbové Sestiměstští die Bewohner der Sechsstädte ; — co se 
tkne Srbů neb šesti měst (ibid. 3, 200. 329). 

Srokovati, besprechen, übereinkommen, compromittiren : tu jsem 
s ním srokoval na p. Alše (Půh. Brn. 1406 f. 93); — že se mnú arokoval 
(Půh. 01. 1412 f. 261). — Vgl. přijíti na někoho, rok. 

Srpne, das Sichelgeld; vgl. kosné. 

Srub, die Pallisade, das Bollwerk aus Pfählen, Holzthurm , Block- 
haus ; s. na vodě die Pfahlbaute. 

Srubiiice, ein Feldgeschütz suggestus bellicus, wahrsch. so genannt 
von dem Blocke (srub) auf dem es lag; oder daher, dass man es als Be- 
lagerungsgeschütz zum Zerstören der (hölzernen) Basteien (sruby) verwandte. 

Stupecnik = sstupnik : nebožčík bratr sstupečník poručil jemu 
(Půh. 01. 1437 f. 18). 



— 321 — 

ústupek vid. Hpolek. 

Sstúpiti se (sestoupiti se) : fecit congressionem seu sstúpila se na 
pravý spolek (DB. 7 n. 872) vid. spolek. 

I^stupiiík = společník vid. spolek. 

Ssutí von ssuti r= sesuti abscuterc, descutere, abschütten, aus- 
ziehen, abziehen, speziell ssutí dědiny z příbuzenstva das Recht der 
Yerwandten, wenn einer aus ihnen sein Gut einem Fremden verkaufte, durch 
Erlag des Kaufschillingcs den Käufer vom Gute abzutreiben , cvictio ; doch 
musste dies Recht innerhalb 3 Jahren geltend gemacht werden , sonst trat 
Verjährung ein (Ao. 2, 114ffg.). Desshalb übersetzt eine 01m. Urkde. ai. 1377 
ssuti durch redemtio: promittimus pro eorundem bonorum redemtione, 
quod vulgo zssutye dicitur; oder auch sipatio: sipatio , quod vulgariter 
sucztye (CD, 7, 78). In deutschen Urkunden heisst ssuti abes chüttung, 
abschütten: per modum , qui abschütten dicitur, evinci (CD. 6, 244). 
Daher Hessen sich die Käufer im (jewähr})riofe gegen das ssuti sicher- 
stellen: a zvláště jim slibujeme za ssutí, aby oni naši kupitelé vždy při 
tom zboží bez zmatku zuostali (Kn, Tov. kap. 169). Don Erben stand das 
Recht zu , jede auf dem Gute haftende Last abzulösen, sei es ein Pfand 
oder sonst eine Verpflichtung : zplaceni nebo ssuti zástav žádnému jinému 
nesluší a není možné, než dědici, kterýžby postoupením k tomu právo měl, 
nebo tonm , ktožby právo dědičné trhem nebo zápisem nebo jinak obdržel 
(Vš. 205). — Es ist daher ssutí dasselbe, was die Normannen forum 
b u r s a e oder per bursa m nannten. 

8tádístě , der Trieb- und Weideplatz des Viehes: když tu nivu 
k Trboušanům oři, nemají té nivy přeorávati k cestě , aby tudy stádo bez 
škody choditi mohlo; také i druhé stádiště, aby tu vinohradů v hromadu 
nedělali, proto aby tudy stádo obecné svobodně choditi a honěno býti mohlo 
(Urkd. f. Eibenschitz 1576). 

!§tach nom. viri = Stanislav. 

Stálé vid. Staiiiié. 

Staněk, Staníček nom. viri = Stanislav: Stanislavovi jinak Sta- 
níčkovi (Půh. Brn. 1580 f. 360). 

Stanné (ústanné, stálé) 1. právo die Kontům azirung: Hynek z 
svévole nechtěl státi ku právu, že Proěek jej podlé řádu starodávního prá- 
vem zemským ustál. (Půh. 01. 1406 f. 44). Anfänglich wurde der Geklagte 
gleich kontumazirt , wenn er beim Ausrufe seines Půhon niclit erschien : 
při vyhlašování póhonuov to stanné právo aby změněno bylo a tak kvapně 
při vysvědčování póhonuov ú stan ně právo dáváno nebylo, než teprv po 
vysvědčováni všech póhonuov i slunečných , kdožby již ku pohonu nestal, 
na toho aby stanné právo dáno bylo (Sněm. p. kn. 1, 55). — 2. die Taxe, 
welche der Kläger für die Kontumazirung des Geklagten erlegte: poněvadž 

21 



— 322 — 

Jan nestal, dánu na něj stannt ; — dědit stálé (Tiili. Cit. 1 p. 74 n. 431); 

— od ustání 4 groše písaři zemskému (Kn. Tov. p. 126). 

Starosta, der Aelteste ; dann 1. die Eltern und Tormündei : jakož 
sirotci po svých starostách zmrlých zóstávají (Ač. 1, 58); — ač já tomu 
nerozumím, ale mé starosty rozumějí (Štít. p. 15); — aneb u poslušenství 
svých starost nestáli (ibid. 200). — 2. der Stellvertreter, daher a) in Mähren 
der Landeshauptmann: má hledati právem zemským před královu Miloistí 
a na místě před jeho starostu zde v zemi moravské (Kn. Tov. kap. 31); — 
tehdy králova Milost, starosta, biskup mají poslati své úředníky (ibid. p. 27). 
b) der Burggraf: daj věděti starostě jeho v jeho dvoře v hradě (Kn. Roz. 
či. 62); — jsa ejus starosta et purkrabí (Cod. j. b. 11. 2 p. 314); — c) der 
Schaffer: Abraham vece k starostě tociš k šafáři domu svého (bibl. 1404); 

— kázal pacholku a starostovi svému , aby Jindřichovi slíbil člověčenství 
(Ač. 1, 171); — 3. der Yorgesetzte überhaupt: kostel učiniti kázali a tu 
toho kněze starostů učinil (Výb. I. 311); - lidé obecní buďte poslušní 
pánóm, páni kostelních starost a starosty kostelní Bohu a jeho písmu (Štít. 
p. 119); starosta komorničí der Vorgesetzte der Gerichtsboten in Böhmen: 
od jeho (d. i. najvyšs^ího komorníka) starosty komorníci mají prošeni býti 
(Ond, z D. Ač. 2, 485); — najvyšší komorník má místokomorníka a dru- 
hého, který komorníky řídí; někteří tomu starosta komorničí říkají, 
ale jiní ho prokurátorem komorníků jmenují (Yš. 14) ; — „starosta wird 
geteutscht der Eltiste oder ein Maister der Khemmerlinge" (MS. Olm. Bibl. 
sign. b, 26). 

sv. Starosta, die heilige Küinmerniss, s. Yilgefortis. 

Starší, die Aelteren, die Rathsherrn, die Dorfschüffen; — obecní 
starší kraje in der Brüderunität die Senioren eines bestimmten Kreises: 
sněm svolati starších kraje (Dekr. J. B. p. 26); — starší })ůhončí vid. 
půhončí; starší svobodníci vid. svobodník. 

Stašek demin. von Stach nom. viri = Stanislav. 

Statečný strenuus, der gestrenge, offizieller Titel eines Ritters: 
urozený a statečný rytíř. 

Statek, der Besitz , namentlich des Yiehes: přihnala statek na 
tvrz (Půh.). 

Státi 1. dauern: pokud soud stojí, pokud Morava stojí. (Záp. Žer.) 
2. ausstehen: jeho pečet stála mezi židy (Bibl. cit. 2, p. 8) stand aus, war 
versetzt. — 3. sich annehmen, schützen: stála za mě (Čas. č. Mus. 1874 
p. 120). 

Stav, Stavové, Stavy, die Stände. 

Staviti, einstellen, aufhalten: hospodář v svém domě má zlé staviti 
(Štít. ed. Yrt. 56); — právo staviti vid. právo und nestání. 

Stávka vid. Obstávka. 



— 323 — 

Stavné (Obstaviié), die Taxe von zwei weissen Pfennigen, welche 
bei Ankündigung der Arrestirung (vid. obstávka) dem Briefe bcigesehlořsen 
wurde: vám tímto psaním dva peníze bílá stavného odsílám a dvě neděle 
napřed věděti dávám (Urkde. 1615 LA.); — dva peníze obstavného poklá- 
dám (Urkde. 1631 LA.); — právo stavné, aby jej obstavil, přijal (Lum. 1857 
p. 1071). 

Stavili právo, das Arrestirungsrecht : že toho na vás a statcích vašich 
stavním právem chci dobývati (Urk. 1615 LA.), vid. obstávka. 

Stavovati 1. arrestiren vid. obstávka. 2. die Arbeit einstellen. 
Strike machen: tovařiši se srotili proti mistróm svým řemeslo svévolně 
stavujíce (Čas. č. Mus. 1840 p. 75). 

Stavuíík vid. stávka und obstávka. 

Stěhovní, der Transitozoll: stěhovní od těch, kteříby toliko skrz 
města Tovačovská jeli (Priv. Tov. f. 5). 

Stodolně: právu městskému stodolného a vážného za měsíc 32 zl. 
(MS. Ostrau 1760), ein Getreidezins, von stodola die Scheuer. 

Stolice 1. der Sitz: do stolic uvésti (Kn. Tov. kap. 57); vgl. 
lavice. — 2. der Thron: JMti král. má býti připravena stolice. — 3. die 
Hauptstadt: Budín stolice král. Uh. (Čas. č. Mus. 1828 L 39). 

Stolil* : vid. Stolil*. 

Stolní statky, die Taíelgiiter, bona mensse : biskup Olom. z svého 
zboží stolního před právem neodpovídá (Kn. Tov. k. 216). 

Strahovati, im Hinterhalte sein, Jemanden auflauern: jižto stralmjí 
proti panskému nnlezu (Ač. 2, 508), — aby žádný na žádného nestrahoval 
ani kto komu otpovídal (Urk. 1415) ; — abych mu odpustil , že jest na 
mne strahoval a já žádné péče naň nemám (1448); — všichni neřádové, 
jakožto strahování, lúpežové aby přestaly (Ač. 3, 251 ai. 1424). 

Strachota, Methudius, wahrsch. durch unrichtige Uebersetzung aus 
dem lat. metus die Furcht, (^ strach): a před smrtí svou bratra svého 
Strachotu neb Metiidia do Velehradu odeslal (Čas. č. Mus. 1845 p. 453). 
Ja es findet sich auch* in Daten die Verbindung: Strachota und Hro- 
znatá offenbar :=: Cyrillus und Methodius z. B. v úterý před sv. Strachotou 
a Hroznatou (ai. 1530 Jaroměř. Stadtb.). — A'gl. Hroznatá. 

Strakonický mistr , der Minister von Strakonitz , der Grandprior 
des Maltheser Ordens: strakonický mistr převorství českého (Ač, 6, 140); — 
Markold mistr Strakonický (SRB. 3,7); — Bavor seu , Bavarus fundavit 
domům Strakonicensem; fuit haec prima origo Grandis Prioratus Rhodiorum 
(Balb. epit. p. 264); — magnus Prior militiře Rhodiře Strakonicensis (Dob. 
Mon. 1, 223). 

Stranná pře vid. postranné pře. 

21* 



— 324 — 

Straš, Slrasa tícI. 8tráž. 

Stráviiik, der Kostgänger: strávníci moliú píti v hospodách svých 
poctivě (Lum. 1859 p. 540). 

Stráž, Stráže (ältere Form stráža) 1. die Wache custodia: ad 
custodiani, quod vulgariter dicitur strasa (Erb. Reg. ai. 1143). 2. der Wächter, 
namentlich der Gränzwächter : in cujus parte habitant honiines , qui vulgo 
ztras appellantur, quornm erat officium qiiandam viani custodire (CD. 1, 227). 
3. der Zollwächter: moverat qua^stionem et intromissionem de teoloneo id 
est stráž cum silva et custodibus ad hoc pertinentibus (Ač. 3, 307 ai. 1321). 
-4. der Hinterhalt, die Lauer: kdožby na koho v stráži stával chtě jej jíti 
a škodu mu učiniti anebo jej zamordovati (LO. 1564 f. 136). 

Středa, die Mittwoche: černá die schwarze Mittwoche, in einigen 
Gegenden Mährens der Mittwoch in der Charwoche ; — sazometná die 
Russfegende, der Mittwoch in der Charwoche, weil an diesem Tage die 
Kamine gefegt wurden; — škaredá der garstige Mittwoch = popelec die 
Aschermittwoche. 

Stredokraty, der Raum zwischen zwei I Leeren: sněm obecní na 
středokraty ve Zdicích mezi Berúnem a Žebrákem učinivše (Ač. 3 , 248 
ai. 1424); — aby s námi mohli se na středokraty vojsk našich bezpečně 
sjeti (Čas. č. Mus. I. 78). 

Stredoletí, die Mitte des Sommers, die Monate Juni und Juli. 

Středopostí auch střed postu, die Mittfasten, die Woche von 
Oculi bis Lřiítarc, auch der Sonntag Ltetare: tu neděli po středopostí, ježto 
se zpívá Lffitare Jerusalem (SRB. 3, 5) ; — tu středu po postu (MS. LA. M. 
YIL 20 p. 87). 

Střelec 1. der Schütz. 2. der Armbrust- und Schildverfertiger: ku 
potřebě mistróv střelcóv .... ruoznice mezi mistry řemeslníky řemesla střel- 
covského o samostříly (Čas. č. Mus. 1839 p. 4G3); — Jan střelec dal jest 
obci majestáty; jenž svědčí na práva štítařská a maléřská ... a Jan střelec 
aby požíval práva s jinými střelci, ješto sedí na věžích městských a řemeslo 
štítařské a maléřské aby mohl svobodně dělati (ibid. 462). 

Střeva (plur. von střevo) viscera, intima:'quia sacrum concilium 
viscera maternaí caritatis exhibere dictis Bohemis et Moravis intendat = po- 
něvadž svatý sbor střeva materské lásky Cechóm a Moravanem okázati 
míní (Ač. 3, 407). 

Stříbrolilav Silberbrokat : zeleným aksamitovým stříbrohlavem pod- 
šitý (Slav. 57). — vid. brokát. 

Střídiiík (třídník) kněz vicarius, cooperator: Kristův třídník vica- 
rius Christi der Papst (SRB. 3, 65). 

Stříliiice 1. die Schiessscharte. 2. das Zeughaus: aby stříluici neb 
cajghaus obecný otevřel (Pav. Škál. 2, 435). 



— 325 — 

8truha der ^[ülilgiabon, eigentlich fliessendes ^y asser, ein Wort, 
in welcliem sich im böhm. die alte Wurzel sru erhielt: sansk. srii, gr. 
óé-(ů, lit. srav-eti; die slav. und deutschen Sprachen haben epenthet. t; 
altsl. stru, struja die Strömung, altn. strau-mr, althd. stro-m, poln. stru- 
mieň der Wildbach, böhm. stru-ha und o-strov (= das umflossene Land, 
circumfluentus dfiqí-oóo^). 

Strunkový: pás z tkanice strunkové zlaté (Pam. arch. 1869 p. 338) 
von strunka der Goldfaden, tenuissima auii lamina. 

Strýc patruus, des Yaters Bruder; dann der Verwandte überhaupt. 

Strýcenee ein Kind vom Bruder oder der Schwester meines Yaters 
= sestřenec strýný, frater amitimus, patruelis; strýc enci Geschwisterkinder. 

Strýceiiě = sestříně: děti druhého větví jsou sobě stryčeny, neb 
ujčeny, neb tetěny. 

Strýčeiiý vom Vetter abstammend: strýčený bratr patruelis, strý- 
čená sestra die Base von des Vaters Bruder oder Schwester abstammend. 

Strych das gestrichene Mass, ein Scheff'el = 1.5 niederöst. Motzen; 
als Feldmass = jitro das Joch: jitro nebo strych drží tři provazce (MS. 
LA. XIL f. 9. p. 408). 

Slrýiia des Vaters Schwester i^sla, amita, auch der Mutter Schwester. 

Stržka (strž) der Wassergraben im Weingarten : všecky nespra- 
vedlivé stržky mezi vinohrady jsou zapovězeny (MS. LA. M. VIL 8). 

Studené psí dni die kalten Hundstage, die Tage nach h. Dreikönig. 

Stuhar der Bandmacher : tkalci a stuhaři (Pam. arch. 1869 p. 521). 

Stupa (neuere Form stoupa) die Graupenstampfe in der Mühle: 
mlýn pěti kolách moučných a čtyřech stupách (MS. LA). 

Stupeň zapověděny der Verwandtschaftsgrad , welcher ein Ehehin- 
derniss bildet. (Pav. Škál. 1, 103). 

Styber: dvacet malých chlebů za pětadvaceti stybrů (List. Žer. 1, 82), 
der S tub er, eine niederländische Münze, deren 20 auf einen Gulden gingen. 

Südce síně papežovy judex curiře Romanse. 

Sudí dvorský der Obersthofrichter supremus curiee regalis judex, 
dessen Jurisdiction die königl. Mannen und Lehen untergeordnet waren; in 
Böhmen wurde er aus dem Herrenstande, in Mähren seit 1523 aus dem 
Ritterstande ernannt; er präsidirte während des Landtages den Kurialbe- 
rathungen des Ritterstandes. Durch Allodisirung der meisten Lehen wurde 
seine Amtswirksamkeit immer mehr eingeengt, so dass seit 1748 diese Stelle 
in Mähren nicht mehr besetzt wurde. — vgl. dvorský soud. 

Sudí, 1. nejvyšší der Oberstlandrichter supremus terrse judex, 
wurde in Böhmen und Mähren immer aus dem Herrenstande entnommen, 
musste (in Mähren) ein wenigstens 5000 fl, werthes Landgut besitzen. Er 



— 326 — 

hatte die Umfrage beim Rathschlag (vid. potaz) zu leiten, den Nález zu 
rectificiren, kurz er hatte die ganze Gerichtsverhandlung zu leiten; desshalb 
sagt die Kn. Drn. von ihm: „nejv. sudí jest jako hospodář soudu zem- 
ského" und bestimmt die LO. 1564 f. 27: žádný z pánuov ani z vládyk 
z soudu zemského, když která potřeba káže, mluviti nemá, než pan sudí, 
aneb koniužby p. sudí poručil. A k nálezu též žádný vstávati nemá, než 
komu p. sudí káže. Bis zum J. 1493 waren in Mäliren zwei Oberstland- 
richter, einer für die 01m., einer für die Brünner Cuda; durch Vereinigung 
beider Cuden wurde der eine überflüssig. Von 1783 war diese Würde ge- 
wöhnlich, seit 1817 immer mit der Stelle des Landrechtspräsidenten ver- 
bunden. — 2. s. menší der Richter beim kleineren Landrechte, der bei 
diesen dieselben Funktionen hatte , wie der 0. -Landrichter beim grossen 
Landrechte. — 3. s. úzké rady der Richter im engeren Rathe der Bruder- 
unität: moc sudího v o úzké radě: k soudu pře obecné podávati, zdání 
jednoho každého vyslýchati, srovnání neb nesrovnání hlasův znamenati, věc 
souzenou vážně úsudkem k konci zřízeně vésti. — (Dekret. J. B, p. 26). 

Nudlice der Wurfspiess, die Hellebarde. 

Siidlicník der ITellebardier, der Spiessknecht. 

Suché dni die Fasttage, die Quatemberfasten, daher der Vers im 
ältesten Cisiojanus aus dem 13. Jahrhd. : chce kříž, Lucia, Popelec, den 
ducha svatého, Z'by po nich prv křestěné sušili středu = Vult crux, Lucia, 
cinis. Charismata dia , Quod det vota pia quarta sequens feria; — suché 
dni adventní, postní a letničně die Fastenzeit im Advente, vor Ostern 
und Pfingsten, wo das Landrecht in Prag gehegt wurde; — ve dvoje suché 
dni letní, jedny před sv. Trojicí a druhé před sv. Václavem ... ave suché 
dni zimní totiž jedny před sv. Tomášem apoštolem a druhé v puostě (Priv. 
Tov. p. 150); — o suchých dnech zimních po s. Lucii (Vel. kal. 619); — 
v pátek v suché dni před sv. Václavem (SRB. 3, 48). — Suché dni be- 
deutet eigentlich die trockenen Tage, es ist daher wahrscheinlich eine 
Uebersetzung des lat. jejune mager, trocken, nüchtern, hungerig. — vgl. 
půst, sušiti. 

Suchý Cei't der dürre Teufel , siccus dřemo , Beiname des Hynek 
von Jaispitz, worauf dann dieser Beiname der Linie der Herren von Kun- 
stat, die sich nach Jaispitz nannte, bis zum Ende des 15. Jahrd. blieb. 

Suh'k nom. viri = Sulislav. 

Sunimoviiik summarium der Auszug, der Hauptinhalt. 

Sumnice der Saumweg. 

Supné : příjem supného (MS. Press.) wahrsch. die Abgabe von der 
Graupenstampfe ? vgl. stupa, supiiý. 

Supný: z každého kola moučného též supného (Sněm. p. kn. 1607 
f. 253) wahrsch. = stupně 'ť vgl. stupa. 



— 327 — 

Sušiti trocknen; s. dni, wörtl. die Tage trocknen, d. i. Fasten, 
ans dem lat. jejnnare übersetzt: žeby po nich křestěné snšili středu (Čas. 
č. Mus. 1853 p. 419). 

8vaciiia : unam messionem ad gentaculum alias do svačiny eine 
Abgabe zur Bestreitung der Jause (Pub. Brn. 1459 f. 53); ursprünglich 
wohl der Hochzeitsschmauss ; vgl. svak. 

Svi'ida der Sti'eit, Zank : nebožčík příčinu k svádě dával a jej po- 
bízí (Pam. Kn. 01. 1535 f. 117); vgl. vaditi. 
Svak vid. Svat. 

Svat (Svak) 1. Der Mann von der Schwester der Frau. 2. Jeder 
durch Ileirath verwandt Gewordene : ješto sú sobě nebyli v rodu, li sobě 
budu šiří, svěsti, svakové, nevěsty (Štít. p. 00), wie im altsl. svati, affinis. 
Die zerzogene altsl. und russ. Form s voják = svat affinis, so wie altsl. 
svoitb = sxaťb zeigen, dass dem Worte svat und dessen Ableitungen die 
"Wurzel sva altsl. svoj suus zu Grunde liege, daher svatiti sja und s ve- 
jiti sja affinem reddi, lit. svotas, böhm. svat der Hochzeitsvater, lit. 
svotai die Verwandten, böhm. svati (plur.) = svatební lide homines nup- 
tiales, svatati heiraten und wenn svatiti jsa = affinem reddi ist, so ist 
svatba die actio, qua quis affinis redditur. 

Svatba die Hochzeit, vid. svat. 

Svatební lidé die Hochzeitsleute, proci, welche namentlich bei Pro- 
cessen um die Mitgift Zeugenschaft abzulegen hatten : měli mé dceři odvě- 
novati 100 hř. a na to mám svatební lidi (Lib. cit. 1. p. 287 n. 719); — 
Elška exemit coram procis alias lidmi svatebními ... et hoc idem proci 
alias lidé svatební (DO. 1 1 n. 151). 

Svatka des Mannes Schwester, Frau des Bruders. 

Svatoch, Svatou, Svatoš nom. viri = Svatoslav. 

Svátky die Feiertage 1. světlé die lichten Feiertage, d. i. Weih- 
nachten, 2. svatodušní Pfingsten, 3. vánočné die Weihnachten, 4. veli- 
konoční Ostern. Manchmal ohne jede nähere Bezeichnung; das Datum ist 
in einem solchen Falle nach den Andeutungen zu bestimmen, die dann 
selten, ja fast niemals fehlen, z. B. téhož léta v postě Děcky Yalečov spá- 
lil ; potom v svátky Smiřický poražen jest (SRB. 3, 114) wo die (auf die 
Fasten kommenden also die) Osterfeiertage gemeint sind. 

Svatoniarský (irrig Svatoniorský) : zbiti jsii na Karlsteine Mar- 
kolt mistr Svatonjorský (SRB. 3, 454) ; diess gehalten zu ibid. p. 7 : zbiti 
jsú na Karlsteine Markolt mistr Strakonický, ergibt, dass zu lesen ist Svato- 
marsky d. i. milites s. Mariee ; — vgl. Strakonický mistr. 

Svatomorský vid. Svatoniarský. 

Svátost das Heiligthum, Heilthum 1. jeder geweihte Gegenstand, 
die Hostie, die Reliquie, die Monstranze : pobral mi svátost ; — svátosti 



— 328 — 

těla božího rozsypí a ztlačí (SRB. 3, 57) ; — ktožby tělo Boží s pušku aneb 
kterú jiná svátost vzal a vysypal (Čas. č. Mus. 1828, I. p. 32); arcibiskup 
pobrav svátost hradu a kostela pražského vezl na Rúdnici (SRB. 3, 13); — 
svatost im Bohem. = reliqui». — 2. svátost = festům armorum et lan- 
cea3 salvatoris, ostensio reliquianim das Heiltumfest, w^elches auf den Frei- 
tag nach Quasimodogeniti fällt. Es hat seinen Ursprung daher. Karl IV. 
Hess die Kleinodien des deutschen Reiches im J. 1350 am 21. März nach 
Prag bringen, wo sie in der s. Wenzelskapelle und als die Burg Karlstein 
vollendet war, in dieser aufbewahrt wurden ; doch wurden sie jährlich ein- 
mal am Freitage nach Quasimodogeniti in der Frohnleichnamskirche in Prag 
zur Yerehrung ausgestellt ; auf Bitten des Kaisers verlieh Papst Clemens YI. 
denen, die sich an diesem Feste betlieiligten, besondere Indulgenzen : eodem 
anno in die Palmarum reliquise et sanctaaria imperii videlicet magna pars 
de ligno s. crucis, item lancea Domini, item unus clavus, item Corona s. 
Caroli, item gladius eidem contra paganos per angelům missus .... portata 
sunt Pra gam de Bavaria. Unde dictus Karolus lY. obtinuit a sede Apo- 
stolica, ut specialis dies pro veneratione illarum in Boemise et AlemanisB 
partibus deputetur .... celebraretur singulis annis YI. feria post dominicam 
Quasimodo proxima (SRB. 2, 354). Es heisst festům lancese nach der Lanze, 
mit welclier die Seite Christi durchbohrt worden sein soll, welche Lanze 
sich unter den Reichskleinodien befand : ten čtvrtek před svátostí (Ač. 1, 
194); — ten pátek o svátosti (Ač. 1, 348); — tu sobotu před ukazováním 
svátosti {■=: ostensio reliquiarum Ač. 6, 16); na sv. Martina neb na Sva- 
tosti = sivé in festo s. Martini, sivé in festo reliquiarum (Ač. 5, 171). — 
Bekanntlich wurden diese Reichskleinodien durch K. Sigmund an die Nürn- 
berger verpfändet : v Normberce ukazovali nám svátost : boží kopí etc. 
(Čas. č. Mus. 1827, I. 43); — říšskú svátost k. Sigmund Normberským za- 
stavil (SRB. 3, 37 ai. 1420). — 3. Svátost papežova Sr. Heiligkeit der 
Papst : od papežovy Svátosti zase domov jede (Ač. 5, 277). 

8vátostiiík sacramentaiius : konfessionisty , dvousvátostníky , tři- 
svátostníky, čtverosvátostníky. 

Svatý duch spiritus sanctus, das Pfingstfest : ten čtvrtek před sv. 
duchem Donnerstag vor Pfingsten. 

8vazek der Bund, als Maass für Papier, Stahl, Stricke u. s. w. 
gebraucht (Čas. č. Mus. 1867 p. 21). 

Svědčení půhonů (in Mähren vysvědčování) testatio citationum, 
die Yorlesung der Půhonen nach Eröffnung des Landrechtes: svědčení 
půhonii jiného nic není , než na ten čas , který v půhonech jest položen, 
týchž půhonů přede všemi vyhlášení (Yš. II. 3). 

Svědomí, die Zeugenschaft, Zeugniss testimonium, 1. listovní die 
schriftliche Zeugenaussage, die nur Adeligen gestattet war (LA. 1604 f. 51). 
— 2, selské oder lidí solskýcli, der Grundherr, welclier ein solclies 



— 329 - 

Zeugniss brauchte , schickte einen Zettel vor Gericht, wo die Fragen auf- 
geschrieben waren, über welche die Unterthanen auszusagen hatten. Die 
eigenen Unterthanen konnten in Sachen des Grundherrn nur bedingungs- 
weise aussagen: an istis testibus, qui sunt sui homines , posset uti ad pro- 
bandum (Lib. cit. 2 p. 34 n. 155). — 3. slepé die blinde Zeugenaussage, 
wenn Jemand sich auf die öffentliche Meinung berief: slepé svědomí , když 
kto chce městem nebo obcí provoditi, právě, že to všecko město nebo obec, 
nebo všecka země o tom ví, v žádném sudu neváží ani se přijímá , neb též 
řeč slyšenu rozpráví těch, kteříž sú za to nepřisahali (Yš. 364). — 4. ústní 
die mündliche Zeugenaussage, das persönliche Erscheinen des Zeugen vor 
Gericht.— 5. živé die lebendige Zeugenschaft, der Gegensatz von s. listovní 
der schriftlichen Zeugenaussage; vgl. das deutsche: „durch Geburtsbriefe 
oder lebendige Zeugen" (Urkd. f. Brunn ddo. 11. Aug. 1563). — Frauen, 
deren Männer lebten, waren von der Zeugenschaft ausgeschlossen, während 
Wittwen und Unverheirathete zugelassen wurden; erst die LO. 1604 f. 52 
lässt auch verheirathete Frauen zur Zeugenschaft zu. — Yid. vězeň. 

Svekr, der Schwiegervater; vgl. sansk. svacura, gr. /xcoói,-, lat. 
socer, altsl. svekri, goth. svaihra, althd. swehur, mitlid. sweher, 
nhd. Schwieher, russ. svekor u. s. w. 

Svekra , Svekrev , Svekruše , die Schwiegermutter; vgl. sankr. 
svacru, gr. íry.v()á^ l