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Glotta 



Zeitschrift 



ftir griechische und lateinische Sprache 



Herausgegeben von 



Paul Kretschmer mid Wilhelm Kroll 



V. Band 



1^■ 




Vandenhoed) und Rupredit 
1914 






Uuiv. -Buchdruckerei von E. A. Huth, Göttingen 



Inhalt. 

Seite 

W. Havers, Zum Gebrauch des Dativs in den italischen Dialekten . . 1 

K. Witte, Über die Kasusausgänge -oio und -ov, -otat und -oig, -ijac und 

-rji im griechischen Epos 8 

K. Witte, Zur Frage der Äolismen bei Homer: Der Dativ des Plurals 

der dritten Deklination 48 

Wolf Aly, Lexikalische Streifzüge: 1. L-lQsd-ovact. — 2. ar]y.ävro}Q. — 

3. S^v/niXrj. — 4. EvQCüTiTj. — 5. 'i'oCvi'i 57 

W. A. Baehrens, Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch: X. In- 
dicativus pro Imperative. — XI. qui{s) = quidam. — XII. omnia 
= omnino. — XII. Einiges über die Konjunktion quod. — XIV. Über 
quoqiie = qiie (oder autem). — XV. Abwechslung von Superlativ und 
Positiv. — XVI. Ellipse von tempus. — XVII. libertas = lihera- 
litas. — XVIII. ire: sterben 79 

M. Lambertz, Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römi- 
schen Eeiche II (Fortsetzung des I. Teiles Glotta IV, 78 ff.): 

1. Doppelnamen in Ägypten. — 2. Doppelnamen in Syrien und 
Kleinasien 99 

Ath. Buturas, Über den irrationalen Nasal im Griechischen .... 170 

Otto Probst, acrudus 191 

E. Schwyzer, Zur griechischen Laut- und Wortbildungslehre: 1. 'iQvog. 

2. y.QÖufxvov. 3. kSsik (xäna h'SuK. 4. yivväv. 5. nsQavag. 
6. kxKTÖv. 7. Xfßrjoig- jo Xsnog tov /iVKfiov exiiviae, pellis deposita. 

8. öi!;vg , 193 

Giorgio Pasquali, OIxiai^Q 197 

J. H. Schmalz, Satzbau und Negationen bei Arnobius 202 

J. H. Schmalz, Synesis oder Schreibfehler? 209 

J. H. Schmalz, Mischkonstruktionen im Lateinischen 209 

Joh. Compernaß, Vulgaria 214 

Elia Lattes, Etrusca : I. Vi ebbero in etrusco verbi in -sa e nomi in ^ 

-s plurali ? — II. L'accusativo sg. etrusco usci forse in -m o -n ? 

— III. Etr. su9^i e lena-, -al -ale -ata, aisna hinO-u. — IV. Ancora 

di aleune voci etrusche in -m o -n 221 

Gust. Her big. Die faliskische Kasusendung -oi: 1. Dative auf -oi. 

2. Weibliche Nominative auf -oi, -o, griech. -wt, -w 237 

Gust. Herbig, Zur Mouillierung des l im Vulgärlateinischen .... 249 

Zu Glotta IV 168ff 253 



JY Inhalt 

Seite 

Ferdinand Sommer, Der italische Pronominalstamm eo- 253 

Literaturbericht für das Jahr 1911 

Paul Kretschmer, Griechisch 259 

Felix Hartmann und Wilhelm Kroll, Italische Sprachen und 

lateinische Grammatik 313 

Kegister. Von H. Ottenjann 369 



Da Herr Dr. Ath. Buturas durch Kriegsdienst verhindert war, die Kor- 
rektur seines Aufsatzes zu besorgen, so sind einige Fehler stehen geblieben, 
die wir zu verbessern bitten. S. 174 Z. 5 v. u.: statt oi^vSaToi lies ol x^- 
daloi. S. 174 Z. 13 u. 14 V. unten: statt Buchstaben lies Laute. S. 175. 
177. 189: statt Kypern lies Cypern. S. 176 Z. 13 v. oben ist die erste Hälfte 
der Zeile zu lesen: Vgl. aksl. sabota aus * samhuta. S. 176 Z. 12 v. unten, 
statt Arananion lies Aravanion. S. 183 Z. 13 v. unten: statt Italien, lies 
Italien. S. 189 Z. 18 v. unten: statt Türkischen lies türkischen. Ferner 
S. 79 Z. 15 V. oben: statt p. 266ff. lies Bd. IV 265ff. 



W. Havers, Zum Gebrauch des Dativs in den italischen Dialekten 1 



Zum Gebrauch des Dativs in den italischen 
Dialekten 

In meinen 'Untersuchungen zur Kasussyntax der indogermani- 
schen Sprachen' (Straßburg 1911), wo ich mich bemüht habe, ein 
Bild zu entwerfen von den Wechselbeziehungen zwischen dativi- 
scher und genetivischer Ausdrucksweise, habe ich S. 170ff. nur 
das Lateinische, nicht auch die italischen Dialekte behandelt. Für 
diese mögen hier folgende nachträgliche Bemerkungen Platz finden. 

Wenn man absieht von dem Wechsel zwischen Gen. poss. und 
Dat. poss. ^) in Fällen wie osk. Herentateis sihn '^Veneris sum' 
(Bück 2) Nr. 41a), umbr. Vb, G etantii mutu arferture si ""tanta 
multa adfertori sit', bleiben im verbalen Gefüge nur wenige Bei- 
spiele, wo für den Dativ der Genetiv eintreten kann. Ein sicherer 
Beleg ist umbr. Vllb, 1 Pisi panupei fratreöc fratrus Atiersier 
fust 'Quisquis quandoque magister fratribus Atiediis erit'. Auf 
Grund dieser Stelle darf man auch wohl in der ähnlichen Wen- 
dung Va, 4 eikvasese als Dativ plur. fassen: Arfertur j}isi pumpe 
fust eikvasese At/terier 'Flamen quicumque erit collegis Atiediis'. 
Die beiden zuletzt genannten umbr. Beispiele stellt v. Planta 2, 
413f. unter der Rubrik: 'Dat. bei sein' auf dieselbe Stufe mit 
Fällen wie umbr. etanfu mutu arferture si. Hier ist aber doch 
ein Unterschied zu machen: an der letzten Stelle ist das Subjekt 
zu si ein Sachbegriff (mutu), und wir haben es hier mit einem 
reinen Dat. poss. zu tun, an den beiden oben genannten Stellen 
handelt es sich dagegen um Bezeichnungen von Personen (fratrex 
und arfertur), und es liegt daher hier ein sog. Dat. sympatheticus 
der Kategorie V vor, vgl. hierüber Verf. 'Untersuchungen' S. 4. 
Denselben Dativ darf man vielleicht in Tab. iguv. III 4 anerkennen: 
Inuk uhturu urtes puntis frater ustentutn, wo bestimmt wird, daß 
die Brüderschaft einen uhtur = lat. auctor ernennen soll. Das 
schwierige urtes jmnfis wird von Aufrecht-Kirchhoff, Die umbr. 
Sprachdenkmäler 2, 367 als Abi. absol. gedeutet, und so faßt es 
auch Bück, wenn er übersetzt: Tum auctorem, surgentibus quini- 



1) Wegen der großen Anzahl von Belegen in den einzelnen idg. Sprachen 
bin ich in meinen 'Untersuchungen' auf diesen Wechsel nicht näher ein- 
gegangen. Er verdient eine gesonderte Behandlung. 

2) A Grammar of Oscan and Urabrian. Boston 1904. 

Glotta V, 1 1 



2 W. Havers 

onibus, fratres ostendunto. v. Planta 2, 43G Aum. 2 rechnet die 
Stelle aber mit Recht nicht unter die sicheren Belege für den 
Abi. absol. Wegen des Nominativs urtas puntes in III 10 möchte 
ich glauben, daß wir es hier mit einer feststehenden Bezeichnung 
für eine Abteilung der Brüderschaft zu tun haben, vgl. auch E. 
Huschke, Die iguv. Tafeln (Leipzig 1859) S. 397. Ich fasse dem- 
nach urtes puntis nicht als Abi., sondern als Dativ Plur.: 'Die 
Brüderschaft soll den Pentaden einen auctor ernennen' = 'einen 
auctor der Pentaden'. Als einen Beleg für den sympathetischen 
Dativ der Kategorie III (vgl. Verf. 'Untersuchungen' S. of.) glaube 
ich die umbr. Stelle IV 14 anführen zu können. Sie lautet bei 
Bück: Inuk eregln umtu, putrespe ertis = 'Tunc sacrarium unguito, 
utriusque magmentum (dato)'; er zerlegt also das Ganze in zwei 
selbständige Sätze, wodurch er genötigt wird im zweiten Satze 
eine Ellipse des Verbums anzunehmen (so auch Aufrecht-Kirch- 
hoff 2, 375; vgL aber Bücheier Umbr. 163). Weit einfacher ist 
dagegen die Erklärung, die schon Panzerbieter, Quaestiones um- 
bricae (Meiningen 1851) gegeben hat. Die Schrift selbst ist mir 
leider nicht zugänglich, aber ich entnehme aus ihrer Besprechung 
durch Aufrecht in KZ. 1, 281, daß er putrespe erus als Dativ 
Plur. = 'utrisque diis' (nämlich dem Fuemuns und der Vesuna) 
gedeutet hat, vgl. auch H. Ehrlich KZ. 40, 380 f. Aufrecht a. a. 0. 
und Bücheier Umbr. 163 wollen diese Deutung Panzerbieters des- 
wegen nicht gelten lassen, weil das Pronomen abweichend vom 
Gebrauch des lat. uferque im Plural steht. Aber 0. Riemann, 
Etudes sur la langue et la grammaire de Tite-Live (2. Aufl. Paris 
1885) S. 185 f. hat gezeigt, daß auch im Lateinischen utrique an 
Stelle des Singulars nterqiie nicht selten ist, und zwar namentlich 
in der Volkssprache, vgl. z. B. Caelius bei Cic. ad fam. VIII 11, 1 
utn'sque consulihus; Caesar b. Afr. 28, 1 und 53, 1 utrisque duci- 
bus; ib. 81, 1 in utrisque cornibus; b. Hisp. 7, 3 in conspeciu utro- 
rumque oppidorum usw. Beispiele aus Inschriften geben Konjetzny, 
Arch. f. lat. Lex. 15, 333 f. und Max. Hoffmann, Index gram- 
maticus ad Africae titulos Latinos (Diss. Argent, 1878) S. 116, 
vgl. auch CIL. IV 2457: Methe Cominiaes Atellana amat Chrestum 
corde, [sijt utreisque Venus Pompeiana propitia. Ich übersetze 
also: 'Dann soll er beiden Gottheiten den Altar salben' = 'den 
Altar beider Gottheiten'. 

Auch für den rein adnominalen Gebrauch des Dativs finden 
sich einige Belege. Aus dem Umbrischen gehört hierher die Stelle 
Vllb, 3 appei arfertur Atiersir poplom andersafust 'ubi flamen 



Zum Gebrauch des Dativs in den italischen Dialekten 3 

Atiediis populum lustiaverit'. Aufrecht-Kirchhoff 2, 303 fassen 
hier Atiersir als Nom. Sing., fügen indessen die Bemerkung hinzu: 
*'zwar könnte Atiersir auch, wie sich zu Vb, 8, 14 herausstellen 
wird, kontrahierter Dat. Abi. pl. (für Atiersier) sein; allein wir 
wenigstens sehen nicht ab, welche Beziehung und Erklärung ein 
solcher Dat. (oder Abi.) Attidiis in dem Zusammenhange des 
Zwischensatzes apei arfertur Atiersir poplom andersafust zulassen 
könnte". Aber darin besteht ja gerade das Charakteristikum des 
adnominalen Dativs, daß er sich vom Verbum losgelöst und eine 
selbständige Stellung eingenommen hat, vgl. das der nhd. Um- 
gangssprache angehörige Beispiel dem Vater sein Haus ist groß, 
wo sich der adnominale Dativ losgelöst hat aus Fügungen wie 
dem Vater ist sein Haus abgebrannt (Verf/Untersuchungen' S. 296 
u. 322). Auch für das umbr. arfertur Atiersir läßt sich die Ent- 
stehung aus einem ursprünglichen verbalen Gefüge wahrscheinlich 
machen; einige Zeilen vorher heißt es nämlich (Vllb, 1): Pisi 
punupei fratrex fratrus Atiersier fust (vgl. oben S. 1). Hier 
braucht man für fratrex nur arfertur einzusetzen, um die Ent- 
stehung eines losgelösten arfertur Atiersir verständlich zu finden. 
Auch Bück faßt nach Ausweis der Übersetzung S. 288 Atiersir 
als Dat. Plur. = 'Atiediis', womit aber in seltsamem Widerspruch 
steht, daß er S. 330 im Index Atiersir mit "^Atiedius' übersetzt. 
Die dativische Natur unseres Atiersir wird neuerdings auch von 
K. Brugmann, Ber. d. Kgl. Sachs. Ges. d. Wiss. 1911, 173 ver- 
fochten. Für den adnominalen Gebrauch des Dativs im Oskischen 
bietet das Täfelchen von Agnone (Bück Nr. 45) eine Anzahl von 
Belegen. Bei der Aufzählung der Standbilder, die sich im Haine 
der Ceres befinden, heißt es nämlich Z. 20". Vezkei statif, Evklüi 
statif, Kerri sfatif usw. Das Substantiv statif = 'statua' hat also 
nicht, wie man erwarten sollte, den Genitiv des Götternamens vor 
sich, sondern den Dativ. Nach v. Planta 2, 415 und v. Grien- 
berger Glotta 2, 263 wäre nun aber aus dem Anfang der Inschrift 
zu Vezkei statif usw. jedesmal ein *^es ist errichtet' zu ergänzen. 
Diese Ansicht kann ich nicht teilen und muß deshalb etwas näher 
auf den Anfang der Inschrift eingehen. Er lautet bekanntlich: 
Status püs set hürtin Kerriiin. Das wird von Bück übersetzt: 
'(Di) qui erecti sunt in luco Cereali'; nach v. Grienberger Glotta 
2, 262 bezieht sich aber der Nominativ des Partizipiums nicht 
auf einen zu ergänzenden Nominativ Di, sondern auf die im Fol- 
genden aufgezählten Standbilder, er übersetzt demnach 'erectae 
quae sunt in luco Cereali: Vetusci statua, Euclo statua, Cereri 



4 W. Havers 

statua usw., indem er statif als ein maskulines, nicht als ein fe- 
minines Substantiv erklärt. Bück und v. Grienberger geben also 
beide dem Status die Bedeutung eines Participiums Perf. Passivi. 
Dem gegenüber sehe ich in diesem Worte ein Substantivum von 
der Bedeutung "^Statuen', wofür besonders der Umstand spricht, 
daß auch das auf der Rückseite des Täfelchens steheude Ver- 
zeichnis der Altäre mit einem Substantivum beginnt: Äasas ekask 
eestint hürtüi (Z. 26f.) = 'Arae haec exstant luco'i). Dsi^ Status 
gerade so gut ein Substantivum ist wie das folgende statif, hat 
schon Breal, Mem. soc. ling. 4, 138 nachdrücklich betont, vgl. 
auch Büchelers Worte Umbr. 112: sentisne quid sit in lege sacra 
statif? scilicet idem in singulari numero quod in plurali statos, 
quoniam staz fuit cur displiceret. Damit hat Bücheier auch schon 
den Grund angegeben für den Übergang vom Nom. Plur. Statiis 
zum Nom. Sing, statif; wir wissen jetzt durch Wackernagels Ab- 
handlung 'Wortumfang und Wortbedeutung' in den Nachr. d. Gott. 
Ges. d. Wiss. 1906, 147 ff. wie groß in den verschiedensten idg. 
Sprachen die Abneigung gegen einsilbige Wörtchen war 2). Seiner 

1) Das soll soviel heißen wie: 'Der Tempelbezirk besitzt folgende 
Altäre', vgl. Aufrecht KZ. 1, 90, v. Planta 2, 414, Bück § 275, v. Grien- 
berger Glotta 2, 263; aber eine annehmbare Erklärung für diese eigen- 
artige Ausdrucksweise ist bisher nicht gefunden. Sollte der Dativ hürtüi 
nicht unter dem Einfluß all der vorhergehenden und folgenden Dative 
verschrieben sein statt des Lokativs hürtei oder hürtin (vgl. Z. 1)? Solche 
durch Vorhergehendes oder Folgendes veranlaßte ' Verschreibungen' sind in 
den Denkmälern der italischen Dialekte gar nicht selten; für Beeinflussung 
durch Vorhergehendes vgl. z. B. Tab. iguv. Ib, 16 Akeiuniamem, wo das 
letzte tn statt n steht wegen des vorhergehenden m (Bück § 109, 1); Ib, 40 
ist die 3. Person aterafust wohl veranlaßt durch das vorhergehende fust 
(Bücheier Umbr. 87); IV 6 ist Asamar ereclamar geschrieben statt ere- 
flumar (Bücheier, Umbr. 162 f., v. Planta 2, 408 Anm.); VIb, 60 verdankt 
holtu sein h wohl nur dem vorhergehenden hondu (v. Planta 1, 445). Eine 
Beeinflussung durch Folgendes liegt z. B. vor in Tab. Bant. (Bück Nr. 2) 
Z. 9: factud j)ous touto deiuaturis tancjmom deicatis, wo paus st. pus und 
deiuatuns st. deiuatus steht (v. Planta 2, 396). So erklärt sich m. E. auch 
wohl vtinstreis aeteis in Tab. Bant. Z. 12, wo das masc. Geschlecht auf- 
fällt gegenüber dem femininen in C. A. (Bück Nr. 1) Z. 53: a]ittiüm ulttram 
(v. Planta 2, 226 u. 409). Mehr über solche Schreibfehler bei v. Planta 
2, 329 Anm. 1 und 200 Anm. 1. Für das Griechische ist Ähnliches nach- 
gewiesen von E. Nachmauson, Beitr. z. Kenntnis der altgriech. Volkssprache, 
Uppsala 1910. 

2) Auch abgesehen von Wackernagels Erklärungsprinzip wäre der 
Wechsel zwischen Stattis und statif nicht unerhört. Im Cippus von Abella 
(Bück Nr. 1) wird das Heiligtum des Herkules bald Sakaraklüm Iiereklei& 



Zum Gebrauch des Dativs in den italischen Dialekten 5 

grammatischen Form nach ist Status natürlich Nom. plur. masc. 
des Part. Perf. pass., aber dieses Participium fungiert hier als 
Substantivum , vgl. Conway, The Italic Dialects II (1897) S. 659, 
der hier zur Erklärung des maskulinen Ausgangs lapides ergänzen 
möchte; besser denkt man wohl an Di: 'aufgestellte Gottheiten 
ist dem Sinne nach = 'Götterstatuen ; für die transitive Bedeu- 
tung der Wz. *stä- cf. Skutscb, Vollmöllers Jahresber. 5, I 72. 
Für das hinter Status folgende Pronomen püs möchte ich zu er- 
wägen geben, ob es nicht besser in dem alten indefiniten Sinne 
statt im relativen zu fassen ist, so daß zu übersetzen wäre: 'Es 
gibt im. Cereshain eine Reihe von Statuen'. Daß auch die Mehr- 
zahl der lat. Relativsätze aus Sätzen mit ursprünglichem Pronomen 
indefinitum herzuleiten ist, hat vor kurzem W. Kroll in dieser 
Zeitschrift Bd. 3, 7 ff. ausführlich begründet. Sehr instruktiv ist 
das von ihm S. 8 genannte Beispiel aus der puteolanischen Bau- 
inschrift (CIL. I 577) I 9: in area trans viam paries qui est propter 
viaw, in eo pariete . . honen aperito 'auf dem Platze jenseits des 
Weges liegt eine Mauer: in dieser Mauer soll er ein Fenster durch- 
brechen . Hierzu läßt sich eine treffende Parallele aus dem Oski- 
schen anführen, nämlich die Inschrift Bück Nr. 4: V. Aadirans 
V. eitiuvam paam vereiiai Fümpaiianai tristaamentud deded, eisak 
eitiuvad V. Viinikiis Mr. kvaisstur Pümpaiians triibüm ekak . . . 
üpsannam deded. Das ist zu übersetzen: "Vibius Adiranus, Sohn 
des Vibius, hat der pompejanischen Landwehr testamentarisch eine 
Geldsumme vermacht; von diesem Gelde hat der Quästor von 
Pompeji, Vibius Vinicius, Sohn des Maras, dieses Gebäude bauen 
lassen". So hat schon v. Planta 2, 480 Anm. 1, wie ich nach- 
träglich sah, die Inschrift deuten wollen, und es ist nicht nötig 
mit Bück § 324 den Acc. eitiuvam durch eine Attraktion an den 
Kasus des Relativpronomens zu erklären. Bemerkensv/ert ist die 
für das Indefinitum charakteristische Enklise des Pronomens im 
osk. Status püs, eitiuvam paam, und im lat. paries qui, vgl. hier- 
über Kroll, Glotta 3, 10 f. Diese Enklise hat sich im Osk. teil- 
weise auch noch nach der Verschiebung des ursprünglichen In- 
definitums zum Relativum gehalten, vgl. Bück Nr. 27, 7 Fiisiais 
ptimperiais prai Mamerttiais pas set 'quae prae Martiis sunt, da- 

genannt, z. B. Z. 11, bald Herekleis fiisnü, z. B. Z. 30, woraus Aufrecht- 
KirchhofF 2, 344 mit Unrecht geschlossen haben, daß füsmi nicht 'teraplum' 
bedeuten könne. In derselben Inschrift steht kurz hintereinander (Z. 14/15) 
anter teremniss und pai teremenniü, vgl. für diesen Wechsel v. Planta 2, 147 
u. 184. 



6 W. Havers 

gegen heißt es ib. Nr. 28, 6 schon FUsiais . . pas prai Mamert- 
tiais set. 

Wenn demnach Status die Geltung eines Substantivs hat = 
'Statuen', so ist es klar, daß in der folgenden Aufzählung dieser 
Statuen: Vezkei statif, Evklüi statif usw. kein Verbum aus dem 
Vorhergehenden zu ergänzen ist, daß wir es hier vielmehr mit 
reinen adnominalen Dativen zu tun haben. Dasselbe gilt von den 
Dativen im Verzeichnis der Altäre, Z. 28 ff., wo aus dem Plur. 
Aasns (Z. 26) zu jedem Namen der Sing. *aasii hinzuzudenken 
ist^). Ein sicheres Beispiel für den adnominalen Dativ ist mir 
sonst aus dem Oskischen nicht bekannt; nistrus Fakiu Kltivatiui 
= 'propinquos Pacio Clovatio' im ""Fluch der Vibia' Z. 2 (Bück 
Nr. 19) ist nur dann beweiskräftig, wenn nistrus hier vollkommen 
als Substantivum empfunden wurde, vgl. den Dativ beim Super- 
lativ in Nr. 26, 9 Nesshnas sfaiet veruis (Bück § 277). Aus dem 
Marrucinischen gehört wohl die Wendung totai Maroncai lixs = 
'civitati Marrucinae lex' im Anfang der Bronzetafel von Rapino 
(v. Planta Nr. 274, If.) hierher, die eine treffende Parallele bietet 
zu dem bekannten ^A ßgarga roig ßaXslnig, vgl. Kretschmer KZ. 
30, 578 Anm., wo mehr solcher Überschriften in griech. Urkunden. 
Daß der Anfang der Inschrift: ahos pacris als ein Präskript zu 
fassen ist, zeigt Skutsch Glotta 3, 99 Anm. 1. Bei v. Planta 2, 
415 folgt auf dieses marrucinische Beispiel die marsische Inschrift 
Nr. 243 esos Novesede pesco pacre = 'Dis Novensilibus sacrificium 
paciferum'. Nun ist aber mars. pesco = umbr. persclo, und das 
zu diesem gehörige Verbum wird mit dem Dativ konstruiert, cf. 
IV 10 jiersnimu Puemune. Ich glaube daher, daß dieses marsische 
Beispiel ähnlich zu beurteilen ist wie lat. ohtemperalio legibus, 
umbr. tikamne luvie (IIa, 8), vgl. Bück § 278. Der Anfang der 
volskischeu Lex Sacra (v. Planta Nr. 240): Dem Dedune statom 
wird von Skutsch Glotta 3, 87 übersetzt: 'Der Göttin Decluna ge- 
weiht'. Ich möchte hier statom als ein Substantivum im Sinne des 
lat. statua fassen, so daß wir hier ein genaues Gegenstück zu 
osk. Vezkei statif usw. (vgl. oben) hätten. Die faliskischen In- 
schriften schließlich bieten nur einen scheinbaren Beleg für den 
adnominalen Dativ, nämlich in dem zextoi ß der Inschrift Nr. 48 
bei Deecke, Die Falisker (Straßburg 1888): uoltio folcozeo zextoi 

1) Anderer Art sind die ganz für sich stehenden Dative der Völker- 
naraen in Tab. if?uv. IIb, 2 ff. Sie sind nicht von dem folgenden teüu ab- 
hängig, wie Huschke S. 321 meint; die richtige Erklärung findet sich bei 
A.-K. 2, 340 im Anschluß an eine Notiz des Festus. 



Zum Gebrauch des Dativs in den italischen Dialekten 7 

fi; denn fi ist nicht mit Deecke, der übrigens auch zextoi fälsch- 
lich als Genitiv deutet, zu filius zu ergänzen, sondern zu ßlio: V. 
Folcosius Sexto filio (sc. fecit oder posuit), d. h. der Vater hat 
seinem Sohne Sextus die Grabschrift gesetzt, cf. Joh. Schmidt KZ. 
38, 31, Skutsch Vollmöllers Jahresber. 8, I 41 f. 

Wenn die italischen Dialekte somit nur wenige Belege für 
den symp. Dativ und den zu einem großen Teil auf diesen zurück- 
gehenden adnominalen Dativ bieten, so wäre es doch voreilig 
hieraus den Schluß zu ziehen, daß dieser Dativgebrauch in den 
italischen Dialekten nicht besonders verbreitet war. Wie das La- 
teinische durch seine überaus reiche Entfaltung des symp. Dativs 
eine der ersten Stellen unter den indogermanischen Sprachen ein- 
nimmt (Verf. 'Untersuchungen' S. 170ff.), so dürfen wir diesen 
Dativgebrauch 1) im entsprechenden Maße auch für die italischen 
Dialekte voraussetzen. Der geringe Umfang und der eigenartige 
Inhalt der uns überlieferten Denkmäler ist einzig und allein ver- 
antwortlich zu machen für das geringe Hervortreten des symp. 
Dativs. Wie ich bereits in meinen 'Untersuchungen' S. 247 f. 
hervorgehoben habe, schließt sich das Keltische insofern eng an 
das Italische an, als es den symp. Dativ mit Vorliebe da gebraucht, 
wo von Beziehungen der Menschen unter einander die Rede ist. 
Ich will hier noch darauf aufmerksam machen, daß das Keltische 
auch in der Anwendung des adnominalen Dativs mit dem Italischen 
Hand in Hand geht. Danielsson 2) hat neuerdings die keltische 
Provenienz der lepontischen Inschriften wieder zu Ehren gebracht 
und gezeigt, daß in Inschriften wie slaniai: uerkalai : pala \ tisiui: 
piuotialiii : pala (Danielsson a a. 0. S. 16, Jacobsohn, Altitalische 
Inschriften Nr. 198) vor pala 'Grab' die Eigennamen im Dativ 
stehen. Wir können demnach übersetzen ' Der Slania Verkala 
(ihr) Grab', 'dem Tisios Pivotialos (sein) Grab". Diese keltischen 
adnominalen Dative stehen also auf gleicher Stufe mit den oski- 

1) Pauli, Die Veneter und ihre Schriftdenkmäler (1891) S. 123 nimmt 
fürs Umbrische sogar eine teilweise Verdrängung des Dativs durch den 
Gen. bei den Verben des 'Gebens' an und zwar auf Grund der Inschrift 
Nr. 292 V. Planta: Titis dmium dede (vgl. v. Planta 2, 413). Das ist ganz 
unwahrscheinlich; denn bei den Verben des 'Gebens' findet im Idg. eine Ver- 
drängung des Dativs durch den Genetiv nur dann statt, wenn der Dativ 
in allen seinen Funktionen dem Siechtum verfallen ist, vgl. Verf. 'Unter- 
suchungen' S. 33 und Anm. 1, S. 46, S. 164 Anm. 2. 

2) Zu den venetischen und lepontischen Inschriften. Skrifter utgifna 
af k. Humanistiska Vetenskaps-Samfundet i Uppsala XIII, 1 (1909) S. 14ff. ; 
vgl. Skutsch Glotta 3, 346. 



8 K. Witte 

sehen des Täfelcheus von Agnoue: Vezkei statif, Evklüi statif usvf., 
und Herbigs Zweifel (IFAnz. 28, 25) an Danielssons Deutung ist 
nicht mehr berechtigt. 

Straßburg i. E. W. Havers 



Über die Kasusausgänge -oio und -ov^ -oiai und -oi^, 
-rjai und -ijg im griechischen Epos 

Die Tatsache, daß die Sprache des griechischen Epos ein Ge- 
bilde des Hexameters ist und erst diese Erkenntnis den Schlüssel 
zur Lösung der verschiedenen Probleme der homerischen Sprach- 
geschichte liefert, kann nicht mehr bestritten werden. Fragt man 
nun aber einmal, inwiefern denn eigentlich der epische Vers seinen 
Einfluß auf die Gestaltung der homerischen Sprachformen ausgeübt 
hat, so lassen sich zwei große Erscheinungsformen aufstellen, denen 
die einzelnen Beobachtungen sich einordnen: in einer der beiden 
kann alles, was wir mit den Worten 'Verszwang' oder 'Versrück- 
sichten' zu bezeichnen pflegen, untergebracht werden. Die Dichter 
waren erstens bemüht, diejenigen Formen, die sich dem dakty- 
lischen Rhythmus überhaupt nicht oder nur schlecht fügten, dem 
Verse anzupassen. So haben sie Wortformen, welche drei unmittel- 
bar aufeinander folgende Kürzen enthielten oder einen Kretikus 
bildeten, dem Hexameter eingeordnet; dabei griffen sie ebenso 
häufig zu dem Mittel der metrischen Dehnung wie dem der Vokal- 
kontraktiou. Aber auch Formen, die zur Not hätten verwendet 
werden können, sind allmählich dem Vers zuliebe entweder ver- 
ändert oder überhaupt aus dem Sprachschatz des Epos ausgemerzt 
worden. Von diesem Schicksal wurden nicht bloß diejenigen Wort- 
formen betrofi"en, welche die Messung des Antispast aufwiesen (s. u. 
S. 28 f.), sondern auch alle anders gebauten, wofern metrisch be- 
quemere an ihre Stelle treten konnten; Beispiele dieser Art aus 
den verschiedensten Gebieten der Lautlehre, Formenlehre und Syn- 
tax habe ich in meinen Arbeiten über Homer (Singular und Plural, 
Leipzig 1907; Zur homerischen Sprache I— XII, Glotta I 132 ff. 
n 8 ff. III 105 fi". 388 ff.; Die Vokalkontraktion bei Homer, Glotta 
.IV 209 ff.; Homerische Sprach- und Versgeschichte. Die Entstehung 
^er ionischen Langzeile, Glotta IV Iff.) beigebracht. 

Wenigstens ebenso wichtig für das Verständnis der homerischen 



über d. Kasusausgänge ~oto u. -ov, -oiat, u. -oig, -^ai u. ->;? im griech. Epos 9 

Sprach- und Verstechnik ist ein anderes Gesetz, das der epische 
Vers den homerischen Wortformen auferlegt hat. Die Dichter 
waren nämlich zweitens bemüht, allen Formen desselben Para- 
digma denselben Umfang zu verschaffen. Es ist bekannt, daß die 
im Epos häufiger vorkommenden Worte an bestimmten Versstellen 
ihren festen Sitz hatten. Wie leicht mußte sich unter diesen Um- 
ständen bei den Dichtern der Wunsch einstellen, z. B. zu einem 
im sechsten Fuß festsitzenden spondeischen Nominativ und Dativ 
eines Wortes einen eben solchen Akkusativ zu besitzen (s. u. S. 36 f.). 
Dies zweite Gesetz, das bis zum heutigen Tag unerkannt geblieben 
ist, gibt mit einem Schlag über Hunderte homerischer Doppel- 
formen Auskunft; es ist durchgängig anzuziehen zur Erklärung des 
Reichtums und der Mannigfaltigkeit des epischen Sprachschatzes. 
Ich zeige das für ein konkretes Beispiel: für die Kasusausgänge 
-OLO -ov, -oiGi -oig, -HOL -fig. 

Daß wir über den Gebrauch der Kasusausgänge -oio und -ov, 
-oiOL und -oig, rjOi und -jig im griechischen Epos trotz verschiedener 
Untersuchungen über diese Formen noch nicht viel wissen, ist 
der unzureichenden Methode zuzuschreiben, mit der vielfach die 
Probleme der homerischen Sprachgeschichte behandelt worden 
sind. Die Sprache des griechischen Epos ist ein Gebilde des 
epischen Verses. Er hat die Sprachform diktiert; es lassen sich 
für jede homerische Wortform die Gründe nennen, weshalb ge- 
rade sie und nicht eine audersgebaute oder synonyme Form ver- 
wendet wird. Auch der Gebrauch der Genetive auf -oio -ov und 
der Dative auf -oiöl -oig, -rjOi -rjg ist nicht willkürlich, sondern 
nach bestimmten Gesetzen geregelt. Es gilt diese Gesetze aufzu- 
finden. Dann wird es ein Leichtes sein, die Geschichte dieser 
Suffixe bei Homer zu schreiben. 

I. 

Um mit einer unmittelbar einleuchtenden Tatsache zu beginnen, 
so wurde die Genetivendung derjenigen Maskulina auf -og und 
Neutra auf -ov durch den Vers bestimmt, die im Nominativ einen 
Daktylus bilden (Typus ^'^^log, (pdoyavov). Hier waren die 
Formen auf -oio ausgeschlossen; bei Homer findet sich 

^^^iov 5mal^), ^^oiov 1 mal, Jaqddvov Imal, Euqvtov 3 mal, 

1) Bei diesen Zahlenangaben stütze ich mich auf Gehrings Index Ho- 
mericus. Ich zitiere im folgenden nach der Homerausgabe von A. Ludwich. 
S. u. S. 23 Anm. 1. 



10 K. Witte 

QeoaaXov Imal, ^lliov 20mal^), "inrtctöov Imal, Icpirov 

Imal^), Ueqydfxov 3 mal, IltjXi'ov 3 mal, '^YQzdyiov 2 mal; 

alsTOv Imal, ccqyvqov 3 mal, Iviov Imal, Xrjiov Imal, vi/ucpiov 

Imal, ^sivLOv 2 mal, oixcpaXov Imal, oqi-iaiyov Imal, oqxdTov 

Imal, ovQctvov 11 mal, yiaoodXov 2mal, (paoydvov Imal; 

dyqiov 3 mal 3), t^tvIov 2mal, l^dXov Imal, oXßiov Imal, rtoi- 

'mIov Imal*), xrilh/iov Iraal; /JAjy^weVof 4mal, K£if.i6vov Imal. 

Dasselbe wie von den daktylischen Worten gilt von den auf einen 

Daktylus ausgehenden; in Ilias und Odyssee begegnen solche der 

Messung (a) ^ _ w w, (b) ^ ^ _ u u, (c) u ^. 

a) ^^yaozQocfov Imal, ^AXioiov Imal, Boaygiov Imal, ^lag- 
ddvüv 2raal, Kai'acQiov Imal, Mevoiriov 13mal, 0yi]OL0v 
Imal; ^A%aiL%ov Imal, ^OXv\.iniov 4mal; dxa^jTtixov Imal, 
dia-^/iTOQOv 2 mal, {.lexacpQtvov Imal; df.ieiXixov Imal, ßad-vq- 
q6ov 4 mal, sxtjßolov 2 mal, svCvyov Imal, ev^öov Imal^), 
/nvAtjCfdrov Imal, veovzdrov Imal, vecovigov Imal, rca- 
XaicpaTOv Imal, 7teqi/.Xvtov 2 mal, noXvmvxov 4 mal. 

b) ^/Aiawödgov Imal, TeXa/iuoviov Imal; e%at7]ß6Xov Amal^ 
e7iLd7j(.iiov Imal, VM/.oj.ir^xdvov 2 mal, noXvdaiödXov 4 mal, 
7toXvda>iQi:ov 1 mal, TioXvriQdzov 1 mal, 7toXvq>aQi.id'/,ov 1 mal, 
v^ovrjiov Imal, (fasoLf-ißQÖTOv Imal. 

c) ^^Q/,eiaiov Imal, ^^aKXrjTriov 2man), neoy.iooiov 2 mal; 
dipOQQOOv 2 mal, droxeif-tegov Imal, evöueXov Imal, v.aX- 
Xiocfi'QOv 3mal, T€Qil'if.ißQ6zov 2mal, xQ^^^^gov Imal, XQ^~ 
aoi^gövov Imal. 

Dative konnten von den daktylischen oder daktylisch endi- 



1) Über den überlieferten Versanfang 'IXtov nQonctQoi&fv xtX. O 66. 
* 104. X 6 s. u. S. 47. 

2) Das i der Mittelsilbe von "/(fcrog ist kurz in den Formen "itfiTos 
(^< 14. 22, "lifiTov (f 37, 'fcfitrov P 306. P 306 lautet 

TVTrhöv 6 öf .Z/f()Yor, f^Byatf-ujuov 'I(fj(Tov vtöv. 
Damit vgl. £ 518 

vli'fg 'fqiTOv /Lityußvfiov Nc(vßo?J^ao, 
wo Payne Knight die Form FufiToFo eingesetzt hat. S. auch u. S. 47. 

3) Über das überlieferte uyQlov X 313 s. u. S. 47. 

4) Hierzu kommt dtiiov 5mal. Freilich findet sich daneben Smal ^riCoio 
in Versen wie B 415 

al&aköiv, TTQrjacti. Jf nvQÖg Srjioi,o &vQ{TQCt. 
Über die Form i^ioio vgl. z. B. Leo Meyer BB VI 119 f. 

5) Daneben findet sich K 373 die Form Iv^ov, die ich Glotta IV 224 
erklärt habe. 

6) Über Idaxlr^mov B 731 s. u. S. 47. 



über d. Kasusausgänge -oio u. -ov, -oiai u. -ois, -ijai u. -rjg im griech. Epos 1 1 

genden Maskulina und Neutra der zweiten Deklination überhaupt 
nicht verwendet werden '). 

II. 

Wenn bei den soeben angeführten Worten im Genetiv aus 
Verszwang nie -oio erscheint, so sind diese Formen durchaus am 
Platz bei denjenigen Maskulina und Neutra, die im Nominativ einen 
Choriambus bilden: Typus ^^yyjalog, a-/,^6&ET0v. Daß Formen 
wie ^AyxidloLO, ayi^od^ttnio im Epos in der Ordnung sind, begreift 
jeder, der weiß, in welchem Umfange die Dichter am Versende 
von der bukolischen Diärese ab fünf-(vier-)silbige Wortformen nicht 
nur neu geprägt, sondern auch, wofern sie im bestehenden Sprach- 
schatz des Epos bereits existierten, sorgfältig bewahrt haben. Der 
ersten Kategorie gehören z. B. die fünf- bezw. viersilbigen Kom- 
posita vom Typus dyyivloTO^oQ an, die Glotta III 120fif. besprochen 
sind; einen Hauptbestandteil der zweiten Kategorie bilden die Ge- 
netive auf -nio. 

Nur -010, niemals -ov, begegnet bei folgenden Worten: 
^^yXiOiXoio 2 mal, ^ A\.i(finay^oio 2 mal, Aviif.iäyiOLO 4 mal, 
Aviocpovow Imal, Jr^ufoiioio 2vaB\, EvqvXoxoio 1 mal, '/x«- 
Qioio Imal 2), '^luTtoXoxoio 6mal, ^OqtiXoxoio omal, 2ay- 
yaQioio 2 mal; dy.fiod^aTOLO Imal, syxsq^äloio Imal, ijvioxoio 
6mal, oivontdoLo 3mal, oivoxooio Imal; avÖQOLUoio 4mal, 
dvdQO(fciyoio Imal, dvögocpövoio 13mal, OQyvQ^oio 8mal, 
dTQvyatoio lOmal, de^irsQolo Imal, hTtzartv'koio 2mal, «ixe- 
dxoio Imal, Ircfioßoroio 9mal, bvqvtioqolo 3mal, evqvxoqolo 
2 mal, rjdvTtoToio 3mal, r;^Y.6i.ioio 17 mal, d^eoTtmioio 5mal, 
laxctXeoio Imal, yMlXi/.6iuoio 2 mal, ymIIiqooio Imal, /,vda- 
Xi'liioio 22 mal, XevyaXeoio Imal, ovvidavolo Imal, 7vaido- 
(fövoio Imal, 7tev/.edavolo Imal, TtovtoyiOQOio 4nial, ttvqo- 
cpoQOio 2 mal, vipiy,6(.toio 3 mal, vxpoqöqiOLO 2 mal; ßaXXofxtvoio 
Imal, deQ'AO(.dvoLO 2 mal, dwaiihoio^) 2 mal, lyi.xv(-dvoLO 

1) Dabei sehe ich ab von der Form 3ritot.ai[v), die 8 mal vorkommt. 
S. 0. S. 10 Anm. 4. 

2) In der Verbindung növjov Vxc((}ioio B 145. — Über den Eigennamen 
"IxÜQiog s. u. S. 13. 

3) övvafiut, wird bei Homer mit kurzer Anfangsilbe in 20 verschiedenen 
Formen, insgesamt an 115 Stellen, gemessen. Außerdem steht an 2 Odyssee- 
stellen die Form Svrafjiivoio in den Versschlüssen . . naTQog Ji^ya Swk- 
fxh'oio a 276, . . . av^Qog /u^ya övva^h'oio X 414. Zu dieser Messung wurde 
der Dichter veranlaßt durch die Praxis von Formen wie cd&ofxh'oio ßakko- 
fiivoio usw. (s. 0.), die selten an anderer als letzter Versstelle begegnen. 



12 K. Witte 

Imal, elytof-tevoLO Imal, EQ^Of-itvoio 3mal, iGiaf^ivoio 3mal, 
y.aiofX€VOLO 3mal, Kivvfxsvoio Imal, f.iaivof.i€voio Imal, (.lag- 
vai-ievoio Imal, olxof.ievoio 13 mal, /tivof.itvoio Imnl, gtieqxo- 
/.livoLO 1 mal, TEiQOfievoio 1 mal. 
Hierher gehören ferner: 

Idy^/iaioio Imal, AlarjTtoLO 2 mal, ^^qt^toio Imal, ^^ocottoIo 
Imal, Evrjvdio Imal, K7]q>iGolo Imal, neiodi'ÖQoio Imal, 
^TtsQXSioio Imal, Tid-iovolo 2 mal, Tqoiui^voio Imal, aiyel- 
Qoio Imal, eX'/.r]d^ixolo Imal, fxeaoavloio 3mal, f.iiqQivd-oio 
Imal, oQxtjd^^iolo 5 mal, vicovolo Imal; äyQavloio 7 mal, 
alöoloio 3mal, dvot^voio Imal, sweiogoio 2mal, Tionqiolo 
10 mal. 
Bei den Worten der Messung _ u^ u waren die Genetive auf -oio 
sehr beliebt: diese Tatsache duldet auf Grund der obigen Zusammen- 
stellungen keinen Zweifel. Trotzdem finden sich auch hier zahl- 
reiche Formen auf -ov. 

Die Furm ^AIvuvÖolo kommt bei Homer 30 mal vor; daneben 
findet sich 4mal ^AXy.iv6ov , und zwar 3mal am Versanfang 93 23. 
82. "k 346 und Imal vor der männlichen Cäsur 'Q 139. Zunächst: 
wie kommen die Dichter auf den Gedanken, an Stelle der für die 
Verwendung im Hexameter so vortrefflich geeigneten Form '^A- 
xivooio plötzlich L4lyuv6ov zu gebrauchen? Hier ist das zweite 
der 0. S. 8 f. besprochenen Gesetze in Kraft getreten, durch das 
ich bereits Glotta IV 209 ff. einen großen Teil aller kontrahierten 
Formen bei Homer erklärt habe. Im griechischen Epos pflegten 
sich nach dem Umfang von Formen, die an bestimmten Versstellen 
festsaßen, die übrigen Formen des Paradigma zu richten. Diesem 
Gesetz dankt die Sprache Homers zum großen Teil ihren Reichtum 
und ihre Mannigfaltigkeit. Ich nenne ein beliebiges Beispiel. Weil 
die Patronymika TvdEidiqg l^tgeidr^g üriXeiSrjg im Nominativ Dativ 
Akkusativ Vokativ am Versanfang und vor der männlichen Cäsur 
festsaßen, wurden zu diesen viersilbigen Kasus an denselben Vers- 
stellen die ungewöhnlichen Genetive TuöeiÖEO) ^Atqeiöeio JIrjAfi/Jew 
gebildet; umgekehrt prägte man zu den fünfsilbigen Genetiven 
TvÖEidao ^AiQEidao ürilEldao, die am Versende festsaßen, die Kasus 
TvÖEog viög Tvdsog v\(f> Tvdeog v\6v Tvdäog vif., '^rgsog v\6g usw., 
wobei die Formen Tvdeog ^AvQsog IlriKiog zum ersten Mal im 
Epos Verwendung fanden (Näheres darüber s. Glotta III 389 ff.). 
Dasselbe Gesetz erklärt die Form ^Ah/uvoov. Da am Versanfang 
"Ah/Avoog r; 332. 346. ^ 94. 235. 370. 533, "AI^lvom tj 10. 
V 37 und vor der männlichen Cäsur ^AX-Mvoog t] 185. 298. 308. 



über d. Kasusausgänge -oio u. -ov, -oiat u. -ois, -rjac u. -rjg im griech. Epos 13 

^ 25. 59. 256, l^lxivoor ^381 einen festen Sitz hatten, wurde 
zu diesen Formen an denselben Versstellen der Genetiv *^Xy.iv6ov 
(s. 0.) ins Epos eingeführt. Wie '^Xxivoov ist das Vorbandensein 
aller Formen auf -ov zu erklären, die von den Maskulina und 
Neutra der Messung _ üü u bei Homer gebildet sind. D. h.: Um 
des Verses willen ist an Stelle des altepischen Ausgangs -oio all- 
mählich die Form der ionischen Umgangssprache getreten. 

1. alyioxoio 50 mal; -ov Imal: i 275 ov yaQ KvxlcoTtsg z/iog 
aiyioxov altyovoiv. Der Vers ist gedichtet nach dem Muster der 
Versschlüsse 287 . . . Zeig t' alyioxog xa« ^^S^r^vrj, o 245 . . . 
Zevg T^ alyioyßg mal ^AnoVkoiv. 

2. aiS^Ofxivoio 13mal; -ov Imal: X 135 vor der männlichen 
Cäsur. An derselben Versstelle stehen aiü-ofxsvov N 320, al^o- 
f.dvag a 428. 434. t] 101. 

3. avTid^eoio 7mal; -ov 3mal: ^ 40 und cp 254 am Vers- 
anfaug, außerdem v 369 im Versschluß . . . dvn&eov OSvorjog. 
Am Versanfang finden sich aviid^eog I 623, avzid^eov a 70. o 237 
usw.; V 369 (s. o.) ist eine Weiterbildung des Versschlusses . . . 
avTii}ki) 'Odvaiji A 140. ß 17. v 126. 

4. ^AvTilöxoio 7 mal; -ov iV554 und 'F 354 am Versanfang. 
Am Versanfang sitzen fest ^Aviiloxog E 570. 580. 584. Z 32 usw., 
"Aviilöxio N 418. n 320 usw., Uvt/Ioxov 568. ^ 576. Unter 
der Einwirkung dieser Kasus ist sogar der Vokativ ^AvxiXox^ als 
Choriambus verwendet worden ^ 570. 602. Dergleichen Vokative 
finden sich sonst nur in apostrophierter Form: ^Avx'iXox 8 mal, 
^Avx'ivo 9 mal, EvQi^ax 8mal usw. Vgl. u. S. 15. 

5. tjelioLO 40 mal; -ov 9 mal: am Versanfang 538. P 372. 
A 109. i-i 176. 323, vor der männlichen Cäsur d 45. tj 84, außer- 
dem in den Versschlüssen . . . ^^sXiov 'tdev avydg FL 188 und . . . 
^eklov dviovTog X 135. Am Versanfang finden sich rfiXiog F 277. 
H 421 usw., TjiXiov 2 239. 484 usw.; vor der männlichen Cäsur 
^ehog A41b. H 46b usw., ^eIuo T 104. ^44 usw., tjihov P367 
usw.; der Versschluß . . . rjellov aviovxog X 135 ist eine Weiter- 
bildung von 2 136 . . . r^slio) avLOvzi (vgl. auch A 592. 2 210. 
A 601. T 162 usw.). 

6. 'i] f-iezegoio 8mal, -ov 2mal: cp 375 und w 124 am Vers- 
anfang. Am Versanfang sitzen die verschiedensten Formen von 
VfUxeqog fest, z. B. r^fxeTeQog 11 244, ri(.iETEQO) A 30. (p 307 usw., 
-tjf^sTSQOv O 224. (p 375 rjf-iETSQov «^ or/.ov xrA. haben als Muster 
Verse wie A 30 '^^eTigqj ivl oiy,qi xrA. gedient. 

7. ^I-KaqioLO 14 mal, -ov 3 mal: am Versanfang ß 53, vor der 



14 K. Witte 

mäunlichen Cäsur t 546 und lo 195. Am Versanfang ""/xa^i/^j ß 133. 

8. i7i7todd/itoio 22mal, -ov Imal; W 412 vor der männlichen 
Cäsur. Vor der männlichen Cäsur stehen iTtnoöaiuov F 237. l 300, 
\7tTtodd(xo)v r 127. 131 usw., hmoddfxovg F 343. J 80 usw. 

9. 'QyiEavolo 22mal, -ov 3mal: am Versanfang B 246, vor 
der männlichen Cäsur \p 347 und w 11. Am Versanfang stehen 
"Qy^eavög ö 568. l 158, ^Q^savor ä 201. 302; vor der männlichen 
Cäsur 'Qyieavoj 485. il> 244, "nMavov ^ 423. A 639. 

10. '^H(paiatoio 23mal, -ov Imal: JS" 369 am Versanfang. 
Am Versanfang finden %\cX\'''Hcpaioioq A 608. B 102 usw., ''Hq)aLaTOv 
^ 345. Der Dichter der Hoplopoiie hat, wie 'Hcpaiorov, so auch 

"^'Hcpaiavs am Versanfang verwendet V. 392 (s. auch O 379); vgl. 
0. S. 13. 

11. OvXv(.iTtoio 24mal, -ov 4mal: vor der männlichen Cäsur 
n 364, sodann in den Versschlüssen y.ai OvXv^Ttov toö^ ixaVetg 
H 298 =^ 309 und . . . OvlvfÄTtov viq>6evTog 2 616. Vor der 
männlichen Cäsur findet sich Ovlvf-iTTCij O 389; zu den übrigen 
Versen vgl. den Versschluß . . . Oulv^vcov de ßeßrfAEi ^221. Durch 
Konjektur beseitigt die Formen OvlvfXTrov -q) W. Schulze Quae- 
stiones epicae 272. 

12. nazQoytloLO 21 mal, -ov 7 mal: am Versanfang 11 478. 
699. ß 6. 756, vor der bukohschen Diärese 11 647. T 412, vor 
der weiblichen Cäsur ^ 192. Am Versanfang FlcxTQoy.'log FL 2. 
219. 268. 284. 372. 377. 394. 427. 480. 684. 703. 733. 760. 763. 
783. 816, naTQ6/.hi) 11 581, IJaTQO/.lov P 15; der Stellung am 
Versende kommt die vor der bukolischen Diärese gleich (darüber 
s. u. S. 22 f.); vor der weiblichen Cäsur iTar^oxAoy 11 463, Ud- 
tqokXov P 125. 2 232 usw. 

Bei diesen 12 Beispielen haben die Genetive auf -oio das 
Übergewicht. Unser Gesetz erklärt aber auch diejenigen Formen 
auf -ov, die neben -oio nur wenig seltener, ebenso häufig oder 
sogar häufiger vorkommen. 

13. '^i-icpivoi^oio Imal, -ov imal: o 395 am Versanfang. 
Am Versanfang l^f-iqilvof^og % 89. 

14. '^vTivooLO 3mal, -ov Imal: to 424 am Versanfang. Am 
Versanfang '^vrivoog ß 84. 301. 6 628 usw., ^yivTLVoii) o 292, 
^uävrivoov 6 631. tt 417 usw. 

15. agyalsoio 2mal, -ov Imal: P 667 am Versanfang. Am 
Versanfang dgyaliog ö 397, agyccleov rj 241. v 312 usw., aqya'kii] 
P 544. O 386, dqyaUrig P 385 usw. 

16. ^vToXv'AOiO 4 mal, -ov 4 mal: am Versanfang A 85, vor 



über d. Kasusausgänge -oio u. -ov, -oiai u. -oig, -i^ai u. -jj? im griech. Epos 15 

der männlichen Cäsur t 430. 437. 455. Am Versanfang hat der 
Dichter des t ^vtoXvKog 399 und 418, vor der männlichen Cäsur 
405. 414. 459 verwendet. Vgl. z. B. 414 zov /nev oq' ^u4vv6lv/.og 
y.tX. und 455 tov f.iiv ag ^vtoXvxov xtA. 

17. BovTTQaaloio Imal, -ov Iraal: ^ 756 vor der männ- 
lichen Cäsur. Ebendort BovTtgdoiov B 015. 

18. daidaXsoio Imal, -ov 4mal: ^ 390. T 380. x 315. 367 
im Versanfang xalov daiöaXeov -axX. Er ist nach dem Muster der 
Versanfänge -^aXov daiddXeov yivX. X 314. a 131, KaXT^g öaidaXetqg 
n 222, y.ccXjj daidaXlij I 187, ytaX^v daidaXhjv 2 612 gedichtet. 
Am Versanfang oder vor der männlichen Cäsur sitzen fest daiöa- 
Xeov -iqg Tj rjv und nach ihrem Muster, außer öaidaXeov, öaiddXea 
2 379. 

19. JovXixioLO 2mal, -ov Imal: ti 396 vor der männlichen 
Cäsur. Ebendort JovXixiov B 629. 

20. ^v/iioßoQOio 3mal, -ov Imal: H 210 d-vfxoßoqov sQiöog 
Y.%X. Gedichtet nach dem Muster von T 58 d-v^ioßöq^) sgidi ^xX. 

21. '/caaaLTeQoio 6mal, -ov 2mal: am Versanfang 2 565, 
sodann im Versschluß . . . /.aaaiTSQOv ts 2 574. Vers 574 hat der 
Dichter der Hoplopoiie gedichtet, nachdem er zuvor (474) den 
Versschluß . . . yiaaaiTeQov te verwendet hatte; . . . %aoaiT8Qto ts 
findet sich W 503. 

22. yiovQiöloio 2 mal, -ov Imal: w 196 vor der männlichen 
Cäsur. Ebendort AOvqLÖir^v N 626. 

23. ev ^afxsvoio Imsd, -oü 2mal: ^381 und ^211 am Vers- 
anfang. Am Versanfang ev^di-isvog T 257. ^ 463 usw. 

24. ÖQVv/xevoio 2mal, -ov Imal: J 421 am Versanfang. 
Ebendort 6qvv/.i€vo)v Y 158. 

25. ÜEiQid^ooio 3 mal, -ov 2 mal: M 129 und 182 vor der 
männlichen Cäsur. Ebendort IleLQid^oq) B 742, IIuQid^oov A 263. 
Ä 318. 

26. Tt\XE[xd%oio 16mal, -ov 12mal: am Versanfang y 374. 
432. X 68. ^ 175. o 496. a 156. v 272. cf 216, vor der männlichen 
Cäsur y 423. o 257. v 295. (f 313. Am Versanfang sitzen fest 
Tv[Xl^aiog a 425. ß 260 usw., TriXefxaxqt ß 194. 383 usw., TiqXs- 
fiaxov a 382. ß 83 usw.; vor der männlichen Cäsur TrjXef.iaxog 
a 156. 213 usw., TiqXefAdxo) y 63. d 166 usw., TiqXsfxaxov ß 185. 
200 usw. Nach dem Muster dieser Formen ist auch TriXe/^iaxe 
4mal als Choriambus verwendet worden; TfiXefxax begegnet 26mal. 
Vgl. o. S. 13. 

27. xwO|U6Voto 4mal, -ov Imal: / 107 am Versanfang. Eben- 



16 K. Witte 

dort y^coof-iEvog ^ 244. 380 usw., x^i)0(.iiv(i) B 782, x^'^oi^evov u4 429 
usw. 

28. ^^ÖQijOTOio Imal, -ov Imal: f 347 am Versanfang. 
Ebendort "'AÖQiqaioq Z 45, ^'AÖQrjozop Z 37. U G94. 

29. Alytod-OLO 6 mal, -ov 2 mal: am Versanfaug w 97, vor 
der männlichen Cäsur ö 537. Am Versanfang ^l'yiaO^og y 250. 
6 b2b, ^Yyiod-ov a 300, y 198. 308; vor der männlichen Cäsur 
Al'yioi^og ö 529. X 409. 

30. AiyvTCToio 2mal, -ov Imal: ö 355 am Versanfang. 
Ebendort AXyvjtxov d 483. ^ 240. q 426, AlyvTtzo) y 300. d 351. 

31. av9-Qo')7ioiO 1 mal, -oi; 2mal: vor der männlichen Cäsur 
JT 315, am Versende P bl2. Dreisilbige Formen von avd^Qionoq 
stehen vor der männlichen Cäsur 29 mal; die zahlreichen Verse, 
die auf dv&QcojTcov -oig -ovg schließen, sind Glotta III 130ff. be- 
sprochen. 

32. a(fv€iolo 4 mal, -ov 3mal: l 414. Z 47. i2 482 vor der 
männlichen Cäsur. Ebendort acpvEiov q 420. t 76 usw. 

33. Evi^i^loio Imal, -ov Imal: ^481 am Versanfang. Eben- 
dort Evi-irflog B 714, Eu/.a]lq) W 559. 565. 

34. rjTteiQoio 9 mal, -ov 8 mal: vor der männlichen Cäsur 
« 162. / 90. e 350. i 85. /. 56. ^ 136. 7l 367, sodann im Vers- 
schluß . . . r^/ceiQov e/tißrjrai e 399. Vor der männlichen Cäsur 
i^TteiQq) I 100, rjneiQov l 485. 496. o 84; vgl. z. B. ^ 100 daÖBV!.^ 
SV T^TteiQü) xrA. und ^136 y-elrai in rindqov ktA. 

35. l(pd-i(j.oio Imal, -ov imal: ö 365 vor der männlichen 
Cäsur. Ebendort l'(p&if.wg Q 144, Xcp&ifxov tc 89, Yq)&i(xoi TL 659 
usw., ig)d^lf.uov P 749, lq)&if.iqj F 336 usw. 

36. ^Iq>iy.Xoio Imal, -ov Imal: B 10b am Versanfang. Eben- 
dort ^'icfLv.'kov W 636. 

37. oq^d-alfiolo 3mal, -ov 3mal: am Versanfang t 503. 516, 
sodann im Versschluß . . . ov 6q)d^al[.iov aXaioaev a 69. Am Vers- 
anfang 6(pi)^aXf.uo i 383, ocpd^alf-iov i 453, dg)d^alf.wL r 211 usw.; 
zu a 69 vgl. Verse wie JT 344. F 321. 

38. viprjlolo 5 mal, -ov 2 mal: M 386 und ti 285 vor der 
männlichen Cäsur. Ebendort vi^jtjXtp F 384, viptilöv W 247 usw., 
vipiqlijg cp 51 usw., vxprjlwv i 113 usw. Vgl. z. B. F 384 TtvQyq) 
etp vifJtjhö /.vX. und M 386 '^änma d(f vipyjXov Ttvqyov axX. 

Es fehlt sogar nicht an Beispielen, die nur -ov, nie -oio auf- 
weisen. 

39. a(.ißQOGiov Imal: E 338 am Versanfang. Ebendort 
di.ißQOöuü Ä 172 usw. 



über d. Kasusausgänge -olo u. -ov, -oiat, u. -oig, -r^ai u. -;;? im griech. Epos 17 

40. af-KpL/rolov Imal: 'C 116 am Versanfang. Ebendort 
a{.i(fi7toXog a 335, ä(.icpiTtoXov 7t 152 usw. 

41. Jrji.iod6xov Imal: ^ 106 am Versanfang. Der Dichter 
des ^ verwendet am Versanfang z/rjf.i6öo-/.og 537, Jr^f-iodöyico 254 
usw., zJrii.i6oox.ov 44 usw. 

42. dovqateov Imal: & 493 am Versanfang. Ebendort 
öovQäteov d- .512. 

43. EvQvixdxov Imal: q 257 vor der männlichen Cäsur. 
Ebendort EvQv^iaxoq a 399 usw. 

44. fjf.iiuvoc Imal: ^666 vor der männlichen Cäsur. Eben- 
dort ^lUiwwj' f^ 121 usw., Tj^iLovovg ^260 usw., riixiovoi P742usw. 

45. IrcTtoyLOf-iov Imal: JT 338 am Versanfang. Ebendort 
i7T7t6yiof.iov II 797. 

46. NavGid^oov Imal: ^ 565 am Versanfang. Ebendort 
JSavoid-oog tj 63. 

47. ^eivod6y.ov Imal: o 55 vor der männlichen Cäsur. Eben- 
dort ^eivodoKtp ^ 210. 70. 

48. ev%0f.ie.vov Imal: O 476 am Versanfang. Ebendort ev- 
XOfxsvog ^ 87 usw. 

49. TtXatoiiEvov 2mal: y 95. 6 325 am Versanfang. Eben- 
dort Ttlct'Cöi.iEvog 7t 64, 7tXa.'C6(.iEvoi y 106. 

50. TvvdaQ&ov 2mal: vor der männlichen Cäsur w 199, so- 
dann im Versschluß . . . TvvdaQtov 7taQäxoiriv l 298. Vor der 
männlichen Cäsur Twöageip l 299. 

51. vf.isTtQ0v Imal: o 533 am Versanfang. Ebendort z. B. 
vfdtEQog ß 138, vfisTeQtov ö 688. o 441, vf.ieitQovg w 457, vf.ieTeQ7] rj 277. 

52. q>&€y^af.iivov Imal: i 497 vor der männlichen Cäsur. 
Ebendort cpS-ey^afievri [i 170. 

53. aqvEiov Imal: t 463 vor der männlichen Cäsur. Eben- 
dort agvELog i 444, agveiöv x 527. 

54. sv-/,v-A,Xov Imal: E 797 doTttöog evy,vy.Xov titL Gedichtet 
nach E 453 = M 426 = H 428 dartiöag ev/ivyilovg %tI. 

55. i7t7tEiov Imal: £799 am Versanfang. Ebendort ltt- 
Tteiov ^F 392. 

56. AvQvrjöGov Imal: B 690 vor der männlichen Cäsur. 
Ebendort ytvQvriaoov Y 92. 

57. fxv'Ariiyfiov Imal: ^u 265 am Versanfang. Ebendort (iv~ 
y,rj^ixip .5" 575. 

58. -/.wKVTov Imal: X 447 yaoxvTOv d^ 7f/.ovae y.al oi/nioy^g 
ccTto Ttvqyov. Gedichtet nach dem Muster von X 409 yicoyivtw x 
ilyovto 7.al olfAtoyf] xaxa aorv. 

Glotta V, I. 2 



18 K. Witte 

59. TtavToLov Imal: ^281 am Versanfang. Ebendort Ttav- 
TÖloi Y 249, TTavvoiwv B 397 usw., Ttavxoiij v 247, /cccvToiiig 
X 268, TtavToiiqv .5' 471 usw. 

60. IlaQvtjOov Imal: 2:432 am Versaufang. Ebendort JTcf^- 
vriaov T 394. 466. tp 220. 

61. TOLOixov Imal: Jt 94 im Versschluß . . . tolovtov iovrog. 
Gedichtet nach . . . tolovtov lövxa H 242. ^ 118. 

Diese Genetive auf -ov finden sämtlich bei Annahme unseres 
Gesetzes ihre Erklärung. Ich bemerke ausdrücklich, daß für die 
einzelnen Formen auf -ov noch viel öfter, als es oben geschehen ist, 
ganz bestimmte Muster hätten angeführt werden können, von denen 
aus durch Nach- oder Weiterbildung die Formen der Umgangs- 
sprache gebildet worden sind. Nun bleibt ein Rest von Formen, 
der noch nicht erklärt ist: 

62. '^.öfxrjTOio 2 mal, -ov 2 mal: am Versanfang f 289, vor 
der männlichen Cäsur ^391. Es findet sich sonst nur '^d(.iriT(^ 
vor der Hepthemimeres. 

63. ^AlcpELolo 2mal, -ov Imal; E 545 am Versanfang. An- 
dere Kasus finden sich nur vor der Hepthemimeres. 

64. ^^QOivöov A 626 vor der männlichen Cäsur. Die Form 
ist ein "'^inaS, uqn]\.dvov . 

6ö. ^^o/ialäffiov N 527 vor der Hepthemimeres. Sonstige 
Formen kommen nur an anderen Versstellen vor. 

ioQ. avlelov a 104 vor der männlichen Cäsur. Sonst ist 
keine dreisilbige Form des Wortes belegt. 

67. övo/.eldöov U 357 am Versanfang. "Ana^ elQ7ji.uvov. 

68. eQY.€iov X ^35 am Versanfang. ^'A-wa^ e.iQi}i.Uvov. 

69. i^liy^TQOv d 73 vor der männlichen Cäsur. Sonst exi- 
stiert bei Homer eine dreisilbige Form des Wortes nicht. 

70. Q^ißaiov im Versschiuß . . . Qiqßaiov TsiQsoiao y, 492. 
565. X 90. 165. i^ 267. xp 323. Eine weitere Form kommt nicht 
vor. ÄhnHch ist die Form Qy]ßaiov (als Eigenname) "uärca'S, eiQiq- 
(A.ivov im Versschluß . . . Qitjßaiov 'HnoTtija & 120. 

71. y,allLX0Q0v l 581 im Versschluß . . . did /.alhxoQOv 
IlavoTtrjog. '^sral slQrj/iisvov. 

72. MaidvÖQOv B 869 am Versanfang. "Ana^ elQrjuhov. 

73. ve/aaQiov F 385 vor der männlichen Cäsur. Sonst nur 
noch veKTaQso) 2 25 am Versanfang. 

74. UavdaQSOv t 518. i» 66 vor der männlichen Cäsur. Nur 
an diesen beiden Stellen ist das Wort belegt. 

75. dvaof.itvov a 24 vor der männlichen Cäsur. 



über d. Kasusausgänge -oto u. -ov, -otai u. -ots, -ijai u. -j?f im griech. Epos 19 

76. cf^syyof-ievov % 329. K 457 am Versanfang. Nur diese 
Form des Partizips ist belegt. 

77. iL/.väXov O 705 vor der männlichen Cäsur. Sonstige 
Formen nur an anderen Versstellen. 

Man könnte daran denken, hier folgendermaßen zu argumen- 
tieren. Gewiß werden die Formen 62 — 77 durch unser Gesetz 
noch nicht erklärt, jedoch nur, wenn man es allzu wörtlich ver- 
steht. Welches war denn die Verwendung choriambischer (mo- 
lossischer) Wortformen im epischen Hexameter? Statistische Be- 
obachtungen darüber sind Glotta III 134 veröffentlicht. Diese 
Formen finden sich so gut wie nur an drei Versstellen: am Vers- 
anfang, vor der Penthemimeres, vor der Hepthemimeres. Darum 
begreift man ohne weiteres, daß, wenn Formen wie ^^d/u^to) vor 
der Hepthemimeres festsaßen, ^^d^irjzov leicht einmal an den Vers- 
anfang oder vor die Penthemimeres geraten konnte. Die drei Ge- 
brauchsweisen glichen einander eben so, daß sie von den Dichtern 
als eine empfunden werden mußten. Wenn endlich ein paar For- 
men ohne Vorbild verwendet wurden, so wird das jeder richtig 
beurteilen, der sprachgeschichtliche Vorgänge zu deuten weiß. Ge- 
netive auf -ov sind von den Maskulina und Neutra der Messung 
— Uöu zunächst nur zur Füllung bestimmter Paradigmata oder 
wenigstens nach dem Muster anderer Formen des Paradigma ver- 
wendet worden; schließlich haben sie sich zum selbständigen Typus 
entwickelt. Diese Argumentation wäre falsch. Auch die 
Formen 62 — 77 sind nach dem Vorbild bestimmter Muster ge- 
braucht worden; nur sind diese Muster außerhalb des Para- 
digma zu suchen. Bei Homer finden sich Versanfänge wie 
O 639 KoTtQTJng q)iXov viov xv'k. 
n 595 XdXy.cüvog cptXov viov /aX. 
Nach ihrem Vorbild dichtete der Verfasser des W 

289 '^dfiijvov cflXog t^Jog /.tX,, 
und verwendete die neue Form gleich noch einmal in Vers 391 
(s. o. unter 62). E 544 f. 

aq>v£idg ßioTOio, ylvng d' r^v e/i TtoTUf-idlo 
l^Xcpsiov, og t' evqv geei HvXicov öia yairig 
sind Verse wie S 245 f. vorangegangen: 

qela yMTEVvrjaaif.ii, xal av Ttoiai^iolo Qesd^ga 
^Qyceavov, og tibq yeveaig TtdvTeaot rtTv/aai i). 



1) Über '^Ixsarov s. o. S. 14. 



20 K. Witte 

Nr. 64 ist ^Aqoivoov, ein "^Tta^ elgru-ierov. yl 626 

^vyaxiq ^^qgivoou (.isyaXrjTOQog xtA. ; 
der Vers ist gedichtet nach dem Muster von Stellen wie 
y 432 Trjlef-idxov exagoi j.isyaX'^TOQog xtZ. 
X 85 ^vto'Kv'/.ov d-vyaTrjQ /.leyalr^Togog %xX. ^). 
Nr. 66 avXeiov: a 104 

ovöov iTt avlsiov AxX. 
ist nach dem Muster von o 33 gedichtet 

ovöov iTti ^earov xrA. (Vgl. auch % 72.) 2) 
Nr. 67 dvG/.elccdov: 11 356f. 

Ol öi (fcßoio 
övay.£Xadov fxvrioavxo axX.; 
gedichtet nach Versen wie P 667 

ciQyaXlov ttqö (foßoio xrA. 3) 
X 334 f. lautet: 

rj i'/.dvg {.lEyccQOio z/iog fxsydXov -noxi ßiofiov 
eQ/.eiov TCoixo xexvy{.iivov axX. 
Hier hat der Dichter eQy.eiov nach dem Muster des vorausgegan- 
genen i-ieydXov*) gesagt. Ebenso erklären sich Nr. 69, 73 und 70. 
d 73 XQvaov x r^Xi/.xqov xe xal ceQyvQov tjd^ ilecpavxog^). 
r 385 xsiqI di v€7,xaQeov mvov ixiva^e Xaßovaa^). 
Q 120 viov vTteQd^v(xov Qrjßalov, ^HvLOTzrja'^). 
(X 267 fxävzTjog dXaov, Qr^ßaiov TeiQeaiao (vgl. x 492 f.) ä). 
Nach (4, 267 = x 492 ist später der Versschluß . . . Qrißaiov Tei- 
QBoiao ohne vorausgegangenen Genetiv auf -ov verwendet worden 
(s. 0.). 
Nr. 72 MaLCivdqov. B 869 

Maidvdgov xe Qodg /.xX. 
Vgl. tu 11 ... ^Q.7.Eavov xe goccg xxX.^). Nr. 74 TIavdaQtov: 
X 518 t(5g d' oxs navöageov '/.ovqvj a.xX. 
V 66 log d' oVe Tlavöagtov Kovqag xrA. 
Tlavöageov gebraucht der Dichter des x wie 546 ^Iauqlov 
d^ccQoet ^I/MQi'ov y.oiQ7] xxX. 



1) Über Tr}kffi.c(/ov o. S. 15, über AvtoXvxov o. S. 14 f. 

2) Über Ifffroi) u. S. 37. 

3) Über agyakiov o. S. 14. 

4) Über fxsynkov s. u. S. 32. 

5) Über /ptffot} u. S. 37, über ccQyvQov o. S. 10. 

6) Über kavov s. u. S. 83. 7) Über vnsQdvfiov u. S. 45. 

8) Über dhiov u. S. 33. 

9) S. 14. 



über d. Kasusausgänge -ow u. -ov, -oiai u. -oig, -tjai u. -ijg im griecb. Epos 21 

Vgl. auch to 199 

oi'x' wg Twöageov -/.ovqtj xrA. i). 
Nr. 75 dvoofxivov: a 24 

of |fifV dvoof-isvov '^YTcegiovog, ol d" avidvzog. 
An derselben Versstelle saß 'fiTeA/w 'Frrfi^/ovt fest |U 133. 346. 374; 
vgl. auch Ä' 135. 
Nr. 76 (pd-syyoi.isvov: K 457 = x 329 

cpd-eyyof.ih'Ov d' «'(»« toü y€ xa(»}^ /.ovir^oiv 8f.iLx9^r]. 
Der Vers ist gebildet nach dem Rhythmus von Stellen wie 
N 543 8/.Uv9^ri d' stsgiooe ytaQrj, srtl S^ aa/vlg edcpS-ri. 
X 402 -Kvarsai nhvavTo, vmqtj d anav iv ytovirjOi 

ytelzo xrA. 
Nr. 77 cu-nvaXov: 705 

xaA^g di'üväXov xtA. (seil, veog); 
hier liegt eine Nachbildung des typischen Versanfanges y.aldv dai- 
ddXsov, '/,aXov daiöaXeov, /.aXi^g daiöaXirig usw. (s. o. S. 15) vor. 
Von den Formen 62 — 77 sind mithin nur noch zwei übrig, Nr. 65 
u4o/.aXd(pov und 71 y.aXXixoQOv: 

N 527 Jiqicpoßog piev cItc 'AanaXacpov TtrjXrjyta cpaeivrjv; 
A 581 Ilv^a) d^ EQXOf-ihriv did "/.aXXixoQOv UavoTcrjog. 
Für die erste trifft nun allerdings die o. S. 19 geäußerte Ver- 
mutung zu: N 527 ist ^AoY.aXdcpov nach dem Muster von Aoy.a- 
Xd(fM im vorangegangenen Vers gebraucht: 

o\ d" ducp^ ^Ao'AaXdcpijj avtoox^öov iüQt.iiqd^ifioav. 
Das Ergebnis ist überraschend. Von den 77 Formen auf -ov 
haben die Dichter keine einzige 2) willkürlich verwendet; diese Ge- 
netive sind immer nur im Anschluß an bestimmte Muster gebraucht 
worden. Außerhalb des Paradigma werden wir das Vorbild ge- 
legentlich auch für die Fälle 13 — 61 zu suchen haben, besonders 
da, wo die als Muster in Betracht kommenden Formen des Para- 
digma nur selten sind. 

Über die Geschichte der Formen auf -ov ist noch folgendes 
zu sagen. In ausschließhcher Verwendung haben sich die Genetive 
auf -OLO überall da erhalten, wo sie gegenüber den anderen Kasus 
des Paradigma das Übergewicht hatten. So ist bei Homer kein 
Kasus außer dem Genetiv belegt z. B. bei dvdqoqidyoLO ^TCcarcvXoLO 
ev^Eüioio €iQV7ccQOio rjövTioToio 'AaXXiy.6fj^oio; dvÖQOCfövoio findet 



1) Über VxKQiov 0. S. 13 f., über TvvSkq^ov 0. S. 17. 

2) Sieberlich auch nicht xakXixoQov. Wir können nur das Muster nicht 
mehr nachweisen. 



22 K. Witte 

sich 13mal, daneben nur dvÖQOcpovov Inial und dvÖQOcfovovg 3 mal; 
iTCJtoßoTOio 9 mal, daneben nur InTtoßoraj 1 mal und 'iTtTCoßozov 
5 mal; '^vko/iioio 17 mal, daneben nur i^vy.o(.iog 4 mal. Die Formen 
auf -010 entstammen zum großen Teil einer früheren Periode des 
epischeu Heldensanges. Wo dagegen Nominativ Dativ Akkusativ 
häufig vorkamen, während sich für die Verwendung des Genetivs 
nur seltener Gelegenheit bot, da hat er den Umfang der übrigen 
Kasus, d. h. die Endung -ov angenommen. So werden recht oft 
in Ilias und Odyssee z. B. die Formen di-ißgooiog -qj -ov -ovg -t] 
-rjv, af.icpi7toXog -qj -ov -ot -wv, vf.itTeQog -ov -lov -ovg -rjg --rj ver- 
wendet. Ihnen ist es zuzuschreiben, daß die Genetive dinßQooioio 
d(X(fL7t6XoLO vfXETtQOLO bci Homer nicht mehr vorkommen. 

Die Ergebnisse, zu denen die Untersuchung der Genetivformen 
geführt hat, benützend, suchen wir uns nun über die Dative 
Klarheit zu veischaifen. 

Nur -oiOL^), nie -oig kommt in folgenden Fällen vor: 

yt(jüxoq>dyoLOL 2 mal; alyv/tioloi Imal, ahioXioiOL 3 mal, 
dyiQo/roXoioi 2mal, d/LKfmoXoioi 27 mal, doiQaydXoioi Imal, 
iXleöavoloL Imal, olonolotai 2mal, rp'ioxoioi Imal, vtjdv- 
loLOi Imal, (fojQia/nolai Imal; dygozigoioi Imal, aif.ivXioiai 
Imal, alvof.iUQüioi 2mal, dXXoöaycdloi 4mal, dlXoTQioiot 
Imal, df.i(poT€Qoiai 34mal, öaidaXeoiai 5 mal, öegf^azivoiai 
2mal, elagivoloL Imal, silarivoioi Imal, 'MVQOTiQOLGt 2mA\, 
y.vdali/iioiai ömal, vrj7tviioLOL Imal, oft/cozegoioi Imal, 
ovnöavolai Imal, Tratgoregoiai 2 mal, /.aQ/taXiiioioi 3 mal, 
yiegdaltoioi Imal, TtopzofioQotai 11 mol, jiQEoßvzeQOioi Imal, 
v/nezegoiai 4mal, vipr/iüf.i0LOi 2mal, x^iQOztQOiOL Imal, 
XEQf.iadioLGL Gmal, couvTiogoiat ömal, w(.io(fdyoiOL 3mal; 
daivv/Luvoioi Imal, deQy.of.ievoiOL Imal, iGoof-itvoioi 10 mal, 
f.iaQva^itvoLOi Ömal, ev^of-ilvoioi Imal, zeguoiuevoiOL 3mal; 
^Hlsioioi Imal, KaöiieioiOL 2 mal, IIvyi.iaioiOL Imal; dy- 
'/.iozQOLOi 2mal, i]kiY.zqoiOL 2 mal, xsvzavQoioi Imal, olcü- 
vdloi ömal; aidoioioi 4 mal, divtozoloi Imal, övozijvoioi 
Imal, ivvetüQoiOL Imal, /.oIXtizoioi 4 mal, fcoir^zoloi 2 mal, 
viprjXolai ömal, lcpi^i}^iOLGi 4 mal. 
Sind auch diese Dative, wie die o. S. 11 f. aufgeführten Genetiv- 
formen auf -OLO, zum größeren Teil Rudimente einer früheren 
Periode des epischen Heldengesangs? Die obige Zusammenstellung 
verrät darüber nichts. Aber wir erhalten augenblicklich Klarheit, 



1) Fälle mit und ohne v liftXxvajixöv sind nicht unterschieden. 



über d. Kasusausgänge -oio u. -ov, -oiai u. -ois, -tjoi u. -jj? im griech. Epos 23 

sobald wir einmal zusehen, welche Genetivformen zu den soeben 
genannten Dativen gehören. Bei Homer finden sich 

-oig ~- 



daidaleoio 1 mal 


-ov 4 mal 


-oioi 5 mal 


i(pd^if.wio 1 mal 


Imal 


4mal 


viibtIqolo — 


Imal 


4 mal 


vipvjXolo 13 mal 


2 mal 


5mal 


äfxcpiJToXoio — 


Imal 


27 mal 


r^XixTQOLO — 


1 mal 


2 mal 


evxoi-i^voio — 


Imal 


Imal 



Es zeigt sich, daß den Genetiven auf -ov keine Formen auf -oig 
entsprechen, obwohl der Dativ der betreffenden Worte nicht selten 
gebraucht wird. Also folgt, daß die Dative auf -oig erst später 
ins Epos eingeführt sind als die Genetive auf -ov. 

Wo Formen auf -oig von Maskulina und Neutra der Messung 
_ CTu w begegnen , müßte ihr Vorkommen auf dieselbe Weise wie 
das der Formen auf -ov erklärt werden; auch hier müßte um des 
Paradigma willen oder nach dem Muster bestimmter Vorbilder die 
kürzere Form verwendet worden sein. Dieser Nachweis ist im fol- 
genden abgekürzt; ich habe nicht mehr einzelne Stellen, sondern 
nur die Formen angeführt, denen zu liebe die Dativform auf -oig ^) 
gebraucht worden ist. 

1. d&avdtoioi 91 msd, -otg4mal: am Versanfang ^207. (5 592. 
ß 426, vor der männlichen Cäsur iq 5. Im Epos werden verwendet 
dd-dvaTog -ov -w -oi -cov -ovg -rj -rjr. 

2. lAgysioiGL 61mal, -oig 7mal: am Versanfang ^510. / 133, 
vor der männlichen Cäsur F 286. 36. 467. W 535, sodann im 
Versschluß . . . juezr' ^^gyeioig dyogsvEig K 250. -^ ^Agyeloi ^^gysicov 
^^Qyeiovg. 

3. r]i.iETEQ0ioi 11 mal, -oig Imal: i 93 am Versanfang. ~ rjf.ihs- 
Qog -Oi -ov -ov -7] -tjg -ij -tjv -ai -ag, nach dem Muster dieser For- 
men, ebenso wie rji.i£T€QOig, rjf.itTEQe (4 mal). 

4. i7t7ioddf.ioiOL 7 mal, -oig 3mal: vor der männlichen Cäsur 
110, sodann im Versschluß . . . f-isd^' iTruoöä/iioig dyoQEvao) 
H 361. 525. ~ iTtTtodafxov -oi -ovg. 

5. dlX^loiai 61 mal, -oig 6mal: am Versanfang <^ 472. K 420. 
P 365. y 152, vor der männlichen Cäsur Z 230, sodann im Vers- 
schluß . . . dXXrjloig eglawoiv o 277. ^ dllijltov -ovg -ag. 



1) Ich schreibe hier wie im folgenden -oig (nicht -oia'), weil ich nach 
Ludwichs Ausgabe zitiere (s. o. S. 9). Was richtig ist, wird die Unter- 
suchung lehren. 



24 K. Witte 

6. dvd^QWTtoLGi 39 mal, -oig 3 mal: 3^ 580. x 39. i/' 307 am 
Versanfang. ~ ävd^QtoTrog -ov -ol -cov -ovg. 

7. ocfd^alf-ioloi 74mal, -mg Imal: x 39 vor der männlichen 
Cäsur. ~ oq^d^alf-iog -([) -6v -w -oi -wv -ovg. 

Auch die Dative auf -oig, deren Zahl, wie man sieht, bisher 
keineswegs groß ist, würden also durch unser Gesetz ihre Erklärung 
finden. Aber dürfen wir überhaupt mit diesen Beispielen rechnen: 
es ist natürlich ^) die P'rage aufzuwerfen, wie weit -oig durch apo- 
strophiertes -oio' ersetzt werden kann oder muß. An den zitierten 
Stellen findet sich -oig nur vor Wortformen mit vokalischem Anlaut 
bis auf P 36.5 

dXXy^loig v.ud^ 6f.iiXov dXeS.li.ievai cpovov airciv. 
Und auch hier schwanken die Hss. zwischen v.ad- of-iilov und av' 
0(.iiXov, was viele Herausgeher in den Text gesetzt haben. Das 
besagt genug: Es kann kein Zweifel bestehen, daß wir bei den 
Beispielen 1 — 7 apostrophiertes -oio^ zu lesen haben. 

Nur bei Annahme der Endung -oia im weitesten Umfang er- 
klären sich zwei weitere Kategorien von Formen. Erstens die- 
jenigen, bei denen -oig nur wenig seltener, ebenso häufig oder häu- 
figer als -oioi begegnet: 

8. dyxEjudxoioi — , -oig Imal: 72 248 im Versschluß . . . ay- 
Xe^d^oia^ kiccQoioi. 

9. ai&ofievoiGi Iraal, -oig 2mal: yl IIb = /< 362 . . . e/r 

aid-Oflh'OKJ lEQOloi. 

10. dvTiS^eoioi 3mal, -ofg 5mal: doli. ^247. 385. ^54. t216 
. . . avri&eoia eraQOiai. 

11. elgoTtcKoiOL — , -oig Imal: E 137 . . . «tt eiQonö'/MiG oieoGi. 

12. Ey.TOQeoiGi — , -oig Imal: K 46 am Versanfang. 

13. -tjfAiövoiGi Imal, -oig Imal: £1 442 (s. u.). 

14. levyaXeoioi 2mal, -oig Imal: Y 109 am Versanfang. 

15. f.i6i?uyjüiai 13 mal, -oig 11 mal: am Versanfang ^ 137. 
CD 339. i 493. >t 173. 442. 547. ^k 207. tv 279. a 283. co 393, vor 
der männlichen Cäsur 31 267. 

16. f.ivr]Gaf.ievoioi — , -oig Imal: x 199 am Versanfang. 

17. TioQvcpvQeoiGi Imal, -oig Imal: il 796 am Veranfang. 

18. dQVEioÜGi — , -oig Imal: B 550 . . . agveiolo ildovvai. 

19. sKTtdyXoiGi — , -oig 2mal; 198. ^ 77 am Versanfang. 

20. yLagziGToiGi — , -oig Imal: ^ 267 . . . KagziGzoiG ludyovvo. 

21. Xaixj^iriQoiGL — , -oig Imal: 278 am Versanfang. 



1) S. 0. S. 23 Anm. 1. 



über d. Kasusausgänge -oio u. -ov, -oiai u. -015, -rjcfi u. -yg im griech. Epos 25 

. 22. rtavToioLöL 2 mal, -oig Imal: i 260 am Versanfang. 

23. ayjvvf.itvoiOL — , -otg Imal: 12 526 vor der männlichen 
Cäsur. 

24. iQXOf.i6voiOL 3mal, -oig imal: E 150 vor der männlichen 
Cäsur. 

25. TEiQOfxsvoiGL — , -0/g 2 mal: P 703. 2 129 am Versanfang. 

26. XQVOELOIOL — , -oic, 2 mal: ^ 246. ^ 633 am Versanfang. 
Auch hier stehen die Formen auf -oig vor Worten mit vokalischem 
Anlaut bis auf 

Q. 442 Ev d' STtvevo' %7t7toiGi /.al rjf-iLovoig (.livog r^v. 

Q 796 TtOQcpvQioig Tte/rloiOL y^aXuipaweg lAalaxolaiv. 
Der Text ist in Ordnung. Also gilt hier die o. S, 9 geäußerte 
Erklärung, i^/uiovoig hat sich nach dem Umfang von rii-uovov -ol 
-tüv -ovg, TtoQCfvQtoig nach TtOQcpi'Qeog -ov -o) -ovg -tj -7]i' gerichtet. 
Woher aber hat der Dichter die Formen rif.u6voLg und 7VOQq>vQeoig 
genommen? Hier bestehen zwei Möglichkeiten der Erklärung. Ent- 
w^eder sind die Dative rif.n6voig und ftOQg)VQeoig dichterische Neu- 
bildungen, die aus den apostrophierten Formen ij/^iiovoia, tvoq- 
cpvQSOLO^ herausgehört sind, oder es sind Formen der ionischen 
Umgangssprache. Im ersten Fall würde die epische Literatursprache 
eine Entwickelung vorweg genommen haben, die später im ge- 
sprochenen Ionisch noch einmal stattgefunden hat. Gegen diese 
Annahme spricht die Analogie der Genetive auf -ov. Wie dort 
wird es sich auch bei den Dativen /toQcpvQtoig usw. um Formen 
der Umgangssprache handeln, die zur Füllung bestimmter Para- 
digmata des Epos eingeführt worden sind. Nun lehren zwar die 
Inschriften, daß auch im späteren Ionisch der Dativ in der zweiten 
Deklination auf -oioi ausgelautet hat. Aber gewisse Orte zeigen 
zeitig -oig; vgl. Kühner-Blass I 1^ 398, Thumb Handbuch der 
griechischen Dialekte 354. — Für die übrigen Beispiele ist -oia 
anzuerkennen. Wer -oig schreibt, muß erst den W^iderspruch 
zwischen den Beispielen 8—21 und 1 — 7 aufklären, wo -oig so 
selten vorkommt. 

Zweitens finden sich ein paar Dative auf -oig bei Worten, 
von denen viersilbige Formen überhaupt nicht vorkommen. 

27. avTißioiai Imal, -oig 3mal: -ß 378. o 415. v 323 . . . avvi- 
ßioid' ircieGOiv. 

28. slvodioioi — , -oig Imal: J7 260 am Versanfang. 

29. yiEQTOfiioiOi 3mal, -oig 3mal: am Versanfang J 6. £419, 
vor der männlichen Cäsur w 240. 

Es ist selbstverständlich — zugleich doch aber auch die Probe 



26 K. Witte 

aufs Exempel — , daß diese Formen nur vor folgendem Vokal 
stehen (als vokalisch anlautendes Wort haben wir für diese Verse 
trcog anzusprechen i). Auch hier haben alle künftigen Herausgeber 
des Homer -olo zu schreiben. 

Es bleiben noch die Dative auf -rjöi -rjg zu besprechen. Nur 
Formen auf -tjoi finden sich in folgenden Fällen: 

alyavei]ai 3 mSil, aQixovirjai 1 mal, elXa/tivfjai Imal, evveatr^ai 
Imal, ''l/c/caGidr]ai Imal, i.iaQTVQi'j^oi- 1 mal, vrjsrierjat 3 mal: 
aX?MTQi)joi 1 mal, af^ißgooirjai 1 mal, (XQyaXerjOL 1 mal, agyc- 
QtrjOi 1 mal, elagirfiot 1 mal, EVf.iev8Tr]Gi. 1 mal, d^riKvxeQi]Oi 
3 mal, ■/.vavtrjOi 3 mal, XevyaXerjGi Imal, olovivfjOi Imal, 
nEv/MlifUiai 4 mal, vfxeTtQfiOL 2 mal, xeiixeQirjaL Imal; soao- 
(xevißOi Imal, ■/.aio/iiivrjOi Imal, f.iaivoixivTßOL 2 mal, fislTto- 
f.ievr]OL 1 mal. 

dy/.0LvrjOi 3 mal, alS^ovorjOi 2 mal, aXcpijaztjai Imal, ßovlev- 
Tjjai Imal, öioTlvi^ai 2ma,l, iyxsljjoi 10 mal, i^r]QEvTf]ai 2 mal, 
TO^BvtfjöL Imal, vßQiOTfjOi Imal; aXXtjXijGi 10 mal, avXslr^Gi 
2 mal, [TtTtELrjGL Imal, /.oXXrjTT^Gi 2 mal, /roirjTfjGL Imal, 
vilirjXf]GL Imal. 
Für Formen auf -r]g existieren wenigstens 13 Beispiele, dar- 
unter stehen 11 nur vor vokalisch anlautenden Worten. 

1. dyyEXiijGi — , -rjg Imal: a 414 vor der männlichen Cäsur. 

2. dd^afccTr^GL 5 mal, -tjg 3 mal: — 86. co 47. 55 . . . dd-avdi;r]G^ 
dXifjGLv. 

3. aldoi)]Gt — , -r]g 3 mal: Z 250. O 460. x 11 ... alöoir^G* 
dXoxoiGLv. 

4. d/.KfoieQrjGL 12mal, -r^g Imal: M 382 vor der männlichen 
Cäsur. 

5. i^fXETSQrjGi 7 mal, -rjg 2 mal: am Versaufaug Y 143, sodann 
im Versschluß . . . rjusregrjG' dXoxoiGi Z 114. 

6. (pv^avuvfjOL — , -fjg Imal: N 102 am Versanfang. 

7. dqyEvvfjGi Imal, -f-jg 2 mal: Z424. q 472 . . . doyEvvfJG^ oiegglv. 

8. ya{.i(priXf]GL 2 mal, -fß Imal: T 394 am Versanfang. 

9. EvxiüXfjGi Imal, -fjg 2 mal: / 499. v 357 . . . EuxtoXfjG^ dyavfjGi. 

10. o^EirjGL ^, -Tjg Imal: JT 518 o^eiijG* 6dvv)]Giv /.tX. 

11. 7cavTon^GL — , -rjg 2 mal: cl' 725. 815 am Versanfang. 

12. coyiEirjGi Imal, -r^g Imal: L 104 . . . cuxeltjo^ sXdq)OiGi. 

13. UxQEiÖQGL 7 mal,' -jig 5 mal: E 552. H 373. 470. P 249 
vor der Penthemimeres, ß 249 vor der Hepthemimeres. 

1) S. u. S. 35. 



über d. Kasusausgänge -oto u. -ov, -oiat u. -ot?, -rjai u. -ijg im griech. Epos 27 

Daß hier überall die apostrophierten Formen auf -?ya' einzusetzen 
sind, bedarf nun keines Wortes mehr. Es bleiben 2 Beispiele. 

14. oicpQadii]OL 7 mal, -i]q 2 mal: 

^ 481 aq)Qaöit]a', ertei ovv. lcpai.nqv giycoae/uev e'f.i7t7jg. 
Hier schwanken die Hss. zwischen acpQadiijg und acfgaötiog, sodaß 
Ludwich das letztere in den Text gesetzt hat. 

X 28S er/iiov ctffQadhjg \xiya slTtsiv, alld ^eoloi 

15. XQVOEirjOi — , -rjg 2 mal: 

M 297 y^QvOEii^g Qaßdoioi öiriveyteGiv tcbqI xt'xA,ov. 
^180 XQ^(^^^}]S ^ sverTjüi '/.aza oxTJd^og tieqovccxo. 
An den drei Stellen hat Nauck die Formen auf -^5, an denen er 
Anstoß nahm, durch Konjektur zu beseitigen gesucht. d(pQadi)]g 
hat sich dem Umfang von dcpQcxdirj -ag, xQi'Osljjg dem von xQvoeio) 
-OL -71 -7] -riv usw. angeschlossen. 

Das Ergebnis der Untersuchung über die Formen auf -oig und 
-i]g ist, daß unter 29 Beispielen der ersten Art nur 3, unter 15 
der zweiten 2 vor folgender Konsonanz nachweisbar sind. Dieser 
Tatbestand zwingt, den Blick noch einmal rückwärts zu wenden 
und die Frage aufzuwerfen : Ist etwa in entsprechender Weise auch 
das Vorkommen der Genetivformen auf -ov auf die Stellung vor 
vokalisch anlautenden Worten beschränkt, so daß bei Homer in 
den meisten Fällen statt -ov apostrophiertes -olo in den Text ge- 
setzt werden müßte? Diese Frage bedarf umso mehr noch der 
Erledigung, als van Leeuweu zum Schluß seiner Betrachtung der 
Suffixe -OLG und -ov (Enchiridium dictionis epicae 204) zu dem 
Ergebnis kommt: Quae disputavimus huc redeunt: genetivi in Ho- 
mericis duplicem esse formam, -010 et -ov, prioris autem termini 
multis locis elidi syliabam finalem. Vgl. auch a. 0. 201 Non du- 
bitamus quin iis locis, ubi metrum terminum genetivi elisum -ol 
aut flagitat aut libenter admittit, ita et in libris olim scriptum 
fuerit et a nobis rescribi debeat. Diese Behauptungen sind un- 
richtig. Denn unter den 77 oben angeführten Formen auf -ov 
finden sich nicht weniger als 56 vor folgender Konsonanz^). Also 
folgt, daß wir auch in Versen wie 

X 135 rj TtvQog ald-Of.ievov rj r^eXiov aviovrog 

1) 'Akxivoov 7] 82. X 346. C 139, clvrc^eov I 40, l4vTd6xov N 554. 1' 354, 
^tXiov fj, 176, rifiSTiQov w 124, 'Ixagiov t 546, ^SixeKVov xp 347. w 11, 'Hifaiarov 
^ 369, Ovkvjxnov n 364. B 298. 309. Z 616, HaTQoxkov n 478. P- 6. 756. 
n 647. T412, lAfiifivöfiov ff 395, Idvrcvoov w 424, uayaMov -P 667, AvtoXvxov 
l 85. T 430. 437. 455, BovnQuaiov ./ 756, äai.daX^ov T380, /iovUxtov tt 396, 



28 K. Witte 

aid^o/iiivov, nicht ald^of^UvoL zu schreiben haben. Damit soll nicht 
gesagt sein, daß die apostrophierten Genetive auf -oi dem griechi- 
schen Epos immer gefehlt haben. Vielmehr lehren Verse wie 

f' 431 öoöa de ölayiov ovqu '^/iaxiof.iaöioLO neXovxai, 
daß eine der Abfassung der uns erhaltenen Verse vorangegangene 
Zeit solche Formen kannte. Aus ihr sind vereinzelte Beispiele 
durch die Macht der Tradition erhalten geblieben. Darum aber 
sind wir noch nicht berechtigt, selbst in 'F 431 die Form dio/ioi' 
in den Text zu setzen. Denn zur Zeit, als diese Verse entstanden, 
war in solch alten Versstücken die Form auf -ov längst an Stelle 
der auf -ol getreten ^). Der archaische Genetiv auf -nio liegt in 
llias und Odyssee nur noch in der nicht-elidierten Form vor, die 
allein das Metrum schützte. 

III. 

Nachdem durch die Abschnitte I und II das sichere Funda- 
ment zur Beurteilung der Formen auf -oio -ov, -oiai -oig, i]Oi -tjg 
gelegt ist, wird es möglich sein, sich über die Genetive und Dative 
der übrigen Maskulina und Neutra der zweiten Deklination kürzer 
zu fassen. Wir wenden uns denjenigen Worten zu, die im Nomi- 
nativ die Messung w _ w aufweisen: Typus Zäy.vvd-og, fxelad-QOv. 

Formen wie Zaytvv&oio f-teldd^QOio mußten eine Crux für den 
epischen Dichter bilden, weil sie erstens einen Spondeus ergaben 
und zweitens nur vor Worten, die mit doppelter Konsonanz an- 
lauteten, verwendet werden konnten. Schon W. Schulze Quaestiones 
epicae 258 hat gezeigt, daß die Dichter die Prosodie von Wort- 



xccaacTfQov Z 565. 574, xovQiSiov lo 196, Tt]kfjLiKxov y o74. k 68. ^ 175. v 272. 
y 423. o 257, l-iS^riarov ^< 347, Aiyvnrov ä 355, uv^'h^Mnov 77 315 (außerdem 
P 572 am Versende), difVHov 2A1. P. 482, i^nfi'Qov y 90. * 85. x 56. I 136. 
TT 367, i(f&iüov S 365, inprjlov M 386. n 285, üfißooaCov E 338, d^iqt-TjöXov 
f 116, ^frj/uoäoxov x)^ 106, ifovQUT^ov 5^ 493, EvQVfxä/ov q 257, rj/.ii6rov */' 666, 
iTiTioxofAov n 338, nka^ofie'vov y 95. 6 325, TwSkq^ov m 199. A 298, v^eTS(>ov 
o 533, (fO^fy'^afisvov i 497, dovfwv i 463, ivxvxkov E 797, tnntCov E 799, 
^vxrjxH^fiov fi 265, xwxvTOv X 447, navTOiov ^281, Ilci^/vrjcfov t 432, l^d'^i^rov 
*/' 289, 'Aqoivöov _/ 626, l-iaxaXä(fov Nö21, avlfiov « 104, dvaxfkäd^ov IlSbl, 
rjA^XTQOv ()' 73, Orjßaiov 6 mal, xukXt^ÖQov l 581, MaiävÖQov B 869, TlavSaQiov 
T 518. V 66, if.^tyyofxtvov / 329. K 457. 

1) Vgl. auch il bis. y 140. J' 718. lu den übrigen Versen, die van 
Leeuwen a. 0. 201 nennt, steht die Form auf -ov entweder im ersten Fuß 
{E 666. £1 721. y 123. q 115), oder vor der bukolischen Diärese (/Z 226. 
1' 441. 120. O 23. Tj 70. o 425. t 272) , d. h. an Stellen , bu denen der 
Hiat zulässig ist. 



Üb^er d. Kasusausgänge -oio u. -ov, -oiai u. -oig, -;;(Tt u. -j/? im griech. Epos 29 

formen, die einen Antispast bildeten, verändert haben, vgl. ^ArcoX- 
Xo)va, dXriXovd^a. Auch Genetive wie die genannten sind schon 
in ganz früher Zeit durch solche auf -ov ersetzt worden; dabei 
mag mitgewirkt haben, daß die Formen auf -ov sich ausgezeichnet 
für den Gebrauch am Versende eigneten. 

Trotzdem überrascht es, daß ein Genetiv auf -oio, der die 

Messung u w aufweist, in Ilias und Odyssee nicht ein einziges 

Mal vorzukommen scheint. Dagegen findet sich -ov nicht selten: 
'^Ttaioov Imal, Zayivvd'ov 1 mal, Koqcovov Imal, Avy.ovQyov 
Imal, ^OlvfXTTOv 5 mal, Uslaayov 2 mal, ^Ka^idvögov 3 mal; 
aed-Xov 3mal, aoidov 4 mal, aioxov Imal, ßeqeS-QOv Imal, 
ysvsiov 3mal, eiaiQov 17 mal, '/,EXsvd-ov 9 mal, xvdoi/^ov 
Imal, [AeXä&QOv Imal, olotov Imal, oXed-qov 6mal, bfiilov 
16 mal, oidiJQOv 8 mal, ovcfeiov Imal; ayavov 15 mal, cctvot- 
l-iov Imal, dgiarov Imal, dxeQTtov Imal, dcfavqov Imal, 
eavov Imal, r/tadrot» 24mal, syteivov 2mal, d-eeiov 4mal, 
AQaraLOv Imal, rtaXaiov 5mal, TCaväyQOv Imal, TtEXtoQOv 
3mal, TtsvixQOv Inial, cpaeirov 8mal. 
Man ist darauf gespannt, wie sich nun das Verhältnis der 
Dativsuffixe -olol und -oiq gestalten wird. Wenn nicht Ab- 
schnitt 11 uns bereits Sicherheit darüber verschafft hätte, daß -oiot 
bezw. -oiö' die Dativform des griechischen Epos ist, so würden wir 
es jetzt erschließen müssen. Die Dichter haben nämlich die schwer- 
fälligen Formen vom Typus /nsld^goioi nicht völlig verbannt; frei- 
lich ist zuzugeben, daß /.laldd^QotOi vor f.ieXdd-QOio insofern ein 
kleines Plus voraus hatte, als es konsonantisch auslauten konnte. 
Nur oioi, nie -oig, findet sich in folgenden Fällen: 

Udvoiöi 3 mal, tQid^OLöi Imal, haiQOLOi 5 mal, Kvd^rjqoioi 
Imal; dvlrcToiOi Imal, depvXXoLGL Imal, vsooooXol Imal, 
XoXojtoIgi 4 mal. 
-oig kommt in 5 Beispielen vor: 

1. ded^loLGL Imal, -oig 2mal: ^ 131 und q 174 am Versende. 

2. dgiOTOiGL — , -oig Imal: F 274 am Versende. 

3. '^xaioloi 13mal, -olg lOmal: am Versende £86. 465. 487. 
N 426. P 396. X 117. 'F 649, vor der bukolischen Diärese A 2. 
K 174. W 792. 

4. sQerfw~iGL — , -olg 10 mal: A 435. d 580. i 104. 180. 472. 
564. ju 147. 180. v 22. o 497 am Versende. 

5. /LvnklloiGi — , -oig Imal: /670 vor der bukolischen Diärese. 
Die Dative auf -oig begegnen nur am Versende und vor der bu- 
kolischen Diärese, d. h. an einer Stelle, die dem Versende gleich- 



30 K. Witte 

kommt 1). Also haben hier die Formen auf -oig (nicht die apo- 
strophierten Formen) gestanden. Sie haben sich dem Umfang und 
der Stellung der übrigen Formen ihres Paradigma angeschlossen, 
die am Versende festsaßen. Z. B, ist zum Versschlnß . . . laog 
^^yaiiov . . . Xaog ^^x^^oig £465, zum Versschluß . . . avrccQ L^/atwv 
(s. Glotta III 148 1) . . . avTccQ l^yawlg P 396 gebildet worden; 
ferner haben am Versende einen festen Sitz die Formen ^^xaioi 
-ovg, asd^log -ov -(i) -ov -oi -ojv -ovg, ägiovog -it) -ov -lo -oi -lov 
-ovg -1] -tjv -ai -ag, fQeri-tov, yivTtEXXov -a. 

Der Unterschied in der Dativbildung bei den choriambischen 
Maskulina und Neutra und denen der Messung u _ o ist hand- 
greiflich: dort konnten trotz des großen Umfanges des einschlägigen 
Materials gerade die ersten Anfänge der Dativbildung -oig nach- 
gewiesen werden; hier haben wir unter so wenigen Beispielen fünf 
Fälle. 

Nur Formen auf -r^ai finden sich 8 mal: 

agarrjot Imal, Id^eiQijot 2 mal, '/.OQtovi]OL 2 mal, ßad^eujoi 
1 mal, uElaivtjai bma\, oXoifiOi Imal, dgey-Ttjoi Imal, navai- 
^TjOi 1 mal. 
-i^g ist Imal überliefert: 

1. ^u4i}rjv)]Oi — , 'A9-//vrjg Imal: B 549 y.aö ö ev ^Adr\vriG 
SLGEV xtX. 

2. tiGrjGL — EiGrjg Imal: im Versschluß . . . vrivolv tiGi]g d 578. 
Das für die Nomina der Messung ^^ _ ^ gewonnene Resultat ist 

ohne weiteres auf die der Messung w u _ ^ zu übertragen. Auch 

von ihnen begegnen bis auf eine Ausnahme nur Formen auf -ov. 

JiovvGov Imal, Mevslaov 21 mal, Uolvidov Imal, J2o- 

XvvtJov Imal, IlToXei-ialov Imal; aoaf.nv&ov 4raal, eviavxov 

Imal, 6QVf.iaydov 3 mal; ßQOzoXoiyov 2 mal, igißwXov Imal, 

SQidovfcov 4 mal, tvogi-iov Imal, i-.vTtvf/jiov 2 mal, ivyö.X-Aov 

Imal, f-uyad-vfiov 31 mal, (.leXavcdqov 2mal, vsoTev-/,TOv 

Imal, tcoXvöIguov 2 mal, TtoXiHTtTtov Imal, tvoXvvAqttov 

Imal, TToXvi-n^Xov 2mal, jtoXvTtvQov 2mal, ytoXvqiögßov 2mal, 

7ToXvxdX'/.ov 1 mal, raXaegyov 1 mal. 

Dieser Fülle von Beispielen steht eine Form auf -olo gegenüber: 

eQiTil^ioio. Es findet sich / 126. 268 im Versschhiß . . . f-QiJi(.ioio 

yovGOio. 

Dative habe ich von Worten der Messung uu_u nicht ge- 
funden. 



1) S. 0. S. 14. Vgl. Glotta IV Iff. 



über d. Kasusausgänge -oto u. -ov, -oiai u. -oig, -rjoi u. -yj; im griech. Epos 31 

Wir schließen ein paar fünf silbige Worte an, die hinter der 
bukolischen Diärese festsitzen (Typus /T^wz:«(7/Aaog) ; auch bei ihnen 
findet sich natürlich im Genetiv nur -ov: TlQOJTEaiXdov 3 mal, dg- 
yvQOijlov 6 mal, %ahM7zaqfpv 4 mal, xQvooTtsdilov Imal, 

IV. 

Viel günstiger als bei den Nomina der Messung w _ u lagen 
die Verhältnisse für das Suffix -olo bei denjenigen Maskulina und 
Neutra, die im Nominativ einen Anapäst bildeten: Typus •d-avarog, 
advTov. Nur -oio, nie -ov, begegnet in folgenden Fällen: 

"^EXivoio omal, ^E^ioio 2 mal, Klvfisvoio Imal, KlvTioio 3mal, 

^TQOCpiOLO Imal, Tevaöoio 4mal, Tirdvoto Imal, 0qovioio 

omal, (Dvld/Mio Imal, XaqönoLO Imal, nQOf.iäxoio Imal; 

aövTOio l mal, diAad^OLO 1 mal, yvdXoio 1 mal, tQioio 1 mal, 

ayiazoio 4nial, eXäcpoLO Gmal, xa/^iccTOio 2mal, /.a/rezoio Imal, 

yiolsolo 2 mal, /.qo^ivoio Imal, /.Qoxdcpoio Imal, '/.vctvoio 3 mal, 

olöIolo 2mal, Gzo/udxoio Imal; dXloio 8ma\, aTraAoTo 3 mal, 

ylaq)VQolo 2 mal, d^alegolo Imal, ttoXioIo 4 mal, tcqoxsqolo 

Imal, xQvsQolo 4mal, oXoolo Gmal, ravaoto Imal, yakETcoto 

imal, %xa\.iivoio 6mal. 

Wie sehr beim Typus u ^ — die Endung -oio noch die Vorherrschaft 

hat, zeigen ferner die im folgenden unter 1 — 14 behandelten Fälle. 

Die Formen auf -ou, die hier gelegentlich vorkommen, sind durch 

Einordnung in ein dreisilbiges Paradigma oder nach dem Muster 

bestimmter Vorbilder entstanden. 

1. dvi^oio 22mal, -ov 2mal: 383. C 20 vor der Trithemi- 
meres. ~ ocveinog -m -ov -oi -cov -ovg. 

2. ßioTOLO 14 mal, -ov Imal: ^ 527 vor der Penthemimeres. 
^ ßioTog -ov. 

3. eraQOLO 11 mal, -ov Imal: i2 4 vor der Penthemimeres. 
^ ezdQO) -ov -Ol -lov -oig. 

4. lecpvQOio 8mal, -oü 2mal: z/ 423. x 25 vor der Hepthemi- 
raeres* ^ Lecfvqog -w -ov. 

5. d^aXd^oio 22mal, -ov 6mal: vor der Trithemimeres £} 275. 
X 140, vor der Penthemimeres t 256, vor der Hepthemimeres a 436. 
TT 285. ifi 178. ^ d-dXa/xog -o) -ov -ol -lov -ovg. 

6. ■5-avaVoiO 44 mal, -oi; 4 mal: vor der Penthemimeres iT 350, 
vor der Hepthemimeres i 421, sodann in den Versschlüssen . . . sy, 
d-avdzov dydytofxev Y 300, . . . d-avdzov dXsEivcov e 326. -^ d^dvarog 

-qj -OV -Ol. 

7. i^ieyaQOLO 49mal, -ov Imal: v 258 vor der Hepthemimeres. 



32 K. Witte 

^ {.isyaQOv -qt -tov. Nach dem Muster dieser Formen ist, ebenso 
wie {.teydgov, auch /.leyaQa als Anapäst verwendet worden (8 mal); 
vgl. 0. S. 15. 

8. /.isyccXoto 34 mal, -ov 9 mal: vor der Hepthemimeres CD 187. 
s 320. 393, hinter der Hepthemimeres B 134. ^82. t 411. r 17ü. 
;f 334. 379. -^ f.i£ydXw -ot -lov -rj -rjg -rj -tjv -ag. 

9. rcedioio 38 mal, -ov 7 mal: vor der Trithemimeres ^ 152. 
M 119. y 431, vor der Penthemimeres iJ337. 436. 549. ^677. 
^ Tteöiov -(I), sogar -a. 

10. TtoXifxoiO 104 mal, -ov 25 mal: vor der Trithemimeres 
Z 480. / 64. vi 752. M 123. N 639, vor der Penthemimeres 
r 428. 35. 466. 473. ^811. T 313. y 192, vor der Hepthemi- 
meres ^ 422. J 376. E 348. U 302. 630. 723. P 761. Y 101. 
Ö> 598. X2 404, hinter der Hepthemimeres A 323. M 335. P 228. 
^ TToleuog -iij -ov -oi -lov -ovg. 

11. TTZolif-ioio 16mal, -ov 2mal: w 42. 531 vor der Penthe- 
mimeres. ~ 7tz6Xef.iog -qt -ov -ovg. 

12. Tvocaf^iolo 39mal, -ov 13mal: vor der Trithemimeres 
(D 35. s 453. X 238, vor der Penthemimeres n 397. O 52. 186. 
E 469. C 224. Z 242, vor der Hepthemimeres B 659. 839. M 97. 
531. ^^ Tiozai-iög -o) -ov -oj -oi -lov -ovg. 

13. IIqlÜi^ioio 75mal, -ov 8mal: vor der Penthemimeres 
Y 181. 306, vor der Hepthemimeres B 37. X 251. ^ 241. / 230, 
hinter der Hepthemimeres B 803. X478. ~ ÜQ/afiog -(o -ov, sogar 
-e (vgl. o. S. 13). 

14. d-etoio^) 43 mal, -ov 6mai: hinter der Hepthemimeres 
CD 526. ß 259. d 621. tt 335. (f 244, hinter der männlichen Cäsur 
iE 415. ~ d^iiog -ov -cov -rj. 

Aber es fehlt anderseits auch nicht an Beispielen, wo -ov nur 
wenig seltener, ebenso häufig oder sogar häufiger als -oio erscheint: 
hier haben die übrigen Kasus des Paradigma, die auch bei den 
nunmehr anzuführenden Fällen meist sehr oft gebraucht wurden, 
das Vorkommen der Formen auf -oio entweder überhaupt verhin- 
dert oder wenigstens ihr häufigeres Vorkommen unmöglich gemacht. 

15. aya^olo 3mal, -ov 3 mal: vor der Trithemimeres iV 284, 
vor der Penthemimeres H 113. (p 335. -^ dyad-og -iZ -6v -w -iq -f] 
-r^v -al -dg. 

16. ddivolo — , -ov 4mal: 2 316. X 430. ^ 17. ß 747 vor 
der Hepthemimeres. ^ adiiov -a. 

1) Vgl. Bechtel, Die Vokalkontraktion bei Homer 63 f.; Witte Glotta 
IV 234. 



über d. Kasusausgänge -oio u. -ov, -oiai u. -015, -^ai u. -jj? im griech. Epos 33 

17. äXaolo — , -ov 2 mal: x 493. ju 267 vor der Penthemi- 
meres. -^ aXaog. 

18. aXoxoio lOmal, -ov 7 mal: vor der Trithemimeres l 67, 
vor der Penthemimeres ^ 114. ^ 202. \p 165. 346, vor der Hept- 
hemimeres A 242. k 177. ^ aloxog -co -ov -ol -lav -ovg. 

19. ylvxeQolo 4mal, -ov Imal: ß3 vor der Penthemimeres. 
^ yAfXfipog -o7 .ov -^g -a/. 

20. eavolo — , -ov Imal: F 385 vor der Hepthemimeres. ^ 
mvog -10 -ov. 

21. JoX'ioLO 3 mal, -ov 2 mal: w 409. 492 vor der Hepthemi- 
meres. ^ JoXiog -ov. 

22. eregoto 3 mal, -0ü2mal: ß 598. i/^ 90 vor der Penthemi- 
meres. -^ e'zeQog -ip -ov -w -01 -(ov -ovg -r]g -rj -iqv -at -ag. 

23. y,av£oio 3 mal, -ov Imal: q 335 vor der Hepthemimeres. 
^ %avki) -ov. 

24. '/.Qareqolo 7mal, -ot; 3mal: vor der Penthemimeres 279, 
hinter der Hepthemimeres (P 553. ^ 360. -^ zpare^og -tp -öv -a 
-Tj -'^g -fj -r(v -ai -dg. * 

25. fxalEQolo — , -ov Imal: / 242 vor der Hepthemimeres. 
^ fxaXeQto. 

26. Ttvvuvolo — , -ov Imal: t/; 229 hinter der Hepthemimeres. 
^ Ttv^^ivog -ov -ovg -ij -rg -fj -r^v -ai -dg -d. 

27. 2&EveXoio Imal, -ov Imal: T 116 vor der Hepthemi- 
meres. ~ 23^€veXog -ov. 

28. OKOTteXoto — , -ov Imal: fi 220 vor der Penthemimeres. 
^ oxoTtaXip -cv -Ol -(OV. 

29. otvyeQoHo 2mal, -ov 3mal: z/ 240. Z 330. 368 hinter 
der Hepthemimeres. ~ aTvysQog -ifj -ov -ol -jj -rg -fj -'tjv -dg. 

30. acpETSQOLO — , -ov Imal: ^ 210 vor der männlichen 
Cäsur. ^ acpsTSQqj -ov -a. 

31. q)d^Lfxavoio Imal, -ou Imal: iI581 hinter der Hepthemi- 
meres. -^ (pd-ii-ievog. 

32. nolvßoto 2 mal, -ov 7 mal: 399. ß 177. n 345. 434. 
a 349. V 359. y 320 vor der Hepthemimeres. ^ üoXvßog -ov. 

33. TtQod-vQOLO 7mal, -oi; 3mal: vor der Penthemimeres O 124. 
ö 10, hinter der Hepthemimeres cp 299. ~ iiQÖd-vQov. 

34. oX'iyoLO — , -of Imal: ^ 37 vor der Penthemimeres. 

35. ßoaoio — , -ov Imal: ^ 111 vor der Penthemimeres. 
Nur zwei Fälle kommen vor, die durch unser Gesetz noch 

nicht ihre Erklärung finden: 

36. KTsdioLO — , -ov 2mal: vor der Penthemimeres JB 621, 

Glotta V, 1. 3 



34 K. Witte 

vor der Hepthemiraeres N 185. Es findet sich sonst keine drei- 
silbige Form des Wortes. 

37. fieXivoio — , -ov Imal: q 339 vor der Penthemimeres. 
Die Form ist ein "^7ta'§ elQrj^hov. 

Hier sind die Muster wiederum^) außerhalb des Paradigma 
zu suchen. £ 621 

vieg 6 /iiev Kreävov, 6 ö aq Evqvtov, ^^atoqiwvb 
hat sich Kxtdxov nach Evqvtov gerichtet; über dieses s. o. S. 
Nach i^ (321 (oder einem ähnlichen Beispiel) ist iV" 185 gedichtet 
TVT^ov d l.4/xq)Lfxaxov, Kredzov vv' ^Ay,TOQUovog^). 
Q 339 lautet 

iCe d enl fxeXlvov ovöov ivtoöS'e ü^vgdajv. 
Es liegt Beeinflussung von fxeXivov durch ovöov vor (s. u. S. 37). 
Also auch hier geht das Resultat restlos auf. 
Bei Besprechung der Dative müssen wir von der Untersuchung 
der entsprechenden Formen bei den Maskulina und Neutra choriam- 
bischer Messung ausgehen. Da wir dort in -olq beinahe stets die 
apostrophiert^ Endung -olo' erkennen mußten, ist ein analoges Er- 
gebnis für die auapästischen Nomina zu erwarten. 

Nur -oLGiv, nie -oig, findet sich in folgenden Fällen: 

Javaoloi 55 mal, ylv/Joiai 8 mal, UvlioLOi 4 mal, Tacficiai 
3mal; cloxoiao 8 mal, dve/noiaL 11 mal, dQoioiai Imal, ßXe- 
(fdgaiOL 16 mal, yvdloioi, Imal, da/.Qvoiot Imal, eXdgDOiai 
2mal, eleotoL 2mal, ivigoioi Imal, eqiifOLOi 2mal, ^Aavloioi 
5mal, oßel^oloL 12 mal, 7Tvf.idvoioi Imal, goTraXaiai Imal, 
TaXa^Offft 2 mal, y^oävoLOi Imal, tvqotÖvolol 3 mal, ov.07ti'koiOi 
Imal, oidXoLOi Imal; La&&oiOL Imal, dya^oloi 4mal, ßXo- 
ovQoloi Imal, ßoaoiai Imal, ylag)VQolai 7 mal, öiöif^ioioi 
Imal, extQOLGi 4mal, kzvfxoiOi Imal, '/.gaTegoloL 4mal, 
XaoLOLOi Imal, XiTtaQoloL 8 mal, ixe,ydXoiOi 5 mal, oXiyoiOi 
Imal, GxvyeQoloL 2 mal, tqizÖiolgl Imal, xakETxdiGi 7 mal, 
TzoxiqoLGi Imal, nqoxeQOLGL 4mal, ttvmvoigl 8 mal; xra- 
(.lEvoiGi 3mal, q>&if.ievoiGi Imal. 
Wieder läßt sich durch den Vergleich mit -oio -ov zeigen, 
daß -oig viel später ins Epos eingeführt sein muß als -ov. 
dyaS^olo 3 mal, -ov 3 mal, -oIgl 4 mal, -oig — 

dXoxoio 10 mal, 7 mal, 8 mal, — 

dvtfxoLO 22 mal, 3 mal, 11 mal, — 

sxeQoio 3 mal, 2 mal, 4 mal, — 



1) Vgl. S. 19 f. 2) S. auch B 620. 



über d. Kasusausgänge -oio ii. -ov, -oiai u. -oig, -^ai u. -tjg im griech. Epos 35 

'AavioLO 3 mal, Imal, 5 mal, — 

'/.QaxEQOLO 7 mal, 3mal, 4mal, — 

(.leyctloLO 34 mal, 9 mal, 5 mal, — 

oXiyoLO — Imal, Imal, — 

ozvyeQolo 2 mal, 3 mal, 2 mal, — 

Usw. 
Sodann finden sich nur vor vokalischem Anlaut folgende 
Dative auf -oig: 

1. ^^QifxoiOL — , -oLg Imal: B 783 vor der Trithemimeres. 

2. STagoiGt 64mal, -oig 4mal: vor der Penthemimeres X 113. 
fi 140, vor der Hepthemimeres i 288. r 196. 

3. UqoIgc 3 mal, -oig 3 mal: vor der Hepthemimeres /, 426. 
554, hinter der Hepthemimeres y 273. 

4. zQOTatfoiGL 5mal, -oig 4mal: N 188. 2 611. o 378. x 102 
hinter der Hepthemimeres. 

5. oXoöloL — , -oig 3 mal: i 82. f.i 425. ^313 hinter der 
Hepthemimeres. 

6. Ttsvdloioi Imal, -oig Imal: 5 312 vor der Hepthemimeres. 

7. TtQod-vqoLOi 8 mal, -oig 1 mal: a 103 hinter der Hepthemimeres. 

8. xpaf-iäd^oioi 12 mal, -oig 3 mal: vor der männlichen Cäsur 
^ 486. ^ 853, hinter der Hepthemimeres / 38. 

Hier sind überall die apostrophierten Formen auf -oid' in den 
Text zu setzen. Das wird auch für folgende Beispiele zutreffend sein: 

9. ayavolGi 8 mal, -oig 4 mal: 

B 164 aöid' dyavoia e/teeaoi, vgl. 180. 189. £2 772. 

10. doXioiOi — , -oig Imal: l 282 . . . doXioia' STzesoai. 

11. (.lalayioloi 8mal, oig 2mal: Z 337. x 422 . . . f.iaXa/.ol.ö' 
eTtisGGi. 

12. GTEQEoiGi — , -oig Imal: M 267 . . . GveQEOiG^ STtseGGi. 
Ich habe bereits o. S. 26 die Ansicht ausgesprochen, daß den 
Verfassern solcher Verse das Digamma nicht mehr als lebendiger 
Laut gegolten hat. 

Somit bleiben noch 3 Dative auf -oig: 

13. /tQOf-idxoiai 16mal, -oig 2 mal: 

to 526 €v d' ejteGov 7tQOf.idxoiG^ ^OövGevg ytvX. 

J 253 Idof.ievsvg /.isv ivl TtQOf-iaxoig, Gvi u~/.elog dkyiTJv. 

14. GTißagolGi — , -oig 2 mal: 

^ 528. 61 . . . GTißagolg ßdXez' iuf.ioig. 

15. (.leya.QoiGi 146 mal, -oig 32 mal: vor vokalischem Anlaut 
17 mal, vor konsonantischem B 137. ß 664 und an 13 Odyssee- 
stellen, s. Singular und Plural 81. 

3* 



36 K- Witte 

Die Formen orißagoTg und ixeyaqoig sind dem Paradigma atißaQq 
-6v -Ol -rjs -dg und (xayagov (s. o. S. 32) eingereiht worden; 
^ 253 wird gewiß Naucks Konjektur, vt für avi, das Richtige treffen. 
Nur -rjOLv, nie i]g, findet sich in folgenden Fällen: 

dyoQrJGL Imal, agerijoL 2 mal, eXccTrjai 3 mal, Igeripi Imal, 
T/t^V^^fft 2mal, xeyaA^^fft 2mal, xo(>t'y^^ff< 9mal, |U£A/?^at 2 mal, 
voTij]OL Imal, oövvtjoi 9 mal, 6d^6v7]ai Imal, oraipvXfjai 2 mal, 
ovova%[jOL 2 mal, avvoxrjai Imal, vEcptXrjOL 3 mal, ngodo/ifjoL 
Imal, ivETjjai Imal; dyavjjoi 2 mal, dyaS^ijOi 4mal, cXirjOL 
6 mal, d/xaXfjOL Imal, draXfjai Imal, ßXoavQ^ai Imal, uga- 
TEQjjoi Imal, XiyvQrjoi Imal, f.iEyäXrjOi 4 mal, aTSQsfoi Imal, 
GTLßaQijOi 7 mal, acpaTsgi^ai 2 mal, otvyeQiöL Imal. 
"Von den Beispielen auf -'tjg finden sich folgende nur vor vo- 
kalischem Anlaut: 

1. ßotjiOi — , --Qg Imal: P 492 vor der Hepthemimeres. 

2. yXaffVQjjoi 19mal, -fjg Imal: / 425 vor der Penthemimeres. 

3. '/.Xiaii]OL 20 mal, -r^g 3mal: vor der Trithemimeres B 778, 
vor der Penthemimeres B 227, hinter der Hepthemimeres T 179. 

4. oXofjOi — , 'rjg Imal: X 65 vor der Hepthemimeres. 
Diesen Beispielen stehen 3 andere gegenüber: 

5. ■'/.ovhjOL 47 mal, -rjg 3 mal: vor vokalischem Anlaut X 330 
und 'F 26, sodann 

E Ib TjQiTcs (J' Iv /.ovirjg, ipvxQOV ktX. 

6. uaXdfATjai 13mal, -rjg Imal: 

^ 238 tv naXdfAjjg cpogeovaiv axX. 

7. TtQOxofjGi Imal, -'rjg 2 mal: 

X 242 SV TtQoxofjg Tioxafxov %rX. 
V 65 iv szQOXo^g ös ßdXot xrA. 
E 75 schwanken die Hss. zwischen Aovii]g und "/.oviiß. Wer yccvirjg 
schreibt, muß Einreihung der Form in das dreisilbige Paradigma 
xoWrj -tjg -fj -tjv annehmen. IlaXd/urjg hat sich nach 7iaXd/.ii] ge- 
richtet, wie nQOXofjg nach nqoxocg. 

Also auch bei den Nomina, die einen Anapäst bilden, weist 
das Epos bereits die Formen auf -oig und ?jg, wenngleich in ganz 
geringem Umfang, auf. 

V. 

Um die Verteilung der Suffixe -olo^ -ov bei den Nomina tro- 
chäischer Messung (Typus dyQog, qvtqov) zu verstehen, erinnern 
wir an die Flexion des Pronomens r^ixEig im Epos, die Glotta IV 
erörtert ist. Weil die Formen rj(XEig und rifxlv spondeisch waren 



über d. Kasusausgänge -oto u. -ov, -oiai u. -oig, -rjOi u. -j;? im griech. Epos 37 



und daher besonders im sechsten und ersten Fuß einen festen Sitz 
hatten, ist bei Homer auch der Akkusativ ^/.leag beinahe aus- 
schließlich zweisilbig verwendet worden, obwohl das Epos auch 
über den Daktylus rjfxeag verfügte. Nach dieser Beobachtung über 
den Gebrauch der Formen rji^ieag : '^f.dag können wir auf die Ver- 
teilung der Genetive ayqoio : ayqov bei Homer schließen. Wie alle 
spondeischen Wortformen sitzen natürlich auch die Formen ayqiZ 
aygol dyQwv dygoig besonders am Versende und Versanfang fest. 
Man begreift, daß in dies zweisilbige Paradigma nur eine Form 
ayqov paßte. Also steht zu erwarten, daß der Typus dyqol im 
Epos die Vorherrschaft hat. 

1) Nur -OLO findet sich in folgenden Fällen: 

Zrjd^oio Imal, yirjd^oio 2 mal, ^cptjXoio Imal, ^wxoto 2 mal; 
yvad-f.ioio 3mal, deof-inlo 2 mal, -aIvxqolo Imal, /.riQoio Imal, 
Xt'/aqoLO 2mal, Icovoio 3mal, f-iatoto 3mal, veiolo 2mal, 
ttXovtoio Imal, 7tQV(.ivoio Imal, ozctd-itölo 6 mal, ozeqvoio 
10 mal, OTQOvd^oio 3mal, tüvqolo Imal; dsiXoio 4mal, y.edvolo 
Imal, yioiXoio 2 mal, Xevxolo Imal, argETtcolo Imal, tqtjtoIo 
Imal. 

2) Neben -oio begegnet -ov: 



dygolo 


Imal, 


-ov 11 mal, 


Beivoio 


5 mal. 


-cv 2 mal, 


aVTQClO 


3 mal. 


5 mal. 


^eoTOio 


2 mal. 


3 mal, 


avtdlo 


11 mal. 


77 mal. 


or/.oio 


4 mal. 


11 mal, 


yafißQolo 


Imal, 


Imal, 


ol'voio 


14mal, 


1 1 mal, 


deivoTo 


.5 mal. 


2 mal. 


ovdolo 


Imal, 


12 mal, 


dsiTtvoio 


Imal, 


2 mal. 


7t€7tXoiO 


Imal, 


Imal, 


dtjfioio 


3 mal, 


9 mal. 


TtOVTOLO 


5 mal. 


5 mal. 


dlcpQOio 


1 1 mal. 


19 mal. 


ngoiTOio 


Imal, 


Imal, 


ÖOQTtOlO 


5mal, 


4 mal. 


QLVolo 


Imal, 


2 mal. 


egyoio 


1 mal. 


Imal, 


OLTOIO 


6mal, 


20 mal, 


"iXoio 


Imal, 


4 mal. 


rdqiQOLO 


3 mal, 


3 mal. 


%7t7l0L0 


Imal, 


2 mal. 


Tev'/.qolo 


Imal, 


3 mal, 


-A.Xavd'f.iolo 


4mal, 


2 mal, 


TOI 010 


— 


5 mal, 


■/.OITOIO 


3 mal, 


3 mal. 


VTtVOlO 


Imal, 


17 mal, 


'/.QTJUVO'U 


2 mal, 


Imal, 


(pXoioßoio 


2 mal, 


2 mal. 


^lrif.ivoLO 


2 mal. 


2mal, 


XOfAxoIo 


Imal, 


1 1 mal. 


fiiad^oXo 


Imal, 


Imal, 


XrjXolo 


Imal, 


Imal, 


fXvO^OLO 


2 mal. 


2 mal. 


XQvoolo 


13mal, 


12 mal, 


V€y,QOlO 


3 mal, 


7 mal. 


XQVGtOlO 


— 


2 mal. 


VÖOTOIO 


7 mal, 


9 mal, 


li)}.lOLO 


Imal, 


5 mal. 


Bävd-oio 


5 mal, 


5 mal, 









38 K. Witte 

3) Nur -ov kommt vor bei 

aivov Imal, ßrjlov 1 mal, ßöd-gov 2 mal, ßo)f.iov Imal, Bo'jqov 

1 mal, rXavyiov Imal, diaxov Imal, ^v/uov 16 mal, "if^ßgov 

'Smsd/'lQOv 2 mal, larov Imal, Kad(.iov Imal, >t«7rj'or' ömal, 

'/.aTtQov omal, /Jögov Imal, yiX/^Qov Imal, TiOTtQov Imal, 

KQoiofAOv Imal, •Kvy.Xoc Imal, Kvnqov Imal, laov 2 mal, 

vlvY.xov Imal, [.ii]qov IGmal, vt/joüv 9mal, vmtov 4mal, 

öyfxov Imal, ov&ov Imal, oqv.ov 2 mal, oq{.iov Imal, Uavd^ov 

4mal, oipov Imal, tiqiozov 2 mal, rtvqyov 7 mal, "^Ptjoov 

Imal, Qvuov Imal, o'/.iJ7tTQüv Imal, ^/.vgov Imal, xoiyfiv 

3mal, To^ov 11 mal, zvqov imal, vdgov Imal, vlov Imal, 

001 ßov 4 mal, cpoQTOv Imal, yjqoov 9 mal, ycogov 2 mal; 

aklov 13 mal, yv(.ivov Imal, dlov 2 mal, x£<Vot; 21 mal, laS^- 

Xov 2 mal, tioov 4 mal, ^vrjzov Imal, ■^A.aXov 4 mal, i-ieoaov 

2 mal, f.wvvov Imal, o'lov Imal, tovtov 10 mal, tiXbiov Imal. 

Diese Übersicht zeigt, wie sehr bei den trochäischeii Nomina 

im Genetiv -ov das Übergewicht hat. Wo es neben -olo begegnet, 

ist es ihm meist numerisch überlegen. Die Gegenbeispiele erklären 

sich dadurch, daß -olo in festen Formeln steht. Z. ß. findet sich 

dsivolo 3 mal im Versschluß . . . deivolo ^rteXcogov; öicpgoio Omal 

in der Verbindung ey, dicpQOio vor der weiblichen Cäsur; usw. 

Ähnliches gilt für die Genetivformen derjenigen Nomina, die nur 

-OLO aufweisen. Wenn irgendwo, so begreifen wir hier, daß die 

Formen auf -oio Archaismen sind, die nur darum der Sprache des 

Epos erhalten blieben, weil sie seit jeher an der Stelle vor der 

weiblichen Cäsur festsaßen. 

Wir gehen zu den Dativen über. Nur -oiai, niemals -oig, 
kommt in folgenden Fällen vor: 

aoTolai 1 mal, avXoiai 1 mal, ßXrjrgoioi 1 mal, ßö^QOioi 1 mal, 
ya{.ißQolGL 2 mal, yvad^fxdloi Imal, y6f.i(poiOL Imal, dio/.oiaL 
3 mal, dlq)QOiai 2ma\, d-giy/.oloi Imal, zaTT^omi 3 mal, yilia- 
/uoloi 4 mal, y.vrn.io'loi 3 mal, xovqoiöl 2 mal, le/agoiai 4 mal, 
XioiQOLOi Imal, f-ir^OLOi 4 mal, f.i6oyoiGi Imal, ixoyXolot 
Imal, vt'jGoiai 6 mal, vcutoiol 2 mal, S,voToloi 3 mal, OTrkoioi 
2mal, ovQoioi Imal, ninXoioi Imal, Tieaoolai Imal, irvo(.i- 
Ttolai 2 mal, TCQVfxvoXoi Imal, itcokoiai Imal, qäßdoioi Imal, 
ortöyyoLOL '^m2i\, arad^f-ioloL 7 mal, oxavQoloi Imal, oxlgvoioi 
4mal, i6i.0LOL 6mal, q)vXXoiOi 5mal, yöqxoioi Imal, i\o\ol 
Imal, yy\XolüL Imal, loloi Imal; (xkqoloi Imal, deiXoTai 
7 mal, deivolai 2mal, Cwolai 6 mal, /.QaircvdioL 8 mal, Aa,u- 
TtQotoi 2 mal, [ua/.Qoloi 2 mal, /iieoooioi 12 mal, ^eoTolai- 



über d. Kasusausgänge -oio u. -oi', -oiai u. -oig, -rjot u. -^g im griech. Epos 39 

6 mal, oioioi 5 mal, owlol Imal, ooaoLOi 1 mal, TtavQoioi 
2 mal, 7tv%voiOi Imal, qvtoIoi 2 mal, oxQSJttdioi Imal, d^vr^- 
TÖlai 11 mal, tovtoiol 4 mal. 

-OLg findet sich 1) vor Worten mit vokalischem Anlaut: 

1. yvaf.i7tToioi 6 mal, -die, 2 mal: ö 369 /.i 3o2. 

2. ÖEOf-idloL omal, -o7g Imal: ^ 336. 

3. doidiOL 3 mal, -olq Imal: ^ 194. 

4. -/.Etvoiai 6mal, -oig Imal: 7C 350. 

5. iod-loloi — , -oig Imal: 'C 189. 

6. ^df.ivoLOt Imal, -oig Imal: e 471. 

7. iTVTroioi 31 mal, -o^gömal: il 154. P460. ^372. 400. 504. 

8. yialoiai — , -oig 3mal: ü 626. / 217. v 255. 

9. Xaoloi 17 mal, -oig Imal: P 251. 

10. IvyQoloi — , -oig Imal: i 454. 

11. veyiQolai imal, -oig Imal: K 493. 

12. TtXexToloi — , -ölg 2 mal: — 568. i 247. 

13. noXloloi 16mal, -o~ig Imal: ^ 232. 

14. rc^iöxoioi 27 mal, -oig Imal: T 424. 

15. nvqyoiGL — , -oig Imal: O 737. 

16. ^lvoXgl 4 mal, -oig Imal: H 474. 

17. TQTjToloi 3 mal, -oig 3 mal: Q 720. y 399. tj 345. 
Hierher gehört 

18. aiGXQolai Imal, -oig 3 mal: T 38. Z 325. iV 768 . . . aia- 
XQolo^ 87teEoaiv; s. o. S. 35. 

Bei diesen 18 Formen sind die apostrophierten Dative (-oia) in 
den Text zu setzen. 

2) vor folgender Konsonanz oder am Versende: 

19. aXXoioi 25mal, -oig 12mal: vor vokalischem Anlaut v^ 342. 
B 49. E 131. 820. Z 259. iV 81«. 2 103. / 333. t 196. w 180, 
am Versende jt 264, vor folgender Konsonanz Q 25. 

20. ßcofxoloi Imal, -oig Imal: y 273 am Versende. 

21. avTolai 13 mal, -oig 8 mal: vor folgendem Vokal F 55. 
^ 8. / 542. I 77, vor folgender Konsonanz d 683. r 140, am Vers- 
ende X 513. V 213. 

22. ötoQOiai 4 mal, -oig Imal: 

/ 601if. /.a/.iov de xev el'r] 

vr]voiv VMio^tvr^aiv af^vvs^ev aX^ eixl diogoig 
eQXEO y.Tl. 
Die Hss. schvi^anken zwischen dwQcov (so auch Aristarch) und öiogoig. 

23. sgyoioi 4 mal, -oig Imal: ^ 228 am Versende. 



40 K. Witte 

24. fivd^oiot 25 mal, -oig 4 mal: vor folgendem Vokal Y 369. 
53, vor folgender Konsonanz W 478. d 239. 

25. ^eivotOL 4 mal, -oig 2 mal: ^ 779. i; 374 vor folgender 
Konsonanz. 

26. wfAoioi 36mal, -oig 8 mal: vor folgendem Vokal Z 510. 
O 267. 2 204, am Versende ^ 235. ^ 19. ^ 528. o 61. i/; 162. 

27. TtlsioLGi — , -otg 2 mal: 162. M 311 vor folgender 
Konsonanz, 

28. XQ^(^^OLOL 7 mal, -oig 2 mal: J 3. y 472 im Versschluß 
. . . XQ^f^^oig öertäsöGi. 

29. (pvloiai — , -oig Imal: -ß 363 am Versende. 

Hier liegen wirkliche Formen auf -oig vor. Zu ihrer Erklärung 
bedarf es nach den Bemerkungen o. S. 22 f. keines weiteren Wortes. 
Nur -jjGi findet sich: 

ßovlfjai Imal, yhoaarjoi Imal, FvQrjai Imal, daUrjOi Imal, 
ddffvrjoi Imal, dsiQJjai Imal, divrjoi 2 mal, öfxii)[]Gi 18 mal, 
azrjoi Imal, evxfjGi Imal, yivrj/iirjGi 5 mal, iavvjjgi Imal, 
vavTt]Gi 3 mal, ox&t]Gi 2 mal, TtXrjyfjoi 5 mal, 7roif.iv7]ai Imal, 
QiCi]aL 2 mal, ^/.aijjai 4 mal, xexvijoi Imal, Tgcofjai 7 mal, 
(fXifjOi Imal, cpcö-üTjoi Imal; alvfjoi Imal, aXhrjoi 3 mal, 
av7]Oi Imal, avzfjOi 5 mal, yvaf.i7tTfjai Imal, tiafjoi Imal, 
'i.a.Vijii 2 mal, Xa^rcqffii Imal, TiQvixvfjai 13 mal, tvqiütjjoi 
6 mal, 7iv%vfiGi 2 mal, GiAi/.QJiai Imal, t6go7]gi Imal, xqv- 
G€7]Gi 2 mal. 
-rjg findet sich 1) vor folgendem Vokal: 

1. avyfjGi — , -^g Imal: 480. 

2. v.ovQt]Gi 3 mal, -r^g Imal: v 74. 

3. /xayigfjGi 4mal, -fjg 3 mal: F 137. 254. N 340. 

4. vvfxcpriGi 2 mal, -rjg Imal: v 355. 

5. ^€GTfJGi — , -ijg 3 mal: Z 243. Y 11. /u 172. 

6. TtrjyfjGL — , -ijg Imal: B 523. 

7. TtvoifJGi 2 mal, -fjg 6 mal: im Versschluß . , . invoifja^ avefxoio. 
Überall sind die apostrophierten Formen auf -oig^ einzusetzen. 

2) vor folgender Konsonanz oder am Versende: 

8. a-KTjJGi — , -fjg Imal: M 284 am Versende. 

9. ßiJGGTjGi 3 mal, -vyg4mal: vor folgendem Vokal F 34. S 397. 
n 634, vor folgender Konsonanz 11 766. 

10. QrjßijGi 4mal, -jjg Imal: ö 126 am Versende. 

11. y.otlT]Gi Imal, -i]g 10 mal: vor folgendem Vokal E 791. 
H 389. M 90. N 107. O 743. «211. ß 18. 27. g 181, vor fol- 
gender Konsonanz ^ 89. 



über d. Kasusausgänge -oio u. -ov, -oiai u. -oig, -rjOi u. -5? im griech. Epos 41 

12. fi6aai]Oi 3 mal, -*^g Imal: Q 84 am Versende. 

13. oifjoi — , -?yg Imal: E 641 vor folgender Konsonanz. 

14. TcäorjGL Imal, -»;g Imal: ;( 471 am Versende. 

15. 7teTQi]Ot 5 mal, -9^g Imal: ?^ 279 vor folgender Konzonanz. 

16. TcolXfjOi 4mal, -fjg Imal: ^ 221 vor folgender Konsonanz. 
Auch bei diesen Formen hat also, wie bei den o. S. 39 f. be- 
sprochenen Dativen auf -oig, Einreihung in das zweisilbige Para- 
digma stattgefunden. 

VI. 

Auch bei den pyrrhichischen Nomina (Typus dofioq, Tiotov) 
dürfen wir gewiß sein, den Genetiven auf -ov häufiger zu begegnen. 
Da im Epos Formen wie öofioq d6(.Hi) dof^ov mit Vorliebe in der 
Senkung verwendet wurden, lag die Versuchung sehr nahe, diesen 
Kasus einen zweimorigen Genetiv zur Seite zu stellen. 

1) Nur -010 findet sich bei 

yovoio Imal, qooio 3 mal, Xvxoio Imal, /roroto 5mal, tokoio 
Imal, XioLo 2 mal, x^QOio Imal. 

2) Neben -010 begegnet -01» in folgenden Fällen. 



ßiolo 


3 mal, 


-ov 


Imal, 


lld^OLO 


4mal, 


-ov 


Imal, 


ßgoTolo 


3 mal, 


-ov 


1 mal, 


Xivoio 


Imal, 


-ov 


Imal, 


yduoio 


6 mal, 


-ov 


4 mal. 


vioio 


Imal, 


-ov 


Imal, 


yooLO 


30 mal, 


-ov 


5 mal. 


vooio 


4 mal. 


-ov 


3 mal. 


dofXOLO 


7 mal. 


-ov 


13 mal. 


VOTOIO 


2 mal. 


-ov 


2 mal, 


Sfidio 


9 mal, 


-ov 


7 mal, 


odolo 


14 mal. 


-ov 


7 mal, 


köio 


11 mal. 


-ov 


9 mal, 


TlÖvOiO 


7 mal, 


-ov 


9 mal. 


2dfX0L0 


3 mal. 


-ov 


2 mal, 


IIvXoLO 


Imal, 


-ov 


14mal, 


S-Eolo 


17 mal, 


-ov 


27 mal, 


cpiXoLO 


lOmal, 


-ov 


1 1 mal, 


d^oloLO 


Imal, 


-ov 


2 mal. 


(fößoio 


13 mal. 


-ov 


3 mal, 


'/.a'Kolo 


2 mal, 


-ov 


8 mal. 


(fOVOLO 


4 mal. 


-ov 


5 mal, 


Kqovoio 


4 mal. 


-ov 


15 mal, 


Xokoio 


5 mal, 


-ov 


2 mal. 



3) Nur -ov findet sich bei 

dolov Imal, öqo/aov 2 mal, t6(f>ov Imal, tvyov 3 mal, qlov 
Imal, '^Pcdov Imal, OKonov 2 mal, ortodov Imal, orguTOv 
9 mal, d^QOvov 19 mal, v.xv7tov 2 mal, Evcpov Imal, Aä^iov 
Imal, Xö^ov 2 mal, fxoS^ov Imal, MoXov Imal, vo/u^ov Imal, 
Tdcpov Imal, xäcfov 2 mal, TQO(pov Imal, tqoxov Imal, 
%XvTOv 1 mal, ^vqov 1 mal. 
Besonders der Vergleich der unter 1) und 3) aufgezählten Beispiele 
lehrt, daß auch bei den pyrrhischen Nomina im Genetiv -ov häu- 
figer als -010 vorkommt. Die Gegenbeispiele können auf verschie- 



42 K. Witte 

dene Weise erklärt werden. Entweder sitzen die Formen auf -oio 
in Formeln und an bestimmten Versstellen fest, vgl. o. S. 22. 
Oder aber die Nominative Dative Akkusative der betreffenden 
Worte sind im Epos nicht zur Füllung der Senkung, sondern als 
lamben verwendet worden: in solchen Fällen sind die Genetive 
dem iambischen Paradigma nicht so häufig eingeordnet worden; 
ein Beispiel der Art ist ßiov. 

Von den Dativ formen findet sich ausschließlich -oiot bei 
ßotoloL Imal, öoTiolaL 2 mal, döloioi 5 mal, doQOiai 2 mal, 
loßoloi Imal, IvyoiOL 2 mal, q)dXoiai 2 mal; ßgoroXai 3 Imal, 
fxäooiGi ouial, TEoToL 5 mal. 
-OLQ kommt 1) nur vor folgendem Vokal vor: 

1. tölöi 8 mal, sölg 2 mal: a 218, ^ 23. 

2. d^QovoLOi 2 mal, -oig 3 mal: x 352. q 32. v 150. 

3. ■x.a'Adloi 7 mal, -olg 3 mal: 'f 493. a 123. v 200. 

4. XiSoLOt 4 mal, -otg Imal: — 504. 

5. Xoyoiai Imal, -oig Imal: O 393. 

6. TcovoLOi 4mal, -oiq Imal: v 48. 

7. TQOTicioi — , -oig 2 mal: d 782. ^ 53. 

8. qjiloioi 18mal, -oig 8mal: .^478. 523. iV 549. P302. 636. 
T 401. (p 55. i 466. 

2) vor folgender Konsonanz: 

1. Ö6/.101OI 22 mal, -oig 11 mal: vor folgendem Vokal 9mal 
(s. Singular und Plural 75), vor folgender Konsonanz ^ 132 1) 
V 424. 

2. sf-ioloi 18mal, -oig 12mal: vor folgendem Vokal ^ 183. 
^ 273. i 173. X 128. l 78. ix 258. ^269. q 438. x 178. 428. ^i 222, 
vor folgender Konsonanz t 490. 

3. ß-eoloi 101 mal, -oig 30mal: vor folgendem Vokal ^ 218. 
597. r 296. E 130. 819. Z 141. 240. 527. / 485. 494. ^ 707. 
99. Y 104. X 279. W 80. Q 486. a 371. ß 432. Ö 807. i 4. 
X 332. ^ 337. V 89. <^ 448. r 267. co 36. 371, vor folgender Kon- 
sonanz E 606. Y 292. d 755. 

Die Endung -oig liegt also erst bei drei Worten vor. 

Nur -i]ot, findet sich bei 

ßolfjai Imal, dUrjoi Imal, tri^OL 2 mal, y^ccTtriGi 2 mal, XiifjOi 
Imal, TVTtfjoi Imal, g)ovrjat '2mii\; erjai 2ma\, fi€Oi]Oi Imal, 
q>iXr]ai 5 mal. 

-ryg kommt vor 1) vor folgendem Vokal: 



1) Diese Stelle ist Singular und Plural 76 nachzutragen. 



über d. Kasusausgänge -ow u. -ov, -oiai u. -on;, -yai u. -ys im griech. Epos 43 

1. if^fjOi 5mal, -f^g 4mal: T 352. Ä 452. (P 104. ^F 675. 

2. Qoijai 4mal, -?^g Imal: il 719. 

3. S^efjoL 4 mal, -lyg 2 mal: F 158. £ 119. 

4. -/.a/ifjOL 3 mal, -fig Imal: E 766. 

5. Tcvhjöi 11 mal, -rjg 2mal: E 466. il 712. 

6. Tfi^^fft — , -fjg Imal: CD 82. 
2) vor folgender Konsonanz 

7. d-ofiöt 16 mal, -fjg 7 mal: vor folgendem Vokal K 306. .^259. 
T 160. 12 254. w 419, vor folgender Konsonanz t 86. x 57. 

Wir schließen hier die Besprechung der einsilbigen Worte an. 
Vom Demonstrativpronomen o finden sich bei Homer folgende Ge- 
netive und Dative: 

Tolo 27 mal, Tolg 58 mal, 

Tov gegen 200mal, r^fft 18 mal, 

ToioL gegen 225 mal, tr^g 3mali). 

ToXg steht vor folgendem Vokal 33 mal (^342. 597. £433. E 131. 
150. 820. H 324. / 93. 417. 684. K 63. 330. A 120. M 369. 
N 753. O 134. P 740. ^ 103. Y 405. ^ 342. ß 252. 7 68. « 202. 
d- 132. ;u 252. ^ 88. 324. a 60. t 196. i; 367. 7 261. w 84. 490), 
vor folgender Konsonanz 25mal (5 516.524. 680. 733. 747. J 153. 
H 170. K 196. 241. M 372. P 384. y 390. 490. 6 630. ^f 425. 
I 459. o 188. 304. 439. o 51. ^ 130. 274. % 131. 247. y 113). 
An den zuletzt angeführten Stellen füllt xoig die erste Hebung bis 
auf y 113. Tfjg steht vor folgendem Vokal — 275. 419, vor fol- 
gender Konsonanz d 121. — Die Formen tov und roig sind also 
dem einsilbigen Paradigma rw tov 0% (tol) twv xovg tm rj T^g vfj 
Ttjv ai {Tai) Tag eingereiht worden, und zwar in sehr früher Zeit 
TOV, erheblich später roig und Tjjg. 

Vom Pronomen relativum (o og^)) kommen folgende Formen vor: 
Tod 17 mal, ov 12 mal, 

ToiGL 8 mal, oloi 17 mal, 

Tolg 4 mal, oig 4 mal, 

TfiOi 2 mal, ^ai 6 mal, 

Tfjg 3 mal, fjg 3 mal. 

Tolg steht nur vor folgendem Vokal (11 171. .2" 413. i 223. rr 13); 
desgleichen vf^g (E 750. 394. i 428); olg vor folgendem Vokal 
B 338. y 408, vor folgender Konsonanz F 109. w 312; f^g vor fol- 
gendem Vokal ß 341. z/ 159, vor folgender Konsonanz Q 201. 
— Zur Erklärung der einsilbigen Formen gilt das o. Gesagte. 

1) Hierzu kommen roöSi (16 mal), rolaSe [joCaötai) 10 mal. 

2) Ich folge hier einfach Gehrings Index. 



44 K. Witte 

Yon oog finden sich 

aolo 4 mal, aoig 6 mal, 

Gov 4 mal, ofjai 31 mal, 

aoloi 16 mal, arjg 2 mal. 

aolg steht nur vor folgendem Vokal (^ 179. y 323. B 164. 180. 
ß 772. ^ 242); afjg steht vor folgendem Vokal Q 638, vor fol- 
gender Konsonanz ^ 179. 

Von og (= fog) finden sich 

OLO 7 mal, oig 17 mal, 

ov 12 mal, rjoi 28 mal, 

oTai 22 mal, rjg Imal. 

OLg steht nur vor folgendem Vokal; desgleichen fjg. Also müssen 
wir hier durchweg die apostrophierten Formen einsetzen. 
Als letztes Beispiel nenne ich aq)6g. 
ocpoü 1 mal, 
ocfoloi 3 mal, 

0(pöig Imal {^ 231, vor folgendem Vokal), 
OfffjGi 2 mal. 

VII. 

Der Rest der Maskulina und Neutra der zweiten Deklination 
verteilt sich auf solche der Messung -j^ _ cto ^ und u _ >j^ u". Zu- 
nächst die der Messung ctü _ cro ^. Genetive und Dative werden 
von ihnen in gleicher Weise wie bei den choriambischen Nomina 
gebildet worden sein (Abschnitt II). Nur -oio findet sich bei 

Y.vavo7tQojQOLo 12mal, XiTragoTtXoxdfxoio Imal, doXixr^Qszfioio 
2 mal, TTolvdayiQVTOio 3 mal, avaxcci^Ofxevoio Imal, AaraXeL- 
ßofAevoio Imal, TteQicpaivo^lvoio Imal; vavoiAXuToto Imal, 
TfiXE^Xeizdlo 2 mal, e^eXyiOfievoio 2 mal. 
-ov kommt 2 mal vor: 

1. y,aXXi7tXo'/.d/xoio 3 mal, -ov Imal: Y 207 im Versschluß 
. . . Y.aXXi7tXoy.ccinov "^Xoavdvrig. Der Vers ist etwa nach 2" 592 
. . . ~Ä,aXXL7tXo/Mi.io) u^Qiaövi] gedichtet. 

2. XQ^orjXa/.dTOLO — , -ov Imal: 

n 183 EV xoQ'j} ^^Qts/iuöog x^rffijAa/taVou y.eXaöeiv7Jg. 
Der Vers ist gedichtet nach dem Muster von Y 70 

Hq)]. d' dvTeotiq x?i;(7jyZaxarog /.eXadetv^ 

"^QTEl-iig %tX. 

An derselben Stelle steht x^fff*;Aaxarrr> d 122. 

Hierher gehörende Dative gibt es, so viel ich sehe, nur zwei: 
doXixriQttfxoLGL (Imal), EVTtoiijTOLOi (Imal). 



über d. Kasusausgänge -oio u. -ov, -oiat, u. -oig, -t^ai u. -/;? im griech. Epos 45 



Auch von den Dativen auf -f]Oi finden sich nur die vollen 
Formen: TtoXviÖQaiijot 2 mal, TtoXvA.eQdeirjöi Imal, VTteQOTtXir^ac 
Imal, vTtod^rifxoavvnoi 2 mal, alsiyevht^ot 5 mal. 

Häufiger sind die Nomina der Messung u _ */ u er. Nur -ou 
findet sich bei 

^y.eaaaf.ievoT.0 Imal, ccfxtouriToio Imal, z/itovvaoio 2 mal, 
iei-jioaoQOio Imal, ^EvvaXioio 2 mal, iv^twoio 3 mal, /.azto- 
^aöloio Imal, NEon:zoXef.ioio Imal, oveiQonoXoio Imal, 
TtohüTclay^TOLO Imal, 7toXvoY.aQd^(.ioio Imal, TtolvcpXoloßoio 
8 mal, Tto'kvxQvooLO 3 mal, aTCOATafxevoco 2 mal, Kavacpd^ifxe- 
voiü 2mal. 
-ov kommt in folgenden Fällen vor: 
ayatofxävoLO — , -ov Imal, 



Imal, 



aya'/.Xeixolo — , 

äer^eXioLO — , 

^le^dvÖQOLo 9 mal, 

'^QrjiS^ooio 2 mal, 

^QTiiXvyioio 

aQrjiq)i'koio 

sfiiaacoTQoio 

iQiydovTtoio 

evöf^^TOio 

ctTtoixo^evoLO 



Imal, 

Imal, 

4 mal, 

Imal, 

Imal, 

— , 3mal, 

— , Imal, 

2 mal, 1 mal, 

1 mal, 1 mal, 



sv^eoTOio 


> 


-ov 2 mal, 


evaaeXuoio 


4 mal. 


3 mal, 


^Evaaiogoio 


» 


Imal, 


ivGOiOTQOlO 


1 


Imal, 


ivGTScpdvoio 


7 


2 mal. 


■KaaiyvriTOLO 


9 mal. 


Imal, 


VSOTtQlOTOlO 


1 


Imal, 


OlKvQOlo 


Imal, 


Imal, 


/colv/,/.nqioio 


> 


2 mal. 


VTlEQd^VfXOLO 


5 mal, 


2 mal, 


owd^Luevoio 3 mal, 


-ov 2 mal. 



8 mal, 1 mal, 

Diese Genetive auf -ov erklären sich durch Einreihung in ein Para- 
digma der Messung ^ — U^'J bis auf die "xZ/ra^ ElQrjf.i£va dyaioixsvov 
^EvaatoQOv Ivoowtqov veoTtQiGxov. Wieder ist das Vorbild außer- 
halb des Paradigma zu suchen. dyaiOf.ievov v 16 

ü)g qa tov tvdov vXaKTei dyawuivov '/.cfxa. eqya 
ist dyaio^iivov nach tov gesagt; außerdem haben als Vorbild Verse 
wie ß 61 gewirkt 

ixtj TL ixezaOTQSipcjaiv ayaoad[.ievoL xaxa tgya. 
Der Versschluß ß 578 

. . . evoawTQOv d' drc ctTtijvrjg 
ist nach Versen wie Q 275 

. . . sv§€GTrig ETt ccTt^vrig (vgl. ^ 75) 
gebildet; die Überlieferung schwankt sogar 12 578 zwischen evGGo- 
ZQOv und sv^eGTov. Z 8 

vlÖv EvGGü QOV 7.tX. 

haben als Muster Verse wie 

viov vTCEqd^v^ov xtA. E 11. Q 120 usw. 
gedient. Die Vorlage von ^ 404 endlich 



46 K. Witte 

aQyvQ67j, "/.oXsdv di veotcqigvov iliqxa'zog 
ist etwa t 564 

TWf oc f.iev X eXd^iooi dia TtQiaxov sXscpavtog. 
Was die Dative anlangt, so findet sich nur -oiol bei 

dGTjjLidvTOioi Imal, Iniyid^ovioiGi 2 mal, kitovQavioLOL 3 mal, 
evoosXpioioi Imal, evotqeTtxoiOL 2 mal, evTin^TOLOL 2 mal, 
evTQTjTOLOL Imal, y.aTa&vrjTolai Imal, s(pEX/.Of.iivoiGi Imal, 
liyvqtd-oyyoiGi 5mal, 6dvQO}.ievoiGi 4mal, oi'Cvqolgl 2 mal, 
OLOfxevoiOL Imal, OQSGxcpoiai. Imal, TtagaggriTÖlaL Imal, fto- 
XvT(jrJTOiGL 3mal, 7iolv7tldyy.ToiGi Imal, TQirjzoGioiGi Imal, 
v7T6Qd^v(.ioiGi 2 mal, 1 7T€Qcfid?MiOL 12 mal, q)LkriQl%f.ioiGL 8 mal, 
cpiXoTtToXifAGiG i ^)m2X^ aTrex^Of-isvoiGi Imal, y.aTa(pd^if.itvoLGi 
1 mal, cpvXaGGOjiuvoiGi 1 mal 
-oig kommt 1) nur vor folgendem Vokal vor: 

1. eTtiGcpvQioiGi — , -oig 5mal: T 331. ^ 18. II 132. .3" 459. 
T 370 im Versschluß . . . eTUGcpvQiOLG' dqaQviag. 

2. svyvd{.i7iiOLGi — , -oig Imal: g 294. 

3. KccaiyvrjToioi 4 mal, -oig 2 mal: /r 97. 115. 

4. oveideioioi lma,\, -oig 5mal: ^519. 5 277. JT 628. (D 480. 
a 326 im Versschluß . . . oveideioiö' iTtesGoiv (s. o. S. 35). 

5. 7tavrjf.iEQi'oiGi — , -oig Imal: P 384. 

6. oTaQTrjQolGi — , oig Imal: ^ 223. 
2) vor folgender Konsonanz: 

7. tTtiGGioxQOiGi — , -oig Imal: Y 394. 

8. ev7rXoy.dfj.oiGi 5 mal, -oig Imal: Ä' 442. 
Nur -ijoi findet sich bei 

dyr]V0Qir]Gi Imal, tidgeir^Gi 3mal, dfid^fiGi Imal, cvayiTOQit^Gi 

Imal, dvaXxeijjGt 3 mal, draGi^aXirjai 9 mal, dTi(xiriGi Imal, 

avcfQOGvvfjGi Imal, y.ayiOQQa(piijGi Imal, KaGiyvTJrrjOi 2 mal, 

ueS^rjfioGvvriGi Imal, 6/Lio(fQOGvvrjGi Imal, oveiQSitjGi Imal, 

TtaQTjOQirjGi Imal, Ttodioy.eifjGi Imal, TCQ0&vfxlt]Gi Imal, 

V 7100X60 i7]Oi Imal, xoQOiTV7cir^Gi Imal. 

-Tjg findet sich vor folgendem Vokal bei doXocpQOGvvijö' T 97. 

Ferner begegnet £v^iGTt]g vor folgendem Vokal H 5, vor folgender 

Konsonanz (p 137. 164. Die Form hat sich also dem Umfange 

nach angeschlossen an ev^sGxoj -oi -rig -r; -r^v -ag. 

Hierher gehört endlich die Form TtatQo/MOiyviqxoLO, die ein- 
mal (0 469) vorkommt. 

Welches ist das Ergebnis der vorstehenden Untersuchung? 
1) Formen auf -ov werden im griechischen Epos entweder aus 
Verszwang (d. h. wo der Genetiv auf -oio einen Kretikus herbei- 



über d. Kasusausgänge -oio u. -ov, -oiat u. -otg, -yai u. -ys im griech. Epos 47 

führt) gebraucht oder nach dem Vorbild bestimmter Muster. Eine 
dritte Möglichkeit existiert nicht. Kein Beispiel der zweiten Kate- 
gorie ist willkürlich verwendet worden. Ob -oio oder -ov häufiger 
erscheint, richtet sich nach der prosodischen Beschaffenheit der 
Nomina ^). 

2) Daß -oiat die Dativendung der zweiten Deklination im Epos 
ist und -oig sich in der Hauptsache vor Worten mit vokalischem 
Anlaut findet, wußten wir 2). Aber neu ist, daß das Vorkommen 
auch dieser Endung bei prosodisch verschiedenen Worten ganz 
verschieden ist: sie findet sich am frühesten bei den Nomina von 
der Messung des Amphibrachys, am spätesten bei denen, die einen 
Choriambus bilden. 

In seinen Quaestiones epicae hat W. Schulze gezeigt, daß bei 
Homer metrische Dehnung eintritt entweder aus Verszwang oder 
nach Analogie bestimmter Muster (15ff. , ohne freilich diesen Ge- 
sichtspunkt nach Gebühr hervorzuheben). Zu demselben Ergebnis 
führte meine Untersuchung der Vokalkontraktion (Glotta IV 209 ff.). 
Hierzu tritt jetzt als drittes Beispiel die Untersuchung über die 
Kasusausgänge -ow -ov, -olol -oig, -rjoi -j^g. Damit sind wir zur 
Aufstellung des allgemeinen Satzes berechtigt: Neue Formen (d. h. 
dichterische Neubildungen oder Formen der Umgangssprache) sind 
ins griechische Epos nur eingeführt worden entweder aus Vers- 
zwang oder nach Analogie bestimmter Muster. 

Welche weiteren Aufschlüsse über die Sprache Homers diese 
neuen Anschauungen bringen, werde ich bald in anderem Zu- 
sammenhange zeigen. 

Münster i. W. K. Witte 



1) Mit Absicht habe ich die Frage unberührt gelassen, ob die Gene- 
tive auf -010 im Epos als Archaismen des Ionischen oder als Aolismen zu 
betrachten sind. Für die erste Annahme spricht, daß bei Homer auch die 
Mittelstufe des Suffixes -010 -00 -ov nachweisbar ist (in Formen wie fitfiroo 
B 518, fiUoo O 66, l4axXr]nc6o B 731; vgl. v. Leeuwen, Enchiridium dic- 
tionis epicae 202 f.). Wichtigere Gründe sprechen dagegen. Darüber bitte 
ich die betreffenden Ausführungen in meinem Homerartikel ('Sprache und 
Metrik') in Pauly-Wissowas Realencyklopädie zu vergleichen. 

2) Literaturangaben bei v. Leeuwen a. 0. 198. 



48 K. Witte 

Zur Frage der Aolismen bei Homer 

Der Dativ des Plurals der dritten Deklination 

Es bedarf keiner langen Auseinandersetzung, daß es die ein- 
fachste Lösung des Problems der Dialektmischung bei Homer wäre, 
sie als Niederschlag eines äolisch-ionischen Mischdialekts zu er- 
klären. So ist denn auch neuerdings die Entstehung des griechi- 
schen Heldengesangs in eine Zeit verlegt worden, zu der Äolisch 
und Ionisch noch eine gemeinsame Mundart bildeten; aus ihr haben 
sich dieser Hypothese zufolge erst in Asien die spezifischen Merk- 
male des ionischen Dialekts entwickelt (E. Meyer, Forschungen zur 
alten Geschichte I (1892) S. 132tf.; v. Wilamowitz, Über die ionische 
Wanderung, Sitz.-Ber. Berl. Ak. 1906 S. 61£f.i). Nach anderer Auf- 
fassung ist die Sprache des Epos im Grenzgebiet des Äolischen 
und Ionischen an der kleinasiatischen Küste aus der Berührung 
und Durchdringung der beiden bereits fixierten Mundarten als 
junge Mischbildung hervorgegangen (Drerup, Die Anfänge der hel- 
lenischen Kultur. Homer 1903 S. 107). Indessen können diese 
Hypothesen ihre Bestätigung nur durch eine eingehende Unter- 
suchung der "^äolischen' Elemente des Epos finden. Eine solche 
dem heutigen Stande der Forschung entsprechende Untersuchung 
fehlt bisher. Trotzdem geht es nicht an, eine Tatsache zu igno- 
rieren, die seit Hinrichs De Homericae elocutionis vestigiis AeoHcis, 
Diss. Berol. 1875 als erwiesen gelten muß: daß nämlich die Äolismen 
bei Homer in der Hauptsache nur in stehenden Wendungen und 
längsterstarrten Formeln vorkommen oder wenigstens au bestimmten 
Stellen des Verses festsitzen, also deutlich das Gepräge des Alter- 
tümlichen haben 2). Hierüber bitte ich meine Ausführungen bei 

1) Vgl. Cauer, Grundfragen der Homerkritik '^ S. 185 f. 

2) Die an bestimmte Versstellen gebundenen Formen sind durch das 
Metrum konserviert worden. Häufig liegt der Fall so, daß dem ionischen 
Dialekt prosodisch gleichwertige Formen fehlten. — Nebenher wird damit 
zu rechnen sein, daß die äolischen Formen infolge ihres hohen Alters für 
die ionischen Sänger und deren Publikum ein besonderes liO-og besaßen. 
Darum hielten sie sich mitunter gerade bei Worten, die nur selten ver- 
wendet wurden (z. B. bei noQäahg und (ffJQsg, der Bezeichnung der thes- 
salischen Kentauren) oder nur in einer, höchstens zwei Verbindungen vor- 
kamen. So erscheinen ig^ßervog und aoyivvog, das eine unter 8 Fällen 6 mal 
neben vv§, das andere unter 6 Fällen 5 mal neben oug; im Gegensatz zu 
ihnen trat für (fätvvog das ionische Korrelat (fcatvög ein, weil das Wort 
überaus häufig, und zwar in den verschiedensten Verbindungen, gebraucht 
wurde. 



Zur Frage der Äolismen bei Homer 49 

Pauly-Wissowa s. v. Homer, Sprache und Metrik, S.-A. S. Iff. zu 
vergleichen. Nur eine der a. a. 0. behandelten Erscheinungen be- 
darf einer ausführlicheren Behandlung, als sie dort finden konnte. 

Zu den sichersten Aolismen des griechischen Epos gehören die 
Dative auf -eoot der konsonantischen Stämme (Typus Tcodeaai'^), 
vgl. Jacobsohn Hermes 45, 1910 S. 69), die nach Wackernagels 2) 
gewiß richtiger Erklärung nach dem Verhältnis irtrcoL : ircTtoiOi 
zu dem Nominativ des Plurals (Ttödsg : itödeoöL) gebildet worden 
sind. Auch für sie läßt sich der zwingende Beweis führen, daß 
sie bei Homer Archaismen bilden ^). Sie haben sich nur in Formen 
erhalten, deren Vorkommen das Metrum begünstigte; sonst sind 
die ionischen Dative auf -öi eingetreten. Aufklärung über den 
Gebrauch der Dative auf -eooi im Epos erhält man, sobald einmal 
die prosodisch gleichen Formen zusammengestellt werden. Ausge- 
zeichnet eigneten sich für die Verwendung im Hexameter die 
Formen der Messung _wl;_u; bei Homer finden sich aj^/aZ/^fafft 
2mal, ^Id^iOTteaoi Imal, dvögaTzodeaGi 1 mal, elXiuödeaai 2mal, 
coTiVTioöeaai 2mal, aazaxveoat imal, öaixvfAÖveooi 2mal, 7jyef.i6- 
vfifffft 4mal, ■tjLovEoot Imal, d^v/ategaooL Imal, MvQ(j.LÖ6vEaoL 15 mal, 
IlacpXayovEOOv Imal. Dieser Typus herrscht im Epos ausnahmslos. 

Anders schon steht es bei den Formen der Messung w. 

Zwar kommen auch hier noch Beispiele vor, zu denen Nebenformen 
auf -ÖL nicht existieren: ^iävveoat (5 mal), t^qweool ((imal), yirjqv- 
'/^eoGL (6mal), KvyiXwTteooi (4mal), olrf/.woi (Imal), auevöovTeaat, 
(Imal), TETTiyEoai (Imal); sie haben ebenso wie die oben ange- 
führten fünfsilbigen Formen am Versende und vor der weiblichen 
Cäsur ihren festen Sitz. Daneben aber sind Formen auf -ai, im 
allgemeinen häufiger; in Ilias und Odyssee werden verwendet 
dxjCvtaat, 2mal, clxTiat 2mal; jUj'»/(Trr;(>«ff(Tt20mal, ^i';?(Trr)pfft54inal; 

axpCdtaai — axpTai Imal; oQvi^saai 2mal, oQviat Imal; 

tnnrjtaai — tnnrivai 6 mal*); QVTriQiaai, — QVTfJQOi Imal; 

xlrjOhaat Imal, xkriTai, 14 mal; 'Pairjxsaai 14 mal, 'Pairj^i Imal. 

xQTjTi^Qfaai — xQr]TfjQai 2mal; 

Zur Erklärung des Vorkommens der Dative auf -ot können wir 
kurz auf das Glotta IV 2 10 f. V 8if. besprochene Gesetz verweisen, 
demzufolge im griechischen Epos die ein und demselben Paradigma 
angehörenden Formen möglichst denselben Umfang angenommen 

1) Auf die Unterscheidung der Endungen -taai und -saair, -ai und 
-aiv ist in diesem Aufsatz nirgends Wert gelegt. 

2) I.F. 14, 373 ff. 

3) Bereits in der Komposition tritt -faat bei xrjQtaaKfogriTovs ^ 527 auf. 

4) tnni^saat findet sich z. B. bei Quintus Smyrnaeus IV 589. 
Glotta V, 1. 4. 



oi^ovai 


4 mal; 


Tänrjai 


2 mal; 


Toxrjijac 


8 mal; 


(fdkayii 


Imal; 


yiTCÜOt 


Imal. 



50 K. Witte 

haben — eine Erscheinung, die sich deshalb einstellte, weil die 
häufiger vorkommenden Formen an bestimmten Stellen des Verses 
ihren festen Sitz hatten. So fügte sich z. B. i.ivrjOTiJQai (für jiivrja- 
xriQEGOL) dem Paradigma /iiviqoTrJQeg -ag ein. 

Derjenige Typus endlich, der die Messung des Antispast auf- 
wies, fehlt fast ganz (über die Unhandlichkeit antispastischer Wort- 
formen s. Glotta V 29). Wir finden 
(Inch'Ttaac — änaat, 2 mal; oöovTfaai, 

yeoöi'Tföac — y^Qovat, 3 mal; TcmriTtnai 
yvvnCxtaat — yvVKi'^Cv 31 mal; Toxrjioai 
iövTiaai, — ^oiJai 1 mal ; (faXäyytaai 

XaövTtaai — Xtovai 4 mal; /iTwnaai 

Dieser Fülle von Beispielen steht nur riydvTSOoi tj 59 gegenüber 
(s. u. S. 54 Anm. 1). 

Daß für die einen Kretikus enthaltenden Dative die Formen 
auf -OLv eintraten, ist selbstverständlich. Vgl. do/tioi (2 mal) für 
ccGTcideaoi, dorgdoi (2 mal) für doTegeGGi, dai/LioGL (2 mal) für dai- 
/iidveGat, ^Eqivigi (imal) für ^Eqivveggi, llXaGi (Imal) für ilXd- 
dsoGi, Ix^iGi (5 mal) für IxB-veggl, ^lqlgglv (Xusal) für IgideGGi, 
o^eGi (2 mal) für o^seggi, ocpQvGt- (17 mal) für 6q>QveGGi, TrslEiaGi 
(Imal) für neXEidÖEGGi, tcIeiogl (omal) für /tletovEGGi, 7tOLf.dGi 
(Imal) für 7voif.ievEGGi. Von den Fällen, wo -gl an den Nominativ 
des Plurals gehängt wurde, ist -egol auch auf die Neutra der 
dritten Deklination übertragen worden: vgl. z. B. xTsazEGGL u. S. 52 
(s. auch S. 54)1). Diese Verwendung des Suffixes -sggi ist je- 
doch im Epos bei den Neutra auf -a überaus selten, weil sich hier 
in den meisten Fällen der Kretikus einsteilte. Daher stehen für 
dgiudzEGGL dEQf.idzeGGL dcof.idT€GGiusvf. dgi-iaGL 16 mal, dsQfAaoL Imal, 
öi6(.iaGi 13 mal, eyxaGi Imal, euiugi Imal, varj^aGi omal, '/.[/.laGi 
9mal, vorjfxaGL 2mal, OfA/iiaGi 2mal, ovaGi Imal (wa/ Imal), tieL- 
QaoL Imal, Tzoiyti'XfxaGL 2 m-dl, TTw^/aat 1 mal, XQ^f^i^f^^^t^ Imal. Ferner 
finden sich, weil die entsprechenden Formen auf -eggi metrisch 
unhandlich oder unbrauchbar waren, XrjiOTtjQGi 2 mal, 7tolv/.h'jiGL 
6 mal, uElixEGOL^) 3 mal. 

Im Gegensatz zu den oben genannten antispastischen Formen 
mußten die der Messung ^ v-> _ u, vor allem wiederum wegen ihrer 
Brauchbarkeit am Versende und vor der weiblichen Cäsur, den Epikern 
hochwillkommen sein. So finden sich Jo^-otzeggl Imal, vMvoveGGL 



1) Genauer ausgedrückt: nach dem Verhältnis xoQvd-cav : xoQv&taat 
wurde xTiÜT(av -. xjtÜTtaai fjebildet. 

2) Über die Form mkäxtaai vgl. Jacobsohn a. 0. 70. 



Zur Frage der Äolismen bei Homer 51 

Imal, Kr/.6veaGL 2ma], K iXiyteaai \m{i\, xo^J Geäfft 3 mal, yteXäyEoai 
Imal, Xiifädeoai 2 mal, f.ia/.dQ€aoi 13 mal, (.ivXcc/.eö(>l Imal, (.legörcECöL 
Imal, vBTLCideaoi Imal, virpadsaoi Imal, oUaaL 5maU), ovixeöol 
5 mal, TioXisGOL 2 mal, /CQuXaeoac 2 mal, TcreQi'yeaoi 2 mal, ngaTtl- 
Seooi 6 mal, aaviÖEoai 2 mal, a/.oX6:/CEoai 4 mal, OA-vla-AEöüi Imal, 
OTiiXddsaai 2 mal, GTafxivEOoi Imal, axa^vEGOL Imal, (pvXd'/,EGGi 
4 mal, tcXeoveggl 12 mal, jcoXtEGGi Gmal, Tay^tEOGi 7 mal. Formen 
auf -GL finden sich nur in folgenden Fällen: 

1. Xi\.dvEGGi Imal, Xuxegi 2 mal. 

2. 'luqixEGGi Imal, y^ctqiGi Imal. Xif-doL und ydqiGL sind den 
Formen Xi(,ievog -i -a -eq -ag und yäoiTEg -wv zu liebe einge- 
führt worden. 

3. iXi/.EGGi — , f-'Xi^iv ln)al, im Versschluß . . . Xiovd-^ Mg 
ßovolv i'Xi^iv M 293, der nach dem Rhythmus von Versen gebildet 
zu sein scheint, wo ßovGiv im fünften Fuß festsaß; vgl. 630 
. . , iJg TE Xiojv oXoocpQcov ßovGtv bTlEXiydjV. 

4. ■/.afid'/.EGGL — , /.ctf-ia^i 1 mal. -/.d/iia^i, ein "^7ca^ Eigr^j-ierov 
bei Homer, ist 2" 563 ^^GtrfAEL öt ■/läi.iaS.i öiai-iTtEgig ctQyvutrjGi wahr- 
scheinlich zum ersten Mal im Epos gebraucht worden; vgl. e 256 
{pga^E de /luv qItzeggl diau7r£QEg olGvtvrjGi. 

5. TcoXsEGGL 10 mal, noXsGi 10 mal, noXlGGi 3 mal. tcoXIgiv 
ist dem Paradigma 7toXsog rcoXsEg TtoXlwv noXeag eingefügt worden; 
z. B. wurde z/ 388 . . . tcoXhiiv /.ieccc Kadi-iEioiGLv nach dem Muster 
von E 804 . . . jtoXiag f.iETo: Kaöf.iEiOJvag gedichtet. Sodann trat 
neben jcoXeglv nach dem Verhältnis etzeglv : eueogi, ßsXEoiv : ße- 
Xsaot, GÜv.EGiv : GaxEGGt (s. u. S. 54 f.) TtoXtGGi; vgl. iV 452 . , . nn- 
XioG^ avÖQEGGLV ava^Axa, P 30S . . . tcoXIgg^ avdgsGGLv ava/.ca (die 
dritte Stelle ist P 236) 3). 

6. yEvvEGGi — , yhvGGi Imal, -// 416 . . . [.lExd yvaf.iTtTfjGi yi- 
vvGGiv. Der Vers ist eine Nachbildung des typischen Satzschlusses 
. . . yvaf.i7tvoiGL fxlXsGGi yi 669. ß 359. X 394 usw. 

7. vE'/.vEGGi 10 mal, vexvggl 3 mal (am Versende). Auch veavggl 
ist nach dem Muster von Formen wie eueggi ßsAsooi XtyßOGL {.d- 
Xeggl ins Epos eingeführt worden, die am Versschluß festsaßen. 

8. TTiTVEGGi — , nltvGOi 1 mal (i 186 vor der weiblichen Cäsur). 
Die Form ist wie vI-avggl zu beurteilen. 

9. APEazEGGi — , -/.QtaGiv 2 mal. Bereits o. S. 50 wurde be- 



1) Über oUav s. u. S. 55 Anm. 2. 

2) noUaai, wird mit Bnigmann als Kunstprodukt der epischen Sprache 
anzusehen sein: noks'aiv ist die ionisch -attische Form. Vgl. Jacobsohn 
a. 0. 72. 

4* 



52 



K. Witte 



merkt, daß im Äolischen -eooi von den Maskulina und Feminina 
auch auf die Neutra übertragen wurde. So findet sich ^zEdreGOi 
14 mal; das Wort ist nur in dieser Form belegt. Dagegen kommt 
Y.Qmoiv im Vers Q 162 = M311 "dgr] te y.Qeaoiv xe Ide nkeioig 
ÖETiccEGOi vor. 

Für Dative auf -Eaai , welche die Messung __u aufwiesen, 
sind folgende Formen auf -ai eingetreten: 
avÖQiaai 20mal, clv^QÜai 67 mal; vr]faai SSrnaP), vrival^eg.Vlbm»\ 



yovveaat'^) 


3raal, 


yovrctai 


18mal; 


TTccitSiaai 


3mal, 


TTCtiaC 


11 mal; 


yiinsaat 


Imal, 


yvxpC 


— 


nnvTfaai 


3 mal, 


näai 


8 mal; 


SovQsaai ') 


2mal, 


öovQarSL 


Imal; 


gCneaai 


Imal, 


Qilpi 


— 


6fi(öiaat 


6mal, 


SfAMaC 


Imal; 


aägxeaai 


2 mal, 


aug^C 


— 


d^rjQiOai 


2 mal, 


d^rjQoC 


Imal; 


acfT^xeaai 


Imal, 


aifr]^( 


— 


Ogi^xeaat 


Imal, 


Soy^i 


— 


Tgcutaac 


136 mal. 


TgioaC 


69 mal; 


xgmeaai ^) 


— 


y.Qaal 


Imal; 


(frigtaai 


— 


(ftjgai 


Imal; 


Kgi^reaai 


5mal, 


KgriaC 


— 


XitQtaai 


33 mal«), 


X^gafgeg 


200mal. 


kdfoai 


6 mal, 


kaaC 


— 











Diese Statistik zeigt, daß die Formen auf -oi meist das Übergewicht 
haben. Diejenigen Fälle, die dagegen zu sprechen scheinen, klären 
sich, sobald man bedenkt, daß die Dative auf -ai einem Paradigma 
(dies Mal einem trochäischen) zuliebe ins Epos eingeführt worden 
sind. Von dem mehr oder weniger häufigen Vorkommen eines 
Nominativ Genetiv Akkusativ dieses Paradigma hing es ab, bis zu 
welchem Grade die Formen auf -Eoai durch die auf -gl verdrängt 
wurden. Z. B. ist für Kqtjteogl (s. o.) KqtjgI deshalb nicht ein- 
getreten, weil die trochäischen Kasus des Wortes dem Epos fehlten 
(bei Homer findet sich außer KqtJteggi nur KQ-qnov 11 mal). Ein 
weiterer Teil der Formen hielt sich, weil er in bestimmten Formeln 
festsaß (so vyjEggl in der Verbindung ev vt^eggi); andere, z. B. 
Tqweggi, hatten sich hinter der Penthemimeres und Hepthemimeres 
für immer festgesetzt. Die nur ein bis zwei Mal belegten Formen 
haben ihre Erhaltung dem Umstände zu verdanken, daß sie nur 
selten vorkamen (s. o. S. 48 Anm. 2). 

Für den Typus u _ u sind folgende Beispiele zu nennen : 



aktaai 


2mal, 


ala( 


— 


ai'foai 


4mal, 


aval 


Imal; 


ßotaai 


10 mal, 


ßovaC 


12 mal 


vioat, 


5 mal, 


vaCv 


— 


Sgitaai, 


— 


Sgval 


2 mal 


rgC/eaat, 


— 


»gi^i 


Imal; 


xvviaai 


4mal, 


xvai 


10 mal 


(fg^veaai 


— 


(fgeai 


207 mal. 


nöStaai 


28 mal, 


noaC (nc 
gegen 


(ja() 
100 mal 











1) S. 0. S. 51 f. 

2) Ferner vitaai, 10 mal. 

3) Über /f/pffft (Imal) s. u. S. 55 Anm. 2. 



Zur Frage der Äolismen bei Homer 53 

Die Formen auf -oo sind (abgesehen von ßovai) um des pyrrhichi- 
schen Paradigma willen eingeführt worden. 

Es bleiben die Dative der Messung u _ oo _ u (aycovovveoaL 
Imal, aoQT^QeooL Imal, aQiaxiqeöOL 6 mal, e7irjyy.eviöeaoi Imal, 
TteQiyuiovEOöL 3 mal, Taiv/VTeQvyeaoi, Imal, KecpalrivEOOL Imal), zu 
denen Nebenformen nicht existieren; dagegen sind für die Dative 
der Messung u u _ _ w die Formen auf -oi eingetreten {ßaoilevOL 
7 mal). 

Unsere Betrachtung hat ergeben, daß die Formen auf -eoai 
allmählich durch die auf -ol verdrängt worden sind. Die letzteren 
wurden stets nach bestimmten Analogien, die sich meist in den 
anderen Kasus desselben Paradigma boten, ins Epos eingeführt. 
Nur so kann das Nebeneinander von Formen wie ävögeoat und 
avögaOL bei Homer erklärt werden, avdqeooi war eine Form, mit 
der die Dichter gerechnet haben; sie hat also immer im Epos exi- 
stiert. Hätte seit jeher die Möglichkeit bestanden, avögäoi neben 
avÖQeooi zu verwenden, so würde sich schwerlich vom Typus av~ 
dgeaai eine Spur bei Homer finden. Es kommt hinzu, daß unter 
denselben Bedingungen wie -eaai durch -ol das Kasussuffix -olo 
durch -ov und überhaupt alle altertümlichen Formen durch mo- 
derne verdrängt worden sind (Glotta V 8 ff.). Man kann ganz 
allgemein sagen: Wo Doppelformen bei Homer nebenein- 
ander liegen, da sind recht häufig diejenigen, die sich 
einem Paradigma einfügen, die jüngeren i). Hat es dem- 
nach eine Zeit epischer Heldendichtung gegeben, in der das Suffix 
-eaat ausschließlich herrschte? 

Die unter dem Einfluß des Metrums erfolgte Verdrängung von 
-eaoL durch -gl hatte zur Folge, daß von -sgol gerade diejenigen 
Formen konserviert wurden, bei denen die Silbe -saa- in der He- 
bung stand: _ a^ _ w (dyyiaXiöeaai ä-ATlvsooi,), w u _ u {zloXo- 
tieool), u _ w (aXeoat) usw. Auf diese Feststellung sei hier nur 
deshalb Wert gelegt, weil Jacobsohn a. 0. 72 für die Dative auf 
-eaoi, bei denen -egol rein äußerlich ausgedrückt vom Nominal- 
stamm, nicht von der Wurzel loszulösen ist, die 'Regel' aufgestellt 
hat, "^daß ihr gg stets in Hebung oder in die Senkung des 
ersten Fußes fällt'. [Die sicheren Beispiele der ersten Thesis 
sind avÖQEGOiv K 441, tkxvteggiv ß 166. v 432, Tqwegg' Z 362, 

1) Eine Ausnahme machen z. B. dichterische Neubildungen, die gegen- 
über den ursprünglichen Formen einen metrischen Vorteil boten, etwa eine 
Kürze voraus hatten, z. B. Dative wie xovCr^ai \pa^ä&oiai, vgl. Singular und 
Plural (Index). S. auch Glotta V 8. 



54 K. Witte 

XeiQEoa M 382. 11 704, vqeoo" 'i 238.] Diese 'Reger wird von 
Jacobsohn als eine Besonderheit des Suffixes -eool interpretiert, 
der eine gelehrte Behandlung von 20 Seiten gewidmet ist. In dieser 
steht S. 87f. der Satz: 'Warum sollten avdQEOOL{v)y Tqiosooi{v), 
07tevd6vr£00i{v), xetQsaai{v), ay.xivBOOi{v) und viele andere nicht den 
Ton so gut auf der ersten und dritteu Silbe haben wie die proso- 
disch ganz gleichen l'dßeioev, f-iEid^iOEv, wiqvve, näcgovilE, aucoloiv?^ 
lu diesen Satz sind die Formen OTtEvdövzEOoiv und a/.iivEöoiv 
offenbar durch ein Versehen des Autors geraten. Zu avögaGat 
Tqmeoül xELQEOoi aber ist zu bemerken, daß diesen Dativen die 
Formen aröqüoL Tqiool yEQoi zur Seite standen, die jedes Mal in 
Funktion traten, sobald die Anfangssilbe in der Hebung stehen 
sollte; ävÖQEaoL Tgcusooi ydQEOOi haben ihre Ei'haltung neben av- 
ögaoL Tqwoi xeqüi gerade dem Umstand zu danken, daß sie sich 
hinter der Pentliemimeres und Heptheminieres (also wie die übrigen 
Formen auf -sooi mit -eoo- in der Hebung festgesetzt hatten^). 
— Über die Formen äiysai avdxTeai u. a. s. u. S. 55 Anm. 2. 

Bisher haben wir von einer großen Gruppe von Formen auf 
-EOOL abgesehen, dem Typus Ijchooi. Die Erklärung dieser Formen 
steht außer Zweifel; nach dem Verhältnis '/.vEartov : •/.zEucEGOt ist 
zu ETikov : Itc'cEogi gebildet worden. Unsicher dagegen bleibt zu- 
nächst, ob ETttEGOL eine dichterische Neubildung oder eine Form 
der äolischen Umgangssprache ist. Zur Feststellung des Tatbe- 
standes müssen wir auf die Dativbildung der s-Stämme überhaupt 
kurz eingehen. Durch Anhängen von -üi an den Stamm ist der 
Dativ in folgenden Fällen gebildet worden: 

w — ßsktaat 8inal, sTuaai 18mal, Xi/taai 3mal, fxiltaai Sinai, i'fifiaai 
linal, oQtaoi 9 mal, aäxeaai 2 mal, rixtaai 10 mal; 

w w — u jitXäytaai, Imal; 



1) Hervorheben muß ich noch, wie Jacobsohn mit den 'Ausnahmeu' 
seiner Kegel fertig wird. 'Im ganzen Homer gibt es nur zwei Verse, in 
denen aa der Endung -taai eine andere als die erste Thesis ausfüllt: 

1) ); 59 og no&-' vnsQd-v/u^oiai FoyccvTeaaiv ßaaCXtvtv, 
ein Vers, der schon von Gerhard zitiert ist, der aber nicht gut in Fiyär- 
Tsai IfißaaCktvtv ändern wollte. Vielmehr wäre es möglich, herzustellen : 
of TTor* riycb'TiaaiJ' vnsij&vfjoig ßccaiktvd'.' (S. 76) 

Hier vermißt man dringend den Nachweis, wo die Messung >^ für 

riyävjeaatv belegt ist. Beliebige antis^jastische Wortformeu vermutungs- 
weise mit langer Anfangssilbe zu messen, ist unerlaubt. '21 A 162 xtCaro 
yvneaaiv noXv (fü-rtooi ^ dköyoiaiv. Hier muß eine schwerere Verderbnis 
zugrunde liegen.' An eine solche wird auf diese Versicherung hin gewiß 
niemand glauben. 



Zur Fra^e der Äolismen bei Homer 55 

u ß^v&taat 2 mal, (>rjytaai Imal, ai^fliaat 129 mal, Ttt^taai 

Imal, ret/taai 2 mal, xptvötaai. 3 mal, ipivöeaoi Imal; 

^ w (}ti.y.eaai. 1 mal ; 

u ^ y.taanQriviciai 4 mal. 

Das sind Formen, die bei Homer völlig isoliert (d. h. außerhalb 
jedes Paradigma) stehen, die also seit jeher im Epos existiert 
haben (s. o. S. ö3). Besonders blieb der Typus u _ u erhalten, 
weil er den Dichtern am Versende gute Dienste leistete. Anders 

stand es mit den Formen der Messung u (Typus aXyeoai) ^). 

Für sie sind daher allmählich die Formen mit einfachem a einge- 
führt worden, die sich den daktyUschen Kasus des Paradigma an- 
schlössen: bei Homer finden sich alyeoi 11 mal, avd^eoi 2 mal, 
ßsvd-eoL omal, ty^eoL 16 mal, svTeai 8 mal, ^qv^aoL 2 mal, '/i^qöeol 
2 mal, xevd^eoi 2 mal, y.ijösai omal, /.TJveai Imal, Gcrjd-eoi 8 mal, 
xaQcpsoi 2 mal, xEvyßOi 40 mal, y^iXtai 4 mal, oveideoi Imal. Auch 
hier hängt von der Häufigkeit der daktylischen Kasus das mehr 
oder weniger häufige Vorkommen der einsigmatischen Dative ab. 
So findet sich bei Homer nur ixlyeoL, weil alyea sehr oft vorkam 
(in Ilias und Odyssee 68 mal); dagegen ist das numerische Ver- 
hältnis von OTrjd-EOOi : ov^r^eoL 129 : 8, weil die daktylischen 
Formen von air/d^og sehr selten waren (bei Homer finden wir 
Gvi^&eog 3 mal, arrjO-et Imal, OTti&ea. 8 mal). Ferner wurden dem 
Paradigma iftstov a'rcea der Dativ STteaiv (8 mal) zugefügt (ebenso 
ßileog -i -a : (UXeöLv [2 mal]: ^irpsog -i : ^Iqeaiv [8 mal]; qavJwv 
-a : QocviSOLv [2 mal]; adyiEog -l -cjv -a : od/ieoLv [omal]), dem Para- 
digma TiodosAEog Ttodwy.e'C noötoyea Ttoöcr/.eeg noövmeag : 7todtü''A.eoLv 
(Imal) [analog erklären sich avaidsot 6mal, aolleai Imal, vtiqy.EOi 
2 mal], dem Paradigma xaXyiyJQEog xaX/iiJQei yaly^geag yaXyirjQsa : 
yah^riqEGi (5 mal) [analog avdqayßiai Imal], dein Paradigma övo- 
/iievhg dvai-ievecov dvO{.iEvtag \ dvai-ieveöiv (Imal); TavvyyAEOi (Imal) 
schloß sich an Tavviq-/.Eag an; öitive/Jol (Imal) mußte aus Vers- 
zwang für dir]VEKäoaL eintreten 2). 

1) Von den oben angeführten Formen der Messung ^ kommt 

hänfig nur ari^&taat vor, das sich hinter der Penthemimeres und Hepthemi- 
meres festgesetzt hatte. 

2) Nach dem Verhältnis ar^fhiaai : arri&iGt sind von den Dichtern vor 
der bukolischen Diärese die Formen uvüxTtab o 557, ivtat, 1' 191. ottat o 386, 
im ersten Fuß ulytai Ä^ 486, im fünften Fuß yjiQtab Y468 gebildet worden. 
Dieser Typus hat in der späteren Epik größere Ausdehnung gewonnen; aus 
Quintus Smyrnaeus seien genannt xtlq^ac II 401. III 323. 346. IV 255. XI 
394. XIII 184. 303. 533, lätat XI 97, i'jyfff* III 744. XII 170. 369. XIII 66, 
nalStai XIII 306. 514. — Eine Nachbildung der späteren Epik ist auch der 



56 K. Witte, Zur Frage der Äolismen bei Homer 

Wie aber sind die Formen vom Typus STttsoat zu beurteilen? 
Es kommen nur drei Kategorien von Formen vor: 

u u — u nxiioai Imal, /SfA^fftTt lümal, ineeaai gegen 115 mal, &v(iaai 

2 mal, Af;j^^f(r<Tt 17mal, fj-tkitnai \iü?l\, veifieaoi^xüdX, ^Kf^taat 

3 mal, öx^toai 2mal, QKxtsaac Imal, oax^taai Imal, rex^iooi 

5 mal, TfX^taat 3 mal; 
— »^ ^ — >-" dQTfjuf'iaai Imal, Sva/ufv^eaai 14 mal; 
^ — ^ ^ — w Sirjvix^taai 3 mal, Sioronfetaat 2 mal, IvQgatf^faai 2 mal, 

i&atytvttaai Imal, xaTWQv/^ioai 2 mal. 
Auch diese Dative sind bei Homer völlig isoliert. Daraufhin können 
sie aber noch nicht (im Gegensatz zum Typus avÖQEoai oder av^- 
■d^Eoai o. S. 53. 55) ohne weiteres als alt, d. h. als Formen des 
gesprochenen äolischen Dialekts bezeichnet werden, weil nur die 
metrisch am hervorragendsten geeigneten Kategorien von Formen 
bei Homer vertreten sind ^). Formen wie STtieoaiv eigneten sich 
für die Verwendung im Hexameter noch besser als sttbooiv, und 
der Typus dirjve/Jooi war überhaupt unmöglich. So besteht gewiß 
die Möglichkeit, daß die Formen auf -hooL von den Dichtern um 
des Verses willen geschaffen worden sind. Trotzdem ist die An- 
nahme, daß sie bereits dem gesprochenen Äolisch angehört haben, 
vielleicht vorzuziehen. Zu ihren Gunsten spricht, daß wenigstens 
auf einer äolischen Inschrift ein derartiger Dativ gesichert zu sein 
scheint (iT[h]oai, Hoffmann Gr. Dial. H Nr. 161, 5). Wie bei den 
Maskulina und Feminina sich die Dative auf -eool vor allem in 
den Formen der Messung ww , _ww_u und w _ ^ ^^ _ w ge- 
halten haben, so sind die entsprechenden Dative der s- Stämme 
ausschließlich in diesen Formen konserviert worden. 

Die Ersetzung des Suffixes -eaoi durch -at ist ein typischer 
Fall der Erscheinung, daß die äolischen Formen des griechischen 
Epos allmählich durch ionische verdrängt worden sind. Die do- 
minierende Stellung in der epischen Sprache nimmt also das 
Ionische ein (anders nach Ficks Vorgang Hoffmann a. 0. III 179). 
Ich kenne nur einen Fall, wo es dem ionischen Wort, obwohl man 



zum Paradigma x^9°^ ~^ usw. gehörende Dativ y^iQ^aat, (Hes. Theog. 519. 
747). Von diesem Paradigma findet eich bei Homer erst der Dativ x^Q^ ^^ 
den Versschlüssen Iv x^Q^ &nao} & 289, iv /f(»l f^^aei Y 182, iv /(qI S^rjxs 
il 101. Später schlössen sich /«po? -i usw. an. Quintus Smyrnaeus z. B. 
verwendet x^QÖ? IV 443. XI 31 , /f pt IV 367. XIV 569. 621 , yjQ^^ ^ 203, 
XiQdJv XII 573, /^p«f IV 359. 369. V 47. XI 157. 251. XII 282. 476. XIII 192. 
XIV 386. 544, /^(«ffat steht IV 280. 447. VI 209. 242. 288. 364. 573. VII 417. 
XI 23. XII 288. XIII 207. XIV 551. 
1) Vgl. S. 53 Anm. 1. 



Wolf Aly, Lexikalische Streifzüge 57 

es erwarten sollte, niemals gelungen ist, über das äolische die Vor- 
herrschaft zu erlangen: y.£{v) findet sich bei Homer etwa 4 mal 
häufiger als av. Die besondere Ursache in diesem Fall war na- 
türlich metrischer Natur. xe{v) wurde im Epos vorwiegend in der 
Senkung verwendet; hier aber führte av vor folgender Konsonanz 
einen Spondeus herbei, während bei Gebrauch von x£ der Daktylus 
erhalten blieb. 

Münster i. W. K. Witte 



Lexikalische Streifzüge 

Der griechische Quellname Arethusa begegnet an so vielen 
Orten, daß man geneigt sein könnte, ihn für gemeingriechisch zu 
halten; ich nenne Ithaka, Euböa, Argos, Smyrna, Syrakus, Theben, 
Bruttium, vielleicht auch Elis; auch die Stadt Arethusa bei Ara- 
phipolis dürfte ihren Namen von einer Quelle haben, während das 
Wort nach Armenien und Syrien erst in hellenistischer Zeit ver- 
schleppt sein wird. 

Als einzig abweichende Form bieten die Bukoliker ^^Qs&oiaa, 
was den an sich naheliegenden Gedanken an eine Partizipialbil- 
dung bestätigt!). Mit agdw benetzen können wir ihn freilich 
nicht verbinden, wie es nach antikem Vorbild Hirschfeld bei PW. 
II 679 tut, weil der Übergang von S zu S- innerhalb der griechi- 
schen Welt nicht erweislich ist. Alles, was man dafür anführen 
könnte, o%Ed6v neben oxt^o), ccldaho) neben al&evg, ovöeig neben 
ovd-eiq, sind täuschende Scheinbeweise, die anders erklärt werden 
müssen. So kann Arethusa eben nur auf einem Verbum *aQed-(o 
beruhen, das auch in dem tarentinischen Männernamen ^^geS-cov^) 
vorliegt. Die Bildung stellt sich zu den dem Epos geläufigen 
Verben auf -d&o) -ed^w, während die Wurzel aq- zu dQ£0/.o), aq^xr^ 
zu gehören scheint. Dann steht also dged-co neben a^f'ff/tw wie 
ßsßQOjd^o) neben ßißQtiOMo oder (patd^co neben öia-g)c'jßMo, Ttfycpavoyiio. 



1) Auf syrakusan. Münzen APEOOIA 'Ao^&öjaa Brit. Mus. Cat. Sicily 
p. 177. 

2) Mionnet I p. 141 Nr. 397 APE0Q.A; nach Analogie andrer taren- 
tinischer Münzen ist das erste ein Männername im Nominativ, also nicht 
UQE»w{a}tt. Danach darf I Suppl. p. 284 Nr. 577 APEO^m als "AQi»cov 
gelesen werden. 



58 Wolf Aly 

In der Tat sind auch neben '^Qtd-iov die Namen ^Aq^o/mv und 
^Aqixiov in gleicher Bedeutung bezeugt. Die Quelle hieß dann 
also ,,die Gefiillige"!), wie etwa deutsch Schönbrunn, neugriechisch 
'/.akoßQVGi, lateinisch Juturna (zu iuvare) ^). 

Ist unsere Herleituug des Namens zutreffend, so müssen wir 
für seine Entstehung in eine verhältnismäßig frühe Periode der 
griechischen Sprache zurückgehen, da die betr. Verbalbildung nur 
noch im Epos lebendig ist. Eine genauere Untersuchung des Fort- 
lebens dieser Bildungsart in den Dialekten wäre sehr wünschens- 
wert, da sie unerwarteter Weise bei Aristoteles (/.vi^d-a)) und Theo- 
phrast (aXrj-d-iü) wieder durchbricht und sich in der Koine hält. 
Die Verbreitung des Namens ^AgsO-ovoa, die in Wirklichkeit nicht 
so planlos ist, wie es erst den Anschein hatte, kann dabei als 
Wegweiser dienen. Denn die ostginechischen Dialekte scheiden 
ganz aus mit Ausnahme des äolischen Smyrna, das auf Thessalien 
zurückweist; und wo der Name in westgriechischen Dialekten er- 
scheint, wie in Syrakus und Tarent, fehlt nie der zentralgriechische 
Einschlag, der es allein erklärt, daß der Name zugleich in Argos 
und in Chalkis vorkommt, während er auf reindorischem und rein- 
ionischem (iebiet fehlt. 

Danach liegt es nahe zu vermuten, daß die von Quintus Smyrn. 
10, 80 genannte Kreterin Arethusa keine Erfindung des Dichters 
sei; denn er versetzt sie an den Fluß Lethaios bei Gortyn, in die 
einzige altachäische Gegend, in der der Name bisher fehlte. 

Was für Arethusa gilt, gilt übrigens des Suffixes halber auch 
für Phaethon, dessen Sage sich in Korinth, Rhodos und Kos loka- 
lisieren läßt. Beim Phaethon tritt überdies ergänzend hinzu, daß 
die Berührungen, die er mit den vorgriechischen Gestalten Ikaros 
und Atymnos hat, ihn bereits der ,,mykenischen" Kulturschicht 
zuweisen. 

2. ari/LidvT(0Q 

Während es von vornherein sicher ist, daß sich die Bedeutung 

dieses seltenen Wortes an eine der gebräuchhchen Bedeutungen 

des Verhums ori(.iaivu) anschließt, ist es keineswegs nötig, daß dies 

in allen Fällen dieselbe sei. So ist der Artikel in Papes Lexikon 



1) A. als Hesperidenname (Eoscher mytbol. Lex. 1, 257) ist im eigent- 
lichen Sinne zu verstehen und hat mit dem Thau (Schömann Theogonie 
S. 131) nichts zu tun. 

2) Anders Walde, der an iugis denkt (abgelehnt in der 2. Aufl.); aber 
das Suffix weist auf einen Verbalstamm (Saturnus, Volturnus). 



Lexikalische Streifzüge 59 

verfehlt, wenn er sich auf die Bedeutung Anführer, Gchiefcr be- 
schränkt, oiji-ia ist Kennzeichen, Merkmal; orn-tänioQ also der, 
der ein Merkmal gibt, also zunächst der Hirt, der seine Herde 
zeichnet IL 15, 325; dasselbe bedeutet otji^iavvtjQ bei Ap. Rh. 1, 375. 
So wird orjf.iavTi'jQiov zum Siegel Aeschyl. Ag. 5ü5, ein Wort, das 
Harpokration geradezu als Name einer Münzanstalt anführt. Davon 
abgeleitet bietet Herodot 2, 38 yFj OYii.iaviQiq Siegderde und 2, 121 
GTJ/itavTQOv Siegel, was auch Euripides Iph. Taur. 1372 hat. Am 
deutlichsten spricht Xenophon vect. 4, 31 avÖQCcTioda OEarji.iaaf.i6va 
x(Z dr]/.iooiii) ar]f.idvTQ(i); man ist eben mit Sklaven nicht anders 
verfahren als mit dem Vieh. Diese Bedeutung hat sich gehalten. 
Außer den aus Josephus bekannten Stellen ist mir Dittenberger 
syll. 2 932, 32 arjuavziJQa sigillum (unter Pertinax) bekannt. 

Einem ar^fiaivco ich gebiete entspricht IL 8, 127, wo 07]f.i(xvTiOQ 
der Eosselenker ist, während bei Hesiod frg. 4, 2 scut. 56 Zeus 
ii^Hov or^i-KxvzcoQ TtavTCüv genannt wird. So sind im ApoUonhymnus 
542 orji.idvTOQ€g dvögeg die Amphiktyonen. Noch eigenthcher sagt 
Sophokles Oed. tyr. 957, indem er das Wort im Augenblick neu- 
prägt: ov a7^f.idvTC0Q ysrov Du zeige es mir an, eine antike, nicht 
zu verachtende Variante i) neben der Lesung der HS. orj/mjvag ysvov. 

Damit ist die Grundlage geschaffen, um eine Herodotstelle zu 
verstehen, die weder von Schweighäuser noch von Stein zutreffend 
erklärt worden ist. 7, 81 spricht er von den aQyovTEg des persi- 
schen Landheeres und nennt zuerst die Generale yial ol diara^avieg 
'/Mi l'^aQid^ixiqoavzeg ovxoi r^oav /.al Xilidqxag re %al fivQiagyag 
aTtodiSavrsg, e/iaTOVTdgxag di xal dey.düyag ol juvQiaQyai. Also 
die in den vorigen Kapiteln genannten Oberführer ernennen die 
Offiziere, diese wiederum die Unteroffiziere. Dann fährt er fort: 
zeXetov öe /.al iO-viiov r^aav dlXoi arjfidvTOQsg. Schweighäusers 
■minores intelliguntur duces aliorum imperio suhiecti will nicht passen, 
da die eigentlichen Offiziere schon sämtlich genannt sind. Wenn 
er nun andere nennt, die in den xalri und sd^vrj agyarreg sind, so 
können dies bei einem Autor, dem yiy arjjiiavrQig die Siegelerde, 
atjjiiavTQOv das Siegel, or^/naivo) 2, 38 siegeln ist, nur die Siegler, 
d. h. eine Art von Militärbeamten sein, etwa das, was wir Zahl- 
meister nennen würden. 

So weist der Gebrauch des Wortes at]i.idvrwQ bei Herodot 
nicht auf Homer zurück, sondern ist wie bei Sophokles eine mo- 
mentane Neuschöpfung, deren Bildungstypus nicht uninteressant 



1. Schol. ar]jurjvag- y(jä(fi({Tcu) atjuävTWQ. 



60 Wolf Aly 

ist. Man hat wohl gemeint, hier bei Sophokles einen lonismus 
erkennen zu dürfen; doch das wäre vorschnell geurteilt. Die 35 
z. Teil ganz originalen Bildungen dieses Typus, die aus den we- 
nigen Tragödien des Aischylos, die wir noch besitzen, bekannt 
sind, lehren, daß hier ein besonderes Kennzeichen des ti-agischen 
Stiles vorliegt, das bei Sophokles wiederzufinden nur normal ist^). 
Ob nun bei Herodot sein persönliches Verhältnis zu Sophokles oder 
ein allgemeinerer Einfluß der tragischen Diktion das ausschlag- 
gebende gewesen ist, vermag ich nicht zu entscheiden; genug, daß 
in der gleichen Zeit das Modewort qrjtioQ geprägt ist und daß der 
Modedichter Antimachos 3 kühne Neubildungen desselben Typs 
aufweist. Auch cpQCiTcoQ und /.ItJuioq sind erst unter dem Einfluß 
dieser Mode statt (pQdvrjQ und /.XrjzrJQ geschaffen. 

Das Vorkommen der gleichen Bildung in den Eigennamen legt 
die Vermutung nahe, daß Aischylos in diesem Falle eine west- 
griechische Eigentümlichkeit übernommen hat, was im Einzelnen 
nachzuweisen hier zu weit führen würde. 

3. d^vf-ieXrj 

Auch auf das vielumstrittene Wort S^vf-teltj^) möchte ich noch 
einmal zurückkommen, um eine Kleinigkeit nachzuholen, die bisher 
so gut wie ganz verabsäumt ist, nämlich ohne Rücksicht auf die 
Sache festzustellen, was das Wort seinem Bau nach bedeuten kann 
und muß. Daß es mit &ito irgendwie zusammenhinge, bezweifelt 
trotz Robert wohl niemand, und so ist diese Erklärung mit Recht 
in die Wörterbücher übergegangen, vgl. Prell witz ^ S. 189, Walde ^ 
S. 251. Es kann sich also nur darum handeln, welche der ver- 
schiedenen Bedeutungen von d^vto gemeint ist. 

d^vf^-tXtj, der Bildung nach nah verwandt mit ^vf.i-ccl-toip der 
Kohlenmeiler, zeigt dasselbe Sekundärsuffix wie d^Ef-i-iX-ia, Ttif^-slrj 
und weist auf ein Nomen *^(;f<og, in dem wir die Schwundstufe 
derselben Wurzel erkennen, die in ^aco laufe d^oöq d^wvooto vor- 
liegt. Es wird sich empfehlen, bei einem so alten, isolierten W^orte, 
wie es S^v^itln] ist, auf eine möglichst ursprüngliche Bedeutung 
zurückzugreifen. 

Schon ursprachlich, wie das lateinische fümus Rauch zeigt, 



1) Vgl. &aXaaaoxQttT(t}Q Rh. Mus. 66, 597, wo ich die beiden Stelleu der 
Schrift vom Staat der Atheuer 2, 2 u. 14 vergessen habe; es ist bemerkens- 
wert, daß das Wort dort mit -aa- (neben öfterem ^«Awrr«) überliefert wird. 

2) Vgl. H. Thiersch Z. f. Gesch. d. Architektur 2 (1908) S. 38 ff., C. 
Eobert Hermes 32 (1897) S. 438. 



Lexikalische Streifzüge 61 

hat sich eine Bedeutungsgruppe abgespalten, die zu griechisch 
^vfxog Räucheriverk, d-vw opfere (nur vom Rauchopfer), d^vtLdriQ 
weihrauchartig geführt hat. Auch S-v/nog die Bauchseele gehört 
dazu, ebenso wie ytartog Seele zu -/.artvog. So wäre formell nichts 
dagegen einzuwenden, daß d^viAsliq den Rauchopferplatz bezeichnete. 
Und das griechische Sprachbewußtsein hat diese Bedeutung in 
der Tat sekundär hineingetragen. 

Aber älter und im Griechischen keineswegs ausgestorben ist 
der Begriff der schnellen wirbelnden Bewegung, der erst den Über- 
gang von schnell zu Rauch vermittelt hat^). Zunächst hat das schon 
genannte d^vi-tog Anteil daran, wenn es bedeutet Mut, Zorn, Trieb, 
aber auch d-vidg die Bakchantin, d^vioi vom Wallen der Flut, 
^velXa der Wirbelwind sind Vertreter dieser Bedeutung, die im 
deutschen tummeln wiederkehrt. So würde S^viuelrj, in diesen Zu- 
sammenhang gebracht, wörtlich den Tummelplatz bedeuten können. 
Diese Bedeutung für die originale zu halten, werden wir dadurch 
bestimmt, daß &. aus dem dionysischen Kulte stammt, dessen Rasen 
besonders gern mit Ableitungen dieser Wurzel bezeichnet wird. 
Ich erinnere noch an d^vXa Bakchantin Lyc. 106, d^vla Fest des 
Dionysos in Elis Paus. 6, 26, 1, d-vico vom prophetischen Wahn- 
sinn hymn. Merc. 560, dazu d^vuod^eig' fxaveig Hesych; während 
d^vcü) von der Brunst der Schweine Aristot. HA 5, 14 und 6, 18 
p. 546a 27 u. 573b 7 sowie Ti-d^vii-alog Wolfsmilch „die rasend 
macht" in weitere Kreise weisen. Aber der Monatsname Juod-vog 
von Thera und Rhodos dürfte wiederum dem Dionysos nahstehen. 

So scheint von den beiden Möglichkeiten, S-, als Räucherplatz 
oder als Tummelplatz zu verstehen, sich die Wage zu gunsten des 
letzteren zu senken. 

Eine Prüfung der ältesten Belege des Wortes wird die Ent- 
scheidung bringen, wobei nur berücksichtigt werden möge, daß das 
sprachliche Verständnis und die richtige Verwendung solcher alters- 
grauer Worte von Euripides ab, der von den Sprachstudien der So- 
phisten beeinflußt erscheint, stark gelitten hat. So sind es nur 
2 Stellen, die durch ihr hohes Alter freilich Gewähr genug bieten. 

1. Pratinas hat uns die prachtvollen Worte hinterlassen 
(bei Athen. 617 c) 

Ttg 6 d-OQvßog bde; rl zads yogEvi-iaxa; 

TIS vßqtg e^oXev ertl JicwoLada rco'kvTtaxaya d-vfiiXav; 

Sfiog e/xog 6 BQOfxiog' 



1) Vgl. ^fof XttfjLTiQÖs eig. blinkend, flimmernd. 



62 Wolf Aly 

ifxi öeI y.€Xad£h; £f.i€ öel rcazayuv 

av oQEa ov{.ie,vov /nsra Naiädcov. 
Der Dichter fährt in einem Tanzlied seiner Satyren voll sprühenden 
Lebens, dessen Ton an Wanderers Sturmlied erinnert, gegen einen 
Brauch los, der nicht in den Dionysosdienst gehört: Welche Frech- 
heit kam auf des Dionysos vielgestampfte Thymele? Mehij mein 
ist Bromios, ich muß lärmen, ich muß sta7npfen, durch die Wälder 
stürmend mit Najaden! So rauscht es in aufgelösten Anapästen 
daher. Deutlich geruig ist der Ausdruck; denn einen Altar kann 
man nicht gut TtoXmtaxa^ nennen, während der Tanzplatz unter 
den Hufen der Bocksgesellen dröhnt. 

2. Schwieriger zu verstehen ist eine Aischylosstelle, die aus 
einem Chore der Schutzfiehenden , der ältesten Tragödie, die wir 
überhaupt besitzen, stammt. Der Chor spricht v. 657 ff. (Dind.) 
einen Segenswunsch über die Stadt aus: weder Pest noch Aufruhr 
möge die Männer dahinraffen, und Ares möge die Jugend nicht 
verderben. Dann hebt die Gegenstrophe an: 

y.al yeQaoüloi fiQEaßvioöoxoi ye{.i6vrojv i^vfxilaL cplsySmov. 

iiog ftoXig ev vif-iOiTO Zriva f.ieyav osfkvvcuv . . . 
Und drittens die Alten . . ., das muß etwa in den Worten der ersten 
Zeile enthalten sein. Blicken wir auf die entsprechenden Worte 
der Strophe, so ist metrisch scheinbar alles in schönster Ordnung, 
nur daß wir aus dieser äußerlichen Korrektheit der antiken Text- 
ausgabe keine Gewähr für die Richtigkeit der überlieferten Worte 
schöpfen dürfen. Durch das Scholion nlriQOvod-woav xai diarcge- 
Tchcoaav %o~ig yeQovoiv al d^vfusluL geleitet fand G. Herrmann, daß 
in fpXsyovTtov das seltene, von Aischylos auch sonst gebrauchte 
Verbum rflsovriov stecke, wozu y£/.i6vTiov Glossem sei, sodaß tat- 
sächlich ein dreisilbiges Wort ausgefallen ist; er ergänzte, dem 
Sinne nach jedenfalls zutreffend, TCQoßovloig. Dann bedeutet die 
Stelle: Und den Greisen sollen voll sei)! die Thijnielen, die den 
Alten aufnehmen. Dem folgt der Schlußsatz: So wird es der Stadt 
■Wohlergehen. Damit ist jeder Gedanke an rauchende Opferaltäre 
ausgeschlossen: es kann sich nur noch darum handeln, welche 
Tätigkeit der ysQaQoi nQoßovXoi hier gemeint ist. Da sie selbst 
den Tummelplatz kaum füllen werden, so kann der Dativ nur das 
Interesse des Zuschauers bezeichnen, dem es Friede und Wohlstand 
ermöglicht, den Tanz der Jugend am festlichen Tage anzusehen. 
Die Jungen sind auf der Thymele zu denken, die durch das Bei- 
wort 7CQEoßvvod6y.og feinsinnig charakterisiert wird. .Der Ehrivür- 



Lexikalische Streifzüge 63 

dige, die unter der Jugend als Einzelner erscheint, ist der Didas- 
kalos, der Dichter selbst. 

Alle anderen Zeugnisse, soweit sie das Gesagte bestätigen, 
haben nur sekundäre Bedeutung; die frühzeitige Isolierung des 
Wortes wird durch die schon von Euripides Hik. 04 gekannte Er- 
klärung als Altar bekundet, deren Wirkung bis in unsere Tage 
gereicht hat. 

4. EvQ(j0 7crj 

Die weite Verbreitung und seltsame Geschichte des Namens 
der alten Göttin Europe mag es berechtigt erscheinen lassen, auf 
rein grammatischem Wege Ursprung und Bedeutung dieses Namens 
festzustellen, in der Hoffnung, daß unser Resultat nicht bloß das 
Lexikon bereichern, sondern auch für die Beantwortung der re- 
ligionsgeschichtlichen Frage nach Heimat und Bedeutung der Göttin 
zum mindesten eine förderliche Vorarbeit liefern wird. Um aber 
der folgenden Untersuchung volle Selbständigkeit zu sichern, seien 
die religionsgeschichtlichen Fragen einstweilen ganz in den Hinter- 
grund geschoben, sodaß wir es nur mit dem Eigennamen als einer 
sprachlichen Erscheinung zu tun haben. Es dürfte das um so 
notwendiger sein, als in der modernen Literatur über Göttin Eu- 
rope naturgemäß viel von der Bedeutung des Namens die Rede ist, 
ohne daß eine grammatisch befriedigende Erklärung gefunden sei. 

EvoojTcrj'^) ist das Feminin eines Adjektivs evQwnög, das die 
antiken Lexikographen kennen, das auch bei Euripides gelegent- 
lich vorkommt, dessen Bedeutung jedoch einstweilen beiseite ge- 
lassen werden soll, da wir nicht in den Verdacht kommen 
möchten, der antiken Tradition blindlings zu traun. Nur das 
sei vornweg bemerkt, daß keine Rede davon sein kann, evQto- 
Ttog mit dem Beinamen evQVOTca des höchsten Himmelsgottes in 
Verbindung zu bringen, wie es heutzutage fast communis opinio^) 
ist. Eine Kontraktion der mittleren Vokale wäre unerhört, ein 
Verlust des v von evqvg fast unerklärlich, da derartige Bildungen 
entweder nur in einer Zeit der Entartung entstanden sind wie etwa 
bei Tzetzes oder einen Stamm ohne -v voraussetzen, der auch 
sonst nachweisbar ist, wie a(.tßlvcüZTio zu a/nß^vg, aber afxßXojrcog 
zu af.ißXloy.cü. Die Eigennamen EvqUov Evqlag Evd-iag Taxidiog 

1) Für Europe vgl. Heibig bei Eoscher Lex. I (1884), Gruppe im Hand- 
buch V 1, 251 [1906) Escher bei PW. VI 1287 (1907). 

2) Prellwitz etym. Lexikon'-* S. 365 s. v. Trrjyi^ : Evownr] zu ai. ap ist 
gesucht. 



64 Wolf Aly 

u. a. sind als Kurznamen lautlich richtig gebildet: Von ihnen 
stammen dann wieder Namen wie Evd--i7i7cog Tdx-L7i7tog Bad-- 
iTtTtOQ, deren Bildungstypus für einen voraussichtlich weit älteren 
Götternamen nicht maßgeblich ist. 

Eine breitere Basis für unsere Untersuchungen gibt uns die 
naheliegende Vermutung, daß bvqwq svQCLSig eiQa'drjg evQto^og etwa 
so miteinander zusammenhängen, wie tivq TzvQoeig TtvQwdrjg tivqoj- 
Ttog oder aoT^jg doreqöeig dotSQCuörjg ccavegtürrog. Erwiesen wird 
die Zusammengehörigkeit durch die jeweilige Bedeutung der Worte, 
wie sie aus dem Zusammenhange erschlossen werden kann. 

Da.ß evQo'g nicht vor Theoguis belegt ist, ist Zufall; der Stamm 
evQioT- tritt sogar erst bei Aristopbanes auf, sodaß wir über seine 
ursprüngliche Gestalt auf Vermutungen augewiesen sind. Die ver- 
hältnismäßig späte Ausbildung der -wzr-Stämme und die Analogie 
von Worten wie kQcog yelcog legt es nahe, ursprünglich einen -s-Stamm 
anzunehmen. 

Homer kennt die Ableitung siQweig, deren seltsame Bildung 
F. Solmsen Unters, z. Laut- und Verslehre S. 120 ff. aufgehellt hat. 
Wie tQoeig neben tQtog, so hat vermutlich *ebQ6eig neben eiQiog 
bestanden, das aus metriscben Gründen umgestaltet ist. Als Be- 
deutung bieten die Lexika modrig, scliimmlig, während die Alten, 
wir werden später sehen, mit welchem Recht, den Begriff des 
Dunkeln^) darin fanden, vgl. Hesyeh evQwevrog' o/.oteivov ccTtb 
TOD EVQonog; dasselbe kehrt in den Erklärungen von eiQcojtog 
wieder. 

In der Theomachie heißt es, als Poseidon die Erdtiefe aufreißt 
IL 20, 65: oiyiia . . o(.iEQdäXe evQcoevTa, xu tieq arvyiovoL S'Boi 
Tteg. Dasselbe wiederholt Hes. Theog. 739, 810. Auch der Hades ist 
i^ideto dof-iog svQü'sLg Od. 10, 512, danach 23, 322, Hes. opp. 183. 
Dementsprechend geht Hermes Od. 24. 10 in die Unterwelt xar 
evQcoevTa yieXevd-a, während Hesiod Theog. 731 die Titanen im 
Tartaros /cJ^w tv svqcoevzi, verborgen sein läßt^). So bezeichnet 
also EbQOJEig eine bestimmte Eigenschaft der höhlenartig gedachten 
Unterwelt; wenn Sophokles das Grab des Aias v. 11G7 ebenso 
nennt, ist das eine Anlehnung an den homerischen Gebrauch. 

W^as ECQOjg nun aber eigentlich sei, zeigen 3 spätere Dichter- 
stellen, die ich des Verständnisses halber wörtlich hersetze: 

1) Daher die Verwendung bei Oppian hal. 5, 3, Nikarch AP. VI 328 
und Nonnos 25, 476. 

2) Dagegen möchten wir im Demeterhyranus 482 statt des überlieferten 
ivQwtig die Lesung Co(fog rtQoeig vorziehen, die v. 80, 402, 446 wiederkehrt. 



Lexikalische Streifzüge 65 

Theogn. 453 vom Golde: 

Tov XQOLTjg y.ad'VTteQd-s f.ieXag ovx a/tTETai log 

ovd^ evQcog, alel ö av9og k'xei- Kad^agov. 

an dessen Fläche nicht schwarzer Anlauf haftet, 

auch nicht . ., immer hat es reine Farbe. 
Simonid. frg. 4, 4 vom Grabe der Thermopylenkämpfer: 

evrdcpLOV de xovrov oiV evqojg 

ovd- Tcavdai^iatoiQ of.iavQc6o€i XQOvog. 

solch ein Grab wird iveder . . noch die allhezwingende 

Zeit verdunkeln. 
ßakchyl. frg. 4, 11: 

syxeä xe 'koyyoixa ^/(fsä x af^cfä/.ea ödfxvaxaL EVQCog. 

spitze Lanzen und zweischneidige Schwerter überwältigt . . 
Wir werden wohl im ersten und dritten Falle sagen Bost, im 
zweiten Moder, allgemeiner alles, was eine blanke, saubere Fläche 
als unreine Ausscheidung bedeckt. Was die Verbindung mit 
schwarzem log besagt, zeigt vielleicht am besten eine Stelle des 
Platonischen Timaios, wo es von der Bronze heißt p. 59 c: xo ö^ 
ex y^g avxqi f.ux&8v oxav Ttalaiocf-iivco diaxwQiCriG&ov tkxXlv an 
aXkr]\oiv^ syicpaveg /.ad^ avxo yiyv6f,ievov log XiyExai. Das ist also 
Patina'), und etwa ähnliches, das der Zeit seine Entstehung ver- 
dankt, muß Evqißg auch sein, obgleich wir von einer bestimmten 
Farbe absehen müssen, da es ebensogut Eisenrost wie bemooster 
Stein sein kann. Die Attiker brauchen es sogar nebeneinander 
vom schwarzen Schmutz und weißen Schimmel. 

So bildet Aristophanes das Verbum EVQCoxiaw, wenn er Wolken 
44 das Leben des Landmannes lobt: 

€/.iol ycLQ irjv aygoiKog rjöiaxog ßlog 
svQwxiwv, ccTiögr^Tog, Elyirj v.Ei^iEvog. 
Statt einer Übersetzung, die doch die Nuancierung der Worte nicht 
wiedergeben kann, diene das Scholion RV: xov evqcüxlwv s^'^yt^oig 
xo EiATj "/.Eij-iEvog" xo~ig yaq eIk^ yial af-iEXcog xEifuevotg Idgiog ttqo- 
altsi '/.al voxlg. xoiovxog öi 6 xcov aygoixcov ßlog, wotzeq av 
ETtif^slrig ytal Ka&ccQOiog 6 xav aaxixwv. Ein schöner, drastischer 
Ausdruck ist es, dieser Edelrost des Landmanns, aus Schmutz und 
Schweiß, auf den er stolz ist und in dem er sich wohlfühlt. Weder 
Rost noch Moder noch Schimmel würde hier der adäquate Aus- 
druck sein. Das Wesentliche an der Bildung dieses EVQcog ist 



1) So braucht Theophrast de lapid. 56 svQwg von dem, was Blei in 
Essig ansetzt, daneben tog am Kupfer. 

GlotU v, 1. 5 



66 Wolf Aly 

jedenfalls die Feuchtigkeit^). Bildet diese am Eisen den Rost, 
am Stein das Moos, so bildet sie am Brot den Schimmel, wie es 
Hesych bezeugt: Etgcoewa . . . %al a Ttegl rovg clqtovq yivstai. 
Darum kann ein komischer Dichter bei Aristot. de gen. an. 5, 4 
p. 784b lOff. die weißen Haare als y^Qcog euQcog oder ndyvri be- 
zeichnen, obgleich der eigentliche Vergleichspunkt, die weiße Farbe, 
in beiden Worten aus sekundärer Assoziation stammt. 

In diesen Zusammenhang paßt auch Euripides, der im Ion 
V. 1393 von altem, aber gut erhaltenem Flechtwerk sagt: evQwq t 
(XTiEOTi 7iXEyf.idTcov; ähnlich Kallimachos frg. 313, Theokrit 4, 28. 

An den Begriff der feuchten Ausscheidung knüpft sich end- 
lich auch ein Ausdruck im Timaios p. 84 B an, der, obgleich bei 
Hippokrates 2) nicht nachgewiesen, wohl aus der ionischen Medizin 
stammt. Es heißt da: 

XalsnüJv ÖS rovzcov ftegl rd während diese körperlichen Lei- 
atofxaza Tiad^ijixäx oyv yLyvo(.dviov den sich lästig bemerkbar ma- 
(Aaltcrj txL yiyvEzai xd tzqo tov- chen, werden die Krankheiten 
Tü)v, oxav ooTovv did TzvAvozrjza zuvor noch größer, wenn der 
aaQyiög dvanvorjv (.irj Xa/^ßdvov Knochen, der wegen der Dichte 
lyiavtjv VTi evQWTog Ü^SQj^iai- des Fleisches keine hinreichende 
v6fi€vov 0(fay.Elioav fxrixe rrjv Auffrischung erfährt, von Aus- 
TQOcpijv y,aTadix7jTaL . . . Scheidungen erhitzt fault und 

die Nahrung nicht annimmt • •: 
Ein Scholion, das auch Suidas hat, gibt an: vyQoxrig GearjTtvla. 
gemeint ist die natürliche Ausscheidung, die durch mangelhafte 
Zirkulation pathologisch beeinflußt wird. 

Wir sind so ausführlich geworden, um die nötige Unterlage 
zu gewinnen für den noch fehlenden Zweig der Überlieferung, der 
für uns der wichtigste ist, für die Bedeutung von evQcoirög, das 
nach seiner Zusammensetzung bedeuten dürfte so aussehend wie 
evQOjg. 

In der unter Hesiods Namen gehenden Theogonie, die jeden- 
falls in Mittelgriechenland verfaßt ist, findet sich ohne jede Be- 
ziehung zur Göttin Europe v. 357 eine Okeanine gleichen Namens, 
deren Benennung voraussichtlich ebenso durchsichtig und charak- 



1) Am weitesten entfernt sich davon Hesych s. v. ciCrj, wenn er, wohl 
an Schmutz anknüpfend, l. mit ^rjgaata xovioqtÖq gleichsetzt. 

2) Vgl. auch das im Thes. Graecus angeführte Scholion Dioscor. in 
Matthaei Med. p. 761: SCxk evQcÖTog dvtl tov voiiSog. Der Ausdruck wird 
medizinischer Terminus sein, s. Aristoteles an der angeführten Stelle: o 
ti^tijg iari oanQOTrjg ysoiSovs uTfiCSog. 



Lexikalische Streifzüge 67 

teristisch ist wie die ihrer Schwestern TlevQairj, 'Qy-vgori u. a. Und 
mit der gleichen Beziehung auf das Wasser sagt der Thebaner 
Pindar frg. 249 b. Sehr, aus Ox. Pap. II 221: ^Ay/lioiov . . £vq(ü- 
nla AQavav. Ganz nahe au die Bedeutung von evqioelc, streifend 
bildet dann Euripides Iph. Taur. Q'2Ö yaof-ia r evQwrtov ntiqag, 
dem Oppian hal. 3, 20 mit ßiged-gov evQtoTcov folgt. Aber wieder 
auf das Wasser bezogen bildet letzterer hal. 4, 526 ev evQiOTtoloiv 
aXbg Xayoveaoiv. Von Euripides ausgehend haben die meisten 
neueren Erklärer das Wort von suQvg abgeleitet, ein Versuch, 
dessen formale Unzulässigkeit oben besprochen ist. Dasselbe gilt 
von dem von Sophokles neugebildeten Worte svQwdyig, das man als 
ev^odog auffassen wollte. Wir werden gerade auf dieses noch 
zurückkommen; zuvor aber soll die Ansicht der antiken Lexiko- 
graphen zu ihrem Rechte kommen. Hesych, Suidas, schol. Od. 
23, 322 und das Scholion jener Sophoklesstelle, alle vermutlich auf 
einer ausgezeichneten Quelle, auf Didymos ftegl öieg)^OQviag Is^stog 
beruhend, geben einstimmig als Bedeutung OAorEivog. Kann diese 
Bedeutung mit dem, was wir für evQwg festgestellt haben, ver- 
einigt werden? 

Bei der Erklärung werden wir von Pindar ausgehen müssen, 
der das Wort noch verstand, was für Euripides, dem es schon 
Glosse ist, keineswegs selbstverständlich ist. Wie die Quelle des 
Acheloios ausgesehen hat, lehrt vielleicht II. 16, 3 /.Qrjvr] (.leXäv- 
vÖQog, Tj . . dvocpEQOv yEEi vdiOQ, oder die AQ^vr] losidijg in Hesiods 
Theogonie 3. Schwarzes Wasser gilt stets für etwas Gutes, wes- 
halb Ortsnamen wie Schwarzwasser, Schwarzbach, Schwarzach häufig 
sind. Die schöne große Quelle der Stadt Messene am Ithomeberg 
heißt heute MavQOj.iccTL Schicarzauge-, und so gewinnt der Schluß 
an Wahrscheinlichkeit, daß man mit EVQiug eben jenes Schwarze 
im Wasser bezeichnet habe, das in malam partem gewendet das 
Feuchte, Modrige der Unterwelt bezeichnen konnte. Von da ist es 
dann, vorzüglich in Athen, auf jede häßliche Wirkung von Feuch- 
tigkeit übertragen, während die Tochter des Vaters aller Wasser in 
gutem Sinne Europe heißt. Auch Eugcorag ist wohl von Prellwitz 
mit Recht dazu gestellt; vielleicht gehört auch der Ort EvQOia in 
Epirus dahin. 

Wir werden dieses Resultat auf die Göttin Europe übertragen 
dürfen, die bezeichnender Weise nicht weit von Pindars Heimat, 
in Lebadeia, der Stadt mit den prächtigen Quellen im Trophonios- 
heiligtum am Ausgange der Herkynasschlucht, als Demeter Eu- 
rope bezeugt ist. Ob durch den Beinamen die unmittelbare Be- 

5* 



68 Wolf Aly 

Ziehung zu einer Quelle, oder allgemeiner die zur dunkelfeuchten 
Erdtiefe 1) ausgedrückt ist, muß unentschieden bleiben. 

Nur Sophokles Aias 1190 chor. fordert noch eine Erklärung. 
Nachdem man lange an den Worten geändert hat, hat man sich 
trotz einer metrischen Schwierigkeit, die 0. Schröder Soph. cantica 
(1907) S. 9 aufhellt, entschlossen, die Worte zu lassen, wie sie 
überliefert sind; sie lauten: srecov agid^/nog . . . i-ioxS^iov aiav ina- 
yiov ava xav evQivdy\ TQwiav övoiavov oveidog Eklaviov. Die lange 
Dauer der Belagerung wird beklagt; so lange bat sie gedauert, bis 
Troia evQcodtjg geworden ist. Die formale Eigenheit des von So- 
phokles neugeschaffenen Wortes erledigt sich schnell; denn er hat 
nur das spezifisch ionische Suffix -ludif^g anstelle eines typisch 
unionischen Suffixes — denn dazu war -couog geworden — ge- 
setzt 2). fjinen wesentlichen Unterschied macht es nicht, ob etwas 
wie EVQcog aussieht oder danach riecht. Wir hatten letzteren wieder- 
holt als Zeichen des Alterns; und so will der Dichter sagen: Troia 
ist nicht mehr das glanzvolle Ziel, das ihnen anfangs entgegen- 
strahlte; es ist muffig, dunkel geworden, angelaufen. Das 
steht denn schon in einem Scholion bei Ellendt lex. Soph. p. 285 
r osoriTtvlav, ev&a eyQovioaixev , wozu letzterer hübsch bemerkt: 
hoc posterius ineptissiimim. 

Zum Schlüsse wird mancher Leser nun nach dem stv^iov fragen; 
und man könnte versucht sein, das Wort, das eine Feuchtigkeit 
bedeutet, mit ovQog ovQavrj ürlna zu verbinden, zumal die betr. 
Wurzel auch im Litauisch -Lettischen den prothetischen Vokal 
zeigt, wie Walde etymol. Wb. d. latein, Sprache s. v. ürina nach- 
weist, den man in e-vQ-wg erkennen möchte: denn daß der Diph- 
thong durch Epenthese zustande gekommen sei, wird durch Hesychs 
eQßcog kaum erwiesen, das eine spielend an SQsßog anknüpfende 
Konstruktion sein kann ^). 

Wichtiger als diese nicht mit Sicherheit zu beantwortende 
Frage, zumal für die Lokalisierung der Göttin Europe, seheint 
es, in aller Kürze der sehr charakteristischen Verbreitung der 
Bildungen auf -lOTtog nachzugehen. 



1) Zur Sache vgl. E. Schwartz ind. lect. Eostock 1890 p. 11, der nur 
in der Erklärung des Namens abweicht. 

2) Dasselbe Nebeneinander s. unten bei ai/naXwip : alfxnXwSrig, ttvqoj- 
TTÖg : nii()Mr]g; Phot. lex. 277, 1 otrwnog- oiv(i)ör}g öiavyh? V f^^^nrog. Abnl. 
TTQovMTi^g : TTQTjvT^g, welch letzteres lautlich und morphologisch ionisch ist. 

3) s. F. Solrasen Laut- u. Verslehre S. 123 Anm. ähnl. ovviog- yMnrrig, 
TQiTw . . TT]r xtifKh]V u. a. 



Lexikalische Streifzüge 69 

Ideale Vollständigkeit einer solchen Sammlung wird bei dem 
heutigen Stande der griechischen Lexikographie schwer zu erreichen 
sein; aber ich denke, die wesentlichen Richtlinien werden sich an 
der Hand meines Materials erkennen lassen. Viel verdanke ich 
dem ausgezeichneten etymologischen Lexikon von Pape 1837, das 
nach Art des Gradenwitzschen Laterculus nach den Suffixen ge- 
ordnet ist. Es verdiente eine Neubearbeitung i), in die vor allem 
Orts- und Personennamen aufzunehmen wären, die eine unent- 
behrliche Ergänzung unserer Kenntnis der griechischen Dialekte 
bilden. Selbst ein mechanisch geordnetes Provisorium würde mit 
Freuden zu begrüßen sein, ehe die Arbeit am Thesaurus Graecus 
beginnt. Ich will im Folgenden versuchen zu zeigen, wie ein solcher 
Überblick in möglichster Kürze gegeben werden kann. Dabei be- 
daure ich, die wenigen hergehörigen Bildungen auf -ort- nicht hin- 
zugenommen zu haben, weil sie m. E. in der Mehrzahl der Fälle 
zu vöx > gyrog gehören. Auch die Verba auf -inootd habe ich 
beiseite gelassen 2), da sie besser gemeinsam mit den Nomina auf 
-a| -rj^ -w^ behandelt werden. Und damit komme ich zur Sache. 

w(// von oq : öq Prellwitz ^ 340 formelhaft in elg wncc II. Od. 
Hes., hypostasiert eiacortog II. Arat. Auge^ als 2. Glied zahlreicher 
Komposita^), älter -coip, flektiert -töniqg -toTtig, jünger -conog, in 
der Bedeutung: aussehend oder blickend wie — . 

I appellativisch 1. gemeingriechisch seit Homer nur nQÖa-ojnov 
fiST-wnov wie tia-wnög, und das unerklärte ccv&Qwnog (cev-&Q-(ti7i das Gesicht 
aufrecht haltend? Prellwitz) adi. II. 16, 263 Od. 13, 123; 

dazu svTiQÖawTTos ävang. seit Sophokles, dfufinQ. seit Emped., aiyonQ, 
xQioTiQ. TfTQayujvoTTQ Herod., ai/^oTiQ. Plato, kvtitiq. Xen., dv<^QonQ. ämg. xvvotiq. 
sp. Pr., ivQVfisTwnos Hom., ngo/uezconii^ios Herod. Xen. Sp., dvTtfxirwnog laofi. 
Xen. 

2. Neubildungen a. seit Homer Ilias ttiXdJnig Soph.'*) -niag ein 



1) Ich höre nachträglich, daß eine solche in absehbarer Zeit erscheinen 
wird. 

2) Der einzige Punkt, wo sich die Verben auf -waata mit den Bil- 
dungen auf -füTiög berühren, ist dfjßXvwnög : dfjßlvaiaaü). Charakteristi- 
scher Weise ist z. B. Tv(fiXw\p jung neben älterem xvipXojaaix}. 

3) Die Bildung war möglicherweise ererbt, sehr nahe stehen latein. 
velox, afrox, ferox , vgl. Prellwitz Bezzenbergers Beiträge 23, S. 70. Ich 
lasse stillschweigend diejenigen Worte weg, bei denen entweder keine Kom- 
position {xXwip) oder Verbindung mit einem anderen, wenn auch nahver- 
wandten Stamme vorliegt [aTivwnög mit engem Loch). Dagegen sind die 
angeführt, deren Bau unklar ist, wie avd^Qwnog. 

4) Soll heißen: Kommt in der Ilias und nur noch bei Sophokles vor. 



70 Wolf Aly 

Fisch Aristot. Sp. ßkoavQwnig Man. ßocSnig Od. Pind. Baccli. Sp. yXavxüinig 
Od. Ibyc. Pind. Soph. Eraped. -iov Ale. aUxmjj-oin tg hymn. 33, 1 Hes. Sappho 
Pind. hconrj Nie. (vgl. Ivcüttiov Aeschyl. Ivumiog LXX) evünig Od. Pind. Soph. 
Sp. -coip Lye. Soph. -wnög Eurip. Aristot. Sp. xutsvcütik Sp. y.wäina-wnig 
Od. Eurip. Cratin. parod. nsQiwnri Od. Plat. Thue. sp. D. Inüimiov Gegend 
unter de?i Augen. 

b. seit Homer Odyssee (außer yXavxdiinig sinomg xvvwnig niQuonri) 
IrwndSiog xvavdünig^) scut. Anacr. Bacchyl. Aeschyl. sp. 13. KvxXwxp, im Wort- 
sinne bei Parmenid. Emped. fxrjXcüip. 

c. ältere Poesie außer Tragödie ukawnig Eraped. djußXvwnsTv 
Emped. ((neQconög'^) Alkmann 16 (vgl. Hesych. s. v. Prellwitz s. v. riniQontim) 
Stivwnög scut. -b)\p Soph. iQicontcc (-«T«?) Hom. epigr. 1, 2, eiiQwnia Pind. 
-Tiog Eurip. Opp. -tttj Hes. xaXvxwTiig Hora. hymn. Orph. xtkaCvcoxp -cSnig 
Pind. -wnrjg Soph. Xmagcona Philox. aivyeQwnrig^) Hesiod. Tegccrconög hymn. 
ravadoTTig Emped. 

d. Tragödie Aeschylus d^ß}Mn6g Grit. 2, 11 -toxp Eurip. (vgl. clu- 
ßXvcoTTÖg viell. schon Emped. s. att. Prosa Hippokrates) (care^conög Eurip. 
Grit. c(fX(f'(a(07T6g*), yooywnög Eurip. APal. -wntg Soph. -wi// Eurip. Ivüjtziov 
Blick IndoTirj^) -äw, dffisQuJTrig Emped. fxövwvp^) Eurip. xiovcoip Herod. Aristoph. 
LXX ngr. /nvoiionög, fxvwip Bremse zu fuvta Aristot., bildl. Stachel Plato, 
Xen. Sp. nvncüTiög'^) Plut. axvd^QOijiog Eurip. Hippocr. tittisch, (ficci^Qwnös 
Eurip. (flöytjnp-ojTiög '"OxTwnug fing. Flußname ^). 

Sophokles dyXäcoilj äoXwTitg Trjkcjnog dazu oivcoip nach homerisch 
olvoip-conög Eurip. Theoer. Nie. 

Ion TctvQwnog vwniofiat (nach vriXtrjg)^). 

Euripides uyQtwnög Plut. aliuartoTiog Plut. «jtwttos APal. Luc. «ffr^w- 



1) Deraokrit dafür bezeichnender Weise xvavoeid'i^g. 

2) Dagegen Aeschyl. Choeph. 600 cln-tQioTog richtig überliefert. 

3j Dieselbe Formation erst wieder bei Sophokles, aber vgl. tvQvona Hom. 

4) Vgl. dasselbe unten als Eigennamen in Athen. 

5) Mißverstanden von Lyc. als Inwm'g. 

6) Mißverstanden von Aelian. 

7) Die ältere Philosophie kennt nur nvQcöärjg Index d. Vorsokrat. II 2, 
S. 535. 

8) Die Zugehörigkeit einer ganzen Gruppe ist mir zweifelhaft. Ai- 
schylos und Euripides kennen ein Adj. TTQovwnrjg in dem Sinne von nqrivrig. 
Daneben bildet Euripides nQovdmiog vor der Tür, von Dion. Hai. AE. 4. 14 
in dem Sinne von compitalis übernommen. Letzteres steht wohl in Be- 
ziehung zu uviüTTiK Poll. 2, 53 aber der 2'ür, Ivconiov, Dittenberger syll. '^ 
588, 245 der Raum in der 'für, ein Ausdruck, den schon die Odyssee kennt. 
Hier liegt, wie in axivojnög, fivwnla Mauseloch die bildliche Ausdrucksweise : 
Öffnung = Auge vor, die zur Bildung eines selbständigen Wortes onri ge- 
führt hat. Nur nqovwnrig kann man zu üx]) ziehen (Prellwitz denkt an 
vänog), doch bleibt die Bildung unklar. 

9) Vgl. Prellwitz et. Wb.* S. 317 s. v. rwd'o'f, Hesych rwj// • dad^svrig 
roig ofj.fj.aaiv. 



Lexikalische Streifzüge 71 

710? zu älterem doTiQüinög, xoilwnos, uu()ju((()U}n6g, [xoQfioQOjnög im Munde des 
Eur. bei Aristoph. Suidas (nicht aus Aristoph.) vvxTt(}(icni6g Plut. vvxTwno; 
naQ&fvwTios^) Dion. Hai. /()i;(T(ij7id? Plut. -djna -(Snig Aristoph. parod. sp. D. 

e. ionische Prosa fällt fast ganz aus. Von den genannten hat 
Herodot xüvMip, Hippokrates dfxßkvMniw, axvlhQcjnug, dazu kommt aus Hippo- 
krates vÖQwxp^^), nach Anecd. Bekk. 312, 16 statt des älteren vS()0(>6ri, vgl. 
daneben in derselben Bedeutung vöaroio vSsQog in^aX^og^). 

f. attische Prosa: außer den gemeingriechischen leben tlfjßlvwnög 
xwvwijj fxvwxp TiiQiwnri Gxv&(i(x}n6g, dazu neu uiywnög*) Aristot. '"') ä()otvo)nög^) 
Plato Aristot. Sp. ävawniu) Plato Xen. Aristot. Demosth. ep. ,'/i)^«A-wi/; 
Kohlenmeiler Aristoph. Hesych s. v. Savaxig PoU. 10, 101, Twi^ ein Fisch Ein- 
augef attisch nach Kallimachos frg. 38, xciXkuinCual^ui seit Plato'), xKtwniaü) 
seit Aristot. xiQxwTit] Zikade mit Legstachel Aristoph. xvxkwniov das Weiße 
im Auge Aristot. zii7'wi// Hundsauge, eine Pflanze Theophrast, fxwXwxp Striemen 
Hypereides, Aristot. Plut. LXX, fivwip^) blinzelsichtig Aristot. med. o'^vtan rig^) 
Aristot. Theophrast. vnwmov Ohrfeige, Beule, Sc/iwiele Aristoph. Com. Luc, 
auch ein Kraut vnwnCg Theophrast"). 



1) Anakr. sagt nnQ^tvcov ßXfnwv. 

2) Moeris p. 377 nennt vd'eoog attisch, ixh^mip hellenistisch. Es ist 
nicht so ganz sicher, ob der bei Hippokrates (mit Ausnahme von v^fQoiJv? 
Erotian. p. 128, 10) ständig angewandte Terminus vötmxp notwendig ionisch 
sei. Die Schule von Kos sprach jedenfalls kein reines Ionisch, wenn sie 
sich auch literarisch darum bemüht, es zu schreiben. Ein ähnlicher zweifel- 
hafter Fall ist noraCviog, das, da die Lexikographen nQÖOi^uTog erklären, die 
Präposition norC zu enthalten scheint (vgl. Prellwitz etym. Wb. "-^ S. 381). 
vSQwip auch in Epidauros CB. 3340, 1. 

3) Dagegen aiyt-i.(a\p zu Aojttt;? v^tojjiov und vlo)nov sind Fremdworte. 
Die vox mystica SQcöip aus einem alten milesischen Alphabetzauber bei 
Clemens ström. 5, 8: ßf(^v C«^p X'^^f^ 7iXr]XT(>ov crqiy^, xra^CßiX ^'^vnrrjg 
(fXiyfxo (^QCüip, den auch schon Kallimachos frg. 75 Sehn, kennt, wird man 
kaum unter ,, altionischen" Wortschatz einreihen dürfen; vgl. 0. Hoffraann 
Gr. Dial. 2 S. 369, wo ^Qovnaxtiov eher zu ÖQÖJna^ Pechmütze gehört. 

4) Herodot sagt cdyonQÖauinog. 

5) Ich fasse den Begriff attisch nicht im Sinne der Attizisten, sondern 
als nichtionische Prosa des 5. u. 4. Jh. 

6) aQaevwnog mit ion. Lautierung gibt es nicht. 

7) clx«lX(ÜTnaTog Heraklit frg. 92 ist wohl auf Rechnung Plutarchs zu 
setzen. 

8) Vgl. die davon unabhängigen Worte /uvcoip Stachel und /uvconia 
Mauseloch. 

9) Vielleicht schon Em pedokles; Demokrit dagegen (Index der Vor- 
sokratiker S. 434j sa^t in dem wörtlich überlieferten Fragment 119 6^u6f(>x(ir]. 

10) Gehört etwa vaawnog Theophr. Diosc. IG. XII 5 hierher, vgl. vaaa^ 
Herwerden lex. suppl.? In dieselbe Rubrik dürfte wohl gehören alfxäkwxp, 
das Erot. p. 100. 6 gebraucht, wo bei Hippokrates ai/jccTaxfrig oder cd/ua- 
XwSrjg gesagt ist {n. vovaojv III 6), desgl. naQU)nCg im Schmuck von Frauen 
und Pferden Poll. 2, 53. 



72 Wolf Aly 

g. aus anderen Dialekten: makedonisch (thessaliseh) xvvoiJneg 
Bären bei Hesych auch xvovmvg, auch xvbjxp Nie, xixvwip- &riQ(ov Hes. 
xivojnerov Kallimachos giftiges Gewürm zu xväw Kratzgesicht, xovvovneg 
thessal. (Hoffmann 2, 226). Aus Hesych kommen dazu: aCioneg zu aCr] 
ebenda, (fcüip- (fäog aus *(/)«/wj//, xoQvconi^sg- xojvwmg, vgl. Strabo 613 
näovomg, ovg ol Oiratoi xoovonccg (= * xccgv-wnccg Socksgesicht) Xtyovat'^). 

h. die Koine hat wenig bewahrt, neu dazu kommen nur iv(i)ni.ov in 
Gegenwart von LXX NT (ßvwniog hat schon Theokrit 22, 152 und IG XII 5 
aus Keos Ditt. syll.'^ 843, 7) ßagvomifo LXX. 

i. die spätere Poesie dagegen und die poetisierende Prosa lieben 
die Bildung; neu dazu kommen dyavwnrjg, clXäiüip -nög, ßkoavQuinög, 
yaksQwnog Anecd. Bek. 229, 33, ihxconög, x^aXsQtiinög, xoiXwnig -rjg, xv- 
av(i)7irig -nög, fxctQ/uccQWTiig, neoiionrjg -i(0, nvQwnrjg -ig, nvQawn 6g , arvyeQco- 
■nog, TrjXäJTrig, rvtfiXoj^p , /agtrcönrig -ig. 

II Eigennamen Orts- und Menschennamen'^) nach Landschaften. 

1. Makedonien, Thrakien: EvQwnog 2 Städte in M., Käaawnig^) 
Kastell in M., lAX/nwnia*) Landschaft in M., 'PoötUmg Hetäre aus Thrakien 
(wer hat sie so genannt?); nordgriechisch sind auch die Mänade jElwttjj 
und Amazone Avxwnig. 

2. Thessalien: Evooinog Fluß im. Norden, liaunög^) Fluß in der 
Phthiotis, roQywnag, MsTovnog; 'Eoicjnig Tochter des Pheres. 

3. Mittelgriechenland: Atollen Avxwnr] Konxänri Städte. EvgwTiog 
ein Fluß, Aixianog, /IvOdinog, ^atSoJnag Kojvwnicov Afvxwnsvg Sohn des 
Porthaon; Lokris Eoiiü/rtg Mutter des lokr. Aias, 'Enconi^ Stadt, Ke'QxcDn^g^) 
(mythisch), Thermopylen, Böotien Demeter Europa, danach Mittelgriechen- 
land benannt, llownög Fluß, 'OQwnög Orf) Kof^utna^) aus Tanagra, MtXu- 
vojTiog aus Kj^me auf Euboia, -ünivog aus Eretria. 

4. Athen auf der Burg rXavxioniov^); Zfhg ^EnwntTrig Hes. lAfjcfiaw- 
nog, 'E^coniog -läärjg, Kirwnr]'^'^), MeXävwnog, Mvwip. 

5. Peloponnes in Arkadien Stadt Kcovomri, Fluß Mtrünr]-, '9.\p aus 
Teuthis Paus. 8, 28, 5, östlich 'Ejuanri Name von Akrokorinth (poetisch ?), 
Name des Demeter in Sekyon, rogyaünug oder -mg See am Isthraos vgl. 
Hesych s. v. aus Kratinos; 'Aaojnög Fluß in Phlius und Aigina, EvcÖTitg 
Göttin in Troizen vgl. Hesych Evwniov nvqk TiuQ&fvixrj iv TqoiCv^i-; l4aw- 
Tiiog aus Megara und Byzanz, EvQcoip 'EnioTitvg myth. Könige von Sekyon, 



1) tv-0(t)Ti(cc nicht hierher. 

2) Vgl. Fick-Bechtel, Personennamen S. 294 (unvollständig). 

3) Vgl. Fick-Bechtel, S. 160. 

4) Vgl. "AXfxog TioXig Boiwriag Steph. Byz. 

5) Vgl. c'caig Flußschlamm. 

6) Vgl. in Athen KsxQoxp der Schlangenschwänzige?, Okeanine Kfoxrjig 
Theog. 355. 

7) Zu To oQog (oder 6 ÖQog Weinpresse?). 

8) Zu xo&cü- ßXttßr} Hes. xöd-ovQog Hesiod. 

9) Schon bei Alkaios, vgl. E. Maaß, Ath. Mitt. 25 S. 337. 
10) Vgl. xivwnfTov. 



Lexikalische Streifzüge 73 

KgÖTionos^) König von Argos; in Lakonien Stadt '--iawnog, 'AaT^Qwnog Foo- 
ycinag, Avxtänrjg (Herod. 3, 55). 

6. dorische Inseln auf Kos ^aodcivü)niSt]g'^), auf Kalyrana Xp/jffrtu- 
nog, auf Rhodos MiXävconog, auf Kreta Alöbmog Kvianlag und Ortsname 
Boivfana, auf Thera FoQywnag, bei Kyrene Ort /Ivawnog. 

Auch der Ephesier roQ-ytönag, der Thasier /Itivümag , der Kitharöde 
Oivwnag sind keine lonier. 

7. lonien nur da, wo auch andere Spuren auf west- und zentral- 
griechischen Einschuß hinweisen, auf Delos Bach "/rtüTiof^*), wo auch Artemis 
'Slnig*) heißt; auf Faros Eluß l-taunög; man denke an die 'fax(vxhu( auf 
Tenos; in Ephesos Phyle Oivcüntg und Personenname KÜQvwxp^), wo der 
Monatsname 'Ayvriiwv nach Magnesia, indirekt also nach Nordgriechenland 
weist. Anderes ist unsicher, ob AYawnog wirklich in Samos zu Haus ist, 
wie die Oivconeg auch nach Kyzikos und ein EiwnCS^g nach Chios und 
Kvfjjnog nach dem gegenüberliegenden Erythrai kommen und ob Zivojnri^), 
die milesische Kolonie, hierher gehört. 

8. Der Westen bietet nur Evwniog, Tyrann von Heraklea, M^romog 
in Sybaris und aus römischer Zeit liyäS^wnog''). 

Dies das Material, an dessen Beurteilung ein halbes Dutzend 
mehr Belage wohl kaum wesentliches ändern werden. Auf das 
P'ormale kann ich hier nicht eingehen, obgleich eine gewisse 
Gruppenbildung in die Augen springt, indem der erste Bestandteil 
zunächst eine Präposition, dann ein attributives Adjektiv und end- 
lich ein beliebiges Nomen sein kann, während ein Verbalstamm 
seltener, wie in fxv-coip, zu erkennen ist. Interessanter ist die 
Verteilung der Bildung, die in der Ilias häufiger als in der Odyssee, 
in der attischen Prosa häufiger als in der ionischen, in West- und 
Nordgriechenland häufiger als im Osten ist. Dorisch dürfen wir 
jedoch diese Vorliebe kaum nennen, eher zentralgriechisch, worauf 
auch die Vokalisation von KgorioTvog weist; denn ganze Nester 
fanden sich in Thessalien-Böotien einerseits, und Sekyon und Um- 
gegend andrerseits. Deutlich zu erkennen war, wie Aischylos hier 
eine helladische, ja man kann vielleicht sogar sagen für ihn 



1) Zu xQKTog, vgl. Thumb, Handbuch der griech. Dialekte S. 255. 

2) Vgl. Hesych SuqöuIvbi- fxoXvvti,. 

3) Wohl zu iv(w ausleeren, vn^Q-vvog übermäßig leer; es ist wirklich 
kein Staat mit ihm zu machen. 

4) Volksetymologisch für Ovnig. 

5) Siehe oben unter I g. 

6) Volksetymologisch für Zctvclnr] sehol. Ap. Rhod. 2, 946 aus Andren 
V. Teos, vgl. Hesych s. v. aüvunTiv. KfQxwip aus Milet ist Spitzname. 

7) Nicht unterzubringen sind 'PiXojip xqtjvt] Hesych, Zxv&QonsCörig Et. 
Magn. ^O^i'wnov Stadt in der Troas, KcovwnHov an der Palus Maiotis, IJoo- 
aoiniTig im Delta, Idawnög in Phrygien. 



74 Wolf Aly 

attische Eigenheit bewußt ausbildet, ferner, wie stark Euripides die 
spätere poetisierende Prosa beherrscht, wie die Koine doch einige, 
wenn auch wenige nichtionische Elemente zeigt, u. a. m. 

Um auf Europe zurückzukommen, so stammt der Name, wie 
seine Bildung zeigt, aus jener Schicht, die zutage tritt, wenn wir 
Thessalien mit Arkadien vergleichen, ein Resultat, das für die Ein- 
ordnung der Göttin zeitlich und räumlich bedeutsam sein dürfte. 
Neben Europe in Böotien^) und Europs in Sekyon finden wir nun 
erstere auch in Kreta und zwar genau in dem Teil der Insel, wo 
in Gortyu neben peloponnesischem Einfluß auch unmittelbar thes- 
salischer bereits anderweitig nachgewiesen ist. 

5. <Doivi§ 

Neben Europe soll auch ihres Vaters Phoinix mit wenigen Worten 
gedacht werden, dessen Namen ebensogut griechisch, aber auch 
ebenso altertümlich gebildet ist. Das Adjektivum q^oivog und dessen 
Kompositum öa-cpoiv6g kennt bereits die Ibas. 16, 159 heißt es 
von Wölfen, die den Hirsch zerreißen: Ttäoiv di TraQtqiov aXfxaxi 
(fOLvov von Blute rot. So erklärt Hesych (poLvov tzvqqov, q<oiviag' 
SQvoißrj; das gleiche Wort ist für die Sikelioten zu erschließen aus 
lat. Foeni * Ooivol die Roten. Danach kann V. 362 des Apollo- 
hymnus kellte di d^viiiov q)oivdv ü7t07cveiovoa nur heißen: sie ließ 
aushauchend ihr rotes Leben, wie Vergil Aen. 9, 349 es richtig 
nachbildet: purpuream vomit ille animam^). 

Dieselbe Bedeutung läßt sich für das intensivere da-(foiv6g^) 
nachweisen, da, wo es noch wirklich der lebendigen Sprache an- 
gehört. So steht es in der Ilias nur von der Farbe 2, 308 ÖQäy.o}v 
ETtl viüta d., 10, 23 d. öeQ/.ia leovvog, 11, 474 d. diueg. Wie 
latveog II. 22, 154 neben Xdivog, so findet sich II. 18, 538 eLf.ia 
daffOLvehv aif-iaiL cptoriZv (= scut. 159). 

Spätere Dichter haben das Wort nur noch aus Homer und 

1) EvQtanCa- tj "Hqk könnte die vom Kitbairon sein; Gruppe setzt sie 
ohne nähere Begründung nach Argos. 

2) Eine schlechte Konjektur steht scut. 212, ein Vers, der nach Berl. 
Klass. Texte V 1, 19 lautet: 

(XQyvfJioi 6fk(f'ivfg i(foivtov 'iXkonug ij({hvg. 
Unsere Handschriften entstellen es zu i(f)oiTiüv oder i(potßov. Der Vers 
ist Dublette zu 210, wo es heißt: <^fX(ftvtg rrj xal tj i&vvfov i/Ovc'wvTfg. 
Statt lif'oCvtov scheint also einmal l&oCviov dagestanden zu haben , was 
keinen Sinn gab. Job. Pediasimos hat tatsächlich l&o(vwr. Man darf also 
nicht mit Rzach 209 — 10 einklammern, sondern nur 211 — 12. 

3) i^taffi. mit einer allerdings vereinzelten Behandlung des Anlauts. 



Lexikalische Streifzüge 75 

legen ihm z. T. die falsche Bedeutung unter, die Hesych mit liav 
(poviog wiedergibt. Richtig von der Farbe braucht es Aischylos 
Prom. 1021 dial. d. alerog von dem rotgelben Gefieder, Choeph. 
591 chor. d. öalöv vom flammenden Holzscheit des Meleager, von 
Schütz unrichtig mit sangninarius wiedergegeben. Anders spricht 
der Apollohymnus 304 vom Drachen als von einem 7tri(,ia d., Pindar 
Nem. 3, 81 nennt einen blutigen Fang d. ayQa; bei Euripides Ale. 
581 chor. ist Xeovrcov a ö. l'ka eher die blutgierige Schar als die 
rotgelbe Schar; und der Verfasser des scutum 250 nennt gar die 
mörderischen Keren so. Das Wort war also in neuer Bedeutung 
in den allgemeinen poetischen Sprachschatz aufgenommeo. 

Dem entspricht der Gebrauch des jüngeren cpoiviog *), das noch 
Od. 18, 97 in (poiviov ai/iia allein auf die Farbe geht; von dort 
übernommen Aesch. Spt. 720 chor., Soph. Phil. 783 chor. Dagegen 
gebrauchen es die Tragiker 2) und Pindar Isthm. 4, 35 im Sinne 
von cruentus. Der Grund dieses Bedeutungswandels liegt in der 
Angleichung an qjovog tpoviog, eine äußerliche Ähnlichkeit, die von 
jeher dazu verführt hat, eine etymologische Beziehung zwischen 
qioivog und (poviog durch Annahme von Epenthese herzustellen, die 
bei den Adjektiven auf -log ganz unerhört ist. 

Sehen wir also davon ganz ab, so bestätigt sich die Annahme 
einer Grundbedeutung rot in verschiedeneu Ableitungen. g)0Lvi]eLg 
heißt derselbe Drache II. 12, 202, der wenige Verse später als 
alolog ö(pig bezeichnet wird ; man erinnere sich des oben genannten 
dga/Liov da<poiv6g. Und auch cfoivi^, das allein lebendig gebheben 
ist, wird in gleichem Sinne II. 23, 454 von einem Pferde gebraucht: 
og t6 fxev aXlo töoov q>oivt^ r^v, iv di ^.lEiojTtoj lev^^ov arjfx ers- 
TvviTo es war ein Fuchs. So heißt auch der fremde Wundervogel 
seit Hekataios bei Herod. 2, 73 Ooivi^, weil er nach Herodots aus- 
drücklicher Angabe zum größten Teile rot war. 

Vor allem in adjektivischer Verwendung hat sich cfoiviS. (poi- 
viaaa (poivUeog «ftoivixoeig als Farbname nicht bloß in der Poesie, 
wo es sehr häufig ist, sondern auch in der gesprochenen Sprache 
gehalten, sodaß es sich über lateinisch pimiceus^) bis zum italieni- 
schen puniceo verfolgen läßt. Es ist wohl anzunehmen, daß we- 
sentlich der technische Gebrauch das völlig isolierte Wort vor dem 
Verschwinden bewahrt hat; alle Stellen einzeln anzuführen, würde 

1) Wie ofxaCfxiog neben o/uaifiog 

2) Für Aischylos (nur Ag. Choeph.) vgl. lex. Dindorf. p. 382, für Soph. 
lex. Ellendt. p. 769. 

3) Schon Plaut. Eud. 1000. 



76 Wolf Aly 

ZU weit führen. Für die Lokalisierung ist wesentlich, daß viel- 
leicht schon Anaximenes A 18 Diels, sicher Xenophanes frg. 32, 2 
D. den Regenbogen (poivixeog genannt hat. Dann kehrt das Wort 
wieder bei Herodot 1, 98 u. ö., bei Xenophon und in der Koine 
bei Polybios, wohin es also wesentlich durch ionische Vermittlung 
gelangt zu sein scheint. Die Bedeutung^) hält sich verhältnis- 
mäßig gut; im Gegensatz zum blauroten Purpur bezeichnet es ein 
helleres Rot nach Gelb zu. So wird mit rfoivi^ gefärbt Elfenbein 
II. 4, 141, ein Gürtel 11. 6, 219 und anderes Riemenwerk Od. 23, 
201 Simonid. frg. 17, während Wolle meist mit /lOQcpvQu gefärbt 
wird: cpagog II. 8, 221 xlalva, tdnyjg, Ttsnla, doch gibt es auch 
%kalva cpoLVLxoeooa IL 10, 133 23, 717 Od. 14, 500 21, 118. 
Statt fXi'kiOTiäQSiog steht cpoiVixoTtaQEiog Od. 11, 24 23, 241; (u.i'kTog 
ist ziegelrot. Xenophanes beschreibt den Regenbogen als vicpog 
rtOQcpvQSOv '/.al cpoivi/iEov y.al yXcoQOv rot rotgelb grün, und Simo- 
nides frg. 54 braucht es vom Saft der Scharlacheiche. Wir können 
zusammenfassend sagen, daß der Stamm rpoiv- nur noch bei Homer 
und in Sizilien, vielleicht noch bei Aischylos lebendig ist, während 
sich in der übrigen Gräzität abgesehen von der Dichtersprache nur 
die Weiterbildung (poLviA- (besonders im Ionischen) lebendig erhält. 

cpoLv-l^ ist gebildet wie aXd^lS, zu al&og, gaöT^ zu Qdd-af.ivog, 
GKavöl^ zu G'Advd-aXov. Letzteres ist bei Aristophanes belegt, also 
attisch, Qaöii. (erst Nikander) nicht zu lokalisieren, ^Yd-i^ dagegen 
als Stamm- und Menschenname nordgriechisch. Einen Thessaler 
des Namens nennt Fick-Bechtel S. 333; er wird so heißen nach 
dem gleichnamigen Stamme an den Quellen der Peneus. Wir 
werden sehen, daß auch der Name Phoinix dort eine Rolle spielt. 

Andererseits leiten die Ti^i.ilv.Eg nach Böotien ^), wo der Vater 
der Europe von vornherein zu vermuten war. 

Als Menschen- resp. Göttername wird Phoinix wie Aithon, 
Pyrrhos gebraucht; außerdem bezeichnet er ein orientalisches Volk 
als die Roihäute des Altertums, neben denen die KiXr/isg (zu ytiXXog 
grau) etwa die Bleichgesichter darstellen können. Ich gehe von 
dem Völkernamen aus; denn die Phönikier sind bekannt genug. 
Es sind die Leute von Sidon und Tyrus; aber wenn Bakchylides 
und Koriuna den Namen Ooivi/irj für Karlen 3) brauchen, so ist 
damit nicht gesagt, daß die Karer Semiten seien. Hier ist das 



1) Über 'Polvi'i Dattelpalme (zuerst bei Empedokles A 70 Diels) kann 
ich nichts aussagen. 

2) Steph. Byz. p. 615, 3 Bedeutung? vgl. Hesych s. v. r^/ufiuv. 

3) Wohlgemerkt nicht 'i^oCvixeg für die Karier! 



Lexikalische Streifzüge 77 

Land, wo für den Griechen die Sonne aufgeht, das Rote genannt, 
ebenso wie man die Lykier volksetymologisch als die Lichten ge- 
deutet haben wird, solange die Wurzel luk noch lebendig war. 
Also die Phönikier haben ihren Namen seit der Odyssee, in volks- 
etymologischer Umdeutung der originalen Bezeichnung Fenchu. 
Aus dem Ethnikon wird ein Sklavenname, so IGr II 959 c3, al2 
Anf. 4. Jh. in einem Flotten katalog und das hat dann infolge von 
Freilassungen weiter gewirkt. Andere Leute sind einmal in Phö- 
nizien gewesen und haben daher ihren Namen, aber es ist unmög- 
lich jedes Vorkommen des Namens aus diesen beiden Quellen ab- 
zuleiten. Eine Zusammenstellung des mir bekannten Materials 
mag zeigen, daß sich eine gut begrenzbare Schicht absondert, die 
mit den Phöniziern nichts zu tun hat und für den Gott Phoinix 
in Anspruch genommen w^erden muß. 

Folgende Formen und Ableitungen sind bekannt: <f>oiviy.li'i]q Klto- 
(potvt^ <PoCvi'^ <PoCviaaa 'Poivi.xtSrjg resp. <PoiviyM6rjg. Der zweistämmige 
Yollname kann ebensogut wie Diokles, Dionysokles, Theokles auf einen 
Gottesnaraen, wie nach Analogie von Samokles, Oropokles, Ehodokles auf 
einen Ortsnamen bezogen werden. Als letzterer würde er den Phönizien- 
fahrer bezeichnen, wofür einfach Phoinix eintreten kann, wie Af-yunriog oder 
Zxv&rig (beides 5. Jh.). 

1. Den ältesten Beleg scheint Korinth zu bieten. Bei Röhl imag. ^ 
X 3a lese ich $^$00 qoCvi\^'i]. Ähnlich rätselhaft sind mir die beiden 
äginetischen Grabschriften IG IV 55— 6 aus dem 6.— 5. Jh. M«^fx()ßT[?j?] 
<Poirt,yg, EvQvfAtt/og 't'oi{i')i{/g), deren echtgriechische Namen es verbieten, 
an geborene Phönizier zu denken^). Nicht allzuweit entfernt ist die Heimat 
des 457 bei Tanagra gefallenen Kleonäers Phoinix IG 1441; das benach- 
barte Phlius bietet im 4. Jh. eine Phoinissa IG IV 453, Megara den 
Dichter der neueren Komödie Phoinikides, Ägina in hellenistischer Zeit 
eine Phoinissa IG IV 13, während unter den Gefallenen von 146 IG IV 
894, 9 ein yi/atbg avvoixog ^ccf^o/aQrjg 'Poiviy.iSov sich befindet. 

2. Ein ähnliches Namennest bildet E üb öa, wo die Bleitäfelchen von 
Styra einen Phoinix und einen Phoinikades (Bechtel, ion. Inschr. 19) liefern, 
und Kleophoinix (Amer. Journ. of Arch. 7, 247. 6) aus Eretria stammt. 
In die Nachbarschaft gehören die Thebaner Phoinix (Plut. Alex. 11) und 
Pboinikidas IG VII 2436 heilenist. sowie ein <Poi,v . . . aus Akraiphion 
IG VII 2754. In Thessalien ist der Name erst im 1. Jh. nachzuweisen 
IG IX 533, 18, 21, ferner vereinzelt in Akarnanien Hippocr. Epid. V 4. 

3. In Athen kenne ich nur das alte Geschlecht der 'PoCvi.xeg, vgl. 
IIvQQaxiSui; dann kommt der Name erst wieder im IG III in Ephebenlisten vor. 



1) Könnte man vielleicht bei der bekannten Beziehung zwischen rot 
und tot (v. Duhn Archiv f. Eel. 9 (1906) S. 1) die Inschrift als Mn'txQÜjTig 
(f.oCvi^ in dem Sinne von Mtvtxn('ar]g fJQwg fassen? Denn die Toten lieben die 
rote Farbe als Farbe des Blutes und Lebens. 



78 Wolf Aly, Lexikalische Streifzüge 

4. Eine fernere Gruppe dagegen bilden die Inseln Tenos IG II 817 
a20 (358), 814 b 13 (374) 4^oivixkeris (vielleicht Delos^)); Delos GIG 2323; 
Thera IG XII 3, 330 (ca. 200) 336, 24 (ca. 200) derselbe? 749; Kalymna 
CB 3590 (ca. 200)^). — Die kleinasiatische Küste schließt sich an: lasos 
CB 5515 (vor 353), Kolophon der bek. Jambograph (nach 300), Chios 
Ditt. syll.^ 571. 10 (vor 300) und auf Münzen, Pergamon Inschr. v. Perg. 
268 cl5, 20 e38 (98), Sardes Ditt. er. Gr. inscr. 437 (um 100), Tenedos 
General des Eumenes v. Kardia (320), Kyzikos^) Ditt. or. Gr. inscr. 748, 
13 (278). 

Danach ist die Herkunft der wenigen weiteren Träger des Namens zu 
beurteilen, vgl. Plato symp. 172b, Isoer. 17, 4, Diod. 20, 73, Suidas s. v. 
ZifiwvCSrig Appian. Mithr. 79, IG II 1205b, 4040b, Defix. 42, 16 u. a. 

Ich habe bereits angedeutet, daß die östliche Gruppe (Inseln 
und Kleinasien) entsprechend ihrer natürlichen Lage in der Mehr- 
zahl der P'älle durch die Wahl des Namens Phoinix Beziehung zu 
Phönizien ausdrücken wollte; ich erinnere an die Phönizier, die 
Gründer von Melos, Kythera, Thera, Itanos, Astypalaia, Thasos sein 
sollten. Das gilt ganz und garnicht von der ostpeloponnesischen 
und der böotisch-euböischen Gruppe, die uns beide als der vor- 
dorischen Schicht angehörig schon bei Europe begegnet waren. 
An beiden Stellen ist der Name alt bezeugt, früher als auf den 
Inseln; an beiden ist er auch als Göttername nachzuweisen. 

So tritt vor allem Athena Phoinike von Korinth an ihre 
richtige Stelle, sie, die nichts mit Phönizien zu tun hat, sondern 
das Feminin zu Phoinix ist, wie Europe dasjenige zu Europs. In 
Böotien selbst ist Gott Phoinix nur noch als Vater der böotischen 
Europe zu postulieren, lebt aber vereint mit Amphiona, dem Kor- 
relat des böotischen Amphion, im nördlichen Zentralkreta als 
Gott fort (vgl. CB 4952 a oO), das auch sonst alte Beziehungen zu 
Böotien verrät. Daß aber Thessalien nicht minder denselben 
Gott gekannt habe, zeigt die im 9. Gesänge der Ilias novellistisch 
durchgeführte tragische Erzählung von dem phthiotischen Heros 
Phoinix, dessen Schicksale bis in das Doloperland hinein in die 
Gegend der oben genannten Aithikes führen. Näher auf die an 
ihn geknüpften Sagen einzugehen, die ihn, den „Roten", als Sonnen- 
gott zu charakterisieren scheinen, ist hier nicht am Platze. 

Nur eines sei in Kürze noch angedeutet. Wir haben oben die 



3) Nicht Athen, wie Fick-Bechtel S. 281. 

1) Offenbar mit einander verwandt sind Stvööixog 'PoCvixog, <Po(vt§ 
SfvayoQa, atvctyoQag 4>oCvtxog, SivctyÖQctg atvayöqa, atvöötxog StvayuQa ; nach 
Maßgabe der Namen vom Stamme '^ivog weist Phoinix hier nach Phönizien. 

2) Auf 'PoCvinnog GIG 3664, 20 gebe ich nichts, da die Inschrift sehr 
jung ist; etwa 'PctCvinnog? 



W. A. Baehrens, Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch 79 

etymologische Verknüpfung des Namens mit q)6viog abgelehnt und 
sind sozusagen verpflichtet, einen Ersatz dafür zu bieten. Ohne 
das Folgende näher auszuführen, das wesentlich aus mythen- 
geschichtlichen Zusammenhängen erschlossen ist, möchte ich der 
Vermutung Ausdruck geben, daß der Name Phoinix auf dieselbe 
Wurzel zurückgeht wie der seines Sohnes (Divevg. Eng zu dessen 
Namen gehören wahrscheinlich cpivig ein Adler ^ wobei man an den 
obengenannten aletdg dacpoivog denken kann, und cpiva^ eine Eiche, 
vielleicht die ebenfalls schon genannte Scharlacheiche. Alle die 
genannten Worte können eine Weiterbildung der in cpiagog' Xafx- 
^Qog, g^aiÖQog, cpaiog, Qaiaxeg vorliegenden Wurzel ghai > ghi^) 
sein, die etwa hell bedeutet. 

Freiburg i. Br. Wolf Aly 



Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch 

(Fortsetzung von p. 266 ff.) 
X. Indieativus pro Imperativo 

Carm. Epigr. 76, 2 und 77, 2 lesen wir: lege et moraris-, n. 90 
valete et memores estis pietatem patris; lo2b: hoc simul ut credas 
tu moriture legis. Bücheier hat an diesen Stellen einen Indieativus 
pro Imperativo angenommen 2). Seit Leos epochemachenden Aus- 
führungen über auslautendes s (Plautinische Forschungen ^ S. 224ff.; 
de trag. Rom. S. 6 f.) ist auch eine andere Auffassung möglich: wie 
-is vor Vokal zu -e wurde, so kann umgekehrt in den erwähnten 
Beispielen moraris usw. eine orthographische Nebenform von mo- 
rare usw. sein; in dieser Weise hat Skutsch Glotta 1911 S. 352, wo 
er Notizie degli Scavi 1909 S. 456: ne revellis behandelt, auch 
CIL. V 7537: discitis = discite (Carm. Ep. 833) erklärt. Dies für 
die ersten 2 Beispiele anzunehmen verbietet aber die Tatsache, 
daß wir bei Venantius Fortunatus nicht nur II 9, 7: Mot/ses, tende 
manus et tua casfra iuvas; VI 9, 19: sed tarnen ut tandem venias, 
huc carius hortor et revocas ocuUs lumen, amice, meis; VIII 9, 15: 
hoc precor, incolumem referant te gaudia paschae et nohis pariter 
lux geminata redit^), sondern auch V 6, 33: rumpite loca iugis et 

1) Vgl. Prellwitz, etym. Wb.'^ S. 479. 

2) Vgl. auch den fehlerhaften Vers 336: parcitis heredi et dedite. 

3) Die Beispiele bei Leo Index S. 403; vgl. Plaut. Forsch.^ 273. 



gQ W. A. Baebrens 

sumitis arma diei lesen. In dem letzten Falle kann nur, wie in 
den o ersten, Abwechslung von Imperativ und Indikativ vorliegen, 
nicht sumitis für sumite stehen. Ebenso müssen wir also Carm. 
Epigr. 76, 2 und 77, 2 auffassen: macht doch der vorhergehende 
Imperativ die Deutung des folgenden Indikativ genügend klar. 
Ganz verschieden aber sind folgende Stellen: Plaut. Asin. 254: 
quin tu abs te socordiam oninem reice et segnitiam amove atque ad 
ingenium vetus vorsutum te recipis tuum; Pseud. 1183: quin tu 
mulierem mi emittis aut redde argentum; Mostell. 815: quin tu is 
intro atque otiose perspecta ut lubet, wo Mischkonstruktion vorliegt, 
weil man ja quin reice! und quin reicis? sagen konnte. Daß im 
ersten Beispiel der Imperativ, in den andern der Indikativ an 
erster Stelle steht, hat m. E. keine Bedeutung (anders Leo PL 
F. ^ S. 273). — Wohl aber könnte man geneigt sein Carm. Ep. 833 
(s. oben): discitis crescentes pietate redere vostris, discitis als gra- 
phische Nebenform von discite zu erklären. Betonen will ich, daß 
— wenn auch ganz vereinzelt — der Indikativ pro Imper. ohne 
vorhergehenden Imper. sich auch in der Literatur belegen läßt. 
Cyprian. ep. 22, 2 p. 534, 8 ff. ist der Text sehr verdorben, aber 
den Anfang: vides ergo (so die Mehrzahl der Handschriften) = vide 
ergo möchte ich nicht beanstanden, das beweist vor allem Firm. 
Mat. Math. Lib. IV 17. 6 I p. 239. 21 ff. Kr.-Sk.: vides ergo do- 
minum totius signi nsw'., wo vides statt des imper. vide steht: ergo 
stellt das Sehen als die selbstverständhche Tätigkeit der angeredeten 
Person hin ; daher der ludikativus Praesens. — Vgl. Hist. Apoll. 14 
p. 27, 11 ff'. R.: et ait (sc. quidam de senioribus) ''bone rex, vides ecce, 
cui tu henignitatem animi tui ostendis, bonis tuis invidet et fortunae!\ 
wo wegen ecce vides zwar nicht rein Imperativisch ist, dennoch auf 
der Grenze steht (daher Riese: vide). Auch in dem bis jetzt fast 
immer verkannten Ausdruck vides enim ist vides Imperativisch, vgl. 
Plin. Paneg. c. 70, 6 (p. 'o'o, loff. in meiner Ausgabe Teubn. 1911): 
hebetahat tarnen misera sed vera reputatio: "vides enim; si quid 
hene fecero, seiet Caesar? aut si scierit, testimonium reddet?\ Ich 
habe die Stelle zuerst verteidigt; vgl. Senec. Nat. Quaest. VII 27 
p. 216, 13 Gercke: vides enim : simillima est illa quae tricesimo 
anno revertitur ad lociim suum , huic quae intra annum revisit 
sedem suam. Man schreibt: quid enim. — Arnobius I 63 p. 43, 13 
R.: vides enim {quid enim wird geschrieben) si nollet inferri sibi 
a quoquam manus, summa Uli fuisset contentione nitendum, ut hostes 
ab se . . . prohiberet. Meiser Sitz. Ber. der Bayer. Akad. 1908, 5 
p. 22 konjiciert: vide enim; natürlich falsch, aber die Imperativische 



Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch 81 

Kraft hat er gefühlt. Nur in den Declam. min. p. IGl, 19; 382, 2; 
420, 23 wurde die Formel von Ritter beibehalten. Und der Indi- 
kativ pro Imper. ist bei videre ja eigenthch selbstverständlich; vsrir 
können ebenso gut: *dort siehst du den Mann wie 'siehe dort 
den Mann^ sagen. Folgende Erklärung scheint mir plausibel: die 
schnelle Wirkung der Sinne kann Einfluß geübt haben; der Re- 
dende weiß, daß der Angeredete zur selben Zeit, wo ihm die Ver- 
mahnung zugeht, das angedeutete Objekt schon sieht. Wir müssen 
annehmen, daß vides = vide in der gesprochenen Sprache allge- 
mein üblich war; von dort aus könnte erst vides = vide in über- 
tragener Bedeutung angewandt werden (von der Vernunft, die nicht 
bei allen Menschen schnell wirkt!), wie es an obigen Stellen {vides 
enim) der Fall ist. 

Nicht zufällig ist es, daß in der Hist. Apoll. Reg. Tyr. c. 29 
p. 56, 10 ff. auch audis = audi steht: et ait : audis {audi Riese) 
domina mea Tharsia, stefmnata originis tuorum natalium, ut scias, 
quid post mortem meam facere debeas. est tibi patria Tyros usw. 
Hier liegt, wie bei video, nicht einmal der einfachste Fall vor, daß 
jemand, der selbst irgend einen Laut hört, seinen Begleiter darauf 
aufmerksam macht. 

Auch an andern Stellen läßt sich der Indikativ pro Imperativo 
belegen. Nicht nur vides enim finden wir in den Declam. minores; 
CCLIX p. 60, 5 R. lesen wir: haec quid? '^' tgnoscis . non est hie amor : 
gratus animus esf\ Der Indikativ (ignoscis) deutet an, daß der 
Redende gerade durch jenen kräftigen Ausdruck ignoscis die Ver- 
zeihung zu erzielen hofft; genau wie wir neben verzeihe mir auch 
"^du verzeihst mir' zu demselben Zwecke anwenden! — Genau derselbe 
Fall liegt auch Decl. CCCI p. 189, 9 vor: tu porro (permittis 
etiam aliquid mihi libertatis) rapiebas, rel(ut) ancillam? — : durch 
Anwendung des Indikativs will der Redende die Freiheit des Wortes 
als etwas selbstverständliches betrachten. An beiden Stellen wurde 
der Indikativ ominis causa angewandt. — Wie grundverschieden 
ist die psychologische Entstehung derselben Erscheinung hier und 
dort (bei vides)\ — Alle diese Stellen nun machen es wahrschein- 
lich, daß auch Carm. Ep. 833 (s. oben): discitis nicht bloß eine 
orthographische Nebenform von discite ist. — Den zwei letzten 
Stellen (aus den Declam.) verwandt ist auch Lucifer de non con- 
veniendo cum haereticis 15: si itaque et nos sie execramur haere- 
sim tuam ut Moses idololatriam ... si ita vos fugiamus religionis 
dei adversarios, ut ille fugit idolorum cultores, existimas (existima 
Hartel) nos facere recte abstrahendo nosmet a vobis; auch hier ver- 

Glotta V, 1. 6 



82 W. A. Baehrens 

sichert sich der Schriftsteller der Zustimmung seines Gegners durch 
die Anwendung des Indikativs {existimas); genau so im Deutschen: 
'dann glaubst du doch wohl' (statt ""dann glaube'). — Etwas an- 
ders, aber doch verwandt ist Dicta abbatis Priminii 17 (Kirchenh. 
Anecdota p. 166 — 167 Caspari): Homhiem captivare non praesii- 
mitis, quin dominus in legem ait: qui furatus fuerit hominem et 
vindiderit eum et convictus fuerit noxie, morte moriafur; wo zwar 
der Indikativ in der Mitte vieler Konjunktive steht und man daher 
leicht eine Corruptel annehmen und praesumatis schreiben möchte. 
Dennoch erscheint der Indikativ passend: durch seine Anwendung 
setzt der Redende als selbstverständlich voraus, daß seine Zu- 
hörer keinen Menschen gefangen nehmen werden. Wie oben im 
Interesse des Redenden selbst, so wird hier der Indikativ im In- 
teresse der Zuhörer angewandt. 

Anders wieder steht es um fünf Dialoge gegen die Gnostiker 
II 15 (Kirchenh. Anecdota p. 54 Casp.): est et hoc vestrae femeri- 
tatis immutare etiam hoc, siciit caetera fecistis . sed procedit in 
medio apostolus et falsa vestra convincet. Man ändert in procedat; 
aber hier steht, wie bekanntlich sehr oft im Spätlatein, der Indi- 
kativ Praesens == Indikativ Futurum (in Abwechslung mit Ind. 
Fut. öfters z. B. bei Palladius); dieser Indik. Fut. ist etwa dem 
Imperativ gleich. Diese Erscheinung kann auch an einigen der 
behandelten Stellen (zumal bei Firmicus) neben dem erwähnten 
Hauptgrund gewirkt haben. So finden wir gerade in den quin- 
tilianischen Declam. min. CCCXIX p. 252, 17: veneficii accuso : 
respondes . occisum a te filium dico : defendes für Futur. = Imperat. 
ein bezeichnendes Beispiel. 

Zuletzt betone ich, daß wir Apuleius Metam, 123 p. 21, llff. : 
profers, VI 13 p. 138, 12: defers und X 16 p. 249, 16: offers bei- 
behalten müssen (auch Helm schreibt profer usw.!)i). Denn außer 
diesen Stellen läßt sich die Form auch in den Itala und Vulgata 
(Jo. 20, 27; 2 Tim. 4, 137; Mat. 5, 24; Luc. 5, 14; Mat. 8, 4) be- 
legen, vgl. Rönsch Itala und Vulgata p. 294. Ebenso bei Tertull. 
de Garn, resurr. 3 p. 29, 21 ff. Kroymann: aufers denique haereticis 
quae cum ethnicis sapiunt, ut de scripturis solis quaestiones suas 
sistant, et stare non poterunt (Kroymann ändert). An allen diesen 
Stellen läßt sich fers unmöglich als Indik. pro Imper. autfassen, 

1) Unrichtig verweist Leo in Helms Apparat nach Plaut. As. 254; 
Venant. Fortun. ind. s. v. 'imperativ'. Die Stellen bei Plautus und Venantius 
sind von den unsrigen und auch wieder untereinander grundverschieden, 
wie wir oben sahen. 



Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch 83 

weil eine psychologische Erklärung, wie an den vorher behandelten 
Stellen, fehlt. Steht die Form in irgend einem Zusammenhang 
mit dem alten Injunktiv fers? Ist es ja die Ansicht Brugmanns 
(Grundriß II 1319), die jetzt allgemein verworfen wird (vgl. zuletzt 
Stolz 'i 260), daß nl. fers ein alter Injunktiv sei. Dagegen nun hat 
Skutsch eingewendet (Forschungen I 56), daß man dann fer (aus 
ferr) bei Plautus erwarten würde, weil auch ter sich bei Plautus 
belegen läßt. Allerdings können wir Miles 1343a nur: quom dbs 
te abedm . fer aequofdj dnimo usw. messen, und müssen deshalb 
fer skandieren. Wir finden 3 Mal fer, 1 Mal ter (Bacch. 1127). 
Dies kann aber wegen der seltenen Beispiele sehr wohl Zufall sein. 
Wir können ebenso gut annehmen, daß in der Zeit des Plautus 
die Quantität wie von fer so von ter schwankend war; daß in 
Plautus Gedichten fer zufällig dreimal als kurze Silbe, ter einmal 
als lange Silbe erscheint, weil nur die kurze bzw. lange Silbe für 
das Metrum paßte. Die Entscheidung aber muß ich Andern über- 
lassen. 

XI. qui(s) — quidarn 

Die Erscheinung ist nie genügend gewürdigt worden, wiewohl 
die Beispiele ziemlich zahlreich sind. So finden wir bei Gregor. 
Tur. h. Fr. 6, 8 p. 254, 1: dum pro furtum quis ad adpendendum 
deduceretur; mart. 7 p. 492, 30: quae a quibus audivi silere nequeo; 
richtig bemerkt Bonnet p. 303: 'c' est plutot quidam qui serait le 
mot propre' (wir finden bei ihm auch quis = aliquis h. Fr. 5, 43 
p. 234, 21; 5, 49 p. 242, 26). Betonen will ich, daß die Erschei- 
nung auch an folgenden Stellen verkannt ist: aus der christlichen 
Literatur vergleiche man Arnob. V 18 p. 189, 25 ff. R. : quinimmo, 
ut verius exprimamus, a quibus (man schreibt quibiisdam) uos ipsi 
co)isilio et ratione defledimus. — Herrn. Pastor. Maud. IV 2, Patr. 
Apost. Op. edd. Gebhardt-Harnack-Zahn III S. 81, 28: et dixi Uli: 
Audivi quos (man schreibt quosdam) magistros viae nostrae dicentes 
non esse aliam ullam poenitentiam . . . quam illam unam. — Augu- 
stinus contra Cresconium IV 17, 20 (C. S. E. L. LIII) p. 520, 21 
Petsch. : si hoc a quibus paucis orientalibus factum est, profecto 
suum iudicium correxerunt. 

Aus der profanen Literatur vgl. die von Stadler Archiv für Lat. 
Lex. XIV 361 ff. herausgegebenen Bruchstücke der Quaest. med. des 
Ps.-Soranus p. 362 in.: causarum autem quae(dam) dicuntiir initiales, 
aliae continentes , quaedam eliam simul aijentes, aliae vero concau- 
sales (in Variatio mit quaedam). — Vgl. Alex. Magni Macedonis epi- 



'/ 



34 W. A. Baehrens 

tomae rerum gestarum (ed. 0. Wagner) II 58: hac epistula perledo 
incensus Alexander dicit quibus coactis cohortibus ac turmis, ut con- 
festim sequerentur. — Scholia Tereutiana ad Adelph. VI, 1 p. ^Q^ 29 
Schlee: Syrisce'] . . . nsi sunt auctores etiam in quibus graecis di- 
minutivis, ut Terentius. — Virgilii Gramm. Epistola V p. 163, 15: 
versus autem a quibus in iiomine non recipitur . . . j^rincipali. — 
Novellen 62, 2 : sed etsi hoc iam in quibus praetermissum est, nullum 
praeiudicium eis qui provecti sunt generare. An allen diesen Stellen 

— abgesehen von der Augustinischen — hat man quibus{dam) usw. 
geschrieben, mit Unrecht, wie sich leicht ergibt. Wir haben hier 
einen Rest von dem indenifitivem Gebrauch von quis {qui) ; für quis 
(vgl. Tig) findet man für Plautus Sammlungen bei A. Prehn Quaest. 
Plaut, de pron. indefin.; für qui vgl. z. B. Pseud. 1130 = Amph. 
563: malum quod tibi di dabunt; vgl. Pseud. 29: an obsecro hercle, 
habent quas gallinae manus? vgl. auch Kroll, Glotta III p. Iff., 
der richtig das Relativum aus dem Indefinitum entstehen läßt. 

— Ebenso zu erklären ist quomodo (vgl. qui in der Komoedie) 
= quodani, aliquo oder quo quomodo, nicht nur im Relativsatz 
bei Augustinus contra Cresconium I 4, 6 quomodo id . . . agere 
potuerunt, III 17, 20: quomodo passes, IUI 15, 17: quomodo se 
illud habeat, IUI 23, 29: quomodo illud se habeat (vereinzelt 
auch schon früher), sondern auch im Hauptsatze und zwar 
schon bei Tertullian adv. Marc. IV 36 p. 545, 24 Kr.: sed erat 
unus aliqui deputandus ex Ins qui quo modo (quoquomodo Ur- 
sinus, quodam modo Engelbrecht) ignoti habebantur; de pudicitia 
c. 14 p. 248, 19 R. -W.: ad quem lugerent? utique ad domi- 
num, ut quomodo auferatur de media eorum non utique ut 
extra ecclesiam detur. — Vgl. auch Jordanes Getica XI 70 p. 
74, 14 M.: videris . . illum snlis labares adtendere et quomodo 
rotatu caeli raptos retro reduci ad partem acciduam (vgl. XXXII 
164 p. 101, 1: paciscens cum Constantio ut aut bello aut pace 
vel quomodo si eam p>otuisset ad suum regnum reducere, ei 
eam in matrimonia sociaret). Daher dürfen wir auch Paneg. XI 
(II) 16 p. 287, 1 in meiner Ausgabe: illud vero, non sugge- 
ratur licet, quomodo dicam, antequam desinam nicht ändern. 
quomodo steht an diesen Stellen etwa wie aliquo modo, oder wie 
quodam modo wie oben qui(s) für quidam. Natürlich können auch 
si quis und si quomodo ihren Einfluß geübt und die alten Formen 
gerettet haben; sie führten dazu, daß auch ohne vorhergehendes 
si, quis und quomodo im Sinne von aliquis und aliquo modo ge- 



Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch 85 

braucht wurden; von dort aus war der Schritt zu der Bedeutung: 
quidam und qiiodam modo leicht. 

Xn. otnnia = oninino 

Schmalz'* p. 357 sagt folgendes: Der Plural des Adj. (als 
Objekt, Inhaltsakkusativ) ist viel seltener als der Singular, doch 
hat ihn schon Ennius ann. 49 multa (= noXkä = oft) . . . viel- 
leicht Vict. Vit. 2, 70: dici omnia non potest. — Die Stelle steht 
aber nicht allein; nur haben die Herausgeber der einzelnen Schrift- 
steller durch Änderung in omnino oder Ahnliches die Sprach- 
erscheinung beseitigt. — Auszugehen haben wir von dem ältesten 
Beleg: Lucretius II 456 ff.: 

omnia postremo qnae puncto tempore cernis 
diffugere, ut fumiim nehdas fiammasque, necessest, 
si minus ornnia sunt e levihus atque rotimdis 
at non esse tamen perplexis indupedita. 
Auch Bailey und Giussani schreiben si minus omnibus. Hier aber 
ist das adverbiale omnia am meisten greifbar, weil omnihus gram- 
matisch gekünstelt und also falsch ist, während omnia = omnino 
sowohl grammatisch wie dem Sinne nach vollkommen in Ordnung 
ist. — Sogar bei Cicero, natürlich in den Episteln, ad Attic. IV 
1, 7: nie legatos quindecim cum postularet, me principem nominavit 
et omnia me alterum se fore dixit; man schreibt meistens (ad) omnia. 
— Vitruv. de Architect. V 11 5. 5 p. 171, 28 ff. R.: etenim etiam 
Trallihus cum Apaturius Alabandeus eleganti manu finisset scaenam 
. . . in eaque fecisset columnas . . . coronasque capitibus leoninis 
ornatos quae omnia stillicidiorum e tectis habent rationem usw. — 
Über die richtige Auffassung von omnia konnte der Römer wegen 
des weiblichen Substantivs nicht in Zweifel sein. — Seneca de 
Beneficiis V 2, 3 p. 123, 3 Hos.: alter autem voluntate par est, 
etiamsi minora quam accepit, reddit aut omnia non reddit, sed vult 
reddere et toto in hoc intentus est aninio; vgl. Nat. Quaest. VII 2, 2: 
itaque si omnia terrena sidera sunt (sc. cometae), his quoque eadem 
sors erit. — Plin. Nat. Hist. XXVII 5, 37: sed maiores habet ramos 
quod ascyroides vocatur, ferulaceos, omnia (conia Jan-Mayhoff, otn- 
nino vulgo) rubetites usw. — Quintilian. V 13, 24 p. 291, 6 R.: 
neque enim fieri potest ut paria sint (sc. exempla) omnia, ut, si 
Nasica post occisum Ti. Graechum defendatur exemplo Ahalae, a 
quo Maelius est interfectus . . . Nasicam privatum esse dicatur (per 
omnia Rademacher mit Spalding). — Ael. Donat. zu Terenz He- 
cyra 358 II p. 255, 15 W.: Hat] abiens dixit hoc niater 'fiat'; ne 



86 W. A. Baehrens 

omnia (omnino Wessner mit Stephanus) iussis alienis parere vi- 
deatiir usw. — Daß an allen diesen Stellen die Herausgeber ge- 
ändert haben, ist desto auffallender, wenn wir an Vergil Aen. 4, 
558: omnia Mercurio similis denken. Denn fast an allen Stellen 
läßt sich omnia durch: 'in jeder Hinsicht' übersetzen, genau wie 
bei Vergil. Am meisten stimmt die Stelle aus Quintilian: omnia 
paria — wo man sonst am leichtesten eine durch Angleichung 
entstandene Corruptel annehmen könnte — mit der Vergi Istelle 
überein; ebenso die Stelle aus Cicero! Nur Georgii in seiner Aus- 
gabe Cl. Donati Interpr. Verg. Aen. HI 538 p. 335, 12 G.: candore 
iiivalij ecce in equis quod omnia quaüiior fuerant et coloris nivei 
usw. hat omnia mit Hinweis auf die Vergilstelle — die aber nicht 
Vorbild war! — unbehelligt gelassen. Wir haben also in omnia 
= omnino der lateinischen Prosa eine willkommene Parallele zu 
dem griechischen itdixa gefunden. — [Vielleicht muß auch Firm. 
Mat. IV 19, 32 p. 254, 16fi\ Kr.-Sk.: facit itaque . . . sapientes 
et omnia spiritu aequitatis moderatione comiwsitos, spiritu als Ditto- 
graphie aus der vorhergehenden Zeile gestrichen und omnia = 
omnino aufgefaßt werden; hier kann aber Dittographie vorliegen 
und omni die richtige Lesart sein.] 

XIII. Einiges über die Konjunktion quod 

Löfstedt, der ausgezeichnete Kenner der späteren Latinität, 
hat Beitr. zur Kenntnis der spät. Lat. p. 18 ff. und Spätlat. Stud. 
p. 9 ff. korrespondierendes quod (vgl. similifer . . . quod, tarn. . . . 
quod, talem . . . quod , eodem modo . . . quod , proinde . . . quod, 
sogar einfaches quod) nachgewiesen. Wichtig für den Zusammen- 
hang zwischen Alt- und Spätlatein ist, daß wir dasselbe quod schon 
Lucretius H 453: namque papaveris haustus item facilis quod 
aquarum finden. Auch die neuesten Herausgeber pflichten der 
nicht leichten Konjektur Haupts: quasi aquarum bei. 

quod steht im Spätlatein bekanntlich für konsekutives ut. 
Schmalz^ S. 542 kann nur Beispiele aus sehr später Zeit aufführen; 
man vgl. aber Cyprian quod idola dii non sint c. 2 p. 20, 10 H.: 
ipse bifrons exprimitur, quod in medio constitutus anniwi incijncntem 
pariter et recedentem sedari videatur. — Declam. min. CCXVI p. 
169, 24 ff". Ritter: ohici tibi potest, quod tarn impius es, quod (mit 
Ritter schreibt Rode ut) fratrem post illam miseram fortunam vi- 
deris nisi ad te descendentem dürfen wir also keine Dittographie 
annehmen. Wichtiger ist, daß Paneg. XI (III) 8, 1' p. 281, 15: 
inde igitur j^t'oxime illa impatientia vestrae pietatis enipit quod vos 



Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch 37 

nulla regionum longinquHns . . . morari potuit, also im zweiten 
Teile des dritten Jahrhunderts, sich schon konsekutives quod mit 
Indikativ findet. Es kann dieser weiteren Entwickelung ein ziem- 
lich oft vertretenes quod -f coni = ut + coni vorangegangen sein. 
Das frühe Auftreten ist erklärlich; freilich dürfen wir keineswegs 
annehmen, daß in diesen Fällen quod als Universalkonjunktion 
steht. Vielmehr liegt eine Mischkonstruktion vor; nehmen wir 
einen Satz wie tarn avarus est ut pauperibus numquam quicquam 
dederit, so beruht dieser ganz auf der ersten Beobachtung des 
Redenden oder Schreibenden , daß der Betreffende den Armen nie 
etwas gegeben hat. An diese Beobachtung knüpft sich nun zu- 
nächst der Gedanke: weil er den Armen nie etwas gegeben hat, 
ist er geizig. Erst dann bildet der denkende Mensch bewußt den 
Satz: er ist so geizig, daß er den Armen nie etwas gegeben hat. 
Aus Mischung von: avarus est quod pauperibus numquam quicquam 
dedit und tarn avarus est, ut pauperibus numquam quicquam dederit 
ist dann die Konstruktion tarn avarus est quod usw. entstanden. 
Die Beispiele aus den Paneg. und den Declam. lassen sich genau 
so erklären. Die Cyprianische Stelle dagegen zeigt, daß das Gefühl 
für die Entstehungsweise damals schon verschwunden war. — 
Neben konsekutivem quod finden wir finales quod, auch schon 
bei Cyprian Epist. LXIII 7 p. 7U5, 21 H.: sie nee nos sanguinem 
Christi possemus bibere, nisi Christus calcatus prius fuisset et pressus 
et calicem prius biberetj quod credentibus propinaret. In ähnlicher 
Weise läßt sich die umstrittene Stelle Justin. XIII 5, 9: pulsus (sc. 
Demosthenes) patria oh crimen accepti ab Harpalo auri, qui cru- 
delitatem Alexandri fugerat , quod civitntem tu eiusdetn Alexrmdri 
bellum impelleret, forte Megaris exulabat erklären (man schreibt quo). 
Hier liegt wohl Mischung vor; hoc feci quod otio fruerer entstand 
wohl aus: hoc feci, quod otio frui volebam und hoc feci, ut otio 
fruerer. Beide Redensarten drängten sich zur selben Zeit in die 
Seele auf und wurden vermischt. 

Anerkannt wird im Spätlatein temporales quod, auch in der 
silbernen Latinität seit Quintilian (vgl. 10, 3, 14) und Plin. (vgl. 
ep. 4, 27, 1); vgl. Schmalz S. 542, der hinzufügt: 'ja, wenn wir 
der Überlieferung glauben dürfen , haben wir schon Plaut. Amph. 
302: iam diu est quod ventri victum non datis" . Auch Leo schreibt 
tarn diu est quam mit Fleckeisen, obwohl wir Apul. met. 1, 29: 
sat diu est quod, Eugipp. vit. Sev. 25, 17: diu est quod interpello 
lesen und die temporale Bedeutung sich gerade aus der alten 
Bedeutung: "^was betrifi"t das' ohne Weiteres erklären läßt. Außer- 



88 "W. A. Baehrens 

dem finden wir ein verkanntes Beispiel bei Terenz Heauton- 
tim. 54: inde acho quod agrum in proxumo hie mercatus est; hier 
steht inde quod wie post illud factum quod. Somit ist die Er- 
scheinung schon für das Altlatein festgelegt. — Umgekehrt lesen 
wir VhI. Max, VIII 1, 7 p. 373, 23 K.: admodum severae notae et 
illud, populi iudicium, cum M. Aemilium Forcinam . . . gravi midta 
affecit: Vermischung aus illud iiidicium quod und eo temj>ore seve- 
rae notae erat iudicium, cum, wenn nicht ein Rest aus alter Zeit 
vorliegt, vgl. Plaut, ßacch. 338: istuc sapientes saltem fecit flius 
quum diviti homini id aurum servandum dedit, vgl. Rud. 1234. 
W^ir sehen also im Altlatein (und später) quod und quom dann 
und wann durcheinander gehen: waren ja beide Wörtchen ur- 
sprünglich Variationen derselben Form (Neutrum des Pron. Rel.) 
und hat sich die verschiedene Funktion erst allmählich gebildet! 
Die ursprüngliche Funktion liegt klar zu Tage in bekannten Sätzen 
wie Caes. B. G. 1, 17, (3: quod necessariam rem coactus Caesari 
enuutiavit, intellegere sese, quanto id cum periculo fecerit und 7, 
20, 3: quod castra movisset, factum inopia pabuli. An der ersteren 
Stelle liegt in dem adverbialen quod mehr die kausale, an der 
letzteren mehr die temporale Bedeutung. So lassen sich nun auch 
die oben erwähnten Fälle wie: eodem modo quod usw. erklären. 
Aus: quod (was das betrifft daß) tu hoc ita fecisti , eodem modo 
ego feci entstand: ego hoc feci eodem modo, quod tu. So müssen 
wir auch folgende Stellen auffassen: Firmicus III 14, 10 I p. 194, 
2 ff. Kr.-Sk.: 7iec tantum eodem die quod natus homo prima vestigia 
locis ingreditur, sed diligenti ratione perquirere etiam tertio die 
debemus und IV 20, 4 I p. 259, 9 ff.: et in Ulis itaque periculis et 
in his . . . inspicere debemus ipso tempore quod periculi discrimen 
immineat (Kroll und Skutsch schreiben beide Male quo). Die Ur- 
form dieser Fälle war: quod tu hodie ad me venisti, eodem die te visere 
in animo habebam ; daraus wurde eodem die, quod tu ad me venisti, 
te visere in animo habebam. Erst dann entstanden die erwähnten 
Konstruktionen, denen wir Hyginus de mun. castr. c. 5 p. 21, 16ff. 
Gemoll hinzufügen müssen: Vexillarii legionum eandem pedaturam 
accipere debenf, quod {quam Salmasius) cohors legionaria, quia ad, 
sexcentenos homines computantur. Wir finden ja bei ihm auch 
bloßes quod = ut (wie) ohne vorhergehendes sie, ita usw.: vgl. 
c. 49 p. 35, 13 ff. G.: Punica (sc. fossae species) dicitur quae la- 
tere exteriore ad, perpendiculum dirigitur. Contrarium devexum fit, 
quod {quomodo Schelius und Gemoll) in fastigata; wir haben ja 
Parallelen, vgl. Filastrius Divers. Heres. 148, 8; Auson. Epigr. 19, 1; 



Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch 89 

Carm. Epigr. 991 (aus dem Jahre 29 n.Chr.!), Novatianus de cib. 
lud. cp. VI extr. vgl. Löfstedt Beiträge p. 17; Spätlat. Stud. p. 11. 
Ganz falsch ist es also zu sagen, daß quod im Spätlatein 
Universalpartikel wurde ; die zuletzt behandelten Fälle erklären sich 
aus der ursprünglichen Funktion von quod, bei quod consec. und 
finale ist quod nicht einfach an die Stelle von ut getreten, sondern 
liegt eine Mischkonstruktion vor. 

XTV. Über quoque = qiie (oder autem) 

Die Bedeutung von quoque ist im Spätlatein zu que abge- 
schwächt oder hat sich zu autem entwickelt (vgl. z. B. Bonnet 
le Latin de Greg, de Tours p. 314 und die Indices zu Jordan es 
und Victor Vitensis). Die Erscheinung ist aber nicht auf diese 
späten Schriftsteller beschränkt, wie Bonnet meint: "je ne trouve 
cet emploi de quoque releve que chez Jordanes et chez Vict. dans 
les index ... et je ne l'ai pas remarque ailleurs\ Auch nach 
Bonnet hat man die Tatsache ignoriert; sogar Löfstedt Philol. 
Comm. zur Peregr. Aeth. p. 138 sagt: 'wir haben gesehen, daß sich 
die adversative Funktion erst sehr spät und ganz allmählich ent- 
wickelt', obwohl sich Beispiele schon in Menge im ersten Jahr- 
hundert aufzeigen lassen. — Curtius Villi 7, 19: Macedo iusta 
arma sumpserat, aureum clipeum hastamque quam sarisam vocant 
laeva tenens, gladio quoque cinctus velut cum pluribus simul dimi- 
caturus. Man schreibt gladioque; aber wegen der Verwandtschaft 
der Begriffe teuere und cingi fühlte man zu clipeum hastamque und 
zu gladio zwei synonyme Verba oder zweimal dasselbe Verbum heraus 
als ob: aureum clipeum hastamque habens . . . gladium quoque habens 
dastehe. Übrigens finden wir auch hier die richtige Bemerkung 
Bonnets bestätigt: 'pour aj outer . . . un dernier fait, qui clot le 
recit'. Diese Übereinstimmung mit den Beispielen Gregors zeigt 
noch deutlicher bei zusammengefügten Sätzen: Tac. Ann. XIII 37: 
At Tiridates . . . infensare Armeniam quosque fidos nobis rebatur, 
depopulari et si copiae contra educerentur, eludere, huc quoque et 
illuc volitans plura fama quam pugna exterrere (auch Fischer 
ediert hucque); auch hier liegen verwandte Begriffe vor; der 
Begriff prospere bellum gerebat (gerere) ist der gemeinschaft- 
liche. Im letzten Ghed schwebte Tacitus gleichzeitig der Ge- 
danke vor: hoc quoque modo prospere bellum gerebat: huc et illuc 
volitans usw. Vielleicht liegt hier aber in quoque ('sogar ) auch 
eine Klimax. — Verwandt mit der Tacitusstelle ist Amm. Marc. 
XX 7, 14 p. 199, 27 ff. Clark: et post haec iratorum. hostium gladii 



90 W. A. Baehreus 

quidquid inveniri yoterat concidehant; abreptique sinihus matrum 
parvuli, ipsae quoque matres irucidabantm', nullo quid agerent re- 
specfante (auch Clark schreibt ipsaeque mit Langen). Desto leichter 
wurde hier quoque angewandt, weil zu parvuli und matres ein 
gemeinschaftliches Verbum steht. Hier liegt eine durch ipsae 
eingeführte Klimax vor, genau wie bei Livius I 8, 3 I p. 98 ff. 
Zingerle: me haud paenitet eorum sententiae esse, quibus et appa- 
ritores hoc genus ab Efruscis finitimis, unde sella curulis, unde toga 
praetexta suinpfa est, nnmerum quoque ipsum ductum placet, wo 
man, an den Asyndeton Anstoß nehmend, {et) numerum schreibt. 
Man sollte in einer kritischen Ausgabe die Stelle mit Ammianus 
verteidigen! Und nicht nur mit Ammian; denn auch bei Justinus 
II 10, 10 p. 25 Rühl lesen wir: adeoque fraterna contentio fmt, ut 
nee Victor insultaverit nee victus doluerit, ipso quoque (ipsoque 
auch Rühl) litis tempore munera invicem miserint. Wie auch 
XVIII 5, 15: in primis fundamentis caput bubulum inventum est, 
quod auspicium fructuosae quidem , sed laboriosae . . . urbis fuit; 
jyropter quod in aliuni locum urbs translata; ibi quoque equi caput 
repertum, . . . urbi auspicatam sedem dedit. Hier müssen wir quoque 
folgendermaßen erklären: Vermischung von dem wirklich Geschrie- 
benen und: ibi quoque caput repertum est; quod caput quia equi 
erat . . . urbi auspicatam sedem dedit. 

Bei Frontinus I 5, 20 p. 21, 8 ff. Gundermann: Spartaciis fos- 
sam, qua erat a M. Crasso circumdatus, caesis captivorum , pecorum 
quoque corporibus noctu replevit et supergressus est schreibt man 
pecorumque. Eine Klimax ist insofern vorhanden, als ein tiefer 
Graben mit Kleinvieh auszufüllen nicht auf der Hand liegt, son- 
dern man es eher mit den großem Menschenkörpern versuchen 
möchte! — Auch III 5, 1 p. 95, 18ff. ist: Clearchus Lacedaemonius, 
exploratum habetis Thracas omnia victui necessaria in montes com- 
portasse, una quoque spe sustentari quod crederent eum commeatus 
inopia recessurum . . . aliquem ex captivis in conspectu iussit oc- 
cidi dürfen wir quoque wohl nicht ändern. An den beiden Fron- 
tinischen Stellen ist m. E. quoque am auffälligsten. — Ein gewisser 
Klimax liegt vor bei Seneca (das Beispiel findet sich in den nach 
der Richtung des Vulgärlateins noch immer nicht genügend ge- 
würdigten Episteln) Epist. 109, 4 p. 511, 19 Hosius: malus malo 
nocet, facit quoque peiorem iram eins incitando tristitiae adsentiendo 
usw. Wie bei Tacitus und Frontinus (2) schließt sich quoque 
keinem bestimmten Worte au. Sehr auffällig ist auch Asconius 
Pedianus in Milonianam p. 27, 3ff. K.-Sch.: dum Milo . . . confi- 



Vermisclites über lateinischen Sprachgebrauch 91 

deret cum bonorum stiidiis . . . tum etiam pojmlo jjvopter cffusas 
largitiones, impensas quoque ludorum . . . maximas. 

Bis jetzt habe ich vereinzelte Stellen aus vereinzelten Schrift- 
stellern behandelt. Daß wir an diesen unter einander oft wieder 
verschiedenen Stellen nicht ändern dürfen, beweist die Tatsache, 
daß Analogieen zu allen bis jetzt behandelten Fällen sich bei Pli- 
nius finden lassen, nur daß sie in der Ausgabe von Jan-Mayho£f 
verwischt sind. Fälle wo, wie bei Curtius usw., eine Mischkon- 
struktion vorliegt, sind folgende: XX 1,3 III p. 303, 9ff.: servatur 
autem ' (sc. cucumis süvestris) decerptus una nocte, postero die 
incidiiuy harundine; semen quoque cinere conditur ad coercendam 
suci abundantiam. Das gemeinschaftlich gedachte Verbum: trac- 
tari ist so sehr zurückgedrängt, daß ganz vei'schiedene Verba 
gebraucht wurden und quoque hier nicht soviel wie que be- 
deutet, sondern sogar für autem steht, wie es Schmalz* p. 494 
mit Petschenig für Victor Vitensis annimmt (falsche Polemik bei 
Bonnet a. a. 0., der überall durch que erklären wäll). Ja es 
kommt der Gedanke auf, daß Plinius, um zweimaliges autem zu 
vermeiden, an zweiter Stelle quoque angewandt hat. Das beweist 
XXVI 8. 86 IV p. 203, 12 ff.: medetur et pleuriticis ex vino j^otum 
(sc. hyperion), vesicae autem callithrix trita simul cum cumino et 
data ex vino alba, verbenaca quoque cum foliis decocta ad tertias 
vel radix eius e mulso calido calculos eicit. Wieder schwebte dem 
Schriftsteller: verbenaca quoque medentur; cum folus enim de- 
cocta usw. vor; quoque ist fast = autem. An beiden Stellen haben 
wir quoque am Ende der Aufzählung I vgl. auch XXVIII 13, 198 IV 
p. 392, 10 ff.: huic admiscent fimum capriniim et subdito linteolo . . . 
fervens sustineri iubent . . . fimum quoque . . . acus aereae punctu 
tolli iubent; derselbe Fall oder noch stärker XVI 8, 3 III p. 9, 15ff.: 
robora ferunt et viscinn et mella . . . cremato quoque robore cinerem 
nitrosum esse certum est. — XXX 5, 42—43 IV p. 435, 6ff.: Prae- 
cordia quorum in dolore . . . si catulus lactens admoveatur . . . tran- 
sire in eum dicitur morbus . . . ü quoqtie, quos Melitaeos vocamus, 
stomachi dolorem sedant adpUcati saepius; Vermischung mit: 3Ie- 
litaei quoque sanant: stomachi enim dolorem sanant usw. — XXXVII 
3,48 V p. 402, 3: ceterum attritu digitorum accepta caloris anima 
trahunt (sc. ylaesa) in se paleas . . . 7'amenta quoque eius oleo odd.ito 
flagrant dilucidius. Vermischung mit dem Begriff: ramenta quoque 
aliquid miraculi praebent: oleo addifo flagrant; durch die grund- 
verschiedenen Wirkungen der glaesa selbst und ihre ramenta wird 
quoque zu autem. Noch stärker ist XXVIIl 17, 236 IV p. 357, 4ff.: 



92 W. A. Baehrens 

Rhodiacum (sc, ghitinum) ßdelissimum eoque pictores et medici vttun- 
tur; id quoque quo candidius eo probatius; wo m. E. quoqiie schon ganz 
wie autem steht, weil von nichts Neuem die Rede ist, sondern von 
dem erwähnten Rhodiacum. — Bezeichnend ist auch XXIII 8, 150 
IV p. 48, 16: sef tostae (sc. nuces abellanae) et destillationi me- 
dentur, tussi quoque veteri tritae in aqua midsa potae, wo quoque 
natürlich steht, weil medentur das gemeinschaftliche Verbum ist, 
aber weil nicht die tussis, sondern der Gegensatz: tostae . . . tritae 
betont wird, erwartet man vielmehr autem. Ein schwaches autem 
erwartet man auch XXIX 4, 77 IV p. 895, 17: E volucribus in 
auxilio contra serpentes primus vidtur est, adnofatum quoque minus 
viriutn esse nigris .... Einfache Klimax liegt IX 41, 140 II p. 
203, 6: inde ratio nata, votum quoque factum e vitio portentosis 
ingeniis. 

Im zweiten Jahrhundert begegnet z. B. Apul. Met. V 31: quid 
tale . . . deliquit tuus filius ut ... quam illa diligit, tu quoque pier- 
dere gestias? — Diese Erscheinung fanden wir oben auch bei Justinus. 
Sehr bezeichnend ist auch XX 1, 11: Sed et Fisae in Liguribus 
Graecos auctores habent et in Tuscis Tarquinii. A Thessalis est 
Spina in Umbris: Perusini quoque originem ab Achaeis ducunt; 
auch hier hat Justinus erst den Gedanken: Ferusini quoque Graecos 
auctores habuerunt, biegt dann aber um und präzisiert: originem ab 
Achaeis ducunt. Enmann hat sogar autem konjiziert. Damals war 
man ja von einer psychologischen Sprachbetrachtung noch weit ent- 
fernt! — Wichtig ist nun, daß bei Justin auch Herum in derselben 
Weise steht; vgl. XXI 4, Iff.: ad occupandam dominationem intendit 
(sc. Hanno). Itaque plebi epulas in publicis porticibus , senatui in 
domo sua parat . . . hoc consilio praeventus iterum servitia concitat. 
Mit Gutschmid ändert Rühl in interim, weil bei dem ersten Ver- 
such keine Sklaven aufgehetzt wurden; aber auch hier haben wir 
psychologische Vermischung mit: hoc consilio praeventus iterum con- 
siliuni dominationem occupandi iniit: servos concitat. Man kann 
nicht sagen, daß iterum hier etwa für autem stehe wie in den Canon. 
Apost. 65, 32 und Didasc. Apost. 44, 27: alius quidem castitatem 
studebat, alius autem a carne et vino se abstinebat, alius iterum a 
porcina (vgl. Löfstedt a. a. 0. p. 177); aber der psychologische 
Hintergrund ist derselbe. 

XV. Abwechslung von Superlativ und Positiv 
Daß man Positive und entwertete Superlative pä,rallel setzen 
kann, ist genügend bekannt, vgl. die Materialsammlung bei Ott in 



Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch 93 

den Neuen Jahrbüchern von 1875 (der richtig auf den Einfluß der 
Titulatur in der Kaiserzeit hinweist) und Wölfflin in der lat. und 
roman. Koraparation Erlangen 1879. Das Material läßt sich aus 
den Indices zu den Kirchenvätern und einigen spätlat. Schrift- 
stellern leicht vermehren. Besonders beliebt sind in dieser Ver- 
bindung außer Titeln ähnlichen Adjektiven Formen wie maximus, 
minimus, optimus, pessimus u. ähnliche, honoratissimus finden wir 
schon bei Plautus Capt. 278 in der Verbindung pollens atque ho- 
noratissimus. Schon dieses Beispiel suggeriert den Gedanken, ob 
die Erscheinung wohl immer richtig behandelt worden ist, ob nicht 
in den ältesten Fällen, wo Positiv und Superlativ neben einander 
stehen, der Wechsel nur äußerlich ist, weil das im Positiv stehende 
Adjektiv das kräftigere ist und also der Positiv des einen Adjek- 
tivs dieselbe Kraft hat als der Superlativ des andern (vgl. auch 
Schmalz* p. 616). Das ist ganz sicher der Fall bei Sallust. 
Hist. p. I 45, 1 : maximi et clari estis (ein frühes Beispiel für 
das später sehr oft einem Positiv parallel gesetzte maximus)^ 
ebenso bellum Alex. 3, 1: ingeniosi atque acutissimi, ebenso Brut, 
bei Cicero fam. 11, 19, 2: seditiosmn et incertissimum, Velleius 
2, 69, 6: acri atque prosperrimo hello. Sehr bezeichnend nach 
dieser Richtung hin ist auch Minuc. Fei. 1, 1: boni et fide- 
lissimi, auch noch bei Augustinus 22, 29, 1: sande atque dul- 
cissime. Sonst werden in der späteren Zeit Positiv und Super- 
lativ nebeneinander gestellt, ohne daß jener Unterschied vor- 
handen ist; am leichtesten ersieht man das aus Stellen, wo 
synonyme Adjektiva angewandt wurden, vgl. z. B. vita Fulg. 61: 
inanes et vanissimos oder Arnobius p. 91, 26 R: fortibus et vali- 
dissimis; 98, 22: priscorum veterrimorumque, 230, 7: hostias atras 
nigerrimasque, Apul. met. 9. 37: saevis et ferocissimis oder gleich- 
wertige Gegensätze, vgl. Gellius IV 1, 3: et parva et maxima, 
XXII 16, 86: minima vel magna. Am meisten fällt Arnobius 
p. 60, 12 auf: mali et pessimi! Das erste mir bekannte Bei- 
spiel, wo ein Unterschied fehlt, ist Vitruv. I 24, 2: e parvo bre- 
vissimoque spectaculo. Das stimmt mit der vulgären Sprache dieses 
Schriftstellers überein. In der Vulgärsprache sind derartige Bei- 
spiele gewiss schon früher vorhanden gewesen. 

Die historische Entwickelung, die wir konstatiert haben, ist 
wichtig für die Beurteilung von drei Stellen bei Cicero. In Verrem 
Act. II 1, 49, 128 lesen wir: quid est aliud omnibus omnia peccata 
et maleficia concedere nisi hoc, hominum honestissimorum testimoniis 
et virorum bonorum tabulis non credere. So ist in allen Hand- 



94 W. A. Baehrens 

Schriften überliefert: nur in dem wichtigen Vaticanus steht hones- 
torum (so auch Clark). Hier muß aber m. E. die 'lectio difficilior' 
gewählt werden, weil auch hier — wie an den andern an dem 
Anfang der Entwickelung stehenden Stellen — das vielsagende 
Wort im Positiv, das weniger bedeutende im Superlativ steht. Die 
Stelle stimmt, was den Superlativ angeht, mit Plautus Capt. 278: 
pollens atqiie honoratissimus, was den Positiv anbetrifft, mit Minuc. 
Fei. 1, 1: boni et fidelissimi überein! — Ebenso dürfen wir pro 
Cluentio 71, 202: virum Optimum atqiie innocentissimum plurimis- 
que mortaiibus carum atque Ivcundissimum nicht mit Peterson und 
Clark: iucimdum schreiben, denn auch hier ist carus das kräftigere, 
incundus das weniger kräftige Adjektiv. 

Aber auch ohne diesen bestimmten Unterschied finden wir doc- 
tissimos nebst einem Positiv, de harusp. resp, 9, 19: homlnes doctissi- 
mos sapienfisque-, so ist nämlich in der Mehrzahl der Handschriften 
überliefert; nach beiden Richtungen hin hat man interpoliert: EM. 
hat daraus dodissimos sapientissimos, die älteste Handschrift P(ari- 
sinus): doctos sapientisqiie gemacht. Daß aber der Wechsel richtig 
ist, beweist das beliebte doctissimus , das auch bei Possidius vita 
Aug. 11: confinentes et doctissimos und Vict. Vit. H 52: peritos et 
dodissimos vorliegt. Daß hier der Positiv folgt, hat keine Bedeu- 
tung. — Wir haben wieder zwei interessante Zeugnisse, daß man 
bei zwei- oder mehrfacher Überlieferung nie ohne Weiteres dem 
ältesten Codex den größten Wert beilegen darf, sondern immer — 
wenn möglich — die Varianten auf sprachlichem Wege prüfen muß. 

XVI. Ellipse von tenipus 

Daß Zeitbestimmungen wie liora, dies, anmis öfters weggelassen 
werden, besonders bei Zahlwörtern, aber auch bei Adjektiven wie 
proximus, supremiis usw. wissen wir, vgl. z. B. Löfstedt Philol. 
Commentar zur Peregr. Aeth. p. 296. 

Auch tempus fehlt in Ausdrücken wie vernmn (so schon bei 
Cato: verno) und hibermim, die auch in die Romanischen Sprachen 
geflossen sind. Von vornherein würde man auch in der Literatur- 
sprache Beispiele für diese Ellipse erwarten. Wenn also an einer 
Stelle wie Schol. Bobb. in Cic. pro Sulla § 17 p. 9, 28 Hild.: «am 
superioribus damnati lege Cornelia hoc (jenus poenae ferebant über- 
liefert ist, ist es ein Verstoß gegen die historische Sprachentwicke- 
lung, die wohlfeile Konjektur: superioribus (temporibus) aufzu- 
nehmen, besonders weil aus dem folgenden: aliquanto postea . . . 
postea der Sinn des Adjektivs klar ist und außerdem eine schla- 



Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch 95 

gende Parallele in den Panegyrikern vorliegt: Paneg. IX (IV) 18, 1 
(p. 260, 2ff, in meiner Ausgabe): cum videat omnia quae priorum 
labe concideraM hac felicitate saeculi resurgentia, wo man sonst 
mit Goetze temporiim einzuschieben wegen VII 8, o: priorum tem- 
porum iniuriis und X 4, 2: post priorum temporum labem viel- 
leicht geneigt wäre. Ob auch Florus Verg. orat. an poeta p. 184, 
15: me in memoriam priorum reducendo und 184, 26: priorum 
recordabor die Erscheinung vorliegt, lasse ich dahingestellt. — 
Wohl aber ist ein sicherer Beleg Script. Hist. Aug. Vulcac. Gallic. 
Avid. Cass. 5, 1 I p. 87, 30 Peter: Aemilium Parthenianym, qui 
adfectatores tyrannidis iam inde a veter ibus historiae tradidit. Daß 
auch an dieser Stelle Kellerraauns Einschiebung (temporibus) un- 
richtig ist, beweist die Übereinstimmung mit den Schol. Bobb. 
Auch dort liegt der Abi. Plural vor, wie ja temporibus eine ge- 
wöhnliche Form war und daher desto leichter fehlen konnte. 

XVII. llbertas — liberalitas 

Löfstedt (Beiträge p. 70 ff.) hat libertas = liberalitas im Spät- 
latein (Apul. Met. IX 22, Panegyr. IX 4, 1, Amm. Marc. XVI 5, 9; 
Jul. Val. II 37, Flav. Vopisc. Carinus 20, 3; Orosius Hist. VII 4, 
18; Anton. Piacent. Itin. 33), auch über = liberalis CIL. X 6005 
nachgewiesen. Die letztere Erscheinung bestätigt auch die erstere. 
Ich möchte erstens das Material aus der späteren Latinität er- 
gänzen, vgl. Ps.-Acron. Schoben zu Horaz Carm. II 2, 1 I 
p. 142, 9 Keller: Sallustium Crispiim cdloquitur . . . libertatem et 
magnificentiam animi describens. — Paulinus Nolanus Epist. 
XV 3 p. 112, 21 Hartel: neqiie perdiderunt huius tarn sandae 
libertatis gratiam. — Auch schon bei Tertullian adv. Marc. IUI 29 
p. 556, 21 Kr.: par erit in übertäte optimo deo; de oratione 7 
p. 185, 17 Reiff.-Wiss.: consequens erat, ut observata dei libertate 
etiam clementiam eins precaremur. Wichtig ist, daß die erste Stelle 
mit Ammian XVI 5, 9: quae . . . magnaniniitate correxit et libertate 
übereinstimmt und daß an allen bis jetzt bekannten Stellen libertas 
nur wie liberalitas aufgefaßt werden kann (vgl. Paneg. Lat. IX 4, 
vgl. besonders Flav. Vopisc. Garen. 20, 3: parcissime est usus li- 
bertate). 

Aber schon bei Valerius Maximus ist die Spracheigentümlich- 
keit vorhanden und zwar verschiedene Male: V 2 Ext. 1 p. 232, 
7 ff. Kempf: no7t enim pretium rei aestimatiim, sed occasio libertatis 
honorata est; V 3 Ext. 3 p. 241, 7 ff. K.: Phocion vero .... de- 
mentia et libertate instrudissimus; hier wird die Überheferung auch 



96 W. A. Baehrens 

durch die große Übereinstimmung mit Tertull. de orat. 7 geschützt. 
Ja, wir finden bei ihm das bis jetzt nur durch eine Inschrift be- 
legte liher = liberalis, vgl. V 2 Ext. 4 p, 232, 24 ff. K.: beneficio 
enim Scipionis et persuasu regni modo liberius auctus usw. An 
diesen 3 Stellen ist eine falsche Auffassung ausgeschlossen. Auch 
IV 8 p. 210, 19 kann libertatisque commemorationi vacemus nicht 
falsch aufgefaßt werden, weil das Kapitel ja über die liberalitas 
handelt. Daß in diesem Kapitel sowohl im Titel wie an fünf an- 
dern Stellen liberalitas {liberalis) sich findet, bedeutet angesichts 
unserer heutigen Sprachbetrachtung garnichts. — Auch bei Ta- 
citus Annalen XIV 6 ist im Mediceus: et quanfum Volusio longa 
parsimonia quaesivit, tantum in te mea libertas explere non potesf. 
Der Gegensatz parsimonia stellt die Deutung von libertas sicher, 
vgl. Flav. Vopisc. Car. 20, 3: parcissime est usus libertate. 

Wie kam man nun dazu über für Uheralis, libertas für libera- 
litas zu gebrauchen? Ist es nur eine Verwechselung gleichlautender 
Wörter? Zu beachten ist, daß auch in sXevd-eQiog und liberalis 
die Bedeutung 'freigebig' sekundär ist. Ich möchte annehmen, daß 
der Beschenkte zunächst seinen Wohltäter schmeichelhaft mit 
eXeod-eoiog, liberalis genannt hat, dann allmählich die zwei Wörter 
ihre sekundäre Bedeutung bekommen haben. Warum soll nun der 
Beschenkte den Freigebigen liber genannt haben? Weil auch in 
die populäre Philosophie der Satz eingedrungen war, daß nur der 
nicht am irdischen Gelde haftende Mensch in Wirklichkeit frei 
war, nur er kein seriius war. 

Im Anschluß an das Vorhergehende möchte ich betonen, daß 
auch andere auffallende Spracheigentümlichkeiten bei Valerius 
Maximus vorliegen. — gerere statt se gerere hat Löfstedt Beiträge 
für das Spätlatein und für Seneca Apoloc. 11, 4 nachgewiesen: 
auch Val. Max. VI 5, 6: nee aliter L. Crassus in eodem iustitiae 
experimento gessit gehört hierher. Wie in den andern Fällen ist 
ein Adverb hinzugefügt. Es liegt Analogie nach agere vor. 

Der Akkus. Abs. findet sich nach Schmalz^ p. 391 bei Lucifer 
u. a. spätlateinischen Schriftstellern , der Nom. Abs. ist schon bei 
Curtius (vgl. Glotta IV p. 266 ff.), auch der Gen. Abs. ist bei Florus 
I 45, 23 p. 110, 6 R.: Avaricnm quadraginta milium propugnan- 
tium sustulit (man streicht susfulit) wie bell. Hisp. 14, 1; 23, 6 
vertreten. Findet sich schon Val. Max. I 1, 19: Aesculapius qui 
consecratum templo suo lucum a Turidlio . . . succisum . . . Tu- 
rullium . . . traxit usw., wo man hinter succisum alles Mögliche 
eingeschoben hat, ein Akkus. Abs.? Auch VII 1, 1: videamus ergo 



Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch 97 

quot gradibus be77eficiorum Q. Metellum . . . numquam cessantem 
indulgentiam (man schreibt den Abi.) ad summum heatae vitae cu- 
mulum perduxerit (sc. fortuna)? Sicher hat ihn Julius Paris Epit. 
VII 6, 1 p. 556, 1: Cannensi clade territam urbem Juni opera 
didatoris spolia . . . convulsa sunt. 

I 7, 2: non est inter jynfrem et filium ullius rei comparationem 
fieri usw. Natürlich dürfen wir nicht (fas) oder {opus) est schreiben, 
weil est wie Gr. eovL mit dem Akkus, c. Inf. steht wie sonst mit 
dem Infinitiv. 

Die selbstverständliche Vertauschung von inter und intra finden 
wir schon Petrou 62, 4 venimus inter monumenta. Die von Löf- 
stedt Spätlat. Stud. p. 82 gebotenen Beispiele sind spät und überall 
steht inter für intra in der gewöhnlichen Bedeutung. Auffallend 
nun ist Val. Max. I 7, 6: inter privatum autem habitum Dionysio 
Syracusano adhuc se continente, wo auch im übertragenen Sinne 
ititer für intra steht. 

idem für einfaches is Hegt II 7, 7 p. 76, 26 VIII 14, 2 p. 398, 
21 und Villi 13 Ext. 3 p. 465, 15 (auch bei Jul. Par. p. 557, 13) 
verkannt vor; aber dies läßt sich auch bei Cicero schon nach- 
weisen (Schmalz * p. 622). 

II 80, 8: populus . . . revocaverunt und IUI 1, 5: cum populo 
egit, ut . . . darent, liegt ein allbekannter Fall von Synesis vor. 

Daß p. 112, 9; 147, 16; 215, 23 enim schon eine adversative 
oder abgeschwächte Bedeutung hat, habe ich Philol. S. B. XII 2 
dargetan. 

VII 2, Ext. 1 p. 326, 17 ff.: divitias adpetis quae multis exitio 
fuerunt: honores concupiscis, quae compliires pessiim dederunt; hat 
hier Val. Max. schon (wegen der Symmetrie) weibliches honor an- 
gewandt (vgl. Appel de gen. neutr. p. 43), wie es auch z. B. Jul. 
Val. III c. 45: divinae honores verkannt vorliegt? Ja vielleicht 
wurde sogar honor zuerst nach Analogie von gloria weiblich ge- 
braucht, was dann allmählich den vollständigen Geschlechtswandel 
der ganzen Wortsippe bewirkt hat. 

Bezeichnend ist auch VIII 3, 7 p. 337, 24: Fabius autem Maxi- 
mus, cuius non dimicare vincere fuit der vom substantivierten In- 
finitiv abhängige Genitiv, vgl. jetzt auch Schmalz* p. 419, vgl. 
aus nur wenig späterer Zeit Sen. ep. 101, 13: quid autem huius 
vivere esfi 

Ebenso wird IX 14, 3 p. 467, 19 fi".: Cornelius Scipio . . . in 
servilem Serajnonis appellationem vulgi sermone impactus est, quod 
huiusce nominis victimari quam similis erat heute q^uam mit Positiv 

Glotta. V, 1. 7 



98 W. A. Baehrens, Vermischtes über lateinischen Sprachgebrauch 

anerkannt, vgl. Schmalz^ p. 614; aber vor Val. Max. ist die Eigen- 
tümlichkeit nicht nur bei Terenz, Cicero und Caehus, sondern auch 
bei Livius vorhanden: 40, 8, 14: iatn hos Eumenem Attalutnque 
fratrem a quam exiguis rebus, prope ut puderet regit nominis, 
mihi . . . regnum aequasse. Die Stelle ist wichtig, weil sie (anders 
Lucrez VI 1080, wo cetera iam quam multa licet reperire? zu 
schreiben ist) noch mehr als die Stelle des Valerius zeigt, daß 
eigentlich nur ein Ausruf (hier des Unwillens) vorliegt. Vgl. 
auch noch aus dem ersten Jahrh. Frontin. Strateg. III 5, 2 p. 96, 
4 G.: Lusitani quam (quamvis Gundermann) instructi commeatibus, 
statim se dederunt, wo aber der ursprüngliche Charakter wie an 
den Cicerostellen schon verschwunden ist. 

XV 111. ire : sterben 

Daß ire (wie transire und abire) für ^sterben' angewandt wurde, 
betont Winand Vocab. Latin, quae ad mortem spectant, Diss. Mar- 
burg 1906 p. 39, Die Stellen sind aber unkritisch gesammelt. 
Belege wie CatuU III 11: qui nunc it per iter tenebricosum; Sen. 
ep. 30, 11 ad hanc viiam itur; Sen. ep. 77, 12 eo ibis quo omnia 
eunt fallen ohne weiteres aus; absolutes ire finden wir nur Lucrez 
III 526: denique saepe hominem paulatim cernimus ire; ebenso 
Statius Silv. 2, 2 217 usw.: quicquid init ortus, finem timet, ibimus 
omnes, ibimus usw. Demnach möchte man annehmen, daß ire 
'sterben' nur der poetischen Sprache angehöre. Daß es aber doch 
(wie transire, vgl. darüber Löfstedt Commentar zur Peregr. p. 274) 
in der Volkssprache bestand, möchte ich schließen aus Cl. Donat. 
Interpret. Verg. zu Aen. III 10: I p. 262, 28ff. G.: litora cum pa- 
triae lacrimans usw. portusque relinquo et catnpos tibi Troia fuit: 
tria posuit quae per naturam suam non p)otuerunt ire (im Gegen- 
satz zu den Verwandten und Freunden , die alle gestorben sind), 
litus portum et campos. Auch hier ändert Georgii in: interire. 

Groningen W. A. Baehrens 



M. Lanibertz Zur Ausbr. d. Supernora. od. Signum im röm. Keiche 99 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Öignum im 
römischen Reiche 

II 

1. Doppelnamen in Ägypten 

Schon im mittleren und neuen Reiche Ägyptens ist die Haupt- 
masse der ägyptischen einheimischen Namen theophor i). Es werden 
in diesen Zeiten nicht selten die Namen der Götter in unver- 
änderter Form als Personennamen verwendet; dann und wann wird 
der Name des Gottes durch Anhängung einer Nisbe (■'n) zum 
Menschennamen umgestaltet. Diese Vorliebe für die Benennung 
von Menschen mit den Namen von Göttern haben die Ägypter mit 
den Semiten gemein, deren Namen größtenteils theophor sind. 
Trägt ein Mensch den Namen eines Gottes, so wird er dadurch 
unter die besondere Obhut dieser Gottheit gestellt. Die Griechen 
verwenden Namen höherer Götter in vorchristl. Zeit noch nicht zur 
Benennung von Menschen ^). Erst zur Zeit des Tiberius kommt 
diese Sitte auch in Griechenland auf, im zweiten Jahrhundert 
unserer Zeitrechnung wird ihr besonders gehuldigt, während man 
sie gegen Ausgang des dritten Jahrhunderts wieder aufgibt. Im 
ersten Jahrhundert nach Christus übernehmen die Römer mit allen 
übrigen griechischen Personennamen auch die Sitte, Menschen 
Götternamen beizulegen, und zwar benennen sie ihre Freigelassenen 
und Sklaven mit griechischen Götternamen, bald werden auch 
lateinische Götternamen ebenso verwertet. Rom bewahrte den 
Brauch, Menschen nach Göttern zu benennen, viel länger als 
Griechenland, nämhch bis tief ins fünfte Jahrhundert hinein, und 
bevorzugte besonders die Namen Mercurius und Phoebus. Ihr bis 
heute andauerndes Fortleben fand diese ihrem Ursprünge nach 
also altägyptisch-semitische Sitte in dem Brauche der christlichen 
Kirche, Kindern die Namen von Heiligen zu geben, damit sie sich 
an den Heiligen ein Beispiel der Tugend nähmen 3) und damit 
ihnen der Schutz und Schirm der Heiligen und Märtyrer zu- 



1) Emil Levy, Über die tbeophoren Personennamen der alten Ägypter 
zur Zeit des neuen Eeiches [Dyn. XVIII— XX]. Diss. Berlin, 1905. 

2) Hans Meyersahm, Deorum nomina hominibus imposita. Diss, 
Kiel, 1891. 

3) Chrysost. hom. 52 in Matth., Migne 60 Col. 365, s. Ad. Harnack, 
Die Mission und Ausbreitung des Christentums I 360 if. 

7* 



100 M- Lambertz 

gewendet würde '), eine Art der Benennung, die erst in der ersten 
Hälfte des vierten Jahrhunderts an die Stelle der alten Benennung 
nach "Wesen der heidnischen Mythologie getreten ist. 

Aber dem Ägypter des mittleren und neuen Reiches genügt 
es nicht, sein Kind unter die Obhut bloß einer Gottheit zu stellen, 
sondern oft werden dem Kinde zwei Götter zugleich als Schirmer 
beigegeben, indem man ihre zwei Namen zusammensetzt und diesen 
kombinierten Namen dem Kinde verleiht 2). So werden die Namen 
der Götter Amon und Nil, Amon und Re, Min und Month 
zur Bildung von Menschennameu vereinigt. Es finden sich die 
Dvandvakomposita Haronnophris , Harmin, Minamon, Harhons, 
Harmonth, Harset, Harhechis, Harthotes, Suchamon, Harpokramon 
und viele andere 3) und sogar ein dreifach zusammengesetzter 
Name aus späterer Zeit begegnet in Pap. Oxy. VII 1025, wo ein 
i^riyrjTTjg '^EQi-iavoßdf.if.itov heißt ^). 

Diese Sitte der Kombinierung von Götternamen ist schon im 
mittleren Reiche nicht selten^), sie bleibt während des neuen 
Reiches, während der libyschen, säitischen und persischen Zeit 
beliebt; in griechisch-römischer Zeit werden infolge des religiösen 
Synkretismus in den Jahrhunderten der Ptolemaeer besonders 
Kombinationen des Namens eines ägyptischen Gottes mit dem 
Namen einer verwandten griechischen Gottheit als Personennamen 
gebraucht. Vielleicht sind die ägyptischen Bruder- und Genossen- 
namen ^), d. h. die zahlreichen mit aravg ovcog, aqavg agovg zusammen- 
gesetzten Namen wie Sansnos, Sensansnos, Fsansnos, Tsansnos, 
Senpsansnos, Psensenpsansnos, Thapsonsnaus, Tasnos, Chemsneus, 
Senchemsneus ''), für die manchmal die griechischen Übersetzungen 
zliövi-iog, z/idöeXq}og, TQidöeXq>og verwendet werden**), und Arau, 
Naaraau, Erautei, Naraus, Naaraus, Chimnarautos, Aleroutos, Na- 

1) Theodoret. Graec. affect. curat. VIII p. 923 ed. Schulze, s. Har- 
nack a. a. 0. 

2) K. Fr. W. Schmidt, Griechische Personennamen bei Plautus, Hermes 
37 (1902) 370 erklärt Lemniselenis als derartiges Dvandvakompositum. Vgl. 
denselben Berl. philol. Wochenschr. 1903, 1527. 1907, 821 f. Götting. gel. 
Anz. 1911 Nr. 7, 458. 

3) s. z. B. Verf., Doppelnamigkeit in Ägypten 22. 

4) K. Fr. W. Schmidt, Götting. gel. Anz. 1911, 458. 

5) E. Levy a. a. 0. 13. 

6) K. Fr. W. Schmidt, Berl. philol. Wochenschr. 1903, 1527. 

7) s. Spiegelberg, Ägyptische und griechische Eigennamen aus Mumien- 
Etiketten etc. Leipzig 1901, 35. 

8) Verf. Doppelnamigkeit 17. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche lül 

raous, Tanarooutos, Parouti, Äreus, Ärieus, Pareutos, Tereus u. a. 
bedeutungsgleiche Vertretungen jener theophoren Dvaudvakomposita. 
Dieser Brauch, das Kind durch einen kombinierten Namen unter 
den Schutz von Göttergeuossen oder Göttergeschwistern zu stellen, 
hat seine Parallele in der christlichen Namengebung in den kopu- 
lativen Eigennamen Poterpaul, Annemarie, Hansjürg, Marianne *). 

Von dem Gebrauch solcher kombinierter Namen zur Zerlegung 
in ihre beiden Bestandteile, die, jeder als selbständiger Name, 
einer und derselben Person gegeben werden, ist nur ein kleiner 
Schritt. Es ist nach dem Glauben des ägyptischen Vaters die 
Wirkung dieselbe, ob nun das Kind Harmonik heißt, oder ob es 
in dem einen seiner zwei theophoren Namen den Gott Hör gleich- 
sam im Wappen führt, durch den zweiten der besonderen Gunst 
des Gottes Month anvertraut wird. In dieser religiösen Fürsorge 
also, die das Kind mit möglichst vielen Beschützern umgeben 
möchte, ist eine der Ursachen zu sehen, die zur Entstehung der 
Doppelnamigkeit führten'^). Besonders gilt dies für die griechische 
Zeit Ägyptens, in der das ängstliche Bestreben des Namengebers, 
dem Kinde neben dem Schutze des ägyptischen auch den des 
griechischen Gottes zu sichern, zu der ungeheueren Verbreitung 
der theophoren Doppelnamen bedeutend beigetragen hat. Daß bei 
der Homonymität zahlreicher Ägypter oft ein zweiter Name ledig- 
lich die Unterscheidung erleichtern sollte, daß ferner ein Mensch 
oft einen profanen und außerdem einen zweiten heiligeren Namen 
erhielt, der seinem göttlichen Ka zukommen sollte-''), sind gewiß 
bei der Entstehung und Ausbreitung der Sitte mitwirkende Faktoren 
gewesen *). 

'Erwägungen religiöser Natur also sind die eine Wurzel, 
aus der die Sitte der Doppelnamigkeit in Ägypten erwachsen ist. 
Die zweite Ursache, die diese Form der Namengebung zunächst im 



1) Vgl. E. M. Meyer, Copulative Eigennamen, Zeitschr. f. deutsches 
Altertum und deutsche Literatur 1899, 158 ff. 

2) K. Fr. W. Schmidt, Berliner phil. Wochenschr. 1903, 1527. 

3) A. Wiedemann, Wochenschr. f. klass. Philol. 1911, 1105. 

4) Auf Grund derselben religiösen Erwägungen, die den Ägypter zur 
Zerlegung der theophoren Dvaudvakomposita in theophore Doppelnamen 
veranlaßten, werden christlichen Kindern zwei und mehr Taufnamen ver- 
liehen, sodaß ein Petei- Paul ebenso dem Schutze der beiden Apostelfürsten 
anvertraut wird wie ein Peteiyaul. Vgl. De Eossi Bull. arch. crist. 1867 
p. 6: Grabinschrift, gestiftet von dem Christen M. Anneus Paulus seinem 
Sohne M. Armeus Paulus Pet7-us (s. Glotta IV 126). 



102 M- Lambertz 

Nillande noch beliebter gemacht, ihr dann aber in allen helleni- 
stischen Ländern, schließlich in sämtlichen Provinzen des römischen 
Reiches zu außerordentlicher Verbreitung verholfen hat, ist in den 
besonderen nationalen Vorhältnissen des östlichen Mittel- 
meerbeckens in den vier letzten vorchristlichen Jahrhunderten zu 
suchen. Die seit Psammetich in Unterägypten angesiedelten 
Griechen gewinnen immer größere Bedeutung; sie werden schließ- 
lich unter den Lagiden die herrschende Klasse. Ägypten wird wie 
alle anderen hellenistischen Länder ein zweisprachiges Land, indem 
die Amts- und Hofsprache die griechische ist. Für den Ein- 
heimischen, der den herrschenden Kreisen näher treten muß, ist 
es vorteilhaft, sich statt seines für den Griechen oft schwer sprech- 
baren Namens einen anderen geläufigeren, am besten geradezu 
einen griechischen, beizulegen. Ein Ägypter, der Psentchentchbairis, 
Psensenpsansnos, Psensenpeteminis, Synpsenchonsis, Sevpseniapsais, 
Senpsentbaikis, Senphthonsneus o. ä. heißt, kann seinen Namen ins 
Griechische übersetzen und sich, wenn er mit den griechischen 
Beamten und Kaufleuten zu tun hat oder wenn er in die römische 
Armee oder Marine eintritt i), mit dieser Übersetzung nennen, bei 
seinen Angehörigen und Freunden in der Heimat aber seinen 
ägyptischen Namen behalten (nicht einmal das ist übrigens immer 
der Fall). Offiziell schreibt er sich mit beiden Namen, die er 
durch /.ai, og '/.ai, 6 aTTiyialovfievog, o hiiyisy.Xrj(.ievog, o Xeycfuevog, 
og /.ai '/.aXeltai, tjtoi mit einander verbindet, seltener unverbunden 
nebeneinandersetzt. Da ähnliche nationale Verhältnisse wie in 
Ägypten in der Diadochenzeit auch in Syrien und Kleinasien be- 
stehen , findet dieser Brauch auch in jenen Ländern Eingang, 
dringt in weitere, auch rein griechische Kreise und verliert da- 
durch an praktischer Bedeutung, wenigstens geht sein ursprüng- 
licher Zweck in vielen Fällen verloren, einen barbarischen Namen 
durch eine Namensübersetzung oder wenigstens -ersetzung für 
die griechische Zunge geläufig zu macheu. Dafür bekommt die 
Sitte dann im römischen Reiche eine andere große Bedeutung. 
Bei der Polyonymie der Römer in den Jahrhunderten der Kaiser- 
zeit fällt den Formeln qui et und 6 xa/ häufig die Aufgabe zu, 
den oft zahlreichen offiziellen Bestandteilen eines Namens den 
Individual- oder Rufnamen isoliert gegenüberzustellen ^). 

1) s. S. 108. 

2) Vgl. Glotta lY (1912) 82 ff. 101 [Aquensts, Dacus als Eufnaraen u. 
unten). 120 u. {KQ6rtog-l-lQTf/ui(^ioQos-Ev6d\og dreinamiger Ägypter). 121 
{MeXiTlvTj-Oi'Qavüt-' AxTTj dreinamige Frau aus M{X(tt]). 130 [liniiav). 134 [^löviog 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiche 103 

Die oben besprochenen religiösen Motive des alten Ägypten 

Eufname des Q. Axius Aelianus des Jüngeren und seiner Frau). 138 o. {^wair'^tos 
6 xccl OaXrig heißt in den Namen seiner Söhne 0ak-^g). Ebenda Mitte [Zsqk- 
TiCwv-KottTwv an anderer Stelle bloß KQc'awv genannt). 139 unten [Asv- 
xiog 6 y.al MÜQxog aus Marathon heißt an anderer Stelle bloß TTKuSoTQißrjg 
MaQxog). — Dagegen s. a. a. 0- 121 Euthymo cui et Lupo, 140 o. und 142 
(AQiaToxQÜTTjg xctl irccQttfiovog heißt bei der Erwähnung seines älteren 
Sohnes naQÜfxovog" , bei der Nennung des jüngeren IdqiaToxQctTrig'). — Vgl. 
dazu den AvQriXiog Arj/utWoiog 6 xal KoQvrjXüg (P. Leipz. 3, 2 u. ö.) aus dem 
J. 256 n. Chr., dessen Sohn als AioriXiog Konofctg KoQvrjkn bezeichnet wird, 
woraus hervorzugehen scheint, daß KoQi'rjlclg der Individualname des Vaters 
war. Aus dem Jahre 222 n. Chr. ist aus Nubien der Doppelname des 
raiog AiöaxoQog 6 xcu MaxQHVog (CIG 4995) überliefert; derselbe heißt in 
CIG 5002 u. 5003 rcuov Aioaxögov MaxQtivov, trägt also die beiden Teile 
seines Doppelnamens unverbunden nebeneinander; überhaupt nur der zweite 
erscheint in CJG 5005 Fniov 'Iovk{iov) MaxQtvov. Dagegen heißt KXuvdiavbg 
6 ;e«t ZtQfiVog aus dem Jahre 166 n. Chr. (P. Lond. II 210 [332] 15) in 
Z. 27 desselben Dokuments Zioflvog o xccl Kkavöiavög, sodaß also aus der 
Stellung der beiden Namen nicht zu ersehen ist, welcher der Individual- 
name war. IlioXffxelvog 6 xal Zagfiätrjg in P. Oxy. 891 (s. S. 129) heißt in 
P. Oxy. 43 aus dem Jahre 295 viermal bloß ZuQ^ärrig, das also sein Indi- 
vidualname gewesen sein dürfte ; sein Vater hieß IIxoltfXHvog (s. S. 118 
— In Sagalassos in Pisidien beißt es zur Zeit Caracallas von einem Avq. 
Meidtavbg ArTccXiavög, er habe sich auch kürzer liTTaliavög genannt (s. 
S. 150. Fußnote); in Pogla in Pisidien heißt ein Aurelius Artimianus Dili- 
triunus Artimas qui et Euchrornius (s. S. 150 Fußnote und 129) an anderer 
Stelle AvQ. A()Tti/Lic(g AiliTQtavog, woraus zu schließen ist, daß einer dieser 
beiden Namen sein Rufname war. Daß ^Ovriai/niicov der Eufname des 
Ainh VvTjai/nfi'üjv 7«t[p . . .] (BCH 1900, 345) aus Termessos in Pisidien 
war, ist daraus ersichtlich, daß auf der Leiste der Inschrift 'Ovrjaifiioivog 
noch besonders beigeschrieben ist (vgl. Ad. Wilhelm, Wiener Studien 
24 [1902] 597). Ebenso scheint Zt(onr]<^u)v der Eufname des Lykiers Z. 6 
xctl Arjjui^TQiog (s. S 151) gewesen zu sein, da sein Sohn als KXeoßovlog Zccq- 
TiTjäövog bezeichnet wird. Dagegen läßt sich nicht entscheiden, welcher 
Name der Eufname war, wenn die Namen wie oben bei KXavStavog-ZfQrjvog 
in derselben Inschrift einmal in der Eeihenfolge a — b, ein zweitesmal b — a 
angeordnet sind (s. c), wie bei der Priesterin MuQxia Aiiq-riUa Nffifaw j) 
xal Xovoiov (Cagnat, Inscr Gr. ad res Eom. pert 3, 583 ff.) aus Sidynia in 
Lykien, die auf einer andern Seite des Inschriftsteines M. Av. XqvoCov tj 
xal NfuiGw genannt wird. Der Gatte dieser Frau heißt M. Avq. Eixagnog 
'hqoxMovg tov xal Ecxägnov; sein Vater hat zwar seinen zweiten Namen 
an den Sohn vererbt; trotzdem scheint des Vaters Eufname 'reQoxXijg ge- 
wesen zu sein ; denn in einer andern Inschrift (Cagnat 3, 584) heißt der 
Gatte der oben erwähnten Priesterin M. Avq. EvxuQnng 'JsQoxXeovg, sein 
Vater bloß 'liQoxlfjg. Der Vater des OoaavßoiXog IIv»oda)Qov tov z«l 
rXvxan'og aus Silandus in Lydien (Le Bas V 709) heißt in Z. 15 der Inschrift 
bloß rXvxtov, der Sohn des Sqaavßovlog auch rkvxatv. Vgl. auch S. 156. 



104 M. Lambertz 

wirken auch in späteren Jahrhunderten noch weiter, wie manche 
Namenspaare in jüngeren Papyris beweisen. Wenn z. B. ein 
GTQarifjydg "^Qöi^votxov) ''HQ(ay.XEidov) iu\E]Qidog in Berl. Urk. 2, 1 
(Fayüm) im Jahre 209 n. Chr. das Namenspaar ^^nolXoqKxvi [r]fp 
yial 2aQa/tcifAincüvi führt, oder wenn im 2. Jahrh. n. Chr. der 
Vater einer [0€]j'z^/ixfg — Kqovicov b y,{al) ^aQaTidfi[^fxa)v^ heißt, so 
sind in diesen Namenspaaren die Götternamen derart gehäuft, daß 
das leitende Motiv ihrer Auswahl, nämlich das Bestreben, dem 
Namensinhaber möglichst viele Gottheiten ägyptischer wie grie- 
chischer Nationalität als Schutzpatrone beizugeben, in die Augen 
springt. Aus demselben Grunde erscheinen in hellenistischer Zeit 
Thermidhis und Aman, Demeter und Ämon, Amon und Sarapis, 
Chnum aus Syene und Amon, Amon und die Dioskuren, Amon 
und Polydeukes, Herakles, Dionysos oder Apollon als Schutzpatrone 
des Namensträgers einander in den beiden Namen eines Namens- 
paares gegenübergestellt i). Mit ,Horus' zusammengesetzte theo- 
phore Namen 2) werden mit Vorliebe durch griechische Namen, 
in denen ^AtioXImv als Bildungselement erscheint, ersetzt. Denn 
mit Apollo wird Horus auf Grund der Ähnlichkeit der beider- 
seitigen Mythen identifiziert. Die nicht seltene Vereinigung eines 
Namens mit dem Element Hör und eines zweiten mit dem Element 
'^Uqa^ oder Br^yiig, der Bezeichnung für das heilige Tier des Hör, 
den Sperber, durch 6 vmI zu einem Doppelnamen hat dieselbe 
Bedeutung wie die Dvandvakomposita '^Aqßrf/.ig, ^ leQaxaTtolliov und 
Apollohex als Personennamen. Anubis, der Gott der Einbalsa- 
mierung und der Gräber, und Hermes, der Geleiter der Seelen, 
Hermes und Uhor, der Wüstenhund, der dem Anubis heilig ist, 
oder Anubis selbst und Uhor erscheinen paarweise als Namens- 
patrone in Doppelnamen vereinigt. Andere ägyptische Träger von 
Doppelnamen werden auf dieselbe Weise der Huld der Götter- 
paare Athena und Tkermuthis, Nike und Thermuthis, Isis oder 
Hera oder Mut und Thermuthis empfohlen; Min von Koptos wird 
ebenso im Bunde mit Pan, der entsprechenden griechischen Gott- 
heit, Namenspatron, Hermes und Thot, der Erfinder der Sprache, 



1) 8. Job. Schöne, Griechische Personennamen als religionsgeschichtl. 
Quelle, Düsseldorf 1906. In dieser Schrift, wie von Verf., Doppelnamigkeit 
in Ägypten, sind Belege beigebracht. 

2) Horus, der alte Gott des Nordstaats, der Vereiniger beider Eeiche, 
spielt in der ägyptischen Namengebung eine hervorragende Eolle. Namen 
wie Horigenes (Origenes), Harpokrates, Harpokration, Besarion- gehören zu 
den beliebtesten der nachchristlichen Jahrhunderte. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiche 105 

Schrift und Rechenkunst, erscheinen in Doppelnamen als Genossen, 
desgleichen Thot und sein Vogel Ibis, daher auch Hermes und 
Ihis. Der den Erntesegen spendende ^Ayad^og daif.aov, der den 
Ägyptern sowohl im Nil, wie auch manchmal (z. B. CIG 3, 4699) 
in der Person des Kaisers (dort Neros) verkörpert erscheint, 
schützt mit Nilos, Suchos, Dionysos, Sarapis und Ptolemaios, dem 
göttlichen König, gemeinsam die Menschen, die nach ihm und 
einer der erwähnten Gottheiten genannt sind^). Auch Sarapis 
und Isis, Sarapis und Suchos, Ptolemaios und Suchos, Month, der 
kriegerische Sonnengott, und Äpollon werden durch Gegenüber- 
stellung in Doppelnamen gleichsam oQav oder agevg, d. h. Genossen, 
in der Beschützung eines Menschen, Und wie der ägyptische 
Ärztegott Imhotep und der griechische ^Ao-^Xt^tiloq, gemeinsam 
den Kult im memphitischen Serapeum genießen, so wird ihrem 
verbündeten Schutze auch mancher Mensch anempfohlen, der 
^Ifxoid^r]g og yial '^aytXriTiiddrjg oder ^^a/.X7jTtiäg rj Y.al ^evLiuovd^iov 
heißt 2). 



1) Vgl. aus Eom CIL 6, 18850, besprochen Glotta IV 125 {Eutychianus 
signo Daemoni wird durch seinen ersten Namen der Tvxt], durch sein 
Signum dem ^Jyad^og daCfiwv empfohlen, vgl. J. Schöne, Gr. Personennamen 
11. s. w. 131. 

2) Über ähnliche Fälle aus den westlichen Provinzen des römischen 
Eeiches vgl. Glotta IV 118 f., 'Aay.).riniKdrig 6 xul 'Egfi-öSrngog (IG 14, 1102, 
Korn) und /IrifxriTQiog 6 xal 'AgnoxQaTiwv (IG 14, 916 Kom) sind Ägypter, 
vielleicht auch linolXwviog 6 xal 'iloiyfvrjg (IG 14, 1451, Rom). S. ferner 
Glotta IV 130, die dort erwähnte Julia . . . Aphrodisia Veneria aus Capri 
(Eph. epigr. 8 [1891] 164, 671) ist auch hier zu nennen, ebenso (vgl. Glotta 
IV 137) der Ephebe "/«x/o? o xcd zhorvaöSwoog (IG 3, 1133). Ägyptischer 
Abstammung ist der Ephebe Avq. EiniSajQog 6 xal 'Anoliväqiog (IG 3, 1197, 
vgl. Glotta IV 138). Zur Zusammenstellung eines Gottesnamens mit der 
Bezeichnung des ihm heiligen Tieres vgl. Glotta IV 121, der Vater des 
Euthymiis qui et Lupus heißt Martialis (CIL 6, 17398). — Hier sind Fälle 
von Namensübersetzung anzuschließen wie Afrodite que et Filtatia (CIL 11, 
764 Bologna, s. Glotta IV 114) und in nicht theophoren Namenspaaren 
Sapaudus id est Justus (Eev. arch. 1860, 2, 348, 2 Lyon, s. Glotta IV 93), 
ferner die Namen der Afrikaner Kapito-Cephalius und 3fatronula-3Ietrodora 
(Glotta IV 100, CIL 8, 20758. 16137), der Doppelname des stadtrömischen 
Freigelassenen L. Aurelius Panniculus qui et Subanas (Glotta IV 122, CIL 6, 
10117), der des M. Ippius L. f. Stel. Benevento Vitalis süj. Equitii aus 
Delminium (Glotta IV 134, CIL 8, 2706). In folgenden zwei Fällen (Glotta 
rV 138) liegt zwar keine Namensübersetzung vor, aber die beiden Teile des 
Namenspaares sind ihrer ähnlichen Bedeutung wegen zusammen verliehen; 
"iXaqog 6 xal EvTvxrjg und BäO^vklog 6 xal "Yipiarog (beide IG 3, 1197), aus 
dem 3. Jahrhundert n. Chr. ; dem zweiten Namenspaare liegt ein Scherz 



106 ^^- Lamhertz 

Das Bestreben, statt des ägyptischen Namens einen 
griechischen zu führen, tritt, wie schon in vielen der eben 
besprochenen Fälle theophorer Doppelnamen, auch in einer Weih- 
inschrift zu Tage, die in der Zeit des Ptolemaios Euergetes 1., 
zwischen 244 und 221 v. Chr., von zwei Frauen aus Kyrene, die 
in Arsinoe-Krokodilopolis seßhaft sind, gestiftet wird^). Sie wollen 
dem Könige Ptolemaios und der Königin Berenike, seiner Gattin 
und Schwester, sowie seinen Kindern zu Ehren ein Heiligtum 
weihen und nennen sich in der Weihinschrift mit Rücksicht auf die 
griechische Königsfamilie an erster Stelle nur mit ihren grie- 
chischen Namen, während sie die ägyptischen, die sie von Hause 
aus führen, nur zum Schlüsse nebensächlich hinzufügen 2). 

In einem Papyrus, der vier Jahrhunderte jünger ist als jene 
Weihinschrift, tritt uns das Bestreben des Ägypters, auch im 
Namen, ja sogar in den Namen der Eltern, als Grieche zu er- 
scheinen, in klaren Worten entgegen, nämlich in der Bitte eines 
gewissen EvöalfAwv aus Nesyt im Delta an den Idioloyog, den Be- 



zugrunde. — Vgl. zu dieser ganzen Gruppe Glotta IV 78 und 79 und die 
Namenspaare: '^qvwttjs (= Horus ist gesund) 6 xal Zdljg Spiegelberg, 
Mumienetiketten 47*. 323, 'yl(f vy^i^s ö xal ZwCXog Spiegelberg 10*, P. Oxy. 
271, 4, TavQig Tj xal <P tkov /x^vr] P. Oxy. 1209 {Tavgis = T-avo T-f^av 
T-f()av die Freundin, also Übersetzung von 'Pilov/j.tvr]? Sie schenkt einer 
Sklavin övofiKrc Ttgict die Freiheit!), ferner ^dtwvlS rig 6 xul Mivaig 
(= ,, der Löwe", koptisch f/.ovi) Pap. Gießen 58 I 21, 'I^quxCwv \o]xul Tla- 
^ofidüg 'l€Q[axog] (p-ahom ^der Adler') und vielleicht auch Novvct rt xctl 
noXviTcov Pap. Brit. Mus. II 317 (251) 5 (4. Jahrhundert n. Chr.). 

1) Annales du Service d'Ant. 1908, 231 ff. (Lefebvre) und L. Mitteis 
u. .U. Wilcken, Grundzüge und Chrestomathie der Papyruskunde 1/2, 75/76, 
n. 51. 

2) YneQ ßaaikiwg UrolffxaCov xal ßaaiXiaarjg B(QSvixr}g yvvaixog xal nötX- 
<ffjg xal T(Sv Tf'xvwv QvriQt to Ibqov (die Göttin GvrJQig identisch mit ^Aßrjvä. 
S. Pap. Oxy. 1117, 1 aus dem Jahre 178 n. Chr. : inifieXrjTal xQ^oov ^odvov 
li9-r]väg rfjg xal &oi]QcSog) xal ra TiQoaxvQovja EiQ^vr] xal Oeo^^va /trjjLirj' 
tqCov Kvorjraioi ix QäaiTog, aig xal aiyvnr la ovöfxaTci iariv Ne(f>£Q- 
aov/og xal Oav^g. Daraus, daß der Vater der beiden Frauen Eiorjvr] r; 
xal NnfiQGov^og und ©so^^va rj xal &avi^g nur mit seinem griechischen 
Namen genannt wird, kann nicht geschlossen werden, daß er nicht auch 
daneben einen ägyptischen gehabt hätte. Doch ist es auch möglich, daß 
wir eine griechisch-ägyptische Mischfamilie vor uns haben, deren Vater Ji]- 
firjTQiog ein kyrenaeischer Grieche war, der erst in Ägypten die Ägypterin 
Gäaig, die Mutter der beiden Stifterinnen, geheiratet hat. Dann wäre in 
diesem Falle die verschiedene Nationalität der Eltern ein weiterer Grund 
gewesen, den Töchtern je einen griechischen und einen ägyptischen Namen 
zu geben. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche 107 

amten seines Bezirkes, die ägyptischen Namen seiner offenbar ver- 
storbeneu Eltern durch Übersetzung ins Griechische ändern zu 
dürfen i). Der ägyptische Name seines Vaters war Wo'ig gewesen, 
das, wohl identisch mit Wdig, die ägyptische Bezeichnung des 
"^yad-og öaif-iojv ist. Schon der griechische Name des Sohnes 
Evd(xi(.aov, des Bittstellers, ist also eine Übersetzung des väter- 
lichen Namens 2). Vielleicht hieß er selbst früher H^oig oder Ei- 
daif-icov '/.al Woi'g. Den Namen des Vaters bittet er mit '"Hgcov 
übersetzen zu dürfen, das, da 'Hga auch als Fruchtbarkeitsgöttin 
verehrt wird, als Ersatz für Wd'ig gelten kann. Er wählt wohl 
geflissentlich einen anderen Namen für den Vater als Evdai(.uov, 
doch ist die Übereinstimmung des Suffixes -u)v wahrscheinlich 
beabsichtigt 3). Der Name der Mutter Tia^grjg, der die koptische 
Bezeichnung für Zwillinge (dd^geug = dlövinoi) mit dem weiblichen 
Artikel zl- enthält, wird durch z/iövuri genau übersetzt. 

Dieses offenherzige Bittgesuch dos Ägypters, der sich seiner 
nichtgriechischen Abkunft schämt, wirft ein Licht auf viele Fälle 
von Namensänderung, so auf die Doppelnamen des ^^TtoXlcöviog 
^ AtioXXoÖotov 6 y.al Wevvijaig ^^gairjOiog, eines Uiqo'qg T-fjg Ittl- 
yovijg (Pap. Grenf. 18, 7; 132 v. Chr.). In dem Namenspaare 
des Vaters sowohl (L4noXX6doTog 6 ymI ^^gair^aig = Horus, Sohn 
der Isis) wie in dem des Sohnes C^TtoXXcoviog 6 /.al Wsvvrjoig 
= der Sohn der Isis) steht dem ägyptischen theophoren 
Namen eine mit dem Namen der ver-wandten griechischen 
Gottheit zusammengesetzte griechische Entsprechung gegenüber, 
überdies bedeuten die beiden Namen des Vaters genau das- 
selbe wie entsprechend die beiden des Sohnes. Der Sohn heißt 
in Zeile 11 des Papyrus lATtoXXcoriog, in der Unterschrift in 
Zeile 32 JtQog Wevvrjoiv, er hat also seinen ägyptischen Namen 
noch nicht ganz abgelegt. Nur fünf Jahre jünger (aus dem 



1) P. Straßburg graec. 31 + 32 ed. Wilcken, Archiv f. Papyrusforschung 
4, 123, vgl. L. Mitteis und U. Wilcken, Grundzüge u. Chrestomathie der 
Papyruskunde 1/2, 75/76 Nr. 52. Der Papyrus ist im Jahre 194 n. Chr. 
geschrieben. Das Gesuch, an den Idiologen 'Hqacariojv 6 xal ^Afxfxouvog ge- 
richtet, lautet: Eidai^wv ^I'ötrog fJiriTfibg Ttad-o^ovg bittet xqtj/ixktiI^scv 
(d. h. sich mit vollem Namen nennen und schreiben zu dürfen, s. Glotta 
IV, 79. 185 und die dort verzeichnete Literatur) Evöai^mv "Howvog kvtI 
Tov l^öiTog xal {ivrl Trjg Tiaihgrjovg ^urjTOÖg zl td vu.7]g. 

2) Vgl. S. 105 und Fußn. '). 

3) "Wahl des zweiten Namens durch Gleichklang der Suffixe beeinflußt, 
s. andere Fälle S. 127. 156. 



108 M. Lambertz 

Jahre 127 v. Chr.) ist die Klageschrift eines Diospolitaners ^), 
flessen Namen yinoX'ktovLOQ, og /ml We(X(.u6vd^r^q untereinander 
und zu denen seines Vaters '^Eg^iag b y.al IIsTsvecfioTr^g in einem 
ähnlichen Verhältnis stehen, wie die Namen in dem eben be- 
sprochenen Falle. Vater wie Sohn führen je einen ägyptischen 
und einen griechischen Namen, der in beiden Fällen die Über- 
setzung des ägyptischen ist. Month ist im Namen des Sohnes 
durch Äpollon, die Bezeichnung der Gottessohnschaft ^ev durch 
das Widmungsnamenssuffix -log ersetzt, NecpMTirjg, d. i. nefr hotep, 
der Kultbeiname des Chons, ist im Namen des Vaters mit Hermes 
identifiziert, Uete, das in theophoren Namen den Namensträger 
als Geschenk des Gottes bezeichnet, erscheint durch das Kurz- 
namenssuffix -mg wiedergegeben. 

Dafür, daß auch der Eintritt ins römische Heer für den 
Ägypter ein Grund war, einen seiner neuen Umgebung angepaßten 
Namen anzunehmen, liefern uns drei Papyri aus dem zweiten Jahr- 
hunderte n. Chr. zwei interessante Beispiele. Im Jahre 115 n. Chr. 
(Pap. Cattaoui 3) tritt ein aatog ElaldojQog in die aTielgrj TtgtoTtj 
Qrißaitüv ein, aber als ^lovliog Magriavog. '^Tticov, des Epimachos 
Sohn, aus Philadelphia in Ägypten, schreibt, nachdem er, gleich- 
falls in der er.sten Hälfte des zweiten Jahrhunderts, römischer 
Flottensoldat in Misenum geworden ist, an seinen Vater in der 
Heimat: tozi d^ fuov orof^a ^^vcwvig Md^LfAog. Während er sich 
in diesem ersten Briefe auf der Adresse noch mit seinem alten 
Namen *^7tio)v unterschreibt, nennt er sich in einem mehrere 
Jahre später geschriebenen Briefe an seine Schwester nur ^^vzio- 
viog Md^ifiog; auch sein Sohn, sowie sein Neöe in der Heimat 
heißen Md§ifjog, seine Gattin Äufidia und seine Töchter Elpis 
und Fortunata tragen hellenisch-römische Namen, die ganze Familie 
des alten Epimachos wird hellenisiert, bzw. romanisiert, weil ihr 
Sohn kaiserlicher Flottensoldat geworden ist^). 

1) Ein Turiner Papyrus, A. Peyron, Pap. gr. reg. Taur. mus. aeg. 
1826 ff. III. IV. Ein Pariser Exemplar desselben in Notices et extraits des 
manuscrits de la bibl. imp. 18 (1865) Nr. 14, S. 211 ff., berausgeg. von 
Brunet de Presle. 

2) Die beiden Briefe des 'Aniüiv in Berl. Gr. Urk. 423 und 632, vgl. 
dazu die schöne Interpretation Ad. Deißmanns, Licht vom Osten"-^ 120 ff. 
125 ff. — Über den Ersatz des heimatlichen Namens durch einen römisch- 
griechischen, den Flottensoldaten, auch aus anderen Gegenden des römischen 
Kelches, bei ihrem Eintritt in die römische Marine vollziehen, s. Mommsen, 
Hermes 16 (1881) 466. Vgl. auch Glotta IV 130 f., außerdem über den 
Ersatz eines barbarischen Namens durch einen römisch-griechischen im all- 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche 109 

Wie sich in diesen Fällen der Angehörige des römischen 
Heeres seiner barbarischen Abkunft schämt, so ist in späterer 
Zeit dem ägyptischen Christen die heidnische Bedeutung seines 
ägyptischen Namens unangenehm. So schreibt Athanasius von 
einem gewissen Gelous Hieracammon aus dem 4. Jahrhunderte: 
„Er nannte sich selbst aus Scham über seinen Namen Eulogius^' i). 
Daß, nachdem Doppelnamen zu führen, in der hellenistischen Welt 
Mode geworden war, Personen, die zum Christentum übertraten, 
mit Benutzung dieser Mode zu ihrem profanen Namen einen neuen, 
bloß in der Christengemeinde üblichen annahmen, lehren manche 
Fälle von Doppelnamigkeit*). 

Bei der Homonymität zahlreicher Ägypter bietet der einmal 
eingebürgerte Brauch, zwei Namen zu tragen, ein gern benutztes 
Mittel, gleichnamige Personen desselben Kreises durch einen 
Zunamen voneinander zu unterscheiden 3). So wird in einem 
Papyrus (Berl. Gr. Urk. 800, 1, 13) aus dem Jahre 158 n. Chr. 
ein ^(üTag b '/.al TQvqxDv durch sein Supernomen kenntlich ge- 
macht zum Unterschiede von einem in demselben Dokument er- 



gemeinen Glotta IV 80. 95 (iberisch-lateinisch: Farucia-Letina). 96 (iberisch: 
griech. : Cusuccia-Nome). 97 (illyrisch-gr. : Fato-Epictetus, keltisch-lat. : .,4cm- 
tuü-Felix). 98 ff. und 101 u. (afrikanisch [berberisch]-latein. [bzw. griech.]). 
122 (illyr.-lat. : Diza-Marcellinus]. 123 f. (keltische, germanische, dakische, 
afrikanische, syrische Namen von Personen in der Stadt Kora durch latei- 
nisch-griech. ersetzt). 130 (Flottensoldaten in Misenum, wie die stadt- 
römischen Träger von Doppelnamen verschiedenster Nationalität). 133 (aus 
den oberen Donauländern illyr.-lat.: Itrtus-Secundianus, thrak.-lat. : Bithus- 
Macer, Rascila-Crispus ; dak.-lat. : Esbenus-V ales . 135 (Böotien: illyr.-gr.: 
IdnoXXojviog-^üuvxog). 141 (Thasos : thrakisch.-röm. : Zeinvoos-^doiixiog, Ev- 
TQontCov iniixXrjv ^SQCf(Xov). 143 (zahlreiche Doppelnamen vom Nordufer 
des Schwarzen Meers, von denen der eine ein einheimischer ['O/uipc'tXcixos, 
QvXöyavoq, Avvafiog, Nkvos, MccfjfxctQog, "A6oa&-og1 ist, der zweite ein grie- 
chischer). — Vgl. einen Fall aus späterer Zeit bei Harnack, Ausbreitung 
und Mission des Christentums I 356'^ aus Acta Tarachi ed. Euinart, Acta 
Mart. Eatisb. 1859 p. 452: Der christliche Soldat Tarachus sagt: ^A paren- 
tibus dicor Tarachus, et cum militarem, nominatus sum Victor . — Namens- 
änderung eines Legionärs aus Apamea beim Eintritt in das Heer s. S. 153. 

1) Ad. Harnack, Zur Mission und Ausbreitung des Christentums I 
359 aus Festbriefe, herausgeg. v. Larsow, S. 80. 

2) s. Harnack, a. a. 0. 354 ff. und Glotta IV 100 [Caecilius Cypriatms 
qui et Thascius 200 n. Chr.). 124 [Cedual qui et Petrus, rex Saxonorum, 
6. Jahrh. und Balsamus qui et Petrus). 129 {Aav&üvovaa — xal Irlyü&r] — 
XQn^^T^n aus Licodia in Sizilien IG 14, 254). — Derartige Fälle in Syrien 
und Kleinasien s. S. 152. 

3) s. S. 101. 



ij^Q M. Lambertz 

wähnten ^corag UaTtEiiog. Der Senior und der Junior gleichen 
Namens, 'itQa'^ TZQSGßvTEQog und ^Uqa^ vecksQog, begegnen uns in 
einer Familie, die zur Zeit Marc Aureis das Priestertum der 
KvQioi ^eßaaxol erblich inne hat^), ebenso in einem Berliner Pa- 
pyrus (Berl. Gr. Urk. 627, 10. 12) neben einem [2xoT]o^Tig ttqeg- 
ß{vTeQog) ein [^r]. veojzeQog, die im 1. Jahrh. n. Chr. leben. Wenn 
bei Josephus Antt. 20, 3, 3 von einem IläxoQog b %al TtQsoßvreQog 
die Rede ist, ist anzunehmen, daß er durch seinen Beinamen von 
einem jüngeren Manne gleichen Namens unterschieden werden soll. 
Derartige Supernomina, die bloß in dem Zusätze von vEwtEQog 
und nQEoßvTEQog bestehen, sind in den ägyptischen Papyris nichts 
Seltenes. Ein [na\vEcpQiixiÄig navEqiQtfj{i.iEtog) vEioT{EQog) (Berl. 
Gr. Urk. 277, I 30) aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. ist durch 
das Supernomen von seinem gleichnamigen Vater unterschieden, 
andere Beispiele, alle aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., in denen 
die Sachlage vermutlich ähnlich ist, wenn es sich auch nicht nach- 
weisen läßt, sind : 

[nE/]voig vEonEQog Berl. Gr. Urk. 277 1 14. 

"Hqcov vEw{T€Qog) OsoyiTLovog Berl. Gr. Urk. 498, 10. 

0(Jv[^s] v£oj{tEQog) Berl. Gr. Urk. 560 I 3. 

TlETEaQovTJQig vEi6T{EQog) '^fAEvcüd^ov Berl. Gr. Urk. 561, 10. 

Jidag Mdllov 7CQEoß{vTaQ0v) Jida Berl. Gr. Urk. 496, 2; und 

^hQ'^l[i]o[g Na]aQavg (.isiLcov viog \l4]ßQai.ii[ov] Berl. Gr. Urk. 
367, 5 heißt ein Mann aus arabischer Zeit^). 
Diesen Supernomina, die relative Altersbezeichnungen aus- 
drücken, stehen die Spitznamen fniy-Qog, f-ityag u. ä. nahe; in 
einem Papyrus aus Tebtunis aus dem Jahre 119/118 v. Chr. (Pap. 
Tebt. 62) dienen sie zur Unterscheidung gleichnamiger Brüder, 
nämlich des [nä]oig i^i{y.Qbg) K[(x]laxvTiog (Zeile 219) und des 
näoig |U6(yag) KalaTvzLo[g\ (Z. 227), ferner des Uaoiög iui{-'/.Qdg) 
0avrpLog (Z. 274) von dem naöu}[g (x\i(yag) Oav-tjaiog (Z. 205). 
Außerdem erwähnt der Papyrus einen 'ß^og ixi{xQdg) Kollovd^ov 



1) s. Archiv f. Papyrusforschung 2, 444. 

2) Zu dieser Art von Beinamen vgl. W. Cronert, Studien zur Palaeo- 
graphie und Papyruskunde, herausgeg. von C. Wessely, II (1902) 40, der 
die Supernomina vtcoTsgog, nQeaßmfQog, ^tlCbiv den *pt-Kompositionen gleich- 
setzt: 'pQir]Qc(xle(6r]s ist der ^erste', also ^ältere' 'HQaxktCöri(; = 'HQccxkt(äi]s 
6 TiQiaßvTiQos. — Vgl. auch die beiden Brüder Ttaevovcftg auf S. 114. — 
S. Glotta IV 94 Chrysognne iunior Siricius, Tochter der Chri/sogotie, CIL 
12, 782 Arelate und "Wachstafel aus Alburnus maior in Dacien CIL 3 
p. 949: Restitutus agnomine Senioris. 



Zur Ausbi'eitiing des Supernonien oder Signum im röraischen Eeiclie Hl 

(Z. 156) und einen Qtovig /.itiyag) KEVTioi[og] (Z. 225),' von denen 
gleichnamige Brüder nicht vorkommen. Andere Fälle von Spitz- 
namen, die eine Eigentümlichkeit der Körpergröße oder Körper- 
beschaffenheit zur Namensbildung verwerten, sind aus Ägypten: 
'^QgitüP ^TOTOijZiog euLxa'kovf.dvov MtytQOv aus Fayüm, lo6 n. 

Chr., Pap. Gen. 28, 10. 
^QQiysviqg 6 ytal Mäyvog^) C. P. Hermup. 127 R XVIII, 16. 
OXaviog TlaviaKog o xal Alyyog'^) az^air^yog '^EQfxoTtoliTov, 

2. Jahrh. n. Chr., P. Fior. 2. 
Ne^saiiüv t7iL%(xXovfxBvog ^'AXxt/j.og aus dem Jahre 112/3 n. Chr.^ 

P. Oxy. 586. 
^yiq>QodiOLog 6 y,al Msoxog C. P. Hermup. 127 R XXI, 13. 
AvqriX. na.\v\iOÄ.og 6 /.al Mekag yv{(xvaoLaq%og) y.t1. C. P. Her- 
mup. 7 II 10. 
üaTvviv (acc.) o (sie!) ErtLA.aXovfiEvov Ko)q)6v aus dem Jahre 

93 vor Chr., P. Teb. 283, 7. 
öiiyQaifiEv ]^Q7ta'ijaio{g) (sie!) 6 y.al Ulovip TlETEVQLog (.iritQog 
TioaTig aus Syene aus dem Jahre 114/5 n. Chr., Wilcken, 
Ostraka 963). _ 

Andere Spitznamen vergleichen ihre Träger 

a) mit Pflanzen: 

[nE]T£aovxog E7tt-/.al{ovfxevog) Kga^ßr] (= Kohl'), 2. Jahrh. 

n. Chr., Berl. Gr. Urk. 277, 5. 
"Hqcov 6 y.al Kägrcog^) dohl{og) L^Tr/ag P. Teb. 584. 
[Il\ET0OiQEL ETtiY.a'kovf.dvtoi, dt KccQftcjL ^OvvcocpQiog P. Teb. 230. 

b) mit Tieren: 

Q£ÖdcoQo{g) 6 y.{al) AvY.og^ 1. Jahrh. n. Chr., P. Lond. II p. 125 
(194) 24. 



1) S. Mu^ifxos als Beiname Glotta IV 82: Zirkuskutscher Evd-vfxiog os 
xal Mtt^ifiog of xal FCdag Audollent, def. tab. 159 ff. : Glotta IV 131 : &o}.o- 
fxalog QaifxäXXov 6 xal Ma^t,fxog UsTgaTog Puteoli IG 14 add. 842 a.; a. a. 0. 
132 3Iaxhniamts qui et Aureus, Gladiator aus Salona und Audeo qui et 
Maximus CIL 3, 1471. (Vgl. Antonius Maximus S. 108.) 

2) Longinus, Longina als Beinamen s. Glotta IV 118 (CIL 6, 29557) 
und S. 118; vgl. auch Schulze, Gesch. lat. Eigenn. 60 f. 

3) nXovxp = Krüppel, vgl. Peyron, lexicon Copticum 82 AE^ und 85 
lozh ^krank sein'. Beachtenswert ist auch die Abhängigkeit des theo- 
phoren Namens des Sohnes .Hör, der der Isis', von dem des Vaters, .Ge- 
schenk des Horus', und dem der Mutter, der mit dem Namen der Isis ge- 
bildet ist. 

4) Zu KÜQTiog s. Lambertz, Griechische Sklavennamen, S. 61. 



112 M- Larabertz 

^'EfiTiig £7CL-/.aXov(fxevog) UasvovöjvaLg, d. i. Mücke', beigenannt 
Wolfssohn', 2. Jahrh. n. Chr., Berl. Gr.' ürk. 277, II 4. 

^LXßavög li&ozofiog ljtL/.eAXrj^evoq KalaßcüTiqg (= 'Eidechse'), 
2.-3. Jahrh. n. Chr., P. Amh. 76, 10. 

[. . . .]^ioi{g) lEy6{ijevog) BarQax{äg) aus dem Jahre 127/128 
n. Chr., P. Amh. 129, 11. 

u4lXovQiiovog (von al'lovQog, dem Namen der in Ägypten hei- 
ligen Katze) zov /.al Koöqcctov aus der Zeit Hadrians 
(130 n. Chr.), Inschrift auf dem Beine des Memnonskolosses 
CIG 4732. 

c) mit Sachen: 

i^Q(pEvtrjg viog Mrjvä e/civiXriv KovTixovixa (= Kessel), ein 
Christ, 599 n. Chr., BGU 255, 6. 

d) Charakterbezeichnungen: 

^^fj^covig sTciKaXaviiievog "^ka/,£Q aus dem 3. bis 4. Jahrh. u. 
Chr., P. Oxy. 64, 4. 

'H[(»ay.]/l['r]g 6 /.al ^I[o]v[GTog] aus Philae, CIG 4922. 

^vQrj[h\og ^iott^q 6 /.al lovozog aus Nubien, CIG 4986. 

nTolef.ialo{g) niül{iovog) dg /al ^IovGT{og) aus dem 2. Jahrh. 
n. Chr., BGU 897, 2. 
Auf Vergleich mit einem turbo, also einem Wirbelwind beruht der 
Spitzname TovQßcuv. 

.AvQiq'kLog Tovgßwv^) 6 /al "^(Xf-iaviog C. P. Herm, 59, 29; 
aus C. P. Herm. 57 ^vqy^Xiov ToiQßwvog zov /al ^/u/.iOj- 
viov '^fif.uovLov TovQß[o)vog] ist ersichtlich, daß er beide 
Namen ererbt hat 2). Derselbe wird BGU 254, 24 (aus dem 
Jahre 160 n. Chr.) Tovgßiov 6 /al '^ . . . og genannt. 

Qicov 6 '/al Tovßojv (sic!)^), im Dativ QeiovL tojl aal TouQßwi 
(sie!) heißt im Jahre 168 n. Chr. ein Taglöhner im Fayüm, 
P. Greuf. II 57. 

e) Verschiedene Supernomina beziehen sich auf den Beruf 
ihres Inhabers: 

JJeTSiQig (den Horus schenkt') kTti-/a'kov{(.ievog) Ts/tojv aus 
dem 2.' Jahrh. n. Chr., BGU 277 II 6. 



1) K. Fr. W. Schmidt, Griech. Personennamen bei Plautus, Hermes 37 
(1902), 386 stellt TovQßwv zu T^Qßi^ Verwirrung. Es findet sich L. Aelius 
Turbo CIL IV suppl. 1 p. 285 VI. Dazu gehören der Hundename Tvgßag 
Xenophon, cyneg. 7, 5 und der Sklavenname Turbaliu Plautus, Eud. 657, 798. 

2) s. S. 118 u. 121. 

3) Man achte auf die wohl beabsichtigte Übereinstimmung der Namen 
(-Jä(üv-Tovß(ov im Bezug auf das Suffix -cjv, s. andere Fälle S. 127. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche 113 

2avaßovg^) ^oxiotov S7tixaX{ov fuevog) yiaxavo7Z(ül{7ig), 2. Jahrh. 
n. Chr., P. Fay. 23 I 12. 

IIioXiwv^) Uetboovxov e7t{iyMXovfievog) ^HTirjTi^g BGU 10, 5, 
Fayüm 192 n. Chr. r^rcrjTrig ist der ^Flicker , s. Suidas ^/rr^- 
tQia 71 QÖTtTQia, 7.al TjTtriTQLOv zb aovßXiov, fiied-^ oh qdrc- 
TOVOL Tct ßvQoagia. oi öi ^rrtxot ay.eGTQiav. Einen *1^^- 
fiivGig rimrjTijg oder 'HnriT^g (unsicher, ob Berufsbezeich- 
nung oder Supernomen) kennen wir aus dem 1. Jahrhundert 
V. Chr., P. Teb. 90, 24. 

[....] og e7iiyMl{oii.i£vog) ^EQi07Zf6X{rjg) aus dem 2. Jahrh. n. 
Chr., BGU 1046 I 6. 

2aQa7tiü)v i7tL-/.Xriv BovKoXog oiSTQavog aus Hermupolis, P. 
Leipz. 6, 7 aus dem Jahre 306 n. Chr. 

^vQTjhog EidyyeXog 6 yial Neilaycoyog (= Fremdenführer am 
Nil? oder einer der mit der Kanalisierung längs des Nils 
zu tun hat?) C. P. Rainer 63. 

0[tEz]Qavdg [o] yial Tovzog aus ApoUonopolis in der Thebais 
zwischen 252 und 268 n. Chr., CIG 4838c (vgl. Ditten- 
berger, Sylloge or. 717). Overgavog findet sich auch als 
Supernomen eines Mannes in Kilikien s. S. 140. 

<P[. . . .] 0aGeiTOv[.]Qa[. . .] srciyM^otfisvog) reQd{iog) aus dem 
Fayüm, 158/9 n. Chr., BGU 6, 13. yeQÖtog ist der ^Weber', 
vgl. Suidas s. v. : r^aWtjg. yial Ttaq rjpäv yeQÖla. 

2iüTäg 2a)Tov i7tr/Ml{ovfiSvog) '^alaglxog] aus dem Fayüm, 

186 n. Chr., P. Gen. 37. Nach seinem Supernomen scheint 

Sotas aus einer vornehmen kleinasiatischen Familie zu 

stammen ^). 

f) Angeschlossen sei eine Reihe ägyptischer Supernomina 

verschiedener Bedeutung, die, wie das schon angeführte IIXovip, 

den Eindruck von Spitznamen machen: 

^TOToriTig hTtr/.a'kovfxBvog KaXdßeXig aus dem Jahre 102 n. Chr., 
BGU 45, 8^). KaXdßehg hängt wohl mit kalmmelh 



1) s. S. 125 und W. Crönert, Studien zur Palaeographie und Papyrus- 
kunde, herausgeg. von C. Wessely, II 1902 S. 42. 

2) Zu IIioXicov als Latinisierung eines ägyptischen Namens s. W. Crönert 
a. a. 0. 43. 

3) Zu Namen wie ''Aaia.Qxog, Hoiüqx^s, ZvqiÜqx'']?, novTÜQ/rjg u. ä. 
vgl. S. 139. 

4) Von W. Crönert a. a. 0. 42 zusammengestellt mit den ägyptischen 
Personennamen KäXafxog, KaXufievs, KaXufxaiJg, XaXafxwg, KovaXafxavg, Ka- 
Xdßel, KaXafxil. 

Glotta V, 1/2. 8 



124 ^- Lambertz 

Bienenwabe' zusammen (s. Peyron, lexic. Copt. 65, von 
Zoega etymologisiert als Rohrzucker, griechisches Wort, 
komponiert aus y-dXafxog und f.ieli?). 

II[a]a[i]iov[og] ^AfpQodioiov 87Tix{alov{xevov) Kevvig aus dem 
2. Jahrh. u. Chr., BGU 235, 6. Kevvig bedeutet im Kop- 
tischen „dick" (s. Peyron, lexicon Copt. 68). 

TtaQcc TeoevoixfEtog vecoTegov S7tL'/Ml{ovfx€vov) KiaXrjrog wird 
150 n. Chr. in einem Papyrus (BGU 358, 6) erwähnt. Mit 
seinem Bruder zusammen wird er in einem 7 Jahre älteren 
Papyrus (BGU 852, 10) genannt: Ttagd TeoevovcfEiog (der 

Sohn) TsGEVOVCpSWg TtQEOßvTSQOV EnLV.aX{0V^EV0v) ^ELCpü)- 

vog '/,al FlayivoLog (Sohn des jüngeren Bruders) viov Tsae- 
vovq)Ewg veojtsqov £7tiY.{aXovf^€vov) KiaX-^Tog^). Die 
beiden gleichnamigen Brüder Tesenuphis sind durch die 
Supernomina TtQsaßvTEQog und vscuTEQog von einander unter- 
schieden, überdies trägt jeder als zweites Supernomen einen 
Spitznamen, der Ältere den Beinamen JSig)o)v, den auch 
ein Thasier des fünften Jahrhunderts v. Chr. führt und der 
ihn vielleicht als starken Trinker charakterisiert 2), der Jün- 
gere einen Spitznamen, der vielleicht von KHytl, KEuiAl 
Hebel', jectis' (Peyron, lexicon Copt. 64) herzuleiten ist 3). 



1) 8. zu TTQeaßvTfQos, vsojKQog S. 110, zur Dreinamigkeit S. 102. 

2) s. Fritz Bechtel, Griech. Personennamen aus Spitznamen S. 61: 
Thas. Insehr. Nr. 12 III 9. 

3) Andere ägyptische Supernomina, deren Bedeutung mir dunkel ist, sind: 
['OQ]aevov(fii5 ^Eqc^ws tov IJansiTog /Lir][TQ6g) TaatvTog ^Tiixukovijifvog) Kt.a7i\^.^tg 

BGU 277, 22. 
l4(pgoSiatog MvQiöfiov ^nixttl(ovfxivog) Kiärag BGU 1046 II 2 aus dem 

Jahre 165 n. Chr. {KiKTctg zu KATI klug, weise?) 
"Hqwv ZaQanC(avo{g) ^n[i)x{nlovfj.ivog) AüGig BGU 91, 23 aus dem Jahre 

170/71 n. Chr., zu koptisch AAC, die Zunge,? Ebenso ist vielleicht 

der Beiname des TQixfoyv Zwtov inty.Kl(ov/j.fvog) mag von A«? ^Zunge', 

mit Vorsetzung des koptischen Artikels tt, abzuleiten. 
AvQrjXiog ZfQrjvog 6 zßt K6QTißo[g] (= Curtivus? Quartivus?) P. Oxy. 

140, 6 aus d. Jahre 550 n. Chr. 
Ilavttfithg IliTE [.■•.] o xal Korragog Wilcken, Ostr. 1466 (griech. ? zu 

xoTTixQiK TOT uxQCi TTjg xiyxQov Hcsych ?) 
\na\ntlg TtaavovqKbjg tov UantTTog [l7tix'\ttlov[^avog) MovQavog BGU 277, 

24 aus dem 2. Jahrh. n. Chr. 
'HqaxldSTig ^TiixaX{ovfiivog) Mov^stTtjg BGU 1046 II 13 aus dem Jahre 

165 n. Chr. 
'A(fQoSäg KfQxeaov;(sto[g i7T]ixc(k(ov/j,tvog) UaTQttxäXXig BGU 1046 III 23 

aus dem Jahre 165 n. Chr. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiche 115 

Denselben Grund wie bei den Brüdern Tesenuphis hat die 
Dreinamigkeit der ^^Tcolliovia vetovega rj /.al ^evnsXalg aus 
dem zweiten Jahrhundert v. Chr. (P. Lond. II p. 13, 7 Nr. 401, 
116 V. Chr.), aus Pathyris in der Thebais, die durch ihren Bei- 
namen vswTi-Qa von ihrer älteren Schwester gleichen Namens 
unterschieden wird, während sie das zweite ägyptische Supernomen 
führt, weil es in der griechisch -ägyptischen Mischfamilie des 
Kreters Dryton, ihres Vaters, Brauch ist, daß jedes Familienmit- 
glied neben dem griechischen einen ägyptischen Namen führt i). 
Dreinamig ist auch ^vQifjliog. Oecov 6 v-ai Evdai/ncov IjrixaXov- 
fxevog "^QiOTLMv^) aus dem Jahre 263 n. Chr. (P. Oxy. 964), 
dessen Schwester ^agaTtovg ?) vmI '^ya^oyilia in ihrem griechi- 
schen zweistämmigen Namen den Namen des Vaters ^oiotIwv 
aal tag exQ^ixaTitev im Positiv als ersten Bestandteil führt, während 
ihr Bruder den Namen des Vaters unverändert geerbt hat und als 
Supernomen führt 3). Auch der Vater l^giaTicav hatte vermutlich 
mehrere Namen, die aber der Kürze halber {xal wg l^Qr^iäxitEv 
s. unten) hier unterdrückt sind. Von einer Ehreninschrift aus 
Pachnenumis im Delta kennen wir aus der Mitte des 2. Jahrh. 
n. Chr. einen ^vQijkiog Ji6oy.OQog (6) y.al '^EXXdöiog k/tUlriv Ayiw- 
geitrig, dessen Vater AvqriKiog Jioo/.OQog seinen Namen sowohl 
auf den eben genannten Sohn wie auch auf seine Tochter Jio- 
GxcgaLva ^ %al BrjGoötoQa vererbt*). Aus dem Jahre 214 n. Chr. 
überliefert C. P. Rainer. 45 eine AvQii]lia 2vQa tj Y.al Eladgiov 
STtiY.ETili^liievrj JSev^ga und aus dem Jahre 148 n. Chr. P. Gen. 19 
einen N£/.ieoiavdg 6 /.al ^AQ-rtoy.qaTUov S7ny(.£y.lriix{ivog) JioG-aoQog, 
dessen drei Namen alle theophor sind. Mehrnamig sind ferner 
Mäg^cg ^vQ-t^hog ^AnolXtovLog Jiq^riTQiog 6 xat ^äfA^ig (P. Oxy. 
1114, 25), dessen Tochter nach dem Vater ^vQtjlia ^^TtoXXiovia 
heißt, und aus dem Jahre 173 n. Chr. (P. Oxy. 1128, 1) Xaigiq- 
{f.i(i)v) 6 A,. ^^(.ifxojVLog Qscov ^ijiqog Qeavovxog r^g %al ^ivd^wviog. 
Von dem Namen der Mutter Qsavovg ist der ähnlich klingende 
Name Osiov des Sohnes gebildet worden, der an anderer Stelle 
bloß liiii-iojvLog 6 xal Qeoiv genannt wird. Drei Namen außer 
dem römischen Gentilnamen führt auch ^vQTjlia ^^Ttiav^ Jio- 



1) S. Lambertz, Doppelnamigkeit in Ägypten 16. 

2) Man beachte die Gemeinsamkeit des Suffixes -wv in den drei Namen 
@i(üv — EvSaC^wv — 'AQiaTlbiv, die beabsichtigt sein dürfte, s. S. 127. 

3) Zur Namensvererbung s. S. 117 ff. 

4) Besprochen von Wilh. Crönert, Zu griechischen Inschriften aus 
Ägypten, Jahreshefte des österr. archäolog. Instituts 12 (1909), 207 f. 

8* 



■^■^Q M. Lambertz 

SwQa r^ Kttl Tloaiöiovia f^iatQüJva oroXata aus den Jahren 271 — 76 
n. Chr. (P. Straßb. 8, 11) i) ^). 



1) Der häufige Zusatz zu Doppelnamen xai ug xQT]/itaTi^(i' läßt zwar 
keinen sicheren Schluß auf Dreinamigkeit zu, jedenfalls ist mit der Mög- 
lichkeit eines dritten Namens zu rechnen, denn die Formel ist zu über- 
setzen : „und wie er sonst noch mit vollem Namen (bzw. auch Titel) heißt". 
Vgl. S. 107 und ö räxiov xQVf^^Tiaccg in Kleinasien S. 150, und Glotta IV 
79. 135). Die Möglichkeit der Dreinamigkeit lassen also Fälle offen wie: 
Im Genetiv die zwei Brüder raiwr MaQyJwv l4n(o}vog rov xcci ^ioyh>\^o\vg 
xai ^AtjoXivkqCov rov xctl ^lovlutvoii xai (og / qtjjh kt iCofi€r aus dem 
Jahre 154 n. Chr., P. Oxy. 727, 8. 
!^p«o? 6 x[al] TißtQCwvi, (sie!) xai (hg [xQr]fxaTlCti\ aus der Zeit des An- 

toninus Pius, P. Leipz. 122, 9. 
AiiQriXiog 'EQfiiag 6 xai ^Afiigifirog xai (ug /qt^ut (Ctt^ aus dem Jahre 233 

n. Chr. aus Hermupolis, P. Leipz. 9, 7. 
AvQi^hog l47To).k(i)Viog 6 xai Kluvöiavhg xai dg y Qr]^aT (^n nQVTavig aus 

dem Jahre 238—244, P. Oxy. 80, 1. 
[. . .] rov xai l4oyCa xai dtg yQrj/Li[ariCfi) C. P. Herm. 65. — 
Ebenso wie in diesen Fällen wird das Vorhandensein eines dritten Namens 
als möglich hingestellt in einer vermutlich aus dem 3. oder 2. Jahrhundert 
vor Chr. stammenden Inschrift aus Dyme in Achaia (Collitz, Griech. Dialekt- 
Inschriften 1613), in der das Todesurteil ausgesprochen wird über SoaLxlwv 
iire 'AvT i[6yu)i] oro/ua avrdjt iari, und über [KQä](r)ig o yQvaoyöog aus 
Kyllene, r\ ti JJavr ali\ovr'\i y\ et n allo övofia (seil, aiirüi iari), und 
durch die ähnliche Formel in der Kaufurkunde aus dem Jahre 151 n. Chr. 
in BGU 887, 3: ^uQCaro fv ayoncl . . . xooäaiov 2La/x ßar (Sa rrjT fisrovo- 
^ aa&fTaav Ax)r]va'tSa Tj itrivi It^qm ovöjuari, xai f Trat, yivsi <pQvy(av\ 
Wir erfahren auch, daß Umnennung, d. i. Ersatz des barbarischen Namens 
durch einen griechischen, die Veranlassung zur Verleihung des zweiten 
Namens war. In BGU 316, 12 aus dem Jahre 359 n. Chr. wird nur ein 
Name des Sklaven "AQyovrcg, yivi räXXog erwähnt, doch wird auf die Mög- 
lichkeit des Vorhandenseins oder des zukünftigen Dazutretens weiterer 
Namen hingewiesen durch die Formel: ti xai tY rivi, iriQCü oröfiari, 
xaXTrs i] xkrid^[i]aeTai,]\ Ähnlich Zrtifavi] — ZtUfavovg rj xai rtvii drö- 
/uari xakfTrai fj xXrjx^i^aiTac auf S. 124. — Zur Dreinamigkeit vgl. auch 
S. 102. 115. 123 und Glotta IV 82. 100. 105. 120 f. 132. 134u. ('A^iog Ai- 
Xiavog 6 vecüTfQog ^lövi-og.) 

2) In den westlichen Provinzen des römischen Eeiches finden sich 
folgende Spitznamen als Supernomina: (Die beigefügten Seitenzahlen be- 
ziehen sich auf Glotta IV): a) aus Kinderstubennamen: 3Iicine (85) 
CIL 5, 6260 Mailand. Nitia (100) CIL 8, 5260 Prov. Afrika. laia (115) 
CIL 11, 1118 Parma. NlvvaQog (117) IG 14, 1715 Kom. — b) aus Tier- 
namen: ntrQoxöoa-^ (84) IG 14, 1517 Rom. Pru7ie (96) CIL 2, 3495 
Spanien. 3Iannuius (97) CIL 5, 4488 Brixia. Cardelus (100) CIL 8, 
3834 Lambaese. Fasser (134) CIL 3, 11045b Brigetio. Avxlaxog (140) 
Inschr. Olympia 793. B^tyxog (143) Herondas Miraiamb. 2, 73 (vgl. zu 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche [ 17 

Die große Menge der ägyptischen Doppelnamen, die weit 
größer ist als in irgend einem anderen Teile des römischen Reiches, 
soll hier nur in ausgewählten Beispielen vorgeführt werden, ohne 
Berücksichtigung von Namenspaaren, in denen beide Namen 
griechisch oder beide ägyptisch sind und in keiner Beziehung zu 
einander stehen, oder in denen sich kein Grund für die Wahl des 
Supernomens erkennen läßt. 

Oft sind beide Namen oder einer von ihnen vom Vater, 
der Mutter oder den Großeltern, bei Sklaven vom Freilasser 
-ererbt. 

A) Identität beider Namen des Sohnes oder der Tochter mit 
beiden des gleichfalls doppelnamigen Vaters besteht z. B. bei 

Jioöw Qog -/.al nlawv, Vater und Sohn aus dem Jahre 72/73 

n. Chr., P. Lond. II 47, 24 (260) und 53, 185 (260) und bei 
^VQiqXia ^uävzLoyi^iri r^ /.al z/iovvola ■d^vy.^^vrcoxov zov Y,al 

Jiovvaiov aus dem Jahre 306 n. Chr., P. Oxy. 102, 4. 

Interessant ist die Art, wie der Name "^viioxog in ^Avtlo- 

XiTj moviert erscheint ^). 

B) Der erste der zwei Namen stammt vom Vater oder der 
Mutter, und zwar a) vom Vater in folgenden Fällen: 



diesem Spitznamen den neuen Beleg aus Eretria bei F. Becbtel, Eretrische 
Namen KZ 45 [1912] 149). — c) aus Bezeichnungen von Gegenständen: 
Panniculus-Suba7ias (122 f.) CIL 6, 10117. Buttin (127) CIL 9, 147 
Brundisium. Castaniola (127) CIL 9, 1205 Aeclanum. Caccahus (128) 
CIL 10, 6390 Tarracina. KvxXoßökog (137) IG 3, 1149. ZvfxxpiXig (138) 
IG 3, 1199. — d) aus Adjektiven, die körperliche Eigenschaften 
bezeichnen: iSpaiiius (103) CIL 8, 10588. Tripeccio (117) CIL 6, 17857. 
^'tKpÜQiog (117) IG 14, 956 A3 Rom. 3Iacrinus (121) IG 6, 15191. 
<PttXccxQi(DV (133) Cagnat, Inscr. Graec. ad res Rom. pert. 1, 743 Traiana 
Augusta in Thracien. Macer und Rufus (133) CIL 3, 703 Philippi. Avq. 
Mäyva /j xal 'Eq/xiovi] (136) IG 3, 908. — e) aus Adjektiven oder Sub- 
stantiven, zur Verspottung geistiger Eigenschaften: Vagulus (85. 
125) CIL 6, 13213. Drimyius (93) CIL 12, 3350 Nemausus. tialaputius 
(103) CIL 8, 10570, 4, 29. KivxQlxtg IG 3, 1379 (139). Dazu Kvxko- 
ßölog (s. 0. 137). — f) Eigentümlichkeit der Kleidung ist ausgedrückt 
durch Caligatus (101) CIL 8, 2848. — g) Der Beruf durch Nnnnica 
(114) CIL 11, 941 Mutina, 'EoQräa,,og (135) IG 3, 129, Rusticulus (127) 
CIL 9, 1826 Benevent. — h) Aus Bezeichnungen der Heimat s. S. 129. 
— Vgl. überdies Glotta IV 82 ff. 104 ff. und die aus Spitznamen erwach- 
senen Supernomina Kleinasiens und Syriens auf S. 133 ff. 

1) Vgl. die ähnlichen Fälle auf S. 107 ff. — In einem Falle stammt 
der erste Name des Trägers des Doppelnamens vom Vater, der zweite von 
der Mutter {Zaoan^cjv ö xal KkKQog, Vater Sarapion, Mutter Clara) a. S. 119. 



118 ^- Lambertz 

MaQexpijfJ-ig og '/.al Kaiewg MaQexp'^iJ.L[g] aus dem Jahre 46 

11. Chr., P. Teb. 383, 47. 
uiovKia rj yf.al Qaioag ylovvüov jwrjr^og 2ivdwviog zrjg ©ecovog 

TleQOELvrj aus dem Jahre 94 n. Chr., P. Oxy. 270, 5. 
nc'aT{ovf.iog) 6 yial 'i3^(og) noaT{ovf.iov) TIerExw{vai) Usts- 

l-ieiviog aus dem Jahre 122 n. Chr., P. Leipz. 67. 
TtUQCt ^LOVvoovTOg arteXevd^tQag z/iovvolag ^ lovvoIov tov '/.al 

Xg-rioif-iov J Lovvoiov an ^O^vgiyxcov TtoXewg aus dem 

Jahre 132 n. Chr., P. Oxy. 478. Der Name erbt sich also 

vom Großvater über den Vater auf die Tochter, von dieser 

weiter mit anderem Suffix auf die Freigelassene fort (siehe 

S. 123). 
üaK^ßy-ig 6 /.al Zt6aLi.iog naxr^ßvuog aus dem Jahre 162 

n. Chr., P. Teb. 291, 46. 
^adaläg b %. (DavoT[L\Lov ^adaXov tov ^^/.ovoil{aov) aus 

römischer Zeit, P. Lond. II 58 (261) 164. 
MoXeaiwv 6 /al 2aQaTco-/,dvco7tog Moleolcovog aus dem Jahre 

166/7 n. Chr., BGU 324, 7. 
'u47tol{Xiov L g) STt{r/.aL) '^Qqiw(v) ^^/voXXmvi'ov aus dem Jahre 

188 n. Chr., P. Oxy. 1112, 2. 
^aqaiciwv o /al '^QiOTO/Xrjg 2aQa7cia)vog aus dem Jahre 

203 n. Chr., P. Oxy. 1113, 8. 
nroXefxelvog 6 /al 2aQixäxiqg, Sohn des FlTolefA-slvog, P. 

Oxy. 43. 891 aus dem Jahre 294/5 n. Chr., s. S. 103 u. 129. 
2vQa Ti /al loctQLOv TOV 2vQov C. P. Rain. 215. 

b) von der Mutter: 
zfiovvala 7j /al Taa(.i6ig rj J L[ovvoiag^ aus dem Jahre 77 

n. Chr., P. Oxy. 242, 9. (Zu Taa^ioig s. unten.) 

C) Der zweite Name ist vom Vater oder der Mutter ererbt, 
und zwar a) vom Vater: 

Jltolsfxalog 6 -/al JJe&evg TtQEoßvTSQog^) tov JTed'eiog aus 
dem Jahre 88 n. Chr., P. Lond. II 182 (141) 3. Er heißt 
in Z. 6 bloß Ilsd^ea, in Z. 9 bloß Ilsd^el, der ägyptische 
Name scheint also sein eigentlicher Rufname gewesen zu 
sein 2). 

u^oyylvog o y.al ^^TtoXXtovtog ^^Tiollioviov ^ijvgdg Ta7VQ\d- 
^ea}\g Ttjg JT^a^«(wg) aus dem Jahre 94 n. Chr., P. Lond. II 
28, 1 no. 257. (Zum Namen TänQa^ig der Mutter s. unten.) 

1) s. S. 110. 2) 8. S. 103. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche 119 

Evdaiixcov o /.al ]A/uöig 'AfioiTog zov ^agaftliovog aus dem 
zweiten Jahrh. n. Chr., P. Oxy. 493, 14. 

^u47ToXXcüvdQiov tj xal ^^QiOTavÖQa ^udQiatdvÖQOv /nrjZQog Ji- 
dvfxrig aus dem Jahre 200 n. Chr., P. Oxy. 899. 

M. Av. Mix/.aXio)v 6 Aal Qe6q)t'kog ist Sohn des MäQiiog 
Avqrikiog QeocpLXog 6 /.al !^^[^]o(5/atog, dieser Sohn 
des M. ^v. Evdaifxwv 6 yial ^AcpQodloiog aus dem 3. Jahrh. 
n. Chr., Cagoat, Inscr. graec. ad res. Rom. pert. 1, 1083 
(Alexandria). 

^VQ. Evdaifxwv 6 /,al 'Egi-üvog '^Eq^ivov aus dem Jahre 286 
n. Chr., BGU 922, 5. 

"Hqwv IlaiiifAivovg tov /,al ''Hgcovog "Hgcovog f-irjTQog Magcovidog 
Ttjg xal ^vgag BGU 254, 7. Vgl. '^HQaytlijg b x[at] "Hq(ov 
"Hgcovog vlög aus Pselchi in Nubien, CIG ö084 auf S. 125 
und einen auch hierher gehörigen Fall S. 112. 

jLOvvGLog 6 y.al ^Afj.6ig Oaviov rov ymI ^^i-iol tov Oavlov 
/urjTQog Z'qvaQLOv xrjg Jiovvaiov aus dem Jahre 79 n. Chr., 
P. Oxy. 243, 6. Wir können in diesem Falle die Namens- 
vererbungen durch vier Generationen hindurch verfolgen: 

Dionysios 

1 . 
Phanias verm. m. Zenarion 

Phanias-Amois (zu Amois s. unten) 

Dionysios-Amois 
b) von der Mutter: 
^agaftiiüv 6 -Aal KXdqog 2aQan:ta}vog zov Hqai^lddov 
fiTjTQÖg Kldgag rijg NagyiloGov aus dem Jahre 94 n.Chr., 
P. Oxy. 270, 5. Der erste Name ist also vom Vater, der 
zweite von der Mutter ererbt (s. zu diesem Falle Gruppe A). 
[. . .]/a ij /.al Tarcrioig fxtjiTQÖg) TarCTJOLog aus dem Jahre 
201/2 n. Chr., BGU 577, 13. 
D) In mehreren Fällen erscheint der Name des Vaters 
beim Sohne oder der Tochter in veränderter Form 
wieder 1), z. B. bei 
Wevvr/oig o /.al Kqovqig tov "Qqov Wgotjg Ttjg Imyovrjg aus 
dem Jahre 107 vor Chr., P. Grenf. II 23 a; der Vater heißt 
Horus, der Sohn Sohn der Isis (d. i. Horus)^). 



1) Vgl. E. Herzog, Namensübersetzungen, Philologus 56. 

2) Vgl. S. 106 ff. 



120 ^- Lambertz 

^HQtodrjg 6 y.al IIeTev€q)Q'^g tov XaiQrji.iovog legitog 2ovxov 
■/,tX. aus dem Jahre 128 n. Chr., P. Lond. II p. 15, 1 (299) 5. 
TlE.TEVEq)QTqg ist „der, den Nephres oder Nepheros schenkt". 
Nepheros ^) ist ,,der mit dem schönen Gesichte", ein Götter- 
epitheton, dem der Name A'afpj^'juwv einigermaßen bedeutungs- 
verwandt ist. Ebenso liegt das Verhältnis der Namen bei 

^oovavg 6 /.al Neq^egcog XaQiÖTqfxov aus dem Jahre 159/160 
n. Chr., BGÜ 239, 4. Derselbe Vatersname vererbt sich 
wieder in anderer Weise auf die Tochter in XaQLXLOv 1^ xal 
TaoovxaQLOv Xagidtj^ov P. Fay. 100, 4, s. S. 126. 

r[a7iovT[cd]g [b] x(at) ^corig UartEixog tov II a tv Eeltog UeQOrig 
T. e. aus dem Jahre 146 n. Chr., P. Lond. 208 (310) 5. 

/liÖElg rj xal IIzoXXaQOvg UroXef^atov aus dem Jahre 159 
n. Chr., P. Amh. 90, 20. 

E) Beachtenswert sind folgende Fälle, in denen der zweite 
Name den Namensträger lediglich als „Kind des X" bezeichnet: 

^UQa/tovg 7j /.al Taöioyag, d. i. „die des z/ioyäg = .Jioyevrig"^), 
ist die Tochter des Jioytvrig 6 yial Ilavaaviag, aus dem 
Jahre 173/74 n. Chr., P. Oxy. 1044, 4. 

^lovvaia ri xal Taa^öig Ttjg Ji[ovvGiag\ aus dem Jahre 77 
n. Chr., P. Oxy. 242, 9. Der Fall wurde schon unter 
Gruppe B, b) erwähnt, da der erste Name des Namens- 
paares mit dem Namen der Mutter der Namensträgerin 
identisch ist. Der zweite Name Ta-a^6ig bezeichnet die 
Namensträgerin als „die Tochter des Amois^'-^). 

'AnoXXwvwg ^'EQOJTog tov ^'EQOj[T]og (.nqTQog '^qiötlov Xeyö/xevog 
b lov ^'Egwaxpa ^vKOTroXsLTrjg aus Lykopolis in der Thebais 
CIG 4710. Da ^a unbetonte Form für ^ev = Wt^ge 
(koptisch der Sohn') ist, heißt der Mann aus Lykopolis 
also Apollonios, der auch genannt wird ,,der [seil. Sohn] 
des Erossohnes'-'- , Sohn des Eros, des Sohnes des Eros, 
stammend von Aristion als Mutter'. Der Stammbaum ist 
folgender: 



1) Vgl. W. Spiegelberg, Ägyptische und griechische Eigennamen aus 
Mumienetiketten, S. 19*. 

2) s. Glotta IV 122 f. 

3) Amois ist ein beliebter ägyptischer Name. Vielfach wird er mit 
Jioviaiog zusammengestellt. Z. B. Jtovvotog 6 xccl 'A/xoig P. Oxy. 1061, 1. 27 
aus dem Jahre 22 v. Chr., P. Oxy. 346 aus dem Jahre 100 n. Chr., P. Oxy. 
243, 6 aus dem Jahre 79 n. Chr. (s. S. 119), P. Leipz. 120, 2 aiis dem Jahre 
89 n. Chr. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche 121 

Eros 

I 
Eros verm, mit Aristion 

. I c .„ 

ApoUonius — o rov Egcooxpa (der Sohn des Eros- 
sohnes, d. i. der Erosenkel). — Ebenso 

XaiQtjfxcov eur/.aXov{fx€vog) 6 rov IIXefifj.eoav, 2. Jahrh. u. Chr., 
BGU 277 11 31). 
In manchen Fällen sind 

F) beide Namen oder einer von beiden vom Großvater oder 
der Großmutter des Namensträgers vererbt: 

i^QtjTOvg ^ /mI '^HQCovovg^) oder ^iQiqlia ^A. rj z. '^H., einmal 
auch f.ir,TriQ ^vqrikia 'Hgwrovg (sie!) tj /.al ^^qrjvovg 
(sie!) heißt die Großmutter, ihr Sohn heißt '^'Hqwv, dessen 
Tochter genau wie die Großmutter u^vQiqlia "^Qr^zoig iq 
ytal "HQüJvovg. (Anfang des 3. Jahrh. n. Chr., Hermupolis, 
P. Leipz. 9, 4 und P. Fior. 56/58). 

Der Großvater des schon in Gruppe A) zitierten J lödiaqog 
c y.al nloiov, der seine beiden Namen dem einen seiner 
beiden Söhne vererbt, heißt JiödioQog. Dessen Sohn, der 
Vater des JiodwQog 6 y.ai IIlöwv, führt eine Kurzform von 
JioöojQog, nämlich Jidäg ( — das auch öfters als Kurz- 
form von Jiöi\uog erscheint — ) als Namen. Ein Enkel des 
JiödwQog bv-ai Uioiov des Alteren, der Sohn eines zweiten 
Sohnes l^fx/xtuviog , heißt wieder nach dem Großvater 
nlowv. Folgender Stammbaum möge die Namensvererbung 
veranschaulichen : 



1) Zwei Fälle, in denen die Tochter durch ihren Namen bloß als 
„Kind des bzw. der x" bezeichnet wird, seien hier angeschlossen, obwohl 
in ihnen keine Doppelnamigkeit vorliegt, nämlich: Tänga^tg ?j TlQä^Ewg 
aus dem Jahre 94 n. Chr., P. Lond. II, 28, 1 Nr. 257. Aus der Kauf- 
urkunde P. Oxy. 1149, 7 ayoQäaaL naga TaOaQan Coivog, ov f/si äovXov 
ZaQan io)va usw. aus dem 2. Jahrh. n. Chr. ist zu erschließen, daß der 
Vater der TccaaQunicjv, deren Name ^die Tochter des Sarapion bedeutet, 
Sarapion geheißen hat, zumal der Sklave der Tochter, jedenfalls nach dem 
Vater der Herrin, Sarapion heißt. 

2j Man beachte auch die Übereinstimmung des Suffixes -ovs in den 
beiden Namen des Namenspaares, s. hierzu S. 127. 



122 M- Lambertz 

Diodoros 

\ ' 
Didas 

I 
Diodoros-Piso verm. m. Herais 



Diodoros -Fiso Ämmonios 

I 
Biso. 

Die Familie lebt im 1. Jahrh. n. Chr., P. Lond. II 47, 24 
(260) und 53, 185 (260). 

Falcüv c '/.{al) J t6öiüQo(g) ''HQa-/.leio{v) xov J loÖioqov aus 
dem Jahre 72/73 ii. Chr., P. Lond. II 48, 42 (260). 

/^Lov{voiog) 6 xal ^^xovo[i]X{aog) z/iov tov Jlov. \t\ov /,al 
^A/uciT[o]g aus Oxyrhynchos, 89 n. Chr., P. Leipz. 120, 2. 

2i'Qa 7j xal Fadgiov uäcpQodioiov tov 2vqov C. P. Rain. 22. 
Der zweite Name ^ladgiov ist bedeutungsverwandt mit dem 
Namen des Vaters der Namensträgerin ^^cpQodioLog. 

Evöai^ovlg rj xal Oivvvg /JrifxrjTQiov Evdaifxovog P. Fior. 
46/48. 

'^EqixiTtTtog o y.al l^Q7to'/,QaTi(ov '^^qiwvog TtQEoßvciqov xov '^Eq- 
(.Utttiov aus dem Jahre 160/61 n. Chr., P. Oxy. 1109, 1. 
Auch in diesem Falle ist der erste Name des Namenspaares 
vom Großvater überkommen, der zweite bedeutungsverwandt 
mit dem des Vaters. 

^ AnoXkMviog o /.al Evöaifxiov z/rjf.ir]rQiov Evdatf.iovog aus 
Hermupolis, 222 u. Chr., P. Gießen 33. 

u^vQrjkiog JioayiOQog -/.al (sie!) '^EXldö[iog] S7tly.X7]v^^Ait)Q£LTrig^) 
aq^ag ßovXEvrrjg ist der Sohn der ^vQr]Xia rj J ioo/,6qov 
und Bruder der J ioov.6Qaiv[a tj x]at Erjaoöcoga, Cagnat, 
Inscr. graec. ad res Rom. pert. 1, 1097 (Kom-Khanziri in 
Ägypten) und Hogarth, Journ. Hell. Stud. 24 (1904) 10. 

L^TToAAwv tvagxog dqxLEQevg rcov v.vqlcov ^eßaaxöJv vibg ^rcoX- 
Xtoviov tov xal yteiovidov tov ^eXevxov tov Isqaxog 
vecoTeQOv udewvidov Traviiov ag^isgecov tlov '/.vqIüjv 2eßaaTüv 
aus Alexandria, 2. Jahrh. n. Chr.; Cagnat, Inscr. Graec. 
ad res Rom. pert. 1, 1060. Stammbaum: 



1) Über die Dreinamigkeit s. S. 116. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiche 123 

Hierax neoteros Leonidas 

Seleukos 

Apollonios -Leonidas 

I 
Apollon. 

G) Der eine Name des doppelnamigen Sklaven und der der 

Herrin haben Beziehung zu einander i) in P. üxy. 1149, 7 

(2. Jahrb. n. Chr.): ayoqaocn Ttagd TaaugaTticovog (s. S. 121 

Fußn. 1)), ov EX^L öovXov ^agaTtiiova r[b]v y.al [r\dtü)va^). 



1) Über ^Sklavennamen nach dem Namen des Herrn' handelt ausführ- 
lich W. Copalle, de servorum Graecorum nominibus capita duo, Marburg 
1908, S. 2 ff. I. Servi ab heris denominati. 

2) Zur Namensvererbung vgl. auch S. 112'^). 115. Zur Namens- 
vererbung auf Grund von Gleichklang der Namen s. Qictvovg Mutter, O^cov 
Sohn auf S. 115. — Derselbe Brauch läßt sich auch in den westlichen Pro- 
vinzen des römischen Eeiches nachweisen. Auch dort finden sich A) Fälle, 
in denen beide Namen des Sohnes oder der Tochter vom Vater ererbt 
sind, z. B. Volusia Long in a q. et Dionysiodora ist die Tochter des 
Dionysiodorus Longinus (Glotta IV 81), Candidia sive Martinia 
DigniUa die des C. Candidius Martinus (ebendort), letztere aus Ger- 
manien, die erstgenannte aus Eom. — ßa) der erste der Namen ist vom 
Vater ererbt, vgl. Glotta IV 101. 117. 126. 135. 136. 138. 139. 140. 141. 142. 

Aus Afrika: L. Annaeus Salvianus qui et Crenientius, Sohn des Sal- 

vianus. 
Aus Poetovio: Gallonia M aritima quae et Epicharis Tochter des Gullo- 

nius M arit im u s. 
Aus Eom: M. Anneus Paulus Petrus, Sohn des M. Anneus Paulus. 

Mü^vfia jj xal Ei^r^vr], Tochter des Mä'^i^og. 
Aus Hypata in Thessalien: 4>t,ksQ(i}g 6 xal Atovxiaxog 4^tXeQ(üTog. 
Aus Athen: l-ld-rivatog 6 xKl'EnacfQÖd^HTog Ad-rjvüffuXog, Sohn des 'A&rjvaZog, 
AbiaCx^tog u xul QccXrig Jwaid^^ov. 

MäQ. AvQ. [^Kak^XlifQMV 6 [xat] 'pQOVTetvog [KaX]li(fiQovog. 
Aus Olympia: ^AnoXXwv log AnoXXwviov 6 xul Tißiqiog. 

[^Z6<f>(i)\v 2l6(f(ovog 6 xal ylvxCaxog. 
Aus Sparta: A afioxXrig Aa/noxXs'ovg 6 xal ^PiXoxQUTTjg. 
Aus Thasos : AQiaTOXQÜT rjg Aqiöj oxQarovg 6 xal Zwaifiog. 
Aus Samothrake: KöXXig KöXXiS og 6 xal MÜQeig. 
't'tXoxQccTTjg 6 xal EialSwQog <PiXoxQdTovg. — 
Bb) der erste der zwei Namen ist von der Mutter ererbt, s. Glotta IV 
136. 142: AvQ. Mäyva ^ xal ^Eq/hcövi], Tochter der Av(). Mäyva aus Attika. 
AQiaToxQÜTTjg 6 xal nu(iä[xovog, Sohn der Aqiot oxqüt r]a aus Thasos. 
Ebenso bei dem Zirkuskutscher Audollent, def. tab. 166 'Pearovrog og [xal] 
AQjixäxiüv, ov hi[xiv |U]»jTijp 'PtOTovTa. — Ca) der zweite Name ist vom 
Vater ererbt, s. Glotta IV 116. 132: Aus Eom: M. Aurelius Faustus qui 



124 ^- Lambertz 

Oft ist der eine der beiden Namen eine Kurzform des an- 
dern oder von demselben Stamme mit einem andern Namen- 
bildungssuffix abgeleitet, oder die beiden Namen haben bei 
verschiedenen Stämmen gleichklingendeBildungssuffixe. 
a) In den beiden Namen liegt bei gleichem Stamme ver- 
schiedene Weiterbildung vor in: 

IlccvXrifxig o /.al IlavXlvog aus dem Jahre 188 n. Chr., P. Oxy. 

1110, 14. 
[n]st.vaQovg rj a(xI Ilelva aus demselben Jahre, P. Oxy. 1110. 
^lovXiog '^noDuüviog o v.ai l^TtoXivägiog aus dem 2. Jahrb. 

n. Chr., BGU 865, 1 »)• 
^q)Qod LTTjg, cog de eni tlgl [xaXelzaL] ^^q^QOÖ[L]TOVTog ajte- 
X(Ev{>fQag) usw. aus dem Jahre 195/6 n. Chr., BGU 55 II 1. 
//idvfxog '/.al Jidv/nicov dgxieQaTEvoag aus dem Jahre 203 

u. Chr., P. Oxy. 11131. 7. 
dovlrj ovo/uari ^zecfav^ i7iv/.Ey.Xrifievri ^xecpavovg i] '/.al tlvel 
ovo/uaTi xalsnai rj KlridtjaETai^) aus dem Jahre 293 n. Chr., 
P. Leipz. 4, 11. 
^EmlfAiog ^Egi-ilag 6 /.al '^EQf.iaCo/.og aus dem 3. Jahrh. n. Chr., 
er ist s^tiOTcczrjg xov Movoelov, Walther Otto, Priester und 
Tempel im hellenist. Ägypten I 198. 
2aQa7tiag y /.al ^aqajtovg P. Fior. 57, 58. 



et Ckrysaor, Sohn des M Aurelius Chrysaor. — Aus Moesien: Flavia 
Lepidina et (sie!) Silvina, Tochter des Silvinus Status. — Cb) der 
zweite Name ist von der Mutter ererbt, s. Glotta IV 81. 105. 115. — 
Cc) der eine der beiden Namen stammt vom Vater, der andere von der 
Mutter, s. Glotta IV 81. 128. 131: L.Aurel. qui et Sep. Constans, Vater 
Septimius, Mutter Aurelia aus Pannonien. — Aus Benevent: C. Caelius 
Bassaeus u. s. w., Sohn des C. Caelius und der Bassuea. — D) der 
Name des Vaters erscheint in einem der beiden Namen in veränderter 
Form: Glotta IV 95. 120. 135. 143: aus Eom Vater Athenodorus, Tochter 
Tyche que et Athenais. — Aus Spanien der Vater Phoebion, der Sohn 
Phoebus qui et 2'ormogus. — Aus Thessalien NixoXaog 6 )(^rifiaT Ct^uiv 
KvSag, Sohn des Ntxwv. — Aus der Chersonesus Taurica ZfßrjQug ^IX- 
kwrog 6 xai [.A'\(X[X]is und Avq. OvaXsQios 6 xal ^OXv/un lavög aus Pan- 
tikapaion, Sohn äes'OXvfxn og. — E) Der eine Name beruht auf Namens- 
änderung infolge von Adoption in den Fällen in Glotta IV 82, 124 unten. 
135 unten. 140. 142. — F) Die Frau trägt den einen Namen nach dem 
ihres Gatten in Fällen, die verzeichnet sind Glotta IV 80. 93. 114. 131. 
134 unten. Vgl. dazu P. Kretschmer Glotta IV 207. 

1) Vgl. "W. Crönert, Studien z. Palaeographie und Papyruskunde her- 
ausg. v. C. Wessely, 4 p. 98. 

2) 8. S. 116 Fußn. 1). 



Zur Ausbreitung des Supernoraen oder Signum im römischen Reiche 125 

b) In dem einen der beiden Namen liegt die Voll form eines 
Namens vor, in dem andern eine Kurzform zu demselben Namen: 

OiXo^evoQ 6 A.a.1 0iliaY,og aus dem Jahre 155 n. Chr., P. 

Oxy. 613. 
^Hgay.lijg 6 y.[al] '^'Hqiov ''Hgcovog vlog^) aus Pselchi in Nubien, 

CIG 5084. Vielleicht gehört auch C. P. Rain. 205 hierher: 

^vqrjXiog "Hgtov 6 /.al ^'Hq[. . .]. 
'^HQccy.hog 6 y.al "Hqtov C. P. Herm. 59, 13. 
Hgayilag b ymI '^Hqayi.Xsidrig [kann auch zu Gruppe a) ge- 
stellt werden] önoXoyog aus dem Jahre 129 n. Chr., P. 

Oxy. 1024, 2. 
]^ H]Qato-/,og 6 /mI '^HQa/.Xsiötjg aus dem Jahre 150 n. Chr., 

P. Fay. 26, 2. 
KaXaalgig WavovdJzog (xri{zQÖg) QiVTraT^Tog rrjg y.{ai) Oiv^ta- 

TEQtfxr^^{iog) aus Syene, Wilcken Ostraka 95. 
IlToXlag ö vmI IlTolsfuaiog aus dem Jahre 173/4 n. Chr., 

BGU 26, 3 Faiüm. Seine Schwester (Zeile 7) heißt IIto- 
• Xe[.iätg^). 
Avqr^Xiog Nixwv n y,ai lAviy^Tjzog aus dem Jahre 271 n. Chr., 

C. P. Rain. 9 und 1999, HermupolisS). 
Avqr^Xia EvdaifAOvig ^ xal Evg, 233 n, Chr., P. Fior. p. 76*). 

c) Die Wahl der beiden Teile des Namenspaares ist beeintiußt 
durch ein Spiel mit dem Klang des Namens. In folgenden 
Fällen liegen in den beiden Namen ähnlich klingende 
Stämme vor: 

HäzQOJv 6 y.al IldzaXog BGU 116 II 6^). 

2azaßovg o v.al ^dzvgog aus dem 2. Jahrh. n. Chr., BGU 

277 II 16). 
'^IfQa^ %al '^HQa'tay.og heißt ein aQXiSQSvg tcov ^sßaoztov in 



1) Zweiter Name nach dem Vatersnamen s. S. 119. 

2) Vgl. z/t6sTg ?j xal IlToXkaQovg, Tochter des ÜToXffiaiog P. Amh. 90, 20 
auf S. 120. 

3) Vgl. C. Wessely, Mitteilungen aus der Sammlung der Pap. Erzh. 
Eainer 4, 56: im Jahre 322 n. Chr. heißt dieselbe Persönlichkeit in einer 
Unterschrift nur AvQr]Xiog Nixwv. 

4) In P. Leipz. 9, 2 (aus Herraupolis) heißt dieselbe im Genetiv: 
EiidaifiovCSog rrjg xal Evrog. 

5) Vgl. W. Crönert, Studien zur Palaeogr. u. Papyrusk., herausg. von 
C. Wessely, II 1902, S. 42. 

6) Vgl. Adolf Deißmann, Bibelstudien 184. Zum Namen ZaiaßoCg 
(s. auch S. 127) kann [^Llan^slg UtTSriatwg tov JTanHTog /jrjirQog) TtipoQaKuog 
knixaX{ov[xtvog) ZaTccßößeojv BGU 277, 3 (2. Jhdt. n. Chr.) verglichen werden. 



126 M. Lambertz 

Alexandrien im 2. Jahrh. n. Chr., Cagnat, Inscr. gr. ad res 
Rom. pert. 1, 1060. Auch hier hat vermutlich bei der 
Wahl des zweiten Namens, der mit Itazismus zu lesen ist, 
der Wunsch nach Gleichklang der beiden Namen mitgewirkt. 

Mdgcov S7irAal{ovfxevog) Mw gog, 165 u. Chr., BGU 1046 11221). 

Qswv 6 vxti Oiuvig aus dem Jahre 93 vor Chr., P. Teb. 109, 11. 
Vielleicht war auch Gleichklang, oder wenigstens das Vor- 
handensein gleichen Anlautes bei der Wahl der Namen 
QsodcoQog -Aal Qt]oevg C. P. Herrn. 127 R. VI 1, 6 und 
der Namen QaiaaQiov tj /.al Qeavio (die Tochter dieser 
Frau heißt Gatg) BGU 124, 7 (187/8 n. Chr.) maßgebend. 

Qaiaovg tj y,al Qarjoig, Sklavin aus dem Jahre 115/6 n.Chr., 
P. Oxy. 97, 11. 

Ebenso liegt in den beiden Namen der Xagirtov tj ymI Taoov- 
Xa.Qiov, Tochter des XaQ('di]fiog, ein Spiel mit dem Gleich- 
klang vor. Der erste Name der Tochter lehnt sich an den 
des Vaters an, er ist eine Kurz- und Koseform zu dem 
Vollnamen des Vaters (s. S. 120, Gruppe D). Der zweite 
Name ist ihr nur wegen des Lautkomplexes -xaQi- verliehen 
worden, offenbar wurde er in seiner Bedeutung (Deminutiv 
zu die dem Krokodilsgotte Geweihte') nicht mehr ver- 
standen; P. Fay. 100, 4 aus dem Jahre 99 n. Chr. 

EvdaQiwv b /.al Evöai'i.icov aus dem Jahre 131/2 n. Chr., 
BGU 137, 2. In den beiden Namen liegt Spiel sowohl mit 
dem Lautkomplex Evd-, wie auch mit dem Suffix -cov 
(s. unten) vor. 

^^QTSixiaia r^ -/al Tavf.iijaig P. Fior. 81, 3. 

'E7iäYced-o(g) 6 y.{al) "Ayad-örtiovg) öovXog Wilcken Ostraka 1482. 

JiovvoLog tJtol 'Avvg, ov trey-sv '^HQa/.lia auf einem Amulett 
BGU 956 aus dem 3. Jahrh. n. Chr. aus Herakleopolis 
Magna in Mittelägypten ^). 



1) Daß in MwQog ein ägyptischer Namensstamm steckt, wie in Mkqcov, 
MagävtTog, MctQviTo[. . .], Manaaov). auch, hat W. Crönert (Studien usw. 42) 
erkannt. Dazu stellt er Möqwv, MÖQog, TgCfitogog. Beide hier infolge des 
Gleichklangs verknüpfte Namen finden sich auch sonst in Doppelnamen : 
MÜQcjv 6 xcil Nsxiaäifr&ig UtzoaCQLog P. Teb. 84, 115 (118 v. Chr.). Ilavt- 
(fo^fifxig Inixctlov^tvog Möjoog BGU 2, 9 (209 n. Chr.) aus dem Fayüm. 
^töay.oQog 6 xal MwQog C. P. Herrn. 127 v. I. 11. MccQOJvlg tj xal Zvga 
BGU 254, 7 (160 n. Chr.). Kökhg Kokhdog 6 xai MaQfig IG 12« 206 ^ 
aus Samothrake (s. Glotta IV 142). 

2) 8. Ulrich Wilcken, Archiv für Papyrusforschung 1 (1900) 426. Zur 
Bildung Avvg aus T''hanasaia, der ägyptischen Form von JtovvaCa mit miß- 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche 127 

^tQrj. 2aQa7tiu}v o x. '^rtslg ßovl{svT'^g) aus dem Jahre 253 

n. Chr., P. Oxy. 977. 
d) Häufig finden sich zwei Namen zu einem Namenspaare 
verknüpft, die durch gleichlautende Namensbildungssuffixe 
einander angeglichen sind^): 

&[o]i.ii,wvg 7] /Mi ÜQcoTOvg Ueteöovxov aus d. Jahre 67 n.Chr., 

P. Teb. 380, 7. In derselben Urkunde (Z. 19) heißt die- 
selbe Person mit Weiterbildung des zweiten Namens Qofx- 

fj.ovv rijv xat ÜQoyxaQovv. 
^u^qjtoxqcctUov u ytal QXeoicov aus dem Jahre 142 n. Chr., BGU 

969, 2. 
"Hqwv 6 Tial ^agarcicov, 11410 n. Chr., P. Teb. 317, 20. 
^^vovßicüv 6 y.al Koloaiiov aus Memphis, 180 n. Chr., P. 

Goodsp. 10. 
'^EgiuEivog o nal 2aßtvog aus Hermupolis, 186/9 n. Chr., P. 

Gießen 32. 
'A(pQodiTOvg Tj 'Aal Jr](xaQOvg a/teXevd^tQa, 2. Jahrh. n. Chr., 

P. Oxy. 504; sie ist die Adoptivtochter der oben erwähnten 

QaiGovg rj '/.al Oaijaig. 
£icpsXag 6 y.al Biqoag ^agarräzog ixTqxQog ^^/toXXwvovtog aus 

dem 2. Jahrh. n. Chr., P. Oxy. 505. 
2aQa7iiiov o xal '^Qqiwv evagxog yvftvaoiagxog aus dem Jahre 

201 n. Chr., P. Oxy. 54, 1. Vgl. 2aQa7ticov 6 y,al ^vQitov 

S. 128. 
2aTaßovg 'Ovvto[(pQeiog . .] en:iy.aX(ovfj£vog) 0aXovg BGU 186, 14 

aus dem Jahre 215/6 n. Chr. 
^vQ.'^'EQf.ieiog 6 y.al Kgcviog aus dem Jahre 293 n. Chr., P. 

Leipz. 4, 9. 
üctnvov&Log vlbg Oiß tov ycal Hovvafxsß aus dem 6. Jahrb., 

Fayiim, Carl Wessely, Studien z. Palaeogr. u. Papyrusk. 

3, 123 2). 

verständlicher Auffassung des Anfangsdentals als des ägyptischen weib- 
lichen Artikels, Hanasaia, der Form nach Lostrennung des vermeinten Ar- 
tikels, Hanas, Hanys, Anys s. W. Spiegelberg a. a. 0. S. 10*. 

1) Zur Übereinstimmung der Suffixe bei beiden Namen eines Namens- 
paares vgl. S. 112. 115'^). 121 -ä). 

2) Dieselben formalen Beziehungen zwischen den beiden Namen eines 
Namenspaares finden sich auch in den westlichen Provinzen des römischen 
Reiches. 

a) bei gleichen Namens stammen verschiedene Weiterbildung, 
s. Glotta IV (die beigefügten Zahlen in Klammern bezeichnen die 
Seitenzahl in Glotta IV): 



128 M, Lambertz 

Auch Heimats- oder Nationsbezeichnungen finden sich in 
Ägypten als Superuomina, z. B. in folgenden Fällen: 
"Hqcüv o vmI Ile'Avaig („der Aethiope") aus dem Jahre 72/73 

n. Chr., P. Lond. II 47, 18 (2G0). Ebenso 
^EyivOLg 8TiLyMXovf.ievoQ EvnoQäg, 184 n. Chr., P. Amh. 78, 5 und 
[. . .] 6 /Mi ney-idg (Z. 7 Uexiog), 2. Jahrb. n. Chr., P. Lond. I 

p. 153 (Nr. 109 B). 
E^d/.u)v 6 /Mi ne-/.va[äg] aus Hermupolis, 2.. — 3. Jahrb. n. Chr., 

P. Leipz. 96 I. 
Sehr häufig ist auch in Ägypten 2vQog als Beiname, z. B. in: 
Birjyxig naTxvavT{og) o '/cd 2vQog Wilcken Ostraka 163, aus 

dem Jahre 135/6. 
MaQiovig tj /al ^vga, 160 n. Chr., BGU 254, 7. 
Aiif.uüviog i7ir/aX[ovfxevog) [^\vQog, 167 n. Chr., BGU 1046 III 11. 
^ov'/iog ^vgrjXiog "^(pQodeiöiog 6 /al ^\v\Qog ayogavo^og^ 

215 n. Chr., BGU 362 VIII 20. 
udov/ia Tj -/al ^vQa, 215 n. Chr., ebendort. 
Uxolefxalog 6 /al 2vQog, 3. Jahrb. n. Chr., BGU 558 III 14. 
^vQog ö '/al 2aQaTcuov P. Fior. 10. 88. P. Gen. 44. 
uivQriXiog Evdaif.to)v o /al 2v[Qog\ C. P. Rain. 183. 

Außerdem findet sich die Weiterbildung ^vQtwv z. B. in: 
^vQiiüv 6 '/al l^S^y^voöiOQog, 179 n. Chr., P. Amh. 99a 7. 
^vQog 2vQitovog eTti/aXovfievov üeve/cc, 193 n. Chr., BGU 515, 3. 
^aqajcuov 6 /al ^vqUov, 289 n. Chr., BGU 13, 1. 



[Vene]ria sive Ven[e]riusa (114) aus Arretium CIL 11, 1823. 
Ael. 3Iacrinus Epidianus qui et Epidius (131) aus Sarmizegetusa 
3, 1488. — 

b) Vollform und Kurzform eines Namens erscheinen als Namenspaar: 

Myrismus sive ]iJ[i/]ron (94) aus Gallia Narb., 12, 4127. 
Ulf Qo^iaiog 6 xcu 'EncccfiQüg (119) aus Eom IG 14, 1494. 
üa^fiiv lüjv 6 xcu MtvCaxog (132) aus Saloniki, Inscr. Brit. Mus. 
CLXXI. — 

c) Die beiden Namen haben ähnlich klingende Stämme: 

Magna quae Matrona (93) aus Arelate CIL 12, 684. 
BixtvTia ij xal ^Tjxtvr icc (105) Audollent, def. tab. 169. 
L. Antonius Leo q. et Neon (128) aus Misenum CIL 10, 3377. 
Alogius qui et Saxxonius (133) aus Dalmatien 3, 14738. 

d) Die beiden Namen haben gleichlautende Suffixe: 

Homulus sive Drimy las (82) aus Nemausus 12, 3350. 
lustin a q. et Sabina (116) aus Eom 6, 25793. 
Flavia Lepidina et (sie!) Sikitia (132) 3, 5967. 
^-avig rj xal Idd-rivai'g (141) aus Syros IG 12'', 668. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiche 129 

Andere derartige Weiterbildungen auf -iiov treffen wir z. B. in : 

[. . J\ELToq rijg (sie!) y.al ^IraXicDvog C. P. Rain. 102. 

'^Hga/.leldrig o vml ^u^gaßiiov, 88 n. Chr., P. Lond. II p. 182 
(141) 2. 
Ferner: 

ÜToKefAelvog. o xal ^aqfxdxific. s^rjyrjTijg aus dem Jahre 294 
n. Chr., P. Oxy. 891. Derselbe heißt in P. Oxy. 43 (Jahr 
295 n. Chr.) zweimal ^LQt^Xiog ^agindzrjg nTolEjuivov, 
viermal bloß 2aQf.tdrrig, woraus zu schließen ist, daß erstens 
^aQf.iccTrjg sein Ruf- oder Individualnanie war^), zweitens, 
daß er sein Supernomen ÜTolef-ihog vom Vater ererbt hat. 

^iTtTioltTtj 7j xal '^sir]v^ (d. i. ^die lonerin, die Griechin') C. 
P. Herm. 127 C 4. 

\^l€Q]avov7Tig '"leqavovTiEOjg ejt. Fegf-iavog aus dem Jahre 185, 
P. Fay. 66, 2. 

J eXf-iaxiog^) o vmI Ocalevrlvog oder Ol. J elf.iaxig o v.a.i 
OL aus dem 6. Jahrb. n. Chr., P. Lond. I p. 200—2043). 



1) Vgl. S. 103 und 118. 

2) Andere ältere Beispiele für Supernomina auf -ins in Ägypten sind : 
z/i66(0(}og 6 xal l4fXKTiog viog "Hqwvog tov xal ZaqnnCwvog, 188 n. Chr., 

V. Teb. 396, 1. 
Aovxiog Ovcd^Qiog Aovy.Qr]T lavbg Mkt iSftog 6 xal UkwT Cr tog xal 
Aovxiog 'Egarrtog ITttvXeiviog 6 xnl Mtyak^iaiog, 196 n. Chr., BGU 

1022, 5. 
EvönifiO}[v 6 x{ul)] K[Q6]viog aus Hermupolis, 2.-3. Jahrb. n. Chr., P. 

Leipz. 93, 11. 
'jöpaxAftJ/j? i7iiy.cd{ov/xerog) KeQxeaov[xfio]g (d. i. ^der aus einer Gegend 

stammt, die von Suchos, dem Krokodilsgotte, besiedelt wurde'), 167 

n. Chr., BGU 1046 III 15. 
OvaXe'Qtog l4/ufiwvi((vog 6 xai FeQÖVTiog, 316 n. Chr., P. Oxy. 53, 1. 
Avaoviog 6 xal Kltävd-rig, 3. — 4. Jahrb. n. Chr., P. Leipz. 18, 3. 
linokXwviog 6 xal 'PiXoxvQiog , 4. — 5. Jahrb. n. Chr., P. Leipz. 101, 12. 
'l<aavviu, rlv ersxsv AvaaraaCu et xal Evffirjfiia (Christin) aus dem 

5. Jabrh. n. Chr., P. Oxy. 1151, 13. 
4>k(iviug 'OXi\uni,66(oQog 6 xal AavyxQiTiog P. Fior. 34. 

3) Auch in den westlichen Provinzen begegnen Heimatsbezeichnungen 
als Supernomina, z. B.: Phoehus qui et Tormogus (Glotta IV 95) aus Nord- 
spanien, CIL 6, 24162; Fortunatus qui et Dacus (181) 8, 8562; C. Tanno- 
niiis Felix qui et Aquensis (101) 8, 6311; Vocontius. P. Fl. Pudens Pom- 
ponianus (102) 8, 2B91 ; 'IdQTSfiig tj xal Zi^wvia KvngCa (120) Cagnat, Inscr. 
graec. ad res Eom. pert. 1, 1387: Kaor^gtov t] xal MsXCtt] (120) IG 14, 956 
A. 4. 5; MfkiTivT] jj xal OvQavCa xal (sie!) 'I4xr7j (121) IG 14, 1844; C. Ju- 
lius C. l. Ephesius qui et 3Iascutius (122) CIL 6, 975a col. 1 1. 45; M. TJl- 
pius Haimnonins, huic Baniura fuit . . . signum (102) aus Mauretanien, 

Glotta V, 1/2. 9 



130 M. Lambertz 

Die Mode, Doppelnamen zu tragen, wurde in Ägypten über- 
dies durch den Umstand sehr gefördert, daß die Könige aus 
dem Hause der Ptolemäer durchwegs Beinamen führten i). An- 
fangs waren es lobende Beinamen, vom vierten Ptolemäer an Spitz- 
namen; denn der berüchtigte Witz der großstädtischen Bevölkerung 
Alexandrias machte auch vor dem Träger der Pharaonenkrone 
nicht Halt 2). Außerdem lebt der Name Alexanders als offizieller 
Beiname in der Dynastie der Ptolemäer fort 3). Daher begegnen 
wir auch noch in späterer Zeit ^^Is^avÖQog vielfach als Beiname 
von Ägyptern *). 



8, 21333; Beneventanus qui et Aquita (126) aus Benevent, 9, 1766; Julia 
Cleopatra quae et Lezhia (127) aus Brundisium, 9, 41; Sallustis Acathocles 
o cae Rodios (129) aus Rhegium, 10, 11; 4'tXCara r) xttlo[yfx\ivri xal 2vQa 
(135) aus Atrax in Thessalien, IG 9^, 474. — Auch eine durch das Suffix 
-io weitergebildete Bezeichnung der Nationalität findet sich als Signum in 
CIL 2, 2245 L Julius . . . qui Saxio d[i.ctus est?] aus Spanien (96). — Er- 
weiterung des Ethnikons durch -ius zwecks Namensbildung liegt in fol- 
genden Fällen vor: Non. Saloninus qui et sigjio Dalmatis (86) CIL 3, 
6300; (103) 8, 2998; Dalmatius signo, prisco de nomine Laetus (128) aus 
Capua 10, 3796; Mpfi'ytot als|Familiensignum (126) IG 14, 968a; Irene signu 
Surenti (125) aus ßom CIL 6, 13044; C. Ofilius Modestus idem qui et 
Asparagius (127) (d. i. ^der Mann aus Asparagium') aus Benevent 9,1915; 
Callidromus . . . signo Leucadi (129) 14, 1877; "Ä'iiog AlXiavog 'lövtug (134) 
3, 1422. — Angeschlossen sei &rikofiCf^()r]g (d. i. ^der Phryger') o xal ^Ena- 
fxCvwv (120) aus Rom. — Vgl. die entsprechenden Belege für Syrien und 
Kleinasien S. 140. 

1) Vgl. hierüber Strack, die Dynastie der Ptolemaeer 112 fiF. 

2) Hierüber handelt H. Thiersch, An den Rändern des römischen 
Reiches, München 1911, S. 17. 

3) z. B. P. Leipz. 1, 1 ßaaiXiwg ITToXfjuaiov InixaXov^svov ^AXf^üvSoov, 
104 V. Chr. 

BGU 997 II 1 ßaaiXivövTCüv KXeonäxQKg xal IJToXffjaiov inixaXovfx^vov 

'AXi^ävSQov, 103/2 V. Chr. 
P. Fay. 12, 2 ßaaiXn ÜToXefxaiwt lnixaX{ovfxivoiL) ^iXe^dvÖQOJt y'^ewi 'PiXofi^- 

TOQi, 103 V. Chr. 
P. Leyd. S. 42 u. ö. 

4) z. B. ^AX^^ctrSgog 6 xal I^ovxäfifxwv BGU 3 fasc. 10 n. 324, aus 
dem Jahre 166/7 n. Chr. 

'AXi'^ävSga rj xal 'Hgafg BGU 328 I 4, 138/9 n. Chr. 
AvQ. Arj/Lii^TQiog 6 xal ^A. dQ/ifQaTevaag P. Oxy. 1031, 1; 228 n. Chr. 
AvQtiXiog ^HQaxXfCärjg 6 xal 'AXe^avdfiog C. P. Rain. 37, 251 n. Chr. 
'Entt\(f]Q6{ßBi,Tog) 6 J«(at) 'AXE'^avÖQog 6ovXog C. Wessely, Studien 4, 68. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiche 131 

2. Doppelnamen in Syrien und Kleinasien. 

Die nationalen Verhältnisse in Syrien und Kleinasien in 

hellenistischer Zeit, die denen Ägyptens ähnlich waren, begünstigten, 
wie schon erwähnt wurde, die Aufnahme des in Ägypten ent- 
standenen Brauches, den heimischen Namen zu übersetzen. Daher 
sind Doppelnamen von Syrern, in denen der eine Name die 
griechische Wiedergabe des andern semitischen Namens ist, aus 
ziemlich früher Zeit erhalten. In einer Bilinguis aus Attika aus 
dem vierten Jahrhundert vor Chr. teilt der Sidonier JojnoaXwg 
Jo(.iaviö mit, daß er dem ^vTiTtargog ^AcpQodLolov aus Askalon 
den Grabstein setze (IG 2, 2836). In der phönikischen Fassung 
der Inschrift heißt der Stifter mit etwas abweichendem Vokalismus 
Domsillehus^ Sohn des Domhanno, der Askalonite, dem* der Grab- 
stein gesetzt ist, Sem, Sohn des Äbdastart. Sem hat mit ^Avtl- 
TtatQog nichts zu tun, es ist lediglich an Stelle eines alltäglichen 
semitischen Namens ein in jener Zeit ebenso alltäglicher griechi- 
scher Name gesetzt. Der Vatersname Äbd-astart, d. i. „Diener 
der Astart", dagegen erscheint in ^uäcpQodioLoq in seiner genauen 
griechischen Übersetzung. Aus derselben Zeit stammt eine Bilin- 
guis im British-Museum, eine Grabinschrift des Sidoniers u^qte- 
j.il6iüQog '^HXioötoQov, der in seiner phönikischen Heimat Ahd-tanit, 
d. i. Diener der Tanit , hieß ^), während als phönikischer Name 
des Vaters Äbd-semes angegeben ist, d. h. Diener des Sonnen- 
gottes' 2). In beiden Namen tritt -dü)oog für das semitische Abd- 
ein ; die beiden Sidonier wollten sich also durch ihre griechischen 
Namen nicht als ^Geschenk der Artemis, beziehungsweise des 
Helios' bezeichnen, sondern sich dem Dienste dieser beiden Gott- 
heiten "Veihen (als Geschenk an den Gott')^). Auf der Insel 

AvQTikios ^AXi'iavÖQog 6 xai \-lvTwvtvog C. P. Herrn. 94. 

AvQ. ZccQani'cüv 6 xai ^A. P. Teb. 326, 9 aus dem Jahre 266 n. Chr. 

AvQ. ^A. 6 xal 'AvKüvTvog BGU 553 III 11 aus dem Jahre 262/3 n. Chr. 

^A. 6 xal 'Eq{. . .] C. P. Kain. 125 aus dem Jahre 801. 

^Aki'invÖQu Tj xal ZaQaniag P. Leipz. 101, 27 ; 4. — 5. Jahrh. n. Chr. 

AvQ. 'A. 6 ;(«( KooakXiog C. P. Herm. 119 E. V 2, u. ö. 

1) Zur Göttin Tanit vgl. z. B. Wilh. v. Landau, Beitr. z. Altertums- 
kunde d. Orients III (1903) S. 24, Kalksteinplatte aus Karthago: „Den 
Herrinnen Astart und Tanit vom Libanon neue Heiligtümer" u. s. w. 

2) Über die Vertretung des semitischen Gottesnamens Semes (vgl. theo- 
phore Namen mit Zafxai-, s. unten) durch "HXiog s. E. Herzog, Namensüber- 
setzungen, Philologus 56 NF. 10 (1897) 41. Ebendort über die andern Ver- 
tretungen syrischer Götternamen durch griechische in Personennamen. 

3) Vgl. dazu Glotta IV 119. 

9* 



]^32 ^- Lambertz 

Malta 1) ist gegen Ende des dritten Jahrhunderts vor Chr. dem 
'^Hga/.Xrjg aQyjiyixr]g, der in der phönikischen Fassung der Inschrift 

unser Herr Melkart Baal aus Tyros' genannt wird, von zwei 
Brüdern aus Tyros eine bilingue Weihinschrift gestiftet worden 
Die Weihenden heißen Jiovooiog /.al ^aquitiiov o\ ^OQaTtiojyog, 
phönikisch der eine Äbdosir, der Vater ^agaTticov und der andere 
mit dem Vater gleichnamige Sohn Osirscliamar. Es liegt in dieser 
Bilinguis somit Gleichsetzung von Dionysos — Sarapis — Osiris vor. 
Auch der Großvater der beiden Brüder heißt wie der eine von 
ihnen zliovvoLoq oder Äbdosir. Ein jüdischer TtageuiÖTj/ung im 
Fayüm nennt sich in seinem Testamente aus dem Jahre 23ö/2o7 
vor Chr. ^^noXkuviog \naqETt\iörniog o Aal ovqlotI ^Icovä&ag [xa- 
Xsizaiy^); "Iw-väi^ag (= QeodMQog) ist durch eine freie Übersetzung 
mit griechisch ^^nolXoiviog wiedergegeben. Ebenso ist Bagreßaüg 
6 yial ^^TtoXXivaQLog aus Nikopolis in Kilikien durch seinen ersten 
Namen als Semit, durch den zweiten als dem hellenistischen 
Kulturkreise angehörig gekennzeichnet. ^^uolXivaQiog stellt die 
sinngetreue Wiedergabe des ursprünglichen Namens Baqveßovg dar, 
indem ^^rcolliov, der Name des Orakelgottes, für -veß-, d. i. N13: 

Prophet' eintritt, während die Bezeichnung für Sohn Baq- und 
die ionische Endung -ovg durch die Ableitung -aqiog ersetzt 
werden 3). Auch in dem griechischen Namen Aqs Bei'kiaßog o /.al 
JioSoTog ^vißedävov, eines aQxieQsCg ü^ecöv KißoQeiag, auf einer 
Inschrift aus Deir el- 'Ashä'ir am Nordabhange des Hermon (pub- 
liziert von Louis Jalabert, Melanges de la Faculte Orientale de 
rUniversite Saint Joseph 2, 279 n. 70 Beyrouth 1906) sehen wir 
eine bedeutungsgleiche Vertretung des semitischen Namens^). Aus 
nachhadrianischer Zeit (235 n. Chr.) kennen wir eine bilingue 
Weihinschrift (IG 14, 971) eines T. ^vq. '^HXiodwQog ''Avziöxov 
^AÖQiavog JJaX/.ivQ'iqvog^) aus Trastevere au die palmyrenischen 
■d'Eol 7taTQcfoL IdyXlßcülog und Malaxßtjlog. Der Stifter führt 
neben seinem griechischen Namen den palmyrenischen Lischmasch- 



1) S. hierzu Joh. Schöne, Griech. Personennamen als religionsgesch. 
Quelle, S. 1. 

2) Flinders-Petrie Pap. II p. 23; vgl. Deißmann, Bibelstudien 147. 
Schöne a. a. 0. 

3) Vgl. Deißmann a. a. 0. 177. 

4) Vgl. B. C. H. 19 (1895) 306 und 21 (1897) 64 und Dittenberger Syll. 
or. 611. 

5) Zum Ethnikon vgl. Steph. Byz. nük^vQu- to i»vixbv IlaXfivQrjvoi • 
ot d'avTol ^ ASQictvonoXiTai, fitiiavofiäad^r^auv. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche 133 

Schaadu, Sohn des Jarchus, des Sohnes des ChaUfuf^, des Sohnes 
des Jarchus. In Lischmasch (vgl. IG 14, 972 Leshamshi) steckt 
der Name des Sonnengottes Semes, der durch "Hliog wieder- 
gegeben isti). 

Aus kleinasiatischen Inschriften läßt sich nur ein Fall von 
Namensübersetzung in einem Namenspaare nachweisen, was aber 
wohl seinen Grund darin hat, daß wir die meisten kleinasiatischen 
Namen nicht etymologisieren können. Dieser eine Fall ist der 
Doppelname EQinoAQdrrjg 6 /MVlfxßQtig aus Sidyma in Lykien, 
publiziert bei Benndorf-Niemann, Reisen im südwestl. Kleinasien, 
1, 52 1. 29, der durch die Notiz bei Stephanus Byz. „^EQf.iov ov 
IjußgafAOv leyovoLv ol Kägsg^^ Licht empfangt 2). 

Die Fälle von Doppelnamen aus Syrien sowohl wie aus Klein- 
asien, in denen einem einheimischen Namen ein griechischer bei- 
gegeben ist, ohne daß sich Namensübersetzung nachweisen ließe, 
werden, soweit sie nicht schon in den gleich zu behandelnden 
Gruppen erwähnt werden müssen, ebenso wie die Fälle, in denen 
zwei syrische oder zwei einheimisch -kleinasiatische Namen zu 
einem Namenspaare verknüpft sind, zum Schlüsse betrachtet 
werden. Es sollen jetzt die Namenspaare folgen, bei denen sich 
für die Verleihung des Supernomens ein Grund ausfindig machen 
läßt. 

In vielen Fällen ist wie in Ägypten und den westlichen Pro- 
vinzen des römischen Reiches 3) der eine Name ein Spitzname. 
Auf einer Inschrift aus Lilybaeum (IG 14, 279) aus dem 2. Jahrh. 
vor Chr. heißt ein Phoenikier ^I/nvlx "[(.iilxiovog ^Ivißalog XkcDQog; 
die Verbindung 6 %al fehlt hier zwischen dem semitischen und 
griechischen Namen, wie oft*). Aus Kypros kennen wir aus helle- 



1) Vgl. Zeitschrift d. deutschen morgenländischen Gesellschaft 18 (1864) 
99, Nr. XVI. — Vgl. zu Namensübersetzungen auch den interessanten Fall 
von Dreinamigkeit des Philosophen Porphyrius aus der Zeit des Diokletian 
auf S. 144 Fußn. >). 

2) 8. P. Kretschmer, Einleitung 358 und J. Schöne a. a. 0. 7. 

3) s. S. 116. 

4) s. z. B. Glotta IV 94. 102. 103. 124. 126. 130. Jede Verknüpfung 
der Namen fehlt z. B. bei M. Anneus Paulus Petrus aus Eom, Aphrodisia 
Veneria aus Capri, Luminatius (jregorius aus Aquitanien, Chri/sogone iunior 
Siricius aus Arelate, Licinia Snzusa Elaßon aus Nemausus, Caesia Bonosa 
Mazica aus Afrika. — Ein Teil der üblichen Anknüpfung fehlt z. B. bei 
Magna quae Matrona aus Gallien (Glotta IV 93), Villia Phasis quae Ru- 
bellia Procia aus Toscana (114), Fonteia quae Cl. Baechis aus Eom (116), 
C. Julius Pudens qui Dines aus Misenum (80), Diuppaneus qui .Euprepes, 



]^34 ^- Lambertz 

üistischer Zeit einen TQaTteliTTjg des Namens MiqTQodcoQog 6 stvi- 
vMlov^svog ^^oßolig (Audoll. def. tab. 27, 12). Aus dem Ge- 
netiv des Namens "^oßoliov ist zu ersehen, daß der Nominativ 
^^oßöliog war, wir also eine der häufigen Erweiterungen eines 
Apellativums — des Wortes für Ruß' rj ciaßoXog — durch das 
uamenbildende Suffix -ius vor _ uns haben, und zwar einen sehr 
frühen Fall dieser Art. Das Apellativum aaßolog selbst findet 
sich als Spitzname des M. ^vQrjliog JiodcoQog KoQrjoxog hciyilyjv 
'Aaßolog aus der Kaiserzeit, eines Mannes aus Hierapolis in 
Phrygien (Le Bas V 1687). Der Spitzname bezeichnet seinen 
Träger aus irgend einem Grunde als den ,, Schwarzen" ^). In dem 
Beinamen des j/iovvaiog Jtovvöiov rov Olliovog, eines oly.oöo/uog 
aus Byblos (L. Jalabert, Melanges de la Faculte Orient., Beyrouth 
1906, I 144), nämlich l^a^tag, hat A. Wilhelm (Beiträge zur 
griech. Inschriftenkunde 222) die Kurzform des lobenden Namens 
^'Aanäoiog erkannt 2). Lobend sind auch die Beinamen der ^AMcpi)- 
ri -/.ai XccQig aus Sidon (Jalabert, Melanges 1906, 1, 173) und 
des Sidoniers "A.ßaßovg^) 6 ymI Eu[tv]xrjg (Jalabert a. a. 0. 171). 
Ob das Supernomen des Malsix[c(]^og^) 6 xat 2iyiXlog (Jalabert 
a. a. 0. 1, 155) aus dem Haurangebirge dem Namensträger be- 
sondere Verschwiegenheit nachrühmt, wissen wir nicht, ebenso 
wenig, ob der Beiname KoXäquog des Christen MayJvTiog Jio- 
yivovg (Le Bas VI 1936 a) aus Bostra ein Nachkomme jener alten 

einem Daker (124). — Das Kelativura fehlt z. B. bei OvQavia xal "Axtt] aus 
Eom (121), C. Außdius Asiaticus et Gnesius aus Amiternum (127), A((v&k- 
vovaa xal ^AynO^r], Christin aus Sizilien (129), Flavia Lepidina et Silvina 
(132) u. a. 

1) Vgl. Ovid, met. 3, 218 von den zwei Hunden des Aktaeon: ,,et ni- 
veis Leucon et villis Aftbnlus atris", und Thesaurus linguae latinae II 
750 (Diehl). 

2) Man vergl. auch Fr. Hiller von Gaertringen, Berl. philol. Wochen- 
schrift, 1907, S. 140. 

3) Zum Männernamen ^Aßaßovg s. Le Bas VI 2520 (Trachonitis, Phaena) 
"AXeiog 'Aßaßov. 2420 (Trachonitis, Rimea) MaQTttvog xal Käaaiog x(u"AfzfQos 
vtoi 'Aßaßov. — Zu den Namen auf ovg in Syrien vgl. W. Schulze, Berl. 
philol. Wochenschr. 1893, 226. — Vgl. auch 'AßaßuCri am Ende dieses Auf- 
satzes. 

4) MttXtixiu'iog ist Weiterbildung zu MäXi^og == Mäkyog. Es findet 
sich auch: 'AoveiSog MaXfi/dd^ov aus dem Jahre 78 n. Chr., Wetzstein, Aus- 
gewählte griechische und lateinische Inschriften, gesammelt auf Eeisen in 
den Trachonen und um das Haurängebirge, Abh. Berl. Akad. 1863, 318. — 
Überdies gibt es einen ^*of MaXel/aOog in 'Agraba, Dittenberger, Syll. 
er. 423. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiche 135 

Sklavennamen ist, die die Androhung einer körperlichen Züchtigung 
enthalten. 

Von den Spitznamen, denen wir in Kleinasien als Supernomina 
begegnen, rühren zwei Bezeichnungen von Pflanzen her, nämlich 
der Beiname des ^vq. Evtvxi^S ^EQf.io[v] sTilxlriv '^'EXi^ Evf.ievEvg 
aus Eumenia in Phrygien, dem dritten Jahrh. n.Chr. angehörig i), 
wenn e'h^ den Epheu bezeichnet wie bei Aristoph. Thesm. 1000, 
doch kann es auch als Adjektiv aufgefaßt werden, das ^gekräuselt' 
bedeutet; dann hätte der Mann ein dem lateinischen Crispus 
gleichbedeutendes Supernomen. Zweitens kennen wir aus etwa 
derselben Zeit aus Termessos in Pisidien einen MoX-^g^) '^Egf^aiov 
6 /.al ^TVQa^, dessen griechischer Beiname entweder eine kriege- 
rische Anspielung enthält, wenn er den Lanzenschaft und sein 
unteres Ende bedeutet, oder aber auf das Parfüm des Mannes 
anspielt, wenn er den Gummihai zbaura bezeichnet 3). — Auch 
Spitznamen, die dem Tierreiche entlehnt sind, dienen in Klein- 
asien in mehreren Fällen als Signa. Auf einer Inschrift aus Hiera- 
polis in Phrygien ist ein römischer Unteroffizier verewigt, der 
r. 2rjiog ^iTixog b yiaXovfievog Moaxccg, Xeyiwvog (-'xtrig OTtvitov 
MELXr^Oiog, heißt, auf einer Fluchtafel aus dem dritten Jahrh. 
n. Chr. ein "^TtoXXiöviog 6 ^f-inuXiov 6 Noooog, der also die 
Vulgärform der Bezeichnung für das Tierjunge {voooög = vBooovg) 
als Spitznamen führt. Ein Mann aus Pergamon, namens ^lovl. 
KaqrtocpoQog 6 x[at] \T]ettl^ (Cagnat, Inscr. gr. ad res Rom. 
pert. 4, 281) trägt aus unbekanntem Grunde den Namen der Zi- 
kade als Supernomen. ^TtccQog, der Name eines Fisches, von 
dem es bei Athenaeus Z 114 (7, 320c) heißt ajcagog' tovvov 
'^lY,ioiog EvyvXöxEQOv f.isv ELvai /.laividog ymI aXXcov di uXaiövcov 
TQoq>ii,iohsQOv, findet sich als Spitzname des ^^/tollioviog MiqTQo- 
do'jQOV ^nccQog (Dittenberger, Sylloge^ 583) ausSmyrna^). Tqo- 



1) Die von hier an folgenden Belege aus Kleinasien, denen kein Zitat 
beigefügt ist, sind den Scheden der 'Kommission zur Herausgabe der In- 
schriften Kleinasiens' (T[ituli] A[siae] M[inoris]) entnommen, deren Be- 
nützung mir durch die gütige Erlaubnis des Herrn Hofrates Prof. Dr. E. 
Reisch ermöglicht wurde, dem ich hiefür meinen besten Dank ausspreche. 

2) Zum kleinasiatischen Namensstararae MoX- s. Kretschmer, Einlei- 
tung 360. 

3) Fritz Bechtel, Spitznamen 82. 

4) Über Fischnamen als Menschennamen spricht Bechtel, Eretrische 
Namen, KZ 45 (1912) 149. B(>(yy.og, der Name eines f/Ö-i'f xt^iüärig (Hesych), 
findet sich als Supernomen eines Samiers <PiXctitios bei Herondas 2, 73 in 
der Form 6 Bgiyxog (s. Glotta IV 143), wie Bechtel vermutet, einen Men- 



136 ^- Lambertz 

xovöag 6 v.al ^'/.vXa^ aus Termessos in Pisidien führt als ersten 
Namen seinen ursprünglichen, echt kleinasiatischen, theophoren 
Namen Tgoy^cvöag '), als zweiten den Spitznamen, der entweder 
den jungen Hund' bezeichnet, dann also ähnliche Bedeutung hätte 
wie das vorhin erwähnte Noaaog, oder als Bezeichnung für ein 
eisernes Halsband 2) zu Namen wie KoXacpog, Iledcov, Jova^, Kev- 
TQiMg zu stellen wäre 3). Der altgriechische Pferdename Xalrog, 
der ein Pferd mit besonders schöner Mähne benennt*), begegnet 
auf einer Inschrift aus Prymnessus in Phrygien als Supernomen 
eines Mannes, der als ersten Namen einen der in Kleinasien sehr 
beliebten Lallnamen führt, des JUanäg o /ml Xalrog. 

Bezeichnungen verschiedener Gegenstände, die als Spitz- 
namen irgendeine Eigenschaft des Namensträgers verspotten, 
finden sich in mehreren Fällen in Kleinasien als Supernomina. 
So dürfte EvTtywg 6 /.al Tayrjviog aus dem vierten Jahrhundert 
n. Chr. (Inschr. aus Magnesia am Maeander 122 h4) seinen Bei- 
namen, der von xäyrjvov, Bratpfanne, mit dem in den Jahrhun- 
derten der Kaiserzeit beliebten Namenbildungssuffixe -log abge- 
leitet ist, wegen irgendeiner Eigenschaft, die sich auf das rayrivov 
bezog, sei es z. B. als Schmarotzer, sei es als Gourmand, erhalten 
haben. yivq. Kogyiaivag^) ^u4q.^) ytovxQiiovog o ymI rgsl/vog 

sehen von großen Körperdimensionen benennend. Vom Fisclinamen aagyog, 
als dessen Umbildungen Bechtel a. a. 0. 156 die Personennamen Züq-yoiiv 
und ZaQyivg faßt, kann auch der Beiname des Semiten Arabin (oder Ara- 
bius) Lucianus qui et Sarga aus Antium (CIL 10, 6705) abgeleitet sein. 

1) Vgl. Kretschmer, Einleitung 362 und E. Meyer, Geschichte des 
Altertums''^ 1, 2, 625ff. Der Name TQoxövöug findet sich (nach Joh. Oehlers 
Index) 113 mal allein in Pisidien. 

2) Polyb. 20, 10, 8 und Poll. 10, 167. 

3) Vgl. Verf. Griechische Sklavennamen 43 und Ch. Fränkel, Eh. M. 
NF. 67, 105. 

4) P. Kretschmer, Griech. Vaseninschriften 209^. Dazu der lateinische 
Pferdename Juba Glotta IV 113 unten. 

5) KoQxuivag ist ein echt kleinasiatischer, in Pisidien sehr beliebter 
Name, mit dem Suffix -aCvug (wie 'Aaxaivas in Termessos) vom Stamme 
KoQx- gebildet. Er findet sich noch einmal als Bestandteil eines Doppel- 
namens inTermessos: JiÖTsifxog älg TQoxövdou tov xai KoQxaCvov. Außer- 
dem seien aus Termessos erwähnt: ^AQ^AÜara Koqxuivov i) (sie!) xkI Tiaaa; 
'AyÖQctaTog vtbg Kooxaivov, AvQ. 'EQf^eiag KoQXccirou, ^AoTf'uwv KoQXcdvov, AvQ. 
'AyuQÜaTr] {hv. Tooxövi^ov KoQxaivov Ki(>fJov. Dazu gibt es ein Femininum 
KoQxnCvK, so heißt in Termessos eine Frau mit Doppelnamen: Avq. 'Aq- 
T^ixiig ri xal KoQxcUva, ihre Namen sind beide kleinasiatisch. Außerdem 
kennen wir ebendaher eine AvgrjUa Ko()xcdva AovXov. Eine andere Bildung 
desselben Stammes mit einem io-Suffix (s. Kretschmer, Einleitung 331) ist 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiclie 137 

trägt einen griechischen Spitznamen, der als Appellativum {yolrcng) 
das Fischernetz bezeichnet. Er findet sich auch in Delphi und 
bei Plautus und ist von Fr. Bechteli) in dem Sinne gedeutet 
worden, daß ein rQiTtog wohl mit dem yqiTtoo. umzugehen wußte. 
Bei unserem KoQKaivag legt allerdings der Spitzname seines Vaters, 
der ^^ozeiuag ^ovkqliov hieß, nahe, die Bedeutung des Spitz- 
namens „Fischernetz" in derselben Richtung zu suchen, in die der 
Name des Vaters weist, d. h. in der der Geldgier 2). Auch M. 
'AvTCuv[i]os JqÖooq 6 [aal] 2E'/.ovvd€lvo[g] isQe[i]g (Inscr. of the 
British Museum DCIa) und [ri]äq)VQog Fq^^cov (a. a. 0. DCIIq), 
beide aus Ephesos, scheinen ihre Namen Jqogoq und Fq/ucov aus 
irgendeinem uns unbekannten Grunde als Spitznamen erhalten zu 
haben. FqIiimv dürfte für Fgi/^cov stehen, der Kurzform zu Na- 
men, die mit ygvfiaia, ygif-tsa zusammengesetzt sind 3). Ebenso 
ist wohl ylvyj'ccg, der Beiname des FuLqyLog Qeodoolov kjti/XriGiv 
uivxväg aus Korykos in Kilikien, ein von Xvyvaiog, der Bezeich- 
nung einer glänzenden Marmorart, oder von Xvyvirrjg, dem Namen 
eines leuchtenden Steines, oder von Ivyvsvg, dem Worte für La- 
terne, mit dem zur Bildung von Spitznamen mit Vorliebe verwen- 
deten Suffix -ag abgeleiteter'*) griechischer Spitzname, der eine 



KÖQxaßog, Vatersname der 'AoTfjUfcg Kooxccßov und des yiv. ^loreifjog Koq- 
xttßov, ferner kennen wir in Termessos emevi. Köoy.aßog'EQfjalov. Eine Weiter- 
bildung mit einem A-Suffix ist Köoxnhg, Kognomen des AvQrfAiog KÖQxuXig 
in Termessos. Der Namensstamm erscheint noch in erweiterter Form im 
Frauennamen Koooxrj in Termessos, der sich als Teil eines Doppelnamens 
in KoooxT] l7Tii.eyo/uivr} Navriksig und in Mkq&k l x«) Koqüxtj KaaaCoii 
aus Termessos findet. Ebendort sind die Namen einer AvQrjf.iu KoqÖxt], 
KoQoxTj 'EofiaCov, Koqöxt} MovaaCov überliefert. (Die zum größten Teile noch 
unpublizierten Belege aus Termessos stammen aus R. Heberdeys Skizzen- 
buch in den Scheden der TAM.) 

6) Die alltäglichen pisidischen Namen 'Aqt^/uwv, ^^QTfjUdg, ^Agni^ag 
u. a., 'Eouctiog, Mokfig, TQoxöväag, Oöag finden sich in den pisidischen In- 

n P 

Schriften gewöhnlich in den Abbreviaturen 'Ao , 'Eq , M, Tq. oder T, &o. 

1) Die einstämmigen männlichen Personennamen des Griechischen, die 
aus Spitznamen hervorgegangen sind, S. 73. 

2) Lucrio ist Ableitung von lucrum (K. Fr. W. Schmidt, Die griechi- 
schen Personennamen bei Plautus, Hermes 37 p. 3861. Als Sklavenname 
kommt Lucrio in Plaut., Mil. glor. vor. Als Name eines Lar findet sich 
Lucro (gleichbedeutend mit KägSon') Petron. 66: die drei Laren des Tri- 
malchio: Cerdo, Felicio, Lucro. 

3) Hetäre FQVfj^u Athenaeus 583c (s. Fr. Bechtel, Attische Frauen- 
namen 123), Grmnio Plaut. Most. 51. 

4) s. Glotta IV 122 f. 



138 M- Lambertz 

körperliche Eigentümlichkeit des Nameiisträgers verspotten dürfte. 
Von Adjektiven hergeleitet sind die Spitznamen des Faiog 
"lovliog Fatov vlog NlyeQ 6 /.al (Dikigtog aus Knidos (Inscr. of 
the Brit. Mus. DCCCLXIX) und des [....] eTct/lri^eig Fqavg 
aus Ephesos (a. a. 0. DCIX), dessen Beiname allein erhalten ist. 
Der maskuline Gebrauch von yqavg erinnert an Aristophan. Thesm. 
1214, wo der als altes Weib verkleidete Euripides o ygaig ge- 
nannt wird. Möglicherweise sind die Runzeln im Gesicht die Ver- 
anlassung des Spitznamens. In Hieropolis Kastabala in Kilikien 
heißt ein Manu der späteren Kaiserzeit Bl. u^vq. z/rjuiJTQiog 6 %al 
2TQ(xßo)v, dessen Beiname Weiterbildung zu avQußog schielend' 
ist. Das Supernomen des 'Ocdveig 6 y.al JjQonoXig aus Ter- 
messos ist diesem vielleicht als vor der Zeit ergrautem Manne 
(jiQOTtoXLog) beigelegt worden. — Lobend sind die Beinamen fol- 
gender Leute in Kleinasien: Des kaiserlichen Dispensators Crescens 
(CIL 3, 7102)1), der auf der zitierten Inschrift aus Kyme in der 
Aeolis das Signum Evj.ioQq>og führt, das am Schlüsse der Inschrift 
angefügt ist; ferner der Klavöia 'Eo/iiatg q y.al Uaoaydd^ij aus 
Termessos in Pisidien, der ^vq. EvTey.vla iq /.al^^gudava eben- 
daher^) und des KozTijg b yial Kgaregog^) aus Termessos (R. 

1) Vgl. Mommsen, Hermes 37 (1902) 448. 

2) Der zweite Name der EvTtxvCa ist ihr einheimischer, ein sehr be- 
liebter pisidischer Name. Folgende Personen aus Termessos führen ihn als 
Bestandteil ihres Doppelnamens (die Belege aus Heberdeys Skizzenbuch, 
Scheden der TAM): 

Ai'Q. 'Ayogciarr] tj xctl ^iQfxüaia (s. S. 156). 

AvnrjXltt ^ AtifiüaTn ^ xcei nctyy.gaTta (s. S. 145). 

^Aoutcara ij TQoiflfir] (s. S. 143 und zur Verbindung bloß durch ?j S. 133). 

AvQ. 'Agfiaara rj xccl ' ATixicivr]. 

Kk. ^A(]Teueta(ct -f] xcd ^AQ^äaiu (s. S. 155). 

Aus Pogla in Pisidien stammt AvQrjXia \4ou(iara rj xccl TtQTla. Einmal 
begegnet \d. auch als Name einer Sklavin in Termessos: 'A. otx^'rig M. 
AvQ. Ma^i/iiov Mevfov. Überdies begegnet ^AQfiäara ca. 50 mal in pisi- 
dischen Inschriften, zweimal findet sich die Form 'EQfiäaju (s. S. 142) und 
^EQfxäara MoXsovg aus Isinda und einmal in Termessos die erweiterte Neben- 
form 'AQUficiaTi]. Das Suffix -uar- haben auch die pisidischen Namen 
'AyoQaaTT] (s. oben, siebzehn Frauen in Pisidien führen diesen Namen, der 
nichts mit dem griechischen Verbum tlyoQÜCfi'V zu tun hat), ^AyüoaaTog 
(Name von dreizehn Männern aus Termessos), 'Akuarfiig (in Kolbasa: K6- 
fxtüv ^AkaOTSog rJQydafTo; auch Köuujv hat einen kleinasiatischen Namens- 
stamm s.S. 146), AonuöaaTog (in ApoUonia inPis.; 'Aoref^wv Aona^naTov), 
MäfyiuaT ig. 

3) KoTTrjg findet sich mit tt und mit t ziemlich häufig in den pisi- 
dischen Inschriften. Die -rr-Fälle stammen alle aus Termessos, so ein 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche 139 

Heberdey und W. Wilberg, Jahreshefte des österr. archäol. Insti- 
tutes 3 [1900] 203). — Das als Sklavenname heWehte Novi.ir]v tag, 
das bei Sklaven zum Ausdrucke bringt, daß der Tag des Ankaufes 
durch den Herrn die Ivri A,al vsa war, bei Freien, daß der Ge- 
burtstag des Namensträgers auf dieses Datum fiel, begegnet auf 
einer Inschrift aus Dorylaion in Phrygien als Signum des '^Povoiov 
2aTVQ0v 6 '/mI Novfxriviog. 

In mehreren Fällen kleinasiatischer Doppelnamen bezieht sich 
das Supernomen auf den Beruf des Namensträgers. Aus Mylasa 
in Karlen kennen wir einen Priester des Namens Mäq. ^vq. 
u4oiaQxog o /.al Ooißiag (Le Bas-Waddiugton 5, 372), auf einer 
Inschrift aus Gjölbaschy in Lykien (Benndorf-Niemann, Reisen im 
südwestl. Kleinasien 2, 185) lesen wir von einem vornehmen Manne, 
der ^vQog 6 /.al ^vQiäQy/qg heißt, und in Termessos in Pisidien 
führen ein Vater und sein Sohn dieselben Namen ^vq. ylovv.Log 6 
xal ^vQLaQxrig. ^aiaqxog oder ^Aaiagx^g ist der Titel der Dele- 
gierten der asiatischen Städte zum asiatischen Landtage, dessen 
hauptsächliche Funktion die Abhaltung der jährlichen Festfeier 
für den regierenden Kaiser war^), ebenso gab es Bithyniarchen, 
Lykiarchen 2), Pontarchen^) und Syriarchen*), Deputierte von Hel- 
lenenstädten der betreffenden Provinz zum -/.oivov derselben, denen 
dieselben alljährlichen Verrichtungen oblagen wie den entsprechen- 
den Stadtdelegierten Asiens. Wie ^^aiccQXTjg^) ist auch 2vQi(XQ%rig 
als Personenname^) beliebt, vermutlich in Familien, in denen das 
Asiarchat oder Syriarchat erblich war''). — Aus Pogla in Pisidien 
liefern die TAM in den Scheden einen T. Avq. '^Egfialog 6 x.s 



KoTTTJg MoX4oio5, K. Tq. (= TqoxÖv6ov), IJXdcTcov TqoxÖvöov Kom'ovs, " Avva 
SöiavTog) &v{yciTr]Q) ^EQ{/uaiov) yiwrj) KoTxeovg, \^IVIdQx\oi; 'Avd^CoTioi; @6ag 
rs[(jfji.]a[v6\v [K^oTTiovg. Auch die Form Kozrjg begegnet in Termessos: Avq. 
üokifxwv KoTs'ovg. Eine "Weiterbildung von demselben Namensstamme ist 
KoTvacg aus Selge und Korövrig aus Seleukia. 

1) 8. Pauly-Wissowa, Realenzyklopädie II 2 Art. 'Aan'o/rjg von Brandis. 

2) Mommsen, Rom. Gesch. 5^ 318ff. 

3) 8. J. Weiß, Jahreshefte des österr. archaeol. Instituts 1912. 

4) Cod. Theod. 15, 19, 2 Erwähnung des Ehrenamts eines Si/riarcha 
oder ZvQU(Qxr]g. Cod. Theod. 12, 1, 103 Bezeichnung des Amts als ZvnmQ/Ca. 

5) CIL 6, 13029 M. Aurelins Auy. l. Asiarcha; Inscr. Cos ed. Paton- 
Hicks 141 Gladiator 'Aala^xog, vielleicht Freigelassener einer solchen vor- 
nehmen Familie. 

6) In den Inschriften von Pisidien z. B. heißen noch drei Personen 
ZvquiQxrig, ein Kk Z., und zwei Aiiq. Z. aus Termessos. 

7) Über die Erblichkeit des Pontarchats handelt J. Weiß a. a. 0. 



140 ^- Lambertz 

Jri(.iaQyiog, aus Mara in Kilikien einen ^XIloc, Bidviog 6 v-al 
OiETQavog^). 

Die Supernomina, die über die Heimat des Namensträgers 
eine Angabe machen 2), sind den Spitznamen nahe verwandt. Fol- 
gende Fälle der Art kennen wir aus Syrien: 

6 ^^Is^avÖQog xe MaxEÖovLog, ov eTexer Mariöia Aud. def. 

tab. 2ö. 
Bäöoog 2id^Qov rov yiai ^Ef.i^ioccvov aus Kanatha in Batanea, 
Le Bas VI 2354. Der zweite Name des ^id-Qog, dessen 
erster Name wie der seines Sohnes semitisch ist, dürfte eine 
Weiterbildung des Stadtnamens Emesa sein. 
^^ovlrog ^^vd(.iov rov /.al FeöaQdvov aus Ed-Dara in der Au- 
ranitis. Das Supernomen ist wohl Weiterbildung zum Na- 
men der Stadt Gadara in Palästina; Le Bas VI 2412c. 
'^YQY.avog b /.al Tcoßiag aus der Trachonitis, Publications of 
the Princeton University. Archaeological Expedition to 
Syria in 1904—1905. Division III. Greek and Latin In- 
scriptions A 5. 
Aus Kleinasien sind folgende Fälle bekannt: 
^vQTiXia BQEiorilg q y,al ^Piofxäva aus Hierapolis in Phrygien. 
Jlgoxlog 6 x«i 'IzaliAog aus Kotyaion in Phrygien, Le Bas- 
Waddington V, 817. 
M. ^VQ. ^OvijolqiOQog b y.al ^EQf.ialog aus Termessos in Pisidien 
(BGH 1886, 222) führt außer seinen beiden Namen noch 
den Namen Ilioidiog nach seiner Landsmannschaft, der 
auf der oberen Leiste der Inschrift steht (besprochen von 
Ad. Wilhelm, Wiener Studien 24 [1902] 599). 
^VQ. UeQyr] 7j ymI ^^vtioxig aus Terraessos, führt ihren ersten 

Namen nach der gleichnamigen pamphylischen Stadt. 
^i'Q. Qöag Kovtovog Moleovg 6 Aal Mayvöl- . .] aus Termessos 
(BGH 1899, 174 n. 21) hat sein Supernomen, wie G. Gousin 
(a. a. 0.) erkannt hat, von seiner Heimat Mdyvdog, einer 
pamphylischen Stadt, so daß Mayvötjvog oder Mayvdiog zu 
lesen ist. Der erste Name des Magydeners ist wie die 
Namen seines Vaters und Großvaters echt kleinasiatisch. 



1) Vgl. CIG 4838 c 0[vtT]QKVüg [S] xal Tovrog aus Apollonopolis in 
Ägypten, drittes Jahrhundert n. Chr., s. S. 113. — Vgl. über die den Beruf 
bezeichnenden Supernomina in Ägypten S. 113, in den westlichen Provinzen 
des Keichs S. 117. 

2) Vgl. die entsprechenden Belege für Ägypten S. 128 ff. und für die 
Westprovinzen S. 129^). 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche 141 

In Pisidien allein findet sich Qoag in den uns bekannten 
Inschriften 4omal. 
KXavdia '^vÖQoßiavrj ?^ /mI ^VKia aus Lykien, Cagnat, Inscr. 
gr. ad res Rom. pert. 3, 500. 
Hier kann auch Jioq)ccvTqg 6 yial BdgßaQog aus Klaudiopolis 
in Bithynien seines Supernomens wegen erwähnt werden; die Na- 
men BccQßagog und BagßaQiavog begegnen noch einmal S. 152. 

Schließlich seien den aus Spitznamen erwachsenen Super- 
nomina solche angefügt, welche in Lallnamen oder anderen Be- 
zeichnungen aus der Kinderstube bestehen, und zwar: 
Aus Phrygien: 
^VQrjXia 2vv7,Xr]Tixr^ -f] y.al Tax La, Aparaea. 
^vQVj'kla Tccia ij y.al EvTv%ig, ebendaher. 
M. u4vQ. UaTtiavc g eTtiyiXrjv Fewadiog, Hierapolis (s. auch 

S. 129 2)). 
naniag ß' (d. i. Ilaniov) zov 2cQac[a)]vog b yiaXo-vf-iEvog zJio- 

yevrjg, ebendaher. 
Tlanäg 6 xat Xalrog, Prymnessus (s. auch S. 136). 

Aus Lydien: 
l^Ttcpic g Tj [x]al ^i[.]io[. . .], Koloe, Le Bas-Waddington 5, 692. 

Aus Karlen: 
u4lXia ^^vTcovia NEiy.rj rj y.al Taria, Aphrodisias, Le Bas- Wad- 
dington 5, 1631. 
ItQia . . . MEveazQccT'r] MevcxvÖqov BsQd^ag ^ /tat Navviov, Pa- 
namara (s. auch S. 148). 
Aus Pisidien und Lykien: 
Tavlg Taridog iy y.al Zwoi/^irj vom Askanischen See (s. S. 151). 
^tQ. TIaTtäg Mevveov o yial OqovLfxog, Ganzaina. 
Kqlgtclvti Kioacovia rj yial ^^f.ifxia, ebendaher, Zeit der Flavier. 
EtxpQoavvrj rj y.al BaßEtg 'yiQTif.icovog, Konane. 
Tl. Kl. ^^yQiTtTteivrj tj /lal yiälXri, Termessos, zweites Jahrh. 
n. Chr., Jahresh. d. österr. archäol. Inst. 3 (1900), Grab- 
bauten von Termessos in Pisidien von R. Heberdey und 
W. Wilberg, 186. 
^(pia 7/ %al ^Hgaig, Termessos. 
Na 7j Kai 2olo}vig ebendaher (beide unpubliziert, aus Heberdeys 

Skizzenbuch, TAM). 
0aviavrj yj vmI 4f.if.iia (Davlov tov xal OtXcoTa Kadvavdig (s. 
auch S. 51), Benndorf-Niemann, Reisen i, südw. Kleinasien 
1, 118. 



142 M. Lambertz 

"^EXtvrj 7] /.ai "^qxpiov 'Idoovog xov zlioyevovg TeXf-iTiöGig eben- 
dort publiziert 1, 36. 

'^YcpLGTOTvxog (= '^H(paiOT6Tvxog?) 6 /ml ^TzalLavog, Termessos. 

^cQ7jXia ^Qoaoig t] Y.al ^Ticfaqio l^Xe^dvögov BJvQig aus Ly- 
kien, Benndorf-Niemaun, Reisen, 2, 69. Der erste Name 
'Aqoaoig ist mit a-Suffix von demselben Stamme abgeleitet, 
wie die pisidischen Männernamen "^qaag und ^^Qodloyog 
(s. S. 148). 

^VQ. ^AgrejitEig rj /.al ^^zTalig aus Termessos fübrt wie die 
vorhin genannte Lykierin zu beiden Seiten des verbinden- 
den ^ xai einheimisch-kleinasiatische Namen. 

*EQf.idaxa rj /.al ^.Af.iia Jifjf.iriTQia ^A/aXiOolg aus Akalissos in 
Lykien, Le Bas-Waddington V 1335 (zum ersten Namen s. 
S. 138). 
Den Lallnamen anzuschließen ist auch der pisidische Name 
Navijltg (vgl. Kretschmer, Einleitung 342) i): 

NavvrjXig rj /al ^Aartaota, Termessos. 

AvQ. n€Qr/?uav[rj] NavijXig [rj] /al neQ{i)/,kia (s. auch S. 150), 
ebendaher. 

NavijXig r^ /s KvQiXXa ^Eq., ebendaher. 

Klavdia Biolevrlllrj Navvr^lig, Artemispriesterin in Termessos. 

KoQoytrj rj STtiXeyouevrj NavtjXeig (s. S. 137). 
Aus Kilikien: 

^VQ. Nag rj /al ^'Aßa, aus ülba^). 

Maguor^) z/wo/ovQidov 6 /al UaTtnog, aus Mopsuhestia. 

1) Vielleicht Zusammensetzung des Lalluamenstammes Nav- mit dem 
Stamme »?A-, der sich in Avo. "Hk^iq 'Ildoov und in Avq. "Hkeiö fg in Ter- 
messos, vielleicht auch mit anderen Namensstämmen zusammengesetzt vor- 
findet in Mokrjg Mi,axXrji.iog und Ktvö^ag ZivS slkLog (Stamm Ziv6- auch 
in ZCvöcaafxag aus Termessos), beide aus Termessos. Der Name findet sich 
auch in der Form NavvrjXK. 

2) Zu Nug vgl. Kretschmer, Einleitung 341. Es kommt in Kilikien 
sowohl als Frauen- wie auch als Männername vor. Als Femininum außer 
in unserem Falle noch einmal in Kannideli. Als Maskulinum in M. Avq. 
Nag ZißiXUov und Mäo. Avq. Nug Tagäaiog aus Dalisandos, ferner bei Nccg 
AaxQcaovg aus lambazli. " Aßa kommt in den uns bekannten kilikischen 
Inschriften noch fünfmal als Personenname vor (vgl. Kretschmer a. a. 0. 336). 

3) Kleinasiatischer Namensstamm JVIccq-. Er liegt vielleicht auch in 
&f6(fiXog ArjfirjToiov 6 xccl Mc'(Qiog aus Mopsuhestia vor, ebenso in M. 
^Hovr'i[iog Oua]leQi.av[bg] MKQoi^Srjg (vgl. Kretschmer a. a. 0. 330) aus Ana- 
bura, in Mägcov aus Termessos, Zrivodoriuvog MctQSctg aus Apollonia, 
Mt'tQjuiag aus Ormele, MaQokkiig aus Kilikien (s. Kretschmer 326), viel- 
leicht auch in Maqavag. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche 143 

UaTiog 6 %al Mwar'jTag^), aus Seleukia Olba. 

Tev/iQog ^Egi-irjaidvaKzog 6 vmI /Tag, aus der korykischen Grotte. 

^Erct,y.Q(XTrig 6 v.ai ^'^Tticag, ebendaher. 

^hoavvrig 6 vmI IlajtTcng, aus Tarsos. 

Außer in dem eben erwähnten Falle aus Olba finden sich 
noch in folgenden Fällen zwei Lallnamen zur Bezeichnung einer 
Person verbunden: 
^'^7i(piov TaxLag BCH 12, 256. 
Taria r, xal Ndvvtj, Olympos, BÜH 16, 224, 72. 
Navla ['Ai,i]iitia CIGr 3881. 
^^f.iia Ev/.liovg tj %al Täza am Askauischen See. 

Zu den Namen, die dem Namensträger aus seiner Kinderzeit 
geblieben sind, gehören auch TgöffL/xog und Tgorpi^rj, die dem 
fremden Ziehkinde als Eigennamen, in unseren Fällen als Super- 
noraina verliehen werden können: Aus Kotyaion in Phrygien 
stammt Maiväg o /ml Tqoq^ifxog (Le Bas- Waddington V 814), 
aus Hierapolis Jiocpavzog ^AttÜIov 6 xaXov/uevog TQücpif-iog, eine 
l4Qf.idoTa ri TQocpi'fxrj kennen wir aus Termessos in Pisidien (s. 
auch S. 138), und in Aizanoi in Phrygien begegnet die Kurzform 
des Namens Tgocfif-iog, nämlich Tqocpag, die durch das Suffix 
-ag als Spitzname charakterisiert ist, in dem Doppelnamen des 
Jiovvoiog y.ai Tgotpag aus dem Jahre 78 n. Chr.''). 

Wie in Ägypten 3) und den westlichen Provinzen*) des römi- 
schen Reiches läßt sich auch in Syrien und Kleinasien häufig 
nachweisen, daß der eine der beiden Namen vom Vater oder der 
Mutter, dem Großvater oder dem Freilasser des Namens- 
trägers ererbt ist. 

A) Der eine Name war der Name des Vaters: 
a) in Syrien und Nachbarschaft: 
rd'iog Ov^pnÖLog TrjQririva Kovadgäzog 6 ccQXieQSvg o xal Tlav- 
xavxLavog Fatov Ttjor^xiva Ovf^f^idiov TlavTav^ov vlog 
aus Palaepaphos auf Kypros, erstes Jahrh. n. Chr. ^) (Le 
Bas VII 2801) s. auch S. 150. 
Bar Böllhä Hasas Hasas bar Nesa heißt in der griechischen 



1) Im zweiten Namen liegt eine Weiterbildung zum kilikischen Na- 
mensstamme Mwf vor mit -tJt«? wie in den kilikischen Namen 'OoßaXaarirttg, 
MiQaarjTas, TßiQKariras. 

2) Vgl. die entsprechenden Doppelnamen Ägyptens und der West- 
provinzen S. 112 und S. 116"^). 

3) 8. S. 117 ff.. 4) 8. S. 1232). 

5) Vgl. über diese Familie Verf., Doppelnamigkeit in Ägypten S. 9. 



144 M. Lambertz 

Fassung der in Palmyra erhaltenen Bilinguis aus dem 
Jahre 21 u. Chr. (Nordsemitische Epigraphik von Mark 
Lidzbarski 457 f.): MdXixog Nsoa tov BcoXXä rov trci/.a'kov- 
(.levov '^occoov. Vermutlich derselbe BwXlag o hci/Mlov- 
fievog '^aaaog wird als Vater des Neoäg in einer palmy- 
renischen Inschrift in Kairo (Nesa, Sohn des BöllhäHaias\ 
Ephemeris für semitische Epigraphik von M. Lidzbarski 3, 
o, 144) erwähnt. In der griechischen Fassung unserer Bi- 
linguis (vgl. auch Le Bas VI 2578) heißt der Geehrte mit 
seinem syrischen Namen Md?uxog ^), der im palmyrenischen 
Text gar nicht erwähnt wird, indem dort nur die Namen 
des Vaters, Großvaters und Urgroßvaters angeführt werden. 
Der Name des Vaters (JSeoäg) erscheint an letzter Stelle, 
voran gehen die beiden asyndetisch nebeneinander gestellten 
Namen des Großvaters Böllhä Harnt; und der mit dem 
Supernomen des Großvaters identische Name des Urgroß- 
vaters Hasais. 

udvQ. ^Aovelxog ^ÖQÖevarog, vog 'Odevd^ov (sie!) Le Bas VI 
2540, El Quseife in der Trachonitis. 

J LOvvGiog Jiovvo I ov TOV (Di'kojvog ^aixag ol/.odo/j.og''') aus 
Byblos, L. Jalabert, Melanges de la Faculte Orientale de 
rUniversite St. Joseph 1, 144 Beyrouth 1906. 
b) in Kleinasien; und zwar: 
a) in Phrygien: 

M. AvQ. Baciavög ölg Irti/ilr^v OovXoviavog aus Hierapolis. 

^^vTLTtaTQog ß' rd'iog, Amorion, 1. Jhdt. n. Chr. s. am Ende 
des Aufsatzes. 
ß) in Karlen: 

MtjvoyevTjg Mrjvoyevovg rivxwv aus Aphrodisias. 
y) in Pisidien und Lykien: 

'^Egi^rjg 6 ymI ZiLüiyLog '^EQfxov Benndorf-Niemann, Reisen im 
südw. Kleinasien 1, 52. 



1) Zur Bedeutung dieses Namens (^König') vgl. E. Herzog, Namens- 
übersetzungen a. a. 0. und Suidas s. v. IToQifVQios- 6 xktu ^oiarcavaiv 
yqäxpag, dg xvoliug ixuXiiTo Baaiktvg, TvQiog (filöaoifog. Für diesen 
^eigentlichen Namen' BuaiXtig steht in der vita Porphyrii des Eunapios 
ed. Boissonade p. 456 Mäl^og, sein ursprünglicher syrischer Name. Er 
hieß also Mük/og 6 zwl Baa tXtvg 6 xal nog<f>vQi,og, das eine der Super- 
nomina stellt die Übersetzung des heimischen Namens dar, das zweite ist 
eine der modernen Neubildungen auf -ms. die mit dem ursprünglichen 
Namen sinnverwandt ist (Zeit des Diokletian). 

2) Zu \4a7Täg s. S. 134. 



Zur Ausbreitung des Supernoraen oder Signum im römischen Reiche 145 

^^Xi^avÖQog 6 /mI ^^Qxtfxoiv 6' ^OXvviriyov aus ApoUonia, gibt 
das vom Vater ererbte Supernomen ^AqTtfxwv an seine 
Tochter weiter, die ^vq. ^^QTeuiovlg heißt, während sein 
Sohn AvQ. l/ia/.Xrj/ti(xdr]g nach dem Großvater mütterlicher- 
seits benannt ist; die Mutter heißt nämlich Avq. Koofxia 
Aav.Xri7iiadov ß' Mevvtov. 

^VQTjXia AQf.idora 1^ ymI Uay'/.QdTiu (oder IIav'/.QdTia), auch 
^VQ. UayTigdrsia tj /ml ^Aqudaxa genannt, die in den In- 
schriften von Termessos aus dem dritten Jahrhundert n. Chr. 
eine große Rolle spielt, hat den Wl. u4vq, IIavv.Q6rrig zum 
Vater. Das Namenselement -■'AQatiqg ist in der Familie 
erblich; der Großvater der ^AQf.idGTa heißt Tsi^OY.QäTrig; 
interessant ist es, wie dieser das Erbe seines Namens gleich- 
sam unter seine beiden Söhne aufgeteilt hat; der eine^ Hav- 
XQCiTrig, erbt den zweiten Bestandteil, sein Bruder, Tet- 
fxö&eog, das erste Element. Den Namen L^^^iaaT-a (s. auch 
S. 138) hat auch die termessische Dame von einer Großtante 
überkommen, die ^Agf^data ^Egiuaiov ^Oßgi/LioTOv heißt ^). 

^VQ. l^QTELfxag 6 yial ^Eqfxaiog aus Pogla hat beide Namen 
von Vorfahren ererbt, den ersten vom Vater, der ^vq. 
^QT£if.iiavdg JiXiTQiavog ^^greifiag (s. S. 150) heißt, den 
zweiten, wie aus einer anderen Inschrift (Scheden TAM) 
hervorgeht, vom Großvater seines Vaters. Überdies führt 
er noch das Familieusignum Elxgci-iLog, das auf der oberen 
Leiste der ganzen Inschrift geschrieben steht. 

u4vQ. TißEQiavog Teifxod-eog und sein Bruder ^vq. TetßeQi- 
avög IdvzLTcdooLg aus Tymandos setzen ihrem Vater Tbl- 
ßeqiavog ^Anndg einen Grabstein. 

Mevi/ksia rj yial ^IdagoT] Mevev.XiOvg '^Podia/toXsiTig Benn- 
dorf-Niemann, Reisen im südw. Kleinasien 2, 167 ä). 

MoXrjg Moleovg ö' xov /.al Movoaiov aus Termessos 3). 

AQTeiA(x)v 6 y.al "Eq^xaLog) aus Termessos ist der Sohn des 
MägY-og AvqiqXiog AqTei-iiov Jioyevovg u4q{x£ixiovog) dig 
'^Eq{^aiov). Sowohl seiu erster wie sein zweiter Name, beide 
ganz alltägliche kleinasiatische Namen, sind in der Familie 



1) Über die Genealogie der Familie s. Jahreshefte des österreichischen 
archäologischen Institutes 3 (1900), Grabbauten von Termessos in Pisidien 
von E. Heberdey und W. Wilberg, 199. 

2) Über das weit verbreitete Namenselement W«- in YcTapo't;, ^IdaXwy- 
ßaais u. a. handelt Kretschmer, Einleitung 362. 

3) Zum Stamme MoX- s. Kretschmer a. a. 0. 360. 
Glotta V, 1/2. 10 



146 ^- Lambertz 

erblich. Sein Bruder Müq. Avq. yJioyevTqg führt den Na- 
men des Großvaters. Die Mutter unseres Ärtemo-Hermaeus 
heißt ^vQrjlla NavvrjXig 'AQ{tefx(ovog) KoTTaovg, nach ihr 
nennt er seine Tochter ^vq. Navrjkig und deren Sohn heißt 
wieder EQ(fxaiug). 

K. '^Eqfxalog 6 yial zfovXUov'^) ist der Sohn des K. 'iip(,aatog) 
6 yial '^EtdliA.og aus Terniessos. 

M. udv. Kv(.itüv d' xm ^leiag in Trebenna errichtet seinem 
Vater Kvuiov y und seiner Mutter 'L^wa die ow[.taTod^irf/,rj'^). 



1) Aus Anabura bieten die Scheden der TAM eine ^ovXr] ?} xal'Afjita, 
aus Termessos kennen wir einen JovXog 6 y.ai Tavnvrjg, in Apollonia lesen 
wir von einer ^vq. /löfivr] ztovlov Jioyivov X^rjarcoavoi', in Ganzaina von 
einem Avq. zlovlog ' EgfÄoy^vov , in Termessos heißt eine Frau Avq. Koq- 
xaCva /lovXov MaQxiccvov, ein Mann ^ovXog Zoßalicüvog, ein anderer F. 
AiiQ. /Joi'Xog KoQxaCvov llXt'^avSQov und Avo. AovXog rÖQyov. Einer 
/lovXCg in Termessos legt Zv^iäo^rig , Sohn des 'E^ficctog, Sklave der Av- 
qriXla 'OnXrjTiavi] ITsQtxXaicc, im Auftrage der Herrin die au/uarox'f^i^xr} an, in 
der sie und später er und ihr (offenbar auch sein) Sohn 'Eofiua'ög — dieser 
führt den Namen des Großvaters, erweitert um das Suffix -lavog — be- 
stattet werden sollen. Eine andere Frau in Termessos heißt AovXlg Mccq- 
xCoivog. Ein Freigelassener in Ganzaina heißt AovXixbg dmXavd^tQog 
AttkXov. Aoi/Xi/og kommt in Termessos dreimal vor, Av(). 'AQTf/Lietg &. 
/tovXC^ov, AvQ "Ott AovXixov und Avq. 'EXevdtQog AovXl/ov , dessen 
Sohn wieder 'EXevß-soog heißt. /lovXCwv ist der Großvater einer -^^i^p. "O« 
TqoxÖvSov in Termessos, ebendort hat em'^EQfj.aiog einen Freigelassenen 
JovXltDV Auch unser JovXCwv oben ist Sohn einer Freigelassenen 
Uoid-tag 'Oqsotov. Außerdem begegnen wir in Termessos einem Avq. Jov- 
Xloiv Kavör]ßov, in Attaleia in Pamphylien einer JovXa ?} xal 'Povcfiva. In 
vier der aufgezählten Fälle, wo in Pisidien ein von dem Stamme (iovXo- ge- 
bildeter Name geführt wird, ist der unfreie Stand des Namensträgers oder 
seine unfreie Abstammung nachweisbar, nämlich bei der Sklavin zlovXlg, der 
contubernalis des ZvQtägxrig , beim Freigelassenen AovXixog aus Ganzaina, 
beim Freigelassenen zlovXiüyp aus Termessos und bei unserem /lovXCwv. Sehr 
wahrscheinlich führen auch in der Familie des Avq. " EXevd-eQog 'EXfv&agov 
JovXi/ov die beiden 'EXevS^SQoi ihre Namen nicht ohne tiefern Grund, son- 
dern vielleicht in Erinnerung an den Tag der Freilassung des Großvaters 
/JovXixog In Griechenland findet sich der Name JovXog fast gar nicht als 
Personenname, aus seiner auffallenden Beliebtheit in Pisidien kann man 
schließen, daß wir es hier mit einheimisch-pisidischen Namen zu tun haben, 
die gern Sklaven verliehen wurden; interessant wäre, wenn sich aus diesen 
Tatsachen etwas für die Herkunft und Etymologie des griechischen Wortes 
'tfoüAoff' gewinnen ließe. 

2) Kvfiwv gehört wohl zu dem in Pisidien häufigen Namen Ko/niov, 
dessen Stamm auch in Namen mehrerer Orte Köfia/ja in Pisidien und Kö- 
fiava in Kappadokien und Pontus erscheint, zu dem auch Kovyäg, Personen- 
name aus Karamanly und Kwfiaaig {Avq. Kwficcatg Fafiixav in Termessos) zu 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiche 147 

^v{q). MoX^g ß' ^vQOv 6 xal ^ovTiaXXsvg aus Termessos ^). 

nQcoToyivrjg 6 xai OiXo/.vgiog aus Termessos ist Sohn des 
^CQ. UQWToysvrjg "Eqij.iaiov). 

// LOf-irjörig 6 /.al ^votov yivöiovog Benndorf-Niemann, Reisen 
1, 51, 1. 10. 

M. ^VQ. IlcoXef.iaiog 6 /.al ^^Qiavoöri^iog ^Aqlotoöi]/^ov tov 
%al ylvoiüvog aus Sidyma, Benndorf-Niemann, Reisen 1, 55. 

M. ^VQ. ^AjtoVkiöviog ^AnoXXbiv'iov tov y.al (DiXioTovlATtol- 
Xojvlov ^ÖQd-ayoQOv Oivoavöevg auf einer Inschrift in Ter- 
messos, BCH 1886, 225 und Ad. Wilhelm, Wiener Studien 
24 (1902), 597. Auf der oberen Leiste des Inschriftsteines 
ist der Geehrte mit ^AtvoIIcovIov dlg bezeichnet. 

^i'Q. 'AXe^dvögeia y /ml Magynavt] aus ApoUonia, Tochter 
des AvQ7JXiog ^Als^avögog. 

'AvTL'/ovog ß' 6 y.al Avaif-iaxog, Benndorf-Niemann, Reisen 2, 84. 

2v(X(pOQog ß' y.al ^wt^q, ebenda. 

^i:q. ^Ali^avÖQog ß' o xal NdQy.i(jaog MvQSvg, a. a. 0. 2, 69. 

AvQ. EvTtQETtrjg dlg c y.al Koaf.tiy.6g, Termessos. 
ö) in Pamphylien: 

Moaxog Möoxov 6 xat KülliTiog ^ivadsvg, aus Aspendos. 
e) in Kilikien: 

M. .AvQ. J LO/,lrig dlg b /mI Zrjvoipdvrjg (s. auch S. 154), aus 
der korykischen Grotte. 

M. .Ai'Q. Aicviy,og dlg o /.al TIofXTtrjiavog, ebendaher. 

iH. AvQ. '^EQ/iiovg rglg o y.al (DiloTcdvojQ, aus Olba. 

B) In folgendem Falle läßt sich nachweisen, daß beide Teile 
des Doppelnamens vom Vater des Namensträger ererbt sind: 

2vQog b '/.al Holtf-iiov, Sohn des ^vQog b /al Tlolt/ncov 
^TceXXsivov TloXifuovog TQ{o/.6vdov) aus ApoUonia in Pi- 
sidien; der Vater hat sein Supernomen von seinem Groß- 
vater ererbt (s. S. 151). 

C) Der eine der beiden Namen ist vom Vater, einer von 
der Mutter ererbt: 



stellen sind. Zum Verhältnis des v : o : ov vgl. Kretschmer, Einleitung 368. 
Es ist dasselbe, wie in Koärct und UtXXctxorjg : KvnTog und KvaQf/uog : Koialig 
und in MokTjg -. MiXaan : Movkaaaa (vgl. MovXig im Doppelnamen des Ov- 
ngafxovaig 6 xal M. aus Derbe in Lykaonien) nnd in Aon-ad-aarög : Aovn- 
aXXfig. 

1) Aovn-aXXevg hat vielleicht denselben Stamm wie .Aon-aS-aarog (s. 
S. 138). Letzteres ist weitergebildet mit einem cJ'-Suffix und dem häufig 
verwendeten Suffix -«ffr, ersteres mit einem /-Suffix wie MaQQoXXäg u. v. a. 
(s. Kretschmer 326). 

10* 



148 M- Lambertz 

^loyivrjg b %al udno'K'kwviOQ v\dq . . . MaQViwv ^igt^Xliov 
'OgS^ayöga tov xal ^TtolXwvlov y.al ^agöcoviöog ttjq xat 
Jioysveiag, Beundorf-Niemann, Reisen 2, 229 (Lykien). 
Ai'Aivv'ict Ti\ ^i %al ^v/.[i]a aus Oinoauda, Cagnat, Inscr. gr. 
ad res Rom. pert. 3, 5U0 III. Ihr Vater heißt ^Ly.tvvLog 
u^ovyog, ihre Mutter Maq/iia ylvAia. Woher sie den Na- 
men r^ hat, läßt sich nicht ermitteln. 
D) Der eine der beiden Namen hat irgend eine Ähnlichkeit 
mit dem Namen des Vaters: 

a) sei es, daß der Name des Vaters und der des Sohnes 
oder der Tochter zweistämmige Vollnamen sind und einen 
Stamm gemeinsam haben. Aus Syrien liegen keine derartigen 
Fälle vor. Aus Kleinasien stammen: 

MeveoTgärri JMevavÖQOv Bigd^ag 7j ymI ISdvviov (s. auch S. 141), 
Priesterin aus Panamara in Karlen (Inschrift in den Scheden 
der TAM). 
^vg. Evii^(AEgog 6 /.al Ztooifxog aus Termessos, Sohn des Ei- 
7ige7v^g, Bruder des oben erwähnten EvTtge/itjg dig 6 Aal 
Koof^ityiog, der den Namen des Vaters unverändert bekom- 
men hat. 
0ef4LOToy.Xrjg ^voiyiXeovg 6 vmI Oolßog aus Prusa in Bithynien. 
Zum zweiten Namen vgl. Phoebus qui et Tortnogus in Glotta 
IV 95. 
QEoy,Xijg b ymI Tlonliog Otlnyileov Benndorf-Niemann, Reisen 
1, 51, 1. 8 (Lykien). — S. auch den Fall b). 
oder b) der Name des Sohnes ist eine Kurzform zu dem 
zweistämmigen Vollnamen des Vaters: 

'^Eg/ucdcogog M^iTgoöwgov tov Mritgodwgov Margsccg CIG 3194, 
Smyrna. Der Beleg gehört gleichzeitig zur Kategorie a). 
'^Egi^oöcogog c /.al Maxgeag trägt einen Doppelnamen, in 
welchem die Elemente des Namens seines Vaters und Groß- 
vaters Mrjrgodcngog enthalten sind. — Umgekehrt trägt der 
Vater die Kurzform als Namen, der Sohn den Vollnamen 
in dem Falle ^^goaloyog 6 /.al ^^gyelog, Sohn des^^^aa^ 
aus Selge (s. S. 142). 
c) der Name des Vaters und der eine des Sohnes sind von 
demselben Stamme durch verschiedene Suffixe weiterge- 
bildet: 

.^vg. '^Ofcleoiavog 6 yial ^^gxtyhrig in Termessos ist der Sohn 
des .Avg.^OnlojvLavög JJlccvwv. Er führt überdies als 
dritten Namen rvfxvdoiog (s. S. 129). 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Reiche 149 

d) der Name des Vaters und der des Sohnes enthalten ver- 
schiedene Stämme, die aber durch dasselbe Suffix weiterge- 
bildet sind: 

^VQ. nsQiyiXrjg MavÖQoßsovg 6 xal Moaßig aus Terraessos'). 

e) der Vatersname und der des Sohnes haben ähnliche Be- 
deutung: 

u4vQ. Kogyiairag 6 /.al FgelTtog, Sohn des ylovAgliov aus 
Termessos, s. S, 137. 

^^d-r^vodioQog J iodoTOv 6 x« KdX%ag aus Seleukia Olba in 
Kilikien; der Name des Sohnes ist wie der des Vaters in 
diesem und den beiden folgenden Fällen theophor. 

Zr]vo(pccviqg '^Hgay.leiöov o nal "EXXävixog aus Soloi in Ki- 
likien. 

EQfxoysvrjg ^^d^iqvaiov o xat Mevohag aus Mopsuhestia in 
Kilikien. 

NixavÖQog 6 ymI '^Hgoöcogog ^ETCLyiQcczovg, aus der Koryki- 
schen Grotte. 

f) indem der Name des Sohnes durch Anhängung des Suffixes 
-lavog von dem des Vaters hergeleitet ist: 

^TQaßtoviavog ^^Ttolltoviog in Termessos ist der Sohn des 

^TQccßcov ^ATtolltoviov (s. auch S. 138. 151), er nennt 

seinen Sohn ^vgocßcov vsog. 
Mag. ^vQ. Moavriavog Mrjlag aus Termessos, Sohn des ^vq. 

Moag MtjXag '^Egi.iaiov^). 
(Daviavrj rj xal '^f.if.iia (Dario v tov /.ai (DiIojtov aus Kadyanda 

in Lykien, Benndorf-Niemann, Reisen 1, 118. 
Mag. ^iQ. Tiß. '^Oyclr^navög IIavyiqazif]g aus Termessos, Sohn 

des MccQ. AvQ. Tiß. "^'OrcXrig. 
M. u4.lq. Msidiavog TlXarioviavog Ovägog aus Termessos, Sohn 

des Priesters Meid lag niccviovog (s. S. 152) BIeiöiov^). 



1) Über das -ir^-Suffix in kleinasiatischen Personennamen vgl. Kretsch- 
mer Einleitung 332. 

2) Zum Namensstamme der in Möctg steckt, vgl. Möaßis und Moalets 
in AvQ. /Iiovvaiog ö)g MoaXtlSog aus Orijiele. 

3) Die Belege für die Ableitung des einen Namens des Sohnes oder 
der Tochter von dem Namen der Mutter oder der Großeltern durch -lavög 
folgen unter den betreffenden Kategorien unten. Nur einnamig ist Avq. 
Idvnavog l4vviov vom askanischen See, dessen Kognomen durch -tavög 
vom "Vatersnamen abgeleitet ist. In den obigen Belegen fehlt, vrie oft, fast 
durchweg 6 x«l zwischen den Namen. Trotzdem sind es gewöhnliche 
Doppelnamen. Ob der mit -lavog erweiterte Name oder der zweite der 
Eufname war, läßt sich meistens nicht entscheiden. Daß auch der mit 



150 M. Lambertz 

E) Der eine der beiden Namen ist identisch mit dem der 
Mutter: Die Tochter der Priesterin MevearQccv?^ Mevdvögov 
Begd^ag r; ymI Naviaov aus Panamara in Karien, die selbst ihres 



-lavög gebildete Name Eufname sein konnte, beweist der Name des Avq. 
M([iäi]c(v6g IdTraXiurög, 6 Td^iov /()t]/uaT i'aag l^TTuliavög aus Saga- 
lassos in Pisidien aus der Zeit Caracallas, der also ^kürzer' Attalianus ge- 
nannt wurde. Zwei mit -ictvög gebildete Namen finden sich nicht selten 
vereinigt. In dem zuletzt zitierten Falle oben war der eine der erweiterte 
Name des Vaters, der andere der erweiterte des Großvaters. In dem eben 
erwähnten Falle ist die Ursache, die zur Verleihung der beiden mit -lavog 
zusammengesetzten Namen führte, nicht ersichtlich, ebensowenig in folgen- 
den Fällen : 

^VQ. KKoautvog 'EQ/niavög, Andeda. 

^vQ. BiavoQiKvbg l^ßiaßiKVog 'AvTCo^^og, Karabaulo. 

Ilonlixiavog Mo/u/uiarög, Olbasa. 

^vQ. ^ 10 firjSic(7> 6g M(txtöovia.vbg '^Püöwv, Sagalassos. 

AvQ. KviVTiXXiavog ^lurtifiiuvög, Ütschkapu. 

AvQ. 'Jß()/xif(v6g l4vTiüVi(<vög , Pogla, dessen Bruder Avq. 'EQfxcctog 6 xe 
Jrifi.aQxog heißt, vgl. dazu unten die beiden TlkaTuiViavoC und den 
IDiKTWv, wahrscheinlich Brüder. 
Merkwürdig ist folgender Doppelnamentypus: 

Avq. naQixXictv[T]] NttVTjXtg [rj] y.al ntQ[C)xlia, Termessos. 

Avq. 'PoiCicevog 'Pot'Cctg, Pednelissos. 

Avq. ^OXvfxn tavog ^OXvju nixög, Karabaulo. 

Avq. Zo(f>i,avri Zof^ita, ebendaher. 

AiiQ. l4QTii/Li ictvog AiXiTQiavbg Aqt eifxc(g , Pogla. 

T7]X(/Liaxi-c(v6g Tiß^uaxog, Sagalassos. 

M. Avq. ^OQfOT ictvbg ^ÖQioriig, Termessos. 

AiiQ. ^AvTio^ictvbg Ilccninvbg AvTlo)(og, Sagalassos. — Vgl- ^ß^- Ma- 
crinus Epidia7iiis qui et Epidius aus Sarmizegetusa CIL 3, 1488, 
Glotta IV 131 und Ti. Claudius qui et M. Valcrius Claiidianus aus 
Ostia CIL 14, 816, Glotta IV 128 (dazu 129 Julia Juliane). 
Als Familiensignum (vgl. Glotta IV 86. 102 Mag7nlianorum) erscheint 
ein mit -lavög gebildeter Name in folgenden Fällen: Die Brüder AvQi^Xiot 
Zwrixbg xal'Ovr]aifxog, die in Konane ihrem Vater 'Oj'^jfftiUof und ihrer Mutter 
XaQ[t,)Tivri den Grabstein setzen, nennen sich beide Aaxlt]n todojQictvoi. 
M. AvQTikLog BariKVog öig intxlrjv 'Povkoviavog aus Hierapolis in Phrygien 
hat seinen ersten Namen schon in der erweiterten Form vom Vater über- 
nommen. In Termessos fungieren gemeinsam als Freilasser zweier Sklaven 
M. Avq. IlXurwvcavbg 'Ordvtjg, der oben erwähnte nXaroyvmvbg Mh- 
Suivbg OvüQog (wohl Brüder) und UXurwr. Der Sohn eines M. Avq. 77a- 
SafiovQyiavbg "OnXtjg in Termessos heißt M. Avq. JlaäafiovQyiKvbg 
Kovojv , in Tyraandos heißen zwei Söhne des TsißiQiurög Annäg — Avq. 
TißsQiavbg Teifiö&eog und Avq. TftßfQiavog '.4vTinccaaig — Vgl. Avq. 
OvccX^Qiog 6 xal 'OXv/uti ictvög, Sohn des "OXv/xnog aus Pantikapeion, 
Glotta IV 143. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Reiche 151 

zum Teil vom Vater entlehnten Namens \ve,^en in Gruppe Da) 
erwähnt wurde, hat eine Tochter namens RXeoTtärga rj -/.al Mevs- 
OTQceTij; diese hat ihren ersten Namen von einer Tante ihres 
Vaters, der KXeoTtdzQa '^IsQoy.Xtovc,. in diesem Falle läßt sich 
also die Ursache der Verleihung beider Nameu erkennen. — Vom 
Askanischen See an der Grenze Pisidiens kennen wir eine Tätig 
TaiLÖog Tj ytal Zioaif.nq. In mehreren Fällen erscheint beim 
Sohne oder der Tochter der um -lavog erweiterte Name der 
Mutter als Supernomen. Es sind folgende, sämtlich aus Kleinasien: 
u4vQ. /Jga/taivavTj '^Podwviaviq aus Sagalassos in Pisidien ist 

die Tochter der '^Poötovig. 
Me/n/uiog Movv^ziog Ma^iiiiavog im pisidischen Antiochia ist 

der Sohn der ME(.if.iia Blovvrjzla Ma^if-ia. 
EvTv%iav6g, ebendort, von dem wir nur den einen Namen 

überliefert haben, ist der Sohn der Evtvxicc- 
^ovKLog OvTTTOVQLog ^ygiTCTta ^Aqiot lavög, xiXnxQxog Xe- 
yicüvog IE ^ArtoXlivaQiag, in Termessos, ist der Sohn der 
^Agiaxia Kd'CvTov d-vydzriQ ^exotW/y. 
F) Der eine der beiden Namen ist vom Großvater über- 
kommen: 

a) in Syrien: 

'^Hgojdrjg 6 /[at] A^igdvi^g ^oqalxov zov vi'iqävov aus Pal- 
myra, Le Bas VI 2595. 

b) in Kleiuasien: 

^ZQaßioviavög '^rtoXltoviog in Termessos ist der Enkel des 
'ATtolXcoviog, BGH 23 (1899) 281, 63. (Zum ersten 
Namen s. S. 149.) 

2aQ7tr]öioi> b Aal ^r]f.ii]TQiog ^ItvttoXvzov zov 2aQ7ir\ö6vog aus 
Kadyanda in Lykien, Benndorf-Niemann, Reisen 1, 118 und 
Cagnat, Inscr. Gr. ad res Rom. pert. 3, 519 i). 

2vQog 6 -Kai IIoKsfioiv ^AneXXEivov noXe[.i(ovog aus Apollonia 
in Pisidien. 

^Ooarig Mr^vidog 'Oaael Ovaddoov 6 x« '^PrjyeXXog aus Ormele 
in Pisidien. 



1) Vgl. Ad. Wilhelm, Wiener Studien, 24 (1902) 597. Auf der Basis 
dieses Inschriftsteines ist noch eigens hinzugefügt KkfoßovXog ^iagntj 3 ovo s 
(der Sohn des oben Erwähnten). ZKQnrji^bjv scheint also der Rufname des 
doppelnamigen Lykiers gewesen zu sein. — Ein anderer Lykier heißt ^«^ - 
nrjöujv 6 xal Evod^og Benndorf-Niemann, Reisen 2, 84, eine Frau aus Aperlai 
in Lykien ^EQTii,3aGri i) xal ^«Qnriöovlg ^vaävSoov Le Bas-Waddington V 
1299, über deren ersten Namen man Kretschmer, Einleitung 369 vergleiche. 



152 ^- Lambertz 

Auch der Name des Großvaters findet sich dreimal, mit 
-lavog erweitert, als Supernomen des Enkels: 

^VQ. BaqßaQtavbg Teif,i6ifeog vom Askanischen See ist vom 
Vater her der Enkel des BdgßaQog, sein Bruder Meve- 
■/.gaTrjg heißt nach dem gleichnamigen Großvater mütter- 
licherseits. 
Tc. KX. Ziqvodoxiavog MoXiavog in Termessos ist der Sohn 

der ^vQiiXia KiXXiq Zr^vodorov. 
M. ylvQ. Meiöiavog IlXarioviavog Ovägog, ebendaher, Sohn 
des Meiölag IUccTMvog (s. S. 149). 
G) Der Name des Freilassers oder des Herrn begegnet 
als Bestandteil des Doppelnamens des Freigelassenen oder des 
Sklaven: 

a) in Syrien: 

^lJ.i{X)ad-og z/7jf.ir]TQL0v xov y.al Jafiuio{v)og, zfTjfirjTQiov 
aTreXeviP^eQog aus Gerasa, Dittenberger, Syll. or. 620 1). 

b) in Kleinasien: 

^AQxi^iiov xat Zo)Ti/.6g, oZx«Vijg ^vg. ^^gxtuMvog aus Ter- 
messos. 
H) In folgenden Fällen erfolgte die Annahme des zweiten 
Namens bei der Adoption: 

Mviov ^^yÜMOv, (fiou ds EvaeßoZg Mivavdgog aus Aphro- 

disias in Karien, CIG 2772. 
uivQ{ifiXia) '^Tiä'kov 7j xal Ilv^iccg Tgocpif-iov aus Termessos. 
I) Einer der beiden Namen wurde dem christlichen Träger 
des Doppelnamens anläßlich seiner Taufe verliehen: So heißen 
IlaZXog 87tiA[lriv) Jlog aus Baris in Pisidien und ^Ivdoig''^) 6 y.ai 
FLavXog aus Dalisaudos in Kilikien offenbar nach dem Apostel 
Paulus 3), Greyorius Thaumaturgus qui et Theodorus aus Neu- 
caesarea in Pontus, aus dem dritten Jahrhundert nach Christus, 
führt an erster Stelle seit seiner Taufe den bei den Christen be- 
liebten, auf die Auferstehung oder die im Evangelium empfohlene 



1) Es ist allerdings auch möglich, daß der Vater des l^/nt'la&os mit 
seinem Ereilasser identisch ist. 

2) 'Iväovs begegnet noch dreimal in Kilikien. Von demselben Stamme 
sind die Namen des 'Iröovug aav6oy.ri()uv in Jotape, des "fvd\(i Moviärov in 
Dalisandos, zweier Männer namens "Ivöaxog aus Dalisandos und Korykos 
und des Vaters des Ovu'^afxöag ^Ivääovg aus Dalisandos abgeleitet. 

3) Vgl. Ad. Harnack, Die Mission und Ausbreitung des Christentums 
I* 357 f. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Reiche 153 

Wachsamkeit gegen sich selbst hinweisenden, mit -ius gebildeten 
Namen *). 

K) Der arabische Häuptling "^Adgiavog 6 y.al ^oaiörjg Ma- 
Xexov s&vaQxog, OTQavrjycg vof^aöcov (Le Bas VI 2196) aus Khirbet 
el Aradji in Batanea, der zur Zeit Hadrians lebt, führt seinen 
ersten Namen dem Kaiser zu Ehren. 

L) rd'iog'lovXiog ^/roXivdgiog OTQavuoT'qg GrclsiQrig 7TQCt)T\rig 
^ATtaptriviov, wg de tzqo zrjg orgaTeiag kexqi]Ihcct[ik€ Necov] 
Tov MvoTov aus Apamea ändert seinen Namen anläßlich seines 
Eintrittes in die römische Armee 2). 

Auch in Syrien und Kleinasieu besteht in vielen Fällen 
zwischen den beiden Teilen des Doppelnamens eine Be- 
ziehung, die die Ursache der Verleihung des Supernomen er- 
schließen läßt 3). Diese Beziehung liegt, wenn der eine Name die 
griechische oder lateinische Übersetzung des andern ist*), in der 
gleichen Bedeutung der beiden Namen, in mehreren Fällen 
stehen die beiden Namen durch Ähnlichkeit ihrer Bedeutung 
einander nahe. Belege hiefür sind: 
a) aus Syrien: 
^^aiXdfj.Eig [6] Ticcl Ziqvößiog ^loccvov aus Palmyra, Le Bas 
VI 2617, wenn der erste Name, der auch in der Form ^l- 
Xdfxsig^) vorkommt, mit Elohim zusammenhängt. 
// iovvoLog 6 y.al ^ATtoXXodorog aus Arsinoe, 27 — 29 nach 

Chr., Le Bas VII 2773. Beide Namen sind theophor. 
JiovhOLog 6 'A.a.1 Qe.odtoQog aus Byblos führt auch zwei theo- 
phore Namen, L. Jalabert, Melanges de ia Faculte Orien- 
tale de rUniversite Saint Joseph, Beyrouth 1906 (Inscr. 
Grecques et Latines de Syrie) 1, 138. 
AiodcoQog Elgrivalog o y,al Baaaileiörjg aus Sidon ist drei- 
namig, die beiden ersten Namen sind theophor, vielleicht 
ist auch BaooiXeidrig als Widmuugsname (zu Zeig Baat- 
levg) gedacht; vielleicht ist es (iräzisierung eines vom Na- 
men des Gottes Melkart oder von Mdhxog (König) gebil- 
deten Namens (s. S. 144). 



1) Eusebius, hist. eccl. 6, 30. 

2) Über Namensänderungen beim Eintritt in das römische Heer s. 
S. 108. 

3) Vgl. die entsprechenden Fälle in den übrigen Gegenden des römi- 
schen Reiches S. 125 ff. 4) s. S. 131 ff. 

5) Vgl. Of6/j.vr]OTog Aikäfiov 6 xal &cduog Le Bas VI 2537 e aus Khul- 
khula in der Trachonitis. — Vgl. l4aiXnfAr]g tov Zrjvoßiov Le Bas VI 2571b. 



154 M- Lambertz 

b) aus Kleinasien: 
&£cdcoQog Qeoda Qov xov v.aXovfxivov MrjTQOÖcSQOv aus Smyrna, 

Le Bas-Waddington V, 22. 
ElaiöcoQog 6 xat ^^qi suidcogog ^loxvQuovog, Zeit des Do- 
mitian, aus Ephesos, R. Heberdey, Jahreshefte des österr. 
archaeol. Inst. 7 (1904) 47 Beiblatt. 
M. ^VQ. ^OviqöicpoQog 6 ytal '^EQuaiog BCH 1886, 222, Ter- 
messos. Über sein zweites Supernomen Tltoiöiog s. S. 140. 
Die Namen haben ähnliche Bedeutung, denn Hermes ist der 
Nutzen bringende Gott, von dem die unverhofften Vorteile, 
die eQ/Liaia, stammen. 
M. ^VQ. JiOAXrig dlg 6 y.al Zrjvocpäviqg aus der korykischen 

Grotte. 
^HQaxXeiörig o /ml '^Hgodcogog aus Hierapolis Kastabala in 

Kilikien, 
Mt]v6öoTog 6 v.ai ^AQtEßidioQog aus Mopsuhestia in Kilikien. 
yivQ. KvtvTiog '^EQf.iOAQctxrjg 6 /lal J Lodorog aus der koryki- 
schen (irotte, auch hier sind beide Namen theophor. 
Auch dafür, daß das Supernomen oft des Gleichklangs mit 
dem ursprünglichen Namen wegen gewählt wurde, haben wir aus 
Syrien und Kleinasien Belege. Das bekannteste Beispiel hiefür ist 
der Doppelname des Apostels 3«t;Aog 6 xal IlavXog, der aus Tarsos 
in Kilikien stammend wegen seiner jüdischen Abkunft und Erziehung 
und wegen seines Lebens in Palästina dem syrischen Kulturkreise an- 
gehört i). Ahnlicher Gleichklang verbindet die Namen des ^sllag 
— ^Llovavog (Nov. test. act. apost. 16, 37 und I Thess. 1 und 
II Thess. 1), des ^Idy-ijn — ^'Alv.i(.iog (Jos. Antiqu. 12, 9, 7), des 
^lYjGovg 6 Xeyofxsvog ^lovaiog (Nov. test. Col. 4, 11), des Icoor^g) 
. . . dg 87ie-/.lrj^iq "lovoxog (Act. apost. 1, 23) 2). Der Vater der 
Zenohia von Palmyra heißt in Le Bas- Waddington VI 2595 (242/3 
nach Chr.) ^lovliog Avgijhog Zi^vcßiog 6 ytal ZaßdiXag dlg 
MdXxov. Der palmyrenische Name ZaßdiXag, der in diesem Falle 
vom Vater ererbt ist. bedeutet ^Gabe\ d. h. Gottesgabe' '^). Auch 



1) Vgl. über den Doppelnamen des Apostels Paulus Verf. Doppelnamig- 
keit in Ägypten, S. 8, Anm. 14 und die dort zitierte Literatur. 

2) Vgl. Deißmann, Bibelstudien 182 ff.; W. Sclimid, de Flava Josephi 
elocutione, Fleckeisens Jahrbücher 20 (1894) 355 ff. 

3) Von demselben Stamme Zabbas, Zabbaios, Zabelos. Zahdas, Zabdosi 
Zabdathen^ Zubdeathes, Zabdela, Zabeides, Zabadanes, Zahades, Zabudes, Ze- 
bedaios. Ein Verwandter der Königin Zeiiobia heißt Za6ia«os- (Dittenberger, 
Syll. or. 648). Vgl. Wetzstein, Abb. d. Berl. Akad. 1863, 353; R. Herzog, 



Zur Ausbreitung des Supern omen oder Signum im römischen Keiche 155 

die Königin Zenobia hieß mit ihrem palmyrenischen Namen Bat- 
Zabbai^). In ihrem Doppehiamen wie in dem ihres Vaters liegt 
keine Namensübersetzung vor, wenn auch eine gewisse Verwandt- 
schaft der Bedeutung beide Namen verbindet, sondern die Wahl 
eines dem Klange nach dem palmyrenischen Namen uahestehenden 
griechischen Namens. Auch bei dem Doppelnamen des Qs6f.ivrja- 
rog u4ilduov 6 yial Qal/xog (Le Bas VI 2537 e) aus der Tracho- 
nitis liegt der Grund für die Wahl des griechischen Namens in dem 
ähnlichen Klange [. . . Qalfxog {Themos zu sprechen)] ^j. Vielleicht 
hat auch bei '^Hqibdijg b yial ^tQavijg aus Palniyra (Lo Bas VI 
2595) Gleichklang der ersten Silbe die Wahl des griechischen 
Namens beeinflußt (vgl. unten). Der semitische ist vom Groß- 
vater ererbt (s. S. 151). 

Bei der Verleihung der Namen der Kl. 'Agve^ELaia ^ xat 
'^QfxaoTa in Termessos in Pisidien hat wohl der Gleichklang der 
ersten Silbe mitgewirkt. Auch im Doppelnamen des Mag. ^vq. 
KvQEiva ^alzog o /.al Jlalzog (Benndorf-Niemann, Reisen im 
südwestl. Kleinasien 1, 97) hat der ursprüngliche Name das Super- 
nomen des Gleichklangs wegen nach sich gezogen, wie auch gleicher 
Vokalismus die beiden Namen des ^'^Ixif-iog 6 yial Faf-iLY-cg 
(Reisen 2, 84) verbindet. Einen gemeinsamen Bestandteil haben 
die Namen des Eveld-cDv 6 y.al Evrvxr^g Teleoiov aus Sidyma, 
beide sind auch Namen guter Vorbedeutung. 

In zwei Fällen aus Kleinasien ist der eine der beiden Namen 
ein zweistämmiger Vollname, der andere eine Kurzform dazu. 
Der Vater des Arztes Galenus heißt auf einer Inschrift aus Per- 



Namensübersetzungen a. a. 0. 54; Le Bas-Waddington VI und Index dazu 
von J. B. Chabot, Eev. archeol. 28 (1896) 213 ff. Vgl. CIL 8, 2505 Zabdi- 
holus Palmyrenus. 

1) Dittenberger, Syll. or. 640, 648. 

2) Derselbe Name in Oar/jog [6] xa[l] Zäßßas aus Saccaea in Ba- 
tanea aus römischer Zeit (Le Bas VI 2142) und bei Gaifiog 6 x«l 'fovhuvös 
ZaäSov, Name eines syrischen Kaufmanns in Lugdunum IG 14, 2532, s. 
Glotta IV 93. Vgl. auch Le Bas VI 2588 dva^i^aTu MaXa/ßn^-v xal T^x^ 
&atfj.Siog xul ['ATfQy]KT€i naTQuioig ft^toTg, Palrayra. Eine Weiterbildung zu 
Gat/xog ist &a(uuXlog, Name des Vaters eines Arabers &olofxaiog Qai~ 
fxäXkov 6 xal MäSifiog UiTQccTog, überliefert in Puteoli IG 14, add. 842a 
(vgl. Glotta IV 131). Der Name des Sohnes will den Vaternamen gräzi- 
sieren. Gemeinsamer Konsonantismus verbindet beide Namen. Der Name des 
Sohnes lehnt sich au den griechischen Namen ÜTolffiKiog an, wobei vulgär- 
lateinische Assimilation des IIt zu rr und Vereinfachung des T im Anlaute 
vorliegt (vgl. Grandgent, An introduction to Vulgär Latin, 132). Eine To- 
lomais kennen wir auch aus Puteoli CIL 10, 3018 (vgl. italienisch Tolomeo). 



156 M:. Larabertz 

gamon (Inschr. aus Pergamon 333) aQxiTäxTcov ...'/, Netyiööriinog 
ayad^og, a/Lia drj o Aal Neivhov vsog. Bei Suidas wird Galenus 
(s. V. raXiqvog) viog Nixiovog dgxiTeyiTovog y.al ysco/iUTQOv genannt 
und auch in GIG 3546 heißt der Vater bloß Ni-amv, bezw. Nei- 
xw»*!). Ein Priester in Mylasa in Karlen (Le Bas- Waddington 
V 361) heißt "E/tazatog 6 Y,ai 'E^aTCfivcog^). 

Spiel mit demselben Suffixe liegt in folgenden Namens- 
paaren aus Kleinasien vor: 

"^Hga/Mwv 6 xat ^^QTf[Aiov BCH 1886, 224 aus Termessos^). 

Ma(j. ^vQ. ^^QV€/Liwv^) y.al '^HgaxXe'Mv, ebendaher, aus R. 
Heberdeys Scheden in den TAM. 

^VQ. ^AyogaoTt] *; xat ^^Qi^dota, Termessos. 

^VQ. Kevdiqßiog EQ{jLiaiov) 6 xal TiXloQoßog^), ebendaher. 

1) Vgl. die zur Inschr. von Pergamon 333 von M. Fraenkel zitierte 
Literatur. — S. überdies S. 102, Anra. 2. 

2) Über beide Namen vgl. E. Sittig, de Graecorum norainibus theo- 
phoris 65. 

3) Vgl. Ad. Wilhelm, Wiener Studien 24 (1902) 597. 

4) Die von 14qt(/u- gebildeten Personennamen sind in Lykien und Pi- 
sidien überaus häufig. Es finden sich l^QTfutig, l4QrtfXü), IdQTf'juwv, liQTt^üg, 
lÄQTtfj-üivig, l4QT€fii]s (Genetiv '^QTf/u^Sog), l^QTffJstaicc, IdQTffxeiatos, IdQTffxCöu}- 
Qog, liQTsiixag, 'AQTii/jiäg (fem.), l^QTft/niög, 'AQTBCfxog, 'AQXUfMiitvög, 'AQTfi/j^^g, 
"AQtifjLog, davon z. B. l4QTe/j(tg 95 mal, IdQT^fiuv 64mal, 'AgraCfiag 38 mal, 'Aq- 
TffilSwQog 12 mal allein in Pisidien (Job. Öhlers Index zu den Scheden der 
TAM). Begreiflich, daß diese beliebten Namen sich auch in Doppelnamen 
finden, so in : 

^QT^juoDv ß' 6 y.al [TTTo]kf[iJ.]cdog Benndorf-Niemann, Eeisen 2, 84. 

IdQTf'ficüv ö xcü. ZcoTtxog, Sklave, Termessos. 

TkT ytvQ l-toTf /J.WV 6 xai ACSvfxog, ebendaher. 

liki'^avS Qog 6 xni l-lQTSf^wv (V, Apollonia. 

IdnoXXüjviog 6 xal 1-Iq(t fiuag), Termessos. 

lAnTtf,ttig 'Onki'ovg rj xat IThoTfCrct, ebendaher. 

AvQ. ^Afhavaaia ?) xa) 14qt ^ fxiig, ebendaher. 

AvQ. AQTef,ifig rj xal ^wxoutixtj, ebendaher. 

AvQ. l-lQT ifj^eig t) KaXXnv/T], ebendaher. 

AvQ. IdQTifidg ri xttl ^AyooärrTrj, Termessos. 

AvQ. ylQTäjueig rj xai l^TTukCg, ebendaher. 

AvQ. llQTsueig rj xkI KoQxaiva, ebendaher. 

AiiQ. 14qt sf^fig rj xul Mkvsvi'u, ebendaher. 

KL ^AQTSjuaiaCa rj xctl ^AQ/udara, ebendaher; vgl. auch S. 154ff. 

5) Aus Termessos kennen wir auch Avq. 'EQi/ualog) l^glrffitovog) 6 xai 
TikXoQoßog. Andere kleinasiatische mit dem Suffix -ho gebildete Namen: 
KsvSrjßog [AvQ. AovXituv KivSrjßov Term.); Kfvätjßrjg {K. ZwatnöXtwg Dalaman) ; 
Kav&Tjßrjg {K. Arjf^rjTQiov Dalaman); KeSSrjßrjg [K. ITvQycovog Dalaman) [vgl. 
dazu den Stamm KsvS- in Kfvö^ag]; Mavüqößrjg (Avq. MavÖQoßrjg IJfiuTrjQu- 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiche 157 

niTTOv{g) TQ{oY,6vdov) rj yiai Kovgovg^), ebendaher, 

Ko'Cvvog ^vxaQrjvog IlezQOjvLog 6 yial ^vzioviog aus Lystra in 

Lykaonien. 
L47toXXcijviog 6 '/.al ^AnavovQLog aus Seleukia in Kilikien trägt 
zwei Widmuugsnamen. Der Doppelname kann auch als 
Beleg zu S. 153/154 gestellt werden. 
Neubildungen auf -ius^) erscheinen in Syrien und Klein- 
asien in folgenden Fällen als Signa: Aus Antiochia in Syrien 
stammt der Bischof Ignafius qui et Theophorus aus dem An- 
fange des zweiten Jahrhunderts n. Chr. (Ad. Harnack, Mission und 
Ausbreitung des Christentums 356), aus Apamea ^v^avcjr 6 /.al 
^Elldöiog aus dem Jahre 247/8 u. Chr. (Cagnat, Inscr. Gr. ad 
res Rom. pert. 4, 3, 795), und ebendorther ^l'Xiog UavxccQiog 
6 y.al Ziovr/iog aus dem dritten Jahrhundert n. Chr., in Umm- 
Wilat in Nordsyrieu wurde die Grabinschrift des Bagad^wv 'Aßgafx- 
fxiov BaqXd'^ov Aal Evyevlov gefunden, dessen Großvater also 
BaQXä^og (o) ^) xat Evyiviog heißt (W. Kelly Prentioe, Publ. of 
the Princeton Univ., Archaeol. Exped. to Syria 1904—1905, III, 
B, 2, 68 n. 967 [Leiden 1908]). 
Aus Kleinasien kennen wir: 
^vQijXiog vlbg Avyuv[ov] o /.al JJaQeioQig^) aus Sophon in 
Bithynien. 



ßiog Term., Avq. IItQty.lfjg Mavögoßtovq 6 xal Möaßig s. S. 149, Term., 
'EgfjiaTog MavÖQoßiovg und Mctvi^Qoßrjg 'EQjxaiov Term.); FSäßa (Sofoular) ; 
rSaßog (ebendaher); rä-yi^aßog 'ESä-yö ußog (ebendaher, wohl Doppel- 
name eines Mannes, nicht Name des Sohnes und Vatersname; hiegegen 
sprechen die Endungen); Fäeßtrig (ebendaher); OvQoißug [Avq. 'EXev&^Qiog 
OvQovßag Doppelname aus Term.); 'Aiäßwg (A &6avTog Term.); niarriQa- 
ßig 6 xal UiXkaxöug (Termessos; IJictTrjQttßig ist auch sehr gewöhnlich; 
merkwürdig Sohn-Vater i7«tr«pd/S/j? ITiuTriQäßiog). 

1) ITtTTovg begegnet noch zweimal in Termessos als Prauenname. Zu 
KovQüvg ist KovQaXrig {TQwiXog KovqäXov in Bedirbey) zu stellen. Über die 
Endung ovg s. W. Schulze, KZ. 33, 234 ff. (aus lonien stammend), sie findet 
dann besonders in Ägypten starke Verbreitung s. A. Thumb, Die griechische 
Sprache im Zeitalter des Hellenismus 230 und E. Mayser, Grammatik d. 
grieck. Pap. i. d. Ptolemäerzeit 274 f. 

2) S. Glotta IV 85 ff.; E. Diehl, das Signum, Eh. M. NF. 62 (1907) 
390 ff.; S. 129. 

3) Über die Weglassung von o in der Verbindung o xaC s. S. 133*). 

4) UnoHÖgig steht für TlaQriyÖQiog, einem mit -tog abgeleiteten Namen 
zu nctQTjyoQfw. Vgl. Glotta IV 93 Parngoriiis aus Lyon, Jude, Kev. arch. 
1860, 2, 348, 2. Glotta IV 125 ist Paregorius Signum der Ulpia Eutychia 
CIL 6, 29339. 



j[58 ^^- Lambertz 

M. ^VQ. TlaTiiavog £7riy.Xiqv revvddiog, Hierapolis in Phrygien; 
dasselbe Supernomen begegnet CIL 10, (382, vgl. Glotta 
IV 130. 

""Egf-iaiag 6 Kai AitOQiQ aus Smyrna, CIL III 417 (Hermias qui 
et Litorius). Litorius (Weiterbildung von litus) ist ver- 
mutlich ein Spitzname oder ein Name, der auf die Her- 
kunft des Namensträgers hinweist, wie Hydatius und Pe- 
lagius', vgl. zu diesen Namen Glotta IV 103. 

^rii-ivlog UoXvaQccTov 6 y.a?^ov/iiEvog Qsodoaiog Xlog aus dem 
ersten Jahrh. vor Chr., Lythri, Jos. Keil, Forschungen 
in der Erythraia, Jahresh. des österr. archäol. Inst, in Wien 
13 (1910) Beiblatt 51, 16. 

^ErciATrjrog 6 ^cai Fsldoig in einer Widmung an Zeus Pana- 
maros aus Baiaka in Karlen (Scheden TAM). 

EvTvyjog b /.al Taytjviog (s. auch S. 136) aus Magnesia am 
Maeauder, Inschr. 122h4, viertes Jahrh. n. Chr. 

Tliaidiog steht auf der oberen Leiste des luschriftsteines des 
M. u4vQ. 'OvrjOlcpoQog v /.al ''Eqi-iouog (s. auch S. 154), be- 
sprochen von Ad. Wilhelm. Wiener Studien 24 (1902) 599. 

^VQ. ^^d^avaoitt tj xal '^QTi/.iEig aus Termessos (Heberdeys 
Skizzenbuch), vermutlich Christin (s. auch S. 156). 

^VQ. ^^Qf.i6oTa 7) v.al ITayxQaTia aus Termessos (s. S. 145), 
findet sich aber auch nayAQCcTEia. geschrieben, das wie 
^AQiozo/.Q<iTeia, ^Eyy.qdrsia, '^IftTto/.QctTeia u. ä. ein alter 
Name ist, kann also nicht mit Sicherheit zu der Gruppe 
der modernen -iMS-Namen gestellt werden. 

EvxQO f-iiog ist Signum des uns bereits bekannten (s. S. 103 
und S. 150) ^VQ. ^^QTii-iiavog Jü.iTQiavbg ^AQTsif.iag aus 
Pogla in Pisidien. 

M. AvQ.'ÖTtXeGiavdg 6 vMVAQXiyh'iqg, rvuvdai., Lanckoronski, 
Städte Pamphyliens und Pisidiens 202, 53. Dazu Ad. Wil- 
helm, a. a. 0. 599. 
Ai'Q. Baailiog 6 Neaciog aus Selge in Pisidien. 

Bovwviavog yloXliavog aus Side in Pamphylien führt, wie die 
Aufschrift auf der Statuenbasis („evtvxt Ktiotl'') lehrt, das 
Supernomen KxiacLog. Er hieß also vollständig Bryonia- 
nus Lollianus qui et Ctistius (vgl. Glotta IV 90). Er hat 
nach Wilhelm diesen Beinamen als y.TiaTtjg oder (pilo/aiGzifig 
bekommen, da er das Nymphaion mit Wasser versehen 
hat (Lanckoronski, Städte Pamphyliens und Pisidiens 143. 
185). 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Reiche 159 

Gregorius Thaumaturgus qui et Theodorus aus Neucäsarea in 

Pontus (s. S. 152). 
^Jovhog 2/tXevöidog 6 /.al IlsXdyQig aus Mersivan im Pontus. 
Der zweite Name ist wohl durch Metathesis aus neXagyiog 
entstanden, einer Weiterbildung von dem Appellativum tte- 
kagyog, Storch. 
^leovTLog 6 yial QeoxziaTog heißt einer der vierzig Märtyrer 
von Sebaste in Armenien (Harnack, Mission und Ausbrei- 
tung d. Christentums I 357). 
M. ^VQ. TlaTTEiQiavbg 6 /iaVAi.ia%Lg aus Olba in Kilikien führt 
an zweiter Stelle als Namen eine -ms-Bildung zum Stamme 
(xax-, Kampf, mit a. privativum, vgl. Acacius. 
FecüQyiog Gsodoaiov e/clvihjOLv ^vyväg aus Korykos in Kilikien, 
(DL ^AvTLoyjavog 6 /.al Evaeßiog aus Flaviopolis in Kilikien. 
M. uivQ. Movl[. . .^vii]g 6 y.al ^vaxöXig aus der korykischen 
Grotte. 
Aus der Masse der noch nicht besprochenen Doppelnamen 
Syriens und Kleinasiens, bei denen sich der Grund für die Ver- 
leihung des zweiten Namens nicht mit Sicherheit auffinden läßt, 
seien noch die Fälle besprochen, wo der eine der beiden Namen 
ein lateinischer ist und als Ursache der Verleihung dieses Na- 
mens das Bestreben des Namensträgers vermutet werden kann, 
sich einer römischen Umgebung zu assimilieren (wie in vielen Fällen 
der Legion, in die man eingetreten ist s. S. 108 u. 153). Häufig 
freilich, zumal wenn ein griechischer Name mit einem lateinischen, 
oder zwei lateinische mit einander durch c y.ai verbunden sind, 
ist die Ursache der Annahme eines zweiten Namens nur in dem 
Umstände zu suchen, daß Doppelnamen zu führen eben in der 
hellenistich-römischen Welt Mode geworden war, die man auch 
ohne besonderen Anlaß mitmachte. Ebenso liegt gewiß in vielen 
Fällen, wo ein nichtgriechischer Syrer oder Kleinasiate zwei 
syrische oder kleinasiatische Namen führt, die durch 6 zat 
oder ähnliche Verknüpfungen miteinander verbunden sind, nur 
Nachahmung der in seiner Umgebung eingebürgerten Sitte vor. 
A) Ein Name ist ein lateinischer, und zwar: 
a) ein lateinisches Praenomen:i) 



1) Entsprechende Fälle in den westlichen Provinzen : Nny.6Xaoq Nh\^o- 
Xccov 6 xai yiovxiog IG 9" 17'Hypata; EvQijko)(og 6 xal Aovy.ioq IGr 9^ 
538-21 Larisa; Aovxioi; o y.\a\ . .jaJof IG 9^ 13449 Larisa; ^oi'(xto?) 6 xal 
"EnäyKd-os IG 3, 1197; Z6inv(}[og] 6 xal Ao[vxiog] IG 12« 4436 Thraker 
auf Thasos; 'Akiog 6 xai Muqxog IG 3, 1142 (zweites Jahrh.); [M]«(»xo? 



160 M. Lambertz 

^^vt L7t ar Qog b v.al rd'iog aus Amorion in Phrygien, erstes Jahrh. 
n. Chr. Er wird auf derselben Inschrift ^AvTiuaxQog ß' Fceiog 
genannt, hat also den griechischen Namen vom Vater geerbt i). 

Tl. Kl. JJXazwv y.cti Tißegiog (R, Heberdey und W. Wil- 
berg, Jahresh. d. oest. archaeol. Inst. 3 [1900] 188 f. und 
Lanckoronski, Städte Pamphyliens und Pisidiens 195 II) 
führt seinen Vornamen auch als Supernomen, er benutzt 
die Mode der Doppelnamigkeit, um seinen im täglichen 
Umgang offenbar allein gebräuchlichen Rufnamen Tiberius 
als solchen zu charakterisieren 2). 

&EO/.Xi^g 6 /mI IJoTrXiog Oiloy^ltov Benndorf-Niemann, Reisen 
1, 5i 1. 8. Zum ersten Namen und seiner Abhängigkeit 
vom Vaternamen s. S. 148. 

Mägz-og '^ay/AtjTrioöoTOv b vmI KaXliOTgazog aus Prusias am 
Hypius in Bithynien. 

zlrji.i6vuv.og 6 /ml McQAog aus Mopsuhestia in Kilikien. 

Hier können zwei Fälle von Doppelnamigkeit angeschlossen 
werden, wo der eine Name ein durch -ianiis erweitertes Prae- 
nomen ist: 

Neivolaog 6 xal Aovy.iav6g aus Hieropolis Kastabala in Kilikien. 

^iQ. Faiavirj r] /.al Alf-uXiavrj aus Termessos, lieberdeys Skizzen- 
buch TAM3). 
b) ein lateinischer Gentilname*): 



o xul Kri<f.it.a6dwQ[og] 1149; ^ füacjv 6 xctl /liAfiog l4xKQi'ivg iargög IG 3, 1445; 
^AnoXXojviog ^AnoXXurvCov 6 y.al TißsQiog und 6 y.cd TißsQcog KXavö cog, 
Olympia, Dittenberger-Purgold 424. — Beide Teile des Doppelnamens sind 
lateinische Pränomina in Atvxtog 6 xal Mugxog MuQa^ojviog naK^oTQißrjg 
IG 3, 1138. Vgl. Glotta IV 135. 139. 140. 141. 
1) s. S. 144 ff. 2) s. S. 103. 

3) Der gleichen Suffixe wegen kann der Doppelname auch zu S. 156 
gestellt werden. 

4) Die Doppelnamen aus den westlichen Provinzen des römischen 
Eeiches, deren einer Bestandteil ein lateinisches Gentile ist, sind in alpha- 
betischer Ordnung folgende: 

Acurius in C. Rufinius [S]i[l]vester qui et A. CIL 9, 1305; Glotta IV 126. 
Albucia in Liguriu Procilla quae et A. CIL 3, 2074; Glotta IV 81. 131. 
Ancharius in [L.] Volusius L. f. Celer [qui] <it- A. CIL 14, 178; Glotta 

IV 81. 122. 
Ancharia in Pompilia Anthusa . . . q. vocitata es A. CIL 6, 24581; Glotta 

IV 122. 
'AvTwviog in ^A 6 xal KtVTQixig IG 3, 1379; Glotta IV 139. 
Ateia in Coelia Gamus quae et A. CIL 6, 15980; Glotta IV 80. 121. 
Aurelius in Aurelius qui et Septimius CIL 3, 10299; Glotta IV 131. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche IQl 

^vQt]^iog vlog ^vkiv[ov] b /.al nagewQig aus Sophon in Bi- 

thynien, zum zweiten Namen s. S. 157. 
MccQiog 6 yial [....] aus Klaudiopolis in Bithynien. 



Caecilia in Sallustia Homilia quae et C. CIL 11, 1490; Glotta IV 114. 
Candidia in C. sive Martinia Dignilla CIRhen. 904; Glotta IV 81. 96. 
Claudius in TL Cl. qni e[t] Aguthio CIL 6, 15019; Glotta IV 116. 

„ in 'AnoXXüiVLog ^AnokkbivCov vlog ^llXeZog 6 x. Tiß^Qiog KX. Olympia 

220; Glotta IV 140. 
Claudia in *Sp[i]ca qui et Cl CIL 8, 8609; Glotta IV 101. 

in Vepia Helpis quae et Cl. CIL 6, 8456; Glotta IV 121. 
KoQvriXtcivög in \^Ma]Q. 'EQivviog [KaX]iipoc!üv 6 ;<[«]l [K]. IG 3, 698; 

Glotta IV 139. 
Epidius in Ael. Macrinus Epidianns qui et E. CIL 3, 1488; Glotta IV 131. 
Fanius in Julius Valer. lul. f. Vales qui et I. F. CIL 3, 14502; Glotta 

IV 131. 
Flavia in Brinnia Epigonia q. et Fl. CIL 10, 2176; Glotta IV 129. 
Font ei a in F. quae Cl. Bacchis CIL 6, 16096; Glotta IV 116. 
Gargilius in Considius Viator qui et G. CIL 3, 2296; Glotta IV 131. 
lulia in Firmia Philologis quae et I. CIL 6, 15053; Glotta IV 81. 121. 
Licinia in Octavia Soteris quae et L. CIL 6 23312; Glotta IV 122. [Tilge. 

Lucinia 121.] 
Lucretia in Fl. Octavia quae et L. CIL 6, 18386; Glotta IV 116. 
Luscinius (?) in 'AX^^avSQog 6 xKXoi\usvog yt o v <T x ( v(tog) Aud. def. tab. 

27, 7 ; Glotta IV 84. 
Novellius in P. Aelius Felix q. et N. CIL 6, 8464; Glotta IV 116. 
Numisius in C N. sive Ratiagrus CIL 10, 4969; Glotta IV 130. 
Octavia in Fl. Octavia quae et Lucretia CIL 6, 18386; Glotta IV 116. 
Facuvia in [. . .] P. quae [et Eu]tijchia CIL 6, 23714; Glotta IV 116. 
Peticius in C. lulius Nereus qui vocatur P. CIL 6, 20150; Glotta IV 122. 
Pompeius in Ennius Filterius sive P. CIL 12, 956; Glotta IV 93. 
Pompusidia in Agrilia Piste quae et P. CIL 6, 7671; Glotta IV 121. 
Ruhellia in Villia Phasis quae R. Procia CIL 11, 1539; Glotta IV 114. 
Salvia in [AJemilia [Fjesta quae et S. CIL 8, 3365; Glotta IV 100. 
Scribonius in Petilius ForPmatus qui et S. CIL 6, 23977; Glotta IV 116. 
Septimius in Au{relius) q. et Sep. CIL 3, 10299; Glotta IV 131. 
IStaheria in Turellia Secunda sive St. CIL 10, 4382; Glotta IV 128. 
Turpilia in Geminia Trophime quae et T. CIL 6, 19011; Glotta IV 122. 
XJlpia in OvXttCk ^ xal KwvaravTCa CIL 8. 6938e p. 620; Glotta IV 100. 
Valerius in Ti. Claudius qui et M. Valerius Claudianus CIL 14, 816; 
Glotta IV 128. 
„ in lulius Valer. lul. Vales qui et I. Fanius CIL 3, 14502; 

Glotta IV 131. 
„ in AvQ. OvaX^Qiog u xcel 'OXvfxniavhg'OXv^nov Bull, de la comm. 

arcb. de St. Petersb. 10, 26; Glotta IV 143. 
Voconia in Caltilia Epithgmete quae et V. CIL 14, 621; Glotta IV 129. 
Vgl. auch Axianus (von Axius) und KsQiXXiavög als Supernomina Glotta 
rV 122. 

Glotta V, 1/2. 11 



162 M. Lambertz 

Qec'qiiXog Jrjf.iyiTQiov 6 y.al Magiog aus Mopsuhestia in Kilikien i). 
^vQ(7jXia) ^TzdXov r^ yial üvd-iag Tqücfli^iov aus Termessos. 
Über die Möglichkeit, daß in diesem Falle Adoption den 
zweiten Namen nach sich gezogen hat s. S. 152. 
KXavdia r) /.al j£%dg'^) aus Ankyra in Galatien. 

Zwei lateinische Gentilnamen sind durch 6 xor/ verknüpft im 
Doppelnamen des Ko'ivxog 'AvxccqTjVoq UeTQOjviog o /mI ^^vti6- 
viog aus Lystra in Lykaonien; über ihren Gleichklang vgl. man 
S. 157. Verwendung eines durch -lavog erweiterten Gentilnamens 
als Supernomen liegt in dem oben erwähnten Doppelnamen der 
raiavr]-^ll^ii?uavy und in lil. u4vq. ^loviKog dlg 6 xat IIoi-i- 
jvrj'iavog aus der korykischen Grotte vor. Aus Syrien kennen 
wir einen Fall, wo zwei römische Gentilnamen auf der einen Seite 
der Verbindung qui et' stehen, auf der andern gleichfalls ein la- 
teinischer Name: Salvius Julius q. et v. Tertius, Jalabert, Me- 
langes 190G, 1, 184 Deir el-Qal'a. 

c) ein lateinisches Cognomen^): 
BaoiXrjirj r "Aal Margiuva und Oik^rtj rj ymI MaTQCova, dazu 
IlavXa rj -/.al MazQtova, alle drei aus Nikomedia in Bi- 
thynien ; doch kann der Name auch als keltischer Personen- 
name aufgefaßt werden*). Auch in Carallia in Isaurien 
heißt eine Frau uioXXia MaiQiöva ij /.al 'EX/ilg. 



1) Doch kann in beiden Fällen auch eine Ableitung vom kleinasiati- 
schen Namensstamme Mar- vorliegen, s. über diesen S. 142^). 

2) Keltischer Name wie Decedda, Decheti Holder, Altcelt. Sprach- 
schatz I 1247. Außerdem begegnen noch in folgenden Doppelnamen Ga- 
latiens keltische Namen : 

T. 'PX. 'HhüS<MQog 6 xk\ Züq/uos, Ankyra. Z. gehört zum keltischen 
Fabrikantennamen Sarnius auf Stempeln von Töpferware im Khein- 
lande CIL 2, 6254, 36; 13, 10001, 285 f.; Holder a. a. 0. 1368 f. 

AvQ. zlioy^vrjs 6 xe /tofiviCwv, Pessinus. /l. gehört zu den vielen galli- 
schen Personennamen, die mit Domno-, Dubno-, Dumno- zusammen- 
gesetzt sind, 8. Holder, a. a. 0. 1303. 1357. 1368. 

nXÜTwv 6 xal Kctloxoxig, Ankyra. Ich möchte K. in die beiden kelti- 
schen Namensstämme Calo- (Holder I 704) und Cocus (Holder I 1059) 
zerlegen. 

GeöSwQog 6 Zovßkog, Tavium. In anderen keltischen Gegenden findet 
sich der Namensstamm Suhl-. Subilus in Neuss CIL 13, 10010, 1848; 
Subloanus in Laibach 3, 3855; Holder II 1651. 

3) Vgl. Glotta IV 116. 121. 128. 132. Zur Verbindung zweier latei- 
nischer Namen 100. 101. 115. 128. 131 f. 

4) Vgl. Glotta IV 93 Licinia Magna quae Matrona aus Arelate CIL 
12, 684. Holder II 469 ff. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiche 163 

Ein Hinweis auf die Herkunft des Namensträgers oder ein 
Spitzname wegen Affektierung römischen Wesens liegt vielleicht 
in den lateinischen Supernomia folgender Personen vor: 

^vgrikia Bgaioriig rj /.al '^Piof.iava aus Hierapolis in Phrygien. 
IlQoviXog 6 yial ^iTaXixog aus Kotyaion in Phrygien, Le Bas- 

Wad dington V 817. 
Tl. Kl. Killiq^) T} xtti KaTtsTtoXelva aus Termessos in Pisi- 
dieu, drittes Jahrh. n. Chr., R. Heberdey und W. Wilberg, 
Grabbauten usw., Jahresh. d. oest. arch. Inst. 3 (1900) 
19G. 
01. Eiytj rj Aal KaTcetioXlva aus Kaisareia in Kappadokien. 
Zijvocpocvrig 6 '/,al ^Ptof.itlog aus der korykischen Grotte in Ki- 
likien. 
Andere Spitznamen gleichende lateinische Supernomina be- 
gegnen bei: 

^AyiilXevg b /.al Ma^t/.ing aus Nikomedia in Bithynien. 

Ma^iixa 7j y.al '^HötovTJ aus Kios. 

Ma^ifxa ri y.al ^^{.laCovig aus Sebastopol im Pontus. 

^lovXiog ^TtXtvdLÖog o vmI ITeldygig^) ans Mersivsin im Pontus. 

r. ^lovXiog . . . Niyeg 6 /.al OiXfQwg^) aus Knidos. 

KvLVTog BaleQL\og\ '^Povcpog 6 /.al [(DiXi\7i7cog aus Prusa in 

Bithynien. 
.AiQ. XQrjOTiav^ '^PovcpEiva r} /al EXfxsqig aus Prusias a. Hypius. 
JovXa^) ri y.al '^Povq^lva aus Attaleia in Pamphylien. 
Jofxva Tj '/al '^Povq^elva aus Isaura in Isaurien^). 

Von Zahlwörtern abgeleitete Cognomina treffen wir auch als 
Signa: 

Salvius lulius q(ui) et v(ocatur) Tertius Jalabert, Melanges 

1906, 1, 184 Deir el-Qal'a in Mittelsyrien. 
MaraqdvTqg ^OqIqov 6 /s KoQTlvo[g] aus Nela in Batanea, Le 
Bas VI 2228 a. Er heißt also Mataranes qui et Quartinus, 
Sohn des Oreres. In Mataranes steckt als zweiter Bestand- 
teil der gewöhnliche syrische Name ^\Qavrjg, für den sich 
auch (s. Publ. Princet. Univ. III A 2, 61 S. 61) die Form 



1) Über den Kleinasiatischen Namensstamm Kikl- und seine Ablei- 
tungen vgl. Kretschmer, Einl. 368. 

2) Zu diesem Spitznamen s. S. 159. 

3) Vgl. die Supernomina aus Spitznamen S. 138. 

4) Über Kleinasiatische Namen vom Stamme /lovX- s. S. 146. 

5) Supernomina aus Spitznamen in Ägypten S. 110 ff. ; in den West- 
provinzen S. 116"^); in Syrien und Kleinasien S. 133 ff. 

11* 



164 ^I- Larubertz 

HQdvt]g fiudet (vgl. HqcÜöi^q 6 y.al ^iQccvfjg, Gleichklang 

der Stämme S. 155). 
M. ^^vTOJv[i]og Jgoaog o [-Kai] 2exovvdelvo[g] aus Ephesos, 

Inscr. of the Brit. Mus. DCIa. 
^vQrjXia ^AQ^moxa iq xal Tegzia aus Pogla in Pisidien. 
^'A'kßa r 'f-ccl TagtvXXa aus Termessos^). 

Außerdem begegnen uns noch folgende in alphabetischer Ord- 
nung aufgeführte lateinische Cognomina als Supernomina: 

Agrippa in MaXr^g 6 ytal ^^ygircTtag ^lagaiov xov '^Paalov 

yQa/xf.iaTevg, 130 n. Chr., aus Nordsyrien, Le Bas VI 2585. 
Äntoninus in Kevöeag o xal ^^vTtovslvog, Termessos. 
Commodus in ^s^vcoraoig^) 6 y.al Kof-iodog Termessos. 
Cornutus in Ev^iqXog 6 ~/mI KoQvovvog, Termessos. 
Domna in Pfj tj xal Jo^va MoXeovg, ebendaher. 

„ in Jofxva tj y.al '^Povcpelva, aus Isaura in Isaurien. 
Festus in TrjXsq^og 6 /.al Oalatog, ebendaher. 
Galba in [r]äXßag 6 xa[t] roXccvr^g ^AßdäXyov aus dem süd- 
lichen Haurangebirge in Südsyrien, Enno Littmann, Publ. 

of the Princet. Univ. III A 2. 
Laenas in Ko'ivvog ^aivag 6 y.al ylvoi^axog aus Bryllion in 

Bithynien. 
Longilla in .AlXia yiiY.Lvvia AovylXXiq r^ xal ^AQaaöig'^) aus 

Pisidien, Cagnat, Inscr. Gr. ad res Rom. pert. 3, 500. 
Marcellus in MagAog ^Avviog MccQ/.sXXog 6 y.al BevocpiXog 

aus Anabura in Pisidien. 
Paula in TlavXa jy xat MazQiTva in Nikomedia in Bithynien. 
Polla in TLöjXXa tj v.al ^Ivvöa^) aus Isaura in Isaurien. 



1) Vgl. Glotta IV 132. 139 und 141 f.: Zexovvdog 6 xal Züaiuog IG 
3, 1231; BofiarjVg ... 97 xal Z^xovvöa IG 12^ 446; /1ofii\ria Za]xoiJvStt 
\a xaXt6\fj,h'a Nsixnatg IG 12"^ 110; Cornelia Longa quae et Secundilla CIL 
3, 7347; Tagini[a] Quarta quae et Polla CIL 3, 656; 'läaujv 6 xal /l^xfiog 
IG 3, 1445. 

2) Zum Suffix -aaig vgl. Kretschmer, Einleitung 314 ff. 

3) 'AQoaalg findet sich außerdem als Bestandteil von Doppelnamen in: 
nXarwvlg rj xal 'A. Le Bas-Wadd. V 1299 aus Aperlai in Lykien und in ^A. 
7] xal 'An(fao(ö aus Myra in Lykien (s. S. 142). Das Kompositum 'EnidaQ- 
aaaCg in Benndorf-Niemann, Keisen i. südw. Kleinasien 2, 69: !£. t] xal ^EX^vr] 
'EnaffQo^tlTov MvQCg. Vom selben Stamme sind 'AQaaXöyog und "AQOag ge- 
bildet, s. S. 142. 148. 

4) Die Namen mit dem Element -6a sind in Isaurien sehr beliebt. 
Außer unserem stoßen wir in den isaurischen Inschriften: auf ^AQafxöag, 
/4oyafiöag, Ziaafxöag, Oiia^afiöag (auch kilikisch), Baßöag, Aalöag, AaXöa, 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Reiche 165 

Proclus in TlQO/.Xog 6 xal Mdan\og\ Faddov Kavad-rivög ßov- 

levTr^g Le Bas VI 2216 aus Nela in Batanea. 

,, in riQOKlog i /.al^ItaXiyicg aus Kotyaion in Phrygien, 

Le Bas V 817. 
Pro da in lovkia NeiytoXcag tj nal TTgo/iXa aus Elaiussa in 

Kilikien. 
Regellus in ^Oaa^g Mijviöog ^Oöael Ovaddgov b yis '^Pijyellog 

aus Ormele in Pisidien (s. auch S. 151). 
Seneca in ^rcolXtovLog Mevotriov ^^Q{Ta/Aiüvog) o Aal ^evEAcig 

Termessos. 

Severus in ^EviJQog b xal [. . .] aus Nikomedia in Bithynien. 

Violentilla in Klavdia BioXevziXlrj NavvfjXLg aus Termessos. 

B) In folgenden Doppelnamen Kleinasiens und Syriens ist ein 

griechischer Name mit einem einheimischen durch o /.ai 

verknüpft oder es bilden zwei einheimische einen Doppelnamen, 

ohne daß ein anderer Grund als die herrschende Mode für die 

Annahme eines zweiten Namens geltend gemacht werden könnte: 

a) Belege aus Syrien: 

^ßaßaL\yi\ tj xal ^ofiaidd^ri ^vd^ov aus Zorava in der Tra- 

chonitis, Le Bas VI 2495 1). 
Iov{Xiog) ^iQ^?uog ^AvxiuaxQog b y.al ^viXacp(.6vag ^^aiXdfÄeo 

Tov Ztjvoßlov aus Nordsyrien, 232/3 n. Chr., Le Bas VI 2571 b ^). 
^VQ. ^AXi^avÖQog o yial^'^vaiog ^EßQr/.avov, ßovXsvTrjg Bogtqi]- 

vog aus Bostra, Le Bas VI 2302. 
AgiGviag, ojl aXXo ovo^ia ^gövßriX Tei'og, ein Manu syrischer 

Abkunft aus Teos aus dem ersten Jahrhundert vor Chr., 

Babylon, Clio 9, 362. 
Qal/^iog [b] za[t] Zdßßag aus Saccaea in Batanea, Le Bas 

VI 21423). 
QdfxaQ Tj xs ''0[q]d-idg aus Chababa, Arabien, christl. Zeit, W. 

Kubitschek, Geographika, Jahresh. d. oest. arch. Instit., 

Beiblatt 6, 17'^). 



royyöu, Navöag, Navöa, 'AvCanöctg, BaXßiöng, Mi/niQoag, NaXuyXöag, ITovköag, 
Ziv^öag, TrjCo'mg. — Vom Stamme ^Ivv~ sind mehrere isaurische Namen ab- 
geleitet, so "Ivva (fem.) in 'Avq."I. KdoTOQog, "I. Bar^ou, "I. Ta^äacog; 'Ivv^ag 
in Oiifiod^tog 'Ivvfov; "Ivvovg in ^'ivvovg 'lovgciacog und ^Ivg« in Nuvvüg" Ivqu. 
Ij Zu "AßaßaCt] gehört "Aßaßovg, vgl. S. 134*). 

2) Zu 'Alacfüjvug vgl. 'AXäipO- S. 134. 

3) Zu (äaiuog vgl. S. 155; zu Zdßßag S. 154. 

4) Wetzstein, Abb. Berl. Akad. 1863, 353 erklärt GdfXKQ als die 
,, Schlanke". Vielleicht liegt in 'O^d^uig eine Übersetzung des Namens vor. 



166 M. Lambertz 

^AXi^avÖQog o xal ^ladijg xov Ovaßalldd^ov aus Nordsyrien, 
179 n. Chr., Le Bas VI 2592 1). 

GeodcüQog o /.al ^l(xv.o)ßog ^ageq^i^rjvog aus Mittelsyrien, Cler- 
mont-Ganneau, Recueil d'archeologie Orientale II (1898) 250. 

Mdvvog b xat Metc(ßß(iva[g] aus Palmyra, Le Bas VI 2584^). 

Mc%eif.iog c xal'Axy.dXeLaog xov MaXtx^v aus Palmyra, Le 
Bas VI 2614; 83 n. Chr. 3). 

Oal%og 6 nai TeLfxod-sog aus Nela in Batanea, Le Bas VI 2216. 

^Ad^Tjdyiaßog 6 i7tr/.aXovfXEvog N[EßdßaXog] aus Palmyra, Le 
Bas VI 2620; 218 n. Chr. 

^uivxioxog 6 /.al 2d(.ied-og aus Nela in Batanea, Le Bas VI 2216; 
er ist der dritte der vornehmen aus Kanatha stammenden 
Brüder, von denen jeder einen syrischen und einen griechi- 
schen, bzw. römischen Namen führt, nämlich TlQOKXog b /.al 
MdoTtog (s. S. 165). 'OaTxog o /al Tei^od^eog (s. oben) und 
unser ^A. b y.al 2., dessen griechischer Name für einen 
Syrer sehr passend ist*). 

rdiog^IovXiog (Daßia ^af.iaiyiQa/.iog o y.al ^si[X]ag aus Emesa 
in Nordsyrien, 78 vor Chr., Le Bas VI 2567 ^). 
b) aus Kleinasien: 

^VQ. ^XvyoXig b xal ^Hgöig aus Dalisandos in Kilikien^). 



1) Vom selben Stamme begegnet 'laäSaTog 

2) Zum Namen Mdvvog vgl. Publ. of tbe Princeton Univ. III B 2, 67 
nr. 966 (Prentice): Mävog aus Odjeh in Nordsyrien. Zu Mf^nßßävog vgl. 
Mezah/mä aus Palmyra in der Epheraeris f. semitische Epigraph ik 3, 3, 133. 
Bei Zonaras ann. 12, 23 heißt ein Priester MtCdßavog. 

3) MöxH^og ist ein gewöhulicher Name, z. B. Ephem. f. sem. Epigr. 
3, 3, 134 Muqnnu, Sohn des Nurbel, Sohnes des Muqitnu. 

4) Zä^eS^og ist arabisch Shämit und wird von Prentice (Publ. Princet. 
Univ. III A 2, 58, 60) als Ableitung vom Verbum shamata gedeutet, das 
den Sinn hat von ^to say: God bless you!' 

5) Der erste Bestandteil von Za^auyiQafxog ist senies, Sonne. ZtCXag 
begegnet z. B. auch Acta apost. 16, 37. Dieselbe Persönlichkeit heißt Nov. 
test. I Thess. 1 und II Thess. 1 Zt-lovavög (vgl. Deißmann, Bibelstudien 184). 
Vgl. auch E. Kaiinka, Inschriften aus Syrien, Jahresh. d. oest. archaeol. 
Inst. 3 (1900) Beiblatt 30. 

6) Zu Atvyohg vgl. Kretschmer, Einleitung 326. Eine andere Form ist 
Aivyölug, orthographische Variante 'EvyoXrjg. Mit demselben Suffixe ist 
riaXig gebildet, das in einem Doppelnamen aus der korykischen Grotte vor- 
kommt: TsvxQog Zr\vo(fttVovg 6 xai rCakig. Ebenso hat J^orrTraAo? /«-Suffix: 
.dioyivrig 6 xal Könna log" Anna, auch aus der korykischen Grotte. — 
'JlgSig, ein gewöhnlicher Name, findet sich noch zweimal in kilikischen 
Doppelnamen: ^Iri(Sa>Qog 6 xal'lQ^ig KQiaafiöov aus Dalisandos und 'lat- 
Saj^og 6 xal'I^Sig nctQianov ebendaher. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Eeiche 167 

^VQ. '^EQ{f.ialog)^) TlQioxoTtaiov 6 /.ai ^artgiovag^) aus Ter- 

messos. 
Koviov^) Kevöeov 6 /.al 2vQijvag^), Termessos. 
^VQTikia Md(.iaoxiq^) rj y.al ^Agzi (.leig^) '^EQ{(.iaiov) Tqov.6v- 

dov, Termessos. 



1) Daß die Häufigkeit der scheinbar vom Namen des Gottes 'EQf^rjs 
abgeleiteten Personennamen in Lykien und Pisidien ihren Grund in den 
ähnlich klingenden kleinasiatischen Namen hat, denen das Element 'Eoucc-, 
'EQjuav-, 'EQfiiv- präfigiert ist und welche man in den griechischen wieder- 
zuhören glaubte, hat Kretschmer, Einleitung 361, dargetan. 'EQfA.aZog 
findet sich in unseren pisidischen Inschriften allein 223 mal. In Doppel- 
namen kommt es außer in unserem Falle noch vor in 'EounJog 6 xal zlov- 
XCüJV aus Term.; F Avq. 'E. 6 xe /triuno^og, Pogla; M. Avq. 'Eq. 6 xai ©fo- 
SwQog Term.; ['£()],u«[r]o? 6 xnl ^^toCofifvog ebendaher; über M Avq 'OvrjaC- 
(fOQog 6 xai 'E. aus Term. wurde schon S. 154 gesprochen; das Femininum 
begegnet in dem Doppelnamen der KXnvöia 'Eouctlg rj xai IJaaayci&T] aus 
Termessos. — 'Eoutavög begegnet in dem Doppelnamen des Avq 'E. ^Av- 
Tbrviavög aus Pogla, s. S. 150; 'EQfxoysvrjg in dem des Lykiers 'E. 6 xai 
N€ixojurj6r)g, Benndorf-Niemaun, Reisen im südwestl. Kleinasien, 1, 80; 'Eq- 
/iioysviavog im Namen des Avq. E. "OnXcov aus Karabaulo in Pisidien. 
Andere Bildungen von demselben Stamme, die sich zufällig nicht in Doppel- 
namen belegen lassen, sind 'EQjue'övfxvog aus Dalaman, 'EQfxöXaog, ^EQfioXswv, 
'EQfxoXvTrjg, ^EQjuiXag, 'Eq/uiÖvt], 'Eofio^svrig, ^EQ/uÖTftuog, ^EQ/x6(favTog, 'Eojj^öifiXog, 
^EQfxwva'i, "Eqiuojv, die alle in Pisidien ond Lykien gewöhnlich sind (vgl. zu 
den theophoren Namen mit 'Eq/.i~ auch E. Sittig, de Graecorum nominibus 
theophoris S. 114ff.). — Auch 'EQ/urjg selbst begegnet zweimal in Doppel- 
namen: 'EQfj,rjg 6 xai Zwai/uog 'Equov, Benndorf-Niemann, Eeisen 1, 52 und 
[^üp.] [ZjuiTtxbg 6 xai 'Eouiig rX[vx(i)v~\og aus Ganzaina in Pisidien. (Auch 
das in dem zuletzt erwähnten Doppelnamen an erster Stelle stehende 
ZwTixog ist übrigens in Pisidien beliebt; ob ein ähnlich klingender klein- 
asiatischer Name dahinter steckt, läßt sich nicht sagen. Noch einmal ist 
es Teil eines Doppelnamens in 'AQTs'fKuv 6 xai Zunixög aus Termessos.) 

2) Sein Sohn heißt 'EQiiaiog ZauQwva. Wir kennen einen Personen- 
namen ZänQdiv aus Termessos: Avq. ZwTixbg 2!ä7iQ(j)vog und Avq. ^üttqwv 
yloTf'fiojvog. 

3) Das Femininum steht im Doppelnamen der "0« y' r] x«i Koviovig 
aus Termessos; der Name "0« begegnet noch in dem termessischen Doppel- 
namen der "Oa rj xai KvQiXXa Moa/ov, überdies findet er sieh secb zehnmal 
in Pisidien. 

4) Weiterbildung zu ZvQog mit demselben Suffix, das in ylaxaivag, 
KoQxaivag vorliegt. 

5) Weiterbildung eines Lallnamens mit Suffix -aar, vgl. lio^äara, 'Eq- 
fiäara, 'AyÖQaarog, 'AyoQäarr], 'AXuarivg, ylonad'aarog, "AÖQaaiog. In Termessos 
existiert im zweiten Jahrhundert n. Chr. (Lanckoronski, Städte Pamphyliens 
und Pisidiens II 148) eine Mü^aang Mafiordaiog ß' MoraaovQytog und 



168 M. Lambertz 



^vQ. Moag MiqXag aus Termessos, s. S. 149. 

Ov TVQaf-ioioig 6 y.al Mo vi ig aus Derbe in Lykaonien *). 

Tgoytovöag o /mI KoQy.aivag aus Termessos 2). 

TgoY-ovöag e7ri?-ey6f.ievog KovöUov Qoavviavog aus Termessos, 

sein Freigelassener heißt '^EQf.ialog. 
TgoY-ovöag 6 Y,ai'L4QLvS-og aus Termessos ä). 



eine Mäfiaans MafxioT äaiog rglg Moraaovgyios, so daß der Stammbaum 
der Familie folgender war: 

/M amotasis — Mamastis. 
M 1 a surgis — Ma motasis — Mamotasis/ (Sohn) 

^Mamastis. 

(Tochter) 

Noch einmal treffen wir Mäfiaarig in dem Doppeluaraen der Termessenerin 
r^g Tfjg xal Ma/ii('c[aTi]6 og. 
6) s. S. 156^). 

1) Zu OvTiQafiovaig u. ä. vgl. Kretscbmer, Einleitung 333. Zu Movlig 
vom Stamme Mol- eben dort 360 f. 

2) Zu KoQxuCvng vgl. S. 136"); der Name TQoxöväag findet sich noch als 
Teil eines Doppelnamens in T{)oy.6v(iag 6 y.al Zxiila'i aus Termessos und 
TqoxövSag Mäaavrog o xal zfiorec/Liog ebendort, ferner in M. Avq. NavrjQtavbg 
TQoxövdug aus Ariassos in Pisidien. Zu den mit dem Element -vd- ge- 
bildeten kleinasiatischen Namen [KtvSsag 27 mal, T^oxävSag 113 mal, Köö- 
vovvSig, 2ivdaiafj.cig, ZCvdf^ikig, ^avSu, TovkCavSog, MöqaavSig, vgl. dazu 
Kretschmer, Einleitung 293 ff. und 362) gehört auch MoQaüvöa, das in dem 
termessenischen Doppelnamen Avq. N(ixr](fogiavr] AloQoävSu ?) xal nXarun'lg 
begegnet. 

3) Im zweiten Namen liegt wohl der Stamm ^Aoig vor, wie in (s. 
Kretschmer, Einleitung 368) "^pt?,".^pfo?, ""AqCwv, TaQxvngig, Tsälagig, viel- 
leicht auch in 'AQvtvg Tv6ecog, TgaiiXog ^Aqviog aus Kwfxt] Moktqswv in Pi- 
sidien (vgl. zu letzterem Namen auch Eamsay, Phryg. S. 338, n. 186). — 

Hier seien noch einige Fälle von kleinasiatischen Doppelnamen ange- 
reiht, die in keiner Gruppe unterzubringen sind: 

'A&T}vcti'g ZniTov ri xal Bä^scg aus Komana in Kappadokien. 

BCkXog 6 xal ZvviySrifxog aus Kelenderis in Kilikien. Von demselben 
Stamme begegnen in Dalisandos BClhg und BÜ.Xiog, z. B. ein "IgScg 
Blkhog. 

KaXkiyovog 6 xal Kanutog aus Kannideli in Kilikien. Zum zweiten 
Namen sind die kilikischen Namen A^aiog, 'AgyaTog (Berg- und Gottes- 
name, dann auch Menschenname), Eiäaiog, Koalog, MuQaTog, Miagaiog 
(semitischer Name ? = ^Ägypter' ?), Mtargatog. 

AXf^uvägog 6 xal MoXvßrig aus Selinunt in Kilikien, mit echt klein- 
asiatischem Namen an zweiter Stelle, der wie die kilikischen Namen 
^Aßrißag, ^AgC^ßiog, Kü.aßog, KoXaßäang, KoXaßi^g, AovSQißtfxig, 'Povßeig, 
Kßtrig, 'Pojvdßirjg, Zovgßig, TßCog, TaQvfxßcog mit io-Suffix gebildet ist. 

JliXXäx^oog . .] oQ/uäXiog 6 xal Zrjvöi^orog aus Termessos. Zu dem echt 
pisidischen Namen IT. vgl. Kretschmer, Einleitung 368. 



Zur Ausbreitung des Supernomen oder Signum im römischen Keiche 169 

Das Ergebnis unserer Untersuchung können wir in fol- 
genden Sätzen zusammenfassen. Die Entstehung der grie- 
chisch-römischen Sitte der Doppelnamen liegt in uraltem 
ägyptischem Brauche begründet^). Nach Entstehung der 
hellenistischen Reiche tritt zunächst in Ägypten als neues 
Motiv, das die bereits bestehende Sitte stark fördert, das Be- 
streben der Einheimischen hinzu, sich der sie beherrschenden 
Nation auch im Namen zu assimilieren 2). Dieses Bestreben ist 
auch die Ursache, weshalb sich diese Art der Namengebung in 
den anderen zweisprachigen hellenistischen Ländern gleichfalls als 
praktisch erweist und ausbreitet. Am frühesten wird der Brauch 
in Syrien heimisch^), dann in Kleinasien^). Vom Osten ver- 
breitet sich die, mit zunehmender Beliebtheit in vielen Fällen ihrer 
ursprünglichen Bedeutung entkleidete und zur bloßen Mode ge- 
wordene Sitte zu Beginn der Kaiserzeit auch über Rom, Griechen- 
land und die Westprovinzen des Römerreichs^). Dort fällt 
ihr vom zweiten Jahrhundert nach Chr. an vielfach die neue 
Rolle zu, den oft zahlreichen offiziellen Bestandteilen des Namens 
einer Person den Individual- oder Rufnamen isoliert gegenüber- 
zustellen ß). Der Brauch läßt sich im Westen solange verfolgen, 
wie unsere Inschriften reichen ; er läßt sich noch aus nachgotischer 
Zeit belegen '). Auch der Osten liefert in Inschriften und Papyris 
Beispiele noch aus dem sechsten und siebenten Jahrhundert*); in 
den byzantinischen Historikern und Chronisten lassen sich die 



JTwaQig MovTtivov 6 xal UaTQÖifiXog aus Dalisandos in Kilikien. IIwaQK; 
ist mit »'-Suffix (s. Kretschmer, Einleitung 328) gebildet, wie die 
kilikischen Namen ".-/(pKp«, 'AQovaQaq, /lovxfQig, jQovfxaQig, KivsTKVQog, 
MavdovßiQog, MCxvQog, MovyCkctQtg, Movywfjfoig, AIwyyi^Qig, N^vuQtg, 
"OccQig, ^OßQKovyfoig, "OrrctQig, 'PovQsng, 'PwCQVfjegtg, 'PatvCQvfAfQcg, Z^kqi,- 
Si^Qug, 2^xiovQag, 2^ovfiävr]Qig, TrjSiwva^ig, Töxqig, Tfvx^og. 

2lXXrig Nriaiog 6 xul KXeovfixog aus Dalisandos in Kilikien; der kilikische 
Name ist mit /o-Suffix (s. Kretschmer, a. a. 0. 326) gebildet wie 
AlvyoXig, ^A^aQßöXXug, FCaXig, OäXXeXig, "fßr]Xtg, ^'JXXog, ^laxoi^QaXrjg, Kon- 
naXog, KovaXig, AiaXig, AoioXog, MovyCXnQig, MoräXrjg, "OXXig, ^O'^öXXag, 
2^ovXXig, TovxoXfig, ITiaXog. 
1) 8. S. 101 ff. 2) s. S. 102. 106 ff. 

3) s. S. 131 (Fälle aus dem vierten Jahrhundert vor Chr.); 132 (aus 
dem dritten Jahrb.). 

4) s. S. 143. 144. 154. 158. 5) Glotta IV 93 ff. 

6) Vgl. S. 102 f. 

7) s. Glotta IV 114. 124. 

5) s. S. 110. 112. 127. 129. 



170 -^^^- Buturas 

Doppelnamen sogar bis ins zehnte Jahrhundert weiter verfolgen ^). 
Zu dieser Zeit entwickeln sich aus den Supernomina und Signa 
schon die Familiennamen. 

Wien M. Lambertz 



Über den irrationalen Nasal im Griecliischen 

I. Vorbemerkungen. 

Psichari hat vor einigen Jahren in einer kurzen Abhandlung 2) 
Andeutungen über verschiedene sporadische Erscheinungen des Neu- 
griechischen gemacht, die gut bezeugt, aber schwer zu erklären 
sind. Gerade sie sind nach meiner Meinung von der größten Be- 
deutung für die neugriechische Sprachforschung. Ich habe aus 
vielen Gründen die feste Überzeugung gewonnen, daß hier ältere 
Schichten lautlicher Erscheinungen zutage treten, die jetzt ent- 
weder nur sporadisch vorhanden oder noch unerforscht sind. Ich 
glaube, daß die Zeit nicht mehr fern ist, wo die Frage nach den 
dialektischen Besonderheiten der Koine gut beantwortet und auch 
die Frage nach der Infiltration verschiedener dialektischer Elemente 
aus ihr in die neugriechischen Idiome und die neugriechische 
Koine gelöst werden wird. In einer Abhandlung über den Laut ro 
im Griechischen werde ich demnächst diese wichtige Frage ein- 
gehend behandeln. Z. B. bezeugen allgemeingriechische Wörter, 
die TO statt z haben, das Vorhandensein dialektischer Elemente in 
der neugriechischen Koine. Die an vielen Orten bemerkbare Wand- 
lung des A zu TG vor e und i und dann umgekehrt später die 
sporadische Wandlung dieses ra wieder zu x ist ein Beispiel der 
gegensätzlichen Tendenz lautlicher Erscheinungen. Die an manchen 
Orten wahrnehmbare Entwickelung eines intervokalischen y, im 
Gegensatz zu der Tatsache, daß anderwärts die Tendenz seiner Aus- 
stoßung hervortritt, zeigt, daß wir verschiedene Gebiete lautlicher 
Erscheinungen zu unterscheiden haben. Ähnlich erscheint trotz 
der Tendenz der neugriechischen Koine, vor labialen und den- 
talen Spiranten den Nasal auszustoßen, an manchen Orten die ent- 
gegengesetzte Tendenz der Entwickelung eines irrationalen Nasals. 

1) Vgl. Heinrich Moritz, Zunamen bei den byzantinischen Historikern 
und Chronisten, Landshut 1896/97. 

2) Observations phonetiques sur quelques ishenomenes neogrecques, 
Mem. SOG. linguist. VI, 1. 



über den irrationalen Nasal im Griechischen 171 

Schon seit langer Zeit habe ich diesen sporadischen Erschei- 
nungen Beachtung geschenkt. Während ich dann das Archiv des 
Neugriechischen Lexikons vorbereitete, habe ich gelegentlich für 
die beiden wichtigsten Erscheinungen Notizen gesammelt, nämlich 
erstens für die bereits publizierte Erscheinung von u — P) und 
zweitens für die Entstehung und Verbreitung des Lautes tu. Für 
viele andere habe ich die Erforschung des Materials bis zur Fertig- 
stellung des Archivs verschoben; mangelhaft sind meine Notizen 
auch über den irrationalen Nasal. An ihrer Vervollständigung 
wurde ich leider verhindert, da mir die Benutzung des Archivs bis 
auf weiteres durch Prof. Hatzidakis verwehrt ist. Daher konnte 
ich von der zu behandelnden Erscheinung auf Grund meines un- 
vollständic^en Materials hier nur eine Skizze entwerfen, die später 
von jemand vervollständigt werden kann, dem die Benutzung des 
Archivs möglich ist. 

Wenn der Sprachschatz der neugriechischen Dialekte einmal 
gesammelt ist, wird gewiß eine neue Periode in der Erforschung 
der Geschichte der griechischen Sprache beginnen. Nur wenige 
der heute allgemein anerkannten Gesetze, die sich aus der Be- 
schränkung der Forschung auf die neugriechische Koine ergeben, 
dürften sicher sein. 

Dadurch soll die bisherige Forschung nicht herabgesetzt noch 
die künftige überschätzt werden. Die Erweiterung der Forschung 
enthält Gefahren, die Hatzidakis' strenge Kritik '^) meiner Abhand- 
lung über u — i gewissermaßen 3) rechtfertigen. Von dem bisherigen 
Standpunkt der neugriechischen Forschung betrachtet erscheint 
mein Resultat fraglich. Trotzdem bin ich überzeugt, daß es sicher 
ist, wie auch die mir fortwährend mitgeteilten Details dieser Er- 
scheinung zeigen; ich gedenke nächstens auf die Sache zurückzu- 
kommen. 

Wer die Aussprache besonders der pontischen und kappado- 
kischen Idiome gehört hat, bemerkt eine eigenartige Artikulation 
der Vokale. Gerade wie sich auf manchen Inseln des Ägäischen 
Meeres eine Vernachlässigung der Artikulation bemerkbar macht, 
die den Ausfall der Konsonanten verursacht, tritt dort eine Ver- 
nachlässigung in der Artikulation der Vokale hervor, die in der 



1) i/. MnovTOVQU, 'PcüVTjTixu xal oox^oygc((pixi( r^g NioiXXriviy.fig. 'Er 
"Ad-rivaig 1911. 

2) l4&rivä, XXIV 47. 

3) Nur gewissermaßen, da diese Kritik größtenteils wissenschaftlich 
unberechtigt war. 



172 -^t^- Buturas 

Folge den nordgriechischen Dialekten und sporadisch auch den 
südgriechischen zukam. Immer mehr komme ich zu dem Schluß, 
daß seit der zweiten nachklassischen Periode und während der 
früheren byzantinischen Kleinasien der Ausgangspunkt der Er- 
scheinungen war, auf denen die Spaltung der Koine in die neu- 
griechischen Dialekte beruht. Die Geschlossenheit der Vokale und 
der irrationale Nasal sind vielleicht als solche dialektische Haupt- 
eigentümlichkeiten zu betrachten. 

II. Allgemeines. 
Die Erscheinung des irrationalen Nasals ist in der Geschichte 
der griechischen Sprache ziemlich alt. Schon Meisterhans i) zitiert 
2r^Xv/.ißQLav6g; die größere Masse der Beispiele aber fällt in die 
nachklassische Periode. Die Erscheinung hat die Beachtung der 
Forscher gefunden, die sie entweder nur erwähnen oder eine Erklä- 
rung versuchen. G. Meyer 'ä), der über das W ort Samstag gehandelt 
hat, suchte die Anaptyxis eines solchen Nasals bei ßß nachzuweisen 
und sprach die Vermutung aus, daß er in den Handschriften der 
alten Schriftsteller bei ßß vielleicht aus orientalischen Abschriften 
herrührt oder auf semitischen Einfluß zurückzuführen ist; derselbe 
zitiert mehrere Beispiele in seiner Griechischen Grammatik. Dann 
hat W. Schulze 8) über die Beispiele von liquxp- usw. gehandelt, 
die in der nachklassischen Periode weit verbreitet waren, wie auch 
ihre Übernahme in die romanischen Sprachen zeigt; vgl. auch 
W. Schulze KZ. 33, 366. Reinhold ^) zitiert ebenfalls Beispiele 
der Wurzel Xrjf.tip- sowie andere, ohne jedoch eine Erklärung zu 
versuchen; Beispiele von Xrjixip- und von evEy/,- im Aorist und 
Perfekt s. auch bei Crönert Mem. graec. Hercul. S. 71. A. Thumb^) 
bringt Beispiele aus den griechischen Lehnwörtern im Armenischen 
bei mit der zweifelhaften V^ermutung, daß die Frage vielleicht in 
Beziehung steht zu dem Wechsel von Media und Tenuis bei den 
Fremden sowie in den südöstlichen neugriechischen Idiomen. M. 
Vasmer^) zitiert Beispiele aus den griechischen Lehnwörtern im 
Altslavischen und Russischen; ergänzende Beispiele auch bei Meister 
Beiträge zur Lautlehre der LXX im Tätigkeitsbericht des Vereins 
klass. Phil, an der Univ. Wien 1909. Neuere Beispiele aus dem Pon- 

1) Gramm, d. att. Inschr. S. 86. 

2) I. F. 4, 1. 326. 3) Orthographica, Marburg 1904. 

4) De graec. patr. Apostol. 47. 

5) Byz. Zeitschr. 9, 388. 

6) Grekoslavjauskie etjudy II. 1907. III. 1909. 



über den irrationalen Nasal im Griechischen 173 

tischen bei Ökonomides Lautlehre des Pontischen S. 70, aus den 
Papyri bei Mayser Gramm, der Ptolem. Papyri. Eine Erklärung 
haben K. Dieterich i), A. Thumb^), P. Kretschmer^) und M. 
Triantaphyllidis *) versucht. Dieterich weist auf die Beliebtheit 
des Nasals bei den Orientalen hin, indem er Beispiele griechischer 
Lehnwörter im Armenischen aus Brockelman anführt, und deutet 
die Möglichkeit an, daß in manchen Fällen die Nachbarschaft 
eines anderen Nasals die Entwickelung verursacht hat; was Diete- 
rich über die Konsonanten sagt, vor denen der Nasal entwickelt 
wird, ist nur teilweise richtig. Thumb, der das analogisch ent- 
standene Material aussondert und bemerkt, daß die Erscheinung 
besonders in Ägypten zu beobachten ist, stellt hauptsächlich drei 
Erklärungen auf, die m. E. nicht alle Fälle umfassen. Er nimmt 
erstens an, daß die Erscheinung die Umkehrung der häufig zu be- 
obachtenden Auslassung des Nasals ist (vgl. z. B. ^Oh'jzt^, aid^sn- 
nov usw.), und schreibt sie der Verwirrung der Kopten zu. Zweitens 
glaubt er, daß sie eine graphische Darstellung der fremden Mediae 
b g d ist. Drittens erblickt er in ihr eine richtigere phonetische 
Wiedergabe derselben Mediae seitens der Fremden. Kretschmer 
endlich stellt die wahrscheinliche, aber einseitige Annahme einer 
Lautsubstitution durch Nasal + Konsonanz für Doppelkonsonanz 
auf. Triantaphyllidis hat neulich die Sache ausführlicher behandelt. 
Er weist auf einen andern Fall der inversen Schreibung hin und 
hat kürzlich auch die richtige Vermutung, daß es sich nämlich 
um eine spontane Entwickelung handele, ausgesprochen. Dieser 
Fall ist m. E. der wichtigste. Seine Bestätigung ist das Haupt- 
ergebnis dieser Abhandlung. 

Was das Neugriechische betrifft, so glaube ich vor allem diese 
Erscheinung von der Anaptyxis des euphonischen Nasals zwischen 
Vokalen unterscheiden zu müssen, was Krumbacher in seiner Unter- 
suchung der ähnlichen Erscheinung der Entwickelung der irratio- 
nalen Spirans y nicht getan hat. Wenn Crönert unbestimmt sagt, 
daß die Byzantiner diesen Nasal liebten, so bestätigt das auch 
Du Gange ^). Für das Neugriechische haben wir verschiedene all- 



1) Untersuchungen 92. 281. 

2) Griech. Sprache 136. 3) Lesb. Dial. 470. 

4) Lehnwörter 45. 

5) Gloss. med. et inf. graec. s. v. y.ivSQog: 'ita r interponere vocibus 
Graeculos non semel hie observamus' (vgl. auch Triantaphyllidis). Als Ku- 
riosität, die den Zustand der damaligen Forschung kennzeichnet, führe ich 
das auf andere Weise zu erklärende Beispiel bei Kneöw an, der, die ahn- 



174 •^^^- Buturas 

gemeine Zeugnisse, erstens das unbestimmt gehaltene von Korais i). 
Ein wichtiges, obschon dunkles Zeugnis habe ich in den unedirten 
Sammlungen des ^ilXoyog KcovaTavTivovTtoleiog gefunden, daß 
nämlich ' ev Olvoi] tj TtQooujdia elvai tQQLvog^. Drittens be- 
steht die Tatsache, daß im Hellespont dieser Nasal vor ^ sehr oft 
entwickelt ist. Viertens ist die Entstehung eines Nasals, wenngleich 
hier ihre Ausdehnung nicht feststeht, für Patmos, besonders bei C, 
zu konstatieren. Außerdem habe ich selbst die Tendenz zur Na- 
salierung in der Sprechweise mancher Lazen und die gleiche Ten- 
denz an manchen Orten des Peloponnes bei der Wiedergabe der 
Mediae b g d beobachtet, welche als "'6 ng nd ausgesprochen werden. 
Auch die Nasalierung in der byzantinischen Musik erscheint nicht 
ohne Bezug auf diese Erscheinung. Auf Grund dieser und anderer 
allgemeiner Zeugnisse sowie vieler vereinzelter Beispiele komme ich 
zu dem Resultat, daß tatsächlich die Nasalierung in der Aussprache 
einst in Kleinasien sehr verbreitet war und besonders hier auf das 
Neugriechische überging, während die anderen neugriechischen 
Idiome nur einige Strahlen der Erscheinung erreichten. Anfänglich 
mag der Anlaß zur Nasalierung von den Fremden gegeben worden 
sein; mit der Zeit wurde sie wahrscheinlich eine Eigenschaft der 
griechischen Sprache selbst. Die Beobachtung betreffs Nasalierung 
der Mediae im Peloponnes beweist, daß die ähnlichen älteren Bei- 
spiele nicht bloß als graphische Darstellungen, sondern auch in 
der gesprochenen Sprache existierten, ferner, daß diese Erscheinung 
wie auch die andere der Nasalierung in der Lautsubstitution von 
der wirklichen Anaptyxis unterschieden werden muß. Manche Bei- 
spiele können auch analogisch oder durch Annahme von Assimilation 
und Metathesis oder aus der Nachbarschaft eines anderen Nasals 
erklärt werden. Daher zitiere ich die Fälle nach den Buch- 
staben, vor welchen der Nasal steht, und füge die (mitunter schon 
von anderen gegebene) nicht phonetische Erklärung hinzu 2). In 
einem weiteren Abschnitt ist über die Anaptyxis im Sandhi ge- 

liche Erscheinung des irrationalen y tadelnd, in seiner r^ccfi/uccTixT] Nso- 
iXXrjviy.t] (Verona 1782) S. 64 sagt: ' dxöfir] xccnoioi dygafifiaroi yQacpovai 
ßaa iXtvyu)- df^r] tovto (ivcu fi^ya XüNd-os, SiktI ts'toik QrifxaTa Xriyovaiv 

i!S -8 1)10. 

1) "Araxjtt 1, 288: „«^uttoj^w lawg fxt nXsovcca/Libv rov fx, w? n^offs^ow 
oi^vSciTot, Qov fxn kXov , Xff^niSa". 

2) Unter jedem Buchstaben sind die Beispiele alphabetisch geordnet. 
Die im folgenden verwendeten Abkürzungen wie Meister, Vasmer, Tri- 
an taphyllidis, Schulze K. Z., Meyer I. F. usw. erklären sich aus der 
oben S. 172 gegebenen Literaturübersicht. 



über den irrationalen Nasal im Griechischen 175 

handelt, und als Anhang werden einige auf diese Erscheinung be- 
zügliche Bemerkungen beigefügt. Aus den bereits angedeuteten 
Gründen ist die Zahl der beigebrachten Beispiele nur gering: ein 
großer Teil des Materials steckt noch in dem Archiv des Neu- 
griechischen Lexikons; anderes ist in den bisher unerforschten 
Idiomen verborgen, da die meisten Erscheinungen von ungeschulten 
Sammlern nicht beachtet worden sind. 



III. Beispiele für den Inlaut. 

1) Vor ß. 

Als Lautsubstitution zu betrachten ist der im Tzakonischen 
regelmäßig erscheinende Nasal in den mit der Präposition y.ax(x 
gebildeten Komposita, z. B. bei kambenu == Karaßatvco etc., eine 
Erscheinung, die übrigens regelmäßig auch vor anderen Konso- 
nanten eintritt, z. B. bei kangjükhu = ■Kaiadvio etc. Sonst exis- 
tieren für diesen Laut verhältnismäßig wenig neuere Beispiele, 
was Dieterich aus der Tatsache erklärt hat, daß diese Entwickelung 
vielleicht in eine Zeit fiel, wo der Laut ß noch Verschlußlaut war. 

^'^f-ißuQ = ^'AßaQ Triantaphyllidis. 

'A(Aßa/.ovf.i Meister, ambaküm Vasmer. 

a^ßag Schulze K. Z. 

amhllci in Bova, Morosi = "" Vorort \ Das Wort wird ebd. 
aus *avlixLov hergeleitet. 

avdfxnXefx^a in Kreta 'der Appetit', wahrscheinlich == ava- 
ßXe^fia. 

a/tofXTtXeiLihog in Kreta *der Tote', in dem Fluch diäXe xo 
aTzo/xTtXe^ievovg oov. Das Wort ist wahrscheinlich = aTtoßsßXvj- 
f^avog. 

'AQVf-ißag Meyer L F., Schulze K. Z., Meyer Gr. Gr., Dieterich. 

hmblevci in Bova, Morosi = sßXsTta. Das Wort kann aber 
aus einem auch sonst in Kypern überlieferten inTtlinü} erklärt 
werden und gehört daher entweder zum Sandhi (s. u.) oder zum 
alten efAßXenio. 

Zaf.ißqei Meister. 

Tlixßlu Reinhold = tjvXei. 

Qvfißgig Dieterich. 

^IsQOf^ßaXog Meyer I. F. 

"ivooixßQEg Schulze K. Z., der darin eine Analogie zu ^OixßqiY.'/ 
vermutet. 



176 ^^^- Buturas 

y.df.tßal€ Meyer I. F. und Gr. Gr. = -/idßßalE. 

■/.Q(Xf.ißarog Schulze K. Z. 

Xdixßda Meyer Gr. Gr., Schulze K. Z. 

^afxßQCtivöov Schulze K. Z. 

XijußslXog Triantaphyllidis = lat. Ubellus. 

^0/,TtofißQiog erklären als Analogiebildung zu ^STtvef-ißgiog etc. 
Schulze K. Z., Thumb, Meyer Gr. Gr. 

Ofißgi^og Schulze K. Z. 

/iQWTovoiußeXiaaiixog Triantaphyllidis. 

*ad/jßaTov. Das aus dem hebräischen sabba entstandene 
Wort oäßßarov wurde auch in nasalischer Form weitergegeben. 
Das zeigen sowohl die fremden Sprachen wie das Neugriechische. 
Vgl. slav. *som(jota : aksl. sqhota, frz. samedi, deutsch Samstag 
(Schulze K. Z. , Meyer Gr. Gr.). Im Neugriechischen haben wir 
6 oä(.i7iag in Kappadokien und tö sdmba im Tzakonischen und in 
der Terra d' Otranto, Morosi. Vgl. auch die abgeleiteten Formen 
2af.ißad-L0)v Meyer I. F., ^a/xßad r/Jg ebd., das in dem tzak. 
sambatiga = öaßßaTi/iri eine Parallele erhält, ^afxßaS-ovg Diete- 
rich, ^afxßcig Meyer I. F., ^a(.ißdxrig Dieterich, Thumb, ^a/iißacig 
Schulze K. Z., ^außärog Meyer I. F., ^a^ißUov Schulze K. Z., 
Dieterich. Im Neugriechischen haben wir ferner, außer dem be- 
reits erwähnten sambatiga, ^äfiTtag und ^afÄJvaxoiaviq als Eigen- 
namen in Aravanion und das merkwürdige Verbum uagaoa/LiTcaTel 
in Chios in der dreifachen Bedeutung 1) 'er arbeitet zu viel', 
2) 'er spekuliert', o) r^v TtaQaaa^naTOvae = 'er versuchte sie zu 
zwingen\ 

oafxßv'/.r] Meyer Gr. Gr. 

06(A7cri in Arananion = eloeßri. 

^r]lv/.ißQiav6g Meisterhans. 

ovvl(.i7itj in Kappadokien Dieterich. 
ToQbfxßag Dieterich. 

TOVfxßL/.ag Triantaphyllidis. 



2) Vor y. 

In größerem leider nicht genau bestimmten Umfang ist die 
Anaptyxis eines Nasals im Tzakonischen von Deffner Zak. Gramm. 
79 bei manchen Verben auf -yco nachgewiesen worden, wie pringu 
= jcviyui, orengümene = ouiyofxai, dnge = ays u. a. Regelmäßig 
erscheint er ebendort bei den Verben auf -Sngu = svyto, wo er 
als Lautsubstitution erklärt werden kann, wie z. B. bei vasiUngu, 



über den irrationalen Nasal im Griechischen 177 

jingu, palengu usw. Außerdem ist er in folgenden Wörtern zu 
bemerken ^) : 

ayyiqa/iac, in Pontos Dieterich. 

ayyovf.dda Hatzidakis Msoaitov. II 435, der es paretymologisch 
mit ayyovQi verbindet. 

ayyovQi allgemeingriechisch = altgr. awQog (ngr. ayovQog). 
Schon bei Hesychios steht dafür äyyovQog, das auch aus Kreta 
(Dieterich), Chios {IlaGTtdTiqq 43) und Skopelos bezeugt ist. Bereits 
im Mittelgriechischen begegnet das Substantiv ayyovQov (Foy Lauts. 
64). Dazu aus Kreta kyyovQO^vftvrjoa = dyovQo^vTtvqoa. 

ccyyQiyiog in Kreta Dieterich = ayqiog. Dazu dyygitco = 
Mch reize', in Lesbos Kythera Kypros Chios und Amorgos (Diete- 
rich; aber schon Hesychios hat dyygiOfAog), angrSnu im Tzakoni- 
schen, dngrema ebd., dyygid in Kreta, dyyQiq = "^ Zwist' in Nesyros 
und Kypern. 

dyyQOVGTag und eyyqovoTag in Kreta = dygioarig. 

analengünene im Tzakonischen Deffner Zak. Gramm. 76 = 
dvaXeyof.iai, d. i. ^überlegen'. 

avyyovüTfi Thumb. 

dqovyyaXid statt öevdQoyaXid in Velvendos MrtovvTiLvag eine 
Art Schlange'. Die Form kann durch Annahme von Lautsubsti- 
tution oder Metathesis des Nasals erklärt werden. 

efmga im Tzakonischen Deffner Zak. Gramm, 76 als Aorist 
von cpEvyo). 

iocpovyyid in Kos = aacpodeXia kann durch Annahme von 
Lautsubstitution erklärt werden. 

Yyyla in Kappadokien = nigla Dieterich. 

XayyovL allgemeingriechisch = Xaycov. Dazu in Kythnos Xay- 
yovidtco von dem zwischen die Weichen gepreßten Fötus gesagt. 

Xayygög in Amorgos, wenn die Ableitung von Thumb aus dem 
alten Xayagog richtig ist. Nach Hatzidakis ^^d-rivä 4, 465 gehört 
das Wort zu Xayydto) etc. 

XLyyovQEvo) in Epiros = Xiyovqevw. 

mangnestis im Armenischen Thumb Byz. Zeit. 

^aQgaqixrig in Kypern. 

^aqgwvü) in Kypern. 

fiaQOi^ayyid in Kreta, wahrscheinlich aus dem altgr. oqvfxay- 

1) Schon in alter Zeit sind sicher analogisch entstanden und gehören 
daher nicht hierher fxüaTiy'i Meister, ^^Q^rtyxi und daraus fj.sXiyyovi, (s. G. 
Meyer Alb. Wort.), /niafiiXayxa in Amisos aus *afiCXay^, aaXniyxT^s Meister- 
hans. 

Glotta V, 1/2. 12 



178 -^*^- Biituras 

dog. Die Form kann durch Annahme von Lautsubstitution erklärt 
werden. 

f.ioyylXaXog Reinhold, 

fxovyyog. Hatzidakis Einl. 106 leitet das Wort von altgriech. 
/j-v/Mg ab. 

fxvyyiXQi in Zagora = 'eine kleine Soramerfliege'. 

^vQtoyyag = 'eine Art Traube mit hitzigen Beeren^ in Ke- 
phallonia gehört zu qiLya. 

orengümene = oQtyofxaL im Tzakonischen Dieterich. 

Ttiyyto in Amphissa und Epiros = rtviyo) ist durch Meta- 
thesis des Nasals entstanden. Daraus Ttiyyojvuo in Epiros und die 
abgeleiteten Formen Ttiyyog, yTiyyio(.ia. 

oaXayyiCL in Faros und in Chios = 'eine Art von Fischerei', 
UaoTtdxrjg 316. Das Wort wird a. 0. mit dem alten oelaylLio in 
Beziehung gebracht. 

öTtayyog allgemeingriechisch = ital. spago. 

cpayyqi in Thera aus dem alten cpdyQog, JlExaXäg; daraus 
q)ayyQi'Coi in Thrakien (Wdltr^g 29) und cpayyQidi in Kephallonia. 

cfQayylXiov, -w Schulze K. Z. 

ffQvyyavo in Epiros. 

XafxiüQayyag in Epiros = xa/xwQv^ 'Maulwurf. 

3) Vor ö. 

In Kalymnos wird jedes ö vor der Synizesis j + Vokal als ng 
ausgesprochen, z. B. yy.id/.og, cy%dyv.m usw. Diese Tatsache ist, 
glaube ich, ziemlich wichtig für die Frage nach der Entstehung 
dieses Nasals (s. auch u. über %). Im Tzakonischen werden viele 
q6 nach vollzogener Lautsubstitution als nd ausgesprochen, 
z. B, skündi = ayiogöov, phunda = tvoqö?]. Sonst haben wir 
folgende Beispiele: 

^AvdQCi[xvg Schulze K. Z,, Meyer Gr. Gr., Dieterich, Schulze 
nimmt Paretymologie nach avÖQa an. 

andridn im Russischen Vasraer = ^^dgiavog. Vgl. 'Avögia- 
vovTtohg, frz. Andrianople. Schulze nimmt auch hier Paretymologie 
nach dvöga an. midrii im Russischen Vasmer == ^AÖQiag. 

■d-övdokog in Pontos = ' Splitter nackt^ wahrscheinlich aus dsog 
und dc'hog. 

ivdgvvd-Tj Reinhold. 

'^IvÖQOvg Meyer Gr. Gr., Dieterich = '^YÖQOvg. 

yiivÖQog Du Gange, Schulze K. Z., Meyer Gr. Gr. ■ Aus dem Neu- 
griechischen wird von Schulze auch raevögög in Aegina erwähnt. 



über den irrationalen Nasal im Griechischen 179 

TIolvvöi/Mg Mayser. 

Xa}.avdQog, -dvÖQiov Schulze K. Z. 

Xai-iaivdQVO = xai-iaidQvg in Zakynthos Zwrig. 

4) Vor ^ 

Nach Deffner Zak. Gramm. 68 haben viele Wörter im Tza- 
konischen nd statt 'C, z. B. slnda = Qi'Ca, mundü = (xvCw, des- 
gleichen sehr viele Verha auf -ändu = atio, -Sndti = -iCto oder 
-v^ü), -indii = -vQoi. In Patmos scheint die Nasalierung vor 'Q 
verbreitet zu sein , aber Dieterich erwähnt nur einzelne Beispiele 
wie TTaivtio, yzivCco, ßvvtavto, Qiv'Ct; ebendort wird acfävtCco aus 
Chios zitiert. Aus der neugriechischen Koine haben wir x'Civx'Cvcpo 
aus titvq)ov, gewiß über *^Lvtv(pov. Diese Erscheinung in Chios 
behandelt ausführlich H. Pernot, Etudes de linguistique 295. 

5) Vor '&. 

In Hellespont wird die Nasalierung, '^ldi(jc iv Ttoirjf^aGt, als 
sehr verbreitet bezeichnet; vgl. z. B. ßdv&og, TvdvSog, Grtav&i, 
üt^fx-d-og usw. Ferner haben wir 

^v&r'va und bei Vasmer anthina. Dies kann durch Parety- 
mologie zu avS^w entstanden sein. Aus elg ^Avd^rjva ist vielleicht 
das venezianische Sentina = ^^^r^va zu erklären. 

lÖQVv&ri Crönert. 

Mdvd-og in Epiros = Mavd^alog Kretschmer, der es durch 
Annahme von Lautsubstitutiou erklärt. 

Ttavd^i in Surmena (üa/cadoTtovlog) ist wahrscheinlich durch 
Metathesis aus Ttayvi entstanden. 

Ttagdvd^VQO in Pontos Oekonoraides. 

6) Vor K. 

In Kappadokien endet sehr oft das Imperfekt auf -yy,a statt 
-za, vgl.' z. B. xvrdyyta, (pEQiy/.a, fpityy.a etc. Ebenda enden fast 
alle Deminutiva auf -dyyii statt auf -d/ii. Diese Nasalierung macht 
sich auch im Tzakonischen bemerkbar (s. Deffner Zak. Gramm. 76), 
aber bloß im Plural -dndzia. Im Tzakonischen ist auch der Über- 
gang von Q in v vor x sehr verbreitet, vgl. z. B. ingati = f'^xa- 
Tog etc. Sonst haben wir: 

dy/.d&L allgemeingriechisch. Hatzidakis ^^d^rjvä 6, 143 erklärt 
es durch Kontamination von dy-dvO^L + dyT-vlfj, dyMOXQi etc. Es 
kann aber auch Metathesis des Nasals vorliegen. Das reguläre 
aydvTL wird aus Pontos bezeugt. 

12* 



180 Ath. Buturas 

ayv.ida = av-ig wird von Hatzidakis a. 0. ähnlich M'ie ayy<.ä&L 
erklärt. Desgleichen 

ayKivaga = vurdga. 

ayYXvGTriqi Foy Lauts. 47 == yiXvaztJQt. 

dyy.ovf.iavÖ£vio wird von Triantaphyllidis durch Annahme von 
Assimilation erklärt; ebenso 

dyyioviiiTri^io. 

ayTigdCo/iiai aus ay.QoaCof.iai in Kyme, Karpathos und Skyros. 
Durch Kontamination von d/iQowfiai und d.y.Qoätoi.iai entstanden 
ist ayÄQO/ua'Cofiai (Peloponnes) und mit ii aus o wegen der Guttu- 
rale dyyovQi-iatofiai (Zakynthos) 

acpoy/.QWf4ai aus tjta/igoh (.lai in Kyme, dq)oyA.QBux)ixi in Thes- 
salien. Durch Kontamination mit d/.QodCo/nat entstand d(poyy.Qd- 
^o/itai in Kephallonien, dcpovyy,Qd'Coi.(ai in Lasta, a(pQEyydto(.iai in 
Bithynien, dq>QLyyd'Co(.iai in der Peloponnes, dq^QovyKdCof.iai in Ar- 
kadien. 

aoTtdXayxag in Kos = dondXa^. 

d(fv'kayyaQ Hatzidakis Msoawv. 1, 82 = (pvXa'S.. 

öayKdvco allgemeingriechisch, z^axw und öaKdvco sind für die 
Inseln des Ägäischen Meeres bezeugt. 

ödyygvo in Syme. 

dQayy.oXid in Athen = *^eine Art Schlange, die unter den 
Wurzeln von Ölbäumen lebt^ aus dgay^og und eXaia. 

ÖQagovded in Madytos = dgayomov. 

ÖQayya in Kephallonien, NEOEllrjvi/.d ^AvdX. 1, 196 = 'Tropfen'. 
Das Wort ist wahrscheinlich das alte dgd^. Zugehörig ist vielleicht 
das in Kephallonien und in Epiros vorkommende dQayy,wvco = 
'sich betäuben'. 

engika im Tzakonischen Deffner Zak. Gramm. 76 als Aorist 
von TCLvio. 

lyAlaßri in Syme, Kyzikos, Hellespont, Kastellorizo, Thrakien, 
Livisiou, Rhodos, Korais "Avayra 4, 111, lyyXaß^ in Lesbos, dy- 
■/Xaßri in Nisyros, Lesbos, Thrakien = iy'kaßiq. 

kyyXlyio in Kypern ^ayeXXdQLog 536; eyyiXe^wfxev, MaxcciQag 
(G. Meyer Rivista di Filol. 1875, 32). 

sy/.Xr]Gia in Pontos Dieterich, aglisia in Otranto Morosi. 

€yy,ovoiov, -äzog Triantaphyllidis. 

f^hyyag in Kyme TgiinTjg und in Karpathos — sXl^. 

Sngu Deffner Zak. Gramm. 76 = rJY.io. 

GeovatIotov Dieterich. 

i)^vXay/.äg in Skopelos = d^vXa'^. 



über den irrationalen Nasal im Griechischen 181 

y.aXafxovyy.ccvL in Karpathüs ZoiyQcnfEiog ^^yiov 332 = %aXa- 

%oXoy'Ä,vdj in Pontos = y.oXoy.v-d-1 Dieterich. 

Xdy/.eQag Foy Lauts. 47 und Hatzidakis Meaaicov. 1, 239 
(außerdem in Aenos) = Xä/,vQog. 

fxay/.ovQa allgemeingriechisch. Schon bei Hesych. steht (xa/,- 
■Kovga. Triantaphyllidis bringt das Wort mit frz. maque in Zu- 
sammenhang. 

^ey^^Xada Cir^a^i/ara) in Zagora = 'unverständliche Dinge , 
vielleicht statt ^e/.Xada aus i'^tu und yiXddog. 

^syaoiXtaCo) in Pontos. 

^eyy.vXovf.iaL Soniavera = 'sich hinunterstürzen , ^e/xtAt in 
Chios naortdxTjg 254 = 'ein abschüssiger Ort'. 

TtQLyxoiXog in Pontos Dieterich und Oekonomides Lautl. 78 
= /teQiy.oiXog. 

TtQÖyy-a in Athen und TtQoyy,ida im Peloponnes = (XTtqoAay 
vielleicht durch Metathesis entstanden. 

TtQOOTqvay/LTai Mayser, der die Form analogisch nach dem 
Thema kvey^Ä,- erklärt. 

PiyxaQÖog Triantaphyllidis. 

a7tdy'/.eXo in Pontos Dieterich = aqpaxeAo. 

oiayy.aXiCov in Epiros aus dem türkischen sakd = scherzen. 

sindzä im Tzakonischen Dieterich = avyied. 

q)dyy.Tov Trintaphyllidis. 

Xavddyy.iv Triantaphyllidis. 

7) Vor fi. 

ydv(.iov bei M. Beaudouin, Etüde du dialecte Cypriote S. 59. 
xivfxwQiav ebd. 

8) Vor |. 
TLoy^a in Pontos Dieterich. 

9) Vor jr. 

'^ AefXTravXog in Pontos Oekonomides = "Ayiog UavXog. 
df.i7tdQ^£vog in Arkadien Foy Lauts. 68 = a/raQ&evog. 
ampdri in Otranto Schulze K. Z. = IrtTtdQLOv. 
d^na^o) MaxaiQccg (G. Meyer Rivista di Filol. 1875, 32). 
"^{.iTtiavög Schulze K. Z., Dieterich. 

d^iTVLV in Thera, afxrclg in Nisyros, dfxvcog in Tsesme = ditov- 
Tag. S. ovzag. 



182 A.th. Buturas 

af.i7tioxEVTog in Tsesme. 

dixTch-AEito Triantaphyllidis. 

af.i7toXva) in Lakonien und der Mani = cctioIvlo. 

a/.i7tovtoQlg in Thera = aycovwQig. 

aböffadog in Tiirakien Wdlrtjg 50 == Mer Rest des Gewebes', 
statt ärtoffaöog. A. a. 0, wird Analogie nach dbag angenommen. 

a{X7toiprig 'schwanger , nach Hatzidakis Meoauov. 1, 325 aus 
i/ravco und iVvx'r}. Die Form ist durch Lautsubstitution oder Meta- 
thesis des Nasals entstanden. 

6(A7t(fjd^üf in Kreta, Kephallonien, Kythera, Melos, Karpathos, 
Nisyros, Korais "Acay.ra 1, 288, Somavera. Nach Foy Lauts. 28 
wurde von dem Futurum drtioow ein neues Präsens «ttw^w ge- 
bildet; daraus ctf-iicaid^io, ferner dfxncooäo) in Zakynthos und über 
*afi7ro'd^V(x) (s. Hatzidakis Meoaitov. 1, 291) di.i7twxvio in Kreta, 
Lokris, Thessalien, Epiros, Makedonien. 

dväfXTrXa in Epiros ^^Qaßavzivc'g 20 = dvd7cavka. Die Form 
kann durch Lautsubstitution entstanden sein. 

dvaf^Ttldvvov in Livision Movaalog aus cvarcXdooco, wie ebd. 
diaf-iTt^dwov = *" zerstreuen', in Thera ÖLaf.iJt'kdoöio = *^ umherirren'. 

anambezu im Tzakonischen Deffuer Zak. Gramm. 76 = dva- 
TtaiCo) 'verspotte' und ebd. anämbezma. 

dvaix/voQÖCüvofxai in Epiros = ich will etwas über meine 
Kräfte tun', wahrscheinlich aus tioqötj, wie auch das Sprichwort 
TtezdyeTai ^odv tioqö/j zeigt. 

aTcö^Tiiw^ia in Karpathos = 'Rest des Getränkes'. 

dTa£/.af.i7rdv in Pontos Oekonomides =^ Ixet, /.dco), eudvo). 

dToe/.af.i7t£a in Pontos Oekonomides = eyiel /.drio aTceoo). 

„yQt]f.i7iida T7JV xQrjTtlöa ol xvöaloi" Korais '.Aca'/.Ta 2, 42. 

öiaf.i7tEQLtio in Kreta (altgr. dia/tsQÖi) = 'ich erscheine von 
weitem in Bewegung'. Die ursprüngliche Bedeutung hat ösutieqw 
in Pontos Oekonomides. 

emblka im Tzakonischen Deffner Zak. Gramm. 76 als Aorist 
von TtoiCL. 

if.i7t0Qw, ■tjfj.TvoQW, f.iTiOQCo allgemeingrlechisch ist nach Korais 
Axa%xa 4, 179 und Foy Lauts. 44 aus eItcoqÜ) über htOQtu ent- 
standen, das in der Form 7t0QcT für Pontos bezeugt ist. 

ki-iTiQiaio Schulze K. Z. 

S7tilrifxnTi/.dg etc. Siehe unter "kiqixxiiofxai,. 

%\xTtiav in Amisos = 07iov dv. 

i/iiTtoiog in Pontos = OTioiog. 



über den irrationalen Nasal im Griechischen 183 

kakombite und kaombiU im Tzakonischen, bei Deffner Zak. 
Gramm. 76 aus xa/og {vmXoq) und Ttoirizog erklärt. 

KafiTtadoytia Schulze K. Z. 

xafiTtQog in Sinasos ^aQavriörig. Die Form ist nach Hatzida- 
kis MeoaLtov. 2, 540 aus xa/cvQog entstanden. 

y.EQOfXTto'ki erklärt Hatzidakis Msoanov. 2, 502 aus /.egl + 
7tQon:oXi. 

Xef.i7Tida Korais ^'Axa^xa 1, 288, Foy Lauts. 68; in Thera 
neralag; in Livision Movoalog. In Amorgos Thumb I. F. 2, 92 

XovfXTtovvag, -ovvi = XovTtivov. 

MevljUTcrjg Schulze K. Z., Dieterich. Kretschmer meint, daß 
die Beispiele mit Doppelkonsonanz (ylavzag etc.) sämtlich durch 
Lautsubstitution entstanden sind. 

OfiTtlij in Epiros, Hesseling Cinq livres de la loi 435, Diete- 
rich, Foy Lauts. 68. Daraus entstanden ist 8f.i7tXia in Thera 
Hatzidakis Meoauov. 1, 40. 

bf^Ttlitio Hesseling Cinq livres de la loi 435. 

o/uTtcog in Trapezunt Foy Lauts. 68 und in Pontes Oekono- 
mides. 

ovfiTtav in Pontes Oekonomides, = OTtov cv. 

TcafXTtaCovGiv Schulze K. Z. 

TCLiiTTikitw in Amisos = tiittiIiCco. Daraus TCifXTtikLv in 
Pontes = 'eine Art Naht' und Ttif-iniXa in Syme = eine Art 
Flechten . 

qovfxjcalov Korais "Axa%%a 1, 284, QOVf.i7talo in Thrakien 
Wdlrrjg = qoTtaXov. Ein S^iiel Qoifxna'la in Chios aber wird von 
Politis nagoi/uiai 4, 537 aus dem Italien, romhola hergeleitet. 

oxQa(.iTtri in Pontes Oekonomides = ccorgaTiri. Daraus arqafi- 
Tiil^EL in Oenoe Politis UagoLf-iiai 3, 308. 

^TOf^Ttdtiov im Armenischen Thumb Byz. Zeit. 

raif-iTtla ist nach Hatzidakis B. B. 6, 330 aus dem alten gl- 
TiaXog, das auch als OLcplög und GiixcpWg bezeugt ist, abzuleiten. 

XaQTO/nTtgdtrig Schulze K. Z., Meyer Gr. Gr., Dieterich. 

XQvGoztdixTtwTog Triantaphyllides. 

10) Vor a. 
dd^Lvouüv Triantaphyllidis. 
dvGrrlöa Meister. 

dvTGrcdtofxaL in Aetolien geht wahrscheinlich auf *dvGTtd^ofxai 
zurück. 



134 -^tl^- Buturas 

sßöo/dtjytovOTip erklärt Triantaphyllidis durch Annahme von 
Inversion. 

yiaf^ivaiov Triantaphyllidis. 

ytavoTQtjoiog erklärt Triantaphyllidis durch Metathesis des 
Nasals. 

XLvoxeQva Triantaphyllidis. 

/utvaa, -og, -ovqlv Triantaphyllidis. 

7tQ6'/.svoog Triantaphyllidis. 

vßqlvozQLav Meister. 

11) Vor X. 

In manchen Orten von Pontes wird das Suffix -ädoi (all- 
gemeingr. -adeg) als -dvToi ausgesprochen, vgl. z. B. ßaoiXidvzoL, 
naiddvTOL, deoTioxdvToi, Xv/.dvToi neben ßaoihddoi etc. Dies läßt 
sich analogisch mit Heranziehung des Suffixes -dvrsg erklären: 
dabei besteht aber die Schwierigkeit, daß die Erscheinung auch 
bei den Feminina vorkommt (td yaqdvxag, td ßgoydriag, zd Tifudv- 
jag U.S.W,)*). Im Tzakonischen findet sich nach Defi'ner Zak. 
Gramm. 76 diese Anaptyxis vor t in vielen Wörtern, wie z. B. bei 
antärayo = drdQCiyßg, polintseria = noXvxaiqia, sindzä = ovau. 
und allgemein im Plural -dndzia = -dua. Auch für Karpathos 
wird diese Anaptyxis als gebräuchlich bezeichnet (MvvTiXijvr] u.s.w.). 
In Kalymnos wird jedes t vor der Synizesis ;' -|- Vokal als yx aus- 
gesprochen (vgl. z. B. f.idy/.ia, de^dyMo). Hatzidakis zitiert, ich 
weiß nicht woher, Meoaitov. 1, 63 7^'(»7£J'to tTToriCevio, die er als 
Analogiebildung zur dritten Person des Plurals erklärt. Auch 
Dieterich Unters. 281 erwähnt ein mittelgriechisch-kyprisches Suffix 
auf -avza statt -ara. Im Tzakonischen wird der Komplex qt zu vt 
(Curt. Stud. III, 354), vgl. d^ite = aqzog, muntalia = ixvqtog. 
Sonst haben wir folgende Beispiele: 

avrindümetier eni im Tzakonischen Deffner Zak. Gramm. 148 
= ßqvydJ/^ai. 

^öqaiAivTiov Schulze K.Z. Triantaphyllidis iührt^^vdqa/uvTTtov 
an, das er analogisch (nach dvdqa) erklärt. 

andö in Bova Dieterich = (xti t6. 

ßXavTiv in Thrakien und Karpathos Kretschmer, Trianta- 
phyllidis; ebendort ßXavtiqi —- lat. blatta. 

ßXivxo in Pontos und Amisos = ßXixov. 



1) Darüber hat neulich Hatzidakis im letzten Hefte der 'EntTriQlg 
JIttva7naxr]fiCov gehandelt, wo er die Erscheinung analogisch erklärt. 



über den irrationalen Nasal im Griechischen 185 

yhovrag Kretschmer. 
day.Qvvtt]g Crönert. 

diavreQito) in Kreta = *ich sehe durch die Finsternis' ist 
wahrscheinlich aus öiarrjQü) entstanden. 

öiavTQexo} in Rhodos ^Ecpr^fx. OiXo^ad^. 10 und ebd. öiav- 

TQSXOfiCCl. 

di/Miwf.idvT(ov M. Beaudouin, Etüde du dialecte Cypriote 59. 

r^dav in Thrakien Walvr^g 50. 

dvfxiavTcv im Pontos Oekonomides und Dieterich. Davon 

Xvxoav in Pontos und der Genitiv Xvrivog etc. = ooxig av etc. 
Hatzidakis K. Z. 33, 121 vermutet darin eine Analogiebildung 
nach elvva. 

ivviksog in Pontos = oti Xoyiog. 

y.adqtcft'g in Lesbos Kretschmer = xad^qlcpirig. 

'/.QEvvriQi allgemeingriechisch = y.QvojTr^Qiov. Das ursprüngliche 
XQviüVTrJQL wird für Adrianopel bezeugt. 

XayovvTo Triautaphyllidis. 

MvQLvovvza Schulze K. Z. 

f^oivxLa allgemeingriechisch. Nach G. Meyer Alb. Wort. 290 
ist das Wort aus dem italien. moccio abzuleiten. 

ovTa und cvrag allgemeingriechisch = ozav. Psichari Mem. Soc. 
linguist. VI, 1 erklärt die Form als „doublet syntactique" [orav 
€f.idv^avE — ovTu s/Add^ave), Hatzidakis Meoaiiov. 2, 505 vermutet 
eine Kontamination von elvra + otav, 0iXrjvTag rQaf.i(x. 1, 134 eine 
solche von dv -\- orav und Krumbacher, Romanos und Kyriakos 
(== Sitz. Bayer. Akad. 1901) eine Analogie zum Partizip ovrag. Davon 
abgeleitet sind avta, ovxe, ivzag, ivvav, aovzag, oivTag, dvveg, 
ag)ovTig, OTtovrig, dnovxa, acpovra, uTtivTig etc. Vgl. L4. M/rov- 
Tovqa, (Dwvrjzi/M xal OQd^oyqacpiAd 52. 

TcaQavTovyiXLv in Livision, sonst TtaqaxvvXi und allgemein- 
griechisch TCaqaxoovYli. 

TtEQLTCavTOvvTi Mayscr. 

TtXavxdutj allgemeingriechisch aus * Trlarduo. 

Ttode = Ttoxe in Thrakien Wdlxt^g 50. 

JJovxioXri Reinhold, der darin eine Paretymologie zu STtovxiad'tj 
vermutet. 

a7teiQavxi/Mi Mayser. 

xrjlr/.ovvxcov Mayser. 

xQLTtowxatxo Triautaphyllidis. 

xQOTvevxa = xQOf-ircexa Triautaphyllidis, der Metathesis annimmt. 



186 Ath. Buturas 

cpowraQi in Trapezunt = cpvvaQiov. 

(fvvxdvi allgemeingriechisch, vielleicht aus dem altgr. (pvrävq. 
Die Form kann aber auch durch Beeinflussung des türk. fidän 
entstanden sein. 

XQtfAivTQi", ;fA<^iyr^cJ etc. in Amorgos Thumb I. F. 2, 90 == 

12) Vor <p. 

afxq)LiQCDOig Triantaphyllidis, der Inversion annimmt. 

avai-iq^aXaröog Reinhold. 

avTiyQajAcpov Mayser. 

€7tiaTQav(pij(yETai Meister. 

nafxcplayöviüv Dieterich, Triantaphyllidis. Letzterer nimmt 
inverse Schreibung an. 

aaixcpeiQivov im Armenischen Thumb Byz. Zeitschr. Kretschmer 
führt auch oä^icpeiQog und Dieterich den Eigennamen ^a^icpiQu an. 
Diese sind durch Lautsubstitution entstanden. 

^aficpcö Kretschmer, Triantaphyllidis, Hatzidakis Meoaiojv. 
2, 509. Auch hier nimmt man Lautsubstitution an. 

^i^cpoQLv Reinhold. 

13) Vor ;^. 
aTteyxovj^v Reinhold, der Metathesis annimmt. 
ßgayxidXiov Dieterich. 

Bgayxiörjg Kretschmer. 

(.leirjvtyxif^^j Crönert, Mayser, die beide Analogie zu tveyy.- an- 
nehmen 

awxvovg Meister, avyyvd Maxaiqäg (G. Meyer Rivista di Filol. 
1875, 32). 

14) Vor ip. 
af^eif-iipavTa Schulze K. Z., Dieterich. 
ava/.L'f.nliai Dieterich, Meister. 
ävTC(.i6i(xipig Dieterich. 

yQVfj-xpog in Pontes Oekonomides. 
y.a(xipdy,rig Dieterich. 
Y.a(xilidQiog Schulze K. Z., Dieterich.. 
Kv^xpala Schulze K. Z. 
Xeifiipavov in Pontos Oekonomides. 

Xrjf.npofxaL Schulze Orthogr., Crönert, Mayser, Meister, Dieterich, 
Thumb. Fast von allen wird der Nasal durch Annahme von 



über den irrationalen Nasal im Griechischen 187 

Stammanalogie erklärt. Er findet sich allgemein bei den ab- 
geleiteten Formen, wie llrj f.tq>d^riv Meister, dvülrif.npig Dieterich, 
dvziXripiipig Schulze, Mayser, Meister, sylr^ixil'iQ Mayser, ETilktjfxipig 
Schulze, Meister, iJ.eTdXrj/xil.ng Schulze, Meister, htLXr^(.i7txi/Mg 
Schulze, iTii'KrifATtxog Schulze, v.aTal.rif.iTCzd Schulze, negilrif^nzivid 
Schulze, nQoXri(X7TZLy.ög Schulze. Die Griechen haben ihn dann 
auch nach Rom gebracht (Schulze); so erklären sich die Formen 
encatalemsis, epüempsia, epüence, metalemsis, ni/mpholemjjtum, pro- 
lempsis. 

MofxxpovBGtia Schulze K. Z., Dieterich. 

Moixipovy.Qr^vTi Schulze K. Z., Dieterich. 

oviA.ipaLQL/.6g = subsericus. Schulze K. Z., der Analogie nach 
0VV annimmt. 

ovf.iip€lXiov Schulze K. Z., Reinhold, Dieterich, ovviptlhov 
Meyer Gr. Gr. Auch hier nimmt Schulze Analogie nach avv an. 
Hatzidakis Msoaiwv. 2, 341 vermutet darin eine Analogiebildung 
nach ovixipdXlto. 

vi^ipcüfiav in Pontos Oekonomides. 

IV. Über die Anaptyxis im Sandhi. 

Was im Innern des Wortes sich vollzieht, geschieht natürlich 
auch im Sandhi. Auch hier dient der irrationale Nasal zur Ver- 
bindung des Vokals des vorangegangenen Wortes mit dem Kon- 
sonanten des folgenden Wortes, gerade wie das euphonische v zur 
Verbindung zweier Vokale dient i). Diese Erscheinung wird ganz 



1) Einer eingehenden Untersuchung bedürfen auch diejenigen Wörter, 
die am Anfang v statt Vokal haben [vwfxog, vrihos u. s.w.); über diese Er- 
scheinung haben gelegentlich auch andere gehandelt, vor allem aber 
G. Meyer Anal. Graeciensia 11 ff. Die betreffenden Formen sind einseitig 
als Bildungen erklärt worden, die von dem Akkusativ des Artikels, eines 
Adjektivs, Pronomens oder von Partikeln ihren Ausgang genommen hätten. 
Diese Erklärung genügt nicht. Ein riesiges Material steckt im Archiv 
des Neugriechischen Lexikons, das nicht erklärt werden kann, wenn man 
nicht nebenher zur Annahme des euphonischen Nasals greift. TJm von 
den älteren Beispielen aus Ägypten zu schweigen {s/uv = (xst, ff^hv = ^j"i7 
u. 8. w.), die durch die Tendenz zum euphonischen v erklärt werden können, 
haben wir im Neugriechischen mehrere Zeugnisse dieser Art. So wird der 
Nasal aus Karpathos bezeugt (leider steht wiederum der Umfang der Er- 
scheinung nicht fest): tC{v) exnfitg. Desgleichen bezeugen Sammler, daß 
dieser Idiotismus im Ehodopegebirge sehr verbreitet ist, vgl. z. B. f^f^r) 
avTQK : xal{v) ixovtip« u. s. w. Besonders macht sich der Nasal in den 
Volksliedern bemerkbar, vgl. x6Qr){v) 'inkuvs u. s. w. Im Ehodopegebirge 



X88 Ath. Buturas 

allgemein — leider steht auch hier die Ausdehnung nicht fest — 
für eine der Sporaden bezeugt von einem Sammler, der sagt, daß 
das dortige Idiom '^vlqigtl/.ov sei und nur das Beispiel alrri {v) 
Ttov {v) fjQTE beifügt. Vereinzelte Beispiele sind die durch den 
Zusammenschluß der demonstrativen Partikeln va bezw. £ mit dem 
synkopierten Pronomen zog u. s. w. (= aviog) entstandenen Formen 
vavTog, evTog u. a. , die für die Inseln belegt sind. Kretschmer 
Lesb. Dial. 171 erwähnt als vereinzeltes Beispiel ora gali, das er 
aus dem Akkusativ togav Aokr^v erklärt; vgl. auch a. 0. 274 navichg 
= yidxixi. Im Tzakonischen findet sich die Nasalieruug vor ti^ 
vgl. mäti (n) di = 'deine Mutter (s. Deifner Zak. Gramm. 79), 
und in dem Worte xavivag, vgl. z. B. alle (n)garena, woher dann 
allgemein garhia gesagt wird. Ebenso sind zu erklären die bei 
Hatzidakis Meoaiiov. 1, 6'ö zitierten Beispiele OTtad^iov vxov, yvvar/.a 
VTOv und allgemein vzov (vgl. auch Wälzrig über dovg); die von 
ihm vorgeschlagene analogische Erklärung (nach Tiaiöiv tov usw.) 
ist unnötig. 

Hiernach ist es nicht richtig, die Entstehung dieser Mediae 
ausschließlich aus dem vorhergehenden Nasal zu erklären, sondern 
es ist sehr wahrscheinlich, daß ein großer Teil aus anaptyktischem 
Nasal entstanden ist ^). In Ikaros wird nach ^iaf.iaxicLÖrig jedes x 



und in Thrakien findet er sich besonders hei der Konjunktion vä[v). Das 
allgemeingriechische ^i]v wurde ursprünglich wahrscheinlich nur vor einem 
Vokal und dann vor jedem Wort gebraucht, das mit x n r '§ \p anfängt; 
hiernach wäre Hatzidakis' Erklärung hinfällig, der Angleichung an div an- 
nimmt in Mtaaiwv. 2, 351. 

1) Aus einer großen Masse von Material zitiere ich hier einzelnes, 
was mir zur Hand ist : gäQog in Epiros, guvgäov in Thessalien, gjoifvQ' in 
Velvendos, go(fi in Epiros, götfog in Sisanion, govliüvoj in Anaku, yQÖd-og in 
Makedonien, govQgovfJiCw in Epiros, gQvvud^oj in Velvendos, yxäßyo) in Kreta 
= xttfiTiTw, yxalög in Pontos, yxa/urjXa in Thessalien, yxavXa in Epiros, 
yxa(fU in Kozani (hier kann auch Metathesis vorliegen), yxiaai^Qc, in der 
Mani, yxioaog in Kreta, yxiaitQva in Ikaros, gxovßä(>i in Epiros, yxovßag in 
Velvendos, yxQtfxiC(o allgeraeingriechisch, yxQifxuT CCai in Kypern, grüfu im 
Tzakonischen = xqvtttü), yxovqrög in Livision, yxvkiH in Epiros, yxvXivTQog 
in Kozani, unaqanovki in Kappadokien = nQonoXig, finuQäg in Pontos, 
(xnäaxa in Pontos, fxnnCyvto in Pontos, /unKTSQug in Pontos, /unt/Anw in 
Kreta (überflüssig ist die Erklärung von G. Meyer I. E. 6, 2, 191 aus 
^/xn^/imw) , finiQToxüxxi in Triphjlia, fjTnarög in Kreta = Tiiarög (über- 
flüssig sind die Erklärungen von G. Meyer, I. F. 6, 2, 191 aus s/Ltncarog und 
von Hatzidakis Msaatwv. 2, 100, was den Akzent betrifft nach Analogie zu 
niarog), finoyovixia in Epiros, fj.nofjni] in Kreta, ixnovnxög in- Kreta, finoQ- 
fjmoXoyfjj in Kreta, finQUTiTjdoj in Epiros, fiuQixov in Leukas, fiJiQÖßa in 



über den irrationalen Nasal im Griechischen 189 

am Anfang des Wortes als yx ausgesprochen (y7.dTa), f^aiva etc.), 
wie auch jedes tx als fxn {(XTtaqxida u. s. w.). In Karpathos ist die 
Erscheinung sehr verbreitet, besonders bei x (NTr]lei.taxog, Nxijvoq, 
NrrjXog u. s. w.), seltener bei anderen Konsonanten. Sehr verbreitet 
scheint sie auch in Pontos zu sein. Demnach ist ^dlTTig analogische 
Erklärung der Formen dovyidva, dq^xo), dvlltco, dvhydöi überflüssig, 
ebenso wie Kretschmers Erklärung Lesb. Dial. 171 der Form garonu 
aus iy'/.aQiöv(x). 

Diese Tatsachen dienen auch zum besseren Verständnis mancher 
Erscheinungen der Nasalierung mit prothetischem Vokal, die bis 
jetzt verschieden erklärt worden sind, besonders durch Annahme 
von Paretymologie (nach Komposita mit der Präposition ev). Der 
Konsonant nämlich hat im Sandhi den Nasal und dann an manchen 
Orten einen prothetischen Vokal angenommen, was übrigens sehr 
oft gerade in denjenigen Bezirken vorkommt, aus denen die meisten 
Beispiele stammen. Diese Tatsache ist nicht sonderbar. Denn 
wie die allgemeingriechischen Wörter fATtovQÖa, fXTtovKsa, ix7iov'/.Xa 
u. a., die anfangs jutt hatten, in Kalymnos zu sfXTtovQÖa, in Kos 
zu s[X7tovy.ed, in Syme zu E\i7tov%Xa wurden, so kamen andere, 
die im Sandhi die Media annahmen (vgl. yv.Qonaxio = ctyLQOrcaxio 
in Syme), zu einem prothetischen Vokal. Auf diese Weise können 
manche Beispiele des vorigen Abschnitts erklärt werden, z. B. 
dy/.iväQa (=«-[" y'/.LvaQa.), und ganz überflüssig wäre dann die 
von Portius-Meyer 86 aus dem Türkischen enginär hergeleitete Ety- 
mologie des Wortes. Ferner können so gut erklärt werden die 
Formen dymoarjQag in Naxos und Astypalaea Dieterich, dyy.Xaßavt] 
in Kos, dy/.Xi]d6va in Pontos oder iy'/.Xrjö6va in Amisos (= /.AtjJcuv), 
dyAXvCo) in Pontos = sytXvtio, dy/.XvaTiJQi in Adriauopel, Epiros, 
Somavera, dyy.QSf.iv6g in Kyme TQi(.nqg, agriistaddo in Bova Morosi 3, 
dfÄTtaii^oyeXdio in Zakynthos Zw'tjg, ampäri = i/trcdQiov in Otranto 
Morosi 108, dfXTteXovid, -duco in Thera {UeTaXag), Kreta, Kythera 
(IJavdwQa), di.i7tXifxi.iav, -ercio in Kypern, dfXTiXov.afiög in Kreta, 
d(.i7iovd^öj in Paros = ßorid-a (ebd. auch f.i7tov&i~), dvxovxi 
in Kreta = öovri, dvtvXiyddi im Peloponnes. So kann auch 
sfXTioQw erklärt werden, das heißt altgriech eitvoqco — inoqw in 
Pontos — 7T0QCÜ in Trapezunt — [.inoQio allgemeingriechisch und 
hieraus ifXTtOQio oder '^f.uioQio oder dfinoqiö. So wurde aus dem 

Kreta, (.ingorov in Leukas, /ungov im Peloponnes, finQovakd^ft in Karpathos 
(aus TiQobciXXw), fxnQoifivTu allgeraeingriechisch, finvxvög in Kreta, VTovfinavo 
in Lesbos Kretschmer (das kann auch durch Assimilation entstanden sein), 
vrqiXXa in Oenus. 



190 -^t^- Biituras 

türk. hasten {za /.aoxlv in Makedonien), syv.(xoTa auf den Inseln 
des Ägäischen Meeres und tyv^ag in Epiros. So erklären sich die 
Formen tyv.olho oder ayyioXXco in Chios TlaaTrccTrig 143, engofo = 
yc/iiq^og Deffner Zak. Gramm. 149, tyy.Xvoz'iJQi, Somavera, ätigremma, 
-izo in Bova Morosi 3 (= y/.Qef.iv6g, y^/.Qef.iitto), engremne im 
Tzakonischen Foy 47, iyxQEf.tcg in Epiros ^ ^gaßamvög 38 oder 
lyxQSiuog in Syme, syyiQivog = x^n'og in Syme, ^irtoöeio = Tiodsd in 
Pontos, tfXTtQOEorög — - Ttgoeorog in Pontes etc. etc. 

Anhang I. 

Es ist bekannt, daß viele Wörter im Neugriechischen, besonders 
am Anfang, aber auch in der Mitte, ein y statt x haben, wie z. B, 
ayavo allgemeingriechisch, yddog in Thera, yQijTtiSa in Epiros, 
yvipali] in Leros, yQr/.sXi in Kypern, ycoßiog allgemeingriechisch 
etc. etc. Diese Formen wurden bis jetzt verschieden erklärt. Da 
aber die Tatsache feststeht, daß auch der Übergang von ^ zu y 
vorkam, wie Hatzidakis ^^d-rjva 22, 255 zu den Formen yavQog: 
syyqavXig, yaoiQcüvto : syyaarQtovco bemerkt hat, so können wir mit 
großer Wahrscheinlichkeit die Vermutung aussprechen, daß die 
oben angeführte Erscheinung denselben Ursprung hat. Demnach 
wäre die Erklärung Kretscbmers Lesb. Dial. 171, der xaVog aus 
dem Lateinischen und yazog aus dem Italienischen herleitet, über- 
flüssig. 

An hang II. 

Es ist bekannt, daß schon in alter Zeit X die Kraft hatte, 
das benachbarte x in y zu verwandeln. Im Neugriechischen haben 
wir eine große Masse derartiger Beispiele (yXvTtlvo), yXiOTQw etc.). 
Besonders macht sich die Erscheinung in den Idiomen von Pontos 
bemerkbar, wo sie auch bei q eintritt (ygiCsvo) = eytQi'Cw etc.). Es ist 
nicht unwahrscheinlich, daß auch diese Erscheinung ihren Ursprung 
in der Nasalierung hat, da sie sich außerdem besonders bei Wörtern 
findet, welche auch mit Nasal bezeugt sind, wie bei £yXr]aid in 
Thera neben eyyilr]Gta (s. o.), eylaßrj in'Panormos neben eyyiXaß^ etc. 

Athen Ath. Buturas 



Otto Probst acrudus 



191 



acrudus 

? acrudus. Soran. gyn. 2, 1, 14 cum . . . mulier ... in balneo 
acrudo descenderit (^ex acroclo "pro acrotolo, a.Y.qo^o'ku) Rose). So 
der Thesaurus ling. Lat., der mit vollstem Rechte dem Lemma 
acrudus ein Fragezeichen voraussetzt. Ein derartiges Wort, dessen 
Bedeutung ganz unerklärlich ist, gibt es natürhch nicht; denn nur 
durch einen Überlieferungsfehler, den Roses Vorschläge noch mehr 
in Dunkel hüllen, kam eine solch monströse Wortbildung zustande. 

In dem Kapitel 'de retentione menstruarum' der unter dem 
Namen Mustions überlieferten spätlat. Übersetzung der Gynaecia 
Sorans (ed. Rose, 1882, p. 48 sqq.) ist die Rede von verschiedenen 
Hilfsmitteln, um diese retentio zu beheben. Ist unter Beachtung 
der gegebenen Vorschriften die Menstruation eingetreten, so em- 
pfiehlt es sich die Patientin einer weiteren Behandlung zu unter- 
ziehen. Zu dem Zwecke verlangt 

Soran (ed. Rose p. oll, 1 sqq.): Mustions Übersetzung (ed. 



(sc. y.ad-aQascüg) ro7g avaXiqn:- 

TL%0lc, XQTjOTtOV, XOVXQU) TtOtyilXt] 

TQOCpfj öi'vip v,al alojQcc TtegiTtd- 
Toig yvfxvaaioiQ TQiil>eai tov ts 
oXov oa piarog yial twv Ttegl trjv 
vGTegav. ftcbI fAfVTOi JtQog ttjv 
TOTTixrjV rijg voregag tqXxHv ai 
öid tlulwv Twv yßiQÜv Ttaqacpo- 
gal TtEQid^Xaoiv cflgovoL, vmS- 
( V ■Ä.aiQov elg sif-ieysO^ri leKocvrjv 
yiad^iCei i] xdfxvovoa Xovoiiiev7j tj 
(add. Rose) yiataßaivEt elg Tr(v 
e'fAßaoiv, OTtöyyovg Ttlaxfäg y.al 
fAaXayiovg rtp rji^QO^) neqiTL^tvai 
"Kai Tolg loxioig, ymI t^gifia tvqoo- 
svTVTtojaaoav xalg xeqol uag- 



Rose p. 53, 6 sqq.): post cuius 
(sc. purgationis) transitum resu- 
menda est lavacro et vario cibo, 
gestatione exercitiis et frictione 
primo totius corporis, secundo 
etiam et ipsius matricis. quae 
fieri debet hac disciplina, ut 
cum ad encathisma mulier sederit 



vel in balneo acrudo (/ agro du 
in soHum) descenderit, ibi mu- 
heres spongiis vel penicilhs ab 
umbilico iniusum locum matricis 
sine quassatione defricent eqs. 



dyeiv TTjöe ■/.dy.elos xtZ. 

Aus der Parallele geht ohne weiteres hervor, daß der griechi- 
sche Text gerade an der Stelle, auf die es ankommt, von Mustio 
— sagen wir — recht frei wiedergegeben ist. In der Hauptsache 
zwar stimmt der Inhalt gegenseitig. Aber mit dem Worte acrudo, 
das am entsprechenden Platze des Griechischen kein Pendant hat, 



192 Otto Probst acrudus 

muß es eine eigene Bewandtnis haben. Med er t (quaest. crit. et 
gramm. ad gyn. Mustionis pertinentes, Dissert. 1911, Gießen, 
p. 55 sq.) schlägt vor den Ausdruck '^in halneo acrudo für ver- 
schrieben aus lavacro anzusehen. Dem kann aber nicht so sein. 
Der Übersetzer empfiehlt ja kurz vorher der Patientin den Ge- 
brauch des lavacrum, das er also recht gut vom balneum zu unter- 
scheiden weiß. Mehr, nach der oben ausgeschriebenen Stelle gibt 
Mustio zusammenfassend Vorschriften, die 'post encathisma ... vel 
balneum' zu befolgen sind. Und doch läßt sich das Wort acrudus 
ganz ungezwungen erklären. Allerdings nur durch Anwendung 
und Anerkennung eines radikalen Verfahrens. Dem ganzen Inhalt 
der Stelle entsprechend hat acrudo gar keine Beziehung zu in balneo, 
sondern es gehört eingeschoben zwischen fieri debet und hac dis- 
ciplina. Acrudo kann nämlich nur aus acro(-a) nudo(-a) ent- 
standen sein, womit'Mitt ipiXwv icov yeiQwv wiedergegeben wird (vgl. 
Götz, Corp. Gloss. Lat. emend. III 252, 20 ilulog' nudus). Was 
Mustio unter acra (ayiga) versteht, sagt er uns selbst, wenn er 
XQiof-isvoi . . . öiu'/.QaTyoeL oksIc^v xal /.aQnwv so übersetzt: acra 
eorum contineantur (2, 2, 23). Ähnlich 2, 4 p. 60, 3; ib. 7 lanis 
. . . mundis universa acra contecta (beachte den Gegensatz: nudus); 
vgl. Cass. Fei. 30 p. 60, 16 manuum ac pedum acra i. e. summi- 
tates. Und demgemäß lautet die Übersetzung des lat. Textes (vgl. 
Lüneburg-Huber, Die Gynäkologie des Soranos v. Ephesus etc., 
München 1894, S. 105): Das Frottieren soll vorgenommen werden 
mit den bloßen Händen unter Beachtung des Umstandes, daß die 
Frauen dann, wenn die Patientin zum Sitzbade sich niedergelassen 
hat oder in die Badewanne gestiegen ist, im Bade mit Schwämmen 
oder Tüchern vom Nabel zum Utei'us ganz leicht frottieren. 
Speyer Otto Probst 



E. Schwyzer, Zur griechischen Laut- und Wortbildungslehre 193 

Zur griechischen Laut- und Wortbildungslehre 

1. EQVOg 

Diese aspirierte Form ist überliefert in Eur. Bacch. 876: i^do- 
/Lieva ßQOTiov £Qrjf.uaLg oy.iaQO/,6f.iov ^' (-'gveaiv vXag. Bruhn, der 
im Gegensatz zu anderen Herausgebern die Form beibehält, recht- 
fertigt sich durch die Bemerkung: „häufiger ist bei diesem Worte 
der Spiritus lenis, doch findet sich auch der Spiritus asper über- 
liefert und bezeugt" (Ausgabe in der Hauptschen Sammlung Berlin 
1891). Bruhn stützte sich vermutlich auf Elmsley zu Eur. Med. 1182, 
der aus Handschriften und altern Ausgaben Zeugnisse für die For- 
men £Qvog und ?Qvog anführt. Diese Zeugen beweisen aber höch- 
stens, daß die byzantinische Schreibweise zwischen den beiden 
Formen schwankte. Zudem geht fast an keiner der von Elmsley 
angeführten Stellen dem Worte SQvog eine Tenuis voraus, die als 
Aspirata den Asper von {-Qvog verraten könnte wie an der Stelle 
a.U8 den Bakchen, von der wir ausgingen; dies ist nur Soph. Oed. 
C. 1 108 der Fall, und hier widerspricht die Überlieferung a (flltav^ 
eQvtj dem Asper der euripideischen Überlieferung. 

Doch verdient letztere schon als „lectio difficilior" Beachtung, 
und sie wird bestätigt durch die Stelle des Ibykos bei Athen. 13 
p. 601 B GyiLBQoloLv vcp tgvEOiv (Hiller-Cr. * 1) und durch das von 
Valckenaer in seiner Ammonios-Ausgabe abgedruckte Xs^iy.dv tteqI 
TtvEvixdxow. Nachdem der Verfasser des nach dem Titel aus Try- 
phon, Chöroboskos, Theodorites und andern kompilierten Traktates 
erklärt hat, daß e vor q + Vokal oder Konsonant nicht aspiriert 
werde, und als Beispiel auch tqvog- b xAatJog angeführt hat (p. 218 
der Ausgabe von Valckenaer), fährt er fort (p. 219): Iv d^: xolg 
OepdwQiTOv, aXla yial iv noXkoig riov ^xEÖEY-TOTtTv-f to SQVog da- 
Gvvojuevov EVQOv. -/.al av yovv ddawe {xäXXov avto. o\ de: ipiXovvteg 
yiarcc txvixoXoyiav x})iXovGiv, wg s/, xrjg egag q)v6f.iEvov. 

Auch die richtige Etymologie beweist, daß der Asper etymo- 
logisch nicht berechtigt ist: sQvog gehört zu oQvvfXi (Bugge Curt. 
Stud. 4, 327; Bechtel Gl. 1, 73). Aber deswegen darf man die 
Form mit Asper nicht überhaupt verwerfen; i-Qvog, das noch in 
unserer Überlieferung zum Vorschein kommt und tatsächlich viel- 
leicht weiter verbreitet war, zeigt den gleichen sekundären Asper 
wie das möglicherweise wurzelverwandte oQfxrj, wie aqfxa., ctQfxög 
u. ä.; s. darüber Sommer, Griech. Lautstudien 133 f. Der von 

Glotti. V, 3. 13 



J94 ^- Schwyzer 

Sommer S. 134 vermißte Parallelismus in der Behandlung der 
Gruppen „anlautender Vokal + p^" und „anlautender Vokal + ?»'" 
besteht also doch, wenn auch für den zweiten Fall vorläufig nur 
ein Beispiel mit Aspiration beigebracht werden kann. 

2. XQOflflVOV 

Die sprachwissenschaftlichen Handbücher kennen fast nur die 
Form '/.Qoi-ivov (durch Assimilation aus y.QSf.ivov, dies aus *qremusom); 
Boisacq s. v. setzt wenigstens y.q6u{(x)vov an. Tatsächlich ist %Q6f.ivov 
nur durch zwei Homerstellen metrisch gesichert (^ 630. t 233); 
die Ausgaben der späteren Literatur bieten die Form xQOfXfxvov, 
die durch Aristophanes für das Attische metrisch gesichert ist, z. B. 
Ach. 1100 aXag d^vixhag oioe Ttdt y.al /.QOi-tfiva; vgl. weiter Ach. 
550; eq. 600; ran. 654; pax 529 (tov jlisv yccQ o^et '/.QOfxfxvo^vQey- 
fxiag). Die Regelmäßigkeit und Häufigkeit der Form mit geminiertem 
fA, verbietet, an die inschriftlich oft bezeugte Verlegung der Silben- 
grenze in den Konsonanten zu denken, an Fälle wie att. TtdlXriv, 
vavllov, thessal. fxvafxfxsiov u. ä. (s. Brugmann-Thumb 152 f.). 
Vielmehr läßt sich f.ii.i kaum anders erklären als aus dem zwischen 
V und geschwundenen h. kqo/x^vov steht darnach auf einer Linie 
mit Fällen wie hom. q^ilojiifXEidiljg, cifXfxoQog, att. f-ihsydlov (vgl. 
Brugmann-Thumb 145 f.). Freilich nicht völlig; während hier sm 
zugrunde liegt, ist in y.Q6f.i(.ivov der stimmlose Nasal durch sekun- 
däres Vorrücken des Hauches um eine Silbe zustande gekommen, 
also durch einen ähnlichen Vorgang, wie er in att. hog eIqtzov mo) 
ecog IsQog angenommen werden muß (s. darüber zuletzt Sommer, 
Griech. Lautstudien Ifi".). Im Grunde ist nicht die gewöhnliche 
Form %q6i-i(a.vov erklärungsbedürftig, sondern das homerische -/.qÖi^vov: 
gerade in einem isolierten Worte würde man die „Geminata" er- 
halten erwarten. 

3. äÖEia exSeia evöeia 

Neben döe'^g sxdsrjg svderjg erwartet man *ddsEia ^ez-dhia 
^Evdhia. Damit, daß für ddsrjg usw. eigentlich * adrig usw. zu er- 
warten sind (Brugmann-Thumb 75) und aöeta usw. auf diese kürzern 
Formen zurückgehen, wird man sich nicht zufrieden geben, da 
dösLa usw. erst seit Thukydides bezeugt sind. Die nach dem Vor- 
bild von dlr'd-SLa : dXifj&i^g, evytvsia : svyevrjg u. ä. geschaffenen 
^ddhia, gen. *dd€elag, in jüngerer att. Aussprache *ddeea, ^aöeeag 
wiesen eine Folge von drei kontrahierbaren Vokalen auf, die im 
Attischen vermieden wird; vgl. neigaitog, ^EQSTQUog gegenüber 



Zur griechischen Laut- und Wortbildungslehre 195 

ßaailsiog u. ä. (Brugmann-Thumb 74). Doch brauchen in solchen 
Fällen nicht immer die beiden letzten Vokale kontrahiert zu werden; 
bei der nahen Verwandtschaft von « und e ist die Annahme un- 
bedenklich, daß "^ddseag *aöeeai *aÖ€ewv *aÖ€eag zu *a^eag usw. 
(geschrieben döelag usw.) sich entwickelten; vgl. die parallele Be- 
handlung von -i€ia = -ila im späteren Griechischen (Gramm, d. 
perg. Inschr. 57 ff.). In nom. acc. sg. nom. pl. ergaben sich dabei 
die Formen *ccdea, -av, -at (geschrieben *ddeia, -av, -ai), die sich 
jedoch der Analogie des Typus svyevsia : evyeveiag nicht entziehen 
konnten; so entstanden die neugebildeten Formen adsta, -av, 
~ai usw. 

4. yevväv 

Wackernagel hat KZ. 30, 300. 314 die Ansicht ausgesprochen, 
yivva (zuerst bei Pind.) sei eine postverbale Bildung zu yevväv, und 
damit vielfach Beifall gefunden, meines Erachtens mit Recht. Doch 
sind damit das schon homerische yevvalog (E2b3) und yevväv (seit 
Pindar) nicht erklärt. Wackernagels Erklärung von yevväv als 
Umbildung eines altern "^yevvävai, der E. Fraenkel Nom. ag. 2, 21 
beipflichtet, der im übrigen von Wackernagel darin abweicht, daß 
er yevva als Umbildung eines altern *yavvri betrachtet, wird man 
gerne zu gunsten einer Deutung aufgeben, die nicht mit einer 
Präsensbildung operiert, die bei der Wurzel gen- weder im Grie- 
chischen noch in einer der verwandten Sprachen bezeugt ist. 

Eine solche Erklärung wird durch einen Jüngern attischen 
Lautvorgaug an die Hand gegeben. Aus dem Attischen sind die 
Formen oteQQog ßoQgäg (über OTeQSog ßoQeag aus oregeog ßogeag) 
bekannt; die für das Attische vorauszusetzenden Vorstufen mit er- 
haltenem konsonantischen i nach der sekundären Geminata sind 
in andern Dialekten in ähnlichen Fällen bezeugt (Brugmann- 
Thumb 64f.). 

Nach solchen Mustern liegt es nahe, ysvvälog auf ^-yeveaiog, 
yevväv auf "^yeveaev (aus -aeev) zurückzuführen, als Ableitungen 
von yeveä. Die Bedeutung stimmt vorzüglich; die angenommene 
Lautbehandlung konnte unter günstigen Bedingungen, die hier im 
Zusammentreffen einer Reihe von Vokalen besteben, in jedem Dia- 
lekt eintreten. Freilich sollte man für ^syeviäoa, abgesehen von 
der begreiflichen Akzentverschiebung, '*ey€vväGa erwarten usw. Doch 
erledigt sich dieser Einwand leicht. Es ist verständlich, wenn sich 
eine Form *syevväoa unter dem Einflüsse des Typus irifxiqGa nicht 
hielt ; es steht auch nichts im Wege, die Entstehung der Geminata 

13* 



196 E. Schwyzer 

in eine Zeit zurückzuverlegen, die dem Wandel von urgriechischem 
ä zu ij im Ionisch-Attischen vorausliegt. 

5. JiSQO'öag 

Der Thesaurus zitiert aus Galens Lex. p. 544 TtEQOvag' b Tvegu- 
aivog oivog, oiov yvegvoiag rig cov, wg ■x.al avzlvijv ovoixaCei rov 
avToeTiTTjv. Das Wort kann freilich nicht unmittelbar aus rcegvoiag 
entstanden sein, wohl aber aus * Tteqvavag. Es ist somit ein neuer 
Beleg für Kretschmers spätgriechisches Gesetz: „ein unbetonter 
kurzer Vokal fällt in der Nähe von Nasal oder Liquida aus, wenn 
in der benachbarten Silbe derselbe Vokal enthalten ist" (Wochenschr. 
f. klass. Philologie 1899 Sp. 5; Der heutige lesbische Dialekt Sp. 
llOff,, wo Sp. 114 auch antike Belege für rceQOv tvsqoi /legovvij). 
Die vorausgesetzte Form "^ tisqvo vag verlangt noch ein Wort der 
Erklärung. Sie kann entweder aus ^viEQiovag assimiliert oder aus 
*7reQvotag und '^TiSQiovag kontaminiert sein. Die Möglichkeit der 
Metathese ^itegtavag aus *7i£Qvaiag ist angesichts bekannter Fälle 
wie MiTvXr^vri (Brugmann-Thumb 160) nicht zu bestreiten und viel- 
leicht unmittelbar bezeugt durch eine Bemerkung im Thesaurus: 
„TTtQiav perperam in quibusdam codicibus scribitur pro 7tiQvoi^\ 

6, htaxöv 

Daß in t- das Zahlwort für Eins steckt, wird von niemandem 
bestritten; doch ist unklar, wie sich i- zum Stamme iv- verhält. 
Brugmann IF. 21, 7 ff. betrachtet exarcV als eine Kreuzung von 
*a-xaroV und *fcV xarov. Diese Annahme scheint entbehrlich; 
eviaTov erklärt sich meines Bedünkens ungezwungen aus *tv 'autÖv 
durch Dissimilation des ersten im schwächer betonten Teil der 
Gruppe stehenden v. Daß das erste v phonetisch velarer, das 
zweite dentaler Nasal ist, bildet keinen begründeten Einwand, um 
so weniger, als darauf hingewiesen werden kann, daß auch der 
Nasal von *xaTOv im Sandhi velar werden konnte. 

7. XeßrjQig' zö Xenoq xov xvdfiov exuviae, pellis deposita 
Wenn auch kein Zweifel darüber besteht, daß leßrjQLg in der 
angegebenen Bedeutung mit Xoßog zusammengehört (vgl. Boisacq 
s. V.), ist die Bildung des Wortes noch der Aufklärung bedürftig. 
XeßrjQig erklärt sich durch den Hinweis auf TQieTtjQig: wie dieses 
Wort eine Femininbildung zu TQievr^Qog ist, das seinerseits wieder 
auf l'zog zurückgeht, so läßt sich für leßriQig ein Adj. ^keßiqqog 
erschließen, dem ein "^Xeßog n. zugrunde liegt, das zu /.oßog in 



Zur griechischen Laut- und Wortbildungslehre 197 

einem bekannten Verhältnis steht. Das isolierte, auf *XE߀a--Q- 
zurückführende IsßiqQ-ig dürfte übrigens dafür sprechen, daß E. 
Fraenkel recht hat, wenn er in dvd^riQog u. ä. die lautgesetzlichen 
Formen sieht (Nom. ag. 1, 129»). 

8. dt^v5 

Die schon altern praktischen Wörterbüchern geläufige An- 
schauung, daß in hom. oi^vg att. oltvg als erster Bestandteil die 
Interjektion ol stecke, kann doch auch in der Gestalt, die ihr die 
neuere Forschung gegeben hat (vgl. Boisacq s. v.), nicht als so 
sicher gelten, um jeden anderen Deutungsversuch von vorneherein 
auszuschließen. So mag denn ein schon alter Gedanke hier vor- 
getragen werden. Ich schlage vor, oitvg in 6-{ß)i-^vg zu zerlegen, 
den Schlußteil auf Wurzel sed zu beziehen und das Ganze zu 
deuten als „was sich zusammen gegen einen setzt", ,, Bedrängnis". 
Zur Präposition 6- vgl. jetzt Boisacq p. 681; *ßt-Cvg wäre die 
gleiche Bildung wie {ß)lGxvg, worüber Brugmann IF. 16, 494. 

Zürich E. Schwyzer 



OlxtGlfJQ 



I 



Ernst Fränkel (Nomina agentis I 109) hat richtig bemerkt, 
daß ol-üLGtrjQ eine im Ionisch-Attischen unmögliche Form sei; die 
lonier bildeten Nomina agentis auf -tiqq nur aus solchen Verba auf 
-i^eiv, die von einem -t(J-Stamm abgeleitet waren. Fränkels Be- 
handlung der widerspenstigen Zeugnisse scheint mir aber nicht 
glücklich. Er erklärt ein vermeintliches oiy.iOT^Qag Äschyl. Sept. 
19 daraus, daß die Tragiker mit dem -r^^p-Suffix ganz nach Be- 
lieben schalteten. Diese Form ist freihch in der besten Hand- 
schrift M überliefert, läßt sich aber bei genauerem Zusehen nicht 
halten. Eteokles fordert die Bürger auf, für das Vaterland zu 
kämpfen : ccQrjyeiv . . . rey.voig xerj re {itlTql, (piXTUTTj TQOcpio • r^ yag 
veovg tQTiovTag evfxevsX Tttdoj, artavta Ttavdo'novaa rcaideiag otXov, 
sS^QEipaT oi'MOTTJQag doTtidrjffOQOvg u. s. w. „Gründer, Stifter" 
paßt nicht zu dem Sinn, „waffenfähige Bewohner, Bürger" wird 
unbedingt verlangt. Die Lesart einiger jungen Handschriften oly.r]- 
TTJQag verdient also Aufnahme in den Text, einerlei was für ein 
diplomatischer Wert ihr gebührt i). Und so wird in der Tat all- 



1) Ich drücke mich etwas vorsichtig aus, weil ich nicht weiß, wieviel 



198 Giorgio Pasquali 

gemein gedruckt. Das Wort otxrjrry^ ist bei Sophokles Oed. Col. 
627 überliefert. 

Mit dem ol/uoziqQ des Orakels bei Herodot IV 155 hat es 
auch eine besondere Bewandnis; es heißt: 

BazT i/tl cptüv^v t]ld^eg' äva^ da oe Ooißog ^uijtölXiov 
sg yiißvriv TtinTtti jur^XoTQOcpov ol'AiOTiJQa ^). 
Olmor^Q wird also der Gründer der dorischen Stadt Kyrene, 
Battos, genannt. Olytiar^Q stellt einen im Dorischen völlig regel- 
mäßigen Typus dar (vgl. E. Fränkel S. 153; auch die Pindar- 
stellen verdanke ich ihm). Die Dorer bildeten ja Nomina agentis 
auf -T^Q auch aus solchen Denominativa. Pindar gebraucht olxl- 



in den anderen Handschriften der Überlieferung und wieviel der Konjektur 
beizulegen ist. leh habe selber aus ein paar römischen Handschriften für 
Wilamowitz Proben genommen , überblicke aber das Material nicht. Von 
dem Wahn, M sei die einzige Quelle, darf nicht mehr die Kode sein. 

1) Die Lesart oixiCovra sieht zu sehr nach einem Glossem aus, als 
daß es die Mühe wert wäre, sie zu diskutieren. Die längere Rezension 
desselben Orakels bei Diodor VIII 29 scheint mir jung: das läßt sich viel- 
leicht auch an einer sprachlichen Einzelheit im 2. Vers wahrscheinlich 
machen. Sie hebt an: Bütt^ inl (fcjvrjv ^XSss' uvu'^ di as 4>otßog ^AnokXwv 
ig AtßvTiv ni^mi y.a'k}.iaxi(f>avov Kvqr\vy\q tvgeirjg uQ/siv /tcu i/siv ßaatXrjidu 
TifiTiv. Die erste Silbe von KvQi^vt] ist in der alten Poesie oft lang in der 
Arsis des Hexameters (Hermipp bei Athen. I 27 e, v. 4 ix /uhv Kvg^vrjg 
xttvXov xa\ S^Q/uu ßöetov; Kallimachos h. III 206 xal fj.rjv KvQi]vr]v kruQiaaao, 
Tri noT^ fäiüxctg; Apollonius Ehodius II 500 KvQitVr] n((farKC rig f'Aof neiget 
IIr]V(ioTo, noch Dionysius Periegeta v. 213 Kvorivr] t' ivinnog, ^ A^vxkaCeav 
ylvog drSgcSr) und des iambischen Trimeters (Aristophanes Thesmoph. 98 
lyw yccQ ovx 6q(o iIvSq' oürffV Iv&äd^ ovra, Kvq^vtjv rf'opw: die Hetäre hatte 
ihren Namen von der Stadt). Aber ich kenne kein altes Beispiel der Länge in 
der Thesis: für die Kürze in dieser Stellung mögen die Beispiele bei Pape- 
Benseler sub voce ausreichen. Freilich in der aristophanischen Parodie 
einer euripideischen Monodie Ean. v. 1325 ff. toccutI fxavroi ah nomv roX^ag 
rafia fiikrj xpiysiv, üvit to SwSfxafxrj^uvov Kvgrjvrjg f^fXoTtoiwv wird das Kv 
im allgemeinen lang gemessen, aber uj__t. | •^ujl.-l. ist ein tadelloser 
Pherekrateer. Lateiner und Spätlinge bleiben natürlich aus dem Spiel. — 
Anders ist freilich das Verhältnis bei KvQrjvKiog. Hier haben die Länge in 
Arsis Hermesianax (Athen. XIII 599b, v. 97 nach sicherer Ergänzung), 
Theätet (AP VII 499, 1), aber in der Thesis schon Kallimachos (ep. XIII 2 
Tov KvQTjvuiov nalda Xeyoig, in ifioC) Eratosthenes im letzten Vers seines 
Weihgedichtes {tov KvQrjvaiov tovt^ 'EgccToad^iviog : für Echtheit und Über- 
lieferung vgl. Wilamowitz NGG 1894, 15 ff.). Aber ein viersilbiges Wort 
dieses rhythmischen Wertes ist viel schwieriger zu handhaben, lockt also 
viel mehr zu solchen Lizenzen, als ein dreisilbiges. Die homerischen Quan- 
titätsverhältnisse bei 'AnöXXbjvog bieten das beste Beispiel. 



OixiarrJQ 199 

GT7]Q und ovvoiyuot/jq öfter, immer aber, soweit wir urteilen können^), 
mit Beziehung auf Gründer oder Mitgründer dorischer Städte, von 
Rhodos (0. VII 30), Syrakus (0. VI 6), Aitna (P. I 31) und eben 
von Kyrene (P. IV 6); die Gegenprobe vermag ich freilich nicht 
zu geben. Pindars Epinikien sind sehr offizielle Gedichte; und 
man darf von ihnen erwarten, daß sie in der Bezeichnung des 
Gründers der Vaterstadt der Sieger dem offiziellen Gebrauch dieser 
folgen. So wird erst recht der Verfasser oder Fälscher des Orakels 
getan haben. ol/uoTrJQ, r^gcog ol^iorrJQ wird Battos in Kyrene ge- 
nannt worden sein. 

Kallimachos auch hat den Battos in einem feierlich offiziellen 
Gedicht olyiiarilJQ genannt: Hymnus auf Apollon 65 ff.: 
(Doißog '/Mi ßad-vyeiov i/ia)v TtoXiv tcfqaoE Baxroj 
•/.al ylißviqv saiovTL yiogaS rjyr^aaco ^ac^ 
de^iog oiyiiazrJQi, /.al wf^ooe zelxea dcoösiv 
rjf.iETeQOig ßaoLlevoi^); 
olxiOTiJQ ist überliefert, aber die Übereinstimmung mit dem Orakel 
sichert sowohl Bentleys Emendation ol/LGzrJQt wie auch die Be- 
ziehung auf Battos. Ich verstehe nicht wie ein so feinfühliger 
Interpret wie Vahlen (Berliner Sitzungsberichte 1896, 814) oZxt- 
OT^Qi als Adjektiv zu law fassen und „dem Ansiedlervolk" über- 
setzen konnte. Nur Battos ist der Gründer; natürlich wird Wieder- 
holung des Eigennamens vermieden und dafür das staatsrechtliche 
ol'/iOTtJQL eingesetzt. 

Es wird im allgemeinen 2) angenommen, daß Kallimachos hier 
das Orakel zitiert. Das ist kaum nötig, vielleicht kaum möglich: 
er hat eben an dieser Stelle mehr von der alten Sage erhalten als 
das Orakel, als Pindar, als Herodot; er hat allein einen Zug er- 
halten, den die anderen Zeugen verwischen, den Raben als Führer. 
Die Legende ist alt: Kallisthenes (bei Strabo XVII 814) hat er- 
funden, daß Alexander von zwei Raben zu dem Tempel des kyre- 
näischen Gottes, des Ammon, geführt wurde; sicher nur in der 
Absicht, ihn von denselben Vögeln leiten zu lassen wie einst den 
mythischen Gründer Kyrenes. Herakleides erzählte in der Kvqtj- 
vatwv TtoliTeia (FHG II 212, 4), wohl aus Aristoteles, daß das 
Erscheinen eines weißen Raben die Abschaffung des Königtums in 
Kyrene angekündigt hatte. Ich denke, die Sage hat auch dies 

1) Über fr. 186, 1 Sehr, wird sich schwerlich etwas aussagen lassen. 

2) E. Fränkel berücksichtigt diese Stelle nicht, brauchte es auch in 
diesem Teil seiner Arbeit noch nicht zu tun. 

3) Auch von Malten Kyrene 46. 



200 Giorgio Pasquali 

sehr bewußt erdichtet: Apollon hat noch einmal sein heiliges Tier 
nach Kyrene geschickt; das erste Mal sollte er den Gründer führen, 
dieses zweite seinen Enkeln verkünden, daß die glückliche Zeit der 
Battiaden vorüber sei. Mithin ist, glaube ich, bewiesen, daß die 
Sage, die Kallimachos berücksichtigt, einen weißen Raben meinte ^). 
Wie es immer sei, benutzt Kallimachos eine Überlieferung, die 
älter und reichhaltiger als das Orakel war. 

Die Pindarstelle mag er eher zitiert haben, zumal er in diesem 
offiziellen Lobgesang des kyrenäischen Gottes, der freilich Lese- 
poesie ist, aber doch dem Hauptfeste, den Karneien, seiner Vater- 
stadt gilt, öfters auf die berühmten Gedichte des Pindar über 
Kyrene anspielt, besonders auf die IV. und V. Pythie. Es werden 
in den Versen 43 ff. /.elvog oiOTevTrjv eXax aviqa, -/.elvog aoidov 
(Ooißiij yccQ /Mi To^ov i/ttTQSTtEvai y.al aotöiq), /.eivov di ^Qial 
y.al ixdvzieg' £X de vv (Doißov IricQol öedäaoiv avaßXiqaiv d-avdzoio 
ungefähr dieselben Künste des Gottes erwähnt, wie jP V 63 o xat 
ßagsiäv vooiov d'/Jof-iar avögsooi xat yvvai^l vifxeL, jcoqbv re xt- 
^aQiv Slöwol xe fioloav olg av sd-elr], djcolefxov ayaywv eg nga- 
niöag suvo/uiav, (xvxov % dfxfptTTEi f.iavzeiov. Hier fehlt ja die 
Waffe, aber das drcolefxov wird hervorgehoben, eben als eine Aus- 
nahme. ^'^jtoXXov, rea Kagvele kv öultI aeßiCoixev Kvgdvag dya'AXL- 
^itvav uÖIlv hatte Pindar ebd. 74 ff. gesungen; hier umgekehrt 
wird nicht am Feste des Apollon die Stadt Kyrene gerühmt, son- 
dern an einem kyrenäischen Fest der Karneios angerufen (vv. 72 ff.). 
UoXvxQvoog nennt Kallimachos (v. 34) den Apollon, tio'Kvxqvgov 
öiüi-ia wird der delphische Tempel genannt P IV 53, an einer 
Stelle, wo Medeia das Orakel prophezeit, das die Pythia dem 



1) Daß die Verwandlung des einst glänzend weißen Vogels in der 
Koroniseöe stand, ist eine nicht genügend bewiesene Behauptung Wilamo- 
witzens (Isyllos 70). Der einzige Zeuge für den hesiodischen Ursprung 
der Verwandlung wäre Apollodor, der in freilich sicher hesiodischer Um- 
gebung (III 118 ff.) auch diesen Zug bietet; er kann aber kontaminiert 
haben; und, daß die anderen Zeugen nichts davon wissen, ist auch eine 
Instanz. Von Pherekydes' Version wissen wir nichts: Ovid (metam. II 
533 — 632) hängt von der Hekale des Kallimachos ab, wie eben Wilamowitz 
in seinem Aufsatz über die Wiener Fragmente (NGG 1893, 734) schlagend 
bemerkt hat. Die Jüngeren (Hyginus astr. II 40, andere) zitieren oder 
benützen doch den Kallimachosschüler Istros. Darüber spreche ich aus- 
führlicher in einem Kommentar zu Kallimachos' Hymnen, an dem ich schon 
seit ein paar Jahren arbeite. Daß der Gott den neuen Boten, der ihm eine 
traurige Wahrheit berichtet, bestraft, statt ihm dankbar zu sein, scheint 
mir zu hellenistisch empfunden für Hesiod. 



OlxiaTTiq 201 

Battos erteilen wird. Die Übereinstimmung könnte an sich zu- 
fällig sein, ist es aber nicht, denn es folgt bei Kallimachos xat 
dt jToXvy.t£avog' Uvd^tZvi x£ xE/.fxrjQaLO, d. h. Kallimachos läßt ab- 
sichtlich die Nachahmung merken, zitiert so zu sagen. Um zum 
Wichtigsten zu kommen, Kallimachos erzählt (v. 72 ff.) die Über- 
bringung des Karneios und der Karneia von Sparta über Thera 
nach Kyrene dem Pindar nach: P V 72 ff. Die Nachahmung und 
die Absicht, daß sie dem Leser nicht entginge, wird besonders 
darin offenkundig, daß Kallimachos hier (v. 76 ovlog AQiatoTeliqg 
'AoßvGTiöc Ttägd^ETO yaia) und nur hier den anderen Namen des 
Battos, Aristoteles, gebraucht, wie nur noch Pindar und nur hier 
(V 87 xovg ^^QLOTOziXrjg ayayE vaval d^oatg aXog ßad^etav yielsv^ov 
avoiytov). 

Mag aber auch das oI/uottJq des Kallimachos aus der pinda- 
rischen Stelle geflossen sein: es ist trotzdem bedeutsam, daß 
KalHmachos das Wort auf den Gründer seiner Stadt anwendet, in 
einem feierlichen Gedicht. Die Übereinstimmung des Pindar, des 
Orakels und des Kallimachos spricht unter diesen Umständen 
dafür, daß ol'AiOTrJQ der Staats- und religionsrechtliche Ausdruck 
der Stadt Kyrene gewesen ist. 

Es verträgt sich sehr gut damit, daß auch Apollon dort als 
Gründer galt und unter der Epiklesis Kiioxag, einem notorisch 
auch gut dorischen Wort, verehrt wurde. Wir wußten es bis vor 
kurzem nur aus einer Inschrift spätrömischer Zeit, GIG III 5141. 
Aber eine wichtigere Urkunde ist vor wenigen Jahren hinzugekommen. 
Max Fränkel hat (Berl. Sitzungsber. 1903, 83 ff.) aus den Papieren 
Fourmonts die Abschrift eines auch dialektologisch wichtigen kyre- 
näischen Ehrendekretes veröffentlicht. Die Inschrift läßt sich einiger- 
maßen datieren, weil der Geehrte (^ 7 TiQEoßeuaag iv rq) Magfxa- 
QiÄCüi 7toliix(t}) in dem Marmarischen Krieg Botschafterdienste ge- 
leistet hatte: der marmarische Krieg ist, wie der Herausgeber mit 
Recht annimmt, wohl der aus Florus II 31 bekannte, der noch 
unter Augustus ausgefochten wurde. Dort wird (^ 12 ff.) vom 
Geehrten gesagt 7taQ[ka\ß(ßv te tov rw xriora rag Ttöhog a^tJv 
^TtoXXoivog o{7t)z^\(p\avov xat ra. rcqog d-Eog ixTEVMLg ycal svaeßwig 
szeX[E]osv x[af] rä tiotI Tog avd^QcoTtog f^£yaX[o]ilii.[x]oDg /.al TtXov- 
aiwg VTTSQ d[v]vafiiv; er war also wohl ein Priester des Apollon 
Ktistas^). Vielleicht war die Verteilung der Prädikate so, daß 



1) Ich verstelle nicht, was M. Fränkel meint, wenn er sagt (S. 86), der 
Geehrte habe den Kranz des Gottes an den Karneen davongetragen. Soll 



202 J- H. Schmalz 

der Gott /jiioTag,, der Heros Battos oImottjq genannt wurde. Das 
will nur eine Vermutung sein. 

Göttingen Giorgio Pasquali 



Satzbau und Negationen bei Arnobius 

Das abfällige Urteil, welches Eduard Norden in Antike Kunst- 
prosa II S. iJOö Anm. 1 und Kultur der Gegenwart I 8 S. 390 
(Ausgabe von 1905) über Arnobius gefällt hat, machte auf diesen 
Schriftsteller wieder besonders aufmerksam. So haben ihm ihre 
Tätigkeit seither zugewendet M eis er in Sitzungsberichten der 
Kgl. Bayr. Akademie der Wissenschaften 1908 Phil. bist. Klasse 
5. Abhandlung, Löfstedt in Eranos X (1910) S. ß— 29, Stangl 
in Berl. Phil. Woch. 1910, Nr. 4 u. 5, sowie Kistner im Gym- 
nasialprogramm von St. Ingbert 1912. Das Studium dieser Ab- 
handlungen hat auch mich wieder dem Arnobius zugeführt; be- 
sonders hat mich sein Satzbau und sein Gebrauch der Ne- 
gationen interessiert, und einige Beobachtungen auf diesen Ge- 
bieten sollen hier mitgeteilt werden. 

Auf den Vorwurf der Heiden, daß Christianorum nomen no- 
vellum est et ante dies paucos religio eorura est nata (adv. uat. 
II 69) erwidert Arnobius, daß auch die heidnischen Götter certo 
a tempore esse coeperunt und führt dann bezüglich der Minerva 
aus (II, 70; 105, Iff. R): si enim Jovis ex cerebro sine ullius se- 
minis emicuit iactu, antequam est Diespiter genitus et in utero 
matris corpjoreae formam circumscriptionis accepit, certum est utiqiie 
Minervam non fuisse neque rerum in numero aut ulla esse in sub- 
stantia computatam, sed ex capite Jovis enata est et esse res coepit 
nonnulla in essetiam constifuta; so lautet die Überlieferung in P. 
Allein Salmasius schob zwischen ex und capite das Wörtchen quo 
ein, Reifferscheid schrieb coepit et mit Billigung von quo, Ursinus 
wollte non ulla oder nulla für nonnulla lesen und Sabaeus ver- 



vielleicht der um die Stadt mannigfaltig verdiente Mann, der auch schon 
Botschafterdienste geleistet hatte, ein araifvXoSQÖfxog, ein blutjunger Agonist 
gewesen sein? Die oben im Text ausgeschriebene Formel reicht aus zu 
beweisen, daß der Geehrte ein Priester war: vgl. z. B., aber bloß z. B. 
Dittenberger Syll.^ 420, 8 wo von hQtig gerühmt wird : itoaGa/uevoi öt oXov 
Toii ivictvTov TiQog /Litv Tovg xf-fovg fvafßdig, TiQog St Tohg clv&Qwnovg ifiXoTBiuiog. 
Wir lernen nun aus der Inschrift, daß es auch in Kyrene einen aTfcfavrj- 
(fÖQog Tov "AnöXXun'og gab, wie notorisch z. B. in Milet und Priene. 



Satzbau und Negationen bei Arnobius 203 

besserte essetiam in essentia. Letzteres ist nicht abzuweisen, alle 
anderen Vorschläge sind abzulehnen und austeile von nonnulla ist 
novella zu setzen. Zunächst haben wir eine archaisierende Para- 
taxe in den beiden Sätzen sed ex capite Jovis enata est et esse res 
coepif; daß Arnobius eine Vorliebe für die Parataxe besitzt, hat 
Spindler De Arnobii genere dicendi, Diss. Straßburg, 1901 S. 34 
gezeigt. Die gleichen Tempora enata est und esse coepit lassen 
das Zusammenfallen der beiden Vorgänge drastisch hervortreten: 
mit ihrer Geburt aus dem Haupte Jupiters trat Minerva als neue 
Erscheinung in die Welt ein. Aus dieser Art der Satzverbindung 
entstand die aus Plautus bekannte, vgl. Epid. 217 cum ad portum 
venio, atque ego illam Uli video praestolarier : dies ist eine Konta- 
mination aus der ursprünglichen Parataxe venio atque video und 
der Hypotaxe cum venio, video; wie diese Art von Kontamination 
sich erhalten hat, darüber vgl. jetzt Bährens Beiträge zur lat. 
Syntax, Philol. Suppl. XH S. 426 ff. Über die Parataxe mit et, 
que u. ä. bei Vergil, Tac. Apul. handeln E. Hoömann Die Kon- 
struktion der lat. Zeitpartikeln Wien 1873 S. 164 und Dräger Über 
Syntax und Stil des Tacitus, Leipzig 1874 S. 43; durch die Ver- 
schiedenheit der Tempora und durch Adverbialia der Zeit wird 
das Verhältnis der beiden Handlungen, das bei Arnobius in seiner 
Einfachheit keiner näheren Beziehung bedarf, dort angegeben. 
Über die archaisierende Satzverbindung darf man sich bei Ar- 
nobius, dem Nachahmer des Lucrez, der auf occipere, Infinitive wie 
addier, vertier, viderier u. a. zurückgriff, um so weniger wundern, 
als die Parataxe auch bei Dichtern beliebt ist und Arnobius viele 
dichterische Elemente in seinem Stil aufweist. Der Ersatz des 
überlieferten nonnulla durch novella empfiehlt sich durch dei\ Ge- 
brauch des Wortes novellus S. 103, 18 sed novellum nomen est 
nostrum, S. 259, 24 novella enim propemodum res est und ganz 
besonders durch 107, 2, wo die Worte omnipotens et primus deus 
novella vobis videtur res esse genau zu unserer Stelle passen; 
man beachte besonders das den drei Stellen 259, 24; 107, 2 und 
105, 6 gemeinsame novella res. Man kann allerdings zur Ver- 
teidigung von nonnulla sagen, daß es den Gegensatz zum voraus- 
gehenden neque rerum in niimero aut ulla esse in suhstantia com- 
putatam bilde; allein der rote Faden, der durch das Ganze zieht, 
ist die Neuheit der heidnischen Götter und dementsprechend ist 
novella das richtige Wort. 

Um beim Satzbau zu bleiben, wollen wir H 54 (90, 11 R) be- 
trachten: quoniam si cuncta eins voluntate conficiuntur . . ., neces- 



204 J- H. Schmalz 

sario sequitur, mala etiam cuncta voluntate eins intelleganüir enasci; 
so überliefert P, Ursinus hat vor mala die Konjunktion ut einge- 
fügt, dies ohne Not. Daß nach necesse est in einfacher Parataxe 
ein Konjunktiv folgt, ist bekannt; Arnobius selbst schreibt auf fol- 
gender Seite 91, 6 respondeamus necesse est. Aus Stangls Ausgabe 
der Cicero-Scholiasten (Leipzig und Wien 1912) S. 275, 12 necesse 
fuerat unus fieret plebeius ersehen wir, daß auch die Projektion 
von necesse est fiat in die Vergangenheit möglich ist, Stangl hat 
deshalb mit Recht das von Mai und Orelli vor unus eingesetzte 
ut beseitigt; nun ist aber necesse est Satzwort = necessario und 
kann daher mit dem Indikativ verbunden werden, vgl. Hilarius 
Pict. sup. psalm. 120, 10 p. 658, 14 Migne ille necesse est custo- 
dietur (Stowasser in Wölfflins Archiv II, 318 und Stangl Pseudo- 
asconiana S. 159 Anm.), und so nimmt umgekehrt auch necessario 
mit einem entsprechenden farblosen Verbum wie ßt, sequitur u. a. 
die Konstruktion von necesse est an, denn auf necessario liegt der 
Ton, nicht auf dem Verbum. Es ist also necessario sequitur in- 
tellegantur = necesse est intellegantur = necessario intelleguntur. 
Bei der Synonymität von sequitur und intellegitur vermissen wir 
gar nichts, wenn wir necessario intelleguntur enasci mit necessario 
sequitur intellegantur enasci gleichsetzen, letzteres ist nur ein 
vollerer Ausdruck, wie er dem rhetoricum sermonis genus des 
Arnobius eigen ist. 

Die Liebhaberei der ältesten Herausgeber, die Texte möglichst 
dem klassischen Latein zu nähern, erkennen wir ganz besonders 
in der Einfügung der Konjunktion ut, wie wir es eben gesehen 
haben und wie es auch die beiden folgenden Fälle zeigen. Ar- 
nobius schreibt II 46 (84, 26) nach Reifferscheid : tantumque est 
longe, ut istarum auctor rerum (deus) esse credatur, ut in sacri- 
legae crimen impietatis incurrat quisquis ab eo conceperit hominem 
esse prognatum, . . . qui esse se doleat .... In 84, 27 stehen zwei 
ut, vor istarum und vor in, nach dem kritischen Apparat ist eines 
von Sabaeus eingefügt, ich nehme an, das zweite. Nun ist tantum 
est longe (vgl. meine Syntax ^ § 153 und Itin. Antonin. 12 non 
multum longe) = tantum longe ahest oder vereinfacht = tantum 
abest; darnach folgt selbst in klassischer Sprache, vgl. Antibarb. 
s. V. abesse, ein Satz mit ut und dann ein selbständiger Satz, z. B. 
Cic. fin. V 57 tantum abest, ut voluptates consectentur: etiam curas, 
sollicitudines, vigilias perferunt; so ist hier in sacrilegae crimen 
impietatis incurrat selbständiger Satz mit potentialem Konjunktiv, 
sozusagen als Nachsatz zu quisquis conceperit (= og av = mv tlq) 



Satzbaii und Negationen bei Arnobius 205 

und das Ganze hat den Sinn: Weit gefehlt, daß Gott als Urheber 
davon gelten kann; ja es dürfte sich einer den Vorwurf einer gottes- 
lästerlichen Ruchlosigkeit zuziehen, wenn er auf den Gedanken käme, 
daß Gott den Menschen geschaffen hat, damit er ... . Daß diese 
Satzform dem pathetischen Stil des Arnobius mehr entspricht, als 
die volle Phrase tantum abest ut . . ., ut . . . ist selbstverständlich. 

In der Stelle 175, 18 etenim revera stultissimum credere est, 
ipsum (Jovem) remedia sciscere, quibus averti possint ea quae per 
fulminis iactum in humanis fieri constituerit rebus. Hoc est enim 
dicere: illo riius genere meas iras placabitis, et si quando per ful- 
gura significavero aliquid imminere, facite hoc et illud: quod fieri 
statui inane fiat et vacuum et sacrorum vi vanescat hat Sabaeus 
nach illud die Konjunktion ut eingeschoben. Nehmen wir facite 
hoc : inane fiat et vanescat für sich, so haben wir eine Satzver- 
bindung nach Art von serva me, servabo te (Petron44); Futurum I 
und Praes. Konj. sind nahe verwandt, es könnte ßet und vanescet 
statt fiat und vanescat stehen; der Gedanke ist: tut dies und jenes, 
und es soll eitel sein, was ich beschlossen habe. Es ist also jede 
Konjunktion, mag sie bei- oder unterordnen, hier ganz unnötig; 
die Interpunktion, wie ich sie oben gegeben habe, genügt, um das 
Verhältnis der Sätze zu einander anzudeuten; vgl. noch meine 
Synt. 4 § 237. 

Die Scheu vor den konjunktionslosen Konjunktiven hat aber 
nicht nur zur Einschaltung von ut geführt, sondern auch zur Um- 
wandlung solcher Konjunktive in Infinitive. So lesen wir II 46 
(84, 16 R) procul haec abeat persuasio, ut deus . . aut aliquid fe- 
cerit claudum . . aut ulli rei fuerit miseriarum causa aut ipsos 
actus quibus vita transigitur et celebratur humana ordinaverit, ius- 
serit et ab sua fluere (flueret P) constitutione praeceperit. Daß 
nach allen Vei'ben der Aufforderung der Konjunktiv ohne ut stehen 
kann, also auch nach praecipio, ist bekannt; vgl. Apul. met. V 13 
tu modo Zephyro nostro praecipe, fungatur obsequio (vgl. auch Sali. 
Jug. 28, 1 praecipit, aggrediantur) , zudem ist praecipio im Spät- 
latein sehr gebräuchlich. Als Subjekt zu flueret ist vita humana 
anzusehen; freilich läge actus näher, aber derartige Subjektswechsel 
sind nicht selten — mau denke nur an den Sprachgebrauch des 
Tacitus, mit dem Arnobius manches gemein hat — , namentlich 
wo sich ein Hauptbegriff, wie hier vita humana, vordrängt und 
zur Geltung gelangen will; hier handelt es sich um die Über- 
zeugung, daß Gott die Weisung gegeben, daß das menschliche 
Leben von seiner Anordnung ausgehe; vorher ist von den einzelneu 



206 J- H. Schmalz 

Handlungen, in denen das menschliche Leben verläuft, die Rede, 
dann aber vom Leben selbst. 

Aber in einem Satze werden wir uns doch zur Beifügung einer 
Konjunktion entschließen müssen; 242, 31 R lautet nach P: ergone 
iniurias suas dii vendunt atque ut jparvuli pusiones animos parcant 
abstineantgue ploratibus, passerculos pupulos eculeos partes accipiant, 
quibus avocare se possint, ita di immortales placamenta ista sumiint, 
quibus iras atque animos ponant et in gratiam suis cum offenso- 
ribus redeant? Daß parcant durch ponant zu ersetzen ist, hat 
Meiser S. 35 richtig gesehen; nach pusiones will Heraldus ut, Ge- 
lenius quo, Meiser si einschieben. Nach meiner Auffassung ist ac- 
cipiant gegen Sabaeus, der — und mit ihm Meiser — accipiunt 
schreiben will, zu halten; einen eingeschobenen hypothetischen 
Satz nehme ich wie Meiser an, aber er lautet ^owan^, si accipiant; 
es genügt also si vor accipiant einzuschieben; dann lautet die 
Periode: Lassen also die Götter für erlittenes Unrecht sich bezahlen 
und nehmen sie, die unsterblichen Götter! diese Sühnemittel an, um 
dann Zorn und Erregung sein zu lassen und sich mit ihren Be- 
leidigern auszusöhnen, gerade wie kleine Kinder auch sich beschwich- 
tigen lassen und zu weinen aufhören, wenn sie Vögel, Puppen, 
Pferdchen und Gebäck erhalten, was sie abzulenken imstande ist? 

Um zu den Negationen überzugehen, so hat Meursius an der 
auch sonst bemerkenswerten Stelle 210, 18 an deos adulteros dicere 
jpericidum habuit nulluni, prolatio cupidinis atque irae linguam et 
OS fuerant obsceno coinquinatura contactu? vorgeschlagen nullum 
durch ulhim zu ersetzen. Nun aber lehrt Seyffert Scholae latinae I, 
128 über diese Form der argumentatio, daß es heißen muß: an 
Anacharsis potuit, nostrates philosophi non poterunt oder an nemo 
virum clarissimum reprehendit, tu rem publicam reprehendis? Nach 
letzterem Beispiel ist unsere Stelle zu erklären, und es kann daher 
die Negation nicht entbehrt werden. Aber Meursius hat auch 
46, 17 qui non modo nullum intulerit malum ntdli das nulli in 
ulli geändert und Meiser ist in 255, 11 Vitula nullis unquam 
stimulis nullius operis excitata ad conatus bereit nullius in ullius 
zu verwandeln, beides mit Unrecht. Ebenso unnötig ist 60, 9 nee, 
quot in orbe sunt homines, non sunt sententiae totidem mit Sabaeus 
non zu tilgen oder mit Oehler und Reifferscheid nobis statt non 
zu setzen oder 193, 27 ut videatur miserabilis prorsus nullam 
non esse causam ob aliam natus mit Ursinus und Reifferscheid 
ullam für nullam zu schreiben oder 244, 18 quis maleficia rep- 
perit tanta, quanta vix explicari decem milibus nequeani vel an- 



Satzbau und Negationen bei Arnobius 207 

nalium vel diurnorum mit Reifferscheid vix iu Klammern zu setzen. 
Unbeanstandet blieben 135, 26 quod eos negatis subsistere neque 
ulla esse in parte naturae und 215, 18 quos deos negamus exi- 
stimari nee potestatibus posse caelitibus applicari. Wir ersehen aus 
der Betrachtung aller Stellen, daß eine Verstärkung der Negationen 
eintritt, wenn die Negation in der Konjunktion z. B. neque oder 
im Verbum, z. B. negare, enthalten ist, oder wenn ein Pronominal- 
adjektiv folgt, dem eine negative Form zur Verfügung steht, z. ß. 
nullus, nemo, oder wenn eine Halbnegation wie vix nicht wirksam 
genug scheint oder wenn malus, nemo u. ä. dem Verneinungs- 
bedürfnis des Schreibenden nicht auszureichen scheinen. Hierauf 
haben alte und neue Herausgeber nicht genug geachtet. Auch 
Huemer beklagt sich in seinem interessanten Aufsatz „Gallische 
Rhythmen und Gallisches Latein" im Eranos Vindoboneusis 1893 
S. 123, daß Bondurand in seiner Ausgabe des ganz späten liber 
manualis der Dhuoda (aus dem Jahre 843) den Gebrauch der 
doppelten Negation zu verwischen suchte; es werden in Zukunft 
die Herausgeber nicht nur der spätlateinischen Texte, aber ganz 
besonders dieser, dafür Sorge tragen müssen, doppelte Negation 
in guter Überlieferung zu erhalten. 

Interessant aus dem Gebiet der Negationen ist ferner der Satz 
62, 14 vestem illa (sc. cetera animantia praeter hominem) non 
norunt, seilas naves atque aratra compingere nee denique superlectilem 
ceteram, quam familiaris usus exposcit: von Kleidung wissen jene 
nichts, auch verstehen sie sich nicht darauf Stühle, Schiffe oder 
Pflüge zusammenzufügen noch auch endlich das übrige Geräte, 
welches die Bedürfnisse des Hauses erfordern. Der Fall liegt 
ganz eigentümlich; wir erwarten vestem illa non norunt nee sellas . . 
compingere nee . . superlectilem ceteram oder non norunt nee sellas . . 
compingere aut . . superlectilem, vgl. 70, 15 retinere nee dehere aut 
posse; norunt ist zuerst in üblicher Weise mit Akkus, verbunden, 
dann in einer nur Vergil und dem Spätlatein eigenen Art mit 
Infinitiv, vgl. Verg. Aen. 8, 316, Apul. met. 2, 8; 2, 7 u. Lact, 
inst. VI, 18, 23. Woher ist nun die Negation zu compingere zu 
entnehmen? Lassen wir nee . . exposcit weg, so bekommt sellas . . 
compingere positiven Sinn, denn das Asyndeton wird jedermann 
adversativ auffassen und aus non norunt ohne weiteres norunt 
ergänzen, vgl. meine Stilistik * § 74; somit bleibt nur übrig, daß 
nee mit rückwirkender Kraft ausgestattet ist, wie dies von Löfstedt 
Spätlat. Studien Iff., von mir m Berl. Woch. 1909 Sp. 542 und 
Syntax * S. 498, sowie neuestens von Bährens Philol. Suppl. XII 



208 J- H- Schmalz, Satzbau und Negationen bei Arnobius 

S. 259f. ausgeführt worden ist; die Eigentümlichkeit unseres Falles 
liegt darin, daß der Satz zwar negativ beginnt, daß aber das 
Mittelglied seine Verneinung erst durch die Rückwirkung von dem 
im dritten Glied stehenden nee erhält, welches selbst auf diese 
Weise die Funktion hat, das zweite und dritte Glied dem ersten 
und das dritte dem zweiten beizuordnen. Ganz anders steht es 
mit dem Satze III 4 (114, 11 R): neque enim caeli aliqumido sub- 
volastis ad sidera, singulorum facies atque ora vidistis et quos esse 
memineritis illic deos eosdem hie eolere tamquam notos instituistis 
ac visos: hier beherrscht das vorausgehende nee den ganzen Satz, 
ja sogar et muß die Negation weiter führen, vgl. meine Synt. ^ 
§ 258, das Asyndeton ebenso. Im Satze 169, 2 ita ergo non deeuit, 
si modo ullus deorum esset apud vos metus . . rogationihus , plebis 
seitis, eonsultorum senatus metu prohihere, ne quis vellet de dis nisi 
quod esset plenum religionis effari? nee a vohis s altem istum 
meruerunt honorem, ut quibus expellitis a vohis eisdem ah his legibus 
propulsaretis iniurias? schreibt Sabaeus ae statt nee, mererent für 
meruerunt. Nee — saltem ist, wie aus meiner Stil. ^ § 40 hervor- 
geht = et ne . . . quidem, vgl, noch Cyprian 402, 25 H. ille (Chri- 
stus) non loquitur nee movetur nee maiestatem suam siib ipsa 
saltim passione profitetur = et ne sub ipsa quidem passione, me- 
reo (auch mereor) = ieh darf für mieh in Ansprueh nehmen, me- 
ruerunt steht parallel dem deeuit, und daher entsprechend dem 
deeuit auch im Indikativ, somit erweist sich eine Änderung des 
Modus als überflüssig; der Gedanke ist: Hätte es sieh nieht geziemt 
zu verhindern . . . und hätten sie nieht wenigstens von eueh diese 
Ehre in Ansprueh nehmen dürfen? Nee setzt das non in ita non, 
also den Fragesatz, fort und ist deshalb zu halten. 

Warum Sabaeus 12, 28 R. nihil laetum in nihil laeti ändern 
wollte, sehe ich nicht ein; 36, 12 steht nihil magieum, nihil hu- 
manum, praestigiosum aut subdolum neben nihil fraudis; freilich 
schreibt Arnobius 54, 26 comperti nihil: aber nihil laetum bedeutet 
(vgl. Seyffert-Müller zu Lael. S. 227) niehts was erfreulieh ist und 
dies paßt zu 12, 28, eomperti nihil ist = niehts von dem, was sieher 
ist; aber ob dieser feine Unterschied immer durchgefühlt wurde 
und ob ein Schriftsteller sich nicht durch andere Gründe zur 
W^ahl der einen oder anderen Konstruktion bestimmen ließ, das 
läßt sich nicht sicher feststellen. Jedenfalls liegt kein Grund vor 
12, 28 an der Überlieferung zu ändern; vgl. noch Sjögren Com- 
mentationes TuUianae S. 147. 

Freiburff i. B. J. H. Schmalz 



J. H. Schmalz, Synesis oder Schreibfehler? 209 

Synesis oder Schreibfehler? 

Quod in adulterio dicimus Martern et Venerem Vulcani esse 
circumretitos arte — so läßt Arnobius V, 41 S. 210, 10 R. die 
Heiden zu ihrer Entschuldigung sagen — , cupiditatem dicimus atque 
iram vi pressas consilioque rationis. Arnobius aber erwidert 
darauf 210, 18 R.: an deos adulteros dicere periculum habuit nullum, 
prolatio cupidinis atque irae linguam et os fuerant obsceno 
coinquinatura contactu? So überliefert P, Reiiferscheid hat je- 
doch fuerant durch fuerat ersetzt. Mit Unrecht, wie mir scheint. 
Der Begriff der Zweiheit geht durch die ganze Ausführung hin- 
durch: Martern et Venerem esse circumretitos, cupiditatem atque 
iram (esse) pressas, und so ist prolatio cupidinis atque irae soviel 
als prolatio cupidinis atque prolatio irae oder auch prolata cupido 
atque ira; darnach folgt fuerant und weil cupido und ira im Gegen- 
satz zu den Personen Mars und Venus als Sachbegriffe zu fassen 
sind, coinquinatura, genau wie Sallust Cat. 20, 2 den Catilina ni 
virtus fdesque spectata mihi forent sagen läßt. Begünstigt wird 
der Plural auch durch das unmittelbar vorhergehende Doppel- 
objekt linguam et os, welches auch eine Doppelhandlung nahelegt. 
Die Überlieferung wird also wohl als ein bemerkenswertes Beispiel 
der Synesis zum Genetiv (cupidinis atque irae) statt der Beziehung 
auf das Subjekt (prolatio) zu fassen sein, um so mehr als das 
Spätlatein der Synesis mehr zugeneigt ist als man bisher ange- 
nommen hat (vgl. meine Synt. * § 31 — 35, Bährens Mnem. 1910 
S. 419 ff. und Philol. Suppl. XII, 455, wo ähnliche Beispiele auf- 
geführt sind). 

Freiburg i. B. J, H. Schmalz 



Mischkonstruktionen im Lateinischen 

Wenn zum sprachlichen Ausdruck einer Gesamtvorstellung 
mehr als eine syntaktische Sprachform zur Verfügung steht, ist es 
nicht verwunderlich, daß die nebeneinander im Bewußtsein ruhenden 
Konstruktionen eine Verbindung eingehen, woraus dann eine neue 
Konstruktion entsteht. Wenn z. B. Apul. met. III 23 schreibt me 
nullam aliam mea Fotide malle, so hätte er gerade so gut auch 
me nullam aliam meae Fotidi praeferre sagen können; nun aber 
bietet der Text von Helm me nullam aliam meae Fotidi malle, 

Glotta V, 3. 14 



210 J. H. Schmalz 

es leuchtet sofort ein, daß diese syntaktische Ausdrucksweise nicht 
etwa, wie Helm durch eine Verweisung auf Wulff lins Archiv VII 
117 nahelegt, einen Dativus comparationis enthält, sondern daß sie 
durch eine Vermischung der beiden erstgenannten entstanden ist. 
Derartige neue Verbindungen bürgern sich manchmal ein, manch- 
mal aber bleiben sie vereinzelt und wurden so bisher eine große 
Verlegenheit für die Kritiker, die nach den strengen Regeln der 
Logik die Texte herstellen wollten. Erst in unserer Zeit wurde 
man Konstruktionen dieser Art gerecht; aber immerhin ist noch 
gegen unnötige Abänderungsvorschläge zu kämpfen, man vergleiche 
z. B. Löfstedt in der Glotta III 190, im Philol. Kommentar zur 
Peregr. Aetheriae Index S. 344 und Bährens au den im Sach- 
und Wortiudex S. 540 zu den Beiträgen zur lateinischen Syntax 
Philol. Suppl. XII aufgeführten Stellen. Im folgenden sollen nun 
auch einige Konstruktionen besprochen werden, welche durch eine 
Mischung üblicher, sich deckender oder doch verwandter syntakti- 
scher Sprachformen entstanden sind, aber schon in Handschriften 
W^iderspruch und Korrektur fanden oder bisher als sprachwidrig 
zurückgewiesen oder auch unrichtig erklärt wurden. Entnommen 
sind sie spätlateinischen Texten, so einer Abhandlung des Cyprian, 
dann der vita S. Severini von Eugippius, der Mulomedicina Chironis 
und der Passio b. Georgii martyris, die P. Michael Huber nach 
einer Münchener Handschrift (Cod. lat. Monac. 3514 saec. VII) in 
der Festschrift zum XII. Neuphilologentag, Erlangen 1906, heraus- 
gegeben hat. 

Eine der allereinfachsten Mischkonstruktionen bietet die vita 
S. Severini (Corpus eccl. lat. IX) XII 4 probatum est, quanti valeat 
fidelis oratio; der Ambrosianus liest quantum, was eine Verkennung 
der Konstruktion bedeutet. Es liegen zwei syntaktische Sprach - 
formen vor: quantum valet und quanti est; aus einer Verbindung 
dieser beiden ist quanti valet entstanden. Diese Kontamination 
scheint dem Geschäftsleben ihre Entstehung zu verdanken, sie findet 
sich wenigstens zunächst bei den Juristen, daneben auch in Fort- 
bildung der Konstruktion vom Genetiv des Wertes zum Abi. des 
Preises valere mit Abi. pretii, dann bei Eccl. So mag auch neben 
non multum refert die Phrase parvi refert entstanden sein, für 
die Ulpian eine besondere Vorliebe hat, vgl. Kalb Roms Juristen, 
Leipzig 1890, S. 130. 

Wer die Mannigfaltigkeit im Bau der Vergleichungssätze und 
der komparativischen Strukturen überhaupt aufmerksam beobachtet, 
wird auch auf dem Gebiete der Mischkonstruktionen die inter- 



Mischkonstruktionen im Lateinischen 211 

essantesten Wahrnehmungen machen. Betrachten wir zwei Sätze, 
die hieher gehören. In derselben vita S. Severini schreibt Eugippius 
IV 7: sed quanto solitudinem abditam incolere cupiebat (sc. Seve- 
rinus), tanto crebris revelationibus monebatur, ne praesentiam suam 
populis negaret afflictis; C (= cod. Casinensis) und G (= cod. 
Vaticanus alter) bieten crebrius, was Knöll jedoch, so einschmei- 
chelnd es sich auch darstellt, mit Recht nicht aufgenommen hat. 
Es entsprechen sich bekanntlich quanto — tanto mit Komparativen 
und ut — ita mit Superlativen oder auch mit Positiven. Hier sind 
nun beide Konstruktionen in eigentümlicher Art verbunden. Wir 
erwarten quanto tnagis cupiebat, tanto crebrius monebatur oder ut 
valde cupiebat, ita crebris revelationibus monebatur. Daß magis bei 
quanto fehlen kann, ersehen wir z. B. aus den Ausführungen, die 
Löfstedt in der Glotta III 186 zu Plaut. Most. 200 nilo ego quam 
nunc tu amata smn gegeben hat und die zeigen, daß der Kom- 
parativ sich oft aus dem Zusammenhang mit Leichtigkeit ergänzt; 
somit ist an quanto cupiebat kein Anstoß zu nehmen, um so we- 
niger, als die Komparative saepius und proprius (dies nach Hartel) 
vorausgehen. Der Nachsatz beginnt zwar mit dem korrelativen 
tanto, geht dann aber mit crebris in die positivische Struktur über, 
die übrigens durch das Fehlen des Komparativs bei quanto bereits 
vorbereitet war. Somit hätten wir aus der einen Struktur quatito — 
tanto, aus der andern crebris zur Kontamination beigezogen ge- 
sehen. Das andere Beispiel ist folgendes: Bährens bespricht in 
der Glotta IV S. 270 die Attraktion des Relativums in eo quo für 
60 quod und zitiert dabei auch Cyprian de opere et eleemosynis ] 8 
S. 387, 15 H: sed enim multi sunt in domo liberi et refardat te 
numerositas filiorum, quominus largiter bonis operibus insistas. ad- 
qui hoc ipso operari amplius debes, quo multorum pignorum pater 
es; für amplius bietet der Veronensis plurimum , für quo möchte 
Hartel lieber quod, aber es in den Text aufzunehmen trug er doch 
Bedenken und dies mit Recht. An eine Attraktion des Relativums 
ist kaum zu denken, vielmehr zeigt die Lesart des Veronensis plu- 
rimum den Weg zum Verständnis des Satzbaues. Wir erwarten 
entweder hoc ipso operari plurimum debes, quod multorum pig- 
tiorum pater es oder hoc ipso operari amplius debes, quo plurium 
pignorwn pater es\ tatsächlich folgt nachher auch mit Umstellung 
der Sätze Z. 19 quo maior est numerus, hoc maior et smnptus est 
und Z. 20: quo amplior fuerit pignorum copia, esse et operum debet 
maior impensa. Der Text, wie wir ihn oben nach Hartel gegeben, 
ist somit hervorgegangen aus einer Kontamination, bei der wie 

14* 



212 J. H. Schmalz 

vorhin im Beispiel aus der vita Severini von der nichtkompara- 
tivischen Konstruktion nur multorum geblieben ist; der Korrektor 
des Veronensis suchte durch Einsetzen von plurimum für amplius 
die Einheitlichkeit der Konstruktion zu retten. Quo ist darnach 
aus der komparativischen Struktur, aber nicht aus Attraktion zu 
erklären. 

Aus der Syntax der Mulomedicina Chironis (ed. Oder in der 
Teubneriana) hat J. Pirson in der erwähnten Festschrift zum XII. 
Meuphilologentage La syntaxe du verbe behandelt; hier sagt er 
S. 426: Dans la phrase Sic enm curahis jjotionibus quae ad vali- 
tudinem congruent dare 157, 29, oü dare est superflu, le texte me 
parait etre corrompu. Ich finde dies nicht. Im Thes. s. v. congruo 
ist aus dem medizinischen Autor Serenus Sammonicus 961 congruit 
tali medicamine ossa ligare verzeichnet, vgl. auch Gnüg Sprach- 
liches zu Ser. Sammonicus, Programm von Hildburghausen 1906 
S. 15, ferner lesen wir in der Passio b. Gregorii, die Huber nach 
einem Pariser Codex saec. XI in derselben Festschrift herausgegeben 
hat, S. 204: Eos omni nisu atque omni studio exterminare satege- 
runt (sc. Diocletianus et Herculius), quibus ob salutem rei publicae 
patronis praesuUbus atque tutoribus praecipue erga divinam maie- 
statem uti eis congruebat, id est christianis. Wir ersehen hieraus,. 
daß mit dem unpersönlichen congruit der Infinitiv verbunden werden 
kann, also hier congruit dare potiones. Man konstruiert aber auch 
congruunt potiones ad valitudinem, wobei congruere nach Gnüg a. 0. 
S. 31 synonym mit prodesse ist. Durch eine Vereinigung der per- 
sönlichen mit der unpersönlichen Konstruktion ist nun die Über- 
lieferung in der Mulomedicina hervorgebracht worden. 

In derselben Mulomedicina lesen wir 24, 27 sine nullo humore 
aliquo obstante; diesen Satz versieht Pirson S. 431 nur mit der 
Bemerkung: Le participe sert ici uniquement ä renforcer sine; über 
nullo bei sine schweigt er. Richtiger urteilt Ahlquist in seinen 
Studien zur spätlateinischen Mulomedicina Chironis, Uppsala 1909 
S. 90; er findet eine Kontamination der beiden logisch richtigen 
Konstruktionen sine humore aliquo obstante und mdlo humore ob- 
stante. Wir haben zugleich ein lehrreiches Beispiel dafür, wie die 
Vulgärsprache mit den Negationen umspringt und ihre Häufung 
nicht scheut. 

Zum Schluß noch einige Beispiele aus der Passio b. Georgii. 
Hier überhefert der Monacensis cap. II quibus fuerat curae com- 
missum; aber der Wirceburgensis läßt cu7'ae weg und der cod. 
Cantabrigensis saec. XII korrigiert quibus fuerat cura commissa,. 



Mischkonstruktionen im Lateinischen 213 

Hier haben C und W das Ursprüngliche beseitigt; denn was M 
bietet, ist Mischkonstruktion aus quibus fuerat curae und quibus 
fuerat commissum und bedarf keiner Änderung. Für Havers 
(Untersuchungen zur Kasussyntax der indogermanischen Sprachen, 
Straßburg 1911) wäre es vielleicht wichtig, daß hier quibus und 
nicht quorum curae fuerat commissum überliefert ist. — In den 
Lücken des M muß W ergänzend eintreten; dieser schreibt nun 
cap. XV: Corpus quidem meum habes in potestate exercere in eo, 
quae velis. Aber C und D (= Duacensis saec. X — XIII) verändern 
exercere in exerce, offenbar weil sie an dem Infinitiv Anstoß nahmen ; 
auf diese Weise entstehen zwei Sätze. Aber gerade aus diesen 
zwei Sätzen ist die vorliegende Mischkonstruktion entstanden : corpus 
meum habes in potestate, habes in potestate exercere in eo, quae 
velis; das zweite habes in potestate ist = potes und verbindet sich 
daher leicht mit dem Infinitiv exercere, und potes exercere ist syno- 
nym mit exerce. Durch Einmalsetzung des in verschiedener Kon- 
struktion auftretenden habes in potestate ist die Kontamination ent- 
standen. — Wenn cod. M cap. XVI et cum caput eius (sc. Georgii) 
osculari vellet (sc. Datianus), non cum admisit fieri schreibt, so 
ist es allerdings sehr einfach mit dem Wirceburg. fieri zu streichen, 
aber nötig ist es nicht, ja der Gedanke wird dadurch geradezu 
verstümmelt. Der Text will doch besagen, daß Georgius den Da- 
tianus nicht an sich herankommen ließ = non cum admisit und 
daß er sich nicht von ihm küssen ließ = non admisit fieri; beides 
ist nun zu non eum admisit fieri verschmolzen. An admittere mit 
acc. c. inf. ist kein Anstoß zu nehmen, klassisch ist es zwar nicht, 
aber im Spätlatein nicht zu beanstanden; freilich hat der Pariser 
Codex non permisit hoc fieri daraus gemacht und so das Ur- 
sprüngliche wegkorrigiert. Wie hier der Wirceburg. fieri, so streicht 
an einer anderen Stelle der Cantabrig. die Präposition ad, nämlich 
im Satze 200 XVII: propter Georgium, qui relicta christianitatis 
cidtura ad vener abiles deos nostros procul dubio frequentat excolere 
(so begründet Datianus die Aufforderung an das Volk, zahlreich zu 
erscheinen). Frequentare wird, wie uns Nipperdey-Andresen zu 
Tac. ann. XIV 4 belehren, auch von einer Person gebraucht, die 
bei einer Gelegenheit in größerer Gesellschaft erscheint; dabei ist 
es immer transitiv. Die Konstruktion frequentare ad kennt Georges 
nicht; ich finde sie aber in der erwähnten vita S. Severini von 
Eugippius ed. KnöU 22, 10 frequentans ad dei famulum und ib. 
42, 21 ad servum dei frequentare solitus. Vergleichen wir nun 
noch die Passio nach der Pariser Handschrift, so lesen wir hier 



214 Jo^' Compernass 

S. 210, 17: propter Georgimn, qui relicta tandem christianitatis 
cultura ad j)lacandos deos properanter festinat ; es hat darnach fre- 
quentare den intensiven Begriff der Häufigkeit in den der Schnellig- 
keit verändert, wie ja auch vita S. Severini VII 6 ad servum dei 
'properans ganz synonym mit frequentans ad dei famulum steht, 
und aus ad jylacandos deos festinat -\- deos frequentat excolere wird 
die im Monacensis 3514 überlieferte Mischkonstruktion ad deos 
frequentat excolere. ^) 

Freiburg i. B. J. H. Schmalz 



"Vulgaria 

1. Schmalz notiert unter dem Zusatz zu seiner StiHstik § 11 
Anm. als Beispiel für quam mit Komparativ statt Superlativ Mi- 
racula Theclae c. 7: quam citius potest . . . profectus est. Ich füge 
noch einige weitere interessante Beispiele hinzu: Cyrilli ep. ad 
Augustin. c. 8: hac de re laeta sanctimonialis domina, quam citius 
potuit e monasterio est egressa. Gesta Karoli Magni 512 ff.: Et volo, 
ut vohiscum ducatis -XX' m. mititum et XXX' m. peditum et 
quam citius poteritis redeatis. Mulom. Chironis 570: raro aliqua 
de quam pluribus posse evadere expromittes (al. : exprimito eins)., 
ibid. 438: et addito aceti quam acrius sextarium 'I\ lul. Valerius 
Obitus Alexandri c. 37 : Enimvero quaesit quam blandius post ma- 
trem Candaules, uti Antigonum . . . muneraretur. Lehrreich ist 
namentlich Gesta Karoli Magni 89 f.: set tarnen est hie prope que- 
dam nobilis civitas que Narbona nuncupatur et alie quam plures 
citra Yspaniam que nos infestant quam plurimum. Mit quam ist 
dann im späteren Vulgärlatein ut, prout und sicut mit Komp. in 
Konkurrenz getreten: vgl. Cyrilli ep. ad Augustin. c. 7: denuo ele- 



1) [Korrekturnote: Vgl. auch Heinze zu Lucr. III, 468, der nutu ca- 
denti aus einer Kontamination Von capite cadenti und capite nutanti erklärt, 
ferner Poukens in Le musee Beige 1912 S. 144, der die Inschrift C. I. L. 
VIII 12425a. 239 Q. Calvins Rufinus . . . sumptu suo et T. Aeli Aimi Litori 
commimi pecunia fecerunt aus a) Q. Calvins Rufinus snmpta suo et T. Aeli 
fecit und h) Q. Calvins Rufinus et T. Aelius communi pecunia fecerunt ent- 
standen sein läßt, sowie Martin Syntax of the Latin Inscriptions found 
in Spain (Baltimore 1909) zu XV 3570 M. Sempronius Hymnus suo et 31. 
Sempro7ii Rebnrri fili sui nomine fecerunt und Lorenz, der in seiner Diss. 
De Clausulis Arnobianis, Breslau 1910, S. 32, bei Arnobius III 23 non magis, 
sed aus no7i magis quam + non . ., sed herleitet.] 



Vulgär ia 215 

vant, ut plus possunt, enses et feriunt. Gesta Karoli Magni 23 f.: 
qui prout melius potuit precepto ipsius obedivit, ibid. 736 f.: et que- 
lihet pars de se nocte illa prout melius potuit procuravit u. ö. Cy- 
rilli ep. ad Augustin. c. 7: quod tractaho, sicuti brevius potero. 
Vita s. Hugberti c. 10: unus ex discipulis eins interrogans Uli: 
Quomodo iubes, ut longuni frahamus officium vel minus? at ille 
respondit: Sicut ampliiis et melius potes hodie adimplere. Vgl. 
übrigens ut primum mit quam primum. 

2. Für "Augenblick" hat die latein. Sprache drei Ausdrücke: 
momentum (mit und ohne Beisatz von temporis), ictus oculi und 
instans. Nur der erste hat in die klass. Schriftsprache überall 
Aufnahme gefunden; die beiden anderen wurden als vulgär energisch 
abgewiesen. Daher wundern wir uns auch nicht, wenn beide nur 
in erbaulichen Schriften aus dem Volke und für das Volk gelegent- 
lich sich scheu hervorwagen. Unter diesen kann ich als früheste 
für diese Erscheinungen nur wieder Cyrillus ep. ad Augustin. nennen 
(Migne, P. lat. XXX 1126 — 1153); es heißt dort c. 3: potius enim 
quilibet homirium flammis ardentibus arsurum se exponeret quam 
earum formarum ictu oculi visione perstringi, ib. c. 3: subito in 
ictu oculi ineffabiliter fuit ante dei iudicantis praesentiam depor- 
tata, ib. c. 22: quibus finitis verbis in ictu oculi inde recedens anima, 
uti cernitis, corpori est coniuncta, mit momentum verbunden in 
Acta s. Emygdii ep. c. 19: tunc in ictu, in momento oculi . . . re- 
surgent incorrupti (Georges erwähnt aus Gellius: eodem ictu tem- 
poris und aus Quintil.: iino ictu frequenter impellunt senteittiae), 
Cyrill. ep. ad Augustin. c. 16: his ifa dictis suum. incoeperunt 
ludum, quo quidem primordiato, quasi uno elapso instanti, se terra 
aperiens, illos solum absorbuit. Während momentum und instans in 
ihren entsprechenden Veränderungen in den romanischen Sprachen 
fortleben, war ictus oculi keine lange Dauer beschieden. 

Im Griech. entspricht dem momento temporis genau ev [xia 
yiaiQov QOTcfj z. B. Acta s. Carterii p. 12, 5; vgl. ferner Chrysosto- 
mus ep. ad Olymp. III, 11 und XVI, 2: iv ßga^eia vmiqov Qonfj. 
Daß aber auch /iaLQOv fehlen konnte, beweisen LXX Sap. 18, 12: 
ETtEi TtQog fiiav QOTC^v Tj kvTLf.iOTSQa ysvsaig avTwv ÖLECfd^dgri und 
Legenden d. Pelagia p. 24, 18 f.: i^oXodgevosc Ttäoav rijv azQaTiav 
T^v vrco aov 7teix(pd^Eloav iv QOTtfj (.ua. Dem ictus oculi entspricht 
OTiyiii^, aber nicht mit ocpd^aXfxov, sondern mit xQOvov verbunden, 
so z. B. Plutarch. Moral. 104B: ßeXTiov d' av e'xov ijv, et ixtj /.iiav 
rjfitqav aXka OTiyfx^v eiTte XQOvov, und Ev. Lucae IV 5: y.al ava- 
yayuiv avxov eöei^sv avTiy jtdoag zag ßaaiXeiag r^g olxovfiavi^g sv 



216 Job. Compernass 

öXLyfxfj xQOvov. Nur oziyi^rj hat sich bis auf den heutigen Tag 
erhalten und beweist dadurch die echt volkstümliche Überlieferung. 

3. Über die Bedeutungen von consultare und consulere macht 
das Corpus glossar. latin. uns interessante Angaben, die aber nicht 
ohne genaue Prüfung hingenommen werden dürfen; zu consultare 
heißt es II p. 113, 33: consultat 'az^TTrerat*, II 113, 53: consultat 
'^i^evdtsi, ovf.ißovksvei', II 113, 54: consultat 'doyfxazi^ei. Daß 
consultat dem griech. av/ußovlevsc = *er rät, gibt Ratschläge' ent- 
sprechen soll, wird durch die roman. Sprachen widerlegt, welche 
samt und sonders auf die Bedeutungen "um Rat fragen, zu Rate 
ziehen, befragen, konsultieren" und "beratschlagen, überlegen" hin- 
weisen. Auch die griech. Volkssprache hat zu allen Zeiten scharf 
geschieden zwischen av/xßovXevw "ich rate" und av/ußovlevoixaL "um 
Rat fragen". Es kann sich also hier nur um eine Flüchtigkeit des 
Glossators handeln. Hierfür spricht auch ganz die umgekehrte 
Glosse II p. 442, 8: avfxßovlevo)' consilio || persuadeo, suadeo || auctor 
sum. — Dagegen ist das über consulere Bemerkte vollkommen richtig; 
es heißt hier II 113, 45: consulo tibi ''tvqovow oov'\ II 113, 46: 
consuluerunt ^^^goevoTjoav", II 113, 40: consiilit '^ifVvd-eTO, Ttgoevo- 
ijoavo' Ttvv&avezaL vmI TtaQaixvd^eixai , III 443, 63: consulo, avf.i- 
ßovlevü). Die beiden letzten Glossen zeigen evident, daß consulere, 
aber nicht consultare, auch die Bedeutung "raten, Rat geben" besaß. 
Die Angaben der Glossen über diese Bedeutung werden durch Be- 
lege aus der vulgärlateinischen Literatur gestützt; vgl. z. B. Gesta 
Karoli Magni 93: Et si consulitis, ut versus Narbonam eamus, ex 
parte domini, 254 f.: sed archiepiscopus Turpinus rogavlt ipsum, ut 
differret usque in crastinum et quod Karolo consulerent, 302 f.: sed 
consulatis me, qualiter oporteat me facere, 531: et omnia, que con- 
sulitis, faciemus u. ö. Translatio ss. Abdon et Sennen c. 9: pla- 
cuit postidatio summo pontifici, et quod sie agere deberet, consuluit. 
— Auf die Perfektbildung consulit = consuluit u. a. will ich später 
zurückkommen. 

4. Die idg. Wurzel bhü- "sein, werden" konnte auch die Be- 
deutung "zu jemand gehen, sich wo einstellen" zum Ausdruck 
bringen. Indem ich die Belege aus dem Ai., Av. und Russ. bei- 
seite lasse, beschränke ich mich hier nur auf das Lateinische. 

Im Latein, ist die Bedeutung "ich bin gegangen, gekommen" 
noch an fui mit einer Präp., welche die Richtung wohin ausdrückt, 
zu erkennen. Als eines der ältesten Zeugnisse darf gelten Plautus 
Amphitruo 180 f.: numero mihi in mentem fuit dis advenientem 
gratias pro meritis agere atque alloqui. Dann ein S. C. in einem 



Vulgaria 217 

Briefe des Caelius an Cicero (Cic. ad fam. VIII 8, 8): Itemque 
senatui placere in Ciliciam provinciam, in VIII reliquas provincias, 
quas praetorii pro praetore optinerent, eos, qui praetores fuerunt 
neque in provinciam cum imperio fuerunt, . . . eos sortito in pro- 
vincias mitti placere. Aus christlicher Zeit stammen Acta pur- 
gationis Felicis c. 9: Aelianus proconsul dixit: Ad Numidias fuisti? 
respondit: Non, domine . sit qui probet. Aelianus proconsul dixit: 
Nee in Mauritania? respondit: Negotiari illo fui. Paulus Emerit. 
V. Patr. Emerit. c. 4: et credo, dum fuero, quod infirma pristinam 
recuperet saliitem., c. 7: die quodam puerum familiärem, suum ad 
locum, cui Capsiana vocabulum est, . . . direxit ac praecepit ei suh 
omni festinatione reverti: qui cum fuisset et eodem die reverti non 
occurrisset, ibidem, mansit, c. 8: Ite et percutite cum, quia iussio 
domini est adimplenda . qui cum fuissent nee intrare potuissent, 
revertentes Herum dixerunt. Vgl. auch die Beispiele bei Löfstedt, 
Komm. z. Peregrin. Aetheriae p. 171 f. und Kaulen, Sprachl. Handb. 
z. bibl. Vulgata p. 243. Gesichert scheinen mir noch folgende 
Beispiele: Itala Tob. V 8: e^ in Mediam fui saepius, Petronius 42: 
fui enim hodie in funus, CIL XI 3614, 13: in curiam fuerunt. 
Vgl. Rönsch Itala u. Vulg. p. 411. Auch in der Freisinger Itala 
Paul. ep. ad Cor. I 2, 3: et ego in infirmitate et timore et tremore 
multo fui ad vos (xayw sv aa&svELCc y.al sv cpoßit) v.al ev tqoi-io) 
tioXKm eysvciiii^v TtQog vf.iag) kann der Übersetzer seine Vorlage in 
dem Sinne von "ich bin zu euch gekommen" aufgefaßt haben, 
wenngleich sich nicht bestreiten läßt, daß er ad auch wie apud == 
bei gebraucht. — Daß dem Volke das Gefühl für diesen besonderen 
Gebrauch von fui usw. vollständig abhanden gekommen war, be- 
weisen die Übertragungen der Konstruktion von fui mit in c. acc. 
auf Fälle, wo von einer Bewegung gar keine Rede sein kann, son- 
dern die Bedeutung "sein" zutage tritt, vgl. z. B. Lex municip. 
Salpens. 21: qui in potestatem parentium fuerint, Cic. pro lege 
Manil. 12: in praedonum fuisse potestatem. Aber auch mit den 
Formen von der W. es hat früh ein Ausgleich stattgefunden, da 
sich ja der Stamm fu- mit dem St. es- in die Bedeutung "sein" 
teilte; man vgl. nur Beispiele wie Plautus Bacch. 161: ecquid in 
mentemst tibi patrem tibi esse? Terentius Heaut. 986: Ego dicam, 
quod mi in mentemst, Adelph. 528: Nilne in mentemst? Aus später 
Zeit stammen dann Orelli Inscr. 3787: esse in curiam, 2446: esse 
in palatium. [Coripp. Just. II 267 in caelum mens omnis erat, 
falls richtig überliefert. W. K.] Vgl. noch die Beispiele bei Schmalz 
Syntax § 147 und Rönsch a. a. 0. Ob von hier aus ein weiterer 



218 Joh. Compernass 

Einfluß auf Konstruktionen wie Itala Genes. 40, 13: in mentem 
hahebit Pharao principatum tuum, ev. Joh. 8, 35: manet in dommn, 
ibid. 10, 23: ambulabat in porticum, ev. Marci 2, 15: cum accum- 
beret in dommn u. a. stattgefunden hat, läßt sich nicht mit Sicher- 
heit ausmachen. 

Das Verschwinden des Stammes fu- in der Bedeutung "gehen, 
kommen" ist nur dem allmähhchen lautlichen Zusammentreffen mit 
dem Perf. ftigi bzw. fugii "ich bin enteilt" (vgl. vulgärgr. (pEvyo) 
"ich gehe weg, reise ab") zuzuschreiben. Letzteres hat überall 
mit Ausnahme des iberischen Sprachgebietes den Sieg davonge- 
tragen '). 

5. Bei Schmalz Syntax § 257 Anm. lesen wir: "Während 
verum sich zur adversativen Konjunktion ausgebildet hat, ist dieser 
Prozeß bei tnagis nicht zum Abschluß gekommen". Daß in Wirk- 
lichkeit 7nagis bereits im 4. bis 5. Jahrb. völlig die Bedeutung des 
mais im Französ. usw. hatte, beweisen ganz evident zwei Beispiele 
aus einer erbaulichen Schrift des fünften (oder noch vierten) Jahrb., 
der Apparitio Jacobi (Anal. Bollaud. VIII, 123. 124). Es heißt 
dort p. 123, 20: magis enim daemon me temptavit, ut egrediar hac 
de cellula et meam. perdam mercedem, und p. 124, 8: sed magis 
volens egredere de cella talia adinvenis. In dem ersten Satz steht 
magis enim für das bekannte sed enim (Schmalz Synt. § 274), im 
zweiten ist es, wie so oft in der griech. und latein. Vulgärsprache 
geschieht, seinem Synonymon sed pleonastisch hinzugefügt, das es 
dann später als überflüssig abstieß. 

6. Sin hatte schon in alter Zeit in Sätzen, in welchen eine 
Bedingung in Gegensatz zu einer anderen gesetzt wird, die Bedeu- 
tung von "wo nicht, sonst, andernfalls, widrigenfalls". Das geht 
hervor aus Cic. ad fam. XII 6, 2: Brutus enim Mutinae vix iam 
sustinebat: qui si conservatus erit, vicimus; sin (quod di amen aver- 
tant), omnis omnium cursus est ad vos. Daß diesem sin noch zur 
schärferen Hervorhebung des Gegensatzes ein autem hinzugefügt 
werden konnte, beweisen Beispiele wie Cic. ad Att. X 7, 2: ad 
eum misi Philotimum libertum cum litteris; si vir esse volet, prae- 
clara ovvoöia, sin autem, erimus nos qui solemus. Alt ist ebenfalls 
die Verbindung sin minus, sin aliter, sin secus. — Die lat. Volks- 
sprache hat an dem Gebrauch von sin autem treu festgehalten, wie 
die Beispiele bei Rönsch 'Itala u. Vulgata' p. 405 beweisen. Zur 

1) [Vgl. Scboendoerffer, De genuina Catonis libri forma. Königsb. 1885 
S. 31. Degering Beitr. zur bist. Syntax. Erlangen 1893 S. 25. Eotbstein 
zu Properz III 9, 60. Kroll, Ebein. Mus. LH 589. W. K.] 



Vulgaria 219 

Vervollständigung möchte ich noch die folgenden Belege hinzufügen: 
Passio s. Carpofori et soc. c. 12: pocius quae agitis dhnittite et 
diis immortalibus sacrificate et tura incendite eosque variis ceri- 
tnoniis, si vultis vivere, atque honoribus honorate; sin autem, variis 
tormentis et penis affligemus. Passio s. Pontii mart. c. 10: praeses 
dixit: Audientes de te domini mei principes Valerianus et Gallienus, 
eo quod nohili familia sis ortus, praeceperunt, ut diis immoles; sin 
autem, cum personis dedecoris et vilibus diversis afficiaris poenis. 
Cyrillus ep. ad Augustinum c. 4: in fine sie ambo parlier statue- 
runt, quod, si usque in subsequentis diei horam nonam beatus Hie- 
ronymus hoc opus falso compositum evidenter ostenderet, ptraedictus 
haeresiarcha capite puniretur; sin autem, archiepiscopus. Mulo- 
medicina Chironis § 573: sie curabis, sicut armos, tarnen si recens 
causa fuerit; sin autem, non expromittes hoc fieri posse. — Statt 
sin autem ist im späten Vulgärlatein auch sin alias in Gebrauch, 
vgl. Benedicti reg. monach. c. 60, 9; Paulus Emeritanus vita Patr. 
Emerit. c. 5. Historia Apollonii c. 5: Reversus dum fueris et 
quaestionis meae solutionem inveneris, accipies ßliam meam in 
matrimonio; sin alias, legem agnosces. ibid. c. 31: tantum fac 
quod iubeo . sin alias, sentias esse contra te iratos dominum et 
dominum, [An der ersten Stelle hat Cod. ß sin autem. Hinzu 
kommt c. 41 p. 89, 11 wo die Version P sin aliter, die von b ß 
sin aliud hat. Vgl. übrigens Priap. 31 : do7iec proterva nil mei 
manu carpes, licebit ipsa sis pudicior Vesta. sin, haec mei te 
ventris arma laxabunt. Dazu Vahlen Monatsber. d. Berl. Akad. 
1878 S. 347. Wackernagel Idg. Forsch. I 402. W. K.] 

Bekannt ist die kondizionale Bedeutung von alias in der Ver- 
bindung non alias nisi = "unter keiner anderen Bedingung außer 
wenn". Es berührt sich also in dieser Verbindung alias mit aliter 
"andernfalls, widrigenfalls, sonst" in der Verbindung sin aliter. 
Man erkennt leicht, daß so sin alias für sin aliter eintreten konnte. 

7. Vulgär ist der Gebrauch von aut non für annon bezw. 
nectie in der Doppelfrage. Schmalz notiert in seiner Syntax § 208 
aus Cassian Nest. III 6, 2: credis apostolo aut non credis? Ich 
füge hinzu Paulus Emer. de vita Patrum Emerit. c. 7: hoc ut vi- 
disti, iam alicubi dixisti aut non? Als echt vulgär wird dieser 
Gebrauch bestätigt durch das Altportugisische; vgl. z. B.: Nos 
achämos esta saia: vee, se e esta a saia de teu filho ou non? 
Nunes Chrestom. arch. p. 85. [Reiche Sammlungen im Thes. II 
1575, 34. Vgl. Gruber, Studien zu Pacianus. München 1901, 30. 
W. K.] 



220 J<^^- Compernass, Vulgaria 

8. Vel hat im Vulgärlatein unter anderen Bedeutungen auch 
die von Wenigstens', vgl. Reichenauer Gloss. 38: Saltim : vel\ 
so namentlich bei Zahlen; vgl. z. B.: Itala Regg. I, 21, 3: nunc 
ergo, siquid habes ad manum, vel quitique panes, da mihi aut 
quidquid inveneris, Paul. Emer. de vita Patr. Emer. c. 2: con- 
sidera etiam annos aetatis tuae et sie tandem mores commuta in 
melius, et vel uno die ante mortem tuam corrige vitam tuam. 
Ähnlich ist auch Itala Matth. 14, 36: et rogahant emn, ut vel 
fi/mbriam vestimenti eius tangerent. Vgl. ferner Curt. Ruf. VI 10, 12. 
Mit einer Negation nimmt vel die Bedeutung von "nicht einmal" 
= ne-quidem an: Itala ludith VII 11: ita ut non esset intra civi- 
tatem, unde satiarentur, vel una die, ibid. V, 13: in quo loco, 
dum innumerabilis exercitus Aegyptiorum eos persequeretur , ita 
aquis coopertus est, ut non remaneret vel unus, qui factum posteris 
nunciaret, Passio Montani et Lucii c. 20: non est passus probati 
martyris corpus tormenti alicuius vel levi laceratione j^ulsari. 

Die Bedeutung "wenigstens" kommt zum Ausdruck besonders 
nach negativem Vordersatz in konzessiven Hauptsätzen, z. B. Passio 
Montani et Lucii c. 7: ut, etsi non iustitia, vel laboribus adae- 
quari possimus; ferner Justin, epit. XII 8, 15: tandem orare, ut 
reliquias saltim suas paternis sepulcris reddat . . . ac, si non mi- 
litibus, vel ipsi sibi parcat, Vita Hugberti c. 10: Si tion quantum 
debeo, vel quantum possum, commoneo; nach affirmativem Kon- 
dizionalsatz Ovid. raet. IV 75: aut hoc si nimium est, vel ad oscula 
danda pateres; in diesem Falle verbindet sich naturgemäß vel mit 
den Partikeln saltem und sed, wie z.B.: Paul. Emer. c. 13: eamque 
deprecatus est, ut quia non erat, unde sibi victum emeret et de ipso 
quod fenerabatur , saltem vel unum tremissem redderet, Cyrillus 
ad Augustin. ep. (= ep. 19) c. "d: ut vel tantarum poenarum ter- 
rore a pravis cessarent, si nollent amore gloriae, Fredeg. Schol. 
c. 16: postulans, si aliud de sacris vasis recipere non inereretur, 
saltem vel urceum illum reciperet, Sidon. Apoll, ep. 9, 16: sponsio 
impleta est, non quidem exacte, sed vel instanter. 

Im Vulgärgriechischen entspricht -nav "wenigstens", negativ 
Ol) ... Y,av, ovTe vmv, ovöe xäv — "nicht einmal"; vgl. z. B.: Ni- 
cephorus vita Andreae c. 118: xaV eva ovXijoai elg r^v £7tid^v(.iLav 
avT^g, ib. c. 208: TtoirjoaL iv avsoei accv ttjv ixiav zavTTiv eßdof-idda, 
c. 150: OTTwg xaV xov TtaQadsiy/xaTioOrjvaL avzqj /xr yivTtixcti effodog, 
c. 122: fjzrjoaTO öi zov kvqiov ö ayysXog b (fvXaaaoJv avTOi trjv 
ipvxriv doOijvai avxiZ oqov /neTavoiag ytav eva yiaigov. — Nicephor. 
c. 190: TL iGTaauL cügtveq ^qjdiov aipvxov, TalaiTtwQe, xat ov Ttoieig 



Elia Lattes, Etrusca 221 

xav T'qv 0<pQayXöa tov öeotiotov Oeov sv rq. TiQoaioTtqt aov; c. 102: 
TLCcv r^v evTeXij oOoviqv ov% sxaqioio xm oi6(xaxL', c. 220: idov, ool 
ti eyiai-iov, y.al ovyi rjdvvrjdrjg /.av TQL%6g (xov aipaaOai, c. 30: ogag 
Tiooov El a/naQTiolog, ozi y.al ol y,vv€g ÖQaTVETSvovGiv /.al ovte 
'/.av (bg Of-ioiov avxwv xvva aov df^xovxaL; c. 58: xaXaiTtwQE, o (.ir 
ßXeTiwv xotg cc'/.xlvag xrjg xwv ovQavaJv ßaoiXEiag, o (x^ löcov xrjg 
yEEvvrjg xr^v dygioxi^xa xijv ÖQi(.ivxdxriv , ovxe vjxv xbv ayyEhov ai- 
axvvrj xov '/.aOccnsQ y^QLOXLavio d%oXov6ovvxd gol; c. 238: exegcij ds 
ZIVI OVXE Y-av xpiXov Xoyov tieqI ygacpiig, ^- ^^^- '^^^ ^^ ^*'^S '^^^ 
ovde Aav l'ariv xrjg yqd'Cdog iTtEÖEi^io EvlaßEiav; Acta s. Carterii 
Cappadocis p. 21, 13: tj ds Ttvgd TieQixELxioaaa xov ayiov tog 
QdXafiog xig lysvExo tzeqI >ti;xA^ avxov '/.al ov% Tjipaxo ovöi /av 
xwv xQLxiov avxov. Vgl. jetzt auch Brinkmann, Rhein. Mus. 
LXVII, 610 f. 

Zürich Joh. Compernass 



Etrusca 



I. Vi ebbero in etrusco verbi in -sa e nomi in -s plvirali? 

Da un pezzo cerco persuadere i compagni di studio che le 
voci verbali etrusche in -sa spettano al numero plurale (Saggi e 
Appunti 144. 148, St. ital. filol. class. X 9 ecc): ora essendomi 
accaduto di osservare alcuni nuovi documenti, credo utile ritrat- 
tare la questione distesamente; tauto piü che il Torp Etr. Beitr. 
Zw. Reihe 11 sentenziö essere ,, durchaus falsche" l'opinione del 
-sa plurale senza discutere le prove da me allegate. 

Che si diano in etrusco dei -sa verbali, dopo Pauli e Bugge, 
divenuti poi esitanti, ammisero meco recisamente Torp e Skutsch 
e consentirono anche trattarsi all' incirca di verbi attivi alla terza 
persona e, quanto allo Skutsch, di perfetti (Indice lessic. 31 s. v. 
acnanasa): per contro con molto mio dispiacere mi trovai sempre 
solo finora riguardo al numero, singolare per tutti salvoche per me ; 
al quäle, l'associazione di acnanasa coi plurali clenar zal e ci e 
papalser VI (Fabretti Terzo Suppl. 318 lin. 4—5 e 327 lin. 1 e 4) 
parve dimostrare che pur -sa fosse plurale, quando la Mummia 
ci diede 

XII 12 — 13 caperi zamti-c svem d-umsa 
VII 9 — 10 caperi zam&i-c ecc. sacnisa 
VI 6 d-eusnua caper-c ecc. tind^asa 



222 Elia Lattes 

dove due vocaboli congiunti dalla particola -c vedonsi associati 
con uno in -sa. Similmente, benche asindetico (Correzioni Giunte 
Postille p. IV— V e 157), 

Fab. 436 lar-t)'i viscesa (e) arnt arntle d-ecsa 
confermato dal -r (cf. sup. clenar papalser cou acnanasa) di 
3436 ur tecsa (cf. Correz. cit. 141 e Ind. less. aur). 
Di nuovo nella Mummia 

VII 6 — 7 trind-asa . sacnitn . an . cild- ce%ane sal (cf. XII 

11 sg. ce^a sal ecc. ^umsa) 
fa riscontro a zal acnanasa. qui sopra. Cosi ancora 

Pauli Inscb. Nordetr. Alpb. 33 p. 16 niyßsiu pikutiu tisa yrvil 
dove a -sa precedono immediati due omioteleuti, da cui riceve luce 
il -sa deir epigrafe etrusca con alfabeto venetico della paletta 
enea di Padova (Studi ital. di filol. class. X 9 — 17) 
et sua leutiku kaial \ na kina tarisa kvil 
Finalmente (cf. Danielsson ap. Torp Etr. Beitr. I 30) ancbe 

Fab. 2335 zivas . ceriyu | tesamsa . siid-id- . atrsr-c . escuna . 
calti sud^iti mund- zivas mursl XX, dove a -sa posto fra due 
zivas, forse congiunti dal -c di atrsr-c (cf. in contrario Torp. Etr. 
Beitr. I 46 Lemnos 59 Etr. Notes 44), segue uua cifra plurale, 
mi da sospetto cbe sia verbo plurale eziandio esso -sa\ tanto piü 
che bene andrebbe tesamsa atrsr se mai, con acnanasa clenar e 
papalser (cf. Fab. Pr. Suppl. 419 sg. con Deecke Etr, Forsch. V 4 
sacnisa ecc. acazr). 

Un solo fatto, per quel ch'io vedo, sembra contraddirmi e giu- 
stificare l'avversa sentenza del Torp: l'associazione cioe di acna- 
nasa con arce in due fra' luoghi citati {clenar zal arce acnanasa 
e papalser acnanasa VI manim arce), perche arce rendesi dai piü 
pur sempre 'fecit' secondo propose il Deecke Ann. Inst. 1881 
p. 163 per l'epigrafe del vaso di Tragliatella mi amnu arce, inter- 
pretando 'hoc Amnon fecit': ma di tale interpretazione dubitarono 
Pauli e Schaefer (Etr. St. V 174 s. v. contro 72, e Pauli's Altit. 
St. III 67), il Torp Etr. Beitr. I 79 II 55 pure accettandola la 
giudicö solo ,,fast sicher", ed io poi sempre la rifiutai (cf. Correz. 
284 a 4746 ecc. e giä Iscr. paleol. 16 n. 32), perche mi parve in- 
credibile che, posta quella, in nessun' altro dei tanti e tanti pro- 
dotti deir arte etrusca a noi pervenuti, fuori del misero fittile di 
Tragliatella, non occorresse siffatto vocabolo, ed anzi manchino af- 
fatto, fuori dei noti sogni corsseniani, epigrafi di artefici etruschi, 
sieche noi „kein etruskisches Kunstwerk mit Kunstinschrift kennen" 
(Furtwängler e G. Körte in Pauly-Wissowa Etrusk. 15 estr.). A 



Etrusca 223 

me manim arce, e perö (manim) arce, richiamo sempre sud^i ma- 
nalcu (cf. il nome della dea res^ualc e, se mai, ipa ma . ani in- 
sieme con ipa cerurum e sud^i cerixu e sud^i hind-iu), e, congiunto 
con clenar zal o papalser VI acnanasa, parve significare che ' figli 
tanti nepoti VF resero al defunto nel suo sepolcro gli onori 
dovutigli nella loro qualitä di acna- (cf. sud^i ecc. a^naz, acnesem 
ipa, loc. sg. hilari^une eterti-c caS-re e S'ene 'in Siena'). 

Per contro alla mia persuasione dei verbi -sa plurali, nem- 
meno in apparenza sembrami ostare Fab. 2340 che allegasi a rin- 
calzo della consueta interpretazione 'figli tanti generö [ej lasciö' 
e 'nepoti VI lasciö', perchi ivi ci clenar precede ad avence, come 
clenar ci ad acnanasa e clenar zal ad arce acnanasa: nemmeno in 
apparenza, dico, perche trattasi di ce . . . . s . ci clenar . m . \ 

a avence, ossia di testo lacunoso in un contesto os- 

curo e controverso dal principio alla fine. 

Ora sacnisa, che vedemmo associato con due voci congiunte 
per via della particola -c, al pari di d^umsa e tin^asa e paralle- 
lamente all' associazione ripetuta di acnanasa con un plurale in 
•r, trovasi associato due volte con voci in -s, e lo stesso fenomeno 
osservasi di tritanasa. Abbiamo infatti: 

ClE. 5176 aseies : ha \ sacti . isa sopra ossuario volsiniese, dove 
Fordinaria emendazione in a(ule) seies (v. Danielsson ad 1.) sem- 
brami escclusa da 51G8 s. asil : sacni, di cui non si tien conto, 
forse perche precede tifiia : tinscvil e trattasi di un „saxum qua- 
dratum intus per totam altitudinem foramine rotundo pertere- 
bratum"; ma entrambi i cimelii sono volsiniesi, e ben va l'epi- 
grafe di un'ara sepolcrale con quella di una tomba, tanto piü che 
questa si dice appunto Fab. 2182 = 2131 sud-i sacniu (cf. sud'i 
hind-iu manalcu o atrenu ecc. e asilm): 

Fab. 2169 atwu \ sacni | sa . aturs da una parte della stele 
vulcente, che reca dall' altra [r]avn \ S-u sei \ tiS-i, dove ativu con- 
viene alla donna ravnd^u seitiS-i come atiu a CIE. 2767 lar&i 
seianti fraunisa piutes e aitu a 3908 fa(sti) hustnei arznal; quindi 
sacnisa aturs' di per se parmi risponda egregiamente a aseies sacnisa; 

Mumm. XI 3 di . dapnests . tritanasa . handin . celi 
dove la condizione plurale del -sa, e pero conseguentemente del -s, 
sembrami risultare confermata dal doppio -r di III 19 e VIII y 4 
dar di ecir (Krall 58 frai ,,ganz zweifelhafte Gruppen"), a guaren- 
tigia del quäle sta non solo VIII 12 dar tei, ma si CIE. 5167 di 
sviser e Cap. 3 ci tar tir ia cim-c leva (o cim cleva), 16 ci tar tir 
ia ci fir (Torp tur)^ 21 tim ecc. tir (cf. tem amer sul Cippo di 



224 Elia Lattes 

Perugia), 26 tqr tir Hai (Torp), 28 sal-c ecc. tar tiria, 33 — 34 
Xud^ tar x^^ ci sa sine (cf. Mumm. VIII 1 eis saris). 

Come pertanto piü sopra i figli e i nepoti avrebbero fatto la 
cosa significata da acnanasa, e gli altri quelle espresse da d^unisa 
sacnisa tin^asa d-ecsa tecsa tisa tarisa e forse tesamsa, cosi qui 
gli aseies e aturs e d-apnests la cosa indicata con sacnisa e tri- 
tanasa : la quäle, quant'ai due primi, conghietturo essere stata 
all' in circa la consecrazione dcUa tomba, e quant'agli ultimi la 
celebrazione della libazioni dovute a questa; perche dall' un canto 
aseies sacnisa e asil sacni mi ricbiamano CIE. 5097 asilm tul insieme 
con tular sepolcro^ e (Correz. 143) tul man e nesl man e nesl man 
e tular nesl e sud^i manalcu e sud-i sacniu e 3754 sud-i acil (cf. 
ainl si e avil-s eis, useti uceti, mamerse mamerce ecc.) ; d'altro canto, 
mentre d-afna ^ahvna (cf. ^upld-as d-ufitld-as, d-epri d-efri ecc.) 
sappiamo omai avere significato 'tazza' (Correz. 32 n. 2 e 95 a 
num. 1618 confermato da Danielsson Sertum pbilol. ecc. Johansson 
oblatura 103 sg.), nel rigo precedente a d-apnests leggiamo vinum 
santists celi e analogamente Mumm. X / 1 sentic vinum d-ui S^apd-ni. 

TL. L'aceusativo sg. etrusco usci forse in -in o -n? 

Secondo la trascrizione del sig. prof. 0. A. Danielsson, per 
sommna di lui cortesia comunicatami a mezzo del dott. B. Nogara 
(Seguito del Saggio Ind. lessic. etr. 177 s. v. anu), nell' arcaica 
epigrafe della fibula chiusina Fab. 806, vuolsi leggere omai, se 
mal non vedo: 

mi arand-ia velavesnas zam ad-im anu rhem fevein ketursi kina 
(cf. Danielsson a CIE. 5053 halasasnas, Fab. 2279. 5 ad-is &nam 
e CIE. 5097 atim, 76 cana ecc. zanl e Mumm. X 18 zanes vuvnics)', 
dove, ricordati (Rendic. Ist. Lomb. 1894 XVII 638) tinsin tins, 
d-esnin d^esan, cesasin (o cesasin) cesa, hin&d-in hind-a, favin faviti, 
■d-axsein o &axsin ecc, troverä, parmi, zam ad-im rkem feve ris- 
contro in CIE. 5093 tenve mexlum e zilaxnve pulum, Mumm. II 12 
ecc. cletram srencve o srenxve (dieci volte), Cap. 28 ilucve . (isvei . 
tuleti . nunus .) sed-utn . (sal-c . iliicu, Torp. nunu . s . e sai . s .), 
perche in tutti cinque codesti incisi sta -ve associato con -tn. Ma 
accanto a tenve mexlum e zilaxnve pulum, abbiamo Fab. 2339 zi- 
laxnce mei^lum, e cosi verisimilmente anche CIE. 5097 [zilaxjnce 

med-lum (apparente ice o T^ce)^ come Fab. Pr. 

Suppl. 399 (Mon. ined. Inst. ecc. Deecke Etr. Forsch. VII 2 num. 1) 
zilace ucntum hece; abbiamo inoltre quasi di sicuro CIE. 5093 
m,azce (Deecke) allato a 52 B 10 masve (cf. tnasu mazutiu, d-izu 



Etrusca 225 

d^isu ecc): puo adunquö esso -ve, associato con -m, pareggiarsi a 
-ce di uguale compagiiia, quäle abbiamo, oltre ai citati esempli, 

in Fab. 2598 atrum i) fier^rce, 2340 .... avence lupum, 2279 

erce a&is d^nam, 2340 puiam amce e Mumm. VII 19 anice etnam^); 
e puö tenersi quindi per un esponente verbale come -ce, salvo, 
ben s'intende, che il contesto lo vieti o consigli diversamente. Con- 
fermano, se non m'illudo, siffatta deduzione Fab. 2754 limurce sta 
pruxum (Pauli Etr. St. III 54 ecc. 'Limurce weiht den JtQoxovg) e 
Mumm. XII 12 sg. svem d-umsa tnatan cluctras, con cui sembra 
convenire a capello (-m con -n) l'etruscheggiante Novilara 2 sg. 
polem uvlhi partenns e polem iSairon tet, essendo verbi sicuri sta ^) e 
&umsa (v. I) e per lo meno probabile tet; e s'aggiuuge aversi 
CIE. 52 B 10 masve ceicnei allato a A 9 piiUace ceicna (cf. A 11 
eure malave jmltace), come 5033 insieme tenve zilaynve e mazce. 
Allato poi a svem d^umsa matan, avendosi nella Mummnia stessa 
matam e celucn celucum e forse tutin tutim, vorremo porre Fab. 78 
tn turce ramd^a (Pauli Etr. St. III 68. 218 ecc. Mies schenkte 
Ramtha', cf. Fab. 2614 ter tn turce, apparente in turct), CIE. 1552 
(Correz. 81) vel sapu ^n turke ed Heibig Bull. Inst. 1881 p. 14 
kal sta tes laie d^n. — Ora, considerato essere Limurce soggetto no- 

1) Cosi Torp Zfvs. 1912, 45, 100 conforrae al disegno, in luogo del 
solito a^rum, di che altrove: non mi persuade peo la siia scomposizione 
del gruppo seguente in ßer^h rce, perche abbiamo CIE. 447 ßeres turce 
e 301 turce ßeres, e Fab. 2613 (autopsia del Pauli Altit. St. III 19 sg.) 
trce per turce, e 9 — 10 volte ßer nella Mummia, laddove non conosco un 
solo eserapio di rce (Torp per arce erce) , ma soltanto rc e rke-m ancora 
enimmatici. 

2) Per etna-m, cf. itna delle grande epigrafe capuana, dove anche viltur 
idvei per veltur esvi-, come p. es. itruta fem. di etru (Pauli) al modo che 
lauttüta del quasi sinonimo lautni; Herbig Leinwandr. 39 inclina pero alla 
novissima opinione del Torp che si tratti di una particola indeclinabile 
significante 'deinde' ecc. (cf. Bemerk. 11 sg. appunto circa itna e v. qui p. 233). 
Quanto ad amce, a me non pare tuttodi impossibile vada con .... avence 
(cf. p. es. ramft^u ravnS-u) e sia un verbo attivo passato poi a dire in carte 
frasi 'e', sieche, se mai, p. es. puiam amce vada all'incirca con lat. nxorem 
duxit (cf. qui avanti p. 234). 

3) Per veritä contro Pauli Torp ecc. ritornö Herbig Eh. Mus. 1908, 
64, 133 sg. all'interpretazione 'Stati f.' del Corssen e, un tempo, delDeecke: 
ma io non so finora seguirlo, perche sta occorre quasi sempre sopra ana- 
temi ceramici e quasi mai nelle formole onomastiche degli epitaffi ; inoltre 
H. tace appunto di vuisinei sta inseparabile forse d'altronde da stas stes (cf. 
Correz. 68 sg.); e s'aggiunge che sta tes, finora dimenticato, ben va con 
tez turce, mina tiurke, mena^e e simili verbi, come altra volta diffusamente 
cercherö mostrare. 

Glotta V, 3. 15 



226 Elia Lattes 

minativo di sta pru^um, e Vel Lecates A.\ tenve meylum e züaynve 
pulum e mazce, e Surhiqs züad- purd^ di zilace ucntum, e Ramtha 
di tn turce e Vel S'apu di d^n turke, io non so quasi dubitare che 
codesti -m o -n siano l'accusativo oggetto del verbo -ce o -ve, cui 
vedonsi associati, tanto piii che vel sapu i^n turke selvansßj fa il 
paio p. es. con lard-ia : ateinei : fleres : tnuantrnsl : turce (Herbig 
Die etr. LeinwaudroUe 39 'Lar-^ia Ateinei weihte das fleres dem 
Muantrns'). Di che consegue potersi fondatamente ricercando per 
es. nei dieci testi di cletram srencve o srenyve il soggetto nouii- 
nativo probabile, od almeno possibile, scomporre omai con qualche 
probabilitä gli squarci nei quali occorrono in proposizioni compiute 
ed uniformi e distinte. 

m. Etr. sii-d^i e lena, -al -ale -aia, aisna hifi'&u 

Giustamente G. Herbig (Glotta IV 1912 p. 177) osserva nelle 
sue, come sempre, tanto acute e caute, quanto istruttive, con- 
siderazioni sopra 'die etruskischen -a^-Formen' che la mia pro- 
posta d'interpretare arand-ia e hirminaia ""(sede sepolcrale) di 
Arunte ed Herminia', conae aggettivi (cf. W. Schulze ZglE. 512. 
514 lat. etr. Crania iixor ecc.) di un sottinteso sud^i 'sepolcro' ^) 
in caso nominativo, si fonda sulla conghiettura che esso sud-i fu 
„generis feminini", conghiettura ch'egli attribuisce all' influsso 
della „alte gänzlich unbegründete Etymologie sud-i = lat. *^sedes' 
(sc. sepulcralis)": per contro la mia persuasione del genere femmi- 
nile si fonda, indipendentemente da qualsiasi supposizione etimo- 

1) Secondo Rosenberg Glotta cit. IV 1912 p. 52 cf. 63 „Pauli die Be- 
deutung 'Eigentum' nachgewiesen hat" per la voce sud-i (cf. 68 su& »all- 
bekannt« nei senso 69 di 'gehören'), e cita „Etr. Studien III 24 ff.": ma il 
Pauli medesimo V 67. 71 ecc. 156 interpreta 'sepulcrum', come tutt'i periti 
e prima e poi. Mi compiaccio per contro che auch' egli meco (p. 52. 65) 
separi nell' iscrizione di Magliano d-anra da mlax (Torp dietro a Milani 
mlax^anra), ma non intendo come lo stacchi dal congiunto calus-e (cf. 74 
nun&en &esan Uns d^esan 'nunS-en die Morgenröte, tins die Morgenröte', mentre 
segue aiseras seus e quindi d^esan Uns apparisce parallelo di d-esan eiseras 
seus); ne raeglio intendo come egli disgiunga p. 64 aisna hind^u (per lui 
'deus animalis', cf. Herbig Leinwr. 46) dal seguente vinmn, malgrado eisna 
pevax vinum ed eisna hinO^u heturn (cf. spurtn eisna hin&u con heci spurta 
he/z e con hexz hetum). Di rimpatto assai mi compiaccio che meco al 
Eosenberg 71 sg. ripugni il -m congiuntivo: quant' alla sua opinione che sia 
esso „das etruskische Eelativpronomen", confesso sembrarmi essa per ora non 
guari meglio fondata, di quella del Torp che siffatta funzione assegna a 
etr. ipa. II punto di partenza delle sue dotte indagini concorda d'altronde 
col mio. 



Etrusca 227 

logica, sul fatto (v. da ultimo Indice lessic. s. v. atrenu e ceriyru 
e cf. Ind. fönet. Rendic. Ist. Lomb. 1908 p. 844 ii : a q 385 a : u) 
che il nome sud^i trovasi associato con parole in -u, verisimilmente 
aggettivali, cioe atrenu, ceri^u, hin-9-iu o he(n)d^u, manalcu, sacniu, 
uspu e cosi pure su^ic ceritiu; sieche mi parve potersi spiegare la 
non casuale costanza di codesto -u, allineandolo con quello (cf. anche 
CIE. 2403 furce lard-i led-anei alpnu anzichi alpan turce) dei noti 
femminili ativu atiii aitu velicu d-anicu ramd^u vilenu: cf. -u da -un 
diminutivo, oppure col Pauli -u da -ui -uia e sud^i cen'xund^e con 
-e da -ei come p. es. Ind. fönet. Rendic. Ist. Lomb. 1908 p. 814 
velia caine, lard^ia velczne (forse solo per caso coincidente coli' -u 
-0 femm. umbro osco^). 

Non meno giustamente osserva poi Herbig 1. c. che nell' iscri- 
zione mi ma lena lard-ia puruhenas la conghiettura del femminile 
„ganz zu versagen scheint" quant' a lena, perche -na o -a „im 
Etruskischen höchst wahrscheinlich ein männliches ist": ma 
„scheint" soltanto, perche abbiamo pure -a -na da -ia -nia in d'ana 
dea e donna e Correz. 96. 116 d^ana atina e Tanusa Atina, d-a(na) 
vatina, S^fana) velid-ana e scansna; e cosi io sospetto nei matroni- 
mici (Herb. 175) vipin-al ^mmpun-al -petm-al e altri simili -n-al 
(cf. Aclinal Uclnial, Aninal Äninial ecc. Ind. fönet. Rend. Ist. Lomb. 
1908. 381), direi, da,*-n-i-al (Herb, propone ,* vipinai-al, jüngerer 
Nomin. vipinei, ^ vipina-aV-) ^ sieche sembrano quasi richiamare le 
antiche forme toscane (Ind. fönet. Rendic. Ist. Lomb. 1908 p. 380 
n. 36) Tarquino Lavina e simili. D'altronde non so tacere il dub- 
bio che l'antica interpretazione 'Spiegel', dall' Herbig conservata 
pel suo lena, a lui suggerito dalla Mummia (Agr. Lwdr. 31 n. 2), 
non convenga al contesto di quella, e che il confronto con mal- 
stria scritto sopra un simiie aggetto, e con male malavisx, e se mai 
m(q)lax m(a)laka-s etr. lat. Malacia, pur sempre raccomandi la 
precedente lezione malena (che fu forse nome di deitä, al pari, 
sospetto io oggi ancora, che mal-str-ia), e, se mai, lo stesso lena. 

Altresi giustamente chiama Herbig „eine verschrobene Aus- 
drucksweise" (p. 178) la mia traduzione di arnd-al yuryles d^anx- 
vilus-c cracial clan ,,der Arnthalische (Sohn) des Churchle und der 
Tanaquil Cracialischer Sohn": ma, mentre simiie difetto non mi 



1) II sufF. -u(n) diminutivo e pero servile (v. Ind. lessic. s. v. auliu 
aulu e cf. inoltre, insieme con lat. ecc. -on, etr. velu d^epru, tutti laut- 
(ujn-i, ossia circa 'liberti', quali appunto le donne Velicu Oanicu), per ciö 
appunto convenne, penso, al genere femminile, anche connesso, se mai, col 
neutro (Umbri e Osci). 

15* 



228 Elia Lattes 

apparisce decisivo rispetto a lingua, quäle si reputa (cf. Herb. 178 
Skutsch ib. 188. 191) l'etrusca, affatto diversa dalla latina e affini tutte 
quante, sta pur sempre che colla interpretazione da me immaginata 
sul fondamento dell' -al qui ancora nominativo, io volli, non sa- 
pendo meglio, evitare la grave difficoltä che alla dottrina dell' -al 
genitivo proviene dall' uscire in -l anziehe in -s, come appunto il 
genitivo usuale, anche quando, come qui, segua appunto -s; e ciö 
in una lingua appunto amica degli omioteleuti, specie congiunti, 
come qui, mediante la particola -c. E ben riconosce colla con- 
suetä lealtä l'Herbig medesimo che la predetta difficoltä nel modo 
da me immaginato si evita, laddove altrimenti „das Verhältnis der 
-fa)l- zu den -s-Genetiven bleibt auffallend": ma oppone che ,,die 
Beschränkung der -fa^Z-Bildungen auf bestimmte Funktions-Kate- 
gorien ist auch dann unerklärt, wenn wir mit Lattes das -(a)l- 
als Wortbildungssuffix auffassen". Ne io lo nego: ma, primiera- 
mente, un' interpretazione che di due enimmi (l'avvicendamento in- 
giustificato di -s con -al e l'ingiustificata limitazione dell' -al a 
certe categorie) sembra nell' ignoranza nostra risolverne uno (l'avvi- 
cendamento giustificato dalla diversitä morfologica dei due espo- 
nenti), io non so abbandonarla solo perche non risolve insieme 
anche l'altro. In seconde luogo, pur questo, cioe la limitazione 
deir -al, parmi ricevere qualche lume dall' opinione del nominativo : 
sta invero il fatto, gia piü volte accennato, che p. es. nel caso fre- 
quentissimo dei prenomi arnd^ lard- il -s genitivo dove riuscire 
incomodo, malgrado occorrano cild-s murss (cf. Herbig 179 n. 1), 
di cui nememeno sappiamo aneora se furono per avventura vera- 
mente genitivi del singulare; quindi l'opportunitä di surrogarvi un 
„Wortbildungssuffix" equipollente, il cui uso pote poi ognor piü 
allargarsi per obbedienza alla legge universa del minimo mezzo e 
della semplificazione grammaticale conseguente, al modo che ac- 
cadde fra l'altro nel latino volgare e nelle lingue romanze appunto 
al lat. -ali-s. Chiede perö a ragione Herbig l. c. „Wie stellt sich 
aber Lattes das Verhältnis vor in Wortverbindungen wie Agramer 
Leinwandrolle V. 22 f. 

sacnicla \ cild--l . spur-al . med-lum-es-c?'-'- 
Ebbene, queste „Wortverbindungen" non solo formano anche per 
me come per H. „eine syntaktische Einheit", ma questa comprende 
eziandio per le meno la voce precedente e le due seguenti, sieche 
la particola -c congiunge due da (cf. Ind. lessic. s. v. -c): 

a&elis . sacni-cla \ cilS^-l . spur-al. 

med-lumes-c . enas da. 



Etrusca 229 

II che posto, rimane bensi sgraziatamente pur sempre „unerklärt", 
perche s'abbia me&lumes-c anziehe -mal-c, alla maniera dei pre- 
mesai cüM spural, come soprae „unerklärt" perche cracial, anziehe 
-das equidesinente del premesso &anyvilus: ma, giustificato omai, 
secondo mi si chiedeva, pur qui, io spero, 1' -al nominativo, forse 
mi si permetterä di rifugiarmi nella supposizione che la preferenza 
si debba a ragioni metriche o sintatticofonetiche per ora sottratte 
alla nostra analisi. In ogni caso un terzo, per quanto piccolo, 
vantaggio mi sembre ottenersi coli' opinione dell' -al pur qui nomi- 
nativo (cf. Herbig op. cit. 172 n. 3 circa rescial hind-ial truial e 
truials), il vantaggio cioe di liberare la nostra povera grammatica 
etrusca da uno dei tanti doppioni morfologici, di cui la si carica, 
quando appunto due altri felicemente cadrebbero, qualora trovi 
seguito la concessione dell' Herbig (op. cit. 181), non tornare di 
per se illecito (,,es steht auch freilich nichts im Wege") che lemn. 
holaiezi cpokiasiale, e perö ancora etr. lar&iale hulyniesi, corri- 
spondano a lat. -alis e -sivs e 1' -ale si confronti „mit unserem 
Nominativ arad-iale". 

La persuasione che gl'inevitabili doppioni desinenziali si deb- 
bano in una lingua ignota supporre col piü grande riserbo e solo 
costretti da assoluta necessitä (cf. ora Rosenberg Glotta cit. 73 la 
„Annahme" di ,,ein Wort mit zwei Bedeutungen ist methodisch ein 
letzter Ausweg, wenn es aus sachlichen Motiven nicht anders geht"), 
m' impedisce altresi di separare (Herbig op. cit. 176) hirminaia 
lariceia ecc. da helenaia ecc. e teuere questo nominativo per „Re- 
flex" del gr. i^d^rivaia e stimar quelli dei genitivi, se bene intendo, 
in -ai-a(l) o -ei-a(l). S'aggiunge poi qui la vecchia obbiezione 
(cf. Bugge Etr. u. Arm. 143), che non si possa col Pauli reputare 
-a un resto di -al in tempi nei quali questo apparisce ancora tanto 
rare; mentre la difficoltä opposta (Herbig 177) alla conghiettura dell' 
-aia -eia -ia agettivale femminile, che ,,das mi in solchen Typen 
auf sehr verschiedenartige Dinge bezieht", sembrami di non grande 
peso, giacche trattasi sempre di „Dinge" sepolcrali {su9-i o sud-ina). 

Ne meglio che hirminai-a, mi capacita, il confesso con titu- 
banza, che in ara&iale e simili (cf. marale velcialu trepalual) sia 
(Herbig 183) „die erstarrte -aZ-Form durch das so häufige nomi- 
nativische -e noch besonders gekennzeichnet worden, gerade so 
wie wir neben arnd^, lard^, laris die vom Standpunkt einer theo- 
retischen Sprachökonomie überflüssigen Formen arnd--e, arut-e, 
arvnd--e, lard--e (s. oben S. 167), laris-e besitzen oder erschließen 
können". Io non so invero separare arad-iale lardiale da arnd^iali- 



230 Elia Lattes 

-sa lard-iali-sa e da trnials truial o frilials trilial (v. Ind. lessic. s. 
V. axsi) e simili, considerato che -s cade sovente giä negli arcaici 
epitaffii orvietani e che -e si avvicenda per varie cause con -i in 
fase fasi, ilucve ilucui, ave avi, nulad^e nuld^i, zile zili, purd^ne 
eprd-ni ecc. (cf. Ind. fönet. Rendic. Ist. Lomb. 1908 p. 518. 11); 
ne mi spaventano le possibili analogie latine (cf. Herbig 186 n. 1), 
meno pericolose, oso sospettare, delle preoccupazioni anticorsseniane, 
alle quali soltanto nella povertä del mio ingegno („es wird eine 
Schwäche meiner Denkweise sein" per usar le parole del nostro la- 
grimatissimo Skutsch) io so attribuire, con grande peritanza e non 
senza qualche dolorosa vergogna, la tenace fede nei genitivi -al e 
-sa, nel genetivus genetivi -sla (per me diminutive del nominativo 
-sa), nel mi 'hoc' e d-u 'non due' (cf. Herbig 186 con Skutsch 
lingua etr. 156) e altrettali. 

rv. Aneora di alcune voei etrusehe in -m o -n 
(cf. Cxlotta IV 4 p. 224—226) 

Accanto a zilay^nve zilayjnce e masve mazce abbiamo zilayjiu 
e masu (CIE. 4538 A 14): cosi ilucu e tenu accanto a ilucve e 
tenve ; mi uasce quindi sospetto che nella stessa relazione stiano 
anu e feve- della fibula chiusina secondo la riferita revisione del 
Danielsson, e che quindi zam ad^im anu rkem feve-in ketursi kina 
dica, per figura, all' incirca 'splendidam fibulam dedit auream do- 
navitque Cetrii cina' (cf. lat. Cinna con W. Schulze Lat. Eigeun. 
268 etr. ced-urna e lat. Ceternius Cetrius, e con Danielsson CIE. 28 
tüesi calesi cina). A conferma del quäle sospetto sta poi primiera- 
mente, che come qui anu feve-, cosi CIE. 301 turce anu: cf. 438 
tez turce e 1546 mina tiurk[e], insieme con Partiunus Partunus e 
simili, e 436 menayß den ceya di contro a Fab. 2613 trce den ceya, e 
CIE. 4538 A 23 scuna mena e B 10 turune scune e Garn. Append. 
906 menu turu, secondo giä per molta parte avverti Torp. Etr. 
Beitr. I 22. 26. 41. 89 II 25. 98; inoltre cf. Fab. Primo Suppl. 
399 (Deecke Etr. Fo. VII 2 e Danielsson ap. Torp. Etr. Notes 
20. 1) zilace hecce o hence, ed a Narce CIE. 8413 ziyuye zinace, e 
forse Fab. 2228 mimi avue (Danielsson Berl. Phil. Woch. 1906. 
594 „zweifellos" avle), come teste menu turu e mina tiurkfej, e 
tantosto mulue- e d^ance sca e d^ra sce. In secondo luogo, come 
turu turce, ziyu ziyuye, menu (fninu mine mina) menaye, hard-na 
fard^ana fard^naye, cosi allato ad anu pare abbiasi ance (Fab. 
Terzo Suppl. 322 autopsia, contro Torp. Etr. Notes 20 num. 25 
„my own copy"), di cui nuovamente qui avanti, al modo forse 



Etrusca 231 

di hecce o hence allato a feve-. Terzo, couie anu trovammo asso- 
ciato, al pari di feve- züaxnve tenve ilucve, con voci in -7n, cosi 
l'equidesinente d^ucu ben tre volte, secondo pare, nella Mummia: 
X 4 vacl ar ratum x^^^ peS^ereni d-ucu, ib. 13 — 14 [sulsjle 
ca&naim elf ad d-imitle unu& [sjuzeri ipa ^ucu, XI y 4 — 5 
streta satri enac d-ucu hamcped^es rinus d^ui aras mucum. — 
Quanto poi all'origine della -u di turu e, se mai, di anu e simili, 
insieme con ilucu, oltreche ilucve abbiamo Cap. 29 ilucui (cf. aS^nu 
ad-nui, vecu vecui, rani^u ranö^ui), mentre allato a Cap. 18 mulu 
(cf. Rendic. Ist. Lomb. 1900 p. 525 sg. fansina mulu e tre volte mi 
mulu), possiamo porre mulue- di CIE. 2334 mulue-v(e)neke (cf. mul- 
veneke muluvanike ecc), che richiama lat. etr. Begoe rimpetto ai teste 
ricordati vecu vecui (cf. Vecuvia e lat. etr. Vegoia e v. Herbig ap. 
Thulin Rom. Mitteil. 1907 XXII 263); d'altro canto perö allato 
a zixu sta Cap. 61 zixun, che richiama aplu aplun e afu afun, 
e meglio mulu mulune insieme con turu turune turunke turuce 
turce, e zixuxe allato a zixu zixun e d-apicun slapixun (cf. Rendic. 
cit. 560 sg.). 

Come d'altronde svem d-umsa matan e tn turce o d^n turke 
prima veduti (Glotta 1913 IV 4 p. 225), cosi CIE. 24U3 ecn turce e 
Fab. Pr. Suppl. 449 ecn füre (cf. ta e eca avauti suS-i 'sepolcro'): 
ora Don diversa condizione penso di presente offrire sren d-ra sce 
del famoso specchio con Ercole allattato da Giunone. Invero oltre 
a turu iure turce, conosciamo tura trce e d^rce o meglio flerd-rce 
(cf. Mumm. II 10. IV 9 raxO^ tura con VI 15 rax ture, e Fab. 
2613 fleres trce e 2598 flerd-rce con CIE. 447 fleres turce e 301 
turce fleres); e sta sce a sca (cf. Ind. lessic. 16. 175 = 205 d^ance 
sca numnal acil e laucanes sca e d-amce) ed a scune, come ture a tura 
d^ra e turune teste allegati, sieche d-ra sce congiuntamente ap- 
paiono ridare turune scune congiunti. Inoltre, confrontati eca sren 
tva ix nac dell'epigrafe specolare predetta con CIE. 4593 (Correz. 
277) Ica hv ic sre nac di un epitaffio perugino, prima sospetto, ma 
omai quindi sincerato, apparisce stare sre-n a sre come t(a)-n 
ec(a)-n a ta eca: che se poi qui abbiamo eca sren dra e lä ecn 
ture turce, sara il caso di da per clan e di aclxa(n) spurta(n) 
allato a aclx(a)n spurt(a)n (cf. Mumm. V. 17 sg. trinum hetrn 
aclxa ais cemnac con X 9 sg. trinum hetrn aclxn eis cemnac, 
e X / 4sg. heci spurta ecc. hexz con XI 10 favin ufli spurtn eisna 
e con nacum hind-u vinuni e hinü-u hetum e etnam esa ecc. tan- 
tosto, ed eim ein ei, in i, an a q celucum celucn, matam matan, 
le&am letem led-n-s led-a e leta, cexam cexa). Poste le quali cose, 



232 Elia Lattes 

l'iscrizione dello specchio non accennerebbe al contenuto del di- 
segno, se non colla parole Herde Unial clan, che mancano ap- 
punto all'epitaffio; e lo specchio dovrebbe tenersi dedicato da tale 
che avesse avuto ragione particolare di rendere a quello ouoranza, 
mentre poi il nome suo qui taciuto, chiaro e certo risultava dal 
nome e luogo del sepolcro; e andrebbe sre-n S^ra (cf. sup. iura scuna, 
mena mina) collo sta pru^um registrato in principio di quest'in- 
dagine. 

Nella stessa fainiglia grammaticale di sta d-ra, e cosi fard^ana 
hard^na e simili verbi finiti in -a, inclino io poi a coUocare pur 
sempre (Saggi e Appunti 45 sg. Ultima colonna 3. 8 sg.) eziandio 
aisna, che sette volte occorre nella Mummia per cinque volte eisna, 
entrambi per lo piii associati anch'essi con voci in -m o -n: X 
19 — 20 ratum aisna leitrum; IX y 1 nacum aisna hind^u vi- 
num e IV 22 eisna pevax vinum e XII 7 eisna hind-u hetum e 
XI 10 spurtn eisna hind-u; XII 9 etnam aisna ix matam e XII 
1 — 2 etnam aisna ix nac reusce e XI 15 sg. etnam aisna esa ix 
hud^is zad^rumis flerxve trfinj e VI 12 etnam eisna ix fleres 
crapsti; XI 12 etnam aisna ceial o cesal. Ben dieci volte pertanto 
ripetesi detta associazioue in esemplari piii o meno analoghi, e 
perö tali che, come l'associazione prima studiata di voci in -m o 
-n con verbi in -ce o -ve o u o -sa o -a, mal puö presumersi in 
tutti fortuita, e ben puö conghietturarsi, almeno in alcuni, non 
diversa da quella di sta pruxum. Fortuita per contro e l'associa- 
zione delle voci in -m -n con eisna nella Mummia IX y 2 dem 
cialxus lauxumneti eisna d-axsein, si perche il numerale dem suona 
sempre tale in qualsiasi compagnia, e si perche d-axse-in (cf. VI 5 
ham(pe&i etnam laeti anc d-axßin) va verisimilmente con tins-in 
fav-in e simili soprallegati per feve-in: pote perö trovarsi uno -m 
-n vero nel seguente rigo omai illeggibile, mentre poi eisna daxse- 
in torna forse parallelo a anu feve-in (cf. etnam ecc. daxs-in con 
etnam aisna). Manca invece affatto la compagnia di -m o -n in 
M. VII 11 heda aisna clevana (Herbig etr. Leinwandr. 18 vanS): 
ma, a tacer qui d'altro (p. es. acc. plur. e simili), led-a leta per 
leS-am (cf. ledn-s) e da per dan ecc. sopra citati per eca(n) sren 
d^ra sce di contro a ec(a)n e t(a)n turce ture, c'insegnano tornar 
lecito il sospetto che l'uno o l'altro dei due -a, fra cui sta aisna, 
debbasi compire in -a(tn) o -a(n); inoltre cf. X y 4 sg. hed spurta 
ecc. hexz, che suggerirä forse per heda a suo tempo spiegazioue 
diversa. Qui perö giova subito avvertire, che leda ledam e da 
dan e simili consigliano il sospetto in ogni caso molte piü essere 



Etrusca 233 

per avventura nei testi riferiti di aisna le parole in -in o -n, che 
non appaiano, specie se si consideri, come di frequente cadde 
pure in etrusco il -s, quando due tali insieme concorrano: p. es. 
Fab. 2621 suris ei per suris eis del piombo di Magliano, acs pri- 
umne Fab. 2514 bis per ac7is priumnes Fab. 305, vel anes clauce 
CIE. 1725 (Danielsson) sopra ossuario chiusino per vel anes clauces 
Not. d. Scavi 1900. 215 (Gamurriui) sopra base figurata del pari 
chiusina; e giä fra gli arcaici epitaffii volsiniesi p. es. 4955 mi 
larice mulvenas su&i allato a 4986 mi larices tela&uras sud-i; 
inoltre cadde appunto -m nel vinu talina trinaxe della situla 
Tridentina, in coufronto col vinum trinum deila Mummia, oltreche 
in ei Uta cexa confrontati con eim le^am cexam; quindi probabil- 
mente, con aisna eisna, come ratum leitrum, cosi nacum hind-u(m) 
vinum o hetum, spurtn hind-u(m), e forse etnam reusce(m) e esa(m), 
qualora si mandi, giä dissi, etna-m con Cap. 6 itna (cf. nella mede- 
sima isc. Capuana p. es. viltur isvei per veltur esvis-c), secondo pro- 
pose un tempo il Torp, Bemerk. (1905) p. 11. Egli perö dappoi, KZ. 
1907 XLI 190, cercö per contro dimostrare, che fosse esso etnam 
una congiunzione indeclinabile significante 'darnach' o 'deinde', 
incontrandosi senza saperlo col Deecke (lettera 8 XII 1893 ^,et- 
nam möchte ich für eine Konjunktion halten = 'und'"): il che posto, 
sarebbene il -m indipendente affatto dalla compagnia di aisna, 
quanto quello qui sopra di dem. E per veritä i contesti, da lui 
al nuovo suo intento, raggruppati parvero anche a me di primo 
acchito „sehr beachtenswert" (Herbig etr. Leinwandr. 39): ma 
osta alla deduzione del Torp primieramente itna (cf. tantosto l'in- 
certo etna-x insieme con tesi-m celucu-m celuc-n ad-umit-n ecc), 
di cui egli a proposito del suo secondo etnam tace affatto; ora a 
vacil itna, come si ha nella tavoia fittile capuana lin. 6, risponde 
preciso Mumm. VIII 16 sg. vacl etnam, con cui verisimilmente va 
VI 10. VIII 1. XII 9 vacltnam (fra l'altro cf. VII 5 etnam ecc. 
CD con XII 9 e VII 12 = XI 15 vacltnam e cntnam entrambi 
preceduti dalla cifra JMJJ, e con X y 3 putnam ^u calatnam e 
XI 13 tuxla-c ed^ri suntnam). In secondo luogo manca alle col. 
IV 6 IX della Mummia, pervenutci quasi integre, si etnam e si 
vacl, e occorre etnam nelle col. VII e XI ben 16 e 10 volte rispet- 
tivamente, dove anche vacl rispettivamente 6 e 3 volte. Terzo, 
codesto etnam, il vocabolo piü frequente della Mummia (40 volte), 
mai finora non si incontrö altrove: fenomeno inesplicabile, se fu una 
congiunzione per dire semplicemente 'deinde', ma facile a intendere 
se, col Krall e con me e col Torp medesimo un tempo (Etr. Beitr. 



234 Elis, Lattes 

I 59. 82 II 28), vi si ravvisi il nome di alcuna cosa sacra, con- 
forme alla sua associazione appuuto con aisna e altresi con als 
aiseras aisunal celucum (cf. cel e turniucas e lat, etr. Caelius) tesiin 
fari^an, e per via di ix con fleres e ftery^ve. E si aggiuuge che 
allato a etna-m forse vuolsi porre Gam. 804 lin 2 etnay^^ pure dal 
Torp Etr. Beitr. I 82 registrato come „Nebenform" di quelle, 
quando ancora niente sapevasi del cimelio d' itna: a me piace perö 
piuttüsto leggere aunet nay (e in ogni caso etna-x, perche secondo 
l'autopsia dell' Undset ap. Bugge Beitr. I 109 non segue ceyam 
arce, me ceya mi arce). — Checche sia tuttavolta di ciö, e parimeute 
di itna, per lo meno quanto ai contesti di aisna eisna con ratum 
leitrum, vinum, hetum, spurtn, fleres-, non mi persuade finora la 
comune opinione che si tratti di un aggettivo derivato da ais 'dio', 
oppure di un'ampliazione sinonima di questo, sieche aisna InnS-u valga 
'deus animalis' (cf. Torp. Etr. Beitr. I 82 II 74 Monatsdat. 15, con 
Herbig etr. Leinw. 32 n. 1 circa 'den Aiser angehörig' o 'gött- 
lich', 42 'deus animalis' e cosi e Etruscan Rel. in Hastings Encycl. 
V 535. 20, di che v. per ora Glotta IV 4 p. 226 n.); e continuo a 
sospettare (Saggi App. 45 sg.) che come sta pruyum circa 'stat' o 
'statuit', cosi aisna eisna circa 'sacrat' o 'sacravit'. 

Qualora poi si rannodi etna-m con itna e, se mai, con etna-x, 
bene per me andra VIII 19 cepar nac amce etnam (cf. sup. etnam 
aisna ix nac reusce) con Fab 2340 puiam amce, specie se con- 
fronto dall'un canto zilad- amce mexl con zilace ucnt{u)m hecce e 
zilaxnve pulum e tenve meylum, e dall' altro puia ame o am(e); 
giacche, mentre mi nasce dubbio che in questi ultimi esemplari 
(v. Ind. lessic. s. v.) si tratti di piiia(m) , mi domando quäle sia 
stata l'originaria significazione di amce ame, da cui nacque (cf. 
.... avence insieme con ravnd-u ramd-u) quella di 'fu'. Quanto 
alla persuasione di quasi tutti i periti che puiam amce debbasi 
rendere 'uxorque fuit', deploro di non essermeue acora potuto 
capacitare (cf. sup. 225 n. 2). 

Pareggiato a?nce in se e per se a turce zilaxnce e simili, si 
conferma la conghiettura proposta qui sopra che, come a quelli 
tum zilaynu, cosi stia anu ad ance (Torp. Etr. Notes 22 nuni. 25 
amce ,,my own copy"); cf. zilai^ tarxnal^i ance con zilc paryis 
amce e d^ance d^amce, le&n-s led-am, celucn celucum ecc. 

Con sta pruxum^ e meglio con nacum aisna hin&u(m) vinum 
e eisna hind^u(m) hetum e spurtn eisna hind^u(rii), vuolsi anche 
mandare, a parer mio (cf. Saggi e App. 15. 17) la formola ed^rse 
tinsi(m) tiurim avils x^^p otto volte incontrata nella Mummia, 



Etrusca 235 

primache l'Herbig scoprisse il nuovo frammento che ci da la nona 
(Leinw. 7). Circa la quäle formola posso io compiacermi che il 
Torp. Etr. Beitr. II 21 concordi meco (Saggi e App. 11 sg.), 
senz' avvedersene, in quanto reputa verbo finito la parola princi- 
pale ed-rse e la rannoda a e^^n ; insieme perö la rannoda egli bensi 
ai verbi in -sa, ma vi scorge la 1 * persona sg. del preterito, laddove 
ne scorge p. es. in iituse la 3* persona (Etr. Beitr. II 106 Bemerk. 
12 'gegeben hat') e in acnanasa sacnisa e simili la 3* del presente 
(Etr. Beitr. I 20 Zw. Reihe 12); per contro a rae i contesti sembrano 
dimostrare che tanto i -se, quanto i -sa, sono terze persone del 
preterito, e difieriscono solo pel numero, plurale nei -sa, secondo mi 
studiai ridimostrare precedentemente (p. 221), e singulare nei -se, al 
modo di iure turce sce menaxe turune scune e tanti altri -e. Quanto 
poi all' originazione di esso -se, penso doversi oltre ai -sa, ricordare 
etr. lat. arse verse e etr. arse due volte, pare, nella Mummia, dove X 
18 d^ui uceti, pare, sta allato a XI 9 d^ui useti, come altrove eiceras 
■d-ußi^i allato di aiseras (Ind. lessic. s. v.) d^ufld'icla, e inversamente 
mamerse di mamerce e q)uhiise di cpulnices, sieche non mi torna 
impossibile che sia -se mera Variante fonetica di -ce. — L'intera 
formola interpreta il Torp. Etr. Beitr. II 21 'ich habe ge - - t für 
den Tag und für den Monat' (cf. I 100 'des Tages und des Mo- 
nates des Jahres' e Skutsch La lingua etr. tr. Pontrand. 48), con 
tre maniere diverse di genitivo {-si -ri -s), quali da lui si giudi- 
cano, cioe tin-sl, tiu-ri-m e avil-s, senza che veggasi la ragione 
della diversitä, ne intendasi come da avil-s possa staccarsi il suo 
costante equidesinente compagno x^-*'- Dalla quäle costante com- 
pagnia pare a me appunto doversi muovere il passo, ossia dalla 
condizione di avil-s ^i-s genitivi del numero singolare certissimi, 
perche cosi esce questo infinite volte ne'testi etruschi onomastici, 
i quali insieme ci danno cento e cento avil-s o avil-s di pari con- 
dizione (Pauli Etr. St. V 91. 121. 154 'anni', Torp. EB. I 100 
'des Jahres'): che se talvolta si rese con 'anni' plurale, ciö pro- 
venne in parte dal paragone coli' annos annorum, degli analoghi 
epitaffii latini, paragone punto decisivo, come bene avverte lo Skutsch 
(lingua etr. tr. Pontrand. 49), per la morfologia etrusca; in parte 
dalla societä con cifre spettanti al numero dei piü, quantuuque 
gia il Pauli (V 126) ammonisse „daß die mit avils und tivrs ver- 
bundenen Zahlwörter in der Tat als Ordinalia aufzufassen sind", 
ed io avessi ricordato lat. volg. 'LXVII aetatis anu' e simili (Saggi 
e App. 206 ecc. Ind. lessic s. v. n. 51): documento per avventura 
d'uso antichissimo, secondo sappiamo di piü volgarsimi (cf. etr. cian- 



236 Elia Lattes, Etrusca 

tinei clantinei, mamerse mamerce ecc), e in ogni evento di uso 
tanto meiio sorpendente per i piü fra gli studiosi, quanto piü dis- 
costo dal romano. Ne meno certa si e la condizione del nome 
appellativo tiurim, che precede immediato ad avils xis, e vuolsi credere 
lino a prova contraria lo governi, conforme alla relazione consueta 
fra i nomi di caso genitivo e quelli con essi associati di uscita di- 
versa; infatti Fab. 2119 (Pr. Suppl. p. 113) avils: XX: tivrs sas 
'(morto) del (suo) anno vigesimo (e) del mese sesto' (cf. Skutsch 
Glotta III 344), insegna essere tiu-ri-m, corae tiv-r(i)-s, derivato 
col suffisso di d^an-r ais-era-s hap-re ecc. (cf. d-ana S^an-xv-il e 
^anra d-anura d^anur-si, ais aes-ar, fapi lat. Fahius Faberius) da 
tiv-s tiu 'luna'; mentre mauca, parmi, di giusto fondamento la 
conghiettura (cf. Torp. Etr. Beitr. I 69. 94) che fa di tivrs un 
gen. plur. di tiv-s, nessun certo o probabile genitivo siffatto in -s 
di un plurale in -r essendosi mai finora, a mia notizia, incontrato. 
Riesce quindi ed^rse tiurim analogo di zilace ucntum, [zilaxjnce 
meMum, zilaxnve pulum, sta pruxum; e resta ancora a determinare 
tinsi, che il Torp (Etr. B. I 99 sg.) stima „einen entschiedenen 
Genetiv" significante, secoudo gli suggeri il Bugge 'giorno': ma 
velsi navesi e simile voci in -si nessuno dubita essere nominativi, 
e di 0-anursi giä l'arcaico epitaffio volsiniese CIE. 4947 da il ge- 
netivo d-anursiefsj (cf. Correz. 111 pupanasi-s con lat. Pomponisius 
e urnasi-s); quindi tinsi(m) tiurim bene andrä con sup. hind-u(m) 
vinum o hetum (cf. vinu vinuni, Uta lei^atn, ei eim ecc), e accanto 
ai mesi etruschi Ermius e Caelius (cf. il nome del dio cel) poträ 
Stare il 'mese Giovio' (se mai, cf. ven. tineh mesneh). 

Come e&rse tiurim, sta pruxum, ec(a)n ture e simili, cosi poi, 
amio avviso, cisum pute, che sette volte (Saggi e App. 39 sei e Herbig 
Leinw. 7 la settima) segue nella Mummia immediatamente a 
tiurim avils xi^, ed una quasi immediamente, laddove a tre altre 
manca la compagnia immediata, e pare cisum pute star quasi da 
se (Saggi e App. 30. 37): il Torp, Etr. Beitr. II 21 sg. 30, esclude 
per veritä che pute sia verbo, quantunque non dubiti che tali si- 
ano iure ame mele mene e altri somiglianti vocaboli in -e, dai quali 
separa pute solo perche ne separa altresi il nove volte congiunto 
cisum, e pensa che ,, vielleicht ist pute das idg. poti-s 'Herr', ent- 
weder entlehnt oder urverwandt". Manca bensi pute a M. V 21 
fasei cisum (cf. III 21 fasei ecc. eifrse ecc. cisum pute) ^ e sarä forse 
il caso di cntratn cltral sinonimi di cletram e mancanti dello 
srencve che sempre accompagna questo (v. Ind. lessic. s. vv.); d'altro 
canto per Fab. 2339 lin. 2 cisum tame[ra] (Saggi e Sta App. 34), 



Gust. Herbig, Die faliskieche Kasusendung -oi 237 

cf. aisna mena mina scuna iura far^ana e simili verbi finiti 
in -a, sieche ben puö tamera tenersi, fino a prova contraria, pa- 
rallele di pute reggente, come questo, l'accusativo oggetto cisum. 

Elia Lattes 



Die faliskische Kasusendung -oi 

1. Dative auf -oi 

Daß die faliskische Grabinschrift aus Caprarola 
uoltio folcozeo zextoi fi 
(j. CIE. 8358) nicht 

Voltius Folcosius Sexti filius, sondern 
Voltius Folcosius Sexto filio 
übersetzt werden muß (der Vater setzt dem Sohne die Grabschrift), 
hat uns J. Schmidt in seinem postumen Aufsatz 'Zur Geschichte 
der Langdiphthonge im Griechischen' K. Z. 38, 1905, 31 gelehrt. 
Inzwischen sind noch ein paar -02-Formen im Faliskischen aufge- 
taucht, die J. Schmidts Vermutung bestätigen. Ihre Beweiskraft 
ist freilich nicht gleichartig: so wird es sich empfehlen sie hier 
kritisch durchzusprechen, Inedita sind mit einem Stern bezeichnet. 

*1) Patera (ciotola) aus rotem Ton; die Buchstaben (m. 0,005 
— 0,01 hoch) sind außen am Rand eingeritzt, ein paar Ritzer im 
Innern lassen sich vielleicht als Zahlzeichen ansprechen. Das Ge- 
fäß wurde in der Gegend des Ponte Lepre bei Civita Castellana 
gefunden und gelangte aus der Sammlung Feroldi (vgl. CIE, 8567 
— 8584, dazu Idg. Forsch. 32, 71 ff.) vor kurzem in die Villa Papa 
Giulio nach Rom (Inv.-Nr. 18774c); die Erlaubnis zur Kopierung 
und Veröffentlichung verdanke ich der bewährten Güte G. A. Colinis. 

Die linksläufige Inschrift lautet nach einer Abschrift von mir 
und nach einer Durchpausung von 0. A. Danielsson vom Oktober 1912: 

tiroi • colanioi 

*2) Patera {ciotola a vernice rossa), sonst wie unter 1; Inv.- 
Nr. 18774e; die Buchstaben (m. 0,006—0,01 hoch) sind am äußeren 
Rande eingeritzt; auf der inneren Fläche steht deutlich das Zahl- 
zeichen für X. 

tiroi ' colanioi 

*3) Patera (ciotola) wie unter 1; Inv.-Nr. 18774f; die Buch- 
staben der Inschrift a (m. 0,004 — 0,006 hoch) sind außen, die der 
Inschrift b in etwa doppelter Höhe innen eingeritzt. 



238 Gust. Herbig 

a) tiroi • colanioi 

h) tulom 
Ich finde für das schwierige tulom keine evidente Erklärung^) und 
betrachte hier bloß das dreimal wiederkehrende 

tiroi ' colanioi 
Die 3 paterae, welche die Inschrift bringen, gehören offenbar zu 
einer Garnitur von 10 Stück (s. Nr. 2), die man dem Toten mit 
ins Grab gab. Wir haben also den Namen des Toten im eigent- 
lichen c. dativus {dandi casus) vor uns. 

Der Nom. sg. des Praenomens lautet falisk. tiro d. h. lat. 
Tirrus; W. Schulze hat ZGLE. 519 aus der praenestinischen Grab- 
inschrift Tirri • Craisli • Tir ' f CIL. XIV 3110 eine andere Form 
des Vornamens: Tirrius wohl mit Recht 2) erschlossen. Deeckes 
Lesung und Ergänzung [t]iri (Fal. n. 14a = CIE. 8214a) bleibt 
bei dem schlechten Überlieferungszustand der Inschrift unsicher. 

1) Aus dem kärglichen, aber wirklich überlieferten faliskischen Sprach- 

raaterial erklärt könnte tulom einem lateinischen Tullum entsprechen, wie 

falisk. tulo CIE. 8250 gleich lat. Tullus ist ; aber in dieser Bedeutung wäre 

tulom sowohl als isoliertes Wort, wie im syntaktischen Zusammenhang mit 

tiroi colanioi unverständlich. Stünde ein solcher Zusammenhang fest, d. h. 

also: wäre 

tiroi colanioi tulom 

als eine kontinuierlich geschriebene Inschrift zu betrachten trotz der Ver- 
teilung der mit verschieden großen Buchstaben geschriebenen zwei Hälften 
der Inschrift auf die Außen- und Innenseite des Gefäßes, so würde ich in 
tulom am liebsten eine Verbalform sehen. Ein tulom, älter *tetulom (vgl. 
tuli, älter tetuli, e-nid-ov, hom. n^nid-ov) ließe sich nach Wurzelablaut und 
Endung als eine 1. sg. aor. II begreifen und würde unmittelbar zu den neu 
aufgetauchten, hocharchaischen Formen Jifiked, *feßket, f[i/]iqod, *feßqont 
{*nint,&tT, *7imi&ovi) treten, die ich Idg. Forsch. 32, 71 ff. als 2. Aoriste 
erklärt habe, tiroi colanioi tulom wäre also 'ich habe (die patera) dem 
Tirrus Colanius (dar)gebracht'; der Name des Stifters wäre dabei contra 
usum verschwiegen. Ist die Form als isoliertes Wort zu betrachten, so 
wird man am ehesten ein nomen appellativum wie 'donum, dvK&i^jua oder 
einen Gefäßnamen darin sehen; im ersteren Fall brauchte das Wort ety- 
mologisch vom Verbum tulo, tetuli nicht getrennt zu werden und wäre etwa 
als *tl-öm 'Geschenk', eig. 'das Dargebrachte' anzusetzen. 

2) Tirri Craisli könnte an und für sich auch ein Genetiv zu einem 
Nominativ Tirrus Craislius sein. Aber praenestinische Inschriften wie CIL. 
XIV 3187. 3188 L • Oppi • L- f\ Flacus \ patr und L ■ Oppi • L- f\ Flacus | 
ßlius machen es wahrscheinlich, daß jene Typen auf -i einheitlich und zwar 

als Nominative, gleich jenen auf -ios, -io, -ius, zu erklären sind, vgl. noch 
Ernout, Le parier de Preneste d'apres les inscriptions, Memoires de la So- 
ciete de Linguistique de Paris 13, 342. Zu den Praenominal-Typen auf -us 
und -ius, etr. -e und -ie, -i s. W. Schulze ZGLE. 262 f. 464 ff. 519. 



Die faliskische Kasusendung -oi 239 

Die faliskische Form des von Uro abgeleiteten Gentilnamens tirio 
steht CIE. 8202, die lateinische Tirrius ist CIL. XI 3132 auf fa- 
liskischem Sprachgebiet zwischen Civita Castellana und S. Maria 
di Falleri (= Falerii veteres und novi) aufgetaucht. Auch Tiro : 
Tironius (also etr. *tiru) und ein paar weitere Ableitungen (W. 
Schulze ZGLE. 304) werden zur Sippe gehören. 

Der scheinbar so fremdartige Gentilname colanio läßt sich 
gleichfalls mit Bekanntem verknüpfen; das Vergleichsmaterial: Colus, 
Colins (Caulius, Golius), Colianius, etr. caule, culni (etr. au : u s. 
Glotta 2, 86ff.) hat W. Schulze ZGLE. 18. 155. 172. 295 besprochen. 
Ob colänio oder colanio zu messen ist, wissen wir nicht; colänio 
würde sich ohne Weiteres in die Gleichung 

Colus : Colins = colanio : Colianius^) 
einfügen; colänio würde sich unmittelbar zu etr. culni CIE. 2022 
(Clusium) stellen. 

4) CIE. 8002. Patera-Inschrift aus Civita Castellana, von B. 
Nogara aus den Akten der Villa Giulia notiert; das Original haben 
wir nicht gesehen. 

caisioi Caesiö 

5) CIE. 8246. Fragment einer Ziegel-Grabinschrift aus Civita 
Castellana; die Kasusendung -oi scheint trotz der schlechten Über- 
lieferung gesichert zu sein (vgl. das Gliche zu CIE. 8246). 

[tcjoltioi Voltiö 
- - - oi ö 

6) CIE. 8078. Halbzerstörte und sehr schwer lesbare Fels- 
Inschrift aus Civita Castellana; die verschiedenen Lesungen von 
Thulin und mir stimmen wenigstens in der Kasusendung -oi überein. 

q haloi Quintö Halö 

teti qtroni Tettius Atronius (tituliim posuit) 

7) CIE. 8361. Sehr flüchtig aufgemalte Ziegel-Inschrift aus 
Caprarola; die Endung -oi scheint sicher, der syntaktische Zu- 
sammenhang der Inschrift ist bei der Unsicherheit fast aller Le- 
sungen im einzelnen nicht zweifellos festzustellen. 

ce holcosio Caesius Holcosius 

lou titoi Lud (filius) Tito (filio titulum posuit)^) 

8) CIE. 8381 e. Becher-Inschrift aus Corchiano, von B. No- 
gara aus den Akten der Villa Giulia abgeschrieben; das Original 
scheint verschollen zu sein. 



1) Oder ist auch hier schon ein etr.-lat. Colianius anzusetzen, das noch 
nicht in den lat. Typen auf -ünus, -änius untergegangen ist? 

2) Vgl. indes auch S. 238 Anm. 1. 



240 G^ust. Herbig 

Statt des in den Akten stehenden Textes 

lOKII'SkADOJ habe ich schon im Corpus selbst 
lOKHI^AIDOj vermutet. 
Aus der Akten-Fassung könnte etwa ein 
lociae titoi 
(mit auffallendem lociae statt zu erwartendem lociai) herausgelesen 
und als 

Luciae Titovi (filiae) 
zur Not erklärt werden. Ist meine (palaeographisch sehr leichte) 
Verbesserung richtig, so ergibt sich die Lesung 

locia eimoi Lucia Aemö (dedit) 

eimoi wäre als altfaliskischer Dativ zu einem Vornamen eimo, lat. 
*Aimos (von W. Schulze ZGLE. 295 aus den Gentilnamen Aimus, 
Aemtis, Aemius, etr. eimi, Aemilius nach Pauli Etr. Stud. o, 83 
erschlossen) ohne Weiteres begreiflich. 

9) CIE. 8036 sqq. Fragmente etrusko- kampanischer paterae 
mit aufgemalten Inschriften, zu der stips votiva eines Tempels ai 
Sassi Caduti bei Civita Castellana gehörig, in 3 Fassungen: 

a) titoi niercui efiles 

b) titoi mercui 

c) tito mercui efile 

Thulin hat bei der Erstausgabe erklärt: \ . . titoi mercui sind 
. . . unbedingt Dative und zwar nötigen die . . . Fundumstände zu 
der Annahme, daß sie den Namen des Gottes enthalten, dem der 
Tempel geweiht war. Und dieser Gott war, wie die gefundene 
Statue beweist, Mercurius' (Mitteil. d. K. D. Archäol. Inst., Rom. 
Abt. 22, 1907, 300). Aber in einer Anmerkung auf derselben Seite 
äußert er leise Zweifel und meint: 'In einer lateinischen Inschrift 
aus dem dritten Jahrhundert hätte man freilich mercuei (senatuei 
CIL. I 201) erwartet. Vgl. Marx zu Lucilius IX 367'. Jacobsohn 
gibt in einer Besprechung meiner Habilitationsschrift BphW 1911 
Sp. 464 diesem Zweifel entschiedeneren Ausdruck und bemerkt, 
"^daß mercui Dativ eines w-Stammes nicht sein kann, und ebenso- 
wenig ein alter Lokativ mercou, an den kurzes i nach Analogie 
der ursprünglichen Endung der konsonantischen Stämme angetreten 
wäre'. 'Von einer Analogiebildung nach dem Dativ der o-Stämme , 
fährt er fort, 'kann erst recht nicht die Rede sein'. Bartholomae 
hält die Möglichkeit einer solchen Analogiebildung durchaus auf- 
recht und sagt in den Sitz.-Ber. d. Heid. Akad. d. Wiss., Philos.- 
histor. Kl. 1910, 5. Abb. 9 Anm. 1 : 'Der Dat. Sing, mercui ist dem 
auf -oi der o-Deklination nachgebildet. Das beweist die Üblichkeit 



Die faliskische Kasusendung -oi 241 

der o/-Formen\ Auch Solmsen scheint Idg. Forsch. 30, 1912, 10, wo 
er den Namen des 'Gottes Titos Mercus als das italische Gegenstück 
oder die italische Nachbildung des griechischen ithyphallischen 
Hermes (Herodot 2, 27. Paus. 6, 26, 5) zu begreifen sucht, an einem 
Dativ titoi mercui keinen Anstoß zu nehmen. Ich selbst habe 
Glotta II, 1910, 184 auf Grund des ardeatischen titoio = lat. Ti- 
tovius == etr. titui den Dativ und den Götternamen titoi mercui 
angezweifelt, ohne positiv weiter zu kommen: ich habe zu CIE. 
8049 meine Zweifel de duobus dei Mercurii (si Mercurii sunt) 
nominihus wiederholt und von neuen Ausgrabungen am Mercur- 
tempel oder von einem genaueren Bericht über die bisherigen neue 
Aufschlüsse erwartet. Einen solchen Bericht: Sulla scoperta del 
Tempio di Merciirio ai '^ Sassi CadutC [Falerii] hat nun R. Men- 
garelli im Bull. d. Commissione Archeol. Comun. di Borna 39, 1911, 
62 — 67 geliefert; obwohl er für unsere Zwecke nicht allzu viel 
Neues bietet, gab er mir doch Veranlassung die Frage noch einmal 
vorzunehmen. Meine Untersuchung folgt in Abschnitt 2; hier 
nehme ich nur die uns zunächst interessierende negative Seite 
meines Resultates voraus: titoi und tito haben als Belege faliskischer 
-oi- und -o-Dative auszuscheiden. 

Ob die übrig bleibenden altfaliskischen Dative auf -oi, denen 
-ö-Formen nun nicht mehr zur Seite stehen, Bartholomaes be- 
stechender Hypothese (1. c. 3 ff.), daß die Ausgangsverschiedenheit 
des arischen Dativs 

-äi (awest. ahuräi): -äia (ai. dsuräya) 
sich in den italischen Endungen 

-öi (altosk. hürtüi): -5 (lat. hortö) 
widerspiegele, günstig sind oder nicht, steht hier nicht zur Debatte. 

2. ■Weibliehe üSTominative auf -oi, -o, griech. -cot, -cd 

Wer die tito(i) mercui -Inschriften CIE. 8036ff. erklären will, 
muß zuerst eine archäologische Vorfrage erledigen : handelt es sich 
bei den Trümmern des Tempels ai Sassi Caduti wirklich um ein 
Merkur- Heiligtum ? 

Mengarelli antwortet darauf belThulin 1. c. 297: ''Che il tempio 
sia di Mercurio non c' e dubhio, perche si trovö la statua fittile di 
tale divinita. Di questa statua manca la parte superiore; ma si 
conserva tuttavia benissimo la parte inferiore; sieche si vedono i 
calzari alati che caratterizzano il messagero degli Dei . Und in 
dem neuen Bericht S. QQ werden unter den aufgefundenen Trüm- 
mern von Tonstatuen an den ersten beiden Stellen aufgeführt: 

Glotta V, 3. 16 



242 Gust. Herbig 

^1) Parte inferiore di una statua di Mercurio, a circa due terzi 
del vero, comprendente le gatnbe appoggiate ad un tronco d' albero, 
ed il lembo inferiore della clamide, la quäle discende lungo il ßanco 
sinistro. Mancano i piedi: perö sono conservate le ali caratteristiche 
degli alti calzari. La carnagione e colorita in rosso. 2) Fram- 
menti di un braccio e dl una coscia, forse della medesima statua^. 
Die Zuweisung des Tempels an Merkur gründet sich also in der 
Hauptsache auf ein paar beflügelte Beine, die unter andern Frag- 
menten von Götterstatuen an Ort und Stelle gefunden wurden: hier 
darf der Wunsch nach Mehr Licht durch weitere Grabungen, den 
auch Mengarelli S, 67 äußert, billig erneuert werden. Immerhin 
dürfen für ein Merkurheiligtum noch ein paar Beobachtungen an- 
geführt werden, die ich in der Villa Giulia vor den Fragmenten 
machte. Obwohl zu den beflügelten Beinen die Geschlechtsteile 
mit der ganzen oberen Figur fehlen, scheint die straffe Muskulatur 
der Beine auf eine männliche Gottheit hinzuweisen, vielleicht auch 
die rote Färbung des Fleisches, da die weibliche Hautfarbe gern 
weiß dargestellt wird. Wenn wir die beflügelten Beine zu einer 
ganzen Figur ergänzen, so wird diese größer als alle andern Re- 
konstruktionen aus den sonst gefundenen Fragmenten von Ton- 
statuen; nach der ganzen Art der gefundeneu Trümmer ist es nicht 
unwahrscheinlich, daß die Figur mit den geflügelten Beinen den 
Mittelpunkt eines Giebelfeldes bildete. 

Mag so die Frage nach der Tempelgottheit vorläufig offen 
bleiben: wenn die titoi mercw?- Aufschriften Dative sind und auf 
Votivgegenständen stehen, die in einem Tempel gefunden wurden, 
so können sie kaum etwas anderes als die Gottheit bezeichnen, der 
sie geweiht sind. Aber haben wir wirkhch Dative vor uns? Wenn 
wir die Formen grammatisch als Nominative zu erklären ver- 
mögen, kann ohne Weiteres die Person gemeint sein, welche die 
paterae der Tempelgottheit geweiht hat. 

Daß mercui nicht der lautgesetzliche Dativ eines «-Stammes 
ist, haben Thulin und Jacobsohn schon betont; daß er eine ana- 
logische Neubildung nach den -o?"- Dativen der o- Stämme sein 
kann, hat Jacobsohn ohne Grund geleugnet, Bartholomae mit 
Recht festgehalten. Wenn wir hier auf Bartholomaes Seite treten, 
schlüpft uns freilich der negative Nachweis, der Nachweis also, daß 
es sich nicht um Dative handeln kann, aus den Fingern. So 
bleibt nichts übrig als positiv die Möglichkeit aufzudecken, daß 
wir Nominative vor uns haben. 

Daran hat unter anderm auch Jacobsohn gedacht. Ich führe 



Die faliskische Kasusendung -oi 243 

seine Erklärungsversuche in der Reihenfolge an, wie er sie BphW 
1911, 464f. vorträgt. 

1) (Dem Gott) Titus (weiht dies) * Mercuvius Epülius. 

2) (Dem Gott) Titus (D^t) * Mercuvi (Gen.) (weiht dies) Epülius. 

3) (Eigentum) des (Gottes) Titovitis* Mercuvius (Gen.). Epillius 
(hat es geweiht). 

4) Titovius * Mercuvius (Name des Gottes im Nom.). Epillius 
(Name des Weihenden im Nom.). 

Die sachlichen Schwierigkeiten, die allen diesen Erklärungen 
anhaften, hat auch Jacobsohn keineswegs verkannt: sie liegen wie 
bei Thulins Erklärung 'dem Gotte Titos Mercus\ in dem ad hoc 
angenommenen neuen faliskischen Gott und seinen merkwürdigen 
Namen; dazu kommt für alle, die das Heiligtum als einen Merkur- 
tempel ansehen, die weitere Schwierigkeit, diesen neuen Gott und 
seinen Doppelnamen mit dem Begriff und dem Namen des Merkur zu 
verknüpfen. Mag man mit Solmsen Idg. Forsch. 30, 10 falisk. titos zu 
gr. Tixvg oder Tuvog stellen oder mit Jacobsohn einen Götternamen 
titos (= Taube, s. Walde ^ s. v. titidus) mit dem Götternamen Picus 
(Specht) verbinden oder einen Titus Mercuvi(us) mit dem Picus 
Martins vergleichen oder in Tito(v)ius Mercu(v)ius eine Gentil- 
Gottheit der aus Ardea bekannten gens Tito(v)ia {titoio, lat. Ti- 
tovius, etr. titui, s. Herbig Glotta II, 184) erblicken: die sachlichen 
Schwierigkeiten werden dadurch nicht wesentlich gemildert. Dazu 
kommen die sprachlichen. Ein isoherter Gentilname Epillius wäre 
im Inschriftenstil des 3. Jahrhunderts^) zum mindesten auffallend; 
mercui von titoi zu trennen und mit efiles enger zu verbinden 
{"^Mercuvius Epillius), ist, wie Jacobsohn selbst 465 sehr richtig 
beobachtet hat, schon aus äußern Gründen ausgeschlossen. Mit 
dem Genetiv in der Verbindung Titus * Mercuvi weiß ich syntak- 
tisch nichts anzufangen. Ein Genetiv Titovi * Mercuvi oder ein 
Nominativ Titovius * Mercuvius ist deswegen unmöglich, weil tito 
neben titoi, also, wenn männliche Nominative anzunehmen wären, 
Titus neben Titovius, wenigstens in einer Inschrift (8031) trotz 
Jacobsohns Versuch es wegzuemendieren ganz sicher überliefert ist, 
und daher beide Formen gleichheitlich erklärt werden müssen. 
Weitere syntaktisch-stilistische Schwierigkeiten deute ich nur an: 
der Name des Gottes im Nominativ und der Name des Weihenden 
im gleichen Kasus {Titovius * Mercuvius. Epillius) wären ganz un- 

1) Unsere Inschriften dürfen aus archäologischen Gründen kaum höher 
datiert werden, s. Mengarelli bei Thulin 1. c. 297 und in seinem neuen Be- 
richt 66 f. 

16* 



244 Gust. Herbig 

gewöhnlich; der Genetiv des Gottes {THoiii * Mercuvi) und der 
Nominativ des Weihenden {Epillius) fänden zwar, wie Jacobsohn 
selbst feststellt, an griechischen Inschriften wie I. G. XIV 597 eine 
Parallele, sind aber innerhalb des Italischen m. W. gänzlich unbelegt. 
Mit Götternamen sind wir nicht zum Ziele gekommen; sollte 
es nicht möghch sein die drei Worte der Inschrift als Personen- 
namen zu betrachten? Ich vergleiche 

tito(i) mercui efile(s) 
unmittelbar mit etruskischen Formeln wie 

i^ana ■ petnii • afles CIE. 4002 1) 
und übersetze 

TitofiJ * Merconia, Epillii uxor 
genau nach 

Thana Fetronia, Afillii uxor 
Oder mit andern Worten: die Inschrift ist, wie so viele faliskische 
z. B. CIE, 8206. 8384£f., fast ganz etruskisch, oder nur ganz ober- 
flächlich faliskisiert; wenn wir noch die Endung des Vornamens 
etruskisieren, liegt eine glatte etruskische Inschrift in faliskischen 
Buchstaben vor: 

titi(a) mercui efiles 

mercui ist das übliche etr, Femininum zu einem Masculinum auf 
-u, wie peirui : petru, vetui : vetu, mnsui : tnasu usf,^). Über das 
Verhältnis von falisk. efiles zu lat. Ep-il(l)ius, "^ Ep-il(l)iSj etr. ep-le, 
*ep-ile, *ef-le, *ef-ile, lat. Ep-urius, Ef-iirius habe ich Mitteil. d. 
K D. Arch, Inst, Rom. Abt, 22, 300, Glotta II, 193 und im CIE. 
zu 8049 gesprochen; wenn efiles (einmal 8037 efle mit graphischer 
Vernachlässigung des Schluß-5, vgl. Glotta II, 181 ff.) der nach- 
gesetzte Genetiv des Gattennamens ist, begreift sich leicht, warum 
das efiles gelegentlich (8040 ff,) auch fehlt: der Vater- oder Mädchen- 
name (mercu-i) hat in diesem Fall der Stifterin genügt. 

Nur die weiblichen Vornamen titoi, tito sind vom etruskischen 
Standpunkt aus nicht verständlich. Der dem Etruskischen fremde 
o-Laut könnte zwar zur Not eine Faliskisierung eines etr. u sein; 
aber etr, Vornamen auf -in sind überhaupt nicht bekannt^), und 

1) Weitere Beispiele: CIE. 2720. 3623. 3697. 3713. 3787. 3896. 3918. 
4281. 4415 und sonst; vielleicht auch die etruskisch-faliskische Inschrift 
8339 caui : tertinei : posticnu 'Gaia Tertia, die Gattin des Posticnu'. 

2) Etr.-falisk. vllvi CIE. 8031 = etr. *vel&ui scheint hierher zu ge- 
hören; mit dem unsicher überlieferten octui CIE. 8204 läßt sich nicht viel 
anfangen. 

3) Die weiblichen Gentilnamen auf -ui (wie oben mercui) stehen auf 
einem andern Blatt; das CIE. 3408 ff. überlieferte titui ist ein männlicher 



Die faliskische Kasusendung -oi 245 

ein feminines titu fände an dem ganz isolierten Vornamen ravnd^u 
oder an dem deminuierten Vornamen vel-icu oder an den seltenen 
Göttin en-Namen wie culsu, vecu kaum eine Stütze; außerdem sind 
die wirklich etruskischen Femininbildungen des Vornamens Ute 
mehrfach als titi und titia bezeugt (Deecke Etr. Forsch. 3, 344 ff.). 
Aber das lateinische Corpus bringt uns aus Dalmatien ein 
paar Belege eines weiblichen Vornamens Tito: 

CIL. III 2757 = s. 9817 T. Anrelius Panes Ciasicianus Titoni 
et Sextoni sororibus . . . 

III s. 9929a . . . Tito Buzetia . . . 

III s. 8319 . . . Aureliae Tittoni qiiae v. a. XLV . . . 
W. Schulze stellt ZGLE. 37 ff. fest, daß Feminina wie Tito, Dito, 
Sexto, Turo, Lavo, Paio neben Masculinformen wie Titus, Ditus, 
Sextus, Turus, Laviis, Paiiis charakteristisch sind für das illyrische 
wie für das gallische Sprachgebiet. Eine vollständige Sammlung 
und Untersuchung dieser Typen steht noch aus; sie wird vor allem 
zu zeigen haben, ob eiuzelsprachhche oder indogermanische Bil- 
dungen vorliegen und insbesondere auch, ob hier wirklich lauter 
alte ^«-Stämme auf -o, -onis anzusetzen sind. Ich kann vorläufig 
der Versuchung nicht widerstehen einen Teil dieser weiblichen Vor- 
namen auf -0 an griechische Frauennamen auf -w, -toi, also an 
alte o?-Stämme, anzuknüpfen, zumal einzelne wie Tito und Turo 
Laut für Laut mit griechischen Göttinen- und Heroidennamen wie 
Tltco^) und TvQcu^) identisch sind, und der Übergang von grie- 
chischen Götter- und Heroidennamen zu illyrischen, gallischen und 
lateinischen Individual- und später Vornamen (falls nicht im einen 



Gentilname, der genau zu ardeatinisch titoio und lat. Titovius stimmt, s. 
oben S. 240. 

1) TtTCü heißt die Eos oder die Hemera bei Kallim. fr. 206, Lykophr. 
941, vgl. Tzetzes zur Lykopbron-Stelle, Hesycb und Suidas s. v. Im Et. M. 
8. V. wird ausgeführt: Ttroi • oitw h'yiTca i] rj/A^Qu • ttkqcc yccQ xo Tirctv ti- 
Tttvog yCvtTui, Tnavig • xal ixH&ev vnoxoQiaTixov Titüj, wg YxpvnvXr] Yipw, 
Eiöo»^a EiSü). Auch Gruppe betrachtet Griech. Myth. 421 Anm. 3 Tltü, 
als eine hypokoristische Kurzform zu Tix{av)oyiviic(. In der Tat scheint 
die Ausbreitung der sonst überall untergehenden -oj-Stämme im Griechi- 
schen, die sich in der Hauptsache auf Eigennamen beschränkt, mit ihrem 
sekundären Charakter als Kurzform zusammenzuhängen. 

2) Tvqw, der vielfach bezeugte Name der Tochter des Salmoneus. Etr. 
turia = TvQü) lehrt, wie die Etrusker sich diese -oi-Stämme mundgerecht 
machten, Verf. zu CIE. 8003—8008; Trombettis Gleichsetzung etr. -uj-Gen- 
tilicia mit griech. -oz-Vokativen {TvqoI) habe ich Idg. Forsch. 26,376 Anm. 1 
schon aus andern Gründen abgelehnt. 



246 Grußt. Herbig 

oder andern Fall Urverwandtschaft vorliegt) auf mehr als eine 
Weise erklärbar ist. Unser falisk. titoi^) neben tito, das die grie- 
chischen Nominativdoubletten auf -wi : -w sehr hübsch wieder- 
spiegelt, wäre ein weiteres Glied in der Kette dieser Wahrschein- 
lichkeiten. Sie würde sich noch enger schließen, wenn es gelänge 
die Tatsache dieser Doubletten und den Übergang von oz'-Stämmen 
zu w-Stämmen begreiflich zu machen. 

W^eibliche oi-Nominative sind uns ja auch von den lateinischen 
Inschriften her nicht ganz unbekannt. Aug. Zimmermann hat im 
Philologus 70, 1911, 313f. und in K. Z. 44, 1911, 368f. ein paar 
Fälle gesammelt: 

CIL. VIII 9954 . . . Valeria Sardoi . . . 

15779 Sisoi Missmies ß(ia) (vgl. auch VIII 6426) 
II 1750 AemUia L. f. Summoi . . . 
Die afrikanischen und spanischen Namen Sisoi und Summoi (vgl. 
. . . C. f. Summa CIL. V 7778) weiß ich freilich nicht weiter zu 
erklären; Sardoi wird doch wohl formell dem griech. Nominativ 
^^agöcüi (= 2aQÖw 1) griech. Name der Insel Sardinien, 2) Name 
einer illyrischen Stadt, j. Serdica Sozom. h. e. 3, 11)^) oder 
dem griech. Vokativ ^agdot entsprechen. Ebenso wären faliskisch 
titoi zum Nominativ *TiTi6i^) oder zum Vokativ TltoT, faliskisch 
und illyrisch Tito zum Nom. Titw zu stellen. Daß Vokative 
auch sonst als Nominative fungieren, ist bekannt; daß die Vokativ- 
typen auf -Ol erst die Nominativtypen auf -coi neben denen auf -lo 
hervorgerufen haben, wird von Bartholomae Ar. Forsch. 30, Da- 
nielsson Grammatiska Anmärkningar II (Upsala Universitets Ärs- 
skrift 1883), Job. Schmidt K. Z. 27, 1885, 377 wohl mit Recht 
aus der namentUch von Danielsson festgestellten Tatsache gefolgert, 



1) CIE. 8361 = oben S. 239 Nr. 7 könnte titoi nach faliskischer Weise 
(8. ZU CIE. 8174) der den Namen des Gatten nachgesetzte Vorname der im 
gleichen Grab beigesetzten Gattin sein. 

2) Bücheier macht Neue Jahrbb. f. Philol. Jahrg. 42 Bd. 105, 1872, 
572 f. darauf aufmerksam, daß auch sonst Namen von Ländern und Städten 
■wie Italia, Asia, Corinthus, Si/baris, Ztnyrna die Funktion weiblicher Cog- 
nomina übernommen haben; zum Verhältnis von Personen- und Ortsnamen 
überhaupt vgl. W. Schulze ZGLE. 522 ff. 

3) Bei Hesych scheinen nach Mor. Schmidts adnotationes zu 1001 die 
Lemmata rtrw • r^wg fj avQiov und tI tü> • rivC handschriftlich zu dem un- 
verständlichen tCtw • ndüg ' tj avQiov ■ i] tlvC durcheinander geraten zu sein. 
Die Verwirrung wird begreiflicher durch die Annahme, daß als Form des 
Götternamens ursprünglich rtrw mit t ad- oder subscriptum (= falisk. titoi) 
im Texte stand. 



Die faliskische Kasusendung -oi 247 

daß Nominative auf -lo neben solchen auf -ml schon existierten, 
ehe griechisch -coi lautgesetzlich zu -w geworden ist. Daß falis- 
kische -o?'-Formen neben den -o-Formen lebenskräftig blieben, hat 
vielleicht seinen Grund darin, daß in diesem Dialekt weibliche 
Formen auf -o (= -w) und männliche auf -o (= lat. -os, -us, vgl. 
tito = Titus CIE. 8196. 8203. 8346. 8362) schHeßlich graphisch 
zusammenfielen. 

Auch daß die illyrischen femininen Nominative auf -o von der 
-01- in die -w- Deklination (Titoni et Sextoni sororibus, s. oben) 
übergingen, ist schon auf griechischem Boden nicht ohne Analogien. 
Gust. Meyer nimmt Gr. Gr. ^ 422 an, daß neben älteren Akkusa- 
tiven auf -aiv (Job. Schmidt K. Z. 27, 377 ff.) neue Akkusative 
auf -wva {nv^wva B 519 neben nv&ol I 405. ^ 80. nv^code 
l 581) gebildet, und daß von hier aus die -o?-Stämme in die Flexion 
der -w-Stämme hinübergeführt wurden: zunächst entstand ein No- 
minativ Tlvd^iov, und von diesem aus nach dem häufigen -wv, -ovog 
weitere Deklinationstypen wie FoQyoveg, /.ioQf.i6va. Schließlich finden 
wir nach dem Verhältnis Ilvd^iov: üvd^ovg, TlvS-ov auch umgekehrt 
das Deklinationsschema dtjdo'v: ar]dobg, dridol d. h. also bei der 
Vermischung der beiden Deklinationen wurden auch ursprüngliche 
-w-Stämme gelegentlich wie -o/-Stämme flektiert. Auch die zahl- 
reichen Fälle, wo sich weibliche Namen auf -w und männliche auf 
-(üv (Typus: ^A/.mti : ^A/laoiv)'^) gegenüberstehen, zeugt von dem 

1) Ich stelle eine Anzahl dieser Typen ohne Vollständigkeit zu er- 
streben nebeneinander: 

^Axt<S(xi — Irixfabjv KXfCü — KXsiov 

l4X(^w — l4Xf^(DV KTTjaiö — KT^a(av 

IdQiaTbj — l4Q(aT(üv Nixw — Nixcov 

LiQTf^cü — ^AQr^fi(x)v S(V(ö — Sevwv 

BoitJ BoCoiV HctTQW TIl'iTQWV 

^afica — ^äfiwv IlXovTtj — JTXovtwv 

'EguTCj — 'EqÜtcjv ITv&w — ITv&wv 

'HqÜ — "Hqcov 'Poöüi — 'PöSwv 

&r]Q(ü — G^QWV 2!aw — 2ice(tn> 

^laaw — ^Iciacov Ttfiw — TCfxwv 

^Innü — "Innwv Tqitio — TqCtwv 

KaXXiaTw — KaXXioiwv fpikw — <PO.(av 

KaXXüj — KäXXbrv tpcvTCj — <PCvtwv 

KXanw — KXfCrcav Xctgirci — Xckqitiov. 

Ob wir darnach auch faliskische und illyrische Feminina wie tito{i), Tito, 
Trio, Aplo zu raasculinen -w-Stämmen wie griech. * Tirwr (überliefert ist Ti- 
T(ov\ illyr. Trio, griech. TqCon', \\\-^r. Aplo, tbe8sal."-47rAoi;i', griech. 'AnoXXcov 
in ähnliche Beziehungen setzen dürfen, ist nicht ganz sicher (die illyrischen 
Belege bei W. Schulze ZGLE. 37—40). 



248 Gust. Herbig 

engen Verhältnis, das sich zwischen der -oi- und -w - Deklination 
entwickelt hat. 

Zum Schluß noch ein Exkurs, der durch die bisherigen Ver 
suche das mercui unserer Inschriften mit dem Namen des als Tempel- 
gottheit vorausgesetzten Mercurius zu verknüpfen veranlaßt wird. 
Wenn Mercurius nicht der Tempelgott, und mercu(i)^) ein einfacher 
Gentilname ist, müssen wir dann auch die Verbindung des lateini- 
schen Götternamens Mercurius mit dem etruskischen Gentilnamen 
mercu aufgeben und die grammatisch so schwer begreifliche Ver- 
knüpfung von Mercurius mit merx, merces, mercari wieder von 
neuem versuchen? Ich meine der Göttername ilfercwriws ist sprach- 
lich und sachlich nicht anders zu erklären als der Göttername 
Mamiirius Veturius. Es verhalten sich 

Vet(t)urius : etr. veS-ura : etr. vetu, -ui wie 

Mamur(r)ius : etr.-lat. Mamurra : etr. '^ynamu, -ui und wie 
Mercurius : etr. '^mercura : etr. mercu, -ui 

oder mit andern Worten : wenn wir mit W. F. Otto, Wiener Studien 
34, 1912, 328 — 331 Mamurius Veturius als den echt menschlichen 
Namen eines ursprünglichen Gentilgottes betrachten, dürfen wir 
auch in Mercurius nichts anderes sehen als die ursprüngliche Gentil- 
gottheit der etruskischen gens mercu. Wenn dieser etruskische 
Gott später von den Römern dem griechischen Handelsgott Hermes, 
den die Etrusker selbst als turms bezeichneten, gleich gesetzt wurde 
(Wissowa Rel. u. Kultus d. R.2 304ff.), so hat vielleicht der sprach- 
liche Anklang des etruskisch-lateinischen Namens Mercurius an 



1) Auf einer Hydria, die bei Marcianise zwischen Suessula und Capua 
zusammen mit einer kleinen weiblichen Statue und einem Schmucke ge- 
funden wurde, steht die kampano-etruskische Inschrift mirik ui (nach Aut- 
opsie), nicht mirik * ui (wie Weege Vascul. Camp, inscript. italicae unter 
Nr. 33 schreibt). Zwischen k und u ist die Tonoberfläche schon von An- 
fang an nicht beschreibbar gewesen (vgl. CIE. 8171 /r inio): es fehlt also 
nichts. Fällt zudem Weeges oskischer Schlußbuchstabe -«', dann braucht 
die Inschrift trotz des oskischen Vokalismus der Stammsilbe (Solmsen, Stud. 
z. lat. Lautgesch. 140 Anm. 1) nicht mehr rein oskisch zu sein und noch 
weniger zu einem oskischen Aequivalent von lat. Mercurio ergänzt zu werden. 
Ich halte sie, wie so viele dieser Art, für kampano-etruskisch und setze sie 
gleich unserm gemeinetruskischen mercui. Ein weiblicher Gentilname wird 
auch durch die zugleich gefundenen Gegenstände (s. ob.j wahrscheinlich ge- 
macht. Daß er so isoliert steht, fällt auch hier (s. S. 244) auf. Für fa- 
iiskisch, wie mir Jacobsohn BphW 1911, 465 zuschiebt, habe ich die In- 
schrift nie gehalten. 



Zur Mouillierung des l im Vulgärlateinischen 249 

lateinisch merx, merces, mercari, also eine falsche Etymologie, da- 
bei eine entscheidende Rolle gespielt. 

Rostock i. M. Gust. Her big 



Zur Mouillierung des / im Vulgärlateinischen 

Lindsay, Sommer und Meyer-Lübke erörtern Lat. Spr. 103 f, 
106f., Hdb. 181 f., Gröbers Grdr. l^, 475 die Nachrichten der la- 
teinischen Grammatiker über die Aussprache des l, vor allem die 
Angaben des älteren Plinius bei Prise. I 38. Was die Alten 
unter l plenus und pinguis verstanden, wird aus ihren physiologisch 
ungenügenden Beschreibungen nicht ganz klar ^). Jedenfalls waren 
sie aber auf die besondere Aussprache des / in Stellungen auf- 
merksam geworden, wo es sich in einer Reihe romanischer Sprachen 
tatsächlich verändert hat, sei es durch Velarisieruug (^), sei es 
durch Palatalisierung (Mouillierung) (/'). Am Silbenende vor Kon- 
sonanten zeigen französ. autre (Velarisierung) und toskan. aitro 
(Palatalisierung) gegenüber lat. aiter und al'ter, in Lautverbindungen 
wie fl, cl italien. finme, chiaro gegenüber lat. fi'umen, cl'arus das 
Endziel der Entwicklung. Dies und anderes, sagt Lindsay S. 104, 
weist darauf hin, daß in Wörtern wie cläriis und alter das l mit 
einem sog. Abgleit-, bezw. Aufgleitlaut gesprochen wurde (cl'arus, 
a'lter), durch dessen immer stärkeres Hervortreten der ^-Laut in 
den romanischen Sprachen reduziert bezw. gänzlich aufgehoben 
wurde. Da im sardinischen Dialekt, der das Vulgärlateinische in 
seiner ältesten Gestalt wiederspiegelt, das l nach Konsonant in 
weitem Umfang unverändert geblieben ist, z. B. klont, plenu, flumen, 
so wird die Verwandlung des l im Vulgärlateinischen nicht vor 
200 V. Chr. begonnen haben'. Das mag im ganzen richtig sein: 
die chronologische Festlegung der Ausgangspunkte und Richtlinien 
dieser Entwicklung im einzelnen liegt noch sehr im Argen. Wir 
sprechen im folgenden nur von der Mouillierung. 'Irgend ein pri- 
vater Anhaltspunkt zur Altersbestimmung der mouillierten Laute 
fehlt', sagt Meyer-Lübke S. 474 und führt dann auf der nächsten 
Seite aus: *^Auf dem ganzen romanischen Gebiete mit Ausschluß 



1) Lindsay und Sommer nehmen wohl mit Eecht an, daß die Gegen- 
sätze plenus, pinguis und exilis, tenuis sich nicht mit velarer und palataler 
Aussprache des l decken. Meyer-Lübke denkt in diesem Punkt anders : ich 
schreibe oben die Stelle aus. 



250 <^ü8t. Herbig 

des Rätischen und eines Teils des Nord- und Südfranzösischen ist 
cl, gl über kl' , gl' zu ky, gy, auf einem kleineren pl^ bl, fl über 
pl', bl', fl' zu py, by, fy geworden. Das Alter ist schwer zu be- 
stimmen. Nach Plinius bei Priscian I 38 spricht man in clarus 
das l voll, in ille dünn . . ,, in locus mittel, sodaß also wohl 
eine Aussprache mit dünnem /, die die Vorstufe der ro- 
manischen Entwicklung ist, auch Priscian noch unbe- 
kannt war. Deutlich liegt l' vor in der Schreibung conodea (ital. 
conocchia) C. GL. L. V. 365, 57 [= vulg.-lat. colucula], Monte Cas- 
sino, 10. Jahrb.' Wenn also dieser Lautwandel nach Lindsay nicht 
vor 200 V, Chr. einsetzt und nach Meyer-Lübke auch in seiner 
Vorstufe Priscian noch unbekannt war und erst im 10. Jahrhundert 
n. Chr. deutlich auch in der Schreibung hervortritt, wird es nicht 
unerwünscht sein an örtlich und zeitlich festlegbaren P]inzelbei- 
spielen Ausgangspunkte, Richtlinien und Tempi dieses Wandels oder 
richtiger gesagt: seines auch orthographischen Hervortretens etwas 
genauer zu verfolgen. Ein paar neue und ein paar nicht immer 
richtig beurteilte Beispiele verschiedenartiger MouiUierung des lat. l 
seien im folgenden besprochen. Wir können vorläufig kaum viel 
mehr tun als sie zur Kenntnis nehmen ; für weitergehende Schlüsse 
ist das Material noch zu spärlich. 

1. Ein sehr schätzbarer Beleg, weil wir ihn genau datieren 
können, ist ganz neuerdings aufgetaucht. A. J. B. Wace und M. 
S. Thompson haben im Annual of the Brit. School at Athens, No. 
XVII, Session 1910 — 11 S. 193 — 204 eine neugefundene, 27 zeilige 
lateinische Inschrift aus Perrhaebia (in Thessalien) veröffentlicht. 
Neben TRAIIIANO Traeiano für Traiano (Z. 9, vgl. Sommer Hdb. 
§ 63) und ein paar mir nicht verständlichen Schreibungen 
(Z. 15 Fl IN IIS fenes für fines, Z. 17 PATRAII patrae für patre) 
steht Z. 19 klar und deutlich (vgl. das Faksimile auf S. 194) 
PI ACUT piacet für placet. Die Inschrift stammt aus dem Jahr, da 
Kaiser Trajan zum 4. Mal und mit ihm der wenig bekannte 
Quintus Articuleius Konsuln waren. Das ist das Jahr 101 n. Chr. 
Der Verfasser und Schreiber (scriba quaestorius?) der Inschrift trägt 
den gut lateinischen Namen Caelius Niger; der Steinmetz, der den 
Text in eine Marmorstele einmeißelte, soll nach der Ansicht der 
Herausgeber wegen der oben angeführten Schreibungen (^peculi- 
arüies") nicht Latein gekannt haben: das ist jedenfalls zu viel 
gesagt. Immerhin können wir nicht sicher entscheiden, ob die 
vulgäre Form piacet auf das Konto des römischen Beamten oder 
des vielleicht lokalen Steinmetzen zu setzen ist. 



Zur Mouillierung des l im Vulgärlateinischen 251 

2. Auf keltisch-lateinischen Münzen des 1. oder 2. Jahrhunderts 
V. Chr., die aus Südfrankreich stammen, steht 

iailkovesi neben ialikovesi Mes lalikovesus . 
Ich habe Glotta III 284f. über das Verhältnis der beiden For- 
men zu einander gesprochen, einen Prägefehler bei iailkovesi nicht 
für wahrscheinlich gehalten und zur Erklärung der merkwürdigen 
Schreibung an die irische und britannische Vokalinfektion (air. ailey 
cymr. ail : lat. alius) und an das französische 1 mouilie (in ailleurs : 
lat. aliorsum, ail : lat. älium) erinnert. 

3. CIE. 8 196 ff. habe ich nach einer Abschrift G. Magliulos 
ein paar faliskische Grabinschriften auf Tonziegeln des 3. Jahrb. 
V. Chr. veröffenthcht; sie stammen aus der Nekropolis Valsiarosa 
bei Civita Castellana und sind jetzt leider verschollen. 

Die erste lautet: 

tito polafio 
Ich habe im Corpus hinzugefügt: 'De nomine gentilicio dubito; 
quomodo emendandum sit, non video'. Ich nehme jetzt an, daß 
zu lesen ist 

tito pola fio 

Das wäre lateinisch 

Titus Pola filius 

Die Formel der Inschrift ist die gleiche wie CIL. XIV 3188 
(Praeneste) L. Oppi L. f \ Flacus j ßius (im Gegensatz zu 3187 
L. Oppi. L. f I Flacus \ patr.). Der männliche Gentilname Pola 
ist aus Cicero ad Q. fr. 2, 11 [13], 2 ad fam. 8, 12, 2 bekannt, 
vgl. W. Schulze ZGLE. 366. 437, Verf. zu CIE. 8346. Das falis- 
kische ßo entspricht genau der vulgärlateinischen Schreibung fius etc. 
auf späten Inschriften und in Handschriften, Belege bei Schuchardt 
Vok. d. Vulgärl. 2, 486ff.^). fius ist wohl sicher über *ßüus aus 
*firius entstanden und stellt eine noch weitere Stufe der /-Mouil- 
lierung dar, als sie in Italien, figlio vorliegt; ob albanesische, nach 
Dialekten verschiedene Schreibungen wie biJ9, bil'd 'Tochter die 
beiden gleichen Entwicklungsstadien darstellen, wie fius und figlio, 
hängt vor allem auch davon ab, ob das albanesische Wort trotz 



1) Das älteste Beispiel findet sich auf einer etr.-lat. Ziegelinschrift 
aus Montepulciano 

CIE. 724 Tahnia • Anainia ■ \ Comlniai • ßa. 
Beachte auch die Mouillierung von falisk. d in foied CIE. 8179. 8180 aus 
*hö-d{ed; latinisch d und l sind ja auch sonst phonetisch verwandt, vgl. 
Sommer Hdb. 193. 



252 Gust. Herbig 

bir "^Sobi/ wirklich mit lat. film identisch ist, vgl. H, Pedersen K. 
Z. 33, 536. 540 f., weitere Literatur bei Walde ^ 291. 

Unsere faliskische Inschrift gehört zu einer Gruppe, die me- 
chanisch und flüchtig (s. zu CIE. 8198 — 8204) von jetzt nicht mehr 
kontrollierbaren Originalen abgeschrieben ist; wäre aber filio und 
nicht fio dagestanden, dann hätte der Abschreiber dieses auf falis- 
kischen Inschriften häufige Wort sicher erkannt und nicht das 
W^ortmonstrum polafio aus pola fio erst geschaffen. 

4. Die Identität von umbr. tioisiener (lat. Volsieni, umbr. In- 
schrift aus Asisium, v. Planta Nr. 296) und lat. Volsiemis ist durch 
CIL. XI 5389 sq. (ebenfalls aus Asisium) gesichert. Man darf 
weder mit Schulze ZGLE. 105 f. Anm. 6 die Bezeugung für Vol- 
sienus als 'doch wohl nicht über jeden berechtigten Zweifel er- 
haben"* ansehen, noch mit Aufrecht-Kirchhoff Umbr. Sprachd. 2, 
391, Stolz Wiener Stud. 3, 309 das lat. Volsiemis nach umbr. 
uoisiener zu Voisienus umkorrigieren. Daß die auch im Umbrischen 
einsetzende Mouillierung des l nur einmal^) graphisch bezeugt 
wird, ist auffallend, aber nicht auffallender als die ebenfalls ganz 
vereinzelten Bezeugungen der gleichen Erscheinung in den älteren 
Phasen anderer vorlateinischer und lateinischer Sprachen und Dia- 
lekte. Ob etr. vuisinei, vuisi^ etr.-praenest. Voesiiis (Belege bei 
Schulze 1. c.) ohne weiteres mit dem aus Voisienus, etr. velzna, 
velsina erst sekundär entstandeneu umbr. uoisien- zu verknüpfen 
und somit (auch wegen des vui- aus v-ul- für wirklich etr. v-el-) 2) 
als umbr.-etr. Formen anzusprechen sind, oder aber, ob etr. vuisinei 
und velsina ganz verschiedene Stämme sind, wage ich nicht zu 
entscheiden. 

5. V. Planta 1, 300 und Mohl, Introduction a la chronol. d. 
latin vidg. 278 nehmen umgekehrt an, daß umbr. uoisiener sein 1 
mouille von etr. vuisinei bezogen habe, und Mohl schließt tos- 
kanische Lauterscheinungen wie aittro, caiddo, coippo (Montalese) 
für alfro, caldo, colpo und aitro, aito (Grosseto) für altro, alto 
direkt an Etruskisches an. Das ist für den Ausgangspunkt uoisien- 
aus vuisin-, wenn die Stämme überhaupt zusammengehören, nicht 
eben wahrscheinlich, weil dann das für vui- vorauszusetzende ital.- 



1) Bei Fluusasiais neben Fluusai auf der oskischen Tafel von Agnone 
(v. Planta Nr. 200 Z. 20. 24) ist der Schrägstrich des J (wie auch öfters 
im Etr., s. oben) beinahe oder ganz unkenntlich, doch glauben ihn G. Meyer 
u. H. Schuchardt, Zeitschr. f. roman. Philol. 6, 611 noch gesehen zu haben. 

2) Vgl. dazu Osthoff, Dunkles und helles l im Lateinischen, Transactions 
of the Am. Philol. Assoc. 24, 1893, 50 ff. 



Zur Mouillierung des l im Vulgärlateinischen 253 

etr. v-ul- statt eines reinetr. v-el- (und daher wohl auch vui- statt 
vei-) seinerseits erst wieder aus dem v-ol- eines italischen Dia- 
lektes entlehnt sein müßte. Aber belegt ist die Mouillierung 
des l auch im Etruskischen: von den durch Corssen, Spr. d. Etr. 
2, 109 f., Müller-Deecke, Etr. 2, 388 f., Schulze ZGLE. 280 f. zu- 
sammengetragenen Fällen sind zum mindesten die Gleichungen 
piute : plute, plaute GIE. 2583 ff. 900. 3626. 4425 und ciantinei : 
clantinei ClE. 2439 — 40 als gesichert zu betrachten, und eine syste- 
matische Durcharbeitung des Materiales wird neue Beispiele zu Tage 
fördern : nur müßte sie auf Grund genauer Faksimiles oder der In- 
schriften selbst vorgenommen werden, nicht nach transkribierten 
Texten, da etr. l und j graphisch zu leicht verwechselt werden. 

Die unter 1 — 5 zufällig vereinten Belege scheinen, was ja auch 
die verschiedenartige Ausdehnung der Mouillierung des l in den 
verschiedenen romanischen Sprachen und Dialekten (Meyer-Lübke, 
Gramm, d. roman. Spr. 1, 345! Ö\) ohnedies nahe legt, darauf hin- 
zudeuten, daß diese Lautentwicklung durchaus keine einheitliche 
und gleichmäßige war, daß sie vielmehr in verschiedener Laut- 
umgebung an verschiedenen Stellen des lateinischen Sprachgebietes 
zu verschiedenen Zeiten eingesetzt hat und zum Teil wenigstens 
auf Einwirkung vorlateinischer Sprachen zurückzuführen ist. 

Rostock i. M. Gust. Herbig 



Zu Glotta IV 168 ff. 

Statt Trevisio, wie ich in Anlehnung an das Register von 
Andrees Allg. Handatlas 1899^ S. 162 "Trevisio {b. Sondriof irr- 
tümlich schrieb, ist mit Pauli, Giussani und, wie ich bei genauerem 
Zusehen bemerke, auch mit Andree auf der Karte selbst (Blatt 
57/58) überall Tresivio zu lesen. G. H. 



Der italische Pronominalstamm eo- 

Der in lat. eum usw. vorliegende, lautlich am bequemsten auf 
ein älteres *eio- zurückzuführende Pronominalstamm ist nur im 
Italischen belegt^); ihn aus dem Italischen auch zu erklären, 

1) Auf die von Meillet MSL XV, 197 angedeutete Möglichkeit, 
kret. ioc aus * iot herzuleiten, brauche ich nicht einzugehen. — Über got. 
ija s. unten. 



254 Ferdinand Sommer 

muß demnach bei seiner etymologischen Interpretation zu allererst 
versucht werden. — In seiner lehrreichen Abhandlung „Pronominale 
Bildungen der indogermanischen Sprachen" (Ber. d. Kgl. sächs. Ges. 
d. Wissensch. 1908 S. llff., speziell S. 41ff.) hat Brugmann diesen 
allein richtigen Weg zur Deutung betreten. Ich weiche darin von 
ihm ab, daß ich den Ausgangspunkt nicht wie B. im Instr. sg. f. 
idg. * eiä = ai. ayä suchen kann (die Dualform *etous kommt noch 
weniger in betracht). Zunächst ist mir zweifelhaft, ob ai. ayä als 
femininer Kasus wirklich ein idg. *eiä und nicht vielmehr ein 
*a/ä oder *3m vertritt (vgl. dazu übrigens auch Brugmann, Kurze 
vgl. Gramm. S. 405 § 503, 4). Aber selbst zugegeben, daß der 
Kasus wirklich *em lautete, so ist auf keinen Fall sehr wahrschein- 
lich, daß er fürs Italische das Muster abgegeben haben sollte: Es 
hat immer etwas Bedenkliches, für eine einzelsprachliche Neubil- 
dung von einer Form auszugehen, die in dieser Sprache selbst nicht 
nachzuweisen ist, und das gilt beim Italischen nicht nur speziell 
für unsere Pronominalform, sondern für den Instrumentalis über- 
haupt. Wollte man sich aber auch darüber hinwegsetzen und es 
weiter passieren lassen, daß gerade der für das Paradigma gewiß 
nicht sehr bedeutungsvolle Instr. sg. fem. den Ausgangspunkt ge- 
bildet haben sollte, so bleibt als Hauptschwierigkeit die tatsäch- 
liche Verbreitung des Stammes *ew- im Italischen zurück: 
Brugmann meint a. a. 0. S. 59, daß sich an den I. *eiä in urita- 
lischer Zeit leicht D. *emi, L. *(?m?'^ Ab. ^eiäd anschließen konnten, 
und daß weiter Formen wie eam, eärurn Umgestaltungen aus *äm; 
'^äsöm etc. unter dem Druck der vorerst genannten Kasus darstellen 
könnten. — Das Paradigma des Oskisch-Umbrischen ist dieser 
Hypothese nicht günstig: der Stamm eo-, eä- kommt hier nur vor 
im Acc. sg. m. (o. ionc), N. pl. m. (o. ^wsc), N. A. pl. n. (o. ?'oc), 
N. sg. f. (o. wk), A. sg. f. (o. iak), A. pl. f. (u. eaf). Nicht be- 
legt sind Acc. pl. m. und N. pl. f., von denen so gut wie sicher 
anzunehmen ist, daß auch sie vom Stamm eo-, eä- gebildet waren. 
— Alle übrigen Kasus — mit Ausnahme des D. sg. u. esmei (m. 
n.) zu ai. asmai — gehören zu einem Stamm eiso-, der seinen Ur- 
sprung im G. pl. *eisöm = ai. esäm genommen hat (v. Planta, 
Gramm. II 215, Vf. Handb. 472 Anm. 1). 

Diese geringere Ausdehnung macht dem lateinischen Tatbestand 
gegenüber den Eindruck der größeren Altertümlichkeit: Ganz sicher 
hat im G. pl. o. eisunk und im D. sg. u. esmei das Ostitalische 
am alten Zustand festgehalten, das Lateinische eine Neuerung vor- 
genommen. Da der G. sg. des Lateinischen immer noch seiner 



Der italische Pronominalstamra eo- 255 

Aufklärung harrt [auch Brugmann Ber. 1908 S. 61 überzeugt 
mich nicht, mir am wahrscheinlichsten ist er nach wie vor in letzter 
Instanz auf ein idg. "^esio zurückzuführen (s. jetzt Wackernagel 
IF. XXXI 268 fr.)], so kann allein im Ab. sg. und D. Ab. pl. die 
Prioritätsfrage zwischen lat. eo- und osk.-umbr. eiso- aufgeworfen 
werden. Für den Plural wird durch altlat. ihus, das so gut zu 
ai. ebhyah stimmt, wahrscheinlich gemacht, daß weder *e{ois noch 
*eisois alt ist. Ob im Ab. sg. die Sache ähnlich liegt, das heißt, 
ob etwa im Uritalischen hier überhaupt noch die dem ai. asmät 
entsprechende indogermanische Form gestanden hat, läßt sich 
nicht ausmachen. Auf keinen Fall hat man ein Recht, lat. eö, eä, 
das dem Osk.-Umbr. fremd ist, gemein -italischer Zeit zuzu- 
weisen. Wie im G. pl., so kann auch hier das Lateinische den 
Stamm über sein ursprüngliches Gebiet haben hinausdringen 
lassen. 

Dem sei wie ihm wolle, man geht am sichersten, wenn man 
die engere Verbreitungssphäre der östlichen Dialekte zugrunde 
legt. Gelingt es, aus dieser heraus eine Erklärung zu finden, so 
darf sie ein größeres Maß innerer Wahrscheinhchkeit beanspruchen 
als die Zuhilfenahme einer sonst im Italischen verschollenen Form. 
Gehen wir somit vom Nominativ oder Akkusativ aus! 

Der gotische Acc. sing. fem. ija, Acc. pl. f. ijos und N. pl. n. 
ija allerdings kommen, so verführerisch sie auf den ersten Blick 
zum Vergleich locken, nicht ernstlich in Frage; so auch jetzt Brug- 
mann S. 50, dessen Argumentation aber insofern nicht unmittelbar 
anspricht, als er von vornherein mit dem uritalischen Instr. *em 
als einer gegebenen Größe rechnet. Da *eio- nur fürs Italische 
gesichert ist und die gotischen Formen sich ungezwungen an ander- 
weitig .^Bekanntes anreihen lassen, ist eben dieser letztere Weg 
unbedingt vorzuziehen. Dabei kommt nicht allzuviel darauf an, 
wie man ihn sich in allen Einzelheiten denkt. Brugmann legt 
dem Acc. sg. f. ija ein *imm (Schwesterform von *tam = lit. jq 
zu einem N. *l) unter. Das scheint mir sehr wohl möglich. Die 
durchgehende «'-Flexion des Masculinums und Neutrums 
legt aber auch den Gedanken nahe, daß der N. pl. n. ija die regel- 
mäßige Bildung des Stammes i- ist, wie prija zu pri-. Ob man 
dann für den Acc. sg. f. bei Brugmann s Vermutung stehenbleiben 
oder aber eine Analogiebildung vom neutralen Plural aus nach 
dessen sonstiger formaler Gleichheit mit dem Acc. sg. f. (vgl. ßo) 
annehmen will, mag dem subjektiven Empfinden überlassen bleiben, 
das sich bei mir mehr zugunsten einer Kombination beider Aus- 



256 Ferdinand Sommer 

gangspunkte neigt, — Der plur. fem. ijos macht unter keinen Um- 
ständen Schwierigkeiten. — 

Auf Grund der einzeldialektischen Verhältnisse läßt sich im 
Uritalischen — und nur hier — für unsern Stamm erschließen ein 
m. f. I m. f. n. 

sg. N. — ^eiä I pl. '*eioi '^eiäs *eiä 

Ä. *etom *eiäm I '^ eions ^eiäns *em. 

Die Mittelstellung, die ein Pronomen vom Schlage des lat. is 
zwischen Personal- und Demonstrativpronomen einnimmt, recht- 
fertigt es, wenn man sich zur Deutung seiner Flexion auch bei 
ersterem umsieht. Nun scheint mir die morphologische Überein- 
stimmung zwischen osk. ionc = *eom-c(e) und osk. siom „se'-, umbr. 
tiom ,,te*'' groß genug, um sie nicht unbeachtet zu lassen. Daß 
siom und tio7n, welch letzteres (in der Gestalt tiium, tiü) im Os- 
kischen auch nominativisch fungiert, nicht wohl auf Possessiv-Pro- 
nomina beruhen können, haben — trotz Brugmann IF XXIII, 
312 — Bugge Altital. Stud. S. 33 und nach ihm v. Planta Gramm. 
II 231 f. zur Genüge gezeigt. Der Vergleich mit ai. ta-am (tvam) 
usw. liegt denn doch auch gar zu nahe. Gewiß hat J. Schmidt 
Pluralbildg. S. 220 recht, wenn er die arischen Formen als Ana- 
logieschöpfungen nach '^•e§(h)om „ich" betrachtet, von dem aus die 
ganze „Pronominalpartikel" -om ihren Ausgang genommen hat. Im 
Gegensatz zu desselben Gelehrten Behauptung KZ XXXVI, 469 
muß ich es aber für falsch halten, wenn man die entsprechenden 
Formen der dritten Person hier losreißen will: daß aijam „er", 
iyam „sie" (und danach idam „es") mit aham „ich", tii-am „du" 
bildungsgleich sind, davon wird a priori jeder Unbefangene über- 
zeugt sein, und ebenso gehört natürlich im-am „ihn" mit mäm 
„mich", tväm „dich" aus *mä + am, *tvä + am zusammen. Brug- 
manns Anschauung (Ber. 1908, S. 48), der imam in *im + *em 
(Acc. eines Stammes e-) zerlegt, kann ich sonach nicht beitreten, 
wie ich auch für lat. em unbedingt daran festhalte, daß es den 
Acc. von iSy wie quem zu quis, darstellt. — Nach J. Schmidt 
(s. auch Thurneysen KZ XXVII 175) sollen freilich lat. emem 
und idem für ai. imam und idam, weiter auch für ayam und iyam 
idg. '"-em, nicht *-07n beweisen, womit die Trennung vom Pronomen 
der 1. und 2. Person sicher vollzogen wäre. Zu unrecht; denn 
emem zunächst braucht nichts anderes zu sein als eine reduphzierte 
Bildung des Typus meme, tele, sese. Für idem aber fällt ins Ge- 
wicht, daß die vielberufene „Pronominalpartikel" im Ostitalischen 
auch beim geschlechtigen Pronomen durchweg o- Vokalismus 



Der italische Pronominalstamm eo- 257 

zeigt, wie die nahe Zusammengehörigkeit von osk. isldum mit lat. 
Idem und weiter pid-um beweist. Nichts leichter tatsächlich als 
die Annahme einer speziell lateinischen Umwandlung des alten 
*idom zu idem auf Grund der Proportion em :id = em-em : id-em^). 
So legt auch das Italische der morphologischen Gleichsetzung des 
-am von ayam, idam mit dem von aham, tuam keinen Stein in den 
Weg, und ich hoffe den Entwicklungsgang seiner analogischen Aus- 
breitung fürs Indoiranische IF XXX 397 ff. im wesentlichen richtig 
gekennzeichnet zu haben. Daß dieser nicht ur sprachlich ge- 
wesen sein muß, ist trotz der teilweisen Harmonie der italischen 
Formen klar, denn er konnte sich in jeder Einzelsprache leicht 
einstellen, und die Übereinstimmung ist um so weniger von Be- 
lang, als Kretschmer Einleitg. S. 125 ff", eine Anzahl bemerkens- 
werter Gleichungen speziell zwischen Arisch und Italokeltisch auf- 
gedeckt hat, denen man nach Belieben die Ausdehnung des -om 
anreihen kann. Das Prinzip ist hier wie dort das gleiche, wenn 
auch der ursprüngliche „Wurzel"-Vokalismus der osk.-umbr. For- 
men noch nicht sicher steht. Ob der oskische N. sg. tiium wirk- 
lich auf eine Verdrängung der alten Nomiuativform durch den Ac- 
cusativ {*te-om) schließen läßt, ist mir noch nicht ausgemacht. 
Wenigstens könnte ich mir denken, daß nominativisches tnom im 
letzten Grunde auf ein von *tü gewonnenes *tü-om zurückginge, 
mit jenem Übergang von ü zu z, der auch fürs Oskische nach 
Ausweis des Ab. sg. castrld zum Stamme castni- anerkannt werden 
muß, einstweilen ohne in seinem Umfange genau umschrieben zu 
sein (v. Planta Gramm. I 129 f. Bück Grammar 41), Man mag 
dann weiter das accusativische Uom und siom auf die analogischen 
Gebilde *te-om, *se-om zurückführen oder zunächst tiom als accu- 
sativisch verwendeten Nominativ wie dor. tv ansehen. Das ein- 
malige unibr, teio entscheidet nichts, da es ebenfalls ein aus *fl-om 
hervorgegangenes tiiojn repräsentieren kann, [Ganz anders über 
tiom, aber mich nicht überzeugend, Brugmann Grundr, II 2 I 2 
S. 388,] Genug, das Italische zeigt in dem einen Zweig eine mit 
dem Arischen harmonierende Weiterbildung des Personalpronomens 

1) Vom emphatischen em-em aus versteht man dann auch die Bedeu- 
tung des lat. idem und seiner Nachkommenschaft besser. Daß, wie prin- 
zipiell möglich, idem überhaupt nur eine lat, Neuschöpf ung nach em-em 
wäre und mit ai. idam nichts zu tun hätte, glaube ich nicht; ich würde 
dann eher ein *idid erwarten. Existierte ein *ido?n, so begreift man erst 
recht, wie idetn auf dem oben angegebenen Weg als Umbildung daraus 
hervorging. 

Glotta V, 3. 17 



258 Ferdinand Sommer, Der italische Pronorainalstamm eo- 

der 2. sg. (und des Reflexivums), die dem Lateinischen wieder ab- 
handen gekommen ist. 

Dann aber ist die Vermutung gerechtfertigt, daß, wie dort, 
auch italisch beim Pronomen der dritten Person eine dem ai. 
ayam aus *eiom entsprechende Form vorhanden war, d. h. eine 
nach der 1. und 2. Person erfolgte Umbildung des alten N. *e^ 
„er", der in sigmatisch erweiterter Gestalt *eis wohl in ir. he ^), 
vielleicht auch in umbr. er-e und altlat. eis auftritt; wenigstens 
kann dies bei seinem überwiegenden Vorkommen in der Kanzlei- 
sprache etwas Altes sein, wie ich meiner früheren Auffassung gegen- 
über (Handb. 448) zugeben muß. Wie die uritalischen Vorformen 
von tiom und siom mußte ein solches *eiom zugleich auch als 
Accusativ dienen, und diese Form ist es, die sich unschwer in lat. 
eum, osk. ion-c wiederkennen läßt. Warum aber ist sie schon [frühe 
auf den Accusativ spezialisiert worden und nicht mehr, wie 
tiom, auch im Nom. zu belegen? Einfach aus dem Grunde, weil 
"^eiom als Kasus der dritten Person in den Bannkreis der formell 
und semasiologisch nächstverwandten Accusative der übrigen ge- 
schlechtigen Pronomina, "^tom etc., geraten mußte. Eine Ein- 
buße brachte diese Neuordnung insofern nicht, als man im casus 
rectus die nur nominativische Form is, eis stets weiter zur Ver- 
fügung hatte. 

Der Zusammenklang mit den Demonstrativa etc. verhalf denn 
auch dem Acc. '*ew7n zur Produktivität: Zuerst wurde wohl 
zum Mascul. *eiom ein Acc. fem. *euim geschaffen, desgleichen die 
Plural- Accusative "^eions, '*eiäns\ im Anschluß daran auch das neu- 
trale *et*ä. — Die formale Übereinstimmung des Stammes, die 
zwischen Nom. und Acc. gegenüber den andern Kasus beim itali- 
schen Pronomen herrscht (man vergleiche beispielsweise quis und 
quem mit quoius, qiioi oder im Fem. hai-c(e) und han-c(e) mit 
huius, hiiic), bewirkte dann zum Acc. *eiäm den neuen Nom. *m7; 
endlich im Plural *eioi und *eiäs. 

Diese Auffassung der Entstehung von *eto- wird, wie man 
sieht, der im Oskisch-Umbrischen deutlich hervortretenden Be- 
schränkung auf den Acc. und Nom. am besten gerecht, und 
darin scheint mir ihr Hauptvorzug zu liegen. Das Lateinische hat, 
wie so oft, den ursprünglichen Zustand durch weiteren Ausbau des 
Paradigmas verändert. 

Jena Ferdinand Sommer 



1) Anders Thurneysen, Handb. d. Altir. S. 269. 



Paul Kretschmer, Literaturbericht für das Jahr 1911 259 



Literaturbericht für das Jahr 1911 

Griechisch 

Allgemeines 

Hoffmaun^ Otto. Geschichte der griechischeD Sprache. I. 
Bis zum Ausgange der klass. Zeit. Samml. Göschen. Leipzig 1911. 
159 S. Unter Sprachgeschichte versteht H., wie üblich, die äußere 
Sprachgeschichte, die Entwicklung der Dialekte und der verschie- 
denen Typen der Literatursprache; er behandelt daher ungefähr 
denselben Stoff, wie Thumb in seinem Handbuch der griech. Dia- 
lekte oder ich in Gercke-Nordens Einl. I^ 522 — 548, nur daß er 
die Literatursprachen viel ausführlicher als die Dialekte darstellt. 
Meines Erachtens muß eine Sprachgeschichte, die diesen Namen 
verdient, umfassender sein, muß auch das ganze innere Leben einer 
Sprache im Zusammenhang mit der Kulturgeschichte, dem geistigen 
Leben des Volkes zur Darstellung bringen, worüber ich mich bald 
einmal auszusprechen gedenke. An den Verfasser eines Abrisses 
für die Sammlung Göschen können jedoch solche weitergehenden 
Anforderungen gewiß nicht gestellt werden. Seine Aufgabe konnte 
es nur sein, für die weiteren Kreise, au die sich diese Sammlung 
wendet, eine Zusammenfassung der wichtigeren Ergebnisse der 
Forschung zu geben, und dies ist H. vortrefflich gelungen. Er 
hat den zum Teil doch etwas spröden Stoff in einer, denke ich, 
auch für Fernerstehende anregenden Weise und in lebendiger Dar- 
stellung gestaltet. Daß nicht alle seine Ansichten unbedingte Zu- 
stimmung finden werden, ist im Umfange des Gegenstandes und 
der Fülle der Probleme, die er einschließt, begründet. So weist 
H. S. 15 zwar mit Recht den Versuch, väog ^^Tempel' mit Hilfe 
von vavg Schiff' zu erklären, zurück, erwähnt aber die Deutung 
des Wortes aus *j'a(jfc'g 'Wohnung' nicht und ist ohne genügenden 
Grund geneigt, ihm nichtgriechischen Ursprung zuzuschreiben. 
Die Sprache des Epigramms (S. 87 ff.) muß, meine ich, noch etwas 
anders charakterisiert werden. Für Xenophon lag dem Verf. das 
unten angezeigte Buch von Gautier noch nicht vor. Die „Um- 
schrifttheorie" schwächt H. stark ab (S. 77), kann sich aber 
noch nicht entschließen, sie ganz fallen zu lassen. 

Glotta V, 4. 18 



260 Paul Kretschmer 

Meister, Rieh. Kyprische Syllabar-Inschriften iu nichtgrie- 
chischer Sprache. Sitzgsber. Berl. Akad. 1911, S. 166—169. M. 
entdeckte im J. 1909 im Ashmolean-Museum in Oxford zwei Steine, 
die Inschriften in kyprischer Silbenschrift, aber in einer unbe- 
kannten Sprache tragen. Über die Herkunft dieser Steine und 
die Zeit ihrer Aufnahme in das Museum herrscht ein völliges 
Dunkel. Über ihre Echtheit kann jetzt um so weniger ein Zweifel 
bestehen, als Vendryes MSL. XVIII (1913) S. 271ff. zwei analoge 
Inschriften des Louvre mitgeteilt hat, die aus einem Grabe in 
Amathus stammen. Sie liegen schon seit 1896 unbeachtet im 
Museum des Louvre, hätten uns also schon längst bekannt sein 
können. Dadurch ist nicht nur eine vorgriechische Bevölkerung 
von Cypern, sondern auch das Fortbestehen ihrer Sprache bis 
mindestens ins V. Jahrhundert v. Chr. gesichert, ähnlich wie das 
der eteokretischen Sprache auf Kreta durch die Inschriften von 
Praisos, Nach M. hätte sich die autochthone Bevölkerung von 
Cypern ,,der Schrift der Griechen ihres Landes bedient". Der um- 
gekehrte Sachverhalt ist aber doch wohl wahrscheinlicher, daß 
nämlich die Griechen die Silbenschrift bei ihrer Ankunft auf der 
Insel vorgefunden und von den einheimischen Kypriern übernommen 
haben. Dafür läßt sich geltend machen, daß diese Schrift am 
besten für eine Sprache paßt, die keine oder wenige Konsonanten- 
verbindungen, vokalischen Wortauslaut, sowie nur eine Reihe 
von Verschlußlauten (Tenues oder Mediae) hat, und das ist eine 
Eigentümlichkeit der ueuentdeckten Sprache, die Wörter wie ali- 
rani, asonatukaiminona, talejapakuke, anotitasoti bietet und in nicht 
allzuvielen Wörtern die Annahme einer Konsonantengruppe zuläßt. 
Dagegen paßt diese Schrift für das Griechische mit seinen vielen 
Konsonantengruppen und auslautenden Konsonanten sowie der 
Unterscheidung von Mediae, Tenues und Aspiratae sehr schlecht. 
M. hält mit Recht Verwandtschaft der kyprischen mit der klein- 
asiatischen Urbevölkerung für wahrscheinlich, findet aber nur einen 
lautlichen Anklang: panamo =^ Panammu Ilavaf.iv'iqs. Mich er- 
innert der zweite Teil des Wortes apunumatiteiie bei Vendryes 
an lyk. Furihitneti-ti, der erste Teil apunu- (nu- unsicher) an lyk. 
Apnnätama (Eigenname) oder an ebenne (Demonstrativum), weiter 
das 4 mal iu diesen Texten vorkommende mana an die häufige lyk. 
Partikel mene. In der 2. Inschrift Vendryes' kommt zweimal der 
griechische Name onasakora = ^OvaoayoQag vor, der auf der großen 
Inschrift von Edalion GDI. 60 ^ 1 begegnet. Das zweite Mal 
folgt, durch ein anderes Wort getrennt, vanakoso, worin V. gr. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 261 

ßavaS erkannt hat^). Auch dies hat seine Analogie auf den In- 
schriften von Praisos, wo gr. ^^qxokUjq und vo/iiog vorzukommen 
scheinen. Aber noch ein weiterer Gräzismus ist auf den kypri- 
schen Steinen zu erkennen, der den beiden Herausgebern ent- 
gangen ist. Dreimal lesen wir auf ihnen die Lautfolge enemina: 
das ist offenbar sv rjfxiva, das durch die Hesychglosse Iv 'tjf^lvcc 
(cod. Ivif-iiva)' ev ij/^iiaei (cod. sv7}^iiao) als kyprisch oder arkadisch 
gekennzeichnet ist; vgl. Meister Gr. Dial. II 210. Hoffmann I 116 3). 
-^liiiva 'Hälfte' begegnet oft im Gesetz von Gortyn und sonst 
(GDI. 5011, 13), ist also wahrscheinlich ein altpeloponnesisches 
Wort. Bei Meister Nr. 2 steht puenemina, bei Vendryes Nr. 1 
Z. 4f. maipu tako enemina oite taravo enemina d. i. offenbar: ^^tako 
zur Hälfte und taravo zur Hälfte". Vgl. etwa GDI. 5011, 13 idv 
laev T^fxlvav tcol viy.aoavTt öovTCOv, rdv ö rn-iivav rat TtoXi. Es 
wird wahrscheinlich, daß oite, das noch 2 mal auf dieser Inschrift 
wiederkehrt, *^und' bedeutet (lyk. se). Denn es ist doch wohl nicht 
entlehntes gr. ol de. kavalija bei M. 2, 4 erinnert an den Namen 
der lykischen Landschaft Kaßalia, doch kann dies Zufall sein. 
Da drei von den Inschriften mehrere Wörter mit einander gemein 
haben, so ist zu vermuten, daß sie zusammengehören oder den- 
selben Gegenstand betreffen, 

Meillet, A. Differentiation et unification dans les langues. 
Scientia, „Rivista di Scienza" IX (Anno V, 1911) S. 402—419, 
handelt von dem Problem der Entwicklung von Dialekten und der 
Entstehung einer Gemeinsprache. 

Becker, P. Lautes Lesen. Rhein. Mus. (56, 480 führt ein 
neues Zeugnis Apostelgesch. 8, 27ff. für die antike Sitte, laut zu 
lesen, au. Die Tatsache ist auch sprachwissenschaftlich wichtig, 
z. B. für die Frage des (.ieta%aQayariQLOf.i6g. Wenn die homerischen 
Epen seit ihrer ersten Niederschrift immer laut gelesen worden 
waren, dann mußte auch eine mündliche Tradition über die Aus- 
sprache des Geschriebenen sich bis zur Zeit der Umschrift fort- 
erhalten, während die Umschrifttheorie voraussetzt, daß man da- 
mals ganz von den Handschriften abhängig war, die man daher 
falsch entziffern konnte. Vgl. Glotta IV 308. 



1) Das auslautende -o scheint darauf zu henihen, daß die Sprache ini' 
Auslaut nur Vokale kannte. 

2) Zuletzt hierüber Baunack Philol. 70, 377. Aus yj/aIvk lat. hemina 
der halbe Sextarius, von Videbantt Real-Enc. XV 249 unrichtig aus rjfiifj.vK 
erklärt. 

18* 



262 Paul Kretschmer 

Altgriechische Dialekte 

KovQOVVKjorrjg, Kojvot. 'EgergiKal eTtLyqaqiaL ^E(p. agx- 1911, 
1 — 38. S. 9 ff. Nr. 2 Liste der drji.wTaL von Eretria, über 1500 
Personennamen einschließlich der Vatersnamen. Ich hebe nur 
einige hervor: Auf Seite A Ilodojvviuog <S, ^tylcov 13, KTiJTog 20, 
'iXlvog 24 (wie der att. Vasenmaler Klein Meistersign. 134), 'i^^w- 
filvrjg 29, KTrjQiyiQaTiqg 31, Oavojvdtjg 37, QaQQtag (mit qq) 38, 
KoidccQOv 52, ^OvrjQidrig 6ß, KxriQiag 74, Bovlr^yileldrig 75, "l/Mvog 80, 
2(jL)(.irilog 81, JoQ07iidy]g 82, Uolvo-^/ixog 85. 88, "^vvißdoidog Gen. 
90, (DQvvwvdrjg 92, ^^QQiTSvg 105, ^Aq/itq^Qiov 115 (mit Dissimilation), 
TQOvd-inTtog 121, .B 6 (= 2rQovd-i7t7tog?), ^OvriQi(.iog 130, ^'Oravog 
132, 2/.vh'jcpov 135, nQiq^wvdrjg 138, iCAewvd/^g 142, Bqiy/.ov 143. 
Auf Seite B Tvnwvog 12, ^^ifirJKTov 18, QiofAiyycovog 23, ^Eiri&dQ- 
Qtjg, '^vTilay-og 25, ^agycov 27, '^/rd^rj^fg 28, ^AgY-ECfilov 33, '^p- 
v.E(fiov 34, ylvqaviag 39, "Ageoig 43, To'AAoü 65, FevvdQijTog 70, 
Bovlvf/lrjg 83, Bvßa/Mg Gen. 86 (vgl. Bvßtov auf dem vielleicht 
euböischen Wurfstein aus Olympia IGA. 370), AioxQvßrig 111, 
'Ovjj^favJ^og 112, ^lohyevtjg 114, Kgoidtovog Gen. 120, Mii,l.di]i.iog 
123, .^i7/Ad(Joi! 124, 2iyyldör]g 125, 2woiyiidt]g ÜQUiovog 126, 
Jifxiov 127. — S. 17 ff. Nr. 3: ein Demotenverzeichnis wie Nr. 2; 
auf Seite A: 4 KojiucjdtoQog, 5 u4iöXQvßrig, 16 Kti]QißcoTog, 13 
2ü)rMÖov (aus ^(oor/Jdov), 47 2yiv9^7]g, 83 Mvj^f-iaQdQog, 81 Met- 
^Id-eog. B 7 Klsa^, 23 JvqaTtcooTog. — Nr. 4 — 6 Fragmente ähn- 
licher Verzeichnisse. — S. 35 Nr. 24: archaische Inschrift auf dem 
Rand eines Thongefaßes .... dpog Tot '^HqüaIü 7toLe\oag\. Der 
Herausgeber ergänzt Ttoieoe, was nur bei metrischer Fassung 
möglich wäre. — S. 35 Nr. 25. Weihinschrift in ion. Alphabet: 
JTat'aw Äd^€<. — S. 37 f. Nr. 32—46. Grabschriften. Nr. 32. Ar- 
chaische Grabstele: ^^Trt MevicpQOvi eif-u. Die Fassung mit em 
ist phokisch, boiotisch und aiolisch. 

Wilhelm, Ad. Attische Urkunden. I. Teil. Sitzgsber. d. Wien. 
Akad. 165. Bd. 6. Abhaudl. Aus diesem epigraphisch-histori- 
schen Aufsatz ist hier nur ein neues attisches Zeugnis für die 
Form des Namens der makedonischen Stadt TIvTva mit r, wie 
sie auch in kret. 'isQarrvTva vorliegt, zu erwähnen. Vgl. noch 
MaTihr^g : Mayteövög (aber auch Mazsdwv), TTeliTvög : Ttehdvog. 

Fick, A. Äoler und Achäer. KZ. 44, 1—11 stellt die an- 
tiken Zeugnisse für diese Völkernamen zusammen und kommt zu 
dem Ergebnis, daß der Äolername im Osten, der Name der Achäer 
im Westen und Südwesten Thessaliens herrschte, beides aber Sam- 



Literaturbericht für das Jahr 1911 263 

melnaraen waren, die verschiedene Stämme umfaßten. Als ein 
sprachliches Merkmal der Achäer im Gegensatz zu den Aolern 
sieht er die Bewahrung von vg im Argivischen, Arkadischen und 
Kretischen an (thess. rcävocc, XsitoQeiaavoa, aTre^evd^eQeod^tvoa, 
in denen freilich g erst aus t/ entstanden war, berücksichtigt F. 
nicht); denn der äolische Dialekt haibe zövg zu ro/g gemacht; auch 
el. ToiQ sei ein äolisches Element. Was F. am Schluß bemerkt, 
ist mir nicht ganz klar geworden. Er fragt, ob das Achäische 
mit dem Urgriechischen identisch sei, will ihm noch andere große 
Altertümlichkeiteu zuschreiben und auch den Dual und den Gen. 
auf -äo, -010 im Epos als achäisch ansprechen. Dann wäre der 
Achäername doch kein distinktives Ethnikon mehr. 

Arvauitopoullos, A. S. Inscriptions inedites de Thessalie. 
Revue de phil. 35, 123—139. 282—305. S. 123 Nr. 26 Stele aus 
Larisa. Da die Schrift nicht älter als das 1. Jahrh. v. Chr. scheint, 
aber noch thessalischer Dialekt angewendet ist, so sieht der Her- 
ausgeber hier ,,eine archaisierende Nachahmung": 

.... aia [^^]l£^[t]yiQd[TOvg q)v- 

aei de ^AXs^dvdQov XeLTO^gev- 

oavoa Tccv jrstQOSzriQi- 

öa ra. z/a/Lij-idvegL tcc (DvXa- 
5 xa xat tov Jlovvgov tov 

Kagniov. 
Ja^f.idrriQ mit zwei fj. wie IG. IX 2, 1235. 572. TteTQOsTiqQlg 
= T€TQa€TtjQig zcigt zum ersten Mal das aiol. yr in diesem Zahl- 
wort und Qo für Qa wie im Boiotischen. — Aus der agonistischen 
Koiue-Inschrift Nr. 27 S. 124ff. erwähne ich die Namen 'Alxoizag 
Z. 15 und ytaTtai.iog (auch in Krannon IG. IX 2, 745, ein Tagos 
AaTTa(.ivag Plut. Camill. 19), bemerkenswert wegen tt, aus Nr. 29 
S. 127 Tdlog (vgl. thess. Tdlwv, TalovQog). — S. 132 ff. Nr. 36: 
Kaufurkunde der Stadt Homolion, ca. III. Jh. v. Chr., gefunden 
im Tempetal, in Koine. Bemerkenswert 7cile^Qa Z. 5. 72. 81. 
83. 131 neben häufigem tzU&qov, TtUd^qa, vgl. TrsXed^Qalog IG. 
IX 2, 1014. Die dreisilbige Form scheint aiolisch (vgl. hom. 7te- 
lEd-QOv). Der Herausgeber zieht '^o^/.ala7riddag und ngr. Ttiviyo) 
= Ttviyo) usw. heran. uXed-Qov wird aber vielmehr aus jttled^QOv 
entstanden sein. Neue Ortsnamen KlaTioig, Iloizeiq), Bavd^siaig 
{i(x Bav^eiaig Z. 90 = 6> Ilavd-eiaig?), QQivmsl (kret. ^gma 
Hesych), Koaio); Personennamen OaXagii^ag, Toßdld-iog (?), 2da- 
ßvUeog Gen. (?). 

Derselbe setzt die Publikation der thessalischen Inschriften 



264 Paul Kretschmer 

in der ^E(pr]i.i. dqx- 1911 S. 123—149 fort. Dialektisch ist nur 
Nr. 61 S. 127 (aus Gonnoi): MeveTtolilo] Maf-talkaia "Evvoöia 
6v€&£r/.s. A. vergleicht Ma/^alXaia mit BldXlog auf der thess, 
Inschrift IG. IX 2, 1098 und ^fA(.iala auf einer unedirten Grab- 
stele von Pagasai. — S. 127 Nr. 62: JiAaiOTtdzQa Evdaf.ieia ^Aq- 
Ts/Ludi (von Pringsheim Athen. Mitt. 1911, S. 127 falsch Anato- 
Tiäxqa Evdaf-iayoQa gelesen). — S. 129 Nr. 64: Psephisma über 
die diAaooTai (sie) und ßoXifxodL-KaöTai von Pherai mit den Namen 
Mäviy[xog\ = Mavi^og Nr. 69, 12, l\Idoav.og, ^^Qi.dag. Die Form 
ßolif-iog 'Blei' auch in Nr. 68 S. 133; sie ist noch aus Epidauros 
und Syrakus belegt (Solmsen Beitr. I 59). Nr. 60, 12 der EN. 
MöloTog wie IG. IX 2, 553. Nr. 67, 15 MavipLxidr]g (?). 

Hiller v. Oaertriugen, F. Epigramm aus Pharsalos. Berl. 
phil. Woch. 1911 Sp. 62. Eine aus zwei Distichen bestehende 
dialektische Grabschrift ca. des IV. Jahrhunderts v. Chr. aus der 
Nähe von Pharsalos. Sie beginnt l^X/uvoag -/.ovQav levaas, ^€V£, 
■Aal MeveyioQQOv, | Tiixavögav. Wichtig ist der neue Name Me- 
vs'/.oQQog, weil er das Element v.oqq-, das in mak. KoQgdßcov, 
Koggärag, Koggalog, Koggayog vorliegt, in einer Zusammensetzung 
zeigt. Koggayog ist jetzt auch aus einer thess. Inschrift ^Ecp. dgx- 
1911, 147 belegt. Solmsen Rhein. Mus. 59, 487. Beitr. z. gr. Wortf. 
151 und Hoffmann Mak. 105 stellten diese Namen zu Kogoä /.oggä 
Schläfe, Kopf , aber Meve-Aoggog weist nun auf eine andere Be- 
deutung des Namenelements /.ogg-, und auch Koggayog wird nicht 
makedonisch = Kogoaxog sein, sondern -ayog "^Führer' enthalten. 
-•/Mggog mit ■Kogßog gleichzusetzen ist lautlich bedenklich, da die 
thessalischen Inschriften (außer ep. -/.ovga) nur /.oga haben und 
Koggalog jedenfalls mit lak. Kogoalog identisch scheint. Man 
kann noch an -xogoog in e/vUovgog aus *e7tiyMgaog denken, das 
Solmsen KZ. 30, 600 als ' Zuläufer (lat. curro) , zu Hilfe eilend' 
gedeutet hat. 

Wilhelm, Ad. Neue Beiträge zur griechischen Inschriften- 
kunde. I. Teil. Sitzgsber. d. Wien. Akad. 166. Bd., 1. Abhandl. 
S. 13 liest eine in Granitsa gefundene Grenz- Inschrift Bull. corr. 
hell. 26, 570, durch die die Grenze der ^Elfx,a)vidg ya von Leba- 
deia gegen Koroneia festgesetzt wird: 

Ogta ''Eli-/.]ioviddog yag 
7toXi yii,ßa\8EirjW[i tcoxI 
Kogcov^ag log] Bouoxol wgiTzay 

V ig Täfx Ttaydtov 

5 wg T« aY.ga tag v- 



Literaturbericht für das Jahr 1911 265 

dtOQ Q££l £7tl t\ÖiJ. ßC0f.lÖv TCO Jl- 

Mit coQLTzay vgl. oQiTxdvTwv auf der Felsinschrift am Kopais- 
see IG. VII 2792. Übrigens bedeutet der slavische Dorfname 
Granitsa 'Grenze': es muß hier also auch noch im Mittelalter eine 
Grenze gelaufen sein. 

Hiller von Gaertriiigen, F. und H. Lattermann: Arkadische 
Forschungen. Aus dem Anhang zu den Abh. d. Berl. Akad. 1911. 
4°. 44 S. 13 Taf. Die Abhandlung enthält unter anderm die 
epigraphischen Ergebnisse einer Studienreise m Arkadien, die Hiller 
1911 für das Inschriftenkorpus unternahm, dessen arkadischer 
Band IG. V 2 inzwischen (1913) erschienen ist. Ich habe das 
wichtigste davon, die Revision des Gottesurteils von Mautineia, 
schon in der Glotta III 293 f. kurz besprochen und komme hier 
nur auf das in der Namenliste neben Böd^tg geschriebene Wort 
fayiXagog zurück. An der Erklärung aus f^'^y.luQog nimmt H. An- 
stoß, weil er dann ßi^/.lccQog erwarte. R. Meister Ber. Sachs. Ges. 
63, 199 deutet tov.laqog als t^y.XaQog, was ich auch erwogen, aber 
wegen des h- bedenklich gefunden habe. Meister meint, das h- 
sei unrichtig gesetzt worden, weil es schon nicht mehr gesprochen 
wurde, also sogen, umgekehrte Schreibung. Ich möchte doch lieber 
nach einer lautlichen Berechtigung suchen und finde eine Parallele 
in arkad. kolög (GDI. 1200, 4) aus sod-log: hier ist das d- ausge- 
fallen, aber erst nachdem es seine Aspiration in den Anlaut ge- 
worfen hat. So kann auch f'oyiXaQog aus exoyiXaQog entstanden 
sein, indem die Aspiration des selbst verloren gehenden /, das in 
^ steckt, auf den vokalischen Anlaut überging. Zur Übertragung 
der Aspiration in den Anlaut vgl. cpaQ&evog = nagd-ivog auf un- 
serer Inschrift und e{f.i)7tQ0VQ0£ auf der Bronze von Ligurio Glotta 
III 158 = £f.i(fQOVQOi. — Auf einem der thönernen Theaterbillets 
aus Mantineia ergab sich die Lesung ßgiiplöag (st. "Egi^idag) 'Equ- 
Tiav, sodaß Fqitciw nunmehr beglaubigt ist, auf einem anderen 
fioFödafxog, wodurch das kret. ßioFog auch für das Arkadische 
bezeugt ist. 

Meister, Richard. Beiträge zur griechischen Epigraphik und 
Dialektologie X. Kyprische Inschriften (mit einem Exkurs über 
die altphryg. Arezastis-Inschrift). Berichte d. Sachs. Ges., phil.- 
hist. Kl. 63 S. 17 — 38. Inschrift der Gilozama auf einer steinernen 
Bank aus der Nähe von Athienu. M. datiert sie wegen ihres Dia- 
lekts und wegen des Stils des auf der Vorderseite der Bank ein- 
gemeißelten Reliefs ins VI. Jahrh. v. Gh., sie wäre also eine der 



266 ^^^^ Kretschmer 

ältesten kyprischen Inschriften, Sie ist oroixridov in 66 Vierecke 
geschrieben, die durch ein Liniensystem gebildet werden. 
rilotäfxa ßova Ich, Gilozama, Weib 

Ollltjßo, yaiAL[Ta des Philles, eheliche Gattin 

öe, eTLxvv — aber, gebar — 

— • fXL{v) 7tag [xa — ; mein Vater und 

5 d cci.i{(.i)ia ^(xj GM meine Mutter lebend und gesund 

ioi- 7Cb'A0) ix'iG- sind; ich kremple Wol- 

Xfi« i(i')d-oßdCü) le; ich fertige dabei schnell 

//[Aijjua Ttdoä f.a6- Tuch mit aller Kunst, 

Gcc, dia{v)9-Eitco ich sticke und 

10 GtiKco }'{v)Qa7r- punktire eingenäh- 

Ta ■/.aG{o)v(.iaTa. te Lederstücke. 

Ist M.s Lesung richtig, so stünde diese inschriftliche Erzählung 
einer Frau von ihrem häuslichen Leben im Griechischen einzig 
da. Ist Gilozama eine Phönizierin? M. will den Namen aus ysXdto 
und yctfxog erklären ; mich erinnert er an phön . TiXkh.a auf kypri- 
schen Inschriften, karthag. FiXlrAag, Polyb. 36, 3, 8, babyl. Gil- 
games riXyafxog {FiXotafxa kann im Kypr. aus rikoyöcfxa entstanden 
sein). Ich denke auch an Od. o 417 f yvvrj Oolvioa' Ivl olkoj, 

dyXad t'qya Idvla. Der Name des Vaters beweist nichts, 

weil er gräzisiert sein kann, wie die phönizisch-kyprischen Bilinguen 
beweisen, und weil auch die Väter der FiXlr/Mg griechische Namen 
tragen (Hoffmann I nr. 128. 173). ßovä = boi. ßavd, phryg. ßovoy., 
ßavE-/.og (kypr. sonst yvvd) ist im Vokalismus wohl mit kypr. 6v- 
= dva- zu vergleichen, jucijoa = Movoa so früh von der Webe- 
kunst gebraucht ist sehr bedenklich. — Kyprische Siegelsteine und 
Gemmen. 1. Zwor/.Qf.ßo(v)Tog. 2. Oav to. 3. IIvvxoviy.o} r^fii (2. 
und 3. nach dem Stil aus dem VI. Jahrh. v. Ch.). 4. ^^Qiozo/.Xtjog 
(um 500 V. Gh.). 5. üiygr^ßo (dgl.). Vgl. OiXhjßo, Ti^aGiqv 
(? Glotta III 303). 6. Zcofö^ei-tig (ca. V. Jahrb.). 

Meister, Rieh. Inschriften aus Rantidi in Kypros. Sitzgsber. 
d. Berl. Ak. 1911, XXVIIL S. 630—650. In den Sachs. Ber. 
1910 (s. Glotta IV 318 f.) hatte M. bereits 6 kypr. Inschriften aus 
Rantidi publiziert. Durch die Grabungen von Zahn sind 132 
weitere Stücke hinzugekommen, aber größtenteils ganz kurze In- 
schriften und Fragmente. Nr. 15 Kv7tQ0/,QeTrjg 'AQioTodd(.i(jD ^^jtol- 
Xtovi ov8^rj-/.e Iv zvxca dtaS-di. 16 Twl '^rtoXkiovi dvxl jagäg. 
39 ^ d^sd a IdffQodixa. 40. 41 '^(fqüöirag r]^ii. 61 '^Podoo/MQq)a. 
02 Qallwi rli-ti. 63 Qed d fxolnodi'jQa. Kaloßlßw. 64 Evdija. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 267 

74 naaiTificD r^f.ii. 75 Tifxag rj(.d JiFEog. 76 .... rml Poöev (?). 
85 (Dd^ia KXeFodafxio. 86 Tärta Mof^iAOj. 

Ormerod, H. A., and Robinson, E. G. S. Notes and In- 

scriptions from Pamphylia. Annual of the British School at Athens 
XVII 215 — 249. Die meisten dieser pamphyHschen Inschriften 
sind jung. Nur S. 246 f. werden einige Grabschriften nach Zeich- 
nungen und ohne Lesung mitgeteilt, die denen bei Lanckoronski 
Städte Pamphyliens I (KZ. 33, 258 ff.) analog sind und ins II. 
Jahrh. v. Ch. zurückgehen mögen. Nr. 32 ^AQTL(xiöoQig Fexi- 
daf.iv. Zum ersten Namen vgl. pamph. ^^QTtfuöoQV, ^AQTifiLÖtoQig 
KZ. 33, 261 f. "Agcif-ttg für "AQTSf.ug scheint „kleinasiatisch": 
AQTLf-iig sagt der Asiate in Timotheos Persern v. 172, und eine 
lydische Inschrift hat aQvi/u{i) Denkschriften d. Wien. Ak. 53 (1908), 
II, 102 1. Der Name ßexiöafxog ist sehr merkwürdig: das erste 
Element ■Fex'^- kann doch nur zu pamph. ßex^u ^ fahre' gehören, 
paßt aber dann nicht recht zum zweiten Gliede. Es mag also 
noch andere Namen mit ßex- in Pamphylica, wie etwa FixiTtnog^ 
/e/fixA^g, gegeben haben und danach FExiöon.ing geformt sein; vgl. 
meine Bemerkungen Idg. Anzeiger V 39. — Nr. 33: ATTEAAV\PV\IZl 
MEIAKAETYZ. Der erste Name ^^7teX{X)aWQWig ist in Nr. 34 
^A/ceXawQiig geschrieben und lautet auf der Lanckoronskischen 
Inschrift KZ. 33, 262 n. 77 UeXXavQvig. Der Anfang erinnert an 
^ArtelXcov, der Schluß sieht ungriechisch aus. Der zweite Name 
scheint verschrieben oder verlesen für den Gen. Msidlervg = Me- 
{y)dl7jTog, vgl. MeydlsiTvg KZ. 33, 262, vgl. S. 260. — Nr. 34 
M[6/a]A[fct]t; ^ATtelaiVQvig. Den ersten Namen ergänze ich nach 
KZ. 33, 261 n. 56. — Nr. 37 (DLloTtarga IleXaöcoQOv (= ^^/tsX- 
laöcoQov? Zur Aphärese des !^- vgl. pamph. (HoqdLOLa = ^Aq^go- 
öiola). 

Walter, Otto. Inschriften aus dem argivischen Heraion. 
Jahresh. Ost. Arch. Inst. XIV, Beibl. Sp. 139—150. I. Inschrift 
des V. Jahrh. von einem Weihgeschenk: 

T]dg higag e[fil hia- 

qÖv ex 10 hidi[ö 

^A^QXey.QaTeg : ^(.io\log : 

. QECfiöv : 2vXiy\og. 
Auffällig ist lÖLOv, wofür wir auf einer so alten Inschrift ßiöiov 
erwarten. Hellenist. xat9-' löiav hat seine Aspiration von /.ad^' 
havxöv bezogen. Die Herleitung aus *oßidiog würde zu \.diov stim- 
men, aber nicht zu att. YÖLog. Den dritten Namen ergänzt der 
Herausgeber zu Bgeipicov oder ^EgstfLcov = ^Egcq). Näher liegt viel- 



268 Paul Kretschmer 

leicht 2TQeg)itiJv oder Tgecpicov. — IL Basis mit archaischer In- 
schrift: 

Toi laQOf^va/xoveg T6v[de] xö h[irt]- 
ögöf-iö ave^Ev : KQid^vlo[g : "yi?]ßa7iTo[g : 
Oi?Jag ': Fväd^Lg : 
Die Ergänzung des 2. Namens ist unsicher: etwa E/axToc: = Evax- 
Tog (vgl. Evdycoyog)? — IV. Liste von Hieromuemonen der Hera 
vom J. 146 V. Chr. in jungdorischem Dialekt: Z. 23 SiqvayoQag; 
25 KXijyoQa. 

Reiuach, Adolphe J. Inscriptions d'Itanos. Revue des et. 
gr. XXIV 377—425. Der dorische Dialekt dieser Inschriften von 
Itanos zeigt keine spezifischen Merkmale. I. Vertrag zwischen 
Hierapytna und Praisos um 260 v. Chr. Z. 10 d^ivcov = &euov, 
38 y,wQL für yoiqig (vgl. Solmsen Beitr. z. gr. Wortforsch. 176f.). 
Z. 52 al de yia Xtji. 54f. avloatazev: vgl. evavloaraciji Syll. 929. 
70 Gvyyioivog st. y.oivog. IL Z. 15 y.oaf.iriT^Q, dessen q der Her- 
ausgeber S. 398 natürlich unrichtig mit dem von /.ÖQi-tog = y.6o/.wg 
vergleicht. IV. Z. 6 tvaqov te yial evoqvmv. Vgl, Hesych. svagog. 
V. Z. 12 LQrjvai. 

XaßiaQäg, Miy. /.al Nr/.i^Tag: ^E7tLyQaq)ai ÜE^aiag tvjv "^Po- 
öicov. ^Eq>. agy. 1911, S. 52 — 69. Diese Inschriften aus der rho- 
discheu Peraia bieten nur wenig Dialektisches. Nr. 23: UQi]a 
^^Qcai-iiTog. 38 (D?^avvidog Kvidt\ag. 40 ^^yrjvay.xog. 44 '^HXo- 
'/.qaQiqg Evdvogog. 51 2]ifxiovdag. 52 B a y.zoiva d ^zgaTnazüv. 
63 Grabepigramm mit d^driaai, no%a. Nr. 37 Grabschrift ^te^ - 
7iidog = EviXrciöog. Die Herausgeber lesen irrig Ai{qrik'iov) 'Eq- 
/tidog. Es handelt sich hier um den spätgriechischen Wandel von 
Ev > av: in Thera ^viJ!.iEQOg, avvoiag, avEQyexag IG. XII 3, 458, 
530, 3. 865, 5, im NT. sgawccv = eQEuväv. Auch der Wandel von 
X y Q vor Kons, ist spät- und neugriechisch. 

Pomtow, H. Delphica HL BerL phiL Woch. 1911, Sp. 
1518 — 83, Die Inschrift einer Standplatte in Delphi, die man 
früher IIoTEijddv ergänzen wollte, hat sich als vollständig erwiesen, 
ist also Jdv = Zsvg zu lesen. Vom Ethnikon ist nur uqi er- 
halten, das ^^Xl]aQi[ioTäv, 0]aQi[Twv oder noch anders ergänzt 
werden kann. Schade, daß nicht mehr erhalten ist, da die dia- 
lektische Herkunft der Form Jdv zu wissen von Wert wäre. He- 
rodian I 394 schreibt ^dv den Boiotern zu, kretisch ist der Akk. 
Tccva, Tijva (vgl. Einl. in d. klass. Altert. I^ 540), — Sp. 1641 
— 1648. Das sogen. Thebanerfundament trägt zahlreiche Graffiti 
und von Steinmetzen eingehauene Namen in archaischem Alphabet 



Literaturbericht für das Jahr 1911 269 

des V. Jhs.: 2d^og (vgl. ^ccfAf-iog IG. VII 2751), ^ayiglreg, 2aß6- 
ßiy,og, Exi . rolag, 'Pal^og, "^Pt^ig, ^^yeaiag, ^AQioraQxog, BQ6xvX{l)og, 
ExeTif4og, 2vßog od. Mvßog, A . . olmog, ^azQivsi, TeLaavoQi[öag\, 
[II]avdoy.og, Xago/tiag, ^Ayaai[o]d-€V£g, OalÖQog, Hvlaog. P. nimmt 
Zugehörigkeit des Fundaments zu einem Schatzhaus der Boioter an. 
Wilhelm, Ad. Die lokrische Mädcheninschrift. Jahreshefte 
d. Ost. Arch. Inst. XIV 163—256. Schon im J. 1895 wurde diese 
Inschrift auf einem Acker bei Vitrinitsa, dem antiken Toloq>t6v, 
gefunden. Die Stadt heißt auf delphischen Steinen Tolcpcov, wieder 
ein Beispiel jenes Dissimilationsgesetzes, das in oQoyvia : ooyvia, 
OKOQodov : oxoQÖov, BsQevUrj : BeQviy.r^ usw. gewirkt hat. Die In- 
schrift der Hauptseite lautet: 

Ayad^äi [[vxcti 
Eitl tdiaöe Alavveioi y.al a ^co'kig NaQV/.aiiov ^oy.QÖig dveöe^avto 
Tag xo(>a[g* Alavxeiovg dovlovg ei/.i£v \ xjat ccQvoiovg -/.al TtoMfxov 
y,al eiQTjvag y.al s(p at/naTi f-ir^ ircLAijjXveiv vmI TCQodiy.ia\v eif.tsi> 
Toig TS Idiwraig] \ /ml avTai Tai 7c6Xet. SevUov i.u] d7ieXad^ri(.iev 
"/.axa ^eviag eXd-övTa. ^^jco öafxoai[a)v |t/r iQx^tif-ieu' ai Ö8 /.i^, niv- \ 
5 t\e. dQaxf.idg xov aqxovra anoreiöai' al ds öiy.at dXoir], o aqyov 
TQidy.ovTa ÖQayjidlg aycoTSioccTw tov de eX-] \ S^ovTa xard 'Ca(.iiav 
atdfAiov' eif.iEv. Al tvjv ^lavTEicov Qvaid'Coi yiaTaeidcjg, TQidy,oi'ta 
dQaxiiid[g a/voT€Ladzio' oi ös ag- \ [x]ovT£g t« qvoiayßevia df.i- 
TtQa^avTeg aTcodovTco avi)^af.i€QOv rj tccl voTsgaiac' sl [di /.lij ano- 
doiev, tÖ QVOiax^'iv di-\7T]Xovv aTtOTEiadvTü). Ai de: tcov ^lav- 
Teitüv ytaTaÖTJaaL döi/Liog iq eq^ai, Ixaiov OTaTTJQlag aTtoxEiodTio 
Tag dnEQag\ \ vmI Tag vv/.Tog aXXovg f-xdaTag tvxE xa d(f}]. Tqo- 
(fEla Toig yovEVGi tSv xogäv i--/,aTEQ[oig öidöf-iEv /.al T6iv\ 10 /.Öquiv 
exaTegai TiEVTE/MLÖE/a f^väg ev y.6ö(xov -/.al TQOcpdv naqtxELv svte 
xa \ev avÖQog eXd^iq? AldvTEiov XvTQto-]\d-^f.i£v if.i noXEf.iiovg aXovra. 
Ot/.iag Qrj^novog yiara/MEiaag Cfcoiag y.a Tai tc6Xe\^l qtgd^iqL dvoi- 
Y.odofxrid^TJi.iEv. 01/.eIv\ \ navTsl ylov.Qiöv. AlavTtuov au Tig y.a iX 
^io'/Qoig oIkeIv ÖEiXrixai, uTiXEiav ei/liev xa^[o)g tiqoteqov. MEZoydv 
Tdv\ I d^oivdv Eif-iEv Toig AlavvEioig, si/iiEv ytdvTOig, /al tcoi ieqeI 
ra deQiiiaTa dnoöido^Ev %al xd [dXXa ytQEa. QvEiv\ \ de Tovg yio- 
■KQOvg Ttdvcag xdi yioy.Qidi ^lavTiai ev Naovyai' dyiovod^exag de 
EL(j.ev lSlaQv/.a[iovg. yloKqoig NaQvy,ai-\ \ 15 ovg naidag Ofu'jQOvg 
(.lij do/xEv aey,ovTag ev Tag yogag. Nagv/aloig aTeXEiav Eif-iEv xäg 

e(x [ iTVTTOTQoqiiag'] | eI de Tig ya dvayyd^Tji TQtcpEiv %n- 

Tcovg rj bfxriQOvg naidag didof-iev, Tovg yloyqovg Tag dandva\g d6/.iEv. 
^A TtoXig NaQv]\yaiwv (.irj TTE/inl^idTCü oi-iriga tlov Alavxiwv /.itj^^eva. 
z/i'/av TOV dqxovTa dofiev dfXEQccv TQid[KOVTa ] | 



270 Paul Kretschmer 

yial l-AKTiQa^ai Sex n/uegav. Td yiava ^ivov, (.lij arroyvco/Liev f^dg- 
Ti'()a 7taQexoi-iEv[ov a]^ioxQ[^ova' ai de Tig xa anoyviood-ij ttqoteqov, 
tav divMv ei/iisv ev rdlg avrolg öi/iaGtaig a xa aliai. Td{f.i) {.läg- 
TVQ\a ov Tid Ti]g f[Arj xpevdea {.laQxvQrjoavxci, £7r-|20t]o^x/«t 
iyßOTio ~/,ai a/toreioaTO) öinloav xdv divMv. ^i de xa /.iij nqä^Tq c 
d[QXiov, rot eXovteg xdv dr/,av avxoi /p(»a-]^]aVrw oxivd ym Xdßrj 
x(~jv ex xäg uoXiog e^ dg xa xo eKAlt^j-ia ^. Tat öi[y.ai e7ttof.i6xag 
eXea&ai 7tAovxlvdav (oder agiarivöav?), al' xa rj 7t?J]\ov xQiaytovxo- 

ÖQaxf-iov eröeyM dvögag, ev de Nagvy.ai e^ aTvdvxwv [ xalg de 

fXEiövoLg ] 1 ri diytdCeiv. Tdlv yiogaiv eTtidi- 

'/{.r^aai xolv frQ6a&[e]v xar xo dv[vax6v . Tdv 

de uoliv NaQvJUaiwv di/.av doj-isv xar raj;Ta vmI exTtQd^ai. '^'Oqy.og' 
hcl xo[vTOLg dialvoiiied'a nox d.XkdXovg -aal eiLi/^ievoti/iiev ev xdi] j 
25 ovv&rf/.ai, -/Mi ev xolg ogy-Oig' EvoQ%e6viotg 7toX\Xd /.al dyad^d, 
ertiOQ'/Eovxoig de xctvavxla. y[oy.Qcov of-woai dv-\ \ dgag nEVTrj-/.ovxa 

TtXovzh'dav Of.iv\vEiv — — — — ] | '/.oqav xav 

7x:Ef.icpd^Eiüav — — — — — — — — — — — — — — 

Auf der Schmalseite sind zwei Gruppen männlicher Personennamen 
mit den Überschriften nEQi'/.vf.iaouov und ^laoaiiov angebracht. — 
W. hat zu dieser in mehreren Beziehungen höchst interessanten 
Inschrift mit bekannter Gründlichkeit und Sachkenntnis einen aus- 
führlichen Kommentar geliefert, der auch das Sprachliche be- 
handelt. Er datiert die Inschrift 275—240 v. Chr. Ihr nordwest- 
griechischer Dialekt zeigt schon nicht mehr alle die lokrischen 
Idiotismen der älteren Bronzen. Lautlich bemerkenswert ist die 
Dissimilation in va/x aus vayK in oj'axxa'ci^t 16 (vgl. Glotta I 41). 
Hier lesen wir freilich auch e/yi.h](.ia Z. 21 für eyy.hj(.ia, wo der 
zweite Nasal etwas weit absteht. Diese Form dürfte also eine 
andere Erklärung fordern, ohne jene von dva/v.dtiji, fxExiqveic/a 
usw. umzustoßen. Umgekehrt ngr. pont. ey/Xriaia, in Otranto 
englisia altfranz. englise (Schuchardt Zeitschr. f. rom. Phil. 35, 91 ^). 
Die Verdopplung des x von ex in eK/rrgd^ai belegt W. S. 245 mit 
Parallelen: sie wird in der Aussprache begründet gewesen sein. 
Z. 17 ist Of.i'qga prädikativ von einer Person gesagt, während 
vorher ndidag oi-itjgovg steht. W. S. 228 erinnert an Tiaidr/d und 
J. Schmidt Plur. d. Ntr. 22ff. /axd 'gemäß' ist einmal noch mit 
Gen. verbunden. Im Übrigen sei auf des Herausgebers reichhal- 
tigen Kommentar selbst verwiesen. 

Saloiiius, A. H. De dialectis Epirotarum Acarnanum Aeto- 
lorum Aenianum Phthiotarum. Helsingfors, J. Simel. 1911. 180 S. 
Von Dialekten dieser Volksstämme kann man beinahe nicht reden: 



Literaturbericht für das Jahr 1911 271 

SO wenig originell ist die Sprache ihrer inschriftlichen Denkmäler, 
wie sie, von den Epiroten abgesehen, jetzt in den IG. IX 1 und 2 ge- 
sammelt vorliegen. Die Sprache der Aitoler bezeichnet der Verf. 
als aitolische -/.olviq, die der Epiroten und Akarnanen als dorische 
Y,Oivri', beide werden auf den jüngeren Steinen von der attischen 
Y.OLvri abgelöst. Innerhalb dieser wohlbekannten Sprachtypen, deren 
Einzelheiten der Verf. übersichtlich, aber etwas breiter als nötig 
registriert, haben sich nur wenige bemerkenswertere altdialektische 
Reste erhalten: Feldvg, Faxxidag (in Epirus), das nordwestgriechische 
tx = Go, naqä c. acc. statt c. dat., die Flexion Gen. Sg. IleiaXog, 
^'OficfaXog, Nom. PI. ^'0(.t(faXeg u. a. Ciiarakteristisch für dieses 
Gebiet scheint auch die frühe Vereinfachung der Geminaten: Oi- 
hn:og, rhiTtog, Melavlna, MoXoool u. a. (S. 114 f.). Vgl. Ref. 
in Gercke-Nordens Einl. in d. klass. Alt. I^ 538. Hierher würde 
auch ni-ualog gehören, wenn S. (120) diesen Namen mit Recht = 
ller^aXog, OeTzalög setzt: man würde dann aber ^Ilex^alog er- 
warten; Wralog kann auch als Spitzname = vcEtaXog sein. Epir. 
ßarxidag, das der Verf. nicht erklärt, erinnert an boi. ßaaiagy 
ßäaavÖQog, ßaaidaf^og und müßte dann mit nordwestgr. tt für 
*ßaooidag stehen. S. 18 Anm. 1 hat der Verf. meine Behandlung 
des Namens ^mir^TriQ Wien. Stud. XXIV 523£f. übersehen. 

Xat^tSdHig, F. Kai jiaXiv Ttegl tov 'Elh]viG(.iov xtov aq^aitov 
Maytsöovcüv. ^ETtexriQig xov IIave7tiarrjf.iiov 1911. S. 87 — 134. 
Ausführliche Erwiderung auf G. Kazarows Aufsatz in der Revue 
des etudes grecques 1910, 243ff., gegen den X. seine Ansicht vom 
griechischen Charakter der Makedonier vertritt. 

Elter, A. Epigraphica, Rhein. Mus. G6, 199—225, schlägt 
für mehrere bekannte archaische Inschriften neue Lesungen und 
Erklärungen vor. 1. Säule von Faros, IG. XII 5, 225 = GDL 
5427 liest E. Bdvwi Jojqiiji ov S-a(^i[g ovvtElelv?] \ ovöe d[ov]l(oiy 
a KovQfjt aoTq) e[oTi reXsiv]. — 2. Wurfstein aus Olympia IGA. 
370 (scheint in den GDI. zu fehlen!): Bvßwv Texigst x^Q^ ("lit 
der linken Hand) vTiig /.ecpaXäg vTteqtßale. In den Zeichen am 
Schluß TOOO.A sucht E. einen Gedanken wie ro ot; qpo[^£'otg, ohne 
ihn mit den erhaltenen Schriftzügen vereinigen zu können. — 
3. Stele von Sigeion IGA. 492 = GDI. 5531. Nach E. handelt es 
sich hier um den Grabstein des Phanodikos; seine Brüder haben 
ihn in Sigeion errichtet, in dem ionischen Text die Schenkung 
eines Service (x^rjT^^a usw.) an das Prytaneion von Sigeion, die 
Ph. testamentarisch angeordnet hatte, als objektive Tatsache mit- 
geteilt, in der attischen Inschrift mit seinen eigenen Worten nach. 



272 Paul Kretschmer 

seinem Testament. — 4. Auf der Columna Naniana aus Melos 
IGA. 412 = GDI. 4871 sieht E. in Ekphantos den Stifter, in 
rgocfcov den Bildhauer. — G. Das parische Epigramm IG. XII 5, 
215 = GDI. 5430 ist nach Versfüßen abgeteilt, der eine Penta- 
meter so: 

ev^äfXEvoL avrjaav naq- 

Nach der Praxis der Alten hatte also der Pentameter, wie schon 
sein Name besagt, fünf Füße und die Silbe nach der Cäsur kann 
keinen Versiktus getragen haben. 

Sammlung der Griechischen Dialektinschrifteii, herausg. 
von H. Collitz und 0. Hoffmanu. IV. Bd., 4. Heft. 1. Abteil. 
Nachträge, Grammatik und Wortregister zum 1. und 2. Heft der 
2. Hälfte des III. Bdes. von 0. Hoffmann. Gott., Vandenhoeck 
& Ruprecht 1911. S. 677—848. Die Register zu den Inschriften 
von Lakonien, Messenien, Thera, Kyrene, Melos sind wieder in 
Form von registrierenden Grammatiken angelegt. Dankenswert 
sind die Nachträge zu den Inschriften, zahlreich besonders die zu 
den lakonischen und theräischen. Für die lak. Knabenagon-In- 
schriften scheint dem Verf. mein Aufsatz Glotta III 269 ff. noch 
nicht vorgelegen zu haben: er ist in der Deutung von yiaoev als 
y.aS' fV mit mir zusammengetroffen, faßt aber axQOTräixnaig mit 
Woodward als hEQorrdf.inaig statt als adQonäfXTiaig. 

Literatursprachen 
Scott, John A. Two Linguistic Tests of the Relative Anti- 
quity of the Iliad and the Odyssey. Class. Phil. VI 156—162. 
S. schließt aus einer Statistik der Belege für den Gebrauch von 
o als Artikel und für die Verwendung des Perfekts auf -xa, daß 
llias und Odyssee in dieselbe Periode der Sprachgeschichte fallen. 
In der II. verhält sich der demonstrative Gebrauch von 6 zu dem 
als Artikel wie 14 : 1; Od. 13 : 1 ; Hesiod 7:1; Hom. Hymn. 4 : 1. 
In der II. kommt ein xa-Perfekt auf 261, in der Od. auf 258 Verse, 
wenn wir von ßeß?^rf/.£i, fGirj-Kst absehen, die in den Schlachtbe- 
schreibuugen der II. so oft (25 mal) vorkommen. Der Verf. macht 
hierbei die Voraussetzung, daß die Entwicklung dieser Neuerungen 
eine gleichmäßig fortschreitende war. Der Zeitraum, in dem o so 
wie in II. und Od. gebraucht wurden, kann aber sehr lang gewesen 
sein. Vorsichtiger ist es jedenfalls, zu solchen chronologischen 
Schlüssen nicht bloß zwei Spracherscheinungen zu benutzen, son- 
dem den gesamten Sprachgebrauch heranzuziehen. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 273 

Fick^ A. Homerika. KZ. 44, 141—152, bespricht eine Reihe 
homerischer Wortformen und Namen. Feidiog soll auf ^ßeßidiog 
zurückgehen, weil ei ausschließlich dem Praesens zukomme; aber 
das Part. Perf. 'macht eine Ausnahme, got. weitwöd- *^ Zeuge er- 
weist das ei von feiötog als uralt, vgl. auch herakl. eggriyela. Zu- 
letzt hierüber Solmsen Rhein. Mus. 66, 142. Fraenkel IF. 28, 249. 
y.ea/.ETO soll falsche Umschreibung von aEoasto aus /.esayiSTO 
(aus ^■/.H€0'/.eTo) sein. Diese Auffassung ist jedenfalls nicht zwin- 
gend. Ich glaube wir müssen anerkennen, daß /.ssoyiero lautlich 
zu 'ASG-AETO wurde, ob man nun den Vorgang Hyphaeresis oder 
Kontraktion nennt. Auch Solmsen Untersuch. 90. 250 war dieser 
Ansicht und verweist weiter auf OTiiooi aus auieooi, cj&eay.s aus 
d)&a£oy.€. Ich erinnere noch an BooTtoQog aus Booonoqog. — Die 
Namen nt]Xevg, Nr^Xevg, Tvösvg, KazQevg erklärt F. als Ethnika. 
Das Zitat von HeeXevg, Kumanud. ^Att. euL-yq. eTTiTVfAß. n. 2310, 
das F. vermißt, hat er selbst GDI. 1352 gegeben. 

V. (1. Brelie, Wilh. Dictione trimembri quomodo poetae 
graeci imprimis tragici usi sint. Diss. Göttingen 1911. 64 S. 
Der Verf. geht einem Gedanken Fr. Leos nach, daß die Heiligkeit 
der Dreizahl auch zu der Wahl dreigliederiger Ausdrücke und 
Sätze geführt habe, und bringt hierfür ein reiches Material aus 
der griechischen Poesie bei. Er ordnet es nach Adjektiven, Sub- 
stantiven, Verben und Sätzen. M. E. wäre er am besten von den 
Fällen ausgegangen, wo dasselbe Wort, sei es Nomen oder Ver- 
bum, dreimal wiederholt wird; das ist die älteste und volkstüm- 
liche Weise: ich erinnere nur an Mephistos I)u mußt es dreimal 
sagen und unser dreimaliges Unberufen! Diese W^iederholung wird 
von den Dichtern angewendet, wo ein Begriff nachdrücklich her- 
vorgehoben werden soll: z. B. Eur. Hek. 1092 ßoav ßodv avTto 
ßoav , Soph. Ai. 396 e'Xead^, sleod-8 (.i orA.'qroqa "Xsod-e (xe. Die 
Fälle hat der Verf. S. 27 ff. gesammelt. W^o eine solche Wieder- 
holung zu pathetisch wäre, wird der Begriff variiert, wie II. I 63 
aq)Q7jzcoQ ad^sf-iLOTog avsariog; Aisch. Prora. 937 aeßov tvqoosvxov 

d-ÖbTtZE TOV y.QaTOVVT OEl. 

Bruhn, Christian. Über den Wortschatz des Menander. Diss. 
von Kiel. Jena 1910. 75 S. 

Kerkidas. The Oxyrhynchus Papyri VIII. ed. Arth. Hunt 
(London 1911). S. 20 — 59. Cercidae cynici meliambi ed. Paul 
Maas. Berl. phil. Woch. 1911, S. 1011—1016. H. v. Arnim 
Wien. Stud. 34 (1912), 1 — 27. Von Kerkidas, dem kynischen 
Dichter aus Megalopolis, dem Schöpfer von f.iEXiafißoi, hatten wir 



274 Paul Kretschmer 

bis 1911 nur ganz wenige kurze Bruchstücke. Der aus dem 2. Jh. 
stammende Oxyrhynchus-Papyrus, der leider in viele Stücke ge- 
brochen ist, gibt zum ersten Male größere Stücke von zwei Ge- 
dichten dieses Dichterphilosophen. Der erste Herausgeber identi- 
fiziert den Dichter mit dem Staatsmann und Gesetzgeber von 
Megalopolis und datiert ihn in die 2. Hälfte des IH. Jahrb. v. Chr. 
Kerkidas schreibt eine Doris, die Hunt S. 24 behandelt: wir lesen 
ox« und 0"/t/a, Tcöv.a^ l^dv xiv, Ttoxl, Xf]g, rjg (neben sov.e), '/.Qccyvov, 
ra/xog, 7tBTia(.Uvoi, /.aggov. Der Papyrus schwankt zwischen w 
und ov, iq und sl : y.avd-ovg mit darüber geschriebenem w, also 
•/iav&iog, Eif-iev mit darübergeschriebenem tj, also rji.i£v, im Inf. -stv 
und -r]v. Mit der Doris sind epische Elemente gemischt, wozu 
man die Nachricht des Ptolemaios Hephaistion (Phot. Bibl. 190 
p. 151 Bekk.) halte, daß Kegy-iöag owracpr^vai avTOJ rö a Aal ß 
Trjg ^Ilidöog yiekevosisv: so a(.i(.iiv neben ci^ie, Twöageoio , e'ayisv, 
ay.ovd, av. Hunt findet kein arkadisches Merkmal in Kerkidas' 
Sprache, doch kann solag hier genannt werden (ark. wXög GDI. 
12ÜÜ, 4, iod-löv . . . KIeltoqiwv Hesych), wennschon aucb Pindar 
diese Wortform gebraucht (vgl. noch Glotta III 299). Im Übrigen 
zeichnet sich Kerkidas' Stil durch zahlreiche drastische Bildungen 
und Komposita aus: QvrtoAißdoTÖ'Atov (vgl. Arnim a. a. 0. 10 f.) 
aus qvTiog schmutziger Geiz, y.ißdo- wohl für yußdiqlo- und TO'Mg 
Zins; die Bildung auf -lov kehrt in XeßijToyagtov und dxQaoicüv 
wieder. TsS^va/MxaX-^^idag einer, bei dem das Geld tot im Kasten 
liegt. ev.%vf.ieviTag 'Verschwender'. ovon'kovTOGvva 'Schweinereich- 
tum. l7tizaöeoTQCoy.Tag, KOivoy.Qarr^Qoa'/ivcpog, 7tLiiieloaceo/.ocpaycov, 
/ueteioQoyiOTcog, y^vavomtQvyog, a'Moi^QBTZTog, darrawlla (Hunt ver- 
gleicht (fd^ivvXXa), oxoiTcxikkLO . . 

Kallimachos. The Oxyrhynchus Papyri VII. ed. Arth. Hunt, 
London 1910. S. 15—82. Nr. 1011. Vgl. H. v. Arnim, Zum neuen 
Kallimachos. Sitzgsber. Wien. Akad. ph.-hist. Kl. 164. Bd., IV, 
Abb. Der Kallimachos-Papyrus, den Hunt veröffentlicht hat, ent- 
hält Stücke aus dem III. und IV. Buch, auch den Schluß von 
Kallimachos' ^Ina, den Anfang und sonstige Fragmente von seinen 
laf.ißoL und von trochäischen Tetrametern, die nach Arnim mit 
den Jamben nicht zusammengehören. Die Verszählung läuft bei 
Hunt durch den ganzen Papyrus durch. leb bebe hier nur einige 
sprachliche Einzelheiten heraus. Die Pronomina zeigen die x- 
Form: xore v. 4. 18 (^IVm), 6x[o//^]v 234, xwg 278. dsie'kivTqv 
V. 12 (wie Theokrit 13,33). vLctöig 23. /.lolißi^ 30. rrjixovTog 44: 
wie Hesiod Werke 578: der Dichter bekennt am Schluß der ^ma, 



Literaturbericht für das Jahr 1911 275 

daß er in den Spuren Hesiods wandele (Arnina a. a. 0. 8). oiq^- 
fiBvog 56: vgl. Herodian II 252 aQx/,tevog .... cocpeiXe ds ccQyfxevog' 
q)vXd^av di ro % ^onel ^hovixbv eivai. rcai^viov 395: vgl. ion. 
TtQrjxi-icc, iQXf^ta Hoffmanu Gr. Dial. III 604. Bir]g 138 bezweifelt 
der Herausgeber, aber außer Diog. Laert. I 88 beweist das Be- 
stehen des «-Stammes Blä- neben Biavr- die korinthische In- 
schrift IG. IV 245 Ti(X(Dvidag sygaipE Blcc. ■/.geoGiov 253, /neCcuv 
254. ^ awTtri 255. 

Diels^ H. Über einen neuen Versuch, die Echtheit einiger 
Hippokratischen Schriften nachzuweisen. Sitzgsber. d. Berl. Akad. 
1910. S. 1140 — 1155, sieht den Versuch von Herrn. Schöne 
(Deutsche Medizin. Wochenschr. 1910 Nr. 9. 10), die beiden großen 
Werke über die Knochenbrüche (UeqI ay/uiov) und die Einrichtung 
der Gelenke (UeQl agd^QOJv) als von Hippokrates selbst herrührend 
zu erweisen, als mißlungen an, stimmt aber seiner Ansicht zu, daß 
beide Schriften denselben Verfasser haben und ein einheitliches 
Ganze bilden. Ihrer Sprache eigentümlich ist die Verwendung 
von Ttozi (außer de fract. 3) in der Verbindung norl /mI im Sinne 
von 'zumal auch'. Die Glossen des Galenlexikons rcorr Ttore und 
^cQog' TtQog dt sind nach D. in rtorh TtQog, Ttqbg da zusammen- 
zuziehen; ^tore ist Variante der Hds. für tvoti [vgl. auch die He- 
sychglosse ytotl de' jcote de~\. Diese der neuen las fremde Form 
und die Dorismen Ttie^ig nETciii^ai rcuid^rivai, aöslcpi^ig, xeiQi^igy 
q)Xav st. d-läv scheinen D. nach Knidos oder Kos zu weisen. Da 
aber nur unsere koischen Inschriften Ttori, die knidischen dagegen 
TTQog bieten, so fällt Knidos wohl weg. Allerdings sind unsere 
knidischen Inschriften jung, aber ttotI hielt sich, wo es üblich 
war, ziemlich lange; die knidische Verfluchungsinschrift GDI. 3539 
hat die 3. PI. 7tQOoy.aTalaXovvTt, also jtQog neben -vri. Es ist 
jedenfalls möglich, daß ttoti hier früh dem Ttgog gewichen ist. — 
Schönes Ansicht, daß der Verfasser jener beiden medizinischen 
Werke auch die Schrift IJegl aöhiov geschrieben habe, bestreitet 
D., weil in dieser der Dual vorkommt, der ersteren ganz fremd ist. 

Fraeiikel, E. Spuren des heimatlichen Dialekts in den hippo- 
kratischen Schriften. Idg. F. 28, 239 — 242. F. weist das in den 
hippokr. Schriften häufige aiol. ovara Ohren' auch aus einer In- 
schrift von Kos und aus Epicharm nach; doch äußert er sich nicht 
darüber, wie der Äolismus nach Kos gekommen ist. 

Diels, H. Hippokratische Forschungen I — III. Hermes 45 
S. 125—150. 46 S. 261—285. In einem Galenzitat aus der um 
400 V. Chr. verfaßten ionischen Schrift üegl öiaixrig ist ?} TQvycg, 

Glotta V, 4. 19 



276 P^ul Kretschmer 

V. 1. azQvyig in oTQvyrj zu verbessern. Die Grammatiker zitierten 
dieses alte ionische Wort aus einem Archilochosverse mit oTQvytj- 
(fdyov und erklärten otQvyri = xQvytf. zJrifxr^TQiaKog ytaguSg; ZQvyTj 
Hymn. Apoll. 55. D. faßt das c- als prothetisch wie a- in aora- 
Xvg : OTccxvg, doTacpig : oracpig (anders Hoifmann Gr. Dial. III 276). 
Diese prothetischen Vokale sind freilich alle noch nicht recht er- 
klärt und die Wörter selbst etymologisch dunkel. — Zu der von 
Nelson herausgegebenen Schrift Regl (fvaitov steuert D. (46, 273 ff.) 
verschiedene grammatische Bemerkungen bei: S. 274 f. ovrjiazoi 
beim Fem.; S. 276f. ^vvov — /.olvüv; S. 279: ufjv — Co'eiv; S. 283: 

€7T€lTa STteiTSV. 

Nelz, Carl Franz: De faciendi verborum usu Platonico. Diss. 
Bonn 1911. 90 S. Die fleißige Arbeit gehört zu denen, die die 
Entwicklung des platonischen Sprachgebrauches untersuchen und 
mit dem Problem der Abfassungszeit der einzelnen Dialoge Piatos 
verknüpfen. N. hat die Verba des Machens, ttoieIv, Ttgarreiv, 
ÖQav, egyaCead-ai und Komposita, aTtoTEXelv ins Auge gefaßt und 
kommt zu dem Ergebnis , daß ögäv mit dem Alter Piatos immer 
mehr zunimmt, was er daraus erklärt, daß dgäv ein mehr poe- 
tisches Wort war und Plato in seiner späteren Zeit poetische 
Ausdrücke liebte. Auch drteQydCsod-aL und ccTtoTeXeiv sind nach 
N. in den späteren Dialogen häufiger. Phaidros und Theaitet er- 
weisen sich ihm als ungefähr gleichzeitig mit dem 'Staat', Sophistes, 
Politikos, Philebos als den 'Gesetzen' nahe stehend, also als spätere 
Dialoge. Sprachgeschichtlich sind diese Untersuchungen des pla- 
tonischen Sprachgebrauchs von großem Interesse, wenn schon sie 
bekanntermaßen der Gefahr des Zirkelschlusses unterliegen; sie 
wären viel bedeutsamer, wenn die Zeitfolge der Dialoge objektiv 
feststünde, d. h. überliefert wäre. 

Gautier, Leopold. La langue de Xenophon. These presentee 
ä la Faculte des lettres et des sc. soc. de l'univ. de Geneve. Genf, 
Georg & Co. 1911. 215 S. Der Verf. hat den dankenswerten 
Versuch unternommen, die in letzter Zeit öfter berührte spracli- 
geschichtliche Stellung Xenophons durch eine genauere Unter- 
suchung vornehmlich seines Wortschatzes festzustellen. Indem er 
die richtige Ansicht vertritt, daß vieles, was man für dichterisch 
hält, vielmehr als dialektisch anzusehen sei, unterscheidet er in 
der Sprache Xenophons eine beträchtliche Zahl von Dorismeu und 
lonismeu. Der Nachweis des dialektischen Charakters eines Wortes 
ist oft schwierig, namentlich ohne einen vollständigen Thesaurus, 
und ich weiß nicht, ob der Verf. immer alles Material beisammen 



Literaturberioht für das Jahr 1911 277 

hat. Z. B. hätte (S. 55) zu d-iyydvoj, das er als unattisch ansieht, 
die Inschrift &iyrjig auf zwei attischen Vasen Gr. Vaseninschr. 91 
erwähnt werden sollen (öv^ oßelio Y.al fArj d^iyt]ig nach Naber 
Mnemos. 22, 231). Im Wesentlichen ist aber das Resultat, zu dem 
er kommt, gewiß richtig. Eine Reihe poetischer Ausdrücke er- 
kennt G. bei Xenophon an, bemerkt aber mit Recht (S. 142), daß 
was für den einen Griechen dialektisch war, für den einer andern 
Stadt poetisch sein konnte. Nicht anders ist es ja auch im deut- 
schen Sprachgebiet, wo z. B. Boss für den Berliner ein dichte- 
risches, für den Wiener ein vulgärdialektisches, in gehobener 
Sprache aber auch ein poetisches Wort ist. Ein weiteres Kapitel 
stellt die unattischen Ausdrücke zusammen, die Xenophon mit der 
hellenistischen Prosa gemein hat. Diese Elemente sowie die Dia- 
lektmischung kennzeichnen den Schriftsteller nach G. als einen 
Vorläufer der Kolv^: freilich ist dabei zu bedenken, daß der inter- 
nationale Charakter seiner Sprache durch seine besonderen Schick- 
sale, seine lange Abwesenheit von Athen und seinen Aufenthalt in 
ionischem und dorischem Gebiet, bedingt ist. Daß dieser Vor- 
läufer der Koiviq so viele unattische und besonders dorische Ele- 
mente in seiner Sprache zugelassen hat, stimmt gewiß, wie auch 
G. anerkennt, nicht schlecht zu meiner Theorie, die den Misch- 
charakter der hellenistischen Sprache betont. Wenn der Verf., 
ohne die nötige Begründung, behauptet, daß ich einen zu großen 
Unterschied zwischen schriftlicher und mündlicher Koiviq annehme, 
so berücksichtigt er wohl zu wenig die neugriechische Volkssprache: 
wer die heutige ,,Diglossie" kennt und überlegt, wie viel von den 
ngr. Spracherscheinungen bereits antik ist, wird jenen Unterschied 
nicht für ganz klein halten. — Nach einer Würdigung des xeno- 
phontischen Stils beschließt der Verf. seine anregende Arbeit mit 
verschiedenen lexikalischen Verzeichnissen. 

Mahlstedt, Christian. Über den Wortschatz des Aineias Tak- 
tikus. Diss. von Kiel. Jena (Frommann) 1910. 90 S. Dem 
Xenophon steht zeitlich, sprachlich und fachlich nahe der Militär- 
schriftsteller Aineias. Ist jener ein ins Ausland verschlagener 
Athener, so dieser ein attisch schreibender Ausländer, wenn auch 
seine Identität mit dem Feldherrn Aineias von Stymphalos von Ed. 
Schwartz (RE. u. Aineias) bestritten worden ist, und auch er ist 
von Behrendt als T»jg yioivrjg praenuntius bezeichnet worden. In 
der Tat zeigt M., daß Aineias zahlreiche ionische Ausdrücke ge- 
braucht und eine Anzahl unattischer Wörter mit der späteren 
KoivT] gemein hat. Von solchen Wörtern teilt er mit Xenophon 

19* 



278 Paul Kretschmer 

ayga dygevco, dccTtedov, deofielv (X. öeoi-isiio), doXcofxa (X. dohoaigy 
6ol6(o), ^jAEQOO-'A.orcog, ■Klwif.i, yioirTj, y.QV(pa, '/.rvTiog, laq^vQa, lei]kaT(Jt), 
'Kev'/.ovv, oxvQog, ndf-iTtav, ftaoavdhj, Ttoöto/.yjg, ^oqgvvm, TtoziCiOy 
TtoTiixog, nvQaevw, Qv/iiiq, arduo, Texvaaf-ia, (ftyyog, xeXiovri, y^ogog. 
Auch die Dorismen vaog und loyayog finden sich bei Aineias wie 
bei Xenophon. Der Verf., der mit Recht bemerkt, daß Vorläufer 
der Koivri wie Aineias damals wohl in großer Zahl vorhanden 
waren, hätte dies — wenigstens für Xenophon — näher ausführen 
sollen. 

Behrendt, Curtius. De Aeneae Tactici commentario polior- 
cetico quaestiones selectae. Diss. Königsberg 1911. 137 S. Die 
Hauptaufgabe, die sich B. gestellt hat, ist zu zeigen, daß Herchers 
und Hugs umfangreiche Athetesen, Mosbachs Kapitelumstelluugen 
im Text des Aineias unbegründet seien. Der zweite Abschnitt be- 
handelt etwas ungeordnet Sprache und Stil des Schriftstellers, 
hauptsächlich Syntaktisches; das Lexikalische ist durch die Arbeit 
von Mahlstedt überholt. Über Lautliches und Flexivisches ist an 
verschiedenen Stellen, S. 69f. 125 f. 134, Auskunft gegeben: auch 
hier zeigen sich viele lonismen, offene Formen wie 7zd&sa, teI- 
Xsog, EiÖEog, ^Evyacov, aslgsiv, 78 Fälle von aa (yhoooa, e^eXioaeiv 
usw.) gegen 24 von tt, der Aor. Tzoviaai 3, 2 (Fraenkel KZ. 43, 
194), der Imperativ auf -loaav (l'oTioaav 10, 25, öiairdoi^cooav 13, 3),, 
ovd-Eig (xyjd^Eig, -ctqyrß {qvf.Kxqyt^g 3, 4). 

Koine und "Vulgärgriechisch 

Hindenlaiig, L. Sprachliche Untersuchungen zu Theophrasts 
botanischen Schriften. Straßburg, Trübner 1910 (Dissert. philoL 
Argentoratenses XIV 2). 200 S. 

Kalteiitoerg, H, Zu Polyb. II 23. Ein Beitrag zur Geschichte 
der Präposition Ell. Rhein. Mus. 66, 473 — 477, betont, daß der 
Gebrauch von elg für Bewegungen zu einem Flusse oder dem Meere 
hin bei den LXX, Appian (z. B. Mith. 45 sg xiv Evqitvov), den 
Byzantinern (Prokop, Zosimos) vulgär sei und die Stelle Pol. II 23 
elg %bv nddov verderbt sein müsse. Es scheint mir doch sehr 
fraglich, ob man nicht Polybios einen solchen Vulgarismus zutrauen 
darf. 

Auerbach, M. De nonnullis vocibus peregrinis in Veteris 
Testamenti Alexandrina versione obviis. Progr. d. Elisabeth-Gym- 
nasiums in Sambor für 1910/11, 28 S. 

Johannessohii, Martin. Der Gebrauch der Kasus und der 
Präpositionen in der Septuaginta. Teil I. Dissert. Berlin 1910. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 279 

82 S. Die Syntax der Septuaginta hat noch wenig Bearbeiter an- 
gezogen, wohl weil sie außer der Kenntnis des Griechischen auch 
Beherrschung des Hebräischen erfordert. Der Verf. stellt überall 
die griechische Übersetzung neben das hebräische Original und 
konstatiert die Übereinstimmungen oder Abweichungen. Sein Ma- 
terial ist aus Gen., Exodus, einem Teil der Psalmen und den vier 
Makkabäerbüchern geschöpft. Der vorliegende I. Teil der Arbeit 
behandelt nur die Kasuslehre, der II. soll die Lehre vom Artikel, 
dem Possessivpronomen, oXkiqXoiv und den Präpositionen bringen. 
Es fehlt daher auch noch eine Zusammenfassung der Ergebnisse 
sowie eine allgemeine Beantwortung der Frage, wie weit sich die 
Übersetzung auf dem behandelten syntaktischen Gebiet an die 
Sprache des Originals anschließt. 

ßadermacher, Ludw. Neutestamentliche Grammatik. Das 
Griechische des Neuen Testaments im Zusammenhang mit der Volks- 
sprache. Handbuch zum NT. I. Bd. 1. Teil. Tübingen, Mohr. 
1911. 207 S. Vor etwa zwanzig Jahren war der im Schnecken- 
tempo fortschreitende VViner-Schmiedel die einzige Grammatik der 
neutestamentlichen Sprache, dann kam Blaß in mehreren Auflagen, 
in Italien gleichzeitig Spada und Boatti, in England Moulton, in 
Amerika außer dem bei uns wenig gekannten S. G. Green Robertson, 
und im Berichtsjahr sind nicht weniger als drei Grammatiken des 
NT., die neue von Radermacher und die deutschen Bearbeitungen 
von Moulton und Robertson, erschienen. So ist es begreiflich, daß 
R., um seinem Gegenstand eine neue Seite abzugewinnen, sich über 
das NT. hinaus auf die hellenistische Volkssprache ausgedehnt hat, 
im Zusammenhang mit der die neutestamentliche Sprache gewür- 
digt werden muß. Alle drei Grammatiken haben den Vorzug mit 
einander gemein, daß ihre Darstellung mehr ausführend und er- 
zählend als registrierend ist; daß auch bei allen das Hauptgewicht 
auf der Syntax liegt, ist in der Natur der Sache begründet. Bei 
R. finden wir manch feine selbständige Beobachtung und viel neues 
Material aus hellenistischen Texten, aber daneben freilich auch 
überraschende Bemerkungen. So werden S. 50 die Neutraiformen 
auf -IV wie to tiot^qiv als Kurzformen von denen auf -lov mit 
unorganisch angehängtem -v erklärt und die ngr. Endung -t (to 
&sdq)i) dafür geltend gemacht. Die historische Reihenfolge der 

Endungen ist durchaus -lov — -lv 1. zäyvQi 'to ilaxiorov bei 

Eupolis, auf das sich R. beruft, wird bei Herodian I 354 unter 
lauter Neutren der III. Deklin. genannt mit dem Zusatz ovx "^El- 
Irivr/id, If'm öL Der älteste sichere Beleg für -i = -lov ist pam- 



280 P'^"^ Kretschmer 

phyl. igei^tvl GDI. 1260; im Pamphylischen ist aber eben der Abfall 
von auslautendem Nasal überhaupt alt. 

Moultoii, J. H. Einleitung in die Sprache des Neuen Testa- 
ments. Auf Grund der vom Verf. neu bearbeiteten 3. engl. Aufl. 
übersetzte deutsche Ausgabe. Heidelberg, Winter. 1911. Idg. Bibl. 
I 1, 9. 416 S. Das Buch ist uns schon durch das englische Ori- 
ginal als eine geschickte und lebendige Darstellung der neutesta- 
menthchen Sprachfragen bekannt. Die Prolegomena to the Grammar 
of New Testament Greek, die 1906 in 1., 1908 in 3. Aufl. erschienen, 
waren eigentlich als Einleitung zu einer englischen Übersetzung von 
Winers Grammatik des neutest. Sprachidioms gedacht, die der Vater 
des Verfassers, W. F. Moulton, geplant, aber nicht ausgeführt hat. 
In Wirklichkeit sind sie nicht eine bloße Einleitung, sondern eine 
für Theologen berechnete Grammatik. Einleitend sind nur die 
beiden ersten Kapitel, ,, Allgemeine Charakteristik" und „Geschichte 
des 'gemeinen' (jriechisch" betitelt. Im 1. setzt sich M. mit der 
Hebraismenfrage auseinander, in der er einen vermittelnden Stand- 
punkt einnimmt. Im 2. behandelt er die Koine, ihr Wesen und ihre 
Entstehung. In dieser Frage zeigt er sich aber nicht ganz selbst- 
ständig und urteilsfähig. Denn er beruft sich gegen meine Theorie 
auf das Urteil der ,, Fachmänner", zu denen er sich selbst nicht 
zu rechnen scheint, und er übersieht wieder, daß ich den attischen 
Ursprung und Charakter der Literaturkoine, zu der auch die Sprache 
des NT. gehört, ausdrücklich anerkannt habe und sich meine Theorie 
auf die gesprochene Gemeinsprache der hellenistischen Zeit, die 
„Mutter der neugriechischen Volkssprache", bezieht. Er meint, 
mein Argument gründe sich namentlich auf die Aussprache. ,, Wen- 
den wir uns aber zu Zügen, die in der Schrift im Gegensatz zu 
bloß schwankender Aussprache desselben gesprochenen Wortes zum 
Ausdruck kommen, so wird die Sache weniger auffallend." Was 
geht uns die Schrift an, wenn wir das Wesen einer gesprochenen 
Sprache gerade im Gegensatz zur Schriftsprache feststellen wollen? 

Robertson, A. T. Kurzgefaßte Grammatik des Neutestament- 
lichen Griechisch mit Berücksichtigung der Ergebnisse der ver- 
gleichenden Sprachwissenschaft und der Koivri-Forschung. Deutsche 
Ausg. von Herrn. Stocks. Leipzig, Hinrichs 1911. 312 S. Robert- 
sons Short Grammar of the Greek New Testament, die in Amerika 
seit 1908 drei Auflagen erlebt hat, ist von Stocks nicht nur über- 
setzt, sondern, namentlich in der Laut- und Formenlehre, auch neu 
bearbeitet worden. Viel Sorge haben dem Herausgeber die sprach- 
vergleichenden Abschnitte gemacht. Er sieht darin mit Recht eine 



Literaturbericht für das Jahr 1911 281 

Eigenart des Buches, aber es ist eine, die bei dem Kundigen eine 
gewisse Verwunderung erregen muß. Mau könnte es sich ja ge- 
fallen lassen, daß die Theologen, an die sich das Buch hauptsäch- 
lich wendet, bei dieser Gelegenheit in einige Ergebnisse der Sprach- 
vergleichung eingeweiht werden, von denen sie sonst vielleicht nie 
etwas hören würden, aber man fragt sich doch unwillkürlich, ob 
hier nicht ein gewisser Mangel an Einsicht vorliegt. In der Tat 
machen verschiedene Abschnitte und Bemerkungen einen etwas 
laienhaften Eindruck. Z.B. S. 51 A. 2: „.5"e stammt von re (urspr. 
tuey\ — S. 58: ,,lm älteren Griechisch besteht starke Neigung, 
die Personendungen abzuschleifen", was mit der Verminde- 
rung der Verba auf ilil erläutert wird. — S. 75: ,,Der Imperativ 
ist ein Lückenbüßer, der sich aus dem Ind. und dem Injunktiv ent- 
wickelt zu haben scheint". — S. 95: ,,An Fähigkeit, Wörter- 
zusammensetzungen zu bilden, steht das Griechische allerdings 
hinter dem Deutschen zurück, doch mangelt auch ihm dieser Trieb 
nicht ganz". Diese Ausdrucksweise gegenüber einer Sprache, die 
sich durch ihre Fülle von Kompositen auszeichnet und noch heute 
zur Bildung zusammengesetzter technischer Bezeichnungen ver- 
wendet wird, muß in Erstaunen setzen. Vom Pronomen heißt es 
S. 101, daß es in den idg. Sprachen eine bemerkenswerte Konsis- 
tenz der Form zeige. „Daraus darf man wohl schließen, daß die 
Sprache ursprünglich persönlich-sozialen Charakter trug, und daß 
die Schriftsprache etwas Späteres ist." S. 104 wird dem Neu- 
griechischen der unbestimmte Artikel abgesprochen. 

Cremer, Hermann. Biblisch -theologisches Wörterbuch der 
Neutestamentlicben Gräzität. 10. völlig durchgearbeitete und viel- 
fach veränderte Aufl., herausg. von Jul. Kögel. 2. Lief ^AqEiiq bis 
JUaiog. Gotha, Perthes 1911. S. 161—304. 

Weiss, Bernh. Der Gebrauch des Artikels bei den Gottes- 
namen. Exegetische Studien zur neutestamentl. Grammatik. Theol. 
Stud. u. Kritiken 1911. 

Roufflac, Jean. Recherches sur les caracteres du Grec dans 
le Nouveau Testament d'apres les inscriptions de Prione. Bibl. de 
l'Ecole des Hautes Etudes. Sciences religieuses XXIV 2. Paris, 
Leroux. 1911. 104 S. Der Titel der Abhandlung, der freilich an 
Thiemes Schrift Die Inschriften von Magnesia a. M. und das Neue 
Testament eine Analogie hat, klingt zunächst etwas sonderbar. 
Wenn neue Denkmäler der Koine wie die Inschriften von Priene 
zu Tage kommen, dann sollten sie im allgemeinen und nicht bloß 
in Hinblick auf ein anderes Denkmal der Koine grammatisch be- 



232 Paw] Kretschmer 

handelt werden, wie dies auch Dienstbach für die Lautverhältnisse 
dieser Inschriften getan hat und Th. Stein für die Formenlehre in 
einem Artikel des zweiten Heftes von Glotta VI tun wird. Wir stehen 
ja nicht mehr in den Anfängen dieser Studien, wo man noch exem- 
phfizieren konnte und z. B. die Inschrift von Sestos und Polybios 
verglich. Aber bei näherem Zusehen zeigt sich, daß in R.s Schrift 
das Grammatische ganz zurücktritt und das Lexikalische etwa 
sechsmal so viel Raum darin einnimmt, und nach dieser Richtung 
läßt sich allerdings der Wert der neuen Inschriften sehr gut da- 
durch zeigen, daß man Deißmanns bekanntes Verfahren fortsetzend 
aus ihnen Parallelen für auffällige W^ortverwendungeu der neu- 
testamentlichen Gräzität gewinnt. Das hat der Verf. für eine Reihe 
von Ausdrücken getan. Bei der Besprechung von /MxlvavTL und 
(XTiivavzt (S. 34 f.) sind ihm Wackernagels Hellenistica entgangen 
(was übrigens bei einer Gelegenheitsschrift verzeihlich ist), und 
daher hat er auch übersehen, daß arttvavxL schon bei Polybios 
auftritt. 

Dienstbach, Emil. De titulorum Prienensium sonis. Dissert. 
Marburg 1910. 108 S. Die von Hiller v. Gaertringen 1909 her- 
ausgegebenen Inschriften von Priene luden zu einer grammatischen 
Darstellung nach dem Muster von Schwyzers und Nachmansons be- 
kannten Arbeiten ein. D. hat eine eingehende Lautlehre dieser 
Inschriften geliefert, die größtenteils in Koivri abgefaßt sind. Viel 
Überraschendes bieten sie in lautlicher Beziehung nicht außer etwa 
der Form JiEOxovQiÖTjg, auf die ich schon Wiener Eranos (Wien. 
Stud. 1909), 123 hingewiesen hatte (Glotta III 327). Aber die 
entsagungsvollere Arbeit, für bekannte Erscheinungen den lokalen 
Tatbestand festzustellen, muß eben auch gemacht werden. 

Schulte, A. De ratione quae intercedit inter Polybium et 
tabulas publicas. Dissert. Halle 1910. 

Keil, Josef. Mysterieninschrift aus dem äolischen Kyme. 
Jahreshefte des Ost. arch. Inst. XIV Beibl. Sp. 133—140. Die 
vom Herausgeber in das 1. Jahrhundert n. Chr. gesetzte, in Koirrj 
abgefaßte Inschrift bezieht sich auf das Heiligtum eines klein- 
asiatischen Feuergottes Kalwv MdvÖQog, wenn Keils Lesung der 
5. Zeile richtig ist. Es wäre die erste Bezeugung des von Letronne 
aus Personennamen und aus dem phrygischen Stadtnamen Man- 
dropolis erschlossenen Gottesnamens. Z. 51 ist ^laea für f.iaia ge- 
schrieben, ae statt at ist nicht, wie K. meint, auf Boiotien, ge- 
nauer Tanagra und Plataiai, beschränkt. Zu den von mir Gr. 
Vaseninschr. 33. 126 behandelten Fällen sind noch hinzugekommen 



Literaturbericht für das Jahr 1911 283 

fxaeag = fxaiag auf einer Inschrift von Karpathos IG. XII 1, 1029 
Z. 4, ^idurjg in Samos Athen. Mitt. 31, 151 ff, yeviazae, slvae, 
Sivaero auf einer Inschrift aus Rom IG XIV 1215 beruht auf Ein- 
fluß des Lateinischen. Andererseits ist auf dem Stein von Kyme 
Z. 49 TeTvauog geschrieben. 

Keil, J. Marmorgiebel mit Commodusbüste. Jahresh. d. Ost. 
arch. Inst. XIV Beibl. 45 — 48. Aus dieser in das Jahr 176 n. Chr. 
fallenden Inschrift hebe ich hervor die Form iqyeßLOxdxai; zu 
spätgr. eßi = ETti-, vgl. Glotta II 319. IV 310f. K. erinnert auch 
an „die gewaltige Attika-Inschrift des Mithridatestores in Ephesos 
mit imb(erator) statt imp(erator)'\ Z. 12 Movoalg st. Movaaiog. 
Für die Namenkunde ist anzumerken, daß unter vielen Personen, 
die, wie gewöhnlich, mit Namen und Gen. des Vatersnamens ge- 
nannt sind, vier statt des Vatersnamens einen Beinamen führen: 
Movaaiog Xal'/.evg, MiqTQodwQog ^cdrjQitüv, Movaaiog BoXmg, '^Eq- 
IxoyevTqg Xavögtov. Xalyievg könnte auch Appellativum sein, ist 
aber eher Beiname oder ein zum Beinamen gewordenes Appella- 
tivum, da ja sonst die Berufe nicht angegeben sind. 

Rubeiisohii, 0. Neue Inschriften aus Ägypten. Arch. f. Papyr. 
V 156 — 169. Aus Nr. 1 (Zeit des ersten Ptolemäers) ist die Schrei- 
bung Qv/iiwtöi^g, aus Nr. 7 (Sonnenuhr des II. — I. Jh. v. Chr.) 
^Hqioiöov bemerkenswert. '^HqwLdrig auch in Priene (9 mal) Dienst- 
bach De tit. Prien. sonis 59. Nr. 5 (Ptolemaios VIII) rührt von 
Mväoig Jlovvolov ^^gyeiog her, der also seinen Namen in dorischer 
Form bewahrt. In Nr. 16 (spätröm. Zeit) braucht der Weihende, 
Tvgavvog 'HXioöcoqov, die ionische Form IriVQog. Nr. 20 (Kaiser- 
zeit) (pi?,ü7riX£ = cpiX6g)iXe. 

Zereteli, G. Griechische Ostraka in der Kaiserl. Ermitage in 
Petersburg. Arch. f. Papyr. V 170 — 180. Zwei Ostraka derselben 
Hand vom J. 75 und 77 n. Chr. haben wydcoov = oydoov und 
iüy'/.TCü = oy.Tio. 

Oxyrhynchus Papyri. VII. VIII. London 1910. 1911. Der 
VII. Band, der Kallimachos ^LTia brachte, enthält nur eine kleinere 
Anzahl nichtliterarischer Papyri aus der röm. und byzantin. Zeit, 
der VIII. von Nr. 1100 — 1165 eine Reihe offizieller und privater 
Urkunden aus demselben Zeitraum. Namentlich die letzteren bieten 
viele Beispiele vulgär-sprachlicher Grammatik und Diktion. Z. B. 
Nr. 1155 (104 n. Chr.), 5 sf.iel/.s st. (.lEf-dXrjAe; 10 TiavTsg zovg 
<piXovg. 1158 (3. Jh. n.Chr.), 18 aoXsiv = aohov (?); da7taCo/.i€v. 
1160 (um 300 n. Chr.), 16 OEavXX'riya = avveilTjx^- 

Griechische Papyri im Museum des Oberhess. Geschichts- 



284 Paul Kretschmer 

Vereins zu Gießen. Im Verein mit 0. Eger her. u. erkl. von E. 
Kornemann und Paul M. Meyer. Bd. I, Heft 2 von P. M. Meyer. 
Urkunden Nr. 36—57. Leipz., Teubner 1910. gr 4°. 104 S. Die 
Papyri reichen von der Ptolemäerzeit bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. 

Papyrus de Thi^adelpliie edites par Pierre Jouguet. Paris, 
Fontemoing & Co. 1911. 266 S. Diese Privatpapyri stammen alle 
aus dem Archiv des Sakaon, Sohnes des Satabus in Theadelphia 
(Fajum), und fallen in die Jahre 280 — 342 n. Chr. 

Epistulae privatae graecae quae in papyris aetatis Lagi- 
darum servantur, ed. Stanisl. Witkowski. 2. Aufl. Leipzig, Teubner 
1911. 194 S. Die neue Auflage dieser nützlichen Ausgabe der 
Privatbriefe aus der Ptolemäerzeit, auf deren Wert für die Sprach- 
forschung schon Glotta 1 358 kurz hingewiesen wurde, ist um die 
seit 1906 bekannt gewordenen Briefe bereichert. Die Zahl der 
Stücke ist dadurch von öS auf 72 gestiegen. Angehängt sind die 
beiden ältesten Briefe, die auf Bleitafeln stehen, der des Mnesiergos 
und des Artikon (Glotta III 300). 

Wünsch, Richard. Aus einem griechischen Zauberpapyrus. 
Lietzmanns Kleine Texte 84. Bonn, Marcus & Weber 1911. 31 S. 
W. hat als Probe der griechischen Zauberrezeptbücher V. 2441 — 
2707 des von Wessely herausgegebenen Pariser Zauberpapyrus aus- 
gewählt. Sein dankenswerter Kommentar erläutert die magischen 
Ausdrücke und erstreckt sich auch auf Grammatisches. 

KovKOvXeg, Oalöcov: IlaQarrjQijoeig /mI diOQd^coasig elg rovg 
'^ElXnjvi/.ovg Tta/tvQOvg. Athen, UeTQdxrig. 1911. 27 S. Daß für 
den Koine-Forscher die Kenntnis des Neugriechischen unentbehrlich 
ist, das ist eine schon viel gepredigte Wahrheit, die sich auch 
unsere Papyrusforscher merken müssen. Dem Verf., der sich durch 
seine Olvovviia/M (Glotta II 336) als Neogräzist bekannt gemacht 
hat, gelingt es mittels des Neugriechischen und mit Hilfe des 
Hesych leicht, eine große Reihe rätselhafter Ausdrücke in Papyrus- 
texten, an denen sich die Herausgeber bisher vergebens versucht 
haben, überzeugend zu erklären. Ich hebe hier nur einige be- 
achtenswerte Etymologien hervor. Das viel erörterte ngr. y.vvzdCio, 
wie dieses Verbum gewöhnlich geschrieben wird, 'anblicken, schauen' 
setzt Ä. mit /.oiTcctio 'lege schlafen, bringe zur Ruhe' gleich. Der 
Bedeutungswandel erklärt sich dadurch, daß das Wort aus dem 
Hirtenleben stammt, -/.onaof-wg TtQoßdrtov bedeutet in einem Lon- 
doner Papyrus 'Schaf hütung', eigentlich 'das zur Ruhe bringen der 
Schafe', ngr. ^oivaCw 7toif.ivia 'Herden hüten', auch 'pflegen' von 
Kranken. Also über den Begriff des 'Beaufsichtigens' hinweg hat 



Literaturbericht für das Jahr 1911 285 

sich der des 'Schauens' entwickelt. Ich halte diese Etymologie für 
die beste, die bisher vou dem ngr. Wort vorgetragen worden ist, 
denn xotra'Cw ist das einzige altgr. Wort, mit dem sich das ngr. 
Verbum lautlich deckt, das dann also xoitccKco zu schreiben ist. 
— Ngr. xo TT« 'Huhn' deutet der Verf. richtig mittels der Hesych- 
glossen y.oTtög, -noTziytoi vou y.oTTog Hahn als 'Kammträger' (xor- 
Tig' y.€(paXri, Ttgonovrig- tj xaizj]) und verweist auf das analoge 
'kevAOf.iiTiOTtoi 'Hähne' eines Papyrus. Auch ngr. yiovxög 'dumm' 
setzt er = xotrCg 'Hahn mit Rücksicht auf nsTsivof.iva'kog 'der 
das Gehirn eines Hahns hat, dumm'. 

Truuk, J. De Basilio Magno sermonis Attici imitatore. Progr. 
d. Gymn. Ehingen a. D. Stuttgart, Metzler 1911. gr. 4. 70 S. 
Eine ausführliche Syntax der echten Schriften Basilios des Großen. 
Dieser Kirchenvater, der zu den Attizisten strengster Richtung ge- 
hört, schreibt ein an Pluto und Demosthenes gebildetes Attisch, 
das nur wenige Vulgarismen wie Yöiog, olx€~iog statt Pron. refl., 
f.iov für if.iavrov, og sdv st. dg av enthält. 

Mittelgriechisch 
Compernass, J. Denkmäler der griechischen Volkssprache 
für sprachwissenschaftliche Übungen und Vorlesungen herausgegeben. 
Heft 1. Straßburg, Druck von M. Du Mont Schauberg. 69 S. 
Die Sammlung, deren 1. Heft vorliegt, soll ein Lesebuch zur Ein- 
führung in die mittel- und neugriechische Sprache sein. Das 
1. Heft enthält 6 Texte historischen und theologischen Inhalts aus 
Kantakuzenos, Johannes Kananos, dem Mystiker Symeon und eine 
Schilderung des Erdbebens in Kephallenia im J. 1637. Eröffnet 
wird es durch ein sachlich und sprachlich interessantes Anekdoten, 
ein Schreiben vom Hofe des Kaisers Romanos I. (919 — 44) an den 
Emir von Damaskus, das in einer Moskauer Handschrift unter den 
Schriften des Erzbischofs Arethas von Kaisareia steht, eine Apo- 
logie des Christentums und Schmähung des Islams. Ein Glossar 
zu den Texten beschließt das Bändchen. In den folgenden Heften 
der Sammlung sollen sprachlich wichtige Papyri und Inschriften 
Aufnahme finden. Das dankenswerte Unternehmen kommt einem 
Bedürfnis des Universitätsunterrichts entgegen, ist aber nicht so 
praktisch angelegt wie Lietzmanns Kleine Texte. Das Format 
könnte kleiner, der Druck viel ökonomischer sein, und den Texten 
sollte eine kurze hterargeschichtlich und sachlich orientierende 
Einleitung vorhergehen, zumal diese Chrestomathie nicht nur mit 
den noch sehr spärlichen Vorlesungen und Übungen auf diesem 



236 Paul Kretschmer 

Gebiet, sondern auch mit autodidaktischen Benutzern rechnen müßte. 

Wolf, Karl. Studien zur Sprache des Malalas. I. Teil: For- 
menlehre. Progr. d. Ludwigs -Gymnasiums in München. München, 
Druck von Straub. 1911. 80 S. Von den Denkmälern der Koivrj, 
vom Neuen Testament und den Septuaginta, von den hellenistischen 
Inschriften und Papyri beginnt jetzt die Literatur der „Einzel- 
grammatiken" zum byzantinischen Mittelalter fortzuschreiten. W.s 
Untersuchung der Flexionsformen in der Chronik des Malalas stellt 
einen vortrefflichen Beitrag zur Kenntnis des frühmittelalterlichen 
Vulgärgriechisch und einen Vorläufer der sämtliche Chronisten um- 
fassenden Grammatik der byzantinischen Chroniken von Psaltes 
(Göttingen 1913) da)'. Von hervorstechenden Vulgarismen bei 
Malalas, die durch diese Studien zu Tage kommen, erwähne ich die 
Differenzierung rraTcag Papst — Ttauäg Pfarrer, die Flexion 6 -/.vgig : 
zoi '/.vgov, 'Tj y.vQd, Akk. PI. ßogelg, Jüallitov = Manlius, tj ^/tccQ- 
zog. Die Deklination avyysvevs, ovyyevitog ist vom PI. avyyevelg 
ausgegangen, der sich in der Endung mit yovelg deckte und einen 
Dat. GvyyevevOL nach yovsvot. erzeugte, f'va st. h'v, ziTtove 'nichts', 
a7toy.Qvßco = -y.QV7tTiü; eiyov vmvoccl 'sie hätten verbrannt (S. 71) 
ist das ngr. eiyav y.aipei, dessen -si auf Vermischung mit dem 
Inf. Praes. auf -si{v) (ngr. noch in to cpayel das Essen) beruht. 

Merz^ L. Zur Flexion des Verbums bei Malalas. Progr. d. 
K. Gymn. in Pirmasens 1911. 42 S. Daß der seit Bentleys Epi- 
stola ad Millium gründlich verachtete Malalas innerhalb 2 Jahren 
drei grammatische Bearbeiter gefunden hat, zeugt gewiß für die 
wissenschaftliche Wertschätzung, die jetzt allen vulgärgriechischen 
Autoren zu Teil wird. Inhaltlich deckt sich natürlich diese Pro- 
grammabhandlung mit der entsprechenden Partie von Wolfs Studien, 
nur daß sie etwas ausführlicher ist. 

Gakli, Mar. La lingua e lo stile del Ducas. Neapel, Tip. 
S. Morano 1910. 71 S. 

Doctriiia Jacobi nuper baptizati, herausg. von N. Bonwetsch 
Abb. Gott. Ges. XII 3 (1910). Diese judenchristliche Schrift aus 
der Mitte des 7. Jahrhunderts muß wegen ihrer vulgären Sprache 
hier genannt werden. Ihre Verfasser sind zwei getaufte karthagische 
Juden, Joseph und sein Sohn Symeon, die von einem aus Kon- 
stantinopel nach Karthago gekommenen Judenchristen Jakob, Sohn 
des Thanumas, bekehrt wurden und über dessen Tätigkeit nun in 
dieser JidauKaXia ^laxojßov vsoßaTtTiorov berichten. Über die 
Sprache der Schrift handeln der Herausgeber S. XVI f. und P. Maas 
Byz. Z. XX 577. Ich erwähne die Komparative y.alXozsQa i-ieiLo- 



Literaturbericbt für das Jahr 1911 287 

Tegav, y-vgig, aXlo arca^ noch einmal, ccY.fxiqv noch, ßayf.U'Qo) prügele, 
svogSiviog hintereinander, Ttgaidevco, f.io v log "^Molo' wie bei Theo- 
phanes, worüber ich Zeitschr. f. rom. Phil. 29, 456 gehandelt habe, 
ixsiißgaiva Handschriften, vAaßav.a = vulgärlat. clavaca == cloaca, 
■/.agaßiov Schiff, odvdaXog eine Art Schiff (Maas zitiert dazu die 
Form aavddliv), oiaivio oividtco mißhandeln, giay-ioXiov Turban, 
ipocfCü krepiere., 

Greek Papyri in the British Museum. Vol. IV. The Aphro- 
dito Papyri ed. by H. I. Bell. London 1910. 648 S. Dieser Band 
enthält nur Papyri des Ortes Aphrodito, früher ^Aq^QOÖictig y.oj/iirj 
genannt, der durch den Fund des Menauder-Papyrus berühmt ge- 
worden ist. Sie fallen größtenteils in die Jahre 709 — 711 und 
bieten, soviel ich bei einer vorläufigen Durchsicht bemerkte, mehr 
in lexikalischer als in grammatischer Hinsicht Bemerkenswertes: 
z.B. Nr. 1384, 26 fiayXdßia {= i-iay^laßia lat. manclavium aus 
manus und clavus) Peitschenschläge, vtoTi^to auf den Rücken 
schlagen, ^vlo/.idyyavov Block als Strafinstrument zum Fesseln, 
Z. 51 oiyilhov 'official Order'. Nr. 1392, 4 TtQOAovQadQioi 'Kor- 
saren' (?), Z. 6 ßoiTVQOv. Nr. 1369,4 u. ö. 7T7jGaci.i€vov '^'^ageV 
von w^aoco = Ttr^yvviui. 

Poemes Prodromiques en grec vulgaire edites par D. C. 
Hesseling et H. Pernot. Verh. d. K. Akad. te Amsterdam. Afd. 
Letterkuude XI 1. Amsterd., J. Müller 1910. 274 S. Diese neue 
Ausgabe der Prodromos- Gedichte kann hier nicht als philo- 
logische Leistung gewürdigt, sondern nur wegen ihrer großen 
sprachgeschichtlichen Wichtigkeit erwähnt werden. Besondere Her- 
vorhebung verdient der nützliche 164 Seiten füllende Wort-Index. 
Nicht praktisch scheint mir die auch in anderen griechischen In- 
dices befolgte Sitte, die Flexionsformen, statt sie für jedes Verbum 
zusammenzuordnen, in die alphabetische Folge einzureihen, so daß 
z. B. Isyio und elsyov an ganz verschiedenen Stellen stehen. — 
Die Herausgeber verdienen für ihre große Mühe den Dank auch 
der Linguisten. 

Le siege de Malte par les Turcs en 1565 publies en Frangais 
et en Grec par Hubert Per not. Coli de monum. IIL Serie, No. 2. 
Paris, H. Champion. 1910. 198 S. Nach einem Druck von 1571 
veröffentlicht der rührige französische Byzantinist, der den neu- 
gegründeten Lehrstuhl für Neugriechisch an der Sorbonne einnimmt, 
die aus 2541 Versen bestehende Dichtung des Kreters ^AvTcoviog 
^AiiXTqg aus Rhethymnos, welche die türkische Belagerung von 
Malta im J. 1565 erzählt. Vorausgeschickt ist die zu Grunde 



288 Paul Kretschmer 

liegende französische, auch in itahenischer Sprache erschienene 
Schrift vom J. 1567, die unter dem Namen des G. Gentil de Ven- 
dosme oder des Marino Fracasso geht. Als eine neue Probe der 
kretischen Literatursprache des 16. Jahrhunderts sei das Werk hier 
genannt. In einem Anhang sind die wichtigsten grammatischen 
Tatsachen registriert. Ein Glossar meist ohne Bedeutungsangaben 
bildet den Schluß. 

Kovyeag, — . Varia graeca sacra ed. A. Papadopulos-Keramefs. 
Petersburg 1909. ^aoyQccipla III 277 fi"., behandelt in seiner An- 
zeige dieses Werkes unter anderm die Sprache der von Tl.-K. aus 
Handschriften des 11. und 14. Jhs. herausgegebenen Ji^yr]aig tc~v 
d^avfj.dztov zov ayiov Aqtb(.ilov, die aus der Mitte des 7. Jhs. n.Chr. 
stammt. Sie scheint ihm grammatisch betrachtet dem Leontios v. 
Neapolis ebenbürtig. Von vulgären Erscheinungen sei z. ß. er- 
wähnt ßolrjv = q^oQcev, i^eL'CÖTBQoq, veioTSQog Tig, Vermischung der 
Verba auf -dw -eto -oco, a^ced-ava, Umschreibungen wie et^tu ßovlr^g, 
t^v kaliov, l'x^ig el&elv, l'xio d/taiTrjd^rjvat , dg neben äcpeg'. dcpsg 
low, ag l'do), ag cpäyto, Voranstellung von XLg\ rlg vavTtjg, rig yw^'y, 
(pogaaco, y.dd^€Tai wie im Ngr. 

AQayovfiTjg, 2Tsq)avog: Xqovi'/.(ov MoQtcog TOTttovvi.iL'A.(x. Ad^iqva. 
XXIII 396 — 431. Diese historisch-geographische Abhandlung, die 
eine Reihe von Ortsnamen der Chronik v. Morea zum Gegenstand 
hat {NUliv — ^Af.ivy,h — Mndi, "Of-irvlog ■ — Perhiga, Arrula, 
JrnidxQa u. a.), sei hier erwähnt, weil auch die Formen der Namen 
erörtert werden. 

AQayovfiTjg, ^vscp. Xqovlaov lov Mogicog Xe^sig. ^&^va. 
XXIII 73 — 87, bespricht eine Reihe von Wörtern der Chronik v. 
Morea, dvayai.iw, dcpLQwvco, ßiaaTrjgi, ddov, lao/vvQa, TtagiTtTtia u. a. 

Schwab, Un cantique de liturgie juive en langue grecque. 
Rev. d. et. grecques XXIV 152—167, teilt aus einer Handschrift, 
die der jüdischen Gemeinde in Chalkis gehört, einen in hebräischer 
Schrift, aber vulgärgriechischer Sprache geschriebenen jüdischen 
Hymnus mit. Hub. Pernot hat den Text griechisch transkribiert. 
Der Dialekt scheint nordgriechisch: Aadiof-itvi = /.ad^ioijive, ovov/.ia 
= öwi-ia. Eine in Oxford befindliche Version derselben Hymnen 
zeigt nach P. den Dialekt der Ionischen Inseln: oqdvia, Osyog, 
yiöeg = löe, ^i^lxo, f.ide = fxrjdä, aß6r]d-a, dvi/.7]0r] = vr/.7]m], 0% 

== S/., TtLQtTtEl = TCqItTEL. 

üe^ÖJtovXog, E. ^Avale^xa (piXoXoyixd. ^Ad"Yivcc XXIII 103 
— 139, bespricht 36 Wörter, meist technische Termini der spät- 
griechischen und byzantinischen Literatur, ooxä (poivrMov, vof.wdcü- 



Literaturbericht für das Jahr 1911 289 

Tr]g, /.ivGTokeyiZTig, TteTQslaiop, Y.Lyi€a, KQOTwvia, Xid^oocogeia, aqido- 
6d(pvtj u. a. 

Neugrie chisch 
Xar^iSdxig, F. (DiKoloyr/.al egewai. ^ETtexrjQlg xov Ilave- 

moTfif-iiov 1911 — 12 (Athen 1911). S. 1 — 51. 1. IIsqI Ttjg Uovxl- 
y,7Jg diaXt/aoc ytal löla ueql tcov hv avrfj avaXoyr/.cüv oxrj(.iaxLaf.uov. 
Zu den empfindlichsten Lücken in der ngr. Dialektkunde gehört der 
Mangel einer einigermaßen vollständigen Darstellung des pontischen 
Dialekts. Oekonomides hat nur eine Lautlehre geliefert, Mela- 
nophrydes, dessen Buch ich Glotta IV 331 angezeigt habe, gibt nur 
einen ganz kurzen Abriß. Wie dankbar eine Behandlung der 
Flexion dieses singulären Dialekts ist, zeigen die Ausführungen von 
H. Sie beginnen mit einem bekannten Problem der ngr. Etymo- 
logie: 6 r^liog ßaoilevsi *^die Sonne geht unter'. Im pontischen 
Oinoe bedeutet diese Wendung nach H. noch '6 ijhog i,ieaovQavel\ 
die Sonne steht im Zenith: hier ist also der Ausdruck ßaailevei 
'herrscht' begreiflich. H. nimmt an, daß eine zeitliche Verschie- 
bung stattgefunden habe unter dem Einflüsse des Anfanges des am 
Abend gesungenen Kirchenliedes „'0 Kvqloq eßaoilEvaev, svTVQi- 
Ttuav evedvaeTo", den man früher allein für den Bedeutungswandel 
verantwortlich gemacht hat. Mir ist die Annahme eines solchen 
Einflusses immer sehr phantastisch vorgekommen. Ich möchte für 
die Möglichkeit einer zeitlichen Verschiebung vielmehr eine Parallele 
geltend machen: es ist eine Spezialität des hessischen Sprach- 
gebrauches, daß der Ausdruck Mittag auf den Nachmittag ausge- 
dehnt wird, so daß z. B. 5 Uhr Nachmittags von den Hessen als 
Mittags bezeichnet wird, also schon eine Stunde, in der im Winter 
die Sonne untergeht. Ferner braucht die Wendung ßaoilsvst 6 
TJliog sich nicht gerade überall auf den Augenblick des höchsten 
Sonnenstandes bezogen zu haben, sondern kann auch auf die Zeit 
ihrer größten Wärmewirkung gehen, welche bekanntlich nicht auf 
den Mittag, sondern durchschnittlich auf 3 Uhr Nachmittags fällt. 
— H. untersucht sodann die Deklination im Pontischen, die sich 
durch ungemein zahlreiche und merkwürdige analogische Umge- 
staltungen auszeichnet. Z. B. flektiert 6 Ztxov ""der Wolf' (Akk. 
statt Nom.): Gen. tI }.v'/.ovog, was H. aus Einfluß von yehcov : ysi- 
tovog erklärt. Der Nom. PI. von ruxiqa lautet xa rjf.i€Qag, man 
sagt ferner TtoXXd ^äxxsg 'viele Katzen', xo/.idv ■^ (.idwa 'meine 
Mutter , worin sich ein Übergreifen des Neutrums über seine ur- 
sprünglichen Grenzen ofi"enbart. Die Nomina auf -mg (altgr. -evg) 



290 Paul Kretschmer 

z. B. 6y.v£ag haben ihren Plural oxvecxq von Wörtern wie TtsQßoXa- 
QoioL, ßaQ/MQoioi bczogen (vgl. dazu in Kappadokien ixvÖQag, na- 
Ttdg : PI. dvÖQccQ jiaTväQ Dawkins JHSt. XXX 123). Eine Analogie- 
wirkung sieht H. auch in der Form der Pronomina i\.i ig statt .«oü 
oov nach Konsonanten: av&Qtonog ii-i, t6 §vlov ig: er leitet 
das i hier aus Fällen wie x6 ')^eQi fi, tö %eQi o gegenübei 
ro yßq ab. Die Annahme einer svarabhaktischen Vokalentwick- 
lung avd^QiOTtog /.i > avd^QioTiog -i -fx lehnt er ab, aber ohne 
Begründung. Ich glaube, daß die pontischen Fälle von denen 
der übrigen nordgriechischen Dialekte nicht getrennt werden 
können, und daß hier vor Nasalen, die durch den uordgriechi- 
schen Schwund von unbetontem i und u sonantisch geworden 
waren, Vokalentwicklung eingetreten ist, habe ich Lesb. Dial. 105ff. 
gezeigt. In Fällen wie yQdq)Tiv aus yQd.(pT{ov)v , Qi^ivg aus qL- 
Xv{£L)g, oxäffiv aus GTdq)v[if\), ogiv'S^a aus OQv{i)&a ist sie unleugbar. 
In TO x^Q^ h{^^)^ ^^ df-iTzeli i-i{ov) konnte ja das i nach nord- 
griechischen Lautgesetzen garnicht bleiben: es ist auch hier, wenn 
nicht neuentwickelt, erhalten durch svarabhaktischen Einfluß des 
Nasals. Diejenigen nordgriechischen Dialekte, welche die Vokal- 
entwicklung nicht kennen, also 6 qjilog f.i sagen, haben auch tö 
%EQ (.1, o\ (fix' jt<. Bei der 2. Person des Pronomens t6 ^v?.ov ig 
braucht das l nicht notwendig auf Vokalentwicklung zu beruhen, 
sondern kann von der 1. Person to ^vlov tu herstammen. 

2. nsQL Tov eTv(.iov Ttjg Xe^Etog Oiliargd. H. zeigt, daß der 
merkwürdige Ortsname OiXiaTgd von einem Personennamen Oi- 
XiazQog herstammt. Der Plural erklärt sich nach ihm daraus, daß 
das Gut des Philiatros, ^OiIiuzqÖv genannt (eine nachträgliche 
Bestätigung für den Sing. s. bei Hatzidakis '^EXXtjv. fieXeTUL 1913 
S. 11), durch Erbschaft in mehrere Teile ging, die nun CDiXiazQd 
hießen. Ich möchte hier an den Ortsnamen OiXiTtTtoi, Plural des 
Personennamens OlXiJZTvog, erinnern. Daß schon so viele alt- 
griechische Ortsnamen Pluralia sind (^d-r^vai, IlXaiaiai , Qtjßao 
usw.), hängt doch wohl auch mit der Vielheit von Grundstücken, 
Häusern und Höfen zusammen, aus denen sich eine Ansiedlung zu- 
sammensetzt. 

3. ^^vofxoitooig iv rf^ Nia 'EXX'qvL/.f]. Gemeint ist der Gegen- 
satz ßotöt, aber ßodta, aus ßdidia dissimiliert. Nach Analogie 
solcher Fälle soll auch vd diw aus vd löcö entstanden sein. Ich 
glaube indessen Lesb. Dial. 121 ff. gezeigt zu haben, daß es sich 
hier um einen lautmechanischen Vorgang handelt. Sprachen, die 
keine Diphthonge haben, entledigen sich ihrer, wenn sie ihnen se- 



Literaturbericht für das Jahr 1911 291 

kundär zukommen, durch Vokalumstellung: ngr. yadiagog aus yat- 
dagog, baQiafx aus türk. bairam, f.iaXa/.iaTiviog aus /.laXa/^aTuvogy 
ital. balto aus bailo usw. 

MjiovtovQag, ^&avdaiog: 0covr]tiy,a y.ai OQ^o-yQUcprA-o. rrjg 
NsoelXrjvixijg. Athen, 2a-/,elldQiog. 1911. 6(3 S. Der Verf. stellt 
für das Neugriechische das Lautgesetz auf, unbetontes u sei zu i 
geschwächt worden. S. 18 formuliert er sein Gesetz genauer: un- 
betontes II und (über u) seien im Südgriechischen sporadisch, 
besonders in der Nachbarschaft von Liquiden und Nasalen, ge- 
schwächt worden gewöhnlich zu s, selten zu i, noch seltener ge- 
schwunden, im Nordgriechischen entweder geschwunden oder zu 
einem Mittellaut zwischen u und i geworden, der entweder ge- 
schlossen blieb oder zu offenerem i wurde, besonders wo Kon- 
sonantengruppen den Schwund verhinderten, seltener als e erscheint 
bei Liquiden und Nasalen. Einen Wandel von unbetontem o zu £ in 
der Nähe von Liquiden haben bereits Hatzidakis Einl. in d. ngr. 
Gramm. 333 f. und ich Lesb. Dial. 99 ff. festgestellt; Hatzidakis 
führt dafür an TlgeyiÖTti, cpQsvifxog, ßQSx^, cxXeyov, ävrideQO = ccvtl- 
SioQOv u. a., ich agdsTtog, aXeitov, y.ad-Qeg)Trjg u. a. Da in den 
nord griechischen Dialekten jedes unbetontes « zu t wird, so lautet 
südgr. ad-Qsnog nordgr., z. B. lesb., a&QL7tovg. Der PI. ad^QüTt aus 
dvd-QioTioi beweist, daß nur unbetontes o in ß überging. Das ist 
vollkommen klar. Was aber B. eigentlich beweisen will, ist mir 
nicht völlig klar geworden. Denn der Untertitel seiner Schrift 
O VTToXavd^dvcüv vcfiog trjg e^aad-evwaeiog tov ov elg t ttqo rijg 
dfroauoTti^aecog '/.al sytßoX'^g avtov hv tdlg ßoQeioig cdiw/uaai deckt 
sich nicht genau mit dem S. 18 formulierten Gesetz, und die Fälle, 
die er zum Beweis dafür vorlegt, stimmen teilweise nicht dazu. 
Ist denn in tiQiy.a = togiyca, eivog = iovxog, yiiteXi = xoi/'reAo, 
xtVxag = xot'Ttxag, Xlqog = IwQog, vlf.iog = cof-iog, Ttieze = Ttovete, 
rtQifxvva = TtQOfxvxa, Toit/io = xaovtco usw. unbetontes u oder o 
zu i geschwächt? — Es herrscht in dieser Schrift so wenig Klar- 
heit, daß es mir nicht möglich ist, mich mit ihr in dem be- 
schränkten Raum, der mir hier zur Verfügung steht, auseinander- 
zusetzen. 

Sxidg, ^^vöq. Ilegl diaowaeiog tov diy(Xf.if.ia ev tlvl veosK- 
Xtjviyifj Xs^ei. ^ErtsTrjQig tov navsTtiOTrjixiov. Athen 1911 S. 217 
— 224, führt den im heutigen Olympia und Pylos üblichen Aus- 
druck der Alpheiosfischer ßoX-A,6g 'ein röhrenförmiges Netz' auf 
ein altgr. ßoX-/,6g zurück und erkennt hier ein bewahrtes Digamma. 
Ich bin nicht überzeugt. ßoXxog erinnert an den Fischerterminus 

Glotta. V, 4. 20 



292 Psiul Kretschmer 

ßclog das Werfen des Netzes (vgl. Glotta IV 335). Also ßol'/.6g 
aus ßohxc'g? Der Schwund von unbetontem l ist allerdings nord- 
griechisch. Doch gibt es auch südgriechische Ausnahmefälle {gtccqi, 
OAiöviü, KoQd^o = KoQLvd-og), oder man kann an Entlehnung, z. B. 
von den Ionischen Inseln, denken. 

Xax^iödHigf F.: naQEytTeTaf.i6va (.logia r^g vmg '^EXXiqvLyiijg. 
^E-rtBTriQLg Tov UavenLG'ciqfi.iov. Athen 1911. S. 80 — 84. Gegen- 
stand des Aufsatzes sind die Erweiterungen, die ngr. Partikeln 
durch analogischen Einfluß anderer Partikeln erfahren haben : oxpeg 
Tozeg nach /reg; xd%aTB st. ra/a nach TLTtoze, tote; 8f.i7tQ0OTc 
nach x^oQLOTa', xara^t^eff^g u. a. nach /.arayrjg', näXe st. jiccXl nach 
tOTE usw. 

MjtovTOVQag, ^^. IIeqI irg yiaTalrj ^scog -haa, -itol ev rrj 
NEOElXt]vi/.i]. Aaoyqacfia III 611 — 614. B. will die gewöhnlich 
auf slav. -ica zurückgeführte ngr. Endung -Ltoa (cpcovlroa, ipvxixoa), 
-iroi {-KoglTai), da sie sich schon in byzantinischer Zeit findet 
(oTavQitKia, QEOcfiXiTl^fjg, 'la-MoßiTtrjg u. a.), aus dem Griechischen 
erklären: -ivai sei durch Tsitazismus aus -ly-LOv {/tEQÖlynov, ölöug- 
nallyiiov, xfigpaAotrmoy) entstanden, bjz. -ir^rig aus -/xf(o)g. Er 
beruft sich für das x-Suffix auf pont. UavXUag neben JJavXixorig, 
fxrÄQiy.og, dXiyiyiog, kypr. ^AvÖQiKxog neben ^Avöghaog, pont. ^eg- 
TtoivUa neben JEOTtoLvtToa, gemeingr. jökas zu viog. Dann müßte 
der Wandel von xt in xöi bis in die frühbyzantinische Zeit zurück- 
gehen, was auch Thumb D. griech. Sprache 191 annimmt; vgl. noch 
toi%ka = xlxXcc Corp. gloss. lat. III 28, 44 KovKOvXgg Byz. Z. XX 
394. Der Verf. müßte seine erwägenswerte These — denn die Her- 
leitung des Suffixes aus dem Sla vischen, außer in den slavischen 
Lehnwörtern und Ortsnamen, hat ihre Schwierigkeiten — ausführ- 
licher darlegen, was er in der Tat beabsichtigt. 

Kovorjg, EXevS^. JIeqI zwv ev TgaTtE^ovvTi Elg la ovo/xariov. 
^A&Tqvä XXIII 51 — 53. Der Verf. bezeichnet seinen Artikel als 
Bruchstück aus einer unedierten lexikalischen Untersuchung des 
trapezuntischen Dialekts. In diesem enden die Substantiva auf 
-ovvia statt auf -ovvrjx (.lEyaXo-, cdEXcpoovvia, ebenso tj^xaZta, 
aväyyii.a, (.ioiqjxx = ayvMXiq usw. K. vermutet, daß die Plurale ay- 
■ndXsg, eXirjfxoovvEg usw. von dyKdXri, eX. als ay7.ccXiEg aufgefaßt und 
dazu als Nom. Sg. äynäXia gebildet wurde. Ebenso sei die ngr. 
Endung -tqu der fem. Nomina agentis (TtQo^EvtTQa, tcXvotqo) statt 
-TQLa entstanden. Mir ist nicht klar, inwiefern „o/xaAeg . . . ev 
xfl duayyEXia '^y.ovovxo dyycaXiBg". -xqa für -XQia hat Hatzidakis 
rXwao. fxEXexm I 181 f. aus Vermischung mit dem Suffix -xqa, 



Literaturbericht für das Jahr 1911 293 

-d^Qu der ein Werkzeug oder eine Örtlichkeit bezeichnenden No- 
mina wie Y,vXiaTQ(x erklärt. 

UeQQTJg, 271. ^E^ih^ig xov ovo/iiaTog ^Icodvvrig - Fiawr^g - 
Fidy-Aog slg ol/.oyeveiayM STtld^sTa. ^A&rjvä XXIII 450 — 461. P. 
hat aus Adreßbüchern, Zeitungen, Wählerlisten nicht weniger als 
1431 verschiedene Familiennamen gesammelt, die von dem Namen 
'Icüävvrig abgeleitet sind, wie ''AyyeXc'yiavrog, Baßayidvvyg, Fayio- 
yidvvrig, riavva/.ovldxog, riavvnooyXovg. 

Xax^iödxiq, F. ^Exvf.ioloyLv.d {Ai^sig '^Ellrjvr/.al vof.iLt6(.ievai. 
^€vat). ^E7VioT7][.wvi/.r sTteTrjQig VI (1909 — 1910). Athen, 2a/.€l- 
Idqiog. 1911 S. 90—94. G. Meyer und Thumb hatten ngr. 
[X7tX6d-og 'unreife Feige' aus ital. biotto abgeleitet. H. weist mittels 
der dialektischen Formen f.wvlv9^ag, fxovld^ag: PL /liIvS^ol sehr 
hübsch nach, daß wj-wXvvd-og oder lOfioXov&og = (^f.iög olwS-og 
{öXovd^og) zu Grunde liege, lox^] 'Flamme' führt H. (statt auf d. 
Lohe, it. hioja) auf Ao/^rj Lanze zurück: Ao/eJw wird vom Stechen 
der Biene, übertragen von der Fieberhitze gebraucht. avyaTco 
*^ wachse', richtiger dßyario wird einleuchtend von ßyardg = hcßa- 
Tog abgeleitet (statt von lat. augeo). Dagegen erscheint mir etwas 
kompliziert des Verfassers Erklärung von i^iovtqo Schnauze, Nase, 
Gesicht (speziell mürrisches Gesicht, xd^vo ixovtqu das Maul 
ziehen). Er verbindet es mit dem synonymen f-iovQ)], [.lovQiovca 
vermummen, davon /.locgcoTOv, (.wvqtov, mit Umstellung (.loirgo. 
(xovQTi selbst wird von G. Meyer Idg. Forsch. III 69 f. Ngr. Stud. 
IV 54 zu dem roman. murru Schnauze, genues. müro gestellt. 
Körting Lat.-rom. W^b. 610 zitiert dazu ital. mütria 'musoneria', 
mürrische Laune (vgl. zur Bedeutung span. morro Flunsch, katal. 
murria Niedergeschlagenheit). Vielleicht hat also ^ovtqo doch ein 
italienisches Prototyp. — S. 94 — 96 yte^iloyrm. H. stellt hier die 
lexikalische Ausbeute aus Johannes Kamateros' Elaayioyrj dozQO- 
vofAiag (herausg. von Weigl, Würzburg 1907) zusammen. 

IlajiayscoQyiov, nlxQog: zlvo MaxeöovLxal Xe^eig. '^d^r^vd 
XXIII 92 — 95. 1. P. weist das im heutigen Makedonien noch 
lebende Y.vv6oxof.io 'die Spanne' (Zwischenraum zwischen der Spitze 
des Daumens und der des Zeigefingers, altgr. lixdg) bei Heron 
nach. 2. Pantazides hat das nur in Serrai übliche dvoiyaio 'un- 
gebraucht, neu (von einem Kleide gesagt) auf das homer. vt^ydrsog 
zurückgeführt. Nach Pap. wäre dvolyaro, auch dvolyavTO, dvoi- 
yo)TO so viel wie dvoiy.TO = dvdvoLvao 'ungeöffnet, noch nie ent- 
faltet'. 

Helmreich, G. Gaitanus — Faixavog. Philol. 69, 569 f. 

20* 



294 Vanl Kretschmer 

weist das ngr. yairdvi 'Schnur' in der Form gaitano bei Mar- 
cellus 8, 27, rairavcov bei Galen X 942 K nach. Da letztere ex 
Ttjg T(xJv Kslzwv xioQag kamen, vermutet H. ein gallisches Wort. 

'Afiävxoq, K. IloixiXa yXioaoiytä. ^^d-r^va XXIII 479 — 490. 
Beiträge zur ngr. Wortkunde. 1. A. weist nach, daß der Ortsname 
^'E/xßoXog, ^Ef.ißolri (Kalymnos, Chios, Syros) 'Gasse' bedeutet und 
das Appellativum bei Eustath. und heute im nördlichen Chios vor- 
kommt. 2. Der chiische Ortsname AvyöcoTtä gehört zu Ivydog 
Suid., jetzt alvydag Name eines Steins. Der Verf. gibt Belege für 
die Ortsnamenendung -w/rog. 3. yiaraßlaTiag bei Theod. Prodrom. 
'Verkäufer von /tardßXaTTa, purpurnen Gewändern. 4. Nomina auf 
-hrjg im Ngr. 5. Verschiedene ,, mittelalterliche Sprachreste". Chi. 
ßdilag Amme : ßdyvXog 'Lehrer' Theoph. aus lat. bajulus. ßoQ- 
dtovaQi : lat. burdo (vgl. zu diesem Wort E. Richter Sitzgsber. 
Wien. Akad. 156, V, S. 56 f.). Ngr. yaQdovf.ivia Eingeweide, Hesych 
u. v.6Xl^ : yaQdovf-ievov : ital. caldmne Kaidaunen. -/.ovT^ovQlva im 
mgr. Fischbuch kommt noch heute auf Chios vor. yiay,Kdßi Kessel 
aus y.a/.A.dßi] Athen., -/.aKxdßi Prodrom. y,ovy.ovf^dpi Krug : lat. 
cucuma. Weiter werden noch ymqovx^ '- l^t. carrtica, Ttgaidevo) ; 
lat. 'praedari, ^dyi : lat. exngium aus gr. h^ddiov behandelt. Bdro, 
e^dto, d^dro 'Balkon, Söller' führt A. auf ein mgr, zo^drov, Du 
Gange xo^dza zurück. Aber die Nebenform s^diro, d§dyiTO kann 
nicht einfach i-iev dvarrTv^stog dicpd^oyyov erklärt werden. 

EöayysXiSijg, J. nQoaco7ir/.d 6v6f.iaxa tioiov. ylaoyQacpia III 
672. Sammlung von ngr. Namen von Haustieren, Kühen, Schafen, 
Ziegen. Lesbische Schafnamen habe ich Lesb. Dial. 403 mitgeteilt 
und weitere Literatur verzeichnet. 

Rouzevalle, Louis, S. J. Les emprunts turcs dans le grec 
vulgaire de Roumelie et specialement d'Andrinople. Journ. Asia- 
tique XVIII 257—336. 

MnovtovQag, ^Ad^avdoiog: nQoXey6f.uva sig tu NeosXhjvrÄOv 
Ae^iytöv. Athen, Tv7t. '^Paqtrdvtj. 1911. 76 S. Der Verf. gibt 
einen Bericht über die Vorbereitung des großen von der griechi- 
schen Regierung unternommenen Wörterbuches des Neugriechischen, 
insbesondere über die Anlage des Zettelarchivs, an welchem B. 
früher tätig war und aus dem er infolge Differenzen mit dem 
wissenschaftlichen Leiter des Unternehmens, Hatzidakis, ausge- 
schieden ist. 

Lautlehre 

Naclimaiison, Ernst: Beiträge zur Kenntnis der altgriechischen 



Literaturbericht für das Jahr 1911 295 

Volkssprache. Skrifta utgifna af K. Human. Vetensk.-Samf. i Upp- 
sala XIII 4. 87 S. N. hält eine grammatische Nachlese in der 
epigraphischen Literatur und den Papyri. Zahlreiche Erscheinungen, 
die die Herausgeber einfach als Schreibfehler brandmarken, sucht 
er für die Lautlehre zu retten. Es handelt sich um dissimilatori- 
schen Schwund von Konsonanten (HoyiQiv = nQOKQiv, ^^vcpiglta 
= '^liiq^iTQiTa, ^ojTQaTog = ^ajOTgazog), Fernassirailation von Kon- 
sonanten (Mrji^iocpiXog = Mr^vocpiXog) , Verzweifachung von Konso- 
nanten (d^QvyaTQeaiv, XQrjOVQiq), Angleichung von Vokalen an Di- 
phthonge (EKairalog = ^EKazaiog), Epenthese (rai/niag = tafxiag, 
eini = sul). Daß die Grenze zwischen Schreibfehler und laut- 
lichem Vorgang schwer zu ziehen ist, erkennt N. selbst an. Es 
ist dies eine Frage, die ich auch in meinen Griech. Vasen-Inschriften 
beständig vor Augen hatte. N. scheint mir bis an die äußersten 
Grenzen des noch grammatisch Verwertbaren gegangen zu sein. 
Ein interessanter Exkurs gibt zahlreiche Belege für die Präposition 
7t 6 g auf griechischen Inschriften aus Phrygien und Pisidien {jtoo- 
oiaei, TTog syieivovg u. a.) und bringt sie mit dem kypr. Ttog zu- 
sammen. 

Calder, W. M. The Pronunciation of Unmetrical Greek Verse. 
Class. Rev. XXV 139 f. Eine Grabschrift aus Kerpishli an der 
Grenze von Lykaonien und Galatien schließt mit dem Vers 

Tig ÖS cpQOvsX ^eiv^ dvrJQ f-ivrji-ioavvrig yvey.ev. 
Derselbe Pentameter kehrt auf einer Grabschrift aus Kozanli (JHSt. 
1899 p. 120 f. Nr. 123) wieder: hier ist ^elvog geschrieben. Das 
völlig deutliche ^eivi^ der ersten Inschrift steht für eine kurze 
Silbe und soll nach C. die Verschleifung wiedergeben, mittels deren 
^eivog in das Metrum gepreßt wurde, wobei in Betracht zu ziehen 
ist, wie häufig metrische Fehler auf den Inschriften dieser Gegenden 
sind. Der Fall ist ganz singulär. 

Solmseii, Felix: Zur Beurteilung der epischen Zerdehnung. 
KZ. 44, 118 — 122, sieht in hom. eltö slcd^iev elwoi, eYao%ov ein 
neues Argument für Wackernagels Erklärung der Zerdehnung; mui 
sei zunächst zu Iw kontrahiert und dann das metrische Manko 
durch Ersetzung von B durch EI statt durch Vokalwiederholung 
(ßoöw) getilgt worden. Aber dieser Fall steht vereinzelt und kann 
nichts für die anderen beweisen. S. kann weder erklären, warum 
es nicht auch eiag, ela (stets idag, ed<jc) heißt, sondern es fehlt 
auch *ßovw, *ovQü) u. dgl. für ßoaco, oqdo). Also hat es eben mit 
eitü eine besondere Bewandtnis. 

Hermann, Ed. Die Länge geschlossener Endsilbe im Grie- 



296 P^^^ Kretsclimer 

chischen, Idg. Forsch. 28, 298 f., stellt sechs Thesen hierüber auf, 
deren Begründung er später geben will. 

Hudson- Williams, T. K- and J7-forms in the Early lonic 
Poets. Amer. Journ. of Phil. XXXII 74 — 84. Die schwierige Frage, 
wie es mit der Verbreitung der y.- und TT-Formen des Pronomens 
im Ionischen bestellt ist, entscheidet der Verf. dahin, daß darin 
hinsichtlich der vor Herodot fallenden ionischen Dichter keine Regel 
zu erkennen sei und die Herausgeber sich nach den Handschriften 
richten müßten. Er bestreitet insbesondere Wilamowitz' Theorie 
(Hom. Unters.), daß x nur dem östlichen Ionisch, tt den ionischen 
Inseln zukomme. Die zwei inschriftlichen Belege, onöla auf einem 
Stein von Erythrai (Glotta III 299) und das zweifelhafte aiol. 
o-Koaoov (ebd. 301), waren dem Verf. noch unbekannt. 

Schucliardt, H. Zum Nasaleinschub. Zeitschr. f. roman. Phil. 
35, 71 — 92. Seh. behandelt hauptsächlich den Nasaleinschub der 
slavischen und romanischen Sprachen, kommt aber S. 85 — 87 auch 
auf das Griechische zu sprechen. Neu ist namentlich sein Gedanke, 
daß ein Nasal in seiner Nachbarschaft vor einem Konsonanten 
einen neuen Nasal hervorruft. Vgl. den Vorklang der Liquida in 
frz. trSsor = tliesmirus. So erklärt er ^Avdgdixvg, ^u4vdQiav67tohg, 
\' f.ißQif.iog, MvQQtvovvra u. a. Daß auch ßlavTi = ßluTTi sein v 
dem ursprünglich auslautenden Nasal des Neutrums {ßlaviiv) ver- 
danken soll, will mir nicht einleuchten. Es wäre doch wunderbar, 
daß von den unzähligen Neutren auf -v nur eines diesen Vorklang 
des Nasals aufwiese. 

Tendryes, J. L'assimilation consonantique ä distance. Mem. 
soc. lingu. XVI 53 — 58, handelt von den Prinzipien der Nah- und 
Fernassimilation und bespricht von griechischen P'ällen die spät- 
griech. Fernassimilation von ß — v zu (x — v, die er gegen die Be- 
denken von K. Dieterich verteidigt. 

Schrijneii, Jos. Zum anlautenden Konsonantenwechsel im 
Griechischen. KZ. 44, 17 — 22, erörtert von neuem das Problem 
des Wechsels von anlautendem nt : rt, xr : x, x^ : %, ohne es in- 
dessen zu fördern. Er findet den Hauptgrund für die bisher er- 
folglosen Versuche es zu lösen, in dem ,, methodischen Fehler", daß 
die Frage nicht beantwortet wurde, in welchem Umfang die Er- 
scheinung auf dem gesamten idg. Sprachgebiet begegnet, und er 
stellt dann nur dasselbe Material zusammen, das schon längst, 
z. B. KZ. 31, 423 ff., beigebracht worden ist. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 297 

Flexionslehre 

Solmsen, F. Zur Geschichte des Dativs in den indogerm. 
Sprachen. 1. Kypr. JißdcpiXog und der idg. Dat. Sing. KZ. 44, 
161 — 169. Die Abhandlung, die sich über alle idg. Sprachen er- 
streckt, geht aus von der Form JL^eLcpllo) der von Meister heraus- 
gegebenen neuen kypr. Sakral-Inschrift (s. Glotta IV 316). S. sieht 
dadurch die Dativendung -ei der konsonantischen Stämme als er- 
wiesen an und entscheidet die alte Streitfrage, ob -ei oder -ai als 
Dativendung dieser Stämme zu betrachten sei, dahin, daß von der 
doppelten Funktion, die man dem Dativ zuzuschreiben pflegt, die 
eine, nämlich die Bezeichnung dessen, dem die Handlung gilt, dem 
Kasus auf -ei (Jifel dem Zeus) zukam, die andere, die Bezeich- 
nung des Zieles oder Zv^eckes der Handlung dem Kasus auf -ai: 
doi-ievai "^zum Gebend ygccipat- zum Schreiben', %ai.iat 'zur Erde', 
Ttaqal 'längs hin'. Diese Lösung der Schwierigkeit ist jedenfalls 
sehr scharfsinnig, wenn sie auch auf einer etwas schmalen Basis 
ruht, wie S. selbst nicht verkennt. Die Sache liegt eigentlich so, 
daß die Annahme, doi^evai %a(.iai seien Dative, sich als unrichtig 
herausgestellt hat, dies vielmehr Reste eines im Übrigen unterge- 
gangenen Finitivs sind. Bei den vokalischen Stämmen fielen beide 
Kasus zusammen. Aus den folgenden Paragraphen des Aufsatzes, 
die sich mit dem Dativ im Lituslavischen und Lateinischen be- 
schäftigen, erwähne ich, daß S. (S. 205 2) g^hr energisch meine 
Erklärung von lat. hüc aus *hoi-ce, das ich mit gr. /rot ol 'wohin 
usw. verglichen habe (KZ. 31 [1890], 462), gegen Skutsch ver- 
teidigt, nur schreibt er sie Conway IF. IV (1893) 214, der eben- 
falls meinen Vorgang übersehen hatte, und Brugmann Kurze vgl. 
Gramm. (1904) 425 zu. — Das 3. Kapitel des Aufsatzes (S. 209 
—223) ist betitelt: Der Nom. und Dat. PI. der Personalpronomina 
im Griechischen. Hom. rif-islg viAslg, die durch ihr kontrahiertes 
-eig gegenüber offenem aollhg Tcqrivieg usw. auffallen, will S. durch 
*7j(X€g vf-ieg ersetzt wissen. Dann versucht er eine neue Erklärung 
der doppelten Quantität des t von '^(mv v[mv : rjf.iiv v(.av. Auf 
Grund des ark. Dat. PI. ocpsig und des Nebeneinanders von rtQiiv : 
/r^tj' : kret. tcqblv setzt er als Grundformen "^afxELv v^blv an, die 
aus afXB- vf.ie- + -iv bestehen würden, und läßt a/xlv v(mv durch 
Annäherung jener Grundformen an af^tv v/mv, die daneben be- 
standen, zu Stande kommen, wie deUvvf.ii. für -vevßi = skr. -nömi 
durch Ausgleichung mit dem PI. -vvfxeg eingetreten sei. Indessen 
ist hier nicht bv mit v zu v kontaminiert, sondern deUvv^i zu 



298 Fanl Kretschmer 

öeUvv/iieg nach dem Vorbild von ddfxväf.u : ddf.ivai.ieg, Ti^tjui : zi- 
d-Ef-iev, diöioi-ii : öidoj-tsi' u. a. geschaffen. Eine Kontamination von 
*cfxeiv und af-uv zu a^iTv ist undenkbar. Ferner muß eingewendet 
werden, daß das 1 malige ttqeiv neben 8 maligem TtQiv auf dem 
Gesetz von Gortyn eine etwas unsichere Grundlage der Hypothese 
ist und auch die Annahme, die Konjunktion rtQiv sei nach dem 
Personalpronomen *df.4{Aeiv : dfxixiv zu txqelv umgeformt worden, 
nicht eben wahrscheinlich ist. 

Osthoff, Hermann: Morpholog. Untersuchungen VI (Leipzig, 
Hirzel 1910), S. 1 — 350. Die von 0. hinterlassenen Abhandlungen, 
die in diesem letzten Bande der M. U. von Sütterhn veröffentlicht 
werden, betreffen die idg. Komparativ- und Superlativbildung. Auf 
das Griechische beziehen sich namentlich die Artikel „OtQioTog und 
cpiQTEQog, (UlTEQog und ßslrnov, (pilrEQog^^. Ferner „Gr. xeiqmv, att. 
V.QEITTOJV, ji/e/Cwv, oXeiCcov'^ S. 70 ff. und ,,Gr. dfieiviov und (.ieUov; Gr. 
Xolod-og'' S. 303 ff. Der erste Aufsatz vertritt die von Justi, Fick, 
J. Schmidt, Delbrück (IF. XIV 4G) u. a. aufgestellte Gleichung 
q)EQiorog = avest. bairisto und die alte Verknüpfung des Wortes 
mit (piqu) und sucht den Bedeutungswandel aufzuklären {(f. = der 
ertrags-, leistungsfähigste), (figregog wird ansprechend als Um- 
formung von *(pEQUov nach vTitQTEQog aufgefaßt und ähnlich ßtX- 
TEQog statt * ßelitov (skr. bdlam Kraft) und cfiXxEQog erklärt. Der 
1. Artikel des Bandes ,,Die Sippe leicht'^ behandelt unter anderm 
auch gr. slaootov, d-aootov und wendet sich hier, wie auch in der 
Beurteilung von ■kqeittiov nEitcov gegen Lagercrantz' Dehnungs- 
theorie. Interessant ist sodann besonders O.s Deutung von dfiEivcov. 
Mit Brugmann sieht er in a(.iELvov einen alten o-Stamm und Positiv 
und faßt ihn als 'nicht minder' auf nach Analogie von skr. ä-hallyän 
schwächer = nicht stärker, lat. nimius sehr groß = nicht minder, 
dßtlxEQog dumm, eig. schwächer = nicht stärker, (xeiiov als Um- 
gestaltung von * fiEivojv nach tcXeuov. 

Lautensach, 0. Die Aoriste bei den attischen Tragikern und 
Komikern. Forschungen zur griech. und latein. Grammatik her- 
ausgegeben von P. Kretschmer, F. Skutsch und J. Wackernageh 
1. Heft. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht. 1911. 309 S. Für 
ein wichtiges Kapitel der griechischen Flexionslehre, die Bildung 
des Aorists, ist hier das Material aus der attischen Tragödie und 
Komödie mit großem Fleiß registriert. Der Verf. geht die ver- 
schiedenen Bildungsweiseu des Aorists, den einfachen und redupli- 
zierten Aor., die asigmatischen Aoriste (rjveyyia, eiTta, g'dwxa usw.), 
den sigmatischen Aor. und den Aor. Pass., durch und stellt die 



Literaturbericht für das Jahr 1911 299 

Belege aus dem attischen Drama mit kritischer Prüfung der Über- 
lieferung zusammen. Der Philologe wie der Sprachforscher wird 
diese reichhaltige, wenn auch auf das rein Formale beschränkte 
Stoffsammlung mit Dank benutzen. 

Cakot, Johannes: De graecorum tertio quod vocatur futuro. 
Diss. Breslau 1911. 120 S. Eine eingehende und fleißige Unter- 
suchung des griechischen Perfektfuturums oder dritten Futurums 
(die Bezeichnung Futurum exactum vermeidet C. als unpassend). 
Der Verf. handelt in drei Abschnitten über Bildung, Bedeutung 
und Geschichte dieses Tempus und gibt zum Schluß ein ausführ- 
liches Verzeichnis der Fälle. Am interessantesten ist, was er über 
den Gebrauch des III. Fut. innerhalb der griechischen Sprach- 
geschichte feststellt. Bei Homer ist es verhältnismäßig häufig (29 
Fälle der einfachen Form ßeßQwoexai, ösde^oixai, Tezev^STai usw., 
15 Umschreibungen xsTeXeGfxevov eorai,, eoofxead^a dedarjxozeg), 
seltener bei den Lyrikern, beliebt bei den att. Tragikern, besonders 
Euripides (36 Fälle), auch bei den Komikern (Aristophanes 35 mal). 
Dagegen ist es in der Prosa viel seltener. Thukydides hat 10 Fälle, 
aber keine Umschreibung, Xenophon dagegen 18 einfache und 23 
umschriebene Formen, Plato 32 -f 28, die Hippokratischen Schriften 
43 + 6. Bei den Rednern ist es nicht selten (Demosthenes 18 + 27). 
Aristoteles braucht nur elgriOExai und sorrj^sraL je einmal, dagegen 
die Umschreibung 109 mal. In der hellenistischen Prosa stirbt der 
Gebrauch ganz aus, die Dichter dieser Zeit kennen es. Die Sep- 
tuaginta bietet nur xex^a'^o^t/at , dies freilich ca. 50mal. In den 
Papyri kommen die Umschreibungen vor, die einfache Form (nag- 
eoTTJ^ETai) nur auf dem Stein von Rosette. Bei den Attizisten lebt 
es dann von neuem auf, Dionysios v. Hai. De comp. verb. VI 43 
empfiehlt es ausdrücklich, und so verwenden es noch die Byzan- 
tiner. 

Solmsen, Felix: Hom. TtEtpvtoTag und Verwandtes. Rhein. 
Mus. QQ^ 140 — 146. Das merkwürdige Perf. -rcetpvtozeg hat, im 
Unterschied von TiecpevyoTeg, dem Perfekt des erreichten Zustandes, 
* entronnen, in Sicherheit', eine iterativ-intensive Bedeutung '^ge- 
scheucht, verängstigt'. S. nimmt daher an, daß, um diese Bedeu- 
tungsnuance zum Ausdruck zu bringen, neqivtoTEg im Anschluß an 
q)vLa 'Angst' gebildet worden sei. Ähnlich lehxi^oTsg 'züngelnd' 
Hes. Th. 826 statt leloixozeg im Anschluß an Xixf^cctto. 

Solmsen, F. Noch einmal ark. dilisvdr^cov. Rhein. Mus. 66, 
319 f., verteidigt seine und Schulzes Auffassung dieser Form als 1. Sg. 
Conj. Vgl. Glotta III 304. 



300 Paul Kretschmer 

Fraenkel, E. Grammatisches und Syntaktisches. VI. Eine 
neue suffixlose 2. Sing. Imperat. eines ursprünglich athematisch 
flektierenden griech. Verbums. Idg. F. 28, 2420". Gemeint ist ev- 
TteXa 'nahe dich' auf der Inschrift von Selinus GDI. 5213, 4 von 
einem alten Praes. *7t€la-(.iL. VII. Zum dor. Refiexivum. F. wendet 
mit Recht gegen Wackernagels Erklärung von avravTov = avxog 
avTov aus Verallgemeinerung eines fem. avzävv- ein, daß sonst der 
mask. Nom. aurog verallgemeinert zu werden pflegt. Er erklärt 
avTovTov durch Proklise. Ich bezweifle nach wie vor, daß 
Tonlosigkeit bei einer im Wesentlichen musikalischen Betonung 
solche verheerenden Wirkungen hervorbringen konnte, und bleibe 
bei meiner Annahme von Haplolalie (Glotta I 56), gegen die F. 
nichts vorzubringen weiß, als daß er nicht überzeugt sei. IX. Das 
von F. KZ. 43, 216 3 erschlossene Tvqioßiov ist auf einer chiischen 
Inschrift jetzt wirklich zu Tage gekommen. Zu del. 7tE7Tov^y/.6xaL 
erkennt F. eine Parallele in aXXti'kodiodoxai • aXXr^XoßcQOi Hes. 

Kövxog, K. IlavToia (pLXoXoyiy.a. ^Ad^r^vä XXIII 161 — 263. 
Aus dem Nachlaß von K. gibt sein Schüler XaQiTcovlörig eine große 
Reihe von Bemerkungen und besonders Belegsammlungen zur grie- 
chischen Formenlehre heraus: sie handeln von yMvaXid-ovv : -Xi- 
■d'ovod^ai, {■aaTa)XevELv : -XeveaS^ai, Xi^^oßoXw, Xtd-aCto, den Formen 
von Gtög, TtXscog dem II. Aorist auf -ov (eKTsiva : txravov, erceiaa : 
ercid-ov usw.), öedoQ/.a und a/toXcoXa. 

Wortbildung 

Herrmann, Erwin: Die Liquidaformantien in der Nominal- 
bildung des ionischen Dialekts. Diss. Tübingen 1911. 90 S. Die 
Arbeit ist eine auf den ionischen Dialekt sich beschränkende Ma- 
terialsammlung für die ein q oder X enthaltenden Suffixe. Der 
Verf. behandelt die Stämme auf -7jq, -rriq, -twq, -tqo-, -uq -ioq, 
-Qo-, -d^Qo- -d^Xo-, -Xo-, -aXeo-. In der Untersuchung der Nomina 
agentis auf -ti^q war ihm schon Fraenkel, in der der Adjektiva 
auf -aXiog Debrunner IE. XXIII Iff. vorangegangen. Die Disser- 
tation bildet den Teil einer akademischen Preisschrift über die 
Nominal- und Adverbialbildung des Ionischen, deren weitere Ka- 
pitel bald erscheinen sollen. 

Sturtevant, E. H. Studios in Greek Noun-Formations. La- 
bial Terminations. Class. Quarterly VI 197—215. 450—476. 
Fortsetzung der Glotta IV 342 angezeigten Studien über die Wörter 
auf -cpri, -q)rjg, -cpog und -cpov. 

Scholia ou Iliad YII. The Oxyrhynchus Papyri VIII ed. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 301 

Hunt, (Lond. 1911). Aus den neuen Ilias-Scholien zum 2. und 
7. Buch, die H. S. 77 — 110 aus Papyri veröffentlicht, hebe ich 
hier heraus die Liste von naQiovvi-ia (S. 103 ff.), die zu hom. (^(xq- 
TVQog = /uccQTvg mit zahlreichen neuen Zitaten gegeben wird: der 
Scholiast verzeichnet als parallele Bildungen Tgol^ijvog Gen. Tqoi- 
l^tqvoio, XQvodoQog Pindar, Xdqonog XaQinoLO, XdXvßog Eurip. im 
Temenos, TawTtxsQvyog Simonid., ÖLdxTOQog, ctQTtayog Aischyl. und 
Soph. im Phineus, Ißnjqog, 7toXv7tida-/,og, TQayorrcdywvog Kratin ev 
Mald-anolg, dzfÄBvog Archilochos; Xäog Simonides: ^hXa xat läovg 
emßdXliov (Hunt verweist noch auf Soph. 0. Kol. 195, Hesiod fr. 
115, 3), "EgvKog Xenophanes, ^'^tdog Akk.'^tdoj^ Antimachos ev d Qri- 
ßa'idog, Kdiovog Leandrios, gtipdofttdog Eupolis, iLd-axog Stesichoros 
iv OgsoTalag ß', KoQvd-og, aTtdrcogog PI. aTtaviogoL iv tcZ Kr^vY-og 
yd/^up, w-üKvyog Alkaios, di.iüog Hesiod und Leukon ev WQazEQai, 
Tgcoog Hesiod, aco'krjvog Ananios, aywvog Akk. aycovov Eurip. Aigeus. 
Zum Schluß wird Yy,TLVog mit diesem Accent angefügt. 

Etymologie und ^Wortforschung 
KovHOvXeg, Oaidtov: IlaQaTriQ/jasig y.al diagd-waeig elg xb 
Corpus glossariorum latinorum. Byz. Z. XX 388 — 419, emendirt 
und erklärt zahlreiche griechische Glossen dieses Corpus. Er ge- 
winnt so wertvolle Zeugnisse für verschiedene vulgärgriechische 
Wortformen z. B. ovja (ouyia) '^ytovia el/xaTiov, poligronm porti- 
nacia = /voXvyQOJviov zu yQwva ngr. yQOvva 'Schwein . dXXr]yoQO) 
OQd^QL^co vigilo lies yXir^yoQio. 

Bauuack, Joh. Hesychiana. Philol. 70, 353—396. 448—491, 
behandelt 100 Hesychglossen hauptsächlich nach der sprachlichen 
Seite. ÖQtiXol' g)oßsiTai = dßeiXol mit q st. /. IvQaßcZg' iy- 
ygdxpag: damit meinte nach B. ein Ausländer unredupliziertes ly- 
yeyqacpMg. Mich hat die Form an die Deutung von Hgacpa .... 
als hQaipavTi = ygciliarvt auf der boiotischen Vase 'Ecp. dgx- 1896, 
Sp. 244 (vgl. Thumb Idg. F. VIII 228) erinnert. Die lautliche 
Ratio des Vorganges bliebe dennoch fragwürdig. — ßiovlrag faßt 
B. als ßcüFiTag und will auch das lak. Qwßidag (Glotta III 269) 
als ßcoßiöag = ßwßlöag erklären, yeqiovia sieht er wie yeQMxiot, 
als Schreibungen von lak. yeQtohla = ysQOvoia an. OTtsQyvg' 
Ttgeaßvg, vgl. lak. Tregyovv, setzt B. = to-Treqyvg d. i. '^s^rCQeoßvg 
wie e^-dyyeXog. Die Aphaerese des e- soll nach vokalischem Wort- 
auslaut erfolgt sein. Ich erinnere hier an lak. ^ayiJTag Athen. 
Mitt. XXII 339, ^avd-lCea^aL Hesych == s^av^lCead-ai. Da e^- 
dyyelog postverbale Bildung zu k^ayyello) ist, so müßte oneqyvg 



302 Paul Kretschraer 

von einem Verbum *{e.)a7reQyeL'iü = att. *SK7tQEaßevco ausgegangen 
sein. Aber ein solches Verbum ist nicht belegt. Sollte nicht 
(T7r£'(»;^i;g vielmehr auf Metathesis des o in "^/teQayvg, das durch 
Umstellung des q aus TVQeoyvg entstanden war, beruhen? Die 
Metathesis war durch die Konsonantenhäufung -gay- bedingt. Vgl. 
etwa ^eoTQi^' jy e^darixog. KvIölol aus *e§-OTQi^ oder * oe^-axQi^ 
(Brugmann-Thumb Gr. Gr. 159). 

Fick, A. Hesychglossen VII. KZ. 44, 336 — 353. ctf-iiöto' 
u (.lOTtlmaL schreibt F. den Indern (skr. amsäu) zu ; unsicher wegen 
des -£- und weil noch andere Möglichkeiten (z. B. illyr. Herkunft) 
bleiben. yiXlai' Tllai zu lat. vello. Tax ytlovigov = ßtlvigov 
und ellvo) hätte F. natürlich Schulzes Qu. ep. 336 nicht ignorieren 
dürfen. Erwägenswert ist seine Kombination von Javlig mit Qavha, 
Gavliog (s. S. 308 unter Gavliog): d = ^, weil Daulis Sitz der „my- 
thischen Thraker" war; zur Bedeutung vgl. die Glosse Javlig' 
eoQTTi ev^-Agyei, iA.L(xrif.ia rrig Uqoltov 7rQdg^^/.Qioiov /itdx^g. JavXig 
hieß also in Argos ein Fest, auf dem die „Schlacht" zwischen 
Akrisios und Proitos mimisch dargestellt wurde. Zur Hesychglosse 
BiQLg (cod. tigr]) vgl. Bechtels spätere Bemerkung Glotta IV 350 f., 
mit der sich Ficks Auffassung deckt. S. 345ff. behandelt F. die 
Glossen yuQxog, -kiqxoi und deutet Kiqvj], die Tochter des Helios, 
kühn als Göttin des Tierkreises. 

Weckleiu, N. Über Mißverständnisse älterer Wendungen und 
Ausdrücke bei den griech. Dichtern, insbesondere bei den Tragikern. 
Sitzgsber. d. Bayer. Ak. phil.-hist. Kl. 1911, 3. Abb. 48 S., be- 
spricht eine Reihe homerischer Wörter die von späteren Dichtern 
mißverstanden sind und unrichtig gebraucht werden. So hat So- 
phokles Ai. 887 hom. df.ievrjv6g im Sinne von 'unstät' verwendet, 
als wenn es aus a- + /.isvw bestünde. alyiXiip wurde bekanntlich 
aus OL^ und leiTtn) erklärt; Aischylos Hik. 802 verwendet das 
Wort in der Bedeutung 'unzugänglich'. W\ bestreitet Prell witz 
Deutung %on Ziegen erklettert' und erklärt es als \vassertriefend 
aus aiysg' xv(.iara und leißco mit Hinweis auf II. 1 16: rjze xar 
alylXiTtog ntxqrig dvocpegov %eei vdwq. Die P]tymologie ist in der 
Tat erwägenswert. — Soph. Phil. 2. 300 denkt an Homers Bezeich- 
nung von Lemnos als d(.iixd^aX6EOoa, das die athenische Schule 
als dfiiKTog erklärte. W. zieht die Verknüpfung mit oi-iixh] vor 
und bezieht das Beiwort auf den Rauch des Vulkans Mosychlos, 
der die Insel einhüllte. Die Schwierigkeit liegt hier in der Bildung 
des Wortes. Das rätselhafte hom. dxQvyexog will W. mit Rück- 
sicht auf Bakchylides ev cctqvtci) xdei, wofür fr. 47 Bgk. uTQvyixw 



Literaturbericlit für das Jahr 1911 303 

Überliefert ist, als azQVEvog (wie axieioq neben arixog) erklären, 
das durch Volksetymologie (zu TQvyrjzog, als ob es äxagTCog be- 
deutete) zu ccTQvysTog entstellt worden sei. yai7joxog d. i. o rrjv 
ytjv oycov (vgl. lak. Faidfoxog) nach der Vorstellung, daß die Erde 
auf dem Meere ruhe, wurde als yalav e'xcov gedeutet. W. berührt 
hier ein Problem, das noch wenig erörtert und jedenfalls noch nicht 
gelöst ist. Gegen seine Auffassung habe ich das Bedenken, daß 
jene geographische Vorstellung kaum mit der Religion etwas zu 
tun hatte und daher auch nicht einem alten Kultbeinamen zu 
Grunde liegen kann. Poseidon war ja auch von Haus aus nicht 
Meergott, sondern Erdgott: yaidßoxog heißt er auch im Binnen- 
lande (Sparta, Therapne). Auch alle früheren Deutungsversuche 
sind unbefriedigend: so die antike*^ Wagenfroh', 'Erdhalter , 'über die 
Erde hinfahrend'. Noch eine Möglichkeit bleibt zu erwägen. Der 
Gott heißt yaidßoxog auf der Stele des Damonon als Beschützer 
von Pferderennen, also als iTtniog. Nach der Kultlegende von 
Thelpusa aber (Paus. VIII 25, 4 ff.) hat Poseidon iTiTtiog in Ge- 
stalt eines Hengstes die in eine Stute verwandelte Demeter d. h. 
die Erdgöttin besprungen und mit ihr das Pferd ^AqUov erzeugt 
{%6v .... avrii yai dvidcov.B Antimachos bei Paus.). Das Pferd 
war bei den Griechen ein chthonisches Tier, die Erdgottheiten 
wurden ursprünglich selbst in Roßgestalt gedacht und ihr yocf.iog, 
der das erste Pferd erzeugt, ist das göttliche Vorbild der Pferde- 
zucht. Sollte also Faidfoxog Fdlav oxsvcov oder Faia oxovf^evog 
in erotischem Sinne bedeuten? — ^Ev ytaQog al'ai] deutet W. mit 
Clarke, Pape von v.8iqco als flocci facere : xa^ soviel als 'Schnitzel', 
wertlose Sache und sieht in dem Sprichwort sv xw Käql KLvdvvevsiv 
ein Mißverständnis der homerischen Wendung. 

Ebert, Friedr. Fachausdrücke des griechischen Bauhandwerks. 
I. Der Tempel. Progr. d. Gymn. in Hof. Würzburg 1911. 65 S. 
Aus den Bauinschriften und Vitruv stellt diese Programmabhand- 
lung die technischen Termini der Architektur des Tempels zu- 
sammen und untersucht ihre Bedeutung. Die Ausdrücke variieren 
teilweise dialektisch, z. B. arg. otoißd = att. aTQcof.ia 'Stereobat'. 
Die technische Erläuterung von Wörtern wie f.iEa6f4viq, Ttagaaraöeg 
hat natürlich auch für den Etymologen Interesse. 

Robert, Fritz: Les noms des oiseaux en Grec ancien. Etüde 
semantique. I. partie. Diss. von Basel. Neuchatel 1911. 137 S. 
Eine etymologische Studie über die griechischen Vogelnamen. Der 
Verf. untersucht zuerst die auch in den verwandten Sprachen nach- 
weisbaren vorgriechischen Vogelnamen, sodann von den ausschließ- 



304 Paul Kretschmer 

lieh griechischen 1) die von physischen Eigenschaften des Vogels 
wie seiner Farbe abgeleiteten (z. B. xIuiquov, ccTtovg), 2) die auf 
seinen Flug- oder andere Bewegungen bezüghchen Namen (z. B. 
Uga^, ouooTtvyig). Damit bricht dieser erste Teil ab. Der zweite 
Teil soll die onomatopoetischen (a^dwV, y.oxnt)^), die von der Le- 
bensweise abgeleiteten {d/.av&ig, ahdeTog), die ethnischen Vogel- 
namen ((paatavog), die nach Personen benannten Vögel (dle^TQvwv) 
und die Fremdnamen (Ißig) behandeln. Die etymologische Unter- 
suchung ist vorsichtig und besonnen. Zu weit geht der Verf., 
wenn er auch die Gleichung yioga^ Kogiov)! : lat. corvus cornix umbr. 
curnaco von den vorgriechischen Vogelnamen ausschließt, weil es 
sich um „formations onomatopeiques independantes" handele. Ver- 
mißt habe ich vorläufig oliovog. 

Sittig, Ernst: De Graecorum nominibus theophoris. Diss. 
Halle 1911. 167 S. Der Verfasser dieser vortrefflichen Dissertation 
hat ein religionsgeschichtliches, nicht ein grammatisches Ziel im 
Auge. Er zieht aus der Verbreitung der mit Götternamen zu- 
sammengesetzten oder davon abgeleiteten Personennamen Schlüsse 
auf die Verbreitung der Kulte und kombiniert sie mit den An- 
sichten, die er, in der Schule 0. Kerns, über den Ursprung und 
die Wanderung dieser Kulte auf Grund anderweitiger Erwägungen 
gewonnen hat. Im einzelnen freilich hatte er vielfach Veranlassung, 
sprachliche PVagen zu berühren. Ich kann hier nur weniges er- 
wähnen. S. 28 vertritt er mit mir und anderen die Ansicht, daß 
die Göttin Athene nicht ihren Namen der Stadt Athen verdankt, 
die vielmehr nach der Göttin genannt ist, und er nimmt an, daß 
Boioter den Athenakult nach der Akropolis gebracht haben, wo 
der Kult des Poseidon älter war, ein Zusammentreffen, das sich 
in dem auf dem Westgiebel des Parthenon dargestellten Mythus 
vom Streit das Poseidon und der Athena um das attische Land 
niedergeschlagen hat. Ich möchte hier daran erinnern, daß der 
attische Dialekt wahrscheinlich sein tt = aa und qq = qo den 
Boiotern verdankt. Das führt zu dem Schluß, daß die Boioter, 
die aus Thessalien in Boiotien einwanderten, an den Grenzen Attikas 
nicht Halt gemacht haben, sondern einzelne Schwärme auch in 
Attika eingefallen sind und daß insbesondere die bedeutendste hel- 
lenische Stadt auf der boiotischen Okkupation einer altattischen 
oder altionischen Ansiedlung, die den ionischen Gott Poseidon ver- 
ehrte, zu beruhen scheint. — S. 101 bringt S. den kret! Gottes- 
namen J^eXxctvog, kypr. FoXyctviog mit etrusk. velxanei und lat. Vol- 
canus zusammen. Den Aufsatz von Kannengießer über die An- 



Literaturbericht für das Jahr 1911 305 

klänge eteokretischer Namen an etruskische, den ich Glotta IV 
311 f. besprochen habe, kennt er noch nicht. In dasselbe Kapitel 
gehört der Wechsel von Tenuis und Aspirata in Tagy^hog : Qag- 
yi^Xiog, den auch ich wie der Verf. S. 57 f. zu beurteilen geneigt 
bin, d. h. aus vorgriechischen Lautverhältnissen erkläre ; vgl. Glotta 
a. a. 0. 312. 

Lambertz, Max: Zur Doppelnamigkeit in Ägypten. Jahresber. 
d. Elisabeth-Gymn. in Wien 1911. 30 S. Vorläufer des Aufsatzes 
in der Glotta IV 78—143. 

Tuckey, Ralph Hermon: The Stoic Use of Is^ig and (pgccoig. 
Class. Phil. VI 444—449, bestreitet gegen Striller De Stoicorum 
stud. rhet., daß die Stoiker im Gegensatz zu den Peripatetikern 
Xi^ig nur im Sinne von "^ Wort' verwendeten. In der Definition des 
Diogenes von Babylon, Diog. Laert. VII 38. 56, bedeutet Xe§ig 
Sprache ohne Rücksicht auf den Inhalt: der löyog ist immer otj- 
[xavTiyiog, die Xi^ig ist auch datjfxavTog. cpQaoig als rhetorischer 
Ausdruck scheint stoischen Ursprungs: Aristoteles, Anaximenes, 
Demetrios gebrauchen es noch nicht. 

Boisacq_, Emil: Dictionnaire etymologique de la langue grecque. 
6. 7. Lieferung (x,aAwg — Xavy.avir]). Heidelberg, Winter. 1911. 
S. 401—560. 

daeAyrjg: W. Havers IF. XXVIII 194—202 sieht als Grund- 
bedeutung des Wortes 'wahnsinnig' an und erklärt es als Lehn- 
wort aus dem Boiotischen: aaelyrjg sei gleich *d&Ely7']g, dies aus 
a-, der Schwundstufe von sv, und ^elyco zusammengesetzt, s. v. a. 
'geschlagen , 'durch Schlag verwirrt'. Der erste Teil dieser Er- 
klärung wäre glaublich, aber die Präposition a- = sv, über die H. 
kurz hinweggeht (Schulze KZ. 29, 264, Solmsen Unters. 297 u. a. 
operieren mit ihr), scheint mir noch eine sehr zweifelhafte Größe 
und die Etymologie der eigentlichen Bedeutung von a. nicht ge- 
nügend gerecht zu werden. 

'Ä(pQoöizij: Ernst Maass, Aphrodite und die heil. Pelagia. N. 
Jahrb. f. d. klass. Alt. XXVII 457—468, stellt Belege für cccfQodirri 
als Appellativum im Sinne von 'Schönheit' zusammen: das Wort 
komme so schon in der Poesie des V. Jahrhunderts vor: Aisch. 
Ag. 402, Eur. Phoin. 397. Iph. Aul. 1264, Pind. fr. 90 Bgk. {Xa- 
QLTSGOL /.ai avv ^^(pQoöitq), dann in der späteren Prosa, Dion. v. 
Hai. comp. verb. III 17, Lukian Skythes 11. Philostr. V 21 
S. 180 K. Nach M. kann hier schon wegen des Alters der Belege 
keine Metonymie vorliegen, wogegen auch das sehr alte Adjektiv 
S7taq)Q6diTog spreche, d. i. 'der, an dem ag)QodlTrj Schönheit ist'. 



306 Taul Kretschmer 

Trotzdem schließt sich M. der Etymologie von L. Meyer u. a. an: 
'u4(fQodiTrj aus dcpQog + *dTcä "^glänzend' zu skr. -dtti- in su-dlti 
von schönem Glanz, so daß also '^. die Schaumglänzende bedeuten 
würde. Ich verstehe zunächst nicht, wie man bei dieser Auffassung 
um die Annahme einer Metonymie herumkommt. Wenn acfgodi-uri 
die Schaumglänzende bedeutete, so konnte sich doch daraus das 
Appellativum 'Schönheit' nur über dem Namen der Göttin hinweg 
entwickeln. Weiter aber, wodurch wird denn bewiesen, daß im V. 
Jahrhundert in der Poesie eine Metonymie unmöglich war? Es 
genügt doch schon die Tatsache, daß ^Aq^Qodht] als Name der 
Göttin uralt ist d. h. schon bei Homer auftritt, als Appellativum 
aber erst in der Poesie, nicht der Prosa des V. Jhs. und dann erst 
in später Prosa begegnet, um zu beweisen, daß das Appellativum 
sekundär ist. M. verlangt Analogien für die angenommene Me- 
tonymie. Die nächstliegende ist KvuQLg im Sinne von 'Liebes- 
genuß': Eurip. Bakch. (iSS. Aristoph. Ekkl. 122 (rtjv tcIjv elsvd-eQtov 
vq)aQrcdCeLv Kvjiqlv). Thesm. 205 {v(paQTtdtELv xe. ^r^leiai' Kvtcqlv). 
Gerade ^^(pQodnri und Kvttqiq konnten sehr leicht zu Appellativen 
werden, weil die in ihren Kreis gehörigen ^'Eqcoq, Xdgig, Tlsid^a 
zugleich Gottheiten und Abstrakta waren; daß in diesen Fällen 
das Appellativum das primäre war, tut nichts zur Sache. Wenn 
STtr/agig auch ursprünglich den bedeutete, bei dem Anmut ist, so 
konnte es doch auch aufgefaßt werden als 'der, bei dem Xdgig 
steht', und ein analoges STtacpQodizog'^ der ^ bei dem ^AifQodixri steht', 
erzeugen. Übrigens war den Griechen schon durch hom. '.Agr^g = 
'Krieg' und Name des Gottes diese doppelte Funktion eines Nomens 
vertraut. Für die Etymologie von 'AcpQoölrTj ist also die Verwen- 
dung als Eigenschaftswort belanglos. Meine Deutung des Namens 
aus dqiQog und bdlxä- 'die über den Schaum wandelnde' KZ. 33, 
267 hat vor der obigen den Vorzug, daß sie nur griechische 
Wörter heranzieht. Griech. ^dixä 'glänzend' dagegen ist rein hy- 
pothetisch. Der Einwand von Prellwitz Et. Wb. ^ 68, daß das 
Fem. von oölirjg auf -ig ausgehen müßte, ist unberechtigt. Ich 
hatte schon auf xafxia : xaf.uag hingewiesen: wie der Stamm xat^uä- 
wird auch oöixä- ursprünglich Commune gewesen sein. Bei dieser 
Deutung ist ^AcpQodiTri synonym mit dem Namen einer verwandten 
Gestalt, der ^evAod-ta oder visw-ad^ia d. h. der über den weißen 
(Schaum) laufenden, die auch KaXiq genannt wurde. 

ßaatXevg: Edw. Fay, Ciass. Quarterly V 119—122. ß. soll 
'viam muniens' {ßdaig 'Gang') oder 'cateruam resoluens' bedeuten. 
Wertlos. 



Literaturbericbt für das Jahr 1911 307 

Fayjiag, Fäy/cov: F. Bechtel KZ. 44, 354 stellt die Namen 
arg. Faipiag, delph. Faipiov zu yaTcelelv, a(.ieXeiv Hes. : angls. 
ceaflas Kinnladen, y. eigentlich 'oscitari, Maulatfen feil halten'. 
Neben dem vorausgesetzten *yayrrw steht xa/rrw herunterschlucken, 
Y.äipig das Schlucken, ferner ndd. ndl. happen 'schnappen, wohl 
alles laut nachahmende Wörter, daher auch die Variation des An- 
lautes. 

yfj., yaXa: K. Brugmann Idg. Forsch. 29, 200—209. Ich habe 
Wien. Stud. 24, 523 ff. dor. da 'Erde' in Jä}.iaT7jq für einen ur- 
alten Lallnamen der Erdgöttin erklärt. B. faßt in analoger Weise 
yä auf. Diese Annahme habe ich seiner Zeit auch erwogen, aber 
mich gescheut sie auszusprechen, weil mir neben da und f.ia. ein 
dritter Lallname yä für Mutter, Mutter Erde etwas bedenklich 
vorkam und g in Lallwörtern mindestens selten sein dürfte, wenn 
es nicht ganz fehlt. B. will zwar an dem Terminus *^ Lallnamen 
nicht unbedingt festhalten. Aber dann bliebe das Wort etymo- 
logisch dunkel, und wir kämen über Danielssons Auffassung von 
ycc als Wurzelwort nicht hinaus. Denn nicht klar ist, was wir 
uns unter Wörtern, die oft mit besonderer Gefühlsartikulation ge- 
sprochen werden, vorstellen sollen. — yala und ixaia erklärt B. 
als Zusammenrückungen von ya, f.iä -\- cua < *«//« = lat. avia 
^Urmutter'. Aber dann müßte {.lala 'Mutter Großmutter' od. dgl. 
bedeuten, was nicht einleuchtet. Auch wäre die Kürzung der drei- 
morigen Länge in *f.iäia aus jt/a aia nicht weniger auffällig als 
die bei Entstehung von (.lala aus f^ia + Suffix -la (wie in noivia) 
anzunehmende, die B. beanstandet. Daß ,i<a7a sich zu ^<a ver- 
halten könne wie avay/.al'ti : avay^tjj usw., bestreitet B., weil dann 
^ [la'iä zu erwarten wäre. Allein der mit dem Appellativum iden- 
tische Name der Mutter des Hermes lautet an der ältesten Beleg- 
stelle Hesiod Th. 938 tatsächlich Mairi, und f.iala ist da, wo es 
zuerst vorkommt, in der Odyssee an allen zwölf Stellen Vokativ, 
kann sich also zu Mail] verhalten wie hom. Vok. vv(.icfa : vvincpi], 
und der viel gebrauchte Vokativ hätte dann später nominativische 
Geltung erlangt. Die Bildung von *uaiä zu f.iä hat eine genaue 
Parallele an ^em Tante, i^elog Onkel zu *d^rj, redupliziert rrj^rj, 
Ttjd^ig, lit. dede Onkel, ksl. dedü Großvater, auch ein Lallwort. 
Auch an skyth. Zsvg nanalog Herodot IV 59 vom Lallwort Harca 
* Vater sei erinnert, falls es indogermanisch ist. 

öovkoqi K. Brugmann Morph. Unters. VI 365 — 67 hält an 
seiner Verbindung von d. mit got. taujan 'machen' (IF. V 342f.) 
fest und erklärt dor. dcolog aus einer Grundf. *döul > döl die 

Glotta V, 4. 21 



3Qg Paul Kretschmer 

Werktätigkeit. Mir scheint die Etymologie begrifflich zu wenig 
zwingend. 

iXiHrj: Em. Boisacq Mem. Soc. Lingu. XVI 261 — 263 tritt 
gegen die Gleichung elUtj = ir. sali, gall. Scilicilla, ahd. salaha, 
nhd. Saliveide und für Hoops Verknüpfung mit angls. uielig, neu- 
engl. willow Weide ein. Wenn der Name des '^Elimov "^Weiden- 
berg"* bedeutet, was nicht sicher, aber allerdings wahrscheinlich 
ist, so ist F für fA/xtj durch FeXtMiv in dem neuen Korinna-Pa- 
pyrus und damit auch Hoops Etymologie erwiesen. B.s Kombi- 
nationen haben in der Tat viel Einleuchtendes. Doch bleibt der 
Spiritus asper von e?Jxij zu erklären. Fick KZ. 44, 338 vermutet 
zwei Wörter: eXUri = lat. salix und ßeliKa = engl, willow. 

evLoc: K. Brugmann Idg. Forsch. 28, 355—358 knüpft e. mit 
Curtius 5 310 an tv-q der dritte Tag, Ivo- jener an. svioi f.iev . . ., 
evLOL dt 'diese . . ., jene' 'die einen . . . die anderen' habe zur 
Gleichsetzung mit TLveg, oXi'yoL geführt. 

'Enaviöag: F. Bechtel KZ. 44, 355 leitet diesen lak. Namen 
von einem Adjektiv *S7tävi^g ab, das mit dor. jXQOOävrß, att. 
TtQävTQg zusammengehört. 

eafiög: K. Brugmann Idg. Forsch. 28, 354f. hält au der Ab- 
leitung von irji-ii (bei Aristot. aq)E0i.i6g) fest mit Vergleichung von 
lat. exämen zu exigo. 

svxO'Qiotia, evxO'Qi'OxeXvi Th. Schermann: EvxaQiOTia und 
EvxaQioieiv in ihrem Bedeutungswandel bis 200 n. Chr. Philol. 
69, 375 — 410. svxaQiorog begegnet schon bei Harodot und Xe- 
nophon, evyaQioiia evxccQKJTsiv erst bei Menander und in der hel- 
lenistischen Literatur. Den Verf. interessiert das Wort besonders 
als liturgischer Ausdruck der christlichen Literatur. Schon Philo 
braucht ihn im Sinne von 'Dankopfer (und von 'Wohlwollen), 
Paulus für das liturgische Dankgebet. Seh. verfolgt ihn weiter 
durch die urchristliche Literatur hindurch. 

OavXiog: F. Hiller v. Gaertringen Hermes 46, 154—156 teilt 
eine Altar-Inschrift aus der Gegend von Pharsalos Jiog Gavliov 
mit und vergleicht Qav(.iog i] Qavlog' "^Qr^g Maytedoviog Res., das 
Fest der Qavlia, den attischen Qavliov, der dem Zeus Polieus 
den Stier opfert. F. Solmsen Herrn. 46, 286—291 stellt den Namen 
ansprechend zu dem zweiten Teil von Kavdavh^g d. i. y.vidxYijg, 
ksl. daviti würgen und erinnert an die alte Art der Stieropferung, 
bei der das Tier zunächst gewürgt wird. 

'Io<pcöa<ja: F. Bechtel KZ. 44, 355 bringt diese Namensform 
als Parallele zu mel. KXucpMöoa (Glotta II 355) bei. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 309 

KaXki'd'veaaa'. F. Bechtel KZ. 44, 356 erkennt in -^vsaaa 
das F'em. zu mask. -&vtvzg — lat. furens, idg. dhushifs (ai. VI. 
Klasse). 

xatrj^TJg: W. Prellwitz KZ. 44, 123 f. verteidigt die antike 
Etymologie /.ara + cpäog ,,mit niedergeschlagenen Augen", -ri-cprjg 
vergleicht er speziell mit skr. ä-bhä- 'Glanz, Licht' und sieht 
dieses -rj-, dor. -ä- = skr. ä auch in u7isQrj(pavog, f-TtaßoXog, f-y.d- 
ßolog, rjßoXov Hesych. Unbekannt scheint P. die Etymologie von 
Schwyzer (vgl. Glotta II 354), der die seinige nach der begriff- 
lichen Seite vorzuziehen ist. 

neXeög: F. Bechtel KZ. 44,357 stellt diesen Namen des Grün- 
spechts zu lit. külti 'dreschen', da ihn Aristoteles als ^vkoxoTtog 
beschreibt. Nicht sicher, weil das Verbum im Griechischen nicht 
nachweisbar ist. 

KEQaaog: E. Boisacq, Mem. Soc. lingu. XVII 58 f. vermutet in 
■KSQaoog, d-vQOog, Ttiaog, A.äqnaoog eine giftige Pflanze, nv^og Ent- 
lehnungen aus dem Thrakisch-Phrygischen; doch fehlt eine hin- 
reichende Begründung dieser Annahme. 

xoafiog'. K. Brugmann Idg. Forsch. 28, 358—363 aus *y.6Q7t- 
ffjuog zu skr. kalp- 'ordnen', krp- Gestalt, lat. corpus. Etymologien, 
die so starke lautliche Entstellungen voraussetzen, sind immer nur 
Möglichkeiten, zumal in diesem Fall, wo das Wort anderweitig im 
Griechischen nicht vorkommt. 

HQdvog: E. Boisacq, Mem. Soc. lingu. XVII 56f. schließt sich 
Niedermanns Vergleichung mit lit. Kirnis 'Schützer der Kirsch- 
bäume' an und trennt daher x. von alb. S-arie Kornelkirsche, dessen 
^- auf Palatal zurückgeht. 

XoZa'9-og: H. Osthoff Morph. Unt. VI 314-326 aus urgr. 
^loihiG-d-F-o-g 'der schwächer laufende' aus ^Xoüua- = germ. 
*lais-iz- 'weniger' + d^oog. Nicht überzeugend. 

XvaixeXeXv: Lorenz v. Straub, Philol. 70, 157 — 160, verteidigt 
die alte Auffassung von Xvaizeh'jg als *^die Kosten einbringend, 
lohnend' (Ivelv tcc Tilt]). Das Wort gehört ursprünglich dem 
Geschäftsleben an. 

vöGog'. nach K. Brugmann Idg. Forsch. 28, 363 — 366 aus 
^voQToFog zu lit. narsas 'Loxxi^ ^-nartinti zornig machen. Zweifelhaft. 

'OfißQiag: F. Bechtel KZ. 44, 357 f. Sklavenname auf einer 
Inschrift von Phigaleia neben XotgoS-viov zu o/ußgiov xoiqiölov 
Hes., das Nauck = oßgiov setzt. Also wieder eine rätselhafte 
Nasalierung. 

ojiXöreQog: H. Osthoff Morph. Unt. VI 326—336 verbindet 

21* 



310 Paul Kretschraer 

das Wort mit vTrsgorclog 'übermäßig' und schließt auf ein Subst. 
*07tlov 'Ende', ortltj Huf = Eudpartie, vuegoTtlog ■= v/cegrel^g, 
OTtloreQog = mehr am Ende befindhch. 

dQ'd'oyQdq)oq'. Th. Birt, Rhein. Mus. G(3, 147 — 149, weist gegen 
Mitzschke nach, daß OQd^oyQacpcov auch auf der attischen Grabstele 
des Timokrates (-Bacrijg ^^d-iqvä XVIII 57. XXIII 150) einen Lehrer 
der Rechtschreibung bedeutet. 

ö^vQvyxog: iV7x. -Bitjg, Rhein. Mus. 66, 636 — 640, tritt für 
Wilckens Auflassung von 6§vQvyxog xaqayiiy^Q als 'Majuskelschrift' 
(weil sie spitz zulief) ein. 

TQvionaxQeXg'. G. Lippold Ath. Mitt. 36, 105—109. Wie L. 
über diese problematischen Gestalten attischen Glaubens urteilt, 
ist sachlich recht einleuchtend. Die Athener opfern den Tqlto- 
TtazoQEg oder TgironaTgslg nur vor der Hochzeit vttsq yereoecog 
naidcüv. Ihr Gebet lautete: rtaXg f-ioi TQLToysvr^g el'rj, [xrj tqito- 
yivEia. Die Ehe des Atheners diente aooTO) Ttaidcov yvTqaUov. 

Diese Tatsachen, zu denen noch die Hesychglosse TQiroxoi'Qri 

yviqala uaQd-evog kommt, weisen auf ein Adjektiv * iQiTog = yvrjaiog 
'echt'. TQiTOTtaroQsg also die 'echten Väter', Athena TQtroyeveia 
als echte Tochter des Zeus. Leider fehlt die etymologische Be- 
stätigung dieser Deutung. 

vvvTj: K. Brugmann Idg. Forsch. 28, 366 — 369. Schon Plu- 
tarch leitet v. von vg ab. Die Schwierigkeit liegt im zweiten Be- 
standteil, das 'Schnauze' oder 'Nase' bedeutet haben muß (vgl. 
ir. socc Schnauze, Pflugschar). B. zieht verschiedene mit sn- an- 
lautende german. Wörter heran, die Schnüffeln, Schnauze u. dgl. 
bedeuten. 

^'d'ia: A. Cuny Mem. Soc. Lingu. XVI 323 — 326 will den 
Ortsnamen 0^fä mit QEaoaXoi zusammenbringen. QeooaXog boi. 
OETiaKog thess. neri^alög sei redupliziertes '^quhe- quthjaJos, Od^ia 
mit f-Suffix von der Schwundstufe guhdh- abgeleitet. Diese sehr 
künstlichen Kombinationen sind nichts weniger als einleuchtend. 
Daß der nach verbreiteter Ansicht westgriechische in Thessalien 
eingedrungene Stamm der Thessalor mit dem Namen des Ortes 
oder der Landschaft OS^ia etwas zu tun habe, wird durch nichts 
erwiesen oder nur nahe gelegt. Griechische Ortsnamen können 
ferner nicht durch indogermanische Laut- und Bildungsgesetze 
erklärt werden, sondern nur durch griechische. Drittens erweist 
faväaoo) nicht, daß y,xj zu oo wurde. Denn wenn * ßavdy.zjcü zu 
*ßava^to wurde, fiel es mit dem Futurum zusammen und es ist 
begreiflich, daß das Praes. "^ßavä^to deshalb nach agcaaio : agd^w 



Literaturbericbt für das Jahr 1911 311 

USW. durch ßavdooto ersetzt wurde. Ebenso wäre ein * Fdva'S,ä aus 
"^ FdvaAxjd singulär gewesen. Ich habe Glotta IV 307 Q)dia. als 
Reich der 08^1 eg d. i. der Toten gedeutet. Dr. Rud. Hensel 
(Liegnitz) weist mich darauf hin, daß Plato Kriton 44 B bei dem 
Namen Od^lrj ebenfalls au 'Totenreich' gedacht habe. Dort er- 
zählt Sokrates, daß er auf den Tag seines Todes aus einem Traum 
schließe, den er gehabt habe: eine schöne Frau in weißen Ge- 
wändern sei ihm erschienen und habe zu ihm den homerischen 
Vers gesprochen: 

^laxi /.ev rgiTaro) (Ddlr]v tQi'ßtoXov r/.oio. 
XaXHodQag: F. Bechtel KZ. 44, 125 f. aus yalKog + 'occq „der 
mit Erzwaffeu vertrauten Umgang hat". Einleuchtend. 

Syntax 

(jildersleeve, Basil Lanneau: Syntax of Classical Greek from 
Homer to Demosthenes. II. Part. With the Cooperation of Gh. 
W. E. Miller. New York, Amer. Book-Company (s. a.) S. 191—332. 
Der I. Teil dieser auf fünf Bäudchen berechneten Syntax des 
klassischen Griechisch ist bereits 1900 erschienen und die Anlage 
und Darstellungsweise des vortrefflichen Werkes daher bekannt. 
Der II. Teil enthält die Fortsetzung der Lehre vom einfachen Satz 
und die Syntax des Artikels von Miller. 

Fraenkel, E. Grammatisches und Syntaktisches. Idg. Forsch. 
28, 219—251. I. Zur Verblassung der einem Wort ursprünglich 
innewohnenden Spezialbedeutung. Der Hauptgegenstand des Ar- 
tikels sind eigentlich nicht jene kontradiktorischen Wortverbin- 
dungen wie vr/.raQ soivoxdsi, XQvoal ccQyvQideg, die der Titel im 
Sinne hat, sondern ,,der Akkusativ der Intensität", wie man den 
Akk. in v.qayov /.e/.qct^Eiai , Ttlvvov /rXvveaS-ai, £7tr/.X^v yiaXelv 
nennen kann. Dazu gehören auch die Adverbia auf -ö6v, -drjv. 
Das -ö- war nach F. zunächst bei den vokalisch auslautenden 
W^urzeln wie fcela- : £{.iTtelaö-6v, ftsldtsiv berechtigt. II. Behand- 
lung von ersten Kompositionsgliedern als selbständige Noraina z. B. 
yiQsrjcpayiri ßoeiiov, wo x^er^- = x^ewv gedacht ist. Analog im Äoli- 

schen rogyiviög i^/.u /.alw, wo das Adjektiv syntaktisch = 

roQylvio gesetzt ist. III. Fälle von patronymischem Gen. statt des 
zu erwartenden Adjektivs in den äolischen Dialekten. Nach F. 
tritt der Gen. ein bei patronyraisch gebildeten Eigennamen wie 
Juovvaioq, 2aiovöag und bei Frauen: Milaaia Kalli/,Qiz7j. IV. ovös 
nach dem Komparativ im Sinne von tJ. 

Havers, Wilhelm: Untersuchungen zur Kasussyntax der in- 



312 Paul Kretschmer 

dogerm. Sprachen. Untersuch, z. idg. Sprach- u. Kulturwiss. 3. 
Straßburg, Trübner 1911. 335 S. Das Werk beschränkt sich auf 
ein enges syntaktisches Gebiet, es untersucht den mit dem Genitiv 
in Austausch stehenden Dativ des persönlichen Anteils (z. B. jn 177 
eiagoioiv Iti ovava 7iäaiv aleiipa — |M 47 sraigiov '/.iqQOv deilirjoag)^ 
dies aber in sehr umfassender und gründlicher Weise. H. ver- 
folgt den Gebrauch dieses Dativs, für den er den Namen Dativus 
sympatheticus vorschlägt, durch das ganze Gebiet der indo- 
germanischen Sprachen und will namentlich feststellen, wie sich 
in ihnen die dativische und possessive Ausdrucksweise zu einander 
verhalten. Für das Griechische führt er diese Untersuchung S. 02 
— 169 von Homer an bis auf Polybios und die Koine durch und 
findet hier ein beständiges Zurückgehen des symp. Dativs, der zu- 
letzt im Gen. formell aufgeht. Ursprünglich sei dieser Dativ nur 
beim Personalpronomen üblich gewesen und erst von diesem auf 
die übrigen Pronomina und auf die Nomina übergegangen, im 
Griechischen dies in geringem Umfang. Er macht wahrscheinlich, 
daß /.loi, TOI von Haus aus Dative, nicht Gen. oder Lok. waren. 

Stahl, I. M. Intransitives ßdXksiv, weist nach, daß dies 
(außer dem singuläreu ßahop y.d&evde 'schlafe drauf los' Epiktet. 
Diss. H 20, 10. IV 10, 9) nur in Verbindung mit eig (ältester 
Beleg slg aXa ßdllwv II. 11, 722), selten anderen gleichbedeutenden 
Präpositionen vorkommt. 

Kluge, Heinrich: Syntaxis graecae quaestiones selectae. Diss. 
Berlin 1911. 61 S. Von diesen Beiträgen zur Syntax handelt der 
erste vom ,, emphatischen Imperativ", der durch dye, (f^QS, l'^i, 
idov eingeleitet wird, und vom Imperativischen Infinitiv, der zweite 
von der Syntax der Iterativa. Der Verf. geht hier von einer Hy- 
pothese aus, die sein Lehrer W. Schulze Qu. ep. 63^ nur kurz 
angedeutet hat, daß nämlich I6߀0/.s aus ^' laßer + Partikel xe 
hervorgegangen sei, also von Haus aus keine iterative Bedeutung 
hatte, und stützt sie durch homerische Stellen wie P 423 i^g olqu 
Tig UTIBO/.S 'so sagte wohl mancher , yi 637 aXlog (.liv /.loysiov 
a7io'KtvrjoaOY.£ TQa7te^i]g = dyrty.ivr^a£v ap. 

Kieckers, Ernst: Die Stellung des Verbs im Griechischen und 
in den verwandten Sprachen. I. Teil. Die Stellung des Verbs im 
einfachen Hauptsatze und im Nachsatze nach den gricch. Inschriften 
und der älteren griech. Prosa, verglichen mit den verwandten 
Sprachen. Straßburg, Trübner 1911. 156 S. Die Wortstellung 
im Griechischen ist eine bisher ziemlich vernachlässigte syntak- 
tische Frage, für die die nun von K. untersuchte Stellung des 



Literaturbericht für das Jahr 1911 313 

Verbs eine zentrale Wichtigkeit hat (ich habe gelegentlich das- 
selbe Thema einem Schüler zur Bearbeitung vorgelegt). Daß der 
Verf. die Prosa zu Grunde legt und besonders die Inschriften 
heranzieht, um eine von der Metrik und rhetorischen Faktoren 
wie dem Rhythmus der Kunstprosa unabhängige, „natürliche" 
Wortstellung zu ermitteln, ist gewiß zu billigen. Sein wesentliches 
Ergebnis ist, daß im einfachen Hauptsatz Mittelstellung, im Nach- 
satz Anfangsstellung des Verbs habituell ist, andere Stellungen 
okkasionell d. h. durch besondere Verhältnisse bedingt sind. Die 
Art, wie K. die verwandten Sprachen zum Vergleich heranzieht, 
wirkt etwas störend und verwirrend. Bei der Schwierigkeit, Re- 
geln nur für eine einzelne Sprache aufzustellen, ist es wohl rich- 
tiger, zuerst für jede Einzelsprache den Tatbestand festzustellen 
und dann zur Vergleichung zu schreiten. Nicht einverstanden bin 
ich ferner mit der Disposition des Stoffes. K. beschränkt seine 
Ausführungen im I. Kapitel über die Stellung des Verbs im ein- 
fachen Hauptsatz auf die Aussagesätze: die Fragesätze und Be- 
fehlssätze sollen nach S. 4 später (also wohl im H. Teil des Werkes) 
an die Reihe kommen. Zuerst hätte doch wohl die Stellung des 
Verbs im einfachen Satz vollständig dargestellt werden müssen, 
ehe die im Nachsatz behandelt wurde. K. jedoch untersucht die 
Stellung des Imperativs Futuri auf -tw(j'), -o&co{v) im Nachsatz, bevor 
er uns über dieselbe im einfachen Satz belehrt hat. Vom Imper. 
fut. geht er sogleich zum Verbum finitum im Nachsatz über, ohne 
die übrigen Imperativischen Satzarten — 2. Sg. i) und PI. Imper., 
imperativischer Infinitiv und imperativisches Futurum, wie es z. B. 
im Gesetz von Gortyn häufig ist — erledigt zu haben. Eine Recht- 
fertigung dieses Vorgehens, das ein abschließendes Urteil über 
seine Ergebnisse nicht erlaubt, gibt der Verf. nirgends. 

Paul Kretschmer 



Italische Sprachen und lateinische Grammatik 

Die Frage der Verwandtschaft der Etrusker mit Völkern 
des ägäischen Kreises behandelt A. Kannengießer Klio 1 1, 26 — 47 

1) Bei dieser Gelegenheit sei auf den seltenen Fall von Zeugnissen 
für die Stellung 'des Verbums in der Urzeit hingewiesen: es sind dies die 
Komposita vom Typus uQx^xaxo?, (ffQsoixog, iXxsxirwves und die Analyse von 
(fSQf'TW in *bhere töd. Sie zeigen, daß die 2. Sg. Imper. in der Zeit, in der 
diese Bildungen entstanden, vor das Objekt und vor adverbiale Bestim- 
mungen gesetzt wurde. 



314 Felix Hartmanu 

(schon Glotta IV 311 besprochen). — Arbeitet dieser Aufsatz mit 
gesichertem Material und gründlichen Kenntnissen, so führen da- 
gegen die folgenden wieder auf sehr schwankenden Boden. — Fr. 
von den Veldeu nimmt Pol. anthrop. Rev. 1911 (10) 26ff. die An- 
sicht Thomseus, der Verwandtschaft mit kaukasischen Sprachen 
vermutete, wieder auf und glaubt im Lesghischen besondere Ähnlich- 
keiten zu finden. Die Ergebnisse sind aber sehr dürftig und, da nur 
auf Äußerlichkeiten bezüglich, nicht überzeugend. V. hat auch das 
Surselvische nach Spuren etruskischer Wörter durchsucht, ohne 
Resultat, nach eignem Zugeständnis; dagegen glaubt er einige räto- 
romanische Wörter mit kaukasischen vergleichen zu können und 
sieht darin eine Bestätigung seiner und Thomsens Ansicht. Viel- 
mehr spricht grade dies ,, Ergebnis" gegen die Methode des Vfs. 
— Ganz ohne Methode und Sachkenntnis beurteilt 0. Hauser die 
Frage Pol.-authr. Revue 10, 158 ff. 

Die Frage des Matriarchats bei den Etruskern berührt Elia 
Lattes, Ath. e Roma 1910, 1 — 11. Durch Vorlegung des Ma- 
terials sucht er zu beweisen, daß erst verhältnismäßig spät und 
vielleicht unter ägyptischem Einfluß die Hinzufügung des Metro- 
nymikons häufiger wird, daß dies aber immer dem Vaternamen 
folgt; er bezeichnet daher die auf die Angabe des Mutternamens 
gegründete Schlußfolgerung, bei den Etruskern habe Mutterrecht 
gegolten, als un grave e frequente errore. 

Von einzelnen Denkmälern behandelt Gustav H erbig aus- 
führlich die etruskische Leinwandrolle des Agramer National- 
museums Abb. der Kgl. Bayr. Akad. 25 (4) 45 S. Er lehnt dabei 
alle früheren Deutungs versuche von Lattes, Torp, Bugge, 
Skutsch ab und betont den funeraren Charakter, der bei allen 
Einzeldeutungeu zu Grunde gelegt werden müsse. Dies Ergebnis 
wird durch die sehr vorsichtige und genaue Prüfung der Fund- 
umstände und die Vergleichuug des Textes der Fule)ia-Ro\\e ge- 
wonnen. — Eine etruskische Münzlegende, die sich vielmehr als 
einem norditalischen keltischen Dialekt zugehörig zu erweisen 
scheint, behandelt derselbe Gelehrte Glotta HI, 2810'. — Zwei 
Einzelwörter deutet 0. A. Danielsson überzeugend in der Fest- 
schrift für K. F. Johansson S. 81 ff., qutmi wird als^Krug', ifahvna, 
d^afna als '^Becher' erwiesen. Die augeblichen Genetive auf -al 
und -ia, -aia, -eia deutet E. Lattes Glotta HI, 164 — 170 als ad- 
jektivische Bildungen. — Die etruskische Glosse aQif.iog, 'Affe be- 
handelt J. En dz elin Glotta HI, 275. — Der Vollständigkeit halber 
sei der Aufsatz von ° George Hempl, Early Etruscan Inscriptions 



Literaturbericbt für das Jahr 1911 315 

(Fabretti 2343—2346) im Matzke Memorial Volume published by 
the Stanford University, California, 1911, 18 S. erwähnt, über den 
Glotta III S. 344 und E. Vetter, ZöGy. 1912, 1074f. zu ver- 
gleichen ist. 

Ein Hilfsmittel von außerordentlicher Bedeutung für das Stu- 
dium des Etruskischen hat Elia Lattes vorbereitet und beginnt 
seine Veröffentlichung in den Memorie della r. accademia di ar- 
cheologia . . . Napoli 1911, einen lexikalisch geordneten Index aller 
etruskischen Wörter, bei dem die Möglichkeiten der Deutungen 
sorgfältig erwogen und die versuchten registriert werden. Der 
Buchstabe a umfaßt die Seiten 1—78 und 109—209 in großem 
Quartformat, das Werk enthält nach den Worten des Vf. das Er- 
gebnis vierzigjähriger Arbeit; möge es ihm vergönnt sein, die 
Publikation, die kein andrer wagen dürfte, zum Abschluß zu 
bringen. 

Verhältnismäßig lebhaftes Interesse hat sich dem TJmbrischen 
zugewendet. Bei weitem die wichtigste der Arbeiten, die sich mit 
ihm beschäftigen, ist die von K. Brugmann, Berichte der sächs. 
Ges. der W. phil.-hist. Kl. 64, 153—175. Auf Tafel 5, lOff. deutet 
B. in Anschluß an Wackernagel KZ. 43, 295ff. kastruvuf als 
'fundos', nurpener als nu + arpener, übersetzt et nu 'und 
zwar', verbindet vepurus, vepuratu mit Isißw (v = /, p fürt), 
felsva mit ocpellu) 'das Schuldige' und übersetzt: 'wer das Flamen- 
amt hat, soll nebst den gottesdienstlichen Spenden die pflicht- 
mäßigen Geldabgaben, nach dem gutachtlichen Befinden der Atie- 
dischen Brüderschaft darüber, beschaffen und zwar mit Verteilung 
der Leistungen auf die einzelnen Grundstücke'. — Mit Isißoj wird 
ferner vestigia uestisiam, vestikatu uesticatu, vestis verbunden, 
indem ein Stamm *vepur- = '*leihös zugrunde gelegt wird. Für 
vestis wird persnis aus -it(o)s als Partiz. der «-Konj. verglichen. 
Fragend zieht B. auch vesklu- iiesclo- 'Libationsgefäß' hierher, 
das kaum zu väs gehören wird. — Bei der Besprechung der Re- 
lativpartikel *-e (-i, -e, -/; -ei, -e) führen die verschiedenen Schrei- 
bungen auf ursprüngliches -oi, das mit der litauischen Pronominal- 
partikel ai verglichen wird (?). Ferner erklärt ß. die Erhaltung 
des -s im Nom. sing, pisi neben -pis daraus, daß auch sonst der 
Nom. sing, nur -s aufweise; Atiersir 7 b, 3 sei Dat. pl., arsir 6a, 7 
sei nicht alius sondern sanctis; ere(k) 'is' spreche nicht dagegen, 
weil die unerweiterte Form aufgegeben war. — Während von 
diesen Ausführungen das Meiste überzeugt, enthalten die Noterelle 
umbre von F. G. Fumi in den Saggi di Storia antica e di archeo- 



316 Felix Hartmann 

logia a Giulio Beloch S. 255 — 267 manche recht luftige Vermutung, 
urnasie wird als '^ veniariae aufgefaßt, zu semenie dequrie ver- 
gleicht F. ferkle semoniae', in Sehmeniaf sieht er den Namen einer 
Ortschaft. 2 a 15 schlägt er vor ^erfiaru zu lesen, indem er 
auf die Cerfia Prestota und Tursa der siebenten Tafel verweist. 

— eitipes (S. 257) zerlegt er in e = lat, ex, -it- für ind, wozu 
er and- in andersafust vergleicht; -ip- zu apere, -es Endung der 
3. PI. Ind.; Bedeutung: 'assecuti sunt = iusserunt, decreverunt\ 

— Tesva (S. 258) soll Uerreoja , mersta = *meß-dies-toja 'meri- 
dionale' bedeuten; anglar soll 'altumbrische Metathesis' für 
'canulae, Singvögel' sein. Für trebeit wird trebest geschrieben und 
'^triverit' übersetzt, hebetraf-e wird 'ad herbetum' gedeutet, vasir- 
slom-e soll eine Ortschaft 'la fornace' bezeichnen; combifiatu über- 
setzt der Vf. 'confidito', combifiarigiust 'fidem dederint'; disleralin- 
sust wird zu laedo, ahd. sHzan gestellt; orer ose soll 'orantibus 
adsis' heißen, orto wird zu overto gestellt, heritu mit %biq, alat. hir 
verglichen, arvio-, aruvio- wird zu (caro) arvina , arvilla, 
ferine, ferime dagegen zu frumen gezogen; difue gehöre nicht zu 
öicpvsg, sondern zu densus, daavg. Auf S. 259 wird das templum 
auspicale beschrieben und gezeichnet. — Wie unsicher noch unser 
Verständnis der Tafeln bleibt, zeigt der Umstand, daß P. Linde 
Glotta III 170f. das oben erwähnte urnasier 'ordinariis' übersetzt, 
während E. Fay (s. u.) das erwähnte disleralingust 'de-lira-liquerit' 
deutet. — Die Imperativendungen im Umbrischen behandelt K. 
Brugmann IF. 29, 243ff., er hält mit Wackernagel (KZ. 41, 318f.) 
umbr. -ta -tu -to für die dem lat. -te der Bedeutung nach ent- 
sprechende Personalendung, deutet sie aber, im Gegensatz zu 
Wackernagel, als die dem Baltisch-Slawischen entsprechende Dual- 
endung -tä und begründet diese Auffassung durch den Hinweis 
auf andre Fälle, in denen eine Vermischung von Dualis und Plu- 
ralis angenommen wird. 

Mit den Namen und Sprachresten der norditalischen 
Stämme beschäftigt sich Richard Wellington Husband Gl. Philol. 
6, o85 — 401; er hält daran fest, daß das meiste, was ligurisch 
genannt werde, gradezu gallisch ist, was aber nicht zum Gallischen 
paßt, nicht idg. ist. Er knüpft daran den Versuch, die Zeit der 
gallischen Wanderungen und die Marschstraßen zu bestimmen. 

Pälignisch pes pros in der Inschrift no. 255 v. Planta über- 
setzt K. Brugmann in dem oben genannten Aufsatz (Ber. Sachs. 
Ges. 64) S. 174 f. 'ante pedes' (?). 

Zu den faliskischen Formen macht Hermann Jacobsohn 



Literaturbericht für das Jahr 1911 317 

BphW. 1911, 463 — 4(36 einige Bemerkungen. Nicht überzeugend ist 
die Vermutung, daß i)afo, pipafo kurzes a wie dare enthalten; da 
die Wurzel "^pöi mit pi ablautet, ist das schwer zu glauben. In 
loifertato (Herbig 8010, 8011) sieht er wohl mit Recht den Namen 
der Göttin Libertas; titoi mercui efiles überträgt er Tifo Mercuvi 
(oder Mercuvius) Epillius, was zweifelhaft bleibt. 

Mit der Duenos-Inschrift beschäftigen sich drei ameri- 
kanische Arbeiten, von denen zwei mehr als sonderbar sind. Miß 
Florence M. Beunet liest Trans, and Proceed. of the Am. phil. 
Ass. 41 (1910) xxi— xxiiij die Inschrift hexametrisch und übersetzt: 
^Jupiter of the Sky. He who seuds me (prays): May the Maiden 
(Proserpine) be not kind to thee, unless, indeed, thou art willing 
thus safely to placate Ops (to be at peace with Ops). Duenos 
made me for Manos. Ou the ninth day thau let Manos dedicate 
me to her (Ops)\ Wegen des Verses könne die Inschrift nicht 
älter als 200 n. Chr. sein. Im folgenden Bande lehnt eine andre 
Dame, Mary Bradford Peaks, S. xxxix— XLJ diese abenteuer- 
liche Deutung verständigerweise ab. Aber in der Wochenschr. f.. 
kl. Phil. 1911, 986—991 behandelt Edwin W. Fay die Inschrift 
sogar als Fälschung, dabei faßt er cosmis als y(.6of.iiog, manomeinom 
heiße i.iaip6f.iei'0v, cömis gehöre zu civis u. dgl. Auch die alt- 
lateinische Inschrift CIL. XV 6158 Amor med Flaca dede findet 
keine Gnade vor seinen Augen. 

Die Fixierung der klassischen Latinität bespricht J.Marouzeau 
in einer interessanten Studie Mem. de la Soc. de ling. 17, 266 ff.; 
nach einer Einleitung, die auf das Schwanken der Orthographie 
in der klassischen Zeit hinweist, hebt er drei Punkte hervor, in 
denen diese Periode eine Art Abschluß der Entwicklung herbei- 
führt: Die Diphthonge, im Oskischen erhalten, im Umbrischen 
monophthongisiert, nehmen eine Zwischenstellung ein; die Aspiration 
wird neu eingeführt, das wechselnde uji der mittleren Silben wird 
in i fixiert. In diesen Ergebnissen sieht er den Sieg der urbanitas 
über die Aussprache der rustici; zweifelnd fügt er viertens dazu 
die Wiedereinführung des auslautenden -s. 

Wichtige und fördernde Bemerkungen über vulgärlateinische 
Wörter und Schreibungen enthält Max Niedermanns Besprechung 
von Ernst Diehls Vulgärlateinischen Inschriften (Lietzmanns 
Sammlung Heft 62) in der BphW. 1911, 1431—1436. 

Während K. Brugmann in einer verdienstlichen Schrift 'Der 
Gymnasialunterricht in den beiden klassischen Sprachen und die 
Sprachwissenschaft, Straßburg, Trübner 1910, 32 S.' vergeblich 



318 Felix Hartmann 

Über die Zurücksetzung der Sprachwissenschaft in den deutschen 
Schulen klagt, haben die Schulen Belgiens sich die Einleitung 
F. Skutschs zum Stowasserschen Lexikon in einer Übersetzung 
zugänglich gemacht: Elements d'etymologie latine, Bull, du Musee 
Beige 105—116, 234—239, 401—414. — Immerhin seien die, 
welche dem Gegenstand Interesse entgegenbringen, auf Paul Lindes 
Programm, Königshütte (no. 277, 24 S.), die Fortbildung der la- 
teinischen Schulgrammatik nach der sprachwissenschaftlichen Seite 
hin, aufmerksam gemacht. Die Bemühungen der Holländer, ihre 
Aussprache des Lateinischen zu verbessern, schildert H. Canne- 
gieter N Jahrb. 28, 175 f. 

Akzent. Die Annahme vorhistorischer Anfangsbetonung des 
Lateinischen verteidigt Herrn. Jacobsohn XäQixsg S. 423 f. in 
einer Anmerkung — Edgard Howard Sturtevant bemüht sich in 
den Trans, and proceed. of the Am. phil. Ass. 42, 45 — 52 zu zeigen, 
daß der lateinische Akzent der klassischen Zeit musikalisch war 
und daß die Nachrichten der lateinischen Grammatiker über den 
Circunifiex keinen unbedingten Glauben verdienen. 

Das Jatnheifikür Zungsgesetz behandelt E. A. Sonnen- 
schein, Gl, Philol. 9, 1 — 11. Er glaubt nicht an eine tatsächliche 
Kürzung langer Silben, sondern nur an eine metrische Übung, die 
er durch Analogien des altgermanischen und speciell des englischen 
Verses zu begründen sucht, wo die Wortbetonuug im Verein mit 
dem Metrum ähnliche Erscheinungen hervorrufe; zum Beweise führt 
er die Ergebnisse der Klauseluntersuchungen an, wonach in nhi, 
mihi, ego, lego nicht tatsächliche Kürzungen stattgefunden haben. 
Daß die Dauer des Gesetzes nur zeitlich begrenzt war und daß es 
in der klassischen Zeit nicht mehr wirkte, ist nie bestritten worden; 
anderseits erklärt es aber eine große Zahl nicht bloß metrischer, 
sondern überhaupt sprachlicher Erscheinungen so vorzüglich, daß 
es durch die Bemerkungen des Vfs. nicht erschüttert werden kann. 
Die sprachhistorische Betrachtungsweise ist ihm aber überhaupt 
fremd. — Auch Herrn. Osthoff, Morph. Unters. 6. S. 250 Anm. 
lehnt das Gesetz ab. — Die Frage, ob im Lateinischen a einem 
wurzelhaften e anderer Sprachen entsprechen könne, wie in quattuor 
gegenüber osk. petora, umbr. petur- usw., erörtert K, Brugmann 
IF. 28, 369 ff. im verneinenden Sinne; vgl. dazu auch Herm. Ost- 
hoff, Morph. Unters. 6, 209 ff. — Über den Diphthong td handelt 
Richard Wellington Husband, Trans, and proceed. of the Am. 
phil. Ass. 41 (1910), 19—23; er berichtet über die Angaben der alten 
Grammatiker, gibt Belege für ein- und zweisilbige Aussprache von 



Literaturbericht für das Jahr 1911 319 

cui und huic in der nachaugusteischen Poesie sowie für die kurze 
und lange Messung des i. quoiei habe nicht zu quoi werden können, 
es sei die Grundform für zweisilbiges cui, aus proklitischen quoi 
hätte *qui werden müssen, dies sei unter der Einwirkung des Gen. 
zu cui umgestaltet worden. 

Die Aphärese von est behandelt Otto Brinkmann in einer 
Marburger Dissertation (109 S.). Nach Vokalen lassen die Plautus- 
Handschriften und die Inschriften überwiegend das e von est fort; 
auslautendes m pflegte in den Inschriften, oft auch in den Hand- 
schriften fortzufallen {scriptust, Hidest), bei Plautus ist indes meist 
-umst, zuweilen -iinst geschrieben, woraus der Vf. auf nasale Aus- 
sprache schließt. Bei -us est geben die Inschriften -ust, für similis 
est u.a. hat die Plautus-Überlieferung auffälligerweise similest. Die 
beiden letzten Fälle deutet der Vf. gewaltsam und nicht überzeugend, 
indem er einmal den Ausfall des e in enklitischem (?) est, das andre 
Mal Erhaltung des hypothetischen Nominativs ^simil (?) annimmt. 

Sein- auffällig sind die Ergebnisse, zu denen J. Marouzeau, 
Mel. Chatelain (Paris, Honore Champion 1910, XVI 665 S.), durch 
eine Prüfung der Schreibungen mit ei = ^ im Plautus-Palimpsest 
geführt worden ist. Nur in drei Stücken, Menaechmi, Mercator und 
Poenulus, ist die Schreibung mit ei, den Inschriften der frühen 
Kaiserzeit entsprechend, häufiger erhalten, auch hier aber nur in 
bestimmten Abschnitten durchgeführt. Die andern Stücke weisen 
nur sporadische ei auf. M. meint, ein Korrektor habe hier und 
da eingegriffen, aber ganze Seiten übersprungen. — Lucilius' Angaben 
über ei und i prüft Roland G. Kent, Am. J. of philol. 32, 212ff. 
Er sucht die Überlieferung zu sanieren und zu deuten; danach er- 
gibt sich die Notwendigkeit miles von meille "^tausend' und pilum 
"^Mörserkeule' von jjei^Mm 'Spieß' zu trennen. — Die Unterscheidung 
der römischen Vokale, die sich aus den romanischen Sprachen er- 
gibt und derzufolge die Kürzen offen, die Längen geschlossen ge- 
sprochen wurden, glaubt Amerindo Camilli, Class. e Neol. 1911, 
149 — 152 schon der Zeit des Plautus zuschreiben zu können. — 
Übergang von n in / belegt F. Solmsen Glotta III, 245 ff', in 
XiTQOv neben vitqov 'Natron', lepfis neben neptis, vespertilio aus 
"^-tlnio. — r schwindet lat. vor stimmlosem s + Konsonant, stimm- 
haftes z dagegen in gleicher Stellung assimiliert sich dem r; poscö 
aus ^porscö, gegen perna aus ^perzna, K. Brugmann IE. 28, 361. 
Stimmloses s wird dann später vor m, n, l usw. stimmhaft und 
fällt aus: dlmoveö, cena aus *kertsna, *kersna, cesna, ebenda. — 
A. M ei 11 et, Le groupe -vo-, Mel. Chatelain S. 33 f. schließt sich 



320 Felix Hartmann 

ungefähr der Ansicht Niedermanns an, der zufolge -ini-^ das für 
das erste Jahrhundert vor Chr. durch Varro bezeugt ist, schon ge- 
sprochen wurde, als -vo- noch lange in der Schrift erhalten blieb. 
— Auf den Wechsel von anlautendem prfi- mit plü- (pelü-J weist 
Wilhelm Schulze KZ. 44, 376 hin, er belegt ihn aus Handschriften 
und Inschriften für den Namen der Stadt Prusias und erinnert an 
das Verhältnis von prünum zu Pflaume. Gleichzeitig erwähnt er, 
daß für das heutige Brussa (IlQnvoa s/il tc[) ^0Xvf.i7tuj) die an- 
lautende Media schon früh bezeugt ist. 

Eine fleißige Darstellung der Geschichte der ti- Deklination 
und deren Vermischung mit der o-Dekliuation bis zum Ende der 
republikanischen Zeit gibt Wolfram Geisler in dem Schulprogramm 
von Hall (no. 40) 1910. — Auf Spuren einer Nominalflexion auf 
oi (öi, ö) im Lateinischen weist Aug. Zimmermann KZ. 44, 368 f. 
hin und findet sie nicht bloß bei griechischen Lehnwörtern, für die 
er die seltenere Nominativform auf -ovg auch in Bahbiis für den 
Thesaurus nachträgt, sondern auch in echtlateinischen Namen: 
Sunimoi CIL. V 7778. Von Mamo(i) leitet er Mamoena X 5532, 
Mammona X 4213 ab und vermutet daher die Zugehörigkeit von 
amoenus zu einem voraussetzenden *amoi neben osk. amma. Auch 
die Glosse C. gl. V 464, 27 mamoni lectmn miptiale zieht er in 
diesen Zusammenhang. — Über die Geschichte des Dativs (sing.) 
in den idg. Sprachen handelt Felix Solmsen ausführlich KZ. 44, 
161 — 223. Er geht dabei auf die im vorigen Bericht besprochene 
Ansicht von Bartholomae über die Bildung der Dative in der ersten 
und zweiten Deklination ein; obgleich er ihre Möglichkeit zugibt, 
stimmt er ihr doch nicht zu, sondern verbleibt bei der früheren, 
die von ursprünglichem Ausgang -ai, -oi ausgeht und die daneben 
erscheinenden -ä, -ö als Pausaforraen erklärt. Daß die Wahl in der 
ersten Deklination anders als in der zweiten ausfiel, sucht er aus 
der Rücksicht auf das Gesamtparadigma zu erklären, deren Wirken 
er auch an andern Kasus belegt. Von Einzelheiten aus dem Auf- 
satz sind noch wichtig die Annahme einer Verschmelzung zweier 
Kasus im Dativ der dritten Deklination, eines Richtungskasus auf -ai, 
erhalten in prae, und eines echten Dativs auf -ei, belegt in regei der 
Forum-Inschrift; ferner die Annahme, daß -es des Nom. plur. der 
dritten Deklination von den ^-Stämmen übertragen sei, weil der 
Nom. plur. der konsonantischen Stämme mit dem Gen., zum teil 
auch mit dem Nom. sing, zusammengefallen wäre. Endlich sei der 
Hinweis auf diejenigen Stellen erwähnt, an denen bei Plautus und 
Ennius ein Nom. sing, auf langes -« gesichert erscheint. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 321 

Schwierige Fragen der Konjugation erörtert A. Meillet 
in den Mem. de la societe de ling, 17, GOff. und 193 ff. In beiden 
Aufsätzen bemüht er sich zu zeigen, daß auffällige Lücken in der 
Entsprechung der einzelnen Zweige des idg. Sprachstamms, z. B. 
bei innigere, necäre, secäre übet, auf ursprünglich athemathische 
Flexion hinweisen, ebenso namentlich auch die Nasalierung des 
Präsens, wie bei linquo, imigo, pinso, tundo. Bei fero vermutet 
Meillet, daß im Idg. nur der Indikativ (und Imperativ) athema- 
tisch konjugiert worden sei, während das Lateinische feram gegen 
sim, velim, edim auf ursprünglicher thematischer Bildung beruhe. 
— F. di Capua belegt Boll. di fil. class. 18, 256 aus der Prosa 
numerosa eine Anzahl von Formen des Konj. Perf. und des Fut. 
exaktum auf -Imus, -itis und fordert verständiger Weise die Durch- 
führung dieser allein bezeugten Prosa-Aussprache für die Schule. 
Die wenigen Beispiele für -t- begegnen bei daktylischen Dichtern 
und ergeben sich aus metrischem Zwange. — Das Perfektum, be- 
sonders die dritte Pers. Plur. dieses Tempus, behandelt K. Brugmann 
IF. 28, 379 ff. Er gibt eine ausführliche Begründung der Deutung 
des e, die in der Kurzen vgl. Grammatik vorgetragen ist. Danach 
erklärt sich e wie die auffälligen awest. cd in änhäire und mraväire 
als etwas Uraltes, nämlich als die erhaltene Vollstufe der zweiten 
Silbe einer zweisilbigen Basis auf e(i), wie dies Bartholomae schon 
angenommen hatte. Das Fehlen entsprechender altertümlicher 
Formen im Osk. und Umbr. läßt aber die Deutung als recht pro- 
blematisch erscheinen. — Über das Vorkommen der Endungen -ere 
und -erunt im daktylischen Hexameter gibt R. B. Steele eine 
brauchbare statistische Übersicht im Am. J. of philol. 32, 328ff. 
unter Berücksichtigung der Versstelle; die Formen mit -erunt sind 
besonders aufgeführt. 

Auf dem Gebiete der Wortbildung ist vor allem die zweite 
Lieferung des zweiten Teils von K. Brugmanns Grundriß Band II 
in der neuen Bearbeitung zu erwähnen. Er behandelt überwiegend 
Fragen der vergleichenden Syntax und enthält, wenn auch in ver- 
kürzter Fassung und oft veränderter Disposition, so doch in größerer 
Vollständigkeit das gesamte Material des ersten Bandes von B. Del- 
brücks vergleichender Syntax. Mit der Wortbildung befassen sich 
vor allem die Kapitel über die Adverbia und die Präpositionen, 
von denen namentlich das zweite vielfach Neues und das Alte in 
einer bisher nicht erreichten übersichtlichen Anordnung bringt, 
während für die Adverbia und die Kasuslehre vorbereitende Auf- 
sätze in den Idg. Forsch, erschienen waren. Auffälligerweise werden 



322 Felix Hartmann 

die von Verben stammenden Adverbia sehr stiefmütterlich behandelt 
(vier Zeilen auf S. 741, darunter die verfehlte Ehrlichsche Erklärung 
von actutum (= age tu tum). — Die Frage der primären Kompara- 
tiv- und Superlativbilclung behandelt Herm. Osthoff mit großer 
Ausführlichkeit in einem nachgelassenen, von L. Sütterlin heraus- 
gegebenen Aufsatz Morphologische Untersuchungen Bd. 6, S. 70 — 302. 
Für das Lateinische wichtig sind dabei besonders die Ausführungen 
über tnagi.s, minus, nimis, plus, die sich zwar großenteils an die 
Darlegungen Job. Schmidts KZ. 38, 1 ff. anschließen, aber doch zum 
Teil sehr gewagte Annahmen enthalten. — Zur 'Stammbildung der 
Nomina im Lateinischen und Indogermanischen' nennt Hermann 
Jacobsohn einen kleinen Aufsatz über tPÜus und einen größeren 
über die Tatpurusa XciQLTEg 407 — 452. iellns hält er für den 
Namen der Göttin, der dann poetisch auf die Erde übertragen sei; 
eine Etymologie gibt er nicht, hält aber auch die Brugmannsche 
Deutung nicht für überzeugend. — Der zweite Aufsatz geht davon 
aus, daß Tatpurusa, d. h. determinative Komposita, im Idg. fast 
nur mit verbalem Hinterglied vorhanden waren, und nimmt das 
Gleiche für das Lateinische an. Echtlateinische Wörter mit nomi- 
nalem Hinterglied gibt es nur wenige, so manupretium, das durch 
die handschriftliche Überlieferung bei Cic. Verr. 2, 1, 147 als Zu- 
sammenrückung aus manüs pretium erwiesen wird, naustibulum, in 
dessen zweitem Teil ein Adjektivum *stahidus "^stützend' vermutet 
wird. Ebenso seien mnscipula und die bei Plautus und Novius vor- 
kommenden Adjektiva auf -gerulus, -figuhis, -pendulus gebildet. 
Von den dem Griechischen nachgebildeten Wörtern dieser Art hat 
die Volkssprache nur a?rubaUista und caprificus aufgenommen; alt 
überkommen ist nur hospes, bei dem der Vf. betont, daß potis im 
Lateinischen sonst nur in adjektivischer Funktion vorliege. Bei 
verbalem Hinterglied sind Zusammensetzungen wie aiispex, artifex 
lind deren Ableitungen wie aedificium, Stipendium alt. Daher deutet 
schließlich J. muscerda, sucerda, ovicerda im Gegensatz zu J. Schmidt 
Pluralbild. 178 nicht als Tatpurusa, sondern als substantivierte 
Bahuvrihi zu einer idg. Wurzel *skerd-, ai. chard- 'ausspeien , vgl. 
lat. screare, exscreare. — Die kopulativen Komposita im Lateini- 
schen behandelt Friedrich Slotty in dem Programm des Viktoria- 
Gymnasiums zu Potsdam (No. 47) 40 S. Nach einer Einleitung 
über die Komposita im allgemeinen erwähnt er zuerst die spär- 
lichen Entsprechungen, die den aind. Dvandva in andern idg. 
Sprachen gegenüberstehen, wie ^iavTS, sacerdos Cererum, Castores 
für Kastor und Pollux, Veneres Cupidinesque (s. u.) und sucht den 



Literaturbericht für das Jahr 1911 323 

Unterschied zwischen Kompositum und zweigliedrigem Asyndeton 
festzustellen, indem er für das Kompositum annimmt, daß es die 
Einheit der Glieder bezeichne. Dadurch läßt er sich aber verleiten, 
Wörter, die deutliche Tatpurusa sind, wie austroafricus, euronotus 
als Dvandva aufzufassen. Trotz dieses Einwandes ist die Zusammen- 
stellung wegen der Heranziehung des ganzen Materials und der 
Scheidung adjektivischer und substantivischer Komposita dankens- 
wert. — F. Skutsch weist Glotta III, 386 f. darauf hin, daß Novo- 
comensis, Foroiulianus u. ä. im ersten Gliede Ablative aufweisen, 
wie durch Hipponeregimsis bestätigt wird. — Die von Adjektiven 
abgeleiteten und mit ad- zusammengesetzten Verben stellt Franc. 
Stabile Class. e Neol. 1911, 156 — 170 zusammen; die Einteilung 
der Sammlung ist nicht unbedenklich; die Frage, ob die Ableitung 
von dem mit ad- komponierten Adjektivum oder vom Simplex er- 
folgte, das dann zusammengesetzt wurde, wird nur gestreift. — 
Über Fehler in der Schreibung der Komposita handelt A. Grenier, 
Melanges Chatelain 180—192. Bei Plautus Cure. 204 soll aedi- 
tmnus gegen die Handschriften geschrieben werden, Trin. 252 ent- 
scheidet sich der Vf. gegen Leo für vestispica des Palimpsests; 
legerupa der Handschriften sei richtig; aber legirupio verlange i 
wie iuridictio; terricola, servilicola, umhraticolus seien Ableitungen 
mit -Cialis, die schon im Altertum gelegentlich mißverstanden 
wurden; Aulul. 525 soll nugivendis für nugigerulis geschrieben 
werden, Bacch. 381 wird gerulifigulos als Interpolation aufgefaßt; 
Pseud. 255 wird '^inanis; logi istaec eingesetzt und das Kompositum 
inanüogista gestrichen, ebenso soll Most. 5. exi, inquam, nidor, e 
culina; em quid lates? für das überlieferte nidoricupius eingesetzt 
werden; nidor soll dabei ein Schimpfwort sein. Endlich wird 
magnisonans Non. 463, 15 und das ebendort vorgeschlagene me- 
visona oder svavisona beseitigt, indem merga für magna eingesetzt 
wird. Die Zusammenstellung ist erwünscht, obwohl einzelne Fälle 
anders zu beurteilen sein werden, da der Vf. die Fragen der Sprach- 
geschichte zu stark hinter die der Textkritik zurücktreten läßt. — 
Die mit dem Suffix -aneo- gebildeten Wörter behandelt Hellmuth 
Eisinger in einer Freiburger Dissertation (1910, 48 S.). Er nimmt 
an, daß -afieo- aus der Kombination von -äno- und -eo- entstanden 
sei, und erweist aus den Belegen, daß die Bildungen mit -aneo- in 
der Hauptsache der Vulgärsprache angehören. 

Zahlreich sind Arbeiten, welche entweder den ganzen Sprach- 
schatz oder den Wortvorrat einzelner Schriftsteller darzustellen 
unternehmen. Vom Thesaurus berichtet J. B. Hof mann Idg. Anz. 

Glotta V, 4. 22 



324 Felix Hartmann 

28, 85 f.; erschienen sind im Berichtsjahr die Lieferungen 8 des 
dritten und o des fünften Bandes. Einige ^Randbemerkungen' über 
seltene Namen und Flexionen steuert Aug. Zimmermann Philol. 
70, 3 13 ff. bei. — Von Heinichens Schulwörterbuch ist im Teubner- 
schen Verlage eine verkürzte Bearbeitung (XXIV 635 S.) zum Preise 
von 5 M. erschienen, die, wie die größere, eine kurze Darstellung 
der Lehre vom Bedeutungswandel und einen Abriß der Laut- und 
Wortbildungslehre enthält. — Von dem ° Vergil-Lexikon von H. 
Merguet war der Anfang 1909 erschienen; inzwischen ist es voll- 
ständig geworden (Leipzig, Rieh. Schmidt 1912, 786 S. 50 M.). 
Es hat das Erscheinen eines gleichen Werkes von Monroe Nichols 
Wetmore verhindert, der in seiner Dissertation 1904 den Plan 
eines ausführlichen Wörterbuchs entwickelt und die Ausarbeitung 
begonnen hatte. W. hat sich nun darauf beschränkt, einen Index 
Verborum Vergilianus (New Haven, Yale University Press, London 
Henry Frowde X 554 S., 4 Doli.) herauszugeben, der auch die 
Appendix umfaßt und den er durch die Art der Einteilung und 
durch Verweisung auf Grammatisches möglichst wertvoll und selbst- 
ständig zu gestalten gesucht hat. -- Einen Index Lucretianus hat 
Johannes Paulson, Göteborg, Wald. Zachrisson & Co., VI, 177 S. 
veröffentlicht. Der schwerkranke Vf. weist, da er die Arbeit nicht 
selbst zum Druck fertig stellen konnte, seiner Nichte Esther 
Nielsson den größten Teil des Verdienstes an der mühsamen 
Arbeit zu. Er verzeichnet die Lesarten der Ausgaben von Lach- 
mann, Bernays, Munro, Brieger und Giussani. — Den Schluß seines 
Index verborum quae Tertulliani Apologetico continentur veröffent- 
licht Paulus Henen im Musee beige 15, 35—48 {T — Z, addenda 
et corrigenda); einen vierten Abschnitt eines Index zu Solin {dis- 
pereo bis dux) enthält das Bayreuther Programm (1910) von Fr. 
Le derer (30 Spalten). — Eine Zusammenstellung von Wörtern, 
die nur oder beinahe nur bei Donat belegt sind, gibt Paulus 
Tschernjaew im Zurnal ministerstva narodnavo prosvescenija 1910 
(27) 211 — 222. Er weist ferner darauf hin, daß Donat scheinbar 
unbewußt Ausdrücke des Terenz verwendet, und bespricht die Stelle, 
an der Donat über den tragischen Stil in den Adelphö handelt. — 
Etiam bei Plautus erörtert Charles Knapp, Trans, and proceed. 
of the Am. phil. Ass. 41, 115—137, eine ältere Arbeit von W. H. 
Kirk, Am. Journ. of Phil. 18, 26 — 42 ergänzend und berichtigend. 
Die zeitliche Bedeutung gilt ihm als die ursprüngliche ; er gruppiert 
1) noch, 2) auch, 3) wiederum, 4) steigerndes etiam, 5) ja. 

Auf den Wechsel der Wortbedeutung im Zusammenhang mit 



Literaturbericht für das Jahr 1911 325 

der Erweiterung des politischen Horizonts weist eine Bemerkung 
von L. Radermacher, Zföstr. Gymn. 1911, 1—4 hin; er erklärt 
das Fehlen der Präposition bei Städtenamen wie bei domtis, rus 
aus der anfänglichen Kleinheit der Verhältnisse und vermutet ent- 
sprechend, daß otium und negotium im Munde der alten römischen 
Bauern etwas ganz anderes bezeichnet haben als beim Stadtrömer 
der Zeit Ciceros. — Die Bedeutung von religio und superstitio be- 
handelt W, F. Otto noch einmal im Archiv für Religionswissen- 
schaft 14, 406 — 422. Er ergänzt seine früheren Ausführungen (vgl. 
Glotta IV, 369), indem er über die Abhandlung von W. Warde 
Fowler, The latin history of the word 'Religio', transactions of 
the third intern, congr. for the history of religions Oxford 1908, 
169 ff. berichtet. F. sieht in religio in erster Linie ein Angstgefühl, 
das von etwas Außergewöhnlichem im menschlichen Geiste hervor- 
gerufen wird. Auch er neigt, wie der von ihm befragte Conway 
dazu, religio von relegere abzuleiten. Sodann bespricht 0. die 
Dissertation von Max Kobbert (Glotta IV, 368), an der er mancherlei 
Mängel hervorhebt; berechtigt ist namentlich, was er über den 
Übergang vom Abstraktum zum Konkretum sagt, denn leider be- 
gegnet man noch immer der Anschauung, daß die abstrakte Be- 
deutung aus der konkreten hervorgehen müsse, während der um- 
gekehrte Vorgang in allen Zeiten der Sprachgeschichte einer der 
allergewöhnlichsten ist. Aber bewiesen hat 0. damit ebensowenig 
seine Ableitung von religio wie seine Erklärung von superstitio, und 
nichts kann weniger zu ihrer Verteidigung geltend gemacht werden, 
als das, was Cicero de nat. deor. 2, 72 über den Zusammenhang 
von religio und relegere sagt. Vor allem die häufige Verbindung 
des Wortes mit den Ausdrücken des Bindens und Lösens zeigt 
deutlich, daß auch dem römischen Sprachgefühl der Zusammenhang 
mit religare noch nicht völlig undeutlich geworden war. Derselbe 
Cicero verbindet ganz unbefangen religio mit obligare pro domo 
106, 124, pro Balbo 34, viele Jahre ehe er über die Bedeu- 
tung des Wortes zu spekulieren beginnt, und selbst noch de leg. 
II 58 1). Sollten nicht vittae und arc'jUjwara äußere Symbole der 
religio sein? 



1) Feinsinnig und fördernd ist Ottos erneute Heranziehung der Sippe 
aißofjicu aißug, doch versäumt er, auf die durchaus klare Etymologie des 
Wortes weiter einzugehen. Im Aind. ist tyajati 'verläßt, verzichtet, entsagt, 
opfert' noch durchaus lebendig, und daraus erklärt sich das griechische 
G^ßb) (zuerst txhriv, (fiXov, ökl^övwv 'iSri, ra tüv r^swv, dann d^eovs usw.) und 
besonders a^ßouai ganz ungezwungen. Das dem gr. aißets nahestehende 

22* 



326 Felix Hartraann 

Wie die Toponomastik die Epigraphik gelegentlich fördern 
kann, zeigt Federigo Eusebio in den Saggi di Storia antica e di 
archeologia a Giulio Beloch . . S. 255 — 267. Aus der Ähnlichkeit 
der Inschriften CIL. VI 2649 und VIII 1839 hatten Mommsen und 
andre geschlossen, daß die dort genannten Q. Manlius und Q. Mantins 
identisch seien. Nun liegen aber in der Nähe von Alba Pompeia, 
woher die Genannten stammen, die Gemeinden Magliano und Man- 
zano, woraus sich ergibt, daß in der Stadt Manlii und Mantii ge- 
wohnt haben können. 

Etymologie. Das im vorigen Jahresbericht geschilderte 
Übel tritt im Jahre 1911 noch stärker in die Erscheinung. Zum 
Glück ist die Zahl der Urheber neuer Etymologien nicht sehr groß. 
Indes sei doch zusammenfassend auf die methodischen Bedenken 
hingewiesen, zu denen gewisse Arbeiten Anlaß gaben. Der ameri- 
kanische Gelehrte Edwin W.Fay, der nicht ohne Verdienst um die 
etymologische Wissenschaft ist, macht sich jetzt die Sprachwurzeln 
so zurecht, daß sie sich schließlich zu allem mißbrauchen lassen; 
er vergleicht außerdem deduktiv, während das induktive Verfahren 
das einzige ist, das wissenschaftlichen Wert hat. So stellt er im 
Am. Journ. of Phil. 32, 403—420 die Ableitungen einer angeblichen 
Wurzel *bltc(i/)- ^to strike, bind' zusammen. Da finden sich denn 
q)iXvQa, lorum, Iura, (fii.i6g, filiim, fmiis, Bilsen -kraut, das zum 
'Binden böser Geister dient, germ. binden, aind. bhayate 'metuit\ 
abg. bici *^Peitsche\ engl, bent, ahd. binut 'Binse' aus *b]ii-nochis, 
germ. hast, lat. fascia, fiscus, fenestra zusammengestellt; umbr. kom- 
bifia, Tieid^co, fibra, germ. beide und lat. ambi- werden in diesen 
Zusammenhang gebracht. Ohne daß die Berechtigung bestritten 
werden soll, weitergehenden Wurzelverzweigungen und Erweiterungen 
nachzugehen, muß man doch so leichtherzigen Anknüpfungen gegen- 
über sagen: wer zuviel beweist, beweist nichts. Das gilt noch in 
erhöhtem Maße von einer zweiten Arbeit desselben Vfs., A Word- 
miscellany, Trans, and proceed. of the Am. phil. Ass. 41 (1910), 
25 — 53. Die Absicht dieses Artikels geht hauptsächlich dahin, die 
W'örter in Einzelbestandteile zu zerlegen, z. B. verbena, das nach 
Plinius Nh. 22, 5 'gramen ex arce' bedeute, wird in ver- 'arx' und 



tyajas dagegen begegnet auch im Aind. nur noch als ritueller Aasdruck im 
Kig Veda und ist noch nicht ausreichend erklärt (vgl. Oldenberg, 
Zdraorgenl. Ges. 55, 281); im Altbaktrischen ist nur i&i/ejah- in der ent- 
sprechenden Bedeutung erhalten, das Verbum ist untergegangen. Offenbar 
hat also schon vor der Sprachtrennung die Sippe in sakraler Verwendung 
gestanden. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 327 

bena 'herbä* geteilt, averruncare 'ab arce rimcare^ übersetzt, wobei 
für runcare 'jäten als Bedeutung angenommen wird, auch in 
Auruncus. Shakespeare-Stelleu, in denen vom Jäten die Rede ist, 
sollen die Bedeutungsentwioklung belegen, indigetare soll 'digitis 
invocare', fetialis, *fetolu -yak-s-li-s (zu iaccre), 'Pflanzen (!) werfend' 
heißen; sagmina wird in s- ('co-') + agmina a cognate of ayvog 
'withy' zerlegt; noch schlimmer sind Kunststücke wie sextus = co- 
ex-stans, sopit aus su- + apere "^ligare', suavis aus su + ädu- '^edit. 
Einundzwanzig Seiten behandeln die Wurzeln ne§h j nek vincire, 
figere', denen bei der Dehnbarkeit der Lautvertretungen, die der Vf. 
annimmt, kaum ein Stamm der lateinischen Sprache entgehen kann; 
so treften sich hierbei angit, anguis, egestas, osk, egmo- 'negotium', 
tiecesse (Lok, pl. auf -essil) vsyiQog, nancisci, pangit, pingit, pungit, 
angiilus, ancus, iuncus und viele andere. — Dieselbe Auffassung 
von der idg, Wortbildung hat auch der Aufsatz Fays The latin 
confixes -edon-, -edno- 'eating' Gl. Phil. 6, 315— o24, hier werden 
u. a. oscedo, cuppedo und cupido, formido behandelt; Dossennus 
wird zu dorsum oder doQjtov gestellt und 'a back or supper eater , 
sociennius 'qui socium edit' gedeutet. Ein solches phantastisches 
Spielen mit unbegrenzten Möglichkeiten muß die wissenschaftliche 
Etymologie, die noch immer ihre Existenz gegen mancherlei An- 
feindungen zu verteidigen hat, diskreditieren. — Aber ich halte es 
auch nicht für methodisch unbedenkHch, wenn Brugmannin seinen 
„Wortdeutungen" dem Leser mehrere Erklärungen desselben Wortes 
zur Wahl stellt und die Entscheidung überläßt (vgl. unten castrare); 
dies Verfahren enthält zwar das Zugeständnis, daß eine Deutung noch 
nicht gefunden ist, erweckt aber den leicht trügerischen Anschein, als 
ob unter den vorgeschlagenen eine wenigstens das Richtige enthalte, 
und befördert die Neigung zum Grübeln und Tifteln, die das Ver- 
derben der historischen Wortforschung ist. Eine weitere bedenk- 
liche Neigung tritt in den unten verzeichneten Etymologien von 
L. Sütterlin hervor, der vielfach ganz isolierte Wörter aus lebenden 
germanischen Dialekten mit uraltem Sprachgut vergleicht. Über 
die Gefahren dieser Methode sind besonders die Aufsätze von 
A. Brückner in KZ. 43, 44, 45 zu vergleichen. — Hier folgen 
die Besprechungen einzelner Wörter, 

adulare behandelt George Meason W hie her Transactions 
and proceedings of the Am. phil. Ass. 41, 169—174; er sucht in 
der Stelle Cic. Tusc. Disp. 2, 10, 24 pinnata cauda nostrum adulat 
sanguinem einen ironischen Sinn. 

adulterare ist nicht von adulter, sondern, wie auch der The- 



328 Felix Hartmann 

saurus annimmt, aduUer von dem Verbum gebildet; aber die Grund- 
bedeutung ist "^fälschen, verderben', die naive Deutung des Festus 
sollte niemand mehr verführen. So zweifellos richtig Francesco 
Stabile Classici e Neolatini 7, 101 ff. 

aeternus, aetas behandelt Francesco Stabile Classici e Neo- 
latini 7, 101 ff.; er sieht in dem Suffix -terno- eine Kontamination 
von -tino- und -erno-. 

sub alapa bei Petron, Cen. Trim. 38 erklärt W. Havers IF. 
28, 190 abweichend von Heraus und wohl richtig 'er ist unter dem 
Eindruck einer von einer mala manus erhaltenen oder drohenden 
Ohrfeige, er ist verrückt oder drauf und dran, es zu werden'. 

alienus. Niedermanns Anknüpfung an *alies-nos sucht H. 
Ehrlich BphW. 1911, 1574 durch den Hinweis auf den ags. 
Komparativ elra aus *aliza zu stützen. 

anioenus verbindet Aug. Zimmermann KZ. 44, 368 f. mit 
osk. amma und amare, indem er von einem Lallwort '*am(m)oi 
ausgeht und auf die Ableitungen Mamoena, Mammona von Mai.a6 
verweist. S. oben S. 320. 

atitplus, niatula, manus behandelt H. Osthoff, Morph. Unt. 
6, 336ff. 

anijytruare. Die Glosse truant : moventur bei Paulus Dia- 
konus hält H. Ehrlich BphW. 1911, 1574 für Grammatikerfiktion 
und verweist auf seine Ausführungen Zur idg. Sprachgeschichte 
S. 73 ff., wo das Verbum mit tri-umphus und long-inquus zu aind. 
'^anc- 'gehen gezogen wird. 

änus 'Fesser vereinigt E. W. Fay Trans, and proceed. of the 
Am. phil. Ass. 41, 52 f. mit avS-og durch Annahme einer Wurzel 
*ened/i- 'binden'. Nicht glaublich. 

Ai'ianine für Ariadne vermutet Alfred Klotz Glotta HI, 276 f. 

arlsta 'Rachel der Ähre will H. Ehrlich BphW. 1911, 1574 
mit urruncum zu irisch err 'Ende' stellen. Unwahrscheinlich. 

atigur erklärt H. Ehrlich BphW. 1911, 1574 aus "'avi-vigur, 
das zu vigil gehören und 'Vögel beobachtend' heißen soll. Un- 
wahrscheinlich. 

auguriutn salutis behandelt Giovanni Costa, Bull, della com. 
arch. communale di Roma 38, 118 — 140, vgl. Boll. di filol. cl. 17, 256 f. 
und M. Cagnat, Comptes rendus de l'ac. des inscr. 1911, 49ff.: 
auf Grund einer neu gefundenen Inschrift wird bei Tacitus Ann. 
12, 23 statt der Vulgata LXXV wieder die ursprüngliche Lesart 
XXV (Cagnat Rev. arch. 18, 215 schreibt XXI) hergestellt. 

aulla. Neben den von Walde verglichenen Wörtern führt 



Literaturbericht für das Jahr 1911 329 

H. Ehrlich BphW. 1911, 1574 noch l'ifjo) aus ßeq^oio au, dessen 
erste Silbe Ablaut wie augeo neben vegeo zeige. Unsicher. 

blandus trennt H. Ehrlich BphW. 1911, 1574 wohl mit Recht 
von lit. balandis Taube, das er vielmehr zu q)dXavdog, (paltog stellt. 

cano trennt H. Ehrlich BphW. 1911, 1574 von t]r/Mv6g 
*Hahn', das er vielmehr mit lit. visztä 'Henne' und lytrlvog Hühner- 
geier vereinigen will. 

capsaHus 'Lazarettgehilfe' behandelt Job. Klinkenborg, 
Röm.-germ. Korr.blatt 14, 69 f. bei Gelegenheit einer Inschrift aus 
Niederbieber. 

Caput und germ. *haubida- vereinigt L. Sutterlin IF. 29, 
123, indem er Silbentausch annimmt: *kapowet- : kawopet. Nicht 
überzeugend. 

carus 'liebend': Carl Weymann, Glotta HI, 191. 

castrare trennt K. Brugmann IF. 28, 369ff. von aind. 4a- 
s^ram' Messer', mit dem man es bisher zu vergleichen pflegte, und 
stellt drei andre Anknüpfungen zur Wahl, capo 'Kapaun', caro 
'Fleisch' und carpo, vMQTtog, ohne sich für eine zu entscheiden; 
vgl. oben S. 327. 

caurtis 'Nordwestwind' stellt H. Ehrlich zu xa/w BphW. 
1911, 1574. Nicht überzeugend. 

causa stellt H. Ehrlich BphW. 1911, 1576 zu lit. skundä 
*Klage, Anklage', 'AvöaCw, -Avdog 'üble Nachrede', ay.vd/iiaivco zürnen. 
Nicht überzeugend. 

clandestinus behandelt K. Brugmann IF. 28, 296 f. die Er- 
klärung von Lindsay bestätigend, als Ableitung nach dem Vorbild 
von mtestinus. Die Erweiterung *clande (Heraus clancle) sucht 
er in der Placidus-Glosse: clade- clam vel occulte. 

colei: coluni: F. Skutsch, Glotta III, 384f. 

colobodactilus, y.oXoßoödyiTvlog belegt Eb. Nestle BphW. 
1911, 1080 dreimal mit verschiedenen Erklärungen als Beinamen 
des Evangelisten Marcus. 

comis 'freundlich' soll nach H. Ehrlich BphW. 1911, 1574 
auf *koksmis oder *quoksmis zurückgehen und zu altbulg. kochati, 
griech. Tiinov gehören. Wenig wahrscheinlich. 

coxa soll nach L. Sutterlin IF. 29, 127 mit westf. hidge 
'Weichen', mhd. hegedruose zusammenhängen. Nicht glaublich. 

crates Hürde, Rost' stellt J. Endzelin mit lett. krätins 
'Käfig, Gefäß womit Fische geschöpft werden', lit. krotai zusammen. 

credo behandelt A. Ernout, Melanges Sylvain Levi S. 85ff., 
er bezweifelt die Bedeutung 'Herz' für das erste Element des 



330 Felix Hartmann 

Wortes und sieht darin eine schon idg. Zusammenrückung, kein 
Kompositum. Das ist für die vorlateinische Zeit zutreffend; im 
Lateinischen aber ist die Komposition und die Vereinigung unter 
einem Akzent vollzogen, wie bei vendo gegen venumdo, was vor 
allem durch die Flexion des zweiten Elementes erwiesen wird. — 
Ciaudo, fendo, frendo usw. als Komposita zu deuten, wie Job, Le 
present et ses derives dans la langue latiue s. 224 ff. tut, lehnt 
E. mit Recht ab. 

crucitnissio, das nur einmal belegt ist, ist nach einer zweifelnd 
vorgetragenen Vermutung von Ed. Nestle, BphW. 1911, 919 viel- 
leicht mißverstandene Wiedergabe von (sjtaurobolia. 

cunique = qiiandocmtique : Carl Wey mann, Glotta III, 193. 

cunctor soll nach H. Ehrlich BphW. 1911, 1572 aus *con- 
citor 'ich lasse mich treiben' zu erklären sein. Nicht glaublich. 

cuniciilus soll nach E. W. Fay Trans, and proceed. of the 
Am. phil. Ass. 41, 28 f. zu aind. gunya-s *^leer' gehören. Nicht 
glaublich. 

cydoniunif cotoneum tnaluni: F. Solmsen Glotta III, 241 ff. 

defensio und definitio in der Bedeutung großer Komplexe von 
silvestria und palustria, die als Einheiten behandelt werden, weist 
M. Rostowzew KHo 11, 387 f. an einer Felseninschrift des Libanon 
nach; vgl. desselben Studien zur Geschichte des römischen Kolo- 
nats, Melanges de la Faculte Orientale de Beyrouth 4 (1910), 209ff". 

deliherare in der Bedeutung 'liberare' belegt Th. S tan gl 
Wschr. 1911, 965f., er fügt damit einen fünften Beleg zu den vier 
des Thesaurus. 

desputare '^verabscheuen': Carl Wey mann Glotta III, 193 f. 

eliniinare ist transitiv und intransitiv, vgl. F. Skutsch Glotta 
III, 387. 

emendare von Krankheiten 'heilen' belegt Einar Löfstedt 
BphW. 1911, 1423. 

Etruria, Etrusci bespricht K. Brugmann IF. 28, 297 f. Er 
nimmt Corssens Erklärung, die au umbrisch etro- 'der andre' an- 
knüpft, auf und deutet -üs- in Anlehnung an seine Erklärung von 
tellus als verwandt mit öra 'Rand', Stamm '^öiis-, *ös-, *aiis-; er 
erwägt auch Zusammensetzung mit rüs. 

esse, est belegt F. Skutsch Glotta III, 385 f. 

evocare erleidet in der silbernen und späteren Latinität eine 
Bedeutungserweiterung 'zu sich rufen, berufen, herausfordern' nach 
Einar Löfstedt BphW. 1911, 1422f. 

JExsuperatorius als Titel des Kaisers Commodus, das Cumont 



Literaturbericht für das Jahr 1911 331 

auf den syrischen Bei bezog, deutet A. von Domaszewski, Archiv 
f. Religionsgesch. 14, 313 im Zusammenhang mit den von Com- 
modus ersonnenen Monatsnamen aus der Leidenschaft des Kaisers 
für die Gladiatorenspiele. 

fratigere belegt Einar Löfstedt BphW. 1911, 1422 in der 
Bedeutung 'etwas mit Kraft treffen'. 

frmnea berührt Ed. Nestle BphW. 1911, 447, der es mit 
QOfxq)aia verbinden möchte. 

frigo 'rösten' sucht v. d. Osten-Sacken IF. 28, 150ff. mit 
cpQvyio, irisch hruighim, aind. bhrjjdti "^rösten' und gleichzeitig mit 
frigo 'quietschen', fringulio 'zwitschern', fringilla 'Fink' zu ver- 
binden. 

fulcire honore: Carl Weymann Glotta III, 194 f. 

furere soll nach L. Sütterlin IF. 29, 127 zu elsässisch hörig 
'wütend, wild' gehören. Nicht glaublich. 

gaitanus oder (linum) gaitanuni, Marcellus Empir. 8, 27, 
eine besondre Schnur, die anscheinend aus Gallien kam, behandelt 
G. Helmreich Ph. 69, 569f. Galen erwähnt sie und das Wort 
lebt im Neugriechischen yaixdvL fort. 

gerres 'ein Seefisch' vergleicht L. Sütterlin IF. 29, 127 mit 
ahd. cresso 'Gründling'. 

gliscere 'gestire': Carl Weymann Glotta III, 395 f. 

ging Iva vergleicht L. Sütterlin IF. 29, 126 mit westf. kinkel 
(f.) 'Speckstreifen, Doppelkinn'. Nicht überzeugend. 

glüria will H. Ehrlich BphW. 1911, 1574 mit aind. grnäti 
'lobt', lit. giriti. 'rühme' vereinigen. 

gnavus zu genu: Ernst Hasse Glotta III, 276f. 

helluo gehört nach H. Ehrlich BphW. 1911, 1572 zu eluere 
'sich durch Badeluxus zugrunde richten'. Nicht glaublich. 

icio, ico trennt H. Ehrlich BphW. 1911, 1574 von IxTag, das 
er an vTteQiytzaivoi^ai, aind. yaks- eilen anknüpft. 

inius deutet K. Brugmann IF. 29, 2 10 ff. als Superlativ des 
Pronominalstammes i- nach Bronischs Vorgang. 

ingens will H. Ehrlich BphW. 1911, 1572f. als *in-egens 
deuten. Nicht glaublich. 

ingruere, congriiere stellt Jarl Charpentier IF. 28, 155 f. 
mit fcxpaoi' 'überfiel, bedrängte', avest. zrvan-, zrün- 'Zeit' zu einer 
Wurzel *ghreu, *ghrü 'eilen . 

Intestinus erklärt K. Brugmann IF. 28, 295 ff. aus *entero- 
stmo- entsprechend aind. antara-stha- 'im Innern befindlich'. 

invidere deutet R. Wünsch BphW\ 1911, 77 'ich besehe 



332 Felix Hartmann 

einem etwas (in übler Absicht)' und bringt es mit dem bösen 
Blick in Beziehung. 

involare 'envoler' erklärt Arthur B. Myrick Am. J. of Philol. 
32, 446 f. mit Recht aus in + volare ""fliegen' unter Ablehnung der 
Deutung von Donatus und Servius in vola includere'. 

ligo *^Hacke' verbindet L. Sütterlin IF. 29, 127 mit ae. slican 
'percutere', engl, to lick 'durchprügeln'. (?) 

linies behandelt Wilhelm Gebert Bonner Jahrb. 1911, IGlff. 
Die alte Etymologie, die an obliquus anknüpft, findet auch seine 
Zustimmung, die Bedeutung entwickelt er auf grund einer Unter- 
suchung früherer Ansichten und einer sorgfältigen Prüfung der 
Belege: freie Bahn auf ebener Erde, ohne künstliche Aufschüttung, 
schnurgerade, oft von beträchtlicher Breite, quer durch das Ge- 
lände verlaufend. 

liftius 'Schlamm', nhd. slim leitet L. Sütterlin IF. 29, 127 
von einer Grundform *slujmo- ab, zu der auch ahd. s^^cÄ 'Schlick' 
gehört. 

lippus vergleicht H. Ehrlich BphW. 1911, 157G mit alt- 
kirchenslav. sUpü 'blind'. 

locus will L. Sütterlin IF. 29, 129 mit deutsch fleck ver- 
mitteln. Nicht glaublich. 

löcusta und lacerta will Ludw. Pschor BphW. 1911, 1206 
mit Atts, Arjxatu in Verbindung bringen. So schon Walde, aber 
schwerlich richtig. 

luptt 'meretrix' will H. Ehrlich BphW. 1911, 1574 mit vo- 
luptas vereinigen. Ganz unwahrscheinlich. 

Lupercalia, luperciis zu lupus und arcere, was schon vorher 
nicht zweifelhaft war, bestätigt Ludwig Deubner, Archiv f. Re- 
ligionsgesch. 13, 481—508 glänzend durch die Darlegung der Kult- 
gebräuche. Vgl. die Berichtigung ebenda 14, 305. 

Iura soll nach L. Sütterlin IF. 29, 128 auf '-iRgra zurück- 
gehen und zu ahd. loh *^Loch' gehören. (?) 

luxus, Inxari stellt H. Ehrlich BphW. 1911, 1574 zu ai. 
vrksa- 'Baum'; nicht glaublich. 

maceria 'Mauer aus Lehm' erklärt L. Sütterlin IF. 29, 127 
aus einer W^urzel ^tmäg-, von der er auch got. pähö, mhd. tähe 
'Ton' ableitet. Ganz unwahrscheinlich. 

Mars und Marcus behandelt 0. A. Danielsson in der Fest- 
schrift für K. F. Johansson Göteborg 1910, S. 81ff.; er leitet Mars 
über Mävors von Mämers ab, indem er den Übergang von m zu 
V als Dissimilation auffaßt. Die Formen des Arval-Liedes werden 



Literaturbericht für das Jahr 1911 333 

ziemlich gewaltsam als durch mehrmaliges Versprechen oder Ver- 
lesen zustande gekommen gedeutet, Mamers sei der Name eines 
voritalischen, sicher aber keines etruskischen Gottes. 

Mercurius, das im ersten Teil zu merx gehört, soll nach 
H. Ehrlich BphW. 1911, 1574f. ein Suffix -iies, -us ""gehörig zu' 
enthalten, dessen Vollstufe in primores aus * primovezes vorliege. 
Ganz unglaublich. 

ineta, metari verbindet H. Ehrlich BphW. 1911, 1575 mit 
lit. mataii matyti 'blicken', altbulg. sü-motriti 'blicken . Nicht 
überzeugend. 

niiles ist nach R. G. Kent, Transactions and proc. of the 
Am. phil. Ass. 41, 5—9, unter Ablehnung früherer Deutungsver- 
suche aus *smeid- oder ^smeit- 'werfen' gebildet; * smit-slos, lat. 
*mUos heiße 'a smiter' oder 'a driver away', sei aber durch den 
Einfluß von eques oder durch Volksetymologie als 'mile-goer' zu 
mlles umgestaltet worden. 

niille behandelt Roland G. Kent, Transact. and proceed. of 
the Am. phil. Ass. 42, 69£f.; er gibt eine Darlegung der bisher 
versuchten Etymologien, die er ablehnt, und knüpft selbst an mis- 
cere an. Ganz unannehmbar. 

mirus stellt F. Solmsen Jagic-Festschrift 580 fi'. zu ai. mäya- 
'Kunst, Wunderkraft', vgl. a. H. Ehrlich, Zur idg. Sprachgeschichte 
75, BphW. 1911, 1574. 

mittere erklärt K. Brugmann IF. 28, 3741f. als ^-Präsens 
einer Wurzel *smeid- 'schmeißen', von "^smidetö ausgehend, und 
zeigt, wie sich damit das ei des Perfektums {comproynesise CIL 
1, 196) und das ss des Supinums vereinigen lassen, läßt aber die 
Vergleichung mit ixirog 'Faden' offen. 

necto erklärt H. Ehrlich BphW. 1911, 1575 aus *Jcnek- und 
stellt es zu aind. kaotc- 'binden', lit. kinkyti 'anspannen'. 

nenia 'Totenklage' soll nach H. Ehrlich BphW. 1911, 1576 
als *necsma zu nex gehören. Wenig glaubhaft. 

niger knüpft L. Sütterlin IF. 29, 123 an ai. nlla-, das für 
*nighla- stehen soll. Unwahrscheinlich. 

Odium mit o'Cw, olere zu verbinden, wie Skutsch in der 
Glotta II, 230 ff. vorgeschlagen hatte, lehnt A. Walde IF. 28, 396 ff. 
unter Berufung auf armen, ateam 'hasse', ags. atol häßlich', odvo- 
GOfiac 'zürne' ab. 

olivae colunihares erklärt Max Niedermann BphW. 1911, 
1433 f. schlagend als Entlehnung und Verdrehung aus e'kcai xo- 
Ivixßddeg. Der Thesaurus schwankt. 



334 Felix Hartmann 

opinari erklärt K. Brugmanu IF. 29, 234 ff. aus *op-isnä- 
und vergleicht aind. api + Ütiäti; entsprechend soll 

omen über "^opsmen aus *opismen von derselben Wurzel ab- 
geleitet sein. Beides ist wenig überzeugend. 

pallere verbindet W. Schulze Sitzungsb. der Berliner Ak. 
1910, 788 mit Ttrilog. 

palüs 'Sumpf , palumhes behandelt W. Schulze, Sitzungsb. 
d. Berl. Akad. 1910, 788, indem er die Benennungen als von der 
Farbe ausgehend (ahd. falo, falauuer) auffaßt. 

patriam aut parentes Sali. lug. 3, 2 behandelt A. Kornitzer 
ZföGym. 61, 593, der auf Plato, Kriton 51c ßia^ea^at di ovx 
OOLOV ocTE juriTaQa ovre ytaiiQa, 7toXv de rovriov evi )]Ttov tr^v 
TtaxQida und auf Cic. ad fam. 1, 9, 18 verweist, um für parentes 
die Bedeutung Eltern zu erweisen. 

pereiidie erklärt K. Brugmanu MoriDh. Unters. 6, 351 ff. als 
Kasus eines Kompositums * per(i)no-die , wobei er in * perno- ein 
dem umbrischen perne verwandtes Adjektivum sieht. 

Planta 'Fußsohle' deutet H. Ehrlich BphW. 1911, 1573 als 
pläno-ta mit gleichem Suffix wie iuventa. 

poples stellt H. Ehrlich BphW. 1911, 1575 mit palpebra und 
papilio zu der Wurzel '-^pel 'sich bewegen'. 

populus deutet K. Brugmaun IF. 28, 377fi\ als Ableitung 
von pellere mit der Präposition po- 'Abtrieb und verbindet damit 
populärlj indem er einen Gedanken von E. Fay aufnimmt und an 
Solmsens Erklärung von dorisch a'jTeAAa' Volksversammlung' er- 
innert. Wenig überzeugend. — Vgl. dazu S. Pantzerhjelm- 
Thomas Glotta III, 19Gff., F. Skutsch ebenda 201 f., Th. Nöl- 
deke ebenda 279. 

praeacutus in der Verbindung mit falces bei Cäsar b. Gall. 
3, 14, 5 heißt 'sehr scharf' nach J. C. Rolfe, Glass. Journ. 6, 
133—135. Vgl. F. W. Wright, ebenda 7, 79. 

praegnans trennt H. Ehrlich BphW. 1911, 1573 von gnatus 
und stellt es zu ai. ä-hanas 'strotzend'. Nicht überzeugend. 

praesto esse, praestolarl: F. Solmsen Glotta III, 245 ff., vgl. 
P. Kretschmers Zusatz S. 252f. 

promulgare sucht A. Meillet Mem. de la soc. de ling. 17, 
60ff. mit mulgere zu vermitteln: 'faire sortir, extraire, mettre en 
evidence'; die Berufung auf altirische Glossen durinmailc 'promul- 
gavit' ist aber trügerisch; es liegt Entlehnung und Weiterbildung vor. 

provincia. H. Ehrlich tritt für Kellers Deutung aus ^'pt^o- 
vindicia ein BphW. 1911, 1572. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 335 

ptidet enthält nach H. Ehrlich BphW. 1911, 1575 die Tief- 
stufe zu paveo, nxoiw. Nicht überzeugend. 

pulcher : placare: Ernst Hasse Glotta III, 27Gf. 

puleoc verbindet L. Sütterlin IF. 29, 123 mit germ. ^flauJia-, 
indem er Silbenumstellung von *powelek- zu poleivek- annimmt. 
Unglaublich. 

pullus = gallus weist Th. Stangl aus Leidener Glossen nach, 
Wschr. 1911, 1348f.; er verweist auf K. Meister, RM. 64, 380, der 
es aus dem Itinerar der Ätheria belegt. 

p^mgere verbindet L. Sütterlin IF. 29, 127 mit westf. spuckt 
(m.) '^Stange, schmächtiger Mensch'. Nicht glaublich. 

quadrigenti belegt Th. Stangl Wochenschrift 1911, 271 ff. 
viermal; C. Wagen er ebenda 421 ergänzt die Belege und weist 
auf die Ansichten von Skutsch und Lindsay über die Form hin. 

Quirites will H. Ehrlich BphW. 1911, 1572 nach F. Stolz' 
Vorgang mit curia, *co-viria in Zusammenhang bringen. 

recens erklärt H. Ehrlich BphW. 1911, 1575 als *vrecens 
und stellt es zu aind. varcas 'Tatkraft'. Nicht überzeugend. 

renes 'Lenden stellt H. Ehrlich BphW. 1911, 157G zu lit. 
strenos 'Kreuz, Lenden'. 

repere verbindet L. Sütterlin IF. 29, 128 mit tirol. refen, 
refein 'kriechen'. (?) 

respiritus: F. Skutsch Glotta III, 384. 

rinia Spalte kann nach L. Sütterlin IF. 29, 127 mit deutsch 
riss, ritz verwandt sein, Grundform '^ivrJdma. 

rubeta 'Kröte' verbindet W. Schulze, Sitzungsb. der Berl. 
Akad. 1911, 807 f. mit lit. ivarle, lett. vjarde ""Frosch' unter gleich- 
zeitiger Behandlung des Suffixes (vgl. alsxog) und Ablehnung der 
Verbindung mit rubere. Ein Zusammenhang mit ruhiis (s. u.) ist 
dagegen möglich. 

ruhus deckt sich nach W. Schulze, Sitzungsb. d. Berl. Akad. 
1910, 807 mit altiran. ^'vrda-, npers. gul, armen, vard 'Rose , aus 
dem griechisch qoöov^ äol. ßgodov entlehnt ist. 

salebra 'holprige Stelle' trennt H. Ehrlich BphW. 1911, 
1573 von salire und vergleicht aind, skhalate 'strauchelt', aq)dl- 
lof^ai; dazu nimmt er vorlat. Umstellung zu qushale- an. Ganz 
unwahrscheinlich. 

saliva und salix behandelt W. Schulze, Sitzungsb. d. Berl. 
Akad. 1910, 795f., und erklärt ihre Benennungen aus der Farbe 
des Salzes. 



336 Felix Hartraann 

saltiis 'Schlucht' vergleicht H. Ehrlich BphW. 1911, 1575 
mit augelsächsisch slced, engl, slade Tal. Abzulehnen. 

sälvus soll nach H. Ehrlich BphW. 1911, 1575 auf *salovos, 
demnach salüs auf ^salovots, salüber auf *salovober zurückgehen. 
Nicht glaublich. 

scapulae verbindet L. Sütt erlin IF. 29, 127 mit westf. hidwe 
'Hüfte'. Nicht überzeugend. 

secespita hält W. Prellwitz KZ. 44, 358 für eine Zusammen- 
setzung aus secare und *spata, das aus OTräd^iq entlehnt wäre und 
im Romanischen fortlebe. Unwahrscheinlich. 

secufs 'hinter stellt H. Ehrlich BphW. 1911, 1575 zu sequor 
und sieht darin einen erstarrten Nominativ; secus 'anders' ver- 
gleicht er mit {-xdg, hierzu gehöre sequior und Sequester 'der Neu- 
trale'. Lautlich und begrifflich nicht überzeugend. 

söliis deutet H. Ehrlich BphW. 1911, 157'3 aus *sovolos zu 
suus. Nicht glaublich. 

spatimn nach M. Breal Revue pol. et lit. 1911, 28. X ent- 
lehnt aus oraÖLov. Nicht glaublich. 

stirps verbindet L. Sütterlin IF. 29, 127 f. mit ahd. strüben, 
üTQV^vog durch den Ansatz einer Wurzel '^sterup(h). 

stiva gehört nach L. Sütterlin IF. 29, 128 vielleicht zu ahd. 
stecko, OTi'Cio, aind. tigmd- 'spitz'. — K. Brugmann dagegen IF. 
2S, 369 vermutet Zusammenhang mit stlpes, stipida, oricpQog, indem 
er von *sttps-vä ausgeht. — H. Ehrlich BphW. 1911, 1576 ver- 
gleicht aind. flvra- scharf . 

sub aus *ks-upo K. Ostir Wörter u. Sachen 3, 208, so schon 
Osthoff. Morph. U. 4, 266. 

superciliufn, das älter als ciliuni und wohl dessen Stamm- 
wort sei, will Francesco Stabile Classici e Neolatini 7, lOlff. mit 
oculus verbinden, was zwar verlockend, aber lautlich nicht möglich ist. 

tarnies 'Holzwurm' gehört nach H. Ehrlich BphW. 1911, 
1573 zu torqueo. Nicht überzeugend. 

taurus behandelt L. Sütterlin IF. 29, 123; er nimmt, um 
altir. tarb vermitteln zu können, eine Urform *tewero-, *tawero- 
an, die durch Silbenumstellung zu der keltischen Form führt. 

tetnplum ist nach L. Sütterlin IF. 29, 127 Deminutiv zu 
TtixEvoq, geht also auf '*tem(ene)lum zurück. — Die Lautverhältnisse 
sind wohl anders zu beurteilen. — H. Ehrlich BphW. 1911, 1576 
vergleicht lit. isi-temyjii 'beobachten , T^^jueAcw. 

tenvpus nach M. Breal Rev. pol. et lit. 1911, 28. X Neutrum 
zu tepor. Nicht glaublich. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 337 

testa, 'Topf, Schale, Scherbe stellt Meringer Wörter u. Sachen 
3, 52, Waldes' Etym. bestätigend, zu texere ""flechten, weben'. 

tifata, das bei Paulus Diak. 'iliceta' glossiert wird, deutet 
Christ. Huelsen, Hermes 46, 305ff. als Eichenhain, demnach Curia 
und Manciua tifata als Haine in der Stadt Rom. Er vermutet 
samnitischen Ursprung und lehnt etruskischen, vielleicht mit Un- 
recht, ab. 

tinea vergleicht G. Ciardi-Dupre mit Givof.iai, 07jg, slaw. 
tilja. (Privatdruck, s. 1. e, a. 4 S.) 

truncHs und mhd. Strunk sucht L. Sütterlin IF. 29, 127 
mit ahd. drum 'Endstück, Splitter' durch Annahme einer Grund- 
form *troinoko- zu verbinden. 

umbra erklärt H. Ehrlich BphW. 1911, 1575 aus *onbh-ra 
und vergleicht es mit nehula. Nicht glaublich. 

Veneres Cupidinesque, Catull 3, 1 und 13, 12, an letzter 
Stelle vielleicht Selbstzitat, meinen nach K. Meister vielleicht 
plastische oder bildliche Liebesgötter, vgl. '^Eq/lioI, Priapi, die vom 
Volksglauben und von der Dichterphantasie persönlich aufgefaßt 
worden sind. Vgl. ZfGymnw. 65, 537. (?) 

verber 'Peitsche' stellt E. W. Fay Trans, and proceed. of the 
Am. phil. Ass. 41, 26 zu aind. vardhra-s 'a strip of leather'. 

verpus stellt L. Sütterlin IF. 29, 128 zu frühnhd. würfet 
'porcus castratus'. Nicht wahrscheinlich. 

vestibuhini erklärt Herm. Jacobsohn abweichend von Brug- 
mann als eine Ableitung von verrere 'der Ort, wo man fegt', unter 
Verweisung auf die lex Julia munic. Zeile 20 ff. Xagireg S. 431 *. 

vexillum, ovrj^lXlog, ßt]^lllog, daher auch einmal vexülus''Fahne, 
eigens gebildete Truppenabteilung, persönliche Auszeichnung', ve- 
xillatio 'Detachement', vexillarius behandelt Max Meyer in einer 
Freiburger Dissertation i). 

vitulari 'jubeln gehört nach H. Ehrlich BphW. 1911, 1575 
zu Pia 'Stimme', ßiofxajQog 'im Kampfruf tüchtig'. Das heißt doch 
wohl X durch y erklären. 

Volsci deutet A. Cuny, Rev. des etudes anc. 13, 176ff. als 
Bewohner von * Volla und erinnert an die Stadt Volae, BoXai, 
BwXa der Äquer. Volsci neben Vulcinus, Vulcatius wie Osci, 
Opsci neben ^Otii-aol. 

volttis 'Miene' stellt H. Ehrlich BphW. 1911, 1576 zu got. 
Ittdja 'Gesicht'. Nicht überzeugend, 

1) Unrichtig S. 30 Anm. leg. X statt 'eine zehnte Legion', Scipios 
statt Ciceros. 



33g Wilhelm Kroll 

vomis "^Pflugschar verbindet L. Sütterlin IF. 29, 128 mit 
ahd. waganso und oq)viQ durch Annahme einer Grundform '^tvogho- 
mis- und vergleicht weiter lit. vagis 'Keil*, ahd. weckt Keil, keil- 
förmiges Brot. 

Felix Hartmann 

Syntax ^) 
1. Verbum. 
R. Methner, Bedeutung und Gebrauch des Konjunktivs in 
den lateinischen Relativsätzen und Sätzen mit cum (Berlin, Weid- 
mann), knüpft, wie schon der Titel verrät, an Gardner Haie an, 
daneben an Gaffiot. Aber er bekämpft Haies Herleitung der quali- 
tativen Relativsätze aus den konsekutiven und seine Neigung, dem 
Konjunktiv alle möglichen Bedeutungen zuzuschreiben, außer der 
jussiven z. B. die der ideellen Gewißheit, die konsekutiv-qualitative, 
die kausal-adversative usw. Statt dessen geht er vom Poteutialis 
aus und findet in einem Satze wie ea est Romana gens, quae victa 
quiescere nesciat (Liv. 9, 3, 12) die Erwartung ausgedrückt. Ein 
Fortschritt über Haie hinaus ist unverkennbar, namentlich wird 
der Lehrer für die Erklärung einzelner Konjunktive bei den Schul- 
autoren richtige und praktische Winke finden. Auch ist für einen 
Satztypus die zweifellos richtige (übrigens schon von mir Gl. HI 6 
vorausgesetzte) Erklärung gegeben, wenn 7ie}no est qui clicat aus 
der ursprünglichen Parataxe hergeleitet wird (S. 10): „sollte das 
jemand sagen? Nein, es gibt niemand". Daß auf diesem schwie- 
rigen Gebiete manches bleibt, was nicht jedem einleuchten wird, 
ist unvermeidlich; ich will nur einiges prinzipiell hervorheben. Es 
empfiehlt sich im Lateinischen zunächst von der Willensbedeutung 
des Konjunktivs auszugehen und zu sehen, wie weit man mit dieser 
kommt. Wenn M. den Satz da Uli quod bibat als konsekutiv- 
qualitativ auffaßt „gib ihm was von der Beschaffenheit, daß er es 
trinken kann" (S. 37), so wird man sich lieber an das daneben- 
stehende da Uli bibat erinnern und von der Bedeutung ,,er soll 
trinken" ausgehen. So einfach ist freilich die Erklärung in bei 
weitem den meisten von M. behandelten Fällen nicht, weil sie der 
ursprünglichen Parataxe und (namentlich soweit es sich um Livius 
und Tacitus handelt) dem ursprünglichen Sprachempfinden zu fern 
stehen. M. erklärt S. 26 A. 2, in der Regel nur Plautus, Terenz, 



1) Ich habe einige Schriften nachgeholt, die im Bericht .über 1910 nicht 
besprochen waren. Einige Notizen rühren von F. Hartmann her. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 339 

Cicero, Cäsar und Horaz' Sat. und Epist. berücksichtigen zu wollen, 
„weil von diesen Schriftstellern nicht anzunehmen ist, daß sie in 
ihrem Stile irgend welche Tendenzen befolgen" — ein sehr zu bil- 
ligender Vorsatz: aber auch schon bei diesen Autoren spielen allerlei 
Momente mit, die sie vom Ursprünglichen scheiden, so der Einfluß 
des Metrums (an den M. S. 30 freilich einmal erinnert), wegen 
dessen ich z. B. Plaut. Cas. 194 qui mihi ancülulam postulet, qiiae 
meast, quae meo educta sumptu siet, vilico se suo dare (S. 53) lieber 
ausschalten würde, zumal die Formen siem usw. nur dem Versmaße 
zuliebe angewendet zu werden scheinen (vgl, eine demnächst er- 
scheinende Münsterer Dissertation von Runte). Auch daß M. den 
Einfluß der modalen Attraktion für Nichts achtet, halte ich nicht 
für richtig, ebensowenig seine Annahme einer Ellipse in amo hercle 
opino iit pote quod pro certo sciam (S. 58: ein dico id quod sciam 
soll zugrunde liegen; auch Gustafson a. 0. 56 ist damit nicht ein- 
verstanden). In Rud. 313 ecquem adulescentem . . qui tres secum 
Jiomines duceret . . vidistis? will M. einen direkten Fragesatz er- 
kennen und qui als quomodo erklären ,,wie er führte": in dieser 
Form kaum annehmbar, aber wohl das Richtige enthaltend. Es 
wird Anlehnung an Fragesätze vorliegen, und mit Anlehnung 
wird man auf diesem ganzen Gebiete mehr rechnen müssen als M. 
tut. Vorläufig aber darf man sich über seine ernsthafte und in so 
vieler Hinsicht erfolgreiche Behandlung des schwierigen Problems 
freuen. 

°0. Tescari, Uso del congiuntivo Potenziale (concessivo, de- 
siderativo) in latino (Napoli, Pierro). 

°J. P. Behn, The Subjunctive in Latin (Syracuse, 34 S.). 

E. Rodenbusch, Praesentia in perfektischer Bedeutung (Indog. 
Forsch. 28, 252 — 285), richtet sein Augenmerk auch aufs Lateinische. 
Zwei Gebrauchsweisen kommen in Betracht: 1) im Gespräch wird 
das, was ein noch Anwesender gesagt (seltener getan) hat, als 
gegenwärtig behandelt, also gewissermaßen die Gegenwart der Hand- 
lung und der Person verwechselt. Außer Stellen, wie sie Blase 
Hist. Gramm. 107 nennt, gehören hierher z. B. Plaut. Trin. 80 
Non potest utrumque fieri. Quapropter? Rogas? Ebd. 990 vap)U- 
labis meo arhitratu et novorum aedilium. At etiam maledicis? 2) Ge- 
wisse Verben drücken Vorgänge aus, deren Übergang in einen 
dauernden Zustand unmittelbar sinnfällig ist, sodaß sie von einer 
progressiven zur resultativen Bedeutung fortschreiten. So bedeutet 
complecti erst „umschlingen", dann „umschlungen halten", concedere 
erst zurückweichen, dann zurückstehen. Hierher gehören z. B. 

Glotta V, 4. 23 



340 Wilhelm Kroll 

alligare destinare cingere circumdare (die gern im Präsens erscheinen, 
wo wir das Perfekt brauchen: urhe portus cingitur „ist umgeben", 
ebenso bei cogi inscrihi relinqui) nasci (vorkommen — doch wohl 
anders aufzufassen) längere attingere tendere procurrere „vorsprin- 
gen". Nicht Alles ist überzeugend, z. B. wenn R. mit Stellen aus 
Tibull und Properz beweisen will, daß sedere und sidere ihre Be- 
deutung tauschen. Auch daß stare ursprünglich progressive Be- 
deutung gehabt habe, ist mit stanf littore pnppes und ähnlichen 
Vergilstellen nicht bewiesen. R. tut gut daran, sich meistens nicht 
an Dichter, sondern an Cäsar zu halten. 

J. H. Schmalz, Über den Gebrauch des Part. Fut. act. im 
archaischen und im klassischen Latein (Berl. phil. Woch. 31, 350 
— 352), will zeigen, daß das Partie. Fut. bis auf Cicero nur in der 
Coniugatio periphrastica vorkomme. Enn. A. 573 carbasus alta 
volat pandam ductura carinam beruht auf einem nicht ganz zu- 
verlässigen Gewährsmann, Gracch. bei Gell. 11, 10, 4 qui prodeunt 
dissuasuri soll fast = sunt dissuasiiri sein (?). Bei Cic. ad Qu. 2, 
15, 3 hat Sjögren jetzt aderam defensurus hergestellt; häufig werden 
solche Fälle erst bei Sallust und den Cäsar-Fortsetzern. Der Abi. 
absol. dieses Part, findet sich zuerst bei Asinius, Lucil. 567 rau- 
suro tragicus qui carmine perdit Oreste ist unrichtig oder anders 
aufzufassen. 

2. Nomen. 

Auf dem Gebiete der Kasussyntax sind die bedeutendste 
Erscheinung W. Havers' Untersuchungen zur Kasussyntax der 
indogermanischen Sprachen (Straßburg, Trübner). Sie erstrecken 
sich auf den Gebrauch desjenigen Dativs, mit dem der Genitiv ab- 
wechselt und dem H. den Namen „Dativus sympatheticus" gibt. 
Er scheidet sechs Kategorieen dieses Gebrauches, je nachdem sich 
die Tätigkeit auf Leib oder Seele oder Besitz, auf Wegnehmen und 
Abwehren oder Beziehungen der Menschen zu einander bezieht, oder 
endhch bei Verben der Bewegung der Dativ neben lokaler Fügung 
angewendet wird, und verfolgt diese Ausdrucksweise durch alle 
indogerm. Sprachen. Das Lateinische und Romanische wird auf 
S. 170 — 239 mit guter Kenntnis der einschlägigen Literatur und 
zutreffendem Urteil behandelt. Es zeigt für die dativische Aus- 
drucksweise eine deutliche Vorliebe und dehnt sie über die Per- 
sonalpronomina, wo sie ererbt war, nicht unerheblich aus: Plautus 
sagt, um bei der ersten Kategorie zu bleiben, nicht bloß pectus 
mihi pedibus percutit, sondern auch ut ego illic oculos exurani und 



Literaturbericht für das Jahr 1911 341 

qui pugnis os exossas hominibus. Er hat in den ersten vier Kate- 
gorien auf 280 Fälle des Dat. symp. 140 mit Genitiv oder Possessiv- 
pronomen, und zwar überwiegt das letztere (109 Fälle), nominale 
Genitive finden sich nur 11 gegen 70 nominale Dative. Die Pos- 
sessiva stehen oft am Versschluß wie in qui aedis spoliis opplebit 
tuas; es ist aber nicht richtig (S. 189), daß sie aus metrischen 
Gründen statt der entsprechenden Dative stehen, da diese auch an 
diese Stelle passen, vielmehr bevorzugen die Dative nach H.s Be- 
obachtungen die Stellung vor dem Verbum. Es entwickelt sich 
sogar ein adnominaler Dativ, z. B. Mil. 271 illic est Phüocomasio 
ciistos. 1431 quid erat igitur? Philocomasio aniator (noch Ps. Quint. 
decl. mi. 44, 4 pater huic). Die klassische Prosa zeigt die Ten- 
denz, den Dat. symp. auf die Pronomina, besonders der 1. und 
2. Person, also auf sein ursprüngliches Geltungsbereich, einzu- 
schränken, wofür H. S. 213 bei Cicero stilistische Rücksichten und 
vielleicht auch das Studium der griechischen Literatur verantwort- 
lich machen will: ich glaube, daß die Ursache in seinem Purismus 
zu suchen ist, der eine möglichst gleichförmige Ausdrucksweise an- 
strebt. Ein ganz anderes Bild zeigt auch hier Sallust, bei dem 
Dativ und Genitiv (kurz ausgedrückt) sich die Wage halten, was 
H. mit Recht aus der Anlehnung an archaische Muster herleitet. 
Für die spätere Umgangssprache erweist sich Petron als eine nicht 
ungetrübte Quelle (die eigentliche Erzählung ist auch garnicht 
vulgär, wie man unter dem Eindruck der Dialogsprache in der 
Cena oft annimmt), als eine bessere Inschriften, besonders Defixionen, 
Vegetius (warum nicht Chiron?) und Muscio, die das Fortleben 
der Konstruktion bezeugen, das durch die romanischen Sprachen 
bestätigt wird. Bedenken habe ich gegen die Heranziehung der 
Dichter nach Terenz, die unter der Herrschaft des Metrums stehen: 
wenn Lukerz zweimal arhoribus gebraucht, so kann es sehr wohl 
deshalb sein, weil arborum sich nicht in den Vers fügte. Für die 
Fälle mit dem oxijf^cc xa^' olov y.al xara i^egog wie Bacch. 1009 
iam ego te hie . . exurgebo quicquid umoris tibist verweise ich auf 
Cl. Otto De epexegeseos in Latinorum scriptis usu, Münster 1912. 
H.s Umsicht zeigt sich auch darin, daß er auf abweichende Aus- 
drucksweisen geachtet hat, so auf die Weglassung des Pronomens 
z. B. Ter. Ht. 764 quam seile in mentem venerit (sc. mihi) : er findet 
darin den feineren Umgangston gegenüber der vulgären Abundanz 
des Pronomens (S. 196), später aber bei Besprechung von Ciceros 
Briefstil (z. B. ad Att. 2, 6, 1 a scribendo prorsus abhorret animus) 
schreibt er gerade die Ellipse des Pronomens der Umgangssprache 

23* 



342 Wilhelm Kroll 

ZU (S. 210). Das Letztere wird im Allgemeinen richtig sein: man 
denke an die zahlreichen Fälle bei Plautus wie Most. 272 etiamne 
unguentis unguendam censes (sc. me)?, s. Lorenz zu V. 633. 821, 
meine Anm. zu Cic. orat. 103. 

°J. P. Waltzing, Syntaxe de hoc genus (Musee Beige 15, 221 f.). 

W. Sc hink, De Romanorum plurali poetico (Diss. Jena), be- 
handelt das neuerdings so beliebte Thema des poetischen Plurals 
gründhch und verständig. Aus der allgemeine Fragen behandelnden 
Einleitung sei hervorgehoben, daß Seh. gegen Maas auch solche 
Plurale, zu denen es ein prosaisches Korrelat im Singular nicht 
gibt, für poetisch erklärt: in den von ihm genannten Fällen (caeli 
templa, limina soUs, marmora pelagi) gewiß mit Recht. Die eigent- 
liche Arbeit besteht aus einer alphabetischen Liste der poetischen 
Plurale von der ältesten Zeit bis auf Ovid mit vollständiger Stellen- 
angabe: die vorhandene Spezialliteratur ist gewissenhaft verwertet, 
entgangen ist dem Verf. die Dissertation von E. Schmidt (Glotta 
III 375). Die griechischen Entsprechungen sind angegeben, wo es 
in Betracht kommt, 

3. Pronomina. 
C. L. Meader, The Usage of idem, ipse and words of related 
meaning (New York, Macmillan 1910), stellt sich als eine Fort- 
setzung der früheren Arbeit über die lateinischen Pronomina dar, 
die bei uns besonders durch die Bearbeitung in Arch. Lex. 11, 12 
bekannt ist. Die Schrift zerfällt in zwei Kapitel, das eine über 
die lateinischen Ausdrücke für Identität, das andere über idem als 
anaphorisches Pronomen und im adverbialen Gebrauche. M. spricht 
ausführlich über die verschiedenen (7) Begriffe der Identität und 
die Etymologie der verschiedenen sie in den indogermanischen 
Sprachen ausdrückenden Worte, ganz lehrreich und nachdenklich, 
aber ohne viel Gewinn für das Lateinische. Daß neben idem auch 
unus und 2^(^^ gebraucht werden, ist keine Überraschung, und daß 
zwischen omnes idem sentiunt und omnes unum sentiiint ein Unter- 
schied sein soll, nicht richtig. Die Verwendung von unus in quae 
cogitatio una niaxime molestias omnis extenuat auf das Indoger- 
manische zurückzuführen (S. 23) ist mindestens überflüssig, da sie 
sich aus dem Lateinischen bequem erklärt: wenn imus hier ein 
bestimmtes Pronomen ist, dann ist es auch solus in ab dis solus 
diligere Ter. Phorm. 854 und das ähnlich gebrauchte griech. 
l-iövog (vgl. meine Anm. zu Cic. orat. 69). Das 2. Kap. enthält 
eine dankenswerte Statistik über das Vorkommen von idem und 



Literaturbericht für das Jahr 1911 343 

allerlei Hinweise auf die Abschwächung seiner Bedeutung. Verg. 
Aen. 4, 79 darf man freilich nicht dafür zitieren (S. 76), denn in 
nutic eadem latente die convivia quaerit bezieht sich eadem nicht 
auf Dido, sondern auf convivia. Interessant ist die Erstarrung des 
Nom. idem, der dann auch die übrigen Kasus vertritt und auch 
mit item verwechselt wird, worüber sich M. mit Sturtevant Class, 
Phil. 2, 313 auseinandersetzt. Vgl. die bekannte Inschrift CIL 6, 
27556 (Dessau 8473) pupus Torquatiamis filius honus . . item alius 
pupus LaetianuSf qui idem filius bonus et obsequens idem parenti- 
bus vixit. 

4. Partikeln. 
Wenglein, Neve und neque im älteren Latein (Diss. Tübingen), 
bietet als wertvollsten Teil seiner Arbeit ein vollständiges Verzeichnis 
der Fundstellen bis auf Sallust und Nepos herab sowie statistische 
Übersichten, aus denen sich ergibt, daß im unabhängigen Satze 
neque, im abhängigen neve überwiegt. Doch ist bei den Dichtern 
der metrische Zwang nicht in Anschlag gebracht, z. B. muß zu 
PI. Poen. 489 bemerkt werden, daß in faciat ut semper sacruficem 
nee umquam litem nur neque und nicht neve möglich ist. Was W. 
über formale Fragen bemerkt, ist bedenklich: denn er hält ne und 
ne nicht auseinander, wohl aber neive und nive. Auch seine Aus- 
lassungen über die Bedeutung des Konjunktivs genügen nicht: 
dieser schwierigen Frage kommt man auch mit reichlichen Zitaten 
aus der so umfangreichen Literatur nicht bei. 

5. Wortstellung. 
H. Ammann, Die Stellungstypen des lateinischen attributiven 
Adjektivums und ihre Bedeutung für die Psychologie der Wort- 
stellung auf Grund von Ciceros Briefen an Atticus untersucht 
(Indog. Forsch. 29, 1—122), liefert einen bemerkenswerten Beitrag 
zu der neuerdings viel erörterten Lehre von der Wortstellung. Wie 
schon der erste Satz zeigt („Die Typen der freien Wortstellung 
sind Typen des in seiner Richtung wesentlich durch die Absicht 
der Äußerung bestimmten Vorstellungsverlaufes"), geht A. von 
psychologischen Gesichtspunkten aus, und zwar sucht er die bisher 
allgemein üblichen Erklärungsprinzipien „Betonung" und „Gegensatz" 
zu verfeinern und zu differenzieren. Gewiß ist ihm das im Ganzen 
gelungen, wenn man auch zweifeln mag, ob seine Terminologie 
durchweg glücklich und seine Erklärungen im Einzelfalle durchweg 
zutreffend sind. Sieben Kategorien werden aufgestellt: 1) Empha- 



344 Wilhelm Kroll 

tische Stellung, d. h. das Vorantreten von Worten, denen eine ge- 
fühlsmäßige Betonung anhaftet, z. B. Ausdrücke des Lobes oder 
Tadels, der Quantität und Intensität. 2) Thematische Stellung 
von Worten, die gewissermaßen das Thema der folgenden Äuße- 
rung angeben, z. B. 10, 16, 5 Hortensius venerat . . sermo?ie erat 
usus honorifico erga nie (wo wir uns mit ,,was . . angeht" helfen). 

3) Epanaphorische Stellung, wenn ein kurz vorher genanntes Sub- 
stantiv in Verbindung mit einem neuen Attribut wiederholt wird 
(während es auch fehlen könnte), z. B. 1, 14, 3 qui mihi laudem 
illam eo minus deberet, quod . . Pompeiana laude perstridus esset. 

4) Attraktionserscheinungen, wenn ein Wort an sich eine Beziehung 
ausdrückt, wie alius idem ipse similis, oder in einer Aufzählung 
oder Gegenüberstellung steht. 5) Präventivstellung, wenn einer 
irrigen Auffassung des Substantivs von vornherein vorgebeugt werden 
soll, wie 4, 3, 2 habehat ille quidem difficilem manifestamque causam, 
sed tarnen causam (wo Konkurrenz mit 4) nahe liegt). 6) Kon- 
struktive Stellung d. h. Nachstellung des Adjektivs, die diese als 
das Resultat einer Überlegung, Kombination, Berechnung erscheinen 
läßt. Von der Berechtigung dieser Kategorie habe ich mich nicht 
überzeugen können i). 7) Parenthetische Stellung d. h. nachträg- 
liche Zusätze, die natürlich nachstehen (wo ich lieber Epexegese 
sage: aber A. meidet alle grammatischen Termini) wie 4, 2, 3 kal. 
Oct. habetur senatus frequens „eine Sitzung, und zwar eine stark 
besuchte". — Als Probe auf das Exempel werden eine Reihe von 
Spezialfällen besprochen: attributive Partizipien, die vorangestellt 
sind, von Eigennamen abgeleitete Adjektiva, emphatische Adjektiva, 
die nachgestellt sind, Zahlworte, quidam und aliquis. — Man weiß, 
wo die Klippe bei allen solchen Arbeiten liegt: in dem natürlichen 
Bestreben, jeden einzelnen Fall zu erklären, obwohl bloße Laune 
des Schriftstellers der Grund sein kann. Im vorliegenden Falle 
kommt hinzu, daß A. fast nur an psychologische, aber nicht an 
formale Kriterien gedacht hat. Er hat allerdings ein ganz kurzes 
Kapitel, in dem von der Voranstellung einsilbiger Substantive, der 
Betonung des Satzschlusses u. dgl. die Rede ist, aber das genügte 
nicht. Ich will nicht behaupten, daß die Beachtung des rhytmi- 



1) Vgl. S. 101 über 6, 1, 6 senatum Salamine obsederat, ut fame sena- 
tores quinque morerentur „wohl konstruktive Stellung . . die zeitliche Suk- 
zession in ihrem allmählichen (!) Ablauf andeutend". 13, 30, 2 und 32, 3 
steht von derselben Sache erst quattuordecim annis post, dann aniiis qtiattuor- 
decim ante: man lese bei A. S. 104 nach, wie er einen Unterschied heraus- 
finden will. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 345 

sehen Satzschlusses in diesem Falle nennenswerte Resultate gezeitigt 
hätte: immerhin hätte der Verf. dazu Stellung nehmen müssen. 
Ein andrer Gesichtspunkt findet sich bereits in der älteren Lite- 
ratur, die der Verf. zwar zu Anfang teilweise zitiert, nachher aber 
nicht weiter berücksichtigt: längere attributive Glieder stehen gern 
nach. Wenn es 13, 42, 1 heißt: quo iter instet et iter ad bellum 
idque cum periculosum tum etiam turpe, so braucht man nur die 
Voranstellung versuchsweise durchzuführen, um zu erkennen, daß 
sie von vornherein unmöglich ist: A. redet von konstruktiver Stel- 
lung, die den begründenden Satzteilen eigne, sofern sie das Motiv 
eines bestimmten Verhaltens als ein allgemein maßgebliches er- 
scheinen lassen. „Konstruktiv" soll die Stellung auch 12, 38, 4 
sein: Antisthenis, hominis acuti magis quam ertiditi, wo ich lieber 
sagen würde, daß das unbetonte und beinahe nur als syntaktische 
Stütze dienende hominis zwischengestellt ist, wie derartige Worte 
häufig: solche längst gemachte Beobachtungen ignoriert A. , um 
mit der psychologischen Methode ganz von vorn anzufangen. Sach- 
liche Unterschiede bemüht sich A. 5, 20, 5 nachzuweisen: aggere 
maximo, vineis, turre altissima, magna tormentorum copia, 
multis sagittariis . . negotium confecimus. „agger vineae und turris 
sind nicht unbedingt notwendige Belagerungsrequisiten, daher ver- 
dient die bloße Tatsache, daß man sich ihrer . . bedienen mußte, 
besondere Erwähnung . . Dagegen sind tormenta und sagittarii 
kaum zu entbehren . . bei ihnen kann also nur die Menge, nicht 
aber die bloße Tatsache ihrer Verwendung den Gegenstand der 
Mitteilung darstellen." Das ist auch sachlich anfechtbar: aber ob 
Cicero hier nicht bloß dem Prinzip der Variatio gefolgt ist? A. 
spricht S. 59 folgende Hoffnung aus: „Eine allgemeine Psychologie 
des Denkens, die wir noch nicht besitzen, dürfte imstande sein, die 
auf induktivem Wege gefundenen Gruppen systematisch auf letzte 
Gesetze des Vorstellungsablaufs zurückzuführen und damit ihre 
vielleicht etwas bunte Mannigfaltigkeit gleichzeitig zu vereinfachen 
und organisch zu gliedern". Mir scheint, hier ist ein fruchtbares 
und eben durch A.s wohldurchdachte Arbeit als fruchtbar erwiesenes 
Prinzip überspannt und in seiner Bedeutung überschätzt: es wird 
vielmehr nötig sein, auch die formalen und grammatischen Kriterien 
zur Geltung zu bringen. 

Axel W. Ahlberg sucht in dem Aufsatz De traiectionis 
figura in antiquissimis inscriptionibus italicis adhibita, Festskrift 
tillegnad Karl Ferdinand Johansson, Göteborg 1910, 39—51 in 
Anlehnung an Norden zu beweisen, daß 1) Relativsätze und 



346 Wilhelm Kroll 

Sätze mit siquis, nequis schon im alten Latein häufig von ihrem 
Beziehungswort getrennt werden, ob nur wenige oder viele Wörter 
dazwischen geschaltet werden, z. B. Tab. Bant. Z. 8: pis pocapit 
post exac comono haftest meddix \m quandoque post hoc comitia 
habebit magistratus', Tab. Iguv. 6 A 26 persei ocre Fisie pir 
orto est = 'qui in arce Fisia iguis ortus est'; 2) in andern Satz- 
arten in ältester Zeit zusammengehörige Wörter nur durch 
enklitische Wörter getrennt werden, danach durch solche, die 
schwächer betont sind, später durch Wortgruppen, die einen 
einzelnen Begriff ausmachen, z. B. Lex munic. Tar.: eiusque pe- 
cuniae magistratus, quei quomque in municipio erit, petitio exactioque 
erit. Erst zuletzt machen sich die Grundsätze der Rhetorik auch 
auf den Inschriften bemerkbar. 

A. W, Ahlberg, De traiectionis figura ab antiquissimis prosae 
scriptoribus latinis adhibita (Eranos 11, 88 — 106), knüpft an seinen 
eben erwähnten Aufsatz an und behandelt Cato, die Annalisten und 
Redner und Sallust. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um 
deutlich enklitische Worte: hierher rechne ich auch Fälle wie Cato 
or. 40, 1 numquam tacet quem morbus tenet loquendi, während agr. 
156, 7 aquam defundito noti omnem sich aus dem epexegetischen 
Charakter (oder wie man es nennen will) der letzten Worte erklärt : 
„du sollst das Wasser abgießen, aber nicht alles". Mehr Schwierig- 
keiten macht das häufige siquid redemptoris opera domino damni 
datum erit (agr. 144, 3), wohl dadurch veranlaßt, daß damni in 
enger Beziehung zu dare steht und von diesem attrahiert ist. Ob 
diese Fälle von denen in den Reden prinzipiell zu sondern sind, 
wie A. andeutet, scheint mir nicht ganz ausgemacht. Viel kom- 
plizierter liegen die Dinge bei Sallust, dessen kühne Hyperbata A. 
aus dem Streben herleitet „ut et simplices voces sententiae vin- 
ciautur et ipsa seutentia concludatur", was mir offen gestanden 
nicht ganz klar ist: und sicher sind viele der angeführten Beispiele 
anders zu erklären. Z. B. ist J, 65, 2 cui Metellus petenti Metellus 
unbetont, ebenso H. 1, 32 quis rebus Sulla suspectis das wahr- 
scheinlich im Zusammenhange selbstverständliche Subjekt Sulla. 
Dagegen ist J. 39, 1 Äulo omnes infesti Aulo betont usw. Fälle wie 
J. 44, 1 exercitus ei traditur . . ine^'s inbellis, neque periculi neque 
laboris patiens . . erklärt A. richtig aus der großen Ausdehnung des 
Attributes, die dazu zwang es ans Ende zu stellen. Die Forschung 
wird jedenfalls bald auf A.s anregenden Aufsatz zurückkommen. 

H. Ottenjaun, De vocum encliticarum apud Plautum collo- 
catione (Diss. Münster 1910), will die namentlich von Wackernagel 



Literaturbericht für das Jahr 1911 347 

ausgegangenen Anregungen für die Stellung der Enklitika bei Plautus 
weiter verfolgen. Das Bentleysche Gesetz, wonach die logisch be- 
tonten Worte im Verse in die Hebung gestellt werden, also enkli- 
tische im weitesten Sinne in die Senkung, läßt er im Prinzip gelten, 
verkennt aber nicht seine häufige Durchbrechung: so wird in 
Gruppen wie per deos so gut wie nie die zweite Silbe betont, in 
inte?' sacrum immer die erste und zweite. Aber sed, das zweifellos 
enklitisch ist, steht öfter in Hebung als in Senkung, mius pater, 
meo ^ja^ri ist die gewöhnliche Betonung. Daher achtet 0. in der 
den Hauptteil der Arbeit bildenden Behandlung der einzelnen En- 
klitika besonders auf ihre Stellung im Satze, nicht im Verse: es 
sind que, ne, ve, enim, igitur, autem, quidem, quoque, Beteuerungs- 
partikeln und Vokative. Er berücksichtigt dabei besonders die 
Fähigkeit dieser Worte, feste Verbindungen zu sprengen d. h. Tmesis 
zu bewirken, wobei er auch auf die Verschiedenheit dieser Verbin- 
dungen achtet und auf die Worte, die sich dem zwischentretenden 
Enklitikon anschließen: also nicht bloß (und zwar regelmäßig) 
bonoque aninio, sondern auch bonoque ut animo, nicht bloß quasque 
res sondern auch quasque incepistis res: wie denn das Verbum seine 
enklitische Natur durch das Zwischentreten zwischen Verbindungen 
oft dokumentiert; ebenso tuan ego causa, meamne tue amicam, 
erumne ego aspicio meum. Die Frage, ob at enim einem Worte 
gleichzusetzen sei, wird eingehend besprochen und in negativem 
Sinne entschieden. Über die Stellung von igitur und quidem sucht 
0. zu festen Regeln zu gelangen, die der Kritik, wie mir scheint, 
nicht recht Stand halten: jedenfalls aber wird seine sorgsame Unter- 
suchung zu weiteren Beobachtungen auf diesem schwierigen Ge- 
biete anregen. Vgl. auch die Besprechung von J. B. Hofmann, 
Indog. Anz. 28, 69. 

6. Satzbau. 
F. Gustafs on, Paratactica latina HI (Progr. Helsingfors), setzt 
in der aus seinen früheren Programmen bekannten Weise seine 
Untersuchungen über die Entstehung der Nebensätze aus Haupt- 
sätzen fort. Diesmal behandelt er das Relativum mit allen seinen 
Trabanten und versucht, die Relativsätze im Allgemeinen aus Frage- 
Coder, was im Grunde dasselbe ist, Ausrufungs-)sätzen abzuleiten. 
Die Entstehung des Relativums aus dem Indefinitum schließt er 
nicht unbedingt aus, verhält sich aber im Ganzen skeptisch dagegen. 
Ich bin in dieser Frage Partei (vgl. Glotta III 1) und will mich 
darum nicht zu entschieden äußern. Aber wie ich einerseits gern 



348 Wilhelm Kroll 

zugebe, daß ich in meiner Behandlung des Relativsatzes das in- 
definite Element darin etwas stark betont habe, um die Allein- 
herrschaft der anderen Erklärung zu brechen, so hat anderseits G. 
in zu vielen Fällen den alten Fragesatz durchfühlen wollen. Darin 
ist mir überhaupt seine Methode nicht ganz unbedenklich, daß er 
jedem Plautinischen Satze die ursprüngliche Parataxe anmerkt, 
während mir das nur bei einem Teile als möglich erscheint. G. 
druckt Aul. 639 so: quin tu eloquere, quidquid (quäle, quäle!) est, 
suo nomine, Ter. Andr. 434 so: quid Davos narrat? aeque quicquam 
(was noch!) nunc quidem? und meistens meint er, durch ein hinter 
das Relativum gesetztes Frage- oder Ausrufungszeichen den ur- 
sprünglichen Sinn des Satzes anzudeuten, ohne daß der Leser ihm 
immer folgen kann. Und wenn er sogar das quis von aliquis für 
das fragende erklärt, wenn er bei postquam Spuren von Frage oder 
Ausruf entdeckt — er druckt Aul. 454 so; temperi, postquam (? !) 
implevisti fusti fissorum caput — , so geht er zweifellos zu w'eit. 
Für Plautus sind die Relativa längst Relativa und haben als solche 
eine Reihe von neuen Abarten hervorgebracht, die als Relativa auf 
die Welt gekommen sind und gar keine Züge mehr vom Interro- 
gativum oder Indefinitum tragen. Aber in vielen Fällen hat G. 
gewiß Recht, und man folgt mit Vergnügen seinen klaren, immer 
auf das vollständige und behutsam durchgearbeitete Material ba- 
sierten Deduktionen. Um noch eine Einzelheit herauszugreifen, so 
möchte ich mit Löfstedt (Komm, zur Per. Aeth. 118) in Plaut. 
Asin. 52 equidem scio iam, filius quod amet mens die Ersetzung des 
Acl durch q^uod finden, während es G. S. 41 wieder leugnet: nur 
bei jener Erklärung ergibt sich eine unbefangene Interpretation 
der Stelle. 

A. Gandiglio, Della interrogazione disgiuntiva latina (Rivista 
di Filol. 39, 422-426), bemüht sich nicht ohne Erfolg, eine 
schärfere Definition der disjunktiven Frage zu geben, und gelangt 
zu folgender Formulierung: ,,In der disjunktiven Frage folgt auf 
eine erste Frage eine zweite und manchmal eine dritte usw. von 
der Art daß wenigstens nach der Meinung des Fragenden, 
sobald eine davon bejaht ist, die andere (oder die anderen) ohne 
Weiteres verneint sind". Es kommt ihm dabei mit Recht besonders 
auf die gesperrten Worte an. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 349 

Stilgeschichte ^) 

I*latitiis. °W. L. Keep, The Separation of the attributive 
Adjective from its Substantive in Plautus (University of California 
Publications in Classical Philology 2, 7). Nach Gustafson, Woch. 
klass. Phil. 1912, 261, eine konzentrierte und verständige Ab- 
handlung. 

E. Melander, De verborum apud Plautum et Terentium el- 
lipsis usu (Diss. Lund 1910), behandelt die Verbalellipse gründlich 
und eingehend nach dem gesunden Prinzip, sie nicht ohne Grund 
anzunehmen, aber auch ohne falsche Scheu davor. Fast die Hälfte 
der Arbeit handelt über die Weglassung von esse, wobei der Fort- 
schritt über W. Olsen (De verbo substantivo, Greifswald 1884) we- 
sentlich in der Benutzung der neuen kritischen Ausgaben besteht. 
M. hat alles aufgenommen, was irgendwie zu seinem Thema ge- 
rechnet werden kann: so ut pote, das er gleich ut pote est setzt, 
nimirum, em (über dessen Etymologie er zu zaghaft redet), ecce. 
Die Fälle mit fortführendem Quid? unter die Ellipse eines Verbi 
dicendi einzuordnen ist nicht unbedenklich: gleich das erste Bei- 
spiel (Epid. 561 filiam quam ex te suscepi — Quid eam? Eductam per- 
didi) fügt sich dieser Auffassung nicht, und M. ordnet auch einen 
Teil der Beispiele der Ellipse eines Verbi faciendi unter (S. 104). 
Übrigens hätten hier auch quid quod? und quid si? (Seyffert, Berl. 
phil. Woch. 1896, 816. Lindskog, De enuntiatis condicionahbus) 
mitbehandelt werden müssen, um volle Klarheit zu erzielen. 

G. Ramain, L'infinitif d'exclamation chez Piaute et chez Te- 
rence (Rev. de Phil. 35, 28 — 33), weist darauf hin, daß der In- 
finitiv des Ausrufes immer das fragende ne bei sich hat und einige 
scheinbar abweichende Fälle anders zu deuten sind. So hängt 
Capt. 945 vae misero mihi, propter meum caput labores homini 
evenisse optumo und Bacch. 1102 perii, hoc servom meum . . facere 
esse ausum der Infinitiv von der einleitenden Phrase ab, ebenso 
Capt. 783. In Terenz' Phormio nimmt R. vor V. 502 eine Lücke 
an, in der das den Infinitiv regierende Wort gestanden habe, ebd. 
884 läßt er tantam fortunam de inproviso esse his datam von dem 
vorhergehenden gaudeo abhängen, das jetzt durch die Scenenüber- 
schrift davon getrennt ist, sehr ansprechend. 

Terenz. °E. Bartel, De vulgari Terentii sermone (Progr. 
Karlsbad). 

1) Ich habe auch einige Ausgaben erwähnt, die mir aus irgend einem 
Grunde beachtenswert erschienen. 



350 Wilhelm Kroll 

Lucrez. Eine sehr nützliche Arbeit hat J. Paulson mit 
seinem Index Lucretianus (Göteborg, Wettergren & Kerber) ge- 
liefert. Zugrunde gelegt ist der Text von Bernays, aber die Ab- 
weichungen von Lachmann, Munro, Brieger und Giussani sind 
notiert, dagegen die Lesarten der Handschriften nur ausnahmsweise. 
Die Anordnung ist übersichtlich: auf das fettgedruckte Lemma 
folgen die einzelnen Wortformen mit Angabe der Quantität und, 
wo Zweifel möglich sind, der Funktion. Man wird dem Verf. um 
so dankbarer sein, als er die Arbeit unter schwerem körperlichen 
Leiden vollendet hat. 

°F. Swau, The Use of the Adjective as a Substantive in the 
De rerum natura of Lucretius (Univ. of Michigan studies. New York, 
Macmillan. 36 S.). 

Catull, R. Lackner, Dei casi e dei modi verbali uelle 
poesie di CatuUo e Tibullo (Programm Zara), stellt Autoren zu- 
sammen, die nicht ohne W^eiteres zusammengehören, zumal er das 
ganze Corpus TibuUianum berücksichtigt, und nimmt sich die heute 
keineswegs mehr mustergiltigen Arbeiten Drägers zum Vorbilde. 
Schlimmer noch ist, daß er sich nicht die Mühe gibt. Verschieden- 
artiges auseinander zu halten, am schlimmsten, daß er sich elemen- 
tare Verstöße zu Schulden kommen läßt, die einem Gymnasiasten 
nicht unterlaufen dürften. 

Cicero. Die Oxforder Ausgabe der Reden liegt jetzt abge- 
schlossen vor. A. C. Clark hat die Reden pro TuUio, Fonteio, 
Sulla, Archia, Plancio, Scauro ediert, die 3., 4. und 5. unter we- 
sentlicher Bereicherung der Recensio, während sich für die übrigen 
das Material nicht vermehren ließ. W. Peterson hat die im 
Paris. 7794 überlieferten Reden (die vier post red., p. Sest., in 
Vatin., de prov. cons., p. Balbo) in einem Bande zusammengefaßt 
und im Apparat nicht nur die maßgebende Überheferung des Pa- 
risinus, sondern auch die der abgeleiteten Handschriften dargestellt. 
So sind wir durch das Verdienst der beiden Gelehrten endlich so 
weit, die Überlieferung aller Reden bequem überblicken zu können: 
daß das bis dat qui cito dat auch hier gilt, möchte man manchen 
Cunctatoren ins Album schreiben. — Die Briefe an Quiutus hat 
Sjögren auf Grund neuer Kollationen mit ausführlichem kritischen 
Apparat herausgegeben (Leipzig, Harrassowitz), der jetzt allein be- 
nutzbar ist. 

An ein schwieriges Problem hat sich P. Parzin ger, Beiträge 
zur Kenntnis der Entwicklung des Ciceronischen Stils, 1. Teil (Pro- 



Literaturbericht für das Jahr 1911 351 

gramm Laiidshut), herangewagt *). Er teilt Cic.s Schriften in vier 
Perioden, die durch die Jahre 66, 58, 51 und 43 nach unten be- 
grenzt werden, und untersucht dann die Häufigkeit gewisser Fi- 
guren in ihnen, nämlich der Antithese, Litotes, Paronomasie und 
Geminatio. Die auf diesem Wege drohenden Klippen versucht er 
zu umschiffen, indem er die Schriften ihrer Art nach scheidet und 
die Verhältniszahlen nach Teubnerseiten ausrechnet, ja seine Re- 
sultate in Kurvenform darstellt. Kleine Mißgriffe, wie sie hier und 
da unterlaufen, haben weniger zu besagen als das Bedenken, daß 
der Gebrauch dieser Figuren hauptsächlich vom Charakter der betr. 
Schrift abhängt (wobei auch nicht alle Briefe usw. in denselben 
Topf geworfen werden dürfen), also die dankenswerten Sammlungen 
P.s mehr für die verschiedene Stilisierung verschiedener Schriften 
Ciceros als für die Entwicklung seines Stiles ergeben. 

J. K. Schönberger, Tulliana (Diss. Würzburg), verfolgt eigent- 
lich einen textkritischen Zweck: er untersucht nämlich, ob Clarks 
Wertschätzung des von ihm aufgefundenen Cluniacensis von Ciceros 
Reden berechtigt ist, und zwar für die Reden pro S. Roscio, Clu- 
entio, Murena, Caelio, Milone. Dabei fallen aber eine ganze Reihe 
sprachlicher Beobachtungen ab, über die der Index eine bequeme 
Übersicht bietet: ich verweise z. B. auf die vielen Bemerkungen 
über Wortstellung oder über Nichtwiederholung der Präposition in 
parallelen Gliedern (S. 49. 135). 

Tiro. Nur kurz notieren will ich den Versuch von G. L. 
Perugi, Le note Tironiane (Rom, Bretschneider), die Tironischen 
Noten aus italischen Alphabeten abzuleiten, was mindestens be- 
fremdlich klingt. 

Sallust. Die Probleme der Überlieferung hat Ahlberg (Pro- 
legomena in Sallustium, Göteborg) eingehend und umsichtig erörtert 
und am Schlüsse auch grammatische Fragen behandelt, nämlich 
die Frage nach dem Numerus des Prädikates bei mehreren Sub- 
jekten und nach dem Umfange, in dem das Asyndeton zugelassen 
ist. Gleich darauf ist auch seine treffliche Ausgabe der Coniuratio 
Catilinae erschienen (Leipzig, Harrassowitz), die nicht bloß die di- 
rekte, sondern auch die indirekte Überlieferung mit musterhafter 
Sorgfalt vorlegt, so daß man endlich nicht mehr auf die bloß als 
provisorisch gedachte Ausgabe Jordans angewiesen ist. 

E. Bolaffi, De Sallustii dicendi brevitate (Forli 1910!), 

1) Bei dieser Gelegenheit möchte ich einmal aussprechen (was sich 
ebenso gut bei vielen anderen sagen ließe), wie unbequem solche umständ- 
lichen Titel für den sind, der sie zu zitieren in die Lage kommt. 



352 Wilhelm Kroll 

kennt die Literatur nicht genügend und dringt nicht tiefer ein, 
weil er keinen Versuch macht, die Erscheinungen zu erklären. 
Wenn agrum. colundo aut venando . . intentum (Cat. 4, 1) zum Abi. 
Gerund, und die allergewöhnlichsten Abi. abs. zu den Ellipsen ge- 
rechnet werden, so hat man den Eindruck des Dilettantismus. 
Interessant ist der Hinweis auf das bloß fortführende sed (Schmalz 
499), aber eine Ellipse liegt dabei nicht vor. 

Vergil, A. R. Crittenden, The Sentence Structure in Virgil 
(Diss. Ann Arbor), geht von Wundtschen Prinzipien aus und unter- 
scheidet einen apperzeptiven und einen assoziativen Periodenbau: 
der alte Aristoteles nannte das Xeh^ sIqo/^isvt] und •/laxEOTQaf.ii.itvr^, 
womit man schließlich auch heute noch auskommen könnte. Er 
führt im Einzelnen aus, daß Vergil dem assoziativen Typus folgt 
d. h. die Parataxe bevorzugt: der Vergleich zwischen Aeneis und 
Georgica ergibt keinen wesentlichen Unterschied. Als älteren Epiker 
zieht er Ennius zum Vergleiche heran: warum nicht Catulls 64. 
Gedicht, das (wie manches andere) schon in der dem Verf. leider 
unbekannt gebliebenen Arbeit von Slossarczyk, De periodorum 
structura apud dactylicos Romanos veteres (Breslau 1908), verwertet 
war? Aus den statistischen Angaben hebe ich heraus, daß Vergil 
auf 1000 Worte etwa 39 Subordinationen hat, während in Prosa 
das Doppelte üblich ist. Während Folge- und g'wm-Sätze so gut 
wie ganz fehlen und Relativsätze erheblich seltener sind als in 
Prosa, sind Fälle von cwm inversum häufig (schon von mir beob- 
achtet, Neue Jahrb. 1908, 526). Eine kurze Übersicht über die 
verbindenden Glieder wird S. 50 gegeben. C. schwankt, ob er den 
Grund der Erscheinung in Vergils Temperament suchen soll oder 
in der Rückkehr zum homerischen Stil (S. 40), an einer anderen 
Stelle (S. 48) deutet er einen mystischen Zusammenhang mit der 
politischen Entwicklung an: das Richtige glaube ich a. a. 0. und 
Neue Jahrb. 1903, 23 durch den Hinweis auf den Einfluß der Rhe- 
torik gesagt zu haben. Lehrreich ist der Vergleich mit den spä- 
teren Epikern, die alle unter Vergils Einfluß stehen, von denen 
aber Lucan am selbständigsten ist, noch lehrreicher der mit Ciris, 
Culex und Moretum. Über die Ciris sagt C. (und manche Urheber 
von Hypothesen werden gut tun, das zu beachten): ,,Wenn Vergil 
die Ciris geschrieben hat, so muß er seinen Stil bis zur völligen 
Unkenntlichkeit entstellt haben, oder sein Stil hat sich nach dieser 
Dichtung so geändert, daß er seine unterscheidenden Merkmale 
ganz einbüßte" (S. 64), während der Satzbau des Culex von dem 
der sicher echten Schriften kaum abweicht. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 353 

Rovaz. F. Teichmüller, Das Nichthorazische in der Horaz- 
überlieferung (Berlin, E. Hofmann), hat sich vom Geiste Peerlkamps 
beseelen lassen, findet aber, daß das Maß seiner und der Lehrs- 
schen Kritik hinter dem Bedürfnis (d. h. hinter dem Teichmüllers) 
erheblich zurückgeblieben sei. Er nimmt Epoden und Satiren vor, 
notiert kurz und bündig die Fehler des Textes und legt dann 
seinen neuen Text vor, dem man dieses eine Epitheton, das der 
Neuheit, nicht absprechen kann. Statt vieler Worte setze ich den 
Anfang der 1. Epode her: 

Ibis Liburnae creditus sub navium 

Turrita propilgnacula, 
Curas paratus Caesaris periculo 

Lenire Maecenas tuo. 
Quid nos, quibus te vita currit mellea 
Praesente, diiuncto gravis? 
Dazu den der 1. Satire: 

Qui fit Maecenas, ut nemo, quam cata sortem 
Seu ratio posuit seu fors caeca obtulit, illa 
Contentus vivat dicatque aliena beata? 
Am Schlüsse erfährt man, daß der Verf. durch den Tod verhindert 
worden ist, dem vorliegenden Bande einen zweiten folgen zu lassen. 
Sind wir sicher davor, daß ein Anderer diese Tollheit fortsetzt? 

Die Dissertation von W. Leich, De Horatii in saturis sermone 
ludibundo (Jena, 1910), sammelt die parod istischen Stellen aus 
Horaz' Satiren, wobei die spezielle Parodie eines bestimmten Autors 
und das Anschlagen eines höheren Tones ohne nachweisbare An- 
lehnung geschieden werden. Das von L. vorgelegte Material ver- 
trägt eine sorgfältige Sichtung, dies gilt namentlich auch von dem 
für uns besonders wichtigen Teile der Arbeit, der Ennianische An- 
klänge nachzuweisen versucht. Daß Hör. sat. 1, 2, 128 undique 
magno pulsa domus strepitu resonet an einen bestimmten enniani- 
schen Vers anklinge, folgt aus ähnlichen Vergilstellen wie Aen. 5, 
150 pulsati colles clamore resultant nicht so zwingend wie man 
möchte, carpe viam mag ennianisch sein, aber deshalb sat. 2, 6, 
93 ff. und Verg. Aen. 6, 629 ff. auf eine Ennianische Stelle zurück- 
zuführen geht nicht an. 

S. Ruckdeschel, Archaismen und Vulgarismen in der Sprache 

des Horaz (Erlangen, Mencke), ist eine fleißige Arbeit, die nach 

der üblichen Anordnung, aber mit noch einem Anhang zur Stilistik: 

„Redensarten" die Erscheinungen behandelt i). Die grammatische 

1) Das mir vorliegende Exemplar ist in überaus wunderlicher Weise 



354 "Wilhelm Kroll 

Literatur ist in ziemlichem Umfange benutzt, doch fehlt es nicht 
selten an Kritik gegenüber den zitierten Autoritäten: am ehesten 
werden (meist mit Recht) sprachliche Erklärungen von Kießliug 
beanstandet. Ich muß auch hier die sonst gemachte Bemerkung 
wiederholen : derartige Untersuchungen lassen sich an einem Dichter 
nur anstellen, wenn man den Einfluß des Versmaßes fortwährend 
in Betracht zieht. Der Verf. hat das kaum getan, und zum Teil 
deshalb ist er zu keiner recht klaren Meinung über die Abgrenzung 
von Archaismen und Vulgarismen gelangt. Die Behauptung, daß 
eine reinliche Scheidung beider Elemente nicht möglich sei (S. 4), 
ist nicht unbedingt falsch, aber schief: was zu Horaz' Zeit archaisch 
war, hatte in der lebendigen Sprache keinen Platz, war also nicht 
vulgär. Um aber den Umkreis des Vulgären festzustellen, ist es 
meist nötig, auf archaische Autoren zurückzugreifen, und zwar nicht 
aus inneren Gründen, sondern wegen des Zustandes unserer Über- 
lieferung über die Volkssprache. Warum aber verwendet Horaz in 
seinen Sermonen, die sich an den Umgangston anschließen, ar- 
chaisches Sprachgut? Hauptsächlich unter dem Zwange des Me- 
trums, das oft die Wendungen der lebendigen Sprache ausschließt 
und auf Veraltetes, namentlich auf Ausdrucksweisen des Ennius 
u. a. Dichter, zurückzugreifen zwingt (vgl. die Breslauer Dis- 
sertation von A.Engel 1914). Mit der Annahme von Vulgarismen 
in den Oden wird man vorsichtiger sein müssen als der Verf.: 
aber wo sie sich finden, wird man zunächst nach dem Einflüsse 
des Metrums fragen müssen. So ist evolsisque truncis Enceladus 
iaculator audax sicher nicht vulgär trotz tnanum iniectio, quid 
tibi hunc tactio est?, weil diese Ausdrucksweise in Horaz' Zeit 
nicht mehr lebendig war. Horaz hat das selbst geprägt, weil evol- 
sorum truncorum nicht in den Vers ging und schlecht klang, und 
wenn es auch an Vorhandenes angelehnt ist, wie selbstverständlich, 
so ist es doch selbst nicht lebendig — ein Unterschied, den man 
nicht verwischen darf. 

TibuU. Richard Bürger, Beiträge zur elegantia Tibulls, 
XciQiTeg G. Leo dargebracht, S. 371 — 394 erweist Tibull als Ana- 
logetiker strengster Observanz und gibt nützliche Zusammen- 
stellungen über die Verwendung oder Vermeidung bestimmter 
Formen der Partikeln, der Deklination und Konjugation, aus denen 
sich der enge Anschluß an Caesars Bücher de analogia ergibt. 

verdruckt, so daß einzelne Teile ganz fehlen und andere doppelt vorhanden 
sind. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 355 

Interessant sind namentlich auch die Nachweise über das Fehlen 
oder die Umschreibung bestimmter Ausdrücke. 

Rabirius behandelt A. G. Back ström im Zurnal mini- 
sterstva narodnavo prosvescenija 28 (1910), 381—399; er weist 
auf eine ältere Arbeit ebenda 1902, Juni — Juli— August 283—293, 
329 — 349 hin, verzeichnet die seitdem erfolgten Veröffentlichungen 
und sucht den Text zu konstituieren. 

Froperz. H. Hollstein, De monobibli Properti sermone 
(Diss. Marburg) bedeutet für die Sprachgeschichte keinen Gewinn. 
Oder wen interessiert es, daß dolor sich im 1. Buche des Properz 
15-, im 2. 10-, im 3. u. 4. je zweimal findet, jocundus im 1 . Buche 
fünf- und im 2. einmal usw.? Man wird mit genau dem gleichen 
d. h. negativen Erfolge das 1. Buch der Aeneis oder der Metamor- 
phosen in Gegensatz zu den übrigen stellen können. 

Ovid, Von den Amores hat P. Brandt eine kommentierte 
Ausgabe geliefert (Leipzig, Dieterich), deren Hauptwert in der (ohne 
jede Prüderie angefaßten) Sacherklärung liegt, doch geht auch das 
Sprachliche nicht leer aus, und namentlich der neuerdings mehr- 
fach behandelte sermo amatorius. 

Die Halieutica liegen zusammen mit Grattius Cynegetica in 
einer trefflichen Ausgabe von F. Vollmer vor (Leipzig, Teubner), 
die einen Teil seiner sehr erwünschten Sammlung der Poetae latini 
minores bildet (Vol. 2 fasc. 1). 

Silbernes Latein, F. Rohde, De interiectionum usu apud 
aetatis argenteae scriptores latinos (Diss. Königsberg), stellt sämt- 
liche Fälle von Gebrauch der Interjektionen bei den Schriftstellern 
nach Livius bis zum J. 120 zusammen, Florus ist anhangsweise be- 
rücksichtigt. Eine Tabelle am Schlüsse gibt einen bequemen Über- 
blick, aus dem man z. B. entnehmen kann, daß Seneca in seinen 
Prosaschriften heu ein- und en zweimal braucht, in den Tragödien 
aber jenes 18- und dieses 58 mal. 

Livius, R. B. Steel e, Gase Usage in Livy (Leipzig, Brock- 
haus), behandelt Livius' Kasussyntax in einzelnen Heften, deren 
1. (Genitiv) schon 1910 erschienen war, während das 2. (Dativ) 
ins Berichtsjahr gehört. St. gibt einen Durchschnitt durch das 
ganze Material, das er völlig selbständig gesammelt zu haben 
scheint, obwohl er natürlich Fügners Lexikon u. ä. Hilfsmittel auch 
heranzieht. Raisonnement schließt er so gut wie ganz aus, ver- 
weist auch kaum auf die Stellen, wo solches zu finden ist. Auch 
scheidet er nicht das Gewöhnliche vom Auffallenden: ein omnia 
regionis eins steht friedlich neben oppida maritimae orae, über 

Glotte V, 4. 24 



356 Wilhelm Kroll 

nihil boni u. dgl. wird ziemlich ausführlich berichtet. Schlimmer 
ist, daß Verschiedenartiges zusammengeworfen wird: stare consilio, 
nee Scipioni stare sententia poterat, multo sanguine Poenis victoria 
stetit werden hintereinander aufgeführt, corpus alteri magnitudine 
eximium steht unter „Person interested". Kurz und gut, der Spe- 
zialist wird diese Monographien mit Dank (aber auch mit Vorsicht) 
benutzen, für die wissenschaftliche Sprachgeschichte geben sie kaum 
etwas aus. 

Ähnliches läßt sich von desselben Verfassers Monographie „Ut, 
ne, quin and quo minus in Livy" (Leipzig, Brockhaus) sagen. St. 
kennt z. B. eine Kategorie der erklärenden w^-Sätze, deren erste 
Gruppe die bei Substantiven bilden, die wiederum nach ihrer Be- 
deutung gegliedert werden. Als eine davon erscheinen „Mental 
attitudes" und hier liest man Beispiele wie is erat ardor, ut vellent\\ 
da die Rechnung schließUch nicht aufgeht, so erscheint zuletzt eine 
Rubrik „Miscellaneous", wo man unter dem Stichwort copia, vilitas 
lesen kann: ea copia rerum, ea vilitas annonae, ut dono data sint. 
Nachher kommen als zweite Gruppe die Pronomina mit Fällen wie 
id quoque accesser at, ut spes esset, als dritte Adjektiva und Adverbia 
mit clarior res erat, quam ut legi posset und sogar mit auctores 
erant quidam, ut protinus inde Cumas duceret. Mich dünkt, daß 
es nicht allzu schwer gewesen wäre, eine etwas bessere Ordnung 
herzustellen, für die freilich der von St. S. 14 angerufene Dräger 
nicht das geeignete Vorbild ist. 

Manllius. Das zweite Buch hat H. W. Gar r od heraus- 
gegeben (Oxford, Clarendon Press). Der Apparat erreicht durch 
Benutzung neuer Kollationen der maßgebenden Handschriften die 
denkbar größte Zuverlässigkeit, eine Übersetzung und ein Kom- 
mentar sind beigegeben: Alles so verdienstlich, daß man dem Heraus- 
geber die Verständnislosigkeit, mit der er der „Quellenforschung" 
(er braucht gern das deutsche Wort) gegenübersteht, gern verzeiht. 

Velleius. E. A. de Stefani, De Vellei Paterculi periodis 
(Studi ital. 18, 19 — 31), versucht in den Perioden des Velleius eine 
gewisse Regelmäßigkeit aufzuzeigen, was ihm mindestens für einen 
Teil dieser Gebilde gelungen ist. Lehrreich ist namentlich der 
schematische Bau des Kapitels über die römischen Kolonieen (1, 14). 

JPhaedrus, H. v. Sassen, De Phaedri sermone (Diss. Mar- 
burg) ist ohne rechte Einsicht in die Sprachgeschichte gearbeitet 
und bietet daher trotz des aufgewendeten Fleißes wenig Förder- 
liches. Phaedrus soll ein wenig begabter Dichter gewesen sein, 
weil er nur gebräuchliche Metaphern anwendete: die wahre Ur- 



i 



Literaturbezicht für das Jahr 1911 357 

Sache liegt im Stoffe, der niedrige Behandlung verlangte und dem 
Dichter jeden höheren Schwung verbot. Was Alles unter der Rubrik 
„Quomodo assurgat sermo" erscheint, verrät vielfach mangelhafte 
Kenntnis der Sprachgeschichte, z. B. sollen basium und sponda 
poetische Worte sein, auch capillos legere soll der poetischen Rede- 
weise angehören: aber s. z. B. Varr. r. r. 1, 32 legumina . . dicta 
a legendo, quod ea non secantur, sed vellendo leguntur. Senec. cons. 
Marc. 22, 3 lacerationes medicorum ossa vivis legentium. So werden 
viele Erscheinungen falsch beurteilt, auch der Einfluß des Metrums 
wird nicht in Betracht gezogen. 

Persius, °A. Gustarelli, De graeci sermonis apud Persium 
vestigiis (Palermo, Ando. 63 S.). 

Tacitus, Von den Historiae liegt eine dankenswerte Aus- 
gabe von C. D. Eis her vor (Oxford, Clarendon Press), für die der 
Mediceus neu verglichen ist. Die Textgestaltung ist konservativ, 
der kritische Apparat bietet die Abweichungen von M. vollständig 
und eine genügende Auswahl von Konjekturen. 

C. W. M ende 11, Sentence Connection in Tacitus (Diss. Yale 
University, New Haven), ist von E. P. Morris veranlaßt worden, die 
Satzverbindung bei Tacitus im Sinne von dessen Buch „On Prin- 
ciples and Methods in Syntax" (vgl. DLZ. 1902, 1056) zu unter- 
suchen. Es handelt sich weniger darum, die üblichen Verbindungs- 
worte (Konjunktionen, Partikeln: nur licet und modo werden be- 
handelt) aufzuzählen, als vielmehr in solchen Fällen, wo diese 
fehlen, die anderen Mittel aufzuzeigen, durch die die Verbindung 
der Sätze hergestellt ist. M. unterscheidet drei Fälle: 1) die Ver- 
bindung ist nicht ausgedrückt, 2) sie ist im ersten, 3) sie ist im 
zweiten Satze ausgedrückt. Im ersten Falle handelt es sich um 
Asyndeta, die in verschiedene Gruppen zerlegt werden, darunter 
auch die bei den durch Bruns in ihrer Bedeutung erkannten Nach- 
rufen auf große Männer üblichen. Einen großen Teil der zweiten 
Kategorie bilden direkte und indirekte Reden, Beispiele mit sane 
(Ann. III 5, 9 sane corpus . . quoquo modo crematum: sed tanto 
plura decora mox trihui par fuisse), Imperativ statt hypothetischen 
Satzes (Ann. XI 2, 5 interroga filios tuos: virum me esse fatehuntur), 
Einleitung eines positiven Satzes durch einen negativen (Ann. II 
20, 1 nihil ex Ms Caesari incognitum: consilia locos prompta oc- 
culta noverat). Obwohl Tacitus diese besonders künstliche Art der 
Verbindung sehr liebt, wird sie im Allgemeinen doch im zweiten 
Satze (Kategorie 3) ausgesprochen: hierher gehören Rückweisungen 
mit Demonstrativpronomina, die freilich Tacitus oft umgeht (Hist. 

24* 



358 Wilhelm Kroll 

IV 62, 11 intra vallum deformitas haud perinde notabilis: de- 
texit ignominiam campus et dies u. dgl.). Man sieht, daß M. den 
Begriff Verbindung etwas weit faßt: wenn er Agr. 43, G die hsliche 
Überlieferung hält (nobis nihil comperti adfirmare ausim, wo der 
Sinn den Zusatz eines ut oder dgl. zu ausim verlangt) und be- 
hauptet, dies sei ein schlagendes Beispiel für Satzverbindung durch 
Moduswechsel, so kann man ihm nicht beistimmen. Auch in der 
Aufeinanderfolge von Partizipium und Verbum finitum kann ich 
keine Satzverbindung mehr entdecken, ebensowenig in einer Paren- 
these wie Hist. II 88, G incuriosos milites — vernacula utehantur ur- 
banitate — quidam spoliavere (dieser Fall hätte ins 1 . Kapitel gehört). 
Ich vermisse hier und sonst die Berücksichtigung eines wichtigen 
Gesichtspunktes, der doppelt wichtig ist bei einem antiken d. h. 
für den mündlichen Vortrag bezw. lautes Lesen schreibenden Autor. 
Die Satzverbindung beruht z. gr. T. auf lautlichen Elementen, die 
sich in der Schrift überhaupt nicht darstellen, nämlich der Be- 
tonung, dem Tonfall, den Pausen. Wo der geschriebene oder ge- 
druckte Text selbst bei der Anwendung von Gewalt keine verbin- 
denden Elemente aufzeigen will, da ergeben sie sich beim Vortrag 
sofort. Aber im Ganzen kann ich die Schrift dem, der sich mit 
moderner Syntax vertraut machen will, sehr zum Studium empfehlen r 
es wäre wünschenswert, daß ähnliche Untersuchungen für Autoren, 
mit einem weniger raffinierten Stil angestellt würden. 

Fronto. Das klar und hübsch geschriebene Buch von Do- 
rothy Brock, Studios in Fronto and bis Age (Cambridge, Girton 
College Studies 5) enthält u. A. Kapitel über Archaismus, Gräcis- 
mus, Frontos Stiltheorie und literarische Kritik, seinen Wortschatz 
und Stil und last not least (S. 161 — 261) über das afrikanische 
Latein. Überall zeigt die Verf. gutes Urteil und Kenntnis der ein- 
schlägigen Literatur: in dem Kapitel über die Africitas lehrt sie 
in übersichtlicher Weise, wie die als afrikanisch in Anspruch 
genommenen Eigentümlichkeiten aus anderen Quellen hergeleitet 
werden können. 

Spätlatein. H. Bruhn, Specimen vocabularii rhetorici ad 
inferioris aetatis latinitatem pertinens (Diss. Marburg), handelt über 
Ausdrücke affektierter Bescheidenheit bei christlichen und heidni- 
schen Schriftstellern und über Worte, die zur Bezeichnung des 
„asianischen" Stiles dienen sollen, über den der Verf. wie über alle 
anderen Fragen nicht eben tief nachgedacht hat. Die Zusammen- 
stellung vieler Fälle, in denen fiumen vom Redestrom gebraucht 
ist, hat geringen Wert, wenn nicht genauer auf das zugrunde 



Literaturbericht für das Jahr 1911 359 

liegende Bild und seine verschiedenen Erscheinungsformen einge- 
gangen wird. 

H. Bianchi, Carmina latina epigraphica Africana (Studi ital. 
18, 41 — 76) gibt allerlei nützliche, aber in dieser Form nicht sehr 
verwertbare Bemerkungen zu den metrischen Inschriften aus Afrika, 
sowohl zu den bereits in Büchelers Sammlung stehenden als zu 
den später hinzugekommenen. Er macht ferner den Versuch, die 
Inschriften nach formalen Kriterien auf vier Perioden zu verteilen: 
welchen Bedenken das unterliegt, braucht hier nicht ausgeführt zu 
werden. 

Im Berichtsjahr hat die große Ausgabe des Gaius von F. 
Kniep zu erscheinen begonnen (Gai institutionum commentarius 
primus, Text mit Vorwort, Erklärung u. Anhängen. Jena, Fischer). 
Er sucht hier seine Theorie zu beweisen, die in dem schon 1910 
erschienenen Buche „Der Rechtsgelehrte Gaius und die Edikts- 
kommentare" entwickelt war, wonach sich einerseits die Vorlage 
des Gaius, anderseits nachgaianische Zusätze ausscheiden lassen. 
Dafür werden auch sprachliche Gründe geltend gemacht, die dem 
Philologen meist bedenklich erscheinen, ebenso wie der wunderliche 
Glaube K.s an das hohe Alter der Korruptelen in der Veroneser 
Gaiushandschrift. 

St. Brassloff, Die Archaismen in der Sprache des Juristen 
Modestin (Wiener Stud. 33, 137—143), wendet sich gegen Kalb, 
der den Gebrauch von quando in kausaler Bedeutung, von progigno, 
nequeo, von resolvo im Sinne des Simplex, endlich den passiven Ge- 
brauch von utl und mentiri für Archaismen des Modestinus erklärt 
hatte: die betr. Stellen stammten teils aus den Vorlagen teils seien 
sie auf spätere Interpolation zurückzuführen. Die Begründung hat 
mich nicht durchweg überzeugt und mir will scheinen, daß der 
fruchtbare Gedanke der Pandekten-Interpolationen allmählich tot- 
gehetzt zu werden beginnt. 

Itala, F. Stabile, II Liber Baruch del Codex Cavensis ine- 
dito secondo una versione antichissima Antegerolomitana (Riv. di 
Fil. 39, 361—384), handelt über die in einer Handschrift von La 
Cava saec. 9 stehende Übersetzung des Buches Baruch, auf die 
schon Amelli im J. 1902 hingewiesen hatte. Leider druckt er nicht 
den Text selbst ab, sondern macht nur Mitteilungen aus seinen 
Kollationen. Danach handelt es sich um eine vorhieronyraianische 
Übersetzung, die dem 1902 von Hoberg publizierten Codex Legio- 
nensis ähnlich ist und mit den von Irenäus und Firmicus aus dem 
Buche Baruch zitierten Stellen sehr übereinstimmt. Für die Be- 



360 Wilhelm Kroll 

hauptung, daß der Übersetzer ein Afrikaner gewesen oder „in wei- 
terem Sinne den Vertretern der Africitas zuzurechnen" sei, finde 
ich auch nicht den Schatten eines Beweises. Dankenswert sind die 
vorläufigen Mitteilungen über die Sprache: epulari heißt sich freuen, 
epulatio die Freude, spiritus tedians übersetzt d/.riduov, audive do- 
minari rememorari werden mit Gen., misereri mit Dat. konstruiert 
(vgl. Klebs Apollonius von Tyros 240), pleonastisches ibi : ubi dis- 
pergam illos ibi. Das Meiste sind freilich durch das Original ver- 
anlaßte Gräcismen, die kein wirkliches Interesse für die lateinische 
Sprachgeschichte haben. 

Claudiamis. °S. Gabe, Die Stellung von Substantiv und 
Attribut im Hexameter des Claudian (Primitiae Czernovicieuses, 
2, 83—115). Nach Helm, Woch. klass. Phil. 1912, 574 zeigt G., 
daß Claudian die ausgesprochene Neigung hat, das Adjektiv nur 
vor das Substantiv zu setzen: es finden sich nur drei Stellen, wo 
das Metrum diese normale Stellung zuläßt und sie doch nicht an- 
gewendet ist. 

Aetherla. E. Löfstedt, Philologischer Kommentar zur 
Peregrinatio Aetheriae. Untersuchungen zur Geschichte der latei- 
nischen Sprache (Upsala) stehe ich nicht an, als das wertvollste 
der im Berichtsjahre erschienenen Werke zu bezeichnen. Nicht 
wegen des zugrunde gelegten Textes, betreffs dessen sich L. an 
Meister 1) anschließt und zu dessen Datierung und Sacherklärung 
er Nichts beitragen will, sondern weil sein Buch endlich einmal 
die ebenso ausgedehnten wie zerstreuten Forschungen der letzten 
Jahrzehnte über das Spätlatein zusammenfaßt und schon deshalb 
ein unentbehrliches Hilfsmittel für jeden Philologen bildet, der sich 
mit dieser Sprachperiode beschäftigt, weil es ferner die Einseitig- 
keiten der rein statistischen Methode vermeidet und überall die 
ganze lateinische Sprachgeschichte ins Auge faßt, also namentlich 
die Brücke von Plautus zum Spätlatein zu schlagen sucht. L. hat 
vermöge seiner ausgezeichneten Sprachkenntnis seinem Kommentar 
eine ganze Reihe von Monographieen einverleibt, die bei aller Kürze 
meist richtige und genügende Aufklärung über sprachliche Probleme 
bieten. Obwohl auch Laut- und Formenlehre berücksichtigt werden, 
so entfällt doch der Löwenanteil auf Bedeutungslehre und Syntax. 
Eine Übersicht über den Inhalt zu geben ist so gut wie unmöglich 
(L. hat drei Indices beigegeben): wenn ich ein paar Einzelheiten 

1) Übrigens bestreitet E. Weigand Byzant. Zeitschr. 20, 1 — 26 aus 
sacbliclien Gründen den Meisterschen Ansatz der Peregrinatio ins 6. Jalirh. 
und tritt wieder für die letzten Jahrzehnte des vierten ein. 



Literaturbericht für das Jahr 1911 361 

herausgreife, so tue ich es hauptsächlich, um wenigstens auf diese 
Weise eine Vorstellung von dem Stoffreichtum des Werkes zu geben. 
— S. 43 bei dem Pleonasmus (im Grunde ist es wohl eine Art 
Kontamination) ea hora fit missa vigiliarum, qua hora et apud nos 
hätte ich gern einen Hinweis auf das Griechische gesehen, obwohl 
ich L. Recht gebe, wenn er mit der Annahme direkten Einflusses 
vorsichtig ist (vgl. Bruhn Anh. zu Soph. 83, 27). — S. 44. Zu 
potest ut verweise ich auf Sternkopf zu Cic. ep. 127. Hartel Patrist. 
Stud. 2, 46. Hist. Apollon. 31, 10 non potest melius, non potest 
dulcius. Für die Weglassung des Subjektes „man" gibt reiche 
Sammlungen C. F. W. Müller Progr. Breslau 1888, 11, vgl. Synt. 
d. Nom. 1. Sorof zu Cic. de orat. 1, 30. Krumbiegel De Varron. 
scrib. gen. 62. Thomas De Velleiani voluminis condicione 35. Spal- 
ding zu Quint. 2, 15, 12. 16, 19. Uhl Quaest. crit. in Senec. 43. 
v. Wilamowitz Herm. 34, 213 A. 2. Cic. part. 46 deredo igitur (ad 
fidem spectat argumentum), cum proposuit aliquid quod proharet usw. 
Für das Griechische s. Bruhn Lucubr. Eurip. 268 A. 23. Sonny 
Anal, ad Dionem 167. — S. 49 omnibus „durchaus" steht auch 
Apul. met. 7, 17 puerque mihi praefectus imponitur omnibus ille 
quidem puer deterrimus, wo die Herausgeber Allerlei zusetzen 
(Helm z. B. ex). Man wird an das griechische zoig uäaiv erinnern 
müssen, vgl. Menand. rhet. 89, 2. Marc. diac. 71, 11. Geop. 103, 16. 
234, 16 ol ocpoÖQoi %al XdßQoi avef.i0i rolg ttccolv evavTioi. — S. 105 
zu dicere, commemorare de vgl. Ter. Andr. 211 de amore hoc com- 
perit. Lebreton 152, meine Anm. zu Cic. Brut. 251, Badstübner De 
Sallust. die. gen. 12 (auch hier Beispiele aus dem Griech. z. B. Inschr. 
V. Priene 15, 9 efiq)aviCovTeg Ttegl xrjq evvoi'ag, ebd. 64, 4). — S. 121 
verteidigt L. (wie schon Lachmann) Plaut. Capt. 171 hoc illum me 
mutare conßdo fore mit Recht: vgl. Klußmaun Emend. Fronton. 12 
Sallust J. 110, 3 fuerit mihi eguisse aliquando tuae amicitiae. — 
S. 179 zu dem zufügenden sed (etwa ,,und zwar") vgl. außer dem 
gewöhnlichen sed et (Hartel Arch. Lex. 3, 32) noch Plaut. Cas. 691 
sed etiam habet nunc Casina gladium? Habet, sed duos. Rud. 799. 
Truc. 531. Cic. orat. 97 gentes eloquentiam . . plurimum valere passae 
sunt, sed hanc eloquentiam quae . . Apul. de Plat. 2, 22 sapientia 
amatorem boni adulescentem facit, sed eum, qui probitate ingenii sit ad 
artes bonas promptior. — S. 203 primus „hervorragend" ist nicht zu 
bezweifeln, vgl. Friedländer zu Martial 1, 51. Apul. met. 2, 12 sunt 
prima huiusce divinationis experimenta (von den früheren Heraus- 
gebern verdorben, jetzt von Helm durch Hinweis auf 4, 7 geschützt). 
Flor. 12 p. 17, 2 nostri prima duritia. Unter Apuleius' Einfluß 



362 Wilhelm Kroll 

auch Hist. Apoll. 22, 12 piscator ut vidit primam speciem iuvenis. 
— S. 229. Daß nur Bonnet den pleonastischen Gebrauch von in- 
quit nach einem vorhergehenden Verbum des Sagens konstatiert 
habe, ist nicht richtig. Schon Plaut. Mil. 61 ist ähnlich: Rogi- 
tabant: „Meine Achilles est?" inquit mihi. Anderes sammelt Bährens 
zu Catull 63, 78, der auf Ruhnken zu Rutil. 20 verweist, und Hilde- 
brand zu Apul. 1, 262. Vgl. Filastr. 15, 2 irati exclamant dicentes: 
ex quo Uli, inquit, Fortunae . . non sacrificant. 42, 1 dicit enim 
ita: viginti quattuor, inquit, litterae sunt. Augustin. ep. 118, 2 ita 
scripsisti: possem te, inquis, plus . . exorare. Hist. Apoll. 13, 5. 
Ferner Forbiger zu Verg. G. 4, 499. Helm Festschr. für Vahlen 342. 
Magnus Herrn. 40, 211. Man muß dazu wissen, daß inquit auch 
ohne eigentliches Subjekt unsere Anführungsstriche vertritt, wofür 
ich z. B. auf Reisig Vorles. ^ 39 f. Friedländer zu Juv. 3, 153 ver- 
weise: es kann auch bei pluralischem Subjekt stehen, wie Cic. 
parad. 37 at sumus, inquit, principes civitatis (dazu Piasberg). Die- 
selben Erscheinungen finden sich bei fprjolv (W. Schmid Bursian 
129, 274), — S. 269 spricht L. über Präpositionen, die keinen 
Kasus, sondern einen adverbialen Ausdruck regieren: ich notiere 
Beispiele aus Gebhardts Acta martyrum. 79, 2 hoc tisque in pridie 
muneris egi. 192, 27 dissensionem ipsam de inter vos amputem. 
193, 14 depost orcam eam deiecit. Lex met. Vipasc. (Dessau 6891) 
intra pridie kalendas. Hist. Apoll. 75, 3 Stranguillio de longe 
perrexit (die andere Version hat a longe, das auch sonst häufig ist: 
vgl. ixa'AQod^Bv und tioqqco&sv). Griech. aTvö Tttqvoi Deißmann Neue 
Bibelstudien 48. — S. 293 wird omne genus richtig als Apposition 
erklärt, wofür ich jetzt auf Gl. Otto De epexegeseos usu, Münster 
1912 S. 13 verweisen kann. — Daß die Bemerkungen über Juristen- 
latein, über wirkliche und angebliche Imitationen, über den Stil 
des Petronius und Tacitus usw. den Nagel auf den Kopf treffen, 
will ich hinzufügen, um recht vielen das Studium des Werkes nahe 
zu legen. 

Jfulgentius. 0. Friebel, Fulgentius der Mythograph und 
Bischof. Mit Beiträgen zur Syntax des Spätlateins (Paderborn, 
Schöningh), sieht die Identität der beiden Fulgentii namentlich nach 
Skutschs Artikel bei Pauly-Wissowa als erwiesen an, richtet aber 
kluger Weise seine Arbeit so ein, daß sie weitere Beweise dafür 
liefert. Abgesehen von der kurzen Einleitung ist die Arbeit rein 
sprachlich: der erste Teil behandelt die Syntax, der zweite den 
Stil, der dritte den Wortschatz. Fulgentius gehört nicht eigentlich 
zu den sprachgeschichtlich interessanten Autoren: was jedoch der 



Literaturbericht für das Jahr 1911 363 

Monographie F.s ihren bleibenden Wert verleiht, ist außer der 
musterhaften Sorgfalt, mit der sie gearbeitet ist, die Reichhaltig- 
keit der Literaturangaben in den Anmerkungen, vermittelst deren 
man jede einzelne Erscheinung in den richtigen Zusammenhang 
einordnen und namentlich die Abhängigkeit des Fulgentius von 
Apuleius bequem konstatieren kann (v. Geisau, De Apulei syntaxi 
poetica, konnte leider noch nicht benutzt werden). F. hat auch 
auf die Klausel geachtet, und man erkennt aus seinen Bemerkungen, 
wie Fulgentius aus der quantitierenden Klausel durch gelegentliche 
Entgleisungen in die akzentuierende hineingerät. 

Mustio, J. Medert, Quaestiones criticae et grammaticae 
ad Gynaecia Mustionis pertinentes, Gießen 1911, behandelt die aus 
dem 5. oder 6. Jahrh. stammende Übersetzung von Sorans Heb- 
ammenbuch, deren Verfasser Mustio zu heißen scheint, in sehr 
gründlicher Weise. Für die Grammatik fällt dabei vieles ab; ich 
notiere aus der Formenlehre ohsetrix und ipsud, namentlich auch 
Erscheinungen, die durch das Romanische bestätigt werden: vessica, 
congustia (aus coang-), quagulare, connus, frigdor und infrigdare, 
gengiva, grassus, pulegium. Das rätselhafte acrudus will M. ganz 
beseitigen und aus einer Verschreibung von lavacro erklären. Aus 
der Wortbildung micina (Deminut, von 7nica) und titina, wohl 
Deminut. von Uta (xitd-rj). Aus der Semasiologie sinus = cunnus, 
pes „Bein" und manus ,,Arm", mittere im romanischen Sinne ,, her- 
einstecken", vel „wenigstens" (vgl. Compernass o. S. 220). Ein 
sorgfältiger Index ermöglicht diese Einzelheiten rasch aufzufinden. 

Virgiliiis JMLavo. Auf die gekünstelte, das Übliche absicht- 
lich verdrehende Ausdrucksweise des Grammatikers Virgilius Maro 
macht H. A. Strong The Class. Rev. 25, 70 f.; 201 f. aufmerksam; 
er belegt z. B. canitus 'in alter Zeit', moda statt modus, emulis 
"^nützlich' (zu emolumentum?), sapido "^sapientia', offendire 'finden*, 
atramentare "niederschreiben , spirido 'spiritus', cow^o^an's 'Besitzer', 
uxorari 'verheiratet sein', plania 'planities'. Die etymologischen 
Bemerkungen aber, die er S. 248 f. daran anschließt, sind größten- 
teils phantastisch. 

Prosodie und Metrik 

Nur mit einigen Nebenbemerkungen streift unser Gebiet Lund- 
ström in einem kritische Bemerkungen zu Plautus enthaltenden 
Aufsatz „Plautina" (Eranos 11, 107—130). Er bricht eine Lanze 
für Sudhaus' Buch über den Aufbau der plautinischen Cantica und 
wendet sich gegen einige Bemerkungen Leos in seiner Rezension 



364 Wilhelm Kroll 

dieses Buches Gott. Gel. Anz. 1911, 65 — 104, namentlich dagegen, 
was Leo über das Dipodiengesetz sagt (so nenne ich es der 
Bequemlichkeit halber). Leo nimmt nämlich, indem er Friedländer 
(Rh. Mus. 62, 74) Recht gibt, seine frühere Meinung zurück, daß 
dieses Gesetz sich aus einer Reminiszenz an die griechische Ein- 
teilung der Verse nach Metra erkläre. Lundström wendet ein: 
falls man das Dipodiengesetz aus der Rücksicht auf den Wort- 
akzent herleite (und das muß man, wenn man auf die Herleitung 
aus den griechischen Metra verzichtet), so sei nicht abzusehen, 
weshalb nicht die gleiche Rücksicht in den äußeren Senkungen ge- 
nommen werde. Ich glaube, daß er im Unrecht ist und daß eine 
Erklärung von dem Standpunkte Leos sehr wohl möglich ist. Auch 
in den lateinischen Versen des genus duplex lagen die Hauptikten 
auf den ungeraden Hebungen: daher waren die auf diese folgenden 
(inneren) Senkungen die tonschwächsten und die römischen Dichter 
vermieden es daher, betonte Silben an diese Stelle zu setzen. Von 
der Einteilung in Metra wußten sie nichts oder kümmerten sich 
nicht darum, aber die Iktierung der Verse war trotzdem dieselbe 
geblieben und ergab von selbst jene Rücksicht auf den Wortakzent. 

E. Wallstedt kommt in seinem Spicilegium Plautinum (Eranos 11) 
auf Bacch. 806 zu sprechen: per sycophantiam? CH. egone istuc 
dixi? NL ita, und erörtert die Frage, ob der Hiatus hinter syco- 
phantiam oder dixi anzusetzen sei, und trägt allerlei spinöse Be- 
obachtungen über die Siatirsige vor, die ich für nicht recht för- 
derlich halte. 

H. Mirgel, De synaloephis et caesuris in versu hexametro 
latino (Diss. Göttingen 1910), behandelt hauptsächlich die Frage, 
ob die Cäsiir durch Elision gestört wird oder nicht. W. Meyer 
und Norden hatten solche Cäsuren angenommen, L. Müller und 
Birt nicht. Er erkennt ohne Weiteres solche Cäsuren an, bei denen 
die Elision in demselben Fuße, also hinter der Cäsur liegt, wie in 
Verg. Aen. 2, 745 quem non incusavi \ amens hominumque deorum- 
que? Die Elision eines langen Vokales an dieser Stelle (in der 
Penthemimeres) vermeidet Ovid ganz, die einer auf -m ausgehenden 
Silbe so gut wie ganz, während sich in Vergils Aeneis der erstere 
Fall .55 mal findet, bei Lukrez 7 mal: doch meidet dieser die Elision 
eines kurzen Vokales nicht. Schwieriger liegt die Frage, wenn die 
Elision zwischen dem 2. und 3. Fuße liegt: hier unterscheidet M. 
drei Fälle. 1) Die Silbe nach der EHsion ist ein einsilbiges Wort 
wie in Aen. 1, 28 et genus invisum et \ rapti Ganymedis honores, 
und es tritt von selbst Cäsur ein. — 2) Die Silbe nach der Elision 



Literaturbericht für das Jahr 1911 o65 

ist die erste eines Kompositums: dann tritt in der Kompositions- 
fuge Cäsur ein, also in Horaz sat. 1, 1, 76 an vigilare metu exa- 
nimem nodesque diesque nach ex, Aen. 6, 100 obscuris vera invol- 
vens nach in. Auf Grund dieser Erkenntnis verbessert M. die für 
manche Dichter aufgestellte Statistik, z. B. sollen von den 47 Fällen, 
in denen Manilius die Penthemimeres durch Trithemimeres + Hept- 
hemimeres ersetzt, 13 in Wegfall kommen, die wie 2, 463 gebaut 
sind: centauro femina accedunt (hier soll die Cäsur hinter ac- liegen). 
Es ist aber nicht abzusehen, was mit der Frage nach der Berech- 
tigung dieser Cäsur die Elision zu tun haben soll: ist sie über- 
haupt anzuerkennen, so natürlich auch in Versen wie Aen. 6, 149 
praeterea iacet ex\animum tibi corpus amici oder 12, 144 magna- 
nimi lovis ingratum ascendere cubile. Eine Nötigung dazu kann 
ich aber nicht anerkennen, da eben doch zahlreiche Fälle ohne 
Cäsur im 3. Fuße übrig bleiben. — 3) Die Silbe nach der Elision 
gehört zum Stamme eines Wortes wie Aen. 6, 53 attonitae magna 
ora domus, und Cäsur ist ausgeschlossen. Dann sei das Wort aber 
stets so gebaut, daß Cäsur nach dem 3. Trochäus oder der 4. He- 
bung eintrete. Auch das hat mit der eigentlichen Frage nichts 
zu tun, sondern hängt mit anderen bekannten Dingen zusammen. 
— Weiter behandelt M. die Frage, ob que von dem Worte, an das 
es angehängt ist, losgelöst werden dürfe (vgl. Norden Aeneis 421), 
ob Worte wie inter und interea als Komposita aufgefaßt worden 
seien, ob auf -m endende Silben zu den kurzen oder langen ge- 
rechnet worden seien (es empfiehlt sich, wie das auch vielfach be- 
reits geschehen ist, aus ihnen eine besondere Kategorie zu machen). 
Für diese und andere metrische Fragen (z. B. auch für das Ver- 
hältnis von Daktylen und Spondeen) wird man in der — leider 
nicht leicht zu lesenden — Arbeit schätzenswertes Material finden. 
A. Siedow, De elisionis aphaeresis hiatus usu in hexametris 
Latinis ab Ennii usque ad Ovidii tempora (Diss. Greifswald), gliedert 
seine Arbeit in Tabellen und Anmerkungen dazu. Für jeden einzelnen 
Dichter bis Ovid inkl. wird angegeben, wie viele Elisionen usw. er 
hat und an welchen Versstellen, wobei kurze und lange Vokale und 
Silben auf m geschieden werden. Dann folgen Tabellen, welche 
alle die vorher einzeln betrachteten Dichter zusammenfassen und 
ihre Verschiedenheiten bequem erkennen lassen. In den An- 
merkungen werden die zweifelhaften und die irgendwie ungewöhn- 
lichen Fälle kurz besprochen. S.s Monographie bietet jetzt die be- 
quemste Übersicht über die Elisionstechnik der älteren römischen 
Dichter. 



366 Wilhelm Kroll 

Verszivang behandelt Ernst Bednara in einem Leobschützer 
(280) Programm ; er schildert die Schwierigkeiten, die die Prosodie 
namentlich den Daktylikern macht, und zeigt, wie dieser Umstand 
auf die Wortwahl einwirkt, an afrium neben aiila und peristylmm, 
an amho — uterque und cassis — (jalea. Er erinnert an Schlüsse, die 
Skutsch daraus auf die Benutzung des Horaz durch Vergil ge- 
zogen, zeigt, daß man entsprechend über das Verhältnis von Ovid 
zu Livius urteilen könne, geht auf die Behandlung unbequemer 
Eigennamen ein und verfolgt die Erscheinungen weiter bei gewissen 
Schriftstellern des Mittelalters. 

JKJaitsel, Den Hexameterschluß untersucht L. Lau r and, 
Les ßns d'hexametre dans les discours de Ciceron (Rev. de Phil. 
35, 75 — 88). Er zählt in Ciceros Reden nach Aussonderung aller 
irgendwie unsicheren Stellen 71 Beispiele am Satzende, von denen 
41 auf das erste Drittel (d. h. den ersten MüUerschen Band) ent- 
fallen. Namentlich in den späteren Reden findet sich dieser Schluß 
oft in Kommata oder kurzen Kola, die Cicero vielleicht garnicht 
rhythmisch schließen wollte. Auch ist zu beachten, daß nur der 
kleinere Teil dieser Klauseln wirkliche Hexameterschlüsse sind, da 
Cicero diese in seinen Gedichten gewöhnlich aus zwei- und drei- 
silbigen Worten bildet. Oft handelt es sich um fünfsilbige Worte 
wie discruciatur und transigeretur, nicht selten auch (worauf L. 
nicht eingeht) um solche Hexameterschlüsse, die nur bei sprach- 
widriger Betonung herauskommen, wie legem recitari, vivom tenuisti, 

was man auch als j- _ üu _j (minderwertige Abart von Kretikus 

4- Trochäus) auffassen kann. 

Hingewiesen sei auch auf V. Brugnolas Bemerkungen „Sulla 
clausola Ciceroniana esse videatur^ (Riv. di Fil. 39, 558 — 563) zu 
der bekannten Tacitus-Stelle (Dial. 23) über diese angeblich von 
Cicero in jedem dritten Satze verwandte Klausel. B. zählt im 
Ganzen 86 Fälle in den Reden und weist darauf hin, daß sich 
Tacitus' Kritik nicht auf den Rhythmus der Klausel, sondern auf 
die Zusammenstellung der nichtssagenden Worte bezieht. 

°F. W. Shipley, The Treatment of dactylic Words in the 
rhythmic prose of Cicero (Transact. of the Amer. Phil. Assoc. 41, 
139—156). 

Die Klauseln der Panegyriker untersucht W. Bährens in der 
Praefatio seiner Ausgabe „Panegyricorum latinorum editionis novae 
praefatio maior (Diss. Groningen 1910). Er wendet sich mit Recht 
gegen die Redereien von einem Anfangsrhythmus und gegen die 
von Zielinski als obligatorisch angenommene kretische Basis und 



Literaturbericht für das Jahr 1911 367 

fordert Übereinstimmung des Klauselakzentes mit dem Wortakzent. 
In der Bezeichnung der Klauseltypen schließt er sich leider dem 
etwas umständlichen System der guten Bonner Dissertation von 
Hofacker (De clausulis PUnii Secundi) an und gelangt von A an- 
fangend schließlich bis zu I (_ | w -^), einem rätselhaften und von 
ihm nicht weiter erklärten Gebilde. Während die Klauseln selbst 
bei Plinius und den Jüngeren dieselben sind, wendet jener sie nur 
an den Perioden-, diese auch an den Kolaschlüssen an. B. gibt 
die Zahlen für alle einzelnen Reden, wobei sich das Überwiegen 

der drei Hauptformen A, B, C (_ u _ | _ u, _ u _ w, _ u ^ —) 

deutlich zeigt. Der Gewinn für die Kritik ist nicht unerheblich, 
jedenfalls erweist sich die Überlieferung als ziemlich zuverlässig. 

Von größerer Bedeutung ist die ausgezeichnete Untersuchung 
von A. M. Harmon, The Clausula in Ammianus Marcellinus (Trans- 
actions of the Connecticut Academy 16, New Haven 1910). H. 
führt die von W. Meyer im J. 1893 gegebenen Anregungen weiter 
aus und weist bei Ammian den durchgeführten akzentuierenden 
Satzschluß nach, indem er die Satzschlüsse von neun Büchern und 
sämtliche (d. h. auch die Kolaschlüsse) von B. 21 analysiert: der 
in Kola zerlegte Text von B. 21 wird vollständig abgedruckt. Die 
beinahe ausschließlich gebrauchten Formen (3212 gegen 60 ab- 
weichende) sind die folgenden : 1) ~i -^ ^ ^ -^,, 2) <^ ^ ^ -^ ^ -^, 
o) ^ -^ ^ ^ -^ -^, 4)^^^-^-^^^^. Also auch hier das von 
W. Meyer für die spätere griechische Prosa erwiesene Prinzip, die 
beiden letzten Akzentsilben durch mindestens zwei unbetonte zu 
trennen. Form 1 hat meist ein drei-, seltener ein zweisilbiges Wort 
am Schlüsse, also nosse confingit oder confluxerit Romam. Form 2 
schließt meist mit einem vier-, seltener mit einem dreisilbigen Wort, 
vertuntur indaginem oder opifex callidus. Form 3 hat gewöhnlich 
ein viersilbiges Wort am Ende, also collibus ahdiderunt, selten ein 
fünfsilbiges wie monstrare pollicehatur. Die normale Klausel be- 
steht durchaus aus zwei Worten, ^/s aller Klauseln sind so gebaut. 
Die abweichenden Fälle erklären sich z. gr. T. aus Enklise, z. B. 
ist dimicans inter primos = collibus ahdiderunt, hactenus super 
Alpibus = tristium clamitantibus. Das Herrschende ist durchaus 
der Akzent, aber es ist doch nicht zu verkennen, daß sich diese 
Klausel aus einer quantitierenden entwickelt hat: denn Ammian 
vermeidet Positionslänge bei der ersten unbetonten Silbe und sucht 
sie bei der zweiten: also nosse confingit, aber nicht prodest per- 
multis (was in der quantitierenden Klausel Molossus statt Creticus 
wäre) und semper innocui, aber nicht semper abisse (Hexameter- 



368 Wilhelm Kroll, Literaturbericht für das Jahr 1911 

Schluß). Als die quantitierenden Grundtypen ergeben sich die von 
Zielinski für die spätere Zeit als allein giltig nachgewiesenen Klau- 
seln mit kretischer Basis, auf die ein Trochäus, ein Kretikus, ein 

Doppeltrochäus oder ein Hypodochmius folgt, also _ u u, 

_u u_, _u w_u, _u w_w_, woraus die ak- 
zentuierenden Formen 1 — 4 bequem abgeleitet werden können. 
Wenn man Cyprians metrisch gebaute Klauseln rhythmisch mißt, 
so entsprechen 88 °/o den von Ammian gebauten Klauseln: der 
Übergang ist also ganz unbewust gewesen, wie man gegen W. Meyers 
Vorstellung von einem Ordner betonen muß, und erklärt sich aus 
dem Unsicherwerden der Quantitäten, das wir an der späten Poesie 
deutlich erkennen und für das H. auf den Servius -Traktat De fina- 
libus (GL. 4, 449) verweist. — H. zieht endlich die Folgerungen 
für Betonung und Prosodie, die meist durch direkte Zeugnisse oder 
anderweitige Beobachtungen bestätigt werden : adhüc, aber sübinde 
dSinde, deinceps, plerdque, teldque, indeque, coSperunt, füere, pard- 
vere. Griechische Worte werden fast durchweg griechisch betont 
mit Ausnahme der Oxytona, also cylindris und architecti, aber 
chöros und mystica. Synkope findet sich einmal bei valida, Synizese 
bei negotium usw., auch promiscue. Das Auffallendste ist Vokali- 
sierung von i und u: a'iunt, e'ius, Tra'/'anus, aqüis und sogar usqüe 
uhiqile, qüaedam, qüiete. H. erinnert gut an die Transskription 
KoivTog und das altlateinische aqua larüa, das doch nicht recht 
zur Erklärung der auffallenden Erscheinung ausreicht. Auch für 
die höhere Kritik läßt sich die Klausel verwerten: es läßt sich 
zeigen (was freilich nicht überrascht), daß Ammian fremde Schrift- 
stücke (z. B. den Brief des Procopius an Ursicinus 18, 6, 18) um- 
stilisiert. — Die Resultate der trefflichen Untersuchung sind in der 
jetzt allein benutzbaren Ausgabe von Clark bereits verwertet. 

Wilhelm Kroll 



Zu Glotta V 252 

Nach V. Planta Idg. Forsch. 8, 1898, 316 lehrt die Autopsie 
auf den ersten Blick die Unmöglichkeit der Lesung Fluusasiais. 
Wir dürfen also Fiuusasiais als Beispiel einer osk. /-Mouillierung 
heranziehen; ein 'Versehen des Graveurs' anzunehmen ist nicht 
mehr notwendig. G. H. 



369 



Indices 

von H. Ottenjann 



I. Autoren-Register 

für den griechischen und lateinischen Literaturbericht 



Ahlberg 345 f. 351 
l4/uc'(VTos 294 
Ammann 343 ff. 
V. Arnim 273 ff. 
ArvanitopouUos 263 f. 
Auerbach 278 

Bäckström 355 

Bährens 366 f. 

Bartel 849 

Baunack 301 f. 

Bechtel 307. 308. 309.311 

Becker 261 

Bednara 366 

Bitjs 310 

Behn 339 

Behrendt 278 

Bennet 317 

Bianchi 359 

Birt 310 

Boisacq 305. 308. 309 

Bolaffi 351 f. 

Bouwetsch 286 f. 

Brandt 355 

Brassloff 359 

Breal 336 

V. d. Breiie 273 

Brinkmann 319 

Brock 358 

Brückner 327 

Brugmann 307. 308. 309. 

310. 315. 316. 317 f. 

319. 321. 327. 329. 

330. 331. 333. 334. 336 
Brugnola 366 
Bruhn, Ch. 273 
Bruhn, H. 358 f. 
Bürger 354 f. 

Cagnat 328 



Cakot 299 
Calder 295 
Camilli 319 
Cannegieter 318 
di Capua 321 
XaßiaQds 268 
Charpentier 331 
XarCK^äxig 271. 289 ff, 

292. 293 
Ciardi-Dupre 337 
Clark 350 
Compernass 285 f. 
Conway 325 
Costa 328 
Cremer 281 
Crittenden 352 
Cuny 310. 337 

Danielsson 314. 332 
Deubner 332 
Diels 275 f. 
Dienstbach 282. 283 
V. Domaszewski 331 
^QCcyov/iiTjg 288 

Ebert 303 

Ehrlich 328. 329. 330. 

331. 332. 333. 334. 

335. 336. 337 
Eisinger 323 
Elter 271 f. 
Endzelin 314. 329 
Ernout 329 f. 
EvayyfXi(^r]S 294 
Eusebio 326 

Fay 306. 316. 317. 326. 

328. 330. 337 
Fick 262 f. 273. 302 
Fisher 357 



Fraenkel 275. 300. 311 
Friebel 362 f. 
Fumi 315 f. 

Gabe 360 
Galdi 286 
Gandiglio 348 
Garrod 356 
Gautier 259. 276 f. 
Gebert 332 
Geisler 320 
Gildersleeve 311 
Grenier 323 
Gustafson 347 f. 
Gustarelli 357 

Harmon 367 f. 

Hasse 331. 335 

Hauser 314 

Havers 305. 311 f. 328, 

340 ff. 
Helmreich 293 f. 331 
Hempl 314 f. 
Henen 324 
Hensel 311 
Herbig 314 
Hermann 295 f. 
Herrmann 300 
Hesseling 287 
Hiller v. Gaertringen 

264. 265. 308 
Hindenlang 278 
Hoffmann 259. 272 
Hofmann 323 
Hollstein 355 
Hudson-Williams 296 
Huelsen 337 
Hunt 273 ff. 300 f. 
Husband 316. 318 



370 



H. Ottenjann 



Jacobsohn 316 f. 

322. 337 
Johannessohn 278 f. 
Jouguet 284 



318. Myrick 332 



Kaltenberg 278 
Kannengießer 313 f. 
Keep 349 
Keil 282. 283 
Kent 319. 333 
Kieckers 312 f. 
Klinkenborg 329 
Klotz 328 
Kluge 312 
Knapp 324 
Kniep 359 
KövTog 300 
Kornitzer 334 
Kovye'ag 288 
Kovxoviieg 284 f. 301 

KOVQOVVIWTT]? 262 

Ko6ar}s 292 f. 
Kretschmer 311. 334 
Kroll 347 f. 

Lackner 350 
Lambertz 305 
Lattes 314. 315 
Laurand 366 
Lautensach 298 f. 
Lederer 324 
Leich 353 
Leo 363 f. 
Linde 316. 318 
Lippold 310 

Löfstedt 330. 331. 360 ff. 
Lundström 363 f. 

Maas 273 f. 286 f. 
Maass 305 f. 
Mahlstedt 277 f. 
Marouzeau 317. 319 
Meader 342 f. 
Medert 363 
Meillet 261. 319 f. 321. 

334 
Meister, K. 337 
Meister, E. 260 f. 265 ff. 
Melander 349 
Menden 357 f. 
Meringer 337 
Merz 286 
Methner 338 f. 
Meyer, M. 337 
Meyer, P. M. 284 
Miller 311 
Mirgel 364 f. 
Moulton 279. 280 
MnovTovQag 291. 292.294 



Nachmanson 294 f. 
Nelz 276 

Nestle 329. 330. 331 
Niedermann 317. 333 
Nielsson 324 
Nöldeke 334 

Ormerod 267 

V. d. Osten-Sacken 331 

Osthoff 298. 309. 318. 

322. 328 
Ostir 336 
Ottenjann 346f. 
Otto 325 

ITanayiWQyiov 293 
Parzinger 350 f. 
Paulson 324. 350 
Peaks 317 
Pernot 287 f. 
ntQQTJg 293 
Perugi 351 
Peterson 350 
risConovXog 288 f. 
Pomtow 268 f. 
Prellwitz 309. 336 
Pschor 332 

Eadermacher 279 f. 325 
Earaain 349 
Eeinach 268 
Eobert 303 f. 
Eobertson 279. 280 f. 
Kobinson 267 
Eodenbusch 339 f. 
Eohde 355 
Eolfe 334 
Eonzevalle 294 
Eostowzew 330 
Eouffiac 281 f. 
Eubensohn 283 
Euckdeschel 353 f. 

Salonius 270 f. 
V. Sassen 356 f. 
Scherraann 308 
Schink 342 
Schmalz 340 
Schönberger 351 
Schöne 275 
Schrijnen 296 
Schuchardt 296 
Schulte 282 
Schulze 320. 334. 335 
Schwab 288 
Scott 272 
Shipley 366 



Siedow 365 

Sittig 304 f. 

Sjögren 350 

Zxtäg 291 f. 

Skutsch 318. 323. 329. 

330. 334. 335 
Slotty 322 

Solmsen 295. 297 f. 299. 

308. 319. 320. 330. 

333. 334 
Sonnenschein 318 
Stabile 323. 328. 336. 

359 f. 
Stahl 312 
Stangl 330. 335 
Steele 321. 355 f. 
de Stefani 356 
Stocks 280 f. 
V. Straub 309 
Strong 363 
Sturtevant 300. 318 
Sütterlin 322. 327. 329. 

331. 332. 333. 335. 
336. 337. 338 

Swan 350 

Teichmüller 353 
Tescari 339 
Thoraas 334 
Trunk 285 
Tschernjaew 324 
Tuckey 305 

von den Velden 314 
Vendryes 260 f. 296 
Vetter 315 
Vollmer 355 

Wagener 335 
Walde 333 
Wallstedt 364 
Walter 267 f. 
Waltzing 342 
Wecklein 302 f. 
Weiss 281 
Wenglein 343 
Wetmore 324 
Weyman 329. 330. 331 
Whicher 327 
Wilhelm 262. 264 f. 269 f. 
Witkowski 284 
Wright 334 
Wolf 286 
Wünsch 284. 331 

Zereteli 283 

Zimmermann 320. 324. 
328 - 



Indices 



371 



n. Wörterverzeichnis 



Altindisch. 

ayä 254 
ayarn 256 ff. 
asmai 254 
asmät 255 
aham 256 f. 
idam 256 f. 
imam 256 
ijara 256 
ebhyah 255 
esäm 254 
tuam 256 f. 
tyajati 325 ^ 
tyajas 325» 
tväm 256 
mäm 256 

Avestisch. 

I»häire 321 
ii^yejah- 325' 
mraväire 321 



Griechisch. 

dyad-^Gi 36 
ciya&olo, -ov 32 
dyad^oToc 34 
'AyäS^conog 73 
Kyaiofiivov 45 
fiyaxkiiTOv 45 
dyavfjOt 36 
{cyKVCüTirjg 72 
"Ayaaiali^iviLg 269 
l4yaaTQ6(fov 10 
tlyavov 29 
«yyelirjac, -tjg 26 
IdytaCag 269 
Idyrivaxrog 268 
dyrivoqCrjiOt 46 
^Ayxaioio 12 
i\yy.aU3eaai 49 
äyxCaTQoiai 22 
flyxoivTjai 26 
tlyXäwip 70 
clyoQrjGi 36 
«yp« 278 
(lyQavkoio 12 
clyQfvai 278 
flyoiov 10 
tlyQiwnög 70 
clyQoTo, -ov 37 
tlyooTSQoiai 22 
<'j'/fi««/o<ö'f, -o(? 24 
14yj(u'(i.oi,o 11 

Glntta V, 4. 



«Jf/J? 194. 195 
«rfa« 194. 195 
ßj^yiiffc 275 
«Jfj'oi' 32 

IdöfiriTOio, -ov 18. 19 
Ldfd'p^ffToto, -01/ 16 
«(fiiroto 31 
^^«;;»jf 283 
ded-Xoiai, -otg 29 
de»Xov 29 
ddxfkiov 45 
detxsaai 55 

«CWTTf? 72 
dd-KvÜTTiai, -rig 26 
d&KVccToiai, -oig 23 
l4d^r]vyai, -i^g 30 
-f« 297 
^t«VTf 322 
AittVTdaai 49 
aiyavii^ai. 26 
aiytiQoio 12 
tilytßi 55^ 
«f>'/;.ti/; 302 
cdyÜMxp 71^ 
{ctyi6j(0t,o, -ov 13 
Alyiad^oio, -ov 16 
^r^/Awr 262 
aiyoTToöacoTiog 69. 71* 
afyvTiioi'ai 22 
Atyvmoio, -ov 16 
cctycjTiög 71 
uiöoCriai, "5? 26 
cdöoCoio 12 
atdoioiai 22 
di6Qeh]ac 46 
Alöüinog 73 
tdiiyiv^Trjat 45 
tderov 10 

Ai&LÖTTiGGl 49 

^t'^tl 76 

ai&o^evot,o, -ov 13 
cd&ofx^voiai, -oig 24 
cd&ovariai 26 
tdjXÜ)M\p 71 
cdjUccTwnög 70 
ccl/uvlioiai 22 
cdv^ai 40 
cdrouöooiac 22 
«iroi; 38 
tdnokCoiai 22 
Aiarjnoco 12 
cdaxQolai, -oTg 39 
AiaxQvßrjg 262 
AtacoTTog 73 
dxcikküJTnaTog 71 ' 
^AxtaaauEvoio 45 



axfiod^iroio 11 
«xoi'« 274 

«XOWOJTffffft 53 

«xoKff^wj^ 274 
uxQoiac 38 
dxQonöXoiat 22 
«xr^f 40 
dxTivaaai 49 
dxTtai 49 
«Aßoi; 20. 33 

«AßCÖTTtf 70 

dkdwip, -nög 72 
ciXyeai 55 

J^Af^ftj'd'poto, -Ol; 45 
ciXsaai 52 
äA/j/ff( 36 

tikCoLO 31 

lAXiaiov 10 
liXxivöoio, -ov 12 f. 
l4Xxo(Tag 263 
«AA?5A>;fff 26 
«AA»;Ao(J'cü(5'dT«f 300 
«AA/jAotfft, -Off 23. 24 
«AAj^fft 40 
dXXoScinoTai 22 
(iXXoiai, -oig 39 
dXXoTott^ai 26 
dXXoTQioiac 22 
«AAoi; 38 
HXjUdjnia 72 
«Ao/ofo, -Ol/ 33 
«Ad/o«Tt 34 
AXifiioTo, -ov 18. 19 
dX(ft]aTrjat 26 
ducid-oto 31 
duccX^ai 36 
dfiu^rjOi 46 
d/jßXvcüTitiv 70. 71 
KU/SAi'W7rd? 69^. 70. 71 
d^ßXwnög, -(aip 70 
df^ßgoairjOt 26 
dfißooaiov 16. 22 
«,«* 274 
dfmXi^ov 10 
d/jeivwv 298 
dfxsfii]v6g 302 
d/uf'acj 302 
Iduiauidc'tQov 10 
d^i^rS^aXöioau 302 

C(fl/LlCV 274 

24fj,(fifj,ä/oio 11 
l-t/u'fivöfuoio, -ov 14 
ducfiTTÖXoiai 22 
duifinöXov 16. 22. 23 
d/ii(f>ino6acü7iog 69 
d/n(fia(t)7i6g 70 

25 



372 



H. Ottenjann 



dfiffOTSQuac, -ijg 26 
dfi(fortQoiai 22 
dfXüJ/uijTOto 45 
m' 274 
uvaiStai 55 
KVKxy.üCl'' 270 
dväxTfai 55"^ 
dviiXTOQir^ai 46 
dvttXxiCr\ai 46 
dvu^ciCojUSVoio 44 

«l'J'pKTTod'ffffft 49 

ilväga/x^eac 55 
ctvÖQtaat 52 
Ki'Jpftfft 52 
ttvägo/xtoLO 11 
«j'J'(J07ryd(TCü7ro? 69 
ch'ÖQO(f>c(yoio 11. 21 
tlv^Qoifovoio 11. 21 f. 
dve^oio, -ov 31 
äv^fioiai 34 
dviftai 55 
t(v&QwnoLo, -ov 16 
dv&Qwnoiai, -oig 24 
äv&gwTTog 69 
dvinroiai 29 
AvTißäaiSog 262 
dvTißCoiai, -oig 25 
dvTi&toio, -ov 13 
dvTi&ioiat., -oig 24 
l4vrÜMxog 262 
'AvTiXö^oio, -ov 13 

l47'Tlfld^OlO 11 

dvTi/ii8Tü)nog 69 
^4rTffoo{o, -01/ 14 
dvTiTTQoaconog 69 

fivTQOlO, -ov 37 

«i'Tw;r6? 70 
drojTTiK 70® 
i^l/oi; 9 
aotJoii 29 
'^ . . oAc«o? 269 
doXkf'ai 55 
doQTiiQtoai 53 
'AnuLaov 29 
«TTctAoro 31 
dndai 50 
^AnfXuioQvig 267 
dntXtvd^iQta&ivaa 263 
^AntXXawQicig 267 
dnh'KVTi 282 
dneoyä^taUai, 276 
dn^Qunög 70 
uTTf^x'i^o^uiVoiai 46 
dnoi/o/uh'oio, -ov 45 
dnoxTUiusvoio 45 

'^TToA/^i^tf 262 

«TidAwA« 300 
dnoTelfiv 276 



dnoTfAov 29 
dno(f&i/Li^voio, -ov 45 
«patTjfft 30 
dQyaketjot 26 
dQycilioco, -ov 14. 20 
'AQyfioiai, -oig 23 
«()}'frj'>)fft, -j/? 26 
dgyvQftjai 26 
dQyvQioio 11 
K^yiipoTjAof 31 
äpj/jjpoii 10. 20 
'Agsd-oiaa 57 f. 
'Agsi^ovacc 57 f. 
''Ag^&wv 57 f. 
"AQtaig 262 
'Agsaxtur 57 f. 
dQSTFjai 36 
^Aqstwv 57 f. 
^AQriid-öoio, -ov 45 
'A())}iki<xoio, -ov 45 
dQr]i(filov 45 
^AQr'iroio 12 
^A()if.ioiai, -oig 35 
'AQiarciQxog 269 
«^taT/jf(T(7t 53 
dgiaroig 29 
'AgiOToxlrjog 266 

dQlOTOV 29 

'ÄQxitaiov 10 
' AQxtq ilov 262 
'AQxt(fi(j(i)v 262 
^A(jxi(fwv 262 
cig/Liccoi 50 
^Aqfxiag 264 
dQ/xoi'itjai 26 
dQVfioiai, -oTg 24 
apyftoj} 17 
agoToiai 34 

dQQfVCJTtOg 71 

'AQQiTfvg 262 
'Aqoivöov 18. 20 
dQTff-iffaai 56 
^AQTif-iiSoQig 267 
"AQTi/uig 267 
dg/fXKXog 313^ 
7«?/'2? 278 
aQx^ivog 21b 
^Ayoxh)g 261 
doafxivd^ov 30 
«fffA/^? 305 

dorifAUVTOlGl 46 

^Aaiov 9 

^ AaxaXan idSug 263 
^ Aaxakäifov 18. 21 
'Aax).r]7iiov 10 
dandCo^iv 283 
daniOi 50 
dßTCi^^vtaai 49 
«ffr5ow7?df 70. 71 



^A(TTSQW7iog 73 
doToToi 38 
«ffrp«j/«Aotö't 22 
ußTQuai 50 
KffrpcüTrd? 70 f. 
^Aaiöniog 72 

^AaiüTTOtO 12 

"AacüTTÖg 72. 73 
"AacoTTog 73 
dictlfjai 36 
drctqniTOV 10 
dTKOTTjQoiai, -otg 46 
dTKad^akirjai 46 
driOTTov 29 
arrjUi 40 
driuiijai 46 
^ATQiiSrjai, -t)g 26 
uTQondjUTiKig 272 
ttTQvyaroio 11 
«roL'j'fTo? 302 f. 
«i;}/j}(Tf, -^? 40 
Avloniöog 268 
aiiyai 40 
avkiii]at 26 
ßj;A«/'öi; 18. 20 
avkoiai 38 

CCvkoOTUTSV 268 

avköjTTig, -TTiag 69 f. 
uvrctvTÖv 300 
aiTrjdi 40 
avToio, -ov 37 
avTOiGi, -oTg 39 
Avrokvxoio, -ov 14 f. 20 
Ai'Toifiövoio 11 
d(favQov 29 
d(fiVtioio, -ov 16 
d(fiQc(6üjai, -rjg 26 

^A(fQ0ÖlTTl 305 f. 

d(f>viXoioi 29 
'A/cciixov 10 
'A/aiolai, -otg 29 
dyttaai 56 
dyvvfjf'voKJi, -oig 25 
d\fJtvSr](ijj' 299 
'Ai(ji']XTOv 262 
dxpiai 49 
dipod()6ov 10 
«wroi/ 29 

ßaOtit]Gi 30 

ßKxf^VQQOOV 10 

ßdUtiv (intrans.) 312 
ßaD.o^ivoio 11 
Bav&tiaig 263 

ßaQVÜJJT^W 72 

ßaadivg 306 
ßaaiXivai 53 
ßißkrjXH 272 
ßelseaai 56 



Indices 



373 



ßsltai 55 
ßilsaai. 54 
ßareQog 298 
ßslTiwv 298 
ß^v&sac 55 
ße'v&faai 55 
ßeoi»oov 29 
yS>;>loi5 38 
ßriaai]ai, -j;? 40 
ßnidlog 337 
ß^»j? 275 

ßcoio, -ov 41 

ßlOTOlO, -OV 31 

ß).6(fc'(Qoiai 34 
ßXi]uivov 10 
ßX^TQoiai 38 
ßi.oovgrjoi 36 
ßkoavQolOi 34 
ßXoavQcÜTiig 70 
ßkoavQODTiög 72 
BoayQtov 10 
ßo^r^Oi, -ijg 36 
ßoeoiai 34 
ßoeov 33 
ßoeaai 52 
ßö&Qoiat 38 

ßÖd-QOV 38 
Boivwna 73 
ßohjai 42 
ßöXifxog 264 
/Sor« 266 
ßoQQug 195 
ßoTolai, 42 
ßovlavTijat 26 
BovkfjxXiiörjg 262 
Bovlriy.h)g 262 
ßovXyat 40 
BovnQuaCoio, -ov 15 
/Soi/fft 52 
ßoconig 70 
BQlyxov 262 
ßQOToTo, -ov 41 
ßQOTolat, 42 
ßQOTolocyov 30 
BgoxvUog 269 
Bvßaxog 262 
^j^/Söw 262 
ßo)fj.oioi, -olg 39 
ßwfxov 38 
ßwvlrag 301 
BwQov 38 

yä 307 
j/Ki« 307 

raidfo/og 303 
ycarjo/og 303 
j/ßA6pa»;^d? 72 
yafißQoio, -ov 87 
yafjißqoiai 38 



yci^uoio, -ov 41 

yc(fi(fi]X)jai, -jj? 26 

yandiiv 307 

FcxpCag 307 

r«i//tür 307 

yiXlai, 302 

yilovTQov 302 

yevstov 29 

yfv^arcts 283 

y^vvu 195 

j/fi'^'«rof 195 

yfrvay 195 

rfvvctQTjTog 262 

yavvoai 51 

y^Qovat 50 

yeQwvCa. 301 

j/7] 307 

FiynvTtaGt, 50 

riloCcifia 266 

riavxov 38 

D.uvy.ii'm lov 72 

yXavy.öJnig, -cov 70 

y}.c((fVQrjai, -rjg 36 

yXacfivQoTo 31 

yXc((fVQoTai 34 

yXvy.SQolo, -ov 33 

yAojffaj/fft 40 

yvKQ-fxolo 37 

yvad^^uoiat 38 

yvc(y.nT^at 40 

yvafXTiToiai, -oTg 39 

yofKfoiai 38 

j'droto 41 

ydoto, -ou 41 

Fonyamag, -mg 72. 73 

j'o^f^'Cürrd?, -wntg, -Mijj 70 

yovvaai 52 

yovvsaao 52 

j'i'«Aoto 31 

yiifUotfft 34 

yvfAVOv 38 

yvvai^Cv 50 

yvntaai, 52 

FvQtjai 40 

da 307 

(yttttyKAsoto, -Oll 15. 21. 23 
öuidaX^oiGi 22 
Saifxoat, 50 
äuLvvfxivoiai 22 
öaiTi^at, 40 
ÖKiTvfAÖvsaai 49 

ÖKXQVOlOl 34 

ziaiu/nttTrjQ 263 
z/«!' 268 
^ctvccoTai 34 
<y«7r«ri^AA« 274 
Jf^TifJoi' 278 
zldQÖävov 9 



/]uQSctvo)nCSrig 73 
^«i/A/ff 302 
ddifvi^ai 40 
äa(fiotv6g 74 
J^Joox« 300 
rfetf Atr^'y 274 
ÖH'xvvfii 297 f. 
SsiXoio 37 
rfftAGtoft 38 
6sivoio, -ov 37 
öeivoTai 38 
/jeivwnag 73 
rfftrwTrd?, -cüiit/ 70 
ätCnvoio, -ov 37 
(hiQrjat 40 
(^(Qy.ou^voio 11 
öeQxofji^voiat, 22 
S^qfxaai, 50 
ötQ^arCvoiao 22 
asaf.iHv 278 
Sia/Aoio 37 
öeofxoTai, -otg 39 
S8^i,rsQoTo 11 
Sr]io(,ai[v) 11 ^ 
d'jj/'ou 10* 

^TfKfoßOlO 11 

Zlr\f.iod6y.ov 17 
Srifj.01,0, -ov 37 
-d'ijv, Adverbia auf 311 

SlKXTOQOV 10 

ötävjuoioi 34 
/IttaxovQiärig 282 
/liFtiifiXog 297 
Sirjvfxseaat 56 
öiTjVfyJcn 55 
(Sixtjat 42 
z//^wi' 262 
öCvatTo 283 
()Yr/jfft 40 

SlVOiTOlOi 22 

^lovvdov 30 
öioToeifäiGat 56 
Jt'oi; 38 

JtTrodffWTTo? 69 
öiaxoiai 38 
öiaxov 38 

3l(f)Q0lO, -ov 37 

6i(f'Qoiac 38 
^Kovvaoco 45 
Öfxüjsaat, 52 
J^cij/jfft 40 
SfxojoC 52 
SoLoioi, -olg 39 
Jozorfft 42 
^oXCoio, -ov 33 
SoXioiai, -oig 35 
SoXiyriQiTf.101,0 4A 
doXt/TjQer^oiac 44 
JdAotfft 42 

25* 



374 



H. Ottenjann 



^oXöneaac 50 
döXov 41 

SokoifQoavvriOc 46 
66)iOj/uct 278 
SoXüinig 70 
66/iioio, -ov 41 
SöfioiGt, -ois 42 
-Jw, Adverbia auf 311 
SoQolai 42 
JoQonCSrig 262 
SÖQTIOIO, -ov 37 
^ovXi/ioio, -ov 15 
JoifAo? 807 
öovQaai 52 
SovQarsov 17 
SovQsaac 52 
Jpax- 276 
^QrjXoi 301 

SQÖflOV 41 

J'()i^(T/ 52 
(5'()wV 71=* 
6vvc(/uh'oio 11 
^vQKTTbiaTog 262 
(yi;(T;{6A«{J'oii 18. 20 
Sva/xeve'iaai, 56 
dva/nfv^at 55 
Svao/jtvov 18. 21 
SvanQÖaionos 69 
(TyffT/ji'Ofo 12 
(}'i;ffr;;i'otfff 22 
äva/ei/u^Qov 10 
övawn^ü} 71 
/Ivatojiog 72 
(5~a};.o? 307 
&(i)/jaai 50 
rftupoKT«, -ot? 39 
SwTivrjOi 26 

f«yoi} 20. 29. 33 
fyxccai. 50 
iyxscfc'cloio 11 
iyyjCriat. 26 
iy/tat. 55 
i^ävoiat, 29 
idxoaoQoio 45 
f^fft 42 
l{>etgrjai 30 
(faQivfjac 26 
fiaQivoTai 22 
f?«(7xoj' 295 
tiXu7Tiv[]Oc 26 
(iXtcTiroiat, 22 

ffAtTToJ'ffffft 49 

i'tfxaac 50 
*?r«f 283 
fh'o6ioi.ai, -015 25 
iiQrjafTKi, 299 
f?(>t? 302 
etooTröyoiai, -oig 24 



ff? 278 
liatjac, -7JS 30 
iiacüTTog 69 
f/w 295 
ituifAtv 295 
f?wfft 295 
IxftffToi; 29 

ixKTTjßÖXoV 10 

ixctToio 31 
ixccTÖv 196 
^xd~6^? 194. 195 
*x(F«« 194. 195 
Ixfivov 29 
ixrjßöXov 10 
(XxXrjjiiK 270 

ixXTTQK^Kt 270 

ixnciyXoiai, -uig 24 
'ExTOQSoiai, -oig 24 
IxxvfiivCTag 274 
Ixxvfj^voio 11 
iXüaawv 298 
lX(i(foio 31 
iXäifoiai 34 
IA«T{jffi 36 
'EXtvoio 31 
iXioiai 34 
lAi'x»? 308 
■^AtxüJt' 308 
iXixconög 72 
kXCxbixp, -wnig 70 
iitltj' 51 
iXxixir^i'^S 313* 
iXxrjd^fxoTü 12 
kXxofxh'oio 12 
iXXföavoTac 22 
*>fA;;f 283 
IjuTjOi, -ijg 43 
l^h' 274 
i^oto, -ov 41 
ifioiai, -olg 42 

fUTlQOVQOe [— SfX(fQOVQOl) 

' 265 

fV«pof 268 
^yd^fr;? 194. 195 
fj'<y«« 194. 195 
ivioocGt 34 
IvfTijai 36 

ivtCCVTOV 30 

f'r'fot 308 
ivvtairjai 26 
ivvecÖQoio 12 
IvrttÖQoiai 22 
^t'TTiA« 300 
irgaßwg 301 
evTiai 55 
^EvvaXCoLO 45 
IrwTTftJ'to? 70 
^rwTTJj 70 
hüniov 70. 70«. 72 



ivojTTiog 70 
tvtüTiLog 72 
i^eXxoju^i'oio 44 
^E'iwniog, -läSrjg 72 
loto, -oi» 41 
ioiai, -otg 42 
lovGt, 50 
'EnavCSag 308 
^ncufQÖÖLTog 305 f. 
Inteaai 56 
(TieiTK 276 
(TzeiTiv 276 
fTiffft 55 
f 71 saai 54 
inrjyxevtdeaai 53 
l7iid'r]/n(ov 10 
^Eni&ÜQQTjg 262 
InlxovQog 264 
imaacoTgoig 46 
fnioacüTQov 45 
imacfVQioiai, -otg 46 
iTTiTuSfoTQwxrag 274 
in^x^Q^S 306 
Inix^ovioiai 46 
inrctnvXoio 11. 21 
InovQcn'ioiac 46 
^EnainfTi^g 72 
'Enwnevg 72 
inwnr]-, doj 70 
^Enwnri 72 
iQyäC^G&Ui 276 

iQyfßlOTÜTKl 283 

tQyoiO, -ov 37 
fQyoiai, -oig 39 
l(j(Trj(yi 36 
iotT/uoig 29 
IgißwXov 30 
Iqi^ovttov 30 
igcyöovTToio, -ov 45 
igCd^oiai 29 
'Egcvvai 50 
igtoio 31 
igtrfuoio 30 
igi(foiai 34 
igiwnecc (-td"«?) 70 
'Egiwnig 72 
igxeiov 18. 20 
'igxiOL 55 
'Egucct 337 
fgvog 193 
f'^j'o? 193 
^gyo^ivoLO 12 
^g/o^ivotOi, -otg 25 
^aff^XoTai, -oTg 39 
^ff^AoJ} 38 
iffxA«po? 265 
fff;<fj' 274 
^ffA«? 274 . 
iaAo? 265 



Indices 



375 



iafxög 308 
iaaofxiv)jai, 26 
iGaofj,svoiai 22 
iaTY.H 272 
iari^^sTKt 299 
iraiQoiai 29 
ircdQov 29 
irtxQoio, -ov 31 
iTC(Qoiac, -otg 35 
itseaai 56 
iriQoio, -ov 33 
iTSQocai 34 

fTJ/(Tfc 42 

irvfxoiai 34 
fvyvufinToiGi, -ois 46 
fi5rf£ffAoi; 10 
Evöiju 266 
evSfiriToco, -ov 45 
^i/fdoü 10 
ivCvyov 10 
ivCcüVoio 45 
Eiir]voto 12 
ivxeÜToio 11. 21 
fi;zi;zAoi' 17 
iv/nsrsTrjOi, 26 
Ev/biriXoio, -ov 16 
tv'^ttfxevoio, -ov 15 
iv^e'artjg 46 
iv'^earov 45 
fi;d()|Moi^ 30 

fl'TTjJzTOL' 30 

evnXoxc'cfxoiac, -ocg 46 
ivnon^Toiai 44 
eiiTTQÖacüTiog 69 
EvQoCa 67 
ivQQctifeeaai 56 
EvQvXöxoLo 11 

EvQVfKi^OV 17 
fVQVUfTÜJTlOg 69 

tvQvona 63 
ivQvnÖQoio 11. 21 

EVQVTOV 9. 34 

fy()ii;fdpoto 11 
fi}pwj';2? 64 ff. 
fi)()wf(? 64 ff. 
EvQCüTir] 63 ff. 
ivQwnicc, -nög, -nt] 70 
EvQwnta 74 ^ 
fi;pw;idf 64 ff. 
EvQwnog 72 
«i;pw? 64 ff. 
Evoüjrag 67 
«i;pcüTt«w 65 
EvQCüxp 72 
ivoa^XfAoio, -ov 45 
ivaasXfioiai 46 
'EvaawQov 45 
ivaaÜTQov 45 
ivaT((f('ivov 45 



ivOTQ^TlTOCat 46 

svawnia 72^ 
ivTfj.rjToiao 46 
ivTQTJroiai 46 
ivifQoavvrjoi 46 
f();f«Azoi' 30 
tvXUQiatttv 308 
ev/aoiaTia 308 
tv/ügißTog 308 
evx^ai 40 
fv/ouivoiat, 22 
av/ouevov 17. 23 
si'XwXrjat, -^g 26 
Evwnrj 72 
EvwnCSrig 73 
Evtöniov 72 
Eviäniog 73 
liCSnig, -w»//, -W7i6g 70 
Ei'ÜTiig 72 
i(fsXxojuivoiai 46 
'Ex^Tijuog 269 
^E^Coto 31 
%t . TdA«f 269 
«>" 329 

ßaX^üvLog 804 
ßüva'i 261 
ßKvciaaui 310 f. 
ßarriSag 271 
^^rjf? 271 
^ffJw? 273 
.--f;«;;^^ 308 
siX^KVog 304 
ßS/iöa^og 267 
sidßog 265 
^qItito} 265 

Cu&ioiai 34 
Zctxvv&ov 29 
CecfvQoio, -ov 31 
Z^&oio 37 
qv 276 
Cöcfiov 41 
Cvyov 41" 
fwftv 276 
Zw^öd^s/xig 266 
fw/;ffi 40 
Ccjoiai 38 
fcüoi; 38 
ZuaixQi^ovTog 266 

riyEfxövaaai 49 
Tjtfi^Trdroto 11. 21 
TjeXCoio, -ov 13 ) 

?}(drfffö't 49 
^HXiioiai 22 
TjAfxrpotfft 22 
TjA^xrpoi; 18. 20. 23 
V^rff 297 



rifXBQoaxönog 278 
iq/U€T^Ql]ac, -rjg 26 

^fiiT^QOlO, -ov 13 

rifxsT^Qoiai, -oig 23 

^t> 297 f. 

|u<v 297 f. 

TjjU/i^a 261 

rjjuiövotai, -otg 24. 25 

rifxiövov 17 

rivi6}(oio 11 

riVLÖxoiat 22 

tjtisCqoio, -ov 16 

rjniov 10 

rjQcieaai 49 

"HQü)iSr]g 283 

^\ 274 

- /;fft, -;j?, Kasusausgänge 

J8£F.' 

jyfft, f)?, rel. 43 

r/(Tt, j/f, poss. 44 

Tjvxöfioio 11. 22 

'H(fa(aToio, -ov 14 

^«jjo-at 268 
x^aXä^oio, -ov 31 
O^uXsQoto 31 
&c(XfQtj}7i6g 72 
S^dfiroiac, -oig 39 
S^Kvaroio, -ov 31 
©«pj'TjAtof 305 
GccQQlag 262 
S-äaaojv 298 
©«i^Ato? 308 
;9^fftou 29 
S^erjat, -i'jg 43 
^fl'ß 307 
d-tfoio, -ov 32 
^ao? 307 
{hff^SQiiJnig 70 
&foTo, -ov 41 
^soTat, -oig 42 
x^eaneaioio 11 
©fffffaAd? 310 
OeaaaXov 10 
er]ßtiCov 18. 20 
Qi^ßrjai, -jjff 40 
&r]Xvj4Q^at 26 
Q-riQsaat 52 
d^rjQEVTrjai 26 
^Tjpff^ 52 
d^iyych'io 277 
^^y»j(? 277 
,9^^j'wr 268 
^vrjTolai 39 
S-vi]Tov 38 
^ojjfft, -jj? 43 
^oÄoto, -Ol» 41 
&Ql]x6aai 52 
d'Qtyxotai 38 



376 



H. Ottenjann 



&QivvKsT 263 
»Qc^i 52 

^Qovoiat, -oig 42 
^qövov 41 
S^vyaT^geaat 49 
S^vsfcfGi 56 
S^vjuciXcüip 71 
^ü^^/It; 60 ff. 
Ov^oßoQoio, -ov 15 

xf^VflOV 38 

&v/ii(üi6rjg 283 
OojfzCyywvos 262 

^IkqSkvov 10 

"luaaCwv 270 

rJio? 285 

Wtoi; 267 

'ifQunvTva 262 

iSQOiOi, -oTg 35 

/»jr()o? 283 

i,')^cccytvi(aai 56 

"Ixavog 262 

^IxttQioio, -ov 11. 13 f. 20 

Ix^rrjai 36 

txTivog 301 

7A/>o? 262 

'/At'oi; 10 

ikküat 50 

^'iXoio, -ov 37 

"if^ßQOV 38 

-«' , Neutralformen auf 

279 
tT'fff« 55'^ 
frioy 10 
"ivcüTTog 73 
/^«Aoi; 10 
?oro-t 38 
'loXtyävTjg 262 
^Io(f(i5(J(Tcc 308 
' InnaaCSriac 26 
'iTTTTciaov 10 

ITTTTSirjai 26 
ITTTTSioV 17 

Inn^taai 49 

ITtTTtJVGl 49 

InnoßüToto 11. 22 
Innoöctf^oio, -ov 14 
iTTTToSd/uoKn, -oig 23 

ITTTTOtO, -ov 37 

iTiTToiai, -Oig 39 
tnnoxö/uov 17 
"'Innoko/oio 11 
fQrivca 268 
iQiaaiv 50 
"Tqov 38 
ioo/j.(TW7Tog 69 
loTccfiivoio 12 
tffroi; 38 
laxaXioio 11 



tifd^i/uoco, -ov 16. 23 

i(f)&C[j.oiaL 22 

' f(f)ixi.oio, -ov 16 

^/(flTOV 10 

/■/^tiffi 50 
«"cüi/^ 71 

;f- Formen des Pron. i. 

Ion. 296 
-X« Perfekt 272 
KaßaUa 261 
KaSfXiioiai 22 
Ä^Kd~;t<oi. 38 
xaiofihnpi 26 
xaiofi^voio 12 
xaxrjai, -ijg 43 
XKXoTo, -ov 41 
xttxoTOi, -oTg 42 
xaxofiti^dvov 10 
xc(xoQQa(f>(tjai 46 
xaXrjGi 40 
Kcdhdvsaacc 309 
xuXXixöfxoio 11. 21 
xakkmkoxä^oio, -ov 44 
ZßAAfpöoto 11 
xalki(f(fivQov 10 
xaXkiyoQov 18. 21 
xakkojTliCtaxhcct 71 
xakoToi, -oi'g 39 
xakov 38 
xukvxwTTig 70 
XKixu'^i 51 
xccfichoio 31 

z«r (= wenigstens) 220 
KavSavkrig 308 
xav^oio, -ov 33 
xav^oiat 34 
;{aj'oJ'ffffft 50 
xänrjai 42 
xantTOLo 31 

XK7TV0V 38 
xänqoiat. 38 
xcingov 38 
x«p 303 
KÜQvwip 73 
xaQnak(fi.oiaL 22 
xtiQQov 274 
xaQTiOTotac, -oig 24 
x«orfy (z«5-' fV) 272 
xaortj/r»2rj;(T( 46 
xaGiyvrjToio, -ov 45 
xaaiyvrjToiGi, -oig 46 
x«ff(? 274 

xaaaiTiQoio, -ov 15 
Kdaawmg 72 
z«rä 270 
xaTtt&VTjToTai 46 
xaTakeißofiivoio 44 
xartikevfiv 300 



xctTctksvead^ai 300 

XKTakldovV 300 
XKTakl&Ova(hKl 300 

xazKTTQrjviaai 55 
xaruipxhifxh'oio 45 
xciTC((fd^ijii^roiai 46 

XKTiVCtVTl 282 
XKTtt'CÜTTCC 70 

xKT)](f>iig 309 
KaTQtvg 273 
xaTbj/uaSioio 45 
XKTConidüj 71 
xKTcoQvyttaai 56 
KavarqCov 10 
xsävoTo 37 

X8lfl^V0V 10 

xsivoißi, -oig 39 
xeCvov 38 

XiXQK^O/JKl 299 

KtxQorp 728 

xskaivcarp, -öinig, -cöny^g 70 

xfAfo? 309 

xtk8v»ov 29 

xf(r) 56 f. 

XfTTUVQOiai 22 
XSI'TQOIO 37 

xiQc.oog 309 
xfQd'aksoiGi 22 

X^QdfGl 55 

x^gdov 38 
KsQxriCg 72 ^ 
KtQxojneg 72 

XfQXU)7T7] 71 

KtQxwxp 73« 
xfQTo/nioiai, -otg 25 
x^axtTo 273 
xsi'j&iai 55 
Kttfcikrivtaai 53 
xsifxxkfiGi 36 
X >;<)"* (Tt 55 

xTjgiaaicfoorjTovg 49'' 
xr]QoTo 37 
xi]Qvxtocsi 49 
xYjTtai 55 
Kr](fiaoTo 12 
xixvojip 72 
Kixövtaai 51 
AYAfxf? 76 
KikCxeoai 51 
xivvjuivoio 12 
xivdönerov 72 
Kivüjnr] 72 
X^^x»? 302 
xiQxoi 302 
xiQxog 302 
Kkniloig 263 
xknv&fioTo, -ov 37 
Al^«| 262 
KksKfßaaa 308 



Indices 



377 



KXsoqoivi^ 77 
KXam'^rjg 262 
KXrjyoQU 268 
xXriidtaai 49 
xlriiav 49 
y.XriQov 38 
xA^Twp 60 
xXiaitjat,, -t^g 36 
xXta/j.uiac 38 
KXvßivoio 31 
KXvTioio 31 
zAiToi! 41 
xAcüi/^ 278 
xvrj/xrjai 40 
xvrjuoiai 38 
xvovnsvg 72 
KvamiKg 73 
Kvwnog 73 
xvwxp 72 
Kottiio 263 
Ko&wn(c 72 
KotSccQov 262 
xoiXtjai, -yg 40 
xoiXoco 37 
xoÜMTTig, -jjf 72 

ZOtAwTTO? 71 

xoivoxnarr]Qoaxv(fiog 274 
xofroj' 276 
KöivTog 268 
xotT«fw 284 f. 
xoiTtta^ög 284 
zotT?; 278 

XOITOLO, -ov 37 

xoXfoTo 31 
xoXXriTitai 26 
xoXXrjToTai 22 
Ko/ui.üj&ioQog 262 
xovirjai, -rjg 36 
xönoov 38 
zdp« 264 
xop/-o? 264 
xoQVwnCdeg 72 
xöovcDip 72 
KoQQc'(ß(i)v 264 
KöoQuyog 264 
KoQouTog 264 
KooQKTKg 264 
xoQvd^taai 51 
xoQvffriat 36 
xoQCüvtjai 30 
KoQ(i)Vov 29 
xooixriTriQ 268 
xoG/nog 309 
zoTf 274 
xovvovntg 72 
zoi'«»jfff, -j;? 40 
xovQiSioio, -ov 15 
xovQoiai 38 
xovooTsgocai 22 



xgdyvov 274 
xQcccm'oTai 38 
zp«i'o? 309 
xQnal 52 

XQCCTUIOV 29 

xQcaegrjai. 36 

XQKTSQoio, -ov 33 
XQKTfQotai 34 

xQsaaiv 51 f. 

XQSlTTCüV 298 

xpf'fffjwi' 275 

XQ1]UVOiO, -OV 37 

KQi]TiGat 52 
xorjTrjQat, 49 

XQlOTlQÖaCüTlOg 69 

Kgoiöwvog 262 
Kooiauov 38 

XQÖfMfXVOV 194 
XQOUVOIO 31 
XQOflVOV 194 

Koövolo, -ov 41 

XQOTCtifOLO 31 

xQOTc<(fotai, -ücg 35 
KQOTcjTiog 73 
XQveooTo 31 
xQitfa 278 

'xTUfxh'OlO 31 

xTUfxivoiOi 34 
xTfchtaai 50 
Kt(ktov 33 f. 

XTriflCiOL 50 

KrrjQiKg 262 
KTT]o(ßwTog 262 

KTTjQlXQKTTjg 262 

ä^tjJto? 262 
xTiarag 201 f, 
XTVTTog 278 

XTV7T0V 41 

xvnv^rjai 26 
xvciVOftSrjg 70* 

Xl'«2'OtO 31 

xvccvoTTTtQvyog 274 
xvavontoQoio 44 

Zl'«l'Cü7r>Jff, -TTOff 72 

xvc<V(unig 70 
xv6c(Xi/Lioio 11 
xvSaXijuoiai 22 
xvöoi/jov 29 
Kvd-r^Qoiai, 29 
zL'x^.oii 38 
KvxX.wntaai 49 
xvxXwnioj' 71 
KixXwxp 70 
xi'iiaat, 50 
xiivfaai 52 
;fi'j'07r()dffcü7ro? 69 
;«woi'7rf j 72 
xvvwna, -djnig 70 
xvi'wxp 71 



xvTieXXoig 29 

KVTIQOV 38 

zi;<7^ 52 
Kv(fov 41 

XCJXVTOV 17 
KtüVWTTBlOV 73' 

Küivünr] 72 
Kbivoiniwv 72 
zcüj/cüi/; 70. 71. 72 
zw? 274 

A enthaltende Suffixe 300 
Xccßeaxi 312 
A«6fft 55'^ 
A«£crfft 52 

XutiprjQoiai, - oTg 24 
ActxQivti 269 

^KflOV 41 

Xauno^ai 40 
XdfxnQoiat 38 
XaoTai, -otg 39 
Akoi; 38 
Xaatoiat 34 
^dÜTTCi^og 263 
Xtt(fVQc( 278 
Af/S»jotf 196. 197 
Xsßr]ToyüoMV 274 
Af7jA«rd5 278 
AftTOpft'fffn'ff« 263 
X^XTQOIO 37 
XsXTQOlOl 38 

AtXiytaav 51 
XeXiyj^ÖTtg 299 
Asitf 305 
Xiovai 50 
Afu^KAf/jfft 26 
^fi'j'fdfoto 11 
XtvyaXioiai, -oig 24 
ylivxo&sa, -xa- 306 
XevxoTo 37 
Xevxovv 278 

AfVXlüTTivg 72 

Xs/^eaai 56 
Xix^Gi 54 
Angola 37 
AJ;^ol' 10 
XrjiarrjQai 50 
yli]fxvoto, -ov 37 
Ar)? 274 
At^'i'p/Jfft 36 
ltyv<f&6yyot,ai 46 
Xi&ttStaat, 51 
;i«5^«f(ü 300 
XidoßoXdJ 300 
XCd-oio, -ov 41 
Xid-oiai, -oig 42 
Xtfxfvtaao 51 
Xi/niOi 51 
Xiroco, -ov 41 



378 



H. Ottenjann 



liTiKQoiac 34 

XlTTKQOTTloy.ci/LlOlO 44 

kiTTaoüJTia 70 
XCoTQüiat 38 
XiTt~jGi 42 
XCt'qov 319 
loßolat 42 
Ao^of 196. 197 
löyotai, -ot-s 42 
Aorö^of 298. 309 
Xo^ayös 278 
Xö^ov 41 
Xvyoiai 42 
XvyQotai, -015 39 
AvxCoiai 34 
Xvxoio 41 
yivxovQyov 29 

yivXTOV 38 

u4vxu)7i7] 72 
^vxwTTTjg 73 
yivxwnig 72 
Avxwnog 72 
^vQavCag 262 
-4vQvr]aaov 17 
XvOiTfXatv 309 
XvoiteXrig 309 
Aojroro 37 
^CüTO(ficeyoiai, 22 

iU« 307 
;u«f« 282 
jUttsag 283 
fiK^oTo 37 
jU«r« 307 

MccucvSqov 18. 20 
TV/««/? 307 
f^aivoufvt^ai 26 

f^CClVO/Uit'OlO 12 

/xcixägtaai, 51 
/LucxQtjai, -rjg 40 
/LiuxQoTai 38 
/LiccXccxoiai, -oTg 35 
f^KXtgov 33 
Ma^ciXXuCa 264 
M«j7}'/o? 264 
Mavipi^iörig 264 

flKQfAUQOJTlig 72 

fXKQuctoconög 71 

f^CKQVU/XSVOlO 12 

fj.aovuf.iivoiai 22 
^ccQTvgOjat 26 

/Hc'tQTVQOg (= lUCCQTVg) 301 

Maaaaxog 264 
fJHya&vfxov 30 
MtyaXng 267 
|Wf)'«A/]fft 36 
/j.tyc(Xoio, -ou 32 
fXfyc'iXoiat, 34 
fifydXov 20 



fifyccQoio, -ov 31 f. 
/iifyKQoiac, -oig 35 f. 
^^fwr 275 
/usf^TjfioavvrjGi 46 
MaittXiTvg 267 
^ffCüw 298 
fxii,Xi}(Coiac, -oig 24 
MsiiC&tog 262 
juf/wj/ 298 

/LlfXcc&QOV 29 

jLifXctirrjai 30 
jUiXccvvönov 30 
MeXnv(ü7iog,-(6ntvosl2.13 
fuiXitaai 56 
/LitXfoac 54 
/LisXi}jat 36 
fxeXivov 34 
fjiiXno^hnpt, 26 
Miv^xoQQog 264 
MfvfXdov 30 
JVhrocTiov 10 
/ufQoneaai 51 
fiaarjai 42 
fxiaoiat, 42 
fxtaaai'Xoio 12 
/bieaarjat, -)jg 41 
fxsaaoiat 38 
^eaaov 38 

fl€TCC(fQeVOV 10 

fjiTSCüQoxonog 274 
MiTovnog 72 

MfTCVTTT] 72 
/UiTlüJTOV 69 

MiTwnog 73 
ju»;x'>6/'? 278 
fxt]Xoiai 38 
/nrjXwip 70 
fir}QCvd-oio 12 
/j.r]Qov 38 
/Liia&oTo, -oij 37 
MiTvXrjVT) 196 
Mt^YJ/j/zof 262 
Mvi]f.iccQ6Qog 262 
uvr]ac(/.iivoiGi, -oig 24 
/uvrjaTJ] 08001 49. 50 
fj.vt]aTfjQOi. 49. 50 
fi6&ov 4l 
^o( 312 
jUoA^/Sw 274 
MoAoro? 264 
iWoAoi; 41 
[AÖvog 343 
f^övcjip 70 
/uoQinoQionög 71 
juoo/oioi 38 
jUoi' (für i/LiavTOv) 285 
[xoirov 38 
iV/ouff«/-? 283 
/uo^Xotoi 38 



ikTt^z-of 269 

flvd^OLO, -OV 37 

juv&oiot, -Oig 40 

flVXT}&fXOV 17 

fivXciXfoai 51 
/uvXrjifaTov 10 
juvvijOi 40 
f^vQiwnög 70 
JVIvQ/uiSövioac 49 

flVCUTTÜC 70® 

/^i'tüV 70. 71 
Mi'wi/; 72 
fxüXwxp 71 
fiüjoa 266 

r«o? 259. 278 
Nuvot-x^öov 17 
vavOixXsiTOto 44 
»'«iTi^fft 40 
v^aooi 52- 
rfrjxfat 55 
vuoio 37 
rtxüSeoOi 51 
rexooio, -ov 37 
rsxQoToi, -oTg 39 

TtXTCtQiOV 18. 20 
TfXViOOl 51 
ViXVOt 51 

väoio, -ov 41 
vtonQloTov 45 f. 
NiOJiToXs/uoio 45 
veooGoToi, 29 

V80TSVXTOV 30 

7'foi/rftroi; 10 
vsTOjnov 71^ 
rufitooL 56 
rsffs'Xyjoi 36 
väiftoai 54 

VfOJTSQOV 10 

vTjSvioioc 22 
i'^fCTi 55'^ 
r>jffffft 52 
iV^/jAiiV 273 

T)^7TC8ljOt, 26 

vrjnvTioiat, 22 
vriooiac 38 
Trjoov 38 
vrjvoi 52 
vCtqov 319 
ri(fc'«Ssaai 51 

VIOJTTOV 71^ 

voTjfxuoi 50 
vöiAog 261 

VO/LIOV 41 

rdow, -Ol; 41 
7'offo? 309 
rdaroto, -oi; 37 
voTitjOi 36 
roToto, -Ol; 41 



ludices 



379 



rvxTSQü)7iüg 71 
rvxTwnög 71 

vv/n(fCov 10 

V(Ü7I£0/UC(l 70 

vwToiai 38 

VCÖTOV 38 

Sävx)-oio, -ov 37 
^aivlov 10 
letrod'dxoi; 17 
Siivoio, -ov 37 
^sCvoiai, -oig 40 
|fffrr7fff, -/]ff 40 
'^earolo, -ov 37 
Searoiai 38 f. 
iaaroij 20 
Srjvccyooag 268 
^Kfseaai 56 
Si(psac 55 
fwdi' 276 
lü^oü 41 
'^voTolai 38 

o 272 
oßeloTai 34 
oyfiov 38 
orforo, -oi; 41 
oVüüfffc 50 
öd'vj'ijfft 36 
odvQo^^voiOi 46 
oivoTiäSoio 11 
dö^dvfjfft 36 
0?6<Tt 51^ 

oieaai 51 

d<fi;poro, -oü 45 

oiCvQoTat 46 

dtfi'ff 197 

oir^xeaai 49 

ofjs 41 

oixfTog 285 

oixiarriQ 197 ff. 

oixoio, -ov 37 

oivoio, -ov 37 

olvo/öoio 11 

o'ivoxp, -wnög 70 

Oivwnag 73 

Oi'vutntg 73 

oivwip 70 

-oto, -Ol; Kasusausgänge 

^8ff., 
oro, ov (von o? = f dff) 44 
oioiGc 39 
oXoiGi 39 
oiofiävoiai 46 
oionöXoiai 22 
ot'ou 38 

-otfff, -otf Kasusausgänge 
8 ff. 



ottrt, oi? (von of = ed?) 44 

oiff«, otf (rel.) 43 

öicerov 29 

olavCvtjai 26 

oi^o/nsvoio 12 

oliovotat 22 

oxa 274 

oxx« 274 

dxota 296 

oxoCriv 274 

özoffffov 296 

'OxrtuTT«? 70 

oA/Sfou 10 

dAe;9^poi; 29 

dAs^fwi- 298 

okiyoiat 34 

okCyov 33 

öAo^ffi, -/]? 36 

dAotjJö't 30 

d/ooro 31 

öXooiGt, -olg 35 

^OXvfJLTTlOV 10 
'OXvf^TTOV 29 

"Oi^ßgCag 309 
ofj.ßQi,ov 309 
ofxriQu 270 
ofxCXov 29 
ofxfxaai 50 
6fio(f)Qocivv)jai 46 
dfi(f)uXov 10 
-Ol' (II. Aor. auf) 300 
^OvaaayÖQag 260 
oveiSeioiai, -oig 46 
oveiSeai 55 
ovsiQiirjac 46 
drffpoTToAoto 45 
ovrjiaToi (beim Fem.) 276 
^OvriQavS Qog 262 
^OvrjQiSrjg 262 
^OvrjQt,fxog 262 
ov&ov 38 
ovii^saat 51 
o^siyai, -tjg 26 
d^fff«. 50 
6^v6eQxeirj 71 
o^vQvyxog 310 
o^vojTirjg 71 
'Oli^wriov 73' 
OTT»} 70« 
onXoiOt 38 
onXöreQog 309 f. 
onnoTfQoiot 22 
oQSXTrjai 30 
oQeaxojoiGi 46 
o^fcrcrt 54 
oQ&oyQKifog 310 
oQ&oyQatfdiv 310 
OQiträvToiv 265 
OQXOV 38 



oQ/LiaO-ov 10 

OQfXOV 38 

ÖQvl&saat 49 
oQiuai 49 
oQvvfiivoio, -ov 15 

'OQTlXÖ/OiO 11 

oovjuaySov 30 

0()X('iTOV 10 

oQxrjO-fAolo 12 
^ÖQwnog 72 
o? ^«1' 285 
6aaoi<n 39 
"OT«ro? 262 
dr^i;j/»; 276 
oi5 (rel.) 43 
0«}.., oi;Tf, ojJJf x«r (== 

nicht einmal) 220 f. 
ovaat 50 
ovara 275 
oi;(5~£ 311 
oi^cJoro, -Ol" 37 
ovrfoi; 34 
o«}>j|t/lAof 337 
oi)5-f/? 278 
OvXvfinoio, -ov 14 
Oi^TTf? 73* 

OVQKVOV 10 

ol;()otö'f 38 
oiJrKJ'fKj'oro 11 
ovTiSavolat 22 
ö(fi&<xXf^oTo, -ov 16 
6(f{hccXfj.oTai, -olg 24 

ÖCfQVGi 50 

oyhaai 56 
Ox^^(ov 10 
o)(d-\]ai 40 
d/y^dj 278 
01//01» 38 

TT- Formen des Fron, im 

Ion. 296 
nccCdeai 55 '^ 
nctiStaai 52 
nat,So(f6voio 11 
naiGi 52 
nalyyiov 275 
naXaLov 29 
naXaiifiätov 10 
nakiifiriGi, -yg 36 
TlKfXTlUV 278 

TiavdyQov 29 
navctC&tjiGi 30 
JjKVccfxvrig 260 
UavSttqiov 18. 20 
nävSoxog 269 

7TC(VT]fieQl0lGl, -Oig 46 

näv&ov 38 
nni'Gtt 263 
nävTiGGi 52 



380 



H. Ottenjann 



7iaVT0it](Ji, -ijg 26 
ncivroCoiai, -oig 25 
navTüCov 18 
nanalog 307 
nagä (c. acc. st. dat.) 271 
7iaQct()Qr]Totai 46 
7iaQiaTi]'^tTKi 299 
nagriooCtjai 46 
TiaQ&fvcünög 71 
HaQj'rjaoiJ 18 

TIUQVOJIJJ 72 

naQWTrig 71 

TTtttTj/fft, -//? 41 
TTKfft 52 

TiciGaüXov 10 
naaavSirj 278 
TiaTQoxctaiyvrjToio 46 

IlttTQÖxXotO, -OV 14 
TlKVQOlGl 39 
TTKVQOTSQOiai 22 

Ilaffluyövtaai 49 
TieSCoio, -OV 32 
nfiQaai 50 

ITSIQI&ÖOIÜ, -OV 15 

IltiaävÖQoio 12 

TTfAwyffTfff 54 

IIeXaö(i}Qov 267 
mXctayov 29 
nae&Qa 263 
ne).t»gatos 263 
naifygov 263 
TisXftciai 50 
Tiekextaai 50 
ntXvJQOv 29 

TlfVl/QOV 29 

Tisncifih'oi 274 
neni^/j^ai 275 
TiänXoio, -OV 37 
TT^nkoiat, 38 
ntnovrixÖTCit, 300 
ITfQyciuov 10 
TieQbxXvTov 10 
TTtQixTiövtaat, 53 
IJeQtxvjuctaiuiv 270 
TTiQtav 196 

TlSQllfaiVOUfVOlO 44 

TiiQKonri 70. 71 
TTSQicünrjg, -sw 72 
UsQXüiaiov 10 
neQavag 196 
TieQvai, 196 
nfaaoTat- 38 
7rfr«Ao/(rt, -ot? 35 
n^ialog 271 
TiiiQ^at,, -r^g 41 
TifTQoerrjQCg 263 
nevxaXifirjOi. 26 
ntvxiSavoTo 11 
TTfc/nCorf? 299 



nrjyfjai, -rjg 40 
i7»jAfi;? 273 
nrjXtov 10 
UiyQTj^o 266 
7r/ff<? 275 

7Tt(;(r)^fjVC(t 275 

7Tif^tXoactQxo(fic<y(ii}V 274 

TTlVOfXf'roiO 12 

nCrvaai 51 
nXctCofxtvov 17 
nUh^oa 263 
nU&Qor 263 
7TXtioig 40 
nXiCoai 50 
nXtCov 38 
nXtövsaai 51 
nXfxToiai, -oTg 39 
TrAfw? 300 
nXrjyfjai 40 
ttXovtoio 37 
TTvoiijat, -/]? 40 

TTOcffffffi 52 

noäcjxiujcst 46 

710(^(6x601. 55 

TToöbJxrjg 278 
Tloädöwi^og 262 
Tioifiv 276 
TToajTijat, 26 

TTOCTjTOi'o 12 

7Toir)ToTai 22 
7ioixiX/.iceai 50 
noixiXov 10 
TToi/utai 50 
TToi^vyjat. 40 
IToiTficp 263 
Tfox« 268 
7rd;<« 274 
TioXeiOOi. 51 

TloXif^lOlO, -OV 32 

noXiai 51 
TtoXiaoi 51 
TToXUant, 51 
noXioTo 31 
TioXXrjai, -jl? 41 
TToXXoTat-, -oig 39 
TloXvßoio, -ov 33 
TToAf^Vad'fUoi' 10 
TioXvdaxQvov 10 

TToXvSaXQVTOiO 44 
TToXvi^äOflOV 30 
TToXvrjQc'iTOV 10 

noXvCSov 30 
TioXvi6osirjai 45 

TIOVITITOV 30 

noXvxÜQTiov 30 

TloXvXfQSfiljOl 45 

7ToXvxX)]iai. 50 
TioXvxfxriTov 45 
TioXvu^Xov 30 



IToXvvT^ov 30 
UoXvoxTog 262 
TioXvnXäyxToio 45 
TioXvTiXäyxToiai 46 
noXvTiTvyov 10 
noXvnvQov 30 
TioXvaxdoß^uoio 45 
noXvTQriTocai 46 
TioXvifun^üxov 10 
noXv(fXo(aßoLo 45 
noXvif'öoßov 30 
TToXvyaXxov 30 
TToXv/Qvaoio 45 
TiofinoTac 38 
noviacu 278 
TTorofo, -Ol' 41 
növovGi, -oig 42 
növtoio, -ov 37 

TIOVTOTIOQOIO 11 
TlOVTOTTOQOlGl 22 

noqavvoi 278 
TioQifvQ^oLai, -oig 24. 25 

TTOff 295 

Troff/ (rroaaC) 52 
TiOTa/Joio, -ov 32 
TTOTf 275 
TTorsQoiai 34 
TTort' 274. 275 
tiotO^w 278 
TioTi/j-og 278 

TTOTOio 41 
TTQKTTlSsaai 51 

TiQc'aTsiv 276 
7r()fn' 297 f. 
71 QsaßvTSQoiai 22 
TTQsaßüJV 300 
JTQtj^iövSrjg 262 

ÜQUiflOlO, -ov 32 

ITQixcüvog 262 
TToiV 297 f. 
TTQiarov 38 
7Too(ioxrjai, 36 
7iQo&viA()]at, 46 

TllJO&VQOlO, -ov 33 

Tigo'i-vQoiai, -oig 35 
ITooiToto, -ov 37 
Hoo/uci/oio 31 
TToofxüyoiai, -oig 35 
Tioo/LiSTConläiog 69 
TlQOrCüTT-qg 70** 
TtQOVWTTlOg 70" 

TT^d? 275 

TtQoaxciTCiXaXovvTi 275 
irQoacüTTiTig 73 ^ 
TiQoacoTTor 69 

TTQOTSQOIO 31 
TlQOTEQOlOl 34 
TTQOTOVOiai 34 

TTooyo^ai, -iJg 36 



Indices 



381 



TtQvXisaai 51 
TT^vf^vrjac 40 

TlQVjUVOlO 37 

7i(ivfxvoTai 38 
ÜQWTtaiXüov 31 
ngiüTTjai 40 

TlQWTOlffl, -oig 39 

TiTSQvysaac 51 
ÜTolffiaCov 30 

7lToXsfJ.OlO, -OV 32 

TltyiiaCoiai 22 
nvxivolat, 34 
nvy.ivov 33 
Tivxv^at 40 
nvxvoiai 39 
i7i'A«o? 269 
TivkrjOi, -tjg 43 
IJvÜotai 34 

UvkoiO, -OV 41 

nvuKToiai 34 
Tjvoyoiai, -üig 39 

TlVQyOV 38 
TTVQOifÖQOlO 11 
TTliOffft-W 278 

nvQaoinög 72 
711'^ wd"»)? 70' 
TTVQwnrig, -ig 72 
Tzi'ptüTrd? 70 
ZTirr« 262 

TTwAotffi 38 

Tibjfiaai 50 

p enthaltende Suffixe 300 

Qcißäoiai 38 

p«'cft| 76 

'/»«rro? 269 

Quxisaai 56 

^cixtatv 55 

W|t? 269 

p/jj/ffffft 55 

•Pijffoi; 38 

QTjTWQ 60 

pif»jff( 40 

QtVolo, -OV 37 

qivolßi, -olg 39 
p^D 41 
QlTKGGi 52 

'PoöoaxciQifd 266 
'i^d(5'oL' 41 
'PoödüTiig 72 
Qorjai, -j]? 43 
^doto 41 

QOTTÜlocaL 34 

^OTT^ (xCdQOv) 215 f. 

^j;^?j 278 

QVf^OV 38 

QVTlOXlßSoTOXbJV 274 
QVTTJQai 49 

^vTolai 39 



^(xißCöag 301 

SayyuQLoio 11 
Zasößixog 269 
aaxitaac 56 
aäxiacv 55 
adxeaai 54 
ZuxQireg 269 
2äfiot,o, -OV 41 
2üfi,og 269 
^avänr] 73® 
aaviöeaai 51 
^«pywx' 262 
ffazpffffff 52 
fff/S«? 3251 
a^ßofxai 325^ 
asavXkrj^fci 283 
afjf^a 59 

GTjjUCilVCO 58 f. 

arifxciVTriQ 59 
GriuavTr]Qiov 59 
arjfiKVTQig 59 
ai^juccvTfjov 59 
Gri/^(ivT(üQ 58 ff. 
ffijort, -^? 44 
2,d^svekoio, -ov 33 
GKtXoio 31 
aiciküiGt 34 
^lyyXci^Tjg 262 
GiS^oov 29 
ZiXußvXXtog 263 

GtfMOTTQÖGOinog 69 

ZifJ.(iiv3ag 268 
^ivüjrrr] 73 
gCtoio, -ov 37 
2Jxca)jGi. 40 
2xafj.c(vSQov 29 
GxiivSii 76 
axriniQov 38 

GXt-Ö&QiTlTOg 274 

GxoXöntGGi 51 
GxonsXoiGi 34 
Gxon^Xov 33 

GX07T0V 41 

^zii,?^»?? 262 
Zxvd^QOTitiör\g 73' 

GXVxtQOJTTOg 70. 71 

azi;A«;;£(T(Tt 51 
2^xvXrj(f:0v 262 
2!xvQov 38 

GXMTTTl'XXlO 274 
GfllXQ^GC 40 

(Toro, -ot; 44 
GoiGi, -oig 44 
G-dA«j' 283 
GTisQyvg 301 f. 
ZneQx^Lolo 12 
GnsQ^of^^voio 12 
GneväövTiGGi 49 



GntXüStGGi 51 
ffTTÖyyoffft 38 
GnoSov 41 
(rr«Cw 278 

GTK&^/XoTo 37 
GTa&fJlOtGt 38 

aia/iiivsGGt, 51 

GTCCVQOlGl 38 

GTctcfvXrjGi 36 
Grci/VSGGl 51 

GTsrwnög 69^. 70^ 
arf^fjjfft 36 
GTiQeoiGi, -olg 35 

GT^QVOIO 37 
GTSQVOlGl 38 

GTioQÖg 195 

GTriSSGl 55 
GTTjd^tGGC 55 
GTißaQ^Gt 36 

GTißKQotg 35 f. 
GJiyfMri (xqÖvov) 215 f. 
GTOfxd^oio 31 
GTOva/TJao 36 
GTQcaov 41 

GTQSnTOlO 37 
GTQiTlTOtGt 39 
GTOOV&OIO 37 
2^T^0(f>lOlO 31 
GTvySQ^Gi 36 
GTvySQoto, -ov 33 

GTVytQOlGt, 34 

GTvyiQwntjg 70 
GTvysQwnög 72 
.Zi'j'yA«()'oi' 262 
fft;)/X0t1'0? 268 
GvSGGl 52 

Z't'^o? 269 
avfxßovXevofica 216 
GvfißovXevco 216 
GvvotxiGtriQ 199 
Gvvo/rjGi, 36 
GvonXovTOGvvH 274 
ff y ort' 52 
Gv(ffiov 29 
GqieT8()t]Gi 36 

GiftTiQOV 33 
G(fl^X8GGt, 52 

^(frjXoio 37 
ffyjj^fft 44 
GcfoiGi, -otg 44 
ff^oj; 44 
^(Mxiäov 262 
^o'jxoio 37 
2^a)^rjXog 262 
ZbJoixi^Tjg 262 
awnrj, Tj 275 
ffoJff 300 

T{tXc(f()yov 30 



382 



H. Ottenjann 



raXäffiQoiai 34 
TäXog 263 
Tct/nos 274 
javaoTo 31 
tkvcccotik; 70 
Tavvtjxtai. 55 

TtXVVTTTSQVyfaai 53 

T(i7Tr]ac 50 
TKQyi]Xt,og 305 
T((Q(f(ai 55 
ravQoio 37 

TßL'OtüTTOf 70 

Taifioiai, 34 

Tti(fiOV 41 

Tä(fov 41 
TälfOOlO, -ov 37 

TKxeioai 51 
Ts^ai, -fjg 43 
Tehraxo/ttlxtSag 274 

TilOOfAiVOlO 12 

TfiQOfi^voiai, -ocg 25 
TiiaavoQiöag 269 
Tilx^aai 55 
Tfxi'foai 56 
Te'xfoai. 54 
TfkttjLaoviov 10 
Tfki'eaai, 56 
Tf'/jjutxeg 76 
Ttvidoio 31 
TeoTac 42 
Tionouäroiai 22 

TSQlplfjßQOTOV 10 

Tfrp«j/(üJ'07rpöffcü7ro? 69 

TiTQdTOJJTÖg 70 

TtTxaiiog 283 
TSTTiyfaai 49 
TevxQoio, -ov 37 
T£r/ffft 55 
Tevyeoat, 55 
Tf'yvua/^iK 278 
Tiyvt]ac 40 
T>J^>j' 307 
T7?6^«'? 307 

Tr]k(x).f(TOtO 44 

Tr]X(U('</oio, -ov 15. 20 

TtjXlXOV 10 

Trjhdnig 72 

r?jAtü/To? 70 

TTjjnovTog 274 

Tjjfft, -jjf (pron. dem.) 43 

T{]fft, -jjff (pron. rel.) 43 

fi&iovÖTo 12 

TtV 274 

Taüvoio 31 

Ttrw 245 f. 

ToßciXihiog 263 

Tot 312 

To?o, -oi) (pron. dem. 43 

Totoio, -ov 37 



TOIOVTOV 18 

Totp 263 
Totf 263 

T0?ff(J"6 43 » 

Torfff, -OK (pron. dem. 
Torfft, -or? (pron. rel. 
Toiyov 38 
Tox)]vac 50 

TOXOtO 41 
ToAAoi; 262 
ToXo(f>wv 269 
ToX(fwv 269 
TOI'? 263 
To^svTrjai 26 
To^otai 38 

TOIOÜ 38 

TÖaarjat 40 
Toj} (pron. rel.) 43 
ToiJJ'f 43^ 
TovToiai 39 

TOVTOV 38 
TQTjTOiO 37 

TQYiToZai, -oig 39 
T()iSTr)Qig 196 
TQi^Trjoog 196 
TQii]xoaloi.ai 46 
TgiTaroiai 34 
TQtToyh'fia 310 
TQiToyh'ftK 310 
TQCToySvijg 310 
TQtjoxovor] 310 
TQiTonäioQtg 310 
TQLTonaTQfig 310 

TQ0lCt]V0l0 12 

TQonolai, -oTg 42 
TQo{)»i7inog 262 

TQ0(f0V 41 
TOOyOV 41 

Tgokaat 52 
T()()))]ai, 40 
r^wffi 52 
Tüd"*«;? 273 
Tvi'SaQs'oio 274 
TvvdttQiov 17. 21 
Tvnrjai 42 
Tvnwrog 262 

TVQOV 38 

Ti;ow 245 f. 
TiKfiXiDip 69". 72 

ißgiOTtjai 26 
{!(5"f(po? 71"^ 

V^QOQÖrj 71 

ilrf^of 38 

VÖQCOIJJ 71 

i/'ffffft 52 
vloTai 38 
i/joL" 38 
vtcjvoTo 12 



v^«r? 297 

vfxer^Qrjai 26 

v/j.eT^Qoic!i 22 

vfxniQov 17. 22. 23 
43 i}^/> 297 f. 
43 u^tr 297 f. 

iiW?/ 310 

vnaQ&vfÄOvo, -ov 45 

vneQ&v/noiai 46 

V7TfQ&lifJ.0V 20 

vneQonXhjat 45 
vTiEQonXog 310 

vnSQCfiKxXooGl 46 

i;7rro<o, -01/ 37 
vTTo&rj/noavv^ai 45 
vnovrjiov 10 
vnoay^aCtjai 46 
vTKÜniov 70. 71 
vnwnCg 71 
'y^rcfxoi; 10 
iJffffCüTro? 71'" 
vtjjTjXrjac 26 
vipTjXoto, -ov 16. 23 
vijjTjXotai 22 
vipixofioio 11 
vxpixöuoiat 22 
v\poqo(fot,o 11 

(fUSlVOV 29 

(f^KsatiißgoTov 10 
^PaiSgog 269 
tfKvÖQwnög 70 
4>aiSu)7iag 72 
'Pai/jxsaai, 49 
'pKirj^i 49 
(fäXccy'^t, 50 
<f>c(Xc(Q(&ag 263 
(fäXoiai 42 
4'avm>Srjg 262 
(ftagO^aJog 265 
if^taoyävov 10 
4'avw 266 
(f'8yyog 278 
(fSQkoixog 313 ' 
^fp^rw 313' 
(f^QiOTog 298 
(fSQifoog 298 
-^)72, Wörter auf 300 
(frjoaC 52 

-y'??, Wörter auf 300 
(frjGij' 362 
(f)x)-iyyofiivov 19. 21 
ip&sy^KfMirov 17 
*i^t« 310 f. 
^'i^/f? 311 
^ö^/"/? 311 
(f&iju^voio, -ov 33 
(f&iHevoiai 34 
(f>iXT]QSTfA.ota(. 46 



Indices 



388 



(fik^ai 42 
(fitkoio, -ov 41 
(fi(Xoiai, -ocg 42 
(fcXonda 283 
(fUonTok^/uoiai 46 
(f.ilTeQog 298 
'PClwip 73' 
yA«j' st. Skiiv 275 
(fh^ct 40 
(fXöywip, -wnös'lO 
tpXoCaßoio, -ov 37 
(fößoio, -ov 41 
4>oißov 38 
(foivrjSis 75 
(poivixeog 75 f. 
<Poivixi] 76 ff". 
'PoiVixCdrig, -dätjg 77 
'PoLVixlirjg 11 
(f'Ocvtxösig 75 f. 
(foivi'i 15i. 
'Poivi^ 74 ff. 
(foiviog 75 
(foiviaaa 75 f. 
fpoCvtaaa 11 
(foivög 74 

-^01', Wörter auf 300 
(fovfjai 42 
if.övoio, -ov 41 
-i'OQStaCa 267 

IfÖQTOV 88 

-yo?, Wörter auf 300 
(fQKOig 305 

(pQc'cTWQ 60 

(figeaC 52 
'pQorCoio 31 
^pi/j^wj'J?;? 262 
(fvCctxcv^ai, -rjg 26 
(fvXaxfaoi, 51 
'PvXäxoio 31 
(fvXaaao/LiavoiOc 46 
(fvXXoiGi 38 
(fvXoiai, -oig 40 
(fwxijai 40 
(fWQiafxoiGi 22 
^tüi/; 72 

XaXenoio 31 
XaXanolat, 34 
X«Azfi'? 283 
/aXxriQeai 55 
/ccXxoaQug 311 
)ruXxolo, -ov 37 

J(C(XxOTlC(QrjOV 31 

XÜQiai 51 

XCtQlTiGOl 51 

XKQiTWTZTjg, -ig 72 
XuQontccg 269 
XapoTTOto 31 
XiiXaai 55 



^ecjufQiTjac 26 
XsCQaai 52^ 
Xf(Q(aai 52 
ytiQi^ig 275 
/siQOT^Qoiai 22 
Xfi(j(ov 298 
;^fAwj'?y 278 
XfQaaai 55^ 
XaQfiKÖCoiai, 22 
/6()ct/ 52 

X^QGOV 38 
XriXolo, -ov 37 
Xi]Xolab 38 
X(oco 41 
XiTwöi 50 
Xoävoiai 34 
XÖXoLo, -ov 41 
XoXojTotai 29 
XOQoTo 41 
XOQonvnCr^ai 46 

XOQXOlGl. 38 
XQi]fxa.av 50 
Xpr/ffrwTTOf 73 
XQvoköqov 10 
XQva^rjai 40 
XQvaiirjai, -r]g 26 
XQvaaioiai, -oig 25 
XQvaäoto, -ov 37 
XQvae'oiGi, -oig 40 
XQvar]XaxKTOv 44 
XQvaod-Qovov 10 
XQvaoio, -ov 37 

XQVGOTliSiXov 31 

XQvaov 20 

^pffftüTrof, -(jjna, -(Snig 71 

Xojo/iisroio, -ov 15 f. 

/wpt 268 

;(fweo? 278 

XbiQOV 38 

tpufxü&oiai, -oig 35 
ipavöeaai 55 
xpevöäaat, 55 

-w, weibl. Namen auf 247 

(wj/JcuoD 283 

£<5j/;cTw 283 

i2zf«yoro, -oü 14. 19. 20 

cixsüjai, -i]g 26 

cüxi;«Aoii 19. 21 

WZUTTo'd'ffffft 49 

(üxvTioQoiai 22 
iüfioio, -ov 37 
üfioiai, -oig 40 
(üfioifäyoiai 22 
-wj', männl. Namen auf 
247 

'flTT/ff 73 



-wTTo?, Bildungen auf 

WQiTTay 265 
"ÜQwnCvqg 262 
-loaccv, Imperativ auf 278 
ojfft 50 

"iii// 72 

Mittel- und Neugriechisch. 

dßÖTjO-K 288 
cib6(faSog 182 
ayyovQi 177 
ayyovQov 111 
ciyyQTj 177 
K/y^t« 177 
(xyyQOvGTKg 177 
ayxci^i 179 
«)'xtj'«p« 189 
ayxlaariQcig 189 
dyxXcißctvrj 189 
dyxXttßri 180 
äyxXrjSövK 189 
«y;<Ai'fw 189 
dyxXvOTriQi 189 
«yzoAAw 190 
ciyxovQfAd^o/itai 180 
dyxQiiCofXtti 180 
clyxQf/iivog 189 
clyxQOfxäCofiKi 180 
aglisia 180 
agrüstaddo 189 
ad^Qinog 291 
aS-Qinovg 291 
«;9^pw7r 291 
dxf^i]v 287 
«AAo «7r«| 287 
amblici 175 
cl/xTTKiCoyeXdco 189 
ampäri 189 
dfxnaXovid, -dCw 189 
dfiniv 181 
d/HTTig 181 

dfj,nXf/xf^ca', -enoj 189 
dfinXoxcifxög 189 
dfinoXvw 182 
dfinovwQig 182 
dfino^üj 189 
dfinög 181 
d/nnov&iij 189 
dfxnoxpfig 182 
tlvdfxnXifÄ/jia 175 
dvafnioQdü)VOfJ.ai 182 
ängrema 177 
ängremma, izo 190 
angrenu 177 
'Avd^rivK 179 
dvixi^ari 288 
dvoiyaro 293 



384 



H. Ottenjann 



(IvoiyavTO 293 
dvoiycoTo 293 

dvTÖVTl 189 

uvranctCofiui 183 
(cVTvXiyKÖi 189 
d'iüyvTo 294 
«|«ro 294 
clntiicva 288 
dnoy.Qvßü) 286 
dnöi^naüf^ta 182 
dnoi.inXiiJ.h'og 175 
«? 288 

danüXayxas 180 
«i}y«rcü 293 
dffoyxQcc^Of^ccc- 180 
d(foyxofiw/xi 180 
difoyxQCjjLicci 180 
d(fovyxgäCofi((i. 180 
dt^QiyxäCouav 180 
d(fiQtyxccCouc<i 180 
difQovyxüi^ofi,ui 180 
d/dvTi 179 

ßaxXiCo) 287 
/9«iA«? 294 
^AßjTt' 296 
/SAtJTo 184 
;SoA>ii' 288 
y?o;.xo? 291 f. 
/JüpJwj'Krt«. 294 
ßoofTg (acc. pl.) 286 

ßoVTVQOV 287 

yfti'rßri 294 
gavgdov 188^ 
yc(oöovfJ.vi«. 294 
ojarrna 188 
garönu 189 
gÜQog 188^ 
ydrog 190 
j'tc^f ?^ 288 
gjoifwQ" 188^ 

yxdßyw 188^ 
yx«A6? 188 1 
yxctjurj^K 188^ 
yx«i'A« 188 1 
^^««(/^Ai 188 1 
yxiaarjQi 188^ 
j/ztfföö? 188 ■' 
yxiOTtQva 188^ 
yxovßÜQc 188^ 
yxovßdg 188' 
yxQtfxiCio 188' 
yxQi/Li(tT(C(t) 188' 
yxQvifiog 188' 
yxvXiVTQog 188' 
j';«i;Aw 188' 
govXT(x)VM 188 ' 
govQgovQiCw 188' 



(70(^^ 188' 
gö(f,og 188* 
^?o5-of 188' 
grüfu 188' 

ffQVVläCw 188' 

Sayxdvü) 180 
J«x«i'tü 180 
J~«xw 180 
6ia/LinfQiCüJ 182 
^lafXTTkdaao) 182 
öiavTiQlCoi 185 
dovxäva 189 
(5"p«j/x« 180 
J'()«j/xoA^« 180 
()"p«j/;fwj'ft) 180 
d\)c<i/ovdsd 180 
dQ^xo} 189 
J^ouj'j/ftAm 177 
dvkiyäöi 189 
rfi;Atfw 189 

-««?, Nomina auf 289 f. 
iyyov(}o'^ij7Tvr](Sa 177 
syyQovarag 177 
eyxag 190 
'iyxuaTa 190 
^yxli)d'övu 189 
lyxlvarriQt- 190 
lyxoXXdi 190 
^yxQtfAÖg 190 
'iyxQLVog 190 
embleva 175 
!E^/3oA»; 294 
"E,w/3üAo? 294 

^fJ-TToSiU) 190 
ifXTTOQdJ 189 

i/uTiQosarög 190 
ifZTTQoaTK 292 

fVc( st. fV 286 
engofo 190 
engremne 190 
^i'o()Jti'c<;? 287 
^|«iro 294 
l|«To 294 
inoQtü 189 
laifiüvyyid 177 

■fi/j{(>Kg, rä (nom. pl.) 289 
riixnoQw 189 

^«yof 288 
,9-?jAzo 288 
^ovdolog 178 
d^vkayxdg 180 

d^VIXUiVTYlQlV 185 

(t^vfiucvTÖfirjXov 185 
-i« 292 



?)'xA«/Sr; 180 
iyxQiiiiög 190 
t,u 290 
ifinun' 182 
i'fA,noiog 182 
ivTÜ.tog 185 
fff 290 
-trC»?? 292 

-/rT^ff, Noraina auf 294 
-t'rff« 292 
-tro-6 292 
^Jwdv'vrjg 293 
y.äß^tTca 288 
xK^ia/Ltivi 288 
xaxxüßi 294 
xccXoßQvat 58 
xcdXoTiQcc 286 
xnrivug 188 
xceoc'cßiov 287 
xccQov;(a 294 

XKTKßXuTTCCg 294 

xKTafxtaflg 292 
xÜTog 190 

xKipet 286 
xA«/?«;;« 287 
zozT« 285 
xovxovfxägi 294 
xovrCovQiva 294 
zoyros 285 

XQ£VTrjQl 185 
XQlCOl'TrjQl 185 

xvv6aio[xo 293 
zi/p«, i} 286 
zypf? 287 
y.VQig, -ov, 6 286 

XlTTCC^O) 284 f. 

Aaj/yort 177 
A«j')/oT'^f'fw 177 
A«)')'po? 177 
XiyyovQSVü) 177 
Xoi'fxnovvag, -ovvi 183 
Ao;i^j; 293^ 
AvySumü 294 
Xvxov, -orog, 6 289 

fiayxovQa 181 

ficiyXdßitt 287 

fAaXXOVQO. 181 

MaXXC(ov 286 
^ic(Qo/nc(yytK 177 
/uciOTiyi 177' 
^dV 288 

jU£lC0T8QC<V 286 f. 
/AflCÖTfQOg 288 

fxtXiyyüvi 177' 
/uffjß()Kiva 287 
^iQfA-riyxi, 177 ' 
(Ujjr 187' 



Indices 



385 



fA.ia^L}äyxa 177* 

fiovXog 287 

flOVQT] 293 
fA.oiJtQO 293 
fxnaiyvio 188* 
unaQccTiovXi 188* 
/unaQÜs 188* 
fxnäaxtt 188* 
finaT^Qag 188* 
fjm(f.i7iw 188* 
fjLTiiQvoy.öxy.i 188' 
(XTiiGTÖg 188* 
fxnXöaog 293 
finoyoviy.iK 188* 
fX7iofA.ni] 188^ 
finovTixög 188* 
fXTTOQfinoXoytj 188* 

flTTüQüi 189 

fxnovii^iZ 189 
fiTiQunriövi 188* 
fingi^oC 188* 
finQÖßtt 188* 

flTlQOTOV 188* 
fXTlQOV 188* 
flTTQOVCcUUt 188* 
flTlQOVflVJK 188* 

fjLTivxvög 188* 
fivyyÜQi, 178 

y« Jtw 290 
r«(r)~ 187 * 
rroy 188 
vrovfxnavo 188^ 
rr^fAA« 188* 
vüiTiCai 287 

Icfj/i 294 
|«To 294 
^^j';<A«(J'« 181 
^eyxvXovfiai 181 
^vXofiäyyavov 287 
|i'(»wyy«ff 178 

ovovfitt 288 
op«»'t« 288 
ö;r 288 
di//^ff 292 

TTßAf 292 

TTK^^^t 179 
nünag 286 
Tianag 286 
naQttVXOvxXiV 185 
naoctacifinciTet 176 
TiaQaTGovxXi 185 
naQUTVxli 185 
TTrjaaöfievov 287 
niyyog 178 
niyyu) 178 



niyytofi« 178 
TiiyytüVüi 178 
nifinCka 183 
nifintXiCio 183 
nifinCXiv 183 
nivCyb) (= nviyoi) 268 
ncQinsi 288 
nXavTÜCoi 185 
Tiopw 182. 189 
7re«tJ"fuw 287. 294 
TTpdj/xa 181 
TiQoyxCSa 181 

TTQOXOVQaÜQlOt 287 

aaXayyiä 178 
Samba 176 
sambatiga 176 
aäfinag 176 
ZdfJ.nc(g 176 
SafinaiGutvri 176 
aäfKfsiQog 186 
HcifAtfiqa 186 
öKj'd'ftAo? 287 
asfinr] 176 
GiayxciXCCov 181 
aiKivw 287 
GiyCXXiov 287 
(Tti'fttfw 287 

ffTTKyj/O? 178 

2näQTog, tj 286 
ffi/yyfvfi;?, -€w? 286 

rä/c(Ti 292 
jCivrCvcfo 179 
Tinore 286 
Tt? 288 
Torf? 292 
-T^ß 292 f. 

(fccyyQi 178 
(ftixiöXiov 287 

'PlXlKTQci 290 

(fjOQeau) 288 

(fOVVTaQl 186 

tpvVTttvt, 186 

^afiatvdQvo 179 
XctfiWQQctyyag 178 

i/^o(/)aJ 287 

-wTTo?, Ortsnamen auf 294 

lliyrisch. 

Tito 245 ff. 

Albanesisch. 

bij8 251 



bil'e 251 
bir 252 
^an£ 309 

Etruskisch. 

-a 232. 237 
acnanasa 221 ff. 
avils 234 ff. 
ai»im 224 
-aia 229. 314 
aisna (eisna) 232 ff. 
-al 227 ff. 314 
-ale 229 f. 
amce 225-. 284 
anu 230 f. 
arce 222 f. 
KQtfiog 'Affe' 314 
aseies 228. 224 
atrum 225 
aturs 223. 224 
ca^naira 231 
-ce 224 ff. 230. 235 
ciem 232 
cisum 236 f. 
clevana 232 
cletram 224 
-e 236 
ecn 231 
e^rse 234f. 
-eia 229. 314 
esa 232 f. 
etnam 225. 232 ff. 
etna/ 234 
-ve 224 ff. 230 
velsina 252 
viuum 232 f. 
vuisinei 252 f. 
zam 224 
hecia 232 
betum 232 f. 
bin^u 232 f. 
öabvna 314 
^ana 227 
.^apnests 223. 224 
^a/sein 232 
^afna 314 
^ecsa 222. 224 
^n 225 f. 
^nam 225 
*ra 231 f. 
^umsa 221 f. 
-ia 229. 314 
itna 225 2. 233 f. 
leitrura 232 f. 
lena 227 
lupum 225 
-m 226* 
malena 227 



386 



H. Ottenjann 



matam 232 
matau 225 
mei'lum 224 
mereu 248 
mercui 240 ff. 317 
me/lum 224. 226 
mucum 231 
nacum 232 f. 
pru/uni 225 f. 232 
puiam 225. 234 
pulum 224. 226 
pute 236 
qutun 314 
ratum 231 ff. 
reusce 232 f. 
rkem 224 
-sa 235 
sacnisa 221 ff. 
sce 281 
-se 235 
se^-um 224 
spurtn 232 f. 
sren 231 f. 
sta 225 a. 234 
su^i 226 f. 
tamera 236 f. 
tarisa 224 
tecsa 222. 224 
tesamsa 222. 224 
tivrs 235 f. 
tin^asa 221. 223 f. 
tinsi 234 ff. 
tisa 222. 224 
titi 245 
titia 245 
titui 244 ■■' 
tiurim 234 ff. 
tn 225 f. 
trin^asa 222 
tritanasa 228. 224 
-u 227. 230 f. 
ucntum 224. 226 
/is 234 ff. 
feve- 230 f. 



(^kisch. 



castrid 257 
eisunk 254 
eitiuvam 5 
iak 254 
ioc 254 
iük 254 
ionc 254 
iusc 254 
isidum 257 
nistrus 6 
pidum 257 
pÜ8 5 



256 



siom 256 ff. 
statif 8 f. 
Status 4 f. 
tiium 256 f. 
tiü 256 

Umbrisch. 

anglar 316 
arvio- 316 
aruvio- 316 
arsir 315 
Atiersir 3. 315 
kastruvuf 315 
combifianyiust 316 
combifiatu 316 
difue 316 
disleralinyust 316 
eaf 254 
eikvasese 1 
eitipes 316 
ere 258 
erek 315 
esmei 254 
et nu 315 
felsva 315 
ferime 316 
ferine 316 
hebetraf-e 316 
heritu 316 
mersta 316 
nurpener 315 
orer ose 316 
orto 316 
persnis 315 
pisi 315 
putrespe erus 2 
Sebmeniar 316 
semenie dequrie 316 
-ta 316 
teio 257 
Tesva 316 
tiom 256 ff. 
-to 316 
trebeit 316 
-tu 316 
urnasier 316 
urtas puntes 2 
urtes puntis If. 
vasirslora-e 316 
vepuratu 315 
vepurus 315 
vesklu- 315 
vestikatu 315 
vestis 315 
vesti^ia 315 
uoisiener 252 f. 



VolskJsch. 

statom 6 

Paelignisch. 

pes pros 316 



Marsisch. 



317 



pesco 6 



Faliskisch. 

colanio 239 
efiles 244. 317 
eimoi 240 
fi 7 
fio 251 
foied 251 1 
loifertato 317 
mercui 317 
pafo 317 
pipafo 317 
tirio 239 
tiro 238 f. 
tito 240 ff. 
titoi 239 ff 
tulo 238 1 
tulom 238 
zextoi 7 



Lateinisch. 

acrudus 191t. 363 

ad-, von Ad j . abgel. Verba 

823 
adhiic 368 

admittere (mit aci.) 213 
adulare 327 
adulter 327 
adulterare 327 
aeditumus 323 
aetas 328 
aeternus 328 
aiunt 368 
alapa, sub 328 
alienus 328 
alligare 340 
aliquis 344. 348 
ambo 366 
amoenus 320. 328 
amplus 328 
amptruare 328 
-aneo-, Wörter mit dem 

Suffix 323 
änus 328 
aqua 368 
aqüis 368 



Indices 



387 



architecti 368 

arcuballista 322 

Ariamne (für Ariadne) 
328 

arista 328 

at enim 347 

atramentare 'nieder- 
schreiben' 363 

atrium 366 

attingere 340 

audire c. gen. 360 

augur 328 

augurium salutis 328 

aula 366 

aulla 328 f. 

austroafrio.us 323 

autem 347 

aut non (für annon bezw. 
necne) 219 

averruncare 327 

Babbus 320 
basium 357 
blandus 329 

canitus 'in alter Zeit' 363 
cano 329 
caprifieus 322 
capsarius 329 
Caput 329 
carus 329 
cassis 366 
Castores 322 
eastrare 329 
caurus 329 
causa 329 
cena 319 

Cererum, sacerdos 322 
choros 368 
cilium 336 
cingere 340 
circumdare 340 
clandestinus 329 
coeperunt 368 
cogi 340 
colei 329 

colobodactilus 329 
colum 329 
comis 329 

commemorare de 361 
complecti 339 
eompotaris 'Besitzer' 363 
concedere 339 
congruere 212. 331 
congruit (c. inf.) 212 
congustia 363 
connus 363 
consulere 216 
consultare 216 

Glotta V, 4. 



cotoneum 330 

coxa 329 

crates 329 

credo 329 

erucimissio 330 

cui 319 

cum (inversum) 352 

cumque (= quandocuni- 

que) 330 
cunctor 330 
cuniculus 330 
cydonium 330 
cylindris 368 

defensio 330 
definitio 330 
deinceps 368 
deinde 368 
deliberare 330 
desputare 330 
destinare 340 
dicere de 361 
dimoveo 319 
dominari c. gen. 360 
Dossennus 327 

eam 254 

earum 254 

ecce 349 

-edno- 327 

-edon- 327 

ego 318 

eis (alat.) 258 

ei US 368 

eliminare 330 

em 256. 349 

emem 256 f. 

emendare 330 

emulis 'nützlich' 363 

en 355 

enim 97. 347 

epulari 'sich freuen' 360 

epulatio 'die Freude' 360 

esse (mit in c. acc.) 217 f. 

esse (Ellipse) 349 

esse videatur 366 

esse 330 

est (wie fffn mit aci.) 97 

est (Aphärese von) 319 

est 330 

etiam 324 

Etruria 330 

Etrusci 330 

euronotus 323 

evocare 330 

Exsuperatorius 330f. 

fer, fers 82 f. 
fero 321 



fetialis 327 

fia (= filia) 251' 

-figulus, Adjektiva auf 

322 
fius (= filius) 251 
flumen 358 f. 
framea 331 
frangere 331 
frequentare 213 f. 
frigdor 363 
frigo 331 
füere 368 
fugi bzw. fugii (= ich 

bin enteilt) 218 
fui (= ich bin gegangen, 

gekommen) 216 f. 
fui (mit in c. acc.) 217 
fulcire honore 331 
furere 331 

gaitanum, linum 331 
gaitanus 331 
gengiva 363 

gerere (st. se gerere) 96 
gerres 331 
gerulifigulos 323 
-gerulus, Adjektiva auf 

322 
gingiva 331 
gliscere 331 
gloria 331 
gnavus 331 
grassus 363 

helluo 331 
heu 355 

Hipponeregiensis 323 
honor (weiblich) 97 
hospes 322 
huic 319 
huc 297 

ibi (pleonastisch) 360 

icio 331 

ico 331 

ictus oculi 215 

idem 256 f. 342 f. 

idem (für is) 97 

igitur 347 

imus 331 

inanilogista 323 

indeque 368 

indigetare 327 

infrigdare 363 

ingens 331 

ingruere 331 

inquit (pleonastisch) 362 

inscribi 340 

instans 215 

26 



388 



H. Ottenjann 



inter 365 

inter (für intra) 97 
interea 365 
intestinus 331 
invidere 331 f. 
involare 332 
ipsud 363 
ire 'sterben' 98 
is 256. 258 
item 343 
lutiirna 58 
iuventa 334 

lacerta 332 

larüa 368 

legere (capillos) 357 

legerupa 323 

legirupio 323 

lego 318 

leptis 319 

liber (= liberalis) 95f. 

libertas (= liberalitas) 

95 f. 
licet 357 
ligo 332 
limes 332 
limina (solis) 342 
limus 332 
lippus 332 
locus 332 
locusta 332 
longa, de u. a. 362 
lupa 332 
Lupercalia 332 
lupercus 332 
Iura 332 
luxari 332 
luxus 332 

-m 364 f. 
maceria 332 
magis 322 

magis (= frz. mais) 218 
magnisonans 323 
Mamers 332 f. 
Mammona 320 
Mamoena 320 
Mamoi 320 
Mamurius 248 
Manlius 326 
Mantius 326 
manupretium 322 
manus 328 
manus 'Arm' 363 
Marcus 332 f. 
marmora (pelagi) 342 
Mars 332 f. 
matula 328 
mentiri 359 



Mercurius 248 f. 333 

meta 333 

metari 333 

micina 363 

mihi 318 

miles 333 

miles (meille) 319 

mille 333 

minus 322 

mirus 333 

misereri (c. dat.) 360 

raittere 333 

mittere 'bereinstecken' 

363 
moda st. modus 363 
modo 357 

momentum (temporisj215 
muscerda 322 
muscipula 322 
mystica 368 

nasci 340 

naustibulum 322 

nö 347. 349 

ne 356 

nee — saltem 208 

necto 333 

negotium 325 

nenia 333 

neptis 319 

neque 343 

nequeo 359 

nequis, Sätze mit 346 

neve 343 

nidor 323 

nidoricupius 323 

niger 333 

nimirum 349 

nimis 322 

novellus 203 

obsetrix 363 

odium 333 

offendire 'finden' 363 

olivae columbares 333 

omen 334 

omne genus 362 

omnia (= omnino) 85f. 

Omnibus 'durchaus' 361 

opinari 334 

otium 325 

ovicerda 322 

pallere 334 
palus 334 
palumbes 334 
par 342 
parävere 368 
parentes 334 



patriam aut parentes 334 
-pendulus, Adjektiva auf 

322 
perendie 334 
peristylium 366 
perna 319 
pes 'Bein' 363 
piacet (= placet) 250 
pilum (peilura) 319 
plania 'planities' 363 
planta 334 
pleräque 368 
plu- (s. pru-) 320 
plus 322 
Pola 251 
poples 334 
populari 334 
populus 334 
posco 319 
postquam 348 
potest ut 361 
potis 322 
prae 320 
praeacutus 334 
praegnans 334 
praesto esse 334 
praestolari 334 
Priapi 337 
primus 'hervorragend' 

361 f. 
procurrere 340 
progigno 359 
promulgare 334 
prout (mit Komp.) 214 f. 
provincia 334 
pru- (i. Wechsel m. plu-) 

320 
prunum 320 
Prusias 320 
pudet 335 
pulcher 335 
pulegium 363 
pulex 335 
pullus 335 
pungere 335 

quadrigenti 335 

qüaedam 368 

quagulare 363 

quam (mit Positiv) 97 f. 

quam (mit Komp. st. 
Superl.) 214 

quando 359 

quattuor 318 

que 347. 365 

Quid?, Fälle m. fort- 
führendem 349 

quid quod? 349 

quid si? 349 



lüdices 



889 



quidam 344 

quidem 347 

qüiete 368 

quin 352. 356 

Quirites 335 

qui(s) (= quidam, aliquis) 
83 ff. 

quod (Konjunktion) 86 ff. 

quo minus 356 

quomodo (= quodam, 
aliquo oder quo quo- 
modo) 84 f. 

quoque 347 

quoque = que (oder au- 
tem) 89 ff. 

recens 335 

regei 320 

religio 325 

relinqui 340 

rememorari (c. gen.) 360 

renes 335 

repere 335 

resolvo 359 

respiritus 335 

rima 335 

rubeta 335 

rubus 335 

sagmina 327 

salebra 335 

saliva 335 

Salix 335 

saltus 336 

Salus 336 

salvus 336 

sane 357 

sapido 'sapientia' 363 

scapulae 336 

secespita 336 

secus 336 

sed 347. 352. 361 

sedere 340 

servilicola 323 

sextus 327 

sicut i^mit Komp.) 214f. 

sidere 340 

siem usw. 339 

sin 218 

sin alias 219 

sin autem 218 f. 

sinus (= eunnus) 363 

siquis, Sätze mit 346 

solus 336. 342 

sopit 327 

spatiura 336 

spirido 'spiritus' 363 

sponda 357 

Stare 340 



stirps 336 
stiva 336 
suavis 327 
sub 336 
siibinde 368 
sucerda 322 
Summoi 320 
supercilium 336 
superstitio 325 

tangere 340 

tarraes 336 

taurus 336 

tedians, spiritus {dxr]- 

öidjv) 360 
teläque 368 
tellus 322 
templa (caeli) 342 
templum 336 
tempus 336 
tempus (Ellipse) 94 f. 
tendere 340 
terricola 323 
testa 337 
tifata 337 
tinea 337 
titina 363 
Trafanus 368 
truncus 337 

ubi 318 
ubiqüe 368 
urabra 337 
umbraticolus 323 
unus 342 
usqüe 368 
ut 356 

ut (mit Komp.) 214 f. 
ut pote 349 
uterque 366 
uti 359 

utrique (für uterque) 2 
uxorari 'verheiratet sein' 
363 

ve 347 

vel 'wenigstens' 220. 363 

vel mit Negation (= ne- 

quidem) 220 
vendo 330 
Veneres Cupidinesque 

322. 337 
verbena 326 f. 
verber 337 
verpus 337 
vespertilio 319 
vessica 363 
vestibulum 337 
vestispica 323 



Veturius 248 
vexillatio 337 
vexillarius 337 
vexillum 337 
vexillus 337 
vitulari 337 
-vo- 319 f. 
Volsci 337 
Volsienus 252 
voltus 337 
vomis 338 
-vu- 320 

Verzeichnis zu Lambertz 

'Zur Ausbreitung des Super- 

nomen' etc. 

\-icuX{(fJiis 153 
':Aßa 142 
"Aßaßcdri 165 
Hßaßovg 134 ä 
Abdastart 131 
Abdosir 132 
Abdsemes 131 
Abdtanit 131 
Aß^ßag 168'' 
Idßtaßiavög 149 3 
Acurius 160* 
Acutus 108 ■■' 
'ASttTog 168' 
"Aöoa&og 108 •■» 
"AögaOTog 167^ 
Aetrjvrj 129 

Afrodite 105« 
I4y((»ri 109'^ 
AyctS^oxlcK 115 

'AyctO^önovg 126 

:4yoQäaTr} 138 -. 156.167'^ 

'AyöoKOTog 138 -. 167^ 

AyQlnnag 164 

Allä^ag 153 

AiXovQiwv 112 

Atfxdtctv^ 160. 162 

Ah'yökccg 166® 

ArvyoXcg 166. 168« 

Axxälfiaog 166 
"AlaxfQ 112 

Akct(fün'c(g 165 

'AX(cq.r')^ 165'^ 

AkKOTfvg 138 -^ 167^ 

Albucia 160* 

AXi^är<^ini 130* 

AXe^äv^Qtut 147 

'AX^ctvi^Qog 130. 147 

'AXxifxog 111. 154. 155 

Alogius 127* 

Afic'c/ig 159 

^AficiTiog 129* 

AixCa 142 

26* 



390 



H. Ottenjaau 



'Afi/xCa 141. 143 

'^fiöig 119. 120* 

^'Avaiog 165 

^AvttOTaaCa 129"^ 

'AvuTÖhg 159 

Aneharia 160* 

Ancharius 160* 

'AvCxriTog 125 

Avvt-avös 149'' 

Avviag 149^ 

AvovßCwv 127 

AvTiyovos 147 

'AvTioxtuvög 149' 

lAvTio/iTj 117 

AvTioxo; 149* 

AvrinuTQog 144 

AvTWVih'og 164 

ifiTturtardf 149' 

Ji^iwrtof 157. 160 ^ 162 

ylvTwvig Müiifxog 108 

liri/f 126 

Av^anöag 164* 

'AnarovQiog 157 

L^Tifr« 127 

Aphrodisia 105 -^ 

^/«/jporftatof 119. 127«. 131 

AifiQoSiTT} 124 

AcfQodiTovg 124. 127 

'i^y./'« 141 

^Liif'tfcov 142 

AffvyxiQ 105'^ 

:4rrttüj' 102 •-. 108 

Jl4;ro^n'«pto?105"-. 124.153 

Anolliväoiog 132 

:>/7roA>ldJoVof 107. 153 

AnoXlwviog 105'^. 107. 
108. 108 ^ 118. 123 ^ 
124. 132. 147. 148. 
151. 157 

"innag 143 

Anifingw 142 

lintfucg 141 

'^TTlfjtOV 143 

Aquensis 102 ^ 129 ^ 
"AQttßloDV 129 
^AQa/Liäarr] 138 -^ 
^AQKfxöug 164* 
"Aquqcc 168'^ 
"AQävßr'jX 165 
^AQTjTovg 121 
^AQyatog 168' 
^Aqiwv 168^ 
"AQiog 168^ 
".4(nf 168 3 
^AQiaTÜvdQa 119 
'Aoiarta 151 
^AQiOTiavog 151 
'Aqiotiwv 115 
'AQtaröörjfiog 147 



'AQiaToxQccTTjg 102 ■-. 123 '^ 

"AQivx^og 168 

'AQfiüma 138 ^ 145. 155. 

156. 167'^ 
^AQVivg 168^ 

'AQHOXQCtTlWV 127 

'Agnoxocuiojv 105. 115. 

122 
'^?ff«Adj/o? 142. 148. 164» 
"^(pff«f 142. 148. 164' 
'AQOaaig 142. 164' 
'AQaifjaig 107 
'AoTfijuag 102. 145. 149 ». 

156* 
^AQTd/Ltug 156* 
^AQTfif^ijg 156* 
'AQTei/Litavog 149». 156* 
^ AQT(i/j.i6g 156* 
"AQTfifiog 156* 
'AfJtejuag 156* 
\4QT(^Hg 156*. 167 
'AQT(:fj.aiala 155. 156* 
'Aorf/uttawg 156* 
'AQTf/HTJg 156* 
'AQTB/uii^ojQog 131. 154. 

156* 
'AQiefiiaia 126 
\4Qr(fX(i') 156* 
'AQTi'fAütv 145. 152. 156. 

156* 
'Aqt^/hwv u. ;i. 136*^ 
'AQTtfiwvig 145. 156* 
"AQTifxog 156* 
'AQOvccQctg 168^ 
'AQCvßoog 168» 
'AgCvyioi 129» 
"Aaaaog 143. 144 
'AaßöXcg 134 
"AaßoXog 134 
'AotKQXT]g 139 
'AaCccQxog 113. 139 
^ AaxciCvug 167* 
'A0xkrj7nc(Sr}g 105"- 
^AaxXrinuig 105 
^ Aaxh]ntoö(x)()UivoC 149 ' 
Asparagius 129» 
^Aanng 134 
^AavyxQiTiog 129^ 
'Ad^avuaia 158 
^Ax}r]äxaßog 166 
'A&r]vcuog 123^ 149 
'Ai^r]vaig 123 -. 127 « 
'Ad-rji'öäwnog 149 
Ateia 160* 

'.^rraAtaro? 102 '^ 142 
'AnaUg 142 
Aufidia 108 
A'vvafiog 108" 
AvQTjlia 152. 162 



^i}();j;.tof 123 -^ 160*. 161 
^Oaowof 129- 
"A^äßwg 156^ 
'A'^KQßöXXag 168» 
Axianus 160* 
£«/ia'? 141 
Baßöag 164* 
Balßiöag 164* 
Balsamus 109- 
Baniura 129' 
BKQßuQiavög 152 
BÜQßaQog 141. 152 
BuQVtßovg 132 
Baadivg 144^ 
Baai'hog 158 
Bassaeus 123'' 
Baaaü.iidrjg 153 
Bu&vU.og 105'^ 
Bujiavög 144. 149» 
BciTQa)(c<g 112 
Bat-Zabbai 155 
£af«tff 168' 
Beihaßog 132 
Beneventanus 129^ 
ii/)ff«? 127 
Bu(voQU(vög 149» 
Bixtviia 127* 
iJtAA<of 168^ 
Ä'Ayltf 168' 
^^Aof 168» 
BioXiVT CX).r] 165 
Bithus 108 ••' 
BQiyxog 116 ^ 135* 
BovxöXog 113 
Buttin 116 ■* 
Caccabus 116» 
Caecilia 160* 
Caelius 123'^ 
Caligatus 116- 
Candidia 123-'. 160* 
Cardelus 116- 
Castaniola 116'- 
Cedual 109 ■^ 
Cephalius 105- 
XuiTog 136 
XaXn/^diig 113* 
XKQior]uog 126 
X«()t? 134 
XccQtTiov 120. 126 
XAwpo? 133 
Chrysaor 123- 
XovaCov 102'^ 
Claudia 160* 
Claudianus 149» 
Claudius 149». 160* 
Crispus 108 ■'. 135 
Cusuccia 108 ■■' 
Cvprianus 109'^ 
Dacus 102 •-. 129» 



Indices 



391 



Daemonius 105* 
Dalmatis 129^ 
Dalmatius 129" 
Jttfioxkijg 123'^ 
Decedda 162'-^ 

Decheti 162-' 
/lr\y.tVT ici 127' 
Mx^oq 159*. 164' 
/ttl^uTiog 129 
ja^ÜTig 129 
^rifXKQxog 140 
/Irifxaqovg 137 
/lriliriTQtog\Qh\ 106 '^ 152 
JigUiCXag 108'- 
^fd«? 121 
^i3vyr] 107 
^iSvfxiojv 124 
Jiövfiog 124 
/likiTQutvög 102^ 
^tödwpof 117. 121. 122. 

153 
z/t(5(FoTo? 132. 149. 154 

Jioytvrig 148 
JioxXiig 147. 154 
^lOfirjSiavög 149^ 
^lovixog 147 
^lovvaiu 117. 118 
Dionysiodora 123 -^ 
.^tovtfftoff 118. 122. 126. 
132. 144. 153 

/lioaxÖQUiva 115. 122 
^waxoQog 102 -. 115. 122 
^lOTfi/iiinvög 149^ 
Diza 108- 
^oyu^öag 164^ 
^6/iiru 164 
/1ofxveiü)V 162 ^ 
Jwa(»(og 123^ 
Jgavxog 108"^ 
Drimylus 116 -. 127-^ 
/iQÖaog 137 
^Qov/uuQig 168^ 
Dryton 115 
/JovxtQig 168^ 
z/oi;/l« 1461 
^:roa?j 146 1 
ziovh/og 146' 
^oi;At;{d? 146" 
JovXCwv 146 1 
"^oi/AtV 1461 
^üvXog 146' 
'Edäyöußog 156^ 
Eidaiog 168- 
EiQtivttiog 153 
-E/o>5j'?j 106 ■' 

£ffftJwoof 105 -. 108. 154 
"//Aftf 142' 



Elpis 108 
'Ejufitaävrjg 140 
'JErj/dA?;? 166® 
^EoQTÜaiog 116^ 
^Enäya&og 126 

^E7lK(f>Q((g 127'' 

''Hni]Trig 113 
Ephesius 129=* 
Epictetus 108^ 
^EniöaoaaaCg 164^ 
Epidianus 127 ^ 149-^ 
Epidius 127'^. 149 ^ 160^ 
^EnixoKTTjg 149 
Epimachos 108 
Equitius 105'-' 
'//()rft? 166 
EQio7TwXr]g 113 
"EQunara 138^. 167^ 
"EQwaxpa 120. 121 
Esbenus 108- 
Ev^QÖfxiog 158 
EväaCfAUiv 106. 107. 122. 

126 
Eväaijuovig 122. 125 
EvSccq(wv 126 
EvfL'i^üJV 155 
EvrifxtQog 148 
Evyiviog 157 
Eulogius 109 
EvfiOQtfog 138 
£;i}dJ'io? 102* 
Eii(fT]/Liia 129'^ 
EvTTQtnrig 147. 148 
£i;? 125 
EvGi'ßcog 159 
EiiT(xv(a 138 
Euthymiis 102 ■' 
EvTQÖndog 108- 
-Ei^rt^//;? 105'. 134 
EvTv/ tjg 155 
Eiirv^in 151 
EvTv/tKVog 105'. 151 
EiTv^tog 158 
Fanius 160^ 
Farucia 108-^ 
Fato 108 -^ 
Felix 108 2 
Filtatia 105"^ 
Fla via 160* 
Fonteia 160^ 
Fortunata 108 
räydnßog 156° 
Taia^'Tq 160 
F«io? 160 
r«A/S«? 164 
Fauixög 155 
Gargilius 160* 
roV^S« 156* 
rJtt/Sof 156° 



rS^ßSTig 156 6 

rtSaQävrjg 140 

r«A«fft? 158 

Jlsrj'KcJ'to? 158 

rsüjgyiog 159 

r^QÖiog 113 

reQjuavög 129 

r^qövTiog 129'- 

rt'aA«? 166«. 168 =» 

ntzft«' 102- 

Foyyöa 164* 

rgavg 138 

Gregorius 152. 153. 159 

r()H7ro? 136. 137. 149 

FgCfiün' 137 

Gruraio 137« 

r(»i;^^a 137 =* 

rv/nvciai 158 

l^dptcerd? 153 

^iV^»jfl51.155.163.164 

l^^lVWTTJf 105- 

'ExttTcuog 156 
'ExKTÖ/^vojg 156 
'/!xÜ(Tt? 128 

'i/Atdd-wpo? 131. 132. 133 
':EAt| 135 
'EAAttd'to? 157 
'HQKiaxog 125 
'Hoaxkcig 125 
'HQuxktCörig 125. 149. 154 

'jlQKxkiWV 156 

'Hoaxkrjg 125 

'liQCixhog 125 

^HQcevrjg 164 

'Eo/ucdog 1366. 146, 1493 

^ '154. 167 

'E()/iiK'i'g 167 ' 

'EQjucefaxog 124 

"^EQfiKVoßttfXfiODV 100 

^EQfxiäv^vog 167 ' 
'EgfiHVog 127 
"Eg^siog 127 
'£p^^? 144. 167' 
'EQfxiavög 149 ^ 167 ' 
'JSp^t'«? 108. 124 
'EQfAikag 167' 
'EojLiTvog 119 
'EQuiörr] 167' 
"Eitutnnog 122 
'EQfxoytvrjg 149. 167' 
^Eo^oyiviKVÖg 167 ^ 
'EofxöSwQog 105^. 148 
^EQLtoxQnrrjg 133. 154 
'Eojuokctog 167 ' 
^EQfioXiwv 167 ' 
^EQ/uokiTTjg 167 ' 
"EQfiwv 167 ' 
'Eoficüi'u^ 167 ' 
'Enu6(fKVTog 167' 



392 



H. Ottenjann 



^EQfxöifiXog 167 ' 

'jbJQ/nÖTfl/UOS 167 ' 
'EQf^o^i'vTjg 167* 
'Eq/xoC; 147 
'HQüjäi]g 155 
'HQodtoQog 154 
"n^wv 107. 119. 125. 129 
'Hqcdvovs 121 
Hieracammon 109 
'[iQCiy.i(x)V 105'^ 
7^'pwi' 125 
'riQo-Arjg 102^ 
7;i«()o? 105'^ 
"Ott;/;? 149 
'OnXtautvög 148 
'OnXT]Tt(cvög 149 
'OnkcavtKvög 148 
'fipt'wj' 127 
"YxjjtOTog 105" 
'Yox«j'Of 140 
^fui^fjg 166 
^faäSaiog 166 * 
laia 116'^ 
'lax/og 105^ 
'/äxtjU. 154 
'lüxwßog 166 
"//3>jAif 168 =* 
'frjoovg 154 
Ignatius 157 
7AAo? 168« 
"I/ußQ7]g 133 
'I^ovd-rjg 105 
7r()'«xof 152"^ 
7j'cF«f 152'^ 
7rtf>;? 152'^ 
VrJoi'«? 1522 
'Iväovg 152- 
"/t'J'« 164* 
'Ivvectg 164* 
^'Ivvovg 164'* 
7yp« 164* 

'llOKVVlCt 129'^ 

'lojvü&ag 132 

Ywto? 102 -ä. 129^ 

Yüjff^'(^' 154 

Ippius 105"^ 

7pJi? 166« 

'lacigiov 122 

'laxoÖQi'drjg 168' 

7T«At;«o? 140. 163 

'htdCwv 129 

Itrius 108^ 

Juba 136* 

Julia 160* 

Julias 162 

^lovXiog MaQTiKvög 108 

iunior 110* 

Justina 127 ■^ 

'loJJarog 105 2. 112. 154 



KaXäßsl 113* 
KnXccßiXig 113. 114 
KaXnßwTrjg 112 
KaXcc/UKvg 113* 
KaXa/ut'X 113* 
KaXa/x(vg 113* 
KäXa^og 113* 
Kc<XXi'(fQcov 1232 
Kc(Xox6xtg 162"^ 
Kanatog 168^ 
Ka7ifT(i)X{f)TrK 163 
Kapito 105 '2 
KÜQTiog 111 
Kctaaica'og 149'^ 
7i:/9t'>jf 1683 
üTfW^i/S»?? 156^ 
Ä-^frcTf«? 156-^ 168 -^ 
Ktvörjßrjg 156''* 
KtvSr]ßiog 156 
Ktvörißog 156^ 
KivO-^ßn? 156^ 
Kevrtg 114 
KiTTQixig 116^ 
A'4ptAA<«rö? 160* 
Keoxeaovx^iog 129" 
KiaXrig 114 
Xtß;r[.]t? 114« 
Kmrag 114« 
KCXaßog 168« 
Ktv^TccvQog 168« 
JtAapof 119 
A7«i'J'^« 162 
JiLA«uJ<«i'ü? 102' 
KXuvSiog 159' 

KXfOTKXTQa 151 

Jtomo? 168« 
Xd(5'j'owJ"t? 168^ 
KoXußäang 168=* 
KoXaßrig 168« 
KoX(x(f>iog 134. 135 
ÄÖAAt? 123'- 
KoXoalMv 127 
Kö/ucc/jK 146- 
KöficcvK 146'^ 
KoöfxnOig 146"^ 
Ko^odog 164 
Aö^wj' 146^ 
Äörwr 167 
Koviorig 167« 
Kwifög 111 
AÖTTTTfdo? 166 ^ 168« 
KÖQxnßog 136^ 
Ko^xaivK 136'' 
A'opxft^r«? 136M67*. 168 
KoQxaXig 136^ 
KoQVTjXicg 102 "•' 
KoQvr]Xmvög 160* 
KoQVovTog 164 
KoQÖxr] 136^ 



KÖQTißog 114« 
KoQTtvog 163 
AoT)7? 138« 
Ä'oTorjj? 138« 
KÖTTUQog 114^ 
Ä'orr^? 138« 
/Cori'fft? 138« 
KQci/xßr] 111 
A'p«Tf()d? 138 
Ao«TCüJ' 102 2 
Apdrtof 127. 129 ■* 
KTtGTiog 158 
KovaXu^ttvg 113* 
KovaXig 168' 

KOVXXOVJUK 112 

Kov/uclg 146- 
KovQC(XT]g 157 * 
KonQoiJg 157 
Kovaiwv 168 
KviVTiXXutvög 149« 
Ai;;f Ao/SdAo? 116"^ 
Kvfxwi' 146 
^^la/ttVoncöXrjg 113 
AaCvag 164 
Aturog 155 
^«AA?; 141 
^i«Ad« 164* 
_i«ild«f 164* 
Aavddvovaci 109'^ 
Adatg 114« 
AiitXig 168^ 
Lemniselenis 100'- 
Leo 127'- 

.i*wWi)>;? 105 ^ 122. 123 
AtövTtog 159 
Lepidina 127'-' 
Letiua 108'^ 
Leucadi 129« 
AfLVXiog 159^ 
Lezbia 129« 
Licinia 160* 
Aixivvia 148 
AiXXig 123'- 
Lisclimasch-Schaadul32. 

133 
Aixöqig 158 
AoyyiXXrj 164 
Longina 111 -. 123'^ 
Longiuus 111''^ 
^^dj'^^'Of 111 
AonaSnarog 138^. 147*. 

167 '^ 
Lucretia 160* 
Lucro 137'- 
AovÖQlßtfiig 168« 
AovxCtt 118 
Aovxiccvog 160 
Aovxiog lOS'-*. 159' 
Aovx{ilm' 137. 149 



Indices 



39c 



AovoXog 168* 
uiovTiakXfvg 147* 
Lupus 102-'. 105-^ 
Luscinius 160* 
^vxvctg 137. 138 
ylvxia 141. 148 
ylvxCaxoq 116^ 
yivxog 111 
Avaixh]g 148 
Avatav 147 
Macer 108 ^ 116^ 
Macrinus 116'^ 
MäyTtt 116 '^ 123 ^ 127- 
Magniliani 149^ 
Mäyvog 111 
Mayv^l .] 140 
MaxtöoviKvog 149* 

MKXfJoffOf 140 

Mälxog 144 1 
MaXiCxa&og 134* 
Mct^aartg 138 ^ 167 
MäfXfxaQog 108^ 
MttvJovßiQog 168* 
MavSgößrig 149. 156^ 
Mävvog 166 
Mannulus 116* 
Mcivog 166- 
MuQaTog 168* 
MuQKvnog 126' 
MaQaaoi'X 126* 
Marcellinus 108» 
MuQsccg 142* 
M^tip*/? 126* 
MaQtiljfj/j.ig 118 
Maritima 123-^ 
MttQiwv 142 
M«ptof 142*. 161. 162 
M«pxf(>ü? 102* 
M«pxfA^o? 164 
M«pzos- 102-'. 159*. 160 
MäQjuag 142* 
M«^vtro[. . .] 126* 
Mk^oJcTtj? 142* 
M«(>oAA«f 142* 
M«^ü)r 126. 142* 
MttQü)vig 126* 
MctgaCag 142* 
Martialis 105* 
Martinia 123* 
MaTUQch'rjg 163 
Mario eiog 129'- 
MazQiag 148 
A/Krpww 127 -. 162 
Matronula 105* 
Ma^i/ua 123'^ 
M«s^<«« 151. 163 
Ma'^ifxuivög Uli. ]^5X 
Mßl^juof 108. 111*. 163 
MeyaXeioiog 129* 



;ueVßf 110. 111 
A/«(Ft«ro? 149 
MftJ/«? 149 
/utiCf^v 110 
Mf'A«? 111 
MjJA«« 168 
Mfjl/TT; 129* 
MtXirh'T) 102*. 129* 
.M^j'ßrJ'()o? 148. 152 
MfvsxXeia 145 
MfvtaTQcarj 148. 150. 151 
Mtvlaxog 127* 
Mrjvoysvrjg 144 
M;j7'd(yoTo? 154 
Mercurius 99 
MiOTog 111 
Metrodora 105* 
MyyTpöJüjpo? 148. 154 
MfC«/S«i'of 166* 
MiCttßßüvag 166 
Micine 116* 
fxixQÖg 110. 111 
MtxQÜg 111 
MixvQog 168* 
MifxiQÖag 164* 
MiaaQTjTKg 143* 
M«Tz>lj?At? 142* 
Miaouiog 168* 
MiaxQKiog 168* 
MiiJaig 105'- 
Md«^(? 149*. 156'* 
MoceXfig 149* 
Moaviiavog 149 
Md«? 149. 168 
Möxit^og 166 
MoA?]f 147 
MoXeai'Mv 118. 135. 136«. 

145 
MoXvßng 168* 
Mo^fxiavög 149* 
MüyyiSQig 168* 
MovylXaQig 168* 
MovycjjueQig 168* 
Mdptov 126* 
Möpos 126* 
MwQog 126 
AIoQßttvSa 168* 
TV/doffard't? 168* 
Moa)(äg 135 
Mdff;fof 147 
Mwa^Tug 143 
MoräXrig 168* 
Mov/iiTTjg 114* 
M^oüA^? 168 
MoxjQavog 114* 
Mi'wx' 152 
Myrismus 127* 
Myron 127* 
iV« 141 



iV«A«yAd«? 164* 
Nav^Xeig 142 
Nc(vrjXt.g 142 
Naviu 143 
NävvT] 143 
Navvi]Xa 142* 
NavvriXig 142 
Nävviov 141 
iyßvdK 164* 
iVwrdßf 164* 
JVwj'Off 108* 
iV«? 142 
mßäßaXog 166 
NiixöSri^og 156 
Ndxoxv 156 
NfiXaycjyog 113 
Nff^iOiavög 115 
iVf^effw 1022 
NivaQig 168* 
iV^cüi- 127'*. 153 
vs(üT6nug 110. 114. 115 
NfifSQCjg 120 
Ns(ftQaovxog 106* 
iVtV*p 138. 163 
NCxKväQog 149 
iVixdAwo? 123* 
Mxwi' 125 
Nina 116'- 
NivvccQog 116* 
Nome 108* 
A?"«)!'!'« 105'- 
Nonnica 116* 
iVdffffo? 135 
Novellius 160* 
])lovjurjViog 139 
Numisius 160* 
"O« 167* 
'Out^og 166 
"Oc(Qig 168* 
'OßQKovyiQig 168* 
Octavia 160* 
"0;iA<? 168* 

'OAv^MTTfßrdf 123*. 149* 
'OXv^nixög 149* 
"OXv/unog 149* 
'OfJ.xpc<Xnxog 108* 
^OvrjGt^/ution' 102* 
'Ovi]a((fioQog 154 
"Oi'r«^t? 168* 
'p.(piXüg 127 
'ÖQßccXaariTag 143* 
'OpJ'^rßrof 144* 
'OgiOrr^g 149* 
'0()*(iTtai'6? 149* 
!fi()f;'fr?jf 105* 
'OQ&idg 165 
'Offß^f 151 
Osirschamar 132 
OvQovßng 156'' 



394 



H. Ottenjann 



'O^okXccg 168 3 
üa/ofxöig 105 ■* 
Pacuvia 160* 
IIadc</uovQyu(v6g 149^ 
II((tvov(ovaig 112 
IlntTUQÖßtig 156^ 
UaiTog 155 
nc<y.rjßxig 118 
IlKV/KQiog 157 
JJavxQccTrjg 145 
nayxQÜT{t)iu 145. 158 
Panniculus 105^ 116 -^ 
TlavTav^cavög 143 
nanclg 136. 141 
nanttg 120 
IlecniKväg 141 
naniag 141 
nanoi'iwg 120 
Ilänog 143 
nÜTTTTog 142. 143 
UaQcifxovog 102* 
UccQrjyÖQiog 157* 
UtiQtiÖQig 157 
TTa(>fAiv(ü)V 127 '^ 
77«? 143 
IJuaayäiyri 138 
Passer 116"^ 
nÜTulog 125 
najQKxaiig 114=" 

nÜTQUiV 125 

JTkvXk 164 
navkfiviog 1292 
nc(v?.rjuig 124 
UtwXivog 124 
77«i'Ao? 123 -. 152. 154 
/7frr« 124 
JliivKQovg 124 
TZfxw? 128 
JTtxvaäg 128 
Ufxvaig 128 
UekayQig 159 
77^()j'»j 140 
nt^ixlijg 149 
ntQCxXc« 149' 
IltQtxXiafri 149^ 

ntTfVHfiU)TT]g 108 

IlfT(vt(fQrjg 120 
/Zf^fi'f 118 
Peticius 160* 
IJtTQOxüoa^ 116^ 
ITtTQMviog 157. 162 
Petrus 109- 
'l^aTcSTog 164 
4^((kttXQ((t)v 116^ 
«/^fdoilf 127 
<j>ariuvrj 149 
'iHirCng 149 
4'uvig 127'' 
*//S 127 



^PdfQcog 123 '2 
^PiXiaxog 125 
4>ikoxlfjg 148 
4>i.XoxQäTr]s 123'^ 
4>iloxvQt,og 129"^ 
4>iX6'^tvog 125 
<PiXotjfisrr] 105 ■■' 
Phoebus 99. 123- 
'Poißktg 139 
'pQir]Qaxktiär]g llO'^ 
77^« Ao? 168 ' 
IliKTriQttßig 156^ 
7ZdA«x[oo? . .] 168 3 
HiaCdiog 140. 158 
TZtffwr 117. 121. 122 ' 
JIiTTovg 157 
77A«f 114 =< 
nXc'(Tü)v 152 
ID.mojviavög 149-'. 152 
nXf/u/iJiaav 121 
UktüTiviog 129- 

nxovxp 111 

IT(ö(((jtg 168^ 
noX^ixwv 147. 151 

nojUwv 1131 

77ü3AA« 164 
noXvlriov 105* 
Ilounriiarög 162 
Pompeius 160* 
Porapusidia 160* 
IlonXixittrög 149^ 
UönXiog 160 
ITo()(fvi)iog 144* 
IJöajovfxog 118 
TiQfaßi'TfQog 110. 114 
IJqöxXu 165 
IlQÖxXog 165 
ÜQÖnoXig 138 
IT()(iiJTOyf'}'Tjg 147 
JTQWToC'g 127 
Prune 116- 
^'«(fctQiog 116'- 
1'(fjfi(ur,')>]g 108 
VJivvfjaig 107. 119 
«/^oiV 107 
IlToX.f^uiog 125 
nToXffA{f)irog 102'^. 118. 

129 
nroXXaQoiJg 120. 125'' 
nroXXäg 125 
novXoag 164* 
novrctjuf'ß 127 
nvf^iäg 152 
Quarta 164» 
Eascila 108'' 
'P^yiXXog 165 
\PtaTovTog 123'^ 
Rodios 129- 
'PoScoviav^ 151 



'Poöiüvig 151 
'Poiunvög 149* 
•Po^C«? 149' 
^Pwfxävct 140. 163 
'Pco^vXog 127 -. 163 
'PwräßiTjg 168* 
'PcovCQii/usQig 168^ 
'PcüCovfiiQig 168* 
'Povßeig 168* 
Eubellia 160* 
Eufus 116- 
^Pov(^<{e)ivcc 163 
'PoiJifog 163 
'PovQt'ug 168* 
Eusticulus 116- 
Sabanas 105 -. 116 '•' 
Sabina 127- 
Zußlvog 127 
Ji"«(F«>l«? 118 
Salaputius 116'^ 
Salvia 160* 
Salvianus 123* 
2.'ä/ut&og 166 
2ia^uat,yfQccfxo; 166 
.^ard'« 168"- 
Sapaudus 105- 
^('cTiQün' 167^ 
2t«77pwj'«? 167 
2^aQU7iiäg 124 
:^«()«7rAür 118. 123. 127. 

132 
^^KQanovg 124 
Sarga 135*^ 
.Za^Jyf«;? 135* 
.Z'«(>j'ün' 135* 
.i^«(<K)'>j(»«f 168' 
ZaQfiÜTTjg 102 -. 129 
2in(j7Tt]du)r 102 -. 151 
2.{tQnrjSov(g 151 ' 
ZajaßößiUiV 125* 
^«TK/Soi;? 125. 127 
.^'«Ti'po? 125 
.Z^fiTilo? 154 
Saxio 129* 
Saxxonius 127'' 
Sciibonius 160* 
Seeundianus 108* 
Secundilla 164' 
2a7«? 154. 166 
.Z"f;(oi}j'J'« 164* 
.Zf>roi;fd"irj'Os 164 
Z"* zoüJ'J'o? 164 * 
.i"fj'fx«f 165 

ZiVtjXOviyiOV 105 

Senior 110- 
.TiJvrfAa/'f 115 
Septimius 123 -. 160* 
.l"ipr]vo? 102- 
^tvfjQog 165 



Indices 



395 



Ziäm'ia 1293 
2:iyiUog 134 
ZaXrjg 1683 
Zdovavös 154. 166^ 
Silvina 123 ^ 127 '^ 
ZCvöcaOfxug 142 1. 168 ■' 
ZCvSnXig 142». 168'2 
Zivi^öag 164"' 
Zi(f>wv 114 
Ziartfxöag 164^ 
ZxiovQag 168 3 
iL;ciU«| 136 
Zojuccidä&Tj 165 
^o^/a 1493 
Zoffiuv)] 149'' 
Zö(fiOiv 123^ 
^w? 105-^ 
Spanius 116 -^ 
ZnÜQog 135 
ZnXtvSiSog 163 
Staberia 160^ 
ZTSffavri 124 
Zrtif.avoig 124 
ZTQÜßwv 138. 149 
ZTQccßcovtavög 149 
ZxvQa'i 135 
Subilus 162* 
Subloanus 162"^ 
^o^>lAt? 168 3 
Zovfiüvr]Qt.g 168" 
ZovQßig 168=^ 
Surenti 129 » 
ZvfA(f.oQog 147 
Zufixpaig 116 •^ 
-S-i^?« 118. 122. 128. 1293 
ZvQrivug 167 
ZvQiKQ^rig 139 , 

ZvQiwv 128 
^i^pof 128. 147 
TttUfMÖig 120 
T«;//?wo!r 136. 158 
TßdCtoj/a? 120 
Tanfjaig 119 
TÜTTQn'^ig 121 ^ 
Tarachus 108' ' 
TuQxvagig 168^ 
TKQvfißiog 168^ 
TaaaQanioiv 121* 
Tctaov^ÜQiov 126 
T«T« 141. 143 
TIkt/-« 141. 143 
TuTiüg 143 
TttT/f 141. 151 
Tavfirjai,g 126 
T«if()<j 1052 
TßepaarjTag 143* 
T/Stö? 168 3 
TtSCuQig 168'' 
Trid iwvaQig 168^ 



TtißiQiuvög 145. 149» 
Tei/LioxQKTTjg 145 
Tfi.fj6,'}(og 145 
r^zrwr 112 
TT]X^jjiciyiav6g 149''' 
TrjXfUKxog 149* 
TtQTiu 164 
Tertius 163 
TioTvXXa 164 
mrtl 135 
TevxQog 168'' 
T?jfoj«s 164^ 
©ccfjaig 126 
Scci'/LiccXXog 155'^ 
Ocu^og 155. 165 
©«•/? 126 
Saiaägtov 126 
&aiaovg 126 
@«A^f 102-^ 
0«A;.fAt? 168» 

@KfXUQ 165 

Thascius 109^ 
0«(Ttf 106- 
Qavrig 106- 
@£c<vw 126 
&8ctvovg 115 
&r]XofXi{hQr]g 129 ^ 
OsjuiaToxXrjg 148 
0fd(ycü()of 126. 153. 154 
0fo{)"d(rtoj 158 
&eoxXrig 148 
@86^vrjaTog 155 
©fwr 115. 126 
&t6(fiXog 119 
©fo|gV« 106'^ 
©»?fT«i^? 126 
Sivnarrig 125 
0ivnc(TSQCf^rj&cg 125 
GXtaiojv 127 
00«? 136«. 141 
GoXofiaTog 155^ 
SofAuovg 127 
Oüvtg 126 
©i;Ady«7'o? 108^ 
Ticc&QTig 107 
TißeQiog 159*. 160 
TiXXÖQoßog 156 
TöxQig 168* 
Tormogus 129 '^ 
TQifiwQog 126* 
Tripeccio 116^ 
T^o;fdr(y«? 136. 136«. 168 
Tgoifäg 143 
Tgocfiut] 143 
Tgöififiog 143 

TQVffOiV 109 

Tovßwr 112 
Toi^;fdAf£? 168=* 
Toi;Atfa'()'o? 168- 



Turbalio 112* 

TovQßwv 112 

Turpilia 160* 
Tt'p/^«? 112* 
OvaXsQiog 160* 
Ovcc^a/uöag 164* 
OwTp«2'd? 113. 140 
Oj;>l7rt« 160* 
Ovnga/xovaig 168 
Vagulus 116 -^ 
Vales 108 -^ 
Veneria 105 ^ 127 ^ 
Veneriosa 127 -^ 
Victor 108'' 
Voconia 160* 
Vocontius 129* 
Zabadanes 154* 
Zabades 154" 
Zabbaios 154* 
Zß/S/S«f 154». 155 ^ 165 
Zabdathes 154-' 
Zabdas 154* 
Zabdeathes 154* 
Zabdela 154* 
Zabdibolus 154* 
ZaßäiXag 154 
Zabdos 154* 
Zabeides 154* 
Zabelos 154* 
Zabudes 154* 
Zaofiog 162'^ 
Zebedaios 154* 
Ztinvgog 108 ^ 
Zenobia 155 
Zr\vößiog 153. 154 
Zr\vo^oxiav6g 152 
Z/jrdJoroj 152 
Zr]vo(fiC(vi]g 149. 154 
ZoiiXog 105"- 
ZwTixög 167 * 
Zoi'ßXog 162-^ 

Italienisch. 

figlio 251 f. 

Venezianisch. 

Sentina 179 

Keltoligurisch. 

iailkovesi 251 
ialikovesi 251 



Irisch. 



he 258 



396 



H. Ottenjann 



Gotisch. 

ija 255 

ijos 255. 256 



Deutsch. 



Pflaume 320 
Eoß 277 



Lykisch. 

Apnnätama 260 
ebenne 260 
mene 260 
Purihiraeti-ti 260 
se 261 



III, Stellenverzeiclinis 







Seite 




Seite 


Aeschylus Choeph. 600 . . 


70-^ 


Cicero Tusc. disp. 2, 10, 24 


327 


Hik. 657 ff. . . . 


62 


Curtius Villi 7, 19 ... 


89 


Sept. 19 ... . 


197 


Cyprianus de opere et elee- 




Alex. Magni Macedonis epito- 




mosynis 18 p. 387, 15 H. 


2111 


mae rerum gestarum II 




Cyprianus ep 22, 2, p. 534, 8 ff. 


80 


58 W 


83 f. 


Declam. min. CCXVI p. 169, 
24ff. R 




Amm. Marc. XX 7, 14 




89 f. 


86 


Apuleiiis met. I 23 . . 




82 f. 


Dicta abbatis Priminii 17 




„ III 23 . 




209 f. 


(Kirchenb. Anecdota p. 




„ VI 13 . 




82 f. 


166/7 C.) 


82 


„ VII 17 




361 


Diodor VIII 29 


198 ^ 


„ X 16 . 




82 f. 


Donat. Interpret.Verg. zu Aen. 




Arnobius adv. nat. I 16 




208 


III 10: I p. 262, 28 ff. G. 


98 


„ „ I 63 




80 


Donat. zu Terenz Hecyra 358 




„ „ I 65 




206 


II p. 255, 15 W. . . . 


85 f. 


„ „ II 15 . 


206 


Ennius Ann. 573 .... 


340 


„ „ II 18 . 


207 f. 


Euripides Bacch. 876 . . . 


193 


„ „ „ II 46 . 


204 ff. 


Firmicus Mat. III 14, 10 . 


88 


„ „ II 54 . 


203 f. 


„ IV 19, 32 . 


86 


„ „ 11 70 . 


202 f. 


„ IV 20, 4 . . 


88 


„ „ III 4 . 


208 


Florus I 45, 23 . ... 


96 


„ ., IV 34 . 


208 


Prontinus I 5, 20 . . . . 


90 


„ „ V 2 . . 


205 


III 5, 1 ... . 


90 


„ „ V 18 . 


83 


III 5, 2 ... . 


98 


„ „ V 22 . 


206 


Fünf Dialoge gegen die Gno- 




„ „ V41 206 


209 


stiker II 15 (Kirchenb. 




„ „ VII 8 . 


206 


Anecdota p. 54 C.) . . 


82 


„ „ VII 9 . 


206 f. 


Gracch. bei Gellius 11, 10, 4 


340 


„ „ VII 22 . 


206 


Herrn. Pastor. Mand. IV 2, 




Asconius Pedianus in Milo- 




Patr. Apost. Op. GHZ. 




niam p. 27, 3 ff. K.-Sch. 


90 f. 


III p. 81, 28 .... 


83 


Callimachus hymn. in Apoll. 




Herodot. IV 155 


198^ 


65ff 


190 


VII 81 


59 


Cato agr. 144, 3 .... 


346 


Hesiod. scut. 212 . . . . 


74-2 


„ 156, 7 .... 


346 


Hist. Apoll. 14 p. 27, llff.R. 


80 


Chiron Mul. 24, 27 Oder . 


212 


„ 29 p.56, lOff. R. 


81 


„ 157, 29 „ . 


212 


Homer, hymn. in Cer. 482 . 


64- 


Cicero ad Att. 4, 1, 7 . . 


85 


»2" 59 


54» 


„ „ 5, 20, 5 . . 


345 


-^162 


54» 


„ „ „ 12, 38, 4 . . 


345 


Hör. sat. 1, 2, 128 . . . . 


353 


„ „ „ 13, 42, 1 . . 


345 


„ 2, 6, 93ff. . . . 


353 


„ Qu. 2, 15, 3 . . 


340 


Hyginus de mun. castr. c. 5 




„ de harusp. resp. 9, 19 


94 


p. 21, 16Ö'. G 


88 


„ in Verr. Act. II 1, 49, 




c. 49 p. 35, llft'.G. 


88 


128 


93 f. 






„ pro Cluentio 71, 20 


2. 


94 







Indices 



397 



Seite 

Inschriften. 

MSL. XVIII 271 If 260 f. 

Sber. Berl. Akad. 1911, 166 fif. 260 f. 

Griechische. 
Annual Brit. School at Athens 

XVII 215 fif 267 

Arch. f. Papyr. V. 156 fif. . 283 
Ber. d. Sachs. Ges., phil.-hist. 

KI. 63, 17ff 265f 

Berl. phil. Woch. 1911, 62 . . 264 
„ „ » „ 1578fif.; 

1641fif. 268f. 

Bull. corr. hell. 26, 570 . . 264 f. 

CIG. 3664, 20 78^ 

Class. Rev. XXV 139 f, (IHSt. 

1899 p. 120 f. Nr. 123) . 295 

%. tlQx. 1911, 9 fif 262 

„ „ „ 52fif. ... 268 

„ „ „ 123 fif. ... 264 

Gottesurteil v. Mantineia . 265 

Hermes 46, 154—156 ... 308 

IG. IV 55/6 77 

„ XII 5, 215 272 

„ „ „ 225 271 

IGA. 370 271 

„412 272 

„ 492 271 f. 

Jahresh. Ost. Arch. Inst. XIV 

163 fif., 269 f. 

Jahresh. Ost. Arch. Inst. XIV 

Beibl. 45 fif 283 

Jahresh. Ost. Arch. Inst. XIV 

Beibl. 133 fif 282 f. 

Jahresh. Ost. Arch. Inst. XIV 

Beibl. 139 ff 267 f. 

Eevue de phil. 35, 123 fif., 282 fif. 263 

Eevue des et. gr. XXIV 377 fif. 268 

Sber. Berl. Ak. 1911, 630 fif. 266 f. 

Theaterbillet aus Mantineia 265 

Kampano-etruskische. 
Weege, Vascul. Camp, in- 

script. ital. Nr. 33 . . 248» 

Etruskische. 

Agramer Leinwdr 314 

V 22 f. . 228 f. 

IX yl . 2261 

CIE. 5176 223 

Fabretti 806 224 

2343/6 315 

2598 . . . 225 ^ 230 

Inschrift von Magliano . . 226 * 

Oskische. 
Bück Nr. 1 (Cipp. Abell.) Z. 11; 

14/5; 30 4^ 









Seite 


Bück Nr. 2 (Tab. Bant.) Z. 9 4 » 


„ „ 2 (Tab. Bant.j Z. 12 4' 


,, »4 


5 


„ Nr. 19 (Fluch der Vibia 


) 


Z. 2 


6 


„ Nr. 45 (Täfelchen vol 


i 


Agnone) . . 3 fif. 252 


K 868 


Umbris che. 




Tab. iguv. Ib 16; 40 . . 


41 


„ IIa 15 . 






316 


„ „ IIb 2flf. 






6» 


„ III 4 . 






If. 


„ „ IV 6 . . 






41 


., „ IV 14 . 






2 


„ „ Va4 . 






1 


„ „ Vb 6 . 






1 


„ VIb 60 . 






4» 


„ VII b 1 . 






1. 3 


„ Vllb 3 . 






2 f. 


V. Planta Nr. 292 . 






71 


Volskische. 




V. Planta Nr. 240 .. . 


6 


Marrucinische. 




V. Planta Nr. 274, If. 






6 



Marsische. 
V. Planta Nr. 243 .. . 

Praenestinische. 
CIL. XIV 3110 ... . 



288 



Falls 


kische. 




CIE. 8002 . . 




. 239 


„ 8036 ff. . 




. 240 fif 


„ 8078 . . 




. 239 


„ 8196 fif. . 




. 251 f. 


„ 8246 . . 




. 239 


„ 8361 . . 




. 239 


„ 8381 e . 




. 239 f. 


Deecke Nr. 48 




6f. 


Glotta V 237, 1- 


-3 . . 


. 237 f. 



Lateinische. 
Annual of the Brit. School 

at Athens XVII 193 fif. . 250 

CIL. II 1750 246 

„ VI 2649 326 

„ VIII 1839 326 

„ VIII 9954, 15779 . . 246 

„ XV 6158 317 

Duenos-Inschrift .... 317 



Justinus II 10, 10 
XIII 5, 9 
XX 1, 11 



90 
87 
92 



398 



H. Ottenjann, Indices 







Seite 


Justinus XXI 4, Iff. 




92 


Livius I, 8, 3 . . . 




90 


Lucilius 567 . . . 




340 


Lucretius II 453 




86 


II 456 ff. . 




85 


VI 1080 . 




98 


Non. 463, 15 . . . 




323 


Novellen 62, 2 . . 




84 


Paneg. IX (IV) 18, 1 p 


. 260 




2ff. B. . . . 




95 



Papyri und Ostraka. 

Arch. f. Papyr. V 170 ff. . . 283 
Greek Pap. in the Brit. Mus. 
Vol. IV Nr. 1369, 1384, 

1392 287 

Oxyrh. Pap. VII S. 15 ff. Nr. 

1011 274f. 

„ VIII S. 20 ff. . 273 ff. 

„ VIII S. 103 ff. . 300f. 
„ VIII Nr. 1155, 

1158, 1160 283 f. 

Passio b. Georgii c. II . . 212 f. 

c. XV . . 213 

„ „ „ c. XVI . 213 

„ „ „ c. XVII . 213 f. 
Plaut. Amph. 302 ... . 87 

„ Asin. 52 348 

„ Aul. 525 323 

„ Bacch. 381 ... . 323 

„ 806 ... . 364 

„ 1102 .... 349 

„ Capt. 171 361 

„ 783; 945 . . . 349 

„ Cure. 204 323 

„ Most. 5 323 

., Pseud. 255 ... . 323 

„ Kud. 313 339 

„ Trin. 252 323 

Plinius nat. bist. XXVII 5, 37 85 
,. Paneg. c. 70, 6 . . 80 



Seite 

Polyb. II 23 278 

Pratinas (Athen. 617 c) . . 61 f. 
Ps.-Soranus, Quaest. med. 

(ALL. XIV 362) ... 83 
Quintilian. V 13, 24 . . . 85 
Schol. Bobb. in Cic. pro Sulla 

§ 17 p. 9, 28 H. . . . 94f. 
,, Terentiana ad Adelph. 
VI 1 p. 66, 29 Seh. . . 84 
Script. Hist. Aug. Vulcac. 
Gallic. Avid. Cass. 5, 1 I 

p. 87, 30 P 95 

Seneca de beneficiis V 2, 3 85 
epist. 109, 4 . . . 90 f. 
nat. quaest. VII 2, 2 85 
VII 27 80 

Soran. gyn. 2, 1, 14 . . . 191 f. 

Tac. Agr. 43, 6 358 

„ Ann. 12, 23 .... 328 
„ 13, 37 .... 89 

„ 14, 6 96 

Ter. Phorm. 502; 884 . . . 349 
Tertullian. adv. Marc. IV 36 

p. 545, 24 Kr 84 

Tertullian. de carn. resurr. 3 

p. 29, 21 ff. Kr. ... 82 f. 
Val. Max. I 1, 19 ... . 96 
„ „ I 7, 2 .... 97 
., VII 1, 1 ... 96f. 
„ V 2 Ext. 1 p. 232 

7ff. K 95 f. 

„ V 3 Ext. 3 p. 241 

7ff. K 95f. 

Verg. Aen. 4, 79 .... 343 
Vergilii Gramm. Epistola V 

p. 163, 15 84 

vita S. Severini (Corpus eccl. 

lat. IX) IV 7 . . . . 211 

XII 4 ... . 210 
Vitruv. de architect. V 115, 

5 p. 171, 28ff. E. . . . 85 



PA Glotta 

3 
G5 

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