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Full text of "Griechische mythologie"

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GRIECHISCHE 

MYTHOLOGIE 



VON 



EDÜAED GERHARD 

ORD. PROF. AN D. UNIV. ZU BERLIN 



MßMHSETAl TIS MAAAON H MIMH^ETAI. 



ZWEITEE THEIL. 

HEROENSAGE. ITALISCHES. PARALLELEN. 



BERLIN. 

DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIMER. 

1855. 



® 



tt^' 



INHALT DES ZWEITEN THEILS. 



DRITTES BUCH. HEROENSAGE. 

§621—933 ; . . . . s. 1-246 

Das Menschengeschlecht (§621) und dessen Heroensage; Quellen 
und Eintheilung des Sagenstoffs (622). Heroen und Todtendienst; die 
Heroen ein Abbild der Götter (623); Zukunft der Heroen (624). Fakti- 
scher (625) und symbolischer (626) Inhalt der Heroensage; der Heroen 
Gottähnlichkeit (627) und Abenteuer (628); ethisches und nationales 
Element der Heroensage (629). Methode ihrer Auslegung und Zeitbe- 
stimmung nach Massgabe faktischen sowohl als symbolischen Inhalts 
der Mythen (630). 

A. UEGESCHICHTLICHE MYTHEN. Stammtafeln griechi- 
scher Städte und Länder; deren Gewährsmänner und faktischer oder 
symbolischer Inhalt (§631). UrgeBchichtliche Mythen (632), bezüglich 
auf der Götter Geburt Erscheinung und Landesbesitz (633), auf ihren 
Verkehr mit Urvolkern (684; Aethiopen 635; vgl. Hyperboreer 320 ; 
Giganten und Kyklopen, Phäaken Meropen Asterier Kekrbps 634, 
3. 4), auf der ersten Menschen Entstehung Untergang und Wiederent- 
stehung (636), endlich auf Anfang und Fortgang der Civilisation (637 
die IapetossÖhne; 638 Schuld und Busse, Pandora und Chiron). Deu- 
kalion und andere Fluthheroen; die Väter der Menschheit nach Pindars 
Verzeichnis^ derselben (639). Sagen von Sittigung des Menschenge- 
schlechts: SohlangentÖdter, Hirten, Schiffsbauer, Buzygen, Metallaus- 
beuter, Baumeister und Bildner (640), Tonkünstler und Sänger (641), 
Priester und Propheten (642). 

B. VOLKSSTÄMME UND ÖRTLICHKEIT. Verkeilung des 
Stoffs unter Verknüpfung der Stammes- und Ortsbezüge (§648) mit 
überwiegender geographischer Ordnung (644). Revision der § 50 ff. ge- 
gebenen ethnographischen Grundlage (645) in Bezug auf Einmischung 
des Auslands (646 : Aegypter? Phönicier Karer und Leleger), auf Pe- 
lasger (647) und Thraker (648), Hellenen (649; Deukalion 650) und 
Achäer(651), auf Aeoler (652 Aeolos; dessen Söhne und Stammbaum 
653) und andre Mischvölker, im nördlichen Griechenland (654 Minyer 
Kadmeer Phlegyer Thraker Epeier) oder im Peloponnes (655 Dar- 
daner und Aeoler; vgl. Teukrer). Unterscheidung der Achäer und 
Aeoler (656). 

C. MAKEDONER UND THRAKER. Makedonen im Binnen- 
land (§ 657). Thrakische Küstenstriche 656); bacchischer Dienst von 



IV INHALT. 

apollinischen Heroen, Lykurg (659) und den Gesangsheroen (Orpheus 
660; Philammon Thamyris Eumolpos Musaios §661) bekämpft oder 
verbreitet; der bacchische Prophet Melampus und dessen Sprossen (662). 
Sagen der chalkidischen Halbinsel (663, Pallene); Thrakisches am Bos- 
porus, an Propontis und Pontus (664, Phineus). 

D. UMWOHNER DES PELION. Pelion Peneios und Tempe 
(§ 665). Die Kentauren (666) und Lapithen im Kampf (667); der 
weise Chiron (668). Lapithen und Phlegyer (669); Dei'oneus und die 
Aloi'den (670), Triopas und Phorbas (671); weite Verbreitung der 
Lapithensage (672 Koronis, Kyrene). Die Magneten (673) Achäer und 
Aenianen (674). — Umwohner des Oeta (675 Dryoper und Dörfer). — 
Die Hyperboreer (676). 

E. THESSALISCH-BÖOTISCHE MINYER. Begriff Macht und 
Grösse der Minyer (§ 677). Die Sage von Pherä (678 Admet und Al- 
kestis) Arne (Poseidon) und Iton (679Kyknos, Protesilaos). Geschlecht 
des Salmoneus (680 Tyro Pelias Neleus). Die Argofahrt, von Iolkos aus- 
gehend; Namen der Argonauten, ihre thessalische böotische peloponne- 
sische oder sonstige Herkunft (681). Geographie der Argofahrt (682). 
Orchomenische Sage von Athamas und Phrixos (683); Herscher von 
Iolkos (684: Kretheus Pelias Iason). Gegensätze des beiderseitigen 
Götter wesens (685) und beiderseitiger Symbolik (686 Wasser und 
Trockniss, chthonische und solarische Mächte; 687 Ethisches, Recht 
und Ordnung, Busse und Reinigung, Blut für Blut). Deutung der ein- 
zelnen Personen des orchomenisch-iolkischen Mythos : Phrixos und Helle 
(688 der goldne Widder), Tason (689) Aeetes (690) Medea (691). Die 
Abenteuer der Argofahrt zu Lemnos und Chryse (692), zu Kyzikos 
(693), an Propontis und Bosporus (Hylas, Amykos Phineus 694; Götter- 
dienst zu Hieron) und an den Küsten des Pontus (695) bis zur Ankunft 
beim kolchischen Aeetes (696 Zauberland), dessen Zauberkünste Iason 
mit Hülfe Medea's besiegt (697). Rückfahrt der Argonauten (698), 
nach vielfacher Irrsal (699) zu glücklicher Heimkehr gelangt (700: 
Tod des Pelias; Medea zu Iolkos und Korinth). 

F. BÖOTISCHE MINYER THRAKER UND PHLEGYER. 
Orchomenische Sage von Athamas (§701) und dessen Nachfolgern (702 ; 
die Symbolik ihrer Namen 703); Trophonios und Agamedes zu Leba- 
dea (704). Die siegreichen böotischen Aeoler aus Arne und Iton; Sage 
von Koronea (705 Kallirrhoe). — Die helikonischen Thraker: Sage 
von Thespiä (706 Narkissos, die Thestiaden; § 707, 1 Otos und Ephi- 
altes) und Daulis (Tereus 707, 3). — Phokische (Phokos 708), delphische 
(709) und lokrische (7 10) Landessage. Sagen derStädteTeumessos(711) 
Tanagra und Anthedon (712). — Phlegyer zu Panopeus (713 Tityos 
und Epeios) und Hyria (714 Euphemos und Eurypylos; 715 Hyrieus 
und Orion; 716 Lykos und Nykteus; 717 Euphemos, vgl. Malache). 
Minyer, Magneten und Teukrer (718). 

G. KRETER UND TEUKRER. Kretas Bevölkerung (§ 719). 
Söhne des Zeus von Europa (720); Sarpedon, Rhadamanth (721) und 



INHALT. V 

Minos (722 Poseidons Stier; 723 Pasiphae), Gegensätze in der Schilde- 
rung dieses Herschers (724). Kretisches G otterwesen: Stier dienst (725 
Minotaur; apollinischer 726; 727 Polyidos und Glaukos). Minoische 
Frauen (728) und Söhne (729). Kretische Kunstsagen von Dädalos 
und Talos (730). Kretische Ansiedlungen und Sagen in Lykien Kypros 
Lydien und Samothrake (Sarpedon Teukros Iasion 731). 

H. THEBISCHE KADMEER. Thebens Gründung und ältestes 
Götterwesen (§732); Kadmos (733) Europa und Telephassa (734). 
Abenteuer des Kadmos (735); seine Ehe mit Harmonia und sein Ende 
(736). Kinder des Kadmos (737); Pentheus und dessen Nachfolger 
(738); Amphion undZethos (739 Antiope; 740Mauerbau; 741 Götter- 
zorn, Niobe). Die Labdakiden und deren Fluch (742 Lajos, Chrysippos), 
die Sphinx und Oedipus (743), der Seher Tiresias (744). Zug der Sieben 
gegen Theben (745); Wechselmord der feindlichen Brüder und Rückzug 
der Argiver (746); Kreon und Amphitryon (747); Krieg der Epigonen 
und Einnahme Thebens (748). Thersandros, des Polyneikes Sohn (749); 
die Aegiden im Ausland (750). Ortssage vom thebischen Ismenion (751 
Kaanthos). 

J. ATTISCHE KEKROPIDEN UND IONIER. Bevölkerung des 
ältesten Athens (§ 752). Kranaos Amphiktyon und andre Vorgänger 
(753) des Kekrops (754); des letzteren Kinder Ery sichthon und die 
Thauschwestern (755). Erichtkomos, der göttliche Erdsohn (756), der 
Thauschwestern (7 5 7, Aglauros) Pflegling und Schutzgeist Athens (7 58). 
Erecktheus, mit Erichthonios früh verwechselt, in den Stammtafeln Vor- 
gänger des Pandion, bezeichnet mit diesem zugleich furchtbare Kata- 
strophen des attischen Landes (759 für Poseidon; 760 Tereus Prokne 
und Philomele). Den Kriegen gegen Euböa und Eleusis (761) ist der 
Opfertod seiner Töchter (762) verknüpft; symbolischer Inhalt des Na- 
mens derselben (763 0reithyia Chthonia Kreusa Prokris). Die Sage von 
Kephalos (764) und Prokris (765), als Symbolik der Tagesfrühe und 
des Tagewerks verständlich (766). Dädalos und die Metioniden (767), 
von denen vertrieben ein zweiter athenischer Pandion in Megara lebt 
(768). — Fernere Herscher Athens: 7<w(769) oder AegeustflO; Ein- 
mischung Poseidons ins attische Königsgeschlecht) ; unglückliche Kriege 
mit Kreta (7 71). Theseus, des Aegeus oder Poseidons Sohn, keinErech- 
theide(772); alsHeld bewährt auf seinem ersten Zug nach Athen (7 73) 
und dann oftmals (774), hauptsächlich im Zug gegen Kreta (775; Mi- 
notaur Ariadne 776). Seine Gottesfurcht (7 7 7) und seine nach aussen 
(778) und innen bethätigte Herschertugend (779). Theseische Frauen 
(780) und Söhne (781 Akamas und Demophon). Des Theseus Gegner 
Menestheus; sonstige Heroen Athens (782) und seiner Umgegend (783 
Marathon u. a.). — Heroensage von Eleusis (784 Kerkyon; 785Eumol- 
pos). — Königssage von Megara, vor (786) und seit Alkathoos (787). 
— Trözenische Sage (788): Hippolytos(789). 

K. ARGIVISCHE DANAER UND AEOLER. Lage und Volks- 
stämme von Argos (§790); Stammtafel seiner Heracher (791), deren N«? 




TI INHALT. 

men aich leicht erklären (792). Die Sagen von lo (793), von Danaos 
(794) und dessen Töchtern (795), namentlich Amymone und Hyper- 
mnestra (796), von Danae (797) Perseus (798. 799) Herakles und den 
Herakliden (800). Ansiedlung der Aeoler von Prötos zu Heilung seiner 
Töchter (801) dem Melampus (802) gestattet, von dessen Bruder Bias 
Adrast stammt Kriegszug der Sieben gegen Theben (803), bei welchem 
Amphiaraos (804) umkommt, sein Sohn Alkmäon aber (805) als Feld- 
herr der Epigonen siegt. — Sagen von TirynsMykene und Midea(806) 
Elektryon und Likymnios. Argivische Sagen im Ausland (807). 

L. ARKADISCHE PELASGER UND AEOLER. Arkadischer 
Stammbaum; Proselenen (§ 808). Pelasgos und Lykaon (809). Sonstige 
Urvölker Arkadiens, vertreten durch die Namen Evandros Dardanos und 
Pelops (810) und erst nach jenen durch Arkas (811). Des Arkas Söhne, 
Azan Elatos und Aleos (812). Kinder des Aleos, aus Tegea bekannt, 
Kepheus Auge und Lykurg; Telephos Sohn der Auge (813); von Ly- 
kurg stammen Ankäos und Iasos, der Atalante Vater (814). Neleische 
Aeoler (815) in Psophis (816 Alkmäon). — Arkadische Sagen aus 
dem Zeitalter der Herakliden (817). — Ortssagen des nördlichen mitt- 
leren und westlichen Arkadiens (818). 

M AEOLER ZU PYLOS KORTNTH UND SIKYON. Neleus 
zu Pyhs (§81 9), von Herakles bekämpft (820), ist Vater von zwölf Söh- 
nen (821); seines Geschlechtes Stammgott ist Poseidon (822). Zu Ko- 
rittih (vgl. Gen. Anhang M) herschen erst Heliossöhne der Urzeit (823), 
dann der äolische Sisyphos (824), durch Unternehmungsgeist und List 
hervorragend (825); Bellerophontes, Poseidons Liebling, flieht ins Aus- 
land zu Prötos und Tobates nach Lykien (826); dessen Kämpfen (827) 
sein Lebensüberdruss (828) folgt. — Sikyon, in stetem Wechsel- 
bezug zu Korin th (829) verständlich, anhebend als Aegialeia von König 
Aegialeus, dessen zahlreiche Nadhfolger (830) seit Lamedon attischen 
Einflüssen unterliegen (831); unter dem Namen Mekone ist es Sitz der 
Prometheussage (832). Im benachbarten Titane der ärztliche Heros 
Alexanor (833). 

M LAKONISCH-MESSENISCHE ATLANTIDEN. Stamm- 
baum der Atlastöchter (§ 834). Spartanisch-messenischer (835) Stamm- 
baum: von Perieres (836) stammt der spartanische Tyndareos (837) 
und der messenische Aphareus (838 Aphareiden und Leukippiden, 
Marpessa); nach dessen Sprossen Eurytos in Oechalia und die messeni- 
schen Asklepiaden (Leukippos, Einwanderungen des attischen Lykos 
und des äolischen Neleus 839) herschen. Messenden unter den Herakli- 
den (840 Merope). Ortssagen messenischer Städte (841). 

0. ELEISCH-ÄTOLISCHE EPEIER. Stammbaum des Aeth- 
lios und Endymion (§ 842); Epeios in Elis, Oenomaos und Pelops in 
Pisa (843); des Epeios Bruder Aetolos verlässt das Land. In Elis 
herschen Augeias und die Aktoriden (844), deren Besieger Herakles 
das Land an Phyleus gibt; dem letzten Epeier folgt der Dorier Oxylos 
(845). Geschlecht des Aetolos (846) und Namensdeutung desselben. 



INHALT. TU 

Aetolisches Götterwesen (847); ätolische Frauen (Marpewa Sterope 
Althäa 848). Die ätolischen Heroen Oeneus (849) Meleagros (850) 
Tydeus (851) Diomedes und Thersites (852). Sagenkreis des Diomedes 
(853) und andrer ätolischer Eberjäger Italiens (854). Der ätolische 
Stromgott Acheloos. — Sagen der Nachbarländer: thesprotische akar- 
nanische kephallenische (855). Die Taphier oder Teleboer (856 : Mentet, 
Fterelaos). 

P. WESTLANDE INSELN UND ASIEN (§ 857). Griechische 
Heroen, achäische oder teukrißche, in Unteritalien und Sicilien (858). 
Heroensage der griechischen Inseln: Kreta Kypros Rhodos und dieKy- 
kladen (859), Euböa Ghios Lesbos und Tenedos (860); kleinasiatische 
der troischen äolischen ionischen und lykischen Städte (861), ferner 
der phrygisch und lydisch bevölkerten Länderstriche (862). Heroensage 
des nördlichen Asiens und sonstige griechische Sagen im Orient (863 
Kyrene). Vertreibung der Amazonen (864); Wesen (865) Gebräuche 
Gottheiten (866) und Mythen derselben (867). 

Q. PELOPIDEN AEAKIDEN UND DARDANER (§ 868). 
Die achäischen Pelopiden Tantalos (869) Pelops (870) Atreus und 
Thyestes (871); des letzteren Goldlamm (872), sein Sohn Aegisthoi 
(873). Broteas Agamemnon und Menelaos in Sparta (874).-— Stamm- 
sage des Aeakos (875); Peleus (876) Thetia und Achill (8 7 7), zugleich 
mit dessen Sohn Neoptolemos einer symbolischen Deutung empfänglich 
(878). Die Aeakiden Telamon und Aias (879). — Stammsage des 
Dardanos aus Arkadien (880) und Troas (881); Troja's Herscher Lao- 
medon (882) und Priamos (883); die Priamiden und Antenors Ge- 
schlecht (8*4). Paris (885) und Helena (886), deren Entführung durch 
Atriden und Aeakiden gerächt wird (887). Achills Jugend und erste 
Feldzüge (888), seine Siege und sein V erhängniss (889); Kultusbexie* 
hungen dieses Helden (890) und symbolische Bedeutung desselben (891). 

Ä. DER TROJANISCHE KRIEG. Troja's Völker und Bundes- 
genossen (§892); SchüTskatalog der Achäer (893). Aeolerzüge nach 
Lesbos und Asien (894) und sonstige Geschichtsanlässe der Ilias (895). 
Gottähnlichkeit der homerischen Helden (896). Hauptmomente des troi- 
schen Kriegs: Antehomerica, im ky prischen Gedicht beschrieben, vor 
(897) und seit der Landung in Asien (898); Inhalt der IUaa (899); 
Posthomerica (900) mit Inbegriff der Iliupersis (901). 

& HEIMKEHR AUS TROJA. Sagenkreis der Nosten (§ 902). 
Agamemnons Heimkehr und Tod; Rache Leiden und Lossprechung seines 
Sohnes Orest (903). Dem Atriden Orest fällt als letzter Aeakide Neoptole- 
mos (904). Heimkehr noch andrer Aohäerhelden(905), vorzüglich des 
Odysseus (906): Odysseus ein Heros der Aeoler (907), nach seiner 
Persönlichkeit (908) und seinen hauptsächlich in der Odyssee (909) 
geschilderten Thaten (910) näher betrachtet. — Des Aeneas (911) 
Irrfahrten zu Aufsuchung neuer Heimath; sein Götterbezug (912) und 
sein Heldenleben (913). Ansiedelungen des Helenos und noch andrer 
Teukrer (914). 



VIII INHALT. 

T. HERAKLES UND DIE DORIER. Herakles, aus mehrfachem 
Ausland als Gott bekannt (§ 915), als griechischer Held sowohl aus 
Griechenlands Norden (916) als aus dem Peloponnes (917) und den 
Inseln (918) bezeugt. Charakter (919) Symbole (920) und Götterbe- 
zug (921) desselben. Persönliches Lebensgeschick (922), insonderheit 
Blutschuld und Sühnung (923) des Herakles; Zwölfzahl (924) seiner, 
grossentheils auf peloponnesische Oertlichkeit (925) rückweisenden, 
Abenteuer und zahlreiche sonstige Thaten desselben, in Hellas (926) 
sowohl als in Asien und im Westen (927). Symbolische Züge der 
Göttlichkeit (928) dieses in Schwächung und Feuertod asiatischen 
Sonnengöttern vergleichbaren (929) Helden. Gebräuche des ihm ge- 
widmeten Dienstes (930). Geliebte und Sprosslinge des Herakles (931); 
die Herakliden (932). — Sonstige Sagen des Dorierstamms (933). 

GENEALOGISCHER ANHANG .... s. 223-246 

A. Stammtafel des Aeolos (1. Abkunft des Aeolos; 2 a und b 
Stammbaum des Kretheus; 3. Stammbaum des Athamas. 4. Sisyphos, 
5. Salmoneus, 6. Töchter des Aeolos). — B. Amythaoniden : 1. Ge- 
schlecht des Melampus, 2. des Alkmäon, 3. des Bias. — C. Orchome- 
nische Minyer. — D. Lapithen und Phlegyer: 1. Geschlecht des Pe- 
neios, 2. des Phlegyas, 3. des Elatos, 4. des Eurypylos. — E. Hyria 
Panopeus (Euphemiden) und Thespiä. — F. Herscher von Kreta. — 
G. Könige von Theben: 1. Geschlecht des Kadmos, 2. der Sparten. — 
H. Könige von Athen. — J. Könige von Megara. — K. Herscher von 
Argos: 1. Stammtafel des Inachos, 2. des Argos, 3. der fo, 4. des 
Aegyptos und Danaos, 5. Danae Perseus Herakles. — L. Stammtafel 
Arkadiens: l.Pelasgos und Lykaon, 2. Geschlecht des Arkas, 3. des 
Elatos. — .MKorinth. — N. Herscher vonSikyon, laut (1) korinthi- 
scher und (2) sikyonischer Sage. — 0. Atlantiden. — P. Sparta und 
Messene: 1. Geschlecht des Amyklas, 2. des Perieres, 3. Herscher von 
Messene. — Q. Eleisch-ätolische Epeier: 1. Epeier in Elis, 2. Ge- 
schlecht des Aetolos, 3. des Oeneus, 4. des E venös, 5. des Thestios. — 
R. Pelopiden. — S. Aeakiden: 1. Geschlecht des Aeakos, 2. des Pe- 
leus, 3. des Telamon. — T. Stammtafel der Dardaner : 1. Geschlecht 
des Dardanos, 2. Kinder Laomedon's, 3. Geschlecht des Priamos. — 
V. Herakles und die Herakliden (Hyllos und sonstige). 



VIERTES BUCH. ITALISCHE MYTHOLOGIE. 

§934—1000 S. 247-358 

A. PELASGER SABELLER ETRUSKER LATINER. Volks- 
stämme des alten Italiens (§934): Iapygen Sikeler Aboriginer, in 
ihrer Gesamtheit der pelasgischen Bevölkerung Griechenlands ent- 
sprechend (935). — Götterwesea der umbrisch-sabellischen Völker: 



INHALT. IX 

^abinische umbrische und samnitisch-oskische Gottheiten (936). — 
Das Götterwesen Etruriens (937), nach Oertlichkeit (938) und Götter- 
namen (939) betrachtet. — Latium und die Latiner (940), nach Mass- 
gäbe dortiger Oertlichkeit (941), so wie des göttlichen (942) oder dä- 
monischen Personals (943 Penaten und Cärimonialgeister). Heroensage 
Latiums (944); die Sage vom troischen Aeneas (945). 

B. GRÜNDLAGEN DER RÖMISCHEN RELIGION. Roms 
Oertlichkeit und Götterwesen im Allgemeinen (§ 946). Rom ein Priester- 
staat (947) mit einer für die Zwecke gemischter Bevölkerung hinzu- 
getretenen Staatsreligion (948); Personal und Beruf des römischen Prie- 
sterthums (949). Das römische Götterpersonal, anhebend von den ältesten 
Gottheiten der sieben Hügel (950), hauptsächlich des Palatins (951 
Roma quadrata, Heiligthümer der Regia) Kapitals (952) Esquilins Qui- 
rinals (953) und Caelius (954); Einmischung griechischer Kulte seit 
der Tarquinier Zeit (955); die Beglaubigung der Gottheiten Roms auf 
Pontificalbüchern und Festkalendern beruhend (956). Göttervereine des 
ältesten Roms (957. Sacella Argeorum, Dii indigetes und novensiles, 
die kapitolinische Dreizahl); spätere Einteilungen (958. Varronische 
Götterklassen u. a. m.). 

C. DIE GOTTHEITEN ROMS. MÄNNLICHE. Namen- und 
bildlose Gottheiten des ältesten Roms (§959: die sieben Wahrzeichen, 
Feuerherd, Fascinum); Symbolik der Wölbung, des Kopfs und der 
Schlange (960: Consus, Tolus, Genius urbis). Janus, nach Ort und 
Wesen (961), Symbolen Bildung und Götterverwandtschaft betrachtet 
(962). Der Götterdienst des Saturn (963). Juppiters Namen und Wesen 
(964), Symbole und Gebräuche (965); alle anderen männlichen Gott- 
heiten Roms gehen in seinen Begriff auf (966). So Neptun Sol und 
Apoll (967; Aesculap), Mercur und Mars (968. 969; sonstige Kriegs- 
gottheiten), Vulcanus (970 ; Faunus, Lupercus), die phallischen und länd- 
lichen Gottheiten Terminus Vertumnus Silvanus und Liber (971); ein 
römischer Gott ist auch Hercules (972). Zuletzt über den Todesgott Dia, 
liber die Manen und andre Gottheiten der Todesweihe (973). 

D. WEIBLICHE GOTTHEITEN. Die Göttermutter, als Ops 
Tellus Ceres und mannigfach sonst benannt (§974): Bona-Dea (975), 
Ceres (976), Vesta und Matuta (977). Die römische Minerva; mit ihr 
verwandt Mens, Roma, Salus (978). Die römische Fortuna (9 7 9). Wesen 
und Dienst der römischen Juno (980); ihre Symbole Gebräuche und 
Götterbezüge (981). Diana und andre Lichtgöttinnen Roms (982. Vir- 
bius). Wesen und Dienst der Venus (983); als Ausflüsse dieses Götter- 
begriffs sind Concordia Spes Juventas Flora und zahlreiche ländliche 
Göttinnen zu betrachten (984). Die Todesgöttinnen Venus -Libitina, 
Mania, Proserpina u. a. m. (985). 

E. DÄMONEN UND HEROEN. Dämonische Beseelung im All- 
gemeinen (§ 986). Ortsdämonen, Berggeister, Fluss- und Quellgeister: 
Anna-Perenna, Juturna, die Camenen, Pales (987). Prophetische Le- 
bensgöttinnen der Geburt und des Schicksals (988: Carmenta Egeria 



X INHALT. 

Mana- Geneta, Victoria u. a.). Personificirte Begriffswesen, auf fleisch- 
liches Lehen sowohl als auf die Hauptmomente menschlicher Thätigkeit 
und auf geistiges Leben, desgleichen auf die bald beglückenden bald 
verderblichen Zustände bezüglich (989). — Die Dämonen persönlicher 
Beseelung (9 9 0) : die Penaten ursprünglich auf Besitz (991 Dioskuren), die 
Laren auf angestammten persönlichen Schutz (992 Manen), die Genien 
auf Zeugung und Beseelung des Individuums bezüglich (993). — Römi- 
sche Heroensage des Evander (994) und Romulus (995); sieben Könige 
Borns; Stammheroen römischer Familien (996). 

F. GOTTHEITEN DES AUSLANDS. Zuerst im Allgemeinen 
betrachtet (997). Serapis (998) und Isis (999), Mithras, Juppiter, Doli- 
chenus und Cybele (1000). 

ANHANG. MYTHOLOGISCHE PARALLELEN (1001). Ver- 
such einer vergleichenden Mythologie (-4); deren theils ethnograpJrische 
theils philosophische Grundlage (J5). Ueberblick des ägyptischen Götter- 
wesens ((7); die monumental bezeugte Achtzahl als älteste Form desselben 
(jD); Personal der ägyptischen Gottheiten (E)\ die ursprüngliche Vereh- 
rung des Sonnenlichts (F) ; Ritual und Todtendienst ( G). Die Götterwelt 
Indiens (H) und deren Symbolik («/); das Götterwesen Assyriens (L) 
und Babylons (M); die semitischen Kulte Syriens Arabiens Nordasiens 
(2V) und Pheniciens (0). Hinblick auf die arischen Religionen des Nor- 
dens, auf Slaven und Kelten, Germanen und Skandinavier, mit Voran- 
stellung der geschichtlichen Vermittler Asiens und Europa's (Thraker 
Skythen u. a. P) ; desgleichen auf amerikanische und turanische Religio- 
nen ( Q 1 — 3 ). — Leitende Gesichtspunkte für eine Vergleichung der 
Religionen (Q 4ff.). Nationale Gegensätze der semitischen ägyptischen 
und arischen, von Sem Harn und Japhet stammenden Völker; die grie- 
chische Mythologie hat ihre Anfänge aus beiderlei Wurzel empfangen 
(B). Nachweisungen eben jener Gegensätze in den Religionsvorstellun- 
gen von einer geschlossenen Zahl der Gottheiten (& Dualismus, Triaden, 
Siebenzahl, Zwölfzahl), von Wesen und Macht derselben (T solarisch 
oder tellurisch), von deren Bildung Symbolen und Gebräuchen (K Ueber- 
wiegende Weiblichkeit bei den Semiten; die Götterbilder ägyptischen 
Ursprungs), ferner in Kosmogonie und Theogonie (X. die hesiodische 
nach semitischem Vorgang) und auch in den Vorstellungen von Glanz 
und Verschuldung, wie von der Zukunft des Menschenlebens (F. Heroen- 
sage, Vorzüge der arischen Völker). Diese Darlegung gestattet es 
schliesslich, der griechischen Mythologie vor allen übrigen Mytho- 
logien den Vorrang zu geben (Z). 



DRITTES BUCH. 

DIE GRIECHISCHE HEROENSAGE. 

8 621. Mit den im höheren oder niederen Weltraum, in 
unumschränkter oder bedingter Macht, hoch über den Tagesge- 
schöpfen des Menschenlebens gebietenden und geniessenden Gott- 
heiten zugleich hat die hellenische Mythologie auch den sterb- 
lichen Wesen, die weiland im Götterverkehr auf Erden gelebt, 
eine die Grenzen menschlicher Kraft übersteigende Geltung an- 
gewiesen. 2 Wie der titanischen Urwelt das Reich der Olympier, 
wie dem Olyinposbeherscher Zeus ein Reich von ihm erschaf- 
fener Götter und Dämonen entstammte, war durch denselbigen 
Vater der Götter und Menschen auf seine Götterschöpfung auch 
die des Menschengeschlechtes erfolgt. 3 Der glückseligen Urzeit 
desselben hatte menschliche Ungebühr, wie sie im vierfachen 
Weltalter Hesiods und in sonstigen Sagen des Sündenfalles sich 
ausspricht, eine Grenze gesetzt; 4 ihr wird auch das Wechsel- 
spiel eines geschichtlichen Kampfs verdankt, der in Ueberwin- 
dung des Bösen den Menschen zum Helden, den Helden zum 
göttergleich auch von der Nachwelt gefeierten Heros ausprägt. 

$622. Die Heroensage, die wir aus solchen Anlässen 
neben der griechischen Götterwelt entstanden und, durch die 
Sagenfitlle griechischer Stämme und Oertlichkeiten, zu einem 
nicht minder ansehnlichen, aus Homer und dem epischen Cyklus, 
hesiodischer und sonstiger Dichtung, nächstdem durch die Lo- 
gographen reich ausgestatteten, Umfang gesteigert wissen, * haben 
wir zuvörderst in ihren allgemeinen Grundzügen, nach Wesen, 
Ort und Thatäusserung der Heroen, wie nach dem geschichtlichen 

Gerhard, Mythologie. ± 



2 DRITTES BUCH. 

symbolischen oder auch ethischen und zugleich nationalen Kern 
ihrer Sage, und nach den dadurch vorgezeichneten Wegen und 
Richtungen mythologischer Auslegung zu betrachten. 

1. Der 'Sagenstofl" griechischer Heroensage hat bisher nur in einzelnen 
Abschnitten eine grundliche Behandlung erfahren. Im Allgemeinen ist hier auf 
Apollodör und sonstige Mythographen, zu erster Einsicht allerorts auf Jucobi 
(mythol. Wörterbuch 1835) zu verweisen; im Einzelnen sind als Quellen haupt- 
sächlich a) 'Homer und der epische Cyclus' (Welcker der epische Cyclus, II. 
Bonn 1835. 49), b) 'Hesiod'und verwandte Dichter (Hesiodi Eumeli Cinaethonis 
Asii carminis Naupactii fragmenta ed. Marckschcffel. Lips. 1846), c) Pindar 
und die 'Lyriker' (Poetae Lyrici graeci ed. Bergk. Ed. 2. Leipz. 1853), die <f) 
* Tragiker' (Welcker die gr. Tragödien mit Rücksicht auf den epischen Cyclus 
geordnet, III. Bonn 1839—41), ferner die e) * Logographen ' und frühesten 
Historiker (Fragmenta historicorum gr. ed. C. et Th. Müller, Paris 1811. 4. 
Vgl. §631, 2), endlich die f) 'Grammatiker (§92, 7) zu betrachten. 

2. Nach dieser Eintheilung ist hienächst (§623 f.) über Wesen, Ort und 
Thatäusserung der Heroen, sodann über geschichtlichen (§ 625) symbolischen 
(§ 626) oder ethisch-nationalen (§ 629) Kern der Heroensage gehandelt. 

8 623. Der Name Heros, den noch bei Homer die Edlen 
der Gegenwart mit denen der Vorzeit gemeinsam führen, blieb 
seit dem hesiodischen Zeitalter diesen letzteren, mit Inbegriff der 
von Homer beschriebenen Helden, ausschliesslich ; 2 zur späteren 
Bezeichnung jedes geehrten Verstorbenen ward er allmählich in 
Folge des gleichfalls gesteigerten Dienstes der Todten erhoben, 
8 wie er denn nach so erweitertem Sprachgebrauch auch auf die 
nicht selten gleich Göttern und Heroen gefeierten Helden der 
Gegenwart ausgedehnt wurde, ohne deshalb, wenn von Heroen 
im Allgemeinen die Rede ist, den Grundbegriff heldenkräftiger 
Vorzeit zu verlieren. 4 Wie in allem Glauben an eine solche 
der Gegenwart überlegene Vorzeit die Vorstellung glücklicher 
kräftiger und langlebender Menschen jene anfänglichen Zustände 
der Menschheit dem Leben der Götter annähert, 5 sind auch die 
berühmtesten Thaten der einzelnen Heroen in Art und Weise der 
sie beschützenden Götter uad ihres Dienstes gedacht, G und wie 
durch seine Thaten, steht jenes vormalige Heldengeschlecht auch 
in seinem Leidensgeschick den Göttern näher als die, von Homer 
schon beseufzten, Sterblichen der Gegenwart. 

1. Ueber 'Name und Wesen' des Heros handeln Limburg-Brouwer (5, 



HEROENSAGE. ALLGEMEINES. $ 622-625. 3 

447 — 491) und Ukert (über Dämonen, Heroen und Genien, Leipz. Ges. Abhandl. 
1850. 2, 137ff.). 

2. 'Todtendienst' (Eckerm. Myth. 2, 123 ff.): innerhalb der Städte oder 
auch der Tempel geübt (Bötticher Tektonik 2, 1, 215. Ukert über die Dämonen 
201 ff.). 

§624. Was nemlich die Zukunft des Heldengeschickes 
betrifft, so ist nicht nur bekannt, dass die Hoheit der abge- 
schiednen Heroen auch in der homerischen Unterwelt, in den 
gezüchtigten Gottesfrevlern sowohl als in bevorzugten Todten- 
richtern, stolz einherschreitenden Helden schatten und deren Be- 
suchern sich kund gibt, denen nächstdem aucli Orpheus und 
die Genossen seiner Weihe sich beigesellen, 2 und dass jener 
Unterwelt ein von Kronos beherschter elysischer Wohnort Achills 
gegenübersteht: 3 das von den Göttern erwirkte Fortleben be- 
günstigter Heroen und Heroinen wird auch in Umwandlung ihres 
Wesens zu Thier- oder Pflanzengestalt, ja auch zu leuchtenden 
Sternen, oder wol gar zu einer Götternatur uns gemeldet die 
den Olympiern gleichkommt. 

1. 2. 'Fortdauer in Hades und Elysion': angehend hauptsächlich die a) 
'Gottesfrevler' Tantalos Ixion Sisyphos samt den Danaiden, die b) 'Todten- 
richter' Aeakos Minos und ßhadamanth oder Triptolemos samt dem c) 'Pro- 
pheten' der Unterwelt Tiresias, als d) 'sterbliche' Mitbesucher den Herakles 
Odysseus und Aeneas, als e) 'Mystagogen' den Orpheus, durch dessen Weihe 
auch Dionysos zur Heraufführung Semeies in den Hades gelangt. Im f) 'Elysion' 
bei Kronos weilt Achillcus und weilt mit ihm oder mit Menelaos auch Helena. 

3. Ein irdisches oder auch überirdisches ' Fortleben ' der Heroen (Limburg- 
Br. 5, 443 ff.) ward hie und da a) in deren 'eigner Gestalt' (für Ganymedes 
Tithonos Endymion Memnon Diomedes, auch Pierelaos Apd. II, 4, 5), andremal 
durch b) 'Verwandlung' in Thier- oder Pflanzengebilde (laut Ovids Metamor- 
phosen, Antoninus-Liberalis u. A.), aber auch durch c) Verwandlung 'in Gestirne' 
(worüber Eratosthenes Aratos und Hygin), oder endlich d) durch Aufnahme in 
den, vorzüglich dem Herakles vorbehaltenen, 'Götterkreis' vorausgesetzt. 

§ 625. Das so beschaffene, durch geschichtliche und Na- 
turverhältnisse verschiedenster Oertlichkeit überdies mannigfach 
gestaltete, Sagengewebe der griechischen Heroenwelt haben wir 
nun durch Zerlegung in seine ursprünglichen Bestandtheile fak- 
tischer sowohl als symbolischer und ethischer Art unserm Ver- 
ständniss näher zu bringen. * Und zwar betrachten wir als 

1* 



4 DRITTES BUCH. 

faktischen Inhalt der Heroensage theils jede durch Ortsbe- 
nennung und örtliche Sage gegebene Andeutung über Abstam- 
mung Heimath und Boden der nach Stammes- und Landesunter- 
schied hienächst zu erörternden Mythen, 3 theils den in vielen 
Sagen wie aus verschollner Erinnerung wiederkehrenden Glauben 
an eine dem jetzigen Menschengeschlecht vorangegangene Ueber- 
fluthung oder sonstige Vernichtung; 4 weniger die mannigfach 
überlieferte Kunde über dessen aulochthonische oder göttliche, 
ursprünglich rohe oder gottähnlich schon früh entwickelte, dem 
eigenen Boden oder dem Ausland verdankte Abstammung. 

1—5. 'Faktischer Inhalt' (MProll. 294ff.): niedergelegt theils in den a) 
Spuren von 'Volks- und Ortsbezug', die unsrer von §643 anbebenden Darstellung zu 
Grunde liegen, theils auch b) in den voranzustellenden Mythen von ( Untergang' 
eines ersten und ' Entstehung* des jetzigen Menschengeschlechts (§ 636), wie 
in dessen c) 'Entwicklung' (§6 40 ff.). 

§ 626. Einer so festen Grundlage wie ihr geographischer 
und ethnographischer Gehalt den Mythen gewährt, gesellt die in 
Namen und Bildern damit verknüpfte symbolische und ethi- 
sche Färbung der Orts- und Landesbezichung sowohl als der 
Heroengestalten und ihrer Thaten sich bei. Land und Boden 
betreffend, sind die Gcschlechtsregister griechischer Sage neben 
allgemeinen physischen Angaben * mit mancher Andeutung ge- 
füllt, wie die Vorzeit des Landes ans Licht und Dunkel 3 zum 
Tag der Geschichte erwachsen sei; in den Heroengcstalten aber 
pflegen wechselnde Erd- und Lichtsymbole die religiöse Gefühls- 
welt und Bildersprache ihrer Orte und Landschaften, namentlich 
durch gottähnliche Persönlichkeit den Gottheiten des Landes ge- 
mäss, zu bekunden. 

% 'Land und Boden' sind z. B. in Kranaos und Pedias, 'Licht und 
Dunkel' in Lykos Nykteus Endymion ausgedrückt. 

§ 627. Als Belege solcher in trotzigem Widerspiel oder 
frommem Nacheifer gleich wohl erkennbarer Gottähnlichkeit 
> griechischer ihren Landesgottheiten entsprechender Heroen * sind 
theils solarische und sonstige Lichthelden wie Perseus Bellerophon 
Theseus Paris, Dioskuren und Leukippiden, 3 oder neptunische, 
wie Aegeus, 4 oder noch andere zu erwähnen, die durch Schlan- 



- HEROENSAGE. ALLGEMEINES. §625-629. 5 

gengestalt oder sonst den Erdmächten gleichen; 5 wie deun auch 
weibliche Wesen der Heldenzeit, namentlich Io Europa Pasipbae 
Medea Helena und die Leukippostöchter, in offenkundiger Aehn- 
lichkeit mit Erd- und Mondgöttinnen uns begegnen. 

J. 'Gottähnlichkeit' der Heroen: in a) 'Widerstand', wie Tantalos Sal- 
moneus Prometheus mit Zeus, lodama uud Athena sich messen, oder in b) 
* Nacheifer und Gunst', wie der von Apoll betrauerte Hyakinth. 

2. Diese 4 Nachbildung der Landesgottbeiten' wird mit überwiegendem 
Ausdruck von a) 'Licht und Feuer' (vgl. auch Aeneas, der unverbrcnnücb : 
Klausen Aen. 16t f.), von b) ' Wasser' (Aegeus, Belleropbon-Glaukos : MProll. 
271 f.), von c) 'Erdgeburt' (Erichthonios in Schlangengestalt) oder 4 pluloniscber 
Wildheit' (Admetos, Laoinedon), oder von d) weiblicher 'Mond- und Erdkraft' 
(neben lo und Europa auch Kallisto: WTril. 128 ff. 137), weiter unten im Ein- 
zelnen uns oft wieder begegnen. 

§ 628. Thaten und Abenteuer dieser gottähnlichen Heroen 
zu würdigen, gewähren die ältesten Göttersymbole, namentlich 
Schlange und Stier als Gegenstand der ihrer Erdmacht obsie- 
genden Buzygen und Schlangentödter, den Mittelpunkt vieler, 
kadmeischer minoischer minyeischer und attischer, Mythen; die 
teukrischen llions heben an vom verhängnissvollen Geschenk 
eines aphrodisischen Apfels * und lassen die heilige Erdveste fallen 
durchs poseidonische Ross. 3 Andremal kommen solarische und 
siderische Symbole in Betracht, wie denn auch der Gesichts- 
punkt cyklischer Naturfeste, die ihren Helden als kämpfenden 
leidenden und endlich siegreichen Lichtheroen verherrlicht zu 
haben scheinen, für die ausgebildetsten griechischen Sagenkreise, 
solche wie wir in Argofahrt Ilias und Odyssee, Herakleen und 
Theseiden sie besitzen, in Rede gebracht worden ist. 

1 — 4. ' Buzygen und Schlangentödter' $ 640, 1.4; 'siderisches Symbol' 
ist z.B. der Hirsch im Mythos der Arge; die Ansicht * cyklischer Naturfeste' 
wird von Forchhammer (Hcllenika 358 ff.) und Scholl (Sophokles Aias, Einlei- 
tung S. 13 ff.) empfohlen. 

§ 629. In allen jenen letztgedachten Sagenkreisen und 
deren Heroen wird mit dem Fortschritt hellenischer Entwicklung 
das ethische Element mehr und mehr zu einem nationalen, 
* wie zumal in Hinweisung auf lason Achilleus Odysseus, auf 
Herakles und Theseus, der Fall ist. Der Unternehmungsgeist des 
Magneten- und Minyerstammes, die Ritterlichkeit des aebäischen, 



6 DRITTES BUCH. 

die zähe Beharrlichkeit seefahrender Aeoler, endlich die sieghafte 
Civilisation des dorischen sowohl als des ionisch-attischen Stam- 
mes, treten in den genannten Häuptlingen dieser Stämme lebens- 
voll und mannigfaltig hervor, 8 und bieten, wenn wir zum Ver- 
ständniss der Mythen eine Darlegung ihrer Bestandteile nun 
versuchen, als vernehmlichste, poetisch entwickelte und geschicht- 
lich empfundne, Grundzüge derselben sich dar. 

1. ' Nationales ' : Nitzscb, die Heldensage der Griechen nach ihrer natio- 
nalen Geltung (Kieler philol. Studien S. 375 IT.), 1841. 

§630. Die Methode zur Auslegung und Ausbeutung der 
Mythen ist durch die gedachte dreifache Richtung ihrer Analyse 
nun auch im Einzelnen leicht zu verfolgen. * Ausser dem Far- 
benhauch nationalen Gepräges, welchen besonders die jüngere 
Dichtung ihm aufgedrückt hat, ist es der theils faktische theils 
symbolische Gehalt, dessen Nachweisung zum Verständniss ein- 
zelner Mythen im vielverschlungenen Sagengewebe der griechi- 
schen Heroenwelt uns zu führen verheisst: 3 der faktische, der 
in Erwägung des Ortes und Volksstamms zugleich für die Zeit- 
bestimmung der Mythen massgebend wird, 4 sodann auch der 
symbolische, der in der Bildersprache bedeutsamer Gegenstände 
und Handlungen sich verständlich macht, und nach dem Vor- 
gang besonnener Forscher nicht weniger als der des geschicht- 
lichen Bodens eine gewisse Sicherheit mythologischer Deutung 
uns gestattet. 5 Eine nach dieser zwiefachen Richtung zu füh- 
rende Analyse hat nun zuvörderst zur allgemeinen Grundlage 
der mythisch verhüllten griechischen Urgeschichte uns zu ge- 
leiten. 

1. Für die 'Methodik' der Mythenerklärung sind 0. Müllers Prulegomena 
zu einer wissenschaftlichen Mythologie (Gott. 1825) hier neu zu erwähnen. 

3. Eine 'Zeitbestimmung' der Mythen (MProll. 132ff.) ergibt sich oft aus 
deren Volksstamm und Oertlichkeit, zumal nach Massgabe des Alters der Kulte 
(Eckerm. Myth. I, 230 f.) und damit verknüpfter Städtegründungen oder sonsti- 
ger geschichtlicher Ereignisse. 

A. URGESCHICHTLICHE MYTHEN. 
§ 631. Der Griechen Vorstellung über die Anfänge ihrer 
Urgeschichte ist in den mancherlei Stammtafeln einzelner Länder 



HEROENSAGE. METHODIK. $ 630. A. URGESCHICHTLICHES. $ 631. 1 

und Städte uns autbehalten: meist auf den Zeugnissen ältester 
Dichtung, dann und wann auch auf Staats- und Tempelurkunden 
beruhend, 2 gehn jene Stammtafeln in ihrer uns bekannten Ge- 
stalt doch nicht höher als in das Zeitalter der Logogr^phen, 
namentlich des Hekatäos Hellanikos Pherekydes und Akusilaos, 
hinauf. 3 Die darin ausgesponnenen Fäden verschiedenster Ab- 
stammung pflegen, durch Stamm- und Ortsbezeichnungen oder 
durch appellative Andeutungen der Landesnatur unverkennbar, 
aus Elementen eines nicht selten verschiedenen Ursprungs meist 
in verwandtschaftlicher Form zusammengekettet * und überdies 
mit symbolischen Namen vermischt zu sein, in denen die sagen- 
haft überlieferten oder als selbstverständlich vorausgesetzten Ur- 
zustände und Wechselspiele, die Uebergänge vom Dunkel zum 
Licht, vom Schlamme zur Trockniss, von Wildheit zur Civilisa- 
tion, entsprechende Personalbenennungen gefunden haben. 5 Jene 
Geschlechtsregister werden demnach unsern ethnographisch ge- 
ordneten Erörterungen der griechischen Sagenkreise zu Gründe 
liegen; voranzustellen jedoch sind einige andre, welche, obwohl 
ihre Vorstellung oft als Eigenthum einzelner Landschaften und 
Stämme sich geltend macht, nicht weniger auch dem allgemei- 
neren Bezug frühester menschlicher Entwickelung angehören. 

1. Die 'Stammtafeln' griechischer Städte und Länder sind zunächst aus 
Apollodor und dessen Erklärern (Heyne Obss. p. 364 ff.) zu entnehmen. Das« 
selbige dann und wann aus Staats- und Tempel Urkunden geschöpft sind, macht 
Müller (Gr. Lit. G. 1, 477) mit Bezug auf die der attischen Butaden (P. I, 2$, 
6. riut. X oratt. 7) und der Antheaden zu Halikarnass C. I. 265) wahrschein- 
lich; auch legen für frühe Benutzung ähnlicher Quellen Schriften wie die des 
Hellanikos über die Herapriesterinnen von Argos (ItQSiai rijg "Hqus fragte. 
44 ff.) ein Zeugniss ab. 

2. Unter den ' Logographen' ist die heroische Genealogie hauptsächlich 
von a) 'Hekatäos (vier Bücher Genealogien, fragm. 332 — 364, in eklektischer 
Begutachtung: rade yqcUpb) log poi äXrjQfa doxu tlvtu fr. 332), von b) 
1 Hellanikos', der eine Phoronis, Boiotika Deukalioheia Thessalika Argolika 
Aiolika Troika u. a. m. geschrieben hatte (Fragmenta ed. Sturz, ed. 2. Ups. 
1826. Müller bist. gr. fragm. I p. 45 ff.), vom c) attischen 'Pherekydes' (fragm. 
ed. Sturz, ed. 2. Lips. 1824. Müller bist. gr. fr. I. p. 71 ff.) in zehn Büchern 
'IotoqUu bearbeitet worden, die im ersten Buch Theogonie, in den vier fol- 
genden den argivisch-thebanischen Stammbaum des Agenor, dann Aeoiiden tnfrd 



8 DRITTES BUCH. 

Atlantiden enthielten. Die Willkür der Bearbeitung ist hauptsächlich für rf) 
'Akusilaos' (Müller fragm. 1, p. 100 ff.) bezeugt. Die Erneuung hesiodischer 
Mythen, die ihm und dem Eumelos als gelehrter Diebstahl ausgelegt ward (Clem. 
ström. 6, 2, 26) wollte er als eine bessernde Sichtung oaa dttoq&ovio ibv 
'HofoJov, Euseb. praep. 10, 7, 7), angeblich auf Grund ausgegrabener Erz- 
tafeln (Suid. Idxovolkaog. Schumann de compos. Theogoniae 1854 p. 26) aus- 
geführt haben. 

§ 632. Die mythische Auffassung solcher Ur- und Gesil- 
tungs zustände im Allgemeinen nachzuweisen, haben wir hier 
zuvörderst, anknüpfend an die schon oben erörterte hesiodische 
Vorstellung, die mancherlei Sagen zusammenzustellen, welche 
auf ein anfänglich den Göttern und Menschen gemeinsames Erden- 
leben rückweisen. * Mit den hesiodischen Zeitaltern der Mensch- 
heit in Einklang, wird uns in einzelnen, dem Untergange des 
ersten Menschengeschlechts vorangehenden» Zügen der Götter 
Geburt und Erscheinung auf griechischem Landesboden, ihr zum 
Theil erst erstrittner Besitz bevorzugter Städte und Länder, ihr 
Umgang mit Menschengeschlechtern der Urzeit, 3 ferner die mit 
dem Gedanken an frühe Verschuldung verknüpfte Vorstellung 
von Untergang und Wiedererneu ung des Menschengeschlechtes 
vorgeführt. 

1 — 3. Diese einer bestimmten Oertlichkeit entbehrenden * urgeschicht- 
lichen Mythen' sind hienächst in Bezug auf a) 'der Götter Geburt, Erscheinung 
und Landesbesitz auf Erden' (§635), wie auch auf ihren b) 'Verkehr mitUrvölkern' 
(S 634 f.), auf c) 'der ersten Menschen Untergang und Wiederentstehung' (§ 636), 
endlich auf d) 'Anfang und Fortgang der Civilisation ' (§ 637 ff.) vorzutragen; die 
damit zu vergleichende hesiodische Vorstellung ward oben $ 1 1 7 ff. erörtert. 

§ 633. Was nun der Götter erste Erscheinung auf Erden 
betrifft, so ist diese theils durch der Landesgottheit, für Zeus 
Athena und sonst von uns nachgewiesene, Geburt auf heimischem 
Boden, * theils durch die Sage von ihrem glorreich vollführtem 
Kampf um des Landes Besitz gegen andre wetteifernde Götter 
bezeugt, wie bei Betrachtung der einzelnen Gottheiten haupt- 
sächlich in Heras Athenens Apollons und anderer Gottheiten 
Kämpfen gegen den unhellenischen Poseidon uns kund ward; 
Zeus zwar scheint über die Voraussetzung solchen Streites er- 
haben zu sein. 



HEROENSAGE. A. URGESCHICHTLICHES. § 631—634. 9 

1. 'Geburtssagen' von Zeus und Athena: oben $211, 2. 265, 36. 

2. Beim * Kampf um Landesbesitz ' pflegt Poseidon, durch Verlust oder un- 
guten Tausch (^Afioißtvg § 240, 3), stets benachtheiligt zu sein : abgestritten 
ward Argos ihm von Hera, Athen von Pallas, Delphi von Apoll, Korinth von 
Helios, Rhodos von den Teichinen (Kl. Aen. 16, 57). 

$ 634. Dass jener Landesbesitz der die Erde allmählich 
einander vertheilenden Gottheiten bereits auch mit sterblicher 
Bevölkerung verbunden war, * geht theils aus Götterschmäusen 
und aus der Gottheiten Ehe mit Stammheroen und Stammheroinen 
der Urzeit, theils aus ausdrücklicher Erwähnung von Völker- 
schaften der Urzeit hervor, denen auch eine, mehr als den spä- 
teren Menschen es zukam, gottähnliche Natur beigelegt ward. Als 
solche Völkerschaften sind die gottgefälligen Aethiopen Poseidons 
und Hyperboreer Apolls bekannt; 3 aber auch ein und das andre 
in seiner ursprünglichen Roheit und Höhlenbehausung verbliebene 
Riesengeschlecht, das den Göttern sich gleichzustehen vermass, 
wird in der Giganten und in der Kyklopen Benennung erwähnt. 
4 Bei milderer Sitte lässt selbst das Phäakenvolk sich ihnen ver- 
gleichen, wie denn auch noch andre Volksstämme der Urzeit, 
namentlich die Meropen von Kos, die Asterier von Tenedos und 
selbst das Geschlecht des zum Schiedsrichteramt unter Göttern 
gewürdigten Kekrops sich ihnen anreihen lassen. 

1. * Volksstämme im Götterverkehr': Preller im Pbilologus 7, 37 ff. 

2. Von a) ' Götterschmäusen', wie die der 'Aethiopen* (§635), bei denen 
Poseidon sass (Od. 1, 26), werden die Theoxenien (BöckhPind. p. 194. Polemo 
fr. p. 67) abgeleitet; bei dem zu Mekone spielt des Prometheus List (Hes. 
Th. 536. Pr. Phitol. 7, 39). Von den 'Hyperboreern' ward oben § 320 gehan- 
delt. — Den b) 'Götterehen' des Zeus Poseidon (§209, 2. 242) und anderer 
Götter mit Stammheroen der Urzeit gegenüber, sind auch Vermählungen der 
Landesgöttin mit dem Stammheros, namentlich wenn Thetis und Helena, Nepbele 
und Ino, Chryse Harmonia und Niobc für Göttinnen gelten (WKret. 37), sehr 
reichlich bezeugt. 

3. 'Erdriesen' und Höhlenbewohner (rtjyeveTg Ar. Nub. 845; Giganten 
§ 130. Kyklopen § 107, 2; auch die Lästrygonen der Odyssee gehören hieher. 

4. 'Sonstige Urvölkcr' sind die a) aus der Odyssee bekannten 'Phäaken' 
(Dunkelmänner, von yctios, nach Welcker, die homer. Phäaken und die Inseln 
der Seligen, kl. Sehr. 2, lff.); die b) 'Meropen' zu Kos (vgl noXetg /lkqotkov 
dv&Q(6n(ov II. 18, 496; Müller GGA. 1838 no. 38. Merops auch Aethiopen- 
könig und König von Rhyndakos); die c) 'Asterier' als erste Bewohner von 



10 DRITTES BUCH. 

Tenedos (Hesych. 'Aaiiqioi. MDor. I, 311); auch d) 'Kekrops', der schieds- 
richtend über Athens Besitz zwischen Poseidon und Athene stand (Apd. 3, 14, 1), 
ist hier zu nennen. 

$ 635. Nachdem von den Hyperboreern schon oben die 
Rede war, bleiben von jenen mythischen Völkern der Urzeit die 
u4ethiopen hier zu erörtern uns übrig. Wie ihr Name ein Brand- 
gesicht ausdrückt und dadurch auch manchem vulkanischen Land 
zur Bezeichnung diente, 'wird auch der Ort ihres Aufenthalts 
an die Grenzen des Sonnenlaufs, im Osten und auch im Westen, 
dem Okeanos und den Indem benachbart, in der Richtung 
Aegyptens erst spat gedacht; 3 als schwarzes Volk an der Sonne 
Quellen kennt sie Aeschylos, als Lieblinge der Götter zu deren 
Schmausen Poseidon auszieht Homer. 4 Ihre im Ganzen mohren- 
hafl zu denkende Bildung schliesst Schöuheitsmuster wie Memnon 
eins darbot nicht aus: Memnon der Göttin des Frühroths be- 
rühmten, in Troas Persien und Aegyptcn begraben geglaubten 
Held, der bei Erzählung des Troerkriegs uns von neuem be- 
gegnen wird. 

1—4. 'Aethiopen': Hom. Od. II, 22ff. Hes. Th. 985. Acsch. Prom. 808 ; 
Suppl. 288. Herd. 7, 70. Völker myth. Geogr. 114 ff. Forbiger in Paulys Encykl. 4, 
1760. Welckcr Ep. Cyclus 2, 204 ff. 

§ 636. Aehnlichen Mythen gottähnlicher Völkerschaften der 
Urzeit gehn theils die Sagen über der ersten Menschen 
aus Erdschlamm Fels oder Bäumen vorausgesetzte Entstehung, 
. 2 theils der in zahlreichen Abstammungssagen enthaltene Glaube 
an eine von Zeus oder andern Gottheiten ausgehende Zeugung 
des ersten Menschen, 3 theils endlich auch die titanische Men- 
schenbildung aus Elementarstoff zur Seite; 4 und zwar ist mit 
dieser letztern, laut Hesiods und des Aeschylos Ansicht, erst 
alle Möglichkeit eines auch ohne die Götter geschaffenen und 
berechtigten Menschengeschlechts, dann aber auch alles Bekennt- 
niss seines ohne die Götter ohnmächtigen und straffälligen Da- 
seins, 5 zugleich mit dem Glauben an eines früheren Menschen- 
geschlechtes Vernichtung durch Zeus, gegeben. 

1. 'Der Menschen Entstehung' (Völker Japet. 325 ff. Preller, die Vorstel- 
lungen der Alten vom Ursprung des menschlichen Geschlechts, Philologus 7, 



HEROENSAGE. A. URGESCHICHTLICHES. % 635—637. 1 1 

4 ff.) ward im autochthonischen Stolz der Athener (seit Solon, meint Pr. a. 0. 
7, 28 ff.) und andrer Volksstämme (Censorin. cap. 4. Liv. 38, 17. Pr. ebd. 26 ff.), 
am liebsten in der selbsttbätigen 'Naturkraft' gesucht, die aus a) ' Erdschlamm' 
den Deukalion und Phoroneus, aus b) 'Felsgebirg' den arkadischen Pelasgos, 
aus c) * Bäumen' den Aeneas und die Korybanten (Pr. ebd. 7, 11 f. vgl. ix 
/LisXinv Hes. Opp. 145) ans Licht gebracht haben soll, worauf auch das 
sprichwörtliche anb öqvoq rj anb 7i€tqt)q (Od. 19, 164; vgl. II. 22, 126. 
Gottl. zu Hes. Th. 35. Pr. Piniol. 7, 13. 20) sich bezieht. 

3. 'Titanische Menschenbildung' des Prometheus (§ 121, 1. Hoin. IIAp. 
336: Ttrijvts is deot, tu>v ig uvÖQsg re (htoC i%) aus bildsamem Stoff 
der vier Elemente (Diod. 1, 6. Volk. Japet. 330), hauptsächlich Wasser und 
Erde (11.7, 99. Diod. 1, 7. Volk. Japet. 326 ff.). 

4. 'Sündenfair. Das silberne Menschengeschlecht lässt Hesiod (Opp. 133 ff.) 
seines Uebermuths wegen durch Zeus umkommen und deutet den durch eigene Fehde 
erfolgten Untergang des ehernen Geschlechtes gleichfalls an (Opp. 152. 156 not.): 
eben dieses Geschlecht ist es aber, welches laut Apollodor (I, 7, 2) durch eine 
von Prometheus dem Zeus angerathenc, nur den Deukalion und die Pyrrha 
verschonende, Fluth umkam. 

5. 'Untergang des ersten Menschengeschlechts': nach h ersehender Sage 
durch eine a) 'Fluth' (§ 639), woneben ausnahmsweise auch wol ein b) ' Weltbrand ' 
(vgl. die Phaethonssage: Phil. Her. 667. Hyg. 152. WTril. 573 f.) oder selbst eine 
c) 'Weltseuche' (P. 9, 5, 1 Ektenen; Harpocr. v AßuQig) angenommen wird. 
Hieneben ist auch d) der hesiodische Ausdruck des unter die 'Erde' versenkten 
(Zevg €xqv\}j€ Opp. 138; xmä yata xalvipe, nämlich als unterirdische Geister) 
silbernen Geschlechts zu beachten. 

§ 637. In der ferneren Entwicklung des Menschengeschlechts 
bleibt jener doppelten Ableitung desselben, aus Samen des Zeus 
oder aus Lehm des Pronetheus, freier Spielraum vergönnt, wie 
denn auch die Annahme ursprünglicher Roheit oder eines dem 
neuen Geschlecht gleich anfangs gewährten Grades der Sittigung 
seit alter Zeit schwankend blieb. * In beiden Fällen wird der 
Iapetossöhne Mitwirkung zum Wohl der Menschheit erkannt, nur 
dass es, um dauernden Vortheil daraus zu ziehn, ihrer Einigung 
mit dem. Willen des Zeus bedarf. 3 Im Gegensatz ihrer titani- 
schen Freiheit gegen die Weltordnung des höchsten Gottes eben 
so sehr zu Vertretern des Bösen als zu Wohlthätern der Mensch- 
heit geboren, 4 haben jene Iapetossöhne theils, wie Menötios, von 
des Zeus Blitz getroffen ihren Widerstand durch Vernichtung zu 
büssen, 5 theils schlägt, dem Zeus unterthänig, ihre Anstrengung 
zum Heil der Menschen aus. Atlas, dessen kräftige Schultern 



12 DRITTES BUCH. 

die Säulen des Weltalls tragen, wird mit der \on ihm erzeugten 
Plejaden Beistand zum sternenkundigen Lehrer für Schiffahrt 
und Ackerbau, ° und alle von dem Besitz des Feuers abhängige 
Kunstthätigkeit gedeiht, seit Prometheus dem Zeus versöhnt ist, 
in höherem Masse. 

1. Der * göttliche Ursprung' fuhrt ursprungliche Gesittung, der 'titanische' 
ursprüngliche Roheit mit sich; vgl. § 634, 2. 3. 
. 2—6. 'Iapetiden': § 114 ff. 

§ 638. Schuld und Busse, die jener Einigung vorangingen, 
haben wir hier genauer zu erwägen. Dem Glauben an eine tita- 
nische Menschenbildung verknüpft, konnte der hesiodische Mythos 
von einer Bethörung der Menschen durch Zeus, von der Un- 
heilsbüchse Pandoras und von der durch Epimetheus den Men- 
schen erwachsenen Schuld zu Ansehn gelangen; *dem Glauben 
aber an göttliche Abkunft des Menschen war auch ein anderer 
sittlicher Standpunkt nothwendig. Diesem gemäss giebt es zwei 
Hauptvergehen der ältesten Menschheit, Lebendiges morden und 
mit den Göttern sich messen. 'Jenes erste heischt Blut für 
Blut: auch beim Blute des Opferthiers wird es bald durch Bu- 
phonienbräuche gesühnt, bald trägt es den Fluch des Königs- 
sohns in sich; der Blutschuld des Athamas geht die von Flei- 
scheslust anhebende des Laios zur Seite. *Tantalos aber, der 
seines Sohnes Fleisch zum Göttertisch brachte, trägt doppelte 
Schuld wegen seines Versuchs durch Ueberlistung der Götter 
Weisheit zu täuschen. So büsst auch Prometheus am meisten 
den Fluch jener auch fiir die Menschen erstrebten Gottähn- 
lichkeit, 5 und vermag diesen Fluch nach tausendjährig er- 
duldeter Strafe wiederum nur durch alle persönliche Hingebung 
zu versöhnen, die endlich Chirons freiwilliger Tod vollständig 
ihm möglich macht. 

1. 'Pandora': §120, 5 ff. Schömann de Pandora, Gryph. 1853. 4. 

2. 'Blut für Blut' in der Buphoniensitte als Busse des ersten Opferbluts 
(P. I, 24, 4. Herrn. Gottesd. Alterth. §61, 17). 

6. * Opfertod des Chiron': avxtöoviog 61 Ji\ I/oo[irjOfrog j6v «rr* 
aifTOv t£&vr}£6 t utvov «9ttvctTov omtog ant^are (Apd. 2, 5, 4; vgl. WTril. 
48. 87). Des Prometheus 'Hingebung': im Kranz oder 'Ring* (WTril. 50ff.) 
angedeutet. 



HEROENSAGE. A. URGESCHICHTLICHES. $ 637—639. 13 

§639. Rückweisend auf die verschollene Wohlthat ge- 
zähmter Wildheit, gehen dem Iapetidenmythos die mancherlei 
andern Berichte von frühster Entstehung und frühester Sittigung 
des Menschengeschlechtes zur Seite. Ursprünglich getrennt von 
des Lehmbildners Prometheus vermuthlich zu Sikyon und Athen 
entstandener Sage ist die thessalisch-lokrische seines angeblichen 
Sohnes Deukalion 2 und der gleich ihm als Väter des Menschen- 
geschlechts, an verschiedenen Orten verschieden, bekannten Heroen. 
Ihre Namen sind theils aus sonstiger Erwähnung von Fluthheroen 
arkadischer böotischer oder thessalischer Oertlichkeit, wie Dardanos 
Saon oder Perirrhoos, 3 theils aus der Fülle wechselnder Sagen 
zu entnehmen, mit welcher Pindar Kretas Kureten und Kory- 
banten, Böotiens Alalkomeneus, den arkadischen Pelasgos, eleu- 
sinischen Diaulos, lemnischen Kabeiros, pellenischen Alkyoneus, 
libyscher und ägyptischer Namen zu geschweigen, als erste Erd- 
söhne zusammenstellt. 

1. * Deukalion': unten §650. 

2. ' Fluthheroen ', deren Rettung im Kampf mit den Elementen erfolgte, 
sind a) der durch Schlauchfahrt über das Meer gerettete arkadische 4 Dardanos' 
(Jac. 225. Kl. Acn. 375 f. 388) und der b) aus Theben und Samothrake, auch 
Lebadea (P. 9, 40, 2), bezeugte 'Saon' (MOrch. 65. Kl. Aen. 363 IT.; vgl. Salios 
zu Mantinea, bei Festus s. v.). — Als c) nach Dodona gerettet wird ein Aeolide 
'Perirrhoos' (HeQiQog o Ixäorov nttTg rov AtoXou, zum Zeus NaVos nach 
Dodona gerettet, Bekk. Anecd. I, 283, 23; Jahn Leipz. Ges. 8, 303 liest 
HsQiQQoog 6 Ioxiiarov, Ob Axdaiov der, wenn nicht als Aeolossohn, doch 
als Aeolide bekannt?) genannt; auch der d) megarische 'Megaros' (P. I, 40, 1) 
ist hieher zu ziehn und der ^ orchomenische Meerschwimmer 'Phrixos' (Kl. 
Aen. 375 f.) zu vergleichen. Als f) erster Menschensammler nach der Fluth 
wird auch der koische 'Merops* des Hyas Sohn (Schol. II. 1, 250) erwähnt. 

3. 'Pindars Zeugniss' über die Väter der Menschheit lautet im neuent- 
deckten Fragment aus dem sogenannten Origenes (oder vielmehr Hippolyt; bei 
Schneidewin Philol. I, 421 ff. 437) folgendermassen : ItvfrQtonov öl raV «V- 
Jcü*€ 7tq(6t(c . . . xaXejiöv <T igsvQtjur, ttfre Boionolaiv IdXaXxout- 
vevg nqmog uv&Qiomov vntQ KctyioCdog XCftvug «vta/ev—, afre Kov- 
QtJTeg eoacci' Iäeciot yivog rj <pQvyioi KoQvßavreg, ovg lUXtog ngw- 
iovg tntidiv fevÖQtHfvstg a^ßXttainvovTKg, kXts nnootXciveuQV liQxaölet 
öiov TleXnoyov IlaQQtxotog ofxrjrOQ* rj 4 i'avXov 'EXsuotg, r) Aapvog 
Uqk xttXX(nctidtt KäßeiQov hqqtituv trtxvwo* öoyictotiajv, «fr* «£«>U 
Xavn 'PXeyQttiov 'AXxvovrjtt, 7rQsaßvTntov riyavTtov, 



14 DRITTES BUCH. 

§ 640. Eine Reihe anderer Sagen haben wir demnächst zu 
erwähnen, welche der steigenden Sittigung des frühesten Men- 
schengeschlechts ohne Bezug auf bestimmte Ocrtlichkeit ange- 
hören. Von Schlaugentödtern wissen als von den ältesten Wohl- 
thätern gereinigten Landesbodeus die Sagenkreise des Kadmos 
und Herakles zu berichten; 2 Reiz und Verdienste des Hirten- 
und Jägerlebens haben als erste Stufen geordneter Sitte ihre 
mythische Anerkennung in göttlicher Heimsuchung des Anchises 
und anderer Hirten durch Aphrodite, des Iasion durch Demeter, 
Endymions durch Selene gefunden. 3 Nicht weniger haben die 
Erbauer des Schiffs und Bezähmer des Wellenrosses im Stamme 
des Sisyphos, von Atlas und dessen Töchtern geleitet, ihre vom 
Glanz der Sage verherrlichten Nachfolger erlangt; * hauptsächlich 
aber haben die Stifter fest an den Boden geknüpfter Satzungen, 
die Stiereinjocher und Lehrer des Landbaus 5 nächstdem die 
Baumeister göttlicher und menschlicher Wohnungen auch in -der 
Heroensage ihren Platz. Nachdem jene ersteren im Zusammen- 
hang cerealischen Dienstes uns früher beschäftigt haben, ver- 
dienen, in Anschluss an die uns mythisch genannten ersten 
Metallausbeuter, 6 die ältesten Baumeister und Bildner, die Grün- 
der von Städtemauern Tempeln und Götterbildern, die Kunst- 
heroen Agamedes und Dädalos hier eine besondre Beachtung. 

1. Als .' Schlangentödter ' gründen Apoll Kadmos und Phorbas ihre Stif- 
tungen in Delphi Theben und Rhodos; Herakles und Jason gelungen gleicher- 
weise zum Besitz ihres Hortes. 

2. * Hirten' waren Anchises und Btttes (§384, 2), ein 'Jäger', doch 
auch dem Ackerbau nicht fremd (Kl. Aen. 339), Iasion (§ 432, la); gleich- 
falls 'Jäger oder auch Hirt' ist Endymion (§ 480, 2), wie auch im idäischen 
Paris sich beides vereinigt. 

3. 'Schiffsbauer' sind im Stamme der Minyer Argos und Tiphys, 'Schiffs- 
und Rosslenker', dem Poseidon-Hippios (§ 237, 4) vergleichbar, Bellerophon 
und andre korinthische Sisyphiden, denen auch des Odysscus Söhne von 
Kalypso, Nausithoos und Nausinoos (Hes. Th. 1016) sich anreihn. Als Gründer 
der 'Schiffahrt' sind ferner die von deren leitenden Sternenmächten, Atlas und 
den Plejaden, entsprossenen Helden hervorzuheben, wie solche, mit Einschluss 
des Orion, in den böotischen Sagen von Hyria und unter den Atlantiden des 
Peloponnes uns begegnen werden; schon durch ihre Namen auf Schiffahrt be- 



HEROENSAGE. A. URGESCHICHTLICHES. $ 640-641. 15 

züglich sind die Kinder Hesionens, Oiax (Steuerer) Nausimedon Palamedes 
(vgl. alg Halimede VJap. 75), und Pleioneus (Volk. Japet. 75 ff.). 

4. 'Buzygen' sind Herakles (Creuzer Ann. d. Inst. 7, 92 ff.) und Theseus, 
aber auch Kadmos Androgeos Butes Demophon Skiron Triptolemos und andere 
mehr; vgl. Pauckcr, das attische Palladion S. 19. 29 ff. Oiff. 

5. Als * Metallausbeuter ' der Urzeit sind hauptsächlich Daktylen und 
Teichinen (g 169. 170), nicht ohne Erwägung des phönicischen Bergbaus 
(Phineus, Thasos: Mov. Phon. 20 f.), zu betrachten. 

6. ' Baumeister und Bildner'. Aus dem mit Thrakern verschmolzenen 
Lapithen- und Phlegyerstamm sind a) Agamedes und Trophonios (§ 696, 3), 
desgleichen h) Amphion zu nennen, als c) kretisch-attische Künstler Dädalos 
und die Metioniden. 

§ 641. Allen diesen durch die Heroensage verherrlichten 
Fortschritten des äusseren Lebens ging überdies Tonkunst und 
Dichtung, Weissagung und Götterweihe zur Seite. Die Mauern 
Thebens hatte Amphion vermöge der Macht seines Saitenspiels 
erstehen lassen, und vom Gesangszauber des Orpheus fühlten 
auch die Raubthiere der Wildniss sich bezähmt; gleicherweise ver- 
künden aus mythischer Zeit auch noch andre Heroen die zwie- 
fache, mehr auf des Naturgefühls Wehmuth oder auf Sängerkunst 
beruhende, Macht des Gesangs und der Töne. *Als lyrischer 
Vertreter jenes innigen und zur Dichtung geleitenden Naturge- 
fühls steht Linos den zahlreichen sinnverwandten Lieblingen 
Apolls voran, deren wir bereits früher gedachten; 3 Hymnen und 
Weihgesang, wie Orpheus und andere apollinische Sänger sie 
übten, wurden bei gleichem Anlass erwähnt; 4 dagegen der Reihen- 
folge kunstreicher Sänger, die man in später, von Apoll und den 
Nymphen anhebender, Stammtafel als Vorfahren Hesiods und 
Homers betrachtete, nachträglich hier zu gedenken ist. 5 Dem 
Gesang und dem Saiten spiel ward von Phrygien her mitunter 
das Flötenspiel auch verknüpft, dessen Erfinder Olympos laut 
später Sage dem musischen Wettstreit bei den thessalischen 
Leichenspielen für Pelias beigewohnt haben soll. 

2. 3. * Linos* und andre ' Gesangsheroen *: oben §322, 3. 324, 2. 

4. Homers und Hesiods Vorfahren' werden in einem mit sprechenden 
Dichternamen {Linos, Pieros und Methone, Oeugros und Kalliope, Orpheus 
Dorion Idmonides . . . Perses, Hesiodos, Maion, Kritheis und Fluss Meles i 
Homeros) erfüllten Stammbaum im Bericht ihres beiderseitigen Wettstreits 



16 DRITTES BUCH. 

(Hesiod ed. Göttling p.314f. ; dazu Charax bei Suidas v. "O^ui/poc und Prodi 
Vita Homeri; vgl. Lob. Agl. 322 ff. Weicker Ep. Cycl. I, 147 ff.) bis auf Apoll 
und Tboosa (Springquell) hinaufgeführt, oder auch von einer Atlantide Aithusa, 
des Alkyoneus Tochter, abgeleitet. 

5. 'Flötenspiel' des Olympos soll zugleich mit des Eumolpos begleitender 
Stimme, mit der Kithar des Orpheus und dem Gesänge des Linos bei den Fest- 
spielen für Pelias den Sieg erlangt haben (Hygin. fab. 272. Lob. Agl. 328). 

6. Von den oben § 324, 2 berührten ( Sängern der Urzeit', denen der 
wehmuthreichc d) 'argivische' Natursänger Linos (§ 322, 3) vorangestellt war, 
sind die b) ' thrakischen ' weiter unten ($660) näher zu erörtern; der c) My- 
kische' Ölen (von avkög, aU«£, agrarisch wie ^tiaavXrjgt Wk. Kret. 35), der 
auch für dorisch (MDor. I, 312. 349) gilt, ist durch seine delischen Festlieder 
(P. 9, 27, 2. 1, 18, 5. 10, 5, 4) bekannt; ausserdem wurden d) 'kretische' 
(Chrysothemis gegen Philammon) und e) 'kyprische' (Kinyras gegen Apoll) 
erwähnt. 

$ 642. Einer vollständigen Darlegung der Kulturzustände 
jener Heroenzeit Griechenlands kann die Mythologie jedoch dann 
erst sich rühmen, wenn auch die Weihe des Priesterthums und 
damit im Einklang die königliche Gewalt sich ihr mythisch ver- 
körpert zeigt. Wie letzteres in den lydischen Königen, der Göt- 
termutter uud Aphroditens Lieblingen, in Gyges Midas und Kinyras 
und auch im thrakischen Rhesos der Fall ist, 'bilden die heil- 
und sühnkräftigen Inhaber apollinisch -bacchischer Weissagung 
und Weihe, nächst dem bacchischen Melampus die von ihm 
stammenden apollinischen Seher Amphiaraos und andre, den 
Kreis berühmter Propheten der Heldenzeit; 'Thebens Tiresias 
und der Minyer Idmon, Mopsos und Branchos, Thestor Kalchas 
und Helenos stehn obenan unter ihnen als Namen an deren An- 
spruch das Schicksal der ihnen verwandten, kadrneischen und 
minyeischen, äolischen achäischen und dardanischen, Völker- 
stämme geknüpft ist. 

1. l Priesterkönige ' Lydiens: §384, 1. 

2. 'Bacchische Propheten und Aerzte' (§ 324, 1. 401, 1). Des Melampus 
und seiner Nachfolger wird weiter unten (§ 683) gedacht; der ihnen verwandten 
'schwarzen Propheten' (Herd. 2, 81; Plut. qu. gr. 28 Psoloeis; Wk. Satyr- 
piel 192) geschah bereits oben (§401, 1) Erwähnung. 

3. Als 'apollinische' Propheten (§ 323, 4) sind ausser a) den eben be- 
rührten thrakiscli-argi vischen Melampodiden eines ursprünglich bacchischen 
Dienstes, denen auch der kadmeische Tiresias, Mantos Vater, sich anreiht, 



HEROENSAGE. A. URGESCHICHTLICHES §642. JB. ÖRTLICHES $643.644. 17 

fler $) 'minyeische' ldmon der Argofabrt und von sonstigen c) 'äoüschen' 
auch aus Kleinasien der ihm verwandte Mopsotf desgleichen der milesische 
Branchos zu nennen. Wetteifernd stehn d) die ' achäischen ' Seher {Id^ctio- 
fiavTSig auf Kypros) diesen letzteren gegenüber, wie denn deren berühmtester, 
Kolchos des Thestor Sohn, als der Achaer Führer nach und vor Troja gefeiert, 
im Wettstreit mit Mopsos unterlag; woneben der Wettstreit des kretischen 
Chrysothemis mit Philammon mehr der Musik als der Weissagung zu gelten scheint 
Der e) 'dardanische' Helenos wird in den Sagen von Troja und von Epirus 
uns wieder begegnen. 



B. VOLKSSTÄMME UND ÖRTLICHKEIT. 

$ 643. Von jenen durchgreifenden Zügen, durch welche 
der Glaube an göttlichen Ursprung und an die Gottähnlichkeit 
des Menschengeschlechts in einzelnen Trägern seines allmählichen, 
physischen oder ethischen, irdisch gesittigten oder auch gottbe- 
geisterten, Fortschritts sich ausspricht, können wir nun in der 
durch Volksstamm und Oertlichkeit gegebenen Reihenfolge zu 
Erkundung der noch vorhandnen griechischen Heroensage im 
Einzelnen übergehn. * Die strenge Sonderung griechischer Stämme 
und Geschlechter, eine Sonderung auf welcher der Lebensstoff 
jener Mythologie ganz vorzugsweise beruht, macht eine Reihen- 
folge der Stämme * fast mehr als der Oertlichkeit uns zur Pflicht, 
4 und lässt es doppelt erwünscht erscheinen, wenn die hienächst 
folgende Vertheilung unseres Stoffes zugleich jenem genealogisch- 
ethnographischen Gesichtspunkt und auch dem geographischen 
der Landschaften Griechenlands zu genügen vermag. 

$ 644. Anhebend vom Gegensatz zwischen Europa und 
Asien, in welchem das griechische Nationalgefühl vom Argozug 
bis auf Alexanders Zeiten erstarkte, verfolgen wir jene geogra- 
phische Ordnung zuerst für etwanige nordgriechische Mythen 
ältester Pelasger- und Thrakerstämme samt den ihnen verwand- 
ten thessalischen Stämmen am Pelion, sodann für die äolisch- 
minyeischen der Argofahrt, denen auch der lemnische Sagenkreis 
anheimfällt und der Sagenkreis der Inseln, namentlich Kretas, 
ungezwungen sich anschliesst, dann für die kadmeischen und 

kekropischen Stämme. *Im Peloponnes, wo der südwärts ge- 
Gerhard, Mythologie. II. % 



18 DRITTES BUCH. 

richtete Drang aller Völkerzüge des ältesten Griechenlands nicht 
nur ein unüberschreitbares Ziel, sondern auch einen unwillkür- 
lich gegebenen Sammelplatz darbot, ist eine ähnliche Ueberein- 
stimmung ethnographischer und geographischer Bezüge zwar 
nicht gleicherweise zu erreichen ; doch wird, nach bereits erlangter 
Kenntniss nordgriechischer Stämme und Sagen, sowohl die Volks- 
mischung derjenigen Stämme die im pelasgischen Argos und 
Arkaderland sich zusammengesellten, als auch der minder ver- 
schlungene Sagenkreis der übrigen, theils von Theben und vom 
minyeischen Lemnos, theils von Aetolien her überzogenen, Pe- 
lopsinsel, und eben so auch die des griechisch bevölkerten 
Westens, uns unschwer verständlich sein. * Erleichtert wird die 
so bezweckte geographische Reihenfolge nordgriechischer sowohl 
als peloponnesis.cher und sonstiger Mythen durch den Umstand, 
d&ss grosse dahin einschlagende Massen nur kurz berührt werden 
können, um dem Zusammenhang der in Troja streitbar gewor- 
denen Völkerzüge sie nicht zu entnehmen : dichterisch productiv 
wie kein anderes Zeitalter Griechenlands, hat jener Zeitpunkt 
des Troerkriegs allen Anspruch, ausser der eigensten Sage des 
Troerkriegs auch durch gemeinsame Darstellung der davon 
betheiligten Völkerstämme der Pelopiden Aeakiden und Dar- 
daner, erläutert zu werden. 4 Hiedurch wird denn, nachdem 
wir von den nordgriechischen Stämmen anhebend zuerst den 
Argonautenzug erörtern konnten, vermittelst des Völkerzugs 
gegen die Dardaner Trojas zugleich die Darstellung der ältesten 
mehr pelasgisch-thrakischen als hellenischen Stämme und die 
Bekanntschaft mit Achäern Aeolern Ioniern, den Trägern eines 
fortschreitenden Hellenismus, erlangt sein und zuletzt nur die 
Darlegung der dorischen Mythen uns übrig bleiben, die fast 
ausschliesslich im «Sagenkreise des Herakles aufgeht. & Den so- 
mit gegebenen Abschnitten einer vorhersehend geographischen 
Anordnung haben wir jedoch einige ethnographische Ausführun- 
gen voranzustellen. 

1. 'Europa und Asien': Buttmann über die mythischen Verbindungen von 
Griechenland mit Asien (Berl. Akad. 1819) im Mythologus 2, 171 ff. 



HEROENSAGE. JB. VOLKSSfÄMÜE ÜfTD ÖÄTUCHKEIT. $ 644-4(46. if 

$ 645« In einer Reihe mehr öder minder zusamm^ngen 
sellter Volksstämme, namentlich in Leiegern Pelasgern und 
Thrakern, Achäern und Aeolern, Minyern und Kadmeern, Kekro- 
piden und Danaern, Tyrrhenern Teukrern und Däfdane^n, haben 
wir die Schöpfer und ursprünglichen ßekenner des mannigfalti- 
gen hellenischen Götterwesens nachzuweisen vermocht, * und 
haben aus eben jenen, der Scheidung von Ionern und Doriern 
vorangegangenen, Stämmen nun audi den reichen Sagenstoff ab- 
zuleiten der, ihrem Götterwesen verknüpft und davon abhängig, 
auf gleicher Wurzel beruht» 8 Zu diesem Behuf können wir nicht 
umhin, die oben versuchte ethnographische Grundlage, neu ge- 
sichtet und mehr als früher erforderlich war ins Einzelne gehend, 
uns näher zu rücken, und fragen daher, wie schon früher noch 
einmal, nach der Betheiligung des Auslands an Griechenlands 
ältester Geschichte und Sage. 

1 . 2. Mit Rückweisung auf die oben $ 50-65 gegebene allgemeine 
ethnographische Einleitung sind die zunächst erforderlichen Notizen über Ein- 
mischung des Auslands (§ 646), Pelasger ($ 647) und Thraker ($ 648), Hel- 
lenen ($ 649 f.) Acbäer (§ 650) und Aeoler ($ 652), Minyer ($ 653) Tjrrhener 
($654) Teukrer und Dardaner ($655) hienächst zusammengestellt. 

$ 646. Unter allem hiehei in Anschlag kommenden Aus- 
land haben wir zuerst nach Jlegypten und nach Phönicien zu 
blicken. Einen uralten Einfluss dieses Landes auf Hellas zu be- 
zeugen ist jedoch Kekrops und ist auch der Bruder des Danaos 
ungenügend, selbst über den Phönicier Kadmos lässt sich streiten; 
dagegen andremal asiatische Bestandteile griechischer Mythologie, 
wie für Poseidon Aphrodite und Artemis, so auch für manches 
heroisches Personal, ausser Herakles auch für Tyro Nauplios 
und Palamedes, alle Wahrscheinlichkeit haben. 3 Neben assy- 
risch-phönicischcm Ursprung dürfte bei solchen stark hellenisirten 
mythischen Personen des Auslands die Mitwirkung der stets 
asiatischen Karer nicht zu verkennen sein, denen wol auch der 
Dienst des Poseidon verdankt wird; von karischen Mythen kann 
dennoch nicht leicht die Rede sein, 4 dagegen die ihnen auf 
Meer und Inseln gesellten, in Lokris und sonstigem griechischem 
Küstenland heimischen, Leleger hei Eröffnung der griechischen : 

2* 



Iß DRITTES BUCH. 

Sageilgeschichte den ältesten Heros der überflutheten Hellas, 
Deukalion, sich beanspruchen dürfen. 

1. 'Aegyptisches': Kekrops und Aegyptos (MOrch. 106 ff.). 

2. ' Phönicisches ' Götterwesen des Poseidon (§231, 2«. 235, 26), der 
Artemis (§ 337, 1 b) und Aphrodite ($360, 46) ward oben nachgewiesen. Die 
Heroensage betreffend, so ist der phönicische Ursprung des a) Kadmos bestreit- 
bar (vgl. MOrch. 113 ff.). Der 6) tyrische Herakles hat in Griechenland manche 
Spuren zurückgelassen (Movers Phönic. 700. Curtius, Herakles der Dreifuss- 
raober, 1852, S. 10 f.), denen auch die Namen Makar (Mov. Phon. 41 7 ff.) 
Makareus (in Lesbos) und Makaria (Olshausen N. Rhein. Mus. 8, 330 ff.) an- 
gehören; die d) Salmoneustochter Tyro dürfen wir weiter unten als Tyrierin 
auslegen. Mehr semitische Ortsnamen aus griechischem Gebiet gibt Olshausen 
a. O. 8, 321 ff. Phönicische Spuren aus Argos gewähren e) Nauplios und 
Palamedes (Curtius im N. Rhein. Mus. 7, 455 ff.). 

3. 4. ' Karer und Lelcger': oben $ 54 ff. Ghd. über die griechischen 
Volksstämme Anm. 21* 

§ 647. Nachweisungen dieser Art bezeugen uns einen und 
den andern ausländischen Bestandtheil von Mythen die, wie auf 
Griechenlands Boden, so auch nur im Dichtergeist der Hellenen 
zur Reife gediehen; keine ausgebildeten Mythen, nur Elemente 
dazu, hat auch das pelasgische Urvolk Griechenlands, seinem 
namen- und bildlosen Götterdienst gemäss, aufzuweisen. f Ab- 
gesehn von der Pelasger alter Verwechselung mit den halb 
thrakischen Tyrrhenern, und den daran haftenden angeblieh pe- 
lasgischen Phallusmythen, 8 bekundet sie in der Heroensage 
sich nur im persönlich gefassten Ausdruck ihres vermeintlichen 
Ahnherrn Pelasgos. Wir finden denselben theils als nordgriechi- 
schen Namen, dem Dienst des pelasgischen Zeus zu Dodona ge- 
mäss, in den nicht sehr alten Stammbäumen die als Vorgänger 
des Thessalos oder als Nachkommen des Aeolos ihn erwähnen, 
4 theils und bezeugter als peloponnesischen Begründer argivischer 
und arkadischer Stammgeschichten. 

1. 2. 'Pelasger und Tyrrhener': $ 56. Ghd. gr. Volksstämme Anm. 3 ff. 

3. Nach 'thessalischer' Sage ist Pelasgos dem Phthios und Achäos ver- 
brüdert, und es werden bei dieser Genealogie Thessalos, Aegon, dann Aemon 
als seine Voreltern gesetzt: Aemon in Ehe mit einer argivischen Mutter (nicht 
Argeia als Eigenname) Larissa (Eust. 321, 26). Nach Pelasgos, der Argos und 
Larissa dort benennt, herschen dort seine Brüder Phthios und Achaios; gleich- 
zeitig aber wohnt dort Deukalion, der Vater des Hellen (ebd.). 



HEROENSAGE. Jt. VOLKSSTÄMME. $ 646—648. " 21 

4. 'Im Peloponnes' ist Pelasgos a) aus 'Argos' (P. I, 14, 2) als Sohn 
des Triopas (P. 2, 22, 2. Schol. Eur. Or. 920) oder Phoroneus (Eust. 385, 39), 
auch wol von Zeus und Nlobe (Acusil. Apd. 2, 1, 1) bekannt, aus fr) 'Arka- 
dien' aber als Autocbtbon (P. 8, 1, 2 vgl. 2, 14, 3. Hesiod bei Apd. 2, 1,1. 
MOreb. 128) und Vater des Lykaon (DHal. I, 11. 13. Scbol. Eur. Or. 1642) 
iind Gründer von Parrhasia (Stepb. HaQQ.), der aber auch Sohn des Arestor 
und Enkel des Iasos oder Argos (Scbol. Eur. Or. 1642. Steph. IlttQQ.) heisst. 

§ 648. Erst von Thrakien aus sind die Elemente mythi- 
scher Dichtung, mit den Olymposgöttern und mit den Musen 
zugleich, *in Griechenlands Norden und Süden, zum Theil im 
Gefolge des Weinbaus, 3 eingewandert und werden auch in 
selbständig thrakischen Mythen, solchen hauptsächlich wie den 
aus Gegensätzen des apollinischen und bacchischen Dienstes 
hervorgegangnen Lykurgs und des Orpheus, samt den ihm gleich- 
artigen Gesangheroen und samt der bacchischen Mantik des 
Melampus, 4 oder im Sagenkreis unbändiger Gründer des Musen- 
dienstes, Otos und Ephialtes, zu einer gesonderten Betrachtung 
nächstdem uns vorliegen. 

• 

1. Wo der 'Olymp und die Musen' sieb finden, hat auch dieses Urvolk 
der griechischen Mythendichtung seine Spur zurückgelassen. Wie man nun a) 
von sechs (Seh. Ap. I, 598, vgl. Eust. II. I, 18) bis auf vierzehn (Hesych.) 
4 Olympe' (Pauly Enc. 5, 927) zählte und neben dem allbekannten pierisch- 
makedonischen Olymp auch arkadische (Lykaion $ 195, 2) und lakonische 
(bei Sellasia Polyb. 2, 65), mysisch-bithynisebe (Herd. I, 36. 7, 74. Str. 10. 
470. PEnc. 5, 927), kyprische (Engel Kypr. 1, 33 ff.) und lykische (Str. 14. 
666. 671) Berge dieses Namens nachweislich sind, ist ausser den b) ( Musen' 
des Olymps und des Helikons auch aller denselben gleichartige vielverbreitete 
Nymphendienst (§ 168) auf thrakischen Einfluss zurückzuführen. 

2. 'Nördlich und südlich' lassen die thrakischen Mythen erst nach a) 
Thessalien, dann durch der Phlegyer Ansiedlungen (Aloeus) nach dem b) Pelo- 
ponnes, sodann über c) Lemnos (Thoas vgl. Taurien) in alle Pflanzstädte 
lemnischer Minyer, namentlich auch in die d) durch * Weinbau' besonders ge- 
segneten Insejn Chios (Oenopion) und Naxos, mancherorts auch im e) * Westen' 
verfolgen. Vgl. Ghd. Abb. gr. Volksstämme Anm. 12. 

3. ' Apollin isch-baccuische Mythen': a) Lykurgs und b) der Sängerschulen, 
deren Haupt Orpheus ist (§ 659 ff). Die c) bacebische Mantik des Melampus 
und seiner Nachkommen (§ 662) ist ihres thrakischen Ursprungs ungeachtet 
mehr aus Griechenland als aus Thrakien selbst nachzuweisen. 

4. * Wildheit und Musendienst', in Otos und Ephialtes vereinigt: § 663, 4. 

% 649. Pelasgischen und thrakischen Einflüssen, denen 



22 DRITTES BUCH. 

des dodonischen Zeus und des Olymposgebirgs, gleicherweise 
zugänglich waren die im phthiotisch-acMischen Hellas zuerst so 
benannten Hellenen oder Achäer, und lagen die von Lapithen 
und Magneten umwohnten Abhänge des Pelion : * so konnte die 
Heiligkeit pelasgischer Urzeit, vom Schifferleben lelegischer Urbe- 
wohner wie von der Gefühlswelt thrakischer Priestersänger um- 
drängt, zur mythischen Fülle der Achäer Homers gedeihn. 8 Diese 
ihre Sagen fülle hervorzurufen war neben den Conflicten des 
Völkerverkehrs auch die ergreifende Gewalt mächtiger Naturer- 
eignisse wirksam; der Ueberfluthung des Landes Hellas, der- 
selben vermuthlich in welcher der Durchbruch des Stroms 
Peneios das schöne Thal Tempe bildete, entging als noch übriger 
Sterblicher Deukalion, Hellens Vater. 

1. Der 'Hellenen' ($ 57, 1) Heimath wird auf einen bei Homer zugleich 
mit Phthia genannten Ort Hellas (11.9, 395. Strab. 9. 431 f. Melitäa: Ghd. 
Abb. Achäer A. 1 7) zurückgeführt, wo unfern vom Abbang des Pelion sich als 
die drei edelsten Stämme griechischer Heroenzeit Achäer Lapithen und Magneten 
nachbarlich begegneten. 

2. Den 'Ursprung' der Hellenen finden wir im (§58, 2) nationalen Con- 
flict a) der ' Pelasger ' im Binnenland, der b) Küstenbewohner, die hauptsächlich 
'Leleger' sein mochten, und der c) ausländischen Einwirkung 'aus Thrakien'. 

3. Der 'Ueberfluthung', die als neu belebend fürs künftige Hellas im 
Mythos von Hellens Vater Deukalion sich kundgibt, hatte das daraus entstamme 
Thal Tempe (Apd. I, 7, 2 tot« xal t« xaia QtuaMav oqrj di€ou) f vg/. 
Herd. 7, 129) durch gemeinsamen Götterdienst der dort zusammengestossenen 
Volksstämme (des pelasgischen Zeus Peloros, hellenischen Apoll und äolischen 
Poseidon, begleitet von der amphiktyonischen Demeter: § 192, 1. 299, 3. 232, 
2* 406, 2 c) ein Denkmal gesetzt, auf welchem die Hyperboreersage nicht weniger 
als der politische Amphiktyonenverband beruht. 

§650. Deukalion, dessen Name als Fluthheros oder auch 
als Volksführer verstanden, * dessen Herkunft bald von Prometheus 
und einer Okeanide, bald auch von Zeus abgeleitet wird, 3 ist 
nach thessalischer Sage im Ursitz von Hellas an den Abhängen 
des Othrys heimisch, während die lokrische ihn zu Opus und 
Kynos oder zu Lykorea kennt, das er, nach der Fluth am Par- 
nass gelandet, gegründet haben soll; in gleichem Sinn galt er 
als Führer von Lelegern und Kureten. Ausserdem aber wussten 
auch andere Orte und Gegenden, Athen sowohl als der Athos 



HEROENSAGE. B. VOLKSSTÄMME. $ 649. 650. 23 

und Aetna und weit im Osten auch Hierapolis 4 von diesem 
Retter aus Ueberfluthung, 5 an Abgründen zumal wo des Wassers 
Ablauf vorausgesetzt und gesühnt ward, oder an Bergen wo er 
gelandet sein sollte, zu berichten. Als er nach überstandener 
Fluth, im schiffenden Kasten der ihn barg, am Parnass landete, 
war es Zeus Phyxios, dem er für seine Rettung Dankopfer 
brachte; doch ward dem Deukalion auch bereits der vereinigten 
zwölf griechischen Götter Einsetzung beigelegt. 6 Ausser diesem 
mit Pyrrha der Erde erzeugten Stammvater der echten Hellenen 
heisst auch Amphiktyon, etwa als Collectivname umwohnender 
Leleger, nächstdem als Gründer des Ampbiktyonenbundes, sein 
Sohn, und heisst Protogeneia, als erstgeborene Frau des neuen 
Menschengeschlechts, seine Tochter; ein angeblich hesiodisches 
Zeugniss lässt ihn in Pandora der Griechen Stammmutter zeugen; 
ausserdem lässt ein altes Wortspiel die Volksmenge durch von ihm 
geworfne und von Zeus belebte Steine erschaffen sein. Als 
sonstiges von Deukalion erzeugtes Stammhaupt wird ein lyki- 
scher Kandybos erwähnt, so wie als Stammmutter Thyia oder 
Melantheia in delphischer Sage seine Töchter heissen. 

lieber 'Deukalion': Hesiod fragm. 29. 35. Pind. Ol. 9, 46 Apd. I, 7, 7. 
Diod. 3, 60. Aristot. meteor. 1, 14. Vgl. Jacobi Wörterb. 249 f. Buttmann über 
die Sündflutb (Berl. Akad. 1812) im Mythol. J, 180 ff. Völcker Japet. 336 ff. 
ßhdy Lit. G. $ 44, 3 S. 172. Schümann de Pandora, 1853 p. 23 ff. 

- 1. Zum 'Namen' Deukalion wird a) divta und ulg (VJapet. 343), aber 
auch b) das lateinische dux (vgl. Polyd«v*es, Schöm. a. 0. p. 26) verglichen. 

2. 'Eltern' des Deukalion sollen 'Prometheus' und Klymene Hesione 
oder Pronoe (? Schol. Od. 10, 2 llQW^rjS, wo bei WTril. 12 IlQvktlris, bei 
Schöm. Pand. 23 IlQOvorjg vermuthet wird), nach Andern ('Hesiod' Seh. Ap. 3, 
1089) sogar Pandora sein, woneben jedoch wol auch unmittelbare Abkunft 
von Zeus ihm beigelegt ward. 

3. 'Oertliches'. In a) 'Thessalien' soll Deukalion am Othrys gelandet 
(Schol. POL 9, 64) und Herscher zu Hellas oder Phthia gewesen sein (Arist. 
meteor. I, 14. Strab. 9. 432. Apd. I, 7, 2; Heyne Obss. p. 38. Eustath. 321, 
29), nach b) 'lokrischer' Sage hätte er Opus (POL 9,66) oder Kynos (Strab. 9. 425) 
bewohnt; Leleger und Kureten soll er nach DHal. 1, 17 geführt haben. Am 
c) ' Parnass' gelandet hatte er Lykoreia gegründet (P. 10, 6, 2. Marm. Par. MDor. I, 
212). In d) 'Athen' war sein Grab beim Olympion, wo auch ein Erdfall als 
Schlund der ablaufenden Fluth durch Hydrophonen gesühnt ward (P. I, 18, 8. 
Strab. a. O.). Auch am e) 'tauschen' Athos (Serv. Ecl. 6, 41) und f) 'sici- 



24 DRITTES BUCH. 

lischen' Aetna (Hyg. 153) sollte er gelandet sein, und im g) 'syrischen* Htera- 
polis waren Fluthsage und Hydrophonen (Luc. Ü. Syr. 13) den athenischen 
ähnlich. 

4. Seinem 'Wesen' nach ein 'Netter nach der Fluth' (Urfluth nach Preller, 
wogegen Schümann a. 0. ; Hundstern als Zeichen der Nilfluth, nach Buttmann), 
gilt Dcukalion auch für den Gründer aller Gesittung (Ap. Rh. 3, 1088). 

5. 'Hydrophonen' für Deukalion: eben erwähnt (3<jr). — 'Opfer für 
Zeus*: ixßug Ovti Jii <fv$(o) (Apd. I, 7, 2) und die 'zwölf Götter' (Seh. 
Ap. 3, 1089). 

6. 'Ehe und Kinder'. Pyrrha wird auf Feuer (VJap. 342), richtiger auf 
Erde (röthliche) oder Weizen (nvQog Schöm. Pand. 26) ' gedeutet. Ueber 
Amphiktyon vgl. P. 10, 8, 1. — Der Name Kandybos bei Steph. Byz., die 
delphischen bei Schol. Eur. Or. 1094. Schol. Aesch. Eumen. 16; von Pandora 
sollte Zeus den Gräkos erzeugt haben (Hes. fr. 29 aus lo. Lyd. de mens. 13; 
dagegen Schöm. Pand. p. 22). — Die Erschaffung aus Steinen beruht auf dem 
'Wortspiel' von Xaos Volk und Xks Stein (VJap. 336). 

§ 651. Von Deukalions oder des Zeus Sohn Hellen soll- 
ten drei Ahnherrn der echten Hellenen, Aeolos Doros und des 
Achäos und Ion Vater Xuthos, entsprossen sein. 2 Mitten durchs 
bunte Sagenspiel dieser vorhersehend genannten Stammhäupter 
machen, ungleich mehr als Doros Xuthos und Ion, zwei Namen 
sich uns überwiegend bemerklich, als machtigster Hellenssohn 
der des Aeolos, als ebenbürtigster der des Achäos. • Oertlich 
zusammenfallend mit Phthia, wird uns das von Hellen beherrschte 
älteste Hellas als das vom Peneios und vom Asopos begrenzte 
Stromgebiet bezeichnet, 4 und eben diese Landschaft wird bei 
Homer auch als Achills Besitz uns geschildert, nur dass auch 
noch fernere Umwohner, des Peliongebirgs wie des malischen 
Küstenstrichs und benachbarter Inseln, als stammverwandt dem- 
selben Volksverband und seiner amphiktyonischen Geltung an- 
gehörten. 5 Es reicht aber dieser, die Zöglinge Chirons des Ken- 
tauren zugleich mit Magneten Phlegyern und Lapithen, Aenianen 
und Dolopern umschliessende Achäerstamm durch alle Orte 
und Zeiten griechischer Mythenbildung hindurch, dergestalt dass 
wir seinen mannigfach sonst aus Europa und Asien bezeugten Völ- 
kern und Helden weniger in Thessalien als auswärts begegnen wer- 
den. 6 Mit den Achäern zugleich, als'zunächst ihnen verwandt, aber 
erst später als die Achäer zu Macht und Bedingung gelangt, ist end- 



HEROENSAGE. *. VOLKSSTÄMME. $ 650—652. 25 

lieh hier auch der Dorier zu gedenken, auf deren im Kampf mit 
den Dryopern lang behaupteten Wohnsitz am Oeta wir zurückkom- 
men werden. 

1. 'Hellens Stammbaum', dem als göttlicher Vater Zeus (Apd. 1, 7, 2. 
Conon 77. Eust. 321, 8. 1644, 12. Steph. 'EXkag), als menschlicher der an- 
geblich von Prometheus erzeugte Deukalion, wenn nicht Prometheus selbst (Seh. 
Ap. 3, 1089), voransteht, wird nach Hesiod (Fr. 32 aus Tz. Lyc. 284; vgl. 
Str. 8. 383. Conon 27. Apd. 1, 7, 3) in eben jenes Hellen drei, mit einer 
Nymphe Orseis oder Dorippe erzeugten, Söhnen Aeolos Doros und Xuthos fort- 
geführt ; von Xuthos erzeugt sollten Achäos und Ion an den Parnass und nach 
Attika gezogen sein, während Aeolos als ältester Erbe Hellens in Phthia zu- 
rückblieb (Str. 8, 383. Conon 27). 

2—6. Ueber die 'Achäer' (§61) handelt ausführlich meine mehrer- 
wähnte Abhandlung (Berl. Akad. 1853); über die 'Dorier' (J 65. 67) ebd. 
Anm. 65 ff. 

§ 652. Aeolos, seines Namens der Bunte, Vielgestalte, 
wozu der Nebenbegriff des zur Schiffahrt behül fliehen Wind- 
gottes Aeolos sich gesellt, *war dem Achäos, wenn nicht an 
Adel und Trefflichkeit seines Stammes, doch an Macht über* 
legen; auch soll Hellen ihm als Erstgebornen das eigenste Erb- 
land hinterlassen haben, während samt Doros auch des Achäos 
und Ions Vater, der apollinisch benannte Xuthos, in fremden 
Landen Ersatz dafür suchen mussten. 3 Wechselnde Stamm- 
tafeln leiten zu Gunsten der Aeoler den Ursprung ihres Stamms, 
statt von jenem Hellenssohn, von einem als Sohn des Zeus und 
Vater des Xuthos gedachten Aeolos, ein andermal aber alles 
Griechenvolks Ursprung von Poseidon ab, der als eigenster Gott 
den Aeolern, in ähnlicher Weise wie Zeus den Hellenen, zur 
Seite steht. 4 Ursitze der Aeolerherschaft sind die aus Thessalien 
und dann auch aus Böotien bekannten Orte Arne und Iton; 
Poseidons Buhlschaft mit einer jenem Ort gleichnamigen Nymphe 
Arne, der, durch Melanippe vermittelt, Aeolos und Böotos ent- 
stammen, ist mythisch berühmt. Hiezu kamen, mit mythischem 
Zeugniss erweiterter Macht, die von Pelias und Admetos be- 
herschten Städte Iolkos und Pherä, deren Macht, zum böotischen 
Orchomenos hinüberreichend, weniger unter der Aeoler als unter 
der ihnen in jener Gegend gleichgeltenden Minyer Namen er- 



46 DRITTES BUCH. 

wlhnt wird. * Ungleich weiter jedoch, jene Annahme nach allen 
Riehtungen hin übersteigend, reicht der gedachte an des Aeolos 
Namen geknüpfte Stammbaum, den wir bereits an dieser Stelle 
uns vorführen müssen. 

1. Des Aeolos 'Name' ist als a) alöXog, bunt, für die gemischten Be- 
standtheile dieses Stammes sehr bezeichnend, was bei b) aioXoi als aoXXttg 
(Niebuhr u. A.) weniger der Fall ist. Die Gleichnamigkeit mit dem c) 4 Wind- 
gott' hat allerlei späte Mythen veranlasst (Diod. 4, 67. Hyg. 186. MOrch. 138, 9). 

3. Des Aeolos * Ursprung' (Eust. Od. 10,2 p. 1644) wird bald a)auf ' Hellen', 
wenn nicht auch unmittelbar auf dessen Vater 'Zeus' (Eur. Ion. 63. 1584 ff.), 
theils auf b) ( Poseidon* zurückgeführt, der von LarUsa den Achäos Phthios 
und Pelasgos (DHal. I, 17) oder, nach berühmterer Sage, von Arne den als 
Grossvater eines zweiten Aeolos und des ßöotos betrachteten Aeolos erzeugt 
haben soll (vgl. des Euripides Melanippe: Wk. Trag. 2, 842 ff.). 

4. 'Poseidon und Arne' (§ 232, 2ft. Ghd. Abb. Poseidon Anm. 48 ff. 
Aon. d. Inst. 10, 222 ff.) sind Eltern des thessalischen Aeolos; dieser war von 
Chirons Tochter Hippe Vater der Melanippe, welche von Poseidon den böotischen 
Aeolos und dessen Bruder Böotos erzeugt haben sollte. Die Aufhndungssage dieser 
auf Hellens Befehl ausgesetzten und von einer Kuh gesäugten Helden war zu- 
gleich mit deren Pietät für ihre Mutter in des Euripides Melanippe behandelt 
(Wk. Trag. 2, 842 ff. Jac. Wort. 41 f.). 

S 653. Hesiod kannte vier Söhne des Aeolos, deren 
Namen, Athamas Kretheus Sisyphos und Salmoneus, 'selbst 
nach geographischer Andeutung ihres, von Athamanien Halmopien 
oder auch allerlei Schiffsverkehr her halb barbarischen, aus 
Kreta aber und von Magnesien her von reinerem Hellenismus 
erfüllten Ursprungs sich sondern lassen, wie denn diese Sonde- 
rung auch durch ihre Götterwesen bestätigt wird. 8 Der Name 
des Aeolos, der als vermeintlicher Stammvater so ursprünglich 
verschiedener Stämme nur deren nächstdem erfolgte heroische 
Einigung und politische Verschmelzung andeuten kann, war je- 
doch allmählich zum bleibenden Ausdruck des so vereinigten 
Volkes geworden, dem Kephallenen Lakonen Messenier Epeier, 
wie auch die Seriphier sich einverleibten, indem sie ihre Stamm- 
Seiden Kephalos Tyndareos Aphareus Endymion Polydektes von 
Delon Perieres Aethlios Magnes als vermeintlichen Aeolossöhnen 
ableiteten, denen noch Akastos Makareus und Mimas als Söhne, 
4 andere aber, mit akarnanischem phthiotischem trachinischem 



HEROENSAGE. JB. VOLESSTÄMMC AEOLOS. $ 652. 653. 



27 



phlegyeischem oder eleischem Ortsbezug, als Tochtennänaer des 
Aeolos, einer Perimede Peisidike Alkyone Kanake oder Kalyke 
vermählt, sich anschliessen. 

1. 'Stammbaum des Aeolos': Hesiod. fragm. 32 (Tzetz. Lyc. 284). Enrip. 
Aeol. fr. 23. Apollod. 1, 7, 3. 9, 11. Euet. Odyss. 10, 2 p. 1644. Vgl. Heyne Ob», 
p. 371 ff. Jacobi Wörterb. 41 f. Beck Weltgesch. I, 81 6 ff. MOrcJi. 136 ff. 464 ff. 
Welcker Trag. 2, 862. — In den gedachten 'vier Söhnen', die Euripides und mit 
Zusätzen auch Hesiod (Perieres) und Apollodor (Deio» Magaes und Perieres) 
nennen, scheinen die ursprünglichen Stammhalter dieses Geschlechts angegeben 
zu sein; die dcei ersten fanden sich zwar auch ohne Salmoneus genannt (Eust. 
Odyss. 10, 2. p. 1664), doch kennt diesen auch Pindar (Py. 4, 143) als Bruder des 
Kretheus. Jener somit vierfache Stammbaum aber (vgl. A im Anhang) lautet 
wie folgt: 



Aeolos. 



Kretheus (a) Athnmas {b) 



Phrixos 



i 



Sittyphos (c) 



Acson . 

i 

lason 



Erginos 



Halmos Glaukos 

I 

. Bellerophon 



Minyas Phlegyas 



Salmoneus (d) 

i 

Tyro Poseidon 

i 

Pelias Neleus 

i 

Akastos. 



2. Obiger 'vier Acoliden' Namen sind überwiegend 'örtlich' gemeint 
(Ghd. Abb. Volksstamme Anm. 27). Bei a) 'Kretheus' darf an Kreta (Abh. 
Achäer Anm. 41), bei ft) 'Atbamas' an die nordgriechischen Athamanen gedacht 
werden (dagegen MOrch. 253), denen die Wildheit des Laphystiosdienstes und 
der Orgiasmus maketischer Frauen (Müll. Mak. 57) ganz wohl entspricht. In 
c) 'Sisyphos' ist ein Ausdruck des Seeverkehrs, im d) Zeusverächter (Apd. 1, 9, 7) 
* Salmoneus' aber, dem Tyro die Tyrierin beiwohnt, ursprünglich wiederum 
nordgriechische Herkunft y nämlich aus dem makedonischen Halmopien (Steph. 
lAXfÄCxinia : Almops mit Helle vermählt) zu erkennen, wie ja auch Halmon und 
Salmos (MOrch. 139 f. Makedon. 33. 53) gleichgelten. 

3. * Sonstige Aeoliden*. Von a) 'Dei'on' stammen Aktor (Aeakos) PAy- 
lakos (Pöas Philoktet) und Kephalos (Odysseus). Der Stamm des J>) * Perieres' 
eröffnet die messenischen und lakonischen Sagen; seine Söhne sind Aphareus 
Levhlppos Tyndareos und Ihartos. — Von c) 'Aethlios' ist Endymion, der 
Epeier Heros, erzeugt; dem Namen d) 'Magnes' entstammen PolydeHtes und 
Dihtys. Räthselhaft, zwischen e) Perirrhoos oder ' Akastos' als Aeoliden schwan- 
kend, bleibt die oben (§ 639, 2c) berührte Notiz IUqiqos 6 'Ixuotov naTg iov 
Alolov. — Ausserdem sind als Abkömmlinge eines angeblichen zweiten oder 
dritten Aeolos f) der lesbische 'Makarcus', den Euripides im Aeolos behan- 
delte (Hyg.242. Jlgen zu Hom. HAp. Del. 37. WTrag.2, 860 ff.), und der g) 



58 



DRITTES BUCH. 



ms thessalische Arne gehörige ( Mimas' hier zu nennen, der ein Aeolossohn 
und Vater des Hippotes heisst (Diod. 4, 67). 

4. 'Töchter' des Acolos (Apd. I, 7, 3. 4) sind 'Perimede Peisidike 
Alkyone Kanake Kalyke'; ausserdem heisst auch Tanagra (P. 9, 20, 2) eine 
Tochter des Aeolos. Söhne der a) * Perimede' vom atolischen Acheloos sind 
Hippodamos und Orestes, der b) 'Peisidike* vom 'phthiotischen' Myrmidon aber 
Anliphos und Aktor. Der c) von Poseidon zur Mutter des Hyrieus gewordnen 
Atlantide gleichnamig, sollen die Aeolostöchter 'Alkyone* und ihr dem Mrachi- 
nischen' Gastfreund des Herakles gleichnamiger, vom Morgenstern Heosphoros 
entsprossener, Gemahl Keyx in je einen Wasservogel wegen an gemäss ter Gott- 
ähnlichkeit verwandelt worden sein. Von d) 'Kanake' erzeugte Poseidon den 
Boplevs Nereus Epopeus Aloeus und Ttiops] e) ' Kalyke ' aber ward dem 
fleischen Endymion vermählt. 

S 654. Der bunten Mischung in- und ausländischer Volks- 
elemente, welche in jener noch öfters von uns zu beleuchtenden 
Stammtafel der Aeoler von Thessalien her sich uns kundgibt, 
schliesst mancher andre auch über Böotien und weiter süd- 
wärts verbreitete Volksname, vor allen der mit den Aeolern so 
eben gleichgesetzte der Minyer sich an, 2 dessen berühmter 
Reichthum grossentheils in dem aus der Argofahrt mythisch 
berühmten Seeverkehr ihres zu Iolkos und zu Orchomenos ge- 
gründeten, wie auch von Lemnos her weiter verbreiteten, Stammes 
seine Erklärung findet. 3 Ihre Volkselemente sind, mannigfacher 
äolischer Mischung ungeachtet, überwiegend achäisch, daher es 
begreiflich wird, dass sie, mit Phlegyern und mit Kadmeern in 
Feindschaft, als ein auch den Aeolern fremder Stamm bei deren 
Einfall in Böotien unterlagen. 4 Durch Thebens Kadmeer war ein 
dem Kriegsgott gewidmeter Urstamm mit einer auf Phönicien 
Kreta oder auch Thrakien rückweisenden Bildung und Religio- 
sität neu belebt worden; den Minyern stets oder zeitweilig feind, 
waren sie zunächst den pelasgischen Tyrrhenern von Lemnos 
und Samothrake, wie auch den Geschlechtern der Gephyräer und 
Aegiden, verwandt 5 In ihrem Umkreis war Phokis durch lapi- 
thische Phlegyer, die Gegend des Helikon durch Thraker, Lokris 
und andere Küstenstriche durch uralte Leleger bevölkert, deren 
Nachkommen im Stamm der Epeier fortdauerten. 

§ 655. Diese Hauptzüge unserer Kenntniss jener nord- 



HEROENSAGE. B. VOLKSSTÄMME. $ 653-656. 29 

griechischer Volksstämme lassen mit Leichtigkeit auch die Be- 
wohner des Peloponnes uns unterscheiden. Wie die Pelasger 
Böotiens in Attika, werden aueh die thessalischen in Argos leicht 
wieder erkannt, denen pelasgische Ureinwohner Arkadiens zur 
Seite gehn. * Ein Mischvolk, gleich den tyrrhenischen Pelasgern 
auf lemnische Minyer rückweisend, sind die aus Arkadien nach 
Troas Kreta und Lykien entrückten Dardaner und Teukrer, jene 
durch Uebergewicht ihres Pallasdienstes, 8 diese vielmehr durch 
Apollodienst ausgezeichnet; ihre Einflüsse auf Kleinasien Kreta! 
und andere Inseln erklären sich im Zusammenhang eben des 
Heldengeistes, der den Magneten Iason zum fernen Osten trieb. 
4 Nicht weniger genügen zur Würdigung peloponnesischer Jeoler 
und Atlantiden die äolischen Geschlechtsanfänge thessalischer, 
in den böotischen Phlegyern fortlebender, Sagen. 

§ 656. Den vorstehenden Andeutungen gemäss haben wir 
für die uns hienächst obliegenden geographisch geordneten Sagen, 
vom makedonischen und thrakischen Norden anhebend, zugleich 
auch den genealogischen Gegensatz rein hellenischer oder, was 
für die Urzeit uns gleich gilt, achäischer Stämme zu denen 
einer gemischteren, nach unsrer Darstellung dem Namen der 
Aeoler entsprechenden, Bevölkerung zu verfolgen. * Jene Jchäen 
weist die mythische Kunde der Urzeit im westlichen Thessalien 
am Peliongebirge uns nach, bevor sie, die fernsten Gegenden, 
griechischer Ansiedlung mit ihren Thaten erfüllend, nach Süd- 
Ost und West hin fast mehr als auf griechischem Festland zer^ 
streut sich vorfinden; 3 die aeoler aber werden wir ebenfalls 
aus Thessalien, dann' vorzugsweise über das griechische Fest- 
land verbreitet, dergestalt nachweisen können, dass ihre in 
Böotien neben Minyern und Kadmeern, im Peloponnes neben 
Pelasgern Ionern und Dardanern verbreiteten, VÖlkerschaaren 
vorzugsweise den geographischen Faden darbieten, an den wir 
hienächst unsre Darstellung der gesamten griechischen Heroen- 
sage zu knüpfen gedenken. 






SO WtttttS »ÜCÄ. 



C. MAKEDONEN UND THRAKER. 

% 657. Wie Griechenlands Götter an den Olymp, sind auch 
die heroischen Sagen Griechenlands an den nördlichen Ursitz 
griechischer Gesänge und Sagen, an Thrakien geknüpft, dessen 
in Gebiet und Volksname allmählich zu Makedonen gewordener 
Volksstamm nicht nur unter Beimischung illyrischer Barbaren, 
sondern auch mit Hinzutritt pelasgisch-griechischer, namentlich 
dorischer, Volkselemente dazu geworden war. 'Diesem Abstam* 
mungsverhältniss gemäss bieten sowohl die zwischen Peneios 
Haliakmon und Axios liegenden Küstenstriche Pieriens und 
Emathiens, als auch die gebirgigen Binnenlande von Elimeia und 
Orestis Ortsnamen griechischen Ursprungs zahlreich genug uns 
dar, um theils dieser Länder Verknüpfung mit den Stammsagen 
Thessaliens und ßöotiens, 8 theils manchen an makedonischer 
Oertlichkeit haftenden Heroennamen und Mythos, 4 theils auch 
des makedonischen Königsgeschlechls Ableitung von Herakliden 
des Peloponnes, aus dem Zusammenhang der von Thrakien her 
eingewanderten Bevölkerung Griechenlands zu erklären. 

1. Der * Makedonen' Volkselemente, die a) im Allgemeinen aus Thuky- 
dides (2, 99) und den Fragmenten aus Strabons siebentem Buch hervorgehen, 
hat 0. Müller ausfuhrlich in der Schrift über die Wohnsitze, die Abstammung 
und die ältere Geschichte des makedonischen Volks (Berlin 1825), vorher in 
denDoriern (1, S. 2 ff.), nachgewiesen. Der b) 'Dorier' Antheil an dieser Bevöl~ 
keruBg ist nicht nur durch die makedonische Königssage und deren Herakles- 
dienst begründet, sondern auch durch der Hylleer illyrische Herkunft (MDor. I, 
11 f.) und durch den Namen 'Makedner', den laut Herodots (1, 56. 8, 43) 
von Müller (Dor. I, 32 ff.) zwar abgelehntes Zeugniss die Dorier bis zu ihrer 
Einwanderung in den Peloponnes geführt haben sollen. 

2. 'Griechische Ortsnamen' o) 'Pieriens', unter dem von Strabo (7. 
fr. 1 5) makedonisch genannten Olymp, sind Dion Leibethron Pydna, als Fluss - 
ein Enipeus und Europos, wie auch das angrenzende Gebirgsland 'Almopia' 
(MMak. 15. vgl. Halmon, Salmoneus § 653, 2ft). — Aus b) 'Emathien', das 
vorher Pelasgia geheissen haben soll (lustin. 7, 2. Pelasger bis zum Strymon, 
nach Aesch. Suppl. 255. Herd. I, 57) sind Ichnä (Apoll und Themis: MMak. 10) 
und Pella (vgl. 'Anikkiov, Pellene) Beröa und das brigisch-phrygische Bermion 
oder Bromiongebirg, auch wol Qortynion Aloros Edessa zu nennen; aus der 



HEROENSAGE. C. MAKfc&ONEN UND tHRAKER. $ 657. 658. 31 

Nachbarlandscbaft 'Bottiaa' Sie Städte Atolante Evrope BMomene (tgl. Idomeitettft), 
auch Atofton (MMak. 10, 15). — Im c) nordwestlichen 'Oberland Elimeia' feg 
ein orestisches Argos (Str. 7. 326), beim Land 'Orestis' auch derMaketer Land, 
an Pelopiden und die Makedner als Doppelnamen der Dorier erinnernd, noch 
weiter nördlich das der Lynkesten, deren Könige von den korinthischen Bacchia- 
den stammen sollten (Strab. 7, 7, p. 326). 

3. Makedonische a) 'Landesheroen' sind Mahedon, des Zeus Sohn von 
Aithria oder Thyia, und dessen mit einer Tochter des Landes erzeugte Söhne 
Pieros und Emathos (Schol. II. 14, 226. Lob. 325); des Pieros (Vater des 
Linos) Schwester ist Methone, wie auch ein Vorfahre des Orpheus Methon 
heisst (Lob. 324). Die Bottiäer leiteten von einem kretischen Heerführer Button 
sieb ab (Strab. 7 fr. 11). — Als makedonische ») 'Ortsgage' ist die der Mi- 
dasgärten (am Bermion oder Bromiongebirge: Herd. 7, 73. 8, 138. Cenon 1) 
berühmt. 

4. 'Königsahnen' des in Makedonien hergehenden Geschlechts waren a) 
die drei argivischen Temeniden Gauanes Aeropos und Perdikk**, die über Illyrien 
nach Lebäa ins obere Makedonien (Ber(ja Herd. 8, 137 f.) kamen, denen jedoch 
b) eine andere Sage drei noch höher bis auf Karanos hinaufreichende Ge- 
schlechter voranstellte; dieser Karanos (P. 9, 40, 4. Syncell. 499. MMaked. 24 f.) 
hatte von einer Ziege geführt die davon benannte Stadt Aegä oder Edessa er- 
neut (Instin. 7, 1. Solin. 9, 14). 

§ 658. Wichtiger als dieses makedonisch-thrakische Bin- 
nenland, oder auch, jenseits des Axios, der vom thrakischen 
Kriegsgott durchtobte odrysische Landstrich Thrakiens, *sind 
uns die Küstenstriche, die theils von Edonen Bistonen Kikonen 
bevölkert, den Gebirgen Pangaion und Rhodope benachbart, die 
Ursitze pierisch-thrakischer Sängerschulen sowohl als des ihnen 
feindlichen bacchischen Orgiasmus enthalten; 'ihnen ist andern- 
theils die chalkidische Halbinsel angehörig, die, vom thermäischen 
und strymonischen Golf umschlossen, zugleich der ursprüng- 
liche Schauplatz pallenischer Gigantenkämpfe und auch der dar- 
danischen Aeneassage war. 

1. 'Jenseit des Axios' sind einige griechische Spuren wol auch an den 
Grenzen Päoniens zu finden. 

2. Am * Küstenstriche' des Athos ist Thamyris (Strab. 7, fr. 33), bei 
Edonen und Kikonen Orpheus, am Strymon Hhesos (fr. 36), weiter Östlich 
am 'Hundsmal' (Kvvög aijfxcc fr. 56) die Sage der zum Hund verwandelten 
Behöbe heimisch. — Der * Bistonen ' Hauptstadt Bistonia (Steph. s. v.) 
sollte von Biston erbaut sein, der ein Bruder des Odomas und Odonos, 
oder auch Sohn des Aressahns Paon kiess; gleichem Stamme gehört der von 



32 DRITTES BUCH. 

Herakles bekämpfte blutgierige Diomtedts, benachbarter Gegend aber der gleich*» 
felis nicht selten (Ap. Rh. I, 34. Orph. Arg. 78) bistonisch genannte Orpheus an. 

S 659. Aus dieser Heimath eines bereits uns näher be- 
kannten apollinisch-bacchischen Sonnendienstes werden zunächst 
uns mehrere Königsnamen überliefert, deren mythische Begeg- 
nisse weniger dem sonst in Thrakien fUr königlich erachteten 
Hermesdienst, * als eben jenem zwitterhaften Kultusbezug im 
Gegensatze des bacchischen Orgiasmus entsprechen. Die Be- 
siegung König Lykurgs ist eine der glänzendsten Thaten des 
unwiderstehlich vordringenden neuen Gottes Dionysos; 'sie er- 
folgt im Gegensatz des vorher obwaltenden Apollodienstes, den 
durch das Wolfsymbol seines Namens auch Lykurg zu erkennen 
gibt und den, ausser Königen wie Strymons prophetischer Sohn 
Rhesos, auch bacchische Namen wie der von Efeu benannte 
Kisseus um so mehr entsprechen, da aus Homer der weinspen- 
dende Maron als Priester Apolls bekannt ist. 4 In gleichem 
Sinne eines solarischen, mit Wein und Efeu verknüpften, Apollo- 1 
dienstes wird aber auch der berühmteste thrakische Heros, der 
Sänger und Königssohn Orpheus, als Opfer bacchischer Wuth 
uns geschildert. 

1. 'Thrakisches Götterwesen': Herd. 5, 7. Ghd. gr. Volksstämme Anm. 10/F. 

2. ' Bacchischer Dienst* gilt in der Sage Lykurgs (§ 460, 2c), weniger 
In den Königsnamen, obwohl Kisseus (Anm. 3<f) und Charops (Diod.3, 65. 
Kl. Aen. 12, 37. 24, 53) in solcher Geltung sich nennen lassen. 

3. ' Apollinische Königsnamen' sind, ausser d) dem als gestrafter Ver- 
ächter des Dionysos vielbesungnen * Lykurg' (§ 460, 2 c), der Fluss b) 'Strymon' 
(Con. 4. Ant. Lib. 21) und dessen c) als Bacchusprophet und als Flussgott 
bekannter, den Troern zu Hülfe gezogener Sohn 'Rhesos', sodann d) 'Kissens*, 
der als Vater von Hekabe und auch von Theano genannt wird, endlich e) 
( Maron' des Euanthes Sohn, der in Maronea als apollinischer Priester, Wein 
einschenkend, gekannt (Od. 9, 197 ff.) und eben dort später auch göttlich ver- 
ehrt ward (Wk. Satyrsp. 216). 

$ 660. Orpheus, seines Namens der Dunkle, aus thraki- 
schem Königsstamm, wenn nicht von Apoll und Kalliope geboren, 
1 heimisch am dortigen Pangäongebirg bei Libethra und in kiko- 
nischem Nachbarland, bald aber bis in weite Ferne berühmt, 
ist der persönliche Ausdruck eines in Wort und Rhythmus ent-» 



HEROENSAGE. C. MAKEDONEN UND THRAKER. $ 659—661. 33 

haltenen, durch heil- und weissagungskräftige Zauberformeln und 
Weihen fast mehr als durch Hymnen bethätigten, zur Einführung 
milder Sitte und frommen Lebens erfolgreichen Götterglaubens, 
4 dessen Werkzeug die von Hermes erfundne, von Apoll ihm 
gereichte Lyra ist, ein Geräth welches "auch bei gesteigerter Fülle 
des orphischen Mysterienwesens jenes priesterlichen und un- 
widerstehlichen Sängers vorhersehendes Abzeichen blieb. * Nie- 
mals, soviel wir wissen, zu göttlicher Geltung gesteigert, blieb 
Orpheus um so entschiedner der siegreiche priesterliche Ver- 
künder des von ihm gelehrten, ursprünglich apollinischen, dann 
mehr cerealisch-bacchisch gefassten Götterglaubens und der ihm 
entsprechenden Weihe; dem ungeläuterten dionysischen Orgias- 
mus war er entgegen, wie er denn diesen Widerstand, von bac- 
chischen Frauenhänden zerrissen, mit seinem Leben zu büssen 
hatte. 6 Mythen dieses vielgefeierten Sängers gelten theils 
seinem, wie unter den Thieren des Waldes so auch bei der 
Argofahrt rettend erprobtem Gesang, dessen schallende Lyra 
noch unter den Sternen leuchtet, 7 theils der Verherrüchung 
seines unverdienten Geschicks, durchs blutende Haupt bezeugt 
das angeschwommen in Lesbos verehrt war, 8 theils auch der 
durch spätere Mystik veränderten Vorstellung, die in der Sage 
von seiner Niederfahrt in den Hades sich kundgibt. 

1—3. 'Orpheus': $ 402. Pind. Py. 4, 177; fragm. 187. 188. Aesch. 
Agam. 1629. Apollod. 1, 3, 2. Paus. 6, 20, 8. 8, 37, 3. 9, 30, 3 Diod. 5, 
77. OMet. 10, 3ff. 11, 1 ff. Hygin Astr. 2, 7. Bode Gr. Lit. Gesch. 1, 159; 
de carm. Orph. aetate, Gott. 1838; Gott. gel. Anz. 1836 S. 186 ff. Muller 
Proll. 379 f. Jacobi Wörterbuch 685 f. 

§ 661. Nächst Orpheus ist auch noch der andern Gesangs- 
heroen thrakischen Stamms hier Erwähnung zu thun: des Phi- 
lammon zuvörderst, der gleich dem Orpheus ein Sohn Apolls 
heisst und statt des Orpheus als Argofahrer, zu Apolls Ehren auch 
als delphischer ßekämpfer der Phlegyer, nächstdem auch in 
mystischer Geltung als der Lernäen Stifter genannt wird; •so- 
dann seines Sohnes Tkamyrts der, seines Namens ein Mann 
der Versammlung, durch den ihm im Volke gewordnen Gesang- 
ruhm den Musen sich gleichzustellen vermass und von diesen 

Gerhard, Mythologie. II. 3 



34 Drittes buch. 

geblendet ward; * ferner Eumolpos, der, von Poseidon und Chion£ 
erzeugt, schwer gefährdet und viel umhergeirrt, aus Aethiopien 
aber bis nach Eleusis gerettet, dort als Erneuer der eleusini- 
schen Weihe und als des athenischen Erechtheus ruhmvoll ge- 
fallener Gegner geehrt war ; * endlich Musäos, der als des Orpheus 
oder Linos, Selenens oder der Musen Sohn, den Ruhm thraki* 
scher Dichtung Weissagung und Weihung, dem Eumolpos nach- 
eifernd, auch für Athen begründete. 

1. < Philaramon ' : Paus. 3, 37, 3. 9, 36, 2. 10, 7, 2. Schoi. Ap. Rh. 1 , 
23. MOrch. 191. Dor. 1, 348 ff. Forchh. 326. PEnc. 5, 1463 f. 

2. 'Tkamyris', auch Thamyras: Hom. II. 2, 595 ff. Apd. 1, 3, 3. Paus. 4, 
33, 4. 7. 9, 30, 2. 10, 7, 2. PEnc. 2, 1746. Wk. Ep. Cycl. 1, 150. Trag. 1, 
419 ff. 

3. 'Eumolpos': Apollod. 2, 5, 12. 3, 15, 4. Theoer. 1, 419 ff. Paus. 1, 
38, 2. Phot. s. v. Vgl. Jacobi Wörterbuch 330 f. Lob. Agl. 207 ff. 213. 239. 
311. Müller Eleusinia, kl. Sehr. 2, 247 ff. Forchh. Hell. 128. 

4. 'Musäos': Lob. 454 (Sohn der Mene). Pauly Enc. 5, 264 ff. Als seinen 
Schüler redet der Verfasser des orphischen Argonautengedichtes ihn häufig an. 

§ 662. Als mythischer Ausdruck thrakischen Sänger- und 
Priesterthums stehn diesen orphischen Sängern eines ursprüng- 
lich apollinischen Charakters die bereits oben berührten schwar- 
zen Propheten gegenüber; der durch des Orpheus Schicksal be- 
rühmte Gegensatz bacchischer Weihe und Weissagung ist, wie 
in ihnen allen, * vornehmlich in der Person des Melampus rer- 
körpert. Als Eltern dieses 'schwarzfüssigen' Propheten werden, 
auf Rede und Bild bezüglich, Amythaon und Eidomene, letztere 
einem makedonischen Gebirgsort gleichnamig, ausserdem aber, 
für die melampische Oertlichkeit entscheidender, die Namen 
Rhodope und Pherä genannt. 3 Vom Rhodopegebirge nach 
Pherä gelangt, von wo aus er am Othrys in Phylake, dann in 
Pylos und Argos sich niederliess, 4 erscholl des Melampus heil- 
und beschwörungskräftiger Name am meisten im Peloponnes, 
dessen Sagenkreise ihn uns von neuem vorführen werden. 
6 Nächst seiner eignen Person gibt die Gewalt seiner Mantik in 
weit verbreiteten Sprösslingen seines Geschlechts sich kund; 
von Melampus stammt seines Sohnes Antiphates Enkel, Otkles' 
Sohn 7 Amphiaraos, der zu Oropos und sonst auch göttlich 



HEROENSAGE. C. MAKEDONEN UND THRAKER. $ 649. 650. 35 

verehrte Unglücksprophet argivisch-thebanischer Kämpfe; 8 von 
Amphiaraos der von seinem Muttermord zu Psophis gesühnte 
Alkmäon, dem aus einer dreifachen Ehe prophetische Nach- 
kommen, 9 die arkadischen KTytiaden, der akarnanische Akarnan 
und der kilikische Amphilochos, entstammten. i0 Ausserdem 
werden als Melampussöhne noch Mantios, des pylischen Theo- 
klymenos Ahn, !1 und der verrauthlich euböische Abas, des 
korinthisch-kretischen Polyidos Ahn abgeleitet, 12 in welchem, 
wie in der Mehrzahl jener Melampodiden, die bacchische Mantik 
des Melampus allmählich zur apollinischen geworden war. 

1 — 3. 'Melampus', der schwarze Prophet (oben $ 401, 3): Hom. Od. 15, 
225 ff. (ScIioJ.) Hesiod. fr. 117 (Scbol. Ap. 1, 118). Herd. 2, 49. 9, 34. ApoIJod. 
1, 9, 11. 2, 2, 2. Paus. 1, 44, 8. 6, 17, 4. Diod. 1, 97. 4, 68. Athen. 2, 
45. Serv. VEcIog. 6, 48. OMet. 15, 325 ff. Vgl. Jacobi Wort. 603 f. Welcker 
Satyrsp. 193. Eckermann, Melampus und sein Geschlecht, Gott. 1840. 

4. Das * Geschlecht des Melampus', vom Aeolossohne Kretheus nnd dessen 
Sohne Amythaon, ßruder des Pheres (§ 653, 2. Od. 15, 242 ff. Eckerm. Mel. 
171) stammend, ist in den anhangsweise beifolgenden Stammtafeln (B) näher 
angegeben. 

5. Statt des *Antiphates' (Eckerm. 38 f.) wird des 'Oikles' (Eckerm. 39f.) 
Vater bei Paus. 6, 17, 4 Mantios genannt, wie bei Homer des Melampus zweiter 
Sohn heisst. 

6. 'Amphiaraos* (Eck. Mel. 41 ff. Jac. 86) war a) i göttlich' verehrt zu 
Potniä (P. 9, 8, 2) und Harma in Böotien, zu Oropos (P. 1, 34, 1 ; Statue zu 
Athen P. 1, 8, 3), zu Argos (P. 2, 23, 2) und Sparta (P. 3, 12, 4); seine b) 
( Heroensage' erörtern wir im thebischen Sagenkreis. 

7. 'Alkmäon' (Jac. 75 ff. Eck. Mel. 73 ff. ein Dionysos?? ebd. 112; unten 
beim arkadischen Psopbis zu erörtern) ist dreifach vermählt: mit a) Alpkeslböa, 
(einer Kora? Eck. 101 ff. 113) oder Arsinae (Eck. 99; zu Theben verehrt), mit 
b) Kallirrhoe (Eck. Mel. 99, 133 ff.) und mit c) Manto. 

8. ' Alkmäoniden ', aus jener dreifachen Ehe entsprossen, sind a) Klytios 
und die Klytiaden (P. 6, 17, 4. Eck. Mel. 122), b) Amphoteros und Akarnan 
(Eckerm. 99. 133 ff.) und c) Amphilochos, der mit dem lapithischen Mppsos 
das kilikische Mallos gründet, dort aber mit ihm zugleich im Wettkampfe 
fällt (Jac. 88. Eck. Mel. 114 ff.); nach Homer (Od. 15, 248) jedoch ist Amphi- 
lochos ein Bruder Alkmäons. 

9. Von ( Mantios' (vgl. 5) stammen laut der Odyssee (15, 249 ff.) PoJf- 
pheides, des Theoklymenos Vater, und Kleitos den Eos entführte. 

10. 'Polyidos' (U. 13, 663 f. POL 13, 104. P. 1, 43, 5. Eck. Mel. 137 ff.) 
ist aus Korinth und aus der kretischen Sage seines am Minossohn Glaukos 
verübten Wunders (J 530, 7. Apd. 3, 3» 1.2. Hygin. 136) berühmt. 

3* 



36 DRITTES BUCH. 

11. 'Sonstigen Melampodiden' oder doch den Propheten ihrer allmählich 
ganz apollinisch gewordenen (anders Eck. Mel. 72) Richtung ist der a) mes- 
senische Theoklos, des Mantiklos und Euergetidas Vater (Eck. 127 ff.), beizu- 
zählen; ob auch die Iamiden (Eck. 130 ff.) TeUiaden (ebd. 133) und andre 
der oben $323, 4 erwähnten Apollopropheten? 

% 663. Sonstige Sagen des Thrakervolks drängen haupt- 
sächlich in der chalkidischen Halbinsel sich zusammen. Grün- 
dungen und Gräber des Aeneas, wie sie aus Pydna und Aenea, 
vom Vorgebirg Rhäkelos und vom Athos, dann auch von der 
Mündung des Hebros zu Aenos bekannt sind, werden im Zusam- 
menhang der ganzen Aeneassage weiter unten uns neu erinner- 
lich werden. 'Diesen Sagen eines fast durchgängig milden 
Charakters scheinen auch die von Pallene durch den Palladien- 
dienst verknüpft zu sein, für dessen Träger Aeneas gilt; •ander- 
seits dient der meist furchtbare Charakter dieses Dienstes zur 
Erklärung dafür, dass zu Pallene auch die Gigantensage samt 
dem ihr erwachsenen Götterkampf wurzelt. 4 In einem ähn- 
lichen Gegensatz, wie somit pallenische Thraker den pierischen 
gegenüber ihn zeigen, werden als Träger des Musendienstes nach 
Böotien zwei thrakische Riesen, Otos und Ephialtes, uns weiter 
unten begegnen. 

1—4. « Aeneas in Thrakien' (Kl. Aen. 340 ff.), auch als Trager des Pallas- 
dienstes. Ueber « Pallene* ist oben $ 248, 66, über die Aloiden Otos und 
Ephialtes weiter unten die Rede. 

S 664. Thrakischer Abkunft sind endlich auch die den 
europäischen Küstenländern von Bosporus Propontis und Pontus 
gehörigen Sagen. * Nördlich bis zum taurischen Chersones und 
zu dessen Orestessagen reichend 3 und mit den häufigen Spuren 
milesischer Ansiedlung bis herab nach Perinth und Byzanz sich 
kreuzend, 4 bieten jene Sagen zu unsrer besondren Beachtung 
hauptsächlich den Mythos des zu Salmydessos, wenn nicht iu 
Bithynien, gebietenden blinden Sehers und Königes Phineus uns 
dar. 6 Dieser räthselhafte Mythos, den uns die Sage der Argo- 
nauten neu vorführt, mag laut Namen und Wesen des Phineus 
in phönicischem Bergbau begründet sein, der auch die barba- 
rische Vergrabung und Züchtigung seiner Söhne erklärt; 6 unver>. 



HEROENSAGE. C. THRAKER, D. PELION* KENTAUREN. $ 663—666. 37 

kennbarer sind in Harpyien und Boreaden die bald verderblicben 
bald heilsamen Winde des dortigen Küstenstriches gemeint, 7 wo- 
neben in seiner unheilvollen Doppelehe die Gonflicte athenischer 
und dardanischer Abkunft gemeint sein können. 

1—7. 'Phineus': Apd. 3, 15, 3. Ap. Rhod. 2, 177 ff. (Schol.) Diod. 4, 344. 
Nonn. 2, 686 ff. Jac. 740 ff. WTrag. 1, 329 ff. Movere Phon. 20. 



D. UMWOHNER DES PELION. 

§ 665. Im äussersten Norden Griechenlands gelegen und 
seinem östlichen Meeresstrand nah, andererseits dem böbeischen 
See, dem Dotiongefild und dem Flussgebiet des Peneios benach- 
bart, der seine Strömung nach Norden hin durch die Felsen- 
schlucht Tempe ergiesst, * war das Waldgebirge des Pelion seit 
frühester Zeit wilder Kentauren und der sie bekämpfenden La- 
pithen, sodann (unter Chirons, selbst eines Kentauren, Erziehung) 
berühmter Helden von der Magneten und von der Achäer Stamm, 
des Iason Peleus und Achilleus, ursprünglicher und ihre That- 
kraft zu frühestem Ruhm des Hellenennamens erweckender Wohn- 
sitz, der auch Anfänge des späterhin übermächtigen Stammes 
der Dorier in seiner Nähe aufweisen kann. 

1: 2. 'Peneios und Tempe': Strab. 7, fragm. 14. MDor. 1, 19. Gbd. Abb. 
Achäer Anm. 19. 

§ 666. Die Kentauren, laut ihrer Gesamtbenennung 
stier- oder luftstachelnde Jäger, Maut ihren zahlreichen Einzel- 
namen auch wilde, statt nach Land oder Volksstamm am liebsten 
nach Berg und Wald, Wasser und Rossen, Feuer und Ueber- 
muth, nach den von ihnen bekämpften Thieren des Waldes, Kampf 
und Waffen, Lärm und Getümmel oder nach ihrer allmählich 
erfolgten Sittigung benannte Waldbewohner, 3 ein aus Wolken- 
geburt des Lapithen Ixion entstandnes, doch auch mit Zeus und 
Apoll, mit Kronos Silen und den Nymphen verwandt erachtetes, 
4 in Thessaliens Waldgebirg, hauptsächlich dem Pelion, heimi- 
sches, 5 in ihrer Naturkraft den Stürmen und Strömen des Wald- 
gebirgs, in ihrer Persönlichkeit den Walddämonen des Dionysos 



38 DRITTES BUCH. 

vergleichbares Geschlecht, mit denen sie auch die halbthierische 
Bildung in Rossgestalt theilen, 6 eröffnen durch ihren Kampf mit 
den Lapithen die Reihe thessaiischer Heldensagen. 

Ueber die 'Kentauren': Hom. II. 1, 268. 2, 743 ff. Hes. Scut. 178 ff. 
fr. 110. Pind. Pyth. 2, 44ff. fr. 147 p. 637. Diod. 4, 12. 69f. OMet. 12, 210ff. 
Hygin.33. Vgl. Jac. Wort. 403 f. 530 ff. Voss Myth. Dr. 2, 33. Böttiger Vaseng. 
3, 75 ff. Cr. 4, 200 ff. MOrch. 197. Pr. Myth. 2, 13 f. 

1 . ' Namen '. In ihrer ' Gesamtheit ' sind sie als a) Büffeljäger (xtvioraugoi : 
Dött. Vaseng. 3, 9 4 f. Böckh zu Schol. Pind. 2, 78. Muller Handb. 389, 1. Da- 
gegen Wk. kl. Sehr. 3, 17 f.), wenn nicht als b) Waldströme (Kl. Aen. 495 ff.), 
Luftstachler (§518, 2 von avQa) und c) Dunstheroen ( 4 Herakles hebt die 
Schneedecke!' : Forchb. Sphinx S. 14), bei Homer als thierische Wilde ('ffJQts 
OQtoxyot 11. 1, 268. 2, 793. Pind. fr. 147 p. 637) bezeichnet 

2« In den zahlreichen ' Einzelnamen ' der Kentauren (Hes. Scut. 185 ff. 
Diod. 4, 12. Heyne zu VGeorg. 2, 456. OMet. 12, 21 Off.) ist nur selten o) 
auf 'Land oder Volksstamm' {Abos Helops; in Argeios-Agreios ist Agrios ge- 
meint), häufiger auf b) 'Berg und Wald' (Oretos, Petratos — , Dryalos, 
Byiaios; HyUs, Hyionome des Kyllaros Weib; Peukeiden Hes. Scut 187; 
Chthonlos und Photos vgl (patltoe Schlupfwinkel), auf c) * Wasser und Rosse' 
(Hellmos Krenaios; lmbreus PArixos; Chromis Hippasos Bippotion Kyllaros 
Monychos (vgl. [uoru/fg Innoi) Nessos (vgl. vrjaog vrjöwvts Schw. And. 104. 
351), auf d) ' Feuer und Uebermuth' (Asbolos Phlegraios Pyrakmos Pyretos — , 
Agrios Aphetdas Blanor Burynomos Burytos Burytlon) Bezug genommen; 
riesiger Natur gehören die Namen Amykos Mlmas Hhötos, 'wildem Anblick' 
Melaneus Melanchaitos Mermeros PhaioHomes Thaumas. Auf e) 'Thiere des 
Waldes' gehn die Namen Arktos Demoleon Lykabas Lykidas Lykos Lykotas, 
auf deren 'Jagd' vielleicht Thereus und Dlkfys, auf f) ' Kampf und Bewaffnung' 
Antimachos Areios Dorylas lsoples samt Aphareus (von «</>«(>, Aufstürmer?) 
Latreus (Waffendiener?) Hipheus Stiphelos (?) und, samt den vorerwähnten mit 
Brand Stamm und Brand gerüsteten Gegnern des Herakles, Asbolos Hylaios 
Petratos', auf g) 'Lärm und Getümmel' (nicht entschieden auf bacchisches) 
Bromos Dupon Brtgdupos Homados Teteboas, der dabei unausgesprochene 
bacchische Bezug ist vielleicht im Tiefschlaf Nedymnos zu erkennen ; andererseits 
auf h) 'apollinische Sittigung' die Namen Ampkion und Daphnis, womit der 
etwaige Bezug auf Weissagung in den Namen Oryneios Oihles (vgl. Amphiaraos) 
und Orneus (Vogelflug), wie auch der in Medon Perimedes Ptsenor ausge- 
druckte gute Rath und klare 'Verstand' wohl zusammenstimmt Unerklärt 
bleiben bei dieser Sichtung der Kentaurennamen die Namen Astylos und Phokos, 
weil sie aus Asbolos und Pholos verderbt sein mögen; auch die Namen AncJUos 
und Odiles blieben unerwähnt. 

3. 'Herkunft'. Des Vaters der Kentauren Kentauros * Abstammung' wird, 
der Wildheit oder allmählichen Sittigung seines Geschlechts gemäss, meist als 
a) des Ixion Geburt von einer als vermeintliche 'Hera' umarmten Wolke (Pind. 



HEROENSAGE. D. AM PEUON. KENTAUBEN. $ 666. 668. 39 

Py. 2, 42 ff. not. Diod. 4, 70), wenn nicht als Ausgeburt aus dem in vergeblichem 
Verlangen nach Aphrodite entfallenen Samen des 'Zeus' (Nonn. 14, 193), oder 
auch b) von 'Apolls' Liebe zur Stilbe (Glanz) des Lapithas Tochter (Diod. 4, 
69) abgeleitet. Sohn des c) 'Kronos* ist Chiron, Sohn des d) 'Silen' von 
einer Nymphe der Kentaur Photos. 

4. 'Oertlicbkeit'. In a) 'Thessalien' sind als Sitz der Kentauren, ausser 
dem Pelion wohin auch die pelethronische Grotte (OMet. 12, 452. MOrch. 198) 
gehört, auch die umliegenden Gebirge, Oeta Othrys und Homole (VAen. 7, 
675), nach ihrer Verdrängung ins Gebiet der Aethiker (II. 2, 744. Str. 9, 434) 
auch der Pindos bezeugt; im b) 'Peloponnes' sind sie aus Arkadien (Pholoe) 
bekannt, von wo aus sie gleichfalls verdrängt und in verschiedenster Richtung 
(§ 668, 1. Jac. 405) mannigfach zerstreut worden sein sollen. 

5. Das 'Wesen' der Kentauren entspricht, a) 'symbolisch' gefasst, den 
Stürmen (§ 518, 2) und Strömen (Kl. Aen. 495 ff.) des Waldgebirgs, b) 'mythisch 
und persönlich' den Silenen, mit denen sie theils die Rossbildung (daher Inno- 
xfriavQoi MHdb. 389, 2) theils die poetisch und künstlerisch viel ausgebeutete 
Neigung zu Rausch (MHdb. $ 389, 1) Frauenlust (Jac. 533) und Unbändigkeit 
gemein haben. 

§ 667. Entstanden war jener Kampf beim Fest der Lapi- 
then, das, von den Kentauren des nahen Gebirgs besucht, auch 
ferne Heroen, den Herakles Peleus und Theseus, zur Hochzeit 
des Ixioniden Peirithoos mit Hippodameia des Atrax Tochter 
versammelt hatte; * durch Rausch und Uebermuth der Kentauren 
erregt, durch Neid um Erbtheil und Mitgift, wie durch alte 
Feindschaft beider Stämme, der mit den Perrhäbern vielleicht 
gleichzustellen, gesteigert, ward jener Kampf von beiden Theilen 
mit furchtbarer Wuth und Ausdauer fortgeführt. 8 Eurytion wagt 
frevelnd sich an die Braut, die von Käneus (ihrer durch Willen 
Poseidons zum Manne gewordenen Schwester), nach Andern von 
Theseus gerettet wird. Käneus, durch Göttergunst unverwund- 
bar, wird durch der Kentauren Baumstämme erdrückt; 4 seinen 
Tod aber rächen die Lapithen durch der Kentauren Vernichtung 
oder durch ihre bis in der Aethiker Land nach dem Pindos voll- 
führte Flucht. 

1—4. 'Kentauromachie': Hom. 11.2, 74 3 ff. Od. 21, 295 ff. Hes. Scut. 
178 ff. Schol. PPy. 2, 85. Orph. Arg. 413. Paus. 5, 10, 2. Diod. 4, 70. OMet. 
12, 210-535. Vgl. $672, 3. 

§ 668. Es war aber mit der Kentauren Wildheit in Ein- 
zelnen ihres Stammes auch alle Weisheit Heilkraft und milde 



40 DRITTES BUCH. 

Sitte gesellt, die der anfänglichen Menschheit im stillen Genuss 
des gewächsreichen Waldgebirges fortschreitend zu Theil ward. 
Milde Sitte wird auch dem arkadischen Gastfreund des Herakles 
Pholos, dem Sohne Silens von einer Nymphe, nachgerühmt, ob- 
wohl er bei gastlicher Einkehr des Herakles seinen Gast nicht 
vor Unglimpf, seine Stammgenossen nicht vor der tödtlichen 
Züchtigung ihres Frevels, ja vor der daraus erfolgten Vernich- 
tung des ganzen Kentaurengeschlechtes, zu schützen vermochte. 
'Obenan aber unter den Namen, in denen der Gegensatz un- 
bändiger und gesitteter Waldbewohner vorzüglich sprechend sich 
offenbart, steht der durch eben jenen Kampf seines unsterb- 
lichen Lebens beraubte Chiron, seines Namens ein Mann der 
Handkraft, Kronos' und Philyra's durch alle griechische Lande 
berühmter, 8 in einer noch später von ihm benannten Höhle 
des Pelion von allen Stämmen des ältesten Griechenlands, 4 als 
, Gott oder Mensch, wegen seiner Weissagungs- und Heilkraft viel- 
besuchter und vielbethätigter Sohn. 5 Als der Kentauren ge- 
rechtester und weisester, aber auch, vermöge seiner in Leibes- 
und Geistesübung erprobten Gaben, zu grosser Helden Erziehung 
berufen, 6 wird er in zahlreichen Sagenkreisen, nächst denen 
seiner Ehen und seiner Sprösslinge 7 hauptsächlich in denen 
des Peleus Achilleus und Herakles, mitwirkend genannt; mit des 
letzteren gastlicher Aufnahme bei Chiron ist auch die Sage von 
des Kentauren tödtlicher Verwundung und von dem Opfertode 
verbunden, durch welchen seine freiwillige Hingebung dem 
Prometheus das Leben sichert. 

1. ( Kampf in Pholoe' (Apd. 2, 5, 4. Jac. Wort. 405 f.): geendet durch 
der Kentauren Flucht nach Malea Pholoe oder Aetolicn; jovg öh Xoinovg vno- 
öiÜcifjievog nooetöüv eis 'EXtvalva oqsi xctTixäkvipev (Apd. a. 0.). Auch 
nach den Sireneninseln sollen die Kentauren geflüchtet sein (Tz. Lyc. 670. 
Ptol. Heph. 5), wie denn auch der Schauplatz des Kampfes in den Berichten 
wechselt (Jac. 405). 

2—7. Ueber 'Chiron': § 504, 3. Hom. 11.4, 219. 11, 832. Hes. Th. 
1001; fr. 111, 2. Pind. Pyth. 3, 75. 4, 180. 9, 65. Nem. 3, 82. Soph. Trach. 
719. Ap. Rh. 2, 1241 ff. Apd. 3, 4, 4. Vgl. Jac. Wort. 532f. WTril. 48. Aus 
Chirons 'Ehe' mit der als Najade Okeanide oder Apollonstochter gedachten 
Chariklo (Schol. PPy. 4, 181) sollten Karystos Okyroe Melanippe Euippe, auch 



HEROENSÄGE. 0. AM PELION. KENTAUREN UND LAPiTHEN. $ 668. 669. 41 

Endeis die Gemahlin des Aeakos und selbst die Göttin Thetis (Schol. Ap. 2, 
1234. Jac. Wort. 532) entsprossen sein. 

$ 669. Der Kentauren Nachbarn und Bekämpfer, bei zwie- 
fachem Namen beidemal als tibermüthiges Heldengeschlecht be- 
zeichnet, sind die Lapithen und Phlegyer. * Dem aktäischen 
Gebirgsgott des Pelion, Zeus oder Apoll, durch die von Kyrene 
und Aristäos handelnden Sagen verwandt, geboten sie auch den 
nördlicher gelegenen Städten Gyrton und Krannon (vorher Ephyra), 
und waren Anbauer des Dotiongefilds. 3 Im Dämmer der Sage 
bleibt es dahingestellt, ob die Verschiedenheit von Gebirg und 
Thal, Boden und Lebensweise allein es vermochten, jenem von 
thrakischem Einfluss sichtlich berührten Volksstamm einen zwie- 
fachen Kultus, bald nur von Feuer und Lanze in offenem Hohn 
des Zeus- Hera- und Apollodienstes, bald apollinisch-asklepischer 
Mächte, dort von der Ixions- und Phlegyassage, hier von milden 
Heilgottheiten lapithischen Waldgebirges begleitet, zu begründen. 

1. 'Lapithen und Phlegyer': MOrchom. 145. 195. [Vgl. auch die so eben 
erschienene 'Griechische Mythologie* von L. Preller, II, Lpz. 1854, Th. 2. 
S. 9 ff.]. 

2. Der Lapithen 'Heimath' ist a) am 'Pelion' (Zeus Aktäos $ 192, 2; 
Apoll Kyrene Aristäos $ 299, 3d) zu suchen; ihre b) 'Städte' waren die nörd- 
lich ohnweit des Tempethals gelegenen Felsenburgen 'Gyrton' (wo von Phlegyas 
Ixioü Gyrtone Peirithoos, von Käneus und Koroneus Leonteus stammen : MOrch. 
193 ff.), 'Krannon' das auch Ephyra hiess (11.13, 301. MOrch. 192f. 248 ff. 
Dor. 1, 261) und c) «Atrax' (woher Hippodameia des Peirithoos Braut), d) 
'Elateia' (von Riatos Vater des Ischys) 'Larissa und Mopsion ' (daher Mopsos), 
'Ithome Trikka' (dort Asklepios) und andre (MDor. 1, 23. 26. Oechalia?). 
Ferner war e) das Gefild 'Dotion' am böbeischen See von Lapithen bewohnt 
und dem Käniden Koronos gehörig: dorther aus 'Lakereia' stammt Aeskulaps 
Mutter Koronis (Hes. fr. 76. MOrch. 193. Pr. Myth. 1, 321 ff.) und auch 
Phlegyas weist als Sohn der Elatostochter Dotis dorthin. — Die d) 'auswär- 
tigen' Sitze der Phlegyer aber werden theils in Böotien ('Hyria Panopeus 
Lebadea' § 698 ff.) Euböa und im Peloponnes (in Gortys wo Agamedes und 
Asklepios, in Stymphalos und sonst: VJap. 178 f.) theils in Kleinasien und auf 
den Inseln uns begegnen, wie denn Triopas und Phorbas, die Söhne des La- 
pithas, nach 'Knidos' sich wandten. 

3. Als * Gottheiten* der o) 'Phlegyer* Ixion und Käneus sind die Ver- 
ehrung von Feuer und Lanze, verbunden mit Hohn gegen Zeus Hera und Apoll, 
als b) 'lapithische' die vom Schlangensymbol begleitete asklepische vielleicht 
zu unterscheiden. 



42 DRITTES BUCH. 

8 670. In ähnlicher Verbindung martialischer Wildheit und 
asklepischer Gesittung finden wir denselben Lapithen und Phle- 
gyern einerseits die Geschlechter des Triopas und * Detoneus, 
8 anderseits das der unbändigen Aloiden, riesiger Söhne des mit 
der Triopastochter Iphimedeia vermählten Moeus, verwandt, 
deren vom thessalischen AIoYon aus an thrakischen Göttern und 
Stammgenossen erprobte Unbändigkeit nächstdem in Bttotien uns 
wieder begegnen wird. 

1. Ueber 'Triopas und Phorbas' wird hienächst (§ 67t) gehandelt. 

2. 'Detoneus', unterschieden vom Aeoliden Beton ($653, 3*. Apd. 1, 
7, 3. 9, 4), dem Vorfahren des Kephalos und der Kephallenier, ist als Lapith 
Vater der mit lxion vermählten Dia, den dieser sein Eidam wegen eingemahnten 
Brautgeschenks in eine Feuergrube warf (Seh. PPy. 2, 39), oder auch b) Sohn 
des Eurytos von Oechalia, durch Theseus mit der Sinistochter Perigtrae ver- 
mählt (Plut. Thes. 8). 

3. 'Aloiden': $ 163, 2. 706, 4. Hom. Od. 4, 305 ff. II. 5, 385. PPy. 4, 89 
(156). Apd. 1,7, 4. Diod. 5, 50 f. P. 9, 22, 5. 29, 1. 2. Hygin. 28. Phitostr. 
vit. soph. 2, 1, 2. Schol. Ap. Rh. 1, 482. Stcph. v. lAXmov. VAen. 6, 582. Vgl. 
Jac. Wort. 79 f. Völcker ober die Aloiden (Seebode krit. Bibl. 1828 no. 2). Ihr 
thessalisches Alolon (Steph. s. v.) trifft mit der ihnen beigelegten Gründung der 
Stadt Alos (Seh. Ap. 1, 482) zusammen. 

$ 671. Triopas und der ihm durchgängig gesellte Phorbas 
sind lapithische, auf dreifachen Lichtdienst und auf Nährgott- 
heiten bezügliche Namen, * deren im lapithisch-äolischen Mutter- 
land fast spurlos verwischtes Heldenthum allerorts sonst mit 
den wechselndsten Ableitungen sich findet. Des Lapithas sowohl 
als des Inselgottes Poseidon Sohn genannt, 3 ward zu Argos da- 
gegen Triopas für des alten Pelasgos Vater erachtet; zu Athen 
ist dem Triopassohn Ery sichthon, der gegen Demeter eifernd 
von ihr mit Heisshunger bestraft ward, der Unglückssohn des 
Kekrops gleichnamig, von dem dort der delische Dienst Ilithyias 
sich herschrieb. 4 Mit Aloeus verbrüdert wird uns derselbe Triopas 
als Vater der Iphimedeia genannt, deren Söhne die Riesen von 
Hyria, Otos und Ephialtes, waren; von einem Triopassohn Phorbas 
sollte ein zwiefaches Pellene gegründet sein, wie denn ein solcher 
auch aus Olenos, als Vater des Augeias und Aktor, mit elei- 
schen und delphischen Sagen verknüpft, sich vorfindet s Hocb~ 



HEROENSAGE. D. AM PELION. TRIOPAS UND PHORBAS. $ 670. 671. 43 

berühmt aus dem karischen Knidos und von dessen Nachbar- 
insel Telos bis nach Sicilien verbreitet ist der triopische Götter- 
dienst; 'vorzüglich aber war Rhodos mit hieher einschlagenden 
Sagen betheiligt, indem man dort theils einen Triopas als Helios- 
sohn und Vater des Gluthheros Erysichthon, theils auch einen 
Phorbas, des Lapithas Sohn, als hülfreichen Schlangentödter, in 
ähnlicher Weise unterschied wie auch im eigensten Stamm der 
Lapithen und Phlegyer Sonnendienst und Schlangenbewältigung 
kurz vorher uns begegneten. 

1. Ueber 'Triopas und Phorbas': Hom. HÄp. Py. 33 (Ugen p. 272 ff.) 
Hellanic. Sturz, fr. 74 p. 50. Diod. 5, 58. 61. Hygin. 145 not. Jac. Wort. 871. 

Der 'Name* Triopas erinnert an den gleichnamigen dreiäugigen Zeus 
($196, 1) zu Argos und an den triopischen Dienst des Apoll ($306, 6. 
MDor. ], 262), womit Feindschaft gegen den Demeterdienst für Triopas selbst 
(Hyg. A. 2, 14. Schol. Theoer. \7, 69) und zumal für dessen Sohn Erysichthon 
($ 432, 3 a) verbunden ist; umgekehrt ist in * Phorbas' (tptyßto) cerealischc 
Nährkraft ausgedruckt. 

2. 'Thessalisch' ist Triopas a) als Sohn des Apollosohnes Lapithas 
(Diod. 5, 61) bekannt, der die Pelasger aus Dotion vertrieben haben soll, dann aber 
ausgewandert in Karien gefunden wird (Herd. 1, 174. P. 10, 11, 1). Als b) 
'äolisch' kann ebendaher der von Poseidon mit des Aeolos Tochter Kanake 
erzeugte (Apd. 1, 7, 4) Triops bezeichnet werden. Auch ein von seinem Sohn 
Karnabas getödteter c) 'perrhäbischer' Tyrann Triopas wird erwähnt (Eust. 448, 
11) und der rliodische Triopas im Kampf mit thessalischen Pelasgern erkannt 
(Diod. 5, 61); pelasgiscben Schlages ist auch die schwach bezeugte (Lob. 210) 
Sage eines, gleich dem Iasion, wegen Vergehens an Demeter vom Blitze des 
Zeus getroffenen d) 'thesprotischen' Phorbas. Ueberdies ist e) ' Aetoliens' Stamm- 
herr Aetolos als Eidam eines Phorbas und Gemahl seiner Tochter Pronoe be- 
zeugt (Apd. 1, 7, 7). 

3. Weniger als a) im Stammbaum von 'Argos', wo Triopas als des Phorbas 
Sohn und Vater des Agenor sich findet (P. 2, 15, 1), ist Triopas aus b) 'Athen' 
bezeugt (vgl. Erysichthon P. 1, 18, 5. 31 , 2), wo jedoch Phorbas sowohl als 
des Theseus Wagenlenker (Pherec. Seh. PNem. 5, 89) und Waffengefährte (Ko- 
drosschale; Jahn arch. Aufs. 184), als auch mit Erechtueus (Hom. HAp. 211 
not. Tqiq7iqv yivog) genannt wird; es ist dies vermulhlich derselbe, dem als 
Sohn des Poseidon und euböischem oder akarnanischem Kuretenkönig in Ge- 
meinschaft des Eumolpos ein Antheil am eleusinischen Krieg beigelegt und, nach- 
dem ihn Erechtheus getödtet, zu Athen ein Heroon gewidmet war (Harp. <£op- 
ßavTHOv. Schol. Eur. Phoen. 854. Lob. Agl. 207 ff.). 

4. Von 'sonstigen Städten' hat ausser a) Hyria (Aloiden $ 706, 4) den 
Triopas auch ft) 'Pellene', ein tbessalisches und ein achajisches (Seh. Ap. 1, 



44 DRITTES BUCH. 

177. P. 7,26, 5), durch seinen Enkel Peüen, des Phorbas Sohn, zum SUmm- 
heroen; ein Phorbas ward auch aus c) 'Euhua' als Kuretenkönig, als Ringer be- 
rühmt aber durch Wetteifer mit Apoll gefallen (Seh. II. 23, 660; des Thesens 
Lehrer), oben erwähnt. — Aus d) l Olenos ' ist ein vom eleischen Alektor gegen Pelops 
zu Hülfe gerufener Phorbas, mit Alektors Schwester Hyrmine vermählt, Vater 
des Augeias und Aktor, die mit den Phlegyern beim delphischen Tempelraab 
waren. In e) 'Messene' gilt diese Landesheroine samt lasos und Agenor für 
erzeugt von einem Phorbassohn Triopas (P. 2, 16, 1. 4, 1, 2). 

5. 'Knidisches' Triopion, nach Telos und Gela verpflanzt: MDor. 1, 105. 
262. 400. In 'Karien' ward zu Mylasa auch Iphimedeia, des Triopas Tochter, 
verehrt (Jac. 504). 

6. 'Rhodische' Sage von Triopas und Phorbas: Diod. 5, 58. 61. Hefter 
Rhodos 3, 77 ff. vgl. 45. 

S 672. Den Sagenreichthum dieses Lapithen-Volksstammes 
einigermassen zu Uberschaun, lassen wir die Folge thessalischer 
böotischer und sonstiger Oertlichkeiten uns leiten, die in den 
schon früher von uns berührten und nächstdem uns wieder be- 
gegnenden Sagenkreisen von Koronis und Asklepios, * Kyrene 
und Aristäos 'zunächst dem Pelion und dessen Heilmächten 
angehören. Im Umkreis dieses Waldgebirgs spielen zuvörderst 
die Kentaurenkämpfe, aus deren ruhmvollen, durch Dichtung und 
Kunstgebilde gefeierten, lapithischen Helden der unverwundbar 
getödtete Käneus hervorragt; *der Bekämpfung pelasgiscber 
Völkerschaften, die jenem Sagenkreis vermuthlich zu Grunde 
liegt, gesellen auch Kämpfe des dorischen Herakles gegen den 
Lapithen Koronos sich bei. 5 Als Herscher zu Gyrton ist Ixion 
zu denken, dessen Ruchlosigkeit gegen Zeus und Hera zugleich 
der Kentauren Erzeugung verschuldet haben soll; die Feuer- 
grube, für Deioneus von ihm eröffnet, und das Feuerrad, an das 
Zeus ihn anschmiedete, lassen in diesem unholden Ahn des 
edlen *Peirithoos einen Bekenner uralten Feuerdienstes durch- 
blicken. 7 Pklegyas, ein auch dem Vater Ixions ertheilter Name, 
wird unter den Minyern von Orchomenos samt Tityos Orion und 
anderen Gottesfrevlern desselben Stamms in Böotien uns wieder 
begegnen. 

1. 'Koronis' (xogtovri Mädchen? MOrch. 135), die von Apoll geliebte 
Mutter des Heilgotts Asklepios (§507, 1. 511, 2. MOrch. 199 f. Jac. 144), ist 
als Tochter des Lapithen Pklegyas am böbeischen See (Hesiod. fr. 76) zu 



HEROENSAGE. P. AM PELION. LAPITHEN. MAGNETEN. {671-673.45 

Lakereia (Hoin. H. 27, 3) oder zu Trikka am Peneios und auch Lethäos 
(Strab. 14. 647) heimisch; nach peloponnesischer Sage sollte sie den Asklepios 
auf Berg Tittheion bei Eptdauros (P. 8, 25, 6) geboren haben, dessen Mutter 
dieMessenier auch anders (Arsinoe T. des Leukippos, Jac. 135) benannten. Ein 
Hauptzug dieser Sage ist die Bevorzugung des Elatossohnes hchys vor Apoll, die 
der Koronis das Leben kostete (ligen zu Hom. HAp. p. 266 ff.). 

2. 'Kyrene': des Hypseus (PPy. 9, 5 ff. [SchoL] Ap. Rh. 2, 500 ff. Diod. 
4, 81. SAen. 4,42) oder des Peneios (SGeorg. 4,317. Hyg. 101) Tochter, die 
Apoll vom Pelion nach Libyen entfuhrt und dort als Stammmutter der ihr 
gleichnamigen Stadt verehrt. 

3. Im ' Kentaurenkampf ' ($ 667) tritt hauptsächlich Käneus hervor, der, 
zum Mann erst geworden (Schol. Plat. Legg. 12 zu p. 286), als Tochter des 
Atrax und Schwester der Hippodamia vorher Känis hiess. 

4. 'Geschichtliche Gegner" der Lapithen sind a) die pelasgischen 'Per- 
rhäber' (Str. 9. 439. 442. MOrch. 197 ff. Dor. 1, 25 f.), die auch im Kampf 
gegen Ephyra-Krannon (U. 13, 301. MOrch. 193) gemeint sind, so wie die 
h) am Pindos hausenden *A ethiker ' zu denen die Kentauren flüchten; aber 
auch c) ' dorische' Kämpfe, dem frühesten Wohnsitz der Dotier nördlich vom 
Peneios (Apd. 2, 7, 7. Diod. 4, 87. MOrch. 198. Dor. 1, 27) entsprechend, 
sind im Siege des Herakles über Koronos (Diod. 4, 87) angedeutet. 

5. 'Ixion': Pind. Pyth. 2, 39ff. (Schol.) Aesch. Eum. 441. 718. Apd. 1, 
8, 2. Diod. 4, 69. Hygin. 14. Vgl. Jac. Wort. 511 f. MOrch. 195. WTril. 547 ff. 
Wieseler PEnc. 4, 1549. Pr. Myth. 2, 11 f. 

7. 'Phlegyas' heisst Vater (Seh. Ap. 3, 62) oder auch Bruder (Strab. 9. 
442) des Ixion. 

$ 673. Den Phlegyern und Lapithen zunächst sind als 
Umwohner des Pelion die Magneten zu nennen, ein Helden- 
stamm dessen Collectivname Magnes zwar eben so sehr im 
Stammbaum der Aeoliden verschwindet als die Magneten selbst 
von den phthiotischen Achäern verdunkelt sind, * dessen Spröss- 
linge aber um so gewaltiger des Stammes Thatkraft sowohl als 
seine weit reichende Verbreitung bezeugen. Als Ahn dieser be- 
rühmtesten Magneten wird auch nicht Magnes, sondern, angeb- 
lich ein Aeolossohn, Kretheus uns genannt, und wenn der Sinn 
dieses Namens weder durch seinen zurückgedrängten Sohn 
Aeson noch auch durch dessen Sohn Iason, den kühnen See- 
fahrer des Argoschiffes, uns klar wird, 8 so ist doch anderer- 
seits der Magneten als erster hellenischer Ansiedler in Asien 
gepriesner Ruhm durch Lydiens und auch durch Kretas Mag- 
netenstädte allzuverbürgt, als dass in jenem Kretheus die Spur 



46 DRITTES BUCH. 

uralter Verknüpfung mit Kreta sich verkennen liesse. 4 Zurück- 
gedrängt durch die Herschaft des Pelias, gibt der in Iason sich 
neu ermannende Magnetenslamm die Anlässe seiner Erniedrigung 
zumal bei Vergleichung des ähnlichen Verhältnisses zu erkennen, 
durch welches, im Aufgebot apollinischer Zehntung, der Magne- 
ten Aussendung nach Lydien zugleich als Befreiung derselben 
vom Joch des ph er äi sehen Königs Admet erscheint. 

1. Uebcr die 'Magneten': Ghd. Abb. Achäer Anna. 25 ff. 

2. Der Name 'Magnes' wird a) als Vater des Polydektes und Diktys ein 
Sobn des Aeolos (§ 653, 3d) genannt und kommt b) überdies im Stamm seines 
Sohnes Kretbeus als später Aeolide in dem Geschlecht e des Pheres Admet und 
Eumelos (§ 653, 2 MOrch. 465 f.) vor, während der thatkräftigste Zweig des- 
selben Stammes von iason* Vater Aeson ausgeht; der Name dieses letzteren 
ist solarisch {AtÖwv) und gebt dem * Brandmanne ' Pblegyas ((fliyto) inr 
Seite (vgl. Apollon AtyXarJQ und des Asklepios Blitztod: MOrch. 202). 

3. 'Magneten in Asien': als erste Hellenen (kqcotoi EXXi^rcov txnefi- 
(p&tvng €? jtjv Aotav C. I. 2910; vgl. Abb. Achäer A. 25. 26) aus Magnesia 
am Mäander (Parthen. 5. Conon. 29. Athen. 4, 74) bezeugt und auch für Kreta 
(Abb. Ach. 28) nachweislich. 

4. ' Auszug': a) von Pelias aus lolkos (§ 682, 2) und b) von Pherd, wo 
Admet, wegen Zehntung (§ 677, 3). 

§ 674. Auch der als älteste Hellenen betrachteten achäer 
Häuptlinge waren * vom Peliongebirg, durch Chirons Lehre ge- 
reift, zu Helden und Feldherrn ihrer Volksschaaren gediehen; 
8 wie Iason von lolkos, zogen von Phthia aus Aeakos Peleus 
Achill, den Ruhm des achäischen und myrmidonischen Namens 

« 

verbreitend, nach Süden und Osten aus. Wie aber Aeakos 
zumeist aus Aegina, Peleus im Argonauten- und kalydonischen 
Zug, Achill aus Troja uns kund wird, hört auch das Heimath- 
land dieser Helden früh auf als Schauplatz ihrer Thaten uns 
anzuziehn, und findet auch unsere Darstellung der Achäersage 
erst späterhin ihren Platz. 4 Was dagegen hier nicht Übergang 
gen werden darf, ist eine Erwähnung der den homerischen 
Myrmidonen nachbarlich verknüpften Volksstämme und ihrer 
Heroen: der Doloper denen Phönix Achills Erzieher und Ly- 
komedes auf Skyros angehört; 5 der Jenianen von denen das 
jährliche Todtenopfer für Neoptolemos bis auf späte Zeit herab 



HEROENSAGE. D. AM PELION UND AM OETA. $ 673-676. 47 

in Delphi erfolgte, 6 und jenseits des Oeta auch der Lokrer, 
denen, wie der alte Deukalion, so auch Achills Freund, der 
Menötiade Patroklos, entstammt war. 

1. 'Achäos' § 651, 2; 'Phthios' $ 647, 3. 

2. 'Zöglinge des Chiron': §668, 5. Jac. Wort. 532. 

§ 675. Vom Pelion südwärts blickend sind endlich auch 
die Umwohner des Oeta, zumal sie vom Norden her dort erst 
angesiedelt waren, zu betrachten: \orerst die Dryoper welche, 
dem lapithischen Triopas nach Namen und Stamm verwandt, im 
Sinn seines Bruders Aloeus den Erdgottheiten vielmehr als dem 
Lichtgott Apoll huldigten, wie aus der nach Amphissa reichen- 
den ötäischen Sage der Dryope, aus der delphischen Sage der 
Kraugalliden, und noch aus anderen mehr sich kundgibt; dann 
*und hauptsächlich aber ihrer Feinde der Dortcr, deren mehrfach 
gewechselter, vom Pelion und vom Pindos her in der mythischen 
Zeit lange am Oeta und auch am Parnass behaupteter, Wohnsitz 
die in der Heraklessage uns neu begegnenden Städte Oechalia und 
Trachis so lange umschloss, bis der dorische Heraklidenzug nach 
dem Peloponnes, wo auch ihre Anfeindung der Dryoper fort- 
dauerte, ihre, wenn nicht sehr früh, doch um so erfolgreichere 
geschichtliche Grösse hervorrief. 

1. Als Mythen der an Oeta und Parnass, in Argolis Kleinasien und sonst 
vielverbreiteten 'Dryoper' (Herd. 8, 31. Paus. 5, 1, 1. 43. MDor. I, 40 ff. Soldan 
Rhein. Mus. 6, 421 ff. Schw. 1,598. Ghd. Abh. Volksslämme A. 31 a) sind a) die der 
Liebe Apolls zur ötäischen 'Dryope' und ihren Sohn Amphissos (Stiefvater ist 
Andrämon des Oxylos Sohn) sich anschliessende Stiftungssage von 'Amphissa' 
(Ant. Lib. 32. OMet. 9, 325 ff. wo Dryope Halbschwester der lole, des Eurytos 
[vgl. Eurypylos, Steph. Aqvq nrj\ Tochter, heisst); ferner die b) ' delphische' der 
dem Apoll leibeigen gewordenen * Kraugalliden' (Harp. Kgavy. Aesch. Ctes. 68. 
MDor. I, 43. 258). König der Dryoper heisst auch c) der von Herakles ge- 
tödtete 'Theiodamas', Vater des Hylas (Ap. Rh. 1, 1213. Jac. Wort. 474). 

2. Als eigentümliche Mythen der 'Dorier' sind a) die 'Heraklesthaten' 
am Oeta, namentlich die auf Lapithenkampf (Koronos Sohn des Käneus), Oechalia 
und Trachis, Eurytos und Keyx bezüglichen, ferner die b) des weise herschenden 
'Aegimios' PPyth. 1,61. Apd. 2, 7, 7. Diod. 4, 37. MDor. 1, 28f. 411 ff. Wk. 
Ep. Cycl. 1, 263 ff. und die auf c) Anfeindung der 'Dryoper' (Vertilgung des 
Laogoras u. a.) beruhenden zu unterscheiden. 

$ 676. Dass endlich auch das mythische Volk der Hyper- 



48 DRITTES BüCÄ. 

boreer aus einer Erörterung der thessalischen Volksstämme nicht 
auszuschliessen sei, lässt bei der oben bereits geäusserten Charak- 
teristik seines Bezugs zum thessalischen ^Apollodien st hinlänglich 
sich rechtfertigen. "Den Magneten vergleichbar, welche durch 
apollinische Zehntung Pherä verliessen, ist auch der Hyperboreer 
Festzug, vom unfemen Tempe ausgehend, der Verherrlichung 
gleichen Dienstes gewidmet, so dass, mancher thrakischen Bei- 
mischung unbeschadet, ihre von Tempe nach Delphi und Delos 
über achäische Wohnsitze gerichtete Schaar als jenen übrigen 
Apollodienern am Pelion verwandt erscheint 

1. 2. 'Hyperboreer': $ 320. Herd. 4, 32 ff. Call. HDel. 287 not. MDor. 1, 
267 ff. PEnc. 3, 1548 ff. Abb. Acbäer A. 32. 



E. THESSALISCH-BÖOTISCHE MINYER. 

§ 677. Unter dem dunkeln Namen der Minyer wird ein, 
als Abzweigung der Aeoler schon oben bezeichneter, Volksstamm 
begriffen, * dessen hauptsächlich aus dem böotischen Orchomenos 
bekannte Macht zu grösster Berühmtheit durch die von Iolkos 
ausgehende Argonautenfahrt gelangt war. 3 Als älteste Helden- 
that griechischen Volksverbands, zugleich als erste hellenische 
Befehdung Asiens, hat diese Heldenfahrt ihren Unternehmern den 
Ruhm gesichert, im Zeitpunkt durchgreifender Ablösung helle- 
nischer Stämme von den Pelasgern der Urzeit diesen Fortschritt 
zuerst geschichtlich begründet zu haben. 4 Der Minyer Macht 
und Grösse geht aus noch erkennbaren Spuren ihrer böotischen 
Riesenbaue, wie aus dem gefeierten Glanz ihres Reichthums, 
5 noch deutlicher aber aus den Theilnehmern des Argozuges 
hervor, deren Heimath von den Umwohnern des Pelion, Magneten 
Achäern Lapithen und Phlegyern, über Orchomenos hinaus bis 
Korinth reicht und auch die Zukunft Kyrenes in sich schliesst 

1. 2. 'Minyer': $57, 2. Buttmann über die Minyä (Berl. Akad. 1820) 
im Mythologus 2, 195 ff. KO Müller Orchomenos und die Minyer, (Breslau 1820), 
hauptsächlich S. 259 ff. Vgl. auch Forchhammer Hell. 1, 329 ff. Ghd. griech. 
Volksstamme Anm. 25. 



HEROENSAGE. E. MIISYER. PHEHÄ. ARNE UND ITON. $ 677—679. 49 

§ 678. Den zu Orchomenos und Iolkos gebietenden tyran- 
nischen Königen Athamas und Pelias, des Phrixos und des 
Akastos Vätern deren wir bald näher gedenken werden, sind 
auch die Herscher von Pherä, Pheres Admet und Eumelos, 
nah verwandt ; * von Pherä dessen König Admetos durch Apolls 
bei ihm geleisteten Hirtendienst, durch seiner Gemahlin Alkestis 
Hingebung und durch des Herakles andern Göttern gesellten 
Beistand, in milderem Licht erscheint s als sein plutonischer 
Name und seine von Spuren unheimlichen Götterdienstes begleitete 
Hochzeitssage, als auch der Magneten von ihrem Gotte Apoll ge- 
botne Auswanderung es bestätigen. 

1—3. 'Admet und Alkestis': Hom. 11. 2, 71 3 ff. Apd. 1, 9, 14. Hygin. 14. 
51. Aelian. VH. 14, 45. Eurip. Ale. 1 ff. Partben. 5. Conon. 29. Vgl. Jac. Wort. 73. 
MOrch. 256; Proll. 300 ff. Preller Myth. 2, 21 3 f. — Eumelos ist Grunder von 
Smyrna. 

§ 679. Aus gleicher Nähe ist auch die gemeinhin mit 
Arne erwähnte Aeolerstadt Iton zu nennen, der apollinische 
Mythen eines Kyknos und die mit chthonischem Dienst ver- 
knüpfte Achäersage des zuerst in Troja gelandeten, von seiner 
Gemahlin Laodamia inbrünstig beweinten und aus der Unter- 
welt her ihr wieder erschienenen, Helden Protesilaos angehören. 
*Ueberdies werden zahlreiche minyeische Ansiedlungen, in Ge- 
mässheit der Argofahrt auch in Lemnos und von dort aus auf 
griechischem Festland, wie auch weiter östlich, zu geschichtlicher 
Rechtfertigung der von allen Seiten zusammengeströmten Argo- 
helden uns noch weiter unten begegnen. 

1. 'Arne', Poseidons Geliebte: $ 232, 2 b. Ghd. Abb. Poseidon Anm. 48 ff. 

2. Zu 'Iton ' spielt a) des Aressobns ' Kyknos' Kampf mit Herakles (Apd. 2, 
7, 7. Diod. 4, 37), aber auch die Sage von b) 'Protesilaos und Laodamia* des 
Akastos Tochter (Hom. II. 2, 695 ff. Phil. Her. 2, 15. Hyg. 103. Jac. 772 f.), 
deren aufopfernde Frauenliebe an die Alkestissagc desselben Stammes erinnert. 
Begraben war Protesilaos in Eleus auf dem thrakischen Chersones (Str. 13. 595. 
P. 1 , 34, 2. Tz. Lyc. 532). 

$ 680. Genealogisch gefasst spricht der Anlass der Argo- 
fahrt in der Trennung sich aus, durch welche die Aeolidenge- 
schlechter des Kretheus und Athamas von den barbarisch ge- 
mischteren des Salmoneus sich sondern. Salmoneus, dessen 

Gerhard, Mythologie. H. 4 



50 DRITTES BUCH. 

Name bald ans makedonische Ilalmopien bald an die Solymer 
Lvkiens erinnert und dessen Wohnsitz in unbestimmbarer Oert- 
lichkeit, erst Thessaliens, dann der fleischen Landschaft voraus- 
gesetzt wird, * wahrend sein fluchwürdiges, dem Zeus übermüthig 
nachäffendes und daher durch dessen Blitz samt Stadt und Ge- 
schlecht vernichtetes Wesen um so bezeugter ist, s hatte, soviel 
wir vernehmen, keines Sohnes, als Tochter aber der schönen 
Tyro sich zu erfreun, deren Name fast unabweislich uns ans 
phönicische Tyrus erinnert. 4 Bei ihrem Vatersbruder Kretheus 
erzogen, war sie in Liebe zum Strom Enipeus entbrannt und 
weilte oftmals verkümmert an dessen Ufern; da nahm Poseidon 
des Flussgotts Gestalt (vermuthlich eine stierähnliche) an 5 und 
zeugte mit Tyro zwei bald nach deren heimlicher Geburt aus- 
gesetzte Zwillinge: den Pelias, angeblich so genannt weil einer 
vorüberziehenden Stute Fusstritt ihn im Gesicht fleckig machte, 
und den Neleus. Es ward aber dieser Ilufschlag ein Anlass 
zur Aulerziehung der Kinder, die von einer Stute gesaugt statt- 
lich gediehen. 6 Herangewachsen wurden sie ihrer verstossenen 
Mutter Rächer an Sidcro ihrer Stiefmutter, welche ins Heiligthum 
Heras geflüchtet von Pelias an deren Altar getödtet ward: 7 von 
Pelias, der als durchgängiger Verächter dieser Göttin und Diener 
Poseidons in lolkos uns bald von neuem begegnet, während sein 
ihm in Streit entzweiter Bruder Neleus im peloponnesischen 
Pylos zu suchen ist. 

1 — 4. lieber 'Salmoneus und Tyro', des Kretheus Gemahlin: Hom. öd. 
11, 235 ff. (i\uv{io)v, bei Hesiod. fr. 32 a^ixog). Apd. 1, 9, 7 f. Diod. 4, 68. 
Lucian. Timon. 2. VAen. G, 585 ff. not. Hygin. 60. 61. 250. Vgl. Jac. Wort. 
797f. Jahn arch. Aufsätze 147flf. Pr. Myth. 1, 367f. 

5—7. Ueber 'Pelias und Neleus': Apd. 1, 9, 8. Jac. 644. 714f. 

§681. Die Argo fahrt, deren Darstellung von verschie- 
denen Seiten her vorbereitet sein will, geht vom Königssitze 
des Pelias, von lolkos aus, um den verlorenen Hort eines ver- 
wandten Königsgeschlechtes, das goldne Vliess des orchomeni- 
schen Minyerkönigs Athamas, im fernen Osten zu holen. *Als 
Argonaulen der ursprünglichen Sage sind demnach hauptsächlich 
die thessalischen böotischen und peloponnesischen Minyer anzu- 



HEROENSAGE. JB. MINYER. SALMONEUS. ARGONAUTEN. $680. 681.51 

sehn, von thessalischen der iolkische Magnet Iason samt dessen 
Bluts- und Stammverwandten, zu denen auch zahlreiche Lapithen 
aber auch Phthioten und Dolopcr samt vieler umliegender Städte 
Heroen gehörten; 3 von böotischen die Schiffsbauer und Steuer- 
männer, der orchomenische Erginos und Argos des Phrixos Sohn, 
der thebische Tiphys und, minder bezeugt, auch der euböische 
Glaukos. 4 Fast unbezeugt ist auch der korinthische Sisyphide 
Glaukos, obwohl für Korinths Theilnahme die Sagen von Ino 
und Medea sprechen; thätigere bot der Peloponnes im täna- 
rischen Euphemos und in dem Neleussohn Periklymenos aus 
Pylos, neben denen dann auch die Heiden von Elis und von 
Arkadien, andre von Achaja Argos und Phlius, vollends die Tyn- 
dariden Spartas und die messenischen Aphareiden nicht fehlen 
konnten: 5 so trat denn aus jüngeren» Sagenkreisen auch Theseus 
und noch mancher andere attische Heros, es traten noch andere 
mehr aus entfernteren Landen und Stämmen hinzu. * Gleichem 
Streben nach Ausschmückung sind Antheil sowohl als Voran- 
stellung bald des Herakles bald des Orpheus beizumessen: 
während die Gedichte der Argofahrt beider Ruhm hervorzuheben 
wetteifern, des Orpheus zumal dessen Zaubergesang ihnen all- 
mählich zum wirksamsten Mittel geworden war die sonst un- 
glaublichen Erfolge der Argonauten zu erklären, lässt Pindar sie 
beide nur in der Reihe dabei betheiligter Göttersöhne mitwirken. 

1. Ueber die 'Argofahrt', ausser den ihr eigens gewidmeten Gedichten 
des Apollonius fihodius und Valerius Flaccus (vor dessen Ausgaben Burmanns 
Catalogus Argonaut.): Hom. Od. 12, 69 ff. Hes. Theog. 992 ff. Pind. Pyth. 4, 70 ff. 
(tjfxiMatv nkoogZVi). Herodot. 7, 197. Apollod. 1, 9, lGff. P. 9, 34, 5. 37, 
3. Diod. 4, 45 ff. Strab. t p. 45 f. Tzetz. Lyc. 174. Hygin. fab. 14, vgl. 1 ff.' 
12. Vgl. Jac. Wort. 124ff. Müller Orch. 133ff. 248ff. Schwenck Myth. 1, 478ff. 
Forchh. Hell. 187 ff. 205 f. 330. Welck. Ep. Cycl. 1, 82 ff. Eckerm. Myth. f, 
249 ff. Preller Myth. 2, 208 ff. 

2. Im ' Namensverzeichniss ' der Argonauten (nach PPyth. 4, 171 ff. Ap. 
Rhod. 1, 23ff. Apd. 1, 9, 16 not. Val. Flacc. 1, 353ff. Hygin. 14. Vgl. Burmann 
Catal. a. O. MOrch. 248ff. Forchh. 205. Jac. Wort. 126) sind als 'thessalische* 
Helden genannt: die a) 'Magneten' la*on lpkihlos und Klymenos (Jasons Bruder) 
samt den angeblich gleich ihnen von Aeolos stammenden Salmoneiden Neien* 
und Akastos, jener des Pelias Bruder, dieser sein Sohn; desgleichen Akastos 
z« Pherä , und die nächstdem (Arnn. 4 A) zu- erwähnenden Nachkommen des- 

4* 



52 DRITTES BUCH. 

Bias, die b) 'Lapithcn' Asklepios Afterion Käneus Koronos Peirltkoos Pdf- 
phemos; forner Aktor Augeas Tiphys als Enkel des Lapithen Phorbas, die 
Seher ldmon und Mopsos. Die in der Ilias so hochgestellten c) 'achäischeo 
Phthioten ' sind durch Peleus und Telamon vertreten ; aus dem ihnen verknüpften 
Volksstamm der d) ' Doloper ' werden Eurydamas und Rurytlon (vgl. Val. Fl. 1, 
378 f.) genannt. Ausserdem sind mit Bezug auf die e) thessalischen ( Städte' 
aus dein perrhähischen Gebirgsort Axoros der gleichnamige Steuermann, aus 
'Alope' Eurytos und Echton, aus 'Larissa' Aethalldes Amyros und Polyphemos, 
aus 4 Methone ' Pöas und dessen Sohn Phtloktet, aus 'OechahV Klytos und 
lphltos, aus 'Ormenion' Phokos und Priasos, aus 'Peiresia' Asterio*, aus 
'Phylake' Jphtklos, aus 'Pallene' die Söhne des Hyperasios, Amphion und 
Aster los, genannt. Nächstdem werden von nordgriechischen Heroen noch der 
f) « dorische* Herakles, die g) 'Lokrer' Eribotes Rurytlon (Sohn des Iros aus 
Opus) Menötlos und OHeus, der ätolische Meleagros und des Aetolos Sohn 
Palämon genannt. 

3. 'Böotische' Argonauten (MOrch. 259 ff.) sind a) aus Orchomenos die 
'Minyer' Argos (des Phrixos Sohn und Baumeister des Schiffes) Erglnos (der 
zwar mit einem milesischen verwechselt wird: MOrch. 262) Askalapkos und 
lalmenos ; aus b) ' Tanagra 'lphitos, des Naubolos Sohn, aus c) ' Thespiä' ($ 706, 1 ft) 
oder Hyria der Steuermann Tlphys, aus d) 'Anthedon' Glaukos, aus e) 'EtiboV der 
in Libyen verunglückte Kanthos. Ausserdem sind aus f) 'thebischenT Sagen- 
kreis der Melampodide Amphtaraos und der Epigone Euryalos hinzugefugt; des- 
gleichen die g) bei Homer vor Troja genannten böotischen Heerführer Peneleot 
und Leitos. 

4. * Peloponnesische ' Argonauten sind weniger unter den a) Sisyphiden 
'Korinths' (Glaukos war bei den Leichenspielen des Pelias P. 6, 20, 9) als 
aus b) 'Tänaron' (Euphemos $ 716) und c) 'Pylos' (Pertklymenos; bei Va/. 
Fl. auch Nestor), ferner aus d) f Elis* (Augelas der Epeier) bezeugt. Aus e) 
1 Arkadien' werden die Tegeaten Amphidamas Ankäos und Kepheus, desgleichen 
auch Atalante genannt, aus f) 'Phlius' (Araithyrea) PMlas, aus g) 'Achaja', 
sofern ihr 'Pellene' dorthin gehört (Burm. cat. Argon, v. Amphion; vgl. Hyperesia 
P. 7, 26, 6 mit Hyperasios; bei Ap. Rh. u. a. wird Pallene, bei Val. Fl. 1,366 
Pella, nemlich als Heimath ungleicher Söhne des Hypso, Deukalion und Amphion, 
genannt) die Söhne des Hyperasios Aslerios und Amphion, aus h) 'Argos* die 
Sprösslinge des pheräischen Bias, Talaos Aretos und Leodokos, ausserdem 
werden lphls und Naupltos, ferner auch ldmon, Apolls oder des Abas Sohn, 
dorthin gerechnet. Aus i) ' Sparta und Messenien' durften Kastor und Poly- 
deukes, Idas und Lynkeus nicht fehlen. 

5. * Sonstige' Argonauten sind die a) * attischen' Butes und Phaleros, 
jener des Teleon Sohn, wie auch der sonst unbekannte (bei Val. Fl. i, 402 
gleich hinter Phaleros ; vgl. Cat. Arg. s. v.) Eribotes heisst, dagegen Thesens 
und Pelrithoos, die damals im Hades (Ap. Rh. 1, 103), nur missbräuchlich ge- 
nannt werden; ferner die b) 'kephallenischen' Autolykos und Laertes, die c) 
'ätolischen' Meleagros und Laokoon, auch Oenevs und Tydeus, der Thestiade 



HEROENSAGE. fi. MINYER. ARGONAUTEN. ARGOFAHRT. $681.682. 53 

Iphiklos, als Astronom and Prophet aus Pleuron Ankäos (Orph. 208), aus Olenos 
die d) ' thrakischen ' Orpheus oder Philammon, Palämonios Sohn des Lernos, 
sodann die Boreaden Zetes und Kaiais, die Dionysossöbne IMianos (? Apd. 1, 
9, 1 6 ; Heyne liest Phlias) und Staphylo», vom Pangäon her (laut Pindar) Rchion 
und Eurytos. Endlich werden e) von den * Inseln und Asien' her noch ein 
mi 1 es i scher Erginos (3 a) und samischer Ankäos erwähnt. 

6. Den 'Verzeichnissen der Argonauten ', die a) bei Apollonius und Hygin 
mit Orpheus, bei b) Valerius Flaccus und im orphischen Argonautengedicht 
mit Herakles anheben, geht c) 'Pindars' Schilderung der auf der Argo ge- 
wesenen Göttersöhne voran: als Söhne des Zeus seien Herakles und die Dios- 
kuren, aus Poseidons Blut Euphemos und Periklymenos, dann seien als Apolls 
Sohn Orpheus, als Söhne des Hermes Echion und Eurytos, endlich die Boreaden 
Zetes und Kaiais dabei gewesen. 

$ 682. Die Argonautenfahrt selbst, deren mythisches Ziel 
das Land des Aeetes ist, ruht auf dem geschichtlichen Grund 
des von minyeischen Schiffen bewältigten Hellesponts und der 
Zielpunkte ihrer Schiffahrt, die ein Theil alter Sagen in die un- 
endliche Weite eines luftigen Zauberlands Aea verlegte, ein an- 
derer aber auf geschichtlichem Boden bald in dem taurischen 
Chersones bald in Kolchis fand. *Als Halt- und Mittelpunkte 
derselben Schiffahrt geben aus ältester Sage Lemnos und Chryse, 
am Heilespont Lampsakos und Kyzikos, an der Propontis Kios 
Chalkedon und die Zwölfgöttergründung zu Hieron, im offenen 
schwarzen Meer die kyaneischen Strandklippen und als gast- 
licher Ort das nachherige Heraklea sich kund, in der taurischen 
Richtung Salmydessos. 3 Entferntere Punkte, namentlich Kolchis 
und der, zur Heimkehr irgendwie von dort aus beschiffbare, 
Westen, wurden erst später, theils durch gesteigerte Kenntniss 
der Nordküste Asiens, zumal durch milesische Kolonieen, 4 theils 
durch das Bestreben herbeigezogen Korkyra Kreta und Kyrene 
als minyeische Niederlassungen dem Sagenkreis von der Rück- 
kehr der Argonauten zu verweben. 

1—4. Zur 'Geographie der Argofahrt': Ritter Erdkunde 1, 909 ff. Ukert 
Geogr. 1, 2, 320ff. Völcker myth. Geogr. $ 66 ff. MOrch. 274ff. FVater der Ar- 
gonautenzug, II, Kasan 1848. — Der 'Weg nach Aea', wo nach Mimnermos 
(Strab. 1 p. 47) Helios seinen Sitz hat, wird theils in a) 'taurischer' (Weg 
nach Scythien, von Phineus gewiesen, Schol. Ap. 2, 181), theils in b) 'kol- 
chischer' Richtung vorausgesetzt (Herodot. 7, 197), dieses vielleicht zuerst bei 



54 DRITTES BUCH. 

Eumelos nach Ol. 40 (Ecken». Mjth. 2, 157); dorh wird der Pbasis bereits 
bei Hesiod (Th 210) genannt. 

S 683. Die nationalen und geschichtlichen Anlässe dieses 
Zugs sind von Orchomenos und von lolkos aus zu entnehmen. 
In Orchomenos ist König Athamas,. des Aeolos Sohn, erst mit 
der Wolkengöttin Nephele vermählt, Phrixos und Helle sind seine 
Kinder von ihr; * in thörichtcr Zuneigung aber zu Ino des 
Kadmos Tochter zieht er, zum Quelle masslosen Urtheils, der 
Göttin die Sterbliche vor. Kinder, Learchos und Melikertes, 
entsprossen aus dieser Ehe; 'aber der Stiefmutter Ino Hass 
gegen Phrixos und Helle bringt Misswachs hervor, 4 den das 
Orakel auf ihr Anstiften durch Opferung des Phrixos an den laphy- 
schen Zeus zu sühnen gebeut. Athamas konnte, da Zeus und 
Apollon es heischten, des eigenen Sohnes Leben nicht schonen; 
noch vom Altar aber wurden Phrixos und Helle durch ihre 
Mutter Nephele gerettet und in die Ferne befördert. 5 Es geschah 
dies durch den von Hermes hinzugebrachten goldenen Widder, 
der erst durch vernehmliche Hede den Nephelekindern ihre Ge- 
fahr verrieth, dann seinen Rücken zur Luftfahrt über das Meer 
ihnen darbot und nächstdem den Stammgenossen des Athamas, 
mit ihnen dem iolkischen Pelias, ein vielfach zurückersehnter 
Landeshort blieb. 6 Der laphystische Zeus aber heischte auch 
nach dem Verschwinden des Phrixos sein Opfer; König Athamas 
selbst ward nun dazu ausersehn, bis im entscheidenden Augen* 
blick Kytissoros des Phrixos Sohn, oder auch Herakles, durch 
die Kunde dass Phrixos lebe ihn rettete. 

1. Ueber 'Athamas': Hesiod. fr. 32. Sophocl. fr. 1 ff. (Schol. Ar. Nub. 258). 
Philostephanos Scbol. 11. 7, 86. Apd. 1, 9, 2. 3, 4, 3. P. 9, 34, 5. 37, 3. 
Schol. Ap. 2, 1144. OMet. 4, 41 6 ff. Hygin. fab. 1 ff. Vgl. Jac. Wort. 154 ff. 
MOrcbom. 133 ff. Proll. 116. Klausen Odyss. 60 ff. Schwenck Rhein. Mus. 6, 575 ff. 
Welcker Tril. 336 ff.; Tragöd. 1, 31 9 ff. Ghd. Phrixos der Herold, 1842, S.6. 
Stubr Myth. 2, 101 ff. Forchh. 195. Wieseler PEnc. 4, 548 f. Prell. Myth.2, 209ff. 

2. * Nephele', als Göttin auch sprichwörtlich bekannt (Apostol. 13, 46. 
MOrch. 168 f. Forchh. 196). — Ueber Euripides (dessen Ino eine xpepapivti 
nQosnodcuvwar, nach Aristoph. Vesp. 1414; WTrag. 2, 618) 'Ino': $536,2* 
Hom. Od. 5, 333. Hes. Th. 875. Hygin. 4. Hör. APoet. 113 (Qebilis). Vgl. 
MOrch. 168ff. Forchh. 197. Wies. PEnc. 4, 548. Wk. Trag. 2, 615ff. 



HEROENSAGE £. MINYER. ORCHOMENOS. IOLKOS. $ 683. 684. 55 

3. ' Misswachs': weil Jno den Weizen (jiuqov Apd. I, 9, 1) oder viel- 
mehr, laut ursprünglicher Fassung (Forchh. 198), den Samen (ontynctja 
Philosteph. a. 0.) dörrt. 

i. 5. Des 'Phrixos' Opferung und Rettung durch den Widder; diesem 
wird auch ein freiwilliges Selbstopfer für die Dürre des Landes (Phercc. Schol. 
PPy. i, 288) beigelegt. 

6. 'Opfer des Athamas', von Sophokles im Athanias OTtyavrjffootopbe- 
handelt: Schol. Ar. Nub. 258. WTrag. 1, 319 ff. 

§ 684. Des Athamas sonstiges, hauptsächlich durch die 
Kadmeerin Ino und deren rasenden Bacchusdienst herbeigeführ- 
tes, Geschick haben wir späterhin zu verfolgen; wir blicken zu- 
nächst auf das von des Athamas Brüdern Salmoneus und Kretheus 
anhebende Königsgeschlecht von Iolkos. 2 Pelias, des Salmoneus 
von Poseidon mit Tyro der Tyrierin erzeugter Enkel, war dort 
Herscher, als Iason des Kretheus Enkel, in dem magnesischen 
Hochland vom Kentaur Chiron erzogen, das seinem Vater Aeson 
geraubte Erbtheil einzufordern bei Pelias sich meldete, den er 
beim Opfer Poseidons beschäftigt fand. 3 Den laut Orakelspruch 
von ihm zu fürchtenden Neffen erkannte Pelias am mangelnden 
Schuh, den lason im Schlamm des Anauros zurückliess, als 
Hera einer alten Frau gleichend über den ausgebreiteten Fluss 
von ihm getragen ward; 4 auch versprach er des Erbtheils Aus- 
lieferung, sobald Jason den in der Fremde befindlichen Familien- 
hort des Phrixos zurückgeholt haben würde. 5 Die gefahrvolle 
Fahrt ward hierauf beschlossen, theilnehmende Helden versam- 
melten sich, von Argos ward das Schiff Argo gezimmert; es 
gedieh mit Athenens und Heras Hülfe, wie auch durch Zauber- 
holz der dodonischen Eiche und (setzt die spätere Sage hinzu) 
durch die Laute des Orpheus. 6 Jenen Gottheiten, ausser Pallas 
und Hera auch dem Apoll, wird das durchgängige Gelingen der 
Fahrt verdankt, während Poseidon des Pelias Schutzgott samt 
sonstigen orchomenischen Gottheiten, Zeus Dionysos Hermes wie 
auch den Chariten, unerwähnt bleibt und eine Beziehung auf 
chthonische Mächte erst durch den Medeamythos hinzutritt. 

1. 'Abstammung von Kretheus' (§ 653, 1): t uicc ßovg Kqtj&h ts /narrjo xn), 
&q. ZakfAiovfl (PPy. 4, 142). ■— Des Aeson Gemahlin, 'Iasons Mutter', heisst 
mit wechselnden Namen (Jac. 487, 2) Polymede Polymele Polypheme, Amphinonie; 



56 DRITTES BUCH. 

AUduvde (Ap. Hb. I, 232 ff.), auch wol .4r«# und Skarpbe (Tz. Lyc. 872), 
sogar Hhöo (Tz. Cbil. 7, 480). 

2. 3. 'Pelias und lason'. Charakteristisch ist das Poseidonsopfer (Ap. 
Hb. 1, 13) des Pelias, des Jason» Aufentbalt hei Chiron oder auch auf dem 
Land (Izr' ayQotg Jac. 487, 4), und hauptsächlich seine einfacbe ßeschuhung, 
nach welcher er fioroxorimg oder oioTitüiXog (Ap. IIb. J, 7) beisst. 

4. Die 4 Aussendung' des lason erfolgt laut Pindars (PPy. 4, 160) Auf- 
fassung zu persönlicher Sühnung des Phrixos. 

S 685. In diesen Hauptzügen der orchomenisch-iolkischen 
Sage blickt allerseits das Zcrwürfniss verschiedener Volksele- 
mente durch, welches am deutlichsten in entsprechendsten Ge- 
gensätzen des beiderseitigen Götterutesens sich kund gibt. * Wie 
in der Athamassage Hera und die von ihr beschützte Nephele 
dem Orgiasinus entgegensteht, der in der Kadmeerin Ino mit 
bacchischer Wuth unaufhaltsam und zu nachhaltigem Unheil das 
Land überzieht, 3 stehn zu Iolkos Hera und andere Schutzgott- 
heiten der Argo fahrt dem Poseidonsdienst gegenüber den Pelias 
übt. 4 Erst im Fortgang der von verschiedensten Stamm- und 
Landesgenossen begonnenen Fahrt erfolgt, etwa nur mit Aus- 
schliessung des bacchischen Elements, der gemeinsame Dienst 
zwölf hellenischer Götter 5 und des neben ihnen auch noch be- 
sonders hervorgehobenen Meergotts. 

1 — 5. Des zu Erklärung der Argonautensage vorzüglich (ausschliesslich, 
meint Wieseler PEnc. 4, 549 gegen MOrcb. 161. 197) wichtigen 'Gotterwesens* 
ist für 'Orchomenos' (§ 68, 3. 4) sowohl als für 'Iolkos' (§67, 3. 4) schon 
früher gedacht und noch weiter unten (§ 69 i, 4) zu gedenken. 

§ 686. Jenen nationalen und rcligionsgcschichtlichen Ge- 
gensätzen zur Seite hat aber auch die symbolische Anschau- 
ungsweise des frühesten Griechenlandes ihr Recht. Die Wechsel- 
fälle des physischen Jahreslaufs Hessen, dem Gegensatz der Lan- 
desgottheiten entsprechend, auch die Personen der Urgeschichte 
bald Hera der Wolkengöttin gemäss als Nephele Athamas Phrixos 
und Helle, das ist Wolke und nasses Land, Regen und Wässe- 
rung, *bald aber auch, Dionysos dem Gluth- und Weingott ge- 
nehmer, als Ino Learchos und Melikertes, das ist zehrende Trock- 
niss, Gluthbeginn oder klaffend gedörrten Boden erscheinen. 
Diese Naturbegriffe, die in jenen Hauptpersonen des orchome- 



HEROENSAGE. E. MINYER. GÖTTERWESEN. SYMBOLIK. $ 685. 686. 57 

irischen Sagenkreises ungezwungen sich finden lassen, "sind 
weder dem sonstigen Stammbaume jenes Landes noch auch dem 
iolkischen fremd, nur dass, wie dort die Regenmächte, in Iolkos 
vielmehr die Mächte des Lichtes gebieten: so dass, dem chtho- 
nischen und Poseidonsdiener Pelias gegenüber, Iason, der erst 
im Schlamm zu versinken droht, als Sohn eines Gluthmannes 
Aeson und deshalb als Retter des Landes uns vorgeführt wird. 

1. ' Orchomenischc Wassermächte', dem Heradienste verknüpft, sind 
'Nephele' ($ 683, 1) als Wolke, 'Athamas' als nasses Land. Namentlich 
dem ' Wasserstand' eines Thalkessels scheint der Ausdruck athamantischer Ge- 
filde (Afrctu. ntölov Forchh. 1 95 ; Versiegung 283) zu gelten, so dass Athamas 
oder Tammas (im ionischen Teos: MOrch. 161, 1), etwa der Nicht-Einsauger 
(« — Üuü) nach Forchh. 195), den im Vertrauen auf stete Bewässerung in der 
Niederung gegründeten (Ulrichs Reisen 1, 260) Anbau zu bezeichnen scheint. 
Ueber c) 'Phrixos' als Regen und d) « Helle' als Wässerung vgl. $ 688, 1. 

2. * Mächte der Trockniss ', bacchischer Religion und Sage verknüpft, sind 
eben dort a) 'Ino' (Weinfrau Olvri? Ghd. Phrixos 6, 25), die als Ausleererin 
(von lv£(o) gedeutet wird und als Athamasgemahlin mit den Namen Thrmisto 
Demodike Gorgopis (Seh. PPy. 4, 226 ; vgl. auch lo, Wies. PEnc. 4, 548) wech- 
selt. Ob in b) ' Learchos ' glatter Boden (von XsTog Forchh. 21 5 ff.) oder Anfang 
der Gluth, für welche der Löwe ein Bild ist ($ 40, 1), gemeint sei, bleibt zweifel- 
haft; als Hirsch erblickt (Forchh. 270) ist er eher ein Bild des Wasserspiegels 
(Hesych. svekog, veßQte). — Auch in c) 'MeJikertes', welcher Name, zumal 
zu Korinth, füglich an den phönicischen Melkarth erinnern darf, lässt sich die 
vom Bild durchlöcherter Honigwaben (/usXtxrjQct) entnommene Porosität des 
allmählich trocknenden Erdbodens finden (Forchh. 272 ff.), so wie im Götter- 
namen jenes Sohnes der Ino 'Palämon' das wiederaufsprudelnde, etwa als 
Quell im Meere zu denkende, Wasser gemeint sein kann (Forchh. 276 ff.). 

3. Im 'iolkischen' Sagenkreis geben als d) 'chthonische Namen' Pelias 
(nr\log) und Neleus (vrjltrjs plutonisch; wenn nicht poseidonisch vgl. Nereus) 
sich kund; ein b) ' solarischer' ist Jasons Vater Aeson (Al&tov vgl. Phlegyas 
und Erysichthon, sämtlich im dotischen Feld: MOrch. 202; Aeson=Iason 
ebd. 265, 3). In der allgemeinen Bedeutung eines c) * Retters* ist lason ($ 689), 
des Kretheus Enkel, dem kretischen lason gleich benannt. In der Zeit des 
Erdschlamms, der ihm einen Schuh raubt, erschienen, schifft er zur Frühlings- 
zeit im * Lichtschiff' Argo (aQyog weiss) sich ein. 

$ 687. Die so ausgesprochne Abhängigkeit der Landesbe- 
wohner vom physischen Segen oder Fluch, bald der Bewässerung 
bald der Trockniss, liegt auch den frühesten ethischen Vorstel- 
lungen von Recht und Unrecht zu Grunde. *Im Mythos der 



58 DRITTES MICH. 

Nephele und ihrer Kinder erscheint die Wohlthat des Regens 
als Göttersegen, und das Schreekniss der Dürre schlägt in 
ihrer Nebenbuhlerin lno zur Tobsucht aus, wie andremal zwar 
auch das l'cbcrinass der Nüsse als Krankheit erscheint. 3 lno 
und deren Sprösslinge fühlen den ganzen Fluch, den die Schutz- 
mächte des Saatenbeherschers und seiner Wolkengöttin den 
Mächten glühender Jahreszeit auferlegen; dieser zunächst auf 
dem Gang des Naturlaufs beruhende Gegensatz wird ausgeglichen 
durch lnos Tobsucht und Meeressturz, 4 \vic andererseits den 
echtesten Sprossen des Alhainas auf seiner Flucht der sittlich 
tiefe Gedanke begleitet, laut welchem das erste vergossene Opfer- 
blut eine Mordsiihne, und zwar vom ältesten des Königsge- 
schlechtes, erheischt. 

1. Die hier auf Natarverhältnisse des Bodens zurückgeführte 'ethische' 
Deutung hat ohne eine solche Grundlage Müller (Orch. 163 ff.) schön ausge- 
führt, Wiescler aber (PEnc. 4, 549), der die Kultusbezüge obenanstellt, allzu sehr 
abgelehnt. 

2. Wie für den Begriff von a) 'Hecht und Ordnung' der Name der alten 
Erdgöttin (§ 153, 3) Themis gilt und die Athamasgemahlin Tbemisto (§701, 6) 
einem gleichen Doppelsinne sich eignet, bat auch 6) alle ' Störung' des geistigen 
Lebens, wie solche am augenfälligsten als 'Wahnsinn* sich kundgibt, ihr Ana- 
logon im physischen Landesschaden, der bald als 'Dürre' (lno dörrt $683,3), 
bald c) als 'Nässe* (Forcbh. 259 ff. 291 ff.) gefürchtet wird. 

3. Als 'Busse', den Götterfluch zu sühnen, ist nicht nur a) 'Opfer oder 
Flucht' im laphystiseben (§192,4. MOrch. 171 ff. Klausen Odyss. 62. Aen.327ff. 
Scholl Aias 1 7 ff.) Dienste des Zeus Phyxios, (nur ein Opfer des als schönsten Thieres 
der Herde gebotenen Widders kennt Philostcph. a. 0.), sondern auch der b) ihm 
ursprünglich (vgl. die makedonischen Aaifvmltu Tz. Lyc. 1236) oder von 
Theben her (lno) verknüpfte bacebische 'Orgiasmus' des Athamas, und c) die 
für lno und deren Kinder darauf erfolgte Reinigung durch freiwilligen 'Sturz 
ins Meer' (vgl. Dardanos u. a.) zu betrachten. 

4. 'Blut für Blut': im Geschlechte des Athamas vom Königssohn für 
vergossenes Blut des Opferthieres geheischt. Bei den Achäern von Alos (Herd. 7, 
173. 197) ruhte ein Fluch auf allen Nachkommen des Athamas: der älteste 
des Geschlechts verbirgt sich oder wird geopfert, weil Kytissoros (xvjog Sühn- 
fell: Orch. 162. Kl. Aen. 327) der Sohn des Phrixos seinen Grossvater Athamas 
befreit hatte, als dieser eben geopfert werden sollte. 

§ 688. Das symbolische Mythengespinst dieses Sagen- 
kreises nun auch im Einzelnen zu verfolgen, bieten Phrixos 
und Iason zugleich mit der Reihe von Abenteuern des Argo- 



HEROENSAGE. E. MINYER. ETHISCHES. SYMBOLIK. $ 687. 688. 59 

nautenzugs zu gesonderter Betrachtung sich dar. Phrixos, des 
Athamas (man meint des 'Nicht-Einsaugers') und mit ihm der 
* Wolke' Nephele Kind, seines Namens ein Regengott, 'entflieht 
zur Zeit drohender Hitze und Raserei, zur Zeit wenn die fliUe 
den Wein treibt (Ino), die Sonne im Zeichen des Löwen weilt 
(Learchos) und Raserei allen Lebenden, zunächst dem von Ino 
geborenen Kind Melikertes, droht; 3 mit ihm flieht seine Schwester 
Helle, eine nach Sumpf- Licht- und Mondglanz benannte Wasser- 
göttin, die in dem östlichen Meer, wo die Sonnengluth aufsteigt, 
beim Wolken versammelnden Hellespont am Orte des Frostes, 
Paktyä, untergeht und, wenn auch Poseidon sie rettete, daheim 
vergebens gesucht wird, wie sonst die ihr namensähnliche Europa- 
Hellotis von Kadmos. 4 Der wunderbare mit Rede begabte Widder, 
Poseidons und Theophanes am stürmischen Hellespont einheimi- 
scher und durch sein Goldfell in Orts- und Eigennamen vielge- 
nannter Sprössling, 5 der, ein Regensymbol von Hermes dem 
Regengotte gegeben, zugleich als Sühnopfer und Landeshort beide 
Athamaskinder trug, 6 lässt nach erreichtem Hellespont an einem 
Ort unbestimmbarer Ferne sich nieder; dort in Aeaea wird jener 
göttliche Widder unter Ares des reifenden Gottes Schutz geopfert 
und wird an schlangenbehütetem Baume sein goldnes Fell ge- 
weiht. 7 Phrixos selbst stirbt, wie nach getödtetem Widder auch 
Ajax sich selbst das Leben nimmt; die Erneuung des goldenen 
Segens wird von einem neuen Erretter, von lason erwartet. 

1. ' Phrixos', seines a) Namens als 'Regenschauer' ((pQloaovrcts o/ußQOvg 
PPy. 4, 144. Schw. Rh. Mus. 6, 576) verständlich, ist sonst auch als Dörrling 
(von (fQuya), Buttm. Myth. 2, 185 f.; Röstling, WTrag. 1, 321) oder als her- 
vortretendes, aus dem Wasser starrendes Land (Forchb. 196. 303), minder 
charakteristisch als Wundermann (vgl. Thaumas, &d/bißog, Ghd. Phrixos S. 6), 
seltsam auch mit Helle zugleich als scheu und stumm (? Odyss. 61. Kl. Aen. 328), 
gedeutet worden. Als b) * Wolkensohn' Nepheles und Wolkensammler durch- 
schwimmt er kräftig den Hellespont, wo der Südostwind Kaikias oder Helles- 
pontias die Wolken zusammentreibt (Forchh. 202) ; in Bithynien bewirthet ihn 
König Dipsdkos der Durstige (Seh. Ap. 2, 653). Im Allgemeinen c) 'dem 
Hermes ähnlich', selbst in seiner Meerfahrt (das Vasenbild bei Ghd. Phrixos, 
1842, deutet Göttling als Hermes-Thalassios, vgl. §274, 1 c. Schw. And. 68), 
erinnert auch seine 'Ehe' mit Chalkiope oder lophosm (Heroinen lunariscben, 
Namens; MOrcn. 172, 5) an die des Hermes mit Brimo ($281, 8a). 



60 DRITTES BUCH. 

2. 'Ino Learchos und Melikerles': J 685, 2. 

3. 'Helle', etymologisch verwandt mit t'Ao? Sumpf, aber auch mit dem 
Lichtfest der Ilellotien ($253,26), und demnach als 'schimmernde Wässerung' 
verständlich, wird auch im ähnlichen Sinn der von den Wolken als Regen her- 
abgleitenden (Forchh. 202) Nässe gedeutet; dem gemäss weiss auch der Mythos, 
dass sie zu Paktyä (Schol. Ap. 2, 1144) das ist im 'frostigen' Nebel des ' 
Hellespont (Forchh. 202) untergegangen, vom Meergott Poseidon aber gerettet 
(Eratosth. 19. Steph. Ukp(onl«, Almops ihr Kind. MOrch. 172. Kl. Aen. 324) 
worden war. 

4. Der 'goldene Widder* ($40, 56. Forchh. 201 ff. Scholl Soph. Aias 
S. 17 ff. Ghd. Phrixos S. 5. Lauer Aren. Zeitg. 1849 no. 3) ist am 'Hellespont* 
und an Asiens Küste heimisch: laut a) 'Abkunft' seiner Mutter Theophane vom 
thrakischen Bisaltes (OMet. 6, 117), laut seiner 6) 'Weihung' zu Lampsakos 
(Seh. Ap. 1, 933. MOrch. 279) und laut der c) von seinem Vliess so benann- 
ten ' Fellstädtc' ; denn Kyta oder Kytaia wird uns als kolchischer scythischer, 
zwar auch kretischer, Ortsname (Steph. Kvtcc, vgl. Pr. 2, 227) bezeugt, von 
welchem als angeblichen Namen seines Geburtsorts (MOrch. 284, 1) auch der, 
sonst korinthische (Tz. Lyc. 174), Aeetes Kviuiog (Callim. Strab. 1 p. 46) oder 
Kviattvg (bei Ap. Rhod. öfters) und Medea Kvinixt] (Lycophr. 174) heisst. 
Eine paphlagonische Stadt ist Kytoron; des Phrixos Sohn heisst Kytlssoros. 
Ausnahmsweise d) wechselt die Angabe seines dem Hermes (Seh. Ap. 2, 1144) 
verdankten Goldfells mit einer, vielleicht auf wechselnde Wolken (Forchh. 204) 
zu deutenden, 'Purpurfarbe' (Seh. Ap. 4, 177). 

5. Als befruchtendes 'Regensymbol' erinnert der goldene Widder an den 
als Widder um Brimo buhlenden Hermes ($ 277, 1 b) und dessen Regen 
(Widder« Wolke $ 40, 56) verleihende, zugleich aber auch Pest abwendende 
(Widdertragen um Tanagra P. 9, 22, 2) und mannigfach 'sühnende Kraft' 
(Kl. Aen. 327 ff. /Iiog xwtitov $ 204, 4; chthonisch für Agamedes und 
Amphiaraos). 

§ 689. Retter Jason, aus dem chironischen Gebirgsland 
heiliger Widderopfer in schlammiger Jahreszeit einschuhig vor 
König Pelias erschienen, * entspricht der Bedeutung, welche das 
leuchtende Argoschiff und dessen Steuermann Argos, der nass- 
schimmernden Argosfläche gleichnamig, als Lichtschiff bekundet. 
3 In gleichem Sinn ist der Zeitpunkt seiner Abfahrt beim Früh- 
aufgang der Plejaden gedichtet, mit welchem Schiffahrt sowohl 
als Sommersaat beginnen. * Zweck seiner Fahrt ist ihm zum 
Heile des dürren Landes das Bild neu befruchtenden Regens, 
das goldene Vliess; Ziel derselben das Land des Beetes, welcher 
samt seiner nach Gold und Metall benannten Sippschaft per- 
sönlicher Ausdruck der goldenen Ferne ist, die man erst Aea 



HEROENSAGE. E. MINYER. IASON. AEETES. MEDEA. $ 688—691. 61 

benannte und nachmals in Kolcbis am Goldflusse Phasis er- 
kannte. 

1—5. Ueber 4 Iason': $ 686, 3. Hom. Od. 11, 234. 12, 70. Hes. Th. 
1000; fr. 111. PPyth. 4, 75 ff. Diod. 4, 40. Vgl. Jac. 487 ff. MOrch. 255. 
265ff. Schw. 1, 478. Pr. Myth. 2, 216. 

§ 690. Beetes, durch Namen Person und Verwandtschaft 
nicht weniger als durch jenen seinen Wohnsitz in luftige Ferne 
des äussersten Ostens gerückt, "gilt fdr des Helios Sohn und 
ist weissagenden Zaubermächten des Lichtes, in ähnlicher Ver- 
knüpfung wie wir aus dem Heliosdienste sie kennen, verbunden. 
3 In solchem Sinne heisst Kirke seine Schwester, Asterodia oder 
Idyia, auf Sterne und Weissagung bezüglich, seine Gemahlin, 
Apsyrtos-Phaethon sein Sohn, Medea aber, die Frau guten Rathes, 
in deren Zauber die Argonauten den stärksten Beistand finden, 
seine Tochter. 

1. 'Aea' als Ausdruck äusserstcr Ferne gewöhnlich, wie im bekannten 
Gedicht des Mimnermos (Strab. 1, p. 46), als östliche Ruhestätte des Helios, 
ursprünglich aber auch wol im Westen bekannt. Vgl. Schwenck And. 100. 
325. Völker Iapet. 286; myth. Geogr. 114ff. 129. MOrchom. 273 ff. Preller 
Myth. 2, 216. 

2. Ueber 'Aeetes': Hes. Th. 957 ff. PPyth. 4, 21 3 ff. Tzetz. Lyc. 174. — 
Der Name, von äfjvcti (vgl. äadg : Wk. zu Schwenck 325) abgeleitet, bezeichnet 
die Sonnenkraft im weiten Lufträum (Schümann Hecate p. 26), von 1 unarischen 
(Chalkiope und Jophossa: Schöm. Hec. 27, 67) und weissagerischen (Idyia, 
Medea auch als Gemahlin, und Kirke: ebd. p. 26 f.) umgeben. 

3. 'Ehen und Kinder*. Aeetes ist a) zuerst (zu Korinth nach Eumelos: 
Tz. Lyc. 174) mit Asterodia einer kaukasischen Nymphe vermählt; aus dieser 
Ehe ist Apsyrtoa (Morgenwind vgl. i//uo>, spiro? Rück. Troja 62), der auch 
Phaethon hiess (Ap. Rh. 3, 245). Seine b) zweite Gemahlin ist ldyia, der 
Okeaniden jüngste, von der Chalkiope und Medea seine Töchter waren. 

§ 691. Wie Helios selbst jenem Stamm des Aeetes genea- 
logisch verwandt erscheint, beruht auch Medea, des Sonnengotts 
Enkelin, auf der in Hellas verbreiteten Verehrung desselben; vom 
thesprotischen Ephyra aus scheinen Medea sowohl als Helios 
nach Korinth gelangt zu sein, wo sie fast mehr noch als bei 
den ihr sonst sehr vergleichbaren Zauberinnen thessalischen 
Bodens zu Hause ist. *Dort in Korinth, wo ihre Geltung die 
einer unsterblichen Göttin war, soll sie der Demeter sowohl als 



62 DRITTES BUCH. 

den leninischen Nymphen geopfert haben, ist aber hauptsächlich 
dem dortigen Heradienst, in der Trauersitte vierzehn leidtragender 
Kinder, verknüpft, s der mythisch ihr Kindermord, ihre Zerstücke- 
lung und ihre Verjüngungskünste, sich beigesellen; überdies 
heisst es dass nur die Scheu vor Hera sie abhielt, der von Zeus 
ihr selbst dargebotenen Liebe willfährig zu sein. 

1. Ueber 'Medea': Hes. Th. 961. 992 ff. PPjth. i, 218. 250. Eur. Med. 1 ff. 
Ap. Rhod.3, 248 ff. Apd. 1, 9, IG. P. 2, 3, 6 ff. Vgl. Jac. 400 f. MOrch. 267 ff. 
Proll. 368. Schw. 1, 483 (Medcrin). 480 ff. Pr. Myth. 2, 2l6f. 

2. 'Götterwesen'. Seihst a) 'unsterblich' (laut Musäos: Schol. Eur. 
Med. 4. MOrch. 269 ; ihre Kinder versucht sie unsterblich zu machen P. 2, 3, 8), 
in einer Mondgöttin (Preller Myth. 2, 216) Geltung, ist Medea b) zu Korinth 
dem Dienst der 'Demeter' und leranischer Nymphen (Schol. POL 13, 75), haupt- 
sächlich aber c) dem der 'Hera' verknüpft; die Trauersittc in deren Dienst 
berichtet Philostratus (Her. 19, 14 vgl. P. 2, 3, 6). Als d) Kolchierin ist sie 
auch der 'Hekate' dienend und durch deren Zauberkräfte gewaltig. 

3. 'Mythisch' ist Medea nächst ihrem den Argonauten hülfreichem Zauber 
im a) Mord ihrer 'Kinder' ($700, 5), in der b) Zerstückelung des 'Apsyrtos' 
(J 698, 2) und Pelias (§ 700, 1. MOrch. 267) geschildert; eine Sage von c) 
des 'Zeus' Liebe zu ihr geben die Scholien zu Pindar (Ol. 13, 75). 

S 692. Folgen wir hienächst den einzelnen Abenteuern der 
Argonauten, so führen die ersten Landungsplätze ihrer Schiffahrt, 
Lemnos und Chryse, zuerst auf Betrachtung des minyeischen 
Götterwesens, mit welchem Lemnos durch seiner Bewohner Ab- 
stammung verknüpft war und welches demnächst gerade ver- 
mittelst lemnischen Völkerverkehrs seine weite Verbreitung, 
namentlich auch nach Athen hin, fand. Mm feuer- und wein- 
reichen Eilande des Hephästos und seiner Kabiren sind durch 
ihrer Frauen Hand alle Männer gefallen; nur König Thoas ist 
von seiner Tochter Hypsipyle in schwimmendem Kasten heimlich 
gerettet. Die Frauen herschen ; ihr Frevel aber wird von Aphrodite, 
die auch Homer als Hephästosgemahlin dort kennt, durch Dysosmie 
gezüchtigt. * Nun landen die Argonauten, und etwa durch Heras 
Beistand erfolgt nächst Sieg und Bündniss auch Reinigung und 
Ehe der Lemnierinnen. Gemeinsame Sühnungen finden beim 
Leichenbegängniss des Thoas statt; 4 mit der Königstochter ist 
Iason vermählt und lässt ihr zwei Söhne Euneos und Nebro- 



HEROENSAGE. E. MINYER. ARGOFAHRT. $ 692—694. 63 

phonos zurück, deren Namen und Sagen die Nähe dionysischen 
Götterwesens bekunden. Wie aber auf jener hephästisch-bac- 
chischen Insel Hera zum Heil ihrer Schützlinge sich mächtig 
erweist, 5 wird auch auf der benachbarten Insel Chryse von 
Herakles als Führer des Zugs das gleichnamige Götterbild ge- 
gründet, in welchem die spätere Zeit einen Dienst der Pallas 
erkannte; 6 desgleichen ward, um aller und jeder Heiligung 
stammverwandter Kulte genug zu thun, auch das hochheilige 
Schiffereiland von Samothrake durch Einweihung in die dortigen 
Sühngebräuche erst angesprochen, bevor die schiffende Helden- 
schaar der vollen Gefahr ihres Argozuges sich preisgab. 

1—4. 'Lemnische Sage': Ap. Rhod. 1, 608 ff. Apd. 1, 9, 17. Vgl. 
Schw. 1, 480. Pr. Myth. 2, 221 ff. — Ueber 'Hypsipyle' Jac. Wort. 488, 1. — 
Von der ' Seeschlacht ' Jasons mit den T^rrhenern, aus welcher nur Glaukos un- 
verwundet hervorging, erzählt Athenaus (7, 47). 

5. 'Chryse': §154, 4. Gbd. Arch. Zeitg. 1845 S. 161 ff. 

• 

§ 693. Es folgt nach durchschifftem Hellespont der Argo- 
nauten gastlicher Empfang beim Dolionenkönig Kyzikos, bei 
ihrer Abfahrt die Absperrung des Hafens in welchem die Argo 
weilte durchs Riesengeschlecht vom benachbarten Bärengebirg, und 
die jenen Erdsöhnen abgewonnene Abfahrt; 'aber nach nächt- 
lichem Sturm auch die unfreiwillige Rückkehr zur Dolionen- 
küste, und der aus Verkennung derselben erfolgte nächtliche Kampf 
in dem unerkannt der edle Kyzikos fiel, 4 worauf dann für dessen 
Bestattung und Leichenspiele zu sorgen blieb. 

2. 'Giganten' auf '!Aqtctcjv oqos: erdgeborene (rrjyfViTs Ap. Rh. J, 
941 ff.), von Hera gegen Herakles gepflegt (1, 997). Vgl. Kl. Aen. 99. 

3. 'Kyzikos': bei nächtlicher Rückkehr unerkannt getödtet, von Jason, 
den Dioskuren (Seh. Ap. 1, 1146) oder auch von Herakles: Kl. Aen. 100 ff. 
139ff. Arch. Ztg. 1851 no. 27. — Seine Gemahlin 'Kleite' zerfliesst in Thro- 
nen und wird ein Quell (§ 547, 1). 

4. 'Leichenspiele': nach dreimaligem Umlauf ums Grab zugleich mit Ein- 
setzung von Fasten und Müllerfesten (Ap. Rh. 1, 1059 ff. 1075 ff.) begangen. 

§ 694. Weiter landet die Argo in Mysien an der Stelle 
von Kios, wo Herakles, sein gebrochenes Ruder zu ersetzen, 
ans Land ging und durch solchen Anlass den ihn begleitenden 
Liebling Hylas, da ihn die Nymphen entführten, verlor; ihn vep- 



64 DRITTES BUCH. 

geblich aufsuchend blieb, wie nur ausnahmsweise geleugnet wird, 
von der weiteren Argofahrt sowohl er als auch Polyphemos zu- 
rück, der nachmals die Stadt Kios gründete. * Hierauf folgt im 
Land der Bebryker des Polydeukes siegreicher Faustkampf mit 
Amykos, der die Argonauten vom Wasserschöpfen zurückhielt, 
wie auch der ihn zu rächen bemühten Bebryker Ueberwindung; 
* sodann die Gastfreundschaft beim salinydessischen Pkineus, 
dessen Weissagung über die fernere Fahrt, und als Heldenthat 
der Boreaden die Erlegung seiner Quälgeister, der Harpyien; 
seinem Rathe hauptsächlich wird hienächst die unter Athenens 
Beistand vollführte Durchfahrt durch klaffende Symplegaden ver- 
dankt, die seitdem fest standen. 4 lliebei ist, der Götter Beistand 
anlangend, bei aller zwölf Götter Anruf zu Hieron und häufiger 
Anflehung Apolls, insonderheit tles durch Tempelgründung und 
thrakische Stieropfer begütigten Poseidon zu gedenken ; wie denn 
auch die um Kyzikos erzürnte Rhea schon früher versöhnt ward. 

1. Dem a) beim Wasserschöpfen von den Nymphen geraubten 'Hylas' 
(S 547, 1. Kl. Aen. 105. 119. Jac. 474 f.) nachsetzend bleibt b) auch 'Herakles' 
zurück, obwohl man ausnahmsweise ihn auch nach Kolchis gelangt sieht (Mon. 
d. Inst. 5, 12); auch c) * Polyphemos' d. i. Vielrufer bleibt und wird Gründer 
von Kios (Ap. 2, 1321 ff.). 

2. 'Amykos' d. i. Zerfleischer (Schw. 1, 482): ausser den Schriftstellen 
auch durch die Ficoronische Gista (MHdb. S. 189. Denkm. 1, 309) berühmt. 

3. 'Phineus': $ 664. Ap. Khod. 2, 178 ff. 31 Off. (Weissagung). Preller 
Myth. 2, 225. 

4. Als 'mitwirkenden Göttern* ($ 685) wird zu Hieron a) der Zwölfzahl 
ein Heiligthum errichtet (§ 187, 2d), zu welcher sowohl der 6) allerorts, als 
Embasios und Ekbasios (Ap. 1, 359. 966. 1186; auch vr^ooaoog) den Argo- 
nauten vorangestellte 'Apoll', als auch der c) ihnen von Haus aus als Schutz- 
gott des Pelias bedrohliche 'Poseidon' gehört; dieser wird überdies eben dort 
durch ein besonderes Temenos und berühmte Stieropfer (PPy. 4, 204=364 
not.) geehrt und lässt im Zeus Urios (S 699, 7. Arr. Peripl. p. 12. 25. 201 ff. 
ed. Lips. 1842) derselben Gegend sich wieder erkennen. 

$ 695. Im Mariandynerland beim gastlichen Lykos ward 
den Argonauten ihr Sieg über die feindlichen Bebryker neu ge- 
lohnt; Mdmon aber, den noch das spätere Heraklea als Heros 
dort ehrte, und Tiphys verschieden dort, welchen letztern als 
Steuermann Ankäos ersetzte. s Am Kallichoros oder Parthenios, 



HEROENSAGE. E. MINYER. ARGOFAHRT. $ 694—697. 65 

bei des Sthenelos Grab, einer Stätte wo Herakles mit den Ama- 
zonen gekämpft, weiht Orpheus dem Schiffserretter Apoll seine 
Laute; *dann wird der Amazonen Land und manche sonstige 
Küste beschifft. 5 Auf der Insel Aretias werden die Stymphaliden 
durch Erzklang verscheucht; s eben dort werden die auf der 
Heimfahrt schiffbrüchig gewordenen Söhne des Phrixos ins 
Argoschiff aufgenommen. 7 Endlich gelangen die gottähnlichen 
Helden zur Mündung des Phasis. 

8 696. Dort im unheimlichen Zauberland des Aeetes ge- 
landet, hat Iason, von beiden Söhnen des Phrixos samt Telamon 
und Augeias begleitet, * erst das kirkäische Todtenfeld zu durch- 
schreiten, bevor er zum vierfach getränkten glänzenden Palast 
des Aeetes gelangt s und unter Verheissung ritterlichen Dienstes 
den Hort der Minyer von ihm zurückzuerbitten wagt. Der strenge 
König knüpft die Rückgabe des Vliesses an übermenschliche 
Bedingungen; 4 er spricht dieselben dem Helden in seiner Tochter 
Medea Gegenwart aus, ohne zu ahnden dass deren rasch ent- 
brannte Liebe zu Iason demselben, auch das Unmögliche zu 
leisten, beistehen werde. 

1. ' Botschaft bei Aeetes', durch Iason, zwei Phrixossohne, Telamon und 
Augeias vollführt: Ap. Rh. 3, 177. 

2. 'Zauberland': a) kirkäisches Todtenfeld (Ap. 3, 200 ff.); b) Palast des 
Aeetes (Ap. 3, 21 5 ff.) mit vier Quellen (hephästisch, von Milch Wein Oel und 
Wasser, Ap. 3, 222). 

$ 697. Bald hatte demnach Aeetes die Gewalt seines Zau- 
bers entkräftet zu sehn. Durch hekatäischen Gegenzauber von 
seiner eigenen Tochter zum Widerstand ausgerüstet, bestand 
Iason alle ihm aufgegebenen Wunderthaten, * der feurigen Stiere 
Einjochung und eines Ackerfelds Pflügung durch sie, dabei die 
Aussaat kadmeischer Drachenzähne und furchtbarer Riesen Geburt 
aus denselben, worauf jedoch, ganz wie in der kadmeischen 
Sage, ein Steinwurf genügte der Riesen Wildheit gegen einander 
zu wenden. 3 Im Bewusstsein die unverkennbare Urheberin solcher 
Erfolge zu sein, flüchtet Medea alsbald zu den feindlichen Mi- 
nyern und hilft, der Ehe mit Iason versichert, 4 ihrem Gelieb- 

Gerhard, Mythologie. II. 5 



66 DRITTES BUCH. 

ten nun auch zum wirklichen Besitz des, aller vollführten Thaten 
ungeachtet sonst nicht zu verhoffenden, goldenen Vliesses. Sie 
geleitet den lason an Ort und Stelle, wo es, von einem Drachen 
behütet, aufgehängt war; nachdem dieser Drache mit Hülfe Athenens 
besiegt oder, wie Andere wussten, durch Künste Medeas betäubt 
war, 5 eilt lason, des Vliesses Meister, zur Rückfahrt sich ein- 
zuschiffen. 6 Medea begleitet ihn: von ihrem Bruder Apsyrtos 
mit schnellen Schiffen verfolgt, hat sie bis zum Meuchelmord 
auf der Apsyrtosinsel der Kolchicr Nachsetzung schwer zu empfin- 
den; woneben in späterer Fassung der Sage Aeetes selbst der 
Verfolger heisst, dein Mcdea des mit sich genommenen Knaben 
Apsyrtos zerstückelte Glieder bei Tconi entgegengeworfen habe. 

§ 698. Die Rückfahrt der Argonauten, die ursprünglich 
auf gleichem Weg gedacht worden zu sein scheint, wird in den 
verschieden ausgeschmückten Berichten ihrer allmählich den 
ganzen bekannten Erdkreis berührenden Abenteuer entweder 
südlich den Phasis entlang über Libyen heimwärts, oder in 
nördlicher Richtung, dem Layfe des Tanais folgend, oder auch 
in der beide Richtungen verschmelzenden Weise erzählt, die im 
Argonautengedicht des Rhodiers Apollonios uns vorliegt. * Dieser 
letztern gemäss wird zuerst das Zusammentreffen der Argo mit 
ihren kolchischen Verfolgern an den Mündungen des lstros und 
der durch Ueberlistung Medeas von lasons Hand auf dortiger 
Artemisinsel erfolgte Tod des Apsyrtos am Ister erzählt; * so- 
dann soll die Eridanosinsel Elektris, das Land der Hylleer die 
einen Dreifuss erhielten, dann unter anderen auch Nymphäa die 
Insel Kalypsos besucht, viel Sturm und Verschlagung erlitten, 
4 endlich auf Rath des redenden Argoholzes die Insel Aeaea von 
ihnen gesucht und erreicht worden sein, wo Kirke vom Mord 
des Apsyrtos sie reinigt. 5 Der Sirenen Versuchung wird über- 
standen, dann auch Skylla und Charybdis; das Schiff gelangt 
glücklich zur Phäakeninsel Drepane, 6 wo unter Alkinoos' und 
Aretens Schutze lasons Beilager mit Medea stattfindet. 

1. 'Wege der Heimfahrt': MOrch. 357 ff. Jac. Wort. 129. Vgl. auch 
Schwenck I, 484 ff. 



HEROENSAGE. E. MINYER. AftGOFAflftT. HEIMKEHR. $ 697. 700. 67 

2. 'Apsyrtos am lstros': beim Eiland der brygischen {BQvyr\Cg Ap. Rh. 3, 
330. 470) Artemis, oder zu Apsaros (Arr. Peripl. p. 6). Vgl. Schw. 1, 484. 

3. 'Sonstige Oertlichkeiten ' der Rückfahrt sind: a) Eiektris (Ap. 3, 506), 
b) das Land der 'Hylleer' (Ap. 4, 524 ff.), verschiedene e) t Inseln' (Ap. 4, 
5 72 ff.), darunter die der Kalypso, auf deren Besuch d) Sturm und weite ' Ver- 
schlagung ' der Argo folgt. 

4. 'Sühnung bei Kirke', zu welcher das redende Holz des Argoschiffes 
wies: Ap. Rh. 4, 661 ff. 

§ 699. Der Busse aber war noch nicht genug geschehen. 
Bereits im Angesichte des Peloponnes verschlägt ein neuntägiger 
Nordwind das Schiff von neuem bis in die libysche Syrte; den 
schwer geprüften und der Verzweifelung nahen Seefahrern kom- 
men tritonische Nymphen und Triton selbst mit Weissagung und 

■ 

Rath, ein von Poseidon gesendetes Ross ihnen zur Deutung zu 
Hülfe. 2 Dieser Deutung gemäss wird das Schiff Argo auf seiner 
Helden Rücken zwölf Tage und Nächte hindurch bis zum trito- 
nischen See getragen, von wo aus das Meer ihnen offen steht 
3 Zu Erinnerung der überstandenen Fährlichkeiten blieb dem Gotte 
Triton ein ihm geschenkter und durch eine Scholle erwiederter 
Dreifuss, den Minyern die Trauer um ihren durch Schlangenbiss 
dort verstorbenen prophetischen Gefährten Mopsos; dem Euphemos 
aber bleibt Tritons Scholle als künftigem Ahnherrn der libyschen 
Stadt Kyrene. 4 Den zu neuer Meerfahrt befähigten Argonauten 
steht noch ein einziges schweres Abenteuer bevor, die Besiegung 
des anderweit uns bekannten kretischen Rundläufers Talos ; nach- 
dem durch Medea und die Dioskuren der Sieg über diesen er- 
reicht war, 5 gleitet das Schiff, in Anaphe Thera Aegina durch spät 
fortdauernde Spuren bezeugt, ohne weitere Fährlichkeiten der 
iolkischen Heimath zu. 

§ 700. Die glückliche Heimkehr nach Iolkos wird, mit oder 
ohne Medea, dem Iason durchgängig bezeugt; ihr schliesst die Sage 
sich an, wie Medea ihn oder den Aeson verjüngt, oder vielmehr, laut 
vorhersehender Fassung, wie sie den Töchtern des Pelias ihre 
Verjüngungskünste genehm gemacht und eben dadurch zum 
Morde des eigenen Vaters sie verleitet habe: eine hauptsächlich 
durchs attische Drama ausgebeutete Sage, welche ihr volles Ver- 

5* 



68 DRITTES BUCH. 

stöndniss aus der Zerstückelungssitte des thrakischen Dionysos- 
dienstes erhält. * So endet Pelias, laut der minyeischen Argo- 
sage ein finstrer, zumal dem Geschlechte des Aeson verderblicher, 
Herscher, dem aber Alkestis als zärtliche, dem Herscher Pheräs 
Admetos vermählte und durch ihr Selbstopfer ftir ihn verherrlichte 
Tochter, und auch die in lolkos gefeierten Leichenspiele ein 
rühmliches Denkmal setzen. 3 In der Herschaft scheint ihm sein 
Sohn Akastos, 4 nicht Iason gefolgt zu sein, von dessen Ende 
nur dunkle Gerüchte vorhanden sind; * die Sage, die auch über 
seine Vermählung mit Medea zwischen lolkos und Korintk 
schwankt, zeigt bald als Vertriebenen ihn in Korinth, wo ein 
neuer Sagenkreis durch Iasons Vermählung mit Glauke der Toch- 
ter Kreons ° zugleich mit Medeas Verstossung und Rache sich 
eröffnet. Wie Glauke durch ein von Medea gesandtes vergiftetes 
Kleid ihren Tod fand, fielen Medeas von Iason erzeugte Kinder 
durch ihrer eigenen Mutter Hand an der Burggöttin Hera Altar, 
und Sühngebräuche der Göttin, durch vierzehn trauernd ihr dar- 
gebrachte Kinder vollführt, werden auch spät noch aus jener 
Sage erklärt. 7 Wie sehr überhaupt die Argonautensage auch in 
Korinth heimisch erschien, geht insbesondere aus der auf dem 
Isthmos erfolgten Weihung des Schiffes Argo hervor. 

1. * Iasons Heimkehr' nach lolkos (Ap. Rh. 4, 171 6 ff.). In Verbindung 
damit steht die Geschlechtsfolge seiner Nachkommen von Medea Pheres und 
Mermeros (P. 2, 3, 6); bei Hesiod Th. 982 heisst sein Sobn Medeios; Zahl 
und Namen der Kinder wechseln (Jac. 490). 

2. 'Pelias' (Schw. 1, 479. Jac. 714), der a) 'tyrannische' Erbfeind des 
Aeson, den er getödtet haben sollte (Schw. 1, 486. Jac. 489 f.), erscheint b)' 
als zärtlich geliebter Vater (Alkestis, Verjüngungskünste) und c) hochgeehrt im 
Glanz seiner 'Leichenspiele' (P. 5, 17, 4; 6, 20, 9. Pr. Myth. 2, 232). 

3. Gegen 'Akastos' und Astydameia sind (Pherec. Schol. PNem. 3, 55. Apd. 
3, 13, 7) Iason und Peleus verbündet. 

4. 'Iasons Tod' wird als freiwillig erfolgt (Diod. 4,55. Arg. Eur. Med.), 
aber auch als Verunglückung durch den Schiffskiel (Pr. 2, 233) oder als Zer- 
stückelung durch Medea (Jac. 489, 4) erzählt. 

5. 'Iason in Korinth': Kinder von Glauke (Jac. 490, 3). 

6. 'Medeas Rache': aus Euripides und den Kunstdenkmälern (MHdb. 
§ 412, 5) bekannt. 



HEROENSAGE. B. F. MINYER. ARG FAHRT. ORCHOMENOS. $700.701. 69 

7. * Weihung der Argo' auf dem Isthmos: Apd. 1, 9, 29. Diod. 4, 53. 
MOrch. 272. 



F. BOOTISCHE MINTEE THRAKER UND 

PHLEGYER. 

$ 701. Die Sage von Iolkos hat hiemit bereits geendet. 
Den Minyern Korinths und dem von Pelias seinem Bruder schon 
früh getrennten Neleus werden wir weiter unten von neuem be- 
gegnen; das Königshaus von Orchomenos aber, dessen Landeshort 
durch die iolkische Argofahrt wieder heimgebracht ward, führt 
auf den Ahn jenes Hauses, Athamas, und auf das Geschick seines 
ganzen Geschlechts uns zurück. Durch schützende Göttermächte 
pelasgischen Dienstes, Hera und Hermes, war sein mit Nephele 
erzeugter Sohn Phrixos den Ränken seiner zweiten Gemahlin, 
der Kadmeerin Ino, glücklich entgangen, 'dagegen auf dieser 
selbst und dem von ihr eingebrachten Dionysosdienst ein Göt- 
terfluch lastete, dem auch König Athamas und die mit Ino von 
ihm erzeugten Kinder verfielen. Dass Athamas und Ino Zeus' 
und Semeies Kind Dionysos in Pflege genommen hatten, brachte 
durch Heras Zorn Raserei über sie. Der rasende Athamas zielte 
in bacchischer Wuth auf sein Kind Learchos als sei es ein Hirsch ; 
die rasende Ino übt einen anderen bacchischen Brauch, den 
der Aufkochung, indem sie ihr zweites Kind Melikertes im heissen 
Kessel tödtet ; durch Sturz in das Meer neu belebt, ward er zum 
korinthischen Gott der Schiffahrer Palämon, sie zur vergötterten 
Leukothea. 3 Landesflüchtig aus Böotien, fragt Athamas nun 
beim Orakel an, wo er künftig zu wohnen habe; die Antwort 
ist: da wo er der Gast wilder Thiere sein werde. 4 Hier geht 
die Sage auf jenen Gegensatz von Bewässerung und Trockniss 
zurück, der uns das Schicksal der Nephelekinder und ihres 
Vliesses Bedeutung verständlich machte; in Lämmerhüften, welche, 
von fliehenden Wölfen zurückgelassen, nach langem Irren zur 
Nahrung ihm dienen, lässt sich der Doppelsinn bewässerter Aus- 
höhlungen des Erdreichs erkennen. 5 Die als athamantisches 



70 DRITTES BUCH. 

« 

Land benannte Niederung, welche Athamas, angeblich ausser- 
halb Böotiens, dort anbaut, 6 soll er mit einer dritten Gemahlin 
bewohnt haben, deren Name Themisto als wiedergewonnene 
Naturordnung den Ausdrücken von Regenwolke (Nephele) und 
Ausdörrung (lno) vermittelnd sich anschliesst. Eine Tochter 
gesicherten Höhenbodens, des llypseus, gebiert sie dem Athamas 
vier, von weissem oder rothein, binsig feuchtem oder starrerem 
Boden benannte Söhne, Leukon Ervlhrios Schöneus und Ploos. 

1—3. 'Athamas': oben §683. 

4. 'Bewässerungsmythen* : $ 688. Fchli. 168 ff. 281 ff. (nQoßaTiov mqqC). 

5. 'Athamanlisches Land' (§ 6866) sucht Athamas, aus Orchomenos 
vertrieben (Apd. 1,9, 2; ncmlich irrend, ttXrj, und llichend, sobald sein Land 
trocknet Forchh. 284) im o) thessaiischen ( Alos' (Steph.), dem vennuthlichen 
Ursitz der Athamantiden, oder b) zunächst, dem symbolischen Sinn der Sage 
entsprechender, im höher gelegenen Nachbarland am kopaischen See zu 'Akra- 
phion' (P. 9, 34, 4, 24, 1. Steph. 14xq.), wo nicht wie an seinem früheren 
Wohnsitz Poseidon, sondern Athena, die Göttin reiner Bergluft, ihre Verehrer 
hat (Forchh. 172). 

6. Als 'Söhne von Themisto' (Forchh. 290 ff.) galten Sphingioa und 
Orchomenos (Hygin. t), Phrixos und Helle (Seh. Ap. 2, 1144), Porphyrion 
und Tithonos (Hygin. 1), vorzüglich aber Leuhon, der weisse Boden (Forchh. 
188); in Bezug auf ihn lässt Themisto, die sonst Recht und Ordnung, Wachs- 
thum und Saat (Forchh. 285 ff.) ist, allerdings auch als Verdampfung (Forchh. 
281 ff.) sich fassen. 

§ 702. In Orchomenos selbst kamen, nach dem Geschlechte 
des Athamas, Nachkommen des Sisyphos und seiner Söhne 
Thersandros und Halmos zur Herschaft; von Thersandros waren 
Haliartos und Koronos, von Halmos goldbenannte Töchter Chryse 
und Chrysogeneia erzeugt, deren Sprösslinge Phlegyas Chryses 
und Minyas heissen. 2 Ihnen voran geht Eteokles, des ersten 
Landesbewohners, ' Uferland ' Andreus', Sohn von Leukons des weis- 
sen Bodens Tochter, der von Ross oder Welle benannten Euhippe; 
als Gründer des Charitendienstes und blühenden Wachsthums 
gefeiert, lässt er die Segnungen goldenen Regens und son- 
niger Reife dem Land zurück, denen Philammon i Sandlieb \ 
Apollons mit der Schneenymphe Chione erzeugter Sohn, schwer 
widersteht. 8 Nach Eteokles herschte, von Ares und Chryse er- 



HEROENSÄGE. *. BÖOTISClffi ÄflNYtfc. ORCHOMENOS. $ 701—703. 1t 

zeugt, Phlegyas, von welchem das Land Andreis zur kriegeri- 
schen Phlegyantis umbenannt ward; *als er kinderlos starb, 
folgten, gleichfalls aus Halmos' und aus Poseidons Stamm, 
Chfyses Minvas und Orchomenos, 5 zu welchem letztem Hyettos, 
aus Argos mordflüchtig vor Moluros (offenbar auf der Heu- 
schrecken Vertilgung durch Regen bezüglich), folgte. 6 Mit 
jenem Beherscher der goldreichen Minyer- Hauptstadt starb 
das Geschlecht des Halmos aus, und erst Klymenos, der beim 
onchestischen Fest durch Thebaner fiel, dann dessen Sohn 
Erginos, endlich trophonios und Agamedes, des Klymenos 
Söhne, folgten. 

1 — 6. 'Orchomenischer Stammbaum': Apd. 1, 9, 2. P. 9, 34, 5. 37, 3. 
Vgl. MOrch. 133 ff. ßöckh Staatsh. 2, 366 ff. Forchh. 187 ff. and die Stamm- 
tafel im Anhang (C). 

§ 703. Wie der künstliche Zusammenhang dieser Königs- 
reihe, von Namen wie Andreus, dem Mann uranfänglichen 'Ufer- 
lands \ wie Halmos 4 Meerluft * und wie Trophonios ' Nährmann ', 
unterstützt, einerseits die symbolische Deutung eines in vier 
Perioden erneuten Naturlaufs hervorgerufen hat, "geben andere 
jener Namen, wie Minyas Phlegyas Orchomenos Haliarlos Koronos 
u. a., auch in offenkundiger Stamm- und Ortsbezeichnung, andre 
wie der genannte Eteokles als Vertreter von Götterdiensten, noch 
andre aber ih besonders anziehender Sagenfülle sich kund. 3 So 
spricht Erginos, den seiner Mutter Buzyge Name als friedlichen 
Schützer des Landbaus, seine Mitwirkung zur Argofahrt als 
Helden, die Zehntung Thebens als tyrannischen von Herakles 
bekämpften König uns kennen lehrt, den merkwürdig entstellten 
Gegensatz minyeischer und dorischer Herschaft treffend aus; 
4 durch seine gottähnliche Natur und Wirksamkeit aber ist uns 
das Brüderpaar Trophonios und Agamedes verständlich, dessen 
Urenkel Askalaphos und Ialmenos kämpfend vor Troja fielen. 

1. 'Symbolische Namen', auf welche Forchhammer (Hell. 302 ff. 352) die 
Annahme eines 'vierfachen Cyklus' orchomcnischer Natursage begründet, sind 
«) 'Athamas' mit Phrixos nnd Learchös — , b) 'Andreus' (d. i. Ufer, avdr\i)ov, 
mit Eubippe Wellenross vermählt: Forchh. 193 ff.) mit Eteokles und Chrgses, 
c) 'Chryses' mit Minyas und Orehomeiws, endlich d) 'Presbon' (Forchh. 337 ff) 



72 DRITTES BUCH. 

mit Klgmenos Erginos Tropkonlos und Agamedes, Askalapkos und lalmenot. 
Hiebei wird Orchomenos auf begrenztes Wasser (Furchh. 335 ff.), Erginos als 
uferleer (Forchh. 337 ff.) und Befreier von Ueberschwemorang, Pkrlxos als 
Seebene, Presbon im Sinn aufsteigender Dunste gefnsst, nach deren Rückkehr 
Klgmenos als Ueberschwemmer eintrete; die Minger selbst gelten in gleichem 
Zusammenhang für * Minderer' ihres Wasserreichthums (329 ff. 350). 

2. Als 'Inhalt' jener Stammtafel sind, ausser dem a) * physischen* der 
Namen Andreus und Halmos als Festland und Meer (Halmiden : Forchh. 324 ff.; 
Tkersandros, des Halmos Bruder, ist Trockner von #l(>o>), Erginos und Tro- 
pkonios als Ackerbau und Nährkraft, die auf b) ' Stamm und Ort' bezuglichen 
Namen Minyas Phlegyas Orchomenos Haliartos Koronos zu betrachten; wo- 
neben als c) Träger von * Götterdiensten ' EteoKles (Chariten) Phieggas (Sohn 
des Ares) und Minyas (Enkel Poseidons) genannt sind. 

3. 'Erginos' agrarisch, der Buzyge Sohn: Strab. 9. 414. DkxL 4, 10. 
MOrch. 184 f. (Thebischer Tribut). 

4. 'Askalaphos und Ialmenos': Forchh. 347 ff. 

§ 704. Nachdem von dem als Heilgott verehrten Trophonios 
schon früher die Rede war und auch Agamedes unter den Künst- 
lernamen der Urzeit uns begegnet ist, haben wir bei diesem, als 
'nährend* und 'sinnvoll' benannten, Brüderpaar *in besonderm 
Bezug auf die Ortssage von Orchomenos und Lebadea zu ver- 
weilen, laut welcher es des alternden Erginos von einer jungen 
Frau spät geborene Söhne waren. Beiden sonst auch aus Arka- 
dien, vielleicht selbst aus Theben, bezeugten Heroen gemeinsam 
3 wird als Künstlern der delphische Tempelbau und der Bau 
des Schatzhauses zu Hyria beigelegt: letzteres mit der auch für 
die ägyptischen Baumeister Rhampsinits berichteten Sage listigen, 
vermöge eines beweglichen Steins ausgeführten, Diebstahls, bei 
dessen Entdeckung Agamedes sein Haupt einbüsste. 4 Es galt 
als ein ihm gewidmetes Sühnopfer, wenn im Trophoniosdienst 
bei nächtlicher Weile ein Widder, seltner vielleicht auch ein 
Stier, geschlachtet ward; 5 der thrakische Erdgott Hermes, welcher 
nicht weniger als der lapithische Heilgott Asklepios in beiden 
Heroen als zwiefacher Eriunios heroisirt war, hatte, zumal in 
Bezug auf des Samenkornes Entwendung, seinen mythischen 
Ausdruck in ihnen gefunden. 

1—5. 'Trophonios und Agamedes*: $ 192, 3. 515, 2ff. Hom. HAp. 296ff. 
P. 9, 37, 3. 39, 2 ff. Strab. 9. 421. Schol. Ar. Nub. 508. Cic. N. D. 3, 23. 
Vgl. Jac. 50 f. MOrch. 135. 150 ff. 199 ff. Forchh. 342 ff. Pr. Myth.?, 346 f. 



HEROENSAGE. F. TROPHONIOS. ARNE UND ITON. $ 704. 705. 73 

$ 705. Hier wo mit dem sonst wenig ergiebigen Sagen- 
kreise von Lebadea die Stammgenossen der orchomenischen 
Minyer für uns beseitigt sind, 'kann eine kurze Auskunft ge- 
nügen um über etwanige Mythen ihrer Ueberwinder, der vom 
thessalischen Arne und Iton herabgewanderten Jeoler zu be- 
richten, die von Böotos, Poseidons mit Arne erzeugtem Sohn, 
oder auch von Itonos dem Sohn Amphiktyons stammten. 9 Die 
böotische Herschaft dieser Aeoler wird durch gleichnamige Städte 
bestätigt, durch das noch in später Zeit als Sitz der Athena- 
Itonia und deren Iodamasage bekannte Iton und durch das am 
Flüsschen Koralios gelegene Arne, dem unter der Burg Koronea 
gelegenen weinreichen Sitze der Pamböotien. 5 Die dortige Sage 
einer von dreissig Jünglingen vergeblich umworbnen, vor deren 
Verfolgung im Korn versteckten und zu Athena-Itonia an deren 
pamböotischen Fest geflüchteten Phokostochter Kallirrhoe, deren 
unholde Freier sodann nach Orchomenos und Hippotä flüchten, 
harte Belagerung ausstehn und aus Wassermangel sich ergeben 
mussten, scheint dem von Dünsten umlagerten, versiegenden 
und versteckten, dann aber siegreich wieder hergestellten Quell 
jenes Bodens zu gelten. 8 Uebrigens ist der Vollständigkeit 
wegen ein zweites Arne als früherer Name von Chäronea hier 
zu erwähnen. 

1 . Ortsheroen von ( Lebadea ' sind ein Athener Lebados oder ein arka- 
discher Lykaonide Lebeados (P. 9, 39, 1. MOrch. 157). 

2. * Böotos und Itonos' ($ 652, 4): letzterer als Stifter der Pamböotien 
bekannt. 

3. 'Iodama': $247, 4<f. 266, 46. P. 9, 31, 2. Forchh. 148ff. 

4. 'Arne' am Koralios (Str. 9. 411), an dessen Quelle Glisas-Kleisas 
(Schlüsselburg Forchh. 153 f.), auch Kelaithra genannt, liegt. 

5. 'Kallirrhoe' und deren Freier: Plutarch. amat. narr. 774. Fchh. 152 ff. 
Der Belagerer hiess Phoidos, seine Tochter Nikostrate. 

6. * Chäronea', dessen Name bei Hesiod von Chäron, einem Sohn Apolls 
und der Thero, Tochter des Phylas, abgeleitet ward, sollte vorher (P. 9, 40, 3. 
vgl. II. 2, 507) 'Arne' von Arne des Aeolos Tochter geheissen haben. Der 
ebendaselbst verehrte Scepter oder (öoqv P. 9, 40, 6) Speer Agamemnons war an 
den Grenzen von Phokis gefunden worden; die Phokeer, denen er von Elcktra 
zugebracht war, zogen ihm das zugleich gefundene Gold vor. 



74 DRITTES BUCH. 

% 70P>. Hieniiehst wird es an seiner Stelle sein auch der 
gleichfalls benachbarten Sagen der am Helikon angesiedelten 
Thraker zu gedenken, deren Hauptstadt Tkespiä ist; nahebei 
war dem Hafen Siphtt der niinyeische Steuermann Tiphys ent- 
sprossen und Kutresis vom phlcgyeisehen Brüderpaar Amphion 
und Zethos erbaut. * ThespiK aber, die von des Asopos Toch- 
ter Thespeia oder auch vom Erechtheussohn Thespios seinem 
athenischen (Gründer benannte Stadt, hatte, durch Heilig- 
thtlmer und Feste der Musen sowohl als des Eros berühmt, 
die milde Kraft erotischer Einflüsse selbst in der urgeschicht- 
lichen Sage von Schlangcntttdtung, aus der einen Liehenden 
Zeus gerettet, zu rühmen, 3 und in der Narkissossage den auf 
sprüde Selbslbespiegelung folgenden Zorn des Eros zu beklagen; 
4 hiezu bildet die gleichfalls erotische Heldenthat, welche Herakles 
an des Thespios fünfzig Tüchtern in einer Nacht übte, ein 
derbes, 5 laut der Thestiosgemahlin Megamede lunarisch zu deu- 
tendes, Gegenstück. 

1. Als Timvolmor des Helikon' sind 0) hauptsächlich 'Thraker' (Tkenpiä), 
aber auch 6) * Minyer' (Tiphys aus dem thespisehen Hafen ort Tipha, P. 9, 32, 
X oder Siphu MOrch. 493) und r) 'Phlegyer* {Eutrtsis Str. 9, 411) bezeugt. 

2. 'Thespisohe' Kulte und (iriindungssagen : Paus. 9, 26. 3. 4. 

3. 'Narkissos': P. 9, 31, 6 (Joruxmr xr § yfj\ Schw. Myth. 1, 603. 
MHdh. 8.693. Wieseler, die Nymphe Echo, Gott. 1844. Welcker zu Teraites 
Wandgem. N. F. Taf. 25. 27. IV. Myth. I. 448. 

4. Pen fünfzig Töchtern des 'Thespios' oder Thestios, die, vom attischen 
K.rechthcidcn ^Piod. I, 29^ Thespios abgeleitet, bald Thespiaden (Plin. 36, 39) 
genannt bald in den mit Musen und Hören versehe isterten TA*«tfo*töchtern ge- 
ringerer Anzahl am aimkläischcn Altar erkannt (P. 3, 19, 4) und ursprunglich 
für helikonische Nymphen ^Pr. Myth. 2, 133) gehalten werden, hatte Herakles 
bei seiner zu Gunsten des Thestios am kitharonischeu Löwen geleisteten 
frühesten Heldenthat fnnfzig Nächte hindurch abwechselnd (Apd. 2, 4, 10) oder, 
wie es nachher hiess, in einer einzigen Nacht beigewohnt ^P. 9, 27, 5. Diod. 4, 
29. Jae, 400, 3>; eine der Töchter blieb aus (P. 9, 27. 5V 

5. Per Name der Gemahlin des Thestios * Megamede* (Apd. 2. 4, 10) 
erscheint lunarisch bei Verglekhnng des Namens Medeia und des Mtyauq- 
<**n*<rrt «Ya*jo>* (Hoto. HMcrc, 100 not.V 

§ 707. In einem nicht minder grellen Gegensatz zu den 
rartfilhlendon Kulten und Sagen des thespisehen Erosdienstes 
steht auch das Personal des dortigen Diensten der Musen; dieser 



HEROENSAGE. F. THRAKER ZU THESPIÄ. PHOK1S. $ 706—708. 75 

soll vom Bruderpaar der von Aloeus erzeugten Riesen Otos und 
Ephialtes gegründet sein, deren himmelstürmende Kraft den 
Olymp in Furcht und den Ares in Fesseln setzte ; woneben aus 
Anthedon und Naxos ihre Gräber sowohl als ihr daheim ge- 
rechtfertigtes göttliches Ansehn bezeugt sind. * Weiter erstreckt 
sich der Sagenkreis Thespiäs, sofern die mit den Thespiaden 
von Herakles erzeugten fünfzig Söhne im äussersten Westen die 
Insel Sardo bewohnt haben sollten, wie auch vom lapithischen 
Aristäos gesagt wird; 3 wieder andre unbändige Thraker wird 
demnächst auch aus Daulis die attische Königssage in Tereus 
und Boreas dergestalt uns vorführen, dass auch die wald- und 
gesangreiche Natur dieses Orts im Mythos von Prokne und 
Philomele sich ausspricht. 

1. 'Otos und Ephialtes' die AJoiden: § 163, 2. 669, 6. Diod. 5, 50 f. 
C. Inscr. no. 2420 (lä/uevog). Jac. Wörlerb. 79. Vülcker über die Aloiden, in 
Seebodes krit. Bibl. 1828 no. 2. Schw. 1, 292 f. Pr. Mytb. 1, 69 f. 

2. ' Nach Sardinien ' zogen a) die mit den Thespiaden erzeugten Herakles- 
söhne (sieben, zwölf oder fünfzig, Jac. 400, 3; die Namen bei Apd. 2, 7, 8) 
und auch b) 'Aristäos* (P. 10, 17, 3). 

3. Die Tereussage von 'Daulis', deren wir weiter unten gedenken, war 
durch die Nachtigallen im dortigen dichten Gebüsch (dctvXa) veranlasst, neben 
denen der Mangel an Schwalben befremdete (P. 10, 14, 6). 

§ 708. Von den Abhängen des Helikon weisen Daulis und 
das zunächst vom athenischen Peteos bevölkerte Stiris nach 
Phokis und ans Parnassosgebirg uns hinüber. *Als Ahnherr 
dieses Landes wird uns ein zwiefacher, korinthischer oder 
achäischer, Phokos genannt, jener erstere aus Tithorea im Sohn 
Ornytions oder Poseidons und in Zusammenhang mit der the- 
bischen Antiopesage, 3 der andere aber als Aeakide, zugleich als 
des Panopeus und des Krissos Vater. Von den hiedurch angedeu- 
teten gleichnamigen Städten ist Panopeus als Hauptsitz der 
Phlegyer berühmt; 4 eben von dort war auch der Phokeer An- 
führer Epeios, als wehrhaft zugleich und als Künstler des höl- 
zernen Pferdes bekannt, mit den Achäern nach Troja gezogen. 
5 Weniger ist von Krissa zu berichten; dieser Ausgangsort des 
delphischen Heiligthums weist uns vielmehr zu den Gründungs- 
sagen von Delphi. 



76 DRITTES BUCH. 

1. Das Ansehn von a) 'Daulis' gibt unter andern zu Mykene der ver- 
kappte Orest (Aesch. Cho. 674) kund. Nach b) 'St ins' war der Erechtheide 
Fff«o*, des Menestheus Vater, vor Aegcus gefluchtet (P. 10, 35, 5). 

2. Als Gründer von 'Tithorea' heisst Phokos ein Sohn des korinthischen 
Ornytion oder Poseidon (P. 2, 4, 3. 29, 2. 3, 10, 1); er war mit der diebi- 
schen Antiope vermählt und begraben (P. 9, 17, 4). 

3. 'Panopeus' sollte a) vom achäischen * Phokos', einem Sohne des Aeakos 
und Vater der Ortsheroen Panopeus und Krissos, gegründet sein (Tzetz. Lyc. 53. 
939. Schol. Eur. Or. 33. Jac. 745); als Station der 'Thyiaden' hiess es xal- 
XtxoQog (P. 10, 4, 2); der Sagen von c) ' Prometheus' und d) 'Tityos' ge- 
denkt Pausanias (10, 4, 3. 4). 

4. 'Epeios' des Panopeus Sohn: P. 10, 4, 1. Jac. 308. Unten $712,5. 

5. 'Krissa' und Delphi: § 300, 2c und ab. Krisos- ist Vorfahr des als 
Vater des Pylades bekannten Strophios (P. 2, 29, 4). 

§ 709. Am Parnass, wo nach der thessalischen Fluth auch 
Deukalion gelandet sein sollte, hatte Heros Parnassos, Poseidons 
oder des Kleopompos mit einer Nymphe Kleodora erzeugter, der 
Weissagung aus Vogelflug wohl kundiger, Sohn sich und die 
Seinen gegründet; als aber sein Wohnort hinweggeschwemmt 
war, hatten dieselben, durch Wolfsgeheul verwarnt und von 
Lykoros, dem Sohne Apolls und der Nymphe Korykia geleitet, 
auf höchstem Gebirg Lykorea gegründet. * Am Fusse desselben 
Gebirges lag Delphi; dort kannte man als Stadtheros einen 
Delphos, dessen Abkunft theils von Poseidon und einer als 
Heroine des schwarzen Bodens benannten Deukalionstochter 
Melantho, theils von Apoll abgeleitet wird, der eine Enkelin des 
Lykoros, die schwarze Kelaino, oder auch, auf den kastalischen 
Quell hindeutend, des Autochthonen Kastalios bacchisch schwär- 
mende Tochter Thyia geliebt haben sollte. 3 Des Delphos Sohn 
sollte Pythis gewesen sein, sofern nicht vielmehr des Ortsdrachen 
Pytho Erlegung durch Apoll der dortigen Weissagungsstätte den 
Namen gab. 4 Von Delphis späteren Schicksalen wird erzählt, 
dass dem Geschlecht des Kastalios der argivische Akrisios folgte 
und eine Amphiktyonie im Gegensatz der thessalischen gründete; 
noch später sei aus Aonien Ornytos der Sisyphide zum Schutz 
des Landes gegen die opuntischen Lokrer angelangt, den Hyam- 
politen zu Hülfe wegen Daphnus. 5 Aus mythischen Kämpfen 



HEROENSAGE. F. PHOKIS. LOKR1S. TEUMESSOS. $ 708. 711. 77 

der Delphier ist des Philammon ihnen geleistete Hülfe gegen die 
Phlegyer, die Befehdung dryopischer Kraugalliden und der oresti- 
sche Angriff des Neoptolemos berühmt, der dort umkam. 

1. 'Am Parnass' sollte a) 'Deukalion' gelandet sein ($650, 3c), schon 
vorher aber b) Heros Parnasaos (P. 10, 6, 1) dort gehaust haben, dessen e) 
überflutheter Wohnsitz durch 'Lykoros' nach Lykorea überging (P. 10,. 6, 2). 

2. Als Gründer von * Delphi' wird irgend ein 'Delphos' genannt, bald 
als a) 'Sohn Poseidons', von Melantho (Tz. Lyc. 208. OMet. 6, 120 not.) ge- 
boren, der die Kephissostochter Melaina (P. 10, 6, 2) gleich zu erachten ist; 
bald als b) Sohn * Apolls' von Kelaino der Tochter von des Lykoros Sohn 
Hyamos (P. 10, 6, 2), oder von c) Thyia der ersten dortigen Bacchuspriesterin^ 
(P. 10, 6, 2). Vgl. Schol. Eur. Or. 1094. Panofka, Delphi und Melaina, 
1851, S.6. 

3. Der heiligen 'Pytho' Ableitung vom a) Heros 'Pythis* des Delphos 
Sohn (P. 10, 6, 3) oder vom b) Ortsdrachen 'Python' gibt Pausanias (10, 6, 3) 
zugleich mit den Grundungssagen des dortigen Heiligthums (j 300, 3. P. 10, 
5, 3 ff.). 

4. 5. * Sonstiges' aus Delphi: a) 'Akrisios' (Strab. 9. 420) ; b) 'Ornytos' 
(§ 2, 4, 3. Schol. Eur. Or. 1094); c) 'Philammon' (P. 9, 36, 2. Forchh. 326 ff.); 
d) «Kraugalliden' (MDor. 1, 43. 258); e) 'Neoptolemos' (P. 10, 24, 5). 

§ 710. Den Pbokeern zunächst sind die mit Phokis mehr- 
seitig benachbarten Lande von Lokris uns vorzuführen, die seit 
der Deukalionssage jener Umgegend des Parnasses vielfach ver- 
knüpft erscheinen. Die lelegischen Urbewohner desselben sind 
in des Deukalion Führung von Lelegern und Kureten hervorge- 
hoben; *dryopische Sagen hat theils das nördliche Lokris am 
Oeta, theils und hauptsächlich das südliche in der vom Oeta 
ausgehenden Gründungssage von Amphissa, an Dryope Apolls 
Geliebte geknüpft, aufzuweisen; 8 achäische bietet vor Troja der 
lokrische Aias, Sohn des Oileus, und noch in Iapygien der lokri- 
sche Heros und Flussgeist Euthymos von Temesa dar. 

1. 'Deukalion' der o) 'Lokrer' (§ 650, 3ft) führt b) 'Leleger und Ku- 
reten' (DHal. 1, 17). 

2. 'Dryoper' am Oeta und zu Amphissa: $ 675, 1 <*. 

3. Der a) 'achäische' Lokrer 'Aias' ist aus der Ilias, der b) iapygische 
'Euthymos' zu Temesa aus Pausanias (6, 6, 2) bekannt. 

§711. Nächst den lokrischen Küstenbewohnern werdeu 
auch die durch Seeverkehr ausgezeichneten Städte Böotiens hier 
schicklich erwähnt. Wegen uralter Sagen obenanzustellen ist 



78 DRITTES BUCH. 

unter ihnen Teumessos, wo von der Brauthöhle der kretischen 
Göttin Europa die gleiche Benennung des dritten Welttheils zu- 
erst entstanden sein mag und wo auch mythische Züge, wie die 
telchinische Athena und wie der bassarische Fuchs, unsere Auf- 
merksamkeit in hohem Grade erregen. 2 Der Ruf dieses Men- 
schenopfer allmonatlich heischenden Ungethüms war mächtig 
genug um zu dessen Abwendung von der Kadmeerburg einen 
Heereszug aufzubieten, dessen wir im Zusammenhang thebischer 
Sagen von neuem gedenken; das Wild zu erlegen hätte der 
unfehlbare minoische Hund vermocht, den Kephalos aus Attika 
mit sich brachte, hätte nicht vorher Zeus beide unsterbliche 
Thiere in Stein verwandelt. 

1. 2. Teumessos (P. 1, 19, 1) ist vorzugsweise erheblich wegen der 
dortigen Sage von a) 'Europa' (Antiraach. bei Steph. Tsv/irjooog. Wk. Kret. 
Kol. 21.43. 47) und von den b) aus Kypros mit Athenadienst dorthin gelangten 
' Teichinen ' (Paus. a. 0.), ferner wegen des c) dort als bassarischer und bacchi- 
scher (Schw. Rh. Mus. 6, 548) 'Fuchs* (Apd. 2, 4, 7) furchtbaren Ungethüms. 

§ 712. Ebenfalls hier ist Tanagra, vorher Graia genannt, 
zu erwähnen, wo der kadmeischen Gephyräer Gott Hermes ge- 
boren, der Sterndeuter Atlas zu Hause, Orion begraben lag, 
* sodann jtnthedon, wo Glaukos durch kühnen Sprung zum 
Meergott geworden war; eben dort waren Iphimedeia und deren 
Söhne die Aloiden begraben. 3 In solcher Nähe der gegenüber- 
liegenden Küste kann endlich auch Euböa hier nicht unberührt 
bleiben, obwohl seiner Abanten Phlegyer und Ghalkodontiaden 
noch weiterhin zu gedenken sein wird. 

1. Ueber 'Tanagra', die von einer gleichnamigen Tochter des Aeolos 
oder Asopos statt des älteren Namens Oraia (II. 2, 498) benannte Stadt, han- 
delt Pausanias (9, 20, 1 ff.) ausführlich. 

2. 'Anthedon': P. 9, 22, 5; von König Anthas einem Sohne Poseidons 
von Alkyone, oder auch von einer gleichnamigen Nymphe benannt. 

3. 'Euböa' wird als a) Land der 'Abanten' beim schildberühmten Abas 
von Argos, als 6) Land der 'Phlegyer' auf Anlass des dortigen Tityos, als c) 
Land der ' Chalkodontiaden ' in der Erechtheussage Athens zu erwähnen sein. 

§ 713. Endlich bleibt es uns übrig den aus Thessalien uns 
wohlbekannten Phlegyer stamm in der Sagenfülle theils seiner 
phokischen Felsenburgen theils seiner böotischen Meeresnähe zu 



HEROENSAGE. F. BÖOTISCHE *ÜSTEBT. PANOPEUS. HYRIA. §711—714. 79 

verfolgen; jenes hauptsächlich aus Panopeus, dieses aus Hyria, 
da die dort gegründeten Pblegyer durch den kurz vorher ge- 
nannten Phlegyas und auch durch Tityos, des Orchomenos 
Enkel, den orchomenisch-lemnischen Minyern eng verwandt sind, 
denep sie wol auch als ihnen gehöriger Kriegerstamm beige- 
jzählt werden. *In Panopeus, einem als Sitz prometheischer 
Menschenbildung und festlicher Thyiaden gefeierten Ort, musste 
der in euböischem Königsgeschlecht fortlebende Heros Tityos, 
der Gäa oder der von Zeus geliebten, in Furcht vor Hera von 
ihm vergrabenen, orch omenischen Elara unbändiger Sohn, 3 seinen 
auf Heras Anstiften bei Letos Durchzug nach Pytho an ihr ge- 
übten Frevel durch die Geschosse Apolls und nächstdem in der 
Unterwelt büssen; 4 ebep dort war jener, nächstdem durch Tem- 
pelräuber wie Eurymachos verhasste, Phlegyerstamm zu steter 
Anfeindung des delphischen Heiligthumes gegründet, 5 dem dort 
erst der oben erwähnte Epeios, von Troja her als ein Held 
achäischen Stammes bekannt, genehmer sein mochte. 

1. Der 'Pblegyer und Minyer' Verwandtschaft geht aus der Stammtafel 
des letztgedachten Volksstammes (D im Anhang) unzweideutig hervor. 

2. 'Panopeus', dessen gleichnamiger a) 'Gründer' vorher (§707, 3) ge- 
nannt ward, hatte Sagen von b) dortiger Wirksamkeit des 'Prometheus' (P. 10, 
4, 3) und hiess als c) Station der von Athen nach Delphi ziehenden ' Thyiaden ' 
xatttzoQoe (P. 10, 4, 2). 

3. 'Tityos': Hom. Od. 7, 324. Apd. 1, 4, 1. PPyth. 4, 81. Schol. Ap. 1, 
181. 761. Vgl. Jac. Wort. 870. Pr. Ztg. f. Alt. 1838 no. 136 (Bhadamanths 
Todtenschau). — Seiner Abkunft nach ist er Sohn der a) 'Gäa (Od. 7, 324. 
11.11, 580) oder der b) 'Elara' T. des Orchomenos oder Minyas (Seh. Od. 7, 
324), die Zeus liebte und dann aus Furcht vor Hera in die Erde barg (Seh. 
PPy.4, 160. Schol. Ap. I, 761. MOrcb. 190. Wies. PEnc. k\ 549). 

4. 'Eurymacbos': Paus. 10, 7, 1. MOrch. 191. 

5. 'Epeios' (§ 708, 4): bei Homer als Faustkampfer (II. 23, 664 ff.), 
nächstdem als Urheber des hölzernen Pferdes (P. 2, 29, 4), dann als Gotter- 
bildner (P. 2, 19, 6), aber auch mit dem Stichwort bekannt ein feiger 
(Hesych. s. v.) Wasserträger (Athen. 10. 457 nach Stesichoros) der Atriden 
gewesen zu sein. 

§ 714. Weiter, durch Seeverkehr hochberühmt, reichte das, 
angeblich von Atlas stammende, Geschlecht der Beherscher von 
Hyria, dessen Wirksamkeit in gleichnamigen Orten, dem kithä- 




80 DRITTES BUCH. 

ronischen Hysiä und dem messapischen Hyria, wie in der Ver- 
wandtschaft eleischer Augeiassagen und in der Gründung Kyrenens 
sich kundgibt. s Euphemos der Anführer dieser Gründung, den 
zwar die Phlegyer von Panopeus durch Ableitung von Tityos 
sich zueignen wollten, 4 wird theils in Verbindung mit dem aus 
Ormenion stammenden Lapithen Eurypylos, 5 unmittelbar von 
des Atlas Tochter Keläno, theils als Nachkomme des Orion und 
Hyrieus von der Atlantide Alkyone abgeleitet; beider Atlantiden 
Vermählter heisst Poseidon. 6 Wie aber somit die Sagenkreise 
des Hyrieus und Orion von dem des Euphemos und Eurypylos 
füglich sich sondern lassen, steht der mit Orion verbruderte 
Nykteus durch seine von Zeus mit Antiope gezeugten Enkel 
Amphion und Zethos ebenfalls einem selbständigen phlegyeischen 
Sagenkreise voran. 

1. * Atlantiden von Hyria': genealogisch geordnet in der Stammtafel M 
unsres Anhangs. 

2. * Oertlichkeit und Verbreitung': a) 'Hyria' in Böotien, dessen Lage Ross 
(lokrische Inschrift 1854 S. 7) am östlichsten Ausläufer des Messapion, wo 
man sonst Aulis vermuthete, erkennt, woneben b) 'Hysiä' (Steph.) im oberen 
Asoposthal am Fuss des Kithäron vorausgesetzt bleibt und ein c) italisches 
* Hyria' aus Messapien bekannt ist. Der Verwandtschaft mit d) ( EHs' (Augeias) 
und e) 'Kyrene' (Euphemos) gedenken wir weiter unten. 

3. * Euphemos aus Panopeus': in seinem Stammbaum (unten X. MOrch. 
467) auf Europa (zu Lebadea) und Tityos (zu Panopeus), dann von diesem 
auf Elara und Orchomenos zurückweisend. 

4. * Eurypylos' (Jac. 337 f.) ist der vorzugsweise lapithische und phlegy- 
eische Name a) des Königs vom iolkischen Ormenion, dessen Heerden Kyrene 
vom Löwen rettete (MOrch. 347) und dessen Erscheinung dem ihm verwandten 
Argonauten Euphemos in Libyen zu gute kommt (Ap. Rh. 4, 1561). Gleichfalls 
aus Ormenion ist auch der b) 'vor Troja' mit Achill kämpfende und von Pa- 
troklos geOegte Eurypylos (II. 2, 734. 11, 84. Jac. 337, 1), dagegen c) jener 
mit Euphemos genannte auch als Atlantide ' aus Hyria ' (MOrch. 466 ; unten An- 
hang E) erscheint. Schwieriger ist es die gleichnamigen Heroen hiemit zu ver- 
einigen, die als d) Spross des mysischen Telephos (Jac. 358, 7), als e) Grun- 
der des Dionysos Aesymnetes zu Paträ und f) als König von Kos, getödtet von 
Herakles (Jac. 337, 2), bekannt sind. 

5. * Euphemos aus Hyria', nach Hellanikos: MOrch. 466. 

6. ( Hyrieus und Orion' $715; Nykteus Antiope Amphion und Zethos 
8 737. 



HEROENSAGE. F. PHLEGYER. HYRIEUS. NYKTEUS. S 714—716. 81 

§ 715. f Diese phlegyeischen Sagenkreise von Hyria etwas 
gründlicher zu verfolgen, haben wir zuerst Alkyonens und Po- 
seidons Sohn Hyrieus, dessen Schatzhaus durch hochberühmte, 
bei Augeias und Rhampsinit wiederkehrende, Sagen gefeiert wird, 
'dann aber seinen, zur Zeit als drei Götter bei ihm einkehrten 
erzeugten, Sohn zu betrachten. Dieser sein Sohn Orion, den 
unter wechselnden Namens- 'und Abstammungssagen ausser 
Hyria auch Orchomenos Tanagra Chios und Kreta, 4 als riesig 
fortlebenden, das Meer überschreitenden Jäger so Sternenhimmel 
als Unterwelt kannten, 5 war durch sein schon früher von uns 
berührtes Sternbild zum Buhlen der Artemis sowohl als der Eos 
geworden. 6 Derselben Bedeutung ist auch die orchomenische 
Sage seiner zu Kometen verwandelten Töchter, der Koroniden, 
7 und auch der nach Chios rückweisende Mythos angehörig, wie 
er Oenopions Tochter Merope verfolgend durch deren Vater ge- 
blendet, vom lemnischen Hephästos jedoch bald wieder sehend 
gemacht worden sei. 8 Der Gewaltigsten und Begnadigtsten einer 
wäre er durch des Asklepios theuer gebüssten Beistand, wenn 
Zeus es gestattet hätte, wol auch dem Tode entgangen. 

2—8. Ueber «Orion*: j 487, 2. Apd. 1, 4, 3. P. 9, 20, 3 (Grab zu 
Tanagra). Vgl. Jac. 683 f. Müller kleine Schriften 2, 43 ff. 

§ 716. ' Lykos und Nykteus, zwei Brüder apollinischen und 
bacchischen Namens, welche bald mit Orion bald ohne denselben 
des Hyrieus dem Eiland der Seligen verbliebene Söhne heissen, 
sind, ihrer berühmten Verflechtung in den thebanischen Sagen- 
kreis ungeachtet, vom phlegyeischen der hier uns beschäftigt 
nicht auszuschliessen. *Des Nykteus Tochter Antiope, sollte 
nach Andern vom Fluss Asopos geboren sein; 'geboren und 
auferzogen zu Hyria oder Hysia ist sie der Umgegend des 
Kithärongebirgs angehörig, wo auch ihrer Kinder Geburtsort Eleu- 
therä lag; 4 eben jenes Gebirg, ein bekannter Mittelpunkt bacchi- 
schen Götterdienstes, macht es verständlich dass Antiope von 
Zeus in Satyrgestalt umarmt, und dass sie nächstdem in bac- 
chantischer Raserei uns erwähnt wird. 5 Im Einzelnen ihrer 
hauptsächlich durchs attische Drama verwickelten und auch ent- 

Gerhard, Mythologie. II. 5 



82 DRITTES BUCH. 

stellten Sage ist der Zwillinge Amphion und Zethos Geburt Aus- 
setzung und Auffindung durch Hirten des attischen Oeneus, 
Antiopes Verstossung durch Nykteus und ihre Flucht zu Epopeus 
König von Sikyon, des Nykteus unglücklicher Krieg und Tod, 
worauf Lykos sein Bruder das Racheamt an Epopeus zugleich 
mit der Vormundschaft des Lajos übernimt, hervorzuheben; 
6 ferner der Sieg wodurch Antiope des Lykos Gefangene wird, 
ihre Peinigung durch dessen Gemahlin Dirke, 7 und die an dieser 
genommene Rache durch Antiopes, in der thebischen Sage uns 
wieder begegnende, Söhne Amphion und Zethos. 

1. 'Lykos und Nykteus': Apd. 3, 5, 5. P. 2, 6, 2. Hygin. 7. 8. Vgl. 
Jac. 655. Völck. Iapet. 116. MOrch. 228. 

2—7. 'Antiope': Apd. 3, 10, 1. Paus. 2, 6, 2. Ant. Lib. 25. Vgl. Jac. 106. 
Wk. Trag. 2, 811 ff. Jahn Aren. Ztg. 1853 no. 56. 57. Unten $ 739ff. 

$ 717. * Der gleichfalls als Herscher von Hyria bereits er- 
wähnte Euphemos, dessen wechselnde Abstammungssage alle- 
mal einen Sohn Poseidons uns kundgibt, wie er denn auch ein 
Meerwandler heisst, *ist nicht nur aus Hyria und Panopeus, 
sondern auch als Theilnehmer des minyeischen Argozuges be- 
kannt, in dessen Verfolg seine lemnische Ehe mit Malache 8 und 
die libysche Begegnung mit Triton fällt, der in Gestalt des Eury- 
pylos eine Erdscholle ihm reichte. Auf den Besitz dieser Scholle 
gründete Medeas Weissagung sein Anrecht auf künftigen Besitz 
jenes Landes. 4 Von Tänaron aus, wo Euphemos fortan sich 
ansiedelte, wäre dieses im vierten Geschlecht seiner Sprossen 
erfolgt; weil aber die Scholle nah bei der Insel Thera verloren 
ging, kam die Ansiedlung der Minyer auf Kyrene von dort aus 
und erst im siebzehnten Geschlecht seiner Nachkommen zu 
Stande. 5 Und zwar darf dieselbe als eine gemeinsame Gründung 
verschiedener minyeischer Geschlechter, namentlich des Ge- 
schlechts der Aegiden betrachtet werden, durch welches der 
Dienst des Apollo dem durch des Euphemos Abstammung zu- 
nächst gebotnen Poseidonsdienst überwiegend sich anschloss. 

1—5. Ueber 'Euphemos': Pind. Pyth. 4, 61 (Schol.). Ap. Rhod. 1, 182. 
4, 1755. Hygin. 14. 173. Vgl. Jac. 332f. MOrch. 262f. 306. 315. 341. 466f. 
FVater, Triton und Euphemos, Kasan 1849 (voll lunarischer Symbolik). — Ueber 



HEROENSAGE. F. PHLEGYER. EUPHEMOS. 0. KRETA. §716—719.83 

'Malache', von Euphemos des Leukophanes Mutter: Schol. PPy. 4, 455. Tzetz. 
Lyc. 886. Vgl. Panofka, Malachiscb auf etruskischen Spiegeln ( Berl. Akad. 

1846). 

§718. *Wie solchergestalt der Volksstamm der Minyer, 
vom Magneten Iason geleitet, die Meeresherschaft die er im 
Norden und Osten erlangte, hauptsächlich von Lemnos aus wo 
der Name tyrrhenischer Pelasger und samothrakischer Dardaner 
ihn berührt, auch durch weitreichenden Einfluss auf südliche 
Küsten und Länderstriche bis in späte Zeiten sich bekundet, 
2 ward das ägäische Meer von Magneten und Minyern frühzeitig 
auch in der südlichen Richtung beschifft, für welche der Ruhm 
magnesischer und triopischer Ansiedlungen aus Asien und auch 
aus Kreta genauere Spuren uns angibt, und auch der auf Aeakos 
rückweisenden Teukrer Name in Anschlag kommt. • Apollodienst 
und Einwirkung auf Kreta haben die Teukrer mit den Magneten 
gemein, wie der Magneten politischer Ruhm auch den von Minos 
beherschten Kretern beigelegt wird, 4 und wenn es dahin ge- 
stellt bleiben muss ob der Minyer Name mit dem des Minos 
verwandt sei, so trifft doch der Minyer nordöstliche Meeresher- 
schaft mit der im Süden und Westen bethötigten des Minos zu 
augenfällig zusammen, als dass wir, bevor in Böotien uns Europa 
und Kadmos begegnen, nicht vorher Europas Sohn Minos in 
Kreta, samt Kretas und Asiens ihm gleichzeitigen Sagenkreisen, 
erkunden müssten. 



G. KRETER UND TEUKRER. 

§ 719. l Kretas früher Verkehr mit dem griechischen Fest- 
land, der durch die Sagen minoischer Thalassokratie im Dämmer 
griechischer Urgeschichte thatsächlich uns dasteht, 2 ist von Thes- 
salien aus durch die lydisch- kretische Sage von früher Ansied- 
lung der Magneten, wie durch die aus gleichem Stamme nach 
Kreta hinweisenden Namen Kretheus und Iason, schon oben in 
Rede gekommen. a Weiterhin werden böotische Sagen von Kad- 
mos Europa und Rhadamanth, 4 es werden die attisch-megari- 

6* 



84 DRITTES BUCH. 

sehen von Aegeus und Nisos, dann auch die arkadischen vom 
Geschlechte des Dardanos, lykischer und iapygischer Spuren zu 
geschweigen, so oft uns zurück auf Kretas Boden und Urzeit 
verweisen, 5 dass eine Erörterung seiner und der ihm zunächst 
verknüpften kleinasiatischen Mythen bereits an dieser Stelle, den 
Sagen von ältester nordgriechischer Seeherschaft angereiht, uns 
beschäftigen muss. 

1 — 5. Ueber ' Kreta' im Allgemeinen: $ 75, 2 - 5. Ueber die griechische 'Be- 
völkerung' dieser Insel sind neuerdings meine Abb. Ober die Achaer (Anm. 41) 
und Ober Griechenlands Volksstämme (Anm. 58) zu vergleichen; die Stamm- 
tafel kretischer ( Könige' erfolgt unten (F im Anhang). 

§ 720. ' Kretas , von dortigen Städten vornehmlich auf 
Knossos und Gortyn, als dritter Stadt auch wol auf Lyktos ge- 
gründetes, * Königsgeschlecht hebt von drei Söhnen an die Zeus 
mit Europa erzeugte; Minos Rhadamanth und Sarpedon sind ihre 
Namen, denen, zumal für Minos, ein glänzender, mannigfach 
aber getrübter, Stammbaum sich anreiht. 3 Unverkennbar sind 
namentlich zwei Interpolationen desselben. Angeblich älter, in 
der That aber jünger, sind die jenem muthmasslich achäischem 
Geschlecht in den Zeiten dorischer Herschaft vorangestellten 
deukalionischen Ahnen des Tektaphos, dessen Sohn Asterios der 
sterbliche Gatte Europas gewesen sein sollte; 4 mit gleicher 
Willkür, aber mit eben so sichtlichem Zweck die Einflüsse von 
Lyktos und Phrygien kund zu geben, wird Europas Sohn Minos 
ausnahmsweise auch als Gemahl einer Lyktostochter Itone und 
Vater eines korybantisch vermählten Lykastos vom allbekannten 
gleichnamigen Gemahl der Pasiphae als einem späteren Minos 
unterschieden. 

1 — 4. 'Kretischer Stammbaum', von Zeus und Europa anhebend: Apd. 3, 
1, 2. Diod. 4, 60. Hock. 2, 47 ff. Unten im Anhang F. 

§ 721. ! Von Zeus und Europas vorgedachten drei Söhnen 
wanderte Sarpedon, den Andre auch als einer anderen Mutter 
Kind betrachteten, von Kreta nach Lykien aus; zugleich ward 
von ihm oder seinem Begleiter Miletos Milet gegründet. * Länger 
verweilte des Minos unbestrittener Bruder, der weise Rhadamanth, 






HEROENSAGE. Q. KRETER. EUROPA. MINOS. §719 — 722. 85 

3 seines Namens ein Seher mit Herscherstab, seines Beinamens 
ein blonder das ist apollinischer Prophet. 4 Durch seinen Sohn Gor- 
tys, den auch die Tegeaten ihr eigen nannten, war er aus der gleich- 
namigen kretischen Stadt, 5 durch die böotischen Sänger aber 
auch als Ansiedler aus Tilphossion zu Okalea bekannt, wo ihm 
Alkmene vermählt gewesen sein soll; 6 eine dritte Sage weiss, 
zu Bestätigung seines böotischen Aufenthalts, auch in Euböa von 
ihm, wohin die Phäaken, den Tityos aufzusuchen, ihn geschifft 
haben wollten. 7 Die Weisheit des Rhadamanth soll der Gesetz- 
gebung, wie der andrer Inseln so auch der kretischen, des Minos 
zu Grunde liegen, der vielleicht sein jüngerer Bruder war; 8 über 
die Grenzen des irdischen Lebens hinaus war sie anerkannt: 
denn in der Unterwelt war er ein Todtenrichter, oder war, mit 
Alkmenen vermählt, im elysischen Felde zu suchen. 

2 — 8. Ueber ' Rhadamanth ' : Hom. U. 14, 322. Od. 4, 564. 7, 323. Pind. 
Ol. 2, 75. Apd. 3, t, 1. 2, 4, 11. Ephorus Strab. 10. 476. Vgl. Preller Ztg. f. 
Alterth. 1838 no. 133 ff. 

§ 722. * Herscher Kretas blieb Minos. Wie er zur Her- 
schaft gelangt sei, wird sagenhaft uns .erklärt: aus sieghaftem 
Kampf gegen Sarpedon, wozu, als gemeinsamer Liebling beider, 
Miletos den Anlass gab, * oder durch ein für ihn den Zeussohn 
auch seitens Poseidons sprechendes Wahrzeichen göttlicher Be- 
vorzugung. Minos erklärte, was er auch von den Göttern sich 
wünschen möge, sei ihm sicher; auf sein Gebet Hess Poseidon 
einen ihm nachher zu opfernden Stier aus den Fluthen ent- 
steigen. 3 Durch die Schönheit des Thiers es zu schonen ver- 
leitet, ersetzte Minos das schuldige Opfer durch einen anderen 
Stier; dieses Vergehen strafte der Meergott, indem er Pasiphaen 
des Minos Gemahlin mit Liebesverlangen nach jenem ersten ent- 
zündete. 

1—3. Ueber «Minos': Hom. II. 13, 450 (KQrjrr} tntovQog). 14, 322. 
Od. 11, 322 (6Xo6(pQ(ov). 568 (Todten Wächter). 19, 178 (tvvfoQog ßaaUtvi % 
Jibg jutydlov 6aQtOT7i$). Hes. Th. 948. Apd. 3, 1, 2 ff. Paus. 1, 27, 9. 2, 
34, 7. Thucyd. 1, 4. Strab. 10. 476. Diod. 4, 60 ff. Vgl. Jac. 625 ff. Hock Kreta 
245 ff. 2, 45 ff. 181 ff. Cr. Symb. 4, 262ff. Herrn. Staatsait. $ 9, 8. Lauer Myth. 
193 ff. Preller Myth. 2, 82 ff. 



86 DRITTES BUCH. 

$723. ! Pasiphae, des Helios mit Kirke und Aeetes ver- 
scbwisterte, der phönieisch-thessalischen Aphrodite gleichnamige 
Tochter, ward durch Minos die Mutter eines Geschlechts dem die lieb- 
reizende Ariadne sowohl als auch der sehlangengcstalte Androgeos 
und die in unnatürlicher Liebe versiegende Phädra angehört. 
'Ihrer Begier nach dem poseidonischen Stier war der kunstreiche 
Dädalos behülflich durch eine die Minosgemahlin umschliessende 
künstliche Kuh : 8 so ward Minotauros dem Minos als Sohn ge- 
boren, ein stierköpfiges Wesen mit Menschenleib, 4 das nach 
des Orakels Geheiss Minos im Labyrinth, dem von Dädalos ihm 
erbauten Gebäude voll künstlicher Gänge, verschloss ; dort heischte 
das Ungcthüm blutige Opfer, deren wir in der athenischen The- 
seussage von neuem gedenken müssen. 

1. 2. Ueber «Pasiphae*: Ap. Rh. 3, 999. Apd. 1, 9, 1. Diod. 4, 60. Vgl. 
$ 366, 1a. Jac. 705. Cr. Symb. 4, 258 ff. Hock 2, 57 ff. Pr. Myth. 2, 83 ff. 

3. * Minotauros': Apd. 3, 1, 4. 15, 8. P. 1, 24, 2. 27 extr. 3, 18, 7. Schol. 
Hom. Od. 11,320. Vgl. Jac. 627. Stcphani, Thescus und Minotauros, Leipzig 
1842 fol. Pr. Myth. 2, 86 ff. 

§ 724. l Bei räthselhaftem Namen und Ursprung * ragt 
Minos vor allen anderen Königen griechischer Sage hervor. 'Ehr- 
würdig als ein zeusähnlicher Vertrauter seines Erzeugers des 
höchsten Gottes, Herscher und Hort der ihm unterthänigen drei- 
teiligen Insel, Gesetzgeber im Sinne des Zeus und als Muster- 
bild aller Gerechtigkeit noch bei den Schatten ein Todtenrichter, 
erscheint er uns bei Homer; 4 unheimlich durch die ihm an- 
haftende Sippschaft Pasiphaens, furchtbar schon laut homerischer 
Andeutung, war er, zumal seit der Ausspinnung welche das 
attische Drama ihm gab, allmählich zur Geltung eines blutigen 
Tyrannen gelangt. 5 Diese Doppelnatur eines berühmten zugleich 
und berüchtigten, gottesfürchtigen und ruchlosen Herschers zu 
erklären, kommen theils Vortheil und Schaden seines zumal an 
attischen Küsten verderblich empfundenen wehrhaften Seever- 
kehrs, desselben dem auch des Minos unstätes Irren und sein 
in sicilischer Ferne erfolgter Tod beigelegt ward, 6 theils und 
hauptsächlich auch die Mischung kretischer Volkselemente und 
Götterdienste in ähnlicher Weise in Anschlag, wie sie kurz vor- 



HEROENSAGE. 0. KRETER. PASIPHAE. MINOS. $723 — 726. 87 

her als innerster Grund für Fluch und Leiden des minyeischen 
Athamas uns kund wurden. 

§ 725. I Den in jenen Kulten vereinigten Gegensatz zu 
charakterisiren, erinnere man sich vorerst, dass der erhabne Er- 
zeuger des Minos in Stiergestalt um Europa warb. Während 
der knossische Götterdienst einestheils, wie bei Achäern und 
Magneten, die Oertlichkeiten von Zeus und Atbenens Geburt, 
von Zeus und Heras heiliger Ehe, von Demeters und Iasions 
Hochzeitbett kennt, und in apollinischem Sinne von Mantik Blut- 
sühne und Jahresordnung zugleich mit Erwähnung minoischen 
Charitenopfers uns Kunde gibt, wird eben jener, aus Rheas und 
llithyias Höhle hervorgegangne, vom Waffentanz der Kureten 
gleich altem Brauch der Magneten umspielte, Zeus * andremal, 
gleich dem orchomenischen Laphystios, als ein mit Poseidon und 
Hades identischer blutdürstiger Stiergott uns dargestellt, dessen 
labyrinthisches Höhlenhaus die sonst für Apollon bestimmte Weihe 
siebenfach gepaarter Jugend zur Speisung jenes als Minotaur 
bezeichneten unholden Gottes aufnimt. 3 Es kann nicht fehlen, 
dass dieser, von seinem Sternendienst auch Asterion benannte, 
stierköpfige und steinwerfende, dem phönicischen Baal-Moloch 
entsprechende, Gott, eben so sehr wie auch für Talos den Rund- 
läufer Kretas schon oben geschah, dem Kretervolke des Minos 
asiatische Bestandteile verbürgt, neben denen jedoch ein echt 
hellenischer Kern, von Achäern vielleicht und Magneten, die mit 
Phrygern und Karern gemischt dort auftraten, sich nicht ver- 
kennen lässt. 

1 —3. «Kretisches Gotterwesen': $ 75, 2ff. Böttiger Kunstmyth.l, 132ff. 
Höckl, 68 ff. Cr. Symb. 4, 230 ff. Stephani Minotaur S. 19 ff. Mercklin Talos 
Anra. 32. Pr. Myth. 2, 78. Ghd. Abb. gr. Volksstämme Anm. 58. 

§ 726. ' Hieneben ist, wie im minoischen Götterwesen, auch 
in der minoischen Heroensage die Spur hellenischer Kulte nicht 
völlig verwischt. Der Zweifel ob auch Apollo dien st bereits der 
minoischen Zeit angehöre findet schon in dem durchaus apol- 
linischen Tribut für Minotaur, wie in der Sage von Einsetzung 
delphischer Tempelstiftung aus Knossos, seine Lösung; 'aber 



88 DRITTES BUCH. 

auch des Minos Zuneigung zu dem sodann dem Sarpedon ge- 
sellten Apollosohn Milet, s und von Argos her die Einflüsse des 
apollinisch -bacchi sehen Sehers Polyidos treten bestätigend da- 
für ein. 

1—3. ' Kretischer Apollodienst': § 305, 1 (anders Hock 2, 33 ff. 147). 

§ 727. ' Die prophetische Begabung dieses von Melampus 
stammenden Polyidos ward glänzend bewährt an Glaukos, dem 
unerwachsenen Sohn des Minos, der, eine Maus oder Fliege ver- 
folgend, in ein Honigfass fiel und darin umkam. 2 Vergeblich 
gesucht, wie denn auch die Kureten den Minos deshalb an den- 
jenigen wiesen der auch das Räthsel der dreimal die Farbe 
wechselnden minoischen Kuh zu erläutern vermöchte, ward er 
von Polyidos gefunden 3 und, als Polyidos in seines Grabes Ver- 
schluss der Schlangen Künste gesehn und verstanden hatte, auch 
wieder belebt. 4 Hienächst auch die Weissagungskunst auf den 
Minossohn überzutragen, war Polyidos genöthigt und Glaukos 
gelehrig genug; nur dass auch Polyidos hinlängliche List be- 
sass, bevor er nach seiner Vaterstadt Argos heimkehrte, durch 
eine zuletzt seinem Lehrling gebotne Geberde ihm alles Erlernte 
wiederum vergessen zu machen. 

1 — 4. ' Polyidos und Glaukos': Apd. 3, 31 (pvv oder fiviavt). Vgl. 
§662, 10. Birch Archäol. Ztg. 8, 204 ff. Pr. Myth. 2, 335 ff. 

§728. ' Der Zusammenhang so verschiedener Kultusbezüge 
spricht im Personal der zahlreichen Ehen Kinder und Lieblinge 
des Minos zugleich mit vielfacher Natursymbolik sich aus. Gleich 
seiner vom Stierzeus umarmten Mutter Europa ist unter den 
minoischen Frauen auch seine von Stierbrunst erfüllte Gemahlin 
Pasiphae und auch die von ihm verfolgte Britomartis einer Mond- 
göttin gleichzusetzen; in der ihm gleichfalls vermählten Itone 
scheint von Lyktos her eine Spur der Athena-Minois durchzu- 
blicken, * dagegen in Prokris Periböa Pareia die Liebe des Minos 
Abbildern der Artemis Kora oder auch sonstiger griechischer 
Göttinnen zugewendet ist. 3 Von seinen Töchtern ist Phädra durch 
unnatürliche Liebe der Pasiphae, Ariadne wiederum der Periböa 
und Kora vergleichbar, desgleichen Akalle; wie aber in den mi- 



HEROENSAGE. G. FRAUEN UND SÖHNE DES MINOS. $ 726—730. 89 

noischen Frauen Mond- und Wachsthumsgöltinnen, 4 sind in 
seinen Lieblingen und Söhnen Sternen- und Erdmächte abge- 
spiegelt. Als Asterion von den Gestirnen benannt ist sowohl 
Minotauros, des Minos aufgedrungener unholder Sohn, als auch 
der angebliche Gemahl Europas; 5 ausserdem ist des Minos 
Männerliebe für Atymnios den Morgenstern, ferner für die Jugend- 
blüthe des Ganymedes Miletos und Theseus bezeugt. 

1 — 3. 'Minoische Frauen': Apd. 3, 1,2. Vgl. Jac. 191 f. 857 f. Pr. Myth. 
1, 227f. 

§ 729. ! Als Söhne des Minos werden Deukalion Katreus 
Glaukos und Androgeos genannt. Nächst Glaukos, dessen wir 
kurz vorher gedachten, und nächst dem räthselhaften Androgeos, 
der, Erdmann benannt und etwa als Verbreiter des kretischen 
Ackerbaues gemeint, auch in Schlangenbildung gedacht wird 
und dessen von den Athenern verschuldeter Mord durch Minos 
furchtbar an ihnen gerächt ward, Mst von jenen Söhnen Katreus 
hervorzuheben, der laut Orakelspruch vom eignen Sohne den 
Tod zu fürchten hatte; dieser Spruch ward erfüllt, 3 als Katreus 
seinem deshalb ausser Landes gegangenen Sohn Althämenes 
zu Rhodos begegnete und unfreiwillig von ihm getödtet ward; 
den Mörder bedeckte auf seinen eigenen Wunsch bald die Erde. 
4 Wie dieser nach Rhodos, weisen des Katreus Töchter auf 
kretischen Verkehr mit dem griechischen Festlande hin: ASrope 
als Gattin des Pelopiden Plisthenes und Mutter des Agamemmnon 
und Menelaos, Klymene aber als Mutter des Palamedes von 
Nauplios. 5 Nicht weniger ist denn auch vom Minossohne Deu- 
kalion ein aus dem Achäerheere vor Troja und dann aus Iapygien 
wohlbekannter Held, Idomeneus, entsprossen. 

1 — 5. * Söhne des Minos': Apd. 3, 1, 2. Diod. 4, 60. Pr. Myth. 2, 89 f. 
(Katreus). 

8 730. f Eine besondre Betrachtung verdient noch die in 
minoischer Zeit und Sage durch Dädalos angedeutete Kunst- 
thätigkeit Kretas; wie er im Labyrinth und im Dienste Pasiphaes 
sie kundgab, war auch das griechische Festland, namentlich 
Athen, von wo er nach Kreta geflüchtet war, seiner Werke und 



90 DRITTES BUCH. 

Erlebnisse wohl kundig. 'Kretische Erzarbeit war auch der 
vom lykischen Pandareos entwandte goldene Hund, derselbe viel- 
leicht der auch dem Talos als Wächter diente; 8 hauptsächlich 
aber ist als lebendiges Kunstgebild jener Insel der bereits mehr- 
fach von uns berührte Talos zu nennen. Talos, dessen als 
Sonne verstandner, mit Tauros und mit Asterion wechselnder, 
auch wol dem athenischen Kalos gleichgeltender, Name 4 eines 
kretischen Landesheros, abstammend von Kres und Vorfahren 
des Rhadamanthys , in Chios auch einem Oenopionssohn zuge- 
theilt ist, 5 wird in der Heroensage des Argonautenzugs als eher- 
ner, nur an der Ferse verwundbarer, Riese, von Zeus an Europa 
verliehn und dem Minos dienstbar, uns beschrieben; weiter heisst 
es dass er als Uraläufer Kretas, dreimal am Tag, wenn nicht 
jährlich, durch Steinwurf furchtbar und von einem Hund unter- 
stützt, die Insel bewachte, 6 bis ihn der Dioskuren Gewalt, vom 
Zauber Medeas und von des Dädalos Rath unterstützt, in der 
geöffneten Ader tödtlich verletzte. 7 Göttliche Geltung ihm zu- 
zuerkennen, wird durch die Sage glühender Opfer uns nahe ge- 
legt, die an phönicische Kindesopfer, verknüpft mit sardonischem 
Lachen, erinnern; 8 auch ward er bereits in der Reihe der Licht- 
gottheiten von uns erwähnt und ist, wie dem Helios, so auch 
dem Kronos und selbst dem Zeus, desgleichen dem Dionysos 
vergleichbar. 9 In solchem Zusammenhang darf denn der Mythos 
von seinem Tod zugleich als Zeugniss für die Abschaffung der 
Menschenopfer in Kreta gelten, und auch die darauf eingesetzte 
Athena-Minols als eine dem alten Brauch obsiegende hellenische 
Satzung gedacht werden. 

1. 'Dädalos': Hom. II. 18, 592. Apd. 3, 15, 8. P. 2, 4, 5. 9, 3, 2. Diod. 
1, 97. 4, 76. Vgl. Jac. 21 4 ff. Hock 2, 65. 3, 393 ff. Lauer Myth. 193 ff. Pr. 2, 345. 

3 — 9. Ueber 'Talos': §473, 3. Ap. Rhod. 4, 1638 ff. Apd. 1, 9, 26. 
3,15,9. P. 1,21, 6 (Grab des Kalos). Vgl. Jac. 835f. Böttiger Kunstmyth. 
1,377 ff. Hock 2, 70 ff. Osann Rh. Mus. 1835. 235 ff. Mercklin, die Talossage, 
Dorpatl851, S. 52ff. Arch. Ztg. 1846 no. 44. Pr. Myth. 2, 88 f. 

§731. 'Von Kreta aus soll Kleinasiens Küste, südlich 
in Lykien durch Sarpedon, nördlich in Troas durch Teukros, 
beiderorts durch Bekenner des apollinischen Dienstes, bevölkert 



HEROENSAGE. fif. TALOS. KRETER IN ASIEN. H. THEREN. $ 730—732. 91 

worden sein. Wie Sarpedon, ursprünglich ein im lykischen 
Xanthos noch spät verehrter Gewittergott, von Apoll und noch 
anderen Göttern betrauert vor Troja fiel, ist aus Homer nicht 
weniger ,als die weitreichende Gewalt des lykischen Apoll be- 
kannt, mit dessen Verehrern sich andre des lemnischen He- 
phästos und des korinthischen Meergotts verknüpften, wie neben 
Bellerophon und Glaukos auch des argivischen Diomedes An- 
denken dort tortlebte. 2 Vom Ruhm der Teukrer wird weiter unten 
bei Ausführung der troischen Sage zu reden sein; doch darf die 
bald kretisch bald salaminisch gedachte Abkunft des Teukros 
nicht hindern hier auch der in Kypros ansässig gewordenen 
salaminischen Teukrer zu gedenken. 3 So sind auch aus Lydien 
und Phrygien zunächst zwar die von der Göttermutter mit Gold 
und Schönheit beglückten aphrodisischen Könige, Kandaules 
Gyges Midas Krösos, nicht weniger aber die Pelopiden zu er- 
wähnen welche, vom Dienste derselben Göttermutter betheiligt, 
ihren achäischen Hera- und Apollodienst vermuthlich den früher 
dort angesiedelten Magneten verdankten, von deren Verknüpfung 
mit Kreta wir diese Erörterung begannen. 4 Endlich ward von 
Kreta aus auch Samothrake besucht, dessen lasion, neben Dar- 
danos und Kadmos gefeiert, einen Anlass mehr darbeut den 
Kadmeern Böotiens uns zuzuwenden. 

1 — 4. Auf die hier für den ' Zusammenhang kretischen Einflusses' gemeinsam 
berührten Kulte und Sagen von Lykien Troas und Kypros, Lydien Phrygien 
und Samothrake kommen wir weiter unten an eigenster Stelle zurück. 



H. THEBISCHE KADMEER. 

§ 732. ! Drei Fremdlinge , Kadmos Kekrops und Danaos, 
treten, mehr oder weniger gleichzeitig mit dem minoisch- kreti- 
schen Seeverkehr, an die Spitze geschichtlicher Sagen der drei 
vornehmsten Städten des ältesten Griechenlands. Von diesen 
Fremdlingen findet Kadmos, angeblich ein zu Auffindung seiner 
Schwester Europa aus Kreta nach Hellas gekommner Phönicier, 
* in dem zuerst von ogygischen Ektenen, dann von Hyanten und 



92 DRITTES BUCH. 

Aonern bewohnten Theben Urvölker vor, die als thrakische oder 
karische Verehrer des Ares, 3 aber auch als Erdsöhne und Diener 
der Erdgöttin, als Sparten, entstanden aus Drachensaat, als 
Echioniden und Gephyräer benannt, sich unterscheiden lassen. 
4 Dem Charakter pelasgischer Autochthonen gemäss, den diese 
Erdsöhne an sich tragen, wird uns, als Verehrer des Zeus und 
einer Demeter oder Athena benannten Erdgöttin, so wie als 
Bruder Europas, auch Kadmos geschildert, 5 dem überdies von 
Samothrake her als Gottheiten eines mehr thrakischen als pe- 
lasgischen Ursprungs noch Hermes zugleich mit dem Apollo- 
Karneios der Aegiden, Harmonie zugleich mit Kora und Aphro- 
dite nah angehören. 6 Ausserdem ward jenes, hauptsächlich 
im Götterdienste von Zeus Demeter und Athena wurzelnde, Grund- 
wesen kadmeischer Religion frühzeitig überboten vom siegreichen 
Einfluss thrakischer Dionvsosverehrer, deren Conflict mit reineren 
Volks- und Religionselementen den furchtbarsten Katastrophen the- 
banischer Sage und Urgeschichte hauptsächlich zu Grunde liegt. 

1—6. Ueber «Kadmos* wird hienächst (§ 733 ff. ) gehandelt; Thebens 
älteste 'Bevölkerung' ist bei Strabo (9. 401), das dortige 'Götterwesen' oben 
($ 68, 3) und sonst (Ghd. Abh. gr. Volksstämme Anm. 43) besprochen. 

8 733. 'In Mitten solcher Abstammungs- und Kultusver- 
hältnisse ward Kadmos nach des gebildeten Griechenlands Vor- 
gang für einen phönictscken Abkömmling, verwandt mit Phönix 
Kilix und Thasos gehalten, ohne für die nicht geringere Wahr- 
scheinlichkeit dass er dem nördlichen Hellas entstammt sei ge- 
nealogische Zeugnisse darzubieten. * Sein durchaus griechisch 
lautender Name zeigt uns, verknüpft mit dem griechischen Orts- 
namen Thebens, einen Ordner Feldherr und König an: 3 er lässt 
ihn als Abbild gleichartiger Landesgottheiten erscheinen , von 
denen Karnos, ein Widder-Apoll, für des Zeus Sohn von Europa 
galt, Hermes aber, der samothrakische Widdergott, im dortigen 
Göttersystem den gleichlautenden Namen Kadmos oderKadmilos 
trug: 4 Semitische Auslegungen desselben Namens stehen zwar 
gleichfalls zu Gebote und werden durch vielen phönicischen Ein- 
fluss auf Griechenland, wie durch die Spuren phönicischer Schrift- 



HEROENSAGE. H. THEBEN. KADMOS. EUROPA. $ 732—734. 93 

erfindung unterstützt, 5 kommen jedoch um so weniger in An- 
schlag, je mehr auch die vorgedachten asiatischen Volksbenen- 
nungen vermeintlicher Ahnen des Kadmos, in ihrem handgreiflich 
dem Orient geltenden Inhalt, die Gewähr echten und weit hinauf- 
reichenden Zeugnisses vermissen lassen, 6 und je mehr die Will- 
kür phönicischer Ableitung aus dem vielvcrbreiteten Glauben aus- 
ländischer Abkunft Thebens und vollends Kretas für Kadmos und 
selbst für Europa sich leicht erklärt. 

1 — 6. lieber 'Kadmos', dessen Stammtafel im Anbang (O) beifolgt: 
Hes. Th. 931. 975. POL 2, 141. Apd. 3, 1, 1. P. 9, 12, 1. Vgl. Jac. 516ff. 
MOrch. 113 ff. 21 7 ff. Welcker Kret. Kolonie in Theben, 1824, S. 22 ff. Unger 
Thebana paradoxa, Hai. 1839, p. 3 ff. Pr. Myth. 2, 17 ff. 

g 734. ! Aelter und eigentümlicher als die in jenen Stamm- 
genossen des Kadmos enthaltne Aussage phönicischer, von Ki- 
likien bis nördlich nach Thasos reichender, Stammverwandtschaft 
tritt uns die Sage von Europa als phönicischer Schwester des 
Kadmos entgegen. * Diese Europa, dieselbe die als weitblickende, 
andremal dunkel genannte, Mond- und Erdgöttin aus Kreta und 
aus dem böotischen Teumessos bezeugt, in Theben selbst auch 
als des einheimischen Heros Karnos Mutter von Zeus bekannt 
ist, 3 soll in ihrer Geltung als sidonische Königstochter von dem 
als Stier gestalteten Zeus geraubt 4 und demnächst von Kadmos 
vielerorts gesucht worden sein; hiebei ist augenfällig, wie ihr 
mit ängstlichem Suchen empfundener Raub auf Festgebräuchen 
beruht, unter denen so König als Volk die vermisste Naturgöttin, 
in ähnlicher Weise wie auch bei Harmonia und Kora geschah, 
zu suchen und wiederzufinden befli^en waren. 5 Es berührt 
sich aber die Sage des Kadmos, ausser dem gedachten Verhält- 
niss zu Europa, auch noch mit andern in die Heroensage ver- 
schmolznen und ihrer ursprünglichen Gestalt nach leicht erkenn- 
baren Göttinnen: so ist die Göttin des Erdorakels von Tilphussa, 
als Mondgöttin Telephassa benannt, dem Kadmos als Mutter oder 
als Schwester beigesellt, etwa wie Hekate dem Hermes. 6 Ehe- 
lich sind dardanische Göttinnen, Elektra oder Harmonia ihm ge- 
paart, die wir als eine der Aphrodite oder Kora entsprechende, 



94 DRITTES BUCH. 

in Samothrake von Zeus und Elektra, zu Theben aber von Ares 
und Aphrodite abgeleitete, Göttin bereits kennen. 

1—4. Ueber «Europa': Hes. Th. 357. Antimach. fr. 3. Apd. 3, 1, 1. 
P. 3, 13, 3. 9, 19, 1. Steph. Tevfirjooog. Vgl. Welcker kret. Kolonie S. 3 ff. 
Müller kl. Sehr. 2, 30 ff. Pr. Myth. 2, 79 ff. 

6. 'Harmonia': § 153, 6. 610, 2ff. Hes. Th. 937. 975. P.9, 12, 2 (Tha- 
lamus). Schol. Eur. Phoen. 7. (in Samothrake gesucht). WKret. 35 ff. MOrch. 461. 

§ 735. l Hienächst verfolgen wir nach Apollodors Anleitung 
den geschichtlichen Faden der Kadmossage. Nachdem Kadmos, 
mit Telephassa und Thasos vom phönicischen Agenor ausge- 
sandt, die vom Stierzeus entführte Europa vielerorts gesucht und 
endlich in Thrakien, sei es bei Thasos oder am Helikon, gast- 
liche Freistatt gefunden hatte, verweilte er dort bis Telephassa 
starb und von ihm begraben ward. * Wohin er hierauf sich 
wenden sollte, Hess er den delphischen Apoll entscheiden, der 
einer Kuh aus Pelagons Herden ihn folgen hiess; diese Kuh 
Hess am Ort der Kadmeia sich nieder, wo Kadmos Athenen sie 
opfern will. 3 Er sendet aus, Wasser zum Opferdienst aus der 
Quelle des Ares zu schöpfen; der hütende Drache, Erdsymbol 
eines blutdürstigen Götterdienstes, tödtet den Boten. Kadmos 
eilt herbei und erlegt den Drachen; 4 doch aus den Zähnen des- 
selben, die Athena ihn aussäen heisst oder selbst aussät, sprossen 
Riesen hervor deren Kampf er bestehen muss. 5 Sie werden 
erlegt mit Ausnahme von fünfen, die in altadligem mit Kadmos 
verschwägertem Geschlecht als thebische Sparten, das ist Gesäte, 
fortdauern. 6 Die Blutschuld büsst Kadmos durch ein achtjähriges 
Dienstjahr für Ares. 7 S<^ vieler Kämpfe und Mühen bedurfte 
es um Theben zu gründen das, wie seinen Stifter und ersten 
König, auch seinen Baumeister in Kadmos erkannte. 

§ 736. * Nach Vollendung der Busse gibt Zeus dem von 
ihm beschützten Kadmos Harmonien zur Ehe; der Hochzeit, 
deren noch mehrere Orte sich rühmten, wohnen die Musen mit 
Saitenspiel, sämtliche Götter mit Gaben bei. * Unter den Ge- 
schenken befinden sich Peplos und Halsband, letzteres von He- 
phästos oder auch von Europa dargebracht. s Dennoch ruht 



HEROENSAGE. H. RADMOS UND DESSEN KINDER. $ 734—738. 95 

kein beständiger Göttersegen auf dem noch übrigen Leben des 
Kadmos: es ist noch zuletzt von seinem Kampf bei den illyri- 
schen Encheleern die Rede, 4 bei denen man ihn und Harmonia 
in Schlangengestalt verschlagen weiss; 4 andere Dichtungen suchten 
in gleicher Gestalt das thebanische Königspaar auf den Inseln 
der Seligen. 

1. 2. «Kadmos und Harmonia': Hes. Th. 937. 975. PPyth. 3", 91 (163). 
Eor. Phoen. 929. Theogn. 15 ff. Vgl. WKret.37ff. Pr. Myth.2, 21. 

3. 4. «Des Kadmos Ende': a) «in Ulyrien' (Schol. PPy. 3, 167. Hygin.184. 
240.254. MOrch. 231 f.), oder b) auf den 'Inseln der Seligen' (Pind. 01.2, 
78. Eur. Bacch. 1328. 1354. Zoega Bass. 1 p. 11, 16). 

§ 737. * Unheilvoll war auch des Kadmos Geschlecht in 
seinen Kindern, da weder sein Sohn Polydoros als Herscher ihm 
folgte, noch auch seiner Töchter berühmte Ehen wohlthätig aus- 
schlugen. * Von diesen Töchtern, welche nach Namen und Sage 
als bacchische Nymphen erscheinen und auch dem 7 Aphrodite- 
dienst zugerechnet werden, 3 stirbt Semele, die Geliebte des Zeus 
und Mutter des Dionysos, durch eigenen Vorwitz den Blitzestod. 
4 Ino und Autonoe, Königen benachbarter Stämme, dem orcho- 
menischen Athamas und phlegyeischen Aristäos vermählt, büssen 
in ähnlicher Weise ihrer Schutzgottheiten Fluch, Ino den des 
Dionysos, Autonoe in ihrem Sohne Aktäon den der Artemis; 
6 endlich Agaue, dem Sparten Echion vermählt, sieht ihren Sohn 
Pentheus erst als Thebens König, dann aber, weil er des Dio- 
nysos Orgien anfeindete, bacchantischer Wuth der eigenen Mutter 
als Opfer verfallen. 

1 — 5. * Unheil der Kadmos -Kinder', oder, da deren Namen (Hes. Th. 
975 ff.) den a) 'Polydoros' wol nur als poetischen Ausdruck kadmeischen Reich- 
thums in sich schliessen, insonderheit der 5) 'Töchter', von denen Pindar 
(Pyth. 3, 97 ff. = 171IT.) die Semele als Geliebte des Zeus glücklich preist, um 
der drei übrigen Unheil aber den Kadmos beklagt: to> ' filv o&laioi OvyuiQts 
iQrjfitoattv na&atg einfQOOvvccg piQog nl TQsTg. Namensdeutungen dieser 
Töchter, zugleich mit der nicht hinlänglich gesicherten Annahme aphrodisischen 
Bezuges, gibt Preller Myth.l, 308. 378. 414. 428. 2, 20. 

$ 738. ! Dass in Thebens Regierung dem Kadmos sein Eidam 
Pentheus, der Sohn des Sparten Echion, nachfolgte, scheint auf 
einem Anrecht der eingeborenen Sparten auf Wechselherschaft 



96 DRITTES BUCH. 

beruht zu haben, wie denn derselben Sparten Geschlecht auch 
noch in späteren Sprossen mit den Kadmeern wechselt. 'Erst 
nach dem gewaltsamen Tode des Pentheus tritt Polydoros, des 
Kadmos Sohn, in seines Vaters Rechte ein; für seinen Sohn 
Labdakos aber und für den von diesem erzeugten Lajos drängten 
noch andere Sparten in die Herschaft sich ein. a Vom Sparten 
Chthonios erzeugt waren Nykteus undLykos; des Nykteus Tochter 
Nyktels hatte, dem Polydoros vermählt, den Labdakos erzeugt, 
für welchen daher Nykteus als Vormund eintrat. 4 Beide Brüder 
hatten Euböa, und da sie als Mörder des Phlegyas von dort 
flüchten mussten, Hyria bewohnt; in diesem Ortswechsel liegen 
genügende Spuren der Einflüsse, die Theben in jener Zeit theils 
mit dem Phlegyerstamm theils durch dessen Seeverkehr in sich 
aufnahm, und sehr augenfällig bereits in Amphion und Zethos, 
des Nykteus Enkeln, erfuhr. 

1. 'Pentheus' der Echionide: Eur. Bacch. 44 ff. P. 9, 5,2. Vgl. Jac. 722. 
Wk. Tri!. 327 IT. (Aeschylos); Satyrspiel 124. Jahn, Pentheus und die Mänaden, 
Kiel 1841. 4. Pr. Myth. 1, 428. 

§ 739. * Dieses berühmte Brüderpaar, Amphion und Zethos, 
das bei Homer den minyeischen Iasos zum Vater hat, war nach 
der vorhersehenden und bereits oben von uns berührten Sage 
von Zeus in Satyrgestalt mit Jntiope, der Tochter des Nykteus, 
erzeugt, einer Heroinengestalt lunarischen Namens, deren Mythos 
im Gegensatze solarischen und bacchischen Dienstes seine Lösung 
findet. *Der heimlichen Götterfrucht zürnte misstrauisch Nykteus. 
Antiope, in einen Kasten gesperrt, ward nach Sikyon zu König 
Epopeus, solarischen Namens, gerettet, der sich ihr vermählte. 
3 Den ausgesetzten Kindern, Amphion und Zethos, ward durch 
attische Hirten ebenfalls Rettung zu Theil: dieses zu Eleutherä 
auf dem Kithäron, woneben auch Hysia und Tithorea nicht ohne 
Andeutung solarischer Göttlichkeit auf dieses Brüderpaar An- 
spruch machten. 4 Mittlerweile war Nykteus gestorben und Lykos 
war seiner Herschaft wie seines Hasses Erbe geworden ; er unter- 
lag aber Antiopes, mit ihrer Mutter nach wunderbarer Begegnung 
wieder vereinigten, Söhnen. 6 Auf den Höhn des Kithäron, wo 



HEROENSAGE. H. PENTHEÜS. AMPHION UNO ZETHOS. $ 738—741. 97 

diese Begegnung erfolgte, war Antiope, die auch des Lykos Ge- 
mahlin heisst, auf Antrieb seiner zweiten Gemahlin Dirke zur 
Fesselung an einen bacchischen Stier verurtheilt worden, die 
nun statt ihrer an Dirke in der aus berühmten Kunstwerken be- 
kannten Weise vonAmphions und Zethos' Händen vollzogen ward; 
Lykos aber ward aus Thebens Herschaft von ihnen verdrängt. 

1 — 5. Ueber 'Antiope* (§ 716, 2ff.), nach Hesiod und Asios: P. 2, 0, 2. 
9, 17, 4. 10, 32, 6. Ant. Lib. 25. Hygin. 7. Vgl. Jac. 106. WKret.84. Trag. 2, 811ff. 
(Earipides). Jahn Arch. Ztg. 1853 no. 56. Pr. Myth. 2, 21 ff. MHdb. $412,4. 

$ 740. *Die Helden Amphion und Zethos, deren Namen 
an Wohllaut und Sturm, deren Verbrüderung und Heroendienst 
an solarische Dioskuren erinnern, *treten in Theben zugleich mit 
aller Wildheit der Phlegyer und mit aller Milde der von Amphion 
geübten Musik und Sitte des lydischen Asiens auf. *Ihre Her- 
schaft bethätigten sie durch dauernde Befestigung Thebens, in- 
dem sie die damals erst als mehrfache Thebä benannte Stadt 
durch Ringmauern unterhalb der Kadmeia umgrenzten; es heisst 
dass die Steine zu diesem Mauerbau durch Amphions Saiten- 
spiel zauberkräftig von selbst sich fügten. 3 Die Laute, welcher 
er diesen seinen Ruhm verdankte, hatte ihm Hermes gereicht, 
dagegen Apoll als ihm feind, ja als der Vernichter seines Ge- 
schlechtes, betrachtet ward. 

1 — 3. * Amphion und Zethos': Hom. Od. 11, 262 ff. P. 9, 5, 3 ff. 17, 3. 
10,32,6. Hygin. 7. Vgl. Jac. 89 f. Schwenck And. 196 f. Wk. Kret. Kol. 82ff. 
MOrch.229ff. Stuhr2, 108ff. Unger Theb. p. 14ss. Pr. Myth. 2, 21 ff. 

% 741. * Viele Sagen berichten vom Götterzorn der dies 
Brüderpaar traf: den Amphion wissen sie im Hades gestraft als 
übermüthigen Sänger, und während die Phlegyer von Tithorea jede 
Erdscholle von seinem Grabe zu schätzen wussten, witterten 
dieses Geschlechtes Feinde noch an seinem Grabe die apollinische 
Pest, durch welche Amphion samt Gattin und Kindern den Unter- 
gang fand. *Mit der lydischen JSiobe, des Tantalos Tochter, 
vermählt, hatte Amphion eines blühenden Geschlechts, einer 
Siebenzahl von Söhnen und Töchtern, sich zu erfreuen, s deren 
Besitz die stolze Lydierin verleitete sich mit der ihr vordem be- 
Gerhard, Mythologie. II. 7 



98 DRITTES BUCH. 

freundeten Leto zu messen und wegen grösserer Kindereahl steh 
zu überheben. 4 Hiedurch gekränkt ward von der Leto Kindern, 
Apollon und Artemis, jene doppelte Siebenzahl durch unfehlbare 
Pfeile getödtet; nur ein jüngstes Kind, die nachher mit Neleus 
vermählte Chloris, blieb der unglücklichen Mutter übrig, 5 die 
man in Thränen schmelzend, dem Schnee der auch sonst ihr 
vergleichbaren Mutter Erde entsprechend, durch Mitleid der Göt- 
ter am lydischen Sipylongebirge versteint sieht. • Diesem Unter- 
gang von Amphions Geschlecht ging aber auch der vom Pfeile 
Apolls erfolgte seines Bruders Zetkos zur Seite, 7 der in seiner 
Ehe mit Aedon, vermöge deren zwiefacher Ableitung vom thebi- 
schen Asopos oder lydischen Pandareos, den damaligen Wechsel- 
bezügen Lydiens und Thebens zu neuer Bestätigung gereicht. 

1. «Amphions Grab*: P. 9, 5, 5; 17, 3. 4. 10, 3t, 6. 

2—5. üeber den Mythos der «Niobe': Hom. 11.24, 603 ff. Apd.3, 5,6. 
P. 1, 21, 5. 8, 2 extr. OMet. 6, 155 ff. Vgl. Jac. 6 52 f. WTril. 34t ff. Satyrsp. 143. 
Trag. 1, 286 ff. Burmeister de fabula quae de Niobe ejusque liberis agil, Vismar. 
1836. Pr. Myth. 2, 267 ff. Nächstens eine Monographie von B. Stark. 

6. 7. 'Zethos' stirbt aus Betrubniss, sein Kind durch die eigene Mutter 
(P. 9, 5, 5) ; von seinem Sohn Nets war ein ihebwehes Thor, ähnlich auch 
eine Saite benannt. 

% 742. * Nach Amphions und Zethos' Tod kam der eine 
Zeitlang verdrängte Kadmeerstamm von neuem zur Herschaft: 
es geschah dies im fluchbeladenen, durch Dienst der Rachegöt- 
tinnen noch spät bezeichneten, Geschlechte der Labdakiden, *von 
denen Lajos, als sträflich schon durch seinen Namen gedichtet, 
8 durch Unterricht Verführung und Raub des lydischen Pelops- 
sohnes Cbrysippos zu Pisa den ersten Anlass zu dem auf seinem 
Geschlecht lastenden Verhängniss gegeben haben soll. 4 Mit 
Kreons Tochter oder Schwester, Epikaste oder Jokaste genannt, 
zeugt er den Oedipus, der auf des Orakels Warnung ausgesetzt, 
mit einem 'Schwellfuss' gefunden, und, vermeintlich todt, im 
panopeischen Engpass zum Mörder des eigenen Vaters wurde. 

1. Dem 'Fluch der Labdakiden* galt das laut Orakelspruch von den 
Aegiden zu Sparta und Thera den Erinyen des Lajos und Oedipus errichtete 
Heiligtfaum (Herd. 4, 149. MOrch.225, 2). 



HEROENSAGE. H. NIOfiE. UIOS. OEOIPUS. $ 741—744. 09 

2. 'Lajos', ein Ausdruck frecher Weichlichkeit (vgl. Lais, layvoe): 
WTril. 355. 

3. «Chrysippos': Apd. 3, 5, 5. Vgl. Jac. 209. WTril. 354. Trag. 2, 533 ff. 
(Euripides). Ghd. apul. Vasen Taf. 5. Overbeck Gallerie heroischer Bildw. 1 S. 3 ff. 

4. *Oedipai ': xexprjn fuxlaxfav noöl Aesch. fr. 105. Wk. Tril. 357; 
ep. Cyd.2, 320 f. 

$748. 'Auf des Lajos Tod folgt im thebischen Land die 
Verheerung der Sphinx ; dem Löser ihres Räthsels wird mit der 
Königswittwe die Herschafl des Landes geboten. Oedipus löst 
es f und wird als Landeserretter durch die erledigte Herschafl 
und durch Jokastens Ehe belohnt. Die Sage schwankt ob Jokaste 
unfruchtbar blieb und Oedipus von der kadmeischcn Ehe zur 
zweiteil Verbindung mit der Phlegyerin Euryganeia geschritten 
sei; 'sicher ist dass ihm feindliche Söhne geboren wurden, nach 
der Tragiker Sage von seiner eigenen Mutter Jokaste. 4 Hierauf 
entsteht Pest im Land ; sie veranlasst den Seher Tiresias, Apolls 
missachteten Orakeln zu bleibendem Ruhm, des Oedipus fluch- 
würdiges Geschick, den an seinem Vater verübten Mord und die 
mit seiner Mutter geknüpfte Ehe zu offenbaren. 5 Jokaste er- 
henkt sich; Oedipus fährt, sehend oder geblendet, unglücklich 
zu leben fort, vom Fluch der Mutter verfolgt wie sein eigener 
Fluch die Söhne belastet. 6 Seiner Leichenspiele gedenkt als in 
Theben gefeiert die llias; aber auch anderwärts war sein Grab 
bekannt, wie denn die attische Sage ihn landesverwiesen, von 
seinen Töchtern geleitet, in Kolonos von Theseus aufgenommen 
und, ein Unterpfand fremder Landesrechte, auf dem Arcopag 
bestattet wusste. 

1—7. Ueber 'Oedipus': Hom. 11.23,679. (Leichcnspiele). Od. 11, 271ff. 
(Exil, Blindheit und der Söhne Zwist sind später gedichtet). Hes. Opp. 163 
(fiiiltov €vtx Oltiinodao). Sophokles im Oedipus Tyrannos und Oedipus 
auf Kolonos. Apd. 3, 5, 7. Diod. 4, 64. P. 9, 18, 4 (Oltimodta XQrfVf), worin 
er Tom Vatermord gereinigt). 10, 5, 2. Vgl. Jac. 669 f. MOrch. 226. CFIIermann 
qtnestiones Oedipodeae, Marb. 1837. 4. WTril. 354 ff. (Aeschylos). 368 (Fluch). 
Traf. 1, 249 ff. (Euripides). Schneidewin, die Sage von Oedipus, (iött. 1852. 4. 
Pr. Myth.2, 235ff. MHdb. § 412, 3- Overbeck Gallerie hero. Bildw. 1, 62ff. 

$ 744. ' In der reichen Verwickelung, in welcher aus epi- 
scher und dramatischer Dichtung dieser auch laut der Willkür 



100 DRITTES BUCH. 

seiner Eigennamen verhältnissmässig spät entstandene Sagenkreis 
uns vorliegt, 'gibt ihm die Gestalt des prophetischen Schick- 
salsdeuters Tiresias einen geschichtlichen Ausdruck seiner Be- 
deutung, dergestalt dass der Labdakiden Unheil augenfällig aus 
ihrer Hintansetzung göttlicher Gebote, namentlich des Zeus- und 
Apollodienstes, hervorgeht, die Offenbarung dieser Orakel aber 
vom älteren, mit den Kadmeern wetteifernden, Stamm der Sparten 
erfolgt. 8 Von einem dieser Sparten, Udaios, abstammend, ist 
Tiresias, Thebens nächstdem zu göttlichen Ehren gelangter Pro- 
phet, durch seine, die ganze Reihe kadmeischer Könige über- 
dauernde, Lebenszeit der mythische Stellvertreter alles von 
Thebens Beginn her jenen Kadmeern entgegengesetzten, religiösen 
sowohl als politischen, Widerstandes. 8 Durchgängig ein Diener 
des Zeus und Apoll, war er doch auch andern Göttern lieb; 
seine Erblindung durch Heras oder Athenens Anstiften, weil er 
diese gesehn oder jene spitzfindig belehrt hatte, sollte von Zeus 
und Athena mit bevorzugter Prophetengabe belohnt sein. 6 Mit 
dem völligen Untergang der Kadmeer, im letzten Jahre des Epi- 
gonenkriegs, starb auch er. 

1. Die fast durchgängig Appellativen Eigennamen', solche wie Lajos 
Polyphontes Euryganeia Kreon Eteokles Polyneikes u. a. m. es sind, verbürgen 
die verhältnissmässig späte, auf dem Wege kunstreicher Dichtung erfolgte, Ent- 
stehung dieses Sagenkreises (WTril. 357). 

2 — 6. Ueber »Tiresias': Hom. Od. 10, 407 (Schol.). Pind. Nem. 1, 60. 
Callim. Lav. Pall. 75 ff. not. Theoer. 24, 70. Apd. 3, 6, 7. 7, 3. Diod. 4, 66. P. 
9,33,1. Tzetz. Lyc. 682. Hygin. 75. O Met. 3, 320 ff. Vgl. Jac. 839 f. MOrch. 
148. 224. Schw. 1, 125. Wk. Denkm. 3, 393 ff. (Overbeckl, 62 ff.). 

S 745. * Dem Schicksal des Oedipus folgt, geschichtlich im 
Gegensatz eingewanderter Aeoler gegen die Kadmeer begründet, 
* der thebanische Bruderstreit um des Oedipus Erbtheil oder, 
hesiodisch zu reden, um dessen Herden. 3 Nach anfänglicher 
Wechselherschaft behauptet Eteokles den Thron und Polyneikes 
flüchtet nach Argos zu Adrast, dessen Eidam er war; von dort 
aus wirbt er, mit dem vertriebenen ätolischen Tydeus verbunden, 
sich Beistand zum Krieg gegen Theben. 4 Zum Bunde der diese 
Stadt befehdenden sieben Helden finden sich, bei Adrast zur Be- 



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HEROENSAGE. H. TIRESIAS. SIEBEN GEGEN THEBEN. $ 744—746. 101 

rathung versammelt, noch Kapaneus aus Messene, Parthenopäos 
der Sohn Atalantes von Meleagros aus Arkadien, Hippomedon 
aus Argos, 5 endlich wider seinen Willen auch Amphiaraos, der 
Seher vom Stamm des Melampus, zusammen. 6 £in Vergleich 
durch Tydeus angeboten schlägt fehl ; der Feldzug wird eröffnet. 
'Unglück begann zuerst in Nemea: beim Wasserschöpfen für 
die Helden ward durch Hypsipyles Leichtsinn der Königssohn 
Opheltes einer Schlange Raub; ihm wird nach seinem Tode der 
düstere Name Archemoros, 'Unglücksbeginner', zugleich aber auch 
die Einsetzung jährlicher nemeischer Leichenspiele zu Theil. 
8 Am Ismenos angelangt spricht Amphiaraos eine letzte vergeb- 
liche Warnung aus, welche Tydeus durch Anschuldigung des 
Sehers vereitelt. 9 Neuen Frevel übt Tydeus , zu Theben kaum 
angelangt, beim dirkäischen Quell an Ismene. 

1—9. Zug der 'Sieben gegen Theben': Hom. 11.4, 382 ff. (Botschaft des 
Tydeus). 5, 800 ff. (Tydeus). Hes. Opp. 161 (neQl fitjkwv Otöinoöao); nach 
der epischen Thebais von Aeschylos in den Sieben, von Euripides in den Phö- 
nissen behandelt. Vgl. Apd. 3, 6, 1 ff . P. 9, 9, 1. WTril. 359 ff. (Thebais des 
Aeschylos). Wk. ep. Cycl.2, 320 ff. (Epos der Thebais). Trag. 2, 560 ff. (Euripides). 
MHdb. §412, 3. Ghd. Archemoros u. die Hesp. S. 4 ff. Overbeck Gallerie 1, 79 ff. 

$ 746. ! Endlich geht es zum Kampf; schwer und mit 
grossem Verlust dringen die Argiver allmählich vor. Bis zu 
Thebens Thoren zurückgedrängt, behaupten die verfolgten Kadmeer, 
durch den freiwilligen Opfertod ihres Königssohnes Menökeus zu- 
versichtlicher, Mhre Mauern; die Verfolger errichten ein Sieges- 
zeichen, aber Kapaneus sinkt stürmend, vom rächenden Blitze 
des Zeus getroffen, dessen Zorn Adrast nun erkennt und, nur 
allzu spät, die Seinen zurückruft. 3 Auf beider Heere Beschluss 
stellen die feindlichen Brüder Eteokles und Polyneikes sich zum 
Zweikampf; von einander durchbohrt sinken beide, worauf am 
Ismenos nochmals die Schlacht erneut wird, bis zu entschiedenem 
Untergang des angreifenden Heers. Tydeus, Parthenopäos, Hippo- 
medon fallen; Amphiaraos versinkt in die ihn verschlingende Erde 
und nur Adrastos entkommt auf seinem Wunderrosse Arion. 4 So 
endet diese gewaltige Schicksalstragödie, der nur noch der Leichen 
Auslieferung und Bestattung, flu' die Argiver auf sieben Scheiter- 



102 DRITTES BUCH. 

häufen, zugleich mit Antigones und Argeias Treue, zum Ab- 
schluss gereichen. 

§ 747. l In der hierauf folgenden Zeit, in welcher Argos 
seine gefallenen Helden beklagte, während die Nachgeburt der- 
selben zu neuem Rachezug gegen Theben heranwuchs, herschte 
in Theben der aus den attischen Oedipodieen bekannte, nur eben 
als Herscher benannte, Kreon. 2 Unter die Herschaft desselben 
fällt des von Mykene nach Theben übersiedelten Amphitryon Auf- 
enthalt; wegen einer Blutschuld geflüchtet, von welcher Kreon 
ihn reinigte, heischte er Kreons Beistand gegen die Teleboer und 
erlangte ihn durch vorherigen gemeinsamen Auszug gegen den 
teumessischen Fuchs. 3 Dieses schon oben von uns erwähnte 
Ungethüm zu bekämpfen, bot Amphitryon aus Thorikos den Ke- 
phalos und dessen unfehlbaren Hund auf, bei dessen Erscheinen 
Zeus beide göttliche Thiere in Stein verwandelte. 4 An Amphitryon 
aber knüpft sich für Theben auch die Erscheinung des Herakles, 
der als Thebens Befreier vom orchomenischen Tribut zugleich 
den Sieg über Erginos und sonstige Spuren thebanischen Kampfs 
mit den Minyern uns erinnerlich macht. 

2- 'Amphitryon' in Theben: Äpd. 2, 4, 6 ff. 

3. Ueber den Heumessischen Fuchs', einer Nachwehe der Sphinx: oben 
§711,2. Wk. ep. Cycl. 1, 393 ff. 

4. ' Orchomenischer Krieg' des a) 'Herakles gegen Erginos': §703,3. 
Apd. 2, 4, 11. Forchh. 338 f. Demselben Krieg gehört auch das thebische Selbst- 
opfer der Töchter des Antipönos an (P. 9, 17, 1). Vgl. MDor. 1, 429 ff. 

§748. *Die Niederlage der sieben Helden zu rächen, er- 
folgt aber bald auch der neue Feldzug ihrer Epigonen; an deren 
Spitze überzieht des Amphiaraos Sohn Alkmäon die Thebaner 
mit Krieg, als deren König uns nun Laodamas des Eteokles 
Sohn genannt wird. *Dem Alkmäon gesellt sind Aegialeus der 
Sohn des Adrastos, Diomedes des Tydeus, Promachos des Par- 
thenopäos, Sthenelos des Kapaneus, Thersandros des Polyneikes, 
Euryalos des Mekisteus oder Hippomedon Sohn. 3 Die Schlacht 
bei Glisas stellte den Ruhm der Argiver her, denen nächstdem 
die Leichenfeier für ihre Gefallenen, allerdings auch Alkmäons 
Muttermord, zufällt. 4 Anders die besiegten Kadmeer, denen 



flEROENS. U. KREON. AMPHITRYON. EPIGONEN. AEGIDEN. $ 747—750. 103 

kurz vor seinem eigenen Ende der alte Schicksalsspäher Tiresias 
zur Flucht räth: als Siegesbeute ward Manto, seine Tochter, au 
Delphi und Kolophon dem Apoll geweiht; er selbst ward am 
alten Orakelsitz der Kadmeer, am Quell der Tilphossa, begraben. 

1—4. Krieg der 'Epigonen*: Apd. 3, 7, 2. Diod. 4, 66. P. 9, 5, 6. 19, 2. 
Vgl. WTril. 372 ff. (Epigonen des Aescbylos). Wk. ep. Cycl. 2, 380 ff. (Alkmäonis). 
Trag. 1, 269 (Sophokles). MHdb. $412, 3. Overbeck Gallerie 1, 157 ff, 

% 749. & Nach dieser entscheidenden Niederlage des Jahr- 
hunderte hindurch hart bedrängten Kadmeerstamms eilt dessen 
Ueberrest bei nächtlicher Weile gen Norden, theils nach dem 
thessalischen Homole, theils bis nach Illyrien. 'Thebens nächster 
Beherscher ist des Polyneikes Sohn, der vom mysischen Tele- 
phos am Kaikos erschlagne und dort als Heros verehrte Ther- 
sandros. • Ihm folgt der im Troerkriege genannte böotische Volks- 
führer Peneleos; nachdem aber dieser von Telephos dem Sohne 
des Herakles gefallen war, tritt wiederum aus dem Geschlecht 
des Thersandros dessen Sohn Tisamenos, sodann des Tisamenos 
Sohn Autesion ein, in dessen Flucht zu den Doriern man die 
Erinys der Oedipodiden noch immer thätig zu erkennen glaubte. 
4 Mit noch drei anderen Herschern vom Stamm des Peneleos 
hatte das Königthum Thebens ein Ende, obwohl sein königlicher 
Stamm, von einem Nachkommen desselben als Stamm der Aegiden 
benannt, in Sparta und ferneren Landen noch lange und glänzend 
fortgeführt ward. 

$ 750. l In der That lässt, abgesehn von der Frage ob aus 
den vertriebenen Kadmeern tyrrhenische Pelasger, * ob aus den 
argivischen Epigonen äolischer Abkunft angebliche neue Kadmeer 
wurden, 3 der alte Kadmeerstamm in seinen bezeugtesten Sprossen* 
Aegiden und Gephyräern, auch ausserhalb Thebens sich einiger- 
massen verfolgen. Wie von den Aegiden, bald durch Eteokles 
bald durch Polyneikes vermittelt, die letzten kadmeischen Könige 
Thebens stammten und lange nach ihnen die Gründer Theras 
und Kyrenes, Verehrer des Kadmos und der kadmeischen Rache- 
dämonen nicht weniger als des kadmeischen Apoll, sich ableiteten, 
4 werden in ähnlicher Geltung, vielleicht auf die thebischen Sparten 



104 DRITTES BUCH. 

rückweisend, die Gephyräer genannt, deren Spuren man nach 
Tanagra, nach Athen und selbst nach Latium zu verfolgen pflegt. 

3. 4. 'Aegiden und Gephyräer': Herd. 4, 149. 5, 57. Jo. Lyd. de mens. 3, 
21. Rück. Trojal59ff. Ghd. Abb. Achäer Anm. 3J. 

§751. 'Noch findet am Schluss dieses Ueberblicks thebi- 
scher Sagen ein und der andre rein örtliche Mythos seine Stelle. 
Auf Tempelbau und die Bewässerung des Ismenion bezüglich, 
wird von Kaanthos berichtet, der an der thebischen Aresquelle 
nah beim Ismenion begraben lag. Kaanthos heisst Sohn des 
Okeanos und Bruder der Melia, mit welcher Apoll den anstatt des 
vorherigen Ladon strömenden Ismenios und den prophetischen 
Teneros zeugte. *Hiebei lässt auch der Angriffe desselben ismeni- 
schen Hciligthums durch den Phlegyer Eurymachos 'und anderer- 
seits der Bezüge des Herakles zu jenem ismenischen Dienst sich 
gedenken. 

1. 'Kaanthos': P. 9, 10, 5. 

2. 'Eurymachos' in Theben: Eust. Hom. 933, 14. MOrch. 191. 208. 

3. 'Herakles' im ismeniscben Dienst: MDor. 1, 430; vgl. Orch. 397. 



J. ATTISCHE KEKROPIDEN UND IONIER. 

§752. * Athens Lage auf Fels und Uferland eröffnete vom 
Mittelpunkt seiner Burg aus, in einem von Wind und Wetter 
vielbewegten Dunstkreis, * einer vielfach gemischten Bevölkerung 
ihr mythisches und geschichtliches Dasein. Dieser mannigfachen 
Bevölkerung Athens ward bereits früher von uns gedacht und 
ist mit besonderer Nachweisung ihrer allmählich verschmolzenen 
Elemente hier wiederum zu gedenken. Autochthonische Kranaer, 
altionische Kekropiden, erechtheische Athener und jüngere Ionier 
gelten im Alterthum , durch Kranaos Kekrops Erechtheus und Ion 
vertreten, für die vier nach einander mächtig gewordenen Urstämme 
Athens , 8 denen auch eine vierfache politische -Eintheilung und 
vierfaches Götterwesen, nemlich der Gottheiten Zeus Athena 
Poseidon und Hephästos, zur Seite geht. 4 Der ionische Apollo 
sowohl als der thrakische Dionysos fällt später; wohl aber ge- 



HEROENSAGE. Ä LETZTE KADMEER. KAANTHOS. J. ATHEN. $ 750—752. 105 

hörten Ares als thrakischer, Hennes als tyrrhenisch-pelasgischer 
, Gott bereits der frühesten Zeit an. 

1. 'Athens Lage', durch klimatische und Witterungsverhältnisse eigen- 
tümlich, ist für die zum Theil atmosphärische Bedeutung der an seinem Burg- 
fels geknüpften Mythen hauptsächlich von Forchhammer (Hell. 42 ff.) in näheren 
Betracht gezogen worden. 

2. Athens älteste * Bevölkerung' ($69) wird zugleich mit seiner Stamm- 
helden Namen am deutlichsten von Herodot (8, 44) ausgesprochen, wo es heisst: 
jt&nvaloi, . . . iaav lUkaoyoC, ouvo^ctto/mvoi Kgavaol* inl öl Xtxyo- 
nos ßaaiXrjog tnexlri&rioav KexQonlöat, lxöe£apt'vov de 'Eq^xO^os 
jtjv ttQXT)V*AöriV(xiOL /j,srü)vofxdo&r]Ociy. "itovog ök rov ßou&ov argaraQ- 
%t(o y$vofiivov ld.Br\vaCotai txXri\h\oav anb tovtov "icjveg. Hier sind 
also fl) die 'Kranaer', von deren Atthis Erichthonios des Hephästos Sohn und 
dessen thrakischer Schlangendienst stammt, dem b) l Stamme des Kekrops 1 als 
Gründer des Zeus und jMAenadienstes vorangestellt; der c) hierauf folgende 
Erechtheus, von welchem der Name * Athener' (Eust. DPerieg.423) herrühren 
soll, ist vermöge seines Po«efrfondienstes zugleich als Stammgenosse des sonst 
(Apd. 3, 14, 6. Scymn. 558 ff.) neben Kekrops und Kranaos genannten Am- 
phüUyon, wie auch des Aktaios zu betrachten, dessen Uferland Akte bereits 
Kekrops zum Land Kekropia umbenamte (Syncell. 289. 297). Zuletzt d) wurde 
Ion als Stammheros der neuen lonler und Verehrer des von Athena und He- 
phistos entsprossenen jftpotto-Patroos genannt. — Man wird den Stamm der 
Kranaer als thrakisch, den des Kekrops als altionisch oder pelasgisch bezeichnen, 
den des Erechtheus auf deukalionische Aeoler zurückführen dürfen; dagegen eine 
Dreitheilung 'pelasgischer thrakischer oder ionischer' (Bhdy. LG. 1, 302 f.) Be- 
völkerung des alten Athens an der Vermischung des ionischen Stammes mit 
dem der Aeoler, wie an der Annahme leidet, dass von den angeblichen drei 
Gottheiten jener Stämme, Athena Poseidon und Apoll, Poseidon ein thrakischer 
Gott sei. 

3. Den 'vier Phylen' (Herrn. Staatsalt. $ 193) a) örtlicher Landeseintheilung 
'des Kekrops', Dlakris Mesogda Paralia Aktala, stehn die b) von Gottheiten 
benannten des 'Erechtheus', Dias Athenais Posidonias Hephäst ins, zur Seite; 
mit ihnen stimmen die c) Namen der Söhne des 'Pandion' (Paucker Pallad. 
S. 108) zum Theil überein, sofern Pallas und Aegeus auf Athena und Poseidon, 
Ljkos und Nlsos aber auf Apollon und Dionysos, statt auf Zeus und Hephästos, 
bezüglich erscheinen. Die hierauf d) von 'Ion' eingesetzten ($768,4) in den 
Namen TeUontes Hopletes Aigikoreis und Argadels (Herrn. Staatsalt. $ 95) 
auf die Verschiedenheiten der Stände (Grundbesitz Wehrkraft Hirten und Ge- 
werbe) bezüglichen, Phylen scheinen gleichfalls auf derselben oder verwandter 
Gottheiten {Pallas Apoll Dionysos Hephästos) Schutz zu beruhn. 

4. ' Athenische Kulte': $69. Ghd. Abh. Minervcnidole S. 19 ff. Abh. gr. 
Volksstamme Anm. 47. 

§753. 4 Nicht in Kekrops, vielmehr in Kranaos und Am- 



106 DRITTES BUCH. 

phiktyon sind uns die Urbewohner Athens angedeutet. Die Kr anaer, 
deren Herodot noch vor Kekrops gedenkt, obwohl Andre den 
Kranaos wie den Amphiktyon erst auf Kekrops gefolgt wissen 
wollten, * beginnen mit dem nach Fels und Fläche benannten 
ältesten Menschenpaar Attikas Kranaos und Pedias, wie in dessen 
als Fels Helmspeer und attisches Ackerland benannten Kindern 
Kranae Kranaichme und Atlhis, 3 welche letztere als fruchtbarer 
Boden, von Hephästos dem lemnischen Thrakergotte befruchtet, 
den Erichthonios gebar. 4 Daneben ist die Idee frühester An- 
siedlung im Namen Amphiktyon ausgesprochen; dieser wird als 
des thessalischen Deukalion Sohn betrachtet und gibt zugleich 
durch seinen Sohn Itonos, dem von Melanippe Triptolemos und 
Kerkyon entstammten, dieselben als Aeoler und Diener Poseidons 
kund. 5 Noch andre Urväter attischen Landes werden uns in 
Aktäos Kolainos und Periphas genannt; vorzugsweise jedoch wird 
durch Kranaos der Volksstamra, aus welchem der Volkshort 
Athens Erichthonios hervorging, theils von dem des Kekrops, 
6 theils auch von jenem amphiktyonischen unterschieden, den 
Kekrops, durch richterliche Bevorzugung Athenens vor Poseidon, 
frühzeitig in seine Grenzen zurückwies. 

1 . ' Vorgänger des Kekrops ' sind die Kranaer laut Herodot (§ 752, 2), dagegen 
Apollodor dem Kekrops den Kranaos erst folgen lässt, dem dann Amphiktyon, 
des Erichthonios Vorgänger, gefolgt sei; eben so Syncellus p. 284. 297. 

2. ' Kranaos und Pedias', von xQttvaög (Athen beisst KgavaaC Ar. Av. 123) 
und nsdiov benannt; in ' Kranaichme' und 'Atthis' scheint neben Kranae als Fels- 
bewohnerin der Gegensatz von Wehr- und Nährkraft gemeint zu sein. Kranaos 
selbst sollte, von Amphiktyon verjagt (Apd. 3, 14, 6. P. 1,31,2), zu Lamptreus 
(P. 1, 31, 3; * helle Erde*, vgl. Fchh. 123 wo Kranaos ein Mischfluss von xeqcuo) 
begraben sein. 

3. Der 'Atthis' Verbindung mit Hephästos erscheint thrakisch, obwohl 
die Kranaer sonst für Pelasger gelten (Meurs. R. A. 1, 6). 

4. 'Amphiktyon' (Apd. 1, 7, 2. 3; 14, 6. P.9, 1, 1. 10, 8. 1. Vgl. 
Jac. 87. 510) ist Verehrer Poseidons (§233, 1) und Stifter bacchischen Dienstes 
(S 442, 2. Syncell. p. 297). 

5. Als 'Vorgänger des Kekrops' ist sonst a) 'Aktäos' (P.1,2, 5; Aktäon 
Suid.), d.i. Ufermann, bekannt, der Kekropsgcmahlin Agraulos Vater; laut Suidas (v. 
lAxraTog und <t>otvix. yQa/jfiara) galten sowohl Aglauros Herse und Pandrosos 
als auch eine Phönicierin Phönike für dessen Töchter. Ausserdem rühmte auch 
b) ein attischer Demos in seinem 'Kolainos* (P. 1, 31, 3) sich eines Stamm- 



HEROENSAGE. J. KRANAOS. AMPHIKTYON. KEKROPS. $. 753. 754. 107 

barm alter als Kekrops, und wird auch c) ein 'Periphas' als attischer Autochtbon 
genannt (Ant. Lib. 6). 

% 754. l Kekrops, welcher bei räthselhaftem an die Ker- 
kopen erinnernden Namen * über seine vermeintlich ägyptische, 
richtiger ionisch-^pelasgische, auf Böotien rückweisende, Herkunft 
Zweifel erregt, s sprach in der Urzeit des durch seine Schlangen- 
gestalt angedeuteten 4 und von ihm beherschten attischen Landes, 
zum Schiedsrichteramt zwischen Poseidon und Athena berufen, 
der Göttin das Land zu, & das vorher als Uferland Akte, seit 
ihm Kekropia hiess. 'Als priesterlicher König beherschte er es 
im Dienste des Zeus und der anfangs agrarischzn Göttin Athena: 
er zuerst opferte dem Zeus einen Stier und gründete, wie in 
Athen, auch in Euböa ein Zeus-Athen; ausserdem soll er, ohne 
Zweifel im Dienst seiner Erdgöttin, die Sitte des Begrabens ein- 
geführt haben. 

1. 'Kekrops': Apd. 3, 14, lff. P. 1, 2, 5. 8, 2, 1. Vgl. Jac. 529f. Meurs. 
Regn. Att.l, 6. Rückert Athenadienst 25 ff. Schw. Myth. 1, 62 f. Pr. Myth. 2, 
92 f. — Sein 'Name' wird als Weissager (xiQx-mp haruspex: Rück. Troja 
299 f.), von Andern auch als rauschender Regen (xq{xw: Forcbh. 72), gedeutet. 

2. 'Herkunft'. Laut altera Zeugniss ein a) * Erdsohn' (yrjysvrjg Ant. Lib. 
6. Hygin. 128), oder Sohn des mit der Erde zeugenden Hephästos (Hygin. 158), 
wird Kekrops als b) 'Aegyptier' nur missbräuchlich, durch historisches Sophisna 
(MOrch. 108. 124) oder auch als symbolischer Ausdruck rückkefcrenden Erd- 
dampfs (aly-vnjios Fchh. 49 ff.) bezeichnet, während für seine c) 'pelasgisch- 
ionische' Herkunft aus Böotien die böotischen Zeugnisse sowohl der Oertlich- 
keiten Athen Eleusis und Triton (Strab. 9. 407) und eines ihnen verknüpften 
Kekrops (am Triton und auch zu Haliartos, wo sein Heroon: Paus. 9, 33, 1. 
MOrch. 123), als auch die gleiche Herkunft des Athenadienstes ($247, 1) und 
viele Spuren altattischen Verkehrs mit Böotien (Thespiä § 706, 2 ; Daulis § 707, 3 
vgl. P. 10, 4, 6. Pallasbild aus Athen; Panopeus § 713, 2. Aegle MOrch. 204) 
beweiskräftig sind. 

3. ' Schlangenbildung' hatte Kekrops als Autochthon (Eur. Ion. 1163), 
wie auch Erichthonios, nicht aber Erechtheus (den Preller Myth. 2, 91 ff. jenen 
andern übrigens gleich stellt) gedacht wird; er hiess deshalb zwitterhaft ((Ttyt/ifc 
Meurs. Regn. Att. 1, 8. Pr. Myth. 2, 92, 4 ff.). 

4. Das ' Richteramt ', zu Gunsten Athenens geübt, spricht Apollodor (3, 
14, 1) den zwölf Göttern, zugleich mit Bezug auf diejenigen zu, die es dem Ke- 
krops oder auch dem Kranaos beilegten. 

5. 'Kekropia' als Landesname: Apd. 3, 14, 1. 

6. ' Priesterkönig ' (Rück. Ath. 25) war Kekrops o) 'im Dienste des Zeus ' 



108 DRITTES BUCH. 

(ßovv t&vaCaae xai Zijva nQOOrjyoQfvoev Synccll. 284; Idfrrjvai zJiccäsg 
in Euböa $247, 6. 248,2); die Verbindung desselben mit b) 'Athena' ent- 
spricht bei deren anfangs agrarischer Bedeutung ($ 254, 5) der sonst dem Ke- 
krops in Bezug auf Zeus und die Erdgöttin (pro Jove Terraque soll Kekrops 
dem Saturn und der Ops geopfert haben: Macrob. 1, 10) beigelegten Gebräuche; 
eben daraus ist auch die ihm beigelegte Einführung der Begräbnisssitte (Schw. 1, 
63) erklärlich. 

§755. l Von der ländlichen Agraulos, Ufermannes Aktäos 
Tochter, *war dem Kekrops als Sohn nur der kranke Erysichthon 
geboren, dessen Name und Sage dem Mangeln der Feldfrucht 
gelten, 'dagegen als Töchter drei Schwestern belebenden Nasses, 
Aglauros Herse und Pandrosos, ihn erfreuten. Diese in attischem 
Kultus fortlebenden Thauschweslern geben in ihrer Verbindung 
mit dortigen Landesgottheiten verschiedenen sprechenden Personal- 
ausdrücken der Landesnatur ihr Entstehen. 4 Vom Wärmegott 
Ares gebar Aglauros, die etwa als leuchtender Morgenreif zu 
denken ist, die Frostquelle Alkippe, deren Reinheit durch den 
4 salzwelligen ' Halirrhothios, des Meergottes Sohn, verunehrt, das 
heisst mit salzigem Beigeschmack getrübt ward; der Mythos führt 
dieses auf Ortsumständcn beruhende Begegniss bis zur Ver- 
nichtung des Halirrhothios durch Ares und zu Lossprechung des 
Ares vom damals zuerst Recht sprechenden Areopagus aus. 
* Herse aber, die durch ihren Namen den Thau verkündende 
Schwester, gebar vom Zeugungsgott Hermes den jagenden Heros 
frischer Berg- und Morgenluft Kephalos, 'und demselben Gotte 
gebar die von durchgängigem Nass benannte Pandrosos den, sei 
es vom rauschenden Regen oder vom steigenden Geräusche des 
Morgens so benannten, Lautrufer Keryx. 7 So ist in den Namen 
der frühesten Königstöchter Athens die Gewähr steten Wachs- 
thums durch stete Bewässerung attischen Felsenbodens gelegt; 
ihr grösster Beruf aber war einen Stammherrn Athens von höherer 
Abkunft zu pflegen. 

• 

1. ' Kinder des Kekrops' (Apd. 3, 14,2), mit 'Agraulos' der Handlichen' 
erzeugt: diese Namensform des mit Aglauros stets wechselnden Namens ist hier 
(mit Paucker Pallad. Anm. 37) für die Kekropsgemahlin festgehalten worden, 
dagegen deren Tochter als ( Aglauros die Glänzende' von uns unterschieden wird. 

2. ' Erysichthon', seinem Namen nach als Erdwühler, wie auch der Pflug- 



HEROENSAGE. J. THAUSCHWESTERN. ERICHTHONIOS. $755.756. 109 

stier hiess, verständlich, sonst aber vielmehr als Erdaufreisser und Vergeuder 
der Saat, als Glntbberos und Getreidebrand gemeint, soll wallfabrtend von Athen 
nach Delos auf dem Wege dahin zu Prasiä gestorben sein (P. 1, 31, 2); dieser 
auf nachkekropiscbe Zustände bezüglichen Sage ist überdies die ausfuhrlich be- 
kannte des gleichnamigen thessalisch-rhodischen Gluthueros (Callim. Cer. 82 ff. 
Oben $432, 3a) zu verknüpfen. 

3. Ueber die drei 'Thauschweslern', des Kckrops Töchter, Aglauros 
(xadylaos) Hcrse (sqotj) und Pandrosos (näv dgooos) : Apd. 3, 14, 2. OMet. 2, 
710ff. Vgl. Jac. 60. 451. WTril. 280. 286. Fchh. 58ff. Pr. Myth. 2, 93. 

4. Von 'Aglauros' und Ares (Fchh. 104 ff. Ephebeneid 119ff.) wird 'Al- 
kippe' Eisfluss oder Frostquelle (Fchh. 104 ff. Hoff.) geboren, deren Buhle 
Halirrhothios (tilg, qo&fo) dem nachweislichen (Fchh. 117) Salzgeschmack atheni- 
scher Quellen gemäss gedichtet zu sein scheint. Auf des Ares an ihm ge- 
nommene Rache und die darauf vom Areopag gerichtete Blutschuld (Apd. 3, 1 4, 2. 
P. 1, 21, 7) weisen auch Kunstdenkmäler hin (Ghd. Trinkschalen Taf. 12. 13). 

§ 756. l Dieser edlere Stammherr Athens ist Erichthonios, 
das ist Erdsohn, der jedoch schon sehr früh auch Erechtheus, 
dem Erdschüttler Poseidon gleichnamig, genannt und als erster 
Erechtheus von dem späterhin eigentlich so genannten unter- 
schieden ward. 'Hervorgegangen, nicht aus des Kekrops Ge- 
schlecht, wohl aber zu dessen Zeit und besondrer Begnadigung, 
war jenes Götterkind aus dem Felsenboden Athens; es hiess des 
dortigen Erdbodens, Ge Arura oder auch Atthis, Sohn von He- 
phästos, und ward als Kind oder Pflegling auch der Burggöttin 
Athena, irgend einmal auch der Nemesis, zugerechnet. 8 Neuge- 
boren ward eben dies Götterkind, dessen anfängliche Schlangen- 
gestalt erst allmählich zum Menschen erwachsen sollte, in ver- 
schlossener heiliger Lade den durch Nässe ihn nährenden Töchtern 
des Kekrops anvertraut; von diesen bewahrte jedoch nur Pandro^» 
sos das Geheimniss, dagegen Herse und Aglauros, nachdem sie 
die Lade eröffnet, über den Anblick der Wunderschlange entsetzt, 
sich vom Burgfels herab in die Tiefe stürzten. 

1. 'Erichthonios', ($248, 3. Jac. 31 3 ff. WTril. 284ff. Fchh. 124ff. Lauer 
333 ff. Pr. Myth. 2, 93), in dessen Namen wir hier den dämonischen Stamm- 
herrn Athens vom öfters gleichnamigen späteren König scheiden, führt diesen Namen 
als Iqi~x9° Vi °S Erdsohn (wie iQißdiXa!; WTril. 284), trägt aber schon bei 
Homer (II. 2, 547 ff. douov 'EqsxHog ov not jidr\V7\ . . . vgl. Od. 7, 81 
'EQex&ijos dopov) den poseidonischen Namen des Erderschütterers (§ 236, 3a, 
vgl. vavs iQ*x&ofji£vri ävipoiotv)', daher es einerseits möglich erscheint, dass 



Itt DRITTES BUCH. 

die nicht früher als ans dem platonischen Kritias (MOB. MOrch* 123), nach- 
weisliche Unterscheidung erst seit Athens Besetzung durch die Ionier stattfand 
(WTril. 296), vielleicht aber auch dass jene Vermischung zwei an und für sich 
so selbständiger Namen erst durch die ionischen Poseidonsdiener Kleinasiens 
und deren athenische Stammgenossen ia unsern Homer überging. 

2. 'Erichlhonios' heisst a) 'Sohn der Ge' Antra oder Atthis und PAeg- 
fcn* der 'Athena' (WTriL 285. Fchh. 56 f.) oder auch der 'Nemesis' (Suid. s. 
v. Lauer 337). 

3. In der * Geburtssage ' ist die in Stein zu denkende 'Lade' {KtxQvag, 
*$. käs, kuQtooa, Fchh. 58) hervorzuheben. 

§757. *Der Thauschwestern Schicksal, im Augenblick da 
des Landes Retter ans Licht tritt vom Leben zu scheiden, drängt 
hier in den Fortgang der Sage gewaltsam sich ein. Mehr noch 
als Herse und Pandrosos s nimt unsern Antheil Jglauros, die 
kälteste, der Sage nach sprödeste und eifersüchtigste jener 
Schwestern, in Anspruch, zumal sie, ertrunken oder, wie Andre 
wollten, als Ehrenhüterin Herses versteint, 3 auch als selbständige 
Göttin durch attische Sagen und Gebräuche reichlich gefeiert 
war. Am Abhang der Burg als Pförtnerin und als Abbild Athenen« 
verehrt, 4 der Sage nach als erste Priesterin dieser Göttin be- 
kannt, ward sie in deren jährlichem Plynterienfe6t betrauert, 
* empfing aber auch in ihrem Aglaurion den Eid aller dem Vater* 
land gewidmeten jungen Krieger; wie denn die in gleicherweise 
wie den Ereehtheustöchtern ihr nacherzählte Sage eines für das 
bedrängte Vaterland freiwillig von ihr erlittenen Opfertods viel- 
leicht erst jener Sitte entnommen ist. 

$ 758. ' Nach eröffneter Lade aber verlautete es alsbald, 
zuerst durch Korone die Krähe, Erichthonios sei ans Licht ge- 
treten; als es Athena vernahm, soll ihr vor Freuden der Berg 
Lykabettos entfallen sein, den sie, die Stadt ihrer Obhut zu 
schützen, so eben herbeitrug. 2 Anerkannt ward in Erichthonios 
dar unverkennbare Schutzgeist Athens; dies erdgeborne und in 
Athenens Tempel gepflegte, zuletzt auch begrabene, Feuerkind 
ist fortan ihres Dienstes Besorger, wie er denn auch ihres Tempel- 
bildes und ihres im Sommer gefeierten Festes Gründer war. 3 Im 
Vollbesitz göttlicher Natur, die er als schlangengestalter Erd- 
geist bekundete, erlangt er, nach Vertreibung des eingedrängten 



HEROENSAGE. J. AGLAÜROS. KRICHTBOITOM. PANDION. $ 757— 759. \ li 

Amphiktyon, alsbald auch die königliche Gewalt, 4 zu welcher 
Athena durch Rosse und Wagenlenkung noch mehr ihn befähigt, der- 
gestalt dass er selbst als Gigantenbezwinger eines Asterios 5 und, in 
»einer Vermischung mit dem zweiten Erechtheus um so füg- 
licher, als eleusinischer Sieger üher Poseidonssöhne erwähnt wird: 
* eine Bevorzugung der auch die dunkelen Sagen von Poseidons 
an Erichthonios oder Erechtheus genommener tödtlicher Rache 
entsprechen. 

S 759. * Dieser eigentlich so genannte zweite Erechtheus, 
den eine besonnene Auslegung des attischen Stammbaums eben 
£0 wenig als andere ebendaselbst willkürlich gedoppelte Namen 
dem bei eigner Bedeutung ihm ähnlich lautenden Erichthonios 
ghetehzusteUen vermag, a ist in den Verkettungen jenes Stamm- 
baums einem Pandien verflochten, der ebenfalls zweimal genannt 
wd, and mit Erechtheus wechselnd, furchtbare Uebergänge der 
attischen Urzeit zur geschichtlichen Vorzeit dieses Landes aus- 
füllen hilft 8 Nachdem auf Erichthonios oder, was gleichgilt, 
Evachtlbeus den ersten (I), der erste Pandion, seines Namens 
auf Zeus oder auch auf Selene bezüglich, gefolgt ist, der aber 
auch Stifter dortigen Dionysos- und Demeterdienstes sein soll, 
4 ein geschichtlich mit Megara, wo sein Grab war, wie auch mit 
Theben und Daulis, vermittelst der Tereussage, verknüpfter Her- 
scher, 5 erzeugt dieser Pandion mit einer poseidonisch benannten 
'Rosqjocherin ' Zeuxippe verschiedene Kinder, aus deren Sagen 
-der milde Priesterbrauch jenes Poseidondienstes neu wiederhallt 
6 D*ese Kinder sind ein dem Poseidon gleichnamiger neuer Landes- 
könig Erechtheus (II), sodann Butes der Ahn priesterlicher Bu- 
taden und Vater einer zum Selbstopfer willigen Tochter Chthonia; 
endlich zwei Schwestern Prokne und Philomele, deren von Vögeln 
des Frühlings benannte Personen mit dem barbarischen König 
Tereus in Unheil und Ingrimm wetteifern. 

1. Ein 'doppelter Erechtheus* (vgl. im Anhang die Stammtafel H) wird 
nur scheinbar gerechtfertigt durch die in den attischen Stammbaum eingedrängte 
Wiederholung eines zwiefachen Kekrops (Kekrops II : Apd. 3, 1 5, 5) und Pandion 
(I Sohn des Erichthonios, II Sohn des zweiten Kekrops); wohi aber sind 'an- 
lautende Namen', wie wir in Erichthonios neben Erechtheus sie erkennen, der 



112 DRITTES BUCH. 

ältesten Dichtung angemessen und werden durch Analogien wie Agraulos und 
Aglauros, Pasithea und Praxithea, selbst Prokne und Prokris sie bieten, bestätigt. 

3. 'Pandion' (Apd. 3, 14, 16) kann als a) * Zeusdiener ' vom Namen des 
Zeus {z/tos) abgeleitet und als 'all heller' Lichtgeist, mit Zeuxippe als Wellen- 
bändigerin (Fchh. 126) verbunden, gedeutet werden, ist aber b) wahrschein- 
licher vom Fest Pandia der Vollmondsgöttin 'Pandia-Selene' (Herrn. Staatsalt. 
$ 59, 5. Pr. 2, 94, 3), etwa mit Bezug auf den brauronischen Artemisdienst so 
benannt, dessen Einführung gleichzeitig mit dem unter Pandion eingewanderten 
Dionysos- und Demeterdienst (Apd. 3, 1 4, 6) nicht wohl fehlen konnte. 

4. ' Pandions Grab ' in Megara, mit Tereus und mit der Amazone Hippo- 
lyte: P. 1, 41, 8. 

5. Der Name * Zeuxippe* mag auf den Poseidonsdienst und dessen Dul- 
dung bezuglich sein. 

6. 'Butes' wird Priester der Athena und des Poseidon - Erichthonios ge- 
nannt (Apd. 3, 15, 1). 

§760. l Tereus, der thrakische Herscher zu Daulis, hatte 
von Pandion, nach gemeinsam geführtem Krieg gegen den thebi- 
schen Labdakos, die attische Königstochter Prokne zur Ehe er- 
langt. Nachdem ihm diese den Itys geboren hatte, 'entbrannte 
er in unerwiederter Liebe zu Proknes Schwester Philomele; Prokne 
ward auf dem Lande von ihm zurückgehalten und galt für todt: 
so schritt er zur zweiten Ehe mit Philomele, beraubte sie aber, 
um ihr Geschick nicht erzählen zu können, der Zunge. 'Seiner 
Ärglist bot Philomele Trotz, indem sie was ihr widerfahren war, 
in Stickerei dargestellt, der Schwester vor Augen brachte; dann 

• 

ward auch Itys von Prokne getödtet und seinem unholden Vater 
zur Speise gereicht. 4 Nach vollbrachter That ergriffen die 
Schwestern die Flucht nach Athen, Tereus mit einem Beile be- 
waffnet ereilt sie zu Daulis; 5 die Götter erbarmen sich ihrer, 
so dass Philomele zur Nachtigall, den Itys in Schmerzenstönen 
beklagend, Prokne zur Schwalbe, Tereus zum Wiedehopf wird. 
•Wie für die Gesamtheit dieses Mythos der Naturlauf des schei- 
denden Frühlings eine unverkennbare symbolische Grundlage ge- 
währt, 7 lässt, seine örtlichen Bestandteile nachzuweisen, neben 
den attisch -thrakischen Conflicten der erechtheischen Zeit auch 
die Einwirkung lydischer, etwa von Theben herübergekommener, 
Sagen in Philomele sowohl als in Itys sich nicht verkennen. 

1 — 7. 'Tereus Prokne und Philomele': Apd. 3, 4, 16, OMet. 6, 424 ff. 



HEROENSAGE. J. PANDION. TEREUS. ERECHTHEUS. §759—761. 113 

Vgl. Jac. 847. Schwenck. Rh. Mus. 6, 564 ff. Wk. Trag. 1, 374 ff. Pr. Myth. 2, 
95 f. — Zu 'Philomele' sind Aedon und Itylos (Od. 19, 520) zu vergleichen. 

$ 761. * Wir kommen auf König Erechtheus (II) zurück, 
den nach Poseidon benannten, als überfluthender Heros vom 
feuchten Nährgeist Erichthonios vielleicht geflissentlich unter- 
schiedenen, Erneuer des zur Zeit des Kekrops zurückgewiesenen 
Meergotts. * Seine Herschaft ehrenvoll zu bezeichnen, wird uns 
vom Krieg gegen Euböas Chalkodontiaden 3 und vom cleusinischen 
Krieg berichtet, aus welchem, durch schweres Selbstopfer seiner 
Töchter erkauft, Erechtheus als Sieger über Eumolpos, welcher 
fiel, und über Iramarados hervorging. 4 Weniger ist von seinen 
Nachkommen zu rühmen. Mit Praxithea, die der Gemahlin des 
Erichthonios Pasithea ähnlich, aber mit einem auf Menschenopfer 
bezüglichen Umlaut benannt ist, 5 blieb Erechtheus ohne Söhne; 
oder es sind deren angebliche Namen, Kekrops Pandoros Metion, 
nur zur Einreihung dädalischer Metioniden und ihrer Kunstan- 
fänge ins Königsgeschlecht, oder auch für einen Uebergang zu 
nächstfolgender Herschaft (Pandion der zweite als Sohn eines 
zweiten Kekrops) erfunden. 

1. * Erechtheus' ist benannt wie Poseidon auch selbst heisst (§237, 3a), 
und zwar nicht sowohl in der Geltung eines nährenden ((puräXpios WTril. 280) 
als in der eines stürmisch flu tuenden (raus lQt%!>o[ji€vri dv^/noioiv) Gottes, 
womit die mythische Vorstellung von seiner unheilvollen Herschaft (WTrag. 2, 
71 7 ff.) wohl stimmt; dagegen l Erichthonios', ursprünglich der einem verborgenen 
Quell (Fchh. 126) entsprechende Nährgeist, auch seine königliche Gewalt in 
Linderung grosser Dürre (Diod. 1, 29) übte, und erst seit Athena dem Po- 
seidon obsiegte auch Wagenlenker (symbolisch gefasst ein Bezwinger der Flutben, 
vgl. Fchh. 124, 7\vloyoq 132) ist. 

2. 'Euböischcr Krieg' gegen die Chalkodontiaden (Eurip. Ion. 57). Alkon 
des Erechtheus Sohn und dessen Schwester Chalkiope sollten dem Erechtheus 
(dem fliessenden, Chalkiope als Frost, meint Fchh. 127 f.) ausgeliefert werden. 

3. 'Eleusinischer Krieg': Thucyd. 2, 15. Schol. Eur. Phoen. 854. Vgl. 
Lob. Agl.207. Fchh. 128 ff. 

4. ' Praxithea: vgl. ngceaaeiv <povov t Praxidike (Schw. Rh. Mus. 6, 
532 ff.). 

5. * Söhne des Erechtheus' werden entweder nicht vorausgesetzt (Eurip. 
Erechth. bei Lyc. in Leoer. 160) oder mit den obigen willkürlichen Namen, 
Pandoros, Kekrops II und Metion, belegt (Fchh. 121). 

Gerbard, Mythologie. II. g 



114 DRITTES BUCH. 

§762. 'Inhaltreicher verbreitet die Sage sich über des Ere- 
chtheus vier Tochter, Prokris Kreusa Oreithyia und Chthonia, von 
denen jede einzelne, durch eigentümliche Sagen von Kephalos und 
Minos, Xuthos Boreas und Butes, auf die geschichtliche Durch- 
kreuzung verschiedener, kephallenischer und kretischer, thessali- 
scher und thrakischer Volksstämme in Attika, oder auch auf 
Verbindung mit heimischem Priesterwesen, bezüglich erscheint. 
* In ihrer Gesamtheit nach Zahl und Einzelnamen verschieden 
geschildert, s sind sie, den Hyakinthiden und Leostöchtern gleich, 
4 durch den freiwilligen Opfertod für Poseidon oder die Erdgott- 
heiten berühmt, von welchem in drohender Gefahr des eleusim- 
sehen Krieges ihrer keine sich ausschliessen mochte, 5 einen 
Opfertod welcher sich theils aus Vaterlandsliebe, theils aus der 
bei Pest und Sommergluth auch sonst bezeugten Blutsühne erklärt. 
6 Ausserdem aber ist ein Grundzug dieser Sagen in der unver- 
wüstlichen Feindschaft zu erkennen, mit welcher der aus Athen 
vertriebne Poseidon ganz Athen, das Haus des Erechtheus nicht 
ausgenommen, verfolgte; Erechtheus selbst fiel, nachdem er den 
eleusinischen Kampf mit Eumolpos ruhmvoll bestanden hatte, 
durch Blitze des Zeus oder nach Andern durch eben jenen Zorn 
des Poseidon. 

1. 'Des Erechtheus Töchter': Apd. 3, 15, lff. Suid. v. n«Q&£vot. Hygin.46. 
238. Vgl. Schwenck Rh. Mus. 6, 534 ff. 

2. 'Zahl und Namen'. Auch von drei den Hyaden gleich kommenden 
(Eur. Erechth. fr. 3. Schol. Arat. 1 72. Hesych. fcvyos TQtitdQ&tvov) Erechtheus- 
töchtern ist die Rede, und in sechsfacher Zahl (Schw. Rh. Mus. 6, 535 ff. Fchh. 
130) werden bei Suidas (v. nagO'tvot.) Protogenia Pandora (beides Nymphen 
WTril. 287) Prokris Kreusa Oreithyia Chthonia (Schw. a. 0. 6, 544) genannt, 
womit die Namen der Hyakinthiden (Apd. 3, 15, 8) Antheis Aee\e%s Lusia und 
Orthaia (anders Schw. 6, 536) zu vergleichen sind. 

3. hyakinthiden' (Lob. 21 6s. Schw. a. 0. 6, 536, 544) sollten die sechs 
Erechtheustbchter wegen des im Gau Hyakinthos (vnlg tüv Sytvöovwv 
Suid. a. 0.) vollzogenen Opfers genannt worden sein. Auch an den lakoni- 
schen Hyakinthos (Harpocr.) und dessen Dienst (Schw. a. 0. 6, 536), selbst an 
die Sechszahl der Hyakinthenblätter (Fchh. 1 30), ist dabei gedacht worden. — 
Die 'Leostöchter' sind Töchter des 'Volkes' (Xtcog: Schw. 6, 532 ff.). 

4. Der Erechtheustöchter 'Opfertod' galt nach Hygin dem Poseidon, nach 
Andern (n€QO€(p6vrj Meurs. R. A.3, 9; vgl. Eur. Ion. 28! n$o yaiag) den Erd- 



HEROENSAGE. J. ATHEN. DES ERECHTHEÜS TÖCHTER. §762. 763. 115 

gottbeiten; woneben Schwende (a. 0.6, 545 f.) annimt, alles attische Menschen- 
opfer habe dem Stierzeus gegolten, mit welchem dann auch tödtliche Apolloopfer 
(Lykaios, Lykeios: ebd. 540 ff. 553 f. 577 f.) zusammenfallen. — Vom gemein- 
samen Selbstopfer (die jüngste fiel durch Erechtheus selbst: Apd. 3, 15, 4) sollte 
nach Andern Kreusa als jüngste zurückgeblieben sein (Enr. Ion. 277). 

5. Als 'Grund jenes Opfertodes' pflegen die attischen Geschichtsschreiber 
und Redner, nicht ohne Vermischung mit dem Krieg gegen Minos (Schw. a. 0. 6, 
544), reine Vaterlandsliebe vorauszusetzen; die Blutsühne des Priesterbrauchs 
gibt auch ia der Verwandtschaft des Hyakinthos mit dem vom Hundstern be- 
nannten Kynortes (Schw. 6, 543 ff.) sich kund. 

6. 'Tod des Erechtheus' (vgl. §758,6): Apd. 3, 15, 5. Meurs. Regn. 
AU. 2, 12. 

$ 763. l Die durchgängige NztuYsymbolik, welche, nur in 
Kreusa und Xuthos mit einer geschichtlichen Bedeutung unter- 
mischt, jenem Geschlechtsregister des neptunischen Erechtheus 
zu Grunde liegt und von scharfsinnigen Mythologen, anknüpfend 
an Metion Prokris und Kephalos, Oreithyia und Boreas, Ghthonia 
und Butes, zu einer neuen Folge bethauender Naturgöttinnen ge- 
steigert wird, kann auch der unbefangensten Betrachtung nicht 
leicht entgehn. * Unverkennbar ist in Oreithyia die Idee frischer 
Bergluft, welche der thrakische Nordwind im sausenden Hauch 
des Morgens mit sich entführt; s ihrer Ehe sind die beflügelten 
Helden Zetes und Kaiais, aber auch Kleopatra, die Gemahlin des 
thrakischen Phineus, und des Eumolpos vom Schnee benannte 
Gemahlin Chione entsprossen. 4 Während ferner die dem Butes 
vermählte Chthonia in das altattische Priesterthum, wie Kreusa 
des Ions Gemahlin ins neue Geschlecht der Könige Attikas uns 
einführt, 5 befindet Prokris sich auf so durchaus symbolischen 
Boden, dass ihrer und des ihr vermählten Kephalos zunächst 
selbständig gedacht werden muss. 

1. 'Symbolik der Erechtheiden'. Eine neue Folge heroisirter Naturkräfte, 
den kekropischen Thauschwestern entsprechend, wird in den erechtheischen Per- 
sonen Prokris Oreithyia und Chthonia, desgleichen in Metion Prokris und 
Kephalos erkannt (Forchh. Hell. 83 ff.). 

2. 'Oreithyia', die Boreas nach Thrakien oder Lykien (Soph. Strab. 7. 
195) entführt, bedeutet den Morgennebel und dessen Gebirgsluft (ogog, &v(o)> 
die (Hes. Opp. 553) dem Boreas sich vermischt: Wk. Denkm. 3, 144. Pr. Myth. 
2, 98ff. 

3. 'Kinder des Boreas* aus seiner attischen Ehe sind a) 'Zetes und 

8* 



116 DRITTES BUCH. 

• 
Kaiais' die aus der Phineussage (§664) bekannten, durch die Harpyien (Apd.3, 

15, 1) oder bei Tenos durch Herakles getödteten Boreaden (Jac. 887); ferner 

die b) mit Phineus vermählte 'Kleopatra' (Apd.3, 15, 3) und c) 'Chione', die 

mit Eumolpos vermählt (ebd.) den Schnee als des Boreas Kind (Od. 1 4, 476) 

und der Waldbäche Rauschen bezeichnet. 

§ 764. * Kephalos, dessen vielgedeuteter Name * bald auf 
persische Kephenen, bald auf Finsterniss oder Erdhauch zurück- 
geführt wird, Mässt auch seiner Abstammung nach mannigfaltig 
auf östliche oder westliche Aeoler sich zurückführen, wie sie 
mit achäisch-kretischem Apollodienst aus Thorikos, aus dem Gau 
salaminisch-kyprischer Kephaliden und aus böotischen Kephalos- 
sagen hervorgehn. 'Genealogisch wird er von Hermes und Herse, 
vom attischen Pandion oder auch vom thessalischen DeXon ab- 
geleitet 4 und seines Treibens durchgängig als Jäger gefasst, wie 
wir schon in der Sage vom teumessischen Fuchs ihn kennen 
lernten. 5 Bei nachweislichem Bezug zum Dienst des Apoll, sind 
doch hauptsächlich Aphrodite und mehrere Lichtgöttinnen ihm 
günstig. 6 Attische und orchomenische Sagen wussten mit He- 
roinen ihres Stammes, der Prokris oder der Minyastochter Kly- 
mene, ihn vermählt; eine andre, bereits hesiodische, Sage jedoch 
kennt ihn, von Eos geliebt und entführt, als syrischen Vater 
des Phaethon oder Tithonos : 7 darum vermuthlich weil in Ke- 
phalos der Morgenstern jagdliebender Nacht gemeint sein mag, 
dem Aphrodite Prokris und Eos mit gleicher Zuneigung sich 
nahn, ohne der Aura und Nephele Einmischung verhüten zu 
können. 

1—7. Ueber 'Kephalos': Hes. Theog.986. Pherecyd. Schol. Od.ll, 320. Apd. 
3, 15, 1. Ant. Lib. 41. Ovid. Met. 7, 665 ff. Hygin 125. Vgl. Jac. 534 ff. Schwenck 
Rhein. Mus. 6, 524. MDor. 1, 218. Forchh. 81 ff. Pr. Myth. 2, 93 ff. (Prokris als 

7f 7lQ0Y.tY.Ql fit VT}). 

§ 765. l Die Sage von Prokris und Kephalos lautet bei 
Apollodor folgendermassen. Prokris, ihres Namens die Bevor- 
zugte, wie sonst Göttin Arterais die Schönste und Beste heisst, 
2 war des Kephalos aus attischem Königsstamm entsprossne Ge- 
mahlin, 3 ergab sich aber für einen goldenen Kranz dem Pteleon, 
und flüchtete sich vor des Kephalos Rache zu Minos. 4 Ihr bei- 



EHROENSAGE. J. ATHEN. KEPHALOS UND PROKR1S. $764-766.117 

zuwohnen verlangte auch dieser, obwohl Pasiphae ihn durch 
Zauberkünste für alle andern Frauen gefährlich machte; Prokris 
vermochte jedoch durch die kirkäischc Wurzel den Zauber zu 
lösen und ergab sich auch ihm um eines* Hundes und Speeres 
Gewinn. 5 Die Pasiphae fürchtend wagt sie demnächst nach 
Athen heimzukehren, versöhnt sich mit Kephalos ; dieser jagt mit 
ihr, tödtet sie aber unwissentlich durch einen Fehlwurf, von 
dessen Schuld ihn der Areopagus losspricht. 6 Die besonderen 
Umstände jenes Fehlwurfs berichtet genauer Ovid. Laut seinem 
auch sonst abweichenden Bericht, der die erste Verführung der 
Prokris aus Anstiftung der gleich ihr nach Kephalos trachtenden 
Eos ableitet, die Geschenke von Hund und Speer als Gaben der 
Artemis betrachtet und für deren Preis den Kephalos von der 
ihm unkenntlich gewordenen Prokris verführt weiss, fällt Prokris 
in eifersüchtiger Belauschung ihres nach Aura der kühlenden 
Morgenluft verlangenden Geliebten. 

$ 766. * Der symbolische Grund dieser Kephalossage ist 
durch die fast unverhüllte Einmischung persönlich gewordner Er- 
scheinungen der Tagesfrühe, unter denen die Göttin Eos obenan 
steht, eben so unverkennbar, als er, durch Einmischung kephalleni- 
scher Apollosymbole und manchen anderen Umstand, in dem Gewirr 
verschiedener Dichtung verdunkelt ist. *lhr volles Verständniss 
erhält eine solche Symbolik der Tagesfrühe erst durch die in 
gleicher Mitte nicht fehlende Symbolik des Tagewerks: wie bei 
Mond und Morgenslern Jäger Kephalos dieses beginnt, stählt 
Aglauros als eisiger Morgenquell, im Ephebeneid fortwirkend, die 
Thatkraft des Kriegers; 3 es erhebt sich, vom Morgenthau Herse 
geboren, der Heroldruf der von Hermes erzeugten Keryken, 4 und 
aus dem in solchen Geschlechtern fortwirkenden Königsstamm 
sprosst, selbst wenn die nächste Erbfolge des. Reiches verloren 
geht, zu neuer Tages- und Thatkraft Weisheit und Kunst, durch 
Metioniden und Dädaliden vertreten, von neuem auf. 

1—4. 'Symbolik des Tagewerks'. Wie durch a) Kephalos die Tagesfrühe 
des 'Waidwerks', ist durch b) 'Aglauros' und deren Ephebeneid (§ 757) 
das Tagewerk des 'Kriegers', in c) «Keryx' (§755, 6) der Tagesruf der 'He- 



HS DRITTES BUCH. 

rolde', in d) ' Metion und Dadalos ' (§761, 6; von ^ir\itg und dcttöakog) aller 
durch 'Rath und Kunst' zu erlangender Erfolg, bereits im attischen Königs- 
stamm mythisch begründet. 

§ 767. ! Von des Erechtheus Sohn oder Enkel Metion wird 
neinlich berichtet, dass er, mit Alkippe oder Iphinoe vermählt, 
des Eupalamos Sohn oder Vater, Vater vielleicht auch des si- 
kyonischen Sikyon, des Kunstheroen Dädalos Ahn oder Vater 
war. * Dädalos, der Baumeister und Bildner kunst- und er- 
findungsreiches Vorbild, 3 hatte aus Künstlerneid den tödtlichen 
Felsensturz seines Schülers Talos, des Sohns seiner Schwester 
Perdix, des Erfinders der Säge, verschuldet; 4 diesem in mancher- 
lei Sagenspiel verschieden erzählten Ereigniss schlicsst als noth- 
gedrungene Folge die Erzählung von seiner Flucht nach Kreta 
zu Minos und von seinen dortigen Bau- und Bildwerken sich 
an. 5 Durch den an Pasiphae und Ariadne geleisteten Beistand 
dem Minos verhasst und von ihm eingesperrt, befreite er sich 
flüchtend durch wächserne Flügel in eben der Weise, deren un- 
vorsichtiger Gebrauch seinem Neffen Ikaros das Leben kostete. 
'Erst nach Kumä, dann zum sicilischen Könige Kokalos nach 
Kamikos gelangt, fand er bei diesem auch vor des Minos Ver- 
folgungen Schutz. 7 Eine vereinzelte Sage lässt ihn durch die 
Töchter des Kokalos sterben; Andere lassen ihn durch Theseus 
nach der Erlegung des Minotauros in seine Heimath Athen zu- 
rückgekehrt sein, wo als Nachkommen seines Geschlechts Däda- 
liden noch spät bekannt waren. 

1. 'Metion': Apd. 3, 15, 9. Diod. 4, 76. Vgl. Fcbh. 121 ff. 

2. Ueber * Dädalos': Hom. II. 18, 592. Apd. 3, 15, 9 (Heyne obss. p. 348; 
Ikaros bei Apd. 2, 6, 3 erwähnt). Diod. 4, 76. P. 9, 3, 2. OMet 8, 159 ff. Hygin. 
fab. 39 not. Vgl. Jac. 21 4 ff. WTril. 291. Mercklin Talossage S. 68 ff. (Perdix). 
Arch. Ztg. 1849 no. 17. Pr. Myth. 2, 345 f. 

§ 768. * Um das ausgestorbne Geschlecht des Erechtheus 
mit den nachfolgenden Herschern Athens zu verknüpfen, hat 
deren Stammtafel einen zweiten Kekrops aufzuweisen, welcher, 
mit Metiadusa der Tochter eines Eupalamos vermählt, oinen 
zweiten Pandion zeugt, *der von den Metioniden vertrieben als 
Eidam des von Megara nach Pylos gezogenen Königs Pylas in 



HEROENSAGE. J. ATHEN. DÄDALOS. PANDION. AEGEUS. % 767—770. 119 

Megara b erseht, von wo aus seine vier Söhne sieh mit Ver- 
treibung der Metioniden von neuem in Attika gründeten. 'Bei 
Theilung des Landes ward Aegeus Herr von Athen, während 
seine drei Brüder, Pallas Lykos und Nisos, im übrigen Attika ver- 
sorgt wurden. 

1 — 3. 'Pandionll und die Metioniden': P. 1, 5, 3. Die Beziehung auf 
Megara ist unbedenklich auch auf den ersten Pandion (§ 759) anwendbar. 

% 769. l Neben solcher Dunkelheit willkürlich erdachter 
Stammhalter lässt nun die Sage in doppelter Lesart auf Pandions 
Regierung entweder den Ion oder den Aegeus folgen. Vom Apollo- 
Patroos der Ionier, der mit der Erechtheustochter Kreusa an der 
Pansgrotte der athenischen Burg zusammentraf, *war Ion, von 
dem ein gleichnamiger Sohn des Gargettos unterschieden wird, 
Apolls erst ausgesetzter, von Hermes aber nach Delphi gebrachter, 
im dortigen Tempel dienstbar gewesner und von seiner Mutter 
laut einem Orakelwort dort wieder erkannter Sohn geboren, 
der somit älter war als die mit seiner Mutter von Xuthos er- 
zeugten Söhne Achäos und Doros. Die besonderen Umstände 
jener Auffindung führt uns ein euripideisches Drama lebendig 
vor Augen; s ausserdem wird uns bezeugt, dass Ion theils von 
den Athenern gegen die Thraker zu Hülfe gerufen über Eumolpos 
siegte, theils auch die vierfache Eintheilung attischer Stämme 
gegründet haben soll, deren Namen Geleonten Aegikoreis Argadeis 
und Hopleten man auch von seinen Söhnen ableitete. 

1 — 3. lieber 'Ion' handeln, ausser dem von ihm benannten Stück des Euri- 
pides (über dessen Auffassung MDor. 1, 246): Herd. 5, 66. Apd. 1, 7, 3. 3, 15, 1. 
P. 1,28,4. 14,2. 7, 1, 2. Strab. 8. 383. Vgl. Jac. 552. WTril. 296. Aren. 
Ztg. 10, 401 ff. Pr. Myth.2, 101. — üeber die vier 'Phylen': Herrn. Staatsalt. S 94. 

§ 770. ' Im Sinn der Aegiden lässt deren kurz vorher er- 
örterter Stammbaum den Aegeus als eines nach Megara geflüchte- 
ten zweiten Pandions echten oder auch unechten Sohn auf Pandion 
folgen, dergestalt dass bei der bereits gedachten Theilung des 
Landes mit seinen Brüdern Attika, vom Pythion in Oenoe be- 
grenzt, ihm zufiel. * Zweierlei Ereignisse hauptsächlich bezeich- 
nen für uns jene Regierung des Aegeus, dessen Name bacchisch 
oder neptunisch als Bocks- oder Wogenmann sich deuten lässt, 



120 DRITTES BUCH. 

ohne in seiner unklaren Abkunft oder in bacchischen Götterbe- 
zügen seiner Sage eine Entscheidung darzubieten. 3 Zuvörderst 
die Sage die ihn als ausländer, erst durch willkürliche Theilung 
zu Attikas Herschaft gelangt, in innere Kämpfe, namentlich gegen 
Peteos und die Pallantiden verwickelt 4 und in mehrfachen Ehen, 
erst mit Meta und Chalkiope den Töchtern wehrhaften Adels, 
des Hoples und des Rhexenor, dann auch mit einer der ahnen- 
losen Volksklasse, Autochthe, kinderlos zeigt. 4 Dieselbe Volks- 
ansicht, die solchergestalt gegen ihn als Ausländer misswollend 
erscheint, erklärt uns zugleich die Begünstigung ausländischer 
Kulte durch Aegeus, der erst beim delphischen Apoll, dann aber 
auch bei Aphrodite- Urania und selbst in den Künsten Medeas 
Abhülfe seiner Kinderlosigkeit suchte. 5 In der That erlangte er 
die ersehtfte Nachkommenschaft erst mit der ausländischen Aethra, 
des trözenischen Königes Pittheus Tochter, die er in bacchischem 
Rausch im dortigen Tempel Athenens umarmte, und durch Ein- 
mischung des ausländischen Meergotts Poseidon, von welchem 
ihm Theseus geboren ward. 

§ 771. x Diese Einmischung Poseidons in das athenische 
Königsgeschlecht wird uns begreiflicher durch das zweite Haupt- 
ereigniss jenes Zeitraums, welches wir in Athens damaligem Ver- 
hältniss zu Kreta erkennen. Die Gewalt Kretas über Athen, das 
bei des megarischen Nisos Besiegung durch Minos nicht unbe- 
rührt bleiben konnte und für die Zeiten der minoischen Thalasso- 
kratie noch anderweitig hervorgeht, 2 gibt hauptsächlich in der 
Sage vom Sohn des Minos, einem kretischen Erichthonios, dem 
dämonischen, ritterlichen zugleich und ungethümen, Erdsohn 
Androgeos, sich kund. s Als dieser, vielleicht durch den von 
ihm bekämpften marathonischen Stier, nach der gangbarsten Sage 
aber durch einen bei Oenoe, als er zum Leichenopfer des Lajos 
nach Theben zog, ihm als Verbündeten der Pallantiden gestellten 
Hinterhalt, in Attika umgekommen war, 4 überzog Seuche das Land, 
und diese konnte, auch nach des Orakels Ausspruch, nicht wei- 
chen, bevor der zugleich mit Krieg drohende Minos befriedigt 
war; endlich geschah dies durch Leichenspiele für Androgeos, 



HEROENSAGE. J. ATHEN. AEGEUS. THESEÜS. $ 770—773. 121 

aber auch durch Menschentribut, den die Blutgier des kretischen 
Stierdienstes heischte. 5 Dem Theseus gelang es von diesem 
Tribut seine Vaterstadt zu befrein; doch kam in banger Er- 
wartung seiner Heimkehr Aegeus durch Meeressturz um, in Me- 
gara lag er begraben. 'Des Krieges Ende ward erst durch beider 
Könige Söhne, durch Theseus und durch des Minos Sohn Deu- 
kalion, geschlossen. 

1—5. 'Athens Krieg mit Kreta': Hock 2, 8 4 ff. Stephani Minot. 28. — 
Ueber 'Androgeos*: Apd. 3, 1, 2. 15, 7. Diod. 4, 60. P. 1, 1, 4. 27, 9. Hesych. in 
Evpvyvy äywv. Vgl. Jac. 97. Paucker att. Pallad. S. 18, 25. Pr. Myth. 2, 185. 

$ 772. ! Des Aegeus Sohn und Nachfolger Theseus, seines 
Namens ein Gründer, *wie er denn in der That des neuen Athens 
und des ionischen Stammes vorleuchtender Heros ist, trägt als 
Unterpfand seines grossen politischen Berufs von Vater und 
Mutter her die Beglaubigung erechtheidischen Erbes und pelo- 
pidischer Abkunft; s seine geheime Abstammung aber lässt in 
diesem Sohne von Aegeus und Aethra 4 vielmehr den Erzeugten 
Poseidons erkennen, wie denn neben Sagen von dieses Gottes 
besonderer Huld gegen ihn auch Kultusgebräuche in solcher 
Geltung noch spät ihn bekundeten. 5 Aus enthobener Felsenlast 
eignet er Schuhe und Schwert seines Vaters sich zu und tritt 
sogleich den Weg nach Athen an, die heilige Strasse Poseidons 
entlang, auf welche der Sieg über wilde Poseidonssöhne samt 
Feuer- und Erdgeburten seine Bestimmung, die Gründung der 
isthmischen Spiele sein bleibendstes Denkmal war. 

1. Ueber »Theseus': Hom. II. 1, 265. Od. 11, 322. 631. Hes. Scut. 182. 
Piutarch. Tbes. lff. Apd. 3, 10, 7. Diod. 4, 59 ff. Vgl. Jac. 855. Stephani Theseus 
und Minotaur Lpz. 1812. Guigniaut 3, 3, 1076ff Pr. Myth. 2, 86ff. 189ff. 

2. Seines 'Stammes' (Steph. Minot. S. 5) ist der a) Aegide (Aiyftörjs 
11.1,265. P. 10, 29extr.) Theseus durch sein Götterwesen (§777), seinen 
politischen Verkehr mit Trüzen und Euböa und selbst seine Tracht als Spröss- 
ling der jungern ' Ionier' unzweifelhaft, deren Stamm er als Ordner und Stamm- 
herr vertritt; den b) 'Erechtheiden' ist er nur missbräuchlich (prjälv ngoa^xay 
Plut. Thes. 13. 'JBpe^fc/Jqc P. 7, 17, 3), gerade so angehörig wie er c) als Enkel 
des trözenischen Pittheus auch ein Abkömmling des Pelops (anoyovog Ilikonog 
P. 5, 10,2) heisst. 

$ 773. ! Auf diesem gefahrvollen Zuge nach Athen wurden 
die sechs berühmtesten Heldenthaten des jugendlichen Theseus, 



122 DRITTES BUCH. 

an Periphetes und Sinis, dem krommyonischen Schwein, Skiron 
Kerkyon und Prokrustes, vollfuhrt; * glänzend wurden die vor- 
nehmsten Orte des Weges, Epidauros, der Isthmos, Krommyon 
Megara Eleusis und Erineos, durch ihn bezeichnet, 3 worauf dann 
die Sage von seiner ersten Erscheinung in Athen, seiner Reinigung 
von vergossenem Blut durch die Phytaliden und seiner Ankunft 
bei Aegeus zu berichten weiss. 4 In seiner ausländischen Tracht 
von Leuten des Volkes als Mädchen verhöhnt, wird er von Aegeus 
als Held begrüsst und, nach vergeblichem Vergiftungsversuche 
Medeas, auch als sein durchs eigne Schwert des Vaters be- 
glaubigter Sohn erkannt. 

§ 774. l Zahlreiche neue Ueidenlhaten steigern demnächst 
den Ruf des athenischen Königssohnes; zahlreiche Dichtungen 
waren geschäftig, mit seinem Ruhme zugleich auch die weit- 
reichende Macht des spätem Athens in der weitreichenden Ferne 
theseischer Abenteuer vorbildlich zu schildern. * Weit im Norden 
und Osten war Theseus als kalydonischer Jäger, als Argoschiffer, 
als Amazonenbekämpfer am Thermodon berühmt geworden, von 
welchem Zug seine Befreundung mit Herakles und manche ein- 
zelne Amazonensage sich herschrieb; 3 und wie der dorische He- 
rakles demnächst durch Theseus in Athen eingebürgert erscheint, 
4 hatte der thessalische Peirithoos, attischer PeirithoSden Ahnherr, 
die Waffenfreundschaft des Theseus in Attika selbst aufgesucht, 
um mit ihm den Raub der Helena samt der Tyndariden Be- 
kämpfung, und auch den molossischen Raub der Persephone zu 
unternehmen, der zwar beide Helden ins Unheil, angeblich des 
Hades, führte. 

§775. 'Des Heldenruhms dieser zahlreichen Abenteuer un- 
beschadet, tritt jene Gottesfurcht mit welcher er seine Laufbahn 
begann von neuem leitend im Zug gegen Kreta hervor. Die 
Abkunft von Poseidon, deren Frucht er in drei ihm freigegebenen 
Wünschen hinlänglich genoss um auch Königs Minos Zweifel 
durch Heraufholung seines Rings aus den Fluthen zu beschämen, 
2 hindert auch hier nicht dass Theseus fortan als durchgängiger 
Diener Apolls und der diesem Gotte befreundeten Gottheiten sich 



HEROENSAGE. J. ATHEN. THESEÜS. $ 773—777. 123 

kundgibt. In solchem Sinne erscheint er vom frühesten Zug 
nach Delphi, dem Gotte sein Haupthaar zu weihn, bis zu seiner 
Leistung apollinischer Sühne, seiner Einsetzung apollinischer 
Feste und seinem durch Sturz vom Felsen gefundenen Tod; 
3 so als Bekämpfen lunarischer Amazonen und als Besieger 
des kretisch - marathonischen Stiers, den er, wir meinen als 
bildlichen Ausdruck beseitigten kretischen Menschenopfers, dem 
attischen Apollo -Delphinios opfert; 4 so vollends in der rein 
attischen und verhältnissmässig späten Sage seines Zugs nach 
Delos und Kreta, eines bis in den Herbst andauernden Frühlings- 
zugs, in Zeiten geschichtlicher und religiöser Verbindung Athens mit 
jenen Inseln gedichtet, als sei er hauptsächlich zur Läuterung des 
Apollodienstes von Beimischung blutigen Brauchs unternommen. 

$ 776. l Durch des Androgeos Mord war Athen von dessen 
Vater Minos zur apollinischen Busse verpflichtet, *alle neun Jahr 
sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen zum Opfer des stier- 
köpfigen J/i»o/awr0.v-Asterion zu senden; 3 diesen besiegte The- 
seus, von Apollo -Delphinios und Aphrodite-Epitragia oder Pan- 
demos in Ariadnens Person, seiner Retterin aus dem Labyrinth, 
unterstützt, deren späterhin vielbesungenen Beistand er durch 
Entführung ihr lohnte. In Naxos angelangt blieb Ariadne zu- 
rück; Theseus hatte unfreiwillig sie verlassen, die auf Artemis' 
und Athenens Geheiss dem Dionysos verblieb. 

§777. 'Die durchgängige, allen Gottheiten der von ihm 
vereinten Volksstämme gewidmete, Gottesfurcht des Theseus 
haben wir hier noch weiter zu verfolgen. 2 Nach Athen heim- 
gekehrt ehrte er den naxischen Dionysos durch Einsetzung des 
Oschophorien festes, 3 und fuhr fort Delos zu heiligen, wo apol- 
linische Spiele mit Palmenbekränzung, dem Dienst einer dortigen 
Aphrodite gesellt, den Theseus als Gründer eines dem delphi- 
schen Heiligthum ebenbürtigen Apollodienstes des Ionerstammes 
nachwiesen, wie er denn auch zu Athen statt des älteren Del- 
phinios jenen delischen Dienst des Apollon einsetzte. 4 Ueber- 
haupt weiss Theseus die Gegensätze der alten zur neuen Zeit 
durch Vereinigung ihrer beiderseitigen Götterdienste zu dauernder, 



124 DRITTES BUCH. 

religiöser sowohl als politischer, Einheit zu steigern. Der jüngere 
Stamm aus dem er hervorging ist für ihn kein Hinderniss, der 
Burggöttin Pallas-Athena dienstbar zu sein, deren panathenäisches 
Bundesfest er einsetzt, 5 wie er denn auch dem ausländischen Ar- 
temisdienste entgegen kommt. 6 Bei solcher Willfährigkeit für die 
in Attika bereits eingeführten Gottheiten ist er durchgängig be- 
müht ein Reiniger und Erneuer ihres Dienstes zu sein, und über- 
bietet in diesem Bestreben als ionischer Ahnherr die ganz ver- 
wandten Bemühungen des übrigens als sein Vorbild . gedachten 
6 und selbst zum Heroendienst von Theseus empfohlenen dori- 
schen Stammhelden Herakles. 

§ 778. * Bei seiner ruhmvollen Heimkehr aus Kreta hatte 
Theseus durch Versäumniss des verabredeten weissen Segels, 
das statt des schwarzen, mit dem er fuhr, den guten Ausgang 
der kretischen Fahrt seinem Vater verkünden sollte, des Aegeus 
selbsterwählten Tod unfreiwillig verschuldet, *dem er als Her- 
scher Athens nachfolgte. Im Besitz dieser Würde wusste der 
attische Nationalstolz nicht nur den Ruhm gesicherter und er- 
weiterter Grenzen, 3 sondern, der politischen Stellung Athens ge- 
mäss, zu Sparta Theben und Argos auch die Bekämpfung der Tyn- 
dariden und den grossmüthigen Beistand ihm nachzurühmen, den 
er an Oedipus und Adrast wie an den argivischen Herakliden 
geübt haben sollte. 4 Die altbegründete Macht Athens sollte auch 
schon zu des Theseus Zeit attische Pflanzstädte gegründet, 5 sein 
Siegesruhm gegen das von fernem Asien her bis nach Athen 
vorgedrungene Amazonenheer sich bewährt haben: eine vielge- 
feierte Sage, in welcher vielleicht wilder Frauendienst der als 
Pallas und Artemis bekannten lemnischen Göttin gemeint ist. 

§ 779. i Noch ein anderer Theil des theseischen Sagen- 
kreises betrifft die nach innen gewandte Herscherkraft, durch 
welche der neu gegründete ionische Stamm, durch politische 
und religiöse Einigung seiner Demen erstarkt, * den Volksparteien 
älteren Schlags, namentlich den von Menestheus des Peteos Sohn 
angeführten erechtheischen Pallantiden, gegenüber sich behauptete. 
•Lange Zeit dieser Partei überlegen, deren Hinterhalt er durch 



HEROENSAGE. J.THESEüS. DESSEN FRAUEN UND SÖHNE. $ 777—781. 125 

Verrath ihres eigenen Herolds «Leos, das ist des attischen Volkes, 
besiegt hatte, 4 musste der alternde Theseus nichtsdestoweniger 
ihr weichen. Mit seinen Söhnen, Akamas und Demophon, nach 
Skyros entflohn, wo König Lykomedes nach Art apollinischer 
Busse durch Sturz vom Meeresufer in ähnlicher Weise ihn tödtet 
wie vor ihm Aegeus gestorben war, 5 scheint Athens Erretter der 
Zukunft seines Landes entzogen zu sein, welche jedoch, durch 
seine nach Euböa geretteten Söhne alsbald neu belebt, ihn als 
Heros, späterhin auch als Gründer der Demokratie, zu ehren 
wusste. 

$780. 'Eine besondre Erwähnung verdient -endlich, dem 
apollinischen Charakter des Theseus gegenüber, die Reihe ihm 
verknüpfter und in entsprechender lunarischer Symbolik benannter 
Frauen. Obenan unter diesen stehn die minoische Phädra, von 
welcher Akamas und Demophon seine Söhne sind, *und die 
Amazone Antiope, des von Phädra geliebten und tödtlich ver- 
leumdeten Hippolyts Mutter. 'Ihnen stehen als Ausdruck von 
Mondesglanz die spartanische Helena, Iphigenias Mutter von The- 
seus, 4 und die phlegyeische Aegle zur Seite; 5 woneben, weniger 
der Artemis als der Kora vergleichbar, die im Molosserland mit 
Peirithoos von ihm entführte Persephone 6 und hauptsächlich die 
kretisch-naxische Ariadne zu nennen sind. 

1 — 6. «Theseische Frauen': Pr. Myth. 2, 200. 

§781. akamas und Demophon, werkthätigen und priester- 
lichen Namens, genossen die ihnen zustehende echteste Abkunft 
von Theseus mehr in seiner Heldenkraft als in der Herschaft, 
die schon ihrem Vater entzogen war, während sie selbst in Eu- 
böa bei Elephenor verweilten. *Bei Trojas Zerstörung werden sie 
als Befreier der Aethra erwähnt; dem Akamas soll vor des Krieges 
Beginn eine Botschaft dorthin mit Diomedes zugleich anvertraut, 
nächstdem Ruhm und Ansehn in Kypros beschieden gewesen 
sein, wo er im eigenen Schwerte verunglückt seinen Tod fand. 
* Demophon, den Homer eban so wenig erwähnt und manche Sage 
mit Akamas verwechselt, soll mit einer Priamostochter Laodike 
den Munychos Munychias Gründer erzeugt, in Thrakien Liebe 



116 DRITTES BUCH. 

und Verwandlung der Phyllis Tochter des Königs Siton ver- 
schuldet haben; 4 doch auch in Attika ist er, mehr noch als 
sein Bruder, bezeugt. Ihm verdankte Athen den Erwerb des 
diomedischen Pallaflions, den er wegen unwissentlichen nächt- 
lichen Blutvergiessens bei Phaleron durch des davon benannten 
Gerichtshofes Stiftung sühnt. 'Ausserdem wurden Empfang und 
Reinigung des Orest in Athen ihm beigelegt, woran die Ein- 
setzung des bacchischen Choenfestes sich knüpfte, 8 und der 
Herakliden Aufnahme in die attische Tetrapolis, samt der durch 
Makarias Selbstopfer erfolgreichen Bekämpfung ihres Feindes 
Eurystheus, dem Demophon nicht weniger als, wie Andere 
wollten, dem Theseus beigemessen. 

1. 'Akamas': P. 10, 10, 1; 26, 1 ; 1,1, 4. Plut. Thes. 28. Diod. 4, 62. Steph. 
t. HxapdvTiov. VAen. 2, 262. Vgl. Jac. 63. WTril. 292. 603. Cycl. 2, 248. 

2—6. 'Demophon': P. 1, 28, 9. 10,25,2 (Lescües). Diod. 4, 62. Plut. 
Thes. 28. Ant. Lib. 33 (Herakliden). Athen. 10. 437. Poll. 8, 118. Hygin. 48. 
59. Vgl. Jac. 248. Ruckert Athenad. 29f. Ghd. Arch. Ztg. 1848 no. 17. Paucker 
att. Palladion S. 16, 72. 

§ 782. l Andererseits ist jenen Theseussöhnen ihr Erbfeind, 
der im Griechenlager vor Troja gleichfalls und zwar als Heer- 
führer genannte Mcnestheus zur Seite zu stellen. Wie seine 
obenerwähnte Vertreibung des Theseus mit Hülfe der Tyndariden 
gelungen war, 2 ist als in ähnlicher Weise betheiligt auch der 
Ortsheros Akademos hier zu nennen; derselbe veranlasst uns, 
noch anderer Landesheroen Attikas, des beim erechtheischen 
Jungfraunopfer erwähnten Gerästos, des Anagyros und Echelos, 
Kalamites Panops und Phaleros hier zu gedenken, bevor wir aus 
Attikas mythisch bezeichneten Grenzen zur Mythologie seiner Nach- 
barorte uns wenden. 

1. 'Menestheus': Hom. 11.2, 553. 4, 327. P. 1, 17, 6. 2, 25, 6. Plut. 
Thes. 32. 35. Philostr. Her. 2, 16. Vgk Jac. 61 6 f. Ghd. etr. u. kamp. Vas. Tf. 14. 

2. Sonstige * attische Heroen' sind a) i Akademos' (Plut. Thes. 32. Diog. 
L.3, 9. Vgl. Jac. 62. Ghd. Arch. Ztg. 1845 no. 33), der 6) Kyklop 'Gerästos* 
poseidonischen Namens, bei dessen Grabmal Erechtheus das Jungfrauenopfer 
vollführen sollte (Apd. 3, 15, 8; Gerastos als Zeussohn bei Steph. s, v.); c) 
4 Anagyros', eines Haines Dämon, dessen Holzdiebstahl er rächt (Ar. Lys. 68. 
Suid. ]AvayvQaOiog. ükert Dämonen S. 193); d) * Echelos' (Hesych. s. v. De- 
kelos?), e) ' Kalamites' (Demosth. cor. 270. §129), in welchem ein Heros der 



HEROENSAGE. J. DEMOPHON. MENESTHEUS. MARATHON. $781— 784. 127 

Schrabkaast vermathet wird, und f) 'Panops' ein Brunnenberos (Hesych. s. ?. 
ycifc, äyalfitci, xQTiVT)). Üeber g) 'Phaleros*: P. ], 1, 4. Jac. 733. 

§783. 'Aus dem eignen Bezirk Anikas sind hier vorerst 
Merathom und Aphidnä hervorzuheben, wie denn namentlich 
Marathon, neben jener beider Orte gemeinsamer Wichtigkeit 
in der theseischen Tyndaridensage, *den Herakles und Theseus 
sowohl, als auch den mit der Pflugschar die Feinde bezwingenden 
Eehetlos und den, genealogisch mit Korinth verknüpften, Orts- 
heros Marathon aufweisen kann. "Des Melampodiden Amphiaraos 
Ruhm, den die thebische Sage verherrlicht, war am böotisch- 
attischen Grenzort Oropos mit göttlichen Ehren gefeiert; 4 aus 
Thorikos ist des dort heimischen Kephalos oben Erwähnung ge- 
schehn, 5 und so findet auch die auf Salamis und Xypeteon rück- 
weisende Sage attischer aus Kypros Kreta und Troja berühmter 
Teukrer an anderen Stellen dieser Darstellung ihren Platz. 

1. 'Marathon und Aphidnä' in der Theseussage: P. 2, 22, 7. Tzetz. 
Lyc. 503. 851. Vgl. Jac. 858. Pr. Myth. 2, 76. 190. 

2. Als ( Heroen von Marathon' glaubte man bei der dortigen Schlacht 
a) den 'Theseus' der Erde entstiegen zu sehn (P. 1, 15, 4. Plut. Tb. 35); in 
noch höherem Ansehn stand 6), angeblich früher als sonst irgendwo dort 
göttlich verehrt, * Herakles' (P. 1, 15, 4. 32, 4), dessen Spur auch im Quell 
Makaria (P. 1 , 32, 5), sagenhaft berühmten, ursprünglich phönicischen, Namens, 
•ich dort vorfand. Der c) Ortsheros 'Marathon' aber (P. 1, 32, 4. 2, 1, 1. 
Vgl. Jac 597) war als Sohn des Epopeus vom Stamme des Helios entsprossen, 
und sein Sohn Korinthos galt als Stammherr der gleichnamigen Stadt, woneben 
als rf) dortiger agrarischer Bachedämon 'Eehetlos' (P. 1, 15, 4. 32, 4) be- 
kannt ist. 

3 — 5. Aus a) 'Oropos' ist Amphiaraos (§ 650, 6), aus dem b) kyprisch be- 
völkerten (Hes. Goq.) 'Thorikos' die Kephalossage (§ 764), aus c) 'Salamis' und 
'Xypeteon' (Str. 13, 604. Kl. 150) der Sagenkreis salaminischer Teukrer berühmt. 

$ 784. l Um so ausschliesslicher ist hier der Ort von Eleu- 
sis zu reden, dem ein gleichnamiger Ortsheros nicht fehlt und 
dessen, dem Dienst der Demeter gewidmeter, Boden ausser Ke- 
leos Diokles Eumolpos und Triptolemos auch den gleich diesem 
letztem von einer attischen Amphiktyonstochter geborenen Ker- 
kyon umfasst. *Von Poseidon erzeugt weist derselbe in seinen 
wechselnden Abstammungssagen auch auf Hephästos und auf 
Agamedes, Athen und Orchomenos hin, 3 und ist durch seine von 



128 DRITTES BUCH. 

Poseidon geliebte Tochter Alajt, einer heroisirten Getreidetenne, 
des arkadischen Hippothoos und Aepytos Ahnherr. 

1. In 'Eleusis' ist der a) Ortsheros -Eleusin' ($432, 2t) vielleicht nur 
aas Stammtafel und Festzug des cerealischen Mysterienwesens bezeugt, dagegen 
die übrigen oben genannten fr) 'rier Lehrlinge* der Demeter, denen auch der 
Volksführer * Keleos ' angehört, auf gemeinsamer Nennung im homerischen Hymnus 
(HCer. 479 ff. P. 2, 14, 2) und der dort ihnen beigelegten Unterweisung durch De 
meter beruhn. 

2. Leber 'Kerkyon und Alope': P. 1, 5, 2; 14, 2; 39, 3 (nnlaCaToa)\ 
8, 5, 3. Schol. Ar. Nub. 508. Hyg. 38. 187. Steph. HIotitj. — Vgl. Jac. 80. 
Wk. Trag. 2, 71 1 ff. Nouy. Ann. I, 149 ff. Pr. Myth. I, 368. 2, 193 ff. 

$ 785. 'Hauptsächlich aber bleibt aus Eleusis der priester- 
liche Eumolpos hier näher zu betrachten, dessen ins attische 
Land gedrungene Thrakerschaar zunächst aus Böotien kommen 
mochte, womit die Sage des ihm verbündeten akarnanischen 
Phorbas wohl stimmt; 'dagegen die in Athen beglaubigte Kunde 
seines Ursprungs ihn zwar durch seine Mutter Chione mit dem 
südthrakischen Boreas und Athens Erechtheiden stamm, übrigens 
aber durch allerlei Irrsal auch mit den nordthrakischen Namen 
Ismaros und Tegyrios, wie mit einer äthiopischen Benthesikyme, 
das ist Meerestiefe, in Verbindung setzt. 3 In Eleusis angelangt 
nimt Eumolpos das ganze attische Land als Eigenthum seines 
Vaters Poseidon in Anspruch, und es entspinnt sich der bereits 
oben erwähnte heilige Krieg, in welchem nach der vorhersehenden 
attischen Sage Eumolpos zugleich mit seinen Söhnen Phorbas 
und Immarados den Angriff mit ihrem Leben zu büssen hatten, 
4 wie denn ein Sieg über Eumolpos auch dem sonst nach Erechtheus 
fallenden Ion bezeugt wird, 5 nach älterer Annahme aber Erech- 
theus sowohl als Immarados fielen. Zugleich wird bezeugt, dass 
Eumolpos sein Priesterthum unter athenischer Obergewalt fortan 
übte, wogegen Athen in mancher Aenderung seines Burgdienstes 
ihm dankbar sein mochte. 

1 —5. 'Eumolpos': Apd. 3, 15, 4. Thuc. 2, 15. P. 1, 38, 3; 2, 14, 2. 
Strab. 7. 321; 8. 383. Eust. Hom. 1156, 52. Hygin. 46. Vgl. Jac. 330 f. Forchh. 
128 ff. Wk. Trag. 2, 717. Pr. Myth. 2, 99. 

$ 786. 'Megara, auch Nisa genannt, auf dessen zwei Burgen 
karischer Dienst der Demeter und kretischer des Apollon einander 



HEROENSAGE. J. ELEUSIS. MEGARA. j. 784-787. 129 

gegenüberstehn, hat als älteste Herscher eine Reihe karisch-lcle- 
.gischer Könige, *von Kar und nächstdem von Lelex stammend, 
aufzuweisen. s Zur Zeit des letzten lelegischen Königssprossen 
Skiron (gleichnamig einem der oben erwähnten Besiegten des 
Theseus) kam, aus Athen geflüchtet, der attische Pandion nach 
Megara und vermählte ihm seine Tochter; 3 König aber ward 
nächstdem Nisos, des Pandions attischer und in Athen auch be- 
grabener Sohn, den die herschende Sage dem Angriff des Minos 
auf Megara erliegen lässt: 4 man sagte durch den Verrath seiner 
Tochter, die für ein Halsband des Minos eine Locke des Haupt- 
haars abschnitt, an dem ihres Vaters Leben hing. 6 Nicht glück- 
licher als Nisos war ein vom böotischen Onchestos her ihm zu 
Hülfe gekommner und in gleichem Kriege gefallner Poseidons- 
sobn Megareus ; 6 dagegen Andre, die den minoischen Krieg gegen 
Megara leugneten, von einem Zeussohne Megaros wussten, der, 
aus Thessalien durch die deukalionische Fluth vertrieben, in Me- 
gara sich festgesetzt hatte. 7 Der darin enthaltenen Spur achäi- 
scher Ansiedlung entspricht die Sage dass, ehe Nisos zur Her- 
schaft gelangte, der Ausspruch des Aeakos schiedsrichterlich an- 
gerufen, von diesem aber Nisos als König, Megaros als dessen 
Eidam und Erbe verkündet ward, während (für einen zurückge- 
setzten Herscher befremdlich) dem Skiron die Feldherrnwürde 
verblieben sei. 

1 — 7. lieber die 'megariscke Königssage': Paus. 1. Kap. 39 bis 43, vgl. 
Reinganum, Megaris S. 11 3 ff. ; über 'Nisos und Skylla' insbesondere Apd. 3, 
15, 5. 8. Schol. Eur. Hipp. 1190. OMet. 8, 6 ff. 

§787. 'Unheil aber betraf des Megaros Söhne: nachdem 
der älteste, den Tyndariden verbündet, durch Theseus gefallen 
war, erlag der andre dem kithäronischen Löwen; 2 so geschah 
es dass Megareus selbst den Besieger dieses Löwen, den Pelo- 
piden Alkathoos, zum Eidam und zum Nachfolger sich wählte, 
Dieser lydische Herscher sollte, gleich dem Amphion, durch 
seiner Saiten Gewalt die megarischen Mauern gegründet haben; 
8 der Söhne Verlust traf aber auch ihn, des einen als kalydoni- 
schen Jägers, des andern durch ein Holzscheit seiner eigenen 

Gerhard, Mythologie. II. 9 



130 DRITTES BUCH. 

Vaterhand, als jene Todeskunde beim Opfer ihn überraschte. Durch 
die Töchter des Polyidos von seiner Blutschuld gereinigt blieb 
er samt allen Sprossen seines Stamms, denen auch die zu Minos 
nach Kreta gezogene Periböa angehört, heroischer Ehren bis in 
späte Zeiten gewürdigt. 4 Bald nach ihnen endet in einem andern 
Pelopiden, dem Agamemnonssohne Hyperion, die megarische 
Königssage sowohl als die Mythologie dieses Landes, in deren 
reiche Verwickelung noch mancher andere Zug nachträglich sich 
einreihen lässt: Namentlich von Orchomenos her Anschwem- 
mung der Ino und deren Bestattung durch Jungfraun des Leleger- 
stamms; desgleichen vom thrakischen Daulis her der zugleich 
mit Pandion und der Amazone Hippolyte dort begrabene Tereus. 

1. Der 'kithäronische Löwe' (P. 1,41,4) wird sonst auch den Thaten 
des Herakles beigezählt, von dessen Antheil an megarischen Sagen auch das 
dortige Grab Alkmenens zeugt (P. 1, 41, 1). 

2. 3. ♦Alkathoos': vgl. noch Jac. 72f. Eckerm. Mel. 161ff. Pr. fliyth.2, 124, 2. 

§ 788. ! Von einer Darstellung attischer Sagen ist endlich 
auch Trözen, die aus den Ortschaften Hypereia und Antheia 
gebildete Vaterstadt des Theseus, nicht auszuschliessen. Dort 
bildet, bei ähnlichen Gegensätzen des Athena- und Poseidon- 
dienstes wie in Athen, 'Trözens Erneuer und Gründer, der Pe- 
lopide Pittheus, seinem Namen und den ihm beigelegten Sprüchen 
gemäss, ein Musterbild der von Aegcus in ihm zu Rathe ge- 
zogenen königlichen Weisheit, ohne durch seine Vaterschaft der 
von Poseidon umworbenen Aethra andere Räthsel als das einer 
heroisirten ätherischen Athena uns darzubieten. ' Räthselhafter 
ist der, angeblich von Theseus und der ihm vermählten Amazone 
erzeugte, trözenische Heros Hippolytos. 

% Ueher ' Pittheus * (von ntfO<a)\ Apd. 3, 15, 7. P. 2, 30 und 31. Plut. 
Thes. cap. 3. Eur. Med. 687. Vgl. Jac. 751. Schneidewin de Pittbeo Troezenio, 
Gott. 1842. 4. 

§ 798. l Hippolytos, der auch Demophon hiess und von 
Trözen her auch in italischen Ansiedlungen, zu Sybaris und 
als aricischer Virbius, wiederkehrt, * wird als rossekundiger 
Jäger, der Artemis dienstbar, Aphroditen abhold, einem pythago- 
risch-orphischen Weisen vergleichbar, geschildert, und der offen- 



HEROENSAGE. J. MEGARA. TltAZEN. K. ARGOS. $787—790. 131 

bare Bezug zu seinem Grossvater Poseidon erscheint durch seinen 
gedachten Doppelnamen auch priesterlich. 'Nachdem seine Stief- 
mutter Phädra aus gekränkter Liebe zu ihm seinen Untergang, 
auf den von Theseus seinem Vater Poseidon geäusserten aus- 
drücklichen Wunsch, durch einen vom Meergott gesandten blut- 
dürstigen Stier (in Art des kretischen) herbeigeführt hatte, 4 war 
auf de» Tod des schönen Jünglings auch seine Wiederbelebung, 
sei es auf Erden durch Askiepios, unter den Sternen als Fuhr- 
mann, oder auch unter den Göttern und Heroen erfolgt, in wel- 
cher Geltung der in Trözen gleichfalls wohl bekannte Diomedes 
zuerst ihm geopfert haben soll. 5 Seinen räthselhaften Mythos 
im Ganzen zu deuten, kommt uns die Erinnerung neptunisch- 
solarischer Meeresopfer zu Hülfe; es mag das in Phaethon und 
andern unglücklichen Wagenlenkern mythisch gewordne Bild des 
auf und nieder gehenden, mächtigen oder gestörten, Sonnenlaufes 
auch in ihm zu suchen sein. 

1 — 5. Ueber 'Hippolytos' hauptsächlich die euripideische Tragödie; vgl. Jac. 
858. Kl. Aen. 11 «4. MFMb. $ 412, 2. Jahn archäol. Beitr. 300 ff. LSchmidt, Ar- 
ckioL Ztg. 3, 65 ff. und Bh. Mus. 1850. 52 ff. Wk. kl. Sehr. 1, 46G. Pr. Myth. 
2, 201 ff. 



K. AEGIV1SCHE DANAEE UND AEOLEE. 

% 790. f Vom nordgriechischen Festland wenden wir uns 
zu dem, allen südwärts strebenden Völkerschaaren Griechenlands 
von ältester Zeit her als Ziel und Sammelplatz willkommen ge- 
wesenen, Peloponnes, 'und haben zuerst in der geöffnetsten 
Bucht seiner östlichen Küste der von pelasgischer Ackerung be- 
nannten, vom Inachos durchströmten Landschaft zu nahn, 3 deren 
uralter Hauptsitz Argos eine nicht minder als es in Kreta und 
Altika uns kund ward mannigfaltige, aus griechischen sowohl als 
barbarischen Grundelementen gemischte, Bevölkerung, von Pe- 
laagern und Ioniern, achsischen Danaern und überseeischen Ver- 
wandten derselben, von Aeolern Pelopiden und Doriern, in sich 
nachweisen lässt 

9* 



132 DRITTES BUCH. 

1 . Als ursprungliche ' Volksstämme im Peloponnes' bezeichnet Herodot (8, 73) 
Arkader Kynurier und Achäer, durch welchen letzteren Namen die Ioner und Aegialeer 
bei ihm verdrängt sind; daneben gelten ihm als dort angesiedelte Fremde ausser 
den Doriern noch die Aetoler in Elis, die Dryoper zu Hermione und Asine, 
wie auch die (minyeischen) Lemnier zu Parorea. 

2. Ueber die 'Lage von Argos', ausser Pausanias (2, 15 ff.): Curtius Pe- 
lop. 2, 338 ff. 

3. Den hier angegebenen ' Volksstämmen von Argos ' (§ 70, 4) wird man 
im demnächst zu betrachtenden Stammbaum die Namen Pelatgos und laso*; 
Danaos und Agenor, Melampus Agamemnon und Hyllos entsprechend finden; 
über die ausländischen Einflüsse vgl. Herd. 1, 1. CPelop. 2, 342 f. Pr. Myth. 
2, 25f. 

§ 791. l In der langen, so verwickelten als mannigfachen, 
in ihrer ausführlichsten Gestalt vermuthiieh sehr späten, Stamm- 
tafel argivischer Könige *stehn, wie bei der attischen, Heroen 
der Landesnatur oder persönliche Ausdrücke des Landes oben- 
an. Auf den Altvater und Landesstrom Inachos, 3 den Feldfrucht 
zuerst und Herdfeuer beschaffenden Phoroneus, 4 und dessen 
apollinisch um Reinigung des Landes verdienten Sohn Apis 5 folgt 
als ein der Landschaft gleichnamiger, um Einführung libyscher 
Saat verdienter, Heros ' Allseher ' Argos -Panoptes, neben oder 
nach welchem der in Arkadien für autochthonisch erachtete Pe- 
lasgos genannt wird. 8 Seinem überwiegend agrarischem, von 
Namen wie Phorbas und Triopas begleiteten, Charakter schliesst 
in Iasos und Io der Ausdruck ionischer Mondverehrer, 7 im Ge- 
schlecht des Agenor ein zum Theil überseeisches Element sich 
an, 8 dessen letzten von Danaos besiegten Vertreter Gelanor 
Aeschylos nichtsdestoweniger als Pelasgerkönig uns vorführt, 
während doch auch so ägyptischer und phönicischer Einschlag wie 
Epaphos und Belos ihn bieten jenem Stammbaum nicht fehlt. 

1 — 8. 'Stammtafel von Argos': Apd. 2, 1, 1 (Heyne Obss. p. 383 ff.). P. 2, 
15,4; 16, 1 ff. Schol. Eur. Orest. 930. Vgl. Buttmann Myth. 2, 177 ff. MuH. 
Proll.l82ff. Schubart Quaestiones geneal. historicae, Marb. 1832. CPelop. 2, 343 ff. 

§ 792. ! Gehn wir hierauf zu näherer Betrachtung des Ein- 
zelnen über, so finden wir, dem im Allgemeinen so eben be- 
zeichneten Sinn dieses Stammbaums gemäss, die natürlichen An- 
fänge des Landes im Okeanidenpaar Inachos und Melia als Feuchte, 



HEROENSAGE. K. KÖNIGE VON ARGOS. 10. $ 790—793. 1 33 

in Phoroneus und Aegialeus als Acker- und Uferland, in Niobe 
lo und Argos-Panoptes als damit verbundnen ursprünglichen 
Mond- und Sternendienst ausgesprochen, 2 womit die Hinweisung 
auf älteste Stämme durch Pelasgos und Danaos, samt Anerken- 
nung uralter Einflüsse des Auslands, wie Epaphos Libya ßelos 
sie gewähren, verbunden ist. 3 Hieneben wird Phoroneus als 
Personalausdruck älterer Gesittung, Apis bald als Collectiv des 
Apialandes und Heros apollinischer Reinigung, bald auch als 
Tyrann und Stiertödter, und eben so Argos bald als Stier- und 
Schlangen tödter, bald als ein in seinen fünf Söhnen auch das 
korinthische und epidaurische Gebiet umschliessender Landesahn 
uns vorgeführt. 4 Eigenthümlich sind endlich, neben der aller- 
orts in den Mythen vorhandenen Spur altargivischen Seeverkehrs, 
die in Agenor Krotopos und Gelanor fast unverkennbar ange- 
deuteten Spuren fortwährender asiatischer Einwirkung. 

§ 793. ^ls letztes Glied dieser den Danaern vorangehenden 
Abstammungskette wird die mit Mondsnamen und auch mit dem 
ionischen Stamm gleichlautende, vom Mond so benannte, lo, des 
Iasos Inachos oder Peiren auch sonst bezeugte Tochter, 2 zugleich 
mit Argos, der als Panoptes ihr unholder Wächter heisst, in 
mythologischer Ausdehnung uns vorgeführt. 3 Der Mythos be- 
zeichnet sie uns als Herapriesterin Kallithoe, von Zeus in Liebe 
begehrt, von Hera deshalb verfolgt und als weisse Kuh den ge- 
heiligten Kühen ihres Hains beigesellt, dort an einen Oelbaum 
gefesselt, vom hundertäugigen Argos und von einem Vogel be- 
wacht, durch dessen Scharfblick die Künste des Hermes ver- 
eitelt wurden; 4 endlich, als Hermes durch Waffengewalt des 
Argos Meister geworden war, 5 durch Bremsenpein und durch 
unstätes Irren gestraft, dessen Schlangenzüge der äsehylische 
Prometheus vom Kaukasos aus ihr bezeichnet. 6 Des Irrens Ziel 
war Aegyptenland, wo sie den Epaphos, der argivischen Könige 
angeblichen Ahnherrn gebar; von diesem aber sollte Libya ge- 
boren sein, die mit Poseidon vermählt filr des Kadmos und Da- 
naos Stammmutter galt. 

1—6. Ueber 'lo': Hesiod. fr. 173. Mksch. (Stcph. HßavUs). Aesch. 



134 DRITTES BUCH. 

Prom. 562 ff. Suppl. 291 ff. Herd. 1, 1. 2, 41. Apd. 2, 1, 3 (not.). Vgl. Jtc. 895. 
MOrch. 110; Dor. 1, 120. WTril. 127 ff. (Kallithoe S. 134 f. Kallithyia hat Syn- 
cellus p. 283). Panofka, Argos Panoptes, 1837. Annali d. Inst. 11, 253 ff. 312 ff. 
Ghd. Mykotische Alterthamer (lo die Mondkuh) 1850. Preller PEncykl. 4, 21 6 ff.; 
Myth. 2, 26 ff. GHerroann zum Aeschylos 2 p. 152 ff. (Irren). MHdb. $351,4. 

§ 794. l Danaos, dessen Name bald auf die von ihm durch 
Wasser gehobene Trockniss bald auch auf die Urzeit seiner Er- 
scheinung gedeutet wird, obwohl er als Burgherr und Landes- 
bewässerer vielmehr den Fortschritt der Landesgesittung in sich 
trägt, * seiner Herkunft nach angeblich ein Orientale, wahrschein- 
licher aber ein nach Aegyptens und Asiens Küsten verkehrender 
lykisch-achäischer Seefahrer und KUstenbewohner, 3 gesellte zum 
früheren lo- und Heradienst des argolischen Landes den lyki- 
schen Wolfsgott Apoll; ausserdem ist durch seinen Nachkommen 
Perseus, den Sohn des Akrisios, ein den Inselbewohnern und 
Aethiopen furchtbar erwiesener Pallasdienst ihm verknüpft. 4 Die 
im Iomythos begünstigte Annahme ausländischer Abkunft wird 
in des Danaos Stammtafel fortgesetzt, als dessen Vater ein asiati- 
scher Belos, als dessen Bruder Aegyptos genannt wird, 5 von wel- 
chem letzteren Danaos nach vergeblich in Aegypten geführtem 
Kampf sich getrennt haben soll; nach Argos zu ziehn hatte die 
Göttin Athena ihm gerathen, deren lindisches Heüigthum er auf 
dem Wege dahin zu Rhodos gründete. 

1 — 5. Ueber 'Danaos': Hesiod. fr. 97 ('AqyoQ ctrvÖQOv iöv z/«v«o$ 
nofyosv h'uÖQOv, mit der Variante 4avaal dianr). Herd. 2, 91. Apd. 2, 1, 
4. P. 2, 10, 3. 20, 4; 2, 38, 4. Strab. 8. 371. Vgl. Jac. 21 9 ff. MOrch. 109 ff. 
WTril. 399 ff. Rückert Athena 124. CPelop. 2, 344 (als einheimisch). Pr. Myth. 
2, 33 ff. 

§795. l Vielleicht mit Bezug auf des Landes Trockniss und 
Feuchte erzählt die Sage von fünfzig Töchtern des Danaos, *von 
ihrer gefürchteten Ehe mit des Aegyptos fünfzig Söhnen und 
von dieser Ehe Vereitelung, indem auf des Danaos Geheiss sämt- 
liche Männer von ihrer Bräute Hand fallen sollten: eine Unthat 
von deren Schuld diese letztern durch Hermes und durch Athena 
gereinigt wurden. 3 Nur ein einziger jener Aegyptossöhne, Lyn- 
keus, blieb übrig, indem Hypermnestra die biüutliche Fackel 
durch ein Befreiungsfeuer > von Larissa bis zum Lyrkeionberg 



HEROENSAGE. K. 10. DANAOS. DANAIDEN. DANAE. $ 793—797. 135 

reichend, ihm lohnte. 4 Für aller übrigen Söhne Verlust Blut 
und Rache zu heischen, war hierauf Aegyptos nicht säumig, 
ward aber von König Gelanor, zum Schutze der Danaostöchter, 
auf seine Drohung sowohl als auf seinen thatsächlichen Angriff, 
zurückgewiesen. m 

1 -4. Ueber die 'Danaiden': Aesch. Suppl. 1 ff. Pind. Pyth. 9, 112 ff. 
Kern. 10, ML Herd. 2, 98. Apd. 2, 1,45. P. 3, 12, 2. Vgl. Jac. 218f. VJapet. 
192 ff. WTril. 399 (Aescbylos). 594. Ruck. Atb. 125 (Deutung der Einzelnamen). 
CPelop. 2, 341. Pr. Mytb. 2, 36 ff. 

§ 796. * Von jenen Töchtern des Danaos bleibt die von 
Poseidon einem Satyr abgewonnene Amymone berühmt, von wel- 
cher 'Männer phönicischer Art, der schiffskundige Nauplios 
'und dessen Sohn der erfindsame Palamedes, des Würfelspiels 
aus dem Troerkrieg mit Odysseus und Philoktet zugleich vielge- 
nannter, im lesbischen Methymna verehrter, Erfinder abstammten; 
woneben noch andere Sagen ihn in Euböa heimisch wussten. 4 In- 
sonderheit aber ist von jenen Heldenjungfrauen Hypermncstra, 
nemlich als Stammmutter eines Geschlechts von Helden berühmt, 
deren von ihrem Vater Lynkeus ererbter Lichtglanz im schild- 
berühmteu Abas und in dem Gorgobezwinger Perseus fortwirkt. 
5 Von Abas stammen als Zwillinge Akrisios, den Einige als Burg- 
herrn, Andre als 'Thörichten' deuten, und dessen Bruder Prötos 
der 'Erstling', dessen der Ausschliessung durch Akrisios gefolgte 
Fährlichkeiten wir weiter unten erörtern. 

1. Ueber 'Amymone': Apd. 2, 1, 5. P. 2, 37, 1; 38,2. Philostr. 1,8. 
Hygin. 169. Vgl. Jac. 93. Böttiger Amalthea 2, 277 ff. iabn Vasenbilder S. 34 ff. 
Mffdb. § 356, 3. 

2. 'Nauplios': Ap. Rhod. 1, 136 ff. P. 2, 38, 2. 4, 35, 2. Vgl. Jac. 642. 
WTril. 467. 

3. 'Palamedes': Apd. 2, 1, 5; 3, 2, 2. P. 10, 31, 1. Tzetz. Lyc. 384. 
Philostr. Her. cap. 10; VApoIl. 4, 13. OMet. 13, 56 ff. Hygin. 105. Vgl. Jac. 690f. 
Vk. Japet. 74. 359. OJahn, Palamedes, 1836. Wk. Trag. 2, 500 ff. (Euripides). 
Cnrtiiis NRhein. Mus 7, 455 ff. 

$ 797. * Des Akrisios Tochter Danac, ein persönlicher Aus- 
druck des dürren, auch in der Liebessage Poseidons und Amy- 
monens so geschilderten Landes, wird von ihrem Vater, der 
durchs Orakel gewarnt einen Enkel fürchtete, in ein dunkles Ge- 



136 DRITTES BUCH. 

mach eingesperrt, wo Zeus als goldener Regen sie heimsucht: 
aus seiner Umarmung gebiert sie den Perseus. 'Ungläubigen 
Zornes, zumal das Orakel ihn vor einem Enkel gewarnt, gibt 
Akrisios Tochter und Enkel in einen Kasten gesperrt den Wellen 
preis; der Kasten landet am Eiland Seriphos, wo Diktys (Netz, 
Garncr) zu König Polydektes (Vielfang) sie bringt. 3 Hier wider- 
steht Danae den Bewerbungen des Königs; Athenens Tempel ist 
ihr und ist ihrem Sohne eine Zuflucht, den Polydektes zuletzt 
auf gefahrvolle Kämpfe aussendet. 

1—3. 'Danae': Hesiod. Scut. 216. Simonides fragm. 37 (59). Soph. 
Antig. 944 ff. Apd. 2, 4, 1 ff . Hygin. 63. Vgl. Jac. 728, 3. WTrrl. 378ff. (Aeschy- 
los); Trag. 2, 630 ff. (Euripides). Stuhr 2, 295 ff. (cerealisch). Pr. Myth. 2, 47 ff. 

§ 798. ! Hiemit beginnt denn die Laufbahn des als Licht- 
held benannten und nachweislichen, über Hellas hinaus bis nach 
Aegypten und Asien hochberühmten, Perseus. 'Angeblich zur 
Hochzeitsgabe für Hippodamia, heisst Polydektes ihn vom äusser- 
sten Westen das Haupt der Medusa holen, s die er, durch Götter- 
gunst ausgerüstet, 4 von Gräen und Nymphen zurechtgewiesen, 
5 in der That tödtet; worauf er, von der Gorgonen Verfolgung 
nicht ereilt, das Gorgohaupt heimbringt und, obwohl es ihm 
selbst nur im Spiegel gezeigt ward, davon Gebrauch macht um 
den Polydektes in Stein zu verwandeln. 6 Eben dies Gorgohaupt 
weiht er demnächst Athenen und stellt die Ausrüstung der Göt- 
ter denselben zurück; 7 mit Danae und mit Andromcda, die er 
im Acthioperland befreite und ehelichte, kehrt er nach Argos 
heim. 8 Seinen Grossvater Akrisios, der des gewaltigen Enkels 
Begegnung meidend in das thessalische Larissa gezogen war, 
eilt er dort aufzusuchen, trifft zu den eben von Teutamos ge- 
feierten Leichenspielen ein, nimt Antheil am Diskuswurf und 
verschuldet es dort, dass Akrisios unerkannt durch seine des 
Enkels Wurfscheibe fällt; 9 dem Aufenthalte in Argos entfremdet, 
herscht er, mit den Prötiden tauschend, von nun an in Tiryns. 
10 Fernere Begegnisse seines Lebens finden wir nicht erwähnt: 
nur dass er, ein frommer Diener von Pallas und Hermes, den 
in Argos eindringenden Dienst des Dionysos so lange bekämpft, 



HEROENSAGE. K DANAE. FERSEUS. HERAKLIDEN. $ 797—800. 1 37 

bis Dionysos durch gütliche Einigung den Göttern gebotnen ar- 
givischen Dienstes hinzugefügt war. 

1 — 10. Ueber 'Perseus': Hom. II. 14, 310. Hes. Scut. 216ff. Pind. Pyth. 
12, 21. Herd. 2, 91. Apd. 2, 4, 1 ff. P. 2, 16, 2. 3. Schol. Ap. 4, 1091. TzeU. 
Lyc. 838. OMet. 4, 606 ff. Vgl. Jac. 728 ff. Cr. Symb. 4, 242ff. WTril. 378ff. 
(Aeschylos). Wk. Trag. 636 ff. (Euripides). Rückert Athcna 125 ff. Panofka, Per- 
seiis und Gräa, 1846. Pr. Myth. 2, 41 ff. 

$ 799. * Des argivischen Landes Heldenglanz weiter zu ver- 
folgen, gewähren Perseus und sein Geschlecht uns den vornehm- 
sten Stützpunkt. Räthselhaft zwar wird sein Geschlechtsregister 
durch Andromedas phantastische Abkunft aus Aethioperland; 
f auch ist seinen Sprossen, zu denen Alkaos Elektryon Sthenclos 
gehören, kaum sonst ein anderer Inhalt abzugewinnen als die 
Gewissheit innerlicher Befehdungen, hauptsächlich veranlasst durch 
räuberische Einfälle der für Argos und Theben gleich feindlichen 
Taphier. 8 So geschieht es, dass des Alkäos Sohn Amphitryon, mit 
Elektryons Tochter Alkmenc vermählt, von Tiryns durch Blutschuld 
entfernt, in Theben sich findet: dort nemlich war es, wo auf 
Veranlassung fortwährender Kriege Amphitryons mit den Taphiern 
Alkmene, um ihres Gemahles Nähe durch Zeus getäuscht, Mutter 
des Herakles ward. 

1. 'Andromeda': Apd. 2, 4, 3 (not.). Tzctz. Lyc. 836. Hygin. 64. OMet. 5, 
5 ff. Vgl. Jac. 730, 3. WTrag. 1, 349 ff. (Sophokles); 2, 6 44 ff. (Euripides). KFHer- 
raann, Perseus und Andromeda, Gott. 1851. Pauckcr, Arcü. Ztg. 10, 499 ff. Pr. 
Myth. 2, 48 f. 

2. 'Nachkommen des Perseus': Apd. 2, 4, 5. Schol. Apoll. 1, 747. Tzetz. 
Lyc. 838. 

3. 'Amphitryon': Hom. Od. 11, 265 ff. Hesiod. Scut. 2 ff. 80 ff. Apd. 2, 
4, 6. Schol. Ap. 1, 747. Vgl. Jac. 91 f. MOrch. 207. WTrag. 1, 371 (Sophokles). 

§ 800. f Herakles und die Hcrakliden drücken, dem Stamm- 
baum des Perseus genealogisch angereiht, durch ihr bei ein- 
dringender dorischer Heeresmacht auf achäi sehen Vorgang be- 
gründetes Anrecht, dem fast erloschenen Heldenstamme des Perseus 
und Danaos das Gepräge echt griechischer Abkunft von neuem 
auf. f Wie Herakles selbst als gehorsamer Dienstmann seines 
vor ihm geborenen Vetters, des Sthenelossohnes Eurystheus, die 
glanzvolle Reihe seiner Thaten vollführte, haben wir anderwärts 



138 DRITTES BUCH. 

zu erörtern; 'hier genügt es uns zu berichten, dass jenes Zwin£- 
herrn Gewalt und Leben mit der Rückführung der Herakliden, 
die Hyltos des Herakles erstgeborner Sohn führte, der attische 
Theseus unterstützte und in der Schlacht am Gargettos der vor 
seinem Ende verjüngte Iolaos zum Siege geleitete, das mythische 
Dunkel von Argos ins Tageslicht der Geschichte übergeht. 4 Einige 
geschichtliche Sagen knüpfen nächstdem sich an den Herakliden 
Temenos; 5 von des Eurystheus Geschlecht blieb seine Tochter 
Admete im dortigen Heratempel zurück, das priesterliche Geschäft 
der Geschichtsaufzeichnung von Argos, selbst und durch ihre 
Nachfolgerinnen, zu vollführen. 

1—4. 'Eurystheus und die Herakliden': Find. Pyth. 9, 83 = 147 (bei 
Theben?). Apd. 2, 8, 1. Diod. 4, 57. Streb. 8. 377. Vgl. Jac. 424 ff. MDor. 1, 
46 ff. WTrag. 1,373 ff. (Iolaos des Sophokles). 

5. 'Temeniden': Herd. 8, 138. Apd. 2, 8, 2. P. 2, 38, 1 (Temenos be- 
graben bei Lerna). Vgl. Jac. 425. 845. WTrag. 2, 697 f. 

$ 801. ' Von Argos selbst hat dieser Perseidenstamrabaum 
uns abgelenkt. Seinen Sagenkreis zu ergänzen, haben wir sonstige 
Bevölkerungen, namentlich des Aeolerstamms nachzuholen, der 
zuerst unter Prötos sich Länderbesitz dort verschaffte. Prötos, 
der, durch seines Bruders Akrisios Unglinipf flüchtig geworden, 
seefahrend und unstät uns in Korinth und in Lykien, dann, durch 
den lykischen Iobates wieder nach Tiryns heimgekehrt, 8 als Gründer 
kyklopischen Stadtbaus und Diener der pelopidischen Hera uns 
vorgeführt wird, 3 litt, neben dem Unheil das in seines Sohns 
Megapenthes Namen sich ausspricht, schweres häusliches Miss- 
geschick auch in seinen Töchtern. 4 Diese, von denen zu Tiryns 
Sikyon Theben noch späterhin manche Orlskunde erhalten war, 
werden vom Taumelgeist bacchischen Dienstes ergriffen : * im 
Wahnsinn glauben sie Kühe zu sein und leiden am Aussatz 
verirrter Liebeslust; damit heimgesucht, von Hera noch mehr 
als von andern Gottheiten, durchirren sie, wie vorher Io, die 
Länderweiten. 

1—3. Ueber ' Prötos*: Hom. II. 6, 157 ff. Apd. 2, 2, 2. P.2, 18, 4; 25, 6. 
Diod. 4, 68. Vgl. Jac. 770. Pr. Myth. 2, 39 ff. 

4. 5. Ueber die 'Prötiden': Hcsiod. fr. 42, 1. Callhn. HWan.233 (not.). 



HEROENSAGE. K. HERAKLIDEN. PRÖTOS. AEOLER. $ 800—803. 139 

flcri. 9, 34. Ap4. 1, 9, 12. Streb. 8. 346. P. 2, 7, 7; 8, 18, 3. Diod.4, 68. 
Vir*. Ed. 6, 48 (Senr.). OMeU 15, 325 ff. Vgl. Jac. 170 f. Eckerm. Melampus S. 8. 
23 ff. Pr. Myth. 2, 40. MHdb. $ 363, 2. 

S 802. ! Diesen bacchischen Wahnsinn der Prötostöchter zu 
bannen, unternimt der äolischc Dionysosdiener Melampus, des 
Kretheus Enkel von Tyro. Für der Prötiden Heilung bedingt er 
vorerst ein Drittheil des Landes sich aus, sodann, als Prötos 
mit der Gewährung zögert, ein zweites Drittheil für seinen Bruder 
Bias. f Nun erst gibt Prötos nach; die Prötiden werden gereinigt, 
irgendwo im arkadischen Gebirg, im Heiligthum der Artemis der 
Prötos auch Dank zollt; 3 ihrer zwei werden, nachdem die dritte 
gestorben, des Melampus und Bias Gemahlinnen. Von Melampus 
entstammen prophetische Seher und Könige, durch Mantios Po- 
lyidos, durch Antiphates Amphiaraos Alkmäon Akarnan; 4 von 
Bias und dessen Sohn Talaos der argivisch-sikyonische Adrast, der 
mit dem gleich ihm aus Argos geflüchteten Amphiaraos und anderen 
Stammgenossen den argivischen Zug gegen Thebens Kadmecr lenkt. 

1—4. Geschleckt des 'Melampus und Bias': Herd. 9, 34. Apd.2, 4, 1. P.2, 
18, 4. Diod. 4, 68. Schol. PNem. 9, 30. Vgl. Jac. 770. Schubart quaest. 107 ff. 

S 803. * In Wahl und Schilderung der gegen Theben ver- 
bündeten sieben Helden ist uns das Uebergewicht der Aeoler 
über die verjagten Perseiden sowohl als über die sonstigen Da- 
aaer, namentlich des Prötidenstamms, dargelegt, deren unbändiger 
vom Blitzstrahl des Zeus ereilter Nachkomme der argivische Ka- 
paneus ist. 2 Vom Stamm des Bias ist des Talaos Sohn, der 
Heerführer des Zuges, Adrast aus Sikyon und der ihm zunächst 
verwandte Hippomedon; 3 vom Stamm des Melampus der weise 
und ungehörte, seines Untergangs sich vorahnend bewusste, als 
Unterweltsdämon im Kultus fortdauernde, Amphiaraos. 4 Durch 
die alte Verbindung jener Stämme mit pylischen Neleiden wird 
es begreiflich, dass Parthenopäos aus Arkadien und dass der 
ätolische Tydeus ihnen beigesellt sind, 5 dessen Sohn Diomedes, 
als Liebling Athenens und als Eidam Adrasts bekannt, im Zug 
gegen Troja als Herscher von Argos aultritt, indem er des Kapa- 
neus Sohn und Erben Sthenelos zu seinen Getreuen zählt. 



140 DRITTES BUCH. 

§804. l Dem sikyonisch- argivischen Adrast steht in jenes 
Kriegszuges Führung Jmphiaraos mit der für thöricht erachteten 
Weisheit seines Prophetenthunis auf ganz ähnliche Weise zur 
Seite, wie neben den gleichzeitigen Königen Thebens Tiresias als 
die zu des Landes Verderben verachtete Götter- und Priester- 
stimme uns kund ward. 'Oben aus dem böolisch-attischen Oropos, 
und früher aus Hieben, wohin Eriphyles Hoffart ihn trieb, wie auch 
in der Reihe apollinischer Seher von uns erwähnt, darf er als einer 
der edelsten Sprossen vom argivischen Seher- und Herscherstamm 
des Melampus einer selbständigen Betrachtung seiner Person hier 
neu empfohlen werden, 3 bevor wir zum Feldzug in welchem die 
Erde ihn verschlang, oder zum Sagenkreis seiner Söhne Amphi- 
lochos und Alkmäon übergeh n. 

1-3. 'Amphiaraos': §323, 3c. 662, 6. 745, 3. 8. 746, 3. 783, 3. 

§805. l Den schweren, durch Untergang aller Heerführer 
bezeichneten Erfolg jenes Feldzugs glich erst im nachfolgenden 
Menschenalter der bereits oben erörterte, mit Sieg und Ver- 
treibung des Feindes gekrönte, Feldzug aus, den, von alkmäon 
geführt, die Epigonen jener vor Theben gefallenen Helden voll- 
führten. * Für Argos selbst war die Herschaft der Aeoler und 
vollends der älteren Stammgenossen hiedurch nicht fester ge- 
worden. Neben des ätolischen Diomedes nicht langer Herschaft 
über Argos 3 finden wir der Prötiden Gewalt aus dem Besitz von 
Tirynth und Mykenä durch die vom Perseiden Sthenelos herbei- 
gerufenen Pelopiden verdrängt, deren Gebiet anfangs, als Sthe- 
nelos zu Abwehr der Herakliden den Atreus und Thyestes ein- 
lud, sich auf Midea beschränkte, 4 nachgehends aber, in der 
von Homer besungenen Zeit, während Agamemnons nicht langer 
Herschaft, Tiryns und Mykene zugleich mit Korinth und Sikyon 
umschloss. 5 Die in den Nosten des troischen Sagenkreises sagen- 
haft uns geschilderten Zerwürfnisse dieser Herschaft finden ihr 
Ende in der bereits gedachten, vom Heerzug der Dorier begleite- 
ten, Rückkehr der Herakliden; lassen jedoch beim Schluss der 
argivischen Sagen die Verpflichtung uns übrig, auch seiner my- 
thisch verherrlichten Nachbarorte hienächst zu gedenken. 



HEROENSAGE. K. ARGOS GEGEN THEBEN. NACHBARORTE. $ 804—807. 141 

1 806. fl Die kyklopische Felsenburg Tiryns, welche der mit 
Akrisios geeinte Prötos zur Abfindung für Argos zugleich mit 
dem nachmals mykenischen Heraion, mit Midea und sonstigem 
Uferland erhalten hatte, dann aber Perseus durch neuen Tausch 
vom Prötossohn Megapenthes übernahm, behauptet den Ruhm 
des Perseiden- und Heraklidengeschlechtes Ursitz zu sein, 'auch 
nachdem Perseus selbst in das von ihm gegründete Mykene 
gezogen war. Neben der Gründungssage, die auch den Namen 
dieser Stadt vom Schwertgriff des Perseus ableitet, reicht eine 
andre zur Inachostochter Mykene, einer Doppelgestalt der brül- 
lenden lo, hinauf; wie dort der Danaer, waren hier der Pelasger 
Ansprüche mythisch begründet, woneben die nicht durchge- 
drungene Sage, Mykeneus sei eines Phoroneussohns Sparton 
Sohn gewesen, ein älteres Anrecht der Pelopiden vergeblich aus- 
sprach. 'Ausser Mykene finden wir auch die benachbarte Burg 
Midea von Perseus gegründet und von seinem Sohne Elektryon 
bewohnt, nach dessen unvorsätzlichem Tod durch Amphitryon 
Sthenelos sie den zu Hülfe gerufenen Atriden gab; anderwärts 
ist sie bereits als Wohnsitz des Pelops bekannt und gibt durch die 
gleichnamige phrygische Mutter des Likymnios als vermutliches 
erstes Asyl der aus Asien eingewanderten Pelopiden sich zu er- 
kennen. 

1. 'Tiryns', des Perseus Gründung: Apd. 2, 4, 6. P.2, 16,2. 5. 

2. 'Mykene' (P.2, 15, 4; 16, 3) sollte vom a) pvxrje des Perseus, oder 
b) von Mykene, Arestors Gemahlin, einer Schwester der brüllenden (iwxacj) lo 
(Pr. 2, 49, 3), wenn nicht c) von einem spartischen Mykeneus benannt sein. 

3. Ueber 'Midea': Apd. 2, 4, 6 (Perseus). P.2, 16, 2 (Prötos); 26, 8 
(Elektryon); 6, 20, 4 (Pelops). — Ueber den vom Herakliden Tlepolemos ge- 
tödteten 'Likymnios': Hom. 11.2, 663. Apd. 2, 4, 5; 8, 2. Creuzer zu Schubart 
qnaest. geneal. praef. p. 12. 

$ 807. l Endlich ist noch der weiten Verbreitung hier zu 
gedenken, mit welcher, den Zügen argivischer Ansiedler folgend, 
die Landessage von Argos, mehr oder weniger unentstellt, nach 
Osten und Westen getragen ward: 'eine Verbreitung von welcher, 
gleich früher berührten argivischen Kulten, beispielsweise hier 



142 DRITTES BUCH. 

der in Tarsos und Chemmis verehrte Perseus, oder die ins lati- 
nische Ardea versetzte Danaesage sich nennen lässt. 

1. 2. 'Argivisebe Sagen im Ausland': a) i Perseus' zu Tarsos (Jae. 730, 1) 
und Chemmis (MOrch. 103); •) «Danae' zu Ardea (VAen. 7, 410. Jac. 728, 5). 



L. ARKADISCHE PELASGER UND AEOLER. 

§808. ! Vom uralten Argos ausgehend, finden wir unter 
den übrigen Sagenkreisen des Peloponnes vor allem nach dem, 
seiner Urzeit und Ursprünglichkeit nicht minder stolzen, Binnen- 
land des arkadischen Hochgebirgs uns gezogen, 'dessen um- 
fassender Stammbaum die Namen Pelasgos Lykaon und Dardanos, 
zugleich mit der Kunde ältester Mond Verehrung, zur Andeutung 
einer Urzeit uns vorführt, 3 an deren Ende der minder ursprüng- 
liche Stifter arkadischen Namens Arkas erst anhebt; 4 wie auch 
die Nachkommen des Atlas und Pelops, alles umliegende Land 
zu benennen, erst verhältnissmässig spät sich einfinden. 

2—4. 'Arkadische Stammtafeln' gibt unser Anhang (L). Vgl. P. 8, 1,2 ff. 
Apd.3, 9, 1. (Heyne obss. p. 391). CPelop. 1, 159 ff. — lieber die 'Proselenen': 
Aristot. Schol. Ar. Nub. 397 (Ap. Rh. 1, 263). Heyne Apd. p. 250. MDor.2, 68. 
CPelop. 1, 160. 180. 

§ 809. l Leitend durch das Gewirr arkadischer Mythen ist 
uns zunächst die pelasgischc Sage vom Berg Lykaion. *Mit den 
Atlantiden dadurch verknüpft dass der Urmensch Pelasgos Niobes, 
einer Plejadentochter oder Hyade, von Zeus geborener Sohn hiess, 
trägt die ferner daran geknüpfte Sage im schauerlichen Gebrauch 
Zeus-heiligen Menschenopfers vielmehr die Beglaubigung höheren 
Alters. 3 Des Pelasgos Sohn ist Lykaon, der, ein Versucher 
des Zeus durch Menschenfleisch, mit Verwandlung in einen Wolf 
4 und ferner in seinen fünfzig Söhnen gestraft ward, deren Kunde 
und Geschlecht über Arkadiens Städte zerstreut ist. Blitzestod 
oder Wolfsgestalt ward über sie alle verhängt; 5 nur einer von 
ihnen, Nyktimos, ward auf Gäas Bitten von Zeus verschont, da- 
gegen der übrigen Brüder Todesgeschick dem neu eingewanderten' 
Stamme des Arkas zu weichen bestimmt war. 



HEROENS. K ARGOS IM AUSLAND, t URZEIT ARKADIENS. $807—811. 143 

t — 6. 'Pdasgos und Lykaon*: Apd. 3, 8, 1. P.&, l v 2 ff. 31, 1. OMet.1, 
237. MDor. 1,306. 372. 

§ 810. f Unverknüpft mit jenem pelasgischen Stamm des 
Lykaon sind aus dem innersten Hochland Arkadiens, zwischen 
Kyllene und Lykäongehirg mitten inne, noch andre uralte, dem 
Einfluss des Auslands verknüpftere Stämme bekannt, welche, 
durch Ueberfluthung vertrieben, ihren arkadischen Ursitz mit 
fernem Osten und Westen frühzeitig vertauschten. Aus Pheneos 
war Evandros nach Latium, *und Dardanos, dessen Spuren im 
Sagenkreis des Anchises Aeneas und iamos zur Uckblieben, nach 
Samothrake und Asien geflüchtet, 3 dagegen wir den achäisch- 
lydischen Stamm des Pelops, nicht weniger als manchen lyki- 
sehen Sprossen des auch in Kreta ansässigen thessalischen Ur- 
stamjns, in einer verhältnissmässig späteren Urzeit aus Asien zum 
griechischen Festland zurückgekehrt finden. 3 Wie aber Evaudros 
erst im Zusammenhang italischer Mythen uns wiederbegegnet, 
darf auch des Dardanos und Pelops Sagenkreis derjenigen Stelle 
unsrer Darstellung aufbehalten werden, in welcher der Kampf 
ihrer Abkömmlinge um Troja uns wieder darauf zurückführen 
wird; 4 dagegen die sonstigen Volksstämme Arkadiens, zunächst 
der des Arkas, uns beschäftigen müssen, von welchem die ganze 
Landschaft ihren Namen behielt. 

1 — 6. * Sonstige Urvülker' Arkadiens. Leber a) 'Evandros' ist zunächst 
Klausens Aeneas (1234 ff.), über b) die 'Darduner' ERückert (Troja 59 ff. Kl. Aen. 
37Gff.), über c) 'Achäer und Pelopiden' meine Abb. über die Achacr (Anm. 1 ff. 
27) und Gr. Volksstämme (S. 23 ff.) zu vergleichen. 

§ 811. l Arkas, welchen des Lykaoniden Nyktimos Tochter 
Kallisto, von Zeus geliebt und dafür von ihrer Gebieterin Ar- 
temis durch Bärengestalt bestraft, geboren hatte, trägt in dieser 
Sage das unverkennbare Zeugniss einer zugleich den älteren 
Lftnde&bewohnern verknüpften und auf ausländischen Dienst rück« 
weisenden Abkunft. 2 Die Wildheit dieses ausländischen, de« 
thrakisch-äolischen Kulten von Pherä und Lemnos entsprechenden, 
Dienstes ist zugleich mit ihrer Läuterung in der Sage ausge- 
drückt, dass Arkas Lykaons Sohn gewesen und, von seinem 
Vater zerstückelt, durch Zeus wiederhergestellt worden sei; 3 dass 



144 DRITTES BUCH. 

aber jener mit Arkas eingewanderte Volksstamm ein thrakischer 
war, geht Überdies auch aus Mitwirkung noch anderer thrakischer 
Gottheiten hervor, von denen Hermes des Arkas Pfleger, Pan 
anstatt des Arkas Kallistos Sohn heisst. 

1. 2. Ueber «Kallisto und Arkas!: Apd. 3, 8, 2. P. 8, 3, 3; 4, 1 ff.; 9, 2; 
10, 9, 3. Hygin. 176. Vgl. Jac. 133 ff. 

3. Als 'thrakisck' bekundet sich der arkadische Artemisdienst bereits in 
unserer oben gegebenen Gesamtbetrachtung dieses Dienstes (§ 329, 1 . 330, 2. 
333, 1 ff.) hinreichend. 

§ 812. * Es hatte aber Arkas drei Söhne. Den uneben- 
bürtigen Autolaos, einen Ausdruck des vorgefundenen älteren 
Stamms, ungerechnet, wie denn auch Triphylos, von einer 
Amyklastochter erzeugt, nur ausnahmsweise für seinen Sohn gilt, 
f heissen sie, den drei Landschaften des Hochgebirgs, waldiger 
Abhänge und fruchtbarer Niederungen entsprechend, Azan Elatos 
und Apheidas. Von Azan, dessen Azanengeschlecht bis nach 
Asien reicht, war, seinem Wohnsitz gleichnamig, Kleitor geboren, 
der kinderlos starb; 8 von Elatos der ebenfalls seinem Wohnort 
gleichnamige Stymphalos, des Agamedes und Gortys Vater, und 
Kleitors Nachfolger Aepytos, dessen mit Hermesdienst verknüpftes 
Andenken auf dem Kyllenegebirg und zu Phäsana fortdauerte, 
wo unter ihm der Seher lamos aufwuchs; 4 Sohn des Apheidas 
aber war Aleos, der als Stamm fürst des mit Athena- und Ar- 
temisdienst verknüpften Sagenkreises von Tegea hier vorzugs- 
weise von uns zu verfolgen ist. 

t— 4. »Söhne des Arkas': P. 8, 4, lff. CPelop. 1, 162 ff. — Ueber 
« Aepytos': Hom. II. 2, 603. Pind. Ol. 6, 33. P. 8, 4, 4; 34, 3. Vgl. Kl. Aen. 
377. CPelop. 1, 162 f. 

§ 813. l Als Kinder des Aleos, in den Sagen Tegea s verherr- 
licht, sind Kepheus Auge und Lykurgos bekannt. t Kepheus wird 
als Argonaut und Gründer von Kaphyä, hauptsächlich aber als 
tegeatischer Bundesgenosse des Herakles gegen Hippokoon und 
die Neleiden genannt; die Feinde einstweilen von Tegea abzuhalten, 
ward Sterope seine Tochter mit der von Athena in einem Krug 
verschlossenen Gorgolocke ausgerüstet. Kepheus fiel in der 



HEROENSAGE. J. ÄRKAS. ALEADEN. ATALANTE. $811—814. 145 

Schlacht; s Herakles aber kehrte zurück nach Tegea und buhlte 
mit Auge der Priesterin Athenens. Im Tempel des Gottes auf ihren 
Knien, oder, von ihrem Vater Verstössen, im Partheniongebirg, ge- 
bar sie den Telephos, * den eine Hirschkuh säugte. Aufs Meer 
getrieben, wie weiland Danae und Perseus, landete sie bei dem 
nachher ihr vermählten Könige Teuthras in Mysien, wo Telephos 
als Gegner Achills rühmlich kämpfte und pergamenische Todten- 
opfer als Heros genoss, wie denn der Ruhm seines Stammes 
bis nach Tyrrhenien reicht. 

1. 'Kinder des Aleos': P. 8, 4, 6. Vgl. VJapet. 173 ff. FVater, die Aleaden, 
Bert. 1835. WTrag. 1, 406 ff. (Sophokles). 

2. Ueber 'Kepheus': Apd. 1,9, 16; 2, 7, 3; 3, 9, 1. P. 8, 8, 3; 23, 3. 
Hyg. 14. Vgl. Jac. 419. 536, 3. Eckhel D. N. 2, 299. Pr Mytli. 2, 48. 169. 

3. 4. Ueber 'Auge und Telephos': Pind. 01.9, 73 ff. Isthm. 4,41. Apd. 
2, 7, 4; 3, 9, 1. P. 1, 4, 6; 3, 26, 7; 8, 47, 3; 48, 5. Strab. 13. 615. Diod. 4, 
33 ff. Hyg. 100. 101. Vgl. Jac. 172. 843. WTrag. 2, 763 ff. MHdb. $ 410, 8. 

S 814. * Wie aus Namen und Umständen dieser Sage der 
Lichtdienst Athenens spricht, steht des Aleos zweiter Sohn Ly- 
kurg, des Ankäos und lasos Vater, 2 als Keulenschwinger samt 
den ihm dienstbaren Ereuthalion vom homerischen Nestor ge- 
nannt, 8 an der Spitze eines der Artemis verwandteren Geschlechts, 
dessen Ruhm sich hauptsächlich im kalydonischen Eberkampf an 
Ankäos, der dabei umkam, 4 und an Atalante des lasos Tochter 
bewährte. Diese Heldin arkadischen Artemisdienstes, die mit der 
gleichnamigen böotischen Tochter des Schöneus oftmals ver- 
wechselt wird, heischt unsrc genauere Erkundung. 5 Durch 
ihren Vater lasos oder Iasion, der einen Sohn statt der Tochter 
begehrte, gleich nach der Geburt ausgesetzt, ward sie von einer 
Bärin gesäugt; 6 als jungfräuliche Jägerin, gleich Artemis, einen 
Speer führend der andremal quellende Felsen brach, trat sie 
den Kentauren sowohl als dem kalydonischen Eber sieghaft 
gegenüber, und ward auch des Peleus Besiegerin im Ringerkampf 
thessalischer Leichenspiele. 7 Von vielen Freiern begehrt setzte 
sie sich als Preis eines Wettlaufs aus, der für die Besiegten tödt- 
lich war; Meilanion (nach der böotischen Sage Hippomenes zu 
Qnchestos) gewann sie durch List aphrodisischer Aepfel. 8 Ihre 

Gerhard, Mythologie. II. \Q 



146 DRITTES BUCH. 

Vermählung aber fiel, eines Orakels Warnung bestätigend, un- 
glücklich aus; laut der böotischen Sage war es unzeitiger Liebes- 
genuss, in der Kybele Heiligthum, welcher durch Götterzom der 
beiden Liebenden Verwandlung in Löwen zur Folge hatte. 9 Ftir 
ihren Sohn, von Meilanion Meleagros oder auch Ares erzeugt, galt 
der als Bekämpfer Thebens schon oben genannte Parthenopäos. 

1. • Lykurg': Hom. II. 7, 142 ff. (mit Ereuthalion). Apd. 3, 9, 1. P. 5, 5, 4 
(Grab in Lepreos). 

2. 'Ankäos': Apd.1, 8, 2; 9, 16. 23. P. 8, 4, 7; 45, 2. Ap. Rh. 2, 894. 
3—9. 'Atalante': Callim. HDian. 215 (Spanh.). Theoer. 2, 118; 3, 40 

(Schol.). P. 3, 24, 2 (Speer); 5, 19, 1; 8, 45, 4 (Eberjagd). OMet. 8, 318 ff. 10, 
565ff. (Burm.). Hygin. 99. Serv. Aen. 3, 113. Vgl. Jac. 152ff. MOrchom. 214. 
WTrag.3, 1217ff. Pfka. Atalante und Aüas, 1851. 4. Pr. Myth.2, 206. 246. 

§815. *Die neleischen Aeoler, deren Einwirkung auf ar- 
kadische Geschichte und Sagen von Böotien Argos und Pylos 
her in Arkadiens Sagen nicht fehlen konnte und selbst im Ar- 
temisdienste des Arkas sich verräth, geben namentlich aus Mantinea 
in mehrfachen mythischen Spuren, in einem Quell Arne, Po- 
seidonsdienst und Gräbern der Peliastöchter sich kund. *Nächst- 
dem lassen die dionysischen Zweige jenes Volksstamms in den 
nach Arkadien versetzten Reinigungssagen des Melampus, in den 
geschichtlichen Spuren prophetischer Melampodideu, insonderheit 
in der Alkmäonssage von Psophis sich verfolgen. 

1. 2. Spuren 'neleischer Aeoler' (Ghd. Abb. Acuäer Anm. 8«) gewährt, 
auch ausser Pylos und Messenien, in Arkadien Mantinea durch den Quell Arne 
(P. 8, 8, 2), den von Agamedes und Trophonios eingesetzten Poseidondienst 
(P. 8, 5, 3), und dortige Erwähnung der Peliastöchter (P. 8, 11, 2); dazu die 
Melampussage (§ 802). 

§816. *In Psophis nemlich, in Schluchten arkadischen 
Hochgebirgs, hat jener Sagenkreis seinen Ausgang, welcher im 
Sohn des oropischen Sehers Amphiaraos zugleich den nach- 
hallenden Fluch des von seinem Weibe verrathenen Vaters und 
die gefährlichen Folgen berühmten kadmeischen Götterpfandes mit 
aller bereits uns bekannten Verwickelung argivisch-thebanischer 
Aeolersage verknüpft. Für Harmonias Halsband, das Polyneikes 
ihr schenkte, hatte Eriphyle den Amphiaraos zum unheilvollen 
ersten Krieg gegen Theben , für den vom Sohne des Polyneikes 



HEROENSAGE. L ATALANTE. AEOLER. ALKMÄON. $814—817. 14? 

Thersandros nächstdem ihr gereichten Peplos Harmonias ihren 
Sohn Mkmäon zum Zuge der Epigonen bewogen, s dessen glück« 
licher Ausgang diesen nicht hindern konnte, heimgekehrt den 
Muttermord zu vollziehn, der als letztes Gebot seines dem Tode 
geweihten Vaters ihm Pflicht blieb. 'Hierauf verfolgt ihn die 
Erinys; er begehrt Reinigung von seiner Blutschuld, erst in Ar- 
kadia bei Olkleus, dann bei Phegeus in Psophis und erhält sie 
von diesem. 4 Vorher der Tiresiastochter Manto vermählt, deren 
Kinder Amphilochos und Tisiphone des Vaters Fluch zu dem ko- 
rinthischen Kreon ihrem Erzieher tragen, *wird er als Eidam des 
Phegeus demnächst ein Fluch für Psophis, indem er Harmonias 
Gaben der ihm neu vermählten Arsinoe oder Alphesiböa reicht, 
die ihm den Klytios gebiert. 6 Dem kadmeischen Geschenk folgt 
Landesdürre; Alkmäon wird wiederum flüchtig, sucht auf Apolls 
Geheiss ein zur Zeit seines Muttermords noch nicht von Helios 
gesehenes Land, gründet sich auf Anschwemmungen des ätoli- 
sehen Acheloos und wird als dessen'Eidam von Kallirrhoe Akar- 
nans Vater. 7 Nach Halsband und Peplos * Harmonias verlangt 
auch Kallirrhoe; diese Kleinodien wieder zu gewinnen, als wolle 
er sie zu seines Wahnsinnes Heilung nach Delphi bringen, eilt 
Alkmäon nach Psophis zurück, wo aber Phegeus ihn durchschaut 
und ermordet. 

1—7. 'Alkmäon': Hom. Od. 15, 247. Apd. 3, 7, 2ff. P. 2, 20, 4; 6, 17, 
4; 8, 24, 4. Vgl. Jac. 75 ff. Eckerm. Mel. 106 ff. WTrag. 2, 575 ff. Pr. Myth. 
2, 55ff. 

S 817. ' Der Sagenreichthum Arkadiens ist auch alsdann 
noch nicht abgeschlossen, als von den Einfällen der Herakliden 
an eine halbgeschichtliche Periode Arkadiens anhebt. Im Zwei- 
kampf mit des Herakles Sohn Hyllos fällt König Echemos, 'dessen 
von Ankäos und Lykurg stammender Nachfolger Agapenor von 
Troja aus, wo er im Heer der Achäer kämpfte, heimkehrend 
nach Kypros verschlagen ward. *Hippothoos, durch Kerkyon 
Agamedes Stymphalos und Elatos gleichfalls ein Sprössling des 
Arkas, verlegte den Sitz arkadischer Könige von Tegea nach 
Trapezus; 4 den Poseidonsdienst, der jenem Geschlecht ange- 

10* 



148 DRITTES BUCH. 

stammt war, verletzte sein Sohn Aepytos und biisste nächstdem 
sein Vergeben durch Blindheit und Tod. 5 Des Aepytos Sohn 
aber war Kypselos, der, am Alpheios herschend, durch seiner 
Tochter Vermählung mit dem Herakliden Kresphontes den Ueber- 
gang zur Geschichtsepoche Arkadiens macht. 

1. «Hyllos und Echemos': P. 8, 45, 2; 53, 5. 

2. 'Agapenor': P. 8, 5, 2. Engel Kypros 1, 225f. 2, 80f. 
3 — 5. Hippothoos, Aepytos, Kypselos: P. 8, 5, 3 ff. 

$ 818. f Diese nach Anleitung arkadischer Stammesunter- 
schiede gegebene Darstellung dortiger Landessage wird man nach- 
träglich mit Nutzen auch nach Massgabe der von den Söhnen 
des Arkas getheilten Landschaft verfolgen und mannigfach als- 
dann ergänzen können. Wie in den nördlichen Gebirgsstädten 
Pheneos Kleitor und Psophis das Erbtheil des Azan mit der 
dardanischen und Aeneassage, wie auch mit der äolischen des 
Melampus, durchzogen ist, 'bieten Stymphalos Orchomenos Ka- 
phyä an den von Elatos besetzten Abhängen des Kyllenegebirgs 
neben ähnlichen Zeugnissen der Aeneassage zugleich auch den 
Mythos von Auferziehung des Arkas durch Hermes dar. 3 In 
dem gesegneten Erbland des Apheidas und Aleos lässt zu der 
bereits erörterten Heldensage dieses Geschlechts die tegeatische 
Ortssage von Skephros und Leiinon, hauptsächlich aber der 
Reichthum von Sagen sich hier nachtragen, den Mantinea, auf 
Anchises und Arkas, wie auch auf Trophonios und Agamedes 
bezüglich, enthielt. 4 Endlich im Westen Arkadiens bieten theils 
aus der pelasgisch geheiligten Nähe des Lykäongebirgs aus Tra- 
pezus Pallantiou Aliphera und Teuthis merkwürdige Sagen des 
Zeus- und Pallasdienstes, 5 theils aus den gesegneten Ufern der 
Ströme Alpheios und Ladon die Sage von Daphne und Leukippos, 
wie auch die cerealische vom Ross Arion sich dar. 

1. Im ' nördlichen' Arkadien, dem Erbland des 'Azan', bietet hauptsäch- 
lich a) 'Pheneos' zahlreiche Spuren der Dardanos- und Aeneassage (Kl. Aen. 
361 f. Palladion 371 f. Dardanos war dort mit Euandros zusammengetroffen); 
andere sind aus b) 'Kleitor und Psophis' (Kl. 373) nachweislich; zu Psophis, 
wo auch die aolische Alkmäonssage spielt (§ 816), hatte auch des Dardanos 
Sohn Zakynthos gewohnt (P.8, 24, 3. Kl. 372 ff.)- 



HEROENSAGE. L. ARKADISCHES. M. AEOLER ZU PYLOS. $ 817—819. 149 

2. Ins 'mittlere', nemlich südöstliche Arkadien, des 'Elatos' Erbtheil. fällt 
aus a) * Styinphalos ' des Arkas Pflege durch Hermes; zu b) 'Orchomenos und 
Kaphyä' spielt wiederum die Aeneassage (Kl. 366 ff. 389). 

3. Vom Erhthcil des Apheidas und 'Aleos' ward in Bezug auf a) 'Tegea' 
oben ($813) gehandelt; über Skephros und Leimon P. 8, 53, 1. CPelop. 1, 253. 
Aus b) 'Mantinea' sind die Gräber von Arkas und Kallisto (P. 8, 9, 2) aber auch 
Kultusstättcn der Aeneassage (Berg Anchisia P. 8, 12, 8. Kl. 360 ff.) bezeugt; 
eben dort sind Trophonios und Agamedes Gründer eines Poseidondienstes, dessen 
Verletzung Aepytos durch Erblindung büsst (P. 8, 10, lff.). 

4. Im 'westlichen' Arkadien, wo am Lykaongebirg uralter pelasgischer 
Zeusdienst beimisch war, wusste das a) vom umgestossenen Opfertisch des 
Lykaon so benannte 'Trapezus' eine dort vorgefall ne Gigantenschlacht (P. 8, 
29, 1) zu berichten, wuneben 6) 'Pallantion und Aliphera' eigentümlicher 
Pallassagen (j 249a, e) sich rühmten; c) ' nordwestlich' liefert auch 'Teuthis' 
die seltsame Sage über der Pallas Verwundung am Schenkel (P. 8, 28, 3) und 
d) 'Thelpusa' die Entstehungssage des Rosses Arion von Poseidon und Demeter 
(§233, 7b. CPelop. I, 371), die nach Charakter und Oertlichkeit den Melampus- 
sagen der Gegend von Psophis sich anschliesst. Am e) 'Ladon' spielt die Sage 
von Daphne und Leukippos (P. 8, 20, 2. CPelop. 1, 368). 



M. AEOLER ZU PYLOS KORINTH UND SIKYON. 

§ 819. ' Vom arkadischen Binnenland wiederum nach den 
Küsten des Peloponnes gewandt, führen uns die kurz vorher von 
uns betrachteten neleischen Aeoliden zunächst auf die Sagen 
von Triphylien und Pylos, die in ihrem Stammherren Selens auf 
die thessalisch-iolkische Wurzel jenes Aeolerstamnibaums rück- 
weisen. * Als nach dem Tode des Kretheus die Herschaft an 
Pelias den Sohn des Salmoneus überging, zog dessen Bruder 
Neleus in den Peloponnes, wo er Pylos und andere Städte als 
Gründer oder Eroberer einnahm. 3 Hier erscheint er in mancherlei 
Streit, namentlich mit seinem Bruderssohne Melampus dem er Un- 
bill erwies, 4 ferner mit Nachbarvölkern, wie mit dem Epeierkönig 
Augeias der ihn bezwang ohne in Olympia ihn vergessen zu 
machen, mit den Arkadern am Keladon und hauptsächlich mit 
Herakles. 

1—4. 'Neleus': $680, 7; Stammtafeln im Anhang. Hum. II. 7, 133. 11, 
ö90ff. Od. 11, 285. Apd. 1, 0, 9. P. 4, 2, 3; 36, I. Diod. 4, 68. Hygin. 10. 157. 
Vgl. Jac. 644. MOrchom. 363 ff. CPelop. 2, 174 ff. 



150 DRITTES BUCH- 

% 820. * Herakles, beisst es, kam zu Neleus um Mordsühne 
wegen des von ihm getödteten Iphitos zu erlangen: s dafür dass 
Neleus, dem Eurytos des Erschlagenen Vater befreundet, dies 
abschlug, nahm Herakles das von vorkämpfenden Göttern be- 
schützte Pylos und erschlug die zwölf Söhne des Neleus, viel- 
leicht auch ihn selbst; "nur mit Ausnahme Nestors, der als 
py lischer Streiter, ein Rathgeber junger Helden, im Sagenkreis 
des trojanischen Krieges erscheint. 

% 821. ' Dieser Niederlage ungeachtet ist das Geschlecht 
des Neleus durch seine mit Chloris der Tochter Amphions er- 
zeugten zwölf Söhne * sowohl als durch seine Tochter Pero, um 
deren Besitz Melampus für Bias bei Iphiklos diente, ein weit 
verbreitetes. * Sein Lebensende ward nach Korinth gesetzt, wo 
Sisyphos der ihn bestattete sein Grab geheim hielt; 4 hiemit 
stimmt die Verbreitung seiner Nachkommen, die erst aus Pylos 
nach Messenien, dann von dort durch die Herakliden vertrieben 
grösstentheils nach Athen wanderten, und, von dort aus weiter 
nach Asien gezogen, als GrUnder berühmter ionischer Städte be- 
zeugt sind. 

8 822. ! Anerkannt in allen Wurzeln und Zweigen dieses 
neleischen Aeolerstamrns ist vorzugsweise der Dienst des Poseidon- 
Hippios, von welchem Gott sämtliche Neleiden, insonderheit auch 
der verwandlungsfähige Periklymenos, stammten; * mit ihm zu- 
gleich der cerealische in welchem Poseidon als Ross der De- 
meter genaht war, ein Kultus der in merkwürdigem Wechselbe- 
zug die Neleiden Athens und des Peloponnes verknüpfte. 3 Es 
erklärt sich aber aus dieser Verbindung auch der infernale, dem 
Hades gleichgeltende Charakter jenes durch schwarze Stieropfer 
gefeierten Poseidondienstes; angedeutet im Namen des Neleus, 
wird er bestätigt durch die Sage, dass im Kampf gegen Herakles 
Neleus von Hades Poseidon und Apoll unterstützt ward. 

§ 823. ' Von den neleischen Aeolem des westlichen Pelo- 
ponnes und ihrem überwiegenden Poseidonsdienst wenden wir 
uns hienächst nach den Genossen ihres Stammes und Götter- 
wesens zu Korinth. Mn den Anfingen dortiger Vorzeit, als das 



HEROENSAGE. M. NELEIDEN. KORINTH. SISYPHOS. $820-825. 151 

nachherige Korinth noch den thesprotischen Namen Ephyra führte, 
*herscbte Helios von der in Mitten zweier Meere dem Isthmos 
gebietenden Burg aus; von seinen Söhnen Aloeus und Aeetes 
sollte der attische Marathon samt den ihren Städten gleichnamigen 
Ortsheroen Sikyons und Korinths entsprossen und daher auch Me- 
deas vormalige Herschaft berechtigt gewesen sein. 3 Jene Herschaft 
des Helios aber ward frühzeitig, sie ward samt allem Umkreis 
ihm von Poseidon bestritten, so jedoch dass der zum Schieds- 
mann herbeigerufne Briareos dem Sonnengotte die Burg, dem 
Meergott das Küstenland zusprach, 4 in welchem als erster ge- 
feierter Herscher der Aeolide Sisyphos auftritt. 

1—3. Ueher korinths' Anfänge: P. 2, 1, 1. 6; 4, 7. VJapet.l80ff. MDor.l, 
84 ff. CPelop. 2, 518. Pr. Myth. 2, 50 ff. Unten Stammtafel M. — Der mythische 
'Korinthos' heisst o) 'Sohn des Zeus' (P. 2, 1, 1. Schoi. PNem. 7, 155] oder 
auch b) des attischen ' Marathon' (P. 2, 3, 3 f.). Bei Nonnus 13, 141, wo Ko- 
rinthos Sohn der Mystis heisst, ist Korythos (Jac. 549, 1) gemeint. 

§824. Sisyphos, der in der Reihe der Aeolossöhne neben 
Athamas Kretheus und Salraoneus ein Stammhaupt der Minyer 
und Phlegyer ist, verdient theils für seine eigne Person, theils 
für Sprösslinge wie Bellerophon und vielleicht auch Odysseus 
es sind, hier näher erörtert zu werden. 2 Seines Namens der 
Weise, Listige, spricht er den Charakter schiffahrender und ver- 
schmitzter Aeoler als deren Stammheld aus, 3 wie denn in gleichem 
Sinn auch die ihm verwandten, auf Luft und Meeresblau weisenden, 
Namen des Aeolos und Glaukos es bestätigen. * So war er in 
der beschifftesten Handelsstadt Griechenlands vorzüglich geeignet, 
für deren Gründer sowohl als für den Ahn ihrer sonstigen Helden 
zu gelten. 

1—4. Ueber Sisyphos': Hom. 11.6, 154. Apd. 1, 7, 8; 9, 3; 3, 12, 6. 
P. 2, 3, 8; 5, 1. Hyg. 60. 201. Vgl. Jac. 811 ff. MOrcbom. 139f. VJapet.241. 
WTril. 530«. Fcbh. 225ff. Pr. Myth. 2, 51 ff. 

$ 825. ' Der Unternehmungsgeist dieses Aeolerhelden, nicht 
weniger als seine, Götter und Menschen gleich gering achtende, 
List und Ruchlosigkeit, gab in Feindschaft mit seinem Bruder 
Salmoneus und grausamer Buhlschaft mit dessen Tochter Tyro, 
in Verrath von Göttergeheimnissen, namentlich der Liebe des 



152 DRITTES BOCH. 

Zeus zur Asopostochter Aegina, wofür Asopos ihn durch die 
Quelle Peirene lohnte, *ja auch in Bewältigung des Todesgottes 
sich kund, den Zeus zur Strafe seines Verraths ihm sandte. In 
der That blieb Thanatos durch ihn gefesselt, bis Ares denselben 
befreite und Sisyphos bilssend zur Unterwelt musste; noch ein- 
mal von dort entlassen, angeblich sein Weib für versäumte Todten- 
opfer zu strafen, bleibt er zurück bis Hermes ihn wieder ans 
Licht ruft: • diese dem menschlichen Geschick dreifach wider- 
strebende List büsst er zuletzt unwiderruflich im Hades durch 
ewig vergebliches Aufrollen ihm zugeordneter Felsenlast. 4 Anderer- 
seits vermögen alle jene, der Dichtung achäischer Zeusverehrer 
erwachsne, Anschuldigungen eines dem Meergotte werthen Sterb- 
lichen nicht zu verhindern, dass Sisyphos als der korinthischen 
Meergottheiten Ino und Melikertes Erretter und Verehrer, als 
Gründer der ihnen gewidmeten islhmischen Spiele, endlich als 
der auf dem Isthmos begrabne Schutzheros des Ortes und dortiger 
Einwohner Ahnherr auch späterhin in ehrwürdigem Andenken 
fortbestand. 6 Seinen bleibenden Charakter jedoch erhielt der 
korinthische Stammbaum erst durch Bellerophon, in dessen Ab- 
kunft der Dienst des Poseidon und der in Korinth ihm ver- 
bündeten Rossgöttin Pallas zuerst sich ausspricht. 

§ 826. l Bellerophontes , auch als Leophontes und im ur- 
sprünglichen Namen Hipponoos bekannt, des Sisyphiden Glaukos 
oder vielmehr des Meergottes Poseidon Sohn, ein korinthischer 
aber auch lykischer Heros, 'seines Wesens mit Göttermächten 
von Meer Sonne und Gewitter vergleichbar, 8 floh zur Mordsühne, 
angeblich eines Korinthiers Belleros, nach Tiryns zu Prötos. 
Nach verschmähter Liebe seiner Gemahlin Anteia oder Stheneböa 
diesem verdächtigt, 4 ward er von ihm mit verräterischer Zu- 
schrift dem lykischen König Iobates zugesandt. Als dieser nach 
neuntägiger Gastlichkeit die Schrift die den Fremdling zu tödten 
gebot eröffnet hatte, sandte er ihn zu gefährlichen Abenteuern 
aus, denen Bellerophon nur durch besondere Götterhuld, nament- 
lieh Athenens und Poseidons, obsiegte. 

1 — 4. Ueber «Bellerophon*: Hom. 11.6, 155 ff. Pind. Ol. 13, 6ölft; 



HEROENSAGE. M. SISYPHOS. BELLEROPHON. SIKYON. $825— 829. 153 

Isthm. 7, 44 ff. Apd. 2, 3, 1. P. 2, 2, 4. Hygin. 157. Vgl. Jac. 460 ff. VJapet. 
108 ff. WTrag. 2, 777 ff. (Euripides). Eckermann Melampus 167 ff. HA Fischer 
Pellerophon, Lpz. 1851. Pr. Myth. 2, 5 4 ff. 

§ 827. l Durch den Schutz dieser Gottheiten erlangte Belle- 
rophon zuvörderst, in Folge eines von Polyidos gedeuteten Traum- 
gesichts, das durch seine Mannheit gebändigte, geflügelte Quell- 
ross Pegasos, * auf dessen Rücken er im .vulkanischen Lykien 
zuerst das feuerspeiende Ungeheuer Cbimära, zusammengesetzt 
aus Löwe Ziege und Drache, glücklich bekämpfte. 3 Auch die 
Solymer und Amazonen überwand er nächstdem, und entging 
auch zuletzt noch dem lykischen Hinterhalt, den lobates bei seiner 
Heimkehr ihm stellte. 4 Da erkannte lobates Bellerophons gött- 
liche Abkunft und theilte die Herschaft mit ihm; mit desselben 
Königes Tochter Philonoe zeugte der Held den Isandros und 
Hippolochos, dessen Enkel der homerische Glaukos ist, ausser- 
dem eine Tochter Laodamia. 

S 828. * Es starben aber dem Bellerophon zwei seiner 
Kinder; in schwindender Kraft fühlte der sonnengleiche Held 
sich von den Göttern gehasst und irrte einsam fortan durch die 
aleische Flur. 'Dieser letzte Zug seiner Sage wird nur unge- 
genügend uns dadurch erklärt dass er, von lobates mit Undank 
belohnt, Poseidons Rache durch Züchtigung des lykischen Landes 
sich ausbat: die hierauf vom Meergott gesandte Ueberfluthung 
sollte durch freche Geberde der lykischen Frauen gestillt sein. 
3 In Korinth ward Bellerophon als Heros verehrt, 4 wie denn auch 
sein Wesen und Wirken in der Vorstellung dortiger Naturmächte, 
des Poseidon und Helios, des Zeus und der Pallas wurzelt und 
ändern solarischen Helden Griechenlands, namentlich auch dem 
Perseus, zum Theil mit räthselhaft mythischen Zügen, ver- 
glichen wird. 

§829. ! Die Mythologie gibt von sonstigen Mythen Korinths, 
die mit dem Herakliden Aletes und Melas dem Vater des Kypselos 
enden, nur eine sehr massige Auskunft, 3 dagegen zunächst das 
benachbarte Sikyon unsre Beachtung heischt. Wie durch die 
gemeinsame Meeresbucht, an welcher., einander benachbart, die 



154 DRITTES BUCH. 

beiden genannten Städte lagen, sind beide in ihrer mythen- 
reicbsten Zeit durch die Verwandtschaft beiderseitiger äolischer 
Bevölkerung einander verknüpft, wie solches auch im Götter- 
wesen des Helios und später des Dionysos an beiden Orten sich 
kundgibt; 'andererseits war, der überwiegenden Einwirkung öst- 
licher Schiffahrt auf Korinth, böotischer und binnenländischer 
Einflüsse auf Sikyon gemäss, diese letztere Stadt seit den mythi- 
schen Anfängen ihrer ionischen Aegialeer von den äolischen Po- 
seidousdienern Korinths im Ganzen und Grossen gesondert und 
unterschieden. 

1. 'Aletes': P. 2, 3, 5 (Einigung mit Melas); 2, 4, 3; 5, 18, 2. Conon.26 
(Hippotes sein Vater). Vgl. Jac. 70 f. CPelop. 2, 518. 
2- 4 Sikyon und Korinth': CPelop. 2, 482 ff. 

g 830. ' Erster Bewohner des sikyonischen Landes war 

Aegialeus, des Inachiden Phoroneus Bruder, von welchem das 

später achäische Uferland Aegialeia, der Sitz des nachmaligen 

Athenatempels aber Aegiale hiess. 2 Als seine Nachfolger werden 

Europs Telcbin Apis Thelxion, Namen genannt, aus denen die 

Eindrücke östlicher Schiffahrt sprechen; 3 den zehn folgenden 

Herschern gehört Plemnaios, dessen Kinder früh starben, bis die 

als Retterin des Landes erschienene Erdgöttin Demeter ihm den 

Orthopolis selbst erzog. 4 Dem kinderlosen Korax folgt statt 

seines Bruders Lamedon der aus Thessalien eingewanderte Epo- 

peus, ein Herscher solarischen Namens und Diener Athenens, 

dessen Fehden mit Theben uns aus der Antiopesage bekannt 

sind; Lamedon, der ihm nachfolgte, lieferte die Antiope nach 

Theben zurück. 

1—4. 'SikvonwcheKönigweihe': P.2, 1, 1; 5, 5; 7, 1, 1. Vgl. CPelop. 
2, 484. Unten im Anhang W. 

§831. 'Mit Lamedon, dem die Athenerin Pheno vermählt 
war, kommen attische Einflüsse ins Land; von seinem Toehter- 
mann, dem gegen die Achäer zu Hülfe gerufenen Erechtheiden 
Sikyon 9 werden Land und Stadt hinfort benannt; Andre zwar 
wollten denselben von Epopeus durch Marathon, oder auch von 
Pelopa ableiten. * Von Sikyoaa Tochter Chtboaophyle sollte, von 



HEROENSAGE. M. AEGIALE. SIKYON. MEKONE. $829—833. 155 

Hermes erzeugt, König Polybos, s als Sohn des Dionysossohns 
Phlias aber Androdamas stammen, durch welchen bacchischer 
Dienst ins Land kam. 4 Des Polybos Eidam ist der argivische 
Talaos, dessen Sohn Adrast, als Heerführer der Sieben gegen 
Theben bereits uns bekannt, nach seinem dortigen Untergang 
in Sikyon heroische Ehren, in Zusammenhang cerealisch-bacchi- 
scben Dienstes, erhielt. 5 In die Reihe der folgenden Herscher 
fällt Agamemnons Einfall und Besitznahme des Landes, dessen 
mythische Vorzeit mit der Herakliden Einwanderung unter dem 
Temeniden Phalkes sich abschliesst. 

§ 832. ' Neben dieser geschichtlich geordneten Königsreihe 
nimmt Sikyons Urzeit noch mannigfach sonst unsre Betrachtung 
in Anspruch. Dem gedachten Bericht von Einwanderung der 
Getreidegöttin ins dortige Uferland entspricht als ältere Benen- 
nung Sikyons der Name Mekone, * und eben so reibt dem so- 
larisch benannten Athenadiener Epopeus, dem auch im benach- 
barten Titane des Helios Bruder Titan entspricht, die Sage des 
dort gefeierten Göttermahles sich an, bei dem der Titan Prometheus 
durch listigen Opferbrauch seine dem Zeus überlegne, dann aber 
bitter gebüsste, Gewandtheit zeigte. 3 Durch die böotische Dichtung 
He&iods wird jenes Götterrnahl als das überhaupt von den Göt- 
tern zuerst gefeierte und Sikyon somit als erste Freistätte ge- 
einigten Götterdienstes bezeichnet: eine mythische Andeutung, 
welehe sich aus dem Wechselverkehr böotischer und sikyonischer 
AeQler zur Zeit des Epopeus und der ihm verknüpften Antiope- 
sage unschwer erklärt. 

1. 2. 'Mekone', Sitz der Prometheussage: § 128, 2. Hes. Theog. 596. 
CPelop. 2, 483. 496. 

S 833, * Ausser der eben berührten Person eines Helios- 
bruders Titan hat die von ihm benannte Nachbarstadt Sikyons, 
Titane, noch einen hier sehr beachtenswerthen Mythos in der auf 
Maohaons Sohn Alexanor rückweisenden Gründung dortigen Askle- 
piosdienstes aufzuweisen. 2 Der Phlegyerst&mm, an den wir durch 
diese Namen erinnert werden, hatte ausser den Asklepiossagen 
von Epidauros und Gortys ansehnliche Spuren seiner Einwirkung 



156 DRITTES BUCH. 

auch an andern Orten des Peloponnes zurückgelassen, 3 denen 
hienächst auch messenische Mythen sich anreihen werden. 

1—3. 'Phlegyer im Peloponnes': $672, 1; 839,3. Auch die Minyer 
Trophonios und Agamedes zu Mantinea (§815, 2) geboren demselben Aeoler- 
zweig an. 



N. LAKONISCH-MESSENISCHE ATLANTIDEN. 

§ 834. l In den unsrer Darstellung noch übrigen Land- 
schaften des Peloponnes wird der überwiegend alterthümliche 
Charakter argivischer und arkadischer Geschlechtsregister von 
der Sagenfülle jüngerer Stämme überboten, welche, sofern wir 
die Dardaner Achäer und Pelopiden des Peloponnes einer späteren 
Darstellung vorbehalten, in dem bereits mehrfach berührten äoli- 
schen Stammbaum der Mlantidm den mythischen Mittelpunkt 
findet, dem später die halbgeschichtliche Einigung des Peloponnes 
unter Herschaft der Herakliden sich anknüpft/ *Die Grundzüge 
jenes Stammbaums sind folgende. Atlas der Dulder, bei Hesiod 
ein Titan und Uranossohn, soll im arkadischen Bergland Kyllene 
als Bergzeus und König, nach Einigen der Selene gesellt, ge- 
herscht haben; vermählt war ihm die nach Schiffahrt benannte 
Okeanostochter Pleione. 3 Sieben erlauchte Töchter dieses Paars, 
nemlich Sterope Merope Maia Taygete Keläno Alkyone und Elektra, 
waren den Schiffern als Plejaden, der griechischen Ortssage aber 
zugleich als Stammmütter der Städte Pisa und Korinth, Kyllene 
und Sparta, der arkadischen Tegea, böotischen Hyria und dar- 
danischen Troja bekannt; als vermählt mit Plejaden sind Oeno- 
maos und Sisyphos, als Plejadenkinder von Zeus erzeugt Hermes 
Lakedämon und Dardanos, als Plejadensöhne Poseidons Lykos 
und Hyrieus zu erwähnen. Ist vollends auch Niobe, der Arkader 
Ahnfrau, eine Plejade, 4 so fällt der ganze Peloponnes schon im 
Anbeginn seiner Sagen jenem, vielleicht erst vom stern- und 
schiffskundigen Hyria böotischer Aeoler aus gedichteten, Atlanti- 
dengeschlecht anheim, das auch im böotischen Tanagra seine 
Spuren zurückliess. . 



HEROENSAGE. N. ATLANTIDEN. PERIERES. SPARTA. $833—837. 157 

1 — 4. Stammbaum der 'Atlantiden': Apd. 1, 9, 7 (Heyne obss. p. 392). Tzetz. 
Lyc. 229. Vgl. Jac. 752. VJapet. 75 ff. 244 ff. Forchb.229. Unten im Anbang 0. 

§ 835. l Von der Spur älterer Volksstämme anhebend, dann 
aber in Aeoler- und Atlantidensagen auslaufend bis zuletzt die- 
selben im doriseben Herakles und dessen Nachkommen sich ver- 
lieren, ist der spartanisch -messenische Stammbaum, dessen 
gemeinsamer Ursprung nächst sagenhafter Hinweisung auf uran- 
fängliche Landesnatur und Bevölkerung, in Lelex als Polykaons, 
in Myles als des Eurotas Vater gegeben, 8 auf Lakedämon, den 
mit Taygete von Zeus erzeugten Ahnherrn und Namensgeber des 
Landes, zurückgeführt wird. Dass diese Nymphe des lakonischen 
Hochgebirgs im Sinn des äolischen Atlantidengeschlechts uns als 
Plejade bezeichnet wird, 4 vermag die Thatsache nicht zu ver- 
wischen, dass, von ihr an gerechnet bis auf der Herakliden Zeit, 
die Bevölkerung Spartas eine achäisebe, von minyeischen Aeoler- 
sagen nur leicht berührte, die Bevölkerung Messeniens dagegen 
eine aus Achäern und Aeolern gemischte ist. Achäischer Apollo- 
dienst, dem achäische Heroen wie Talthybios und Prax zur Seite 
gehn, wird zugleich mit lapithischer und lydischer Verwandt- 
schaft in Lakedämons Söhnen Amyklas und Hyakinthos uns be- 
zeugt; 5 völlig vereinzelt dagegen erscheint unter Lakedämons 
Heroen ein scheinbar auf ionische Abkunft hinweisender Iops. 

1 — 5. 'Spartaniscb-messenischer Stammbaum': Apd. 3, 10, 3. P. 3, 1, 
1 ff. 4, 1, lff. Unten im Anbang P. 

§ 836. ! Des Hyakinthos Bruder Kynortes (Argalos heisst 
ein dritter) ist Vater des Perieres, dessen Geschlecht aus Sparta 
und aus Messenien verschieden berichtet wird. Offenbar spar- 
tanisch ist die Sage die seinem Sohn Oebalos drei um Sparta 
kämpfende Söhne gibt, 2 von welchen Hippokoon, selbst und 
durch seine zwölf Söhne, die Herschaft Spartas behauptet, 8 bis 
die durch ihn flüchtigen, in Pellene Thalamä Kalydon nach Bei- 
stand suchenden, Brüder Tyndareos und Ikarios * durch Herakles 
siegreich zurückgeführt werden. 

§ 837. * Hochberühmt in der achäischen Götter- und Helden- 
sage ist das Geschlecht jener durch Ledas und Periböas Sprossen, 



168 DRITTES BUCH. 

durch Kastor und Polydeukes, Klytämnestra Helena und Her- 
mione, f Philonoe und Penelope, verherrlichten Brüder; 'Spartas 
Herschaft jedoch scheint noch kaum des Tyndareos Eidam und 
Enkeln, erst dem Menelaos, dann vielleicht den Söhnen von 
Kastor und Polydeukes, Anaxilas und Mnesileos, verbliehen zu 
sein; 4 sie geht in Aristödeftios alsbald auf den dorischen Stamm 
der Nachkommen des Herakles über und hat, 6 durch dämonische 
Wesen wie Astrabakos hie und da unheimlich berührt, ihren Jahr- 
hunderte lang unerschütterten geschichtlichen Forlgang. 

§838. 'Der messenische Stammbaum, der in Lelex und 
Potykaon, diesem als einer argivischen Triopastochter Messene 
Gemahl und eines eleusinischen Kaukons Günstling, im Ganzen 
gemeinsam mit dem spartanischen anhebt, entwickelt sich seit 
Perieres von jenem getrennt. "Perieres, der Ahn spartanischer 
Herscher, war laut der Messenier und Aeoler Sage zugleich auch 
Vater des Jphareus und Leukippos, 8 in deren Sprossen Idas und 
Lynkeus, Hilaeira und Phöbe, zugleich mit dem Glanz messeni- 
scher Vorzeit uns Götternamen eines, mit Artemis und Athena 
verknüpften, Lichtdienstes genannt sind. Hilaeira und Phöbe, 
denen ein Priesterthum beider Göttinnen beigelegt wird, werden 
Von Aphareiden und Tyndariden wetteifernd umworben; ein tödt- 
licher Kampf um der Jungfrauen Besitz lässt die spartanischen 
Heldeti im Vortheil. 4 Andererseits wird auch der Messenier Stolz 
in der Sage von Marpessa befriedigt, der Artemis-ähnlichen ätoli- 
schen Jungfrau, die von Apollo verfolgt den mesßenischen Helden 
(das dem Gott der Achtter und Dorier vorzog. 

1. 2. Ueber 'Messenien', ausser Pausanias (4, 1,1 ff.), CPclop. 2, 123 ff. 
Von den messehischen Eigennamen bieten Perieres der Deutung auf umschlossenes 
Land, Eurytos und Melaneus der auf Strom und Waldung sich dar (CPelop. 2, 
187. 189)". 

3. 'Aphareiden und Leukippiden ' : Pind. Nem. 10, 60 ff. (11 2 ff. Schol.). 
Tbeecr. 22, 137 ff. Apd. 1, 8, 2; 9, 16. P. 3, 13, 1; 4, 31, 9. Seh. Ap. 1, 
151 ff. Tz. Lyc. 511. Hyg. 80. OFast. 5, 700 ff. Ghd. Vase des Midias, 1839. 
Vgl. Jac. 275 f. 495. Böckh Expl. Pind. p. 472 f. Bursian Arch. Ztg. 1852. no. 
40. 41. Pr. Myth.2, 6 7 ff. MHdb. § 414, 5. 

4. 'Marpessa': Hom. II. 9, 557. Apd. 1, 7, 8. P. 4, 2, 5. Vgl. Jac. 494. 
Jahn archäol. Beitr. 46 ff. Pr. Myth. 1,171. 



• ... 

HEROENSAGE. iV.TYNDARIDEN. LEÜKlPftößN. MESSENIEN. $ 837—841 . 1 59 

8889. 'Nach Aussterben der Sprossen des Aphareus, der 
aus der Gebirgstadt Andania ans Meer nach Arene gezogen war, 
1 scheint theils dem aus dortiger Nähe, wie in Thessalien be- 
zeugten, Oechalia, wo des Melaneus Sohn Eurytos Heroenehren 
genoss, 8 theils den phlegyeisch-lapithischen Asklepiaden von 
Trikka, die, von Leukippos und dessen Tochter Arsinoe stam- 
mend, des Asklepios Söhne und Enkel Machaon Gorgasos und 
Nikomachos sich zurechneten, Messeniens höchste Gewalt zuge- 
standen zu haben. 4 Ueberdies ward der Charakter Messeniens 
und seiner Sagen wesentlich verändert durch die zu des Aphareufc 
Zeit erfolgten Einwanderungen ionischer Demeter- und Poseidons- 
diener, des attischen Lykos 5 und des äolischen Neleus, dessen 
Enkel Nestor zur Zeit des trojanischen Kriegs mit Pylos zugleich 
auch Messenien beherscht haben soll, woraus uns die fortgesetzten 
Streifztige neleischer Aeoler, des Melas Melanthos und Neleus nach 
Rorinth Athen und Ionien, verständlicher werden. 

2. 'Eurytos' in Oechalia: P. 4, 2, 2; des Melaneus Sohn nach Ant. Lib. 4. 
Vgl. $675. Jac. 339. CPelop. 1, 133 f. 

3. Ueber die ' Asklepiaden' Messeniens : Hom. II. 2, 729 ff. P. 3, 26, 7; 30, 2 ; 
4, 3, 2. 6. Vgl. Jac. 592. Ilgen zu Hom. HAp. p. 263 ff. Panofka Askl. 2, 64 ff. 

4. Ueber * Lykos' (P. 4, 1, 4. 5; 2, 2, 7) und die Lykomiden: Pr. Dem. 148. 

§ 840. ! Bald nachher wird Messenien unter den Siegern des 
Peloponnes, den Herakliden verloost; durch List sei/ies Bruders 
Temenos gelangt Kresphontes zur Herschaft; Mhm folgt, mit 
Merope seinem Weibe vermählt, sein Mörder Polyphontes, diesem 
Wiederum Aepytos, des Kresphontes Sohn und Rächer. 8 Voh 
den hierauf herscheriden Aepytiden sind manche, auch auf Götter- 
wesen bezügliche, Thaten zu melden; die mythische Sage Messe- 
niens ist jedoch mit ihnen bereits geendet. 

2. Ueber 'Merope' und Aepytos: Apd.2 extr. P. 4, 3, 3ff. Hyg.137. 184. 
Vgl. Jac. 43 f. WTrag. 2, 828 ff. (Euripides). OJahn Arch. Ztg. 1854. no. 66. 

$ 841. * Zu gründlicher Kenntniss der Sagen Messeniens 
ist schliesslich hier noch der Hauptpunkte seiner Oerttichkeit 
zu gedenken, denen im nördlichen Hochgebirg Andania zugleich 
mit Oechalia und mit dem noch nördlicher gelegenen Ira ange- 
hört, welches die Dorier vorher Abia von einer Amme des fle* 



160 DRITTES BUCH. 

rakliden Hyllos benannt wussten. f Pharai oder Arene, an dessen 
Meeresküste Aphareus den früher zu Andania gewesenen Sitz 
messenischer Herschaft verlegte, sollte vom Hermessohn Pharis 
benannt sein, der, einer Danaostochter Philodameia vermählt, der 
eben dort verehrten Asklepiaden Nikomachos und Gorgasos Vor- 
fahr gewesen sein sollte. 8 Ausser diesen beiden Hauptstädten 
sind noch die Küstenstädte Asine und Mothone, jene wegen 
mythischen Bezuges aufDryops und Herakles, diese wegen dortiger 
Diomedessage, hier zu nennen; 4 desgleichen ist das messenische 
Pylos als der vermuthliche Sitz von Nestors auch über Messenien 
gebietender Herschaft, 5 zugleich mit den gleichfalls auf Nestor 
in Lepreos, aber auch auf Kaukon und Lykurg rückweisenden 
Küstenlande Triphyliens, hier zu erwähnen. 

1 — 3. Von * messenischen Städten' sind besonders hervorzuheben a) * An- 
dania' (S 839, 1. P. 4, 1, 3. 5; 3, 4. CPel. 2, 132, 10) nebst Oechalia (CPel. 2, 
134) und Ira (vorher Abia P. 4, 30, 1); ferner b) * Arene' oder Pharä (P. 4, 30, 2. 
C. I. 1487. CPelop. 2, 193), endlich c) 'Asine* und 'Mothone' (P. 4, 34, 6; 
35, 5). Nestors d) ( Pylos' wird seit Strabo an verschiedenen Orten, nach 
neuester Untersuchung (CPelop. 2, 1 75 ff.) aber gleichfalls in Messenien erkannt. 

4. 5. 'Pylos und Triphylien': MOrchom. 363 ff. CPelop. 2, 175 ff. — Sagen 
von 'Lepreos' bei P. 5, 5, 4. 5. 



0. ELE1SCH-ÄTOLISCHE EPEIER. 

§ 842. ! Der angeblichen Abkunft von Aeolos wird auch 
der eleisch-ätolische Stammbaum der Epeier verknüpft, * dem 
zwar manche ältere geschichtliche Spur, im eleischen Land auch 
Blüthe und Fall der Stadt Olenos, vorangeht. 3 Der Epeier Ahn- 
herr Aethlios, der die Berühmtheit eleischer Wettkämpfe in seinem 
Namen trägt, hiess gemeinhin ein Sohn des Aeolos; rühmender 
hiess es daneben, wie er von Zeus und von der Ersten aller 
Sterblichen Protogeneia geboren sei und mit einer Nymphe, Ka- 
lyke das ist Blüthe genannt, 4 jenen in Elis und auch durch 
Geheimdienst am karischen Latmos berühmten Helden der Monden- 
nacht Endymion erzeugt habe, 5 aus dessen Ehe mit der Mond- 
göttin oder mit einer ihr gleichgeltenden, für eleisch itonisch 



HEROENSAGE. N. MESS ENI EN. 0. ELEISCHE EPE1ER. $ 841—844. 161 

oder auch arkadisch erachteten, Heroine nach Einigen fünfzig 
Töchter, nach Andern zugleich mit der einzigen Tochter Eurykyde 
drei Söhne, Päon Epeios Aetolos, hervorgingen. 

1—5. 'Eleisch-ä toi ischer Stammbaum': im Anhang Q nach Apd. 1, 8, 2. 
P. 5, 2, 1 ff. 

§843. 'Die Herschaft von Elis bestimmte Endymion dem- 
jenigen seiner drei Söhne, der zu Olympia im Wettlauf gesiegt 
haben würde: hiedurch ward Epeios des Landes König und Epeier 
fortan seiner Einwohner Benennung, wahrend Aetolos über den 
Golf nach Aetolien zieht, Päon aber das Weitere sucht und 
Päonien bevölkert. 2 Im pisatischen Nachbarland herschte zu 
gleicher Zeit Oenomaos, des Ares oder Alxion wilder Sohn, 
dessen Tochter Hippodameia der achäisch-lydische Pelops im 
Wettlauf erwarb; Oenomaos selbst fiel von des Siegers Hand, 
•der von nun an Pisa und bald auch Olympia beherschte, wo 
zweier Volksstämme, auf Hippodameia oder Physkoa rückweisender, 
Name die halb achäische halb eleische Landesbevölkerung noch 
spät bezeugte. 

2. 3. Ueber 'Oenomaos' und Hippodameia: Soph. El. 504 ff. Apd. 3, 
10, 1. P. 5, 1, 5; 10, 2; 22, 5; 6, 21, 3. 6. Diod. 4, 73. Schol. Piod. 
Ol. I, 114. Vgl. Jac.67lf. VJap. 361. Pr. Myth. 2, 271 (neptunisch). 

$844. 'In Elis, das nun durch Pelops um den Besitz 
Olympias geschmälert war, hatte des Epeios Bruder aetolos 
landflüchtig der Herschaft entsagt, als bei den Leichenspielen 
des Azan von seiner Hand Apis der Sohn des pallantischen lasion 
fiel. f So gewann der noch übrige Enkel Endymions, Eurykydens 
Sohn von Poseidon, Eleios die Herschaft, von welchem das Land 
neu benannt ward; 3 des Eleios aber, wenn nicht des Helios, Sohn 
war Jugeias. Seines Namens der Glänzende gibt dieser durch 
Sagen gefeierte König seine solarische Abkunft oder Natur auch 
in seiner Tochter, der zauberkräftigen Agamede, zu erkennen; 
4 mit den riesigen Aktorlden und mit Amarynkeus vereint soll 
er das Land Elis beherscht und gegen den eindringenden Dorier 
Herakles dasselbe so lange vertheidigt haben, bis Herakles durch 
Verrath auf dem isthmischen W T eg die Jktoriden erlegte. 5 Hierauf 

Gerhard, Mythologie. II. 11 



162 DRITTES BUCH. 

heischte die Mutler der getödteten Helden, Molione, Rache vom 
ganzen argivischen Land, und erreichte es, dass ihr Fluch die 
Eleer vom Besuch der isthmischen Spiele fortan zurückhielt. 

1. 'Augeias': Hom. II. 11, 73$ff. (Agamede). Apd. 2, 5, 5. P. 5, 1, 7. 
Diod. 4, 33. Vgl. Jac. 173. Schubart quaest. geneal. p. lOlss. (Ephyra). 

2. 3. Ueber die 'Aktoriden': $ 163, 1. Pind. Ol. 11, 33 ff. (Scbol.) Apd. 
2, 7, 2. P.2, 15, 1; 5, 1, 8; 8, 14, 6. Vgl. Jac. 633 f. Pr. Mytb. 2, 164 ff. 

§ 845. ' Als Eroberer von Elis gab Herakles zunächst an 
Phyleus, des Augeias ihm günstigen Sohn, das Land zurück, 
welches nach dem bald darauf erfolgten Tod des Augeias dessen 
älterer Sohn Agasthenes beherschte; *mit diesem zugleich werden 
zwei dem olenischen Dexamenos verschwägerte Aktoriden, Amphi- 
machos und Thalpios genannt, welche vor Troja kämpften. 3 Des 
Agasthenes Sohn war Polyxenos, des Amphimachos Vater, dessen 
Sohn Eleios als letzter König epeischen Stammes dem Dorier 
Oxylos wich; dem Oxylos aber sind alle folgende eleische Her- 
scher und Iphitos der Gründer olympischen Wettkampfs und 
Gottesfriedens entstammt. 

1—3. Ueber a) 'Phyleus': Hom. II. 2, 629. 15, 530. 23, 637. Apd. 2, 5, 
5. P. 5, 1, 7; 3, 2 ff. Jac. 406. 749. — b) * Agasthenes': Apd. 3, 10, 8. P. 5, 3, 
4. — c) 'Oxylos': Apd. 2, 8, 3. P. 5, 3, 5; 4, lff. MDor. 1, 61ff. 

§ 846. ^Jetvlos aber, des Epeios flüchtig gewordener Bruder, 
2 gilt im jenseitigen Uferland, das von ihm fortan Aetolien heisst, als 
Vater des Pleuron und Kalydon: im Namen dieser Heroen sind die 
vom Acheloos durchschnittnen ätolischen Länderstriche bezeichnet, 
wie auch die Ströme Evcnos und Acheloos, die in ihren Sagen mit- 
wirken, in gleicher Weise örtlich begründet sind. 3 Wenig ist von 
Ralydons Geschlecht zu berichten, an welches durch Heirath mit 
einer Aeolia, Amythaons Tochter, die Einwanderung des dorischen 
Oxylos geknüpft ist; 4 um so reicher ist aber die Sagenfülle in 
Pleurons Geschlecht, mit dessen Enkelin Demonike der Kriegesgott 
Ares den Oeneus (der sonst auch ein Sprössling Deukalions 
heisst), ferner den Agrios Thestios und Evenos samt Sterope und 
andern Geschwistern erzeugt. 

1—4. 'Geschlecht des Aetolos': ira Anhang Q nach Hom. II. 14, 11 5 ff. 



HEROENSAGE. O. £LIS. AETOLIEN. OENEUS. $ 844—849. 163 

Apd.1, 7, 6. P. 5, 1, 2. Strab. 10. 463. Vgl. Brandetäter ätol. Geschichte 1844 
S. 27 ff. 

§ 847. l Aus Namen und Sippschaft dieses Geschlechtes 
spricht theils unumwunden so ihre Oertlichkeit als Abstammung, 
theils auch des Landes und Volkes Natur sich aus, wie denn 
Agrios und Porthaon die Wildheit, Oeneus mit Phytios und 
Orestheus der Weinberge Anbau, Althäa Polydora und selbst 
Meleagros Nährkraft und Anbau des Ackerlandes aussprechen. 
'Nicht weniger deutlich geht aus den Namen sowohl als den 
damit verknüpften Sagen einerseits der Kultusbezug ätolischer 
Geschlechter und Helden zu Ares und Acheloos, Dionysos und 
Artemis, Demeter und Pallas (Apoll bleibt fremd), 3 theils der ge- 
schichtliche Gegensatz hervor, der in Oeneus und Meleagros, 
Herakles und Diomcdes des Landes Gesittung durch cerealisch- 
bacchischen und durch Pallasdienst, 4 in den Geschwistern des 
Oeneus aber (Agrios Evenos Thestios und deren Kindern) und 
im Kuretenadel des Landes den Widerstand ursprünglicher Wild- 
heit und bevorzugten Priesteradels uns kundgibt. 

§ 848. ' Jene Wildheit des in Jagd und Krieg heimischen 
ätoüschen Volkscharakters ist auch in der ihm entsprechenden 
Mannhaftigkeit ätolischer Frauen dargelegt, die dem Stammbaum 
der Oeneusgeschwister einen eigentümlichen Glanz verleihn. Von 
Evenos erzeugt war Marpessa, die für den von ihr begünstigten 
Idas die Liebe Apolls verschmähte und Meleagers Gemahlin Kleo- 
patra gebar; 'neben ihr ist, mit Evenos und Oeneus verschwistert, 
Sterope zu nennen, die von Acheloos Mutter der Sirenen ward; 
•von den Töchtern des Thestios aber ist Althäa hervorzuheben, 
die mit Oeneus vermählt die 'ritterliche' Erwählte des Herakles 
Dejanira gebar und zunächst als Rächerin ihrer Brüder am eigenen 
Sohn Meleagros bekannt ist. 

1—3. 'Aetolische Frauen', lieber a) ' Marpessa* §838, 4; b) ( Sterope 9 
Apd. 1, 7, 7. 10; c) 'Althäa* §850, 4. 

S 849. ' In Oeneus nemlich, einem gastlichen aber am Mord 
seines Sohnes schuldigen König, und seinem mit Althäa von 
ihm oder Ares zu schwerem Verhängniss erzeugten Sohn Me- 
li» 



164 DRITTES BUCH. 

leagros sind die verschiedenen Gegensätze streitender Geschlechter 
und Religionen zu einem Sagengedränge erwachsen, welches theils 
im Kuretenkampf, im Streit mit den Agriossöhnen, in der Flucht 
des mit Oeneus und Demeterdienst verbundenen Herakles, theils 
und hauptsächlich im vielbesungenen Sagenkreis der kanoni- 
schen Jagd uns erhalten ist. * Oeneus und Meleagros, durch 
ihre Namen 'Weinmann' und 'Feldbesorger' als Verehrer von 
Dionysos und Demeter bezeichnet, 3 hatten den schäumenden 
Stromgott der Gegend, Acheloos, dem Herakles die Vermählung 
mit Dejanira entriss, 4 hauptsächlich aber die Waldgöttin Artemis 
verletzt, deren Zorn nun das Land mit einem verheerenden Eber 
heimsuchte. 

1—4. Ueber 'Oeneus': Hora. 11.2, 641; 6, 216 (Bellerophon bei ihm); 
14, 117. Apd. 1, 8, 5. P. 2, 25, 2. Diod. 4, 65. Vgl. Jac. 670 f. Pr. 2, 203. 259. 

§ 850. ! Dem kalydonischen Eber, einem gewaltigen und noch 
in Reliquien fernen Auslands für göttlich erachteten Thier, entgegen 
zog Meleagros, gleich andern berühmten Eberjägern ein Schützer 
des gefährdeten Landbaus, "mit einer Heldenschaar aus, der alle von 
griechischer Dichtung besungenen Volksstämme Griechenlands in 
der Person ihrer eigensten Helden beigewohnt haben wollten und 
welcher ausserdem auch die arkadische Heldin Atalante sich an- 
schloss. 3 Nach Erlegung des Thiers ward seine Beute von Me- 
leager für sich oder für Atalante festgehalten, zum Anlasse bluti- 
gen Streits zwischen Meleager und den Thestiossöhnen, seiner 
Mutter Althäa Brüdern; einer derselben fiel von Meleagers Hand, 
*den hierauf der Fluch Althäas ereilte. Wechselnd wird die 
Art seines Todes erzählt, sei es dass die erzürnte Mutter nun 
selbst den Flammen das Holz übergab an dessen Erhaltung die 
Mören bei seiner Geburt die Fortdauer seines sonst unverwund- 
baren Lebens geknüpft hatten, 5 oder dass im Kuretenkampf der 
darauf eintrat Apoll ihn erlegte. 6 Hiemit ist jedoch des Me- 
leagros Sagenkreis noch nicht geschlossen; hervorragend und 
allein unverzagt ward er von Herakles im Reiche der Schatten 
getroffen: eine vielleicht auf Bezug zum Demeterdienst beruhende, 



HEROENSAGE 0. OENEUS. MELEAGROS. DIOMEDES. $ 849—853. 165 

'aber auch mit seinen Schwestern Gprge und Dejanira, unter An- 
nahme ihrer Verwandlung in Vögel, in Verbindung gesetzte Sage. 

1 — 7. Ueber 'Meleogros' und dessen Jagd: Hom. II. 9, 527 ff. 2, 642. 
Apd. 1, 8, 2; 2, 5, 12 (im Hades). P. 8, 2 extr. 10, 3J, 2. Hyg. 172ff. 239. 
244. OMet.8, 300ff. (Jagd). 532ff. (Meleagriden). Vgl. Jac.GOGff. WZtschr. 123ff. 
Trag. 1, 21ff. (Aeschylos). Pr. Myth. 2, 202 ff. MHdb. 413, 3. 

§851. 'Aus zweiter Ehe erzeugte Oeneus mit Periböa des 
Hipponoos Tochter einen andern berühmten Eberjäger, den Tydeus, 
in dessen Sage die Begünstigung Pallas-Alhenens als neues Re- 
ligionselement, zugleich aber mit aller ursprünglichen und unge- 
zählten ätolischen Wildheit hervortritt. ^Blutschuld halte ihn aus 
Aelolien von Oeneus und von seiner Stiefschwester Dejanira ent- 
fernt; worauf er, in Argos wohl aufgenommen und mit Adrastos* 
Tochter Deipyle vermählt, dem Feldzug gegen Theben sich anschloss 
und, von Amphiaraos gehasst, von Athena die ihn unsterblich machen 
wollte seines Blutdurstes wegen aufgegeben, seinen Tod fand. 

1. 2. Ueber 'Tydeus': Hom. 11. 9, 114ff. Apd. 1, 8, 5; 3, 6, 6ff. P. 9, 
18, 2. Vgl. Jac. 877. Wk. ep. Cycl. 2, 329ff. Pr. 2, 244. 248. 

§ 852. l Um so beharrlicher aber verlieh die Göttin ihren 
Schutz dem Sohne des Tydeus, Diomedes, dessen ruhmvoller 
Name zuerst als ätolischer Jäger und Kampfgenosse des Oeneus 
gegen die Agriossöhne erscheint; * angeblich sieghaft findet er 
doch mit Oeneus zuletzt nicht in Kalydon, sondern im pelo- 
ponnesischen Argos sich vor, wohin die Agriossöhne den Oeneus 
verfolgt haben sollten, wie denn auch Argos und Oenoe ihn dort 
begraben wussten. 8 Derselbe Diomedes aber, der in Tegea für 
Oeneus, in Trözen gegen Hippolytos kämpfte, ist als argivischer 
König aus troischen Sagen bekannt, 4 wogegen als ätolischer Mit- 
kämpfer vor Troja des Agrios Sohn Thersites erscheint: allen 
Achäern zum Widerwillen, obwohl, als er durch Penthesilea fällt, 
nicht ohne Verwandtenpflicht des Diomedes. 

1—3. Ueber 'Diomedes': Hom. 11. 4, 405; 6, 222 und sonst. Apd. 1, 8, 
5; 3, 10, 8. Vgl. Jac. 225 ff. 

4. 'Tuersites': 11. 2,212 ff. Q. Sm. 1, 722ff. Apd. 1, 8, 6. Jac. 855. Pr.2, 300. 

§ 853. * Die Heroensage des Diomedes geht weiter: sie 
zeigt diesen gotterwäblten und göttergleichen Helden fern wirkend, 



166 DRITTES BUCH. 

in Argos sowohl als in Ost- und Westland. Wie die Ilias nicht 
ohne Spur seiner Göttlichkeit ihn verherrlicht, 2 ist er als Lieb* 
ling Athenens und Träger ihres Palladions nicht nur aus Argos 
Trözen und Troja, sondern auch aus Pflanzstädten des West- 
lands, aus Siris und Metapont, Kumä und Pästum, Arpi und 
Adria, endlich aus Latium wohlbekannt. 'Sprechende Symbole 
seiner Geltung und Göttlichkeit sind Eber und Löwenfell, noch mehr 
sein Ross und sein Schild : jenes bald lichtweiss bald schwarz und 
blutdürstig gedacht, dieser ein Doppelausdruck der windabschüt- 
telnden Aegis. 4 Auch das mythisch berühmte Gold dieses Schildes 
und manche Nebenumstände seiner Sage, namentlich die ihm ge- 
heiligten Vögel, sind als Besonderheiten seiner ursprünglichen 
Göttlichkeit zu erwähnen. 5 Wie übrigens in der Sage dieses 
Helden sein Verhältniss zu Pallas neben wenigen andren von 
ihm verehrten Götterwesen allerorts durchschimmert, 6 ist auch 
der Gegensatz zu Ares und zur idäischen Aphrodite, die er vor 

4 

Troja sogar verwundet, nicht minder deutlich in ihm ausge- 
sprochen, und wie der Zorn dieser Göttin durch seine Ehefrau 
Aegialea ihm fühlbar wird, verfolgt er ihn auch bis zu nationalen 
Befehdungen ihrer Bekenner. 7 So steht der über Gergis Leukas 
und Kumä erfolgreich vorgedrungne Aeneas mit seinen aphro- 
disischen Heiligthümern in Akamanien und Italien den diomedi- 
schen Pallasdiensten Aetoliens und des Westlands in ähnlicher 
Weise entgegen, wie Hellas und Ilion einander befehdend erst 
in der Welteinigung Latiums ihre Versöhnung finden. 

5. 6. * Diomedes in Götterbezug': a) 'freundlichem' zu Pallas: MDor. 1, 
113. WTril. 286. Jac.256 (Palladion). Kl. Aen. 1164. 1171ff. 1192 ff. und 'feind- 
lichem' zu Aphrodite (Hom. II. 5, 410; Aegialea, Pfka. Bull. Nap. 3 no. 48). 

§ 854. ' Die Verknüpfung des Diomedes mit Italien lässt 
hier auch noch andrer Heroen uns gedenken, in denen sowohl 
das gemeinsame Bild des Eberjägers und seiner Symbolik, als 
auch die Gewissheit ätolischer Einwirkung auf italische Küsten 
sich bekundet. Der metapontische Metabos und Leukippos ist 
in solchem Bezug obenan zu stellen; *wie aber auch Diomedes 
bis nach Latium hinein bezeugt ist, können die Jagdkerven von 



HEROENS. 0. DIOMEDES. ACHELOOS. AKARNANIEN. $ 853—856. 1 67 

Pflstuin Sybaris und Messenien, a vergleichungsweise auch die 
durch leukadische Kumaner vermittelten italischen Sagen von 
Atalante und von Orest, samt der trözenischen von Hippolyt, 
der latinischen von Picus zu geschweigen, einer gemeinsamen 
Betrachtung fiolischer Jägersage, wie hauptsächlich Aetolien sie 
ausbildete, hier nicht vorenthalten werden. 

1—3. 'AetolUche Eberjäger in Italien': Kl. Aen. 11 63 ff. 

$ 855. ' Endlich sind in Bezug auf Aetoliens Oertlichkeit 
noch die besondern Ortssagen seines hochverehrten, in Helden- 
kraft und Frauengunst vielbezeugten, Stromgottes Acheloos, 
namentlich die Entstehung der seiner Mündung benachbarten 
fttnf Echinaden- Inseln hier hervorzuheben. * Ueberdies ist hier 
die geeignete Stelle, um aus dem westlichen Küsten- und Insel- 
strich, dem die bis hieher berührten eleisch-ätolischen Sagen 
angehören, nordwärts rückweisend auf Thesprotien und Ephyra, 
'als älteste Nachbarn die Bewohner Akarnaniens, das von Akar- 
nan Alkmäons und der Acheloostochter Kallirrhoe aus Psophis 
geflüchtetem Sohn benannt und auf Vorgebirg Leukas durch die 
Aeneassage verherrlicht war, 4 vorzüglich aber die Inselbewohner 
des durch Odysseus und Kephalos berühmten kephallenischen 
Reiches zu erwähnen, dem auch die Taphier angehörten. 

1. üebcr 'Acheloos' (§542) und die 'Echinaden': Apd. 1, 8, 1; 2, 7, 5 
(Hörn). OMet. 9, 8 ff. Vgl. Jac. S. 4 ff. Pr. ?, 170. 

2. Nach a) 'Thesprotien' Onchesmos Buthrotos Kestria fallen (roische 
Sagen von Helenos (Kl. 418ff.) Kestrinos (421 ff.) und Aeneas; noch weiter 
nördlich nach dem halb illyrischen b) 'Apollonia' am Aoos die mit Gcryon und 
Ephyra verknüpfte Sitte der Heliosrinder ($469,2. MDor. 1,423). 

3. 'Akarnan': Apd. 3, 7, 6. 7. OMet. 9, 414. Vgl. § 816, 6. Jac. 63f. — 
Aus 'Arobrakia* (Kl. 406 ff.) ist auch die Dryopersage des Kragaleus (Schw. 1, 
589) hieher gehörig; aber 'Leukas' (Kephalos) vgl. Kl. 397 ff. 

4. Wie -Kephallenien' auf Kephalos ($764) Deion Aeolos, weist Ithaka 
auf Odysseus, Zakynthos auf Aeneas (Kl. 393 ff.) zurück. Die ' Strophaden ' 
sollten auf Anlass der bis dorthin von den Boreaden verfolgten Harpyien (Kl. 
Aen. 394 ff.), benannt sein. 

% 856. 'Die Taphier oder Teleboer sind ein dem Lelegerstamm 
verwandtes Schiflfervolk, dessen Gesittung im Taphierkönige Mentes 
der Odyssee, * dessen seeräuberische Heldenkraft in den schon 
oben berührten Kämpfen mit Argos und Theben sich ausspricht. 



168 DRITTES BUCH. 

Dem Herdenraub, den die Söhne des Pterelaos den Söhnen Ele- 
ktryons in blutigem Kampf gegenüber zu Mykene vollführten, so 
dass von jenen nur Eueres, von diesen nur Likymnios am Leben 
blieb, war Elektryons Rilckholung der Helden aus Elis, 3 dann 
aber der vielbesungene und bereits oben berührte Heereszug 
gefolgt, in welchem, während Zeus Alkmenen genoss, Amphi- 
tryon, mit Kreon Kephalos Panopeus und dem Perseiden Eleios 
vereint, den Pterelaos bekämpften, dessen vollständige Besiegung 
zwar nur durch Verrath seiner Tochter Komätho, die seines 
Haupthaars Locke ihm abschnitt, erreicht ward. 

1 -3. Als König der 'Täphier' oder Tcleboer wird der weise d) 'Mentes* 
(Hooi. Od. 1, 105. 181. MProlJ. 365; vgl. Mentor, Jac. 618), aber auch der 
seerüuberische b) ' Pterelaos' bezeichnet, den Elektryon und Amphitryon bekriegten: 
$ 747, 2. Hesiod. Scut. 19ff. Apd.2, 4, 5ff. Vgl. Jac. 91 f. MOrchom. 207L 
Schw. Myth. 1, 491. 



P. WESTLANDE, INSELN UND ASIEN. 

§ 857. * Die bis hieher geführte Heroensage griechischer 
Volksstämme und Länderstriche des Festlands mit einem geo- 
graphischen Ueberblick alles dahin einschlagenden und verwandten 
Sagen vorraths, etwa in ähnlicher Weise zu schliessen wie unsre 
Darstellung des griechischen Götterwesens mit einer geographi- 
schen Grundlage desselben anhob, kann hier nur insofern zweck- 
dienlich sein als, abgesehn von nachträglichen Einzelsagen des 
Festlands, 2 der eben berührten ätolischen Heroensage lapygiens 
ein Blick auf die Heroensage des griechisch-bevölkerten Westens 
ungezwungen sich anschliesst, 3 und ein ähnlicher Blick auf den be- 
reits vielfach berührten Sagenvorrath griechischer Inseln und An- 
siedlungen im Osten zu den noch rückständigen Sagenkreisen 
asiatischen Bezuges und Bodens uns zu geleiten verheisst. 

§858. 'Jenen achäisch- ätolischen Bevölkerungen Unter- 
italiens, die wir im Mythos des Diomedes berührten, reihen, der 
mythischen Heimkehr vom Troerkrieg angehörig, die Sagen zahl- 
reicher andrer achäischer Helden, des Epeios Idomeneus Kalchas 
Odysseus Philoktetes und Podaleirios, sich an, * denen die teukri- 



HEROENSAGE. 0. TA PH I ER. P. WESTLANDE. $856—858. 169 

sehen Namen Anchises Aeneas Achates Misenos und Polites, auch 
Rassandra, und nächstdem der des dorischen Herakles zur Seite 
gehn; 3 ausserdem aber sind Ortsheroen, wie Metaponts Metabos 
und Leukippos, Tarents Taras, Kaulonias Kauion oder Aulon, 
Capuas Gründer Kapys, der lokrisch-sybaritische Sagaris, gleich 
dem von Diomedes bekämpften Landesfürst Daunos und auch 
dem bösen Dämon von Temesa, durch eigentümliche Mythen 
ausgezeichnet, 4 denen auch noch aus Mittelitalien die Heroen 
Korythos und Telegonos, Telephos Tarchon und Tyrrhenos sich 
beigesellen. 5 Sicilien hat neben Kultussagen uralten nord- 
griechischen Schlags die dardanischen Sagen von Eryx Butes 
Achates und Daphnis, aus jüngerem Ursprung die eleische von 
Alpheios und Arethusa aufzuweisen; 6 aus den sonstigen Nachbar- 
inseln Italiens lässt Sardinien von heraklidischer Bevölkerung im 
Namen des Iolaos und der Thestiaden berichten, woneben Kyrnos 
Melite Gaulos und die Pithekusen nur unerhebliche mythische 
Züge darbieten. 

1. 2. Unteritaliens, namentlich 'Iopygiens' (Kl. Aen. 428 ff. Kreter 438 ff. 
CboBer446ff.) Heroensage geht theils auf a) 'Achäer' des*- Troerkrieges, nament- 
lich Diomedes (§853,2. Kl. 445 ff. 11 54 ff.) Epeios (in Siris Kl. 457) Idomeneu» 
(in Castrum Minervae: Nieb. RG. 1, 165. KI. 432 ff.) Kalchas und l'odaleirios (am 
Drion: Kl. Anm. 704. 2412d), Odysseus und Philoktet (in Sybaris und Krimesa, 
Kl. 462 ff.), theils auf b) 'Teukrer' zurück, von denen Anchises und Aeneas 
(Castrum Minervae: Kl. 445, 686; 432, 683. 470) Achates Misenos und Politet 
(Kl. 477 ff. 551 ff. 10C8), auch troische Frauen (Sage von Verbrennung der Schiffe 
bei Kroton Sybaris und Siris: Kl. 452 ff.), namentlich Kassandra (in Salepia: 
Lyc. 1128. Strab. 6. 284), genannt werden. 

3. * Unteritalische Ortsheroen' sind für a) 'Metapont* Metabos (Luynes 
Nouv. Ann. 1, 383 ff.) und Leukippos (Kl. Aen. 1159f.\ für b) ' Taren t' Tat** 
(Luynes Nouv. Ann. 1, 372 ff.), für e) 'Kaulonia' der Amazonensohn Kaulos 
Kauion oder Aulon (Kl. Aen. 466. Nouv. Ann. 1, 41 7 ff. Lloyd Arch. Ztg. 5, 122 ff.), 
für d) 'Kroton' Lahinlos (Sieg über Herakles, SAen. 3, 552. Kl. 468), für 
e) 'Lokri' derAiassohn Sa^aW* (Kl.465f.), für/) 'Vena* Palinuros (§516,6. 
KI. 535 ff.), für g) 'Capua' Kapys, woneben A) der Landeshcros Daunient 
'Daunos' den Diomedes besiegte (Jac. 257f. Ghd. Apul. Vas. Tf. 1. 2) und der 
Spukgeist von Temesa (P. 6, 6,3. Nouv. Ann. 1, 441 ff.) noch in Erwägung 
kommen. 

4. Aus ' Mittelitalien ' werden a) Telegonos zu 'Anxur' (KI. 1150), b) Ko- 
rythos der Gründer von 'Cortona', ferner c) 8us 'Tarquinii' Telephos Tarchon 
und Tyrrhenos genannt (Kl. 1212). 



170 DRITTES BUCH. 

5. 'Sicüien*, das aas a) 'nordgricchiscben' (KI. 471 ff.) Einflüssen, von 
▲pollonia und Erytheia her, seiner Heliosherden sich rühmen mochte, hat aus 
b) 'dardanischcr' (Elymer Kl. 479 ff.) Quelle die Sagen von Aegestos (Kl. 479 ff.) 
Eryx (Kl. 483ff.) Butes (486ff.) und Achates (Kl. 477ff), aus c) ^olischen*, 
ron Actolien oder Elis her, die des Atpheios (Kl. 474. Aretbusa) und Daphnts 
(Kl. 519 ff.). — Aus d) 'Sardinien' werden lolaos (P. 7, 2, 2) und die tbespi- 
scben Heraklessöhne (§ 707, 2) neben einem Landesheros Sardos (griechisch? 
Rück. Tr. 53) als Gründer genannt. 

§ 859. ' Um die Heroensage der griechischen Inseln zu 
überblicken, wie wir für Kreta sie eigens betrachteten, gewähren 
für Kypros der dardanische Kinyras, salaminische Teukros und 
arkadische Agapenor, für Rhodos nächst der mit Helios und Po- 
seidon verflochtnen Telchinensage der lykische Danaos, lapithische 
lalysos Triopas Phorbas, dorische Tlepolemos und kretische Althä- 
menes, endlich für Thera Euphemos und dessen kyrenische 
Stiftungssage zu genügendem Anhalt. 2 Aus Kos wird neben 
autochthonischen Meropen ein den Olympiern widerstreitender 
Gäadiener Agron, in der Entslehungssagc von Nisyros Poseidons 
siegreicher Gigantenkampf berichtet. 3 Neben den Göttersagen 
von Delos und Naxos besteht die Sage vom delischen Segens« 
held Anios und den ihm verschwistertcn, Wein und Oel spenden- 
den Oenotropen, wie von der naxischen, dem Theseus durch 
Dionysos entzogenen, bräutlichen Weingöttin Ariadne; vom dar- 
danischen Iasios und auch von dortigem Charitendienste des 
Minos wusste Paros zu erzählen. 4 Ausserdem sind Keos als 
Sitz des apolitischen Wein- und Bienen vaters Aristäos, das 
kahle Seriphos als sonnige Oertlichkeit der argivischen Perseus- 
sage, die kleinen Eilander Aegina und Salamis aber als Heimath 
der Aeakiden und Teukrer, berühmt. 

1. Zur Heroensage von a) 'Kreta' (§71 9 ff.) sind auch die Namen Iasios 
(Kl. 387) und Aeneas (Kl. 356) anzuführen; aus b) 'Kypros* der äneadische 
Ktnyras (§ 384, 1. PPy. 2, 15 Schol. Vgl. Jac. 540 f. Engel Kypros 2, 94 ff.) und 
dessen auch den Adonis umschlicssendes Geschlecht, samt dem arkadischen 
Agapenor (P. 8, 5, 2. Engel Ky. 1, 225. 2, 80), aus c) 'Rhodos' die Teichinen 
(S 170, 2) Danaos (§250, 6), der lapithische Drachcntödter Phorbas (Diod. 5, 
58. Ath. 6, 82. Hyg. Astr. 2, 14. Heffter Rhod. 3, 77 ff.) wie auch ein Triopas 
(8 67J , 2 c), die drei dorischen Kerkaphossöhne und Ortsheroen Kameiros 
lalpsos und Lindos (POL 7, 73 ff. Diod. 5, 57. Müll. Aegin. 41ff.), endlich die 



HEROENSAGE. P GRIECHISCH* INSELN. $ 859. 860. 171 

jfokftiMs doriseben Atthämtnes ($729, 3) nnd Ttepotemos (POL 7, 77 ff. Eipl. 
p. 174) zn nennen. Die Sage von d) 'Thera' vertritt Euphemos ($717). 

2. Aus a) 'Kos' die Meropen (§ 634, 4fr) und Agron (Ant. Lib. 15); 
atrs b) 'Nisyros' Poseidon und Polybotes (Apd. 1, 6, 2. P. 1, 5, 4). 

3. Aus d) 'Detos* Anios und die Oenotropen (Diod. 5, 62. DHal. I, 59. 
Conon. 41. Vgl. Jac. 99. Kl. 351 ff.), aus b) 'Naxos' die dortigen bacebiseben 
Sagen ($444, 2a. Engel quaest. Nax. p. 18 ff.) von Lykvrgos Butts und den 
Atoldtn, samt den Heroinen Pankratis und Iphimedeia, aus c) 'Paros' Sägen 
von laslos (Kl. 330 ff.) und von Minos (Apd. 3, 15, 7). 

4. Ueber a) Aristäos zu 'Keos' (§305, 3a) und b) die Perseuszagc 
von 'Seriphos* (§797,2) ward oben gehandelt; aus c) 'Aegina' stammen die 
Aeakiden (Ruck. Troja 129 ff.), aus d) Salamis' die Teuhrer (Ruck. 121 ff.). 

§860. * Weiter nördlich gewandt, wissen wir Euböas durch 
Tityos und Chalkodon bezeichnete Phlegyer und Abanten der 
böotischen Sage sowohl als der attischen und argivischen ver- 
flochten; 2 harmloser und dem genussreichen Weinbau des Bodens 
entsprechender sind die aus Chios und Samos berichteten Sagen, 
dort die euböische von Oenopion und dessen Söhnen, hier vom 
berührten aber der Lippe entsunkenen Becher des Ankäos; in 
gleicher Nähe hat auch lkaria seine Mythen. 3 Bacchi sehen Cha- 
rakters ist auch die lesbische Sage vom dort angeschwommenen 
Haupt des getödteten Orpheus; 4 dagegen die Sagen von Tenedos 
in Tennes und Kyknos sich apollinisch aussprechen« 5 Des hierati- 
schen Charakters der Sagen von Samothrake, durch Dardanos 
Iasion und Saon heroisch bezeichnet, ward, wie der Kulte von 
Imbros und Thasos, schon früher von uns gedacht; e desgleichen 
der reicheren Sagenfülle die Lemnos in Thoas und Hypsipyle, 
in Hypsipyles von Iason erzeugten Söhnen und in der Euphemos- 
gemablin Malache aufweisen kann. 

J. 'Euböa', das in der mythischen Zeit von Perrhäbern Pblegyern Kureten 
und Abanten , etwas später auch von Gephyräern und Doriern (Strub. 9. 437 ; 
10, 465. 472. Pflugk Euboica 1829 p. 13 ff.) bevölkert war, hat a) aus der 
' Phlegy ersage ' hauptsächlich den Tityos (§713,2; vgl. Orion und Oenopion), 
aus b) dem Stamm der 4 Abanten* das Herschergeschlecht des Chalkodon aufzu- 
weisen, mit dessen Söhnen der attische Ercchtheus kämpfte (§761, 2) und mit 
dessen Spross Elephenor die Theseussöbne Akamas und Demophon gen Ilion 
zogen; der Abanten Einfluss auf Argos ward oben (§ 796, 3. 4. Palamedes, Abas) 
berührt. 

% In a) 'Chios' spielt von Euböa her die Sage der Oeaop/twesöhn« 



172 DRITTES BUCH: 

($715, 7. Osann Rh. Mus. 1835. Whitte de rebus Chiorum, Hatn. 1838 p. 15 ff. 
Mercklin Talos S. 50. Pr. Mytb. 1, 304 f.); aus b) 'Samos* wird tom LeJeger- 
könig Ankaos (P. 7, 4, 2. Schol. Ap. 187. Pfka. Sam. 10 ff. (rtoUa pnn£u 
rriXa xvXixog xtti /ttleog axnov) erzählt, aus c) 'Ikaria', das tom Falle 
des Dädalossohnes Ikaros benannt sein soll, ein König Metapontos (WTrag. 2, 85) 
erwähnt. 

3. 'Lesbos', dessen Aosiedlungen nach Troas hin (Str. 13. 599. Herrn. 
Staatsalt. $ 76, 14) und vom Peloponnes her berühmt und erfolgreich waren, 
hatte als Anführer dieser letzteren den Orest und dessen Nachkommen (Penthilos 
P. 3, 2, 1; Herrn, a. 0. $76, 4 ff.), ausserdem aber noch manche andre Sage, 
wie die gedachte vom angeschwommenen Orpheusbaupt (Anth. Pal. 7, 617. Jac. 
686), aufzuweisen. 

4. 'Tenedos', Sage von Tennes und Hemitbea : P. 10, 14, 2. Diod. 5, 83. 72. 
Lyc. 232. Vgl. Jac. 840. Pfka. Ann. 7, 279f. Kl. Aen. 78. Rück. Troja 37. 

5. 'Samothrake': $ 77, 3. Ueber Dardanos lasion Saon vgl. Kl. Aen. 
326 ff. — Ueber Saos und 'Imbros' als Hennesnamen WTril. 21 7 f. 

6. 'Lemnische Sagen': §77, 2. 692, 1 ff . 

§ 861. ' Kleinasiens Heroensage schliesst, wenn wir vom 
troischen Ida ausgehend zunächst seine westlichen, äolisch und 
ionisch bevölkerten, Küsten verfolgen, theils dem dort heimischen 
aphrodisischen Apollodienste der Aeneaden, theils den gleichfalls 
apollinischen Einflüssen kretischer und lykischer Achäer sich an. 
f Während jener erstere Einfluss in Ilion Gergis und Skepsis, 
neben der asklepischen Telephossage von Pergamon und dem 
sibyllinischen Dienst von Erythrä und Kyme, erkannt wird, "tritt 
neben der bunt gemischten Gründungssage von Smyrna und neben 
Phokäas weitreichender Götter- und Sagenftllle die Sage apollini- 
schen Prophetenthums, des Mopsos und Branchos, aus Kolophon 
und aus Milet uns entgegen; 4 woneben in Milet und Ephesos 
auch die jüngere Sage der Neleiden, in Halikarnass aphrodisische 
Heroensage zugleich mit öfterer Einmischung des Amazonen- 
mythos sich kundgibt. 5 Vollends in Lykien aber, wo jener 
Apollodienst wurzelt, sind Sarpedon und Pandaros samt dem atti- 
schen Lykos des Pandions Sohn ihm verknüpft, 6 woneben die 
Einflüsse korinthischer Poseidon sbekenner durch Bellerophontes 
und Glaukos vertreten sind. 'Noch ein anderer Spross äolischer 
Heroensage ist aus Kilikien in den Kephaliden zu Kelenderis 
uns überliefert. 



HEROENSAGE. P. KLEINASIEN. PHRTGIEN. $860—862. 173 

2. 'Troas und Aeolis'. Im a) 'troischen' Umkreis des ( Ida', wo die 
Aeneadensage (Kl. Aen. 28 ff.) heimisch ist, sind ausser llion in nördlicher 
Richtung 'Gergis', in südlicher und südöstlicher 'Skepsis' (Kl. 42 ff.) Antandros 
und Lyrnessos (Kl. 318ff. 325) Hauptorte jener Sage; zu 'Ophrynion' (Kl. 63) 
ward Hektar verehrt. Im 6) teuthranischen 'Pergamon' ist die Telephossage 
von Tegea ($506, 1. Rück. Troja 59 fl.) mit der des epidaurischen Asklepios 
als Behüters der Stadt (Kl. 130 ff.) verknüpft. Als c) Hauptsitze der Sibylle 
sind ( Kyme' und ( Erythro' bekannt (Kl. 208). 

3. 4. « Ionische Städte'. Im a) früh umgewandelten (Herd. 1, 149) 'Smyrna' 
weisen die Gründungssagen auf Lydiens Tantalos, den pheräischen Eumeios 
oder auch auf Amazonen zurück (Tac. Ann. 4, 54); für b) 'Phokäa' ist dessen 
aus Italien nachweisliche Verbreitung der Telephos- und der Hippolytossage 
charakteristisch (Kl. 1220 ff.). Der apollinischen Sagen von c) 'Kolophon' 
($ 306, 4c. P. 7, 2, 1) und 'Milet' ($ 306, Ab. Branchos semitisch? Schönborn 
über Apoll S. 4 9 ff.) ward oben gedacht. Ebenfalls in Milet zeigten die Nach- 
kommen der Neleiden das Grab ihres Ahnherrn (P. 7, 2, 3). In d) 'Ephesos' 
(Guhl Epbes. 27ss. 131ss.) und e) ' Halikarnass' gehen die Gründungssagen vom 
Amazonenmythos aus, woneben zu Halikarnass die hermapbroditische Salraakis- 
sage($368, 3 c) besteht. 

5. 6. In 'Lykien' ($306, 257, 322, \ab. 731, 1. MDor.1, 21. 6 ff. Rück. 
Troja 33 ff. 4 9 ff. Lloyd Nereid monument 1845 p. 14 ff.), wo Xanthos Patara 
and das erzreiche Telmissos Hauptorte sind, sind a) als 'apollinische Heroen.' 
Sarpedon und auch Pandaros ($322, \ab) schon oben erwähnt, ihnen reiht 
Lykos (Herd. 7, 92) sich an; über den b) 'poseidonischen' Bellerophon oben 
$ 826 ff. 

7. 'Kilikiscke' Kephaliden zu Kelenderis: Apd. 3, 14, 3. 

$ 862. * Hienächst liegt es uns ob, die hellenische Heroen- 
sage in der mannigfach verzärtelten Gestalt zu verfolgen, in wel- 
cher die phrygisch und lydisch bevölkerten Länderstriche sie 
uns zeigen. Wiederum von Troas ausgehend, treten zunächst 
hier von der Nordseite des Ida die Bebryker- und Dolionen- 
sagen von Abydos Arisbe Lampsakos Kyzikos, 2 der äneadische 
Wasserdämon Askanios und der Zaubergeist Daskylos uns ent- 
gegen; 'woneben an der Propontis nur wenige andre Heroen- 
gestalten zu nennen sind. 4 Um so reicher und durch ursprüng- 
liche Verwandtschaft mit dem thrakischen Götterwesen anziehender 
ist des benachbarten Pkrygiens Sagenvorrath : den oben bereits 
erwähnten hieratischen Lieblingen der Göttermutter ist ihr vom 
Pflüger Gordias geborener Sohn, der goldreiebe Midas hier bei- 
zugesellen, in dessen auch aus Makedonien berichteten Rosen- 



174 DRITTES RUCH. 

gärten die Einfangung des baccbischen Dämons Marsyas samt 
dessen Flötenspiel heimisch ist; der überschwenglichen Segens- 
fülle seines Reichthums geht Hunger durch Gold und der Tod 
seines Sohnes Anchuros zur Seite. s Nächst der phrygischen 
Königssage ist aber auch des lydischen Wassergeistes und Königes 
Gyges hier zu gedenken, dem aus dortiger Sage noch insbe- 
sondre Kandaules und Omphale, des ihr dienstbaren Herakles 
Herrin, zur Seite stehn. 

1. In der Landschaft 'Troas' trennen sieb Landschaft und Sage der 
a) 'Bebryker' und ihrer Städte, 'Abydos' (Jfcro und Leandros, aphrodisisch, 
Kl. 79 ff.) 'Arisbe' (woher Antenor KI. 59) 'Lampsakos* (priapisch Kl. 84 ff.), 
von denen der b) ' Dohonen ', deren Mittelpunkt Kyzikos ist. Ueber die Heroen- 
sage vom Aeneassohn Kyzikos: $ 693, 3. Ap. 1, 1057 ff. Kl. Aen. 100 ff. (flu- 
vialisch) 139 ff. (Müllerfest). 

2. ' Dolionische Heroen' sind d) der äneadische Dämon Askanios (DHal. 
1, 47. Kl. Aen. 94 ff. 104 ff.), der ein Sohn des Hippotion (Rossmensch? Kl. 129) 
und Sieger über den Riesen der Dürre (von (tatroj Kl. 122) Arantas genannt 
wird, und b) Daskylos (Kl. 103 ff.), dessen Name mit dem der Daktylen ver- 
wandt zu sein scheint: jener örtlich dem askanisehen See, dieser dem Dasky- 
leion zugehörig. 

3. Sonstiges an der Propontis: Abamos (Steph. s. v. Jacobs Anth. 13 
p. 725. Marquardt Cyz. 130 f.). Ein Ortsheros späten Ursprungs ist der by- 
zantinische Byzas. 

4. Als 'phrygische' a) 'Lieblinge der Kybele' wurden Attis Agdlsüs 
Korybas Cordlas Midas schon oben (§ 149, 3) erwähnt; den beiden letztern 
und b) insbesondre dem 'Midas' schliessen als 'Königen' die Namen Otreus 
Aslos Myydon sich an, woneben den c) auch aus Makedonien (J§ 657, 3fr) 
bekannten * Gärten des Midas' die Sage vom d) bacchischen (§ 4G6, 2) Silen 
'Marsyas', einem Plussgeiste dortigen Natursegens und seines Flötenschilfes, zur 
Seite geht. Anderseits ist auch e) 'Unsegen' des Midas in der Sage seines 
Hungers (weil alle Nahrung in Gold sich wandelte) und seines zu Ross in den 
Abgrund gestürzten Sohnes Anchuros (Plut. parall. 5) ausgedrückt. 

5. In der * lydischen' Sage sind a) auf 'Giganten' bezüglich Chrysaor 
(Leichnam zu Temenothyra gefunden P. 1, 35, 6) und der in ehernem Pferde 
entdeckte Ricsenleib, von dessen Finger b) 'Gyges' des Daskylos Sohn seinen 
unsichtbar machenden Zauberring entnahm (Plat. Rep. 2. 359 D. Suidas v. rvyov 
tiaxivhog. Vgl. Jac. 359. Kl. Aen. 108f. Sag^n vom gygäischen See, Curtius 
Arch. Ztg. 1853 no. 60). — In der lydischen c) ' Königssage ' steht Herakles 
als Knecht und Buhle der Königin 'Omphale' auch deshalb obenan, weil die 
von ihm der Amazone Hippolyte abgenommene Streitaxt aus Omphales Besitz 
an deren Nachfolger überging, bis Kandaules sie aus der Hand gab und ein 
Gefährte des Gyges dem davon benannten Zeus Labrandeus sie weihte. Hie- 



HEROENSAGE. P. LTDIEN. NORDASH3I. ORIENT. $ 862-864. 175 

neben sind denn als griechische 'Ansiedler' Lydiens die Magneten und PeJo- 
piden nicht zu vergessen (Abb. Achäer Anm. 26 ff.). 

g 863. l Eine besondre Betrachtung ist ferner noch der 
Heroensage des nördlichen Asiens zuzuwenden. Wie schon die 
Schiffahrt der Argonauten Hauptpunkte desselben uns kennen 
lehrte, und auch vom Troerkrieg her Achäer dort hausen sollten, 
bieten die bithynischen Orte Kios Nikäa Heraklea Astakos, 'das 
papblagonische Sinope, im Pontus hauptsächlich Amisos mit 
reichen Erinnerungen dorthin verschlagner hellenischer Helden- 
kraft unsrer Betrachtung sich dar. 3 Ihnen reihen denn endlich, 
bei entsprechendem Verhältniss zerstreuter und vom Ausland 
getrübter hellenischer Mythologie, auch die mancherlei mit Kulten 
und Sagen des Orients verschmolzenen Mythen kilikischer syri- 
scher oder phönicischer, ägyptischer oder libyscher Oertlichkeit 
sich an, von denen wir beispielsweise die Perseussage zu Tarsos, 
den Beroemythos von Berytos samt der Adonissage von Byblos, 
4 den Fusstritt des Perseus zu Ghemmis, den äthiopischen Busiris 
und libyschen Antäos erwähnen, 5 woneben uns aus Kyrene ver- 
einigte Minyer und Antenoriden vorgeführt werden. 

1. Als Hauptpunkte der 'Nordküste Asiens' weist die Argonautenfahrt 
($693 ff.) nächst den schon a) oben berührten Küsten der Propontis (Bebryker 
und Bolionen $861; Kios $694, 1; Nikäa von der gleichnamigen Geliebten 
des Dionysos benannt) jenseits des Bosporus b) nach 'Bithynien' (wo auch 
Astakos Sagen hat) und dem Lande der 'Mariandyner* (Lykos $695, 1. Kl. 
135 f.), dessen Ahnherr Maria ndynos (von /itttQ« «vttJvretl Kl. 120 f.) ein 
dem Bormos verbrüdert er Wassergeist ist. Auf andre bithynische Gründungs- 
sagen weisen die Münzen von Heraklea ($ 695, 2). 

2. Als Gründer des a) paphlagonischen 'Sinope' war Autolykns (Strab. 
12. 546) bekannt; vom goldnen Vlicsse benannt ist die Hafenstadt Kytoros. 
Im b) * Pontus' weisen die Münzen von Ainisos auf Perseus und die Amazonen- 
sage (Eckhei D. N. 2, 346). 

3. 4. Griechische 'Heroensage im Orient': §807, 1. Mov. Phon. 14. 422ff. 
5. 'Kyrenaische Sage' dortiger Minyer ($717) und Antenoriden: PPy. 5, 

82 ff. Schol. Tz. Lyc. 874. Kl. Aen. 505 ff. Thrige Cyren. 78. 292. 

$ 864. ! Mitten unter jenen meist sehr vereinzelten und abge- 
rissenen Zügen hellenischer Mythologie bleibt aber ein wichtiger 
Sagenkreis zu selbständiger Betrachtung uns noch übrig; er gilt 
der Völkerschaft asiatischer Heldenfrauen, von deren Angriffen 



176 DRITTES BUCH. 

auf Griechenland das heroische Jugendalter griechischer Sage so 
viel zu erzählen wusste. Ihres Namens, sofern ihn zu deuten 
der griechische Sprachschatz genügen kann, bald anf ihre Brust 
bald auf Mondsverehrung gedeutet, * haben die Amazonen, deren 
Abkunft auf Ares und Aphrodite zurückgeführt wird, ihren un- 
bestrittenen Ursitz in den Küstenstrichen Nordasiens. Dort, den 
Scythen benachbart und in wilder Ehe vermählt, soll jenes streit- 
bare Frauengeschlecht vom Kaukasos her im Pontus und in 
Kappadokien, an den Strömen Thermodon Halys und Amisos 
gewohnt, seine Hauptstadt in Themiskyra gehabt 3 und von dort 
erst theils kleinasiatische Küstenstädte, namentlich Smyrna My- 
rina Kyme Ephesos Kibyra Thyatira gegründet, 4 theils aber auch 
Griechenlands Inseln und Festland, namentlich Lemnos und Sa- 
mothrake, Lesbos und Samos, Thessalien und Böotien, Athen 
Megara und das peloponnesische Argos mit Heeresmacht über- 
zogen haben, wofür zahlreiche bis nach Malea und Italien, Li- 
byen und Aegypten reichende Sagen, hie und da auch Wahl- 
plätze und Grabmäler zeugten. 

1—4. Ueber die 'Amazonen': Hom. II. 3, 189. 6, 186. Strab. 11. 503 ff. 
Diod. 2, 45 f. Vgl. Jac. 83 ff. Böttiger Vaseng. 3, 182 ff. Volcker myth. Geogr. 
21 6 ff. Tölken über das Basrelief S. 210. (Hierodulen). MDor. 1, 389 ff. (desgl.). 
Stackeiberg Apollotempel S. 54 ff. WTril. 585 ff. ep. Cyclus 2, 201 ff. (Gynäko- 
kratie). Rück. Troja 44 ff. Göttling de Amazonibus, Jen. 1848. HWSchulz die 
Amazonenvase von Ruvo, Lpz. 1851 fol. Pr. Myth. 2, 59 ff. MHdb. §417. 

S 865. ' Das Wesen der Amazonen unterliegt einer mannig- 
fachen Beurtheilung ihres heroischen politischen und religiösen 
Charakters: theils als jungfräulicher Kämpferinnen zu Ross und zu 
Fuss, als mannhafter nur für die Möglichkeit jungen Nachwuchses 
mit Männern verkehrender Heldinnen eines durch weibliche 
Doppelherschaft regierten und durch Städtegründungen auch weit 
verbreiteten, nach mancher geschichtlich bezeugten Sitte nicht 
schlechthin unglaublichen Frauenstaats, * theils auch als Diene- 
rinnen des in Nordasien weitverbreiteten Dienstes der Mondgöttin. 
3 Dieser mannigfachen Bedeutung gemäss sind als übliches Bei- 
werk der Amazonen sowohl ihre Rosse Streitaxt Geschoss und 
andre Bewaffnung, 8 als auch, bei sichtlichem Mond- und Sonnen- 



HEROENSAGE. P. AMAZONEN. $864—867. 177 

bezug, ihre mondförmigen Schilder und die nicht selten mit ihnen 
verknüpften solarischen Greifen zu erwähnen; 8 wie denn auch 
ihre Körperbildung und Kleidung bei wechselnder, scythiscber 
oder auch gräcisirter, jagdmässiger oder kriegerischer, in Peplos 
Fell oder Harnisch bestehender Tracht zuweilen in Gürtel oder 
Verzierung symbolischen Himmelsschmuck zeigt, 4 ohne dass die 
gesamte Erscheinung jener Heldenfrauen, sei es durch staats- 
kluge Entstellung ihrer Brust oder durch priesterliche Willkür 
ihres Kultus, an der Erhabenheit eingebüsst hätte welche Volks- 
glauben und Kultus ihnen unbeschränkt zugestanden. 

§ 866. * Ganz in Uebereinstimmung damit ist, neben etwani- 
ger Heroenehre für Amazonengräber, theils von Sitten und Ge- 
brauchen des Amazonenstaats und seiner strengen Zucht die 
Rede, * theils auch von priesterlichen Waffentänzen, wie solche 
den cappadocischen und libyschen Amazonen ausdrücklich be- 
zeugt und im Anschluss derselben an bacchische Feldzüge und 
Gebräuche weiter ausgeführt sind. 3 Die Gottheit der diese Waffen- 
tänze gelten wird als politische Göttin uns Enyo, als scythische 
und ephesische Artemis -Tauropolos, als libysche uns Athena- 
Tritonia, seltener Hera genannt, woneben jedoch auch Analogien 
wie die mannhafte lydisehe Omphale und wie die spartanischen 
Waffentänze der Athena-Chalkiökos ihre Stelle finden. 4 Von 
männlichen Gottheiten ist Ares, nach vorangegangenem Kampfe 
auch Dionysos von ihnen verehrt, x\poll aber als derjenige Gott 
zu betrachten, durch dessen hö.here Weihe die Amazonen sowohl 
als auch der Dienst ihrer Artemis beschränkt und veredelt wurden. 

§ 867. l Ein ganz ähnliches Verhältniss offenbart sich auch 
in ihren mythischen Abenteuern. Kämpfend, aber nächstdem ge- 
einigt, zum Theil durch Ehe, stehu sie dem Dionysos Belle- 
rophon Herakles Theseus, dem Priamos und dem Achill gegen- 
über, obwohl der vergebliche Kampf gegen diesen noch auf dem 
Eiland der Seligen, Leuke, wieder anhebt. * Sonstigen Sagen- 
jkreisen sind sie nur spärlich, in bacchischem Bezüge bei Orpheus 
Perseus und Midas eingemischt; 3 nebenher hat der symbolische 
Gehalt dieser Kämpfe im endlich versöhnten Gegensatz der Ama- 

Gerhard, Mythologie. II. 12 



178 DRITTES BUCH. 

zonen zu den apollinischen Greifen, * der heroische Eindruck 
derselben bis in die geschichtliche Zeit des Kyros Alexander 
und Mithridates herab in Thamyris und Thelestris seinen Aus- 
druck gefunden. 



Q. PELOPIDEN AEAKIDEN UND DARDANER. 

S 868. ' Haben wir nun durch die bis hieher geführte Dar- 
stellung uns der griechischen Heroensage nach Massgabe ihrer 
Volksstamme sowohl als des hellenisch bevölkerten Bodens ver- 
sichert, so bleibt es uns übrig den zwei weniger durch den 
Volksmythos selbst als durch dessen dichterische Ausführung 
berühmt und weitschichtig gewordenen Sagenkreisen näher zu 
treten, welche wir als unzertrennliche Gesamtdarstellungen erstens 
der achäisch-dardanischen, sodann der dorischen Mythologie für 
den Schluss dieses Buches versparten. *Wie diese letztere in 
Leben und Thaten des Herakles, ist jene erstere in den Helden 
und Abenteuern des Troerkrieges enthalten, dessen nationaler 
Grundgedanke im Gegensatze Europas und Asiens, hellenischer 
und ausländischer Völkerschaften, gegeben ist. 3 Die Wichtigkeit 
einer so tief wurzelnden und so weit greifenden Dichtung macht 
es aber zunächst wünschen swerth Grund und Anlässe jenes Krieges 
von beiderlei Seite her in möglichstem Umfang der Betrachtung 
des Kampfes selbst voranzustellen, und bestimmt uns demnach 
im gegenwärtigen Abschnitte unsrer Darstellung erst den bis hie- 
her versparten Sagenkreis beider Parteien, dann ihre vor Troja er- 
folgte Befehdung zu erörtern. 

§869. *Die Achaer, ein Stamm der als Träger des echten 
Hellenenthums zwar allbekannt, allzu oft aber im Namen der 
Minyer Aeoler oder Dorier versteckt ist, sind als Hellenen am 
Peliongebirg, als Magneten, als echtester, im thessalischen Phthia 
heimischer, Hellenenstamm schon bei verschiedenem sonstigem-. 
Anlass unsrer Betrachtung vorgeführt worden; im äussersten 
Osten und Westen, Kreta nicht ausgenommen, haben wir ihrer 



HEROENSAGE. Q. ACHÄER UND PELOPIDEN. $868—870. 179 

Spur uns versichert, den Ruhm aber den sie auf Griechenlands 
Nachbarinseln und Asiens Küsten, als Pelopiden und als Aeakiden, 
sich gründeten erst dem gegenwärtigen Abschnitt aufbehalten. 

1 Pelops, der jenem Geschlecht einen auf Peiasger und auf Hel- 
lopien hinweisenden, im Peloponnes dem griechischen Festland 
unvergänglich aufgedrückten Namen zurückliess, soll nach Hellas 
vom lydischen Gebirg Sipylon, aus eben jenem Landstrich ge- 
langt sein, in welchem ein doppeltes Magnesia die Magneten als 
früheste griechische Ansiedler Asiens verkündete. 3 Von seinem 
Vater Tantalos, dessen Name samt dessen Abkunft von Zeus 
und Pluto blühende Fülle und göttlichen Reichthum andeutet, 
wissen wir dass er von Zeus des Tisches der Götter gewürdigt 
war, 4 der Götter Gunst aber missbrauchend nicht nur mit dem 
müesischen Pandareos den kretischen Hund des Zeus entwandte, 
5 sondern auch die mit ihm speisenden Götter durch seines 
Sohnes Fleisch versuchte; in der That, hiess es, sollte Demeter 
des Pelops Schulterstück (ein Wortspiel des Rohessens) gekostet 
haben. 6 Unvergessen und noch in der Unterwelt gestraft blieb 
solcher Frevel des Tantalos; der Knabe Pelops aber ward neu 
belebt und von den Göttern fortan begünstigt. 

1. 'Achäer und Pelopiden': Ghd. Abb. Acbäer Anm. ltiiT. 27. 

2— C. Ueber 'Tantalos': Hom. Od. 11, 582 ff. Pind. Ol. 1, 90ff. Jstbm. 
8, 21. P.2, 22, 11; 5, 13, 4 (Grab). Hygin. 82. 154. Vgl. Jac. 836 f. Prcller 
Mytb. 2, 267. 

§870. ! Pelops, den Tantalos von der Atlastochter Dione 

zeugte, findet im Lande das nachmals als Pelopsinsel von ihm 

benannt ward durch Gunst des Poseidon den ersten Wohnsitz. 

2 Die geflügelten Rosse, mit welchen dieser Gott ihn beschenkte, 
erwarben wettrennend ihm den Sieg über Pisas König Oenomaos, 
den Besitz seiner Tochter Hippodameia und fortan die Herschaft des 
Landes: 'dort wo Olympia dem Zeus seine Wettkämpfe weihte, war 
nicht nur Demeter die an seiner Opferung Theil nahm, sondern 
auch Hermes ihm hold, der im Helfer des brUutlichen Wettlaufes 
Myrtilos leicht erkannt wird; 4 wonebcn noch mancher andre 
fremdländische Götterdienst, der Pelopiden Verkehr mit dem Aus- 
land bezeugend, auf Pelops zurückgeführt wurde. 

12* 



180 DRITTES BUCH. 

1 — i. Ueber 'Pelops' und sein Geschlecht: Hom. II. 2, 101 {nkri^mnog). 
Pind. OJ. 1, 24ff. (Scbol.). Apd. 2, 4, 5. P. 5, 1, 5; 8, 1 Vgl. Jac. 7l6ff. VJapet. 
353ff. Rück. Trojal93ff. 210ff. (Freier). Papasliotis Arch. Ztg. 1853 no. 53ff. 
Pr. Myth. 2, 267 ff. (Oenomaos Meeressturm, Hippodameia Meergöttin 2, 271). 

§ 871. ! Auf Pelops als Vater ward ein und der andere 
Landesheros des Peloponnes, namentlich der trözenische Pittheus 
zurückgeführt; seine eigensten Söhne aber sind die einander 
feindlichen Alreus und Thyestes, unheilvollen Namens und Be- 
richtes. * Sie tödten gemeinsam ihren Stiefbruder Chrysippos, 
den nach andern Sagen der thebische Lajos entführte; deshalb 
flüchtig wenden sie sich zum argivischen Sthenelos, der sie als 
Beistand wider die Herakliden willkommen heisst und ihnen 
Midea zum Wohnsitz gibt. 3 Nach Sthenelos herscht in Argos 
sein Sohn Eurystheus, nach dessen Tode die Herschaft Mykenes 
an Atreus gelangt; sein Bruder Thyestes aber wird von diesem ver- 
trieben, weil er des Hauses edelsten Besitz, ein von Hermes ge- 
schenktes goldenes Lamm, durch Aeropes Vermittelung zu rauben, 
versuchte. 4 Hierauf sucht Thyestes den Atreus zu tödten durch 
Pleisthenes, des Atreus von ihm erzogenen Sohn; Atreus tödtet 
denselben ohne ihn für seinen eigenen Sohn zu erkennen. 5 Schein- 
bar versöhnt mit Thyestes, der nach Mykene zurückkehrt, setzt 
Atreus zur Rache seinem Bruder die Söhne desselben, Tantalos 
und Pleisthenes, vor; darauf floh Thyestes und Helios wandte 
seinen Wagen ob solcher Schandthat. 6 Der Götter Zorn ver- 
hängt Dürre über das Land; auf des Orakels Geheiss wird Thyestes 
zurückgerufen, aber nicht gefunden. Dagegen findet Atreus beim 
König Thesprotos des Thyestes Tochter Pelopia, die von ihrem 
Vater bereits geschwängert den Aegisthos gebar, der ausgesetzt, 
aber von einer Ziege genährt und später des Atreus Mörder ward. 

1—6. 'Atreus und Thyestes': Hom. 11.2, 105. Apd. 2, 4, 6. P. 2, 16, 5 
(Grab). Schol. Eur. Or. 5. Hygin. 83ff. Vgl. Jac. 169 f. WTrag. 1, 357ff. (So- 
phokles). Rück. Troja215ff. Pr. Myth. 2, 272 ff. 

§ 872. f Mittelpunkt dieses entsetzlichen Sagengewebes, 

.dessen ursprüngliche Frevel wol erst die jüngere Dichtung des 

attischen Drama zu dem uns vorliegenden Umfang gesteigert 

haben mag, ist jenes dem Vliess des Athanias vergleichbare 



HEROENSAGE. Q. ATREÜS. THYESTES. AEGISTHOS. $871—874. 181 

.Goldlamm, dessen fruchtbare Regenkraft dem Atreus als unbeweg- 
lichem Sonnenhimmel bleibt, bis der 'Stürmer' Thyestes, wegen 
Dürre zurückgewiesen, mit des Atreus Weib, Aerope dem ' Luft- 
hauch ', buhlt und der Regenwidder Hülfe durch ihn erhält. 
'Darauf tritt Thyestes' sturmbringende Herschaft ein; Helios 
wendet bemerklermassen sich ab: mythisch vor des Thyestes 
Greueln, in physischer Deutung wegen der Sonnenwende des 
niedersteigenden Lichtgotts. 

1. 2. Das 'Goldlamm', das den Thyestes auch appellativ {noXvaqvi 
Sv^arrj Hom. 11.2, 106) bezeichnet, ist gleich dem goldenen Vliess Symbol von 
Regen Fruchtbarkeit und Reichthum; vgl. § 688, 5. Scholl Soph. Aias S. 18 f. 
Pr. Myth.2, 272. 273, 1. 

§873. 4 Des Pelopiden Atreus zwei Söhne, Agamemnon 
und Menelaos, wurden mit Aegisthos, dem Sohn des Thyestes, 
zusammen erzogen. Als Jünglinge sandte sie Atreus aus, den 
Thyestes zu suchen; sie fanden ihn in Delphi, warfen ihn ins 
Gefängniss und befahlen dem Aegisth ihn zu tödteu. * Aegisth 
trug das Schwert welches Pelopia, als ihr Vater unerkannt sie 
beschlief, ihm entrissen und beim Pallasidol verborgen hatte; 
daran erkannte Thyestes den Aegisthos als seinen Sohn, es war 
dasselbe Schwert mit welchem nachmals Aegisthos den Agamemnon 
tödtete. 

1. 2. üeber 'Aegisthos': Hom. Od. 3, 250ff. 4, 518ff. Hygin. 87. 88. Vgl. 
Pr. Myth.2, 318 ff. 

§874. ' In Sparta, wo nach einer anderen Sage Broteas, 
des Pelops vielleicht nur vom Fleischgenuss so benannter, un- 
holder und spät erst gedichteter Bruder, das älteste pelopon- 
nesische Götterbild der lydischen Göttermutter eingesetzt hatte, 
'waren bei König Tyndareos Agamemnon und Menelaos, des 
Atreus Söhne, willkommen; Helena und Klytämnestra, des Königes 
Töchter, wurden ihnen vermählt. 3 Kinder Agamemnons aus jener 
Ehe waren Iphigeneia oder Iphianassa, Chrysotheinis, Laodike oder 
Elektra, un.d Orestes; des Menelaos alleiniges Kind von Helena 
war seine Tochter Hermionc. 4 Solchergestalt in Elis Sparta und 
Mykene mächtig, sicherten und verstärkten beide i^triden ihre 



182 DRITTES BUCH. 

Herschaft. Agamemnon vertrieb zuerst den Thyest und Aegisthos 
aus Mykene, eroberte Sikyon und herschte weit und breit bis 
über Korinth und Aegion hinaus; 5 Menelaos erlangte mit Helena 
des Tyndareos Reich zum Erbe. Es ward aber Helena dem 
Menelaos durch Alexandros- Paris, des troischen Priamos Sohn, 
geraubt: ein Ereigniss auf welches die den Atriden befreundeten 
Griechenhelden zum Rachezug gegen Troja sich verbündeten, vor 
allen die Aeakiden zu deren Betrachtung wir nun uns wenden. 

1. 'Broteas': P. 2, 22, 4; 23, 4. Ovid. Ibid. 519. GUd. N. Rhein. Mus. 8, 
130 ff. (von ßQQxog Blut). Pr. im Philol. 7, 35 (von /fyorcfc, vgl. Etym. M.). 

§875. *Der Sagenkreis vom Geschlechte des Jeakos be- 
ginnt mit seiner Abstammung von Aegina des sikyonisch-böoti- 
schen Stromgotts Asopos Tochter, geht aber eben so sehr das 
thessalische 'Schwindland' achäischer Myrmidonen Phthia an, in 
dessen chironischer Grotte Iason sowohl als Achill zu über- 
schwenglicher Heldenkraft gediehen, und breitet in Telamon, mit 
Herakles und Philoktet verknüpft, bis nach der troischen Küste 
sich aus. *Als des adlergestalten Zeus mit einer Nymphe er- 
zeugter Sohn und eines Stromgottes Enkel, tritt Aeakos auch 
in der Sage als ein zeusähnlicher Herscher auf, 3 dessen von 
Zeus verliehene Gewalt das Land Hellas mit Regen, das Eiland 
Aegina mit den aus Ameisen entstandenen Menschen versorgt, 
in Troja mit Apoll und Poseidon Mauern aufführt deren Zer- 
störung Apoll seinen Nachkommen zuspricht, als weiser König 
Aegina beherscht, dann auch als Unterweltsrichter zeusähnlich 
waltet. 4 Eben dieser naturbefruchtende Ahnherr Aeginas war 
mit symbolischen Wesen die Land und Ufer ausdrücken, mit 
Endeis zuerst, dann mit Psamathe, 'Erdboden' und 'Küstensand', 
vermählt; Phokos, etwa der Wintersturm, entspross dieser letzteren 
Ehe, der ersten aber Peleus und Telamon, in deren Name eine 
Andeutung von Erde und Himmel ursprünglich sein mag. 

1 — 4. Ueber 'Aeakos' und dessen Geschlecht (Stammtafel 8): Hesiod. 
fr. 93. Pind 01.8, 30; 9, 75. 106. Nem. 5, 15. Isthm. 8, 18. Herd. 8, 46. 
Apd. 3, 12, 6. P. 2, 29, 5. 6; 30, 4. Diod. 4, 61. Steph. JCa. Vgl. Jac. 20f. 
Müll. Aeginet. 21ss. Scholl Atas S.l ff. Kuck. Troja 128 f. Pr. Myth. 2, 273ff. 



HEROENSAGE. Q. ATRIDEN. AEAKOS. PELEÜS. THETIS. $ 874— 877. 183 

$876. l Durch Mord des Phokos, eines aus phokischem 
Land zugleich mit seinen Söhnen Panopeus und Krissos bereits 
uns bekannten Heroen, der als Stiefbruder des Peleus und Tela- 
mon, nach wechselnder Sage durch beider Verrath oder durch 
eines von ihnen Wurfscheibe, vorsätzlich aus Neid oder unfrei- 
willig fiel, 2 ward des Telamon Flucht von Aegina nach Salamis, 
wie auch die des Peleus nach Phthia veranlasst, wo Eurytos 
oder Aktor von seiner Blutschuld ihn reinigte; bald jedoch trieb 
neue Schuld, durch Verwundung Eurytions auf der kalydonischen 
Jagd, ihn nach Iolkos zu Akastos. 3 Bei Akastos stellt dessen 
Weib, Hippolyte oder Astydameia, dem Peleus nach; ihrer un- 
erwiederten Liebe und ihrer theils bei Akastos theils bei des 
Peleus Weibe Antigone angebrachten Verleumdung folgt dieser 
letztern freiwilliger Tod, aber auch des Akastos Nachstellung, der 
im Peliongebirg auf gemeinsamer Jagd den schlummernden Peleus 
seines Schwertes beraubt und wilden Thieren zur Beute zurück- 
lässt. 4 Indess entgeht der von den Göttern geliebte Peleus so- 
wohl dieser Gefahr, als dem ihn gleichfalls erwartenden Kampf 
gegen die Kentauren, einem Kampf welchen der gerechteste dieser 
Walddämonen, Chiron, ihm durch Rückgabe des Schwerts er- 
leichtert. 

1—4. Ueber Peleus': Hom. IL 16, 33 (fci™'™); 17, 443 (Rosse); 18, 
84ff. 434 (Ehe); 24, 535ff. (Reichthum) ; Od. 11, 494ff. Hes. TU. 1006; fr. 71. 
178. Pind. Nem. 3, 33 ff. (60 Schol. Ginv xctTtfxctQifjev. Ebd. 6, 24 ff. ou<T 
lariv n6hg y icrig ov Tlriliog .atu xliog). Apd. 3, 12, 2 ff. Vase des Klitias 
(Mon. d. Inst. 4, 54 ff. Ghd. Arch. Ztg. 8 Tf. 23. 24). Vgl. Jac. 71iff. Pr. Myth. 
2, 77 ff. MHdb §413, 1. Overbeck Gall. 1, 172 ff. 

§ 877. * Dieser Sagenkreis, dessen symbolische Grundlage un- 
verkennbar, obwohl im Einzelnen nicht durchgängig klar ist, wird 
von einem andern überboten, in welchem Peleus als Freier und 
als Gemahl der Thetis erscheint, die durch Götterhuld und Chi- 
rons Rath, seiner Mannhaftigkeit zum Lohne, als Ehegemahl ihm 
zu Theil wird. * Ihrer Vermählung wohnte die zahlreich ver- 
sammelte Schaar der olympischen Götter und Musen bei, denen 
auch der vertriebne üephästos und aus der Ferne des Weltrands 
Altvater Okeanos sich beigesellte; 3 eine der zahlreich erfolgten 



184 DRITTES BUCH. 

Hochzeitsgaben war die dem Peleus verliehene unfehlbare Lanze. 
4 Der hierauf erfolgten Ehe wusste die spätere Sage nicht weniger 
als sieben Kinder entsprossen; nachdem deren sechs von der 
eigenen Mutter Hand im Feuer umgekommen waren, soll als ihr 
siebenter Sohn der gewöhnlich als ihr alleiniges Kind bekannte 
Achilleus, auch Ligyron genannt, von ihr geboren und erst 
durchs Styxwasser, dann wiederum durch Feuer von ihr ge- 
läutert worden sein, bis der lauschende und bekümmerte Peleus 
kurzsichtig der Göttin Fürsorge für unvergängliches Leben des 
neugeborenen Helden unterbrach. 5 Zornig verliess ihn die Göttin 
und Hess auch den noch nicht ganz unverwundbar gewordenen 
Knaben zurück, den Peleus nun in die Pflege des Chiron gab. 
•Mancherlei Thaten, rächende an Akastos und Astydameia mit 
lasons und der Dioskuren Beistand, denen er auch bei der kaly- 
donischen Jagd und im Argozuge gesellt ist, werden, samt Aeusse- 
rungen grossmüthig von ihm verliehenen Schutzes, auch sonst 
von Peleus berichtet; 7 der Glanz der Sage jedoch wendet nun 
vorzugsweise seinem Sohn Achilleus sich zu, den wir samt dessen 
Freunde dem Aktoriden Patroklos und samt seinem Sohn Neopto- 
lemos im troischen Krieg und in dessen Nachklängen wieder- 
finden. 

§ 878. ! Seines Namens und Wesens als ein fluthender 
Lichtheros gedeutet, wie auch Neoptolemos die Lichtbenennung 
des röthlichen Pyrrhos und Peleus sein Vater die Schlammbe- 
nennung des Schwindlandes Phthia führt, 2 gewährt Schill uns 
den Mittelpunkt eines dreifachen Heldengcschlechts, dessen glor- 
reiche Dichtersagen den physischen Grund ihres vom Regenzeus 
Aeakos stammenden Geschlechts uns vergessen machen. 3 Dieser 
physische Grund ist jedoch auch in den /'WweÄgestalten der 
Aeakidensage unverkennbar: wie in Aegina die Zeus sich raubt 
die Feuchte des Landes heroisirt ist, findet auch in den drei 
folgenden Sprossen desselben vom Himmelsnass abgeleiteten Ge- 
schlechts die in allerlei schlammigem überfluthetem oder neu 
durchackertem Boden obsiegende, in Peleus Achill und Neopto- 
lemos persönlich gewordene, Sonnenkraft 4 mit Heroinen von Land 



HEROENSAGE. Q. FRAUEN DES PELEUS. TELAMON. $877-880. 185 

und Meer (Endeis und Psamathe, Antigone und Thelis) oder von 
Erde und Unterwelt (Deidamia Briseis Polyxena, Androinache 
und Hermione) sicli in Verbindung gesetzt. 

1—4. 'Symbolik' der Aeakiden: Scholl Soph. Aias, 1842 S. 3ff. Forch- 
bammer Achill, Kiel 1853. Pr. Mytli. 2, 277 ff. (mit besonderer Anknüpfung an 
den Zeusdienst). 

§ 879. l Den anderen Zweig des Aeakidenstamms zu ver- 
folgen, gehn wir auf Aeakos' Sohn, Peleus' Bruder, Telamon zu- 
rück, welcher, nach Troja mit Herakles zu Hesiones Befreiung 
ausgezogen, die glücklich vom Meeresdrachen befreite Königs- 
tochter von ihrem Vater Laomedon als Siegeslohn zur Gemahlin 
erhielt. "Diese Sage, in der die geschichtliche Spur eines nach 
Troja verbreiteten Aeakidenzweigcs durchschimmert, begründet 
den Zug des allmählich zu einem Brüderpaar ausgebildeten Tela- 
moniers Aias nach Ilion, wo er samt dem gleichnamigen Sohn 
des O'ileus seinem Vetter kämpft, zunächst aber seinem schwäche- 
ren Bruder dem Bogenschütz Teukros gesellt ist. 3 Der sym- 
bolische Grundzug physischen Inhalts begleitet auch diese Sciten- 
sprossen vom Aeakos -Stamme und ist selbst im Namen der 
handelnden Helden kaum zu verkennen, wenn anders Telamon 
als Himmelsgürtel, Aias dem Adler und Donner des Zeus ver- 
gleichbar im übermässigen Schilde sich kund gibt: 4 im Schilde, 
das seine Freunde und Pfleglinge (den schwächeren Teukros ur- 
sprünglich etwa vielleicht im Sinne der Wintersonne) zu decken 
bestimmt ist, als eigenstes Geräth dieses Helden auch seinem 
Sohne Eurysakes Besitz und Namen gewährt und im Zusammen- 
hang troischer Sagen alsbald uns von neuem begegnet. 

1. 'Telamon und Phokos': Hes. Th. 1003. Pind. Nem. 5, 11 ff. Apd. 3, 
12,6. Vgl. Jac. 840. Rück. 133. 

2—4. Ueber 'Aias', Telamons Sohn (Jac. 23 ff. Pr. Myth. 2, 282. 301 ff.): 
Hom. 11.2, 528. 557. 768. 17, 284 u. a. Od. 11, 545 ff. Pind. Nem. 3,37 
(65 Schol. ); Isthm. C, 26ff. (43 ff. Schol.). Sophokles in der gleichnamigen 
Tragödie (Scholl Soph. Aias 1842). Ovid. Met. 13, lff. — Ueber 'Teukros und 
Eurysakes' WTrag. 1, 191 ff. Pr. 2, 283; über beide 'Aianten' Jac. 21 ff. Scholl 
Aias 57 ff. Rückert Troja 137 ff. 

% 880. * Um aber auf diesem weiten Schauplatz altgrichi- 
scher Heldensage nun auch der Achäer Gegner zu würdigen, 



186 DRITTES BUCH. 

haben wir zurtickzugehn auf des Dardanos Stamm, der vom 
Mittelpunkt des arkadischen Hochgebirgs seine weltgeschichtlichen 
Sprossen ost- und westwärts aussandte. * Dardanos der stür- 
mende Wogenheld und Retter vom Schiffbruch, von Zeus und 
Elektra samt Iasion seinem göttlichen Bruder erzeugt und in 
wechselnder Sage als Sohn des Zeus oder Korythos auch aus 
dem Westland bekannt, war in Arkadien mit Chryse der Tochter 
des Palas vermählt, 3 die durch Pallas -Athenens Geschenk be- 
rühmte Heiligthümer zur Mitgift empfangen hatte. 4 Als Fluth 
und Hungersnoth das göttergeliebte Paar von dort entfernte, viel- 
leicht auch Iasions Mord dem Dardanos eine Sühne durch Meeres- 
gefahr auferlegte, die er durch Schlauch- oder Flossfahrt be- 
stand, blieb einer der Dardanossöhne, Deimas, zurück in Arkadien; 
5 Idäos aber folgte den Eltern samt seiner Schwester Harmonia 
nach der nun erst benannten und geheiligten Rettungsinsel Sa- 
mothrake, deren Besitz fortan Dardaner behaupteten, obwohl 
Iasion vom Blitze des Zeus fiel und Dardanos selbst mit Idäos 
ans phrygische Idagebirg zog. 6 Hier fanden die Brüder gast- 
lichen Empfang beim Könige Teukros; auf seinem Gebiet gründete 
Dardanos die von ihm Dardania benannte Stadt, deren Heilig- 
keit, durch Chryses Heiligthümer begründet und durch Idäos mit 
der idäischen Göttermutter verknüpft, sie fortan unüberwindlich 
machte. 

1—6. üeber 'Dardanos': Hom. 11.20, 215ff. Dion. HaJ. 1, 61. 68. 69. 
Apd. 3, 11, Iff. Diod. 5, 49. Conon. 21. Tz. Lyc. 73. 1302. Vgl. Jac. 224ff. 
Kl. Aen. 30ff. 326ff. 371 ff. 1234. Rückert Troja 70ff. Pr. Myth. 2, 261ff. 

§881. ' Vielfach gemischt war die Bevölkerung des nach- 
herigen Troas. Urbewohner gemischten Stamms, wie denn wilde 
Bebryker, lydische Megabyzen, thrakische Dryoper und Dolionen, 
thessalische Pelasger aus Lesbos dort bezeugt sind, * wurden 
durch kretisch-lykische Teukrer, denen salaminisch-attische sich 
später vereinten, und durch eben jenes Geschlecht arkadischer 
Dardaner verdunkelt, deren Palladion zugleich mit teukrischem 
Apollodienst und mit der lydisch-phrygischen Verehrung Aphro- 
ditens die heilige Troja lange Zeit schützte. 3 Es vermählte* 



HEROENSAGE. ß. DARDANOS. LAOMEDON. PRIAMOS. $ 880—883. 187 

sich aber Dardanos nach Chrvses Tod mit des Teukros Tochter, 
Skamandros Enkelin, Bateia (nach Andern mit Arisbe aus Kreta); 
4 als Kinder dieser Ehe werden Ilos und Erichthonios, durch seine 
Söhne Laomedons und auch des Aeneas Ahnherr, wie auch eine 
Tochter Idäa genannt. b Tros und Laomedon folgen demilos: in 
ihren Namen und Sagen ist llion, die durch eine Kuh gegründete 
Lichtstadt, Trojas ritterliche Bevölkerung und Laomedons weite 
Herschaft ausgesprochen. 

1. 2. 'Trojas Revölkerung': Kl. Aen. 28ff. Rück. Troja S. lff. Pr. Myth. 
2, 262 f. 

3 — 5. 'Stammtafel des Dardanos', von Erichthonios Tros und Hos an- 
hebend: Hom. II. 20, 21 5 ff. Apd. 3, 12, lff. Unten im Anhang T. Vgl. Ruck. 
Troja 172 ff. 

§ 882. l Auf dem Gipfel der Macht herschte des llos Sohn 
Laomedon; von Göttern, Apoll und Poseidon, wurden die Mauern 
der Stadt ihm gebaut, 2 er war ihnen aber treulos, daher Götter- 
fluch das Land traf und die Königstochter Hesione einem Meer- 
ungeheuer zum Opfer geboten ward. 3 In Herakles, der dieses 
Ungethüm tödtete, und in seinem Begleiter Telamon, dem Hesione 
als Gemahlin zu eigen ward, ist eine zweite teukrische Ein- 
wanderung salaminisch-kypri scher Ansiedler uns angedeutet: 4 als 
Sprösslinge derselben sind uns aus Troja Antenor und Akamas 
zugleich mit Hesiones Sohn Teukros bekannt. 5 Es bleiben aber 
nächst Hesione auch noch die übrigen echten Kinder Laomedons, 
Tithonos Lampion Klytios Hiketaon, auch Ganymedes, mit dem 
Bemerken zu erwähnen, dass nach ihrer aller Verlust nur ein 
noch jüngerer Bruder, der erst Podarkes, dann Priamos hiess, zu 
Laomedons Nachfolge sich eignete. 

1—5. 'Laomedon': Hom. II. 5, 640 ff. (Herakles). 6, 23 (Bukolion). 20, 
236 ff. 21, 443 ff. 23, 348 (Rosse). Apd. 3, 12, 3. Vgl. Jac. 567. Rück. Troja 182 ff. 
(Ganymedes ebd. 106 ff.). Ghd. Apul. Vas. Taf. 11. 

§883. ! Königs Priamos Macht ist in der Zahl seiner Völker 
und Bundesgenossen, sein häuslicher Segen in vielen Söhnen 
und Töchtern, sein schweres Geschick in. Befehdung und Unter- 
gang Trojas zum Gegenstande gefeiertster Dichtung geworden; 
1 seine Persönlichkeit ist von Macht und Glanz, aber auch von 



188 DRITTES BUCH. 

aller Weichlichkeit eines asiatischen Herschers durchdrungen. 
3 Der Bezug auf Naturgottheiten, den man in seinem sowohl als 
in seiner Gattin Hekabe Namen gesucht hat, kommt wenigstens 
dadurch ihm zu, dass er dem altern dardanischen Volksstamm 
und Götterwesen als Bekenner Aphroditens und Apolls gegen- 
übersteht; auch spricht der von ihm geübte Naturdienst einiger- 
massen aus der den Wochen des Jahres entsprechenden Funfzig- 
zahl seiner Söhne. 

1—3. 'Priamos': Hom. 11.3, I84ff. (Amazonen). 250ff. 24, 470ff. Apd. 
2, <>, 4; 3, 12, 3. Vgl. Jac. 767f. Rück. Troja S. 8iff. (Dionysos -Aesymnetes; 
Priäraos-Priäpos; Hekabe-Hekatc S. 91 ff.). Pr. Myth. 2, 206. 

§ 884. * In dieser Funfzigzahl von Söhnen, welche Priamos 
mit Lykaon Aegyptos Endymion gemein hat, 2 sind als vornehmste 
Hektor und Paris, der prophetische Helenos, der jugendlich schöne 
Troilos, ferner Deiphobos und Polites hervorzuheben; ihre Benen- 
nungen bacchischer Fülle und priesterlicher Geltung sind mit den 
Ausdrücken städtischer Abkunft Obhut und Wohlfahrt gemischt, 
8 welche in Hektor wol gar den physischen Ausdruck eines 
schützenden Walls zu erkennen gestatten. 4 Unter des Priamos 
Töchtern sind die apollinische Kassandra und Polyxena hervor- 
stechend, die durch Name und Sage auf Erd- und Todtendienst 
hinweisen ; 5 als Personen ihrer Verschwägerung sind überdies 
Oenone die frühere Geliebte des Paris, Helena als dessen Ge- 
mahlin in Troja eingebürgert, und Hektors Gemahlin Andromache 
zu nennen. 6 In den Nebensprossen dieses Geschlechts ist der 
Sohn Aphroditens Aeneas vor allen erheblich; 7 weniger sind der 
aus Arisbe stammende Antenor und die ihm vermählte Theano 
dazu gehörig. 

1—6. 'Priamiden': Hom. II. 24, 495 (Schol.). Apd. 3, 12, 5. Hyg. 90 (not.). 
Theoer. 15, 139. Vgl. Fuchs fabb. troie. Bonn. 1830 p. 30 ss. Rück. Troja 89 ff. 
(Hektor ebd. 168 ff.). 

7. üeber * Antenor' und dessen Geschlecht: Hom. 11. 3, 148. 207. 262; 6, 
298; 7, 347. PPy.5,83 (HO Schol.). Vgl. Jac.lOlf. Kl. Aen. 59. Rück. Troja 128. 

§ 8S5. * Von allen jenen Sprösslingen des Priamos ist für 
uns Alexandros oder Paris der wichtigste. Durch seinen Namen 
an Trojas Nachbarstadt Parion erinnernd, *in welcher nach seiner 



HEROENSAGE. Q. PRIAMIDEN. PARIS. HELENA. $ 883—886. 189 

wunderbaren Geburt und Aussetzung eine vereinzelte Sage den 
von einer Bärin gesäugten, als Hirt erwachsenen und erst in 
kampflustiger Reife wiedererkannten Jüngling von Priamos ge- 
fangen gehalten weiss, 3 ist er als Berghirt und Jäger, als ärzt- 
lich benannter Alexandros, dann aber, den üblichsten Thätig- 
keiten seiner Heimath gemäss, auch im Glückswurf piratischer 
Schiffahrt ausgezeichnet, 4 der Leier nicht weniger als des Bogens 
mächtig 5 und nicht nur den Seinen, sondern auch der idäischen 
Göttin Aphrodite lieb und werth, der er wie Parions Schutzgott 
Eros oder wie andremal Hermes zur Seite steht. 6 So weidet 
er als idäischer Hirt oder Jäger seine Herde, lässt sich der 
Nymphe Oenone Gunst wohl gefallen, 7 und vertheilt bei dreier 
Göttinnen Besuch den Schönheitsapfel, den Eris einst auswarf, 
mit Hintansetzung der achäischen Göttinnen Hera und Pallas, 
zu seines Vaterlands Unheil und Untergang, an die idäische 
Aphrodite. 

1—7. Ueber 'Paris': Hoin. 11. 3, 4Cff. 5, 04. Apd. 3, 12, 5ff. P.3, 22, 1. 
Vgl. Jac. 70tff. Uschold Tr. 143 ff. Rückert Troja 77ff. Pr. Myth. 2, 289 f. 

§ 886. ! Des Apfels als Preises der Schönheit froh, der 
nach der Sitte benachbarter lesbtseher Schönheitsagonen ihr zu- 
getheilt war, 2 erweist Aphrodite ihrem Schützling sich dankbar, 
indem sie zu Helenas Besitz ihm verhilft. Helena, in Namen 
und Wesen einer Mondgöttin vergleichbar, der leuchtenden Dios- 
kuren Schwester, die wir als spartische Tyndareostochter vom 
attischen Thescus begehrt und als Spartas Königin, dem achäi- 
schen Menelaos vermählt, im Glanz ihrer Schönheit gefeiert wissen, 
3 ward vom piratischen Schiffer Paris durch gastliche Einkehr in 
Lakedämon, erst bei Helenas Brüdern und dann bei ihrem Ge- 
mahl Menelaos aufgesucht und, als sich dieser nach Kreta ent- 
fernt, zu Untreue und zu gemeinsamer Flucht samt reichlichen 
Schätzen des Hauses verleitet. 4 Durch Stürme die Hera erregt 
erst nach Sidon verschlagen, welcher Stadt er sich bemeistert, 
gelangt der heimschiffende Paris glücklich nach Troja und feiert 
dort (wenn nicht vorher auf der attischen Insel Kranae) jene 
berühmte Vermählung mit Helena, 5 die, einer symbolischen Aehn- 



190 DRITTES BUCH. 

lichkeit mit der Begegnung der Himmelskörper unbeschadet, mit 
näherer Befugniss als mythischer Ausdruck troischen Piraten- 
wesens verstanden wird. 6 So ward Helenas Raub, als neueste 
Unbill der Kränkung hinzugefügt welche im Schönheitsurtheil des 
Paris den Göttinnen hellenischer Geltung bereits angethan war, 
ein unabweislicher Anlass, den Gegensatz troischer und achäi- 
scher Stämme zum flammenden Völkerzwist, zum Krieg gegen 
Troja zu steigern. 

t— 6. Ueber «Helena': Hom. II. 3, 45ff. Od. 4, 121ff. Eurip. Hei. 1646ff. 
Tro. 922 ff. Herd. 9, 73. Apd. 3, 10, 7; 12, 6. P. 1, 33, 7 (Nemesis); 2, 22, 7 
(Iüthyia); 3, 19, 9 (Grab). 10. 1 1 (Dendritis, Leuke). Vgl. Jac. 275 f. 702. 
Uschold Troj. 126 ff. 145 ff. Fuchs fabb. tro. p. 50 ss. Rückert Troja 188 ff. Wk. 
ep. Cycl.2, 35. Gbd. Schmückung der Helena, 1844. Pr. Myth. 2, 71ff. 

§887. *Die Entführung Helenas aus Sparta weist uns zur 
Sage der Alriden, zu Menelaos ihrem Gemahl und zu dessen 
Bruder Agamemnon, den Herschern Spartas und Mykenes, zurück. 
Die Sage weiss von vergeblichen Friedensvorschlägen die Mene- 
laos und Odysseus nach Troja gebracht, und von der Gast- 
freundschaft welche Antenor ihnen dort übte. 2 Als beide Ge- 
sandte fruchtlos heimkehrten, begannen Rüstung und Krieg, zu- 
nächst in Berathung mit Nestor und in Ueberlistung des Odysseus 
durch Palamedes, dann auch in Bündniss mit andern Volkskräften 
und Heldengeschlechtern verwandten Stamms. 3 Unter allen diesen 
Heldengeschlechtern, welche wol erst durch das Sagengedränge 
des Epos zu dem uns bekannten Umfang anwuchsen, ist keines 
von solcher Bedeutung wie das bereits oben besprochne, in 
Phthia Aegina und, wie uns bezeugt wird, demnächst auch in 
Lesbos und Tenedos gegründete, bei Trojas Erbauung mitwirkend 
bethätigte, der Aeakiden. 4 Es war Schicksalsbeschluss dass 
Troja durch dies Geschlecht fallen sollte: Laomedon hatte, wie 
an Apoll und Poseidon, so auch an Aeakos gefrevelt; ein drei- 
faches Aeakidengeschlecht nahm Rache dafür. 5 Im ersten hatte, 
verbunden mit Herakles, Telamon Troja belagert, und bei seines 
Bruders des Peleus Hochzeit warf Eris den Apfel aus, durch 
dessen Folgen er endete. 6 Nun zogen die Söhne beider als 
Häupter eines zweiten Geschlechts zu gleichem Zwecke von neuem 



HEROENSAGE. Q. ATKIDEN UND AEAKIDEN. ACHILL. $ 886—889. 191 

aus: mit dem Telamonier Aias Achill der Peleide, eines heimi- 
schen Strom- und Sonnengotts Abbild in Kraft und SchneUe, 
vor Ilion derjenige Held von dessen Kampf oder Rückzug Fall 
oder Erhaltung der Stadt abhing, 7 die endlich im dritten Aeakiden- 
geschlecht durch Achills Sohn Neoptolemos ihren Untergang fand. 

1—7. 'Atriden und Aeakiden': §874. 879. Scholl Sopb. Aias S23ff. 

8 888. * Hochberühmt ist die Sage vom Sohn des Peleus 
Achill, dem mit der Göttlichkeit seiner Geburt das Verhängniss 
ruhmlosen langen oder zu ewigem Ruhm rasch verflüchtigten 
Lebens zur Wahl stand; er wählte das letztere. *Die Sage be- 
richtet, nächst seiner Geburt durch Thetis, von deren schon oben 
berührter göttlicher, durch Feuer und Wasser des Styx ihn läu- 
ternden, Pflege, aus der er bis auf eine Stelle am Fuss unver- 
wundbar hervorging; 3 von seiner Nahrung durch Honigseim, 
seiner Erziehung bei Chiron und Phönix, seiner in Löwenkämpfen 
und Saitenspiel herangewachsenen Jugend. 4 Als Zwischenspiel 
seines beginnenden Heldenlebens wird, von der göttlichen Mutter 
aus Furcht vor dem Schicksalsloos frühen ruhmvollen Todes 
verfügt, sein Mädchenleben als Pyrrha unter den Töchtern des 
Königs von Skyros Lykomedes gemeldet. 5 Als die nach llion 
gezogenen Helden ihn dort entdeckt halten, genügte der Waffen 
Anblick um auf die ruhmvoll vergängliche Heldenbahn ihn zu- 
rückzuführen. 6 Diese eröffnet er mit einer Reihe von Helden- 
thaten deren der vorhomerische Sagenkreis näher gedenkt, 7 und 
als sein Zwist mit Agamemnons Feldherrngewalt, von welchem 
die Ilias anhebt, vom Griechenheere ihn trennt, bleibt diesem 
der Rückzug Achills gleich einer Niederlage empfindlich. 

1 — 7. Ueber «Achill', nächst der Ilias: Hoin. Od. 24, 36 ff. Hcs. Th. 1007. 
Pind. P. 3, 160ff. Apd. 3, 13, 0. P. 3, 19, II. Philostr. Her. 19. Vgl. Jac. 7 ff. 
Köhler mem. sur les lies d'Achille (Acad. de St. Petersb.) 1827. Kück. Troja 144ff. 
Wk. ep. Cycl. 2, 37. Forchhammer, Achill, 1853. Pr. Myth. 2, 28lf. 292 f. 

$ 889. ! Wieder zurückgekehrt in der Achäer Heer, nicht 
aus Gunst für diese, sondern den Troern die seinen Freund 
Patroklos getödtet hatten zur Rache, glänzt Achilleus als Sieger 
über Hektor Memnon und Penthesilea, bis sein Verhängniss er- 



192 DRITTES BUCH. 

■ 
füllt ist und verrätherisch von des Paris Geschoss, das Apollo 

selbst lenkte, sein Tod erfolgt. 3 Um ihn klagen die Helden des 
Griechenheers, um ihn die göttliche Mutter und alle Meeres- 
töchter; 4 seine Zukunft aber ist in Unsterblichkeit, im nörd- 
lichen Wohnsitz ihm angewiesen, der zugleich als Laufbahn 
Achills und als der Seligen Eiland bekannt war. 5 Dort ist er 
mit Mondheroinen, Medeia Iphigeneia Helena, vermählt, wie erst 
die scheidende Sonne den Mond erblickt, und weilt als Sonnen- 
jüngling unter den Schatten, sei es in eines Königes Geltung 
oder in der eines Todtenrichters. 

§ 890. ! In diesen Hauptzügen von Achills Heldenleben ist 
nächst deren örtlichem und nationalem Gehalt auch die auf vor- 
maligen Kultus bezügliche Deutung desselben uns nahe gelegt. 
2 Wie schon sein Namenslaut bald an den achäischen Stamm, 
bald an Acheloos erinnert, 3 gibt auch sein Leben nicht nur als 
thessalischen, von Pallas und Hera beschützten, Held Phthias, 
als den von lesbischen Aeolern nach Troas versetzten Belagerer 
Trojas und troischer Städte ihn kund, 4 der nach mchrbezeugter 
Ortssitte und auf dodonisches Göttergeheiss in Troja noch spät 
Sühnopfer genoss, 5 und nicht nur als Sohn von Peleus und 
Thetis ist er bekannt, sondern auch als sonstiger Göttersohn 
und als selbständige Gottheit des von Thessalien aus nach Ost 
und Süd, namentlich in den Peloponnes, > erbreiteten achäischen 
Stammes. 

§ 891. ! Allerdings ist Achill seinem Wesen nach ursprüng- 
lich ein Stromgott, dann eines Stromgotts heroisches Abbild. 
Wie er, dem Berg- und Wiesenland Phthia entsprossen, dem 
Fluss Spercheios dient und seine Erzieher Chiron und Phönix 
Wald und Waldströmuug bedeuten, 2 gibt seine Abkunft von 
Thetis, seine Schnellfüssigkeit, seine Gewalt über Rosse und 
Quellen ihn als gewaltig im Reich' der Gewässer zu erkennen; 
3 womit des Skamandros Bekämpfung und auch der Umstand ver- 
einbar ist, dass Flüsse und meerbespülte Gestade ihre Benennung 
mit ihm theilen. 4 Ueberdies stimmen die Sagen von seiner 
Verkleidung und Verweichlichung Wandelbarkeit und Fülle der 



HEROENSAGE. ß. ACHILL. R. DER TROJANISCHE KRIEG. $ 889—892. 193 

Flussnatur, die Sagen von Skyros der unholden Insel mit dem 
Hervorbruch der Strömung aus Erdendunkel wohl überein. 5 Hie- 
mit ist es jedoch nicht unverträglich, dass eben jener dem Helden 
Achill ursprünglich entsprechende 'Stromgott auch als meerent- 
stiegener Sonnenheid, mit Apollo wetteifernd, ja noch allgemeiner 
als Erd- und Naturgott betrachtet ward. 6 Seine mit Musenklang 
verrauschende Strömungen, dem Lied der Sirenen der Töchter 
des Acheloos vergleichbar, mahnten, nicht minder als durch Achills 
rasch verflüchtigtes Heldengeschick es geschieht, ans Loos der 
Sterblichen, 7 und dieses in Achills Heldenklage wehmüthig be- 
tonte Loos wiederholt sich bald im Adonis-ähnlichen Trauerdienst 
eleischer Frauen um ihn, 8 bald auch in der Sage von seiner 
Vermählung mit den in der Seligen Reich ihm gesellten Frauen- 
gestalten. 

R. DER TROJANISCHE KRIEG. 

$ 892. * Die Veste des Priamos, für deren Zerstörung Aga- 
memnons und Achills Schaaren kämpften, *war nicht von Trojas 
Bewohnern allein vertheidigt; sie war auch durch asiatische 
Bundesgenossen geschützt, deren Mitwirkung den Troerkrieg als 
einen Völkerkampf von Europa mit Asien geführt erscheinen lässt. 
•Namentlich waren zu solchem Bündniss den dardanischen und 
teukrischen Bewohnern Ilions und des Idagebirgs, die Hektor 
und Aeneas, die Antenoriden und Pandaros führten, 4 Pelasger 
und Thraker, Paphlagonen und Myser, Phrygier und Meoner, 
Karer und Lykier gesellt: 5 Völkerschaften denen nächst Pallas 
Apollon und Aphrodite auch Ares und Artemis -Hekate für ge- 
bietende Götter galten. ° Ihren im Ganzen nur wenig berühmten 
Helden gehört der lykische Sarpedon an; 7 aber auch Memnon 
und Penthesilea, Ausdrücke fernester Bundsgenossen im Osten 
und Norden, der Aethiopen sowohl als der Amazonen, kämpften 
gleich ihm für Trojas Erhaltung. 

1. Für den 'trojanischen Krieg' geben Homer und die Excerpte des Proclus 
(Phot. no. 239. Wk. Cycl. 2, 505 ff.), Quintus-Smyrnaeus Virgil und auch Dictys 
(ed. Dederich, Bonn. 1853) den besten Leitfaden, woneben für die poeti- 
Gerhard, Mythologie. II. 13 



194 DRITTES BUCH. 

•chen Quellen die Werke von Welcker (epischer Cyklus, II, Bonn 1835 — 49; 
die gr. Tragödien, III, 1839 ff.) für Zusammenstellung und Deutung des Mythos 
Uschold (Geschichte des troj. Krieges, Stuttg. 1835; behutsam zu brauchen) 
JAFuchs (de varietate fabb. troicarum, Col. 1830) und Preller (Myth. 2, 287 ff.) 
in Anschlag kommen; für die Kunstdarstellungen die Tabula Iliaca, Tischbein 
Inghirami und Overbeck, vgl. Müller Hdb. $415, 1. 

2-7. 'Heeresmacht der Troer': Hom. II. 2, 81 6 ff. 

§893. andererseits hatten, den tief gewurzelten Gegen- 
satz hellenischer und asiatischer Stämme vor llions Mauern auszu- 
kämpfen, mit den Pelopiden von Mykenä Sparta und anderen Orten 
des Peloponnes und den ihnen verbündeten böotisch-lhessalischen 
Aeakiden zahlreiche andere sich vereint, welche der homerische 
Schiffskatalog, obwohl mannigfach interpolirt, doch offenbar in 
böotischem Sinne verzeichnet. * Es gehören dazu, nächst den 
Völkern Menelaos Agamemnons und Achills die der Ahnherr 
achäischer Herolde Talthybios zusammenruft, 3 der pylische Nestor 
und die Argiver Diomedes und Sthenelos, denen auch der kre- 
tische Idomeneus sich gesellt; 4 als nordgriechische aber der 
telamonische und der lokrische Aias, der thessalische Philoktet 
und Protesilaos, der älolische Thersites und der phokische Epeios, 
denen als stammverwandt und besonders hochgestellt der ke- 
phallenische Odysseus sich anreiht. 5 Im Allgemeinen sind es 
äolische, das heisst gemischte, Völkerschaften die mit entschie- 
denem Uebergewicht des achäischen Stamms, samt manchem ent- 
fernteren Schössling desselben Stamms hier sich finden, und 
als deren Gottheiten ausser Zeus und Pallas insonderheit Hera, 
ausserdem Hermes, nebenher auch Poseidon und Hephästos be- 
zeugt sind. 

1-5. 'Schiffskatalog': Hom. II. 2, 494 ff. Vgl. Müller Lit. Gesch. 1, 93 ff. 
Scholl Soph. Aias 38 ff. AMommsen im Philologus 5, 522 ff. lieber die einzelnen 
Helden sind die Heroika des Philostfatus zugleich mit den Kunstdenkmälern 
(MHdb. 415, 2. S. 714 ff. ßraun HR. Stud. 2, 46 ff.) zu vergleichen. 

§894. *Als hauptsächlichen oder mitwirkenden geschicht- 
lichen Grund dieser achäisch-äolischen Völkerschaaren sind wir 
ermächtigt den Völkerzug zu betrachten, welcher, zur Zeit der Um- 
wandlung Griechenlands durch der Aeoler Einfall in Böotien, 
von Argos und Phthia über Böotien her, unter den Volkshäuptern 



HEROENSAGE. Ä. DER TROJANISCHE KRIEG. $892—895. 195 

Achäos und Phthios, * insbesondere auch unter Pelopiden wie 
des Orestes Nachkommen Penthilos und Gras und unter dem Myr- 
midonen Peisandros, s Lesbos sowohl als auch Kyme und andere 
Städte der asiatischen Küste befehdet und neu bevölkert hatte. 
4 Dass der achäische Kern dieser Völkerschaaren vermuthlich 
auch von opuntischen Lokrern, neleischen Aeolern und achäi- 
schen Kephalleniern betheiligt war, erklärt im Zusammenfluss 
mannigfaltigster Hellenen vor Troja, neben Atriden und Aeakiden, 
uns auch die Mitwirkung von Helden einer so entfernten Stamm- 
verwandtschaft wie von den oben genannten Namen Aias Dio- 
medes und Sthenelos, Nestor Odysseus und Idomeneus sie aus- 
sprechen. 5 Ursprunglich einander nur lose verknüpft, im Gegen- 
sätze der Asiaten und in dem Heldenmuth ihrer Bekämpfung 
bald enger zu sammensch liessend, zum Theil auch durch Spuren 
vorangegangener Stammgenossen begeistert, wie die Magneten- 
und Pelopidensage zugleich mit den Gräbern Achills und des Aias 
sie nachweist, 6 machen jene homerischen Achäer das nationale 
Hochgefühl uns begreiflich, durch welches die Sänger der Ilias 
mit chronologischer Freiheit der Achäer mehrfache Kämpfe um 
Trojas Besitz und vor allen übrigen Helden den Ruhm des 
Aeakidengeschlechtes unsterblich machten. 7 £ine geschichtliche 
"Wahrheit hat auch im Einzelnen mancher mythische Zug des ho- 
merischen Achäerkampfs: im Streit Agamemnons und Achills gibt 
er den Gegensatz nord- und südgriechischer Achäer zugleich mit 
der Eitersucht ihrer vereinigten Königs- und Adelsgeschlechter zu 
erkennen; und wer wollte leugnen dass nicht auch Helena, wenig- 
stens der Frauen Geltung und Einmischung im heroischen Zeit- 
alter zu bezeugen, ein Element geschichtlicher Wahrheit enthalte? 

1 — 3. 'Aeolerzüge nach Lesbos und Asien': DHal. 1, 17. Strab. 9. 401. 
Scool. PNem. 11, 43. Tzetz. Lyc. 1369; (mit Orest Peisandros, PNera. 11, 33; 
vgl. 11.16,193). Vgl. MOrchom. im Class. Journal 1826 p. 368 ff. KVölcker in 
der Allg. Schuizeitung 1831 no. 31ff. Uscboid Troj. 55ff. Rücken Troj. 236 ff 
Wk. Cycl. 2, 4HT. 

§ 895. * Aus jenem geschichtlich begründeten Gegensatz 
dardanisch-teukrischer und achäisch-äolischer Stämme erwächst 
auch den einzelnen Sagen der Ilias ein geschichtlicher Grund 

13* 



196 DRITTES BUCH. 

und Boden. In Einklang mit der von Iason bis Xerxes und 
Alexander reichenden gegenseitigen Befehdung Asiens und Europas 
lässt weder die Wirklichkeit des troischen Bodens, * noch auch 
der Glaube an eine vormalige Seemacht und Raubschiffahrt Trojas 
sich bezweifeln, so sehr auch Homer beim Angriff der griechi- 
schen Schiffe sie uns entkräftet voraussetzen lässt *In der Sage 
von Helenas Entführung durch Paris sind die Eindrucke troi- 
schen Piratenwesens uns überliefert, wie es, dem Brauch der 
Tyrrhener und Karer verwandt und vergleichbar, nicht selten 
auch mit der Unbill geraubter Götterbilder verknüpft, an Lako- 
niens und Attikas Küsten der Achäer Rache in Trojas Blüthezeit 
vermuthlich nicht selten hervorrief und laut der Atridensage 
daheim auch erfuhr. * Dieses vorausgesetzt erscheint die Sage 
in ihrem Recht, wenn sie nicht nur behauptet, das durch Dichter- 
mund überwiegend gefeierte Aeakidengeschlecht sei seit Laomedons 
Unbill berufen gewesen, die, wie es hiess, von Stammvätern des- 
selben Geschlechts miterbaute Stadt zu zerstören, sondern auch 
gleiches Anrecht zur Rache den achäischen Pelopiden des Pelo- 
loponneses einräumt; 5 und zwar lässt der so nachgewiesne po- 
litische Gegensatz dardanischer und achäischer Völkerschaften 
auch von jenem Zwiespalt des Götterweseus nicht unbetheiligt 
sich denken, der, einerseits den achäischen Göttinnen Hera und 
Pallas, anderseits der idäischen Aphrodite zu Gunsten, im Schön- 
heitsurtheil des Paris sich kundgibt. 6 Diesen geschichtlich ge- 
gebnen Verhältnissen, welche dem Sagenstoffe der Uias allerorts 
zur Grundlage dienen, gesellten denn endlich, den Schauplatz 
des Kampfes zu bilden, noch jene örtlichen Anschauungen von 
Trojas Boden sich bei, denen die vornehmsten Kämpfer um 
dessen Geschick am liebsten im Bild eines unwiderstehlichen 
Stromgotts (Achill) und eines zuletzt doch ihm weichenden Walles 
(Hektor) vorschwebten. 

1 — 3. Die 'geschichtliche Bedeutung' des Troerkriegs pflegt theils a) durch 
'asiatische Angriffe', namentlich piratische auf Hellas (Nieb. alte Gesch. 1,101. 
198. 224), theils b) aus angeerbter ' Feindschaft der Pelopiden' (Wk. ep. 
Cycl. 2, 31 ff.) und des trojanischen Königshauses erklärt zu werden. 

4. ' Chirographisches ' über Ilion : Wk. kl. Sehr. 2, 1 ff. Fchh. Troja, Fkf. 1 850. 4. 



HEROENS. A. ANLÄSSE UND HELDEN DES TROERKRIEGS. $ 895. 896* 197 

$ 896. ' Unverkennbar nemlich ist neben jenem geschicht- 
lichen Grund an Personen und Stoffen der Troersage auch der 
symbolische Anflug und Inhalt ihrer Dichtung. Den gefeiertsten 
Gottheiten der betreffenden Volksstämme gemäss erscheinen die 
einzelnen Volkshäupter der Ilias in der mannigfachen Gottäkn* 
lichkeit, die ihnen zum Theil schon vermöge ihres als Götter- 
benennung nachweislichen Namens zukommt. 'Wie Agamemnon 
und Aeneas in Namensbezuge zu Zeus und zu Aphrodite stehn, 
erscheinen sie auch nach dem Charakter dieser Gottheiten poetisch 
ausgeprägt; in ähnlicher Weise sind Aias Diomedes Odysseus 
in ihrer Erscheinung mit Zeus Pallas Hermes vergleichbar. 3 Paris 
erscheint einem Apollon und Eros ähnlich, mit Bogen und Leier 
ausgerüstet, unter steter Obhut der beiden Gottheiten verbundenen 
Aphrodite. 4 Aber Achill auch und Hektor sind mit dem unver- 
wischten Charakter ihrer ursprünglichen Bedeutung ausgerüstet: 
der meerentsprossene Sohn von Peleus und Thetis im Sinn des 
schnellfüssigen unwiderstehlichen wandelbaren Stroms, auch wol 
der rasch verflüchtigten Sonnenkraft, die er ursprünglich daheim 
gleicherweise bezeichnen mochte; 5 Hektor dagegen, seinem Namen 
gemäss, als Trojas Halt und Wehr, Wall und Penat, der aber 
der stärkeren Uebermacht weicht, nachdem auch sein göttlicher 
Bundesgenosse, der Flussgeist Skamandros, ihr ungenügend be- 
funden war. 6 Bei so augenfällig symbolischer Färbung oder Be- 
deutung der Heiden Homers bleibt denn auch für deren Thaten 
und Abenteuer manche symbolische Deutung uns offen; zu ge- 
schweigen dass Raub Kampf und Stadterstürmung im Sinne 
symbolischer Redeweise uns wohl bekannt sind, dürfen Deu- 
tungen wie die des Erisapfels als aphrodisischen Unterwelt- 
symbols, des Raubes der Helena als dämonischen Verschwindens 
kosmischer Schutzmächte, der Stadterstürmung von Iiion als 
Bild eines den Mächten des Jahreslaufs verfallenen Unterwelts- 
hauses behufs einer prüfenden Beachtung hier nicht durchaus 
unerwähnt bleiben. 

1—5. Die 'Gottähnlichkeit der Heroen' ($627) ist theilweise, namentlich 
für Agamemnon als Zeus ($ 197, 2, zu Sparta und im attischen Demos Lapersai: 



198 DRITTES BUCH. 

Tz. Lyc. 1124. 1369; vgl. Pr. 1, 322) und Diomedes (g 853, 5. 6), schon früher 
berührt, für Odysseus und Aeneas aber demnächst zu begründen. 

6. 'Sonstige Symbolik' des Troerkriegs : Forchh. Hellen. 360 (des Winters 
Kampf gegen die Erde als kyklisrhes Epos). 

§ 897. ! Es bleibt uns übrig die erheblichsten Momente 
des troischen Kriegs, soweit sie nicht schon eingangsweise von 
uns berührt worden sind, einem summarischen Ueberblick zu 
unterwerfen, zu welchem die alte Litteratur durch Auszüge des 
kyklischen Sagenstoffs uns befähigt. Namentlich gewährte das 
kyprische Gedicht des Stasinos, anhebend vom Rathschluss den 
Zeus mit Themis zu Entvölkerung der überfüllten Erde gepflogen, 
die hienächst anzugebende Sagenreihe. f Dem Schönheitsurtheil, 
von Eris beim Göttermahle des Peleus erregt und zu Aphroditens 
Gunsten von Paris gefällt, war Helenas Entführung durch Paris, 
anderseits aber des Menelaos Berathung mit Agamemnon und 
Nestor zur Kriegsführung gegen Troja gefolgt; s ihr schlössen als 
sonstige Jntehomerica die Berufung sonstiger Bundesgenossen, 
denen auch Odysseus, scheinbar wahnsinnig aber von Palamedes 
überlistet, sich beigesellt, die Wahl Agamemnons zum Feldherrn 
im Heratempel zu Argos, sodann der Griechenschaaren Versamm- 
lung zu Aulis sich an, wo Kalchas opfert und die zehnjährige Dauer 
des Krieges weissagt; 4 ferner die Landung in Mysien, bei welcher 
Telephos und auch Patroklos verwundet wurden, 'Achills Ver- 
setzung nach Skyros, seine Verkleidung, Rückführung zum Achäer- 
heer und Heilung des Telephos durch seine Lanze; 6 sodann die 
zweite Versammlung in Aulis, Agamemnons Jagdvergehen an Artemis, 
deren Zorn und Versöhnung durch Iphigeneias Herbeiführung, die 
angeblich zur Ehe mit Achill aus Mykene geholt und der Artemis 
zum Opfer gebracht, obwohl von dieser entführt und durch eine Hin- 
din ersetzt ward; 7 weiter die Abfahrt nach Tenedos, einem den Achä- 
ern befreundeten, durch die Sage von Tennes und Hemithea ver- 
herrlichten Eiland, wo bei dem Gastmahl Achills Streit mit Agamem- 
non entsteht; * gleichzeitig fällt Philoktets Biss durch die Schlange, 
der von Athena-Chryse ausgegangen ihn in Lemnos zurückhält. 

1 — 8. 'Antehomerica', laut dem kyprischen Gedicht: Wk. ep. Cycl. 2, 85 ff. 
504ff. Pr. Myth.2, 287 ff. Overbeck Gall. 1, 167 ff. MHdb. $415, 1. 



HEROENSAGE. R. ANTEHOMER1CA. ILIAS. $897-899. 199 

» 

$ 898. ' Hierauf landen die Achäer in Troas : Protesilaos 
fällt durch Hektar, Kyknos durch Achill; Unterhandlungen um 
Rückgabe Helenas und der Schätze werden vergebens geführt, 
so erfolgt die Belagerung. 2 Von der späteren Dichtung fast ver- 
gessen ist Achills Begegnung mit Helena; 3 nicht so seine Er- 
beutung der Aeneasrinder, seine Verwüstung troischer Städte, 
sein Verkauf des Priamiden Lykaon nach Lemnos durch Patroklos, 
4 sein Vordringen bis zum Thymbräon, wo Troilos ihm erliegt, 
5 die Vertheilung der Briseis an Achill, der Chryseis an Aga- 
memnon als Beute, ä endlich der Tod des Palamedes. 7 Die 
Kyprien schlössen mit Hinweisung auf des Zeus Rathschluss, 
den Achill zu der Troer Erleichterung vom Griechenheere zu tren- 
nen, jenen Rathschluss von welchem die Ilias neu anhebt. 

§ 899. ! Den gedachten Vorkämpfern nur lose verknüpft, 
sind Zeit und Schauplatz der llias im zehnten Jahr der Be- 
lagerung durch den Zwist ups anschaulich gemacht, der zwischen 
Agamemnon dem Volksgebieter und zwischen Achill dem sieg- 
haftesten seiner Feldherrn bestand. 2 Diese, der Sage nach samt 
. and sonders für Helena ausgezognen Parteien, ihr Bund gegen 
llion und ihr Zwist bilden, ganz wie der Eingang der liias es 
besagt, den Kern des Gedichts; 3 aber die Dichtung hat aus ge- 
schichtlichem und poetischem Anlass episodisch hinzugefügt was 
sich bequem daran reihte. Ein solcher Anwuchs derselben durch 
fremde Stoffe gibt selbst im heroischen Personal der Ilias, mehr 
noch in dem ihr verknüpften kyklischen Epos, durch Anachro- 
nismen Parallelismen und Namen eines rein ethischen Inhalts 
sich kund. 4 Dieses vorausgesetzt, sind als Hauptscenen der Ilias 
einerseits die Kränkung des Apollopriesters Chryses samt der 
von Apollon gesandten Pest und Befreiung, die Rückgabe der 
Chryseis und Agamemnons Entschädigung durch die dem Achill 
geraubte Briseis, worauf Achill vom Heere sich trennt, 5 anderer- 
seits die episodisch besungenen Heldenthaten des Diomedes 
Menelaos Aias Odysseus hervorzuheben, der mit Diomedes zu- 
gleich das Abenteuer mit Dolon und die Erlegung des thraki- 
schen Rhesos vollführt, nebenbei auch der Waffentausch des 



200 DRITTES BUCH. 

Diomedes und Glaukos. 6 Diesen Heldenthaten zur Seite gehn 
Rath und Zwischenwirkung der, während Zeus die Wage des 
Schicksals lenkt, unablässig für oder wider Troja bemühten und 
selbst mit listiger Täuschung des Zeus vorübergehend Werk- 
tätigen Götter, deren Parteinahme der Achäer Bedrängniss bei 
den Schiffen, Hektors Sieg über Patroklos, Achills Betrübniss 
und Rache hervorruft 7 und endlich die Olympier selbst, gegen 
einander gewandt, in geordneter Schlachtreihe vor Trojas Ring- 
mauern zeigt. Als dieser den kämpfenden Helden verbündete 
Götterkampf in der Troer Flucht und Bedrängniss endet, 8 bleibt 
Hektor allein zurück; er unterliegt im Zweikampf mit Achill 
durch unabwendbaren Götterbeschluss, worauf Achills Leichen- 
spiele für Patroklos und die Rückgabe von Hektors Leichnam an 
Priamos die Heldengeschicke der llias enden. 

§ 900. l Als Posthomerica endlich, der Aethiopis des Arktinos 
entsprechend, reihen dein Fall des Hektor Achills Sieg über die 
Amazone Penthesilea, f wie auch des Thersites Tödtung durch 
Achill, der von seiner Blutschuld in Lesbos durch Odysseus ge- 
reinigt wird, 8 ferner der Sieg über den Aethiopen Memnon sich , 
an, 4 unmittelbar darauf aber des siegesfroh in Troja eindringenden 
Achill durch Apollons oder des Paris Pfeile erfolgter Fall, 5 dem 
Achills Bestattung Verklärung und Leichenspiele, aber auch der 
Zwist über den Besitz seiner Waffen nachfolgen: in diesem Zwist 
siegt, von Athena begünstigt, Odysseus, während Aias, dem 
Richterspruch weichend, in Wahnsinn und Selbstmord untergeht 
•Weiter wird, wie die kleine llias des Lesches erzählte, auf des 
gefangen genommenen Helenos Weissagung, den Krieg der mit 
Achills Tode verloren scheint zu erneuen, Achills vom neuen 
Krieg so benannter Sohn Neoptolemos aus Skyros geholt, und, 
wie Achilles sein Vater den Telephos besiegt hatte, Eurypylos 
dessen Sohn von ihm erlegt. 7 Neue dämonische Hülfe wird 
von den Pfeilen des Herakles begehrt, um derentwillen Philoktet 
aus Lemnos geholt wird; 8 wieder andre durch des Palladions 
Raub, das Diomed und Odysseus bei nächtlicher Weile aus der 
trojanischen Burg entführen; 9 endlich noch eine vom einge- 



HEROENSAGE. Ä. ILIAS. POSTHOMERICA. ILIUPERSIS. $ 899-901. 201 

schlichenen Odysseus der Helena im voraus vertraute und end- 
lich gelungne, durchs hölzerne Ross. 

1—9. 'Postbomerica', ausser Proclus und Tabula lliaca : Wk. ep. Cycl. 2, 
169 ff. 237 ff. 521 ff. (Aethiopis, Lesclies). Pr. Myth. 2, 305ff. verbeck 1, 491 ff. 

8 901. 4 Vom Phokeer Epeios war auf Athenens Rath ein 
hölzernes Haus, in seiner Rossgestalt dem Thiere Poseidons und 
seiner Schiffe entsprechend, gezimmert worden, von welchem die 
Iliupersis des Arktinos ihre Erzählung anhob. In seiner Höhlung, 
der Sage vom Riesenpferde des Gyges vergleichbar, von den er- 
lesensten Griechenhelden besetzt, ward es zugleich mit Verbren- 
nung der Zelte vor Troja zurückgelassen, während die ganze 
Schiffsmacht der Achäer vom nahen Eilande Tenedos aus des 
Erfolges gewärtig blieb. * Die Troer, anfangs unschlüssig ob 
eine Hinterlist der Achäer in diesem Pferde zu fürchten oder 
den Göttern damit ein Dienst zu leisten sei, entschieden, durch 
des verkappten Sinon Aussage dazu verleitet und durch des ent- 
gegnenden Priesters Laokoon Schlangenbiss darin bestätigt, zu- 
letzt sich dafür es an Athena zu weihn: 8 mit eines Theiles der 
Mauer Zerstörung ward es hinein in die Stadt und bis auf die 
Burg von denen gezogen, die siegesfroh von der Belagerer Nähe 
befreit sich wähnten, während Aeneas bei Zeiten die Stadt ver- 
liess. 4 In verblendeter, durch nächtliche Schmause gesteigerter 
Sicherheit ruht demnächst die Stadt, als Sinon deren Höhe besteigt 
und den Achäerschiffen das Feuerzeichen, den Helden im hölzernen 
Rosse das Zeichen zum Aufbruch aus ihrem Gehäuse gibt. B Mit 
der hierauf erfolgten Eroberung Trojas war dessen Schicksal er- 
füllt: Priamos und seine Söhne fielen durch Neoptolemos' und 
anderer Griechen Hand; 6 durch Aias den Lokrer ward die am Fuss 
des Pallasbildes Schutz suchende Kassandra beschimpft. 7 Sonstiger 
Frevel ward reichlich verübt, geschont ward nur Antenors Haus; 
8 kaum dassMeneiaos bei Helenas Anblick seines gerechten Ingrimms 
vergass, während die tapfersten Troer dem Schwerte der Sieger 
fielen, 9 die edelsten Troerinnen ihnen zur Beute dienten, Kassandra 
dem Agamemnon, Andromache dem Neoptolemos, Polyxena durch 
blutiges Opfer den Manen Achills anheim fiel. 



202 DRITTES BUCH. 

1—9. 'Iliupersis', ausser Proclus und der Tabula Iliaca: P. 10, 25, 2ff. (Po- 
lygnot). Wk. ep. Cycl. 2, 527ff. (Arktinos und Lesches); Tril. 4 49 ff. (Aeschylps). 
Trag. 1, 171 ff. (Sophokles). VAen. 2, lff. (Heyne Exe. 1). Preller Myth. 2, 312ff. 
Oterbeckl, 165 ff. 



8. HEIMKEHR AUS TROJA. 

§ 902. * Auf und nieder steigt die Wage des Schicksals ; 
wie Achills Ruhm, Agameranons Sieg, des stolzen Priaraos Un- 
glück von keiner erhabneren Sage so leicht überboten wird, 
hat auch der Ausgang dieses Sagenkreises der Götter Gerechtig- 
keit kund gethan: er war in den Nosten, den Dichtungen von 
der Achäer Heimkehr aus Troja enthalten, denen die Erzählungen 
vom ferneren Geschick der Troerhelden zur Seite gehn. 2 Es 
hatten aber den Frevel übermüthigen Sieges der lokrische Aias 
durch Schiffbruch, Menelaos durch Irrfahrt bis ins Aegypterland, 
Diomedes durch Untreue seines Weibes, Odysseus bis zu seiner 
endlichen Heimkehr durch längste Irrfahrt und Mühsal, Agamem- 
non und Neoptolemos, des Pelops und Aeakos Sprossen, durch 
ihren Tod zu büssen. 

1. 2. Sagenkreis der 'Nosten': Hora Od. 3, 103 ff. Vgl. Wk. ep. Cycl. 2, 
5 40 ff. (Agios von Trözen). Pr. Myth. 2, 314 ff. 

S 903. ' Siegesfroh, mit asiatischer Beute darunter Kassandra 
ausgestattet, war Agamemnon nach Mykene heimgekehrt und von 
Klytämnestra seiner Gemahlin empfangen, die wegen Iphigeneias 
Opfertod und der Heimführung Kassandras, mehr aber auch 
wegen der eigenen Buhlschaft mit dem Thyestessohn Aegisthos 
ihn hasste; dem Empfang folgte Meuchelmord von seines Weibes 
und ihres Buhlen Hand. * Von Agamemnons Kindern blieb 
Elektra treu und rachesinnend daheim ; Orest war in Pbokis zur 
Pflege gegeben. Als er mit seinem Freund Pyiades, ein Aschen- 
gefäss mit der täuschenden Nachricht seines Todes überbringend, 
sich Eingang verschafft, gelang ihm mit Elektras Hülfe der Mord 
des Aegisthos sowohl als auch der seiner ruchlosen Mutter. 
3 Diesen Mord hatte Apolls Orakel ihm befohlen und Apollo stand 
auch als Gott der Sühne ihm bei. Durch neuen Orakelspruch 



HEROENSAGE. 8. AGAMEMNON. OREST. NEOPTOLEMOS. $ 902—904. 208 

nach Tauri gesandt, wo als Artemispriesterin Iphigeneia gerettet 
weilte, verfielen die beiden Jünglinge Orest und Pylades zuerst 
der Gefangenschaft blutigen Götterdienstes, bis mit der wieder- 
erkannten und wiedergefundenen Schwester ihnen die Heimkehr 
gelang. 4 Hiemit waren jedoch Orests Verfolgerinnen, die Erinyen 
seines Muttermordes, noch nicht verscheucht; sie suchen ihn 
allerorts heim, bis endlich der delphische Gott und auf dem 
attischen Areopag Pallas -Athena die volle Lossprechung ihm er- 
wirken. 

1—4. 'Agamemnons' Heimkehr Tod und Bache: Hom. Od. 3, 248 ff. 
Ueber den Sagenkreis der 'Oresteia': WTril. 445 ff. Trag. 3, 11 59 ff. Müller 
Eumen. S. 130 ff. Pr. Myth. 2, 316 ff. verbeck 1, 675 ff. 

$ 904. ' So erscheint der Atriden Schuld in Busse uud 
Lösung des irrenden und als irrfahrender Träger des Artemis- 
dienstes vielfach auch sonst bezeugten Orestes versöhnt; f sie 
erscheint so hauptsächlich, wenn diesem letzten berühmten 
Sprossen aus Pelops' Hause nun auch der letzte der Aeakiden 
erliegt. Nachdem Neoptolemos Troja besiegt und dessen Königs- 
geschiecht eigenhändig gemordet hat, kehrt er, Andromachen 
Hektors Gemahlin als Beute führend, nach Phthia heim. 8 Als 
Gemahlin war Menelaos' Tochter Hennione ihm zugesagt, ging 
aber durch Orest ihm verloren, der, mit Neoptolemos in Delphi 
zusammengetroffen, ihm das Leben nahm. 'Dort blieb dem 
Sohne Achills ein noch spät geübter Heroendienst seiner thessa- 
lischen Stammgenossen gewidmet, und zwar steht diese Sage 
seines Falls durch Orest andren zur Seite, die ihn im Streit 
mit der Priesterschaft Apollons gefallen wissen: Andeutungen 
einer dem Apollon, mehr als Achill und sein Sohn es war, ver- 
wandten Persönlichkeit. 5 So erlischt das Geschlecht der vor- 
nehmsten Besieger Trojas. In Orestes und Neoptolemos stirbt 
Agamemnons sowohl als Achills Nachkommenschaft: diese von 
jener gemordet, beide in unberühmten Sprösslingen endend, 
•während das aus dem brennenden Troja gerettete Geschlecht 
teukrischer Aeneaden neuem und unbegrenztem Ruhm im fernen 
Westen entgegengebt. 



204 DRITTES BUCH. 

1. Die * Orestessage ' von Brauron (Pfka. Arcü. Ztg. 1849 no. 10) Tauri 
(Ruck. Troj. 224 ff.) und sonstigen Gegenden in West und Ost ist den Wande- 
rungen des Artemisdienstes verknüpft ($330,46. 336,2). 

2—5. 'Neoptolemos und Orest': Hoin. Od. 3, 188 ff. 4, 5 ff. Pind. Nem. 7, 
65ff. P. 10, 24, 4. Vgl. Jac. 684f. Ghd. etr Spiegel Tf. 16 S. 49ff. WTrag. 1, 219ff. 

§ 905. * Von der übrigen Achäerhelden schon oben be- 
rührter Heimkehr lassen hauptsächlich des Menelaos Irrfahrten, 
die mit der ägyptischen Sage vom Meergotte Proteus und mit 
der später beliebten von Helenas Trugbild verknüpft ist, f es 
lässt desgleichen die Sage vom Schiffbruch des lokrischen Aias 
zugleich mit des leuchtenden Nauplios Verrath und für Palamedes 
genommener Rache, und noch mancher sonstige Zug aus der 
Reihe jener Heimfahrten sich weiter verfolgen ; 3 länger jedoch haben 
wir bei dem geprüftesten aller Irrfahrer, Odysseus, zu verweilen, 
dessen in Ober- und Unterwelt weitreichende Abenteuer in einem 
der Ilias entsprechenden Umfang Homer uns vorführt. 

§ 906. l Sage und Geschlecht des Odysseus werden dann 
und wann, der Gemeinschaft listiger Schiffernatur gemäss, auf 
den Korinthier Sisyphos als angeblichen Vater dieses Helden zu- 
rückgeführt, den die verbürgtere Sage, italischer Genealogien zu 
geschweigen, vielmehr vom kephallenischen Kephalos ableitet: 
f Kephalos als Sohn des Hermes bereits aus Athen uns bekannt, 
nach Andern des Delon Sohn und des Aeolos Enkel, war des 
Arkeisios Vater, dessen Sohn Laertes und. dessen Enkel Odysseus 
ist 3 Seinem Namen entsprechend ist Odysseus ein finstrer aus- 
dauernder Held, der als vielgeprüfter, durch List und Gewalt 
sieghafter Seefahrer, dem kühnen Beschiffer des Ostens Iason 
vergleichbar, dabei aber als Bogenschütz Jäger und Hirtenfürst 
gleicherweise berühmt, Lebensart und Erlebnisse des Aeolervolks 
in den Westländern darstellt, 4 wo er die überraschende Aus- 
dehnung seines Ruhms theils den Dichtungen eines zwiefachen, 
asiatischen und hesperischen, Kyme, theils der Vermischung mit 
manchem italischen Hirtengotte verdanken mochte. 

1 — 4. Ueber ' Odysseus', ausser Odyssee Ilias und dem epischen Cyclus 
(Telegonie Wk. Cycl. 2, 301 ff. 544ff. Overb. 1, 81 7 ff.), dem Philoktet und dem 
Aias des Sophokles: Hes. Th. 1012 ff. Philostr. Her. 2, 10. Vgl. Jac. 660 ff. 



HEROENSAGE. S. HEIMKEHR AUS TROJA. ODYSSEUS. $ 905—908. 205 

Klausen Irrfahrten des Odysseus, 1834. Wk. gr. Trag. 1 , 240 ff. (axav9onlri$). 
Lauer Nachlass 1, 247 ff. Pr. Myth. 2, 284 ff. 322 ff. Ausserdem Einzelnes Ober 
die Lästrygonen (Braun Arch. Anz. 18i9 no. 2) Kimmerier (Kl. Aen. 11 29 ff.) 
Phäaken (Wk. kl. Sehr. 2, Iff. Todtenschiffer) u. a. 

$ 907. * Als vielverbreiteter Heros äo lischer Alisiedlungen 
erscheint uns neinlich Odysseus theils als kephallenischer Ab- 
kömmling des Aeolos, f theils wegen Verbindung mit sonstigen 
Spuren sieghafter kephallenischer Schiffahrt, durch die ihm eigene 
Inselherschaft, der Ithaka Same Dulichion und auch Zakynthos an- 
gehören, Thesprotien und Epirus, Taphier und auch fiphyra ver- 
knüpft sind, 3 theils durch die äolischen Landungsplätze seiner 
Heimfahrt vor Troja, 4 theils endlich durch die gedachten Ulysses- 
sagen italischer Städte, in denen einerseits das kampanische 
Ryme, andererseits das tuskische Cortona einer verschiednen 
durch Latiums Städte vermittelten Sage gefolgt zu sein scheint. 
' Ueberhaupt aber dient zu schärferer Beurtheilung des Volks- 
zweigs welchem Odysseus angehört hauptsächlich der Umstand dass 
Pallas- und Hermesdienst ihm befreundet, Poseidon aber, der 
Gott der Neleiden, in ähnlicher Weise ihm feind ist, wie wir 
im Gegensatz thessalischer Aeoler, des Iason und Pelias, es vor- 
fanden. 

§ 908. ! Wesen und Symbolik des Odysseus finden wir 
vorzugsweise der Idee seines von Athena beschützten Schiffer- 
lebens verknüpft: diesem gemäss ist Odysseus zunächst ein leib- 
haftiges Bild des in schiffender Beutelust und piratischer Städte- 
bezwingung gewandt und sieghaft erprobten äolischen Seemanns, 
und deshalb, dem rast- und grenzenlos bis in den äussersten 
Westen verfolgten Ziel seiner Schiffahrt zur Busse, zugleich auch 
ein Heimathloser, der einem Erdgeist vergleichbar, lebend ins 
Reich der Schatten gelangt und kaum noch am Ende seiner 
Tage der vielersehnteu Heimkehr theilhaftig wird. 'Die gedrungne 
seemännische Körperbildung, die auch zwerghafte Dämonen itali- 
lischer Vorstellung ihm gleichgelten liess, zeigt sich in seiner 
Gestalt zugleich mit der eiförmigen Schiffermütze und dem Sym- 
bol des Ruders; während aber hierin nur seine Schiffernatur sich 
kund gibt, und Speer oder Bogen nur seltener auch seine Helden- 



206 DRITTES BUCH 

kraft uns bezeugen, lässt der ihm gleichfalls verknüpfte Wid- 
der, s verbunden mit eigentümlichster Entwickelung seines in 
List Gewandtheit und Wanderlust dem Hermes vergleichbaren 
Wesens, als einen diesem Gott ähnlichen Heros ihn erkennen, 
wie er denn nicht nur als ein den Hirten willkommener listiger 
Gast, sondern auch durch eigne Hinabfahrt zur Unterwelt ihm 
gleich kommt 4 Es schliessen aber diesem Charakterbild des 
Odysseus auch seine sonstigen Götterbezüge sich an. Von Athen* 
und Hermes, seinen Vorbildern, geliebt, von allen anderen Göt- 

ff 

tern gnädig beachtet und nur von Poseidon gehasst, zeichnet 
Odysseus, wie Hermes, durch seine Befreundung mit gesang* 
reichen webenden Nymphen, wie Kalypso und Kirke, sich aus, 
und theilt, wenn die Sage nicht irrt, mit jenem Gotte wol gar 
auch die eheliche Gemeinschaft mit des spartanischen Ikarios 
Tochter Penelope. 5 Diese in ihrer Vereinsamung als Weberin 
an einem Leichengewand uns geschilderte, von fünfzig Freiern 
bedrängte treue Gemahlin ist Ziel seiner Heimkehr und aller der 
Abenteuer, welche die Odyssee besingt. 

S 909. ' Schärfer erscheint jenes Bild des hauptsächlich in 
Schiffahrt und Beutelust erprobten Helden im reichen Sagenkreis 
seiner Tkaten uns ausgeprägt, den das homerische Epos uns 
aufrollt. Vom Olymp her haben die versammelten Götter ihren 
Blick auf sein Schicksal, seine unsäglichen Mühsale und Kämpfe, 
seine vergebliche Begier nach der Heimkehr gerichtet; der Um- 
stand, dass Poseidon grollt, ist leitend für seine noch unbe- 
endeten Abenteuer, wie für das Verständniss der Odvssee. 'Gast- 
liehe Gunst ist bei Kalypso und Kirke, bei Lotophagen, beim 
Windgotte Aeolos, beim Phäakenkönig Aikinoos und seiner Tochter 
Nausikaa nur vorübergehend, um so reichlicher aber der Zorn 
Poseidons ihm zugetheilt der selbst des Odysseus Gastfreunde 
trifft. 3 Offenkundig ist dieser Zorn in den schwierigsten Aben- 
teuern des Helden, wie er sie gegen Lästrygonen und Kyklopen, 
Charybdis Scylla und die Sirenen, nemlich Steinregen und Un- 
gewitter, Untiefen und Meeresschwüle, bestehen muss; 4 durch 
Potyphems Blendung hat Odysseus jenen Zorn neu gesteigert, 



HEROENSAGE. 5. ODYSSEUS. AENEAS. $908—911. 207 

und auch der Sonnengott zürnt ihm, seit des Odysseus Gefährten 
an dessen Rinderherden den funfzigfachen Raub übten. 'So 
wird Odysseus vom Götterzorne verfolgt und vereinsamt; doch 
'weiss er, dem Dämmer der Wintersonne vergleichbar, durch Kim* 
merier, und, wo Tiresias hilft, durch Unterweltsschatten den Weg 
sich zu bahnen, 6 bis ein Geschlecht phäakischer Todtenschiffer 
ihn heimführt. 7 In der Heimath empfängt ihn der nur mit 
Athenens Beistand ausführbare Kampf gegen der treuen Penelope 
prassend versammelte fünfzig Freier, die aber mit Hülfe der Göt- 
tin durch Heldenkraft des Odysseus und seines nie fehlenden 
Bogens am Neumondsfest samt und sonders getödtet werden; 
Odysseus gelangt zum Wiederbesitz seiner treuen Gemahlin, ob- 
wohl zum ersehnten heimathlichen Frieden auch dann noch nicht 

§ 910. l So weit die Odyssee. Nebenher schildern noch 
andere Sagen des Odysseus jugendlichen Muth samt d$n durch 
List und Gewalt von ihm besiegten Gegnern, oder auch die Be- 
gegnisse seines späteren Lebens. Jener ersten Beziehung ge- 
hören die Eberjagd des Autolykos und der von Iphitos ihm ge- 
schenkte Bogen des Eurytos, 2 der zweiten die an Palamedes 
und auch im Wettkampf mit beiden Aias geübte List, s der 
dritten hauptsächlich die von Tiresias ihm geweissagte letzte 
Wanderschaft mit einem Ruder in der Hand, 4 der Tod durch Dor- 
nenstich und seine Wiedererweckung durch Kirke an. Wie jener 
Dornstich von seines und Kirke's von ihm unerkannten Sohnes 
Telegonos Hand der Weissagung gemäss erfolgte, 5 knüpfen diesem 
reichhaltigen Sagenkreis noch fernere Sagen über des Odysseus 
Söhne sich an: über Telemachos den Penelope ihm geboren 
hatte und über die gleichfalls ins ferne Westland reichenden 
Söhne Agrios] und Latinos, die schon Hesiod samt dem Tele- 
gonos, dem ein eignes Gedicht galt, uns bezeugt. 

$ 911. * Es hatte aber der Drang nach Westen nicht nur 
die ihre Heimkehr aus Troja erstrebenden Achäerhelden, sondern 
auch die aus Trojas Brande geretteten Bewohner dieser Veste 
ergriffen. Vertrieben doch unbesiegt war Atneas, auf welchem 
als Sehenspross des troiscben Königshauses der Teukrer noch 



208 DRITTES BUCH. 

unerschütterte Hoffnung beruhte: Aeneas, seines Namens der 
gottgefällige Held, * dessen auf Laomedons Bruder Erichthonios 
hinaufreichendes, durch Tros Assarakos Kapys und Anchises ver- 
mitteltes Geschlecht, aus der geheimen Gunst Aphroditens ent- 
standen war, die seinen Vater Anchises als idäischen Hirten be- 
glückte. 3 Seine Heldengestalt tritt demnach theils als Aphroditens 
Sohn Schützling und Priester, 4 theils in der fortdauernden Geltung 
des teukrischen Stamms uns entgegen, welcher durch ihn in Troas 
sowohl als an griechischen und italischen Küsten neuen und 
unvergänglichen Ruhmes theilhaftig wurde. 5 AIs Gemahlinnen 
dieses Helden werden in Troja Kreusa, in Latiuni Lavinia, als 
seine Kinder Askanios und Iulos genannt: Namen an welche, 
wie bei Aeneas selbst, die Beziehung auf Götternähe und Gott- 
gefälligkeit, auf Opferflamme oder auch quellenden und spriessen- 
den, in .Lufthauch Strömung und Erdkraft werkthätigen, Natur- 
segen sich knüpft. 

1—3. lieber 'Aeneas': Hora. 11.2, 820. 5, 247. 20, 179. 2081T. nnd 
sonst. Honi. HVen. 195. Hes. Tb. 1008 ff. DHal. 1, 46 ff. Strab. 13. 608. Vgl. 
Juc. 35 ff. Fuchs fabb. troic. p. 155 ff. Klausen Aeneas und die Penaten, II, 
1839f. Rücken Troja 108ff. 249 ff. 

§ 912. ' Weit verbreitet ist des Anchises und des Aeneas 
Geschlecht; wurzelnd im arkadischen sowohl als troischen Dar- 
danien, hat es in dortigem Götterwesen, wie im prophetischen 
Iamidengeschlecht, ausserdem aber in allen den Diensten und 
Ansiedlungen seine Spur hinterlassen, welche im Norden und 
Westen Griechenlands, Sicilien und Latium mit einbegriffen, 
theils vom Held Aeneas, theils von der ihm gleichnamig ge- 
nannten Aphrodite -Aineias zu sagen wussten, einer Göttin die 
zwar auch selbständig und ohne Erwähnung des Helden Aeneas 
uns bekannt ist. 2 Ihrem Begriff einer befruchtenden Wiesen- 
und Quellgottheit sich anschliessend, ist dieser Held, abgesehn von 
seiner Heldennatur, auch als fluvialischer Dämon nachweislich, 
wie ausser ihm auch Anchises lulos und Askanios denselben Be- 
griff ausfüllen : dieser letzte als ein bereits oben berührter, zum 
Sohn des Aeneas mythisch umgebildeter Schlauchdämon des be- 



HEROENSAGE. 8. DARDANER. AENEAS. $911—914. 209 

brykischen Landes, und wie auch der arkadische Iamos als pro- 
phetischer Quelldämon ihn theiit. 3 Diese zumal von Latium her 
dem Aeneas bezeugte dämonische Gewalt über Quellen und Schätze 
im Innern der Erde, ist dort zugleich mit der Geltung eines 
Gärimonialgeistes verknüpft, durch welchen der sterbliche Heros 
Aeneas als gephyräischer, über Wasser und Feuer, Quellen 
Brücken und Erze, Weissagung und Todtendienst mächtiger Prie- 
ster und erster Pontifex, der vergötterte aber als Flussgott Nu- 
micius und Juppiter Indiges erscheint. 

g 913. ' Im Heldenleben des Aeneas ist die homerische und 
troische von der italischen Sage zu unterscheiden. Jene lehrt 
ihn als Sohn des Anchises, in einiger Sonderung von den Pria- 
miden, aber als würdigen Mitkämpfer derselben uns kennen, wie 
er denn auch in der Iiias ritterliche Kämpfe besteht, aus denen 
bei wankendem Ausgang die göttliche Mutter ihn errettet. *Bei 
Trojas Zerstörung wandert der fromme Held aus, die dardani- 
schen Heiligthümer zugleich mit der theuren Last seines Vaters 
Anchises von dannen tragend, von Iulos beharrlich begleitet, 
obwohl seiner Gattin Kreusa bereits beim Auszug verlustig; die 
griechische Sage kennt ihn sodann als Städtegründer in Troas, 
so dass er den Ruhm eines dortigen Herschergeschlechts, mit 
Anchises zugleich und Iulos, eröffnet. 3 Ohne den Ruhm dieser 
troischen Gründung schlechthin aufzuheben, lässt dagegen Virgil 
den von ihm besungenen Heiden, alle Kultusorte der ihm ver- 
wandten Muttergöttin entlang, über das nördliche östliche und 
westliche Griechenland bis zur sicilischen und italischen Küste 
wandern, wo eines neuen Reiches Gründung in Latium ihm be- 
stimmt war. 

§ 914. * Weniger ist von Helenos zu berichten , der in 
Epirus angesiedelt mit Neoptolemos und Aeneas dort zusammen- 
traf und, der Andromache vermählt, als dortiger Herscher den 
Kestrinos erzeugte. f Wenig ist auch von noch andern aus Troja 
verschlagenen Teukrern hier nachzutragen, wo unsre theils nach 
den Volksstämmen und Länderstrichen von Hellas, theils nach 
den durchs Epos gegebenen Sagenkreisen geordnete Darstellung 

Gerhard, Mythologie. II. 14 



210 DRITTES BUCH. 

abschliesst und uns in dieser zwiefachen Beziehung nur ein 
einziger aber umfassender Sagenkreis, derjenige nemlich nach- 
zuholen bleibt, den uns der Mythenvorrath des Dorierstamms 
und die Dichtungen von Herakles überliefern. 'Anderwärts aller 
sonstigen Heroensage vorangestellt, scheint das verhältnissmässig 
späte Alter dieser Dichtungen die Stelle zu rechtfertigen, in wel- 
cher wir hienächst, selbständig und in dem erforderlichen Um- 
fang, von Herakles dem Gott und dem Helden zu handeln 
haben. 

1. Ueber 'Helenos': Hom. 11. 6, 76. 7, 44. 12, 94, 13, 580 ff. Vgl. Jac. 
375 f. Kl. Aen. 41 8 ff. 

T. HERAKLES UND DIE DORIEB. 

§ 915. ! Herakles, dessen bald ungenügend aus griechischer, 
bald eben so zweifelhaft aus orientalischer Wurzel erklärter, mit 
Alkäos und Recaranus wechselnder, Name mehrfach, starken 
Gottheiten Aegyptens Asiens und selbst des Nordens, eben so- 
wohl als dem vornehmsten Helden griechischen Stammes, er- 
theilt wird, *ist in jener göttlichen Geltung zugleich mit Chons 
und Harpokrates, Dorsanes Bei Mithras und Dschemschid, San- 
dan und Melkarth, Thor und etwanigen ähnlichen nordischen 
Kriegs- Feuer- und Freiheitsgöttern erläutert zu finden, denen 
er in verschiedenen Mythologien gleichgesetzt wird 'und, als 
idäischer lydischer tyrischer thasischer Herakles, auch auf grie- 
chisch bevölkertem Boden in der That gleich kommt. 4 Die he- 
roische Geltung, in welcher Griechenland als seinen vornehmsten 
Helden ihn anerkannte, ist von Bestandtheilen jener ausländi- 
schen Göttlichkeit nicht unbetheiligt; ehe wir aber diese zu 
sichten und für das Verständniss seiner heroischen Auffassung 
zu beseitigen im Stande sind, haben wir die Oerüichkeit des- 
jenigen Herakles festzustellen, der als Zeus und Alkmenens Sohn 
uns bekannt ist. 

1—4. Ueber * Herakles' (Hom. 11.5, 392. 14, 324. 250 ff. 15, 25. 18, 
f 17. 19, 98ff. Od. 11, 267. 601 ff. 21, 26. Hom. Hy. 14. Hes. Th. 315. 950ff.) 
handelten Herakleen (MDor. 2, 463 ff. Ghd. Vasenb. % g. 35. Pr. Myth.2, 117ff.) 



HEROENSAGE. S. DARDANER. /.HERAKLES. $914-916. 211 

deren älteste für uns im besiodischen * Schild des Herakles' vorliegt, noch vor 
Pisander und Panyasis; von Lyrikern hauptsächlich Stesichoros und Pindar 
(OL 3, llff. Olympia), im attischen Drama Sophokles (Trach. 555ff. WTrag. 1, 
371 ff.) und mehr noch Euripides (Hercules furens; WTrag. 2, 690 ff. 763 Auge); 
ferner Theoer. 25, Iff. (Avytiov xltjf>og). Apd. 2, 4, 8ff. Diod. 4, lOff. P.8, 15, 2 
(Pheneos), und die Farnesische Inschrifttafel des Herakles Anapauomenos (Zoega 
Bass. Albani tav. 70. Wk. Satyrsp. 319 ff. C. I. gr. no. 5984). Vgl. Jac. 395 ff. 
Heyne zu Apd. p. 132. 142. Exe. 2 zu Virg. Aen. I. Buttmann über den Mythos des 
Herakles, 1810 Myth. 1 , 246 ff. MOrchom. 66. 208 ff. MDor. 1, 418. 430, 445. 
2, 473. 493 ff. AVogel Hercules seeundum Graecorum poetas et historicos illu- 
atratus, Hai. 1830. 4. Rück. Troja 19 ff. (Daktyl). Preller in Paulys Encykl.3, 
11 54 ff.; Myth. 1, 103— 201 , wo der argivische böotische und orientalische He- 
rakles wohl unterschieden und gründlich erörtert ist. — Ueber die Kunstdenk- 
mäler Ghd. Vasenb. 2, 93ff. S. 55 ff. MHdb. $410. 411. — Ueber die «aus- 
ländische' Heraklessage insbesondre noch Mov. Phon. 458 ff. 480 ff. OMüller, 
Sardon und Sardanapal (kl. Sehr. 2, 100 ff.). Rochette Memoires d'archeologie 
comparee. I. L'Hercule assyrien et phenicien. Paris 1848. 4. 

$916. dieser echt hellenische, hauptsächlich dem dori- 
schen Stamm angehörige, angeblich aus Tiryns stammende, in 
Theben von Zeus und Alkmene geborene und vom argivischen 
Eurystheus befehligte, Held Herakles *ist nicht weniger als fast alle 
übrigen Götter und Helden Griechenlands aus dessen nördlichen 
Gegenden abzuleiten. Das hy Heische, unter Olymp und Ossa 
gelegene, durch Aegimios und den Lapithenkampf bezeichnete 
Land, wo das älteste Oechalia lag und die Hyperboreerstrasse 
von Tempe nach Delphi zog, s sodann das nachherige Dorerland 
zwischen Parnass und Oeta, wo, den Thermopylen angrenzend 
und feindlichen Dryopern nah, der trachinische Keyx und der 
ätolische Oeneus freundliche Nachbarschaft übten, 4 dürfen, selbst 
mit Inbegriff makedonischen epirotischen aenianischen und akar- 
nanischen Verkehrs, für die Ursitzc der Heraklessage gelten. 
6 Dagegen scheint die thebische Heraklessage erst später, im An- 
schluss an den ismenischen Apollodienst, entstanden zu sein; 
• woneben als sonstige Spuren böotischen Heraklesdienstes der 
kithäronische Löwe und die ihm verknüpfte Sage von Thespiä 
zu nennen und aus Nachbarländern der lokrisch - opuntische 
Dienst, ferner der Heraklesdienst athenischer Demen, Marathon 
Byettos Diome Kyoosarges, hier anzureihen sind. 

U* 



212 DRITTES BUCH. 

§ 917. 'Im Peloponnes gilt uns die Heraklessage von Tiryns 
Argos und Mykenä als mythisches Zeugniss der dorischen Ein- 
wanderung; 2 von den übrige^ Heraklesmythen der Halbinsel haben 
sowohl die pylischen Götterkämpfe bei Neleus 3 als auch die nach 
Pheneos weisende Sage des Dreifussraubs ein vorzüglich altes 
Gepräge, 4 woneben die Gründung der Feste zu Olympia, nach 
dem Sieg über Augeias erfolgt, das dauerndste und vornehmste 
Ansehn behauptet. Zahlreiche Städte Arkadiens, hauptsächlich 
Tegea Stymphalos Megalopolis, feiern durch Sagen den Ruhm 
des Helden. d Korinth und Sikyon und die vermuthlich aus- 
ländische Orakelsitte zu Bura zeugen an der Nordküste von ihm; 
7 entschieden dem dorischen Herakles gehören in Sparta die Kämpfe 
mit Hippokoon und Tyndareos, und die von dort aus gegründeten 
italischen Städte Tarent Kroton Heraklea. 

§ 918. ! Von den Inseln des ägäischen Meers bezeugen 
Thasos Kos Rhodos und andere, *in Nordasien milesische Pflan- 
zungen, 8 in dem ionischen Küstenstrich lydische Sagen, wie auch 
die Kulte von Ephesos Erythrä und Tarsos, 4 neben arabischer 
äthiopischer libyscher Kunde, in Herakles fast mehr einen asiati- 
schen Gott als den ihm vermischten griechischen Heros. 5 Hel- 
lenischer ist Herakles in sicilischen und unteritalischen Pflanz- 
städten, Himera Heraklea Kroton Tarent und andren, geblieben; 
6 dagegen die mittelitalische Küste in Latium und Etrurien, na- 
mentlich in Rom Tarquinii Caere Cosa, den griechischen Helden 
mit charakteristischen Zügen eines tyrischen sowohl als sabini- 
schen Gottes verschmolzen zeigt. 

§919. Mm Charakter des Herakles, wie die griechische 
Sage ihn ausgeprägt hat, macht zuvörderst die nationale, ge- 
schichtliche sowohl als sittliche, sodann die, zum Theil auf aus- 
ländischem Element beruhende, symbolische und religiöse Be- 
deutung desselben sich geltend. * Geschichtlich gefasst, erscheint 
er uns, schon nach Massgabe der von uns berichteten Oertlich- 
lichkeit, als echt hellenischer, die Götter der Urzeit nicht weniger 
als deren Wildheit bekämpfender, Held; als ein Landeswohlthäter, 
welchem die sichtlichsten Vortheile des Landes, Quelleröffnungen 



HEROENSAGE. 7. HERAKLES. ORTE. CHARAKTER. $ 916—921. 213 

Kanäle und die Austrocknung von Länderstrecken, samt schäd- 
licher Thiere Vertilgung beigelegt, werden. 3 Hieneben erscheint 
dieses Helden Persönlichkeit mit allen Vorzügen und Schatten- 
seiten des* G riech enthums ausgestattet: bei riesiger in Speise und 
Trank unmässig bewährter Körperkraft, die den Ringern und 
sonstigen Kämpfern zu siegreichem Vorbild dient, 4 bezeigt er 
sich fromm und gottesfürchtig, wie er dies namentlich in Ein- 
setzung heiliger Spiele, als Buzyges, in Tempel- und Todten- 
dienst kundgibt; er ist gerecht hülfreich und freigebig, zugleich 
aber leidenschaftlich, unbändig, durch Jähzorn leicht bis zu 
frevelnder Blutschuld getrieben, die er dann freilich mit treu 
befolgter Busse und Knechtschaft sühnt. 5 Mehrere andere Eigen- 
schatten des Herakles, namentlich seine Athletik Musik und 
Mantik anlangend, sind in ihrer meist ernsten oft aber auch 
komischen Ausbeutung dieser Charakteristik leicht anzureihen, 
richtiger aber in eben der Weise von ihm zu trennen, wie 
jsein heroischer und sein Götterbegriff auch in Symbolen und 
in der Nachweisung seiner Götterverwandtschaft sich sondern. 

g 920. ' Als Symbole des Helden Herakles sind vielleicht 
nur seine, bei athletischer Bildung zu Keule und Löwenfell erst 
allmählich gesteigerten, Waffen samt Widder und Stier zu be- 
trachten. * Wie aber auch seine einfache und Kriegestracht all- 
mählich zum Löwenfell, späterhin ins Abenteuerliche gesteigert 
wird, 3 heischen noch zahlreiche Thiersymbole, ausser Widder 
und Stier, Löwe und Eber, auch Ross Hirsch Hund Wiesel 
Wachtel Phönix und andere, 4 von Pflanzen ausser dem hyper- 
boreischen Oleaster auch apollinischer Lorbeer, bacchischer Efeu, 
chthonische Pappel und Fichte samt cerealischem Apfel und Füll- 
horn, ihre Deutung als Beiwerk des Herakles; 5 desgleichen be- 
kunden sich Blitz Kithar Dreifuss Trinkgefass als Attribute, 
welche von Zeus und Demeter, Apollon und Dionysos, mehr oder 
weniger durchgreifend auch auf Herakles übergingen, und zum 
Ttieil auch mit eigenthümlicher Bildung, namentlich mit der zwerg- 
haften der Daktylen, zusammen trafen. 

§ 921. ' So mannigfachen Göttersymbolen ist denn auch 



214 DRITTES BUCH. 

der Götterbezug und das göttliche Wesen dieses Helden ent- 
sprechend. Wenn Zeus als lieben Sohn, Pallas als ihren steten 
Schützling, *Apollon als Doppclausdruck seines eigenen Wesens, 
3 Hermes Hephästos die Dioskuren und Helios als dem Apollo 
verwandt ihn begünstigen, 4 Poseidon Nereus Triton Helios und 
Ares ihm nicht überlegen erscheinen, 5 Hera und Artemis Po- 
seidon und Hades aber als Gottheiten älteren und finsteren 
Dienstes ihm entgegenstehn, 6 so bleibt, seine Kämpfe gegen die 
ihm befreundetsten Gottheiten, Zeus und Apoll, 7 so wie sein 
nahes Verhältniss zu Demeter Kora und Aphrodite, auch Kybele, 
zu Dionysos und Hephästos zu erklären, die heroische Geltung 
von Alkmenens Sohn ungenügend, wenn nicht auch die Gött- 
lichkeit des gleichnamigen idäischen Dämons sein eigen ist. 

§ 922. l Der reiche heroische Sagenstoff des Herakles, auf 
den wir nun übergehn, zerfällt in die Sagen seines persönlichen 
Lebensgeschicks, in die Zwölfzahl seiner auserwähltesten Thaten 
und in die sonstige Reihe seiner Abenteuer. Abstammend vom 
achäischen Perseus und aus Tiryns, des nach Theben geflüchteten 
Amphitryon angeblicher Sohn, war er ein Götterkind, das, während 
Amphitryon gegen die Taphier kämpfte, dessen Gemahlin Alk- 
mene in wundersamer Umarmung von Zeus empfing. * Unter Hem- 
mungen Heras zu Theben, später als der argivischen Könige Erbe 
Eurystheus dort geboren, ward er von derselben ihm feind- 
lichen Göttin Hera gesäugt und mit seinem Halbbruder Iphikles 
zugleich erzogen, war aber als Kind bereits bei Erwtirgung 
der Schlangen die Hera gesandt durch Kraft und Grösse ihm 
überlegen; Mann ward er von Eurytos und Linos, wenn nicht von 
Rhadamanth Chiron und Anderen, in Leibesübung und Saiten- 
spiel unterrichtet. 4 Hierauf gab er am Scheideweg der Knaben- 
und Jünglingsjahre ein in attischen Philosophenschulen berühmtes 
Vorbild thatkräftigeri Seelenadels ; 5 freundliche Götter waren mit 
Schutz- und Trutzwaffen ihn auszurüsten beflissen und frühe 
Waffenbefreundung, namentlich mit des Iphikles Sohn Iolaos, 
wird, dorischer Männerfreundschaft entsprechend, ihm nachge- 
rühmt. 8 Eines Löwenkampfs auf dem Kithäron wird als seiner 



HEROENSAGE. T. HERAKLES. GÖTTERBEZUG. THATEN. $921—924. 215 

erfcten Heldentbat gedacht; auch der Kriegeszug gegen den Minyef 
Erginos wird seiner Jugendzeit beigelegt. 

§ 923. ' Früh aber beginnt das Unheil seines heftigen Sin- 
nes durch Blutschuld sein Leben zu trüben: so im Zorn gegen 
Linos und Iphitos, so als er, mit Megara vermählt und blühender 
Söhne Vater, im Wahnsinn sein Weib und seine eigenen Kinder 
erschlägt. 'Er heischt nun apollinische und cerealische Sühnung 
und geht, vom Orakel dazu verpflichtet, das seinen Namen und 
Heldenberuf zuerst aussprach, 3 in seines schwächeren aber vor 
ihm gebornen Verwandten, des argi vischen Königs Eurystheus 
Knechtschaft, der die berühmte Zwölfzahl gefahrvoller Abenteuer 
ihm auferlegt. 4 Nachdem er diese und viele andere Heldenthaten 
glorreich bestanden, der Hellenen Wohlthäter, durch Gastfreund- 
schaft in Aetolien Trachis und sonst hochgeehrt worden war, 
* endet sein Leben in Folge zweiter Ehe mit Dejanira, des ätoli- 
schen Oeneus mannhaft von ihm erworbener und behaupteter 
Tochter. Ein vom Kentauren der ihr nachstellte vergiftetes Kleid, 
angeblich mit Liebeszauber getränkt, von Herakles zum Opfer- 
kleid angelegt, 6 drängt den vor Schmerz zur Raserei getriebenen 
Helden zum Feuertod, den er auf den Höhen des Oeta besteht, 
7 um dann zu olympischer Wohnung und göttlicher Geltung wie 
zur Vermählung mit Hebe einzugehn. 

8 924. 'Was nun die berühmte Zwölfzahl der Thaten des 
Herakles betrifft, so ist ihrer Aufzählung die Bemerkung voran- 
zustellen* dass eine ähnliche Auswahl und Zahlbegrenzung zwar 
ziemlich früh versucht werden mochte, 2 die Feststellung ihrer 
Zahl aber noch zu des Eüripides Zeit zwischen zehn und zwölf 
schwankte, dergestalt dass die uns bekanntere Zwölfzahl, viel- 
leicht als pelöponnesische Form einer attischen sich gegenüber 
betrachten lässt. 3 In der That führen Eüripides Apollodor und 
sonstige Zeugen samt Vasenbildern und Sarkophagen jene Zwölf- 
zahl dergestalt wechselnd uns vor, dass weder ihre Folge noch 
auch ihre Auswahl für fest gelten kann. 4 Durchgängig und allen 
Leearten gemein sind die Abenteuer des nemeischen Löwen & und 
der lemäischen Hydra; sie pflegen den Anfang der Zwölfzahl zu 



216 DRITTES BUCH. 

bilden, 6 dagegen die letzte Stelle in ihrer Reihenfolge bald der 
Heraufführung des Höllenhunds Kerberos, 7 bald der Beseligung 
eingeräumt wird, die an den Grenzen des Erdenreiches, das 
Atlas stützt und bewacht, dem ruhmesgekrönten Helden durch 
der hesperischen Aepfel Erbeutung zu Theil wird. 

§ 925. * Von den übrigen Thaten jener Zwölfzahl sind die Ver- 
folgung der keryneischen Hindin, 2 der Zug nach dem Amazonen- 
land um Hippolytes Gürtel, 3 die Bekämpfung des dreifachen 
Riesen Geryones auf Erytheia, 4 als solche zu nennen, die sich 
in sämtlichen Listen der Zwölfzahl vorfinden. 5 Nächstdem 
haben die Kämpfe mit den Kentauren, 6 die Bändigung des kreti- 
schen Stiers 7 und der blutgierigen Rosse des thrakischen Dio- 
medes, 8 die Besiegung des Kyknos und die des Meergottes Triton 
den gültigsten, 9 des Antäos Besiegung durch Ringerkampf, die 
Tödtung der stymphali sehen Raubvögel und die Reinigung der 
eleischen Ställe des Augeias einen etwas geringeren Anspruch 
auf Anerkennung im Dodekathlos. 10 Uebrigens behauptet bei aller 
Wendung der Sage der Peloponnes, innerhalb dessen Grenzen, 
vermuthlich von Olympia aus, die Zwölfzahl festgestellt worden 
sein mag, in den Abenteuern von Löwe Hydra Hindin Alias 
Augeias und Stymphaliden einen durchgängigen Anspruch auf 
mindestens eine Hälfte von Herakles' grössten Thaten. 

§ 926. 1 Eine Vervollständigung dieser Thaten aus sonstigen 
Abenteuern des Herakles hat zuvörderst denjenigen Sagen sich zuzu- 
wenden, in denen, oft ohne Ortsbezug, er als der Titanen und Götter, 
Giganten und sonstiger Riesen, wie Alkyoneus Termeros Cacus, der 
Kerkopen und Zwerge Bekämpfer seine Verherrlichung findet, *dann 
aber die grösstentheils älteren anschaulich zu machen, in denen des 
Herakles Ruhm in geographischer Folge der dabei betheiligten Oert- 
lichkeiten sich veranschaulichen lässt. Obenan unter diesen geo- 
graphisch bestimmbaren Heraklesthaten stehen die Kriegeszüge, 
in welchen der nicht minder getreue als tapfere Heros thessa- 
lische Völkerschaften, die Dryoper für Keyx, die Lapitheh für 
Aegimios bekämpfte, in Ormenion den Amyntor, in Pherä den 
Admet, in Pagasä den Kyknos, der Itonen und beim Thermor 



HEROENSAGE. T.HERAKLES. THATEN UND ÖRTLICHKEIT. $924—927. 217 

pylenpass der Kerkopen zu geschweigen, 3 ferner den thrakischen 
Diomedes und auch zu Aenos den Poltys schlug; auch sein 
Heereszug ins thesprotische Ephyra und seine Bekämpfung der 
Feinde des ätolischen Oeneus wird erwähnt, 4 hauptsächlich aber 
seine Eroberung Oechalias, vielleicht eines dreifachen, hervor- 
gehoben, welcher die des bogenkundigen Königs Eurytos und 
seiner Tochter lole sich anschliesst. 5 Aus Böotien wird der mit 
Flusshemmungen verknüpfte Feldzug gegen Erginos berichtet; 
desgleichen ward am thebischen König Lykos und an dem delphi- 
schen Tempelverräther Laogoras von Herakles Rache geübt. Minder 
erheblich sind einige attische Sagen ; 5 um so gewichtiger das 
ihn rühmende Sagengedränge, welches in dem von seinen Nach- 
kommen als Erb und Eigenthum ihres Ahnherrn betrachteten Pelo- 
ponnes, von Lerna Nemea Kerynea Stymphalos Elis und auch vom 
Atlasgebirg her schon aus den zwölf Thaten berichtet, haupt- 
sächlich im pylischen Kampf gegen Götter und Neleus, im elei- 
schen gegen Augeias, im spartanischen gegen Hippokoon, im 
tegeatischen gegen Kepheus sich kundgibt. 

§ 927. ' Aus Kleinasien und den Inseln wird des Herakles 
troischer Zug gegen Laomedon, sein mysischer für Lykos gegen 
Mygdon berichtet; der lydische Syleus und Lytierses werden als 
Opfer von Herakles' Jähzorn genannt. 'Auf den Inseln wusste 
man von seiner Bekämpfung der koischen Meropen, wie auch 
der Minossöhne zu Faros; als gewaltthätiger Buzyges hatte er 
zu Rhodos an Theiodamas sich bethätigt, dagegen Ikaria die Be- 
stattung des Ikaros ihm nachrühmte. 3 ln den /Fes/landen ward 
von des Herakles verunglücktem Zug gegen die Ligurer gefabelt; 
selbst gegen Latiums König Latinos soll er gezogen sein. Mannig- 
faltig, von Stärke zugleich und Gastlichkeit zeugend, ist seine 
Begegnung in Rom mit Evander; desgleichen weist dort aus dem 
nahen Etrurien Tarquinii's Telephossage auf ihn zurück. 4 Allen 
diesen an festes Lokal geknüpften Sagen stehen loser noch 
andere asiatische zur Seite: wie ihn die Argofahrt bis nach Bi- 
thynien brachte, wie er Amazonen und Aethiopen, den Sagen 
von Hippolyte und Emathion zufolge, 5 oder auch Inder Hyperboreer 



218 DRITTES BUCH. 

und Scythen bekämpfte ; 6 wie denn auch in Libyen Antäos und 
des Proteus Söhne, im äussersten Westen diejenigen ihn sieg- 
reich wussten, für welche des Herakles Säulen zugleich auch des 
Erdkreises Grenzen bezeichneten. 

8 928. l Die Erzählung dieser heroischen Heraklesthaten 
findet jedoch fast allerorts mit symbolischen Zügen der Gött- 
lichkeit sich untermischt, welche, rein göttlich oder auch, wie 
selbst bei Opfern, mit seiner heroischen Geltung verknüpft, bald 
in Annäherung an Apollodienst und an asiatische Sonnengötter, 
bald in Verbindung mit Dionysos und mit den chthonischen 
Kulten dem Helden Herakles beigelegt wurden. * Auch gibt dieser 
gesteigerte Umfang seines Götterbezugs in den Symbolen sich kund, 
welche die bildende Kunst seit dem Anbeginn ihrer Verhältnis»- 
massig späten Entwicklung ihm zutheilt: Löwe Keule und Strahlen- 
geschoss sind die von asiatischen Sonnengöttern, Kithar und Drei- 
fuss die von Apollon, Stier Apfel und Füllhorn die vom idtischen He- 
rakles cerealischen Dienstes auf den heroischen Sohn Alkmenens 
übergetragenen Attribute, denen zuweilen auch manches bacchische, 
von Seiten des Zeus dessen Blitzstrahl sich beigesellt * Je 
früher im Fortgang der Kunst eine solche Uebertragung ge- 
heiligter Götter- und Kultussymbole auf den kämpfenden He- 
rakles stattfand, desto begreiflicher ist das Entstehen von Mythen, 
in denen Herakles, wie etwa in der Gigantensage, von Anfang an als 
siegende Sonnenkraft gemeint ist, und desto unleugbarer ist es, 
dass auch den übrigen Heraklesthaten eine symbolische Deutung 
schon sehr früh zustand. 4 Dem Kreislauf der Jahressonne ver- 
glichen gelangte Herakles nicht nur zur Zwölfzahl erwähltester 
Tbaten und zu der Funfzigzahl thespischer Ehen, sondern es 
sprach auch in der Mehrzahl seiner Thaten, als dem Herakles 
vorzugsweise verdankt, die Idee physischer Befreiung von land- 
verheerenden Ungethümen, von Erd- Feuer- und Wassermächten, 
Monds- und Wolkengeburten, Riesen und Zwergen, Löwen und 
Schlangen, Herschern von chthonischer oder solarischer Geltung, 
im Allgemeinen die Idee eines Helden sich aus, der Finster« 



HEROENSAGE. T. HERAKLES SYMBOLISCH. GEBRÄUCHE. $ 927—930. 219 

niss und Versumpfung in Wonne, Klarheit und Austrocknung 
wandelt. 

§ 929. l Ein solcher sonnenkräftiger Held hatte aber auch 
alle Schwächung und Verwinterung des Jahreslaufes in seinem 
eignen Geschick zu erleben: ein Verhältniss aus welchem des 
Herakles Unterweltsfahrt, aber auch sein Kindermord Wahnsinn 
und Knechtesstand, um so mehr sich erklärt als in Omphales 
Dienst die Verkleidung asiatischer Götter damit verknüpft ist, 
* derselben Götter in denen auch des Herakles Feuertod sein 
unverkennbares Vorbild findet. Die Erwägung dass dieser Feuer- 
tod in den Ursitzen der Heraklessage, nämlich auf dem Berg 
Oeta spielt, kommt einigermassen der Vermuthung zu gute, dass 
Stadterstürmungen wie die von Oechalia dem Unterweltshaus, 
zu welchem jener erniedrigte Sonnenheld Herakles vordringt, zur 
Andeutung gereichen sollten; 'ungleich sicherer aber ist es dass 
jener gesteigerte Parallelismus des Herakles mit Göttermächten 
Sage und Färbung seiner Einbürgerung in den Olymp erst her- 
beigeführt hat. Erst seit er der Unterwelt siegreich entstiegen 
und in den Gärten der Mutter Nacht Aepfel gepflückt, auch bacchi- 
sche Weihe erlangt hat, 4 findet er, seiner Sterblichkeit entladen, 
nicht nur in den Sternen, sondern, von Athena geliebt und mit 
Hebe vermählt, im Kreis der Olympier seinen ruhmvollen, zu- 
weilen selbst zu deren Zwölfzahl gerechneten, Ehrenplatz. 

§ 930. 'Dieser Erörterung des allmählich als Gott gedachten 
und zum Gott gewordenen Herakles vermögen wir auch eine 
Reihe nur aus einer solchen, mannigfach veranlassten, Göttlich- 
keit verständlicher Kxiliusgebräuche anzureihn. Der sonnen- 
kräftige und sonnenerschlaffte Licht- Wärme- und Zeitgott, den 
Pyra- und Hüttenfeste des Morgenlands als Auferstandenen feierten, 
'wird auch im Occident bald durch entsprechende Sagen bald 
durch die Opfergebräuche wiedererkannt, die, von Heroen seines 
Gefolges eingesetzt, von Priesterfamilien Priestern und Prieste- 
rinnen seines Dienstes gepflegt, als Freiheits- und Sklavengott 
ihn festlich begrüssten, womit andremal sich der Ausschluss von 
Sklaven und Hunden aus seinem Tempel verträgt. 8 Gewaltig 



220 DRITTES BUCH. 

über und unter der Erde, vernichtet er gleich dem tyrischen He- 
rakles Nässe und Ungeziefer, und hilft als tyriseh-idäischer Daktyl 
die Sterblichen mit ländlichem Ueberfluss, Quellen und Wachs- 
thum , wie auch mit Weissagung versorgen. 4 Menschenopfer 
und deren Abschaffung vermittelst des Zehnten werden samt 
anderen Götterkräften chthonischen Dienstes, Heilquellen Höhlen- 
orakeln und nächtlicher Heilung, zugleich mit Todes- und Auf- 
erstehungsfesten, dem Herakles als einem Erdgott bezeugt, 5 wo- 
mit auch die Verkleidungs- und Höhnungsfeste des koischen, 
die Frauenlosigkeit des römischen Dienstes, cerealischen Weihe- 
gebräuchen ähnlich, wohl stimmten; 6 während andererseits des 
Herakles olympische Geltung gleich einem Himmels- und Lichtgott 
durch seine Verbindung mit Athena- und Apollodienst, wie durch 
Agonen olympischer Art, nicht minder deutlich bezeugt ist. 7 Seine 
für beide Hemisphären gültige Gewalt wird überdies durch die 
für Helios wie für Hades genährten Sonnenherden bestätigt, deren 
Erbeutung der Mythos ihm zuspricht, dergestalt dass die spätere 
Symbolik ihre Deutung der Herkulesthaten als eine Wanderung 
durch die Zodiakalzeichen allenfalls daran knüpfen durfte. 

§ 931. ! In strengerer Beschränkung auf den heroischen 
Charakter des Herakles ist von Geliebten und von Sprösslingen 
desselben die Rede. Nächst der olympischen Hebe 2 ist seines 
Umgangs mit zahlreichen Heldentöchtern hier zu erwähnen, von 
denen die thebische Megara, ätolische Dejanira, dryopische Iole, 
tegeatische Auge, lydische Omphale den fünfzig Thestiostöchtern 
und zahlreichen andern an Berühmtheit vorangehn. 3 Als Spröss- 
linge aber dieser zahlreichen Ehen sind Hebes nach Kraft und 
Sieg Alexiares und Aniketos benannte Söhne minder berühmt 
als Auges göttlicher Sohn Telephos, oder als der von Dejanira 
samt anderen Brüdern und einer Tochter Makaria erzeugte Hyllos. 
4 Ausserdem wurden auch in Thessaliens Aleuaden, in Lydiens 
vom Omphalesohn Agelaos stammenden Königen, in den nach 
Sardinien gewanderten fünfzig Thestiadeu und selbst in den 
Fabiern Roms Abkömmlinge des Herakles erkannt. 5 Hier ist 
denn auch der Waffengefährten des Herakles, ausser Iolaos auch 



HEROENSAGE. T. HERAKLES. GELIEBTE. HERAKLIDEN. $930—932.221 

des Erbens seiner Geschosse Pöas, und sonstiger Lieblinge des 
Helden, namentlich des Hylas und des Abderos, zu gedenken. 

§ 932. ' Ein eigner, zur Hälfte bereits geschichtlicher, 
Mythenkreis eröffnet sich, zugleich als Ersatz für die sonst kaum 
vorhandne Heroensage des Dorierstanims, in den Ansiedlungs- 
sagen der wehrhaft ohne väterlichen Besitz herumstreifenden He- 
rakliden. * Während nach verschiedner Aussage und Abkunft 
ihre Heimath vielmehr im Stammland der Dorier, beim trachini- 
schen Keyx oder beim weise berathenden Aegimios, eher auch 
im gastlichen Attika und seiner Tetrapolis als in Theben und 
Argos vorausgesetzt werden darf, und Tlepolemos wie die Thestios- 
enkel der Herakliden Verbreitung im äussersten Osten und Westen 
früh nachweisen, 3 geht die vorhersehende Sage dem Anrecht nach, 
welches auf Grund achäi scher Abstammung von den Perseiden 
den Sprossen des Herakles alles argivische und peloponnesische 
Land, im Gegensatze der Pelopiden und Ureinwohner, verbürgte. 
4 Diesem Anrecht gemäss ward mit Athens Hülfe durch Hyllos 
und Iolaos der obenerwähnte Sieg über Eurystheus errungen, 
welcher fiel, worauf eine Zeitlang sein Land den Herakliden ge- 
hörte. Als sie dann von neuem, vermuthlich den Pelopiden, dort 
weichen mussten und in der attischen Tetrapolis ihre Freistatt 
von neuem fanden, 5 versuchte Hyllos, Apolls doppelsinnigem 
Orakel vertrauend, einen Angriff auf Tegeas König Echemos, dem 
er jedoch im Zweikampf unterlag; des Peloponneses Besitz sollte erst 
seinen Urenkeln, der vom Orakel gemeinten dritten Frucht seines 
Samens, zufallen. 6 Es drangen nemlich seines Enkels Aristo- 
machos Söhne, Temenos Kresphontes und Aristodemos, über die 
Wasserenge des Golfs (denn diese und nicht die des Isthmos 
war vom Orakel gemeint) von Naupaktos herüber; 7 ein Unter- 
nehmen welches hauptsächlich der Wahl des, samt seinem Pferde 
gerechnet, dreiäugigen ätolischen Oxylos zum Feldherrn ver- 
dankt ward, der von Apollo -Karneios geleitet auf nachher ver- 
ewigten Flössen übersetzte und dem Pelopiden Tisamenos Land 
und Leben nahm. 8 Den Aristodemos hatte ein Blitz getroffen; 
doch fiel bei Verloosung des Landes seinen Söhnen Lakedämon, 



222 DRITTES BUCH. 

dem Kre&phontes Messenien, dem Temenos, wie schon oben be- 
merkt, das argivische Reich zu. 

1 — 8. Ueber die * Herakliden ', ausser Euripides im gleichnamigem Stück: 
Hom. II. 2, 661 ff. Herd. 5, 72. 9, 26. Tbuc. 1, 9. 12. Apd.2, 8, 1 ff. Diod. 4, 57. 
Ant. Lib. 33. Scymn. 528 ff. Vgl. Jac. 424 ff. Heyne -Apd. p. 387. MDor. 1, 46 ff. 
Pr. Myth. 2, 178 ff. Unten im Anhang die Stammtafel V. 

§ 933. *Zu Erwähnung noch andrer Heroensagen des Dorier- 
stamms ist hie und da, namentlich aus dessen Ansiedlungen im 
Westen, auch mancher sonstige Stoff vorhanden, welcher jedoch, 
der verhältnissmässig späten geschichtlichen Berühmtheit jenes 
Stammes gemäss, weniger als bei Achäern Ionern und Aeolern 
es der Fall ist, die poetische Mythenbildung bereichert. *Es 
kann uns nicht entgehn, dass ein solches Verhältniss im Mythos 
des Herakles selbst stattfindet, bei dessen gemischter Sagenfülle 
das Streben asiatische Dämonen und Helden zu grösserem Ruhm 
der einheimischen Mythologie des dorischen Stamms aufzubieten, 
allmählich höher als die rein griechischen Helden ihn stellen 
musste; 'dergestalt dass nicht nur lason und Achill, sondern, 
des attischen Ehrgeizes ohngeachtet, auch Theseus von ihm über- 
boten erscheinen, und zu vollständiger Kenntniss der Herakles- 
sage nun auch die italischen Schösslinge derselben uns noch 
fehlen. 



HEROENSAGE. T. DORIER. g 633. ANHANG. A. AEOLOS. 323 



GENEALOGISCHER ANHANG. 



A. STAMMTAFEL DES AEOLOS. 



Vgl. $ 653. Heyne Apd. tab. 7. 8. Beck Weltgesch. 1, 861. MOrch. 464. Im 
Allgemeinen ist in diesem Anhang vielmehr ein Inbegriff des bisher Bemerkten 
als eine durchgreifende neue genealogische Forschung zu suchen. 

1. Abkunft des Aeolos, nach Apd. 1, 7, 3. 

Zeus 
oder Deukalion 

I 
Hellen 

u Orseis 

i 

Doros Xuthos Aeolos 
nach dem Peloponnes. oEnarete 

i 

Krelheus Slsyphos Aikamas Salmoneus. 



2a. Stammbaum des Kretheus, nach Apd. 1,9, Uff. 

Kretheus 

> i "i i i i 



Aeson Amythaon 

u Polymede u Idomene 

T. d. Autolykos T. d. Pheres 

i i 

Iason Promachos Bias Melampus 

vgl. unten B. 



Pheres 

u Klymene 

T. d. Minyas 



Eidomene Admetos Lykurgos 



o Amythaon 



von a) Hypsipyle, •) Medea, c) Glauke 
Euenos Nebrophonos Mermeros Pheres 



u Eurydike 

i 

Eumelos Qpheltet 



Periapis 
o Menötios 

i 

Patroklos 



224 DRITTES BUCH 



2b. Stammbaum des Kretheus. Vgl. MOrcbom, 456 f. 

Kretheui 

i 

Pheres PeUas 

u Periklymene T. des Minyas. u Phiiomele T. des Amphioo 

i i 

Admetos Alkestis 

Perimele Eumelos 

uArgos, S. des Phrixos 

i 

Magnet 

u Meliböa u Philodike 

i i 

Pieros Alektor Eurynomos Eioueus 

I i 

Hämon Hippias 

i 

Hyperocbos 

I 

Tenthredoo 

i 

Prothoos (11.2, 7 56 Schol.) 



3. Stammbaum des Atbamas. 

Aeolos 

i 

Athamas 

s " <, 

u a) Nepbele o b) Ino u c) Tbemisto 

i i i 

Phrixos Helle Learcbos Melikertes Leukon Erythrios Scböoeus Ptoos 

l < ! 

Presbon Euippe Pisidike Atalauta 

Vgl . unten C. u Andren* 

Vgl. unten C. 



4. Stammbaum des Sisyphos. 

Sivypho* 

Tbersandros Glaukos 

| s. unten Korintb (Ä) 

Halmos 
«. unten Minyer (C) 



HEROENSAGE. STAMMTAFELN. A. AEOLOS. H. AMYTHAON. 225 

5. Stammbaum des Salmoneus. 

Salmoneu8 

i 

d) u Alkidike b) u Sidero 

TJfTO 

o Poseidon 



Neleus 
o Chloris T. Amphions 



Petto* 
o Anaxibia T. d. Bias 
oder Philomache T. d. Amphion | 

| ] 2 Söhne, darunter Periklymenos und 

Akastos Pisidike Pelopia Hippothoe Alkestis Nestor 

u Anaxibia T. des Kratieus 

i 

Antilochos und 6 andre Söhne samt 
Pisidike und Polykaste. 

6. Töchter des Aeolos oben § 653, 4; vgl. unten £3 (Kanake). 



B. AMYTHAONIDEN. 



1. Geschlecht des Melampus. Vgl. $662, 2 ff. Hom. Od. 15, 242 ff. 
Heyne tab. 8 c. 9/". Eckerm. Melampus 171. Schubart quaest. geneal. 108 ff. 

Kretheus (vgl. 2 a) 

i 

Aeson Amythaon Pheres 
uldomeneT. d. Pheres 

i 

Melampus 



Antiphates 

I 

Olkles 

I 

Amphiaraos 

u Hypermnestra 
oder Klytamnestra 

Alkmäon Amphilocho* 



Mantios 

i 

Kleitos Polypheides 
u Eos 



auch Abas 

i 

Koiranos 

i 

Polyidos 
Theoklymenos | 

Euchenor Manto Astykrateia 
11.13,663 zuMegara 
P. 1,43, 5 



2. Geschlecht des Alkmäon. 



Alkmäon 



a) oAlphesiböa 



Klytios 

i 

Theogonos Eperastos 
Gtrhard, Mythologie. II. 



b) u KalUrrhoe 
Amphoteros Akarnan 



e) u Manto 

i 

Tisiphone Ampküoekoi 



15 



226 DRITTES BUCH. 



3. Geschlecht des Bias. 



Bias 
uPero 



Talaos Periailkes Aretos Älphesiböa 
u Lysimache 

i 

Adrastos Parthenopäos Pronax Mekisteus 
u Amphithea 
T. d. Pronax 
Vgl. iiiiten Argos (HC) 



C. ORCHOMENISCHE MINYER. 



Vgl. § 702 ff. Beck Weltgesch. 1, 861. MOrchom. 133 ff. 464. Die den Namen 
beigesetzten Ziffern gelten der Reihenfolge orchomenischer Herscher. 

Aeolo8 

Athamas 2 (Vgl. oben A) Sisyphos 

oNephele uThemisto | 

| | Thersandros Halmos 6 Porphyrion 

Pbrixos Leukon | | | 

| | Haliartos Koronos 3 Chryse Chrysogeneia 

Presbon 4 Euippc Erythros ') oAres o Poseidon 

uAndreus 1 | | 

S. d. Peneios Phlegyas" Chryses 8 

Klymenos 11 Eteokles 6 Minyas 9 



Orchomenos 10 u. a. Söhne u. Töchter [Klymene 
Jac. 627 Jac. 751 uPhylakos 

I I 

Klymenos 11 Alkimede Iphiklos 

u Aeson 
Srgino9 x \ noch drei u. Azeus vgl. A%a. Jac. 45 
Trophonios A gamedes * 3 Aktor 

i 

Astyoche 
oAres 

i 

Askalaphos Ialmenos 14 

') Auch 'Erythros* (MOrch. 21 5) nach P. 6, 21, 6. Ueber « Pisidike ' Mutter des Argyn- 
iios (Steph. s. v.), die Gemahlin oder auch Tochter des Leukon liefest, vgl. Jac. 124. 



HEROENSAGE. STAMMTAFELN. C\ M1NYER. D. LAP1THEN U. PHLEGTER. SS? 



D. LAPITHEN UND PHLÜGYEfc. 
Vgl. $711. Beck Weltg. 1, 843. Ctavier tab. 6. MOrebom. 465. 

1. Geschlecht des Peneios: Diod. 4, 69. Ciavieri, 92. 

Peneios 
o Kreusa 

i 



Andreus 
o Euippe 



Stilbe 
u Apoll 



Hypseus 



Kyrene Themisto Eteokles. Lapithes Kentauroe, [auch Aenetu 

u Apoll uAthamas (oben C) | 

| (oben C) Kyzikos] 

Aristäos Püorbas Periphas 

im Athamanlion MOrch. 3-17. 



I 

Aktäon 



Augeias Aktor Antion Atrax 
(unten Q) \ | 

Ixton Käneus Polyphemos 



2. 



Peirithoos Koronos 

i i 

Polypötes Leonteus 
Geschlecht des Phlegyas. Vgl. oben C (Sisyphos). 

Pklegyas 



Jxion 
uDia 



Peirithoos 
uHippodameia 

I 

Polypötes 



Koronis 
u Iscbys 

i 

Ashlepios 



Ashlepiaden 



Peirtthoiden 



3. Geschlecht des Elatos. 



Etatos 
u Hippeia 



Käneus Polyphemos Ischys 



Koronos 

Leonteus Andrämon Lyside 

uAias 



j. 



PhUSos 

I 
PhUatden. 



15 



228 DRITTES BUCH. 



4. Geschlecht des Eurypylos (vgl. Kyrene, oben 1). 

a) zu Ormenion: b) zu Hyria: c) zu Kyrene: 

(Schol. POL 7, 42) (Vgl. E, ib) «. von Euphemos dort 

Hyperochos Kelano vorgefunden : Ap. Rh. 4. 

o Poseidon 1561 Schol. 



Eurypylos .... Euphemos Eurypylos. ß. oder von Kyrene T. des 
| | Hypseus (Tz. Lyc. 902). 

Ormenos. Lykaon Leukippos. 

Vgl. zu c): Hom. II. 2, 734. 7, 167. PPy. 9, 27 = 45. Kyrene seine Herden 
schützend : Call. HAp. 92. Jac. 337. MOrchom. 348. 466. — Derselbe Eurypylos 
war mit der dardanischen Cista des Dionysos-Aesymnetes nach Paträ verschlagen : 
F. 7, 19, Iff. 27, 1. 9,41, 1. 

Oder d) Euämon 

I 

Eurypylos 
bei Hyg. 97 als 'Evaemonis 
et Opis(^) filius, Orchomenius'. 



E. HYRIA PANOPEUS THESPIAE. 

Nach Hellanikos zwiefach, bei a) Apd. 3, 10, 1 und b) Schol. 11.18,486. 
Vgl. MOrchom. 466. 

1. Stammtafel von Hyria. 

Atlas 

a) Alhyone b) Keläno 

v Poseidon o Poseidon 

i i 

Byrieus Hyperenor Aethusa. Lykos Nykteus Euphemos Eurypylos (D, Ab) 
uKlonia o Apoll auf den seligen uSterope 

| | Inseln | 

Orion ') Lykos Nykteus Eleuther Apd. 3, 10, 1 Lykaon Leukippos 

u Polyxo 

Mekionike Antiope (u Epopeus vgl. N) 
u Poseidon %, Zeus 

i i 

Euphemos Zethos Amphion 
oMalache uAedon uNiobe 

Leukophanes Itylos Chloris 

alsjüngste($741,4) 

J ) Diese Anknüpfung des Orion und seines Geschlechtes fehlt bei Apollodor. 



HEROENSAGE. STAMMTAFELN. D. E. PHLEGYER. F. KRETA. 229 

2. Euphemiden aus Panopeus. Vgl. MOrchom. 467. 

Orchomenos 

Elara 
oZeus 



Tityos zu Panopeus 

i 

Europa zu Lebadea 
u Poseidon 



Suphemos 
o Malache 

Leukophanes 
Ahuberr des Battos von Kyrene. 



3. Stammtafel von Thespiä (Apd. 1, 7, 4). 

Kanahe 
o Poseidon 



Bpopeus Aloeus Triops 

oAntiope ulphimedeia uHyscilla? (Ifyg. Astr. 2, 14) 

Amphion Zethos Otos Epbialtes Erysichthon Pborbas Iphimedeia 

§739, oben El. §670,3.707,1. vgl. §671. 



F. HERSCHER VON KRETA. 

Vgl. % 720. Apd. 3, 1, 2 ff. Heyne tab. 11. 

Agenor Poseidons S. von Libya 
u Telepbassa 

/ ' " < 

Europa Kadmos Phönix Kilix 
u Zeus I 

Minos Sarpedon Rhadamantbys. Thasos 
uPasiphae 



s 



Katreus Deukalion Glaukos Androgeos Akalle Xenodike Ariadne Phädra 

i i 

Idomeneus Molos Alkäos Sthenelos 

i i 

Aerope Klymene Apemosyne Althämenes 

uPleisthenes uNauplios 

I Oeax Palamedes 
Agamemnon Menelaos 

Apd. 3,2, 2;vgl.Ä 



230 



DftlTTES BUCH. 



G. KÖNIGE VON THEBEN. 



Vgl. $ 732 ff. Heyne tab. 11 6. p. 3&9. MOrch. 468. 



1. Geschlecht des Kadmos. 



Agenor 
u Telephassa 

Europa Kadmos Phönix 
u Zeus u Harmonia 



Kilix 



Minos (F). 



Autonoe Ino Scmcle Agave Polydoros 

oAristäos uAthamas uZeus oEchion uNykteis 

i i iii 

Aktäon Lcarchos Melik. Dionysos Pentheus Labdahos 
(oben A) | 

Laios 

I 

Oedipus 



Rteokles 



I 

Polydoros 

I 

Hämos 
sonst Kreons Sohn 

19 Geschlechter 

t 

Theron 

zu Agrigent 
Schol. POL 2, 1 G, MOrch. «169 



Polyncikes 
u Argeia 



Thertandros 



Tisamenos 

i 

Autesion 

o Aristodemos 



Oiolykos Samos Prokies Eurysthenes 

i i i i 

Aegeus Klytios Könige von Sparta 

Euryleon, 9 Gener. 
Feldherr im ersten 
Messenierkrieg Aesanios 

Grinos 
König von Thera Ol 35. 



HEROENSAGE. STAMMTAFffcN. 4 THEBEN. H. ATHEN. 



231 



2. Geschlecht der Sparten. 

Echtem 
u Agave 



Pentheus 



Chthonio8 



Nykteus 
v PoJyxo 



Nykteis 
uPoAydoros 



Lyhos 
o Dirke 

i 

Antiope 
uZeus 

i 

Labdakos Atnphion Zethos 
uNiobe uAttton 

i 

Chloris 
u Neleus 



H. KÖNIGE VO^ AT9EN. 

Vgl. §752 ff. Apd. 3, 14, lff. 

Kekrops x 



o Agraulos T. des Aktäos 



Deukalion 
(thessal. Fluth) 

Amphiktyon* 



Itonos 



Triptolemos Kerkyon 



Kranaos 7 
(u Pedias lakedäm.) 

i 

Kranae Kranaichme Atthis. ErysichthonAglaurosHersePandrosos 
o Amphiktyon. uHephästos w Ares v Hermes u Hermes 

Brichthonlos 4 Alkippe Rephaios Keryx u Melanippe T. d. Aeolos 
as Erechtheus I Halirrhothios u Eos 

oPaartbe* \ 

| Tithonos 
Pandwal 5 
u Zeuxippe 

/ — i ^-■^^■^wfiw^Vfwwff^^iwfifPfWFWK Adonis 

Prokne Philomele £r*«A*Aeu*H 6 Butes Apd. 3, 14,3 
u Tereus u Praxithea u Chthonia. 

I 
Itys 

[Kekrops II 7 Pandoxos, Metion] Prokris Kreusa Chthonia Oreithyia 
[u Metiadusa [o Alkippe. u Kephalos. u Xuthos. u Butes. v Boreas 

T. d. Eupalamos 



Pandion II. R 
v Pylia in Megara] 



Aegeus 9 Pallas Nisos Lykos 
u Aethra in Megara 

trözenisch o Skylla 



Eupalamos Ion ^chäos Doros 

i i 

Dädalos Perdix 4 Phylen 

| I KleopatraChioneZetes Kaiais 

Ikaros Talosl uPhineus o Poseidon 

i i 

Plexippos Pandion. Eumolpos 
vgl. Jac 7 40, 3 



The$eu8 l ° 

vgl. §772,4 

poseidonisch 



232 DRITTES BUCH. 



J. KÖNIGE VON MEGARA. 
Vgl. $ 786. Paus. 1, 39, 4 ff. Reinganum Megara S. 118. 



Phoroneus 

i 

Kar 

I 
zwölf Geschlechter 

i 

Lelex aus Aegypten 

i 

Kleson 

i 

Pylas 

I 
Skiron 

o . . . . T. des Pandion aus Athen 
. I 

JVi#0*§7S6, 3 

Iphinoe o Megareus S. d. Poseidon 
| aus Onchestos 

Timalkos ? Euippos (l\ 1,41,4) 

von Theseus ge- vom kithäron. Löwen getödtet, 

tödtet? P. 1 , 4 1 , •"> den Alkathoos S. d. Pelops erlegte 



Echepolis Kallipolis Periböa 

mit Theseus? (FM, 4 2, 1) 
bei Minos?§ 728, 2 
uAiasfl». l, 42, 5) 



Nach des Aias vermuthlicher (P. 1, 42, 5) Herschaft in Megara ward Hy- 
perion, Agamemnons Sohn, letzter König Megaras; auf Ermordung desselben 
folgten gewählte Archonten (P. 1, 43, 3). 



HEROENSAGE. STAMMTAFELN. J. MEGARA. K. ARGOS. 233 



K. HEBSCHER VON ARGOS. 



Vgl. % 790 ff. Apd. 2, 1, iff. Schol. Eur. Orest. 930. Ciavier tab. 1. MProll. 
61 f. 306AT. Schubart quaest. grneal. hist. Marb. 1832. 

1. Stammtafel des Inaehos. 

Okeanos 
uTethys 

i 

Inaehos 

uMelia, Okeanide 

• i 

Phoroneus ') Aegialeus 
o Laodike, Nvmplie. kinderlos 

I 
Apis *) Niobe 

ss Sarapis ; u Zeus, dessen erste Liebe 

bringt libysche Saat 

und stirbt kinderlos. 

Argot*) [und Pelasgos? nach Akusilaos]. 
') Oder: a) oPnitho b) u Europa (Schol. Eur. ». 0.) 

I l 

Aegaleus Apis Niobe 

2 ) Unter Apis (Sync. 280) oder Phoroneus fallt die argiviscbe Fluth. 

3 ) ' Argos ', der hier, zum Panoptes gedoppelt, iweimal erscheint, wird ausserdem ab- 
geleitet (Schub. 1 4 s.) : o) ' von Inacbos' als Sohn (Asklep. bei Apd.), b) von ' Arestor' 
und Mykene T. des Inaehos (Schol. Od. 2, 120; vgl. Eöen P. 2, 16, 3 ff.; Arestor 
heisst Sohn des Phorbas, Seh. Eur. Phoen. 1123), oder c) 'von Agenor' Sohn 
des Iasos (Apd.); d) l Erdsohn' heisst er bei Akusilaos und Aeschylos. 

Hieneben heisst es noch (P. 2, 16, 1): 

Argos Eidam des Phoronout* 

l 

Periasos Phorbas 

I 

Triopas 

I 

Iasos Agenor 

I l 

lo Sthenelo» 

l 

Oelanor §702, i. 

Torgänger des 

Danaos 



234 DRITTES BUCH. 

2. Stammtafel des Argus. 

Argos 
uEuadne T. des Stiymon 



a) lasos Peiras Epidauros b) Kriasos 

| b) herschend nach Scliol. Eurip. u. O-als Sohn des Argos 

Agenor uud Bruder von Ekhasos Peirantkos Epidauros Tiryns, 

| ist mit Melonlho Vater vou 

Argos-Panoptes . | 

u Ismene Phorbas Kleoböa 

T. des Asopos u Euboia 

i .1 

lasos Triopas 

| uSois 

Io (Kallithyia, erste Hera- | 

priestcriu : S\ nc 2 S 3). Pclasgos und lasos als Zwillinge, dann Agenor und Xanthos. 

u Ltmkane 

I 
Io 



3. Stammtafel der Io. 



Io 

uZcus (o Telegonos? Syncell. 288) 



Epaphos 
u Memphis T. des Neilos 



Libya Telegonos 

o Poseidon 

I 

Belos Agenor 

o Anchinoe T. d. Neilos | 

Kadmos 

Aeyyptos und Danaos (auch Kepheus und Phincus nach Eurip.). 

4. Stammtafel des Aegyptos und Danaos. 

Aegyptos und Danaos Xuthos tbessalisch 

| | Achäos 

50 Söhne 50 Töchter, darunter: | 
darunter Lynkeus o Hypermnestra Araymone Automate uArchiteies Arcbandros 

| u Poseidon (MOrch. 1 1 2 ff.) 
Abas | 
oOkaleia T. d. Mantineus Nauplios 



Akrisios Prötos. Palamedes 

v Eurydike laked. o Stheneböa 

i i 

Danac Megapenthes uud drei Töchter, auf deren Heilung durch 

Melampus die Landestheilung mit ihm und mit Bias 
folgt (vgl. B 1.3). 



HEROENSAGE. STAMMTAFELN. K. ARGOS. L. ARKADIEN. 235 



5. Danae Perseus Herakles. 



Danae 
uZeus 



Alkäos 



Perseus 

»Andromeda 



Ampbitryon Rhadamanth. 
u Alkmene 

i 

Iphikles 

I 

Iolaos 



Elektryon 

i 

Alkmene 
uZeus 



Sthenelos Mestor Gorgophone 

| | u Perieres 

Eurystheus Taphios. unten IM. 2. 



IWCrWTwGo 



Komätho 



6. Geschleckt des Bias, vgl. B, 3. 



Bios 

- i 
Talaos 

o Lysimacke 



Adrastos Parthenopäos? Eriphyle 

<PoQtoViCdr\s P. 7, 17,3 



Astynome ? Metidikc ? 

u Hipponoos u Aristomacbus 

i i 

Kapaneus Hippomcdon 



L. STAMMTAFEL ARKADIENS. 
Vgl. § 805. Apd.3, 8, 1. Heyne Apd. tab. 12. Beck Weltg. 1, 882. Ciavier tab. 2. 

I. Pelasgos und Lykaon. Vgl. Apd.3, 8,1. Nieb. RG. 1, 27. 

Zeus 
u Niobe ') 



Pelasgos 
oMeliböa Okeanide 

i 

Lykaon 



Nyktimos Kallisto 

von 49 Söhnen der jüngste ; uZeus 

deukal ionische Fluth | 

[Parrhasios SAen. 11, 31 J 



Arkas 

J ) Als * Mutter des Pelasgos' wird statt der Niobe auch eiue der Plejaden (OMet. ü, 
714), etwa Taygcte oder die llyade Dione (Ilyg. ft), vorausgesetzt. 



236 



DRITTES BUCH 



2. Geschlecht des Arkas. 



Azan 

i 

Kleitor. 



Arkas 

uErato (Leaneira?) 

i 

Apheidas 



i 

Aleos Stheneböa 
u Neara u Prötos 
| SS01 



Riatos 
s. unten 3 



Auge 

u Herakles 

(nachher bei Teuthras) 

i 

Telephos 



Kepheus 



Lykurgos ') 

u Kleophile 

oder Eurynome 



20 Söhne und Sterope. 



Ankäos Epocbos Amphidamas Iasos 

o Klymene 
T. des Minyas 

Agapenor Milanion Antimache AtalanU 

o Atalante 



Parthenopäos 



3. Geschlecht des Elatos. 



Elatos 

u Laodike 

T. d. Kinyras 



Elatos? Stymphalos 
P. 8, 34, 3 



Pereus 



Parthetföpe Neära Autonoe 

u Herakles, u Aleos. o Herakles 

i i 

Eueres Palämon 



i^ < 



) * Lykurg' heisst auch Sobn des Amphidamas und Enkel des Arkas (Schol. II. 2,605). 



HEROENSAGE. STAMMTAFELN. L. ARKADIEN. M. KORINTH. 237 



M. KORINTH. 



' ' In den Anfängen Korinths (wir lassen mit einiger Berichtigung unsern obigen 
§ 823, 2 ff. hier nochmals voranstehn) herschte Helios von der in Mitten zweier 
Meere dem Isthmos gebietenden Burg aus; ? seinen mit Ephyraia und dem Asopos- 
land betheiligten Söhnen Aloeus und Aeetes sollte der Hermessohn Bunos, so 
dann von Sikyon und Athen aus Epopeus der Sohn des Aloeus und Marathons 
Sohn Korinthos gefolgt und mithin, da kein Erbe vorhanden war, die Herschaft 
Medeas der Tochter des Aeetes, die man aus Iolkos herbeirief, berechtigt gewesen 
sein. 3 Jene Herschaft des Helios zwar ward frühzeitig, sie ward samt allem 
Umkreis ihm von Poseidon bestritten, so jedoch dass der zum Schiedsrichter 
herbeigerufne Briareos dem Sonnengotte die Burg, dem Meergott das Küsten- 
land zusprach, 4 in welchem als erster gefeierter Herscher, nach Medeas furcht- 
baren Begegnissen und ihrer Flucht nach Iolkos, der Aeolide Sisyphos auftritt.' 

Es gehen also der hienächst folgenden Tafel korinthischer Herscher a) 'Helios', 
b) 'Aeetes', c) 'Epopeus', d) 'Korinthos' und e) 'Medea' voran (Paus. 2, 3, 8), 
deren unmittelbarer Nachfolger f) 'Sisyphos' (P. 2, 5,3) der Sohn des Aeolos 
(oben Taf. Ä) ist. Vgl. noch Schubart quaest. p. 78. 

Sisyphos 



Glaukos 



I 



'Ornytion 

I 

Hipponoos. Phokos Thoas 

= Bellerophon poseidonisch bleibt in 
„ Philonoe $ 827, 4. (Phokis § 709, 4). Korinth 

I I 

Isandros Hippolochos Laodamia Damophon 

II. o, 2 03 fr. I uZeus | 

I | Propodas 

Glaukos Sarpedon 



Thersandros Halmos 

I 

Prötos 
o Anteia 

i 

vier Töchter 



Doridas 



Hyanthidas 



Hierauf folgt der Einfall der Dorier unter dem Herakliden ( Vc ) Aletes, 
einem Urenkel des Antiochos (P. 2, 4, 3); sodann herschen fünf Geschlechter 
bis Bacchis, alsdann die ßacchiaden (P. 2, 4, 4) in fünf Geschlechtern bis auf 
Telestes des Aristodemos Sohn, an welchen ßacchiaden als Archonten, dann 
aber die Tyrannei des Kypselos sich anreihn. Des Kypselos Grossvater An- 
tasos und sein unter Aletes eingewanderter Vater Melas (aus Gonussa über Si- 
kyon P. 5, 17,2; vgl. 2, 4, 4) waren ebenfalls Herakliden. 



238 DRITTES BUCH. 



N. HERSCHER VON SIKYON. 
Vgl. §830 ff. Paus. 2, 5, 5. Ciavier Üb. 8 vgl. 10. 

1. Laut korinthischer Sage des Eumelos (P. 2, 1, 1): 

Helio* 

i 

Aloeus 

i 

Bpopeus 



, Marathon (nach Attika ge- 
flüchtet, rückgekehrt und 
wieder nach Attika gezogen) 

i 

Sikyon Korinthos. 
Hiemit verwandt ist das Geschlecht der K anahe (oben E, 3). 

2. Laut sikyonischer Sage (P. 2, 5, 5). 

Vom Autochthon a) Aegialeus stammen als männliche Erben in sieben 
Geschlechtern Europa bricht* Api* ('^infa yij) Tbeixttm Atgyro* T/tttrtmachos 
und Levktpiws', hierauf folgt der hellenischen Götter Einmischung. Von b) Po- 
se i d o n ist des Leukippos Tochter Kalchinia Mutter des Peratos, dessen Sohn 
Plemnaios in seinem Haus die c) Demeter empfängt, von welcher sein Sohn 
Orthopolis gesäugt wird. Des Orthopolis Tochter Chrysorthe gebiert von d) Apoll 
den Koronos, von dessen zwei Söhnen Korax kinderlos bleibt, Lamedon aber 
das Zwischenreich des Epopevs besteht, dem er die Antiope ausliefert (P. 2, 
6, 2); dann behauptet er sich durch e) attischen Einfluss, wie folgt, als 
Mann einer Klytiostochter Pheno aus Athen. 

Lamedon 
u Pheno aus Athen 

i 

Zeuxippe 

6 Sikyon 

Metionide (P. 2, 6, 3) oder Pelopide (Ibykos) 

Chthonopyle 
a) u Hermes; b) oPhlias 

Polybofl Aüdrodamas 

i 

Lysianassa uTalaos 



Adrastos. 



HEROENSAGE. STAMMTAFELN. N. SIKYON. O. ATLANTIDEN. i>. SPARTA. 239 

Als Ilerscher Sikyons folgen hierauf: 

1) Adrastos, der dann nach Argos zieht; 

2) lanUthos, Nachkomme des athenischen Klytios; 

3) Phcüftos, ein Heraklide, wandert nach Kreta; 

4) Zeuxippos, Sohn des Apoll und der Nymphe Syllis; 

5) Hippolytos, Enkel des Phästos, Sohn des Rhopalos; 

6) Agamemnon als des Hippolytos Lehnsherr; 

zuletzt 7) Phalkes (Sohn des Herakliden Temenos), gemeinsam mit Lakeslades 
Sohn des Hippolytos. 

Hierauf folgt endlich dorische Herschaft unter den Argivern. 



0. ATLANTIDEN. 

Vgl. S 834. Apd. J, 9, 7 {^AxkavTtxov ytvog, von den Aeolern getrennt). 
Heyne tab. 13. Ciavier tab. 3. 

Atlas 
u Pleione 



8terope Merope Keldno Mkyone Mala Taygete Elektro. 

o Oenomaos u Sisyphos o Poseidon uPoseidon u Zeus o Zeus Zeus 

in Pisa inKorinth 

I 

Hippodameia Lykos Hyrieus Hermes Lakedämon Dardanos 

u Pelops in Hyria in Hyria kyl- u Sparte arkadisch u. 

unten H oben M oben El. oben El. lenisch T. d. Eurotas troisch 

unten p unten T 



P. SPARTA UND MESSENE. 



1. Geschlecht des Amyklas. 

Zeus 

o Taygete 

i 

Lakedämon 
u Sparte 

I 



Leiex 

uKlcochareia Nymphe 

i 

Tochier des Eurotas 
Eurydike 



Amyklas 
u Diomede T. des Lapithas. u Akrisios 

Argalos Kynortes 1 ) Hyakinthos Laodamia 

i 

Perieres 
u Gorgophone aus Argos 

') Oder: Kvnortas 

' I 

Oebalos 
u Gorgophone V.'.\ y 1, 4. 4, 2, 3. 



240 



DRITTES BUCH. 



2. Geschlecht des Per i eres (Apd. 3, 10, 3. 6) 



Perieres 



[Oebalos ') 
u Bateia] 



Apharetis Leukippos lharios 

Arene T. d. Oebalos . o Philodike T. d. Inachos u Periböa, 

Nais ') 



I 



Tyndareos Polydora 
u Leda Td. u Peleus 
Thestios oder Boros 



LynkeusldasPisos. Hilaeira Phöbe Arsinoe. Thoas, noch 
u Marpessa u Dioskuren u Apoll Tier Söhne 

1 (Apd.3, 10,6) 

Asklepios und Penelope 

| u Odysseus 

Machaon Podaleirios 



Kleopatra 
o Meleagros 



Timandra Klytämnestra Philonoe Kastor Polydeukes Helena 
uEchemos o Agamemnon, unsterblich oLeukippiden uMenelaos 

durch 
Artemis 



3. Herscher von Messene (P. 3, 1, 1. 4, 1, lff.). 



Autochthon Lelex 

i 

Myles Polykaon 

| u Messene T. des Triopas, Enkelin des Phorbas 

Eurotas aus Argos. Zu ihr kommt Katikon 

(P. 4, 2, 1) <'in Enkel des attischen Erdsohns 

| Phlius, mit cerealischen Orgien (P. 4,. 

Sparte 1,4.2,4). 
(oben no. 1) 

*) 'Oebalos' als Vater von 'Tyndareos Uippokoon' (12 Söhne: Apd.3, 10, 5) und 
'Ikarion', der mit Tyndareos zu Thestios flüchtete (Apd. a. 0.); nach P. 3, 1,4 
flüchtet zwar nur Tyndareos nach Pellene (laked.) oder Thalamä (messenisch bei 
Aphareus). Die Flüchtigen wurden zurückgeführt durch Herakles. 

3 ) In Akarnanien sind ( Ikarios ' und Polykaste T. des Lyffäos Eltern von Penelope Aly- 
zeus und Leukadios (Strab. 10. 452. 461). 



HEROENSAGE. STAMMTAFELN. P. SPARTA. MESSENE. Q. EPEIER. 241 



Q. ELEISCH - ÄTOLISCHE EPEIER. 



Vgl. S 849 ff. Apd. 1, 7, 5 ff. Paui. 5, 1,4. 3, 7. Heyne Apd. Üb. 9. 



1. Epeier in Elis. 



Paion 

wandert aus. 



Zeus 
u Protogeneia T. Denkalions 

Aethlios 
u Kalyke 

i 

Endptäon 
mit Selene u. a. m. (P. 5,1,2) 

Epeios Aetolos [Eurykyda (oder auch 

uAnaiiroe uPronoe u Poseidon fünfzig 

T. des Koronos j | Töchter) 

I Pleuron Kalydon. Eleios 

Alektor? Hyrmine Augeias] 

) u Phorbas Lapith (oben D) 

Amarynkeus | 

i ^ 

Diores. Augeias Aktor 

Molione 
o Poseidon 
Agasthene8 Phyleus u. A. Agamede. | 

| Eurytos Kteatos 

Polyxenos Töchter des Oezamenos aus Olenos 

| uTherophone uTheronike 

Amphimachos I | 

| Thalpios Amphimachos 

Eleios, | 

dem Oxyloa folgt. Eleios 

(Einfall des Doriers Oxyloa). 



Gerhard, Mythologie. 11. 



16 



242 



QUOTES BQC«. 



2. Geschlecht des Aetolos. 



Aetolos 
u Pronoe 



Pfewroji 
u Xanthippe T. des Doros 

i 

Agenor Sterope Stratonike Laophonte 
u Epikast c 



Kalydon 
uAeolia T. Amythaons 



Epikaste Protogeneia 
u Agenor o Ares 



Porthaon Demonike 

u Euryte u Ares 

i 

Evenos Molos Pylos Thestios 
unien 4 § S47, 4. 848, 3. unten 5 



Oeneus ') Agrios Alkathoos Melas Lykopeus Sterope 
unten 3 | uAcheloos 

Söhne Ape\ 1,9,*. | 

Söhne §352. Apd. l, 8, 6. Sirenen 

ThersUes Onchestos Prothoos Keleutor 
Lykopeus Melanippos 



Oxyios §845,3. 932,7. 



3. Geschlecht, de» Oeneus. 



Oeneus zeugt 
mit •) AltMa T. d. Tueatios und 6) Periböa T. des Hipponoos 



Toxeus Thyreo« Klywenos Gorge Dejawm Meleagros T$dems 

uAndrämon u Herakles.. mKloopiOra. u.Deipjle 
(begraben zu Amphissa) | 

| Diomedes 

Thoas u Aeguhm 

i 

Häraon 



Oxyios, 
Oder auch c) mit Qorge 

i 

Tydeus 

(Pisander Apd. 1, S, 4). 

') Die Abkunft des Oeneus wird auch vom lokri sehen Deukalion abgeleitet (P. 10, 38, 
1. Athen. 2» 36), nemlich: 

Deukalion 

l 

flrt-*theu» 

l 

Phytios 

I 

Oeneus. 



HEROENSAGE. STAMMTAFELN. Q. JlETOUEX. R. PELOPIDEN. 143 

4. Geschlecht des Evenos. 

Buenos 

i 

Marpessa 
u Idas 

i 

Kleopatra oMeleagrot. •...'- 

5. Geschlecht des Thestios. 

Thestios 
uEunthemis Apd. 1, 7, 10 (wechselnde Namen :*Jac. 860) 

1 

drei Töchter: Althäa heda Hypermnöstra 

oOeneus uTyndareos 
vier Söhne: Iphiklos Euippos Pleiippos Eörypylos. 



JB. PELOPlDEft. 
Vgl. $ 868. Apd. 2, 2, 2, Schol. Eur. Or. 5. Heyne tab. 16. Jac. Wort. 169. 



Zeus 
o Pluto 

I 
Tantalos 



Pelops Niobe Brotcas 

o Hippodameia. oAmphion §874,1. 



/•* 



N 



Air eu 8 Thyestes Kopreus Alkatboos Pitllieus Chrysippos Nikippe Lysidike 
uKleola 1 ) uPelopia §7 sc. | uStbeaelos uMestor 

| 1 • Aethra 

o Aerope. Aegisthos u Poseidon 

T.d.Katreus(F) | 

Thescus. 



Agamemnon Menelaos Anaxibia 

u Klytamnestra u Helena. uStrophios 

i II 

Elektra Iphigenia Orestes Hermione Pyladas 
oPylades u Hermione o Orestes, o Elektra 

Tisame'noä. .-...•• 

*) Für diese Elieu beider jUujkr gilt die verwickelte Sage von dreifacher Ehe oder 
Buhlschaft des Atreus mit Kleola Airope mqü P+tppia, so wie von des Thyestes 
Buhlschaft mit Pelopia, seiner eigenen Tochter ; ausser dieser waren die von Atreui 
getödteten Kinder Tantalos und Pleisthenes Iftin geboren (Jac. Wort. 169). 

16* 



244 



DRITTES BUCH 



S. AEAKIDEN. 

Vgl. $ 874. Pind. Nem. 5, 15. Apd. 3, 12, 6. P. 2, 29, 2. 7. Diod. 4, 61. Vgl. 
Heyne Apd. iah. 17. Ciavier üb 7. Jac. S. 20. 

1. Geschlecht des Aeakos. 



Asopos Zeus 

| o Aegina (oder Europa) auf Insel Oenone 
Salamis Aegina 
u Poseidon 

i 

Kychreus 



a) o Endeis 
T. des Chiron 



.4*0*0* 

I 



fr) u Psamathe 

I 
| Pbokos 

PeUus Telamon. (f durch Telamon) 

beide flüchtig aus Aegina | 

unten 2 unten 3 Krisos 

Strophios 
uAnazibia 

Pylades. 



2. Geschlecht des Peleus. 



PeUus teugt mit o) Antigone 
T. des Eurytion in Phthia 

Polydora Polymda 
o Boros u Menötios 
S. d. Perieres 

i 

Menesthios 



mit fr) TktHs 

I 
Achill 

o DeTdamia 

i 

Neoptolemos 
= Pyrrhos 

§904. 



3. Geschlecht des Telamon. 



Ttlamon zeugt von o) Periböa 

T. d. Alkathoos 

I 
Aia» 

uTekmessa 
Eurjiakci. 



VOn fr) JlffiOfl« 

T. des Laomedoa 

i 

Teukro8 



HEROENSAGE. STAMMTAFELN. S. AEAKIDEN. T. DARDANER. 245 



T. STAMMTAFEL DER DARDANER. 

Vgl. $881. Hom. 11.20, 215 ff. Apd.3, 12, 1 ff Heyne Apd. tab. 17. Kl. Aen. 
326 ff. Rückert Troja S. 172 ff. 



1. Geschlecht des Dardanos. 



Zcu* 
u Elektra T. des Atlas 



Dardanos lasion 

i 

o) uChryse b) uBateia 

i i 

Deimas Idäos Harmonia. Brichthonios Idäa 

u Astyoche T. d. Simois. o Pbineus 

i 

Tros 

u Kallirrhoe 

T. des Skamandros 

i 

lios Assarakos 

uEurydike uHieromneme 

o T. des Adrast T. d. Simois 

i i 

Laomtdon Kapys 

oThemisT. d. Ilos 

i • 

An chiies 

I 

Aeneas Lyros 

2. Kinder Laomedon's ($882): o) von Strymo: 

Titbonos Lampon Klytios Hiketaon Podarkes Hesione Killa Astyocbt 
v Eos ssPriamos. oTelaroon 

i 

Emathion Memnon. 

Ausserdem b) von Kalybe: Bukolion. 

3. Geschlecht des Priamos. Vgl. $883ff. P. 3, 12, 5. Heyne Apd. p. 395. 

a) uArisbe b) oHekate 

T. des Merops T. des Dymas 

i i 

Aesakos Hektor Paris u. a. in. ($ 884) 

oAsteropeT. des Kebren. uAndromache. a) uOenone, 6) u Helena 

i 

Korythot u. A. 



246 



DRITTES BUCH. 



V. HERAKLES UND DIE HERAKLIDEN. 



Vgl. §915ff. Apd. 2, 7, 7. 8. Schubart quaest. 82ff. 



1. Herakles zeugt a) von Megara, Tochter des Kreon, den Therimachos 
Delkoon und Krcontiades ; von b) Dejanira, Tochter des Oeneus, den Hyllos Kte- 
sippos Glenos und Oreites. 

2. Geschlecht des Hyllos. 

Hyllos 

I 

Kleodäos Euächme 

u Poly&aon T. d. Butei 



Temenos 



3 Söhne und Hyrnetho 
§800,5. oDei'pbon 



Aristomachos 

i " 

Kresphontes Arlstodemos 

u Merope u Argeia 

i i 

Aepytos u. A. Eurysthenes Prokies 



3. Sonstige Ehen und Sprossen des Herakles sind: c) die thessali- 
schen mit des Dryopers Pbylas Töchtern «) Astyoche (Sohn Tlepolemos) und 
ß) Mideia (Sohn An t iochos, Ahn des Korinthischen Ale t es, oben JW); auch mit y) 
des Lapithen Eurypylos Tochter Chalkiope (Sohn Thessalos) und mit 6) Asty 
daimia Tochter des Amyntor (Sohn Ktesippos); dazu ;) die ihm tödtlich ge- 
wordene Liebe zur lote Tochter des Eurytos. — d) Böotische: zu Thespiä fünfzig 
Thespiostöchter und fünfzig Th est iaden (§707,2. Apd. 2, 7, 8). — e) Pelo- 
ponnesische mit «) Auge Tochter des Aleos, Epikaste Tochter des Augeias 
(Sohn Thestalos?), ß) Parthenope, Tochter des Styrophalos {Sohn Eueres), y) 
Auge Tochter des Aleos (Sohn Telephos), 6) Autonoe Tochter des Peireus 
(Sohn Palämon). - f) Lydische: mit Omphale, deren Sohn Agelaos des Krö- 
sos Ahn war. 



VIERTES BUCH. 



ITALISCHE MYTHOLOGIE. 



A. PELASGER SABELLER ETRUSKER LATINER. 



$984. 4 Als Zeugniss vorhellenischer, durch Spuren von 
Sprache und Sitte bestätigter, Stammverwandtschaft finden difc 
Oundzüge griechischen Götterwesens auch in Italien sich wieder. 
'Als in der Urzeit dieses Landes barbarische Iapygen auf dessen 
südlichstem Ende griechischen Ansiedlern der Heroenzeit bereit* 
gewichen waren, 'bestanden in nördlicher Ausdehnung noch alle 
die Völkerschaften, die theils als Latiner, 4 theils als Umbrfcr, 
Sabeller und Osker, Marser und Volsker, in ihrer Gesamtheit grie- 
chisch auch wol als Opiker bezeichnet werden, 5 und durch die Ge- 
meinschaft ihres Sprachstamms sowohl von den Iapygen der JJr- 
geit als auch von den mit hellenischer Bildung gefärbten, ursprüng- 
lich aber durchaus fremdländischen, Etruskern sich unterschieden. 

1 — 5. lieber des alten £ Italiens Volksstämme' bandeln, näcbst DHal. 1, 
9 ff. , haupts. Niebuhr röm. Gesclf. 1, 27 ff. (Vorträge röm. Gescb. 1, 97 ff. alte 
Gesch. 1, 200. 244 ff.). Müller Etrusker 1 , 10 ff. Göttling röm. Staatsvfg. 1840 
S. 1 ff. Abeken Mittelitalien 1843 S. 4 ff. Grotefend zur Geographie und Geschichte 
toö Altitalien. V. 1842—45. Kiepert Schulatlas 1848 S. 33ff. Mommsen unter- 
itil. Dialekte, Lpz. 1850 S. 66 ff. röm. Gesch. 1 . 8 ff. Schwegler röm. Gesch. 
(Tüb. 1853) 1, 154 ff. 

S 935. l Diese bis in die Urzeit reichenden Völkerstämme 
haben wir als erste Träger einer italischen Religionsgeschichte 
uns vorzuführen. Während es streitig bleibt, ob ausser Iapygen 
und Etruskern vielleicht auch Latiums ürbewohner, die Sikeler, 
den pelasgischen Stämmen verwandt oder von ihnen verschieden 
waren, 'wird ein den ürbewohnern Griechenlands entsprechender 



248 VIERTES BUCH. 

Volkscharackter in den aus Aboriginern und thessalischen Pe- 
lasgern abgeleiteten Latinern sowohl 3 als in den mancherlei 
ihnen benachbarten oder gesellten Volksstämmen griechischer 
Abkunft, Tyrrhenern Argivern Achäern und Arkadern, erkannt, 
denen kumäische pästanische und phokäische Einflüsse folgten. 

4 Unterstützt wird diese Annahme durch so unverkennbare Merk- 
male wie Sprachverwandtschaft und riesige Städtemauern, wie die 
Gemeinschaft des Gottes- und Völkerrechts, staatlicher Eintheilung 
und Ansiedlungsweise und manches sonstigen Brauches, s wie 
aber auch eine Reihe von Erscheinungen eines der ältesten grie- 
chischen Sitte entsprechenden Götterdienstes sie kundgibt. In 
solcher Geltung können die bild- und namenlosen Göttersteine, 
die in Italiens wie in Griechenlands Vorzeit sich finden, aber 
auch Baumorakel, die Heiligung des Phallus, die Zehntung der 
Erstlinge und selbst die Sitte der Menschenopfer, 'zugleich mit 
dem Glauben an Muttergöttinnen, an einen väterlichen Gott Zeus 
und an dessen patriarchalische Götterherschaft , hier angeführt 
werden. 

1. 2. 'Sikeler und Abori giner': DHal. 1, 9 ff. Nieb. 1, 49 ff. 82 ff. Schwerer 
1, 202ff 

3 — 6. 'Pelasger in Italien' oder, vom Volksnamen abgesehn, eine 'Ge- 
meinschaft griechischen und italischen Urstamms' anzuerkennen, wird, alten 
Vorgängern ( DHal. 1 , 17 ff.) entsprechend, seit Niebuhr (1,27 ff.) auch in 
der neueren Forschung fast ohne Ausnahme eingeräumt (vgl. Göttl. 21 ff. Zinzow 
de Pelasgis Romanorum sacris, Berol. 1851. 4.). Die neuerdings (Schweglerl, 
163 ff.) dagegen aufgestellten Gegengründe leiden zum Theil an der von Niebuhr 
bekämpften Vermischung der gesamten Pelasger mit den tyrrhenischen (vgl. 

5 56. 647. DHal. 1, 25ff.29). 

§936. *Was hiebei zuvörderst die umbrisch-sabelli sehen 
Völker betrifft, denen ausser Umbrern Sabinern Samnitern und 
Opikern auch Marser undVolsker samt Aequern und Hernikem, 
Ausonen und Aurunkern beigezählt werden, * so sind dieselben 
und namentlich die uns zumeist bekannten Sabiner von den 
pelasgisch-latinischen Stämmen, wenn nicht durch ihre uns fast 
unbekannte Sprache, doch um so mehr durch die ihnen beige- 
legte Sitte offner Wohnörter und sporadischen Kolonialwesens 
unterschieden ; woneben auch in Familienrecht und Nomenclatur, 



ITALISCHES. A. PELASGER. SABELLER. $ 935. 936. 249 

im Auspicienwesen und in siderischem Götterglauben sabinische 
Eigentümlichkeit erkannt wird. 3 £ben so wenig fehlt es je- 
doch auch an mancher, in Sprache Glauben und religiöser Sitte 
wahrnehmbarer, Uebereinstimmung des sabinischen und Latiner- 
Stamms. Obwohl die Entscheidung hierüber durch den über- 
wiegend sabinischen, häufiger auf Tatius und Numa als auf Aeneas 
und Romulus rückweisenden, Charakter der uns gebliebenen Quel- 
len des römischen Götterdienstes nicht selten getrübt wird, 4 so 
unterliegt doch der latinische Ursprung mancher für sabinisch 
gegebnen Hauptzüge des beiderseitigen Götterwesens keinem Zwei- 
fel: dergestalt dass weder Blitzkunde und Vogelschau, 5 noch 
auch die Mehrzahl der von Tatius abgeleiteten Gottheiten für 
rein sabinisch uns gelten dürfen. 6 Neben den Gottheiten des 
quirinalischen Kapitols, die mit latinischen Namen Juppiter Juno 
und Minerva heissen, bleiben als echt sabinische Gottheiten nur 
etwa die männlichen Quirinus und Sancus, Summanus Sol und 
Soranus, 7 die weiblichen Minerva Neriene Vacuna, die als Curitis 
oder Feronia gefasste Juno und vielleicht auch Ceres, ferner dä- 
monische Semonen und auch wol Numa's figeria übrig; aber 
selbst diese Gottheiten sind den Latinergottheiten allzu ent- 
sprechend und allzu verknüpft um sie für ausschliesslich sa- 
binisch geben zu können. 8 Ungefähr dasselbe Ergebniss lässt 
sich denn auch aus der dürftigen Kunde entnehmen, die uns in 
Bezug auf umbrische 9 oder samnitisch-oskische Gottheiten durch 
die Erztafeln von Iguvium und Agnone verblieben ist. 

1. 'Sabellische Völker': (Nieb. J, 95 AT.): auch mit Inbegriff der Umbrer 
(Moromsen RGesch. 1 S. 12). 

2—4. üeber die 'Sabiner': DHal. 2, 49. Strab. 5. 238. Vgl. Nieb. 1, 109. 
Göttling S. 1 ff. Grotefend 3, 40 ff. (Sprache). Schwegler 1, 239 ff. 

5—7. »Sabinische Gottheiten': DHal. 2, 50. Varr. LL. 5, 10, 74. Vgl. 
$953, 3. Müller Etr. 2, 64. MOF. p. 237. 243. Grotefend 3, 56. Ghd. etr. Gottb. 
A. 25. 212. Mommsen unterital. Dial. 348ff. 

8. 'Umbrische Gottheiten.'. Aus den iguvinischen Tafeln (Lanzi Saggio di 
Hngua etr. 3, 657 ff. 664 ff. Lepsin s Inscr. Umbr. Lips. 1843 p. 13ss. Aufrecht 
u. Kirchhoff, die umbr. Sprachdenkmäler, II, Rerl. 1849, Bd. 2 S.3ff. 122. 130. 
163. 231. 265. 285) sind die Collectivnamen der dU Qrabovli (hpts. Juppiter; 
Gottheiten der Weide? gramen, bos?) Fisii (hpts. Sancus, vgl. Fidius) und 
Ctrfli (hauptsächlich Man) bekannt; als Beinamen sind für Juppiter Tefrt 



250 VIERTES BUCH. 

(▲SQ. d. last 20, 406), für Mars Piquier d. i. Pico« und Hondas, samt den Gattin- 
nen Praestita und Tursa (Lanzi 3, 668 f. Aufr. 2, 265 f.), nebenher auch ein« 
Puemuna - puprika (Pomona publica?) zu merken. Die Gesamtheit der ange- 
rufenen Götter wird auf eine Zwolfzahl (Leps. p. 13) berechnet. 

9. 'Samnitisch-oskiscbe' Gottheiten sind, ungefähr zwanzig an der Zahl, 
aus der Weihinschrift von Agnone (Henzen Ann. d. Inst. 20, 382 ss. Mommsen 
ebd. 414 ff. unterital. Dial. 128 ff. Taf. 7) bekannt. Man erkennt einen zwie- 
fachen, als Schöpfer und Herscher unterschiedenen, Juppiter (Momms. ebd. 135), 
ferner die Landgötter Hortus Silranus Hercules Eviculus (Evklus als Hcbon, 
d. i. Bacchus, von tuoi), samt den weiblichen Flora Geneta Pales Panda. 
Es werden Juno (Populona M. 143 f.) Venia Venus (Fruti) die Nymphen, eine 
Grenzgöttin Interstita (vgl. Stata Mater, Mms. 134), als Collectivnamen dii 
ambarvales, alle einzelnen Götter mit ausgedehntem Gebrauch des Prädicats 
genialis (nemlich 'kerriiui', vgl. cerus manus = creator bonus: Ann. d. Inst. 
20, 393. 420) angerufen. Eine gleiche Ausdehnung des Genienbegriffs gibt auch 
aus marsischer Inschrift in Beiordnung einer Vesunu (als Juno: Mommsen Ann. 
18, 161) zur Pomona, vielleicht auch im Prädicat 'patre' (der Genius väter- 
lich gedacht? ebd.) sich kund, das einer Erinte (d. i. Juno, vgl. Heries Junonis 
Gell. 13, 22. Ann. a. O.) nachfolgt. 

§ 937. * In einem ähnlichen Verhältniss zur Mythologie 
und Bevölkerung Latiums steht auch Etrurien, wo ein sieg- 
reicher tuskischer Stamm von räthselhafter Sprache und Abkunft 
mit pelasgischen Tyrrhenern griechischen und auch lydischen 
Ursprungs, eben sowohl als mit italischen Urvölkern, mit Um- 
brern Sabinern Latinern, verschmolzen war. 'Nach den Ein- 
flüssen solcher Mischung und nach dem natürlichen Ueberge- 
wicht höherer über geringere Bildung muss die oft überschätzte 
Eigenthümlichkeit etruskischen Priester- und Götterwesens be- 
urtheilt werden. Eigenthümlich allerdings ist samt mancher staat- 
lichen Einrichtung und Familiensitte Etruriens a die geheimniss- 
volle Priesterweisheit dieses Landes: so die nördliche Richtung 
ihrer Auspicien, ihre Tempel- und Städteweihung in runder Grund- 
form, ihre Kalenderkenntniss, Haruspicin, links gewandte Schrift 
und prophetische Litteratur, endlich die Grundlage eines Götter- 
wesens welches bald auf nordische Äsen und Nornen, bald auf 
den dämonischen Dualismus des Orients zurückweist. 4 Wie 
aber selbst dieser etruskischen Priesterweisheit, in Tempelweihe 
Jahreseintheilung Haruspicin und priesterlichem Pomp, mehr eine 
accessorische als ursprüngliche Einwirkung auf Latium und auf 



ITALISCHES. A UMBRER ETRÜSKER. $936—939. *5l 

Rom zusteht, Mässt vollends das etruskische Götterwesen eine 
wunderbare Mischung pelasgischer Grundelemente mit latinischem 
satanischem und spätgriechischem Zuwachs uns erkennen, 6 dessen 
etwanige tuskische Einschlagsfäden, wie man im Namen Aesar, 
in den verhüllten Gottheiten, in den Consentes und mannigfach 
sonst sie vorausgesetzt hat, mehr in der beschränkten Geltung 
geheimer Priesterlehre als mit dem durchgreifenden Ansehn all- 
gültiger Kulte bestehen mochten. 

1 — 6. Ueber ' Etruriens ' Volks- und Götterwesen, neben der seit Laori 
(Saggio di lingua etrusca, III, Roma 1789) gesichteten Sprachforschung: Nieh. 
RG.l, lUff. Müller Etruskerll 1828; kl. Sehr. 1, 129 ff. Göttl. 28 flf. Abeken 
Mittelitalien 254 ff. Schwenck Myth. 2, 454 ff. Ghd. über die Gottheiten der Etrusker, 
Btrl. Akad. 1845. Schwegler RGesch. 1, 253 ff. 

§938. 1 Diese Annahme im Einzelnen zu begründen, be- 
fähigt uns ein Ueberblick der aus Etruriens Hauptstädten berichte- 
ten Kulte. Aus Alsium Aurinia Caere Glusium Faesulae Falerii 
Ferentinum Luna Mantua Ocriculum Perusia Populonia Pyrgi Su- 
tnum Tarquinii Telamon Veji Volaterrae Volsinii 2 sind uns zahl- 
reiche Gottheiten bezeugt, deren mannigfach wechselnde Namen 
hauptsächlich in der Idee einer mit Fortuna Salus oder Minerva 
identischen Göttermutter (Nortia, Valentia) 3 oder einer mit Venus 
und Dione identischen Juno (Cupra Feronia Voltumna Mania) 
sich vereinigen, 4 während' als männliche Gottheiten, dem Juppiter 
ähnlich, hauptsächlich die latinischen Janus Saturnus Vulcanus 
und Liber, samt Inuus Silvanus Verturn nas und Mutinus, und 
der sabinische Mars in Etrurien uns begegnen. 

1 — 4. ( Ortsgottheiten ' etruskischer Städte : Gerhard Abh Gotth. der Etrus- 
ker Anm. 23 ff. 

§ 939. i Hienach ist denn auch im Allgemeinen die Ursprung- 
liebkeit etruskischer Gottheiten abzuschätzen, wie sie, in ihrer 
Gesamtbenennung den Aasen ähnlich, höheren verhüllten Wesen 
untergeordnet, im zwölffachen Götterverein der Zwölf Consentes, 
in der Neunzahl so verstandner Blitzwerfer Novensiles, und 
vollends in der durchgängigen Dreizahl etruskischer Stadtgott- 
heiten, Juppiter Juno Minerva, uns vorgeführt werden: * Gott- 
heiten welche, zugleich mit dämonischen Penaten und Laren, 



252 VIERTES BUCH. 

neben Charon und neben Tages, als die eigentümlichsten Götter- 
wesen Etruriens zu gelten pflegen. 3 Mit fremdartigen, tuskisch 
gebildeten, doch nach altgriechischer Weise geschriebnen und 
meist unverkennbar griechischen Namen bezeichnet, verdankten 
die herschenden Gottheiten dieses Landes nicht der tuskischen, 
sondern der pelasgisch-tyrrhenischen Bevölkerung desselben ihr 
Entstehen. 4 Nächstdem fand die Folgezeit hellenischer Schiff- 
fahrt und römischer Herschaft einen hinlänglich empfänglichen 
Boden, um der tuskisch benannten Verehrung von Juppiter, der 
Tinia Terminus Vedius oder Summanus hiess, neben Saturnus 
und Janus bestand und bald in Vertumnus bald auch in Mantus 
wiedererkannt wird , 5 die Götterdienste des Mars Vulcan und 
Merkur, des Apollo Sol Bacchus und Hercules beizugesellen. 6 In 
ähnlichem Verhältniss zu Juno geben GupraVoltumna PomonaHorta 
Fentha und Mania, auch Bona-Dea Venus Lucina Leucothea und 
Luna, sich kund. 7 Wie die wehrhaften Schicksalslenkerinnen Mi- 
nerva Nortia Ancharia Fortuna Valentia und Victoria, wurden auch 
sonstige Göttinnen eines mehr griechischen oder launischen Cha- 
rakters, namentlich die Heilgöttin Salus, in Etrurien verehrt, 8 wo 
wir endlich nächst Laren und Lasen, Charon- und anderen Todes- 
dämonen auch Genien Penaten und Dioskuren zugleich mit Eros 
und auch mit Adonis vorfinden. 9 Tuskischer Heroensage ist 
man veranlasst den tarquiniensischen Pflüger Tages und die 
prophetische Blitzlehrerin Begoe beizuzählen, so jedoch dass 
wenigstens Tages von der Vergleichung griechischer Pflugdä- 
monen und latinischer Genienlehre sich nicht ablösen lässt. 

3. Als * etruskiscbe Götternamen ' männlicher Gottheiten sind Tinia Apvlu 
Usil Turms SelMans Phuphlttns für Juppiter Apoll Sol Mercur und Vulcan 
bezeugt, zu denen als geflügelter Schutzgeist dem Eros ähnlich noch Rpevr 
(iniovgog) kommt; desgleichen sind als weibliche Namen Menrfa Thalna Turan 
für Minerva Juno Venus, Thana wol für Diana, Losna und Lala für Luna, 
Lelnth Mean Snenath (Sthenant) und Nathum (Fatum?) für Schicksalsmächte 
bekannt. Die Nachweisungen hiezu, wie über das ganze etrnskiscbe Götter- 
wesen, gibt meine vorgedachte Abhandlung über dasselbe (Berl. Akad. 1845*, 
vgl. Abh. über die Metallspiegel d. £tr. ebd. 1836, Anm. 197 ff.). 

$940. * In Latium, dessen mannigfach auf Griechenlands 



ITALISCHES. A. ETRURIEN. LATIUM. $939—941. 453 

Norden rückweiseitde Bevölkerung in sieghaften Aboriginern und 
vielleicht selbst in den von ihnen besiegten Sikelern ursprüng- 
lich pelasgisch war, *und in der Vermischung mit den ver- 
schiedensten Griechenstämmen, mythischen Teukrern Argivern 
und Arkadern wie mit den geschichtlichen Italioten Kumanern 
und Phokäern, einem im Ganzen gleichartigen Volkselement be- 
gegnete, erscheint der hiedurch begründete Volkscharakter durch 
die Berührung etruskischer und sabellischer Nachbarstämme nur 
wenig geschwächt. s Ehe aus dieser Stämme Verschmelzung mit 
Latiums Söhnen Rom hervorging, war diese Landschaft priester- 
lich orakelnder Könige bereits im Besitz eines Staats- und Sacral- 
rechts, welches als eigenthümliches Göttergeschenk des Latiner- 
stamms, vom Staatsrecht der Curien, gephyräischen Priesterthum 
des Aeneas und häuslichen Schutz der Penaten durchdrungen, im 
Dienste der Gottheiten Roms uns von neuem begegnen wird. 

1—3. 'Latium und die Latiner': DHal. 1,57 ff. Nieb. RGesch. 1, 82 ff. 
Schweglerl, 195 ff. 

$941. ' Dieser den Urstämmen Griechenlands verwandte 
nationale Kern des Latinerstamms lässt in Götterglauben und 
Götterdienst der verschiedenen Städte und Gegenden Latiums 
bis ins Einzelne sifih bewähren. Aelteste Stadt Latiums ist Lau- 
rentum, wo vor Aeneas Sikeler hausten, wo aber wie ringsum 
Juppiter und Vesta Hauptgottheiten sind; 'ähnliche patricische 
Kulte finden in Lavinium und in Alba, 3 andre verwandte zu- 
gleich mit Juno- und Venusdienst im plebejischen Ardea bereits 
zu der Zeit sich vor, als Aeneas an dortigem Meeresstrand die 
bedeutsame Ortschaft Troja gründete, von welcher sein Zug zu 
Laviniums und Albas Befreiung anhob. 4 Mit diesen Städten zu- 
gleich sind noch andere Städte zu nennen, welche entweder zum 
latinischen Bunde des Latiar oder doch zu Latiums von Liris und 
Tibris umflossener Landschaft gehören, wie solches für Anxur 
Aricia Bovillae Gora Gabii Lanuvium Minturnae Praeneste Tibur 
Tusculum der Fall ist; 5 noch andere reihen aus marsischem und 
picenischem Grenzgebiet hier sich an. * Als bezeichnendste Grenzen 
jener latinisch bevölkerten Landesstrecke ist einerseits der Abo- 



254 VIERTES BUCH. 

riginersitz des Marsorakels, Tiora, 'andererseits die Reibe stamm* 
verwandter etruskischer Küstenstädte, Alsium Caere Falerii Pisa 
Saturnia, zu nennen; in ihrer Mitte liegt das zu spätem Asyl 
alles ältesten italischen Götterwesens bestimmte Rom. 

! — 7. * Ortsgottheiten ' latinischer Städte: hpts. in Klausens Aeneas (Aeoeas 
und die Penaten II. 1939 f.) erläutert. 

§942. l Allen sonstigen Gottheiten Latiums steht, die Götter 
der Urzeit Janus Saturnus und Opfc verdunkelnd, 'das weiland 
in irdischem Königthum bethätigte Göttergeschlecht der vom Ge- 
barg herab eingewanderten Aboriginer voran. In den aus Lau» 
rsntum Lavinium Alba bezeugten Königen Picus Faunus und 
Latinus, lässt bald der als Specht im Wald orakelnde aborigi- 
nische Mars, bald an seiner statt der latinische Juppiter sich er- 
kennen, dem als Gottheiten des Hausherds Vesta und die Pe- 
naten zur Seite gehn; 3 ihnen gesellt sind, hauptsächlich von 
Ardea her, als weibliche Gottheit Juno oder Venus, ferner auch 
Pallas, Mars und auch Liber, Gottheiten deren genauere Be- 
trachtung zugleich mit dem römischen Götterwesen sich nach- 
holen lässt, 4 dagegen der eigentümliche Juppiterdienst des ge- 
samten Latinergebiets in der Doppelheit des Naturgottes Vejovis 
und des mehr ethisch entwickelten Latiaris schon hier uns be- 
schäftigen muss. 5 Jene älteste Auffassung, die im Vejovis oder 
Vedius einen, unerwachsnen furchtbaren Njaturgott, in Sonnen- 
kraft dem Sol und Liber vergleichbar, zugleich mit tellurischer 
und neptunischer Macht erkannte, 8 verband dessen göttliche Kind- 
schaft mit Anerkennung der seiner Pflege obliegenden Mutter des 
Waldgebirgs , deren Namen in Bona-Dea Marica Circe Carmenta 
und andern sich nachweisen lassen, 7 während ihr Wesen auch 
ia der Fortuna Präneste's, an deren Brust Juppiter und auch 
Juno sog, und in der mit Juppiter und Juno überwiegend ver- 
knüpften Minerva des kapitolinischen Tempels erkannt wird. 8 Da- 
gegen ist Juppiter- Latiaris als jener Bundesgott Latiums uns 
bekannt, der vom Berggipfel Alba's herab am Bundesfest Latiar 
das an alle ihm unterthänige Latinerstädte demnächst vertheifct 
Stierop&r empfcag. Der reinere Opferdienst, der, statt vormaliger 



ITALISCHES. 4. GOTTHEITEN LATIUMS. §941— 943. 1&5 

Menschenopfer, verbunden mit Gottestrieden und mit gezügelter 
ftet&eheslust jenes Fest zierte, 9 trug auch die Andeutung des 
»im Gott gewordenen Landeskönigs vonLatium in sieb: sein Ver- 
schwinden ins Luftreich der Himmlischen ward durch die Schwin- 
gung latinischer Schaukelfeste gesühnt, seine Verklärung aber in 
Art der Leichenspiele durch ritterliche Wettkämpfe gefeiert. 

1 — 9. Die 'Gottheiten Latiums', für welche nächst Varro Diouys und Ovid 
hpts. Klausens Werk leitend ist, werden fast sämtlich in. der Darstellung des 
cqquacken Götterwesens uns wieder begegnen. 

§ 943. * In dämonische? Geltung stehn dem latinischen 
Jupiter zuvörderst die in Priesterkönigen fleischlich gewordenen 
fluvialischen Erdgeister der Jovialernährung zur Seite, nament- 
lich Juppitcr-/we%es, dem der lavinische Latinus, Troja's Aeneas 
Anchises Numicus, von Etrurien her auch der Jovissohn Genius 
gleichstehn; "sodann die Feuermächte jovialer Erzeugung, na- 
mentlich der phallische Haus/ar (Lar familiaris), ein dem prä* 
nestischen Caeculus, den Semonen sabinischen Glaubens und den, 
vermuthlich nach tuskischer Ansicht als Menschenseelen bekannten, 
Laren verwandtes Wesen; 3 endlich die Mächte des Besitzes, na- 
mentlich der griechisch als Penat (Ktesios) gedachte Besitzgptt 
Juppiter, mit welchem der Feuerdienst Vulcans und der Göttin- 
nen Vesta und Pallas verwandt ist. 4 Wie aber die göttliche 
Abkunft des Menschengeschlechts in solchen Göttergestalten ober- 
ster Herschaft sich ausspricht, sind in den Gottheiten und Du- 
mmen von Wald und Weide, den Nymphen prophetisch wogender 
strömender und quellender Gewässer, in Laren Penaten Genien 
und ähnlichen Brudermächten, 'insbesondre auch in den als 
Du Indigetes wie in mancher andern Benennung nachweislichen 
Gärimonialgeistern priesterlicher Macht und häuslichen Besitzes 
aafelreiche Mittelwesen gegeben, denen zumal in römischer Fort- 
biMUuig eine Reihe persönlicher Begriffe sich anschliesst. 6 Di& 
H&wensage Latiums ist wesentlich hievon betheiligt: im schlangen- 
gOfitalten Ortsdämon Anchises, im ritterlichen Verein von M&stnom 
<h& %nm wie Aeneas Misenus und Politea, m priesterlichen Ge- 
stalten wie Iulus Aegestus und Lausus sie bieten» sind, mit oder 



256 VIERTES BUCH. 

ohne Begegnung ausländischer Personen und Sagen, die Begriffe 
von Ortshut und Wehrkraft, Schlachtmusik und Pflug, von Flamme 
Essig und Lorbeer des Vesta- und Penatendienstes, heroisch ver- 
körpert, ohne dass gleichnamigen Gestalten latinischer Königs- 
und Heldensage die Bedeutung heroischer Würde und Göttlich- 
keit deshalb sich absprechen Hesse. 

1. 'Jovialernährung': Kl. Aen. 869 f. 

2. 'Jovialerzeugung': Kl. Aen. 835 ff. 

3. 4. Den 'Penaten' ($ 991) Genien ($993) und sonstigen Dämonen 
Latiums sind auch die ardeatischen Picumus und Pllumnut (§ 944, 7. Jac. 750) 
beizuzählen. 

5-7. 'Cärimonialgeister' heroischer Geltung: hier zusammengereiht nach 
ihrem Bezug auf a) 4 Ortshut' {Anchises DHal. 1, 64. VAen. 5, 95. Kl. 1014. 
1036; Tgl. Angisa, Angitia), auf die b) Gewalt 4 des Erzes', die Aeneai allge- 
mein gefasst (als Erzgeist Ahenea? Kl. 991 ff. 1002; vgl. Aesculanus, Argenti- 
ittf#), Mlsentts als Erzklang zur Schlacht (Kl. 1006 ff.) und Politts als aus- 
rodender Pflüger (Kl. 1008 ff.) ausdrücken; ferner auf c) * Priesterthum ' das 
Mus (als Juvilus: Kl. 1076), ein Vorbild jovialischer Priester, als Opferflamme, 
Aegtitu* als Essigdämon der Vorrathskammer (Kl. 689) und Lausus als lorbeer- 
duftender Opferer (Kl. 690. 1035) auszudrücken scheinen. 

$944. ' Dieser höhere Sinn latinischer ü/eroeJtsage, auf 
dem in Italien mehr als in Griechenland durchgeführten Grund- 
satz unmittelbarer Abstammung des Menschen von Gott beruhend, 
wird in angeblich tuskischer, dabei aber auch unzweifelhaft latini- 
scher, Jovialerzeugung durch Tages des Genius Sohn und Juppiters 
Enkel uns aufgedrängt; denn die Idee des Genius ist vorzugsweise 
in Latium heimisch. * Nicht weniger sind die aus Lavinium be- 
zeugten latinischen Könige beweisfähig für jene Ansicht. Wäh- 
rend die von Hesiod verbürgte griechische Sage den königlichen 
Latinus und dessen wilderen Bruder Agrios als Söhne des Odysseus 
kennt, * weiss die heimathliche Auffassung Latiums den Latinus 
vielmehr von göttlichen Königen, dem Picus in welchem Juppiter 
als Mars sich abspiegelt und seinem gleich göttlichen Sohn Faunus, 
entsprossen, 4 und zwar stand ihrem jovialischen Königsscepter 
zugleich auch durch Juppiter-Indiges, dem mit Latinus Numicus 
Anchises Aeneas gleichgeltenden Cärimonialgeist, ein Priesterthum 
von gleich göttlicher Abkunft zur Seite. 5 Dem deutelnden Alter- 



ITALISCHES. A. HEROEN LATIUMS. $ 943. 944. 257 

tHtrm ward jene latinische Grundansicht von einer göttlichen 
Abkunft der Menschheit nicht selten zum Anlass und Stützpunkt 
-etthemeristischer Mährchen über der Könige Vergötterung, 6 wäh- 
frerid sie uns als Schlüssel für das Heroengeschlecht der lavi- 
irischen Könige, für die latinische Auffassung des Aeneas und 
Ktfr die virgilischeri Nebenpersonen seiner Sage willkommen ist: 
denn auch weibliche Wesen, wie die nach Heimath und Vesta- 
dienst benannten Lavinia und Amata, heroische Bezeichnungen 
ijtes Nachbarlandes wie Turnus, und seines verabscheuten Opfer- 
Ürauchs wie Mezentius, sind in solchem Zusammenhang wohl 
tBrstSndlich. 7 Ausser ihnen verdient auch das dem Picus ähn- 
Kfeh benannte Penatenpaar Picumnus und Pilumnus deshalb hier ge- 
nannt zu werden, weil Pilumnus des Daunus und Tnrnus Ahn, 
Dänae's Gemahl und Ardea's Gründer gewesen sein sollte. 
'•'Aber nicht bloss für die Könige Laviniums und Ardea's, auch 
Iftr andere Städte und Heldengeschlechter Latiums lässt sich an 
gleichem Faden die Sage verfolgen. Präeneste's Digitier und Cae- 
cültiä lassen in ähnlicher Weise bequem sich deuten, 9 was, wenn 
es der Mühe verlohnt, auch für die erst spät erfundene Königssage 
tbn Alba der Fall ist. 10 Im entfernteren Latinergeschlecht war 
Ökjeta vöii des Aeneas gleichnamiger Amme benannt. 

' ; ' !. 'Tages' des Genius Sohn, Jovis 'Enkel', laut Festus (s.v.). 

• : •■:• 2. 'Latinos und Agrios': Hes. Tb. lOllff. vgl. Nieb. 1, 195. Kl. Aen.585 

j(Agrioi asc Aboriginer). 

3. 'Picus Faunus Latinus', Königsnamen die auch Beinamen des Juppiter 
sind: DHaI.1,31. Vgl. Jac.750. 340. Schw.2, 90. Kl. Aen.lHl.Schwegl.l, 237ff. 

4. «Juppiter Indiges': DHal. 1, 64 {toög lm%cjQiog). Vgl. KI. Aen.2, 908ff. 
{loa indigitare). Scaweg. i, 328 f. («= indigena). 

t , 6. Im 'Personal der Aeneassage' von Lavinium (Kl. 775 ff.) sind 'Lavinia' 
und 'Turnus' (Kl. 1207 ff.) als örtliche Bezeichnungen ihrer Heimath (Turnus 
■r Tyrrhenos), 'Amata' des Latinus Gemahlin als vestalisches Feuer des Bundes- 
rates ($974. Kl. 758. 75), 'Mezentius' als böser Dämon (Kl. 1 03 ff.) etruski- 
fcber Menschenopfer verständlich. 

.7. 'Picumnus und Pilumnus': SAen. 7, 372; 9, 4; 10, 76. Kl. 1207. 
. 8. 'Pränestinische Sage': Kl. 761 ff. 914 f. Vgl. Daktylen $ 166. 
t. r 9. 'Königssage von Alba', mit Inbegriff der Namen Aeneas Ascanius Sil- 
vwjs Latinus Capetus Gapys u. s. w. bis auf Amulius und Numitor: Liv. 1, 3. 
^Hal. 1, 70. 71. OMet. 14, 609 ff. Vgl. Nieb. 1, 215 ff. Schwegler 1, 342 ff. 
10. 'Gajeta': Kl. Aen. 1045 ff. (Götteramme als Felsriss benannt). 
Gerhard, Mythologie. II. 17 



2J5S WERTES wcq, 

$ 945« l Ehe wir von (Jieser albanischen &$nigs$age n#*$ 
Rom uns wenden, führt deren Verknüpfung mit der Aenea^s^je 
uns zu nochmaliger und genauerer Hinweisung auf dj# angeWi$ 
troischm Elemente der Bevölkerung La&uqs. Die&s hfli yi^g^l 
und in der herrschenden Aeneassagö vojrousgeseUte tjft» s <itlä R?r 
völkerung 2 ist zwar durch Dichterstellen über die Rettung der 
Aeneaden, wie Homer ArkUno$ Sophokles Pfänder sie ho&ft, 
und selbst durch des Stesichoros Zeugniss von Flucht <jle$ Aenea? 
nach Hesperien nicht mit hinlänglicher Sicherheit bezeugt; hei 
letzterem Zeugniss lässt an Uuteritalien und Siris sich denken 
3 Erst gegen des Pyrrhos Zeitalter beginnen die Zeugnisse \q^l 
Aeneas und Lavinia, wie von de,r Troer Bund mit den Latjperq ; 
der alexandrinische Eratosthenes sowohl als der römische Näyjijs 
bekannten sich dazu, während bei Andern anstatt der Troef 
flüchtige Griechen des Troerkriegs den Ursprung der Latine? ge- 
zeichneten. 4 Dass aber die sicilischen Elymer auch de#i TbMr 
kydides für troisch galten, und dass der sicilische Timäos ma 
das Jahr Roms 490 von troischen Idolen zu Lavinium weiss, 
macht den in Rom von Staats wegen schon früh anerkanntem 
Glauben an frühe Ansiedlung der Troer in Latium wahrschein- 
licher, und wenn man trotz dessen geneigt bleibt den Grund 
solcher Sage nur im Zusammentreffen tyrrhejaischer Pe)asger von 
Gergis und von Lavinium in Samothrake zu suchen, *so treten 
doch theils die geschichtlichen Spuren trojanischer Macht und 
" Schiffahrt, theils auch die sprachliche Geltung des Namens Troja 
in Latium samt andern Analogien troisch -launischer Ortsnamen 
entscheidend genug ein, um auch des Aeneas selbständige Geltung 
in Latium im Zusammenhang jener Ansicht als neue Stütze 
derselben betrachten zu dürfen. 

1.— 5. Zur Mroischen Aeneassage': Hom. 11.20, 307 ff. (Aeneas flach 
Skepsis: Strab. 13. 607). Arktinos bei DHal. 1, 09 und Prodi« (Auszug nach 
dem Ida). Sophokles im Laokoon (DHal. 1, 48: Auswanderung vor Trojas Fall). 
Hellanikos, Kephalon, Hegesippos (DHal. 1, 47 ff.: bis Pallene; ebd. Arkadisches, 
Kapyä; vom Aeneassohn Romos schrieb Kephalon: ebd. 1, 72). Stesichoros (Tab. 
IHaca, nach Hesperien; Misenos nach Kumä). Thnaeos (DHal. f, 07 troische Pe- 
naten zu Lavinium). Als römische Zeugen Cato Naetius und Vlrgil. Vgl. DHal. 1, 



ITALISCHES. A. TROJA IN I4TIUM,. §U$. B. ROM. $ 946. 947. 25$ 

45 ff. Heyne Exe. zu \Aen. 3. Nieb. 1, i§7ff. KL A^. 315 ff. 565.. Rückert Troja 
24Öff. Schwegler RG. 1, 279 ff. 



Ä GEUEKLAGEN DER RÖMISCHEN RELIGION. 

g #46. l Umhergehend auf Rom, wo alle bisher erwähnte» 
Vql^er und Religionen eine gemeinsame Freistatt fanden, haben 
Yiif; erstens auf Ort und Anlage der Siebenhügelstadt, dem Ja- 
qii}\ilum gegenüber am linken Tiberufer gegründet, insonderheit 
auJf <Jie ^fch älteste Heiligthümer berühmten Hügel, hauptsäch- 
lich falatig Kapital Quirinal Caelius, den Blick zu wenden. 2 So- 
d^n aber haben wir auf die durch Urbewohner und mehrfache 
AftsiefHei; zur ewigen Stadt verschmolznen VolkssVdmme, haupt- 
amtlich auf jene Latiner Sabiner und auch Tyrrhener hinzu- 
weisen, 3 £us deren Einigung der weitschichtige Organismus rö- 
Utyßcher Religion erst hervorging: von Janus Saturn und Garanus 
zu, ^em latinischen und etruskischen Juppiter überzugehn, war 
\fy% geringerer Schritt als späterhin es der üebergang von den 
(ty^mgötjera Roms zur Fülle ausländischer Gottheiten war. 

\. %. Ueber 'Roms Oertlichkeit' wird für den gegenwärtigen Zweck die 
Beschreibung; der Stadt Rom von Platner Bunsen u. A. (III. Stuttg. 1830 ff. 1, 
12iHr.), über dessen 'Volksstämmc' Göttlings Geschichte d. rom. Staatsverfassung 
(Halle 1840) zunächst brauchbar befunden werden. 

3. Ueber 'Roms Götterwesen', dessen Grundlage zunächst bei Varro 
Dionys und Ovid (Fasti, mit Merkels Commentar, Berol. 1841) zu suchen ist, 
handeln die neueren Werke von Härtung (Religion der Römer. II. Erl. 1836), 
Ambrosch (Studien und Andeutungen im Gebiet des altrömischen Bodens und 
Cultus.I. Bresl. 1839) und Schwenck (Religion d. Römer: Myth. Band 2, Fkf. 1845), 
i^fi Abhandlungen von, Walz (de religione Romanorum antiquissiraa , I. Tub. 
1850. 4) und Zinzow (de Pelasgis Romanorum sacris, Berol. 1851. 4), und die 
betreffenden Abschnitte in Schweglers röm. Geschichte (I. Tüb. 1853). 

§ 947. ! Kern und Grundlage des römischen Staats waren 
im lafinisch -sabinischen, nächstdem durch gräcisirende Völker- 
schaften vermehrten, dreifachen Stammverband der drei patrici- 
sejien Tribus gegeben, der in uralten Namen, Raumes Tities Lu- 
ceres, jene drei Stämme verschmolz, nachdem das Uebergewicht 
der Latiner dem Austausch sabinischer und auch etruskischer, 

17* 



260 VIERTES BUCH. 

das ist tuskisch- griechischer, Sacra allmählich gewichen war. 
2 Ein latinisches Priesterthum, den Satzungen altgriechischen Göt- 
terwesens verwandt, hatte im Bund mit sabinischer Andacht wie 
mit etruskischem Ritual und dessen Weissagungskünsten, mit 
Aeneas zugleich auf Numa und Tages rückweisend, in jenem 
römischen Sacrairecht ein Bündniss gestiftet, dem Roms tausend- 
jährige Dauer verdankt wird. 8 Es bestand aber der aus jenen 
drei Stämmen erwachsene königliche und patricische Priesterstaat 
des ältesten Roms, bei seinem vollen Bewusstsein des an den 
Geschlechtern und Orten seiner Ansiedlung unverwüstlich haften- 
den, durch Priesterthum und Cärimonialgesetz verbürgten Götter- 
schutzes, unter fortwährendem Zuwachs der allmählich hinzuge- 
tretenen und weder politisch noch kirchlich ihm ebenbürtig er- 
achteten plebejischen Bevölkerungen und Götterdienste. 4 Der 
Hinzutritt dieser fremdartigen Voikselemente war mannigfach er- 
schwert. Zwar war es dem Geist jenes Priesterstaates durchaus 
entsprechend, Gottheiten und Gottesrechte des Auslands gütlich 
oder gewaltsam sich anzueignen; wie aber die neuen Ansiedler 
des römischen Bürgerrechts erst allmählich gewürdigt wurden, ward 
auch den Ansprüchen ihrer Götterdienste nur dahin gewillfahrt, 
dass ohne Anrecht am älter beglaubigten Kultus, an Opfern und 
heiligen Büchern der Curien, eine im Rang von Privatandacht 
sie anerkennende Duldung ihnen zu Theii ward. 

1 — 4. Ueber Rom als 'Priesterstaat' sind für unsern Zweck zunächst 
die erwähnten Schriften von Göttling und Ambrosch nebst mehreren Mono- 
graphien des letzteren zu vergleichen. 

§ 948. ! Durch jene in Aufnahme fremder Kulte geübte 
Gastlichkeit, die selbst in den Götternamen oft augenfällig sich 
ausspricht, hat Rom wie Athen von jeher sich ausgezeichnet; 
und wenn die den Ansiedlern lästigen Ansprüche des altlatini- 
schen Sacralrechts einerseits dadurch eher gesteigert als ge- 
schwächt wurden, *so konnte es andererseits doch nicht fehlen, 
dass Roms Ueberfüllung mit andrer, von jenem Vorrecht des 
ältesten Stamms unbetheiligter, Bevölkerung schon zu des Senilis 
Zeit, zugleich mit politischer Vertheilung aller Bewohner Roms 



ITALISCHES. B. ROM. STAAT UND PRIESTERTHÜM. $9*7—949. 261 

in Regionen und neue Tribus, auch Institute einer neuen Staats- 
religion, den kapitolinischen Tempel sowohl als die Bezirksge- 
meinschaft argeischerLararien, hervorrief. 3 Nur die alt angestammte 
Weisheit eines die Götter des Völkergeschicks rührenden, wenn 
nicht bestimmenden, Priesterthums , die dem Latinerstamm an- 
geborene pontificale Befähigung, blieb bei einer solchen, Patricier 
und Plebejer verknüpfenden, Staatsreligion stets unersetzt. 

§ 949. * Bei solcher Abhängigkeit des gesamten römischen 
Götterwesens vom königlichen Priesterthum der ältesten Zeit ver- 
mögen wir einer näheren Kenntniss dieses Priesterthums nicht 
zu entbehren und fassen deshalb, ehe wir zu den Göttermächten 
Roms übergehn, Personal Gesetz und Beruf desselben nach Ur- 
sprung und Ausbildung genauer ins Auge. * Zuvörderst das Per- 
sonaL An den patricischen Curien haftend, bis ein Jahrhunderte 
lang geführter Kampf diese Schranke brach, war die priester- 
liche Gewalt in beträchtlichem Umfang verschiedener, aus den 
drei Urstämmen Roms erwachsener, Priesterklassen, an Priester- 
könig und Oberpriester des allgemeinen, Priester und Priesterver- 
eine manches besonderen Dienstes, an Erkunder des Götterwillens 
und Verkünder des Völkerrechts, endlich an Opferdigier beider- 
lei Geschlechtes vertheilt: 3 wie solches im Namen des Rex, des 
Pontifex und seiner Genossen, der Flamines Flaminicae und 
Vestalinnen, Arvalen Luperci Salier Tubicines und Curialpriester, 
ferner der Auguni Haruspices Interpretes-futuri und Fetialen, 
endlich der Camilli Camillae Cupenci und andern zu Tage liegt. 
4 Würde Recht und Verpflichtung dieser verschiedenen Priester- 
klassen waren durch ein CärimomsAgesete begründet, fähig den 
Götterwillen für menschliche und staatliche Zwecke zu gewinnen, 
ein Gesetz welches, den Festkalender der Curien überwachend, 
sowohl im Umfang seiner heiligen Bücher und Urkunden, als im 
, göttlichen Zauber ihrer Gebräuche Andachtsformeln und daraus 
zum Theil erst erwachsenen Götterwesen, Grenzen und Bedeutung 
des hellenischen Götter- und Priesterwesens weit überbot. 5 Der 
priesterliche Beruf war in weitester Ausdehnung, jenem Gesetze 
und seiner Abwartung gemäss, theils vermittelst des Ritualzaubers 



262 VIERTES BCCH. 

zu Erlangung von Wasser Feuer und anderen Göttergaben, wie 
zur Erkundung und Aneignung des Götlerwillens durch Auspicien 
aller Art, * theils zu aller Orts- Zeit- und Personalweihe, zur 
Gründung .von Städten Strassen und Tempeln, zu Jahres- und 
Tagesordnung, zu Heiligung des Priesters sowohl, durch Wandel 
Tracht und Geräthe, Festfeier und Opfer, als seiner Curial- und 
Geschlechtsgenossen, nicht weniger auch zur Sühnung der Todten, 
befähigt. 

S 950. f Während die Bemühung den Volkselementen nach- 
zuspüren, aus denen jenes altrömische Priesterwesen erwuchs, 
oft allzu unsicher bleibt, darf eine ähnliche Sichtung mit grösse- 
rem Erfolg für das zahlreiche, mannigfachen Ursprung schon in 
seinem Namen bekundende, Götterpersonal der römischen Welt 
verhofft werden, f wenn man, von der uns bekannten Urbevölke- 
rung der sieben Hügel ausgehend, zuvörderst deren ursprüng- 
liche Gottheiten betrachtet, deren ferneren Zuwachs und bei ge- 
häufter Zahl nöthig befundene Götterauswahlen daran reiht, und 
erst nach erfolgter Einsicht in ihre allmähliche Zusammenreihung 
eine ins Einzelne gehende Darstellung sämtlicher Gottheiten Roms 
versucht. •* Dieser Unterscheidung gemäss handeln wir zunächst 
topographisch von den ältesten Gottheiten der sieben Hügel, 
ihrem allmählichen Zuwachs und den besonderen Quellen ihrer 
Erkenntniss, dann von den Göttervereinen römischer Andacht 
und Erudition, und späterhin erst von den dahin gehörigen oder 
sonst anderweitig bekannten einzelnen Gottheiten. 

3. Demnächst ist nun a) von den * ältesten Gottheiten' der sieben Hügel 
($ 951 ff.) und b) von den besonderen * Quellen' darauf bezuglicher Kenntniss 
($956), Ton c) römischen 'Göttenrereinen' ($957 f.) und d) später erst von 
den * einreinen Gottheiten* ($959 ff.) zu handeln. 

S 951. 'Die latinische Urbevölkerung Roms, die in der 
Stammtribus Ramnes fortdauerte, hat örtlich betrachtet ihren Ur- 
sitz auf dem Palalin, wo innerhalb des von Romulus gezognen 
Pomoeriums der heilige Abgrund der Roma quadrata bestand. 
*Der Ausdehnung unbeschadet welche der dort angesiedelte 
Latinerstamm erst mit Inbegriff von Subura und Sacravia, durch 



ITALISCHES. Ä. ROM. GOTTHEITEN. PAtAtlfo. KAPITOL. $950-952.263 

<tRk StadtthiSle des Septimontinin, a tiaim aber mit Inbegriff des 
SkWiflschtoi Quirinals aucfh durch die Städtfefcintheilung der Ar- 
gfcettofcfet fcrhieft, 4 fehd die iatinisdi-sabiflteche Regia am Fusse 
<de& Palatfn ihre Stelle. Dem heiligem Staatsherd im Vestatempel 
Jteiiacfcfeaft, achtest ■dteise, seit Homulns und Ntwna dem Opfer- 
Tätoig uitä Pontiife* fetnter dieiiende, Behausung *die »testen 
Gtttärdienfcie Ittinisctoen Glaubens ein: als solche lassen die 
tofcftstte des Ju^pfreT lirtd des Mars, der Ops und der Juno sich 
tifemt&t. 6btthdten 'eitler noch Iltereto Bevölkerung, Janus so- 
*#bM tls Äör siktflteehe Saturn, sind gleächftlls darin einbegriffen ; 
"•toüsserdewi -afoer -sind die Ortsgettheken des palatinischen Bergs, 
Eiferst Paües der später vielleicht die palatinische Cybele entsprach, 
Cfermeftta ^ica^dta und der circensrsche Consus, vom Fusse des 
Pfctetins Vulcäfi und Lupercus, aus Germalos und VeKa Romufois 
und die Penaten hinzu zu zHMen; als eitfe von Aeneas herrüh- 
rende Gottheit wird eben dort Fides erwähnt. 

J. In der 'palatinischen Stadt* (Varr. LL. 5, 53. Bunsen Beschr. Roms 
1,699 ff. Ämbrosch Stud. 165.190) bildete die 'Borna quadrata' (Fest. s. v.) als 
ausgefüllter Mundus vor dem Apollotempel deren Mitte (Schwegl. 1, 446); wo- 
Ueftttn fPhttarobs Angabe eines toehn Comitium befindlichen Ifundus Schwierigkeit 
naadit. 

2. 'Septimontium': bestehend laut Festus (s. v.) aus 'Palatium Velia Fa- 
$ttCa1 S&itöife Cerrnalus Öppius Caelius Cispius ' (DHal. 1 , 31 ff. vgl. Beschr. 
ÄMri8l,140f. f 6S3ff. Ambrosch Stud. 157. Abeken WtteliUtien 133 ff. Ziniow 
a. 0. pw U ff.)- 

3. Die 'sacella Argeorum' (§ 957, 2), deren Bedeutung als städtische 
brunnenviertel und als Zeugnisse ältesten Götterdienstes gleich unzweifelhaft ist, 
ttekütiden sich als die den sertfatftechen Regionen einverleibte älteste Stadtein- 
tfttfturifc Roms. 

4—4. 'Heiligthümer der Regia': Ambroacli Studien S. 1 ff. 11 ff. 143. 

S Wfc. "* Ausserhalb der römischen Stadt lag nicht nur das 
jettefcHige l'ibertrfer, wo auf dem sikelischen Janushügel Numa 
bfegblbtöh feg, *tiüd, sei es als latinisdher der Diana heiliger Bundes- 
fcärfe, tiän Auspicieti tfnzugängfich , sd es als GrSberstadt, der 
fr Velitfn, dessen Sorge mit Evander Cacus und Hercules beginnt, 
*fcönä#rh auch das Käptto!, verfotirtMtch als ein den Göttern und 
ftWlh EWeirft von AOfctig ach ausschliesslich geweihter Berg. 4 Als 



264 VIERTES BUCH. '....-,»■ 

gebietende Urmächte desselben werden Terminus und Juventas 
samt dem dämonischen Haupte des Toius und samt dem zwitter- 
haften Stadtgenius uns genannt, Wesen in denen die mytho- 
logische Forschung pelasgische Urfetische, solche wie Phallus 
Kteis Haupt und Schlange, erkennt; 5 ausserdem finden auf und 
an dem Kapitol das Grab Tarpeja's und Heiligthümer der in der 
Regia verehrten Gottheiten, namentlich Janus Saturnus Juppiter, 
sich wieder. 6 Durch Namen und Wesen dieser Gottheiten wird 
der Gedanke widerlegt, als sei das Kapitol ein den Sabinen) 
ausschliesslich gehöriger Berg gewesen; vielmehr scheint, seinem 
Götterwesen zufolge, pelasgische sikelische und latinische Be- 
völkerung der sabinischen gegenüber sich hier befunden zu haben, 
die auf dem Sabinerberg Quirinal für Juppiter Juno Minerva ihr 
4 älteres' Kapitol noch früher besass 7 als Tarquinius den kapi- 
tolinischen Berg denselben Gottheiten weihte. 

1 — 7. Auf die hier ortlich beröhrten ältesten Gottheiten kommen wir 
weiter unten zurück: auf die des 'Janiculum' im Janus ($961), auf die des 
'Aventin' in Hercules und Diana ($972. 982), auf die Urfetische und Götter 
des 'Kapitals' hienächst ($959). 

$ 953. ' Vom Esquilin, dessen Hügelung in ältester Zeit 
als Oppius oder Cispius unterschieden ward, ist als vornehmstes 
Heiligthum das der Juno-Lucina zu berichten ; , mit ihrem Haine 
zugleich werden Haine der Laren und der Mephitis erwähnt 
In des Esquilins Nähe war auch das als Zielpunkt der Sacravia 
bekannte Heiligthum der Strenia, wehrhaften Namens, gelegen, 
die an Minerva erinnert. *Auf Viminal und Quirinal wurden 
Juppiter-Virnineus und der sabinische Quirinus verehrt; von drei 
andern Heiligthtimern desselben Bergzugs sind Deus-Fidius am 
martialischen Hügel und die Göttin Salus am salutarischen, dem 
Dienst des Apoll oder Sol benachbart, uns bekannt. 3 Dem Deus- 
Fidius ist der sabinische Sancus gleichgeltend ; neben seiner Ver- 
ehrung und der des Quirinus war der sabinisch bevölkerte Berg 
Quirinal auch im Besitze des vorgedachten Kapitols, welches als 
'älteres* im Dienst der vereinigten Gottheiten Juppiter Juno und 
Minerva der kapitolinischen Dreizahl voranging. 4 Wie in dieser 



ITALISCHES. B. ROM. GOTTHEITEN DER SIEBEN HÜGEL. $ 952—955. 265 

Vereinigung verschiedner italischer Stammgottheiten sabinisches 
Priesterthum die sikelisehen und latinischen Wohnsitze neu hei- 
ligte, 5 war auch der sabinische Numa willfährig, seine Behausung 
vom Quirinal in die palatinische Regia zu verlegen, in welcher 
öun auch sabinische Gottheiten, Quirinus wahrscheinlich als ein 
mit. Mars verbundener Penat, ihre Stelle fanden« 

1. * Gottheiten des Esquilin': Varr. LL.,5, 49. Bescbr. Roms 1, 696 f. 

2. 3. 'Viminal und Quirinal': Varr. LL.5, 51. Beschr. Roms 1, 698 f. — 
Ueber das <Capitolium vetus': Varr. LL.5, 158. Ambrosch Stud. 172. 

§ 954. l Während von jenem Götterdienste latinischer und 
sebinischer Stammgenossen die Mehrzahl der sieben Hügel er- 
füllt war, hatten von Etrurien aus gräcisicirende Elemente haupt- 
sächlich am Caelius und in der Nähe des Forums Platz gefunden: 
wie dort der auch in den Argeenopfern berührte Minervadienst, 
*war im Vicus tuscus der Dienst des Vertutnnus gegründet. 
* Ueberwiegend tyrrhenische , das ist gemischt tuskische und 
griechische, Elemente waren es auch welche, durch manchen 
Volkszuwachs gefördert, unter den Tarquiniern die Einführung 
von Götterbildern und die Einrichtung eines der patricischen 
Regia gegenüber liegenden Staatsheiiigthums veranlassten, nem- 
lich den Tempelbau der drei kapitolinischen Gottheiten Juppiter 
Juno und Minerva. 4 Indem dieser Bau die eigensten Heilig- 
thtimer des Kapitols un verwüstet umschloss, diente er zugleich 
die obersten Gottheiten der vornehmsten Volksstämme Roms in 
einem Pantheon zu vereinigen. ö Seit der Gründung dieses 
Staatsheiiigthums bietet die Geschichte des römischen Götter- 
wesens meistens nur eine Fortsetzung des hellenischen dar; das 
italische Element bleibt auf die allmählich zurückgesetzten älteren 
Religionen und deren Sacralrecht beschränkt. 

1. ' Mi nerven dienst am Caelius': Minervium qua in Caelio monte itur 
(Varr. LL. 5, 46. Beschr. Roms 1, 692. 791). 

2. ( Vertumnus im Vicus tuscus': Propert. 4, 2, 6. 

3 — 5. * Kapitolinischer Tempelbau': DHal. 3, 69. Liv. 5, 54. Beschr. Roms 
3,1, 14 ff. Schweglerl, 771 ff. 

$955. * Entschieden tritt jenes hellenische Element seit 
der Zeit der Tarquinier hervor: den Phokäern, die zu seiner Zeit 



488 tIERTES BUCH. 

in Äie f iber elhffefen, fc Vfefdankfe man den vöüSferviüs auf dem Atfeh- 
iifi gegründeten tfianeüdienst, tind neben dem FortuneiUftenst, wels- 
chen Ae*s61be plebejische Servius manschst aus fräneste ttöpfaiig«to 
hätte, 'lless die Zwingherfccfoaft des jöngern Tanjtftriiufc iriftfef* 
kümän'ischem Eirifluss das untrügliche Gebot d& ApoTloofakrts 
und seiner sibyllirifschen Bttcher nach hom einwandern. ^Site* 
nächst konnte es nicht fehleil dafcs, gtoisseiittoefls ättf ausdrück- 
liches Gebot jener sibyllinischen Bücher, sowohl Apollo als 
sonstige Götter des griechischen oder italischen Auslands in 
Rom eingebürgert wurden, 5 wje solches namentlich von Aesculap 
bekannt, aber auch für Bacchus Mercur und Neptun, für den 
griechischen Hercules, für Latona und Hebe, Venus Ceres und 
Salus, endlich mit Bacchus vereint ganz insonderheit für die 
eleusinischen Göttinnen, Ceres und Proserpina, stattfand. *Nicht 
gar spät folgten ihnen allmählich auch die Gottheiten des Orients: 
zuerst Cybele, dann bald auch Isis und weiterhin auch Serapis 
und Mithras, Gottheiten die in den inländischen Diensten voü 
Ops und Bona-Dea, in Dis Vejovis Sancus Terminus und den 
Penaten, zahlreiche Anlässe ihrer Einführung fanden. 

1. 'Pbokäische Einflüsse' seit tarquinius Priscus: Justin. 43, 3. KI. Äen. 
tttö fr. Sclflfretf. 1 , 'fti 

% •«fctWrdtehste des Stirvto': 4) 'Fortuna' (OFasL*, 573*. Plut. Qft. 
<**. Sehweg). 1, <7*3) und fr) «Diana' (Li?, t, 45. Mal. 4, 85. Schwegl. 1, &*!)., 

3- '.Rumänische Einflüsse': durch «) die Sendungen nach Delphi und durch 
b) Aufnahme der sibyllinischen Bacher (Kl. 246 ff. Schweg. 1, 801) bemerklich. 

4. Einfiüss der 'sfbyllitiischen Bücher' auf neue GötttirÜlehsfe: (Rl.'Afcn. 
-J&Ä*. 'Apoll "sett a. u. 321). 

5. 'Einbürgerung fremder Gottheiten': Aesculap a. u. 463. 
Ö. 'Gottheiten des Orients' (§ 997 ff.): Cybele a. u. 549. 

§956. l Eine vollständige Uebersicht der durch so unge- 
hemmten fortwährenden Zuwachs zum Schutze der ewigen Stadt 
in ihrem Umkreis gehegten und angebeteten Gottheiten zu ge- 
winnen, müssten wir die Pontificalbticher kennen, deren var- 
fötrisdne Fragmente jedoch mehr Ute fUr uns ttoärreichbare Un- 
ermesslichkeit römischer Götterwesen bekunden. *Dagegen bieten 
die Ucbcrtresfte alter frcstkaleHlter, solcher wie sie *uch Ovifl seinen 
fäfctfeH z*u Ürufläe legte, dtirrih Inhalt Zeitfolge ttad Aüstarhl ih 



ITALISCHES. Ä. GRIECHISCHES IN ROM. FESTKALENDER. $955—957. i&7 

Wünschenswerther Belehrung über die gefeiertsten Gottheiten 
Roms sich uns dar. 8 An der Spitze ihrer Festordnung steht, 
dem neu geordneten Anfang des Jahrs entsprechend, im Januar 
Janüs, dem im Februar die Feste der Penaten, ferner Faunus 
Lupercüs Terminus, sich anschliessen. * Den März beginnen die 
Züge der Salier; demselben Monat gehören Feste für Vesta und 
Minerva. 5 In den April fallen die der Cybele und der Ceres ge- 
weihten Circusspiele, die Palilien Vinalien und Floralien; 8 in 
den Mal das Fest der Bona-Dea und der Laren samt Lemuralien 
und Argeerfest. 7 Das grössere Vestafest fällt in den Juni, das 
kleinere Minervenfest desgleichen ; spärlicher ist der Monat Julius 
besetzt. 8 lm August werden die Feste der Spes Salus tmd Diana 
gefeiert, im Septetabef das kapitolinische Hauptfest. 9 Defti 
October gehört das mit Rossopfern verknüpfte Marsfest, dem 
November jovialisches Gastmahl; endlich im December werden 
Saturtius und Constis gefeiert. 

1. < Pontififcalbücber*: Ambrosch über äie Reli'giönsbücher der Romer (Zf sehr, 
für kathol. Theol.), Bonn 1843. 

2-9. Den Festkalendern', deren Fragmente bei Örelfi Iriscr. lat.5. p. 379 ff. 
zusammengestellt sind, dienen für die erste Hälfte des Jahrs die erhaltenes sechs 
Bücher von Ovids Fasten (ed. Merkel, Berol. 1841) zum lehrreichsten Commentar. 

§ 957. 1 Nachdem aus so zahlreichen Staats- und Volks- 
elementen zahlreichere Götter und Götterdienste in Rom sich 
zusammengefunden hatten, trieb neben dem stets erneuten Be- 
dürfniss neuer politischer Bande auch der Drang nach Austausch 
und Einigung der verschiedenen Gottheiten stets neue Wurzeln. 
* Lediglich auf örtliche Nachbarschaft begründet war die schon 
oben berührte, den Regionen des Servius einverleibte und unter 
dem Namen der Argeer bekannte Auswahl verschiedenartiger 
Heiligthümer, unter deren Gottheiten Quirinus und Dius-Fidfus, 
Romulus und die Penaten, Salus und Minerva ihren verschiednen, 
latinischen sabinischen und etruskischen, Ursprung bekunden. 
•Dagegen lässt in dem schon oben berührten Dreiverein der 
4 Gottheiten des Kapitals' diejenige Form römischen Götterwesens 
sich erkennen, welche dem Bedürfniss einer zugleich politischen 
und religiösen Einigung am dauerndsten und, Air Latiner sowohl 



► 



268 VIERTES BUCH 

als für Sabiner und Etrusker, ansprechendsten genügte; Mn der 
durchgreifenden Geltung, die diesem politischen Götterverein all- 
mählich zu Theii ward, ist der späterhin eingedrungene religiöse 
Geheimdienst von 'Ceres Liber und Libera' ihm zu vergleichen. 
5 Es werden aber auch noch andre und ältere Formen römischer 
oder dort eingebürgerter Göttervereine uns erwähnt. Den alt- 
latinischen 'Indigetes* beigesellt bezeichnen uns die 'Novensiles' 
eine Neunzahl sabinischer Cärimonialgottheiten , 8 denen der 
etruskische Verein der 'Dii consentes', dem griechischen Zwölf- 
göttersystem entsprechend, und mancher den kapitolinischen Gott- 
heiten verknüpfte Götterverband erst später nachfolgt. 

2. 'Regionen der Argeer* (§ 951, 3): Varr. LL. 5, 45 ff. Vgl. Bescbr. Rom« 
1, HOff. 688ff. Kl. 934ff. (unterirdische Brunnengeister), Scbwegler R Gesch. 1, 
377 ff. (städtische Laren). Das Wort als 'Thonbilder' (vgl. Argiletum) zu 
fassen, wird durch deren Weihung an Dis (Macrob. 1,11) wahrscheinlich. 

3. 4. 'Kapitolinische Gottheiten' $ 954, 3 ff. — <Eleusinische' $ 985, 4. 

5. * Dii indigetes' (Kl. Aen. 905 ff.); mit den 'Novensiles' oder 'Novensides' 
(Varr. 5, 74) genannt in der Weihung des Deeius ($972,9; Tgl. Arnob. 3, 
28. Schw. 2, 318; Rh. Mus. 5, 389f.). 

6. 'Dii consentes': Varr. RR. 1, t. Arnob. 3, 40. Ghd. etr. Gottb. A. 16. 21. 

S 958. * Wie jene Zwölfzahl der obersten Gottheiten , lose 
und mannigfaltig zusammengereiht, ohne tiefere Kultusbedeutung 
ist, sind auch die Einteilungen der ganzen Götterzahl Roms in 
einzelne Abtheilungen nur für den untergeordneten Zweck über- 
sichtlicher Darstellung von Belang, für diesen jedoch nicht schlecht- 
hin abzuweisen. f Es gehören zuvörderst dahin die von Varro 
und anderen Alten vermöge des praktischen Standpunktes ihrer 
Zeit gewählten Scheidungen der 'Dei certi' oder 'selecti' von 
den 'Deis incertis', nämlich der ewigen und unbezweifelten im 
Gegensatz der durch Veraltung zweifelhaft gewordenen, welcher 
Gegensatz freilich nur auf der in Varros Zeitalter obwaltenden 
und mithin schwankenden Geltung der Gottheiten beruht. 3 Brauch- 
barer für unsern Zweck sind die Unterscheidungen inländischer und 
ausländischer Götter als 'Dii propra' oder 'communes'. * Ausser- 
dem wupden für den priesterlichen Gebrauch Cärimonialgötter, 
Kriegsgötter, Götter des Feldbaus, Hochzeitsgötter und andere mehr, 



ITALISCHES. Ä. ROM. GÖTTERKLASSEN. C. URFETISCHE. % »57— »5». 269 

in Bezug auf besondere Lebensverrichtungen zu besonderen Grup- 
pen geschieden; *eben so hat ältere und neuere Erudition ftlr 
den Zweck praktischer Darstellung die ältesten von den jünge- 
ren Gottheiten Roms, beide aber von den Gottheiten verkörperter 
Begriffe, gesondert. *Was demnächst unsre eigne Betrachtung 
der einzelnen Gottheiten Roms anlangt, so hat dieselbe mit den 
Ueberresten und Spuren ältester namen- und bildloser Kulte zu 
beginnen, dann aber die höchsten männlichen und weiblichen in 
Gottheiten gesonderter Folge zu behandeln: 7 den männlichen werden 
Janus Saturnus und Juppiter, Mars Vulcanus und Hercules, den 
weiblichen Tellus Ops Bona-Dea und Vesta, Juno Minerva und 
Venus voranzustellen, sodann die dämonischen Götterwesen und 
das Personal der Heroensage, schliesslich auch die Gottheiten 
des Auslands, zu erörtern sein. 

2—4. 'Varronische Götterklassen': SAen.8, 275. MOF.185ss. 204ss. 220ff. 

6. 7. 'Gottheiten Roms' (die ältesten $ 959 f.): männliche ($960 ff.) oder 

weibliche ( j 974ff.) samt Heroensage ($ 994 ff.) und Göttern des Auslands ($ 997ff.). 

a DIE GOTTHEITEN ROMS. MÄNNLICHE. 

$ 959. ' Als älteste Gottheiten Roms lassen bis zu der 
Tarquinier Zeit dieselben namen- und bildlosen Andeutungen 
der Götterkraft sich erkennen, die auch aus der Urzeit griechischer 
Religion uns bekannt sind. Peilige Steine sowohl als Speere und 
ähnliche Götterzeichen sind noch aus späterem Götterdienst Roms 
uns bezeugt; * namentlich aber war es der Feuerdienst des 
Herdes und Altars, der im römischen Vestadienst aus latini- 
scher sowohl als sabinischer Wurzel vorwaltete. 8 Wie dieser 
bildlose, in seinen Gebräuchen mit Feuer Wasser und erster 
Nahrung eng verbundene, Dienst auch die im Fascinum ange- 
deutete Zeugungskraft einschloss, auf der die Heroensage des 
Servius und des Caeculus beruht, Mässt, dem palatinischen Vesta- 
dienst gegenüber, auch auf dem Kapitol in Juventas und Ter- 
minus ein gleicher Verein der Herdgöttin und des Phallus sieh 
kaum verkennen. 5 Juppiters und Vulcans Verbindung mit Vesta 
schliesst, vielleicht noch mit anderen ähnlichen Spüren, dieser kos- 



810 \JPRTE£ BÜC& ... 

■ . « ■ "t ■ ■ ..-*■■„■ 

fl^ßhe^ QNffldjforiR latii^cheji Götjerwefsens sicfc aji, zu d$re r n, 
ftifn^ftWl? V^U sowohl fa Term^us ur^ter; ^i^^el^hnlicher 
WftUwng verejwrt wurden. 

1 — 5. Als 'Incunabeln* des ursprünglich namen- und bildlosen (Mut. 
Wum. & Aiifv CD- 4, 31. v$l. 7, 5) römischen Qplterwescms sin4 die q) fsiejta 
W^bnei^iejjL' im. Vßsta*empei ($ 43, 7. Ambr^sch £n4eut. $.6), 4er p) 'Fefler- 
Jjejd/ Vesta's und dessen c) « Herdphallus * (DHal. 4, 2. Plin. 36, 70. Arnobi, 5, 
1$) zu betrachten; eben auch nur als d) beider Geschlechter Symbol (Ghd. 
Ann. d. Inst. 19, 328 ff.) scheinen 'Terminus und Juventas' hieber zu gehören. 

g 96Q» ! Ditfse gewölbte Tempeldeckung der Vesta sowohl 
als des T^nniQus läs^t im Gegensatz überirdischer Wölbung uns 
auch 4ea Consw hieherziebn, jjeoen uralten sogenannten 'R^th- 
geher' des römischen Circus, welcher, mit Juppiter Neptun PLi^tp 
oder Mantus vergleichbar, Freiheitslust Jungfrauenraub und auch 
fodtendienst im eigentümlichen Brauch seiner Feste vereinigte. 
> Als unterirdisches Haupt, dem saturnischea Menschenopfer und 
seiner Sühnung durch dreissig Argeerpuppen entsprechend, 'ist 
der im Kapitol aufgegrabene Kopf des Tolus gleichfalls hieher 
zu ziehen. *Sind aber solchergestalt der viereckte Grenzstein samt 
Phallus und Kopf in hieratischer Geltung aus der Uraeit Roms 
&4cb gewissen, so darf auch das pelasgische SfhlangmsywüQl 
<i|cht fehlen, und vielleicht ist diq Annahme eines spähen einzig 
g^igrj^ das ftäthsel zu lösen, dass im mystischen Stadtgentu$ 
fiflm> sowftW Jnppijer als auch Angerpna ^una und Ops yor- 
abgesetzt werden konnten. 5 In den ältesten Zeiten Roms, ^us 
cfcfteQ j^er Genius herrührt, konnte statt irgend welcher Menschen- 
gestalt flvr eines jener einfachsten Naturgymbole oder höchstens 
y# menschliches Haupt ihn bezeichnen: 6 ein solches Hau# 
allerdings a>rf ausser d$m vorgedachten des Kapitolß vielleicht 
jn mehreren der Urgottheiten Roms, in Janu§ Ops Terminus oder 
C#n$U&, in der gemeinsamen Geltung besaraen4er Urwesen vpr- 
ausge^ßtz,t werd,efl» 7 zumal wenn die vereinte Idee der Intelligenz 
IW4 der schöpferischen ßesanujng, eine auch im Prädicat der 
ftW^ivü odw Cpnsentes verschmolzne Idee, die a)s #ppf abge- 
biMeten Gottheiten zugleich pballisch erscheinen liess. 



ITALISCHES. B. ROlfS ÜRSCT8WWE. JANUS, $ 959—961. 871 

. t. ■ Uifca; 'Cwwm': Liy. 1, % DJ^|. ?, *0. ?V PW* r +* *ff m - M» ^<* 
8, 636. TertuJI. snect. 5. Vgl. Htg. 2, 87. Sch,w. 2, 155. Br^un i^n. d. Inst. 11, 
250; tav. 0, 1. BffOFast. p. 212. Gbd. Abb. Poseidon Anm. 112. 127. Gehweg. 
KOin. Geieh. 1, 473. 

2. ' Saturnisches Menschenopfer', durcli die Vewenfcoqg der '^reaaig, Ao- 
ceeinuppen' ir^ den Tiber gesühnt: Macr. 1, \\. Kl. Aen. 941. 

3. Üebejr 'Tolus': SAen. 8, 34,5. 4rnoJu6, 7. Vgl. Qrioii A^q, 4, Jas*. 
4.» $\& (symbolisch). Schwegl. 1, 793 (als Caput urbis). 

4. Ueber den 'Genius urbis' sjve raas sive feniina (Macr. 5, 5. SAflUj.2, 
^51. 7, 758) und dessen yermuthliche Schlaogengestalt: Ghd. £rodr. lQ.lt 
4bb. Agathod. Anm. 79. Kl. Aen. 1037. Aucty eine Apdeutun^ von {uppitqr 
und Juno ist darin erkannt worden (Mommsen unterital. 144). 

6. * Kopfbildung', aus griechischer Hermenbildung und sonst umfangreich 
Munt (Ghd. HR. Stud. 2, 245. 267 fc), ist mm gleichem Grund a«ch für 
Jujtyl Terminus uod Coosust nachweislidki ftir eifle ?haücl^ Bjldwg 4er Qgf 
sind Praxidike und Minerva : Capta (Ghd. Prodi*. 64. 107) anzuführen, 

7. 'Dei Consivii' oder 'conserentes' (Arnob. 5, 18; Ops Varr. § t 21). 

$ 9.61. l Janus x seinem Namen nach aj& Gott Tftflrgott 
Wandler, ja als unendlicher Ahgruqd des Rauqis und der £eit 
(p&mlicb als Dianus Januus Eanu$ Chaos) gedeutet und efyep&t 
$$ip in seinen Beinamen wechselnd vieldeutig, s ist picht sp^pW 
$# launischer als ein etruskischejy aus Telamon Vojaterraje Spc^ 
l^tqqri Falerii bezeugter, dort aber ausländischer ufld zwar p»e- 
laßgisc^i zu fassender Gott, wie degn seine Abstammung $us 
fjprdgriecbenland, namentlich aus Pejrhäbien, ausdrücklich be- 
fugt und von keinen sonstigen AbstamrnungssagQn durchkreuzt 
winj. 8 Rom gegenüber war d$$ etruskische Jafliculum von 
4eneas sowohl als Saturnus ihm überlassen; ausserdem wftr 
Erdings auch am Forum bereit^ iji frühester Zeit sein Qi<m$t 
begründet. 4 Von den Saliern ward er als Gott der Götter, in 
sonstigem Beiwort gleich Juppiter als Gott- Vater gefeiert, qpd 
4epi entsprechend bezeichnet väterlich gefibte Allmacht bei ihm 
wje bei Juppiter seinen Grundbegriff. Die Allgegenwart,, die er 
m Dpppelgesicht ausdrückt, 5 tritt mit der himmljstfjen Jfatw- 
Jfgtß eines über Sonnenstrahlen und Wasserquellew gleich mäcbtir 
jfix\ Gottes zusammen, und wie ev somit des Jahres Mf'otf per 
wird, 6 öffnet er seine Pforten auch jedem ländlichen, häusliche^ 
tätlichen, kriegerischen Verkehr „ ist Saatgott Thürgott u#4 



172 ? VIERTES BUCH. 

MUnzgott, leitet als Curiatius die staatliche Eintheilnng der Cu- 
rien und führt deren wehrhafte Mannschaft als Quirinus in den 
Krieg, dem er durch Oeffnung oder Schluss seines Tempels An- 
beginn oder Ende zuordnet. 

1—6. üeber 'Janus': Varr. LL. 5,165. 6, 34. 7, 85. Macrob.1, 9. 17. OFast. 
1, 63 ff. Pliri. 34, 16. SAen. 7, 608. Io. Lyd. de mens. p. 56. -Vgl. Jac. 4 82 ff. 
Rattmann (Berl. Akad. 1816) Mythol.2, 70 ff. Bött. Kunstmyth. 1, 247 ff. Htg.2, 
218IT. Kl. Aen. 711 ff. 949 f. A. 1315s. MO Fast. 22 7 f. Schw. 2, 122 ff. Schel- 
fing Allg. Ztg. 1845 do. 37 (Hianus). Walz relig. Rom. 17ff. Gerlach RG. 1, 
91 ff. Zimmermann über das Wesen des Janus, Erl. 1852. 4. Schwegl. RG. 1, 
2l2ff. 218ff. 

S 962. ! Mit diesem so umfassenden als uralten Götterbe- 
N griff stehn Bildung und Symhole dieses Gottes in durchgängiger 
Uebereinstimmung. Nur spät und ausnahmsweise ist Janus in 
voller Menschengestalt gehildet worden, * dagegen der nicht ein- 
mal mit Hermenschaft versehene doppelte oder auch vierfache Kopf 
gleichmässiger Bildung in einer dem kapitolinischen Tolus ana- 
logen, ungleich mehr aber aus griechischen Kulten bezeugten, 
Weise ihn kundgibt. f Von Symbolen bezeichnet das Schilf ihn 
als ausländischen, der Lorbeer als solarischen, Schlüssel und 
Stab samt allerlei seltnerem Beiwerk ihn als Thür- und Kalender- 
gott. ' Der ihm gewidmet^;' am feierlichsten zum Neujahr er- 
füllte, Opferbrauch ist unblutig. 4 Grossen Göttern, wie Juppiter 
Juno und Mars, pflegt er in Gebetsformeln voranzustehn und 
scheint als jovisähniicher Curiengott mit Juno gepaart zu sein; 
die ausländischen Gottheiten Mercur und Apoll sind ihm be- 
griffsverwandt und werden daher, eine ganz späte Ableitung von 
Apoll ausgenommen, nicht neben ihm erwähnt. 5 Als Herscher 
Latiums wird Janus neben Saturn genannt; mit Juppiter Pallas 
Hercules und Mercur ist er auf Münzen, ausserdem mit den Pe- 
naten und mit dem Genius verknüpft. 6 0ertliche und Begriffsver- 
wandtschaft verbindet ihn jedoch hauptsächlich den Quell- und 
Ortsgeistern von ihm begünstigter Gegenden. In solchem Sinn 
Sind nicht nur Camasene und Carna seit Anfang der Dinge ihm 
beigesellt, sondern es sind auch Quell- und Orlsnymphen Roms 
tmd Latiums, Juturna und" Venilia, ihm verbunden, der römische 



ITALISCHES. C. GÖTTER ROMS. JANÜS. SATURN. §961—963. 273 

Quellgeist Fontus gilt für seinen Sohn und anch der Hafenpförtner 
Portunus steht in Beziehung zu ihm. 

$ 963. l Salurnus, dessen auch Stercutus lautender Name auf 
Saat und Reichthum deutet, 'wird dem phönicischen und griechi- 
schen Kronos willkürlich gleichgesetzt, dagegen von Mittelitaliens 
Urbewohnern Sikeler sowohl als Sabiner im Gegensatz ihrer Be- 
sieger der Aboriginer auf seinen Dienst Anspruch haben. Spuren 
dieses Dienstes sind auch aus Etrurien nachweislich, wo die 
vorher Aurinia benannte Stadt Saturnia für ihn zeugt; 3 haupt- 
sächlich aber war in der ältesten Zeit ihm Rom ergeben, dessen 
Janiculum und Kapitol zugleich dem Janus und dem Saturn ge- 
weiht blieben, bis die dem letztern geschuldeten Menschenopfer 
durch Hercules abgeschafft wurden und auf der Höhe des Kapitols 
Juppiter die Gewalt des Saturn überbot. 4 Seinem Wesen nach 
ist dieser ein Erdgott: einerseits unterweltlich gedacht, gilt er 
anderseits auch als der zum Licht hervordrängende Schützer der 
Saat und des Landbaus; so ist er ein Hüter des Schatzes, den 
durch Kriegsbusse Lua vermehrt, aber auch Freiheitsgeber und 
Handelsgott, Lichtbringer am kürzesten Tag und Besehger der 
Todten, letzteres nach einem gewiss ursprünglichen, aber erst 
durch den griechischen Kronos auf die Bezüge der Vorzeit und 
auch der abstracten Zeit übergetragenen Begriff. 6 Sprechende 
Ausdrücke dieser Gesamtidee des Saturn sind als Symbol des 
Landbaus die Sichel, als Andeutung des Dunkels in dem der 
Gott hauset die Hauptverhüllung, der seine Verehrer Licht be- 
gehrend unbedeckten Antlitzes entgegentreten. 6 In den Gebräuchen 
seines Dienstes gilt ausser dieser Enthüllung auch alle heitere 
Sitte der am Wintersolstitium gefeierten Saturnalien, namentlich 
in Kerzenweihe Geschenken und Sklaventaumel, dem Lichtgott 
Saturn: wie er seine Diener geistig entfesselte, ward auch seinem 
Bild eine wollene Fessel entnommen die es das Jahr über trug; 
7 in der Vorzeit seines Dienstes aber waren ihm Menschenopfer 
geheiligt, die der spätere Brauch theils durch Kerzen theils durch 
Strohmänner ersetzte. 8 Von Abstammung und Götterverwandt- 
schaft Saturns ist wenig die Rede: in Latiums Vorzeit hat er 

Gerhard, Mythologie. II. 18 



574 TORTES BUCH. 

mit Janus geherscht, Hercules hatte seinen Dienst gemildert, die 
Erdgöttin Ops oder die Buss- und Strafgöttin Lm denselben se- 
theilt. *Dass ihn Titan gefesselt, Juppiter beerbt habe, war An- 
sicht des Ennius, wie eine vermeintliche Abstammung Satans 
von Pollux nur ein poetisch verkleideter Ausdruck seines Liefet-» 
wesens war, und die Ableitung der Latmertönige von ihm et« 
Ahnherrn nur als Uebertragung chronologischer Elemente fct genea- 
logische Form sich beurtheilen 18sst 

1—9. üebcr «Saturnus'r Varr. LL. 5, 3 (Opfer); 5, 74 (T»tius). Hier. 1, 
7. 8. DHaJ. 1 , 19. 34 ff. 2, 50. Plut. qu. roin. 32. Stepjk. ^/taft;^. Vgl. 
$ 129,20. (Krooos). Buttmana (Berl. Akad. 1810) Myth. 2,59ff. H(g. 2, 122* 
Battiger Kunstmytb. J, 223. Ghd. Prodr. S. 16. Kl. 861 ff. MOF. 229 ss. Schwenck 
2, 184 ff. Walz relig. 1, 12 IT. Schwegl. 1, 376. [Sippel de eultu Saturai, 1848, 
kenne ich nicht.] 

§964. l Juppiter, der väterlich benannte Zeus, *den das 
Urvolk Latiums im Baumorakel des Picus und Mamcrs,- dem do- 
dontschen ähnlich, aber auch in diktäisch -arkadischer Wefrse 
als kaum gebornen Naturgott VejoTis und Anxurus kannte, wäh- 
rend der latinische Bund ihn doch auch als latiarisehen Bundes- 
gott feierte, s ward in gleichem Doppelsinn auch zu Rom v erw- 
ehrt, wo seine mancherlei Namen und Kulte seit der Tarquiniefr 
Zeit durchs kapitolinische Staatsheftigthum überstrahlt wurden. 
4 Die in ältester Zeit tiberwiegende Naturseite seines Wesens, 
deren Ausdehnung im Vejovis und Consus auch finstre und 
unterweltliche Bezüge in sich schloss, wird hauptsächlich darin 
erkannt, dass er als Licht- und Blftzesgott Lucettus und Suro- 
ttianus die Menschen mit Licht und Feuer, als erderöffhender 
Indiges und Elicius mit Regen und Quellen, als Pistor und Liber 
mit Brod und Wein, als Averruncus und Depulsor mit Schutz 
und Gesundheit versieht. * Ausgehend von dieser und Hhttttcher 
Obhut des physischen Bedörfttisses, hatte jedoch bereits das 
«älteste Rom seihen Juppiter zum Hort aller höheren Zweeke 
des Menschenlebens gesteigert: wie ihm der gefardrtete Vqovis- 
Vedius als Asylgott, der unterweltlich verehrte Consus als Gö* 
guten Rathes erwünscht, wie Juppiter als Urahn des Menschen- 
geschlechts und jedes einzelnen semer Genien von Latium her 



ITALISCHES. C. GÖTTER BÖ*$. SAflMtfÜS. JUPPITER. $ 964. 965. 2?5 

öfcertieteft war, 'galt er dem Römervölk schon seit des Romuhls 
Zeit als seiner Grenzen Beschützer, Heraus Custos und Ter- 
minus, in den Namen Imperator 8tator Feretrius Victor als Führer tu 
Krieg und Sieg; im Frieden war er ein Staats- und Freiheitsgott, als 
Wahrer des eidbeschworenen Hechtes einFidius und Rächer Tigillus, 
7 in voller Entwicklung seines ethischen Wesens aber als bester 
uftgleick und grossester Gott der Optiraus-Maximus des Kapitols. 

S 965. ' Als Symbole dieses Wdtgebieters sind aus altlati- 
nischer Auffassung Stein und Baum, Specht und Bogen bekannt, 
denen Blitz Adler und manche andere Attribute des kapitolini- 
MSben ikindesgoUs zugleich mit Opferwidder und Opferstier in 
grÄcfsirertder Weise sich anreihn. * Seine älteste Bildung lässt 
nur fetischenartig als Stein Pfahl Gabel oder Schlange sich denken, 
wofür in den Beinamen Lapis Terminus Tigillus und Indiges 
Spuren vorhanden sind; Menschengestalt, bärtige oder bartlose, 
ward ihm vielleicht erst im taiquinisehen Bundestempel ertheilt. 
•Bäe Gebräuche seines Dienstes au würdigen, gibt die Jafer- 
bmdcrte ftttt* hindurch das fleckenlose Priesterthum des flamen- 
MdM die sicherste Anleitung* 4 Des Gottes Willen zu erkunden 
add durch Priesterkfinste wol auch ihn sich eigen zu machen, 
^nnbte das älteste Latkim durch sein Aquilicinm, seine Bütz- 
aflhne und andre Formen der Divination sieh befähigt; * alles 
-Gebet ward mit Janus und Juppiter begonnen, alle wichtigste 
Leistung durch Eidschwur bei Juppiter-Lapis gestählt, aller Zeit- 
teuf durch Juppiterdien&t an den Idus und durch Einschlagung 
des Jahresnagels geheiligt. ß Blutiges Menschenopfer hatte be- 
4wits die älteste Zeit durch ein Vor sacrum und mannigfach 
#0nflt ihm ersetzt, und auch das erste Stieropfer in der Bupho- 
nien Weise durch Königsflncht <Regtfugium) ihm gesahnt; r h»u- 
-tger ward ihm ein Widder geschlachtet, wie nach der Sitte der 
Jdufl so auch för die Hnehzeitsttte den Traunngseid auf dieses 
Opfertet m leisten. 8 Saatopfer, wie Juppiter-Depalm sie empfing 
und die Sitte der Paganaiien sie testete, gingen zugleich mit 
4em Winterdienst der Vinalien jene« einfachen Opfer noch In 
4f* Zeiten «ur Seite» *als man den Tempel des kapitolinischen 

18» 



276 VIERTES BUCH. ■;. 

Gottes mit Stierhekatomben Triumphen und Siegeswahungen 
häufte, denen in herbstlicher Wiederkehr der Jahresbrauch kapi- 
tolinischer Festspiele beigesellt war* 

1. Ueber den römischen 'Juppiter': Varr. LL. 4, 25 (Flame«); 5, 56 (Vi- 
nalia); fragm. (MOF. 221, 7 trecentos Joves sine capitibus). Liv. 1, 10 (Feretrius); 
1, 12 (Stator); 1, 20 (Elicius); 1, 24 (Eidgott); 2, 8. 5, 50 (Kapitol); 6, 29 
(Imperator tgl. OvQiog $ 199, 7); 7, 3 (Nagel); 10, 28 (Victor). OFast. 
1, 587 (Idus); 3, 285 ff. (Elicius); 4, 863 (Vinalien); 5, 626 (Fatidicus); 6, 350 
(Pistor); 6, 731 (Summanus). Macrob. 1,15 (Lucetius). 16. (Jannm Jovemque 
praefari necesse est); 3, 10 (Opfer); 3, 21 (Regifugium). Gell. 10, 15 (Flamen). 
Aug. CD. 8, 12 (Pecunia). DHal. 1, 39 (Inventor); 3, 69 (Kapitol). Vgl. Htg. 2, 
8 ff. Bött. Kunstmyth. 1, 191 ff. MOF. 228s. Schwende 2, 5 ff. 

2. 3. Der Juppiterdienste 'Latiums', insonderheit a) des aboriginischen 
( Picus oder Mamers' (DHal. 1, 14), des b) 'Vejovis' und Anxurus ?on Alba 
und Anxur (OFast. 3, 445. Plin. 16, 14. Gell. 5, 12. Macr.3, 9. Fest. s. v. Vgl. 
Htg. 2, 5 3 ff. Kl. 530. 728 ff. 856. 875. 1060. 1082 ff. 1094. MOF. 124. 128. 
213 f.), endlich c) des Juppiter 'Latiaris' ward oben $942, 2 ff. gedacht; ober 
d) 'Consus' Tgl. $960, 1. 

S 966. ' Vermöge des Umfangs von Juppiters Göttermacht 
fallen fast alle anderen männlichen Gottheiten in seinem Begriff 
zusammen. In der ältesten Zeit wird diese Annahme für Qui- 
,rinus, den circensischen Consus und selbst für den sabinischen 
Hercules gerechtfertigt, der dem Dius-Fidius gleichgilt; * aber 
auch der Kriegsgott Mars, die Wasser- Feuer- und Erdgottheiten 
Neptunus und Pluto, Vulcanus und Liber, sind den verschiedenen 
Erscheinungen des Juppiter als Feretrius Imperator und Deus- 
Maius entsprechend. Mm Verhältniss zu weiblichen Gottheiten 
pflegte der älteste Juppiter als heimliche Geburt oder Schoss- 
kind der Erd- und Göttermutter gedacht zu sein; dieses schon oben 
aus Latiums Götterwesen mit Bezug auf Waldnymphen, auf Bona- 
Dea und auch auf Fortuna bemerkte Verhältniss tritt auch für 
Juppiters Beziehung zu Vesta und zu dem ältesten Junodienst, 
namentlich der Feronia und Regina, erklärend ein. Mm Allge- 
meinen nemlich galt die älteste italische Auffassung, dem Mono- 
theismus des ältesten Griechenlands gemäss, dem fiberwiegenden 
Dienst eines väterlichen Juppiter oder einer mütterlichen Juno; 
die paarende Gleichstellung beider Gottheiten tritt erst später, 
Mm pränestinischen und kapitolinischen Tempeldienst nur unter 



ITALISCHES. C. GÖTTER ROMS- JUPPITER. APOLL. (965—967. 277 

Obhut der als Göttermutter gedachten Minerva hervor. • Bei einer 
so geistigen Auffassung des höchsten Gottes darf es denn auch 
nicht befremden, alle mythische Entwicklung desselben auf die 
von uns mehrfach berührten Züge theils seiner Abkunft theils 
4er ihm entstammten Ahnherren Latiums "beschränkt zu sehn; 
7 dem Sagenkreis dieser letzteren gehört jjie an Picus Faunus 
und Numa haftende Sage von der Bewältigung des Juppiter-Elicius, 
wie auch die an Aeneas und Mezentius geknüpfte von Einsetzung 
der Vinalien an. 

§ 967. ' Bei der ebengedacbten Uebereinstimmung aller übri- 
gen echt römischen Götter mit der einheitlichen Idee des Juppiter, 
haben wir nun zunächst jene andern, von jovialischer Macht be- 
theiligten oder denselben in ihrer Ursprünglichkeit gleichstehenden, 
männlichen Gottheiten Roms uns näher bekannt zu machen. 
'Neptunische Kraft ist im Gonsus und Juppiter Imperator, so- 
larische im Vejovis, beide zusammen in den Penaten ausge- 
sprochen, deren wir weiter unten gedenken; minder früh aber 
ward in Rom ein wirklicher Dienst des Neptunus eingeführt, 
wie er zugleich mit dem der Salacia geboten, von den Aemiliern 
geübt und hauptsächlich im Heiligthum auf dem Marsfeld, zu- 
mal in Bezug auf Seefahrten und Kriege zur See, vollführt ward. 
•Vermuthlich schon früher ward Sol, als satanischer Gott dem 
Soranus oder auch dem latinischen Vejovis vergleichbar, hie und 
da zu Rom verehrt; 4 er ward durch den hellenischen Lichtgott 
Jpoll verdrängt, seit in der Tarquinier Zeit durch phokäischen 
und kuraaniscben Einfluss sowohl das Ansehn des delphischen 
Orakels als auch die Geltung der sibyllinischen Bücher in Rom 
wurzelte und von den Geschlechtern Roms Julier und Aemiiier 
für ihn wirkten. 5 Sein beim flaminischen Gircus am Marsfeld 
gegründeter Tempel, dem erst zu August's Zeit in dessen pala- 
tinischem Haus ein zweiter des durch August's Seesieg hetnätigten 
Apoüo-Actius sich beigesellte, 6 war den Pestgott zugleich und den 
rächenden Wolfsgott Apoll zu ehren bestimmt, der auch im zweiten 
punisehen Krieg, laut den prophetischen Sprüchen des Marciug, als 
Ftinde&vertrejber bewährt war. Ursprünglich war er mit Pfeil und 



278 wertes vdch; 

Bogen, dem Vejovis vergleieMtar, dann oftmals auch als Ihn 
saget, im Wesentlichen allzeit als Lichtgott und leucfetender 
Opferthiere Empfänger gedacht; 7 in seinem Dienst waren weisse 
Rinder und Ziegen , sinnvolle Opferzüge, vor allen die apcM- 
»arischen Festspiele Üblich , deren Feier nicht selten auek dura* 
Lectisternien der dem Apollo verbundnen Gottheiten erhebt ward. 
8 Im engsten Verein mit den als Mutter und Schwester ihm ver- 
bundenen Göttinnen Latona und Diana fand jene ältere sowohl 
als auch die palatinische Feier Apolls statt; 9 in dem tob Horat 
besungenen Säcularfest trat überdies derselbe delphische und 
palatinische Dreiverein mit den Erdmächten der Heilkunst sowohl 
als der Unterweit in enge Verbindung. If Hieneben ist den« 
auch des troisch-epidaurischen Heilgottes Auculaf zu gedenken, 
der, mit oder ohne Bezug auf seinen Vater Apoll, gleichfalls auf 
Anlass einer Seuche, den sibyllinischen Büchern gemäss, von 
Epidauros her auf Roms Tiberinsel versetzt ward, wo sein Idol 
früher in Schlangengestalt, vielleicht auch als roher Stein, be- 
kannt und heilkräftig war. 

1. Der Versuch 'alle übrigen Götter anf Juppiter zurückzuführen' hat 
bereits früher an den Gottheiten Etrariens sich bewährt (GM. Abb, etr. Gotth. 
Anw. 42 ff.). 

2. 'Neptun', der a) in Consus {$960, 1) und in den Penaten ($991, 7) 
vermutblicb erst spat erkannt ward, ist b) als selbständiger Gott aus den Ponti- 
ficalbüehern (Gell. 13, 21 Salaciam Neptuni) durch Lectisternlotn (Uv. 5, 13) und 
deren den ihm im Marsfeld gewidmeten Dienet (LW.28, 11. Htg.2, 98. Sehw.2, 
155 ff,), wie auch aus Familienmünien, namentlich der Aemilier, bezeugt. 

3. 4 Sol* wird als satanischer Gott des Tatius (Varr. 5, 20. DHal.2, 50) 
erwähnt und blieb im Circus maiimus (Tertull. spect. 8) verehrt. Vgl. Schw. 2, 
121. — Des <Soranus' ($936,6; als Apoll bei TAen. 11, 785. Vgl. Schw. 2, 
190 ff.) und 'Vejovis' ($ 964, 2) ward froher von uns gedacht. 

4—9. 'Apollo' zu Rom; Uv.4, 25 (Tempel a. u. 432); $,13 (Lecti- 
sternium); 25, 12 (C. Marcius, Spiele). Horat. carm. saec. lff. Macrob. 1, 17. Vgl. 
$307, 5 a. MDor. 1,201. Htg.2, 205 ff. Kl. 261 ff. 1098 ff. MOF.234f. Schw. 
2, 104 ff. 

10. 'Aeeculap': Uv. 10, 47; 29, 11 (a. u. 460). OMet. 1», 631 (Schlange). 
Oros. 3, 22 (Stein). Vgl. MO F. 196. Schw. 112 ff. 

S 968. l Vielleicht dass auch Mercurius diesen Heilgott- 
heiten aunttebst seine schicklichste Stelle findet. Ahb Lavinitttt 



ITALISCHES. C. GÖTTER RONS. APOLL Jft&RCUR. MARS. $ 967. 968. 279 

durch seinen Caduceus, aus Rom aber theils am Circus Maximus« 
theils durch den nach ihm benannten SühnqueU ohnweit der 
appischen Strasse bezeugt, •* gibt er nicht nur in der üblichsten 
Geltung des griechischen Verkehrs- und Handelsgottes , sondern 
auch in der unterweltlichen des Hermes sich kund, 3 und wenn 

s 

sein Maifest vielleicht mehr jener ersten Bedeutung entsprach, 
der auch die Verbindung mit Hercules und Neptun im gemein- 
samen Lectistenuum nicht entgegensteht, 4 gibt doch auch diese 
andre schon in der Herkunft von Maia der Erdgöttin und in dem 
auch mythisch bezeugten Glauben sich kund, dass er Vater der 
Laren sei. 5 Ungleich ursprünglicher und durchgreifender aber 
ist im altrömischen Götterwesen die Stellung des Gottes Mars, 
dessen Name auch Mavors Marspiter Maris lautete. 6 Wie er 
schon oben in gleicher Geltung mit dem als Kriegsgott gedachten 
Juppiter uns begegnete, wird er im Spechtorakel des Picus, im 
Speer des .Quirinus, im Mamers der Saliertänze und, wie bei 
Aborigtnern Sabinern Etruskern, uns auch als Vater des mit der 
albanischen Rea-Uia von ihm erzeugten Romulus erwähnt. 7 Seine 
älteste Verehrung innerhalb Borns ist im Dienst des Quirinus 
und in der schützenden Lanze zu erkennen, die zu den Heilig- 
fthümern des Vestatempels gehörte; in überwiegendem Sinn des 
vordringenden Gottes römischer Eroberungen erhielt er nächst- 
em seinen ausserhalb Roms vor der Porta Capena gelegenen 
Tempel und später noch, zu der Zeit des August, den ihm als 
Rieber gewidmeten des Mars-itttor. 8 In gleichem Sinne galt 
auch das seit ältester Zeit ihm gewidmete Marsfeld als Spielraum 
für Kriegsübungen; indess ward der älteste Mars nicht nur als 
Krieges- und Staatenlenker, sondern auch als Licht- und Orakel- 
gott Mamers und Picus, als Saat- und Herdengott der Arvalen 
wehrt, 9 und es entsprechen diesem vielseitigen Wesen auch 
so. vieldeutige Symbole, wie Wolf und Specht, Pferd und Wasser, 
4e* Grases der Wiesen zu geschweigen, es sind. Der Verehrung 
seines Speers ward bereits gedacht; seiner furchtbaren Schwingung 
vergleichbar und im Festgebrauch noch berühmte!' war das atmo- 
sphärisch verßtändliche, in künstlicher Nachbildung zwölfmal vor- 



280 VIERTES BUCH. 

handene, Sturmschild des Mars/ das durch der Salier Tanz im 
Namen der Antillen allbekannt ist. 

1. 2. Ueber «Mercur*: Liv. 2, 2t. 27 (a. u. 259). OFast. 5, 663 ff. Fest. 
▼. Majis ldibos, ?. Malevoli, v. Sobrium ticum (Milch). Vgl. Htg. 2, 266 t Kl. 
671 ff. MOF.232ff. Schw.2, 173 ff. 

3 — 9. Ueber den römischen 'Mars': Varr. LL. 5, 73. Cato BR. 141. 
Plaut. Truc. 3, 1,11. Liv. 1, 20; 6, 5; 7, 23; 8, 9; 45, 33. OFast. 2, 855ff. 
3, 519ff. 5, 550 ff. Val. Max. 1, 8. Gell. 4, 11. SAen. 1, 287. 296. 12, 118. 
PHal. 1, 14; 2, 48; 2, 70 (Salier); 4, 22; 5, 13. Jo. Lyd. mens. cap. 5. Vgl. 
Htg. 2, 155 ff. Arobrosch Stod. 5 ff. 156 ff. Krause PEncykl. 4, 1584 f. Schweock 
Myth.2, 81ff. MOF.235ff. (Skizzen 1836, Rhein. Mus. 5, 388 ff.). 

% 969. ! Ausser dem wehrhaften Priesterthum dieser Salier 
und etwanigen salischen Jungfraun, war auch ein eigner Flamen 
und war in ausschliesslich agrarischem Sinn die priesterliche 
Brüderschaft der Arvalen dem Dienste des Mars geweiht, * wel- 
cher demnach sowohl dem physischen Bedürfniss des Jahres- 
laufs als auch der vom Kriegsgott gelenkten Waffengewalt die 
mannigfachsten Gebräuche darbot. Von dem als Jahresgott ge- 
dachten Mars war der erste Monat des ältesten römischen Ka- 
lenders benannt und ihm zugeeignet; es war der Zeitpunkt für 
Erneuung des Vestaherdes, der Gonsulwürde und jeder durch 
Neujahrsgeschenke bezeichneten Zuneigung. 3 Fürs Gedeihen der 
Saat galten ihm Ambarvalien; aus Stier Schaf und Schwein war 
das dabei übliche Opfer der Suovetaurilien gebildet, woneben 
auch an den Robigalien, den Misswachs des Korns zu verhüten, 
eines Schafes und eines röthlichen Hundes Opfer vermitteist des 
Marspriesters stattfand; so ward von Mars auch Regen verhofft, 
indem man den Regenstein Lapis-manalis aus seinem vorstädti- 
schen Tempel holte. 4 Dem Naturdienst zugleich und der Kriegs- 
lenkung dieses Gottes galt insonderheit das im Octobermonat 
ihm geschlachtete Ross, dessen geschlachtetes Haupt, von zwei 
Stadtbezirken wetteifernd begehrt, mit Brod umkränzt angeheftet 
wurde, während des Opferthiers Blut, im Schweife noch warm 
zur Regia getragen, dem Dienst der Palilien aufbehalten ward; 
ein mystischer Sinn dieser Opfersitte wird auch durch der Frauen 
Abwesenheit nah gelegt * Als Kriegsgott ward Mars in ältester 



ITALISCHES. C. GÖTTER ROMS. KRIEGSGOTTHEITEN. % 968. 969. 28t 

Zeit durch der Jünglinge Ver sacrum und durch die Beute ge- 
ehrt, die nächst dem Juppiter Feretrius ihm gebührte, wie denn 
auch im Antheii an ritterlichen Gelübden der kapitolinische 
höchste Gott gemeinhin ihn überbot; um so ausschliesslicher 
galt ihm das Wettrennen der Equirien, das man im Marsfeld, 
ausnahmsweise auch auf dem Caelius feierte, und manche be- 
sondere Weihung, auch Waffenbrand, ward in deu verschiednen 
Zeitpunkten des Krieges, beim Auszug sowohl als in dessen 
heissesten Augenblicken und nach des Kampfes Beendung, ver- 
mittelst besonderer Priester Opfer und Feste ihm zu Theil. 6 Im 
Uebrigen Hess Roms kriegerischer Sinn diesen Gott nicht ver- 
einzelt als Lenker der Schlachten erscheinen: mit ihm zugleich 
wurden beim Auszug zum Krieg Janus und Juppiter angerufen, 
andremal wird seinem Speer eine martialische Juno verknüpft, 
wie denn auch in seiner Naturbedeutung und ländlicher Wirk- 
samkeit manche sonstige Gottheiten, aus der Arvalen Gebet uns 
bekannt, als feindliche Macht auch Robigo ihm verknüpft sind. 

7 Als Kriegesgottheiten, wie man deren auch in allgemeiner Be- 
nennung kennt, sind ausser ihm, wenn die Beute vertheilt wird, 
Minerva und Lua, im Kampfgewühl Bellona und Nerio samt 
Pavor und Palior bekannt, der räthselhaften Molae oder Moles 
so wie der umbrischen Praestita und Tursa zu geschweigen. 

8 Mythische Züge des Mars und seines Dienstes sind in der auf 
ihn rückgehenden Abstammung der römischen Zwillinge, wie 
auch des Faunus aufbehalten. Einzelne Sagen wussten von seiner 
anerkannten Erscheinung zur Hülfe im Kampfgewühl zu berichten; 
der Vervielfältigung seiner Anciiien haben wir hienächst neu zu 
gedenken. 

7. Sonstige 'Kriegsgottheiten', die auch wol a) 'allgemein' zusammenge- 
fesst (hvaXioi $€ot App. Mitbr. 45) ohne Sondernamen sich finden, sind 
neben b) 'Mars Minerva und Lua* (Li?. 45, 33. Scuw. 2, 187 f.) hauptsachlich 
c) 'Bellona' ($604, 5. Liv. 10, 19 a. u. 457. Fast. 6, 201. Htg. 2, 270 ff. 
Scbw. 2, 99 f.) und in <f) älterer Geltung * Nerio' oder Neriene die »Starke* 
((936,7. Gell. 13, 22. Lanzi Saggio 3, 669. Kl. 746 ff. Schw.2, 91). Jn einer 
mehr dienenden Stellung zu Mars sind ferner e) * Pavor und Palior' (Hain von 
Tldh» geweiht: Liv.l, 27. Htg. 2, 164. Vgl. Deimoe and Photos J 6S3, 1), 



181 VIERTES BUCH. 

die O 'Meiae' oder Notes (Gell. i*, 22. Htg.2, 17'i) und die g) omkrisebta 
'PracstiU und Tum' ($936, 8) liieUer gehörig. 

S 970. l Nächst Mars ist Puleauus, auch Mulciber und La«* 
feranus genannt, zu erwähnen, *der in Latium bald als zeugender 
Feuergott mit Ocrisia, bald als kosmischer SehroiedegoU in der 
Anciliensage vom Schraid tyamnrius in Betracht kommt *Zu 
Rem ward er seit ältester Zeit beim Vestatempel und beim Co- 
mitium verehrt, wo in seinem Heiiigthum noch zu des Plinius 
Zeit ein Lotusbaum grünte. 4 Seinem vorgedachten umfassenden 
Wesen gemäss, ward er im kriegerischen Rom durch mehrere 
Feste, im Februar durch die Fornacalia, im August am Circus 
Ftaminius durch von ihm benannte Volcanalien gefeiert: Feste 
welche nicht nur, wie die Tubilustrien, auf Waffen und deren 
Schmiedung, sondern ursprünglich vielmehr gleich denen der 
Vesta aufe Feuer, theils des Brodbackens, theils aber auch des 
Staatsherdes sich bezogen; Festspiele und Fischopfer, dieses für 
weiland geschuldete Menschenseelen, waren damit verbunden; 
*Neben Vulcan, dem die Erdmutter Maia vermählt wird, kommen, 
zum Theil als Söhne desselben, Feuerdämonen der ältesten Zeit 
in Betracht: ausser Cacus und Caca auch der im Hausherd hei- 
mische phänische Lar, für dessen Erzeugten Servius Tullius galt, 
daher auch sonstige Gottheiten der Zeugung und Befruchtung 
dem Feuergott ungezwungen sich anreihn. * Obenan unter ihnen 
steht Faunus, der auch Fatuus und Fatuellus benannte, als 
Lichtgott oder Orakelgott oder als günstiger Gott gedeutete, unter 
den Königen Latiums oben genannte, zu Rom auf dftn Caelius 
verehrte prophetische und laseive Waldgott, dessen Faunalien 
Rom im December mit Anknüpfung an der Fabier Geschlecht 
und Sage beging, 7 und dessen Verwandtschaft einerseits auf 
Juppiter Mars und Pan, anderseits auf die zur Tochterehe von 
ihm begehrte Fauna oder Fentha hinweist, die uns nächstdem 
als mystische Bona-Dea wieder begegnen wird. 8 Dem -Faunus 
wird nicht nur Inuus, ein latinischer Pan-Ephialtes, gleichgesetzt, 
sondern auch Lupercus, seines Namens ein Wolfsgott, hütender 
oder abwehrender Art, vom arkadisptHykäisch bevölkerten PaJaÜG 



ITALISCHES. C. GÖTTER ROMS. VÜLCAMJS. FAUNUS. $970. 971. M8 

Imv als der von Evander gestiftete, von Fabiem und QumtiHern 
-prfesterKch gefeierte Befruchter der Herde« sowohl als der Frauen 
bekannt, "den man in bocksähnitcher Bildung, in Fellbekieidmig 
und mit befruchtender Getsselung durch den noch spät erhaltnea 
vieldeutigen Festgebrauch der Luperealien kannte, zu deren Vor- 
stand auch eine der Fauna vergleichbare Luperca gehört. 

1—5. Ueber «Vulcanas': Varr. LL. S, 20. 57. LW.l, 57. OFast. 5, 725. 
Piro. H, 86. GeU.13, 22. Mtcrob. I, J2. Fast t. Mundui, ▼. Piscatorä Iwdi. 
DBaL2, 50, 54; 4, 2; 6, 67. Plut. Rom. 47; QR-47. Vgl. Htg.2, 106 ff. U. 
757ff. Schw.2, 53 ff. 

6. 7. Ueber 'Faunus*: Liv. 33, 42 (a. u. 558); 34, 53. VAen. 7, 47. 81. 
SAto.6, 77S. 7, 47. Fast. 2, 193 ff.; 5, 99 ff. DRal. 1, 31. Vgl. Ghd. (def #t* 
Fanao, Naf. 1825) über Fauna», HR. Stud. 2, 77 ff. Htg.2, 183 ff. Kl. Aeo. 
\U\l MKotty de Faano et Fauna, Ber. 1840. MOF. 203. Scbw. 2, 137 ff. 

8. 9. Ueber 'Lupercus' und Luperealien: Varr. LL. 5, 60. Liv. 1, 5. 
OFast. 2, 265 ff. Justin. 43, 1. SAen. 8, 343 (Bocksopfer; Ziegen Plut. Rom. 21). 
Vgl. Htg.2, 176 ff. Schw.2, 140 ff. GM. HR. Stud.2, 92. 100. 

§971. 'Verwandt sind diesen Göttern in gleichem Sinne 
der Befruchtung nicht nur die als Phallus von den Matronen 
terehrt zu denkenden Fascinus und Mutinus, 'sondern auch 
etwanige phänische Grenzgottheiten, von denen der kapitolinische 
Terminus, den phänischen Hermen vergleichbar, nicht wohl sich 
trennen l&sst. 'Ferner gehören als derbe Gottheiten ländlichen 
Segens, aus mancherlei Herkunft in Rom zusammengesellt, Sil- 
vanus Vertumnus und Priapus, Gottheiten hieher, von denen der 
sabinische und volsinische Vertumnus, Pomonens Gemahl, wie 
auch der in gleicher Geltung genannte Falacer, in Rom früh ver- 
gessen, 4 der asiatisch weichliche und laseive Priapus als Garten- 
gott dort um so länger bekannt und sagenhaft selbst dem Dienste 
der Vesta verflochten ist, ^Sihanus aber in später sowohl als 
in frühester Zeit dort vorzugsweise verehrt worden zu sein scheint. 
Seines Namens der Waldgott wird er aus altpelasgischem Brauch 
der Umgegend von Caere erwähnt, ist aber auch aus spätrömi- 
schem Dienst inschriftlich und bildlich vielbezeugt. *Als gött- 
lieber, ein- oder dreifach gefasster, Schutzherr an Waldesgrenzen, 
auß deren Wildniss er dann und wann fremd und unhold in das 
Getreibe der Menschen blickend gedacht wird, ist er doch auch 



284 VIERTES BUCH. 

dem Gartenbau entwickelter Gefilde günstig, 7 und trägt daher 
als charakteristische Attribute sowohl ein Gartenmesser als einen 
Baumast des Walds in der Hand, während ein Hund ihn be- 
gleitet Als ländliche Opfer werden ihm Schweine geboten, ohne 
dass er die einfacheren Spenden ländlicher Milch verschmäht. 
8 Von andern Gottheiten ist ausser den bereits genannten in 
älterer Zeit auch Mars ihm verwandt, indem derselbe den Namen 
Silvanus als Beinamen führt 'Allen jenen Landgottheiten reiht 
endlich Liber, auch Liber-pater genannt, sich an, dessen itali- 
scher Name im römischen Sprachgebrauch durch den griechischen 
Bacchus um so weniger verdrängt ward, als seine älteste latini- 
sche Auffassung ihn als einen Ausfluss vom Wesen des Juppiter 
kennt. Aus Lavinium, wo die Bekränzung des Phallus durch 
eine Matrone am Feste des Liber stattfand, scheint der Dienst 
dieses Gottes nicht sehr früh und fast weniger im Sinne des 
Weingotts als in dem des Freiheitsgottes nach Rom gekommen 
zu sein. ,0 Neben den Weinfesten der Vinalien und Meditrinaliea, 
denen als Gottheiten dort Juppiter und Venus, hier eine Göttin 
Meditrina vorstand, finden die Uberalien oder Agonien im Monat 
März, vielleicht erst nach dem Vorgang griechischer Lenäen, sich 
gefeiert, denen sie durch Anwendung von Schauspielen Masken und 
Schaukelfesten glichen; hiemit war der Verkauf von Honigkuchen 
durch efeubekränzte Verkäuferinnen, aber auch, mit Bezug auf 
Liber als Freiheitsgott die Anlegung des Männerkleides ver- 
bunden. 

1 . Uebcr den a) « Fascinus ' $ 959, 3. Plin. 28, 4. Kl. 735 ff. Schw. 2, 220. 
Dem b) «Mulmus' (Fest. s. v. Htg. 2, 258. Der Name von 'muto' Zeageglied) 
geht der Beiname 'Taunus', d. i. Scbütier, bei. 

2. « Terminus*: $ 959, 4. Liv. 1, 55. 5, 54. OFast. 2, 639 ff. Vgl. Ghd. 
Ann. d. Inst. 19, 330. Schw. 2, 275 f. 

3. 'Vertumnus': Varr. LL. 5, 46. 74 (sabinisch). Propert. 4, 2, 6t (vol- 
«miscb). OMet. 14, 641 (Pomona); in Knnstbildungen unerwiesen. Vgl. Htg. 2, 
132 ff. Schw. 2, 461 f. — 4 Falacer* (Varr. LL. 4, 15 Flamen F. a divo patre 
Falacre; Murat. 10, 6 Falacri deac Pomonae, vgl. Varr. 6, 3; afalando? PDiac.66 
etr. Himmel) ist doch wol nur (fcdaxgog (kahl und glatt als Phallus). 

4. 'Priapus': $501, 4; mythisch mit Vesta verknüpft ($295, 4) und m 
ündfacken Idolen römischer Kunst nicht selten, nachweislich (MHdb. $404,3). 



ITALISCHES. C. GÖTTER ROMS, SILVAN. LIBER. HERCULES, gm. 972. 485 

5—8. ( Siivtnus': Cato RR. 83. Varr. Aug. CD. 6, 9. VAea.8, 180; Ed. 
10, 24; Georg. 1, 20. HoraL carm. 3, 29, 23; epod. 2, 22; epist. 2, 1, 143. 
Juvenal. 6, 447. Vgl. Htg.2, 170 ff. Scbw. 2, 276 ff. Ghd. HR. Stud.2, 92. MHdb. 
$404,1. Mommsen Unterita). 141. 

9. 10. 'Liber* (oben $445, 3 kaum berührt): Varr. Ang. CD. 7, 21; 
LL. 5, 55, (Liberalia) ; 57 (Meditrinalia). VGeorg. 2, 385. OFast 3, 771 ff. Vgl. 
Htg.2, 135 ff. MOF.238s. (Liber pater). Scbw. 2, 209 ff. KL 753. 

g 972. l Den Göttern fast mehr als den Heroen Roms ist 
«ich Hercules beizuzählen. Wie schon sein Name den Doppel- 
sinn des hellenischen Herakles und eines italischen Hereeles 
oder Herceus in sich trügt, * beruht auch seine weit reichende 
italische Göttlichkeit auf den mannigfeltigen Elementen, welche 
der latinische Garanus-Recaranus, der sabinische Sancus-Fidius 
und der sikeiische, wenn nicht phönicische, Hercules des ältesten 
Roms zu allmählicher Verschmelzung mit dem von Unteritalien 
her eingewanderten griechischen. Heros beitrugen, 9 um zur ge- 
wichtigen Persönlichkeit des am Aventin und am Kapitol ver- 
jährten Gottes der Ara-maxima zu gelangen. 4 Nur aus so viel- 
fachem Ursprung wird das in diesem Hercules vereinigte Wesen 
eines Land- und Herdenbesitz, offene und verborgene Schätze, 
Krieg und Sieg, Freiheit und Handel, Eid und Orakel verleihenden 
und beschützenden Gottes, der bei derber Körperkraft auch Mu- 
saget, bei heftiger und gefrässiger Sitte auch gütig gedacht wird, 
uns verständlich. *Von seinen Symbolen sind Lorheer Ohve 
und Pappel, Becher und Keule, als Opferthiere Stier und Schwein 
bekannt; in seiner persönlichen Erscheinung hat er die Haupt- 
verhüllung, # die bei seinen Opfern jedoch wegfiel, mit dem Sa- 
turn gemein. 'Ausser jener Opfersitte ist in den Gebräuchen 
seines Dienstes die Grösse des Altars, das Opfer des Zehnten, 
die Scheidung priesterlicher Potitier und Pinarier, die Entfernung 
der Frauen und auch das Sitzen beim Opfermahl hervorzuheben ; 
die im Dienst des Saturnus üblichen Menschenopfer hatte er ab- 
geschafft, 7 obwohl er sonst mannigfach diesem Gotte verwandt 
erseheint Des Hercules Verwandtschaft mit Mars gibt darin sich 
kund, dass die dem Kriegsgott zugeordneten Salier auch ihm 
dienten; Mercur und Neptun waren in Lectisternien ihm vereinigt 



SÄ*:- ■•;?•.*:■. ■" VIERTE« buch. •» " " .:*■•■:"•" 

Juppiter- und Ceresdienst wurden tn überwiegender GeUang ihm 
späterhin zugeordnet und dem gemftss auch Apollo, noch mehr 
aber Bacchus, ihm verknüpft, woneben jedoch die selbständige 
Stelking seines Dienstes eigentümlich betont wind. 8 Die Sage 
macht ihn zum Vater sabtnteeher und latinischer StammhÄupter, 
des Sabus sowohl als des zum JHppiter vergötterten Latimis, 
«der römischen Bergheroen Aventiaus und Palas, von rtatfschen 
Geschlechtern zum Ahn der Fabier. • Griechische Anknüpfungen, 
au denen vielleicht der Name Geryones einen Aniass gab, ver- 
binden ihn mit dem arkadischen Evander; beider Heroen Büftd- 
ntss führte den Biesen Caeus mm Verderben* den Hercules aber 
zum daher abgeleiteten Genuss gricisirenden Götterdienstes. 

1 — 9. Ueber dca romischea 'ikrttd«»': Varr. bti Maorab«3>42- Ur. 
1 , 7. OFast. 1 , 581 . 6, 209. 794 ff. Hör. Sat. 2, 6, 1 3. Plia. 10, £9 ; 35, 4. SAea. 
8, 179. 203; 8, 278. Macrob. 1, 12; 3, 6. 12. DHal. 1, 40. Vgl. Nieb. RG. 1, 
tt. M(i!l. Etr. 2, 279. Htg. 2, 22IT. 44 ff. KI. 768. $96ff. 1244. HOF. 299b. 
&*w.2, 265 f. tiückert Troja26f. Sckmegl. RG. 1, UAM. 

g 973. Endlich i&t hier noch von den Todesgötter« 21 
reden, f unter denen Di$ 9 seines Namens als 'Reicher' den mit 
Zeus verbrüderten griechischen Plutafi entsprechend, in römi- 
scher Vorstellung obenan steht Ein auf Hercules rückweisendes 
HeiUgthum, wo man die Menschenopfer ältester Sitte durah *bö- 
nerne Puppen ersetzt sah, war ihm beim Saturmtsaltar gewidmet; 
ihm zugleich und der Proserpina war nach Varro's Zeugniss der 
mit allen ErstlingsgabeA erfüllte romulische linndus geweiht. 
3 Am Orte Terentum auf tem Marsfeld hatte der vom Sabiaer 
Valesius tief unterirdisch entdeckte Altar desselben Götterpaare 
die larentmisehen Spiele veranlasst, die Roms fast gleichnamiger 
erster Consul Valerius-Poplicoia behufs einer Peatstthtte zur Sft- 
culftffeter stiftete, 4 deren religiös sinnvolle Eraeuung in über- 
wiegendem Dienste der LiohtgottheHen erfolgte. Schwarze Stiere 
und Kühe wurden an diesem Feste für Dis und Preserpina ge- 
opfert, ein Lecttsternium und Wettkömpfe dreitägig und drei- 
nächtig gefeiert und nach Beendung derselben der tintemrdiscfae 
Altar wieder zugedeckt; im Säcularfest das Horaz xm* besingt 
feato* wob <Opfer ilr Juppiter t*nd An», für ApoHo Piaaa. Ut 



ITALISCHES. C. GÖTTER «JMS. a>. GÖTTINNEN. $ 972—974. 287 

ton*, für die Parzen zugleich mit Carmenta, fitar Ceres zugleich 
snt Bis und Proserpina hinzu. * Charakteristische Züge wie die 
hkmit Angegebenen lassen in dein durch solche Festbräuche ge- 
leierten Dis denselben Gott uns erkennen, der am unterirdischen 
Altar der grossen Gireusspiele als €<msus angerufen ward und 
taefe bei den tauschen Spielen im Circus Fla«iniu&, irgendwie 
benannt, nicbt gefehlt haben wird. 6 Seine GleiehsteUang nst 
Hades wird durch den alten Orakelspruch bestätigt, der für ihn 
»od Saturn zugleich die nachher künstlich umgangenen Menschen*- 
etWer gebot; auch mag er im Todesgott mit dem Hammer, dem 
-Ctoaren und Mantas fitruriens vergleichbar, gemeint sein, den 
ms ein spätes Zeugnis» als iuppiters Bruder nennt, und sein 
Haupt wird man hienach, gleich dem des Pluto und Gonsuft, 
bedeckt sieh zu denken haben. 7 Sonstige, aber nur wenig be- 
zeugte, Namen des Todesgottes sind Orcus und <ler ausserhalb 
der Mauern verehrte Viduus; 8 wichtiger ist es der als 'gute' 
Machte benennten Manen hier zu gedenken. Dass, wie des Dis 
Wohnsitz, so aueh der ihrige m reichen plutonischen £rden~ 
«cboss zu suchen sei, geht aus der Deckung des Mnndns durch 
den von ihnen benannten Lapis-manalis hervor; 'um so weniger 
darf es befremden, wenn wir des Cürtius und Decius Weihe für 
den "von ihnen zu Ross gesuchten Todesabgrund, statt ausge- 
sproehenernaassen dem Dis zu gelten, den an dessen Stelle ge- 
-namten Manen, mit oder oh&e Nennung der Göttin Erde, zuge- 
eignet vernehmen. 

1—6. Leber < Dis ' und Verwandtes ' : Vorr. Aug. CD. 7, 23. Vol. Max. 2, 4, 5. 
; ^Aeo.2, 140. Macrob. 1,16. Vgl. Htg. 2, 86ff. MOF.222.237. Schw.2, 223ff. 

8. Ueber die 'Manen': § 991., 6. Apul. DSocr. 688. Schw. 2, 247 ff. 

9. Als 'Gottheiten der Todesweihe' rief Decius (Liv. 8, 9) die nachfolgenden 
feto: 'laue, Juppiter, Mars pater, Quirine, Beflona, Lares, Divi No?ensiles, Mi 
iatifttes, Din Quorum est potestaa aostrorum hostiaaqae, Diiqae Maoes'. 

D. WEIBLICHE GOTTHEITEN. 

$ 974. 1 Die aus dem ältesten Griechenland vielbezeugte 
Mee einer das Universum lenkenden Erd- und Götter« u4t er, 
deren Gehung afe Mutter des höchsten Gottes ans Laüua b*> 



288 VIERTES BUCH. 

reits oben erwähnt ward, f begegnet in Rom uns in der sikelisch- 
latinischen Mutter Ops, die mit Saturnus in höchster Geltung 
gepaart, als Besamerin Gonsivia benannt und mit Erdberührung 
in von ihr benannten Festen gefeiert ward; 3 neben ihr ist Lua 
zu nennen, welche wol ebenfalls als ursprüngliche Erdgöttin für 
des Saturnus Genossin galt und mit ihm oder Mars zugleich 
Bussopfer und Beute des Kriegs genoss. 4 Alte Geltung als Erd- 
göttinnen hatten zu Rom auch Tellus und Geres, die man als 
Erdboden und Erdkraft unterschieden, dann und wann ab«* wol 
auch verwechselt findet. Von ihnen wird Tellus schon in der 
Erzählung erwähnt, dass Sp. Gassius, vor ihrem Tempel wohn- 
haft, mit seinem Vermögen der Geres zur Strafe verfiel; 5 als ein 
ihr gehöriges Fest dürfen die im April gefeierten Fordicidien be- 
trachtet werden, so benannt vom Opfer der trächtigen Kuh, deren 
Fleisch den dreissig Gurien vertheilt ward und deren Kalb zu Asche 
gebrannt dem Fest der Palilien diente, und auch das ländliche 
Gauenfest der Paganalien wird keiner anderen Erdgöttin schick- 
licher beigelegt. 'Dem griechischen Gäabegriff gemäss kann dieser 
Göttin des Erdenschosses auch der Bezug auf die in ihr ruhen- 
den Todten nicht gefehlt haben: ihr mochte denn auch das zur 
Todtensühne bestimmte Schweinsopfer altrömischer Sitte gelten. 
7 In gleichem Sinn aber wie Tellus werden auch Ceres, Bona- 
dea Maia und Dea-dia uns als Erdgöttinnen genannt: Geres die 
überwiegend agrarisch gefasste 'gute' Göttin sabinischer Benen- 
nung, Bona-dea die eben dies Prädicat im Sinn ungeordneter 
und unheimlicher Erdfülle führt, Maia die als grosse Mutter ver- 
standen und ihr gleichgesetzt wird, 8 endlich Dea-dia, deren an 
Dione und Libitina erinnernder Name durchs Arvalengebet im 
Verein religiösen Götterverbands und nah liegender agrarischer 
Zwecke uns vorgeführt wird. 'Allen diesen Göttinnen, denen 
die römische Andacht noch zahlreiche andre Schutzmächte be- 
sondren agrarischen Bezuges anreihte, schliesst Vesta als das 
dem Erdschoss inwohnende Feuer samt den ausländischen Erd- 
göttinnen Gybele und Isis sich an, 10 neben denen überdies auch 
als Lenkerinnen des Weltgeschicks Minerva und Fortuna samt 



ITALISCHES. D. GÖTTINNEN ROMS. ÖPS. TELLÜS. $ 974. 975. 289 

Juno Venus und Diana, ihre gesonderte Bedeutung hienächst 
erheischen. 

1. 'Göttermutter' Latiums: in den mancherlei Müttern des Vejovis oben 
$ 942, 6 erwähnt. 

2. Ueber 'Ops': Varr. LL. 5, 57. 64. Liv. 39, 22. Macr. 1, 10; 3, 9. 
Vgl. Htg.2, 129 ff. MOF.239. Schw. 2, 188 f. 

3. Ueber 'Lua': $969,76. Liv. 8, 1; 45,33. Gell. 13, 22. Vgl. Hempei 
Luam matrem vindicat, Zwicc. 1805. Htg.2, 130. Schw. 2, 187 f. 

4. 4 TelIu8 und Ceres': Liv. 2, 4t; vgl. Schw. 2, 196 Anm. 

5. 6. Ueber 'Tellus': OFast. 1, 671. 4, 665. Aug. CD. 7, 24 (Gleichsetzung 
mit Ops, Magna Mater, Proserpina, Vesta). Vgl. MOF. 158. 223. 239 f. Schw. 2, 
197 ff. Rück. Troja301. 

7—9. * Sonstige Erdgöttinnen': a) * Ceres' $ 976; b) 'Bona-Dea' (§975); 
c) «Maia' (Macr. 1, 12. Schw. 2, 174); d) 'Dea-dia' (viel im Arvalengebet : 
Orell. Inscr. no. 961. Schw. 2, 21 6 ff.); e) dazu die agrarischen Begriffswesen 
'besonderen Bezuges' (Seia u. a. $989, 4d); f) 'Vesta' ($977); 'Cybele und 
Isis' ($146, 997,3fr. 999). 

10. 'Göttinnen des Weltgeschicks': a) Minerva ($978); b) 'Fortuna 
($979), denen hienächst c) 'Juno' ($980 f.), d) 'Diana' ($982) und e) 'Ve- 
nus' ($ 983) sich anreihn. 

$ 975. l Bereits von den Alten vielfach gedeutet war Bona- 
Dea, die mit dem verfänglichen Schmeichelwort arkadischen Wald- 
gebirgs so benannte und als italische Tochter des Faunus be- 
kannte 'gute Göttin' f römischer, den gesetzlichen Gottheiten 
Roms erst zur Zeit der Einführung des Cybeledienstes hinzuge- 
fügter, Andacht. Durch die Vestalin Claudia war damals ihr am 
Aventin ein Tempel errichtet, statt dessen jedoch, die besondere 
Wichtigkeit dieser Göttin fürs Staatswohl kund zu geben, des 
Gonsuls oder des Prätors Haus ihr zu dienen pflegte. 8 Als eine 
zunächst der neugebauten Erde mit aller nähr- und heilkräftigen 
Fülle ihrer Wildniss vorstehende Göttin, verbindet Bona-Dea das 
geheimnissvolle Ansehn einer hauptsächlich den Frauen vor- 
stehenden Gottheit und ist in dieser Hinweisung auf einen ledig- 
lich von Frauen geübten Geheimdienst der griechischen Demeter- 
Thesmophoros vergleichbar, deren Wesen und Dienst auch in 
ihrer Bildung und ihren Symbolen sich wiedererkennen lässt. 
*Bald nemlich ward sie in allgemeiner Göttlichkeit mit einem 
Scepter versehn und mit Juno verglichen, bald war sieals Segens- 
Gerhard, Mythologie, u. 19: :•""•:•" 



290 VIERTES BUCH. 

Spenderin aus der Tiefe in cerealisch-bacchischer Weise durch 
Schlangenbegleitung und sie überragenden Weinstock, durch 
Schweinsopfer Myrten und Heilkräuter angedeutet, und sollte 
mystisch in Tochterehe mit Faunus vermählt sein. Andremal 
mochte sie, als Lichtgeberin mit Lucina und andern Liehtgöttin- 
nen gleichgesetzt, Symbole des Lichtes führen; 5 ausserdem i«t 
den seltenen Denkmälern ihrer Kunstbildung bei schlichter Ge- 
stalt bald eine Opferschale bald auch eine Rolle ihr zugetheilt, 
die wir kaum anders als auf geschriebenen Gölterwillen, des 
Menschen Geschick feststellend, zu deuten wissen. *Der geheim- 
nissvolle, Enthaltsamkeit heischende und Männer ausschliessende, 
Festgebrauch dieser Göttin, dessen vornehmstes Opfer als Da- 
mium benannt und vielleicht wegen phallischer Symbolik ver- 
hüllt ward, ist griechischem Brauch der Demeter verwandt; seine 
vieldeutige Eigenthümlichkeit muss es erklären dass Bona-Dea 
das Wesen zahlreicher anderer Gottheiten auszufiillen schien, 

7 wie denn als Erdgöttinnen Tellus Cybele Juno, als mystische 
Göttinnen Semele Damia Proserpina Libera Fauna Dea-dia, als 
Licht- und Geburtsgöttinnen Ilithyia Lucina Albunea Aurora Leu- 
cothea, Mana-Geneta Hecate und Matuta ihr gleichgesetzt werden. 

8 Von einzelnen Versuchen die griechische Göttersage mit ihrer 
italischen Herkunft zu vermischen, zeugt die ihr beigelegte Mutter- 
schaft des phrygischen Midas und ihre Gleichsetzung als Heil- 
göttin mit Medea. 'Durchgreifender blieb der gedachte aus derb 
alterthümlicher Natursymbolik herrührende, Mythos unfreiwilliger 
Ehe mit dem als ihr Vater gekannten Faunus, ein Mythos der 
vielleicht auch als geheime Frucht dieser Ehe, dem griechischen 
Iacchos entsprechend, den Vejovis Latiums anerkannte. 

1—9. Ueber 'Bona-Dqa': OFast. 5, 148ss. Juvenal. 6, 314. 346. Macrob. 
1,12. Plutarch. Caes. 9; QRom. 20. Vgl. §156,1. Htg. 2, 195ff. MMotty de 
Fauno et Fauna, sive Bona-Dea, Berol. 1840. MOF. 204 s. Schw. 2, 202 ff. Ghd. 
etr. Gotth. A. 73; Agathod. A. 68; HR. Stud. 2, 98 ff. (S. 99, 39 über den ver- 
meintlichen Namen Oma 'Süsse'). 

§ 976. ' Ceres, die wir als sabinischen Namen der Bona- 
Dea, zugleich aber auch als Göttin des angebauten Erdbodens 
bezeichneten, ist wegen der Berühmtheit ihres Dienstes hienäcbst 



ITALISCHES. D. [GÖTTINNEN ROMS. BÖMA-DEA. CERES. $ 975. 976. 291 

uns vorzuführen, obwohl sie vielmehr in griechischer als in alt- 
römischer Weise ihre Entwicklung fand. Diese Entwickelung 
war von Unteritalien her bereits in den ersten Jahrhunderten 
Roms entschieden und ward späterhin durch das Verbot der 
Bacchanalien nur massig berührt, während Enna sowohl als Eleu- 
sis zu höherem Glänze des römischen Ceresdienstes beitrugen. 
1 Eines Tempels der Ceres finden wir zuerst im Bericht von der 
Schlacht am Regillus gedacht, aus deren Latinerbeute Consul 
Postumius das im griechischen Drei verein ihr mit über und Li- 
bera gemeinsam geltende Heiügthum am Circus-maximus ver- 
hiess, worauf die Bauten und Festlichkeiten des Aedil Memmius 
und viele andre Kundgebungen folgten. 3 Das Priesterthum dieser 
Göttin, obwohl von italischen Frauen geübt, war von Kampanien, 
namentlich Neapolis und Velia, her in griechischer Weise be- 
gründet, wofür auch die weisse Kleidung der Festgenossen und 
. out dem Schweinsopfer zugleich das nach Art der Thesmophorien 
geübte Fasten zeugt. 4 Als Getreidegöttin war Ceres hauptsäch- 
lich der plebejischen Bevölkerung hold: ihre achttägig gefeierten 
Festspiele wurden, verbunden mit prachtvollem Festzug dem ein 
symbolisches Ei voranzog, mit dem Pompe zahlreicher Götter- 
bilder, Spendungen und Schmausen, zuletzt auch dem Volks- 
scherz entfesselter Füchse verknüpft, fast zu gleicher Zeit und 
an gleicher Stelle mit dem mehr patricischen Cybelefest der Me- 
galesien gefeiert. 5 Andere rein agrarische oder auch infernale 
Gebräuche des römischen Ceresdienstes, solche wie die vor der 
Aussaat und nach der Ernte, oder auch zur Todtensühne, ihr 
dargebrachten Schweins- und sonstigen Opfer lassen von den 
für Tellus Ops und Bona-Dea geübten nicht streng sich trennen ; 
nur dass, wie es bei den ursprünglich der Tellus, dann meistens 
dem Cerestempel verfallenen Strafgeldern stattfand, der Glanz dieses 
letzteren die Gerechtsame anderer Erdgöttinnen allmählich an sich 
ziehn musste. 6 Die Hoheit der griechischen Ceres anzuerken- 
nen, musste zu ihrem Priesterthum auch die Gemahlin des 
Jqppiterpriesters mitwirken; im Kreis der Götter jedoch blieb 
Juno, wie zu Eleusis, so auch zu Rom ihr entfremdet. 

19 • - :: : 



292 VIERTES BUCH. 

1—6. Ueber die römische 'Ceres': Cato RR. 134. Cic. pro Balbo 24. 
* Liv. 2, 41; 3, 55; 22, 56; 28, 11; 36, 37; 40, 2. OFast. 4, 393 ff. DHal. 6, 17. 
Vgl. Nieb. RG.l, 651. Htg. 2, 135ff. MOF. 241. Schw. 2, 189ff. 

S 977. ' Den Erdgöttinnen gehört in Latium und in Rom 
ganz hauptsächlich auch Festa, ihrem Namen zufolge das als 
Gottheit gedachte Feuer der Erdfeste und des Hausherds an, in 
welchem Begriff auch Stata- Mater ihr gleichkommt. * In Lau- 
rentum Lavinium Alba und eben so sehr von ihrem am Forum 
und auch in Augusts Palatium gegründeten Tempel aus, zu Rom 
als eigenste Göttin des römischen Staats verehrt, 3 füllte sie ver- 
möge jener ihrer feurigen und festen Wesenheit den Inbegriff 
aller auf Nahrung Wohnung und jegliche Lebenskraft bezüglichen 
Fürsorge aus, welche zugleich mit der erst sp8t aufgegebnen 
Bildlosigkeit dieser Göttin, mit ihren Symbolen und mit den 
mannigfachen Gebräuchen ihres Dienstes, grösstentheils schon bei 
Betrachtung der griechischen Hestia uns kund ward. 4 Ihr römi- 
sches Hauptfest ward im Monat Junius, neben dem Aprilfest ihrer 
Uebertragung ins Palatium, mit besonderem Bezug auf Brodbe- 
reitung und andere häusliche Sorgen, wie auch auf mütterliche 
Pflichten, gefeiert. 5 Mit der Sorge fürs Feuer war auch die fürs 
Wasser verbunden: für beiderlei Zwecke war das auch für Salz 
und Schrot gleich dienliche Becken (troja, patella) bestimmt, 
das als eigenstes Geräth ihres Dienstes bekannt ist; hieneben 
sind die zur Rettung der Heiligthümer gebrauchten Thongefösse 
(doliola) und ist im Allgemeinen der ganze, mit Palladium und 
Penaten verknüpfte, symbolische Hausbedarf ihres Penus zu er- 
wähnen. 6 Die Bewachung des heiligen Feuers und aller sonstige 
Tempeldienst dieser Göttin ward unter Aufsicht des Pontifex- 
maximus dem ehrwürdigen Kreis vestalischer Jungfrauen anver- 
traut, von deren Zahl Wahl und Kleidung, dreissigjähriger Dienst- 
führung, hoher Ehre und strenger, nicht selten das Leben ver- 
wirkender, Zucht wir ausführliche Kunde besitzen. 7 Vesta, der 
im jungfräulichen Dienst dieses Priesterthums alle Heiligkeit römi- 
schen Götterwesens untergeben zu sein schien, gibt auch in Be- 
zug auf andre Gottheiten das volle Ansehen uns zu erkennen, 



ITALISCHES. D. GÖTTINNEN ROMS. VESTA. MATUTA. $ 977. 978. 293 

das ihr im Sinne centraler Naturkraft allen sonstigen göttlichen 
Naturmächten gegenüber zustand: so ist sie mit Juppiter und 
den Penaten, aber auch mit Vulcanus Priapus Mercur gepaart 
zu denken; von weiblichen Gottheiten stehen Minerva Fortuna 
und auch Bona-Dea ihr am nächsten, hauptsächlich aber Matuta. 
8 Diese mütterliche Göttin latinischer Orte war, seit ihrer Ein- 
setzung in Rom durch Servius, 9 weniger in ihrem mystischen 
Naturbegriff (bald einer Göttin des Frühlichts, bald einer furcht- 
baren Göttermutter) als in dem praktischen einer Matronengöttin 
verehrt, die für die Vorratskammer sowohl als für Mägdezucht 
und für verlassene Kinder sorgt: 10 dergestalt dass ihre darauf 
bezüglichen Festgebräuche ähnlichen des Vestadienstes entsprachen, 
woneben Matuta die Erwähnung festlicher Spiele vor Vesta voraus 
hat. n Ihr Verhältniss zu Juppiter sowohl als auch die ihr bei- 
gelegte Aehnlichkeit mit Göttinnen wie Bona-Dea Fortuna Leu- 
cothea Juno bestätigt, zusammengenommen mit ihrem Bezug zu 
Garmenta und Pales, die von uns vorausgesetzte Begriffsver- 
wandtschaft dieser Göttin mit Vesta, woneben jedoch Matuta's 
Mütterlichkeit auch mythisch, wie bei Leucothea, in einem Sohne, 
dem Hafengotte Portunus, bezeugt wird. 

1—7. üeber 'Vesta* und deren Dienst: Cic. ND. 2, 27. Liv. 1, 20; 5, 39. 
OFast.4, 949 ff. (mit Apoll); 6, 249 ff. Juvenal. 3, 139. Plin. 28, 4. Macr.2, 16; 
3, 4. SAen. 7, 150; 1 1, 339; Ecl. 8, 82. Vgl. $ 285 ff. Htg. 2, HO ff. Kl. 624 ff. 
632. 968 (Doliola). MOF. 184 (Zug). 246 s. Schw. 2, 58 ff. 316 (Stata Mater). 

8—11. Ueber 'Matnta': Varr. 5, 106. Liv. 5, 19; 6, 33. OFast.6, 469ff. 
Wut. QRom. 17; Camill. 5. Vgl. Htg. 2, 73 ff. Kl. 873 ff. Schw. 2, 166 ff. 

§ 978. * Der Palladiendienst im Vestatempel führt uns auf 
Minerva die 'wissende' mahnende Göttin, 8 die wir aus latini- 
scher sabinischer etruskischer Mitte bereits kennen. Zu Rom 
war sie hauptsächlich an Juppiters Seite im Kapitol und als 
4 Hauptgöttin ' Minerva- Capta oder Capita auf dem Berg Caelius 
verehrt, dort der Fortuna-Primigenia von Praeneste, hier der ar- 
gtvischen Minerva Falerii's entsprechend; als wehrhaftes Palladium 
war sie im Vestatempel und als albanische Göttin der Nautier 
bekannt; ausserdem wird uns Minervendienst des Aventin und 
eine Heilgöttin Minerva-Medica aus Rom erwähnt, 3 Wie wir aus 



294 VIERTES BUCH. 

griechischem Götterdienst Pallas-Athenens sie kennen, vereinigt 
in diesen verschiedenen Gestalten und Namen sich auch die 
römische Göttin durch die gemeinsame Idee einer thronenden 
Schöpf ungs- und Schirmgöttin, wehrhaften Vorkämpferin und 
still webenden Arbeitsgöttin. Der Naturmacht der Stürme ge- 
bietend ward sie auch als sichere Lenkerin des römischen Staats- 
schiffs betrachtet und half in Kriegsnoth dem Römer sowohl als 
dem Griechen, obwohl sie fürs Waffenglück seltner als Mars an- 
gerufen ward. 4 Wie demnach alle Symbole der Waffengewalt 
itfr wohl anstehn, ist vorzugsweise der damit verknüpfte musi- 
kalische Schlachtruf, und mit der Trompete der Waffenschmiede 
zugleich auch der Wollkorb der Frauen ihr gewidmet. 6 In glei- 
chem Sinn ist ihr von der Fünfzahl benanntes, fünfjährig wieder- 
kehrendes und fünftägig gefeiertes, aus Falerii stammendes Maifest 
der Quinquatrien und Tubilustrien hauptsächlich als Fest der 
Trompetenweihe zu betrachten; den damit verknüpften Waffen- 
spielen gingen auch Festlichkeiten der lernenden Jugend, im 
nachfolgenden aventinischen Feste der kleinen Quinquatrien Uebuiv- 
gen der Pfeifer zur Seite. 6 Götterverwandtschaft hat diese rö- 
mische Minerva hauptsächlich mit Juppiter Mars und Vulcanns, 
woneben nach griechischem Vorgang auch noch Neptun ihr ge- 
sellt wird; von weiblichen Gottheiten sind zunächst Vesta und 
Fortuna, ursprünglich aber auch Juno und Venus ihr verwandt 
7 Sonstige begriffsverwandte Götterwesen sind in Bezug auf Mi- 
nervens Begeistigung die selbständig gedachte Göttin Mens, in 
Bezug auf ihre Wehrkraft die früh veralteten Göttinnen Strenia 
und Vacuna, 8 aber auch die seit August durch Tempel verehrte, 
minervenähnlich doch amazonenhaft gedachte Stadtgöttin Roma; 
•in Vergleich mit der durchs Schlangensymbol ausgedrückten 
Heilgöttin Minerva- Medica bleibt die vielverehrte Salus zugleich 
mit der marsischen Schlangengöttin Angitia zu erwähnen. 

1—6. Ueber die römische «Minerva': Varr. 5, 56. VAen. 5, 704. OFast 
3, 809 ff. 6, 41 5 ff. DHal. 6,69. Vgl. $252, U Müll. Etr. 2, 48 fc Ghd. Prodr. 
Htg. 2, 78f. Rückert Athenad. 185ff. Müller Pallas §59. Ambrosch Stud. 173. 
Kl._617ff. 691 ff. MOF.243. Schw.2, 47ff. 

7. «Verwandte Göttinnen' sind «> <MeeV (€ic. Legg. 2, 8. Li?. 22, 9. 



ITALISCHES. D. GÖTTINNEN 10MS. MINERVA. FORTUNA. $ 978. 979. 2Ö8 

»MI. OFast. 6, 241ff. MOF. 136s.); b) 'Strenia' ($95^,1. Yarr. 5, 47. Near 
jahrslorbeer aus ihrem Hain: Symmach. 10, 35); c) 'Vacuna* (sabinische Sieges- 
und Friedensgöttin § 936, 7. 979, 8. 988, 11). 

8. 'Roma* (Zoegä zu bassir. tav. 31. MHdb. § 405, 2. Arch. Ztg. 1847 no. 4) 
ward froher in Asien (Liv. 43, 6 zu AFabanda; Tac. Ann. 4, 37 zu Pergamon 
für Roma und Augustus) göttlich verehrt als in Rom selbst, wo Hadrians Pracht- 
tempel ihr und der Venus gemeinsam galt. 

9. Ueber a) ' Salus', deren Dienst auf dem Quirinal schon oben §953,2 
etwäimt ward: farr. 5, 16. Liv. 9, 43; 40, 37. Suet. Aug. 3t (Augurhim); Dio C. 
3T, 24. Macr. 1, 16. Vgl. Schw. 2,303f. — Ueber b) •Angitia': VAen .7, 750. 
Gell. 16, 11. Vgl. Kl. 1038 ff. 

$979. l Fortuna, ihres Namens die starke Göttin des Ge- 
schicks, die hie und da doppelt gedacht und durch zahlreiche 
Beinamen, verherrlicht ward, 2 ist aus latinischen Städten, Prae- 
neste und Antium, wie aus dem nahen Etrurien, bereits uns be- 
kannt; dem ältesten Rom war sie fremd, erlangte aber seit Ancus 
und Servius Tullius, ihrem feuergeborenen Sohn, einen sehr an- 
gesehenen römischen Dienst. 3 Unter ihren zahlreichen römi- 
schen Aulfassungen steht obenan die auf Kapitol und Quirinal 
versetzte pränestinische Jovisamme Primigenia; hienächst sind 
such zwei andre Fortunentempel des Kapitols, sodann an der 
Tiber die Fors- Fortuna des Ancus, die auch virilis heisst, und 
die serviaaische Bona-Fortuna am Forum- boarium zu erwähnen; 
^ferner ward seit dem celtiberischen Krieg Fortuna -equestris ver- 
ehrt, zahlreicher anderer römischer Dienste derselben Göttin zu 
geschweigen. 5 Bei solchem Umfang ihres römischen Dienstes 
, darf es uns denn nicht befremden, dieser Göttin bald in höchster 
Geltung, als »^anfänglicher Jovisamme und Naturgöttin, bald in 
besonderer Zueignung für Städte Personen und aussergewöhn- 
teche AalSsse zu begegnen, woneben der Begriff eines blinden 
Glttckes, der Fors- Fortuna des römischen Sommerfestes, nur 
wenig aufkommt. 6 Ihre üblichen Symbole, Ruder Kugel und 
Schiff, stimmen mit denen der griechischen Tyche überein; ein 
afcrömischer Witz liebte die Hinterthür (porta Fenestella) ihr will- 
kommen zu wissen; ihre Frauengestalt wird dann und wann 
durch den Modius der Erdgöttinnen ausgezeichnet. 7 Von Ge- 
bräuchen ihres Dienstes deutet die Verhüllung des ihr beige- 



296 VIERTES BUCH. 

seilten Serviusbildes auf Togawechsel, wenn nicht auf phallischen 
Bezug der Naturgöttin, hin; das gedachte Volksfest der Fors- 
Fortuna wird als besonders ausgelassen bezeichnet. 8 Götterver- 
wandtschaft hat die italische Fortuna in ihrer höchsten Geltung 
über Juppiter und Juno als ihre Pfleglinge und entspricht als- 
dann hauptsächlich der mütterlich gedachten Stadtgöttin Minerva; 
als Naturgöttin aber darf auch Matuta, darf samt Bona-Dea und 
Spes auch Venus ihr gleichgesetzt werden, wie auch Juno-Sos- 
pita ihr gleichgilt; als starke Göttin mochte, wie die wehrhafte 
Minerva, auch Strenia ihr entsprechen, wie denn auch Necessitas, 
mit Geräthen des Jahresnagels versehn, ihre Vorläuferin beisst 
9 Mythische Verknüpfung Fortuna's ist nur aus der Sage des Ser- 
vius uns bekannt. 

1 — 9. Ueber die römische 'Fortuna': Varr. 5, 56. Cic. divin. 2, 41. Liv. 
29, 65. OFast. 11, 375. 6, 569. 773. DHal. 4, 27. 40. Flut. fort. Rom. 10. 
Vgl. §597,6. Nieb. RG. 1,534. Ghd. Prodr. 59ff. Htg. 2, 233ff. Kl. 764ss. 
(Praenestinae sorores). Bunsen Beschr. Roms 3, 1, 665 f. MOF. 129. 140. 142- 
153. 193. Schw. 2, 290 ff. — 'Necessitas': Hör. Carm. 1, 35, 17ff. 

§ 980. l Hierauf erst haben wir von Juno zu reden, deren 
dem höchsten Gott Juppiter oder Jovis entsprechender Name eine 
selbständige Entwickelung dieser Gottheit in der Idee der Götter- 
mutter nicht ausschliesst. * In solcher Selbständigkeit, wie sie 
aus mannigfachen italischen Junodiensten bereits uns bekannt 
ist, s hatte denn auch das älteste Rom seinen durch alle Curien 
gehenden Dienst der Juno-Guriatia und Populona; woneben die 
Dienste der Moneta und Lucina auf Kapitol und Esquilin bereits 
bestanden, 4 ehe Tarquinius im kapitolinischen Tempel die Juno 
als Jovisgemahlin, Gamillus im aventinischen die Naturgöttin 
Juno-Regina verehren hiess und ohnweit der palatinischen Götter- 
mutter Gybele auch die lanuvinische Juno-Sospita ihren Platz 
fand. 5 Aus der Gesamtheit dieser verschiedenen Junodienste 
gehn einerseits die mannigfachen Begriffe einer selbständigen ober- 
sten Naturgöttin hervor, (einer wehrhaften Sospita der Minerva ver- 
gleichbar, einer aphrodisischen Sklavengöttin Feronia, die der Kora- 
Libera und auch der lakinischen Hera glich, einer warnenden 
Moneta die der aphrodisischen Apostrophia gleichgelten mochte), 



ITALISCHES. D. GÖTTINNEN ROMS. FORTUNA. JUNO. §979—981. 297 

6 anderseits aber auch die im Begriff einer Jovisgemahlin gege- 
benen, wonach Juno dem Licht- und Himmelsgott Juppiter als 
weibliche Naturgöttin Lucina oder Covella, dem obersten Kriegs- 
und Staats-, Jahres- und Geschlechtsgott der Männer als Göttin 
der Gurien und des Staatskalenders, der Ehen und Geburten, 
gegenüberstand. 7 Hiemit waren die Personalbezüge des Frauen- 
lebens verknüpft, theils des von Juno-Februlis Gaprotina oder 
Fluonia überwachten fleischlichen, theils auch der vollen per- 
sönlichen Lebenskraft, in welcher, dem jovialischen Genius der 
Männer gleichartig, die Frauen ihr göttliches Urbild in einer auf 
jedes weibliche Einzelwesen vertheilbaren Juno erkannten. 

t— 7. Ueber die römische 'Juno': Yarr. LL. 5, 16. 54. Cic. ND. 1, 29 
(Sospita); divin. 1, 45 (Moneta). Liv. 1, 47; 5, 22; 7, 28; 22, 1; 27, 37; 32, 
30. DHal. 3, 22 (Sororia). Horat carm. saecul. 14 ss. (Lucina). Fast. 3, 247 ff. 
(Lucina). Paul. Diac. p. 74 (Here-Martea ; Orioli sette re p. 51). Vgl. $210,9. 
ßött. Kunstmyth. 2, 211 ff. Htg. 2, 61 ff. Kl. Aen. 1165. MOF. 242. Schw. 2, 32ff. 
313 ff. (Feronia). Ghd. etr. Gotth. Anm. 98 (Moneta); 65. 76. 84 ff. (Regina). 

§9S1. 'Von Symbolen dieser so mannigfach entwickelten 
Göttin sind die Bewaffnung der Sospita, die auch im Vermäh- 
lungsspeer der romulischen Curiatia wiederkehrt, die Nährziege 
der Caprotina und deren milchender Feigenbaum, die mütterliche 
Gans der capitolinischen Moneta und aus derselben Göttin Dienst 
auch das tellurische Opfer des Schweins hervorzuheben; im Fest- 
zug der Juno Regina waren ihr weisse Kühe geweiht. * Sonstige 
Festgebräuche gelten theils ihrer kalendarischen Geltung und 
dem von ihr als wehrhafter Curiengöttin (Hera-Martea) behaupte- 
ten Erbrecht, theils in geschlossenem Frauenkreis ihrem Einfluss 
auf Ehe und weibliche Reinigung, theils aber auch, wie in den 
Matronalien der Fall war, der heiter ergriffnen Gesamtidee eines 
der Hausfrau verdankten und auch die Mägde beglückenden häus- 
lichen Segens, dem auch die Frauen der Freigelassenen durch 
Gaben an Juno-Feronia sich anschlössen. 3 Gepaart ist Juno in 
altrömischer Zeit nicht bloss mit Juppiter sondern auch mit 
Janus, etwa in der auch durch dessen Geliebte Carna als Göttin 
der Lebensfasern bezeichneten Idee; wie denn auch ihr sonstiger 
Götterbezug zu Mars, zu Apollo und Liber, 4 zur Göttermutter 



298 VIERTES BUCH. 

Booa-Dea Dea-dia Minerva und Venus, Carna und Juveartas, 
meistens schon oben berührt ward. 5 Zur Annahme von da* 
moftisehen Gestalten ihres Gefolges wird das räthselhafte Personal 
einer Herie-Junonis, ferner ein Scbwesterpaar weissageriscber 
Corniscae uns überliefert, woneben auch atmosphärische Wesen 
wie Mephitis und Tempestas hier ihre Stelle finden. 6 In die rö- 
mische Sage wird Juno nur selten eingemischt; statt dessen kann 
schliesslich die Sage der listigen Mägde hier angeführt werden, 
deren im Schmuck der Hausfrauen erfolgte Auslieferung sowohl 
der Römer Sieg über Fidenae als auch die Bewirthuag der Mägde 
an den Matronalien veranlasst haben sollte. 

t — 6. 'Junonisches Personal': a) 'Herie Junonis' (Gell. 13, 23); b) 'Cor- 
niscae' (§987, 7fr); c) 'Mephitis' (vielgedeutet, auch junonisch nach SAen. 7, 
8i); <0 'Tempestas': Cic. ND. 3, 20. OFast. 6, 193. 

$ 982. l Diana, deren Name eine später verwischte Be- 
ziehung zu Janus oder Juppiter voraussetzen lässt, f ist in Rom 
ephesischen, durch phokäische Massilier vermittelten, Ursprungs. 
Wie ihr trözenisch- latinischer Dienst zu Nenn hochbertihmt ist, 
hatte sie zu Rom seit Servius ihren latinischen Bundestempel 
auf dem Aventin. 3 Ihr ursprünglicher Begriff einer blutigen 
Mond- und Jagdgöttin war dem politischen einer latinischen 
Bundesgöttin dort untergeordnet, wie denn anch die sonstige 
Wildheit 'ihrer Gebräuche im civilisirten Rom abgeschwächt war. 
*In Symbol und Bildung ist sie der Ephesierin gleich zu denken; 
Mhr im August gefeiertes Fest kam den Sklaven zu statten. Wie 
darin die selbständige Bedeutung einer Natur- und Asylgöttin, 
der Juno-Lucina und Feronia ähnlich, sich kund gab, *blieb die 
sonstige römische Feier Dianens durch ihren Zusammenhang mit 
Apollo bedingt, mit welchem zugleich das horazische Säcular- 
gedicht im Sinne von Licht» und Jugendgottheiten sie anrsft; 
hiemit mag auch der Ausdruck 'Cameliae virgines' zusammen- 
hängen. 7 Dianens Sagenkreis scheint selbst in Bezug auf Virbius- 
Hippolyt nur wenig gefeiert worden zu sein; 8 wie denn auch 
ihre gesamte Naturbedeutung in älterer Zeit ausser dem Junodienst 
durch die sahinisch-etruskische Luna, in der späteren durch 



ITALISCHES. B. GÖTTINNEN ROMS. JUNO. DIANA. VENUS. $ 981—983. 299 

Heeate geschmälert ward. Als eine in Rom nicht unbekannte 
weibliehe Lichtgottheit ist auch die Göttin des Frühlichts Leu- 
cotbea hier zu erwähnen. 

1 — 6. lieber die römische 'Diana': Liv. 1, 45. Hont carm. saecul. Iff. 
Fest v. Cameliae (d. i. Gameliae) virgine«. DHal. 4, 26. Strab. 4. 180. Pftut. 
QRom. 100. Vgl. $336,4. Htg. 2, 207ff. Kl. Aen. 1165f. MOF. 243. Schw. 
2,114ff. 

7. üeber 'firbius': VAen. 7, 778. SAen. 7, 761. Paus. 2, 35, 1. Vgl. $ 345, 
8* Ukdeo Berl. Akad. 1819. Kl. Aen. 1166. MOF. 212s. Schw. 2, U5f. 

8. 'Sonstige Lichtgöttinnen' sind: a) 'Luna' die auf dem Aventin ver- 
ehrt wurde (Varr. 5, 74. OFast. 3, 884; vgl. MOF. 243. Schw. 2, 127), b) 'He- 
eate' (§566) im Zusammenhang cerealischer Mystik; ferner c) 'Leucothea' 
($ 537; aus Caere bekannt $939, 6), die der Matnta ($977, 10) gleichgilt 
und Mutter des Portunus ($987, 3 c) heisst. 

S 983. l Venus, ihres Namens gleich Venilia die * gekom- 
mene' erwünschte Göttin, wird, ihrer vielen Beinamen ungeachtet, 
dem ältesten Rom abgesprochen, in dessen Salierliedern sie 
fehlte. *Wie sie aber als ardeätische Göttin des Turnus, Ve- 
nilht oder Satacia genannt, und selbst als lavinische des Aeneas, 
ferner aus Alba und Gabii bezeugt ist, 8 erscheint eine und die 
andre nächstdem für Venus erkannte Göttin in Rom auch schon 
früh; erst durch Tatius als Cloacina, Sabiner und Römer m 
Mitten des Forums zu versöhnen, dann ebenfalls in des Romuhis 
Zeit oder durch Ancus als circensische Myrten- und Rossgiöttin 
Murcia unterhalb des plebejischen Aventins. * Fernerer Venus- 
dienst Roms ward von Servius der Venus-Libitina, 5 durch Fabius 
Maximus nach der trasimenischen Schlacht der sicilischen Ery- 
cina gegründet, in der man die Venus-Fruti oder equestris der 
Aeneaden erkannte; dieser letzteren aber ist auch die Venus- 
genitrix und victrix der albanischen Julier gleichzusetzen. "Be- 
griff und Thätigkeit dieser Göttin lassen schon durch die ge- 
dachten Beinamen sich dahin bestimmen, dass sie als Ufergöttin 
Wiesenreicher Niederung Rosse sowohl als Gesträuche gedeihen 
lässt T Entwässerung und Sättigung befördert, 7 und auch in po- 
litischer Geltung bald der Reisigen Sieg, bald und hauptsächlich 
Schutz und Einigung der Land- und Wiesenbewohner als milde 
und ttebreiebe Göttin vermittelt, daher sie auch von den plebeji* 



300 VIERTES BUCH. 

sehen Geschlechtem, etwa im Gegensatz zur patricischen Juno, 
verehrt ward. 8 Wie sie demnach hauptsächlich der bacchischen 
Libera begriffsverwandt ist, drängen auch bei ihr die Gegensätze, 
einerseits einer nährenden Wachsthums- Lust- und Freiheits- 
göttin, einer Libertas oder Libera, anderseits einer lockend ver- 
zehrenden Todes- und Leichengöttin Libitina sich zusammen. 
9 Von Symbolen steht ausser «der Myrte auch das in Cäsars 
Siegel seltsam vermenschlichte Ross, samt Schiff Bewaffnung 
und Füllhorn der Siegesgöttin, ihr zu; ihre infernale Bedeutung 
ward durch Schweinsopfer versöhnt. Ihrer Bildung ist die Ge- 
stalt einer Reiterin ursprünglich nicht fremd ; sonst folgt sie der 
griechischen Sitte. 10 Von den heiteren oder ernsten Gebräuchen 
ihres Dienstes, bei denen im Ganzen dasselbe Verhältniss ob- 
waltet, ist die Waschung ihres Bildes und mancher Leichen dienst 
der Libitina hervorzuheben; ihr vornehmstes Fest ward im Mo- 
nat April gefeiert. ll Götterverwandtschaft hat sie hauptsächlich 
mit Mars, aber auch mit Juppiter Neptun und Apollo; von weib- 
lichen Gottheiten sind weder Minerva noch Juno ihr fremd, wie für 
die letztere , zugleich mit Vesta und Libera, aus den Kulten von 
Ardea und Lavinium, hauptsächlich aber aus dem Vergleich des 
etruskischen Junodienstes und seiner Idole hervorgeht. 

1—11. Ueber die römische * Venus': Varr. RR. 1, 1; LL. 5, 63. 6, 16. 
Liv. 1, 23 ; 22, 9. OFast. 4, 1 ff. Macrob. 1, 12. DHal. 4, 15. Strab. 5. 232. Jo. 
Lyd. de mens. 4. Vgl. §369, 2 d. Htg. 2, 248 ff. Kl. 729. 732. 751 ff. 783 ff. 
MOF. 245 s. Schw. 2, 176 ff. Ghd. etr. Gotth. Anna. 71 (Juno-Cupra). 

§ 984. ! Dem Venusbegriff entspricht überdies noch manche 
andre, zum Theil für ursprünglicher römisch als Venus selbst 
zu erachtende, Gottheit eines mehr begriffsmässigen als mythischen 
Charakters. Erstens Concor dia, deren Dienst seit Camillus in 
Rom galt und deren auf politische fast mehr als auf eheliche 
Einigung bezügliches Wesen Opfer, allein oder mit anderen Gott- 
heiten, heischte. * Sodann Spes, ihres in möglichstem Umfang 
zu fassenden Namens die floffnungsgöttin, unbekannter Abstam- 
mung, in Rom festlich verehrt seit frühen Jubrhunderten, ihrem 
Wesen nach anerkannt als Göttin des agrarischen und ehelichen 



ITALISCHES. D. GÖTTINNEN ROMS. VENUS. CONCORDIA. $981—983. 301 

Wachsthums, als allegorische Hoffnung erst später und nebenher. 
3 Ihr aus griechischem Typus zugleich mit sprechender archaischer 
Bildung herübergenommenes Symbol ist die Blumenknospe des 
Frühlings, die von ihr zugleich mit tanzmässiger Fassung ihres 
Gewandes gehalten wird. 4 Verwandtschaft mit grösseren Gott- 
heiten, Neptun und Apollo, Fortuna Matuta und Nemesis, ist ihr 
nicht fremd ; doch ist es hauptsächlich die aus ihrer Kunstbildung 
sprechende Uebereinstimmung mit Venus, welche sowohl ihr 
Wesen und ihre Erscheinung als auch die frühzeitig hohe Geltung 
ihres Dienstes im Sinn einer demnächst der Venus verschmolzenen 
Göttergestalt uns erklärt. 5 In gleicher Weise sind denn noch 
verschiedene seltnere Göttinnen als entsprechender Ausdruck des 
heiteren oder des ernsteren Venusbegriffs zu betrachten. Im Sinn 
heitern Lebens- und Zeugungstriebs ist die bereits oben erwähnte, 
der griechischen Hebe entsprechende, Jugendgöttin Juventas, samt 
den verschollneren Namen Libentina Postvota Volupia Stimula hie- 
her gehörig, e denen, der Rossvenus ähnlich, auch die Ross- und 
Rindgöttinnen Epona und Bubona entsprechen. 'Vorzugsweise 
aber sind hier die römischen Göttinnen des Land- und Garten- 
baus zu nennen: obenan Flora, ihres Namens der griechischen 
Chloris entsprechend, die wir aus römischer Religion Volkslust 
und Sage, im Ganzen jedoch nur wenig kennen; 8 neben ihr, 
durch Uebergewicht ihrer mythischen Buhlscnaft über die eigenste 
Idee einer Landgöttin der Flora zuriächst vergleichbar, Acca-La- 
rentia, die gütige Erblasserin reichen Besitzes für ihren Pflegling 
Romulus, 9 sodann Pomona Panda Horta Mellonia und Meditrina. 
"Ungezwungen reihen überdies dieser bereits nicht geringen An- 
zahl römischer Landgöttinnen die zahlreichen Namen sich an, 
die unter Varro's Autorität für die göttliche Obhut einzelner Er- 
scheinungen des Pflanzenlebens, wie für den Gegensatz seiner 
Anfeindung, uns überliefert sind. 

1. Ueber 'Concordia': Varr. LL. 5, 148. Li?. 9, 46; 22. 33. OFatf. 1, 
639 ff. Orell. Inscr. 1812. Vgl. §611, 1. Kl. 7^. 750. MOF. 125. 141. Schw. 
2, 296 f. Ghd. Abb. Venusidole Taf. 6. 

2—4. Ueber 'Spes': Li?. 2, 51; 24, 47; 25, 7. Cic. Legg. 2, 11. Tac. 



302 VHEftTES BDCfl. 

Aon. 2, 49. Vgl. $554, 4. MO F. 187 (Venilia). Gbd. etr. Gottb. Ana. S*. 87; 
HRStud.2, 151. 

5. 'Jugend und Lebenstrieb' sind ausgedrückt in a) 'Juventas* ($959,4 
lUpitol; Li?. 30, 6 im Cireus; Sehw. 2, 306 f. Ann. 19, 391), b) 'Libentina* (Iforr. 

5, 63. Cic. ND. 2, 23. Scüw. 2, 182), aucii hubia (SAen. 1, 720) genannt, c) 'Vo- 
lupia' (Varr. 5, 58. Macr. 1, 10. Scbw. 2, 298 f.); <0 'Stimula' ist ans Semefe 
corrumpirt (Liv. 39, 12. OF. 6, 497. Müll. Etr. 2, 77. Scbw. 2, 213). 

6. 'Göttinnen der Herden', wie Venus ' equestris , sind a) 'Epona' (von 
vpm d. i. equus: Juven. 8, 157. S<ihw. 2, 151 f. Walz im Kunstblatt 1845 bo. 
24 ff. Eine vermeintliche 'Equejas' bei CaUaneo, della dea Equejade, Mil. 1819, 
berubt auf falscher Lesung von Equetas d. i. Aequitas) und b) 'Bubona' (Auf. 
CD. 4, 23). 

7. Ueber «Flora*: Varr. 5, 22. 90. OFast. 5, 197. 6, 250. Val. Max. 2, 10. 
SEciog. 5, 48. Lact. 1, 20. Nut. fluni. 5, 3 (Chloris). Vgl. MOF. 92b. 194. 
Scbw. 2, 204 ff. 

8. 'Acca-Larentia': Varr. 6, 23 (Fest). Liv. 1, 4. OF. 3, 57. Gell. 6, 7. 
Macr. 1,10. Vgl. Htg. 2, 144 ff. MOF. 188. Schw. 2, 244 ff. 

9. 'Göttinnen des Gartenbaus' sind auch a) «Pomona' ($936, 8 umbrisch; 
Varr. 5, 90 Falacer; OM«t. 14, 623 ff. Vertumnus; Scbw. 2, 197) und b) 'Panda' 
(Aug. CD. 4, 8. Henzen Ann. 20, 403. Mms. ebd. 424; auch P*tale*a genannt}. 
Auch c) 'Horta' (Plut. QRom. 116 mit stets offenem Tempel, einem Asyl? 
Scbw. 2, 321) und d) 'Mellonia' (Arnob. 4, 7. Aug. CD. 4, 34. Schw. 2, 210Q 
gehören hieher. Die e) 'Weingöttin Meditrina' ward oben $971, 10 erwähnt. 

10. Sonstige 'Göttinnen des Landbaas': unten §989, 4«. 

§ 985. l Wie alle diese Göttinnen in der als Wiesen- und 
Gartengöttin heiter gedachten Venus ihr zum Tbeü jüngeres 
Doppelbiid finden, sind zahlreiche andre geeignet auch jene 
düstere Seite derselben Göttin uns neu vorzuführen, deren be- 
kanntester Ausdruck Libilina ist. In solcher Geltung sind die 
Todesgöttin Mania, die mit Volupia verknüpfte, in der Geberde 
des Schweigens dargestellte, am kürzesten Tag des Jahres ge- 
feierte Augeronia, ferner Nenia die Göttin der Leichenklage, zu 
nennen, * denen als Nymphen dunkler Haine Furina Laverna und 
Tacita, dann auch Larunda und Lara, sich beigesellen. 'Ungleich 
durchgreifender aber ward jene in höchster Lebensfülle den Tod, 
im Tod das erneute Leben erkennende Idee der Dione und 12r 
bitina von zwei auf hellenischem Vorgang beruhenden Göttinnen 
des späteren Roms, von Proserpina und von der Bacchusge- 
mahlin Libera getheilt. *Jene erstere, die zur ' aufsprossenden' 
Frühlingsgöttin latinisirte Persephone-Kora, fanden wir oben be- 



ITALISCHES, ö. FLORA. PROSERWNA. E.DÄMONEN. $985.986. 803 

reits als Gemahlin des Dis genannt, ohne dass eine ältere Gott- 
heit dadurch verdrängt oder des Dis Gleichsetzung mit Bacchus- 
Über, Proserpinens Uebereinstimmung* mit Libera, angedeutet er- 
schiene. 5 ln Ovids Zeit jedoch ist diesfe letztere Göttin ein 
itftoselhaft auf Ariadne nicht minder als auf Proserpina-Kora und 
Venus anwendbarer Name der im cerealisch-bacchischen Dreiver- 
ein von Ceres Liber und Libera verehrten Göttin, dessen eleu- 
sinische Grundform schon früher uns kund ward, g und es darf 
die ungefähr seit jener Zeit mit grosser Vorliebe genannte Göttin 
Libera für diejenige gelten, in deren Wesen Bildung und Dienst 
die Verehrung der römischen Libitina sowohl als der griechischen 
Ifcora am häufigsten überging. 

1. Als römische 'Todesgöttinnen', lassen a) 'Nenia' die Leichenklage (quae 
in fuoeribue senura caniatur, nach Festos; MOF. 185. Gbd. HRStud. 1, 141 ff), 
b) 'Mania' (die Manengöttin, Mutter der Laren, mit Knabenhäuptern der Compi- 
talien beschenkt: Macr. 1, 7. Schw. 2, 249 f.), ferner die c) durch Geberde des 
Schweigens auffallende 'Angeronia' (im T. der Volupia; Fest am 21 December: 
¥«rr. 5, 58. Plin. 3, 5. Macr. 1,10. Schw. 2, 298) sich fassen. 

2. * Haingöttinnen ' «cid a) 'Furina' (Varr. 5, 57 Fest und Flamen; Cic. 
ND. 3, 18 Hain; Schw. 2, 315) und b) die den Dieben günstige 'Laverna' (Hör. 
epp. 1, 16, 60. Schw. 2, 319s.), ferner c) die Nymphe 'Tacita' oder Mula 
(Plat. Num. 8), Nnma's Gönnerin. Mythisch ward diese letztere der d) als 
£ato Schwätzerin gedeuteten ' Lara ' oder Larunda gleichgesetzt, die von Mercur 
*ur Mutter der Laren geworden sein sollte (OFast. 2, 56^ ff. MOF. 21 8 ff. Schw. 
2, 242) und etymologisch auch mit e) 'Acca-Larentia' (§ 984, 10) verknüpft ist. 

3. 4. * Proserpina': mit Dis genannt (§973,2. Schw. 2, 232), in selb- 
ständigem Dienste jedoch aus Rom unbezeugt. 

5. 'Libera*: OF. 3, 512. Vgl. §419, 6. MOF. 222s. Schw. 2, 213. Ghd. 
HBStad.2, 125. J44f. 

K HEROEN UND DÄMONEN. 

S 986. ' Der Göltergewalt, von welcher Natur und Mensch- 
heit geleitet werden, stehn andere Göttermächte vermittelnd zur 
Seite, durch welche das natürliche sowohl als das menschliche 
Dasein dämonisch beseelt ist. Diese Beseelung ist bei Orts- 
Berg- Wald- und Flussdämonen, bei Camenen und Nymphen, 
hei der verkörperten Anschauung zeitlicher Zustände und Thätig- 



304 VIERTES BUCH. 

keiten, eine durchdringende Götterkraft allgemeiner Verhältnisse 
der physischen sowohl als der sittlichen Welt; * andremal ab» 
wird eben jene Beseelung in rein persönlichem. Ausdruck uns 
vorgeführt, wie hienächst an Penaten Laren Genien und auch in 
der bald aus unsterblichen Göttern bald aus abgeschiedenen Sterb- 
lichen erwachsenen Heroensage sich zeigen wird. 

1. 2. ' Dämonische Wesen': nach ihrem Bezog auf Ort und Boden (§987), 
Licht Geburt und Leben (§ 988), oder auch auf Zustande des Menschenlebens 
($989 f.) hienächst erörtert. 

$987. 'Als Ortsdämonen, deren allgemeiner Schutzbegriff 
auch in den Namen Tutela und Tutunus vergöttert war, 'sind 
obenan die stets männlich gedachten der Berge und Ströme, so- 
dann die meist weiblichen des quellenden Wassers zu nennen. 
Berggeister, göttlich oder heroisch gefasste, sind Palas und Aventi- 
nus, mit denen als palatinischer Luftschall Aius-Locutius, als 
aventinischer Feuergeist Cacus und Caca verknüpft sind; vom 
Janiculum wird uns der Name Helernus * und der des Janus- 
sohns Fontus berichtet, der an das Quellfest der Fontinalien er- 
innert. Als Flussgott ist Tiberinus, als Hafengott Portunus be- 
kannt. 4 Als weibliche Götterwesen sind demnächst Anna-Perenna 
Juturna und die Gamenen hervorzuheben: Anna-Perenna, laut 
Namen und Festgebrauch dem rinnenden Fluss entsprechend, 
wie auch ihr munteres Neujahrs- und Frühlingsfest im Hain 
zwischen Tibris und Anio gefeiert ward, ihrer mythischen Gleich- 
setzung mit andern Göttinnen oder auch mit der karthagischen 
Anna unbeschadet; * Juturna die 'hülfreich' benannte, am Fluss 
Numicus und in den Ursprüngen der Aqua-Virgo erkannte, auf 
Marsfeld und Forum verehrte heilkräftige Nymphe, die auch für 
des Fontus Mutter von Janus und selbst für Juppiters Amme 
galt; ° endlich die Camenen, die als italischer Gesamtausdruck 
leiblicher sowohl als geistiger Nährkraft betrachtet werden dürfen. 
Wie schon ihr Name den griechischen Nymphenbegriff nach der 
geistigen Seite des weissagend tönenden Wassers erweitert zeigt, 
7 ist in ihnen und ähnlichen räthselhaft entsprossenen Wesen 
altrömischen Dienstes ein weitreichendes werkthätiges Dasein nach- 



ITALISCHES. E. ORTSDÄMONEN ROMS. $ 986. 987. 305 

weislich, das sich in quellender Nährkraft, zaubernder Weissagung 
und in einer auf Leben und Sieg von der Geburt an einwirkenden 
Beschwörung kundgibt. 8 Die Götterverwandtschaft dieser Wesen 
pflegt auf Faunus und andre italische Gottheiten beschränkt zu 
sein, ist aber mit diesen zugleich auch im altrömischen Sagen- 
kreis, zumal durch Göttinnen wie Numa's Egeria und Tacita, 
mythisch bezeugt. 9 Hienächst ist Pales, die vom Stroh benannte 
Hirtengottheit des Palatin zu erwähnen, obwohl deren Ortsbezug 
auf den Ursitz Roms nicht nur ihr Palilienfest zum Gründungs- 
tage der ewigen Stadt erhob und unter mystischen Gebräuchen 
feiern liess, sondern auch die Göttlichkeit ihres bald weiblich 
bald männlich gedachten Wesens zum Rang der Penaten steigerte. 
10 Als sonstige Quellgöttinnen sind wegen ihrer schützenden Ein- 
wirkung auf Wald- und Inselnatur endlich hier noch die Viren 
des Eichwalds und die auf schwimmender Insel wohnhaften Gom- 
motiae des cutilischen Sees zu nennen. 

1. -Als 'örtlicher Schutzgott' allgemeiner Bezeichnung ist neben einer 
weiblichen 'Tutela' (Forcell. s. v.) 'Tutanus', Demiich als Urheber von Hannibals 
Rückzug (Varr. bei Non. s. ?.), bekannt 

2. 'Berggeister Roms' sind, neben so allgemeinen Schutzwesen für Berg 
und Thal wie Jugatinus Collatina und Vallonia (Aug. CD. 6, 9) es sind, a) für 
den 'Palatin', neben der Göttin Pales (unten 9), der Herculessohn Palas (Kl. 
888) und Alus-Locutta* (Liv. 5, 50. Gell. 16, 17. Cic. divin. 1, 45; 2, 32), 
für 6) den 'Aventin' der Herculessohn ($994, 7) Aventinus samt Cacus und 
Caea ($994,6. Kl. 769 f.), für c) den 'Janiculus' neben Fontus (26) vielleicht 
der mit Carna ($988, 96) genannte Haingott Helernus (OF. 2, 67; 6, 105. 
MOF. 148 f.). 

3. 'Fluss- und Quellgeister' Roms sind d) 'Tiberinus', dessen unzweifel- 
hafter (vgl. Ponti-fices) Dienst, minder berühmt als der Dienst andrer italischer 
Flussgötter (Numicus, ClUumnus u. a. Schw. 2, 159 ff.), zum Theii der Anna- 
Perenna zu Ehren kommt; ferner 6) 'Fontus', des Janus janiculensischer Sohn 
von Juturna (Arnob. 3, 29. Kl. 711), desgleichen v) der Hafendämon 'Portunus', 
Leucothea's festlich (Portunalia, Schlüssel: Schol. VAen. 5, 241. MOF. 207. 217. 
Schw. 2, 158) gefeierter, dem korinthischen Palämon ($ 532, 2) entsprechender, 
Sohn. 

4. 'Anna-Perenna' (amnis perennis; vgl. Fors Fortuna, Mms. Ann. d. Inst 
18, 103): OFast. 3, 523ff. 654ff. Macr. 1, 12. Vgl. Kl. 717ff. 897. MOF. 214sa. 
Schw. 1, 308 ff. Schümann de Jovis incunabulis p. 17. 

5. 'Juturna': VAen. 12, 140. DHal. 6, 13. Vgl. Ambrosch Stud. 100. Kl. 
707 ff. MOF. 148. 188. 205 s. Schw. 2, 160f. 

Gerhard, Mythologie. U. 20 



306 VIERTES BUCH. 

6—8. Ueber die 'Cameoea': Lif.l, 21. Juten. 3, 12. Plut Num. 8. 13. 
Vgl. Htg.2, 202 ff. Schw.2, 163f. 

9. «Pales' und die Palilien': Fast. 4, 721 ff. Varr. SGeorg. 3, 1. SAco. 
2, 325. DHal.l, 88. Vgl. Htg.2, 148 ff. Kl. 879 ff. MOF.208f. Schw.2, 148 IT. 
Gfed. etr. Gotth. A. 63. — üeber 'Palatua': Varr. 7, 45 (Flairwn). Schw.2, 170. 

10. 'Wald- und Inselnymphen': a) 'Virae' Querquetulanae (Fest. s. ?. 
Schw.2, 169) auf dem Esquilin; b) 'Lymphae Commotiae', so genannt von 
der schwimmenden Insel des cutilischen Sees (Plin. 3, 12. Schw.2, 491). 

$ 988. ' In näherem Bezug aufs Menschenleben fanden zu- 
gleich mit dem nährenden Quell auch die erste Führung zum 
Lebenslicht, die Erkundung und Weissagung göttlichen Rathes 
und die siegreiche VollfUhrung menschlichen Gebets in Götter- 
wesen nah stehender Hülfe ihre Erhörung; am nächsten und 
reichlichsten tritt diese Götterhuld in der arkadisch-latinischen 
Carmenta und in der latinisch-sabinischen Egeria hervor. Car- 
menta, ihres Namens eine Gottheit geheiligter Sprüche und For- 
meln, * des arkadischen Evander auf Palatin und Kapitol verehrte 
Tochter, 8 ist als Hirtengöttin durch Nährkraft Geburtshülfe Weis- 
sagung und Sieg bethätigt; 4 dabei ist sie durch Gebräuche ausge- 
zeichnet die Entseeltes, namentlich Leder, ausschliessen und wird 
durch Opfer gefeiert die ihrer mütterlichen Fürsorge gelten. 6 In zwie- 
facher Person gedacht, wird Carmenta auch einem Paar geburts- 
helfender Göttinnen gleichgesetzt, dessen Einzelnamen Porrima 
und Postvorta, auch Antevorta und Postvorta heissen. 8 Der 
Carmenta vielfach vergleichbar ist Egeria, ihres Namens die Er- 
regerin, eine aus Tusculum und Aricia, hauptsächlich in Numa's 
Umgang, berühmte, zu Rom auf dem Aventin verehrte, Nymphe, 
zugleich aber auch eine durch Geburtshülfe Hydromantie und 
Nekromantie werktätige Göttin, die mit der Diana des aricinischei 
Heüigthums in Bezug steht. 'Bei so viel Lebensfülle jener propheti- 
schen Orts- und Geburtsnymphen sind demnächst noch andre pro- 
phetische Lichtnymphen wie Albunea und auch wol die Cornisca$ 
zu nennen; 8 anderseits ist aus ihrer Mitte auch eine Hinweisung 
auf die der Geburt zuschauenden Schicksalsmächte des Menschen 
lebens, namentlich die Parzen und ähnliche, nicht auszuschliessen. 
'Vielmehr erscheint selbst das Schattenreich einzelnen Ge- 



ITALISCHES. E. CAKÜÖttA; göMMA. VICTORIA. $ 988. 807 

tarrtsgöttitmen gans nah gerückt: &o bei der Geburtsgbtiin Mana- 
Geneta, die man durch Hundsopfer ehrte, und bei der die Kinder 
vor mordenden Strigen schützenden, auf dem Caelius verehrten* 
Göttin der Fleischfasern Caroa, noch unverkennbarer bei den 
schon oben genannten, stillen oder geschwätzigen, Nymphen 
dunkler Seeen und Haine, bei Tacita-Muta und Lala-Larunda. 
10 Demselben Kreise dämonischer Götterwesen gehört jedoch 
auch Viea oder fictoria an, theils als uralte Ortsgöttin des pa- 
latinischen Bergesgipfels, theils als jungfräuliche Siegesbotin des 
tausendjährigen Römerreichs, der griechischen Nike begriffsver- 
wandt aber durch reichere Siege bekrönter, ll für deren Glanz 
ihr Triumphus und Vitula die Göttin festlicheu Jubels zu Diensten 
sind; toa altitalischen Gottheiten ist ihr Vacuna vergleichbar. 

V 

1—5. Ueber 'Carmenta': OFast. 1, 499ff. 633ff. Gell. 16, 16; 18, 7. 
Macr. I, 7. SA<m.8, 339. DHal. 1, 32. Hat. Rom. 91; QÄöm. 56. Vgl. Htg. ?, 
198* Kl 883 ff. MOF. 21 1 ff. Schw. 2, 164 ff. 

6. Ueber 'Egeria': Li?. 1, 21. 45. VAen. 7, 775 (Virbius). OFast. 3, 263ff. 
Lact. 1, 2; 2, 1. DHal. 2, 60. Plut. Num. 15. Vgl. Htg.;2, 202. K1..956ff. 
Schw. 2, 116. 333. 

7. Sonstige * prophetische Nymphen' sind a) •ARronea', die tiburtmische 
HffingöUia weissen mephitischen Quells und der von Faun*», dann von der Si* 
bylla im Fruhlicht geleiteten Weissagung (VAen. 7, 82 ff. Hör. Cann. 1, 7, 12* 
Tibull.2, 5, 69. Sil. 12, 538. Lact. 1, 6. Vgl. Jac. 68 f. Schw. 5, 161 f.) und 
anch b) die bei Nnma's Grab auf dem Janictilum verehrten, als Krähen (Fest. 
▼.Meinet; Tgl. monetulae) benannten, 'divne Corniscae' (Macr. 1, 7. Htg. 2, 205). 

8. 'Geburt ind Schicksal' wird, nächst den a) 'Parzen' oder Möreö 
($589. Gell. 3, 16: Nona Decima undAforto; Schw. 2, 288 f.), auch anderen 
Wesen beigelegt; namentlich werden b) ' Nascio' (Cic. ND. 3, 18 aus Ardea) 
und auch e) Loosnytnphen, 'Tenitae' (Fest s.,v. Schw. 2, 296), erwähnt. 

9. 'Gebort und Todesahnung' : in a) 'Mana-Geneta' (d. h. gute Gebortt- 
gotün; durch Sähnschmat» junger Hunde geehrt: Plin.29, 4. Plut. QRora. 52. 
Schw. 1, 318 f.) und in b) 'Carna' der Retterin bedrohter Kinder, die jedoch 
mit der Thürangelgottin 'Carda' vermischt und gleich dieser dem Janus ver- 
kftfipft ward (OFast. 6, 101 ff. Macr.l, 12. 42. Kl. 932. MOF. 195. Schw. 2, 
126 IL). — Ueber c) 'Tacita-Muta' «ad 'Lala-Larnnda' wand obeft (g 985, tc.d) 
gehandelt« 

10. 'Vica' o) mit dem vermuthlich auf eine Naturmacht bezüglichen 
Beinamen 'Pota' (Liv. 2, 7. vgl. Schw. 2, 208) heisst die auf der Hohe des Pa- 
JatUte(BHaI. 1, 33; eben dort die Gotttrnrattet an« Pessimis) zuerst ton £vatider 
und Canaetita verehrte Tochter des Lyfcaomdan Phlas, der auch Minmens Pfleger 

20* 



308 VIERTES BUCH. 

war; in ähnlichem Ansehn war dieselbe Göttin auch auf der Insel des cutili- 
schen Sees verehrt, wo man den Nabel Italiens erkannte (DHal. 1, 15; vgl. 
Schw. 2, 491). Dem erneuten Tempel (Liv. 10, 33; 29, 14), in welchem nur 
an Fortunens Jahresfeste geopfert ward, fugte der alte Cato ein Heiligthum der 
») 'Victoria virgo' hinzu (Liv. 35, 9), deren Jungfräulichkeit zugleich an Pallas 
und Kora erinnert, dagegen c) der umfassende spätere Begriff der römischen 
'Victoria' lediglich auf die irdische Erfüllung wehrhaften Sieges beschränkt ist. 
Vgl. Htg. 2, 255. Schw. 2, 302 f. 

11. 'Mit Victoria verwandt' sind a) als 'römische' Gottheit die Jubel- 
göttin Vitula (Macr. 3,. 2) und der personificirte Triumpkus (Thriambos $609, 
6; abgebildet auf Münzen der Papia); als b) 'satanische' aber 'Vacuna', eine 
vielgedeutete (Hör. epp. 1, 10, 49. Schol.; OF. 6, 301; Schw. 2, 31 6 f.) sata- 
nische Göttin des Sieges (nach Varro) und des in friedlicher Müsse (vgl. vacuus) 
dadurch gesicherten heimischen Herdes (Vacuna Herdgöttin? OFast. 6, 305). 

8 989. i Der Fülle belebender Zustände und Thätigkeiten 
entsprechend, welche im Wesen der bis jetzt von uns betrachte- 
ten göttlichen oder dämonischen Mächte begründet ist, war die 
italische Pietät viel bemüht, jedem Ausfluss der Gottheit in ge- 
sonderter Andacht zu huldigen: sie gelangte hiedurch zu einer 
Reihe für göttlich erkannter Begriff swesen, welche den ent- 
sprechenden Wesen griechischen Glaubens an Zahl sowohl als 
an priesterlicher Geltung überlegen sind, ohne doch aus dieser 
durch heilige Bücher beglaubigten Anerkennung in eine viel 
grössere Zahl von Heiligthümern und ausgeprägten Gestalten 
überzugehn. 'Wenn einerseits die Göttlichkeit solcher Zustände 
und Thatäusserungen eindringlich genug war, um auch die ober- 
sten Gottheiten, denen sie beigelegt werden, dann und wann 
lieber durch ihre momentan überwiegende Eigenschaft zu be- 
nennen als mit dem Zusatz sonst üblicher Beinamen, so gab es 
andererseits nicht wenig Wesen ähnlicher Art, in denen ein hoch- 
gestellter aber enger Begriff nur durch Eigennamen und Ge- 
betsformeln, ohne ausgeprägte Persönlichkeit und sonstige Ver- 
ehrung, gefeiert ward. 'Zahlreiche Namen dieser Art, die aus 
den Indigitamenten uns überliefert sind, beziehen sich einestheils 
auf die Hauptmomente des fleischlichen Lebens, der Zeugung 
Geburt und Kindespflege sowohl als der reiferen Jugend, 4 mit 
Einschluss auch alles Verkehres Besitzes Erwerbes und Wachs- 
thums; 5 anderntheils auf die des geistigen Lebens, samt aller Thä- 



ITALISCHES. E. RÖMISCHE BEGRIFFSWESEN. $989. 309 

tigkeit Tugend und Ehre desselben, 'endlich auch auf die be- 
glückendsten oder verderblichsten äusseren Zustände und Einflüsse 
des Menschenlebens. 7 Nicht wenige der so vergötterten, grössten- 
theils weiblichen, Begriffswesen, 8 von denen insonderheit Spes 
Virtus und Honos hervorzuheben sind, vermögen wir aus römi- 
schem Tempeldienst nachzuweisen; 9 wie aber bereits bei den 
ähnlichen Begriffswesen griechischer Ueberlieferung von uns ge- 
schah, sind auch die ihnen entsprechenden römischen im Allge- 
meinen als Abzweigungen von dem umfassenden Wesen der grösse- 
ren Gottheiten, des Juppiter oder Mars, der Juno oder Minerva zu 
betrachten. Hiezu kommt denn noch die Erwägung in Anschlag, 
dass eben jene Begriffe auch in den hienächst zu erörternden 
Dämonen menschlicher Persönlichkeit, den Penaten Laren und 
Genien, ihren göttlichen Ausdruck hatten. 

1. 2. 'Vergötterte Eigenschaften' and Zustände, den oben $588 ff. er- 
örterten ethischen Mächten Griechenlands im Ganzen entsprechend, wurden zu 
Rom vermittelst priesterlicher Indigitamenta beglaubigt und noch zu Qvids Zeit 
(MOF. 19J) vermehrt; vgl. Ambrosch über die Religionsbücher der Römer, 1843. 

3. 'Fleischliches Leben', persönlich und göttlich gedacht, in allen Mo- 
menten, von der Empfängniss bis zum Tod, ward von Varro im vierzehnten 
Buch seines grossen Werks (de deis certis: MOF. 185 s. nach Aug. CD. 6, 9) 
in den darauf bezüglichen einzelnen Götternamen ausführlich nachgewiesen. Für 
a) die Begriffe der 'Zeugung und Besamung' scheint er die grossen Gottheiten 
Jamis-Consivius und Saturnus, Liber und Libera genügend befunden zu haben; 
etwa die dit conserentee (Arnob. 5, 18 Ocrisia) und die räthselhaften du ntef, 
die vor Minervens Cella (Fest. s. v.) und auch bei Jnno-Lucina (OMet. 9, 293. 
Sebw. 2, 120) sich fanden, lassen hieher sich ziehn. — Um so mehr aber fand 
für b) ' Geburt und Kindespflege' (Schw. 2, 286 f.) neben der allgemein gefassten 
Geburtsgotlheit Nascio (Cic. ND. 3, 18 aus Ardea) eine Vergötterung der dabei 
erheblichsten Zeiten und Handlungen statt: in Mena Partufa Candelifera Le~ 
vana, in den Geburtsstunden Nona und Decitna, (vgl. auch Numeri*: Schw. 2, 
120), in den Lebensäusserungen Vitumtws 8entinus und Yaticanus (Mund- 
öffnung MOF. 186; ab affatu Farmus! Tert. nat. 2, 11. MOF. 187), Cunina 
Humina (Schw. 2, 287) Potina Alemona Eduia, Victa und Pota, des Kindes 
erste Angst in Paventia nicht ausgenommen, endlich an dem zur Lustration 
bestimmten neunten Tag (Fest. v. lustrici dies) in der Göttin Nundina (Macr. 
1,16. Htg. 2, 244), mit welcher zugleich auch Fata scribunda (Tertull. de 
anima 39. Schw. 2, 287 f.) angerufen ward. — Den Lebensmomenten der c) * ge- 
reiften Jugend' stehn dort fürs männliche Geschlecht die Juventa novorum 
togatorum zugleich mit Fortuna barbata (quae adultos barba induit MOF. 186) 



310 VIERTES BUCH. 

zur Seile, fürs weibliche aber ünxia und CUigula. In besonders reichliche? 
Analyse waren die Momente der d) ( Vermählung' vergöttert worden, nemlich 
durch Anrufung göttlicher Wesen wie allgemeiner gefasst Jugatinus Domiduatt 
Domittus (ut in domo sit) Manturna (ttt maneat cum viro) und die dem Vir- 
gineneie, mit beaonderm Bezug auf den 'Beischlaf ein männlicher Bubigus, 
eine Muttergöttin Prema und eine mit Venus und Priap verbundene Pertund* 
es sind (Aug. CD. 6, 9. MOF. 186); auch Talassius, der Ehegenius dem man 
beim Raub der Sabinerinnen zueilte (Liv. 1, 9. Plut. Rom. 15; QRom. 31), ge- 
hört, auf Mannbarkeit (tälie Htg. 2, 246) oder auf Wollkorb (Schw.2, 283 f.) 
bexogen, hieber. Dem Fortgang der Ehe diente Vtrtplaca (auf dem PaJatin ver- 
ehrt, Val. Max. 2, 1, 6) gegen Störungen; das Unheil der Verwaisung bezeichnet 
Orbona. — In Bezug auf e) 'Tod und Bestattung' gehört die schon oben $ 985, la. 
erwähnte Leichenklage Nenla hieher. 

4. Die Hauptmomente « menschlicher Thätigkeit' (Aug. CD. 6, 9. MOF. 187 f.) 
waren e) im häuslichen * Verkehr' durch Personificirung der 'Hausthür', ihrer 
einzelnen Theile (Forculus foribus, Cardea cardini, Limentinus limini, vgl. U- 
mus und Lima Schw.2, 282; auch Fornax (Fest Fornacalia) und Lateranus 
(für Ofen und Herd), ihrer Eröffnung (Panda Pandana Pantica; Empandaf 
Schw. 2, 280) und Verwahrung (Intereidona und Deverra mit Pilttmnvs: Schw. 
2, 279f.), wie durch ») Richtung und Abstufung des 'Zugangs' (StatMnm 
Adeona Abeona Vibilia [ ?] Tutanus Hediculus, letzterer seit HanrnbaU Rück- 
zug verehrt) ausgedrückt; in Bezug auf v) 'Besitz und Erwerb' in den dUt 
lueriis, der im Circus bildlich aufgestellten Pollentia (Liv. 39,7) und den 
vergötterten Begriffen von Geld und Geldkasten (Aesculanue Argwtinus Artuius 
Pecunia). Ganz besonders aber sind d) Feldbau und 'Saat', von denn G* 
deinen oder Misswachs die Grundlage alles Besitzes abhängt, durch zahlreiche 
Einzelgottheiten vertreten. Bei Varro (MOF. 187) waren in solcher Beziehung 
mit Tellua ($974) zugleich TeUwno Altor Husar samt einer Feldgöttin H* 
soria, einer Frucbtgöttin Fruetisea genannt ; ferner die Gottheiten Seia Segelt* 
TutUina Proserpina Nodelus Volutina Patelena Hostmna(l) Flor* Lactwrekts 
(d. i. lactans, qui se infundit segetibus), Matura Huncina Bpiniensis. Un- 
mittelbar hierauf folgt als feindlicht Gottheit Rubigo> dann aber Potnona Bubona 
Meltona Stercullnus (S Georg. 1,21. Arnob. 4, 7 in Hain OF. 4, 905. MOF. IM I. 
Vgl. oben Saturn und Mars $ 963, 1. 969, 3). 

5. In Bezug auf ' geistiges Leben', dessen a) Inbegriff 'Mens' in den 
zwölf Tafeln als Gottheit erkannt war (Cic. Legg. 2, 8; Tempel Liv. 22, 10 mit 
Venus Erycina; Schw.2, 300 f.) sind b) ( Rath und That' in Oonsus ($960,1) 
Praestana (auch Praestüina) Sentio, in Catius-pater (qui catos i. e. cautos 
beeret, Aug. 4, 21; Cautus-pater ist mithrisch $1000, 1) Ageronim (de ata. 
Aug. CD. 4, 11), auch Volumnut Veiumna und Pete, als Hoffnung Sinei 
($ 984, 2) und Venilia ($ 983, 1). — Als c) 'edle Eigenschaften' waren VMus 
(Tempel mit Honor a. u. 542: Liv. 27, 25. Cic. Legg. 2, 23. Schw. 2, 301) 
gtrenia ($978, 7fr) Pelloma (Feindesvertreibung) Concordia ($984, 1) und 
Spes (| W,.2fc) FMes IT. und Feste durch N«*a: Liv. J>21. DHal *>*»*; 



ITALISCHES. E. RÖMISCHE BEGRIFFSWESEN. BESEELUNG. $ 989. 990. 311 

Vgl. Dius-Fidius $964,6) Pudicitta (als patricia nod auch als plebeja verehrt: 
Lif. 10, 23; aach Padentia) Pietas (Tempel Li?. 40, 34. Schw. 2, 299) Aequüa* 
(Arnob. 4, 1; Aecetiae pocntum: Ritschi Programm 1853) dementia (Plra. 2, 7; 
auf M. ) vergöttert; der darauf erfolgende d) 'Lohn' war in Bonos (Tempel 
Liv. 27, 25. Cic. Legg. 2,23), durch 'Fama' zwar nur in poetischer Geltung 
(VAen. 4, 173 ff.) personhlcirt. 

6. Von menschlichen 'Zuständen 1 galten a) die 'beglückenden' Mundities(?) 
Salus ($978, 8a) Fellcitas (Tempel Plin. 34, 8) Quies (verehrt: Liv. 4, 4L Aug. 4, 
16) Fessonia (Aug. 4, 21) Pansus (Arnob. 1,28) Pax (zur Zeit der Cäsaren ver- 
ehrt: ÖF. 3, 882. Suet. Vesp. 9) Uberta* (gracchischer Tempel am Atentin: Lif. 
24, 16; 43, 18. In der Basilica Aemilia das Atrium Libertatis), nicht weniger 
aber auch b) so 'verderbliche' wie Orbona (Verwaisung, beim Larentempel ver- 
ehrt: Cic. ND.3,25) Febris (drei Tempel: Cic. ND. 3, 25. Val. Max. 2, 5, 6) 
und Dunstgöttin Mephitis (der Leucothea oder Juno verknöpft nach SAen. 7, 84; 
in Rom durch Hain und Tempel geehrt nach Varr. 5, 15. Plin. 2, 93), gleich 
den schädlichen Einflüssen die in Robigus ($969, 3. Schw. 2, 82 f.) und Aver- 
runcus (Varr. 2, 100; mit Robigus angerufen Gell. 5, 12), auch in Tempestas 
(S 981, 7), ausgedrückt sind. 

7. 'Männliche Begriffswesen' sind selten, zum Theil deshalb, weil sie oft 
durch Genien einzelner Zustände vertreten wurden ; doch gehören dahin die vor- 
genannten Consus Honos Volumnus Sterculinus Domiducus Argentin«» u. a. 

8. 'Tempeldienst' ward unter den vorgedachten Begriffswesen insonderheit 
für Mens Virtus und Honos, Concordia Spes Fides Pudicitia Pietas, Felicitas 
Pax Liberias, Orbona Febris Mephitis nachgewiesen. 

9. 'Abzweigungen höheren Götterwesens ($ 588. 600. 989, 1) geben für 
die hier erörterten Begriffswesen besonders unverkennbar sich kund, wo die- 
selben a) unmittelbar als 'Prädicate der Götternamen' (Juppiter-Libertaa oder 
Pecunia, Juno-Moneta u. a.) dienen, oder wo sie b) durch einen besonderen 
'Genius' ($993, 3) vertreten sind. 

8 990. 'In der ausgebildeten römischen Religion füllen 
Penaten Laren und Genien, ihrer vermuthlich verschiedenen Ah» 
stammung ungeachtet, bei Ansprüchen auf gemeinsames Opfer 
die Idee persönlicher Beseelung gemeinsam aus: * dieses mit 
überwiegendem Bezug der Penaten auf Besitz und physisches, 
der Genien auf Zeugung und psychisches Leben, der Laren auf 
erblichen Familienschutz vergötterter Ahnen, 'nichtsdestoweniger 
aber mit einer Begriffsverwandtschaft, durch welche namentlich 
Penaten und Laren im Augusteischen Zeitalter völlig gleich und 
die beschränkten Begriffe einer oder der anderen Gattung ähn- 
licher Wesen zu grösserer Allgemeinheit gesteigert sind. 



312 VIERTES BUCH. 

1 — 3. Ueber die 'Dämonen persönlicher Beseelung', die hier als Penaten 
($ 991) Laren (§ 992) und Genien ($ 993) unterschieden werden, handeln im 
Allgemeinen: Hertzberg de diis patriis, Hai. 1940. Ghd. Abb. etr. Gotth. Anm. 
135 ff.; Abb. über Dämonen und Genien (Berl. Akad.) 1852. Ukert über Dä- 
monen Heroen und Genien, Lpz. Ges. Abb. 1850, 2, 137 ff. — Als dämonische 
Namen allgemeiner Bedeutung werden auch Anculi oder anculae (Fest.) und 
Tutuli (Varr. fr. 232 sacerdotes brevium deonum ; vgl. Camüli) genannt. 

§ 991. 'Dieses vorausgesetzt, fassen wir zu gesonderter 
Betrachtung, zuvörderst die Penaten ins Auge, ihres Namens die 
Besitzgötter ersten Lebensbedarfs. Ihre auf Lavinium und Troja 
vielmehr als auf tuskischen Vorgang rückweisende römische Ver- 
ehrung * gilt einer ihrem Namen entsprechenden Idee, welche 
hauptsächlich auf der im Volksbewusstsein vereinten Beziehung 
auf alle innerste Lebenskraft des Hauses und Geschlechtes so- 
wohl als des Staates beruht. 8 In diesem, auch ohne spätere 
Ueberschwenglichkeit sehr weitem, Begriff ist jedoch weder der 
eigenste Begriff der Laren als vergötterter Abgeschiedner etruski- 
schen mit Todtendienste verknüpften Ursprungs , noch auch der 
der Genien eingeschlossen, dergestalt dass die Beseelung der ein- 
zelnen Person zwar den Laren und hauptsächlich den Genien, 
nie. aber den Penaten zukommt. 4 Den einfachen Symbolen der 
Herdbesorgung, Wasser Feuer Lorbeer Schüssel und Kelle, welche 
im Dienste des Staates wie des Hauses und wie im lavinischen 
so auch im römischen Vestatempel ihnen galten, gesellt als Opfer- 
thier mit Bezug auf winterlichen Hausbedarf und Bundesopfer 
das Schwein sich hinzu, ausserdem standen Lanze und Herold- 
stab im Zusammenhange ihrer Bildung als starke Speerträger 
ihnen zu; 6 in gleich schlichter Weise sind auch alle sonstigen 
Kultusgebräuche der Penaten ihres patriarchalischen Ursprungs 
würdig. 7 Von Götterbezügen steht der zum Lebensverleiher 
Juppiter und zur Flammengöttin des Hausherds Vesta obenan; 
andre sind durch die Götternamen der Regia bezeichnet und 
wieder andre durch eben jene überschwengliche Auffassung, laut 
welcher sie den samothrakischen Trabanten der Göttermutter, 
Apoll und Neptun, Mars und Quirinus, 8 Castor und Pollux sich 
gleichgestellt finden, welche letztern, seit sie von Loeri nach 



ITALISCHES. E. BESEELUNG. PENATEN. LAREN. $ 990—992. 313 

Rom gelangt waren, durch kriegerischen Beistand und ritterliche Gel- 
tung die politische Bedeutung der Penaten allerdings schmälerten. 

1—7. Ueber die 'Penaten': Varr. 5, 40. SAen. 2, 325; 3, 12. Macr.3, 4. 
Arnob. 3, 40. DHal. 1, 67 (Ambrosch Stud. 127. 231 ff.). Vgl. Htg. 2, 71ff. Kl. 624. 
627 ff. Hertzberg de diis patr. p. 62 £ Gbd. etr. Gotth. A. 140 ff. Schw.2, 73 ff. 

9. 'Dioskuren in Rom': Liv. 2, 20 (a. u. 296). 8, 11. 9, 43. Gell. 11, 6. 
Tertull. spect.8. Vgl. §483. Kl. 2, 664 ff. MOF. 126.201. Schw.2, 102ff. 

$ 992. 'Die Laren weisen durch ihren Namen, der 'Herren' 
bedeutet, auf pelasgischen sowohl als etruskischen Ursprung hin; 
in Rom sind sie vor Servius nicht bezeugt, durch diesen aber 
als Bezirksgötter anerkannt. Mhr ursprüngliches Wesen ist durch 
den zeugenden Hauslar und die als Manen bekannten Laren der 
Verstorbenen durchaus auf Persönlichkeit verwiesen; durch die 
Laren der Stadtbezirke jedoch, deren geistige Seite mit dem Be- 
griff der Argeer zusammenzufallen scheint, ist dieses italische 
Dämonengeschlecht auch an der Idee des Besitzes schon früh 
betheiligt. s Die Symbole ihrer späteren den Penaten durchaus 
gleichgeltenden Darstellung, der zufolge sie in kurzer Opfertracht 
mit Trinkhorn und Schale erscheinen, sind ihnen nicht aus- 
schliesslich zustehend, eben sowenig der sie begleitende Hund; 
4 sicherer ist es, dass die Gebräuche ihres eigensten Dienstes 
auf Lebenskraft und auf Todtenopfer, den Geistern der Ahnen 
geweiht, hinweisen. * Besondere Verwandtschaft der Laren mit 
grösseren Gottheiten ist nicht bekannt, und eben so wenig ist 
un6, mit Ausschluss der mehrerwäßnten Zeugungssagen des Haus- 
lar, ein sie betreffender Sagenvorrath überliefert. 6 Die eigen- 
tümliche Entwickelung des Wesens und Dienstes der Manen 
ward im Zusammenhang ähnlich benannter Todesgottheiten be- 
reits oben berührt. 

1—5. Ueber die 'Laren': Cato RR. 143. OFast. 5, 131 (aus Cures?). 
Prop. 2, 3, 53. Plio. 36, 70 (familiaris). Macrob. 1, 7. SAen. 5, 64 (grundinalis). 
Fest. v. Laneae. Arnob. 3, 41. DHal. 4, 14. Plut. QRom. 51. Vgl. Gbd. Prodr.41 ; 
etr. Gotth. A. 177 ff. Fiedler Myth. 499 f. Hertzberg a. O. 34 ss. Schomann de 
diis manibns p. 12. Bück. Troja 218f. 281. 291. Seh w. 2, 237 ff. (Argei 225ff. 
Lenuren257f.). 

6. Ueber die 'Manen': Cic. Legg. 2, 9. SAen. 3, 63; 6, 743. Apul. DSoc 
688. Vgl. $ 973, 8. Kl. 1024. Gbd. etr. Gotth. A. 193. Schw.2, 247 ff. Schomann 
de diis manibus, Gryph. 1840. 



314 VIERTES BUCH. 

i 999. * Die Genien gehn vom bedeutsamen Namen des 
Genius aus, dessen Zeugungskraft von Juppiter auf alle Genien 
ausströmt. Diese im Genius-Jovialis Latiuins sowohl als Etruriens 
ausgesprochene, im vergötterten Erd- und Gärimonialgeist Juppiter- 
Indiges dort wiederholte * und auch im römischen Genius hoch- 
gefeierte Götterkraft 8 wird bestätigt durch weite Ausdehnung des 
Genius auf Beseelung der Götter, ihrer Stellvertreter und auch 
der Menschen, der bewohnten sowohl als der einsamen Orte, 
und neben den Orten auch der durch Götterweihe geheiligten 
Zustände Vereine und Unternehmungen. So ist denn von einem 
Genius der Götter Cäsaren und Menschen, der Tempel und 
Theater, Brunnen und Gräber, aber auch der Volks- und Heeres- 
vereine und ihrer priesterlichen Einsegnung die Rede. 4 Symbole 
des Genius pflegen durch allverständliche Segenszeichen, nament- 
lich Füllhorn und Opferschale, gegeben zu werden; die Schlangen- 
gestalt, die für den Ortsgenius üblich blieb, ward für sonstige 
Genien mit einer Jünglingsgestalt vertauscht, die flügellos, dann 
und wann aber mit einer Stadtkrone bedeckt ist. 5 Opfer wurden 
dem Genius viel und sinnvoll gewidmet; zu Verknüpfung mit 
sonstigen Gottheiten und Sagen scheint derselbe jedoch nicht 
gelangt zu sein. 

1 — 5. Ueber die 'Genien': Varr. Aug. CD. 7, 13. 23. Censorinus cap. 3. 
Tibull.2, 2, 5. Apul. DSocr. 15. Vgl. $618. Htg. 1, 39. Kl. 1014 ff. MOF.231s. 
Schömann de diis manibus p. ] 8 (T. ; über die Genien, 1845. Ghd. etr. Gotth. 
A. 180; Abb. über Dämonen and Genien Anm. 39 ff. Ukert über Dämonen He- 
roen and Genien (Lpe. Ges. Abb. 1850, 2) 137 ff. 

| 994. ' In unmittelbarem Zusammenhang mit jener durch- 
gängigen, aus Latium ungleich mehr als aus griechischer Mitte 
nachweislichen, Beseelung treten aus deren Genienreihe theils 
die besonders benannten göttlichen Geister einzelner Zustände, 
theiis die vergötterten Gestalten ihnen entsprechender Sterblichen 
uns entgegen, die wir bereits in der Religion der Latiner kennen 
lernten. * Der besonderen römischen Sage fallen hievon haupt- 
sächlich zwei heroische Sagenkreise, der des Evander und der 
des Romulus, zu. In Evander, dessen Name lateinisch sowohl 
als griechisch sich deuten lässt, scheint die kumanisch-arkadische 



ITALISCHES. E. GENIEN. EVANJMÄ. ROMULUS. $ 993—995. SW5 

Sage seiner Ansiedlung zu Rom einen ursprunglichen Getreide- 
dämon Latiums benutzt zu haben, 3 um den mit Hermes- und 
Pansdienst eng verknüpften, angeblich von Themis Nikostrata 
oder Carmenta geborenen, Heros des arkadischen Pallantions auf 
Palatin und Aventin einzubürgern, 4 wo er als Träger milderer 
Sitte, Feldbau und Hirtenleben verbindend, zugleich auch Schrift 
Formelwesen und freiere Opfersitte gelehrt hatte. 5 Das Götter* 
wesen in welchem Evander heimisch ist hat man dem des Liber 
und des Saturnus verglichen: es erscheint zu Rom aus arkadi- 
schem Pans- und Poseidonsdienst in den römischen des Lupercus 
und Gonsus umgewandelt; auch wird die Veredlung des Hercules- 
dienstes, ferner die Einführung cerealischen und des Dienstes 
der Siegesgöttin, ihm beigelegt. 6 Hauptzüge seiner Sage sind 
nächst der Flucht aus Arkadien die mit Beistand des Hercules 
erfolgte Befreiung des Aventin vom Feuerdämon Gacus, die Be- 
hauptung seines palatinischen Bodens gegen Aboriginer und gegen 
Praeneste, und das mitAeneas, vielleicht auch mit Faunus, ge- 
schlossene Bündniss. 7 Als Sohn Evanders wird, neben iwei 
Töchtern desselben, Palas der Berggeist des Palatins genannt, dem 
Aventinus als Sohn des Hercules sich anreiht. 

1—6. «Evander': Liv. 1, 5. 7. VAen. 8, 51 ff. DHai !, 31ff. Vgl. Nieb.l, 91. 
Schw. 2, 325ff. Schwegl. RG. 1,351 ff. ABormann Kritik der Sage vom König 
Enandros, Halle 1853. 4. 

7. ' Kinder des Evander': Palas als Sohn, Nome und Dyna als Töchter 
(VAen. 8, 574. SAen. 1, 277. DHal. 1, 32. Kl. 887 ff.). 

§ 995. 'Hienächst muss der Sagenkreis von Roms Königen 
und von den Ahnherren seiner Geschlechter uns beschäftigen. 
Den mannigfaltigen Sagen über Namen Entstehung und Gründung 
der ewigen Stadt *geht die vielgestalte Abstammungssage ihres 
überwiegend genannten Gründers tomulus zur Seite, dessen ein- 
lach oder auch mit einem Bruder Remus gedachte Person grie- 
chisch etruskisch oder latinisch» von Aeneas Odysseus Emathion, 
od»* vom Hauslar und einer Sklavin, oder nach der gangbarsten 
Sage von Mars und einer albanischen Vestalin, Ilia oder Rea-Silvia, 
König Numitors Tochter, abstammen soll. 3 Eine Wölfin und ein 
Stecht, dee Mars und des Picua Thiere, ernährten die endlich 



316 VIERTES BUCH. 

von Faustulus entdeckten, bei Acca-Larentia auferzogenen, Zwil- 
linge, * deren einer im Wetteifer um Roms Gründung unterging. 
Romulus, der lebend und herschend gebliebene, bekriegt sieg- 
reich Roms Feinde, 5 bevölkert die junge Stadt durch den Raub 
der Sabinerinnen, bei welchem Hersilia ihm als Gattin anheim 
fällt, 'setzt als priesterlicher König, den Lituus führend, Götter- 
dienste, namentlich des Juppiter und des Lupercus, und Gesetze 
ein, 7 und verschwindet am Ende seiner Tage, wie Juppiter La- 
tinus vor ihm gethan, als göttlicher Kriegsgott Quirinus. 8 Von 
den Nebenpersonen seiner Sage sind seine Gattin Hersilia, der 
hochzeitliche Talassius und die durch ihr Vermächtniss bethä- 
tigte Acca-Larentia hier zu erwähnen, von denen wenigstens die 
letztere dem Kreise römischer Naturgöttinnen angehört; 'insonder- 
heit aber des Romulus königlicher Gefährte, der beim laurenti- 
schen Penatenfest erschlagne Sabinerkönig Tatius, io und Tarpeja, 
die vermuthliche Ortsgottheit des tarpejischen Felsens, wo eine 
allzeit verschlossene Pforte die Sage von ihrem Verrath und ihrer 
Erdrückung durch der Sabiner Schilde veranlasst haben mag. 

2. 'Grändungssagen Roms': Liv. 1, 3 ff. DHaU, 76. Vgl. Nieb. RG. 1, 21 8 ff. 
Schwegl. 1, 384 ff. 

3—6. Ueber 'Romulus', nächst Livius Dionys und Plutarch: Nieb. RG. 1, 
230 ff. Htg. 1, 702ff. Schw. 2, 265ff. (Rh. Mus. 6, 481ff.). Schwegl. 1, 420 ff. 

7. 'Nebenpersonen' der Romulus sage sind a) 'Hersilia' (eine Here-Silia, 
der Rea-Silvia oder Iiia gl eich geltend? Orioli dei sette re p. 51. 101), b) 'Ta- 
lassio' (§989, 3 d) und c) 'Acca-Larentia' (§984, 7<f). 

8. 'Tatius': Li?. 1, 14. DHal. 2, 51. 52. Plut. Rom. 23. Vgl. Htg. 1, 309ff. 
Schwegl. 1,480 (Quirinal). 521 ff. 

9. 'Tarpeja': Liv.l, 33. DHal. 2, 40. Vgl. Nieb. 1, 241. Htg. 1, 317. 
Schwegl. 1, 485 ff. 

§ 996. ! Dem Latiner Romulus reiht in der Siebenzahl rö- 
mischer Könige * zuerst der sabinische Numa sich, an, der, als 
Gesetzgeber benannt und bewährt, nach der Nymphe Egeria 
Vorschrift zugleich auch zum Ordner des römischen Götterwesens 
ward. 'Mit sichtlichem Bezug auf die dritte Stammtribus Roms, 
als Ausländer selbst in seinem Namen bezeichnet, folgt ihm 
Tullus Hostilius; er begründet die politische Einigung Roms und 
Alba's nach dem von zwei Drillingspaaren, Horatiern und Gu- 



ITALISCHES. E. SIEBEN KÖNIGE ROMS. $995.996. 317 

rätiern, für beide Städte geführten Zweikampf und endet in ver- 
geblichem Bemühen die pontificale Befähigung des Latinerstamms 
an Juppiter Elicius auszuüben. 4 Den steigenden Antheil der 
Plebs an Roms Staatsgewalt bezeichnet Roms vierter König Ancus 
Martius ebenfalls durch seinen plebejisch zugleich und sabinisch 
lautenden Namen, * worauf L. Tarquinius nicht sowohl die ko- 
rinthisch-etruskischen Elemente die eine täuschende Sage seiner 
Namensähnlichkeit mit Tarquinii abgewann, als vielmehr die ku- 
manisch-phokäischen Einflüsse seines Zeitalters dem Römervolk 
einverleibt; ein Römer auch laut seiner Gattin, sofern sie nicht 
als etruskische Tanaquil, sondern beglaubigter im Musterbild rö- 
mischer Hausfraun Gaia oder Gegania uns vorgeführt wird, steht 
er jedoch neuerungssüchtig dem Brauch alter Satzung entgegen, 
die durchs Schermesser des Augurs Attus Navius ihn wunder- 
sam hemmt. 6 Servius aber, eines Hauslaren und einer Sklavin 
geheimnissvoll flammender Sohn, der plebejischen Fortuna Schütz- 
ling und Gründer des latinischen Bundestempels der aventini- 
schen Diana, wirkte zu Gunsten griechischer Götterdienste und 
Sagen von seinem plebejischen Standpunkte aus, 7 während zu 
ähnlichem Erfolg in ganz anderer Richtung auch der jüngere 
Tarquinius, mit kumanischem und sonstigem Ausland verbündet, 
vermittelst der von ihm zuerst angerufenen Autorität der sibylli- 
nischen Bücher, die Einflüsse griechischen Götterwesens dem 
späteren Rom hinterliess. 8 Seit aber mit der Tarquinier Sturz 
und mit der darauf erfolgten Gründung des römischen Freistaats 
das Dämmer der Sage dem Licht der Geschichte gewichen ist, 
führen einzelne durch Göttergnade und Heldenruhm besonders 
begünstigte Geschlechter den gottesdienstlichen Beruf und den 
mythischen Ruhm ihrer Ahnen auch späterhin fort: die gottge- 
fälligen Aemilier laut ihrer Abkunft von Ascanius Amulius und 
Mamercus, 9 die Julier als Sprossen des Aeneaden Iulus, der 
priesterlichen Gamillen vergleichbar durch Flamme und Apex 
dem Flamen Dialis, durch seine sichere Bogenführung dem Ve- 
jovis ähnelt. 10 Anderes mehr ist von des Gorneliers Scipio 
jovialischer Schlangenabkunft, der Fabier Verhältniss zu Hercules 



318 vmrgg mm. 

und zu Fatmus, von Cäculus und von Lantus als Ahnen der 
Cäcitier und Lamier und von den Aeneasgefthrten zu berichten, die 
auch noch anderer römischer Geschlechter Ahnen sein sollten. 

1—7. Deber die 'Nachfolger des Romains': Li?. 1, 18 ff. OHaf. 1, 66 f. M«- 
tareh im Nina. Vgl. Nie*. RG. 1,251 ff. KL Ata. »SIC (Nmna). Omli de' adle 
re di Roma, FieaolelS39. Schwenck2, 333ft. Scawegler RG.1, *16ff. 

8—10. 'Römische Familien': a) 'Aemilier' (Amulius u. a. Kl. Aen. 5S7. 
969 ff. 981 ff.); ft) 'Juli er' (Kl. 1059 ff.); c) 'Corneliar' (Scipio KI. 1030 f.); 
4) 'Fabier' (Kl. 847.). — Ausserdem weihen die t) 'AqninW (aquiliehmr) 
von Uaeas, die f) l Cacilier ' ?om priBtatiniachea Digititr Caeculos (n. a. Kl. 767), 
die g) ' Lamier' Tom Lamos der Odyssee (Kl. 1050), die A) 'Mamilier' fön 
Telegonus und Ulisses (Kl. 1147 ff.) abstammen. Troischer Ableitung ?on Ge- 
nossen des Aeneas rühmten sich auch die Cacilier (a Caecade) Cluentier (a 
Clofio) Geganier Junier Memmier NanUer Sergier: Sehwegl. RG. 1, 334 f. 

F. GOTTHEITEN DES AUSLANDS. 

S 997. ' Der vergötterten Cäsaren zu geschweigen, welche 
die Reihe römischer Götterwesen buchstäblich schliessen, 'bläht 
der hauptsächlich im sinkenden Kaiserreich hochgestellte Dienst 
ausländischer Gottheiten am Schluss dieser Darstellung zu er- 
wähnen uns übrig. Wie es im Wesen des Heidenthums liegt, 
in heängsteter Zeit dem unzulänglich befundenen Beistand der 
eigensten Götter andre wirksamere Mächte herbeizubeschwören, 
vollends wenn ihrer Verehrung der Reiz leicht erfüllter Gebräuche 
sich beigesellt und ein vielfacher Verkehr mit mancherlei Aus- 
land sie begünstigt, s ward schon seit der Könige Zeit der grie- 
chische Apoll vermittelst des Ansehens seiner Orakel und Weis- 
sagungen nicht nur als Rathgeber in Fährlichkeiten des Staats 
aufgesucht und durch ihm gegründete Tempel zu Rom verehrt; 
4 vielmehr ward er, sofern seine sibyllinischen Bücher massgebend 
blieben, zum Gründer andrer nächstdem aus Griechenland all- 
mählich eingeführter Kulte, der Kulte Latonens und Dianens, der 
Veuus Geres und Salus und anderer mehr. *Von Unteritaliea 
her fand hauptsächlich der Geresdienst, die Nahrungssorgen des 
römischen Volks zu stillen, frühzeitigen Eisgang; 'die Religion 
d#s bacchischen Götterwesens war ihm beigesellt und ward erat 



ITALISCHES. F. FREMDE GÖTTER. SERAPIS. ISIS. $ 997. 998. 349 

allmählich, hauptsächlich durch Einmischung phrygischen Dienstes, 
getrübt. 'Eine glanzvolle Einführung durch Staatsbeschluss ward 
in der Bedrängniss schwerer Seuchen dem epidaurischen Schlangen- 
gott Aesculap 8 und dem Bätylstein der phrygischen Göttermutter 
zu Theil, deren megalesische Feste in patricischer Geltung dem 
cerealischen Circusfeste des ärmeren Volks nachfolgten. 'Mit 
der steigenden Ausdehnung römischer Macht konnte es auch an 
noch andern ausländischen Kulten nicht fehlen : dem phrygischen 
Cybele- und Sabaziusdienst folgten aus Osten Süden und Norden 
noch andere mehr, "von denen wenigstens Aegyptens und Persiens 
Gottheiten, einmal eingeführt, bis in die spätesten Zeiten des römi- 
schen Weltreich seine fast unausgesetzte Verehrung genossen. 

• 1. Der 'Cäsaren' Vergötterung spricht am durchgreifendsten im üblichen 
Eide fei» Genius des Cter (Hör. epp. 2, t, 26. Snet. Ctlig.27. GW. Dim. 
und Genien A. 506) sich aus. 

2. 'Gottheiten des Auslands': Htg.l,231ff. Schw.2, 450ff. 

3. 'Apollinische Orakel' und Apollodienst: $967, 4 ff. 

4. Auf das Geheis« der 'sibyHtafoehen Bücher' ($ 967, 4. 10) wurden 
aaaaer Aesculap auch JLatona (a. u. 463) Hebe (a. u. 536), Venus Ceres und 
Salus u. a. m. (Schwegl. 1, 803) zu Rom verehrt. 

5. 6. ' Ceresdienst': $985, 4. — Der 'Bacchanalien Entartung': SC. de 
Bacchanalüras ($ 445, 3 a. u. 568). 

7. 8. 'Aescnlap und Cybele' (a. «. 463 und 549). Ueber a) 'Aesculap* 
ward g 507 ff. gesprochen; die *) pessiauntische 'Cybele' ward als Magna mater 
ins Palatium versetzt ($ 147,4c. KL 1092. MOF. 129.240. Sek w. 2, 206 ff.). 

9. 10. Den ausländischen Götterdiensten a) 'Asiens' gereicht die Vertreibung 
der Chaldäer aus Rom. a. u. 611 zur Zeitbestimmung; in späterer Zeit wurde 
der syrische Juppiter Dolichenus ($ 1000, 6), der persische Mtthras (f 1060, 4 ff.) 
und Elagabals Sonnengott ($469, 6) verehrt Von ö) 'Aegyptens' Gottheiten 
genossen Serapis und Isis ($998. 999), zu Hadrians Zeit auch in grösserem 
Götterkreis, ausgedehnte Verehrung, woneben 'Libyens' Ammon ($198, 7) im 
Hermendienst, ausserdem die karthagische Juno caelestis ($218, 10 4) aus Rom 
beseligt ist. Auch c) 'nordische' Gottheiten in Rom einzuführen ward in 
Augusts Zeit (Druiden : Dio Gast. 54, 6) versucht. 

% 998. ' Sarapis ist ein von den Aegyptologen als Freuden* 
goti, Stromgott oder auch als Grab des Apis bis jetzt unsicher 
gedeuteter, in der missbräuchlichen römischen Form häufiger 
Sirapis benannter, laut der vorhersehenden Sage von Sinope 
UMh Alexandria versetzter Gott, 4er glänzend dort zu Rhakottd, 



320 VIERTES BUCH. 

nicht weniger aber auch im weitschichtigen Serapeum bei Memphis 
und, wie in Syrien Griechenland und Italien hie und da, 3 haupt- 
sächlich zu Rom, mit aller dortigen Beschränkung und Erneuung 
ägyptischen Dienstes, verehrt ward. * Seine sinopische alexandri- 
nische und römische Auffassung lttsst einen solarischen Unter- 
weltsgott, dem Helios und Hades, aber auch dem Heilgott As- 
klepios verwandt, in ihm erkennen, woneben man auch wol 
als Segensgott dem Nil ihn verglich; 5 übrigens scheint sein mem- 
philisches Apisgrab die Wandelbarkeit jenes plutonischen Natur- 
gotts mythisch und symbolisch nach Art des Osiris mehr her- 
vorgehoben zu haben als es ursprünglich in seiner hellenisti- 
schen Auffassung lag. Während dort an Stierbildung zu denken 
ist, Entspricht jener erstgedachte plutonische Begriff des Serapi» 
vielmehr der üblichen zeusähnlichen Kunstbildung desselben, die 
ihn mit einem Kornmass bedeckt und vom dreiköpfigen, dem 
Kerberos ähnlichen, Thiere begleitet zeigt. T Hiemit stimmtauch 
die Besonderheit seines ausserhalb der Städte geübten Dienstes, 
dessen sonstige Düsterheit durch das damit verknüpfte, auch 
Bäder umschliessende, Heilverfahren gemildert ward. 8 Von andern 
Gottheiten war Isis, wie dem sinopischen Gott Persephassa, ihm 
beigesellt; als dritte Person wird der Knabe Harpocrates, den ein 
Füllhorn zugleich und die Geberde des Schweigens auszeichnet, 
jenem Paare verbunden, dem auch wol Anubis zur Seite geht, 
dagegen Person und Sagenkreis des Osiris schwerlich auch 
auf Serapis übertragen ward. • Bemerkenswerth ist überdies 
der eigenthümliche Sagenkreis, laut welchem das sinopische 
Götterbild des Serapis durch Traumgesichter und Göttergunst 
dem Land Aegypten zu Theil ward. 

1—9. Ueber 'Sarapis': Macr. 1, 7. Strab. 17. 795. 807. DPerieg.254 
(Ztvian.). Tac. Hist. 4, 83. Plut. ls. 28. Clem. protr. p. 20. Vgl. Creuzer Dio- 
nysus 183 ss. Guigniaut, Sdrapis et son origine 1828 (zum Tacite von Burnouf 
Bd.<6). Wilkinson Egypt. manners 4, 360 ff. Bunsen Aeg.1, 502. Schwarze, das alte 
▲egyptenl, 1 S. 4 ff. Roth PEncykl. 6, 1064. Lepsius, über den ersten äpypti- 
schen Götterkreis (Berl. Akad. 1851) S.56ff. 

% 999. * Früher noch als der Dienst des Serapis ward, zu- 
nächst von Griechenland her, am entscheidendsten aus Tithorea 



ITALISCHES. Fi FREMDE GOTTHEITEN. SERAPIS. ISIS. JtHtö— 1090. 321 

durch Sulla, der Dienst der Isis nach Rom versetzt, f wo er 
seitdem, oftmals verboten und eben so oft wieder eingeführt, 
zuletzt auch im Innern der Stadt bleibend geduldet wurde. "Ihrem 
Wesen nach als Erdgöttin gedacht, so jedoch dass die mystische 
Sage des Suchens dieser Göttin nach dem verschwundnen Osiris 
nur in geringer Anwendung nach Rom gelangt zu sein scheint, 
4 war ihre göttliche, bei leinenem Franzengewand durch Lotus- 
blume Eimer und Sistrum, auch wol durch Thiermasken ihrer 
Diener gehobne, Erscheinung, 5 verknüpft mit den Reizen ihres 
geheimnissvollen Priesterthums, ihrer vielbesuchten Festzüge und 
unfern vom Volksgewühl der Geweihten selbst ihrer Kasteiung, 
6 mächtig genug um im republikanischen sowohl als kaiserlichen 
Rom den Diensten der ihr zunächst vergleichbaren Göttinnen 
Cybele Ceres oder Venus sie vorzuziehn. ? Hiebei ist es cha- 
rakteristisch und durch die Herkunft ihres Dienstes aus Alexandria 
erklärlich, dass nicht sowohl Osiris als vielmehr Serapis ihr 
Beisitzer ist; als geliebter Sohn pflegt bald Horus bald auch 
Harpocrates ihr beigesellt zu sein« 

1 — 7. Ueber den römischen 'Isisdienst': Tac. Ann. 2, 85; Hist. 2, 74. 
Suet. Tib. 36. Ovid. ex Ponto 1, 1, 51; Amor. 2, 2, 25. Lampr. Commod. 9. Vgl. 
Schwenck 3, 226 ff. CReicbcl de Isidis apud Romanos cultu, Ber. 1849. 

§1000. x Mithras t der zu Rom auch Cautopates und mit 
Vaternamen benannte persische Sonnengott, dessen berühmte 
Stiertödtung in einer schwerlich rein persischen Ausbildung neben 
dem Lenker der Sonnenrosse sowohl als auch neben einer weib- 
lichen Mitra besteht, 'war in das Götterwesen des römischen 
Reichs erst später als die ägyptischen Kulte, dann aber auch, 
vermittelst der asiatischen Legionen, zumal seit der Epoche der 
Antonine um so unwiderstehlicher eingedrungen. Wo immer jene 
Legionen sich länger aufhielten, im Norden fast mehr als im 
Süden, 'haben sie zahlreiche Spuren jenes als Sonnengott Mitt- 
ler und Todtenrichter gedachten Gottes zurückgelassen, *den wir 
auf Kunstdenkmälern im phrygisch bekleideten bartlosen Erdolcher 
eines Stieres erblicken: 4 des Stieres der öfters als Erdsymbol, 
richtiger als Sinnbild solarischer Zeugungskraft gedeutet und von 

Gerhard, Mythologie. II. 21 



322 VIERTES BUCH. ITALISCHES. F. M1THRAS. $ 1000. 

so sprechenden Symbolen wie Hund Skorpion und Schlange, samt 
allen dämonischen Boten der Sonnenkraft, begleitet wird. 6 Die 
räthselhaften Besonderheiten dieses Gottes und seines hauptsäch- 
lich in Höhlen geübten mystischen Dienstes weisen auf ausge- 
dehnte Bedeutung desselben zurück; vorzugsweise von Kriegern ge- 
übt, legten sie diesen wehrhaften Söldnern des weltbeherschenden 
römischen Uebermuths das peinliche Ritual siebenfacher, nach 
Löwe Rabe und andren Symbolen gesonderter, Einweihung auf: 
6 in ähnlichem Sinne wie auch die syrischen und phrygischen 
Gottheiten, Juppiter-Dolichenus und Cybele, durch Taurobolien 
ujid Kriobolien in religiöser Beängstigung dem Trotze der römi- 
schen Weltherschaft Fesseln anlegten. 

1—5. Ueber den römischen 'flfithrasdienst': Lamprid. Commod. 9. Porphyr« 
abstin. 4, 16. Hiercnym. epist. 1 p. 33. Greg. Naz. Or. 3. 39. Vgl. Lajard, Re- 
cberches sur le culte public et les mysteres de Mithras, Paris 1847 ff. fol. 
Schw. 4, 356. 5, 185 ff. — Der mithrische Göttername <Cautopates', ans 
Brescia (Labus Ann. 18, 271 ss.) und nun auch aus Friedberg (Allg. Ztg. 1853 
no. 33) bezeugt, wird aus dem Sskr. als Weltherr gedeutet. 

6. ' Juppiter-Dolichenus': $ 198, 4. GSeidl, über den DolichenuscuU, 
(akad. Sitzungsber. 12, 4 ff. 13, 233 ff.), Wien 1854. 



ANHANG. MYTHOLOGISCHE PARALLELEN f 1001 A. 323 



ANHANG. 

MYTHOLOGISCHE PARALLELEN. 

§ 1001^. 'Dem Erforscher der griechischen Mythologie kann 
es nicht erlassen werden, nach erfolgter Durchmusterung seines 
eigensten Gebiets aus dessen ihm eigensten Quellen, zuletzt auch 
die Stelle zu bezeichnen, welche das räumlich unscheinbare Grie- 
chenland im Zusammenhang der Religionsgeschichte beanspruchen 
darf. s Es kann demnach nicht fehlen, dass der Versuch einer 
vergleichenden Mythologie, dem wir hienächst in Hinblick 
auf alle sonstigen Religionen des Heidenthums fast ohne Vor- 
gänger uns unterziehen, eben so gerechtfertigt durch den von 
von uns vorangestellten Inbegriff griechischer Götter- und Helden- 
sage erscheinen werde, als er durch die Leistungen neuester 
Sprach- und Geschichtsforschung möglich und anziehend für uns 
wird- 8 Wie diese Geschichtsforschung den gemeinsamen Ur- 
sprung der Völker zunächst und hauptsächlich auf sprachlichem 
Weg zu erkunden, durch Nebenumstände aber, wie Jahres- und 
Monatseintheilung oder auch Mass und Gewicht sie darbieten, 
zu stützen weiss, 4 sind auch gewisse durchgreifende Züge re- 
ligiöser und mythischer Auffassungsweise, solche wie die Fluth- 
sagen, die Weltepochen, der Götterberg und andere mehr, der 
Mehrzahl der Völker des Alterthums gemein; 5 woneben denn 
auch die überraschende Verwandtschaft in Götternamen und 
Göttersymbolen fern von einander befindlicher Völker unsrer Be- 
trachtung sich aufdrängt. 

1. Zur 'vergleichenden Mythologie' ist in Hegel's Philosophie der Religion 
und sonst hie und da, zuletzt von JFLauer (Myth. 1853 S. 49 ff.) manche An- 
leitung gegeben, ohne dass eine geschichtliche Darstellung, einem nationalen oder 

21* 



324 ANHANG. 

speculativen Gesichtspunkt untergeordnet, bis jetzt dafür ausreichend wäre. I» 
FNork's vergleichender Mythologie zum nähern Verständniss vieler Bibelstellen 
(Lpz. 1836) ist der ehald&tscbe Planetardienst zur ungefähren Grundlage ge- 
wählt; AWuttke's Geschichte des Heidenthnras aber (II. Bresl. 1852. 53) be- 
rührt bis jetzt kein der europäischen Menschheit näher liegendes Volk als 
die Inder. [Eben beginnt AKuhn Ztschr. 4, 85 ff. Aufsätze über * Sprachver- 
gleichung und Urgeschichte der indo- germanischen Volker'.} 

B. Um nun diese und ähnliche, eben so oft missliche als 
unleugbare, Uebereinstimmungen religiöser und mythischer Auf- 
fassungsweise verschiedenster Völker für den von uns bezweckten 
vergleichenden Ueberblick zu benutzen, haben wir die bezeich- 
nendsten Hauptzüge und Gegensätze der mancherlei Mytholegieen 
uns vorzuführen, f die, wie aus den Nachkommen Japhets, auch 
ans den Sprösslingen Harns und Sems, wie aus Hellas und La- 
tium auch aus Aegypten, aus Indien Persien Assyrien Babylon, 
Syrien und Phönicien, nicht weniger auch aus der indo-europäi- 
schen Götterwelt, nebenher selbst aus den turanischen und den 
kümmerlich sonst noch vorhandenen heidnischen Religionen uns 
zu Gebote stehn, 8 und in ihrer mehr oder weniger inhaltreichen 
Ausstattung von den aus eignem Bewusstsein des gottesbedürfti- 
gen Heidenthums poetfseh hervorgegangenen Glaubensformen und 
Mythen uns Kunde geben. 4 Es steht aber zu verhoffen, dass 
die somit anzuregende Vergleichung ausländischer Mythologieen 
mit der griechischen in eben dem Grade uns möglicher und er- 
spriesslicher sein werde, in welchem bis hieher es unser Be- 
streben war, der griechischen Mythologie, unvermischt mit den 
Götterdiensten des Auslands, zum festen Boden und Ausgangs- 
punkt mancher daran zu knüpfenden Forschung uns zu versichern. 

1. 2. Es wird demnach hienächst a) 'in ethnographischer Folge' der 
Religionen Aegyptens (C — G) Indiens (H. J) und Persiens (K), Assyriens 
(J>), Babylons (M), Syriens (JV) und Phöniciens (0), der nordischen (P) 
und der sonst noch übrigen (Q 1 — 3) gedacht, um 6) auf deren Inhalt eine Ver- 
gleichung der wesentlichsten 'Gesichtspunkte aller Religionsgeschichte' (04 — Z) 
zu begründen. 

C. Aegypten, dessen räthselhafte Sprache zugleich mit 
uralter Bilderschrift und mit Denkmälern von unverwüstlicher 
Dauer *(Jie Vorzeit eines, in regenlos fruchtbarem Erdstrich 



MYTHOLOGISCHE PARALLELEN. AEGYPTEN. $1001 B-D. 825 

seinen Königen und Priestern unterthänigen tiefsinnigen Volkes 
Jahrtausende aufwärts verfolgen lässt, 3 hat in der allmählich 
sehr angewachsenen, durch Ortsunterschiede Nieder- und Ober- 
Ägyptens bedingten und von den Einflüssen Asiens nicht unbe- 
teiligten, Zahl seiner Götter 4 den Sonnendienst der im Gott Ra 
ihm ursprünglich, zu Memphis Theben und This in Ptah Atnmon 
.und Osiris mehr oder weniger ihm vergeistigt war, 5 mit einem 
sehr ausgebildeten Eid- und Todtendienst, zu verbinden gewusst, 
welcher jedoch, an und für sich oder im damit verknüpften sym- 
bolischen Thierdienst, unmöglich als der alleinige Götterglaube 
Aegyptens betrachtet werden darf. 

1 — 5. Das 'ägyptische Götterwesen', dessen Kennt niss bis auf die neueste 
Zeit vorzugsweise auf Herodot Diodor Plutarch und Horopollo beruhte (vgl. 
Jablonski Pantheon Aegypt. III. Fcf. 1750ss. Hirt Bildung der ägyptischen Gott- 
heiten 1821. Creuzer Bd. 2,1. MHdb. $232,3. Vieles berichtigt bei Schwenck 
Myth. Bd. 3), hat eine andre Gestalt erhalten, seit die Kunstdenkmäler mit ihren 
verständlich gewordenen Beischriften (bei Rosellini, Champollion , Wilkinson, 
oben $ 51, auch bei Bonorai und Birch, Gallery of antiquities. II. Lond. s. a. 4.) 
die von Bunsen (Aegypten 1, 423 ff.) und RLepsius (Abh. aber den ersten ägypti- 
schen Götterkreis, Berl. Akad. 1851. 4. Vgl. noch Mov. Phon. 32 ff. und Duncker, 
Gesch. d. Alterthums, 2 Ausg. Halle 1855, 1, 55 ff. 70 ff.) benutzte Grundlage dar- 
boten, mit welcher nun auch Röth's (abendl. Philosoph. 1, 110 ff.) so gelehrtes als 
blendendes ägyptisch-phönicisches Religionssystem unverträglich erscheint. 

D. f Jenes schwer überschauliche Göttergewimmel Aegyptens 
auf seine einheitlichen Grundgedanken zurückzuführen, sind die 
von Manethos und Herodot bezeugten Götterdynastien in Ver- 
bindung mit den sie erläuternden Kunstdenkmälern für uns 
leitend. *Es ergibt sich aus diesen als älteste Form ver- 
einter ägyptischer Gottheiten zuvörderst ein achtfacher Götterkreis, 
dessen oft wiederholtes Personal die Lichtgottheiten verschiedener 
Städte und Welten, von Ra (Phre) und Ptah oder Mentu, Atmu und 
Mu beginnend, den Zeit- und Erdgottheiten Seb und Nut (Netpe), 
nebst den Sprösslingen derselben, Osiris und Isis, Set-Typhon 
samt Nephthys und Horus samt Athor, verbindet. * Diesem be- 
zeugtesten und erwähltesten Götterkreis des alten Aegyptens ent- 
spricht bei einfacher Zählung der Götterpaare die von Herodot 
oben angestellte ebenfalls achtfache Götterzahl, aus welcher eine 



328 AISHANG. 



■ • i 



dachtsvoiler Unterwürfigkeit geübt, *ist aus den meist helleni- 
schen Beschreibungen unterägyptischer Feste uns nur einseitig 
bekannt; 3 dagegen die Kunstdenkmäler uns einen viellachen 
' Blick in» ägyptische 4 Ritual, des Dienstes der Götter nicht nur, 
sondern auch des Thier- und Todtendienstes gewähren. In 
Kunstwerken grösseren Umfange und fast noch mehr im un- 
scheinbaren 'Todtenbuch' ist die phautasievolle Vorstellung des 
Todtenreichs und des Schicksal» der dorthin geleiteten, ihres 
Richterspruchs wie ihrer Busse Wanderung und Verklärung ge- 
wärtigen, Seelen für unsre Blicke entrollt: * dergestalt dass die 
geringe Poesie ägyptischer Göttergestalten und Sagen zugleich 
mit dem Mangel beglaubigter kosmogonischer Mythen uns weniger 
fühlbar, 6 und der vom Standpunkt der Mythologie in Aegypten 
uns nicht leicht bezeugte Glaube an die Entstehung des Menschen- 
geschlechts aus gefallenen Geistern, an Götterfluch Schuld und 
Busse, durch manches anschauliche ägyptische Bild einer un- 
fehlbaren zukünftigen Welt uns ersetzt wird. 

H. 'Anders verhält es sieb mit der Götterwelt Indiens, 
welche Aegyptens monumental bezeugte Jahrtausende durch die 
dort minder verbürgten Zeugnisse eines noch höheren Alters 
lange Zeit zu überbieten schien; * unabhängig von diesem Ver- 
gleich bleibt sie in nicht geringerem Grad, durch hohes Alter 
sowohl als durch den Umstand uns wichtig, Religion desjenigen 
Volkes zu sein, das in Abstammung Sprache und Götterglauben 
alle sonstige Zweige des arischen oder indogermanischen wie 
des erst spät ihm begegneten semitischen Heidenthums über- 
ragt. 'Als reinste und älteste Form jenes indischen Götterwesens, 
in den Zeiten der Veda's sowohl den darauf gefolgten des Epos, 
4 als auch den Gegensätzen Brahma's und Buddha's 5 und auch 
der Zerklüftung indischer Ortsgottheiten vorangehend, 6 wird die 
Verehrung Varuna's, des höchsten und reinsten, auf Nachtzeit 

oder auf Meeresnatur erst später beschränkten, Himmelsgottes 

• 

im siebenfach zu denkenden Kreis ewiger Himmelsmächte, der 
Aditja's, uns nachgewiesen. 7 Nächstdem tritt dieser Dienst hinter 
dem des Indra zurück, dessen höchste Himmelskraft von Varuna 



MYTHOLOGISCHE PARALLELEN. AEGYPTEN. $1001 G—J. 329 

als Luft- und Wassergott, von Agni als Gott des Erdfeuers be- 
gleitet wird: Gottheiten denen theils die ihnen entsprechenden 
weiblichen, 8 theils die meist als Ausflüsse des Indra zu be- 
trachtenden sonstigen Natur- und ethischen Götter des vedischen 
Glaubens sich beigesellten. • Statt dieser ältesten Götterdreizahl 
werden im indischen Epos Brahma Vishnu und Shiva, die auch 
. zum Trimurti vereinten, weiblich in Sarasvati Lakshmi und Bha- 
vani verkörperten, Weltlenker des spätem brahmanischen Glaubens, 
uns vorgeführt, neben deren schaffender erhaltender und zer- 
störender Gewalt "die grosse Zahl sonstiger Vergötterungen 
kosmischer Natur- und Geisteskraft, begleitet auch von so mensch- 
lichen Göttern wie Yama, der zum Todesgotte gewordene erste 
Verstorbene einer ist, ihren weitreichenden Spielraum fand. 

1—10. Ueber die Götterwelt 'Indiens' (Creuzerl, 353 ff. Stuhrl, 54 ff.) wird 
#e neueste, auf den Veda's (Rig-Vlda trad. par Langlois, IV, Paris 1848 ff.) und 
auf dem Epos beruhende, Forschung von Lassen (Indische Alterthumskunde, IL 
Bonn 1847. 52. Th. 1 S. 755 ff. 1087 ff. 2, 462 ff. Ueber die Lokapala's 1, 770) 
und BRoth (Ueber Litt. u. Gesch. des Weda, Stuttg. 1846. Die höchsten Gotter 
der arischen Völker, Ztschr. d. d. morgenl. Ges. 6, 67 ff.; zur Gesch. d. Beligionen, 
in Zeilers theol. Jahrb. 1846. 5, 346 ff.; über die Onnuzdreligion ebd. 1849 
S. 285f. Vgl. auch AWuttke Relig. d. Heidenthums 2, 230 ff.) vertreten. 

J. l Die ursprüngliche Vorstellung über Wesen und Er- 
scheinung dieser Gottheiten lässt sie in menschlicher Weise, 
der Stärkung durch Somatrank bedürftig, dem beharrlichen Büsser 
nachgiebig denken, ohne doch Götterbilder von Menschenhand 
bereits für das Zeitalter einzuräumen in welchem der persische 
Lichtdienst von Indiens Deva's sich schied; 'erst ungleich später 
sind, indischer Naturphilosophie und Sinnlichkeit gemäss, 8 und 
dem bald asketischen bald derb sinnlichen Dienst entsprechend 
durch welchen die mancherlei Landschaften Indiens im Lauf der 
Jahrhunderte ihre verschiedenen Götter verehrten, 4 die abenteuer- 
lichen Bildungen derselben entstanden, die man verhältnissmässig 
junger Entwicklung, etwa vom Göttervereine der Lokapala's an- 
hebend, zurechnet; als symbolisches Beiwerk kommt samt der 
Lotosblume ein und das andere Sexualzeichen, Lingam oder 
Yoni, ihnen zu. 5 Eine Rechtfertigung für solche Vermenscb- 



330 ANHANG. 

Hebung seiner Gottheiten hatte die Vorzeit Indiens im kosmö- 
genischen 'und heroischen Sagenkreis seiner Götter gefunden, 
deren Hinabgang vom Götterberg in sterbliche Hülle im Namen 
der Avatara's und in Halbgöttern wie Krislina, Indiens dem 
Gotte Vishnu entstammtem Herakles, gefeiert 7 und von den glän- 
senden Heldenkämpfen des indischen Epos begleitet ist 

Ä. * Persiens, durch seine Zendspraehe zunächst den Indem 
verwandtes, obwohl auch vom Einfluss semitischer Stämme früh- 
zeitig berührtes, kriegerisches zugleich und tiefsinniges Bergvolk, 
'war, in Gemässheit seines durch Zoroaster vergeistigt erneuten 
Götterglaubens, 'dem wehrhaften Feuerdienste geweiht, den das 
höchste Lichtwesen Ormuzd im Gegensatz der von Ahriman ge- 
leiteten, dem Gegensatze von Iran und Turan entsprechenden, 
finstern Mächte empfing: dieser das Menschenleben beherschenden 
Doppelmacht scheint erst in später Speculation Zarvana-Akaran*, 
ein Ausdruck der unvordenklichen Zeit, voranzustehn. 4 Wie im 
ältesten Glauben Indiens Varuna, mochte auch Persiens höchster 
Gott Ormuzd im Kreis seiner sieben Amschaspands überwiegend 
geistig, als Urquell himmlischen Lichtes gedacht sein, 'bevor 
auch der Sonnengott Mithra als Lichtgott irdischen Feuers ver- 
ehrt war. Dem vorzugsweise in diesem Namen persönlich ge- 
wordenen Dienst des von weissen Rossen begleiteten, von Ma- 
giern priesterlich gepflegten, Feuers 'kann erst durch semitischen 
Einfluss der durch sein Stieropfer charakteristische, im Bilde der 
opfernden Siegsgöttin auch wol weiblich gefasste, spätere Mithra- 
dienst beigesellt sein; als Symbole desselben sind auch noch 
Löwe und Rabe, Hund und Schlange, Keule und Schwert be- 
kannt, 7 während der älteste reine Lichtgott der Parsen im Bild 
des geschlossenen Kreises und etwa im Lebensbaum Hom seine 
unterscheidende Merkmale hat« 8 In jener räthseihaften Kreisge- 
stalt pflegt man zugleich die Taubenflügel der weiblichen Mitra, 
vom Obertheil des persönlich gedachten Gottes überragt, als An- 
deutung der höchsten Gottheit noch spät vorzufinden. 'Trotz 

• 

solcher mannigfachen Symbole gibt die persönliche Auffassung 
persischer Gottheiten im Ganzen nur selten sich kund: dieses 



PARALLELEN. INDIEN. PERSIEN. ASSYRIEN, g 1001 J— L. 331 

unbeschadet zahlreicher Dämonen, welche im Dienste des Ormuzd 
und Mithra sowohl als des Ahriman sich vorfanden, und, nach 
Hinzutritt chaldäischen Sternendienstes, jenem in einer dem 
himmlischen Thierkreis entsprechenden Zwölfzahl der Akhtars, 
diesem in einer planetarischen Siebenzahl der Awakhters zu- 
erkannt wurden. u Ausserdem sind als Diener des Ormuzd die 
vorgedachten Amschaspands und die Izeds, als Diener des Ahri- 
man die Deva's, als Sternengeister der menschlichen Persönlich- 
keit unzählige Fravashi's oder Ferver's bekannt "Allem An- 
scheine nach ist es diese persische Geisterwelt, welche, ver- 
bunden mit dem sie überragenden Dualismus des Weltprincips, 
nicht nur die Dämonologie der Semiten, sondern auch die der 
westlichen Völker wesentlich begründet oder bestimmt hat "Was 
endlich der Perser Lehren über die Anfänge der Schöpfung und 
deren Weltalter betrifft, so ist deren mit Indien verknüpfte Grund- 
lage zwar nicht zu bezweifeln, eben so wenig aber die verhältniss- 
mässig späte Zeit ihrer Fortbildung im Schoss eines Volkes, 
"dessen nachhaltige Entwickelung in vollem Glänze noch aus den 
Dichtungen des Mittelalters hervorgeht 

1 — 14. Ueber das Götterwesen der * Perser' (Herd. 1, 131 ff.) handeln mit 
mehr oder weniger Benutzung von Burnoufs und Anderer Arbeiten über das 
Zend-Avesta (seit Anquetil du Perron; Vendidad übs. Ton Spiegel): Creuzerl, 
1790: Stubr 1,399 ff. Schwenck Myth. Bd. 5. 1850. PEnc. 4, 1365& (Magia- 
mus). Lauer M. 6 4 ff. FLajard Recherches sur le culte de Mithra, Paris 1847 foL 
Ueber 'Zoroaster': Stuhr 1, 35 4 ff. Mov. Phon. 349 ff. («Ham). 339.351 (aus 
Chaldaa?). Roth PEncykl. 6, 2083. Roth abend!. Philos.350ff. 439ff. Lassen 1, 
752ff. (älter als Hystaspes); vgl. auch Rinck Rel. d. Hell. 2, 1, 288 (jüdische Ideen). 

L. l Assyriens und Babylons, in ihrer Sprache den Persern 
sowohl als auch den Semiten verwandte, Völker haben wir mit 
Einschluss ihrer Nachbarländer so zu betrachten, dass mit dem 
Gebirgland Assyriens auch Armenien, mit der babylonischen 
Euphratfläche zugleich auch Syrien und Palästina hieher gehören. 
•Als Gesamtgott Assyriens wird uns der aus Babylon mehr als 
aus Ninive bekannte Baal mit oder ohne seine von Löwen be- 
gleitete Beisitzerin Baallis- Astarte genannt, welcher, dem grie- 
chischen Zeus oder Kronos gleichgeltend, wol auch im Namen 



332 AKBAIIG. 

Assur gemeint ist, den die Denkmäler jenes Landes zugleich mit 
andern uns glekn unbekannten Gottheiten oft wiederholen; 'aber 
auch der persische Mithra ward dort, in mSnnficher sowohl als 
auch weiblicher Auflassung, verehrt, und dem Dienst seiner Ma- 
gier stehn dort 4 inländische Himmels- und Kriegesgötter zur 
Seite, in welcher Geltung der adierköpige Nisroeh, der wehr- 
hafte Nergal, hauptsächlich aber der weibische Feuerheid Ninus 
oder Nimmd, Sardammal oder Sandan, dem lydischen Herakles 
in Wesen und Selbst? erbrennung *ver0eichbar, uns bekannt sind. 
'Als weibliches Gegenbild dieses Feuergottes ist die jungfräu- 
liche Tanais oder Melechet zu betrachten, die von Persien und 
Assyrien her in Wesen und Dienst der ameniseh-kappadokischen 
Mondgottheit Ma oder Men überging: eine Gottheit auf deren Hkro- 
dulendienst vielleicht die Amazonensage, wie auf deren Vorgang 
die thrakisch-taurische Artemis, beruht *In Assyrien selbst aber 
ward durch Verschmelzung jener jungfräulichen Kriegesgöttin mit 
der babylonischen Lebensmutter Mylitta-Derketo die heroische 
Königssage der Taubengöttin Semiramis in ähnlicher Weise be- 
gründet, 7 wie auch der Sternendienst Babylons und der Adonis- 
dienst Syriens allmählich dort Eingang fand. 

1 — 7. Ucber das-Götterwesen 'Assyriens and Babylons*: Herd. 1, 181. DhmL 
2, 9 (Zeus Hera Rbea). Tac Ann. 12, 13. Macr. 1,21. SAen. 1, 729 (apud Assyrios 
Bei dicitor et Satornus et Sol). Vgl. Munter Belig. d. Babylonier, Kop. 1827. 4. 
Stobrl, 413ff. Schw.4, 187 IL Moy. 4ff. 169 ff. (Baal) 339 ff. 458 (Sandan). 
RBochette Memoires d"archeologie comparee. I. Sur l'Hercule assyrien et pM- 
nicicn, Paris 1848. 4. FLajard Becherches sur le culte de Venus, P. 1837. 4. 
n. fol. (bis jetzt entballend Abhandlangen über cbaldäiscbe Kosmogonie p. lss. 
aphrodisischen Androgynismiis p. 31 ss. and die Symbolik von Stier and Löwe 
p. U9ss. 241ss.). FLajard Reeherches sur le culte de Mithra. P. 1847. fol. (Der 
Teit noch ruckständig). AHLayard Niniveh, II, Lond. 1849 (2, 448 ss. das höchste 
Wesen); Nini?eh and Babylon 1853. Grotefend Abh. (Gott. Akad.) Gebräuche za 
Nimmd 1851 S. 10. 27. 33; Abh. (ebd.) Backsteine 1852 S. 29 f.; zur ältesten 
Sagenpoesie des Orients, Ztschr. DMG. 1854. 8, 772 ff. Duncker Gesch. d. 
Allerth. 1, 116 ff. (Babylon). 294 ff. (Niniveh). 

M. 'Zu Babylon, im üppigen Flächenland der vom Euphrat 
durchströmten Stadt Nebukadnezar's, hatten zu gleicher Vereinigung 
assyrischer Magismus, chaldäischer Sternendienst und syrischer 



PARALLELEN. ASSYRIEN. BABYLON. SYRIEN. $1001 h—N. 333 

Naturdienst sich verschmolzen. 'Der dort durch Höhen und 
Haine gefeierte Feuer- und Himmelsgott Bei oder Baal ward als 
greiser chaldäischer Zeitgott Belitan oder £1, als Kriegesgott Azar 
(Adramelech), als der durch Feuersäulen und Menschenopfer 
gesühnte Gluthgott Moloch genannt; 'eben dort ward in aphro- 
disischem Hierodulendienst eine weibliche Himmels* und Erd- 
gottheit, Baaitis Mylitta oder Urania genannt, mit den in Fisch 
oder Taube erkannten Symbolen fruchtbarer Schöpfung verehrt; 
4 neben diesen semitischen Gottheiten wurden jedoch auch der 
assyrisch -lydische Sandan und die entartete assyrisch-persische 
Tanais im aphrodisischen Hütten- und Sklavenfest der Sakäen 
als die aller dortigen Bevölkerung, auch der Nachbarvölker, ge- 
nehmsten Gottheiten gefeiert. 'Alle sonstigen Gottheiten und 
Dämonen der Babylonier sind von dem Sternendienst der Chal- 
däer verdunkelt worden, laut welchem die Himmelsgestirne, als 
Wohnungen der einzelnen Gottheiten betrachtet, die Lenkung des 
Weitgeschicks in sich tragen sollten. 6 Der Wissenschaft dieses 
ehaldäischen Sternendienstes sind auch die heiligen Bücher des 
Belus oder Oannes zuzurechnen, auf denen das Lehrgebäude 
syrisch-phönicischer Kosinogonie zugleich mit den Vorstellungen 
altbabylonischer Königssage beruhen mochte. 

N. ' Ein weiterer Ausflugs dieser überwiegend semitischen 
Kulte ist in arabischen Götterdiensten eines als Baal Urotal oder 
Dusares benannten, mit Dionysos oder Ares verglichenen, Gottes 
und der ihm gepaarten, Alilat oder sonst benannten, Göttin, einer 
arabischen Urania, zu verfolgen; 'noch mehr in den syrischen 
Sonnendiensten von Emesa Heliopolis und Palmyra, die im Ela- 
gabal mehr von assyrisch-persischer, im Juppiter-Dolichenus und 
Casius mehr von der semitischen Weise Babylons und seiner 
Umgebung bemerken lassen. 'Die von dorther in Verbindung 
mit Baal bekannte Göttermutter wird uns in gleich prunkender 
Darstellung als 'syrische Göttin' von Hierapolis beschrieben. 
4 Im Aligemeinen hatte Syrien das babylonische Götterwesen mit 
unverkennbarem Uebergewicht derben solarischen Baal-Moloch- 
dienstes und der grob sinnlichen Verehrung einer dort als My« 



334 ANHANG. 

litta und Aschera gekannten Lebensmutter in sich aufgenommen, 
deren bald ausgelassen fröhliche, bald selbstquälerisch düstere 
Gebräuehe bald in ausschweifendem Hierodulendienst, bald in 
androgynen Gottheiten und deren cinädischer Sitte sich betä- 
tigten: 5 einer Sitte deren Auswüchse uns in noch weiterem Um- 
fang im nordasiatischen Dienst der lunarischen Göttermutter Ma 
oder Men zu Komana, wie auch derphrygischen Kybele, begegnen. 
• Furchtbare Sonnengötter wurden, jenen syrischen benachbart, 
wie in der Umgegend des Libanon, im Lande Kanaan und Sa- 
maria, Ammon Moab und Edom, 7 auch in den Landstrichen des 
jüdischen Reichs verehrt, aus welchem der Himmels- und Sternen- 
dienst von Baal und Astaroth zugleich mit der Kinderverbrennung 
ftlr Moloch, dem Sündenbocke für Azael und der fleischlichen 
Hingebung für die Baumgöttin Aschera bekannt ist. 8 Yon dem 
bedenklichen Brauch dieses jüdischen Heidenthums war im AH- 
gemeinei\ die israelitische Festordnung und Symbolik samt man- 
cher einzelnen Sitte der späteren Zeit theils berührt theils in 
gereinigter Weise beiheiligt verblieben: der aus Aegypten stam- 
mende Brauch der Beschneidung, die Bätylensteine und als Hau&- 
orakel die Theraphim, der stierköpfige Cherub und das zum Se- 
raph erneute Schlangensymbol, galten im Volke Gottes selbst 
dann noch, 9 als zur allgemeinen Verwarnung vor heidnischen 
Dämonen auch das Verbot goldner Rinder gekommen und ausser 
dem Haindienst der Dienst auf Höhen selbst für die Fälle ver- 
worfen war, in denen man zu Jehovah's Verherrlichung ihn fortr 
zusetzen bezweckte. 



1. * Arabische Gottheiten': Herd. 7, 69. 86. Suid. Bios uiQtjs. Vgl. Stüfar 
1, 369 ff.. Oslander, die vorislamischen Religionen der Araber, Ztschr. DMG. 7, 
479 ff. Duncker Gesch. d. Alt. 1, 132* 137 ff. 

2 — 4. • Syrisches Götterwesen': Strab. 16. 748. 785. Lucian de dea Syria. 
Vgl. Seiden de diis Syris, ed. 2, Lips. 1672. Lajard Rech, sur Vdnas p. 73 ss. 
(Dea Syria); Ann. d. Inst. 19, 48 ss. (Palmyra; Aglibolus und Malacbbolus). 435 ff. 
(Cypresse). Schw. 4, 218ff. Stark Gaza 250 ff. RBotfc in PEnc 6, 1546 (Syria 
dea). Hitzig, drei Städte in Syrien (Mabog-Hierapolis, Oamask und Tadraor- 
Palmyra, aus indischem Ursprung gedeutet), Ztscbr. DMG. 8, 209 ff. Duncker 
AG. 1,151 ff. 

5. 'Ma Men Komana': Duncker Gesch. I, 233 ff. 



PARALLELEN. SYRIEN. PHÖNICIEN. $1001 N. O. 335 

6—9. Heber das 'Heiden thum Israel»*: 2 Reg. 23, Iff. Vgl. Winerbibl. Real- 
worterbuch, II, 2 Ausg. Lpz. 1833. 38. Nork vergleicbeade Mythologie Lpz. 1836. 
Schwende Myth. Rd. 4. Mov. 61 ff. Ewald Geschichte des Volkes Israel, 2. Ausg. 
Gott. 1851 ff. Rd. 3. Anbang 254ff. Menzel Staats- und Religionsgesch. d. Kgr. Israel 
and Juda, Bresl. 1853 S. 157 ff. (Bethel und Dan). Duncker AGesch. 1, 397. 

0. 'Eine besondre Betrachtung erheischen in dieser Dar- 
stellung die Religionen des Küstenlandes Phonicien, dessen im 
Ganzen semitische, den Philistäern und auch wol den Karern 
verwandte, Bevölkerung sowohl mit den Völkern des Binnenlands 
assyrischer und babylonischer Herschaft als mit Aegypten und 
dem überseeischen Westen verkehrte. s Uebereinstimmend mit 
der berühmten Beweglichkeit phönicischer Schiffahrt wird uns 
die Wirkung jener mannigfachen Berührungen Einflüsse und Rück- 
wirkungen in einer der Menge und Macht phönicischer Küsten- 
städte entsprechenden Vielzahl dortiger Göttermächte bezeugt. 
Nördlich von Arados Byblos und Berytos anhebend, 'reichen diese 
phönicischen Kulte, den Umkreis von Sidon und Tyrus entlang, 
4 bis zur philistäi sehen Küste von Askalon Joppe und Gaza 'und 
bis in die Ferne phönicischer Pflanzstädte, deren eine Karthago 
ist; 'sie machen in ihrer Gesamtheit es denkbar, dass die Siebenzahl 
phönicischer Kabiren ursprünglich nur die vereinigten 4 grossen 
Götter' phönicischer Hauptstädte bezeichnen sollten. /Grundlagen 
der mannigfachsten Art geben in jenen phönicischen Gottheiten 
sich zu erkennen. Im tyrischen Baal-Melkarth gibt eben so- 
wohl der Dienst semitischer Molochs- und Dagonsopfer als auch 
der arische, durch Selbstverbrennung und Wiedergeburt cha- 
rakteristische, Dienst des Sandan sich kund, 8 und wie die Göt- 
tinnen von Askalon und Gaza samt Kanaans Aschera dem aus- 
schweifenden Uraniadienst der babylonischen Lebensmutter Mylitta 
mehr oder weniger nahe kommen, 'gibt die sidonisch -kartha- 
gische Mond- und Sternengöttin Astarte doch auch Wesen und 
Gebräuche der jungfräulichen Tanais-Melechet Persiens und Assy- 
riens uns wieder. "Eben jenem Feuerdienst, dessen erhaltende 
zugleich und zerstörende Bedeutung dualistische Auffassungen 
des Melkarth sowohl als der' Astarte hervorrief, ist hienächst 
theils die heroisirte Kultussage des jährlich neugeborenen tyri* 



336 ANHANG. 

sehen Herakles zuzurechnen, der auch als ägyptischer und idiii- 
scher Dämon bekannt ist, "theils die wie es scheint vom weich- 
lichen Bybios ausgegangene, im Orient und Occident weit ver- 
breitete, des von Aphrodite geliebten betrauerten und alljährlich 
wieder erweckten Adonis. "Von noch andern Gottheiten und 
Dämonen Phöniciens bleiben die flammenden Kabiren phönicischer 
Schiffahrt, die auch Patäken heissen, ferner die Ophionen hervor- 
zuheben. "Im Uebrigen kommt theils der bald blutige bald 
verzärtelte Charakter phönicischer Religionsgebräuche, theils aber 
auch der speculative Gehalt in Anschlag, dem aus chaldäischer 
Weisheit die Mehrzahl phönicischer Kosmogonieen und der mit 
ihnen zugleich nach Griechenland gelangten Mysterienlehren ent- 
flossen sein mögen. 

1 — 13. Ueber das 'phönicische' Götterwesen: Munter Religion der Kar- 
thager, Kopenh. 1821. 4. Cr. Symb.2, 338ff. 437ff. Movere Religion der Pbö- 
nicier, Bonn 1842. Ghd Abb. Kunst der Phönicier (Berl. Akad. 1846) S. 27ff. 
Taf. 3 ff. Stark Gaza 255 ff. Duncker AG. 1, 159 ff. 

P. ' Von dem gemeinsamen Glaubensquell der asiatischen 
Menschheit wissen wir demnächst nicht nur die Küstenländer 
des Mittelmeers oder die Durchzugsländer nordwärts getriebener 
Völkermassen, namentlich Armenien Kleinasien und Thrakien, 
betheiligt, in welchem letzteren Land die Anfänge griechischer 
und germanischer Gottheiten sich zu begegnen scheinen; von 
Asien her ward mit Sprache und Götterdienst auch der Norden 
versehn. 'Zwar dem von Baktrien bis jenseits des Istros rei- 
chenden Namen der Skythen sind nur sehr einfache Formen des 
Götterwesens, der Dienst siderischer Mächte, der Kriegeswaffen 
und des Herdfeuers verknüpft, die durch unsre Kenntniss vom 
Ritual der Sarmaten nicht überboten werden. 'Eigentümlicher 
und bedeutungsvoller, indischen Götterkreisen vergleichbar, tritt 
uns das älteste Götterwesen der Slaven, 4 eigentümlich durch 
gleichsam chaldäischen Brauch in Sternen-* und Steindienst und 
Priesterweisheit die Religion der Kelten aus ihren druidischen 
Heiligthümern entgegen, ohne dass die meist aus römischer Um- 
bildung uns bekannten Götternamen Britanniens Galliens und 



MYTHOLOGISCHE PARALLELEN. PHÖNICIER. J1001 0. P. 337 

[beriens viel wesentliche Belehrung uns gewähren; vielmehr hat 
die spärliche und von heroischer Dichtung entblösste Mythologie 
dieser Völker nur einfache Züge von Anbetung elementarer Him- 
mels- und Unterweltsmächte, verbunden mit einiger düsteren 
Dämonologie, geringer Symbolik und blutigem Opferdienst uns 
überliefert. 5 Anders der aus gemeinsamer Wurzel frühzeitig 
verzweigte germanische und skandinavische Volksstamm. Aus 
der poetischen Götterfülle der dort gebietenden Mächte treten 
hauptsächlich Wuotan Donar und Zio, die nach Odin ThArr 
und Tyr genannten Gottheiten, in der Bedeutung von Welt- und 
Kriegslenkung, Donner und Himmelslicht, hervor, 6 denen als 
vergängliche Licht- Jagd- und Frühlingsgötter Froho und Phol 
oder Baldr, als listiger und gefährlicher Feuergott Loki, ausser- 
dem aber noch zahlreiche andere männliche Götter sich beige- 
sellten; 7 woneben der mütterlichen Erdgottheit Nerthus noch 
zahlreiche andere spinnende oder Geburtsgöttinnen, solche wie 
Holda Berchta Freia, und die mit Juno oder Libera vergleich- 
bare Frigg-Freia zur Seite stehn. 8 In der Symbolik dieser 
Gottheiten sind Wodans Rabe und Wolf, das Kuhgespann der 
Nerthus, die Katzen der Freia und manches andre bemerkens- 
werth. 9 Als dämonische Wesen haben die Nornen und Valkyrien 
als Schicksals- und Siegsgöttinnen eine den Mören und Niken, 
die Kobolde Zwerge und Elfen eine den griechischen Daktylen 
und römischen Laren entsprechende Bedeutung. f0 Die germani- 
sche Sage wusste in Gap Muspell und Niflheim von einem Ghaos 
und darauf gefolgten Welträumen der ersten Schöpfung, im 
Riesenleib des skandinavischen Ymir von einer Entstehung der 
Elemente, in der Kunde der Riesen und Äsen von wechselnden 
Göttersystemen der Weltentstehung sowohl als von wechselnden 
Kämpfen und Listen der waltenden Göttermächte zu berichten, 
und scheint in der Sage von Baldr und Loki sogar den Welt- 
untergang in der geschichtlichen Vorahnung sittlicher Tiefe ge- 
dichtet zu haben. n Zu diesem allem trat eine vom göttlichen 
Ursprünge Schicksal und Fluch des Menschenlebens durchdrungene 
reichhaltige Heldensage, deren Aehnlichkeit mit indischer persi- 

Gerhard, Mythologie. IL 22 



338 ANHANG. 

scher und auch hellenischer Götter- und Heldensage in Fafnir und 
Siegfried, prophetischen Meerfraun und zahlreichen sonstigen 
Zügen uns überrascht. 

1. Als 'Uebergangsvölker', die nach ihrem Wohnsitz wie nach den Spuren 
arisch-semitischer Mischung als die geschichtlichen Vermittler Asiens und Europa's 
betrachtet werden dürfen, sind a) 'Armenier' (späte Kulte bei Stuhrl, 451 ff.) 
und b) • Kappadokier' (Komana. Vgl. Lauer 74), von c) 'Kleinasiaten' hauptsächlich 
die Phryger (Kybele: Lenormant NAnn. 1, 215ss.), sodann die den Phrygern 
stammverwandten d) ( Thraker' (Herd. 5, 3 ff. Verehrt wurden Are« Dionysos Her- 
mes und Artemis) vgl. § 59. Ghd. Abb. gr. Volksstämme Ann. 10 ff.) anzusehn. 
Uebcr die zu ihnen gehörigen 'Geten' haben neuerdings JGrimm (Gesch. d. d. 
Sprache 1, 176 ff.) und Leo (Kuhn Ztschr. 3, 176 ff.) gehandelt; ihren Gott Zal- 
moxis (Grimm ebd. 1,219) deutet letzterer (sskr.) auch im Doppelnamen Gebe- 
leizis als einen durch Boten besendeten. 

2. Als 'skythische Gottheiten' werden Papaios und Apia (== Zeus und 
Gäa), Thamimusadas (== Poseidon, Gott der Könige) Oetosyros (Apoll) Artimpasa 
(Aphr. Urania) und Tahiti (Hestia) genannt. Vgl. Herd. 4, 59. 62 (Schwert verehrt). 
73. 127. Grimm 1 , 231ff. Forbiger PEnc. 6 , 1 , 904 f. Duncker 1 , 469. — üeber 
die 'Sarmaten': PEnc. 6, 1, 772ff. (Feuer und Schwert: Clem. Protr. p. 19. 52). 

3. 'Gottheiten der Slaven': Mone Cr. 5, 1 1 1 ff. 79 ff. JJHanusch die Wissen- 
schaft des slavischcn Priesterthums, Lemberg 1842. (Vergleichung mit indischen 
und persischen Gottheiten S. 145 ff. 221 ff.; Avataren Radegasts in Fisch Schild- 
kröte Eber und Löwe; Lichtgott Swantowit, mehrarmig 171 ff. und mehrköpfig 1 74 ; 
CcrnobohssAhriman 183ss.). Vgl. Schaffarik sklavische Alterthümer, II. Lpz. 1843. 

4. Götterwesen der 'Kelten': Diod. 2, 47. Caes. BG. 6, 17. Lucan. 1, 444 
(Teutatus Hesus und Taranis). Vgl. Mone zu Cr. Symb. 5, 15 ff. 6, 331 ff. 
Eckermann Myth. Bd. 3. Abth. 2. 1847. Pauly Enc. 3, 622. — Als keltische 
Gottheiten sind, ausser den a) ' britannischen' Hu (agrarischer Fluthbezwinger 
und Rinderhirt) und Ceridwen (cerealisch: Mone Cr. 6, 491 ff. Eck. 3, 2, 190 ff.), 
die b) gallischen' (Mone Cr. 6, 358 ff. Eck. 3, 2, 245 ff. PEnc. 3, 622 ff.) Abellio 
oder Belenus (dem Apoll oder Mercur verglichen) und Belisana (= Minerva), Neha- 
lennia (Erdgöttin) und die Muttergöttinnen (Matronae oder Matres) und zahl- 
reiche andre (J. de Wal Mythol. septentr. monum. epigr. latina, Trai. 1847 
p. 253 ss.), ferner der c) l iberische' von einem Stier getragene Mars (auch 
mit Adler: Eck. 3, 2, 243; vgl. Hu und Dolichenus) zu nennen. 

5 — 11. Die Mythologie der * Germanen und Skandinavier', hauptsächlich 
aus Tacitus und aus der Edda bekannt (vgl. Mone zu Cr. Symb. 5, 21 6 ff. 6, 3 ff.), 
gemeinsam behandelt zuerst von JGrimm (Deutsche Mythologie, 2 Ausg. IL 
Gott. 1844. Vgl. auch Schw. Myth. Bd. 6), neuestens von K. Simrock (IL Bonn. 
1853.55); die deutsche Heldensage von WGrimm (Gott. 1829). 

Q. *Den bis hieher geführten Ueberblick der vornehmsten 
Religionen des Heidenthums haben wir, soweit deren Verknüpfung 



PARALLELEN. NORDISCHE VÖLKER, $ 1001 P. Q. 339 

mit griechischen Kulten sich irgendwie voraussetzen lässt, auf 
seine wesentlichsten Grundzüge beschränkt, ohne die Religionen 
des jüngsten Welttheils 2 und ohne selbst die turanischen zu 
erwähnen, deren Auswüchse doch nicht allein im buddhistischen 
Indien Tibet und China, 3 sondern auch, zwischen Europa^ Süden 
und Norden gedrängt, in den Magyaren und diesen verwandt im 
dichterisch glänzenden Volksstamm der Finnen vorhanden sind. 
4 Die obige Darstellung wird jedoch genügen, um die uns vor- 
liegenden Parallelen zu einem Rückschluss auf das gesamte Ver- 
hältniss der griechischen Mythologie zu den übrigen Religionen 
des Heidenthums hienächst anzuwenden, zu welchem Behuf es 
uns freisteht, die leitenden Gesichtspunkte aller Mytho- 
logie zu verfolgen, deren früher von uns gegebene Andeutung 
am Schluss dieses Werks, vorbereiteter als an dessen Anfang, 
am besten in vierfacher Ordnung, uns vorgeführt wird. 4 Wir 
haben nemlich zuerst die äussere, örtliche oder nationale, Grund- 
lage der Religionsunterschiede, sodann Charakter des Götter- 
glaubens Götterwesens und Götterdienstes, nach Dasein und Zahl, 
Wesen und Macht, Gestalt Symbolen und Gebräuchen der poly- 
theistisch gedachten Gottheit, endlich die über Kosmogonie und 
Theogonie, wie über der Götter und Menschen Vorzeit und Zu- 
kunft, obwaltenden Vorstellungen zu erkunden. 

1. 'Amerikanische Religionen': Wuttke Relig. des Heidenthums 1,2 51 ff. 
(Mexiko). 303 ff. (Peru, Verirrungea des Sonnendienstes). JGMüller Gesch. d. 
amerik. Urreligionen, Basel 1855. 

2. 3. 'Turanische Völker': in den d) 'Mongolen' Tibet und Indiens dem 
buddhistischen Kultus angehörig (Lassen 2, 439 ff. 1069 ff. Lauer 56 ff. Wuttke 1, 
209 ff.), in b) 'Chinesen und Japanern' (Wuttke 2, lff. 208 ff.) der Zweiheit 
von Himmel und Erde (Yang und Yin) in eigenthümlicher Weise dienend; in 
c) den ' uralisch-finnischen' Stämmen aber (Cr. 5, 21 ff. 99 ff. Wuttke 1, 203 ff.) 
zum Theil mit der Fülle germanischer Mythologie wetteifernd (Ganander Tho- 
masson finnische Mythologie Obs. von Peterson, Riga 1821. Das Epos Kalewala, 
schwedisch durch Castre'n, deutsch von Scbiefner, Helsingf. 1852; vgl. JGHmm 
in Höfers Zeitschr. 1846; Schott über die Sage von Kullervo (Berl. Akad. 1852). 

4. In den nächstfolgenden * Parallelen' ist ein Versuch gemacht die kurz 
vorher übersichtlich genannten Religionen des Heidenthums nach den einzelnen 
Gesichtspunkten von a) 'Land und Volk' (R), h) von 'der Gottheiten Dasein 
und Zahl' (s), c) 'Wesen und Macht' (7), ihrer <i) sinnlichen Auflassung nach 

22* 



340 ANHANG. 

'Gestalt und Symbolen', wie nach den ' Gebräuchen ihres Dienstes' (V) zu 
verfolgen, woran endlich eine e) Vcrgleichung der verschiedenen 'Kosmogonien 
und Theogonien* (X), wie der f) ' Heroensage ' (y) verschiedener Völker mit 
den früher von uns erkundeten Mythologumenen der Griechenwelt sich anreihen 
soll, um unsre 'allgemeine Würdigung' (Z) der griechischen Mythologie zu 
begründen. 

R. Jene äussere, örtliche oder nationale, Grundlage aller 
Religionsunterschiede, die von klimatischer und sprachlicher Eigen- 
tümlichkeit auch auf die Auffassung der Gottheit zurückwirkt, 
ist für das von Iapetos stammende Hellenenvolk hauptsächlich 
durch die Stelle bedingt, die ihm seine Sprache inmitten des 
arisch-japhetischen Menschenstamms sichert und die er den 
sonstigen Stämmen des Menschengeschlechts gegenüber behauptet 
2 Wenn es das Ziel der Weltgeschichte zu sein scheint, dass 
Sem Ham und Japhet, Iran und Turan und alle sonstigen Gegen- 
sätze des Völkerlebens aus ihrer angeerbten Zerklüftung im Fort- 
gang der Zeiten sich wieder zusammenfinden, dass sie den un- 
bewussten Beruf erfüllen sollen, religionsgeschichtlich im Reiche 
Gottes zu wirken, 8 so kommt der griechischen Mythologie ein 
solcher Beruf um so augenfälliger zu, je mehr sie im Kern ihrer 
eigensten, sprachlich auf Inder Perser und Germanen rtickwei- 
senden, japhetischen Bevölkerung semitische und auch ägyptische 
Elemente willfährig aufnahm. A Während eine Verwandtschaft 
zwischen Demeter und Isis, mittelbar oder direct begründet, samt 
mancher andern Analogie des ägyptischen Götterwesens mit griechi- 
schem oft eingeräumt wird, 5 darf doch ungleich sicherer die Ge- 
samtheit des griechischen Götterdienstes theils aus arischer theils 
aus semitischer Wurzel abgeleitet werden, wofür es an Land- 
oder Seeverbindung mit Asiens Küsten und Binnenländern, von 
Armenien und Thrakien her 6 oder durch den phönicischen kre- 
tischen lykischen Seeverkehr, bereits seit den Urzeiten Griechen- 
lands nicht fehlte. 7 Während vom innersten Asien her die 
Himmels- und Lichtgottheiten des arisch-japhetischen Menschen- 
stamms als dodonisch-kretischer Zeus und als lykischer Apollon 
in Hellas erschienen und auch der Feuerdienst für Athena und 
Hestia samt den Anfängen heroischer Sage aus gleicher indisch- 



PARALLELEN. VOLKSÜNTERSCHIEDE. $1001 Ä. 8. 341 

persischer Quelle dorthin gelangt sein mag, 8 hatte noch mehr der 
semitische Völkerstamm seine weiten Verzweigungen eben dorthin 
gewandt: seine orgiastischen Kulte, der Kybele und Artemis so- 
wohl als des Dionysos und Ares, schlugen neben dem Heradienst 
durch Thrakien sowohl als von Kreta und Lydien aus in Griechenland 
ihre Sprossen, 9 denen phönicische Schiffer den assyrischen Aphro- 
ditedienst, den durch Verbrennung erneuten tyrischen Herakles, 
die Kabiren und Dioskuren, wahrscheinlich auch den Poseidon, den 
Hermes und den Hephästos zuführten. l0 Es hat eines längeren 
Umwegs behutsamer Forschung bedurft, um aus dem vollen Be- 
wusstsein selbständiger Entwickelung der hellenischen Gottheiten 
zu dieser ungefähren Feststellung ihrer fremdländischen Elemente 
vordringen zu können, welche jedoch, in ihren Grundzügen ein- 
mal gesichert, zu fernerer Nach Weisung arischer oder semitischer 
Wurzeln der griechischen Götter- und Heldensage nun allerdings 
uns berechtigen darf. 

1. 2. Der hier angedeutete 'Stammbaum der Religionen' schliesst dem 
seit Bopps Sprachforschung feststehenden Stammbaum der Sprachen sich an; 
ungesucht findet hiebei viel Anlass sich vor, im Widerspruch mit den ethnographi- 
schen Ansichten Roths, aber in Einklang mit Bunsens und Lepsius* Forschungen 
über Aegypten, der ursprunglichen Einheit des Menschengeschlechtes das Wort 
zu reden. 

3. 'Sem und Japhet', Arisches und Semitisches verschmolzen: seit der 
Perser und Assyrer politischer und Religionsherschaft im Westen (Mov. Phon. 64 ff. 
78) annoch fortwährend (Bunsen Hippolytus, Lpz. 1852. 1, 329. Vorr. 39). 

4 — 10. Für die * ausländische Herkunft der griechischen Gottheiten' ist 
in dieser summarischen Schlussbetrachtung unseres Bucjies mehr eingeräumt 
worden als in den einzelnen Abschnitten desselben zulässig erschien; doch sind 
die hier aufgestellten Sätze theils schon am ScflÜusse der Abhandlung über 
Griechenlands Volksstämme (Berl. Akad. 1853 S. 481 ff.) von mir begründet worden, 
theils bleibt deren weitere Ausführung vorbehalten. 

S. dasein und Zahl der Götter betreffend, haben wir 
schon früher uns überzeugt, dass die, im Kulturstand der Völker 
nur selten verleugnete, Weltregierung eines alleinigen persönlichen 
Gottes im Heidenthume der alten Welt mit einer daran ge- 
knüpften, politisch durch Synökismos begründeten und auch der 
Vielheit bestimmender Naturkräfte gemässen, Vielzahl von Göt- 
tern sowohl als Dämonen ganz wohl verträglich war; dann und 



342 ANHANG. 

wann, wie im allrömischen Kultus, bleibt die gehäufte Vielheit 
solchen Götterpersonals sogar behülflich, den steten Rückbezug 
festzuhalten, der die geringeren Ausflösse göttlicher Kraft den 
höchsten Gottheiten gegenüber uns würdigen lehrt. *Vernichtet 
ist jene Einheit kaum im Dualismus der sich gegenseitig be- 
kämpfenden guten und bösen Urkraft: diese durch manches 
Naturverhältniss, aber auch durch den geschichtlichen Grund ver- 
hasster Nachbarvölker und ihrer Götter, gebietend erscheinende 
Kultusform des persischen Ahriman und ägyptischen Typhon 
haben wir höchstens in einzelnen italischen Spuren, nicht aber 
in Griechenlands Religionen, wiederzufinden vermocht. Während 
im Orient der nie ausgekämpfte Hass von Iran und Turan, 
Aegyptern und Hyksos auch die weltlenkende Göttermacht nur 
in dualistischem Gleichgewicht, vom Heere streitbarer Dämonea 
gestützt, sich zu denken geneigt war, 'drängte die innerlichste 
Auffassung einer einheitlichen Gottheit frühzeitig nach deren in 
drei Personen angeschauter dreiseitiger Einheit hin, wie sie der 
uns bekannten, samothrakischen eleusinischen oder lemnischen, 
Religionsform einer brüderlich oder als Götterpaar * mit einer 
dritten Person verehrten Dreizahl in den entwickeltsten, sonstigen 
Religionen des Heidenthums durchgängig voranging. Unerwiesen 
für uns ist die Vierzahl urweltlicher Göttermächte, mit welcher 
ein neuerer Forscher die Götter Aegyptens beginnen lässt, 4 ungleich 
erwiesener aber die Sieben- 5 und Zwölfzahl vereinigter Götter. 
Dem gesicherten Staatsleben Asiens und Aegyptens bot ein den 
Monden und Planelarg^tirnen gleichzählender Götterstaat unge=- 
zwungen sich dar. In menschlicher Weise, der nächsten Natur- 
auffassung und Landessitte gemäss, ward dann auch im Ein- 
zelnen das Wesen der Gottheit gedacht und entwickelt. 

1. 'Einheitlicher Polytheismus* (§ 8ff. ) ist im Kulturstand der Volker 
allerdings nur selten verleugnet, obwohl nicht nur ein vereinzeltes * atheistisches 
Selbstvertrauen' (Herd. 4, 94. Grimm DM. S. 6. 18. Vorr. 46), sondern auch 
die weit verbreitete buddhistische Weltanschauung (Wuttke 2, 525 ff.) des Glau- 
bens an eine persönliche Gottheit entbehren. 

2. Der 'Dualismus' (Schw. 6, 280 ff.) fortwährend streitender Urkraft war 
selbst in a) 'Persien' (K 3) von der Verehrung gepaarter Lichtwesen begleitet 



MYTHOLOGISCHE PARALLELEN. ZAHL DER GÖTTER. $ 1001 S. 343 

(ol dvo &so(, Sonne und Mond, von den Persern in Hellas verschont: Herd. 
6, 97); im b) 'ägyptischen' Set-Typhon ward dessen semitischer Ursprung ge- 
hasst. Minder durchgreifend, obwohl begriffsverwandt, sind gewisse c) 'indische* 
(Asuren und Dcva's: Wuttke2, 250 f.) und d) 'semitische' (Bei und Herakles, 
El-Kronos und Moloch: Mov. 254 ff.) Gegensätze; selbständiger ist e) als böses 
Princip der 'nordische' Götterfeind Lohi (Schw. C, 265 ff. Weinhold über Loki, 
in Haupts Ztschr. 7, lff), dem sich f) der 'griechische' Hermes als spöttischer, 
obwohl gehorsamer, Diener des Götterkreises, ungleich mehr aber g) ein und der 
andere Gegensatz 'etruskischer' Dämonologie (SAen. 6, 743. Micali Storia tav. 65. 
MDenkm. 1, 64, 336. Ghd. etr. Gotth. Anm. 91) vergleichen lässt. 

3. Der göttlichen 'Dreizahl', deren griechische Formen (Ghd. Prodr. 1 1 3 ff. 
Paucker att. Palladion 116 ff.) aus samothrakischer (Göttermutter und Götter- 
paar $177; vgl. Pallas und Dioskuren $ 180c) eleusinischer (Götterpaar und 
Götterknabe $178) und lemnischer (drei Brüder, mit oder ohne Vater und 
Mutter, $ 1 79) von uns nachgewiesen wurden, gehn manche ähnliche , öfter be- 
merkte (Lauer Myth. 58. Ueber Wilkinson4, 231. 248 vgl. Bunscn Aeg. 1, 
432) als richtig beurthcilte Götterverbindungen voran, die in der letztgedachten 
Form aus a) 'Indiens' Indra (oder Brahma) Varuna und Agni (Lass. 1, 756 ff. 
Roth in Zellers Jahrb. 5, 352 ff. Wuttke2, 253 ff. d. i. Licht Luft Feuer, Ent- 
stehen Erhalten und Vergehen), Agni Vaju und Surja (oder Indra) d. i. Erde 
und Sonnenlicht (vedisch, Lass. 1, 768. Weber ind. Stud. 2, 186), als Dreicin- 
heit Pradschapati (Herr der Geschöpfe) benannt, später in den aus verschiedener 
Oertlichkeit göttlich vereinten Brahma Vishnu und Shica (Lass. 1, 783. Roth, 
a. 0.5, 358 ff. Wuttke 2, 268) , d. h. Entstehen Erhaltung und Vergehen, zur 
Einheit Trlmurti verschmolzen sich finden. Wie diese mannigfache Verbrüderung 
der indischen Gottheiten den drei lemnische Kabiren ähnelt und selbst im se- 
mitischen Baal, als Adonis Mars und Saturn (Mov. 188 ff. Triquetra; ebd. 270 
Kronos Zeus und Apoll) vermuthet wird, findet die Grundform der übrigen 
Triaden griechischen Brauchs vielmehr in b) den zahlreichen Dreivereinen ' ägypti- 
scher' (Amun Muth Cftoimi u. a. m. bei Wilk. 4, 231. 248) oder c) 'semi- 
tischer' Kulte sich vor, so dass aus letzteren die babylonische Göttergruppe 
von Hhea Zeus und Hera dem samothrakischen (Axieros Kersos Kersa $ 1 77) 
Göttervereine entspricht, während der eleusinische (Dionysos Demeter Iacchos 
$ 1 78) vielmehr auf die ägyptischen Gottheiten Osiris Isis und Borna zurück- 
zuweisen scheint. In dieser letzteren Form, der eines Götterpaars und eines 
Kindes, pflegen auch die den d) 'germanischen' Völkern (Logt Oegir und Kart, 
Feuer Wasser und Luft u. a. m. Vgl. Grimm DM. Vorr. 44. G. d. d. Sprache 1, 119. 
Weinhold, Haupt Ztschr. 7, 5 ff. Simrock DM. 190 ff. Lauer Myth. 58) beigelegten 
Göttertriaden vorausgesetzt zu werden; hiebei lässt die sonstige Verwandtschaft indi- 
scher und germanischer Gottheiten (Wuotanss Brahma; Donar und Zio es Indra: 
DM. Vorr. 29) vergeblich die Frage entstehn, ob zum indischen Trimurti, dessen 
die e) 'slavischen' Mythologen daheim sich versichert wissen (Proven Sica und 
Badegast , oder preussisch Perhun Polrimbo Pekollo = Indra (Brahma) Vishnu 
und Shiva: Hanusch slav. Priest. 9 4 ff. 21 2 ff. Weiblicher Trimurti litthauisch 



344 ANHANG. 

ebd. 235 ff.), irgendwie auch im germanischen Norden sich ein Analogon finde. — 
Uebrigens ist diesen Triaden auch noch die f) * Viereinheit ' ($180,6) der 
ägyptischen Gottheiten Kneph Nclth Sevek und Pacht anzureihn, die Roth 
(a. 0. 133. 226) an die Spitze seiner ägyptischen Götterlehre stellt; vierköpfige 
Gottheiten (Hermes, HRStud. 2, 232 f.; Janus quadrifrons $962, 2) werden, 
wie aus spät-indischem, auch aus slavischem Brauch bezeugt. 

4. Die 'Sieben-' oder Achtzahl ($180,7) der phönicischen Kabiren mag 
auf chaldäischem Planctardienst beruhen; ihnen gleichgesetzt wird von Roth 
(a. 0. 148) die von ihm (139 ff.) und nächstdem von Bimsen (Aeg. 1, 433 ff. 
Vgl. Lepsius äg. Götterkreis S. 7 ff.) verschieden betrachtete Achtzahl ägyptischer 
Gottheiten, deren Bedeutung den orphischen Elementarwesen (Feuer Wasser Erde 
Himmel Mond Sonne Phanes und Nacht: Lob. Agl. 742. Böth Anm. 108. Vgl. die 
chinesische Achtzahl bei Stuhr 1, 30) gleich erachtet wird. Als unabhängig davon 
wird die indische Siebenzahl von Agni Savitri Soma Brihaspati Mitra-Varunau 
Indra und den Vice-deva's (Weber ind. Stud. 2, 386) betrachtet. 

5. 'Zwölffach ' ist a) der zweite 'ägyptische' Götterkreis (D 3. Herd. 2, 46. 
Bunsen Aeg. 1, 460 ff. Böth 151. Leps. a. O. S. 9}, und die b) 'indogermanische' 
Zwölfzahl der um Odin versammelten Äsen (Schw. 6, 84 f.) lässt uns die wie 
es scheint durchaus nicht hezeugte Zwölfzahl des c) 'indischen' Götterwesens 
doppelt vermissen; eben so wenig ist jedoch auch von d) 'semitischen' Vor- 
bildern (zwölf Patäken? Schw. 6, 85. Assyrische Monatsgötter? Layard Nin. und 
Bab. 351) der e) 'griechischen' Zwolfzahl bekannt, deren zwölf Titanen und 
zwölf Götter demnach vielmehr auf selbständiger kalendarischer Zählungsform 
zu beruhen scheinen. 

T. l In dieser theils physischen theils ethischen Vor- 
stellungsweise vom Wesen der Götter war der Naturdienst des 
Orients den Göttern Griechenlands nicht ohne den ethischen Ge- 
halt vorangegangen, welcher den arischen Religionen der Inder 
und Parsen zu hohem Ruhm gereicht. Wie bei diesen letztern 
im Dienst des Feuers, liegt die Idee eines in reinem Himmels- 
licht waltenden höchsten Gottes, mehr oder weniger getrübt, auch 
allen sonstigen Religionen zu Grunde. 2 Wie demnach Uranos 
sowohl als Zeus in einem höheren Alterthum ihr selbständig 
entwickeltes Vorbild finden, sind auch die Unterschiede eines 
ätherisch oder irdisch, himmlisch oder unterweltlich , glänzend 
oder glühend gedachten Lichtes, die in der hesiodischen Theo- 
gonie uns überraschen, bereits bei ägyptischen indischen und 
persischen Gottheiten, 3 zu Personen des Sonnengottes, der 
Morgenröthe oder des Morgensterns ausgeprägt, vorzufinden. 
* Andererseits ward die tellurische Richtung bald im vergänglichen 



PARALLELEN. ZAHL WESEN UND MACHT DER GÖTTER. § 1001 8. T. 345 

Lichtglanz frühreifer Götterlieblinge wie Adonis und Iacchos, bald 
in versteckt und listig wirksamen Lichtgöttern, wie Agni Moloch 
und Hephästos, Hermes und Loki es sind, 8 bald und häufiger 
in der weiblichen Gestaltung verfolgt, deren in Griechenland viel- 
verbreitete Welt- und Erdmütter, mit spinnenden Wachsthums- 
und Schicksalsnymphen wechselnd, in der Astarte semitischer 
Religionen wie in der ägyptischen Isis ihr Vorbild hatten und 
dem phönicischen Poseidon nicht weniger als dem hellenischen 
Zeus sich fügten. 6 Die etwanigen Einflüsse eines nicht sowohl 
ägyptischen und indisch-persischen als chaldäischen Sternen- 
dienstes 7 wurden in Griechenland von der sonst im Ganzen nicht 
häufigen Mondverehrung überboten, die nordasiatischen Kulten 
der Artemis eigenthümlich ist. 8 Auf gleicher Bahn einer durch- 
gängigen Vergötterung der Natur und des von ihr abhängig 
geglaubten Schicksals hatten deren einzelne Erscheinungen und 
Kräfte in den Götterdichtungen Indiens zugleich mit abstracten 
Begriffsgottheiten ihre persönliche Geltung ungleich früher er- 
halten als dies in Hellas geschah; ja es hatte selbst jene mehr 
speculative als sinnliche Richtung, in welcher die persische Weis- 
heit Zoroasters wie anderwärts Buddha und Confucius den Gott- 
heiten menschlicher Dichtung entgegentrat, die Annahme einer 
im Reich der Natur wie des Geistes verbreiteten Geisterwelt bei 
den Persern mehr als sonst irgendwoher bekannt ist zur Folge. 
9 Dieser vielzähligen Götter- und Geisterweit des Orients gesellten 
auch noch die Unterweltsdämonen ägyptischen, die vergötterten 
Ahnen des indischen Todtendienstes sich bei ; ihnen allen gegen- 
über kommt die selbständige Schöpfungskraft griechischer Mythen- 
bildung zugleich mit dem Vorzug der griechischen Gottheiten in 
Anschlag, dass sie, dem Kreise des Menschenlebens näher ge- 
rückt und von dem göttlichen Funken im Menschengeist rück- 
wirkend begabt, zu einer im Orient noch unerreichten persönlichen 
Durchbildung gelangten. — i0 Andre Vorzüge hat diese Mythologie 
hinsichtlich der Macht ihrer Götter. Während dieselbe in ihren 
Anfängen einer den Göttern selbst überlegnen Vorausbestimmung 
des Schicksals, selbständiger freilich als etwa im Sternendienst 



346 ANHANG. 

der Clialdäer, sich beugt, hat der griechische Götterglaube sich 
doch schon so früh als nachhaltig der Annahme einer Providenz 
zugewandt, deren edelster heidnischer Ausdruck, Zeus, in seiner 
göttlichen Willensfreiheit- dem Willen des Schicksals vollkommen 
geeinigt ist. u Auf Naturordnung, deren Anfänge und deren 
Wechsel begründet, konnte die Macht der Gottheiten des Heiden- 
thums nirgend für ewig noch auch für unbeschränkt gelten; sie 
war vorangegangnen Erdriesen erst abgekämpft, bevor ein fried- 
licher Götterstaat auch das Leben der Menschen zu ordnen ver- 
mochte. "Indra, auf seinem Götterberge vom Somatranke ge- 
stählt und leiblicher Kost (Amriti) empfänglich, ist in seinen 
siegreichen Kämpfen ein Vorbild des Zeus, dessen olympischer 
Götterkreis auch nach der Titanen und Giganten Besiegung nicht 
ablässt der himmlischen Kost von Nektar und Ambrosia, daheim 
oder auswärts, zu geniessen. 

1. Einen * höchsten Himmelsgott' haben Aegypter Inder Germanen Se- 
miten in Ptah oder Amun, Varuna Zio oder Baal, und, ihrem schroffen Dua- 
lismus vorangehend, auch die Perser (K-i) gleich dem hellenischen Zeus aller 
Wahrscheinlichkeit nach früher verehrt als die Speculation es in geheimniss- 
vollen Benennungen (Amun d. h. unentstanden? Roth 132) und als Pradscha- 
pati (Dreieinheit), Om oder Amu (d. h. Jenes: Lass. 1 , 775; Mahan-Atmu, 
Wtke 2, 268), oder als persischen Zarvana-Akarana (Jf 3) bezeichnete. 

2. 'Unterschiede des Lichts' werden a) nur etwa in der chinesischen 
Verehrung des alleinigen Himmels (Tian - Schangti : Lauer Myth. 78) 'vermisst', 
dagegen die fr) Unterscheidung von 'Aether und Sonnenlicht' ägyptisch in Ha 
Amun und Menlu, indisch in Indra und Surja, persisch in Ormuzd und Mi- 
thra (Schw. 5, 179) bezeugt und selbst in semitischer Vorstellung (qtog nvq 
oder (pXo£ assyrisch, Mov. 64) hinlänglich begründet ist, um auch in der grie- 
chischen Theogonie (§ 1 03, 2) die Abstufung von Aetuer Hyperion und Helios 
unbefremdlich zu finden. Ferner wird e) 'oberes und unteres' Licht in Aegypten 
durch Menlu und Atmu, in Indien durch Indra und Agni, semitisch durch 
Bei und Moloch, wie im griechischen Zeus und Dionysos -Hades (§ 199, 14), 
unterschieden; ein d) ' weibliches und männliches', doch wol Mithra und Mitra, 
diese der Tanais gleich, ward von den Persern auf Delos (Herd. 6, 97 ol ovo Otoi 
Apoll und Artemis; vgl. Eos und Helios 3fr) wiedererkannt und geschont. 

3. Die persönlichen 'Lichtgottheiten' werden als a) ( Sonne', wie in den 
eben genannten, zum Theil mit grausamem (JV 6 , 01) Dienst verknüpften, Göt- 
tern, aber auch als fr) 'Frühlicht und Tagesgluth', wie in Eos (es Aphrodite 
$475,2; vgl. Ahrens in AKuhns Ztscbr. 3, 161 ff.) und Hemera, so auch in 
der indischen Ushas (Lass. 1, 762), der semitischen Astarte, männlich gefasst 



MYTHOLOGISCHE PARALLELEN. WESEN DER GÖTTER. {1001 T. 347 

(laut Roth 168) auch in einem ägyptischen Ehu einem Sohne von Ra und Athor, 
und in der germanischen Ostara (Grimm DM.267f.) personificirt. Diesen Göttinnen 
des Frühlichts sind prophetische Meerfrauen ( Leukothea § 537 ) und webende 
Geburtsmächte (Ilithyia §151) gleich zu stellen, zugleich aber auch c) die 
Verehrung des 'Morgensterns' in der Person von Götterlieblingen wie Adonis 
(Ahrens a. 0. 172 ff. Morgensonne bei Mov. 227 ff.) und auch lacchos (<f(oo- 
(fOQog aarrjo Ar. Ran. 343) anzureihen. 

4. * Tellurische Lichtgötter', dem a) Hephästos und b) Hermes vergleich- 
bar: manche hiehcr gehörige Parallelen gibt Weinholds Abb. über Loki (Haupt 
Ztschr. 7, lff.). 

5. Als * Erdmächte ' weiblicher Auffassung sind a) aus 'Aegypten' Isis 
und Athor, aus b) 'Indien' kaum irgend eine selbständig hervortretende, aus 
c) 'indoeuropäischen' Kulten die germanische Nerthus und die celtische Cered- 
win, dem agrarischen Gott Hu zur Seite (P 4a), bekannt; überwiegend jedoch 
bleibt d) die selbständige Auffassung der Erdgöttin und Lebensmutter in den 
'semitischen' Kulten. Es wird dort neben Mylitta und Astarte (L 2, JH3, iV4) 
auch e) die fischschwänzige Derkcto genannt, deren Bezug zu 'Meergöttern' wie 
Oannes (zu Babylon; vgl. die Meergötter zu Joppe und Berytos $235, 26. Stark 
Gaza 251. Duncker 1, 151f.) der griechischen Paarung von Poseidon und De- 
meter entspricht. Uebrigens steht diesen sämtlich semitischen Formen der viel- 
gestalten und vielverbrciteten Lebensmutter endlich auch noch f) die 'Mehr- 
zahl' von Wachsthums- und Schicksalsgöttinnen zur Seite, deren mannigfache 
griechische Schwestervereine (§ 16S) vielmehr mit indo-germanischen Glaubens- 
formen, namentlich den spinnenden Nornen der deutschen und den deae Matres 
der celtischen Mythologie (PA) zusammentreffen. 

6. Der 'Sternendienst', der in a) 'Aegypten' vom Hundsgestirn Sothis 
auf Thoth und andere Gottheiten überging (Schw. 3, 175 ff.), darf bei der dort 
sowohl (Stuhrl. Vorr. 23 ff.) als b) in 'Indien' (RRoth a> 0.5, 354. Lass. 1, 
765) nur in beschränktem Mass ausgebeuteten Sternkunde nicht ausgedehnter 
vorausgesetzt werden, während er c) im 'chaldäischen' Sabäismus (Af 5. Mov. 
66. 157 ff. Lauer 79) die Gestirne mit Göttern bevölkerte und auch den bild- 
lichen Zodiakus zuerst begründet zu haben scheint (Diod. 2, 36. Lass. 1, 1122ff.). 
Um so überraschender ist d) unter den indo-germanischen Völkern der astro- 
nomische Charakter des 'keltischen' Druidenthums (P4). 

7. 'Verehrung des Mondes' ist aus a) 'Aegypten' (Joh und Chonsu) und 
b) 'Indien' (bei RRoth a. 0. 5, 354 und Lassen 1, 765 geleugnet) wenig oder gar 
nicht bezeugt, und selbst von c) 'semitischen' Mondgottheiten (Nork Myth. 90 ff.) 
kann eigentlich nur in Bezug auf Nordasien (L 5) die Rede sein, von wo aus 
zwar d) die 'griechische' Artemis nicht so viel Anbetung des Mondes mit- 
brachte als hie und da (zuletzt bei FVater, Triton. Kasan 1849) gemeint wor- 
den ist. 

8. Als a) 'vergötterte Naturkräfte' sind aus Indien sowohl feindliche 
Stürme (Rudra und Marut: Lass. 1, 763) als freundliche Lichtstrahlen und 
Nebelwolken (die Acvin Lass. 1, 762 f. und die Azaras Wtkt 2, 248) in Begleitung 



348 ANHANG. 

der Morgenröcke (3fr) zu nennen. Aus b) 'abstracten Begriffen' war in Aegypten 
die Wahrheit als Göttin Tme, in Indien die Kraft des Gebetes und Opfers als 
Brahmanaspeti Lass. 1, 766 (Roth a. 0.5, 356), die Kraft des Wortes als 
Vatchaspati (ebd. 5, 356 f. vgl. Logos) und als häusliche Tugenden (Liebe Stand- 
hafligkeit u.a.) die Vice-Deva's (Lass. 1, 768), diese sogar durch doppeltes 
tägliches Opfer, verehrt worden, und aus Persien zumal sind ähnliche Begriffs- 
wesen in zahlreichen Genien des Zendavesta nachweislich. Aus phönicischen 
Begriffswesen wird unter andern Harmonia (Thuro Mov. 87 ff. Duncker AG. 1, 162) 
abgeleitet. 

9. Die 'Verstorbenen', deren Schicksal der ägyptische Todtendienst im 
Amenthes verfolgte, wusste der indische Glaube als Rishi (Lass. 1, 765) in den 
Sternen aufbehalten, und verehrte seine vergötterten Ahnen (Pitri) auch auf 
Erden. 

10. * Schicksal und Providern' ($201). lieber die germanischen Vor- 
stellungen von Schicksal und Heil: Grimm DM. 81 6 ff. 

11. Die 'Macht der Götter' besteht a) in * Aegypten' erst seit Osiris 
dem Typhon, in b) 'Indien' seit Indra dem Vritra (d.i. Verb öl ler, Wolke), in 
der e) 'nordischen' Mythologie seit Odin sie den Riesen, wie d) der 'griechi- 
sche' Zeus dem Titanen und Giganten sie abgekämpft hat. 

12. Die 'menschliche Götternatur' gibt in a) 'Wohnung' (Götterberg 
Bferu im Norden Indiens, Lass. 1,845; vgl. Albords, Olymp), in b) ' Trank' 
(Soma, oft auch als persönliche Gottheit: Lass. 1, 789 ff. Vgl. Hom, Nektar) 
und in c) der 4 Speise' sich kund, die indisch Amriti (Lass. 1, 776. Wtke 2, 
252 f), griechisch Ambrosia lautet. Auch von d) 'Reisen und Schmausen' der 
Götter, wie der griechische Zeus sie bei Tantalos und Peleus, Poseidon bei den 
Aethiopen sie einnimt ($634, 2), weiss die indo- germanische Sage des Asen- 
mahles beim Wassergott Oegir (Schw. 6, 188 f.) zu erzählen. 

V. 'Eine sinnliche Andeutung der Gottheit hatte der älteste 
arische Götterglaube bei Indern und Persern durchs Feuer und 
durch den Lebensbaum Haoma, der semitische durch die Cypresse, 
durch Feuersäulen oder durch Steine erreicht, deren Bätylensitte im 
ältesten Griechenland neben dodonischem Baumdienst und neben 
Feuerdienst, Hestia's sowohl als der frühesten Athena, sich findet. 
*In der hierauf gefolgten anthropomorphischen Bildung seiner 
Gottheiten hat der echt griechische Götterglaube die Idee männ- 
licher Gottheiten wie Zeus und Apoll vor den weiblichen Natur- 
mächten bevorzugt, die den ältesten Religionen nur in unge- 
trennter Abhängigkeit von den entsprechenden männlichen Gott- 
heiten bekannt waren, 3 aus den Lebensmüttern semitischer Kulte 
aber zur lydischen Hera, ky prischen Aphrodite, ephesisch-thraki- 



PARALLELEN. DER GÖTTER BILDUNG UND SYMBOLE. § 1001 7. F. 349 

sehen Artemis, ausnahmsweise auch zu androgynischen Herrn* 
aphroditen, wurden. 4 Eine ihrem Wesen entsprechende sinnliche 
Darstellung annäherungsweise für seine Gottheiten zu gewinnen, 
war weder dem arischen noch semitischen Orient, den ägypti- 
schen Bildnern aber nur in der Beschränkung gelungen, dass 
sie den Ausdruck gottähnlicher Menschlichkeit dem übermensch- 
lichen Wesen ihrer Gottheiten gar nicht anmuthen mochten. 'Diese 
ausdrucksvolle Menschenbildung der Götter in einer der Andacht 
zugleich und dem KunstgefUhl genehmen Weise zu bewerkstelli- 
gen, war der Kunst der Hellenen vorbehalten, denen es nicht ungött- 
lich schien, die Gottähnlichkeit der Menschengestalt zur Verherr- 
lichung derer zu weihn, denen der Mensch sie verdankt. Auch 
erwies sich die Meisterschaft jener hellenischen Götterbilder meist 
unabhängig vom bildlichen Zusatz erklärender Symbole, solcher 
wie der Aegypter Perser Semite in der von ihnen und anderen 
Völkern bereits gemeldeten Weise sie besass und wie auch der 
Hellene aus seiner Vorgänger Bildersprache in sinnvoll erwei- 
terter Auswahl sie beibehielt. 8 Ein Theil dieser Symbole findet 
auch bei den Gebräuchen des Götterdienstes sich wieder, für 
dessen Feststellung Griechenland mannigfache Einflüsse seiner 
anfänglichen Bildung zu bewältigen hatte. Während der Orient 
seinen Feuer- und Erdgottheiten einen oft grausamen Dienst in 
Menschenopfern Büssungen und aphrodisischer Hingebung wid- 
mete, 7 übte das älteste Griechenland, seiner Verschmelzung 
zwiefacher Einflüsse des Orients gemäss, sowohl den einfachen 
Baumdienst arischer Verehrer des höchsten Gottes als auch die 
blutigsten, den rothen Männern Phöniciens abgelernten, Opfer, 
deren unmenschliches Priestergebot, dem tiefempfundenen Schuld- 
gefühl aller Völker gemäss, von den Hellenen zwar nicht abge- 
wiesen, aber durch stellvertretende Milderung frühzeitig ersetzt 
ward. 8 In sinnvollem Dienst, wie der Götter so auch der Ver- 
storbenen, hatten bereits die Völker des Orients, nach Massgabe 
vorhersehender Licht- oder Erdgewalten, sich für Verbrennen oder 
Begraben ihrer Leichname entschieden. Wie der Hellene, zumal 
nach eleusinischer Satzung, in vollem Bewusstsein hierüber sich 



350 ANHANG. 

aussprach, 'trat auch die sein ganzes Volksleben erfüllende Re- 
ligiosität, namentlich in Anrufung und Berathung der Götter durch 
Andacht Eid und Weissagung mannigfaltiger und sinnvoller als 
bei andern Völkern hervor, "und wusste auch der latinische 
Pontificaldienst Siege der Andacht über den Götterwillen zu rüh- 
men, wie sie nur etwa durch die übermenschlichen Wirkungen 
indischer Askese überboten erscheinen. 

1. 'Gott im Leblosen' zu erkennen, diente a) den Parsen das 'Feuer'; 
der b) bei Indern und Persern als Soma (auch als persönliche Gottheit ange- 
rufen) oder Haoma (Hom) bekannte 'Baum' entspricht der ägyptischen Geltung 
Ton Lotus und Pcrsea, wie der semitischen des biblischen Lebensbaums, der 
Cypressc (Mov. 575. Lajard culte du cypres, Ann. d. Inst. 19, 34 ff.) und Pinie 
(Baum des Adonis Mov. 203 und des Attis), desgleichen der hellenischen oder 
pelasgischen der Eiche ($ 190, 5. Pr. PEnc. 4, 590 f.) im Zeusdienst Dodona's 
((190, 5) und sonst Göttliches Leben auch im c) 'Stein' zu erkennen, ist die 
Idee des aus semitischen Landen nach Böotien und sonst nach Griechenland 
▼erbreiteten Bätylendienstes (Ghd. HR. Stud. 2, 202 ff. Abh. über das Metroon, Berl. 
Akad. 1849), der durch Säulengestalt (Mov. 34 3 ff.) am Feuerdienst Tbeil nahm. 

% ' Geschlechtsunterschiede' wurden bei a) überwiegend männlicher Auf- 
lassung der Gottheit in den ältesten Religionen mehr 'zugelassen' als hervorge- 
hoben, dergestalt dass b) die 'Aegypter' ihre in zwölf Figuren dargestellten 
Götterpaare nur einfach zählten ( Lepsius äg. Götterkreis S. 11), von c) Ge- 
mahlinnen der 'indischen' grossen Götter nur selten oder spät die Rede ist 
(Lass. 1, 785. Wtke2, 269) und auch d) beim 'persischen' Ormuzd und Mithra 
(Benfey DMG. 8, 459) die weibliche Natur meist (T2d) immanent blieb; dagegen 
e) die 'indo-europäische' Mythologie viel von weiblichen Gottheiten weiss. 

3. Ueberwiegende 'Weiblichkeit' tritt erst in den a) 'Lebensmüttern' 
und Erdgöttern semitischer Kulte (T 5d), Baaltis Mylitta Urania, in mehr oder 
weniger Sonderung vom Himmelsgott Baal hervor, woneben b) durch einen selt- 
samen Rückschlag sinnlichen Selbstgefühls der ' Androgynismus ' spätindischer 
syrischer und kleinasiatischer (§ 502) Kulte hervorging. 

4. 'Götterbilder' hat a) das arische 'Indien' erst spät und alsdann in den 
bekannten abenteuerlichen Bildungen zugelassen, deren Einführung als einer der 
Gründe seiner Sonderung vom bildlosen Dienste des b) 'persischen' Zoroasters 
betrachtet zu werden pflegt. Obwohl es hieneben an Versuchen der Einfüh- 
rung einzelner Götterbilder (Tanais durch Artaxerxes, Clem. protr. 5 p. 57. 
Hot. 76; indo-scythische auf baktrischen Münzen: Lass. a. O. Benfey DMG. 8, 
450 ff.) nicht fehlt, so spricht doch von Persien wie von c) 'Assyrien' die An- 
feindung semitischer Kulte hauptsächlich in Zerstörung ihrer Götterbilder sich 
aus (Mov. 66 f.). Von Götterbildern so gut wie entblösst erscheint auch der 
<*) indo-europäische 'Norden'. Was aber e) die 'Semiten' betrifft, so geht bei 
ihnen der Dienst der Bätylen der roh und kümmerlich geübten Sitte der The- 



PARALLELEN. GÖTTERBILDUNG. SYMBOLE. GEBRÄUCHE. $1001 F. 35t 

raphim voran (GBWiner Wörterb. 2, 706 f. Ewald Isr. 3. Anh. 256 ff.), welche 
vielleicht nicht minder als das goldne Kalb aus f) 'Aegypten' herstammen 
mochte. Der Ursprünglichkeit dortiger Kunst musste ein sehr früher Bilder- 
dienst zur Seite gehn, aus welchem einerseits die Götterbilder Assyriens, anderer- 
seits g) durch phönicische kretische rhodischc Vermittlung, auch die Götter- 
bildungen 'Griechenlands' abzuleiten sind. 

5. Eine Vergleichung der früher von uns berührten 'Göttersymbole' ägypti- 
schen indischen persischen (F8, J4, K6ff.) wie auch indoeuropäischen (P8) 
oder auch semitischen (L4, Jlf3, JV8) Gebrauchs lässt uns die a) Symbolik 
des rohen 'Steins' als semitisch, die b) des belebten und Leben verleihenden 
'Baumes' für arisch (Tl2ö) ägyptisch (Lotus Persea) und auch semitisch 
(Lebensbaum und Cypresse), aus der c) ' Tu i er weit' die des Widders (Ammon) 
und Rinds (Indra's Rinderraub, Lass. 1, 757; persischer Weltstier) als allgemein 
geübt, die des Pferdes als indisch (Pferdeopfer schon in den Veda's; Woiken- 
ross, Kuhn Ztschr. 1 , 529) persisch (weisses Sonnenross), vorzugsweise aber 
als semitisch (Todtenpferd : Furtwängler Idee des Todes S. 3 ff.) , insonderheit 
phönicisch und karthagisch, bezeichnen. Hieneben hatten selbst Löwe Wolf 
und Adler eine verhältnissmässig geringe Anwendung. Feindliche Symbolik der 
Schlange ist aus dem nordwestlichen Indien (Lass. 1, 766 f. 2, 467), aus Persien 
(Ahriman) und Assyrien bekannt (Bei zu Babel im A. T. ; als Zeitgott), wo- 
neben der ägyptische Kneph und Uräus dem über Phönicien und Thrakien nach 
Hellas gelangten Ortsgeist in Schlangengestalt (datfjuav aya&og $505) zu 
Grunde zu liegen scheint. Ebenfalls aus Nordindien (Shivadienst) vom semi- 
tischen Syrien her (Baal-Peor) scheint das Phallussymbo\ über Thrakien und 
Hellas (Melampus) verbreitet worden zu sein; aus semitischer Sitte mag auch 
dessen ägyptische Anwendung herrühren. — Was endlich die d) Symbole 'aus 
Menschenhand' ($43) betrifft, so beschränken wir uns hier die Sonnenscbeibe 
ägyptischen Brauchs, die in Hellas zum Diskus ward, die Spindel als Ausdruck 
des Schicksalsgewebes bei Nomen und Mören, den Wagen des griechischen 
Donnerers Zeus und der nordischen Erdgöttin Nerthus (Grimm DM. 230), zu 
vergleichen. 

6. 7. 'Wildheit des Götterdienstes' fällt, bis zum Grade von a) 'Menschen- 
opfern' gesteigert, den Aegyptern Indern Persern und Germanen nur wenig, umso 
mehr aber den Semiten zur Last, aus deren blutiger Verehrung des Kronos Moloch 
und der Tanais (Mov. 325. 406) auch Griechenlands grausamer Dienst für Dionysos 
wfjLt]GTT]g (§ 453, 4) und für die taurische Artemis (§ 342, 2) abzuleiten ist. 
Die b) leiblichen ' Büssungen ' indischer Frömmigkeit finden sich in ähnlicher Hoch- 
stellung bei den Semiten und deren Nachbarvölkern bis zur Entmannung gesteigert, 
statt deren die Beschneidung als geringere Schmälerung des männlichen Körpers 
eingeführt worden sein mag, während c) der weibliche durch 'Prostitution' im 
semitischen Mylittadienst der Gottheit eines verwilderten Glaubens zugeeignet 
wurde. — Im Gegensatze zur unnatürlichen Wildheit dieser Gebräuche sind 
d) 'Griechenlands' andeutungsweise erfolgten Ersatzgebrauche aus dem Iphigenia- 
mythos und sonst bekannt. 



352 ANHANG. 

8. Der ' Menschenleib ' ward zur Bestattung, den Gottheiten des Landes 
gemäss, bald den Elementen des Feuers (indisch und persisch) bald denen der 
Erde (ägyptisch und eleusinisch) übergeben, daher beiderlei Sitte, des Ver- 
brennens oder Begrabens, neben beiderlei Götterdiensten meistens gemischt (auch 
in Indien: Wtke 2, 401) sich Torfindet (JGrimm über das Verbrennen der Leichen, 
Berl. Akad. 1849). 

9. Eine Vergleichung der 'Religiosität' Griechenlands (§ 91) mit der Gott- 
innigkeit andrer Völker zeigt jene in Ueberschwenglichkeit der a) 'Andacht' von 
Aegyptiern Indern und Persern, in b) schauerlichen Gebräuchen des ' Eides ' viel- 
leicht selbst von den Semiten überboten, kann aber, zumal wenn c) die in 
Aberglauben, aber auch in tiefer und sinnvoller Gottesfurcht ausgezeichneten 
Gebräuche griechischer und italischer 'Weissagung' hinzutreten, unmöglich zum 
Nachtheil der Griechen ausfallen. 

10. 'Sieg oder Andacht' über den Götterwillen: in d) 'Indien' durch 
beharrliche asketische Busse, die vom Tod (Yama) losbitten, Indra's Macht er- 
schüttern (Wuüke 2, 390f. ) und den Büsser wol gar zu eigener Göttlichkeit 
(durch Genuss des Somatrankes, Wtke 2, 346. 391) erheben kann; aber auch 
in 6) 'Latium', wo das pontificale Ritual des Aeneas und Numa auf Juppiter- 
Elicius einwirkt (§ 949, 5). 

X. ! In den Vorstellungen über des Weltalls, über der Göt- 
ter und über des Menschengeschlechtes Entstehung tritt das 
schon im Alterthum dann und wann kindisch gescholtne Hellenen- 
volk gegen die Völker des Orients sichtlich zurück, da vielmehr 
der Hellene es vorzog, durch lebenskräftige Ausbildung seines 
Götterglaubens die grübelnde Frage über der Götter Entstehung 
danieder zu halten. *Die Götterdynastien der Aegyptier, die 
Weltalter indisch- persischer und indisch -europäischer, assyri- 
scher babylonischer und phönicischer Schöpfungssagen stehen 
in riesenhafter Abmessung der Vorzeit und ihrer schöpferischen 
Gotteskraft jener griechischen Kosmogonie und Theogonie voran, 
8 die, bei einem und dem anderen Nachhall des indischen Orients, 
im Ganzen der semitischen Auffassung Assyriens und Phöniciens 
sich anschliesst. 4 Dieses Verhältniss kann uns nicht entgehen, 
wenn uns die hesiodische Theogonie in ihrer Nebeneinander- 
stellung des Chaos und der Gäa als schaffender Urmächte den 
ewigen Weltgeist unvordenklichen Daseins verschweigt, den doch 
nächst Aegyptiern Indern und Persern auch die Semiten, im Ein- 
klänge mit der biblischen Genesis, wohl kannten, 6 und den 
die eklektische Theogonie der Orphiker als Schlangengestalten 



PARALLELEN. GÖTTER- UND WELTENTSTEHUNG. jlOOl X. 353 

Chronos selbst dem Entstehen des Chaos voranstellt, aus wel- 
chem dann Aether und Finsterniss in dualistischer Trennung 
hervorgegangen sein sollten. 6 Während hieneben die Werdelust 
des hesiodischen Eros, der mit Brahma vermählten indischen 
Maia vergleichbar, unvermittelt im Anfang der Schöpfung steht, 
sondert der mythologische Schöpfungsprocess sich in doppelter 
Weise: indisch und orphisch durchs berstende Weltei und durch 
den daraus in Stier- oder Schlangengestalt über die Gewässer er- 
hobenen, jenem Eros vergleichbaren, Phanes; 7 nach hesiodischer 
Weise aber so , dass nach zahlreichen durch Gäa und Uranos 
erfolgten titanischen Schöpfungen der Phallus des entmannten 
Uranos, ins Meer ergossen, der Liebesgöttin Aphrodite das Dasein 
gibt. Neben diesen, vermuthlich semitischen, Gäa- und Phallus- 
sagen, 8 denen aus Persien und aus dem Norden auch noch die 
Schöpfungsableitungen aus einem Stier- Schlangen- oder Riesen- 
leib oder aus einem urweltlichen Baum zur Seite gehn, 9 findet 
die Vorstellung einer gegen Titanen und Giganten gesicherten 
Weltregierung in der indischen sowohl als nordischen Sage be- 
siegter Dämonen und Riesen ihr Vorbild, wie denn auch die zeit- 
weiligen Niederlagen der Gölter samt der Sage von einiger Gott- 
heiten Verschwinden und Suchen, Tod und Wiedergeburt ebenfalls 
ihre Quelle im Orient finden. 10 Hieran reihen sich denn end- 
lich auch die meist vor Erschaffung der Menschen gedachten 
Legenden einer urweltlichen grossen Fluth, u und nach deren 
Beendung die anfangs aus Steinen Bäumen oder Erde, dann aber 
am liebsten aus göttlicher Zeugung, abgeleitete Entstehung des 
Menschengeschlechts. 

2. Die 'Weltalter' a) 'ägyptischer' Vorstellung sind aus Aegyptens Götter- 
dynastien (Bunsen Aeg. 1 , 423 ff. nach Manethos) und dortigen Vorstellungen vom 
Weltgebäude (Roth 131 ff. 164 ff.), die b) 'indischen' gleichfalls aus den Dar- 
stellungen brahmanischer Philosophie (Wuttke 2, 291 ff.), die c) 'persischen' aus 
den Vorstellungen des Zend-Avesta (Schw. 5, 227 ff.), die d) 'indo-emropäischen' 
aus der Edda, dem finnischen Epos, auch slawischen Quellen die an Persisches 
(Weltbaum, böses Thier: Eckerm. 3, 2, 17 ff.) erinnern, endlich die e) 'semiti- 
schen' aus der babylonischen Sage nach Sanchuniathon (Euseb. praep. 1, 6. 
Mov. 134 ff. Roth 250 ff. Ewald über die phönic. Ansichten über Weltschöpfung, 
Gott. 1851. 4) in Verbindung mit der biblischen Genesis zu entnehmen. 
Gerhard, Mythologie. II. 23 



354 ANHANG. 

3. In der 'griechischen Theogonie' ist neben a) einzelnen * arischen' Ele- 
menten (Uranos dem indischen Varuna, der Titanenkampf dem Kampfe Indra's 
mit Vritra vergleichbar) ein b) überwiegend 'semitischer' Charakter durch viel 
Uebereinstimmung, theils mit der biblischen Genesis (Schw. 4, 175 ff. Braun Myth. 
§ 13), theils mit babylonisch-phönicischer Sage, nachweislich. 

4. ( Semitisches bei Hesiod' kann a) in den Urwesen 'Chaos' und 'Eros' 
der Theogonie, in b) Hochstellung der ( Gäa', in c) der Person des 'Kro- 
nos ', in d) Entmannung und schwimmendem ( Phallus ' der Uranossage, woraus 
e) * Aphrodite' hervorgeht, erkannt werden; ferner f) auch in der ' Flu th sage' 
(Anm. 10); woneben g) für die 'Zwdlfxahl' der Titanen vielleicht kein näher 
liegendes Vorbild als die zwölf ägyptischen Götter nachzuweisen bleibt. 

5. Die 'orphischen Urwesen' (§ 123. Lob. Agl. 465 ss.) weisen als a) 'Chro- 
nos und Chaos ' auf ähnliche indisch-persische Urwesen, wie auf den babyloni- 
schen Belitan (Mo?. 254 ff.), aber auch auf die ägyptisch-phöniciscfaen Urwesen 
zurück, die Roth (a. 0.250 ff.) als Kneph Pacht Mentu und Neith mit den 
phönicischen Kolpiach und Bohu («sPneuma und Chaos) Potbos und Muth 
gleichstellt, wobei Neith als Urschlamm (der auch semitisch: Mov. 134 ff.) ge- 
dacht wird. Die b) 'Entzweiung' von Aether und Erebos steht dem persischen 
Dualismus von Ormuzd und Ahriman, dem indo-europäischen von Muspell und 
NiQbeim, aber auch dem babylonischen von Bei und Mylitta (Mov. 269 ff.) pa- 
rallel; woneben doch auch die sechs Schöpfungstage der Genesis in sechs 
Schöpfungszeiten der persischen Sage wiederkehren. 

6. Die 'orphische Schöpfungslehre' entspricht der indischen theils bei 
Vergleichung von a) 'Eros und Maia' (Wuttke2, 281 ff), theils in dem b) als 
' Weltei ' gedachten Erd- und Himmelsrund, das nach ägyptischer Vorstellung ans 
dem Munde der Urgottheit (Roth 282 ff. Anm. 102) gekommen sein, nach einer 
andern den Osiris (Diod. 1, 27. Bunsen Aeg. 1, 494) hervorgebracht haben soll; 
die indische Sage lässt den Brahma oder Narayana (Stuhrl, 73) daraus ent- 
stehn, oder vergleicht damit den geöffneten Mund (Stuhrl, 71) des Weltgeistes 
Pumischa. Der nach orphischer Dichtung daraus hervorgegangene c) 'Pbanes' 
mit Stier- oder Schlaugenbildung entspricht wiederum der Idee des Eros, die 
in reinerer Gestalt, als Werdelust der ersten Schöpfung, in der gedachten mit 
Brahma vermählten indischen Maia ausgedruckt ist. Die d) ' Gewässer', über 
denen auch in der Genesis der schaffende Geist schwebt, deutet der indische 
Mythos durch Fischbildung des Brahma (gefangen von Mannus, Grimm DM. 544; 
vgl. die semitischen Dagon und Derketo JL6. 7) oder im schwimmenden 
Phallus an. 

8. 'Sonstige Schöpfungssagen' gelten der Weltentstehung aus einem 
<i) 'Stierleib' (persisch Schw. 5, 233. Ein böses Urthier auch slavisch),- einem 
b) 'Riesenleib' (skandinavisch des Ymir, dessen Zerstückelung, wie die des Zagreus 
und Uranos, schöpferisch wird), oder aus einem e) * Weltbaum' (slavisch). 

9. Als 'Epochen der Weltregierung' pflegt die Schöpfungssage zuerst a} der 
Götter siegreichen Kampf gegen die 'Riesen der Urzeit' zu kennen; die indische 
(Indra gegen Vritra) und nordische (Ymir) Sage lautet hierüber der griechischen 



PARALLELEN. GÖTTER- UND WELTENTSTEHUNG. $ 1001 X. T. 355 

ganz ähnlich. Die lange Dauer dieses Kampfes ($110, 1) wird durch die 
t) Sagen von zeitweiliger * Niederlage der Götter' (des Indra durch Vritra, wie 
des Osiris und des Zeus durch Typhon; die nordische Freir ist drei Jahr lang 
begraben: Schw. ö, JMlff.) bezeugt; hiebe! wird Indra sogar todt gesagt, wie 
t) auch die griechische Sage von 'Irren Verschwinden und Suchen' (Adonis Mot. 
200; Io Koro Harmonia Europa) und andern symbolisch ausgedruckten Aben- 
teuern ($47. 48), insonderheit auch von 'Tod und Wiedergeburt' ($48, 4 ff.) 
mehrerer Gotter, namentlich des Zeus ($211,6) und Dionysos-Zagreus ($ 453, 3), 
wtisste. 

10. 'Fluthsage': $639. Buttmann Myth. 1 , 152 ff. Grimm DM. 5 42 ff. 
(Sinflut d. i. grosse Fluth, durch Regen vom Himmel oder aus Blut des Riesen 
Ymir). FWindischmann Ursagen der arischen Völker, Bair. Akad. 1853, S. 4 ff. 

11. ( Ursprung des Menschengeschlechts': §636,1. Grimm DM. 529 ff: 
(aas zwei Bäumen, itftb d Qvog 538; oder aus Stein 451); seine Vergänglichkeit 
ist. in der indischen Sage enthalten, laut welcher Yama der Todesgott Bruder des 
ersten Menschen (Manu: Roth DMG. 4, 130) ist. 

Y. l Der Götter Menschwerdung in sterblicher Hülle und 
darauf erfolgte Einmischung ins Menschenleben, durch Epiphanie 
Gunst und Ehe sowohl als durch Kämpfe, ist aus der ältesten 
Dichtung arischer Völker vielbezeugt; * sie ist von einer Helden- 
sage begleitet, deren Hauptzüge das griechische Epos in Herakles 
und Achill wiederholt, s und wenn die schwächere Heldendichtung 
semitischer Völker denselben Löwenbezwinger Herakles weich- 
licher, den Eberjäger Adonis vollends verweichlicht und weich- 
lich auch jenen Welterretter uns zeigt, der in eleusinischer und 
sonstiger Mystik seinen semitischen Ursprung nicht wohl ver- 
leugnen kann, so spricht doch in ihr auch die nie oder selten 
verleugnete Abstammung des Menschengeschlechts aus Blut und 
Samen der Gottheit sich aus. 4 Hiemit pflegt der Glaube an 
eine anfängliche Unschuldswelt im goldnen Zeitalter der Mensch- 
heit, und an den vom ersten Menschen durch Abweichung vom 
göttlichen Willen herbeigeführten Zustand der Schuld und Busse 
verknüpft zu sein; man wusste aber auch von einem noch früheren 
Zeitalter gefallener Geister, dem vielleicht das Menschengeschlecht 
seinen Ursprung verdankte und ein auf der Schöpfung ruhender 
Göttesfluch folgte. s Wie der selbstthätige Gottesdienst, hat auch 
die den Glauben abspiegelnde Mythologie der Versöhnung der 
Gottheit als höchster Aufgabe sich untersogen: dem Schuldbe- 

23* 



356 ANHANG. 

wusstsein der biblischen Genesis und dem erlösenden Selbstopfer 
der Offenbarung entspricht, neben den Sühngebräuchen semiti- 
scher und auch griechischer Sitte, sowohl der ägyptische Todten- 
dienst als auch das persische Mithrasopfer. • Aegypten, das in 
Ausmalung der Urzeit des Menschengeschlechts den indogermani- 
schen Völkern für uns nachsteht, obwohl auch dort anfangs die 
Götter und als deren Ausfluss die Könige herschen, hatte sich 
um so mehr in mythischen Vorstellungen vom stetigen oder 
wandernden Leben der abgeschiedenen Seelen ergangen; 7 eben- 
falls mit den Zuständen menschlicher Zukunft hatte jedoch auch 
die indische Dichtung in ihren Sagen von Indra's Himmel, die 
germanische in ihrem Walhalla und Niflheim samt der tiefsinnigen 
Lehre vom Weltuntergang, die griechische in der Vorstellung über 
Elysion Kronosinseln und Hades, sich beschäftigt, 8 woneben die 
mehr semitische als arische Ansicht eines, zumeist in dumpfer 
Vernichtung zu denkenden, Höllenraums beträchtlich zurücktritt 

1. Die 'Menschwerdung der Götter' findet, wie in der Odyssee und son- 
stiger griechischer Heroensage, ihr Vorbild in den Incarnationen indischer Gott- 
heiten, hauptsächlich des Vishnu, der nach neunmaligem Herabsteigen ins Erden- 
leben zuletzt im indischen Herakles Krishna (Lass. 1, 838. 2, 446) erkannt wird. 

2. Das 'indogermanische Epos' der indischen (Krishna) persischen (Rüstern) 
und germanischen (Tac. Germ. 3. 9. 42. Irmin? Grimm DM. 337; sonstige Helden 
ebd. 31 5 ff. 339) Dichtung hat allerorts seinen Herakles aufzuweisen; im indisch- 
persischen Feridun und germanischen Siegfried glaubt man Vorbilder und Wider- 
spiele des griechischen Achill zu erkennen. Dem Misses und dessen Vater Laertes 
waren germanische Altäre geweiht (Tac. Germ. 3). Mancher sonstige Zug dieser 
stammverwandten Sagenkreise wird hie und da etymologisch, z. B. für die Ken- 
tauren (Gandharba's indisch: Kuhn Ztschr. 1, 51 3 ff.) und für den troischen 
Paris (gedeutet als Kämpfer sskr. von GCurtius, ebd. 1,35), mehr oder weniger 
überzeugend in Anspruch genommen. 

3. Ein 'semitischer' Heros ist o) * Herakles' im assyrischen Sardan-Sar- 
danapalos und im phönicischen Melkarth, aber auch b) der Eberjäger 'Adonis', 
der bald dem «ßQÖe'lctto (Mov. 539 ff.) gleichgestellt, bald als Morgenstern (7*36) 
gedeutet wird und mit zahlreichen andern Götterlieblingen blühendsten und ver- 
gänglichsten Daseins, dem Hyakinthos sowohl als lacchos, namentlich auch mit 
dem mystischen ( Welterretter' ($ 174 f.) nicht weniger altgriechiseher Kulte sich 
vergleichen lässt. 

4. 'Unschuld und Abfall' der Menschheit, wie Hesiod in der Lehre von 
den Weltaltern ($ 137 ff. 636, 4) beide berichtet, sind, in Bezug auf die a) 'Un- 



PARALLELEN. SÜHNUNG UND ZUKUNFT. SCHLUSS. $1001 TZ 357 

schuld', wie des Paradieses so auch des saturnischen Reiches ($129, 7), als auf 
den b) darauf gefolgten 'Abfall', nächst der semitischen Auffassung in der Genesis 
vielleicht auch durch indische persische und germanische (Schw. 6,331) Sagen 
bezeugt. Der Glaube an ein c) erstes Zeitalter 'gefallener Geister', von denen 
das Menschengeschlecht abstamme und in denen auch die Seelenwanderung ihre 
Erklärung finde, gilt für ägyptisch (Roth 233; vgl. Giganten). Ein hierauf 
d) der erschaffenen Welt inhaftender ' Gottesfluch ' kann sinnlich im Fluch der 
dem Gold in wohnt (Schw. 6, 303) und in ähnlichen Zügen erkannt werden. 

5. Auf * Versöhnung' der Gottheit ging a) dem Endziel der * Offenbarung' 
und dem b) Bestreben vielfacher 'Sühngebräuche' (§ 32) der c) ägyptische 
'Todteodienst' (auch indisch? Roth. 210. 219) und das d) persische 'Mithras- 
opfer' ($1000, 3) voran. 

7. ' Todtendienst und Seelenlehre' sind a) in weitester Ausdehnung aus 
'Aegypten' (Roth 176 ff. Amenthes) bekannt. Aus den b) 'indischen' Veda's 
wird Todtendienst der Ahnen (Pitri, göttergleich, Wtke 2, 393) bezeugt; aus 
vormaligen Sterblichen sollen weltbildende Geister entstanden sein (die Ribhu's 
nach Kuhn Ztschr. -4, 1 02 ff.), und aus dem ersten Gestorbenen , Manu's des 
ersten Menschen Bruder (Roth DMG. 4, 1 30) , war selbst der Machthaber über 
alles Leben, Yama der Todesgott, erst geworden, durch welchen zu Indra's 
Himmel der Weg geht. Ueber die c) * nordische' Seelenlehre ist von JGrimm 
(DM. 786 ff.), über die gleichfalls nordische Lehre von Weltuntergang und Erneuung 
zuletzt von Simrock (DM. 138 ff.) gehandelt worden; des d) * griechischen ' Jen- 
seits ward oben (§ 578) gedacht. 

8. Der Begriff der 'Hölle' ist vorzugsweise a) 'semitisch', wird aber 
b) doch auch aus 'indischer' Vorstellung und zwar 21 fach, mit Vergeltungs- 
strafen zupassendster Art, gleich denen in Dante's Hölle, bezeugt (Wuttke 2, 
395). Das c) 'germanische' Niflheim, der Todesgöttin Hei Wohnort (Grimm 
DM. 760), wird traurig und freudenleer gedacht; Strafen und Qualen jedoch 
scheinen dieser Vorstellung nicht verknüpft zu sein (ebd. 764). 

Z. i Beim Abschluss solcher, in einer beträchtlichen Aus- 
dehnung uns dargebotener, Parallelen bleibt unsre Anerkennung 
der griechischen Mythologie eher erhöht als geschmälert. * In 
ihren Mitteln und ihrem Gesichtskreis beschränkt, so dass sie 
weder zur Ueberschwenglichkeit ägyptischer indischer persischer 
germanischer oder zur Wildheit semitischer Kulte und Mythen, 
noch auch zum Glauben an eine ewige und von jeher gegebene 
Gottheit vordrang, 3 erscheint sie, vom Reichthum der älteren My- 
thologieen vielfach betheiligt, in dem harmonischen, religiös zu- 
gleich und national durchgebildeten, Inbegriff hellenischer Götter 
und Sagen ihnen allen weit überlegen, wie sie denn auch, vermöge 
reicher und wohlgeordneter Quellen, mehr als eine andre uns zu- 



358 ANHANG. fARALLELEN. SCHLUS8. % 1001 M. 

gänglich ist. 4 Begünstigt durch die klimatischen und nationalen Um- 
stände ihres geschichtlichen Daseins, hatte sie in den Ideen und 
Bildungen ihres Götterglaubens, wie in den Gebräuchen ihres Göt- 
terdienstes, sich auf dem Standpunkt edelster Menschlichkeit sinn- 
voll entwickelt. 'Vom Naturdienst zur Vorstellung national und 
sittlich einwirkender göttlicher Personen gelangt, zeigt jener 
griechische Götterglaube in seinen kosmogonischen Vorstellungen 
ein gesundes Naturgeftihl, im Personal seiner menschlich ge- 
dachten Gottheiten bei majestätischer Würde die Reize poetischer 
Anmuth, in den Sagen von Ursprung Fortgang und Zukunft des 
Menschenlebens eine von Gottesfurcht durchdrungene Weltan- 
schauung und Lebensfrische, 6 in seiner Gesamtheit den edelsten 
weltgeschichtlichen Ausdruck jenes seit Anfang der Dinge be- 
gründeten Sehnens der Kreatur, mit welchem die Völker des 
Aiterthums, voll unbewussten aber für uns verständlichen Dranges, 
das erst im Ghristenthum offenbarte Reich Gottes begehrten. 



REGISTER. 



359 



KEGISTER*). 



Abä: D. d. Apollon 301, 3<i. 

Alanten 712, 3rr. 

Abart» m, 4a. 515, 1. 

Abarnos 862, 3. 

Ahns 1) S. d. Lynkeus712, 3n. 796, 
4 ; 5. GA ff, 4. — 2) S. d. Melampus 
662, 1 1. GA Ä, 1. — 3) S. d. Posei- 
don 243, Irr. — 4) Kentaur 666, 2n. 

Abdera D. d. Apollon 299, 2c. 

Abderos 931, 5. 

Abellio gallisch MP P, 46. 

Abeona 989, 46. 

Aberglaube MP V, 9c. 

Jörn 841, 1«. 

Aborigines 935, 2. 940, 1. 994, 6. 

Abydos: D. d. Aphrodite 367, 36. — 
Sagen 862, \a. 

Acca Larenlia 984, 8. 985, He. 995, 
3 ; 8c. 

Achate 320, 5. 

Achäer 61. 185, 1. 649, 1. 651. 656, 2. 



674. Dienste 70, 3; 4. 181, 1. d. 
Aphrodite 360, 1. 364, 10. d. Apollon 
297, 1 ; 2. 300, 3f. 304, 5c. d. Ar- 
temis 333, 5; 6. d. Atbena245, 56. 
249, 10. d. Demeter 405, 3c. 411,8. 
d. Dionysos 439, 3c. 443, 8. d. He- 
phästos 389, 26. d. Hera 21 4, 3. d. 
Hermes 270, 3c. 272, 6. d. Hestia 
286, 3. 287, 2. d. Poseidon 233, 9. 
d. Zeus 189, 3. 196, 4. 197, 3. — 
Sagen 681, 4p. 869 ff. 

Achäos S. d. Xuthos (S. d. Poseidon 
652,36.) 647,3. 651, 1. 769,2. 
894, 1. GA». ff, 4. 

ui^aiOfiavr€iS 642, 3<i\ 

Acharni: D. d. Apollon 302, 4«. d. Athe~ 
na 248, 8d; 9. d. Dionysos 442, 46. 

Achates 858, 26; 56. 

Acheloo* 137, 2. 523, 4. 542. 553, 8. 
653, 4n. 816, 6. 846, 2. 849, 3. 855, 
1. GA0,2. 



*) Dieses Register ist nach den Ziffern der Paragraphen und ihrer Unterab- 
theilungen geordnet und wird in dieser Weise auch für vorfallende Nachträge 
und Excurse des gegenwärtigen Buches gältig bleiben. In der Schreibung der 
Diphthonge ist Ae (Aegypten) dem Ai und Oe dem Oi (Oeneus) vorgezogen 
worden. Die persönlichen Eigennamen unterscheiden sich von den übrigen durch 
Cursivschrift. — Als Abkürzungen sind S. und T. für 'Sohn' und 'Tochter', 
D. für 'Dienst', d. für 'des' und 'der', tymb. für 'symbolisch', GA für den 
'genealogischen Anhang' des dritten Buchs, MP für den Schlussabschnitt 'my- 
thologischer Parallelen' gebraucht worden; das Zeichen u (Zeus o Hera) deutet 
Paarung an. 



360 



REGISTER. 



Acheron 1 90, 3. 

Achiltemn%, 26. 326, 3r?. 579, 2. 

629, 2. 668, 7. 674, 3; 4. 813,4. 

867, 1. 875, 1. 877, 4; 5; 7. 878. 

887, 6. 888—891. 892, 1. 893, 2. 

894, 5 ; 7. 895, 6. 896, 4. 897ff. 933, 
3. GA S, 26. MP P, 11. Y, 2. — 
Vorbilder im Orient MF Y, 2. 

Achtzahl von Gottheiten MP S, 4. 

A$uin indisch MP T, Sa. 

ufrf/iwo* 127,2. 

Adeona 989, 46. 

Adikia 595, 8. 

^idt/jns indisch MP U, 6. 

Adler symbolisch 41,3. für Juppiter 

965, 1. für Zeus 195, 3 ; 4c. 202, 2. 
Admeta 22S, lc. 800, 5. 
Admetos 327, In. 627c. 673, 4. 678, 

2,3.926,2. GA J,2#r, 6. 
*Ad<uvta 377, lc; 2rf. 378, 2«. 386, 

4; 5. 
Jefont* 383, 1«. 384, 1. 385. 386. 473, 

2. 501,' 7. 863, 3. GA H etruskisch 
939, 8. phönicisch MP O, 11. S, 3*. 
T, 3c. y, 26; 3. syrisch MP L, 6. 

Adramelech babylonisch MP M, 2. 
Adranos496, 1. 557, 3c. 
Adrasteia: D. d. Apollon 306, 8«. 
AdrasleiaUX, 6.145. 152,2.211,3«. 

335,66.591,1. 
Adrastos 1) S. d. Herakles 322, 4. — 

2) S. d. Talaos 145, 1. 217, 36. 745, 

3. 746, 3. 748, 1. 750, 3. 778, 4. 
802,4. 803,2. 831, 4. 851,2. GA 
#,3. K,6. IV, 2c; 1. 

Aea682, 1.689,4. 690, 1.696 ff. 
AeaMden S59, 4c. 869, 1. 875. 879. 
887, 3 — 7. 888 ff. 893, 1. 894, 4. 

895, 4. 

Aeakos 208, 6. 579, 4. 668, 6. 674, 3. 
786, 7. 875. 878, 2. 887, 4. GA S, 1. 
Jens s. Aias. 
Aedon GA JE, 1«. G, 2. 
<4cdo«615, 6. 



Jcf fe* 471, 4. 690. 696—698. 823, 2. 

GA Af , 2. 
Aega : D. d. Nereus 526, 2. d. Poseidon 

232, 30. 233, 96. 236, 2a. d. Triton 
527, 2. 

Aegäon (Briarcos) 107,3. 523, 2a. 
534,1.823, 3. GA M, 3. 

Aegeslos 858, 56. 943, 6. 

-4c(/cu* 1) S. d. Oeolykos GA 6, 1. — 
2) S. d. Pandion (S. d. Poseidon 243, 
la.) 233, lc. 302, lc. 463, 36. 627, 
3. 719, 4. 752, 3c. 768, 3. 769, 1. 
770. 771, 5. 773, 3; 4. 778, 1. 788, 

2. GA H. 
Aegiale830, 1. 

Aegialcia 853, 6. GA 0, 36. 
Acgialeus 1) S. d. Adrastos 748, 1. — 

2) S. d. Inacbos 792, 1. 830, 1. GA 
Ä,l. N,2a. 

AegidcnJbO, 3; 4. 

Aegikoreis 752, 3<i. 769, 3. 

Aegimios 675, 26. 916, 2. 926, 2. 
932, 2. 

Aegina : Dienste 70, 1 . d. Aphrodite 364, 
ig. d. Apollon 297, 2. 303, 46. d. Ar- 
temis 334, 36. d. Demeter 410, 46. d. 
Dionysos 442, 5c. d. Hekate566, 6. 
d. Hera 216, 8c. 224, 16. d. Poseidon 

233, 5. 239, 2. 240, 4f. d. Theial28, 

3. 1 54, 6. d. Zeus 1 93, 9.199,3.— 
Sagen 699, 5. 859, 4c. 875. 

Aegina 543, 26. u Poseidon 240, 26. 
u Zeus 210, 1; 2. 240, 26. 825, 1. 
875, 1.878,3. GAS, 1. 

Aegion: D. d. Aphrodite 364, 106. d. 
Demeter 41 1 , 8a. d. Hera 21 7, 3c. d. 
Poseidon 233, 9c. d. Soteria 614, 1. 
d. Zeus 196, 4. 203,4.211,26. 

Aegipan 498, 5. 

Aegira : D. d. Aphrodite 364, lOrf. d. Ar- 
temis 333, 6a. d. Eros 490, 3. d. Her- 
mes 272, 6c. d. Tyche 597, 4. 

Aegis symb. für Athena 263, 1 . für Hera 
222,2c. für Zeus 202, 1. 



REGISTER. 



361 



Aegisthos 871, 6. 873. 874, 4. 903, 1 ; 
2. GA R. 

Aeglel) T. d. Asklepios 510, 4. — 2)T. 
v d. Zeus 476, 26. — 3) uTheseus 
780, 4. 

Aegle'is 762, 2. 

Aegon 647, 3. 

Aegypten: Mythologie MP 6— G. Äff. 
Achtzahl der Gottheiten MP£, 4. Drei- 
zahl derselben MP S, 36; c. Urwesen 
MP X, 5n. D. d. Aphrodite 360, 4«. 
368, 66. 370, 1. d. Apollon 307, 7. 
d. Artemis 337, \a. d. Athena252, 
2<f. d. Dionysos 439, 5 f. 446, Irr. d. 
Hermes 270, 2d. — Einflüsse 51. 94, 
5c. 181, 1. 190, 10. 641, 1. — Kunst 
MP F, 4c. 

Aegyptos 646, 1. 794, 4. 795, 2; 4. 
884, 1. GAÄ,3;4. 

Aegyros GA iV, 2a. 

Aello 520, 1. 

AemiM 996, 8a. 

Aetnon 647, 2. 

Aenea: D. d. Aphrodite 361, 3n. — 
Sagen 663, 1. 

Aeneiaden 141, 8. 144, 4. 359, 8. 366, 
Id. 861,1. 912ff. 

Aeneias 323, 2i. 359, 4. 361, 3<t. 364, 
8/f. 3826. 384, 2a ; 4. 579, 7. 636, 
1c. 663. 810, 2. 853, 7. 855, 2<r, 3; 
4. 858, 26. 881, 4. 887, 6. 892, 3. 
896, 2. 898ff. 911.— 913. 914, t. 
940, 3. 941, 1 ; 3. 943, 1 ; 6. 944, 6. 
945.947,2. 951,6.961,3. 966,7. 
994, 6. 995, 2. 996, 10*. GA T, 16. 

Aeneus GA D, 1 . 

Aenianen 674, 5. 

Aenos: D. d. Apollon 299, 26. — Sagen 

663. 1. 

Aeoler 61, 6. 62. 181, 1. 652. 653. 655, 

4. 656, 3. 705, 2—6. Dienste 79, 2. 
d. Aphrodite 360, 3. d. Apollon 306, 

5. d. Athena 245, 5 c. d. Dionysos 

439. 2. 444, 46. d. Hermes 270, 3c. 



d. Poseidon 231, 3. 235, 1". d. Zeus 

189, 3. — Sagen 81 5 ff. 819 ff. 834 ff. 

861,2. 
Aeolia 846, 3. GA ß, 2. 
Aeolos 1)S. d. Hellen 651,1. 652. 653- 

842, 1. 855, 4. 906,2. GA J,l; 

3. C. — 2) S. d. Poseidon 516, 2; 3. 
652, 1 ; 3. 909, 2. 

AeoniSld. 

Aepytos 1) S. d. Elatos 784, 3. 812, 3. 
— 2) S. d. Hippothoos 233, 7a. 817, 

4. — 3) S. d. Kresphontes 840, 2; 3. 
GA F, 2. 

Aequer936, 1. 

Acquita8$95,&. 989,5c. 

Aerope 1) T. d. Katreus uAtreus871, 

3. 872, 1. GA A. uPleisthenes 729, 

4. GA F. — 2) T. d. Kepheus u Ares 
354, 2 f. 

Aeropos 657, 4/i. 

Aesa 589, 2. 

Aesakos symb. für Aphrodite 374, \k. 

AesaJros GA T, da. 

Aesanios GA G, 1. 

Aesar etruskisch 937, 6. 

Aeschylos 90, 3. 93, 6. Auffassung des 

Zeus 201, 3. 
Aesculanus 989, 4c. 
AescuJapius 955, 5. 967, 10. 997, 7. 
Aesepos 543, 5. 
Aeson 653, 1. 673, 26. 684, 1 ; 2. 686, 

36. 700, 1 ; 2a. GA A, 2a. C. 
Aetcrnitas 596, 3. 

Aethalides 275, 6<*. 282, 1c. 681, 2c. 
AelherlOS, 2. 115,1. 125. MPX,56. 
Aethiopen 184, 2. 634, 2a. 635. D. d. 

Dionysos 446, 2e. 
AelhHos S. d. Aeolos (S. d. Zeus GA Q y 

1.) 653, 3c. 824,3. 
Aethra T. d. Pittheus u Aegeus 476, 26. 

770, 5. 781, 2. GA H. u Poseidon 

233, lc. 242, 3c. 267, 2a. 269, 26. 

788, 2. GA R. Dienst 128, 3. 
Aethriafö7, 3*. 



362 



REGISTER. 



Aethusa 1) T. d. Alkyonetis 641, 4. 

2) T. d. Poseidon 243, la. uApollon 

321,1; 3a; i. GA F, la. 
Aetna: D. d. Hephastos 390, 5a. — 

Sagen 650, 3f. 
Aetna 395, 2a. 
.4e/fiao*166,2. 496,2. 
Aetolien: Dienste 74, 3. des Apollon 

307, 1. der Artemis 330, 7. 332, 8. 

der Demeter 411, 9. des Dionysos 

440, 3c. derkureten 170, 3. — Sagen 

842 ff. 
Aetolos 670, 2c 842,5. 843,1. 844, 

1.846. GA0, 1;2. 
Aelo* 22$, \d. 
Agamede 242, 3. 506, 3. 844, 3. GA 

Agamede* S. d. Stymphalos (S. d. Apol- 
lon 321, 3c S. d. Erginos 704. GA V. 
S. d. Klymenos 702, 6. 703, li/; 4.). 
238, 7a; e. 515, 7. 640, 6*. 784, 2. 
812,3.817,3. 818,36. 

Agamemnon *S. d. Atrens (S. d. Piei 
sthenes GA F.) 187, 2. 729, 4. 790, 
' 3. 805, 4. 831, 5. 873. 874. 887, 1. 
888, 7. 892, 1. 893, 2. 894, 7. 896, 
2. 897 ff. 902, 2. 903. GA JV, 2, 6. 
P, 2. Ä. 

j£«jXfior817,2. 859, 16. GA L,2. 

Agasthenes 845, 16. GA (?, 1. 

J«//?r*c Tyche 1 56, 2. 294, 4«i . 

Agathodämon 155, 3. 156. 159, 3. 180, 
2. 505,2-6. 555,1. MPF, 7. 

^l«i<* 463, 6a. 737, 5. GA G, 1 ; 2. 

4/tfuff* 149, 36. 862, 4a. 

Agelaos 931, 4. GA F, 3 f. 

J^nor 1) S. d. Iasos 790, 3. 791, 7. 
792, 4. GA Ä, 1, 3c; 2a. — 2) S. ä\ 
Pleuron GA 0, 2. — 3) S. d. Posei- 
don 243, In. GAF. Q, 1. Ä, 3. — 
4) S. d. Triopas 670, 3a; 4c? . GA Jf, 
1 ; 3; 26. — phönicisch 735, 1. 

Agerona 989, 56. 

Aglaia 379, 26. 381, 1«. 395, 2c. 



Aglamros 1) T. d. Aküos 753, 5«. — 
2) T. d. Kekrops 755, 1 ; 3. 756, 3. 
757. 766, 26. »Ares 755, 4. GA 
U. »Hermes 282, 1«; 4«. — Vgl. 
Agraulos. 

Agliholms syrisch MP iV, 2. 

Agni indisch MP U 7. S, 3«; 4. T, 
2c; 4. 

J</o* 606, 2. 

Agonia971, 10. 

Agra: D. d. Artemis 331, 3. d. Demeter 
409, 2c. d. Poseidon 233, 14. 

Agranlos 1) T. d. Aktaos 753, 5a. u Ke- 
krops 755, 1. GA Ä. — 2) T. d. Ke- 
krops 168, 2. 269, 16. o Ares 267, 2d. 
354, Id. — Vgl. Aglanros. 

*AyQt «rtcc 443, 2a. 453, 4a. 454, 4. 

IdyQtiavttt 441, la. 453, 4a. 454, 4. 

Agrios 1 ) S. d. Ares 846, 4. 847, 1 ; 3. 
849, 1 . 852, 1 . — 2) S. d. Odysseos 
910, 5. 944, 2. — 3) S. d. Porthaon 
GA Q, 2. — 4) Kentaur 666, 2d. 

Agron 859, 2a. 

Aggieus 320, 5. 323, 4a. 503, 5. 

Ahriman persisch MPK, 3; 10; 11. 5, 
2. X, 56. 

Aias 1) S. d. Oileus710, 3a. 879,2. 
893, 4. 894, 4. 901, 6. 902, 2. 905, 
2. 910, 2. — 2) S. d. Telamon879, 
2—4. 887, 6. 894, 4; 5. 896, 2. 899, 
5. 910,2. GAD,3. J.8, 3a. 

AloXucti 453, 1, 454, 4. 

u4fe>e« 452, 2a. 453, 2. 

Jjt« Locutiit« 521, 2. 987,2a. 

Atademos 782, 2a. 

MatalUs 321,1. 323, 2f. 

Akakcsion: D. d. Aphrodite 364, 8c. d. 
Hermes 272, 3t. d. Poseidon 233, 7t. 

JJfcafco« 272, 3c. 

JJra/te 728, 3. GA F. 

Jfoiwirt« 1) S. d. Antenor 882, 4. — 2) 
S. d. Theseus 162, 2. 779, 4. 780, 1. 
781. 860, 16. 

Akarana s. Zurvana. * 



REGISTER. 



363 



Akarnan 662, 8&. 80*2, 3. 816, 6. 855, 
3. GA Jü, 2. 

. Akarnan ien : Dienste 74, 5. d. Aphro- 
dite 361, 2. d. ApolJon 307, 2. d. Ar- 
temis 336, 1«. 

uffruto* 653, 1. 681,2a. 700,3. 876, 
2; 3. 877,6. GAJ,5. 

Akesios 506, 2«. 

Akestoriden 26 1 , 1 e. - 

JX&tars persisch MP X, 10. 

JUraicm 145, 1. 164, 4. 166, 2. 169, 2. 

Jftrato 216, 2; 6a. 

Akräphnion: D. d. Dionysos 441, 3<f. 

Akragas: D. d. Athena 251, 2a. d. De- 
meter 414, 2. d. Zeus 1 96, 8. 207, 56. 

Akra! os 464, 2. 

Akriä: D. d. Athena 249, 7c. d. Götter- 
mutter 1 40, 4. 

J*mto«249, 4a. 709, 4a. 794, 3. 796, 
5. 797,1; 2. 798,8. 801,1.806, 1. 
GAK,4. P,l. 

Aktäa 752, 3a. 

Akiäon 322, lc. 323, 2t. 345, 3c. 558, 
2. 737,4. GAP, 1. ö,l. 

Aktäos 752, 2c. 753, 5a. 

Aktion: D. d. Aphrodite 361 , 2a. d. 
Apollon 307, 2a. 

Aktor 1) S. d. Azeus GA C — 2) S. d. 
Dei'on 653 , 3a. — 3) S. d. Hippasos 
681, 2ft. - 4) S. d. Myrmidon653, 
Ab. 876, 2. — 5) S. d. Phorbas 163, 
1.670,4d. GAJ>,1. ß,l. 

Aktoriden 163, 1. 844, 4. 845, 2. 

Alagonia: D. d. Dionysos 443, 6«. 

UXaia 249, 56. 

Aläsa: D. d. Apollon 307, 4r. 

Alain 603, 2. 

Alalkomenä in Böotien: D. d. Athena 
247,1. d. Zeus 192, 6. 

Alalkomenä inlthaka: D. d.Athena251, 
3 a. 

Alalkomenä in Thessalien : D. d. Athena 
246, 2e. 

AMkonunnu 639, 3. 



Alustor 605, 3. 

Alba: D. d. Vesta 286,2a. 977, 2. d. 

Venus 983, 2. 
Atomen m, 1. 550,5. 975,7. 988, 

7 a. 
Alea : D. d. Dionysos 443, 5ft. 
Alektor 1) S. d. Epeios 671 , Ad. GA 

0, 1. — 2) S. d. Magnes GA A, 26. 
Alemona 989, 36. 

Aleos&VZ, 4. 813, 1. 818, 3. GA L, 
2; 3. 
Aletes 829, 1. GA AI. F, 3c, ß. 
Jtef Aeia 325, 3c. 615,5. 
Aleuuden93\, 4. 

Alexandreia: D. d. Poseidon 235, 2o\ 
Alexandreia Troas: D. d. Aphrodite 367, 

2. d. Neryllinos 526, 6. 
Alexandros 885, 3. s. Paris. 
Jfava*iorl62,2. 485, 5. 506,2a. 510, 

5.833, 1. 
Alexxares 931, 3. 
Algca 602, 3. 
Alilat arabisch MP AM . 
Aliphera: D. d. Athena 249, 5e. d. Zeus 

195, 4 J. — Sagen 818, 4h. 
Alistra 242, 4. 
Alitta 370, 2d. 
Alkäos 1) S. d. Androgeos GA F. — 

2) S. d. Perseus 799, 2; 3. GA Ä, 5. 

— 3) Name d. Herakles 915, 1. 
Alkathoosi) S. d. Pelops 302, 5a. 787, 

2; 3. GA J. Ä. — 2) S. d. Porthaon 

GAß2. 
u4Jtx£t(f<ul61,3. 
J/*«?«<i* 678, 2; 3. 700, %b. GA J, 

2ft; 5. 
Alkidameia 282, 3ft. 
Alkidike GA J, 5. 
Alkimedc 684, 1 . GA C. 
J^tnoo« 698, 6. 909, 2. 
J/Jfcippe T. d. Ares 267, U. 355, lc/; 

2(i. 755, 4. u Hallirrothios GA U. 

u Metion 767, 1. GA H. u Poseidon 

242, 3». 



364 



REG ISTER. 



Alkmäon 662, 7; 8. 748, 1—3. 802, 
3. 804,3. 805, 1. 815, 2. 816. GA 

b J ; 2. 

Alkmene 1 12, 4. 790, 3. u Amphitryon 
GA K, 5. u Rkadamantbys 721, 5; 8. 
o Zeus 209, 3. 2 1 0, 1 ; 4. 856, 3. 91 5, 
4.916,1.922,1. 

Jf*onl66,2. 506,2c. 

Alhjone 1) T. d. Aeolos u Keyx 653, 4c. 
— 2) T. d. Atlas 834, 3. uHyrieus 
714, 5. u Orion 714, 5. u Poseidon 
240, 2a. 242, 3c. 712, 2. 714, 5. GA 
E,\a. O. u Zeus 240,2<i. 

Albjoneus 130, 4. 639, 3. 926, 1. 

Almops 688, 3. 

Aloaden (AWiden) 162, 3 163, 2. 
242, 4. 356, 2. 670, 3. 712, 2. 859, 
36. vgl. Ephialtes. Otos. 

Aloen» 1) S. d. Helios 823, 2. GA iftf, 
2. iV, 1. — 2) S. d. Poseidon 242, 
36. 243,2. 648, 2«. 653, 4 J. 670, 

- 3. GA f£, 3. 

Alope oHippothoon 432, 2o*; 6rr. u Po- 
seidon 242, 3a. 784, 3. 

Alopeke: D. d. Aphrodite 363, 2c/. 

Al V heios 187, 10. 543, 3tf\ 858, 5c. 

Alphesiböa T. d. Bias (T. d. Pbegeus 
816,5.) o Alkmäon 662, In. GAB, 
2; 3. v Dionysos 461, 3c. 

AUhüa u Ares 354, Je; 2o\ u Dionysos 
461, 3c. uOeneus847, 1. 848, 3c. 
849, 1. 850, 3; 4. GA Q, 3a; 5. 

Althämenes 1) S. d. Katreus729, 3. 
859, 1c. — 2) S. d. Sthenelos GA F. 

AltheposZM, 16; % 

Altor 989, Ad. 

Alxion 843, 2. 

AhjattesSSA, 1. 

Alyzcus GA P, 2, 3. 

Amnlkeides 165, 1 . 

^mallActa 211, 3*. 

Amamassos: D. d. Apollon305, 116. 

AmarynJieüs 844, 4. GA 0, 1 . 

Amarynthos: D. d. Artemis 330, 56. 



Jwuifa 944, 6. 

Amatbus: D. d. Aphrodite 365, 36. 

ilniffsoitcii387, 3. 460, 2«f. 861, 3a. 
864—867. MP L, 5. und Argonauten 
695, 4. und Bellerophontes 827, 3. 
und Herakles 925, 2. und Thesens 774» 

2. 778, 5. 

Ambarvales dii samnitisch 936, 9. 

Ambaralia 969, 3. 

Ambos symbolisch 160, 2. für Hera 222, 

7. für Poseidon 238, 5c. 
Ambrakia D. d. Apollon 269, 3«; e. 

299, 1 . d. Artemis 330, 1. d. Atheoa 

251, 1. d. Dione 138, 3. 139, 1. 361, 

1 . d. Zeus 1 92, 8tf\ — Sagen 855, 3. 
Ambrosia MP T, 12c. 
Ambryssos: D. d. Artemis 330, 86. 
Ameise symbolisch 41, 5. 
Amenihes ägyptisch MP T, 9. F, 7a. 
Amerikanisches MP 0, 1 . 
Amicitin 611, 1. 
Amisos : Sagen 863, 26. 
Ammon 181, 1. 191. 446, 16. vgl. Zeos 

ägyptisch MP C, 4; 7. E, 1. römisch 

977, 106. 
Amraoniter MP N, 6. 
Amnisos: D. d. Apollon 325, 2c. d.Eilei- 

thyial94,7. 
Amnt ägyptisch MP E, 3. 
Amor 489, 1. 
Amorgos: D. d. Aphrodite 366, 2d. d. 

Dionysos 444, li. 
Ampel os AbZ, Id. 
Amphinraos 323, 3c; 4c. 515, 1. 577, 

3. 642, 2. 662, 7. 681, 3f. 745, 5; 

8. 746, 3. 748, 1. 783, 3a. 802, 3; 

4. 803, 3. 804. 816, 1. 851, 2. GA 
Ä, 1. 

Amphidnmas 681, Ae. GA L, 2. 
^fxcpt^Qojuta 292, 66. 
Amphidromos 503, 2c. 614, 6. 
Ampbigeneia: D. d. Apollon 304, 3rf. 

325, 2c. 
Ampbikleia : D. d. Dionysos 441, 46. 



REGISTER. 



365 



Amphiktyon 442, 2<i. 463, 3fr. 650, 6. 

752, 2c. 753, 1 ; 4. 758, 3. GA H. 
Amphilochos 1) S. d. Alkmäon 662, 8fr. 

816, 4. GA B, 2. — 2) S. d. Araphia- 

raos804, 3. GA B, 1. 
Amphilogiä 602, 3. 615, 5. 
Amphimachos 1) S. d. Kteatos GA Q, 

1. — 2) S. d. Polyxeno*845, 2; 3. 

GAß,l. 
Amphinome 684, 1 . 
Amphion 1) S. d. Hyperasios 681 , 2c; 

4e,. — 2) s. d. Iasos 739, 1. — 3) 

S. d. Zeus 162, 2. 326, 36. 640, 6fr. 

641,1. 706,1c. 714,6. 716,5. 739 

—742. 821, 1. GA E, U. G, 2. — 

4) Kentaur 666, 2fr. 
Amphiro 5446. 

Amphipolis : D. d. Artemis 330, 2c. 
Aniphissa: D. d. Atbena 247, 6 fr. — 

Sagen 710, 2. 
Amphis808 675, Irr. 
Amphithea GA B, 3. 
Amphitrite 234, 5c; 6fr. 240, ig. 241, 

3. 242, 36. 294, 1. 523, 3fr. 536, 1. 

540,1. 544fr. 
Amphitryon 747, 2—4. 799, 3. 806, 

3.856,3. 922,1. GA K, 5. 
Amphora symb. für die Dioskuren 484, 

1. für Hestia 290, 3fr. 
Ampholeros 662, 8fr. GA B, 2. 
Amriti indisch MP 7, 12r. 
Amschaspnmls persisch MPK, 4; 11. 
Amu indisch MP 7, 1fr. 

Amulius 996, Sa. 

Amun ägyptisch MP S, 3fr. T, l/i; 2a. 

Amyklä: D. d. Aphrodite 364, 7 e. d. 

Dionysos 443, 6fr. 
AmyilasSW, 1. 835, 4. GA P, 1. 
Amykos 1) S. d. Poseidon 242, 1. 243, 

2. 694, 2. — 2) Kentaur 666, 2d. 
jlfnymotH? 233 , 4if. 242, 3fr. 796, 1. 

797,1. GAK,4. 
Amynlor 926, 2. 
-4 m t/r os 681, 2*. 



jimjff A<f on 662, 2; 4. 846, 3. GA A, 

2«. Jf,i. 
Anädeia 615, 6. 
'Araytoytn 369, lrf. 
Anagyros 782, 2c. 
lAvaxaXvmrjgta 207, 5fr. 423, 3r. 
Jtifl*<ttl61,5. 165, 1. 
Jnrni/rc 607, 1. 
Anaphe: D. d. Aphrodite 366, Ad. i. 

Apollon 305, 3c. d. Artemis 334, 3e. 

— Sagen 699, 5. 
Anathe'ippe 321, 1. 
AnaxXW, 2. 

Annxibia 1) T. d. Atreus GA B. 8, 1fr. 

— 2) T. d. fiias GA A, 5. — 3) T. d. 
Kratieus GA A, 5. 

Anaanlas 837, 3. 

Anaxiroe GA ß, 1 . 

Anvharia etruskisch 939, 7. 

JticAui/« 321,1. 

iJficAtf ioc GA K, 3. 

<<4ticfrto« 666, 2fr. 

Jficfrtsc* 144, 4. 382fr. 384, 2r*. 640, 

2. 810, 2. 818, 3fr. 858, 2fr. 911, 2. 

912, 1; 2. 913, 1. 943, 1; 6. GA 

y,ifr. 

Anchisia: D. d. Artemis 333, 2c/. 

Anchuros 862, 4c. 

Ancilia 350, 2a. 968, 9. 969, 8. 

Anculi, anculae 990, 3. 

i4ttcu5 Martius 996, 4. 

Andacht MP F, 9<i. siegreich MP F, 10. 

Andania: D. d. Demeter 411, 2#i. — 

Sagen 839, 1-841, Irr, 2. 
Andes 127, 2. 
Andrämon 1) S. d. Koronos GA D, 3. 

Ö, 3rr. — 2) S. d. Oxylos 675, \a. 
Andren* 70%, 2. 703, ifr; 2n. GA A, 3. 

C. D, 1. 
Androdamas 830, 3. GA iV, 2c. 
Androgeos 124, 3. 316, 6. 640, 4. 723, 

1. 728,1.771,2—4. 776, 1. GAR 
Androgynismus MP F, 3fr. 
Androktasiä 602, 3. 



306 



REGISTER. 



Andr?mmch*m, 4. 961 ,t. 904, 2. 
u Hektor 887, 5. GA 7, 36. oHdenos 
914,1. 

Andromeda 798, 7. 799, 1. GA Ä, 5. 

Andros: D. d. Athena250, 5#. d. Dio- 
nysos 444, 2r. 

Anemone symb. für Adonis 386, 2. 

Amgelia 2&2, ia. 519,3. 

Ja^/o* 519, 3. 

Angertmia 960, 4. 985, 1c. 

Antßtia manisch 978, 96. 

^«t*i'fo«93I,3. 

Jffio«32J, 36. 323, 2c/. 558, 2. 859, 
3«. 

Anküos 1) S. d. Lykurgos 681, 4e; 5c; 
<*. 695, 2. 814, 1 ; 3. 817, 2. GA /,, 
2. — 2) S. d. Poseidon 243, 16; c. 
860, 26. 

Annn-Perenna 987, 3a ; 4. 

Antäosm, 2. 240, 4*. 243,2. 863, 
4. 925, 9. 927, 5. 

Antasos GA M. 

Anteia 826, 3. GA M. 

AnteuorSM, In. 863, 5. 882, 4. 884, 
7. 887, 1. 892, 3. 901, 7. 

Jw/ero* 382, 3. 428, lt. 494,2. 616, 2. 

Antevortu 988, 5. 

AntheadenZM, 16. 239, 1. 

Anthedon: D. d. Aloaden 163, 2. d. Dio- 
nysos 441 , 5. d. Glaukos 529, 3. — 
Sagen 707, 1. 712,2. 

Antbeia788, 1. 

An theis 762,2. 

Anthela : D. d. Demeter 407, 4r. 

Anthemos: D. d. Aphrodite 36], 36. 

JiifAn«712, 2. 

^wl6*«243, 16; 2. 

l4vfao(foQttt%25, 1. 

UviUairiQia 424, 26. 442, 2 f. 454, 
3« ; 76. 

An(hrakia2U^b. 

Anligonel. d. Eurytion876, 3. 878, 

4. GA 8, 2a. 
AntihleiaMS, 6 f. 



Antik jra: D. d. Pottidoa m, 3c. 

AntiUcho* GA A, 5. 

J«ftMc*# GA L, 2. 

iiafMMcAoj 666, 2 f. 

Antiocheia: D. d. Aphrodite 368, 56. d. 

Demeter 413, 5. d. Gia 135, 3. 
Amtiochos GA F, 3c, /J. 
JnftimGAD,!. 
Jnftopc 1) (Amazone) o Theseos 780, 

2. — 2) T. d. Nykteas (T. d. Lykos 
GA G, 2.) 716, 2—7. 739. uEpopeu» 
GA B, 3» o Phokos 708, 2. « Poseidon 
242, 3c. oZeus210, 1. 714,6. GA 
Ä, 1*. (G, 2). 

Antiphfites 662, 6. 802, 3. GA B, 1. 

Antiphos 653, 46. 

ulnttpöffo« 747, 46. 

Antium: D. d. Fortuna 168, 3. 597, 6. 

979. 2. 

Antron : D. d. Demeter 407, 4c. 

Anubis ägyptisch 273, 4/r. 998, 8. 

Auuhe ägyptisch MP JE, 3. 

Amur: D. d. Juno 218, 96. 

Anyto* 127, 5. 

Aoos: D. d. Eos 474, 2. 

Apameia: D. d. Poseidon 234, 36. 

lAnajovQta 262, 1 ; 4. 452, 66. 

Apemotynt GA F. 

Apesas: D. d. Zeus 196, le. 

Apfel symbolisch 39, 4. für Aphrodite 
374, U. 375, 26. f*r Demeter 420, 
U. für Eris 601 , 3. för Hera 222, 5. 
für Herakles 920, 4. für Nemesis 592, 
1. — Aepfel der Hesperiden 225, 2'* 

477. 3. 924, 7. 
Apfelbaum symbolisch 39, 2. 
Aphareideu 484, 6. 

Aphareu$ 1) S. cL Perieres653, 36. 

838, 2. 839, 1 ; 4. 841, 2. GA f , 2. 

— 2) Kentaur 666, 2 f. 
Apheitlas 1 ) S. d. Arkas 812, 2; 4. 818, 

3. GA L, 2. — 2) Kentaur 666, 2<i. 
Aphidnä : Sagen 783, 1. 
lAyQodtoia 377, In. 



REGISTER. 



367 



Aphrodisias : D. d. Aphrodite 364 , 7 f. 

368, 3a. 377, 2a. 
APBHODITB 358—388. Abstammung 

358,2—4. 388, 1. (T. d. Aphros 358, 
26. T. d. Uranos 108, 4. 358, 2a. T. 
d. Zeus 139, 2; 4. 208, 2. 358, 2c.) 
Namen 358, 1. Ursprung 181, 1. 359. 
360. 646,2. MP Ä, 9. pelasgisch 132. 
134, 4. 138, 4. Wesen 371— 373. he- 
siodisch MP X, 4c. Bildung 376. Sym- 
bole 374. 375. 376, lc. Dienste und 
Feste 361 — 370. 377. 378. Mythos 

369, 1/V 388. Geliebte 379. 383— 
386. Kinder 382. 

in Beziehung zu andern Gottheiten 
141,7; 8. 144, 3. 149, 1. 151, 7. 
177, 5. 187, 9. 207, 5a. 227, 3. 240, 
4f. 264, 3. 281 , 7«. 294, 2. 31 9, 4c. 
344, Im; 3d. 358, 46. 366, 5. 369, 
lc. 371, 2a. 372, 2. 379—381. 395, 

1. 398, 3. 429, 26. 456, 2</. 471, 3. 
475, 2. 493, 3. 499, 3. 501, 6. 502, 

2. 503, 5. 514, 2. 537, 9. 550, 5. 
553, 7. 554, 2. 559, 1. 562, 5. 563, 
2. 588, 4. 593, 2. 600, 2. 602, 2. 
609, 4. 610, 4. MP T, 36. zu Heroen 
692, 2. 723, 1. 732, 5. 734, 6. 764, 
5; 7. 776,3. 789,2. 853,66. 881, 
2. 885, 5; 7. 886, 1 ; 2. 896, 2; 3. 
897,2. 911, 2; 3. 913,1. 921,7. 

Beinamen : V A dix og 368 , 6a. 372, 
6. ^frcfc? 359, 8. 361, 1—3. 364, 
8a. 369, 1. 372, 16; 36. 912, 1. 
% Axidakta 362, 26. 372, 5«. IrfxpoY« 
364, 3a; 4c. 365, 3c. 368, 3c. 371, 
lc; 6. 'AXevUa 368, 26. jt^ßolo- 
yriQtt 364, 6c. 372, 7. *Avadvofi4vri 
366, 26. !rfv«fr«c370, 2*. ^ffyo- 
yovos 361, 56. 373, lc. Idv&tCa 
366, lc. 372, 3a. !^ooYa36l , 56. 
372, 6. 377, 3«. UnaiovQog 367, 
56. *AnoatQO(f>(a 362, 1. 371, lc. 
- 372, 6. 373, 16. 'Agyvvvtg 362, %d. 
'AQyvQonsCa 372, 7. 'Agsfa 348, 4a. 



364, 6a. 368, 2a. 371, 4. 377, 3a. 
IdQtvra 372, 6. 'AqtaSvn 364, 36. 
l^ua 362, 3. 372, 36. 610, 2. *4q- 
%«(a 366, lc; 4a. "AaavQlt] 370, 2a. 
AvTOjuciTT) 368, 2c. 'Aipaxirtg 368, 
5c. 'AqiQoyevfis 371 , 3. 'AtpQodinr\ 
371,3. '^</>?cu 358, la. 

Batiang 369, 2a. BaOiltg 369, 26. 

ralyVftCr) 371, 6. rträfiea 372, 
5</. 

Alxtvvva 364, 10a. dnavr\ 359, 
4 — 7. 367, 1. 372. 374. 378, 1. 
379, 1a. JokoipQtov 372, 6. ^/«^r- 
t/?368, 3c. 371, lc. 

V jEy^«off365, 3c. 371,4. c £xa^^ 
366, 4c. y Eksrff4ü)V 367, 4a. 372, 5a. 
*y Ito372, 16. 'EXixömg 372, 7. 
'EvaXta $71, 6. *Evonliog, 371, 4. 
*EmötuUa 368, 2r. 'Enmovxla 371, 
e/jETnareoy/aSöS^c. 372,6. 379, 
16. 'EmtttXttQtog 380, 3a. 'Ennqa- 
y/«372, 6. 776, 3. 'EnnvfißCa 362, 
3. 373, lc. ^ivi/c 373, lc. 'jEtoY?« 
363, ltf. 372, 6. Evötoow 369, 2a. 
372, 3a. EvxaQnog 372, 3a. £i)|Uf- 
? ifc 367, 4a. 373, la. .EforAoia 368, 
3 c. 371, lc; 6. 

Zeiö(OQOs372, 3a. Z£f?ijy 373, 
lc. ZriQtvMa 361, 3c. 369, 16. 373, 
lc. 553, 7. 

77p« 364, 6c. 3.72, 56. 

'Innta 372, 36. 'Innolvtla 363, 
lc. 

I? xaldfJLOtg 372, 16. KnXXt/uoQ- 
(fiog 372, 7. KctlUnvyog 369 , 2 a. 
372, 6. Aacrri'fo367, 1. 368, 46. 
378, la. KuTttOxonto 364, 4c. 371, 
6. 372, 5a. 379, Ad. KeyxQnk 364, 
2c. &> xrinoig 372, 3a. XW<Mb368, 
3c. KovQcttpQodCjr] 368, 4a. Kovqo- 
TQo<fog372, 3a; 7. Kir\ovXXa 366, 
4c. Kvfageta 370, 2a. Kvnqoyi- 
y««365, 1. Jftt>>Uo?363, 26. 376, 
lc. XwyUuTis 363, 26. 



368 



REGISTER. 



Aa&oytripZU, 84. Aapia 3*3, 
2 f. AütirnMZ, 2f. 374, la. Ai- 
/fartric368, 5c. AiptrUi56A, 4c. 
371, 6. Avxaiva 368, 4a. 374, 1«. 

M€trä(Htyo(>iTisZ72, 7. Mtlatylg 
362,2c. 364, W; 3«; 86. 372, 5c. 
373, 1c. 379, 16. Mel/trj 373, la. 
Mftzavixis 364, 8f. MiymvUtq 364, 
76. 372, 5c. MiuvtQpla 371 , 26. 
AIoQiffu 364, 66. 373, Ir. 

MVij 368, 3a. 371, 4. NtxfjqoQog 
364, 3c. 368, 3a. 371, 4. JV^i? 
364, 4/. 372, 56. 

äV*ij 368, 2f ; «6. 372, 6. 

'Olvpnta 183, 3. 364, 6rf. 368, 
4a. 372, 1c. 379, la. Ovqovüx ?07, 
5a. 358, 3. 359, 3. 362, 1. 363, 1a. 
364. 366, 2<f; 3. 370, 2a; 3c. 371. 
375. 

navötifios 362, 1. 363, 16. 364, 
9a. 367, 46. 371, 1c. 372, 1</; 4a; 
6. 776, 3. IlaQqyoQos 363, 4a. 
JlaOHftUooa 361, 5a. 373, 1c. /7a- 
tfCa 367, 3a. ffr# »w 363, 4a. IltQt- 
/foofe 364, 36. 7/orrS« 364, 4c. 371, 
1c; 6. 7/ooviy 372, 6. /7?«ftc363, 
4a. 372, 5c. 

2>oti«366, 16. 373, 1c. -2>(>«- 
r*/a 368, 3a. 371 , 4. Zvfjfjax*« 364, 
86. 371, 4. -2wr«#e«367, 56. 

TupßfoQuxoe 364, 3a. 373, 1c. 

<f>tQo£<faooa 361, 5a. 373, 1c. 
«#>a« 363, 2f. *Pdo/4fittJrjg 371, 3. 
372, 7. 'PtXofifAtidrjsMi, 3. 

Xoi/aij 372, 7. 
Aphroditos 376, 3a. 
^fyfiro« 358, 26. 
Apbyte: D. d. Ammon 192, 8a. 
Apia skythisch MP P, 2. 
Api* 1) S. d. Iasion 322, 4. 844, 1. — 
2) S. d. Phoroneus 322, 4. 791 , 4. 
792, 3. 830, 2. GAK, 1. — 3) S. 
d. Teichin GA N, 2a. 
Apis ägyptisch MP D, 5. 



APOIXOrömisdi953,2.955,3;4.962, 
4. 967, 4-9. 972, 7. 973, 4. »81, 

3. 982, 6. 983, 11. 984, 4. 991, 7. 
997, 3; 4. Inlonsv 313, 36. La- 
percus 312, 4a. Ptlaünos 307, 2«. 

jftPOLLOJV29§-327. Abstammung 296, 
2. 318, 1. (S. d. Hephästos 267, 36. 
396, 1«. 397, la. S. d. Seilenos319, 
21. 325, lc. S. d. Zeus 106, 5. 112, 

4. 208, 2. 296, 2. 319, 1. 325, 1.) 
Namen 296, 1. Ursprung 181, 1. 296, 
3—5. 297. MP K, 7. F, 2. pelasgiscfa 
132. 134, 3; 6. 136, 3. 139, 1. 
Wesen 113, 3. 308—311. 430,2. 
515, 1. Bildung 313. Symbole 312 
(Bock 316, 7a. Delphin 313, la. Drei- 
fass3l3, 16. Eber 316, 7c. Esel 306, 
76. 308, 7a. 316, 7c. Lamm 310, 
lc. Maus 306, 76. Phallus 308, 7a. 
Pyramide 302, 56. Rind 310, lc. Boss 
310, lc. Schwan 313, la. Ziege 3 10, 
lc. 316, 7a.). Dienste und Feste 297 
—307.314—318.726. Mythos 318 
—320. 325—327- 640, 1. 822, 3. 
Geliebte 321. Rinder 321. 

In Beziehung zu andern Gottheiten 
149,1. 151,6. 165,2. 170,3.171, 
2 ; 7. 1 72, 2 ; 6. 187, 9 ; 10. 226, 3a. 
240, 3a. 244, lrf. 256,1—4. 263, 
4a. 281 , 3. 293, 5a; 6. 301 , 2c 
302, 5. 308, 2. 319. 327, 1; 2a\ 
344, Iri. 379, 3a. 394, 26. 402,6. 
403, 96. 429, lc. 455, 3a. 471,2. 

493.1. 499,2. 510, 1. 512. 513,2. 
* 530, 2. 546, 4. 550, 1 ; 5. 552, 4. 

554.2. 562,4. 565,1. 587,4. 590, 
3. 593, 1. 602, 1. 633, 2. zu Heroen 
322. 684,6. 694,46. 695,3. 713. 
3. 717,5. 718, 3. 731,1; 3. 732, 

5. 764, 5. 775, 2. 777, 3. 794, 3. 
838, 4. 866, 4. 875, 3. 881, 2. 882, 
1. 896, 3. 899, 4. 903, 3; 4. 904. 
4. 920, 5. 921, 2; 6. 928, 1. 930, 6. 

Beinamen : 'AyrjwQ 310, la.Ayvog 



Rfc G I S T E ft. 



369 



310, 36. 'Ayqatog 302, 5a. 308, 6o\ 
310, In. Aygevg2M, 3rf. 305, 3a. 

308, 6rf. 310, In. Ay^vrag 310, 
4. *4yvitvg 296, 3a. 299, 1. 302, 
3«; 4*. 303, 16. 304, 4c. 308, 66. 

309, 16. 310, 66. 313, 2a. 319, 1. 
Irf«y«tfTi7ff305, lln. ^fyAaife 673, 
26. ^tyXijTi^305, 3c. 308, 3a. 
i4*fp<K*o7ji7ff 31 3, 3n. Axfotog 304, 
56.31O,8.!<*x0£Sr<tc3O4, U^AxTiog 
299, 3d. 306, 8a. 307, 2a. 309, la. 

310, 16. 315, lc. HXalos 308, 6a. 
AX&xaxog 302, 3c. 304, 4f. 310, 8. 
"AXiog 307, 3/r. 308, 3f. Apaüvidg 
304, 2«/. 308, 5*. ApvxXaTog 296, 
3c. 304, In. Ap<f>Qvoiog 299 , 3 f. 
Anorgonctiog 31 1 , irf. ^py«WT«£ 

304, 3/i. 309, 2a. AgiaraTog 296, 
3rf. 297, ia. 299, 3<J. 305, 3a. 310, 
la. ^e#W*n^ 302 , 5 a. 307, 4a. 
310, 66. 'A(p€Tttlog$04, 1 c. AfprJT&Q 
308, 36. 

Boriägofiiog 301 , 2c. 302, 36. 31 0, 
la; 7a. 

rayl«£ioc301, \d\ 2c. 310, lc. 
rovvanttlogt 305 , 10 a. rQvvtlog 
306, 5a. 308, 3<?. 326, lc. rvnaifvg 
312, 6c. 

^a<y>y i7<y>o()0£ 302, 3t\ JkiQadiw- 
rrig 303, 26. /tsxitirnfOQog 302, 5a. 
315, 36. JeXytviog 41 , 2c. 240, 3a. 
297, 2. 300, 4c. 302, lc. 303, 46. 
305,2. 309,36. 310, 6c. 312,76. 
314, 36. 318, 2a. 776, 3. JijXiog 

305, 56. 4iSvn«tog 306 , 46. 308, 
5a. Atovvooöoj o?302, 4//. 455, 3a. 
dvjuftg 308, 5a. ^a^u«Ttfnjff303, 46. 
310,66. ^fti 4 a«Twvx«^aotf<o?316, 
9 a. 

"Eßöofiaiog 308, 5 6. 312, 3 a. 
\Ex«T>7/3(Uof 308, 36. 'ExarofißaTog 
302, 3c. "JExaroff 305, 10c. 308, 36. 
'Exßuoiog 309, 36. 694, 46. ^Epßu- 
fftoc306,4rf. 694, 46."E*'«i/ooc309, 
Gerhard, Mythologie. II. 



la. 'Entßcnyoiog 303, 4c. *Emxov- 
pioc 304, 4f, 310, 8. *E7Tixü)uaTog 

307, 7a*. 310, 66. 'Etii^iJAios 305, 
Ha. 310, lc. 'Eotoiog 305, 10a. 
'EQt&togl 305, 116. 'EQV&tßtog 305, 
Ha. 308, 3c. 'Eqvoa&evg 302, 3c. 
'Etfog 308, 3a. 

ZriQtv&iog 299, 26. Z(oo$rJQtog 
302,4%. Zwr6«Ta?303,2c. Zwrf- 
>Uo"tjJ£ 303, 5a. 

SeaQiog 303, 4c. 318, 3c. 0£O*^ 
?io; 304, 5c. 333, 66. Ö^u/oc304, 
5a. 308, 3c. Siopiog 311,1a. Gtu- 
Qiog 318, 3c. GoQttTog 308, 3a*. Oo- 
par^ff 304, 2f. 308, 3ä\ SvpßQaTog 
306, 7c. QvQtttog 308, 66. QvQfivs 
306,9a. 317,26. 

'IctTQOfict vrig 310, 8. *lXf€t/c. 306, 
7c. "/$«>£ 305, Ha. 

KttßaTogSOl, 8a. KttQtvog 302, 
56. 312, 96. KctQveTog 296, 3ä\ 297, 
16. 300, la. 301, 2c. 303,1c; 36. 
304, 16; 36; c. 305, 36. 306, 7t/. 

308, 6c. 310, la; 7a. 312, 96. 318, 
46. 325, 16. KdQvlag (sie) 304, 
2c. A"«t«//?«t^299, 36. 309, 2a. 

315, 4. Ät££ffTft? 304, \(j. 305, 6c. 
312, 96. KiXXalog 308, 7a. 312, 9d. 
KXdotog 303, 5a. Koqutiog 304, 3a. 
312, 8a. Xooui>.9/k304, 3a. 310, 
3a; 8. Äbi/(>/tf#oc310, 3a. Kovqo- 
T(>d(/>oc310, 3a. Ä^uvfio? 302, 4c. 
310, ia. Kuv&tog 305, 56. Xt/vtoc 
308, 3c 312, 5f. Kwpnlog 307, 7a\ 
310, 76. 

AttQiOTjvog 306, 4a*. Aa<pQaTog 
307, 1. u*fo#»ji>opto£310, 6a. ^€i/- 
*«t«c 302, 4t. 307, 26. 314, 36. 

316, 4a. Arjvctiog 319, 26. At&t)- 
0<o; 304, 26. ^o4*fOff305, Ha. 
^o; tf /a? 308, 4c. 31 1, 2a. AuxaTog 
306, 7a. Avxuog 296, 36. 302, 26. 
302, la; 2a; 3a. 306, 2. 307, 56. 
308, 1. 311,16. 312,4a. 317,3c. 

24 



370 REGISTER. 

AvxiogSM, lc. 306, 7a. Avxoxto- tQaxiiQ 313, 26. Toayios 305, 8<f. 

vogMZ, 4 a. AvxovQyog Wl > 4«. T?f07noc 306, 6* 

^^a>^^300,2&. 304, 4a. 311, c r«*ätfiOc 307, 3f. 31», 8d\ 

1 c. 312,4. * Ykdtris 297, 1 a. 299, 3«. 305, 1 1 6. 

Matearrjg 303, 4«/. 304, id. Ma- 306, 4a. 310, U ; 8. 315, 16. 'Ypijr- 

Ao£i^305, 10a. M«(yi«e*os301, 4«\ nog 302, 4c. 'YTiegßo^iog 307, 3<r. 

Mfr«yf /ivioff 302, 3c; 46. MotQtx- 4>avalog 305, 9*. <£Uijff*»s 306, 

y<fyj? 308, 46, 311, 26. 46. 310, 2. «#»o*pos 308, 1. 310, 36. 

NanaTog 305 , 10 «f. iVijocrooo? «£i/;U«roc299, 3p. <£v£ios 312, 4c. 

694, 46. i\To>ioc296, 2; 3rf. 297, X«;i«C*oc 309, 2«. XQvadmo 308, 

la. 305, 3a. 308, 6c. 310, In; c. 3<t; 4cf. 312, U; 5c. X?uaoxo>)}? 

Eav&og 308, 3a. 313, 3/r. 313, 3a. 

'Oyxatarrig 304, 4<f. "Oyxalog "Ä^toc 303, 4«. 308,34; 41». 311, 

304, 4<f. 0?«^T«ff 304, 16. O/xiarijc 1«. 'Jty frip 308, 3«\ 

303, 46. 310, 6b. "O^toc303, 4a. ApoJlonia in Akarnanien: D. d. Apollon 
308, 66. 311, 1«. *Oqx**vs 304, 2f. 307, 2c. 

O&Uoc 305, 56; 11«. 310, 2; 8. Apollonia in Böotien: D. des Apollon 

IlayaaCirig 297, In. Ilaidv 310, 301, 3c. 

2; 8. IlaQvomog 302, 3a\ ÜaQQa- Apollonia in Jllyrien: D. d. Helios 469, 3. 

0*oc296, 2; 3«\ 304, 4a. 312, 9c. Apollonia in Kreta : D. d. Apollon 305,1c. 

ÜaanaQiog 306, 8c. ndxQiog ifyyri- Apsaros : Sagen 698, 2. 

rifc 31 1 , 26. narq^og 302, 1 c. 31 0, Apsyrtos 690, 3a. 697, 5. 698, % ; 4. 

6a. 319, 1. 752, Id. mataviauog Apulu etruskisch 939, 3; 6. 

303, 4c. notfiviog 305, 8a. 310, lc. Aquilicium 199, 8. 204, 3. 

JloXiog 301, 26. ITolvxQvoog 312, AquiHni 996, 10c. 

5c. HQiKnnTog 308, 7 a. 319, 2c. Arabien: Mythologie MP iV, 1. D. d. 

HQOÖQopevg 302, 5 a. Hqüotyiog Aphrodite 370, 2(2. d. Dionysos 446, 

302,4c. 309, 16. 319, 1. Ilgonv 26. 

laiog 308, 66. nQoazat^Qiog 302, Aravhne 266, 4c. 269, 3c. 

5c. 310, 6 f. ÜQoaTdTrjg 310, 6a. Arachneion: D. d. Hera 210, 8c. 

Üqotfriirig ix 4i6g 311, 26. 319, 1. Arados: D. d. Aphrodite 368, 5</. 

ZZi/$aeik 303 , 26; 4a; c. 304, Id. Aräthyrca tä\, 36. 

/7i/#*o; 302 , 5a. 303 , 3c. 305 , 9a. Arantas 862, 2a. 

307,3a. ITv&av 318, 2a. Aras 432, 4a. 

ZaXyave vg 30 1 , 4c. ZctQ7tr\d6viog Arnloi 5 1 0, 5. 

306, 2a. 2«t>£OXToVoff 312, 6a. 317, Archandros GA IT, 4. 

2a\ JST^ivovi/Ttof 301,4a. ZxictOTrjg Archemoros 745, 7. vgl. Opheiles. 

304, 2 f. Zpiv&evg 305, 3a; 106; Architeles GA K, 4. 
IIa. 306, 76. 312,6c. 317, 2a\ ^rct*/M* 989, 4c. 
ZntQiioyovog 308 , 3a\ 2nr\kährig Ardalos 396, 2c. 

310,8. 270**0? 301, 2rf. 317, 2c. Ardea: D. d. Danae807, 26. d. Venus 

2tffXfjLaxlag 310, 6c. 983, 2; 11. 

Ttlipovoiog 301 , lc. TeX^nog Areia u Apollon 321, 1. oBületos 368, 

305, Ha. TefASvfrrig 307, 46. T*- 2a. 



REGISTER. 



371 



j%rtio$ 1) S. d. Bias681, ih. — 2) 

Kentaur 666, 2f. 
Arene: D. d. Demeter 411, 2a. — Sagen 

839,1.841,26. 
Sirene GA P, 2. 
Ampag 348, 26. 

.AfUES 347 — 357. Abstammung 112, 
4. 208, 2. 226, 4. 228, 16. 230, 
1. 347, 4. Namen 347. Ursprung 18J , 
1. 348,i.MPlC,8.peksgisclil34,6. 
ÜtfalusciiMPP, lc. Wesen 349. MP 
JV, 1. Bildung 350, 1. Symbole 350, 
2; 3. 251 (Eber 356, 36. Stympha- 
liden 356, 3e. Widder 348, 46.). 
Dienste and Feste 348. 351. 356, 2. 
Mythos 356. 357. Geliebte 267, U. 
354. Kinder 355. 

in Beziehung zu andern Gottheiten 
187, 9. 240, 3d. 256, 4. 263, 5</. 
267, 2rf. 281, 1. 319, 36. 348, 3—7. 
352. 353. 356,2; 4. 357, 1. 379, 
2<i. 394, 2c. 398, 3. 455, 46. 493, 1. 
560, 4. 587, 3. 588, 5. 602, 1. 604, 
4. 609,4. 825, 2. zu Heroen 707, 1. 
732, 2. 735, 3; 6. 847, 2. 853, 6. 
866, 4. 921, 4. 

Beinamen : ldiJ*}Xos$A9, 5«. \iXXo- 

nQOGttllas 349, 5a. ldyo*Qei(p6vrrjg 

349, 5a. 'Atfvetos 348, 56. 349, 46. 

ßQiqnuog 349, 3. BqoToXoiyog 

349, 5*. 

rvvaixo&oJrttg 348, 5a. 
Je$i6ottQoe 350 , 2</. Ji)Qtixctg 
348, 46. ^i^t£w350,. 2 6. ^l- 
£wo?350,26. 
'.ErwUios 347, 3. 349, 5«. 604, 4. 
O^mcic 348, 46; 7 cl. 349, 46. 
Oooi 349, 5a. GovQog 349, 5a. 

"/Trwioff 348, 66. 349, 4«. 350, 2rf. 
352,6.353,16. 

Muiv6fii.vog 349, 5a. Tl/cde^oV 
349, 2a. Mtatipovog 349, 5a. Mi/co- 
Tnog 349, 2a ; 5a. 

T6i%iainXrprig 349, 5a. 



Arestor 647, 46. 806, 26. GA K, 1, 35. 
Arete (*AqtJri) T. d. Zeus 153, 1. 

615, 4. 
Arete (AQrjjrj) T. d. Rhexenor698, 6. 
Arethusa 546, 6. 858, 5c. uAlpheios 

543, 3cf. u Poseidon 243, la. 
Aretias: Sagen 695, 5. 
Aretos GA £, 3. 
Argadeis 752, 3ä\ 769, 3. 
Argalos 836, 1 . GA i>, 1 . 
Jra<?320,5. uZeus210, 1. 
Argeer951,3. 954,1. 956,6. 957,2. 

960. 2. 992, 2. 

Argeia 1) T. d. Adrastos u Polyneikes 

GAG, 1. — 2) T. d. Autesion oAristo- 

demos GA G, 1. F,2. 
Argentinus 989, 4c; 7. 
-4r«/c«107, 2. 
Argo215, 1 ; 2. 232, 2f; 4. 684, 5. 686, 

3c. 699, 2. 700, 7. 
Argofahrt 677, 3; 5. 679, 2. 680, 1. 

681ff. 863,1; 2. 
Argonauten 218, 26. 232, 2f.." 
Argos; Dienste 70, 4 — 6. d. Amphiaraos 

577. 3. 662, 6a. d. Aphrodite 364, 3. 
d. Apollon 296, 3a. 303, 2. d. Ares 
348, 3. d. Artemis 207, 6ef. 332, 1. 
d. Athena 207, 6rf. 245, 3. 246, 5. 
249, 4. d. Demeter 410, 1—4. d. 
Dionysos 443, 2; 3. d. Eileithyia 151, 

2. d. Hades 434, 2a. d. Hekate 566, 
6. d. Helios 469, 4. d. Hera 214, 3. 
216, 1—8. 220, 2. 224, 16. 240, 3a. 
d. Herakles 917, 1. d. Hermes 272, 2. 
d. Hören 561 , 3. d. Kephissos 543, 
3a. d. Poseidon 231, 3. 233, 4. d. 
Zeus 196, 1. 199, 3. 203, 1 ; 2b. 207, 
6d. — Sagen 681, 4A. 790 ff. 

Argos 1) (Panoptes) S. d. Agenor (S. 
d. ^jus GA Ä, 1, 3; 2.) 220, 5. 222, 
1. 283, 2a. 482, la. 791, 5. 792, 1; 

3. 793, 2—4. GAÄ, 2a. — 2) S. d. 
Phrixos 640, 3. 647, 46. 681, 3a. 684, 
5. 689, 2. GA A, 26. 



372 



REGISTER. 



Argynnos 362, 2d. 

Argyra: D. d. Aphrodite 364, 10c 

AriathcT. d. Minos 723, 1. 728, 3. 767. 
5. GA F. u Dionysos 461, 16. 859. 36. 
oTheseus 776, 3. 780, 6. 

Ifyiadvua 453, 66. 

Arimaspen 320, 5. 

Arion \) (lesbisch) 324, 2f. — 2) S. d. 
Poseidon (Ross)232. 3d. 233, 1c; 7c. 
240,4c. 242, 2a. 243, 3; 4#r. 355, 
li. 431,1c. 746, 3.818, 5d. 

Arisbe: D. d. Aphrodite 367, 36. — 
Sagen 862, 1 a. 

Arisbe GA T, 3«. 

Aristäos 319, 3f. 321, 1 ; 36. 323, 2c. 
324, 1. 463, 3c. 504, 3. 554, 3. 558, 
2. 669, 2. 672, 2. 707, 26. 859, 4a. 
GA 0, 1. G, 1. 

Aristeas 323, 4't. 

ArUtodemo* 837, i. 932, 6; 8. GA 
F,2. 

JmfomucAo* 932, 6. GA K, 6. F, 2. 

Arkadien 59, 5. Dienste 72. d. Aphrodite 
364, 8. d. Apollon 304, 4. d. Artemis 
333, 1—3. d. Athena 249, 5. d. Atlas 
128, 3. d. Daktylen 169, 3. d. Deme- 
ter 411, 3 — 6. d. Dionysos 443, 5. d. 
Eurynomc 124, 3. d. Helios 469,4. d. 
Hera 216, 9. d. Herakles 917, 5. d. 
Hermes 272, 3. d. Pan 497, 2. d. Po- 
seidon 233, 7. d. Rbea 129,1. 142, 2. 
d. Zeus 189, 5. 191,5. 195.1—4. 
— Sagen 681, 4c. 808 ff. 

Arkas S. d. Zeus (S. d. Apollon 304, 4. 
S. d. Parrasios GA L, 1 ; 2.) 304, 4. 
808, 3. 809, 5. 810, 4. 811. 812, 1. 
815,1.817,3.818,1—3. 

Arkeisios 906, 2. 

ArUos 666, 2c. 

Armenien: Mythologie MP L. #*, 1<» H ff. 

Arne: D. d. Athena 247, 4c. d. Poseidon 
231,26. 232,26; 3 a. 233, 7 a. — 
Sagen 679, 1. 705. 

Arne oAeson684, 1. u Poseidon 232, 



26. 235, 1«. 238, 2; 6. 242, 2d. 652, 

3; 4.679,1. 
Arrepkort* 261, 4*. 
ArsinocX)!. d.Leukippos671, 1. 839, 

3. u Asklepios 5 1 0, 3. o Apollon 321 , 4. 

GA P, 2. — 2) T. d. Phegeus oAlk- 

mäoD 662, 7 a. 816, 5. 
ARTEMIS 328— 346. Abstammung: T. 

d. Dionysos 345, 1 d. T. d. Lykaon 345, 

lc. T. d. üpis 328, 2c. 345, 16. T. d. 

Zeus 208, 2. 328, 2. (von Demeter 

344, lf. 345, 1«. von Lcto 106, 5. 
1 12, 4. 345, lc. 346. von Persephone 

345, In.). Ursprung 181, 1. 328,3. 
329. 646, 2. MP K, 8. F, 3. nord- 
asiatisch MP 7, 7«/. pelasgisch 132. 
134, 4. thrakisch MPP, lc. Namen 
328, 1 . Wesen 1 1 3, 3. 338. 339. 430, 
2. MP L, 5. Bildung 341. Symbole 
340. (Bär 341, lc. Biene 335, Id. 
Eber 335, Id. Fisch 335, id. 341, lc. 
Hirsch 341, lc. 342,4c. Lowe 335, 
Id. Modius 341, Id. Phallus 332, 4<i. 
341, 16. Stab 341, In. Stein 341, In. 
Stier 342, 46. Ziege 331, lc; 3. 342, 
4</.). Dienste und Feste 330— 337. 
342. 343. 811. Mythos 334, lc. 335, 
li; 2c. 345. 346. Geliebte 345, 3; 8. 
Kinder 345, 9. 

in Beziehung zu andern Gottheiten 
141,7.145,2. 151,7.154,4. 167, 
5. 227, 2c. 240, 4*. 263, 4, 264, 46. 
281 , 66. 293, 26. 294, 2. 334, Id. 
335, U; 66. 338, 3a. 344. 380, 2a; 
c. 429, 36. 456, lc. 475, 1. 493, 3. 
499, 3. 546, 4. 554, 5. 562, 4. 587. 
2. 593, 2. 600, 2, 602, 2. 609, 4. 
610, 4. zu Apollon 187, 9. 319, 4f. 
329,4; 5. 330,9. 33i,6. 332,36; 
5. 333, 66. 334, 4. 339. 340, 4. 344, 
1d; 3a. 346, 5. zu Heroen 187, 10. 

715. 5. 728, 2. 737, 4. 777, 5. 789, 
2. 812, 4. 814, 3. 847, 2. 849, 3; 4. 

897. 6. 921, 6. 



REGISTER. 



373 



Beinamen : "AyyeXog 336, 36. 338, 
36. AyoQaCa 333, 46. 338, 6a. 339, 
2c. lAyQaiu 338, 2c. 'AygoUQaMi , 
3; 86. 333, 46; 6a. 338, 2c; 6f. 
^yw/or^ In (oxon og 338, 6*7. ^/y*- 
vtf« 332, 56. 334, 16. 340, \g. Al- 
üonla 330, 5 a. AhtoXtg 332, 8a. 
^f« 332, 1«. 338, 26. y Axrtt(a 
338, 4 f. *AX<puaCa 333, 4«; <J. 338, 
4 c. 344, lc. 'AX(f€iovaa 333, 4«. 
'AXiptKovta 333, 4 ff. 'A/btaQvv&to 

330, 56. Auaovota 330, 56. 331, 
7ä*. Wy«?T#ff 329, 2c. 335, 5«. i*/r- 
ayXOfitrrj 333, 3f. 338, 36. ^(jr/j 

331, Je. 'AQtatoßovXrj 331, 5. 334, 
3c. 338, lc. Irwins 339 , 26. 
UüTQujiCa 332, 6o\ 338, 6<jf. i*a™- 
(>^ 335, 66. Atpaia 329, 2a. 334, 
16; 36. 338, 2c. 

BoQtrrjVrj 335, 5a. BovXuta 331, 
5. BqavQiavla 329, 1. 

7«mo/o? 338, 66. 

z/«tit<?335, 3 a. Ja^yaia 332, 
6c. 339, 2f. 340, 46. Aatfvta 333, 
46. JiXifivia 329, 36. 339, 2/. 
AtQQiäug 332, 6f. Atxwvva 329, 
2a. 332, 6c. 334, 16. Aixxvvvatii 
330, 86. AiXoyxog 340, 3c. 

'I?x/ta*r>7£t«?340, 5c. 'EXaqij- 
ßoXog 334, 3«. 'EXayla 333, 46 ; </. 
'.ßjlefo 338, 46. 'EXiv&iQa 338, 6'/. 
'EXXotpovog 338, 36. jEvodYa 338, 
6«j. 'Z&zqxoo? 338, lä\ y En(axono$ 
333, 4«\ 338,6a. 'Jftnrraf 335 , 56. 
EvxUia 329, 2c. 330, 6. EvxitUa 
338, 1 c/. EvnoQla 334, 3c. EvQinna 
333, 36. 340, lf. Evqvvofin 329, 
2a. 333, 3c. 338,16. 'JE^a/« 329, 
26. 335, 1 ; 3a. 338, 2c. 

Tty^oyij 330, 1. 332, 5 f. 333, 
3c. 338, 6*. 339, ScSHXsta 33? T 86. 
333, id. 338, 46. 7/W(>« 338, 36. 
'Hpegtiata 333, 3i. 338, 7c. 

0€ftufa 334, 4c. 



V/gci« 333, 3<f. 7x^^ 334, 3tf. 

338, 6i. *I/*ßQ«ota 334, 3a. 7o£l«f- 
(?« 340, M.Innia 240, M.'Innoaotc 
340, lf. y Iooa>Q(c$ 332, 5c; 6c. Tyt- 
y<?y«#« 329, 2 c. 332, 2c. 338, 16. 
345, 7a. 

KaXXlain 331, lc. 333, 2c. 338, 
lc. KanQO(fayogfök,$a. KctQvang 
332, 6a. JT£%«T#ff333, 3a. Äo>- 
JWf 335, 56. KXydov%og 338, 6«/. 
JUurdrolos 340, 3c. ÄVay/« 332, 
5ä\ 334, 26. KvaxctXrjota'i'iZ, 3f. 
Kvaxeätig 333, 3c. Koxxojxcc 333, 
46. 343, 46. KoXaivtg 331, 76. Ä'o- 
Ao/pq 335, 5 a. KovöuXeäjig 333, 
3f. KoQÖaxa 333, 4c. 335, 5a. 343, 
46. Xb£/V< 332, lc. KoQv&aXXta 
332, 5c. 338, 6c. Kogvipafa 332, 
26. 338, 26. KovQOtQoyog 338, 6c. 

ActtfQta 329, 1. 330, 7. 332, 8a. 
333,56. 334, 16. 337,16. Aeuxo- 
ifQvvtj 329, 26. 332, 56. 335, 4. 
Aiutvtaaiv tntoxonog 338, 4c. 
Aiuvata 332, 36; 5a. 338, 46. „io- 
£a> 339, 2c. Ao/^a 338, 66. Auyo- 
Mopa 332, 4a. 340, 2a. Avxtia 
332, 2a. 339, 2 f. 3il. 340, 4a. 
Avxoätig 333, 36. 

Meyiorw 338, 16. Mtvdr}oia 334, 
3c. Movwxto 329, 1. 330, 2a. 33) , 
2. 335, 3c. Mvcr/a 332, 6«f. 335, 6a. 

mfiiSCa 333, 6ä\ Nifatg 329, 36. 
AYxij 338, 6* * 

Olvoätig 333, 2a. *OQtiX6xi 330, 
46. 338, 2a. '0<wrt335, Za.'OQMa 
329, 1. 332, 4a. 333, 26. 'OQ&vata 
329, 2c. 332, 4a. 335, 6c. 338, 3a. 
'ÖQTvyCa 329, 26. 338, 56. OvXtu 
329, 3a. 339, 36; f. Ou7r#f328, 2c. 
329,3a. 332,2a; 5#. 334,2c; 4a. 

339, 2a. 345, 76. 

Jim öojQOipog 332, 8c. HuQ&ivog 
334, 3c. Haltet 332, 36. 338, 66. 
344, lc. Zfc#ft>33?, 16. 338, ld; 



374 begist-er. 

64. 339, 3c. Ilsptota 337, 26. Hcq- Asea: B. «L Poseidon 233, 7$. 

yaltt 399, 26. lüQOixq 329, 2c. J7o- Asenmahl germanisch MP T, 12c. 

Xvßoia 338, 5a. ZToiU/£i/a»s'öc 341, Asien: Einflösse 52, 1. 133, 2. 181, 1. 
1 4. liolvfiaitfc 341 , 1 6. Iloxafiia 359, 2—4. 725, 3. 

336, 36. 338, 3c. U^onvXaCa 331, Aste 5446.' 

8 a. 338, 6j?. IlQoarj^a 330, 56. Ilfco- Asios 862, 46. 

öTajTjpta 338, 6#. JTjpwo&poi'Stt Asine: Sagen 841, 3c« 

335, 1c. 77i/£/c« 329, 3. HvQiovfa Askahibos 432, lt. 

333, 6c. Askalaphos 1) S. d. Acueron 431 , 34. 
Za$7itfov(a 335, 76. 339, 2f. — 2) S. d. Ares 355, lc. 681, 3«. 

ZaQwvia 332, 3». 338, 4c. .2W«- 703, 14; 4. GA 6*. 

0<iO£oc331, 7c. ZCßvXXa JtXtpls Askalon: D.d. Aphrodite 368, 54. 

330, 96. 339, 2c. ZxutöiT«; 333, Askalos 535, 1. 

34. Zxvdta 334, 3c. Zjqoyaia Ashrnios 1 ) S. d. Aeneiae 384, 2a. 
335, 3c. ZT?o<f(aM$^d.ZTV/u(fa- 535, 1. 911, 5. 912, 2. 996, 8. — 
Ua 333, 3fr. ZtotiiQ« 331, 86. 322, 2) S. d. Hippotion 862, Im. 

U ; 66. 333, 34 ; 66. 334, 3c. 338, 6*. AsklepiaHen 507, 2. 839, 3. GA J>, 2. 

Tavpxti 329, 2c. 330, 4. Ttti^o- Asklefrios 507 — 51 1 . S. d. Apollon (S. 
noMöc 329, 1. 330, 2c; 46. 331, 16. d. Ischys GA Z>, 2.) 151, 6. 319, 4a. 

334, 3*. 338, 7it. 866, 3. Tavqu 321, 36. 324, 1. 430, 2. 681, 26. GA 
330, 46. TpuUu 335, 5«. TqixXa- P, 2. Dienste 833, 1. in Beziehung zu 
Qia 329, 1. 333, 5a. andern Gottheiten 379, 44. 428, 16. 

I>v&333, 24. 338, 64. 339, 24. 998, 4. zu Heroen 704, 5. 715 , 8. 

'Paxslhts 332, 4a. 336, 2«. 339, 789, 4. 

34. «#*<>«fij 330, 2a. 332, lc; 36. Hexdlta 452, 2a. 

•PiloXaftnadoc 340, 5a. <Pitof*t(- Askra: D. d. Aloaden 163, 2. d. Zeus 
(>«£ 333, 44. 338, 6c. <P<oa<pQQoe 192, 7. 

338, 3a. 340, 5a. ulsopos 243, 1a. 543, 26; 36. 825, 1. 

Xriüw 334, 3a. Xtttwi? 331, 4. 875, 1. GA 3, 1. 

335, 34. 338, 66. XQvor)lax<noQ Aspalis (ßijiulim (?) ixastyq} 330, 
340,56. 26. 

]A^TtfUaia 342, 1. Aspendos: D. d. Aphrodite 368, 46. 

Artemision in ArkadRn: D. d. Artemis' Asphodelos symb. für Dionysos 450, 24. 

383, 2a. für Kora 420, 4c. 

Aftemision in Sicilien: D. d. Artemis A$sarakos$\\,2. GA T, 16. 

336, 3a. Assesos: D. d. Athena 250, 44. 
Artimpasa skythisch MP P, 2. Assnr assyrisch MP L, 2. 

Arueris ägyptisch MP D, 4. Assyrien : Mythologie MP h. Äff. D. d. 
Arura 756, 2. Aphrodite 360, 4c. 370, 2a. d. Apollon 

Arvales 949, 3. 968, 8. 969, 1; 6. 307, 8 a. d. Artemis 337, 1 cd. Athena 

974, 8. 252, 2a. — Einflüsse 52, 2. 53. 75, 

Asholos 662, 24 ; f; 6. 2. 181 , 1 . 

Aschern israelitisch MP 2V, 7. 0, 8. sy- Astakos : D. d. Poseidon 234, 26. 

risch MP N, 4. Astakos 234, 26. 863, 16. 




REGISTER, 



8TB 



Mlwoth israelifisch MP iV, 7. 
Attarte assyrisch MP L, 2. phönicisch 

21S, lör. 358,2«/. 370, 36. 4156. 

MPÖ,9;10. 7, 36;5rf. 

Pforte 106, 5* 321,3c. 

JUterier 634, 4c. 

Asierion: D. d. Hera 225, 26. 

Asterion 1) S. d. Kometes 681, 26; e. 
— 2) S. d. Minos 725, 3. 728, 4. 
776, 2. 

AUerio* 1) S. d. Anai 758, 4. — 2) 
S. d. Hyperasios 681, 2e; lg+- 3) 
S. d. Tektaphos 720, 3. 

^«teroiitii 600, 3<i. 

AiUrope 1) T. d. Kehren GA 7, 3«. — 
2)T. d. 0keaoos210, 1. 

4sft«6<f*o« 345, 46. 501, 3. 837, 5. 

Atirüa 572, 2. 

i«tr/to« 106,4- 475,2. 

Attydameia 1 ) T. d. Amyntor o He- 
rakles GA F, 3c, J. — 2) T. d. Kre- 
theus u Akastoa 700, 3. 876, 3. 877, 6. 

A*tykr*teia GA B,l. 

4tf yhs 666, 2A. 

Jtfy«otnc GA X, 6. 

Astyoche 1) T. d. Aktor u Ares 354, 16; 
2c. GA C, — 2) T. d. Laomedon GA 
7, 2«. — 3) T. d. Phylas u Herakles 
GA F, 3c, «. — 4) T. d. Simoeis 
uErichthonios GA 7, 16. 

Astypsläa: D. d. Artemis 334, 3c. 

Aityptdäa 242, 4. 

Stiren indisch MP £, 2c. r, 76. 

MuUnte 1) T. d. lasos 345, 6*. 681, 
4*. 814, 4 — 9. 850, 2; 3. 854, 3. 
u Ares 354, \e. 355, lc oMeilanion 
GA L, 2. vMeleagros 745, 4. — 2) 
T. d. Schöneus 814, 4. GA A> 3. 

Ate 103, 3. 208, 5. 602, 3. 605, 1. 

Athamantisches Land 701, 3. 

Athftma$ 638, 3. 653, 1; 26. 681, 1. 
. 683. 686, 16. 687, 4. 701. 703, \a. 
824, 1. 872, 1. GA A, 1 , 3. C. I>, 1. 
0, 1. 



Atheismus MP £, 1. 

Athen: D. d. Achelooa 542, 4. d. Aedos 
615, 6. d. Alk©« 506, 2c. d. Anädeia 
615, 6. d. Aaakes 165, 1. <t Aphro- 
dite 363, 1 . d. ApoUon 296, 3u . 297, 
2. 302, 1—3, 318, 3. d. Ares 348, 2. 
d. Artemis 331. d. Athena 245, 1 ; 5. 
248. d. Boreas 516, 3. d. Chariten 
563, 3. d. Demeter 409, 2. d. Diony- 
sos 442, 2; 3. d.£ileübyial51,2. d. 
Eirene 612, 2. d. Enyo 604, 2. d. Eros 
490, 2. d. Gäa 135, 3. 207, 1. d. 
Gottermutter 140, 4. d. Hades 434, 
Id. d. Hebe 559, 3. d. Hekate566, 

5. d. Helios 469, 4. d. Heph*stos390, 

2. d. Hera 214, 3. 215, 6. d. Herm- 
aphroditos 502, 4. d. Hermes 271, 5. 
d. Hestia287, 2 c. d. Hören 561, 3. 
d. Hygieia512, 3. d. Kerkopen 164, 

6. d. Rronoi 129, 3. d. Kybele 146, 
3; 4. d. Nike 608, 2. d. Nymphen 
545, 3. d. Pan 497, 2. d. Poseidon 
233, In— c. 240, 3<f. d. Prometheus 
496,2. d. Bheal42, 2. 144, 1. d. 
Thalischwestern 168, 2. d. Zeus 207, 
1 ; 6. d. Zwölfgötter 187, 4. — Sagen 
650, 3tf. 7521t — Vgl. Attika. 

ATHRNA 245- 269. Abstammung 265. 
(T. d. Hephästos 265, 2g. T. d. Konos 
265, 2c. T. d. Ogyges247, 1. 253, 
3#. 265, 2c. T. d. Pallas 265, 1<; 2f. 
T. d. Poseidon 247, 1. 253, 3y. 265, 
26. T. d. Triton 265, 24. T. d. Zeus 
112, 4. 208, 4. 245, 2. 249, 5c; 86. 
265, 2a.) Namen 245, 1. Ursprung 
181, 1. 245. MP£,7. F, 3. pelas- 
gisch 1 32. 1 34, 4. samothrakisch 1 75, 

3. 177, 2. 180,2. Wesen 113,3. 
253—256. 266. 267, 1. 430, 2. 512, 
1. 515,1. Bildung 247, 5c. 248, 8c. 
249, 9. 258. Symbole 257. 260. (Blitz 
253, 36. Eule 248, 8c. Krähe 249, 
8«l. Mond 253, 3<f. Olive 250, 6. Phal- 
lus 252 , 26. 253 , 54. Schlange 248, 



376 



REGISTER. 



3c). Dienste und Feste 246 — 252. 
259. Mythos 265. 266. 818, 4r. Gc 
Hebte 267. Kinder 267, 3. 

in Beziehung zu andern Gottheiten 
141,7.149,1. 151,7. 154,4. 168, 
2; 4. 172, 2. 187, 9; 10. 227, 36; 4. 
240, 4c; 5. 245, 5. 247, 2; 3; 4«/. 
248, 2; 3*. 249, 26; 4a; 6. 250, 6 
—8. 256. 263—266. 281, 6a. 293, 
26. 294, 2; 3. 319, hl 344, lt ; 3c. 
380, 2<r ; 6. 395, 2a. 403, 9c. 428, 
2«. 429, 3«. 437, 26. 456, 16. 484, 

4. 496, 2; 4. 510, 2. 552, 4. 554, 1. 
569, 2. 585, 2. 587, 4. 588, 4. 595, 

5. 599, 4. 600, 2. 602, 1. 004, 4. 
609, 3. 615,4. 633, 2. 754, 4. zu He- 
roen 268. 269. 684, 5; 6. 692, 5. 
694, 3. 732, 4; 6. 735, 2; 4. 756, 2. 
758. 777, 4. 794, 3. 798, 10. 812, 4. 
825, 5. 826, 4. 828, 4. 817, 2. 851. 
852, 2; 5a. 885, 7. 890, 3. 896, 2. 
903,4. 907, 5. 908, 1; 4. 909, 7. 
921,1.929,4.930,6. 

Beinamen: AytXeta 255, 36. 
"AyXavgog 248, 86. *AyoQ«(a 249, 
6c. 254, 4c. ^yQavXog 248, 8«. 
HyQtya 248, 8a. 254, 5rr. 'AyQOjtyic 
248, 8c. I<4i;cFa/i>255, 1«. Alavitg 
248, 10. _4ft>i;#«248, 10. 253, 3#. 
254, 56. :/x<>fa 249, 4«. 253, 36. 
'AxiaCa 248, 8c; 9. AXaXxopevritg 
227, 4. 247, 1. 253, 2c. 'AXaXxofie- 
W«255, Sa.AXta 249, 56; 6c. 253, 
2c. ^Ax/ff 246, 46. 255, 3a. 'Apßov- 
*/«249, 6 c. 254, 4 c. AvtfJHüitg 
249,8«. 253, 3f. ^£/d*o/>'Oc249, 
6c. 254, 4 ff. L47r«iou(>/«249, 36. 
254, 3c; 76. lAqttxvvtoag 247, 5f. 
'^c/m 247, 5c. 248, 8 c/. 249, 7 f. 
273, 2c. 255, 3a. A^riyhig 248, 
8c. Üff/« 249, 7«. 250, 9//. Idrqv- 
T<uyij255, 3«. Idfjpi/a 251, 36. 

BottQfÄta 247, 5c. 254, 5a . JÖo^u- 
/fi/Afe 247, 5e. 255, 1«. Bovdtfa 



246, 2c; 3a. 248, 8rf. 254, 5a. 
Bovhda 254, 4c. 

Av*ti«c 248, 8c. rtyvQiTigMS, 
76. rt«i>*a>7r#c250, 3c. 253,26; 
3<y. ropyoydyos 266, 3. rogyto 
248, 66. 250, 7; 10. 253, 4«. 266, 
3. jnoey<ü7r#c253, 1. 266, 3. Ti/ya/« 
250, 10. 

slQaxuvXog 249, 6c. 

ElXtivia 245, 4. 251, 3c. 253, 26. 
'Exßttota 250, 96. 'EXXavta 245,4. 
24% 26. 249, 6ä\ EX\r\a(a 245, 4. 
253, 26. 'EXXüxig 245, 4. 246, 26. 

248, 86. 249, 1«. 253,26. 'Evxt- 
Xaöog 255, la. 'EnmvQyTxig 250, 
5c. 254, 3a. *EQyavri 247, 54. 248, 
2; 3a\ 249, 5f; 66; 9n; e. 253, 1; 
2. 254, 1 ; 6. 'EgvotoroXtg 254, 3«. 

ZwainQi« 24?, 5«; 6 6. 248, 
8c; 9. 

Wor/« 250, 9c. '/Am; 250, 3«. 
253, 26. 77rttfc248, 4; 6a; 8(2. 

249, 56 ; 9c. 250, 36. 253, 3^. 255, 
2a. 348, 66. 'InnoXaXtig 249, 7<J. 
YrcoW« 232, 2 c. 240, 4. 246, 3c. 

247, 4. 253, 46. 437, 26. 
Af</7rcv*/rt249, 4c. KtxQonti 248, 

8 c. KtXtuO&ta 249, 7 c. 254, 2. 
Kiooala 249, 3c. 263, 2c. ja*j<fot>- 
£o?248, 8 c. 254, 3a. KoXoxaaia 
249, 2a. Äbo«rf« 250, 8c. Xo?/a 
249, 5c. 253, 56. Xbow/>«crfa 249, 
86. 253, 36. JT(>«0fo251, 5. Xjpi- 
vä/a 247, 6a. 253, 36. 255, 3a. 
Xt/oWftt 249, 9c. KvnnmaaCa, 249, 
7c. KvQQ*\<ST(g 250, 1 lrf. 

AaqiaaCa 249, 9 f. AatpQla 248, 
8( . 255, 36. At]tTig2ol, 5a. Ai\uvla 

248, 8c. ^ivaYa 234 , 46. 250. 6. 
Aoyyäng 247, 5f. 

M«/«^« 250, 11c. Afipir?249, 
96. 253, 2a. 254, 7a. Afjj^«m/; 

249, 5 f. 253, 2a. 254, 6. Mnwtg 
250,86. 728,1. 730,9. 



REGISTER. 



S77 



NaQxata 249, 9cJ. 263, 2c. Ne- 
tovota 249, 8c. iWx*j248, 8c; 10. 
255, 3c. 

Eevta 249, 6c. 

"Oyxa, 'Oyxaht 247, 2. 252, 26. 
253, 30. 'O/uoiUüfc 247, 5«. *0|v- 
te qxtis 249, 46. 253, 26. 'OnnUng 
249, 6c. 253, 26. > 0?y«i'ij254, 1. 
'O^ifc 254, 1. *0<p9aX[Ams 249, 
6c. 253, 26. 

natavta 248, 8c/. 253, 2*. Ifajl- 
iUfc245, 1. 253, 1. HaXXrivisUb, 
3. 248,66. TTctvartg 249, 6 c. 254, 
6 c. üavaxaUs 249, 10 a. JTwla 
249, 4c. nnqt(a 249, 7f. IlaQtevos 
248, 4. 253, 56. 255,1. ZJoA«** 245, 
2. 246, 2ä\ 248, 2 ; 3 a. 249, 3«. 
250, 4; 8. 251, 5. 253, 2«. 254, 3a. 
258, 2; 3. noXians 24fr, 56; f. 254, 
3a. JlQOfiaxoQfjia 249, 3c. 254, 36; 
56. ÜQopaxos 248 , 8 c. 255, 3«. 
IlQQvata 247, 3. 263, 4a. Ilgovaos 

247, 5a. 281, 6a. ÜQOVOta 153, 2. 
247,3. 248,86. 250, 5a. 254, 4cf. 
596, 1. IlvXaCa 254, 3a. llvlalpa- 
#oc254, 3a. JlvXa'iris 254, 3a. 

-Zafr/c 249, 4f. 252, 2c/. ^aJL^w- 
Wa 250, 86. 2&Xmyf 249, 4c/. 255, 
la. Ztevias 249, 3a. 255, 3a. Zxi- 
gag 248, 4; 7. 253, 4a. 254, 5a. 
2ovviag 248, 8c; 9. Zta^fita 254, 
4a. JfcoT£/£« 248, 8c. 

TavQoßolos%50,5e. TavQono- 
Xos 250, 5c. Tdx*vla 247, 56. 250, 
116. 254, 6a. 711, 16. Ti&Q(6vri 

248, 86; 9. 253, 2c. 7^<ra/a249, 
10c. 253, 3a; 4a. Tcnroyä'tta 253, 
3 a. TQiToprjvig 253, 3ä\ Tqito- 
TictTQig 248, 8c. Tqitu 253, 3a. 
Ttnicoyla 249, 5c; d; c. 253, 3a; a. 
Tfptmvk 246, 36. 250, 9c. 253, 3a. 
866,3. 

'Yyttta 248, 8c/. 253, 2c. 512, 2. 
'YmxxauOTQCa 261, 2rf. 



tpXiyqata 245, 3. <pQ€t%Qta 248, 
8c. 254, 36. 

XaAcmcc249, 16. 255, 2a. XaA- 
xloixog 249, 6a. 866,3. Xqvaia 
250, 1 . Xgvarj s. Chryse. 
'ÄA^a 250, 86. 

Athenäon 246, 2c. 

'Afrfjvaia 262, 2. 395, 2a. 

Athenais 752, 36. 

Athmoneis : D. d. Aphrodite 363, 2a. d. 
Artemis 331, 7a*. 

Athor ägyptisch 370, 1. MP D, 2. E, 3. 
7,5. 

Athos: D. d. Aphrodite 361, 36. d. Zeus 
192, 8a. — Sagen 650, 3e. 663, 1. 

Atlantiden 714, 1. 808, 4. 809, 2. 
834 ff. 

Atlas £. d. Iapetos (S. d. Uranos 834, 
2.) 106,6. 114,5.115.125,2.164, 
4. 184,2. 480,2. 637, 5. 640,3. 
924, 7. GA E, la. 0. Dienste 128, 3. 

Atmu ägyptisch MP D, 2. E, 1. 7, 2c. 

AXrax 667, 1. GAD, 1. 

Atreus 805, 3. 871. 872, 1. 873, 1. 
GAU. 

^irtc/cfi894,4. 

Atthis 395, 1. 753, 2; 3. 756, 2. 
GA H. 

Attika: Dienste 69. 752, 3; 4. d. Aphro- 
dite 363. d. Apollon 302. d. Artemis 
331. d. Asklepios 507, 5. d. Athena 
248. 754,66. d. Demeter 407, 3. 409. 
d. Dionysos 439, \d. 442. d. Gäa 
754,66. d. Hera 215, 6. d. Herakies 
916,6. d. Poseidon 233,1. d. Pro- 
metheus 128, 3. d. Zeus 193. 199, 3. 
204, 3. 754, 6a. — Sagen 752 ff. — 
Vgl. Athen. 

Attis 148, 3; 5. 149, 3a. 172, 3. 862, 
4 a. 

Attus Navius 996, 5. 

Atyllos 466, 26. 

Atymnios 728, 4. 

Atymno* 485, 4a. 

24* 



378 



REGISTER. 



A»gem,2f. 269, 2c. 476, 26. 813, 

1 ; 3. 931,2; 3. GA £,2. F, 3c, <r;y. 
Augeias S. d. Eleios (S. d. Phorbas670, 

id. GAD,1. ß,l.) 681, 26; 4d. 696, 

1.819, 4. 844, 3. 845, 1. 917,4. 

925,9. 926, 5. GA ß,l. 
Augures 949, 3. 
Aulis: D. d. Artemis 330, 56. 
Aulon 556, 5. 558, 3c. 
Aura 519, In. o Dionysos 461, 'Sa. uhe- 

phalos 764, 7. 765, 6. 
Aurora 474, 1. 975,7. 
Aurunci 936, 1 . 
Ausones 936, 1. 
Autesion7A9,3.GkG,\. 
Autochthe 770, 4. 
Autolaos 812, 1. 
^MfoJyfco« 1) S. d. Deimachos 323, 3A. 

681, 56. — 2) S. d. Hermes 2fc2, 4c. 

557, 3c. 863, 2«. 910,1. 
.dtifoffiate GA K, 4. 
^Itttonoe 1) T. d. Kadmos 463, 6<i. 737, 

4. GA G, 1. — 2) T. d. Peireus GA 

L, 3. F, 3c, o. 
Auxesia 410, 46. 412, In. 
Avatäras indisch MP J, 6. 
Aventinus 972, 8. 987, 26. 994, 7. 
Aventinus mons952, 2. 955, 2. 987, 26. 
Jverrttftcti« 989, 66. 
Awäkhters persisch MP K, 10. 
^ariero« 159, 6. 166, 2. 177, 4. 180, 4. 
Axiokersa 159, 4; 5. 166,2. 177, 4. 

180,2. 281,5c. 
Axiokersos 159, 5. 166, 2. 177, 4. 
Azael israelitisch MP N, 7. 
Azan 812, 2. 818, 1. 844, 1. GA L, 2. 
Azar babylonisch MP M , 2. 
Aznras indisch MP T, 8a. 
Azeus GA C. 
Azoros 681, 2«. 



JB«rt7 arabisch MP N, 1. babylonisch 
MP Af, 2. israelitisch MP iV, 7. phö- 



aicisch MP O, 7. semitisch MP 8, 

3n. F, 3*. syrisch 197, 4<t; 8. MP 

2V, 3; 4. 
Baaltis assyrisch MP L, 2. babylonisch 

MP M , 3. semitisch MP F, 3a. syrisch 

MP N, 3. 
Babylon: Mythologie MPI», 1. M. Äff. 

D. d. Aphrodite 370, 2c. 
Bacchanalia 454, 7d. 
Bacchen 465, 3. 466, 3. 
Bacchis GA M . 
Bacchos 438, 26. 
Bacchus etruskisch 939, 5. romisch 

955, 5. 972, 7. 
Bar symbolisch 40, 3. für Artemis 340, 

16. 341, lc. 342, 4c. für Rhea 143,2. 
BätyUn MP F, lc. israelitisch MP N, 

8. F,l. Vgl. Stein. 
Bakch — s. Bacch — 
BakU 323, 4f. 550, 4. 
Baldr germanisch MP P, 6. 
Balearen: D. d. Kabiren 166, 5. 
Ball symb. für Dionysos 450, 44. 
Bargylia: D. d. Artemis 335, 56. 
Basileia 208, 5. 595,1. 
Bassä: D. d. Apollon 304, if. 
Bassaros 438, 3f. 
Unfein 1) oOebaios GA P, 2. — 2) T. 

d. Teukros uDardanos 881, 3. GA T, 

16. 
Battos GA £?, 2. 
JBau6o 432, 56. 
Baum symbolisch MP F, 1; 56; 7. für 

Juppiter 965, 1. 
Bebryker: Sagen 694, 2. 695, 1. 
Becher symb. für Herakles 920, 4. für 

Hercules 972, 5. 
Becken symb. für Hestia290, 36. 
Begoe etruskisch 550, 5. 939, 9. 
Begraben der Leichen MP F, 8. 
Begriffsgottheiten MP T, 86. 
Beil symb. für Apollon 312, lc. für Zeus 

202,1. 
Bei babylonisch 915, 2. MP&, %. M f 



REGISTER. 



379 



2. F, 5c. semitisch MP S, 2d. T, 2c. 

X. 56. 
Belenus gallisch MP P, Ab. 
Belisana gallisch MP J>, 46. 
Bclitan arabisch MP N, 1 . chaldäisch 

MP M 9 2. JT, 5rr. 
Bellerophontes S. d. Glaukos (S. d. 

Poseidon 243 , In; 3. 826, 1.) 249, 

16. 268, 36. 511, 3. 627, 2. 640, 3. 

653, 1. 824, 1. 826—828. 861, 66. 

867. 1. GA M. 
Belleros 826, 3. 

Belloiia 604, 1. 069, 7c. 973, 9. 
Belos 791, 8. 792, 2. 794, 4. GA K, 3. 
Äefidi* 144, 3. 145,3. 330,3. 
Benthesihjme 241, 3. 785, 2. 
Betehta germanisch MP P, 7. 
Berekyntos: D. d. Adrasteia 145, 1. d. 

Kybele 146, 3. 
Beroe 235. 26. 863, 3. 
Berytos: D. d. Poseidon 235, 2b. — 

Sagen 863, 3. 
Beschneidung israelitisch MP N, 8. P, 

66. 
Beutel symb. für Hermes 277, %e. 
Bin 107, 2. 607,2. 
Bianor 666, 2d. 
Bias 681, 4A. 802, 1; 3; 4. 803, 3. 

821.2. GA 42«. 0,3- K, 6. 
Biene symbolisch 41 , 5. für Artemis 335, 

Id. 340, II. für Demeter 420, lc. für 

Zeus 202, 2; 5. 
Biennos: D. d. Zeus 194, 3. 
Binde symb. für Leukothea 537, 6. 
Birne symb. für Hera 222, 5. 
Bisaltes 688, 4a. 
Äwfon355, 1a. 658,2. 
Bist onis 354, \a. 
IMAym*242, 1. 
Bithynien: D. d. Aphrodite 367, 3. d. 

Apollon306, 9a. d. Demeter 413, 3. 

d. Dionysos 444, 56. d. Hades 434, 36. 

d. Zeus 197, 1. — Sagen 863, \b. 
Bilhynos 197 ', 1 . 



Bitkys 355, 1A. 

Blitz symb. für Athen» 253, 36. 263, 1. 
für Dionysos 450, Ad. für Herakles 
920,5. fürJuppiter965, 1. für Zeus 
202,1. 

Blüthe symbolisch 503, 3 c. für die Hö- 
ren 562, 1. 

Blumen symb. für Apollon 312, &d. für 
die Chariten 564, 2. für Hera 222, 4. 
223, 2. für Kora 420, 46. für Zeus 
202, 2. 

Bock symbolisch 40, 6. für Aphrodite 374, 
16. für Apollon 312, 9c. 316, 7a. für 
Dionysos 450, 16. für Hermes 277, 
lc. fürPan498, 6. 

Böä: D. d. Aphrodite 364, 7f. d. Artemis 
332, 66. 

BorjÖQOftia 315, Id. 

Böotien654. Dienste 67, 4. 68. d. Aphro- 
dite 362, 1 ; 2. d. Apollon 300. 301. 
d. Ares 348, 1. d. Artemis 330, 6. d. 
Asklepios 507, 4. d. Athena 247. d. 
Demeter 408. d. Dionysos 441, 1 — 3. 
d. Eros 124, 1. 490,1; 2. d. Fluss- 
götter 543, 2. d. Hades 434, lc. d. 
Hera 215, 3—6. d. Herakles 916, 5; 
6. d. Hermes 271, 3. d. Leukothea 
537, 3. d. Musen 551, 5. d. Poseidon 
232,3. d. Praxidike 1 53, 1. 168, 3. 
d. Zeus 192, 7. 203, 26. — Sagen 
677ff. 681,3. 701ff. 71 lff. — Sänger- 
schule 101, 1a. 183, 4. 400, 3—5. 

Böotos 242, 2 ct. 243, 1a. 652, 4. 
705, 2. 

Bogen symb. für Aphrodite 340 , 3*. für 
Apollon 312, id. für Artemis 340, 3t. 
für Eros 492, 1. für Hera 222, 2*. 
für Juppiter 965, 1. 

Bohne symb. für Demeter 420, 2f. für 
Dionysos 450, *Zd. 

Bohu phönicisch MP X, 5a. 

Äo/twc321, 1; 4. 

Bonn Den etruskisch 939, 6. latinisch 
942, 6. römisch 156, 1. 175, 3. 429, 



380 



REGISTER. 



4. 505, 6. 955, 6. 956, 6. 958, 7. 
966, 3. 970, 7. 974, 7fr. 975. 976, 

5. 977,7; 11. 979,8. 981,4. 
Bonus Dens 156,1. 

Bonus Eventus 432, 1^. 

Boreaden s. Kaiais. Zetes. 

Boreas 516, 4. 707, 3. 762, 1. 763, 1 ; 
2. 758, 2. GA H. 

Bormos 322, 4. 543, 7. 863, 16. 

Boro* GA P, 2. S, 2«. 

Borsippe: D. d. Apollon 337, lc. d. Ar- 
temis 337, lc. 

Bosporos: D. d. Boreas 516, 4. 

Botton 657, 3<i. 

Brahma indisch MP H, 4; 9. S, 3a. X, 
6b \d. 

Brahmanaspati indisch MP 7', 86. 

Branchos 306, 46. 322 , 4. 323, 4 c/. 
515,1. 642, 3c. 861, 3c. 

Brasiä: D. d. Athena 249, 7g. d. Dio- 
nysos 443, 6 f. d. Poseidon 233, 
8 c. 

Brauron: D. d. Artemis 331, 1. 342, 1. 

BoavQtovia 331, \b. 454, 3c. 

ßriachos 466, 26* 

Briareos s. Aegaon. 

Brihaspati indisch MP 5, 4. 

Brimo s. Demeter. Hekate. 

Brimos 419, 2*. 

Jtrtofe878, 4. 898, 5. 899, 4. 

Britomartis 334, In. 337, 1«. 345,6t. 
728, 1. 

Brizo 570, 2. 

Bromos 662, 2</. 

£rofif<»6l07,2. 

Broteas 874, 1. GA Ä. 

Bruttien: D. d. Ares 348, 8a. d. Thetis 
538, 4. 

Bryseä: D. d. Dionysos 443, 6c. 

BubastisW7,la. 

Bubona 984, 6b. 989, Ad. 

Bubrostis 536,1. 

Buchsbaum symbolisch für Aphrodite 
374, 2«, 



Buddha indisch MP H, 4. 
Buddhismus MPS, 1. 
Büssungen MP F, 6fr; 10«. 
Bufco/ton GA T, 2fr. 
Bunos 282, 3fr. GA M , 2. 
Buphagos 345, 3d. 
Bovcfovia 193, 3« ; 5fr. 638, 3. 
Buporthmon: D. d. Athena 249, 3e. 
Bura: D. d. Aphrodite 864, 10c. d. Dio- 
nysos 443, 8 «f. d. Gäal35,3. d. 

Herakles 917, 6. d. Poseidon 233, 

9 c. 
Busiris 242, 4. 863, 4. 
ButadenM\, Irr. 
Butes 1) S. d. Boreas 460, 2c. — 2) S. 

d. Pandion (S. d. Teleon 681, 5 a.) 

239, 1. 240, 4e. 244, 2fr. 243, 3fr. 

263, 3«. 382fr. 384, 2c. 640, 2; 4. 

759, 6. 762, 1. 763, 1; 4. 858, 5fr. 

859, 3fr. GA H. 
Buthroton 361,1. 
Buzyge 703, 3. 
Buzygen 158, 3. 248, 5. 261, 1fr. 

640, 4. 
Buzyges 259, 4fr. 
Bijblis 368, 2a. 
Byblos: D. d. Aphrodite 368, 5</. — 

Sagen 863, 3. 
Byzantion: D. d. Aphrodite 367, 4fr. d. 

Artemis 335, 6c. d. Athena 250, 9fr. 

d. Gäa 135, 3. d. Hera 218, 5fr. d. 

Poseidon 233, 2. 234, 2d. 



Caca 970, 5. 987, 26. 

Ctoct*s926,'l. 952,2. 970,5. 972,9. 

987, 2ft. 994, 6. 
Gaduceus s. Heroldstab. 
Caecilii 996, lOf. 
Calci*!«« 396, lc. 943, 2. 944, 8. 959, 

3. 996,1 0f. 
Caelius mons954, 1. 
Cäre: D. d. Eileithyia 151, 2. d. Silvanus 

971, 5. 



REGISTER. 



381 



Caesar es 997, 1. 

€ajeta 944, 10. 

Camasene 962, 6. 

Cameliae virgines 982, 6. 

Camenen 546, 6. 987, 4; 6—8. 

Camillae 949, 3. 

CamiUi 949, 3. 990, 3. 996, 9. 

Campamen : D. d. Dionysos 445 fr. 

Candelifera 989, 3fr. 

Capitolium s. Kapitol. 

Capua: D. d. Aphrodite 369, 2c. 

Carda 988, 9fr. 

Cardea 989, 4a. 

Carmenta launisch 942, 6. römisch 

282, ifr. 951, 6. 973, 4. 977,11. 

988, 1—5. 994, 3. 
Carnami, 6. 981, 3; 4. 987, 2c. 988, 

9 fr. 
Carthago: Mythologie MP 0, 5. D. d. 

Aphrodite 370, 3c. 
Castrum Minervae: D. d. Minerva 251, 

3d. 
Catius Pater 989, 5fr. 
Cautopates 1000, 1. 
Cerealia 424, 2«. 
Ceres römisch 405, 1fr. 955, 5. 956, 5. 

957, 4. 972, 7. 973, 4. 974, 4; 7a. 

976. 985, 5. 997, 4—6. 999, 6. sa- 

binisch 967, 7. 
Cerfii dii umbrisch 936, 8. 
Ceridwen keltisch MP P, 4«. 7, 5 c. 
Cernoboh slavisch MP P, 3. 
CÄaron 301,1*. 321,1. 705,6. 
Chäroneia: D. d. Leukothea 537, 3. d. 

Zeus 211, 2c. — Sagen 705, 6. 
Chaldäer: Mythologie MP M, 5. Uff. Sa- 

baismus T, 6c. 
Chalis 464, 2. 
Chalkedon: D. d. Aphrodite 367, 4a. d. 

Apollon 306, 9a. d. Zeus 197, 1. — 

Sagen 682, 2. 
Xalxtia 393, 2fr; 3. 395, 2«. 
Chalkiope T. d. Aeetes u Phrixos 688, 

lc. 690, 2; 3c. T. d. Eurypylos u He- 



rakles F, 3c, y. T. d. Rhexenor uAe- 

geus 770, 4. 
Chalkis: D. d. Apollon 301, 4c. d. Athe- 

na 247, 6c. 
Chalkodon 860, 1fr. 
Chalkodontiaden 712, 3c. 761,2. 860, 

lfr. 
Cham israelitisch MP Ä, 2. 
CArto*102. 103, 1. 110,3. 113,2. 137, 

1. MPX,4<i;5«. 
Charihlo 269, 2g. 668, 6. 

Charts 379, 2fr. 381, 1«. 395, 2c. 

565, 6. 
Chariten 563. 565. T. d. Dionysos 379, 

lfr. T. d. Zeus 112, 4. 208, 3. pelas- 

gisch 132. samothrakisch 160, 6. 

Wesen 113, 3. 168,2. 554,4. 558, 

5. Dienst 366, If. in Beziehung zu 

andern Gottheiten 151 , 7. 187, 10. 

229,4. 281,7c. 319, 5d. 381, In. 

429, 5<r. 456, 2g. 493, 6. 499, 3. 

562, 6. 590, 3. 
XagirrjOia 564, 4. 
Charme 21 0,1. 
Charon 576, 2 — 6. 578, 6. etruskisch 

394, Id. 939,2; 8. 973,6. 
Charops 659, 2. 

Charybdis 541, 3. 698, 5. 909, 3. 
Cheiron 504, 3. 511,2. 538, 3. 638, 

5. 666,3c. 668,2-7. 674,2. 684, 

2. 876, 4. 877, 1 ; 5. 888, 3. 891, 1. 
922, 3. 

Chelydorea: D. d. Hermes 272, 3c. 
Chemmis: D. des Perseus 807, 2 n. 

863, 4. 
Chersonesos (taurischer): Sagen 682, 

In. 
Cherub israelitisch MP N, 8. 
Chimära 40, 9. 105, 6. 827, 2. 
Chinesen MP Q, 2fr. 
Chione 1) T. d. Boreas u Eumolpos 763, 

3c. o Poseidon 242, 3fr. 661, 3. 785. 

2. GA U. — 2) T. d. Dädalion 345, 

6*. o Apollon 321» 3<J. 702, 2. 



382 



BEGISTEB. 



Cbios: Dienste 76, 5. d. Äpolkm 305, 
96. d. Athen« 250, od. 4. Dionysos 
444, lf. d. Poseidon 234, 6r. d. Zeus 
197, An. — Sagen 648, 2o\ 71$, 3; 
7. 860, 2a. 

Cftto* S. d. Apollon (S. d. Poseidon 234, 
6c.) 321,1. 

Chiron s. Cheiron. 

Chitone; D. d. Artemis 331, 4. 

Chlort* 1) 984, 7. oZephyros 516, 5. 

— 2) T. (L Amphion oNeteos 821, 1. 
GA ul, 5. B, im. G, 2. 

XoaC 781, 5. 

Cftdro« 466, 3«. 

Clou ägyptisch 915, 2. MP E, % S, 

36. T, 7a. 
Chorein 466, 36. 
€ftorolcvfli#« 466, 2r. 
Cfore* 466, 2c 
Cftroau 666, 2c. 
CJfcre*«* 123, 2. 481 rf. MP X, 5a. 
ChrysaorlOD, 5. 242, 26. 243, 2. 585, 

3. 862, 5a. 
Chryse: D. d. Apollon 306, 7. Sagen692, 5. 
Chrys* (Athena) 150, 1. 154, 4. 245, 

3. 249, 5a. 251, 1. 264, 46. 269, 2a. 

344, 1A. 481, 1. 
Chryse 1) T. d. Halmos 702, 1. uAres 

354, 16; 2c. 702, 3. GA C. — 2) T. 

d. PalasuDardanos880,2— 6. 881, 

3. GA7,1«. 
Chryse* 228, 1c. 898, 5. 899, 4. 
Chrysts 1) S. d. Agamemnon 345, 84. 

— 2) S. d. Ardys 314, 6 a. 327, 4. 
899, 4. — 3) S. d. Poseidon 243, 1«. 
702, 1; 4. 703, 16; c. GA C. 

Chrysippos 742, 3. 871, 2. GA Jt. 
Chrysogeneia 1) T. <L Halmos 702, 1. 

— 2)T. <L Porphyrion 243, la. GA C. 
Chrysorthe GA JV, 2c. 

Chrysos 208, 5. 

Ckrysothemis S. d. Karmanor 318, 5a. 

324, U. 641, 6<f. 
ChrysothiwUs T. <L Agammn<m874, 3. 



C^tAoRui 1) T. d. Bates 759. 6. — 2) 
T. d. Erechtheas 762. 763, 1. u Bates 
763, 4. GA B. — 3) T. d. Pbonweos 
410, 3*. 

Xdona 410, 3c. 424, 16; 36. 

Chthonios 1 ) S. d. Poseidon 243, 2. 
— 2) Kentaur 666, 26. — 3) Sparte 
zu Theben 738, 3. GA G, % 

ChXhonophyU T. d. Sikyoo GA N, U. 
u Dionysos 461, 36. u Hermes 831, 2. 

Cicade symb. 41, 5. fir Apollon 312, 86. 

Cinguia 989, 3c. 

Circe latinisch 942, 6. 

Circeji: D. d. Athen 251, 3*. 

Cista symbolisch 43, 5. für Agathodämon 
1 57, 4. für Demeter 420, 3c. für Dio- 
nysos 450, 3o\ 453, 6a. für die Ra- 
biren 166,2; 6. 

dementia 615, 7. 989, 5c. 

( Utumnus 987, 3*. 

Collatinm 987, 2. 

Commotiae 987, 106. 

Concordia 381 , 3«. 610, 2. 611, 1. 
984,1. 989, 5c; 8. 

Consentes dii etroskisch 937, 6. 939, 1. 
957, 6. 960, 7. 

Conserenles 989, 3<i. 

Conshia 974, 2. 

Consivii 960, 7. 

ConsMS 231 , 1. 235, 1*. 951 , 6. 956, 
9. 960, 1; 6. 964, 4. 966, !. 967, 
2a. 973, 5; 6. 989, 56; 7. 994, 5. 

Cornelü 996, 10c. 

Comisene 981, 56. 988, 86. 

Cumä : D. d. Aphrodite 369, 2c. d. Apol- 
lon 307, 3 a. d. Glaukos 529, 3. d. 
Hades 434. 3c. d. Sibyllen 549, 6. 

Cunina 989, 36. 

Cupenci 949, 3. 

Cupido 489, 1.616,2. 

Cupra etroskisch 218, 9c. 222, 6. 227, 
3. 938, 3. 939, 6. 

Curalpriester 949, 3. 

CmriatH 996, 8. 



REGISTER. 



m 



Cutintim 961, 6. 

Cufiiii sibirisch 936, 7. 

Vfbele 951, 6. 955, 6. 956, 5. 974, 

9f. 975, 2; 7. 976, 4. 997,8. 999, 

6. 1060, 6. vgl. Kybele. 
Cypresse symbolisch 39, 2. für Aphrodite 

374, 2 c für Apollon 312, 8 f. für 

Hades 436, lif. für Kybele 147, 2. — 

verehrt MP F, 16. 



Dädnle 265, 2a. 

Dädalos S. d. Metion (S. d. Eupalamos 

GA ff.) 640, 6c. 723, 2; 4. 730, 1 ; 

6. 766, 4d. 767. 
DoWrA 566, 1. 

Dämon Agathos s. Agathodämon. 
Dagon phönicisch MP 0, 7. X, 6<l. 
zf «AfitA« 225, 1. 
D<i*tf/foftl41,3. 143,3. 145,1. 148, 

1. 160, 6. 167, 5. 169. 170, 2. 640, 

5. 920, 5. 944, 8. 
Dttmaekoe 273, 2. 282, 3«. 
Damit 410, 46. 412, 1a. 975, 7. 
Damithnles 432, 4d. 
Damnameneue 145, 1. 166, 2. 169, 2. 
Damophon GA M. 
Dan** T. d. Akrisios 797. 798, 7. 807, 

26. oZeus 210, 1 ; 4. GA £, 4; 5. — 

u Pilumnus 944, 7. 
Donalden 406, 36. 410, 1«. 579, 3. 

795. 796. 
Danai$\70,2. 
Ihwwo* 405, 4*. 732,1. 790,3. 791, 

8. 792,2. 793, 6. 794 ff. 859,1c. 

GAK, 3; 4. 
Daphae in Attika: D. d. Demeter 409, 

16. 
Daphne in Syrien: D. d. Aphrodite 368, 

56. 
Daphne T. d. Ladon (T. d. Peneios 543, 

lo.) 300, 3«. 543, 3c. o Apollon 

321, 4. 325,3c. oLeukippos 818, 

5 c. 



Daphnephorien 314, 1. 315, 2n. 916, 

96. 318, 26; da. 
Daphnie 1 ) S. d. Hermes 282, 26. 558, 

2. 858, 5 c. — 2) Kentaur 666, 

26. 
Dardaner: Dienste 181, 1. d. Hestia286, 

2. d. Zeus 189, 4. — Sagen 655, 2. 
880 ff. 

Dardania: Sagen 880, 6. 
Dardanos : D. d. Aphrodite 367, 2. 
D<if<iafK>«162, 2. 177, 2. 639, 2«. 
719, 4. 731, 4. 8(18, 2. 810, 2. 834, 

3. 860, 5. 880. 881, 3. GA 0, T, 1. 
Dff*fcy?o*862, 26; 56. 

Daulis: D. d. Athena 247, 66. — Sagen 

707, 3. 708, lfi. 
Daunoe 557, 2b. 858, 3/*. 944, 7. 
Ben Dia 974, 8<f. 975, 7. 981, 4. vgl. 

Dia. 
Decima 989, 36. 
De'ianeira T. d. Oenens (T. d. Dionysos 

462, c.) 850, 7. »Herakles 848, 3. 

849,3. 851,2.923, 5. 931, 2; 3. 

GA0, 3«. F, 16. 
Deidameia 878, 4. GA £, 26. 
De'ikoon GA F, 1«. 
Deimas 880, 4. GA T, l/i. 
IMmo« 355, 2c. 382,3. 602, 1. 603, 1. 
Beton 653, 1 ; 3a. 670, 2. 764, 3. 855, 

4. 906, 2. 
De?*** 321,1. 
Detöfictt« 670, 2. 
Ita>*o6o« 884, 2« 
DeHphon GA F, 2. 
Z>e«>ylc 851, 2. GA0,36. 
Deirae: D. d. Athena 249, 46. 
^Aia 314, 1; 3. 

Delion in Böotien: D. d. Apollon 301, 

Delion in Lakonien: D. d. Apollon 304, 
2 c. 

Delos: Dienste 76, 3. d. Aphrodite 366, 
4<i. d. Apollon 297, lc. 298, 3. 305, 
4—7. 316, 9<*. 318, 3c; 6. 325, %a. 



384 



REGISTER. 



d. Artemis 334, 4a. d. Athen» 247, 3. 
250, 5a. d. Dionysos 444, 26. d. Ei- 
leithyialöl, 2. d. Köos 128, 3. d. 
Pböbe 128, 3. d. Poseidon 234, 5a. 
d. Sibyllen 549, 7. — Sagen 859, 3a. 
Delphi : D. d. Aphrodite 362, 3. d. Apol- 
lon 300, 2—7. 318, 2; 36. d. Artemis 
330, 96. d. Athena 247, 3. d. Delphi 

164.2. d. Demeter 408, 4. d. Dio- 
nysos 441 , 4/i. d. Gaa 135, 3. d. Hestia 
287, 26. d. Köos 128, 3. d. Neoptole- 
mos 904, 4. d. Pan 497, 2. d. Phöbe 

128. 3. d. Poseidon 232, 3e. 233, 5. 
d. Rhea 142, 2. d. Sibyllen 549, 5. 
d. Themis 153, 3. 594,2. d. Zeus 192, 
7e. — Sagen 709, 2 - 5. 

D*Jp6il64,2. 

Delphin symbolisch 41 , 2. für Aphrodite 
374, 1<I. für Apollon312, 76. 313, 
la. für Artemis 340, 4d. für Dionysos 
450, 16. für Leukothea537, 6. für 
Poseidon 238, 3a. 

JeX<ptvia$U>l. 316,3. 

Dclphos S. d. Apollon 321, 1. 709, 26. 
S. d. Poseidon 243, la. 709, 2a. 

Dclphyne 300, 2a. 318, 2a. 326, 16. 

DEMETER 405 — 432. Abstammung 
109,2.112,1.127,5. 405,2.431, 
In. Namen 405, 1. Ursprung 181, 1. 
405, 3; 4. 406. pelasgisch 132. 134, 
4. 136,4. Wesen 416. 417. 556, 1. 
MPÄ, 4. Bildung 421, 1. Symbole 
420, 1-3 (Schlange 409,1c). Dienste 
und Feste 407— 415.422— 426. 822. 
Mythos 409, 1^. 431. 432. Geliebte 

419.2. 431, 1. Kinder 419, 2. 431, 
lc. 

in Beziehung zu andern Gottheiten 

112.3. 144,3.149,1. 169,4. 171, 
7. 187, 9. 207,2. 208,2. 227, 2a. 
233, 7c; e. 236, 4. 238, 6. 240, 4c. 
242, 2a. 264, 2a. 281, 5d. 293, 2a. 
319,4c. 344,1 f. 380, Id. 406, 1c; 
d; 4. 409, lf. 410, 36. 411, 4a. 



428. 484, 4. 493, 4. 499, 3. 546, 4. 
554, 1; 5. 587, 3. 588, 4. 590, 3. 
594, 4. 599, 4. 604, 4. 612, 3. MP 
T, 5c. im eleosinischen Verein 178, 
4. 403, 9<*. 409, If. 410,3; 5. 411, 
26. 414, 4a. 426, 5. 456, 2c. in Be 
ziehung zu Kora 168, 4. 175, 5. 178, 
3. 408, 16. 409, 2c; c. 410, 4; 6c. 
411,56. 414,2,3. 431. zu Heroen 
691,26. 732, 4; 6. 830, 3. 847, 2. 
869,5.920,5.921,7. 

Beinamen: 'Ayvq 417, 5. Id^ata 
416, 2a. jiliifiqla 416, 26. 'AXnag 
416,26. t^ua/a 410, 4a. 'AyaXXo- 
(po£o?416, 2a. 'AfMpixruovCg 406, 
la. 407, 4c. 417, lc. ArtjaiStoga 
416, leMmaCa AiWc. Avfr&aXrjg 
416, 2c. !4r«fc406, la. 408, lc. 
409, 26. 416, 3. ^/JQu 416, 3. 

rttfVQala 409, 26. 

z/afip« 417, 3a. 

iv "EXei 41 1, 6a. 'EXtvotvta 41 1 , 
16; 3; 4a. 'EXvjyriQvs Alb, 2a; 3. 
'EvtXvoxCg L\1, 3d. 'Ewala 414, 
Aa.'EgivvgAl 1,4a. 416, 3. 'Egxuva 
408, 36. 417, 36; 4. 'Eg/Liovxogm, 
Ad. 408, 4. "EqvaißCri 416, 2a. 
'Eanovxos 417, lc. y EvnX6xafiog 
416, 2a. Evqmtiti 408, 36. 416, 16. 
^Aooc 409, 2f. 416,2c. 

QsQpriala 41 0, 4a. 416, 2a. Ge o- 
pta All, 3. 417, la. Gea/uoepogog 
240, 4c. 406, \f ; 36. 408, 16. 409, 
26; 36. 410, la; 4a. 412, 3c. 417, 
la. 975, 3. 

'IpaXlg 416, 2». 'lovXw 416, 2a. 

KaßeiQtu 166, 3. 167, 5. 168, 2. 
177, 5. 408, U. 417,36. KaQno- 
(fogog 416, 2c. Kidagfa 411*, 3. h 
KoQvdtvoi 411, 66. KovQOjQO(fog 
412, 3d. 417,2c. 

A(ßvaoaA\Q, Id. AovoCa 411, 
4a. 416,3. 

MaXo<p6qog 409, 3c. 416, 2c; d. 




REGISTER. 



385 



420, 16. MtyaXagTog 408, 3</. 416, 
26. Meyalopafas 408 , 3rf. Af<f- 
Aaiva 411, 4c. 416,3. 417,4. Mv- 
ala 410,1c. 411, 86. 

Sav&TJ 416, 2«. £t(fiW'O£Off408, 
3*. 420, 3a. 

l OfioX(o(a 406, In. 408, 1 a. 41 7, lc. 

ZTai Jo#a>l?jf 417, 2c. JIa/nnav(u 

416, 2d. Havaxata 406, In. 411, 
8«. 417, lc. mkaoyls 405,3a. 410, 
16; 7. IlQiriQioifOQOS 416, 2a\ 
ÜQOriQOOfa 409, 2^. IlQOOTctota 
410, 5. 416, 2c. ÜQoavpv« 410, 2. 

417, 4. Zft/ilaAt 406 , la. 407, 4r. 
417,1c. 

JSircti 416, 26. -2fo«^i/«416, 2«. 

ZtiqIug 40&, 4. ^61^^416, 2«. 

JSfi>T£i^a 417, 16. 
*PXoüt 416, 2c. <Pomxo7ieta 416, 

2 a. 

Xa ilxöxpoTOg 423 , 36 ; 4 6. X«- 

fivvn 406, lf. 411, 7a. 416, 16. 

X£oi*a410,3a. 411,1a. 416, 16. 

XXori 409, 2f. 416, 2c. XgvadoQog 

420, 3a. 
dr\lxr\TQiioi 417, 4. 
Jr\^ir\Tqia 424, 3a. 
Demo 432, 5a. 
Demodüse 686, ?a. 
Demoleon 666, 2c. 
Demonihe 354, 26. 846, 4. GA 0, 2. 
Bemophon 1 ) S. d. Keleos 431 , 4c. 

432, 2f. — 2) S. d. Theseus 162, 2. 

640, 4. 779, 4. 780, 1. 781. 789, 1. 

860, 16. 
Deräa: D. d. Apollon 299, 2c. 
Deriade» 460, 46. 
Derketo babylonisch MF L, 6. T, 5c. 

X, 6d. 
Derrion : t). d. Artemis 332, 6f. 
Despbnartt, 7c; i. 240,4c. 411, 5; 

76. 418,2a. 431,1c. 
Deukalion 1) S. d. Boreas 162, 2. — 

3) S. d. Hyperasios 68t, kg. — 3) S. d. 

Gerhard, Mythologie. II. 



Minos 729, 1 ; 5. 771, 6. GA F. — 
4) S. d. Prometheus 117, 5. 119, 1. 
187, 2a. 193, 6. 636, la. 639, 1. 
647, 2. 650. 674, 6. 709, la. 710, 

1. GA^, 1. H. 0,2,1. 
Deakalionische Fluth636, 5a. 639. 649, 

3. MP^,3. 

DeusFidius 953, 2; 3. 957, 2. 966, 1. 

Deverra 989, 4a. 

Dcvas indisch MP 8,2c. Y, 76. per- 
sisch MPK, 11. 

Dia 1) T. d. Deioneus ulxion 670, 2. 
GA D, 2. uZeus 210, 1. — 2) T. d. 
Zeus 139, 3. 228, 3. 559, 2. — Vgl. 
Dea Dia. 

JiaßaTTjQicc 255, la. 

Diadem symb. für Dionysos 450, 3«. 

Diakris 752, 3n. 

IHaWap« 613, 1. 

DIANA 328, 1. 952, 2. 955, 2. 956, 8. 
967,8. 973,4. 974, 1(W. 982. 997, 

4. Priapina 341, 16. vgl. Artemis. 
Dias 752, 3a. 

Jidaia 193, 4; 5a. 203, 2a. 
Diaulos 639, 3. 
Didymi : D. d. Poseidon 233, 3. 
Dritter 169, 3. 944,8. 
Junokia 193, 3a; 56. 
Dt*c561,6. 588,4. 595. 
JM*taoj211,5. 
Dikhjnna 194, 3. 

Diktynnäon : D. d. Artemis 334, 1 a. 
Dihtys 1) S. d. Magnes653, 3ä\ 673, 
2a. 797, 2. — 2) S. d. Poseidon 243, 

2. — 3) Kentaur 666, 2e. 
Dindymon: D. d. Kybele 146, 3. 
Diogeneia 432, 5a. 
Dioklee 784, 1. 

Diome: D. d. Herakles 916, 6. 

Diomede GAP, 1. 

Diomedes 1) S. d, Ares 355, la; 2a. 
658, 2. 925, 7. 926, 3. — 2) S. d. 
Tydeus (S. d. Athena 267, 3 a.) 249, 
46. 2ft, 36. 263, 54. 268, 2c. 384, 

25 



OT$ 



Rfefciä'rfefe. 



4. 624, 9«. *48, 2. 784, 2. 781, 4. 
803, 5. 80£, 2. 841, 3. 847, 3. 852 
—854. 893, 3. 894, 4. 896, 2. 899, 

5. &60, 8. 902, 2. <JA 0, 36. 
Diomeia : D. d. Apoll on 362, 46. 
At6fiettt 193, 7. 

ZHoiicl) 127, 2; 5. 138, 1. 141, 6. 

144.3. 1(58,2. 181, i. 191,4.208, 

2. 210,1. 214, 1. 215, ♦. 358, 4. 
544 c. 550, 5. 985, 3. vgl. G5a. — 
2)T. d. Atlas 870, 1. 

/4i6v6aut 444, 16. 454, 2«; c. 
BIOXYSOS 438—466. Abstammung 

112. 4. 208, 4. 211, 6. 436, 3. 458, 
1 ; 2. GA O, 1. Namen 438, 1. Ur- 
sprung 181,1. 489. WPJV, 1. Jl, 8. 
petasgisch 132. 134, 3',*. aantothrfc- 

. kisch 177, 5. thrakiwh MP P, U. 
Wesen 430, 2. 447—440. 457. 586, 
1. mystisch 158, 1. 194, 7. *r$lis& 
127, 6. Bildung 451. Symbole 450. 
Dienste und Feste 440— 4 46^ 451 — 
454. 829, 2. Mythos 130, 4. 443, 36; 
6f. 458—460. 579, 8. 659, 2, Ge- 
liebte 453. 461. Hinter 4*2. Gefolge 
464—466. 
in Beziehung eu andern Gottheiten 

141.5. 144,2. 149,1; 36* 159*2. 
167, 5. 168, 4. 187, 10. 206, 5. 226, 
36. 240, 36. 263, 2c, 28t, 4c. 319, 
U. 344, In. 345, Irf. 370, 16. 388, 

3. 394, 16. 397, 4. 403, 9. 428, ta 
429, 16. 430, 1« 438, 4. 454, 3; 7. 
455—457. 471, 2. 493, 1. 499, 2. 
500, 5. 505,6. 510, 1. 614,2. 530, 
3. 533, 5. 537, 3. 538, & ; 6. 146* 4 
552, 4. 562, 4. 563, 2. 669, 1. 572, 

6. 599, 4. 612,3. im eleasinkofaeH 
Verein 178, 4; 5. 419, 1. 437, 16. fn 
Beziehung zu Heroen 463. 701 , 2. 
714, 4c. 730,8. 732,6. 737,4; 5. 
777, 2. 798, 10. 847, 2. 866, 4. 867, 
1; 2. 920,5. 921,7. 928, 1. 

Beinamen: Aßpoxopyg 451, 2c. 



'AyQKBViöciUiZb. 4419, 7ä. Myo- 
polvg 441, 3c. 453, 46. Alolöfi(- 
tq*is 450, 31. AtbX6fiö$(f>og 451, 
1. Aiav/uvrjrijg 443, ä*. 447, 6e. 
GA D, 4c. !£x£<*Te£ 44?, 3. Itfxp«- 
roifOQog 443, 5c. 447, 3. Av&uog 
447, 46. ^Vtofc443, 8c. 437, 3f. 
"Av&ittg 442, 4t. üvratfpj? 457, 5. 
'A&ttis 443, 5& 2fafcro%e? 452, 
66. *^£ife349, 2fc. 443, Sc. 447, 
4/i. 457, 3f. *A^(r^6^lvg 451, 46. 

BaßtocirfsM, lfc. £ft*jr*ft*443, 
4. 449, 1. 457, 2c. dax^äfc 444, 
2a. 457, 2c. £<t&tfttbti>g 451, 36. 
457, 3c. Bovyevris 450, lh. JBdi/x£ 
?ri? 45 1, 4c. 2foi/? 45 1, kc.ÜtnaaZoq 
444, 3n; c. 447, lrt; 26. dputei/c 
451,36. 457,3p. Ä{M>ptf*447, 16. 

rop^infe 444, Id. rtins 451, 

46. 

^rt<rvUn*447, lrt. 451, 2fc. 457, 
2c. zfcitf(>tfntfr447,4c. Jt$vQit{Zßog 
447, 16. JtxtQtog 430, lrt. ^ipj- 
roi() 456, 2. AtfJtoQtpogi^\,i. Jqv- 
aJLo? 448, 1. 

ElQctcfitojrjs 447, 56. 'Eiffcte- 
?«* 442, 3«; 4a. 449, 7c. *Mlti>9t- 
giog 447, lc. 'EXsvrrfyiag 457, 2r. 
, £voe*ijs444, Irf. 45!, 46.*äm*tv- 
Aioff 451, 4n. ^(Wjto'itf 447, 16. tfd- 
ßovXttig 457, 6. £$*«£ 447, 16. JEd- 
QvXtttTtfs 451 , 2c. *£tf)üftT&$ 44t, 
2 t?. 

2T«y(»«i^ 438 , 2tf; 3*. 44t, 26. 
457, 3</; 4. 459, 3a. Tgl. Zagretts. 

'HXvytvs 444, 1*4 

SqCafißog 447, 16. GtttovtöttS 
444, 16. 

'IctTQOft&VTtg 449, 7rf. \l6ßa*x<>g 
447, 16. 'lürOf^Ar^449,i 

Jftxcf i U£toc441, 3*. 457,2c. JITef- 
Taftaty'aw 451, 26. KeQtttoifurig 
451, 4& Ä^Vofe 444, ltf. 448, 1. 
Kioxjog 442, 46. Koirtfatar 443 



REGISTER. 



387 



6*. 451,4*. Kpljoitg 443, 2«. Kva- 
fAtTijg 447, 6e~ 

AafjtnttiQ 443, 8c. 449, 3«. ^«~ 
V>v*iw449, 7(t. -^H/**»«Wii;tf443, 
7*. ^nvaU* 49^ itf. 449, U. 447, 
*. 4*7,3* .4«**fti«f 450, 3* 454, 
*, 419»» 3, AifAvmog 457, 2 c?, fr 
^$4ww 443, «*. 447, Sc 44», 36. 
A/mvs>yi%i# 44*, äfc, uiQißfaiog 
438, $* ^wfe9 438, 2«. 447, lc. 
449, 7*. ^/uaios 436, 2*. 441, 34. 
44», 4. 447, lc. 449, 7c; 8. 457, 2c 

Matvopevos 438, 4- 447, 1*. 
449, 1. War*« 44M, Afc/Aft««* 
444, 2a. 446, lc. 449, 8. 457, 2c 
AffX«V«*yi ff 443, 3*. 447, lc 451, 
3«. mk*6flfiW.i&, 46. 447,6*. 
MßP*t*uq 44&, 8k. 457, 3£ A/17- 
QOQQctifrjg 458, 2. Afvoiqs 443, 5a. 
449,1. 

i\Ti/xnftio£443, 5«. 449,2, 

'OfAtpttxhrjg 447, 3. P^/xtfjJtf 
447, 2a. 'ÖQtoxiog 447, 2«. '0?*- 
<jti?^ 447, 2«. *Gp#öV 45(4, 46. 

IlajQwot; 442, 56. 447, 6«. 457, 
j$C IftytXtOVlQS 451,, 4a. lliwjo- 
fo<W W> !**•. IfolfrW. 443, 5</. 
447, 6* ZfoAvy^jfc 447, 16; 3. 
/7£l«7io?451, 46- IlQOQupvos 443, 
34. U|Wirpüyi|^ 447, 3*. UvQnoXog 
449, 3«. n<oy(oviiri$ 4M, 26. 

Zaßa^oq 457, 6. ^c^4^Tq^ 443, 
3<l< Sxayylims 447, 3- Svifanc 
443, 6a. 447, 4c. 450 9 46w -£y**Tt^ 
4A9I-70. -Samfe 449» 7«. 

T*VQ6pQQ(pw 451, 4c. 7\w£0g 
45a, 1«. Tav^ö^<^ 4$f0, 1«- W- 
A«*o$ 451, 26. TQtyov*$ 448» 4. 
TQiSTtjg 449, 4. TQupvijg 44Ä, 4, 

'Xr*^ 447, fcf. 449, 7«*, f tw 
440,1.449,36. 

<P*IXt}V 444, 3* ^frijs 457, 5|. 
4>i^a^aiv447,2c. <^L^V447, la; 
3. *Jli/«vf447, la. 



XeU#s 447, 3. Xck?i<?0tik 449, 8. 

X&OWAC447, 5it. Xo£<*y#f ioiQtov 

449, 2- Xo?€«* 447, 14. X<?iwto- 

xofÄTtf 451,2c 

^i/rfwj/^ 449, 74. Wtia£ 443, 

66. 451,46. 
'Ä^aT^449, 7<(. 453,4«. 
/KorcsGA 0, 1. 
Diotkuren 151, 6. 160, 6. 161, 4. U5, 

1. 175, 6. 363, 56. 379, 5a. 428, 1*. 

429, 1* 482, 2. 483. 484. 610, 4. 

627, 2, 730> 6. 877, 6. 886, 3. 921, 

3. vgl. Katstor. Poiy&u&es. — eiru- 

skisch 939, 8. phöniciscfc A|P K, 9. 

römisch 991, 8. 

Dtjuafco« 688,1k 
Uirä 586, 1. 

Dirke 463, 6a. uLykos 716, 6; 7. 739, 

5. GA 0, 2. 
Birphys: D. d. Hera 215, 56. 
*u433,2</. ft55,6. 973, 2—7. 985,4. 
&i8cordia(()Q\, 1. 

Diskus symbolisch 43, 3, MP F, 7. F, 
5<f. für Apollon312, 5/*. 

Dithyrambos des Dionysos 452, 36. 

frahyrnmbo8 466, 2c. 

ftodonft: D. & Ackeloos 542, 4. d, Aphro- 
dite 361, 1. d. Apollos 296, 3c. 299, 
1. d. Athena245, 3. 246, %. d. De- 
meter 407, 3. d. Dwne 138, 1 ; 5. 1 5^ 
3. 168, 2. 191, 4. d. Dionysos 440, 
1. d. Gäa iaö, 3,, ?*7, 1. 4. H«r»215, 
1. d. Hestia286, la. d. Nymphen 545, 
3. d. Zeus 134, 1; 3. 189, 5. 190. 
203, 1. 207, 1. — Orakel 133, 2. — 
Einflüsse auf Athen 193, 1. 

Doliche: D. d. Artemis 334, 3e. 

Dolon 899, 5. 

Doloper 674, 4. 681, 2cfc 

Domidttcus 989, 3ci; 7. 

Domitius 989, 3rf. 

Donar g#rmawscji ¥F # 5. 

Doridas GA AI. 

Dorier64. 65, 1. 181,1. *5,M. 6*7, 



388 



REGISTER. 



16. 675, 2. D. d. Aphrodite 360, 2. 
d. Apollon 297, 3. d. Atüena 245, 5rf. 
d. Demeter 405, 3t/. d. Dionysos 439, 
3c. d. Hephästos389, 2c. d. Hera 2 14, 
3. d. Zeus 189, 3. 193, 7. — Sagen 
915ff. 

Dortcu« 251, 5. 

Dorion 641, 2. 

Dorippe 651, 1. 

Doris 105, 2. 544 c. u Nereus 526, 6. 

Doros S. d. Apollon (S. d. Hellen 651, 

1. GA A, 1. S. d. Xuthos 769, 2. GA 
ff.) 297, 3. 321,1.323, 2«. 

Dorsanes 91 5, 2. 

Dorylas 666, 2{. 

Dotion: D. d. Demeter 407, 4rr. 

Dotis 669, 2cf. 

Dolo 540, 5. 

Drache zu Athen 157, 1. zu Delphi 137, 

2. 157, 1. 640, 1. in Kolchis 137, 2. 
356, 3a. 697, 4. zu Rhodos 640, 1. 
zu Theben 157, 1. 348,2. 355, 1*. 
356, 3rr. 640, 1. 735, 3. — Vgl. 
Schlange. 

Drachenzähne 697, 2. 

Dreifuss symbolisch 43 , 5. für Apollon 

312,5t. 313, 16. für Dionysos 450, 

ia. für Herakles 920, 5. für Themis 

153, 3. 
Dreizack symb. für Nereus 526, 4. für 

Poseidon 238, 4. 
Dreizahl von Gottheiten MP 8, 3. 

Dryaden 545, 4. 

Dryalos 666, 26. 

öryopc 675, 1«. 710,2. 

Dryoper675, 1. 710,2. 

Dryops 272, 56. 841,3. 

Dschemschid 91 5, 2. 

Dualismus MP 8, 2. T, 56. 

Dupon 666, 2g. 

Dusares arabisch 348, 96. MP N, 1. 

Dyme: D. d. Athena 249, 10c. 

Dyna 994, 7. 



Dysnules 410, 66. 419, 2<f. 432, 2c. 
Dysnowia 602, 3. 613, 3. 

Eber symbolisch 40, 3. für Adonis 386, 

2. für Apollon 312, 9c. 316, 7c. für 
Artemis 340, 1c. für Diomedes 853, 

3. für Herakles 920, 3. für Poseidon 
238, 5. 239, 3. für Zeus 202, 4. 205, 
3. — kalydonischer Eber 814. 849, 4. 
850, 1—3. — Vgl. Schwein. 

Echelos 782, 2</. 

Echemos 817, 1. 932, 5. GA P, 2. 

Echepolis GA J. 

Echetlos 576, 6. 783, 2d. 

Echidna 105, 5; 6. 

Echinaden: Sagen 855, 1. 

Echiön 1) S. d. Hermes 681, 2c; 5d; 
6c. — 2) Sparte 737, 5. GA G, 1 ; 2. 

Echioniden 732, 3. 

Etho2&2, 2c. 521, 1. 546, 6. uPan 
500, 2. 

Edom MP N, 6. 

Edula 989, 36. 

Eetion 177, 1. 517,3c. 

Efeu symbolisch 39, 2. 44, 5. für Aphro- 
dite 374, 2 c. 375, 2c. für Apollon 
312, 5*. für Athena 257, 66. für Dio- 
nysos 450, 26. für Herakles 920, 4. 
für Kybele 148, 5. 

Egeria sabinisch 936, 7. 987, 8. 988, 
1 ; 6. 996, 2. 

Ehu ägyptisch MP T, 36. 

Ei des Brahma, Narayana, Osiris, or- 
phisch MP X, 66. 

Eiche symbolisch .39 , 2. für Demeter 
420, 21 für Hekate 568, 1. für Hera 
222, 5. für Zeus 202 , 2. — zu Do- 
dona 190, 5 ; 7. — verehrt MP F, 16. 

Eid MP F, 96. 

Eidechse symbolisch für Apollon 312, 
6«; 8c. 

Eidomene 602, 6. GA A, 2a. £, 1. 

Eidothea 533, 6. 541,1. 

Eidyia s. Idyia. 



REGISTER. 



389 



Eileoi: D. d. Demeter 410, An. 
Eileitfoßa 136, 4. 144, 3. 150, 1. 151. 
171,7. 183,3. 194,7. 218,1.230, 

2. 264, 4a. 344,J*. 428, 2c 429, 4. 

176. 1. 493, 2. 503, 2fi. 588, 3. 589, 
1. 594, 4. 610, 4. 975, 7. MP T, 36. 
Tgl. Hera. 

Eioneus GA A, 26. 

Eirene 1) 294, 46. 456, 2f. 561,6. 

612. — 2) T. d. Poseidon 243, 5. 
Eiresione symb. für Apollon 312, Se. 

314,1. 
Eisvögel symbolisch 41, 3. 
Ekecheiria 613, 1. 
El ehaldäiseh MP M, 2. S y 2d. 
Elayabnl syrisch MP JV, 2- 
Klara T. d. Orchomenos 228, 3. uZeus 

210,2.713,36. GAS, 2. 
Elateia: D. d. Atbena247, 6<f. 
Einlos 1) S. d. Arkas 812, 2; 3. 817, 

3. 818, 2. GA L, 2; 3. - 2) S. d. 
Elatos GA L, 3. — 3) Lapithe 669, 
2d\e. GA D, 3. 

Eiea s. Velia. 

Eleios 1) 856, 3, — 2) S. d. Amphi- 

machos 845, 3. GA ff, 1. — 3) S. d. 

Poseidon 233, 8«?. 844, 2. GA ff, 1. 
Elehtra 1) T. d. Agamemnon 874, 3. 

903, 2. uPylades GA R. — 2) T. d. 

Atlas (Plejade) 486, 7. 834, 3. u Kad- 

mos734, 6. uZeus210, 1. 734,6. 

880. 2. GA O. T, 1. — 3) T. d. Okea- 
noslOS, 3. 476, 2b. 544 (i. 

Elektris: Sagen 698, 3«. 

EleJetryon 799, 2; 3. 806, 3. 856, 2. 

GA K, 5. 
Eleos 615, 7. 
Eleus: D. d. Protesilaos 577, 4. — 

Sagen 679, 26. 
Elephenor 7S\, 1. 860,16. 
E1eu8in2&\, 8«. 282, 3«. 432, 2e. 

784, lrt. 
"EUvtslvia 423, 3c. 424, 2c; 4. 425. 

426. 454, Ib. 



Eleusis: D. d. Apollon 305, 4c. d. Arte- 
mis 331, 8 ff. d. Asklepios 507, 5. d. 
Demeter 406, 46. 409, 1. 423. 976, 
1. d. Dionysos 442, 1. d. Hades 434, 
lt\ d. Hekate566, 5. d. Poseidon 233, 
IL 409, 16. d. Triptolemos 409, 16. 

— Mysterien 175, 5. 178, 4. 402, 4; 
7. 423. 426. 567, 5. vgl. Demeter. 
Dionysos. Iacchos. Kora. — Sagen 784. 
785. , 

Eleuther 321, 1. 463, 3ff. GA E, \a. 

Eleatherä: D. d. Dionysos 441, 26. — 
Sagen 716, 3. 739,3. 

Eleutheria 588, 4. 614,2. 

^Xsudtyia 193,5c. 

Eleutherion: D. d. Hera 225, 2cf. 

Eleuthernä: D. d." Apollon 305 , lc. d. 
Zeus 194, 3. 

Elfen germanisch MP P, 9. 

Elis: Dienste 74, 1; 2. d. Amnion 191, 
1. 198, 7. d. Aphrodite 364, 9. d. 
Apollon 304, 5. d. Ares 348, 6fr. d. 
Artemis 333, 4. d. Athena 249, 9. d. 
Chariten 563, 3. d. Demeter 411, 7. 
d. Dionysos 443, 7. d. Eros 490, 3. 
d. Flussgötter 543, 3</; e. d. Hades 
434, 26. d. Helios 469,. 4. d. Hermes 
272, 4. d. Nymphen 545, 3. d. Posei- 
don 233, 8e. d. Selene 479, 2. d. 
Tyche 597, 4. d. Zeus 191, 1. 198, 7. 

— Sagen 681, 4rf. 714, 2rf. 842 ff. 
E?pt«6l4,4. 

Elysion 184, 2. 578, 4. 624, 2. MP Y, 

7. vgl. Leuke. 
Emnthion 1) 995, 2. — 2) S. d. Titho- 

nos 475, 3. 927, 4. GA T, 2rt. 
Emathos 657, 3n. 
Emesa: D. d. Zeus 198, 4. 
Empanda 989, 4a. 
Empusn 578, 6. 
Ennrete GA A, 1 . 
Encheleer 736, 3. 
Endeis 668, 6. 875, 4. 878, 4. GA S, 

In. 



900 



REGISTER. 



«mtynito» 345, 8t; 9. 480, 2, 482, 16. 

577, 2. 624, 3*. 640, 2. 653, 3r; 4c. 

842, 4; 5u 843, 1.884, l.GA&l 
ifatotilo« 481 <i 
«fcipetw 543, 16. 
K»i*el<t<tol30,4. 266, 2. 
Enpa: I), a. Apollun 307, 4c. d. Demeter 

414,2c. 976,1. 

Jfeor-cft** 46a, 2. 

Entmannung MP F, 66 ; X, 3. 

Enyalios $47 c 

Itw^o 583, 1. 588, 4. 603, 3. 604. 

866, 3. 
Eos 106, 3. 471, 3. 474. 475. MP '!', 

2r/; 36. u Kephalos 764 , 6; 7. 765, 

6. 766,1. GA #. u Orion 715, 5. uTi- 

thonos GA V, 2a. 
Epänoi 614, 3. 
Epaphos 791 , 8. 79$, 2. 793, 6. GA 

Ä,a. 

$peier654, 5. Sita. 

$peu>s \) S. d. Endymion 842, 5. 843, 
I. GAg, |,— 2) S.d. Panupeus25l, 
3c. 708, 4. 713, 5. 858, 1«. 893, 4. 
901,1. 

Epeiros : Dienste 67, 1 . d. Apollon 299, 
1. d. Hades 43 4, im d. Hestia 286, 
16. 

Epernstot GA ß,2. 

Epeur etruskisch 939, 3. 

'Eifteia 342, 1 . 

Epbesos: D. d. Aphrodite 268, 2 c d. 
Apollon 30$, 4<i. d. Ares 3(48, 7c. d. 
Artemis 335, 1-3. 342, 1. d. Demeter 
413, 1. d. Dionysos 444, 4«. d. Her- 
mes 273, 2, d. Kerkopen 164, 6. d. 

* Kureten 171, 3. d, Palinuros 516, 6. 
d. Poseidon 234, 1. d. Zeua 197, %% 
— Sagen 861, 4c; </. 

Ephialtes 1) S. d. Aloeus (S. d. Posei- 
don 243, 2.) 163, 2* 648,4. 670, 4. 
707, 1. GA B, 3. vgl. Aloaden, — %) 
Gigant 228, 2«. 3$6, ?", 

Ephyra in Epeiros : D. d. Demeter 407, 



3. des Hades 434 , t «• des Helios 

469, 3. 
Ephyra 823, 1, vgl. Koripth. 
Jfyfc^r« 855, 26. 
* £.71 idtxujuit 423, 5<i. 
Epidauros in Argolis: D. d. Akesies506, 

2#r. d. Aphrodite 364, Ad, d. Apollon 

303, Ad. d. Artemis 332, 26. <L A*- 

klepios 507, 6. d. Athena 249, 3c. 4 

Demeter 410, 4*. d. Eros 490\ 3. d. 

Hera ?16, 8<i. — Sagen £71, t. 

833, 2. 
Epidauros in Lakonien (^, uitfirj^i}: ß. 

d. Aphrodite 364 % 7". 
Epidauro9 S. d. Apolfen (S, d. Argoe 

GA K, 2/r.) 303, 4ci 
'i£w tfeurtu 510, U 
EpidotesW%, 1. 

Epigonen gegen Theben 748. 805, J. 
Epikaste 1) T. d. Augtias u Apollon 321, 

3c. u Herakles GA F, 3«?, «. — 2) T. 

d. ftajydon vAgenor GA ß, %. — 3) 

T. d. Kreon 742, 4, vgl iakaste. 
Epimcdes 169, 2. 

EpAtmcnides 205, 1. 316, 9c. $15, 1. 
V v im<>t heus 106, 6. 114, 5. 638, 1, 
Epione 510, 3. 514, 46. 
Epiros 8. Epeiros. 
'ETuaxayia 41$, %i 
'EntoxiQa 409, ?#. 
Epochos GA i/j 2* 
Epouq 9$4> 6a. 
Epopeue S. d. Poseidon ( S. d. Aloeus 

GA Jf , 2. AT, *; fcA) 653s 4* 716, 

5. 739t, ?, 783, ?c. 836, 4. 831, 1. 

832, 2. GA E, 3. 
Equiria 969, 5. , 
Erqto QA L, 2, 
Erdbeerstrauch symb. für Hernes 272, 

2f. 
Erdmäcjte MF T, 5. 
Erebos 103, 1. 578, 4. MP *, 5k 
Er echtheue 1) (ßncnttayA i() s. Ericb- 

thoniosS.— 2) (%^^#) S. 



REGISTER. 



Söt 



d. Pandion 23$, 3. 244, U. 671, ä&. 

75*, 2c. 759, 6. ftlfr. 768, 1. 785, 

4; 5. GA#. 
EteuYhaHöh&ll,*. 
Eryxnösbtä, 1. 681, 3a; 5c. 702, 6. 

ft>3, ld; 2a ; 3. 704, 2. 747, 4. 922, 

6. 92«, 5. GA C. 
fertfcoft*68Mjr, 5<r. 
JgricAtfconfö* 1) S. d. bärdanos 881, 4. 

911, 2. GA T, 16. — 2) (Erich- 

theus I) S. fl. Hejphästos (S. d. Athen a 

267, 3a.) 137, 1 248, 3a. 268, 3c. 

627 c. 752,2a. 753,3. 756 & 761, 

1;4. GAfr. 
krttfdupbs 666, 2«/. 
Erigone 463, 66. 
Erifcopäo« 517, 3ä. 
Erifttt manisch 936, '9. 
ßH*y<j* 108, 4. 429, 5fc. 554, 5. 565, 

4. 586. 587. MO, 3. 595, 7. 903, 4. 
Eriphyle 804, 2. 816, 1. GA K, 6. 
Em 103, 3. 381, 3c. 538,7. 575,4. 

600, 2. 601. 601 885, 7. 887, 5. 
Eros 120, 8. 124, 1. 138, 1. 403, 10«. 

489 — 495. S. d. Ares 382, 3. S. d. 

Hephästos 396, In. S. d. Hermes 281, 

7*. S. d. Zeus 37Ö, la; 6. 382«. 

Wesen 1 20, 8. kosmogonisch 1 02. 125, 

1.151, 2; 5. 155,1. 177, 4; 5. 517, 

3. Ml* X, 4a; 6ft. orphisch 403, 10a. 

|relasgisichl32. 134,3. samotbrakisch 

124,1. 158,1. Dienste 124,1. 
tn Beriet üng 2u andern Gottheiten 

281,44. 383,16. 428, U. 430, 1. 

455, 5c. 464, 3a. 499, 2. 500, 6. 

501, 7. 552, 4. 565, 1. 588, 5. 598, 

2. 620, 1. zu Heroen 885, 5. 896, 3. 
tirös etruskisch 939, 8. phdnicisch MI» 

*, 3. 
traten 494, 4—6. 
Ütstphötcn 261, 4a. 
EtysitKthön 1) S. d. Kekrops 305, 4c; 

5/i. 755, 2. GA H.— 2) S. d. Triopas 

432, 3a. 670, 6. GA E, 3. 



Erystheia: D. d. Xpolldn 305, Ü6. 
Erytheiä: ft. d. Apollon 299, 1. d. Hades 

434, \ä; 4. 436, 1c. d. Helios 409, 3. 

— Sagen 925, 1 
Erythrä: D. d. Artemis 335, 3c. d. Athena 

250,. 4a. d. Sibyllen 549, fc. 
Erylhrios GA A, 3. 
krythros GA C. 
Eryx: 1). d. Aphrodite 369, 1. 
Eryx 1) S. d. Butes 3826. 858, 56. — 

2) S. d. Poseidon 243, \e. 
Eschenzweig symb. für Nemesis 592, 1 . 
Esel symbolisch 40, 6. für Apollon 306, 

76. 308,7a. 312, 9«\ 3)6, 7c. für 

Artemis 340, 2ä. flir Dionysos 450, 

lc. für Hestia 290, 26. 
Esquilinus mons 953, 1 . 
F**<?n343, lä. 
Eteobutaden 261, la. 
Eteokles 1) S. d. Andreus 565, 5. 702, 

2. 703, 16; 2c. GA C. D, 1. — 2) S. 

d. Oedi{ms745, 3. 746, 3. 748, 1. 

750,3. GA G, 1. 
felis: D. d. Aphrodite 364, 7 f. 
Etrusker81,2. 934, 5. 93S, i. 937— 

939. 95t, 3. Dualismus MP Ä, 2</. t). 

d. Apolion 307, 56. d. Athena 252, 

16. d. Demeter 414, 46. d. Dionysos 

445 c. d. Hera 218, 9 c. d. Tyche 

597, 6. 
Emdnc 1 ) T. d. Poseidon 243, 16. 

u Apollon 321, 3c. — 3) T. d. Stry- 

mon GA K, 2. 
EUächme GA F, 2. 
Euämon GA Z>, 4ä\ 
Eunmerion 162, 2. 485, 5. 506, 2a. 
Euan : D. d. Dionysos 443, fy/. 
Euandros s. Evander. 
EuaMhes 462, ä. 463, \c. 659, 3*. 
Euböa: Dienste 76, 5. d. Apollon 297, 

la. 301, 4. d. Artemis 330, 5*. d. 

Athena 247, 6c. d. Dionysos 441, 5. 

d. Glaukos529, 3. d. Hera 215, 4rf; 

56. 229, la. d. Hermes 271, 3e. d. 



392 



REGISTER. 



Kureten 171, 3. d. Poseidon 232, 3/*; 

g. d. Zeus 192, 7c. — Sagen 670, 4c. 

681, 3c. 712, 3. 721, 6. 738,4. 

860, 1. 
Euhöa 1)T. d. Asterion 216, 2; 6. — 

2) u Phorbas GA Ä, 26. 
Euhulcus 1) S. d. Dysaules 409, ig. — 

2) S. d. lasion 419, 2c. — 3) S. d. 

Trochilos 432, 26.-4) S. d. Zeus 

457,36; 5. 
Euchenor GA B, 1 . 
Eudanemos 517, 36. 
Eudoros 282, 36. 284, 2. 
Buenos 1) S. d. Ares 355, \g. 542, 8. 

846, 2; 4. 847, 3. GA ß, 2; 4. — 2) 

S. d. Iason GA A, 2a. 
Eueres 1) S. d. Herakles GA L, 3. F, 

3c, ß. — 3) S. d. Pterelaos 856, 3. 
Euergetidns 662, 11. 
JEtoui 466, 36. 
Euippe 1) T. d. Cheiron 668, 6. — 2) 

T. d. Leukon 702, 2. GA A, 3. C. 

D, 1. 
Euippos 1 ) S. d. Megareus GA J. — 2) 

S. d. Thestios GA Q. 
Eule symbolisch 41, 4. für Athena 248, 

8c. 257, 4«. für Helios 470, 2. 
Eumedes 268, 2c. 

Eumelos 678, 1. 861, 3a. GA J, 2«; 6. 
Eumeniden 586, 1. vgl. Erinyen. 
J6tomoJjwic»409, lrf. 422, 2a. 426, 1. 
Emwlpos 84, 6; 9. 233, 1fr. 243, 3. 

324, 26. 401 , 4. 405, 46. 409, 1 . 432. 

2g. 641. 661, 3. 761,3. 763, 3c. 769, 

3. 784,1. 785. G AK. 
Euneos 692, 4. 

Eunomin 561, 6. 563, 2. 613, 3. 
Ennostos Q\3, 2. 
Eupatamos 767, 1. 768, 1. GA H. 
Ettphemos 242, 2c. 243,1«. 681, 46; 

6c. 699, 3. 714, 3—6. 717. 859, \d. 

866,6. GA ö, 46. E> 1«;6;2. 
Euplöa 540, 5. 
Eupolemeia 282, lc. 



Euripides 90, 3. 93, 6. 

Europa 1) oPhoroneus GA K, 16. — 

2) böotisch 211 , 3c. 408, 36. — 3) 

T.'d. Agenor 154, 5. 191, 4. 481, 2. 

711,1*.627, 5. 719, 3. 732,1; 4. 

734, 1—4. uAsterios 720, 3. uZeus 

210. 1. 325, 16. 720, 2. 725, 1. 728, 
1 . 733, 3. GAF. G y 1. — 4) T. d. Ti 
tyos u Poseidon 242, 2c; 3c. GA E, 2. 

Europs 830, 2. GA iV, 2a. 
Eurotas 835, 1. GA P, 1 ; 3. 
Euryale 1) o Poseidon 242 , 36. — 2) 

Gorgone 584, 2. 
Euryalos 1) S. d. Hippomedon 748, 2. 

— 2) S. d. Mekisteus 681, 3f. 748, 2. 
Eurybatos 164, 4. 

Eurydamas 681, 2<i. 
Eurydike 1) oLykurgos GA ,4, 2o. — 
2) T. d. Adrastos? ollos GA T, 16. 

— - 3) T. d. Lakedämon u Akrisios GA 
K, 4. P, 1. 

Euryganeia 743, 2. 
Eurykyde T. d. Endymion 842, 5. u Po- 
seidon 844, 2. GA ß, 1 . 
Euryleon GA G, 1 . 
Eurymachos 713, 4. 751, 2. 
Eurymedon 1) Gigant 130, 3. 228, 2c 

— 2)Kabirl66,2. 

Eurynome 1) arkadisch 124, 3. — 2) 
oLykurgos GA L, 2. — 3) o Poseidon 
243, In. — 4) uZeus 112, 4. 207, 
2.208, 3. 210,1. 394, 3. 397, 2. 

563. 2. — 5) T. d. Proteus 533, 6. 
Eurynomos 1) 576, 1. 578, 6. — 2) 

S. d. Magnes GA A, 26. — 3) Kentaur 
666, 2d. 

Euryphaessa 1 54, 4. 

Eurypylos 1) S. d. Euämon 714, 4; 6. 
GA ö, 4rf. — 2) S. d. Hyperoehos 
GA D , An. — 3) S. d. Kyrene GA D, 
4c. — 4) S. d. Poseidon 243, lc. GA 
/>, 46. Ey 16. — 5) S. d. Telepbos 
714, 4c/. 900, 6. — 6) S. d. Thestios 
GA ß, 5. 



REGISTER. 



393 



Eurysakes 879, 4. 6A S, 3«. 

Eurysthene* GA G, 1. F, 2. 

Eurystheus 781, 6. 800, 2; 3; 5. 871, 
3. 916, 1. 922, 2. 923, 3. GA K, 5. 

fitiryfc 1) uPorthaon GA Q, 2. — 2) 
o Poseidon 242, 36. 

Euryihemis GA 0, 5. 

Eurytion 1) 691, 2<f. 876, 2. — 2) 
Kentaur 666, 24. 667,3. 

Eurytos 1) S. d. Aktor (Poseidon) 162, 
3. 163, 1. GA ß, 1. — 2) S. d. Her- 
mes 681, 2c; 5d; 6c. — 3) S. d. Iros 
681 , 2g. — 4) S. d. Melaneus 670, 
26. 820, 2. 838, 2. 839, 2. 876, 2. 

910. 1. 922, 3. 926, 4. 932, 4. — 5) 
Kentaur 666, 2<i. 

Euthymia 466, 36. 614, 5. 

Euthymos 710, 36. 

Eutresis : D. d. Apollon 301 , 1 f. — Sagen 

706, lc. 
Eva — vgl. Ena — . 
Evander 1 27, 2. 282, 36. 81 0, 1 «. 927, 

3. 952,2. 970,8. 972, 9. 988,2. 

994. 
Evenos s. Euenos. 
EvicuJus samnitisch 936, 9. 

Fabii 931, 4. 972, 8. 996, 10<*. 

Fackel symbolisch 43, 5. für Apollon 312, 
5. für Artemis 340, 5 fr. für Athena 
257,1c. für ßellona 604, 5. für De- 
meter 420, 36. für Eileithyia 151, 4. 
für die Erinyen 587, 1. für Eros 492, 
1. für Hekate 568, 1. für Hera 222, 
2c. für laccbos 420, 5. für die Mören 
590, 2. für Pan 498, 6. für Plutos 
503, 3«. 

Fafnir nordisch MP P, 11. 

Falacer 971, 3. 

Falerii: D. d. Janas 961, 2. d. Juno 21 8, 
9n. 224, 2c. d. Minerva 252, lc. 

978. 2. 

Fama 521, 2. 609, 6. 989, 5<t. 
Farm««? 989, 36. 



Fascinum s. Phallus. 

Fascinus 97 \ y \a. 

Fast symbolisch 43, 5. fü»Zeus202,3. 

Fata scribunda 989, 36. 

F<trtM521,2. 550, 5. 

Fatuellu* 970, 6. 

Fatuus 970, 6. 

Fauna 970, 7. 975, 7. 

Faunalia 970, 6. 

Frtt»fiu«175, 3. 497,1. 944, 3. 956, 

3. 966, 7. 969, 8. 970,6; 7. 975, 

1;4;9. 987,8. 988,7«. 994,6. 
FaustulH* 995, 3. 
Fe6W«989,66;8. 
Feige symbolisch 39, 4. für Dionysos 

450, 2c; 46. für Hera 222, 5. für Juno 

981, 1. 
Felicilas 614, 5. 989, 6<f ; 8. 
Fentha etruskisch 939, 6. 970, 7. 
Feridun indisch u. persisch MP r, 2. 
Feronia etruskisch 938, 3. sabinisch 

936, 7. 
Ferula s. Feuerrohr. 
Fervers persisch MP X, 11. 
Fessonin 989, 6<i. 
FetiaUs 949, 3.* 
Feuer symb. für Apollon 315, 3 c. für 

Hestia 290, 1 a. 292, 3. für die Pe- 
naten 991, 4. 
Feuerrohr symb. für Dionysos 450, 36. 
Feuersäule MP F, lc. 
Feuerverehrung persisch MP V, \a. 
Fichte symbolisch 39, 2. für Herakles 

920, 4. für Pan 498, 6. für Poseidon 

238, 5c. für Zeus 202, 3. 
Fides 615, 4. 951, 6. 989, 5c ;~8. 
Fidius s. Deus Fidius. 
Finnen : Mythologie MP Q, 2c. 
Fisch symbolisch 41,2. für Aphrodite 

374, 1</. für Artemis 335 , id. 340, 

26. 341, lc. für ßaaltis MP Jf, 3. 

für Poseidon 238, 3. für die Urgott- 

heiten MP X, 6d. 
Fisii dii umbrisch 936, 8. * 

25* 



304 



REGISTER. 



Flami*es2Q2, 4. 949,3. 965, 3. 994, 9l 

Plaminicae 949, 3. 

Fliege symK far Zeus 202, 3; 5. 

Flöte symb. für die Chariten 564, 2. Ar 

Dionysos 450, 3f. 
Flora römisch 381, 3t. 510, 5. 554, 4. 

558, 4. 984, 7; 8. 989, 44. saouv- 

tisch 930, 9. 
Floralia 950, 5. 
Fluch im Golde MP r, 4«f. 
Flugelhui symb. fiir Hermes 277, 24 
Flügelscbuhe symb, fiir Hermes 277, 2Ä. 
Flügelwagen symb. für Hephastos 392, 

1a. für Triptolemos 432, if 
FlmniaW, 5. 
FluftSfoUer5421L 
Flnthsage MP J, 3. X, 9; 10. 
Fontinalia 987, 34. 
Fontut 902, 0. 987, 34; 5. 
Forculm 989, in. 
Fordieidia 974, & 
Fornacalia 970, 4. 989, 4#i. 
Fornax 989, 4«. 
Fors-Forf twt 979*3; 5; 7. 
Fortuna etroskisch 939 % 7. latinisch 

942, 7. römisch 108, 3. 178, 5. 597, 

I. 955, 2. 900,3.-974, 104. 977, 7; 

II. 978, 2; 0. 979. 984, 4. 989, 3c. 
Frnvashis persisch MP K, \\. 
Freia germanisch MP P, 7. 

Freyr nordisch MP X, 94. 

Frigg-Frei* germanisch MP f, 7. 

Froho germanisch MP /», 0. 

Frosch symbolisch 41, 2. 

Fruetieea 989, 44. 

Früchte symb. für Demeter 420, 2g. für 
Hera 222, 4; 5. für die Hören 502, 
1. für Poseidon, 239, 4,. 

Frühlicht, Gottheiten desselben MP 7, 
36. 

Fuchs symbolisch,40, 8. für Artemis 340, 
2.0. für Dionysos 450, 1#. — bassa- 
rischer Fuchs zu Teumessos 711, 2 c. 
»47, 2. 



Füllhorn symbolisch 503, 3«; 4. Orden 
Genius 993, 4. für Hate 430, M. fir 
Helios 470, 2. für Herakles 920, 4. 
für Tjcbe 590, 1 ; 2. fir Teams 983, 
9. für Zeus 202» 2; 3, 

F»ri«€588, 1. 
985, 2a. 



Gabel symb. Ar luffiter 90Ä, 3» 

fiabü: D.d. Venus 983, 2. 

G«/i 104 — 100. oAetktr 115, 1. 125, 

2. o Okeanos 125, 2. u Pontes 105, 1. 
125, 1. «Tartaros 111, 1. «.qtanos 
100, 1. 108, 1. 125, 1. Unpnng 181, 
1. pelasauch (Gt-Dieae) 134» 4; 0; 
7. 135—141. 177,4. 191*4. Wesen 
127, 2. 174, 1. kotnwgoniacfc 101,3. 
102. 108, 1 ; 2. MP X, 44. Dienste 
120,2. 300,3«. Mythus 108, l, 2. 
109, 3. 110, 2. 111. 112,1. 130, 

3. 732, 3. KovoozQotpoi 137, 2. 
'OlvpnU 130, 2. 183, 3. 193, 0. 

in Beziehung ru andern Gottheiten 
144, 3. 140, 0. 151, 7. 227, 1. 237, 
0. 240,4«. 240,24. 204,1«. 281, 
5«. 294, 1- 300V 34. 319, 4«. 428, 
2«. 493, 2. 750, 2. 

Gaja 990, 5. 

GalateU 540* 4. 

Galaxamra 5444. 

r«A*£t« 314» 1.315,1«, 

Goleme 523*3* 540, 3. 

Galeos 321, 3c. 323» 44L 

Gallen 148,1. 

(famoa 010,1. 

Gnmlharbat indisch MP T, 2. 

Gans symbolisch 41 , 4. für Aphrodite 
374, 1*. für Athens 257,2c für Hos 
222, 5; 0. für Juno 981, i. 

Ganymeda 410,0c. 559, 2. 

GnnymedettM, X 208, 5«. 503, Od. 
543, 7. 024, 3«. 728, 4. 882, 2k 

Garama» 321, 2. 

Garanus 940, 3. 972, 2. 



REGISTER. 



395 



Gargaron: D. d. Göltermutter 141. 4. d. 

Zeus 197, 1. 
Gatgettos 769, 2. 

Gartenmesser symb. für S Uranus 971, 7. 
&««**<* 657, km, 
Gaza MP 0, 4. 
Ge s. Gto. 

GebeUizis getisch MP J>, 1 c. 
Gebet als Gottheit indisch IIP T, 86. 

f/c^Mtftt V9V, 5"* 

Geier symbolisch 41 , 3. MP F, 7. für 

Apoikm 312, 6r. 
Geisse] symb. für BeHona 604, 5. für 

Dfte 59$, 6. för die Erinyen 587, 1. 

ftr Nemesis 592, 2. 
Geist über den Wassern MP X, 6<f. 
dnitetr, gefallene HP z, 4c 
Geia: D. d. Apotton 307, 4c. d. Athena 

Hl, 2. d. Demeter 414, 26. d. Sosi- 

pofis 614, t. d. Triopas 670, 5. 
Gelanor 791, 8. 792, 4. 795, 4. GA X, 

M 

Gaieootes 769, 3. vgl. Teleontes. 

49fl«f 46fr, 2*. 614,6. 

Gemüse symb. für Demeter 420, 2c 

Genesis MP X, 3. 

GenMa sammtisch 936, 9. vgl. Mana- 

Geneta. 
Genetyllides 365, 2fr. 
6F*jrt»f» latinisch 943, 4. persisch MP T, 

8fr. römisch 986, 2. 990, 1 ; 2. 991, 

3. 993. 
6fe«Mi# etrnskiseh 9$9> 8. 943, 1. rö- 

miscfe 962, 5. 989, 96. 993, 1 ; 2. 
flfeniii» «f*6ft 960, 4; 5. 
Gepbyraer732, 3. 750, 3; 4. 
Gerastos: D. d. Poseidon 232, 1; 3 f. 

239, 2. 
GeräHoe 782, 2fr. 
Gerate 230* % 
Gergis: D. d. Aphrodite 36?, 2. <*. Apol- 

lon 366, 76; d. Sibyllen 54 9> 6. 
Germanen: Mythologie MPI 1 , 5*- 11. Uff. 

Göttertriaden MP Ä, 3<& 



Geronteion: D. d. Hermes 272, 3d. 283, 

16. 
Geronthrä: D. d. Ares 348, 4c. 
Gerste symb. für Demeter 420, 26. 
Geryon (Geryones) 105, 5. 126, 3. 

433,3c. 435, 2c. 855, 25. 925, 3. 

972, 9. 
Geschlechtsunterschiede MP P, 2. 
Giganten 108, 4. 112, 2. 125, 2. 130. 

137, 1. 170, 4. 212, 2. 266, 2. 326, 

2<i. 398, 2. 460, 2*. 693, 2. MP r, 

4 c. 
Gigon 382 d. 
efattfce 1) uüpis 328, 2c. 345, 16. — 

2) T. d. Kreon ulason 700, 5; 6. GA 

J,2fl. 
Glaukos 1)460, 26. 523, 2; 5. 529. 

530. 681, 3c/. — 2) S. d. ffippolochos 

824, 3. 826, 1. 827, 4. 861, 6. 899, 

5. GA M. — 3) S. d. MSüos 511, 3. 

530, 7. 33*, 4. 662, 10. 712, 2. 727. 

fW, 1. GA F. — 4) S. d. Sisyphos 

653,1. 681,4a. GAJ, 4. Jtf. 
Gteno* GA P, 16. 
Gold symbolisch 39, 1. för Apollon 315, 

5c. für Zeus 202, 3. 
Golgoi: D. d. Aphrodite 365, 3«. , 

Gordias 149, 3c. 862, 4<i. 
Gordys : D. d. Demeter 413, 5. 
Gvrgasos 510; 5. 839, 3. 841, 2. 
0otye 850, 7. GA £, 3a. 
Gor^o 248, 4<f. 266,2. 269,1*. 481, 

1. 584. u Poseidon 248, 66. 
Gorgoneion symbolisch 42. 403, 4. für 

Athena 257, 4c. 
Görgonen f 05, 5. 554, 5. 58t, 3. 584. 

798, 5. 
Gorgophone GA K, 5. I*, 1. 
Gorgopis 686, 2a. 

Gortyn: D. d. Apollon 305, 16. d. Arte- 
mis 934, lf». d. Zeus 194, 26. — 

Sagen 721, 4. 833,2. 
Gortys 1) S. d. llhadamantnys 721 , 4. 
— 2) S. d. Stympnalö* 812, 3. 



396 



REGISTER. 



Götterbilder MP F, 4. 

Götterkind 175, 5. 178, 3. 180, 4. 

Götterlieblinge MP Y, 2c. 

Göttermutter \^. 160,5. 174,1. 175, 
3. 177, 3. 179, 4. 180, 2; 6. idaisch 
140. 141ff. 149,1. 150, 1. 169, 1; 
3. 172,4.197,1. 

in Beziehung zu andern Gottheiten 
21 5, 2. 226, 1 . 227, 2«. 281 , 56. 428, 
26. 456, 2a. 499,1.546,4. 
römisch 966, 3. 974, 1. 981, 4. 

Gold, Fluch darin MP Y, Ad. 

Gottesfluch MP K, id. 

Gottheiten, deren Zahl MP S, 1 — 5. 
Wesen MP T, 1—10. im Leblosen MP 
F, 1. im Menschen 617 — 620. Be- 
griffsgottheiten 989. MP 7\ 86. — be- 
siegt MP X, 96. todt MP X, 96; c. 
wiedergeboren MP X, 9c. — Götter- 
kampfe MP T, 11. X, 9«. Götterkost 
MP T, 126. Götterscbmäuse MP T, 
12c. Göttertrank MP T, 126. Götter- 
wohnung MP 7, 12a. 

Göttinnen ungezählt, ägyptisch MP F, 2. 

Grabovii dii umbrisch 936, 8. 

Gräa 712, 1. vgl. Tanagra. 

Gräen 41, 4a. 105, 5. 554, 5. 582, 3. 
583. 798, 4. 

Granate symbolisch 39, 3 ; 4. für Aphro- 
dite 374, 2rf. für Dionysos 450, 2c. 
für Hera 219, 6. 223, 3a. für Kora 
420,4c. fürKybelel47,2. 

Granikos 543, 5. 

Gras 894, 2. 

Gration 345, 2a. 

Greif symbolisch 40, 9. MP K, 7. für 
Apollon 312, 5a. für Artemis 340, 
Ad. für Nemesis 592, 2. 

Grinos GA 0, 1. 

Gryneios 666, 26. 

Gürtel symbolisch 43 , 4. für Aphrodite 
374, 3a. 

Gup nordisch MP P, 10. 

Gyges 1) Hekatoncheir 107, 3. — 2) 



S. d. Daskylos 384, 1. 642, 1. 731, 

3.862,56. 901, 1. 
rvpvonatöia 315,>ä\ 318, 4a; 6. 
Gyrtone 669, 26. 
Gytheion : D. d. Aphrodite 364 , 76. d. 

Apollon 304, 2c. d. Demeter 411, 16. 

d. Dionysos 443, 6<*. d. Nereus 526,2. 

Habicht symb. für Apollon 312, 66. 

JL40JSS433— 437. Abstammung 109, 
1. 112, 1. 434, 1. Namen 433. Pe- 
lasgischl32. 134,3. Wesen 435. 566, 

1. Bildung 436, 3. Symbole 436, 1; 

2. Dienste und Feste 434. 436, 4. 
Mythos 437, 3 — 6. 822, 3. Geliebte 
437, 3. Kinder 437, 4. 

in Beziehung zu andern Gottheiten 
236, 5. 263, 26. 327, 2ä\ 394, id. 
403, 9c. 428, Id. 429, lc. 437, 1; 
2. 455, 26. 471, 2. 998, 4. zu He- 
roen 921, 6. 030, 7. 

Beinamen: HyriotXaog 433, 3c. 
'Atiapag 435, 26. Idödpaotog 435, 
26. "AdftTjTog 433 , 3a. 'AfitCXtxog 
435, 26. 

EvßovXsvg 433, 3f. 

ZayQtvg 433, 3ä*. Zivg aXXog 
435,1. 

"iip&ifAog 435, 2a. 

KXvptvogAM, 3«. 435, 2d;e. 
KXvjomaXog 436, 2e. KQaitQog 
435, 2a. 

Ilayxottrjg 435, 1 . ÜeXtoQiogtib, 
2 a. /7>lot;T£t;£433, 26. JlXovnov 
433, 26. IloXvfcypuv 433, 36. 435, 
1. IJoXvd£xTT}g 433, 36. 435, 1. llv- 
XaQTrjg 435, 1 . 

XQvörjViog 436, 2e. 
Hades (Ort) 5 78 ff. 624, 1. MP F, 7. 
Hämon 1) S. d. Alektor GA A, 26. — 

2) S. d. Thoas GA Q, 3a. 
Hämoniä: D. d. Artemis 333, 3#. 
Hämo* GA ö, 1. 
Magno 2\\ y Zh. 



REGISTER. 



397 



Hahn symbolisch 41, 4. für Asklepios 
508, 2. 509, 1. für Helios 470, 2. für 
Hermes 277, 2c. für Zeus 202, 2. 

Haindien«t israelitisch MP N, 9. 

Halbmond symb. für Hekate 568, 1. vgl. 
Mondsichel. 

Ualxa 170, 5. 476, 2<*. u Poseidon 234, 
4 c. 

Haliartos 702, 1. 703, 26. GA C. 

Halikarnassos: D. d. Aphrodite 368, 36. 
d. ApoJlon 306, 6. d. Ares 348, 7c. 
d. Athena 250, 11«. d. Hermaphrodi- 
tos 502, 4. d. Poseidon 233, 3. 234, 
16. d. Zeus 197, 26. —'Sagen 861, 
4*. 

Halimus: D. d. Demeter 409, 2A. 

HalirrothiosUO, 3rf. 243, 16; 3. 755, 

4. GAff. 

Halmos 1) S. d. Sisyphos 653, 1. 702, 
1. 703, 1 ; 2«. GA C. Af. — 2) S. d. 
Tberaandros GA A, 4. 

ÜX^J«424, In; 3«. 

Halos: D. d. Aloaden 163, 2. 

IdXmia 249, 56. 

flalsband symb. für Eüeithyia 151 , 4. für 
Harmonia 610, 3. 

Hammer symb. für Hephästos 392, 2. für 
die Kabiren 167, 2. für den Weltbe- 
weger 160, 2. 

Haoma s. Hom. 

Harma : D. d. Amphiaraos 662, 6#v. 

Harmonia 1) T. d. Ares 150, 1. 152, 2. 
153, 6. 177, 5. 348, 2<r. 355, 2e. 
362,1.381,3^. 382,3. 610. 732, 

5. 734,6. 736,1; 2. 816,1;' 5; 7. 
GA ö, 1* MP 1\ 86. — 2) T. d. Dar- 
danos 880, 5. GA T, 1a. 

Harnisch symb. für Zeus 202, 1. 
Harpalykos 271, 3f. 282, 3c. 
Harpinna 354, lf. 
Harpokrntes ägyptisch 915, 2. römisch 

998, 8. 999, 7. 
Harpyien 105, 3. 516, 3. 520. 664, 6. 

694, 3. 



Haruspices 949, 3. 

Hase symbolisch 40, 8. für Aphrodite 

374, lf. 
Hauslar s. Lar. 
Hebe 112, 4. 208, 2. 225, 3. 228, 16. 

230, 1. 410, 6c. 456, 2e. 554, 4. 

558, 4. 559. 560. u Henklet 923, 7. 

929, 4. 931, 1; 3. römisch 955, 5. 

997, 4. 
Hebon 451, 4c. 457, 3*. 
Hecate römisch 975, 7. 982, 86. 
Hedyönos 466, 26. 
'HyijjrJQia 262, 56. 
Heknbe T. d. Dymas (T. d. Risseus 659, 

3cf.) 658, 2. 883, 3. GA T, 36. 
Hehate(Brimo) 106, 5. 136,4. 141, 7. 

144,3. 145,3. 150,1.151,7. 154, 

3. 167, 5. 430, 2. 481, 1. 566—569. 

691, 2d. u Hermes 159, 4. 175, 3. 

271,1. 277,16. 281, 5c; 8/i. 
in Beziehung zu andern Gottheiten 

330, 3. 338, 3«. 344, \g. 380, 2rf. 

429, 3c; e. 475, 1. 534, 5. 550, 5. 

554, 5. 569. 
'Exatopßaia 216, 5c; 8c. 225, 1. 
Hekatoncheiren 107, 1 ; 3. 110, 2; 3. 

130, 5. 
Hekatos 323, 4f. 
tfefror 884, 2; 3; 5. 889, 1. 892,3. 

895, 6. 896, 5. 898 ff. GA T, 36. 
Hei germanisch MP Y, 8c. 
Helena T. d. Tyndareos (T. d. Zeus $93, 

3.) 387, 1. 476, 2f. 481, 2. 533, 5. 

627, 5. 837, 1. 886. 894, 7. 898 ff. 

o Achilleus 889, 5. 897, 2. u Menelaos 

874, 2; 3; 5. 905, 1. GA P,2. K. 

„Paris 884, 5. 887, 1. 895,3. 896, 

6. 897, 2. GA 7, 36. uTheseus 774, 

4. 780, 3. 
Helenos 323, id. 642, 3c. 855, 2*. 

884,2.900,6. 914,1. 
Heiemus 987, 2c. 
Heliaden 263, 5*. 471, 4. 472. 
Helike: D. d. Poseidon 233, 9a. 236, 2a. 



REGISTER. 



ff«ft**211,3<i. 230,3- 

HeJUum: D. d. Musen 551, 5. 

Helimos Kentaur 666, 2c. 

Helios 106, 3. 127, 2. 172, 2. 177, 5. 
469—473. GA Af. N 9 1 . Diente 128, 
2. 469, 3—6. 

in Beziehung zu andern Gottheiten 
240, 3c; 5. 244, U 250, 8. 263, 
5n. 267, 2c. 319, 3<i. 379, 36. 
394, 2a. 403, 9». 455, 4«. 471, 
2; 3. 475, 1. 479, 3; 5. 563, 2. 633, 
2. 998, 4. MP T, 26; rf. zu Heroen 
730, 8. 823, 2; 3. 828, 4. 829, 2. 

872.1. 999,4. 921» 3; 4. 930,7. 
Helle 683. 686, 14. 688, 3. 701, 6. GA 

.4,3. 
Mitten S. d. Zeus (S. d. Deukalion)208, 

4» 651,1. GAJ, 1. 
Hellenen 57, 1. 84. 649, 
HeUespontos: Sagen 688. 693. 
flaue* 1 99, 2. 

'BUanta 253, 26. 262, 1. 688, 3. 
Hellotiß 249, 1a. 
Helm symb. für Aphrodite 375 , lc für 

Athena257, \f. für Hades 436, 2c. 

für Zw 202*1. 
Helops 666, 2a. 
Helos: D. d. Demeter 411, 2«. 
Jf«m«r« 103, 2.210, k474,l.MP T,36. 
Hemitke* 860, 4 «97, 7. 
Meosphoros 653, 4c. 
Haphjstias 752, 3k 
J»PJLi£2'0&389~3&9. Abstammung 

309, 2. 397, 1. (S. d. Zeus 208, 2. 

5. «L Vera 113, 1. 2$M> 228, 16. 
229,1c.) Namen 389, 1. Ursprung 

389. 2 , 3« MP #,!.«,& T, 4 fem- 
niach 179*5- 390,1. pelasgisck 1 34, 

6. Wesen 391. Bildung 392» 3; 4. 
Symbole 392, 1 ; 2. Dienste und Feste 
390. 393. Mythos 397. Geliebte 395. 
Kinder 396. 

in Beziehung *u andern Gottheiten 
*66» & 167, 5. 179» 4. 187, 9. 2»A, 



3#. 248, 2. 256, 5. 263, 3#. 26», 
In; tp. 267, lr; 2a; 3b. 28t, 4*. 
293, 4«. 379, 2». 390, 2. 3*1, 2<r. 
394. 395. 428, 1*. 4», 2c. 4tt, 2. 
496, 2; 4. 538, 5. 565, t. au Haut« 
715,7.877,2. 921, 3; 7. 

Bananen : Ldyvttve 392, 3«. !<*/ti- 
yiyvfas 392, 3«. ^y«| 391, In. 

^<t*hdoc 391,36. 

> £*o>c'c389,l<l;2c. 

Klvroitynis 391 , 36. KvU^vtog 
392, 3«. Kvllonotivv 3*2, 9«. 

Ilcdaptxmv 391 , 36. TI*Xvf*rffi$ 
391,36. 

X«Xx«i/c 391,36. 
% H<f>ato*m 248, 3*. 
JHMbft 214—230. Abstämmling 109, 
2. 112, 1. 214, 2. 218, 2c. 22% tu. 
Namen 214, 1. Ursprung 181, 1. 214, 
3.215, 1. MPJl,3.H»HMri82. 134, 
4. Wesen 21 9— 221. 556, 1. ittdtmg 
216, 2; 96. 217, 26. 223, 4* Symbole 
222. 223. (Granatapfel 219, 6. Pfau 
220, 5. Rind 40, 4 e. Sirene 215, 5<i. 
221,2. Wo» 218,8a) Diene* u. Feste 
215—218. 224. 225. 866, 3. Mythos 
228—230. Getiefete 298, t; 2. »ftaa 
112, 4. 175,31 187, % 19* fo »97, 
1; 36. 207, 3; 4. 208,2*211,3*. 
214,2; 3. 215, 3; 4. 296, 7. 218, 
1; 2* 219. 226i 221. 220, 1; 2. 
227, 1. 229, lc; 4; 2; 3. Kinder 228, 

1. — babylonisch MP &, 3c. 

in Beziehung zu anders Gottheiten 
113; i. 141, 7. 144,3. 191,1 168, 
2.170, 3. 171, 7. 18f, 10. 213, 2. 
219, 5 ; 6. 221, 3. 226. 227. 233, 8*. 
240, M) 5. 244,1* 264,1k 2*3* 
2<i. 319,46. 344, tu; 36. 380, lc. 
395, 1«. 397. 428, 2f. 456, hr. 519, 

2. 525, 5. 538, 7. 546, 4. 533, 7. 
559, 4. 562, 4. 565, % «33, % zu 
Heroen 21 7, 3o> 224,3. 6*4, 3; fr; 
6. 685, 2; 3. 691, 2c; 3. 69*^3. 



REGISTER 



701, 1 ; 2. 713, 3K 731, 3l 885, 7. 
89* 3. 921, 5. 922, 2. 

Beinamen: Aiyotfayog 222, 2 f. 
U*f«*< 21«, 16. 217, 1. 219, 2«; 3. 
l#A#«vd!0©c217, 3fr. 220, 4 22t, 4. 
Mla 219, *>:AwwC* 198, 7. 217, 
2«. ^t/a 2*6, 1». »2a, 1. 222, 4. 

Baoiltq 215, 36. 220, 1. 227, 2a. 
BovvaUtMy 1. 219, *. £•<£*(? 
40, 4«. 220, 5. 223, 4c 

F*pnH 216, 4. 219, 26. 220, 2. 
224,2. ra/^Xtos 219,26. 

^»^««215,56. 

ElU&wn 216, 16; 4. 219, 26. 
221, 3. 227, 1. 'Eliüt JM4, 3. Ev- 
/*o«r219,2«. Eui$yi<Ua 216, 4. 

Äyfo 221*2. 

'Arie'*« 21 5, 36. 220,1. 

9cA^fWa 215, 6. 221, 2. 228* 1. 

*tpflQoota 218, 2iJ. 'Invovota 
218, 2*. Wom? 218, 2*. 7™/« 
217» 2c 219, 5. 220, 4. 233, 8t. 
240,4«/. 

Jftfrpg*jWa215,46. 

uiaxtftufMvCa 216, lir. Aamvta 
218, 7. ufai/xjj 216, 4. Atvxwltyog 
220, 5w 223, 4c. 

Afop^uopl)*r t 215, 4i. 219, 26. 
220, 2. 

'OXvpnCa 226* 1.'Oji1o6?i4i217, 
2e. 218, 76. 220, 4. 222, 26. Gfy«- 

W«2J9*3* 

17<x£#«*6k218, 2. II<v?&*Voc219, 
26. 220* 2. Iltiaoykni, 3. 215, 
2. i£»i«ov^oc216, 16. IloxvCa 223, 
4c. Zl£eö*o/iA*2t7,36. I/poavpy« 
219, 2/i ; 6. JlqoavfivaCa 219, fr. 

c P£/a;^219, 5. 

7YA«6i tiäk 215, 46; & 216, 6; 
9*. 21 9,2k 320, 2. 2Ä1, 2. 227, 2a. 
TtX X iv(a 215, 6. 218, 3. 228, 1. 
Tqonaia 220, 4. 

'¥*€?*«?<« 216, la. 219,. 5w 

Jbfcct 216, 6; 9a. 219, 26. 



220, 2. Jtyvtiroir&ulof 222, 36. 
223, 4. 
Heraa: D. d. Dionysos 443, 5<l. d. Hera 
216* 9a. 

IT?«*« 217, 26* 225,1- 

Herakleia: D. d. Demeter 413, 3. d. 

Hnde* 434* 3*. —-Sagen 680,2.863, 
16. 
Herakles 915—931. Abstammung 112, 
4. 208* 6. 79», 3. 915, 4. GA JE, 5. 
I«, 2; 3. Namen 915, t. Ursprung 
646, 26. 916, 1 ; 2~ 933, 2. MP 0, 
10. Ä,9. S f y Wesen 120, 8. 629* 

2. 918. 928, 929. MP E f 2. J, 6. L, 
4. Y, 2. (Baktyll69, 2. 428, lt. 429, 
If. 430, t. 535 , 24). Bildung 920, 
1 ; 2. Symbole 920. 928, 2*. Ventet» 
tung seines Dienstes und seiner Sagen 
774, 3. 783, 26. 858, 2. 916—918. 
Gebräuche 930. Sagen 922 — 929, 
933, 2; 3 (IL als Argonaut 681, 
2f, 6c. 692,5. 694, 16. als Bu- 
zyge 640, 4. im Rades 579, 7- is* 
Verhältnis* zu, Admetos 678>* 2v sb 
Cheiron 668> 7. zu fiurystheat 800, 
1—3. zu 0mphale862, 5e, im Kampfe 
mit den AktoridenltiS* 1. 844, 4* mit 
den Amazonen 774* 2. 867, t. mit 
Augsias 844* 4. 846, 1. mü Erginos 
703, 3. 747, 4. mit Eurypyloe 714, 
4 f. mit den Giganten 130, 4. mit 
Hippokoon8i3, 2. 836, 4. mit den 
Kentauren 667, 1. mit Korono« 002, 
4e. mit Laomedon 87&,. 1* 879. 1. 
882,3» mitdem kithajroniscaen Löwen 
706,4. mitMeieagros849, 1. 850^6. 
mit den Neleiden 813 r 2; 3. 820. 892, 

3. mit Nexeus 526, 7* mit. den Pyg- 
maenilJO, 1. mit ScMangen.640) 1. 
mit Triton 528, 5.) Geliebte 267, 2f. 
7A6*,4« 8U„3. 931. OAF, t; 3. 
Kinder 931, GA IM; 3. 

in Beziehung zu Gottheiten: IM, 
3. 151, 6. 187, *; 4<r, 10. 195, 



400 



REGISTER. 



5. 217, 3«. 226, 3c. 244, 3c. 263, 
5c; rf. 267, 2f. 268, 1. 281, 36; Af. 
319, 4*. 326, 3t; 4«. 345, 4c. 394, 
2<*. 437, 56. 471, 2. 546, 5. 552, 4. 
560, 3. 692, 5. 751, 3. 820. 847, 3. 
915. 921. 

germanisch MP Y, 2. indisch MP Y, 
1 ; 2. orientalisch MP Y, 2 ; 3«. per- 
sisch MP r, 2. 

BernWden 778, 4. 781, 6. 800. 805, 
5. 817,1. 821,4. 831, 5. 834, 1. 
840,1.871,3.932. 

Bereutes etruskisch 939, 5. römisch 

952. 2. 955, 5. 958, 7. 962, 5. 963, 
3; 8. 966, 1. 968,3. 972. 973,2. 
994, 5; 6. sunnitisch 936, 9. 

Berit Junonis 981 , 5/f. 
Berhjna 408, 36. 515, 6. 566, 1. 
"BQftaia 279, 1. 
€ JBto*m«277, 2*. 279, 3. 
Bermaphroditos 281 , In. 282, 2c. 376, 

3/i. 379, 46. 464, 3c. 501, 7. 502. 
Hermen 278, 2. 279, 2. 
HERMES 270-284. Abstammung 270, 

2.283,1. (S. d. Dionysos 270, 26. 

5. d. Nilus 270, 2d. S. d. Uranos 
270, 2a. S. d. Zeus 112, 4. 270, 2c. 

834.3. GA O.) Namen 270, 1. 271, 
2«. Ursprung 181, 1. 270, 3; 4. 271. 
MP R, 9. pelasgisch 132. 134, 1 ; 3; 

6. 136, 3. thrakisch MP P, lc. Wesen 
274—276. 430, 2. MP 5, 2f. T, 4. 
Blfeung279. Symbole 277 (Lyra 275, 
4rf. Phallus 271 , 2 c. 272 , 4 a. 274, 
2*. 278, 1. 501 , 3. Sichel 274, 3ri. 
Widder 158, 3. 177, 5. 279, %S\ 4.). 
Dienste und Feste 271—273. 279. 
280. Mythos 283. Geliebte 282, 1 
(Brimo 150,4. 175,3.). Rinder 282, 
2—4. 

in Beziehung zu andern Gottheiten 
149,1. 151,6. 187, 9; 10. 226,4. 
240, 3f. 263, 36. 272, 2. 281. 293, 
46.319,3a. 326,46.344,16. 379, 



46. 394, lc. 428, If. 429, \d. 430, 
1. 437, lc. 455, 5<i. 493, 1. 499, 2. 

510. 1. 546, 4. 552, 4. 555, 2. 562, 

4. 565, 1. 599, 5. 610, 4. zu Heroen 
284. 688, lc; 4d; 5. 701, 1. 704, 5. 
732, 5. 764, 3. 798, 10. 811, 3. 885, 

5. 896, 2. 907, 5. 908, 3; 4. 921, 3. 
994, 3. 

Beinamen: 'AyypuQ 273, 3t. 275, 
4c. Ayogatog 271, 3«; 6. 272, 16; 
5c; 6. 281, 36. Alnvtog 272, 3#. 

275. 2. Hxaxfiaiog 272, 3«. % Al&- 
xaxog2&\, 66. AxaxTjOios 27 G, 3. 
'AQycupovrtig 272, 2. 274, 1«. 281, 
1. 283, 2«f. 793, 4. 

A «mortis 274, 16. Anxxrogog 

275, 2. Aohog 272, 6c. 275, 5c. 

276, lir. 283, lc. A<6t<oq Umv27k, 
3f. 

'E/nnoXatog 275, 5 c. 276, lir. 
'Evaywvtog 272, 46. 275, 46. 'Ett«- 
xtiog 272, 16. 274, lc. 'Em&aXa- 
lAttW 271, 3t. 274, lc. 275, 56. 
'i&u/iqJUoc 274, 3 c. *EmnoXaTos 
273, lc. 'jfycovyioc. 274, 16; 3 f. 
*Eqix&6vios 274, 16. £t;xoAoc273, 
36. 276, 3. Evqvpiduv 274, 16. 

l Hytfxoviog 275, 4c; 5<t. 'HyrinoQ 

275, 5«. 

0«Aa00f o? 274, lc. 

KsQÖQog 275, 5rf. Xifouf 275, 2. 
281, 2. .Kontor. 275, 5c/. Äbt^OT^o- 
9>o?283, 3/i. Apart;; 275, 4/f. Xjoio- 
yo>o<r 40, 5c. 271, 36. 272, 36; 46. 
274, 3c. 275, 3«. 277, 16. 281, 36. 
688, 5. KrccQog 275, 5/f. KvlXrpuog 
278, 2. 

Adrgtg 275, 2. 281,2. <<f«vxoc. 
271, 36. 274, 1«. ^ö>*oc275, 6«. 

Nofiiog 274, 3c. 281 , 3/». /Vagi ot 

276, lt. 
W*o* 275, 5«. 
TtaiSoxoQog 273 , 36. 283, 36. 

HaqafjifjKov 198, 7. 217, 2*. 226, 4. 



Register: 



4<H 



272, 46. niotnodoiriQ 274, 3/". /fo- 
Ai/yioc 272, lc. Uofinatog 276, 2o\ 
Tlofinog 275 , 5*. 276 , 2f . IIqo&i>- 
paiog 275, 56. ITqo/uccxos 271 , 36. 
275, 4c. nqovaos 271, 3«. 275, 3*. 
281,6<i. TlQonvXai oc 271 , 6. 275, 
56. IlQOOiXT)VO$1&\,bh. 

Z7ir\Xattr\g 281 , 36. ZTQoqmlog 
275, 56. 2(privon(6y(ov 278, 2. 
Zwxoc 274, 3f. 

TeTQctxtcfcdog 277, 4. Tgtxitpa- 
Xog 274, 1. 281, 8«. TQin£xr\log 
277, 3«. TQOtpcjvios 274, 3d; /*. 
281,2. T^if 275, 2. 281,2. 
'YnvoSoTW 276, 2c. 
<PcuÖQOg 274, In. <PtxXrjS 501 , 3. 
«***«£ 276, lc. 

XttQtötotTjs 275, 4c. XctQinov r\ye- 
pav275, 4c. 281, 7c. ;X£dvioc274, 
16.276,1«. XgvooQQccnis 277, 3«. 
Wrft/pfOtiiff 276, lc. 281, 7 a. 
VvxonofinosWb, 2c. 437, lc. 

Hermione: D. d. Aphrodite 364, 4 c. d. 
Apollon 303, 4a. d. Ares 348, 34. d. 
Artemis 332, 2c. d. Athena249, 3J. 
d. Chariten 563, 3. d. Demeter 410, 
3. d. Dionysos 443, 3c. d. Hades 434, 
2«. d. Hera 216, 8a. 226, 4. d. Her- 
mes 272, Id. d. Hestia 287, 3a. 291, 
1. d. Poseidon 233, 3. d. Zeus 196, lc. 

Hermione 837, 1. 874, 3. 878, 4. 904, 
3. GA it. 

Hermonthis: D. d. Apollon 307, 76. 

Bennos 543, 5. 

Hernijcer 936, 1. 

Hero 862, la. 

"Hqoxh* 225, 1. 

Herodotos über das Schicksal 201, 2. 

Heroen 623ff. Heroenzeit 84. 

*Hq(o(s 453, 56. 454, 5. 

Heroldstab symb. für Hermes 277, 3. für 
Mercurius 968» 1. für Iris 519, 3. für 
die Penaten 991, 5. 
Herophile 237, 6. 317, 3*. 323, kg. 
Gerhard, Mythologie. II. 



Herse 1) T. d. Aktaos 753, 5«. — 2) 
T. d. Kekrops 168, 2. 547, 3. 755, 3. 
756,3. 757. w Hermes271, 6. 282, 
In; 3/r. 755,5. 764,3. 766,3. GA 
H. — 3) T. d. Zeus 208, 5. 210, 1. 
480, 1. 

Hcm7i«995, 5; 8*. 

HesiodosM, 6. 93, 5. 94, 3. 101, 16; 
2; 3. 102 — 121. 183 ff. 641,4. MP- 
X, 4. 

Hesione 1) o Prometheus 650, 2. — 2) 
T. d. Laomedon 244, 5. oTelamon 
879, 1. 882, 2—5. GA S, 36. T, 2a. 

Hesperiden 1 03, 3. 1 1 5, 5. 184, 2. 477. 
478. 564, 5. vgl. Schlange. 

Hesperos 485, 5. 

HESTIA 285—295. Abstammung 285, 
2. (T. d. Kronos 109,2. 112, 1). Na- 
men 285, 1. Ursprung 181, 1. 286. 
MP Ä, 7. pelasgisch 132. 134, 1;'4. 
136, 4. Wesen 288. 289. 556, 1. Bil- 
dung 291. Symbole 290. Dienste und 
Feste 286. 287. 289, 5. 292. Mythos 
295. 

in Beziehung zu andern Gottheiten 
141,7.144,3.187,9. 191,4.240, 
46. 281, 5 f. 285,2; 3. 286,1; 2. 

288, 4a. 293. 294. 344, 3c. 395, 26. 
501,6. 

Beinamen: BovXata 289 , 36. 
/fibg (pvXaxrj 293, 3. 
Zav6g nvqyog 293, 3. 
Äbivii289, 2 a. 
MeoofKfaXog 289, 26. 
ZjQioßeiQccHW, la. JlQVTavTtig 

289, 2a. Jlgma 293, la. 
Hosus keltisch MP P, 4. 
Hesychia 613, 4. 
'EraiQtöia 203, 2a. 
Hierakome: D. d. Artemis 335, 5a. 
Hierapolis: D. d. Aphrodite 368, 5a. d. 

Baal 198, 4a. — Sagen 650, 3#. 
Hierapytnä: D. d. Athena250, 86. d. 
Zeus 194, 3. 

26 



402 REGISTER. 

Hierein 282, 14. Uippcthoin 243* 16; 3. 43», 2W. 

Htirvdulem 377, 3c; 4. Hippothoos 784, 3. 817, 3. 

irferomsamftti*« 939, 1 . Hippotio* 666, 2c. 86*, 2«. 

fifieroiMiime GA T, 16. Hirsen symbolisch 46, 3. 4ür Apollon 

Hieron: D. d. Poseidol 232, 2f. d.Zwölf- 315, 2*. für Artemis 340, U; 3a. 

gotter 187, 2; 4. 682,2. 604,4. 341, lr. 342,4a. ftr Henkle» 920, 

Hiketaon 882, 5. GA T, *a. 3. für Kor» 420, 4*. für Nemesis 

Hilmeira 476, 2f. 838, 3. GA P, 2. 592, 1 • 

MiUiriiM 61 4, 5. Hirtenstab symb. für Arn 408, 6. 

Himalia 197, 66. Hispanien: Dienste 61,1. 

Himera: D. d. Athena 251, 2a. Hwüäa: D. d. Bionyaos 441, 5. 

tftmiro«383, 1c. 494, 1. 616, 2. Hochzeüsfeste des Zeus uid der Hera 

Hindin von Keryneia 925, 1. 203, 2. 207, 4 {xgl. Hera), des Zeus 

Bippa 1) lydisch 463, 5c. — 2) T. d. und der Kora 907, 56. 

Cheiron 652, 4. Höhendienst israriUisch MP N, 0. 

Hippasos 666, 2c. Hölle MP Y, 8. 

Hippeia GA J), 3. JfoWa germanisch MP P, 7. 

tftppto* GA A, 26. Som persisch MP r, 126. F, 14. 

JEtypo 544 6. Homadus 666« 2p. 

Hippodameia 1) T. d. Atrax 567, I. GA Shmtros 84, 6. 90, 3. 93» 3* 4. 94, 

D, 2. — 2) T. 4* Oeaemaos 228, 3. 3. 182 ff. 400, 3—5. 641, 4. Auf- 

798, 2. 843, 2; 3. 876, 2. «A 6. R fassung des Zew 201 , 1 ; 2. Welt- 

Hippodamos 653, 4a. künde 1 00. — Schiffskfttalag &9& 

Hippokampen 533, 4. 'Ojiol(*tm 203, 2a. 408, 1«. 604, 3. 

Äi^wjtooo 1) S. d. Oebalas£36, 2. Jfö*<möa 153, 1. 611,1. 

917, 7. 926, 5. — 2) pylischÄ13, 2. Jfotufct« umbrisch 936, &. 

Hippolothos 827, 4. GA >/. Uoms 989, 5rf; 7; 8, 

Bippdyte 1 ) T. d. A* es 787, 5. 862, 5c. Uopiadnmos 127, 5. 

925, 2. 927, 4. - 2) u Akastos 876, 3. Jfej»*** 770, 4. 

HippolytM 1) S. d. Rbopalos GA N, 2, Hoptetes 75% 3*/. 760 f 3. 

5. — 2) S. d. Theseus 244, 5. 268, Hojyteus 653, U. 

Ad. 322, \e. 345,8c. 506,26. 511, Horaüer 996, 3. 

3. 780,2. 788,3. 789. 852,3. 854, Boren 412, 4. 113,3. 453,0- 160» 6. 

3. 861,36. 982, 7. 168, 2. 208, 3. 229, 16; 4. 281,76. 

Hippomedon 745 , 4. 746, 3. 748, 2. 319, 5c. 381, 2a. 429, &». 466, Stf. 

803, 2. GA IC, 6. * 471, 3. 499, 3. 554, 4. 55», 5. 564. 

Hippomenes 814, 7. 562. 565, 3; 5. 590, 3. 

Hipponoos 1 ) S. d. Glaukos 826, 1. SA fiorikotlOg, 3. 615, 5. 

M. vgl. Bellerophen. — 2) S. d. Me- Horme 603, % 

gapenthes 851, 1. GA JC, 6. Horta etruskisch 939, <6. römisch 984, 

Hippot 466, 2a. &c. 

Hippetes 653, fy. ATof<ta* sanwitisch 936, 9. 

Hippothoe 1) T. d. Mestor 242, 36. fforit« ägyptisch MP D, 2; 4; 5. #, 3c. 

— 2) T. d. Pelias GA 4, 5. römisch 999, 7. 



REGISTER. 



448 



Hosin 46(1, 4. 614, 6. 

Hostilina 989, 4<f. 

Hu britannisch MP f , 4«. 7, 5c. 

Ifnnd sytrtboHfch 46, 8. für Aphrodite 
375, 2*. fftr Apollon 912, Hg. fär Ar- 
temis 346, ff; 39. föf Asktepios 508, 

2. ffir Dionysos 450, ff. fQr Hekate 
568, f. ßir Hdios 470, 2. fär He- 
rakles 920, 3. für Mithra MP X, 6. 

Hyaden 115,5. 458, 3c. 463, 5*. 48t, 

3. 486, 2—7. 547, 4. 
Ityafchifhe Symbolist* 19, 3. 
Yit*6'0ta 314, 1.516,2. 
Jfyffftiftffttrir* 76t, 2; fr. 
Hyakxnthos S. d. Amyktoe (S. d. Lake- 

dSmon 885, 4) 322, 2. 503, 5c. 554, 

4. 558, 2. 762, 3; 5. GA P, t. MP 
r,2c. 

Hyamos 709, 26. 

Hyan}e4is: B. d. Ariern» 330, 8*. — 

Sagen 709, 4. 
Hyanthidas GA 3#. 
Jtyftri« 466, 25. 6G5, 2. 
'YßQifniJtn 378, 1#. 
Hydra 105, 6. zu Lerna 924, 5. 
l Y&(>*(f*$i# 650, 3«f; g. 
Hyettea: B. d. Herakles 916, 6. 
Jfyttfo* 7#9, 9. 
Hoffet» 264, 5 fc. 269, ». 513.514. 

u Aaklepios510, 3. oHcrmet 281, 7c. 
%f**«666, 26; f. 
Hyla* 322, 4. 503,6. 535,1. 543,7. 

675,1c. 694, In. 931,5. 
Byte? a d. Apolloo 305,116. 
MtUs 664, 25. 
Hylleer: Sagen 698, 3*. 
ÄyWo* 1) $. <L 6ä* 137, 2. — 2) S. d. 

Herakles 790, L 800, 3. 817, 1. 841, 

In. 931, 3. 932, 4; 5. GA F, H; 2. 
Hylonome 666, 26. 
Hymena** 381 , 3<t. 334,2a. 444, I. 

616, 3. 
Hjmettoa: D. d. Apollon 302, 4c. 
Hypäpa: D. d. Apiuradite 368, L 



Hypata: D. d. Aphrodite 361, 5«. d. Pa- 

siphae 469, 3. 
Hyperasios 681, 2t. 
Hyperboreer 320. 325, 4c. 327, 2c. 634, 

2a. 676. 
Hyperboreerzug 298, 3. 318, 3*. 320, 

3 676,2. 
Hypereia 232, 2g. 788,1. 
Hyperenor 243, 1 h. 
ttypere*2k$,\b. 
Hyperion 1) S. d. Agamemnon 787, 4. 

GA J. — 2) S. d. üranos 106, 3. 

127.2. 128,3. 468,2. MPT, 26. 
Hypermnestra 1) T. d. Danaos 387, 2* 

795, 3. 796, 4. GA Ä, 4. — 2) T. d. 

Thestios GA Q, 5. — 3} u Amphiaraos 

GA B, 1. 
Hyperoehos 320, 5. GA j#, 2b. B, 4<i. 
Jfyj>*o*103, 9. 552,4. 554,5. 570, 

3. 571. 572. 

t Ynoqx r lH' a ^$, ^ € - 

Hypsetu 672, 2. 701, 6. GA B, 1. 

Hypsipyle 1) T. d. Thoas 387, 2. 692, 
2 — 4. 860, 6. GA i#, 2«. — 2) ne- 
meiscu 745, 7. — 3) * Apdfon 321, 4. 

Jf«/p*o6&l, 4(/. 

Hypsos : D. d. Artemis 332, 6c. 

Hyria in Böotiea : D. d. Aphrodite 369, 
tb. —Sage» 670, 4<i. 714 — 717. 
738, 4. 834, 4. 

Hyria in Italien 714, 2c. 

Hyria 321,1. 

Hyriem* 243, Im. 714, 5; 6. 715, I. 

834.3. GAJB, \*. O. 

Hyrmkte 1) T. d. Eaeios 670, id. GA 

#, 1. — 2) T. d. Triopaa 670, 4e. 
Hyrne&Q GA r, 2. 
Hytcitla GA E, 3. 
Hysiä714,26. 739v3. 
Hysmi*4 602, 3« 
' Yanfe/« 364, 3^. S78, 1«. 

IaCCUM 175, 5. 419,3—5. 420, 5. 
421,3. 424,1c. 430.431,1c. 438, 



404 



REGISTER. 



2c; 3t. 457, 3. 462 a; 6. 493, 5. MP 

T, 3c . Y, 2c. 
/aJcmo* 321, 3</. 324, 2a. 
lalmenos 355, 1c. 681 , 3«. 703, lcf; 

4. GA C. 
Ialysos: D. d. Poseidon 234, 46. 
lalysos 859, lc. 
Iam6c 432, 56. 
/amtden 662, 11. 
/amo* 243, 16. 321, 3c. 323, 4d. 810, 

2.812,3.912,2. 
Janeiro, 544 a. 
Janiculum 952, 1. 961, 3. 963, 3. 987, 

% lc. 
laniskos 510, 5. GA N, 2, 2. 
Janus etruskisch 938, 4. 939, 4. lati- 
nisch 942, 1. römisch 123, 4. 124, 3. 

270, 1. 946, 3. 951, 5. 952, 5. 956, 

3. 958, 7. 960, 6. 961. 962. 963, 8. 
965, 5. 969, 6. 973, 9. 981, 3. 982, 

1. 987, 5. 989,3«. 
iao phönicisch MP Y, 36. 

lapetos 106, 6. 114, 2; 3. 125, 2. 127, 

2. 637,2-6. MPJt,l. 
Japhet israelitisch MP ü, 2. 
lapygen 858. 934, 2; 5. 935, 1. 
Iasion 113, 1. 162, 2. 172,2. 177, 5. 

210, 1. 412, la. 419, 2a. 432, la. 

517, 3c. 640,2. 725, 1. 731, 4. 844, 

1. 860,5. 880, 2; 4; 5. GA T, 1. 
lasios 169, 2. 859,1a; 3c. 
laso 510, 4. 
lason 215, 2. 226, 1. 228, Id. 268, 

3a. 629,1. 640,1. 653,1. 673, 2; 

4. 674, 3. 681, 2a. 684. 686, 3 c. 
689 — 700. 718,1. 719,2. 875, 1. 
877, 6. 906, 3. 933, 3. GA A, 2a. 
{jA,ovoxQ7]7i(g 684, 2. fiowonidikos 
42. oloniddog 684, 2.) 

lasos 1) S. d. Argos 647, 46. GA K, 2a. 
— 2) S. d. Lykurgos814, 1 ; 4. GA 
L, 2. — 3) S. d. Triopas 670, 4c. 
790, 3. 791,6. 793, l.GAK, 1,3; 
26. 



Iassos : D. d. Artemis 335, 56. 

Ibis symbolisch MP F, 7. 

Ichnä: D. d. Apollon299, 4<i. 

Ida62, 5. 184,2. D. d. Göttermutter 

140, 2. 141, 1. d. Hera 218, 4c. 

227, 3. d. Hermaphroditos 502, 4. d. 

Korybanten 1 72, 3. d. Poseidon 234, 

2a. d. Rbea 142, 3. d. Zeus 197, 1. 
Ida 211, 3a. 
Idäa 881, 4. GA T, 16. 
/aao* 880, 5; 6. GA T, la. 
Idas 1) S. d. Aphareus (S. d. Poseidon 

243, 16. 244,2a.) 162,2. 233, M 

681, 4t. 838, 3; 4. GA P, 2. ff, 4.— 
, 2)DaktyJ169,2. 
/(/mott 321,3c. 642,36. 681,26; 4h. 

695, 2. 
Idmonides 641, 4. 
idomene s. Eidomene. 
IdomeneusZbl, 3c. 729, 5. 858, la. 

893, 3. 894, 4. GA F. 
Idothea s. Eidothea. 
lthjia T. d. Okeanos 544, c. oAeetes 

690, 2; 36. o Helios 471, 4. 
Igneten 170, 4. 

tkariai D. d. Artemis 334, 3<l. d. Dio- 
nysos 444, \e. — Sagen 860, 2c. 
Ikarios 1) S. d. Perieres 653, 36. 836, 

3. 908, 4. GA P, % — 2) attisch 

442, 2c. 463, 36. 
Ikaros 767, 5. 860, 2c. 927, 2. GA H. 
Hin 995, 2. 
'ikUia 248, 5. 
Ilion: D. d. Aphrodite 367, 2. d. Athena 

245, 3. 250, 2. - vgl. Pergamon. Troja. 
llithyia s. Eileithyia. 
llos 1) S. d. Dardanos 881, 4; 5. — 2) 

S. d. Tros GA T, 16. 
Imbrasos : D. d. Hera 218, 2c. 225, 26. 
Imbreus 666, 2c. 
Imbros: D. d. Hermes 271, 2«. 
Immarados 761, 3. 785, 3; 5. 
lnacho» 543, 3c. 569, 4. 791, 2. 792, 

1. 793, l.GAK, 1. 



REGISTER. 



M 



Incarnationen indisch MF Y, 1. 
Indien: Mythologie MP H. J. MS. Y, 

1. — Sternkunde MP T, 66. — Zug 
de» Dionysos dahin 446, 3. 458, 4c. 
460, 46. 

Indigetes dii latinisch 943 , 5. römisch 

957. 5. 973, 9. 
Indogermanisches Epos MP Y, 2« 
Indra indisch MP H, 7; 8. £, 3<i; 4. T, 

26; c; 116. X, 9a. 
/no 458, 3«. 463, 6rr. 530, 1. 532. 537. 
683,2; 3. 686, 2<i. 687, 26; 3. 688, 

2. 701, 1 ; 2 ; 6. 737, 4. 787, 5. 825, 
4. GAJ, 3. G,l. 

Insel der Seligen s. Leuke. 
Intercidona 989, 4a. 
lnterpretes futuri 949, 3. 
Merstita samnitisch 936, 9. 
Inuus etruskisch 938 , 4. latinisch 

970, 8. 
Io 191, 4. 196, 1c. 210, 1 ; 4. 216, 2; 

4. 228, 3. 481, 2. 543, 3c. 627, 4. 

791.6. 792,1. 793. 794,2; 4. GA 
£,1,3; 2a; 6; 3. 

lohntet 80\, 1. 826, 4. 827, 3; 4. 
828, 2. 

/odama 266, 46. 269, Irr. 705, 3. 

loh ägyptisch MP E, 2. T, 7a. 

/ob?*** 742, 4. 743. 

/o/rto* 800, 3. 858, 6d. 922, 5. 931, 5. 
932, 4. GA Ä, 5. 

Ion 1) S. d. Apollon (S. d. Xuthos 651, 
1. GA H.) 302, lrf. 323, 26. 752, 2cl. 
763, 4. 769. 785, 4. — 2) S. d. Gar- 
gettos 769, 2. 

Ioniden 545, 4. 

lonier 63. 65, 1. Dienste 79, 2. 181, 1. 
d. Aphrodite 360, 3. 368, 2. d. Apol- 
lon 297, 2. 306, 4. d. Artemis 335, 
1—4. d. Athena 245, 5«. 250, 4. d. 
Demeter 405, 3c. 413, 1. d. Dionysos 
439, 2ef. 444, 4<t. d. Hera 214, 3. d. 
Poseidon 231, 3. 235, 16. d. Zeus 
214,3.— Sagen 861, 3; 4. 



lophossa 688, ,1c. 690, 2. 

Joppe MP O, 4. 

lops 835, 5. 

Iphianassa 874, 3. 

Iphigeneia 1) T. d. Agamemnon 269, 

lc. 330, 4c; 56. 342, 2. 345, In. 

874, 3. 889, 5. 897, 6. 903, 1 ; 3. 

GA R. — 2) T. d. Theseus 780, 3. 
Iphikles 922, 2. GA K, 5. 
Iphiklos 1) S. d. Phylakos 681, 2c. 

821,2. GA C. — 2) S. d. Thestios 

681, 2/i ; 5c. GA ß, 5. 
Iphimedeia T. dt Triopas 670, 5. 712, 

2. 859, 36. o Aloeus 670, 3. GA ß, 3. 

o~ Poseidon 242, 4. 
Iphinoe 1) T. d. Nisos uMegareus GA 

J. — 2) o Metion 767, 1. 
/pftt*681,46. 
Iphitos 1) S. d. Eurytos 681, 2c. 820, 

1.845,3. 910,1. 923,1. — 2) S.d. 

Naubolos681,36. 
Ira: Sagen 841, 1/». 
Irene s. Eirene. 
Jm 105, 3. 229,2. 281,86. 475,1. 

519,2; 3. 
Irwin MP X, 2. 
Iros 681, 2#. 
Isandros 827, 4. GA itf. 
Ischys 107,2. 
Ischys S. d. Elatos 669, 2d. 671, 1. GA 

I>,2. 
Isis ägyptisch 345, Irf. 370, 1. 415«. 

MP D, 2; 4. E, 3. F, 7. A, 4. S, 3c. 

T, 5. römisch 955, 6. 974, 9f. 997, 

106.998,8. 999. 
Ismaros 785, 2. 
Ismene 1) T. d. Asopos uArgos GA X, 

2/i. — 2) oTydeus 745, 9. 
Ismenios 751, 1. 
Ismenos 1) S. d. Apollon 321, 1. — 2) 

S. d. Asopos 543, 2/i. 
/«opfo« 666, 2f. 
Israelitische Mythologie MP N, 7; 8. 

Festordnung MP N, 8. 



REGISTER. 



lua 282, 46. 

"loapta 239, 2. 772, 5. 82*, 4. 

Jsthmos : D. d. Poseidon 232, I ; 4. — 

Sagen 700, 7. 
Hftlbcfc» K il—i a : Biciste 80, 2. 8t, t. 
llhaka: D. d. Athen» 246, 5. 951, S«i. 

d. Phorkys »34, 3. — Sagen 855, 4. 
Ithomer D. 4. Zeus 203, 3. 
Hon: D. d. Atheoa 246, U. 247, 4. 4, 

Hades 434, t& d. Poseidon 231, 24, 

232, 2c; 36. — Sagen 679 , f. 703. 
Hone 720, 4. 728, 1 . 
ItanoB 701, 2. 755, 4? GA IT. 
f fyfe« GA JE, I«. 
Jfy*760, 1 ; 3 ; 5 ; 7. GA «. 
JaV«ema*9&7, 2. 989, 3<f. 
Julii 996, 9*. 

Julis: D. d. Aphrodite 360, 4c, d. Apol- 
los 305, 3*. 
Mo* 911, 5. 912, 2. 913, 2. 943, 6. 

996, 10. 
JUNO etruskiscb 938, 3. 939«, t; 0. ta* 

tiniscb941, 3. 942, *; 7. römisch 

214, 1. 31$, 10 <f. tat, 5. 933, t; 

3. 954, 3. 958, 7. 962, 4. 966, 3; 4. 

969, 6. 973, 4. 974, 10c. 976, 4; 7. 

976, 6. 977, 11. 978, 6. 979, 8. 990. 

981. 982, 8. 983, 7; II. 989, 66. 

MP P, 7. sabinisch 936, 6; 7. samni- 

fiscb 936, 9. 
Beinamen: Argonia 218, 9«> 
Ca«teaä»997,10t. CapKtfu»218, 

9fr. 220, 4. 222, 2f ; 5. 224, 3. MO, 

7. 991, f. CwelJs 98*, 6. Curiatia 

980,3; 6. 981,1. Ctiriris.2t8, 96. 

220, 4. 

Domtduca 22t, 2. 

Februlis 984, 7. F«r«iia218, 96. 

220, 1. 227, 26. 960, 3. 980, 5. 98*, 

2. 988, 5. Ftaonia 980, 7. Geniali* 
221,2. 

Lanuvina 218, 96. 220, 4. 222, 2«; 
5, LucetiaWO, fc. Litctn*22t, 5. 22i, 

3. 225,3. 980^3; 6.98*,*. 



Marl« 981, 2. Mbrti«lw 2t#, ttv 
Matula 220, 2. «ontte 2», &— 7. 
986,6,9. 987,1. 989> 96. 

Pepulonia 220^ 2. 986, 3. Prowba 
221,2. 

Regina 906, a. 960, 4. 981, 1. 

Sospita 220, 4. 980, 4; 5. 981, 1. 
JUPP1TEH etrashiteti 99t, *; 4. ta*- 
nitch 94t, f. 942, 2; 4-9. 94$> 1 ; 
3. römisch 198> 9. 94«, 3. 93f, 5. 
952, 5. 953, 2; 3. 934, 3, 956, 9. 
938,7. 959, 5. 969, t; 4. 96t, 4. 
962, 4; fr. 963, 3; 9. 904 ff. 969, 6. 
970,7. 971, 9; 14. 972,7.973,4; 
9. 977, 7; ff. 978, 2; *. 979, *, 
980, 1 ; 6. 981, 3. 982, f. 983, f I. 
987, 5. 989, 9*. 7*1, 7. 993, 6. sa- 
binisch 936, 6. M Hrt ri ttoe li 936, 9. 
«mbviscb 936, 8. syrisch MP N, 2. 

Beinamen: Aeneas200, 5. Aniurus 
964,2. Avernmcu9 964, 4. 

Capitolinus 202, 5«. 207, 6t. Castus 
(syrisch) MP JV, 2. Cents» 964, 4; 
5. Corniger202, 56. Cos** 964, 6. 

BapaM» 965, 8. Dtpulte* 964, 4. 
Deus-Majus 966, 2. Diespite* 199, 5. 
Bolicbtiras 198, 44 242, 1. 997, 9. 
1000,6. (syrisch HP*,*) 

Elicius 964, 4. 966, 7. 995, 3. 

FVretriu»200, 7. 964, 6. 966, 2. 
969, 5. Fidius 964, 6. F4gur IM, 6. 
Ftüaiaatftr 199,6. 

Htrcetis 964, 6. 

Imperator 206, 2. 964,6. 966,2. 
967, 2. Indiges 943, 1. 944, 4. 964, 
4.965,2.993,1. 

Lapis 202, *; 6«. 965, 2; 5. L»> 
UBTia942,4; 8; fc Lahns 995, 7. 
Life» 964, 4. Liberetor 209, 9l Li- 
berias 989, 9«. Lnettius 199, 5. 
964,4. 

Malus 196, & Muscativs 199vi2. 

OptioMis Maximas 209, 2. 964, 7. 

Pecuma989, 9«* Ben* 198t, 9<r. 



*K?I9f«*. 



w 



202*2, «s^64,4,Praed*tor*00, 
7. Puer 2ÖS, «<f, 

Stator 240, f. 064, 6. SüNWMnus 
964» 4. 

Terminus 202, 5/r. 964, 6. 965, 2. 

Tigillns 964, 6. %M- 
Ultor 200, 14. 

Vedius 942, 5. 964,6. Vqoro J9«, 

96. 202, 5«f. 300, 5* 942, 4—7. 

955, 6. 964, 2; 4. «67,3; 3; 6, 9.7*, 

• 9. ; Vitfor9JM*fr. 

Justitia 595, 8. 

J«t«r*/i 546, 9. 96?, 6. 9$?, 4; 5. 

Jtwenfa fiovom* i0^f?tomn|i 989, 3*. 

Juvent«* &&, 1. 4*0, 4. 459, 4* 981» 
4. 984, 5 <f. 

feto« S. d. ffrlqgjw <(S. d. Anikm G* 
D, 1.) 212, 3. 322, W- 579,* 6W, 
26. 672, .5. £A fl, 2. o 4)ia 6.74), t 
«rffera 215, 2 .2*8,24 5f8,2> W>> 
3*. 

lynx symb. für Apbrodüe 374, lt. 

fee«fej*iraliJf|>#,14. 

Kaanthos 321, 1. 326« 3t. 751, d- 
Kaheirtn 449, 4, J60, -6. 464, 9. ^ 

^ 466, 167. 175, 7. 179. 180, 7. 

990, 1. 396* 14. 482, JM39, 3. jihö- 

nicisch MPO, 6; 12. Ä, 9. 
Kabeiro 166, 3. 167, 5, 179, Su 395, 

1 ; 2#i. 533, S, 
«•dmetr 57, 3. $Ä,3. 654, 4. 7321. 
Kndmilos 1 59, 4. 1 1% 4. 1*0, 2; 6. 

£71 , 2. 874 46. 281, 5* 284, 1*. 

430,1.733,3. 
Kadmos S. d. Agenor (&. d. fyaphoe 

793, 6) 113, 4.4 10,4,234, 4*. 

284, Ut. 405, 4* 4<Jjß, 3. Mft, & 

640,1; 4. 646,2«?. 719,3. 731,4- 

732ff. GAF. G, l.K,3. 
Käfer symbolisch MP F, 7. Xpr Zeus 

202, 5. 
Küwpolis: P. d. Aphrodite 364, %c 
£&*«« & d. Elatos<8. d. Ateax GA 



D, 1)*4*, 4.^67,1.669,24. 67t, 

3.681,2fr. GAD,3. 
Kants 242, 4. 672, 3. 
Kinos: D. 4, Adern 334, Im. 

Itafe» 208» 4 614,3; 4 

Kaikos 543, 5. 

&*fot* 102, 2. 516, 4. 664, 6. 6*1« 5#; 
6* 604, 3, 762, 3«. GA IT. vgl. £**. 

KttlomU* 782, 2*. 

Kalathos symbolisch 43, 4. für Apfero- 
*te 37Ä, 2£ Ür Artemis 34J, igf- 
für Demeter 420, 2*. für Fortuna 979, 
6. für Gfia U5, 4. für H*d*s 4M, 
2<i. für K*>el* 447» 1; 3, für JlifWW 
978,4. für Nemesis 5&S, 1. für St- 
rapis 998, 6. für Tyche 590, 2. 

Kalauria: D. d. Poseid»n*3#, 1, 23* 

.3;*.aM,2t.;MM:4 
Kn/rtiiro* 243, le. , 
Kalb, goldnes, israeliti«* W V 9 44. ~* 

vgl. Riad. 
KafcÄiw 314, 6«. 323, 4*. 642, 3* 

(156, 1«. «97, 3. 
Knichinin GA AT, 26. 
KfillMke 43Z, 5«. 
KalUgenein 425, 2*. 
Kalliope uApollon 321, 3#!« vOaa^rof 

641,2. 
Kallipolis : D. d. Aphrodite 367, 4<f. 

KalUrroe 1) X. 4. Acheloo» u J4to*on 
462, 7*. 84 6, -6; 7. 855, H-GAI, 
2. — 2) £ <L JOkeaiMS 5444 v Cfcry- 
saor 105, 5. u Poseidon 242, 36. — 
4) T, d. flbokoi 705b ß. — 4) 7.4» 
SkftttandntB GA J, 4ft. — 5) oArea 
354, !<?. 

ICoWkfo T. d. Lyteoa (ff. 4, Jiytemw 
811,14 210,4, 230,3, 331,4* 
333,2c. 345,66. 487,1. 627, 2<f. 
GAL, 1. 

Kallithoe 1) T. d. Keko8 4*2, 5«. — 
2) (*o/k%i*j a^^ch 2W, 4 
793,3. 



406 



REGISTER. 



XaXXwjtiQitt 259, 16. 262, 26. 
Kalos 703, 3. 
Kahße GA T, 26. 

Kalydon: D. d. Aphrodite 361, 6. d. Ar- 
temis 332, 8<i. — Sagen 814. 849, 4. 

850, 1—3. 
Kahjdon 846, 2; 3. GA Q, 1 ; 3. 
Kahße o Aethlios 842 , 3. GA Q, 1. 

oEndymion 653, 4c. u Poseidon 242, 

36. 
Kalypso 544 a. 546, 6. 640, 3. 698, 

3c. 908, 4. 909, 2. 
Kamarina: D. d. Athena 251, 2a. 
Kameiros: D. d. Apollon 305, 11<?. 
Kameiros 859, lr. 
Kampe 460, 2?. 
Kanaan MP N, 6. 
Kanake 242, 36. 653, 4d. 671, 26. GA 

A,5. E, 3. iV, 1. 
Kanatbos 225, 2d. 

Kandaules 164, 4. 731, 3. 862, 5c. 
Kandybos 650, 6. 
Kanineben symbolisch 40, 8. für Helios 

470, 2. 
Kantharos symb. für Dionysos 450, 3 c. 

für Hephästos 392, \a. 
Kanthos 681, 3c. 
Kapaneus 745, 4. 746, 2. 748, 2. GA 

X,6. 
Kaphyä: D. d. Artemis 333, 3f. d. Po- 
seidoki 233, 7c. — Sagen 818, 26. 
Kapitol 952, 3—7. 956, 8. 963, 3. 979, 

3. älteres Kapitol auf dem Quirinal 

6. 953, 3. 
Kapitolinische Gottheiten 936, 6. 954, 

3 — 5. 957,3; 6. 966, 5. 978,2. 

952, 980, 4. 
Kappadokier MP P, lc. 
KapysM7, 26. 858, 3^, 911,2. GA 

T, 16. 
Kar 409, 3«. 786, 2. GA J. 
Karanos 657, 46. 
Kardamyla: D. d. Athena 249, lg. 
Karer 54, 4 ; 6. 646, 3. D. d. Aphrodite 



368, 3. d. Apollon 306, 6. d. Artemis 

335,56. d. Athena 250, 11 1». d. De- 
meter 413, 4. d. Dionysos 444, 5ef. 

d. Poseidon 231, 2c. 234, 3c. 646, 3. 

d. Zeus 198, 2. 
Kart nordisch MP S, 3d. 
Karia: D. d. Zeus 193, 8. 
Kartonen 164,9. 
Karmanor 305, lc. 
Karnabas 670, 26. 
Karnasischer Hain in Messenien: D. d. 

Hermes 272, 5 a. 
Kaov€ta3U,\. 315,1a. 
Kamos 323, Ad. 733, 3. 
Karpathos: D. d. Proteus 533, 2. 
Karpo 561, 4. 

Karthfia: D. d. Apollon 305, 3«. 
Karthago s. Carthago. 
Karyä: D. d. Artemis 332, 6«. 
Karystos: D. d. Apollon 301, Ad. d. Zeus 

192, 6. 
Karystos 668, 6. 
Kassandra 269, lc. 858, 26. 884, 4. 

901, 9. 903, 1. o Apollon 321, 4. 

oAias901,6. 
Kastabala: D. d. Artemis 337, 26. 
Kastor 483. 484. 681, 4t; 6c. 699, 4. 

837, 1. 838, 3. GA P, 2. vgl. Dio- 

skuren. 
Kataytoyta 369, lc/. 
Katreus 729, 2—4. GA F. 
Katze symb. für Artemis 340 , 1 lr. für 

Freia MP P, 8. 
Kaukon 411, 2a. 432, 4c. 838, 1. 841, 

5. GA P, 3. 
Kaukonen 422, %a. 
Karton 557, 26. 858, 3c 
Kaulonia : D. d. Apollon 307, 3d. 
Kedalion 390, 46. 
Kekropia 754, 5. 
Kekropier 59, 8. 

Kekrops 1) Kekrops I, S. d. Gäa 1 37, 2. 
233, 1 a .248, 2. 405, 4<i. 634, Ad, 646, 

1. 732, 1. 752, 26; c. 753, 1; 2. 



R£GISTPJ{. 



409 



754. 755. 761, 1. 758, ). GA B. — 
2) Kekrops II S. d. Erechtheus 761 , 5. 
GAH. 

Kejänä: D. d. Athena250, 10. d. Posei- 
don 234, 3. 

Keläno 1) T. d. AUas 834, 3. o Posei- 
dgn242, 3c. 714, 5. GA 0,46. U, 
16. 0. — 2) T. d. Hyamos u Apollon 
321 , 1 . 709, 26. — 3) Harpyie 520, 1 . 

Kelenderis: Sagen 861, 7. 

-Keleä: D. d. Demeter 410, 66. 

Kcjco*409, 1. 432, 2«; 5a. 784, 16. 

Kcfe*501,3a. 

Kelentor GA Q, 2. 

Kelle symb. für die Penaten 991, 4. 

Kelmi* 145, 1. 166, 2. 169, 2; 4. 

Kelten: Mythologie MP i>, 4. D. d. Dio- 
nysos 446, 4. 

Kenchreä: D. d. Aphrodite 364, 2c 

Kßtichrios 243, 1<i. 

Kentauren S. d. Ixion (S. d. Zeus 379, 
1«. 38$ e. 666,3a.) 518,2; 3. 666 
— 668. 814, 6. 876,4. 925, 5. — 
indisch MP Y, 2. 

Kentauros 666, 3. GA />, 1. 

Keos: D. d. Aphrodite 366, 4c. d. Apol- 
lon 297, l<i. 305, 3a. d. Artemis 334, 
46. d. Dionysos 444, 2g. d. Zeus 192, 
2. 197, 3«. 199,8.— Sagen 859, 4a. 

Kephallenien : D. des Hermes 273, 3 a. 
der zwölf Winde 516, 2. — Sagen 
855, 4. 

KephaHdenSb\,7. 

KephalosS. d. Deion (S. d. Hermes 271, 
6. 282, 3a. 284, 2. 755, 5. 764, 3. 
GA B. S. des Pandion 764, 3.) 475, 

2. 482, 1 d. 747, 3. 762,Y 763, 1; 
5. 764—766. 783, Ah. 855, 4. 856, 

3. 906, 1 ; 2. 

Kepheus 1) S. d. Aleos 681 , Ae. 813, 
1 ; 2. 926, 5. GA L, 2. — 2) S. d. 
Belos GA $, 3. 

Kephissos in Argalis 543, 3a. 

Kephissos in Böotien 543, 2c 



Ker, Keren 575. 590, 3. 602, 1. 

Kerberos 105, 6. 580, 3; 4. 924, 6. - 
symb. für Hades 436, In. 

Kerdo 514,4c. 

jft^chpot 614, 3. 

Kerkaphos S59, \c. 

Kerkets 544 a. 

Ker*opefil62,3. 164,3—7. 926, 1;2. 

Kerhjqn 1) S. d. Agamedes 817, 3. — 
2) S« d. Itonos 753, 4. GA B. — 3) 
S. d. Poseidon 243, 16; 2. 432, 26. 
773, 1. 784. 

Kerohia 242, 3c. 

Keroessa 242, 3c. 

Kersa 179, 5. 405, lf. 

Kersos 1 79, 5. 

Keryken 261, Id. 409, Id. 422, ?«. 

Keryx 271, 6. 281, 8a. 282 , 4 a. 284, 
2. 432, 36. 755, 6. 766, 3c. GA B. 

Kestrinos%5b,2a. 914,1. 

Keto 105, 4. 534,4. 583,2. 

Keule symb. für Herakles 920, 1. für 
Hercules 972, 5. für Mithra MP K, 6. 

Keyx 1) S. d. Heosphoros 653, 4 c. — 
2) trachinisch 916, 3. 926, 2. 932, 2. 

Khunsu ägyptisch MP E, 2. 

Kibyra: D. d. Demeter 413, 2. 

Kierion s. Arne. 

Kikynna: D. d. Apollon 302, Ad. 

Kilikien: D. d. Aphrodite 368, 4 c. d. 
Apollon 306, 3. d. Artemis 335 , Ib. 
d. Athena250, 11c. d. Demeter 413, 
5. d. Hermes273, 2.— Sagen 861, 7. 

Kilix 733, 1. GA F. G, 1. 

Killa : D. d. Apollon 306, 7b. 

KUlß GA T, 2a. 

Kinyraden 377, Ah. 475, 2. 

Kinyrasm, 1. 324, 2*. 326, Ab. 365, 
2g. 384, 1. 641, 6«. 642, 1. 859, 16. 

Kios : D. d. Aphrodite 367, 3c. d. Apol- 
lon 306, 9a. — Sagen 682, 2. 694, 1. 

Kirke 471, 4. 481, 2. 506, 3. 512, 1. 
546, 6. 690, 2. 698, 4. u Glaukos 530, 
4. uOdysseus 9.08, 4. 9Q9, 2- 910, 4. 

26* 



410 



REGISTER. 



Kusevs 659, 3o\ 

Kissos 466, 26. 

KioooTO/Lioi 456, 2e. 

Kithäron: D. d. Zeus und d. Hera 215, 

4 a. 
Kithäron 556, 5. 

Kithar symbolisch 43, 5. für Apollon 3 12, 
2. für Artemis 340, 4c. für die Cha- 
riten 564, 2. für Dionysos 450, 4 a. 
für Herakles 920, 5. Vgl. Lyra. 
Kition: D. d. Athena 246, 46. 
Klaros : D. d. Apollon 306, 4c. 
Kleinasien: Dienste 78. 79. vgl. die ein- 
zelnen Länder. 
Kleisidike 432, 5a. 
Kleite 547, 1. 693,3. 
Kleitor: D. d. Athena 249, 5r. — Sagen 

818, 16. 
Ktetfor812,2; 3. GA L, 2. 
Kleit09 475, 2. 662, 9. GA B, 1. 
Kleobön GA Ä, 26. 
Kleochareia GA P, 1 . 
Kleodäos GA F, 2. 
Kleodora 709, 1. 
KteoJa GA Ä. 

Kleonä: D. d. Athena 249, 9c. 
Kleopatra 1) T. d. Roreas 763, 36. GA 
H. — 2) T. d. ldas 848, 1 . GA P, 2. 
Ö,3«;4. 
Kleophile GA /,, 2. 
Kleopompos 709, 1 . 
Kleson GA J. 
A7tcfo 463, 5c/. 
Klodonen 465, 4. 
K/onia GA E, 1". 

Khjmene 1) T. d. Idomeneus uNauplios 
GA F. — 2) T. d. Katreus «i Nauplios 
729, 4. — 3) T. d. Minyas u Iasos GA 
L, 2. uKephalos 764, 6. oPheres GA 
J, 2«. o Phylakos GA C. — 4) T. d. 
Okeanos o Helios 471 , 4. o Iapetos 
106, 6. 113, 5. o Prometheus 650, 2a. 
Klymenos (s. Hades) 435, 2d. 
Klyrntno* 1) S. d. Kardia 268, 2 f. — 



2) S. d. Oeneus GA ß, 3 a. — 3) S. 
d. Orchomenos GA C. — 4) S. d. 
Phoroneus 410, 3n. — 5) S. d. Pres- 
bon 702, 6. 703, \d. GA C. — 6) 
thessalischer Magnete 681, 2a. 
Ktytämnestra 1) T. d. Tyndareos 837, 

1. uAgamemnon874,2. 903. GA P, 

2. R. — 2) uAmphiaraos GA B, 1. 
Klytiaden 323, 4r. 

Khjtie'm, 4. 

Kbßio* 1) S. d Alkmäon 662, 8«. 816, 
5. GA B, 2. — 2) S. d. Laomedon 
882, 5. GA T, 2a. — 3) S. d. Samos 
GA G, 1. — 4) Gigant 398, 2. 

Kty/o* 681, 2 e. 

Knepfc ägyptisch MP D, 7. F, 7. S, 3/*. 
X, 5a. 

Knidos: D. d. Aphrodite 368, 3c. d. De- 
meter 412, 26. d. Triopas 670, 5. 

Knosos : D. d. Aphrodite 366 , 1 a. d. 
Apollon 297, 2. 305, \a. 726, 1. d. 
Athena 248, 3<i. 250, 8. d. Hera 218, 
1. d. Zeus 194, 2a. 203, 26. 21 1, 2a. 
725,1. — Sagen 725, 1. 

Knospe symb. für Aphrodite 374, 2ä\ für 
Spes 984, 3. 

Ko6nfofil64,8. 

Kobolde germanisch MP P, 9. 

Köosl06, 5. 127,2.128,3. 

Kbranos GA Ä, 1 . 

Koialos 767, 6; 7. 

Kokkygion: D. d. Hera 216, 7. d. Zeus 
196, lc. 

Kohjtos 190, 3. 

Kolänos 753, 56. 

Kolchis: D. d. Ares 348, Id. d. Athena 
250, 9a. d. Helios 469, 5. — Sagen 
682, 16. 689, 4. 

Kolias: D. d. Aphrodite 363, 26. 

Kolonis 463, 5ä\ 

Kolonos: D. d. Aphrodite 363, 3. d. 
Athena 248, 6a. d. Poseidon 233, lc, 

Kolophon: D. d. Aphrodite 368 , 26. d. 
Apollon 306, 4c. d. Artemis 334, id. ' 



REGISTER. 



411 



d. Sibyllen 549, 6. — Sagen 861, 3c. 
Kolpiach phönicigch MP X, 5a. 
Komäiho 1) T. d. Pterelaos (T. d. Tu 
phios GA K, 5.) 856, 3. — 2) oMe- 
lanippos 342, 2. 
Komana: D. d. Artemis 337, 2m. 
Komttna nordasiatisch MP iV, 5. 
KomoiHa 466, 36. 
Komos 464, 2. 466, 2c 614, 6. 
KonUalos 501, 3a. 
Kopfbinde symb. für Asklepios 508, 2. 
Kopreus GA lt. 
Koptos : D. d. Apollon 307, 7c. 
KOJM (PBRSRPHONE) 418 ff. Ab- 
stammung 112, 4. 208, 2. 418, 4. 
431,2. Namen 418, 1;2. Ursprung 
418, 3. orphisch 144, 2. samothra- 
kischl77, 5. Wesen 113,3. 418,5; 
6. 566, 1. Bildung 421, 2. Symbole 
420, 4. Dienste und Feste 424, 16. 
(vgl. Demeter.) Mythos 431. 774, 4. 
780, 5. 

in Beziehung zu andern Gottheiten 
159,2. 192,7.207,56.219,6.227, 
2«. 264,26. 281, oe. 344, \f 380, 
le. 429. 437, 2«. 456, 2c. 493, 4. 
554, 2; 5. 559, 1. 562, 5. 565,5. 
567, 5. 569, 3. 588, 4. 610, 4. zu 
Demeter 168, 4. 175, 5. 178, 3; 4. 
180,5. 418,4. 429, 2a. zu Heroen 
728, 2. 732, 5. 734, 6. 921, 7. 

Beinamen : jißga 41 8, 2c. Idv&ila 
418, 5«. 

.B?fl*ft>4J8,2a; 66. 
z/«£i£ft 418,26. z/l07io iya 418, 
2«. 

KaXXiyivtm 429, 2. 
Atvxinnog 40, 76. 418, 26. 
MsXtßoia 418, 5«. Ivtovvoytvrfs 
i\S y bc.Movvoi6xog£l&, 6c. 431,1c. 
TlaOHfaeooa 418, 1<i. HoXvßoia 
418, 5n. IlQa$tMxij 418, 66. Ttyw- 
Toyoi'q 418,26; 6c. 

JwTfi?« 207, 56. 418, 26; 6c. 



<PeQQ£<paoaa 418, la. <PtQOi- 

(fttTTCt 418, 1«. ( f>€QOS(f6vr} 418, 

la. <PXotci 418, 5a. 
XtiQOyovCa 418, 6c. 
Korar 830, 4. GA JV, 2a\ 
KoQtia 249, 5c. 
Koressos: D. d. Apollon 305, 3«. 
Korinth: Dienste 71, 1. d. Aphrodite 

364, 2. d. Apollon 303, 5a. d. Ares 

348, 3«. d. Artemis 332, 3a. d. Athena 

249,1. d. Bellerophontes 828, 3. d. 

Demeter 410, 7. d. Dionysos 443, 46. 

d. Eros 490, 1 ; 3. d. Glaukos 529, 3. 

d. Helios 469, 4. d. Hera 21 5, 2. 217, 

1. 224, 26. d. Herakles 917, 6. d. 

Hermes 272, In. d. Hören 561, 3. d. 

Kyklopenl65, 4. d. Leukothea 537, 

3. d. Medeia 691, 2. d. Nereiden 539, 

1 . d. Nymphen 1 68, 2. d. Paiämon 232, 

4. 531, 3. d. Poseidon 232, 2/*; 4. 236, 
2a. 238, 6. 240, 3c. d. Zeus 196, 5.— 
Sagen 681, 4«. 700, 5. 823-829, 1, 

Korinthos S. d. Marathon (S. d. Zeus 
823, 2*i.) 783, 2 c. 823, 26. GA M , 

2. N, 1. 

Kofion: D. d. Athena 250, 86. 
Korkyra: D. d. Aphrodite 361, 26. d. 

Demeter 414, 1. d. Dionysos 445 a. 

d. Glaukos 529, 3. d. Hera 218, 66. 

d. Poseidon 235, lc. d. Zeus 196, 6. 

198,3. — Sagen 682, 4. 
Korkyra o Poseidon 235, lc. uZeus 

210, 2. 
Koröbos 323, 2g. 

Korone: D. d. Apollon 304, 3a. d. Arte- 
mis 332, 8c. d. Athena 249, 8rf. 
Korone 758, 1. 
Koroneia: D. d. Athena 247, 4c. d. Hera 

215, 5a. 223, 2. d. Hermes 271, 3ef. 

d. Zeus 207, 6. 
Koroniden 715, 6. 
Koronis 1) T. d. Koroneus 269, "l(. — 

2) T. d. Phlegyas o Apollon 321, 36. 

507, 1. 510, 3. 514, 4a. 669, 2*. 



412 



REGISTER. 



672. 1. uAsklepios 510, 3. oButes 

463, od. ulschys GA D, 2. 
Koronott I ) S. d. Apollon GA N, 2d. — 

2) (Koroneus) S. d. Käneus 669, 21»; 

c 672, 4c. 681, 26. GA D, 1 ; 3. — 

3j S. d. Thersandros 702, 1. 703, 26. 

GA C. 
Koro* 605, 2. 
Korybanten (S. d. Apollon 321, 36. S. 

d. Helios 250, 8. 255, 16. 267, 3c.) 

141,3. 143,3. 148, 1. 167,5. 169, 

5. 171.1. 172.636,1c. 639,3. 
Korybas 149, 3c; 4. 172, 3. 463, 2. 

862, 4n. 
Korylcia 321,1. 709, 1. 
Korykos: D. d. Apollon 306, 3«. 
Koryphasion : I). d. Artemis 332, 26. d. 

Athena 249, 86. d. Hermes 272, ic. 
Konjphe 249, 5c; 86. 265, 1<1; 26. 
Korythaleia 325, 3c. 
Korythos 1) S. d. Paris GA T, 36. — 

2) S. d. Zeus (S. der Mystis 823, 26.) 

858, 46. 880, 2. 
Kos : D. d. Aphrodite 366, 26. d. Askle- 

pios 507, 7. d. Hera 218, in. 224, 3. 

d. Herakles 918, 1. d. Zeus 197, 4c. 

— Sagen 714, 4f. 859, 2<i. 
Ko8tno 261, 4/i. 
Kottos 107,3. 
Kot V s 144,3. 145, 3. 149, 1. 154, 3. 

330, 3. 
KovQSia 424, 16; 36. 
Krähe symbolisch 41, 3. für Athena 249, 

8<f. 257, 8. für Hera 222, 2«/. 
Krag aJeus 855, 2. 
Kranae 753, 2. GA //. 
Krnnächme 753, 2. GA H. 
Kranaer 753, 1. 
Kranaos 752, 2«; c. 753, 1. 754, 4. 

GAtf. 
Kranich symbolisch 41, 3. 
Kranz symb. für Nike 608, 4. 
Krater symb. für Dionysos 450, 4</. 
Krathis : D. d. Artemis 333, 6c. 



Kratos 607, 2. 

Kraugalluten 675, 1 6. 709, od. 

Kreis symbolisch MP K, 7; 8. F, 5. 

Kren ä 08 666, 2c. 

Kreon 1) S. d. Lykathos 700, 5. 816, 
4. 856, 3. — 2) S. d. Menftkeus 747. 

Kreontiades GA F, 1 a. 

Kres 730, 4. 

Kresion: D. d. Ares 348, 56. 

Krc*/>&onfe* 81 7, 5. 840, 1; 2. 932, 
6; 8. GA F, 2. 

Kreta: Dienste 75,2 — 5. 725. 726. d. 
Adrasteia 152, 2. d. Aphrodite 366, 
1. d. Apollon 297, 16. 298, 2. 305, 
I ; 2. d. Artemis 329, 2. 334, 1 ; 2. 
d. Athena 250, 8. d. Chariten 563, 3. 
d. Daktylen 169,3. d. Demeter 412, 
] a. d. Dionysos 444, 1 a. d. Eileithyia 
151, 2; 5. d. Eros 490, 4. d. Europa 
734, 2. d. Glaukos 529, 3. d. Helios 
469, 5. d. Hephästos 390, 4a. d. Hera 
214, 3. 218, 1. d. Hermes 273, lc. 
d. Korybanten 172, 3; 6. d. Rronos 

129. 1. d. Kureten 171, 3; 8. d. Leu- 
kothea 537, 4. d. Poseidon 234, 4a. 
d. Rhea 129, 1. 142, 2. d. Teichinen 
170, 3. d. Zeus 189, 5. 191, 5. 194. 
d. Zeus Ammon 191, 1. 198,7. — 
Einflüsse 60. 61. 133, 4. 306, 1. 328, 

3. — Sagen 682, 4. 715,3. 718,3; 

4. 719— 731. 859, In. — Kretisch- 
arkadische Pelasger 56, 6. 

Kretea: D. d. Zeus 195, 1. 211, 26. 
Kretheus 653, 1 ; 2a. 673, 2. 680, 4. 

719.2. 802, 1. 819,2. 824, 1. GA 
A, 1;2«;6. 

Kreusa 1) T. d. Erechtheus 762. 763, 
1 . u Apollon, 323 , 2 6. 769, 1 . o Her- 
mes 282, 3a. olon 763, 4. oXuthos 
769, 2. GA H. — 2) T. d. Priamos 
u Aeneias 911, 5. 913, 2. — 3) oPe- 
neios GA D, 1 . 

Kriasos GA K, 26. 

Krimisa : D. d. Apollon 307, 36. 



REGISTER. 



4i* 



Krio« 106, 4 127,2. 128,3. 
Krishnn indisch MP J, 6. K, 1 ; 2. 
Krissa: D. d. Apollon 300, 2c. d. Artemis 

330, 9«. d. Athena 227, 4. d. Hera 

227, 4. — Sagen 708, 5. 
Krissos 708, 3<i; 5. 876, 1 . GA S> 16. 
KritAet*641, 4. 

Xrdjo* 384, 1. 731, 3. GA P, 3f. 
Xrolon 432, 3c. 

Krotos symb. für Apollon 312, 8o\ 
Kqovta 129, 6. 
Kronos 106, 6. 108, 2. 109. HO. 

113,2. 114, 2; 3. 117, 2; 5. 121, 

2; 5. 127, 1 ;- 2; 4. 129. 143, 1. 144, 

1.171,8. 187,10. 193,6. 496,4. 

579, 2. 730, 8. 963, 2; 4. MP D, 4. 

E> 2. t 9 2. #, 4c. — phömcisch MP 

Kroton: D. d. Apollon 307, 3«. 31 1, 26. 

d. Demeter 414, 3. d. Hera 218, 7. 
Krotopos 792, 4. 
Krotos 466, 2c. 
Kientos S. d. Aktor (S. d. Poseidon 

243, 2.) 162, 3. 163, 1. GA ß, 1. 
Kiestos 943, 3. 
Ktesifrpos GA P, 16; 3c; cf. 
Kugel symb. für Fortuna 979, 6. 
Ruh s. Kind. 

Kukuk symbolisch 41, 3. für Hera 223, 2. 
Rumä s. Cumä. 

Kuralios: D. d. Athena 247, 4c. 
Kureten 127, 6. 143, 3. 169, 5. 171. 

172, 4. J94,6; 7. 204, 5. 211, 4. 

228, 1a. 301, 5. 639, 3. 725, 1. 

850, 5. 
Kurion: D. d. Apollon 305, 116. 
Ky6<fff«o«501, 3<r. 
Kytele 140, 2; 6. 141, 6. 144, 3. 

146 ff. (Agdistis 146, 1. 149, 3. Basi- 

leia 146, 1. Maa 146, 1. 148, 4.) 150, 

1. 172, 2. 240, An. 3S0, 1«. 921, 7. 

MP2V, 5. A,8. 
Kychreus 243, 1 6 ; 2 ; 4c. GA S, 1 . 
Kydömos 575, 4. 602,1. 



Kydon 282, 3n. 

Kydonia: D. d. Aphrodite 366, \H. d. 

Artemis 334, in. d. Hermes 280, 2. 
Kykladen : Dienste 76. Tgl. die einzelnen 

Inseln. 
Kyklopen 1 07, 1 ; 2. 1 65, 2 ; 3 ', 4. 21 1 , 

4.396,16.909,3. 
Ktfhios 1) S. d. Apollon 320, 5. 321, f. 

— 2) £. d. Ares 299, 3t. 310, 10c. 

355, 16; 2c. 356, 4. 679,2a. 925, 

8. 926, 2. — 3) S. d. Poseidon 242, 

36.243,3.860,4.898,1.' 
Kyttwo* 666, 26; c. 
Kyllene in Arkadien : D. d. Hermes 272, 

3#f. 
Kyllene in Elis: D. d. Aphrodite 364, 9c. 

d. Hermes 272, 4<*. 
Kyme: D. d. Apollon 306, 56. d. Posei- 
don 234, 1. 236, 2<i. 
Kynätha: D. d. Dionysos 443, 5f. 
Kynäthn 487, 3. 
Kynida: D. d. Apollon 302, Ae. 
Kynortes 762, 5. 836, 1. GA P, 1. 
Kynortion: D. d. Apollon 303, Ad. 
Kynos: Sagen 630, 56. 
Kynosarges: D. d. Herakles 916, 6. 
Kynosnm 211, 3«. 
Kynosuros 272, 3«. 282, 3«. 
Kyparissia: D. d. Dionysos 443, %g.~ 
Kyparissos 312, 8f. 321, 4. 
Kypros: Bienste75, 6. d. Aphrodite 365. 

d. Apollon 305, 1 1 6. d. Ares 348, In. 

d. Dionysos 444, lc. d. Eros 490, 5. 

d. Hermaphroditos 502, 4. d. Telchi- 

nen 1 70, 3. d. Zeus 1 97, 5. — Sagen 

731,2.859,16. 
Kypsclos 1) S. d. Aepytos817-, 5. — 

2) S. d. Melas 829, 1 . GA M . 
Kyrene: D. d. Aphrodite 368, 6«. d. 

Apollon 297, 1«. 300, 6 f. 307, 6. d. 

Artemis 335, 8. d. Athena 250, 7. d. 

Hermes 273, \d. d. Palinnros 516, 6. 

d. Poseidon 232, 5. 234, 7. d. Zeus 

197,3<i. 198, 7. d. Zeus AmmonlM, 



414 



REGISTER. 



1. 198, 9. — Sagen 682, 4. 699, 3. 
714, 2*717, 4; 5. 863,5. 

Kyrenc T. d. Hypseus (T. d. Peneios 

543,1a.) 321,1. 345, 6/*. 669,2. 

672, 2. GA D, 1 ; 4c. 
Kyta: Sagen 688, 4c. 
Kytäa: Sagen 688, 4c. 
Kythera: D. d. Aphrodite 75, 7. 366, 3. 
Kythnos: D. d. Aphrodite 366, 4(/. 
Kytissoros 683, 6. 687, 4. 688, 4c. 
Kytoros: Sagen 863, 2a. 
Kyzikos: D. d. Aphrodite 367, 36. d. 

Apollon 306, 8c/. d. Ares 348, 76. d. 

Artemis 335, 6c/. d. Athena 246 , 36. 

250, 4rf; 9c. d. Demeter 413, 3a. d. 

Dionysos 444, 5a. d. Eleutheria 614, 

2. d. Hekate 566, 6. cL Nemesis 590, 
4. d. Rhea 142, 3. 143, 4. d. Zeus 
207, 56. — Sagen 682, 2. 862, 16. 

Kyzikos 693. 862, 16. GA D, 1. 



Labdaleos 738, 2; 3. 742, 1. 760, 1. 
GA G, 1 ; 2. 

Lacturejus 989, 4</. 

Ladon: Sagen 818, 5c. 

fwi(?onl05,6. 543,3c. 751,1. 

Laertes 681, 56. 906, 2. MP X, 2. 

Lästrygonen 909, 3. 

£a«o« 638, 3. 716, 5. 738, 2. 742, 2— 
4. 743, 1.871,2. GA G 9 U 

Lakedämon : Dienste 73, 1 ; 2. d. Aedos 
615, 6. d. Aphrodite 364, 6; 7. d. 
Apollon 304, 1; 2. d. Artemis 332, 
4 — 6. d. Athena 249 , 6 ; 7. d. De- 
meter 411,1. d. Dionysos 443, 6. d. 
Hades 434, 2a. 469, 4. d. Posei- 
don 233, 8. d. Zeus 196, 2. — Sagen 
681,46. — Vgl. Sparta. 

Lakedämon&M, 3. 835, 3. GA 0. P, 1 . 

Lakereia: D. d. Asklepios 507, 3. d. Her- 
mes 271, 1. 272, \d. — Sagen 671,1. 

Laie st mies GA N, 2, 7. 

Lakidä: D. d. Demeter 409, 16. 



Lakinios 858, 3ef. 

Lakonien s. Lakedämon. 

La In (Lara) etruskisch 939, 3. römisch 

282, In; 2 <i. 985, 2 d. 988,9c. 
Lamedon 830, 4. 831, 1. GA N, 2d; c. 
Lamia 237, 6. 
Lamii 996, 10//. 
Lamm symb. für Apollon 310, lc. für 

Artemis 340, 16. für die Dioskuren 

484, 3. für Hermes 279, 5. — Lamm 

der Atriden 872. — Vgl. Schaf. 
Lamas 996, \0tj. 
Lampe symb. für Athena 257, lc. 258, 

4. 259, 36. für Hestia 290, 16. 
Lampe tia 510, 3. 
Lampion 882, 5. GA T, 2«. 
Lampsakos: D. d. Aphrodite 367, 36. d. 

Apollon 306, 8c. d. Ares 348, 76. d. 

Rhea 142, 3. — Sagen 682, 2. 688, 

46. 862,1a. 
Attpmrifita 443, 8c 
Lanuvium: D. d. Juno 980, 4. 
Lanze s. Speer. 
Laodamas 748, 1. 
Laodameia 1) T. d. Akastos 679, 26. 

— 2) T. d. Amyklas GA P, 1 . — 3) 
T. d. Bellerophontes 827, 4. GA itf . 

Laodike 1) T. d. Agamemnon 874, 3. 

— 2) T. d. Kinyras GA L, 3. — 3) 
T. d. Priamos 781, 3. — 4) uPhoro- 
neus GAK, 1. 

Laodikeia: D. d. Artemis 335, 7c/. d. De- 
meter 413, 2. d. Zeus 198, 16. 

Laodikos 320, 5. 

Laogoras 326, .3«; 6. 675, 2c. 926, 5. 

Laolcoon 1) S. d. Antenor 901 , 2. — 
2) S. d. Porthaon681,5c. 

Lnomedon 244, 3a. 327, 26. 879, 1. 
881, 4 ; 5. 882. 887, 4. 895, 4. 927, 
1. GA T, 16; 2. 

Laophonte GA ß, 2. 

Laphystion: D. d. Hades 434, lc. 

Lapithen326, 3a. 649, 1. 669—672. 
681,26. 



REGISTER. 



415 



Lapithes 666, 36. GA 0, 1 . 

Lar latinisch 943, 2. römisch 970, 5. 

.Lato s. Lala. 

Larentia s. Acca. 

Laren etmskisch 939, 2; 8. 943, 2. la- 
tinisch 943,4. romisch 282, 2rf. 501, 
3. 619,1. 953, 1. 956, 6. 968,4. 
973,9. 986,2. 990. 991, 3. 992, 
1—5. 

Larisos: D. d. Athena 249, 9 f. 

Larissa in Argolis: D. d. Zeus 196, In. 

Larissa in Thessalien: D. d. A pol Ion 
298, 3. 

Larissa uAemon 647, 2. u Poseidon 
652, 3. 

Larunda 985, 2rf. 988, 9c. 

Larysion: D. d. Dionysos 443, 6rf. 

Lasen etmskisch 939, 8. 

LateranusWO, 1. 989, 4a. 

Latiner 934, 3. 935,2. 937,1. 940 ff. 

951. 2. 952, 6. 957, 3. 

Latinus 927, 3. 943, 1. S. d. Faunus 

944.3. S. d. Hercules 972, 8. S. d. 
Odysseus 910, 5. 944, 2. S. d. Picus 
944, 3. 

Latium: Dienste 81, 4. 89. d. Apollo 
307, 56. d. Fortuna 597, 6. d. Juno 
218, 9. d. Juppiter 189, 5. d. Mercu- 
rius273, 3</. d. Pan497, 2. d. Sol 
469, 6. d. Venus 369, 2 ff. d. Vesta 
287, 1. 

Latona 955, 5. 967, 8. 973, 4. 997, 4. 

Latmmys 462 ff. 

LatreusWti,2f. 

Lattich symb. für Adonis 386, 2. 

Laurentura: D. d. Vesta 977, 2. 

Lausus 943, 6. 

Laverna 985, 26. 

Lavinia 911, 5. 944, 6. 945, 3. 

Lavinium : D. d. Liber 971, 9. d. Mercu- 
rius 968, 1. d. Penaten 991, 2. d. 
Venus 983, 2; 11. d. Vesta 286, 2fi. 
977, 2. 



LeandrosSfä, l#i. 
Leaneira GA L, 2. 
Learchos 683, 2. 686, 26. 688, 2. 701, 

2. 703, In. GAJ,3. 0,1. 
Lebadeia: D. d. Demeter 408, 36. d. 

Hera 21 5, 36. d. Kronos 129, 3. d. 

Trophonios 192, 3. 271, 3c. 301, lt. 

513, 3. d. Tyche 597, 3. — Sagen 

704.705,1. 
Lehados 705, 1. 
Lebendos 705, 1 . 
Lebedos: D. d. Dionysos 444, 4a. 
Lebensbaum MP F, 16; 56. vgl. Baum. 
Lebensmutter semitisch MP T, 5d. F, 3a. 
Lebes 323, 4d. 
Lechäon: D. d. Aphrodite 364,2c. 

AtytQV« 225, 1 ; 2c. 

Lecheslfö, 1a. 

£c</a210, 1. 483, 1. 570, 2. 837,1. 

GA P, 2. Ö, 5. 
Leibethra: D. d. Apollon 301, \d. d. 

Dionysos 441, 2a. 
Leichenbestattung MP F, 8. 
Leimon 322, 4. 818,3a. 
Leinth etmskisch 939, 3. 
Le'is 242, 3a. 
£<>tfo«681,3</. 
Leleger54, 5; 6. 646, 4. D. d. Hera 218, 

26. d. Poseidon 231, 2rf. 
Z*feff 231, 2c. 786, 2. 835, 1. 838, 1. 

GAJ. P, 1;3. 
Lemnos : Göttersystem 1 79. Dienste 77, 

2. d. Aphrodite 366, 5a. d. Artemis 

330, 4. d. Athena 245, 3. 250, 1. d. 

Chariten 563, 3. d. Chryse 154, 4. d. 

Demeter 408, 2. d. Dionysos 440, 3. 

444, 3c. d. Hekate (Brimo) 566 , 6. 

d. Hera 215,2. d. Hermes 271, 26. 

d. Hypnos 572, 3. d. Kabiren 166, 3. 

d. Nymphen 168, 2. 545, 5. — Sagen 

648, 2c. 682,2. 692, 1—4. 718, 1. 

860, 6. 
Lemnos 167, 5. 395,1. 
Lemuralia 956, 6. 



410 



BEGISTEi. 



578, 6. 
Lena 465, 26. 
An**** 442, Zf 494, 26. 
Lfodokos Mi, Ah. 

LeawUms 669, 26. GA D, 1 ; 3. 

Leopktmteß 826, 1 . 

Uos 762, 3. 779, 3. 

Lepreos: D 4. Demeter 411, 26. — 
Sagen 841, 5. 

Lerche symb. für Apollon 312, 8*. 

Lerna : D. d. Aphrodite 364, 4*. d. Alte- 
na 248, 4*. d. Demeter4!0, 2. d. Dio- 
nysos 443, 36. <L Hades 434, 2fr. 4. 
Pafejdofi»?, |. 233,4«/. 

jiiQvmaMX, 1. 

Z*r»e* 681, 5rf. 

Leros: D. d. Artemis 334, 3*. 

Lesbot: Dienste 77, 1. d, Aphrodite 
366, 5c. d. Apollon 305, 10/». d. Ar- 
temis 334, 4c. d. Athens 250, 56. d. 
Dionysos 444, 3<f. d. Hera 218, 46. 
d. Hermes 273, 1 a. d. Nereiden 539, 
1. d. Poseidon 234, 66. d. Zeus 197, 
46. 198, 7. — Sagen 860, 3. 

Z*f6e 602, 3. 605,4. 615,2. 

Leto 106, 5. 112, 4. 136, 4. 207, 2. 
208, 2. 210, 1. (/uttfte 227, 1.) 312, 
46. 325, In. 344,3. 346, 4. 428, U. 
570, 2. 713, 3. 

Letrini: D. d. Artemis 333, 4<i. 

Leucothea etruskisch 939 , 6. romisch 
975, 7. 977, 11. 982, 8c. 987, 3c. 
989, 6*. 

Leukadio$ GA P, 2, 3. 

Leukane GA Jf , 2 J. 

Leukas: D. d. Aphrodite 361, 2#i. d. 
Apollon 307» 26. 4- Artemis 336, \a. 
d. Hera 218, 6c. — Sagen 855, 3. 

Leuke (Insel $er Seligen) 117, 5. 121, 
2; 5. 129, 7. 736, 4. 867, 1. 889, 4. 
▼gl. Elysion. 

Leuke 437, 36. 

Lcukippiden 472, 4. 476, ?f. 484, 6. 
627,2; 5. 



LemkippoM 1) S. 4- Earjpjh» GA D, 46. 

£, J6. — 2) S. d. (fesjopaos 818, &> . 

— 3) S. d. Pericres 653, 36. 838,2. 

839, 3. GA f>, 2. (metapofltisch 557, 

3c. 854, 1. 858, 3«) — 4) S. d. 

Tharinuchot GA N t 2«. 
Ltmkom S. «L AUumas (S. d\ Poseidon 

243, 1«; 3.) 701.6. 762, 2. GA A. 

%.C. 
Leukophane» GA Ä, 1« ; 2. 
Ltukophryne 335, 46. 345, 7c. 
Leukophrys: D. d. Artemis 335, 4«. 
Lcukothea 429, 4. 476, 1«. 523, 36. 

532. 536, 2. 537. 701, 2. HP T, 36. 
Leukothoe 321, 4. 
Lenktra: D. d. Asklepios 507, 4. d. 

Athena 249, 7g. d. Eros 490, 3. 
Leoana 989, 36. 
Libanon MP JV, 6. D. d. Aphrodite 368, 

5 c. 
Libemtina 984, 56. 
ÜBER etruskisch 938, 4. launisch 942, 

3; 5. römisch 438, 2c. 447, 1c 

448, 5. 451, 1. 957, 4. 966, 2. 971, 

9; 10. 976,2. 981, 3/985, 4; 5. 

989, 3<i. 994, 5. 997, 6. 
4ZUJM456,3. 957,4. 975, 7. 976, 2. 

983, 8; 11. 985, 3—6. 989, 3ä, MP 

Liberalia 454, 7rf. 971, 10. 

Libertag bU, 2. 983, 8. 989, 6<i; 8; 

9 «f. 
Lihitina 983, 8. 985, 1 ', 3; 6. 
Libya 235, 2« . 792, 2. 793, 6. GA F. 

Ä, 3. 
Libyen: D. d. Ammpn 191, 1. 198, 6. 

d. Apollon 307, 6. <L Athena 252, 2c. 

d. Dionysos 446, 16. d. Hermes 270, 

2c. d. Poseidon 231, 2c. 235,2*. 4. 

Triton 527, 2. 
Licht, Unterschiede desselben MP T, 2. 
Lichtgottheiten MP T, 2 ; 3. 
Lichtstrahlen als Gottheiten 1(JP T, $a. 
Ligurien: D. d. Kerkopen 164, 6. 



REGISTER. 



417 



Ligyron 877, 4. 

Liknon symbolisch 43 , 5. für Dionysos 
450, 3d. für Kybele 148, 5. 

Likymnio* 806, 3. 856, 2. 

Lilybäon: D. d. Apollon 307, 4 c. 

Lima 989, An. 

Limenlinus 989, 4n. 

Limnä: D. d. Artemis 332, 7. 

Limos 602, 3. 605, 4. 

Limus 989, 4n. 

Lindenblüthe symb. f. Aphrodite 374, 2c. 

Lindos: D. d. Apollon 305, 1 1a. d. Athe- 
na 260, 2a. 

Lindo« 859, lc. 

Ungarn indisch MP J, 4. 

fjtno« 321, 3<2. 322, 3. 324, 2a. 326, 
46. 641,2—5. 922,3. 923,1. 

Lipara: D. d. Aeolos 516, 3. d. Hephä- 
stos 390, 56. 

LtfÄ615, 2. 

Lityerses 543, 7. 927,1. 

Locutius 987, 2«. 

Löwe symbolisch 40, 1. MP F, 5. für 
Aphrodite 374, \a. für Arterais 335, 
1<J. 3 40, 1 it. f. Diomedes 853, 3. f. Dio- 
nysos 450, 4c. 451 , 4c. für die Götter- 
mutter 133, 2. 141, 1. für Hera 223, 
1. für Herakles 920, 1 ; 3. für Hypnos 
572, 4. für Kybele 147, 1. für Milhra 
MP K, 6. für Rhea 143, 2. — Löwe 
auf dem Kithäron 787, 1. 916, 6. 
922, 6. zu Nemea 105, 6. 924, 4.— 
Löwenthor von Mykenä 1 33, 2. 1 56, 4. 

Logi germanisch MP 8, 3</. 

Logoi 602, 3. 615,4. 

Logos MP T, 86. 

LokapAlas indisch MP «7, 4. 

Loh germanisch MP i>, 6. S, 2c. T, 4. 

Lokris : D d. Aphrodite 362, 4. d. Apol- 
lon 301, 5. d. Artemis 330, 6. d. Athe- 
na 247, 66. d. Dionysos 441 , 4c. d. 
Hera 215, 5c. d. Poseidon 232, 3/i. d. 
Zeus 192, 7rf. — Sagen 650, 36. 710. 
713ff. 
Gerhard, Mythologie. IL 



Lorber symbolisch 39, 2. 44, 5. für 
Apollon 312, 5</. für Artemis 340, 
46. für Dionysos 450, 4a. für Herakles 
920, 4. für Hercules 972, 5. für Janus 
962, 6. für die Penaten 991, 4.' 

Lordon 501, 3. 

Losna etruskisch 939, 3. 

Loto 540, 5. 

Lotophagen 909, 2. 

Lotus symbolisch MP F, 7. F, 56. 

Lua 963, 4s 8. 969, 76. 974, 3. 

Lubia 984, 56. 

Lucer es 947, 1. 

Luceria: D. d. Minerva 251, 36. 

Lucina etruskisch 939, 6. römisch 151, 
2. 975,4; 7, vgl. Juno. 

Lucrii dii 989, 4c. 

Luna etruskisch 939 , 6. römisch 479, 
1 . 960, 4. 982, Sn. 

Lurnis 481, 3. 

Luperca 970, 9. 

Lupercalia 970, 9. 

Luperci 949, 3. 

Lupercus 95 1,6. 956, 3. 970,8; 9. 
994, 5. 995, 6. 

Lusia 762, 2. 

Lusoi: D. d. Artemis 332, lc. 333, 3i. 

Lydien : Dienste 78, 6. d. Aphrodite 368, 
1. d. Artemis 335, 5. d. Athena250, 
10. d. Demeter 413, 2. d. Dionysos 
439, 4c. 444, 5rf. d. Hades 434, 36. 
d. Herakles 918, 2. d. Kerkopen 164, 
6. d. Poseidon 234, 3. d. Zeus 198, 
Irr. — Sagen 731, 3. 862, 5. 

LyJeahas 666, 2c 

Lykäon: D. d. Zeus 195, 2. 202, 2. 204, 
3. — Sagen 809 f. 818,4. 

Avxaiu 203, 2a. 

Lykaon 1) S. d. Eurypylos GA D, 46. 
E, 16. — 2) S. d. PeJasgos 195, 2. 
345, lc. 647, 46. 808, 2. 809, 3—5. 
810, 1. 811, 2. GA L, 1. — 3) S.d. 
Priamos 884, 1.898,3. 

Lykastos 720, 4. 

27 



418 



REGISTER. 



Lykidas 666, 2e. 

Lykien: Dienste 79, 1. d. Aphrodite 368, 
4a. d. Apollon306, 2 d. Artemis 335, 
7a. d. Athcna250, 116. d. Kyklopen 
165, 4. d. Zeus 197, 2cf. — • Sagen 
731, 1.861, 5; 6. 

Lykoa : D. d. Artemis 333, 36. 

Lykotnedes 674, 4. 779, 4. 888, 4. 

Lykomiden 422, 2a. 

Lykopeus 1) S. d. Agrios GA 0,2. — 
2) S. d. Portbaon GA 0, 2. 

Lykoreia in Arkadien: D. d. Apollon 
304,|4a. 

Lykoreia in Böotien: D. d. Apollon 298, 

3. 300, 26. — Sagen 650, 3c. 709, lc. 
Lykoreus 300, 26; 56. 321, 1 ; 3.i; </. 

323,2c. 709,1c. 

Lykos 1) S. d. Chthonios 738, 3; 4. 
739,4; 5. GA G, 2. — 2) S. d. Dasky- 
695, 1. — 3) S. d. Hyrieus 716, 1 ; 
5. GA E, U. — 4) S. d. Pandion302, 
16.411,2«. 752, 3r. 768,3.839,4. 
861, 5/i. GA H. — 5) S. d. Poseidon 
und der Keläno 243, 3. 834, 3. GA 
E f 16. O. — 6) S. d. Poseidon (the- 
bisch) 926, 5. 927, 1.-7) Kentaur 
666, 2*. 

Lykosura: D. d. Ares 348, 5c. d. Des- 
pöna411,5a. d. Zeus 195,2. 

Lykotas 666, 2c 

Lyktos: D. d. Apollon 305, lc. d. Arte- 
mis 334, 2<t. d. Zeus 194, 3. 205, 1. 
211,2a.— Sagen 728, 1. 

Lyktos 720, 4. 

Jjykurgos 1) S. d. Aleos813, 1. 814, 
1—3. 817, 2. 841, 5. GA L, 2. - 2) 
S. d. Dryas 319, 26. 458, 5. 460, 2c. 
648, 3a. 659, 2; 3a. 859, 36. — 3) 
S. d. Pheres GA A, 2a. 

Lynkevs 1) S. d. Aegyptos 795, 3. 796, 

4. GA K, 4. — 2) S. d. Aphareus 162, 
2. 861,4t. 838,3. GAP, 2. 

Lyra symb. für Eros 492, 1. für Hermes 
277, 2«. Vgl. Kithar. 



Lyros (Lyrnos) 384, 2a. GA T, 16. 

Lysianassa GA A r , 2e. 

Lyside GA D, 3. 

Lysidikc GA Ä. 

Lysimachc GA ß, 3. K, 6. 

Lyssa 605, 2. 

Lytierses s. Lityerses. 

Ma armenisch -kappadokisch 337, 2a. 

MP L, 5. nordasiatisch MP N, 5. 
Machä 602, 3. 
Machaon 324, lc. 510, 5. 833, 1. 839, 

3. GA P, 2. 
AI«« T. d. Atlas 834, 3. uHephästos 

395,1. oZeus.112, 4. 210,1.270, 

2c. 283, In. GA O. Vgl. Maja. 
Mäandros 543, 5. 
Mat[xaxrr\Qtn 193, 4; 5c. 203, 2«. 

204, 6. 
Miinaden 465, 3. 466, 3. 
Mänalon : D. d. Artemis 333, 2c. 
Mao« 641, 2. 
Mära 1) T. d. Atlas 269, 2rf. — 2) 

attisch (Hundstern) 463, 66. 487, 3. 
Magncs 1) S. d. Aeolos 653, 1 ; 3rf. 673, 

2. — - 2) S. d. Argos GA J, 26. 
Magnesia am Sipylos: D. d. Apollon 306, 

4a. d. Artemis 335, 46. 
Magnesia in Thessalien: D. d. Apollon 

299, 3c. d. Athena 246, 3a. d. Zeus 

192, 7. 
Magneten 649, 1. 673. 681, 2a. 718,2. 

719,2. 
Magyaren: Mythologie MP ß, 2. 
Main indisch MP X, 6a ; c. 
Maja römisch 270, 2c. 968, 4. 970, 5. 

974, 7c. Vgl. Mäa. 
Makar 646, 26. 
Makareus 1) S. d. Aeolos 653, 3/". — 

2) S. d. Helios 646, 26. 
Makaria 646, 26. 

Makar in 781, 6. 783, 26. 931, 3. 
Makedon 657, 3a. 
Makedonien: Dienste 67, 1. d. Aphrodite 



REGISTER. 



419 



361, 3c. d. Apollon299, 4. d. Arte- 
mis 330, 3. d. Atbena246, 46. d. 
Dionysos 440, 3 a. d. Zeus 192, 86. 
— Sagen 657. 

J#rt*i*ffVr239, 1. 

Mahris 1) T. d. Aristäos 463, 5 c. — 
2) Amme der Hera 229, \a. 

Malachbolus syrisch MP N, 2. 

Mitlache 717, 2. 860, 6. GA JE, la; 2. 

Malea: D. d. Apollon 303, 26. 

Mallos: D. d. Apollon 306, 36. 

Mamercus 996, 8. 

Mamer* 964, 2. 968, 6; 8. 

Mamilii 996, 10/». 

Mamurins 970, 2. 

Mana-Geneta 975, 7. 988, 9a. 

Mandelbaum symb. für Kybele 147, 2. 

Maneros ägyptisch MP D, 5. 

3frffie*973,8; 9. 992,2; 6. 

Jffifii« etruskisch 938, 3. 939, 6. rö- 
misch 985, 16. 

Mannus germanisch MP X, 6ci. 

Mantbyrea: D. d. Athena 249, 56. 

MantiklosM2,\\. 

Mantineia: D. d. Aphrodite 364, 86. d. 
Apollon 304, ig. d. Artemis 333, 36. 
d. Dionysos 443, 5c. d. Hera 216, 96. 
d. Hestia287, 36. d. Poseidon 233, 
7a. 239, 1. d. Zeus 195, 46. — 
Sagen 818, 36. 

Mantios 662, 5; 10. 802, 3. GAÄ, 1. 

Manto 1) T. d. Polyeidos GAU, 1. --• 
2) T. d. Teiresias 748, 4. uAlkmäon 
662, 7c. 816, 4. GA B, 2. u Apollon 
321,3c. oRhakios 306,4c. 

Manturna 989, 3tf\ 

Mantus etruskisch 434, 3c. 939, 4. 960, 
1.973,6. 

Manu indisch MP F, 76. 

Marathon: D. d. Apollon 302, 4 f. d. 
Athena 248, 86; 9. d. Herakles 816, 
6. — Sagen ? 83. 

Marathon 783, 2c. 823, 2. 83), 1. GA 
M,2.iV,l. 



Marcii 550, 4. 

Mariandyner 695, 1. 

Mariandynos 543, 7. 863, 16. 

Marica latinisch 942, 6. 

Maris 968, 5. 

Maron 299, 2a. 319, 26. 323, 3<f. 463, 
\a. 659,3c 

Maroneia : D. d. Dionysos 440, 2. d. Ma- 
ron 659, 3«. 

Marpessa o Apollon 321, 4. oIdas233, 
8«/. 838, 4. 848, \a. GA P, 2. Q, 4. 

MARS etruskisch 938, 4. 939, 6. ibe- 
risch MP i>, 4c. latinisch 941, 6. 942, 
2; 3. römisch 347, 1. 951 , 5. 953, 

5. 956, 9. 958, 7. 962, 4. 966, 2. 
968, 5—9. 969. 970, 7. 971, 8. 972, 
7. 973,9. 974,3. 978,3; 6. 981, 
3. 983, 11. 991, 7. 995,2. MP S, 
3a. 

Marser 934, 4. 936,1. 

Marspiter 968, 5. 

Marsyas3\9, 26. 326, 46. 466,2c. 

862, id. 
Martii 323, 16. 
Marut indisch MP T, 8a. 
Maske symb. für Dionysos 450, 3f. 
Massalia: D. d. Aphrodite 369 , 2 c. d. 

Artemis 336, 4. d. Athena 250, 4c. 
Mastaura i D. d. Ma 148, 4. 
Matres, Matronae gallisch MP P, 46. 

T,5f. 
Matronalia981,2; 6. 
Matura 989, 4d\ 
Mat«la 975, 7. 977, 7-11. 979, 8. 

984, 4. 
Maus symbolisch 40, 8. für Apollon 306, 

76.312,6c. 
Mavors 968, 5. 
Mean etruskisch 939, 3. 
Mediane 107, 2. 

Medeia T. d. Aeetes (T. d. Helios 471, 
. 4.) 228,3. 387, 1. 481,2.5 06,3. 
" 512, 1. 627, 5. 690, 36. 691. 730, 

6. 770, 4. 773, 4. 823, 2. 975,8. 



420 



REGISTER. 



GA M, 2. u Achilleos 889, 5. o lason 
696,4. 697 ff. GA,4,2a. 
Medeios 700, 1 ; 6. 
Jferfif rinn 971,10. 984,9c 
Meditriaalia 971, 10. 
Mtdon 666, 2h. 
Afctfo« 461,3c. 462. 
Medusa 105, 5. 242, 26. 267, 2a. 584, 

2. 585. 798, 2—6. 
Meergötter MP 7, 5e. 
Aft^ffA^rfa 424, 3«. 
MegaJesia 148, 2. 976, 4. 997, 8. 
MegaJopolis : D. d. Aphrodite 364 , 8 f. 
d. Apollon 296, 3a. d. Ares 348, 5c. 
d. Artemis 333, 3<f. d. Athena 249, 
5 f. d. Demeter 411, 56; 6a. d. Hera 
216, 9c. d. Hermes 272, 3t. d. Musen 
551, 6. d. Poseidon 233, 7A. d. Zeus 
195,4c. 
Megamede 706, 5. 

Megapenthes 801, 3. 806, 1. GA IC, 4. 
Megara: Dienste 70, 1 . 786, 1 . d. Aphro- 
dite 363, 4. d. Apollon 302, 5. d. Ar- 
temis 331, 86. d. Athena 248, 10. d. 
Demeter 409, 3. d. Dionysos 442, 5. 
d. Eros 490, 2. d. Lenkothea 537, 3. 
d. Poseidon 233, 2. d. Zeus 193, 8. 
— Sagen 786. 787. 
Megara 932, 1. 932, 2. GA F, I«. 
Megareus S. d. Poseidon (S. d. Zeus 

193,8)243,16. 786,5. GAJ. 
Meyaros 639, 2J. 786, 6; 7. 787, 1. 
Meilanion 814, 7; 9. GA £, 2. 
Mekionike 242, 4. GA F, la. 
Mekisleus 748, 2. GA B, 3. 
Mekone832, 1. 
Meläna 1) u Apollon 321 ,1.-2) T. 

d. Kephissos u Poseidon 709, 2a . 
Melampus 84, 9. 323, 3c. 324, 1a. 
401, 3. 403, 1. 405, 46. 443, 2a. 
642, 2. 648, 3c. 662, 2 — 5. 790, 3. 
802. 803, 2. 815, 2. 818, 1. 819, 3.. 
821,2. GA J,2«. B,\. AT, 4. 
MtlanchMtos 666, 34. 



Metamern» 1) S. d. Apollon 838, 2. 839, 

2. — 2) Kentaur 666,24. 
Melangeia: D. d. Aphrodite 364, 84. 
Melanippe 1) T. d. Aeolos 753, 4. GA 

JI. — 2) T. d. Cheiroa 668, 6. — 3) 

T. d. Poseidon 652, 4. 
Melanippos 1) S. d. Agrios GA 0, 2. — 

2) S. d. Ares 249, 10c. 267, 24. — 

3) u Komätho 342, 2. 
Melantheia 1) T. d. Alpheios 242, 3«. 

— 2) T. <L Deukalkm 650, 6. 
Melantho 1) T. d. Deukalkm 242, 3c. 

709, 2a. — 2) oKriasos GA Ä, 26. 
Melanthos 463, 36. 839, 5. 
i/efa« 1) S. d. Antasos 829, 1. 839, 3« 

GA Jf.— 2) S. d. Porthaon GA 0,2. 
Meleagros S. d. Oeneos (S. d Ares 353, 

\g; 26. 847, 3. S. d. Dionysos 462«.) 

171, 8. 301, 5. 326, Zf 345, 4«. 

432, 4f. 590, 4. 681, 2*; 5c. 745, 

4. 81 4, 9. 847, 1 ; 3. 849, 1 ; 2. 850. 

GAP, 2. ß,3«; 4. 
Melechei assyrisch MP £*, 5. 0, 9. 
Me1es6U,2. 
Melia T. d. Okeanos o Apollon 32 f, 1; 

36 751,l.uInachos792, l.GA*,l. 
Meliaden 108, 4. 545, 4. 
Melittsten 443, 5c. 
Meliböa 1) T. d. Okeanos uPeJasgos 

GA L, 1 . — 2) u Magnes GA J, 26. 
Me1igunis3&2e. 
Melikertes 232, 4. 529, 4. 530, 1 ; 4. 

531. 532. 537, 7. 683, 2. 686, 2c. 

688, 2. 701, 2. 825, 4. GA J, 3. 
Jfefo*! 200, 2. 211,3a. 
Melissen 335, lf. 343, 1«. 429, 5#. 

432, 6c. 545, 4. 
Melitäa : D. d. Artemis 330, 26. 
Melkart h phönicisch 686, 2c. 915, 2. 

MP O, 7; 10. 
Mellona 989, Ad. 
Mellonia 984, 94. 
Melohosis 544 c. 
Melpomene 542, 7. 553, 8. 



REGISTER. 



421 



Memnon 475, 1. 624, 3*. 635, 4. 889, 

1.892, 7. 900,3. GA T, 2«. 
Memnonis 164, 5. 
Memphis: D. d. Aphrodite 368, 66. 
Memphis GA IC, 3. 
Jfc* armenisch MP&, 5. nordasiatiseh 

481.3. MPiV, 5. 
Ifewn 989, 36. 
Ife»e479,1.661,4. 

MeneJaot S. d. Atreiw (S. d. Pleisthenes 
GAF.) 729,4. 837,3. 873.874. 886, 
2; 3. 887, 1. 893, 2. 897 ff. 902, 2. 

905. 1. GAP, 2* Ä. 
IftiiMffteil« 708, 16. 779, 2. 782, 1. 
Menesthios GA 5, 2a. 

Äff ftöüren« 746, 1. 

Menötios 1) S. d. Aktor 681, 2<?. GA 
J, 2a. S, 2a. — 2) S. d. lapetos 106, 
6. 114, 5. 436, 1c. 437, 5a. 637, 4. 

Menotyrannos 149, 4. 

Menrftt etruskisch 939, 3. 

Mem* 978, 7a. 989, 5a; 8. 

MensoheBgesehlecht, Entstehung dessel- 
ben MPX, 11. 

Menschenopfer 32, 2. 56, 2. 429,3. 154, 
4. 164,1. 194,7. 196,3. 197, 5«. 
198, 1*. 205, 1. 239, 3. 260, 4. 271, 
3». 280, 1. 315, 4. 316, 3. 337, 3. 

342.2. 351, 3e. 423, 2e. 453, 4«. 
532,1. 537,7. 711,2. 730, 7; 9. 

762. 4. 809, 2. 935, 5. 942, 8. 960, 
2. 963,3. 973,2. MPT, 6«; 7. 

Menschwerdung der Götter MP Y, 1. 

Mente* 856, 1a. 

Mentbe symb. für Hades 436, 1*. 

Menth* 437, 3c. 

Mentu ägyptisch MP D, 2. E, 1. 7, 2 a ; 

6. jr, 5a. 

Mephitis 953, 1. 981, 5c. 989,6fr; 8. 

MEHCUH1US etraskisch 939, 5. rö- 
misch 270, 1. 955, 5. 962, 4 ; 5. 968, 
1—4.972,7.977,7. 

Mermeros 1) S. d. Jason 700, 1 ; 6. GA 
A, 2a . - 2) Ktatftur 66t, **?. 



Meroe: Orakel des Zeus 198, 6. 
Merope 1) T. d. Atlas 834, 3. GA O. 

— 2) T. d. Kypeelos 840, 2. GA F, 2. 

— 3) T. d. Oenopion 715, 7. 
Meropen 634, 46. 859, 2a. 927, 2. 
Merops 639, 2f. 

Mesogäa 752, 3«. 

Messana: 0. d. Ares 348, 8a. d. Posei- 
don 235, Id. 

Messanos 243, le. 

Messene: D. d. Apollon 304, 3c. 

Messene 411, 2a. 838, 1. GA P, 3. 

Messenien: Dienste 70, 3; 4. d. Aphro- 
dite 364, 7a. d. Apollon 304, 3. d. 
Artemis 332, 7; 8. d. Asklepios 507, 
6. d. Athena 249, 8. d. Demeter 41 1, 
2. d. Dionysos 443, 6a. d. Herakles 

917. 2. d. Hermes 272, 5. d. Karoten 

171. 3. d. Poseidon 233, 8tf. d. Rhea 
1 42, 2. d. Thetis 538, 4. d. Zeus 1 96, 3. 
205,1. 21 1, 26.~Sagen681, 4c. 834ff. 

Messer symb. für Hekate 568, 1. 

Mestor GA K, 5. R- 

Mi$tra 432, 66. 

Meta 770, 4. 

Metabos 557, 26. 854, 1. 858, 3a. 

Metnneira 432, 5a. 

Metapontion: D. d. Apollon 307, 3c. d. 

Artemi« 336, 26. d. Athtna 251, 36; 

c. «L Demeter 414, 3. d. Hera 218, 

8a. d. Hermes 273, 36. d. Poseidon 

235, 1a. 
Metapontos 860, 2c. 
Methapo* ±\\,2a.. 
Melke 466, 3a. 
Methon 657, 3a. 
MethoneU\,2. 657,3a. 
Methydrion: D. d. Poseidon 233, 7f. 
Methymna : D. d. Palamedes 796, 3. 
Metiadusa 768,1. GAU. 
Metidihe GA Ä, 6. 
Metion 761. 763, 1. 766, Ad. 767, 1. 

768,2; 3. GA J5T. 
Metioniden 640, 6c. 



422 



REGISTER. 



Metii 112, 4. 123, 4. 207, 2. 208, 4. 

265, U. 544c. 
MetrngyrteniiS, 1. 
Metropolis: 0. d. Aphrodite 361, 5r. 
Mexiko MP 0,1. 
Mezentius 944, 6. 966, 7. 
J«da# 149,3<r; 5. 463, 3c/. 642, 1. 731, 
. 3. 862, 4. 867, 2. 975, 8. 
Midasgarten 657, 36. 
Midea: Sagen 806, 3. 
Mitten 806, 3. 
Mideia GA F, 3r, ß. 
Milanion s. Meilanion. 
Miletos: D. d. Aphrodite 368, 2a. d. Apol- 

lon 297, 2. 306, 46. d. Artemis 335, 

3 c/. d. Athena 250, id. d. Demeter 

413, 1. — Sagen 721, 1. 861, 3c; 4. 
Mutlos 321,1. 368,2a. 721,1. 722, 

1.726,2.728,4. 
Mimallonen 465, 4. 
Mimas 1) S. <L Aeolos 653, 3 a. — 2) 

Gigant 130, 4. — 3) Kentaur 666, 

2d. 
MINERVA etruskisch 938, 2. 939, 1 ; 

7. latinisch 942, 3; 7. 943, 3. rö 

misch 245, 1. 953, 1 ; 3. 954, 1 ; 3. 

956, 4; 7. 957, 2. 958, 7. 962, 5. 

966,5. 969, 76. 974, 10«. 977, 7. 

978. 979,8. 980. 5. 981, 4. 983, 11. 

(Capta253, 3A. Etrusca251, 3a. 252, 

16. Medica 253, 2c?. Mt»ica255, 1«. 

Nautia 254, 56.) sabinisch 936, 6 ; 7. 
Mino» 194, 2a. 208, 6. 210, 3. 579, 4. 

718, 4. 720, 2 — 4. 721, 7. 722 ff. 

762,1. 765,3; 4. 767,4; 5.771, 

1 ; 4. 775, 1. 786, 3; 4. 859, 3c. 927, 

2. GA F. ö, 1. 
Minotauro* 723, 3; 4. 725, 2. 728, 4. 

776,2; 3. 
Minturnä: D. d. Aphrodite 369, 2c. 
Minyaden 460, 26. 
Minyas S. d. Chryses (S. d. Poseidon 

243, la.) 653, 1. 702, 1 ; 4. 703, lc; 

26; c. GA C. 



Minyer 57, 2. 58. 654, 1 — 3. 677 ff. 

681,3. 701ff. 717,4; 5.718. 
Misenos 858, 26. 943, 6. 
Mithra persisch .915, 2. MP Ä, 5; 6; 

10. L, 3. 7\ 26; «f. F, 5. 
Mitkras römisch 127, 2. 955, 6. 997, 

9. 1000. 
Mithrasopfer MP y, 5<i. 
Mitra symb. für Dionysos 450, 3c. 
Müra persisch 370, 26. MPK, 6; 8. 

L, 3. T,2d. römisch 1000, 1. 
Mitra- Varunau indisch MP 8, 4. 
Mneme 61 5, 2. 
Mnemosyne 112, 4. 127, 2; 3. 207, 2. 

208.3. 551. 
Mnesileos 837, 3. 
Moab MP N, 6. 
Modius s. Kalathos. 

Möra 103, 3. 112, 1. 184, 4. 201, 1 ; 

2.213,5. 589,2. 
Mören 112, 4. 113, 3. 151, 7. 208, 3. 

213, 5. 371, 2a. 380, 3c. 429, 5a. 

565. 4. 575, 4. 588, 3. 589, 3. 590. 
593, 2. MP P, 9. 

Möwe symbolisch 41, 3. für Hermes 

277, 2t. 
Mohn symbolisch 39, 3 ; 4. für Aphrodite 

375, 26. für Demeter 420, 2*. für 

Hypnos 572, 4. 
Molae (Moles) 969, 7 f. 
Molione 163, 1. 844, 5. 6 Aktor 

GA Q, 1. u Poseidon 242, 3a. GA 

0, 1. 

Moloch arabisch MP N, 1. babylonisch 

MP M, 2. israelitisch MP N, 7. phö- 

nicisch MP O, 7. semitisch MP S, %d. 

T, 2c. syrisch MP N, 4. 
Molos 1) S. d. Ares 355, \g. GA £>, 2. 

— 2) S. d. Deokalion GA F. 
Molossien: D. d. Hestia286, 16. 
Molpe 466, 36. 
Moluros 702, 5. 
Momos 616, 4. 
Mond symb. für Athena 253, 3cf. 



REGISTER. 



423 



Mondsichel symb. für Hera 222, 36. vgl. 

Halbmond. 
Mondverehrung MP T, 7. Tgl. Selene- 

Luna. 
Moneta 595, 8. 
Mongolen MP ß, 2a. 
Monychos 666, 2c. 
Mopsos 1) S. d. Ampyx 681 , 26. 699, 

3. — 2) S. d Rhakios (S. d. Apollon 

321, 3c.) 306, 4 c. 323, 4rf. 642, 3c. 

861, 3. 
Morgenstern als Gottheit MP T, 3c. 
Morpheus 572, 1. 573,1. 
Morreus 460, 46. 
ifors 574, 1. 
Mothone: D. d. Artemis 332, 8 c. — 

Sagen 841, 3c. 
Moiotfttyta 444, 1 c. 
Mu ägyptisch MP D, 2. E, 1. 
Jtffifct6cr 389, 16. 970,1. 
Mundilies 989, 6/r. 
Munychia: D. d. Artemis 331,2. 
Munychos7%\,$. 
Muschel symb. für Aphrodite 374, lt. 

375, 26. 
Musäos 84, 6; 9. 324, 26. 401, 4. 

661, 4. 
Musen 112,4. 113, 3. 168, 2. 208, 3. 

319, 5/i. 456,2t. 493, 6. 523, 7. 

551. 552. 572,6. 
Muspell nordisch MP P, 1 0. X y 56. 
Mute 985, 2c. 988, 9c. 
Math ägyptisch MP E, 3. S, 36. phöni- 

cisch MP X, 5«. 
Mulinus etruskisch 938, 4. römisch 

501,5.971,16. 
Mygdon 862, 46. 927, 1. 
Mykale: D. d. Poseidon 234, 1. 
Mykalessos: D. d. Demeter 408, 3/r. 
Mykenä: D. d. Hera 216, In. 229, Irr. 

d. Herakles 917, 1. d. Zeus 196, 1c. 

— Sagen 806, 2. 871— 873. 
Mykene 806, 2. GA K, 1, 36. 
MyJceneus 806, 2. 



Mykonos: D. d. Demeter 444, 2fc. 

Mylasa: D. d. Aphrodite 368, 3<r. 

Myle* 41 1, 2/r. 835, 1. GA P, 3. 

Mylittn babylonisch 370, 2n; c. 377, 
3c. MP L, 6. AJ, 3. O, 8. semitisch 
MP T, 5rf. F, 3«. X, 56. syrisch MP 
N, 4. 

Myon: D. d. Poseidon 232, 3fc. 

Myrina: D. d. Apollon 306, 5«. 

Myrinus: D. d. Artemis 331, 76. 

Myrmex 254, 5a. 

Myrmidon 653, 46. 

Myrranos 460, 46. 

Myrte symbolisch 39, 2. 44, 5. für Aphro- 
dite 374, 2<i. für Bona Dca975, 4. 
für Hermes 277, lc. für lacchos 420, 

5. für Venus 983, 9. 
Myrtilos 272, 46. 284, 1c. 870, 3. 
Mvata 423, 16. 

Mysien : D. d. Aphrodite 367, 3. d. Apol- 
lon 306, 8. d. Artemis 335, 6. d. Dio- 
nysos