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WIENER BEITRÄGE 



ZUR 



ENGLISCHEN PHILOLOGIE 



UNTER MITWIRKUNG 



D"- K. LUICK 

OBD. FBOF.DEB ENGL. PHILO- 

LOGIB AH DER ÜNIYEB8ITÄT 

IN GRAZ 



D«- R. nSCHER 

ORD. PROF. DER ENGL. PHILO- 
LOGIE AN DER UNIVERSITÄT 
IN INNSBRUCK 

L. KELLNER 

AO. PROFESSOR DER ENGL. 
PHILOLOGIE AN DER UNI- 
VKRSITÄT IN CZERNOWITZ 



D" i. POGiTSCHER 

ORD. PROF. DER ENGL. PHILO- 
LOGIE AN DER DEUTSCHEN 
UNIVERSITIt in PRAG 



HERAUSGEGEBEN 

VON 

D^ J. SCHIPPER 

ORD. PROF. DER ENGL. PHILOLOGIE UND WIRKLICHEM MITGLIEDS DER 
KAI8ERL. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN 



XXIV. BAND 



WIEN UND LEIPZIG 
V/ILHELM BRAUMÜLLER 

K. U. K. HOF- UND UNTVRBSITÄTS-BUCHHÄNDLER 

1906 



JAMES THOMSON 

DER JÜNGERE 

SEIN liEBEN UND SEINE WERKE 



DARGESTELLT 

VON 

JOSEFINE WEISSEL 

(WIEN) 




WIEN UND LEIPZIG 
WILHELM BRAUMÜLLER 

K. ü. K. HOF- UND UN1VER81TÄT8-BUCUUÄNDLER 
1906 



Alle Hechte, insbeiondere das der Übersetzung, vorbehalten. 



J53o(59 



K. k. UniTenitätt-Bachdmokerei «Stsrria", Otm. 



Einleitung. 



In den folgenden Blättern wird — zum ersten Male in 
deutscher Sprache — der Versuch gemacht, eine Darstellung 
des Lebens und der Werke James Thomsons zu geben. 
Bei seinen Lebzeiten verkannt und vielfach übersehen, ist 
der Dichter zwar in den letzten Jahren, dank seiner rüh- 
rigen Verleger, in England etwas bekannt geworden — 
wenn ihm auch noch lange nicht die verdiente Anerken- 
nung zu teil wird — außerhalb seines Vaterlandes aber ist 
er ein völlig Fremder geblieben. — 

Es lag mir nun vor allem daran, deutsche Freunde für 
Thomson zu werben. Dies konnte am besten geschehen 
durch Aufrollen seines Lebensbildes, seines Werdeganges 
und durch eine Gesamtdarstellung seiner Arbeiten. Manche 
Einzelheit mußte dabei zwar unberücksichtigt bleiben und 
manches Gebiet wird vielleicht später einmal größere Ver- 
tiefung erfahren; vielleicht von jemand, der berufener dazu 
erscheint als ich. Wenn ich zu solchen Studien den Anstoß 
geben könnte, so wäre meine Dankesschuld dem Dichter 
gegenüber doch in beschränktem Maße getilgt. 

Ausgaben. 

Thomsons Werke Liegen mir in folgenden Ausgaben 
vor, nach welchen auch zitiert wird : 

1. The poetical works of James Thomson (B. V.) edited 
by Bertram Dobell with a memoir of the author in 2 vols. 
London, JReeves & Turner & B. Dobell. 1895. (P. W). 

2. Biographical and critical st u dies byJames Thomson. 
London, Reeves & Turner & B. Dobell. 1896. (B. & C). 

3. Essays and Phantasie s by James Thomson. London, 
Reeves &, Turner. 1881. (E. d: Ph.J, 



— VI — 

4. Satires and Profanities by James Thomson with a 
Preface by G. W. Foote. London: Progressive Publishing Com- 
pany 1884. (S. & F.) 

B. Cope's Smoke Room Booklet Nr. 3. Selections from original 
contributions by James Thomson to "Cope's Tobacco Plant". 
Liverpool 1889. (Cope.) 

6. The Story of a Famous Old Jewish Firm and other 
pieces in prosc and rime by the late James Thomson (B. V.) 
with an introduction by B. E. Leek. Bijou lleprints Nr. VL 1883. 
(Leek.) 

7. Essays, Dialogues and Thoughts of Giacomo Leo- 
pard i translated by James Thomson (B. V.) edited by Bertram 
Dobell. London, George Routledge & Sons. (Leopardi.) 

8. The Poets and the Poetry of the Century. Alfred H. 
Miles. Der Band "Charles Kingsley to James Thomson" — 
bringt einzelne Gedichte mit einer Einleitung von Roden Noel. 

Was im folgenden sonst noch von Thomsons Werken 
erwähnt wird, war zum Teil nicht aufzutreiben, wie der 
"Shelley''-Band, zum Teil sind es Artikel, die noch nicht 
aus den Zeitschriften, für die sie geschrieben wurden, ab- 
gedruckt sind. 

Eine vollständige Zusammenstellung der Literatur 
über Thomson^) soU später gegeben werden. 



1) Ich halte mich dabei fast genau an eine Liste, die Mr. Dobell 
angelegt und mir überlassen hat. 



Literatur. 



1. Die Werke Thomsons in den oben genannten Ausgaben. 

2. The Lite of James Thomson (B. V.): with a Selection from his 

letters and a Study of his Writings by H. S. Salt. London 1889. 

3. Friedrich von Hardenberg (Novalis) ed. Meissner. 

4. A. Schubart: Novalis' Leben, Dichten und Denken. (Gütersloh 

1887.) 

5. Giacomo Leopardi ed. Ranieri (dazu die Übersetzung von Paul 

Heyse, Berlin 1878). 

6. The Works of Thomas de Quincey. New -York— Edinburgh. 

7. William Maccall : "A Nirvana Trilogy" ; Three Essays on the Career 

of James Thomson. 

8. Ford Madox Brown: a record of his life and works by Ford 

Hueflfer. London 1896. 

9. Percy Bysshe Shelley's works. 



Inhaltsverzeichnis. 



Seite 

Einleitung V 

Ausgaben V 

Literatur VII 

A. Lebenslauf 1 

B. Werke: 

a; Jugendgedichte (L Periode) 1852-1859 47 

h) Gedichte der 11. Periode (1860-1872) 68 

c) Prosaschrü'ten 95 

d) Gedichte der letzten Periode (1881—1882) 127 

e) Übersetzungen 136 

C. Einflüsse: 

a) Dichterische Vorbilder: Dante, Leopardi, Shelley, Novalis, 

Heine 140 

h) Zeitgenossen und persönliche Bekannte ; Freundschaften und 

Korrespondenzen 146 

D. Sprache 149 

E. Charakteristik 151 

F. Stellung in der Literatur und die Literatur über 

ihn 153 



A. Lebenslauf. 

James Thomson ist am 23. November 1834 in Poit 
Glasgow, einem kleinen Marktflecken in Renfrewshire in 
Schottland, als der älteste von drei Geschwistern geboren. 
Die Eltern waren Schotten und haben beide einen großen 
Einfluß auf den Dichter ausgeübt. Aber so verschieden sie 
in ihrem Wesen waren, so verschieden war auch der Einfluß 
auf den Sohn. Der Vater, James, war Seemann, tüchtig 
in seinem Fach, mit vielseitiger Begabung. Er soll heiteren 
Temperamentes gewesen sein, ein guter Gesellschafter und 
nicht ohne Vorliebe für die schönen Künste: er schätzte 
die Literatur und war musikalisch recht begabt. Einige 
dieser Eigenschaften finden wir beim Sohn wieder. — Am 
12. Jänner 1884 heiratete er in London Sarah Kennedy. 
Sie war eine äußerst religiöse Frau, eifrige Anhängerin 
Irvings^) und wohl auch etwas melancholisch veranlagt. 
Sie erzog ihre Söhne, James und den 1842 geborenen John 
(ein 1836 geborenes Mädchen starb mit drei Jahren), nach sehr 
streng-religiösen Grundsätzen und trieb mit dem Andenken 
Irvings einen gewissen Kultus, unter dem die Kinder bis- 
weilen gelitten haben mögen. Das Zusammenleben der 
Gatten war, nach des Dichters eigener Aussage (in einem 
Brief an seine Schwägerin aus seinem letzten Lebensjahr), 



*) Edward Irving, 1792—1834, war seit 1822 presbyterianLschor 
Prediger in der Caledonian-Kapelle in London und Lieblingsprediger 
der vornehmen Welt. Er deutete die Welterschütteiningen der letzten 
Zeit als Anzeichen der bevorstehenden sichtbaren Wiederkunft Christi 
und des nahenden tausendjährigen lleiches. Seine Anhänger bilden 
die sogenannte apostolisch-katholische Kirche. Er wurde zuerst au.s 
seiner Kapelle ausgeschlossen, dann wegen seiner Lehre vom sündigen 
Fleisch des stlndlosen Jesus 1838 auch von der schottischen National- 
kirche, sammelte seine Anhänger in abgesonderter (remeinschaft und 
s-tarb 1834 in Glasgow. 

Weissei, James Thomson. 1 



— 2 — 

ein glückliches, harmonisches. Sie ergänzten sich wohl in 
so manchem und fanden sich in der Liebe zu den Kindern. 

Im Jahre 1840 trifift die Familie ein großes Unglück: 
der Vater kehrt von einer Reise auf der "Eliza Stewart" 
als Krüppel zurück. Während einer Woche des schreck- 
lichsten Sturmes hatte er seine durchnäßten Kleider nicht 
ausziehen können und sich dadurch eine rechtsseitige 
Körperlähmung zugezogen. Mit einem Male ist die Familie 
ihres Ernährers beraubt ; aber der Vater ist nicht nur völlig 
hilflos, sondern durch den Schlaganfall ist der sonst liebens- 
würdige Mann heftig und aufbrausend geworden. Er hat 
(besonders in der ersten Zeit) Anfälle, die das Gemüt der 
Kinder aufregen und erschüttern; er quält seine Frau, 
höhnt sie, weil sie die Altere war. Später verwandelt sich 
die Aufregung in eine Art Apathie, die fast an Schwachsinn 
grenzt. Er nimmt den kleinen James zu Gottesdiensten 
und religiösen Versammlungen, bei denen dieser stunden- 
lang den imheimlichen Wechselgebeten exaltierter Frömmler 
und fanatischer Priester lauschen muß; ein unvergeßlicher 
Eindruck für die Kindesseele. 

Wir haben keine genaue Nachricht darüber, wann die 
Familie aus Schottland nach London kam; wir wissen 
nur, daß sie 1842 ausziehen muß und finden sie in ver- 
schiedenen Wohnungen im Osten von London : zum Verlust 
des inneren Familienglückes kommt auch der der äußeren 
Behaglichkeit. James mag wohl damals schon starke Ein- 
drücke von der Stadt bekommen haben, mit deren innerstem 
Leben er später so sehr vertraut war. 

Man hat den pekuniären Verfall der Familie auf die 
überhandnehmende Trunksucht des Vaters geschoben ; Be- 
weise dafür liegen aber nicht vor. In seinen guten Tagen 
pflegte er wohl bisweilen mit Freunden beim Glase heiter 
zu sein, doch wissen wir gar nichts darüber, daß dies bei 
ihm zu einer schlechten Gewohnheit geworden wäre. Es 
ist nicht unwichtig, das hier zu erwähnen, weil die Frage 
noch offen ist, ob Thomson in dieser Hinsicht von seinem 
Vater erblich belastet war. Er selbst bezeichnet den Hang 
zum Alkoholismus als ein Erbübel der Familie, dem aUe 
Mitglieder, *^ivho had brains'' verfallen waren. Ich glaube, 
der Dichter hat von seinem Vater direkt weit eher die 



— 3 — 

herzerquickende Genußfähigkeit geerbt, die zu Zeiten hervor- 
kommt und ihn zimi bezaubernden Gesellschafter machte, 
zum liebenswürdigen Korrespondenten und ihn zu Kunst- 
werken inspirierte, wie "Sunday up the River" und 
anderem aus derselben Periode. 

Auch seine Liebe zur Musik hat er vom Vater. Das 
Erbteil von der Mutter war das verhängnisvollere: die 
Neigung zum Mystischen und der Hang zur Schwermut. — 

Von einer Erziehung im Eltemhause konnte unter 
diesen Verhältnissen nicht die Rede sein ; je eher die Söhne 
diesem Einfluß entzogen wurden, desto besser. Im Dezember 
des Jahres 1842 gelingt es Freunden, James im Royal 
Caledonian Asylum unterzubringen. Es war gerade 
noch Zeit, denn bald nach seinem Eintritt starb seine 
Mutter. Thomsons Freund und Biograph Bertram Dobell 
zieht einmal Cowper zum Vergleich mit ihm heran: sie 
litten beide an mangelndem Selbstvertrauen. Ich möchte 
hier auch noch einen Punkt der Gemeinsamkeit hervor- 
heben. Thomson hat, seiner Art gemäß, nicht viel ge- 
sprochen über den Verlust der Mutter ; er hat den Kummer 
in sich hineingewürgt und nach außen hin nicht viel ge- 
zeigt. Aber vierzig Jahre nach ihrem Tode schreibt er (in 
demselben, oben erw^ähnten Brief) : ^^Had she . . . Uvea, I 
might have been worth something^' — derselbe tiefempfundene 
Kiunmer, wie er Cowpers **Lines on the Receipt of 
my Mother's Picture" nach so vielen Jahren durch- 
weht. 

Der Vater lebt noch bis 1853 weiter ; mit der Erziehung 
der Söhne aber kann er sich nicht befassen, und so kommt 
es, daß James gar bald zu dem wird, was er in dem oben 
erwähnten Brief '*an Ishmael in the desert*' nennt. Im Royal 
Caledonian Asylum verbringt der Knabe nun einige Jahre, 
die gewiß zu den glücklichsten seines Lebens zählen. Er 
hat viele Freunde: außerhalb der Schule eine Mutter und 
Tochter Smith, deren er dankbar gedenkt und ferner Mr. 
WilUam Gray, ein alter Freund seiner Eltern, in dessen 
Hause er als Kamerad der zwei Töchter den gröLlten Teil 
seiner Ferien zubringt. Bei seinen Schulkollegen war er 
sehr beliebt; er galt als ein aufgeweckter, leicht auf- 
fassender Kopf, war der erste beim Unterricht und beim 

1* 



— 4 — 

Spiel und zeigte besonders viel Sinn fiir Mathematik. Da- 
neben entwickelte sich sein musikalisches Talent sehr hübsch; 
er blies die erste Klarinette im Schülerorchester und kam 
dadurch zu einer (sehr oberflächlichen) Bekanntschaft mit 
Jenny Lind. 

Bis 18B0 blieb Thomson im Royal Caledonian Asylum, 
dann aber hieß es, einen Beruf wählen. Er wäre am 
Hebsten Bankbeamter geworden, was aber ganz aus- 
geschlossen war, da ihm seine Mittel nicht gestatteten, eine 
Zeitlang als Volontär zu dienen. Er mußte sich nach einem 
einträglicheren Beruf umsehen und von Seite seiner Lehrer 
wurde ihm der eines Militärlehrers wärmstens empfohlen. 
Da sich nichts anderes bot, griff* er zu und wurde am 
2. August 1860 als '^monito/' in die '^ Model ScIiooT* des 
Royal Military Asylum, Chelsea, aufgenommen. Hiemit war 
der Anfang gemacht für das wechselvoUe und fiir einen 
Dichter gewiß eigenartige Leben, das er fuhren sollte. Wir 
können nur froh sein, daß es Thomson nicht gelang, als 
kleiner Beamter sein ganzes Leben in London zu ver- 
bringen: wohl wäre es ruhiger gewesen, er wäre seinem 
Schicksal und seinen Liebesenttäuschungen entgangen, aber 
wir hätten manche seiner schönen Verse nie bekommen ; in 
seinen Wanderungen durch England und Wand stapelte er, 
mit seinem scharfen Beobachtergeist, landschaftliche Ein- 
drücke aUer Art auf, die seinen Gedichten den **open air' 
Charakter bewahren und ein glückliches Gegengewicht 
bilden für die tiefen philosophischen Betrachtungen, in 
denen er sich mit Vorliebe ergeht, weil sie die Obertöne 
seines Wesens sind. — Li Chelsea mußte er eine Art Vor- 
bereitungskurs für das Lehramt durchmachen, wobei er sich, 
trotz seiner Jugend (er war erst sechzehn Jahre), vor seinen 
Kollegen hervortat. Sein mathematisches Talent trat wieder 
besonders stark hervor. Seine Kollegen benutzten diese 
Gabe, um den Lehrer zu beschäftigen, da Thomson stets 
so interessante Probleme vorbrachte, daß sie die voUe Auf- 
merksamkeit auf ihn zu- und von der Unkenntnis der 
anderen ablenkten. 

Seine Lektüre zu dieser Zeit trägt einen merkwürdigen 
Charakter: er ist entschieden frühreif in seiner Entwick- 
lung. Li einem Briefe aus dem Jahre 1874 erzählt er, daß 



er mit firnfzehn Jahren "riesig für Byron geschwärmt"*) 
habe; mit sechzehn Jahren aber habe sich Shelley seiner 
bemächtigt, und ihm sei er auch treu geblieben. Daneben 
las er auch Spenser, Milton, Swift, Fielding, Smollet, Sterne, 
De Foe und De Quincey und wahrscheinlich auch Shakspere. 
Von letzterem aber scheint er nicht stark beeinflußt worden 
zu sein, wie er ihn denn auch nie sehr gründlich studierte.^ 
Das Dramatische und Lebenswahre zog ihn wohl nicht so 
sehr an als z. B. das etwas Mystische an De Quincey und 
das Phantastische an De Foe. Eine große Vorliebe für das 
Lesen behielt Thomson Zeit seines Lebens bei und er 
war auch bemüht, alle, mit denen er in näheren persön- 
lichen Verkehr trat, dazu anzuregen. Li einer Reihe von 
Briefen, z. B. aus dem Jahre 1859 aus Irland an Agnes 
Gray (später Mrs. Greig), die jüngere Tochter des oben 
erwähnten Mr. William Gray, finden sich Stellen, die dies 
belegen : 

" J iahe ihe liberty of sending you hy this post tivo voliimes 
of verse which feil into niy hands some Urne back, The author, 
Robert Browning, i$ about the strongest of our living poets, 
His mfe (nee Elizabeth Barrett Barrett, io adopt the style of 
wedding cardsj is beyond all compariso)i the greatcst of English 
poetesses — those whose works are published, I mean , , . No 
lojsy reading will ever master a masterly writerJ^ 

Hier läßt sich vielleicht gerade auf eine Seite in 
Thomsons Wesen hinweisen, die sich im Verkehr mit 
Freunden später ziemlich deutlich zeigt. Wohl bedingt 
einerseits durch seine frühzeitige Erziehung zum Lehrberuf, 
andererseits dadurch, daß er ein so ehrlich strebender 
Mensch war, der alles, was er Neues und Schönes erfahren 
und gelernt hatte, auch seinen Freunden zugänglich machen 
wollte, läßt sich eine gewisse Lehrhaftigkeit bemerken, die 
ihm zur zweiten Natur wird. Dies wirkt nun ganz reizend 
im Verkehr mit seinen jungen Freundinnen, zu deren Mentor 
er sich zuweilen macht, die er in London herumführt, um 



*) "hugehj admired Byron''. 

2) Vgl. Saintsbury's Kritik in der "Acadeni}/': "...we cannot 
Mp wishing that 3£r. Thomson had read Shakeffpcare more, and Leopardi 
less/' 



— 6 — 

sie alles keimen zu lehren, mit denen er musiziert und 
Literatur treibt und die er auch in seinen Briefen (zum Teil 
jQranzösisch geschrieben) aus der Entfernung zu erziehen 
sucht ; denen er über seine Reisen in humoristischer, leicht 
belehrender Art berichtet; auf seine Altersgenossen aber 
mag diese Lehrhaftigkeit oft abstoßend gewirkt haben, und 
der Bruch mit seinem Freunde Charles Bradlaugh 1876 ist 
gewiß zum Teil auf die etwas vordringliche Art zurück- 
zuführen, mit der Thomson seinen Ansichten Ausdruck zu 
verleihen pflegte. 

Über das Wesen des Dichters zwischen den Jahren 1842 
und 1852 haben wir eine gute Schilderung aus den "Jugend- 
erinnerungen" der Mrs. Greig, die hier Platz finden möge : 
'^. . . I remember we always thonght James wonder/uUy clever, 
very nice-hoking and very gentle, grave and Jcind, He was 
always most willing to attefid to our whims, but my eldest sister 
was his especial favourite. Her will seemed always law to 
htm. She was gay as he was grave but whatever Helen said 
or did won approbation from htm . . . Previous to going (to 
Ireland) he earnestly requested that my sister might be 
allowed to correspond with him, a request which my parents 
thotight it unser to reftise, I was allowed, however, to do so, 
and although his letters came few and far between, I always 
welcomed and appreciated them. He used to endeavour to guide 
my tastes and give me good advice as to the books I should 
read . . /' 

Also ^^wonderfully clever and grave'\ Thomsons Freund, 
Mr. Dobell , sagt (vielleicht etwas übertrieben) '^ . . It is 
hardly possible to iniagine a youth of more promise than his 
was** und stellt ihn in jeder Beziehung sehr hoch. Und 
*^grave^*; aus diesem "grave*\ das schon so früh erscheint, 
sollte man doch keine weitere Folgerung ziehen. '*Grrave'\ 
nun wie eben ein Jüngling wohl ist, der Vater und Mutter 
verloren hat imd mit fünfzehn Jahren schon sich auf einen 
ernsten Beruf vorzubereiten beginnt; der außerdem ein 
ernstes Streben in sich hat, etwas Rechtes nach vielen 
Seiten hin zu leisten. ^^ Grave*' und eben nicht '^morbid** 
oder *^depressed*\ was eher zu irgend welchen Schlüssen be- 
rechtigen könnte. Ich glaube nicht, wie z. B. Salt an- 
zunehmen scheint, daß sich in diesem frühen Alter schon 



der *'poet of pessimism'^ vorbereitet. Ich glaube eher, daß 
Thomson damals noch ein ganz freies, sorgloses Gemüt 
hatte und auch noch als er nach Irland kam. Und eben 
dieses freie, fast kindlich unbefangene Gemüt machte 
ihn so empfänglich für die Schönheit und Anmut des 
Mädchens, das ihm zum Verhängnis ward, und eben des- 
halb auch war der Schmerz über ihren Verlust ein so 
riesengroßer, nachhaltiger. Gerade, weil er an die Güte 
des Schicksals glaubte, traf ihn der Schlag so unerwartet; 
bei trübsinniger Veranlagung wäre der Schmerz kein so 
übermäßiger gewesen. Doch dies sind nur leere Vermutungen, 
die auf rein persönlichem Empfinden beruhen und daher 
in der Biographie eines Mannes keinen Raum einnehmen 
sollten. 

In dem Bericht der Mrs. Greig ist die Rede von 
einer Abreise nach Irland. Im August 1861 wurde Thomson 
nach Ballincollig in Garnison geschickt. Das ist ein 
Dorf, das fünf Meilen von Cork sehr malerisch gelegen 
ist. Hier mußte er, ehe er selbst als Militärlehrer an- 
gestellt wurde, ein bis eineinhalb Jahre einem wirkUchen 
FeldschuUehrer als "Supplent" zugeteilt sein, so daß er 
die Pflichten eines Schülers mit denen eines Lehrers 
vereinigte. Sein Vorgesetzter wurde bald sein väter- 
licher Freund — es war Thomsons Glück, daß er überall 
unendlich schnell beliebt war — und mit ihm und 
seiner Frau verlebte er die schönsten Stunden. Seine 
neuen Freunde — Joseph Barnes hieß der Lehrer — 
blickten voll Bewunderung auf zu dem reichbegabten 
jungen Mann; in ihrem Hause fand er eine zweite 
Heimat und zehn Jahre später noch richtete er an 
sie sechs Sonette (nicht für die Öffentlichkeit 
bestimmt), aus denen sein dankbares Erinnern schön 
her\^ erleuchtet. 

Etwas Altkluges, Frühreifes muß ihm auch dort noch 
angehaftet haben, denn als Spitzname wird ihm ^'CW (short 
for Precocious) beigelegt. Er zählte sich vollständig zur 
Familie. Als Mrs. Barnes krank und ihr (xatte verreist war. 
unterrichtete der junge Adlatus, indem er auf dem einen 
Arm das Kind seines Vorgesetzten trug und mit der freien 
Hand an die Tafel schrieb. Die Sonette sind nicht in die 



— 8 - 

Werke aufgenommen, finden sich aber in Dobells Memoir 
(P, W, I. p.XVili.ff.). Nur einige besonders charakteristische 
Stellen möchte ich anführen: 



I. "/ have wiih some most noble friends been blest ; 
I wage no quarrel with my human hin, — 
Knowing my misery comes from my own breast, 
At war wiüi Fate by chance and God by sin: 
But of all living friends you claim in me 
The loce most sanctified by memory. 

II. There are no female angels up in Heaven, 
Because Ihey all are warnen here on earth: 

IV. A man of joyous humour, unallied 

Wiih malice, never making foes but friends; 
As such all know you, knowing you at all: 
But I, dear Guide and Teacher of my youth, 
When deeply shamed, yet strengihened, I recall 
Your goodness, patience, constant loyal truih 
In love for one whose life's a long defeat, 
Say — Souls like ihis keep human nature siceet. 

VI. For there my own Good Angel took my hand, 
And fiüed my soul wiih glory of her eyes, 
And led me through the love-lit faerie Land 
Which joins our common world to Paradise. 

And ever since she ceased to be my Guide, 

I reel and stumble on life's solemn way; " 



Kann man freieres, offeneres, kindlicheres Empfinden 
für das Gute und Schöne im Menschen finden? Mr. und 
Mrs. Barnes waren gute Leute, die an dem jungen Mann 
Gefallen fanden und das Leben im Lager brachte sie wohl 
einander näher. Aber es bedurfte eines reichen, leicht- 
empfänglichen Gemütes von Seite eines Siebzehnjährigen, 
um die guten Eigenschaften seiner Freunde so vollauf zu 
würdigen. Auch die fast religiöse Andacht, mit der er von 
**(ler Frau" spricht, muß uns frappieren. Der Umstand, 
daß die Sonette zehn Jahre später gesclirieben wurden, ist 
belanglos, denn sie sind durchaus ein getreues Spiegelbild 
einer früheren Stimmung. Ln sechsten Sonett endlich finden 
wir den Schlüssel zu dem Umschlag in Thomsons Wesen. 



— 9 — 

Schon im dritten "her who died so t/oung" klingt die 
Schmerzensmelodie an, die im sechsten Sonett sich voU 
entfaltet. 

Bei den Barnes machte Thomson die Bekanntschaft 
der vierzehnjährigen MatildaWeller. Über ihre inneren 
Eigenschaften müssen wir den Dichter befragen, der in fast 
allen seinen Werken Anklänge an sie bringt. Seine Jugend- 
gedichte sind größtenteils Paraphrasen seines Liebeskummers, 
in rührend keuscher Weise dargestellt, aber auch in späteren 
Jahren zieht als Grundton durch alle seine Schriften die 
Erinnerung an die Jugendgehebte. Und wenn er, wie wir 
sehen werden, sich edle Frauen zu Freundinnen sucht, wenn 
er sich an der geistigen Entwicklung junger, halbfertiger 
Menschen erfreut, so geschieht dies alles nur in Gedanken 
an das, was ihm jenes Mädchen in seiner Jugend gewesen. 
Denn die Liebe, die Thomson fiir Matilda empfand, scheint 
mit sinnlicher Leidenschaft nichts gemein gehabt zu haben. 
Sehr wenig Lrdisches haftet dem Verhältnis an, es ist von 
allem Anfang an ein ideal verklärtes. Zwei reichbegabte, 
junge Menschenkinder, die das Göttliche ineinander mehr 
lieben als das Körperlichmenschliche! Und doch war das 
Mädchen schön. Eine Daguerrotypie aus dem Jahre 1850 
(im Besitz Mr. William Wellers) zeigt es, aber beredter 
noch spricht die Schildenmg, die Mrs. Barnes von ihr ent- 
wirft, wenn sie sagt, Matilda habe der Eva St, Clair in 
^^Uncle Tom's Cahin' geglichen: ^^Htrform was the per/ection 
of childish beauty without its usual chuhbiness and squarmcss 
of outline. There was about it an undulating and aerial gracc, 
such as one niight dream of for some tnythic and allegorical 
being. Her face was remarkable, less for its perfect beauty of 
feature than for a singular and dreamy eaniestness of ex- 
pression, which made the ideal start when they looked at her, 
and by which the dullest and most literal were imprcssed without 
knowing why, The shape of her head and the tum of her neck 
and bust were peculiarly noble, and the long golden-brown hair 
that floated like a cloud around it, the drep spiritual gravity 
of lier violet'blue eyes, shaded by heavy fringes of golden brown, 
all marked her out from other childroi, and made every one 
tum and look after her, as she glided hither and thither . . . 
Always dressed in white, she scemed to move like a shadoiv 



— 10 — 

through all sorts of places without contracting spot or 
stain/' 

Daß die mütterliche Freundin mit diesem Bilde recht 
hatte, beweisen Thomsons eigene Beschreibungen an vielen 
Stellen, besonders aber die in dem autobiographischen 
Gedicht **Vane'8 Story" gegebene.') 

Mit ähnlich hingebungsvoller Wärme schloß sich 
Thomson in BalUncoUig einem andern Menschen an. 
Charles Bradlaugh war ein oder zwei Jahre älter als 
Thomson und ebensosehr Mann des Handelns als Thomson 
Mann der Überlegung war. Aber dies und auch die gänz- 
lich verschiedenen Ansichten hinderten nicht, daß sich die 
beiden jungen Leute innig anfreundeten, gemeinsame Lektüre 
pflogen und alle Fragen des Tages miteinander besprachen. 
Keiner suchte den andern zu bekehren; sie schärften 
ihren Geist durch das Hochhalten der eigenen Meinung. 
Salt sagt gar nichts über Bradlaughs Persönlichkeit, bei 
DobeU aber heißt es*) über ihn: '^Bradlaugh at this time 
was a young man of somewhat ungainly appearance, of generous 
impulses, very positive opinions, much confidence, and houndUss 
ambition. In the United States or Australia he must, almost 
certainly, have gained a very high, if not the highest, place in 
the public Service . . . That he was sincerely desirous of ad- 
vancing the detnocratic cause . . . cannot be doubted, for he could 
not have failed to perceive that his talents were stire of a readier 
and richer reward, if exerted on the side of conscrvatism and 
respectaiility, than he could possibly hope for front the Radical 
and Freethought parties/^ 

Es wäre sehr interessant, dieses jahrelange Freundschafts- 
verhältnis gründlich zu erforschen, weil es gewiß manches 
für die Entwicklung und das Verständnis von Thomsons 
Wesen Wertvolle brächte. Leider aber ist der größte Teil 
der Briefe aus den Jahren 1862 — 1862 verloren gegangen 
und die noch erhaltenen sind nur in der von Salt getroffenen 

1) P. TT. L pag.SO: 

"Dressed in white, 

. . . Your moonwhite Shoulders glancing through 

Long yellow ringlets dancing too, 

You were an angel thefi; " etc. 

2) P. If '. I. pag. XXV. 



— 11 — 

Auswahl zugänglich. Bis zum Jahre 1876, in welchem der 
vollständige Bruch eintritt, sind die zwei treue Freunde 
gewesen; es war wohl Thomson, der den größeren Nutzen 
aus dieser Freundschaft zog, wenn auch anfangs ziemlich 
viel Mut von seiner Seite dazu gehörte, sich zu Bradlaugh 
zu bekennen. 

So finden wir Thomson zu Beginn des Jahres 1853 
eigentlich vom Schicksal sehr begünstigt. Er hat einen 
Ersatz für das verlorene Elternhaus gefunden, Anerkennung 
in seinem Beruf, und hat nebenher Zeit gehabt, sich eine 
recht gründliche Belesenheit anzueignen; er hat einen 
guten und anregenden Freund, hat die Liebe eines schönen 
Mädchens gewonnen und hat die Aussicht, sich einen eigenen 
Hausstand gründen zu können. Seine Geistesgaben haben 
Muße und Ansporn sich reich zu entfalten und der junge 
Mann scheint am Anfang einer vielversprechenden Laufbahn 
zu stehen. Am 16. Jänner 1853 kehrt er von BaUincollig 
nach Chelsea zurück, um noch einen kurzen Studiengang 
vor seinem Eintritt in die Praxis durchzumachen. 

Ln Juli hört er, daß Matilda erkrankt sei und am 
nächsten Tag schon erhält er die Todesnachricht. Woi'tlos 
und stumm ist sein Schmerz, aber unendlich groß. Seine 
ahnungslosen Freunde wissen sich den erschi-ecklichen 
Wandel, der mit dem Mann vorgegangen, nicht zu deuten : 
er spricht tagelang kein Wort, ißt keinen Bissen und drückt 
sich in den Gängen des College herum in trostloser Ein- 
samkeit. Wie tief und nachhaltig die Wirkung dieses 
Kummers auf ihn als Dichter und als Mensch war, ist schon 
oben dargetan worden. Es scheint mir leere Spiegelfechterei, 
wenn Mr. Foote im Vorworte zu ''S. (0 P/\ 1884, sagt : "/ do 
not agree with Mr. Dobell in regarding this hereavement as thc 
cause of his life-long misery, She was, I hold, ynercly the 
pcg on which he hung his raiment of sorroic ; without her, 
anothcr object might have served the same purposv. Uc carried 
with him his proper curse, coyistittäional mcIanchoUa/' 

Wie sollen wir im stände sein, dies zu beurteilen ! War 
doch Thomson selbst zu verschiedenen Zeiten verschiedener 
Ansicht darüber. Der Schmerz war jedenfalls ein echter. 
großer und das ständige Wiederkehren von Anspielun«^^en 
darauf zeigt, daß er von nun au einen festen Bestandteil 



12 



seines Wesens ausmacht. Wenn auch nach außen hin seine 
Kameraden später nicht mehr viel bemerkten, will das 
wenig sagen ; denn seine Art war es nicht, von seinen inneren 
Erlebnissen viel zu reden. Aber mitten in der heitersten 
Laune konnte eine hingeworfene Bemerkung ihm die Tränen 
in die Augen zwingen. Ich finde keine bessere Möglichkeit, 
Thomsons Stimmung zu der Zeit zu schildern, als indem 
ich seine eigenen Worte zitiere aus "A Lady ofSorrow" 
(1862, 1864): 

"J lived in London and alone, For aUhough I had 
many work-fellow acquaintances, and of these a few were very 
friendly, I had 7W intimate relations near me and no bosom 
friend, No bosom friend, were it not one whotn I scarcely knetv 
whether to call friend or enemy; she who came suddenly (thotigh 
indeed her advent had been long before announced) in the brill- 
iant moming of a joyous sumnier holiday, to dwell with me 
and possess me; permitting no rivals nor any approach to 
rivalry, absorbing every thought and feeling to her devotion, and 
compelling even the dream^s and visions of both day and night 
to worship her; the darkly beaiäiful Queen, the disinherited 
Titaness, the Pythia of an ahandoned and ruined shrine, the 
wild, passionate, tenderhearted, desolate, sorcery-smitten Sorceress; 
Sorrow, the danghter of Love and Death/' 

Thomson blieb nicht die festgesetzte Zeit im Royal 
Caledonian Asylum. Sein ganzes Wesen empörte sich gegen 
den auferlegten Zwang und da man ihn für fähig hielt, 
seinem Berufe zu genügen, durfte er Chelsea im August 1864 
verlassen und wurde zum Feldschullehrer ernannt, noch 
ehe er sein zwanzigstes Lebensjahr vollendet hatte. Zuerst 
ging's nach Plymouth, wo er sich unter den rohen und 
ungebildeten Männern des Regiments gar nicht wohl fühlte, 
und dann bis 1856 nach Aldershot. 

Großes Interesse für seinen Beruf legte er auch hier 
nicht an den Tag, aber er kam seinen Pflichten stets sehr 
gewissenhaft nach. Übrigens steckte gewiß ein ziemUches 
pädagogisches Talent in ihm, das zu Zeiten von seinen Be- 
kannten ausgenutzt wurde: so war er bekannt wegen der 
genialen und gründlichen Art., moderne Sprachen sich selbst 
anzueignen und sie anderen beizubringen. Die Mathematik 
hatte er, bald nachdem er Chelsea verlassen hatte, trotz 



— 13 — 

seiner großen Begabung dafür, au%egeben und nun füllten 
die Sprachen seine freie Zeit aus: hintereinander lernt er 
Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Latein und 
Griechisch, und zwar nicht nur oberflächlich, sondern in 
dem Bestreben, in den Geist der Sprachen einzudringen. 
Daß er den fremden Sprachen einen großen erziehlichen 
und ethischen Wert beilegt, zeigt sich wieder und wieder 
in Briefen an seine Freunde und Freundinnen. So endet 
ein Brief vom 6. Jänner 1860 an die schon öfters erwähnte« 
Agnes Gray folgendermaßen: ^^You say that you 'may 
study Gertfian in a few more years/ Indolent and procrastinat- 
ing. Grive ane haur a day to it regularly, ^You have no 
partiality for it/ Did you ever have partiality for grammar, 
arithmetic, etc.? The language is becoming an essential in 
education; and it hos the best modern üterature in Europe . . /' 
Und aus den Jahren 1873 und 1874 haben wir eine Reihe 
französischer Briefe an Alice und Hypatia Bradlaugh, 
die Töchter seines Freundes. 

Dieselbe Energie imd Genauigkeit, die er beim Erlernen 
fremder Sprachen an den Tag legte, verwendete er übrigens 
auch auf seine Muttersprache. Er ist sehr sorgfältig in 
seiner Ausdrucksweise und übt sich fortwährend darin, seinen 
Stil zu feilen und zu verbessern. Er liest weiter sehr viel, 
und zwar mit einem gewissen philologischen Interesse, er 
gebraucht Ausdrücke, die bei Kritikern Widerspruch er- 
regen und verantwortet sich deswegen später (vgl. einen 
Brief an Dobell aus dem Jahre 1876) ganz energisch. Auch 
von anderen verlangt er diese Strenge und schreibt so am 
14. Mai 1859 an Agnes Gra^' die bezeichnenden Worte: 
"low will probably not care for ihese poems^) ai first ; bat 
they are worth your study, and you niay find, as I did, that 
they improve much with longer acquaintance, If I might school 
you a bit, I should order you altvays to hole up in a didionary 
what tvords you don't understand, and altvays to puzzlc over 
difficult passages until they becotne either perfectly clear or 
thoroughly hopelcss. No lazy reading will ever mastcr a masterly 
icriter ..." 

Diese sprachkritische Eigentümlichkeit Thomsons tritt 



^) Es handelt sich um Elisabeth Barrett-Browning. 



- 14 — 

auch später zu Tage bei Gelegenheit seiner Korrespondenz 
mit William Michael Rossetti, die größtenteils sich 
um Textemendationen in dessen Shelley-Ausgabe dreht. 
Derselbe Rossetti gibt uns eine ausfuhrKche Schilderung 
Thomsons aus dem Jahre 1872, aus der hier für ims das 
folgende von Bedeutung ist: ",,.he talked extremely well, 
and mthout, I think, any syniptom of defective edticatian, ex- 
cept that his h's were sometimes less aspirated than they should 
• he, Not that he dropped his h's, and he certainly never in- 
serted theni where they ought not to cotne, There was no trace 
of the Scotchman in his pronunciation . . ." 

In diese Zeit, da er nicht gezwungen war, imi sein 
Fortkommen zu sorgen, fallen auch viele seiner Gedichte. 
Freilich sind uns nur einige davon erhalten, denn, wie wir 
einer Tagebuchnotiz vom 4. November 1869 entnehmen, 
verbrannte er ''all my old papers, mss. and letters, save the 
book mss. which have been already in great part printed . . ." 

Es sollen zwar später Thomsons Gedichte unabhängig 
von seinem Lebensgang besprochen werden, aber es ist 
vielleicht für einen Überblick ganz gut, wenn wir sehen, 
was bis jetzt aus seiner Feder geflossen war. 

Das älteste uns erhaltene Gedicht ist das erste aus 
"Foiir points in a life", "Love^s Dawn'' genannt und 1862 
datiert, das kaum der Erwähnung wert wäre, wenn es nicht 
eben das erste wäre und außerdem auch aus einem andern 
Grunde einzig dastünde. Es ist das einzige Liebesgedicht 
(wenn man es so nennen darf, obwohl ihm nichts Lyrisches 
anhaftet), das zu Lebzeiten der Geliebten geschrieben ist, 
und bestätigt, was wir schon oben anfiihrten: die Liebe 
Thomsons war viel eher eine geistige als eine sinnliche. 
Er schämt sich seiner Sünden, *'cynic thoughts that fret my 
homeless mind*\ wenn der klare Blick der Liebsten in sein 
Auge taucht und ihn zu ergründen sucht. Aber die Liebe 
veredelt ihn: 'Hhou wilt ßfid pervading, cleansing and trans- 
mtiting me, a fervent and most holy love for thee." Ich weiß 
nicht, ob zu der Zeit schon Thomsons Vorliebe für Novalis 
begonnen hatte, aber fast will es so scheinen. Wenn Novalis 
sagt: "Ich empfand nicht Liebe, sondern Religion 
zu Sophie", so könnte man diese Anschauung hier leicht 
bei Thomson wiederfinden, mit der Abschwächung, die 



— 15 — 

stattfinden mußte, wenn Gedanken eines so tief religiösen 
Menschen sich auf einen beginnenden Zweifler tibertrugen. 
Das dritte aus derselben Gruppe, "A Parting", trägt das 
Datum 1854. Es zeigt gar nichts Bemerkenswertes an 
Inhalt oder Form: der Dichter hat noch seinen Glauben 
an ein Wiedersehen nach dem Tode. Aus demselben Jahr 
stammt "A Proem" (in Dobells Ausgabe das allerletzte), 
angeregt durch Brownings Worte "Carome in the past*\ 

"The Dreamer" aus dem Jahre 1855 ist merkwürdig 
unreif; es ist imruhig im Ausdruck und unbeholfen und 
unschön im Rhythmus. 

Aus demselben Jahr ist das Gedicht *'Suggested 
by Mathew Arnold's Stanzas from the Grande 
Chartreuse". Es macht aber einen bedeutend reiferen 
Eindruck und ist für die Entwicklung von Thomsons Seelen- 
leben und Philosophie von Bedeutung. Wenn man den 
Umstand im Auge behält, daß es zu den frühesten Jugend- 
werken Thomsons gehört, wird man es nicht so übergehen 
können, wie dies Salt tut. 

Es folgt 1856 "Tasso to Leonora", 1857 "The 
Doom of a City", "A Festival of Life", "Bertram 
to the Lady Geraldine", "Withered Leaves", 
'*The Purple Flower ofHeather", "Marriage" (aus 
"Four points in a life") ; zwei heitere *'don*t carc"- Lieder: 
"The Jolly Veterans" und "A Capstan Chorus" 
und die wenigen Zeilen, "AChant" betitelt. Auf die erst- 
genannten werden wir noch zurückkommen ; von den anderen 
ist nur "Withered Leaves" wegen der Form bemerkbar. 

Im Jahre 1858 ist eines der bedeutendsten, "The 
Fadeless Bower", entstanden; es ist, meiner Ansicht 
nach, das <*rste (wenn man von dem "Doom of a City" ab- 
sieht), das den wahren Dichter verrät. Dann "At Death's 
Door" C'Four points in a lifc"), "Cypress and Roses", 
"A Winter's Night", "A Requiem", "A Recusant". 
Auf dieses letztere, ganz kurze, möchte ich hier mit ein 
paar Worten eingehen. Es bringt gleichsam dio Fortsetzung 
zu dem "Suggested": Der Dichter liat seinen Kinderglauben 
verloren, er hat schon an der Bahre des Christentums ge- 
trauert und weiß, wie es eben dort heißt, daß es starb 

'*as no more fit to lead the modern march of thought'\ 



— 16 — 

Aber er ist noch nicht fest in seinem Zweifel (Ibsens 
Skalde nennt das einen ungesunden Zweifler) und sehn- 
süchtig blickt er nach dem Kirchturm hin: 

^'For ever when tny heart feels inost forhrn 
It murmurs to me wiih a weary sigh, 
Hotc sweet to enter in, to kneel and pray 
With all the others whom we love so well! 
All disbelief and douht might pass away, 
All peace float to us with its Sabhath hell. 
Conscience replies, There is but one good rest, 
Whose head is pillowed ujyon Truth^s pure breast/^ 

Das ganze Gedicht ist nicht viel länger und scheint 
kaum wert, aus der Reihe der kleinen herausgerissen zu 
werden, wäre es nicht eben für das Gesamtentwicklungs- 
bild des Dichters von Bedeutung. 

1869 "A Happy Poet" (1867 begonnen), 'The De- 
liverer", 'TheLord of the Castle of Indolence", 
"Mater Tenebrarum" und die unbedeutenderen "A Real 
Vision of Sin",») *To aPianiste" (Arabella Goddard) 
imd *'Robert Burns". Das letztere will ich hier hervor- 
heben. Die innige Liebe Thomsons für Bums, die oft zum 
Durchbruch kommt, 2) macht sich hier schon fühlbar. Man 
ist versucht, das ganze Gedicht zu zitieren ; so viel frischer 
Lebensgeist weht durch, daß es dem Bumsfreund ebenso 
wohl tut, den Dichter so verstanden zu sehen, als man 
sich freut, Thomson solchen Verständnisses fähig zu 
finden. Steht der Ayrshirebauer nicht leibhaftig vor uns, 
wenn wir lesen :^) 

"He feit scant need 

Of church or creed, 

He took small share 

In saintly prayer, 

His eyes found food for hi^ love ; 



») written in disgust at Tennyson^s tohich is very pretty and clever 
and silly and trtithless. 

2) Ygl. eine in Copes "Tobacco Plant" erschienene Kritik von 
Shairp's: "Burns'' in "English Men of Leiters''. 

8) P. W. II. pag. 406. 



— 17 — 

"To save one's precious peculiar saiU 
He never could understand is the tohole 
Of a mortaVs business in life, 
White all about him hü human hin* 
Wiih loving and Jiating and viriue and sin 
Reü overmatched in the strife. 

The heavens for the heavens, and the earth for the earth! 

I am a Man — Pll be true to my bir^ — 

Man in my joySy in my pains " 

Das undatierte "Siren's Song" (ein Bruchstück aus 
einer unvollendeten romantischen Erzählung "Sarpalus 
of Mardon") möchte ich hier noch angliedern. Es zeigt 
unverkennbaren Tennyson-Einfluß (obwohl sich Thomson 
gegen diese Annahme wahrscheinlich verwahrt hätte), be- 
sonders seines "Merman" und "Mermaid". Man lese 
nur die Zeilen:^) 

"AU (he aun-perfect day I dive and I play 
Ädaum ihrough the azure and soft-yielding streams, 
To the golden-green waves and the coralline caves 
And the pale purple bowers lit tcith clear crystal gleams; 

Then in the night I may roam 

Singing so sweetly, and cfiasing so feathj 

The Stars all a-dance in the deep; 

Or, like a beauiiful foam, 

Bide up the shore on the sweep 

Of the hng-sounding waves, and tcith wild laughs of glee 

Meli back to the sea." 

Ich habe in der Aufzählung der Gedichte dem Lebens- 
lauf um einige Jahre vorgegriffen: es ist schwer, die Ge- 
dichte von 1862 bis 1859 zu trennen, die Zeit der *'literary 
apprenticcship", — 

Die Jahre bis 1862, da er definitiv aus der Armee aus- 
treten muß, sind äußerlich ziemlich ruhige. 1856 wird er von 
Aldershot nach Irland geschickt und pendelt hier zwischen 
Dublin und dem Curragh Camp hin und her. Er ist zu- 
frieden mit dem Tausch: **It is a fine place for frecdom and 
expanse, and in itself much pleasanter than Aldershot, though 

J) P. W. II. pag. 414. 

Weisse 1, James Thomson. 2 



— 18 — 

/ could wish to be there for the säke of its neamess to London, 
Aldershot is sei amidst dark heath, the Curragh amidst green 
gross; and the difference is like that between cloudy and sun- 
shiny weather, It is good to get out here from a town. The 
sky is Seen, not in patches, but broad, complcte and sea-like; 
the distance, where loiv blue hills float in the horizon is also 
sea-like and the uncorrupted air siveeps over us broad and free 
as an ocean." 

Er hat nicht viel im Dienst zu tun; desto eifriger ist 
er in seinen Privatbeschäftigungen und desto mehr Zeit 
bleibt ihm zum Grübeln. Sein Beruf langweilt ihn, er ist 
unbefriedigt und faßt mit einem Freund den Plan, zur See 
zu gehen, imi ein tätigeres Leben zu fuhren : Es bleibt aber 
eben nur beim Wollen — ein stärkerer, äußerer Anlaß ist 
nicht da und in sich findet diese "Hamletnatur" zu viele 
psychische Hemmungen. Er liebäugelt mit großen und 
kühnen Plänen, aber zur Ausfiihnmg kommt es nicht. 
Diesen Gedanken verleiht er Ausdruck in ein paar Knittel- 
versen ; sie sind 1868 an einen Freund, Mr. James Potterton, 
gerichtet, mit dem er regelmäßig zu korrespondieren 
pflegte : ^) 

"Änd if now and then a curse (too intense for this light verae) 

Should he gathering in one*8 spirit when he ihinks of how he Uvea, 

With a constant tug and strain — knotoing well ü's all in vain — 

Pumping muddy informaiion into unretentive sieves: 

Lei him stifle hack the curse, which hut makea the matter worse. 

And by tugging an in silence eam his wages if he cafi; 

For the blessed eve and night are his own yet, and he might 

Fix sound hottoms in these sieves too, were he not so tceak a man/' 

Sein dreiundzwanzigster Geburtstag regt ihn zu tiefem 
Nachdenken an (1857). Das Gedicht ist nicht zur Ver- 
öffentlichung bestimmt, und ich kann nur nach dem Auszug 
urteilen, den Dobell gibt, möchte aber nicht gar zu viel 
Gewicht darauf legen. Welcher dreiundzwanzigj ährige, 
denkende junge Mann ist mit sich und seinem Leben zu- 
frieden!? Die Sehnsucht nach Betätigung seiner Kräfte ist 
eher ein Zeichen gesunden Kraftgefuhls als melancholischen 



J) Salt, pag. 25. 



19 



Unmutes; eine Strophe daraus aber möge doch hier 
Platz finden :i) 

"Oh, for the flushed exoUement of keen strife! 
For mountains, gulfs and toirents in my way, 
With peril, anguish, fear and strugglings rife! 
For friends and fo€8, for love and hate in fray, — 
Änd not this lone haae flat of torpid life! 
I frei 'neath gnat-stings, an ignohle prey, 
Whüe others with a stoord-hilt in their grasp 
Have warm rieh blood to feed their lotest gaspJ* 

Aber er fühlt sich wirklich unglücklich : seine verlorene 
Liebste hat er nicht verwimden, in fast allen Gedichten 
dieser Periode ist dieser Kummer der Grundton und durch 
seine Lieblingsschriftsteller wird er in dieser Stimmung 
erhalten. Von Novalis zu Leopardi und zurück zu 
Shelley — wo soll da eine andere Tonart herkommen? 
Es wird Au%abe eines späteren Kapitels sein, nachzuweisen, 
inwiefern Thomsons Schmerz nachempfunden ist; aber 
auch um so völlig "nachzuempfinden", muß die Grund- 
stinmiung vorhanden sein. Um seinen Stil kraftvoll, groß 
und markig zu machen, liest er Dante (er muß ihn wohl 
fast auswendig gekannt haben) und unvermerkt geht ein 
Dantescher Zug durch seine Dichtung, aber so innig mit 
Thomsons Eigenart verwachsen, daß es schwer wird, den 
Schüler zu erkennen und Fremdes von Eigenem zu scheiden. 

Ist wohl übrigens auch nicht nötig: Dante ist eine 
Quelle, an der alle trinken müssen, die wahrhaft Großes 
leisten wollen ; seinem Bann entgeht keiner, und der Meister 
wird nicht geschmälert dadurch, daß viele ihn nachahmen. 
Er ist zu groß und unerschütterlich ruhig dazu, steht uns 
zu wenig als Mensch und zu sehr als unerreichter Held 
vor Augen, als daß wir eifrig darüber wachen müßten, daß, 
was sein ist, auch wirklich sein bleibe . . . 

Zugleich mit dem nagenden Schmerz um die Geliebte 
quält ihn der Verlust seines Kinderglaubens; vergebens 
sucht er dagegen anzukämpfen. Wir haben gesehen, daß 
die Einflüsse seiner Kindheit tief religiös waren, so sehr 
sogar, daß sie ihm zur Last wurden und wohl auch für 
den Knaben nur in Äußerlichkeiten bestanden haben 

1) P. W. I. pag. XXXVI. 

2* 



— 20 — 

mögen. *) Unter dem Einfluß des Lebens, das ihn hart anpackt, 
bröckelt Stück für Stück seiner Glaubensmauem ab und 
wie krampfhaft er sich auch an die letzten Reste klammert, 
unerbittlich fällt alles von ihm ab, das ihm Stütze imd 
Halt gewesen. Wohl empfindet er das nicht immer, der 
Alltag mag ihn gleichgültig gestimmt haben für manches, 
aber zu Zeiten, wenn er Einkehr hält in sich selbst, da 
packt es ihn mit elementarer Gewalt und schüttelt ihn 
hin und her und er muß dem Schmerz Ausdruck verleihen in 
einem Schrei wie in "Suggested by Arnold's Stanzas":*) 

'* Wlioso led 

By thirst of love to pilgrxmage, 

Seeks noto old God-given Wells of Life, 

Finds drought-dry centres of vain strife; 

And tums away in blank despair, 

To scoff or weep as fiis his mood. 

God in Heaven, hear our prayer! 

We know Thou artj Älltoise, Ällgood, 

Yet sitik in godless misery: 

Oh, teach mä how to worskip Thee!" 



und dann: 



"0 God revive the seeming Dead; 
Or send Änother in His stead!" 



Aber es ist eben noch kein völliges Lossagen vom 
Glauben — es sind nur die christliche Kirche und das 
starre Dogma, von denen er sich abwendet, und wir sehen 
ihn die nächsten Jahre fortwährend schwanken. In Gedanken 
an seine Liebste glaubt er an eine Vereinigung mit ihr : 

"Then fade, dim dream! and Sorrow, cease! 

While I can tmst, where'er you he, 

That you are waiting my release 

To live out to its depüh with nie. 

In bowers or dens through noble spheres 

The love suspended all these years/'^) 

1) Note von D ob eil: "JJ« once gave me an account of the suffer- 
ings he underwent in committing to metnory what is knoten as the 'Assembly*s 
Shorter Catechism' and of how he used to lie awake in bed, dolefuUy anU- 
cipating the time when it would be his duty to study the longer oneT 

2) P. W, II. pag. 372, 880. 

8) ''The fadeless boxcer". P. W, 11. pag. 867. 



— 21 — 

Aber ganz anderes bringt das düstere "Mater 
Tenebrarum'':*) 

**No hope in tkis wom-out world, no hope htyond (he tomb 
No living and loving God, but blind and stony Boom.** 

Mit Leichtigkeit ließen sich, gerade aus den Gedichten 
dieser Jahre, Stellen zusammensuchen, die mit erschreck- 
licher Klarheit zeigen, wie der Unglückliche hin- und her- 
gezefrt wird. 

Solche Worte, wie wir sie eben jetzt vom Dichter ver- 
nommen, stellen sich übrigens wunderschön zu Leopardi 
(ich zitiere nach Heyse): 

"Ein unbezwinglich Schicksal, eine eh'rne 

Notwendigkeit bedrückt 

Des Todes kranke Sklaven. Wenn sie nichts 

Erretten kann, getröstet sich die Menge: 

So sei's verhängt. — Ist minder hart ein Leid, 

Weil imabwendbar? Fühlt die Schmerzen nicht. 

Wer jeder Hoffnung bar ist?"*) 

oder: 

" Unsre Lose lenkt 

Geheimer Schicksalsschluß. Geheim ist alles, 
Nur imser Schmerz nicht,"^) 

Dieses Zerfallensein mit sich selbst und die daraus 
entspringenden Anwandlungen tiefsten Pessimismus treiben 
Thomson zuerst dazu, Ruhe und Vergessenheit im Alkohol 
zu suchen. Gewiß das traurigste Kapitel in seinem Leben. 
In der Zeit, von der wir sprechen, geschah es wohl nur 
ganz sporadisch, fast unbewußt, möchte ich sagen, wie denn 



1) F. W. II. pag. 890. 

-) "Preme il desiino invitto e la ferrata 

Necesfiitä gl Hnfenni 

Schiave di morte: e se a cessar non vale 
Gli oltraggi lar, di necessarii danni 
Si consola il plebeo. Mefi duro e il male 
Che riparo non ha? dolor non sente 
Chi di speranza e nudo?" (Bruto Minore). 

3) " i destinati eventi 

Move arcano cofisiglio. Ärcano c tutto 

Fuor che il nostro dolor.'' (Ultimo Canto di Saffo). 



— 22 — 

überhaupt die wirkliche Tragödie seines Lebens erst in 
London beginnt. Den besten Eindruck über die Stim- 
mungen in all ihren Wechseln gibt der Dichter übrigens 
selbst, viel später allerdings, 1864 in "Vane's Story'':*) 

"J half remembeTf yeara ago, 

Fits of despair (hat maddened woe, 

Frantic remorse, intense self-scom, 

And yeamings harder to he home 

Of utter loneliness forlom; 

What p<i89ionate aecret prayers I prayed! 

What futüe firm resolves I made! " 

Aus den Jahren 1868 — 1860 stammen mehrere der 
Briefe an Agnes Gray, die schon wiederholt zitiert wurden. 
Der Ton, in dem sie geschrieben sind, kann stellenweise 
für mustergültig gelten : klare, knappe Ausdrucksweise, Sinn 
für heitere Detailmalerei und vor allem regstes Interesse 
fiir die Freunde spricht aus ihnen, und schon die wenigen, 
die Salt mitteilt, sind eine Quelle der Freude für denjenigen, 
der Thomson näher kennen lernen will. Er spricht im 
letzten davon, daß *'our present Begimental Rumour says (hat 
we shall soon go to Aldershot (which teill he London for me) 
and then to Australia- Melbourne." Es kam nicht dazu, ob- 
wohl Thomson sich bei dem Gedanken an einen völligen 
Wechsel unendlich wohl fühlte. Am letzten Mai schreibt 
er an Potterton: 

'^Oh ihe hurry and the rocket and ihe tumuU and ihe din, 
The tuming out and packing up and all, 
When the jolly news arrives ihat *The Route* is Coming in, 
As stire as our pay is small. 

When you^ve wom a coat a year, it begins to look So queer, 
That you'd heiter get a new: 

When you've stood one place a year, it hecomes so dull and drear, 
That you'd better change it too/' 

Das Regiment kam nur nach Aldershot und 1860 be- 
sucht Thomson seine alten Freunde Gray wieder, worüber 
uns ein sehr hübscher Bericht von Agnes (Mrs. Greig) vor- 
liegt, der aber auch mit der Mitteilung schließt, daß sie 

J) P. M\ I. pag. 19. 



— 23 — 

nach diesem Besuch jahrelang nichts mehr von ihm gehört 
und ihn nie wieder gesehen hätten. Er war verstimmt, 
ungleichmäßiger Laune und man konnte sich den Grund 
nicht erklären. Vielleicht war es eine wiedererwachte 
Neigung zu der älteren Schwester Helen (die er öfter in 
den Briefen an Agnes erwähnt). Ehe er nach Irland ge- 
gangen war, hatte er gebeten, mit ihr korrespondieren zu 
dürfen, was die Eltern aber verboten. Bei seinem Besuch 

fand er sie verlobt Vielleicht kann das Gedicht 

'^Meeting Again"^) aus dem Jahre 1860 manches erklären. 

Im Sommer 1861 gehts nach Jersey mit dem Regi- 
ment, wo er ein sehr glückhches Jahr verbringt. Die Land- 
schaft muß ihm einen großen und schönen Eindruck gemacht 
haben, denn "Ronald and Helen", das dort entstand, 
enthält ein paar herrhche Küstenschilderungen. An den 
*' Jersey Independeni" schickt er ein paar Heine-Übersetzungen. 
Um einen wirkhchen Einblick in seinen Jerseyer Aufenthalt 
zu bekommen, müßte man das Tagebuch aus den Jahren 1861 
und 1862 in der Hand haben, was vorläufig nicht möglich ist. 

Im Jahre 1862 wird ganz plötzlich eine große, bedeut- 
same Wandlung in Thomsons äußerem Leben herbeigeführt : 
ein Vergehen gegen die strenge Militärdisziplin bringt ihn 
um seinen Posten, schließt ihn sogar ganz aus dem Militär- 
dienst aus. Mit dem 30. Oktober 1862 also beginnt eine 
neue Ära für den Dichter, der aber, auf sein Leben in der 
Armee zurückblickend, sagt, es wären seine glücklichsten 
Tage darunter gewesen. 



Die Gedichte, die Thomson bis dahin geschrieben hatte, 
waren in verschiedenen Zeitschriften erschienen. Als erstes 
im Juli 1868 in Tait's ''Edinburgh Magazine*' "The fädele ss 
bower" und bis zum Jahre 1860 brachte dasselbe Blatt 
noch zehn oder zwölf andere, alle unter dem Pseudonym 
'' CrepiiS€ulu$\ In den Jahren 1858 und 1859 schreibt er 
öfters für eine von seinem alten Freunde Charles Bradlaugh 
herausgegebene Zeitschrift ''The Loyidon Invrs(igator\ und 
zwar meist Prosaschriften, kürzere x\ufsätze ; so ''Notes 



1) P. W. II. pag. 422. 



24 



on Emerson" und "Some Words aboutBurns". Hier 
gebraucht er zum ersten Male die Signatur B. V., eine merk- 
würdige Zusammenstellung aus den beiden Namen, die da- 
mals am meisten in seinem Leben bedeuteten: Bysshe 
Vanolis = Shelley und Novalis. Lange Zeit blieb 
er fiir das Publikum anonym und nur, wie er später (1872) 
an W. M. Rossetti schreibt, solchen Leuten, die er schätzt, 
sagt er seinen wahren Namen. Ln Jahre 1860 gründet 
Bradlaugh den ^'National Reforme/' und bis 1876 ist Thomson 
regelmäßiger Mitarbeiter an diesem Blatt. 

In diesen letzten Jahren also hatte sich Thomson fast 
ausschließlich der literarischen Tätigkeit gewidmet, so daß 
sein Abschied vom Militär früher oder später erfolgt wäre 
und ihm wohl keinen großen Kummer bereitete. Er verlor 
eigentlich bloß seine Versorgung dadurch und das allerdings 
hätte eine schwierige Frage fiir ihn werden können. Ich 
sage '^können", denn es kam nicht dazu. Die Schicksals- 
gunst, die ihn bis hieher begleitet hatte, blieb ihm treu: 
eine Schar guter Freunde bemühten sich um ihn und ver- 
suchten, ihn "unterzubringen". Der tatkräftige Bradlaugh 
verschaffte ihm nicht nur einen Schreiberposten bei einem 
Solicitor, sondern nahm ihn auch als Hausgenossen in seine 
Familie auf. Sieben Jahre lang blieb Thomson bei den 
Freunden in Tottenham und das Band, das früher nur die 
Männer verknüpft hatte, imischloß jetzt auch die weibUchen 
Mitglieder des Hauses, Frau und zwei Töchter. Eine von 
ihnen, Mrs. Hypatia Bradlaugh Bonner, gibt (in "Our 
Corner") darüber sehr hübsche Mitteilungen. Die beiden 
Töchter wurden Thomsons '^special friends", mit denen er 
sich nach jeder Richtung hin viel abgab. Dasselbe Interesse 
för junge, werdende Menschen, das sich bei der Freund- 
schaft mit den Grays gezeigt hatte, tritt hier wieder zu 
Tage. Am Anfang seines Aufenthaltes sind die Kinder noch 
sehr klein und in reizend geduldiger Weise beschäftigt er 
sich mit ihnen, erzählt ihnen Märchen und macht *'ugly 
faces" für sie. Die Märchen werden im Lauf der Jahre zu 
Inhaltsangaben von Opern, zu denen die Melodien gepfiffen 
werden. Sie gehen viel miteinander spazieren und frischen 
dabei alte Kenntnisse auf, gewinnen neue hinzu. Thomsons 
Liebe zur Musik spricht sich im Verkehr mit den beiden 



— 25 — 

Mädchen deutlich aus: er sucht auch bei ihnen den Sinn 
dafür zu wecken. ''He took U8 to the Monday Populär Concerts 
when they were mtich less populär than they are to-day"; die 
ersten Opern lernen sie unter seiner Ägide kennen, die 
ersten Besuche der Museen und Galerien sind ihm zu ver- 
danken. Er versorgt sie mit Lesestoff, vor allem mit Märchen 
und Bitterbüchem. Davon geben die beiden hübschen Wid- 
mungen Zeugnis, die er in **The Magic Bing" und '* Undine" 
schrieb. 

Es ist sehr wenig über Thomsons äußeres Leben 
in London bis 1872 zu sagen, so unendlich reich an 
inneren Erlebnissen es auch war. Neben einer trockenen 
Schilderung seines Lebensganges sollte eigentlich eine, aus 
seinen Gedichten und besonders aus seinen Prosaaufsätzen 
gewonnene, über sein Seelenleben gehen, um anschaulich 
zu zeigen, wie groß der Kontrast oft war. 

Bis 1866 wohnte er bei den Bradlaughs, dann 
zieht er nach PimUco, wechselt öfters Wohnung und 
endlich läßt er sich dauernd in 240 Vauxhall Bridge 
Eoad nieder. Die Stelle, die er durch Bradlaughs 
Empfehlung bei einem Solicitor innehatte, gibt er dann 
gegen 1870 auf, und worin seine Beschäftigung dann 
bestand, sagt er selbst in einem Brief an seine Schwägerin 
vom 1. Jänner 1872 : 

*'. . . You think I have left Mr, B,, and wonder what I 
am about, and I often wonder myself. Mr, B, gave up city 
business altogether more than eighteen months agOy in order to 
devote himself solely to the great business of illuminating the 
benighted intellect of this nation on social, political and religiaus 
matters, For some time after he left I did nothing, an occup- 
aiion tvhich would suit me exceedingly well, and for tvhich I 
have fine natural talents that I have taken care to cuUivate io 
the best of my abilities . . . Afterivards I did some work in a 
printing office, reading proofs, revising, etc.; and as to this I 
will only sag that if ever you have the misfortunc io be con- 
demned to penal servitude, and they offer to commute the seni- 
ence for such work in a printing ofßce, you had für better 
stick to penal servitude, I ihen became Secretaty pro tein io 
one of the thousand companies ivhich came inio being last year, 
and in some very hard commercial compaigning have had two 



— 26 — 

campanies hilUd under me. I am at present astride a ihird, 
which may carry me out safely or may not . . ." 

Er soll übrigens, so sagt Salt, ein guter Geschäfts- 
mann gewesen sein ; etwas Pedanterie steckte ihm im Blut 
und ein gewisser Drill und Ordnungssinn haftete ihm wohl 
noch von der Militärzeit an. So schickte er sich ganz gut 
in das Leben, das er zu leben hatte. Daneben war er lite- 
rarisch reichlich tätig. Er war, wie schon früher erwähnt, 
ständiger Mitarbeiter des ^'National Reformer", dessen Heraus- 
geber Bradlaugh und unter diesem Austin Holyoake 
waren. Holyoake und dessen Frau, eine Schauspielerin, 
wurden gute Freimde Thomsons. Diese Freundschaft dauert« 
fort bis über Austins Tod; als seine Witwe Mr. Wright 
heiratete, bUeb Thomson mit dem Ehepaar Wright und 
Austins Sohn Percy in regem Verkehr. Fast alles, was 
Thomson in diesen Jahren schrieb,*) erschien im ''National 
Reformer", der für ihn den großen Vorteil hatte, daß es 
eine nicht sehr bekannte und daher sehr weitherzige Zeit= 
Schrift war, "a periodical of the deepest disrepute", wie er 
sagt. Einige Artikel erschienen im ''Daily Telegraph", die 
aber mit der Entwicklung des Dichters nichts zu tun haben 
und mit einer Arbeit gelang es ihm, "to get into respectable 
Society", Froude nahm sein "Sunday up the River; 
an Idyll of Cockaigne" für Frazer's "Magazine" an, 
im Oktober 1869. Kingsley hatte das Gedicht gelesen, für 
gut befanden imd Froude empfohlen. "Weddah and Om- 
el-Bonain*' hatten die beiden zurückgewiesen, weil sie 
das Gedicht nicht formvollendet genug fanden. Übrigens 
hatten beide Sachen schon viele Wege zu Verlegern ge- 
macht und Thomson, der sich doch einigermaßen als '*out- 
cast" aus der guten literarischen Gesellschaft zu fühlen 
begann, war wohl froh, bei einem so geachteten Blatte an- 
zukommen. Vor dem Interview mit Froude scheint ihm 
etwas bange gewesen zu sein, denn wir haben eine Tagebuch- 
eintragung vom 19. November, in der es heißt: "Found htm 
(Froude) very cordial and homelyj so that I was quite at my 
ease" Das hatte er also wohl nicht erwartet. So sehr war 



J) Die Aufsätze, meist säkularistisch-tendenziöser Art, sind größten- 
teils in dem Band "Satires and Profanities" zu finden (1884). 



— 27 — 

ihm daran gelegen, in dieser feinen Gesellschaft zu er- 
scheinen, daß er sich von dem Idyll zwei Strophen streichen 
ließ, "not tüithoui reluctance". Ich würde dies nicht erwähnen, 
wenn er nicht selbst in einem Brief aus dem Jahre 1872 (!) 
an Bossetti davon spräche und so der Sache einige Wichtig- 
keit beilegte. (Die zwei Strophen sind übrigens in der 
Gesamtausgabe dem Gredicht wieder beigefugt.) Wie merk- 
würdig eigentlich diese Bereitwilligkeit des Verzichtens auf 
etwas, das ihm wichtig scheint, bei einem Mann, der sich 
später energisch dafiir einsetzt, daß er z. B. ganz berechtigt 
sei, **tenebrotis" neben *'ienebriotis" zu gebrauchen ! . . . 

Wie es um den Dichter innerlich beschaffen war imi 
diese Zeit, läßt sich sehr schwer sagen. Das schon früher 
besprochene Autodafe aus dem Jahre 1869 erwähnt er in 
einer Tagebuchnotiz und sagt zu seiner Entschuldigung 
"after this ierrible year I could do no less than consume the 
pasf\ Warum das Jahr so schrecklich für ihn gewesen, 
wissen wir nicht. Er hat wohl öfter als sonst zum Alkohol 
gegriffen imd die Folgen ließen ihn seine zerrütteten Nerven 
fiihlen. Dabei haben wir gerade aus diesen Jahren Briefe 
an die Damen Bradlaugh, die alles andere als trübselig 
sind. Sie gehören zu den besten Leistungen auf dem Gebiet 
der Korrespondenz, sind launig, phantasievoll und sehr 
freundschaftlich warm empfunden. Auch schreibt er damals 
seine zwei lebensfrohen Gedichte **Sunday up the River" 
und "Sunday at Hampstead". Es ist schwer, die Jahre 
auseinanderzuhalten, und ich glaube auch nicht, daß es not- 
wendig ist: die Stimmung wird dieselbe gewesen sein, ob 
wir nun 1863 oder 1869 schreiben; sie scheint mir ein 
Widerschein der Stadt zu sein, in der er lebte. Mehr als 
man gemeinhin annimmt, wirkt London auf den Dichter; 
der eigentümliche Geist der Millionenstadt geht an keinem 
gewöhnlichen Menschen spurlos vorüber; wie muß er erst 
auf einen wirken, dessen ganzes Wesen viel empfanglicher 
für alle äußeren und inneren Eindrücke ist. London ist 
vielen eine Lehrmeisterin gewesen, mancher hat sich durch 
den Taumel und Strudel verloren, mancher siegreich durch- 
gekämpft und ist mit gestählter Kraft herausgekommen. 
Keine andere Stadt regt ihre Söhne so sehr zum Kach- 
denken, zimi Philosophieren an wie diese ; jahrhundertelange. 



— 28 — 

erbgesessene Kultur weht einen an und daneben das rastlose, 
hastige, materielle Leben, der Alltag, der doch nicht im 
Stande ist, den ehrwürdigen, idealen Geist völlig zu über- 
tünchen. Nirgends prallt größtes Elend, Wohlleben und 
raffinierter Lebensgenuß so aneinander, nirgends wohnt das 
Laster so nahe bei der Tugend, so unverhüllt neben dem 
größten Glanz... Sir Walter Besant sagt in seiner 
"Fascination of London": "I've been Walking about London 
for the last thirty years and find something fresh in it every 
day." Fascination : das ist das Wort, das ist die Wirkung, 
die die Stadt ausübt oind unter die Menschen, vor allem 
unter die Dichter, die ohne **ihe lesson qf London" nicht 
gedacht werden können, gehört mit in erster Linie Thomson; 
also einer aus der Reihe der Chaucer, Goldsmith, Dickens, 
Lamb, Hazlitt und De Quincey. 

Li diesen Jahren, gegen 1868 muß es gewesen sein, 
war Thomson fast ein habitue eines Hauses in Fitzroy 
Square: der Wirt war Ford Madox Brown und die 
Gäste D. G. Rossetti, Burne Jones, Holman 
Hunt, Morris, Swinburne und Theodore Watts, 
und, wie Hueffer, Madox Brown's Biograph, sagt: ''The 
aUrtoO'Soon forgotten younger Pre-Raphaelite Poets: 'B, V.\ 
Arthur 0' Shaughnessy and Philip Marston" — Die Gesell- 
schaft, in der Thomsons Name hier erscheint, ist nicht übel 
und der Platz, der ihm darin angewiesen wird, kein schlechter. 
Der Einfluß jener Gruppe von Menschen auf Thomsons 
Gedichte dieses Dezenniums ist ganz oflFenkundig und soll 
bei Besprechung der einzelnen Stücke noch besonders be- 
tont werden. Die enorme Plastik der Darstellung und die 
packende Bildwirkung, die durch ein paar Worte erzielt 
werden, weisen ganz direkt zu den Dichter-Malern . . . 

Es ist oben gesagt worden, daß es schwer sei, in diesen 
zehn oder zwölf Jahren Londoner Lebens Einschnitte zu 
finden und Stimmungen zu sondern. Das wird am besten 
durch eine Liste seiner Werke erwiesen werden. Wir haben 
noch nachzutragen vom Jahre 1860 angefangen: 
1860: Meeting Again, 

Arch Archery, 

The Dead Year, 

Ttvo Sonnets; 



— 29 - 

1861 : To Our Ladies of Dcath, 
E. B, B., 

Shelley, 

Ronald and Helen (fortgesetzt 1864); 
1862 : Translations front Heine ; 
1863: The Three That Shall Be One, 

Sunday at Hampstead (fortgesetzt 1865), 

A Polish InsurgefU; 
1864: Garibaldi Revisiiing England, 

Vane's Story, 

The Fire that Filled my Heart of Old, 

Night, 

Thomas Coqper's Argument, 

Epigrams, 

Translations from Bäranger ; 
1865: Aquatics (Kew), 

Virtue and Vice, 

Shameless (Kent), 

Polycrates upon Waterloo Bridge, 

Art, 

Sunday up the River, 

Low Life; 
1866: The Naked Goddess, 

Philosophy, 

Life's Hebe, 

Day, 

Mr. Macall at Cleveland Hall, 

William Blake, 

Don Giovanni at Covent Garden, 

Versicles, 

Translations ; 
1867: L'Ancien Regime, 

In the Boom, 

Two Lovers; 
1868: Weddah and Om-el-Bonain, 

A Song of Sighing ; 
1869: UEnvoy, 

Lilah, Alice, Hypatia, 
1870: Supplement to the Inferno, 

Epigrams, Translations; 



— 30 — 

1870-1874: The City of Dreadful Night. 

Man sieht, eine reichhaltige Liste, deren Titel allein 
schon auf einen merkwürdig vielseitig veranlagten Dichter 
schließen lassen. In der Tat, in diesen Jahren seines regsten 
Schaffens, seiner intensivsten geistigen Tätigkeit sieht man 
ganz deutlich das Doppelwesen seiner Natur zum Vorschein 
kommen. Tiefernstes und Lebenslustig-heiteres beschäftigt 
ihn und erscheint ihm des Betrachtens wert und es ist 
ihm auch gegeben, beiden mit gleicher Fähigkeit Ausdruck 
zu verleihen. Wenn es gälte, zu entscheiden, worin sich 
der Dichter mehr in seiner Eigenart zeigt, ob in seinem 
entzückenden "Idyll of Cockaigne** oder in dem schaurig- 
pessimistischen "In the Room'*, so wüßte ich keine Antwort 
zu geben. Den echten Dichter, den voU und lebendig emp- 
findenden Menschen verraten beide Gedichte und ich möchte 
nicht das eine über das andere stellen. Selbst wo Thomson 
etwas in die niederen Volksschichten steigt, wird er nicht 
trivial oder gemein: Über dem Gedicht "Low Life" 
schwebt noch ein gewisser Hauch von Poesie, obwohl das 
Thema ein gewöhnliches und die Sprache ihm angepaßt 
ist. Was für wahre, große Schätze die Liste birgt, wird 
die Untersuchung der einzelnen Gedichte zeigen. 

Ein einschneidendes Ereignis in Thomsons Londoner 
Aufenthalt ist seine Bekanntschaft mit dem Kritiker 
W. M. Rossetti. Mr. Rossetti sagt zwar, "oiir corres- 
pondence can, in the lives of both of tis, he considered as no 
more than an episode of minor moment"; aber ftir Thomson 
wenigstens scheint mir diese Episode von größerer Be- 
deutung. Die Korrespondenz mit Rossetti ist keine sehr 
große: nur wenige Briefe liegen mir vor, die von Salt 
zitierten. Mr. Rossetti glaubt, es seien die wichtigsten, und 
da andere erst in etwa einem halben Jahre erscheinen 
dürften, müssen wir es uns an diesen genügen lassen. Der 
Anknüpfungspunkt war Thomsons "Weddah and Om-el- 
Bonain'', das Rossetti zugesandt wurde und über das er sich 
(sowie auch Dante G. Rossetti) sehr lobend aussprach. Der 
Dichter hatte damals seine Anonymität noch nicht auf- 
gegeben, deshalb war Rossettis Brief an Bradlaugh gerichtet, 



— 31 — 

der ihn übermittelte. Thomsons Antwort vom 8. Februar 1872 
bildet dann den Anfang eines Briefwechsels, der bis wenige 
Jahre vor Thomsons Tod dauerte. Persönlich gesprochen 
haben sich die beiden Männer nach Rossettis Ausspruch 
höchstens ein halbdutzendmal. Das gemeinsame Interesse 
ist zunächst "Shelley''. Rossetti hatte eine kritische Aus- 
gabe des Dichters veranstaltet und Thomson, der Shelley 
besonders in seiner Jugend viel gelesen hat, gibt nun seiner- 
seits Vorschläge für Verbesserungen und neue Lesarten. 
Mit bescheidenem Freimut stellt er sich vor und sagt, ''ihat 
no living wrüer can have miuJi less r^täatian ihan myself, 
lüftet aber auch sein Inkognito und unterschreibt mit 
vollem Namen. Die ersten drei Briefe bringt Salt und es 
lohnt wohl die Mühe, sie zu lesen, wenn sie auch an und 
för sich nichts sehr Wesentliches enthalten. Daß die zwei 
Männer aber einander näher gestanden haben müssen als 
bloße literarische Kollegen, beweist der Umstand, daß 
Thomson später aus Amerika eine lange, höchst detaillierte 
imd rein persönliche Schilderung an ßossetti schrieb. 

Im Jahre 1872 wurde er Sekretär der "Champion 
Gold and Silver Company" und mußte im April des- 
selben Jahres fiir die Gesellschaft nach Colorado gehen. 
Er sollte dort die Interessen der Geseilschaft wahren und 
Berichte über den Stand des Unternehmens einsenden. Wir 
haben reichlich Nachrichten über seinen Aufenthalt im 
Lande. Er führte zwei Tagebücher, ein geschäftliches und 
ein privates, das sich durch besondere Genauigkeit aus- 
zeichnet. Wie ein Detailmaler beobachtet Thomson die 
Natur in ihren Eigentümlichkeiten, studiert er das Wetter 
und den Einfluß, den es auf ihn hat. Diese genaue Be- 
obachtung des Wetters ist ihm überhaupt eigen ; der Ein- 
druck auf seinen nervösen Organismus muß ein großer ge- 
wesen sein. Salt bringt Auszüge aus dem privaten Tagebuch, 
die mehr interessant als schön sind. In der Schilderung 
zeigt sich eigentlich, durch die große und peinliche Genauig- 
keit, etwas Steifes, das der Poesie vollständig entbehrt: 

*' Walked as far as head of Virginia Canon, Near the 
Divide, with a snow-covercd triple mountain rigid opjws^ite, found 
a Utile unenclosed cemetery on the stony slope, not nnpathetic 
in the solitude. Thin grass and weeds are the only growth just 



— 32 — 

there. To the S. W. ander ihc aßernoon sun, a gmtle hill 
shining green with the cottontveed aspens and darkerfirs, ridg- 
ing eastward into promoniory brown and sombre with thin firs. 
In front, doum the caiion, heyond Idaho, the ridges of hüls 
and mountains swelling obliqtiely front left to right, the right 
being S. W. They were dark green mth broum patches, and 
the highest bore some sprinkling of snow. Immense clottd" 

shadows, black and irregulär, lay upon them Ttoo or 

three kinds pretty yellow flowers by the xcay-side. White con- 
volmduS'like flowers, but with dull brotvnish centre-boss, on 
wrinkle-leaved bush, so interwreathed with a bush of snxooth 
light-gree^i finely-serrated leaves, that it was difficult at first to 
know which owned the flowers " 

Wichtiger sind die Briefe an Mrs. Bradlaugh, die über 
das gesellige Leben in Central City berichten, und be- 
sonders die an Mr. Eossetti. Es ist hier kaum der Ort, 
näher auf Thomsons amerikanischen Aufenthalt einzugehen. 
Es muß ein ganz erfreuliches Jahr für ihn gewesen sein, 
voll großer, neuer Eindrücke an Land und Leuten. Körper- 
lich frischer als je zuvor (mit Ausnahme eines Anfalles von 
' 'tu ountain fever"), genoß er nach einem zehnjährigen Londoner 
Leben das freie Herumschweifen in den Bergen, den innigen 
Kontakt mit der Natur und wohl auch die etwas seltsamen 
Lebensbedingungen in vollen Zügen. 

Der geschäftliche Erfolg der Reise war gleich Null. 
Bald nach seiner Ankunft hatte er den Verwaltungsräten 
der Gesellschaft gemeldet, daß die Spekulationen unsicher 
seien ; die Angelegenheit blieb dann lange in der Schwebe, 
aber im Dezember 1872 wurde er zurückgerufen, kam im 
Jänner 1873 nach London zurück und zog wieder nach 
Vauxhall Bridge Road. Für ihn persönlich war die Reise 
auch ohne pekuniären Erfolg gewesen : seine Spesen waren 
ihm zwar bezahlt worden, aber da der Vertrag nur münd- 
lich gemacht worden war, erhielt er einen viel geringeren 
Gehalt als ausbedungen. 

Die Quintessenz seiner amerikanischen Eindrücke steht 
in folgenden Zeilen an einen Freund: 

**/ think we must forgive the Americans a good deal of 
vülgarity and arrogance for some generations yet They are 
intoxicated with their vast eountry and its vaster prospects. 



33 



Besides, we of the old country have sent ihem for years pasf, 
and are still sending theni, our half-starved and ignorant 
millions. The Ämericans of the War of Independence were 
redlly a British race, and related to the old country as a Greek 
colony to its mother city or state. Bat the Ämericans of to-day 

are only a nation in that they instinctively adore their Union 

They are starting over here with all our experience and culture 
at their command, without any of the obsolete burdois and im- 
pediments which in the course of a thousand years have hecome 
inseperable from our institutions, and with a country tvhich 
will want more labour and more people for many generations 
to copue." 

In den wenigen Monaten, die Thomson nun in London 
zubrachte, beschäftigt er sich wieder eifrigst mit Shelley- 
Studien: seine Briefe an Rossetti geben davon Zeugnis. 
Von allen Gedichten Shelleys steht ihm **Epipsychidion" 
am höchsten. "It is his Vita Nuova, tejider and fervid and 
noble as Dante' s, and his prefnature death has deprived ns of 
the befittifig Divina Comedia whidi should have followed/' 

Im Juli 1873 wurde Thomson durch Vermittlung Brad- 
laughs zimi Spezial-Berichterstatter der ''New York World" 
in Spanien ernannt, lun über die Carlistische Revolution 
zu berichten. Er scheint sich nicht dazu geeignet zu haben 
und wurde bald zurückgerufen, da er innerhalb eines 
Monates nur drei Berichte geschickt hatte. Das Honorar 
von £ 6 per Woche wurde ihm infolgedessen auch nicht 
ausgezahlt, so daß also auch diese zweite Expedition für 
ihn äußerlich nicht günstig endete. Außerdem brachte er 
sich eine Augenkrankheit mit, die ihn wochenlang am 
Lesen, Schreiben und Rauchen verhinderte, und als er wieder 
gesund war, wurde es ihm sehr schwer, irgend welche Be- 
schäftigung zu finden. Eine kaufmännische Anstellung hat 
er auch bis zu seinem Tod nicht mehr bekommen, so daß 
er gezwungen war, ganz und gar sich auf seine literarischen 
und journalistischen Fähigkeiten zu verlassen. Er blieb 
nach wie vor ein regelmäßiger Mitarbeiter des ''National 
Reformer", für den er größere und kleinere Sachen schrieb 
(sogenannte '*jottings", die er als X zeichnete) und ''fivo or 
thrce columns on one or two topics of the day, a scrwon or 
religious meeting or any nonsense of the sort". 

Weissei, James Thomson. 3 



34 



Die Jahre bis 1874 verliefen also äußerlich ziemlich 
ruhig und doch sind sie innerlich mit die bedeutsamsten 
in des Dichters Leben: 1874 erscheint "The City of 
Dreadful Night''. Die bloße Tatsache genügt schon, um 
zu wissen, was für innerliches Kämpfen und Ringen, Arbeiten, 
Feilen und Streichen, was für Studium imd Selbstbetrach- 
tung in den vorhergehenden Monaten liegen mußte. Das 
Gedicht erscheint in Fortsetzungen, und zwar in zwangloser 
Folge. Selbst für eine Zeitung "o/ stich deep disrepute'\ wie 
es der "National Reformer* war, schien es gewagt, dem 
Publikum so viel schwärzesten Weltschmerz auf einmal 
vorzusetzen. Bradlaugh wurde übrigens schon wegen der 
kleinen Pröbchen mit Angriffen überhäuft, so daß man es 
ihm sehr hoch anrechnen muß, daß er das Experiment fort- 
setzte. Bei einigen Lesern aber erweckte es doch ent- 
schiedenen Beifall: George Eliot und Bertram Dobell, 
der von nun an sein treuer Freund und Berater wurde. 
Thomsons Stimmung in dieser Zeit ist schwer festzuhalten. 
Seine äußeren Lebensbedingungen sind höchst bescheidene : 
"//* London he lodged in one iiarrow room, ivhich was bed- 
room and sitting-room in one, and wherc he could hardly help 
feeling a sense of povertg and isolation, A morning spent at 
the Br. Mas,, an afternoon-ivalk through the streets, and an 
evening passed in reading or uriting: such was the ustial course 
of his dailji life in London . . ." 

Er hat sein* geringe Einnahmen und muß beim ''National 
Reformer'' bleiben, obwohl ihm manches gegen den Strich 
geht, *'because ü offers nie mere suhsistencc". Ich möchte aber 
trotz alledem zu Salt neigen, der sagt, daß Thomson durch- 
aus kein so ganz verlassenes Dasein geführt habe ; er hatte 
viele und gute Freunde zu jeder Zeit seines Lebens. 

Daß der Grundton, besonders aber dieser Zeit, tiefe 
Melancholie gewesen sein muß, ist klar ; bedingt wohl auch 
zum großen Teil durch die Lektüre von Leopardi und 
Dante. Daneben aber klingen wieder durchaus lebenslustige 
Weisen, die sich in den fast übermütigen, meist französischen 
Plauderbriefen an die Bradlaugh-Mädchen und an seine 
Schwägerin kundgeben. Seine Stimmung hebt sich be- 
deutend, als Dobell ilmi den Vorschlag macht, er wolle zu- 
sammen mit irgend einem Verleger den Versuch machen. 



35 



einen Band Thomsonscher Gedichte zu drucken ; leider ver- 
gebens. Es gelingt nicht, einen Verleger zu finden, und so 
muß der Plan im Sand verlaufen. 

Die Korrespondenz mit D ob eil aber ist wichtig: sie 
findet sich auszugsweise bei Salt und natürlich in Dobells 
Menioir und darin finden wir, wie sich langsam ein Bruch 
vorbereitet zwischen Thomson und Bradlaugh. Im Jahre 1875 
kommt es auch dazu und Thomson tritt aus dem "National 
Reformer" aus. Es ist schon oben erwähnt worden, wie 
eigentümlich gegründet diese Freundschaft war und wie 
sonderbar ihre lange Dauer anmutet. Thomson mag wohl 
leicht reizbar und viel verlangend gewesen sein imd Brad- 
laugh hatt^ seinen Namen als Herausgeber der Zeitschrift 
zu wahren. Wir wissen nicht viel von den Ursachen. 
Thomson beklagt sich über Zurücksetzung, **i have been 
crowded out of late", er findet, daß "the N. R, people and 
Br, have not in the least respected the anonymity" — aber all 
das sind noch keine genügenden Gründe fiir die Lösung 
eines so intimen und jahrelangen Verhältnisses. Es nützt 
nichts, darüber Vermutungen aufzustellen — wir müßten 
Tatsachen haben. Am 9. Juli 1875 schreibt Thomson an 
Dobell, "J am quite off the N. R. now, Br, having taken the 
ßrst opportunity of terminating our connection . . ." Damit ist 
die Sache zu Ende. Am 24. August 1876 heißt es: ''Foote 
and George Jakob Holyoake^) hope to start a good Sectdar 
tceekly, price ttvopencey soon, with a guarantce fund to secure 

its existence for three years I go in for this new paper 

thoroiighly of course, not caring to be gagged at the pleasure 
of Mr. B." 

Der Bruch mit Bradlaugh und besonders der Familie 
war fiir Thomson ein großer Schmerz. Am 27. Jänner 187G 



1) George Jakob Holyoake, geboren 13. April 1817 zu 
Birmingham, begründete 1846 die Zeitschrift "The Beasonei'", die den 
Zweck verfolgte, die von ihm als '•Siikularismus" bezeichnete 
modern wissenschaftlich-sittliche Weltansicht des gesunden ^f enschen- 
verstandes gegen die Herrschaft theologisch-politischer Orthodoxie 
zur Geltung zu bringen. Zum Teil seinen Bemühungen war die Durch- 
führung des Evidence amendement act (1869) zuzuschreiben, der statt 
des Eides die Affirmation gesetzlich gültig machte. Seine Autobiographie 
erschien 1892 als "Sixty Years of an Agitator' 8 Lif^\ 

3* 



— 36 — 

steht in seinem Tagebuch: "Evenwg party at Hall of 
Scimce. Alice and Hypatia there with C. B, First time of 
seeiny thc girls ihat I could not speak," 

Es folgt nun in des Dichters Leben die Periode, die von 
ihm selbst als "seven songless years" bezeichnet wird. Äußer- 
lich stellt sie sich ganz einfach dar und ließe sich in wenig 
Worten abtun: Durch den Bruch mit Bradlaugh war die 
Mitarbeiterschaft am ''National Reformer" verscherzt und 
an ihre SteUe waren die Beiträge fiir den früher erwähnten 
"Secularisf* getreten, der bis 1877 erschien, um sich dann 
mit der, auch von Holyoake gegründeten ''Secular Review" 
zu fusionieren. Für den ''Secularisf" schrieb Thomson unter 
dem alten Pseudonjrm B. F. Ai-tikel über die verschieden- 
artigsten Themen, wie denn überhaupt die Vielseitigkeit 
seiner Interessen und Kenntnisse stets auffällig ist. Im 
Jahre 1875 beginnt außerdem eine auf den ei^sten Blick 
merkwürdige Tätigkeit : er läßt sich durch Mr. Fräser für 
die Monatschrift: ''Cope's Tobacco Plant" gewinnen. Der 
Titel muß befremden : Thomson war ein fanatischer Raucher, 
konnte sich weder Arbeit noch Vergnügen ohne das "herb 
divine" denken, was schon früh aus seinen Briefen hervor- 
geht, und merkwürdigerw^eise wurde diese Zeitschrift, die 
ursprünglich nur ein Reklameblättchen für die Erzeugnisse 
der Messrs. Cope war, durch Fräsers geschickte Hand "one 
of the most daring and ariginal ptMications of the day which 
actually loves literature, thoiigh it has to make this mbordinate 
to the Herb Divine" Über seine Arbeit für die Zeitschiift 
sagt Thomson selbst : ''My work on it is chiefly of the hack 
Order; , . , I have not to violate my conscience by writing what 
I don't believe, for I do bclieve in Tobacco, the sole article 
necessary to salvation in the Cope creed" 

Um diese Zeit übersiedelt Thomson in ein anderes 
Viertel der Stadt; er will in der Nähe Footes wohnen, 
wegen des '^Seciilarist" und braucht das British Museum 
für seine Arbeiten. Die Briefe aus der Zeit an Mr. Dobell 
sind aus 35 Alfred Street, Gower Street datiert imd später 
7 Huntley Street (dasselbe Haus), wo er bis wenige Wochen 
vor seinem Tode wohnen blieb. 

Was wir über ihn erfahren, stammt fast nur aus Briefen 
an Dobell und Tagebuch-Notizen. Wir hören da von 



— 37 — 

neuerlichen Veröffentlichimgsversuchen, die fehlschlagen, 
von seinen Arbeiten für Cope's, die höchst mannigfaltiger 
Natur sind. Artikel über Omar Khayyam, über James 
Hogg, Rabelais (ein Auszug aus einem früheren, längeren 
Artikel), lose Gedanken, ein geistvolles Gedicht als Text 
zu einer Karikatur von Stothard's ^'Filgrimage'\ Kritiken 
der "English Men of Letters*' (besonders scharf und glänzend 
ist die über Shairp's **Robert Bums", aus der die ganze 
Empörung des Bumsfreundes spricht), die "Tobacco 
Legislation", die er "Sigvaf zeichnet, und die so- 
genannte "Cope's Mixture", ein buntes Allerlei von 
Notizen und Gedankensplittern, die doch nie unter das 
Niveau eines Dichters sinken. 

Eine kleine Sanmilung dieser Beiträge liegt vor mir 
als einziges Zeugnis dieser Tätigkeit; einzelnes daraus zu 
zitieren, dürfte kaum angehen. 

Ein Brief aber soll hier Platz finden, der Licht werfen 
wird auf manches, was früher gesagt wurde von Thomsons 
sprachlichem Verständnis : ') 

"... With regard to Mr. A, H. Bulletins criticisms on 'Our 
Ladies of DeatW . . . J must hold myself right, The onlij English 
Dictionary I have hy me is a school one, but as such little 
Ukely to venture on neohgisms; moreover, it is very good of 
its kind, being Reid's of Edinburgh. Tliis gives Sombre, Sombrous, 
dark, gloomy; Tenebrious, Tencbrous, dark, gloomy, obscure (and 
of course Tenebrious impUes Tenebriously) ; Ruth, pity, sorrow; 
Ruthful, merciful, sorroivful; Ruthfully, sadly, sorrotvfuUy, The 
huge Worcester Webster, into which I lookcd a day or two after 
your letter came, agrees as to tenebrious and ruth; Iforgot to 
Jook in it for sombrous. But as to ruth, I used it in the 
common sense of pity, not that of sadness and sorrow. When 
I wrote — 

'My life hut hold 
In jest and laugh to parry Jiateful ruth/ 

I meant to parry the pity of others, not to parry my own sadness, 
which, indeed, jest and laugh must intensifly instead of parry- 
ing. . . . I looked into the Dictionaries not knoicing whciher their 
authority tvould sustain or condcmn me, as I am uscd to trust 



1) P. W. I. pag. LXXI. 



— 38 — 

in careful writiy^g to my oivn sense of what is rigid; fhis, 
naturally, having heen modified and fomied by reading of good 
authors. ..." 

In den Jahren 1877 und 1878 wird Thomsons Auf- 
merksamkeit auf einen Mann gelenkt, der ihn unendlich 
beeinflussen mußte : D r. G a r t h W i 1 k i n s o n. ^) Er erwähnt 
ihn zuerst in den Briefen an Dobell und später kehrt der 
Name häufig wieder und beschäftigt ihn so sehr, daß er 
schheßlich seine Eindrücke von dem Mann in einem Aufsatz 
im ^'Liberal" unter dem Titel "A stränge book^' nieder- 
legt.^) Nun vertieft er sich auch neuerlich eine Zeitlang, 
wahrscheinlich noch besonders dazu angeregt durch Eossetti, 
in die Dichtungen des seltsamen Dichtermalers William 
Blake, dem er schon viel früher (1866) einen Artikel-) 
gewidmet hatte, dessen Schluß das außerordentlich charakte- 
ristische Gedicht bildete : 

"He came to the desert of London toicn 

Grey miles long; 

He icandered up and he watulered down, 

Sinying a quiet song. 

He came to the desert of London toten, 

Mirk miles hroad; 

He wandered up and he wandered down, 

Ever alone with God. 

There were ihousands and Uwnsands of human kind 

In this desert of brich and stone: 

But some ivere deaf and some were hlind^ 

And he was there aJone. 

At length the good hour came; h€ died 

As he had lived, alone: 

He ivas not missed from the desert wide, 

Perhaps he toas found at Hie Throne." 



1) John James Garth Wilkinsou, 1812—1899, Arzt, uud 
zwar Homöopath. Er gab 1839 Blake's "Songs of Innocence" und 
"Songs of Experience" mit Änderungen heraus. 1875 erschien *'lm- 
provisationsfrom the Spirit", was unverkennbar Blakes Ein- 
fluß verrät. Er wurde sehr früh Swedenborgianer und seit 1839 
übersetzt und kommentiert er dessen Schriften (vgl. über ihn Emerson 
in Beinresentative Meti und English Traits). 1851 erscheint **The Human 
Body and its connectiou with Man". Wilkinson war ein gründ- 
licher Kenner der isländischen und skandinavischen Literatur und hat 
auch an der Übersetzung Swedenborgs ins Isländische mitgearbeitet. 

2) Jetzt in Biographical and Critical Essays zu finden. 



— 39 — 

Im Jahre 1879 tritt Thomson durch Footes Vermittlung 
in Korrespondenz mit George Meredith, den er schon 
seit 1866 sehr hochschätzte und der ihm im Lauf der 
nächsten Jahre ein treuer und verständnisvoller Freund 
wurde. Auchder blinde Dichter Philip Bourke Marston,') 
der so sehr viel Ähnlichkeit mit Thomson hatte, trat um 
diese Zeit in sein Leben. Man sieht also, wie unrichtig es 
ist, des Dichters Leben als ein äußerlich trauriges und 
freudloses hinzustellen; es hat ihm nie an geistiger An- 
regung, nie an teilnehmenden Freimden gefehlt, mit denen 
er beruflichen Gedankenaustausch i)flegen konnte, oder die 
er durch seine brillante Konversationsgabe bezauberte. 
Seine Melancholie saß tiefer und wäre nicht zu beheben 
gewesen, auch nicht durch veränderte Lebensiunstände, wie 
Meredith in seinem schönen Nachruf sagt. Wieder und 
wieder drängt es sich mir auf, daß an dem Ruin dieses 
Lebens keine äußeren Schicksalsschläge schuld waren, daß 
es nicht der große Liebesschmerz war, der Thomsons Geist 
in jene traurige Richtung brachte. Es war die Belastung 
von der Mutter, die ihn zu Fall brachte; eine vererbte 
Melancholie, die ja natürlich daneben Raum ließ für das 
Ausströmen schönster und heiterster Lebenslust, aber die 
eben an sich geeignet war, ihm alles Übel, das ihm wider- 
fuhr, größer und härter erscheinen zu lassen, als es in 
Wirklichkeit war. 

Ln Jahre 1879 gründet Foote eine Zeitschrift *'T/te 
LiheraV, für die Thomson einiges liefert, so den oben er- 
wähnten Artikel **A Strange Book''. Gegen Ende des 
Jahres aber überwerfen sich die beiden Männer, so daß 
Cope's jetzt die einzige Quelle seiner Einnahmen bildet. 
Mit seiner Mitarbeiterscbaft an säkularistischen Blättern, 
die sechzehn Jahre lang gedauert hatte, ist es damit zu 
Ende. Das Tagebuch aus dem Jahre 1879, das Salt zitieit, 



») Philip Bourke Marstoii, 1850—1887, verlor 1871 soiue 
Geliebte durch den Tod und dann rasch nacheinander mehrere nahe 
Verwandte und Freunde, so daß er schwermati»< wurde. IHTl '-Song 
Tide and otherpoems", 1875 ''AU in All", 188.i '-Wind Voices", 
1887 *'For a song's sake & other ^toricvs*' (Short SUtriv,^), 1887 
"Garden Secrets". 1891 *'A last Harvest". (Vgl. über ihn in 
Miles' '*Poet8 of the Cefttun/'.) 



40 



gibt bemerkenswerte Aufschlüsse. Aus dem Zusammenhang 
des übrigen Lebensganges gerissen, müßte es auf den Un- 
befangenen den Eindruck machen, als sei es das eines 
kranken Mannes. Mit peinlicher Genauigkeit wird Statistik 
über das Wetter geführt; jeder Windstoß, jede Schneeflocke 
scheinen von Bedeutung. Daneben vom 28. Februar die 
Eintragung: ''The dull rheuniatic pains Shoulders and right 
arm continue; slight biU I rather fear after father". Oder am 
14. August : *'IIave gof info lad tvay of waking two or three 
hours hefore I ivant to yet up (before 5 or 6) and being un- 
able to sleep afterwards, Hence I arise weary at last; and 
am very drowsy after tea, when I tvant to read or write. This 
morning awake at 5-40. This evg, had to He doum and slept 
from 6*30 to 8'30, losing two good hours.'' Dann spricht er 
ein andermal von einem ''queer catching pain in the back and 
a painful constriction at the eheste over and dbout the hearf — 
kurz, der Neurastheniker ist fertig. Auch die Schlaflosig- 
keit, die ihn wohl früher schon viel und oft geplagt hatte 
und die ihm als eines der größten Übel des Menschen- 
geschlechtes erscheint, stellt sich wieder ein. Was er darunter 
gelitten haben mag, zeigt ein flüchtiger Blick in seine 
Schriften. 

Was wir von Thomson persönlich nicht erfahren, das 
teilen uns seine Freunde und Bekannten mit: die traurige 
Leidenschaft für den Alkohol packt ihn von neuem, imd 
zwar mit elementarer Gewalt. Es sind periodische AnfäUe, 
eine AtI Geisteskrankheit, und je weiter die Jahre vorrücken, 
desto länger werden die Anfälle, desto kürzer die lichten 
Momente. Wie schwach, hinfällig und voll Selb st Verachtung 
der Unglückliche nach solchen Anfällen war, läßt sich 
denken: ''After the fit had spent itself\ sagt ein Freund 
"would come a dreary week of feebleness and selfabhorrence, 
then return big health would bring back the normal Th, and a 
few months of work would be the prelude to another attack". 
Die Kinder seiner Hausfrau, die ihn, wie alle Kinder, zärt- 
hch liebten, ließen ihn einst, als er nach solch einem Anfall 
nach Hause kam, nicht in die Wohnung und berichteten 
ihrem Vater, daß "Mr. Th/s tvicked brother was at the door\ 
Der "normal Thomson'' muß auch zu der Zeit noch immer 
ein heiterer, freundlicher und guter Gesellschafter und auch 



— 41 — 

ein yerhältnisinäßig glücklicher Mensch gewesen sein. Im 
**Progress" gibt Foote öfter Mitteilungen über ihn, deren 
eine, vom April 1882 (das ist das von Salt gegebene Datum, 
das mir nicht sicher scheint, das ich aber vorläufig nicht 
richtigzustellen vermag) hier Platz finden soll: 

**His personal appearance told in his favour. He was of 
tlke medium height, well built and active. He j^ossessed ihat 
striking eharacteristic sometinies found in mixed races — black 
hair and beard, and grey-blue eyes, Tlie eyes were fine and 
tconderfuUy expressive. They were fall of shifting light, soft 
grey tu some moods, and deep blue in others. They contained 
depih within depth; and wheti he was moved by strong passion 
they widened and flashed with magfietic power. When not 
suffering from depression he was the life of Ute Company. He 
was the most brilliant talker I ever met, a7id at home in all 
soeieties; a fine companion in a day's walk, and a shining 
figure at tlie festive table or in the social drawing-room. JBut 
you enjoyed his conversation most when you sat with him ahne, 
taking occasional draughts of our national beverage, and con- 
stantly buming the divine weed." 

Einen unerschöpflichen Quell des Genusses fand 
Thomson auch in sich durch seine große, bei einem Eng- 
länder fast verwunderliche Vorliebe für ernste Musik, ein 
Erbteil des Vaters, das aber bei dem Dichter veredelt und 
ausgebildet war. Schon im Jahre 1874 hatte er im ^'National 
Befortner*' erklärt, daß von allen Vergnügungen Londons 
ihm seit Jahren die populären Montagskonzerte in St. James's 
Hall am meisten gegeben hätten. Wir wissen, wie er seiner- 
zeit die Töchter Bradlaughs in diese Genüsse einweihte; 
später verabredet er sich öfter mit Dobell und zeigt sich 
in seiner Kritik als ein feiner Kenner mit auserlesenem 
Geschmack, wenn auch natürlich, wie das bei all seinen 
Empfindungen der letzten Zeit der Fall war, etwas über- 
trieben: ''T/iere (in St. James's Hall) Beethoven is King of 
Kings and Lord of Lords; on his forehead hroods the fromi 
of th ander btit his smile is so ravishing and swect that naught 
can compare with it save the tenderness and stenincss of Dante 
the Div^ine . . .", und dann kommt leider der jnin, den er für 
das Publikum machen zu müssen glaubt: '^and lastly, at 
his very feet, that notable and bat recently discovered pair of 



42 



shoes, Schubert and Schumann — , whereof the former is indeed 
lovely but too largc and lax, while the latter, mth its stiff 
embroidery, is of such shape and size that I for one cannot 
yet wear it with jdcasure" Seine leidenschaftliche Liebe zur 
Musik zeigt sich ganz besonders in einem fein empfundenen 
und formvollendeten Gedicht aus seinem letzten Lebens- 
jahr, das also eigentlich noch nicht hieher gehört, **He 
Heard Her Sing'', das durch den vollendeten Rhythmus, 
die volltönende und verhaltene Leidenschaft atmende 
Sprache entschieden in die erste Reihe nicht nur Thomson- 
scher, sondern englischer Lyrik überhaupt zu stellen ist. — 

Die kurze Tagebuchnotiz : *'Chi Thtirsday, 4*^March 1880, 
I got first proof of lOpp. Volume to be entitUd *The City of 
Dreadful Night and other Poems'" sagt für den, der den 
Dichter bis hieher begleitet hat, unendlich viel. Es ist 
also endlich gelungen; nach jahrelangen fruchtlosen Ver- 
suchen, nach Verzögerungen mid Enttäuschungen aller Art 
kommt endlich der Moment, da Thomson an Rossetti 
schreiben kann : ''At length I have actuully in the 2)ress a 
small tentative volume." Es war dies hauptsächlich den un- 
ermüdlichen Bestrebungen seines Freundes Dobell zu 
danken, der endlich in den Herren Reeves andTurner 
die geeigneten Leute für das Unternehmen fand. Die Auf- 
nahme bei Pubhkum und Kritik war eine recht günstige, 
besonders die *'Fortnightly Eeview*' brachte unter der Auf- 
schrift "A new poet" eine eingehende und liebevolle Be- 
urteüung des Buches durch G. A. Simcox. Natürlich 
kamen auch mißgünstige Stimmen zu Wort, die z. B. sagten, 
der Autor hätte sich mit der düsteren Stimmung der "City" 
recht geschickt der hen*schenden Strömung des Publikums 
angeschlossen; ein Ausfluß seines eigenen Empfindens sei 
sie wohl nicht. Solchem Urteil konnte der Dichter aber 
ganz ruhig gegenüberstehen, denn einer, auf den er sehr 
große Stücke hielt, stellte ihm ein wertvolles Zeugnis seiner 
Anerkennung aus. Ich lasse George Meredith's Brief 
vom 27. April 1880 hier folgen: 

". . . my friends could teil you that I am a critic hard to 
please, They say that irony lurks in my culogy. I am not in 
truth frcquently satisßed by verse. Well, I have gone through 
your volume, and partly a second time, and I have not found 



— 43 — 

the line I toould propose io recast I have found many pagcs 
ihat no other English poet could have written. Nowhere is the 
verse feeble, noivhere is the expression insufficient ; the majesty 
of the line hos always its füll colonring, and marches ander .a 
hanner. And you accomplish this effect with the utmost sobriety, 
tvith absolute säf-tnastery. I have not time at present to speak 
of the City of Melencolia. There is a massive impressiveness 
in it that goes beyond Dürer, and tdkes it into upper regions 
tchere poetry is the Sublimation of the mind of man, the voice 
of our higJiest. What might have been said contra poet, I am 
glad that you slwuld have forestalled and answered in *Philo- 
sophy* — very wise writing, I am in love with the dear London 
lass who helped you to the 'Idyll of CocJcaigne' " 

Alle Freunde nehmen teil an Thomsons Erfolg, der 
auch pekuniär ein guter war, sosehr sogar, daß die Verleger 
schon im Oktober 1880 die Herausgabe eines zweiten 
Bandes wagten imter dem Titel: '^Vane's Story, Wedd ah 
and Om-el-Bonain and other Poems". "Weddah" 
hatte schon acht Jahre früher Rossetti sehr gelobt, noch 
ehe er mit Thomson in Verkehr getreten war, während 
Fronde und vier oder fünf Zeitschriften es als mindenvertig 
zurückgestellt hatten. Rossettis Meinung wird nun durch 
die Anerkennimg Merediths "a poem of forthright trinmphant 
power'* und Swinbumes bestätigt. Es möge nun hier ein 
Teil eines Briefes von Thomson an Rossetti folgen, der 
mir wdchtig erscheint auch zum späteren Verständnis der 
Gedichte : "/ am also very much gratijicd by Mrs, B/s sym- 
pathy with 'Vane's story\ a piece too wild nnd capricioiis for 
most minds to follow. It is in fad a piece of pure phantasy, 
tcherein I threw the reins on the neclc of Fegnsus and let htm 
go whither he would, Hence I purposely made the title cqui- 
vocal to the ear. Writing simply for my own pleasure, I cnjoyed 
the Writing." 

Das Jahr 1880 scheint in jeder Beziehung günstig für 
Thomson. Er verkehrt viel bei den Wrights, mit Perey 
Holyoake, dem Sohn seines alten, verstorbenen Freundes 
Austin, macht die persönliche Bekanntschaft Merediths, 
von dem er sagt : ''He is one of those personaliiics who need 
fear no comparison with their best wrifinys", und fühlt sich 
auch körperlich wohl. Seine Anfälle scheinen länger als 



— 44 — 

gewöhnlich ausgeblieben zu sein, was vielleicht auf den 
Zustand freudiger Erregung zurückzuführen ist, in dem er 
sich befand. — 

Die Verleger planen schon eine Ausgabe von Thomsons 
Prosaschriften und es werden Vereinbarungen getroflfen för 
Arbeiten über George Eliot (deren Begräbnis er in den 
ersten Tagen des Jahres 1881 beiwohnte) und Heine. Keine 
von beiden kam zur Ausführung, obwohl er besonders auf 
die letztere viel Zeit verwendete, was ja bei seiner Vorliebe 
für den Dichter erklärlich ist. — Im März 1881 geht er mit 
den Wrights und Holyoakes nach Leicester zur Er- 
öffnung der SecularHall, zu welcher er ein Gedicht*) 
in ''coUoquidl rliyme" verfaßte. In seiner anspruchslosen 
Form und Diktion drückt es, vielleicht mehr als manches 
andere, die religiöse Überzeugung Thomsons aus: 

" We now (Iure 

To huild our temples on another plan, 

Devoting them to god's Creator, Man, 

Not to Man*s creature, god. And thtis indeed, 

AU men and women of whatever creed, 

We welcome gladly if (heg love their kind. 



And if we have a Jife heyond our death, 
A life of nobler aims and ampler breath, 
Uliat better preparation for such bliss 
Than honest work to make tfie best of Um? 

Our creed is simple, All men are ofie manl 
Our sole commandment, do what good you can." 

Nach seiner Rückkehr hat er einige Zeit mit den Kor- 
rekturen seines Bandes Prosaschriften zu tun, der im Früh- 
jahr erscheinen soll. Im Juni aber geht er mit den Freunden 
wieder nach Leicester, als Gast eines gewissen Mr. Jack 
Barrs und dessen Schwester, in welchen beiden er noch 
treue Bewunderer und Freunde gewinnt. Mit kurzen Unter- 
brechungen verbringt er fast den ganzen Sommer und einen 
Teil des Herbstes in dem gastlichen Haus ForestEdge, 
Kirby Muxloe bei Leicester. — Wie wolü er sich bei 
den neugewonnenen Freunden fiililt. wie innig er sich freut, 

\) P, W. II. pag. 100. und in einem Sepai'atabdnicke. 



— 45 — 

wieder ein Heim gefunden zu haben, das ihm in jeder 
Hinsicht kongenial war, davon geben die Briefe Zeugnis, 
die er von dort aus nach London an Dobell oder Rossetti 
schreibt, sowie auch die Art, wie er, in London zurück, 
Miss Barrs im Neckton der alten Freundschaft anspricht. 
Diese Briefe, die eine Lebenslust und Gremütsruhe atmen, 
die man bei dem emstgestimmten, kränkelnden Mann nie 
vermuten würde, lassen wieder schmerzlich ahnen, ein wie 
reiches, liebenswürdiges Naturell ihm eigen gewesen sein 
muß, und lassen den reichen Schatz von Freundschaft be- 
greifen, der ihm Zeit seines Lebens zu teil wurde. Mr. Barrs 
sagt über ihn zu der Zeit: *'Whatev€r has beefi said or written 
of his charm of manner and conversation has not and cannot 
give a jusi representation of thefu. Feto mm have known so 
delightful a friend and his hilarity could equal his sombreness 
tchen in congenial Company, One cotdd hardly say more fo 
any one who knows the *Ciiy\ The poem 'At Behoir* recaUs 
three days of incessant mirth and midstimmer pleasurCy Thomson 
being chief je^ter." 

Es geht nicht an, die obenerwähnten Briefe auch nur 
auszugsweise anzufahren: es wäre aber doch sehr zu 
wünschen, daß eine Sammlung dieser und anderer ver- 
anstaltet würde, lun diese Perlen englischer Plauderbriefe 
vor der Vergessenheit zu retten. 

In diesem letzten Lebensjahr, das ihm noch so viel 
Sonnenschein bringen sollte, l:)egann sich auch der Dichter 
in ihm wieder zu regen. Er hatte gearl)eitet all die Jahre 
hindurch, viel und ernsthaft, sich mit allerlei beschäftigt 
und auch die Wochen, die er in Leicester zubrachte, waren 
dank der reichhaltigen Bil)liothek der Bari*s nicht ungenutzt 
vorübergegangen. Nun hatten seine zwei Bände Gedichte 
Erfolg gehabt, und das scheint ihn ermuntert zu haben. 
Copes ''Tobacco Planf ging ein und er mußte sich, da er 
in ständiger Geldverlegenheit war. nach neuen Erwerbs- 
quellen lunsehen : durch Merediths Vennittlung kam er bei 
der "Fall Mall Gazette' und der '^Fnrtuiyhfly lirvieiv' an 
(derselben, die seinerzeit die glänzende Besprechung seines 
ersten Bandes gebracht hatte), und schrieb verschiedenes 
fiir Tlie Gentleman* s Magazine, Auch beim Cornhi/l Magazine, 
Athetmeum und Weekly Dispatch finden wir ihn gelegentlich. 



— 46 ~ 

Die Mannigfaltigkeit der Beschäftigung regte ihn an und 
fast in jedem der Blätter finden wir Gedichte von ihm. 
Es ist ein zweiter Frühling, eine zweite Jugend, die über 
ihn kommen: das beseligende Bewußtsein des behaglichen 
Heimes, der Anerkennung und der Schaffensfähigkeit gibt 
seiner Feder Schwung und Feuer, so daß die Gedichte dieser 
letzten Periode unter die allerbesten gehören, die er ge- 
schrieben. In manchen klingen frühere Stimmungen wieder 
an, auch hier aber ist wieder der Zwiespalt seines Wesens 
klar: neben "He Heard Her Sing" haben wir die 
schauerliche **Insomnia". 

Für die beiden Tageszeitungen mußte er die Arbeit 
bald aufgeben, er konnte nicht mehr an bestimmte Stunden, 
kaum an Tage mit einer Lieferung gebunden sein, da die 
Zeiten, in denen er nicht Herr seiner selbst war, immer 
häufiger wurden. Die Monatshefte blieben das einzige Feld 
fiir ihn. — 

Es ist unnötig, noch vieles über sein Leben zu sagen ; 
die letzten Wochen waren, wie ein Freund sagt, eine Art 
langsamen Selbstmordes. Er hatte keine feste Wohnung, 
irrte Tag und Nacht durch die Straßen der Stadt und man 
schaudert bei dem bloßen Gedanken an die Qualen, die 
er durchgemacht haben muß. Es ging rapid mit ibm zu 
Ende; der Alkohol vergiftete ihn so rasch, als es sein 
widerstandsfähiger Körper zuließ. Am 1. Juni 1882 irrte 
er halb bewußtlos zu seinem blinden Freunde Marston 
und hier trat die Katastrophe ein. Dieser eJmte wohl, 
daß etwas Schreckliches im Anzug sei, konnte ja aber 
selbst keine Hilfe geben und verbrachte einen Tag namen- 
loser Qual und Aufregung, während Thomson im Neben- 
zimmer auf seinem Bette lag. Der Kritiker Sharp kam 
gegen Abend, ahnte die Wahrheit imd fand den Un- 
glücklichen in seinem Blut liegen. Er wurde sofort ins 
angrenzende University Hospital gebracht, erlangte 
noch einmal das Bewußtsein und starb am Abend des 
8, Juni an Erschöpfung infolge der starken innerlichen 
Blutung. Am 8. Juni wurde er im Beisein seiner Freunde 
auf dem Highgate Cemetery beigesetzt, ohne irgend 
welches kirchliche Zeremoniell, unter Verlesung des 
Secular Burial Service durch Mr. Wright, der 



— 47 — 

ihm auch einen wann empfundenen Nachruf am offenen 
Grabe hielt: 

" Though he was the poet of dreadfid night, and still 

more dread despair, neither the om nor the other was seen in 
his daily life. He was the pleasantest companion one could 
have, either in the fields and lanes which he loved so well, or 

hy the ßreside He was brave, honest as tlte day, h^iting 

anything paltry or mean, high-spirited and proitd, yet withal 
modest and retiring, almost to a faidt; ever wiliing to do a 
kindness, and never so happy as when giving pleasure to 

others We now commit his body to the earth, and I can- 

not but deeply regret fhat lie himsdf did not know its destin- 

atiofi The days of the singer have ended; but his songs 

reniain. As we leave him here at rest, let us not think of the 
frail earthen vessel now lost to our sight, but of the rieh mental 
treasure it contained, which is still left to u^ " 



B. Werke. 

a) Jagendgedlehte (L Perlode) 1852—1859. 

"Suggested by Arnold's stanzas of the Grande 
Chart reu se'\ 1855. Das Gedicht besteht aus drei Teilen. 

I. Der christliche Glaube ist tot ; an seiner Bahre stehen 
die wenigen, die ihm aus Überzeugung, und die vielen, die 
ihm aus Gewinnsucht angehört haben. Der Dichter wundert 
sich, daß niemand den mächtigen Toten betrauert, und ist 
überzeugt, daß kein menschlicher Herrscher ihn ersetzen 

kann.^) 

"If he ihus died as no more fit 
To lead the modern march of Ihought 
Supreme, commending, guiding it, 
Wiih noblest love and wisdom fraught, 
He was at least Divine; and ixone 
Of human race can lead it on.'' 

Wenn wir keinen Gott empfinden, fühlen wir uns wie 
Götter in unseren eigenen Herzen und scheinen Zeit und 
Raiun zu besiegen. Manchen gelingt es, uneimeßlicher 



1) P. TT. n. pag.868ff. 



— 48 — 

Eeichtiim fällt ihnen in den Schoß und, im Gold erstickt, 
verliert die Seele jedes höhere Streben. Aber jene anderen, 
die im Elend darben, wo sollen sie ihren Hunger, den 
körperlichen und geistigen, stillen?! 

"0 God in Heaveii, liear our prayn! 
We hnoio ihou art AllwisCy AUgood, 
Yet sink in godless miaerxj: 
Oh, teach us how to worship Tliee!" 

n. Bei Betrachtung des Toten regt sich in ihm die 
Hoffnung, es möge nur ein Schlaf sein, aus dem Er bald 
erwachen werde, um wiederum der Leitstern der Menschheit 
zu sein; ist Er aber wirklich tot, dann heißt es in Andacht 
und Ruhe den Größeren abwarten, den Gott seiner Erde 
als Ersatz schicken wird. Da plötzlich kommt es ihm: Er 
kann nicht tot sein: 

^'There is no death for the Divine 
Which lices in ever perfeci youth: 
The form alofie — its earthly shrine 
Is subject to earth's mcrial sway." 

Seit der Zeiten Anfang ist es so gewesen und so wird 
es bleiben; keiner sage, der Göttliche sei tot oder stumm; 
Er lebt und seine Stimme ertönt wie stets: 

"IVte pure can see Htm perfect-pure ; 

Tlie strong feel Hirn, Omnipoteiice; 

The wise, All-wise; He is obscure 

But to the gross and earth-hound sense: 

Alas for us loith hlinded sight 

Who dare to cry, 'There is no Hght!'" 

ni. Laßt uns treu zu unserem Glauben halten, aus 
dem das Leben entwichen scheint; es ist ein eitles Be- 
streben, uns unter den Menschen einen Retter zu suchen: 

"3Iy brothers, let i(s oxcn the truth, 
Bitter and mournful though it be, — 
That we, who spe^it our dreary youth 
In foul and sensual slavery, 
Are all too slavish, too unmanned, 
For Conquerors of the Promised Land." 

Nicht eher dürfen wir unsern stummen Führer ver- 
lassen, als bis sein Nachfolger erscheint: Gott läßt uns 
nicht in blindem Elend verkommen. Sein Name soll unser 



— 49 — 

Banner sein im Kampf des Lebens, da E r selbst uns nicht 
mehr die Fahne voraustragen kann, und unser Gebet zum 
Himmel sei: 

*^0h, lei ihy cloudless Sun rise soon, 
And flood U8 toith Eis summer noon!" 

"Tasso to Leonora" (1856). Verzweifelt und halb 
von Sinnen spricht der Dichter zur Geliebten; es scheint 
ihm, daß sie beide nur Spieler in einer Pantomime gewesen 
seien, sie die Königin, er einen elenden Wicht darstellend. 
Mit bitterem Hohn spornt er sie zu gutem Spiel an: ihre 
EoUe muß schwer sein, mehr noch als die seine, doch da 
sie so geschrieben ist und das Leben davon abhängt, wie 
sie gespielt werde, so muß sie durchgeführt werden: Bald 
wird das Spiel vorüber sein und wenn sich die Menge 
zerstreut hat,^) 

"Then, once more alane, my Sweet, 
We shall in ihe stränge dark meet: 
You unÜ doff your tinselled pnde, 
I shall throto my rage cmde, 

Then in silent darkness deep 
Cornea the evei'lasting sleep, 
Cornea ihe inexpressive Miss, 
Of our union^s j^erfectness !" 

Doch das Glück der Vereinigung muß immer wieder 
durch das Mimenspiel unterbrochen werden und so gut 
spielt sie ihre Rolle, daß er manchmal an ihr zweifelt 
und mit Mühe die niedrigen Gedanken unterdrückt. In 
wilder Hast ziehen Bilder an seinem umnachteten Sinn 
vorüber; er sieht alle Menschen an dem grausigen 
Schauspiel, das sich Leben nennt, teilnehmen, alle 
mißverstanden und jeder versuchend, für alle Gesetze 
zu geben: 

^^Yet ihey still must move, not pause, 

By the Drama 's ngorous law 8; 

Yet no trtie Life can there he 

Save in thoughts and deeds qiiite free." 

Wüst erscheint ihm dieses zwangsweise ertragene 



i) P. W, II. png. 303 ff. 

Weil gel, James Thomson. 



— 50 — 

Dasein, in dem das Gute iind die Liebe nicht zur Herrschaft 

gelangen : 

*'Love!— Seraplis looking down, 

Who of all Üiat tcear the crown, 

That have won the sacred kiss 

Which should symbol Love^s pure hliss, 

Even dream tchat irue Love is?" 

Wenn nicht sie, Leonora, ihm die Bühne erleuchtete, 
so hätte er nur den innigen Wunsch, nicht teilnehmen zu 
müssen an dem Spiel. Um sich vor dem Wahnsinn zu 
retten, hält er in dem tollen Wirbel an der hohen Wahrheit 
fest, daß dies alles nur ein Gaukelspiel sei; böse Geister 
aber raunen ihm ins Ohr : "Gerade dies ist das Leben 
deiner Seele, diese feuchten Kerkermauern 
sind von festem, dauerhaftem Stein, du bist 
allein und niemals wird sie dein sein." Er wehrt 
sich gegen den Gedanken an Wahrheit, ein letzter Auf- 
schrei — und ermattet sinkt der wahnsinnige Dichter auf 
sein hartes Lager. — 

"The Doom of a City^) (a fantasiaj, 1857, zerfällt 
in vier Teile, deren jeder wieder in verschieden lange und 
im Metrum stark voneinander abweichende Abschnitte ge- 
gliedert ist. Der erste Teil, "The Voyage", war ur- 
sprünglich gar nicht in den Druck mit aufgenommen; in 
der vorliegenden Ausgabe aber findet er sich. — 

Der Dichter wird aus der Stadt, die lange Zeit sein 
heimatloses Leben beherbergt, durch Kummer und Schlaf- 
losigkeit vertrieben. Auf dem dunklen Fluß wartet sein Boot; 
er steigt ein und rudert lang und mühselig hinaus ins offene 
Meer. Ein tosender Sturm bricht los und bringt ihn fast von 
Sinnen : er versucht zu beten, aber er und sein Boot werden 
in tollem Strudel fortgerissen, hin und her geschleudert, bis 
endlich die Elemente sich beruhigen und Stille eintritt: 

*^Jhit heart and hrain were overwrought; and soon, 

AU Vision reeliny from nuj powerless eycs, 

I lay in quiet mercy-granted swoon 

As senseless as the boat in which I lay: 

Ami we tivo things through all the agonics 

Of Night, tomado, sea, and fire, 
Were drifted passive on cur fearfxd icay/' 



^) P. WAL pag. IGOfi'. 



— 51 — 

Es droht ihm wieder Gefahr auf seiner Eeise: ein 
entsetzenerregendes Ungeheuer taucht vor ihm auf: 

"1 knew, hut would not know, 

I Inew too well, hut knotoledge was despair, 

It came on vcL8t and slow, 
And dipt those hcdeful meteors in the bnne; 
Whence soon it lifted ihem with hideous cries 
That flung stränge horror through (he shuddering air 
Haiing iü length in many a motistrous twine, 
It höre on stead/astly ihose loathsome eyes, 
Set in the midst of intertangled hair etc/'^) 

Durch ein Wunder wird er gerettet. Es ist klar : das 
Untier versinnbildlicht seine schweren inneren Kämpfe um 
Ideale, um Kinderglauben — er geht sieghaft hervor, aber 
nicht ohne ein gut Stück seiner Lebenskraft zugesetzt zu 
haben. 

Der zweite Teil, "The City'', bringt uns ''upoy% the 
saddest mnset ever seen" in eine Stadt, herrlich anzusehen. 
Umgeben von dunklem Grün, schauen die hohen Marmor- 
paläste, die strengen Kirchen mit goldenen Kuppeln und 
Türmen ernst und feierlich herab. Kein Laut ist in der 
Stadt vernehmbar, und schwer liegt der Himmel über ihr. 
Wie der Wanderer sie so daliegen sieht, betrachtet er sie 
als sein Fatum: 

"Who shall his own icild Ufe-course understand? 
From terror through great terrors I am brought 
To front my fate in this mysterious land. 



Some revelation from the aicful Throne 
Awaits me surely :'* 

Unter diesem Eindruck betritt er die Stadt und kommt 
zuerst auf einen Kirchhof, der ''far in the mystic moonlight 
Uuj oHtspread". Ein Leichenzug steht um den Sarg eines 
Mädchens und abseits, an einen Baum gelehnt, steht, wie 
eine Statue der Verzweiflung, der trauernde Bräutigam. 
Es ist dasselbe Bild, das wir im "Festival of Life" 
und in der "City" wiederfinden. Zu seinem Entsetzen 
sieht er, daß der ganze Zug, der Priester und die 
gaffende Menge, aus starrem Stein sind; alles ist 

1) pag. 120. 

4« 



— 52 — 

versteinert, bis auf die welken Blumen am Grab. Und weiter 
geht er hinein in die Stadt ; der Markt dehnt sich vor ihm 
aus, totenstill. Regungslos stehen Käufer und Verkäufer. 
Die Schönen selbst sind steinern, die steinernen Liebhabern 
aus den Fenstern zuwinken. 

*^The wliole vast sea of life about nie lay, 
The passionate, heaving, restless, soioiding life, 
Wiih all its iides atid hillows, foam and spray, 
Arrested in ftdl tumult of its strife 
Frozeft into nightmare's ghastly death, 
Struck silent from its laughter and its moan; 
The vigorous heart and brain and hlood and breath 
Stark, Strangled, coffined in etemal stone" 

Die weiteren Abschnitte bringen Bilder von einzelnen 
Bewohnern der steinernen Stadt: König und Königin, 
die Leibwache, eine süße junge Mutter mit ihrem 
Kind und hoch oben in einem Tuimzimmerchen der 
Weise: bei ihm hält sich der Dichter lange auf, wir 
hören manches aus seinem Leben, das eine stark persön- 
liche Note trägt: 

''/ take thee, Misery, for my faiihful Bride: 

Despair hatfi smoothed the secret marriage-hed 

Wlierein tve two, embracing dose, may hide^ 

And wreak our stern unwitnessed voio — 

Never in life, vor after death to pari " 



Mit Grauen merkt der Weise, wie er sich immer mehr 
aus der Gemeinschaft der Menschen ausgeschlossen hat, wie 
er inmitten der großen Stadt in Einsamkeit lebt. Der Dichter, 
als er ihn verläßt, bricht in den Ausruf aus : 

''Thank God, I soon shall cease to be alone; 

My mad discordant life is nearly blended 

With all this realm's tnisuffering death of stoneJ* 

Im dritten Teil, "The Judgments", ist der Dichter 
Ohrenzeuge des Fluches, den Gott auf die Bewohner 
der Stadt herabschleudert. In grauenhafter Aufeinanderfolge 
kommt Fhich auf Fluch und die Betroffenen fallen ver- 
steinert zu Boden oder bäumen sich in rasendem Trotz auf 
gegen das grausame, unerbittliche Schicksal. In diesen Ab- 
schnitten zeigt sich wieder deutlich die verhältnismäßige 
Unreife des Dichters : sie sind lose aneinandergereiht, höchst 



— 53 — 

nngleiclunäßig im Ehythmus und enthalten keine eigent- 
liche Steigerung. Im achten Abschnitt verändert sich das 
Büd: 

"The doiid was vanished from the perfect sky, 
Heaven, earth, and sea all floated from my sight, 
Bathed in a dimnesa of excetding light 
Too pure, iniense and calm for tnortal eye. 



Once more a Voice deaeended vast and Urne, 
The Voice of Infinite Love Omnipotent; 
Sweeter than life or death, it stoeüed and bleftt 
The Universe eil tumed into one tone," 

Diese Stimme verspricht denjenigen, die das Leben be- 
siegt haben, ewige Glückseligkeit und nun folgt bis zum 
sechzehnten Abschnitt der Jubel der befreiten Seelen. 
Auf und nieder steigt ihr Lobgesang, in frohem Reigen 
drehen und wiegen sie ihre Glieder und ein Anblick reinster 
Schönheit wird dem Dichter. Aber er wird sich inmitten 
dieser Seligen nur zu sehr seiner eigenen Unvollkommenheit 
bewnißt : 

**0 Life! thia is thy deepest woe of all — 
That as a aoul regains its heaven of birth, 
The body drags it swooning back to eartJi, 
Stunncd, hopeless, blind wiüi its tremendous fall." 

Zu voller dichterischer Schönheit wird dieser Gedanke 
im sechzehnten Abschnitt gebracht, der dem Besten, das 
der reife Dichter geschrieben, an die Seite gestellt werden 
kann. 

Im vierten Teil, ^*The Ret um*', kehrt der Dichter 
wieder zurück in die große Stadt, aus der er geflohen war, 
und es folgt nun eine Warnung an sie (es ist unzweifelhaft 
London gemeint): er weiß, wie abgrundtief der Schlamm 
ist, in dem die Menschen dort waten, er kennt die hohle 
Gesellschaft, weiß, auf was fiir Boden Religion und Politik 
stehen, und ruft ihr zu: 

*'Fall thou teilt, thou must — so proiid as thy State is noiv 
Thou and thy sisters all, scarce better or worse than thou . . /' 

Ein eindringliches Wehe, das aber zum Schluß etwas 
versöhnend gemildert wird, diu'ch den Glauben an eine 
Möglichkeit künftiger Besserung. — 



— 64 — 

'•Bertram to the Lady Geraldine-- (1857).*) In einem 
Ballsaal hat der Dichter eine Dame von edelster Schönheit 
getroffen und auf den ersten Blick erkannt als diejenige, 
die ihm von jeher vom Schicksal bestimmt war. Er sieht im 
Augenblick sein künftiges Leben klar vor sich liegen, in ihr 
sind ihm alle kühnen Jugendträume erfLült, sein Geist 

" long world'fiUed, icas einpowered to see 

That Life h^is sacred mysteries unrevealed, 

Änd grander trusts than Earth and Time can yield." 

Doch nicht ihre körperliche Schönheit ist es, die ihn 
so ganz gefangen hält: 

" Why should I fear this joyotis truth to teil, 
Which Love has murmured to his last-born child? 
Unaided by the mean of hodily sense, 
Souls can reciprocate deep influence/^ 

Lange Zeit steht er unentschlossen da und wagt es 
nicht, sie zum Tanz zu holen, bis endlich der Wunsch 
Sieger bleibt und sie zusammen, Brust an Brust, in wonnigem 
Rhythmus dahinschweben. Und auch jetzt, obwohl betäubt 
von ihrer Nähe, hingerissen von dem Gefühl der Zusammen- 
gehörigkeit, wagt er keine körperliche Berührung, wird er 
durch ihi-e heilige Reinheit eingedämmt. Wie eine Blume 
scheint sie ihm, der jeder unzarte Griff den Kopf knicken 
könnte, und ihre keusche Jungfräulichkeit hält die wildesten 
Gedanken in ihm ziunick. 

*'niou teert tJie farHxcr from vie, cts so near: 

Veiled aivfnl, at a distance dim and great, 

In that supemal spiritual fqjhere 

To tohiüi Love lifts, that he may isolate 

The tritest lovers from their union here: 

Hence their etenial Bridal, consecrate 

By perfect reverence; for tlie Loved must he 

An ecer-new Delight and Mystery." 

In den letzten Strophen gibt er der idealen Anschau- 
ung Raum, dali eine Vereinigiuig der Liebenden hier auf 
Erden nicht notwendig sei : 

'* we well can stay 

mio long have stayed, some feto bnef time^lives more; 
Bcing so certain from this hour sublime 
Of Coming Union, perfect hcyond Time. 

1) F, W,ll. pag.837ff. 



55 — 



It 18 my fate, yoxir soul has conquered mine ; 
And I must he your slave and glory in 
The bandage, tchether cruel or benign. 
Stül let me cherish hopes even here to win 
By strenuous toil the far-off Prize divine; 
And feed on Visums, noi so sTiculoicy-ihin, 
Of gaining you beneath a nobler sun 
Should I in ihis life's battle be undone." 

Von nun an scheint ihm sein Leben nicht ohne ernsten 
Zweck ; der erstarrte Glaube lebt wieder auf, denn die Ge- 
liebte aus ihrer unerreichbaren Höhe hat seiner Seele kühne 
Hoffnung eingepflanzt. — 

"A Festival ofLife, 1857, sehr im Ton des "D o o m 
of a City" gehalten,^) zeigt den Dichter etwas zu schwach, 
um seinen großen, schweren Gedanken Ausdruck zu ver- 
leihen. Das Leben ist ein wildes, prächtiges Bacchanal 
(die Schilderung des Festsaales ist sehr ausdrucksvoll), dessen 
Gäste von Zeit zu Zeit ernüchtert und erschreckt werden 
durch das Erscheinen zweier Fremder: 

"Silent and dark and solemn, — 

Whüe the mired Uimult of amazement died 

In deep hushed awe — firm-])lanted as the column 

Of diisky-splendid poiphi/ry at iheir side, 

The Strangers stood, absorbing all the scene 

With slow calm eyes and wonder-haffling mien; 

Two airful Spirits of tfie outer Night!'' 

Sie eine Königin, mild und schön: 

" her tall form boiced : 

Transcendent beauty lost in desolate grace: 

Her long dark hair ihrown doion about a face 

So pale wiih awful mysteiies 

Of perfect love and woe and bliss, 

That my own heart greio wild panting for her embrace/' 

Die Schilderung der männlichen Gestalt ist ebenso 
großartig als abschreckend in ilu^em Realismus. Beide sind 
sie Personifikationen des Todes in seiner Dopj)elfonn als 
Erlöser und als Feind. Er faßt einen alten, zechenden 
Ritter, sie ein junges, bleiches Mädchen, die sie in fliegender 
Hast entführen. Die folgende Strophe, in ihrer Roheit 

1) P. Tl". IL pag. 236ff. 



66 



und Härte ist für einen Dreiundzwanzigj ährigen gewiß 
bemerkenswert : 

"There rose shrül lamentation 

From revellers fixed awaiting iheir retwn: 

Inexplicable grief and consiemtUion 

Possessed them, — dread yet keeti desire to learn 

The fate of those led forth so suddenbj ; 

And tremuloiis murmurings spread . . . Theti all might see 

Those shapes mysUrious Coming back alone . . . 

The Süence gave one reckless shout, 

*The Knight was old and wearied out, 

The Maid was sich and faint some hours agone: 

These have but ushered them to rest and peace, 

In sooth füll kindly — But why therefore cease 

The banquet and the dafice? Away! 

Evet'y moment of delay 

Is squandered from our Joy's brief unretuming lease"* 

Die johlende Menge findet sich leicht ab mit dem Ver- 
lust der Gefährten, nur der Liebste des Mädchens (es ist 
dasselbe Paar, das uns in so vielen Gedichten begegnet) 
fleht das Weib an, ihn auch mitzunehmen : 

'*Yet evermore those Strangers went gathering in iheir J^aroesf, 

aber dem Schicksal zum Trotz halten die wenigen Übrig- 
gebliebenen die tolle Lustigkeit, die kein Frohsinn ist, 
aufrecht, bis endlich der Baum von Gespenstern erfiillt 
erscheint und ein wahrer Hexensabbat der Vergeltung los- 
bricht. — Der Dichter, der den ganzen Vorgang schaudernd 
miterlebt hat, bricht in Worte des Jammers aus über diesen 
gänzlichen Zusammenbruch. — Er erwacht aus dem 
Schlaf, der ihm diese schreckHche Vision brachte, und 
über ihm wölbt sich ruhig und klar der Himmel. Meister- 
haft ist der Kontrast getroffen zwischen wildestem, leiden- 
schaftlichem, imgezügeltem Aufruhr und stiller, abgeklärter 
Ruhe : 

"7 wake — the isle and ocean spread 

Level and bare: but overhead 

The solemn Heaven of sapphire-buming noon 

Hos bent its dorne's immeasurable height; 

A few calm clonds o^erfraught with living light 

Jfelt in the quivering crystalline; 

Beneaih the Etemal Sun divine, 

Imx^hering half the world in glory and delight/' 



— 57 — 

In dem Gedicht mehr noch als in dem "Doom" oder 
später in "Mater Tenebrarum"' spiegelt sich deutlich 
der Kampf wieder, der in des Dichters Innerem tobte : des 
langsam schwindenden Glaubens an eine Unsterblichkeit 
lind der zunehmenden Überzeugimg einer sicheren Auf- 
lösung. Ist auch die Form nicht gerade günstig gewählt — 
sie ist zu kunstvoll und die Gedanken verlieren dadurch 
an Unmittelbarkeit — , so zeigen doch Stellen wie die oben 
wiedergegebenen, den wahren Dichter. — 

Um das Prinzip der historischen Einteilung durch- 
zufuhren, muß hier ein Gedicht folgen, das in der Stim- 
mung den größten Gegensatz zu den vorhergehenden bildet : 
'•A Happy Poet" (begonnen 1857, fortgesetzt 1859). i) 
Dieses und *'TheLord of the Castle of Indolence" 
bilden fast den Höhepunkt von Thomsons weit freudiger 
Dichtung. Es liegt über beiden so viel sonnige Heiterkeit 
und Gemütsruhe, so viel Fähigkeit, Schönes zu empfinden, 
daß man sie mit wahrem Vergnügen liest. 

Das erste scheint eine Studie zum zweiten. Es ist der 
Ausdruck überströmendsten Glücksgefühls eines jungen, 
gottbegnadeten Dichters, der fem vom Gewühl der Menschen 
sein eigenes selbsterfiültes Leben lebt. Alles Schöne, das 
ilm umgibt, empfindet er so intensiv, daß es ihm dünken 
will, es sei nur för ihn allein da : Die Jahreszeiten in ihrem 
lieblichen Wechsel geben ihm all ihre Schätze als sein 
Eigentum, die Vögel singen zu seiner Freude, die Blumen 
lieben ihn, die Bäume sind ihm Freund; die hohen Berge 
laden ihn ein, seine Opfer auf ihren Höhen darzubringen, 
und der Ozean ruft ihn in seine Arme. Er empfindet die 
Freuden und Schmerzen der ganzen Welt, er teilt das 
Streben jedes Bruders und fühlt sich dem, der in der Fülle 
geistlicher Gedanken sich des Handelns enthält, gleich nah 
wie dem, dessen jeder Nerv angespannt ist in ständiger 
Lebensarbeit : 

*^All, all are mine, are Me. How vast the StageT 

Und von allem, was er fühlt und weiß, muß er singen : 
von Bergen, Wüsten, Seen, von ewig flutenden Wassern, 
von Vögeln und Tieren, von Blumen und Blättern, von Stille 

J) P, TT. II. pag.820ff. 



— 68 — 

und Sturm, Tag und Nacht, vom All und von der Sonne 
und von allen Stimmungen des mensclilielien Herzens: 

"J sing, I »ing, rejoicing in the singiug, 
And men all love me for my songs so sweet, 
Even as iJiey love ilie rapttirous lark upsjmnging 
And singing loud his joy the sun to greet; 
happigst loi, to tcin all love and blessing 
For (hat irhose oicn delight is past expressing!" 

^•The Fadeless Bower', 1858.') Zart imd tief 
empfunden und vollendeter in der Sprache als manches 
andere, hat es den großen Vorzug der Klarheit und Einfach- 
heit. Der Dichter sieht *V( vision of the Long-ago", die 
Laube, in der er der Geliebten seine Liebe gestanden: er 
kniet vor ihr und sie spricht kein Wort, rührt kein Glied 
'Hhe silent austvcr is (Uvint\ Die Schildenmg ist köstlich, 
mit feiner Hand ist der Pinsel gefilhrt: 

'*The hower is very dim and still; 
But düster ing in the copses near 
Street nightingales impassioned thrill 
The night with niterance füll and clear 
Of love and love's harmonious jars, 
As glorious as the shining stars/' 

Und dann wieder: 

*'The hower is hushcd and still as death ; 
The moonlight melting thron gh its ghom 
Is mingled with the languid hreath 
Of roses steeped in liquid bloom, 
That bare their inmost Jiearts this night 
To drink in deep the dew and light."-) 

») P. W.ll. pag. 3ü9tt'. 

'-*) Eine Ähnlichkeit drängt sich mir hier unwillkürlich anf mit 
der Stimmung, die in P e t r a r c a s XL C a n z o n e vorhon*scht : 

"Da' bc' ratni scendea 

(Bolce nella memoria) 

Una pinggia di ßor sovra *l suo grembo: 

Ed ella si sedea 

Umilc in tanta gloria, 

Coverta giä delV amoroso nembo. 

Qual fior cadea sul lembo, 

Qual SU le treccie bionde, 

Ch' oro forhito e perle 

Eran quel d) a vederle: 

Qual si posava in terra e quäl su V onde: 

Qual con nn vago errore 

(rirando, parea dir: qui rcgna Amore.'' 



— 59 — 

Da, wehe ! das Bild verschwindet und er gedenkt, daß 
durch all die Blätter und Blumen hindurch der unerbitt- 
Hche Tod seine Hand streckte und ihm seine Eose knickte, 
als sie am süßesten duftete. Und nun kommt die zweite 
Vision, ein Bild dessen, das hätte sein können. Abseits von 
der großen Stadt hätte er mit der Geliebten ein traumhaft 
glücldiches Leben geföhrt und in ihrer Abgeschiedenheit 
hätte ein ewig junger Seraph ihm das Lob seiner Schönen 
gesungen: Eine Göttin sei sie, durch seinen Kuß nur den 
SterbUchen näher gerückt und deshalb bleibe für sie beide 
auch die Erde stehen und sie seien erhaben über Vergehen 
und Verfall. Der Seraph läßt seine Stimme verklingen, die 
Vision schwindet und auch die Laube ist schon lange ge- 
schwunden; an ihrer Stelle aber steht eine andere. Da ruft 
er seiner toten Geliebten zu: 

"I overlived mxj own seif, dear, 

In lingering when you left me here." 

Und bezeichnend fiir den Unsterblichkeitsglauben 
des Dichters ist die letzte Strophe: 

*'Then fade, dim dream! and Sorroic, cease! 

While I can tnist, where'er you he, 

Jliat you are waiting my release 

To live out io its depili with me, 

In hotcers or detis through noble spheres 

The love suspended all these years." 

Nach diesem Evangelium der Schönheit muß das 
folgende Gedicht: "A real vision of sin", 1859, ganz 
eigenartig anmuten. Es zeigt Thomson als krassen Realisten. \) 
Das Originalmanuskript trug die Bleistiftnotiz vom Dichter: 
"Written in disgusi at Tennyson's, which is very prctty and 
clever and silly and truthless." Salt ist überzeugt (wohl 
auch mit Recht), daß der Titel nur ein Irrtum sei, daß es 
vielmehr eine Parodie von Tennysons *'Two voices" sei. 
worauf auch das Versmaß hindeutet. Das Thema ist das 
gleiche : die Frage über Recht und Wert des Selbstmordes. — 
Eine Inhaltsangabe gäbe einen falschen Begriff von dem 
Gedicht, das trotz seiner abstoßenden Detailmalerei und 



1) P. W. II. pag. 391 tt*. 



— 60 — 

des abscheulich zjTiischen Tones entschieden bemerkenswert 
ist. Der richtige Eindruck ist nur durch aufinerksame 
Lektüre zu gewinnen; hier sollen nur die einleitenden 
Strophen Platz finden mit ihrer so eigenartigen Natur- 
schilderung : 

''Like a soaking hlanket overh^ad 
Spongy and lax ilie ahj was spread, 
Opaque as (he eye of a fish lo^ig dead. 

Like trees in a drawing gummed together 
Sotne trees stood still in the drizzling loeather; 
Sweating mere hlood-flowers gloomed the lieatJier. 

Like a festering gash left gaping loule 
Tfiat foul canal, long swooned from tide, 
T/ie niarshy moorland did divide" 

•^The Del iv er er', 1859 J) In ähnlichem Ton gehalten 
wie "The fadeless bower', gehört es zu den besten 
von Thomsons Jugendgedichten. Es zeigt, zum Unterschied 
von den anderen dieser Periode, größere Knappheit der 
Sprache und Prägnanz des Ausdrucks, gemildert jedoch 
durch den fast kindlich idealen Zug, der durch das Ganze 

Der Dichter ist ein Gefangener, der in jahrelanger 
Qual die Verzweiflung kennen gelernt hat. Da, eines Abends 
findet er im Gebet den Weg zu Gott und in derselben 
Nacht scheint ihn eine Stimme zur ewigen Freiheit zu 
rufen. Er steht auf, die Fesseln halten ihn nicht länger, 
er durchschreitet ungehindert alle Mauern seines Gefäng- 
nisses und wähnt sich schon völlig frei — da hemmt ihm 
eine kaimi sichtbare Schranke, "a curiain wovm ofpure air'\ 
den Weg. Unfähig, durch eigene Kraft vorzudringen, ruft 
er den rettenden Engel zu Hilfe imd in den Höhen 
ist namenlose Freude über die eine Seele, die den Ketten 
und dem Tod entrissen ist. Mit Hilfe des Geistes durch- 
(kingt er die schwarze Mauer und fällt dann anbetend vor 
ihm nieder. Aber die Erscheinung hebt ihn sanft auf : 

"Bevere, but worship iiot, a felloto soul: 
Ädere the Infinite Wisdom, Truth and Love, 
The life and hreaUi and being of the Whole. 



1) P. W. II. pa^. 277 ff. 



— 61 — 

Hence farward re-assume Üiy primal dower! 
I bless thee unto perfect liberty, 
Of hdlüst faiih and lote: *t is in ihy power 
As (hau art notc, in heart to ever he/* 

Sie verläßt ihn, aber er, im Geföhl seiner Schwäche, 
fleht sie an, noch zu verweilen: 

''J am ioo weak wiih chains, too blind wiih gloom, 
For unassisted life; Uft lonely notc, 
I must relapse into thai hideous tomb." 

Kann sie ihm aber nicht zur Seite bleiben, so möge 
sie wenigstens ihr Antlitz entschleiern, damit er die Eiinne- 
rung daran als Leitstern fiirs Leben mitnehmen könne. Sie 
nimmt Gestalt an und er erkennt in ihr — die Liebe. 

"And when ehe spoke her voice tcas now so stceet 
In soft low music, tretnulous wiih sighs, 
Tkat one might dreaming hear his moiher greet 
Wiih such a voice his soul in Faradise." 

Sie prophezeit ihm, daß sein Glück in der Liebe einer 
Frau liege, die durch ihre Keuschheit seine Sünden auf- 
heben, durch ihre Demut seinen rebellischen Geist beschämen 

werde. 

"Tül love for her shall teach thee love for all, 
Till perfect reverence for her shall grow 
To faiih in God which nothing can appal, 

Tho* His greefi world be dark wiih sin and woe 

I bless thee tcith all household charities: 

A priceless boon! and like stich boons to men, 
A glorious blessing or a fatal curse: 
Thou canst not sink back into yon vile den; 
Sinking at all, thou sinkest to a worse/' 

Die Erscheinung verschwindet und an ihrer Stelle steht, 
an KörperUchkeit der Himmlischen gleich, ein Erdenmädchen 
und in ihren tiefen Augen strahlt das Feuer höchster Liebe. — 
Er erwacht aus seinem Fieber und sieht über sich gebeugt 
das Antlitz der Geliebten, die mit zarter Hand den Vorhang 
gelüftet hatte. — 

"The Lord ofthe Castle of Indolence'', 1859,^) 
ist im gleichen Ton gehalten wie '-A liappy Poet". Die 
zwölf Spenserstanzen stehen groß und wuchtig da und mit 



1) P. ir. n. pag. 332ft*. 



— 62 — 

sicheren Strichen ist das Bild gezeichnet: Nicht durch 
tapfere Taten, nicht durch Reichtum und Macht hat sich 
'Unir omi rigid royal hing" seinen Platz erobert, sondern er 
hat mit so vollendeter Grazie und Sicherheit davon Besitz 
ergriffen, daß alle sehen konnten, es sei wirklich der seine. 
Das ruhige Behagen und das Glück, das aus solchem Be- 
hagen strömt, ist in den nächsten Strophen geschildert: 

*' White others fwned and schemed and toiled in vain 
To nwuld the world according to their mood, 
He did by might of perfect faith refrain 
Front any part in sucJi disturbance rüde " 

Also genau so wie später (1867) in dem Essay "In- 
dolence" die '*idlers by faith" gezeichnet sind, deren 
Prinzip ist: **Providence hcis the world in hand and will doubt- 

less nmke the best of it that can be niade " So wie im 

Sommer unvermerkt die Blüten und Blätter sich auf den 
Baum stehlen, so kommen ihm unverhofft seine Stunden 
des Glücks ''basking in ripest summer all his time". 

Auch die *Hdlers by grace", von denen es im Essay 
heißt: ''We should as soon eocpect the flowers to toil and spin 
as these. They may have no geniuSy no tale^it, no moral merit, 
nothing but this perfect endowment of grace in indolence; which 
is in itsclf ample justification for their being", vertritt er. 
Kurz, der Ausfluß jener Stimmung, die mindestens so be- 
zeichnend für den Dichter war wie sein Pessimismus, jener 
Stimmung, der er seine zahlreichen Freunde verdankte, die 
ihm zum unvergleichlichen Gesellschafter machte, die seine 
Briefe durchweht und die seinen Aufenthalt in Leicester 
vergoldet : echter, rechter Thomson, obwohl manche seiner 
Kritiker sich über diesen Ton Avimdern. — 

Mater Tenebrarum,^) 1859; dieses kurze Gedicht 
bildet eigentlich eine Art Übergang von Thomsons reinem 



1) P. W. II. pag. 888 ff. 

Der Titel und auch der Grundgedanke sind De Quincey ent- 
nommen, und zwar den "Suspiria de profundis". Dort heißt es 
in dem Abschnitt **Levana and our ladies of sorrow": *'.,.,But 
the third sister, who is also the youngest — .' Hiish ! whisper tokilat loe tdlk 
of her! Her kingdom is }wt large, or eise no flesh should live; but tcithin 
that kingdom all poxcer is hers. Her head turreted like that of CyheU, rises 
almost beyond the reach of sight. Sihe droops not, and her eyes rising so 



- 63 — 

Idealismus, der sich auf seinen Kinderglauben stützt, zur 
Skepsis der späteren Periode. 

In schlafloser Unruhe wälzt er sich auf seinem Lager, 
sein Herz ist am Verschmachten aus Sehnsucht nach Liebe ; 
er fleht die tote Geliebte an, ihm zu erscheinen und ihm 
mit einem Kuß, mit einem Trosteswort zu sagen, daß die 
liebende Seele imsterblich sei. Da sie ihm nicht antwortet, 
fühlt er, daß sie wirklich tot sein muß: 

''SJie ia dead, 8he is utterly dead; for her life wotUd hear and speed 
To the wüd imploring cry of my heart ihat criea in its dreadfid need/* 

Keine Hoffiiung gibt's auf Erden, keinen lebendigen 
Gott, nur das blinde Schicksal. Und doch ist er nicht im 
Stande, alle Hoffnung fahren zu lassen: 

*' WJiat keeps me yet in this life, tohat spark in my frozen breast ? 

A fire of dread, a light of hope, kindled, Love, by ihee; 

For thy pure and gefitle and beatUiful soul, it must immortal be/' 

b) Gedichte der zweiten Perlode (1860-^1872). 

"Two Sonnets", 1860,^) geben Aufschluß über manches 
aus des Dichters Leben. Was muß er gelitten haben in 
den Jahren, in denen die Jugendgedichte entstanden, wie 
sehr ist alles, was wir da gelesen haben, mit seinem Herzblut 



high might be Mdden by distance. But, bcing what they are, they cannot 
he hidden; through the ireble veil of crape which she wears, theßerce light 
of a blazing misery, that rests not for matifis or for vespers, for noon of 
day or noon of night, for ebbing or for Jhioing tide, may be read from 
the very ground, She is Hie defier of God. She also is the nwtJier of 
lunacies, and ihe suggestress of suicides. Deep lie Üie roots of her power; 
hui narrow is tlie nation tJiat she rules. For she can approach only Üwse 
in vcliom a profound nature lias been upheaved by central convulsions ; in 
tchom ihe heart trembles and the brain rocks under conspicacies of tempest 
from without and tempest from tüithin. ^Madonna* mooes wiüi uncertain 
Steps, fast or slow, but still with tragic grace. *Our Lady of SigJis' 
creeps timidly and stealthily. But this youngest sister moves with incalcul- 
ahle motions, bounding, and with a tiger's leap. She carries no k^y; for 
Ütough Coming rarely among men, she sionns all doors at which she is 
permitted to enter at all. And her name is Mater Tenebrarum, — 
Our Lady of Darkness:' 

Dieselbe Stelle ist später wieder zu vergleicheu bei Gelegenheit 
des Gedichtes *'To Our Ladies of Death" iind des Prosa-Essays 
••A Ladv of Sorrow''. 

1) P. W. I. pag. 200 i\ 



— 64 — 

geschrieben und nicht, wie manche Kritiker behaupten, 
um der Mode des Pessimismus zu huldigen. Die beiden 
Sonette gehören zusammen: Ein Freund schilt ihn wegen 
seiner wilden, traurigen Lieder; jeder Nacht folge ein Tag, 
der durch sein Licht die Dunkelheit zu schänden mache. 
Er solle heitere Lieder singen imd dies unmännliche Klagen 
lassen. "Mein Freund," antwortet der Dichter, **nicht in 
meiner Macht liegt es, zu singen, wie ich will": 

"The bleeding heart cannot for ever hleed 
Inwardly soUhj: on the taan Ups too 
Darh blood will bubble ghasthj into vieio/* 

"Wenn ich heitere Lieder singen will, so kommen Töne 
zu stände, trauriger als die traurigsten Töne des Kummers": 

"My mirih can laugh and ialk, but cannot sing; 
Mij grief finds liarmonies in everijthing." 

"The Dead Year', 1860,») schildert den Abzug des 
alten und den Einzug des neuen Jahres, des jungen, selbst- 
bewußten, hoflfhimgsfrohen. Der Sturm entführt den ent- 
thronten Monarchen unter Heulen, und des Dichters Seele 
folgt ihm. Sie ziehen weit, weit über Berge und weite 
Ebenen, bis sie dorthin kommen, wo '*a ghastly ndkedness 
of ice . . . sublime though terrible" sie aufnimmt. Dort sitzen 
die Schatten der begi*abenen Jahre und mit zitterndem 
Seufzen und schwacher Stimme heißen sie den Neu- 
ankömmling willkommen. Jeder blickt vor sich auf ein 
''kneC'Supported book"; bei seinem Eintritt sehen sie alle auf 
und heißen ihn, über seine Regierimg zu berichten: 

*^How tends Üie bitter faie-deciding war, 
Comtant between the Evil and ihe Good? 
Mankind — have iliey grotcn better than of yore, 
1^88 steeped and brutalised in hist and blood, 
Less fatally inconsequent of mood ?'* 

Der übrige Teil des Gedichtes, der in der Antwort des 
toten Jahres besteht, läßt sich selir schön zu dem Schluß 
des "Doom" und zu Teilen aus "Shellej-" stellen. Es ist 
nicht besser geworden in diesem Jahr; die Menschen sind 
ebenso geldgierig imd grausam, ebenso weit von Gottes 

1) P. W.U. pag. 259ff. 



— 66 — 

Wegen entfernt als früher, Parteien- und Klassenhaß 
herrscht überall und die Luft ist von Lastern erfüllt. 

"Lang gathering faUlneas siifled aU the air: 

The storm hegan in France; then, desokiHng, 

Swept Europe toith üa Ughtnings everywhere; 

Tkrough ßerce destrucHons ever re-creating. 

One woe is past, another tooe is waüing: 

The air is stül with suUen foulness rife, 

And men still breathe, not life, but death-in-life" 

Da fragen alle: Ist denn in diesem ganzen Jahr kein 
Lichtstrahl gewesen, kein Ereignis, das es vor den anderen 
auszeichnet? Und als einzigen Stern, den er an der Stirn 
trägt, kann der abgesetzte Herrscher — die Befreiung 
Italiens — nennen: die geistige, durch Mazzini ''the 
Tliinker" und die physische durch Garibaldi "the Doer*\ 
Deshalb wird auch das einzige Symbol dieses Jahres "das 
rote Hemd" sein! — 

Das heitere und liebenswürdige "Arch Ar eher y", 
1860, *) ist dem Leben nachgezeichnet. Er schreibt darüber an 
den schon erwähnten James Potterton am 11. Oktober 1860: 
". . . The larks we heard tl^t day for the first time; it was 
the first (and almost the last) fine day this year . . . the day 
is marhed with a white stone in the caletidar of my meniory . . . 
You will under stand that I am so poor in lettcr-worthiness that 
I have to take refuge in doggeret.*' Es verdient hier nur Er- 
wähnung, weil es das erste Mal ist, daß der Dichter seine 
übermütige Stimmung auch in Versen zu Tage treten läßt, 
die wir sonst nur aus Briefen bei ihm kennen. — 

*'To Our Ladies of Death",*-*) 1861. Das ziemlich 
kurze Gedicht bedeutet einen Wendepunkt in des Dichters 
geistiger Entwicklung. Zum ersten Male tritt uns darin der 
wahre, echte Pessimismus, ganz ohne Zweifel und 
Zagen, entgegen. Ganz ehrlich bekennt sich der Dichter 
zu seiner Überzeugung und scheint die Trauer um verlorenen 
Glauben überwunden zu haben. Darum mutet es weniger 
traurig an als manches andere, obwohl das Leben in viel 
schwärzeren Farben gemalt ist und auch nicht der leiseste 



1) P. TF. II. pag. 399ff. 

2) P, W. I. pag. 112ir. — Vgl. Aumerkuiig zu "Mater Tenehraru)n'\ 

Weissei, James Thomson. 5 



— 66 — 

HoflSjungsschimmer durchscheint. Es steht in engem Zu- 
sammenhang mit dem Essay "A Lady of Sorrow", der 
imgefähr in die gleiche Zeit fällt. Beide sind angeregt "by 
the sublime sisterhood of Our Ladies of Sorrow in tlie Suspiria 
de Profundis of De Quincey". Nur werden uns hier nicht 
die drei Gestalten des Schmerzes, sondern die des Todes 
vorgeführt: Kampfes- und lebensmüde sucht der Dichter 
den Tod, damit er ihn von seinem bitteren Weh befreie: 

**The Strang shall strive — may they he Victors crowned; 
The wise still seek, — may they at length find Truth ; 
The young still hope, — may purest Uwe he fomid 
To mdke iheir age more glorioiis than iheir youth, 
F(tr ine; my hrain is tceak, my heart is cold, 
My hope and faith long dead; my life hut hold 
In jest and laugh to parry luiteful ruth" 

Die folgende Strophe ''Overme pass the days and months 
and years , ." etc.^) ruft dem Dichter gewiß Erinnerungen 
an das Lagerleben wach. Es ist schwer, dem Gedicht durch 
eine Analyse gerecht zu werden. Der Lihalt ist dürftig: 
die erste der drei Schwestern ist Our Lady ofBeati- 
tudes, der Engel der Unsterblichkeit des Lidividuums; 
sie ist die jüngste und sanfteste von den dreien und er 
kennt sie lange schon — und wagt es doch nicht, sie um 
Hilfe anzuflehen, fühlt sich nicht würdig, durch sie zur 
Ruhe geführt zu werden. Die zweite, die Zauberin mit dem 
teuflischen Antlitz, Our Lady of Annihilation, lockt 
ihn, so wie sie alle lockt, die mit ihrem Leben nicht gut 
gewirtschaftet und sich weltlicher Lust hingegeben haben. 
Aber er fühlt sich doch noch nicht so elend, noch hat er 
die Kraft, ihr zu widerstehen: 

"7%e evil passions which may mdke me thine 
Are not yet irrepressihle in me; 
And I have pierced thy mask of riant youtJi, 
And Seen thy form in all its hideous truth: 
I wül not, Dreadful Mother, call on Thee." 

Die dritte Schwester endlich, Our Lady ofOblivion, 
die in menschlicher Gestalt erscheint, die ist's, die ihm Ver- 
trauen einflößt. Sie, die alle vom Schicksal in rücksichts- 

') pag. 113. 



— 67 — 

losem Vorwärtsdrängen Zertretenen mit sanften Armen an 
ihre Brust drückt — sie ruft er an : 

'* my hopeUss Ufe 

Wüh famished yeaming crtweih rest from atrife; 

Therefore, thou Bestful One, I caU on Thee! 

Take me and lull me into perfect aleep." 

Und in den wunderschönen Schlußstrophen bekommen 
wir einen Einblick in die neue Philosophie, die der Dichter 
errungen hat: 

*'Owr Mother feedeih ihus our little Ufe, 

That we in tum may feed her with our deaih: . . . 

One pari of me shall feed a litUe warm, 

And it a hird on whick a man may feed, 

One lime ihe mould, Ofie nourish insect-sparm ; 

Ofie ihrül sweet grass, one pulse in bitter weed; 

Wilh cosmic interchange of parte for all, 

Through all ihe modes of heing numberless 

Of every element, as may befall " 

So stellen sich die drei Schwestern dar als Verkörpe- 
rungen der Phasen, die Thomson durchlebt hat: die erste — 
seine Periode des Glaubens an eine persönliche Unsterblich- 
keit, die zweite — eine Periode des Grauens vor dem 
großen **Nichts", das ihm überall entgegenzugrinsen schien, 
und die dritte endlich — die Periode des sieghaften Un- 
glaubens, der darin gipfelt: das Individimm gelangt zur 
Unsterblichkeit durch seine Vereinigung mit dem All. 

In diesem Gedicht vor allen anderen tritt ein Zug 
Thomsons hervor, der ihm ganz leicht seinen Platz in der 
englischen Literatur anweist : Es ist früher gesagt worden, 
daß die Gedichte der Sechzigerjahre durch seinen Verkehr 
bei Ford Madox Brown beeinflußt worden sind. Liest 
man Our Ladies of Death, so sieht man, wie groß die 
Naturveranlagung bei ihm hiefür gewesen sein muß. Ganz 
schön kann man die Entwicklung dieses Talentes verfolgen. 
Eine gewisse Neigung zur Detailmalerei ist von Anfang an 
vorhanden; sie steigert sich in den Jugendgedichten zu 
einer Art Manieriertheit, die besonders im *'Doom" zuweilen 
ganz unerträglich langweilig ist, weil noch nicht die richtige 
Handhabung des Wortes dazu gekommen ist. Da findet 
sich oft eine Art Schwulst, der von Poesie recht weit ent- 
fernt ist. Hier nun , obwohl wir erst 1861 schreiben, 

5* 



68 



beginnt die Künstlerschaft auf diesem Gebiet. Die Be- 
schreibungen der drei Schwestern sind Meisterwerke an 
vielsagender Knappheit und Kraft des Ausdruckes. Fast 
könnte man erwarten, einmal plötzHch eine Mappe mit 
Zeichnungen Thomsons in die Hand zu bekommen — so 
sehr trifft er den Ton, die Bildwirkung in seinen Schilde- 
rungen. Zu Zeiten, ohne sich ganz bewußt Rechenschaft 
darüber abzulegen, liest man ein Gedicht zum ersten Male 
und fühlt sich doch auf bekanntem Boden; es klingt wie 
eine Erklärung zu einem wohlbekannten Watts oder 
Burne-Jones, nur in weniger matten Farben gehalten. 
Die höchste Meisterschaft auf diesem Gebiete erreicht er 
natürlich erst später in der "City"; die Wiedergabe des 
Dürerschen Kupfers steht fast einzig da. — 

**E. B. B.", 1861, ein kurzes, warm empfundenes Ge- 
dicht ^) zum Gedächtnis der großen Dichterin, über die er 
schon 1859 an Agnes Gray geschrieben hatte: "..,.is 
beyond all comparison the (/reutest of English poetesses — ihose 
whose works are publishcd, I mean.'* Daß er sie viel gelesen 
hat, geht aus vielen seiner Bemerkungen hervor ; auch der 
Titel von "Bertram to the Lady Geraldine" spricht 
dafür. Salt, der sehr gern Affinitäten herausfindet, sieht 
eine große Ähnlichkeit in manchen von Thomsons späteren 
Gedichten, z.B. "Richard Forest" mit Mrs. Brownings. 
Ich möchte da nicht unbedingt ihren Einfluß suchen. Wohl 
aber hat er sehr recht, wenn er von dem vorliegenden 
Gedicht sagt, daß Thomson sich so sehr in die Persönlich- 
keit der Dichterin hineinlebte, daß es manches von ihren 
Eigentümlichkeiten an sich hat: ''Italy you hold in trust 
very sacred English dust" klingt sehr Browningisch. — 

Fast zu den schwächsten Gedichten gehört "Ronald 
and Helen",^) 18G1. Die Analyse kann ganz knapp aus- 
fallen, denn der Hauptfehler liegt eigentlich in der Dürftig- 
keit des Vorwurfs, besonders im Vergleich zur Länge des 
Gedichtes. Der erste Teil sagt uns von der Sehnsucht 
und Sorge Helens um ihren Liebsten, Roland, der in 
Indien ist. Im zweiten Teil erzählt sie ihrer Mutter einen 



1) P. W. I. pag. 261 f. - 2) p. W. II. pag. 191 if. 



— 69 — 

Traum: der Meergott Gl au cus ist ihr erschienen und hat 
ihr einen kristallklaren, hohlen Edelstein gebracht, der in 
seinem Innern einen Tropfen Meerwasser enthält. Alle Meere 
spiegeln sich darin. Mit Hilfe dieses Steines erkennt sie 
auf einem Schiff ihren Geliebten, der in ständigem Gebet 
um seine Rückkehr fleht, ihrer gedenkt und ihr zu kommen 
verspricht. Der dritte Teil bringt Eolands Heimkehr und 
schildert seine Gedanken, als er die Insel wiedersieht; er 
hat wohl daran getan, als Knabe zu gehen — jetzt als 
Mann kehrt er zurück "to claim my Feast o/Liffi". — Während 
er ihr näher und näher kommt, sitzt Helen daheim imd 
liest wieder und wieder einen alten Brief, der ihr von 
seinem Leben berichtet, von dem Entschluß, zurückzukehren, 
den er gefaßt hat, als er ihre Stimme zu hören glaubte: 
Rotiald come to me. Der letzte Teil schildert das Glück der 
wiedervereinigten Liebenden und Helen erfährt von Roland, 
daß sie ihm als Vision erschienen sei, gerade als sie sein 
Schiff im Edelstein erspähte. Die Beschreibung seiner Reise 
ist stellenweise farbenprächtig und packend, ganz würdig, 
Thomsons besten Leistungen an die Seite gestellt zu w^erden ; 
daneben aber steigt der Ton so tief ins Alltägliche, Triviale 
herab, daß man aus allen Himmeln gerissen wird. Zu deut- 
lich erkennbar ist die geteilte Arbeit daran : die herrlichen 
Landschaftsbilder sind wohl in Jersey entstanden, aber auch 
manches, das das Gefühl verletzt, weil Thomson sich zu 
der Zeit viel mit Heine zu beschäftigen begann. Der düstere 
Unterton ist in London im Jahre 1864 dazugekommen. Das 
Metrum ist höchst abwechslungsreich; eingestreute Lieder 
und Betrachtungen sind verschieden gehalten vom Gang 
der Handlung. — 

"Shelley'', 1861;^) der Dichter liegt *'upo7i a grassy 
skore of slope" und träumt : 

**My spirit weis in iune with heavcn and earüi, 
Nor feit ihe discords of its mortui birth." 

Vor ihm liegt still die Landschaft, die ihm das Weltall 
dünkt, und die eigentümliche Ruhe scheint ein großes 
Schauspiel zu verkünden, dessen Zeuge er auch wird. Die 
Sterne fahren über den Himmel dahin und die Engel, 'Hhe 

») P. W.U. pag. 244ft: 



— 70 — 

infinite armies of the Lord'\ ziehen auf. Ihm aber scheint 
immer noch die Erde der Mittelpunkt von allem zu sein : 

**Our speck of this poor earih-aphere was to me 
The Single centrcU fountain whence did stream 
The ffrotcing river of (hat drama's iheme." 

Da fällt neben ihm eine Stimme nieder ''austerely sad'\ 
Bafael verkündet, daß die Sünden der Welt nun Gottes 
Geduld erschöpft haben: die Kirchen sind befleckt, der 
Königspurpur ist in Blut getaucht, die Gesetze sind un- 
gerecht und die Menschheit, die das einsieht, möchte ohne 
Kirche, König und Gesetz leben. 

"TFÄo will go down amidst these desolations?" 

so fragt der Erzengel, 

" who will go 

To preach the Gospel of our Lord above 
Chaniing perpetually the law of Love ?" 

Da meldet sich zu dieser großen Aufgabe eine Stimme : 
ein Lichtfleck löst sich aus dem All und vor dem Engel 
steht **a fervetit Seraph, heautiful and hright". Sein Dienst 
wird angenommen : Als Mensch soll er auf die Erde gehen 
und der rasenden Menschheit den wahren Gott verkünden. 
Nun (die Zeit ist durch Napoleons Triumph und Tod 
in ein paar unbeholfenen Strophen bestimmt) wird die 
Stimme dieses Dichter-Propheten geschildert. Ich glaube 
nicht, daß sich leicht ein innigeres Verständnis Shelleyscher 
Eigenart finden läßt, das hier noch gefördert wird durch 
die fast schwärmerische Verehrung für den Dichter. 

"Ä voice of right amidst a worJd^s foul wrong 

A voice of liope amidst a world's desi)air, 

A voice instinct tcith such melodious song 

As Jiardly until then had thrilled the air 

Of this gross undcrworld wherein we fare: 

With heavenly ifispirations, too divifie 

For souls besotted with earih's sensual wine 



Tlie peals of thunder edioing through the sky, 
The moaning and the surging roar of seas, 
The rushing of the storm's stern harmony, 
Tti£ subtlest whispers of the summer breeze, 
TJic notes of singing birds, the hum of bees, 



— 71 — 

Äü saunds of nature, sweet and wüd a$ul sirong, 

Commmgled in ihe flowing of the sang; 

But ever and anon in its swift aweetness 

The toice was heard to Usp and hesiiate, 

Or quiver absentiy from its completeness, 

As one in foreign realms toho mttst translate 

Old thaughts into new language — Ah Juno great 

The difference between our rugged tongue 

And ihat in whi(h its hymns befare were sung!" 

Der Seraph kehrt zu Eafael zurück mit demütig ge- 
senktem Haupt, geknickten Flügehi und flehend gefalteten 
Händen und mit "a voice ofquivering anguish" sagt er, daß 
er seine hohe Aufgabe nicht zu erfüllen vermochte. An den 
Frieden des Himmels gewöhnt, wußte er nicht, wie tosend 
auf Erden die Stürme blasen, sein Ohr, an der Sphären- 
harmonie gebildet, konnte den Mißton irdischer Wehklagen 
nicht fassen. Er konnte die Menschen nicht verstehen und 
ihr Jagen nach Gold, ihr heuchlerisches Kriechen vor Palästen 
und ihre feierhche, kirchendienende Weltlichkeit. Ihre Götter 
schienen ihm grausame Ungeheuer, die nur Ausgeburten 
kranker Gehirne sein konnten: 

"J strove to teach thetn the true God, whose reign 
Is infinite love for all things ihat exist; 
And I was branded as an Atheist/* 

Rafael aber hebt den Seraph vom Boden und ver- 
sichert ihn, daß er nicht vergebens gewirkt habe: 

**Where holy love and ti-uth 
Contend wiih Evtl failure cannot he*' 

und damit endet die Vision des Dichters. — Der Name 
Shelley wird in dem ganzen Gedicht nicht envähnt; fast 
mutet es an wie eine gewisse Scheu, aus den höchsten 
Regionen zu einem menschlichen Namen herabzusteigen; 
einzig der Titel verrät, wem die Apotheose gilt, die ein 
schönes Zeugnis gibt für den schwärmerischen Idealismus 
Thomsons. Salt findet es ''not altogcther free from the 
mannerism of ThJs ecirly style'\ eine Ansicht, der ich mich 
durchaus nicht anschließen kann. Es scheint mir sogar 
stilistisch besser als alle vorhergehenden ; nicht so viel Frei- 
heit im Ehvthmus und vor allem kein solches störendes 



— 72 — 

Übermaß von Enjambement. Die Strophe, die rhyme-royal, 
ist sehr sorgfältig gebaut und der Reim korrekt. — 

"The Three That Shall BeOne", 1863/) ist eine 
hübsche Allegorie auf die Vereinigung von Liebe und Leben 
und Tod. — 

**A Polish Insurgent'\ 1863,*) ist voll Verachtung 
für ** Smith, your mun of sense*\ der alles seiner Vernunft 
unterordnet und keiner idealen Begeisterung fähig ist. Der 
Pole findet es unerträglich, in Smith-Land zu leben, wo 
alles nach Sitte und Eecht geschieht, ''wliere only the murderers 
get tJie gallows*'. Wie viel leichter und schöner wäre es, 
dahin zu gehen, wo das Vaterland ruft, das in arger Be- 
drängnis ist. Aber *'hindly — but dense, but dense" rät ihm 
Smith, der Engländer natürlich, nicht zu gehen, da die 
Sache des Vaterlandes ganz hoflhungslos sei. Und nun die 
Antwort des feurigen Patrioten: 

**Mu8t a man have hope to fight? 

Can a man not fight in despair? 

Must the soiU cower doion for the body's tceakness, 

And slaver the devil 's hoof with meekness, 

Nor care nor dare to share 

Ceriain defeat tcith ttie right ? 

No hope! — We can haste to he kiüed, 

T/iat the tale of the victims get filled ; 

The more of the debt we pay, 

The lese on our sons shall weigh: 

This Star through the haleful rack of iJie cope 

Burns red; red is our hope!*' 

"Sunday at Hampstead" (an idle idyll by a very 
liumble member of the great and noble London mob), 1863;') 
man hat es Thomson zum Vorwurf gemacht, daß er gegen 
die strenge Etikette der Dichtung verstoßen habe, indem 
er Kommis und Ladenmädel zu Helden seines Gedichtes 
machte. Ihm aber war dieses Verständnis fiir die unteren 
Klassen geblieben, wahrscheinlich aus seiner Militärzeit, und 
ganz besonders seine neue Weltanschauung mußte ihn von 
allen aristokratischen Bestrebungen abziehen. So bringt er 
uns denn hier und im **Sunday up the River" die 



1) P. Tr. I. pag.281ff. 

2) P. W. I. pag. 244 ff. — 8) P, W, I. pag. 203 ff. 



— 73 — 

graziösesten Produkte seiner Feder: leicht und gefällig 
im Ton und voll innigen Gemüts. Man darf nach Thom- 
sons eigenem Ausspruch ihnen keinen autobiographischen 
Charakter beimessen : "/ wriie tchat I have seen*\ und doch 
scheinen manche Strophen persönlich empfunden. Es gibt 
nicht vieles auf dem Gebiet englischer Lyrik, das sich 
diesen tiefen, einfachen Zeilen an die Seite stellen ließe: 

'*A8 toe rush, as tce rush in the Train, 
The trees and the hmues go wheeling hack, 
But the starry heavena above ihe plain 
Come flying on our track. 

AU the beautfful stars of the sky, 
The iüver doves of the forest of Night, 
Ooer the dull earth swarm and fly, 
Companions of our flight. 

We wül rush ever on toitJiout fear; 
Lei the goal be far, the flight he fieetl 
For we carry the Heavens toith us, Dear, 
Whüe ihe Earth slips from our feetr 

Oder den Endgesang: 

"0 mellow moonlight warm, 
Weave round my Love a charm; 
countless starry eyes, 
Watch from the holy skies; 
O ever-solemn Night, 
Shield her wiihin Üiy might; 
Watch her, my Utile one! 
Shield her, my darUngl 

Hoic my heart shrinJcs with fear, 
Nighily io leave ihee, dear; 
Lonely and pure within 
Vast glooms of woe and sin: 
Our wealih of love and bliss 
Too heavenly-perfect is: 
Good night, my little one! 
God keep thee, darling!" 

"Vane's Story'\ 1864.») Es ist nicht unwichtig, ehe 
man über dies Gedicht urteilt, sich den Brief '^) vor Augen 
zu halten, den Thomson am 15. Dezember 1880 darüber an 



1) P. W.l. pag. Iff. 

^) Vgl. S. 48 dieser Arbeit. 



— 74 — 

Rossetti schrieb. Denn es erscheint einem wahrschein- 
lich zugleich als das Interessanteste und Ungleichmäßigste. 
Ungleichmäßig, wegen der phantastischen Einkleidung, 
wegen des etwas trivial klingenden Versmaßes (vierfiißig- 
j ambische Reimpaare) und wegen der wechselnden Stim- 
mungen. Und doch glaube ich, daß es gerade diese Stim- 
mung war, die seine Freunde am besten an Thomson 
kannten — halb ernst, halb scherzhaft, selbstironisierend 
und doch voll schöner Gedanken. Interessant, weil es ganz 
direkt autobiographische Stellen enthält, die für die Kenntnis 
des Dichters von größter Wichtigkeit sind. — Der Name 
"Vane" als Pseudonym erscheint auch in der Vorrede zu 
"A Lady of Sorrow'', das etwas früher geschrieben 
wurde. 

Der Dichter liegt in der Dämmerung auf seinem Ruhe- 
bett und sein vergangenes Leben zieht in Bildern an ihm 
vorbei : 

"Äfid there unsummoned hy my will 

Game floaiing through ihis mood so still 

The scenes of all my life^s past ränge, 

In perfect pictures, fair and stränge, 

Ä8 flmcers limned in purest light 

lipon a hackground such as might 

Expand beneaih some forest screen 

After the sunset, goldbrowngi'een" 

Da erscheint ihm "sie", die wir schon aus **The De- 
liverer" kennen, seine * *rose of Hea vefi*\ Sie hat gewartet 
auf eine Erfüllung der Dinge, die er in seiner Jugend zu 
tun versprach, und schilt ihn, weil es ihm nicht gelungen 
ist, dichterischen Ruhm zu erlangen. Er aber sagt, seit seine 
Liebe tot sei und sein Leben inhaltlos, habe er das Singen 
verlernt: '^Great songs must pulse tvith lifeful breath/' Sie 
wirft ihm seinen iHeimnut vor und fragt, ob er wirklich 
so gott- und glaubenslos sei, wie man es ihr erzählt. Seine 
Antworten darauf sind so wichtig, daß es schwer ist, ihnen 
durch Zitieren einzelner Sätze gerecht zu werden. Auf ihren 
Vorwiu^*, daß er sich vor dem Kampf fürchte und aus 
Feigheit in die Einsamkeit zurückziehe, 

**Better the iumult of the strife 
Thun stillness of lone-tcasting life'' 



— 75 ~ 

kommt seine erschütternde Erwidenmg: Gott, der alles 
ksmn, hat sechs Tage lang gearbeitet und am siebten ge- 
ruht ; nun, ich bin nur ein kleiner Mensch und habe mehr 
getan als Er, um mir die ewige Euhe zu verdienen: 

"No, I have tcorked life after life 

Of sorrow, sufferance and strife, 

So many ages, (hat I ask 

To Test one lifetime from the task, 

To spend (fiese years (forlom of Hite) 

Sequestered in passivity; 

Ohserving all things God hos made, 

And of no ugUest truth afraid, 

But Jiacing leisure — time enough 

To look at boih sides of ihe stuff '* 



Und gottlos sei er?! Gott ist, oder ist nicht, ganz 
unbeeinflußt von unserem Glauben "not a Single truth is 
tnodißed hy our belief. Und nun kommt dieselbe Anklage 
gegen die frommen Egoisten, die sich selbst und ihre 
Tugenden so hoch einschätzen, daß sie ihre Brüder darüber 
vergessen.^) Nun steDt er einige Fragen nach dem Geister- 
reich und die erste Botschaft, die sie ihm bringt, ist von 
Shelley *'the buming Seraph of the Throne", der ihm einen 
Gruß voll Liebe sendet. Shelley ist das Gedicht in seiner 

1) Dieselbe Sympathie für die armen Sünder finden wir auch 
in dem Gedicht "Virtue and Vice" (1865). Dort heißt der Schluß: 

**Wiih which wmdd you raUier spend your life 

With wicked hmband or saintly icife?"* (1\ W. 1. pag. 267.) 

mid hier ist alles zusammengefaßt in die Worte : 

'^Now my gioss, earthly human heart, 
With man and not with God takes pari; 
With men, hoivever vile, und not 
Witfi Seraphim I cast my lot." 

Ganz ähnlich kommt es auch in den heiteren Zeilen: 

"Once in a saintly passion 

I cried with desperate (jrief, 

Ix)rd, my heart is hlack with yuilc, 

Of sinners I am chief. 

TJien stooped my yuardian anrjd 
And whispered from behind, 
*Vanity, my little man, 
You're nothing of the kindj" 



— 76 - 

ersten Ausgabe zugeeignet gewesen und er und Heine be- 
einflussen es: SheDey den ersten, Heine den zweiten 
Teil. SheDey wird auch als Führer für die Freundin aus- 
ersehen; er, als der einzige, der den Ort kennt, soll sie 
vor den Thron des Demiurgos leiten, wo sie die Bitte 
lun Vereinigung mit dem Geliebten vorbringen soll. Sie soll 
beten, daß Our Lady of Oblivious Death (die wir 
aus "Our Ladies" kennen) ihn bald durch süßen, traum- 
losen Schlummer aus diesem schmerzerfüllten Leben erlösen 
möge. In einer andern Welt will er, mit der Geliebten 
vereint, jung und rein, ein Leben der Leidenschaft und 
der Gedanken, der Hoffnung und Furcht beginnen. 

"For I am infinitehj tired 
Wiih this old sphere we once admired, 
With this old earth we loved too well; 
IHsgusted more iJian words can teil. 
And would not mind a change of Hell. 
The satne old solid hüls and leas, 
The same old stupid patietit trees, 
The same old ocean hlue and green, 
The same sky cloudy or serene; 
The old twO'dozen hours to run 

Betwecn the settings of the sun, 

/ think the only thing ihaVs stränge 

Is our illusion as to change." 

Hier schließt eigentlich der erste Teil des Gedichtes; 
der zweite handelt fast ausschließlich von dem Tanz, zu 
dem er sein Mädchen noch fähren will, ehe sie heute 
Nacht scheiden. *) Ganz eigenartig berührt einen nun dieses 
Herabsteigen zum Alltag; in eine Gesellschaft von kleinen 

^) Der Gedanke an den Ball ruft Erinnerungen in ihm wach aus 
seiner Jugendzeit, als er mit der Geliebten im Tanz dahinsch webte : 

" Back to a certain festal night, 

A whirl and hluze of swift delight, 

When we together duficed, we two! 

I live it all again ! Do you 

Bememher how I hroke down quite 

In the mere polka ? Dressed in white, 

A loose pink sash around your warst, 

Low slioes across tlie instep laced 

You were an angel tlien." 
Vgl. über diese Schilderung seiner Geliebten die Biographie (pag. 10 
dieser Arbeit). 



— 77 — 

Bürgersleuten fuhrt er sie. Während er sich aber zum Grehen 
bereit macht, muß sie ihm mit ihrer süßen, weichen Stimme 
ein Lied singen: er wählt Heines "Prinzessin Ilse", 
das ihm mit seinem märchenhaften, heidnischen Charakter 
gerade das Rechte zu sein scheint. 

Auf dem Ball beansprucht er seine schöne Begleiterin 
ganz für sich, was das Erstaunen und die Neugierde seiner 
Freunde weckt. Sie sehen, was för eine Veränderung mit 
ihm vorgegangen, wie er verjüngt und lebensfroh aussieht 
und fingen um die Ursache: Seine Antwort erfolgt in der 
herrlichen poetischen Allegorie von dem Brunnen, der sein 
eigenes Gremüt darstellt: 

"There was a Fountain lang ago, 

A fountain of perpettwl flow, 

Whose puresi springlets had their birih 

Deep in ihe bosom of ihe earth, 

Its joyous wavering silvery shaft 

To all ihe beams of moming laughed, 

Its steadfast tnurmurous crystal column 

Was loved by all the moonieatns solemn; 

And overflowing aye ihe um 

In riüets ihat became a bum, 

It danced adown ihe verdant slope 

As light as youth, as gay as Jiope, 

And 'wandered at its own sweet wilV; 

And here it was a lakelet still, 

And there it was a flushing stream ; 

And all ahout it was a dream 

Of beauty, such as Paradise 

As rarehj blooms beneath our skies; 

The loveliest flowers, ihe grandest trees, 

The broadest glades, the fairest leas ; 

And double tnusic tranced the hours, — 

The countless perfumes of iJie flowers, 

The countless songs of swift delight 

That birds were singing day and night." 

So wie der Brunnen war sein Gemüt zuerst voll 
Leben und Kraft, sprudelte frisch und schön, bis eines 
Tages langsam die Quellen zu versiegen schienen und das 
Schweigen als Göttin am Brunnenrand saß und statt 
des Vogelgezwitschers dumpfes Stöhnen sich hören ließ. 
Aber ebenso plötzlich kam eines Tages die Erlösung; ein 
Engel erschien und durch eine Beiührung seiner Hand 



- 78 — 

erwachte alles in dem Bninnen zu neuem Leben. Die Quellen 
waren nie versiegt gewesen ; sie hatten nur nicht die Kraft 
gehabt, ans Tageslicht zu dringen, und waren trübselig in 
die Erde versickert. — Dieser Teil des Gedichtes, der ganz 
Shelley'sch nachempfunden ist, obwohl man ilirn nicht 
mangelnde Originalität vorwerfen kann, ist entschieden der 
wertvollste. Der Schluß, mit der Rückkehr auf irdischen 
Boden, kann nur abschwächend wirken. Wer das Gedicht 
mit Aufmerksamkeit liest, muß ihm, glaube ich, seinen Wert 
zuerkennen ; kurze Stichproben allerdings werden ungünstig 
stimmen. — 

"Sunday up the River", 1866,^) ist die bedeutendste 
von den beiden Idyllen. Die Handlung ist gleich Null, eine 
Analyse kann daher nichts anderes sein als eine Wiedergabe 
der schönsten Stellen. Wer die Themse kennt und liebt, 
der wird all seine Eindrücke hier meisterhaft gestaltet finden: 
So IV.: 

"2%« church helU are ringing: 

How green the earth, liow freah and fair! 

The Üirushes are einging: 

What rapture hut to hreathe ihis air! 

The church bells are ringing: 

Lo! how the river dreameth there! 

The thrushes are einging: 

Green flames wave lighily every where! 

The church bells are ringing: 

How all the world hreathes praise and prayer! 

The thrushes are singing: 

What Sdbhath peace doth trance ihe air!'* 

In drei aufeinanderfolgenden Abschnitten, die im Metrum 
ganz gleich sind, ist eine wunderschöne Steigerung fest- 
gehalten : 

So V. : "/ love all hardy exercise 

TJiat makes one strain and quiver; 

And best of all I love and prize 

This boating on our river. 

I to row and you to steer, 

Gay sliall be Life 's trip, my dcar: 

You to steer and I to row, 

All is bright where 'er we go" 



1) F. W,l. pag. 183 ff. 



— 79 — 



und VI.: 



und Vn. 



"J love iMs hardy exercise, 

Thü strenuotis toü of hoating: 

Our skiff beneath the toiUow lies 

Half stranded and half floating. 

As I lie, as I lie, 

GUmpses daezle of ihe blue and buming sky; 

As you lean, as you lean, 

Faerie Princess of the secret faerie scene" 

**Your violet eyes pour out their whole 

Pure light in eamest rapture; 

Tour thoughts come dreaming through my sota, 

And nestle past recapture. 

As I lie, as I lie, 

The hours fold their wings beneath the sky; 

As you lean, as you lean. 

In that trance of perfect love and bliss serene/' 

Ein kleines Juwel ist gewiß auch, das IX. ; ^) das XII. 
mutet etwas wie Heine an und wenn man weiter liest, sieht 
man, daß allerdings gerade sein Einfluß sehr groß gewesen 
sein muß, denn XIV. stellt sich als eine Nachempfindung 
dar von "Mit deinen blauen Augen". Ich kann es mir 
nicht versagen, noch einen der Abschnitte zu bringen, der 
meiner Ansicht nach das Schönste an verhaltener Leidenschaft 
eines fiir Naturschönheiten empfänglichen Sinnes bietet: 

XVn.:2) 

^^Let my voice rifig out and over the earth, 
Through all Üie grief and strife, 
WiÜi a golden joy in a silver mirtJi : 
Thaftk God for Life! 

Let my voice swell out through the great abyss 
To the azure dorne above, 
Wiih a chord of faith in the Jiarp of bliss : 
Thatxk God for Love! 

Let my voice thrill out beneath and ahocc, 
The whole world Üirough: 
O my Love and Life, O my Life and Love, 
Thank God for you!^' 



1) pag. 194. 

2) pag. 199. 



— 80 — 

In seiner jetzigen Gestalt hat das Gedicht die zwei 
letzten Strophen, die es beim Erscheinen auf den Rat 
Froudes eingebüßt hatte, wieder erhalten. Sie fiihren 
uns mit einigen kräftigen Strichen wieder in die Wirklich- 
keit zurück. — 

"Art'\ 186B.1) Das Gedicht besteht aus drei Teilen; 
die Quintessenz wird aber im dritten ausgedrückt. Der 
erste und zweite Teil sagen, daß wahre Leidenschaft 
unmöglich in der Kunst ausgedrückt werden könne ; sie sei 

"For ever its fire breaks out at last, 
And shrivels all the linesJ* 

Im dritten Teil wird diese Moral zusammengefaßt: 

"Singing is sweet; bui be eure of this, 
lAps OYÜy sing, wlien they cannot kiss/' 

Die Kunst ist mehr ein Ausdruck ungestillten Sehnens 
als vollgenossenen Glückes: 

"Statues and pictures and verse may be grand, 
But they are not the Life for tcliich ihey stand.'* 

Mutet diese Theorie nicht ganz ähnlich an wie 
die Gedanken aus der Einleitung zu der oft genannten 
Lady of Sorrow: "Literature as a ruh is the refuge of the 
miserable" ? — 

"Philosophy", ISGG.«) Der Grübler und Forscher, 
der aUem auf den Grund geht, sieht unter allem Schönen 
stets das Häßliche. Seine Augen sind scharf und durch- 
dringen alles, das Leben erscheint ihnen nur wie ein Traum 
im ewigen Todesschlaf. Da tritt ihm ein Wesen entgegen 

^'responding to him as the day to night; 
To yeaming, love; to cold and glooni, wann light/* 

Und er zieht das Feuer seiner Augen ein, um sich 
innerlich zu erwärmen, um sein persönliches Glück zu be- 
gründen, und kommt zu dem Schluß, daß : 

"Those eyes alone see well that view 

Life^s lovely surfaces of form and hue; 

And not l)eaih*8 entrails, looking throngh and through. 

Life liveth but in Life, and doth not roam 

To other reahns if all be well at liome.'' 



1) P. W. I. pag. 234 ff. ~ 2) P. W, I. pag. 237 ff. 



— 81 — 

Eine gesunde Lebensphilosophie, die in dem folgenden 
Gredicht ihre Fortsetzung findet, die der Dichter nur leider 
selbst nicht befolgt hat. Bei ihm war es weiter so: 

"JETtf feit himself a hing hereft of croum, 
Defrauded from his hirthright of renaum, 
Bred up in liiüenesa toith churl and clowfi." 

"Life's Hebe", 1866,^) wendet sich als Satire an die 
Lebensauffassung des Individuums. Hebe reicht jedem 
Menschen den Becher des Lebens, halb gefällt mit goldenem 
Nektar. Je nach der Mischung, die sich die Menschen 
zurechtmachen, ist die Wirkung des Trunkes; den einen 
versetzt er in bacchantischen Taumel, den andern macht 
er schwer und müde, der dritte fällt in todesähnlichen 
Schlaf. Nur der Philosoph, der ihn ungekostet zurückgibt, 
und der Dichter, der ihn ungemischt hinuntergießt, werden 
belohnt: sie dürfen die Göttin küssen. Also wieder wird, 
wie in "Philosophy", dem einfachen, frischen Lebens- 
genuß das Wort geredet. — Dieselbe Tendenz findet sich 
auch noch an anderen Stellen bei Thomson, so in ein- 
gestreuten Zeilen in "Vane's Story":*) 

"Love a near maid, love a far maid, 
But let Hebe he your harmaid; 
When she proffers you the cup, 
Never fear to drink it up; '' 

und in "Two Lovers":^) 

"Live out your whole free life while yet on earth; 

Setze the quick Present, prize your one sure boon; 

Love out your cordial love, hate out your hate; 

Be strong to grasp a foe, to clasp a friefid: 
Your toants true laws are: thirat and hunger säte: 
Feel you have been yourselves when comes the end/' 

Unter die ganz bedeutenden Gedichte gehört wiederum 
"The Naked Goddess'\*») 1866—1867; es ist eine große 

1) P. W.L pag. 241ff. 

2) pag. 46. 

8) I. pag. HO. 

*) P. W. I. pag. 218 if. — Ungefähr zur gleichen Zeit entetand 
der Prosa -Auf Satz ''Chi Hie Worth of Metaphysical Systems", der in 
mancher Hinsicht demselben Gedanken Ausdruck verleiht. So (K. <f- Ph. 
pag. 300) "A man discovering some new truth or some neu? aspect of an 

Weiasel, James Thomson. (j 



— 83 — 

Satire auf die menschliclie Gesellschaft und vereint den 
Vorzug erhabener Gedanken und glücklich gewählter Worte 
mit einem schwachen Äderchen von gutmütig-humoristischem 
Spott, der sich durch das Ganze zieht. Der Grundgedanke 
ist, wie sehr diejenigen die Natur von sich treiben, die sie 
in konventionelles Gewand einengen wollen. Manche Kritiker 
werfen Thomson hier Nachahmung B 1 a k e s vor : kann es 
nicht auch ein zufälliges Übereinstimmen sein?! — Die 
Göttin, die in keuscher Nacktheit im Walde wohnt, "naked 
OS a Uly gleaming, naked as the midnight moon, ndked as the 
sun of noon", erschreckt die Bewohner der Stadt und sie 
ziehen in Scharen hinaus in ihre Einsamkeit, um ihr zu 
helfen, ihre Seele zu retten und sich den Regeln der Welt 
anzupassen. Der Hohepriester imd der Erzweise 
predigen ihr in wohlgesetzten Worten und bieten ihr Rettung 
an; der eine bringt ihr das braune Gewand der Vestalin, 
der andere das nüchterne graue des Philosophen: 

*'Calm and proud ahe siood the tohile 
With a certain wondering stnik,** 

Sie kann die Leute nicht verstehen und bittet, daß 
Kinder, die ihr näher stehen als andere Geschöpfe, ihr er- 
klären mögen, was der Sinn der Rede war. Nun kommt 
eine Stelle, so duftig und zart-poetisch, daß sie hier Platz 

finden soll: 

"So iwo little chilären went, 
Lingering up the green ascent, 
Hand in hand, but grew the while 
Bolder in her gentle smile; 
When she kissed Üiem ihey were free 
Joyous as at mother's knee. 
'Teil me, darlings, now/ said she, 
'What ihey want to say to tne/ 
Boy and girl tJien, noMng loth, 
Sometimes one and sometintes both, 

old one, will prohably only strain and distort it in trying to expand it 

into a complete System etc " und dann weiter (pag. 302) '^As 1 have 

elsewherc had occasion to express it, s^ich a creed or System is a little 
strait-waistcoat wrouyht by some little man and in whidh he would fain 
confine Titanic Xature : he laughs with immense good-nature at the puny 
fellow at first, but if lie seriously persists in attempting to force it on her, 
she inevitably makes him fitfor a sirait-waistcoat JUmself." (Vgl. dazu auch 
pag. 109 dieser Arbeit.) 



— 83 — 

PraUled to her siUing there 
FondUng unth thetr soft young hair, 
^Dear kind lady, do yau stay 
Here wilh cUwaya koliday? 
Do you sUep among the trees? 
P'eopU want you, if you pUase, 
To put on your dress and come 
Wiih U8 to the City honte; 
Live wiih us and he our friend: 

Oh, such pleasant times we'ü spend! 

But if you can't come atcay. 

Will you Ut US stop and play 

Wiih you and all ihese happy things 

WOh hair mnd homs and Mning tcings?''* 

Das Kleid der Kirche ist ihr zu eng; das ist für ab- 
gehärmte, lebensmüde und kraftlose Menschen bestimmt. 
Das Gewand der Philosophie mit seinen weiten Falten 
verdeckt ihre herrlichen Glieder und hindert sie an freier 

Bewegung : 

'^This big bag was meant to ?told 
Some poor sluggard fat and old, 
lAmping, shuffling wearily 
With a form not fit to see!" 

Mit Verachtung schleudert sie beides von sich und 
steht wieder in ihrer ehrfurchtgebietenden Nacktheit, *'terrible 
miil proud'\ vor der zitternden Menge. Ihr Zorn tut sich 
durch den Verfall des Volkes kund, das sie so beleidigt 
hatte. Die zwei Kinder aber, die sie so gut verstanden 
hatten, sind von dem Fluch ausgeschlossen. In späteren 
Jahren, als Mann und Weib, führen sie gleichgesinnte Ge- 
nossen in ferne westliche Länder und die Gegenwart der 
Göttin macht ihnen das Leben leicht. 

Das Gedicht weist sehr wenig Ungleichheit in Stil 
und Komposition auf; es scheint aus einem Guß geschrieben. 
Die Einkleidung ist das Nebensächlichere daran, das Wich- 
tigste ist die Satire auf die moderne Zivilisation. Das ist 
auch der Grund, wanrni ich es höher stellen möchte als 
z.B. "Weddah'', bei dem die Erzählung stark im Vorder- 
grund steht. Da Thomsons dramatisches Talent entschieden 
gering war, kann naturgemäß eine solche Dichtung nicht 
auf der Höhe einer subjektiveren stehen. — 

Von den kurzen Gedichten verdient an dieser Stelle 

6* 



84 



auch noch das an William Blake 1866^) gerichtete 
erwähnt zu werden: 

'*That Artist of ihe Visums cUped Blake, 
Who also sang delightful young-world songs, 
Soaring aloof from cUl our old-world wrongs " 

nennt er ihn an anderer Stelle. Das Gedicht ist früher*) 
bereits zitiert. — 

Das kurze Gedicht "Two Lovers", 1867,«) stammt 
aus derselben Quelle, die später bei "Weddah" angefiihrt 
werden wird; es ist auch verwandten Inhaltes und fast 
wie eine Studie zu dem längeren aufisufassen, in der Kunst, 
einen orientalischen Stoff zu behandeln : Zwei junge Leute 
lieben einander, aber er ist Mohammedaner, sie Christin 
und beide wollen ihrem Glauben treu bleiben, ob auch die 
Leidenschaft sie verzehre: 

"Each stemly true to ihe immortal soul, 
Crushed doum ihe passion of the mortdl heart; 
Which bled away beneaih ihe iron control, 
But inwardly: they die; none sees the smart/' 

Aber auf dem Totenbette hat jedes, um wenigstens 
nach dem Tode mit dem Liebsten vereint zu sein, den 
feindlichen Glauben angenommen — 

"boih died happy in self-sacrifice; 

A dohrous happiness yet true and deep . . . " 

Die Handlung ist gering und die Darstellung trägt 
den Charakter der Studie, des Versuches an sich; der Dichter 
erhebt sich selten über den Ton des Chronisten. Erst zum 
Schluß wird er, wie immer, wenn die persönliche Note 
durchdringt, interessant. — 

'*In the Eoom", 1867;*) das Thema ist unheimlich 
grausig und das Gedicht könnte, wenn es in seinen ein- 
zelnen Teilen ausgeglichen wäre, fast unter die bedeutend- 
sten gerechnet werden; nur stört leider in so tiefernster 
Stimmung, mehr noch als an anderen Stellen, triviale 

1) P. W. I. pag. 305. 

2) pag. 38 dieser Arbeit. 

3) P. W. I. pag. 105 ff. 
*) P. W. I. pag. 173. 



— 85 — 

Diktion: Die Gegenstände eines Zimmers sprechen unter- 
einander über den jetzigen Bewohner, der unfreundlich, 
rauh und ungesellig ist. Sie klagen, daß das junge Mäd- 
chen, das früher hier wohnte, sie liebte und fiir sie sorgte, 
sie nun verlassen habe. Strophen wie etwa die folgende 
kann man mit Recht unpoetisch nennen: 

*'Whai 18 become, then, of our Man? 
The peiulant old glass exclaimed; 
If all ihis time he slumber can, 
He reaUy ought to be ashamed. 
I wish we had our Girl again, 
So gay and bmy, bright and fair: 
The girls are beiter ihan ifiese men, 
Who ovdy for their duU selves care." 

Der Tisch erzählt, daß der Mann gestern so lange ge- 
schrieben habe, daß ihn sein Gewicht schon geschmerzt 
hätte; "dann ging er'', so spricht das Feuer, "zu mir imd 
verbrannte alles wieder." — "Nicht alles," erwidert der Tisch, 
"ein kleiner, versiegelter Brief blieb liegen, den er wieder 
und wieder gelesen hatte." 

''This long tirade aroused the bed, 
Who spoke in deep and ponderous bass, 
Befitting that cahn life he led, 
Ä8 if firm-rooted in his place . . . ." 

Das Bett weiß, daß der Mann, um den sie alle streiten, 
inzwischen kalt und starr daliegt, und eine kleine Gift- 
phiole klärt alles auf. 

Eine dumpfe Atmosphäre liegt über dem Ganzen, aber 
trotzdem wird keine voUe Stimmung hervorgebracht, weil 
die dichterische Kraft entschieden nicht ausreichte. — 

"L'Ancien Regime or the Good Old Rule", 
1867,*) ist von dem Kritiker des ''Scotsman'' als das beste 
der Sammlung nächst der "Naked Goddess" genannt. 
Er sagt, es sei "a scathing dmunciation of the old Coyitincntal 
Monarchical System", — " Who has a thing to bring for a giß 
to our lord the king?^' so beginnt jede Strophe und es stellt 
sich heraus, daß Liebe, Gerechtigkeit, Wahrheit 
imd Treue vom König nicht geschätzt werden; die Geber 



1) P. W.l. pag. 247ff. 



~ 86 — 

werden mit Schmach belohnt. Niedrige Kriecherei, 
blutiger Krieg, Unzucht und Lüge, die machen 
dem Monarchen Freude und nach des Dichter» Ansicht : 

"^ tomh %8 the very best (hing 
For a gifl to &ur lord ihe hing." 

"Weddah and Om-el-Bonain", 1868.*) Eine voraus- 
geschickte kurze Notiz sagt, daß dieses Gedicht und das 
vorher besprochene "Two Lovers", "which merit far better 
English versions tJian I have been able to aocompUsh'\ ihren 
Ursprung in De TAmour von Stendhal (Henri Beyle), 
Kap. 53, haben. Es ist die Greschichte eines Liebespaares 
von dem Stamme jener Azra, "welche sterben, wenn sie 
lieben". Man glaube aber nicht, daß es sich einfach um 
eine ''English Version" handelt: Stendhal gibt auf zwei 
Seiten wirklich nur die Umrisse der Erzählung. Alles andere 
ist Thomsons Arbeit. 

Weddah und Om-el-Bonain sind von Kindheit 
auf einander verlobt und können sich ein getrenntes Leben 
gar nicht vorstellen: 

*'Amidst tJieir clan ihrnj dwelt in aolitude, 

Kot haughtUy but by instinctive love; 

As lion mates tcith lion in the toood, 

A7id eagle pairs toith tagte not vjüh düve '* 

Da bricht Krieg aus, Weddah muß mit und bald ist 
sein Name ein gefürchteter im feindlichen Lager. Während 
er mit seiner Schar in der Ferne kämpft, kommt der Syrier 
Walid, um die Freimdschaft mit den Azra durch ein 
Bündnis zu erneuern. Das tragische Moment tritt in dem 
Augenblick ein, da er eines Abends Om-el-Bonain erblickt 
und von rasender Leidenschaft fiir sie ergriffen wird. Er 
sagt dem bedrängten Stamm seine Hilfe zu, ohne die ein 
Sieg unmöglich ist, aber der Lohn dafür muß das Mädchen 
sein. Der geäugstigt-e Vater fleht und erklärt und ruft end- 
lich die Tochter, die erhobenen Hauptes es unternimmt, 
fiii- ihre Sache selbst zu sprechen. Sie läßt Walid zu sich 
kommen : 

*'He came; and found her sitting double-veiUdy 
For grief was round her like a funeral stole." 

1) P. W, I. pag. 55ff. 



87 



Sie bittet, sie fleht, aber er läßt nicht ab. Da wird 
sie aus Liebe zu ihrem Stamm sein Weib. 

Inzwischen kehrt Weddah ruhmbeladen aus dem 
Felde heim und erfährt auf seine Frage, daß die GreHebte 
tot sei ; ein Abschiedsbrief von ihr, den er in seinem Zelt 
vorfindet, sagt ihm die grausige Wahrheit. 

Der Krieg ist zu Ende und Weddah geht, als 
Kaufinann verkleidet, zu Walids Stadt, wo er sich 
einer Sklavin eröffnet. Durch List gelangt er zu Om-el- 
Bonain und sie hält ihn in einer großen Zedemtruhe 
verborgen. Drei Monate lang währt das Glück der 
Liebenden, da wird durch einen übereifrigen Sklaven 
das G^eimnis entdeckt. Beide wissen, daß Unglück bevor- 
steht, aber eingedenk der Seligkeit, die sie genossen, 
scheint es ihnen möglich, alles zu ertragen: ein Lebe- 
wohl, und Weddah verbirgt sich zum letzten Male in der 
Truhe. Mit erheuchelter Ruhe erscheint Walid und er- 
bittet von seiner Frau als Gegengeschenk für eine kostbare 
Perle eben jene Truhe. 

"A clutch of iron fingers gript her heart 
Till it seemed bursting in Ihe cruel vice: 

And it is ihine, she send: and this the key; 

Her royal hand ouiheld it steadfasily." 

WaUd legt der Tinihe sein Siegel an, läßt sie 
in den Garten tragen und unter einer großen Zeder 
begraben, nachdem er vorher noch einige pathetische 
Worte an den Mann darinnen gerichtet hat. Diese 
letzte dramatisch wirkende Szene ist Stendhals Eigen- 
tum. — Walid spricht nie wieder ein Wort über diese 
Tat und in unbestimmter Angst meiden alle den Zeder- 
baum. Nur Om-el-Bonain pilgert zum Grab des Lieb- 
sten und wird am siebten Tage tot dort gefunden. 
Der Sänger, der dies tragische Schicksal berichtet, 
schließt: 

*'Wc know not tchich io most admirCy 

The lover who went tiilent to hvf doom ; 

Tlie spouse ohedient to her lord 's just ire, 

The müiress faiihful to her lover 's tomb ; 

The hufiband calm in Jealousy\s fierce fire, 

Who strode unswei'viny throuyh the doiädful gloom . . . ." 



Des Dichters Lebensanschauung aber tut sich in den 
Versen kund: 

"With stringent cords of circumstance dark fate 
Doth certain lives here so entoil and mesh 
That some or all must str angle if ihey wait, 
And knife to cut the knots must cut quick flesh : 
The first sträng arm free severs ere too laie; 
Fresh unithitigs woidd hut tangle it afresh: 
To die u)ith valiant fortitude, to kill 
As priest not butcher; so mu(^ scope Jias toiü." 

Die Erzählung in ihrer einfachen Tragik wirkt unend- 
lich stimmungsvoll und ergreifend, wenn auch der poetische 
Wert des Gedichtes kein sehr großer ist. Ich möchte aber 
nicht mit Salt übereinstimmen, wenn er sagt: ''To thosereaders 
who are not attraded by Th, pessimisiic philosophy, this wül 
prohahly appear his fnost successful work" Meiner Empfindung 
nach ist gerade dieser ernste Fatalismus ein Ausfluß von des 
Dichters Schwermut und "Weddah" fällt daher gar nicht 
so sehr aus dem Rahmen der anderen Dichtungen heraus, 
als es auf den ersten Blick den Anschein hat. — 

Es folgen nun im Jahre 1869, nach einigen unbedeuten- 
den, zwei ganz persönliche Gedichte, die an die Bradlaugh- 
Mädchen gerichtet sind. "L'Envoy" auf das Titelblatt 
von La Motte Fouques "M a g i c R i n g" geschrieben, ^) 
das zweite in ein antiquarisch gekauftes Exemplar der 
"Und ine''. Darin stand der Name "LiVaA" geschrieben 
und Thomson fügte die Namen seiner beiden jungen 
Freundinnen hinzu, verband die drei mit Klammem und 
schrieb dazu die Zeilen: 

'*Who was Lilah? I am sure 

She toas young and sweet and pure; 

Wiih the forehead wise men love, — 

Here a lucid dawn above 

Broad curved hrows, and twüight there, 

Under Uie deep dusk of hair. 

And her eyes? I camiot say 
WheÜier broum, or blue, or gray: 
I have Seen ihem hrown, and blue, 
And a soft green grey — the hue 
Shakespeare loved (and he was wise), 
^'Grey as glass" were Sil via 's eyes. 

1) P. W. I. pag. 280. 



— 89 — 

So to LüaVs name above 
I will add two names I love, 
Linking with (he brocket curls 
Three sweet names of three sweet girlSy 
Sunday of Saint Valentine, 
Eighteen hundred sixty nine/' 

"The City of Dreadful Night", 1870-1874. ») 
Pr o em : Der Dichter fragt sich, warum er alte Wunden 
aufreiße — weil es eine Genugtuung ist, alle Masken von 
sich zu werfen und den Schmerz in Worte zu fassen. Wer 
aber wird ihn verstehen? Nicht die hof&iungsfreudigen 
Jungen, nicht die Reichen und nicht die Frommen: 

"ijf any cares far the weak words here written, 

It miist be someone desolate, fate-smitten, 

}Vhose faiih and hope are dead, and who woidd die." 

Er schreibt fiir die müden Wanderer der Stadt, die er 
zwar nicht kennt, die aber glücklich sein werden in dem 
Bewußtsein, daß ein Bruder mit ihnen fühlt. 

I. Es ist eine Stadt derNacht: Sie liegt schön an 
eine Anhöhe gelehnt und ist nicht verfallen, obwohl viele 
Ruinen darin sind. Die einsamen Wanderer sind fast lauter 
Männer, keine Frauen, keine Kinder. Keiner spricht mit 
dem andern, denn der Jammer frißt an ihnen. Eine Stadt 
der Nacht, doch nicht des Schlafes "a ni(/ht seems termless 
helV*. Wer dort eintritt, muß alle Hoffnung schwinden 
lassen, außer die auf den Tod. 

n. Der Dichter folgt einem Manne nach, dessen Schritt 
Absicht verrät; sie pilgern zu den Gräbern des Glaubens, 
der Liebe und der Hoffnung und der Dichter fragt 
schaudernd : 

" When faiih and love and Iwpe are dead indeed, 
Can Life still live? By ichat does it proceed?*' 

Aber so wie eine Uhr ohne Zeiger und Zifferblatt doch 
weitergeht, so läuft auch das zwecklose Leben fort, bis es 
abgelaufen ist: es gibt kein Entrinnen aus dem Dasein. 

HL Trotz Dunkelheit und Stille können die Sinne 
doch Licht und Schall aufnehmen, und die Seele ist schon 
zu ermattet, um erstaunt darüber zu sein. 



1) P. W. I. pag. 122 ff. 



— 90 — 

rV. Mit bloßem Kopf und fliegenden Haaren erzählt 
einer die schaurige Mär : durch alle Schrecknisse der Wüste 
ist er siegreich hindurch gegangen: 

"Yet I strode on atistere; 
Xo hope could have no fear" 

Da kommt mit langsamen Schritten ein Weib auf ihn zu, 
mit einer roten Lampe (ihrem eigenen flammenden Herzen) 
in der Hand, und er fiihlt, wie sich sein Wesen in zwei 
teilt, von denen eines besinnungslos zur Erde fällt, das 
andere erstarrt den Begebenheiten zusieht. Die Frauen- 
gestalt beugt sich mildlächelnd zu '*that corpselike tne*' und 
trägt ihn in selige Höhen, den andern', *Hhis vüe me'*, in 
Verzweiflung zurücklassend. 

"I know the whole sea cannot quench ihat heari, 
Or cleanse ÜMt brow, or wash those two apart: 
They love; their doom is drear, 
Yet they nor hope nor fear; 
But I, what do I here?" 

Was darunter gemeint ist, ist nur zu klar: die Jugend- 
geliebte hält den Dichter noch immer im Bann. 

V. Es ist hoffnungslos, dem Schicksal der Stadt ent- 
kommen zu wollen; keiner weii3, wie er hinkam, aber wer 
einmal den Jammer des Lebens gekostet, der kann nicht 
mehi' fort: 

'' he must dree his icetrd; 

Beiiounce all hlessings for ihat imprecation " 

VI. Der Dichter überhört ein Gespräch zweier Be- 
wohner der Stadt: Der eine ist un verrichteter Dinge zurück- 
gekommen — er hatte versucht, in die Hölle einzudringen, 
ward aber am Tor angehalten, all seine Hoffiiung als Ein- 
gangszoll zu entrichten; 

"but years have passed 
Since I left all hehind me to the last: 
You cannot count for Jiope, toith all your tvit, 
This hleak despair ihat drives me to the Pit: 
IIow could I seek to enter voül of it/' 

Da steht er nun aui3erhalb und sieht die Geister, wie sie 
vorbeigehen und einer nach dem andern wirft seine Hoff- 
nung ab; von jedem erbettelt er ein Tittelchen Hoffnung, 
aber keiner will sich davon trennen. 



— 91 — 

VIL Das Uninenachliche an den gespenstischen Ge- 
stalten ist ihre völlige Schamlosigkeit beim Aufdecken ihrer 
Leiden. 

vm. Zwei Unglückliche: Der eine klagt über seine 
Leiden, möchte aber doch nicht mit Ihm tauschen, der 
zu seiner eigenen Schmach solche Wesen in die Welt ge- 
bracht hat. Der andere darauf: Es ist übel angebrachter 
Hochmut, zu glauben, das gleichgültige Fatum könne 
einen Menschen hassen. 

**Man might knoto one ihing toere his sight less dim: 
TKai ü whirls not to 9ui% hie petty whim, 
Thai it is guüe indifferent io him," 

IX. In dieser Stadt der Nacht, was können da für 
schwerbeladene Wagen durch die Straßen rasseln? Auf ihnen 
werden wohl alle Hoffnungen und alles Glück zu 
Grabe gefuhrt, die den Menschen zukommen, aber in dieser 
verfluchten Stadt erstickt wurden. 

X. Auf duftender Wiese steht einsam ein hell- 
erleuchtetes Haus, das totenstill in die Nacht sein 
Licht wirft. Steigt man die breite Treppe hinan und tritt 
in die Halle, so ist man geblendet von dem tiefen 
Schwarz der Stoffe, die das ganze Innere verhängen. 
Schwarz der Boden, schwarz die Decke und Wände — und 
in jedem Zimmer ein Bild, alle nach demselben Antlitz, und 
Lichter brennen daran. Endlich, in einem Kämmerlein, noch 
düsterer als all die anderen, liegt auf weiüem Bett eine Frau : 

"The Lady of ihe images: supitie, 

Deathstiü, lifesweet, with folded palms ahe lay.*' 

Vor ihr kniet, blaß und abgehärmt, ein Jüngling, der zu 
beten scheint. Und in rührend innigen Terzinen schickt er 
der toten Greliebten seine Liebe nach: 

**The Chambers of Ute mansion of my heart 
In everyone whereof my Image dwells, 
Are hlack mth grief eiernal for lliy sakc.'' 

XI. Alle Bewohner der Stadt, wie verschieden auch 
ihre äußere Stellung sei, sind durch die Verzweiflung, die 
sie alle beherrscht, gleich : 

**Yet these and ihose are broUiers, 

The saddest and the weariest men on earth." 



— 92 — 

Xn. Sie versammeln sich alle in der großen Kathedrale 
lind jeder wird beim Eintritt von dem geheimnisvollen Tür- 
hüter angehalten und muß sein Losungswort abgeben. Wie 
eine Art Freimaurerzeichen klingt es, das ständige : "/ wake 
from day dreams to this real night." 

Xni. Ganz unerklärKch und unfaßbar erscheint es dem 
Dichter, daß die Menschen, denen die Tage und Stunden 
ihres Lebens zu schwer sind, die sich oft sehnen, eine Zeit- 
lang in Vergessenheit bringendem Schlaf zu verträumen, 
sich doch schließlich nach dem Tode ein ewiges Leben 
wünschen. Seine eigene Ansicht sagt die letzte Strophe: 

'^We do not ctsk a longer term of strife, 
Weakness and weariness and nameUas tooes; 
We do not claim renewed and endless life 
When this tchich is our torment here shail cloae, 
An everlasting consdous inanition! 
We yeam for speedy death in füll fruition, 
Dateless oblivion and dirine repose" 

XIV. In der düsteren, stillen Kirche warten alle auf 
das Erscheinen des Priesters, dessen tiefe Stimme end- 
lich den Raum erfüllt: 

"And as hlack fir-groves in a large wind bow, 

Our rooted congregation, gloom-arrayed, 

By that great sad voice deep and fuü were svoayed" 

Er hat überall geforscht, um Trost für ihre Unruhe zu 
finden, und jetzt endlich kann er ihnen die Wahrheit bringen: 
Es gibt keinen Gott; kein Teufel mit göttlichem Namen 
schuf und quält uns, wir leiden nicht um der Laune eines 
Wesens willen: 

*'This Utile life is all we must endure, 
The grave's most holy peace is ever sure, 
We fall asleep and never wake again;** 

Was wir waren, das ersteht neu in Erde, Wasser, 
Pflanzen und anderen Menschen. Wir müssen uns den 
allgemeinen Naturgesetzen beugen: wir sind nur ein Teil 
der Substanz, die in verschiedenen Gestalten im Universum 
lebt und kämpft, unsere Lebenszeit ist durch Naturkräfte 
bestimmt und festgesetzt: 

"T find no hint ihrouglwut the Universe 
Of yood or ill, of hlessing or of curse; 
I find alofie Necessity Supreme 



— 93 — 

Brolhen of $ad lives! they are so brief; 
A few Short years musi bring tu ail relief 
Can we not bear these years of labouring brecUh? 
But if you would not tkis poor Ufe fulJU, 
Lo, you eure free io end it when you ukU, 
Wiihoui ihe fear of waking after death/' — 

XV. Wo Menschen zusammen sind, da ist die Luft 
geschwängert mit menschlichem Denken imd Empfinden. 
So auch hier : Die Luft der Stadt ist dunkel und trüb von 
den dunklen Worten des Priesters und voll von Keimen 
unheilbarer Verzweiflung. 

XVL Die Menge grübelt nach über das **End it when 
you wiU", da erhebt sich eine mächtige Stimme im Nord- 
schiff der B^irche, \md einer, der nicht einmal den Trost 
annehmen wiU, den der Priester gegeben, erzählt seine 
traurige Geschichte. 

XVn. Die Menschen in ihrem Jammer blicken zum 
Himmel \md erhoffen von den Sternen Mitgefühl. 0, ihr 
Toren, sie sehen euch mit kalten Augen an : 

"ihey are not haughty, are not tender; 

There is no heart or mind in all their splendour." 

Von dort kann euch kein Trost kommen. 

XVILL. Mit der ihm eigenen Kunst der Kleinmalerei 
fuhrt uns der Dichter in einen nördlichen Vorort : 

"I wandered in a süburb of ihe north, 

And reached a spat whence three dose lanes led down, 

Beneath thick trees and hedgeroxcs whiding forth 

Like deep brook chamiels, deep and dark and lown: 

The air above was tcan tcith misty light, 

The düll grey south showed one vague bliir of white. 

I took ihe left-hand lan^ and slowly trod 

Its earthen foct-path, brushing as I wetit 

The humid leafage; and vig feet teere slwd 

Wiih lieavg langour, and mg frame dotcnhent, 

Wiih infinite sleepless weariness outivorn, 

So many nights I ihun had paced forlorn.'' 

Dort findet er einen Mann am Boden liegend, der mit 
blöden Augen gierig nach dem goldenen Faden sucht, 
der seine Gegenwart mit seiner Vergangenheit verbindet. Er 
will wieder zum Kinde werden, unschuldig, rein und ohne 
Vergangenheit. Dem Dichter drängt sich der Gedanke 



— 94 — 

auf, daß es weiser wäre, sich vorwärts an die Pforte des 
Todes zu drängen, als zurück in den Schoß der Zeit: 

**F&r this i8 law, if law then be in Fate: 
What never haa been, yei may have üs when; 
The thing whdch hos been, never is agam," 

XIX. Wir sind am Fluß des Selbstmordes, in 
dem jede Nacht ein armer, übermüdeter Mensch !Buhe 
sucht vor fernerer Qual. 

XX. Auf dem Sockel einer Säule sitzt der Dichter 
und ihm gegenüber sind zwei Riesengestalten: im 
Schatten liegt regungslos eine Sphinx und klar vom 
Mond beschienen, steht ein Engel, die Hand auf dem 
nackten Schwert, zum Schlage bereit. — Der Dichter sinkt 
in Schlummer und erwacht plötzlich durch ein fiirchter- 
liches Klirren, das die Stille durchbricht: der kühne An- 
greifer der Sphinx hat die Flügel verloren, während sie 
unerschüttert daliegt, keiner Veränderung bewußt. Wieder 
erwacht der Dichter : des Kriegers Schwert liegt zerbrochen 
zu seinen Füßen und "an unarmed nian toith raised liands 
impotenf' steht er vor der Sphinx. Ein dritter, lauterer 
Schlag erweckt den Dichter: der Krieger selbst ist ge- 
borsten und Stück auf Stück fällt er zwischen die Tatzen 
der Sphinx, ''heneath its grand front changeless (is lifes laws". 
Die furchtbare Allegorie ist nur zu klar. Die Sphinx 
ist die starre, unerbittliche, leidenschaftslose 
Natur, der Engel — die Leidenschaft des mensch- 
lichen Geistes, die in diesem Kampf unrettbar zu Grunde 
geht. Salt sieht in den Metamorphosen, die der Engel bis 
zu seinem Untergang durchmacht, das Bild der Phasen im 
Gemüt des Dichters: erst der eifrige Glaube, dann die 
ruhige, aber flügellahme Philosophie und endlich die 
Hilflosigkeit der völligen Verzweiflung. 

Alle Szenen des Gedichtes haben bis jetzt, auf ver- 
schiedene Weise zwar, den einen Gnmdgedanken ergeben, 
daß alles eitel sei. Der Höhej)unkt in der Ausdrucksmöglich- 
keit dieses Prinzipes wird nun im letzten Teil erreicht, dem 

XXI. Er ist nichts als eine wundervoll graphische 
Schilderung des Dürerschen Stiches, '^die Melancholie", 
die als Schutzgöttin über der Stadt der Nacht thront. Hier 



— 96 — 

tritt am deutlichsten Thomsons eigentümliches Darstellungs-^ 
talent zu Tage: 

" and throned there 

An Image $its, slupendous, auperhaman, 

The brome colossus of a toinged Womany 

lipon a graded grämte base foursquare. 

Law aeated she leans fonoard masaively, 

Wüh cheek on denched left hand^ ihe forearm'a mighi 

Erect, üs elbow on her rounded knee; 

Across a clasped book in her lap Ihe right 

Upholds a pair of compasaea ; ahe gazea 

With füll aet eyea, but wandering in (kick magea 

Of aombre ihought beholda no oiUward aighi" 

Wer das Bild gegenwärtig hat, wird sagen müssen, daß es 
kaum denkbar ist, knapper und ausdrucksvoller die eigen- 
artige Situation wiederzugeben. So verständnisvoll ist jede 
Einzelheit erfaßt und so richtig steht jedes Wort an seinem 
Platz. Nicht nur stofflich, sondern auch in der Ausfuhrimg 
ist der letzte Abschnitt der Höhepunkt des Gedichtes. 

"The MelencoUa (hat tranacenda all toit/' 

SO sitzt sie da und blickt 

''over her Capital of teen and threne" 

und weiß nach jahrtausendelanger Arbeit endlich 

"That none can pierce ihe vaat black veil uncertain 
Becauae there ia no light beyond (he curtain; 
That all ia vanity and nothingfiess/' 



c) Prosaschriften. 

Ich glaube, nicht uiii'echt zu haben, wenn ich das 
Kapitel über Thomsons Prosaschriften hier einfüge ; auf die 
"City" folgt kein poetisches Werk von Bedeutung mehr 
bis zum Jahre 1881, so daß diese Periode, oder vielmehr 
diese Lücke, kaum besser ausgefüllt werden kann. Das soll 
aber nicht etwa heißen, daß vor dem Jahre 1872 kein 
Prosastück zu finden wäre. Aus der Biographie wird es er- 
innerlich sein, daß der ''National Reformer'' sehr vieles in 
ungebundener Rede von Thomson brachte. Übrigens sind 
nur sehr wenige der gesammelten Aufsätze datiert. Es 
wird wohl deshalb am besten sein, die Anordnung nach 



— 96 — 

demselben Prinzip vorzunehmen, welches die Herausgeber 
befolgt haben: 

1. Essays and Phantasies, 

2. Biographical and Critical Studies, 

3. Satires and Profanities, 

4. kleinere Artikel (teils unveröffentlicht in ver- 
schiedenen Zeitungen, teils in "CopeV erschienen), 

6. Übersetzungen von Leopardis Dialogen 
und Novalis' "Hymnen an die Nacht" (die letzteren 
noch unveröffentlicht). 

Die Titel dieser Abteilungen stimmen mit denen der 
einzelnen Bände überein. Innerhalb derselben wird nach 
Tunlichkeit in historischer Folge vorgegangen werden. — 

1. Essays and Phantasies.^) Die Phantasie, die 
dem ganzen Band ihren Stempel aufdrückt, und die zu- 
gleich das Bedeutendste überhaupt ist, das Thomson in 
Prosa geleistet hat, ist *^A Lady of Sorrow". Sie ist 
verhältnismäßig früh geschrieben (1862 — 1864) und bringt 
ein volles Glaubensbekenntnis des Dichters mit einer Offen- 
heit und Eückhaltlosigkeit, die manchmal beglückt und 
manchmal erschreckt. Der Titel stammt aus De Quincey. 

Sie besteht aus einer Einleitung, in der die folgen- 
den Aufsätze als Vermächtnis von des Dichters Freund 
Vane herausgegeben werden, um Vane's Glauben an die 
Unsterblichkeit der Seele darzutun. Auf diese Einleitung 
folgen drei Abschnitte: 

The Angel, Tlie Siren und Tlte Shadow. Sie stehen mit- 
einander im engsten Zusammenhang, eines erwächst sozu- 
sagen erst aus dem Vorigen und erweitert ergänzend unsere 
Kenntnis des Dichtergemütes. 

I. Der Dichter lebt in London, allein. Allein, denn er 
hat keinen Freund außer ihr, die ihn im Wachen und im 
Träumen beherrscht, der bezauberten Zauberin Trauer, der 
Tochter der Liebe und des Todes. In engster Gemeinschaft 
mit ihr lebt er, und mitten im Lärmen und Tosen des 
Alltags sind sein Aug' und Ohr nur von ihr gefesselt. 
Trauer nennt er sie, die ihm in Engelsgestalt, ewig 
wechselnd, erscheint, so seltsam wechselnd, daß er all ihre 

1) E. rf' Ph. pag. 4. 



— 97 — 

Poimen nicht in sich aufiiehmen kann. Als sein Schmerz 
noch frisch und die Wunde blutend war, da saß sie schwarz- 
verschleiert Tag und Nacht bei ihm imd sprach kein Wort. 
Aber als er erwacht war von seiner Betäubung, da hatte 
sie eine andere Gestalt gewählt, in der sie ihm Tag jRir 
Tag, Monat für Monat erschien. Dann ward sofort die tiefe 
Mittemacht in heilige Sommerstille getaucht : der VoUmond 
schien, der Himmel war von Sternen besät. Fremd war 
alles um ihn her, nur sie nicht — *'For she tpos simply the 
image in beatitude of her who died so young. Tlie pure girl 
wcts beconie an angel; the sheathed tcings Iiad unfolded in tlhe 
favourabU clime, the vesture was radiantly white with the 
whiteness of her soul, the long hair was a dazjsling golden glory 
round the everyoung head, the hlue eyes had ahsorhed celestial 
light in the cloudless empyrean: but still, thus developed and 
becUified, she was only the more intensely and supreniely herseif; 
more perfectly revealed to me, more intimately known and more 
passionatdy loved by me, than when she had walked the earth 
in the guise of a mortal. She would take me by the hand, 
sometimes impressing a kiss, which was an ample anodyne, upon 
my world-weary brow, and lead me away floating calmly 
ihrough the infinite highth and depth and breadth, front galary 
to galaxy, from silver star to star*\ 

So wandern die zwei wie Kinder, Bruder und Schwester, 
durch die weiten Reiche des Vaters und in dieser grenzen- 
losen Weite, deren Schönheit sie teilhaftig werden dürfen, 
durchdringt des einen Seele die des andern, bis er von 
ihr das Geheimnis ihres Daseins und Wirkens erfährt. In 
jener Sphäre der Glücksehgkeit lebt sie mit vielen anderen, 
wo der Geist nicht zur Ruhe kommt, solange seine Scliwester- 
seele noch in irdischen Fesseln schmachtet. Zu Zeiten steigt 
sie herab, um ihr Trost zuzusprechen. Ist aber der 
Tod — der Erlöser — gekommen, dann steigen sie vereint 
hinan in die Höhen des reinen Lichtes, um in ungeahnter 
Wonne das heilige Mysterium der vereinenden Liebe zu 
erfahren. 

Fratelli, a un temjm stessOj Amore e Marie 

Ingenerö la sorte. 

Cose quaggiu 8l belle 

Altre il mondo non ha, non han le stelle. 

Weissei, James Thomion. 7 



— 98 — 

n. Die Zeit vergeht und die Wirklichkeit will zu 
ihrem Rechte kommen. '*When fresh from tlie consecration 
of bereavement, I was found worthy to he comforted with angelte 
communion," Jetzt aber ist es kein Engel mehr, der tröstend 
erscheint, sondern in Gestalt einer lockenden, buhlenden 
Sirene kommt die Trauer den Dichter besuchen. In 
toller Lustigkeit packt sie ihn und zieht ihn mit sich fort, 
entreißt ihn dem stillen Arbeitszimmer oder den einsamen 
Spaziergängen durch die Gassen, enthüllt ihm die Schön- 
heiten der Erde und des Himmels, um sie mit zersetzendem 
Spott zu Schanden zu lachen; läßt alles Große wichtig 
erscheinen und deckt mit grinsender Wollust die Wunden 
der menschlichen Gesellschaft auf: **She lauglied hack the 
World into chaos!* Endlich verwandelt sie sich in eine 
scheußliche alte Hexe, bedeckt seinen widerstrebenden Leib 
mit eklen Küssen und jagt ihn erbarmungslos vor sich her 
mit ihrem Gefolge von hungrigen Unholden, bis er, zu Tode 
erschöpft, krank, zitternd zur natürlichen Welt wieder er- 
wacht, ein Mensch unter Menschen und sich — ach ver- 
gebens — verspricht, ihr kein Gehör weiter zu schenken, 
ni. Schließlich erscheint die Trauer als Schatten, 
nicht so tröstlich wie der Engel, aber auch nicht so 
schrecklich wie die Sirene. Die erste Erscheinung be- 
deutete Weltentrückung, Vergessen und Versenken in das 
Andenken der Geliebten; die zweite war das Sinnbild der 
hoffnungslosen Verzweiflung ; diese letzte läßt den Dichter 
eins werden in seinem Unglück mit all seinen Mitbrüdem 
imd Trost finden bei der Allmutter Natur: *'At fr st she 
used to lead me, and still she often leads nie, hour öfter hour 
of dusk ayid night through the interminable streets of this great 
and terrible city, Tlie ever-streaming multitudes of men and 
womcn and children, mysterious fellow-creatures ofwham Iknotv 
only that they are my fellow-creatures — and even this know- 
ledge is sometimes darkened and duhious — overtake and pass 
me, meet and pass me; the inexhaustihle processions ofvehicles 
rattle and roar in the midst; lamp beyond lamp and far Clusters 
of lamps hurn yellow above the paler cross sh immer from brilliant 
Shops, or funereally measure the long vistas of still streets, or 
porteyüoiisly Surround the black gulphs of Squares and graveyards 
silent ; lofty churches uplift thcmselves, blank, soulless, sepulchral, 



— 99 — 

the pyramids of this moumful desert, each conserving the Mumtny 
of a Greai King in its heart, the sky overheard lowers vague 
and obscure; the moon and stars when visible shine with alten 
coldness, or are as wan earthly spectres, not radiant rejoieing 
spheres whose Iwme is in tJie heavens beyond the firmament." 
Die Häuser weichen zurück ; die Straße wird zur breiten 
Heerstraße, die von einem Ende der Welt zum andern zieht. 
Die ganze Menschheit zieht vorüber. *'AU of human kind 
thai have ever lived, with all that are now living and all that 
are heing hom into life, all the menibers of the aon of hunianity, 
campose the solemn procession/' Lautlos, feierlich geht der 
Zug weiter, nur begleitet von einem unbestimmten Klang, 
der aus weiter Feme zu kommen scheint. Wie ein Toten- 
marsch von Händel oder Beethoven voll Sehnsucht und 
Qual steigt die Sinfonie empor und aus der Klangfülle 
löst sich klar und eindringlich eine Einzelstimme los. Zuerst 
kann der Dichter ihre Sprache nicht verstehen, nicht wissen, 
von wannen sie kommt. Aber plötzlich in der Stille einer 
dunklen Herbstnacht kommt ihm die Offenbarung: Ihm 
gegenüber steht ein Biesenstandbild aus schwarzem Marmor, 
eine verschleierte Frauengestalt, sitzend; und die Reihen, 
wie sie vorüberziehen, neigen sich vor ihr, wie aus einem 
Impuls. ''And front wherc this statue sits throfied, a voice of 
innwnerable voicea, like the voice of the sea which is the voice 
of innumerabie waves, or rathcr like the voice of a forest in 
calm which is the murnmring of innumerabie leavcs, but dim 
and faint to extremity, is for ever intotiing with unwearied 
monotony of recurrence certain simple childish words, a chant 
such as may be sadly chanted among dushy aboriginal tribes: 

Mtt must tnove to live, and their moving 

Movea on and an to Death; 

Wherever they pause in their moving, 

There awaiteth ihem Death; 

Let ihem move as ihey toill, their mocing 

Soon bringe them unto Death; 

Let ihem move where they will, their moving 

So surely leads to Death: 

All Life's continual moving 

Moveth only for Death.'* 

Der Tod, das ist das einzige, nach dem es sich zu 
streben lohnt: denn alles an unserem Leben hier ist 

7* 



— 100 — 

unsiclier und schwankend; nichts wissen wir, als daß wir 
niemals wissen werden, daß wir bis zum Ende zweifeln 
müssen, wenn es ein Ende je gibt. Klar und deutlich 
spricht der Schatten zum Dichter: ''Hie Angel spake not 
with sounding speech — her soul immediately informed mifie; 
the Siren artictäated no earthly language — pure nielody sufßced 
her for consummate enthralling expression; biU Ute Shadow 
speaks io me in a terrene tangue, though in unworldly Tones." 
Dann beginnt eine schauerliche Liturgie der Selbstanbetung: 
nach eigenen Klängen singt sie alles, was Menschen je über 
ihre Todessehnsucht gesagt und geschrieben haben, in kühler 
Parteilosigkeit, ohne einen oder den andern Glauben zu 
berücksichtigen. Mit feierlicher Verachtung verleugnet sie 
die HoflSiung auf Auferstehung oder den Gtedanken an die 
Unsterblichkeit und langsam, leise, unabwendbar fließen die 
Worte von ihren Lippen, wie der Lethestrom schwer und 
ungekräuselt dahinfließt unter den Blättern der schwarzen 
Lotosblume und zwischen den Feldern von glühend-rotem 
Mohn, dahin ins Chaos, in die Umacht. . 

"Bin ich nicht gütig ?'^ fragt sie. "Ich bringe Buhe. 
Euhe dem Sünder und Ruhe dem Tugendhaften ; keiner wird 
bestraft und keiner wird belohnt. Beklagst du dich, törichtes 
Kind, wegen der Guten? Bald merkst du's, daß ich auch 
gerecht bin. Was ist wohl lür ein Unterschied zwischen 
Gut und Böse? Was nutzt es, sich dagegen zu wehren?" 
"0/" what use to sneer: Tliis is not, this shall not he my 
brother ! tvhai you both issued from the same womb ? Let no 
atom in the world be proud ; it is now in the heart of a hero, 
it may soon be in a serpenfs fang. Let no atom in tJie world 
be ashamed; it is now in the reftise of a dunghi/l, it may soon 
he in the loveliest leaf of a rose." Die Natur hat kein Mit- 
leid mit dem Einzelwesen. Ich aber, der Schatten, die 
Trauer, ich bin großmütig, so wie ich gerecht imd gütig 
bin. Der Schlaf, den du bei mir findest, ist vollkommen, 
traumlos; die Dunkelheit unendlich, die Euhe göttlich! 
Wenn ihi* wirklich lebtet, wenn ihr den Mut hättet, euere 
Nichtigkeit als Individuum einzugestehen, aber zugleich euere 
hohe Bedeutung als Teil des All. Dann würdet ihr den Tod 
nicht als eine Auflösung, sondern als eine Vollendung an- 
sehen und ihn schätzen als die Krone des Lebens und das 



— 101 — 

Leben lieben als die beilige Straße zum Triumph des Todes. 
Aber solche Hofl&iung hegt ihr nicht. Und doch klammert 
ihr ench an euer Todesleben und wagt nicht, wirklich zu 
leben. O, ihr Kinder, die ihr euch scheut ins Dunkel zu 
gehen, wo doch euere einzige Euhestätte ist. Was ihr euch 
an Lebensgenuß oder -Arbeit gönnt, ist immer nur ein 
Betäubungsmittel für seelischen Schmerz. Kaxmi einer unter 
euch wagt einen tiefen Zug zu tun aus dem berauschenden 
Becher des Lebens, keiner aber möchte ihn missen. "One 
Short, iremhling, rapturaus sip in the fltished fervour of youth; 
then you draw hack, frightened at your own rash hoLrdihood, 
and seek stupid safety in soulless husiness and pleafnireless plea- 
sure." Launer wieder wünscht ihr, fiir kurze Zeit tot zu 
sein, ereignislose Stunden und Tage im Schlaf zu vergessen; 
und mit der wunderbaren, unglaublichen Unbeständigkeit 
des Menschen haßt ihr mit wilder Furcht den einzig wahren 
und vollkommenen Tod. Ihr armen, heimatslosen, müden 
Kinder, da die Wiederkehr notwendig ist, kehret doch un- 
geängstigt zu mir zurück, furchtet nicht, zu mir zu kommen 
um diese Seligkeit sündenlosen Schlafes. Kommet zu mir in 
das Land der Dunkelheit, in den Schatten des Todes; 
"a land of darkness as darkness itself, and of the shadow of 
deafh; unthout any order and tvhcre the light is as darkness; 
where, o ye weary, sinful, desolate, orphan ones, where the 
wicked cease from tremhling, where the loeary he at rest." . . . 
Damit erstirbt die unheimliche Stimme des Schattens und 

die Dunkelheit wird noch tiefer in der eisigen Ruhe — 

Bumble, Bumbledom, Bumbleism,^) 1865, be- 
rührt ein Thema, das Thomson besonders nahe Uegt; das 
Philistertum, das ihm sein Leben so schwer machte und 
gegen das er in ständiger Fehde lag. Wie deutlich steht 
Bumble vor uns, wie treffend ist er gezeichnet: ''His car- 
riage is erect, and he moves with slow pomp, for well he 
knoweth that he is a chief pillar of the State and that there is 
not an institution in the realm more aneient and tnore honour- 
ahle than he , . , His reverence for the rieh and powerful is in 
exact ratio to his scorn for the poor and mean . . /' Bumble, 
der eigentlich S m i t h aus dem "Polish Insurgent" ist, 

J) E. t^ Ph. pag. 104 ff. 



— 102 — 

wird dann weiter verglichen mit jener "dulness", gegen 
die Dryden in Mc. Flecknoe und Pope in der Dnnciad 
auftraten: Er ist nicht gerade bösartig — wäre er das, so 
könnte man ihn ja packen, — **biä one thing he does hate — 
if an ecstasy qf blind tvrath and terror can he called liatred: 
this thing is a new idea, or even the semblance of a new idea 
such as a novel opinion". — Man kann Thomson sogar den 
Vorwurf machen, daß er in seinen Ausfällen manchmal zu 
persönlich wird. Die gekränkte Schriftstellereitelkeit spricht 
gar deutlich aus dem Passus: '*Our präsent Uterature is so 
devotedly subservient io Bumble, ihat I think it may be safdy 
asserted that there are not half-a-dozen thought/ul and power-- 
ful writers noio in England, tvritcrs able to earti a good liveli- 
hood with the pen, who have ever attempted since they were 
mature frankly to publish their thoughts and fedings interdicted 
by Bumble; that is to say, on precisely the most important and 
urgent problems in religion and sociology.'' . . . Aber die Er- 
klärung folgt auf dem Fuß: er. kann es wagen, so gegen 
Bumble aufzutreten, da er ein ganz unberühmter Mann ist 
''and ivriting for a j^criodical of the deepest disrepute^' (wie 
erfreut werden seine Leser das zur Kenntnis genommen 
haben). ''One is very free with no name to lose; and one is 
freer still tvith such a name that it cannot possibly be lost for 
a worse . . . Thus have I written my own condenmation, immolat- 
ing myself as tvell it hchove^ nie, beneath the irresistible Triunt' 
phnl Car of our great, oiir divine Juggemauth — Bumble.'* — 
Im selben Jahre und als eine Art Gegenstück hiezu 
wurde *Ter Contra: The Poet, High Art, Genius"») 
geschrieben. Es ist, als Essay betrachtet, ziemlich wertlos, 
da es ohne alle Methode zu sein scheint ; es bringt nur ein 
paar geistreiche, kritische Aper9us und einige hübsche Be- 
trachtungen, wie z. B. die folgende: "Let an artist on some 
great holiday be amongst the multitudes witnessing some pro- 
cession or pageant. He finds füll cxercise for his extraordinary 
faculties of perception and Observation ; he studies tvith keen 
interest countless effects of coloiir and light and shade, innumer- 
able faccs and forms with inyimnerdble cxpressions and ctia- 
racteristics; bat does he thoroughly cnjoy the holiday pageant 

1) E. d' Ph. pag. 124 ff. 



— 103 — 

üself? No ; for he t^ses it hut as ihe inean io an end and not 
the poorest Üiing in ihe world will suffer itseJf thus used to he 
perfecUy ettjoyed. The inniost charm of the pageant, the finest 
tssence of tlhe holiday are enjoyed hy the litÜe ragged bot/ gett- 
ing dirtier and nwre ragged as he writhes eager throtigh tl^ 
mob; not hy the artist who sh<ül give us so tnagnificcnt a picture 
of ihe scene." — 

Auch die Skizze "An Evening with Spenser"*) 
stammt aus dem Jahre 1866. Thomsons große Liebe und 
Verehrung für die Dichter des elisabethinischen Zeitalters 
tritt hier besonders zu Tage. **Peers of the tioblest nien thnt 
have existed since the human race was hom'' nennt er Spenser 
und seine Freunde imd denselben Ton schlägt er in einem 
ganz kurzen Artikel über Spenser in Cope's^) an, worin 
sehr energisch der Vorwurf zurückgewiesen wird, den 
Macaulay in seinem "Essay on Bunyan" Spenser 
macht, daß ein unverzeihlicher Fehler, die Langeweile, die 
ganze Faerie Quene durchdringe. Thomson hat für die 
Dichter dieses Zeitraumes sehr \del übrig: mit Spenser 
und Braleigh muß er sehr vertraut gewesen sein und daß 
er Ben Jonson viel Studium zugewandt hat, zeigt der 
eingehende Artikel über ihn in *'Critical and Biographical 
Studies' sowie manche Notiz in Cope, — 

Aus demselben Jahre sind die^Open Secret Societies'' 
unter den eigentlichen Essays entschieden der bedeutendste. 
Eine kurze Einleitung tut Thomsons Ansicht dar, daß alle 
Geheimgesellschaften eigentlich von vornherein dem Unter- 
gang geweiht sein müssen. Der Enthusiasmus, mit dem sie 
gegründet werden, wird bald zu engherzigem Fanatismus, 
wenn er nicht schon früher völlig verraucht. Mißtrauen und 
Neid entzweien die Mitglieder bald, denn wer kann dem 
Bruder vertrauen, wenn er weiß, daß ein ^'geheimes" Motiv 
alle beseelt. Diese Geheimbünde sind alle auf dem irrigen 
Grundsatz aufgebaut, daß die menschliche Natur durch 
menschliche Einrichtungen verbessert werden küinio. Solch 
ein Gedanke kann nach der uns bekannten Philosophie 
Thomsons nicht lebensfähig sein. ^'The wind tliat hloivdh 
where it listeth will work windmills wcll-playited to catch its 



J) E, & Ph. pag. 177 ff. - 2) Cope pag. 52. 



— 104 — 

hreath, ihe stream flowing ever unhasting, unresting unll UH>rk 
water mills wdl-placed to med its current; bat mill-sails cannot 
direct the wind vor millwheels engender rivers." Nun gibt 
es aber neben diesen hofl&iungslosen Einrichtungen seit 
Menschengedenken Geheimgesellschaften anderer Art; solche 
eben, die Thomson Open Secret Societies nennt. 
**Their mtmbers are affilmted for lifo and death in the instant 
of being born; . . . Tßieir band ofunion is a natural affinity ... 
JSo spy or traitor, no unworthy or uncongenial brotlier, can 
obtain entrance atfiony them , . .'' Sie sind "geheim", weil 
nur die Eingeweihten den tiefen Sinn, der ihnen innewohnt, 
verstehen können, "öffentlich", weil jeder zugelassen 
wird, welcher Überzeugung er auch sei. 

Jede dieser Gesellschaften hat aber wertlose Nach- 
ahmungen gefunden, "burlesques and parodies", die 
in die Betrachtung mit hineingezogen werden. Er nennt 
zuerst die Vereinigung der "Helden", die des Glaubens 
sind, daß im ganzen Bereich der Natur, vom Himmel bis 
zur Hölle, nichts ist, das der Mensch fürchten müßte, und 
daß die höchste Begeisterung in der höchsten Gefahr ge- 
boren wird; ihre Nachahmung sind jene gewaltigen Heere 
der Völker, die durch wüsten Schlachtenlärm und grausames 
Blutvergießen ihren Ländern Ruhm zu bringen vermeinen. — 
Dann folgt die Vereinigung der "Heiligen", derer die 
erkannt haben, daß die Liebe die oberste und vornehmste 
Pflicht ist und daß der unendliche Schmerz der Liebe 
unendlich besser ist, als die reichsten Freuden der Welt. 
Die Kirche mit ihren Dienern (zu ihrer Charakteristik 
bedient er sich der bittersten Ausdrücke) ist das Zerrbild 
dieser edlen Vereinigung. Die nächste ist die der "Philo- 
sophen". Viele von ihnen haben versucht, ihr Geheimnis 
kund zu tun und in allen Sprachen haben sie geschrieben; 
niemand aber kann dies lesen als die Eingeweihten. Sie 
wissen, daß die Welt bloß ein armseüger Ausdruck des 
Schöpfergedankens ist, die Tat nur ein unbeholfener Aus- 
druck der Seele; daß hoch über der lärmenden Welt mit 
ihrem Tun und ihren Leidenschaften, in ewiger, reiner 
Ruhe das Reich der Gedanken thront. Der erbärmliche 
Gegenpai-t dieser Edlen ist alles, was man unter der Flagge 
des Wissens an Universitäten und Schulen finden kann. 



— 105 — 

"Professors buUd up complicated systetns with the lumher they have 
gathered inio their uninhabited Upper storeys and these Systems 
pass for philosophy\ — Dann kommt die Vereinigung, zu 
der Thomson sich selbst zählt, die der "Dichter". Hier, 
wo er am meisten selbst beteiligt ist, wächst seine Kraft 
der Darstellung mächtig. Das Kapitel ist mustergültig ge- 
schrieben und verdiente voll zitiert zu werden. Sie fühlen, 
daß das Weltall eine einzige Harmonie von Schönheit und 
Freude ist; sie lauschen ständig dem Rhythmus und Klang 
dieser ewigen Musik, die alles in sich faßt, Muscheln und 
Sterne, Wurm und Mensch, alle Laute vom Vogelgezwitscher 
bis zum Rollen des Meeres ; und manchmal gelingt es ihnen, 
diesen Rhjrthmus und Klang in der Sprache der Menschen 
wiederzugeben; aber wenigen nur ist es vergönnt, diese 
Wiedergabe zu verstehen. '^The educated, by thousands, hear 
these songs sung and read them in books, and think that they 
perfectly enjoy and coniprehend; and they can discourse very 
profoundly about nietres and diction and canons of art; but 
they never hear the undertone . . .'' Diesen „educated"' ist natür- 
Uch der Dichterling Keber, der die **burlesque' auf den 
wahren Dichter bildet. Den Unterschied zwischen beiden 
Spezies festzuhalten, ist Thomson in dem Abschnitt p. 206 f. 
trefflich gelungen. — Die letzte Open Secret Society ist die 
der "Mystiker": '*these are the very flower and croivn of 
the four already toiiched upon, Saints of Saluts, Heroes of 
Heroes, Philosophers of Philosophers, Poets of Poets". Sie allein 
sind der wertlosen Nachahmung nicht unterworfen, weil 
ihre Zeichen und Worte der Allgemeinheit zu unverständ- 
lich sind. Im Orient ist der Ursprung des Quells, in den 
die Seelen dieser Gemeinschaft tauchen, und dort ist auch 
am frühesten poetischer Ausdruck fiir ilire Gedanken ge- 
funden worden. In der englischen Literatur hält Thomson 
Shelley's Epipsychidion für den erhabensten Aus- 
druck der zartesten Gedanken der Mystiker. 

Mit einem Lobeshymnus auf die ewig-jungo Natur, die 
als Quelle der wahren Demokratie all ihivn Kindern mit 
reicher Hand Gaben streut und sie alle einläßt in das Reich 
der Freiheit und Erkenntnis, sie einweiht in die Geheim- 
nisse von Heldentum, Weisheit, Schönheit und ewiger Liebe, 
schUeßt der Essay. 



— 106 — 

Der Artikel über Sympathy aus dem Jahre 1865 
steht meiner Ansicht nach nicht auf der Höhe der übrigen. 
Er ist stilistisch etwas verworren und verliert sich in tri- 
vialen Details, anstatt geradeswegs auf das große Thema 
loszusteuern; trotzdem finden sich auch hier wahre Perlen 
der Beobachtung und der scharfe, tiefe Denker macht sich 
fühlbar. — Das Hauptthema ist die Frage, ob wir wahren 
Mitgefühls mit unseren Nebenmenschen fähig sind. Thomson 
verneint dies und sagt, daß wir viel eher aus einer ver- 
standesmäßigen Abstraktion andern Gutes tun. Das Unglück 
anderer ist für uns meist nichts, als eine Unbekannte in 
einer Rechnung. 

Es ist ganz interessant, einen Abschnitt (p. 231 f.) zu 
vergleichen mit Emerson's Essay on friendship. Gewöhn- 
lich stimmen die Ansichten der beiden Männer in Fragen 
der Ethik überein ; hier aber ist eine große Verschiedenheit. 
Ich möchte nur die zwei markantesten Stellen gegenüber- 
stellen. 

Thomson: Our purest and "K iner s o n: Imust feel pride 

most precious friendship is found in my friend'a otccomplishments as 
to contuin so Utile of ihe fine gold if they were mine — and a properiy 
of sympathy (hat we inwardly blush in his virtues . . . His goodness aeema 
for ihe poverty of our own nature. better than our goodness, his nature 

ßner, his temptations less . . . Our 
own ihought sounds neto and larger 
from his mouth. 

An Werken der Barmherzigkeit hat diese SjTnpathie 
ebenso selten teil, und deshalb sind die Leute, die am eifrig- 
sten sich der Wohltätigkeit widmen, häufig kaltherzig. — 
Interessante Nebenfragen werden in höchst geistreicher Weise 
gestreift: Woher kommt es, daß Frauen soviel leichter 
einen fremden Kummer mitempfinden, während sie doch 
den großen nationalen Unglücksfällen so teilnahmslos 
gegenüberstehen? *'Women have thcintense and not the com-- 
prehensive Imagination" Und zweitens: Wie kommt es, daß 
Leute, die so wenig Mitgefühl für die Tragödie des wirk- 
lichen Lebens haben, über soviel Anteilnahme an der 
Tragödie des Eomans und der Bühne verfügen. Soweit der 
erste Teil ''With Oihers". Im zweiten Teil **Wüh Fast 
Seif verlassen wir bald das Eingangsthema. Wir haben 
nicht nur wenig Empfinden für den Seelenzustand anderer, 



— 107 — 

sondern vergessen auch erstaunlich schnell unsere eigene 
Verfassung früherer Zeiten. Was uns einst teuer war, das 
lernen wir hassen und finden keine Entschuldigung für 
die frühere Liebe. Diese Behauptung führt schließlich zu 
der Frage, ob es ein Weiterbestehen des *'Ich" gibt. Wie 
weit kann man sich im Wechsel des Lebens die Persönlich- 
keit bewahren? Die Frage wird offen gelassen und der 
Inhalt des Essays zusammengefaßt mit ein paar markanten 
Worten, (s. pag. 247 f.) — 

Aus dem Jahr 1866 ist "Liberty and Necessity"') 
und "A W a 1 k A b r o a d", 2) die Schilderung einer imaginären 
Heise. — 

"Indolence, A moral Essay",«) 1867, und "A 
National Reformer in the Dog-Days",*) 1869, 
müssen zusammen genannt werden, weil der gleichen 
Stimmung entsprungen. "Indolence" ist das wertvollere: 
Mit reizvollem, spielendem Ernst wird dasselbe Thema 
behandelt wie im "L o r d of the Castle of Indolence". 
Es ist ein Auflehnen gegen Carlyles Doktrin von der 
Notwendigkeit und dem Segen der Arbeit. Darin vor 
allem zeigt sich die Verkehrtheit der Menschen, daß sie 
die Arbeit gar nicht mehr als eine Last empfinden wollen, 
daß sich unter dem Druck der Moralisten der Fluch: 
"Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen", 
geradezu in einen Segen fiir sie verwandelt hat. Der wahre 
Fluch, der auf uns ruht, ist jetzt der, daß wir unsere 
Strafe, die Arbeit, ebensowenig entbehren können wie 
unsere Nahrung; und der rastloseste ist ja gerade der, der 
diesen Fluch auf uns gebracht hat, den Lamb "sahhathlcss 
Satan*' nennt. Er fährt nun fort und fLihrt die verschiedenen 
Arten der Nichtstuer an, die alle ihr besonderes Merkmal 
haben. — Die Lazzaroni, die keinen andern Grund fiir 
das Nichtstun haben, als das Nichtstun selbst. Sie sind wie 
gewisse geniale Männer, die ewig unberühmt bleiben, weil 
sie eben zu genial sind und keine Gaben haben, die sie 



1) E. & Ph. pag. 250. 

2) E. dr Ph. pag. 257. 

3) E. & Ph. pag. 142. 
*) E. & Ph. pag. 166. 



— 108 — 

laut verkünden können. Dann kommen die Faulenzer, 
die Irland ganz besonders eigen sind. Man merkt, wie 
gut Thomson die grüne Insel kennt, wie genau er die 
Menschen dort studiert hat. Sie sind mit der ersten 
Gruppe nahe verwandt — tun nichts aus einer souveränen 
Verachtung aller Gesetze, aus stolzem Unabhängigkeits- 
gefiihl, ohne zu bedenken, daß die aus ihrer Faulheit 
erwachsende Armut sie ja immer abhängiger machen muß. 
Thackerays **Irish Sketch Book'' wird zitiert und die 
köstliche Szene aus George Borrows *'Boniany Eye" 
gebracht : 

''Yoii should learn to read Jasper — We have no time, 
brother. — Are you not frequently idle? — Never, brother, wheti 
we are not engaged in our traffic, we are engaged in our re- 
laxation: so we have no time to learn,** — Große Sympathie 
hat er mit den '^idlers by grace": 'Hhese ride no hobbies, neitlier 
are they ridden, nor doth black care sit behind thein; they are 
always all that they are and seek not to be more and other- 
wise" Er ist überzeugt, daß ihnen kein Vorwurf gebührt : 
der Engländer, der ohne Sonnenschein und blauen Himmel 
lebt, empfindet freilich nichts von jenem süßen Dahinträumen, 
von diesem wonnigen Sich-Dehnen und Mit-dem-Dasein- 
Spielen. Wenn uns ein Stück Brot mit Melone als Nahrung 
genügte, wenn Lumpen nicht nur malerisch, sondern auch 
bequem wären, wenn sich's in der steinernen Halle so gut 
schliefe wie auf weichem Lager, dann lohnte es uns gar 
nicht die Mühe, uns zu plagen und zu schinden. Dann wieder 
sind jene Nichtstuer, denen das Schicksal das Leben so 
sehr leicht macht : alles fäUt ihnen zu, die Natur übernimmt 
ihre Arbeit. In ein paar Strichen ist der Typus in Emersons 
**Guy* festgehalten. — Zur fünften Gruppe gehören die- 
jenigen, die nach angestrengter, ausdauernder Arbeit ebenso 
ausdauernd nichtstun können, filr die es nur die zwei Ex- 
treme gibt : äußerste Anspannung aller Nerven oder orienta- 
lische Euhe. Die größten Männer haben zu dieser Gruppe 
gehört: Shakspere und Dr. Johnson, die beide nach 
harter schriftstellerischer Arbeit ihre Muße voUauf auszu- 
nützen verstanden. Aus Überlegung faulenzen andere; sie 
wissen, daß alles Wissen Stückwerk ist, alle Arbeit ver- 
gebens: warum also sich mühen, wenn der Erfolg ein so 



— 109 — 

geringer ist?! Für diese Art der Nichtstuer gelten Leo- 
pardis Worte (Äl conte Carlo PepoliJ: 

". Ä tutta, 

In ogm umano siato, ozia la vita, 
8e ^fueW oprar^ quel procurar che a degno 
Obbietto nan tutende, o die aiV intenio 
Giunger mai nan potria, ben n conviene 
Ozioso nomar" 

Die Beschreibung all dieser verschiedenen Typen ist 
dem Dichter nur die Vorarbeit gewesen fiir den letzten — 
die idlers hy faith, zu denen er unzweifelhaft auch sich 
zählt. Ein eigenes Kapitel ist ihnen gewidmet, weil hier 
nicht mehr der Feuilletonist, sondernder Mensch zu uns 
spricht. Sein alter Glaube an die Unveränderüchkeit der 
Natur imd des Schicksals bricht durch, und er schließt sich 
völlig denen an, die in erstauntem Mitleid sich jene hetzen- 
den, ordnenden Menschlein betrachten, die da glauben, daß 
diese Welt (die doch vom allmächtigen, allgütigen Gott ge- 
schaffen und behütet wird) ohne ihre Anstrengung in die 
Brüche ginge. Diese Leute können nur ein mitleidiges 
Lächeln haben für die Philantropen utid Sektenbegründer, 
die vor lauter guten Absichten die ganze Gesellschaft ins 
Unglück stürzen. W^enn man diesen Gedanken Thomsons 
zu Ende denkt, findet man Verwandtschaft mit gar manchem, 
das er an anderen Stellen sagt: die Tendenz der "Naked 
Goddess'^ ist in letzter Linie dieselbe, und wenn es in 
*^An Evening with Spenser" und noch später fast 
wörtlich ebenso in "On the Worth of Metaphysical 
Systems" heißt: *'A crecd or System is a straightwaisicoat 
for nature; and if you will persist in trying to force it upon 
her, you will soon experience thnt the grcat Titaness not only 
flings it of with wrathful disdain, but makes yourself fit for 
a straightwaistcoat in recompense for your tronble*\ so erkennt 
man unschwer, daß dies alles der gleichen Überzeugung 
entsprungen ist. Li diesem letzten Kapitel erfährt auch 
die Sprache, die bis daliin ziemlich flach war, eine Steige- 
rung; von der bloßen Betrachtung geht er zur persönlichen 
Gesellschaftssatire über und greift seine Landsleute hart 
an. Wie mögen sie ihn geplagt haben, die busy-hodies mit 
ihrem unersättlichen Tätigkeitsdurst , die Bewimderung 



— 110 — 

verlangen für all die unnütze Arbeit, die sie getan ! Mit ein 
paar Beispielen dafür, daß Trägheit dem Menschen zum Glück, 
Übereifer aber zum Unglück wurde, schließt dieser höchst 
originelle Essay, der entschieden mehr ist, als eine bloße 
Satire und in dem gewiß ein Stück Selbstbekenntnis steckt. — 
"Proposais for the Speedy Extinction of 
Evil and Misery'V) 1868, 1871. Also nicht aus einem 
Guß geschrieben, obwohl man in der Form durchaus keine 
Ungleichheit merkt. In Swiftscher Manier wird eine utopi- 
stische Theorie zur Weltverbesserung aufgestellt, deren 
wichtigste Momente sind: die Besserung der Menschheit 
und die Besserung der Natur. Der erste Punkt läßt sich 
schnell erledigen : Bis jetzt sind immer Reformatoren auf- 
getreten, die die ganze Menschheit reformieren wollten. Da 
sie nicht auf die Eigentümlichkeiten des Individuums Rück- 
sicht nahmen, sondern alles von ihrem Standpunkt aus be- 
trachteten, konnten sie kein Glück haben. Nun soll aber 
jeder nur sich' selbst reformieren, was ihm, da er sich am 
meisten liebt und am besten kennt, nicht schwer fallen 
dürfte. Der Dichter will eine Universal Perfection 
Company, Unlimited gründen, die zuerst aus drei 
Leuten bestehen soll, welche gewiß ihre Sache nicht so 
schlecht machen werden, wie die drei göttlichen Personen, 
die seit 1800 Jahren die Welt regieren.^) Es wird nun aus- 
gefiihrt in ein paar gut geschriebenen, aber durch ihr Ein- 
gehen auf allzuviele Details ermüdenden Paragraphen, wie 
sich der ^^vollkommene" Mensch von der jetzigen Spezies 
unterscheiden wird. Manche bittere Wahrheit bekommen 
wir zu hören, manchen scharfen Ausfall gegen die mensch- 
liche Gesellschaft, und der Idealist in Thomson kommt oft 
zum Durchbruch. — Die Menschen sind nun auf den Stand 
höchster Vollkommenheit gebracht, bleibt also nur noch 
der zweite Punkt des Programms zu erledigen. An wen 
soll man sich wenden, um die Natui* zu verbessern? An 
das Schicksal, das Gesetz, den Zufall, die Götter — nein, 
es bleibt nichts übrig, als die Natur selbst darum anzu- 



1) E.ii'Ph. pag. 51ff. 

2) Vgl. hiezu: "The Story of a Famous Old Jewish Firm" 
(E, & 1%, pag. 87). 



- 111 — 

sprechen. Wird sie aber einwilligen ? Man höre Thomsons 
Raisonnement: Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Mensch 
die Krone der Schöpfiing, das Haupt der Natur ist; ohne 
ihn wäre sie ein fruchtloser Baum, ein unbewohnter Palast. 
Die Menschen aus der Natur entfernen, hieße also, sie ihres 
Hauptes berauben. Nun ist der Selbsterhaltungstrieb das 
oberste Naturgesetz. Die Natur gebiert unaufhörlich ; alles, 
was wir Tod nennen, ist für sie eigentlich nur ein schneller 
Prozeß, Material zu neuer Lebensschaffung zu gewinnen. 
Was sie am meisten furchtet, muß also der völlige Tod 
sein, ihr eigener Tod. Da nun die Ausrottung des Menschen- 
geschlechtes die Natur töten würde und sie ihr eigenes 
Leben über alles liebt, ist es klar, daß sie gewiß alles tun 
würde, um die Vertilgung der Rasse zu verhindern. Daraus 
nun kann man den verhängnisvoll-praktischen Schluß ziehen, 
*^that the hunmn race, so long as no other is ready to super- 
sede it, can conipel nature to do wJmt it pleases, hy resolving 
an instant universal suicide in case of her refusaV\ Somit er- 
scheint auch die zweite Frage gelöst. Der Aufsatz schließt 
mit der launigen Begründung des Dichters dafür, daß nicht 
er für seine Person diese Reformierung betreibe. Es ist eine 
Satire gegen die Fanatiker, die vorgeben, die Welt bessern 
zu wollen. Wir kennen Thomsons Ansichten auf dem Ge- 
biete jetzt!! Stilistisch steht dieser Artikel nicht ganz auf 
der Höhe der übrigen Prosa Schriften ; die starke Neigung, 
durch Detailschüderung seine Theorie glaubwürdiger zu 
machen, bringt eine gewisse Eintönigkeit hinein. Wer aber 
Thomson als Satiriker kennen lernen will, der muß diesen 
Aufsatz lesen, der eben gar nichts von der Frivolität an sich 
hat, die man den Satires and Fro/anities vorwerfen kann. — 

'*The Fair of St. Sylvester'',^ 1875, bringt in dem 
Bahmen einer kurzen Erzählung alles, was wir an Thomson 
als das Beste schätzen: Reiche Phantasie, tiefernste Ge- 
danken, Kraft der Darstellung und vollendete Ausdrucks- 
weise und, all das zusammenhaltend und zum Ganzen ver- 
bindend, einen leichten, liebenswürdigen Humor, der das 
Herz erquickt: 

Am letzten Abend des Jahres sitzt der Dichter in seiner 



1) E. & Fh. pag. 269. 



— 112 — 

Stube in jenem zufriedenen Behagen, das ihm die Abend- 
pfeife bereitet. Statt zur Feder zu greifen, läßt er, in den 
Lehnstuhl gelehnt, seine Gedanken rückwärts schweifen, 
sanft gewiegt im Dämmern der Erinnerung und der Träume. 
Da tritt zu ihm ins Zimmer dieselbe Erscheinung, die uns 
so wohlbekannt ist, der gute Genius des Dichters, seine 
strenge Richterin und die Verkörperung seiner Jugend- 
geliebten zugleich. Sie schilt ihn um seine Trägheit und 
schnell wie ein Wirbelwind zieht sie ihn mit sich fort in 
die frische kalte Winterluft, um eine fröhliche Schlittenfahrt 
mit ihr zu machen. Die Schilderung ihrer Person ist dem 
Dichter prächtig gelungen: Aus der Kapuze des Mantels, 
die mit weißem Pelz besetzt war, schien ein süßes, lachendes 
Gesicht heraus; die Wangen glühend und noch mehr die 
Spitzen der kleinen zierlichen Ohren, als strahle ein inneres 
Feuer aus ihnen hervor; die neckischen, reichen, braunen 
Locken niclit zu zähmen, und in den braunen Augen spielten 
in tollem Tanz Licht und Schatten. In der frischen Atmo- 
sphäre, die sie mit sich gebracht hatte, dampfte ihr gesunder 
Atem. Vom Scheitel bis zur Sohle zitterte alles an ihr von 
frischem, fröhlichem Leben. Er folgt ihr willenlos und sie 
treten hinaus : '*In an instant we were down in the open air. 
There attendcd us a sleigh, ctirued like a sea-shell for ffrace, 
poised like a hutterfly for Ughtness, hcaped with thick skins 
harred and starred, the rohes of the hotßerce life ofthe tropics 
to envelop us in the frigid north: with ttco small fleet horses, 
füll of ßre. tvhosc champing kept their multitude of silver hells 
in continual silver chime. Mounting, we sank and mufflcd cur- 
selves in the fürs; mg L(uJy took the reins, and we s^ped away 
ringing through the night," 

Sie fahren weit hinaus, bis sie auf ein großes, freies 
Feld kommen, auf dem es von Menschen wimmelt, die sich 
zwischen lustigen Jahrmarktsbuden herumtreiben. — Hier 
schließt nun der zweite, allegorische Teil an, der der 
schwächere ist : Dichter und Fee nehmen teil an dem bunten 
Leben ; die Menschen sind auf alle möglichen Arten ver- 
kleidet, aber keiner gleicht einem modernen, wohlanständig 
gekleideten Engländer — the wildest phayitasy of these revellers 
coidd not rcach the wild extravagance of such travesties. In- 
mitten des Jahimarktes auf einem dunklen Fleck steht ein 



— 113 — 

großes Doppelbildnis, die zwei Gestalten Rücken an Eücken 
gelehnt. Die eine eine große ruhige orientalische Figur 
mit einer riesigen Pfeife im Munde, die andere ein heiteres, 
lächehides Kind, das aus einer ähnlichen Pfeife statt qualmen- 
den Rauches glitzernde Seifenblasen blies. "Alles, was der 
Menschengeist erdacht hat, verschlingt die Pfeife des einen ; 
aber was in dem Rauch zu verpuffen scheint, dos siehst 
du hier wieder in den Seifenblasen, nicht ganz dasselbe, 
doch so ähnlich, daß erst in späten Zeitaltem ein unter- 
schied zu merken sein wird." Das alte und das neue Jahr 
sind die zwei Gestalten, die in ewigem Einerlei einander 
folgen. Der Unwert alles Irdischen und seine Vergänglich- 
keit, dies sind auch hier wieder die fuhrenden Gedanken, 
die nur noch zu einem greifbaren Bilde werden, wenn die 
Fee den Dichter zum Schluß mit der Friedenspfeife und 
dem Tabak der Zufriedenheit beschenkt und er ihr ein 
goldenes Armband gibt, eine Ewigkeitsschlange, mit einem 
Namenszug darin, dem einzigen, der in seinem Leben von 
Bedeutung gewesen ist. — 

Aus dem Jahre 1876 gehört hieher noch "On the 
Worth of Metaphysical Systems"') und "A few 
Words on the System of Spinoza".^ — 

"In Our Forests of the Past"») ist im Jahre 1877 
geschrieben. Der Titel scheint mir aus Shelleys *'Epi- 
psychidion" genommen zu sein, wo die Rede ist von 
*'the ivintry forest of our life*\ Wieder ist es die Silvester- 
nacht, die den Anlaß gibt zu solch merkwürdigen Begeben- 
heiten: "J. night that looJcs back to the past and fonvard to 
the future^ a night pregnant tvith phantasy''. Im wachen 
Schlunmier macht der Dichter eine Dantesche Reise durch 
einen unendlichen Wald, geführt von dem Klagen und 
Stöhnen, das die Luft erfüllt. Die Menschheit in ihrem 
ganzen Elend sieht er, und seine große, allumfassende 
Menschenliebe offenbart sich hier ganz prächtig. Etwas 
eintönig wirkt die Schilderung all derer, die ihr verlorenes 
Leben beklagen, aber um so schöner sticht davon die 
kinrze Skizze des paradiesischen Erdenwinkels ab, den die 

1) pag. 296. - 2) pag. 803. 
8) E. dt Ph. pag. 313 ff. 

Weisiel, James Thomson. 8 



114 



'*Zufrie denen" bewohnen. Wieder ist der Gegensatz der 
leidenschaftslosen großen Natur und der jagenden, ringen- 
den und schließlich doch verkommenden Menschheit aus- 
geführt, zugleich aber, \vie in dem "Doom", der Hofl&iung 
Ausdruck gegeben, daß der Mensch sich an der Natur 
heranbilden möge, seine Unwissenheit erleuchten und seine 
Leidenschaft bezähmen lerne. 

2. Biographical and Critical Studies. Büeher 
gehören aus dem vorigen Band noch : "A Note o n 
Forster's Life of Swift" und "A Note on George 
Meredith", beide 1876. Der Band B. & C. enthält (ohne 
Angabe von Daten) die folgenden Aufsätze: Babelais, 
Saint Amant, Ben Jonson, The Poems of William 
Blake, Shelley, Shelley's Religious Opinions, 
Notice of**TheLife ofShelley", A Strange Book, 
John Wilson and the "Noctes Ambrosianae", 
James Hogg, the Ettrick Shepherd, Notes on 
the Genius of Robert Browning, "The Ring and 
the Book", Browning's "Pacchiarott o". Es sind, 
wie schon die Titel sagen, biographisch-kritische Aufeätze. 
Ihr Wert ist ungleich. 

Für Swift hat Thomson eine große Verehrung ; er 
gehört für ihn zu der Gruppe von Menschen, in denen er 
Verwandtes fand. Das Herbe neben dem Weichen war's, 
das ihn fesselte, das Heinesche: *^the delightful, fantastic, 
secret, childish, infinitdy tender babblement, never weary of 
repeating itselfy welling up amidst and around the records of 
the ruggedest affairs of State, like perennial Springs of pure 
sweet water in a region of savage rocks'\ Das Zarte, das dem 
großen Zyniker und Menschenhasser im tiefsten Herzen 
steckt, das der geliebten Frau gegenüber beredten Aus- 
druck findet, dieses bißchen Glanz und Sonnenschein, das 
alles übrige verklärt und die wuchtigen Schläge gegen 
alles Bestehende noch eindringlicher macht — war Thomson 
in hohem Maße kongenial. Wie häufig an anderen Orten, 
benutzt Thomson auch hier die Gelegenheit, um einen An- 
griff gegen Macaulay zu führen, der dann aber in die 
bezeichnenden Worte ausgeht : ^yMacaulai/s portraits are not 
developed organiealhj like Carlyle's, but put together in mosaic 
work, and on glass for the love of brilliancy; he having a fine 



115 



eye far the ddzzle and contrast of colours, if none for their 
temperanee and hamwny. He diligenüy gathers all ihe pieces 
rtquired for the purpose, shows ihem to us one bij one, and 
announces triumphantly : All the materials are here, as you see 
for yourselves, genÜemen, each duly numbered and authenticated; 
and we expeci to behold a likeness, though a glaring and coni- 
posite one. But at the last moment he puts thevn in the kaleido- 
seope of his idiosyncrasy, gives some rapid ttüirls and flourishes, 
and no mortal can guess what stränge shape they shall have 
iahen when fincUly settled for exhibitionJ* 

Ein ganz eigenartiger Thomson tritt uns entgegen in 
dem Artikel über Rabelais. Gründliches Studium spricht 
daraus und ein fast neidisches Verstehen dieses großen 
Kraftgenies. Auch dort, wo man ein solches Verstehen bei 
Thomson kaum vermuten sollte, wo Rabelais im Schmutze 
wühlt. *'It is simply the dirt of a chiUr, sagt er und stimmt 
mit Besant in den French Humourists überein. Die 
goldene Unbekümmertheit, das Unabhängigkeitsgefuhl, das 
Selbstbewußtsein, das verblüffende Wissen und die blendende 
Ausdrucksfähigkeit des Franzosen ziehen ihn an, weil er 
wohl in sich selbst die Ansätze dazu empfand und sie fast 
alle verkümmert waren. Mit der Begeisterung für sein Thema 
wächst auch Thomsons Darstellungskraft ; der Essay ist klar 
und durchsichtig gehalten, sehr persönlich und dabei ganz 
sachlich und nicht so zergliedert wie mancher andere. 

Derselben Zeit und Stimmung entsprungen ist der Essay 
über Saint Amant, *'this most jelly and genial smoker, 
toper, rover, soldier, and poef\ Mit liebevoller Hand ist das 
Lebensbild gezeichnet, mit klugem Eingehen auf persönliche 
und nationale Eigenheiten und mit feinem Verständnis sind 
die Proben aus den Gedichten gewählt. Er findet in Saint 
Amant manche Stimmung, die eines jungen Heine nicht 
unwürdig wäre, und versucht sich in recht gelungenen 
tbersetzungen einzelner Lieder. 

Der Aufsatz über Ben Jonson, der längste und aus- 
führlichste des ganzen Bandes, zerfällt in zwei sehr un- 
gleichwerlige Teile. Der erste eine gründliche, wenn auch 
nicht gerade kurzweilige Darstellung des Lebens und der 
Werke des Dichters, der zweite eine eingehende Unter- 
suchung über sein Verhältnis zur — Tabakspflanze. Dieser 

8* 



— 116 — 

Teil hätte ruhig beim Abdruck aus "Gope's Tobacco Plant'' 
fortbleiben können, wenn auch der Herausgeber sicher ist, 
daß unter seinen Lesern mehr Raucher als Nichtraucher 
sind. Ich glaube doch nicht, daß sich die ersteren besonders 
fiir diese Statistik interessieren werden. Der Aufsatz hätte 
durch einige energische Striche nur gewinnen können. 

"The Poems of William Blake" und "A Strange 
Book" können gut zusammen besprochen werden, tn 
Jahre 1863 erschien ^^Li/e of William Blake, Pictor Ignotus, 
with Selections from his Poetns and other Writings'\ By the 
late Alexander GHlchrist, author of the '*Life of William JEtty". 
Illustrated froyn Blake* s own works, infacsimile, by W. J.Lintofi, 
and in photolühography, with a feto of Blake's original plates. 

Diese zwei Bände, von D. G. Rossetti und seinem Bruder 
W. M. Rossetti herausgegeben, erschlossen Thomson die 
reichen Schätze dieses Dichters. Bis dahin hatte er nur ein 
einziges seiner Gedichte gekannt, das von Garth Wilkinson 
zitierte, aber schon an dieser kleinen Probe gefühlt, daß 
er den Dichter lieben müsse. Und in der Tat, mit hin- 
gebender Liebe vertieft er sich in die neu entdeckten Schätze. 
Blake ist ihm die Auferstehung des Elisabethinischen Geistes 
in der Poesie, in seiner keuschen, anspruchslosen, tief emp- 
fundenen Lyrik, die von der kalten Schule Popes ganz 
unberührt geblieben ist, in seiner meisterhaften Führung 
des blank verse und in seinem, freilich mißglückten Versuch, 
das große englische historische Drama neu zu beleben. Er 
zitiert einen Gesang aus Eduard HI.: Der Abend von 
Cressy; im Lager. Die Stelle ist packend und groß, gewiß, 
aber schöner fast scheint mir Thomsons Begeisterung dafür. 

''For this cliant belongs to the whole British people . . . 
We English are surely a stränge people. Pictures beyond price 
are bequeathed to us, and oiir first step towards disposing of 
them satisfactorily is to bury thetn away where they cannoi be 
seeti. A song is chanted for us which should thrill and swdl 
every native hcart with patriotic pride, a song great with the 
grandeur of our national life and history for three milleniums 
of legends and annals and Journals, a song heroic as Cressy, 
sublime as Trafalgar; and for fourscore years we leave it to 
that oblivion of oblivions which has never had any remembrance. 
The poet lives forty years after giving this glorious song to his 



— 117 — 

people, devotedly loyal io his highest inspirations, pure, poor, 
obscure; and when he dies it is here and there casiially reniarked 
that a clever niadman has at length reached the sanity of the grave.'' 

Viel größer aber als dort ist ihm Blake als der Sänger 
der ''Songs of Innocence'' irnd der ''Songs of Experience'\ Hier 
erreicht er jene Schlichtheit und Einfalt, welche fiir Thomson 
den wahren Dichter ausmacht. 

"Tlie essence of this poetry is mysticisni, and the essence 
of this mystieism is simplicity.'' Euer beginnt der zweite Teil 
des Essays: die Darlegung, welche von den auf Blake 
folgenden Dichtem diese Einfachheit besessen haben. 
Wordsworth hatte sie und Scott und vor allem Shelley 
und die Brownings; den Höhepunkt erreicht sie in 
Emerson. Byron aber und besonders Tennyson fehlt 
sie gänzlich. Von Emerson heißt es: "Were he gifted with 
the singing voice we shotdd not have to look to the future for 
its suprenie bard." Vielleicht aber hat Wilkinson diese 
"singing voice", die Emerson abgeht?! 

"A Strange Book" sind die "Improvisations 
from the Spirit" von J. J. Garth Wilkinson. ^) Der Auf- 
satz ist, obwohl er Thomson durchaus von Herzen kam, 
nicht überzeugend geschrieben. Wir werden in ein Netz 
von Zitaten und Gegenzitaten verwickelt, so daß es schließ- 
hch schwer hält zu wissen, ob eigentlich von Swedenborg, 
Blake, Wilkinson oder Swinbume die Rede ist. Zu Anfang 
wird Wilkinsons Erklärung seiner Methode gebracht, dann 
die Gedichte auf diese Methode hin untersucht. Dann folgt 
der etwas venvirrende Passus, in welchem die Ansichten 
Wilkinsons über Swedenborg (seinen Lehrer), Blake 
(dessen Werke er herausgibt) und Shelley, Rossettis über 
Blake und Wilkinson, Blakes über Swedenborg, 
Gilchrists über Blake und Swedenborg, S w i n- 
b u r n e s über Blake und W alt W h i t m a n n und E m e r- 
sons über Swedenborg und Wilkinson vorgeführt 
werden. Es sieht ganz hoffnungslos ans und Thomson 
empfindet dies wohl auch: '^It is not for poor mc to dccide 
where the doctors thus disagrce; I can hut hazard, iu allhumdity, 
the Suggestion that there is mach truth if not all i/tc truthy mach 

1) Vgl. pag. 38. 



— 118 — 

truth with perchance a Utile error, in the judgment delivered hy 
each of these leamed adepts^ 

Thomson gibt reichliche Proben von Wilkinsons Dich- 
tung ; sie sind aus den verschiedensten Gebieten ausgewählt, 
mit Sorgfalt und Verständnis. Er erläutert sie, von dem 
Grundsatz ausgehend: '* When we have th^ goodfortune to meet 
in life, or history, or literature with a great and noble nian, 
let US do cur best to study and understand him and his work, 
however eecentric his life-orbit may be deenved by the world, 
however startling iis aberrations niay at first appear to ourselves", 
tut Schönheiten kund, fiir die wir dankbar sein müssen, 
deckt aber ebenso schonungslos die Verirrungen Wilkinsons 
auf. Er ist Swedenborg bis in die entsetzlichsten Höllen 
gefolgt: alles, was er Blake zum Vorwurf macht, findet 
sich bei ihm selbst in vielfach verstärktem Maße. Thomsons 
gesundes Empfinden (was sagen nun die, für die er ///c 
Laureate of Pessimisni ist?) weist ihm bald den rechten 
Weg: Wilkinsons Glaube an eine Inspiration ist nichts als 
eine Selbsttäuschung, die nur leider ihm und seinen Ge- 
dichten höchst schädlich gewesen ist. Daher sind die Im- 
provisations seinen Prosawerken durchaus nicht eben- 
bürtig. Nicht etwa weil ihm die Gabe der Poesie fehlte, 
sondern weil er "Experimente machte", wie er selbst sagt, 
weil ihm die Einfachheit des Gemütes abging, die der 
w^ahre Mystizismus ist. So hieß es schon oben in dem 
Artikel über Blake. Daß trotz vieler trauriger und bedauer- 
licher Auswüchse Wilkinson doch ein Dichter war, 
zeigt das Gedicht "W. M. W.", das ich gleichfalls zitieren 
möchte : 

"Brownness of autumn is around thee, Brother, 

Darkness of life hos fallen on thy path; 

Sadness has been unto tJiee an a moiher, 

Sadness is not another tiame for torath. 

God gave, God takes away: llis hand is on thee: 
Heavy its print hath heen upon thy brow. 
Yet even (hat stroke a second heart has won thee, 
And warmer ihoughts within thy hosom glow. 

Thy Utile Teddy, like a shaft of lightning, 
Shears through the gloom of worldliness around; 
And from his early gloomg grave a brightening 
SJioots forüi its piüar: piei'ces the profound. 



— 119 — 

The nigM is dying, and ihe day is nearing, 
Wrap round ihee then ihe mantle of ihe light 
Leave iroubling, shun duü care and duller fearing: 
Thy day is strong: arise: assert ihy might. 

The spirit, strong in love to ihee and ihine, 
Commits these verses to a brother's hand. 
They come to earth: mixed with her bitter wine, 
Ihey glow with sparkling s from ihe heaverdy Strand" 

Nun ist der Moment gekommen, wo Thomson seinen 
Autor versteht. Die verhaltene Feierlichkeit des Schmerzes 
klingt an Verwandtes in ihm an und er ruft aus : " We are 
here in ihe hearfs holy of holies, ihe inmosi sanctuary of love 
and sorrow, sorrow more beauiiful than beauty's seif; where 
criiidsm ihe mosi jusi and righieotis bows iis head and is silent.'' 
Zum Schluß bringt er noch eine Rechtfertigung seiner 
Schärfe und Unbarmherzigkeit. In erster Linie war sie 
nicht größer als diejenige, die Wilkinson selbst gegen 
Blake gezeigt hatte, der doch von aUen seinen Fehlem 
frei war. Und soll man denn nicht ärgerlich werden, wenn 
in unserer armseligen Zeit die Leute, die was Rechtes zu 
sagen haben, es nicht sagen, sondern ihr Licht unter den 
Scheffel stellen? Soll man nicht klagen, wenn so viel Ge- 
müt und Geist auf so unverantwortliche Weise vergeudet 
wird ? — 

Zwischen die beiden letzten Aufsätze sind in der Aus- 
gabe von Dobell drei kürzere über Shelley gestellt. Den 
Grund dieser Einreihung kann ich nicht verstehen, denn, 
da sie alle undatiert sind, kann es sich nicht um eine 
chronologische Reihenfolge handeln. Überdies müßte auch 
bei einem solchen Versuch der Artikel "Shelley" sicher 
vor '*Blake" zu stehen kommen; es weist manches Urteil 
daraufhin, «daß Thomson, als er ihn schrieb, noch recht jung 
war. Inhaltlich steht der Aufsatz den beiden vorher be- 
sprochenen nah — er handelt auch von der Frage nach 
dem wahren Zweck der Kunst und dem Wert des Dichters — , 
formell steht er weit unter ihnen. Das, was sonst bei 
Thomson so zur Vollendung gediehen ist, das harmonische 
Ausgleichen der einzelnen Teile, das ist hier, wie mit Ab- 
sicht, vernachlässigt; ein trockenes, pedantisches 1-, 2", 3'^- 
wirkt in dieser Umgebung fast verletzend. Wieder handelt 



— 120 — 

es sich um die Klarlegung dessen, was der begnadete*) 
Sänger eigentlich sei und wie weit der Vorwurf der Un- 
verständlichkeit und Dunkelheit als Vorwurf zu fassen sei. 
"Js he entitled, in a high smse, to he called inspired? T/uit 
he was a singer tcho sang songs beauti/ul, unse and pure may 
he affirtned of many a poet, though of no iwo with ihe same 
eniphasis, What is it, then, which differeiitiates him from the 
second-class poets, and exalts him to sit with Isaiah and Dante, 
as one of that sniall choir of chief singers who are called trän- 
scendent? It is that of which I hut now spoke; ü is that of 
which he is so often accused under the nafne of mysticisni. I 
dure affirm that no great writer is less ohscure in fnanner, in 
expression than he: ohscure in matter he is, and ever must he, 
to those in whom is not developed thefaculty correlative to those 
ideas in whose expression he supremely delights, Were we niost 
of US hörn deaf, we should reprohate as ohscure and mystical 
those gifted men who dilated upon the ravishment of music. And 
to the ideal or spiritual hartnonies, perfect and eternal, to 
whose rhythm and melody the universe is attuned, so that it is 
fitly named Cosfnos — to these we are, most of us, deaf; and 
whoever, with reverence and love and rapture, is devoted to their 
celehration — he it Plato or Swedetihorg, Emerson or Shelley — 
shall for ever to the great mass he as one who is speaking in 
an tinknoivn tongue, or who is raving of fantasies which have 
no foundation in reality^ 

In einem engen Zusammenhang stehen die beiden 
folgenden Aufsätze über John Wilson und James 
Ho gg. Sie sind von einem ganz andern Hauch imiweht 
als alles, was wir bisher in dem Band gefunden haben. 
Etwas unendlich Ruhiges, Friedliches, fast Gemütliches liegt 
über ihnen, mit ein wenig leichtem Humor gepaart, so daß 
wir zwei ganz reizende Lebensbilder gewinnen-. Besonders 
gelungen scheint mir in dem ersteren die Schilderung 
Wilsons als Athlet. Zum erstenmal seit langer Zeit weht 
wieder einmal freie, offene Feldluft, ist es nicht nur der 
grübelnde und ernst abwägende Städter, der zu uns spricht. 
Es kommt wie Erinnerung an Jugendtage, die in Irland 



^) Ich bin mir bewußt, wie weit dieser Ausdruck hinter dem 
*'inspired". des Originals zurückbleibt. 



— 121 — 

oder in Jersey unter freiem Himmel verbracht waren, und 
das Gesunde, Ursprüngliche in Thomsons Natur bricht 
durch. Was ihm an Wilson gefällt und Achtung einflößt, 
ist die Zähigkeit und Ausdauer, die eiserne Kraft der 
Muskeln und des Willens. "jNor do we think the less of Wilson 
because his life was superior to his writings, we who have been 
pained and disappointed in leaming how many very considerable 
auihors were very inconsiderable men." 

Ein gelungenes Glenrebildchen fast ist der Aufsatz über 
James Hogg zu nennen. Voll Verständnis fiir die liebens- 
würdig naive Persönlichkeit des Ettrick Schäfers und voll 
Empfindung für die Schönheit, die in seiner Begeisterung 
lag. Reiner, edler Sinn spricht daraus, ähnlieh wie aus den 
Gedichten "Sunday up the River" imd "Sunday at 
Hampstead". Hier kommt's auch stellenweise zum Durch- 
bruch, daß Thomson in his heart of hearts doch ein Schotte 
war. Er spricht zwar geflissentlich von we English, aber 
sein Herz ist doch mit denen, deren Stern es war, nördlich 
vom Tweed geboren zu werden. 

Die drei letzten Aufsätze sind über Browning. Sie 
sind eigentlich die schwächsten unter allen, mit Ausnahme 
des **Ring and the Book", der viel Schönes und Ein- 
sichtsvolles enthält. Bemerkenswert ist jedenfalls der Ton, 
in dem sie gehalten sind : so prophetisches Weiterblioken 
in die Zukunft, solches Vorausahnen dessen, was erst viel 
später als richtig erkannt werden wird, ist nicht häufig. 

Thomson hat die größte Verehrung für Browning : sein 
allumfassendes Wissen, seine Ausdrucksfähigkeit und seine 
Formgewandtheit flößen ihm ebensoviel Achtung ein, als 
sein weiches Gemüt ihm Liebe abzwingt. "-4n author whoni 
we should love for that sole sentence, wroie of his wife, *To 
love her was a liberal education'/' 

Wenn wir den ganzen Band B. ((' G. nochmals über- 
blicken, so fällt uns eine Eigenart Thomsons aiif. Sein 
Stil ist stark beeinflußt von seinem Thema. Das ist selbst- 
verständlich, wenn es sich um abstrakte Themen handelt, 
nicht so sehr aber, wenn es Kritiken ganz konkreter Natur 
sind. Wenn er von Rabelais, Saint Amant und Ben 
Jenson spricht, weht uns der Geist imd beinahe die 
Sprache ihrer Zeit an. Die Ausdrucksweise ist unmodern, 



— 122 — 

archaisierend fast, die Situationen im Sinne der Männer 
erfaßt, in die er sich hineinzuleben sucht. Shelley, Blake, 
Wilkinson haben alle etwas Mystisches an sich: Thom- 
sons Sprache wird gesuchter und verliert an Einfachheit; 
sie steigert sich manchmal bis zur Ekstase. Mit Wilson 
und Hogg kommt ein völlig anderer Ton in das Buch; 
fiische, kernige Worte werden gewählt, knappe Ausdrucks- 
weise, anschauliche Bilder. Browning wieder weckt in 
Thomson ganz andere Töne : da schweben die Worte dahin, 
vom Ehythmus getragen. Die Vergleiche werden aus der 
bildenden Kunst gewählt: Die neunmal wiederholte Erzählung 
in "The Ring and the BooV^ ist '*as that oftheprincipal 
theme in a great Beethoven fugue, groiving ever more and niore 
potent and predominant as its vast capabilities are more and 
more developed through countless intricate variatiofis, and trans- 
mutations of tinie and key and structure and accompaniment" 
und die Abschnitte, die den beiden Advokaten gewidmet 
sind, '*to me they represent the grinning gargoyles and grotesque 
carvings of the Gothic cathedral". 

3. Der dritte Band, Satires and Profanities, ent- 
hält größtenteils tendenziöse Artikel, von Foote gesanmielt 
und herausgegeben, um die Sache der Freidenker zu fördern. 
Alle TendenzHteratur büßt etwas von ihrem ersten Reiz 
ein und es "hält schwer, so subjektiv Geschriebenes mit 
objektiver Gerechtigkeit zu beurteilen. Die Artikel sind von 
gänzlich verschiedenem Wert; Thomson selbst soll nicht 
sehr viel von ihnen gehalten haben : '* Working off the talent" 
sagte er einmal, als sie erwähnt wurden. Es möge dahin- 
gestellt bleiben, ob Mr. Foote der Leserwelt einen Gefallen 
dadurch erwiesen hat, daß er alle diese Artikel aus den 
Zeitschriften, in denen sie ruhten, hervorgeholt hat. Den 
Dichter, dessen Freund er war, konnte er dadurch kaum 
ehren. Sehr vieles von dem, was der Band enthält, gehört 
zu den Sachen, die weit besser vergessen bleiben. Da aber 
andere wiederum der Unei*schrockenheit und dem scharfen 
Verstände Thomsons das beste Zeugnis ausstellen und 
schließlich zur Vervollständigung des Dichterbildes gehören, 
sollen sie hier besprochen werden. Der Zeit nach fallen sie 
sämtlich in die Jahre 1862 — 1877, umfassen also eine Zeit, 
deren Bedeutung für den Dichter wir kennen. Das Datum 



— 123 — 

1862 tragen fast alle Heineübersetzungen; nur ein- 
zelne sind im Jahre 1866 entstanden. 1876 ist der Bruch 
mit Bradlaugh und 1877 beginnt die Tätigkeit fiir den 
Secularist unter Foote und mit ihr kommen die seven 
sangless years. Gegen zwei Feinde zieht er in den Artikeln 
hauptsächlich zu Felde : Eeligion und Monarchie, aber 
die Religion oder besser das Christentum war ihm der 
größere von beiden. 

Er greift es an in seinem ganzen Wesen in Auf- 
sätzen wie: Beligion in the Rocky Mountains (1873), 
The Story of a Famous Old Jewish Firm (1866), 
Christmas Eve in the Upper Circles (1866); in 
einzelnen seiner Auswüchse inThe Devil in the 
Church of England (1876), Jesus: as God, as a 
Man (1866), The Athanasian Creed (1866), Great 
Christ isDead (1876), Mr. Kingsley's Convertites 
(1866), The One Thing Needful (1866) und verteidigt 
sich gegen die Beschuldigung der Gotteslästerung in A Word 
on Blasphemy (1867). 

Was seine Ansicht vom Christentum und seiner Be- 
rechtigung heutzutage ist, erhellt deutHch aus Stellen wie: 
" Whefi the Spirit of faith has departed, that faith is dead, 
and its burial is only a question of time. Whm the nablest 
hearts worship not at its altars, when the most vigorous inteU 
lects abandon its creeds, the knell of its doom has rung . . . 
Miraculous voices are not heard in these days; but cvery- 
where myriads of natural voices are continually announcing to 
US, and enjoining us to announce to others, Great Christ is 
deadr^) 

Oder: 

'*The cross is a sublime symbol; I would no more think 
of treating it with disrespeet white it held itself aloft in the 
serene heaven of poetry than of insuUing the bow of Phoebus 
Apollo or the thunderboUs of Zeus; but if coarse hands tvill 
insist on pulling it down upon my back as a ponderous wooden 
reality, what can I do but fling it off as a confounded bürden 
not to be borne?'*^) 



1) Vgl. S. d' P. pag. 109. 

2) Tgl. 5. a' P. pag. 68. 



— 124 — 

Die ärgsten Verirrungen des Christentums sind in 
Thomsons Augen die Dreieinigkeitstheorie, der Glaube an 
die vollkommene Göttlichkeit Christi und (dies besonders 
in der angUkanischen Kirche) an den Teufel. Sein Spott 
darüber will nicht enden und erhebt sich manchmal zu 
höchstem Pathos des Ausdruckes. Wie außerordentlich 
graphisch und überzeugend ist das Verhältnis der ver- 
schiedenen Gottheiten dargestellt! 

" We will say, theti, that the Church of old conceived the 
divinity in the fomi of an equilateral triangle, whereof the hose 
was Christ as the whole System was founded on belief in the 
Lord Jesus Christ, and the Father and the Holy Ghost were 
the two sides, leaning each on the other; and the Devil was 
the apex, as opposed to, and farthest from, our blessed Saviour. 
But in course of tinw the theohgians . , . set to work, and pushed 
up the two sides, so thut each might stand firm and perpendi- 
cular by itself. This process had tum unforeseen results; it ex- 
panded the apex, which was a very ekistic point, so that it 
became the crouming side of the Square, and it so unhinged the 
sides that after a brief upright existence they lost their balance, 
and were carried to Limbo by the first wind of stränge doctrine 
which blew that way; and the Devil and Christ . . . were left 
confronting each other," ^) 

Welche ehrliche Entrüstung spricht aus Worten wie: 

"Everything for which ive love and venerate the man 
Jesus becomes a bitter and absurd mockery when aäributed 
to the Lord Christ, The füll heart is praising the man; you 
tum him into God, a ruinous salvo is added to the praise . . . 
Is it not the worst of sacrilege, a foul profanatioyi of our human 
nature, tvhich for iis, at kost, should be holy and awful, 
when the heroic and saintly martyrdom of a true Man is thus 
falsified tnto the self-schemed sham sacrifice, ineffectual, of a 
^Godr^) 

Kingsleys Theorie von den bekehrten, neugeborenen 
Sündern prüft er auf Herz und Nieren und findet, daß 
"Muscular Christianity'* zwar ein ganz hübsches Schlag- 
wort ist, daß aber im Grunde die Religion, zu welcher 



1) Vgl. S. d' 1\ pag. 11). 

2) Vgl. 6'. ^P. pag. 90 ff. 



— 126 — 

sich Kingsleys Helden bekehren, etwas recht Kläg- 
liches sei: 

"The characters become religiotis, not when healthy, but 
when diseased; the religion in every case is exhibited as 
a drug for the sick, not as wholesome food for the healthy. 
While you are sane, well and hearty, doing your work in 
the World deftly, sound in mind, and wind, and limb, and 
fairly prosperous, you have no need of this religion — you 
can get through the world very well withaut it. But when 
yourfortune is lost, your sweetheart dead or nvarried to another, 
your courage cowed, your heart broken, your mind diseased, 
your self-respect humiliated, then you long for and entbra^e 
Christianity .... It is a religion to die with, not to live 
with..."^) 

In dasselbe Gebiet gehört auch, was an anderer Stelle 
über den augenscheinlichen Grund allen Unglückes auf der 
Welt gesagt wird. In der klügelnden Spitzfindigkeit er- 
innert das Wort gewissermaßen an manches aus "Pro- 
posals for the Speedy Extinction of Evil and 
Misery": "After long and painful thought, after the most 
serious and reverent study, I think I have found the rock on 
which the ship of the Church has been wrecked , , . It seenis 
to me that the one fatal error which has lurked in our other- 
wise consumniate Christianity, and which demands immediate 
correctian is this, that the propagation of childreti is reconcile- 
üble with the propagation of the faith . . . When a human soul 
is born into the world, the odds are at least ten to one that 
the Devil will get it, Can any pious meniber of the Church 
who has thought of this take the responsibility of beco^ning a 
parent? . . . Tfie retnedy proposed is piain and simple as a 
gospel precept: let no Christian have any child at 
all — a rule which in the grandeiir of its absoluteness makes 
the poor timid and tentative 3falthusianism very ridiculous 
indeedr^) 

Die übrigen Aufsätze dieses Bandes sind g^g^i^ die 
Monarchie gerichtet. Thomson weist aus der Heiligen 
Schrift nach, daß ein König eine PersönUchkeit ist, die 



1) Vgl. S. d' F, pag. 154. 

2) Ygl.S.d'P. pag. 95 f. 



— 126 — 

nicht die geringste Berechtigung hat.^) Derselbe Gedanke, 
etwas kühner ausgeführt, steht an anderer Stelle. Drei 
große Hindemisse stellen sich der gedeihlichen Fortentwick- 
lung des Menschengeschlechtes entgegen: Die Kirche, die 
Bibel und der Thron... '*The Throne, which is now 
little eise than a costly sham . , . we may find something 
veneräble in the throne when put aside and conserved simply 
OS a curious relic of the past; toe find it merely absurd white 
retained for useless use, a pretentious seat with no one to sit 
in itr^) 

Ganz Ahnliches ist zehn Jahre vorher in "L'Ancien 
Regime" gesagt worden. 

So wie hier finden sich auch in anderen Aufsätzen 
Anklänge an schon Besprochenes, das meist in dieselbe 
Periode fällt, so daß dadurch das Charakterbild, das wir 
gewinnen, noch schärfer wird. Wenn es z. B. heißt ^): ''The 
heroes of Äsgard have sunk into a deeper tunlight than they 
foresaw; but their sunset, fervent and crimson with blood and 
mth wine, made splendid that daumless gloatning, The joyous 
Olympians have perished, but they all had lived and loved. For 
me, I have subsisted and hated. What of titne is left to me 
I will spend in another fashion. Let us eat and drink, for Uh 
morrow we die", so erinnert der Ton dieser Rede lebhaft 
an einzelne Stellen in **Vane's Story", "Two Lovers" 
und "Life's Hebe". 

Der Artikel "The Swinburne Controversy"*) ent- 
hält dieselben beißenden Ausfälle gegen das Philistertum — 
Bumbleism — , wie sie in dem großen Essay zu finden sind 
und wie sie so wundervoll poetischen Ausdruck gefunden 
haben in "The Naked Goddess": ''For all obscure t/iings 
batten on darkness and lighi is fatal to them. But for the 
Bumble who mies over us, the naked beauty is obscene and the 
naked truth is blasphemous,*' 



1) Vgl. S. iSt P. pag. 178 ff. : A Bible Lesson on Monarchy 
(1876). 

2) Vgl. S. d' P. pag. lU: Our OhsirucHons (1877), und ferner S,itF. 
pag. 169: A Commüsion of Inquiry on Royalty (1876). 

3) In ''Oiristmas Ece in the Upper Circles*' (1866), S. dt P. 
pag. 58 ff. 

Vgl. .9. c£' P. pag. 99 ff. 



127 



d) Gedichte der letzten Periode (1881—1882). 

"A Voice from the Nile"i) (November 1881). Der 
Nil, "maving ever without pause, evermore the same and not the 
sanuf'y wird den Geschöpfen gegenübergestellt, die um ihn 
herum leben. Die einleitenden Absätze, in denen der Fluß sich 
und seine Eigenart darstellt, sind vollendet schön. Man lese 
niu- Zeilen wie die folgenden und man wird bedauern, daß 
Thomson sich des hlank verse so wenig bedient hat: 

"Dusk memories hatmt me of an infimte past, 

Ages and cydea brood above tny Springs, 

Though I remember not my primal birth. 

So cmcient is my heing and august, 

I know not anylhing more venerabü; 

Ufdess, perchance, the vaulHng skies ihat ?u)ld 

The sun and moon and stars ihat shine on me; 

The air Ihat breathes upon me toith delight; 

And Earih, AU^mother, cUl-beneficenty 

Who held her mountains forth like opulent breasts 

To cradle me and feed me toith their snows, 

And hoUowed out the great sea to receive 

My overphis of flowing energy: 

Blessed for ever be our Moiher Earth" 

Er steht in der Mitte zwischen Bergen, Himmel und 
Gestirnen, die ewig unverändert bleiben, und den Lebe- 
wesen, die fortwährend vergehen und sich auflösen, um 
anderen Gleichen Platz zu machen. Seine Wasser erneuem 
sich stets, ohne jemals zu versiegen. Von allen Geschöpfen 
aber, die er erzieht und ernährt, ist ilim eines ganz fremd, 
das heimatlos scheint, wo alle anderen zu Hause sind: 

**But Man the admirable, the pitiahle, 
These sad-eyed peoples of the sons of men, 
Are OS the children of an alien race 
Planted among my children, not at Jwrne, 
Changelings dloof from all my family." 

Er kann die Menschen nicht verstehen, ihre sozialen 
Einrichtungen, den unterschied von Herr und Knecht, 
von arm und reich, nicht ilire blinde Kriegswut, ihr 
Plündern und Rengen, während er ewig jung und ewig alt, 
stets derselbe große Nil, ruhig dahinfließt. Am wenigsten 



1) P. W. n. pag. 3ff' 



128 



aber faßt er die Neigung der Menschen, einen Traum von 
der Ewigkeit zu träumen und sich tief in der Seele eine 
Eeligion aufzubauen. 

**My other chüdren live their Utile lives, 

Are bom and reach their prime and slowly faü, 

And all their Utile lives are self-fulßled; 

They die and are no more, content toiih age 

And toeary wiüi infirmity. But Man 

Haß fear and hope and phantasy and awe, 

And wiBtfvl yeamings and unsated loves, 

That strain beyond the limits of his Ufe, 

And therefore Gods and Demons, Heaven and Hell: 

This Man, the admirable, the pitiable." 

Mit anschaulichen Worten schildert er dann die ver- 
schiedenen Religionen, die er schon beobachtet hat, und 
preist schließlich sich und die Allmutter Erde glücklich, 
daß sie diesen Wechsel ruhig überdauern. — 

"Richard Forest's Midsummer Night"^) 
(Dezember 1881). Kaum ein Jahr vor des Dichters Tod 
geschrieben, zeigt, das Gedicht ihn wiederum im vollen 
Besitz seines schönen lyiischen Talentes. Es ist eine Sommer- 
nachtsidylle, die sich an Schönheit wohl mit den besten 
Teilen der "Sundays" messen kann, und die andererseits 
stark von Tennyson beeinflußt ist. Zwar ist es schwer, 
solch einen Einfluß festzustellen, weil man durch die Gleich- 
heit der Stimmung unwillkürlich an *^Maud" erinnert wird 
und dann von dem Gedanken nicht mehr loskann. Das 
Gedicht ist, so wie die meisten längeren Thomsons in Ab- 
schnitten ungleicher Länge und verschiedenen Rhythmus* 
abgefaßt. Die ersten zwei schildern einen Juni-Sonnen- 
untergang am Meer, in wunderbar geheimnisvoller Fär- 
bung; die Stimmung ist prächtig getroffen, kein Wort zu 
viel, keine Kleinigkeit vernachlässigt — der Eindruck ist 
großartig. Man hält unwillkürlich den Atem an, um von 
den Schönheiten nichts zu verlieren: 

"For ihe buming hours are past, 

And ihe toils of the day are done, 

Afid the peace of ihe night is come at last, 

And tJie moon succeeds the sun; 

And ihe pulses of Heaven and Barth Hirob fast. 

All ihe ihousands ihrohbing as one** 

1) P. TF. U. pag. 12 ff. 



— 129 — 

Da steigt am fernen stillen Horizont der Mond auf 
und in der Feme glitzert, dem Auge des Liebenden allein 
sichtbar, der Stern der Liebe. — Etwas seitlich von diesem 
Strand, in dem friedlichen Tal mit den Obstgärten und 
Wiesen, das so göttlich ruhig im Zauberlicht des Mondes 
daliegt, dort sucht Richard Forest seine Geliebte Lucy. 
Wie reizend das Häuschen daliegt: 

**The cottfige nesUes sheltered well 
Amang rieh apple-trees, embowered 
In it8 side-nook of dimpled dell; 
Böses and Jasmine starry-flowered 
Cloihe aU its front; ihe tide's long swell 
Sounds up ihe vaüey slow and ccUm, 

To ebb awaif a dging psalm 

The sweet flowers blush and glow and yeam, 

Wiih wild bees humming in (heir bloom, 
The lane comes toinding like a bum 
Through banks of golden gorse and broom, 
And edged with gross and fringed toith fern; 
The rapturous larks are singing high 
In all ihe regions of ihe sky/* 

Die übrigen Abschnitte sprechen nur von dem Zu- 
sammensein der Liebenden und es ist natürb'ch nicht möglich, 
durch Auszüge dem Gedicht gerecht zu werden. Wer aber den 
Dichter kennen lernen will, wird es lesen müssen. Das Bild von 
Lucys Heim mit **Good Father", der bei Pfeife und braunem 
Alekrug im alten Lehnstuhl sitzt : "sweetness wiihoiU one drop 
ofacid**, und ^'Little Mother*', die unermüdlich für alle sorgt und 
schafil, ist eines der besten in seiner Art. Ich entsinne mich 
keines andern als des schönen in B u r n s' "C o 1 1 e r's S a t u r- 
day Night". Wie dann die Geliebte gelaufen kommt: 

*'Out from ihe back shade daris a gleam; 
Laof is here! Lucy is here! 
Dancing lighi in her eyes of a wicked surprise, 
White rose in her hair, red rose in her fingers, 
How she h(xstensl — and how she lingersT 

und wie sie dann Hand in Hand am Meeresufer stehen und 
in ihrer eigenen Seligkeit die grandiose Schönheit der Nacht 
noch viel inniger empfinden, das letzte '^Gut Nacht", das 
ein stummes "Auf Wiedersehen" in sich schließt, all 
das ist von einem echten, großen Dichter gezeichnet und 
voll empfunden. — 

Weissei, James Thomson. 9 



130 



Fast als eine Fortsetzung von "Richard Forest" er- 
scheint "HeHeardHer Sing"^) (Februar 1882), da die 
Alice, an die das Gedicht gerichtet scheint, eigentlich die 
Lucy von früher ist. Wer sich von Thomsons starkem 
musikalischen Empfinden überzeugen will, der muß es lesen. 
Durch das ganze Gedicht zittern und fluten Töne in wunder- 
vollen Harmonien. Die Eingangsschilderung an sich ist reine 
Musik ; wie dann der Dichter die Stadt verläßt und hinaus 
ins Freie kommt, da klingt und schwirrt es um ihn: 

"The sunset heavens were all singing wide over the golden gorse 
With the skylarks* rapturous singing, a revel oflarks in füll farce . . ." 

Und wie er zum Heim der Geliebten kommt, da füllt 
sie ihm den Becher der Liebe voll mit Musik und Gesang : ^) 

"Änd first with colossal Beethoven " 

Sie gehen zusammen hinaus in die Abendkühle und im 
Mondlicht liegen Busch und Wald so feierlich still da, und 
horch, dort tönt es schon: Die Nachtigall schluchzt ihr 
leidenschaftliches Liebeslied, das die Herzen der Menschen 
so sehr über alle Gedanken und Sorgen der Erde erhebt, 
bis nur der einzige drin Raum hat: 

"Love, love otüy, for ever; love with its torture and hliss; 
All the World' 8 glory can never equcU iwo souls in one Usb/* 

Die Liebenden trennen sich und sein Weg fährt ihn 
allein weiter an demselben Meeresstrand, an den uns der 
Dichter zu Beginn von Richard Forest geführt hatte. Das 
leise Stöhnen der Wellen ist der einzige Laut, den er hört, 
und ihm ist's recht so: 

**And I needed to he ahne with ifie night and mg love and my soul, 

And I could not think of sleep in Üie moonlight broad and clear, 

For a mu»ic solemn and deep filled all my spirit*8 sphere, 

A miisic interwoven of all that night I liad heard, 

From ihe 7nu8ic of mighty Beethoven to the song of the little hrown hird." 

Da tönt in sein Träumen hinein vom Wasser eine 
Stimme, so klagend und fem wie eine verwundete Taube, 
die mit matten Flügeln sich zu erheben versucht. Zitternd, 
atemlos, flehend kommt sie herübergeflogen ; aus ihrem Sinken 
klingt das Sinken eines gebrochenen Herzens, dann wieder 



J) P. W, II. pag. 44 ff. - 2) Vgl. pag. 46. 



131 



rafit sie alle E[raft zusammen, um noch einmal den Flug 

zu wagen, imd dann: 
^'ü eame to a fall (hat was dying, ihe end of an infinite grief, 
And sobbing and throbbing and sigJung that death was a welcome relief.** 

Nun ist wieder tiefe Stille und er steht in stummer 

Erwartung da doch nicht lange braucht er zu warten, 

denn ins Mondlicht kommt ein Boot gefahren, langsam und 
schwer, die Wellen teilend in seltsamem Schweigen. Und 
in dem Boot sitzt eine berühmte Sängerin, stattlich und 
aufrecht; und plötzlich erhebt sie ihre Stimme, die stark 
wie eine stolze Marmorsäule gen Himmel strebt. Die Stimme 
strömt aus und die Sterne scheinen von ihrem Klang zu 
erzittern und der Mond selbst scheint nichts anderes zu 
sein als die Lichtwirkung dieser Stimme. Und ergriffen, selt- 
sam erschüttert, verliert der Dichter die Besinnung : ^^And I 

lost all sense of ihe earth though I still had sense of the sea" 

und eine eigenartige Vision tritt vor sein schlafendes 
Auge. Er sieht den großen Weltenbaum, dessen Wurzeln 

im Meer sind und dessen Zweige den Himmel erfüllen 

dann sieht er einen Springbrunnen, dessen hoher Strahl den 
Himmel mit Wasserwölkchen erfüllt, die wie tausend Sterne 
glitzern. Und im Steigen und Fallen singt der Strahl und 
schwillt an von Leidenschaft und erfüllt alles rings um 
sich mit Bangen und Sehnen, so daß die Seele des Dichters 
von dem Gedanken bewegt wird : ^'Love, love onli/for ever . . .", 
demselben, den ihm früher die Nachtigall erweckt hatte . . . 
Das Boot verschwindet und er erwacht aus dem Traiun, 
aber die ganze Nacht wandert er ruhelos umher, streift 
durch den Busch, wo die Vögel sangen und kommt beim 
Morgengrauen zum Hüttchen der Liebsten, die noch schläft. 
Ehe er wieder an des Tages Arbeit geht, ruft er ihr einen 
Gruß zu, ein "Auf Wiedersehen" für den Abend. Da 
wollen sie wieder in Wahrheit '^fill love's chalicc with the 
icine ofmusic and sang** und nie wird er vergessen, was ihn im 
Traum die Nachtigallen und die göttliche Sängerin gelehrt : 

"Love, love only for ever; love with its torture and bliss; 
All the World* 8 glories can never equal tico souls in one kiss: 
Love, love ever and whoUy; love in all time and all space ; 
Love is consummate then solelij in tJie death of a buniing emhrace." 

In derselben lebensfreudigen Stimmung sind die zwei 

9* 



— 132 — 

reizenden kurzen Gedichte "TheSleeper" und "M o d e r n 
Penelope" verfaßt.') Das letztere hat wieder den leicht 
neckenden Ton, der Thomson in der Gesellschaft kenn- 
zeichnete. Ein paar Zeilen an Miss Barr ''To H, Ä. B. on 
my fortyseventh birthday",^) geben Zeugnis von der innigen 
Freundschaft, die er für sie empfand, obwohl sie und ihr 
Bruder erst so spät in sein Leben getreten waren. — 

In Erinnerung an den Aufenthalt bei ihnen und an 
einen gemeinsamen Ausflug nach Belvoir Castle im Juli 
1881 entstand im Januar 1882 das Gedicht "At Belvoir"^) 
das Salt als mit Wordsworth's "Yarrow" verwandt hinstellt. 
Trotz der heiteren Stimmung, die es beherrscht, stimmt es 
den Leser tieftraurig. *'A Ballad, historical and poetic" nennt 
es Thomson . . . aber es heißt darin : 

**My thoughis go on to next Juhf, 

More happy ihoughts, more tender; 

*The hridal of the earth and sky/ 

A day of perfect splendour; 

A day to make the saddest heart 

In bliss a firm believer; 

When two true Loves may roam apart 

The shadiest walks of Belvoir" 

Den nächsten Juli sollte der Dichter, dessen Talent 
eben in der schönsten Blüte stand, nicht mehr erleben. — 
Ln selben Monat wie "Belvoir" ist das *^Proem"*) ge- 
schrieben, ein Gedicht, das eine merkwürdige Zwischen- 
haltung ausdrückt zwischen Weltschmerz und Hoffnung auf 
Besserung : Er möchte etwas von der Klarheit alter Fabeln 
besitzen, um seine trüben Augen zu stärken und die alte 
Welt in neues Staunen zu tauchen über den Goldglanz, 
der auf ihr ruht. Das Schwanken seiner Anschauungen, die 
doch schon so gefestigt waren, stellt sich in den folgenden 
Strophen gut dar: 

'^And if there he ihis Frotnised Land indeed, 
Our chüdren's children's children's heritage, 
Oh, what a prodigal toaste of precious seed 
Of myriad myriad Uvea from age to age, 
Of woes and agonies and blank despairs, 
Through countüss cycles, that some fortunate heirs 
May enter and conclude the pügrimage! 

.59. 



1) P. W. n. pag. 71. 75. - 2) P. W. n. pag. bi 
3) P. W. n. pag. 79 ff. - *) P. W. U. pag. 61. 



— 133 — 

But if it prove a mirage after aU! 
Our last iüusian leaves ua wholly bare, 
To bruise againsi faWs adamantine wall, 
Cansumed or frozen in the pitüess air; 
In aü our world, beneath, araund, dbove, 
One only refuge, solace, triumph, — Lave, 
Sole Star of light in infinite black de^air" 

Wie eine Vorstudie zur "Insomnia" ist "The Poet 
to his Muse"J) Dem Originalmanuskript des Gedichtes 
war die Notiz beigegeben : ''Not true now, btä irue of seven 
songless years." Der Dichter fleht seine Muse an (wir sind 
also tun einige Jahre zurückversetzt), ihn wieder zum Gesang 
zu begeistern. Lange Jahre ist er sanglos gewesen. Wenn 
es auch ein Sang von tiefster Düsterheit sei, alles, selbst 
einer, der das Blut erstarren macht, ist besser als diese 
Unfähigkeit, zu dichten. Und die ewig sanfte Muse er- 
scheint ; aber sie ist traurig und schmerzensmüde, matt und 
glanzlos sind ihre Augen und ihr heller BHck ist düster: 
Sie selbst ist alt und müde geworden imd nur widerwillig 
hat sie das Grab verlassen, in dem sie jahrelang ruhte. Er 
hat sie in früheren Jahren zu sehr bedrängt: 

'*So, you have ravaged me with dolorous (hought 

TJntil my brain was wholly overwrought, 

Barren of flowers and fruit; 

üntil my heart was bloodless for all passion, 

üntil my trembling Ups could no more fashion 

Sweet words to fit sweet airs of trembling lyre and lute/' 

"In demselben Maße", fährt sie fort, "wie dein Geist 
vertrocknete imd dein Herz einfror, wurden mein Geist und 
Herz zu Kirchhofmoder. Ich bin nicht deine Muse, bin nur 
ihr Schatten ; du aber lebst noch als eine Urne, in der die 
Asche toten Glaubens, toter Liebe und toter Hoffnung^) 
aufbewahrt ist." Wenn die Muse gestorben ist, will er auch 
nicht länger leben, denn nichts erscheint ihm des Kampfes 
wert: 

"What thing is worth my sirife? 

The Post a great regret, the Present sterile, 

The Future hopeless, with tfie further peril 

Of withering down and down to utter death-in-life^' 



1) P. W. IL pag. 64 ff. 

2) Cf. "The City of Dreadful Night", 11. 



— 134 — 

Ziemlich unvermittelt schließt er mit der flehenden 
Bitte an die Muse: 

"Bevive! toe yet may dream and hve and sing" 

^ansomnia"^) (März 1882): Der Dichter hört Mitter- 
nacht schlagen; die anderen verlassen ihn in festem Ver- 
trauen auf den wohltätigen Schlaf, der ihnen neue Ejaft, 
neue Gesundheit und neues Leben geben wird. Aber er 
'*with infinite weariness outwoni, haggard tvith endless nights 
unblessed hy sleep", geht kalt und zitternd ein in die Einöde 
der Nacht, die ihm keine süße Oase des Schlummers ver- 
spricht. Wie er so daliegt, die schweren Lider geschlossen, 
als könnte er dadurch den Schlaf heraufbeschwören — wird 
er gewahr, daß jede einzelne Stunde Wache hält an seinem 
Bett, während er die Abgründe, die zwischen ihnen liegen, 
in mühevoller Wanderung durchqueren muß. Eine Stunde 
ist schrecklicher als die andere imd scheint sich länger zu 
dehnen, so daß er zu der Betrachtung angeregt wird, daß 
nur die Glücklichen das Leben kurz finden können: Für 
ilm bringt es nichts Wünschenswertes mehr als die Hoflf- 
nung auf Tod und Vergessen. Endlich, von wilder Ver- 
zweiflung gepackt, hält es ihn nicht mehr auf seinem Lager: 

"0/ all worst agonies the most unblest 
Is pansice agony of wild unrestj* 

Zitternd erhebt er sich und schleicht hinaus aus dem 
schlummeniden Haus mit seinem schlummerlosen 
Schmerz. Die trag stillstehende Zeit zwingt ihn, die 

Glieder zu rühren und in die totenstille Stadt zu gehen 

So tiefes, trostloses Elend finden wir in keinem zweiten 
Gedicht bei Thomson ausgedrückt, nirgends lastet das Un- 
heil so schwer auch auf der Sprache, die ganz verschieden 
ist von der sonstigen. Nichts von der durchsichtigen Klar- 
heit, die wir so gern bewundem, sondern eine Häufung von 
Epithoten und eine Vorliebe für schwerverständliche Aus- 
drücke herrscht vor, die Salt auf eine Stufe stellt mit der Rich- 
tung der Opium-cating Brotherhood: De Quincey, Coleridge 
und Poe. Daß das Gedicht wenige Wochen nach "R. Forest's 
Mi d Summer Night" entstehen konnte und daß über- 
haupt in den Gedichten dieser Periode, mehr als jfrüher 

»j V. Tr. IL pag. 31ff. 



— 136 — 

noch, der Tenor der einzelnen Gedichte so abrupt wechselt, 
wird niemanden wundem, der Thomsons Leben kennt. Fällt 
doch in diese Zeit der intensive Lebensgenuß in der Freund- 
schaft mit den Barrs und daneben der Höhepimkt der Dypso- 
manie. Die "Insomnia" dürfte kaum als die Arbeit eines 
geistig gesunden Menschen angesehen werden können. — 

Im März 1882 muß in einer sehr eigentümlichen Stim- 
mung "A Strang er"*) entstanden sein, aus dem ich beim 
besten Willen nichts als nur ein müdes, undeutliches Stam- 
meln herauslesen kann. Die geheimnisvolle Frau, die ihm 
erscheint und die mit ihrem kleinen Sohn an der Hand die 
Stätte besuchen kommt, wo eine einfache Tafel anzeigt, 
daß hier der Knabe begraben liegt, kann ich mit keinem 
einzigen Erlebnis des Dichters in Einklang bringen. Das 
Gedicht ist reich an schönen Bildern, die Sprache ist wolil- 
klingend, aber alles ist in ein geheimnisvolles Dunkel ge- 
hüllt, das ich nicht zu lüften vermochte. Salt findet einen 
Zusammenhang mit einem Prosa- Aufsatz '-Seen Thrice", 
der einige Jahre früher im '*SecuIarisf' erschienen war; 
ich kann das nicht beurteilen, weil mir die Zeitschrift 
nicht zugänglich ist. Die Sprunghaftigkeit der Darstellung 
aber läßt an eine jener traurigen Phasen der letzten 
Wochen denken; man merkt den Verfall dieses groß an- 
gelegten Geistes. Es ist auch das letzte der persönlich-pliilo- 
sophierenden Gedichte; was noch folgt, sind politisch- 
satirische und Gelegenheitsgedichte. — 

Es folgen noch vier Gedichte, von denen zwei "Law 
v. Gospel" und "The Old Story and the New 
Story" unbedeutend sind, das dritte "Address on the 
Opening ofthe Leicester Secular Society Hall" 
schon früher eingehend gewürdigt worden ist und das 
\derte, "Despotism tempere d by Dynamite", aus 
keinem andern Grunde Erwähnung verdient, als weil es 
das allerletzte ist. Es wurde im Mai 1882 geschrieben, 
wenige Tage vor der Katastrophe. Der Inhalt — die Furcht, 
die der Zar vor seinem Krönungstage hat — ist wie ein 
letzter Aufschrei zu Gunsten der Freiheit, die Thomson 
sein Leben lang suchte. — 

1) P. W. II. pa^^ 84. 



— 136 — 

Ein anderes Gedicht soll doch noch die Reihe be- 
schließen: Es heißt "Song" und wäre gar nicht aus der 
Menge herauszuheben, wenn nicht das Datum bemerkens- 
wert wäre. Es trägt die Jahreszahl 1877, ist also das ein- 
zige, das in den **seven songless years" geschrieben 
wurde. Angeregt ist es durch einige Zeilen in Fitzgerald 's 
Omar Khayyäm-Übersetzung und zeigt wiederum 
die große Geschicklichkeit des Dichters, überall das Sichtige 
zu entdecken. — 

e) Übersetzungen. 

Hieher gehören die in seinen Werken enthaltenen 
Gedichte, die Dialoge Leopardis, die erst ganz kürz- 
lich veröffentlicht worden sind, und die noch imveröiFent- 
lichten "Hymnen an die Nacht" von Novalis. Es ist 
bei der Unvollständigkeit des vorhandenen Materials schwer, 
ein abschließendes Urteil über den Übersetzer Thomson zu 
sprechen. 

Das Bändchen Leopard i enthält viel mehr, als man 
sonst in Übersetzimgen sieht, viel mehr, als in der meister- 
haften Wiedergabe von Paul Heyse zu finden ist. Dieser 
aber ist es völlig an die Seite zu stellen. Thomson gibt 
zuerst eine Biographie Leopardis (keine Übersetzung 
derjenigen Eanieris, wie dies Heyse tut), sodann einen Ver- 
gleich zwischen Leopardi und Pascal. 

Es folgen dann folgende Essays und Dialoge : 

Storia del (jener e timano, 

Dialogo di JErcoIe e di Ailante, 

Dialogo della Moda e della Morte, 

Proposta di pretni fatta dalV Accademia dei Sillograß, 

Dialogo di un Folletio e di uno Gnomo, 

Dialogo di Malambruno e di Farfarello, 

Dialogo della Natura e di un'Anima, 

Dialogo della Terra e della Luna, 

La scommessa di Prometeo, 

Dialogo di un Fisico e di un Metaßsico, 

Dialogo di Torquato Tasso e del suo Genio famäiare, 

Dialogo della Natura e di un Islandese, 

n Parini owero della gloria, 

Dialogo di Federico Ruysch e delle sue Mummte, 



— 137 — 

Detti memordbili di Filippo Ottoftieri, 

Dialogo di Cristoforo Colombo e di Pietro Gutierrez, 

Elogio degli uccelli, 

Cantico del gallo silvestre, 

Dialogo di Timandro e di Eleandro, 

II Copemico, dialogo, 

Dialogo di un Vendittore d' almanacchi e di un Passeggiere, 

Dialogo di Plotino e di Porßrio, 

Dialogo di Trisiano e di un Amico, 

Comparazione delle smtenze di Bruto minore e di Teofrasto, 
vicini a morte, 

Frammento apocrifo di Stratone da Lampsaco, 

Operette morali d' Isocrate : Preambolo del Volgarizzatore, 

Manuale di Epitteto: Preambolo del Volgarizzatore^), 

Pensieri. 

Die Übersetzung ist fast mustergültig; wortgetreu und 
dabei doch so weit frei in der Satzbildung, daß nirgends 
auch nur der kleinste Italianismus erscheint und man den 
Eindruck eines Originalwerkes hat. Wie gewissenhaft Thom- 
son bei der Arbeit vorging, beweisen einzelne Stellen, an denen 
er es för nötig findet, den italienischen Wortlaut beizufügen, 
um jeden Schein einer Ungenauigkeit zu vermeiden. Er 
ringt, wie man merkt, manchmal um den richtigen Aus- 
druck, findet sich aber stets zurecht und beweist feines 
Sprachgefühl, wenn er das italienische noia das eine Mal 
mit tedium, das andere Mal mit life-weariness wiedergibt. 

Die Übersetzung von Novalis' Hymnen befindet 
sich noch im Privatbesitz ; es ist wohl auch recht fraglich, 
ob sie je ein Lesepublikum finden würden. 

Die poetischen Übersetzungsversuche Thomsons be- 
schränken sich auf Heine, zwei Gedichte von Goethe 
und einige von Beranger. 

Wir Deutschen sind wohl kaum die berufenen Richter 
über derartige Arbeiten; Zeilen wie: 

*'Mtj darling, ihou art flowerlike, 
So tender, pure, and fair ; 
I gaze on thee, and sadnesa 
Steals on me unaware: 



^) Extracts from a Review of Long's Translation of 
ihe Discourses of Epictetus. 



— 138 — 

I yeam to lay my hands ihen 
lipon ihy hecid in prayer, 
That God will keep ihee ever 
Thus tender, pure, and fair." 

oder: "The Spectre-Island, the lovely, 

Lay dim in the moon's mild glance; 
There sounded sweetest music, 
There tcaved the shadotcy dance." 
können dem Engländer vielleicht so viel von Heine geben, 
als sich von dieser Eigenart eben in einer andern Sprache 
wiedergeben läßt — \ms, denen der Reiz des Originals in 
den Ohren klingt, können sie nur schwer befriedigen. — 
In einigen Gedichten (die natürlich zum größten Teil aus 
dem ^lyrischen Intermezzo*' und der **Heimkehr^* genommen 
sind) muß man manchmal über das Geschick staunen, mit 
dem gerade der glückliche Ausdruck gewählt ist: 

" T?ie lotuS'flower doth languish** — 
wie gut das für das deutsche „ängstigt sich" steht! 

Dagegen stört es doch sehr, wenn man einer Härte 
wie der folgenden begegnet: Die Augen, die Lippen, die 
Wänglein, — Sie gleichen der Liebsten genau — 
^*The eyea and Hie Ups and the contours 
Are all just those of my love" 
Von den längeren Heineschen Gedichten sind besonders 
zwei Versionen der Götter Griechenlands zu nennen; 
eine vom Dezember 1862, die andere vom Juli 1866. Sie 
sind wohl unabhängig von einander entstanden ; die zweite 
lehnt sich stellenweise genau an das Original an. Femer 
Im Hafen und Epilog. Das genaue Nachgehen auf den 
Spuren des Originals kann ja gewiß manchmal auf Kosten 
der Sprache geschehen. Niemals aber dürfte ein Dichter, 
der Sprachgefühl besitzt, etwas schreiben wie : 

"77ie little angel-head on the Bhine-wine-gold-ground** 

oder : **And its heavenly fragrance, it has me enraptured 
It has me inspired, it lias nie into.dcatedr^) 

oder : ''As in the fields grow wheat^ars 

So grow and wave in the human mind 

Tlwughts 

Bat the delicate thoughts of Love 

Are the joyous therein-between-hlooming 

lied and blue flowers/'^ 

1) *'I^ Hafen." - 2) "Epilog." 



— 139 — 

Der Ton des Goetheschen Prometlieus ist gut ge- 
troflTen : 

"Ihonaur thee? Wheref&re? 

Hast ihou ever soothed (he pangs 

Of ihe oppressed? 

Hast ihou ever dried ihe tears 

Of ihe affUcted? 

Have I not been forged to manhood 

By Time, the omnipotent 

And etemal Destiny, 

My Lord and ihine?*' 

Dagegen urteile man selbst, ob der Sprache nicht 
Gewalt angetan wird in solchen Zeilen: 

**Ha8t ihou not all thyself accomplished, 
Inviolate glovoing heart ?" — 

Der leichte Ton der zwei Berangerlieder ist nicht 
übel wiedergegeben — doch scheinen die Originale kaum 
die Mühe zu lohnen. 

Im Durchschnitt also sind Thomsons poetische Über- 
setzungen nicht gelungen; er, der den Vers so wunderbar 
in der Gewalt hatte, verlor anscheinend die Herrschaft über 
ihn, wenn es sich darum handelte, Fremdes nachzuformen. 
Was uns wundernimmt, ist nur, daß er solch unvollkommene 
Nachdichtungen veröffentlichte. Denn die Anforderungen, 
die er an den Übersetzer stellt, sind hohe und seine Ach- 
tung vor dem Original und die Furcht, ihm nicht gerecht 
werden zu können, beweist u. a. folgende Notiz zu seiner 
Übersetzung von Leopardis Dialog zwischenFried- 
rich Euysch und seinen Mumien. Der Dialog be- 
ginnt mit einem Chor der Mumien, den Thomson nur 
wörtlich wiedergibt, wozu er bemerkt: ''Tliis chorus in the 
lialian is one of the marvels of literatiire. Undble to translatc 
it into anything like poetry, and fecling that it could not he 
left out altogether, I have bcen reduced to give the haldcst litrral 
Version; a version even Icss like the original than a miimmy of 
Huysch is like a living man; for the mummy prcscrved form 
tcith substance, white the version preserves the sushstance only, 
and is equally lifeless'\ 



— 140 — 



G. Einflüsse. 

a) Dichterische Vorbilder. 

Den ersten Band seiner Gedichte hat Thomson ''Leo- 
pardi, the younger brother of Dante/' gewidmet, sein erstes 
Pseudonym sind die merkwürdigen Buchstaben B. V. Ganz 
von selbst also werden wir auf drei Männer gewiesen, die 
von Bedeutung für seine geistige Entwicklung gewesen 
sind. Ich möchte nicht in den Verdacht kommen, den 
Dichter auf das Niveau des bloßen Nachahmers oder Nach- 
empfinders herabzudrücken, sondern will im Gegenteil gleich 
von Anfang an betonen, daß ich ihn in den meisten Fällen 
für durchaus originell halte. Wenn auf die älteren Dichter 
hingewiesen wird, so geschieht es nicht, um sie als **Vor- 
bilder" hinzustellen, sondern nur, weil man annehmen 
kann, daß die Lektüre ihrer Werke in Thomson verwandte 
Empfindungen ausgelöst hat. 

"Leopardi, a younger brother of Dante" Was Thomson 
Dante verdankt, ist schon früher gesagt worden; er selbst 
gehört in diese Dichterfamilie hinein, empfindet gleich und 
sucht die Fähigkeit sich anzueignen, sich auch ähnlich 
glücklich auszudrücken. Leopardi nun, der große Dulder, 
der Märtyrer des Pessimismus, hat Thomson mächtig erregt. 
Und dabei scheinen die beiden Männer so gut wie gar 
nichts gemeinsam zu haben: Leopardi ist fiir jeden, der 
ihm nahegestanden, fast möchte man sagen, auch fiir den 
oberflächlichen Beobachter, von vornherein zum Pessi- 
mismus verurteilt. Wer den Unglücklichen sah, mußte 
den Zwiespalt ahnen, der seinen Frieden untergrub. Ein 
schwächlicher, verunstalteter Körper, der einen viel zu 
großen, schweren, ausdrucksvollen Kopf trug. Und in diesem 
Kopf wiederum Augen von so krankhaftem Glanz und 
Feuer, daß sie einen schier versengten. Dabei mit einem 
seltenen Sinn fiir Schönheit und einem ungestillten Sehnen 
nach Frauenliebe begabt. "Er liebte zweimal so, wie man 
nur in Italien liebt — und starb jungfräulich." 

Bei Thomson nichts von alledem; wer oberflächlich 
mit ihm verkehrte, mußte ihn eher fiir einen glücklichen 
Menschen halten. Das Doppelwesen, das ihm eigen war 



— 141 — 

und dessen heitere, reizvolle, lebensfrohe Seite sich in 
Gesellschaft vor allem zeigte, machte diese Täuschung 
möglich. Seine äußere Erscheinung war zwar nicht gerade 
alltäglich, insofern als man auf den ersten Blick den geist- 
vollen Mann erkannte, aber nichts war daran auffällig oder 
gar abstoßend. Im weiteren Gegensatz zu Leopardi hat er 
nicht unerwidert geliebt (obwohl eine Frauenliebe ihm 
zum Verhängnis ward) und die Freundschaft edler Frauen 
hat er bis zuletzt reichhch genossen. — Wenn man also 
vergleichen will, so kann man nur die Resultate, nicht aber 
die Ursachen dazu heranziehen. — Es ist aber schwer, 
dabei gerecht und objektiv vorzugehen, denn der Pessimis- 
mus an sich ist eine Richtung, über die man kein ab- 
schließendes Urteil fällen kann. Wie viel **Empfindung" 
und wie wenig "reflektierende Philosophie'* dabei 
ist, zeigt sich gerade am Beispiel Leopardis am deutlichsten: 
Er hält fest daran (und bedient sich recht scharfer Aus- 
drücke dabei), daß er lediglich durch seine Untersuchungen 
zu seiner pessimistischen Weltanschauung gekommen sei 
und nicht durch seine Krankheit \md materiellen Verhält- 
nisse. Es ist nicht leicht anzunehmen, daß ein Mensch so- 
sehr die Fähigkeit, persönlich zu abstrahieren, besessen 
haben soll, und die meisten Biographen halten es auch fiir 
eine Selbsttäuschung des Dichters. Ich glaube nicht, daß 
man es so schroff zurückweisen kann ; Leopardis Stimmimg 
ändert sich auch in besseren Verhältnissen nicht. Was aber 
soll man wiederum von einem Pessimisten halten, der sich, 
nachdem er unzählige Male den Tod als das einzig er- 
strebenswerte Ziel genannt hat, mit kindischer Angst an 
ein Leben klammert, in dem das bloße Atemholen mit un- 
säglichen Schmerzen verknüpft war? — Wir müssen also 
eigentlich mit einem ganz unbestimmten Faktor (dem Pessi- 
mismus) rechnen, wenn wir hier irgend etwas ausführen 
wollen; daß dann aber leider alle solchen Ausführungen 
auf sehr schwanker Basis ruhen, ist klar. Zur Zeit, als 
Thomson Leopardi kennen lernte, kann es unmöglich die 
verwandte Stimmung gewesen sein, die ihn hier anzog. 
Ich glaube viel eher, daß es die wundervolle, markig 
knappe Sprache war. Damals war Thomson noch gar nicht 
innerUch so weit frei geworden, um in Leopardis Weisen 



— 142 — 

einstimmen zu können. Wohl aber wird manches von den 
Ansichten des Italieners ihm geholfen haben, Klarheit in 
seine Lebensauffassung zu bringen. Ich glaube auch nicht, 
daß die so viel besprochene geistige Verwandtschaft der 
beiden einer wirklich eingehenden Untersuchung stand- 
halten würde. Wer gern Parallelen sucht, der wird sie 
natürlich mit Leichtigkeit in den Werken finden. Vieles, 
das uns an Leopardi lieb und vertraut ist, könnten wir 
ebenso von Thomson zu hören erwarten, " Denn er- 
kannte Wahrheit, ob sie i Auch trostlos sei, 
hat ihren Reiz" und wer Thomson der Nachahmung 
zeihen will, hat in Leopardis "Ein Traum" eine aus- 
gezeichnete Waffe in Händen. Wichtiger will mir scheinen, 
daß sich große Verwandtschaft in den Situationen nach- 
weisen läßt. 

Die Lieblingsgestalt Thomsons, die Kolossalstatue 
einer Frau, die ihm meist das Schicksal darstellt, finden 
wir im Dialog zwischen der Natur und einem 
Isländer,*) wo sie sich als Natur zeigt. Diese Gestalt 
erscheint in "The Fair of St. Sylvester" und schließ- 
lich ist die Figur der Melancholia aus der "City of 
Dreadful Night" auch verwandt damit. 

In den Phantasies fällt uns häufig eine gewisse 
spekulative Übertriebenheit auf, die von der Besprechung 
der einzelnen Aufsätze her noch erinnerlich sein wird. Sehr 
ähnlich in Ton und Inhalt sind einige der Leopardischen 
Essays, so "Proposta di premi fatta dalPAcca- 
demia dei Sillografi"^) oder "Storia del genere 
umano".^) 

Aber auch darauf kommt es schließlich nicht an. Es 
gälte nur zu bestimmen, ob eigentlich der Pessimismus 

^) . . . Vide da lontano un busto grandissimo; che da principio iiw- 
maginö dovere essere di pietra, e a somigliama degli ertni colossali veduti 
da lui, molti anni prima, nelV isola di Paaqtia. Ma fattosi piü da vicino, 
trovö che era una forma smisurata di donna seduta in terra, col bt$8to 
ritto, appoggiato il dosso e il gomito a una montagna; e non finta ma 
Viva; di volto mezzo tra hello e terribile, di occhi e di capelli nerissimi; 
la quäle guardavalo fissamente; e siato cosi un buono apazio senza parkire, 
aW ultimo gli disse (Leopardi, vol. I. pag. 230). 

2) Leopardi, vol. I. pag. 174ff. 

8) Ibid. pag. 147 fr. 



- 143 — 

(wenn man es denn so nennen soll) der beiden gleicher 
Natur war. 

Von Leopardi sagt sein Freund und Biograph Eanieri: 
"Er verachtete die Menschen, weil er sie zu sehr 
geliebt hatte." Also nicht nur das Weltall, das Fatum, 
das grausame Wesen, das man einen Gott nennt, umfaßt 
Leopardis Verachtung und Haß, sondern er findet auch, 
daß er unter seinen Brüdern eine einsame Stellung ein- 
nimmt; er kann sich mit ihnen nicht verständigen. Wer, 
der Thomson studiert oder auch nur gelesen hat, wird 
solches bei ihm finden! Seine Schwermut, seine Trauer 
rühren nur her von dem Gefühl der Ohnmacht des Men- 
schen dem ewigen Geschick, den xmerbittlich ernsten Natur- 
gesetzen gegenüber. Aber diese Ohnmacht teilt er eben mit 
allen, die der gleiche Fluch getroffen hat, und ich finde, 
daß Thomson zu der Zeit, da seine Lebensanschauung eine 
wirklich ausgereifte ist, eher von einer allumfassenden 
Menschenliebe erfüllt ist. Sollte wirklich dieser, mir funda- 
mental erscheinende Unterschied nicht vorhanden sein?! 

In einem Punkt sind beide, Leopardi und Thomson, 
völlig einig, das ist, wenn sie auf den Selbstmord zu 
sprechen kommen. Li Briefen, Gesprächen und Gedichten 
impulsiv und stürmisch und später in den Dialogen über- 
legt und ruhig hat Leopardi seine Ansicht darüber geäußert. 
Das Bild, das Thomson von dem Fluß der Selbstmörder 
z. B. entwirft imd manche andere Stellen in anderen Ge- 
dichten und Prosastücken zeigen, wie er darüber denkt. 
Leopardi geht weiter als Thomson: auf dem Papier, wenig- 
stens, scheut er sich nicht, die letzten Konsequenzen zu 
ziehen, ist er ganz mit sich einig darüber, daß keine 
"Pflicht, zu leben", bestehe. Thomson wägt kritisch 
ab, neigt auch zu der extremen Ansicht, zögert aber, sie 
auszusprechen. In Wirklichkeit hat ja, wie wir wissen, keiner 
von beiden es gewagt, wenn auch ein Freund von Thomsons 
letzten Wochen sagt, daß 'Hheij were nothhuj but a slow, dc- 
liberate suicide". 

Und noch eines ist beiden gemeinsam: die Fähigkeit, 
Naturschönheit zu genießen, obwohl auch hier die 
Ähnlichkeit nur bis zu einem gewissen Punkte geht. Für 
Leopardi ist die Natur die Freundin, zu der er flieht, wenn 



144 



er die Menschen nicht länger ertragen kann; die ihn stets 
ruhig anhört und ihn nicht seine äußere Unvollkommenheit 
empfinden läßt. Thomsons Liebe zur Natur steht ethisch 
höher; er liebt sie durch seine kosmische Erkenntnis, weü 
er sich eins mit ihr fiihlt, weil er weiß, daß das, was er 
heute an einem Freund oder an sich Hebt und bewundert, 
einmal in Gestalt eines Blattes, eines Käfers, eines Vogels 
wiederkehren wird. Seine Liebe zur Natur ist in seinem 
religiösen Verhältnis zu ihr begründet. — 

"Ä F.", Thomsons Liitialen bedeuten B y s s h e 
Vanolis. — Shelley \md Novalis sind es also, die 
weiter in Betracht kommen. 

Von Novalis' Einfluß weiß ich wenig zu sagen; ein 
ähnliches Schicksal hat Thomson wohl zuerst angezogen 
und durch die eifrige Lektüre der Schriften mag manches 
unbewußt in seinen Stil eingedrimgen sein. "Novalis ist 
es zur natürlichen Ansicht geworden, das Ge- 
wöhnlichste, Nächste als ein Wunder, das 
Fremde, Übernatürliche als etwas Gewöhn- 
liches zu betrachten/' Diese Tendenz kann man bei 
Thomson manchmal auch antreffen und besonders die 
Vorliebe für "Visionen" läßt sich darauf zurückfuhren. 
Daß wir die Übersetzung der "Hymnen an die Nacht" nicht 
besitzen, ist höchst bedauerlich: es wäre interessant zu 
sehen, wie Thomson sich in Novalis' Frömmigkeit hinein- 
leben konnte. Eine große Verschiedenheit ist jedenfalls 
zwischen den beiden vorhanden — Thomsons Gedanken 
über ein freiwilUges Aus-dem-Leben-gehen sind bekannt. 
Bei Novalis heißt es: "Mein Tod soll Beweis meines Ge- 
fühles für das Höchste sein, echte Aufopferung, nicht 
Flucht, nicht Notmittel." 

Den ausgiebigsten Eindruck aber hat Thomson gewiß 
von der Persönlichkeit Shelleys gehabt; es gibt kaum 
eine Zeit in seinem Leben, von dem Augenblick an, da er 
mit ihm bekannt geworden, zu der er sich davon frei- 
machen kann. Ständig beschäftigt er sich mit ihm, sucht 
ihm als Mensch und als Dichter gerecht zu werden, studiert 
seine Verse kritisch und mit sachlichem Interesse, erhebt 
ihn hoch über aUe anderen Dichter und läßt, ganz leise, 
Shelleysche Wendungen in seine Sprache einfließen. Es wäre 



— Üb ~ 

unrichtig, die Ähnlichkeiten feststellen zu wollen; einige 
Stellen sollen nur dieses eigenartige Zusammenklingen 
beweisen. 

Da ist zuerst natürlich "Epipsy chidion^', für Thomson 
das Meisterstück Shelleyscher Poesie. Schon die Anlage, 
deren Grundgedanke die Vision ist, erscheint bei Thomson 
z. B. in **Vane's Story". Wenn es bei Shelley heißt: 

^'Scarce viaible froni extreme loveliness. 

Warm fragranee seems to fall fram her light dresa, 

And her loose hair; and where some heavy tress 

The air of her oum speed has disenttoined, 

The sweetest seems to satiate the faint wind; 

And m the soul a wild odour ia feit, 

Beyond the sense, like fiery dews that melt 

Into the hosom of a froeen bud. 

See where she standst a mortal shape endued 

With love and life, and light and deity, 

And motion which may change but cannot die; 

An image of some bright Etemity ", 

80 erinnert es unschwer an manches bei Thomson. In dem- 
selben Gedicht kann er wohl auch eine kleine Anregung 
zu seiner **Lady of Sorrow" gefunden haben: 

*^But She, whom prayers or tears then could not tarne, 
Fast " 

Oder, um eine andere Stelle herauszugreifen, meint man 
nicht, wenn man den ^'Sunday up the River" liest. 
Nachklänge jenes herrlichen Gesanges aus dem^'Prometheus 
Unbound" zu hören, in dem Asia singt: 

"My soul is cm enchanted boat, 

Which, like a sleeping swan, doth float 

lipon the silver waves of Uiy sweet singing; 

And thine doth like an angel sit 

Beside the heim conducting it, 

Whilst all the toinds with melody are ringing. 

It seems to float ever, for ever, 

Upon that many-winding river, 

Between mountains, woods, abysses, 

A paradise of wildemesses ! 

Till, like one in slumber boiind, 

Borne to the ocean, I float down, around, 

Into a sea profound, of ever spreading sound : 

Meanwhile thy spirit lifts its pinions 

In tnusic^s most serene dominions; 

W o i s s 1 , Jarnos Thomson. 10 



— 146 — 

Catching ihe winds that fan ihat happy heaven. 

And we sail on, atoay, afar, 

Without a course, without a star, 

But, by ihe instinct of sweet mime driven; 

Till through Elysian garden islets 

By ihee, most heautifül of pilots, 

Where never mortui pinnace glided, 

The boat of my desire is guided: 

Bealms where the air we breathe is love, 

Which in the winds on the waves doth move, 

Harmonising this earth with what we feel äbove" 

Doch, trotz solcher Vergleiche, die sich dem Kenner 
beider Dichter unwillkürlich aufdrängen, wird niemand von 
Nachahmung sprechen wollen. 

Alles, was Thomson über und mit Bezug auf Shelley 
geschrieben hat, ist in einem gesonderten Band erschienen : 
''Shelley*'; a Poem with oiher writings by James Tlmmoti. — 
Printedfor Private Circulation, Whittingham and Co,, Chiswick 
Press, 188L — 

''Leopardi and Heine are the two )nen with whom James 
Thomson acknowlcdged most of spiritual kindredness. His can- 
scioiis or unconscioiis hrotherhood toith Leopardi exalted Thopnsan, 
that with Heine dragged him down/' Mr. William Maccall 
fällt dieses Urteil in seinem Essay "A Nirvana Trilogy". 
Das sollten wir doch nicht ganz zu Recht bestehen lassen. 
In den Gedichten macht sich gewiß ein erniedrigender Ein- 
fluß Heines nicht bemerkbar, oder doch höchstens an ein 
oder zwei Stellen. Eher schon könnte man in den Prosa- 
schriften, namentlich in den S, tO P., davon reden. Auch 
dort aber wäre es die Frage, ob diese Skizzen und Artikel, 
die, wie bekannt, alle für Tendenzblätter, den ''National 
Reformer" und den "Secularist*' geschrieben sind, nicht 
einzig und allein im Sinne jener Zeitschriften auf den 
etwas frivolen Ton (den wir uns allerdings gewöhnt haben, 
als eine Eigenart Heines anzusehen) gestimmt sind. — 

b) Zeitgenossen und persönliche Bekannte; Freundschaften 
und Korrespondenzen. 

Schon oft im Verlauf dieser Arbeit habe ich den 
Mangel eines gründlichen Einblickes in die Korrespondenz 
des Dichters bedauert. Es könnte da ein schönes Bild 



— 147 — 

geschaffen werden, das ihn fiir diejenigen, die ihn nur als 
"poet and pessimist'* (so lautet gewöhnlich der Steckbrief) 
kennen, von ganz anderer Seite zeigen -^ürde. — 

Thomson hat sich leicht durch Freunde beeinflussen 
lassen. Ich möchte das nicht im ungünstigen Sinne ver- 
standen wissen; es soll nur heißen, daß er bereit war, die 
guten und seltenen Eigenschaften anderer zu finden, anzu- 
erkennen und auf sich wirken zu lassen. Viele innige 
Freundschaften hat er geknüpft; zuerst die mit seinen 
Vorgesetzten im Lager, Mr. und Mrs. Barnes — jcüire- 
lang hat er ihr Andenken bewahrt, ist er ihnen für die 
Bichtung, die sie seinem Wesen gegeben, dankbar geblieben. 
In diese fiiihe Zeit fällt auch die Verbindung mit der Fa- 
milie Grey, mit deren einer Tochter (Mrs. Greigh) er 
lange im Briefwechsel stand. Charles Bradlaugh, der 
in seinem Leben eine so große Rolle spielte, war ein 
Armeegenosse gewesen. Diese rätselhafte lange Freund- 
schaft mit ihrem ebenso rätselhaften Ende ist moralisch 
von nicht sehr günstigem Einfluß gewesen. Es klingt zwar 
hart, dies zu sagen, soll aber keineswegs eine Anklage gegen 
Mr. Bradlaugh sein, der in materieller Hinsicht durch Jahre 
hindurch einfach die Vorsehung fiir Thomson war. Es hat 
nur den Anschein, als wäre das meiste von dem, das bei 
Thomson als frivol verletzt (fast der ganze Band '*Satirrs 
and Profanities") unter dem Einfluß Bradlaughs entstanden. 
Der '^National Reformer", das Tendenzorgan, forderte der- 
artige Artikel geradezu heraus, die ein anderer Herausgeber 
gar nicht angenommen hätte. — Dieses abfällige Urteil 
jedoch kann nur rückblickend ausgesprochen werden und 
auch Thomson selbst wurde sich erst gegen Ende der 
Freundschaft bewußt, daß er vielleicht nicht immer ganz 
derselben Meinung wie Bradlaugh gewesen war. Aus einem 
Brief an M r. W. M. R o s s e 1 1 i vom 21 . Dezember 1875 nehme 
ich die hiefiir bezeichnende Stelle : ''Mr. Hoh/oake Iias ahvaj/s 
differedfrom Mr. Br. in maintainhuj tinii Secularism is a prac- 
tical rille qf life, and as such qiilie distinct from Athcism and 
all other merely specidative st/stcms ; and mamj of us arc ai onc 
with Mr. Holyoahe on this matt er.'* 

Nun noch einmal zu R o s s e 1 1 i. Mit ihm hat Thomson 
durch mehrere Jahre hindurch eine angeregte Korrespondenz 

10* 



— 148 — 

gefülirt, die sich zwar meist auf neutralem Gebiet be- 
wegt, aber doch auch manchmal persönlich wird. Das 
neutrale Gebiet ist (mit wenigen Ausnahmen) Shelleys 
Dichtung. Durch Rossettis kommentierte imd sorgfältig neu 
kollationierte Ausgabe war Thomson zum ersten Male in die 
Lage versetzt, seinen Lieblingsdichter nach einem verläß- 
lichen Text zu lesen. Er zollt Eossetti für seine Leistung 
großen Dank und schickt ihm seinerseits ab und zu eigene 
Emendationen, nicht ohne in größter Bescheidenheit seine 
mangelhaften Fähigkeiten eingestanden zu haben. Manches 
treffende Urteil über Shelley findet sich darin und ein 
inniges Eingehen auf die Eigenart des Dichters. Ich kann 
nur nach den wenigen Proben bei Salt urteilen ; die übrigen 
sollen auch in den schon oben erwähnten Band "Shelley" 
aufgenommen sein. Mr. Rossetti hat die Absicht, 6 Briefe 
Thomsons an ihn (vom April 1872 bis November 1874) 
in einem demnächst zu erscheinenden Buch ''Rossetti Papers 
187 0—1876" zu veröffentlichen. 

Von intimeren persönlichen Beziehungen spricht, wie 
schon an anderer Stelle erwähnt, der Brief aus Amerika, 
der an Lebendigkeit der Schilderung, Klarheit der Dar- 
stellung imd glücklicher Beobachtung zu dem Besten gehört, 
was auf diesem Gebiet zu verzeichnen ist. 

Ein anderer eifriger Korrespondent Thomsons ist der 
Verlagsbuchhändler Bertram Dobel 1. Im April 1874, als 
die "City" im ''National Reformer'' erschien, schrieb dieser, 
der schon seit einiger Zeit die mit B. V. signierten Gedichte 
und Artikel mit Literesso gelesen hatte, an Bradlaugh und 
fragte nach dem Autor. Der Brief wurde Thomson über- 
geben und es resultierte eine innige Freundschaft, die bis 
an Thomsons Ende dauerte. Was Thomson in geistiger 
Beziehung von dieser Verbindung profitierte, kann nicht 
entschieden werden ; gewiß ist nur, daß Dobell mit dankens- 
werter Energie sich der Angelegenheit der Publikation an- 
genommen hat und auch jetzt noch immer für das Bekannt- 
werden des Dichters sorgt: Er hat in neuerer Zeit erst 
wieder eine volkstümliche Ausgabe ausgewählter Gedichte 
veranstaltet, den Leopardiband herausgegeben und mit 
einem liebevollen Geleitworte versehen und trägt sich, glaube 
ich wohl, mit dem Gedanken, die Tagebücher bei Gelegenheit 



— 149 — 

folgen zu lassen.^) Dobell hat jedenfalls Anlaß zu einer 
Arbeit Thomsons gegeben, dem Artikel "A Strange Book". 
Er hat ihm die Improvisations from the Spirit von Dr. Garth 
Wilkinson zugeschickt, einen Autor, für den Thomsons 
Interesse schon früher erwacht war. Der Artikel selbst 
sowie der Einfluß, den die Mystiker Swedenborg und 
Wilkinson auf Thomson ausgeübt haben, ist an anderer 
Stelle besprochen worden. Um den Spuren Wilkinsons richtig 
nachgehen zu können, bedürfte es einer genaueren Kenntnis 
seiner Werke, als ich sie besitze. Die Beschäftigung mit 
seinen Schriften hat sich jedenfalls eng angeschlossen an 
das Studium Blakes.^) — 

Persönlich nahe gestanden ist ihm in London noch 
vor allem Austin Holyoake, der zweite Redakteur des 
^'National Beformer", dessen Tod am 10. April 1874 ein 
schwerer Schlag für ihn war. In den Tagebuchnotizen dieses 
Jahres spiegelt sich die Sorge um den Freund. "Äustin's 
in and otit" und "Austin's all week" heißt es da oft. Am 
17. April wurde Holyoake auf dem Highgate Cemetery be- 
graben: Acht Jahre später sollte Thomson in demselben 
Grabe, neben dem Freund, zur Ruhe eingehen. — Der Voll- 
ständigkeit halber müssen hier noch einmal die Namen 
Philipp Bourke Marston und Jack und H. A. Barr 
Platz finden. Was die drei für Thomson bis zu seinem 
Lebensende gewesen sind, ist bekannt. 



D. Sprache. 

Ein paar Worte nur über Thomsons Sprache: Wie 
schon bemerkt, war seine Ausdrucksweise so, daß sie durch- 
aus nicht einen Mangel an gediegener Erziehung merken 
ließ. Er war Schotte von Geburt und hatte viel in Irland 
gelebt, aber sein Englisch zeigt keine dialektischen 

1) Ich bin Mr. Dobell zu Dank verpflichtet ftlr die liebens- 
würdige Übersendung der Mac call sehen Artikel ''A Nirvana Tri- 
logy", die nirgends n)ehr zu finden sind, und fttr einige biblio- 
graphische Angaben. 

^) Die erste Erwähnung jenes Wilkinson sehen Buches fand 
Thomson in Eossettis Blake-Ausgabe. 

10** 



— 150 — 

Eigentümlichkeiten; zu erwähnen wäre hier höchstens der ver- 
altete Ausdruck "anent" = betreffs ("Vane's Story", pag. 18 ; 
"Eonald", pag. 232), der als scoticism gilt, oder die Redens- 
art "dree his taeird*' ("City", pag. 137), oder der Ausdruck 
"may" fiir maid ("Three, that shall be one", pag. 231), der so- 
wohl irisch als schottisch ist, oder die Form "leal" fiir loyal 
("Jolly veterans", pag. 427). 

Als andere Eigenheiten würde ich anfuhren: 

1. Die Vorliebe für Composita: 
tree-shadow ("Ronald", 209), 
father-tenderly (ibid. 211), 
picture-motionless (ibid. 216), 

sky-pure, sea-calm, star-bright ("Shelley", 244), 
star-wan, star-sad, star-pure, star-tremulotis (ibid. 263), 
life-buming, unne-blood, nectar-sweet ("Festival", 290), 
dim-steadfast ("Bertram", 343). 

2. Vorliebe für veraltete Ausdrücke: 
mthouten ("Ronald", 232), 

thrid ("Festival", 288), 

highth ("City" 164, "Lady of Sorrow", 7), 

alliage ("Sympathy", 230), 

treen für trees ("Naked Goddess", 219), 

teen and threne ("City", 172), 

piain fiir complain ("Doom", 168), 

besprent ("Old Dream" 356, "Ronald", 204). 

3. Gebrauch von Substantiven als Verben: 
to glad ("Deliverer", 284), 

to lamp ("Shelley", 245, 267; "Tasso", 314), 

to Star ("Ronald", 228), 

to companion ("Lady of Sorrow", 6), 

to pleasure ("Vane's Story", 13 ; "Happy Poet", 326). 

4. Gekürzte Schreibung der Participia: 
pled ("Naked Goddess", 222), 

pierd ("Doom", 147), 
fxdl-flusht ("Shelley", 248), 

'^^'■'^M ("Festival", 297). 
mcreast J ^ ' ^ 

6. Vorliebe für lateinische Endungen, die ihn 

in der Verwendung der weiblichen Reime unterstützen. 



~ 161 — 

E. Charakteristik. 

Ich habe in den vorliegenden Blättern nach besten 
Kräften versucht, ein Bild vom Leben und von den Werken 
James Thomsons zu geben. Der Gedanke, der mich dabei ge- 
leitet hat, ist ein doppelter gewesen : Erstens galt es einen 
mir bedeutend erscheinenden Mann, der über sein Vaterland 
hinaus nie bekannt geworden, zu seinem ßechte zu ver- 
helfen; er verdient es, auch bei uns gewürdigt zu werden! 
Zweitens aber sollte die etwas einseitige Auffassung, die 
seine Biographen über ihn verbreiten, etwas gemildert und, 
wo es tunlich schien, berichtigt werden. — Eine eigene 
Charakteristik hier zu geben, sieht fast aus wie eine Wieder- 
holung von manchem, das an anderen Stellen schon gesagt 
worden; doch will mir solch eine Zusammenfassung nicht 
überflüssig erscheinen. — 

James Thomson als Mensch war eine Persönlichkeit. 
Das wechselvolle Leben hatte tiefe Spuren in seine Züge 
gegraben; verschiedene Bilder, die wir von ihm besitzen, 
geben davon Zeugnis. Der Mund, der zu Zeiten so bezau- 
bernd lächeln konnte, hatte schwere, ernste Falten, die von 
schlaflosen Nächten und einem Ringen mit den großen 
Fragen des Lebens sprachen. Die Augen, wenn sie auch 
oft brannten und schmerzten, blickten stets gütig und mit 
jenem Ausdruck leichten Humors, der die Freunde anziehen 
mußte. Ein guter Freund den Gefährten, ein geduldiger 
und liebevoller Mentor den Jungen, ein liebenswürdiger 
Plauderer und Gesellschafter, so ist er bis zuletzt gewesen. 
Ich glaube nicht, daß er eine sehr tätige Natur gewesen 
ist. Er arbeitete, weil er mußte, ohne besonderen Eifer und 
ohne Plan und fühlte sich wohl am freiesten und glück- 
Hchsten, wenn er seinen Stimmungen nachgeben konnte 
und ohne äußeren Zwang produzieren durfte. Keiner von 
denen, die aus der Menge herausleuchten und die Aufmerk- 
samkeit auf sich ziehen, aber einer, den jeder stolz war, 
zum Freund zu haben und den man wohl auch nicht so 
bald wieder vergaß, wenn man ihn gekannt hatte. James 
Thomson als Dichter zu beurteilen ist eine schwierigere 
Aufgabe. Langes Studium seiner Eigenart trübt vielleicht 
etwas den Blick für seinen wirklichen Wert und ich fürchte 



— 152 — 

fast, ihm unrecht zu tun, indem ich ihn zu hoch stelle und 
so Erwartungen erwecke, die er vieUeicht nicht erfüllen kann. 

Wer von einem Dichter verlangt, daß er ein Lehrer der 
Menschheit sei, oder wer sich hinreißen lassen will von einem 
leichtbeschwingten Genius, der wird bei Thomson vergebens 
anklopfen. — "Wer aber die Mühe nicht scheut, das Werden 
und Bingen eines ernsthaft strebenden Geistes mitzuerleben, 
wer sich über hart erkämpfte Siege freuen kann ; wer in dem 
Dichter den Menschen sucht, den Bruder, der Gleiches leidet 
und trägt wie wir, der in der Not kleinmütig und verzagt 
ist, oder auch sich aufbäumt in wildem Trotz, der die Liebe 
bis übers Grab und die Freundschaft vergolden kann, der 
wird mit dem Ergebnis zufrieden sein. **The laureate ofpessim" 
ism'' hat man ihn genannt und ihm bitter unrecht damit 
getan. Denn alle Töne des großen Gesanges "Leben" 
schlägt er an; manchmal zaghaft nur und stammelnd, 
wenn das Erlebte noch zu frisch in ihm ist und er noch 
nicht Herr seiner Sprache geworden ist; ein anderes Mal 
sieghaft und alle Hindernisse übersteigend, mit einer Wucht 
und Prägnanz des Ausdruckes, um die ihn mancher beneiden 
könnte. Er läßt der Phantasie Kaum und ftihrt uns weit 
weg in märchenhafte Länder, überspringt die Hindemisse 
von Raum und Zeit, verkehrt mit Geistern und ist daneben 
doch wieder so echt menschlich, so echt englisch — 
so echt Londoner. Denn, es muß wiederholt werden : Die 
Stadt, in der er seine besten Jahre verbracht, hat seinem 
Leben und Dichten den Stempel ihres Wesens aufgedrückt. 

James Thomson als Kritiker, das wäre der nächste 
Punkt. Wir haben viele Kritiken von ihm; als literarische 
Erzeugnisse stehen sie hoch, weit über dem, was man auf 
dem Gebiet zu verlangen gewohnt ist; der echte Dichter 
verleugnet sich eben auch hier nicht. Aber das Objektive, 
Sachliche, das man fordern könnte, fehlt gänzlich. Er hat 
goldene Worte geschrieben über Browning und Shelley, 
aber ebenso oberflächlich gereizte über Tennyson (von 
dessen Einfluß er sich doch nicht freimachen konnte) oder 
Bulwer oder Macaula y. Ein wenig teilt er die Vorliebe 
der jungen anglo-französischen Schule für das 15. und 
16. Jahrhundert. Was seinen Kritiken fehlt, ist das System, 
die Methode ; es sind künstlerisch schöne Essays, aber ohne 



- 163 — 

großen kritischen "Wert. Daß er doch gerade auf diesem 
Gtebiete eine große Rolle zuerteilt bekam, mag wohl daran 
liegen, daß sich fast niemand dem unendlichen Eeiz seines 
Stiles verschließen konnte. 

Dieser Reiz des Stiles machte ihn auch zum großen 
Essayisten. Er nimmt eine würdige Stelle ein neben 
Männern wie de Quincey, Lamb oder Matthew 
Arnold. Selbst da, wo der Inhalt des Essays uns nicht 
an sich schon fesselt, bleibt die Wirkung des Wortes nicht 
aus und die besten darunter sind seinen Gedichten gleich- 
zustellen. 

Thomson als Freidenker endlich. Euer zeigt sich 
die merkwürdige Erscheinung, daß er in den eigentlich 
freidenkerischen und revolutionären Schriften viel weniger 
als solcher wirkt als in manchem seiner Gedichte. Man 
merkt den Artikeln zu sehr die Absicht an, während in 
der poetischen Darstellung Herzenstöne mitklingen, die uns 
das politisch - religiöse Glaubensbekenntnis näherbringen. 
Thomson wirklich als Parteischriftsteller anzusehen, 
geht wohl kaum an. 



F. Stellung in der Literatur und die 
Literatur über ihn. 

Nach der vorgehenden Charakteristik macht es sich 
eigentlich ganz von selbst, Thomson seinen Platz in der 
Literatur seines Volkes anzuweisen. Wenn ein persönliches, 
durch eingehendes Studium des Dichters etwas befangenes 
Urteil gelten darf, so möchte ich sagen: er hält die Mitte 
zwischen Tennyson und Browning, mehr zu letzterem hin- 
neigend. Doch kommt es hierin auf eine subjektive Meinung 
kaum an. Wichtigor scheint es mir, festzuhalten, wie von 
autoritativer Seite über ihn genrteilt worden ist. — Da 
ist in erster Linie George Eliot anzuführen, die nach 
Lektüre der "City" an Thomson schrieb: 

''The Priori/, 21 North Banlc, RcfjenVs Park, 

May 30, 1S74. 
Dear Poet, — / cannot rest satisficd withoat telliyig you 
that my mind responds with admiration to the distind vision 



— 154 — 

and grand utterance in the poem tvhich you have been so good 
as to send me. — Also, I trust that an inteüed infortned by 
so much passionate energy as yours will soon give tis more 
heroic strains unth a mder embrace of human fellowship in 
theni — such as unll be to the labourers of the world what the 
ödes of Tyrtaeus were to the Spartans, thrilling tJtem wiih the 
sublimity of the social order and the courage of resistance to 
all that would dissolve iL To accept life and write much fine 
poetry is to take a very large share in the quantum of human 
good, and seems to draw with it necessarily some recognitUm, 
affectionate and even joyful, of the manifold willing lahours 
which have made such a ht possible. — Yours sincerely 

M. E. Lewesr 

Femer kommt in Betracht das Urteil George 
Merediths, der vor allen anderen dazu geeignet war, 
eine so komplexe Natur zu verstehen: ''Few men have been 
endowed with so brave a heart . , ,his verse was a pure weil. 
He had, dlmost past example in my experience, the thritt of 
the worship of moral valiancy as tvell as of sensuous beauty . . . 
He probably had, as niost of us have had, his heavy suffering 
on the soft side. But he inherited the tendency to the thing 
which slew him. And it is my opinion that, in consideration 
of his high and singularly elective mind, he might have worked 
clear of it to throw it off, if circumstances had been smoother 
and brighter about him " 

Dann eine Kritik George Saintsburys in "The 

Academy": " But it is exceedingly rare to find a volume, 

in which so large a number of the pieces contained hnve a 
distinct and individual poetic atiractiveness . . . that he /mw, 
what somebody once called a fine ghomy imagination is not 
contestable, and, fortunately he is not always given up to it , , ," 

Der Kritiker von ** Lloyd's Weekly London Newspaper" 

schreibt: " It is a certainty that Mr, Tliomson is a poet. 

He is not a writer of verses merely. Whoever hos read this 
strangely powerful volume must feel that it is not to be dealt 
with with that ever rising flood of rccent verse. He is no imitator, 
no writer of polished lines inspired by Wordsworth, or Mr, 
Temiyson or Mr, Stvinburne, who has so much sham poetry to 
answcr for. Here we have the note of genuine poetic feeling, 



— 165 — 

and the medium of communication in the most exquisitely skilful 
and vigorous verse. Not since the days when Mr. Smnbume 
and Mr. Morris sturtled the reading tvorld has any volume 
called forth more decided and Sterling praise than this one 
before us. Each piece is dated, and it is curious to observe 
{hat many ofthefinestpoems were written before the Mr. Smnbume 
and Mr. Morris aforesaid were knoum . . ." 

Femer ist von großer Bedeutung das Büchlein von 
Mac call, die öfters erwähnte ''Nirvana Trilogy", die Ein- 
leitung zu "Poets of the Century*' von Eoden Noel und 
die anonyme zur Separatausgabe der ''Story of an old 
Jewish Firm". Auch vielleicht ein *'Obituary notice", 
1882, von Ph. B. Marston im ''Athenaeum". 

Ich lasse nachstehend noch die Liste folgen, die Mr. 
D ob eil zusammengestellt hat (This is a list of contents of 
a volume of articles which I have made up, and which relates 
entirely to Thomson and his works, B, Dobell) : 

1. A New Poet, from Fortnightly Review, Jtdy 1880 (on 
first publication of "The City"), 

2. A Poet of To'day, from a magazine called ''To-day" 
(now extinct), 

3. Artide by P. 2?. Marston on ''The City" from a magazine 
called "Modern Thought" (now defunct). 

4. Article by G. W. Foote on Thomson, from "Progress". 

5. Childish RecoUections of James Thomson, by Mrs. Bradlaugh- 
Bonner, from "Our Corner" (2 articles). 

6. Article on James Thomson from Dublin University Review, 
1885. 

7. Artide called "A Great Poet's Prose" (a review of'Satires 
and Profanities" from "Progress"). 



Nachtrag. 



Auf Grund von neu^m, mir erst jetzt in London bek««int 
gewordenem Material möchte ich zu dem Vorigen noch 
zweierlei hinzufügen: 

1. In der revised edifion von H. S. Salt's "Life of 
J. Thomson"^) findet sich eine genauere Bibliographie, aus 
der ich anführe, was ich bisher noch nicht genannt habe: 

Zu pag. VI. 

The City of Dreadful Night, with introduction by Mrs. 
E. Cavazza, and Bibliography by Bertram Dobell and 
J. M. Wheeler. 

Thomas Mosher, Portland, Maine, U. S. A. 1892. 

Poems, Essays, and Fragments, with Preface by John 
M. Robertson. A. & H. B. Bonner, London 1892. 

Zu pag. 155. 

Reviews of ^^The City of Dreadßd NiyM': Acaderny, June 6fh 
1874; SpectatoVy Jan. 20t h 1874; Athenceum^ May 
Ist 1880, Academy, June 12th 1880; London Quarter ly 
Review, April 1881, 

A. NewEnf/lisIiPoet, hy Joel Bento n, Appletons Journal, 
May 1881. 

J ames Thomson, a Study, (jy G. G, Flaws, Secular Review, 
June 24th & July Ist 1882. 

Vhe Works of James Thomson by H. S. Salt, Gentle- 
mans Magazine, June 1886. 

Jc4mes Thomson by Edmund C, Stedman, Century Maga- 
zine, Oct, 1887. 



1) London, A. & H. B. Bonner, 1 & 2 Took's Court, Chancery 
-*^*^e 1903. 



— 168 — 

The English Poets, edited hy T. H. Ward, 1885. Notice 
of Thomson by Ph. Bourke Marston and excerpts from 
City of Dreadfxd Night, 

Encyclopcedia Britannica, ninth edition, 1888. 

Reviews of the Life of J. Th. by Salt: Freethinker, Febr. 
lOfh 1889; Athenceum, Match 16th; Spectator, MarcJi 
23rd; National Reformer, March 31st; April 7th, 
14th, 2l8t; Agnostic Journal, April 6th; Watts' 
Liter ary Guide, April 15th, May I5th; Academy, 
April 13th; Saturday Review, May I8th; Public 
Opinion, June 28th. 

Some Extracts from J. Th/s Note Books by H. S. Salt, 
Scottish AH Review, Aug. 1889. 

Selections from the Ms. Books of B. V,, National Re- 
former, 1891. 

The Life of Charles Bradlaugh by his daughter, 1,112, 
113, etc. 

James Thomson, a Biographical Sketch by A. G., New 
York 1893. 

James Thomson <& his Critics by Henry S. Salt, The 
Reformer, Sej)t. 1898. 

2. Größere und kleinere Artikel und Gedichte Thom- 
sons, die bisher noch nicht aus den Zeitschriften abge- 
druckt sind. 

The Investigator, Febr. Ist 1859: The King's Friends. 
National Reformer, Sept. 13th 1874, pag. 162 ff.: Uhland 

in English. 
National Reformer, Nov. 8th, 1874, pag. 290 ff.: Mill on 

Religion. 
National Reformer, Jan. 31st 1875 <& Febr. 7th 1875 cf- 

Febr. 14th 1875: Henri Beyle (de StendhalJ. 
National Reformer, Febr. 7th 1875: (Jottings) über Kings- 

leys Tod. 
National Reformer, Febr. 28th 1875: Raffaele Sonzogno. 
National Reformer, April 25thl875: The Sanky Hymns. 
National Reformer, May 2nd 1875: Ret>iew von Never 

Forsake the Ship, d' other Poems by Finola. 
National Reformer, May Ißth 1875: Mr. Moodt/s 

Addresses. 



— 169 — 

National Reformer, May 23rd 1875: A Populär Sermon, 
National Reformer, May 30th 1875: Some May Meeting 

Fiffures. 
National Reformer, June 6th 1875: Some May Meeting 

Speeches. 
National Reformer, June 13fh d 20th 1875: Debate 

hetween Mr. Charles Watts and Mr. Z. B.Woffendale. 
Secular Review dt Secularist, June Ißth 1877: Review 

of the Discourses of Epictetus translated by 

George Long. 

(Dies ist der SohluBartikel ; der Anfang fehlt.) 
Secular Review <& Secularist, Jtdy 7th dt 21st 1877: 

Trois contes by Flaubert. 
Progress, March 1884: The Book of Songs (Preface to 

the Third Edition.) 
Progress, May 1884: From page 161 of the Book of Songs 

(Third Edition). [Lyrisches Intermezzo 64.] 
National Reformer, May lOth d- May 17th 1891: On 

Suicide. 
National Reformer, June 7th dt June 14th 1891: A Novel 

(Fragment). 



WIENER BEITRÄGE 

ZX7B 

ENGLISCHEN PHILOLOGIE 



UNTER MITWIEKUNG 



D"- K. LÜICK 

OBD. PROF. DEB KNQL. PHILO- 
LOGIE AN DEB UNIVERSITÄT 
»OUAX 



D"- R. FISCHER 

OBD. PBOF. J>KE ENGL. PHILO- 

LOGIE AN I>KB UNIVEB8ITÄT 

IN INNSBRUCK 

L. KELLNER 

AO. PB0FE880B DER ENGL. 
PHILOLOGIE AN DEB UNI- 
vübsitAt in CZEBNOWITZ 



D"- i. POGATSCHER 

OBD. PBOF. DEB ENGL. PHILO- 
LOGIE AN DEB DEUTSCHEN 
UNIVEB8ITÄT IN PBAG 



HEEAUSGEGEBEN 



D«- J. SCHIPPER 

OBD. PROF. DEB ENGL. PlIILOLOOIR UND WIBKLICHEM MITGLIEDE DEB 
KAI8EBL. AKADKMIK DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN 



XXV. BAND 



WIEN UND LEIPZIG 
WILHELM BRAUMÜLLER 

K. U. K. HOF- UND UNI VERSITÄTS-BUCH HÄNDLER 
1907 



TENNYSONS 



SPRACHE UND STIL 



VON 



Da PHIL. ROMAN DYBOSKI 




WIEN DND LEIPZIG 
WILHELM BRAUMÜLLER 

K. U. K. HOP- UND UNIVKRSITÄTB-BirCHIlÄNDLER 
1907 



Alle Rechte, inibesondero das der Übersetiung, Torbehalten. 



K. k. Ünivenitätt-Buchdruckorei a^tyria". Gras. 



Dem Andenken des großen Lehrers und Forschers 

Professor Richard Heinzel 

gewidmet. 



Be near tis when we climh or fall: 
Ye watchj like (rod, the rollin ij hours 
With larger other ajes ilmn ours, 
To make allowance for xia all. 

In Memoriam, LI. 



Vor^vort. 



Indem ich diese Arbeit der Öffentlichkeit übergebe, 
gebührt mein aufrichtigster Dank allen denen, welche ihre 
Entstehung und Veröffentlichung gefördert haben: vor allem 
meinem hochverehrten Lehrer, Herrn Hofrat Prof. Schipper, 
fiir die Ehre der Aufnahme meines Buches in seine Samm- 
lung, welche mit diesem XXV. Bande ein kleines Jubiläum 
erreicht; Herrn Prof. L. Kellner (in dessen Zeitschrift 
"Bausteine" der Abschnitt über Wortbildung ursprünglich 
erschienen ist) für vielfache Anregungen und Ratschläge, 
mit denen er die Arbeit in ihrer Entstehung begleitet hat ; 
Herrn Dr. R. Brotanek fiir wertvolle, tatkräftige Hilfe 
in sachlichen und technischen Schwierigkeiten; Herrn 
Dr. J. Morison in Oxford für aufopferungsvolle Unter- 
stützung in den Anfangen der Korrektur; meinem werten 
amerikanischen Freunde Prof. F. M. Padelford (Washington 
State University) für Ermutigung in kritischen Momenten ; 
endlich meinen geehrten englischen Gönnern Dr. H. Bradley 
und Dr. Furnivall für freundliche Hinweise auf biblio- 
graphische Einzelheiten. 

Einem Dank soll auch die Widmung Ausdruck geben. 
Wenn ich diesen Blättern den Namen des großen Wiener 
Germanisten voranzusetzen wage, dessen Schüler ich noch 
zu sein das Glück hatte, so glaube ich damit insofern eine 
Pflicht zu ei-fiillen, als diese Arbeit in ihrem Wesen ein 
anspruchsloser Versuch sein will, eine Heinzel eigentümliche 
Art philologischer Darstellung nachahmend auf neues Gebiet 
zu übertragen: das Verfahren nämlich, eine gegebene Summe 
literarischer Produkte, als einheitliche Stoffmasse zusammen- 
gefaßt, nach verschiedenen Gesichtspunkten zu analysieren 



— vm — 

und die gefundenen Merkmale mit Belegen zu einer "Be- 
schreibung" zusammenzustellen, ist hier auf das gesamte 
Lebenswerk eines modernen Dichters, wie es in der ab- 
schließenden Ausgabe letzter Hand als geeintes Ganzes vor- 
liegt, und zwar unter Beschränkung auf poetischen Ausdruck 
und Spraohtechnik, angewandt worden. — Auf solche Weise 
auch nur im Kleinen der großen Idee zu dienen, deren 
Verwirklichung Heinzeis Methode anstrebte, nämlich der 
Annäherung der Philologie von einer einseitig historischen 
Betrachtungsweise an das beobachtend-beschreibende Ver- 
fahren der modernen Naturwissenschaft, ist Zweck und 
Ziel dieses Buches. 

Die biographische Einleitung wird dem Benutzer des 
Buches vielleicht als Repertorium der literarhistorischen 
Grundtatsachen dienlich sein. — Dem Mangel eines alpha- 
betischen Wortregisters, welches nahezu Wiederholung des 
ganzen Stoffes bedeuten würde, sollen die Rückverweisungen 
im glossarialen Schlußteil sowie das ausfuhrliche Inhalts- 
verzeichnis (am Ende) abhelfen. 

So sei denn dieser bescheidene Tribut ausländischer 
Bewunderung auf dem Grabe des großen Meisters englischer 
Sprache und Dichtung niedergelegt! 

Kr a kau, im Oktober 1906. 

R. Dyboski. 



Kinleitung. 

über Tonnysons Lebon und Werke. 

(Vortrag, gehalten am 10. und 11. Dezember 1903 im Seminar fQr 
engl. Philologie an der k. k. Universität Wien.) 

Alfred Tennyson wurde am 6. August 1809 als viertes 
von den zwölf Kindern des Eev. Dr. George Clayton 
Tennyson in dessen Pfarrhause zu Somersby in Lincolnshire 
geboren, genoß von 1816 bis 1820 Elementarunterricht in 
der Schule zu Louth, dem Geburtsorte seiner Mutter, worauf 
er ins Vaterhaus zurückkehrte. Erinnerungen an dessen 
schöne ländliche Umgebung sind in den Gedichten "A spirit 
haunts the year's last hours" und "Fly down, cold rivulet, 
to the sea" sowie in der **Ode to Memory" niedergelegt; 
vor allzu weitgehender Lokalisierung anderer Gedichte aber 
warnt sein Sohn in der Biographie des Vaters mit der 
Bemerkung: "TAe localities of my father^s suhject-poems are 
wholly imaghiaty/' Die Persönlichkeit seiner Mutter charak- 
terisiert Tennyson in dem Gedichte "Isabel" sowie in 
einigen Versen seiner *'Princess". Sein Vater, ein gebildeter 
Mann, bereitete ihn auf die Universitätsstudien durch gründ- 
lichen klassischen Unterricht vor; von modernen Autoren 
fand er Shakspere, Milton, Burke, Goldsmith, Babelais, 
Sir William Jones, Swift, De Foe, Cervantes, Bunyan und 
Buffon in des Vaters Bibliothek. Andere BilduDgselemente 
waren die umgebende Natur, welche Tennj^son liebte und 
vom Vater auch liebevoll beobachten lernte, und vor allem 
der Anblick der See, an deren Ufer — in Mablethorpe — 
die Familie im Sommer weilte. — '^From his earliest years', 
sagt sein Bruder Artliur, ''he feit that he was a poet, and 
eamestly trained himselfto be tcorthy of his vocatim/' Von den 



nach eigener Angabe sehr umfangreichen Jugendprodukten, 
deren erste Vorbilder Thomson und Popes Homer, dann 
auch W. Scotts romantische Epen waren, teilt der Sohn 
Fragmente mit. Im Jahre 1827 veröffentlichte er gemeinsam 
mit seinem Bruder Charles ein Bändchen Gedichte "Poems 
by Two Brothers", natürlich noch durchaus unselbst- 
ständige Versuche. 

Am 20. Februar 1828 bezogen die beiden Brüder das 
Trinity College in Cambridge, wo bereits ihr älterer Bruder 
Frederick studierte. Hier lernte Tennyson unter anderen 
Freunden, wie Brookiield, Kemble etc. alsbald den um 
zwei Jahre jüngeren Arthur Hallam kennen, dessen Tod 
ihn später zu einem seiner größten Werke begeisterte. — 
Neben der Klassikerlektüre sowie historischen und natur- 
wissenschaftlichen Studien beschäftigten ihn die politischen 
Zeitereignisse und die sozialen Probleme — damals vor Er- 
scheinen der Reformbill viel besprochen — aufs lebhafteste; 
er gehörte einem Verein gleich gesinnter junger Leute an, 
^^The AjiostM^ genannt, welche alle jene Fragen bei ihren 
Versammlungen erörterten und überdies gemeinsam Hobbes, 
Descartes, Locke, Berkeley, Hume, Kant und andere neuere 
Philosophen lasen. — Von literarischen Arbeiten aus dieser 
Zeit sind zu erwähnen: das 1829 preisgekrönte Konkurs- 
poem **Timbuctoo'' und — schon 1827 — der erste 
Entwurf von **The Lover's Tale'' sowie eine reiche 
lyrische Produktion, deren Früchte 1830 in einem Bändchen 
als **Poems, chiefly lyricaT' gesammelt erschienen. 
Erst diese Dichtungen erregten allgemeinere Aufmerksam- 
keit, und mit ihnen betreten wir das Gebiet der eigentlich 
literarhistorisch bedeutenden Leistungen Tennysons. Ihr 
Vorzug liegt im Gegensatz zu jenen Jugend versuchen, wie 
Hallam in einer Rezension hervorhob, in der Originalität: 
^Hce recognise the spirit of his age, huf not the individual form 
ofthis or that wri(er^\ Der Dichter selbst sagte später, schon 
**Lovers Tale" und "Timbuctoo" seien "m no way imitative 
of any poet'* gewesen, und fügt hinzu: '^and, as far as I hww, 
nothing of mine after the date of Timbudoo was imitative*'. Ein 



— XI — 

anderer Beurteiler, Edward Fitz Gerald, tadelte nur den 
a£Eektierten Ton, legte ihn aber dem Zeitalter zur Last, 
über dessen Geist sich der junge Dichter noch nicht zu 
seiner individuellen Höhe zu erheben verstanden habe. Ein 
Überblick über die Sammlung ist deshalb schwer zu ge- 
winnen, weil die meist kleinen Gedichte sich durch bunte 
Mannigfaltigkeit in Inhalt, Art und Form eben noch als 
unruhiges Suchen des Dichters nach bestimmter Sichtung 
und ausgesprochenem Stil kennzeichnen. Als Gruppen 
könnte man etwa unterscheiden: die Frauenbilder "Lilian, 
Adeline, Margaret, Eleänore, Kate'', ausgezeichnet durch 
metrischen Eeichtum und Fluß, aber — etwa nach Schillers 
Art — farblos abstrakt, ohne den intimen Goetheschen Heiz des 
Selbsterlebten. Dieser allgemeine, unpersönliche, rhetorische 
Charakter, eine Haupteigenschaft aller Jugendgedichte, tritt 
noch deutlicher in einer zweiten Gruppe zu Tage, den 
Gedichten philosophierenden Inhalts, wohl meist Früchten 
der Gespräche im Kreise der **Apostles'': so etwa "Supposed 
Confessions of a Second-rate Sensitive Mind", trotz des 
scherzhaften Titels ein ernster Ausdruck reUgiöser Zweifel 
und der in diesem Lebensalter gewöhnlichen inneren 
Gärung: '*/ am dark^ formless, utterly destroyedJ^ Hierin 
erblicken wir ein zweites Hauptmerkmal, das sich aber 
auch auf Tennysons ganze folgende Produktion erstreckt 
und in Hallams Worten *'we recognise the spirit of his 
age" fixiert ist: Tennyson durchlebt, immer ein Mann seiner 
Zeit, mit ihr alle Ideen kämpfe und Geistesumwälzungen und 
zeigt uns in den Phasen seines Schaifens, besonders in den 
philosophischen Gedichten, den typischen Entwicklungsgang 
des modernen Menschen in Quintessenz und Vollendung. 
Mag dies die Individualität des Dichters auch verwischen: 
den Wert seiner Werke als Quellen für die Kulturgeschichte 
erhöht es. — Zu der rhetorisch-philosophischen Gruppe 
gehört etwa noch die pathetisch-schwunghafte "Ode to 
Memory", die selbstbewußten Gedichte *'The Poet" und 
'The Poet's Mind", das tiefsinnige Paar *'Nothing will 
Die" — *'A11 Things will Die" und anderes. Unter den 



_ xn — 

übrigen lyrischen Gedichten verschiedenen Inhalts kann 
man solche unterscheiden, deren Grundton gefühlvolle Re- 
flexion ist, wie "A Dirge'' oder das epigrammatisch-sinnige 
"Circumstance"; weiter balladenartige: "Oriana", **The Owl", 
"The Kraken" — diese Gattung pflegte Tennyson erfolg- 
reich weiter — ; femer rein elegische: "Claribel", "Mariana", 
das später eingeschaltete "The Deserted House", das prae- 
raphaelitisch- allegorische "Love and Death"; schließlich 
farbenreich -phantastische, die zahlreichste Gruppe, wie 
"Eecollections of the Arabian Nights", "The Sea-Fairies", 
"The Dying Swan", „The Merman" und "The Mermaid"; 
in diesen und einigen noch zu sondernden, die wie "Leonine 
Elegiacs" eine Art poetischer Übungen scheinen, tritt uns 
zuerst und schon als ausgebildetes System die Natur- 
schilderungsmethode Tennysons entgegen: ihr besonderer 
Wortschatz und Vorstellungskreis bleiben von nun an, ab- 
gesehen von der allgemeinen Vervollkommnung des Dichters, 
im wesentlichen auf unveränderter Höhe. — Schließlich sei 
erwähnt, daß Gedichte an Personen, z. B. an Schulkameraden 
und persönlichen Inhalts, recht zahlreich sind und daß 
unter den Sonetten, welche den Schluß der Sammlung 
bilden, sich zwei politische Gedichte als Anfang einer gleich- 
falls glücklich weiter gepflegten Gattung finden, nämlich 
"Poland", durch die Ereignisse von 1830/31 veranlaßt, und 
"Buonaparte". 

Im Februar 1831 verließ Tennyson Cambridge; einen 
Monat darauf starb sein Vater, den die Mutter noch um 
34 Jahre überlebte. Mit Einwilligung des Amtsnachfolgers 
wohnte die Familie noch bis 1837 im Pfarrhause. Dort be- 
suchte sie häufig Hallam, welcher zu des Dichters Schwester 
Emilia eine Neigung faßte und sich mit ihr bald verlobte. — 
Schon 1832 erschien ein neuer Zyklus von Gedichten unter 
dem Titel "Poems". Wiederum definierte ein Freund, dies- 
mal Spedding, den Fortschritt aufs richtigste: nicht in 
größerer Formvollendung beruht er, sondern darin, daß 
^^the original and distinctive character of ihe man appeared tnore 
pla%nly'\ Das Suchen und Tasten hat aufgehört: ^^his genius 



— xm — 

w(i8 manifestly shaping a peculiar course for itself, and finding 
out iU proper husiness^'. 

Die Sammlung eröffnet eine symbolische Ballade ^'The 
Lady of Shalott**, später zur Königsidylle „Lancelot and 
Elaine" erweitert. Ein zweites kurzes balladenartiges Ge- 
dicht in Strophenform mit Refrain, '^The Sisters" betitelt, 
behandelt das Judithmotiv, aber als Bache für das Unglück 
einer Schwester gefaßt. Ein größeres erzählendes Gedicht 
oder vielmehr ein Zyklus von drei solchen, "The May 
Queen", ist die Geschichte eines als Schönheit gefeierten, 
dann kranken und unglücklichen Dorfmädchens, das aber 
schließlich nicht in Verzweiflung, sondern getröstet und mit 
der Welt versöhnt stirbt. Die später erfolgreich gepflegte 
Gattung der Idylle beginnt hier mit **The Miller's Daughter". 
Antike Stoffe behandeln zwei Gedichte: "Oenone", die Klage 
der von Paris zu Gunsten Helenas verlassenen Geliebten, und 
"The Lotos-Eaters", die bekannte Szene aus der Odyssee, 
im Stil einer modernen Märchenphantasie ausgeführt, mit 
einem angeknüpften lyrischen "Choric Song". "A Dream 
of Fair Women" ist eine Nachdichtung von Chaucers "Legend 
of Good Women". Orientalisches Kolorit, glühender als die 
"Arabian Nights" der früheren Sammlung, zeigt hier 
"Fatima". Gleichfalls an ein früheres Gedicht, nämlich die 
elegische "Mariana", erinnert das im Inhalt gleiche, nur in 
Milieu und Stil umgedichtete "Mariana in the South". 
Allegorischen Inhalts ist außer der "Lady of Shalott" die 
umfangreiche Komposition "The Palace of Art", welche 
den Gedanken ausführt, daß eine selbstsüchtige Kunst- 
religion den Menschen nie ganz befriedigt und, wie die 
Widmung sagt, *7Äaf Beauty, Good and Knowledge are three 
SisferSy And never can he sunde/d withont tears*\ Gelegenheits- 
gedichte im Goetheschen Sinne des Wortes sind "The 
Blackbird", "The Death of the Old Year" und die Trostes- 
worte an Spedding nach dem Tod von dessen Bruder. Reiner 
Humor tritt nur in der politischen Allegorie "The Goose" 
zu Tage. Eine besondere Gruppe schließlich bilden vier poli- 
tische Gedichte, darunter "Love thou thy land", und eines 



— XIV — 

von ernster sozialer Grundidee **Lady Clara Vere de Vere", 
eine Verhöhnung törichten Adelsstolzes. Eine Sonderstellung 
nimmt dann noch das Gedicht "The Two Voices" ein: es 
sind Reflexionen über den Selbstmord, der erste Ausdruck 
der trostlosen Stimmung nach dem plötzlichen Tod Arthur 
Hallams zu Wien am 15. September 1833. Aus derselben 
Stimmung heraus dichtete Tennyson schon damals ein vom 
Sohne zitiertes kleines Trauerlied, das den ersten Keim 
zu "In Memoriam" enthält. Nach einer vorübergehenden 
Periode völliger Hingabe an den Kummer beginnt eine Reihe 
von Jahren ernster und unausgesetzter Arbeit an der all- 
seitigen Geistesausbildung. Der Sohn teilt den Wochenplan 
des Vaters aus dieser Zeit mit : je fünf Nachmittage sind 
abwechselnd dem Deutschen, Italienischen und Griechischen 
gewidmet — aus der französischen Literatur vor allem 
Moli^re, Racine, V, Hugo — , die Vormittage der Geschichte, 
Theologie und verschiedenen Zweigen der Naturwissenschaft, 
nur die Abende der dichterischen Produktion. Bei der Hoch- 
zeit seines Bruders Charles, welcher seit 1835 Pfarrer in 
Talby war, am 24. Februar 1836 feüJte Tennyson zur 
Schwester der Braut, Emily Sellwood, die er schon 1830 
flüchtig kennen gelernt hatte, und die damals als Braut- 
jungfer auftrat, eine tiefere Neigung: darauf bezieht sich 
das Sonett "The Bridesmaid". — Im Jahre 1837 mußte die 
Familie Tennyson, deren eigentliches Haupt in Abwesenheit 
seiner älteren Brüder jetzt Alfred war, Somersby verlassen 
und wohnte in High Beech, Epping Forest, dann in Tun- 
bridge "Wells, hierauf seit 1841 in Boxley bei Maidstone. 
Die Nähe Londons ermöglichte neben brieflichem auch per- 
sönlichen Verkehr mit Schulfreunden und in literarischen 
Kreisen; so traf er im **Sterling Club'' mit Carlyle — 
die intime Freundschaft beginnt 1842 — , mit Dickens, 
Thackeray, Forster, Leigh Hunt, Rogers, Campbell, Länder 
zusammen. Auch konnte er jetzt sein reges Interesse an 
den großen Tagesereignissen auf sozialem, politischem, 
religiösem und wissenschaftlichem Gebiete uneingeschränkt 
befriedigen. 



— XV — 

1842 erschien endlich die Frucht von Tennysons zehn- 
jährigem Schweigen: zwei Bände "Poems", in England 
von Milnes, Sterling und vielen anderen Rezensenten, in 
Amerika, wo Tennysons Dichtungen um 1837 bekannt ge- 
worden waren, von Hawthome, Edgar Allan Poe, Emerson, 
Margaret Füller, in Deutschland von Freiligrath, der einiges 
übersetzte, enthusiastisch begrüßt. Wieder erkannte Spedd- 
ing am richtigsten den Fortschritt und die Ursache des 
diesmal so allgemeinen Beifalls: der Dichter war in den 
zehn Jabren innerer Sammlung zur Einsicht gelangt, daß 
seine bisherigen Werke als literarische Treibhauspflanzen 
nicht genug allgemein - menschliches Interesse besaßen, 
während er ja zum Sänger der Ideen seiner Zeit, der 
Strömungen im modernen Geistesleben berufen war wie 
kein anderer. Durch Erkenntnis dieses Berufes war aus dem 
Dichter für wenige ein Dichter für alle geworden. — Der 
erste Band der Sammlung enthielt Umarbeitungen älterer 
Gedichte; von den neuen des zweiten Bandes sind vor 
allem die im blankverse geschriebenen "English Idyls" 
hervorzuheben, einfach-barmlose Bilder aus dem englischen 
Alltagsleben. Die typischesten darunter sind wohl "Walk- 
ing to the Mair' und **Audley Court'\ beides Dialoge. 
"Edwin Morris'^ eine kleine Erzählung von scherzhaftem 
Stil und ernstem Inhalt, ist glänzend durch die Charakte- 
ristik; "The Gardener's Daughter, er the Pictures", die Ge- 
schichte der Liebe eines Malers, durch farbenreiche Bilder. 
Die Perle der Sammlung aber ist die ländliche Erzählung 
"Dora", in der unerreichten Schlichtheit und Einfachheit 
der gerade aufs Ziel losgehenden Darstellung ein Vorspiel 
zum "Enoch Arden". Die erste in der Reihe der Idyllen, 
"Morte d^ Arthur", gehört nur durch die Rahmenerzählung 
hieher: einer Gesellschaft, ähnhch der im III. Buche von 
"Hermann und Dorothea", liest ein Dichter ein episches 
Fragment über Arthurs Tod vor: dieses seihst ist wie die 
gleichfalls in dieser Sammlung erscheinenden Bruchstücke 
"Sir Galahad" und **Launcelot and Guinevere" Vorarbeit 
zu den Königsidyllen. Zu diesem Genre gehört auch die 



XVI 



mittelalterliche Legende "Godiva". Von wirklichen Idyllen 
gehören noch der Sammlung an: "The Talking Oak", eine 
Vereinigung von durchlebten Gefühlen, Naturbeschreibung 
und Kulturgeschichte, und "The Day-Dream", eine Be- 
arbeitung des Dornröschenthemas. Balladenartige Dichtungen 
fehlen nicht: "Edward Gray'', "The Captain", „The Beggar- 
Maid" (die Cophetua-Ballade), "Lady Cläre'' und „The Lord 
of Burleigh". Als Darstellungen einerseits des finsteren 
Asketismus, andererseits der spiritualistischen Verzückung 
mittelalterlicher Frömmigkeit nehmen "St. Simeon Stylites" 
und "St. Agnes' Eve" eine Sonderstellung ein. In dieser 
Umgebung ist wohl auch die in Dürerschem Stil ge- 
zeichnete, großartig-groteske "Vision of Sin" zu nennen. 
Die philosophischen Gedichte zeigen den Dichter ganz im 
Banne der seit Bailey's "Festus" herrschenden spekulativen 
Richtung, so "Locksley Hall", mit seiner typischen Gestalt 
eines jungen Mannes jener Tage, drapiert in unglückliche 
Liebe und sozialphilosophischen Weltschmerz; andere, wie 
da^ 1847 eingefügte "The Golden Year", sprechen in reifer 
Form unverändert gültige Wahrheiten aus. Antike StoflTe 
behandeln der von Carlyle bewunderte "Ulysses" und 
"Tithonus". Persönlichen Inhalts sind "Love and Duty" mit 
deutlicher Beziehung auf den durch Armut verlängerten 
Brautstand, sowie "Will Waterproofs Lyrical Monologue", 
heiter-ernste Phantasien eines armen Dichters in der Poeten- 
taverne "zum Hahn", welche Tennyson und seine Freunde 
besuchten — femer "A Farewell" als Erinnerung an 
Somersby, und vielleicht "The Letters" (Inhalt: ^^amantium 
irae^'). Das Charakteristischeste ist wohl "The Voyage", worin 
sich der oben erwähnte neue Standpunkt des Dichters, die 
bewui3te und frohe Teilnahme an der ewigen Entdeckungs- 
fahrt des menschlichen Geistes, ausspricht; ähnlich in "The 
Poet's Song". An Personen richten sich zwei Gedichte, rein 
humoristisch ist wieder nur eines, "Amphion", Schließlich 
ist eine hier zuerst auftretende neue Gattung zu erwähnen : 
das kleine melodiöse Lied, ^^song^' xar' ^^o///v, meist Re- 
flexionslyrik wie "Move eastward, happy earth . . .", "Come 



— XVII — 

not when I am dead", "Break on thy cold grey stones, o 
sea"; ein Vorläufer war in der ersten Sammlung "My life 
is fall of weary days'\ Später liebte es Tennyson, solche 
Lieder in größeren Kompositionen einzustreuen. 

In der nächsten Zeit schritt, wie Freunde berichten, 
vor allem die Arbeit an **In Memoriam" sehr rasch vor; 
auch "The Princess" wurde begonnen; auf einer Schweizer- 
reise 1846 beendet, erschien dieses Werk im Jahre 1847, 
aber noch nicht in seiner heutigen Gestalt: die kleinen 
Lieder, welche an einigen Stellen den Strom der Handlung 
wie grüne Inseln unterbrechen, wurden erst der dritten 
Auflage von 1860, und ein wichtiges Motiv, die katalepti- 
schen Anfalle — tveird seizures — des Helden, erst in 
der vierten von 1851 eingefügt; die fanfte erschien 1853. 
Das Werk, vom Dichter wegen der Mischung von Epischem 
und Lyrischem "a medlei/^ zubenannt, ist im hlankveise 
geschrieben und hat die Frage der höheren Frauenbildung 
und die soziale Stellung der Frau überhaupt zum Gegen- 
stände. Eingekleidet ist es in die Form einer Erzählung, 
deren einzelne Abschnitte von jungen Hochschülern in 
fröhlicher Gesellschaft bei einem Feste, das der Vater eines 
von ihnen auf seinem Landsitze gibt, anknüpfend an ein 
Gespräch über die Frauenfrage der Reihe nach improvisiert 
werden. Der Inhalt des Märchens ist die Bekehrung einer 
spröden Prinzessin, welche eine Universität für Frauen 
gegründet hat und selbst deren Rektor ist, zur Liebe und 
Weiblichkeit bei der Pflege eines im Kampf mit ihrem 
Bruder verwundeten prinzlichen Bewerbers. Eine Reihe von 
bunten Bildern englischen Universitätslebens, ins weibliche 
Element übertragen, wird in Anknüpfung an einen An- 
näherungsversuch des Prinzen entrollt, indem dieser mit 
zwei Begleitern, alle als Mädchen verkleidet, sich an der 
Anstalt immatrikulieren läßt; das Abenteuer endet mit 
Entdeckung und Ausweisung, welche eben jenen Kampf 
zur weiteren Folge hat. Des Dichters definitive Ansichten 
über die Fraueni'rage sind unmittelbar ausgesprochen in 
zwei Reden des Prinzen : einer an seinen Vater gerichteten 

Dyboski, Tonnysons Sprach© und Stil. B 



— xvm — 

Verteidigung der jungen Schwärmerin und dann ganz be- 
sonders in den Worten an seine Braut nach der Liebes- 
szene am Krankenlager. — In den Frauengestalten der 
Dichtung sind nach des Dichters eigener Deutung ^^all 
possible vieles of Woman^s higher education** dargestellt; das 
Problem ist nicht in das System einer Lösung gezwängt, 
sondern allseitig beleuchtet. Der Märchenform fügt sich 
als Ornament zur Erhöhung der Stimmung das Motiv der 
"weird seizures" des Prinzen ein; die Lieder, darunter eines 
"Oome down, o Maid" von Schweizer, ein anderes "Blow, 
bügle, blow" von irischen Landschaftseindrücken erfüllt, 
sind Meisterwerke. 

Zur Zeit der Veröffentlichung von ^*The Princess" 
wohnten die Tennysons in Cheltenham ; von dort aus unter- 
nimmt der Dichter Ausflüge nach London — wo engere 
Beziehungen zu Thackeray beginnen und eine Zusanxmen- 
kunft mit Freiligrath stattfindet — sowie nach Schottland, 
zwei auch nach Irland und einen behufs Lokalstudien zur 
Artussage nach Comwall. 

Im Sommer 1850 erschienen die seit Hallams Tod zu 
verschiedenen Zeiten verfaßten Elegien in einer Sammlung 
unter dem Titel **In Memoria m'' vereinigt. Trotz seiner 
Entstehungsweise ist das aus 131 Einzelgedichten nebst 
Prolog und Epilog bestehende Werk in sprachlicher und 
metrischer Beziehung eine feste Einheit: es ist durchweg 
in vierzeiligen Strophen von viertaktigen jambischen Versen 
mit der Reimstellung abba geschrieben und der Wortschatz, 
insbesondere die philosophische Terminologie, stellt sich 
als ein Organismus dar. Schwerer ist, die Einheit des Ge- 
dankenganges durch die Labyrinthe von Reflexion und 
Gefühl, konkreten Naturbildern und abstrakten Denkreihen 
hindurch, welche das Werk nach des Dichters eigener Be- 
zeichnung zu einer "Divina Commedia" des menschlichen 
Seelenlebens machen, unentwegt zu verfolgen; die Menge 
von Beziehungen auf Zeitereignisse und Zeitideen erschweren 
die Interpretation; vom Dichter besitzen wir nur kurze 
Andeutungen. Der Gedankengang in großen Zügen ist klar: 



— XIX — 

von der gänzlichen Hingabe an den Gram, in der er sich 
verzweiflungsvoll an materielle Äußerlichkeiten — das Schiff 
mit Hallams Leiche — heftete, steigt der Dichter zum Un- 
sterblichkeitsglauben, dann zur Überzeugung von Verkehr 
und Gemeinschaft der Geister fort, so daß ihm der Freund 
zu Ende des Buches wieder wie einst ein lebender Gefährte 
ist, und von da aus erhebt er sich zu jenem System von 
Ansichten über Gott, Glauben, Wissen, Stoff und Geist, 
welches nach des Theologen Maurice Ansicht ^'a definite 
Step towards the unification of the highest religion and philosophg 
tcüh the progressive science of the day'' war und das diese 
"modernen Psalmen", wie man sie genannt hat, fiir heute 
und morgen ebenso wahr, bedeutsam und aktuell macht, 
wie sie es für die Gebildeten von 1860 waren, von denen 
naturgemäß nur eine erlesene Schar das Buch gleich mit 
Freuden empfing und genoß. 

Erst das Honorar für "In Memoriam" ermöglichte dem 
Dichter die Heirat mit Emily Seilwood nach zehnjähriger 
Trennung. Die treue Gefährtin war ihm auch zeitlebens 
eine geistvolle Ratgeberin beim literarischen Schaffen. Wie 
schon 1839 "The Princess", so wurde jedes folgende Werk 
mit ihr durchbesprochen; auch setzte sie einige seiner 
Lieder in Musik. — Eine zweite wichtige Folge der Ver- 
öffentlichung von "In Memoriam" war die Ernennung zum 
Poet laureate einige Monate nach Wordsworths Tode, am 
19, November 1850. Die Erinnerungen an eine Reise nach 
Italien im Jahre 1851 sind in "The Daisy'^ niedergelegt. 
Im folgenden Jahre, als ein Krieg mit Frankreich zu drohen 
schien, entstanden drei politische Lieder: "The Third of 
Pebruary", "Britons, guard your own" und "Hands all 
round''. — Bis 1853 lebte das Ehepaar in Twickenham, 
wo am 11. August 1862 die Geburt des Sohnes und späteren 
Biographen Hallam zum tiefsinnigen, viel später vollendeten 
Gedichte "De Profundis" Anlaß gab ; im November entstand 
die "Ode on Wellington's Death". Im folgenden Jahre 
übersiedelte die Familie in das Landhaus Farringford in 
Freshwater auf der Insel Wight, das abwechselnd mit 

B* 



— XX — 

London und dem später erworbenen Aldworth an der 
Grenze zwischen Surrey und Sussex der eigentliche Wohn- 
sitz seiner späteren Jah.re war. Als Frucht der Arbeit dieser 
ruhig-glücklichen Zeit erschien 1856 "Maud, a monodrama". 
Der Band enthielt außerdem noch einige kleinere Gedichte, 
darunter die **Charge of the Light Brigade", am 2. Dezem- 
ber 186B unter dem Eindrucke einer Beschreibung dieser 
Episode des Krimkriegs (in "Times") binnen wenigen Mi- 
nuten niedergeschrieben. — Die eigenartige, vielumstrittene 
Dichtung „Maud", ebenso mannigfaltig und vollkommen 
in der Form als seltsam in Inhalt und Erfindung, ist die 
tragische, von dem unglücklichen Helden selbst in sprung- 
hafter Darstellung erzählte Geschichte seiner Liebe zu einem 
Mädchen, dessen Vater den Tod des seinen verursacht hatte; 
trotz seiner Verbitterung und des festen Entschlusses von 
Mauds Reiz unwiderstehlich angezogen, durch scheinbare 
Abweisung gekränkt, von Eifersucht entflammt, schließlich 
in Abwesenheit ihres Bruders durch Gegenliebe beglückt 
und schon zur Versöhnung auch mit ihm bereit, wird der 
Liebende von ihm bei einer Zusammenkunft mit Maud am 
Morgen nach einem Balle überrascht, tötet ihn in der Folge 
im Duell, flieht in die Bretagne, vom Schatten Mauds ver- 
folgt, und wird wahnsinnig. Von einer der nun breit ent- 
falteten Wahnsinnsszenen aus dichtete Tennyson, indem er 
vor sie einen erklärenden Abschnitt setzte, der seinerseits 
einen zweiten vor sich erforderte u. s. w., das Werk gewisser- 
maßen von Zentrum und Ende gegen den Anfang zu. Im 
letzten Teile schließlich erscheint der Held geheilt, voll 
Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Maud in anderen 
Welten — und voll Begier, seine Seele im Donner des 
Krieges vollends zu beruhigen : das Stück ist inmitten der 
Zurüstungen zum Krimkrieg geschrieben. — Der Dichter 
hat es als notwendig erkannt, durch eine dispositionsartige 
Inhaltsangabe, die der Sohn mitteilt, feste Grundlsigen für 
die inhaltliche Interpretation des Gedichtes zu schaffen, um 
welches sich ein Kampf der widersprechendsten Deutungen 
und Urteile entspann. 



— XXI — 

Im Jahre 1856 nahm Tennyson die poetische Beschäfbi-* 
gang mit der ihn seit jeher interessierenden Artussage 
wieder auf: eine Heise nach Wales förderte die Arbeit, 
und 18B9 erschienen vier von den **Idylls of the King". 
10.000 Exemplare wurden in der ersten Woche verkauft. 
Zwei Jahre zuvor war von den "Poems" eine von D. G. 
Bossetti, Millais, Holman Hunt u. a. illustrierte Ausgabe 
erschienen; später illustrierte die Königsidyllen noch Gustav 
Dor6. Vielfache Reisen (nach Norwegen, Portugal), auch 
je eine nach Comwall und der Bretagne behufs Lokalstudien 
zum Epos, fallen in diese arbeitsvollen Jahre; Soldaten- 
und Matrosenlieder, *'Riflemen form!" und "Jack Tar", 
veranlaßt durch den Krieg von 1859, Gelegenheitsgedichte 
wie "A Welcome to Princess Alexandra" — durch An- 
näherung an den Hof im Jahre 1862 — entstehen in dieser 
2ieit; ebenso die "Experiments", von denen die "Alcaics 
to Milton" und zwei Übersetzungen von Abschnitten der 
Ihas im blankverse sowie das epische Fragment "Boädicea" 
das Gelungenste sind. Die wichtigste Frucht dieser Jahre 
aber war der 1864 erschienene Band, ursprünglich "Idyls 
of the Hearth" betitelt, die Krone der 1842 mit "English 
Idyls" so glücklich begonnenen Gattung. Tennysons popu- 
lärstes Gedicht, "Enoch Ar den" (mit dem Nebentitel 
"The Fisherman"), diese im hlonkverse dahinfließende Ge- 
schichte vom totgeglaubten Fischer, der nach jahrelangem 
Robinsonleben in die Heimat zurückgekehrt, sein Weib als 
glückliche Gattin eines Jugendfreundes findet und helden- 
mütig bis zum Tode in unentdeckter Zurückgezogenheit 
schweigt, — zeigt neben dem tief rührenden Inhalt und 
herrlichen Bildern von Natur und Familienleben den schon 
in "Dora'' so deutlichen Vorzug Tennysonscher Erzählungs- 
kunst, die göttliche Einfachheit einer unentwegt fort- 
schreitenden Darstellnngsweise, in höchster Vollendung. 
Der Gegenstand, dem Dichter vom Bildhauer Woolner mit- 
geteilt, ist eine weit verbreitete, auch in der Bretagne er- 
zählte Matrosen- und Fischerlegende. — Das dramatisch 
Mächtigste, das Tennyson je geschrieben hat, ist das folgende 



— xxn — 

stück der Sammlung, „Aylmer's Field"; es hat das tragische 
Geschick eines durch soziale Vorurteile getrennten und 
daran sterbenden Liebespaares zum Gegenstande. Den Kern 
des Gedichtes bildet die Leichenrede des Pfarrers, Bruders 
des Helden, auf die beiden Unglücklichen über den Text 
"Your house is left unto you desolate'', — voll des er- 
habensten biblischen Pathos ; das Gedicht hat den Dichter 
mehr mühevolle Arbeit gekostet als je ein anderes. Von 
den übrigen ist **The Grandmother" das rechte Muster 
einer modernen Idylle, durch die zufällig vernommene 
Äußerung einer alten Frau '*The spirits of my children, 
always seem to hover about me" veranlaßt. Mit **The 
Northern Farmer", "new" und *'old style", Bildern aus dem 
nordenglischen Bauernleben voll prächtiger Charakteristik, 
beginnen die Dialektgedichte Tennysons, später meist in 
der Sprache seiner Heimat Lincolnshire verfaßt. — '*Sea 
Dreams", die in ein englisches Familienidyll hineinerzählte 
und von schöner Vergebungsphilosophie durchwehte Ge- 
schichte vom materiellen Buin eines kleinen Bankbeamten, 
enthält das Wiegenlied "What does little birdie say", wozu 
sich die *'Child-songs" von 1880 "The City-Child" und 
'*Minnie and Winnie" stellen. Das tiefsinnig allegorische 
Liedchen "The Flower", die Popularisierung neuer Ideen 
darstellend, und die jugendfrische Ballade "The Sailor-Boy" 
vervollständigen den Inhalt dieses Bandes, von welchem 
bald 60.000 Exemplare vergriffen waren. 

Im folgenden Jahre erschien ein 3-Penny-Band unter 
dem Titel ^'Selections from the works of Alfred Tennyson", 
der die populärsten den ärmsten seiner Mitbürger zugäng- 
lich machen sollte und „to the Working-Men of England" 
dediziert ist ; er enthielt einiges Neue, darunter die Matrosen- 
ballade "The Captain, a legend of the navy". — In der 
nächsten Zeit entstehen die Zeilen an Dante, auf Bitten 
der Florentiner zum 600. Jahrestage seiner Geburt verfaßt, 
das antik-philosophische Gedicht "Lucretius", die Ballade 
"The Victim or the Norse Queen", neben der späteren 
poetischen Übersetzung des angelsächsischen Brunnanburh- 



— X.XTTT — 

fragmentes und Einzelnem im ^'Harold" (so dem Thor- 
Liede, IV, 3) der einzige Rückblick Tennysons in ger- 
manisches Altertum — ein kleiner Liederzyklus "The Window, 
er the Song of the Wrens" zu Sullivans Musik, das philo- 
sophische Gedicht **The Higher Pantheism", die zwei moral- 
philosophischen Strophen "Wages" (*Lohn'), Metaphysisches 
wie **Flower in the crannied wall . . .", vor allem aber werden 
die Königsidyllen 1868 mit **The Holy Grail" wieder auf- 
genommen. Von Ereignissen im Geistesleben des Dichters 
sind intensive hebräische Lektüre (des Buches Hiob, des 
Hohen Liedes und der Genesis), Beschäftigung mit dem 
ItsJienischen sowie tiefere philosophische Studien zu er- 
wähnen, die sich in einigen der Gedichte wiederspiegeln 
und 1869 zur Begründung der kurzlebigen "Methaphysical 
Society" führen. In demselben Jahre erschien ein Band 
mit einigen neuen Königsidyllen nebst einem Teil der er- 
wähnten Gedichte sowie "The Golden Supper". Seine Popu- 
larität in Amerika (von ihm selbst schon 1832 durch die 
Verse "England and America, 1782", weise begründet) stieg 
nach diesem Bande ungemein, eine '^Tmnyson Societt/^ ent- 
stand in Philadelphia. Besuche wie der Longfellows (1868), 
Turgenjews (1871), Darwins (1868), Garibaldis (schon 1864) 
und später Renans (1875), Auszeichnungen wie das Oxforder 
Ehrendoktorat (schon in den Fünfzigerjahren) — und neue 
Bekanntschaften wie die mit George Eliot bringt der Dichter- 
ruhm mit sich. — 1872 erschien die Imperial Library Edition 
seiner Werke und enthielt als Zusätze einige ungedruckte 
ältere Gedichte, darunter ^'Literary Squabbles'^ im Jahre 
1846 als "affcer-thought*' zu einer scharf satirischen Ant- 
wort auf Angriffe Edw. Lytton Bulwers gegen die 1842er 
Gedichte im "Punch'^ erschienen, ferner "On a Spiteful 
Letter" als Erwiderung auf die zahlreichen anonymen 
Schmähbriefe. Außer in diesen Gedichten hat Tennyson 
auf die vielen Angriffe zünftiger wie unberufener Kritiker, 
so sehr sie ihn kränkten, nie reagiert. 

Der Hauptschmuck der neuen Ausgabe aber war der 
erste volle, zusammenhängende Druck der Königsidyllen. 



— XXIV — 

Durch "Gareth and Ljniette", welchen nur mehr ^'Balin 
and Balan" folgte, hatte der Dichter 1872 dieses Haupt- 
werk seines Lebens 40 Jahre nach Veröflfentlichung der 
ersten Fragmente zum Abschluß gebracht. Aus der vom 
Sohne zusammengefaßten Entstehungsgeschichte ist hervor- 
zuheben, daß der Dichter seit seiner frühesten Jugend in 
Prosa über Arthur schrieb, 1833 eine Skizze des Epos in 
Prosa entwarf, 1832 und 1842 Fragmente veröffentlichte, 
um 1840 an eine dramatische Bearbeitung dachte (ein Szenar 
ist erhalten), erst 1855 über die endgültige Gestaltung des 
Stoffes schlüssig wurde, nach dem 1859 erschienen Bande 
lange Zeit zweifelnd pausierte, 1868 **by a sudden breath 
of inspiration" "The Holy Grail" niederschrieb und nebst 
einigem Weiteren veröffentlichte, worauf die Arbeit bis 
zum Abschluß im Jahre 1872 wieder rüstig weiterging. Als 
Quelle diente ihm vor allem Malorys "Morte d' Arthur", 
welches Werk ihn noch als Knaben zuerst mit dem Stoff 
bekannt machte, sowie das keltische '*Mabinogion" in der 
Übersetzung von Lady Charlotte Guest. Das ganze Werk 
ist im blankverse geschrieben, die eingeschobenen Lieder 
durch Beim und refrainartige Wiederholungen unterschieden. 
In seiner vorliegenden Gestalt beginnt das Werk mit einer 
1862 nach dem Tode des Prinzen Albert verfaßten Wid- 
mung an sein Andenken, welcher am Schluß ein Epilog 
"To the Queen" (1876) voll Anspielungen auf Zeitereignisse 
entspricht. 

*^The Coming of Arthur", die Einleitung zum 
Werke, im Februar 1869 verfaßt, erzählt, wie der neu 
gekrönte junge Arthur seinem Nachbarn König Leodogran 
im Bedrängnis zu Hilfe kommt, aufständische Barone im 
eigenen Reiche bekämpft, Leodograns Tochter Guinevere 
zur Frau gewinnt, sich von Rom unabhängig erklärt und 
die Heiden besiegt. In Reden handelnder Personen ist die 
Vorgeschichte, Arthurs geheimnisvolle Anschwemmung als 
Kind, seine Jugend bis zur Thronbesteigung, die ihm von 
Magier Merlin geleisteten Dienste und die Geschichte seines 
Schwertes erzählt, sowie prophetisch auf seine künftige 



— XXV — 

QröBe hingewiesen. — Nun beginnt der eigentliche Zyklus 
"The Eo und Table" mit der November 1871 bis Juni 
1872 mühevoll ausgearbeiteten und zugleich mit '^The Last 
Tournament" veröffentlichten Geschichte von **Gareth 
and Lynette''. Durch heldenhafte Ausdauer, versinn- 
bildlicht durch die Besiegung der allegorischen Bitter 
Moming-Star, Noonday-Sun, Evening-Star und Night-and- 
Death, der sich niedergestreckt als blühender junger Prinz 
entpuppt, und durch geduldiges Ertragen aller Demüti- 
gungen — der Held ist anfangs Küchenjunge an Arthurs 
Hof — , auf Schmähungen nur mit Taten antwortend, ge- 
winnt der junge Gareth ritterliche Ehre unter Arthurs 
Grefolge und die Hand der stolzen Lynette, deren Schwester 
er aus Gefangenschaft befreit. Die Zauberatmosphäre um 
Arthurs Burg Camelot, Merlin mit seinen rätselhaften 
Sprüchen, König Arthur als gerechter Richter, sind ein- 
geflochtene Bilder. — "TheMarriage of Geraint" und 
"Geraint and Enid", gemeinsam als "Enid" von April 
bis August 1866 gedichtet, 1859 veröffentlicht, behandeln 
den "Erec"- Stoff von dem Ritter, welcher sich in häus- 
lichem Glück "verliegt", die Trauer seiner Gemahlin darüber 
als Schuldbewußtsein auffaßt und sie nun auf einer aben- 
teuerlichen Fahrt schweren Prüfungen aussetzt, worin sie 
durch Befolgung seiner harten Befehle weiblichen Ge- 
horsam, in Versuchung eheliche Treue, in jeder Gefahr zärt- 
liche Besorgnis um ihn und schließlich brutaler Gewalt 
gegenüber passiven Heroismus, er aber in Kämpfen uner- 
loschene Heldenkraft an den Tag legt, so daß sie zum 
Schluß in neuem Glück wieder vereinigt sind. Die Vor- 
geschichte, wie ein romantisches Abenteuer die beiden zuerst 
zusammenfuhrt und ein Tumiersieg zu Mann und Weib 
macht, ist in echt epischer Weise wie regelmäßig in allen 
folgenden Idyllen in einem Rückblick als Enids Erinnerung 
eingeschaltet; Episoden sind die Bekehrung des wilden 
Edyrn durch Demütigung zum milden Ritter der Tafel- 
runde, sowie Arthurs segensreiche Kulturarbeit im Lande. — 
"Baiin andBalan", wovon wir wie von Teilen anderer 



— XXVI — 

Idyllen eine Prosaskizze besitzen, ist um 1872 als Ein- 
leitung zu "Merlin and Vivien" gedichtet und 1886 ver- 
öffentlicht worden; der Grundgedanke ist, daß auch nur 
der Schatten einer Schuld, hier im Verhältnis Lancelots 
zur Königin, einen naiven Idealismus, hier den durch 
Schuld und Sühne geläuterten Balins, welcher die Königin 
kindlich verehrt, zu vergiften vermag, dann Verleumdung, 
durch Sir Garion und Dame Vivien verkörpert, ihn vollends 
in Verzweiflung verkehrt, die zu Mord, Reliquienentweihung 
und verblendeten Kampf mit dem eigenen Bruder treibt: 
der ävayvcoQiafiög und gemeinsame Tod der Brüder ist da^s 
tragische Ende. — "Merlin -and Vivien" (ursprünglich 
"M. and Nimue"), im Frühjahr 1866 gedichtet, 1869 als 
"Vivien" veröffentlicht, erzählt, wie die tückische Vivien 
dem weisen Merlin durch Verstellung und Überredungskunst 
das Geheimnis seines Zaubers entlockt und diesen dann 
gegen ihn selbst angewendet, wodurch er "lost to life and 
use and name and fame" ist. Die Vorgeschichte, wie Vivien 
an Arthurs Hof hinterlistig Zutritt erlangt und dort Ver- 
leumdung und Versuchung sät, ist wieder rückblickend 
nachgetragen, die Begründung der Tafelrunde und die Ge- 
schichte von Merlins Zauberkunst in dessen Erinnerungen 
episodisch eingeflochten. — "Lancelot and Elaine" 
oder "The Fair Maid of Astolat", im Sommer 1868 ge- 
dichtet und 1859 als "Elaine" veröffentlicht, hat tragischen 
Inhalt: Sir Lancelot ist zwischen seine sündhafte Liebe 
zur Königin und die ohne sein Zutun erwachte Liebe 
Elainens zu ihm gestellt, beharrt in falschem Ehrgefühle 
bei der ersteren und verursacht so den Tod des Mädchens, 
welcher sein Verhältnis zur Königin für immer trübt und 
ihn den Qualen der Reue preisgibt. Das Bild eines Turniers 
steht im Mittelpunkte der Handlung. — "The Holy 
Grail", in einer Septemberwoche 1868 gedichtet, 1869 
veröffentlicht und wie "Elaine'' aus einer Ballade von 1842 
erweitert, drückt in den Abenteuern und Visionen einiger 
Ritter der Tafelrunde, die von den Gesichten einer frommen 
Nonne und einer selbst erlebten Erscheinung angeregt, auf 



— xxvn — 

die Suohe nach dem heil. Gral ausziehen, verschiedene 
Erscheinungsformen christlicher Gesinnung und religiös- 
philosophische Dogmen des Dichters aus. In der Schlußrede 
Arthurs, welcher, an sein großes "Werk gebunden, nicht mit 
ausziehen konnte, spricht der Dichter mit dem Gedanken, 
daß die Materie Vision und das Geistige das wirklich 
Wesenhafte sei, seine tiefste Überzeugung und zugleich 
nach eigener Angabe die Zentralidee der Idyllen aus. — 
"Pelleas and Ettarre", schon 18B9 geplant, aber erst 
um dieselbe Zeit wie das Vorige verfaßt und veröflfentlicht, 
erzählt, wie Bitter Pelleas, der anfangs ganz wie Gareth 
von seiner Dame alle Demütigungen ertrug und dann auf 
Gawains Anerbieten, sie für ihn zu gewinnen, eingegangen 
war, von diesem schmählich betrogen, von Percivale in 
seinem naiven Glauben an die Beinheit der Königin imd 
der Tafelrunde vollends irre gemacht wird und durch seine 
Verzweiflung die Schuldbewußten mit bösen Ahnungen er- 
fällt. — "The Last Tournament" oder "Tristram", 
1859 durch die Lektüre von *'La belle Isoude" vorbereitet, 
im Mai 1871 gedichtet und im Dezember veröffentlicht, 
verbindet mit der Artussage diejenige von Tristan und 
Isolde, ihrem beiderseitigen Ehebruch und Tristans tragi- 
schem Ende durch die Hand von Isoldens Gemahl. Daß 
Tristan mit der Tafelrunde in Berührung kommt und bei 
einem Turnier siegt, ist mit ein Anzeichen des einreißenden 
Sittenverfalls, welcher auch sonst in vielen Symptomen 
hervortritt, von Arthurs Narren Dagonet mit Erbitterung 
aufgedeckt und von Tristan selbst gelegentlich in seiner 
Entwicklung dargestellt wird. — „Guinevere'' (auch 
"The Parting of Arthur and Guinevere"), am 9. Juli 1858 
begonnen, am 16. März 1859 beendet und 1859 gedruckt, 
handelt von Guineveres Reue über ihre Schuld mit Lancelot 
und ihrem letzten Abschied von Arthur, der in seinen letzten 
Kampf zieht. Jene Schuld, die sich wie ein dunkler Schatten 
durch alle Idyllen zog, hat Sittenverfall und Auflösung 
unter die Tafelrunde, Krieg und Zerstörung über das einst 
blühend-hoffnungsvolle Reich gebracht, hat Arthurs großes 



— xxvm — 

Lebenswerk vernichtet: **thou hast spoilt the purpose of 
my life'*. Trotzdem vergibt ihr Arthur — er ist "the highest 
and most human too*' — und öfl5iet ihr den Ausblick auf 
ein Wiedersehen und Glück im Jenseits durch Beue. So 
schließt die Tragödie — wie schon **Lancelot and Elaine" — 
doch noch mit einem Hoffnungsschimmer. — **The Pass- 
ing of Arthur", aus der "Morte d' Arthur" von 1842 
erweitert, 1869 zuerst gedruckt, bildet mit dem parallelen 
**Coming of Arthur", mit welchem es auch eine mehr 
archaisierende Sprache gemeinsam hat, die Umrahmung 
des Werkes. Es behandelt Arthurs letzte Schlacht gegen 
den aufständischen Modred, seine tödliche Verwundung, 
die Rückgabe seines Schwertes Excalibur an die Fee des 
Sees und seinen geheimnisvollen Hingang auf einem Feen- 
schiffe: ^^from the great deep to the great deep he goes." 

Die Einheit der Handlung in den Königsidyllen beruht 
auf der tragischen und immer weitere Unheilsringe um sich 
her ziehenden Schuld der Königin und tritt am deutlichsten 
in „Guinevere" hervor. "TAe whole is a dream o/man Coming 
into practical life ayid ruined by one sin" Was den tiefen 
allegorischen Sinn betrifft, so sind nach des Dichters eigener 
Angabe viele Deutungen möglich, folgendes aber wohl 
sicher: Merlin verkörpert das menschliche Wissen und 
Können, Arthur eine ideale und doch nicht überirdisch- 
abstrakte Humanität, 'Hdeal manhood closed in real man'\ 
ihm gegenüber Guinevere und die anderen Schuldigen die 
wirkliche Menschheit in Sündenfall, Reue, Sühne und 
Hoffnung, — so daH in diesem Gegensatze Vollkommenheit 
und Unvollkommenheit, ^^ Sense at war with SouV\ die visionäre 
Materie und der sieghaft wirkliche unsterbliche Geist ein- 
ander gegenübertreten, wie dies im "Holy Grail" unmittelbar 
ausgesprochen ist. 

Um dieselbe Zeit wie die letzten Idyllen entstanden 
auch kleinere Gedichte, so das naturphilosophische "The 
Voice and the Peak", 1873 in Italien am Fuße der Alpen 
verfaßt, vor allem aber vielfach Pläne zu Dramen. — In 
dieser Zeit bricht das Tagebuch von Tennysons Gemahlin, 



— XXIX — 

eine Hauptquelle für seine Biographie, infolge einer Krank- 
heit, welche sie bis zu ihrem Tode lahmlegte, ab; sie hat 
aber den Gemahl um vier Jahre überlebt und den Sohn 
bei Abfassung der Biographie durch mündliche Information 
unterstützt. — 1873 erschien das Drama "Queen Mary", 
welches zusammen mit "Harold", 1876, und "Beck et*', 
1879, bzw. 1884 erschienen, eine historische Trilogie bildet, 
deren Inhalt ,jthe mahing of England*^ sein und Shaksperes 
Histories ergänzen soll. Teils vom Sohn, teils vom Vater 
rührt folgende Inhaltsangabe her: *^In ^Harold' we have 
the great coftflict hetweeii Danes, Saxons and Normans for 
supremacg, the awakming ofthe English people and clergy from 
the slumber into which they had for the most part fallen^ and 
the forecast ofthe greatness of our composüe race/' ^^In ^Beckef 
the struggle is hetween the Crotcti and the Churchfor predominance, 
a struggle which continued for many centuries." ^^In ^Mary' 
are descrihed the final downfall of Roman Catholicism in England, 
and the datcning of a netv age; for after the era of priesfly 
domifiation comes the era of freedom ofthe individvaiy — Von 
diesen auf gründlichen Quellenstudien beruhenden Dramen, 
die zwar, wie der Dichter zugibt, nicht allen Anforderungen 
modemer Bühnentechnik entgegenkommen, aber jedes eine 
konsequent durchgeführte, in Spiel und Gegenspiel wohl 
konstruierte und um eine Hauptfigur konzentrierte Einheit 
der tragischen Handlung besitzen, zeichnet sich im be- 
sonderen **Queen Mary'' durch lebenswahre Treue der 
historischen Porträts (die plastischen Gestalten Philipps H., 
Elisabeths), "Harold" durch einen Schleier von balladenhaft- 
fatalistischer Stimmung (das Kometenmotiv, der verhängnis- 
volle Eid), "Becket" durch reiches kulturhistorisches Lokal- 
kolorit (der Hof Heinrichs IL, Eleonore, W. Map) aus. — 
Im Inhalt schlieft sich hier an das im s]iäten Alter, 1892, 
entstandene lyrisch-phantastische Drama '*The Foresters, 
Robin Hood and Maid Marian'', eine durchaus roma- 
neske, in erstaunlich jugendfrischer Farbenpracht glühende 
Dramatisierung des alten englischen Volksballadenstoffes 
mit der üblich gewordenen Verlegung in die Zeit Kichard 



— XXX — 

Löwenherz' und kraftvoll-melodiösen Liedereinlagen. Über 
den historischen Gehalt und dessen Zusammenhang mit der 
früheren Trilogie sagt der Dichter: ^*In ^The Foresters' I have 
sketched the State of ihe people in another great transition period 
of the making of England, when the barons sided with the people 
and eventuaUy won for ihem the Magna Charta*\ — Besonders 
in Amerika wurde dieses im Ausdruck wie in der Handlung 
selbst von der köstlichsten, der Volksdichtung abgelauschten 
Naivetät durch und durch erfüllte Schauspiel enthusiastisch 
aufgenommen. 

Die folgenden Jahre, in lebhaftem Verkehr mit literari- 
schen Freunden wie Buskin, M. Arnold, Browning, Carlyle 
zugebracht, bringen kleinere Gedichte, wie das vom 
Dichter unter allen seinen Sonetten am höchsten geschätzte 
"Montenegro'', dann ein Sonett an V. Hugo und ein Gedicht 
auf den Tod des Bruders Charles Tennyson als Einleitung 
zu dessen Sonetten. Im Mai 1879 erschien, durch Nach- 
drucke veranlaßt, eine authentische Ausgabe der Jugend- 
dichtung **The Lover's Tale" zusammen mit der aus 
1869 stammenden Fortsetzung **The Golden Supper". 
Das Werk ist im blankverse geschrieben und Bearbeitung 
einer Novelle Boccaccios. Den Inhalt bildet die Geschichte 
einer unglücklichen Liebe, teils vom Helden, teils von einem 
Augenzeugen erzählt: Julian, dessen geliebte Pflegeschwester 
Camilla das Weib seines Freundes und Rivalen Lionel wird, 
entrollt in Teil I — in ein an "Maud'' gemahnendes Bild seiner 
Verzweiflung und Halluzinationen; Teil IV, von einem 
Freund erzählt, berichtet nach Boccaccio von Camillas 
Scheintod und ihrer Rettung durch Julian, der sie im Grabe 
aufsucht, dann aber großmütig dem Gatten zurückgibt. 
Gleichfalls auf einer Novelle Boccaccios beruht der Einakter 
"The Falcon" (Ende 1879), eine Dialogisierung des auch 
von Longfellow in den "Tales of a Wayside Inn" als 
"Student's Tale'' unter dem Titel "The Falcon of Sir 
Federigo'' verwerteten Stoffes; es erlebte 67 Auffuhrungen. — 
Im folgenden Jahre schrieb Tennyson am Gardasee im An- 
blick von Catulls Halbinsel Sirmio und in Erinnerung an 



— XXXI — 

den Tod des Bruders die elegischen Zeilen "Frater ave 
atque vale". Dasselbe Jahr 1880 bringt einen neuen Band 
"Ballads and other Poems'', dem eineinhalbjährigen 
Enkel AUy gewidmet. Sie schliei3en sich im Ton unmittelbar 
an die ^^EngHsh Idyls'' von 1842 und den "Enoch Arden"- 
Band an und können teils als Idyllen im Sinne jener, teils 
ab Balladen bezeichnet werden. Zu den ersteren gehören 
etwa "The First Quarrel", die ruhrende Geschichte einer 
armen Witwe, die ihrem Manne das letzte Beisammensein 
vor einer Seefahrt, auf welcher er umkam, durch Eifersucht 
verbittert hat und das nun ihr Lebenlang bereut, weiter 
die Dialektgedichte "The Northern Cobbler*', die Bekehrung 
emes Trinkers, "The Village Wife'', die Geschichte einer un- 
glücklichen Landedelmannsfamilie, von einem geschwätzigen 
Dorfweib erzählt: beides humorvoll in der Ausfuhrung, 
tiefernst im Inhalt; "The Sisters", die Tragödie eines edlen 
Weibes, das sich großmütig opfert, um ihrer Schwester 
Glück mit dem Geliebten zu sichern, — in Tennysons 
ruhevoll-fließender Art erzählt ; "In the Children's Hospital" 
(wie ein Kind vor einer grausamen Operation um Befreiung 
durch Tod betet und erhört wird); "Sir John Oldcastle, 
Lord Cobham'', ein Märtyrer für Wycliffe's Ideen zur Zeit 
Heinrichs V., — parallel dazu "Columbus'', die Klagen des 
Greises über Spaniens Undankbarkeit: beides in der Form 
reflektierender Monologe. Sie bilden gemeinsam mit der 
Bearbeitung einer irischen Seemannslegende aus Joyce's 
"Cid Celtic Romances" : "The Voyage of Maeldune", einer 
fiffbenreichen Verherrlichung der "peculiar exuberance of 
the Irish imagination'', — die speziell historische Gruppe 
dieser Sammlung. Eigentliche Balladen in unserem Sinne 
sind: "Rizpah", die wahre Geschichte einer mütterlichen 
Antigene, welche die Gebeine ihres gehängten Sohnes stahl 
und begrub; ferner ,,The Revenge", der Heldenkampf 
eines englischen Schiifes gegen dreiundfünfzig spanische, 
und pareJlel dazu "The Defence of Lucknow'-, die ebenso 
heldenhafte Verteidigung einer Festung in Indien gegen 
Meuterer. — Den Rest der Sammlung bilden die vorhin 



— xxxn — 

einzeln besprochenen Gelegenheitsgedichte und Über- 
setzungsproben. 

**The Cup", ein zweiaktiges Drama, 1880 entstanden 
und 1884 mit "The Falcon" gedruckt, beruht auf einer 
Erzählung Plutarchs und spielt in Galatien: die Heldin, 
Gamma, tötet den zudringlichen Liebhaber, welcher ihren 
Mann ermordet und, um an dessen Stelle wieder wie einst 
Tetrarch und nicht mehr vom Volke gestürzt zu werden, 
sein Land an Rom verraten hat, — bei der Hochzeit im 
Artemistempel, dessen Priesterin sie geworden, mitsamt dem 
römischen Anführer durch Gift und opfert ihr eigenes Leben 
dieser Bache. Das Stück wurde über 130 mal aufgeführt. 

Die alten Freunde Carlyle, J. Spedding, Fitz Gerald, 
bald darauf des Dichters jüngerer Sohn Lionel und später 
noch die Dichterfreunde Browning und AUingham sterben 
alle um diese Zeit; wie einst Goethe, mußte der greise 
Tennyson **über Gräber vorwärts". Sein nächstes Werk, 
"The Promise of May", 1882 geschrieben, voreilig ge- 
spielt und ungünstig aufgenommen, ist nach seiner eigenen 
Bezeichnung "a modern village tragedy" und berührt 
moderne Lösungsversuche der sozialen Frage. Edgar, der 
Held, eine durch analytisch-spekulatives Denken zerrüttete 
Seele, dabei übersättigter Genui3mensch, verläßt ein Mädchen, 
das er unglücklich gemacht, kehrt nach Jahren, nach einem 
Bankerott seiner Genußphilosophie und seiner sozialen 
Theorien, reuig zurück und wirbt unerkannt um die über- 
lebende Schwester der einst Verlassenen. Da erscheint die 
Totgeglaubte ; sie stirbt mit den Worten : "make her happy, 
then, and I forgive you". Edgar, nun von der neuen Braut 
mit Schaudern zurückgewiesen, sieht die Nichtigkeit seines 
vereitelten Sühne-Planes und zieht gebrochen ab, sein Leben 
in wirklicher Zerknirschung zu beschließen. Die Sprache 
des Stückes ist in der Rolle des ländlichen Liebhabers 
Dobson, des Vaters der Schwestern Farmer Steer, und andern 
Dialekt, — die Form teils Prosa, teils Blankvers. — In 
demselben Jahre wurde Tennyson, der dreimal den Baronets- 
titel zurückgewiesen hatte, nach einer gleichfalls an Ehrungen 



— xxxm — 

reichen ßeise mit Gladstone, Pair und Mitglied des Ober- 
hauses. Um diese Zeit beginnt der Dichter, da er sein Ende 
nahen sieht, abschließende Gesamtausgaben seiner Werke 
zu veranstalten. Und doch war seine Produktionskrafb 
noch nicht erschöpft; drei Gedichtsammlungen nebst dem 
Drama **The Foresters" und Gelegenheitsgedichten sollten 
noch folgen. 

Die erste davon, "Tiresias and other Poems", 
erschien Ende 1884, ist dem alten Freunde und ständigen 
Bewunderer Tennysons, Robert Browning, gewidmet und 
beginnt mit freimdlichen Versen an Fitz Gerald, der jedoch 
vor Druck des Bandes starb. Die Gedichte sind zum Teil 
philosophischen Inhalts, so insbesondere "The Ancient Sage", 
geradezu eine metaphysische Abhandlung in Versen, wert- 
voll als Dokument von Tennysons eigensten Ansichten, dann 
"Despair", verzweiflungsvolle Grübeleien eines Atheisten, 
im Stil an "Maud" erinnernd ; **Tiresias" mit seinem antiken 
Stoffi auch philosophierend, doch mehr erzählend, schließt 
sich an Früheres wie "Lucretius", **Tithonu8", "Ulysses" an. 
Balladenartig ist: "The Wreck", die Bestrafiing einer 
sündigen Mutter durch den Tod ihres Kindes, "The Flight": 
die Flucht eines zur Ehe mit einem Ungeliebten gedrängten 
Mädchens mit ihrer Schwester, beides länger ausgesponnene 
Erzählungen und wie "Tiresias" als Monologe gefaßt; weiter 
die Soldatenballade "The Charge of the Heavy Brigade at 
Balaclava", parallel zu "Charge of the Light Brigade" 
und "Defence of Lucknow"; im Epilog dazu eine Ver- 
teidigung gegen die Beschuldigung allzu großer Vorliebe für 
den Krieg; hieher gehört auch die Dorfballade "Tomorrow" 
im irländischen Dialekt, daneben im Lincolnshire-Dialekt die 
Idylle "The Spinster's Sweet-' Arts", das Bild einer alten 
Jungfer, welche ihre vier Lieblingskatzen nach den Namen 
ehemaliger Freier benennt. — Am reichsten ist der Band an 
eigentlichen Gelegenheitsgedichten, so die Verse an Fitz 
Gerald und General Hamley, beides Erinnerungen an Be- 
suche, die Verse zum 1800. Jahrestag von Vergils Tod, 
drei Grabinschriften (auf Lord Redcliff, General Gordon 

Dyboski, Tennysons Sprache und Stil. C 



— XXXIV — 

und Caxton), die Inschrift **Helen's Tower", die politischen 
Lieder "Hands all round", "Freedom" und "The Fleet", 
die literartheoretischen Verslein "Poets and their Biblio- 
gi'aphies", pflichtgemäße Laureatspoeme wie "To Princess 
Beatrice" und "Opening of the Indian Exhibition", — 
schließlich noch zwei Gedichte an Personen, eines an den 
langjährigen Freund, den Herzog von Argyll, und ein älteres 
an den von der Bühne scheidenden Schauspieler Macready. — 
Als Art Nachlese zu diesem Band erschien dann 1886 das 
längere Gedicht **Locksley Hall Sixty Years After", welches 
zusammen mit dem '^Locksley Hall" von 1842 die große 
Umwandlung im Zeitgeist mit geradezu photographischer 
Treue wiedergibt; die zwei Gedichte sind die kulturhistorisch 
wichtigsten Tennysons. 

Neue poetische Arbeiten, wie immer rege Teilnahme 
an Zeitereignissen, kleine Reisen, ein Vergnügen, dem 
Tennyson zeitlebens als echter Engländer leidenschaftlich 
huldigte, und eine umfangreiche Korrespondenz füllen die 
nächsten Jahre, deren ruhigen Lauf nur eine schwere Krank- 
heit im Jahre 1888 unterbricht. Kaum genesen, beginnt 
Tennyson von neuem die Arbeit, deren Frucht, **Demeter 
and other Poems", im Dezember 1889 erscheint; im 
Widmungsgedichte an Lord Dutferin sind Erinnerungen an 
des Dichters Sohn Lionel niedergelegt, dessen sich jener 
in seiner letzten Krankheit angenommen hatte. Gelegenheits- 
gedichte sind auch *'To Ulysses", an den Essayisten 
Palgrave gerichtet, und das an griechische Tragödienchöre 
gemahnende Gedicht zum Jubiläum der Königin Viktoria. 
Das Titelgedicht **Demeter and Persephone" ist wieder ein- 
mal ein von modernen Gedanken umwobener antiker Stoff 
und erinnert an Schiller. Weiter enthält das Buch einige 
umfangreiche erzählende Gedichte, so die Dialektdichtung 
"Owd Eoä", die Geschichte eines treuen Hundes als Lebens- 
retters, die dialogisierte Ballade **The Ring", von den 
spiritistischen Anschauungen des älteren Bruders Frederick 
Tenn^-son beeinflußt, weiter "Forlorn", ein lyrisch-balladen- 
artiger Monolog, *'Happy" oder 'The Leper's Bride" (von 



- XXXV — 

dem heldenhaften Weibe, welches einem aussätzigen Manne 
folgt) und "Eomney's Eemorse'', beides Verherrlichungen 
weiblicher Großmut (im letzteren pflegt eine Frau auf- 
opferungsvoll den alten hilflosen Künstler, welcher sie einst 
als Jüngling verlassen hat, um seinem Genius freie Ent- 
wicklung zu sichern). Von philosophischen Gedichten der 
Sammlung nimmt "Vastness" den Unsterblichkeitsgedanken 
von "In Memoriam" wieder auf, "Pamassus'' behandelt 
die Frage der dichterischen Unsterblichkeit, "By an Evo- 
lutionist", wie schon der 118. Abschnitt von "In Memoriam'', 
die auch auf ethisches Gebiet ausgedehnte Evolutions- 
theorie. Naturbilder sind das ältere Gedicht "The Spring'*, 
jetzt hervorgeholt und in einem halb naturfrohen, halb 
philosophischen Widmungsgedicht der Freundin Mary Boyle 
dediziert, sowie das jugendlich-hoffnungsvolle "The Throstle" 
und die kleineren "The Snowdrop'' und *'The Roses of the 
Terrace". Eine bei Tennyson neue Gattung, da^s Epigramm, 
ist in seiner Urform schon durch die drei Epitaphien in 
der vorigen Sammlung vertreten; ein solches findet sich 
auch noch hier (auf W. G. Ward), daneben aber eine ganze 
Anzahl eigentlicher Epigramme teils philosophischen, teils 
satirischen Inhalts: das allegorisch-moralische *'The Oak'' 
hielt der Dichter selbst für das gelungenste. — Das Be- 
deutendste der Sammlung ist *'M erlin and thoGleam", 
im August 1889 geschrieben, eine Darstellung des eigenen 
Geisteslebens und poetischen Schaffens unter einem aus 
dem Stoffkreise der Königsidyllen entlehnten Bilde, Tenny- 
sons poetische Selbstbiographie, vom Sohne in der Ein- 
leitung zu seinem Werke analysiert. Hieran schlieUt sich 
"Crossing the Bar', im Oktober 1890 gedichtet und 
von Edm. Lushington meisterhaft ins Griechische übersetzt, 
wie überhaupt viele der Gedichte von Freunden in die klassi- 
schen Sprachen übertragen wurden; diese vier Strophen, 
in allen Ausgaben an den Schluß gestellt, ziehen die Bilanz 
aus des Dichters ganzer geistiger Entwicklung und sprechen 
im Anklang an einen Eefrain der Künigsidyllen ^^From the 
great deep to the great deep he goes*' einen festen Glauben 

C* 



— XXXVI — 

an die Unsterblichkeit der Seele und ein jenseitiges Leben 
im christlichen Sinne aus. Autobiographischen Inhalts ist 
auch das Lied "Far — far — away". 

Im Jahre 1892 erschien Tennysons letzte Gedicht- 
sammlung: ^^This booJ(f\ sagt der Sohn, ^^he feit was his last 
will and iestament io tke world, and troughotä there are echoes 
of the differe^it notes that he had strack be/ore, and a summing-up 
of the faith in which he had walked'\ Was zunächst das 
Letztere betriflft, so ist Tennysons endgültiges religiöses 
Glaubenbekenntnis, ein über Formen erhabener Gottes- 
glaube, in "Akbar's Dream'', einem auch wegen des orienta- 
lischen Milieus an ^^Nathan den Weisen*' erinnernden Ge- 
dicht, niedergelegt. Was aber jeiie erste Behauptung angeht, 
so bestätigt sie sich durch die Mannigfaltigkeit des Inhaltes 
dieser Sammlung. Die Reihe erzählender Gedichte eröffnet 
"The Death of Oenone", eine Portsetzung der "Oenone" 
von 1832, das letzte von den Gedichten antiken Inhalts. 
Es folgt "St. Telemachus", die Geschichte jenes Mönches, 
welcher durch seinen Heldentod die Abschaffung der Gladia- 
torenkämpfe veranlaßte, die Ballade **The Bandit's Death", 
Scotts Andenken gewidmet und, wie einst "The Sisters", 
eine Behandlung des Judithmotivs (während "Telemachus" 
sich etwa an **St. Simeon Stylites" und "St. Agnes' Eve" 
anschließt), das humorvolle Dialektgedicht "Church-warden 
and Curate'-, vom Dichter selbst viel belacht, weiter 
"Charity", wie "The Leper's Bride'' und "Romney's Re- 
morse" eine Verherrlichung weiblichen Edelmuts, ferner das 
odenartige **Kapiolani", die Bekehrung der Sandwich-Inseln 
zum Christentum durch die Unerschrockenheit der Königin 
Kapiolani schildernd und ein genaues Gegenstück zu dem 
in der Biographie mitgeteilten Jugendgedicht von "Ana- 
caona", dem schönen Indianerkind, dessen Glück die Ent- 
decker von Espagnola vernichten, endlich die dreistrophige 
Romanze "The Tourney'', ein Nachklang der Königs- 
idyllen. — Von philosophischen Gedichten bringt die 
Sammlung neben "Akbar's Dream" noch eine Anzahl, meist 
kurzer Ausdruck von festgeformten Überzeugungen, nicht 



— xxxvn — 

mehr unruhige Eeflexionen wie früher; so drücken "The 
Dawn" und **The Making of Man" Tennysons Lieblings- 
ideen, den Perfektibilitätsgedanken und die moralische 
Evolutionstheorie, aus ; den Fortschritt der Menschheit preist 
auch *TiIechanophilus" anknüpfend an die Wunder modemer 
Verkehrstechnik; religiös-ethischen Inhalts sind die paral- 
lelen Gedichte "Doubt and Prayer" und "Faith", meta- 
physischen "A Voice spake out of the Skies*' und "God 
and the Universe". Aus allen diesen Gedichten spricht die 
feste, hoffnungsvolle Zuversicht, mit welcher Tennyson dem 
Tode entgegensah. Ganz besonders drücken sie noch drei 
Gedichte aus, nämlich "The Wanderer", ein Abschied von 
den Freunden auf Erden, "The Silent Voices", eine Apo- 
strophe an die Toten, deren Stimme ihn nicht mehr an 
die Vergangenheit erinnert, sondern in eine glückliche Zu- 
kunft zu sich ruft, und schließlich das letzte Gedicht seines 
Lebens, "The Dreamer", eine Zusammenfassung seiner 
optimistischen Philosophie mit dem Grundgedanken "All's 
well that ends well" und dem an die Erde gerichteten 
Ilefrain: Whirl, and foUow the Sun! 

Kurz nach dem Erscheinen dieses Bandes starb der 
Dichter in der Nacht vom 6. auf den 6. Oktober 1892; er 
wurde in der Westminsterabtei neben Browning beigesetzt. 



Tennysons Sprache und Stil. 



i Jen Inhalt der vorliegenden Arbeit soll eine möglichst 
systematisch geordnete Sammlung von Beispielen syn- 
taktischer, stilistischer und lexikographischer Eigentümlich- 
keiten in Tennysons Dichtersprache bilden. Der bei ihrer 
Auswahl maßgebende Standpunkt ist der des gewohnheits- 
gemäß herrschenden und durch Beobachtung fixierten neu- 
englischen Sprachgebrauchs und insbesondere der in der 
Sprache modemer englischer Dichter gebräuchlichen und 
geläufigen Ausdrücke und Wendungen. Erscheinungen, die 
entweder von diesem Durchschnitt individuell abweichen oder 
andererseits fiir die typische Ausdrucks weise viktorianischer 
Poesie, welche Tennyson wie kein zweiter repräsentiei-t, als 
besonders charakteristisch gelten können, werden verzeichnet 
imd klassifiziert. 

Als Stoff liegen hieb ei die in der Ausgabe letzter 
Hand*) gesammelten Werke zu Grunde. 



*) The Works of Alfred Lord Tonnysou, Poet Laureate. London, 
Macmillan and Co. (Abdi-uck von 1902, — im folgenden nach Seite 
und Spalte zitiert: verschieden von dem von 1894 durch Einfügung 
des Gedichtes "Kate'* auf S. 24 b und demgemäß Verschiebungen bis 
S. 36; sowie Einstellung dor "Foresters*' gleich nach den übrigen 
Dramen, S. 804—841, statt wie 1894 am Ende des Bandes». 

Von verstreutem, zum Teil heterogenem Material außerhalb 
dieser geeinten Masse, das mehr zur Beleuchtung von Einzelheiten ver- 
wertbar ist als es Züge zu einem Gcsauitbilde liefert, wurden Gedichte, 
Urversionen und Lesarten herbeigezogen aus: 

Alfred Lord Tmmjson, A Meinoir hy his Son (als "Life" nach 
"Tauchnitz Edition" zitiert). 



Ich beginne mit den Beobachtungen über Wort-Gruppen 
und -Verbindungen, d. i. mit Syntax und Stilistik, zwei eng 
verflochtenen und vielfach ineinander übergehenden Ge- 
bieten, um hierauf zu den Eigentümlichkeiten in Schöpfiing 
und Gebrauch einzelner Wörter, d. i. zu Wortbildung und 
Lexikographie, überzugehen. 



Poems by Two Brothers, 1827 (Neudruck 1898, London, Macmillan): 
die mit A. T. signierten Gedichte (mit aller Vorsicht: s. die 
Einleitung des Herausgebers, Lord Hallam Teni\yson, über die 
Schwierigkeiten der Verteilung). 

The Early Poems of Alfred Lord Tennyson, edited wi(h criUcal 
introductüm, commentaries and notes, together toith ihe various 
readings, by John Churton Collins. London, Methuen, 1900. Und : 

In Memoriam, The Princess and Maud, edited, etc. by J. Churton 
Collins. Ibid. 1902. (Beides kommentierte historisch-kritische 
Ausgaben). Zu In Mem, auch des Dichters Noten (in der neuen 
Ausgabe von Hallam Lord Tennyson ; Macmillan, 1905). 

Einzelnes aus alten Zeitschriften und Jalirbüchem in Suppressed 
Poems of Alfred Lord Tennyson, ed. J. C. Thomson (Sonder- 
abdnick aus **Avon BooMeV), Warwick, J. Thomson, 1904. - 



Erster Teil. 

Syntaktisches. 

In der praktischen Einteilung dieses Abschnittes folge 
ich, soweit es sich um eigentlich sjnitaktische Erscheinungen 
handelt, der Darstellung von Kellner*) und stelle daher mit 
ihm die Betrachtung des Satzbaues der Sj'^ntax der einzelnen 
Redeteile voran. 

§ 1, Von den zwei Hauptarten syntaktischer Fügung, 
nämlich Unter- und Beiordnung, ist bekanntlich letztere 
die ältere ; sie vertrat und vertritt die andere in Volkssprache 
und Volksdichtung. Diese Vertretung wurde von der Kunst- 
poesie angegriffen und als bewußtes Stilmittel verwertet, 
mit der klaren Absicht, einerseits den Ausdnick durch un- 
mittelbare Aneinanderreihung der Gedanken sowohl zu ver- 
einfachen als auch zu beleben, andererseits durch unvoll- 
kommene oder gänzlich fehlende Bezeichnung ihres logischen 
Verhältnisses die kombinatorische Phantasie anzuregen, 
welche bei prosaischer Deutlichkeit und Vollständigkeit un- 
beschäftigt bliebe. Natürlich kennt dieses Kunstmittel auch 
Tennyson und verwendet es sowohl im zusammengesetzten 
wie auch in eigentümlicher Weise im einfach erweiterten 
Satze. 

Beispiele für das erstere sind:*) (Seite) 72 (Spalte) a, 
Epilogue "Morte d'Arthui'",^) 8: or eise we loved ihe 
man, and prized his ivork (= or eise tve prized the tvork 
only because tve loved the man); — 92 b 13 ff. (Talking 



^) Historical OutUnes of English S\/ntax. B\j Leou Kellner. London, 
Macmillan, 181)2. 

^ In der Anordnung der Beispiele innerhalb der Gnippen folge 
ich der zu Grunde gelegten Ausga))e. welche die Werke in wesentlich 
chronologischer Keilieulblge bietet. 

8) Die Titel der Gedi(jhte kürze ich in ähnlicher Weise ab, wie 
dies bei Zitaten im ^^Xew Emjl. Uictionanf geschieht. 

Dybotki, Tennysons Sprache und Stil. 1 



_ 2 — 

Oak) : . . . oak, wherein . . . Charles äbode ... and far bclow 
tlie Roundhead rode (and = while); — 294 b, Maud, 
Part I, Xn, n, 4: Gathering woodland lilies, Myriads 
hlow together (fiir: of which . . .)> — 408 b 13, Lancelot 
Elaine, 790: she was happy enough and shoolc it off (fiir: 
to shake it off) ] — 468a3, Passing Arthur, 62: ...grosser 
(jrown than heathen, spitting at thcir vows and ihee. Right 
well in heart they know thee for their king (für : though . . .) ; 
— ebenso: 621b, John Oldcastle, 12: not now to glean, 
not now — (tho^ once) I hope to do it — some scatter'd 
ears; — 440b 8, Pelleas Ettarre, 331: what? slay a 
sleeping knight? The King hath hoimd and sworn wie to this 
hrotherhood (= slay a knight of the same brotherhood to 
which the King hath bound me and sworti) : hier schildert 
die Parataxe die Aufregung des Sprechenden. — Als ex- 
tremes Beispiel sei schließUch eine Stelle zitiert, die ich 
nur durch gänzlichen Zerfall eines Satzes in lose Wortgruppen 
erklären kann: 96a IfF. sagt der alternde Ulysses in dem 
von Carlyle bewunderten Gedicht (Z. 86 fF.) : 

"Litile remains: but every hour is saved 
From that eternal süencCf something more, 
Ä bringer of new things . . .", — 

was, logisch ausfuhrlich, hieße: ^^ every hour which is really 
something more (of life) and a bringer of neiv things, — is saved'' 
("ein Gewinn"). Vgl. im folgenden § 87. — 

§ 2. Eine besondere Stellung nehmen einige Wen- 
dungen, besonders in den Königsidyllen, ein, in denen bei 
Determinierung eines VerbalbegrifFes durch Negation eines 
erwarteten Xebenumstandes statt des üblichen Verbal- 
substantivs mit ^'wKhouf' einfach parataktisches '^and nof^ 
(^'nor^J ohne weiteren Ausdruck der konzessiven, bzw. 
advei-sativen Beziehung eintritt, ^) z. B. : 

— 208 a 29, P r i n c e s s , V, 249 : Ida stood nor spoke 
(= tvithout speahing); — 214 b 12, Princess, VII, 265: he 
(man) (must) gain in sweetness, etc. , , .nor lose the wrestling 
thcivs; — 317, GarethLy nette, 11: thou dost His will, the 
Makcr's, and not knowest, and I that know, . . . liyiger . . . ; 

1) Vgl. z. B. Shakspere, AlVs well, II, 5, 91: Strangers and 
foes do 8tmdei-j and not kiss. 



— 3 — 

ähnlich 165 b 9, Aylmer's Field, 826: when he feit the ^ilence 
of the house about him, and the change and not the change 
(=1 ivithout any real change)...; — 324b 17, Gareth 
Ly nette, 428: accursed, who strikes nor lets the hand 
he Seen; — 323 b 19, Gareth Lynette, 371: lag him low 
and slay him not; — 328b 8, Gareth Lynette, 662: ...high 
that the highest-crested heim could ride therethro' nor graze] — 
461 a 3, Guinevere, 268: and how^d her head nor 
spake. — 

§ 3. Eine dritte Gruppe bildet Parataxe für Hypotaxe 
im Verhältnis der Glieder eines einfachen Satzes ; die auf- 
fallendsten Beispiele sind: 

— 171a 14, Princess, I, 120: airing a snotvy hand and 
Signet gern (=^ with ...on it) ; — 190a 19, Princess, IV, 247 : at 
mine ear bubbled the nightingale and heeded not (= the unheeding 
nightingale, oder: heedlessly); — 614 b, Vi Hage Wife, IV, 3: 
straänge an^ cowdfur the time (=^ strangely cold): vgl. 780 a, 
PromiseMay, I: the niaster'ud he straänge an' pleased if 
you'd Step in fust: offenbar dem Dialekt abgelauscht; 
Nachahmung der Umgangssprache liegt wohl auch vor in : 
726 a, B e c k e t , in, 1 : (the people) know an honest wofuan 
and a lady when they see her (für: from a lady) (know = 
unterscheiden); — in dem Falle: 791 b, G v. u., Promis e 
May, 11: my ßve-years* anger cannot die at once with death 
and him, ist bloßes ^^with him^' mit "wn7A his dealK^ zum 
Pleonasmus kontaminiert.^) — Das Gegenstück zu jenen 
Vulgarismen bildet Unterordnung für envartete Beiordnung 
in: 241, Boädicea, 13: tear the noble heart of Britain, leave 
it gorily quivering (gory and qidvering) ; oder 206 b 12, 
Princess, VI, 85: dishclm'd and mute and motionlessly 
pale (= motioyiless and pale), — 



^) Gleich hier sei erwähnt, daß die Annahme unbewußter Kon- 
tamination verschiedener Wortverbindungen, wie tiberall, so natürlich 
auch bei Tennyson oft zu Erklärungen herhalten muß. An Beispielen 
fehlt es nicht: — 80b 5, Audloy Öourt, 42: shovell'd up into some 
bloody trench tohere no one knows . . . (= where no one hiows of me, 
und : which no one knows [of]) ; — 85 b (S t. S i m e o n) S t y 1 i t e s , 23 : 
pain heap'd ten-hundred-fold to this (= heap'd upon, und: added to) ; — 
691 b, 2 V. u., Harold, V, 2: the day of St Calictus, and (f\e daij, Mij 
day when I was born (slub: the day when I was hörn, und: my hirthday). 

1* 



— 4 — 

§ 4. Als Gegenstück zu allen angefahrten Fällen von 
Zerlegung eines Ausdrucks, welchen wir hypotaktiscli zu 
einem logischen und grammatisclien Ganzen verbunden er- 
warten, in zwei parataktische Einheiten — betrachte ich 
die krampfhaft kurze Vereinigung von zwei besonderen 
Gedanken, die in besonderen Sätzen nebeneinander stehen 
könnten, in einem einzigen Satze mit eigentümlicher Ver- 
schränkung und Inhaltsfulle des Ausdrucks. Beispiele solcher 
Gedankenverschränkungen sind : 

— 118b, Launcelot Guinevere, 13: the sparhawk . . . 
htish'd all the groves from fear of wrong: *from feai^* ge- 
hört zu einem in ^'hush'd!^ steckenden 'Hhey (their inhabi- 
iunts) were silenf; — 139 a 8, Enoch Arden, 908: when 
they buried htm, the Utile port had seldom seen a costUer 
funeral (== . . , it was a costlier funeral than the little port 
had ever seen); — 207 a 16, Princess, VI, 177 (sagt Ida 
von Psyche's Kind) : sole comfort of my dark hour, when a 
World of traitorons friend and broken System made no 
purple in the distance, mystery (Id.h. : when a world of . . . . 
surrounded me and made the future appear not in the colour 
of hope, but in the darkness of mystery); — 261 a, In 
M e m (o r i a m) , 54, 10 : not a moth tvith vain desire is 
shriveWd in a fruitless fire (1. no moth is shriveU'd in 
fire in vain; 2. no fire is fruitless) ; — 370 a 14, Bai in 
Bai an, 49: Baiin the stillness of a minute broke saying: 

" '' (d. h. : Baiin was still for a minute, then said . . .); — 

607b, 4 v.u., Queen Mary, in, 1 (sagt Bagenhall von 
Lady Jane Grey): it tvas a sin to love her married, dead I 
cannot choose but love her (d. h. : it was a sin to love h^r 
livingy because she was married, but dead . . .) (vgl. die Fälle 
§ 139); — 639b, 10, Queen Mary, V, 1, nennt Eenard 
den Thomas Stafford "a weak Wyatf = another Wyatt, 
but tveak; — 659 a, 14, Harold, I, 2: thou hast mis- 
read this mcfry dream of thine Cd. h. : thou hOrSt misread 
it, for it was not sad, but merry); — 659 b, 8 v. u., 
Harold, I, 2: she (Edith) must be cloister'd somehow, lest 
the king should give his ward to Harold (= yield her, she 
heing his ward [and he having power over her] to H.); — 
Fragenverschränkung : 810 a, 3 v. u., Foresters, I, 2: 
what monk of what convent art thou? — 



— 5 — 

§ 6. Eine besondere Art der Gedankenverschränkung 
ist die gewöhnlich als Prolepse bezeichnete eigenartige 
Attraktion von Adjektiven an Substantiva, welchen im ge- 
gebenen Momente der Vorstellungsreihe das betreffende 
Attribut noch nicht zukommt ; an Beispielen kann ich bei- 
bringen: 

— 1, To Queen, 6: your Royal grace to one of less 
desert aJlaws this laurel greener from the hrows of one (hat 
utter'd nothing hose : mit wem verglichen Tennysons *^deserf^ 
'^less*' ist, sagt erst die folgende Charakteristik Words- 
worth's; — 104 a 19, Godiva, 65: the low wind hardly 
hreathed for fear (auch als Pleonasmus deutbar); — 126b 17, 
Enoch Arden, 47: to purchase his own hoat (wohl der 
deutlichste Typus dieser Art); — 146 a 21, Aylmer's 
Field, 171: not sowing hedgerow texts and passing by; — 
178b 16, Princess, 11, 343: he blew the swolVn cheek 
of a trumpeter (= blew tip his cheek to make it look swollen 
like a trumpeter* sj ; — 266b, In Mem., 31, 12: a soUmn 
gladness even crown^d the purple brows of Olivet: ^^purple'* 
erklärt "gladness": indem sie in Purpurglanz « — Sonnen- 
licht — erstrahlten; — 269b, In Mem., 47, 6: eternal 
form shall still divide the eternal soul from all beside 
(d. h. : the "form*' shall be as eternal as the soul itself and 
so "divide'' it "from all beside'\ "The individuality lasts after 
death, and tve are not ntterly absorbed into the Godheadf' Tenn}''- 
sons Note); — 279 a, In Mem., 110, 20: the rague desire 
that spurs an imitative will ("zur Nachahmung" — des 
toten Freundes — anspornt); vgl. Life, 11, 70, Fragment, 
urspr. In Mem. , 188: grief , . . that spurs an imitative will; — 
279 b, In Mem., 112, 16: world-wide ßuctuation sway\l in 
vassal tides that folloiv'd thought ("= in tides that vassaU 
like füll. th,J; — 446 a 8, Last Tournament, 96: 
thieves etc., whom the wholesome realm is piirged of other- 
where (= has been purged of in order to be "wholesome* 
now); — 632b, De Profundis, IT, I, 8: tvith this niuth 
moon that sends the hidden sun down yon darJc sea; — 
Prolepsen kühnerer Art als diese attributiven sind : 263 a. 
In Mem., 21, 22: ye nevcr hicw the sacred dusi (= ye 
never knew him living, tvho now is sacred dustj; vgl. 119 b, 
Come not.., 4: vex the nnhappy dnst (of one whom ivhen 



— 6 — 

living) thou wouldst not save; — ganz ähnlich sagt (mit 
einer wirkungsvollen "pars pro toto") die unglückliche Mutter, 
welche die Gebeine ilu-es gehängten Sohnes gesammelt und 
beerdigt hat: 603 a, Rizpah, XI, 3: I stoleth&n all from 
the lawyers.,.my baby, the bones that had suck'd me, the 
bones that had laugh'd and had cried: wie in jenen Beispielen 
"dusf als Objekt zu ^^know'\ ^^sav€^\ so ist hier %ones'* als 
Subjekt zu ^^suck, laagh, cry' (= live) proleptisch; — 284 a, 
In Mem., 129, 1: dear friend, far off, my lost desire = 
lost, and now (the object of) my desire; — verbaler Art: 494 b 13, 
Golden Supper, 64: tili the great day peaVd on tts tvith 
thatmusic which rights all (spielt hinüber in Attraktion 
wie die in § 79, ad fin.). — 

§ 6. Da wir im vorhergehenden eine Reihe logisch 
ungenauer Ausdrucksverbindungen betrachtet haben, so mag 
im Anschluß daran gleich hier eine höchst interessante 
Eigentümlichkeit besprochen werden, welche ich als "Ver- 
schiebung des Satznachdrucks" bezeichne: sie beruht 
zwar nicht wie jene anderen auf Verschränkung zweier Ge- 
danken in einem Satzganzen, stellt aber ganz wie sie im 
Wesen eine nicht genau logische Fügung der Satzglieder dar, 
indem ein weniger wichtiger, ja manchmal überflüssiger 
Begriff in den Vordergi'und des Ausdrucks gerückt wird 
und ein anderer, logisch hauptbetonter, vor ihm in den 
Schatten zurücktritt oder sogar verschwindet ; solche Fälle 
sind: 

vor allem mit ^'to be\' — 4b 36, Confessions 
Sensitive Mind, 86: tvhen thy grave was deep ("für: when 
thou wert — dccj) — in thy grave): ^^deep'* ist nebensächlich, 
eignet sich aber imlogischerweise den Hauptton an; — 
93 a 5, L o V e D u t y , 25 : my faith is large in time (für : 
/ have large faith, oder tennysonianisch (§ 114): **large 
faith is mine\- die Vorstellimg vom Vorhandensein der 
Zuversicht überhaupt gibt den ihr gebührenden Haupt- 
nachdruck an das relativ nebensächliche *^large'' ab ; — das 
Umgekehrte liegt etwa vor in dem Falle: 200a 29, Prin- 
cess, V, 299: toiichcd ujwn the point where idle boys are 
cowards to their shame (= where boys incur shame by being 
cowards, by not ßghting) ; — ganz parallel hingegen den 
früheren Fällen sind folgende: 124a, ToEdw. Lear, 20: 



— 7 — 

many a slope was rieh in hloom from him io htm . . . 

('= there extended many a slope, rieh in bloom, hetween 

him and him . . .); — 264 a, In Mem. , 66, 10: 

. . . like io him whose sight is lost; . . . (sc. hutj whose jest 
anwng his friends is free ("für: tvho yet, tho' blind, jests 
freely among his friends): es kommt mehr auf die bei 
einem Blinden seltsame Tatsache des Scherzens über- 
haupt als auf die Art des Scherzes an; — 284a, In 
Mem., 130, 4: thou standest in the rising sun, and in the 
setting thou art fair: das ^^art" ("erscheinst"), nicht das 
^fair" ("in Schönheit"), ist die Hauptsache, wie ja der" 
Parallelismus zu ^^standcst^* zeigt; — 288, Maud, Parti, 
I, XIX, 1: what is she now? My dreams are bad (= I have 
bad dreams ofher fate); — 301 a* Maud, I, XXII, V, 3: what 
sighs are those, for one that will never be thine? (für: what 
avail those sighs...?) — 306a, Maud, 11, V, Vm, 4: 
Uly and rose that blow by night, when the season is good: 
soll nicht heißen "wenn die Jahreszeit günstig ist", sondern 
"wenn die gute Jahreszeit da ist"; vgl. 428 a 34, Holy 
Grail, 699: poor mcn, when yule is cold (=^ when cold yule 
has come), must be content io sit by Utile fires; — 306, Maud, 
m, I, 6: when the face of night is fair on the dewtj downs 
(einfach "zur Nachtzeit"); ähnlich schon 120b, Vision 
Sin, I, 1: / had a vision when the night was late ("fiir: late 
in the night); — kompliziertere Fälle sind schon: 74b 18, 
Garden er's Daugliter, 127: a Single stream of all her soft 
brotvn hairpourd on one side (für: her hair, in a Single stream, ...): 
^'hair' logisches Subjekt, ^^strcam^^ Fonnangabe; — 312b 30, 
Coming Arthur, 246 : tvhom . . . the King made feast for, 
saying as they sat at mvat: da nun die Rede angefahrt 
A\drd, also sie Hauptsache ist, erwarten wir eher umgekehrt. : 
^^mahing feast for, said...*\- also liegt Gedanken-Inversion 
vor; andere Inversionen sind: 133 b 5, Enoch Arden, 545: 
half the night . . . tlicse driftcd, stranding on an islc at morn^ — 
wo wir "unechten" Temporalsatz erwarten: '7/77, at morn, 
they stranded . , /'; 389 a 27, Merlin Vi vien, 559: those.,, 
eyes waged such nmvilUng iho successful war on all the 
youih . . . : wir erwarten ^'successful iho' unwdliruj' oder ^'un- 
wilUng yet siiccessfuV ; 544a 5. Wreck, YIII, 10: hut the 
face I had hiown . . . tvas not the face I knew (für: ihr face 



— 8 — 

I knew, recoijnized mi seing now, was not the face I had 
knotvn once; — 368a 1, Geraint Enid, 234: I never 
ate with angrier appetite than whm I left your motoers 
dinnerless: der Nachdruck liegt auf dem Verzehren ihres 
Mahles, nicht darauf, daß sie dadurch zu Schaden 
kamen; eine ähnUche Gedankenvertretung beobachten 
wir: 369 b 2, Baiin Balan, 6: Pellam , . JaiVd io send 
Ins tribute; . . . Arthur calVd his treastirer . . . and spdke: 
*^Go thou with him and him and bring it to us, lest we should 
set one truet* on his throne'^- nicht daß die Abgesandten den 
Tribut bringen, sondern daß Pellam ihn gebe, ist Arthurs 
Hauptauftrag: zu diesem, nicht zu jenem Gedanken gehört 
ja ''lest we should ., /'; — 367 b 26, Geraint Enid, 867: 
that gentleness, which, when it weds with manhood, mdkes a fnan = 
lohich must be wedded with manhood to make a perfect man 
(vgl. 874 a, Effeminate Manner, 2); — 640 b 7, Tiresias, 
144: rock . . . where of late the . , , Sphinx . . .folded her lion's 
paws, and look'd to T/iebes: das Wichtigste, ''saf\ ist ver- 
schwiegen und durch die im Vorübergehen gebotene Be- 
schreibung der Sphinx ersetzt (vgl. § 149) ; — 681 b 16, Que en 
Mary, I, 2: she cannot pass her traitor Council by, to make ine 
headless (= she cannot make me headless, passing [oder '^and 
pass'^] her traitor Council by) ; — 641 a 13, Q u e e n M a r y , V, 2 : 
the poor son turnd out inio the street to sleep, to die: um 
ein ''there^' zu ersparen, wird der Nachdruck mit kleiner 
Unrichtigkeit auf ''sleej^' verschoben, was dann die so 
natürliche Assoziation mit ''die' zur Folge hat. — Hier sei 
auch der Fall gänzlicher Inversion der Gedanken zitiert, 
welcher vorliegt: Churton Collins, Early Poems, 
p. 282, Song, IT, 87: AlasI that Ups so cruel-dumb Should 
have so sweet a brcath, — wo wir parallel zu Strophe I: 
Älasf that one so beautiful Should have so dull an ear, — 
imd Str. ITT: Alasf that eycs so füll of light Should be so 
wandering, — vielmehr erwarten: Alasf that Ups of breath 
so sivcet should be so crucl-dumb. — 

§ 7. Das Mittelglied zwischen parataktischer und hypo- 
taktischer Fügung war die Verbindung von Hauptsätzen 
durch Konjunktionen, welche ihr logisches Verhältnis aus- 
drücken. Das Fehlen dieser Konjunktionen, also "asyn- 
detischer Ausdruck", ist eine Parallele zu der Ein- 



setznng von Parataxe für Hypotaxe, indem auch hier die 
Herstellung der Verbindung dem Leser überlassen wird. 
Beispiele fiir diese Erscheinung sind bei der metrischen 
Bequemlichkeit, welche die Auslassung eines kurzen Wört- 
chens oft bietet, zahlreicher: 

— 5a2, ConfessionsSensitiveMind, 97:... wn- 
piloted t the echoing dance of reboant whirlwifids, stooping low 
unto death, — (yet) not sunh! — 27 a, Sonnet, IX, 6: 
weep on: heyond his object IjOvc can last: (in my casej his 
object lives: — (yet still) more cause to weep have I; — 
32 a 19, T w o Vo i c e s, 87 : forerun thy peers, thy time etc. . . . 
(yet, even then) thou hast not gain'd a real height, becatAse the 
Scale is infinite; — 34 a 29, Two Voices, 268: the sap dries 
up, the plant declines. (But) a deeper tale my heart divines; — 
(wie man sieht, sind Asyndeta gerade im Gedichte "TAc 
TuH) Voices'' bei der Fülle und dem assoziativen Fluß der 
erregten Gedanken sowie dem spruchartigen Charakter der 
scharf abgehobenen Strophen häufig); weitere Beispiele: 
— 65 a 21, Love (thou thy) Land, 25: . . . neither count 
on praise: (for) it grows (only) to gtterdon after-days; — 
101, 33, Locksley Hall, 139: / doubt not thro' the ages 
one increasing purpose runs . . . (But) what is that to him that 
reaps not härtest of his youthful joys,.,? — 259b, In 
M e m. , 46, 5 : so be it (nämlich : mag es auch im irdischen 
Leben ein Vergessen geben) : (yet, oder butj there no shade 
can last., ,behind the tomb; — 274b 20, In Mem., 97, 24: 
he looks so cold: (yet) she thinks him kind; ibid. 24 (28;: she 
knows not what his greatness is: (but even) for that . . . she 
loves him all the more; — 283 b, In Mem., 128, 22: nach 
langer irrealer Periode folgt der reale Gegensatz: '^I see 
in pari" etc., ohne auch nur durch ^^buf' eingeleitet zu 
werden; — 288a, Maud, I, H, 4: perfectly beautiful: Ict 
it be granted her: (yet od. then) where is the faxdt? — 319 a 7, 
Gareth Ly nette, 8G: who nevcr knewest finger-achCy nor 
pain of wrench'd or hroken limb : die unausgedmckte logische 
Verbindung ist: "auch nur''... "geschweige denn"...: — 
355 b 26, Geraint Enid, 104: he watch^d the belüg he 
loved best . . . iviih difßcuJty (yet) in mild obedience driving them 
(horses) on; — 415 a 1, Lancelot Elaine, 1188: (yet) 
these are (butj words, sagt Lancelot nach einigen Kom- 



— 10 — 

plimenten an Guinevere; — 439 b 23, Pelleas Ettarre, 
286 : / cared not for ihe thoms: (yet) the thoms teere there; — 
463b 25, Guinevere, 486: this life of mine I guard as 
God's high giftfrom scathe and tvrong, (but [do]) not greatly care 
to lose; — 611b8, Sisters, 134 : (in vietv ofaportrait) : ^*Good! 
very like! (yet) not altogether heT — 699 a, 2 v. u., Queen 
M a r y, n, 2 : we will refrain, and not alonefrom this (marriage), 
(hut) likewise from any other: — 811b, 3 v. u., Foresters, 
I, 3: I fear not her, (but) the father's power upon her; — 
863 a 6, King, 68: thy hair is golden liJce thy Mother's, 
(yet) not so fine. — 

§ 8. Hier seien auch gleich die Fälle angeftihrt, wo 
eine unterordnende Konjunktion fehlt. Bei Voll- 
ständigkeit des Nebensatzes kommt dies nur bei *Hhat" vor. 
Markante Beispiele sind: — in Konsekutivsätzen: 
110b 26, Sir Galahad, 62: to me is given such hope, I 
know not fear; 134 a 21, Enoch Ar den, 694: there often 
as he waich 'rf. . . so still, the golden lizard on him paused . . . ; — 
in zwei aufeinanderfolgenden Inhaltssätzen, einmal 
^^thaf' ausgelassen, einmal gesetzt: 299b, Maud, I, XIX, 
Vin, 4 — 6: I know he has plotted against me.., Tliat he 
plots against nie still. — *) 

Häufiger fehlt die Konjunktion bei Verkürzung des 
Nebensatzes (im Falle von Subjektsgleichheit), so daß 
dann der Leser ein isoliertes Partizip vor sich hat, dessen 
Beziehung zum Hauptsatz er in Gedanken ergänzt. Kon- 
zessives Verhältnis liegt vor: — 164 a 21, Aylmer\s 
F i e I d , 747 : give nie your pratjers, for he is 2>ast your prayers, 
(sc though) not past the living foiint of pity in Heaven; — 
249 b, I n M e m. , 8, 19 : this poor ßoiver of poesy which (though) 
little cared for, fades not yet; — 456 b 13, Guinevere, 37: 
reverencing king's blood (even, though) in a bad man; — ein 
solches konzessives '"even" fehlt auch: 644a 2, Wreck, 
Vin, 7: dead (even) to the death beside me, and lost (even) 
to the loss that was mine; — eine unausgedrückte konzessive 
Verbindung, aber mit stärkerer Ellipse: 320 a 27, Gareth 
Lynette, 163: the thrall in person mag bc free in soul, and 

^) Auch diese Fälle sind, historisch genommen, nichts als ur- 
sprüngliche Parataxe für Hypotaxe (Kellner, § 104). 



— 11 — 

(even if I must consent to hecome one, at least — ) I shdll see 
thejousis; — kausale Beziehung: 462b 16, Guinevere, 
410: ihe child of one lhonour*d, happy, (hecause) dead before 
ihy shame; — konditionale: 624b 7, John Oldcastle, 
176: 80, caught (= if caught), I burn. — Umgekehrt fehlt 
bei infinitivischer Verkürzung das konditionale "so" nicht : 
438b 6, Pelleas Ettarre, 209: thus to be bounden, so to 
See her face. — 

§ 9. In dieser Umgebung sind femer einige Fälle 
aufeuzählen, in denen es sich nicht gerade um das Fehlen 
satzeinleitender Konjunktionen, wohl aber gewisser ge- 
dankenverbindender Partikeln und Adverbien handelt. 
Eine besondere Gruppe bilden die Modal-, und zwar die 
Vergleichungssätze : Tennyson läßt nämlich fast regelmäßig 
das zu ihnen hinüberleitende ^'as" oder "so'^ des Haupt- 
satzes weg: 

as: — 327 a 13, Gareth Lynette, 676: (as) far as 
thou mayest: bei ^^as far'' ist die Ellipse ausnahmslos; vgl. 
419b 26, Holy Grail, 66: (as) far as I have read; — 
762 a 6, Cup, IT: far as thefacegoes, a goodlier-looking man 
than Sinnaius; — 370 b 26, Baiin Balan, 94: once a 
Christless foe of thine as ever dash 'd lance against lance (für : 
as Christless afoe . . .) ; — 610 a 9, Sisters, 42: love will go 
by contrast (as well) as hy likes; — 741 a, 10 v. u., Beck et, 
V, 2: the poor mother, (as) soon as she leamt I was afriend of 
thine.,.; — 889 b, Kapiolani, IV: (as) long as ihe lava- 

light glares , will the glory of Kapiolayii be.. .; — so: — 24 a, 

Eleänore, VII, 5: as thunder-clouds . . . grow golden 
all about the sky^ (so) in thee all passion becomes passionless; 
ebenso 119 b, Beggar Maid, 10: as shines the moon in 
clotided skies, (so) she in her poor attire was seen. — Im 
(verkürzten) modalen Nebensatze selbst fehlt das ein- 
leitende ''a^" in dem Falle 22 b, E o s a 1 i n d , III, 9 : your 
cheek, whose brilliant hue is so sparkling-frcsh to vieiv, some 
red heath-flower in the dew . . . (eine Art appositiver Ver- 
gleich, s. § 212). — 

Auch bei anderer als modaler Fügung kann die der 
Konjunktion des Nebensatzes im Hauptsatze entsprechende 
Partikel fehlen, z.B. bei konsekutiver: 328b 7, Gareth 
Lynette, 061: (so) high that the highest-crcsted heim could 



— 12 — 

ride therethro' nor graze; — bei konditionaler: 66a: zu 
Beginn der letzten Strophe von "Love thou thy Land" 
erwarten wir ein kräftiges "then^^ (, . . to-morrow yet woüld 
reap to-day), da sie den Nachsatz einer konditionalen 
Periode nach einer langen Reihe von Vordersätzen bildet. — 

§ 10. Wenn wir nun nach diesen allgemeineren Be- 
trachtungen über Fügung und Verbindung der bedanken 
zu syntaktischen Einzelheiten übergehen, so ist bezüglich 
der inneren Struktur des einfachen Satzes nur ganz Weniges 
über die Kongruenz zu bemerken. Daß Tennyson als 
Dichtersich der sogenannten "constructio ad sensum" 
in weitestem Umfange bedient, ist ganz selbstverständlich ; 
von Beispielen genüge: 

— 2'2 a, R o s a 1 i n d , I, 4 : (fdlcon) stoaps at all game 
(hat wing the skics; — 97 a 22 f., Tithonus, 39: the wild 
team which love thee, . .arise: — 112b 38, Will Waterproof, 
122 : a larger egg, (hau modern pouUry drop; — 239, Wage s, 6 : 
the wages of sin is death (Bibelphrase, Rom. 6, 23; vgl. 
Marlowe, Faustus, L Szene); — 697 b 2, Queen Mary, n, 2: 
what do and sag your Council at this hour? — 636 b, Queen 
Mary, V, 1, 4: the French fleet rule in the narrow seas; — 
Life, n, 69, The örave, 2: the crowd have come to see 
thy grave, — Die Konstruktion reicht natürlich auch von 
einem Satz zum andern hinüber, wie etwa: — 266b, In 
Mem. , 76, 11: thine own (songs) shall icither . . . ere half the 
lifetime of an oak. Ere these (viz. oak and yew, cf. 1.8) 
havc clothed their . . howers withfifty Mays, thy songs are vain. — 

Umgekehrt finden sich Fälle wie: 232, Northern 
Farmer, new style, XII, 4: the poor in a loomp is 
had, — wo wir '^are' erwarten und das *Hs'' die Vorstellung 
von ''loomp' verstärkt; — oder 447a 19, Last Tour na- 
ment, 241: tvhen an hour of cold falls on the mountmn in 
midsummer snowSy and all the ptirple slopes of mountain flowers 
pass under ichite, tili the tvarm hour returns with veer of wind, 
and all are floivers again: da der Sinn doch ist "und alles 
wieder (voller) Blumen ist, und man wieder nichts als 
Blumen sieht'', erwarten wir '^is''^); are wegen slopes, — 



M Erklärung und Beiego für ganz ähnliche Erscheinungen: 
KeUner, § 92. 



13 



§ 11. Gelegentlich der "constructio ad sensum", welche 
ja, grammatisch genommen, eine üngenauigkeit ist, seien 
Beispiele für eine noch größere Üngenauigkeit, nämlich das 
Anakoluth, angeführt : 

— 92a 13 ff., Talking Oak, 2b7:but thou, tvhile hing- 
doms overset etc. . . . , thy leaf sJuill never fall; vgl. 348 a 8, 
Marriage Geraint, 428: he, whm I . . reftised her to him, 
then his pride awoke; — 94 b 8, Golden Year, 18: 
Like truths of Science waiting to he caught — Catch me who can, 
and malte the catcher crown'd (=^ Imake? oder to m,? they m. ?); 
— 286 b 3, In Mem., Epilogue, 131: (those) under 
whose cotnniand is Barth and Barth* s, and in thcir hand 
is Nature,,,; — 293b, Maud, I, X, 14ff.: the Power 
that all men adore, — and simper and set their voices lower, 
and soften . . ., and hold awe-stricken breaths (der Relativ- 
satz ist aufgegeben); — 328b 21, Gareth Lynette, 
676: like those dull-coated things, that making slide apart 
their dusk wifig-case^, all beneath there btims a jewelVd 
hamess, ere they pass and fly; — 366 a 12, Geraint 
Enid, 696: Bnid answer'd, harder to be moved than 
hardest tyrants in their day of poicer, with lifelong injuries 
buming unavenged, and now their hour has come, and 
Bnid Said: ". . . .": — 376 b 26, Baiin Balan, 
180: at lengthy and dim thro' leaves blinkt the white 
mom, sprays grated, etc.; vor ''and" versteht sich ein 
*Ht daum'd'\'^) zu diesem aufatmenden '"and" vgl. 
Goethe, Auf dem See, 1: *'Und frische Nahrung, 
neues Blut — Saug' ich aus freier Welt!" — 601a, 
Queen Mary, II, 3: thoii cried'st "-4 Wyattf and 
ftying to otir side, left his all bare . . . (freilich wäre *lefVst 
monströs). — 

§ 12. Eine bewußte Verwendung des Anakoluths zu 
rhetorischer Wirkung ist die Aposiopese (fiir welche 
"quos ego! — '* Stammbeispiel bleibt): das klassische Bei- 
spiel bei Tennyson ist 709a, 13 v.u., ßecket, I, 3, wo 



^) Freilich iiuch durch KiuschiehuDg statt Nachstellung des 
Satzes auf '*awr/'* erklärbar (at lengih, sprays grated [i. e. the 

sleeper again heard them grate], etc.. and dim thro* leaves V Vgl. 

§ 137. 



— 14 — 

der König in Erregung über Beckets vermeintlichen Undank 
ausruft : 

"J/" ever man hy bonds of gratefulness — 

I raised htm front the puddle of the gutter, 

I milde htm porcelain from ihe clay of the city — 

Thought that I knew him, err'd ihro' love of htm, 

Hoped, toere he chosen archbishop, Church and Crown, 

Two sistera gliding in an equal dance, 

TtDO rivers gently flowing side by aide — 

But no! 

The bird that motUts, singa the same aong again, 

The snake that sloughs comes out a snake again." 

Andere Beispiele : — 623a 22f., John Oldcastle, 105: 
such crimes as holy Faul — a shame to speak ofthem — among 
ihe h^athen — .... (^mit Bezug auf Ephes. 5, 12 : for it is a 
shame even to speak of those things which are done of them in 
darkness); — 648 a, Queen Mary, V, 4, ad fin.: If ever 
I heard a niadmayi, — leVs away! Why, you long-tvinded — Sir, 
you go beyond nie.'' — 

§ 13. Gehen wir nun zum zusammengesetzten Satze 
und den einzelnen Gattungen der Nebensätze über, so läßt 
sich zunächst das von Kellner unter dem Kapitel "Sub- 
stantivsätze'' aus Tennysons **Two Voices*' angeführte Bei- 
spiel fiir Übergang aus indirekter in direkte 
Rede (nach dem bekannten Xenophonteischen Schema: 
sljtfv ÖTi ^KvQÖg et fit') um die folgenden vermehren: 
— 342 a3, Marriage Geraint, 47: thinking, that if ever 
yet was wife true to her lord, mine shull he so to me; — 
43B a 3, Pelleas Ettarre, 113: she thought That per- 
adventure he will fight for me, — 

Interessant als Beispiel unerwarteter Kürzung eines 
Inhaltssatzes ist der Fall: — 126b 32, Enoch Arden, 
122: rcportiny of his vessel China-bound and wanting yet a 
boatswain, — wo wir bei der Länge der Inhaltsangabe 'Hha(' 
oder Accus, cum infinitivo erwarten. — 

§ 14. Unter den Adjektivsätzen verdient insbesondere 
die Gruppe der sogenannten **uneigentlichen Relativ- 
sätze" hervorgehoben zu worden. Wir erblicken in ihnen 
das gerade Gegenstück zum vorhin besprochenen Ge- 
brauch von Parataxe fLir Hypotaxe ; so erscheint z. B. statt 



— 16 — 

adversativer Koordination (oder konzessiver Hypotaxe) 
relative Subordination in Fällen wie: 

— 62b, To James Spedding, 1 — 2: the wind, that 
beats the mouniain, hlows niore softly to the open toold (der 
Gedanke: Horaz, Carm., IT, X, 11—12); — 247a, In 
Mem., Prologue, 2: Son of God , . ,, whomwe that have 
not Seen thy face, byfaith , . . ahne enibrace; — 709 a, Beck et, 
1, 3 : the bird that moults, sings the satne song again. . . (s. o. § 12). 
— Manchmal ist sogar direkte Umsetzung in adversative 
Parataxe möglich: — 347b 10, Marriage Geraint, 408: 
all unarm^d I rode, and tlwught to find anns in your town, 
where all men are mad (=. but here — I find — all men are 
mad); — 621a, 11 v.u., Queen Mary, in, 5: one, whose 
bolts, that jail youfromfree life, bar youfrom death . . . = jail 
you . . ., but also bar you . . . ; oder: though they jail you . . ., 
yet at the same time bar you . . . , also Enallage von zwei 
verschiedenen Arten logischer Beziehung. — 

Ihren lateinischen Ursprung verraten die uneigentlichen 
Belativsätze deutlich, wo sie ganz wie der "relative An- 
schluß" des Latein einfach ein kopulatives ''and^' vertreten 
und einen neuen Gedanken anreihen; z. B. : — 48a 6, 
PalaceArt, 234: deepdread ,. .feil on her, fromwh ich mood 
was born scorn of hcrself. . . ; — 134 b 31, EnochArden, 639 : 
tili he niade them understand; whom , . . they took aboard; — 
326b 5, Gareth Lynette,539: .,.to hiss his hand, ivho 
answer'd him . , . ; — 371b 29, Baiin Bai an, 156: noiv 
(Balan) would strictlier set himself to learn what Arthur meant 
by courtesy . . . ; wherefore hover'd round Lancelot, . .; vgl. 
71b 30, Morte d 'Arthur, 248: niore things are wrought 
by prayer than this world dreams of Wherefore let thy 
voice risefor me . . . (lat. (juare, quamobrem) ; — eine Kelativ- 
wendung in finaler Bedeutung (auch ganz nach lat. Art) : 
313b 9, Coming Arthur, 285: she gave the King his 
sword, whereby to drive tho heathen out (quo expelleret . . ,). — 

Dem imechteii Kelativsatz nahe verwandt ist der un- 
echte Temporalsatz : 1 27 b 3, E ii o c h A r d e n , 156 : he had 
no heart to break his jmrposes to Anniey tili the morrow, when 
he spake ... — Vgl. lat. cum inversum. — 

Was die anderen Klassen von Adverbialsätzen be- 
trifft, so wurden von diesen die Modalsätze mit ihrer 



— 16 — 

eigentümlichen Ellipse schon vorhin (§ 9) besprochen, die 
übrigen aber bieten des Interessanten weit weniger als die 
entsprechenden, nicht in Satzform gekleideten adverbialen 
Bestimmungen, welche unter anderen in den nun folgenden 
Bemerkimgen über die 

Syntax der einzelnen Bedeteile 

zu besprechen sein werden. 

§ 15. Die durch die flexivische Armut des Neuenglischen 
erleichterte Fähigkeit der Verwendung ein- und desselben 
Wortes in der Funktion verschiedener Redeteile kennt 
Tennyson wohl und macht von ihr in weitem Umfange 
Grebrauch. So wimmelt es beim Substantivum, mit dem wir 
hier beginnen wollen, von Fällen adjektivischen Gebrauchs, 
insbesondere in attributiver Funktion. Aufifallendere, vom 
Usus einigermaßen abweichende Beispiele sind: 

— 6b, Lilian, m, 1,3,7: May Lilian; 8b, To , 

in, 6: lightning speed; — besonders häufig bei '^summer^', 
sowohl wenn es, statt in adverbialer Bestimmung zu stehen, 
attributiv attrahiert wird: 73a 10, Gardener's Daughter. 
16 : the summ er pilot of an empty heart; — als auch rein ad- 
jektivisch in einer abgeschwächten Bedeutung (s. den lexiko- 
graphischen Teil): 72 a 13, Morte d 'Arthur, 262: summer 
sea; — 119a, Farewell, 2: thy trihute wave ddiver 
(o rivulet, to the sca) , . . ; — *^publi c" (von Haus aus 
Adj.!) für ^^Gesellschaft", mit Umkehrung des Verhältnisses 
von Adj. und Subst.: 122b IB, Vision Sin, IV, 87: the 
public fool = the foolish public (Community, society); so auch 
120 a, Letters, IV, 2: the public liar (?) — statt ein- 
fachen Genetivs attributives Substantiv : 146b 13, Aylmer's 
Field, 263: this blachsmith border-marriage (= black- 
smith^s) (hier stehen wir freilich schon an der Grenze der 
Zusammensetzung, gleichsam **Schmiedeheirat") ; — ver- 
wandt: 339b 18, Gareth Lynette, 1300: some hold ihat 
h^ hath swallowed Infant flesh (= in/ants'J ; 379a 14, 
Baiin Balan, 360: foam'd over at a rival (= riinVs) 
name; — 234a 1, Daisy, 77: like ballad-burthen music; 
— wortspielend ein- und derselbe Ausdruck als Subst. und 
gleich darauf als Adj.: 250b 8, In Mem., 11, 16: in my 
heart if any calm, a calm dcspair ; — 366b 30, Geraint 



— 17 — 

Enid, 171: a torrent mountain-brook; ^3a,27,Jja,ncelot 
Elaine, 487: a fiery family passion for the name of 
Lancelot, and a glory one tvith theirs; — 512 a 24, S i s t e rs, 184 : 
I told your w ay side story to my mother^) ; — 552a5, Ancient 
Sage, 281: lay thine uphill Shoulder to the wheel (das 
adjektivierte Substantiv hat den Begriffsinhalt eines aktiven 
Partizips) ; — oder liegt Attraktion einer Richtungsbestim- 
mung (wie vorhin der Zeitbestimmung ^'summer'') vor? 
ähnlich erscheint die Ortsangabe ^^high in heaven^^ attrahiert : 
652a 10, Ancient Sage, 286: the high-heaven datvn 
of more than mortal day ; temporale Attraktion hingegen, wie 
bei *'summet^': 622 b, Queen Mary, III, 6, 13: I would have 
Mm bring it to the leisure tvisdom of my Queen (= to wis- 
dorn, hnowUdge of the Qtieen, when at leisure); — 593 a, 3 v. u., 
Queen Mary, I, 5: those hard men brake into woman 
tears (= womanly); — eine von den vorhin besprochenen 
verschiedene Attraktion, Typus ''a happy change'' =•■= ^^cJiange 
to happiness", ist 676 a 7, Harold, m, 2: theyfly the winter 
change (== change to winter) ; — 800 a 13, Promise May, HE: 
our spring-and-winter World (ewig werdend und vergehend) ; — • 
886a, Church-warden Curate, I, 2: nasty, casselty 
weather Ccastialty, chance tveather*' Note^. — 

§ 16. Neben der attributiven Verwendung eines ad- 
jektivierten Substantivs kommt auch prädikative vor, jedoch 
weitaus seltener: G90 a 9, Harold, V, 1 : my sight is eagle, 
but the strife so thick . . . Vgl. das Beispiel **their locks are 
golden as his were silver*' (510 a 23, Sisters, 56) in 
§ 235 unter -w. 

Einen Schritt weiter im Adjektivierungsprozeß des Sub- 
stantivs bedeutet die Bildung von Adverbien auf -ly aus 
solchen Adj ektiven ; so finden wir : — 9 a, Madeline, 
IIL 18: angerly = angrily (im. N. E, D.)^) als ^'archaism" 
bezeichnet; vgl. z.B. Shakspere, Two Gentlemen, I, 2, 62; 
Macb., in, 5, 1; — 74b 7, Gardeners Daugliter, 



^) Das ganze tragische "qiii pro quo", welches den Inhalt der 
Handlung bilde t, drückt die Heldin in taktvoll einfachem Heroismus 
durch dieses eine adjektivierte Subst. aus: ein hervorragender Kunst- 
griff des Dichters. 

2) N, E. 1). = New English Dictionartf on hütorical principles. 
Oxford 1884 ff. 

DyboBki, Tonnysons Sprache und Stil. 2 



— 18 — 

117: momently the , . , lanrel scatter'd silver lights (= for 
moments); — 302 a, Maud, 11, 11, 1, 5: (a lovely shellj . . . 
mcule so fairily well; — 321 b 16, Gareth Lynette, 241: 
your city moved so weirdly in the mist (vgl. die "i€eird 
semires" des Prinzen in "Princess"); — 504a, Northern 
Cobbler, I, 2: / be mäain glad to seeä tha sa 'ariy an' 
well (mäain — main — ags. mcejen = sehr; vgl. das 
häufige **mighty'' =t "sehr*' bei Tennyson); — 694 a, Queen 
Mary, I, 6, ad fin. : how deathly pale (gewöhnlicher dcod/y^ ; 
411b 4, Lancelot Elaine, 969: deathly-pale. — 

§ 17. Im Anschluß an die Adjektivierungen von Sub- 
stantiven wollen wir nun die nicht seltenen Fälle aufeählen, 
wo Substantiv und Adjektiv nicht im Gebrauch eines ein- 
zelnen Wortes, sondern im zusammenhängenden Ausdruck 
ihre Stelle tauschen, wo also — zunächst -- eine Eigen- 
schaft oder ein Zustand, die wir adjektivisch, bzw. parti- 
zipial ausgedrückt erwarten, durch eine substantivische 
Präpositionalwendung umschrieben wird (gewöhnlich einen 
"genetivus qualitatis", aber vielfach, was bei ihm sonst 
selten ist, ohne adjektivisches Attribut): 

— 32 b 26, T w o Vo i c e s, 160 : ^Ae Springs of life, the depths 
of awe (= atvful d.s) ; — 81a 16, Audley Court, 3 v.E. : the 
harbour-btioy, sole star of phosphorescence in the calm 
(= phosphorescent Star) ; — 86 a 10, Edwin Morris, 119: 
withhands of wild rejection; vgl. 188 a 32, Princess, IV, 
136: eyes of shining expectation; 419 b 30, Holy 
Grail, 71: if everholy maid with knees of adoration wore 
the sione . , , ; hingegen 127 a, 28, Enoch Ar den, 161: 
forivard she started with a happy cry, nicht "cry of happi- 
ness"; — 86 a 23, Stylit es, 63: die here . , ,a life of death 
(=Ä equal to death, deathlike) ; — 102, 18, Locksley Hall, 
160: palms in Cluster , Jcnots of Paradise (paradiesisch); 
vgl. 102, 22, Locksley Hall, 164: summer isles of Eden; — 
118b 3, Voyage, XI, 7: the whirlwind's heart of peace 
(=^ peaceful; das still bleibende Zentrum des vom Wirbel- 
Avind erfaßten Raumes); — 208a 17, Princess, VI, 237: 
two women faster tvelded in one love than pairs of wedlock 
(=± wedded pairs) ; vgl. 97 a 14, Tithonus, 31 : the goal 
of ordinance (= ordained, ßxed hy destiny); — 211a 20, 
Princess, VH, 44: here and there the sniall bright head, 



— 19 — 

a light of healing (heilkräftig), glanced about the couch; — 
218* b 6, Wellington, IV, 20: fallen at length that totver 
of strength; — 219 b 7, Wellington, VI, 46: a day 
of onsets of despair (= desperate onsets); — 264 a, In 
M e m, , 24, 4 : the very source and fount of Day (sun) is 
dash'd with wandering isles of night (= black spots); — 
306 a, Maud, 11, V, I, 11: with never an end to the 
stream of passing feet (= endless stream); — 362 b 7, Geraint 
E n i d , 638 : rolling eyes ofprey (beutesüchtige) ; vgl. 389 b 3, 
Merlin Vivien, 666: the brutes . . .bow'd block knees of 
homage; — 384 a 6, Merlin Vivien, 220: a robe of 
samite without price (= pricelessj ; — 439 a 6, Pelleas 
Ettarre, 240: the third night hcnce will bring thee news 
of gold (hingegen das geläufigere ''golden netvs": 440a 2, 
Pelleas Ettare, 293) ;— 667, 10, Locksley Hall Sixty 
Years After, 248: roofs of slated hideousness; — 586 a 10, 
QueenMary,I, 4: this Prince offluff and feather (= *fluff'd 
andfeather'd) ; — 647 a, 12 v. u., Q u e e n M ary, V, 3 : Äe woxdd 
have me Catholic of Rome (= Roman Catholic), a/nd that I 
5carcccan6e; — 708 a, 8 V. u., Becket,I,3: when murder , , . 
common, as nature's death (för ''natural death"; parallel zu 
folgendem "Egypt's plague"); — 861a, Leper's Bride, 
Xn, 1: this creattire of decay (= decaying, subject to 
decay), — 

§ 18. Nicht nur das Adjektiv selbst, auch sein Ad- 
verbium kann substantivisch umschrieben sein: 432b 12, 
Holy Grail, 867: never yet coiild all of true and noble in 

a knight ,,, ttvine round one sin with such a closeness. — 

S, auch die Beispiele 690 a, Queen Mary, I, 6, und 
312 a 24, Coming Arthur, 204, unter -ness in §234.— 

Umgekehrt finden wir adverbialen Ausdruck statt eines 
erwarteten substantivischen: 89 a 19, Talking Oak, 23: 
garrulously given = giveyi to garrulousness. — 

§ 19. Hiemit gehen wir schon zu den — weitaus 
häufigeren — Fällen entgegengesetzter Art über : Setzung 
eines Adjektivs der Kürze halber für den Genetiv eines 
Substantivs — possessivus, explicativus u. dgl. — oder eine 
andere schlepj)ende Präpositionalverbindung : 

94 a 18, L v e D u t y , 98 : beyond the fair green field 
and ea Stern sca (nicht ein bestimmtes Meer, sondern "sea 

2* 



— 20 — 

in the east, extending to the easf); — 110a 8, St. Agnes' 
Eve, 35: a light upon the shining sea (für: sea oflight); — 
119 b, "Move eastward" . . ., 10: starry light (= light 
of Stars); -- 134 b 11, Enoch Arden, 619: lonely 
dooni = dooni of loneliness (einer der häufigsten Typen) ;^) 

vgl. 123b, To , 9: the irreverent doom of those (hat 

wear the Poet's croion; 282 b, In Mem. , 124, 12: an ever- 
hredking shore that tumbled in the Godless deep (= deep of 
Godlessness, Atheism); 298 a, Maud, I, XVm, VTH, 19: 
/ have climb'd nearer out of lonely Hell (^= the Hell of my 
loneliness); vgl. auch 36b 15, Two Voices, 378: her 
(Memory' s) oum material prime = prime of material (mz. 
matter-bound) existence; und am kühnsten wohl 522 b 15, 
John Oldcastle, 70: that heirless flaw in his throne's 
title (= flaw of having no heir); — 135a 13, Enoch 
Ar d e n , 653 : the dewy meadowy nwming-breath of England 
(= the moming-breath of England' s dewy meadows) ; — 150b 9, 
Aylmer's Field, 513: the manorial lord (= lord of 
themanorj; — 161b 18, Lucretius, 51: ,..sprtmg no 
dragon warriors froni Cadmean teeth (bei der Bekanntheit 
des Sagenstoffes sind umfänglichere Allusionen überflüssig) ; 
— 162a 24, Lucretius, 90: her Deity false in human- 
amorous tears (= tears of human love); — 167 a 7, Princess 
Prologue, 102: the stony heim — für **helm ofstone"! — 
vgl. 324 a 20, Gareth L3'nette, 399: a treble ränge of 
stony shields; 491b 10, Lover's Tale, 11, 155: steely 
gyves; 539 b 13, Tiresias, 93: stony showers of that ear- 
stunning hau of Ares (= shotvers of stones, that ear-stunning 
hail of Ar6s); — 192a 7, Princess, IV, 364: over brow 
and cheeJc and bosom brake the ivrathful bhom OrS of some 
fire (bloom of tvrath — of fire); — 192 b 12, Princess, 
rV, 401 : regal compact (= zwischen Königen geschlossener 



1) Dieses und viele der folgenden Beispiele fallen unter die in 
Kellners Syntax, § 252, besprochene Kategorie von "adjeciives instead 
of substantives in the genitive cctse'* und lassen sich zum großen 
Teil auch durch die später (§ 78) erörterte Eigentümlichkeit der 
^'Attraktion" erklären. Zur ganzen Gruppe dieser Beispiele vgl. Fälle 
wie "a successive title'* (= a title to sitccession) in Drydens 
**Ah8alom and Achitophel", v. 801, oder ^Hohy . . . should I...run popul- 
arly mad?^' (= mad with, or for, popularityj, ib. v. 336. 



— 21 — 

Vertrag); — 198b 17, Princess, V, 191: slips in sensual 
mire (Sumpf der Sinnlichkeit); — 218a, Wellington, 
rV, 10: ihe man of amplest influmce, yet clearest of amhi- 
tious crime (^= crime of amhition), our greatest yet with least 
pretence; — 234b 21, To Maurice, 29: we might discuss 
ihe Northern sin (Rußlands Sünde); — 268b, In Mem., 
43, 16: at ihe spiriiual prime = **daum of ihe spiriiual life 
hereafie/' (Tennysons Note); — 272b, In Mem., 92, 14: 
spiriiual preseniimenis (= of ihe spirit) ; — 268 b, In Mem., 
86, 16: lighi reproaches, half-expresiy and loyal unio hindly 
laws (= laws of kindliness); — 278a 10, In Mem., 106, 
22: ihe civic slander and ihe spiie (civic =^ reigning among 
diizens; vgl. die altrömisch. klingende Phrase: 280a 6, In 
Mem., 113, 9: a life in civic action warm); — 280b, In 
Mem., 116, 4: hy ashen roots (^ roois of ash-irees) ihe 
violeis blow (vgl. Wortbildung, §235); — 340 a, Maud, n, 
rV, VT, 2: a dewy splendour falls on ihe , . .flower (^= a 
splendour of dew) ; 358 a 22, Geraint Enid, 256: ihe 
windy clamour of ihe daws (= clamour . . . in ihe wind); 
vgl. 73a 32, Gardener's Daughter, 38: ihe windy 
changing of ihe minsier dock; — 456 b 30, Guinevere, 
64: Modred' s dusiy fall (^ fall in ihe dusi); — 641a 6, 
T i r e s i a s , 173 : ihe golden lyre is ever sounding in hcroic 
ears heroic hymns (heroic ears =^ heroes* ears); — 585 b 14, 
Queen Mary, I, 4: ihis Spanish marriage shall noi he 
(marriage with Philip ofSpain); — 879 b 3, S t. T e 1 e m a c h u s, 
62: flung himself hetween ihe gladiaiorial swords. — 

§20. Eine Sonderstellung nimmt das Wort '^middle'* 
und eine sich daran reihende Gruppe von Ausdrücken ein. 

Zunächst kommt der alte^) attributive Gebrauch von 
*'middle" und anderen Partitivadjektiven, gestützt durch 
das Vorbild des Lateinischen, gegen den gewöhnlichen 
neuenglischen Gebrauch vor, z. B. : — 68 b 15, Morte 
d'Arthur, 37: fling him (sword Excalibur) into ihe middle 
mere; — 424b 3, Holy Grail, 343: all in middle streei 
ihe Queen ... ivaiVd and shrieh'd; — 478 a 33, Lover's 
Tale, 134: (the camel) ioils across ihe middle moonlii nighis 
(emphatisch-allgemeiner als *'moonlit midnighis", vgl. unten 



^) Kellner, S\Titax, §253. 



— 22 — 

''middle of ihe nighf) ; — 481a 10, Lover'sTale, I, 310: 
never yet., , have I hnown spring pour with stich sudden dduges 
oflife into the middk summer (nicht **fnidsummer'\ s. vorhin); — 

midmost: 366b 7, Geraint Enid, 85: at the mid- 
most charging ; — 437 a 26, Pelleas Ettarre, 161: .,,save 
he he fool to the midmost marrow of his bones; — 

central: 101, 18, Locksley Hall, 124: ,.,airy names 
grappling in the central bltie (mitten am Himmel) ; 218 a, 
We 1 1 i n g t o n , n, 2: in Streaming London' s central roar; 282b, 
In Mem., 123, 4: the stillness of the central sea (Tennysons 
Note: *'even in a storm the middle sea is noiseless") ; — 

gleiche Verwendung anderer Ad jektiva dieser Kategorie : 
40a, Oenone, 10: '*topmost Gargarus" für *Hhe top of 
Gargarus" (Eowe-Webb, Selections from Tennyson, ver- 
gleichen lat. '^summus mons"; Mustard, Classical Echoes 
in Tennyson, zitiert rdgyagov äxgov, II. 14, 292; 16, 162); — 
114a 17, Will Waterproof, 233: . . . ere from thy topmost 
head the thick-set hazel dies; 118 b, Launcelot Guinevere, 8: 
the topmost elm-tree gather'd green from hlasts of balmy air; 
120b, Vision Sin, II, 2: a mellow sound, gathering up 
from all the lotver ground (= from below, from Underground). — 

Die modernere substantivische Konstruktion ist natür- 
lich häufiger und ergreift von *'middle" aus auch andere 
Adjektiva: - - mtddZe; 7b, Mariana, 26: upon the middle 
of the night (vgl. Shaksp., Meas, for Meas., IV, 1, 36: upon 
the heavy middle ofthe night, — und aus diesem Stücke stammt 
ja die Anregung zu "Mariana"); — 16a, Dying Swan, 8: 
it was the middle of the day ; — 65 a, Choric Song, 
HI, 1: in the middle of the wood; — *) etc. 

Partitivadjektiva: 73 b 36 (Gardener's Daughter): 
all eise of heaven was pure ; — 325 b 23, G a r e t h 
Lynette, 491: how once the wandering forcster at daum,., 
on Caer-EryrVs highest found the King;^) u. a. — 



*) Eine dritte Ausdnicksweise für "M i 1 1 e" ist Zusammensetzung 
nach der Analogie von "tnidnight" u. dgl.: 410 a 12. Lancelot 
Elaine, 883: the greai knight in his mid-sickness. — Über bildliche 
Ausdrücke für '"Mitte" s. u. 'h eart" im lexikographischen Teil. 

2) Das substantivische "highest" ist biblisch: 182 b 22, Enoch 
Arden, 496: he is singing Hosanna in the highest; cf. Matt. 21, 9; 
Mark 11. 10; Luke 2. 14; 19. 38. 



— 23 — 

Bekannt ist, daß diese Konstruktion auch auf Ad- 
jektiva ausgedehnt wird, welche eine Ganzheit bezeichnen, 
so daß sie dann einen "unlogischen Partitivus'' bei sich 
haben. Typus: 116b 38, Lord Burleigh, 68: all of 
ihis; 128a 5, Enoch Arden, 191: all of us; — 19 a, 
Merman, 11, 2: whole of ihe day; — 90b 11 (Talking 
a k) : (she) sang to me the tohole of those three stanzas that 
you made; — 93b 31, Love Duty, 80: in one,,.cry 
caught up ihe whole of love; — 143 a 9, Aylmer's Field, 
29: her all of thought and hearing; — 163 b 16, Aylmer's 
Field, 714: losing hoih of these (= them both); — 608 b, 
Revenge, XI, 11: the powder was all of it spent. — 

Kontamination der substantivischen und der adjektivi- 
schen Konstruktion begegnet uns: 411 a 28, Lancelot 
Elaine, 963: (I mllj , , . endow you unih hroad land . . . 
evefi to ihe half my realm beyond the seas (aus: the half of 
my realm, und: half my realm); ebenso 607a, Revenge, 
I, 6 : the half my men are sich. — 

§ 21. Mit der letzten Gruppe von Beispielen sind wir 
wieder aus der Region des Verhältnisses von substantivi- 
schem und adjektivischem Ausdruck im allgemeinen ins 
Gebiet des Gebrauchs einzelner Worte herabgestiegen und 
wollen nun gegen die vorher aufgezählten Fälle der Ad- 
jektivierung von Substantiven die umgekehrten halten, in 
denen Adjektiva als Substantiva erscheinen: 

— von Personenbezeichnungen dieser Art weisen nur 
wenige Fälle Besonderheiten auf: 183 b 12, Princess, 
in, 188: tve give you, being stränge, a licefise (stränge für 
strangers); — 209 b 16, Princess, VI, 321: pa>ss, and 
mingle with your likes; vgl. 821 a 13, Foresters, 11, 1: wexik 
nat\ires that impute ihemselves to their un likes: beides 
Bildungen nach dem ergiebigen Muster *'thy eiders, thy 
betters'' (Kellner, § 241). — 475a 13, To Queen, 27: 
the loyal to their crotvn are loyal to their own far sons: 
hier sehen wir das Adjektivum mitten auf seinem Wege 
zur Substantivierung: einerseits ist es adjektivisch in Kon- 
struktion und Fonn, andererseits steht Ajrtikel für ein Sub- 
stantivum oder Pronomen, an das sich '*loyaV' noch attributiv 
anlehnen könnte; — schließlich 509a, Revenge, XIV, 3: 
he dared her (Spain) with one Utile ship and liis English 



— 24 — 

few (fiir: few Euglishmm); vgl. die Inversionen unter 
''public" in § 15. — 

Häufiger sind Dingnamen in Grestalt substantivierter 
Adjektiva: — 7b, Mariana, 20: she glanced athwart the 
ghoming flats (Land- oder Himmelsstriche); — 271a, In 
Mem., 89, 2: dusk and bright (umgekehrt war in der 
§ 16 zitierten Stelle *'eagle*' an das adjektivische **thick" 
assimiliert, — hier *'brighi" an das substantivische **du8k"; 
ChurtonCollins zitiert aus ''Recollectmis Arabian Nights" 
ein konzinneres "dark and bfHght"); — 425 a 1, Holy 
Grail, 369: a brook, with one sharp rapid, where tJie 
crisping white (= foam) play'd ever back upon the sloping 
wave; vgl. 240 b, Dedication, 3: the rapid of life shoots 
to the fall; — 447 a, 3, Last Tournament, 225: the 
wan day went gloopiing doivji in wet and tveariness, — wo 
freiUch wie oft die Vorliebe zur AUiteration die Wahl des 
Ausdrucks bestimmt; — 478b 9, Lover's Tale, I, 143: 
my slender spring and first (•=^ prime) of love; — 479 a 14, 
Lover's Tale,I, 179: (years) seeni many and my most of 
life f= most part of my life); — 696 a 12, B ecket, Pro- 
logue: / cay\ spy some strain of hard and headstrong in htm: 
formelhaft für die pedantischen Adjektivabstrakta; — 731 b, 
B ecket, HI, 3: Barth' s f als es (= falsehoods) are hcaven^s 
truths, — Zu diesem Phiral vgl. 620a, Queen Mary, 
HI, 6 : a chance — perchance one of those wicked w i Ifu l s 
that men make (= wilftil ones), — 

Alle diese Erscheinungen haben als Hervorhebung einer 
bezeichnenden Eigenschaft statt des Dinges selbst viel mit 
dem Stilmittel der "Hypostasierung der Eigenschaft'^ (s. u. 
§ 182) gemeinsam, nur daß dort nicht das Eigenschaftswort 
selbst, sondern ein von ihm abgeleitetes Abstraktum für 
die Dingbezeichnung eintritt. — 

§ 22. Ein von diesen wesentlich verschiedener Fall 
ist: 214b 29, Princess, VH, 283: let this proud watchtcord 
rest of equal . . , in true marriage lies nor eqiial nor unequal, — 
weil hier ein Schlagwort unmittelbar zitiert und dann natur- 
gemäß im Zusammenhange als Substantiv behandelt wird; 
dies kann ja mit jedem beliebigen zitierten Worte eines 
anderen geschehen; 566, 16, Locksley Hall Sixty 
Ye a r s A f t e r , 218 : this forward ('' Vorwärts !'', progressj, 



— 25 — 

you that preach it, is it well to tvish you joy ? — 732 b, 
Decket, IV, 2, wo Eleonore v. Poitou auf Rosamimdens 
Versicherung, ihr ''bower" sei "o/ and belonging to the King*', 
spöttisch antwortet: "the King hath diverse ofs and ons, 
ofs and belongings'*, — also sogar eine Präposition sub- 
stantiviert; — ja, ganze Sätze kommen so vor: 392 a 17, 
Merlin Vivien, 741: the cold Hie Jacets of the dead 
(Tennyson setzt keine Anführungszeichen. Über die ganze 
Gruppe S.Kellner, Syntax, §66). — 

Auch außerhalb dieser Gruppen können ebenso wie 
die Adjektiva natürlich auch andere Redeteile nach Bedarf 
substantivisch gebraucht werden: so steht B98b 1, Queen 
Mary, 11, 2: ^*that we may know the wherefore of this 
Coming" — zur Belebung des Ausdrucks das Frageadverb 
für das Substantivimi '^cause'\ — 894b, Death Duke 
Clarence, 17: that Etemal Hamiony . . , faintly heard until 
the great Hereafter ("Jenseits"). — 

§ 23. Eine wichtigere Gruppe von Substantivierungen 
bilden diejenigen von Verben, d. h. der Gebrauch nackter 
Infinitive in Substantivfunktion statt Verbalsubstantiva und 
abgeleiteter "nomina actionis", also zu diesen in einem 
ähnlichen Verhältnis wie die vorhin aufgezählten (§ 21) 
substantivierten Adjektiva zu den hypostasierten Adjektiv- 
abstrakten. Zweck ist hier wie dort Kürze des Ausdrucks 
durch Vermeidung schleppender Ableitungen. Beispiele : 

— 58b 25, Dream Fair Women, 125: aßowery rise 
(= moundj; — 323a 16, Gareth Lynette, 338: so thy 
say beproven iriie C^say' sonst nur in ^Ho say one's say'^ u. dgl.; 
vgl. G. Eliot, Adam Bede, Book IV, Ch. 22, Überschrift: 
'*Mrs, Foyser *has her say out^'j; — 435 b 5, Pelleas 
Ettarre, 144: measuring , . . his neighbour's tnake and 
fnight; id. 560, Locksley Hall Sixty Years After, 18: 
your modern amourist is of easier, earthlier make; — 583 b, 
Q u e e n M a r y , I, 3 : *'I am king 's blood'\ "And in the whirl 
of change may come to be one''; — 660 a, 3 v. u., Harold, 
L 2: follow my lead, and I tvill niake thce earl; — 753 a 13, 
Cup, I. 2: tJiat great break of precipice that nms thro all 
the wood . . .; - 821 a, 12 v.u., Foresters, 11, 1: that 
our great Earl, . . would coiver to any of mortal build; — 
aus der Umgangssprache, welche ja an dergleichen so reich 



— 26 — 

ist:!) 849 alB, Owd Eoä, 90: ...thou was a-heöliW. . . 
OS ijf tha was bit, an' it wasn't a bite but a burn, für the 
mer¥s o* thy Shoulder yiL — 

§ 24. Weitaus häufiger und verbreiteter jedoch als 
die Substantivierung von Verben ist das Umgekehrte : die 
Verwendung eines beliebigen Substantivs als Verbum zur 
Bezeichnung einer mit dem betreffenden Gegenstande 
irgendwie zusammenhängenden Tätigkeit ; auch hier ist Ver- 
meidung von Ableitungen und Umschreibungen der End- 
zweck. Von dieser Bequemlichkeit des neuenglischen Sprach- 
gebrauches macht Tennyson, wo er konkrete Kürze erzielen 
will, unumschränkt Gebrauch. Beispiele — natürlich nur 
in Auswahl — folgen, und zwar in alphabetischer Anord- 
nung, weil die in Eede stehende Eigentümlichkeit auch 
lexikographisch wichtig ist: 

— arrow: 883b, Hymn (Akbar's Dream), IE, 1: 
arrowing light from clime to clime (Sonne); — battle: 261 b, 
In Mem. , 56, 18: who battled for the Tnie, the Just; 820 b, 
Foresters, IE, 1: / tvould have battled for it (my betrothal 
ring) to the death; — battlement: 482 a 33, Lover's 
Tale, I, 390: battlemented rock (gewöhnlicher: embattUd); — 
belt: 12 a, Ode Memory, IV, 10: the woods that belt the 
gray hill-side; 461b 23, Last Tournament, 621: helted 
his body tvith her white enibrace; — billow: 446a 20, Last 
Tournament, 177: the voice that billow 'd round the bar- 
riers (Alliteration); — 6o5om; 631 a, Voy age Maeldune, 
IX, 7: hosom'd the burst of spray; — brain: 661b, 
Harold, 11, 1: / have a mind to brain thee withmine axe; 
689 b, Harold, V, 1: the blow that brains the horsenian, 
cleaves the harse; — brauch: 360b 29, Marriage 
Geraint, 611: a dress all branch'd and flower'd with gold 
(z= inwoven with golden branches and flowers) ; — brave: 
676b, 4 v. u., Harold, IH, 2: hadst thou been braver , I 
had better braved all (Wortspiel ; hier also ein Adj. verbal) ; — 
breast: 263 b, In Mem., 64, 7: tvho . . , breasts the blows 
of circumstance ; 684 bl7,Harold,V, 1: draw to London, there 
make strength to breast whatever chance; — bulk: 197 b 29, 



^) Über Gefahr dieses Vulgarismus für Dichter s. S61incourt, 
Poems o/John Keats, 1905, p. 572 C'feel" beim jungen Keats). 



— 27 — 

Princess, V, 142: an old-world mammoth hulk'dinice; — 
bush: 370b 24, Baiin Balan, 91: so bush'd about it is 
withgloom, ihe hall . . . ofPellam . . . ; — cap: 628b 12, Queen 
Mary, IV, 2: you would not cap ihe Pope's cammissioner 
(cap to — wäre weniger auffällig; doch s. N. E. D. s. v. 
cap, vb.y 8, b) — chair: 660 b 14, Harold, I, 2: and 
thou chair^d in his place . . ; — chink: 881 a: Age will chink 
the face; — cloak: 2B4 b. In Mem. , 26, 16: to cloak me 
from %ny proper scom (so LA. 18B0— 1851; später "shroud*'); 

— conceit: 449a 20, Last Tournament, 365: conceits 
himself as God that he can make figs out of thistles; — con- 
dition: 94 b 20, Golden Year, 30: ebb and flow condition- 
ing their march; vgl. petition: 343 a 36, Marriage 
Geraint, 153: the Queen petition^ d for his leave to see theni 
hunt (der umständliche Ausdruck wohl unter metrischem 
Zwang); — cöm?Z; 441 b 9, Pelleas Ettarre, 382: where 
Percivale was cowVd; — dorne: 573a, Early Spring, 
I, 3: the Heavenly Power... domes the . . , hüls. . . with blue; 

— dust: 197 b 19, Princess, V, 132: altho' we dash'd your 
cities into shards etc. and dusted dot4m your domes with 
niangonels (= felVd into the dust; der Vers später gestrichen) ; 

— dtvarf: 388a 18, Merlin Vivien, 480: the larger 
love, that dwarfs the petty love of one to one; 708 b, Beck et, 
I, 3: fami7ie dwarft the race; 858b 10, Eing, 383 ff.: 
. . . those two Ghost lovers . . . dead so long, gone up so far, that 
now their ever-rising life has dwarfd or lost the moment of 
their past on earth (= their continuous rising to higher stages 
of after-death development has niade look like a dwarf or m(xde 
entirely invisihle to memory the short time of their stay on 
earth); — ease: 826a 6, Foresters, m, 1: after we have 
eased thefu of their coins ... ; - estate: 417a 9, Lancelot 
Elaine, 1321: estate them tcith large land and territory (vor- 
her: endow); — eye: 352b 36, Marriage Geraint, 754: 
as careful robins eye the delver^s toil; 454b 13, Last Tourna- 
ment, 683: euery follotvcr eyed him as a God; — fathcr: 
92 b, Love D u t y , 5 : shall Error . . . still father Truth 
(= beget, producc) ; G07 b, Queen Mary, lU, 1: murder 
fathers murder; 729 a 20, B ecket III, 3, 132: had I fathered 
him (N.E. D.) —feather: 73b 3, Gardeners Daughter, 
46 : the large Urne fcathers loiv (spreads leaves like feathers) : 



j? 



— 28 — 

126a 11, Enoch Arden, 68: where the prane edge of 
the wood began to feather toward the holloto; vgl. 186 b, 
Princess, IV, B: every coppice-feather'd chasnv and cleft; — 
133a30, EnochArden, B37 : her (ship^s) fulUhusted figure- 
head stared o^er the ripple feathering from her hows; — 
feature: B78a, Opening Exhibition, 11, 2: mag we 
find... the mother featured in the son; — fing er: 707 b, 
Becket, I, 3: this Almoner hath tasted Henry' s gold, the 
cardinals hace fingernd Henryks gold; — fire: 398 b 7, 
Lancelot Elaine, 167: fired from the west (= shone 
upon by the setting sun); — /ist: 657 b 11, Harold, I, 1: 
the boy would fi^st nie hard (in der Umgebimg mehrfach 
^fighf; vgl. lat. "pugnare" zu "pugnus''); vgl. auch gauntlet: 
373 a 2, Baiin Balan, 217: the thrall his pas^ion had half 
gauntleted to death; — flock: 165 a, Princess, Pro- 
logue, 3: thither flock^d at noon his tenants; — flood: 
193a 30, Princess, IV, 453: ready to burst and flood the 
World with foam; 268 a 12, In Mem., 83, 16: sorrow . . . that 
longs to.,. flood a fresher throat mth song; — flow er: 
527b 16, Columbus, 163: the first discoverer starres — 
his followers, allflowerintofortune; —fool: 208b 7, Princess, 
VI, 257: whom we thought woman even now, and were half 
fooVd to let you tend our son; 283 b, In Mem., 128, 14: 
to fool the crowd with glorious lies; 475 a8, To Queen, 22: 
what shock has fooVd her since; — frenzy: 854 b 13, 
Ring, 165: half-frenzied by the ring; — fresco: 752 b, 
Cup, I, 2 (Bühnenweisung): frescoed figures on the 
walls; — frost: 713 b 9, Becket, I, 4: the golden leaves, 
these earls and barons that clung to nie, frosted off by the first 
cold frotvn of the King; — g(ip' 520 a 6, Defence 
L u c k n o w, rH, 12 : their niasses are gapp 'd with our grape; — 
garden: 52, 14, New Year's Eve, 46: I shall never garden 
nwre (im Garten arbeiten); — gern: 866 a, Progress 
Spring, rH, 10: that new life that gems the hawthom line; — 
glass: 119b, "Move eastward . . .'', 7: to glass herseif 
(^= mirrovy reflect) in detvy eyes (vom Monde) ; 385 a 10, 
Merlin Vivien, 291: the curVd white of the Coming wave 
glass d in the slippery sand; 717b 6, Becket, 11, 1: glass the 
faithful face of heaven; — globe: 134 a 17, EnochArden, 
590: the great stars that globed themselves in Heaveti; 851b, 



— 29 - 

Song (vor "Ring"), 7 (an den Mond): twelve times in ihe 
year bring me hliss, glohing Honey Moons bright as this; 
ibid. 15: globe again, and make Honey Moon; — gloom: 
372 a 6, Baiin Balan, 162: a height that glooms his (Tarne 
boy's) Valley; — god: 748b 6, Becket, V, 3: how the good 
priest gods himself; — groom: 367a 22, Geraint Enid, 
193: (horses) now so long by bandits groom' d; — guerdon, 
s. Mod. Lang. Notes, V, p. 197 b (J. B. Shepherd, 
A Study of Tennyson's Vocabulary) ; — gulf: 441 b 24, 
Pelleas Ettarre, 397: gulfd his griefs in inmost sleep ; — 
head: 60 a 9, Dream Fair Women, 201: Heaven heads the 
count of crimes with that wild oath (Jephtha's); — heim: 
403b 5, Lancelot Elaine, 496: the bark, and him that 
heims it; 711 a 6, Becket, I, 3: noforswom Archbishop shall 
heim the Chiirch; — herald: 840b 8, Foresters , IV: in this 
füll tide of hve wave heralds wave; — hobnail: 699 b, 7 v. u., 
Queen Mary, IT, 2: your rights and charters hobnail' d into 
slush; — honey: 167 a 20, Princess, Prologue, 116: honey- 
ing at the whisper of a lord; — ho und: 720 a, 6 v. u., B e c k e t, 
n, 2: we never hounded on the State at home to spoil the 
Church; — house: 1. transitiv: 40 b 8, Oenone, 36: 
caves that house the cold crown'd snake; 2. intransitiv: 87 a 4, 
Stylites, 106: me^i on earth house in the shade of comfortable 
roofs; — 481b 17, Lover's Tale, 345: ...flower, hued 
tvith the scarlet of a fierce sunrise; — hu s band: 699 a 22, 
Queen Mary , II, 2: I am not . . . so amorous that I musf 
needs be husbanded ; — hymn: Poems by Two Brothers, 
111, 6 (Deity): Hoiv shall I hymn him (GodJ? 660b 31, 
Ancient Sage, 210: öorne in white to burial or to bum- 
ing, hymnd from hence with songs in praise of death; 760 a 4, 
Cup, n, 1 : (Artemis) hear thy priestesses hymn thy glory! — 
isle: 39b, Fatima, 33: isled in sudden seas of Ught, my 
heart . , . ; 127 a 8, EnocliArden, 131: as when some little 
cloiid cuts off the fiery highway of the sun and isles the Jight 
in the offwg ('\forms an island of Hght'\ Rowe-Webb); 
219b, Wellington, VIT, 4: thank Him tvho isled us here 
C'placed HS in an Island'', Rowe-Webb); 332 a 12, Gareth 
Ly nette, 874: lion and sioat have isled together . . . in tinie 
of flood; — javeline: 395a 11, Merlin Vivien, 934: 
(a thunderhoJt) . . .javelining (= strewing as with javelines) 



— 30 — 

ivith darted spikes and splinters of the wood (he dark earth 
round . . . (Mustard vergleicht Horaz, Od. I, 2, 3: dcxtera 
sacras iaculatus arces); — joy (=^ rejoice) : 47 a 22, 
Palace Art, 182: (my soul), joying to feel herseif alive; — 
letter: 21 a, Adeline, V, 14: the language tüherewith 
Spring letters cotoslips on the hill (vgl. '"charticter" als 
Verb); — liehen: 396b 3, Lancelot Elaine, 44: their 
bones . . . lichen'd into (one) eohur mth the crags; — lip: 
434b 11, Pelleas Ettarre, 90: when a stone is flung into 
some tarn, the circle widens tili it lip themarge; — locust: 
B9Ba, Queen Mary, 11, 1: swarms of Spain ... come locust- 
ing upon us; — lute (in der Formel '*lute and flute") : 188 a 8, 
Princess, IV, 111; 824b 6, Foresters, III, lifluting and 
piping and luting; — marble: 451 a B, Last Tourna- 
ment, 475: sands niarbled with moon and cloud; — mate: 
99,13, Locksley Hall, 47: thou art mated with achum; 
id. 102,35, L. H., 177; — mob: 209a 12, Princess, VI, 
289: to mob me up with all the soft and milky rabble of 
womankind; — mound: 12b, Ode Memory, V, 27: a sand- 
built ridge of heaped hills that mound the sea; — mouth: 
375 b 22, Baiin Balan, 176: ,..canst endure to mouth so 
huge a foulness; 533 b, To B r o o kf i el d , 2 : old Brooks, 
who loved so well to mouth my rhymes; 564, 24, Locksley 
Hall Sixty Years After, 154: let the dying actor mouth 
his last upon the stage ; 599 b 8, Queen Mary, H, 2: these 
rebels who mouth and foam against the Prince of Spain; — 
890 b, D a w n, IH, 2 : scandal is mouthing a bhodless name at her 
cannibal feast; — mit ''mouth" vergleicht sich "tongue": 
540a 24, Tiresias, 132: no stone is fitted in yon marble 
girth, whose echo shall not tongue thy glorious doom; — und 
noise: 327b 27, Gareth Lynette, 561: to benoised of 
(verächtlich); — name (= call by namej : 329 a 8, Gareth 
Lynette, 691 : the cur . . .follows being named, his owner; — 
nerve: 570b 31, Epilogue "Heavy Brigade'*, 79: the 
song that nerves a nation's heart, is in itself a deed (s. Century 
Dictionary, s. v. nerve, vb.J : — nose: 634 b 11, Queen 
Mary, IV, 3: the carrion-nosing mongrel; — oar: 188 b 30, 
Princess, IV, 165: oaring one a)'m (= using as oar; sonst 
bedeutet oar „rudern'^); vgl. auch 124a, To E. L., 17; — 
orb: 32 b 24, Two Voices, 138: that the whole mind 



— 31 - 

may orb about; 264 a, In Mem., 24, 16: (the past will),., 
orb into the perfect siar we saw not when we mowed 
therein; — orphan: 479b 11, Lover's Tale, I, 212: so 
were we bom, so orphan' d; — oubliette (ein im „Harold" 
naturgemäß häufiges Wort): 733 b, 2 v. u., Beck et, 

IV, 2: indungeon'd from one whisper of the moon, oublietted 
in the centre; — peacock: 329a 23, Gareth Lynette, 
706: peacock' d up with Lancelot 's noticing; 768 a (Falcon): 
a-glorifying and a-velveting, and a-silking herseif, and a-pea- 
cocking and a-spreading ; — peril: 650a 11, Queen Mary, 

V, 6 : fooly think 'st thou I would peril mine own soul by slatighter 
ofthe body; — physick: 690a 3, Queen Mary, I, 6: these 
princes are like childreny mtiSt be physick' d; — pillar: 825 a, 
8 V. u., Foresters, m, 1: some (oaks) pillaring a leaf-sky 
on their monstrous boles; — pillow: 479b 29, Lover's 
Tale, I, 230: one soft lap pillow' d ms both; — pleasure 
(fiir please): 144. a, 1, Aylmer's Field, 85: to pleasure 
Edith; — pride: 648a, Queen Mary, V, 4: I pride 
myself on being moderate; — prose: 109a, Amphion, 81: 
they prose o'er books of travelVd seamen; — prune: 776 a 
(Falcon): Filippo bietet zudringlich Pflaumen an; der Graf 
sagt darauf: prune our Company of thine otvn and go! — 
queen: 836b, 3 v. u., Foresters, IV: tho' you should queen 
me (= make me queen) over all the realms held by King Richard; 
— quire: 688b 1, Harold, V, 1 : are those the blessed angels 
quiring, father? — regard: 200b 20, Princess, V, 320: 
none regarded (= achtete darauf, nahm Rücksicht); — rib: 
5a31, Confessions Sensitive Mind, 127: the crisp slope 
tvaves after a tempest, rib and fret (=^ ripple, nur stärker); 
vgl. line: 321a 17, Gareth Lynette, 210: the keystone 
which was lined and rippled like an ever-fleeting wave; — 
right: 192 a 9, Princess, IV, 366: when the wild peasant 
rights himself, the rick flames etc. (^'sich Recht verschafft'' ; 
vgl. 866a, To Mary Boyle, \Y1S.)] — ring: 119b, 
Eagle, 3: ringd ivith the azure world, he Stands; 359b 8, 
Geraint Enid, 336: my folloivcrs ring Um round; — 
rival: 608a 16, Queen Mary, HC, 1: girl never breathcd to 
rival such a rose (für equal mit dessen Rektion); — roof: 
509 b 15, Sisters, 17: the cloud that roofs our noon tvith 
fiight; vgl. 8 b, T o , I, 6: ray-fringed eyelids of the niom 



— 32 — 

roof not a glance so kern as thine; — ruin: 161 b 8, Lu cre- 
tius, 40: the myriad atom-streams, niining dlong the illimit' 
dble inane (ruin = \di.t, rtiere) ; 178 a 26, Princess, 11, 320: 
for fear this tvhole foundation ruin (für fall to ruinj (Churton 
CoUins, p. 167); — rumour: 484 a 27, Lover's Tale, 
I, 509: the country people rumour . . .; — shame: 329 a 
21, Gareth Ly nette, 704: how the villain lifted up 
his voice, nor shamed ("schämte sich") to hawl himself a kitchen- 
knave; 427b 25, Holy Grail, 563: why wilt thou shame 
me to confess to thee . . . (=^ put me to the sJiame) ; — sheet: 
814a 14, Foresters, 11, 1: when all the sheeted dead are 
sJiakefi frofu their stillness in the grave hy the last trumpet,.,; 
(Cf. Hamlet I, 1, 116); — sight: 607 a, Revenge, I, 3: 
Spanish ships of war at seaf We hawe sighted fifty-three (= got 
sight of) ; 835 b, Foresters, IV: te^e sighted 'em only this moment; 
— sign: 314a 11, Coming Arthur, 317: she answer'd. .. 
and sign'd (= gave a sign) to her two sons to , . , let them he; — 
silver: 538b 15, Tiresias, 31: to silver all the Valley unth 
her shafts (Mond) (simplex pro composito : silver over erwartet 
man); — slave: 780a, Promise May, I: Fd slcUlve out 
^y lifefur^er; — snare: 393 a 12, Merlin Vivien, 799: 
so if she had it (the charm), tvould she rail on me to snare the 
next (= catch as in a snare); — sphere: 192b 29, Prin- 
cess, IV, 418: sphered up wiih Cassiopeia ("Milton's 
'starr'd\ II Penseroso, 19", A. J. Grieve); 260a, In Mem., 
9, 13: sphere all your lights around, above; slcepj gentle heavens, 
before the prow; (s. o. unter globe) — spire: 322 b 12, 
Gareth Lynette, 302: Camelot, a city . . . ivhich Merlin' s 
hand . . . had totich'd, and tipt ivith lessening peak and pin- 
nach, and made it spire to heaven (= rise, point with [manyj 
spires); — spite: 685a, 9 v. u., Queen Mary, I, 6: I wear 
it (my dress) , . . to spite her (Queen); — star: IIb, Ode 
Memory, 11, 12: . . .fruits, which in ivintertide shall star 
the black earth tvith brilliance rare ; — steel: 893 b 2, D o u b t 
Prayer, 9: steel me (o God) unth patience; — sun: 301b, 
Maud, I, XXn, IX, 5: little head, sunning over mith curls 
(= beaming); (inhaltlich ähnliche Phrasen zusammengestellt 
bei Eowe -Webb, Selections from Tennyson, 11, 107, Note zu 
Morte d'Arthur, 217) ; — stvord: 451 a 12, Last Tourna- 
me n t , 482 : swording right ayid left ; — symhol: 610a, 



— 33 — 

3 V. u., Queen Mary , HI, 3: ihe Emperor's highness happily 
si/mbolVd ly the King your husband; 881b 26, Akbar's 
Dream, 102: let the sun . . . symbol the Etemal! — thorn: 
667b 2, Harold, I, 1: I am the only rose of all the stock (hat 
never thorn' d htm (prick ging mehrfach vorher); — thrall: 
438b 16, PelleasEttarre, 219: an she send her delegate 
to thrall these fighting hands ofmine; — thread: 307, Maud, 
m, n, 13 : the cobweb . . . shall shdke its threaded tears .,.no more; 

— time: 1, 251a 13, In Mem., 13, 17: my fancies time to 
rise on tcing; 2. transitiv (**Takt angeben"): 264 a. In Mem., 
68, 2: Sleep, Death's ttvin-brother, times my breath; 3. ("im 
Takt gehen mit — "): 298a, Maud, I, XVm, VUE, 20: 
happy Stars, timing with things below; — trade: 127 a 18, 
EnochArden, 141: should he not trade himself out yonder ; 

— /ric*;338a 14, Gareth Lynette, 1212: foold'd and 
trich'd; — turf: 390b 18, Merlin Vivien, 645: asvasta 
mound as after furiotis battle turfs the slain; — vein: 194b 
11, Princess, IV, 522: all the gold that veins the world; 
718a 1, Beoket, 11, 2: vein'd marble (von Rosamundens 
Stirn); — vizor: 334 b 6, Gareth Lynette, 1015: 
vizoring up a face ("durch Emporschieben des Visiers ent- 
hüllen": Ausdruckserspamis) ; — weather: 127a 12, Enoch 
Ar den, 135: many a rough sea had he weather 'd in her 
(old boat); — weathercock: 142b, Aylmer's Field, 
17 : ... whose blazing toyvem weathercock'd the spire; — 
weight fiir weigh: 373 a 7, Baiin Balan, 222: the 
memory of that cognizance Ofi the shield weighted it (his 
uplifted arm) down; 706 a 2, Beck et, I, 3: weight dotvn 
aU free choice beneath the throne; — wind für blow (blasen, 
bes. Hom): 439 a 14, Pelleas Ettarre, 248: raised 
a bügle,,, and winded it; 727b, Backet, HI, 2, Szenen- 
weisung: a great hom winded; 831a 9, Foresters, IV, 1: 
I wind this forest-horn of mine; 841a, Foresters, IV: the 
windiiig of a phantom hom; — wing: 1. ** durchfliegen " : 
22 a, Rosalind, I, 4: all game that wing the skies ; *' fliegen 
(nach — )": 45a 15, PalaceArt, 3b: far as the wild swan 
wings ; 187 b5, Princess, IV, 71 : the swallotc, winging south ; 
ähnlich schon Poems by Two Brothers, 21, 13 (Re- 
morsej : to yon vast world of endless woe . . . my sotil shall 
wing her wcary way; 2. ^-beflügeln": 142 b, Aylmer's 

Dyboski, Tonnysons Sprache und Stil. 3 



— 34 — 

Field, 18: whose bUuiing wyvem . . . wing^d his entry-gaies; 
192a 1, Princess, W, 358: fear , . . unng'd her transit to the 
throne; — worm (^= bohren) : 751 a 7 v. u.„ Cup , I, 1 : once 
there I Warrant Iworm thro> all their windings (Alliteration). — 

§ 25, Natürlich ist ein als Verbum gebrauchtes Sub- 
stantiv auch der verbalen Präfixkomposition fähig. 
Beispiele solcher höchst charakteristischer Bildungen, meist 
mit negierenden, die Geltung des betreffenden Begriffes als 
Prädikat des log. Subjektes auslöschenden Vorsilben, sind: 

— 196a 8, Princess, V, 29: disprinced fromhead 
to heel; — 206a 10, Princess, VI, 113: my father stoop'd, 
re-father'd o'er my wounds (made tofeel like a father again; 
hier also nicht negierend) ; — 580b, Queen Mary, I, 2: 
there wiU he plenty to sunder and unsister them again; — 
644a, Wreck, IX, 1: the stränge misfeaturing mask; — 
589b 2, Queen Mary, I, 5: you have ousted the mock 
priest, repulpited the shepherd of St. Peter; — 608a 14, 
Queen Mary, HI, 1: she (Lady Jane Greg) fear'd it (a 
last farewell) might unnmn him (her husband) for his end. She 
could not he tmmann'dy no, nor outwoman^d (Analogie); — 
671b, 1 V. u., Harold, m, 1: one whom they dispoped; — 
679 a 11, Harold, IV, 1: canst thou love one tüho did dis- 
crown thy husband, unqueen thee; — 698 a, 13 v. u., 
BecketjPrologue: a beggar on horseback, tvith the retinue 
of three kings behind him, outroyalling royalty; — 729 a, 
17 v. u., Becket, m, 3: the fish (at the banquet) . . . de- 
miracled the miraeulous drought, and might have sunk a navy. — 

An den Typus der letzten zwei Beispiele schließen sich 
gewisse, durch das Shaksperesche Schema **io out-Herod Herod^' 
(Hamlet HI, 2, 16) vorgebildete Verbalisierungen von 
Eigennamen, wie etwa: 622b, 9 v. u., Queen Mary, HI, 6: 
** Gardiner out- Gardiners Gardiner in his heat, Bonner cannot 
out'Bonner his otmi self\ — 

Von sonstigen in halb scherzhafter Umgangssprache ja 
so häufigen Verbalisierungen von Personennamen sei wenig- 
stens zitiert: 793a, Promise May, H: Philip Hedgar o' 
Soomerset! . . . Fll Philip tha! . . . Fll Soomerset tha. — 

§ 26. Eine Gruppe verdient noch Sonderbe'sprechung, 
weil die Verbalisierung hier keine vollständige ist: Es sind 
die sogenannten "unechten" Partizipia, welche von 



— 36 — 

Dingnamen gebildet werden, um — rein adjektivisch — das 
Ausgestattet-, Versehen-Sein mit dem Ding zu bezeichnen, 
ohne daß an bewußten Gebrauch des Substantivs als 
Verb zu denken wäre: der einfachste Typus wäre etwa: 
133b26, Enoch Arden,566: the mountainwooded totlie 
peak; auffälliger sind die folgenden: Churton Oollins, 
Early Poems, 289, Chorus, 12: the day, the diamonded 
lighi; — IIa 26, Recollections Arabian Nights, 127: 
upon the mooned domes aloof (^Hhe domes of mosques, sur- 
maunted by the crescenf — Rowe-Webb, Selectians from 
Tennyson); — 42 b, 2 v. u., e n o n e, 198 : eyed like the evening 
Star; — 90b 22, Talking Oak, 148: the berriedbriony; 

— 174b 26, Princess, I, 94: a child . . .headed like a star; 

— 189a 6, Princess, IV, 172: there stood the maidefis 
glimmeringly group^d ^= in a glimmering group); — 202 b 
21, Princess, V, 446: strongly groom'd and straitly ciirb'd; 

— 208b 12, Princess, V, 600: a cymbalVd Miriam 
(<= Statue of Miriam with cymbals); — 241, Boädicea, 8: 
hftily charioted (placed in — ); — 243, Milton, 6: 
(angelsj starr'd from Jehovah's gorgeaus armories; vgl. 
630a, Voyage Maeldune, V, 4: starr'd with a myriad 
bJossom the long convolvulus hung (Parallele aus Shelleys 
^'Alastor": the paras^ites starr* d with ten thousand blossoms, — 
bei Churton Collins, Illustrations of Tennyson); — 
262 a, In Mem., 67, 7: my friend is richly shrined; — 

— 263a, In Mem., 61, 6: how dimly character'd and 
slight . . . must I grow; — 291, Maud, I, VI, I, 4: the budded 
peaks of the wood (mit Knospen besetzt); — 291, Maud, I, 
VI, n, 3: the sunset burn'd on blossom'd gable-ends (mit 
Blumenomamenten) ; — 626 a, C o 1 u m b u s , 9 : you were 
not then so bearded; — 680 a 41, Queen Mary, I, 1: 
I was bom of a true man and a ring'd wife; — 846 a 16, 
Demeter Persephone, 62: nested birds, ...the cubb'd 
lioness; — 866 a 16, Ring, 177: a galleried pdlace; — 
867 a, Progress Spring. VII, 6: pathway\l plains. 
Über zusammengesetzte Partizipia dieser Art s. § 263 ff. — 

§ 27. Zur Illustration des Verhältnisses von Verbum 
und Substantivum gehört weiter, wie bei Substantiv und 
Adjektiv, die Aufzählung von Fällen, wo wir verbalen Aus- 
druck erw^arten und substantivischen finden, oder umgekehrt. 

8* 



— 36 — 

Beispiele der ersteren Art wären : — 460 b 26, Last Tourna- 
ment, 467: Arthur deign^d not use of ward ar stoard (für: 
to mdke use — ); — 853 a 21, Ring, 84: I bad her heep like 
a seaVd book, all mention of the ring (keep . . . mention =/orbear 
fnentioning,refrain/rammenti(mingJ; — 886b, Church- warden 
C u r a t e , DI, i: if t 'öne (curate) stick alongside t 'uther (church- 
warden), the church weänt happen a fall: einen Infinitiv — 
wenn auch nicht gerade das starke ^^to faW — erwarten 
wir nach *^happeW\ — Hieher auch der gezwungene Aus- 
druck im Jugendgedichte "Timbuctoo", 63 (Early Poems, 
Churton Collins, 311, 39) : A curve of whitening, flashing, 
ebbing light! Arustling of white wings! The bright descent 
of a t/oung Seraph ! and he stood beside me . . . — 

Ähnliches wird uns noch bei Besprechung der von 
Verben abgeleiteten Substantiva begegnen. Es könnten 
femer hier Ausdrücke aufgezählt werden, wie : 468 a 2, 
Guinevere, 123: they rode to the divided wag, — wo der 
Nachdruck auf dem Substantivum statt auf einem Verbal- 
abstraktum (parting of the ways) ruht; aber das Wesen 
dieser Fügung ist Synekdoche (totum pro parte) und gehört 
somit in die Stilistik. 

Etwas häufiger ist der umgekehrte Fall : verbale Wen- 
dung statt einer erwarteten substantivischen : — 418 b 10, 
Lancelot Elaine, 1421 : / needs must break tJiese bonds 
. . . not without she wills it (= wiihout her will, consent); — 
664b, F light, XXVI, 4: every heart that loves is equal to 
endure (''equal to — " = "gewachsen", gewöhnlicher mit 
Subst. ; **able' oder dgl. haben Infinitiv; also eine Art 
Kontamination) ; — 598 bl7,QueenMary, IE, 2: ^^according 
as they ivilV^ für gewöhnlicheres ''to their wilV^ ; — 872 b, 
Parnassus, 11, 7: pass onf the sight confuses (in gewöhn- 
licher Rede stünde hier das rein adjektivische Partizip "is 
confusing'\ also zwar nicht substantivischer, jedenfalls aber 
nominaler Ausdruck statt des verbalen). — 

§ 28. Durch das letzte Beispiel gehen wir aus dem 
Bereich des Verhältnisses **Verbimi : Substantivum" in den 
allgemeineren "Verbum : Nomen" über, weshalb ich nun 
gleich den Beispielen von Verbalisierung des Substantivs 
die selteneren für verbale Verwendung von Adjek- 
tiven gegenüberstelle. 



— 37 — 

Sie können nach ihrer Bedeutung in zwei Gruppen 
geschieden werden. Die erste bildet der Typus "verbali- 
siertes Adjektiv = niahe -f- Adjektiv", also transitiv-kausa- 
tive Verwendung: 

— 12 a 13, Ode Memory, m, 18: no tnist of earlh 
cotdd dull those spirit-thrilling eyes; vgl. 743 b 14, Beck et, 
V, 2 : rather than dim the splendour of this croum Ifain would 
trehle and quadruple it; — 28a, Lady Shalott, 11: liith 
hreezes dusk and shiver thro* the wave (s. Rowe-Webb, 
Selections from Tennyson, z. St. mit Parallele aus Keats, 
Hyperion, 11: the dusking EastJ; vgl. 271 a. In Mem., 
88, B : urspr. the dusking Isaf (später the darkening leaf); 
— 86b 7, Stylites, 7B: black'd tvith thy branding thunder 
(blacken'd wäre zu schwach); — 249 b, In Mem., 8, 8: 
all the Chambers . . . e mp tied of delight ; 286, M a u d , I, I, 
m, 2: wann'd with despair (Churton CoUins vergleicht 
Hamlet, H, 2, B80); — 330b 2B, Gareth Lynette, 796: 
three with good blows he quieted (Euphemismus) ; — 394 b 6, 
Merlin Vivien, 887: to sleek her ruffledpeace ofmind; — 
449b 26, Last Tournament, 400: how tu nmoothe and sleek 
his marriage over to the Queen (alliterierende Synonymen- 
formel); — B24a2, John Idcastle, 143: the poor tnan's 
money gone to fat the friar; — 629 b 12, Voyage Mael- 
dune, m, 16: they to be dumb'd by the charm (= Struck 
dumb) ; — 664 b 10, H a r o 1 d , I, 1 : to sleek and supple himself 
to the King's hand ; — 658 a 2 v. u., H a r o 1 d , I, 1 : Edward' s 
prayers were deafen^d and he prai/d them dumb, and thus I 
dumb thee too, my unngless nightingale ; — 562, 20, L o c k s 1 e y 
Hall Sixty Years After, 76: staled by frequence; — 
592 b, 2 V. u., Queen Mary, I, 5: Philip comes, one hand in 
mine, and one steadying the tremulous pillars of the Church. — 

Auch Komparative von Adjektiven werden so ver- 
wendet: 645b 7, Queen Mary, V, 2 : i am not well, but it icill 
better me. . .to read the letter (better = make mefeel better). — 

Häufiger sind jedoch Komparative in der zweiten zu 
besprechenden Verwendung, nämlich bei prädikativer Be- 
deutung des Adjektiv -Verbums, also vom Typus x r— to be 
oder to become x; so z.B.: 378b 21, Baiin Balan, 342: 
nearing (= Coming near); — 318a2, Gareth Lynette, 
21: in cvcr-highering eagle-circles. — 



- 38 — 

Von Positiven dieser Art kann ich anfuhren : — 461 a 4, 
Last Tournament, 474: the great waters break whitening 
for half a league, and thin themselves . . ./ — 843 a, Jubilee 
Queen Victoria, VI, 1 : i/ou, (hat wanton in afßuence...; 
— 878b 18, St. Telemachus 21: lazying out a life of 
self'Suppression. — 

In beiden der erwähnten Verwendungen können wir 
green beobachten, nämlich kausativ-transitiv : 63 b, n a 
Mourner, n, 3: Nature . . .greens the swamp ("macht grünen"); 
und intransitiv-prädikativ (wie oft): 280b, In Mem., 115, 
14: yonder greening gleam. — 

§ 29, Zum Schluß dieser Besprechung von Fällen gram- 
matikalischer Enallage zwischen Nomen und Verbum darf 
noch ein Typus nicht unerwähnt bleiben, weil er eine in- 
teressante Parallele bildet zu der oben (§ 22) erwähnten 
Substantivierung jedes beliebigen Redeteils, wenn dieser 
als Schlagwort oder Rede eines andern zitiert wird: es 
kann nämlich ein Nomen, welches den Hauptinhalt der 
Rede eines andern bildet, statt eines verbum dicendi mit 
folgender Anführung des Gegenstandes einfach selbst als 
Verbum gebraucht werden ; also "to x" für ^'to speak of x'\ 
Beispiele für Substantiva sind vor allem die Verbalisierungen 
zitierter Titel und Anredeformen : — 619al0, QueenMary, 
in, 4: their ttoo Graces so dear-cousin and royal-cousin 
him; — 629a 14, Queen Mary, IV, 2: why do you so 
mylord me; — Life, I, 121 (Brief Tennysons an seinen 
Verleger Moxon, 1832, 20. Nov.): don't let the printer 
squire me (d. h. ein '^EsqJ' hinter den Namen setzen); — 
in Präfixkomposition: 161 b 13, Aylmer's Field, 686: 
heing much hefooVd and idioted ("Narr und Tor ge- 
scholten"), i) — 

Ein Beispiel anderer Art mit einer aus Shakspere*) 
wohlbekannten pleonastischen Erweiterung ist: 403b 23, 
Lancelot Elaine613: diamond me no dianwnds ! prijse me 



1) Vgl. Henry Bradley, 2%e Making of Etiglish, London 1904, 
wo *'lie my-dear-felloto^d me all the day" als normales Englisch 
zitiert wird. 

2) Parallelen aus Shakspere bei Thistlethwaite, Die 
Sprache der '^Idylls of the King" in ihrem Verhältnis zur 
Bibel und zu Shakespeare. Diss. Halle, 1896. 



39 



no prizes! (Typus *Ho x x-s" fiir einfaches ^^to x^' im Sinne 
von ^*to speak of x^). 

Ein Adjektiv kann auch so erscheinen: 87b 22, Sty- 
lites, 161: they shotU ^' Behold a saint!^' and lower voices 
saini nie froni above (== caU me saint). — 

Ja sogar ein Adverb und einen Komparativ finden wir 
so verwendet, allerdings im Scherz: 882 a (Foresters, IV) 
sagt Brobin Hoods Genosse Much auf dessen Worte 
'^We should he all the more heholden to him (if he threw ihe 
stranger knight/^ mit wortspielender Beziehung auf seinen 
eigenen Namen: **Much and more! . . . thou and thy youngsters 
are always muching and moreing me/' — - 

Aus allen diesen Beobachtungen über das Verhältnis 
des Verbums zum Nomen gewinnen wir eine Anschauung 
von der großen Bolle, welche das erstere im Sprachschatz 
eines modernen Dichters spielt, — einer Tatsache, deren 
Bichtigkeit noch die Zusammenstellungen über Verbal- 
Bildung und -Zusammensetzung sowie über die häufigen 
Tätigkeitsmetaphern (§ 204 ff.) bestätigen werden, und die 
ihrerseits ein bemerkenswertes Licht auf die anerkannte 
Wahrheit wirft, daß der Begriff von Bewegung und Tätig- 
keit wohl im Mittelpunkte unserer Vorstellungstechnik 
ebenso wie unseres heutigen Natur erklärens steht. 

Nachdem wir nun so die wechselseitigen Vertauschungen 
der Klassen von Kedeteilen — wenigstens der Nomina- 
untereinander und mit dem Verbum — betrachtet und 
diese gleichsam abgegrenzt, bzw. den Mangel an festen 
Grenzen nachgewiesen haben, können wir zur Sjoitax der 
einzelnen Wortarten übergehen, wobei das Terbiim — gemäß 
seiner soeben besprochenen Bedeutung — die erste Stelle 
einnehmen soll. 

§ 30. Zunächst sind die verschiedenen KJassen der 
Verba gegeneinander abzugrenzen. 

Impersonale Ver>)a werden oft — besonders in über- 
tragener Verwendung — mit persönlichen Subjekten ver- 
bunden (lat. Jupiter tonat etc.) : 

— 170 a 16, Princess, I, 60: (my father) tore the 
hing's letter, snow'd it dotvn; — 197 b 12, Princess, V, 125: 
she lightens scorn ("schleudert Blitze der Verachtung''); — 



— 40 — 

20Ba 8, Princess, VI, BO: to rain an April of avation 
round their statues (so auch shower sehr oft) ; vgl. 29 a, 
Lady Shalott, IV, 4: heavily the low sky raining, — 
und 31b 15, Two Voices, 4B: myfullheart. . .rain'd thro' 
my sight its overflow; — 268 b, In Mem., 43, 16: the 
dawning soul (Auferstehung); — 890a, Kapiolani, VI: 
one/rom the Sunri^e dawn'd upon His people (viz. the Christian 
God) ; — passive Wendung : 65b36, LoveLand,80: Frin- 
ciples are rain'd in hlood ("neue Ideen schlagen sich immer 
in Blutregen nieder"); — vgl. femer das personale happen 
der Volkssprache : B14b, Village Wife, IV, 3: we niay 
happen a fall o* snaw (erleben); 886b, Church-warden 
Curate, IH, 4: if föne (Gurate) stich alongside t'uther 
(church-warden) the chuch weänt happen a fall. — 

Umgekehrt ist als selteneres impersonales Verbum zu 
notieren: 187 a, 12, Princess, IV, 47: well needs it we 
shouM cram our ears with wool ... — 

Schließlich sei noch ein merkwürdiger Fall angeführt, 
wo der Kürze halber ein Verbum von subjektiv-persönlicher 
Bedeutung zu einem nicht persönlichen, abstrakten Sub- 
jekte attrahiert wird: 716 a 1 v. u., Beck et, DL, 1: forgetting 
that forgets me too: i. q. forgetting that, tliou forgetVst myself 
too. — 

§ 31, Was nun die Arten der persönlichen Verba selbst 
betrifft, so ist die grenzenlose Freiheit des Englischen im 
transitiven, intransitiven, kausativen, reflexiven Gebrauch 
ein- und desselben Verbums bekannt, und mehr als je muß 
in diesem Kapitel, wenn es sich um Spracheigentümlich- 
keiten eines Autors handelt, die vorherrschende Sprach- 
gewohnheit, die größere Häufigkeit dieses oder jenes Ge- 
brauches der einzige Maßstab bleiben. Nur auffallendere 
Abweichungen — die deshalb natürlich nicht als Neologismen 
oder einzig dastehende Erscheinungen bezeichnet werden 
sollen — sind in den folgenden Listen zusammengestellt. — 

Zunächst intransitiver Gebrauch von Verben, die ge- 
wöhnUch oder häufiger transitiv vorkommen: — obtain 
wird (wie auch prevail) im Sinne "ein angestrebtes Ziel 
erreichen" (bes. durch Bitten) ohne Objekt gebraucht : 211 b 4, 
Princess, VII, 66: less prosperously the second suit obtain* d 
(= the second courtship succeeded) at first with Psyche; 



— 41 — 

463b 22, Guinevere, 473: the loathsome opposite of all 
my heart had destin'd did öbtain; — show im Sinne von 
höh, appear: 105b, Sleeping Palace (Day-Dream), 
VI, 1: a hedge upshoots, and shows at distance like a Utile 
wood; 109b, St. Agnes' Eve, 17: so shows (=^ appears) 
my soul hefore the Lamb; — eine besondere Gruppe bilden 
extreme Fälle wie : 697a, Queen Mary, 11, 2, 4: cut out the 
rotten from your apple, your apple eats the heiter ("ißt sich", 
läßt sich essen); — 619 b, Queen Mary, HI, 4: every 
iongue alters it (the ward of history) passing , tili it spells 
and speaks quite oiher than at first (allit. Formel). — 

Diese und die meisten anderen Fälle könnten, wie er- 
sichtlich, rein mechanisch genommen, auch als Ersatz des 
Passivums oder Reflexivums durch Aktivum eingereiht 
werden. — 

§ 32. Eiue besondere Abteilung bilden die nicht gerade 
intransitiv, aber absolut, d. h. mit Weglassung des selbst- 
verständlichen Objektes gebrauchten transitiven Verba; der — 
meist trefflich erzielte — Zweck ist lapidare Kürze des 
Ausdrucks, besonders inhaltsschwerer Satzschluß. 

Am häufigsten ist know in dieser Verwendung ("den 
Sachverhalt kennen", "von allem" wissen): 104b 6, 
Godiva, 73 : she that knew not ("von nichts wußte"), 2)ass'd; — 

123 b, To , 19—20: keep nothing sacred: 't is hui jtisi 

the many-headed beast should know; — 312b 8, Coming 
Arthur, 224: his wife nursed the young prince. . , and no man 
knew; — 319a 1, Gareth Lynette, 80: nor sees, nor 
hears, nor speaks. nor knows ("hat Gesicht, Gehör, Sprache 
und Bewußtsein verloren"); — 358a 7, Geraint Eni d, 
240: hire us some fair Chamber for the night, and staUing for 
the horses, and retum with victual for these men and let us know 
(sc. whether thou hast hired the Chamber); — 370a 5, Baiin 
Bai an, 40: and Arthur lightly smote the brethrefi doimi, and 
lightly so retum *d, and no man knew; — 392 b 12, Merlin 
Vi V i e n , 769 : is he man at all, who knotvs and winks; — 845 b 22, 
Demeter Persephone, 86, sagt Demeter, nachdem sie 
von ihren Wanderungen auf der Suche nach ihrer Tochter 
berichtet hat: Nothing knew, d.h. "kein Wesen wußte etwas 
von Persephone"; — 854 a 17, Ring, 139: the form of 
Muriel faded, and the face of Miriam grew upon me, tili I 



— 42 — 

hnew (sc. that I loved her). — Eine von diesen etwas ver- 
schiedene absolute Verwendung von know ist 47 a 8, 
Palace Art, 168: large-brow'd Verulam, (he first (urspr. 
the King) of those who know, — von Churton Collins als 
Nachahmung von Dantes ü maestro di color cht sanno 
erkannt (so von Aristoteles, Inf., IV, 131). Bei Rowe 
und Webb, Selections from Tennyson, eine Stelle aus Church's 
Life of Bacan, wo Aristoteles und Bacon the masters of 
those who know genannt werden. 

Dasselbe bei anderen Verben: — employ: 234a, To 
Maurice, 1 : Come, when no graver cares employ : erinnert an 
den Stil des 18. Jahrhunderts, Cowper; zum ausgedehnten 
Gebrauch des Wortes selbst vgl. 271a, In Mem., 88, 5 
(vom Singvogel): fierce extremes employ thy spirits; — feel: 
136 b 28, Enoch Arden, 761: feeling (sc. his way) all 
along the gar den wall; — äußerlich analog ist give fiir give 
way: 432a 4, Holy Grail, 826: I essay'd the door; it gave; 

— give to =^ give credit to: 261a, In Mem., 63, B: dare 
we to this fancy give; give ohne Dativ: 128b 16, Enoch 
Arden, 235: Annie from her baby's forehead clipt a tiny 
curl and gave it (sc. to Enoch); 131b 28, Enoch Arden, 
443: gave (her) his hand; vgl. 100, 3, Locksley Hall, 73: 
can I think of her as dead, and love her for the love she bore 

— sc. me; abgebrochen vor: No, she never loved nie truly; 

— See: 73b 11, Gardener's Daughter, 64: wherewas he, 
. . . that, having seen, forgot (sc. her, the Gardener's daughter): 
136a 28, Enoch Arden, 732: there,,. Enoch satv {nämlich 
ein Bild von Annies Eheglück mit Philip) ;310b 28, Coming 
Arthur, 116: a voice as dreadful as the shoiit of one who sees 
to one who sins; — show: 140b 26, Brook, 85: I calVd 
old Philip out to show (sc. me) the farm; — slay: 631a, 
Voyage Maeldune, VUl, 14: we took to playing at battle, 
but that was a perilous play.for the passioti of battle was in us, we 
slew (sc. some ainony us) and we saiVd away; — understand: 
134b 30, Enoch Arden, 638: tili he made theni under- 
stand (sc. what he said; **sich ihnen verständlich machte''); — 
watch: 119 b, Eagle, 5: he tvatches (sc. his pret/) from his 
nwuntain-walls, and like a thunderbolt he falls (upon it), — 

Ein Präpositionalobjekt ist in dieser Weise weggelassen: 
55 a, Choric Song, m, 4 : takes no care, sc. of anything ; 



— 43 — 

8. V. a. lives carelessly; 165b 6, Lucretius, 279: *Care not 
thou! Thy duty? Wlmt is duty? Fare thee welir — 

§ 33. Der umgekehrte Fall — transitiver und kausa- 
tiver Gebrauch von gewöhnlich intransitiven Verben — ist 
weitaus häufiger: 

— dance: 206a 18, Princess, VI, 120: (the haby 
began) to dance its hody; 213b 10, Princess, VII, 194: let 
the torrent dance thee daum ; 28Ba 9, In Mem. Epilogue, 
46: / ihat danced her an my knee; — gloom (vgl. § 24): 
117 b, Voyage, VI, 2: peahs that. .. glooni'd the low coast,.. 
tvith ashy rains ; 120 a, L e 1 1 e r s, I, 2 : a black yetv gloom 'd the 
stagnantair; — jf rote? kausativ: 1. 109b 12, Amphion, 100: 
worh.. . to grow myplantation (= to niake grow); 2. 261 a, In 
Mem., 53, 7: the soil, left harren, scarce had grown the gram: 
hier geradezu bring forth, produce; ebenso : 762 b, 9 v. u., 
C u p , n : like a barren shore that grew salt weeds, — und 892 a 9, 
Mechanophilus, 33: what the cultured surface grows; — 
ia 6 OMr = arbeiten lassen: 325 b 7, GarethLy nette, 475: 
(Kay) would hüstle and hurry Mm (Gareth) and labour him beyond 
his camrade of the hearth; — muse = make meditative: 112 a 
34, Will Waterproof, 74: the gtcest half-mused, or reeling 
ripe (mused = nachdenklich gemacht — durch leisen Rausch) ; 

— race: 867b, Progress Spring, IX, 11: hopes, which 
race the restless blood; — roll: 336 a 30, Gareth Lynette, 
1111: hud Southwestems,rolling ridge onrid^e ("heranwälzend"); 

— sadden: 342a 20, Marriage Geraint, 64: the tvo- 
men . . . told Enid, and they sadden d her the more (hingegen 
transitiv drei Zeilen weiter: he that watch'd her sadden) ; — 
so oft bei Verben auf — en: 488 a 16, Lover's Tale, I, 
764: (tears) will hat sicken the sick plant the more; ja sogar 
634b, Queen Mary, IV, 3: "yow sicken me to Jiear you/* — 
''Fancy-sick ..." (als ob malce me sick vorherginge); — 
shoot: 210a 8, Princess, VI, 394: the day descending 
Struck athwart the hall, and shot a flying spleyidour out of hrass 
and Steel; — shower: 104a 11, Godiva, 47: shower'd 
(**ließ niedei'fließen''j the ripplcd ringlets to her knee; 121 a 6, 
Vision Sin, 11, 8: the fountain spouted, showering wide 
sleet of diamond-drift and pearly hail; intransit. : 190 a 
17, Princess, R", 245: hefore me shower 'd the rose in 

flakes (= shower' d down, simplex pro composito) ; — shudder 



— 44 — 

kausativ: 304a, Maud, 11, IV, Vll, 9: the shtiddering daum 
("dessen Kälte schauem macht"); Churton Collins zitiert 
aus Marston: the shaddering mome); — stay: sehr oft 
transitiv, z. B. 268 a, In Mem., 83, B: what stays thee from 
the clouded fioofis ; — swarm: 113b 28, Will Waterproof, 
199: days that deal in ana, swarm' d C= produced in swarnvs) 
his Uterary leeches; — trust = confide: 311 a 27, Coming 
Arthur, 145: a ch<imberlain^ to tvhom he trusted dU things. — 

§ 34, Eine besondere, bei Tennyson recht zahlreiche 
Gruppe bilden Verba der Äußerung — ob nun dicendi 
oder anderer Art, bei welchen der Äußerungsinhalt, das auf 
irgend welche Weise zum Ausdruck Gebrachte mit eigen- 
tümlicher Kürze unmittelbar im Akkusativ beigesetzt wird : 
also '^to X something'' = ^^io express something by x^ng'\' 

— beat (vom Pulsschlag): 214b 3B, Princess, VII, 
289: the two-celVd heart beating, with one füll stroke, life 
(kräftiger Abschluß); ebenso das synonyme pulse: 454 b 
27, Last Tournament, 697: the tide mthin (blood in my 
arm) pulsing füll man; — anders 182b 26, Princess, 
m, 139: no rock so hard but that a little wave may beat ad- 
missiofi in a thousand years: nicht "um Einlaß klopfen", 
sondern "sich Einlaß *erklopfen", Akkus, des E/Csultates; — 
blush: 296b, Maud, I, XVII, 11: fhappy day) pass and 
blush the news over glotving ships ("verkünde durch Abend- 
röte!"); ibid. 16: pass the happy news, blush it thro' the West; 

— breathe: 660a, Harold, I, 2: he is broad and hmiest, 
breathing an easy gladness; — glow: 176b 33, Princess, 
n, 166: glotving full'faced welcome; — hiss: 290, Maud, 
I, rV, IX, 4: the long-neckd geese of the world that are 
ever hissing dispraise; — kiss: 160a 3, Aylmer's Field, 
473: kissing his vows upon it (Edith' s dagger) like a knight; 

— laugh: 660 a 31, Ancient Sage, 170: slender Uly .,. . 
laughing back the light; — look: 122a 21, Vision Sin, 
IV, 63: look whited thought and cleanly life ("sich den An- 
schein geben von..."); 132b 2, Enoch Arden, 476: he 
ofteil look 'd his wish (= expressed by looks) ; vgl. auch : 100, 
16, L o c k s 1 ey Hall, 85 : an eye . . . looking ancietit kindness 
on thy pain; — nod: 326a 7, Gareth Lynette, 611: 
so that Sir Kay nodded him leave to go; — ring: 27.1a, 
In Mem., 88, 2: tvild bird tvhose warble . . .rings Eden thro* 



— 45 — 

the hudded quieks; — roll: 237b, Literary Squabbles, 
11: the sullen Lethe rolling dooni; — shine: 414 a 24, 
LancelotElaine, 1144 : thefield, that shone full-sutnmer; — 
sigh: 270 a, In Mem., 86, 11: sigh the füll new life... 
throughaut my frame; 298 b, Maud, I, XIX, DI, 14: sigh- 
ing a World of trouble within ; — throb: 212a B, Princess, 
Vn, 89: clocks throbb'd thunder thro' the palace floors; — 
thuY^der: 218b, Wellington, V, 20: let...the...canno9i 
thunder his loss ("donnernd verkünden") ; — vibrate: 151 b 1, 
A y Im er's F i e 1 d , 573 : star to star vibrates light (= transmits 
by Vibration); — warble: 624a 14, Queen Mary, IH, 6: 
woxdd you have me tum a sonneteer, and warble those brief-sighted 
eyes of hers {^'hesingen") ] — wave: 174b 15, Princess, 11, 
184 : she spoke, and botving waved dismissal (vgl. oben nodj; — 
wing (vgl. § 24): 661b, Harold, 11, 1*): they should 
hang . . . our sea-mew winging their only wail ("der Flügel- 
schlag der Möve wäre itre einzige Totenklage"). Ein etwas 
verschiedener, hochpoetischer Ausdruck: 467 b 9, Pas sing 
Arthur, 39: tmld birds that wail their way from cloud to 
cloud. — 

Schließlich noch ein allen diesen einigermaßen ver- 
wandter Fall: 393a 4, Merlin Vivien, 791: (Vivien) 
let her tongue rage . . ., polluting, and imputing her whole seif 
(= pollutingy by slander, the noblest nanies, and imputing her 
ou>ti badness to others). — 

Um nun gleich weiter auszuholen: derselbe Typus 
"to X = to say (oder allgemein cxpress) something x-ingly" 
findet seine Anwendung auch, wenn statt einfachen Objektes 
der volle Inhalt der Äußerung in einem ganzen Satze folgt : 
etwas dieser Art ist 103 b, Godiva, 20: she pray'd him: 
"If they pay this tax, they starve": das ist nicht der Inhalt 
der Bitte, sondern was sie bittend als Argument vorbrachte; — 
301b, Maud, I, XXII, X, 5—7: the red rose cries, 'She 
is near . . .'; the white rose weeps (= whispers, weeping tears 
of dew), 'She is late\ the larkspur listen s (= says listen- 
ing!), 'I hear , . .'; — 854 a 2G, Ring, 148: (he) sold 
this ring to me, then laugh'd: "the ring is weird* (s. o. 
laiigh). 



1) Die Szene ist überhaupt reich an sprachlichen Kühnheiten. 



— 46 — 

§ 35. Ein diesem Tjrpus von Kürze des Ausdrucks 
eng verwandter ist es. wenn zu einem Verbum, dessen In- 
halt die Veranlassung einer Bewegung oder eine von einer 
Bewegung begleitete Handlung ist, die betreffende Be- 
wegung — Annäherung oder Entfernung (auch Versetzung 
in einen Zustand) — in Form einer Präpositionalwendung 
unmittelbar hinzutritt:^) als Repräsentativbeispiel diene: 
Th. Kyd, Spanish Tragedy, IV, 2, 36 (ed. Schick): 
I curse this tree fr om further fruit Bei Tennyson ist der 
Tjrpus überaus häufig: 

— 74a 30 (Gardener's Daughter): a welUwom 
pathway courted us to one green wichet (vgl. deutsch scherz- 
haft "hinauskomplimentieren"); — 76b 27 (Garden er's 
Daughter): (the months) danced into light, and died 
into the shade: hier Bewegung selbst, nicht deren Ver- 
anlassung, Inhalt des Verbums; — 76 b 21 (Gar den er's 
Daughter): (the heart) hung tranced from all ptds- 
atiofi; — 86b, Stylites, 18: thoii wouldst have caught me 
up into thfj rest (= caught and received) ; — 88 a 27, 
(Stylites): carve a shrine about my dust; — 90 b 37 
(Talking Oak): a teardrop trembled from its source 
(s=± feil trenibling from the eye); vgl. 211 b 2, Princess, 
Vn, 63 : when two dewdrops on the petal shake . . . and 
tremble decper down; femer: 283b, In Mem., 127, 14: 
the forircss Crash es from on high ^= faMs crashing) ; 
630b, Voyage Maeldune, VIT, 12: the Paradise trembled 
away (die unter Wasser sichtbare paradiesische Insel ver- 
schwindet durch dessen En'egung); — 94 a 17, Love 
Duty, 97: moming,..far furrotcing into light the 
mounded rack; — 104 b 3, Godiva, 70: his eyes were 
shrivelVd into darkness in his head; — 141 a 6, Brook, 
97: crost the common into Damley chase (ein andwent zu 
ergänzen); — 149b 28, Aylmer's Field, 463: drove in 
(to call) upon the student; — 163b 24, Lucretius, 186: 
the mountain quick ens into Ntjmph and Oread; — 174b 
34, Princess, 11, 103: totcard the centre set the starry tides, 
and eddied into suns; — 177a 6, Princess, 11, 236: to 



1) Die Gruppe ist ausführlich besprochen in den Anmerkungen 
(Bd. II) zu Detter-Heinzels ''Scsmunäar Edda" (1908), ad HÄuamÄl 96. 1. 8. 



— 47 — 

read my sickness down to happy dreams; — 180 b, Prin- 
cess, ni, 2: mam . , . came furrowing all the Orient into 
gold (vgl. oben 94 a 17, Love Duty, 97); — 196 a 16, 
Princess, IV, 662: sees the midsummer, midnight, Norway 
sun set into sunrise; — 203b 27, Princess, V, 616: as 
comes a pillar of eUctric cloud , . . shadowing down the 
ehampaign tiU it strikes (shadow doum = "überschattend 
dahinziehen"); — 226, Grandmother, 11, 2: dranh him- 
seif into his grave; — 234b 26, To Maurice, 34: lash 
aU Europe into blood; — 240b, Dedication, 10: to pass 
his autumn into seemitig-leafless days; — 248b, In Mem., 
rV, 12: thou vase of chilling tears, that grief hath s haken 
into frost (physikal. Erklärung bei Churton Collins); — 
261b, In Mem., 16, 16: (the shock hos) stunnd me from 
my power to think; — 262 a, In Mem., 17, 4: to breathe 
thee (ship) over lonely seas; — 262b, In Mem., 20, 6: 
weep the fulness (of grief) from tlie mind; — 264b, In 
Mem., 69, 18: he (Angel) reach'd the glory of a hand, that 
seem'd to touch it (my croum of thoms) into leaf (to touch = 
to transform by touch); vgl. 891 a, Making Man, 4: shaU 
not Äeon after Aeon pass and touch him (future Man) into 
shape? — und deutlich synonym neben tum: 110 b 36, 
Sir Galahad, 72: stricken by an Angel 's hand this 
armour etc. ... are touch' d, are tum'd to finest air; — end- 
lich 322b 10, öareth Lynette, 300: Camelot, a city,.. 
which Merlin s Juind . . . had toi^h'd, . . . and tipt with . . ,pedk 
and pinnacle (touch = durch Berührung versehen mit . . .) : — 
274a 4, In Mem., 96, 64 (vom DämmerHchte) : to broaden 
into boundless day; — 281b 7, In Mem., 118, 27: move 
upwardy working out the beast (durch mühevolle Selbst- 
erziehung das Tierische aus sich entfernen) ; — 286 a 12, 
Epilogue, In Mem., 48: I,,.must pari with her to 
thee; — 297 a, Maud, I, XVlli, I, 6: my blood ... calm- 
ing itself to the long-wish'd-for end (becoming calm, as 
end draws near); — 297 b 5, Maud, I, XVin, in, 16: (the 
cedars ofparadisr) shadowing , . .Evefrom tvhom she came; — 
299 a, Maud, I, XIX, VL 6: he had darken'd into a 
frown; — 305 a 4, Maud , II, IV, XIH, 10: therc to wecp,.. 
my whole soid out to thee; — 314a 31, Coming Arthur, 
337: when did Arthur chance upon thee first? — 'CheiheLupt 



- 48 ~ 

bei Verben des AntrefFens, Vorfindens: 107 b, L'Envoi 
(Day-Dream), I, 11: to wake on scietice groum to more, 
on secrets of the brain, the stars (sc. discovered); — 320 b 16, 
GarethLynette, 181: the damp hill-slopes were quicken'd 
into green, and the live green h(id kindled into flowers; — 
335b 9, Gareth Lynette, 1061: so ye cleave his armour 
off htm; — 339h 8, Gareth Lynette, 1290: appal 
me from the qtiest: — 358a 10, Geraint £nid, 243: 
and up the rockt/ pathway disappear'd; — 380b 6, 
Merlin Vivien, 10: by sträng storm blown into sheÜcr at 
Tintagil; — 390a 30, Merlin Vivien, 627: (thewieard) 
sunn'd the world to peace again; — 401a 33, Lancelot 
El a ine, 354: rapt on his face (=^ rapturedly gazing) ; vgl. 
435a 26, Pelleas Ettarre, 135: wonder d after htm 
(z= gazed wonderingly) ; — 448b 23, Last Tournament, 
338: "(Orpheus) couldharp his wife up out ofhelV^^) ''And 
whither harp'st thou thine?" — 511 a 1, Sisters, 96: 
one lightning-fork flash*d out the lake (= made, for short 
time, visible); — 600b, Queen Mary, 11, 2: Fll have the 
drawbridge hetvn into the Thames; — 603 a, Queen Mary, 
n, 4: a sound of feet and voices thickening hither; — 
612b, Queen Mary, m, 3: bees, if any creeping life 
invade their hive too gross to be thrust out, will build him 
round, and bind him in from harming of their combs; — 
620 b, Queen Mary, ITC, 5: hotc oft the falling axe (im 
Traume) hath shockd me back into the daylight truth that 
it may fall to-day! — 621a, Queen Mary, EI, 5: thut I 
were caught, and kilVd away at once out of the flutter! — 
678a, Harold, IV, 1: thou art one of those tvho brake into 
Lord Tost ig *s treasure-house , , . and now . , . are frighted 
back to Tostig; — 701b 3, Becket,!, 1: sleep thy toine 
off..,; vgl. 703a, Becket, I, 1: to snore away his 
drunkenness into the sober headache; — 721 a, Becket, 
n, 2: to chullenge, face me out of all my regal rights; — 
725a 3, Becket, m, 1: no flower . . , could shine away the 
darkness of that gap left by the lack of l<yoe; — 736 b, 

^) Vgl. die altnordische Plirase ^-grdta Baldr or Miu" (durch 
Weinen erlösen aus — i in ähnlicher Sagensituation bei Snorri, Gylfa 
ginning, Kap. 49. — Vgl. auch Byron, Stanzas wHtten in passing (he 
Ambracian gulf, 11: since Orpheus sang his sjwuse from hell. 



— 49 — 

B ecket, IV, 2: fime giten, I could have talk'd him out 
of his ten wives into one; — 741b, Becket, V, 2: you 
falter'd into tears..,; — 742 a, Becket, V, 2: one (wife) 
that being thwarted ever swoons and weeps herseif into 
the place of power; — 766 b 2, Cup, 11: / have heard these 
poisons mal/ be walk'd dotvn; vgl. andere Verbindungen 
mit dotvn, wie: 416b 8, Lancelot Elaine, 1228: she 
shines me down (K. Henry VIII, I, 4, 60: French shone dotvn 
Englishy Thistlethwaite I.e.); auch 466b 17, Guinevere, 
612, und 466 b 30, Guinevere, 626: live down sin; 
627a 2, Columbus, 119: murmur down truth; 887b, 
Church-warden Curate, XI, 2: Fd like tha to 
preäch 'em down; — 790 b, Promise May, 11: science 
notv could drug and balm us back into nescience; — 
802 a, Promise May, EI: all the foul fatalities that blast 
our natural passions into pains (= transform by their blast); — 
844a 6, Jubilee Queen Victoria, XI, 6: tili ... the 
darkness datvns into the Jubilee of Ages; — 846 b 14, 
Demeter Persephone , 136: Gods , , .to send the noon 
into the night and break the simless Halls of Hades into 
Heaven (= destroy, to make a heavm of thern; antithetische 
Alliteration !) ; — 860 b, Vastness, IX, 2 : Pleasure, a worm 
which writhes all day, and at night stirs up again in the heart 
of the sleeper, and stings him back to the curse of the light; 
— 891b, Mechanophilus, 6: dash back that Ocean 
withapier; — 885b 4, Bandit's Death, 12: he hadleft 
his dagger behind him, I found it, I hid it away. — 

Das Schema der so häufigen Erscheinung ist also, wie aus 
den Beispielen ersichtlich, die Hinzufügung von Richtungs- 
angaben — auch bildlichen, für Eintritt in einen oder Aus- 
tritt aus einem Zustand — zu Verben, welche den Begriff 
der Bewegung — ob wörtHch oder bildlich — nicht selbst 
enthalten, sondern nur assoziativ involvieren : somit berührt 
sich die Eigentümlichkeit in diesem ihrem Wesen nach 
einer Seite mit den vorhin aufgezählten Akkusativobjekten 
und Inhaltsangaben bei Verben, die nicht direkt den Be- 
griff der Äußerung ausdrücken, somit deren Inhalt nur 
durch Gedankenverschränkung zum Objekt haben können, 
andererseits (logisch, nicht grammatisch) mit dem beim 
Adjektivum zu besprechenden Stilmittel der "Attraktion" 

Dyboski, Tcnnysons Sprache und Stil. 4 



50 



(§ 78), indem auch hier wie dort die nähere Bestimmung — 
hier Präpositionalergänzung, dort Attribut — eines ver- 
schwiegenen, weil farblosen Wortes — hier des eigentlichen 
Bewegungsverbums, dort des eigentlichen Trägers der 
Eigenschaft — von einem mit ihm assoziativ verbundenen 
gleichsam "angezogen" wird. 

§ 36. Im Anschluß an das behandelte Verhältnis der 
transitiven und intransitiven Verba dehne ich nun meine 
Betrachtungen auf die Rektion des Verbs im allgemeinen 
aus und verzeichne von Fällen einer vom Usus abweichenden 
Rektion die folgenden: 

Bei Verben der Bewegung zieht Tennyson den Ak- 
kusativ des durchmessenen Weges einer Präpositional- 
wendungvor; so: — 3b, Leonine Elegiacs, 1: breezes 
are roaming the broad valhy . . .; — 10a 7 (Recollections 
Arabian Nights): my shallop drove . . .the fragrant, 
glistening deeps; — ähnlich 32 b 39 (Two Voices): he 
hears his country*s ivar-song thrill his ears (für thro' his 
ears) ; — 46 a 32, Palace Art, 116: over hüls... the throne 
of Indian Cama sloivly saiVd a summer fann'd with spiee 
(= floated across the Stimmer sky ivafted by spicy breezes; 
Rowe-Webb); — 96 b, Tithonus, 8: roaming .. .the 
ever-silent Spaces of the East; — 107b, Moral (Day- 
Dream), 11, 1: any man that to alles the mead; — 249 b, 
In Mem., IX, 2: fair ship that . . . sailest the plaeid ocean- 
plains; — 316b 10, Coming Arthur, 468: they paced 
a city all on firc; — 374a 19, Baiin Balan, 290: rode 
the shjless woods; vgl. 376 b 23, Bai in Balan, 435: as 
she rode the ivoodland Valleys; — 496 b 21, Golden 
S Upper, 132: my seif was theji travelling the land; — 
854a 1, Ring, 123: I used to walk this Terrace. — 

Hieher auch: Akkusativ des von der Bewegung Be- 
troffenen — dem Akkusativ des Weges vei-wandt — : 396 b 8, 
Lancelot Elaine, 49: Arthur .,. iinawares had trodden 
that crotmi'd skeleton (fiir on that.,.); — Akkusativ der 
bildlichen Bewegung durch die Zeit in Gedanken: 480b 11, 
Lover's Tale, I, 281: 2;a5s we then a term of eighteen 
years {für over a . . .) ; — endlich einmal auch das Ziel 
der Bewegung durch Akkusativ ausgedrückt: 268b, In 
Mem., 84, 41: arrive at last the blessed goal (um at nicht 



— 61 — 

zu wiederholen; Kontamination mit der Konstruktion von 
reach, touch, gain), — 

§ 37. Nach Ausscheidung dieser Gruppe können wir 
die übrigen Beispiele in zwei Abteilungen anfiihren : 

I. Direktes Akkusativobjekt, wo wir Präpositional- 
wendung erwarten (also ganz wie bei den eben aus- 
gesonderten Verben der Bewegung) : 

— 21a, Adeline, IV, 6: whom waltest thou (aus 
prosaischem for whoni waitest thou und poetischerem whom 
awaitest thou durch Eintreten von simplex pro composito 
ohne gleichzeitige Konstruktionsänderung kontaminiert) ; 
vgl. 137 b 5, E n c h A r d e n , 804 : after the Lord has calVd 
me etc.; . . . / ivait His time; — jar hat oft Akkusativ für 
ivith: 64 a, On a Mourner, VI, 1 — 2: lohen no mortal 
motion jars the hlackness round the tomhing sod ; 160 a 6, Sea 
Dreams, 251: one shriek of hate would jar all the hymns 
of heaven ; 576 a, Freedom, IV, 4 : howe *er blind forcc and 
brainless will may jar tliy golden dream; — so auch das ent- 
gegengesetzte harmonize: 160a 2, Sea Dreams, 247: 
if there were a music harmonizing our wild cries; — 161 a, 
L u c r e t i u s , 12 : he past to turn and ponder those three 
hundred scrolls (für over); — 336 b 2, Gareth Lynette, 
1112: tili at length Sir Gareth' s brand clash'd his and brake 
it.,. (fiiv against , . .) ; vgl. 370 b 14, Bai in Bai an, 82: 
they sat, and cup clash'd eup; — 368b 23, Geraint Enid, 
928: as the south-tvcst blotving Bala lake fills all the sacred 
I)ec (für blowing over . . . : Bewegungsverbum) ; — 436 a 24, 
Pelleas Ettarre, 192: if he fly us {für from us, wohl 
einer der gewöhnlichsten Typen); — 436a 28, Pelleas 
Ettarre, 196 : they ... acted her hest (aceording to, sagt 
die Prosa); — 451 b 1, Last Tournament, 499: he 
whistled his good warhorsc (^'diirch Pfeifen herbeirufen'^ 
also perfektiv; sonst stünde wohl for); — 464 b 1, 
G u i n e V e r e . 532 : too wholly true to drca m untruth in ihee 
(für of. . .); dasselbe im Passivum: 32 a 18, T wo Voices, 90: 
dream 'd not yct (^= not dream* d of yet); — 476 a, Lovers 
Tale, I, 10: flie Goddess of the Fast, (hat . . . sometimes 
siveeps . . . all its (hcart's) half-moulder\l chords to some 
old melody (für sweeps over...); — 539 a 4, Tiresias, 52: 
I bchold her still, heyond all tvork of those tvho carve the 

4* 



52 



stone (in stone erwarten wir); — 670b 3, Epilogue 
'Heavy Brigade', 61: the fires that arch this dusky dot 
(wie bei wait eine Kontamination aus arch mit over und 
overarch mit Akkusativ); — 638 a, Queen Mary, V, 1: 
yoii must abide my judgment, and my father's (ftlr ahide 
by...); — schließlich eine schöne Passivwendung dieser 
Art: 627 a 14, Queen Mary, IV, 1: he is pronounced 
anathema (upon erwarten wir). — 

§ 38. n. Der umgekehrte Fall : Präpositionalergänzung, 
wo wir eher auf ein direktes Akkusativobjekt gefaßt wären: 
— 98, Locksley Hall, 2: sotind upon the bügle- 
hörn; id. 360a 26, Geraint Enid, 384: she heard the 
wild Earl . . . sound on a dreadful trumpet . . . ; — 103, G o d i v a, 
12: that grim Earl, who rtiled in Coventry; — 114 b 4, 
Lady Cläre, 16: to-morrow he tveds tvith me; -- 130a 3, 
Enoch Arden, 324: caught at his hand; — 140a, 
Brook, 44: I... crost by that old bridge; — 186b 9, 
Princess, III, 305: your question , . ., tvhich touches on 
the worhnan and his worh; — 216 a 16, Princess, Vii, 
306: on tiptoe seem^d to toiich tipon a sphere too gross to 
tread (toiich ist wie trcud konstruiert) ; — 620 a, Queen 
Mary, III, 6: God grant it last, and witness to your 
Grace's innocence (aus verbalem witness mit Akkusativ und 
bear oder be witness mit to . . . kontaminiert); — 663 b, 
Harold, I, 1: father, moclc not at a j^Mic fear, — 

Wie man leicht sieht, ist in fast allen diesen Fällen 
der zweiten Klasse — im letzten besonders deutlich — die 
präpositionale Konstruktion von der akkusativischen in der 
Bedeutung verschieden und somit nicht etwa auf Grund 
einer konstanten Vorliebe, sondern jedes besondere Mal mit 
bewußtem Zweck aus inhaltlichen Gründen für sie ein- 
gesetzt. — 

§ 39. Zum Schluß noch einige w^enige Fälle, wo wir 
zwar präpositionale Fügung finden, aber anderer Art 
als wir gewohnheitsgemäß erwarten (Frische des Aus- 
drucks ist natürlich der Zweck dieses Abweichens von der 
Schablone) : 

— 4b 14 (Confessions Sensitive Mind): tofortify 
from doubt {£iir: againstj; — 6b 9 (Confessions Sensi- 
tive Mind): the Ox feeds in the herb (wo nach anderer 



1 



— 53 — 

und wohl häufigerer Auffassung on stünde) ; — 6 a, Kraken, 
4—5: faintest sunlights flee ah out his sliadowy sides (fiir 
from about?) — fär '^to paint x\ fup)on x«" steht mit Vor- 
liebe ^^to paint X2 with xi'\ z.B. 188a 10, Princess, IV, 
113: paint the gates of Hell with Paradise (eine Deutung 
Paradise = ^^paradiesische Farben" würde die Wirkung der 
Stelle nur abschwächen). — 

§ 40. An die Betrachtung der transitiven und in- 
transitiven Verba reihe ich noch Beobachtungen über eine 
besondere Unterart der ersteren, nämlich die reflexiven, 
an, welche sich von der Masse der übrigen transitiven 
durch die Identität des Objektes mit dem Subjekte unter- 
scheiden. 

Daß die Reflexivbedeutung ins Verbum selbst verlegt 
und kein Pronomen mehr hinzugefügt wird, ist im Neu- 
englischen ganz gewöhnlich uiid braucht hier nicht durch 
Beispiele belegt zu werden; wohl aber will ich einige för 
den interessanteren umgekehrten Fall bieten: daß nämlich 
pronominales Reflexivobjekt bei Verben steht, die wir gar 
nicht reflexiv gebraucht zu finden erwarten ; z. B. : 

— 98, Locksley Hall, 32: (glass of Time): evety 
moment, lightig shaken, ran itself in golden sands (vgl. 
franz. s'dcouler; aber die Bedeutung ist: poured forth its 
Contents); — 137 b 16, En och Ar den, 816: tlie year rolVd 
itself round again; — '260b 10, In Mem., 11, 18: wavesthat 
sway themselves in rest; — 297 a, Maud, I, X\TII, I, 5: 
tny blood . , . calming itself to the long-wishUl-for end; — 
426 a 23, Holy Grail, 454: the fienj face as of a child 
smote itself info the bread (über strike und smite fiir 
plötzliche Bewegungen und Lichterscheinungen s. den lexi- 
kalen Teil); — 500a, First Quarrel, V, 3: / taught 
myself all I could to makc a good wifefor Harry (der weit- 
schweifig-indirekte Ausdruck malt die mühevolle Auto- 
didaxis); — 672 b 6, Harold, III, 1: the sickness of our 
saintly king . . . hath mainly draton itself from lack of 
Tostig, — 

§ 41. Von den Klassen der Verba bleibt uns nur mehr 
eine ganz besondere, im flexionsarnien Englisch sehr wich- 
tige, zu behandeln übrig, nämlich die Hilfszeitwörter. 
Das Kapitel kann nicht anders dargestellt werden als in 



— 64 — 

Form einer alphabetischen Liste bemerkenswerter Stellen 
und gehört eigentlich in die Lexikographie. 

to he erscheint in besonders starker, nicht auxiliarer 
Bedeutung: — 119a, Farewell, 3: no more by thee my 
Steps shall he (durch Eeim hervorgehoben) ; — 216 a 27, 
Princess, VII, 316: I have heard qf yoiir stränge douhts; 
they well miglit he ("begründet sein"); — 265a, In Mem., 
80, 9: the winds tvere in the heech ("lagen"); — 278b, In 
M e m., 108, 13 : Fll rather t^ke what fruit may he (= come) 
of sorrow under human sJcies: — und im letzten Beispiel 
wieder wie im ersten ki'äftige Hervorhebung eines bedeut- 
samen he durch den Eeim: 813 b, Lied der "Foresters" 
vor Akt n des Dramas: There is no land like England, I 
Wheree*er the light of day he, \ There are no hearts like 
English hearts I Such hearts of oak as they he (einige femi- 
nine they he folgen ; der Reim geht durch das ganze Lied). — 

can: 518 a, Children's Hospital, VI, 7: it always 
can please our children, the dear Lord Jesus tvith children ahout 
his knees (ean = always exerts the same power, oder pleonastisch 
[wie z. B. altnord. knättu, häufig]); — 659b 6, Harold, 
I, 2: he cannot guess who knoivs: eine halb scherzhafte — im 
Grunde unlogische — Übertreibung für "braucht nicht 
raten"; — can fehlt als selbstverständlich: 99, 7, Locks- 
ley Hall, 21 \ f aiser than all fancy fathoms. — 

have zeigt in seiner häufi<^en und glücklichen Verwen- 
dung als vollinhaltliches Begriffs- imd nicht bloßes Hilfs- 
verbum ein schönes Beispiel für die Macht der Dichter- 
sprache, abgebrauchte imd bedeutungslos gewordene Wörter 
neu zu beleben. Die Bedeutungen sind : — 1. bei seeUschen 
Zustünden und Bewußtseins-Tnlialteu (deutsch gewöhnlich 
"hegen" ) ; das erstere : 4 a 46, Confessions Sensitive 
Mind: //e hath no eure of lifo or deatJi ("hegt keine Sorgen 
bezüglich — "); das letztere: 137 b 31, Enoch Ar den, 
830: woman, I have a secret (*^weiß ein Geheimnis") ; wieder 
von Gemütszuständen: 116a 13, Captain, 67: those, in 
whom he had reliancc; 149b 30, Aylmer's Field, 465: 
had golden hopes for Francx and all mankind: der Ausdruck 
der Hoffnungen ist mit inbegriffen, weil die Phrase mitten 
in der Inhaltsangabe eines Gespräches steht ; ein Nachdruck 
liegt sogar auf der Äußerung in Fällen wie: 289, Maud, 



— 55 — 

I, IV, IT, 3 : Jack on his ale-house beuch has as many lies as the 
Cear (*-weiß vorzubringen''); — 407b 16, Lancelot Elaine, 
733 : all liad marvel what the maid might he; 412 a 4, Lancelot 
Elaine, 998: saying in low tones, "Have comfort". Diesem 
Gebrauch zunächst steht die Verwendung von have für 
"durchleben" (in Leiden oder Genuß): 126a 21, Enoch 
Ar den, 78: there . . . had his dark hour unseen ("durchlebte, 
überstand"); 415 a 33, Lancelot Elaine, 1220: only this 
grant me, . : have yourjoys apart ("genießt"); 766 b, 2 u., Cup, 
11: did not some old Greek say deaih was the chief good? He had 
my fate for it, poison*d. — 2. Eine andere Verwendung von 
have geht von der konkreten Bedeutung "haben, besitzen" 
aus und überträgt diese auf unbelebte Subjekte, wo 
der Begi'iff des Besitzes nur bildlich Anwendung findet: 
112b 19, Will Waterproof, 103: (the vintagej ...had 
cast upon its crusty side the gloom of ten Decetnbers ("trug'') ; 
139 b 16: there is Darnley hridge : it has more ivy; 335 a 14, 
Gareth Lynette, 1041 : nay, the boar hath roseinaries and 
bay ("wird garniert, serviert mit — "); vom Inhalt einer 
Abbildung: 375b 7, Baiin Balan, 361: one side (of goblet) 
had sea and ship and sail. Damit haben wir auch schon 
(wie bei Nr. 1) den Schritt von "enthalten" zu "äußern, 
ausdrücken" getan; noch ausgeprägter ist dies in: 145 a 30, 
Ay Im er 's Field, 180: a grasp having the tvarmth and 
muscle of the heart: d. h. ebensowohl concentrating wie ex- 
Xwessing; ferner 551a 15, Ancient Sage, 226: A 
hcighty a broken grange, a grove, a floicer Had mnrmurs *'Lost 
and gone and lost and goneT — 3. Fälle, wo sich die Funk- 
tion schon der eines Ililfsverbums nähert : 136 a 28, Enoch 
Arden, 734: // griefs like his have worse or better (=^ if In 
griefs like his, there is a worse or a better) ; 512 b 27, 
S isters, 214 (von der Sitte der Hochzeitreisen): as tho* 
the happiness of cach in each must needs have torrents, lakcs etc. 
(must have — "bedürfen, brauchen" — wenn man nicht 
die Deutung have — - cnjog vorzieht, wie sie etwa noch vor- 
liegt in: 94a, Golden Year, 1: you shall have that so)fg: 
"zu hören bekommen'*); 724a, Becket, II, 2(fin.): I go to 
have young Henry crown^d by York; so schon 312 b 19, 
Coming Arthur, 235: Merlin thro' his craft . . . had Arthur 
crotvn'd (i. e. brought it about). Wie andere Hilfsverba, 



— 56 — 

kann auch phraseologisches have als selbstverständlich und 
prosaisch fehlen : 263 a, In Mem., 63, 7: , ..yet I spare them 
sympathy (= have still some sympathy io spare for them). 

Umgekehrt wird have, wo es Begriffsverbum ist, 
durch das fast auxiliar gewordene gel erweitert, manch- 
mal gewohnheitgemäß auch dort, wo dies logisch nicht 
notwendig ist C*she has got bliie eyes'') ; ein schönes Beispiel 
aus dem Dialekt wäre: 514a, Vi 1 läge Wife, 11, 10: 
thebbe all tvi* the Lord my childer, I han*t gölten none (fiir 
/ have no more); — sonstige auxiliare Funktionen des 
get illustriere der hübsche Scherz: 661b, Harold, 11, 1: 
what right had he to get himself tcreck'd on another man's 
land? — Als Versuch hingegen, die alte Bedeutungsfülle 
des Verbs zu beleben und es in die Sphäre der Begriffs- 
verba emporzuheben, sei zitiert: 582b, 1 u., Queen Mary, I, 
3: steal thou in among the crowd, and get the swine to shout 
Elizabeth ("gewinnen'' = "überreden, bewegen zu — "). — 

may: 339b 25, Gareth Lynette, 1307: Lancelot on 
him urged all the devisings of their chivalry, when one might 
nieet a mightier than himself (shotild, should happen to, 
fordert der Zusammenhang) ; — 525 b 25, Columbus, 52: 
none could breathe within the zone of heat: so might there be 
iwo Adams, ttvo mankinds, and that was clean against God's 
tvord: wir erwarten ein stärkeres mnst als Ausdruck der 
logischen Notwendigkeit, mit welcher sich diese häretische 
Behauptung in den Augen der Prälaten aus Columbus' 
Annahme ergibt; — 544a, Wreck, XI, 3: whenever a 
rotigher gust might tumblc a stormier wave, . . . / moan'd: wir 
erwarten bei der offenbar iterativen Bedeutung would. — 

Das Verbum ist also, wie wir sehen, ein bequemer 
Lückenbüßer ; wegen seiner abgenützten Selbstverständlich- 
keit kann es auch fehlen; z. B. : ^- 320a 10, Gareth 
Lynette, 146, sagt Gareth, als ihm die Mutter Proben 
auferlegen \vill: *'a hard one, or a hundred, so I go'' (= may go, 
have your leave to go [to Arthur* s courtj) ; — 685 a 20, Harold, 
V, 1: "Sanguelac (Senlac), the Me of blood?*' ''A lake that 
dips in William as well as Harold'*, — was doch für den 
geängstigten Harold ein recht matter Trost wäre, wenn 
nicht der Leser ''dips in'* ohne weiteres als ''may dip in'* 
faßte. — 



— 57 — 

Über das Verhältnis von shall und will sei ohne 
lange Aufeählungen bemerkt, daß der Dichter wie bei have 
ihre verblaßte Bedeutung neu zu beleben sucht und sich 
auch bei den Futur- und Konditional-Periphrasen mehr an 
diese als an die usuelle Verteilung hält, also shall setzt, 
wenn der Begriff von Zwang, Pflicht, Bestimmung, Anord- 
nung, logischer oder wenigstens theoretisch-moralischer Not- 
wendigkeit ausgedrückt werden soll, — tvill hingegen, wo 
es sich mehr um freie Willensentschließung, auch Willkür 
handelt. Ein paar bezeichnendere Beispiele sind: 

shall: — 321a 33, Gareth Lynette, 226 (und 
öfter, so oft die Queens erwähnt werden) : those three Queens, 
the frietids of Arthur, who should help htm at his need (= were 
destined to — / das Tempus möchte man "ftiturum praeteriti" 
nennen); — 344a 7, Marriage Geraint, 196: ,..made 
anstver sharphj, th<it he should not know; — 387 a 8, Merlin 
Vivien, 409: we long'd to hurl together, and should liave 
done it; hut .... ("hätten es bestimmt getan"); — 632b, De 
Profundis, IE, IE, 2: tliat which should he man (= was 
destined to hecome . . J. — shall, wo wir eher ein will er- 
warten: — 662 b 14, Harold, II, 2: I should let him 
(Harold) home again, my Lord ßc. if I were you) (bestimmt: 
'^Ich würde mich verpflichtet fühlen") ; — 717 a 6, B ecket, 
n, 1 : "/ mean to leave the royalty of my crown unlessen'd to 
my heirs," ''Still — thy fame too : I say that should he royaV 
(vielleicht: "das müßte man königlich nennen"). — Aber 
unerklärlich bleibt: 601 a 7, Queen Mary, 11, 2: the states- 
man that shall jeer and fleer at men, makes enemiesfor himself 
and for his king, — wo doch gerade starkbetontes will: 
"immer nur", "durchaus", am Platze wäre. 

Nur der Variation halber steht shall neben will in 
den Fällen: — 540a 21, Tiresias, 129: unvenerdble will 
their memory bc, white men shall move their Ups; — 647 a 2, 
Despair, XV, 5: when the worm shall have writhed its last, 
and its last hrothcr-worm tvill have fled ... — 

Mehr als Ijloße Variation hingegen liegt wohl in dem 
Wechsel: 588 a 20, Queen Mary, I, 5: beiyig traiior, her head 
will fall: shall it? she is hut a child: "aber soll und muß 
das auch wirklich geschehen?" 

Als farbloser Lückenbüßer fungiert shall in zwei 



— 68 — 

Fällen, wo wir can erwarten: 394b 23, Merlin Vivien, 
904 : what should he granted which your oivn gross heart would 
reckon worth the taking (should für logisches cotdd) ; — 
676 a 6 V. u., Harold, IH, 2: some think they loved within 
the pale forbiddeii hy Holy Church; hut who shall say? 
(= can). — 

will in der etymologischen Bedeutung, mit Nachdruck 
auf dem Wollen: — 371 b 14, Baiin Balan, 141: bttt 
to dream that any of these would wrong ihee, wrongs thyself 
("daran dächte"); — 687b 4, Queen Marj^ I, 4: t/ they 
dared to trouble you, I would blow this Philip and all your 
trovhle to the dogstar and the devil; — ja, eine so festgesetzte 
Phrase wie I should like wird von dieser Tendenz er- 
griffen: 806a, Foresters, I, 1: I would like to shotv you, 
. . . liow hare and spare I be on the rib. — 

Alles in allem ist, wie manches vom Angeführten zeigt, 
will das Stärkere, Emphatischere und wird daher gern in 
besonders nachdrücklichen Versicherungen gebraucht, wie 
etwa Merlins Prophezeiung, 316b 14, Coming Arthur, 
410: ...that he (Arthur) will not die, hut pass, again to 
come. — 

§ 42. Nach den Klassen der Verba gehe ich zu den 
einzelnen Formenreihen über und beginne mit dem 
Genus. 

Über das bekannte Verhältnis des Reflexivums zum 
Passivum kann ich mit zwei Beispielen hinweggehen: — 
401a 17, Lancelot Elaine, 338: rathe she rose, half- 
cheated in the thought she needs must bid farewell to sweet 
Lavaine: fiir half chcating herseif by the thought; — um- 
gekehrt '-refiexivum pro passivo" (allerdings scherzhaft) : 
839a, Foresters, IV: / have a stout crahstick here, which 
longs to break itself across their backs. — 

Wichtiger ist das Verhältnis von Aktivum und Passi- 
vum, wofür schon gewisse Gebrauchsweisen transitiver Verba 
in intransitiver Bedeutung als Illustrationen gelten konnten 
(eaty speak, spell; § 31): verwandter Natur sind Fälle von 
aktivem Ausdruck für passiven Begriff — teils durch in- 
transitive Verba, teils noch kühner, — wie die folgenden: 

8b, To , II, 2: Falsehood shall bare her plaited 

brow: natürlich ist gewaltsame Entlarvung gemeint ; ebenda 



— 59 — 

heißt es: Truth shall droop not now wiih . . . shafts of subtle 
wit: droop ist passiv ("zu Falle gebracht werden'^), und das 
logische Subjekt ganz wie nach einem grammatischen Passi- 
vum präpositional angereiht (with) ; — 96b 8, Ulj^sses, 
65: tho* much is taken, much abides (= is left); — 104 a 25, 
Godiva, 61: faniastic gables, crowding, stared: die von 
Angst diktierte Vorstellung von einer Bewegung der leb- 
losen Dinge wird so poetisch gemalt; — 110a, Sir Gala- 
had, 27: bettceen darh stenis the forest glows ("ist durch- 
glüht" — von geheimnisvollem Licht); — 116b 17, Lord 
Burleigh, 35: that cottage growing nearer (indem man 
näher herankommt); — 170b 15, Princess, 1,89: ''break 
ths Council up'\ But when the Council broke . . . — 283 b, In 
Mem., 128, 7: throned races may degrade: es kann nur 
gewaltsame Entthronung gemeint sein, da ein Zukunftsbild 
im Anschluß an die Eevolutionen von 1848 entworfen wird : 

— 307, M a u d , III, 11, 5 : an iron tyranny now should be)id 
or cease (= bc broken) ; — 421b 15, Holy Grail, 178: 
while the great bauquet lay along the hall ("war aufgetragen"); 

— 422a 14, Holy Grail, 210: as a sail that leaves 
(z= is rent from) the rope, is tom in teinjyest; — 422 b 19, 
Holy Grail, 236 : ich ere twelve great Windows blazon 
Arthur' s wars ^= are emblazon'd with) ; — 574b, Epitaph 
Lord Stratford, 2: now thy long day's work has ceased 
(fiir is done, wegen Eeimes zu East), — 

Seltener ist passiver Ausdruck statt aktiven: 
— 105b, Sleeping Beauty (Da^'-Dream), IL 4: her 
füll black ringlets down ward roll d: man würde ein bildlich- 
aktives "niederstrümend" erwarten; — 252 b, In Mem., 
19, 9: the Wyc is hush*d nor mov d along (für moves: das 
'^Fließen" der Flüsse wird ja gewöhnlich aktiv ausge d nickt) ; 
interessant ist der Wechsel in dem Gedicht bei Churton 
CoUins, S. 275 (Urfoim von Maud, II, lYj: tho' its (the 
imaginative phantonCs) ghastly sistcr glide and bc nioved 
around me still; hingegen in demselben Gedichte si)äter: 
'*pass and cease io move abont nie"; — 304a, Maud, H, 
IV, YH, 6: a sullen thundn- is rolVd. — 

Schließlich sei als gutes Beispiel der grenzenlosen 
Fähigkeit zur Passivbildung die Stelle zitiert: 791b. 2 u., 
Promise May, H: we foiind her bvd unslcpt in, — 



— 60 — 

g 43. Bevor ich nun zur Behandlung der Tempora 
übergehe, sei einiges über den Ausdruck der Aktions- 
arten gesagt. 

Dem Englischen fehlt wie allen germanischen Sprachen 
die (etwa den slawischen eigene) Fähigkeit, die Arten der 
Handlung geradeso wie die Zeiten durch besondere gram- 
matische Formen auszudrücken. Es muß sich durch Peri- 
phrasen und andere Mittel helfen ; selbst die im Deutschen 
hilfreiche Partikelkomposition steht ihm nicht immer zu 
Gebote. Es ist nun interessant zu beobachten, wie vielfach 
— teils unbewußt und aus Mangel an sprachlichen Mitteln, 
teils mit bewußter Kunst — eine Aktionsart für die andere 
eintritt oder, genauer gesagt, durch Formen ausgedrückt 
wird, welche gewöhnlich zum Ausdruck der anderen dienen. 
Unter diesen Verwechslungen läßt sich eine Anzahl von 
Typen unterscheiden. 

I. Zunächst der Ausdruck des Eintrittes einer Hand- 
lung durch den resultierenden Zustand: am häufigsten bei 
knotv im Sinne von "erkennen"; so: — 190a 23, Prin- 
cess, rV, 251: falling on my face, tvas caught and knoum; 
191 a 7, Princess IV, 301 : I bore up in hope she would 
he known ("entlarvt"); — 191a 19, Princess, IV, 318: 
. . . would reniain . . . still unknotvn ("unerkannt" in ihrem wahren 
Wesen, nicht "unbekannt"); — 191b 3, Princess, IV, 
328: known at last; — 194 a 3, Princess, IV, 488: I know 
your faces there in the crowd; — 266 a 2, In Mem., 74, 6: 
/ See theo ivhat tliou art, and know (•= notice, realise) tliy 
likeuess to the wise bclow; — 651 a 7, Queen Mary, V, 6: 
she knetv me, and acknowledged me her heir (Elisabeth von 
der sterbenden Marie); — die ingressive und die durative 
Bedeutung nebeneinander: 401b 8, Lancelot Elaine, 
376: needs nmst be lesser Ukelihood ihat thosc who know 
should knotv you: — knew im Sinne von "erblickte": 544a 5, 
Wreck, VIII, 10: the face I had known was not the face I 
knew ("jetzt sah"); — verwandt ist know fiir acknow- 
ledge: 437a 17, Pelleas Ettare, 142: thou ,..wilt at 
length yield me thy love, and kfiow me for thy knight, — 
Übrigens ist sonst, wie gleich hier bemerkt sei, learn der 
typische Ausdruck für ingressives "kennen lernen"; z. B. : 
206 b 9, Princess, VI, 142: bat when she learnt his face, 



— 61 — 

— und fiir "erfahren", z. B. : 249 b, In Mem., 8, 4: leams 
her gone and far from home; 250 b, In Mem., 12, 19: retum 
. . . and learn th<it I have beeii an hour away, — 

Dieselbe Erscheinung bei anderen Verben: zunächst 
to he: — 22 a 4, Eosalind, V, 6: the sun is just ahout 
to sei, the arching limes are tall and shady; d. h. appear 
taller than usual (wie es tatsächlich beim Sonnenuntergang 
der Fall ist) and are grotving shady: beides also vorüber- 
gehende Erscheinungen; — 101, 36, Locksley Hall, 
142: the individaal withers, and the world is more and more 
(=z still develops itselfj; 126b 1, Enoch Arden, 31: if 
they quarreWd, Enoch stronger-made was master ; — 191 a 13, 
Princess, IV, 307: last night, their mask was patent ("wurde 
offenbar"); 274a, In Mem., 96, 3: you, whose light-blne eyes 
are tender over drowning flies (''s'attendrisseuf* ist gemeint); 
284a, In Mem., 130, 4: thou standest in the rising sun, and 
in the setting thou art fair ("erscheinst im Glänze"); — 

to have für taJce oder assume: 257 a, In Mem., 36, 9: 
the Word had hrcath (Verhum caro factum est, Joh. 1); — 
501a, First Quarrel, XIII, 14: you'll have her to nurse 
my child . . . you*ll make her its second mother! 

to stand für risv, "aufstehen": — 129a 30, Enoch 
Arden, 282: Philip stauding up, said falteringly (hier, 
wie im Deutschen, Hilfe durch Partikelkomposition); 

— 361a 33, Geraint Enid, 456: the warrior, turnhig, 
stood ("machte halt"); — gewöhnlicher ist schon to stand 
forth oder out für '*emergcrc'\ wie etwa 5 b, 2 und 6, C o n- 
fessions Sensitive Mind, 144(8j. — 

Vereinzeltes bei anderen Verben: to sleep für to 
go to sUep: 132b 18, Enoch Arden, 492: she closed the 
Book and slept (deutsch "schlief ein"); 167b 13, Sea 
Dreams, 105: tili 1 slept again (= feil asleep) ; 268 b, In 
Mem., 85, 20: in Vienna's fatal tvalls, God's fingcr touch'd 
him, and he slept ("entschlief"); ähnlich to slumher im 
Jugendgedicht "Hesperides" (Churton Collins, Early 
Poems, 302, Song, H, 9) : ... teil them (apples) over . . . lest 
the . . . dragon s l u m her . . . Look to hiw .... lest he tcink . . . ; — 
ja sogar to lie in diesem Sinne (fiir gewöhnlicheres He 
down): 166b 17, Sea Dreams, 46: silenced hy that silence 
lay the wife: — to hold für take hold of: 136b 22, 



— 62 — 

EnochArden, 760 : stagger'd and shook, holding the brauch ; 

— to tvail, Ingressiv: 156b 28, Sea Dreams, 67: 
at this the habe, . . waiVd and woke the mother; — 174a 8, 
Princess, 11, 46: when we set our hand io this great worJc, 
we purposed tcith ourself: **Entschluß hegen" für "Ent- 
schluß fassen"; — 210b, Princess, VII, 4: by and bt/, 
sweet Order lived again mth other laws (lebte auf, revived) ; 

— 314 b 3, Coming Arthur, 343: out I ran y and hated 
this fair world and all therein, and tvept (*^ward von Haß er- 
fällt"). — Etwas Ähnliches ist: 358 a 20, Gera int Enid, 
253: and ivatch'd the sun blaze etc.,.., and öfter nodded 
sleepihj in the heat, — wo nod für ''einnicken" steht. — 

Schließlich zu allen diesen Fällen eine Parallele aus 
dem substantivischen Ausdruck: 260a, In Mem., 49, 2: 
from artffrom naturey from the schools let random influences 
glance: inßuence bedeutet sonst länger andauerndes Ein- 
wirken, hier im Plural — vielleicht in Erinnerung an die 
Etymologie — etwa "Wellen von Bildung"; denn gleich 
in der 2. Strophe ist von the lightest wave of thought . . . ., 
the fanct/s tetiderest eddy die Eede. Vgl. überhaupt den 
in. Typus der Plurale von Abstrakten, § 72. — 

§ 44. n. Der umgekehrte Fall: Bezeichnung des Ein- 
trittes der Handlung für den sich ergebenden Zustand 
gebraucht : 

— 63b, On a Mourner, I, 2: Nature . . , turns her 
face to every land betieath the skics (''hält zugewandt" allen 
Ländern in gleichem Maße); — 125b 14, Enoch Arden, 
43: Enoch set a purpose cvermore before his eyes ("hielt 
sich vor Augen") ; - 315 a 16, Coming Arthur, 388: 
all at once all round him (Merlin) rose in fire: (Subjekt ist 
the f ringe of that great breaker, 385) : rose steht für den Ein- 
tritt der Wandlung und den folgenden Zustand ; — 388 b 38, 
Merlin Vivien, 530: all about this world yoii cage a buxom 
captive (cage bedeutet nicht wie gewöhnlich put into cage, 
sondern hold in cage). — Ein extremer Fall dieser Ai-t wäre 
349b 16, Marriage Geraint, 540: his face gloxv'd like the heart 
of a . . .fire, so burnt he was tvith passion, — w^o geradezu 
der Endpunkt, ein (logisch unmögliches) "verbrannt" für 
den Eintritt "entbrannt" steht. — Wenn es endlich 287, 
Maud, I, I, X, 1, heißt: the vitriol madness flushes up in 



— 63 — 

the ruffian's head, tili ihe . . . hy-lane rings to the yell of the 
trampled wife etc., so paßt das Bild, wiewohl ßush das 
allmäliliclie, gleichmäßige Aufsteigen einer Flüssigkeit be- 
deuten kann, schon wegen vitriol (kann ja nur plötzlich 
explodieren) nicht zu dem auszudrückenden Gedanken: 
langsame Entwicklung des Gedankens bis zum Gewaltakt 
selbst, — und wiederum sind die zwei Aktionsarten mit- 
einander verwoben. — 

§ 45. Unterarten dieses zweiten Typus sind : 

1. Der Gebrauch von Verben, welche eine einmalige 
Handlung bezeichnen, in iterativem Sinne: — 132b 33, 
Enoch Arden, 507: a footstep seem'd to fall beside her 
path (für to be treading continually) ; — 405 b 25, Lancelot 
Elaine, 630: whercat she caught her breath (= began to 
catch: **begann nach Atem zu ringen"); — 

2. der Gebrauch von Verben, welche den Begriff einer 
beginnenden und fortschreitenden Steigerung enthalten, 
also von Inchoativen, für einen gleichmäßig verlaufenden 
Zustand: 2a, Claribel, II, 7: her song the lintwhite 
Siv eilet h (für sings in stvelling tones) ; — 180a 2, Prin- 
cess, n, 423: a clamour thicken'd (= a thick — oder 
thicJcening — clamour rose); — 320b 20, Gareth Lynette, 
185: when their feet tvere plantcd on ihe piain that broaden'd 
toward the basc ofCamelot ("sich breit erstreckte") ; — weniger 
sicher sind die Fälle: — 373a 15, Baiin Balan, 230: 
a hearth lit , . . when ihe tivilight deepens round ii (= deepen- 
i)uj tivilight falls) : — 874 a 13, Baiin Balan, 284: in htm 
gloom on gloom deepen'd. — 

Es handelt sich hier also im wesentlichen um den 
Ersatz eines Ausdruckes für den Eintritt der Handlung und 
die Tatsache ihrer Setzung überhaupt — durch die mehr 
oder weniger richtige und wichtige Bezeichnung ihres 
steigernden Verlaufs. — 

3. Gebrauch direkter Verbalfonn frir die Partizipial- 
periphrase, welche gewöhnlich zur Bezeichnung andauernder 
Tätigkeit dient :M — 108. Godiva, 16: he strode (= was 

^) Überhaupt ist ja dio Vermeidung dieser und jeder anderen 
Periphrase ein Vorrecht der Dichtersprache und ein Unterschied 
gegen die platt-deutliche Prosa, wofür morphologische Tatsachen, wie 



— 64 — 

striding) dbout the hall; — 185 b3, Princess, m, 299: the 
matter hangs ("ist *in suspenso', wird erwogen"); — 249a B, 
In Mem., VI, 17: I . . .wrought at that last hour to please 
him well (= was at tvork, näml. dichtend, gerade in des 
Freundes Todesstunde); vgl. 287, Maud, I, I, X, 4: the 
spirit of murder works (= is a-working) in the very means 
of life; — 282a, In Mem., 122, 2: 0, wast thou with nie, 
dearest, then, white I rose up against my doom, and yeam'd 
to hurst the folded gloom (nach white stünde in Prosa was . . . 
'i^9ji — 286, Maud, Part I, I, IH, 2: ever he mutter'd 
and madden'd, and ever toann'd with despair (mutter'd = 
was muttering, went about muttering, weil es sonst — auch 
der Alliteration zuliebe — nicht mit den Dauerbezeichnungen 
grew mad und grew wan verbunden werden könnte); — 
291, Maud, I, VI, 11, 2: last night, when the sumet burn'd 
on the gable-ends (= was hurning); — 304a, Maud, 11, 
IV, VI, 2: 't is a morning pure and sweet, and a detvy 
splendour falls on the little flower (= is falling, vielleicht 
sogar fallen). — 

§ 46. Ein diesem sehr verwandter Typus, ja im Grunde 
nichts als eine grellere Erscheinungsform desselben ist die 
grammatische Verwendung und Behandlung von Zustands- 
verben ganz nach Art von Tätigkeitswörtern; so werden 
zu ihnen Imperative und andere nur bei wirklichen Aktions- 
verben denkbare Formen gebildet: 

— 250 a, In Mem., 9, 10: sleep, gentle hcavens, hefore 
the prow (Aufforderung an die Elemente, der Fahrt des 
Leichenschiifes günstig zu sein) ; ein logisch gleichwertiger 
Fall, wenn auch ohne grammatischen Imperativ : 213 b 13, 
Princess, VII, 197: leave the monstrous ledges there to 
slope, and spül their . . . water-smoke; bei sleep noch: 16 b 3, 
Dying Swan, 11, 9: thro* the marish . . . water-courses slept 
(z=i glided sleepily) ; 277 a, In Mem., 103, 66: a crimson 



das plusquamperfektische Präteritum (§ 49) sowie das fast regelmäßige 
had für should oder would have im Konditional der Vergangenheit 
die sprechendsten Beispiele sind; vgl. etwa: 141a 21, Brook, 112: 
he met the hailiff at the Golden Fleece, tcho then and there had offer'd 
aomething more (for coli): hui he stood firm. Von sonstigem vgl. Er- 
scheinungen wie: 208 b 21, Princess, VI, 271: kiss and he friends, 
like children being child (fQr Hortativus der 1. Ps. PL: '*let us. . ." — etc.). 



— 66 — 

chud ihat landlike slept along the deep; — femer: 272a, In 
Mem., 91, 5: come, tvear the form hy which I know thy 
spirit . . . ; the hope . ,be , . lucid round thy hrow (bei streng 
logischem Ausdruck stünden die gewünschten Zustände 
appositiv beim Imperativ "erscheine": wearing the form , . ., 
the hope . . . (being) lucid . . . ; — 321 a 20, Gar eth Lynette, 
213: all her dress tvept from her sides as water flowing away 
(wohl das poetischeste Beispiel dieser Art) ; — 330 b 9, 
Gareth Lynette, 780: (they) saic , . . a gloomy ^ gladed 
hollow slowly sink to westward: hier ist die grammatische 
Eigenheit durch das verstärkende slowly, welches doch 
nur eine Handlung modifizieren kann, in die Sphäre des 
kunstmäßigen Bildes gerückt. — 

§ 47. Zum Schluß dieses Abschnittes sind einige Fälle 
anzuführen, in denen mit den Aktionsarten nicht mehr bloß 
Verbalformen, sondern Verba selbst vertauscht werden, — 
indem nämlich zur Bezeichnung verschiedener Stadien einer 
Handlung verschiedene Zeitwörter dienen, von denen nun 
eines für das andere eintritt. 

In erster Linie stehen hier seek und find, welche 
beständig verwechselt werden. So steht vor allem seek 
ganz im Sinne des deutschen "aufsuchen'', wobei das Er- 
reichen mit inbegriffen ist: 180a 8, Princess, H, 429: 
we sought the gardens: — in bildlicher Verwendimg 517 b 4, 
Children's Hospital, II, 8: to seek the Lord Jesus in 
prayer, — aber in diesem Sinne auch schon : 528 a 26, 
John Oldcastle, 109 : Sanctuary . . . denied to him, who 
ßnds the Saviour in his mother tongue; überhaupt tritt sehr 
häufig ßnd, also Angabe des Resultates der Handlung, 
fiir deren ganzen Verlauf ein; so: — 189 a 11, Princess, 
IV, 178 : / . . , not yet endured to meet her opening eyes, nor 
found my friends (^'suchte auf") ; — 213b 1, Princess, 
Vn, 185 : come, for Love is of the Valley, come thou dotvn and 
find Mm (^*such auf); — 303b, Maud, H, H, IX, 11: 
come to her waking, find her asleep ("such sie auf"); — 
354a 11, Marriage Geraint, 828: when he said to her, 
''Put on your worst and meanest dress'*, she found and took it 
("suchte herv^or"); — 436 a 24, Pelleas' Ettarre, 192: 
should ye try him with a merry one (viz.: fable) to find his 
mettle ("auszuforschen, zu ermitteln") ; — 465a 11, Guine vere, 

Dyboski, Tcnnysous Sprache und Stil. 5 



— 66 — 

676 : rose the pale Queen, and in her anguish found the case- 
ment ("suchte auf, eilte zu — "); — 654b, 3 u., Harold , I, 1 : 
before I go to find the sweet refreshmefU of the Saints ("auf- 
zusuchen"). 

Ein dem Eintritt von find für seek ganz analoger 
Fall ist der Ersatz von "mitnehmen'' durch "mitbringen" 
in dem Beispiel 363 a 3, Geraint Enid, 366: a Utter-bier 
such as ihey hrought upon their forays out for ihose that 
might he wounded (brought fiir carried). 

Von da aber ist es schon ganz nahe zu einem "gehen" 
fiir "kommen", wie es vorliegt in 327 a 14, Gareth Ly- 
nette, 576: that same day there past into the hall a damsel: 
pass wird als der feierlichere Ausdruck dem conie wie 
dem go überhaupt gern vorgezogen. — 

§ 48. Zu guter Letzt kann ich nicht umhin, an diese 
Betrachtungen über Verwechslung von Aktionsarten und 
Handlungsstadien noch einige Beobachtungen über einen 
psychologisch hochinteressanten Austausch von "Aktions- 
arten" in weiterem Sinne des Wortes anzuschließen, nämlich 
den mit bewußter Kunst gehandhabten Wechsel von 
Absichtlichem und Unabsichtlichem, welcher, be- 
sonders wo ersteres für letzteres eintritt, dem Ausdruck 
vielfach eine höchst originelle Färbung und Lebendigkeit 
verleiht, ihn anregend, interessant und oft auch prägnant 
kurz gestaltet. 

Fälle dieser Art sind zunächst gerade im Gebrauch 
des vorhin besprochenen Verbums find zu beobachten, 
indem dieses für zufälliges Zusammentreffen (ohne absicht- 
liches Suchen oder Aufsuchen) gebraucht wird, was freilich 
nicht selbständige sprachliche Neuerung des Dichters, sondern 
nur geschickte Belebung einer alten Bedeutung ist; die 
Beispiele sind: — 141 a 27, Brook, 118: he found the 
hailiff riding hy the fami (vorher Z. 20 [111]: he met the 
hailiff at the Golden Fleece) : — 314 a 33, Coming Arthur, 
339 : he found nie first when yet a Utile maid (als Antwort 
auf die Frage: when did Arthur chance upon thee first?): — 
322 b 28, Gareth Lynette, 318: all in fear to find Sir 
Gatvain or Sir Modred (für to light upon — , to meet with — ) ; — 
438b 8, Pelleas Ettarre, 211: othcr than when I found 
her in the woods; — als besonders feiner Fall schließlich: 



~ 67 — 

291, Maud, I, V, IQ, 4: a joy in tvhich I cannot rejoice, 
a glory I shdll not find, — wo auch kayßXv, nicht evgsTv 
gemeint ist, — die Erlangung nicht von zielbewußtem An- 
streben, sondern von der Gunst des Schicksals abhängt. — 
Das negative Gegenstück dazu bildet die Stelle: 266b, In 
Mem., 73, 6: the head hath miss'd an earthly wreath, — wo 
ja nicht gesagt werden soll, daß Hallam im Leben nach 
dem Euhmeskranz strebte, welchen ihm das Schicksal 
(früher Tod) versagt hat, — während miss doch sonst 
das Fehlschlagen einer bestimmt verfolgten Absicht be- 
deutet. — 

Im Gegensatz zu allen diesen Beispielen mit absicht- 
lichem Anstreben, Aufsuchen, Erreichen, fiir unbeabsich- 
tigtes Erlangen, Vorfinden, Antreffen, — steht eines, in 
dem umgekehrt Begegnen, Zusammentreffen für bewußtes 
Suchen und Finden gesetzt ist: — 324b 11, Gareth 
Ly nette, 422: retumy and meet, and hold him from aur 
eyeSf — während to meet in dieser Verwendung sonst nur 
als finaler Infinitiv nach Verben der Bewegung (deutsch "ent- 
gegen") geläufig ist (von KoUoquialem abgesehen). 

Nachdem so an diesem repräsentativen Verbum, bzw. 
dieser Gruppe von Verben, die Eigenheiten dieser Enallage 
dargelegt sind, können die anderen Beispiele "promiscue" 
folgen : 

— 171a 30, Princess, I, 136: they must lose the 
child, assume the wantan : in diesem Schlagwort der Frauen- 
bewegung steht lose fär absichtliches und bewußtes "Ab- 
legen" der EoUe des Kindes; der Griflf ist besonders 
glücklich, weil sich die hochtönende Phrase dank diesem 
zweideutigen Worte — dem neckischen Ton der ganzen 
Dichtung gemäß — gleich zu einem Scherz verwenden läßt : 
"ödes she tcrote/' sagt König Gama, "ödes dbout this losing 
of the child" (!) — Noch kühner vielleicht ist 174 b 2, 
Princess, II, 71: divell with these, and lose Convention — 
ein Imperativ! — Ebenso steht noch ein Unabsichtliches 
für Absichtliches in dem Falle: 452 b 6, Last Tourna- 
men t, 562: when ßrst her feet feil on our rough Lyonnesse 
(für trod — vielleicht in Anlehnung an das Snhst. footf all) . — 

Umgekehrt hingegen finden wir — zunächst in scherz- 
hafter Rede — Absichtliches für Unabsichtliches in dem 

5* 



— 68 — 

Beispiel: 181a 14, Princess, IH, 34 ff. (ursprüngliche 
Fassung — bei Churton Collins) : if they had been mm, and 
in their ftdsoni^ fashion woo'd you, child, yoti need not take 
so deep a rouge : für das vom Willen unabhängige Erröten 
ein absichtliches "Röten" des Gesichtes; — femer: 198b 9, 
Princess, V, 183: (are not warnen) twice as magnetic 
to sweet influrences of earth and heaven (as men) ? Es ist "emp- 
fänglich", nicht "anziehend" gemeint, also geradezu aktiver 
Begriff fär passiven gesetzt. — 309b 1, Coming Arthur, 
31: (the childrm haused in the wolfs den woüld) mach their 
foster-mother on four feet: mock bedeutet sonst bewußtes, 
u. zw. spöttisches, parodierendes oder auch schauspiele- 
risches Nachahmen, — hier aber instinktives. — 

Schließlich noch ein Fall derselben Art — außerhalb 
des eigentlich verbalen Ausdrucks, wenigstens des Verbum 
finitum — , in dem das Kunstmittel deutlich der Kürze 
dient: 404a 10, Lancelot Elaine, 629: in daily doubt 
whether to live or die . . , he lay : natürlich zweifelt seine 
Umgebung, ob er leben oder sterben werde, nicht er, was 
von beiden er tun "solle"! — Es vergleicht sich dazu die 
freilich nicht so ausgesprochen subjektive Wendung bei 
Spenser, Faerie Queene, I, VII, 26, 9: 

The lucklesse conflict with the Oyaunt stout, 

Wherein captir^d, of life or death he stood in douht 

§ 49. Von den Aktionsarten gehen wir zur Behandlung 
der Tempora über. 

An Beispielen iiir das schon (§ 45, Note) erwähnte 
plusquamperfektische Präteritum werden genügen: 

— 67 a, Epic, 12 (Szene am Abend j: /, tired out with 
cutting eights that day lipon the pond, where... I bumped 
the ice inio . . . starSj feil in a doze : das zum Hauptthema 
der Erzählimg vorzeitige Bild vom Eislaufen wird in frischer 
Erinnerung lebhaft ausgeführt, daher rückt es der Dichter 
durch die Setzung von Präteritum pro plusquamperfecto 
in eine der Anschauung nähere Sphäre der Vergangenheit, 
nämlich das gewöhnliche Erzählungstempus, — also ein in 
seiner Zeitreihe ganz gleicher Fall von Belebung des Aus- 
druckes wie die sonst so häufige, weitergehende Verschiebung 
aus dem erzählenden Präteritum ins Präsens historicum; 
— femer: 135 a 19, Enoch Ar den, 659: they landed him, 



— 69 — 

ev'n in that harbour whmce he sail'd hefore (= had saiVd, 
— und zwar volle zehn Jahre früher !) ; — 136 b 4, E n o ch 
Ar den, 678: he reach'd the home where Asmie lived and 
loved htm, and his hohes in those far-qf seven happy years 
teere bom: hier drückt schon die Temporalbestinunung die 
Vorzeitigkeit aus (auch "lived*' ist vorzeitig, weil Enooh 
seine Frau nicht mehr am Leben zu finden hoflft), — also 
wäre prosaisches Plusquamperfektmn eine Art Luxus; — 
151b 20, Aylmer's Field, 592: the dagger which himself 
gave Edith (=i^ had given : der Dolch hat inzwischen sogar 
wieder den Besitzer gewechselt: Edith gab ihn ihrem Ge- 
liebten, der sich damit tötete); — 170a 1 ff., Princess, 
I, 45 ffl : these (Gesandte) brought back ... an answer . . . they 
saw the hing; he took the gifts; he said, . . (Inhalt ihres 
Berichtes, also alles vorzeitig) ; — 196 a 25, Princess, V, 
46: foUow'd his tale . . .he fled awai/.. . and ... had come on 
Psyche . . . : also fled ganz deutlich für das Plusquam- 
perfektum; — 374a 17, Baiin Balan, 288: (Baiin) saw the 
foimtain where they (Jie and brother) sat together (einst ge- 
sessen waren); — 430b 11, Holy Grail, 735: Arthur 
tum'd on whom at first he saw not ... — 

Präsens. Das historische Präsens braucht nicht 
besonders belegt zu werden ; wohl aber will ich hier einen 
ihm ganz analogen FaU nominalen Ausdruckes zitieren: 
128 b 17, En och Ar den, 236: this (his baby's lock) he 
kept thro* all his future: die Bezeichnung gilt nur vom 
Standpunkte Enochs aus, den man sich ^^vergegenwärtigt'', 
wie sie denn auch wohl Inlialtsangabe eines gemachten 
Gelübdes sein soll; der objektive Erzähler müßte für dieses 
future, das ja fiir ihn auch schon past ist, etwa thro' all 
the rest of his life sagen. — 

Perfektisches Präsens kommt, gestützt durch klassisches 
Vorbild, natürlich vor: 91 a 39, Talking Oak, 203: a thoti- 
sand thanks for what I learn (= have heardjust notv: griech. 
dxovo), deutsch "was ich da höre'') and what remains to 
teil; — 154a 7, Aylmer's Field, 733, wendet sich 
Averill an Aylmer: o thoii that killest, hadst thoii known, 
thoii that stonesty hadst thou .tmterstood: die Anklage 
gegen Aylmer wird erschwert, indem kill und stone 
nicht auf den Tod seiner Tochter und Leolins beschränkt, 



— 70 — 

sondern auf diese Weise verallgemeinert wird, so daß sie 
fast einem habituell gemeinten "Mörder" gleichkommt. 

Futurisohes Präsens ist natürlich der Kürze wegen 
oft erwünscht: so in Merlins — absichtlich dunklem — 
Spruch: 315a 19, Coming Arthur, 392: this satne child . , , 
is he who reigns; — vgl. auch: 281b, In Mem., 120, 9: 
ihe wiserman who Springs hereaßer ("die kommende Gene- 
ration"); — 632 a. De Profundis, I, 19: nmy (he fated 
Channel where thy motion lives (für shall live) he prosper- 
ously shaped. — 

Wie kurz und bequem schließlich der Dichter, ohne 
unverständlich zu werden, einen so komplizierten Begriff 
wie ein Futurum exactum rein andeutungsweise ausdrücken 
darf, zeige das Beispiel: 262 a, In Mem., 68, 8: those cold 
crypts where they (human hearts) shall cease: kurz für be 
laid when they will have ceased (to heat), — 

§ 50. Im Gebrauche der Modi sind hervorzuheben: 

Als Beispiele der Vermeidung aller Periphrase auch 
auf diesem Gebiete: 99, 22, Locksley Hall, 66: heiter 
thou wert dead hefore ine, tho' I slew thee with my hand (für 
should have slain); — 320a 22, Gareth Lynette, 156: 
...the Queen helieved that when her son heheld . . ., her otvn true 
Grareth was too princely-proud to , . . (=^ surely would he). — 

§ 51. Was den I n f i n i t iv betrifft, wäre etwa nur der eine 
Fall zu zitieren: 38b, Song (in "Miller 's Daughter'*), 
14 : / would he the necklace, and all day long t o fall and rise 
upon her halmy hosont, — wo wir nach einem Hilfsverbmn 
zuerst Infinitiv ohne, dann — anormal, wohl aus metrischen 
Gründen — mit fo finden. — Ebenso ungewöhnlich ist 
to in einer Verbindung wie: the bare word Kiss hath made 
my inner soul to tremble (Churton Collins, Early Poems, 
p. 300, Sonnet, 12). 

Dem Infinitiv zunächst stelle ich von den Nominal- 
formen des Verbs das Verbalsubstantiv um, da es sich 
in manchen seiner Funktionen — so in der gerundialen — 
mit ihm berührt. Zur Illustration ihres wechselseitigen Ver- 
hältnisses sei angeführt: 

— 239, Wages, b\.give her (Virtue) the glory of going 
on, and still to be; ib. 19: give her the wages of going on, 
and not to die; hier stehen noch beide nebeneinander; — 



— 71 — 

hingegen 308a, Dedication "Idylls", 8: whose glory ivtis, 
redressing human wrong — hat schon das Verbalnomen 
die Oberhand gewonnen und der vielzitierte Pop ersehe 
Typus ^) ''Natureis chief master^piece is writing welT ist 
hergestellt. — Als ganz singuläres Beispiel eines umge- 
kehrten Vorgangs sei die kühne Substantivierung eines In- 
finitivs angeführt: 233 a, Daisy, 35: oft we saw t)te glisten 
(z= glistening) of ice, far up on a mountain head. — Ähnlich 
551b 32, Ancient Sage, 275: do-well will foUow thought 
s=» doing well will follow thinhing well. — 

§ 52. Nun mag eine Auslese von Belegen für die Ge- 
fügigkeit und Bequemlichkeit folgen, mit welcher sich das 
Verbalsubstantiv in den verschiedensten Funktionen ver- 
wenden läßt: 

— 126 b 10, Enoch Arden, 100: the . . . Hall, whose 
Friday fare was EnocVs ministering; die geläufigere 
Wendung mit of finden wir: 580b, Queen Mary, I, 1: 
aUtheladies ofher folloiving; — 737 b 9, Becket, V, 1: 
*'your . . . Grace . . . tvill not yield io lay your neck beneath 
your Citizen* s heeV\ ''Not to a Gregory of my throning! 
Nor — vgl. auch: 527a 21, Columbus, 138: the seas 
of our discovering; — in finaler Funktion (wie lat. Supi- 
nimi): 126a 7, Enoch Arden, 64: wefit nutting to the 
woods: das gewöhnlichere a- (alte Präposition) fehlt, was 
der Wendung partizipiales Aussehen gibt. 

§ 53. Jetzt gehe ich zu Fällen über, wo die Form 
schon rechtes und echtes Substantiv ist und in ihrer ab- 
strakten Bedeutung der Begriff der Tätigkeit und Zusam- 
menhang mit dem Verbum sich so verwischt, daß wir ihren 
aufdringlich verbalen morphologischen Charakter fast störend 
empfinden und eine nicht so deutlich verbale — etwa 
romanische — Ableitung oder gar ein "reines" Substantivum 
lieber sähen. Solche Belege für die große Geläufigkeit un- 
seres Redeteüs sind: 

Im Singular: zunächst ^H magi n i n g" = Vorstellung, 
in Jugendgedichten beliebt: Poems by Two Brothers, 
22, 1 : / ivould not risk the imagining (Keim zu / dare not 
thinkj; auch in der Mehrzahl: 97, 7 (Friendship): bcaiitiful 



1) Essay on Cnticism, 72-4 (Part III). 



72 



imaginings; das von Bulwer in **The Caxtons" mit 
dem ironischen Zusatz "as nineteenth Century poeis unaffeciedly 
express themselves" gebrauchte Wort stammt aus Byron 
(To lanthe, 14): And guileless heyond Hope's imagining! 
(häufig auch bei Keats); — 129a 14, Enoch Arden, 
266: after alin gering^) (Schwanken zwischen Leben und 
Tod) ihe Utile innocent soulflitted away ; — 254 a, In Mem., 
26, 11: mighty Love wotdd cleave in twain the ladin g of a 
Single pain (load wäre — im Bilde — konkreter) ; — 266 b, 
In Mem., 36, 20: Love had not been, or been in narrowest 
working sliut ("Wirkungskreis"); — 322a 23, Gareth 
Lynette, 280: know ye not then the Riddling of the 
Bards (der unmittelbar darauf zitierte Rätsels pruch ist 
gemeint); ~ 420a 29, Holy Grail, 103: her eyes beyond 
my know in g of them, beautiful (für knowledge) ; — 426 a 18, 
Holy Grail, 449: at the sacring of the mass I saw the 
holy Eletnents alone (consecratio der Liturgie); — 464b 17, 
Last Tournament, 687: that sullying of our Queen 
(pollution, viz.: by adultery, v/üre der normale Ausdruck) ; — 
660 a 6, H a r 1 d , I, 2 : if she stay the feuds . . . by such a 
marrying (=^ marriage) ; — 676b, Harold, 111,2: in the 
gloom and shadowing of this double thunder-cloud that lours 
on England; — 869a, Forlorn, I, 4: 0, the flattery and 
the craft which werc my undoing (min); — 872b, Par- 
nassus, 11, 6: sing like a bird (vgl. Goethe, Der Sänger) 
and be happy^ nor hope for a deathless hearing! — 

Plurale: — 151a 16, Aylmer's Field, 548: Sir 
Aylmer tvatch'd them all, yet bitterer from his readings 
(Lektüre der Briefe zwischen Edith und Leolin) ; — 314 a 4, 
Coming Arthur, 310: thought to sift his doubtings 
(= doubts) to the last; — 420b 12, Holy Grail, 118: 
the Holy Grail, rose-rcd mth beatin gs (= pulses) in it, as 
if alive; — 772 a 1, Falcon: a tvrittcn scroll that seems to 
run in rhymings (rhymes würde genügen). — 

§ 54. Indes noch häufiger als diese relativ wenigen 
sind Fälle umgekehrter Art : Verbalabstrakta dunklerer und 

^) Zu lingcr vgl. noch die eigen tu nili che Verbindung mit einem 
Akkusativ der Zeitdauer: 183b 18, Enoch Arden, 558: one . . . hurt.., 
lingering out a Jive-ijears* death-in-life. 



— 73 — 

nicht so direkter Ableitung — meist romanische — an Stellen, 
wo wir ganz unmittelbar ein englisches "nomen actionis" 
auf 'ing erwarten, weil die Vorstellung der Handlung im 
Vordergrunde des Inhaltes steht. 

In erster Eeihe ist hier die überaus beliebte Gruppe 
der Ableitungen auf -(tjion zu nennen; am meisten ''sirik- 
ing" ist wohl: 393b 11, Merlin Vivien, 832: Vivien... 
leapt from her Session on his (Merlin* s) lap (für sitting); — 
femer motion: 47 a 9, Palace Art, 169: all those nameSy 
ihat in their motion were full-welling fountain-heads of change 
(/'Verbreitung" ihres Ruhmes und ihrer Ideen); 368b 19, 
Geraint Enid, 924: her constant motion round htm, and 
the breath of her sweet tettdance hovering over him; 611b 6, 
Queen Mary, m, 3: the Queen hath feit the motion of her 
habe (= stirring) ; — Vereinzeltes: 93 b 25, Love Duty, 
74: the wheels of time spun round in Station; ähnlich 486 a 
26, Lover's Tale, I, B71: the stars did tremble in their 
stations as I gazed {freilich ohne so deutlichen Verbalbegriff); — 
109 b 10, Amphion, 98: years of cultivation ("Anbau- 
arbeit"); — 172 a 4, Princess, I, 174: he, with a long 
low sibilation, stared; — 176a 2, Princess, 11, 167: 
moving on in gratulation; — 178b 10, Princess, 11, 
338: keej) yonr hoods aboiit the face; they do so that affect 
abstraction here (für passives Infinitivsurrogat : being abs- 
tracted); — 186b, Princess, IV, 10: blissful palpit- 
ations in the blood (vgl. als Gegenstück beatings in § 53); — 
207 a 10, Princess, VI, 172: at first her eye with slow 
dilation rolVd dry flame; — 212 a 2, Princess, Vli, 86: 
long frustration of her care, and pensive tendance in the 
all'Weary noons; — 243a, Hendecasyllabics, 10: thro' 
this metrification of Catullus (''Hervorbringung von Versen 
nach Art des Catulhis" — mit etj^mologischer Bedeutung 
des Wortes ; metra facere) ; — 456 a, G u i n e v e r e , 17 : sought 
to mähe disruption in the Table Bound: vgl. 660 a, Harold, 
I, 2: to shake the North with earthqiiake and disruption, — 
some division . . . ; — 446 a 15, Last Touruament, 172: 
throne of arbitration (Schiedsrichterstuhl beim Turnier); 
— 513a 10, Sisters, 227: the great IVagcdian, that had 
quench'd herseif in this assumpiion of the brideswaid (^^ An- 
nahme der Rolle" einer Brautjungfer bei der Hochzeit ihrer 



74 



Schwester mit einem von ihr selbst geliebten Manne) ; anders 
268 a, I n M e m., 68, 4 : . , ,my heart in its assumptions uj) 
to heaven ("Erhebungen, *Himmelfahrten^ des Geistes' ' — das 
Wort direkt aus der kirchlichen Phraseologie entlehnt) ; — 
724a, Becket, 11, 2: threatm (Imperativ) our junction 
with the Emperor ("daß wir uns verbinden werden"). — 
§ 55. Andere Ableitungen: 

— 128b 11, Enoch Arden, 230: after a night of 
feverous wakefulness (= waking, caused by fever); — 147 a 
28, Aylmer's Field, 307: eise I withdraw favour and 
countenancefrom you and yaurs for ever ("Unterstützung"); 
vgl. 406 a 1, Lancelot Elaine, 678: after two days' 
tarriance; — B78b 14, Baiin Balan, 635: stampt all 
(theroyal crourn) into defacement (für Passiv-Infinitiv) ; — 
651 b 29, Ancient Sage, 272: usage ohne die gewöhn- 
liche Frequentativbedeutung, für einmaliges ''making use 
of — "; nor thou he rageful, like a handled bee, and lose thy 
life by usage of thy sting; — 772 b 8, Falcon: we never use 
it (flower*d bowl) for fear of breakage (•=• ofits being broken); — 
826a, 6v.u., Foresters, lET, 1: myhorn, that scares the Baron 
at the torture of his churls,- the pillage of his vassals 
(^= in the very act of torturing, of robbing). — 

$ 56. Den Übergang von diesen zu den extremsten 
Fällen mit "blankem" Substantiv ohne Andeutung der 
Tätigkeitsbedeutung auch nur durch irgend ein Ableitungs- 
suffix bilden die zwei Beispiele mit -or (das ja als Suffix 
nicht eigentlich Aktionsbedeutung verleiht): — 144a 16, 
Aylmers Field, 99: boyish histories of battle, bold ad- 
venture, . . .flights, terrors, sudden rescues etc. (terrors sind 
die einzelnen Fälle des Erschrecktwerdens, nicht "Schreck- 
nisse", weil ja das Wort von Verbalabstrakten als Inhalts- 
angaben erzählter Handlungen umgeben ist) ; — 337 b 9, 
Gareth Lynette, 1176: the damseVs headlong error thro* 
the wood ("Irrwanderung"). — 

Jene "extremen Fälle" selbst sind: 

— 113 a 7, Will Waterproof, 136: his (the Cock's) 
brothers of the weather (im Wetterprophezeien [vgl. "Kol- 
lege von der Feder" u. dgl.]j ; — 191 a 17, Princess, IV, 311 : 
winning easy grace . , . for slight delay (grace = "Begnadi- 
gung"); — 253b, In Mem., 23, 19: all the secrct of the 



— 76 — 

Spring maved in the Chambers of (he blood ("geheimnisvolles 
Wirken und Weben- ') ; — birth=> "das Gebären", nicht "die 
Geburt": when the time has birih : "reif wird", "ins Gebären, 
*in die Wochen' kommt" (so 280 a 10, In Mem., 113, 14) ; — 
287, Maud, I, I, Vll, 1 : these are the days of advance (das 
übliche Schlagwort ist progress); — 308a, Dedication 
"Idylls", 13: ... Her (Victoria) over all whose realms the 
shadoio of Eis (Albert's) loss drew lilce eclipse ("wie eine 
fortschreitende Verfinsterung, ein Verfinstertwerden", nicht 
wie sonst, zuständliches "Verfinstertsein"; oder vielleicht 
"etwas Verfinsterndes": es folgt darkening the tvorld); — 460 b 
32, Guinevere, 295: he foresaw this evil work of Lancelot 
and the Queen (doings hieße es in Prosa); — 661 b 32, 
Ancient Sage, 276: think well! Do-well tvill follow 
thought (= will follow thinking well); — 842 a, To 
Marquis Dufferin Ava, m, 1: your rule has made the 
people love their ruler (rule ist nomen actionis, conduct of 
goveniment) ; — weiter zwei besondere Fälle : 339 a 14, 
Gareth Lynette, 1269: from my hold on these (lions 
on Lancelot' s shield) streams virtue, — und 773 a (Falcon): 
flutter* d or flutter* d by your notice of her, — welche beiden 
Beispiele man auch als Fehlen eines leicht ergänzbaren 
Verbalsubstantivs bei seinem Objekt (hold [on] = taking 
hold [of], notice = taking notice) definieren könnte. — Schließ- 
lich gehören hieher : 604 a, NorthernCobbler,!, 1: thou 
mun a' sights to teil (gleichsam für *s€eings = thijigs seen: 
oder sights = plenty?), — sowie deed für das Getane, 
(thing done), Werk, Produkt: 649 a 20, Ancient Sage, 91 : 
this house of ours . . . a beauty with defect — tili That which 
knows and is not knoivn, . , , shall descend on this half-deed, 
and sliape it at the last according to the Highest in the 
Highest. — 

§ 57. Schon in diesen letzten beiden Fällen berührt 
sich das Verbalsubstantiv mit dem andern Verbahiomen, 
dem Partizipium, zu dessen Behandlung ich nun nicht 
übergehen will, ohne zuvor ihr wechselseitiges Verhältnis 
durch weitere Beispiele zu beleuchten. 

Die in Kellners Syntax, § 418 f., besprochene ältere 
und in neuester Zeit wieder häufige konkrete Partizipial- 
konstruktion statt abstrakten Verbalsubstantivs ist bei 



- 76 ~ 

Tennyson vertreten durch : 300 b, M a u d , I, XXTT, EU, 6 : 
a silence feil tvith the wakin g hird (fiir tvaking qf the bird), 
and a hush with the setting moon, — und vieles andere 
dieser Art. 

In der Gerundialkonstruktion schwankt Tennyson 
zwischen in mit Partizipium (nach französischer Art, Kellner, 
§ 417) und in mit veritablem Verbalsubstantiv. Das letztere 
erscheint z. B. 327a 2, Q-areth Lynette, 664: have I 
not earn'd my cake in baking of it (freilich fehlt schon 
der Artikel), — hingegen das erstere: 326 a 6, Gareth 
Lynette, 609: he, by two yards in casting bar or stone, 
tvas counted best, — wo im Gegensatz zu den früheren Parti- 
zipialfällen gerade durch die Gerundialkonstruktion und 
die so bewirkte Verlegung des Hauptnachdrucks auf die 
substantivische Distanzangabe konkreterer Ausdruck erzielt 
wird, als etwa ein by casting bar or stone for two yards (oder 
for two yards farther than his rivals) mit dem verbalen Partizip 
im Satz -Vordergrunde ergeben hätte. 

Schließlieh sei als kurioses Mittelding zwischen un- 
persönlichem Verbalabstraktum und persönlichem substanti- 
vierten Partizip oder Adjektivum die Wendung zitiert: 
303 a 1, Maud, II, 11, V, 4: plagiied by a flitting to and 
fro, a disease, a hard mechanic ghost, — wobei sich das 
zwitterhafte Wesen des flitting in den beiden Appositionen 
getrennt niederschlägt. — 

§ 58. Was nun die Partizipia selbst betrifft, so mögen 
zunächst ein paar Beispiele das Verhältnis von participiimi 
praeteriti und praesentis beleuchten. Zunächst Fälle von 
participium praeteriti für praesentis: 

— 45 a 23, P a 1 a c e Art, 43 : a chud of incense all of 
odour steam'd from out a goldeii cup (= steaming) ; — 
(siehe Eowe-Webb, Selections from Tennyson, z. St.); — 
besonders oft bei Verben der Bewegung: 65a 1, Love 
Land, 5: Love ihou thy land, tvith,., true love tnrn*d 
round on fixed poles (= tuming) ; also zugleich Passivum 
für intransitives Aktivum (§ 42); ebenso: 447b 2, Last 
Tournament, 254: wheeVd round on either heel, Dagonet 
replied . , , ; — 101, 7, Locksley Hall, 113: as a boy 
tvhen first he leaves his father's field, and at night along the 
dushj hightvay near and nearer drawn, sees , . , London; — 



— 77 — 

286 a 13, In Mem., Epilogue, 126: (a soul shäll . . .) 
moved fhro' life of lotcer phase, restdt in man. — 

Eine Verwechslung von Aktivum und Pas8i\'uni (in 
Ermangelung eines participium praeteriti acti\'i) sind Phrasen 
wie: — 260a, In Mem., 10, 6: thou (skip) bringest the 
saihr io his tvife, and travelVd men from foreign lands; — 
336 a 7, Gareth Lynette, 1087: Gareth , . . dretv, there 
met him (his enemy) drawn (= with stoord drawn). — 

Umgekehrt findet sich participium praesentis für er- 
wartetes participium praeteriti : — 166b 4, Sea-Dreams, 
33: the long sea-framing caves ("ausgehöhlt durch die 
See"); — 496b 7, Golden Supper, 194: friends who 
lived scatteringly about that . . . land: für scatte}^ed(ly), — 

§ 59. Gehen wir nun von diesen intem-partizipialen 
Problemen zum äußeren Verhältnis des Partizipiums zu 
anderen Redeteilen über, so ist zunächst ein reger imd 
beständiger Austausch zwischen dem Partizip imd dem 
ihm nächstverwandten Adjektiv zu beobachten; er soll durch 
die folgenden Zusammenstellungen veranschaulicht werden. 

Partizipialer Ausdruck, wo wir adjektivischen erwarten; 
aktiv: 

— Am häufigsten wohl dying für mortal (über undying 
s. §60), z.B.: 262a, In Mem., 68, 7: heartSy half-consdous 
of their dying clay; — 265b, In Mem., 73, 13: o hollotv 
wraith of dying famey die wholly (hier : "vergänglich") ; — 281 a, 
In Mem., 118, 4: dijing Nature's earih and Urne; — 284b, 
In Mem., Epilogue, 14: to embalm in di/imf songs a dead 
regret; — 873 b, Far — far — away, 17: o dying tvords, can 
Music mdke you live Far— far — away? — Andere Beispiele: 
96a 10, Ulysses, 35: discerning io fulfil this lahour 
(= prudent enough) ; — 133b 8, Enoch Arden, 648: 
nourishing roots (= wholesotne) ; — 179b 17, Princess, 
n, 408: a flying charm of bhishes (= fugitive, transitory); 

— 182 a 4, Princess, HI, 86 : cramm'd tvith erri n g pride 
(= false) (mit Bezug darauf dann: true she errs, hut,..); 

— 218a, Wellington, YV^ 14: rieh in saviny common- 
sense ("heilsam", dafiir hyperbolisch "rettend"); — 662, 1, 
Locksley Hall Sixty Years After, 57: wearying 
to be left ahne ffür weary mit inchoativer Bedeutungs- 
nuance). — 



— 78 — 

Passiv: zunächst als besondere Gruppe der Ausdruck 
von Eigenschaften durch passive Partizipia von Kausativ- 
verben, also Eintritt des Zustandes für den Zustand selbst: 
7 a, Isabel, IH, 13: of such a finish'd chasten'd purity 
(ftir chaste) ; — 21a, Adeline, IV, 7: thy soften'd, 
shadoto'd brow (soften'd = soft); — 122a 22, Vision 
Sin, IV, 54: look ("sich den Anschein geben") white d 
thought and cleanly life (beides für pure); — 206 b 25, 
Princess, VT, 159 : lest . . . sonte great Nemesis break 
froni a darken'd future; — 214a 20, Princess, Vll, 
244: they (man and tvoman) rise or sink together, dwarfd 
or godlike, boimd or free (ein Schaukeln zwischen der 
Vorstellung von Zustand und Eintritt in ihn); vgl. 
263 a 3, In Mem., 61, 7: how dwarfd a grotvth of cold and 
night (= dwarfish, dwarflike) ; — 266a, In Mem., 33, 7: 
with shadow'd hint ("dunkle Anspielung" auf religiöse 
Zweifel); — 297a, Maud, I, XVHI, HE, 9: honey'd 
rain and delicate air; — 481a 12, Lover's Tale, 1,312: 
spiee d May-sweets (= spicy) ; — 626 a 10, Queen Mary, 
IV, 1: my sainted mother (Catherine of Aragon): vgl. 
Longfellow, Nuremberg, 17: in ihe church of sainted 
Sebald; ein kapitales Dialektbeispiel schließlich ist: 659a, 
Spinster's Sweet- 'Arts, XII, 6: a niced red faäce. — 

Andere passive Beispiele : 5b 18, Confessions Sen- 
sitive Min d: <Ae flower'dfurrow (:= ßowery) ; — 10 a 33, 
Recollections Arabian Nights, 39: imbower'd vaults of 
pillar'dpalm ("pfeilerartig"); — 14b, Poet'sMind, 11,3: 
hollotv sniile and fr ozen sneer {fiirfrosty) ; — 24 a, E 1 e ä n o r e, 
Yin, 18: thecup,., brimm'd (=^brimful) ; — ISlh ll,Eno ch 
A r d e n , 810 : the tall barks, that brought the stinted commerce 
of thosc days (fiir scanty oder dgl.); — 210 a 18, Princess, 
VI, 354: thro* the long-laid galleries (**lang angelegte"; 
long allein würde genügen) ; — 252 a. In M e m., 18, 6 : cw 
if the quiet bones were blest (= glad) . . .to rest; — 262a, 
In Mem., 57, 10: one set slow bell: "gesetzt, ernst", rein 
eigenschalllich ; vgl. 92 b, Lo ve Duty , 18: the set gray 
life: "philiströs"; gewöhnlich settled; — 293b, Maud, I, X, 
I, 8: a poison'd gloom (=poisonous; Bergwerk); — 338b 
24, GarethLy nette, 1248: thehush'd night (= silent). — 

§ 60. Eine besondere Gruppe bilden die Zusammen- 



79 



Setzungen mit «n-, das an Partizipia ebenso frei heran- 
tritt wie an Adjektiva: 

Zunächst Wendungen wie : 6a 44, Confessions Sen- 
sitive Mind, 140: in my mom of youth, ihe unsunn'd 
(=z sunless) freshness of my strength ; 5b 13, Confessions 
Sensitive Mind, IBB: unfearing (= fearlessj; — 10b 
28, Eecollections Arabian Nights, 80: ihe solemn 
palms... unwoo'd of summer wind; 112a 2, WillWater- 
proof, 42: unboding critic-pen = ^^ ohne zu ahnen''; etc. 
(vgl. §236); 

weiter aber die bei Shakspere so häufige (und durch 
Lateinisches wie invictus = "unbesiegbar", vorgebildete) 
Ausdrucksweise von der Art: — Bb 2, Confessions 
Sensitive Mind, 144: truth.. . unmoved of ehange (= im- 
nwveable hy) ; — 26a, Alexander, 11: his (the Chamian 
Oracle's) unapproached mysteries ("unnahbar"); vgl. 486b 20, 
Lover's Tale, I, 668: a sacred, secret, unapproached woe; 
— 41b 33, Oenone, 132: undying bliss (sosehr oft för 
immortal); — 272 b, In Mem., 93, 10: tvithgodsin uncon- 
jectured bliss; etc. 

Entsprechend ihrem adjektivischen Charakter und 
Gebrauch sind die Partizipia auch der Adverbialbildung 
fähig: — IIa 34, Eecollections Arabian Nights, 133 
trancedly (I) gazed; — 189 a B, Princess, IV, 172 
glimmeringly; — 446 a 9, Last Tournament, 166 
sighing weariedly (= wearily) ; — 496 b 7, Golden 
Supper, 194: scatieringly (§ o8). — 

§ 61. Den Übergang zum umgekehrten Fall — adjek- 
tivischer Ausdruck bei partizipialem Begriffsinhalt — bilden 
gewisse lateinische und französische Partizipia, welche 
im neuenglischen Sprachgebrauch die Geltung reiner Adjek- 
tiva haben, mitunter aber im Hinblick auf ihre etymologische 
Form (schon zum Teil bei Shakspere) im Sinne von 
echten Partizipien vorkommen (vgl. § 280). 

Lateinische Partizipia. Aktive: — 17b, Love 
Death, 13: in the light of great etemity life eminent creates 
the shade of death (emine^it in . . . = ^'aufragend in . . ." ) ; — 
103, 9, Locksley Hall, 187: I see the crescent promise 
of my spirit hath not set (Vergleich mit Mondesphasen) ; 
vgl. 280b, In Mem., 116, 4: the crescent prime; 402 b 27, 



— 80 — 

Lancelot Elaine, 457: there is many a youth now crescent 
(= growing up) ; 418a 21, Lancelot Elaine, 1399: your 
crescent fear for nanie and fame (= increasing); — 105 b, 
Sleeping Beauty (Day-Dream), 11, 7: her constant 
beauty (trotz des hundertjährigen Zauberschlafes nnverändeii; 
fortbestehend); — 129a 4, Enoch Arden, 256: her 
heart . , . expectant of that news which never canve (sjti- 
taktisch schon ein Adjektivnm: expectant of netvs für ex- 
pecting news, — logisch ein Partizip); vgl. 267b, In Mem., 
83, 3 : thou doest expectant nature wrong ; — 155 a 23, 
Aylmer's Field, 808: her own people bore along the nave 
her pendent hands (die machtlos herabhängenden Hände 
der ohnmächtigen Frau); vgl. 653 b, 7 u., Harold, I, 1: this 
pendent hell in heaven (vom Kometen; Shaksperesche Wort- 
stellung : jpmden/ — inheaven, s. § 133); — 176b 28,Princess, 
n, 227 : the loyal wannth of Florian is not cold, but branches 
current yet in kindred veins; vgl. 298 b 2, Maud, I, XV 111, 
Vm, 22: some dark underciirrent woe (geläufiger ist ander- 
current als Subst.) ; 386 b 30, Merlin Vivien, 406: to 
chase a creature that tvas current then in these wild woods, the 
hart tvith golden horns; 532a, De Profundis, I, 22: then 
full'Current thro* füll man (course of destiny) ; — 181 b 25, 
Princess, m, 74: consonant chords that shiver to one 
note; — 191a 13, Princess, W, 307: last nighty their 
mask was patent; vgl. 694 b 6, Becket, Prologue: state 
secrets should be patent to the statesman (noch konkreter bei 
Dickens, M. Chuzzlewit, p. 196 [Dickens Edition] : 
a patent upright grand pianoforte) ; — 196 a 16, Princess, 
V, 37 : transient in a trice from . . . woman-slough to , . , 
harness; — 233 a, Daisy, 33: Oleanders ßush*d the bed of 
silent torrents (vombergehendes Schweigen der ausgetrock- 
neten Bäche im Sommer, nicht ständige Eigenschaft) ; — 
280b, In Mem., 116, 6: the life re-orient out of dust: — 
283b, In Mem., 128, 24: toil coöperant to an end 
(= coöperating) ; — 332a 25, Gareth Ly nette, 887: 
those long loops wherethro' the serpent river coiVd; — 339 b 
28, Gareth Lynette, 1310: instant were his words 
(Variation zu he urged on hini) ; — 700 b 8, Becket, L 1: 
/ do think the King was potent in the electiou (**sprach sein 
Machtwort bei — ''). — 



— 81 — 

Passiv (Typus -a^e, so häufig bei Shakspere) : 211 b 
23, Princess, VII, 75: Arac, satiate wiih hisvictory; — 
269 b 6, In Mem., 85, 66: (a friendship, tchich) is etemaly 
separate from all fears; — 482 b 10, Lover's Tale, I, 
400: the incorporate hlaze of sun and moon (= conibined, 
uniied); — 483 a 7, Lover's Tale, I, 428: Spirit of Love, 
that Utile hour tvas . , . dedicate to thee; — 526 b 13, 
Columbus, 101: be consecrate (wealth from new world) 
. . .to lead a new Crusade; — 625 b 12, Queen Mary, IV, 1 : 
the Holy Father in a sccular kingdom is as the soul descending. . , 
into a body generate, — 

Französisclie Partizipia: 210a 19, Princess, 
VI, 355: one deep Chamber .., du e to languid limbs and sich- 
ness (== destined, usually assigned); — 456a, Guinevere, 
11: he that likc a subtle beast lay couchant with his eyes 
upon the throne; — 610a 6, Queen Mary, m, 3: state-poUcy 
and chiirch-policy are conjoint, but Janus-faces looMixg divers 
ways; — 834a, Foresters, IV: if they (monies) were not 
repaid within a limited time yoiir land should be forfeit 
(hingegen 836 a: it seetns thy father' s lands areforfeited), — 

§ 62. Betrachten ^vdr nun das eigentliche Gros der 
Fälle von rechten und echten Adjektiven — nicht verbaler 
Herkunft und Natiu' — in partizipialer Bedeutung. 

Zunächst in aktiv-präsentischem Sinne: als besondere 
Gruppe die Adjektiva aul*-/wZ; 38a 40, Miller's Daughter, 
148: too fearful that you shoidd not please (== afraidjfear- 
ingj: 113 a 33, Will Waterpro of, 161: half fearful that 
. . .7 take mysclf to task; 145b 26, Aylmers Field, 210: 
ever tvatchful of her eye (= watching her eye); 162 a 4, 
Lucretius, 70: (Venus) forgetful, hoiv my proostnion 
makes thy glory fly . . . ; 184 b 19, Princess, DI, 255 : 
I answer*d nothing, doubtful in mysclf, if...: 344a 2, 
Marriage Geraint, 191: Guinevere, not mindful of 
his face in the King 's hall (= not remembering to haue seen . . .y ; 
— andere Adjektiva : 64 a, Yo u a s k m e . . ., 15 : the strcngth 
of somc diffusivo, thought hath time and space to tvork and 
spread; — 65 a 5, Love Land, 9: pamper not a hasty 
time (= hasting oucard [Zeitalter, das Eile hat — auf dem 
Wege kulturellen Fortschrittes]) ; — 96 b, Ti thonus, 12: 
glorious in his htauty and thy choice (= glory ing) ; — 

Dyboski, ToDnysons Si>racho und Stil. Ö 



— 82 — 

184 a 7, Enoch Arden, 580: the sweep of some pro- 
cipitous rivulet to the M^ave (elisabethanische Wortstellung : 
to the wave zu 2>recipitous) ; — 141 a 3, Brook, 94: from the 
plaintive mother*s teat he tooJc her puppies (= complain- 
ing); — 145a 19, Aylmer's Field, 169: queenly re- 
sponsive wheti the loyal hand rose, , . as $he past; — 145b 
16, Aylmer's Field, 200: tvith her fingers interlock'd and 
rotatory thumbs on silken knees (scherzhafte Lautsymbolik) ; 
— 185b 24, Princess, III, 320: I was half-obliviotis 
of my mask; — 216b 12, Princess, Conclusion, 43: 
gray halls alone amo^ig their massive groves (==^ standing 
alone, isolated); — 248 a, In Mem., 2, 13: gazing on thee, 
sulleti tree, sich for thy stubbom hardihood (= longing, yeam- 
ing); vgl. 374 a 16, Baiin Bai an, 286: mad for stränge 
adventure (= madly yearning) ; 658 a, H a r o 1 d , I, 2, 1 : mad 
for thy mate, passiotiate nightingale; — 259 a, In Mem., 
46, 14: blood and breath, which eise were fruitless of their 
du£ (= woiildfail to bring forth —) ; — 269 a 27, In Mem., 
86, 47 : all' CO mp rehensive tendemess, alUsxibtilvsing iniellect 
(comprehensive, *^ allumfassend", ist ebenso partizipial wie das 
parallele subtilizing) ; — 271a, In Mem., 89, 11: fresh 
from brawling courts (=^ newly retum'd); — 281 b, In Mem., 
121, 1: sad Hesper o'er the buried sun (sad = mouming; 
dazu over . . . siin: wieder elisabethanische Wortstellung) ; 
vgl. 416b 13, Lancelot Elaine, 1293: for this gentle 
maiden's death right heavy am I; — 289, Maud, Part I, 
m, 3: ath eyelash dead on the check, ...face, star-sweet 
on a gloom profound (dead == ^^unbeweglich liegend" [über die 
Vorliebe für bildliches die s. den lexikogr. Teil] ; star-sweet 
= ^leuchtend") ; — 308b, Dedication ^'Idylls", 34: thon 
noble Father of her (England* s) Kings to be, laborious 
for her people and her poor; — 345 b 30, Marriage 
Gera int, 305: he look*d and saw that all tvas ruinous 
(= dccaying, falling into min: "baufällig"); — 484b 32, 
Lover's Tale, I, 544: ivhen Stimmer days are ncw 
(=z beginning) ; — 676b, Freedom, X, 1: me^i loud 
(= cxclmming) against all forms of power; — 694 a 19, 
Becket, Prolog ue: had I fixt my fancy upon the game 
I shoxild liave beaten thee; but that (fancy) tvas vagabond 
(= strayimj). — 



— 83 — 

In passiv-präteritaler Bedeutung: 

— Eine besondere Gruppe bilden die Adjektiva auf -y: 
8a 12, Mariana, 52: in the white curtain, to and fro, she 
$aw the gusty shadow sivay (im N.E.D, unter besonderer 
Bedeutungsrubrik: hlown upon, toss'd or disturb'd hy gtists 
of wind als Beleg zitiert) ; ebenso 142 b, Aylmer's Field, 
19: whose wyvern swang on many a wind.y sign; 336b 12, 
Gareth Lynette, 1123: the rainy piain; und — hist 
not least — misty für "benebelt": 118b 18, WillWater- 
proof, 190: jyeals of genial clamour sent,,.from misty men 
of letters; 832 a, Foresters, IV: I am misty with my 
thimbleful of ah. — Über dieses Suffix s. auch die Wort- 
bildung, § 235. 

Andere Adjektiva: "Kron"-Typus : gay = adorned 
(mth —): 89b 21, Talking Oak, 65: leg and arm with love- 
hiots gay; 173b 4, Princess, 11, 11: with ample aimiings 
gay; 275 a 19, In Mem., 98, 27: all is gay with lamps, and 
loud with.,.song; 332a 29, Gareth Lynette, 891: a 
silk pamlion, gay withgold; 345 a 31, Marriage Geraint, 
274: seeing one so gay in purple silks; — synonyme Ad- 
jektiva: 313b 21, Coming Arthur, 297: the sword... 
rieh with jeivels; 315a 2, Coming Arthur, 375: a ship 
,..bright with a shining people on the dechs; 447 a 14, 
Last Tournament, 236: dame and damsel glitter' d at 
the feasty variotisly gay, — Sonstiges, promiscue : 104 a 31, 
Godiva, 67: one low chiirl ,., the fatal hyicord of the years 
to come (= destined to he the hyword) ; — 116 b 11, Lord 
Burleigh, 29: parlcs with oak and chestnut shady; — 
129b 26, Enoch Arden, 316: I seein so foolish and 
so broken down (^foolish = hewildered hy the events); 
— 152 a 17, Aylmers Field, 621: his face magnetic 
to the hand frotn which livid he pluck*d it forth (magnetic = 
"gleichsam durch magnetische Gewalt festgewachsen"); — 
162 a 24, L u c r e t i u s , 90 : her Deity false in human-amoraus 
tears (false = "verleugnet, sich verleugnend"); — 16Gb 16, 
Princess, Prologue, 79: hetween the mimic stations 
(z= imitated) ; — 172 b 11, Princess, I, 210: some in- 
scriptimi deep (= hid) in shadow; so imgemein oft, z. B. 
101, 34, Locksley Hall, 140: tho* the deep heart of ex- 
istence heat for cver like a hoy's (''das verborgene Lebens- 

6* 



— 84 — 

prinzip des Universums*'); 210a 19, Princess, VI, 365: 
one deep Chamber, shut from sound; 211a 12, Princess, 
Vil, 36: 7, deeper than those weird doubts could reach me, 
lay (quasi "hidden" from them in a deep swoon) ; — 210 b, 
Princess, VIT, 12: like creaiures native unto graciotis ad 
(=z destined by birth, bom to perform — ); 215 a 15, Prin- 
cess, Vn, 304: icho look'd all native to her place; — 218 a, 
Wellington, m, 6: the last great Englishman is low 
(=: laid low); — 258b, In Mem., 43, 6: (the spirit) bare 
of the body ("befreit von — "); — 265 b, In Mem., 73, 10: 
the jf>a^Ä that each man trod is dim, or will be dim, tvith 
weeds (=^ dimm'd); — 265b, In Mem., 72, 26: np thy vault 
climb thy thick noon, disastrous day (noon = Mittags- 
stellung der Sonne ; thick, sc. wiih clouds, "dicht verhüllt") ; 
vgl. 276 a, In Mem., 99, 3: risest thou thtis, dim daicn, 
again, . . .so thick with lowings of the herds; 296 a, Maud, 
I, Xm, I, 12: barbarous opulence jewel-thick (= thickly beset 
ivith jewels) ; vgl. auch dense für "dicht bedeckt'': 71 a 10, 
Morte d'Arthur, 197: all the decks were dense tvith stately 
forms; femer : 376 b8, Baiin Balan, 420 : race thro^ many 
a mile of dense and open ("dick imd dünn"); — 269 a 14, In 
Mem., 85, 36: o heart, tvith kindliest motion warm (=warm*d); 
— 284 a, In Mem., 130, 7: I seem in star and flower to 
feel thee some diffusive imtver; — 277b, In Mem., 105, 
16: the yiight , , , solemn to the past: "ge^Wdmet" (dem An- 
denken) der Vergangenheit; — 369 b 23, Bai in Balan, 
27: Baiin' s horse ivas fast beside an ahJer (== faste^i\l) ; — 
692b (bottom), Queen Mary, I, 5: I am somewhat faint 
with our lon(j talk (= fatigued) : — 677 a, H a r o 1 d , IV, 1,1: 
are thy people stillen from (= sidlenW by) defeat; — 733 b, 
B ecket, IV , 2: indungeon'd , , ,, dark (= hidden in the 
dark) evoi from a side glance of the moon, and oublietted in 
the centre ...; —862 h^ Leper's Bride, XXIV, 3: if man 
and tvife be but oncflesh, let mine be leprons too, as de ad from 
all the human race as ifbeneath the mould (dead = seclnded). — 

§ 63. Analog dem Austausch zwischen partizipialem 
und adjektivischem Ausdruck findet auch ein solcher — 
wiewohl in beschränkterem Umfange — zwischen Partizip 
und Substantiv statt. 

So werden aktive Partizipia durch substantivische 



— 85 — 

•*noinina agentis" — für welche Tennyson überhaupt eine 
Vorliebe hat (s. Wortbildung) — ersetzt: — 141 b 7, Brook, 
128: fiot io die a listener, I arose; — 178b 6, Princess, 
n, 334: if you came among u$, debiors (= indehted) for 
cur lives to you; ähnlich: 206b 18, Princes-s, VI, 151: 
we vanquish'd, you the Victor of your will (Victor = "er- 
langt habend''); — 257 b, In Mem., 38, 6: the herald 
melodies of Spring (=^ the melodies, announcing Spring); — 
in gleicher Bedeutung : 532 a, De Profundis, I, 12: a 
habe in lineament and limb perfect, and prophet of the per- 
fect man; 809 a 8, Foresters, I, 1: some of yoti were pro- 
pheis (= prophesying) that I might be , . . the light of these 
dark hours. — 

Statt passiver Partizipia erscheinen substantivische 
Appositionen in Fällen wie: — 120a, Letters, III, 6: 
the trinkets and the rings, my gifts (= giveti by me), when 
gifts of mine could please; — 279a, In Mem., 110, 3: the 
feeble soul, a haunt of fears (= haunted by — ); vgl. 434 a 
26, Pelleas Ettarre, 71: those large eyes, the hatints of 
scom; — 283 b, In Mem., 128, 3: the love . . As comrade 
of the lesser faith (= necessarily accompnnied by — , united 
tvith — ); — 460b 22, Guinevere, 285: that his grave 
shoxdd be a mystery from (= hidden front) all men like his 
birth; vgl. 462 b 11, Guinevere, 408: tvith her milkwhite 
arms and shadoivy hairs she made her face a dar kness from 
the king ; — schließlich nach einem sehr geläufigen Typus : 
727 b, B ecket, n, 2: this ivood-tvitch of the rustic*s fear 
(= fear'd by the rustic). — 

§ 64. Umgekehrt tritt fiir substantivischen Ausdnick 
partizipialer ein, besonders wo dadurch ein Abstraktum als 
attributives Beigepäck untergebracht und ein Konkretum 
in den Vordergiiind gerückt werden kann; so: 

— 200a 17, Princess, V, 287: the foughten ßeld. .. 
decides it: für fight in (open)ßeld; anders: 311a 16, Coming 
Arthur, 134: from the fouf/hten ßeld he sent UIßus, etc. 
(= ßeld of ßght); — 215 b 2, Princess, VII, Sil): thee, 
from yearlong poriug an thy pictnred eyes, ere seen I loved; 
— nicht konkreter freilich wird der Ausdruck in : 2li2 b, 
Maud, I, VI, IX, 6: the treasured splendour (=^ treasure 
of splendour j, her hand. — 



— 86 - 

In anderen Fällen steht das Partizip der Kürze halber 
fiir eine langweilige substantivisch-präpositionale Adverbial- 
bestimmung : — 213b 24, Princess, VU, 208: so she 
low-toned (=^ in a low tone) {sc, read) ; — 216b 1, Prin- 
cess, Conclusion, 32: she pluck'd the grass, she flung it 
front her, thinJcing: "in Gedanken (versunken)". 

% 66. Ja, auch längere Wortkomplexe, so verkürzte 
Nebensätze, vertritt bequem eine Partizipialwendung: 

— 166 a, Princess, Prologue, 7: I was there frotn 
College, visiting the son (= on a visit to — , io paij a visit 
to — ); — konditional: 249b, In Mem., 8, 24: that, if it 
can, it (poor flower of poesy) there (on friend's grave) may 
bhom, or dying (d. h. if it is to die), there at least niay die, — 

Freilich darf der Dichter auch, wo wir eine absolute 
"Brevi- manu'^-Partizipialkonstruktion erwarten, uns mit 
einer andern überraschen : so 662 a, Harold,n, 2,6: there, 
to make allowance for their rougher fashions, I found him 
all a noble host shoiild he, — wo wir allowance made oder 
making allowance erwarten. — 

§ 66. Überhaupt ist die Umkehrung des eben bespro- 
chenen Falles keine Seltenheit: daß nämlich in einer län- 
geren Wortverbindung ein Partizip, das den Ausdruck nur 
beschweren würde, als selbstverständlich unterdrückt und 
seine Bedeutung mitunter in die Präposition verlegt wird, 
welche eine logisch von ihm abhängige Wendung einleitet; so : 

— 1, To Queen, 7: this laurel (grown) greener (by 
having been warn on and t<ike^i) front the brows of one etc. 
(Wordsworth) ; vgl. 92b, Love Duty, 19: (made) the nobler 
thro' my love; —16b 3 — 4, Sea-Fairies, 12 f.: (coming) 
out of the, ,. green heart of the dells, they (gambolling waterfalls) 
freshen the silvery-crimson shells ; — 26 a, B u o n a p a r t e , 8 : 
he lulVd the brine (sc. roaring) against the Coptic sands; 
— drei bequeme Genetive dieser Ali: : 49 b 20, L a d j' Clara 
Vere de Vere, 52: s^rnile at the Claims of long descent 
(= based on long descent); — 61b 6, Dream Fair Women, 
286 : all words . . . failing to give the bitter of the sweet (= necess- 
arily (iccompanying sweet: frei nach Bunyan's *^Pilgrim's 
Progress''); ferner: 258a, In Mem., 41, 11: to leap the 
grades of life and light (■= separating carthly Ufe from etenial 
light); genau so : 271 b 21, In Mem., 89, 41 f. : (we) merge . . . 



— 87 — 

in form and gloss the picttiresque of man and man (= diffe- 
rentiating man from man) ; — 91a 9, Talking Oak, 173: into 
my inmost ring a pleasure I di$cem*d (= a pleasure, penetrating 
into — ); — Fälle mit rapt: 31b 38, Two Voices, 68: souls 
...rapt after heaven's starry flight (fiir rapturedly Umging); — 
9Ba 29, Grolden Year, 69: the seedsman, rapt upon (= ew- 
ihusiastically hopingfor) the teetning harvest; — 18B a 21, P rin- 
cess, m, 287: she rapt upon her subject, he ofi her; vgl. 
auch die Beispiele in §35; — 118 a, Voyage, VIT, B: 
at times a carven craft would shoot from havens . . . with 
naked limbs andßoicers and fruit (with = offering, bezüglich 
ß. and fr.); — 131a 12, Enoch Arden, 395: there is a 
thing upon my mind (upon = weighing upon); — 280a, In 
Mem., 114, 12: some wild Pallas (sprung, bom) from the 
brain of Demons; — 292, Maud, I, VI, VI, 18: a face of 
tendemess might be feign^d (= expressive of t., expressing t.) ; 
— 297 a, Maud, I, XVm, 11, 3: the dry-tongued laureVs 
pattering talk seem'd her light foot (sc. stepping) along the 
garden walk; — 309b 3, Coming Arthur, 31: (the children 
housed in the wolfs den, tvould) mock their foster-mother (in 
grovelling) on fourfeet; — 309b 6, Coming Arthur, 34: 
King Leodogran groan'd for the Roman legions (retuming, 
being) here again; — 310b 8, Coming Arthur, 96: 
reacKd a field of battle . . . (covered) with pitch*d pavilions of 
hisfoe; — 339a G, Gareth Lynette, 1261: my charger, 
fre^h, not to be spurred: für not needing to be spurred (zu- 
gleich also eine kleine Gedankenverschiebimg) ; — 388 b 30, 
Merlin Vivien, 522 : this füll love of mint tvithout the füll 
heart back (=■ given back, without my love returned) ; vgl. 
528b 4, Columbus, 210: these same chains boiind these 
same bones (returning, on their way) back thro' the Atlantic 
sea; — 671b 5, Harold, III, 1: some sun to be, when all 
the World hath learnt to speak the truth, and lying were seif- 
murder (committed) by that state tohich tvas the exceptiou. — 
Häufig sind solche Pi'äpositionen statt schleppender Piirti- 
zipia in der Umgangssprache, was auch Tennyson einmal 
in gelungener Weise nachahmt: 165b, Princess, Pro- 
logue, 28: wc Iceep a chroniclc with all ab out him. 
Mancherlei Verwandtes s. u. ^'Präpositionen", § 127. — 
Partizipiale Pi'ädikate fehlen in dem abgebrochenen, erregten 



Ausdruck 688 a 4, Harold, V, 1: our clmrch in anns — 
the lamh ihe Hon — not spear into pruning-hook — the counter 
way — cowly heim; and crozier, battle-axe; das Fehlen eines 
changed oder turned ist anfangs durch intOy dann gar nicht 
mehr angedeutet. — 

Mit den letzten zwei Wortformen — Verbalsubstantiv 
und Partizip — bin ich vom Verbum zu den nominalen 
Redeteilen übergegangen, deren Besprechung im einzelnen 
ich nun regelrecht mit dem Substantiv eröffiie. 

§ 67. Unter den verschiedenen Klassen der Haupt- 
wörter ( Abstrakta —- Konkreta, Kollektiva — Appellativa) will 
ich, da sie zum größten Teil passender an anderer Stelle 
besprochen werden, hier nur die Eigennamen hervor- 
heben und Fälle anfahren, wo sie die Geltung von Appella- 
tiven haben; auffälliger sind nur zwei: — 209b 13, Princess, 
Vn, 319: the roar that hreaks the Pharos (Leuchtturm) 
from his läse had left tis roch.,.; — 455a 12, Last 
Tournament, 714: courtesy tvins woman all as well as 
valour mat/, but he that closes both is per/ect, he is Lancelot 
("ein Lancelot", d. h. "ein Muster von Eittertugend"). — Auch 
Plurale sind möglich (Kellner, Syntax, § 145): — 190b 
15, Princess, FV, 275: I led you thm to all the Gast altes 
(all the sources of poetry, Churton Collins). — 

Mehr lexikographischer als syntaktischer Art sind Ver- 
änderungen von Eigennamen, wie das Wortspiel des 
sterbenden Edward im "Harold'' (lU, 1, p.674b): Senlac! 
Sanguelac! The Lake of Blood ! oder kleine Modifikationen 
zur Belebung des Ausdruckes, wie 654 b 19, Harold, I, 1: 
Normanland für Normandy und 687 b 5, Harold, V, 1: 
Norseland für Nonvay. An erfundenen ist nur der Stadt- 
name Littlechester in Promise of May (zuerst 778a) zu 
erwähnen. — Schließlich sei als singulärer Fall von unbe- 
stimmtem Artikel vor einem Eigennamen die reizvolle Stelle 
zitiert: 156a, Sea Dreams, 3: one babe was theirs, a 
Margaret, three years old. — - 

§ 68. Ich gehe nun gleich zur Behandlung der Numeri 
des Substantivs über. 

Singular. Überaus zahlreich sind bei Tennyson kol- 
lektive Singulare in der Bedeutung logischer Plurale. Ich 
führe davon an: 



— 89 — 

— zunächst gewisse Pflanzen- und Tiemamen ; erstere : 
10a 33, Recollections Arabian Nights, 40: imhower'd 
vaults ofpiUar*d palm; — 76 a 12, Gardener's Daugh- 
ter, 218: many a ränge of waning linie; — 165 b, Princess, 
Prologue, 22: isles of palm; — ein besonderer Fall: 
182 a 24, Princess, UI, 106: ihe gale . . . sated wiih the 
innumerahle rose, — für odotir of inn. roses ; — hingegen 
rein kollektiver Singular: 306a, Maud, 11, V, Vm, 3: a 
gardm... all müde up of the Uly and rose that blow by 
night...; — von Tieren: 154b 7, Aylmer's Field, 762: 
shores that darken with the gathering w o If; — 241, B o ä d i c e a, 
14: Britain's raven! bark and blackefh innumerable; — 397 b 
8, Lancelot Elaine, 106: the myriad cricket on the 
tnead (speziell beim Worte myriad s. noch unten 149 b 2, 
Aylmer's Field, 437 und 530a, Voyage Maeldune, 
V, 4); — ferner: 368b 30, Geraint Enid, 935: as men 
weed the white horse on the Berkshire hills to keep him bright 
and clean (weed bildlich; horse und sein Pronomen he für 
"Rasse, Gattung"). Das weitestgehende Beispiel ist wohl : 290, 
Maud, I, rV, VI, 3: he (the ''monstrous eft",once "Lord and 
Master of Earth*[) feit himself of force to be Natur e's crouming 
race: in diesem wie im vorhergehenden Falle steht ein 
grammatisch individuelles, logisch kollektives he parallel zu 
einem logisch und gi'ammatisch generellen Singular: horse, 
race. — 

Sonstige Beispiele : 4 b 17, Confessions Sensitive 
Min d, 66: the infanVs dawning year; — 17 a, Dirge, IV, 3: 
traitar's tear = traitors' tcars; — 34b 3, Two Voices, 
285: he doubts against the sense (= evidence ofsensesj ; — 46 b 
24, Palace Art, 148: interchanye of gift; — vgl. 86 b 9, 
Stylit es, 77 : cating not . . . except the spare chance-gift ofthose 
that came; — 59b 5, Dream Fair Women, 167: (her 
voice) glided thro* all c hange of liveliest uttcrance: — 92 a 
23, Talking Oak, 267 : all starr y c u Imiftat i o n drop halm- 
dews to bathe thy feet = all culminatious of stars -= all stars 
(every starj ivhen culminatmg ; — 73 a 34, Garden er 's 
Daughter, 40: fstream) stirr'd wiih languid pulses of the 
oar; — 105b, Sleeping Beauty (Day-Dream), I, 8: 
rounded ceu*/ (Doniröscliens Locken} ; vgl. 119 a 12, Laun- 
celot Guinevere, 39: (the winds), bloiving the ringlet 



— 90 — 

(=i Guinevere's hairj from the braid; — 112a 25, Will 
Waterproof, 66: this earth i$ rieh in man and maid; 

— von Menschen auch noch: 116b 13, Lord Burleigh, 
31: ancienthomes of lord and ladt/; — 367 a 10, Geraint 
Enid, 817: the bandit scatter'd in the field; — 368 b 32, 
Geraint Enid, 937: he (Arthur) rooted out the slothful 
officer.,,; — B34b 8, To V.Hugo, 10: all man to he 
will make one people ere man's race he ruy%; — 665, 31, 
Locksley Hall Sixty Years After, 197: innumerahle 
man; — 117 b, Voyage, VI, 4: ashy rainSj that sprcading 
made fantastic plume or sohle p ine; — 127 b 18, Enoch 
Arden, 171: to fit their . , , room with sh elf and corner 
for the goods and stores; — 141 a 8, Brook, 99: in copse 
and fem twinkled the innumerahle ear and tail;^) — 149 b 
2, Aylmer's Field, 437: that codeless myriad of pre- 
cedent, that tvilderness of Single instances (viz, the English 
law); — vgl. 530a, Voyage Maeldune, V, 4: starr'd 
ivith a myriad hlossom the long convulvulus hung,,.; — 
149 b 7, Ay Im er 's Field, 442: the jests . , ,, lightning of 
the hour, the pun, the scurrilous tale , . , ; — 159 a 20, Sea 
Dreams, 205: a ridge of breaker issued from the bell; 

— 173b 11, Princess, H, 18: there at a board by tome 
and paper sat.,. the Princess (tome and paper formel- 
haft-artikellos wie Phrasen vom Typus ''imder lock and key" 
etwa); — 195b, Princess, V, 13: the immmcrons leaf: 
also auch von Pflanzenteilen, nicht nur von Pflanzen selbst, 
ist kollektiver Singular gebräuchlich (das populärste Beispiel 
ist jeL fruit) ; — 223 a, Exhibition.Ode, I, 2: this wide 
hall with earth* s inventio n stored ; — 272 b. In M e m., 93, 7 : 
all the nerve of sense is numb ; — 282 a, In Mem., 122,8: 
the strong imagination ,,.in all her motion one with law: 
in ihrem ganzen "Wirken und Weben", welches sich freilich 
aus den einzelnen "Regimgen" zusammensetzt ; — 290, Maud, 
I, IV, Vn, 6 : to walk . . . like the sultan of old in a garüev of 
spiee; — 307, Maud, IH, IV, 12: aml the heart of a 
people (shall) heat with one desire: der glückliche Kollektiv- 



1) Auffallend ähnlich bei Wordsworth iu ^'Eceniyig Walk" 
(Poet. Works, ed. Morley, Maanillan 1889, p. 4 b, v. 18): in the rouffh 
fern-clad park, the herded deer, shook the still -twin kling tail and 
glancing ear. 



— 91 — 

Singular hebt die Eintracht hervor; — 332b 19, Gareth 
Lynette, 910: the liair all over glanced with dewdrop or 
tvHh gern; — 632b, De Profundis, IE, 11, 11: the 
numerable-innumeräble sun, sun and sun: der wiederholte 
Singular drückt in gehobener Sprache die große Menge 
stärker aus als ein Plural. — 

§ 69. Analog dem kollektiven Singular läßt sich eine 
Erscheinung beobachten, die ich als "kollektiven PluraP' 
bezeichne; Beispiele dafür sind: 12a 17, Ode Memory, 
m, 22: lordly music flowing from the illimitable years 
(genau derselbe Ausdruck schon Timbuctoo, 216, Churton 
Collins, EarlyPoems, 314, 46) : ein illimitable kann nur zu 
der als Einheit gefaßten Totalität der years ein passendes 
Epitheton sein; vgl. 99, 33, Locksley Hall, 67: 
length of years, und 171 a 17, Princess, I, 123: lo7ig 
Summers back; — ähnlich 36b 10, Two Voices, 451: I 
wonde/d at the bounteous hours, the slow restdt of winter 
shoioers: sowohl das Adjektiv wie die Apposition beziehen 
sich auf die einheitliche Gesamtheit der hours (season etwa); 
— einigermaßen verwandt ist auch die Stelle: 219 b, 
Wellington, VIL, 2: ..,we are a people yet. Tho* all men 
eise their nobler dreams forget . . . ; einem people erwarten wir 
peoples oder nations der übrigen Menschheit gegenüber- 
gestellt zu sehen, nicht die einzelnen mm: men hat also 
doppelt plurale Bedeutung: *^Mehrheiten von Menschen". Ein 
Doppelplural ähnlicher Art ist: 681b 11, Harold, IV, 3: 
drink to the dead, . . . the living, . . . they both have life in the 
large mouth of England, — wo botli im Sinne eines latei- 
nischen utrique, nicht wie sonst uterque, steht. — 

§ 70. Hier beim kollektiven Gebrauch der Numeri sind 
mm auch die Kollektiva selbst, die Klasse von Substan- 
tiven kollektiver Bedeutung, zu besprechen ; zunächst FäUe, 
wo sie durch Suffixe ausgedrückt wird: 

-age: 313a 10, Coming Arthur, 256: tvhen the 
savage yclls of Uther's peerage died: — -dorn: 335 a 11, 
Gareth Lj^nette, 1038: thee, the flotver of kitchen' 
dom (eine sprachliche Bequemlichkeit für logisches *kitch€n' 
knave-dom, s. § 267j; 371a 9, Bai in Bai an, 107: rieh 
arks tvith ^^^iccJess bones of martyrdom (wohl einfach 
für martyrs, — oder of men, who had siiffercd m.-d, ?j; 



— 92 — 

— 'hood: 238 a, Vi et im, 11, 7: ever and aye the 
Priesthood moan'd; 310b 22, Coming Arthur, 110: 
Arthur ... leading all Ins knighthood; vgl. 326b 26, 
Gareth Lynette, 560: rather for the sake of me, the 
King, and the deed's sake my knighthood do^) the deed, than 
to henoisedof; 829 b, 6u., Foresters, IV, 1: out upon all 
hard'hcarted maidenhood! — -ry: 99, 34, Locksley 
Hall, 68: the clanging rookery ("*Krälieiischaft'') ; 217 b 
7, Princess, Conclusion, 97: the long line of the 
approaching rookery; 804, Titel von Szene 11 und lH 

des I.Aktes der "Fo resters": The Outlatvry; ship: 

329 a 3, Gareth Lynette, 686: God bless tlie King and 

all his fellowship (das Wort sonst meist abstrakt); ty: 

natürlich das klassische Beispiel quality (= "die vornehmen 
Leute"): 230, Northern Farmer, XIV, 1: quoloty 
smiles when they seeäs ma; 887 b, Church-warden 
C u r a t e , IX, 3 : Quoloty' s hall my friends, — 

§ 71. Interessanter sind die Fälle, wo die KoUektiv- 
bedeutung im Inhalt des Wortes selbst liegt: 

— 79 b, Audley Court, 3: Äudley feast humm'd like 
a hive ("die Festversammlung") ; — 180b, Princess, DI, 
17: io rail at Lady Psyche and her side ("Anhang"); 
vgl. 341 a 13, Gareth Lynette, 1379: Lady Lyonors and 
her house ... made merry . . . ; — 211 a 10, P r i n c e s s , VIT, 
34: Heaven, star after star, arose and feil (Hcaven = 
Summe der einzelnen Sterne am nächtlichen Himmel); 

— 219 a, Wellington, ^^E, 38: England pouring on 
herfoes; dasselbe im Wortspiel 614 b, 9 u., Queen Mary, 
in, 3: ''yoa , . . stood upright when hoth the houses felL" 
*^ The houses feil?" ''I mean the houses knelt before the Legate/* 
^'Do not scrimp your phrase, but streich it wider; say when 
England felV — 261b, In Mem., 55, 1: the wish that 
of the living ivhole (= humanity) no life may fall beyond 
the grave; — Ausdrücke für "Schlachtreihe" (in den 
Königsidyllen): 310b 15, Coming Arthur, 103: the 
long-lanc'd battle let their horses run {yxirä ovveotv kon- 
struiert); — 311a 3, Coming Arthur, 121: like a palntcd 

*) Constnictio ad seusum (vgl. § 10\ wie wir sie bei den Kollek- 
tiven naturgemäß öfters finden werden. 



— 93 — 

battle ihe war stood ("die beiden kämpfenden Heere''); — 
ebenso 310b 17, Coming Arthur, 105: as here and t/iere 
that war went swaying; — 349b 2, Marriage Geraint, 
626: hy and by the town flow'd in, and settling circled all 
ihe lists; — 350a 13, Marriage Geraint, 565: thou 
shdlt give hack their earldom to thy hin; so stand schon 
my hin geradezu für one of my hin: 91 b 32, Talking 
ak, 236 : 1 (oak)felt a pang udthin as whm I see the woodman 
lift his ose to slay my kin ("eine meinesgleichen, unsereins") ; 
ja sogar blood in diesem Sinne: 409a 1, Lancelot 
El a ine, 808: i)ast up the,, , city to his kin, his own far 
blood, which dtvelt at Camelot; — 351 a 23, Marriage 
Geraint, 639: birds of simny plume (= plumage); — 
in den Königsidj^llen natürlich häufig Arthurs ''Table 
Round"; interessant wegen ad sensum konstruierter Ap- 
position: 393 a 17, Merlin Vivien, 804: / knotv the 
Table Round, my friends of old; als Beweis, wie selbstver- 
ständlich der Ausdruck durch Gewohnheit wird : 424 a 
8, H o ly G r a i 1 , 317 : all the great table of our Arthur closed 
and clasKd in such a toumey, — wo round einfach aus- 
gelassen ist; — 395a 2, Merlin Vivien, 915: passing 
(sc. by) gayer youth for one so old; — 420a 20, Holy 
Grail, 94: that it (Hohj Grail) would come and heal the 
World of all their wickedness; — 445a 16, Last Tour- 
namen t, 104: . . . thou, Sir Lancelot . . . arbitrate the field 
(beim Turnier); for wherefore shouldst thou care to mingle 
with it; — 533b, To Brook field, 4: how oft the Cantab 
supper, host and guest, would echo helpless laughter to your 
jest (eigentlich eine starke Synekdoche) ; — 564, 7, L o c k s 1 e y 
Hall Sixty Years After, 137: yelling with theyellingstreet 
("Straßenpöbel") ; — 689 a 2, H a r o 1 d, V, 1 : the Norman fo o t 
are storming up the hill; — 694a 2, Becket, Prologue: 
the Church in the pdl-mell of Stephen* s time hath climVd 
the throne and almost clutch'd the crown (Alliteration); — 
876a, To Master Balliol, L 2: yon, loied bi/ all the 
younger gotvn; — 882 b 12, Akbars Dream, 150: fo 
hunt the tiger of opprcssion out f rem office ("Beamtenschaft"); 
— 886 b, C h u r c h - w a r d e n C u r a t e , V. 2 : they says *at he 
coom'd fra nowt — hurn i' traädc (/'im Kaufmannsstande, 
als Sohn eins Kaufmannes"). — 



— 94 — 

§ 72. Betrachten wir nun den Gebrauch des Plurals! 

Der Plural von Abstrakten — eine im älteren 
Englisch wie überhaupt in den altgermanischen Dialekten 
so häufige Erscheinung (Kellner, Syntax, § 143 ff.), — 
im Neuenglischen fast auf die Dichtung beschränkt, — 
kommt bei Tennyson in der alten Form, wobei der Plural 
keine vom Singular verschiedene Bedeutung hat, nur selten 
vor; meist bedeutet er die einzelnen wiederholten Fälle, 
Erscheinungen, Verwirklichungen, Betätigungen des betref- 
fenden Abstraktums (Eigenschaft, Zustand, Handlung). 

Es ergeben sich im wesentlichen folgende Gruppen: 

I. Jener alte Typus ohne Bedeutungsunterschied: — 
8b, Madeline, I, 1: thou art not steep'd ingolden languors; 
67b 19, Dream Fair Women, 63: themaiden splendours 
of the moming star; — 644a 3, Queen Mary, V, 2: the 
Coiint of Feria waits without, in hopes to see your Highness ; 

— 808 a, 2 u., Foresters, I, 2: if her heauties answer 
iheir report (deutsch "Reize"); vgl. noch 254b, In Mem., 
27, 1: . ..not in any moods: "in keiner (jeweiligen) Stim- 
mung'\ — Dieses Beispiel leitet auch schon hinüber zum 
Typus : 

n. Wiederholung einer Erscheinung ; — 20 a 6, M e r- 
m a i d , 11, 16 : the great sea - snake . . . from his coiled 
sleeps in the ce^itral deeps tvould. . . trail himself; — 21b, 
Margaret, IV, 5: you move not in such solitudes as . . . 
Adeline (= "nicht immer in solcher Einsamkeit"); — 22a, 
Rosalind, IT, 3: the lightning flush atween the rains (ein- 
zelne Niederschläge); — 102, 17, Locksley Hall, 159: 
larga' coyistellations huming, mellow moons and happy skies: 
vom jedesmaligen Erscheinen des (Voll-)monds ; — 126 a 33, 
Enoch Arden, 90: the rosy idol of her solitudes, 
tvhile Enoch was abroad ow wrathfxd seas ("sooft sie allein 
war"); — 478b 1, Lover's Tale, I, 135: the white heats 
of the blinding noons beat from the . . . sand ("jeden 
Mittag") :^ — 

m. Äußerungsformen und -fälle eines Zustandes, Be- 
tätigungen einer Eigenschaft etc. (der häufigste Typus) ; 

— 3 a, A 1 1 T h i n g s w i 1 1 D i e , 23 : the merry glees are 
still; — Ga, Kraken, i: faintest sunlights: für ein hier 
zu starkes sunbeams; vgl. 81a 10, Audley Court, 81: 



— 95 — 

the mooft. . . dimly rain'd . . . twilights of airy silver; als 
Gregenstück ein kollektiver Singular von sunbeam: 8 a 
38, Maria na, 78: when the thick-moted sunbeam lay athwart 
tJie Chambers (es ist das durchs Fenster hereinfallende 
Strahlenbündel gemeint); — 23 b, Eleänore, V, 8: the 
languors of thy love-deep eyes (= languorous glances); — 
24b, Kate, 3: rapid laughters ("eclats de rire"); — 49b 3, 
Vere de Vere, 35: she (mother of the dead) had the 
passions ofher kind (**Leidenschaftsausbrüche") ; — 113 a 10, 
Will Waterproof, 138: follow*d with acclaims ("Beifalls- 
bezeugungen"): — 140a, 2 u., Brook, 58: nursed by mealy- 
Diouth'd philanthropies (=^ Systems of philanthropy, ideas of 
ph. ; vielleicht sogar persönlich zu verstehen für teachers of 
ph.; daraufweisen FäUe hin wie: 161b 21, Lucretius, 
63: Hetairai . . , hired animalisms; 163 a 28, Lucre- 
tius, 156: these prodigies of myriad nakednesses, und 
noch näher z. B. 253 b, In Mem., 23, 21: many an old 
philosophy on Argive heights divinely satig...; für die 
Deutung sy^/enw of . , . spräche etwa: 185 b 26, Princess, 
m, 322: . . . with fair philosophies that lift the fancy); — 
140b 4, Brook, 63: James had flickering jealousies 
(=: ßts of jealousy) ; — 146b 15, Aylmer's Field, 265: 
that cursed France with her egalities ("mit seinen Schlag- 
worten von Gleichheit''; verächtlich: "verschiedenen Gleich- 
heiten''); — 187b 17, Princess, IV, 83: I tvould . , . cheep 
and twitter iwenty million loves ("Liebesbeteuerungen"); 
vgl. 474, T o Queen, 7 : the Prince . . . past with thee thro* 
<Ay7>föp?e and ^Äe?r Zo VC ("Liebeskundgebungen"); — 247b, 
In Mem., Prologue, 42: these wild and wandering cries, 
confusions of a wasted youth; — 258 a 11, In Mem., 40, 
19—20: a life that bears immortal fruit in those great Offices 
(Taten im Dienste des Gemeinwohls) that suit the füll- 
grown energies of heaven (Seelenki'äfte, virtutes, göttlicher 
Herkunft); — 268 b, In Mem., 85, 12: whether hve for him 
have drain\l my capab i litics of hve ; — 280 a 14, I n M e m., 
113, 18: with agonies, with energies ( "Kraft aufwallungen, 
-ausbrüche'' : parallel zu thonsand shocks, overthroivings, un- 
didationsj ; — 344b 8, Marriage Geraint, 231: clothe 
her for her bridals: Einfluß von espousals, fr. noces, lat. 
nuptiae? Wohl zu Typus I. — 372b 2, Baiin Balan, 



— 96 — 

188: forgei my heats and violences (=^ *^fits'* of heat and 
viölence) ; vgl. 445b 6, Last Tournament, 134: flat 
cofifusion and brüte violences ("Gewalttaten") ; — 703 a 20, 
Becket, I, 1: John of Salishury hath often Imd a cold hand 
on my heats (= over-zealous moods); — 417b 17, Lan- 
celot Elaine, 1362: hved thy courtesies and thee (acts 
of courtesy — oder vielleicht "höfische Tugenden") ; — B39a 
13, Tiresias, 61: angers of the Gods for evils done 
("Äußerungen, Ausbrüche des Zornes": tantaetie animis 
caelestibus irae? Vergil); — 570b 8, Epilogue "Heavy 
Brigade", B6: world-isles in lonely skies . . . amaze our brief 
humanities (=■ short-sighted human intellecis); — 649a 4, 
Queen Mary, V, B: Charles, the lord of this low world, 
is gone; and all his wars and wisdoms past away (der 
Parallelismus durch Alliteration bewirkt auch numerische 
Angleichung: "Kriegstaten imd Akte staatsmännischer 
Klugheit"); zu tvisdoms vgl. knoivledges in dem Beispiele: 
Churton Collins, Early Poems, 287, The Mystic, 30: 
the innoce^it light of earliest youth ^yierced through and through 
mth all keen knowledges of lotv-emboived eld; — 751 a, B u., C u p, 
I, 1: their quarreis tvith themselves, their spites at Borne; 
— 867b, Progress Spring, IX,9: thy(Spnng's) warmths 
from bud to biid accomplish that blind wodel in the seed 
("Wärmeerscheinimgen, -strahlen"); — 881a 11, Akbar's 
Dream, 55: tvhene'er in our free Hall... they blurt their 
furious forma lisms ("Äußerungen von Buchstabenglauben") ; 
vgl. 159b 27, Sea Dreams, 244: loml-lung'd Anti- 
babylonianisms (oratorische Stünne gegen die ver- 
rottete Welt): — 882 a 2, Akbar's Dream, 108: with 
all the Heils a-glare in either eye (= fircs of Hell) ; — anders 
716b, 4 u., Becket, 11, 1: if they keep him longeras their 
gmsty I scatter all their cotvls to all the hells, — wo wohl 
Analogie nach tcinds, devils . , . vorliegt. — Ein allen diesen 
Pluralen in der Bedeutung verw^andter Iterativ-Singular ist 
etwa: 358a 17, Geraint Enid, 250: then with another 
humorous ruth ("Anflug von Mitleid") rcmark'd the lusty 
moivers labouring dinnerless, — 

IV. Eine ganz besondere ftrup])e bilden gewisse, offen- 
bar dem strengen Latein nachgebildete Plurale. welche in 
allzu großer logischer Genauigkeit gesetzt werden, wo sich 



— 97 — 

der gewöhnliclie Sprachgebrauch mit einem bequemen 
Singular begnügt'): 

— 146b 24, Aylmer's Field, 274: the girl and hoy, 
Sir, know their differences; — 165a 6, Ay Imer's Field, 
791: those ihcU . . . left their memories a tvorld's curse; — 
164a 21, Lucretius, 217: nothing to disturb the sober 
majesties of settled, sweet, Epicurean life (weil von 
mehreren Freunden, die solches Leben führten, die Rede 
ist); — 165b, Princess, Prologue, 31: counts and 
kings who laid dbout theni at their wills and died (vgl. 
Cicero, Laelius: est autem amicitia . . . voluntatu m , . . 
summa consensioj ; — 273 a, In Mem., 94, 10: they (spirits) 
haunt ... imaginations calm and fair (die anderen Objekte 
im Singular: silence of the breast, metnory, conscience) ; — 
293b, M au d, I, X, I, 17: men,.. hold awe-stricken breaths 
at a ivork divine; — 414b 13, Lancelot Elaine, 1169: 
toith deaths of others and almost his own (anders, nach 
Typus 11: 687 b 12, Harold, V, 1: swaying his two-handed 
stwrd about him, ttvo deaths at every swing..,);^) — 427 a 
27, Holy Grail, 619: the Holy Grail, which never eyes 
on earth again shall see: **nie mehr ein menschUches Augen- 
paar*' ; eye wäre gewöhnlicher ; — 481 a 20, Lover^s Tale, 
I, 320: as mountain streams our bloods (viz. mine and 
hers) ran free; — endhch 110b 1, Sir Galahad, 37: 
sometimes on lonely , , .meres (Plur.) I find a magic bark 
(Sing.).- 

§ 73. Mit einigen der letzten Beispiele haben wir das 
Gebiet der Abstrakta verlassen und wollen nun einige auf- 
fälligere Plurale von Konkreten anführen. 

Der häufigste Typus ist hier der Plural von Stofl&iamen 
zur Bezeichnung großer Mengen (nach lateinischem Vorbild, 



1) Als Mustert}T)us vgl. z. B. Shakspere, Troil. and Cr., II, 2: 
tßhy da you now the issue of your proper unsdoms rate ? (s. D e 1 i u s z. 
St., Anm. 25). — Oder Spenser, Faerie Queene, b. I, c. VI, st. 4:i, 
V. 5: (zwei kämpfende Ritter) made tvide furrowes in their fleshes fraih', 

2) Hier ''Todes fälle"; für "Todes arten" z.B. erscheint der Plural 
von death in Akt I, Sz. 2 von Samuel Daniels Tragödie "Cleo- 
patra": ". . . For these dry deaths are womanish and base." Zu Tenny- 
sons Gebrauch vgl. noch Shakspere, Ant. and Cleop., 6, 2, 340: tlie 
manner of their deaths. 

Dyboski, Tonnysons Sprache und Stil. 7 



— 98 — 

Kellner, § 146) — oder besonderer, aus dem StoflF be- 
stehender Gegenstände: 

— 11 a 26, ßecollections Arabian Nights, 124: 
tapers flaring brightfrom iwisted silvers (**Silberleuchter") ; 
ein anderes silvers = "Silberadem" (in der Erde) im Jugend- 
sonett, Churton Collins, Early Poems, p. 292, Zeile 8: 
cathedralled caverns of thick-ribbed gold, and branching silvers 
of the central globe ,,, ; — 16 a, Dying Swan, 11, 3: their 
(blue peaks*) crowning snows (wie lat. nives); ebenso 
109b, St. Agnes' Eve, 1: deep on the convent-roof the 
snows; — 64b, Choric Song, I, 9: ivies (= **Efeu- 
ranken''); — 117 b, Voyage, 11,6: thebroad seas swelVd 
io meet the keel (**Meereswogen'') ; vgl. 134 a 32, Enoch 
Arden, 606: the low moan of leadcn-colour^d seas; — 161a 
16, Aylmer's Field, 649: toarm'd with his wines (analog 
nach in his cups u. dgl.) ; — 683 a 14, H a r o 1 d , IV, 3 : these 
are drown'd in wassail, and cannot see the world but thro* 
their wines; — 173b 3, Princess, IE, 10: a court compact 
of lucid marbles; — 344a 28, Marriage Geraint, 
217: I will trach this vemiin to their carths ("Ländereien"); 
— 706 b, Beck et, I, 3: is the King's treasury a fU place 
for the monies of the Church (so öfters: "Gelder"). — 

Plurale von Konkreten ohne besondere Bedeutung — 
wie oft in lateinischer Poesie, z. B. currüs — sind : 31 a, 
Two Voices, 9: / saw the dragon-fly come from the wells 
where he did lie; — 71 a 9, Morte d' Arthur, 196: the 
decks (of '^a dusky bärge''), — 

§ 74. Um schließlich — wie vorhin bei den Beziehungen 
von Verbum und Nomen — auch über den Bereich einzelner 
Wörter hinaus das Verhältnis von pluralischem zu singu- 
larischem Ausdruck im allgemeinen zu berühren, will ich 
die folgenden zwei Fälle anführen: 18b 16 (Oriana, 9, 1): 
Icryaloud: none hear my cries (für nobody hears, wohl 
aus metrischem Zwang); — 110a, Sir Galahad, 30: 
/ hear a voice but none are there. — 

§ 75. Unter den Kasus des Substantivs sind nur vom 
Genetiv einige bemerkenswertere Beispiele anzuführen; so: 

gen. causae: 120b, Vision Sin, I, 10: the sun, a 
crescent of eclipse (= reduced to a crescentby eclipse); 166 b 
30, Princess, Prologue, 93: tliro' one wide chasm of 



— 99 — 

ilme and frost (= the work of—); 289, Maud, I, 11, 8: 
a Chance of travel, a paleness (=■ effectcd hy — ) ; 

gen. qualitatis: 381b 4, Merl in Vivien, 69: 
downward eyes of glancing corner; andere Beispiele wurden 
bei Besprechung des Verhältnisses von substantivischem 
und adjektivischem Ausdruck angeführt (§ 17flF.); 

gen. subiectivus: 323b 21, Gareth Lynette, 
373 : ... that I may jndge the rights according to the justice 
of the King (= wie sie der König übt oder üben soll); 

gen. obiectivus: 13b, Poet, 3 — 4: (poet) dower'd 
ioith the hate of luite, the scom of scom, the love of love (für 
o hate for hate etc. [wohl kaum ein Steigerungsausdruck 
nach dem Typus der **Superlativ-Genetive'\ Kellner, 
Syntax, §163]); 

lokal-attributiver Gen.: 280a, In Mem., 113, 
11: a potefit voice of Parliament; 337 b 26, Gareth Ly- 
nette, 1193: I .,. Victor of the hridges and the ford 

(= at ); vgh auch 147 b 21, Aylmer's Field, 333: 

a lioary head meet for the reverence of the hearth (= to he 
revered at the hearth); 

temporal-attributiv: 144 a 18, Aylmer's Field, 
102: the music of the moon sleeps in the piain eggs of the 
vightingale ("künftige Musik bei Mondschein'^); 

Gen. des Wesens, Inhalts (in manchen Fällen 
als gen. explicativus zu bezeichnen): 162a 1, Aylmer's 
Field, 605: Autumn's ntoclc sunshine of the faded woods 
was all the life of it (that dafj) : — deutlich explikativ: 17 b, 
Love Death, 13: in the light of . . . eternity life eminent 
creates the shade of death: 282 b, In Mem., 124, 14: awamith 
within the breast would melt the freezing reason's colder pari 
(=^ freezing rcason, which is the colder part of my seif ) ; 328 a 
25, Gareth Lynette, 649: (Lynette) fled down the lane 
of access to the King (= ivhich gave acccss) ; 4^2/1 a 34, Holy 
Grail, 526: the gate of Arthur 's wars für "das mit Ab- 
bildungen von Arthurs Kämpfen geschmückte Tor'' (be- 
schrieben war es 321 a, 16—33, Gareth Lynette, 
209—226). 

Vom partitiven Genetiv sind Beispiele im § 20 
(Partitiv-Adjektiva) angeführt worden. — Genetiv im Dienste 
der Einfachheit des Ausdrucks, s. § 169. 



— 100 — 

§ 76. Schließlich sei die Freiheit in der Setzung des 
Genetivzeichens 's, besonders die Vermeidung seiner Wieder- 
holung bei appositivem Parallelismus oder pronominaler 
Epanalepse durch einige Beispiele charakterisiert: 

— 322b 9, GarethLy nette, 299: ... which Merlin' ii 
handy the Möge at Arthur' s court, hnowing all arts, had touched; 
— 461a 11, Guinevere, 306: my father's memory, onc 
of nablest nianners; — 523 a 14, John Oldcastle, 97: 
tky sham^, and mine, ihy comrade . . . (vielleicht in den letzten 
beiden Fällen Ellipse eines who was, being) ; — B97 b 4 u., 
Queen Mary, IE, 2: a pioiis GatholiCy mumbling and mixing 
up in his scared prayer Heaven and Barth' 8 Maries (für 
Heaven's . . .); — 881b 10, Akbar's Dream, 86: a voice 
from old Iran ! . . . I know it — his, the hoary Sheik (für 
Sheik's). — 

§ 77. Von den übrigen Kasus und ihrem Gebrauch 
sei nur noch etwa der besonders in den Königsidyllen, aber 
auch sonst häufige Akkusativ des inneren Obj ektes 
hervorgehoben : 

— 463a 19, Guinevere, 446: the sin which thou 
hast sinn'd; vgl. 631 b 1, Queen Mary, IV, 3: tlie greatest 
sin that can be sinn'd; — 310a 31, Coming Arthur, 87: 
I cannot will my will, nor work my work; — B82 a, 
Queen Mary, I, 2: fly and farewell, and Jet me die the 
death (*'des Todes sterben" — oder ^'den [kurz vorher 
erwähnten] Feuertod sterben"; dann ist the demonstrativ). — 

Eine dieser "figura etymologica" bei allem gramma- 
tischen Unterschied ganz nahe verwandte Erscheinung er- 
blicke ich in Wendungen wie: 454b 31 ff., Last Tourna- 
ment, 701 ff.: tvorldling of the tvorld am I... I am 
tcoodman of the woods. — 

§78. Aus der Syntax des Adjektivs, zu welcher 
ich jetzt übergehe, ist zunächst eine Gebrauchsweise zu 
besprechen, die ich * 'Attraktion" nenne. Ich verstehe 
darunter die Verwendung von Attributen bei Substantiven, 
denen sie, streng logisch genommen, nicht zukommen, wobei 
aber der eigentliche Träger des Attributs sich aus dem 
Zusammenhange ergibt und in assoziativer Verbindung mit 
dem Begriffe steht, welcher sein Epitheton "an sich ge- 
zogen" hat. Insbesondere häufig sind in dieser Ai't konkrete 



— 101 — 

Adjektiva bei abstrakten Bezeichnungen von örtlichen und 
zeitlichen Umständen, Zuständen und Veränderungen des 
die betreffende Eigenschaft besitzenden Dinges, sowie 
Attribute eines Subjektes (seine Zustände, Eigenschaften) 
bei den objektiven Namen für Vorgänge in und mit diesem 
Subjekte. Die Wendungen lassen sich vielfach auch als 
adj ektivisch-attributiver Ausdruck statt substantivischer 
Präpositionalumschreibung auffassen und die Grenzen gegen 
diese schon (§ 19) besprochene Gebrauchsweise sind schwer 
zu ziehen.^) Man kann z. B. den bei Elisabethanem so 
häufigen Typus ''angry passion** entweder ?\^ pdssmx of atvger, 
of heing angry erklären oder aber sagen, es sei das Epitheton 
des erzürnten Subjektes (angry)y dem Zustande selbst 
(pc^sion) als Attribut beigegeben. 

Ich biete nun eine Auswahl aus den äußerst zahlreichen 
Beispielen für diese Attraktion des attributiven Adjektivs. 
Zunächst Fälle, in denen der Träger der attrahierten Eigen- 
schaft noch leibhaftig neben dem Attrahenten im Satze 
steht : 

— 39 b, Fatima, 33: sudden seas oflight (= seas of 
sudden light) ; ebenso 73 a 9, Gardener's Daughter, 16: 
she, for some three careless moons, the summer pilot of an empty 
heart (= for S07ne three careless summer moons, the pilot . . ., 
dabei ist care?c55 selbst auch Attraktion) ; — 98, Locksley 
Hall, 12: the long result of Time (= result oflong [evolution 
in] Time,,.); — 99, 10, Locksley Hall, 44: to decline 
on a ränge of lower feelings (für a lower ränge of feelings) ; 

— 134a 3, Enoch Arden, 676: the myriad shriek of 
wheeling ocean-fowl; — 140 a, B r o o k , 36 : her eyes a bashful 
azure; — 174b 20, Princess,!!, 89: a patient ränge of 
pupils (= a ränge of patient pupils, ofpupils hearing patiently) ; 

— 177 a 21, Princess, 11, 251: are you that Psyche .. , to 
whom, in gentler days . . . etc. (= in days, when you were 
more gentle); — 179 b 17, Princess, 11, 408: aflying charm 
of blushes ==s charm of flying, fugitive blushes: von Churton 
Collins als erstes Beispiel verzeichnet; — 221b, Third 

1) Vgl. S. 20, Fußnote (Kellner faßt beide Gruppen in einer zu- 
sammen). Churton Collins weist für die in Rede stehende Eigen- 
tümlichkeit auf S. ] 55 f. seiner Ausgabe (Vorrede zur Princess) latei- 
nische und griechische Vorbilder nach. 



— 102 — 

•February, 14: tlio' all the storm of Europe on tis break 
(<= stonn ofall Europe) ; — 292 b 1 , M a u d , I, VI, Vm, 9 : the 
shrieking rush of the wainscot mouse; ebenso the rotten credk 
ofthe State-machine in dem Life, IT, 172, zitierten Ur-Entwurfe 
von Maud, I, XI, III (nach Churton CoUins, p. 301, 
ursprünglich X, 2); — 312a 35, Coming Arthur, 215: 
the lords of that fierce day (= day of fierceness, oder fierce 
lords of the day); — 378a 13, Baiin Balan, 606: that 
white hand whose ring'd caress had wander'd from her otvii 
King' 8 golden hcad; vgl. 451 b 23, Last Tournamen t, 
621 : belted his hody with her white embrace; vgl. auch 
465a 10, Guinevere, 576: those armed steps (= steps of 
armed, mailed feet ("gehamischte Tritte"); — 759a, Cup, 
I, 3: that red-faccd rage at nie! — 567, 10, Locksley 
Hall Sixty Years After, 248: roofs of slated hideous- 
ness; — 568 a, To Hamley, 12: we spoke of what had 
been most marveüous in the wars yoiir own Crimean eyes had secu : 
Crimean gehört logisch zu wars; — 617 b 14, Queen Mary, 
m, 4: you still pnferr'd your learyied feisiirc (alliterierende 
Formel) ; — 724 b, 5 u., B e c k e t , m, 1 : the voice of the per- 
pettial brook; — 770 b 7 (Falcon): the bright inheritor ofyour 
eyes — your boy (bright zu eyes). — Schließlich als Kuriosum 
ein Fall "reziproker Attraktion'* : 545 a 3, Despair, 11,4: 
the Godless gloom of a life without sun (= the sunless gloom 
of a life without God), 

§ 79. Und nun zu den Fällen, wo der Träger der 
Eigenschaft nicht genannt ist: 

— 30 a, Mariana South, 43: native breezes 
(= breezes from her n. land) ; — 31 b 24, Two Voices, 
54: I shut my life from happier chance (=-- chance of 
becoming happier) ;^) — 33 b 26, Two Voices, 224 : 
from a happy place God's glory smote him on the face (a 
place where they are happy y oder a place of happiness; 
dtto. 41b32, Oenone, 131); vgl. 63b, On a Mourner, 

>) Diese Stelle läßt (wie andere, besonders mit happy und iceary) 
außer den zwei erwälinten noch die dritte Auffassung zu, daß happy 
in der kausativen Bedeutung happy-making stehe, wie solche Fälle 
kausativen Gebrauchs (auch bei anderen lledeteilcn: res effecta pro 
re efficiente) noch im lexikographischen Teil anzuführen sein werden 
(§281). 



— 103 — 

m, 5: a gladder clime; — 63b, On a Moiirner, IV, 
3: murmurs . . . teach that sich heart the stronger choice 
(= teach io choose to be strong, d. i. dem Gram nicht zu 
unterliegen); — 64a, On a Mourner, VI, 1: no mortal 
motion jars the blackness . . . (= no motion of a mortal/^ sj 
fooi); vgl. 99, 33, Locksley Hall, 67: my mortal 
Summers; — 68al2, TheEpic: deep-chested music; 
— 491a 27, Lovers Tale, 11, 140: silver-chorded 
ton es; — 74 a 15, Gardener's Daughter, 93: themellow 
ouzel fluted in the ehn: mellotv ist der Gesang,^) nicht die 
Amsel selbst; — 75 a 2, Gardener's Daughter, 142: 
fragranttoil — von der Beschäftigimg mit Blumen; — scherz- 
haft : 85al6, EdwinMorris, 124 : slight Sir Robert with his 
watery smile and educated whisker, — was wohl nicht 
"wohlgepflegt^r Schnurrbart", sondern "Schnurrbart eines 
wohlerzogenen Menschen" bedeutet; vgl. 168 a 27, Sea 
Dreams, 161: the fat affecttonate smile that makes the 
widou) lean; — 664 a, 3u., Harold, 11, 2: his (William* s) 
shorn smile; — blind: 86b 33, Stylites, 101: blind 
lethargies; 91 a 11, Talking Oak, 176: blind motions 
of the Spring (elementare Eegungen); 92 b, Love Duty, 
6 : the braggart shout for some blind glimpse offreedom . . . ; 
das subjektive blind für das objektive invisible (wie bei 
Vergil caeci scopuli von unterseeischen Klippen) : 216 b 14, 
Princess, Vll, 331: like yonder morning (strikes) on the 
blind half 'World (= yet hidden in darkness); — 93 a 6, 
Love Duty, 26: nif/ faith is large in time, and that which 
shapes it to some perfect end; — 96a 15, Ulysses, 40: 
common duties (= duties toward the Community?) ; vgL 
464a 3, Guinevere, 603: public foes (=^ hosies rei 
publicae); — 100, 8, Locksley Hall, 78: in the dead 
unhappy night; — 100, 11, Locksley Hall, 81: his 
dr unken sleep; — 100, 12,1^0 cksley 11^11,82: widotv*d 
marriage-pillows; dasselbe Wort noch freier: 262 a, In 
Mem., 17, 20: tili all my tvidow'd race be run ("Witwer- 
leben" — ohne Hallam); (ebenso 270a 13, In Mem., 86, 



1) Und weil der Gesang hier verbal ausgedrückt ist, fällt das 
ganze Beispiel auch unter die beim Verhältnis von Adjektiv und Adverb 
zu besprechende Vertauschung dieses mit jenem bei gleichzeitiger 
"Attraktion" etwas anderer Art als die jetzt behandelte (§ 91\ 



— 104 — 

113: my heart, tho' widow'd) ; vgl. 567, 31, Locksley Hall 
Sixty Years After, 269 : for sixtt/ widow'd years; und 
noch extremer: 267 b, In Mem., 40, 1: could we forget the 
widow'd hour (wahrscheinlich the Jiour when we were widow'd, 
i. e, deprived ofpersons dear to us);^) — 103, 11, Locksley 
Hall, 189: a long farewell (=^ for long Urne); 248a, 
In Mem., 1, 14: the victor Hours should scorn the long 
result of love (lofig bezieht sich auf die Dauer der Ent- 
wicklimg) ; — 115b, Captain, 15: secret wrath like smo- 
ther'd fnel: smother'd stünde normalerweise nur hei fire, 
aber fuel ist zum Reim mit cruel nötig ; — den psychischen 
Hergang bei der Attraktion beleuchtet sehr gut das Beispiel 
117 a, Voy age, I, 7: weknew the merry world was round: 
die eigene Stimmimg wird auf das Objekt übertragen; 
ebenso 119b, Move eastward..., 4: happy planet 
(weil das Gedicht in fröhlicher Bräutigamsstimmung ge- 
schrieben ist; vgl. das happy night der letzten Zeile) ; — 
122a 20, Vision Sin, IV, 52: cunning sparks of hell 
(die bösen Elemente im Menschen); — 122b 27, Vision 
Sin, IV, 75: loving tears;^) vgl. imten und 216a 6, 
Princess, VH, 295: he, that doth not (love wotnan), lives 
a drowning life, besotted in sweet seif; — 122 b 38, 
Vision Sin, IV, 110: the chap-f allen cirele spreads 



1) Die Beliebtheit des Bildes widow'd für herefl erweisen Fälle 
wie : 68 b 23, Morte d'Arthur, 45: a dying king, laid widow'd of 
tive power in his eye; 153b 17, Aylmer's Field, 715: vacant chairs 
and xoidow'd walls: 688b 5, Queen Mary, I, 5: ...lead the living 
waters of the Faith again back ihro* their widow'd Channel here (s. ßowe- 
Webb zur ersten dieser Stellen). 

2) Mit diesem Gebrauch des Partizips vgl. mhd. sende not, sende 
swcere n. dgl.: Paul, Mhd. Gramm.'^, § 286. — An Parallelstellen vgl. 
außer der oben zitierten: — 132b 12, Enoch Arden, 486: the ex- 
pectant terror of her hearl; — 134a 3, Enoch Arden, 576: the 
vioving whisper of huge trees ; — 169b 1, Princess, I, 12: waking 
dreams; — 276 a. In Mem., 102, 8: two sjnriLs of a diverse love 
contend for loving via st er dorn, — was sich auch durch viasterdam 
in loving umschreiben ließe; — 276a, In Mem., 102, 19: a losin g 
game; — 630a, Queen Mary, IV, 3: flaming inartyrdom; — 
697 a, BecketjPrologue: Madam, you do ill to scorn wedded love: 
— 804a, Foresters, I, 1 (Lied, 15): she gave a weeping kiss to 
the Earl; — 852b 11, Bing, 46: such her dying wish; — 860a, 
Leper's Bride, U, 4: io share his living death wiih htm. 



— 106 — 

(Totentanz); — 13Bb 11, Enoch Arden, 686: a front 
qf timber-crost antiquity; — 142b 4, Brook, 173: 
in her English days ("in England verlebten") ; vgl. 
611b 22, Sisters, 148: two Italian years (vgl. Deutsches 
wie "italienische Eeise"); — 143b 9, Aylmer's Field, 
60: ever caU'd... by ane lowvoice to one dear neighbourhood 
(= neighbourhood of a dear person) ; — 146 b 16, Aylmer's 
Field, 199: tmth rotatory thumbs on silken knees (silken 
bezieht sich auf die Kleidung); — 209b 28, Princess, 
VI, 336: each base , . . ofthose tall columns drotvn'd in silken 
fluctuation ("Gewoge von Seidenkleidern"); — 147a 1, 
Aylmer's Field, 281: a rottghpieccofearly rigid colour 
(== die Farbengebung, welche Gemälde alten Datums, 
von alten Meistern kennzeichnet); — 149b 27, Aylmer's 
Field, 462: half-sickening of his pension'd afternoon 
(=: pensioner' s afternoon); — 166 a 24, Aylmer's Field, 
809: her narrow meagre face seam'd unth the shallow cares 
of fifty years (=s a shallow mind*s cares); — 166b 27, Sea 
Dreams, 66: the living roar (= as of a living thing); 
— 168b 9, Sea Dreams, 161: far away, among the honest 
Shoulders of the crowd ("Schultern ehrlicher Leute"), read 
"rascaV in the motions of his back,.,; — 169b 27, Sea 
Dreams, 244: loud-lung'd Antibabylonianisms; — 
164 b 9, Lucretius, 239 : she (Lucretia) niade her blood . . ., 
flnshing the guiltless air, spout from . . . her heart : eine Art 
Unschuldsatmosphäre umgibt die unschuldige Lucretia;^) 
vgl. als Gegenstück: 441a 3, Pelleas Ettarre, 348: 
your (castle-towers') harlot roofs: das Epitheton kommt 
der Burgherrin zu ; — 164 b 32, Lucretius, 262: a truth 
that plucks . , , mortal soulfrom out immortal hell ("Hölle 
des Unsterblichkeitglaubens"); — 174b 1, Princess, H, 

^) Wir werden doch schwerlich daran zu denken haben, daß der 
Dichter von der Luft iu affektierter Bildlichkeit habe sagen wollen, 
sie erröte (vom Blute Lucretias), wiewohl schuldlos! Eine solche 
Greschmacklosigkeit wäre ja geradezu das Gegenstück zu den klassi- 
schen Versen: '^Ah! voilä le poignard qui du sang de son maiire 
S*est souille; maintenant il en roiigit, le iraitre!'* — Allerdings hat 
gerade dieser berüchtigte Ausdruck seine Parallele bei Tennyson in der 
Stelle : 708 a, 7u., Becket, I, 3: wlien (in King Stephen' 8 times) murder, 
like Egypi's plague , had filVd all ihings with blood; when every doorway 
hlush'd, dasNd red with that unhallow'd passover. 



106 



70: ihe Roman brows of AgHppina (von Churton Collins 
als Latinismus verzeichnet); — 17Ba 15, Princess, 11, 
118: little-fooied China (vgl. Lateinisches wie Gallia 
bracata, togata) ; — 186 b, Princess, IV, 12: when we 
planted levelfeet (= set feet on level ground) ; — 196 b 7, 
Princess, V, 56: all her fair lengfh upon the ground 
she latj; — 205 b 10, Princess, VI, 83: the old lion, 
glaring mth his whelpless eye; vgl. 326a 15, Gareth 
Lynette, 519: the Queen, saddening in her childless 
Castle; 776b 12, Falcon: all my childless wealth; 844b 
26, D e m e t e r P e r s e p h o n e , 32 : so mighig was the mother's 
childless cry; — 210b, Princess, VTI, 19: swarms of 
men darkening her female field (= the field about the 
Ladies' College); vgl. 605b 7, Queen Mary, m, 1: the 
crown female j too! ("und noch obendrein ein Weib auf 
dem Throne!"); — 213b 22, Princess, VH, 206: imme- 
morial elms (= standingfrom immeniorial times) ; — 215 b 
12, Princess, VII, 329: this truthful change in thee: 
gerade bei change wird der neue Zustand oft durch ein 
attrahiertes Adjektiv angegeben; vgl. 258b, In Mem., 42, 
8: . . . train to riper growth my mind and will., .; 267b, 
In Mem., 81, 3: there cannot come a mellower change; 
426 a 4, Holy Grail, 435: His mortal change (von Jesu 
Menschwerdung); — danach dann adverbielle Wendungen: 
368 a 20, Geraint Enid, 896: how nobly changed . , ,^); 

— 218b 5, Wellington, IV, 19: iron nerve to trtic 
occasion truc ('=^ true to occasion of defending true catisc 
= true to true cause at occasion of defending itj ; — 224 b, 
Marie Alexandrovna, IT, 9: loyal pines of Canada 
(= pines of loyal C. ; vgl. den Epilog der Königsidyllen) ; 

— 249b, In Mem., 8, 21: since it pleased a vanish'd eye 
(= eye of a vanisKd man); vgl. 250a, In Mem., 10, 8 die 
(logisch sehr bedenkliche, aber poetische) Wendung: thy 
(the ship's) dark frcight, a vanish'd life; — 250b, In 
Mem., 11, 17: calm on the seas, and silver sleep (silver 



1) Übrigens auch sonst nicht ungewöhnlich; z. B. Dickens, 
Dav. Copperfield, II, eh. 19 ("Absence"): / retnember almost hoping 
that 8ome better change was possible tvithin me; ja, die Verbindung 
ist alt: Norton-Sack ville, Gorboduc, ed. Toulmin Smith, I, 
125: other change; I, 157: better change. 



— 107 — 

ist Epitheton des Mondlichtes, dann der davon beschienenen 
"schlafenden" See, nicht eigentlich aber des Zustand- 
Abstraktums slcep) ; — 265 b 1 1 , I n M e m., 30, 23 : thei/ do not 
die, nor lose their mortal sympathy (= ihe sympathy they 
had when mortal still, — oder their sympathy toith mar- 
tals); vgl. 570a 19 (Epilogue "Heavy Brigade"): our 
mortal shadow, in (== the shadow whichfoUotvs us throughout 
this mortal Ufe); 869a, Merlin Gleam, VHI, 13: thc 
mortal hillocJc (Grab); — 265a, In Mem., 72, 6: day 
when my crown'd es täte began (= estate of being croum'd, 
viz. tmth thoms); das Vorbild solcher Wendungen ist der 
Typus ^'marriedlife'\' vgl. 757 a, 19, Cup, I, 2: in our three 
married years; — 275b, In Mem., 101, 8: the hum- 
ming air (weil voller Bienen);') — 279b 6, In Mem., 
111, 14: each o/fice of the social hour (jene Pflichten, 
welche man in Gesellschaft zu erfüllen hat ; vgl. Deutsches 
wie "gesellige Stunde"); — 284b, In Mem., Epilogue, 
22 : ... tvhich makes appear the songs I made as echoes oiU 
of weaker times; hingegen 132a 1, Enoch Arden, 
445 : that was your hour of weakness (deutsch aber "schwache 
Stunde"); vgl. noch 366b 16, Geraint Enid, 794: when 
I myself was half a bandit in my lawless hour; — 293b, 
Maud, I, X, I, 4: ,..whose splendour plucks the slavish 
hat from the village/s head; — 306b, Maud, 11, V, X, 
5: the red Ufe spilt for a private blotv: im Gegensatz 
dazu: to be Struck bya public foe: — 337 b 17, Gareth 
Lynette, 1184: at one touch of that skilVd spear (skillcd 
ist die Hand, welche den Speer fuhrt); vgl. 338b 2, 
Gareth Lynette, 1226: / feit thy manhood thro' that 
wearied lance of thine; — 338a 7, Gareth Lynette, 



1) Ein bei Tennyson sehr beliebter Ausdruckstypus ; von Kühnerem 
dieser Art vgl.: 173b, 1, Princess, II, 7: the porch that sang all 
round us tcith laurel; — 16G a 24, Princess, Prologue, 66: all the 
sloping pasture murmured, sown tcith happy faces . . . ; — 271b, In 
Mem., 8\\ 52: huzzings of the ho nie d hours (Summen der Bienen 
um die Tageszeit, wo sie am eifrigsten Honig sammeln) ; — 282 b, 
In Mem., 123, 3: ihe long street roars; — 285b 30, In Mem., Epi- 
logue, 116: that tower which 8 pake so loud (viz. rang wiih voices of 
xoedding-guests) ; — 845a 9, Demeter Persephone, 45: the glad 
and songful air (voller Singvögel). 



— 108 — 

1206: an some chance , . . had sent thee down hefore a Icsser 
spcar (Lanze eines unbedeutenderen Eitters); — 366 a 
21, Geraint Enid, 768: o*er her meeh eyes came a happy 
m i s t (^= mist of happiness) ; — 417b 19, Lancelot 
Elaine, 1364: seeivg the homcless trouhle inthineeyes; 
421a 1, Holy Grail, 138: in so young youth (heiyouih 
erwarten wir early) ; vgl. 488a 12, Lover's Tale, I, 
7B0: a life more living (vgl. das von Cicero aus Ennius 
zitierte vita vitalis). ...some happier happiness; — 
622b 16, John Oldcastle, 70: that heirless flaw in 
his throne's title (vgl. § 19); — 629 a 6, Columbus, 238: 
my poor thanhs! (erinnert an Hamlet, I, 6: ...and 
what so poor a man as Hamlet is may do, to express his lovc 
andfriending to you, God willing, shalL not lach . . .) ; — 641 a, 
Fitz Gerald's Death, 12: rhymes that miss'd his living 
welcome; — 642b 1, Wreck, III, 6: wealthy enotigh to 
have bask'd in the light of a dowerless smile; — 663 a 2, 
Flight, VlLL, 3: in the sidelong eyes a gleam of some- 
thing ill (sidelong gehört zu dem unausgedrückten glances): 
— 660b, Harold , II, 1, 1: that last inhospitable plungc 
(z=z plunge into inhospitable sea, jtövtog ä^sivog) ; — 703 a 13, 
Becket, I, Ir to snore away his drunkenness into the sober 
hea dache (= welches sich einstellt, wenn man wieder 
nüchtern ist) ; — prägnant kurz ist der Ausdruck : 729 b, 
Becket, III, 3: we conld not but laugh, as by a royal 
necessity (d. h. weü beide Könige lachten); — ebenso 
854 b 21, Eing, 173: (shej made every momcnt of her after- 
life a virgin vi et im to his memory f= reinaining a virgin 
for the rest of her life, she made every moment of it a victim 
1o his memory); — 861b, Leper's Bride, XIV, 4: /. . . 
heard, and changed thej)rayer, and sang the mar ri cd '^(Lihera) 
n OS (Domine/* for the solitary '^me" : — 866 b, To Mary 
Boyle, XVI, 3: young music — vom Jugendgedichte 
*'The Progress of Spring''; — 888a, Charity, VH, 2: a 
desolate waiL — 

Ein besonderer Typus von Attraktion ist die Hinzu- 
setzung eines Adjektivs als Attribut zu einem zusammen- 
gesetzten Substantiv, während es logisch eigentlich nur 
dem Bestimmungswort zukommt : 156 a, Sea D r e a m s , 6 : 
the giant-factoried city-gloom (für g.-f. city's gloomj. 



— 109 — 

Naturgemäß am häufigsten ist dieser Typus beim adjekti- 
vischen Possessivpronomen.^) — 

Einmal kommt auch prädikatives Adjektiv attra- 
hiert vor, d. h. nicht mit seinem logischen Subjekte ver- 
bunden: 210b, Princess, VII, 19: void was her use 
(use = usual occupation; void =* vacant, zu einem logischen 
Subjekte time). 

Und einmal erscheint sogar ein ganzer Relativsatz 
nach Art der attributiven Adjektiva attrahiert: 162 b 23, 
Aylmer's Field, 656: the deafhless ruler of thy dying 
hoHse (i.e. thy soul) is wounded to the death that cannot 
die, — vgl.: 457 a 9, Q-uinevere, 66: the Powers that tend 
the soul to help it from the death that cannot die; — (adjekti- 
visch): 611 a 13, QueenMary, III, 3: the ghosts of Luther 
and Zuinglius fade into the deathless hell; — 735 a 13, 
Becket, IV, 2: after death to wail in deathless flame; — 
und als besonders nachdrucksvoll : 621 a2, Queen Mary, 
in, 6: the fear of death too dead e'en for a death- 
tcatch, — 

§ 80. Im Anschluß an die Attraktion, deren logisches 
Wesen — vom grammatischen abgesehen — darin besteht, 
daß mit einem Dingbegriff eine nicht ihm, sondern einem 
andern zugehörige Eigenschaft verbunden wird, will ich 
eine ihr wesensähnliche, aber schon mehr rhetorisch- 
stilistische als syntaktische Erscheinung betrachten, nämlich 
das Oxymoron, welches ja auch in einer — und zwar 
immer überraschenden — Verbindung begrifflich unverein- 
barer, ja widersprechender Elemente als Attribut und 
Eigenschaftsträger besteht und auch meist das syntaktische 
Schema: Adjektiv -f- Substantiv aufweist. Bemerkenswertere 
Oxymora dieser Struktur sind : — 273 b 2, In Mem., 96, 26 : 
strangehj on the silence broke the silent-speaking words 
.,,love's dumh cry; vgl. 298 a, Maud, I, XVIII, VHI, 
16: the noiseless music of the night; dasselbe — wohl 
eines der seit jeher häufigsten — bietet femer der Titel 



1) S. darüber § 108. — Ausführlich besprochen in den An- 
merkungen zu Detter-Heiuzols Scemiindar Edda, Skimismdl, 16. 6 
(minn br()l>orhani =- mhut br6l>or hani). Deutsches wie "deutsche Literatur- 
geschichte", "gesclmittener Steinhandel" (Goethe, zit. Dett^r-Heinzel) 
gehört hieher. 



— 110 — 

und Inhalt des bei Tennysons Begräbnis (Life, IV, 169) 
gesungenen Gedichtes : The SilentVoices (dort Zeile 4 : 
Silent Voices of the dead [893 b]) ; und von verbalen gehört 
hieher : 359 a 32, Geraint Enid, 328 : yoiir tvretched 
drcss . , . dumhly speaks your story, das sich schon 
ganz eng an das klassische Prototyp dieser Klasse an- 
schließt: Quae (patria) tecum, Catiliua, sie agit et quodam 
modo tacita loquitur (Cicero, In Catil., I, cap. 7, 
§ 18). - 

Andere adjektivisch-substantivische Fälle : — 312 a 14, 
Coming Arthur, 194: shcj a stainless wife lo Oorlols, so 
loathed the hright dishonour ofhis (King Uther's) love; — 
366a 23, Geraint Enid, 770: ihe usefnl trouhle of 
the rain; — 386a 4, Merlin Vivien, 344: these mm- 
tvitty Wandering wits of mine; — 499a 24, Golden 
Supper, 378: there the widower husband and dead 
wife rush'd at each other with a cry (inhaltlich be- 
gründet durch die Boccacciosche Scheintodgeschichte)'); 
— 539b 26, Tiresias, 106, sagt der blinde Seher: 
these eyeless eyes, that cannot see thine own; — 639b 4, 
Queen Mary, V, 2: Sir Thomas Stafford, a bull-headed 
ass, — 

Weiter einige attributive Beispiele nicht adjektivischer 
Art: 

— 316b 11, Coming Arthur, 469: a cloth of 
gold (kurz fiir ^^goldgestickt'', ein unbewußtes Oxymoron); 
als solches vgl. auch 15a 12, Poet's Mind, 11, 20: (fountain) 
,,,tvith a low mclodious t hunder: ebenso von der Musik 
des Meeres: 19b 1, Merman, ITI, 3: low thunder; — 
355 a 22, Geraint Enid, 71: timidlij firm: 356 a 31, 
Geraint Enid, 140: tvith timid firmness ; — 499 b , T o 
my Grandson,5: glorious poet who n ever hast tvritte n 
a /ine (eineinhalbjähriges Kind); — 545b, Despair, VI, 
1: we poor orphans of nothing — aloyic on that lonely 
shore — Borti of the brainless Nature who hncw not that ivhich 



1) Vgl. die Bezeiclinung "Brautwitwo", in einem Zeitungs- 
bericht (N. Fr. Presse), von einer wenige Stunden vor der Hochzeit 
vom Bräutigam verlassenen Braut gebraucht. V^gl. auch Spenser.s 
"virgin toidow", wie sich die angeblich durch Mord ilu:es Bräutigams 
beraubte Fidessa nennt (Faerie Queene, b. I, c. II, st. 24, v. 8). 



— 111 — 

she bare! — Und zum Schluß das kunstreich-komplizierteste, 
shaksperescheste aller Beispiele : 410 a 10 f., Lancelot 
Elaine, 881: Ins honour rooted in dishonour siood, 
and faith unfaithful kept kirn falsely true (viz. to 
Gruinevere). — 

An die Oxymora reihe sich ein Paradoxon, ist es 
doch ihnen am nächsten verwandt: G61 a, Queen Mary, 
V, 6: "The Queen is dead'\ sagt Elisabeth zu W. Cecil. ''Tken 
here she Stands: my homage'\ erwidert der Höfling (nach dem 
klassischen Vorbild : Le roi est mort; vive leroü). — 

§ 81, Da ich nun einmal mit Attraktion und Oxymoron 
von rein syntaktischen Eigentümlichkeiten im Gebrauch 
der Adjektiva zu mehr begrifflichen in ihrer Wahl über- 
gegangen bin, will ich noch eine kleine Blutenlese inhalt- 
lich bemerkenswerter Epitheta bieten, die ja seit Homer 
einen so wichtigen Bestandteil der Dichtersprache bilden, 
wobei noch der moderne Dichter seine Epitheta im Gegensatz 
zum alten außer aus dem sinnlichen auch noch aus dem 
ganzen weiten abstrakten Gebiete schöpfen darf und da- 
durch Meistergriffe erzielen kann. Beispiele aus Tennyson 
für beide Arten sind (vgl. auch § 187) : 

— 302 a 21, Maud, II, I, I, 31: then glided out of the 
joyous wood the ghastly Wraith; — 303 a 2, Maud, H, II, 
V, 5: a diseases a hard mechanic ghost (heißt Mauds Ge- 
spenst, vielleicht weil es never came from on high, nor evef- 
arose from below, hut only moves with the moving eye, also 
organisch ist, dem Sein des Sehenden angehört) ; — 313 a 
21, Coming Arthur, 267: he . , . cheer'd his Table Round 
mth large, divine and comfortable words (gerade die 
Allgemeinheit der ersten zwei Ausdrücke gibt der Wendung 
ihr Meisterhaftes); — 334b 7, GarethLy nette, 1016: 
a red and c ip her face of round ed fooUshness ; — 340 a 
29, Gareth Lyuette, 1339: barren ribs of Death von 
den Skeletrippen des Hüters Night-aud-Death : — 354 b 30, 
Geraint Enid, 49: look so cloudy and so cold; — 
390a 11, Merlin Vivien, 608: a little glassy-headed 
hairless man; — 402b 11, Lancelot Elaine, 441: the 
clear-faced King (Arthur): clear ist, wie der lexiko- 
graphische Teil zeigen soll, ein beliebtes, hier ausgezeichnet 
gewähltes Wort ; vgl. 457 a 28, G u i n e v e r e , 84 : the clear 



— 112 — 

face ofthe guileless King; — 404b 12, Lancelot Elaine, 
669: fram the carven floor ahove, towhich it tnade a restless 
heart, he toök the diamond (restless offenbar, weil der Diamant 
durch sein Glitzern die Illusion beständiger Bewegung 
wachruft)^); — 474a 18 (Passing Arthur): iron crag 
(s. §187); —490b 24, Lover's Tale, 11, 106: all crisped 
Sounds of wave and leaf and wind; — 606 a 4, Northern 
Cobbler, VI, 6: / knaw*d (im Dusel) naw moor what I 
did nor a mortal beäst o' the feäld (im Gegensatz ziu* un- 
sterblichen Menschenseele); — 639b 12, Tiresias, 92: 
the hornfooted horse (vgl. Aeneis, 6,690: comipedum,,. 
equorum [Mustard, Ciassical Echoes in Tefinyson]) ; — 660 b 
30, Ancient Sage, 209: our village miseries (vom Erden- 
jammer im Gegensatz zum glücklichen Zustand der Toten) ; 

— 666b, Tomorrow, X, 1: thim otdd blind nagers in 
Agypt, I hard his Eiverence sag (warum ? der erzählende Ir- 
länder kann doch weder von der ägyptischen Augenkrank- 
heit etwas wissen, noch auch das Heidentimi der alten 
Ägypter mit diesem für seine Dorfsprache viel zu kühnen 
Epitheton bezeichnen; oder gebrauchte his Reverence das 
Wort?); — 670a 6, Epilogue "Heavy Brigade'', 7: tho' 
this cheek be gray (?)y and that bright hair the modern sufi, 
those eyes the blue to-day ('^modern'' scherzhaft: "die Sonne 
unsererTage") ; — 626 a, 8 u., Queen Mary, IV, 1 : yourfathcr 
tvas a man of such colossal kinghood (Schmeichlersprache); 

— ein hübsches Bündel "anregender^ Epitheta ist: 694 b, 
9u., Becket, Prologue: most amorous of good old red 
so und liberal Gascon wine. — 

§ 82. Als besonders bezeichnende Illustration für 
Tennysons Technik in der Verwendung der Epitheta will 
ich aus dem eigenthch lexikographischen Material das 
überaus vielseitig und immer höchst veranschaulichend ge- 
brauchte Wort nah cd herausheben: — 117 b, Voyage, 
rV, 6: far ran the naked moon across the houseless ocean's 
heaving ßeld, or ßyhig shone, the silier boss of her oivn liaWs 
dusky shield: naked bedeutet einen blanken, unverschl eierten 
Mond, ohne Hof, im Gegensatz zu der — syntaktisch nicht 



1) Vgl. restless gold: Th. Ho od, The Two Peacocks of Bedfont, 

xm, 2. 



— 113 — 

nachdrücklich genug gegenübergestellten — andern Er- 
scheinungsweise;*) man vgl. dazu die ebenso meisterhafte 
Stelle von der Sonne: 814 a 2, Foresters, 11, 1: the hing 
of day hath stept from off his throne, flung hy the golden tnantle 
of the cloud, and sets, a naked fire (hier deutlich nalced =t 
uncJouded); — 171 b 24, Princess, I, 160: I rate your chancc 
almost at naked nothing; — 363a 6, Geraint Enid, 669: 
the naked hall of Doorm (ohne Wandschmuck) ; — 481 b 
20, Lover's Tale, I, 348: the. . . poppy-stent, . . . who crowns 
hiniself above the naked poisons of his heart in his old age: 
naked = open to view (crown und naked poisons sind ja die 
zwei Bestandteile des abgeblühten Mohns) ; — 605 b, Queen 
Mary, IH, 1: .,.that all our nobles woiild perish on the 
civil slaughter-fieldy and leave the people naked to the crown, 
and the crotvn naked to the people ("wehrlos"). — 

§ 83. Eine wichtige Klasse der Epitheta bilden femer 
die Farbenbezeichnungen; denn nichts zeigt deut- 
licher als sie, wenn sie so ganz gegen unser alltägliches 
Farbenempfinden daherkommen, daß der Künstler, wie 
Zola so schön gesagt hat, die Natur durch das Prisma 
seines Temperamentes sieht. Es muß also auch noch von 
ihnen hier eine Auswahl folgen:^) 

Zunächst ist die bezeichnende Vorliebe für emerald 
in den Jugendgedichten hervorzuheben; so heißt es in den 
Poems byTwo Brothers, 27, 2 (The Dell ofE—):6e^iea^Ä 
that emerald coverture of botighs; 60, 17 (Vale ofBones): 
cnierald turf; 108, 10 (Sublimity): the emerald green of 
Fancy'svales: 147, 20 (Jerusalem): Canaan's emerald piain; 
208, 4(Love): tipon thine emerald lory riding; im Konkurs- 
poem Timbuctoo, 61 (Churton CoUins, Early Poems, 311, 
27) : emerald cones von Baumstämmen (clear andpolish'd stems); 
in den Early Poems (Churton CoUins), p. 288, Grass- 
hopper, n, 23: springing in and out of enierald glooms, — 
Anderes: 26a, Alexander, 9: in a silent shade of laurel 

1) Vgl. Wordsworth, Prehide, XIV, 40: 

Tlie Moon hung naked in a fimiament 
Of cusure without cloud. 

2) Einige sehr schöne Bezeiclinuugen für die Herbstfarb e 
der Blätter s. §206. 

Dyboski, Tennysons Sprache und Stil. 8 



— 114 — 

brotvn . . .the Chamian Oracle; broum als typische Farbe des 
Halbdunkels auch noch: 234b 6, To Maurice, 14: the 
twüight fcUling hrown all round .,. a garden; — 43 a 9, 
Oenone, 208: the craggy ledge high over the blue gorge; 
Rowe-Webb vergleichen Dream FairWomen, 186: (he 
deep'blue gloom ; — 98, Locksley Hall, 19: inthe Spring 
a livelier iris changes on the bumish'd dove; — 134 a 32, 
Enoch Arden, 606, träumt Enoch von den leaden- 
coloured seas seines herbstlichen Nordens im Gegensatz 
zum strahlenden äquatorialen Meere, das er vor sich hat; 
— 135a 14, Enoch Arden, 664: the breath of England^ 
bloum across her ghostly wall (Kreidefelsen); — 286b 2, In 
Mem., Epilogue, 78: to meet and greet a whiter sun 
(sc. than usual; Churton CoUins zitiert Catulls candidi 
soles); zu diesem komparativischen Typus vgl. 297 b, Maud, 
I, XViil, VI, 6 — 7 : it seems that I am happy, (hat to me a 
livelier emerald twinkles in the grass, a purer sapphire 
melts into the sea; — 313 a 28, Coming Arthur, 274: 
flame-colour, vert and azure, in three raySy erstrahlt 
über Arthur durchs Fenster ; — dieselbe selbständige Auf- 
fassung des Spektrums als dreifarbig: 336b 13, Gareth 
Lynette, 1124: o rainbow with three colours öfter rain; — 
316b 13, Coming Arthur, 471: the world is white with 
May; vgl. dazu noch ein interessantes bildliches white: 322 b 
1, Gareth Lynette, 291: cur one white lie (^^unschuldige 
Lüge"); in ausgeführtem Wortspiel 772b (Falcon): ''see 
your c/oth be white as snowF' ''And yet to speak white truth, 
. . . / have Seen it like the snow on the morainc'; femer : 378 a 
19, Baiin Balan, 512: mere white truth in simple naked- 
ness; — white in der alten Bedeutung **licht, strahlend": 
846 a 27, Demeter Persephone, 119: thou shotUd'st 
dwcll for nine ivhite moons of cach who/e year with me, three 
dark ones in the shadow tvith thy King : — 324 a 2, Gareth 
Lynette, 381: a cloth of palest gold (sonst ist ja "rot" 
die typische Hyperbel für reines Gold); — 363b 23, Mar- 
riage Geraint, 809: white sails flying on the gel low sea 
(s. Swinburnes ausführliche Bemerkungen zu dieser 
Stelle, zitiert bei Churton Collins, Ilhistrations of Tennyson, 
pag. 17); — 432a 27, Holy Grail, 849: the blue-eyed 
cat (grün nennt man ja die Augen der Katze gewöhn- 



— 115 — 

lieh); — 442b 3, Pelleas Ettarre, 435: the dead- 
green siripes of eve (das leblos-einfarbige Lichtgrün des 
Abendhimmels); — 450b 1, Last Tournament, 442: 
a shower of Wood in a field noir (technischer Ausdruck 
der Heraldik); — 454b 2, Last Tournament, 672: 
the steelblue eyes (of Arthur); — 477 a 2, Lover's 
Tale, I, 42: the pleasure-hoat . . . light-green with its ouni 
shadow; — 565, 14, Locksley Hall Sixty Years 
After, 180: the moon was fcUling greenish thro* a rosy 
gJow; — 779 a 3, Promise May, I: a red fire woke in the 
heart of the iown; — 853 b 30, Eing, 122: the raven 
ringlet or the gold, — Über vergleichende Farbenbezeich- 
nungen s. im stilistischen Teil, § 213. 

§ 84. Eine Sonderstellung verdienen wegen ihrer außer- 
ordentlichen Häufigkeit und Behebtheit die zwei synonymen 
Farbenbezeichnungen purple und crimson, deren aus- 
gedehnte Anwendung folgende Stellen beleuchten mögen: 

— sehr oft bei eliffs, z.B. 12a, Od^ Memory, 
IV, 9 : waterfall . . . a pillar of white c/oud upon the walls of 
purple cHffs; — 17 a, Dirge, VI, 3: purple clover; 63b, 
On a Mourner, n, 2: ^Aei^wrpie /t7ac; — 20a, Mermaid, 
HI, 14: purple twUights under the sea (wir denken es uns dort 
eher grün); vgl. Poems byTwo Brothers, 103, Sublim- 
ity, 4: the purple sea; 64a, You ask me..., 4: purple 
seas ; 102, 22, LocksleyHall, 164 : dark-purple spheres of 
sea; 476a, Lover's Tale, I, 2: ßlling with purple gloom 
the vacancies betweeti the tufted hills, the sloping seas . . . ; — 
23a 2, Eleänore, I, 17: purple hills (von Bergen süd- 
licher Länder); 56a, ChoricSong, VII, 6: the purple 
hill; 107a, Departure (Day-Dream), I, 6: across the 
hills, and far atvay, beyond their ufmost purple rim ; — 23 a, 
Eleänore, HI, 12: the erag that fronts the Even . , . crim- 
sons over an Inland niere (^^Alpenglühen") ; — 40 a, Oenone, 
28: the purple flow er (von einer unbestimmten Blume; 
Beweis der Vorliebe für diese Farbe) ; ebenso 447a 17, Last 
Tournament, 239 : purple slopes of mountain flowers ; 574 a, 
Frater Ave, 4: the Roman ruin where the purple flow trs 
grow ; — 45 a 34, P a 1 a c e Art, 50 : slow-flaming crimson 
fires; — 97b 9, Tithonus, 56: the glow that slowly 
crimson *d all (Morgenröte) ; vgl. 101 , 16, Locksley 

8* 



— 116 — 

Hall, 122: purple twilight; 117b, Voyage, m, 6: (he 
purpU'Skirted rohe of twilight ; — 98, LocksleyHall, 19: w 
the spring a f ulier crimson comes upon the robin's breast; 

— 104a 16, Godiva, 62: palfrey . . , trapt ir^ purple: 
daß des Dichters Phantasie gerade diese Farbe wählt, ist 
ebenso bezeichnend wie daß 28 b, Lady Shalott, II, 
22: a long-hair'd page in crimson clad im Spiegel der 
Lady erscheinen muß; — 104, Day-Dream, Prologue, 
3: damash cheek; ib. 16: add a crimson to the quaintMacaw; 

— 106b, Sleeping Palace (Day-Dream), VI, 4: 
grapes mth hunches red as blood; — 106b, Sleeping 
Beauty (Day-Dream), I, 3: the purple coverlet {Domr 
röschens); — 117b, Voyage, VI, 7: scarlet-mingled woods 
(Tropenvegetation); — 121 a 16, Vision Sin, 11, 18: 
purple gaujses, golden muzes, liquid hazes; — 163 a 7, Lucretius, 
136 : the Sun lifts his golden feet on those empurpled stairs 
tJuxt climb into the winding halls of heaven; — 182 a 22, 
Princess, HE, 104: the empurpled champaign (im 
Herbst); — 186 a, Song (vor Princess, IV), 11: purple 
glens (die Szenerie scheint auch herbstlich zu sein); — 
193b 17, Princess, IV, 473: crimsrnt-rolling eye (of the 
heacon-iower) ; — 213 a 3, Princess, VH, 161: she far- 
fleäed by the purple island-sides; — 213b 3, Princess, 
Vn, 187: (Love) red with spirted purple of the vats; — 
217 a 24, Princess, Conclusion, 82: a totver of crimson 
holly-hoaks; — 220b, Wellington, Vm, 16- he shall 
find the stubborn thisile bursting into glossy purpJes (purpurne 
Blüten), which oulredden all voluptuous garden-roses ; — 233 a, 
Daisy, 20: a purple cove; — 236b, Islet, 13: a satin 
sail of a ruby ylow; — 243, Milton, 16: crimson-hued 
the stately palm woods whisper (at sunset) ;^) — 266b, In 
Mem., 31, 12: the purple brows of Olivet; — 267 b, In 
Mem., 38, 3: always under alier' d skies the purple from the 
distance dies ("immer geht mir anderswo die Sonne unter") ; 



^) Ein noch viel tibei-triebeneres Sonnenuntergangsbild bei Long- 
fellow, Golden Milestone, Iff. : 

Leafless are the trees; their purple branches 
Spread ihemselves abroad, like reefs of coral 
Bising silent 
In the Red Sea of the Winter aunset. 



117 



— 270a, In Mem., 86, 13: from belt to belt of crinison seas 
(Abendhimmel) ; — 276a, In Mem., 99, 5: (dawn)... 
who tremblest thro' thy darkling red on yon swolVn brook; — 
277 a 23, In Mem., 103, 65: a crimson cloud that landlikc 
slept along the decp; — 278 a, In Mem., 107, 3: a purpU- 
frosty bank of vapour; — 287, Maud, I, I, XI, 4: crinison 
lights (von Lampen in einem Krankenzinmier) ; — 293, 
Maud, I, X, I, 21: the suUen-purple moor; — 296 b, 
Maud, I, XVII: eine Sinfonie in "Rot": zunächst die 
Szenerie, Sonnenuntergang: Rosy is the West, etc.; dann 
Mauds jugendliche Schönheit : Bosy are Ä^r cheeks, etc. ; dann 
Symbolik der Abendröte : blush the news overglowing ships, — 
und schließlich das Fortissimo : tili the red man dance by his 
red cedar-tree, and the red man's babe leap, beyond the sea 
(im Feuer des Sonnenlichts); — 301b, Maud, I, XXII, 
XI, 8: fny dust would . . . biossam in purple and red (dieses 
seltsame Paar auch bei Longfellow, Sandalphon, 6, 
3: garlands of purpU and red); — 332b 2, Gareth Ly- 
nette, 893: the dorne (of pavilion) was purple, and above, 
crimson, a slender banneret fluttering; — 341b 1, Marriage 
Geraint, 10: in crimsons and in purphs and in gems 
(Kleidung); — 489a, Lover's Tale, IE, 17: the dragon- 
fly . . . like a flash of purple fire; — 651 a 12, Ancient 
Sage, 223: the last long stripe of waning crimson gloom; 

— 661, 14, Locksley Hall Sixty Years After, 34: 
the casement crimson with the shiekl of Locksley...; — 
671b, To Virgil, YDI, 1: fallen every purple Caesar* s 
dorne (p. = purple 'Clad, zu Caesar); — 573a, Early 
Spring, I, 3: the red-plow'd liills: — 891a, Dreamer, 
12: crimson with battles sei sie, sagt die Erde; — 866a 
19, Ring, 180: when the towcr as now was all ablaze with 
crimson to the roof; vorhin hieß es nämlich (862 b 17, Ring, 
62): / never saw it yet so all abluze unth creepers crimson- 
ing to the pinnacles, as if perpetual sunset linger'd there. — 
Durch alle Beispiele zieht sich also, wie wir gesehen haben, 
wie ein wirklicher "roter Faden" das Rot des Sonnen- 
untergangs. — 

§ 86. Nun kehre ich endlich von diesem Ausflug in 
stofflich-inhaltliche Gebiete zu dem formlichen der Syntax 
zurück und gehe in meiner Behandlung des Adjektivs 



— 118 — 

zu dessen Steigerung über. Ich muß hier (wie schon 
mehrfach) zunächst ein Kapitel aus der Wortbildung voraus- 
nehmen, nänüich die Bildung der Steigerimgsgrade. Sie 
weist nur wenige Besonderheiten auf: — Churton CoUins, 
Early Poems, 312, 26, Timbuctoo, 98: I saw . . . the in- 
distinctest aiom in deep air . . . ; — 149 a 16, Aylmer's 
Field, 419: he, passionately hopefuller, would go (durch 
ihren Treuschwur mit neuer und leidenschaftlicher Hoffiiung 
erfällt); — 173b 14, Princess, U, 21: likcr to the in- 
habitant of some clear plunet (more like ist gewöhnlicher); 
vgl. 214b 9, Princess, VU, 263: in the long years liker 
must they grow; 661a, Harold, 11, 1: u;e he liker the blessed 
Apostles (than devils), sagen die Fischer; 742 a 3, Beck et, 
V, 2 : ''he i$ nmrvellously like thee/' "Liker the King." Super- 
lativ: 261b, In Mem., 55, 4: what we have the likest God 
within the soul: — 188a 20, Princess, IV, 123: song is 
du er uvto freedom, . . than tojimketing and lot^e; — 257 b. In 
Mem., 40, 6: /o take her tatest leave ofhome (tatest archaisch 
für last); — anders 275 b, In Mem., 100, 10: the tatest 
linnet; — 280 b, In Mem., 115, 11 : theflocks are whiter.. . and 
mitkier every milky sail; vgl. 866 b, Progress Spring, 
V, 2: the fountain putses high in sunnier jets (at the cmning 
of Spring); — 305a, Maud, 11, V, 11, 1: wretchedest 
age, since Time hegan; — 378b 17, Baiin Balan, 538: that 
weird yetl, unearthtier than all shriek of bird or beast; — 
382a 11, Merlin Vivien, 106: roy aller gante is mine 
(than waterfowl) ; — 401b 7, Lancelot Elaine, 376: needs 
must be lesser Ukelihood . , , tluxt those who know should know 
you; — 415a 8, Lancelot Elaine, 1195: our bond, as 
not the boyid of man and unfe, should liave in it an absoluter 
trust; — 480b 3, Lover's Tale, I, 273: most loveliest: 
doppelte Steigerung; diese grammatische Eigenheit wird 
poetisch verwertet: 514 a 7, Sisters, 285: if . . . in the 
rieh vocabulary of Love "most de are st'* he a true Super- 
lative; — 530b G, Yoyage Maeldune, VI, 11: redder 
than rosiest health or than utterest shame (utter würde ge- 
niigen); — 538a 2, To Fitz Gerald, 34: your golden 
Eastem tag (Buhdiydt) than which I know no Version done 
in English more divinely well; — 541b, Wreck, II, 
4: a princelier-looking man never stept thro* a Prince's 



— 119 — 

hall; —623a, 4 u., Queen Mary, DI, 6: lam sicher staying 
here, than any sea could make me passing hence (nwre sich 
erwarten wir); — 671b, 6u., Harold, HI, 1: of all the lies 
that ever men have lied, thine is the pardonablest; — 681 a, 
2 v.u., Harold, IV, 3: the d<iy...wUl shine . . , among the 
goldenest hours of Alfred. — 

§ 86. Ich gehe nun über zum absoluten Gebrauch 
der Steigerungsgrade; in der folgenden Aufzählung 
absoluter Komparative wird bei manchen leichter, bei manchen 
schwerer oder fast gar nicht die Vorstellung einer Ver- 
gleichung hineinzuergänzen sein; die ersteren gehören zur 
Kategorie der von Kellner (§ 255) als Latinismen charakteri- 
sierten, elisabethanischen Ausdrucksweisen, — während die 
letzteren oft wenig mehr als die logische Geltimg ver- 
stärkter Positive haben; eine Grenze zwischen beiden 
Gruppen ist natürlich schwer zu ziehen: 

— 40 b 15, Oenone, 43: while I speak of it, . . . my 
Iheart may wander from its deeper woe; — 56 a, Choric 
Song (Lotos-Eaters), VIII, 3: all day the wind breathes 
low with m eil wer tone (vielleicht than at sea — on Ithaca 
— in other lands) ; — 96 a 32, Ulysses, 57 : 'tis not too 
late to seek a newer world; — 103, 6, Locksley Hall, 
183: thro' the shadoiv of the globe we sweep into the younger 
day; — genauso 105b, SleepingPalace (Day-Dream), 
VH, 3: newer knowledge, drawing nigh; — 122a 19, Vision 
Sin, IV, 51: every heart ,,,is a cht of warmer dust 
('*Staub, nur wärmerer Art") ; — 134a 18, Enoch Arden, 
591: thefi the great stars that globed themselves in heaven, the 
hollower-hellowing ocean, ayid again the scarlet shafts of 
sunrise (in der Stüle der Nacht scheint die See lauter zu 
heulen); — 261 b, In Mem., 55, 20: (1) faintly trust the 
larger hope (i. e. [the hopej that the whole human race 
would through, perhaps, ages of suffering be at length purified 
and saved: T.s Note, also: eine weitergehende Hoffnung 
als auf Unsterblichkeit des einzelnen); — 262b, In 
Mem., 60, 1: he past; a soul of nobler tone: wie deutsch 
^^höherer Art''] — 281b, In Mem., 120, 11: Ut him (man) 
. , . sliape his actian like the great er ape; — 509 a, ite- 
venge, XIV, 6: they (Spaniards) mann'd the Revenge with 
a swarthier allen crew; — 509b, Sisters, Eefrain im 



— 120 — 

Liede: breathe, diviner air! — break, diviner light! (hier 
echte Komparative: vom wechselseitigen Verhältnis der 
beiden wohltätigen Erscheinungen) ; — 633 b, To Brook- 
field, 11: our kindlier, trustier Jaques, past away ! {sc, 
than Shakspere's J, in ''As You Like It"; auch hier 
echter Komparativ). — 534b 10, To V. Hugo, 12: /, 
desiring (hat diviner datj (when ''all man to be willmake one 
people"), — 

Im Gegensatz zu diesen Fällen von Verwischung der 
Komparativbedeutung steht deren Neubelebung bei einem 
Worte, welches sie in der Umgangssprache schon fast ver- 
loren hat: 613 b 6, Queen Mary, III, 3: we . , . pray your 
Majesties, so to set forth this humble suit of ours that we the 
rat her by your intercession ntay . . . öbtain . . . ahsolution (der 
Positiv rathe: 279 a, In Mem., 110, 2; rathe, adv. 401a 
17, Lancelot Elaine, 338, s. §269).— 

§ 87. Bezüglich der Verbindung der verglichenen 
Objekte bei echten Komparativen ist zunächst auf eine 
Eigentümlichkeit der Umgangssprache hinzuweisen, welche 
Tennyson konsequent verwertet, nämlich den Gebrauch 
von nor für than: — 667a, Tomorrow (irländisch), XV, 
6: thafs betther nor cuttin* the Sassenach whate; — 658b, 
Spinster's Sweet- 'Arts (Dialekt von Lincolnshire), 
VIII, 9 : / stuck to tha moor n a the rest : — 569 a, S p i n s t e r's 
Sweet- 'Arts, XII, 2: I'ed led tha a quieter life nor her 
(== than she) . . . 

Angeführt sei weiter ein Beispiel loser, nicht streng 
logischer Fügung, welches dadurch den eingangs be- 
sprochenen (§ 1 — 3) Fällen von Parataxe für Hypotaxe nahe- 
steht: — 187 a 15, Princess, IV, 50: nor is it unser to 
weep etc. ... but trim our sails . . . <= it is wiser to trim our 
sails , . . than to weep . . .). Noch viel lockerer, ja geradezu 
anakoluthisch ist die Verbindung : 770 b, 5 u., F a 1 c o n : if he 
(my son) leave me — all the rest of life — that wither'd 
wrcath were of more worth to me (= , . , that wither'd wreath 
were of more worth to me than all the rest of life: ein in 
seinem gänzlichen Mangel von Struktur ganz paralleler 
Fall zu der am Schluß von § 1 angeführten Wortkette aus 
"Ulysses").— 

Erwähnen will ich noch den weitreichenden Einfluß 



— 121 — 

der Analogie substantivischer Komparative des Typus thy 
eider, thy betters u. dgl. ; er fiihrt zu Wendungen wie : 540 b 
12, Tiresias, 149 : thoii art wise efiough . ..to love thy wiser, — 

§ 88. Beim Übergange vom Komparativ zum Super- 
lativ sei ein Beispiel für den Austausch beider zitiert; es 
ist dies der Gebrauch von latter fiir hist (N. E. D. : obso- 
lete exccpt archaic, "m latter days" ; Beispiele aus dem 
19. Jahrhundert nur 'Uattcr years*\ *'latter days*\' Flügel zitiert 
aus Henry V: latter day = last day): 6a, Kraken, 13: 
. . . will lic, . . . until the latter fire shall heat the deej) ("das 
Feuer des Weltunterganges"); ähnlich finden wir inyier für 
inmost in einem Jugendsonett bei Churton Collins, Early 
Poems, pag. 300, v. 12: the bare word Kiss hath tnade my 
inner soul to tremble. — Femer erscheint (in Nachahmung 
der Umgangssprache) eine anakoluthische Komparativ- 
wendung einem logischen Superlativ vorgezogen : 82 a 4, 
Walking to Mail, 43: then she was — you could not light 
upon a sweeter thing (= she was the sweetest thing you could 
light upon). 

Beispiele für absoluten Superlativ sind: 

— 20b, Adeline, III, 8: in stillest evenings; — 
23a, Eleänore, III, 6: youngest Auiumn (Frühherbst, 
personifiziert); — 289, Maud, I, II, 10: the least Utile 
delicate aquüine ctirve in a sensitive nose . . . the least little 
touch of spieen ("denkbar kleinste"); — 877b 19, Death 
e n o n e , 69 : wheji the white fog vanish'd like a ghost before 
the day, and every topmost pine spired into b tuest heaven.., 
— In eigenartig verstärkender Funktion steht der Super- 
lativ: 298a, Maud, I, XVm, Vin, 13: niy oum hearfs 
heart, my ownest own: die substantivische Verbindung ist 
hier offenbar das Vorbild der adjektivischen. — 

§ 89. Im Anschluß an das Adjektiv will ich gleich 
das von ihm abgeleitete Adverb behandeln. 

Auch hier nehme ich aus der Wortbildung die Ab- 
leitung und Steigerung der Adjektivadverbia voraus. Be- 
merkenswertere Adverbialbildungen sind außer den beim 
Verhältnis von Substantiv zu Adjektiv aufgezählten Ad- 
verbia zu adjekti vierten Substantiven (angerly, deathly etc., 
§ 16) etwa noch die folgenden : 

Zunächst einige Adverbien von Farbenbezeich- 



— 122 — 

nungen in Jugendgedichten, so: Poems byT wo Brothers 
28, 18 (Dell of E — ): (forests) greenly flourisKd on iheir 
native hill; 60, 19 (Vale of Bones): greenty-tangled glades; 
38, Old Sword, 11: once stream'd redly on thee the purple 
tide ofdeath; 148, 3 (Jerusalem) : Visions offiery armies redly 
flashing; — Churton Collins, Early Poems, 303, Hespe- 
rides' Song, IV, 17: the,.. sunset yellowly stays on the.. . 
bough . . ., the . . . fruitage clusteräh mellowly; — femer zu 
Adjektiven auf 4y, Adverbia auf -Uly: 330b 28, Gareth 
Ly nette, 799: oilily bubbled up the mere (onomatopoet. 
Zweck)^); 343b 20, Marriage Geraint, 175: sweetly 
and statelily; — ily zu — y: 243, Milton, 10: the 
brooks of Eden mazily murmuring; 378 b 1, Baiin Bai an, 
522: sunnily she smiled; — Sonstiges: 345b 3, Marriage 
Geraint, 278: there is scantly time for half the work (fiir 
scarce); — 632 b, De Profundis, 11, 11, 14: that One, 
who made thee unconceivably Thyself (wo wir eher eine 
Umschreibung, wie in an unconceivable way, by unc. means, 
als diese straflFgespannte Redeweise erwarten) ; — 672 a 3, 
Harold, m, 1: nakedly true (= loving naked truth) ; — 
723 b 7 u., Beck et, n, 2: evilly tised and put to pain {"^r da,3 
abgenützte ill); — Adverbia von Partizipien: 479b 
17, Lover's Tale, 1,218: he... tarne delightedly ful- 
filVd all lovingkindnesses (fär einfaches willingly — mit der 
dieses Jugendwerk charakterisierenden Übertreibung); — 
805 a, Foresters, I, 1: now ye know why we live so stin- 
tedly. — Vgl. § 60, ad fin. — 

Wie hier ungewohnte Adverbia zu ganz gewöhnlichen 
Adjektiven, so finden wir umgekehrt Adjektiva, die uns in 
der Adverbialform geläufiger sind ; so mere: 113a 23, Will 
Waterproof, 151: as just and mere a serving-nian as any 
bom of wonian;^) — 802b 5, Promise May, ELI: the mere 
mld'beast ("das reinste wilde Tier''). — 



^) Zitiert von Fischer, Tennyson-Studien, Leipzig 190B, — 
woselbst auch ausführlich über die Onoraatopoie beiTennysou gehandelt 
wird (Kap. 3, p. 122if.; oüily: p. 146). 

2) Inhaltlich verwandt ist der Fall: 826 b 3, Forcstcrs, III, 1: 
Jie hath called piain Rohin a lord (^ him, who wiahes to he plainly 
called R.). Vgl. auch Carlyle, Sartor Resartus, I, 10: a merejtistice- 
loving man; ibid. I, 4: ihe merest commonplaces. 



— 123 — 

§90. Bezüglich der Steige mng derAdjektiv- 
adverbia ist nur zu bemerken, daß das -ly des Positivs 
vor dem -er des Komparativs nie fehlt, Tennyson also kon- 
sequent X'lier sagt, wo es in Prosa more x-ly heißt und wir 
in poetischer Sprache vielleicht bloßes x-er erwarten: 

— 149b 24, Aylmer's Field, 469: the river-hreeze 
, . ,on htm hreathed far purelier . . . ; — 284 a, In Mem., 
129, 10: dear friend , . ., loved deeplier, darklier under- 
stood; — 366b 26, Geraint Enid, 167: his craven pair 
qf conirades making slowlier at the Prince; — 399a 26, 
Lancelot Elaine, 217: thefi must she keep it safelier; 
— 628b 10, Columbus, 216: my son will speak for fne 
ablier than I can; — 672 b, Dead Prophet, XTTT, 3: was 
Jhc noblier-fashion'd tlian other men? — 614a 12, Queen 
Mary, m, 3: we, amplier than any field on cur poor earth 
can render thanks...; — 882a 18, Akbar's Dream, 124: 
fair garments . . . fitting close or flying looselier . . . 

§ 91. Nun gehe ich zum Verhältnis des Adjektivs zu 
seinem Adverb über, — einem Gegenstande, welcher gleich 
passend in dem Abschnitt ^'Verhältnis der Wortarten zu- 
einander" hätte besprochen werden können, wenn wir uns 
dort nicht auf Nomen und Verbum beschränkt hätten. 

Wenn wir mit den Fällen beginnen wollen, wo Ad- 
jektiv statt erwarteten Adverbiums steht, so ist 
zunächst auf die große Rolle hinzuweisen, welche die 
beim Adjektiv als "Attraktion" (§ 78) besprochene 
Eigentümlichkeit auch hier spielt; der äußere Habitus der 
Erscheinung ist hier wie dort der gleiche, die innere Ent- 
stehung eine verwandte: geradeso nämlich, wie ein Ad- 
jektivattribut von einem (oft nur aus dem Zusammenhange 
zu ergänzenden) Substantivum zu einem mit ihm assoziativ 
verbundenen hinübergezogen werden kann, — ebenso zieht 
oft das Subjekt oder Objekt eines Verbums ein dieses Verb 
bestimmendes Adverbium als Attribut an sich. Von Bei- 
spielen wimmelt es ; als repräsentatives wähle ich : T h. K y d, 
Spanish Tragedy, ed. Schick, I, 1, 66: poor Ixion 
tumes an endles whecle: — aus Tennyson führe ich an: 

— 86a 1, Edwin Morris, liOia silent cousin stole upon 
US (= siloiily, a c, stole: er oder sie ist nichts weniger 
als silent, alarmiert ja das ganze Haus); — 109 b 1, 



— 124 — 

Amphion, 89 (scherzhaft) : (Treibhauspflanzen) fei with 
ear efu l dirt ; — 296 a, M a u d , I, Xm, II, 7 : curving 
a contumelious Up;^) — 111b, Will Waterproof, 
26: her (Muse's) gr adual fingers steal and touch upon 

the muster-chord ; — 124 a 11, To , 31: the bird 

that pipes his lone desire; vgl. / keei) no fnore a lone 
distress (Life, 11, 69: The Grave, originally In Mem., 
67, 1); — 143b 16, Aylmer's Field, 66: eager eyes, 
that still took joyftil note of all things jot/ful ; — 149 b 19, 
Aylmer's Field, 464: harder the times were,, ., and the 
according (a<^cordh%ghj the) hearts of men seetn'd hnrder too: 
— 181b 10, Princess, 111,69: Melissa shook her doubt- 
ful curls (von Churton CoUins als Beispiel fiir Attraktion 
zitiert); vgl. 260b, In Mem., 13, 3: tnoves his doubt- 
ful arms (Bedeutung: "zweifelnd, unsicher"); 361 a 21, 
Geraint Enid, 444: waving an angry hand; — 188 a 4, 
Princess, IV, 107 : marsh-divers . . . shall croak thee sister, 
or the meadow-crake grate her harsh kindred in the grass 
(= harshly grate her kindred); — 238 a, Vi et im, I, 4: wx 
thein brake a sudden foe; dieses sudden für suddefily ist 
sehr häufig; 251a, In Mem., 14, 11: should strike a sudd^i 
hand in mine; 379a 1, Baiin Balan, 647: snatch'd a 
sudden buckler froni the squire; 418b 12, Lancelot 
E 1 a i n e , 1423 : mag God . . . send a sudden Angel dotcn : 
621b, John Oldcastle, 20: vailing a sudden eyelid; 
844 b 6, DemeterPersephone, 11: a sudden nightingale 
saw thee, and flasWd into a frolic of song and welcome. Fälle 
der besonderen Art, daß man sich das Verbum, von welchem 
hinweg sudden attrahiert wurde, erst aus dem Zusammen- 
hange ergänzen muß: 423b 21, Holy Grail, 298: to lag 
the sudden (= suddenlg-rising) heads of violence flat : 612 a, 3 u., 
Queen Mary, m, 3: Philipps no sudden alien (= suddenly- 
come stranger, '^dahergelaufener wildfremder Mann"), (but) 
the Queen' s husband. Hier hat also sudden die Plus-Bedeutung 
'^plötzliche Bewegung". — 269 b, In Mem., 46, 8: 
clear . . . shall bloom the eternal landscape of the past 
(\= bloom etemally, for ever); — 276 a 13, In Mem., 101, 22: 



1) In solchen Fällen regelmäßig unbestimmter Artikel; vgl. 
unten 307, Maud, III, U, 12. 



— 126 — 

ihe lahourer Ulis his wonted gUhe (d. h. in the wonted way); 
— hieher stelle ich auch die beiden schwierigen Stellen: 
279b, In Mem., 112, 2: 7, who gazewith temperate eyes 
an glorious insufficiencies, set light bg narrower i^erfectness^) ; — 
und 279b, In Mem., 112, 8: sauls, ihe lesser lords of 
doom*): "die in geringem Grade (als Hallam) Herren ihres 
Geschickes sind" ; — 286 a 6, In Mem., Epilogue, 118: 
touch.., with tender gloom the roof, the walls; — 307, 
Maud, in, n, 12: nor (shall) the cannan-buUet rust on a 
slothful shore: — 308a, Dedication 'Idylls", 21: not 
mctking his high place the lawless perch of wing'd ambitions 
(=: permitting ... to perch lawlesslg, illegally) ; — 344 a 21, 
Marriage Geraint, 210: his qtdck, instinctive hand 
caught at the hiU..,: — 368a 26, Geraint Enid, 268: 
plucVd the grass , . . and into niany a listless annulet wove 
and unwove it.,.; — 382b 8, Merlin Vivien, 131: they 
lifted up their eager faces; — 627 a 17, Columbus, 134: 
gathering ruthless gold; — 668, 4, Locksley Hall Sixty 
Years After, 278: forward, tili you see the high est 



^) Nur die zweite von Churton Collins gegebene Erklärung to 
regard loith indulgence, mak€ allowance for ist richtig; es handelt 
sich ja um einen Gegensatz zu sei light hy etc., also muß, wenn nicht 
Lob, so doch sicher die Negation von Tadel gemeint sein, somit 
jedenfalls nicht not to he dcizzled hy — was Churton Collins prima 
loco hat — , sondern not to he angered at, zu welcher Deutung auch die 
von Tennyson selbst schweigend gebilligte Gatty's esteem more . . . 
than paßt. Wenn Churton Collins noch having no great admiration 
schreibt, so ist dies ebensowenig zutrefiend wie not to he dazzled; er 
bezieht dabei / seem to ccist a careless eye on souls, the lesser lords of 
doom (zweite Sti*ophe) sowohl auf die glorioxis uisufficiencies wie auf 
die narrower perfectness, während es ja nur auf die letztere geht, 
weil Tennyson mit seiner Bewunderung für die vorzeitig abgebrochene 
Laufbahn Hallams gerade auf solche glorious insuffidencies nicht a 
careless eye wirft. — He gazes with calm and indulgent eyes ofi un- 
accomplished greatness, yet he makes light of narrower natures more perfect 
in their oivn small way — ist Hallam Tennysons Note in der neuen 
Ausgabe. 

*) Churton Collins: ordinary mem; der von ihm zitierte Gatty 
wohl unrichtig, indem er narrower pefeciness der früheren Strophe, 
worauf ja freilich unsere Wendung zu beziehen ist, mit ihr selbst in 
der Erklärung a complcte fulßlment of lesser duties hy the lords of doom 
who rule in our social System zusammenfaßt. — Those ihat have free- 
toillj hut less inteüect ist Tennysons Note. 



— 126 — 

Human Natur e is divine (=^ H, N., tahen at its highest, is cL) ; 

— 647 a, 3 u., Queen Mary , V, 3: we dally with our lazy 
moments here (^= dally lazUy); — 889b, Kapiolani, ü, 
1 : noble the Saxon who hurVd at his Idol a valorous tveapon 
in olden England! — 

Hingegen Adverb auf -?y mit Durchbrechung des 
Parallelismus nach einer Attraktion dieser Art (übrigens 
einer ganz geläufigen): 161a, Lucretius, 8: the master 
took small notice, or austerely. — 

§ 92. Diesen Fällen zunächst steht eine andere Gruppe, 
die ich als **halbe Attraktion" bezeichnen möchte, 
solche nämlich, in denen das Adverb schon vom Yerbum 
losgelöst ist, aber noch nicht als attributives, sondern als 
prädikativ-appositionelles Adjektiv neben dem Substantivum 
steht, sich also gleichsam auf halbem Wege befindet. Die 
hiehergehörigen Beispiele (Kellner, § 423) sind sehr 
schwer, oft gar nicht zu sondern von der Anwendung von 
Adverbien in der Form von Adjektiven (Kellner, 
§ 422), da die resultierende äußere Gestalt der Wendungen 
dieselbe ist; ich verzichte also darauf und fasse beide 
Gruppen in der folgenden Aufeählung zusammen: — Zu 
dem von Kellner mehrfach zitierten Kronbeispiel: 94b 
21, Golden Year, 31: awd sloiv and sure coynes up the 
golden year — fuge ich zunächst das ihm (im Effekt) am 
meisten verwandte: 62 a, Death Ol d Year, 3: toll ye the 
church'beU sad and slow , . . ; — femer: 17b 1, Dirge, Vll, 
5: the balm-cricket carols clear (bei diesem Adjektiv sehr 
oft); — 29a, Lady Shalott, IIT, 10: the gemmy bridle 
glitter'd free; — 29b, Lady Shalott, lY, 21: the leaves 
upon her falling light; — 47 a 11, Palace Art, 167: all 
those names , . . were blazon'd fair; — 58 b 23, Dream 
Fair Women, 123: sudden I heard a voice that cried: 
(vielleicht kontaminiert aus sudde^üy -j- oji a suddeyi) ; — 
93a 22, Love Duty, 42: deep desired relief; — 119b, 
Move eastward..., 2: yon orange sunset tvaynng slow; 

— 1B4 a 23, A y 1 m e r's F i e 1 d , 749 : / that thought mysclf, . . 
exceeding ''poor iy% spirit": ebenso sehr oft die ver- 
stärkenden Ausdrücke passin </ und mighty : z.B. 144b, 3, 
Aylmer's Field, 121: mighty courteous in the main; — 
270 b, In Mem., 87, 32: the rapt oration flowing free froyyy 



— 127 — 

point topoint; — 605 a 7, Queen Mary, lEE, 1: a diamond 
. . . (ho* a true one, blojsed false upon her heart (vgl. to play 
false). — 

§ 93. Umgekehrt sind wir manchmal überrascht, volle 
Adverbia auf -ly zu finden, wo das blanke Adjektiv in ad- 
verbialer Verwendung geläufiger ist (meist wohl aus metrischen 
Gründen); so: — 66a, Choric Song (Lotos-Eaters), 
Vn, 2: warm airs lull us, blowing lowly (low ist gewöhn- 
licher, z. B. speak low, 62a, Death Old Year, 4); — 
71b 8, Morte d' Arthur, 226: loudly cried; — 323a 
26, Gareth Lynette, 347: saying thou wert basely- 
hörn (base-born ist das Gewöhnliche). — Inhaltlich ver- 
wandt sind Fälle wie: 104a 8, Godiva, 44: ever at a 
breath she linger'd (=± at every breath), — 

§ 94. Von "adverbium pro adiectivo" gehen wir zum 
Gebrauch des Adverbiums als Adjektiv über (Kellner, 
Syntax, § 45 f.); in attributiver Funktion, ganz wie Ad- 
jektiva behandelt, erscheinen Adverbia: 

— 189 a 14, Princess, IV, 181: beelike insiinct hive- 
ward: hier ist das Adverb schon Attribut, aber noch 
nicht Adjektiv; ähnlich: 266a, In Mem., 32, 8: (her eye) 
rests upon the Life indeed^) (Jesus: via, veritas et vita) ; — 
anders schon: 319a 8, Gareth Lynette, 87: an often 
(= frequent) Chance; — 332b 9, Gareth Lynette, 900: 
the King in utter scom of thee and thtj much folly; vgl. 
466a 30, Last Tournament, 732: the much ungainliness 
..,of Mark ; 618 a, 9 u., Q u e e n M a r y, III, 4 : this your violence 
and much roughness to the Legate^)] — prädikativ: 804b, 
Foresters, I, 1: each of 'em as . . . sleek and round- 
about as a meUow codlin. — 

§ 95. Gelegentlich der Adverbia seien auch hier die 
adverbialen Ausdrücke für lokale und temporale Um- 
stände überhaupt besprochen. 

^) Vgl. die Schlußworte des David Copperfield: So may thy 
(Agnes*) face be hy ine ivhen I dose my life indeed (= my real life, sc. 
as I now dose its iv ritten storif)- 

2) Wie gute Dienste dieses bequeme kurze Wörtchen leistet, 
zeigen Beispiele wie: — 214a 27, Princess, VII, 251: our place is 
much (^ hat viel zu bedeuten, vermag viel; place prägnant "fürstliche 
Stellung"); -602b, Queen Mary, 11, 4, 11: Madam, I mtich fear {für 
gewöhnlicheres greaily; much bei / am afraid häufiger). 



— 128 — 

Adverbiale Bestimmungen der Zeit werden sehr häufig 
in der bekannten Weise attrahiert : 

— 73a 9, Gardener's Daughter, Ib : for some three 
careless mooyis the summ er pilot of an etnpty heart ^= for 
some three careless summer nwons, the pilot . . .^ ; — 124 b 4, 
To Edward Lear, 24: fluted to the morning sea 
(\=. to the sea, in the m,); vgl. 178 a 13, Princess, ü, 
307: crystal currents of clear morning seas: schon 174 b 18, 
Princess, 11, 87: like morning doves that sun their milky 
boßoms on the thatch : morning geht in dieser Verwendung in 
die allgemeine Bedeutung des "Frischen" über, — wie 
(sehr oft) summer in die des "Sonnig- warmen" (s. u. summer 
im lexikalen Teil); vgl. noch, aber rein temporal: 621 a 13, 
Queen Mary, III, 6: afoxmay filch ahen..., and make a 
morning outcry in the yard; — 125 a, Enoch Arden, 
8 : a hojselwood, by autumn nutters haunted ; — 1 25 a, 
Enoch Arden, 15: made orphan by a tvinter shipwreck 
(=^ made orphan, one icinter, by a shipwreck): vgl. 126b 6, 
Enoch Arden, 95: rough-reddend with a thousand winter 
gales, — wo freilich tvinter wie griechisch /ßifjxüv, ysiiiöjviog 
schon zur Bedeutung "stürmisch" neigt ; — 139 b, Brook, 
30: grigs that leap in summer grass; — 146 a 4, Aylmer's 
Field, 222: as ice-ferns on Januar y panes: — 188a 23, 
Princess, IV, 126: tvould the mock love etc. were laid up 
like winter bats (= bats in minter) : — 224a 2, Wel- 
come Alexandra, 10: break, happy land, into carlier 
flowers (^-^ carlier into JL); — 255 a, In Mem., 30, 2: 
. , . did we tceave the holly round the Christmas hearih (id. 
266b, In Mem., 78, 2) (^ round the h. at X-mas): — 
313a 1, Coming Arthur, 247: a doubtfid throne is ice 
on summer scas: — 328a 17, Gareth Lynette, 641: 
Arthur, glancing at him, brought dotvn a momentary brow 
(=. made him vail his brow in a moment) : — 367 a 14, Geraint 
Enid, 821: a hollow land, from which old ßres have broken 
(fiir adverbiales of old) : — 414a 26, Lancelot Elaine, 
1146: ihere sat the lifelong crcature of the house . . ,, the 
dumb old servitor: — 432 a '28, Holy Grail, 850: thrice as 
blind as any noonday owl (= owl at noonday): vgl. 538 b 
18, Tiresias, 34: the noonday crag made the hand burn 
(d. h. it being noomhyj; — 728a, 6 u., B ecket, HI, 3: lest 



— 129 — 

il^ot*, tnyself, and all thy flock should catch an after ague-fit 
of trembling . . . 

Ist schon die Attraktion ein Streben nach Kürze, so 
wird dieses krampfhaft, wenn der Dichter eine Temporal- 
bestimmung unterwegs in eine Zusammensetzung einpackt 
und mitnimmt, wie in dem Falle: 176a 2, Princess, ü, 
106: winter-clad in shins. 

Die Attraktion selbst kommt natürlich auch bei nicht- 
temporalen Adverbialbestimmimgen vor, z. B. 379 a 23, 
Baiin Balan, 669: they might have cropt the myriad 
flowef' of May, and butt each other here, like brainless bulls, 
dead for one keif er . . . (= they might have cropt the fl. of May 
hy myriads, and instead of doing tliat, butt each other , . ,). 

§ 96. Eine andere bemerkenswerte Stileigentümlichkeit 
ist die Hypostasierung^) eines Temporalbegriffes, d. i. 
die Einsetzung der Zeitdauer einer Erscheinung für die 
Erscheinung selbst, welche dann attributiv oder durch 
Präpositionalwendung angehängt wird: 

— 161a 29, Aylmer's Field, b&i: face to face tvith 
twenty months of silence (=^ for twenty months, face to 
face with silence); — 276b, In Mem., 103, 4: a vision . . . 
which left my aftcr-morn content; — 658b 11, Harold, 
n, 2: 7 am sure her morning wanted sunlight (= she in her 
youthj, — Besonders häufig bei life und Synonymen: 42 a 
12, Oenone, 146: lead life to sovereign power (= lead nian 
to s. p, inlife); — 138b 18, Enoch Arden, 884: my dead 
face would vex her after-life; -— 294, Maud, I, XI, 11, 
6 : let come what come may to a life that has been so sad (=± to 
one whose life,,.); — 319a 16, Gareth Lynette, 94: 
some camfortable bride and fair, to grace thy clifnbing life, and 
cherish my prone year; — 479 a 20, Lover's Tale, I, 186: 
before he saw my day my father died; — 638b 2, Tiresias, 
18: a tale, . . . told to me, when but thine age, by age as 
winter-white ; — 641 a 17, Queen Mary, V, 2: liave I not 
been the fast friend of your life, since mine began (= of you, 
during your whole life); — 866b, To Mary Boyle, XV, 
1: the silver year (= man in his old age) should cease to 
moum and sigh. — Endlich noch zwei kompliziertere 



1) S. § 182. 
DyboBki, Teimysons Sprache und StiL 



— 130 — 

Fälle: 268b 7, In Mem., 41, 23: thro' all the sectilar to-he 
(= ihro' all the ages to come, — wo von zwei Zeitbegriffen 
das naturgemäß determinierende Element, der Begriff der 
Zukünftigkeit, durch Hypostase die substantivische Haupt- 
rolle übernimmt und der eigentliche Aussage-Kern, die 
Vorstellung der langen Zeitdauer, in den Schatten adjekti- 
vischer Attributivanlehnung zurücktritt) ; — femer : 643 a 
8, Wreck, V, 12: trees like the towers of a minster, the 
sons of a tvinterless day (= "eines Landes, wo die Tage 
ohne Winter dahinfließen"). — 

Indes begegnet auch der umgekehrte Fall, Ausdruck 
eines Zeitbegriffes durch ein ihn ausfüllend gedachtes 
Geschehen: 239, Wages, 7: woxUd she (Virtue) have heart 
to endure for the life (= lifetime) of the worm and th^fly? — 

§ 97. Schließüch seien Besonderheiten im Gebrauch 
einzelner Temporaladverbia durch alphabetische Auf- 
zählung illustriert: 

back = ago: 103, Godiva, 11: the woman of a thou- 
sand Summers back : — b efo r e mit meisterhafter Schlichtheit 
des Ausdrucks für a long time ago: 136a 19, Enoch 
Ar den, 669: in that harbour, whence he saiVd before (vor 
zehn Jahren! s. §49); — between als Adverb: 160a 7, 
Aylmer's Field, 477: her letters... tho' far between; — 
für evermore läßt sich eine zeitweise Vorliebe beobachten^) : 
117a, Voyage, I, 8: we mag sali for evermore: 118a, 
Voyage, VITI, 6: her face was evermore unseen; 126 b 16, 
Enoch Arden, 46: Enoch set a purpose evermore before 
hiseyes; 126b 26, Enoch Arden, 116: he seem'd...to see 
his chüdren leading evermore low miserable lives; 132 b 3, 
Enoch Arden, 477 : evermore her daughter prest upon Ä^r ; 
136 a 9, Enoch Arden, 649: evermore his fancy fled before 
the lazy wind; jedoch findet sich ever, wo wir gerade 
evermore oder vielmehr ever i morc erwarten würden: 134b 
28, Enoch Arden, 636: ever as he mingled with the 
crew . . ., his . . . tongue was loosen'd; — then fiir thence, after- 
wards : 613 b 16, S i s t e r s , 264 : then two weeks — no more — 
she joined ... that one she loved. — 



^) Vgl. Füllwörter der nhd. Dichtersprache, wie "immerdar*', 
"allzumal" u. dgl. 



— 131 — 

§ 98. Weniger Anlaß zu Bemerkungen geben die 
lokalen Adverbialausdrücke. 

Auch hier kommt Attraktion vor : 763 a, 2 u., C u p , 11 : 
(Artemis) whose quick flash splits the mid-sea mast (= the 
mast in mid-sea) ; — desgleichen Hypostasierungen, wenig- 
stens Substantivierungen, wie: 149 a 12, Ay Im er 's Field, 
415: tlie tall pines that darhen'd all the northward of 
her Hall; — 186b, Princess, IV, 8: the tent lamp-lit 
from the inner; — 477 a 18, Lover's Tale, I, 68: tlie 
gorgeous west (= colour of sky in the west), — 

Sonstige Besonderheiten bei einzelnen Wörtern (alpha- 
betisch): 139 a 3, Enoch Arden, 903: he tooke, he 
rose, he spread his amis abroad (asunder würde uns genügen ; 
freilich streckt er sie nach der See hin aus); — beside 
fiir aside; 634 a 10, Queen Mary, TV, 3: pusKd by the 
crowd beside; — down fiir einen PartizipialbegriflF: 140 a, 7 v. u., 
Brook, 53: with her eyelids dotvn (= vaiVd); — off für 
off one another, asunder: 93 a 26, Love Duty, 46: Duty 
Game to warn us off; — und er für behw (vgl. between in § 97): 
92a 32, Talking Oak, 274: thy branchy root, that under 
deeply strikes; — where vertritt oft naturgemäß whither 
(wie in — into, § 127) bezeichnend ist dafür die Stelle 107 a, 
Departure (Day-Dream), IV, 2: whither goest thou, teil 
me where? — 

§ 99. Stilistisch interessant ist die Vertretung von tem- 
poralem Ausdruck durch lokalen und umgekehrt. Für das 
erstere boten schon back und between in § 97 Beispiele; 
andere sind: 

— Churton Collins, p. 335, Note, zweite Urschrift 
von Maud, m, V, ZeUe 1: / rise from a life half-lost 
with a better mind; — 320b 9, Gareth Lynette, 174: 
the wind which . , . swept beUowing thro' the darkness an to 
daum (diese Verwendung von thro' sehr häufig; s. u. "Präpo- 
sitionen", § 127); — 449b 15, Last Tournament, 389: 
a lodge , . . appearing, sent his fancy back to where she lived 
a moon in that low lodge tvith him ; — 455 a 23, L a s t T o u r- 
nament, 725: I tvill love thee to the dcath, and out beyond 
into the dream to come: — 793b, 6 u., Promise May, 
IL: and her cry rang to me across the years. — Mit diesem 
letzten berührt sich inhalthch schon ein Beispiel höherer 

9* 



— 132 — 

Ordnung, wo auf Grund dieser Enallage ein ganzes Bild 
mit bewußter Kunst ausgesponnen wmi, nämlich: 314a 
26, Coming Arthur, 332: altoays in my mind I hear a 
cry from out the dauming of my life . . . ; ein zweites ist : 
464a 4, Last Tournament, 646: push me — even in 
fancy — from thy side, and sei me far in the gray distanee, 
half a life away. — 

§ 100. Nun der umgekehrte Fall: Begriff lokal — 
Ausdruck temporal: 

— 20b, Adeline, III, 8: in stillest evenings tvith tvhcU 
voice the violet tvoos ... the . , . dews ? Es ist mit lebhaft 
konkreter Anschauung an die ganze Abendszenerie gedacht, 
sonst stünde on; — 21b, Margaret, 1,21: like the tender 
atYiber round . . . moving thro' aßeecy night ("Nachthimmel"); 
ähnlich 878a, St. Telemachus, 3: day by day, thro' 
fnany a blood-red eve, — wenn nicht in beiden diesen 
Fällen einfach Attraktion des Adjektivs vorliegt; an solche 
ist aber nicht zu denken in dem inhaltlich verwandten 
Beispiel: 442b 3, Pelleas Ettarre, 436: the dead-green 
stripes of even (= evening sky); — 243, Milton, 16: pcUm- 
woods whisper in odorous heights of even (= evening air); — 
263 a, In Mem., 31, 20: Science.., chumis her secret frotn 
the latest moon (= most distant; für die Entfernung ist 
die Zeit ihrer gedachten Durchmessung eingesetzt; latest 
= last reach'd); — 273a, In Mem., 94, 6: ...in vain 
shodt fhou . , . call the spirits from their golden day: der 
Begriff ist eigentlich modal — state of happiness — , aber 
in der landläufigen Auffassung (nach einem Grundgesetz 
unseres Denkens) lokal: "Jenseits, Himmer'. — 

§ 101. Im Anschluß an die lokalen und temporalen 
Adverbialausdrücke sei hier auch von den modalen Ad- 
verbien eine wichtige Gruppe besprochen, nämlich die 
Negationen. Von der gewöhnlichen Ausdrucksweise 
weichen ab: 73b 6, Gardener's Daughter, 49: she... 
grew, seldomseen: not less among us grew her fame (= none 
the less, nevertheless) ; ebenso 128b 28, Enoch Arden, 
247: (she) sei her sad will no less to chime with his: 191a 
11, Princess, IV, 305: not less to an eye like mine . , . 
their mask was patent; 201a 2, Princess, V, 332: not less 
one glance he caught: und auch sonst sehr häufig; — 



— 133 — 

237b, Spiteful Letter, 7: I think not much of yours 
(näml. Dichtungen) or mine, — wo archaische Doppel- 
negation (nor) nachdrücklicher wäre ; — 329 b 18, G a r e t h 
Ly nette, 729: there were none but few goodlier than he 
(but feto würde allein genügen) ; — 681 a, 3 u., Har old , IV, 
3: the day, otir day beside ihe Derwmt will not shine less 
than a star (für will shine no less); — 701 a 9, Becket, I, 
1: a hate not cver (für never) to be heaVd. — 

§ 102. Auch die Anwendung negativen Ausdrucks 
überhaupt und sein Verhältnis zum positiven verdient hier 
eine Besprechung. 

Positiver Ausdruck findet sich, wo wir negativen er- 
warten: 

In einigen deutlich suggestiven Fragen: 161b 1: 
Aylmer's Field, 573: star to star vibrates light: may 
(för may not) soul to soul strike . . .? — 332 a 14, Gareth 
Lynette, 876: some näh is niine for thee. Back wilt thou, 
fool? (für wilt thou not back?); — femer: 241, Boädicea, 
18: lo their colony half-defended (half-defenceless wäre 
für die Krieger eine bessere Ermunterung zum Angriff); 

— 674a, My Brother^s Sonnets, m, 2: now to these 
tmsummer'd skies the summer bird is still (does sing no more 
erwarten wir, weil ja nicht die Stille, sondern das Fehlen 
des Gesanges Hauptsache ist). — 

Häufiger jedoch ist der umgekehrte Fall: negativer 
Ausdruck bei positivem Satzinhalt: 

— 105b, Sleeping Beauty (Day-Dream), I, 8: 
the,,, light,., moves not on the rounded ciirl (sc. Dom- 
röschens): für divells motionless; — 146a 33, Aylmer's 
Field, 183: (Charaktervorzüge Leolins) were no false^) 
(d. h. "gerade der richtige") passport to that easy realm; — 
161b 20, Aylmer's Field, 592: the dagger , , , redden'd 
with no bandit's blood (er ist vom Blute Leolins gerötet, 
also erwarten wir a true hearVs oder dgl. ; no bandiVs 
vielleicht mit Bezug auf die indische Herkimft des Dolches) ; 

— 198 a 24, Princess, V, 160 : ivhat dar es not Ida do 
that she should prize a soldier : der Begriff ist affirmativ : is 



^) Schon diese "Wendung berührt sich — wie manche im fol- 
genden — mit der im Stilist. Teil zu besprechenden Litotes (s. § 178). 



— 134 — 

she not valiant lierself? — 617b 16, Queen Mary, III, 4: 
you . . . have not now to learn that ev'n St. Peter detiied his 
master {für you know wellj ; — 626 a 14, Queen Mary, IV, 
1 : Gardiner . . . tvhoni tndy I deny not to have been your faith- 
ßd friend : nach tndy erwarten wir ein afifirmatives Verbum : 
"7 deny not" ist einschränkend; — 776a, 6 u. (Falcon): 
no other heart of such magnificenee in courtesy beats out of 
heaven (für ofi earik) ; — 868a 12, Eing, 361: ttvo lavers 
parted by no scurrilous tale — (but) mere wantofgold: weil 
vorher, 864 b 8, Ring, 160, von anderen ttvo lovers parted 
by a scurrilous tale die Rede war. — 

Schon dieses letzte Beispiel zeigt — freilich aus inhalt- 
lichen Gründen — negativen Ausdruck neben positivem, 
also negative Parallelvariation; natürlich kann dieses alte 
Stilmittel auch des bloßen Nachdruckes halber gebraucht 
sein ; so : 427 b 2 f., H o 1 y G r a i 1 , 630f. : miracles and marvels 
like to these, not all unlike, — 

Schließlich sei darauf hingewiesen, daß Tennyson auch 
die grammatische Tatsache des Verhältnisses von positivem 
und negativem Ausdruck — wie so manche andere, z. B. 
die Superlativbildung (s. § 85), — als solche einmal auf- 
gegriffen und halb scherzhaft poetisch verwertet hat, näm- 
lich p. 7G8 a (Falcon) in der ersten Rede Filippos mit 
ihrer Selbstkritik: that 's too positive . . . ihat's positive-negative 
. . . that 's too negative . . . that 's positive again ... — 

§ 103. Zum Gebrauch der Numeralia ist nur weniges 
zu bemerken. 

Kollektiver Singular eines substantivischen Numerales 
erscheint : 3 1 a , T w o V o i c e s , 30 : // undred mill i o n spheres. 

Die Kardinalien werden manchmal durch andere Zahl- 
arton ausgedrückt ; in dieser Hinsicht ist bei Tennyson der 
Gebrauch von double fiir two und t reble für three be- 
merkenswert: — 174 b 26, Princess, 11, 95: her maideti 
babe, a double April old: — 335b 1, Gareth Lynette, 
1053: a bridge of treble bow: — 445 b 26, Last Tour- 
nament, 164: doubl e-dragon'd chair: — ja sogar parti- 
zipial: 474, To Queen, 9: Lo)tdon roll'd onc tide of joy 
thro' all her trehlcd willions. — Zum Gebrauch von double 
vgl. ferner die interessante Stelle: 428 b 8, Iloly Grail, 
610: we (monks) that want the warmth of double lifc — 



— 135 — 

wo double life fiir married life, **vie ä deux", nach dem 
Muster des ganz geläufigen Single life steht, also ein 
hervorragender Beleg dajRir, daß die Macht der Analogie 
in der Syntax ebenso groß ist wie in Laut-, Formen- und 
Wortgestaltung. — 

Das alte Stilmittel der indirekten Zahlangabe (bis 
sex nigrantes terga iuvencos, Vergil, Ecl. I) wird natürlich 
auch gelegentlich verwendet: 

— 702a 16, Becket, I, 2: I tvas butfourteen and an 
April iJien; — interessanter ist die Spielerei : 649a, 12u., Queen 
Mary, V, 6: ihere runs a shallow brook across our field for 
twenty miles, where the black crow flies five (d. h. der Bach 
fließt in so viel Windungen, daß sie seinen Weg vierfach 
länger machen); — sehr schön ist auch: 863b, To Ulysses, 
n, 3: the Century* s three strong eights have met to drag 
fne down to seventy-nine ; d. h. **in diesem Jahre 1888 werde 
ich 79 Jahre alt" (geb. 1809). — Gebrauch bestimmter Kardinal- 
zahlen für eine unbestimmte größere Anzahl zeigen die 
Stellen: — 110a, Sir Galahad, 3: my strength is as the 
strength of ten: — 139 b, 7 — 11 (song in Brook): by thirty 
hills I liurry down, . . .by twenty thorps, . . ., and half a 
hundred brtdges (s. Rowe-Webb zu dieser Stelle). — Etwas 
Ahnliches ist eine bestimmte Zeitangabe für unbestimmte 
Dauer : 103 b, G o d i v a , 34 : the passions of her mind . . . 
mcMle war lipon each other for an hour, tili pity won; ebenso 
lila, Edward Gray, 11: To-day I sat for an hour and 
wept, by Eilends grave , . . (beides gelegentlich zitiert in der 
dänischen Dissertation von Carl Kaiisch, Studier over 
Tennyson, Kopenhagen 1893). — 

Eine typische Zeitangabe ähnlicher Art ist femer: 69b 
16, Morte d^Arthur, 105: nine years she (Lady of the 
Lake) wrought it (Arthur* s sword): nach Mustard (Classical 
Echoes in Tennyson), vielleicht angeregt durch Hephaistos' 
Worte, II., 18, 400: vf}oi jtao' eivastag yäkx^vov daidaXa 
jvo?Mi. — 

Von anderen Zahlarten ist beachtenswert insbesondere 
das häufige tithe für ienth part : 393 a 24, Merlin Vi vi en, 
811: nine lithes of times (= in nine tenths of the cases [al- 
literierende Formel) : — 430a 13, Holy Grail, 707: those 
that had gone out upon the Quest, ivasted and tvom, and but 



— 136 — 

a iithe of them; — 632a 4, Voyage Maeldune, XII, 
4 : I landed again unth a titJie of my men, — 

Von Bruchzahlen vgl. femer: 648 b 4, Ancient 
Sage, 42: in the million-millionth (pari) of a grain. — 

§ 104. Ich gehe nun zur Syntax der Pronomina 
über und beginne mit dem Personalpronomen. 

Für den K a s u s austausch zunächst haben wir ein 
interessantes Beispiel in der Stelle : 242,9, Boädicea, 61: 
me they seiz'd . . ., me they Ic^h'd . . ., tue the spart of rittcM 
VeteranSj mine ofruffianviolators: das letzte me des Parallelis- 
mus halber für I, to be , . , ! Ähnlich schon 206 a 20, Prin- 
cess, n, 62: on they came, their feet in flowers, her lovdiest 
^=5 she being the loveliest). — 

Eine Kasus - Enallage könnte man es femer auch 
nennen, wenn das he vor himself fehlt: — 161 b 19, 
Aylmer's Field, 691: the dagger which hifnseJf gave 
Edith; — 201a 16, Princess, Y, 345: himseJf would tili 
it out aniong the lads; — dasselbe bei /; 187 b 4, 
Princess, IV, 70: / retneyyiber'd ofie (a song) myself had 
fnade. — 

Schon diese Fälle kann man als Ellipse des Pronomens 
auffassen; sie ist naturgemäß auch sonst häufig, wo das 
Pronomen aus dem Zusammenhange leicht ergänzt werden 
kann ; als Beispiel genüge : 114a, Lady Cläre, 4: Lord 
Bonald brought a lily-white doc to give (sc. it) his cotisin, 
Lady Cläre. — 

Wechsel des Numerus in der Anrede kommt natür- 
lich vor, wo der Dichter zwischen Archaismus und modemer 
Anredeform schwankt: interessant ist das Beispiel: 692b, 
2 u., H a r o 1 d , V, 2 : Ma dam, we will entreat thee tvith all 
hononr, — wo wir doch nach dem Titel you erwarten würden. 
Zitiert sei hier auch Fitz Geralds Bemerkung über 
Queen Mary (in einem Briefe vom 9. Juli 1876, Life, 
in, 176): '^One thing, I don't quite under stand why you liave 
so much relinquished Hhee' and Hhou' with thcir relative verbs 
for 'you', etc. I know that we have hud more than enough of 
'Thee* and 'Thou* in modern Plays and Poems: but it shoidd 
surely rule in the common talk of Mary 's time. I suppose 
however that you have some very good reason for so ofteti supply^ 
ing the old form by the new/' — 



— 137 — 

§ 105. Besonderheiten in der Beziehung des Pro- 
nomens sind : 

1. Das Pronomen steht vor seinem Beziehungswort: 
— 261b, In Mem., 56, 12: and he, sliaU he, Man, .,u)ho 
built him homes of fniitless prayer, who trusted God was 
Love indeed . . . (das erste he bezieht sich auf das folgende 
Man, das zweite — wenn nicht reflexiver Dativ — auf 
God); — 384a 10, Merlin Vivien, 224: while she kiss'd 
thetiiy crywg, *' Trample me, dear feei" . . . ; — vgl. femer: 
430b 11, Holy Grail, 735: Arthur turn'd to whom at 
first he saw not, for Sir Bors . . . half-hidden . . . stood ... — 

2. Die Beziehung des Pronomens ist verdunkelt: 
Durch Entfernung : 92 b, Love Duty, 10: and (shall) 

only he, thi^ tvonder, dead, become ntere highway-dust? he 
bezieht sich nach neun Zeilen verschiedener anderer Per- 
sonifikationen (Error, Sin) wieder auf das love (hat never 
found his earthly close von Zeile 1; 

durch mehrfachen Gebrauch desselben Pronomens mit 
verschiedener Beziehung in ein und demselben Satze (eine 
Lässigkeit des Ausdrucks): — 113a 5, Will Waterproof, 
133: he (Cook) stoop*d and clutch'd him (boy); — 182 a 14, 
Princess, III, 96: for her (Psyche), and her (Melissa), 
Hebes are they, etc. (n. b. war in den vorhergehenden Zeilen 
nur von der Prinzessin die Rede, welcher sie gegenüber- 
gestellt werden); — 189b 23, Princess, IV, 218: she 
(Princess) senf for Psyche, but she (Psyche) was not there. — 

3. Das Beziehungswort ist aus dem Zusammenhange 
zu ergänzen: — 426a 2, Holy Grail, 433: humility, the 
highesi virtue, mother of them all (ein virtues steht nicht 
im Text); — noch weitgehender sind Fälle wie: 95b 3, 
G o 1 d e n Y e a r, 74 : / heard the m blast the steep slate-quarry : 
ohne direkte Beziehung ("Steinbrucharbeiter''); — 264b, In 
Mem., 69,4: the streets were black . . ., they chatter' d trifles 
at the door ("die Leute"); — 524b 4 ff., John Oldcastle, 
172 ff. : ein Hr (kursiv gedruckt) ohne weitere Einführung 
fär Christus. — 

§ 106. Endlich seien hier auch ein paar Fälle von 
besonderer Bedeutungsfiille imd emphatischem Gebrauch 
des Personalpronomens angeführt: — 190a 6, Princess, 
IV, 234: thcse flashcs on the surface are not he ('^sein wahres 



— 138 — 

Wesen"); — 411b 14, Lancelot Elaine, 979: ihai were 
against me ("gegen meine Natur"); anders: 428 b 23, 
Holy Grail, 626: he dash'd across me (= my way), — 
Diesem nächstverwandt sind Fälle von Kürze wie : 91 b 
36, Talking Oak, 240: /orme (= for my sake) ; 4mh 13, 
Golden Supper, 336: suddenly ctsk'd her if she were 
(= if it were she). — Hieher auch Kollektivanwendungen: 
210 b, Princess, VII, 8: tili she not fair, began to gather 
light, and she that was, became her former beauty treble ("bis 
die Häßliche schön und die Schöne schöner wurde"). — 
Schließlich als Kuriosum ein Beispiel furchtlos-prosaischen 
Telegrammstils: 369b 2, Baiin Balan, 6: go thou with 
him and him, and bring it (tribute) to us: mit "den und 
den" Eittern meiner Tafelrunde (s. § 173). — 

§ 107. Über das Reflexiv um ist nur weniges zu 
bemerken. Daß seif oft fehlt und das einfache Personal- 
pronomen fiir das reflexive steht, ist bei einem neuenglischen 
Dichter nicht auffällig. Von den vielen Beispielen werden 
also genügen: — 21b, Margaret, I, 20: the tender amber 
round, uhich the moon abont her spreadeth; — 60b 14, Dream 
Fair Women: / subdued me to my father's will; — 135a 
B, Enoch Arden, 646: he shook his isolation from him; 

— 346b 24, Marriage Geraint, 363: we will make us 
as merry as we may. — 

Auffälligere Beispiele für reflexiven Gebrauch von 
Verben sind beim Verbum schon zur Sprache gekommen 
(§ 40). 

Im Zusammenhang mit dem Reflexivum sei der Ge- 
brauch von seif — sowohl reflexiv wie rein emphatisch — 
durch einige Zitate illustriert: 17 a, Dirge, V, 1: round 
thee bhw, self-pleachUl deep, bramble roses; vgl. 31a, 
T w o V o i c e s , 23 : s e If- blinded by your pride (^= blinded 
by your otvn pride): 142a 21, Brook, 162: he look'd so 
seif -perplex t (= perplext by his otvn thoughts) ; — 145 a 
2G, Aylmer's Field, 176: a spleiulid presence flattering the 
poor roofs, revered as theirs, btit kindlier than themselves, 
to . . . wife . . . infancy . . . 7>afe// (they themselves = even they) : 

— 152 b 7, Aylmer's Field, 640: to thy worst seif 
sacrißce thyself (= '^dem Schlechtesten, was in dir ist"; totum 
pro parte); ebenso 152b 8, Aylmer's Field, 641: with 



— 139 — 

thy worst seif hast thou clothed thy god; — 337 a7, Gareth 
Lynette, 1146: there rides no hnightj not Lancelot , his 
great seif, hath force to quell me; vgl. 708 b, 6 v. u., 
Becket, I, 3: look to it, your oum selves! — 

Andere Ausdrücke, wo wir seif erwarten: 118a, 
^oyö'ge, X, 8: overhoard one stomiy night he cast his 
body (natürlich mit wohlberechnetem EflFekt; zur Wen- 
dung vgl. mhd. Umschreibungen mit lipj; — 640b, Queen 
Mary, V, 2: gone beyond him and mine oum natural man (für 
selfj. - 

Als besondere Gruppe, in der seif seinen Namen 
'^eniphatic pronoun" mehr als sonst verdient, weil es nach- 
drücklich zur Unterscheidung des wahren Wesens einer 
Erscheinung von täuschendem Schein gesetzt ist, hebe 
ich hervor: 440b 18, Pelleas Ettarre, 339: her 
towers that, larger than themselves (seeniing larger than they 
really were) in their oum darkness, throng'd into the moon ; — 
444b 25, Last Tournament, 83: mine (harlots) are 
worthier (than Arthur*sJ, seeing they profess to he none other 
than themselves (= than they are); — 454b 12, Last 
Tournament, 682: every knight believed himself a greater 
than himself; — 461b 6, Guinevere, 334: if ever Lan- 
celot . . . were for one hoiir less noble than himself, . . — 

Als Identitätsbezeichnung erscheint seif in Zusammen- 
setzung : — 692 b 14, H ar o 1 d , V, 2 : of one se If- stock at 
ßrst, make them again one people — Norman, English . . . 

§ 108, Beim Possessivpronomen, zu welchem wir 
jetzt übergehen, sind an rein technisch - grammatischen 
Eigentümlichkeiten nur zwei hervorzuheben. 

Fürs erste ist zu verweisen auf die Attraktion, 
welcher das Possessivum als Adjektiv fähig ist, und die 
bei ihm besonders häufig in der am Schluß des Abschnittes 
über Attraktion von Adjektiven erwähnten (§ 78, Fußnote 
auf p. 109) eigentümlichen Form vorkommt : daß nämhch 
bei einer Zusammensetzung — oder ihr gleichwertigen 
Präpositionalverbiiidung — ein Possessivum als Adjektiv- 
attribut steht, während es logisch nur dem Bestimmungs- 
wort zukommt. Beispiele: 

— 144 a 31, Aylmer's Field, 116: his füll tide of 
joy (=t the füll tide of his joy): — 262 b, In Mem., 59, 



— 140 — 

3: my boso)n^friend and half of life (my . . . half of life ±=* ihe 
half of my life = animae dimidium meae, Hor., Carm., I, 
3, 8; vgl. 262 a, In Mem., B7, 6: half my life I leave hehind); 

— 264 a 12, In Mem., 66, 16: his (the blind man's) night of 
loss (=^ the night of his lossj ; — 3BBb 9, Geraint Enid, 
87: and then against his brace of comrades; ebenso 366b 
26, Geraint Enid, 166: his craven pair of comrades; — 
671 b, To Virgil, Vm, 2: thine ocean-roll ofrhythm (= the 
ocean-roll of thy rhythnij. 

Dieselbe Erscheinung beim Artikel: 27a, Sonnet, 
VILL, 10 : a ghost of passion, für the ghost of a passion ; und 
umgekehrt: 73 a 36, Gardener's Daughter, 41: 
(stream) stirr'd with languid pulses of the oar (^^ with the 
languid pulses of oars); — femer: 268 b, In Mem., 
42, 7: he , . . a lord of large experience (== lord of a large 
experience). — 

§ 109. Eine zweite rein grammatische Eigentümlichkeit 
betrifft die Beziehung des Possessivimis : es kann nämlich 

— gerade so wie das Personale — im Satze vor seinem 
Beziehungsworte, d. i. dem Namen des Besitzenden, stehen. 
Beispiele : 

— 2ü7b, Maud, I, XVin, IV, 12: with power to hum 
and brand his nothingness into man; — 316b 19, Coming 
Arthur, 477: his knujhts have heard that God hath told 
ihe King a secret ward: — 360a 13, Marriage Geraint, 
666: thou shalt give back their earldom to thy kin; — 396a 
26, Lancelot Elaine, 38: a horror . . . clave like its own 
mists to all the mountain side; — 440a 26, Pelleas 
Ettarre, 317: in the third (pavilion), the circlet of the joust 
bound on her brow, werc Gawain and Ettarre, — 

§ 110. Mehr Anlaß zu Bemerkungen bieten die eigentlich 
stilistischen — mehr den Inhalt als die Mechanik des 
Ausdrucks betreffenden — Besonderheiten im Gebrauch 
des Possessivs. 

Was zunächst die Frage der Anwendung des Posses- 
siviuns überhaupt betrifft, so ist ja dessen Vermeidung durch 
eine Genetiv-Umschreibung nichts Ungewöhnüches (Kellner, 
Syntax, § 301); viel interessanter ist der umgekehrte 
Fall, daß wir nämUch statt einer genetivischen oder an- 
deren Präpositionalwendung ein unerwartetes Possessivum 



— 141 — 

finden, was natürlich oft große Ersparnis des Ausdrucks 
bedeutet : 

— 5B, 17, May Queen, Conclusion, 37: it (calling 
from God) is not for them, ifs mine (= for me) ; — 91b 
22, T a 1 k i n g a k, 226 : (I) shadow'd all her rest (^ the rest 
of her bodyjy sagt die Eiche mit Bezug auf die vorher- 
gehende Erwähnung einzelner Sonnenstrahlen, die sie hier 
und dort über das schlafende Mädchen gleiten ließ; — 
132b 30, Enoch Arden, 602: for God's sake, ..,both 
our sakes (== for the sake of tis hoth; vgl. über diesen 
besonderen Fall Kellner, Syntax, §303). — Besonders 
oft kommt das Possessivum statt eines partitiven Gtenetivs 
des Personalpronomens vor, so : 364 a 10, Geraint 
Enid, 636: hut now desired the humhling of their best 
(= the best of, among them); — 368b 4, Geraint Enid, 
909: one of our noblest, our most valorous; — 396b 22, 
Lancelot Elaine, 63: which is our mightiest; — 408b 
2, Lancelot Elaine, 779: being our greatest. — 

§ 111. Kehren wir nun nochmals zu dem Problem 
"Anwendung oder Nichtanwendung des Possessivs' ' zurück, 
so ist ein etwas extremerer Fall als die erwähnte Um- 
schreibung durch den Genetiv — das gänzliche Fehlen des 
Possessiviuns in Verbindungen, wo wir es zu finden gewohnt 
sind, wenn auch kein besonderer Nachdruck auf ihm ruht ; 
solche Beispiele sind : 

— 60b 7, DreamFairWomen, 227: Iheard Hirn,, , , 
and (sc. myj grief became a soletnn scorn ofills; vgl. 279 a. In 
Mem., 110, 6: the proiid was half disarmUl of (his) pride; 
— 103, 7, Locksley Hall, 185: Mother-Age . . . help me 
as when (my) life begun (= when I was bom) ; hier verleiht 
die Auslassung dem Ausdruck feierliche Gehobenheit; — 
166b 3, Lucretius, 276: (she) ran in, beat breast, tore hair 
(her fehlt; der formelhaft kurze Ausdruck malt die atem- 
lose Erregung) ; — 170a 28, Princess, 1,72: whate'er my 
grief to find her less than (her) fame; — 199 b 13, Princess, 
y, 262: as the fiery Sirius alters (his) hue and bickers: hier 
handelt es sich — wie oft in diesen Fällen — um eine 
feststehende Formel; vgl. change colour etc.; — 214 b 21, 
Princess, YIl, 275 : (wotnan and man) . . . distinct in (their) 
indimdualities; — 277 b 6, In Mem., 106, 10: no more shall 



142 



tvayward grief abuse the genial hour with meisk and mime. ') 

— Umgekehrt ein entbehrliches Possessivum in dem FaUe: 
167b 16, Princess, Prologue, 142: girl-graduates in 
their golden /mir (in golden hair klänge auch gut). — 

Eine besondere Unterart dieser Erscheinung ist der 
Ersatz eines erwarteten Possessivums durch bloßen Artikel; 
der Variation halber geschieht dies : 66 b 26, Love Land, 
69: a tvind to puff (sc. oiUJ your idol-fires, and heap tlieir 
ashes on thehead; — ebenso 98, Locksley Hall, 28: her 
hosofn shaken . . ., all the spirit . . . daivning in the . . . eyes; 

— aus einfacher Nonchalance hingegen: — 99, 32, Locks- 
ley Hall, 66: I will pluch it from my hosom, tho' my heart 
he at the (= its) root: — IBOa 31, Aylmer's Field, 
BOO: as hunters round a hunted creature draw the cordon dose 
and closer toward the (= its) death; — 264b, In Mem., 
69, IB: I found an augel.,.; the voice was low, the look 
was bright ... — 

§ 112. Das Gegenstück zu diesem Fehlen des Possessi- 
vums bildet ein logisch überflüssiger Gebrauch desselben, 
welchen ich als **ethisches Possessivum" bezeichnen 
möchte, weil er in seiner Art ganz dem sogenannten 
"ethischen Dativ" der Substantiva und Personalpronomina*) 
entspricht. Das klassische Beispiel fiir diesen der Umgangs- 
sprache geläufigen und von Dichtern verwerteten Typus 
sind die Worte des Lepidus in Antony and Cleopatra, 
n, 7, 29 fF.: your svrpent of Egypt is hred now of your 
mud hy the Operation of your sun; so is your crocodile. — 
Aus Tenn^^son führe ich an (durchaus nicht immer in 
behaglich-koUoquialer Rede) : — 34 b BS, T w o Vo i c e s, 320: 
whcn thy father pJcu/d in his free field: — 124b, Poet's 
Song, 7: melody , . . made the w IUI stvan pause in her cloud : 
141b, Song (in Brook), 6: / — der Bach spricht — 



^) Es ist doch wohl des Inhaltes wegen besser, ein it^ vor tn. 
and m. zu ergänzen und dieses als ein — etwas schwerfälliges — 
Präpositionalattribut zu genial hour zu fassen — aLs ohne solche Er- 
gänzung m. and m. als adverbiale Instrunientalbestimmung zu abuse 
zu ziehen. 

2) Für dies(»n selbst genüge als Beispiel der Befehl Sir Richard 
Grenvilles in Eevenge, XI, 20 (p. 508 b): sink me the ship, Meister 
Gunner — (dative of interest, Rowe-Webb). 



— 143 — 

slip, I slide, I gloom, I glance, among mg skimming swallows; 
ib. 12: I loiter round my cresses; — 331a 4, Gareth 
Lynette, 806: mg (Key's) wonthath ever been to catch my 
thief (hier natürlich bewußte Nachahmung der Umgangs- 
sprache); — 697 a, Queen Mary, n, 2, 3: cut out the rotten 
from your applCy your apple eats (§31) the better; — 
674 b 3, Harold, lU, 1: "There are signs in heaven — " 
"Your comet came and wenV\ — Einen kunstvollen Sprung 
aus kolloquialer Überflüssigkeit zu vollem Bedeutungswert 
sehen wir an der Stelle: 806b, Foresters, I, 1: your 
Sheriff, your little man . . . would fight for his rents , . . Now 
your great man, your Robin, all England's Bobin.,, 
fights . . . for the people of England. — Schließlich ein Fall, 
wo wir **ethisches'' Possessivum ganz gerne sähen, es aber 
nicht finden: 160a 28, Aylmer^s Field,498: ihefolly.,, 
became . . . a mockery to the yeomen over ale (für their ale). — 

§ 11 3, In direktem Gegensatze zum **ethischen" 
Possessivum mit seinem geringen oder gänzlich mangeln- 
den Bedeutungsinhalt stehen Fälle, wo der Kürze des 
Ausdruckes halber eine anormal große Bedeutungsfiille in 
ein Possessivpronomen hineingepreßt wird; hieher gehören 
vor allem die schon (§ 110) zitierten Beispiele für Kon- 
zentrierung einer ganzen Präpositionalwendung in einem 
adjektivischen Possessivum; ferner einige noch grellere, in 
denen sogar längere Umschreibungen als etwa ein einfacher 
Genetiv nötig sind, um den Ausdruck streng logisch zu 
entfalten; von solchen zitiere ich:') 

— zunächst ein Beispiel, welches dem "ethischen' 
Possessiv bei aller Bedeutungsschwere recht nahe steht: 
168b 26, Sea Dreams, 179: in that silent court of yours; 
d. h. in the court you speak of (mz. conscience) ; — femer: 
137 b 6, Enoch Ar den, 804 : after the Lord hns calVd me she 
shall know: I tvait His time (=^ the time appointed by Hirn) ; 
— 176b 6, Princess, 11, 205: / tvho am not mine (d. h. 
unter fremder Gewalt stehe); — 242, 9, Boädicea, 61: 
me the spart of rihald Veterans, mine ("meine Familie, die 

^) Von deutschen Wendungen kann ich mir nicht versagen, die 
Frage zu zitieren, welche in den "Fliegenden Blättern" Serenissimus 
an einen zum Luftkurgehrauch in seinem Ländchen weilenden Frem- 
den richtet: "Nun, Herr Graf, wie bekommt Ihnen mein Klima?" — 



— 144 — 

Meinen") of ruffiayi violators; — natürlich kommt das 
Kopfzerbrechend ste wieder in In Memoriam vor: 267 a, In 
Mem., 79, 20: his unlikeness fiited mine: d. h. der Unter- 
schied zwischen ihm und mir paßte zum Unterschied 
zwischen mir und ihm, der Unterschied zwischen uns 
war nicht diskrepanter, divergierender, sondern komple- 
mentärer, korrelativer Art; — 267b 1, In Mem., 80, 13: 
his credit thtis shdll sei me free: von Churton CoUins 
erklärt: the belief (credit in etymologischer Bedeutung, 
s. lexikograph. Teil, § 280) / place in him: also in 
Vertretung eines objektiven Genetivs (wie aög jröt^g, aä 
fi^jöea, oi] dyavog)QOomn] bei Homer) ; ebenso, nur leichterer 
Art: 276 a 16, In Mem., 101,23: our memory fades: "das 
Andenken an uns" (sie verlassen Sommersby, 1837). — 333 b 
13, Gareth Lynette, 962: knight, thy life iß thine at 
her command ("wird dir geschenkt") ; — B61 a 2, Ancient 
Sage, 213 (an die Menschen): '*0 wornis and maggots of 
tO'day without their (the real maggots') hope of tüings!*' — 
B78b, To Marcready, 9: thine is it that our drama did 
not die ("dein Verdienst"); vgl. 410b 30, Lancelot 
E 1 a i n e , 933 : that I live to hear (sc. the wish you are going 
to utterj, is yours (hiezu vergleicht Mustard: Horaz, 
Od. 4, 3, 24: quod spiro et placeOy si placeo, tuum est; Ovid, 
Met am., XIII, 173: quod TJiebae cecidere, nieum est; W. 
Scott, Lady of the Lake: Tltat I o'erUve such tvoes, 
Encliantress ! is thine otmij ; — 845a 19, Demeter Perse- 
phone, 65 (Demeter erzählt ihrer Tochter, sie sei wohl- 
tuend umhergewandert): (I) yave thy breast to ailing 
infants in the night ("die Brust, welche du einst gesogen 
hattest"). — 

§ 114. Eine ganz besondere Erscheinung dieser Gruppe 
bildet der Ausdruck von "etwas durchleben, sich in einem 
Zustand befinden oder befunden haben" durch einfaches 
prädikatives Possessivum mit substantivischer Bezeichnung 
des Erlebten als Subjekt: 

— 233 a, Daisy, 1: what hours were thine and mine, 
in lands of palm and southcni pine; ibid. 233b 6, Daisy, 
42: what golden hours, in those long gallerics, tvere ours; — 
332 a 14, Gareth Lynette, 876: somc ruth is mine for 
thee; — 353a 18, Marriage Geraint, 773: another thought 



— 145 — 

tvasmine; — 338b 18, Gareth Lynette, 1242: sound sleep 
he thine (= sleep soundly, sound be thy sleep^). — 

Ein verwandter Typus ist fo be -f- Possessi vum geradezu 
für to have: — 156 a, Sea Dreams, 3: o^ie babe was theirs, 
a Margaret, three years old: they had wäre metrisch ebenso- 
gut möglich; — 331a 2, Gareth Lynette, 8D3: good 
cause is theirs (= they have). — Ein psychologisch ganz 
analoger Fall, wenn auch bei grundverschiedenem gramma- 
tischen Ausdruck (Demonstrativadverb): 331b 4, Gareth 
Lynette, 835: here is much discourtesy, setting this knave, 
Lord Baron, at my side: ein Höflichkeits-Euphemismus für 
thou cammittest . . . oder tennysonianisch thine is . . . ; ähnlich 
schon 323a 16, Gareth Lynette, 338: noboon is here, 
but justice, so thy say be proven true. — Vgl. § 123. 

§ 116. Als Gegenstück zu diesen Fällen von unge- 
wöhnlicher Bedeutungsflille des Possessivums sei schließlich 
ein Beispiel zitiert, wo ausschließlich die Zugehörigkeit 
eines Erlebnisses zu einem Subjekte, also ein "Besitz" im 
Bewußtsein der Begriflfeinhalt ist, aber gerade auf diesem 
ein solcher Nachdruck ruht, daß außer dem Possessivum 
selbst ein Aufwand an Umschreibungen zur Hervorhebung 
notwendig erscheint: — 161b 11, Lucretius, 43: that 
was mine, my dream, I knew it — of and belonging to 
me; ja die Unterordnung des Traumes unter sein "Ich'' 
muß noch ein Vergleich beleuchten : . . . as the dog with in- 
ward yelp and restless forefoot plies his function of the tvood- 
land, — Ahnlich nachdrücklich sagt Rosamunde im B e c k e t, 
rV, 2 (732 b), ihr bower sei of and belonging to the King of 
England (vgl. ofs and bclongings in Eleonorens Antwort 
darauf, zitiert § 22). — 

Alles in allem kann man wohl behaupten, daß Tenny- 
son mit "seinem'' Possessivum, besonders wo es Einfach- 
heit und Sparsamkeit des Ausdrucks galt, wirklich meister- 
haft gewirtschaftet hat. — 

§ 116. Von den Demonstrati vpronominen, zu 
w^elchen ich nun übergehe, ist das wichtigste der Artikel. 

Er fehlt in Wendungen, welchen der Dichter so das 



1) Dieser uud die Iblgeuden Fälle berühren sich also mit der § G 
besprochenen Verschiebung des Satznachdrucks. 

Dyboski, Tcnnysons Sprache und Stil. 10 



— 146 - 

G-epräge des Formelhaften geben will. Vielfach sind freilich 
metrische Gründe ausschließlich maßgebend. Beispiele: 

— 16a, Deserted House, IV, 4: the Jiouse was huiU 
ded of the earth, and shall fall again to (the) ground; — 17 a, 
Dirge, VI, 3: the frail bltiebell peereth over ((he) rare 
broidry of the purple clover; — 33 a 39, Two Voices, 260: 
shadows thou dost strike, embracing cloud, Ixion-like: bei 
cloud ist überhaupt Fehlen des Artikels häufiger, weil an 
Stoff und Masse mehr gedacht wird, als an die körperhaft 
umschriebene einzelne Wolke; vgl. 45b 31, Palace Art, 
83: all barr'd with long white cloud the scornful crags (wo 
aus demselben Grunde auch kollektiver Singular steht) ; — 
scherzhaft wird solche kollektiv-stoffliche Artikellosigkeit 
verwendet: 325b 33, Gareth Lynette, 601: knights, who 
sliced a red life-bubbling way thro' twentyfolds oftwisted dragon; 
— 34b 10, Two Voices, 292: that type of(the) Perfect in his 
mind in Nature can he nowhere find; — 44 b, Prologue 
"Palace Art", 16 : ... shut out from Love . . .on her ihres- 
hold lu howling in outer darkness (= in the darkness that 
reigns without) ; — 45a 16, Palace Art, 32: far.,. to 
where the sky dipt dou)n to nea and nands (^== to a sea and 
its sands) ; — 69 a. 22, Morte d'Arthur, 76: (a oder 
same) surer sign had follow'd, either hand or voice; — 73 a 
37, Gardener's Daughter, 43: (stream) creeps oti /o 
(the) three arches of a bridge; — 84b 13, Edwin Morris, 93: 
we ... ran by (the) ripphj shallows of the lisping lake; ana- 
loger Fall: 119 b, Move ea st ward..., 3: from (the) 
fringes of the faded eve ; — 91b 20, T a 1 k i n g a k, 224 : from 
head to ancle fine: wenn bei einem der zwei Substantive 
eine adjektivische Bestimmung steht, ist formelhafte Artikel- 
losigkeit nicht ganz gewöhnlich; — 97b 24, Tithonus, 
71: those dim ßelds about the homes of happy men that have 
the power to die, and (jrassy barrows of the happier dead: 
ein the vor grassy fehlt, weil es schon vor homes steht ^); 
umgekehrt der Artikel beim ersten Worte vermieden, beim 
zweiten gesetzt: 196a 15, Princess, V, 36: boys tJuU 
slink from ferule and the trespass-chiding eye; hingegen finden 



1) Über diesen Typus — Vermeidung der Wiederholung (nicht 
nur beim Artikel) — s. den stilistischen Teil, § 142. 



— 147 — 

wir den Artikel wider Erwarten bei zwei Bestimmungen 
ein und desselben Hauptwortes in dem Falle: 490a 11, 
Lover's Tale, 31, 60: a low-hung and a fiery sky; — 
106b, Eevival (Day-Dream), m, 4: 6y holy rood, a 
roydlheard! — 108a, Envoi (Day-Dream), IV, 2: whm 
Adam first embraced his Eve in happy hour; — 109 a 30, 
Amphion, 74: a sound like sleepy counsel pleading; 
— 113 a 12, Will Waterproof, 72: . . . came crowing over 
Thames; — 118b, Voyage, XII, 3: mate is blind and 
captain lame (vgl. "Leutnant würfelt und Komet" in Freilig- 
raths "Prinz Eugen'O; — 123a 9, Vision Sin, IV, 121: 
«0, I cannotpraise the firein your eye — nor yet your lip; 
all the more do I admire joints of cunning workmanship (ftlr 
the oder your, oder . . .as yours are) ; — 124 a, T o E. L., 17: 
Naiads oar'd a glimmering slioulder under (the) gloom of 
cavem pillars; bei gloom auch noch: 194a 19, Princess, 
IV, 604: when all the gletis are droum'd in (the) azure gloom 
of thundershower ; — 140 a, Brook, 64: she moved to 
meet me, . . ., fresh apple-blossom, blushing for a boon; vgl. 
163a 27, Lucretius, 166: . . . (gout, stone, palsy, age) and 
worst disease of all, these prodigies . . . (Weglassung des 
Artikels bei Apposition: Kellner, Syntax, § 232); — 
140 b 9, Brook, 68: sketching a figure , . . on garden gravel 
(die Szene spielt im Garten); — 176 b 31, Princess, 
n, 230 : flung ball, flew kite etc., : gewissermaßen termini tech- 
nid des Kinderspiels, daher formelhaft ; — 186 a 28, Prin- 
cess, m, 293: those monstrous males that carve the living 
hound ... or in the dark dissolving human heart, and Iwly 
secrets ofthis microcosm ... (s. oben zu 97 b 24, Tithonus, 
71); — 193 a 19, Princess, IV, 442: of tlwse (two) halves 
you (the) worthiest; — bei Tor und Tür: 194b 16, 
Princess, IV, 627: push them out at gates; 201a 3, 
Princess, V, 333: one glancehe caught thro* open doors; 
316 a 21, Coming Arthur, 449: far shone the fields 
of May thro* open door; — 233a, Daisy, 21: pacing 
mute by ocean's rim; — 274 a, In Mem., 96, 18: arid Power 
was with him in the night, which makes the darhxess and the 
light: vor Potver fehlt ein stark demonstratives the oder 
that; — 321b 13, Gareth Lynette, 239: we be tillers 
of the soll, tvho leaving share in furrow come to see the 

10* 



— 148 — 

glories ofourKing; — 323b 24, Gareth Lynette, 376: 
then came in hall ihe messenger of Mark: in hall kehrt 
formelhaft wieder: z.B. 327a 10, Gareth Lynette, 
672, u. ö.; — 376a 9, Balin Balan, 191: hard upm 
heim smote him: der Artikel ist zur Hervorhebung der allit. 
Formel unterdrückt ; — 609 a, Revenge, XIV, 4: tvashe 
devil or man? (The Omission of the articles. .. adds 
conciseness and emphasis to the expression: Rowe- 
Webb). — Daß schließlich bei never oft (nach französischer 
Art) der Artikel fehlt, ist bekannt (Kellner, § 233); als 
Beispiel genüge: 756 a, 6 u., Cup , I, 2 : Rome never get hath 
spared conspirator. — 

§ 117. Im Gegensatz zu diesen mögen nun Fälle folgen, 
wo wir Artikellosigkeit erwarten und Artikel finden: 

— 11 a 47, Recollections Arabian Nights, 146: 
arich throne of the massive ore (Stoffname!); vgl. 80a 12, 
Audley Court, 18: walls and chimneys muffled in the leafy 
vine; und noch mehr parallel: 105b, Sleeping Beauty 
(Day-Dream), 11, 6: hracelets of the diamond bright; — 
60, May Queen, 26: to see me made the Queen: weil 
eine bestimmte Art von Königin — Queen of May — ge- 
meint ist; — 77 a 2, Gardener's Daughter, 266: hy the 
common day C= hy common daylight) ; — 85 b, Stylit es, 
27: I höre this betier at thefirst; ebenso at the last: 281a, 
In Mem., 118, 12: ... tili at the last arose the man, who 
throve and branch'd from clime to clime, — wobei noch der 
Artikel bei der Gattungsbezeichmmg man auffällig ist; — 
147a 1, Aylmer's Field, 280: pale as the Jephtha's 
daughter, a rough piece of carly rigid colour, under which with- 
drawmg , . . etc. : der Artikel steht, weil J. d, nicht die 
Person, sondern das bestimmte Gemälde bedeutet ; — 156 a, 
Sea Dreams,3: onc bähe was theirs, a Margaret, three 
years old; — 170 a 22, Princess, I, 66: Ms captains of 
theivar; — 191 a 9, Princess, IV, 305: long-closeted with 
her the yestermorn; ebenso 198a 26, Princess, V, 168: 
/ bchcld her, when she rose the yesternight ; — 198b 8, Prin- 
cess, 182: (are not women) truer to the law within? severer 
in the logic of a life? Der Artikel steht, weil aus dem 
Vorhergehenden mied by that law zu ergänzen ist ; — 202 a 
7, Princess, V, 402: the sole mm we shall prize in the 



— 149 — 

after-time; — 210 b, Princess, VII, 6: everyivhere low 
voices with the ministering hand hung round the sich; — 288, 
Maud, I, n, 1: long have I sigh'd for a calm: vielleicht 
ist gemeint : "wenigstens vorübergehende Ruhepause" : — 
319 b 7f., Gareth Ly nette, 116 f: follow the deer? follow 
the Christ, the King: Artikel bei Christ des ParalleUsmiis 
halber; — 359a 10, Geraint Enid, 306: Enid, the pilot 
Star of my lone life; ähnlich 462b 16, Guinevere, 413: 
liest thou here so low, the child of one I honour'd^); — 413 b 
3, Lancelot Elaine, 1085: he loves the Queen, and in 
an open sJtame, and she returns his love in open shame: — 
426 b 17, Holy Grail, 419: there I found onhj one man of 
an exceeding age; — 478b 21, Lover's Tale, I, 166: 
Love ...looking an her that brought him to the light {gQ- 
lüvLÜgeT to light) ; — 540 a 4, Tiresias, 112: yestemight, io 
me, tlie great God Ar6s . . . stood out before a darkness, — 
weil darkness hier nicht Adjektivabstraktum ist, sondern 
konkret "eine Wand von Dunkelheit als Hintergrund" be- 
deutet ; — 620 a4, Queen Mary, m, 6 : Sir Henry Beding- 
field may split it for a spite; — 738b 14, B ecket, V, 1: 
niethoiight Ihad recovered ofthe Becket (indem Becket scherz- 
haft als eine den König quälende Krankheit gefaßt wird). 
— Ganz besonders bemerkenswert ist der Fall: 440b 7, 
Pelleas Ettarre, 328: Ye, that so dishalloiv the holy 
sleep, — wo die Phrase ohne Artikel viel feierlich-gehobener 
klänge, — und wo überdies the den pathetischen Fluß des 
Verses verdirbt. — 

§ 118. Schließlich sei eine Anzahl verschiedener Fälle 
zitiert, welche das Verhältnis des bestimmten Artikels zum 
unbestimmten, sowie die Bedeutungsfiille illustrieren sollen, 
die der Dichter einem kräftigen Artikel zu geben vermag: 

— 101, 26, Locksley Hall, 132: my passion . . , left me 
with the palsied heart, . . . with the jaundiced eye: d. h. dem 
"gewissen, typischen" Herzen und Auge des unglücklich 
Liebenden (oder: "wie es meinen jetzigen Zustand kenn- 
zeichnet") ; — ebenso bedeutet : 183 a 29, Princess, HI, 
175: from my breast the rnvoluntary sigh broke — den 



^) Beides Üborlebsel der uralten Sitte des Artikels beim 
Vokativ. 



— 150 — 

typischen Seufeer des Liebenden; — 227, G-randmother, 
XV, 2: and the ringers rang with a will: Nachahmung des 
ausrufenden Indefinitartikels der Umgangssprache; — Life, 
n, 172 (später ausgeschiedenes Stück aus Maud): danee 
in a round of an old routine, — wo wir the erwarten; — 
308b, Dedication "Idylls", 29: a lavelier life, a mare 
unstain'd, than his (one erwarten wir); vgl. 369 b 13, Bai in 
Bai an, 17: until they find a lustier than tliemselvea (f&r 
one); — 341a 6, öareth Lynette, 1371: answer'd Sir 
Gareth gracionslg to one not many a moon his younger — 
fiir to him (einem schon angefahrten Bitter), who was . . . ; 
hier ist also die — durch eine kleine logische üngenauig- 
keit erkaufte — Kürze Zweck; — 367b 21, Geraint 
Enid, 863: it (my former life) had been the wolfs indeed 
(a ivolfs hieße es in Prosa); — 482a 17, Lover's Tale, 
I, 374 : a stream flies with n shatter'd foam dlong the eJiasm 
(the oder "ethisches" ifs erwarten wir); — 507 a, Bevenge, 
n, 4: I should count myself the coward if I lefl them, my 
Lord Hoivard (nach Rowe-Webb entweder the c. which you 
stcore you tvere not, oder one having the character of a coward 
— wie to play the man^ the fool etc.). — 

Wie wir aus mehreren dieser Stellen sehen, würde 
einen bedeutungsschweren bestimmten Artikel der Dichter- 
sprache in gewöhnlicher Prosa oft ein farbloser unbestimmter 
ersetzen. 

Den Übergang vom Artikel zu den eigentUchen Demon- 
strativpronomina mag ein Beispiel fär den deutsch wie 
englisch im Notfalle geläufigen Gebrauch des emphatischen 
bestimmten Artikels bilden: 321 a 6, Gareth Lynette, 
199: ihat this King is not the King, but only changeling 
(ohne a!) out of Fairyland. — Ähnlich, aber gewöhnlicher: 
112 a 43, Will Waterpro of, 83: no pint , . . hud ever 
half the potver to turn this wheel tcithin my head (= power 
of this, ihat p,, such a p,), — sowie 186a 1, Princess, 
DI, 329: at the word vom unmittelbar vorhergehenden 
Befehl der Prinzessin. — 

§ 119. Unter den Demonstrativpronomina in engerem 
Sinne hebe ich zunächst eine Gruppe hen'or, die nicht 
eigentlich hinweisenden, sondern emphatisch-hervorheben- 
den, in gewissem Sinne prägnanten Gebrauch nach dem 



— 161 — 

Repräsentativtypus von lat. ille im Sinne von "jener be- 
rühmte, berüchtigte" aufweist. Als englisches Stammbeispiel 
könnte etwa die kirchliche Formel ihis holy Gospeller 
SL John u. dgl. gelten. Aus Tennyson : 

— 8 b, T o , n, 6 : not martyr-flames, nor irenchani 

swords can do atcay that ancient lie: es ist keine bestimmte 
Lüge, sondern "dieses alte Monstrum Lüge" gemeint; — 
26a, Alexander, 7: that palm-planted fountain-fed 
Ammonian Oasis in the waste ("jene", sc. die in Alexanders 
Geschichte eine so große Rolle spielt) ; — in emphatischer 
Verachtung*): 26 b, Poland, 10: how long (shall) this 
icy^hearted Muscovite oppress the region ? vgl. 241,Boädicea, 
1: thosc Neronian legionaries; — 43 a 3, Oenone, 202: 
ah me, . . . that my . . . hat Ups (were) prest ... to thine in 
that quick'faUing dew of,..kisses (in "jenem", d.h. "wie 
ich ihn aus der Erinnerung kenne"); — ein ganz dem lat. 
ilk analoger Fall: B7 a 9, Dream Fair Women, 16: 
those far-renoumed brides of ancient song; — 111b, Will 
Waterpro of, 31: that child's heart tcithin the man' 8 
(illud, das "gewisse"); — 117b, Voy age, V, 7: where those 
long swells of breaker sweep the nutmeg rocks and isles of 
clove; — 132 a 16, Enoch Arden, 460: his (Philip' s) eyes 
ftdl of that life-long hunger (von dem mehrfach erwähnten, 
für Ph. charakteristisch gewordenen Ausdruck ungestillter 
Liebessehnsucht) ; vgl. 217 b 28, Princess, Conclusion, 
Schlußvers: lAlia . . . disrobed the statue . . . from those 
rieh silks (den "erwähnten"); — 140b 17, Brook, 76: 
claspt hands and that petitionary grace of sweet sevenieen; — 
187a 21, Princess, IV, B6: that great year of equal 
mights and rights ("das erträumte, ideale . . .") ; — 219 b 6, 
Wellington, VI, 44: one that sot^ght but Duty's iron 
crotcn on that loud sabbath (Waterho) shook the spoiler 
dotvn; — 269 b 31, In Mem., 85, 91: I triumph in conclusive 
bliss, and that serene result of all: hier wie öfter klingt 
diese Art des Demonstrativs an dessen familiäre Verwen- 
dungsweise an, wie sie in alltäglicher Rede vorkommt. 



') Lat. Ute. — Der Umgangssprache immer geläufig, vgl. z. B, 
"Dieser Schurk', der Matkowitsch ! . . ." (Titel eines Buches von 
Koda Roda, "Wien, Österr. Verlagsanstalt, 1904). 



_ 152 — 

weuii man etwas in seiner Eigenart nicht zu definieren 
vermag; — 284b, In Mem., Epilogue, 8: nor (have I) 
proved since that dark dwj a day like this: absichtlich un- 
deutlich von Hallams Todestag; — 321a 32, Gareth 
Ly nette, 225: those three Queens, the friends of Arthur, 
who sliould help him at Ins need : die vorher nicht genannten, 
geheimnisvollen Ladies of the Lake; — 341a, Marriage 
Geraint, 3: one of that great Order of the Table Round. 
— 553b, Flight, XVII, 3: tho' these fathers wül not 
hear, the bkssed Heavetis arejust (these = "diese grausamen"); 
vgl. 148b 17, Aylmer's Field, 390: these old father- 
fools; — 859 b, Forlorn, XI, 3: you will live tiü that is 
born, thcn a Utile longer . . . (that = the child of sJiame; ihre 
idce fixe); vgl. 842 b, To Marquis Dufferin Ava, XI, 
3: when That within the coffinfell, feil — andflash'd into the 
Red Sea (die Leiche Lionel Tennysons). — 

Die letzten zwei Beispiele berühren sich schon mit 
einer im stilistischen Teil zu besprechenden, typisch durch 
that which (und Ähnliches) eingeleiteten Gruppe von Eelativ- 
umschreibuiigen für Gott, geheimnisvolle Wesen und 
Kräfte (s. g 158). 

§ 120. Als weitere Eigentümlichkeit im Gebrauch der 
Demonstrativa muß ich wieder einmal etwas aus der Wort- 
bildung vorausnehmen: es handelt sich um Tennysons — 
besonders in späterer Zeit — ausgesprochene Vorliebe für 
die wegen ihrer Kürze bei^uemen, wenn auch nicht hoch- 
poetischen P r ä p o s i t i o n a 1 a d V e r b i a , welche er manch- 
mal in weiterem Umfange als dies sonst geläufig ist, für 
die Verbindung: Prä})Osition -[- Demonstrativpronomen ein- 
setzt, — eine Erscheinung, welche beim Relativpronomen 
ihre Entsprechung finden wird (s. § 122). Beispiele: 

— 320 a 23, Garoth Lynette, 169: when her son 
beheld his only wag to glorg lead . . . fhro' . . . kitchcn-vassal' 
age . . ., her . . . Gareth fvas too princcly-proud to pass therehy 
('*auf diesem Wege"); — 328b 8, Gareth Lynette, 
G62 : ridc therethro' (von einem Tore) ; — 450 b 2, 
Last T o u r n a m e n t , 443 : a shower of blood in a field noir, 
and thercbeside a hörn; — 464a 23, Last Tour- 
nament, 064: icc ran morc counter to the sohI thereof. ,. 
(viz. of a vow madr) ; — 58G a 16, Queen Mary, I, 4: mix 



— 153 — 

fwt yourselfimth any plot I pray you; nay, ifhy cliance you hear 
ofanysuch, speaJc not thereof; — 599a 10, Queen Mary, 
IL,2:asto this marriage, . . ,tce fnade thereto no treaty of 
ourselves, ant sei no foot theretoward unadvised; — 609b 20, 
Queen Mary, DI, 2, 28: feeling my native land heneath my 
foot, I Said thereto ,. .; — 628 a 5, Queen Mary, IV, 2: 
it is no more than what you have sign'd already, the public 
fomi thereof; — 705b, Becket, I, 3: he shall answer to 
the summons of the King's court, to he tried therein. — 

§ 121. An sonstigen Kuriositäten in der Verwendung 
der Demonstrativa fiihre ich summarisch an: 

— this für it als provisorisches Subjekt vor einem 
Infinitiv, der das eigentliche ist : 32 a 4, T w o V o i c e s, 76 : 
were this not well, to bide mine hour; ib. 31 (103): this is more 
vile ... to breathe and loathe, . . . than once , , . to die; 69 a 
24, Morte d'Arthur, 78: this is a shameful thing for men 
to lie; 83 b 20, Edwin Morris, 46: this is well, to have a 
dame indoors..,; 119a 18, Launcelot Guinevere, 43: (a 
man had given all) for this, to waste his whole heart in a 
hiss . . . ; — 

— Kürzungen: that für such a^ is: 34b 10 (Two 
V o i c e s) : that type of Perfect in his mind in Nature can he 
nowhere find; 608 a 20, Queen Mary, III, 1: she had but 
follow'd the device of those (sc. who were) her nearest hin; — 

— 70 a 23, Morte d 'Arthur, 147: and lightly went 
the other to the King: von Bedivere, der einzigen augen- 
blicklich auf der Bühne der Erzählung befindlichen Person, 
einfach im Sinne von "jener", ohne daß the one vorher- 
gingt); unklar ist das ebenfalls alleinstehende o sacred 
essence, other form an der Stelle 269a 16, In Mem., 86, 
35;- 

— ein Demonstrativum für pronominale Ausdrücke 
der I.Person 2): 73b 30, Gardener's Daughter, 73: this 

*) Ähnliche Fälle von Setzung eines der Korrelativa ohne das 
zweite kommen bei den Disjunktivkonjunktionen vor (s. unten § 129); 
eine verwandte Erscheinung ist lerner die Verwendung eines der 
Korrelativa an beiden Stelleu, so one— one für the one— tJie other : G8a, 
Morte d'Arthur, 11, u. ö. 

2) Nach der Art von Polonius' V^ersicherung : "take this from 
this, if this he othtrwise" (HamUt, 11, 2, 156; Delius, Anm. 44). 



— 164 — 

arhit of (he memory folds far ever in itself the day we weni io see 
her (^=s the orhit ofmy memory); — 561, 18, Locksley Hall 
SixtyYears After, 38: Ithis old whiie-headed dreamer; — 
Sonstiges: — ein saloppes Demonstrativum in Naoh- 
ahmung der Umgangssprache: 81a, Walking to Mail, 
5: and when does this come by (för it, vuf, the mail) ; — 

123b, To , 2: you might have won the Poefs name^ if 

such be worth the winning now: (deutsch "selbiger") halb 
scherzhaft? — 124 a, To E. L., 5: all things fair faßt 
eine vorhergehende Aufeählung zusammen, daher wir vor 
things ein Demonstrativum erwarten; — 132 b 30, Enoch 
Arden, 604: so these tvere wed: ein they würde genügen, 
weil überhaupt nur von "ihnen" die Bede ist, aber die 
Variation fordert these vor dem and they were toed der fol- 
genden Zeile; — 173b 30, Princess, ü, 37: as tho' there 
were one rose in all the world, your Highness that (fiir being 
(hat rose; die gesuchte Kürze unter metrischem Zwang); 
— 234b 38, To Maurice, 46: those are few we hold as 
dear: wo ein there ohne jedes Pronomen genügen würde; 
vgl. 348a 21, Marriage Geraint, 441: there are those 
who love me yet, — wo die demonstrative Funktion schon 
an die indefinite grenzt; — 328b 29, Gareth Lynette, 
683 : seeing who had worked Justier than any . . ., (now) mounted 
in artnSy (they) thretc up their caps: das Partizip mounted 
würde vor u-ho sein htm fordern; — 428 a 36, Holy Grail, 
601 : poor men . . . must be content to sit by Utile fires^), and this 
am I: so am I erwarten wir bei Beziehung auf ein Ad- 
jektivnm; ein solches fehlt gänzlich an der Stelle: 674a, 
My Brother's Sonnet s, II, 7: true poet, surely to be 
found (sc. [to be] so) when truth is found again: die Aus- 
lassung des so ist zu einem Wortspiel mit found verwertet 
("befunden" — "gefunden"); — that im Dialekt als Demon- 
strativadverb för thiis: 616 a, Vi Hage Wife, XV, 3: / 
beäyit that sciver (= I am not so sure); — 615 b, Vi Hage 
Wife, XII, 1: 'e were that outdacious at 'oäm; 616b, 
Village Wife, XVT, 12: that mooch (= thus much). — 



1) Vgl. die von Matthew Aruold in seinem Essay The Study 
of Poetry zitierten Zeilen aus Fran(^ois Villous La Belle Heaul- 
miere: . . . a peiit feu de chenevottes . . . (Tauchuitz Ed., II, p. 35, Note). 



— 155 — 

§ 122« Auch beiden Relativpronominen ist eine 
Vorliebe für Präpositionalad verbia zu verzeichnen, 
ganz wie bei den Demonstrativen (§ 120), vielleicht noch 
weitgehender*): 

— 86b 1, Stylites, 69: morethanthis Ibore, whereof, 
God, ihou knowest all^)\ — 89a 29, Talking Oak, 33: 
(hau (ocJc), ivhereon I carved hername (eine beachtenswerte 

— durch den Inhalt bedingte — Vermengung persönlichen 
und sachlichen Ausdrucks); — 90a 13, Talking Oak, 97: 
dasselbe, mit folgendem t hat oft hast heard my vows ; — 91a 22, 
Talking Oak, 185 : the days . . . whereof thepoets talk; — 95 b, 
Ulysses, 19: all experience is an arch wherethro' gleams 
thatuntraveird World.,.: — 286b 9, In Mem., Epilogue, 
137: (the ''crouming race" of men) ... whereof the man that 
with me trod this planet, was a noble type; — 312 a 8, Coming 
Arthur, 188: daughters had she bome him, — one whereof, 
...Bellicent...; — 332a 25, Gareth Ly nette, 887: 
tlvose long loops wherethro^ the serpent river coil'd; — 429 a 
20, Holy Grail, 654: what otherfire than he (ßre!), where- 
by the blood beatSy etc.; — 450a 27, Last Tournament, 
434: a hage . . . iower that stood with open doors, whereout 
was roll'd a roar of riot; — 474b 6 (Passing Arthur): 
be yon dark Queens .. . the three whereat we gazed, 
...friends of Arthur...? — 474 b, To Queen, 14: that 
true North whereof we latehj heard a strain to shame us . . . ; 

— 478b 28, Lover's Tale, I, 162: my outward circling 
air wherewith I breathe; — 488b 9, Lover's Tale, I, 
779: .. , falls asleep in swoon, wherefrom awdked . , . (rela- 
tiver Anschluß, s. oben § 14); — 548a 7, Ancient Sage, 
13: the heavens whereby the cloud was nwulded, and where- 
out the cloud descendcd ; — 616 a 14, Queen Mary, m, 4: 
looh to the Netherlands, w her ein have been such holocausts of 
heresy (für einfaches w^Äer«;; — 672 a 17, Harold, ITT, 1: in 
his grasp a sword of lightnings, wherewithal he cleft the 
^ree; — 689b 1, Harold, V, 1: (thunderbolts) chargcd with 
theweightofheaven wherefrom theyfall; — 762 a, 4u., Cup, 



1) Dieser Gebrauch hat seine Entsprechung im Mhd.: Paul, 
Mhd. Grammatik^, §222, und Anm. 1, 2. 

2) Ein unechter Partitivus nach Art der § 20 besprochenen. 



— 156 — 

11: the marriage cup tvherefrom we make libation to the 
Croddess; — 894b, Death Duke Clarence, 16: tltat 
Etemal Hamiony tohereto the worMs beat time. — 

§ 123. Ein extremer Fall dieses öebrauches ist die 
Setzung einfacher — nicht präpositional zusammen- 
gesetzter — Relativadverbia för Kasus und Präpositional- 
verbindungen von Relativpronominen, so etwa: 

— 163a 19, Lucretius, 147: .,,or lend an ear fo 
Flato where he says, {hat m^n like soldiers . . . etc. (es ist 
die Stelle in den Werken gemeint) ; — B12 a 6, Sisters, 
166: had I not knoum where Love . . . grew after marriage 
(=z men in whom . . ,) ; — 679 b 2, Harold, IV, 1: canst 
thou love nie, thou knowing where I love?^) — 

Dasselbe im demonstrativen Ausdruck: — 736a, 8u., 
B e c k e t , IV, 2 : the world liath trick'd her — th^t's the King ; 
if so, there was the farce, the feint; — 696 a, Beck et, 
Prologue: Becket hat den König aufgefordert, den ersten 
Erzbischof von Canterbury zu nennen ; Henry (lays his hand 
on Becket's Shoulder): Here! — Vgl. die Beispiele mit here 
in § 114. 

§ 124. An sonstigen Besonderheiten im Gebrauche 
einzelner Relativpronomina sind etwa zu beobachten: 

— 12 b, Ode Memory, V, 18: . , . that all which 
thou hast draum of fairest or holdest since, hui lightly weighs . . . ; 
ein relatives that mußte des vorhergehenden konsekutiven 
wegen vermieden werden ; — 22 b, Eleänore, I, 4: there 
is nothing here, which, from the outward to the inward 
brought, moulded thy baby thought: hingegen 27 b 2, Sonnet, 
X, 4: fivhat is there) . . ., that I shoidd fear; — 357 a 30, 
Geraint Enid, 201: there came a fair-hair'd youth, that 
in his hand barcvictual; — B7o b 9, Hands All Round, 
18: Canada tvhom we love and prize (weil personifiziert); 
— ein besonders auffälliges Beispiel fiir das sonst geläufige 
Fehlen des Relativums: 648b, Queen Mary, V, 6, 10: / 
whistle to the bird (that) has broken cagc, and all in vain. — 
Über eine besondere Gruppe von Relativumschreibungen 
auf that whic h s. § 158. 



^) Vgl. Shakspere, Äll's well, I, 3: Let not your hate encounter 
icith my love, for loviny where you da. 



— 167 — 

§ 125. Im Verhältnis des Relati\'uins zum Interroga- 
tivum ist vor allem als Übergangsstufe vom Relatiwerhältnis 
zur indirekten Frage oder vielmehr Ersatz dieser durch 
jenes die Stelle zu zitieren: 853 b 29, Ring, 121: the sar- 
face eye, . . .glancing from the one to the otlier, kneto not that 
which pleased it most, the raven ringlet or the gold; — dann 
aber eine interessante Vertretung eines Frageadverbs durch 
ein generell-relatives zu verzeichnen (in dialektischer 
Sprache): 848a 10, Owd Roä, 46: I thotvt if the Staate 
was a^awin* to let in furriners' wheät, howiver (für how) 
was British fartn^rs to stan' ageän o* their feeät, — 

Von den generellen Relativen selbst ist etwa nur der 
Gebrauch des kürzeren und bequemeren whoso fiir wlwsoever 
(z.B. 64b 3, Lotos-Eaters, 30) hervorzuheben. Femer 
ist der kollektive Singul. Neutr. in persönlicher Beziehung : 
341b 27, Marriage Geraint, 36: assassins, and all flyers 
from the hand of Justice, and whatever loathes a law zu 
notieren. Die noch auffälligere parallele Wendung : 252 a, 
In Mem., 18, 11: come, whatever loves to weep erklärt 
Churton CoUins als Latinismus und belegt sie durch das 
horazische o deorum quid quid in coelo regit. — (Sämtliche 
Beispiele fiir diesen Gebrauch s. unter Latinismen, § 276.) — 

§ 126. Für dichterisch freien Gebrauch verschiedener 
Indefinita führe ich folgende Beispiele an: 

— 448 b 4, Last Tournament, 319: .,, which left 
thee less than fool . . . n naked aught (something mirden wir 
sagen); — 468b 28, Passing Arthur, 118: <is hy some 
one deathbed after wail of st{fering, silence foUows.,,: — 
480b 29, Lover's Tale, 1,299:' as that other gazed, 
shading his eyes tili all the ßery cloud, the prophet and the 
chariot and the steeds, such*d into oneness . . .tvere drunk into 
the inmost blue: es ist von Elisäus die Rede, wie er dem 
Elias nachsieht (2, Kings, 2, 11)M; - 480 a 2G, Lover's 
Tale, 1,640: ifs (a 2>hauto)u's) face avd ivhat it has for 
eyes ... — 



^) Die Woiiduu^ «^oliört zu einer wohlbekaiuiteu (»nippe vou 
logisch, weuu auch nicht grammatisch indefiniten und zum Teil 
gewissermaßen euphemistischen Ausdrttcken: ich weise nur noch hin 
auf franz. lautre für Napoleon. 



— 168 — 

Schon das letzte Beispiel berührt sich mit einer hieher- 
gehörigen und sicher direkt dem Lateinischen nachgebildeten 
Art Indefinitsätze, welche, als sprachliche Einheiten emp- 
funden, für Pronomina fungieren, vom Typus des lateinischen 
nescio quid; Churton Collins, p. 168 (Einleitung zu "Prinoess"), 
zitiert: 201b 23, Princess, V, 386: blustering I know 
not what of insolence and love . . . ; vgl. femer: 466 a 2, 
Guinevere, 667: deathy or I know not wMt mysterious 
doom. Eigentümlich kurz ist: 134 b 26, Enoch Ar den, 
634 : niaking signs they knew not wliat (d. h. which signified 
they knew not what), — 

Von den imflektierten Redeteilen bleiben, da das Ad- 
verb bereits im Zusammenhttnge mit dem Adjektiv behandelt 
worden ist, nur mehr Präpositionen und Konjunk- 
tionen zu besprechen übrig. 

§ 127. Die Besonderheiten im Gebrauch der ersteren 
sind — wie schon manches im bisherigen — eigentlich ein 
lexikographisches Kapitel und es empfiehlt sich daher, im 
folgenden Verzeichnis die übersichtliche alphabetische An- 
ordnung einer problematisch-logischen vorzuziehen, wobei 
ich aber innerhalb der einzelnen Artikel chronologisch 
vorgehe : 

— ah out: 33 a 6, Two Voices, 161: if Nature put not 
forth her power aboiit the opening oftheflower (about =r toward, 
final in Anklang an io bring about) ; ähnlich 146 a 2, 
Aylmers Field, 162: her art, her hand, etc., all had 
wrought about them (labourers' cottages): "an ihrer Ver- 
schönerung'', also halb final, halb lokal; 106 a, Arrival 
(Day-Dream), III, 6: att his life the chami did talk abatä 
his path, and hover near . . . in his walk; 142 a 28, Brook, 
169: one who bore your name about these meadows, twenty 
years ago; 143 a 12, Aylmer's Field, 32: a land of hops 
and poppy-mingled rorn, little about it stirring save a brook; 
447 a 23, Last Tournament, 246: dame and damsel . . . 
glanced about the revels; — 

above: 139b, Song, in (in Brook), 8: / (brook) 
travcl tvith many a silvery waterbreak above the golden gravel 
(für einfaches on — vielleicht wegen der Antithese: unten 
Gold, oben Silber) ; — 



— 169 — 

after: 131b 10, Enoch Arden, 425: I am content 
to be loved a liitle after Enoch (= less than Enoch); vgl. 
under: 382 b 7, Merlin Vivien, 130: her (falcon*s) bells, 
tone under tone, shrilVd (= one tone lower than another); — 
zu after noch: 468 b 21, Pas sing Arthur, 111: shrieks 
after ihe Christ, of those whofalling down look'd upfor heaven, 
and only saw the mist; — 

against **im Vergleich zu'' — bei optischem Kontrast 
(vgl. hy, unto): 54a, Lotos-Eaters, 26: darh faces 
pale against that rosy flame; 72 a 20, Morte d'Arthur, 270: 
the hüll look'd one black dot against the verge of dawn; — 

at (temporal): 416b 17, Lancelot Elaine, 1297: not 
at my years (kontaminiert aus in niy years und at my time 
of life); — 

before — behind: 103, Godiva, 18: his beard a foot 
before him, and his hair a yard behind (he — Earl — strode cbbout 
the hau...);') — 

between als Postposition: 83b 13, Edwin Morris, 
37: either twilight and the day between; — 

by wechselt mit o/und with beim Passivum; mit of: 5b 
2, Confessions Sensitive Mind, 144: unmoved of change; 
10b 28, Recollections Arabian Night s, 80: ihe solemn 
palms . . ., unwoo'd of summer tvind; 41 b 26, Oenone, 124: 
power . . . wisdom-bred and throned of wisdom ("von Weisheit 
beherrscht"); — mit with: 92b, Love Duty, 16: the 
staring eye glazed o*er with sapless days; 190b 3, Princess, 
rV, 263: a spire of land , . . wail'd about with mews; 298 b, 
Maud, I, XIX, in, 11: vext with laivyers and harass'd with 
debl; s. auch unten sub with; — by für among: 71a 11, 
Morte d'Arthur, 197: all the decks were dense with stately 
fomis.. . by thesc three Queens with croums ofgold; — fcy = "im 
Vergleich zu" {yrie against, to,unto): 463 a 20, LastTour- 
nament, 604: o ?6'pre / (sagt Isolt) not my Mark* s, by whom 
all men are noble ; — 

for in mannigfacher Verwendung: 103, 12, Locksley 



1) Diese Hyperbel ist im Zusammenhang mit der fast prä- 
raphaelitisch stilisierten Zeichnung (auch Farbentechnik) dieser mittel- 
alterlichen Legende. — Man vergleiche dazu: 314a 14, Coming 
Arthur, 820: Gawain . . .follow*d hy hisflying hair, ran like a coli. — 
8. § 168, zweite Fußnote. 



— 160 — 

Hall, 190: now for me the woods may wither, noto for me 
the roö/-<rec/aZZ ("meinetwegen, soweit es auf mich ankommt''); 
dativisch: 124b, Break, break . . ., 6 und 7: o well for tke 
fishtrman's bot/, . . . o well for the sailor lad ... — also Ausdruck 
eines dativus commodi; hingegen fehlt ein solches dativi- 
sches for, wo wir es bestimmt erwarten: 2C8a 22, Princess, 
VI, 342: a word, not one to spare her („nicht eines habt Ihr fiir 
sie übrig!"); — final: 222 b, Light Brigade, I, 6: Charge for 
the guns! ("holt die Kanonen !") ; — for= instead of: 175 b 26, 
Princess, 11, 159: ttvo plummets dropt for one to sound the 
abyss of science (d. h. not only one, as tili now); eine scherz- 
hafte Dialektwendung : BB6 b, Tomorrow, X, 2: thim ould 
blind nagers in Agypt . . . could keep their haithen kings in the 
flesh for the Jidgeniint day (wie man etwa ein Gericht zu 
einem bestimmten Mahle aufbewahrt); dasselbe in ernster 
Rede (wegen bequemer Kürze) : 7B5 b 7, C u p, I, 2 : a chüd's 
sand-castle on the beach for the next tcave (to stvallow); — 
from, ein überaus vielbeschäftigtes Wörtchen; es be- 
deutet lokal : (wörtliche und bildliche) Entfernung, Trennung, 
ÄTisgangspunkt ; temporal: Überstandenes; und kausal: Ur- 
sprung, Ursache. Beispiele : 10 b 23, Recollections 
Ar abian Nights, 75 : life . . . apart from place, withholding time 
(**übcrRaum und Zeit erhaben"); 12 b, Ode Memory, V, 31: 
. . . where front the frcquent bridge, (wohl für from under?) the 
trenched waters run from sky to sl'y; IBb 2, Sea-Fairies, 
12: down shotver the (/amboUing waterfalls from wandering 
over the lea (halb lokal, halb temporal) ; — partitiv (bildliche 
Ausscheidung) : 45 b 7, P a 1 a c e A r t, 59 : a perfect tvhole from 
livingnaturc; — from = beyond, IsiLtrans: 62, 8, New-Years 
Eve, 42: and y<m see me carried out from the threshold of 
thedoor; — 71 a 11, Morte d'Arthur, 198 :/rom them rose a 

cry . .. (aus ihren Kehlen) ; 124 a 2, T o , 22 : a song that 

plcased ns from its tvorth (rein derivativ-kausal) ; 141 a 28, 
Brook, 119: talkivg from the point: absichtlich über etwas 
anderes als das, worum es sich handelte, redend ; 152 a 23, 
A y 1 m e r's F i e 1 d, 627 : wörtlich und bildlich nebeneinander : 
from his height (Kanzel) and (from hisj lonelincss of grief 
f^^aus dem Schmerz seiner Vereinsamung heraiis"); 163 b 12, 
L Ti c r e t i u s, 175 : Nature . . . balmier and nobler from her bath 
of storm (lokale und temporale Bedeutung Tintereinander 



— 161 — 

imd mit kausaler im Bilde verbunden); 189a 13, Princess, 
IV, 180 ff. : less from Indian craft than beelike instinct hiveward 
(out of oder by sagt die Prosa); 212a 6, Princess, Vil, 
90: cloeks . . . call'd ofi flying Time from all their silver tongues 
(instrumentales with wäre das Gewöhnliche) ; 214 a 6, 
Princess, VII, 230: tili the Sun drop, dead, from the signs 
{für from ammig); 248 b, In Mem., 6, 12: the life that heat 
from thee (= Leben deines Sohnes); 327 b 26, Gareth 
Lynette, 619: (knights-errant) courteous or bestial from the 
moment (= made . . .by the impulse of a moment); 621 b, 2 u., 
Queen Mary, III, 6: I think they fain would have me from 
the reahn (= off, awayfrom) ; 701 b, lu.,Becket,I, 1: wast 
thou not told to keep thyself from (=^ out of) sight ? — Ein 
gutes Beispiel für from = apart from, im Jugendgedichte 
The Mystic, 30 (Churton Collins, Early Poems, 287): 
He often lying broad awake, and yet remaining from the body, 
and apart in intellect and power and will. — 

in: der Gebrauch des bequemen, an sich farblosen 
Wortes in allen möglichen Bedeutungen sei durch eine Mosaik 
von Beispielen illustriert: 6 b, Lilian, 11, 10: the baby-roses 
in her cheeks (wo wir an erwarten); ebenso 8a 11, Mariana, 
61 : in the white curtain, to and fro, she saw tlie gusty shadow 
su^ay; 106a, Arrival (Day-Dream), m, 7: the cliarm did 
...hover near him in his walk; 116b, Captain, 43: the 
air was tom in sunder (= asunder) ; 189a 6, Princess, 
rV, 173: maidens, glimmeringly group^d in the hollow bank; 
189 a 18, Princess, IV, 185: valves of open-work in which 
the hunter rued his rash intrusion (Actaeon); 196b 6, Princess, 
IV, drittletzter Vers: in his cap . . . arranged thefavour (Hand- 
schuh der Dame); 274b 16, In Mem., 97, 19: rapt in matters 
dark and deep (nach § 36 ersvarten wir on oder upon). — 
Umgekehrt on für in: 124b, Break, break..., 8: Ae 
sings in his boat on the bay (weil bay die Wasserfläche be- 
deutet) ; (hingegen 133 b 6, Enoch Arden, 646 : ayi isle . . . 
the loneliest in alonelysea; 243a, Milton, 12: a Wanderer 
out in ocean); 133a 1, Enoch Arden, 608: a whisper 
(seem'd to fall) on her ear; 187 a 19, Princess, IV, 64: 
dotvfi (the streams of time) . . . goes . . . throne öfter throne, and 
molten on the waste becomes a cloud. — in für into: 10b 
16, Recollections Arabian Night s, 68: lemon groves in 

Dybotki, Tennysons Sprache und Stil. 11 



— 162 — 

dosest Cover Iure upsprung (= into, in a way to form) ; 19 b, 
Mermaid, I, 6: combing her kair . . . tn a golden curl; — das- 
selbe bei nicht konsekutiver, sondern wirklicher Bichtungs- 
bedeutung: 31a, Two Voices, 6: c^jist in...shade; vgl. 
330b 15, G-areth Lynette, 786: they lutvebound my lord to 
ccLst htm in the mere ; 35 a 30, TwoVoices, 354 : fall in trance; 
74b4, Gardener's Daughter, 113: we enter 'd in the cool; 
91 b 24, Talking Oak, 228: (I dropt) an acom in her breast 
(= into her bosomj; 107a, Departure (Day-Dream), I, 
4: far across the hills they wetit in that new world; 107 a, 
Moral (Day-Dream), I, 3: go, look in any glass; lila, 
Edward Gray, 21: I put my face in the gross; 111b, 
Will Waterproof, 17: (the Muse) dips her laurel in the 
wine; 127a 29, Enoch Arden, 152: laid tlie feeble infant 
in his arms; u. s. w., sehr oft; — beides nebeneinander: 
275 a 24, In Mem., 98, 31: (the rocket breaks) malten 
into flakes of crimson or in enierald rain, — Umgekehrt ein 
unerwartetes into: 24b, My life..., I, 3: tvander'd 
into otlier ways; 63 a 8, To J. Sp. , 32: bom into the 
earth; 98, Locksley Hall, 6: the hollow ocean-ridges 
roaring into cataracts] 117 b, Voyage, IV, 2: netv siars all 
night . . . lighten'd into view; — aber auch to für into; 336b 
8, Grareth Lynette, 1119: hurVd him.,,o'er the bridge 
down to the river. — Verschiedene andere Stellen 
zu in: 16b, Dying Swan, III, 6: prevailing in we^kness 
("bei aller Schwäche"): konzessiv; ebenso 272b, In Mem., 
93, 12 : ... that in this blindness of the frame my ghost mag 
feel that ihine is near; — 23a, Eleänore, 11, 3: Coming 
in the . . . breeze : "mit dem Winde geflogen kommen'': tüith 
wäre prosaisch-farblos; ähnlich 25 a, My life..., 11, 5: 
pUdgc me in the ßoiving grape; 27 a, Sonnet, IX, 9: / 
pledge her not in any chcerful cup; 267 a, In Mem., 79, 12: 
the Winds canie in whispers of the beanteous world; — 26b, 
Sonnet, VII, 9: (Hope cares no more) to lisp in loi^e's deli- 
cious creeds : "sich in Liebesgeständnissen zu ergehen" ; — 
adverbial: 28a, Lady Shalott, I, 32: reapers, reaping 
earhj in among the bcarded barley; 192 b 25, Princess, IV, 
414: ihe Icadcr wildswan in among the stars; — 28 b, Lady 
Shalott, II, 31: in her web she still delights to weave the 
mirror's magic sights: a/^ij/na djiö y,oivob: 1. shr delights 



— 163 — 

in Iher weh ("freut sich an — "); 2. to weave in('to) her weh . . . ; 
— "in Gestalt von" — : 38a 43, Miller's Daughter, 
151 : dews, fliat would have falVn in tears, Ikiss'd away hefore 
theyfell; 120b, Letters, VI, 6: they (graves) roseinshadow'd 
swells; 161 a 1, Aylmer's Fiel d, 634: huge stumhling-hlocks 
of 8Com in hahyisins and dear diminutives; 463 b 36, Guine- 
vere, 497 : I should evermore he vext tvith tliee in hanging rohe 
or vacant ornamefit ("in Gestalt" ; via. tvith the idea of thee, 
retuming upon me fram every,,.); ö28b 1, Queen Mary, 
rV, 2: the soft and tretnulous coward in the flesh (hier rein 
explikativ; gleichsam "der im Fleische sitzt"; das Fleisch selbst 
ist der Feigling) ; — 75b 20, Gardeners Daughter, 191: 
fruits and Cream served in the weeping elm ("im Schatten, Um- 
kreis, Bereich"); ähnlich 109a 41, Amphion, 86: i heg read 
in arhotirs clipt and cut, and alleys . . . ; — 93 a 6 (L o v e 
D uty), 26 : myfaith is large in Time ("Zuversicht auf — ") ; — 
164 a 26, Lucretius, 222: my hliss in heing ("Freude am 
Leben"); 238 a, Vi et im, 11, 10: the hing is happy in child 
and wife; — 104b 1, Godiva, 68: he hored a little augur- 
hole in fear ("in aller Furcht nur ein kleines . . .") : halb kon- 
zessiv, halb kausal; — 148a 12, Aylmer's Field, 366: 
hearing in myself the shamc the woman should have bome: 
auch on (mit anderem Bild) oder mysclf allein (als Subjekt 
zu hearing) wäre möglich; — 163b 20, Lucretius, 183: 
a täte to laiigh at — more to langh at in myself ("bei einem 
Manne wie ich") ; — 165 b, Princess, Prologue, 20: ancient 
rosaries, laborious Orient ivory sphere in sphere; — 166 a 18, 
Princess, Prologue, 50: / all rapt in this (fast gleich 
by) ; — 212 a 9, Princess, VII, 93: heart in heart — nach 
"Arm in Arm, Hand in Hand"; ebenso 214b 32, Princess, 
Vn, 286 : thought iyi thought, purpose in purpose, will in will, 
tliey grow, etc.; — 461b 29, Guinevere, 367: saying in 
herseif: normaler wäre to oder ivith ; — 633 b 18, Queen 
Mary, IV, 3: 1h c hcast mif/ht roar his claim to heing in 
God*s image ("nach Gottes Ebenbild"). — Mit in wechselt 
within, oft nur nach metrischem Bedürfnis : 115b, Captain, 
24: /ar within tite South; 137 a 27, Enoch Ar den, 794: 
prayer from a living sourcc within the will; vgl. auch 124 a 

12, To , 32: the hird that . . , dies unheard ivithin his 

tree ("im Laub verborgen"). — 

11* 



— 164 — 

of dient bekanntlicli als Umschreibung für den Gtenetiv; 
Beispiele verschiedener Genetive: § 75. Indes kommen fUr 
manche Arten des Genetivs der Deutlichkeit halber andere 
Präpositionalwendungen vor. So finden wir statt eines er- 
warteten Gen. qualitatis: 73b 9, Gardener'sDaughter, 62: 
so blunt in memory, so old at heart; 169 a, Princess, I, 1: 
a Prince . . ,fair in face; 171 a 7, Princess, I, 113: crack'd 
and s}iiall h i s voice, 1848 zu in voice geändert, dann wieder 
his; 280a 1, In Mem., 113, 6: keen in iniellect — Hingegen 
sähen wir ein tvith nicht ungern für ein dunkel-qualitatives 
of an den Stellen: 101, 16, Locksley Hall, 123: argosies 
of magic sails; 218b, Wellington, V, 19: the dorne of the 
golden cross. — Ebenso finden wir in objektiver Wendung 
of: 123 a 28, Vision Sin, IV, 140: my mockeries of the 
World, — wo wir at erwarten. — Für hetween — and steht 
öfters kurz of — and: 162b8, Lucretius, 106: the Gods, who 
haunt the lucid interspace of world and world. — Weitere 
Fälle von of in Vertretung anderer Präpositionen: 167b 17, 
Sea Dreams, 109: I wonder'd at her strength, and ask'd 
her of it (für ahout); 177 a 4, Princess, H, 234: mix the 
foaming draught of fever {für against) ; 611a7, Queen Mary, 
in, 3 : who will avenge me of mine enetnies (für on) ; 680 b 8, 
Harold, IV, 2: that is noble! that sounds of Godwin! ("wie 
Godwins Sohn sprechen sollte": Ausgangspunkt ist ein 
Genetiv der Herkunft; Kellner, Syntax, § 169). — Für die 
bekannte Vertauschung von of und on in der Volkssprache 
genüge als Beispiel: 847 a, Owd Boä, 6: thou's rode of 'is 
back when a babby. — off: 692 a 14, Harold, V, 2: pluck 
the dead tvoman off the dead man. Maltet (^=^ away from), — 

on (s. auch unter in): 14a 29, Poet, 33: truth ivas 
multiplied on truth: eigentlich ein Pleonasmus, indem on 
schon den Betriff von multiplied enthält und dieses daher 
durch ein farbloseres grew oder dgl. vertreten werden 
könnte; — on = "auf Unkosten von": 17 b, Oriana, 11: 
light on dark ivas (jrotoing ; 675a, Epitaph Caxton,2: 
thou sawest a glory growing on the night; — Richtung: 92 b, 
L o V e D u t y , 9 : (shaJl) Sin itself be found the cloudy porch 
oft opening on the Sun (wie fi-z. äonner sur — von Fenstern). — 

thro' (so Tennysons konsequente Schi-eibung, des- 
gleichen tho\): 1. rein lokal, aber in weniger geläufiger 



— 165 — 

• 

Anwendimg: 206b 11, Princess, VI, 144: arose...thro* all 
her height; 280b, In Mem., 116, 7: the songs, ihe stirring 
air, etc. crt/ thro' the sense to hearten irust ("Pforten der 
Sinne"); 283 a, In Mem., 125, 6: Hope ...did but look throuyh 
dimmer eyes; 653 a, Flight, XI, 1: how often have we 
watch'd the sun fadefrom i*5 thro' the West; — 2. von einem 
bildlichen Durchmessen oder Durchdringen, besonders bei 
zeitlichen Begriffen: 1, To Queen, 14: thro' wild 
Mar eh the throstle calls; vgl. 31a, Two Voices, 24: look 
up thro' night, und 314 b 30, Coming Arthur, 370: 
descending thro' the dismal night; wirklich temporale 
Fälle: 2b 12, Nothing will Die, 16: all things will 
change thro* eternity; 64 b, Love Land, 4: love . . , trans- 
fused thro* ftUure time; 678b, To Macready, 14: our 
Shakespeare* s eye , , . dwells pleased, thro' twice a hundred 
years, on thee; — Durchlaufen einer Entwicklung: 92b, 
Love Duty, 7: work itself thro' madness . . . to law fj 
System and empire; — fiir Energie, Ausdauer (vgl. 
TheodorKörners Gedicht **Durch!"): 104a 26, Godiva, 
62: hut she not less thro' all höre up; — Reihe von Zu- 
ständen: 104b, Day-Dream, Prologue, 6: I went 
thro' many wayward moods; — Reihe von Handlungen: 
145 b 23, A y 1 me r's F i el d , 207 : she . . . stept thro' the 
stately minuet of ihose days; 153b 26, Aylmer's Field, 
724 : thepreacher's cadenceflow'd . . . thro' all the attributes of his 
lost child ; — bei Licht und verschiedenen abstrakten 
Begriffen: 10a 12, Recollections Arabian Nights, 18: 
gold glitteriny thro* lamplight dim ; 64 a, n a M o u r n e r, 
VI, 3 : thro* silence and the treinbling stars comes Faith . . . ; — 
640b 4, Queen Mary, V, 2: he strikes thro' me at Philip 
and yourself; — 873 b : what vague world-whisper . . . thro' 
those three words tvould haunt him when a boy, Far—far — 
away? — S. auch unter hand im lexikalen Teile. — 

to drückt das Da tivv er hältnis aus; in einem Falle 
gebraucht es der Dichter öfters in dieser Funktion, wo es 
die gewöhnliche Sprache fallen läßt, — nämlich bei like: 
IIa 37, Recollections Arabian Nights, 136: lashes like 
to rays of darhiess ; 83 b 17, E d w i n M o r r i s, 4 1 : something 
like to this; 152b 9, Aylmer's Field, 642: a God in no 
wise like to Baal; 303 b, Maud, 11, IV, IE, 2: a shadmv 



— 166 — 

. . . not (hon, hut like io thee; — io in Vertretung anderer 
Präpositionen: 73 b 29, Gardener's Daughter, 72: 
the darhEcLst,,, is briglitming to (= toward, against) his 
bridal mom; 185b 19, Princess, m, 315: in the sltadou? 
unll we worky and mauld ihe wotnan to thefuller day; 250 b 6, 
In Mem., 11, 14: leaves that reddm to the fall; — to für 
lokales totvards: 278a, In Mem., 107, 10: ice... 
bristles all the brakes and thorns to yon hard crescent; bei 
Bewegungsrichtung : 188 b 27, Princess, IV, 1 62 : rapt to 
the honnble (water-j/all (atemlose Erzählung, also kurz). — 
Umgekehrt steht finales toward für to: 150a 31, Ayl- 
mer's Field, 500: as hunters round a hunted creature drau 
the cordon close and closer tou^ard the death; vgl. 163 a 26, 
Lucretius, 154: gout and stofie, that break body touHird 
death; 445a 13, Last Tournament, 101: my younger 
knights . . . move with me toward iheir (the heathen's) quelling. 
— to = against: 85a 22, Edwin Morris, 131: close- 
button'd to the storm: 118 b, Voyage, XI, 8: (blasts that 
drove us) to and thro' ihe counter gale; in moral. Sinne: 
543 a, Wreck, VIT, 2: my sin to my desolate little one 
(desolate proleptisch: das Kind im Stiche zu lassen, war 
Sünde; s. §5); — 95 a 28, Golden Year, 68: every hour 
must sioeat her sixty minutes io the death (= tili) ; — 107 b, 
L'Envoi (Day-Dream), III, 3: io leap to light (für io 
rise from sleep ; io = to med, "entgegen"); — 109 b, St. 
Agnes' Eve, 14: as ihese white rohes are soiVdand dark, to 
("im Vergleich zu'') yonder shining ground (weil Schnee 
gefallen ist) (vgl. oben unter ar/ainst, by)^)] — to fiir den 
dui'cli eine Handlung bewirkten Zustand (verwandt 
den Beispielen in § 35 ) : 234 a 21, D a i s y , 97 : crush *d to 
hard und dry : — mit temporalem Nebensinn: 265a, In 
Mem.. 71, 11: ihe days that grow to somcihing stränge; — 
275 h 1 , In ]^I em., 99, 14 : (dim dawn) who tvalene^t. . . io myriads 
on ihe genial earih nicmories of bridal, or of birih, etc. (wir 
erwarten in, sc. ihe mind of myriads of men), — Wie in 
jRÜ tciihin, so wechselt io mit nnio: 12 b. Ode Memory, 



*) Über to = comyared io, s. "Wh a Heys Note zu BenJousous 
Every Man in his Humour, III, 2 (ed. Cuuniugham, vol. I, p. 28 b) 
C'No, iherc tvere no man on the earth to Thoina^f, if I durnt intst hitn'). 



— 167 — 

V, 20: (all) but lightly weighs wifli theeunto ("im Vergleiche 
zu") the love tlwu bearest thefirst-bom of thy genitis ; 102, 10, 
Locksley Hall, 152: as moonlight unto sunlight . . . ; 117 a 
12, Lord Burleigh, 62: an honour unto which she was 
not bom; 310b 14, Coming Arthur, 102: clarums shrilU 
ing unto blood (= to bloodshed) ; — into steht für to: 76 a 
4, Gardener's Daughter, 144: , . . nor from her tendance 
(Gartenarbeit) tum'd into the world without. — Umgekehrt 
to für into (s. auch unter in): 23b 8, Eleänore, 
rV, 19 : motions flow to one another ("gehen ineinander über"). 

— Wie unto neben to, so steht auch underneath für 
under nach Bedarf: 219a, Wellington, VI, 22: under- 
neath another sun. — 

ujton: 7 b, Mariana, 25: upon the middle of the night 
("genau um Mitternacht") (verglichen wird dazu: Vergil, 
Aen., 9,61: nocte supermedia; Shakspere, Meas. for 
Meas., 4, 1, 35: u2)on the heavy middle of the night ; Keats, 
E V e of S t. Agn e s , 49 : upon the honey'd middle of the night) ; 
Keats, Ode to Nightingale, VI, 6: to cease upon 
the midnight with no pain; — 58b 7, Dream Fair 
Wo m e n , 107 : my father held his hand upon hisface; — 69 b 
17, Morte d'Arthur, 106: upon the hidden bases of the 
hills (= at); — 93 h 27, Love Duty, 76: (liJce those that) 
rush upon their dissolution; — 130 a 20, Enoch Arden, 
341: lühen he came upon her ("besuchte"); — 134b 3, 
Enoch Arden, 611 : when the beauteous hateful isle return' d 
upon Ulm ("als Last auf sein Bewußtsein"); — 135a 34, 
Enoch Arden, 674: hc came upon the place; — 151a 
38, Aylmer's Field, 571: crying upon the name of Leolin ; 

— 170b 22, Princess, I, 96: a wind arose and rush'd 
upon the South. — 

with: 74a2, Gardener's Daughter, 80: May (itwas) 
with me front hcad to heel; "bei mir"; vgl. 174a 8, Prin- 
cess, n, 46: we purposed with ourself never to wed : — einem 
with in nähert sich solches with in dem Falle: 267 b, In 
Mem., 82, 4: no hwer life that earth's embrace may breed 
with him ffriend's rorpse) : — with = against (lat. erga): 
82b 30, Walking to Mail, 99: as ruthhss as a baby with 
a tvorm : — 133 b 15, E n o c h A r d e n , 555 : the thrcc . . . chvcli 
with (=^ amidsi) eternal summer: ähnlich: 173 a 5, 



— 168 — 

Frincess, I, 236: your Highness woiUd enroll theni with 
(= atnong) your oum; — 176b 16, Princess, 11, 216: 
(this your Academe) . . . will pctss with all fair theories (=^ as 
all f.th.); — 3b9h 28, Geraint Enid, 366: Earl...c(me 
wüh mom C'des U matin"); — 703 a 9, Becket, I, 1 : the nuxm 
divides tlie whole long sireet with light and sJiade ("in beleuch- 
teten und dunklen Teil"). — Interessant ist der Grebrauch 
von with, wo wir präpositionsloses absolutes Parti- 
zipium erwarten, weil er zu älteren germanischen Prä- 
positionalkonstruktionen (Kellner, Syntax, § 411) eine 
Parallele bietet: 135b 15, Enoch Arden, 689: Miria$n 
Lane with daily dwindling profits held Üie house (== her profits 
daily dwindling); — 166a, Sea Dreams, 6: came^ with a 
nMnih's leave givefi them, to the sea; — recht frei ist die 
Fügung: 341a, Marriage Geraint, 8: a$ the light of 
Heaven varies, now at sunrise, now at sunset, now by night 
with moon and tremhling stars; logisch wäre: now there being 
sunrise, now sunset, now night, moon and tremhling stars shin- 
ing, — Diesen Wendungen nächstverwandt ist der Gebrauch 
von with bei Angabe begleitender Umstände : 164 b 17, 
Aylmer's Field, 772: Iring tJieir own gray hairs with 
sorrow to the grave; 210b, Princess, VII, 3: ...atfirst 
with all confusion: by and by sweet order lived again with 
other laivs, — Als Meisterstück von Ausdruckskunst gehört 
hieher: 155b 4, Aylmer's Field, 822: nevermore di(L.,pass 
the (church-)gafe save under pall with bearers: für den grand 
seigneur Aylmer sind auch die Träger seiner Leiche noch 
ein "Gefolge". — Instrumentales with von besonderer Art 
liegt vor: 205 a 4, Princess, VI, 46: ...whose anns 
Champion' d our cause and won it with a day blanch'd in our 
annals (weil day s. v. a. battle bedeutet). — Schließlich zeige 
ein Beispiel, wie bequem sich Kürze des Ausdrucks durch 
ein geschicktes with erzielen läßt: 215 a 20, Princess, 
Vn, 309: happy he with such a mother! (==i: happy the man 
who has such a mother!) — 

§128. Die Konjunktionen wurden zum Teil schon 
im einleitenden Abschnitte über Parataxe und Hypotaxe 
(§ 1 — 8) behandelt. Hier zitiere ich also nur mehr : zunächst 
von beiordnenden Konjunktionen: ein der Umgangs- 
sprache entnommenes steigerndes but: 103, Godiva, 22: 



— 169 — 

'^You would not let your littkfinger achefor such a$ thcse?'* — 
*'But I would die" ("Aber ich möchte ja — "). — Dieser 
Ausdrucksschärfe stehen häufige Fälle kopulativer Ver- 
bindung statt adversativer gegenüber^): 123 a 1, 
Vision Sin, IV, 113: you are bones, and what of that . . . 
(für bat what—); — 284 a, In Mem., 129, 5: dear friend 
. . . known and unknown (**und doch — "); — 312 b 16, 
Coming Arthur, 232: a son of Oorlois he, or eise the child 
of Anton, and no hing ("jedenfalls aber — "); — 314 a 24, 
Coming Arthur, 330: fhis King is fair (blond) beyond 
the race of Britons and of men (wo wir steigerndes yea er- 
warten); — 323 b 19, Gareth Lynette, 371: lag him 
low and slay him not (weil but bring him here folgt) (vgl. 
§2!); —328a 18, Gareth Lynette, 642: rough, sudden, 
andpardonahle {ßxr yct p,); — 443 b, Last Tournament, 
23: the Queen, but coldly acquiescing . . . received, and öfter 
loved it (the foundling) tenderig; — 619 a, Defence Luck- 
now, n, 3: Jtold it we might, — and for fifteen dags or for 
twetitg at most; — 520b, Defence Lucknow, VI, 1: 
men will forget wJiat we suffer and not wlvat we do. — 

§ 129. Im Gebrauch von Disjunktivkonjunk- 
tionen sind als Besonderheiten zu verzeichnen: 

— or—or für either—or (vgl. § 121, S. 163, Note 1): 
326a 19, Gareth Lynette, 458: or from sheepcot or hing's 
hall; 469 a 1, Passing Arthur, 120: or thro* death or 
death'likc swoon ; — 7ior—nor = neither — tior;327a 13, Gareth 
Lynette, 575: . . . Äe be nor ta'en nor slain; 880 b 18, 
Akbar's Dream, 31: He knows Himself, men nor them- 
selves nor Him; — nor allein für neither — nor: 512 a 15, 
Sisters, 175: the füll high-tide of doubt that sway'd me up 
and down, advancing nor retreating (oder soll advancing be- 
jaht und in negativer Parallelvariation retreating verneint 
werden?); sichererund kühner ist der Fall: 535 b, Brunnan- 
burh, XI, 6: ßte nor had Anlaf , , , a reason for bragg- 
ing . . . (=z neither he nor Anlaf had, der Alliteration 
halber). 



1) An und für sich natürlich nichts Ungewöhnliches, nicht nur 
im Englischen; vgl. z.B. Fr. Ponsard, Uhonneur et Vargent, I, 8: 
c^est bien facile a dire e t moins ä pratiquer. 



— 170 — 

§ 130. Unterordnende Konjunktionen: 

temporale: — what time fiir "während" sehr be- 
liebt: Poems by Two Brothers, 105,8 (Sublimity): 
what time the rushing of the angry gale %8 loud upon the 
waters; 106,2 (Sublimity): what time the tomb . . . yawns; 
12b 6, Ode Memory, IV, 25: what time the amber mom 
forth gushes (wegen Variation zum vorhergehenden whe$i 
the first matin-song Jiath waketi'd loud); — 17b, Love 
Death, 1: what time the mighty moon was gathering light ; — 
32b 41, Two Voices, 166: dying of a mortal stroke, what 
time the foeman's line is broke; — 47 b 11, Palace Art, 
199 : / can but count thee perfect gain, what time I toatch the 
darkening droves of steine; — 187b 5, Princess, IV, 71: 
(a song) myself had made, wliat time I watch'd the swallow 
winging souih ; — the w;7itZe für diesen BegriflF: 23b, Eleä- 
nor e , V, 4: / mtise ... the white . . . comes out thy . . . smüe; 
— when first als genaues Abbild des lat. cum (ubi) 
primum, ist wie since first u. dgl. sehr häufig: 144a 26, 
Aylmer's Field, 109: when first the tented winter-field was 
brokefi up,.,; — temporal-relativ steht when indem 
Beispiel: 566, 6, Locksley Hall Sixty Years After, 
208: many an Äeon moulded earth, before her highest, man, 
was bam, many an Aeon too may pass when (= during 
the whichj earth is (futurisches Präsens, § 49) manless and 
forloni; — 

modale: as für as i/(sehr oft): 13b, A Character, 
25: tvith Ups depress'd as he were meek; ebenso häufig ist 
as though: 21a, Margaret, I, 13: a tearful grace, as 
tho' you stood between the rainbow and the sun; 23 b 7, 
Eleänore, IV, 19: motions flow , . . even as tho* they were 
modulated so ; — 

konditionales if für konzessive Verbindung : 73 b 
15, G a r d e n e r's D a u g h t e r, 58 : if I said that Fancy . . . 
etc., f/et that was also true (also nicht si, sondern 
etianisi) ; 

Konjunktionen der Umgangs- und Volkssprache : — 141 a 
13, Brook, 104: he told a. ., iale of how the squire had 
Seen the colt, etc. ; — 558 b, S p i n s t e r 's S w e e t -'A r t s , IX, 
4: thou'd . . . 'a taäen to the hottle, so es all that I 'ears be 
true. — Schließlich als Kanzleiblümchen ein kausales tohereas 



— 171 — 

im Sinne des lat. "juridischen" quod: — 812b, Foresters, 
I, 3: whereas Bobin Hood...hath tresptissed c^gaitist the 
hing . . ., therefore . . . Bobin Hood . . . is autlawed and 
banish'd. — 

§ 131. Den Schluß dieser syntaktischen Betrachtungen 
möge einiges über die Wortstellung bilden, wobei 
natürlich nur systemisierbare Gruppen von Erscheinungen, 
nicht die zahllosen isolierten Fälle dichterischer Freiheit 
und metrischen Zwanges aufgezählt werden. 

Das Prädikat geht öfters dem Subjekt voran 
(Kellner, Syntax, § 461 flP.): 

— 102, 19 f., Locksley Hall, 169 f.: never comes the 
trader, never floats an European flog, slides the bird o'er 
lustrous tooodland, Swings the trailer from the crag 
(= only the bird slides etc.); — 103, 13, Locksley Hall, 
291: comes a vapour from the margin; hier fehlt uns 
ein there, welches die Inversion zulässig machen würde, 
ebenso: 108b, Amphion, 41: came wet-shod cUder from 
the wave; 204a, Song (vor Princess, VI), 9: stole a 
maiden from her place; — hingegen tritt nach there keine 
Inversion ein in dem Falle: 269b 1, In Mem., 46, 6: there 
no shade can last in that deep dawn behind the tomb; — 
116a 10, Captain, 64: on the decks as theij were It/ing, were 
iheir faces grim; — 138a 9, Enoch Arden, 841: / 
mind htm Coming down the street; held his head high, and 
cared for no man, he; — 201b 9, Princess, V, 372: 
• . . and of those, — niothers, — that, all prophetic pity, fling iheir 
pretty maids in the running flood, and sivoops the vulture, 
beah and talon, at the heart made for all noble motion; — 
242, 41, Boädicea, 86: ran the land tüith Roman 
slaughter, . . . perish*d many a maid and matron; — 273 a, In 
Mem., 95, 10: ...hats wetit round in fragrant skies and 
toheel'd or lit the filmy shapes that haunt the dusk; — 
276 a 22, In Mem., 98, 30: when all is gay . , , and wheels 
the circled dance , , . and breaks the rocket motten into 
fldkes; — 276 b, In Mem., 103, 26: as vaster grew the shorc 
and rolVd the floods in grander Space; — 316a 26, 
Coming Arthur, 453: rolVd incense, and there past 
along the hymns a voice as of the waters; — in den Königs- 
idyllen werden Reden regelmäßig durch said -{- Subjekt 



— 172 — 

eingeführt, z.B.: 339b 21, Gareth Lynette, 1303: 
Said Gareth laughing; — 340a 17, Gareth Lynette, 
1327: echo'd ihe toalls, ...catne lights etc.; — 424a 
23, Holy Grail, 332: where the roofs totter'd tauHird each 
other in the sky, met foreheads all along the street of (hose 
who watch'd us pass; — im Konsekutivsatz: 478a 16, 
Lover's Tale, I, 116: so tfiat, in that I have lived, do I 
'live; — 669a, Heavy Brigade, HI, 1—8, geht eine 
ganze Reihe von Prädikaten — feil . . ., burst . . ., cnish'd, 
broke . . ., drove . . ., plunged . . ., rode ... — dem Subjekt 
brave Inniskillens and Ghreys voraus. — Ähnliches im Frage- 
satz: 612 a 2, Queen Mary, 111,3: is reconciled the world? 
the Pope again? — 

Dieselbe Voranstellung des Prädikates tritt auch manch- 
mal in einem zu absoluter Partizipialkonstruktion verkürzten 
Satze ein, so: 180b, Princess, DI, 10: Melissa, tinged 
tvith ivan . . ., and glowing round her deu?y eyes the circled 
Iris of a night of tears; — 233b 30, Daisy, 66: how 
. . .fair was Monte Bosa, h an ging there a thousand . .. 
Valleys .. .; — 326b 36, Gareth Lynette, 603: lying 
or sitting round him, idle hands, charm'd . . . (für hands 
idle), — 

Zum Schluß dieses Abschnittes über Subjekt und Prä- 
dikat sei noch als kunstvoU-chiastische Verschränkung der 
Subjekte und Prädikate zweier paralleler Sätze zitiert: 
573 b, Early Spring, VI, 1: Fast, Future glimpse and fade 
(ungefähr gleich Post fades, Future glimpses), — 

§ 132, Ich gehe nun zur Stellung der anderen Satz- 
teile über und beginne mit dem Attribut des Sub- 
stantivs. 

Bei zwei adjektivischen Attributen ist Zwischenstellung 
des Substantivs typisch: 

— 150b 22, Aylmer's Field, 526: hatiny his own lean 
heart and miserable; — 187a 11, Princess, IV, 46: so 
sweet a voice and vague, fatal to men; — 278 a 13, In Mem., 
106,29: the valiant man and free ; — 295 a, Maud, I, XUI, 
III, 6: a gray old icolf and a lean (mit beachtenswerter 
Wiederholung des Artikels); ebenso: 331a 27, Gareth 
Lynette, 828: a full-fair manor and a rieh; — noch auf- 
fälliger: 308b, Dedication "Idylls'', 29: a lovelier life, a 



— 173 — 

more unstain'd, than his (§ 118); — beim bestimmten Artikel: 
612 b 28, Sisters, 216: the great things of Nature and the 
fair: — 322b 7, Gareth Lynette, 297: Camdot, a ciiy 
of shadotvy palaces and stately ; — 368b 32, Geraint Enid, 
937: he rooted out the shthful officer or guilty; — 372 a 9, 
Baiin Balan, 165: aeure lands and fair; — 380b 24, 
Merlin Vivien, 29: brave hearts and dean; — 399b 32, 
Lancelot Elaine, 256: the goodliest man that ever amang 
ladies ate in hall, and noblest, — Dasselbe bei größerer 
Ansdeliniing der zweiten Bestimmung: 426b 22, Holy 
Grail, 486: a great black swamp and of an evil 
smell. — 

Eine ganz analoge Erscheinung beobachten wir, wenn 
zwei Adverbia ein Verbum bestimmen: 377b 22, 
Baiin Balan, 488: she suddenly latigh'd and shrill 
(s. § 92 !) ; — sowie wenn umgekehrt eine Präpositional- 
wendung zu zwei Verben gehört: 194b 18, Princess, 
IV, 629 : bent their broad faces toward us and address' d their 
nwtion; — 393 b 18, Merlin Vivien, 839: her liand 
...went fattering sideways doumward to her belt, and 
feeling. — 

§ 133. Was nun — nach dem adjektivischen — das 
präpositionale Attribut betrifil, so erscheint es nicht 
selten, um nicht mitten im Satze schwerfällig mitgeschleppt 
zu werden, vom Substantiv abgetrennt und nach den wich- 
tigen Satzgliedern bequem — gleichsam als Troß — am 
Ende untergebracht : — 206 aS, Princess, VI, 111: thanks, 
that make our progress falter to the woman's goal; — 
278b, In Mem., 109, 1: heart-affluence in discursive 
talk from household fountains never dry: from mit 
Anhang gehört zu affluence; — 298 b, Maud, I, XIX, 11, 
4 — 6: tvheyi did a moming shine so rieh in atonement as 
this for my dark-dawning youth: — 396 a 28, Merlin 
Vivien, 951: for her fault sfte wept of petulancy, — 

Dasselbe Mittel findet nun in weiterem Umfange An- 
wendung bei präpositionalen Bestimmungen, die zu einem 
attributiven Adjektiv oder Partizip gehören: dieses bleibt 
vor seinem Substantiv, während die Präpositionalwendung 
abgetrennt wird und nach dem Substantiv folgt. Der Aus- 
druckstypus ist in der elisabethanischen Periode imgemein 



— 174 — 

häufig^) und mutet uns deshalb archaisch an. Außer den 
Beispielen, welche bei Besprechung des Verhältnisses von 
Adjektiv und Partizip verstreut vorgekommen sind (§ 59 — 62), 
seien hier noch folgende zitiert: 

— 133b 26, Enoch Arden, 666: tvinding glades 
high up like ways io Heavm; — 146a 32, Aylmer's Field, 
182: a laugh ringing like proven goldm cainage true, — 
(wenn nicht proven und true einfach synonym sind und 
Hendiadys vorliegt); — 192 b 29, Princess, IV, 418: had 
you been ...the enthroned Persephone in Hades. ..; — 262 b, 
In Mem., 19, 10: my deepest grief of all (=- my griefy 
the deepest of all) ; — 281b, In Mem., 121, 1\ sad Hesper 
o' er the buried sun (= Hesper, mouming over . . . s. § 62); 
— 314a 6, Coming Arthur, 311: ßxing füll eyes of 
question on her face (= eyes, füll ofquestion, "voll fi-agen- 
den Ausdrucks") ; — 304 a, Maud, H, IV, VH, 12: hy the 
curtains of my bed tfiat abiding phantotn cold: hier ist 
also die Präpositionalwendung gleich vom abgetan (^phan- 
tom, abiding bf/ ...) ; — 340a 12, Gareth Lynette, 1322: 
the glooming crimson on the marge (= crinison glooming 
on the marge); — 716 b, 2 u., Becket, 11, 1: a faithful 
traitress to thy royal fame: dem Avirkungs vollen Oxymoron 
zuliebe fiir : a traitress, but faithful to . . . — Verwandt mit 
diesen Fällen ist auch die Trennung eines Partizipiums 
"sentiendi'' von seiner Inhaltsangabe in dem Beispiel : 263 b 
23, In Mem., 64, 27: . . . or in the furroiv musing Stands: 
Does my old friend remember nie ? (für . . . st<inds, musing : 
Boes.. .?;. — 

Wie wir sehen, wäre überall Verschiebimg des Adjek- 
tivs samt seinem Bestimmungsballast in appositive Hinter- 
front nach heutigem (jrebrauch das (rewöhnlichere, luid das 
Wesen dieses Ausdruckstypus ist somit — vom nicht-histo- 
rischen Standpunkt aus — Attraktion des Adjektivs aus 
der appositiven in attributive Stellung (mit der Trennung 
von seinem präpositional angehängten oder sonstigen Bei- 
gepäck als notwendiger Folge). Bei dieser Betrachtungs- 



1) Vgl. z.B. Nortou-Sackvilles (hrhoduc, Vors 200, 433, 735, 
970, 331, 1533 etc., od. Ton Im in Smith, und Anm. der Heraus- 
pjcberin in der Einleitung t>ber diese Kigentümlichkeit. 



— 176 — 

weise aber rücken in unmittelbare logische Nachbarschaft 
der eben angeführten andere Attraktionen, wie: 

— 178b 27, Princess, 11, 365: scraps of... Epic 
Ulted out . , ,, elegies and quoted ödes; quoted würden wir, als 
zn eleffies und ödes in gleicher Weise gehörig, appositiv am 
Schluß erwarten: elegies and ödes quoted parallel zu scraps 
. . . Ulted out; — 267 a, In M em., 79, 11 : for us the same. . . 
streamlet curl'd . . . ; the same all winds that roam tiie twilight 
came: wiewohl the same von all durch Vers-Ende getrennt 
ist, sähen wir doch dieses in normaler Rede prädikativ 
nach came gesetzt. — 

§ 134. Nun zu den Bestimmungen des Verbum 
finitum. Zunächst das direkte Objekt. Freiheiten in 
dessen Setzung wären: 

— 110a, Sir Galahad, 22: more bounteous aspects on 
me beam, me mightier tratisports move and thrill; diese 
Voranstellung weniger auffällig bei präpositionalem Objekt: 
110a 3, St. Agnes' Eve, 31: far within for me the 
Heavenly Bridegroom waits; — umgekehrt: das Akkusativ- 
objekt im Ausruf nicht wie üblich vorangestellt: 833b 4, 
Foresters, IV: and yet thou know'st how little of thy 
hing! — Dativisches Objekt vor akkusativischem: 136 a 17, 
Enoch Arden, 657: Uvied a hindly taa upon theniselves, 
. . . and gave h im i t. — Vorwegnahme eines Dativobjektes zur 
Erzielung malerischen Durchbruchs im Ausdruck: 530 a, 
Voyage Maeldune, V, 3: and the red passion-flower to 
the cliffs, and the dark-blue clematis, clung; — bei dop- 
peltem Akkusativ: 491a 15, Lover's Tale, I, 128: her, 
whoni to have suffering vietv*d (für gewöhnUches view'd 
suffering) had been extremest pain; — 783b 12, Promis e 
May, I: my father , , . made younger eider son (= made 
the younger son eider, "enterbte den Älteren zu Gunsten des 
Jüngeren"; beabsichtigt ist grelle Gegenüberstellung). — 

§ 135. Adverbiale und sonstige Bestimmungen des 
Verbs : Eine besondere Gruppe bilden hier die Negationen, 
in deren Einordnung Tennyson — bei naturgemäßer Ver- 
meidung der Periphrase mit do — folgende Eigentümlich- 
keiten aufweist: 

— 8b, To , n, 3: fair-frontcd Truth sliall droop 

not notv ivith shrilling shafts of subtle wit — fiir now shall 



— 176 — 

droqp no more (zu Eeimzwecken) ; — 71 b 14, Morte 
d 'Arthur, 282: such times have been not since (he light 
that led the holy Eiders with the giß of myrrh; — 317, 
Gareth Lynette, 11: ihou dost His will, the Maker's and 
not knowest (= and hnowest it not = tviÜiout knomng it, 
8. §2!); — 333a 22, Gareth Lynette, 941: either spear 
bentbut notbrake; — 463 a 14, Guinevere, 441: Ilcnow, 
if ancient prophecies have err^d not, that I march to meet 
my doom; 476 b 22, To Queen, 63: if our , . , Bepublic's 
crouming common-sense, that saved her many times, notfail...; 
— 487b 16, Lover's Tale, I, 722: to this present mtj 
full'Orb'd love has waned not; — 614b 9, Queen Mary, 
m, 3: sheep at the gap tvhich Oardiner takes, who not 
believes the Pope, nor any of them believe ; 629b 19, Queen 
Mary, IV, 2: no — / not doubt that God will give me 
strength. — *) 

§ 136. Andere Adverbialbestimmungen: 

— 94a, Golden Year, 3: we that day luid been up 
Snowdon (in Prosa stünde that day am Schluß); — 264 a. 
In Mem., 24, 8: this earth had been the Parculise it never 
look'd to human eyes, since Adam left his garden yet: Dieses 
yet gehört zu never (seit 1860 lautet die Stelle: since cur 
first Sun arose and set); — 346a 9, Marriage Geraint, 
316: (ivy-stems) looh'd a knot, beneath, of sfiakes, ahft, a 
grove: der schöne Chiasmus malt die Verschlungenheit des 
Plechtwerks ; ebenso schön ist die labyrinthartige Wendung : 
634b, 3 f., To V. Hugo, 6f. : Bard, whose fame-lit laureis 
glance darkening the toreaths of all that would advance, beyond 
our strait, their Claims to be thy peers . . . (= whose laureis 
glance beyond our strait, darkening the wreaths of all that would 
advance (sc. here, beyond our strait: cutö xoivov) their 
Claims, etc. — 

§ 137. Mit diesen Wendungen, in denen schon ganze 
Wortkomplexe untereinander verschoben sind, gehen wir 
von der Wort- zur Satzstellung über. Beachtenswert 
wären da etwa die Stellen: 

— 188 a 12, Princess, IV, 116: Poor soul! I had a 

^) Geradezu typisch sind solche Setzungen des not bei Shelley; 
s. z. B.: Epipsychidion, 126, 401; Cenci, IV, 1, 22: IV, 4, 106; Ädonais, 
15, 6; 44, 2; Tnumph of Life, 257, 259, 303, 885, 478. 



— 177 — 

maid of honour once. . . (nun wird ihre Geschichte erzählt): 
das Normale wäre die umgekehrte Stellung: / had a maid 
of honour once; poor soul! Aber offenbar seufet die Redende 
bei aufsteigender Erinnerung in halbem Selbstgespräch auf 
und erklärt erst dann ihrer Umgebung den Ausruf. — 290, 
Maud, I, IV, IX, 6: die aus dem Mhd.^) wohlbekannte 
Voranstellung eines von einem zweiten abhängigen Neben- 
satzes : ... and, tohether he heed it or not, where each man 
toalks , . ,in a cloud of poisonom flies (^s= and where each man, 
tohether he heed it or not, toalks . . . ; also im Gegensatz zur 
vorzitierten psychologischen eine rein grammatische Er- 
scheinung). — 

Hieher stelle ich auch (wiewohl es sich nur um eine 
Wortverbindung mit Satzwert handelt): 312 b 16, Coming 
Arthur, 232: No hing of ours! a son of Gorhls Ite, or eise 
the child of Anton, and no hing , or eise base-bom: das 
Wichtigste, daß Arthur "kein König" sei, wird (statt em- 
phatisch am Schluß wiederholt zu werden) mitten in der 
erregten Rede plötzlich vorausgenommen und deren Rest 
erst dann ergänzt.*) — 



1) Paul, Mhd. Grammatik«^, §376, 3. 

2) Denselben psychologischen Bau zeigt die J^c^^-Stelle : Brot 
af Siffurparkvipu, Str. 14 (Bugge): hvetip mik epa ktipj harmr er 
unnintiy sarg cU segja epa svä lata {sorg at segja zu hvetip, svd lata zu 
letip [zeugmatisch] parallel [s. Detter-Heinzel, Anm. z. St.]). — 
Vgl. auch oben S. 13, Fußnote (wo die in §11 zitierte Stelle 375 b 
26j Baiin Balan, 180, psychologisch und förmlich ebenso gedeutet 
wird). 



Dyboski, Tennysona Sprache und Stil. 12 



Zweiter Teil: 

Stilistisches. 

Indem ich von den syntaktisch-grammatischen Unter- 
suchungen zur Stilistik im engeren Sinne als Lehre von 
den sprachkünstlerischen Mitteln des Dichters, der poetischen 
Technik, übergehe, wähle ich als Einteilungsgrund die durch 
Anwendung dieser Mittel angestrebten Zwecke und betrachte 
zunächst — nach dem Gnmdsatze, daß die antithetische 
Methode am übersichtlichsten ist — die Beispiele von Kürze 
und von Fülle, hierauf in einem zweiten Abschnitte Inten- 
sität und Gefühlswert und in einem dritten die Anschaulich- 
keit des poetischen Ausdrucks, woran sich naturgemäß eine 
Zusammenstellung der ihr dienenden bildlichen Redeweisen 
und nach diesem inhaltlichen eine Charakteristik des äußeren 
Schmuckes — Eeim und Alliteration — schließen wird. 

I. Kürze und Fülle des Ansdracks. 

§ 138. Die verschiedensten Kunstgriffe, durch welche 
es dem Dichter gelingt, Ersparnis des Ausdrucks zu erzielen, 
sind in den einzelnen Kapiteln des syntaktischen Teiles 
sparsim besprochen worden; ich verweise nur auf die Ge- 
dankenverschränkung (§ 4), die verschiedenen Arten der 
Attraktion (§ 78) etc. Eine wichtige Art der Ausdrucks- 
kürzung, die Zusammensetzung, wird noch in der Wort- 
bildung zu behandeln sein. Hier finden nur einige unter 
keinem jener beiden Kapitel einzureihenden Gruppen von 
Erscheinungen ihren Platz. 

Zunächst der logisch einfachste Typus : die Ellipse aus 
dem Zusammenhange leicht, ja selbstverständlich sich er- 
gebender Wörter und Wortgruppen : 

— 24 a, E I e ä n o r e, ViLL, 3: hcUveen the sunset and thc 
(sc. rising of thc) hioon; — 27a, Sonnet, IX, 5: weej) on: 



— 179 — 

beyond his object Love can last: his object lives: more cause to 
weep have I: d. h.: in my case, his object lives; yet more 
catise ... (s. die Fälle fehlender Gedankenverbindung, §§ 8 
und 9); — • 27b, Bridesmaid, 3: no tears for me! — ein 
verkürzter Imperativsatz ; — 34b 6, TwoVoices, 287 : he 
oums the fatal giß of eyes, that read his spirit blindly wise, 
not simjde as a thing that dies: ich ergänze nach read h, sp, ein 
to be und deute blindly wise als instinctively inspired toith 
the wisdom of immortal beings im Gegensatze zu simple = 
unknomng, like mortal ones; — 65a, Love thou thy land, 
6 : Love, tliat endures not sordid ends ("verträgt sich nicht mit 
der Verf o Igung selbstsüchtiger Zwecke") ; — 82 a 13, Walk- 
ing to Mail, 62: she was the daughter of a cottager, (who now 
was) out ofher sphere; — 96 a 25, Ulysses, 50: old age hath 
yet his honour and his toil: nur der Zusammenhang ergibt, 
daß honour to win, toil to undergo gemeint ist; — 120b, 
Letters, VI, 2: sweetly gleam'd the stars, and sweet (sc. was 
oder hokedj the vapour-braided blue; — 122b 15, Vision 
Sin, rV, 87: drink we, last, the public fool (sc. moved by 
oder with his) frantic love and frantic hate; — 129 a 26, 
Enoch Arden, 278: Annie, seated (sc. ahne) with her 
grief; — 133a 23, Enoch Arden, 630: the breath of 
heaven sent her (the ship ''Good Fortune") sweethj by the golden 
isles, tili silent in her oriental haven (= tili it grcw silent, she 
being arrived in her ,, .haven); — 136a 1, Enoch Arden, 
641 : scarce-credited at first but (sc. afterwards) more and more; 
— 140 a, Br o o k , 49 : the gate, half-parted front . . . hinge, 
stuck: fast fehlt j was ein lautsymbolisches Bild gibt ; ähnlich 
onomatopoetisch: 205a 17, Princess, VI, 59: descending, 
burst the great brwize valves (zu burst sc. open) ; — 143 a 
24, Aylmers Field, 44: horrm-, worse than had he heard 
his priest preach an inverted scripture, sons of meti daughters 
of God: ein to have married fehlt: es handelt sich um eine 
Umkehi-ung der so vielfach (Byron, "Heaven and Earth''; 
Moore, '*Loves of the Angels") poetisch verwerteten miß- 
verstandenen biblischen Erzählung von der Liebe der 
Söhne Gottes zu den Töchtern der Erde (Kap. 6 der Ge- 
nesis) ; — 156 a, Sea Dreams, 18: and ivent the next (day)y 
the Sabbath, , . . to chapel; — 161a, Lucretius, 8: ivhen 
the woman . . . ran to grcet him with a kiss, the matter took 

12* 



— 180 — 

sfnall notice (scofit), or austerely; — 176 a 18, Princess, 
n, 121 : some respect . . . w<is paid to tooman, superstitian all 
awry ("aber nur aus Aberglauben" und in verkehrter 
Weise; zugleich ein Beispiel für § 8); — 186b 3, Princess, 
IV, S: let US down and rest (= lie doton)^)\ — 213 a 6, 
Princess, VII, 154: thcy (Graces) deck*d her (Aphrodite) 
out for worship unihout end; nor (sc. shall there be an) end 
of mine, stateliest, for thee; hier die Worte absichtlich kurz, 
weil hastig der Hinwegeilenden nachgerufen; — 247b 6, In 
Mem., Prologue, 34: since I began (sc. to be); vgl. 662, 
9, Locksley Hall Sixty Years After, 66: since our 
dying race began; — 258b, In Mem., 42, 6: it was bui 
unity of plc^e that made nie dream I rank'd with him. And 
so may Place retain us still: d. h. one and the same Place; 
"wie wir hier vereinigt waren, mögen wir auch dort ver- 
einigt sein" (so auch Churton CoUins ?. St.) ; vgl. unten 
in § 166 das Beispiel 396b 3, Lancelot Elaine, 44; — 
277 b 17, 1 n M e m., 105, 21 : be neither song, nor game, norfeast 
(für be there); ebenso 284b, In Mem., Epilogue, 4: in 
that it is thy marriage day (there) is music more than any 
song; — 281b, In Mem., 120, 8: / woidd not stay (sc. on 
earthy nämlich, "wenn ich nicht an die Unsterblichkeit der 
Seele glauben könnte"); — 285a 1, In Mem., Epilogue, 
37 : (for thee she grew . . .) and thou art worthy (sc. of her) ; 
— 286 b, I n M e m., Epilogue, 131 : tmder whose conimand 
is Barth andEarth's ("alle Dinge dieser Erde"); vgl. 242, 
9, Boädicea, 51: me the spart of ribald Veferans, mine 
("die Meinen") of ruffian violators; — 311b 19, Coming 
Arthur, 167: / have seeti the cuchoo chased by lesser fowl, 
and reason in the cliase (sc. there was oder being); — 
329a 7, Gareth Lynette, 690: as the cur pluckt from 
the cur he fights with, ere his cause be cool'd by fighting 
(cause = his zeal for his cause); — 336a 23, Gareth 
Lynette, 2003: thou art worthy of (sc. being a companion 
of — , sitting at —) the Table Round; — 338b 7, Gareth 
Lynette, 1231: hail, Knight and Prince, and (sc. mentber, 



*) Über diesen sehr verbreiteten Typus — come, Titinius, we will 
out and talk (Julius Caesar) — s.Detter-Heinzel, Scemundar Edda, 
n, zu Vöbispa 44. 1—12. 



— 181 — 

companianj of our Table Round! — 34 Ib 24, Marriage 
Geraint, 33: going to the King he made this pretext 
f= made this his pretext) ; — 349b 26, Marriage Geraint, 
550, von zwei Kämpfern: either's force was match'd (sc. by 
the other's); — 419a 18, Holy Grail, 30: ''wasit eartUy 
passion crost?" ''Nag . . ,for no suchpassion mine" (sc. is, ever 
was mine); — 463 b 5, Last Tournament, 618: here . , . 
I sat, lonely, but mtising on thee, wondering where (sc. thou 
wert); — 678b 2, Poets Bibliographies, 6: Horace, you the 
wise adviser of the nine-years-ponder'd lay (für * nine'yearS'to-be" 
ponder'd, — "nonum prematur in annum") ; — 687 a 17, Q u e e n 
Mary, I, 4: I have feit within me stirrings of sotne great 
doom (sc. to come oder destined to me), when God's just hour 
peals ; — 598 a 22, Queen Mary, 11, 2 : *'. . . itfound her sich in- 
deed." ''God send herweir (= to be well); vgl. 609b, 6 u., Queen 
Mary, m, 2: make me well (= restore my health), — als 
anthäische Apostrophe an das Heimatland; — 647b, Queen 
Mary, V, 4, 3: may the great angelsjoin tlveir wings, and make 
down for their heads to (sc. take them to) heaven; vgl. schon 
26 b, P 1 a n d , 8 : tili that . . . Barbarian . . . transgress his 
ample bound to some netv croum ; — 649b 16, Queen Mary, 
V, 6: wety famine, ague, fever, storm, türeck, wrath: sc. of 
God: wrath faßt das Aufgezählte als Zeichen von Gottes 
Zorn zusammen. — 

§ 139. Nicht nur Wörter imd Wortkomplexe, sondern 
auch ganze Sätze können fehlen, wo sie der Zusammenhang 
leicht ergibt; solche Gedankensprünge sind: 

— 63 b 2, T o J. Sp., 65 ff. : H were better I should cease 
(sc. to console you by words) although (sc. my grief be so deep 
that I) myself could . . . take the place of htm that sleeps in peace 
(sc. if he were to revive for it) ; — 308, Maud, III, V, 2: 
we have proved we have hearts in a cause (sc. which demands 
it), we are noble still: einen Relativsatz ersetzt der starke 
Ton auf cause; vgl. 403 a 1, Lancelot Elaine, 461: in 
me there dwells no grcatness . . . there is the man (sc. who is 
really great) ; — 375 a 17, Baiin Balan, 342 : sprays grated, 
and the canker'd boiighs . . . whined . . . ; for all was hush 'd 
within: wie das for zeigt, ist zu ergänzen: it was to be heard 
distinctly, — 

Auf den fehlenden Satz darf sogar Bezug genommen 



— 182 — 

werden in Fällen, wie: 378a 6, Baiin Balan, 499: dost 
thou remeniber at Caerleon once — a year ago — nay, then I 
love thee not (sc. if thou dost not reniember). 

§ 140. Eine besondere Unterart der Ellipse ist das auf 
ihr beruhende Zeugma, eine in der Dichterspracbe natur- 
gemäß häufige Freiheit. Es heißt z. B. : 

— 181a 12, Princess, HE, 31: her lynx eye to fix 
and miike me hotter: aus dem me ist zu to fi>x ein on me zu 
ergänzen; vgl. 361 b 6, Geraint Enid, 463: who closed 
toith him, and bore (sc. him) dotvn; 376 a27. Baiin Balan, 
409: seizing thereupon (via, upon a lance he found) ptish'd 
(sc. it) thro' an open casement down; 400a 16, Lancelot 
Elaine, 273: he leamt and wam'd me of their fierce design 
(= leamt their /. d. and wam'd me of it) ; 440 a 13, 
Pelleas Ettarre, 304: roses white and red, and brambles 
mixt (sc. tvith them) and overgromng them; 688b, 7u., Queen 
Mary , I, 5: (gewisse Maßregeln Marias) . . . make all Umgues 
praise and all hearts beatfor you (praise you — beat for you); 
— 182 a 29, Princess, IH, 111: heave and thump a league 
of Street ,,, down : dotvn und das Objekt gehören nur zu 
thump, heave T^ürde einen Akkusativ des Werkzeugs fordern ; 
aber heave and thump ist schon so formelhaft verbunden 
wie etwa hide-and-seek (180a 14, Princess, 11, 435); — 
322b 14, Gareth Lynette, 304: ever and anon a Jcnight 
would pass outwardy or intvard to the hall; to paßt zu out- 
ward nicht, das ein from fordert; — 323 a 10, Gareth 
Lynette, 332: he (the King) reft us of it (viz, the field we 
would not seil him) perforce, and left us ncither gold nor 
fieldy — füi* neither left us our field nor gave us the gold he 
had offer' d for it : das Zeugma der wirkungsvollen Formel 
gold— field zuliebe ; — 358 a 27, G e r a i n t E n i d, 260 : pluck 'd 
the grass . . , and into inany a listless annulet , . , wove and 
untvovc it; — 632 b, De Profund is, 11, IT, 2: that which 
should hc man . . . dretv to this shore Vit hy the suns and moons 
and all the shadows (zu lit ein paralleles darketi'd zu 
ergänzen). — Ein Beispiel auch in § 227. 

§ 141. Eine zweite Unterart der Ellipse ist die so- 
genannte comparatio compendiaria, welche ich nur 
deshalb hier und nicht bei der Technik des Vergleichs 
behandle, weil mit ihr aufs engste eine zahlreichere Gruppe 



— 183 — 

anderer Konstruktionen verwandt ist, welche durch, den 
homerischen Typus ^^Mvg/udöpoiv vijsq raxvv d/Jiq)'^Axi^fja" 
(für äfi^l vfja Tay^cog A/j^V^£) illustriert und schematisoh 
durch *'xy0.,.xi (yi fehlt) zi " ausgedrückt werden kann. 
Beisp. fiir comparatio compendiaria im engeren Sinne : 845 a 
14, Demeter Persephone, 50: cM the space of blank 
earih'haldness clothes itself afresh, and breaks inio the crocus- 
purple hour that saw thee vanish (= inio croens-purple blooin, 
like the bhom of the hour that , , .), — 

Jene anderen nächstverwandten Fälle : 45 a 36, Palace 
Art, 52: frost-like spires = spires like Hiose produeed 
by fräst, — wo auch noch eine comparatio vorliegt; — 
84a 11, Edwin Morris, 63: thrice-happy days! the flower 
of each, those moments tohen we met, tM crown of aß, 
(sc. the day tohen) we met to pari no more; — 87 a 29, 
Stylit es, 130: whose names are register^d and calendar'dfor 
saints (= saints', sc. names); genau so 698b, Becket, 
Prologue: her face was veiled, but the back methought was 
Rosamund (= Rosamund's, sc. back); — 260 b, In 
Mem., 52, 11: what keeps a spirit wholly true to that ideal 
which he bears? what record? not the (sc. record of the) 
sinless years that breathed beneath the Syrian bltie; — 775 a 
(Falcon) : Filippo traktiert die Herrschaften mit *Hheprunes 
froni the tree tliat his lordship — " "planted", will er sagen, 
wird aber unterbrochen, sagt daher zum zweiten Male, um 
schneller fertig zu werden: *'the prunes that your lord- 
ship — '', bringt es aber wieder nicht zu dem hier schon 
logisch unmöglichen planted. — 

§ 142. Schon diese letzte Gruppe von Fällen war 
dadurch gekennzeichnet, daß in einer zu einer früheren 
parallelen Wortverbindung das Wort oder die Wortgruppe, 
die wenig oder gar nicht verändert wiederkehren sollten, 
fortgelassen werden ; für diesen allgemeinen Grundsatz nun, 
welchen Tennyson zeitlebens geradezu ängstlich beobachtet, 
wimmelt es von Beispielen, aus welchen das Folgende eine 
Auslese bietet. 

Zu den gewöhnlichsten Fällen gehören: 

— 1. 34a 32, Two Voices, 272: a shadoiv on the graves 
I knew, and (sc. a) darkness in the village yew; 106 b, 
Revival (Day-Dream), 11, 5: the maid and (the) page 



— 184 — 

renew'd their strife; 343b 32, Marriage Geraint, 187: 
there rode füll shwly hy a knight, (a) lady, and (a) dwarf; — 
so ist natürlich der Artikel zu parallelen Substantiven sehr 
oft zu ergänzen; ebenso zahlreich sind Fälle, wie: 

— 2. 40b 1, Oenone, 29: thegoldenbee is lity-cradled, 
I aJane (sc. am) awake; 198b 7, Princess, IV, 181: i$ 
not Ida right? (so. are not) they (vijs, toonien) worth it (viss. 
greater culture)? 260a, In Mem., 50, 10: he near me when 
my faith is dry, and men (sc. are im Sinne von are to me 
but as) the flies of latter spring, wo also die Copula bei 
parallelen Subjekten trotz verschiedener Person und Zahl 
nicht wiederholt wird. 

— 3. Ebenso normal ist Fehlen der Präposition, wie 97 b 
24, Tithonus, 71: the steam floats up from those dim fields 
abaut the homes of happy men that have the power to die, and 
(sc. from tJie) grassy barrows of the happier dead; 189 a 26, 
Princess, IV, 193: now poring on the ghwwormy novo the 
Star, — 

Diese Typen brauchen wegen ihrer Häufigkeit nicht 
weiter belegt zu werden. Andere Beispiele sind: 

— 13b, A Character, 13: he spake of virtue: not 
the gods more purely (= the gods do not speak..,): — 
27 a, Sonnet, X, 2: in the great sphere of the earth, and 
(sc. in the great) ränge of evil between death and birth : — 33 a 
26 und 28, TwoVoices, 181, 184: cry.faint not (= cry twt, 
faint not); — 35a 24, Two Voices, 346: (1) it may be that 
no life is found, (2) which only to one engine bound falls off, 
(3) but cycles always round: es hat den Anschein, als wäre 
3 zu 2 parallel; der Sinn aber fordert die Ergänzung but 
that life cycles und somit Parallelismus von 3 zu 1; — 
49b 24, Vere de Vere, 56: kind h^arts are more than 
coronets, and simple faith than Norman blood; — 52, Con- 
clusion (May Queen), 1: / thouglit to pass aivay before, 
and yet alivelam; and in the fields . . . etc. (folgt ein Frühlings- 
bild, zwei Zeilen lang; dann:) To die before the suoicdrop 
came, and now the violet's here, ohne daß / thought wieder- 
holt würde ; — 64 a : You ask me, why, though dl at ease, 
within this region I subsist, whose spirits falter in the mist, 
and languish for the purple seas: languish ist trotz allen An- 
scheines nicht zweites Prädikat zu spirits, sondern es ist 



— 185 — 

davor I zu ergänzen und / suhsist . . . and (I) languish 
= I suhsist, . . . languishing all the while . . . (vgl. über 
Parataxe für Hypotaxe, § 1—2); — 103, Godiva, 10: 
she did more, and underwent, and overcame, wo wir gewohnt 
sind, das gemeinsame Objekt erst am Schluß zu finden; 
ähnlich 110a, Sir Galahad, 16: for them (ladies) I battU 
tili the end, to save (sc. them) from shame and thrall; 290, 
Maud, I, rV, Vm, 6: I have not made the world, and He 
that made it will guide (sc. it) ; — 128 b 22, E n o c h A r d e n, 
241 : her eye was dim, (her) hand tremulous ; 166 a 9, P r i n- 
cess, Prologue, 41: her anns lifted, eyes an fire; — 
161b 6, Lucretius, 38: the flaring atom-streams and (sc. 
cUom-J torrenis of her (Naiure's) myriad universe (wie deutsch 
"Atom-Ströme und -Bäche''); — 180b, Song (vor Prin- 
cess, in) 13: father will come to his habe in the nest, silver 
sails all out of the west (sc. will conie) (dasselbe in un- 
puhlished version, Life, Tauchnitz ed., 11, 16); — 190 b 
18, Princess, IV, 278: / loved you like this kneeler, and 
you me (like) your second mother ; vgl. 407b 23, Lancelot 
Elaine, 740: so ran the tale like fire about the court, (like) 
fire in dry stubble a nine-days* wonder flared (Chiasmus) ; — 
190b 28, Princess, IV, 288: partly that you were my civil 
head, and chiefly (sc. [for] that) you were bom for something 
great; — 279 a, In Mem., 110, 2: the men of rathe and 
(sc. those of) riper years, — der Unmittelbarkeit der alli- 
terierenden Antithese zuliebe; — 307, Maud, m, m, 9: 
/ saw the dreary phantom arise and fly far into the North, and 
(sc. henceforth I saw but) battle, and seas of death; — 312 b 
2, Coming Arthur, 218: each but sought to rule for his 
own seif and (hisotvn) hand; ähnlich 590 a 16, Queen Mary, 
I, B: your Grace and (your) kingdom will be suck'd into the 
war, — wo sogar das your vor kingdom andere Funktion 
hätte als beim Titel Grace; — 327 b 17, Gareth 
Ly nette, 610: she will not wed save ivhom she loveth, or 
a holy life (wed auch zu holy life zu ergänzen!); — 332b 21, 
Gareth Lynette, 912: these arm'd him in bitte amis and 
gave a shield : ein dativisches him ist zu gave aus dem akkusa- 
tivischen bei arm*d zu ergänzen; — 347a 1, Marriage 
Geraint, 367: Y7iiol caught his purple scarf, and held, and 
Said,., (held, sc. it, oder held him back by it) ; — 370a 2, 



— 186 — 

Baiin Balan, 37: but rafher proven in his (Arthur^s) 
Paynim tvars, than (sc. in hisj famatis jausts; — 374 a 11, 
B alin Balan , 282 : I suffer froni the things before me, (sc. but, 
§ 7) know, kam nothing (sc. from them) (Tcnaw nothit^ 

— leam nothing) ; — 380a 19, Baiin Balan, 422: dosed 
his death-drowsing eyes, and slept the sleep (sc. of death); 

— 463 a 30, Guinevere, 457: (Order of Table Bound) to 
serve as modelfor the mighty world, and be the fair beginning of 
a time (=fair b. o/afair time); — 684b, 6 u., Harold, V, 
1 : how should the King of England waste the fields of England, 
his ow^i people (für of his . . . people, weil people nicht appo- 
sitiv, sondern parallel zu England); — 853 b 11, Bing, 
103 : f/our mother and step-mother — Miriam Ente and Muriel 
Eme: da es sich um zwei Personen handelt, erwarten wir 
Wiederholung des your. Umgekehrt heißt es 628 b 21, Q u e en 
Mary, IV, 2: now you, that would not recognise the Pope, 
and you, that would not oum the Real Presence, — wobei 
doch nur eine Person angesprochen wird. — 

§ 143. Eine auffälligere Gruppe als die eben angeführte 
bilden Fälle, in denen ein zwei parallelen Wendungen ge- 
meinsames Wort erst an der zweiten Stelle erscheint und 
nun in Gedanken in die erste zurückergänzt wird: 

— besonders häufig bei einem gemeinsamen Objekt 
zweier Verba: 132 a 26, Enoch Ar den, 470: that sh^but 
held (sc. him) off to draw htm on; 324 b 11, Gareth 
Ly nette, 422: retum, and meet (Jiim), and hold him from 
our eyes; 326b 4, Gareth Lynette, 638: the King* s ccdm 
eye feil on (him), and check* d (Jiim), and made him flush; 
336 b 7, Gareth Lynette, 1118: cast, and so hurVdhim 
hcadlong o'er the bridge; 382 a 25, Merlin Vi vi en, 120: 
our wise Queen . . . tvül hate, loathe, fear — but honour me 
themore; 450 b 12, Last Tournament, 453: the teeth of 
Hell jiay bare and gnash thee flat; — in dem Falle 112 a 9, 
Will Waterproof, 49: tho' all the world forsake, tho' 
fortune clip my umigs, ist das me zu forsake aus dem my 
vor wings zu ergänzen. 

Sonstiges : 22 b, Eleänore, I, 1—2: thy dark eyes 
open'd not, nor first reveal'd themselves to English air: first 
gehört schon zu ope^x'd; — 98, Locksley Hall, 16: 
. . . wheyi I dipt into the future . . ., saiv the Vision of the world, 



— 187 — 

and all the wonder that would he: der Relativsatz ist 
ebenso schon zu world zu ergänzen; — 163b 8, Lucretius, 
171 : . . . thrang, their rags and they the hosest, far into that 
counciUhall where sit the best and stateliest of the land: 
hasest of the land — best and stateliest of the land; — 21Bb 10, 
Princess, Vii, 327: the light dearer for night, as dearer 
thou for faults lived over: night lived over — faults lived 
over; — 221b, Third February, 13: as long as we remain, 
we must speak free (retnain free — speak freefly]); — 252a, 
In Mem., 18, 19: treasuring the looks it cannot find, the toords 
it cannot hear again (find again — hear again) ; — 266b, 
In Mem., 77, 6: these , . . lullabies of pain (die Elegien) 
map bind a book, may line a box, mag serve to curl a maiden's 
locks: serve to — schon vor bind und line zu ergänzen ; der 
geleistete Dienst ist freilich bei curl mehr mittelbar als bei 
Innd und line; — 269b 38, In Mem., 85, 102: that these things 
pass, and I shall prove , . .; ein shall, beziehungsweise tcill 
gehört schon vor pass; — 271a, In Mem., 89, 11: brawling 
Courts and dasty purlieiis of the law (also courts-of-law) ; — 
525a, Columbus, 22: ..,him who , . ,gave glory andmore 
empire to the kings of Spain than all their battles: more schon 
zu glory ; — 656 a 11, Harold, I, 1 : 7. . . tcho inade the King 
who made thee (sc. Earl), make thee Earl. — 

§ 144. Das Gegenstück zur Vermeidung unnötiger 
Wiederholung von Wörtern und Wortköq)ern bildet deren 
beabsichtigte rhetorisch-emphatische Wiederkehr. Die Ana- 
pher a ^) — Wiederholung derselben Wörter und Wendungen 
am Anfang von Sätzen oder Satzteilen — braucht wegen 
ihrer Häufigkeit nur durch die folgenden Beispiele belegt 
zu werden: das Bekannteste sind wohl die fünf Zeilen auf 
Seite 342 a 6 ff., Marriage Gera int, 50 ff., welche mit 
fortgetful of — beginnen^): 

'• (Geraint) grew 

Forgetful of hü proinise to the Kitig, 



^) In der Beneuniing und Einteilung stilistischer Begriffe folge 
ich in diesen Ahschnitten vielfach dem Werke von Gerber: Die 
Sprache als Kunst, 2. Aufl., Berlin 1885, 2 Bde. 

2) Eine interessante Parallele in Gestalt von vier Versen aus 
Keats' Isabella (LIII}, die alle mit And slie forgot beginnen, bei 
Churton Collins, lllustratiom of Tenn., p. 122. 



— 188 — 

Forgetful of the falcon and ihe hunt, 
Forgetful of ihe tut and toumament, 
Forgetful of his glory and hia name, 
Forgetful of his princedom and its cares, 
And ihisforgetfulness was hateful to J^er" (Enid). 

Weiteres : 

— 343a 16, Marriage Geraint, 134: a faded silk, 
a faded mantle and a faded veil: charakterisiert nacli- 
drücklich. die Abgetragenheit der Kleidungstücke ; — 469 a 
31, Guinevere, 210: were I such a King tvith sucä a 
Queen, well might I wish to veil her unckedness, but were I 
such a King ("aber gerade wenn icb . . ."), it caiild not 
he. — Volksrhetorik wird nachgeahmt in: 501b, First 
Quarrel, XIV, 3: he was all wet thro' to the shin, an' I 
never said ''off wi' the wet*\ I never said "on wi' the drt/'. 
Von nachdrücklich volksmäßiger Wirkung ist auch der 
Passus in Wyatts Eede: 696a, Queen Mary, IT, 1: What? 
shall ive have Spain on the throne and in the parliament; 
Spain in the pulpit and on the law-hench; Spain in all the 
great Offices of State; Spain in our ships, in our forts, in cur 
houses, in our heäs?^) 

§ 145. Für die Epiphora — Wiederholung am Satz- 
schluß — mag zunächst als Gegenstück zu jenem Kron- 
beispiel der Anaphora folgende Stelle zitiert sein : 426 a 
29 ff., Holy Grail, 460 ff. (dem Galahad leuchtete der 
heil. Gral auf seinem Wege voran) : 

". . .fainter hy day, but always in ihe night 
Blood-red, atid sliding down the blocken^ d tnarsh 
Blood-red, and on ihe naked niountain-top 
Blood-red, and in ihe sleeping mere below 
Blood-red:' — 

Weitere Beispiele: 309a, Coming Arthur, 13ff. : 
for first Äurelius Hved and foiight and died, and after him 
King üther fought and died, but either , . .; — 325a 16 ff., 
Gareth Ly nette, 465 ff. : hroad hrotvs and fa i r, a fluent 

1) Im Inhalt — besonders im scherzhaften Schhiß — entpuppt 
sich diese Phrase (wie beim Stoff von Queen Mary begreiflich) als 
Nachahmung von Goethes "Egmont", wo am Schluß der I. Szene 
Soest von Jetter sagt : "Sie (die spanischen Besatzungen) hatten ihn 
vertrieben aus der Küche, dem Keller, der Stube — dem Bette." 



— 189 — 

hair and f ine, high nose, a nostril large and fine, and 
hands large, fair and f ine (etwa ein Gegenstück zu den 
Beispielen für Anaphora von "faded'* aus "Marriage of 
Geraint"). — 485b IB, Lover's Tale, I, B97ff.: 

"Decul, for henceforth ihere was no life for me! 
Mute, for henceforih what tise were words to me! 
BUnd, for the day was as the night to me!" — 

Vollständiger Satzparallelismus auf Grundlage einer 
Epiphora liegt vor in: 381a 4, Merlin Vivien, 40: as 
Love, if Love be perfeci, casis out fear, so Hate, if Hate be 
perfect, casts out fear. 

Kombiniert erscheinen Anaphora und Epiphora in der 
sogenannten Symploke; vollendetstes Beispiel : 308 b, 
Dedication "Idylls'', 49— B2 (Schlußverse): 

" Maij all love, 

His love, wiseen but feit, o'ershadow Thee, 
The love of all Thy sons encompass Thee, 
The love of all Thy daughters cherish Thee, 
The love of all Thy people eomfart Thee, 
Till God'8 love sei Thee at his aide again!'' 

Femer: 308b, Dedication "Idylls", 43: break 
not, woman's-heart, but still endure; break not, for 
thou art Royal, but endure. 

In chiastischer Stellung : 316b 17, Coming Arthur, 
^7b: flash brand and lance, fall battleaxe upon heim, 
fall battleaxe, and flash brand! — In ähnlicher Weise, 
indem zwei Begriffe einmal mit näheren Bestimmungen 
genannt, einmal ohne diese wiederholt werden — nur diesmal 
nicht in umgekehrter Ordnung — , heißt es : 481 a 26, L o v e r 's 
Tale, 326 ff. : a land of promise, a land of memory , a 
land of promise flowing toith the milk and honey of delicious 
memories! — Zum Chiasmus der früheren Stelle aber 
vergleicht sich: 386a 29, Merlin Vivien, 369: the gnat, 
that settles, beaten back, and beaten back settles, 
tili one could yield for weariness, — Dieses Beispiel nähert 
sich schon einer andern Art der Verbindung von Anaphora 
und Epiphora, nämlich dem K y k 1 o s , für welchen wir ein 
vollendetes, durch intensive Alliterationshäufung verstärktes 
Beispiel finden in der Stelle: 631b 15, Queen Mary, IV, 
3: God grant me grace to glorify my GodI 



— 190 — 

§ 146. Schließlich ist noch eine bei Tennyson besonders 
beliebte Form rhetorischer Wiederholung zu erwähnen, 
welche ich als Wortwiederholung bezeichne; sie 
beruht darauf, daß ein Wort, welches den Kern des Vor- 
stellungsinhaltes einer Stelle büdet oder zu der hervor- 
zurufenden Stimmung den Grundton angibt, als solcher 
durch Reihen von Sätzen unter ihrem Ausdrucksstrome 
beständig mitfließt und mitklingt und immer wieder an den 
verschiedensten Stellen des Satzes auftaucht, also "the burdeth 
of the sang*' zu nennen ist ; wörtlich findet diese Bezeichnung 
Anwendung auf die hervorstechendsten Beispiele dieser Art, 
nämlich sämtliche kleinen Lieder in den Königs- 
idyllen. 

So klingt in Merlins Trioletten (315a 29, Coming 
Arthur, 402 ff.) der launische Wechsel rain and sun 
wieder; — durch das Lied der Kitter (316b 12, Coming 
Arthur, 470 ff.) geht das Klirren der Waffen: blow trumpei, 
fl(ish hrand, fall battleaxc, dang battlecuce, clash brand, 
strike for the King! in beständiger kunstvoll verflochtener 
Wiederholung; — durch das Lied Enids vom Glück (346 a 
31, Marriage Geraint, 337 ff.) rollt die Apostrophe 
tum thy wheel; — in Viviens Liebeslied (376 b 24, Bai in 
Bai an, 436 ff.) the fire of heaven und fire, fiery etc.; ein 
anderes Lied von ihr (386 b 9, Merlin Vivien, 385) 
beginnt mit nachdrücklicher Angabe des Themas: In Love, 
If Love be Love, if Love be ours . . .; — in The Song of 
Liove and Death (412a 16 ff., Lancelot Elaine, lOlOff.) 
die Gegensätze sweet und bitter (wie love und death) mit 
Überwiegen des ersteren; — das schönste aller Beispiele 
ist wohl das ^*Eosenlied" (439 b 19 ff., Pelleas Ettarre, 
'281 ff.), in welchem an allen Ecken und Enden die Rose 
ihre Pracht entfaltet: A rose, but ane, none other rose had 
I; ähnlich klang es in Lynettens Liedchen (335 a 3 ff., 
Gareth Lynette, 1031 ff.) von flotvers und flower 
wieder; — Tristrams unbeständige Natur charakterisiert 
trefflich ein Liedchen (447 b 33, Last Tournamen t, 
285 ff. j mit seinem (xeträller von new leaf, new life, new 
love — free love, free ßeld, — wie auch das in wechselndem 
Dämmerungslicht gesungene '^Stenienlied" (466b 1, Last 
Tournament, 736 ff.) mit seinem flackernden Geglimmer 



— 191 — 

von ay, ay, ay und a siar, a star; — die trostlose Eeue 
Guineveres spiegelt sich so recht in dem ihr vorgesungenen 
(von Weber, dem Autor von "Dreizehnlinden", meisterhaft 
übersetzten) Liedchen (468b 16, Gruinevere, 166 ff.) mit 
seinem herbstlich rauschenden Laie, late, so late, — too 
late, too late. — 

Die Wirkung so wiederholter Wortakkorde und Passagen 
verstärken auch noch vielfach Alliterationen. 

Von anderen vereinzelten Fällen dieses musikalisch- 
rhetorischen Kunstmittels — sie sind zahllos über alle 
Werke verstreut — führe ich nur wenige, meist aus späteren 
Dichtungen, an : 

— 152a 25, Aylmur's Field, 629: ^'your hotise is left 
unto you desolate'^ — als Text der Leichenpredigt ; natür- 
lich zieht dann desolate und desolation wie ein Refrain 
durch die ganze Rede; und von ihrem schuldigen Opfer, 
Aylmer, heißt es (165b 14, Aylmer's Field, 831): 
Oie man became imbecile; his one word was "desolate^^ ; — 
296a, Maud, I, XV, 3: if I be dear to some one 
eise, then some one eise may have much to fear; but if I 
be dear to some one eise, then I should be to myself more 
dear: dear und some one eise wiederholen sich in kimstreicher 
Verschlingung; überdies Anaphora von if I be, vgl. das 
Beispiel 469 a 31, Guinevere, 210, im § 144); — 316 a 
21, Coming Arthur, 449: far shone the fields of May 
thro* open door, Ute sacred altar blossom'd white with May, 
tihe sun of May descended on their King; — 317, Gareth 
Ly nette, 2: the last tall son of Lot and Bellicent, and 
tallest, Gareth; — mit deutlich beabsichtigter Vermeidung 
eines Pronomens: 317, Gareth Lynette, 6: before my 
lance if lance were mine to use (vgl. 120a, Letters, lU, 
6: my gifts, when gifts of mine could pleasej ; — sowie 
324b 8, Gareth Lynette, 419: Mark hath tamish'd the 
great name of hing, as Mark would sully the low state of 
churl; — 431b 21, Holy Grail, 811: up into the sotinding 
hall I past; but nothitig in the sounding hall I saw (mit 
onomatopoetischer Wirkung); — aus der Kindersprache: 
317, Gareth Lynette, 16: good mother isbad mother 
unto wie (vgl. den Ausruf Telemachs, Odyss., 23,97: ixrjVSQ 
i^ri, övoixr^VEo) ; — 352 a 15, Marriage Geraint, 699: tho' 



— 192 — 

ye won the priee of fairest fair, and tho* I heard kirn 
call you fairest fair, let never maiden think, however fair, 
she is not fairer in new clothes than old; — 386 b 24, 
Merlin Vivien, 332: I, feeling that yot4 feit me worthy 
trust; — 618b, To Princess Alice, 1 — 2: dead PHncess, 
living Power, if that, which lived true life, live an; — 
628a 27, Columbus, 203: to lay me in some shrine of this 
old Spain, or in that vaster Spain I leave to Spain; — 
&38b 2, Tiresias, 18: a tale, that told to nie, tvhen but 
thine age, by age as tvinter-white as mine is now; — 651 a 
30, Ancient Sage, 241: unshadowable in words, them- 
selves but shadows of a shadow-world; — 661b 16, 
Ancient Sage, 269: in the hand of wliat is more than 
man, or in man's hand when man is more than man; — 
693b, 4 u., Queen Mary, 1,6: '*my pr et ty maiden, teüme, 
did yoti ever sighfor a beard?'* "ThaVs not apretty question" 
*'Not prettily put? I mean, my pretty maiden, a pretty 
manfor such a pretty maiden." — 631a, 6u., Queen Mary, 
IV, 3: Lord God, although my sins be great, for thy great 
mercy have mercy! (dieser Ausruf übrigens wörtlich aus 
Cranmers Gebet bei F r o u d e, an das sich die ganze Stelle 
eng anschließt: Kaiisch, Studier over Tennyson, 
227). — Ein schöner Chiasmus — wie er uns schon so 
oft begegnete — verstärkt die Wirkung der Stelle : 642 a, 6 u., 
Queen Mary, V, 2: / bring your Majesty such grievous 
news I grieve to bring it; ähnlich, aber noch kunstvoller, 
weil "Spiel mit drei Kugehi" : 666 a 8, Harold , I, 1 : ''the 
King haih made me Earl; make me not fool! nor make tlie 
King a fool, tvho made me Earl!" "No, Tostig — lest I make 
myself a fool tvho made the King who made iJiee (sc. Earl), 
make thee EarV — 662b 12, Harold, ü, 2: '*. . . tofightfor 
thee again!" ''Perchance against their saver, save thou save 
him from himseJf" Vgl. schon 294 a, Maud, I, XI, I, 4: 
before my life has found wliat some have found so stveet; — 
668b, In., Ksirold, 11,2: heisaliar whoknows lama liar, 
and makes believe that he believes my word; — 687b, 6u., 
Harold, V, 1: / am dead as Death this day to ought of 
earth's save William* s death or mine. — 719 a 3, Decket, IT, 
1: "0 beautiful (crucifix)! May I have itasmine, tili mine 
be mine again?" (die Sprechende hatte ihr eigenes nicht 



— 193 — 

mitgebracht); — 854a 13, Ring, 136: while I communed 
with my truest seif, I woke to all of truest in myself.^) — 

§ 147. Schon mit einigen der letzten Beispiele sind 
wir von der reinen Wortwiederholung an sich dem Wort- 
spiel, d. i. der Wiederholung eines Wortes in verschiedener 
Bedeutung, nahegertickt — und ich lasse daher hier des 
Zusammenhanges halber gleich ein Verzeichnis von Wort- 
spielen und wortspielartigen Wiederholungen von Wörtern 
und Stammformen, mit imd ohne scherzhafte Pointe, folgen: 

— 13b, Character, 4: the nothingness of things; 
— 17a, Dirge, VI, 6: in Zeile 1 hieß es, daß kingcups 
auf dem Grabe blühen ; mit Anspielung auf diesen Namen 
heißt es nun: kings have no such couch as thine; — 33b 
16, Two Voices, 213: did not dream it was a dream ("hatten 
keine Ahnung davon, daß es..."); — 41 b 30, Oenone, 
129: such boon . . , to thee . . . should come most welcome; — 
42b 4, Oenone, 169: but he heard me not, or hearing 
ioauld not hear me: das letzte hear bedeutet "folgen"; — 
44b, Palace Art, Prologue, 16: not for this was 
common clay ("gemein, gewöhnlich'') ta'enfrom the common 
earth ("allen gemein'')'^); vgl. noch 248b, In Mem., 6, 3: 
''Loss is common to the rare" — and common is the common- 
place; — 67, The Go ose, 49: the glass blew in, the fire 
hlew out, . . Jier cap blew of, her goion blew up: blow in 
verschiedenen Bedeutungen ; — 143b 8, Aylmer's Field, 
59: caird to the bar, but ever calVä aivay by one low 
voice to one dear neighbourhood ; — 158b 6, Sea Dream s, 
158: I found a hard friend in his loose accounts, a loosc 
one in the hard grip ofhis hand; — 168a 23, Sea Dreams, 
147: he could not tvait, bound on a matter he of life and 
death ("dringendes Geschäft"); das Weib sagt dann mit 



^) Über einen von allen angeführten Fällen etwas verschiedenen 
Typus emphatischer Wortwiederholung nach Art von: 48b B, Palace 
Art, 261: she mouldering with the dull earth*8 mouldering sod — 
s. die erschöpfende Zusammenstellung von Parallelen aus Tennyson 
zu dieser Stelle bei Rowe-Webb, Selections from Tennyson. 

2) Vgl. das Wortj^piel mit denselben zwei Bedeutungen von 
common (nur in umgekehrter Reihenfolge) in Hamlet, I, 2: "^low 
know'si, His commo^i; all that lives mxist die,.,'* "Äy, Madam, it is 
common." 

Dyboiki, Tennysons Sprache und Stil. 13 



— 194 — 

versteckter Beziehung auf seinen plötzlichen Tod: 158b 
12, Sea Dreams, 165: washeso bound, poor soul? ...so 
are tce all; — 171b 8, Princess, I, 144: ...rhym&t and 
dismal lyrics...; they . . . iwuld caU them tnasterpieces: 
they master'd me...;^) — 175b 2, Princess, 11, 135: 
the hrain was like the hand, and grew with using; ihence the 
man's, if more was more: i. e. if a greater brain meant a 
finer intellect; doch vorher: ...oßen fineness compensated 
size; — 189b 5, Princess, IV, 200: out so late ("außer 
Hause") is out ofrules; — 264a 3, In Mem., 66, 7: Ühe shade 
by which my life was crost, . . . has made me hin dl y with 
my kind; — 295a, Maud, I, XTTT, I, 8: his face... in 
spite of spite ("trotz des Ausdrucks der Verachtung") hos 
a... comeliness; — 311a 13, Coming Arthur, 131: 
sware oti the field of death a deathless love; — 319b 7, 
Gareth Lynette, 116: follow the deer? follow ihe 
Christ, the King. . .; — 320a 11, Gareth Lynette, 147: 
"quick! the proof to prove me to the quick!" — 327 a 
3, Gareth Lynette, 565: let be my name until I make 
my name (das letztere prägnant); — 329a 15, Gareth 
Lynette, 698: for an your fire (viz, kitchen fire) he low 
ye kindle mine (viz, fire of wrath); — 330b 15, Gareth 
Lynette, 786: "they have bound my lord. . ." (=fetter'd) . . . 
"Bound am I to right the wrong'd . . ." (= obliged), erwidert 
Gareth; — 362b 23, Gareth Lynette, 554: earth 
has earth efiough to hide him; — 366 b 13, Geraint Enid, 
791: by overthrotving me you threw me higher (pres- 
siert); — 447b 22, Last Tournament, 274: der Narr 
nennt Tristans Harfenspiel broken music und wendet 
das dann folgendermaßen: when thou playest that air with 
Queen Isolt, thou makest broken music tvith thy bride . . . 
(Treubnich) — aml so thou breakest Arthur' s music too 
(viz. the harmony reigning in his hall): — 625 b 15, 
C o 1 u m b u s , 42 : (j u ess- work they guess'd it ("sie wähnten, 
es sei Hypothesenkram'') ; — 534 a, To Victor Hugo, 1: 
Victor in drama, Victor in Rotnance; — 583a, Queen 



1) Vgl. den inhaltlich ähnlichen Scherz Byrons in EngL Bards 
and Scotch Reviewers über Hayleys Tempers Triumplis (Z. 816): 
Triumphant first see ^' Temperas Triumphs" shine! At least Fm sure Ihey 
iriumphed over mine. 



— 195 — 

Mary, 1,3: by ihe mass we*ll have no mass here; — B86b, 
6 u., Queen Mary, 1,4: not many friends are mine, except 
indeed among the many; — 698 b, 5u., Queen Mary, 11, 2: 
under colour of such a cause as haih no colour (shak- 
sperisch); — 601 a 1, Queen Mary, 11, 2-: thoroughly io 
believe in one*8 otcn seif, so one's own seif he thorough 
(=z perfect), were to do great things: — 608b 8, Queen 
Mary, IV, 1: *'God save their GracesT "Tlieir Graces, our 
disgracesT — 646 a, Queen Mary, V, 3, 1: there's half 
an an gel lorong in your account: methinks I am all an gel, 
that I bear ii (bei Shakspere sehr häufig); — 663b 3, 
Harold, II, 2: more kinglike he than like io prove a 
hing; — 687a 2, Harold, V, 1 : "have thy two brethren seni 
iheirforces in?" *'Nay, Ifearnof. "Thefithere'snoforce in 
thee!" — 701a, Becket, I, 1, stammelt der verlegene 
Pitzurse, welchen Becket von Rosamundens weiterer Ver- 
folgung zurückhält : **I follow* d — follow'd one — " **And 
ihen what follows? Lei nie follow Mee", sagt Becket; — 
714 a, Becket, I, 4 (im Gespräch der von Becket be- 
wirteten Bettler) : * * Who stole the widow's one sitting- hen ?. . ." 
**Sitting-henf Our Lord Becket's our great sitting-hen 
cock, and we shouldn't ha' been sitting here if the barons 
and bishops hadn't been a- sitting on the Archbishop." "Ay, 
the princes sat in judgment on me, the Lord hath prepared 
yoiir table — Sedertint principes, ederunt pauperes" ; — 806 a, 
[Poresters, I, 1: if he had not gone to fight the king's 
battles, we should have better battels at home; — 814b, 
Poresters, II, 1: our vice-king John — trueking of vice 

— true play on words — our John . . .; — 818b, 1 u., 
Poresters, II, 1 : '*! pray you stay a momentJ' **A momen t 
for some matter of no momentT — 824 b 2, Poresters, 

m, 1: if he fancied that I fancy a man other than him, 
he is not the man for me; — 826a 2, Poresters, m, 1: 
*'I have a bad wife." '*Then let her pass as an exception, 
Scarlet.*' "So I would, Bobin, if any man would accept her." 

— 832 a und b, P o r e s t e r s, lY, findet sich eine Reihe von 
Wortspielen zwischen much, more und dem Namen von 
Robin Hoods Genossen Much (s. schon § 29). — 

§ 148. Mit der rhetorischen Wiederholung bin ich von 
der Kürze zur Fülle des Ausdrucks übergegangen und führe 

13* 



— 196 — 

nach dieser beabsichtigten nun Fälle unbeabsichtigter 
Häufung des Ausdrucks, also Pleonasmen und Tauto- 
logien, an; zur ersteren Gattung zähle ich: 

— 6Bb 6, Love Land, 60: the past of Time; — 99,. 
33, Locksley Hall, 67: iho' my nwrtal summers to such 
length of years should conie as the many-wintcr'd crow (für 
crow's, § 141); — 103, 1, Locksley Hall, 179: / that 
rather helditbetter...; — 121a 21, Vision Sin, H, 23: 
half'invisible to the vietv; — 121 b, Vision Sin, IV, 16: 
I reniemhcr, tchen I think: absichtliche Nachahmung der 
Umgangssprache; ebenso 126b 12, Enoch Arden, 102: 
then came a chattge, as all things human change; ähnhch 
121b, Vision Sin, IV, 21: sit thee doivn, and have no 
shame: die prosaische Umschreibung charakterisiert das 
abgelebte, safl- und farblose Wesen des gray and gap-tootKd 
man, der "alten Sünde"; ebenso 122 a 6, Vision Sin, IV,. 
38: WC are men qfrtun'd blood; therefore com es it we are 
wise; — 126 b 26, Enoch Arden, 117: he seein* d, as in a 
nightmare of the night, to see his children . . .; — 263 a. In 
Mem., 63, 11: the circuits of thine orbit round a higher 
height, a deeper deep; — 284a, In Mem., 131, 6: that we 
niay lift from out of dust a voice,,.; vgl. 367b 34, 
Geraint Enid, 876: simple noble natures, credulous of 
. . . good . . ,, there most in those tvho most have dofie thmi 
dl; — 323a 28, Gareth Lynette, 350: hath starved 
him dead; ebenso 364b 26, Geraint Enid, 46: sh^ tcas 
ever praying the stveet heavens to save her dear lord whole 
frotn any wound ; — 363 a 24, Geraint Enid, 387 : 
feign'd himself as dead: as ist nach feign'd überflüssig; 
— 663b, Flight, XHI, 1 (Ausruf): I swear and stvear 
forstüorn! , . . (fiir forswear myself — wohl aus metrischen 
Gründen). — 

§ 149. Ein zweiter Typus des Pleonasmus ist Erweiterung 
des Ausdrucks durch logisch überflüssige Determination, 
besonders bei Handlungen und Zuständen: 

— 142a 3, Brook, 144: Katie ivalks by the long 
tvash of Äi4stralasian seas far off, and holds her head to 
other Stars, and breathcs in ApriUautumns : alles für **ist 
in Australien"; — 262 a, In Mem., 18, 1: ive may stand 
where he in English earth is laid, — wo nur emphatisch 



- 197 — 

ausgedrückt werden soll: he is laid in English earih; — 
323b 11, Gareth Lynette, 363: we sit King to help 
ihetorong'd (für are) ; — 337a 7, Gareth Lynette, 1146: 
there rides no knight, not Lancelot, his great seif, hath force 
io quell me (rides fiir is) : — 398b 23, Lancelot Elaine, 
183: those.,.who eat in Arthur' s hulls; ebenso 399b 31,. 
Lancelot Elaine, 254 : ihe goodliest nmn that ever among 
Idtdies ate in hall; — 464b 9, Guinevere, 540: heauty 
such as never tvoman wore; ebenso 487 b 22, Lover's 
Tale, I, 729: shc deem'd I wore a hrother's mind; vgl. 
auch schon 261 a, In Mem., 53, 4: who wears his manhood 
hale and green ; — 705 a, 5 u., Beck et, 1,3: London had a 
teniple and a priest when Canterhury hardly höre a name 
{hier Rücksicht auf Variation : had — bore). — Weitläufiger 
ist schon: 570a 18, Epilogue "Heavy Brigade", 20: 
all the peoples, great and small, that wheel between the 
pol es ("zwischen den Polen sitzend", die Bewegung der Erde 
mitmachen); ähnlich 565, 22, Locksley Hall Sixty 
Years After, 188: all good things may move in Hesper, 
perfect peoples, perfect kings; und 578b 6, Poets Biblio- 
graphies, 12: if glancing dowmvard on the kindly sphere, 
that oncc had rolVd you round and round the Sun.., — 
Das poetisch wirksamste endlich von allen hieher gehörigen 
Beispielen ist wohl: 440 b 2, Pelleas Ettarre, 323: 
back . . . did Pelleas in an uiter shame creep with his shadow 
(gleichsam "seinen Schatten nachschleppend^'). 

Alle diese Fälle berühren sich mit vielem beim Verhältnis 
von allgemeinem und besonderem Ausdruck (§ 198) zu 
Besprechendem. Es sei ihnen noch einer beigefügt, welcher 
besonders feine psychologische Kleinkunst zeigt: 172 a 24, 
Princess, I, 194: die drei jungen Leute geraten auf den 
Einfall, als Mädchen verkleidet Zutritt zur Frauenuniversität 
zu erlangen, und überbieten sich nun in Erinnerungen an 
analoge Vorfälle: remembering hotv we ihree presented Maid 
or Nymphj or Goddcss, at high tide of feast, in masque or 
pageant at my father's court — mit der fiir leidenschaftliche 
Erregung dieser Art charakteristischen Häufung von Neben- 
umständen. 

§ 150. Schließlich gehören zum Pleonasmus noch zahl- 
reiche Füll- und Flick phr äsen, welche, ohne etwas 



— 198 — 

für den Inhalt Wesentliches zu bringen, oft nur metrischen 
Zwecken dienen. Solche sind: 

— 293b, Maud, I, X, 22: his gewgaw Castle... (look 
at it) prickwg a cockney ear; — 339b 5, Gareth Lynette,. 
1287: *'/ stvear thou canst not fling the fotirth (enemy)J* "And 
teherefore, dam sei? Teil me all ye knowJ* Die Phrase ist 
nach einer rein rhetorischen Frage ganz unpassend und rein 
mechanisch hinzugefugt — wenn sie nicht etwa ein Scherz 
sein soll (darüber s. § 177). In ähnlicher Weise gab schon 
die Stelle 105 b, Sleeping Beauty (Day-Dream), HE, 1: 
slie sleeps: her breathings are not heard in palace Chambers 
far apart — mit ihrer die Negation scheinbar ein- 
schränkenden, in Wirklichkeit ohne solche Absicht ganz ge- 
dankenlos hinzugesetzten pleonastischen Lokalangabe einenr 
Leser die Veranlassung zur Frage : whether this did mean (hat 
the lovely priticess did not snore so loud that she could he heard 
froni Ofte end of the palace to another (zitiert von Churton 
CoUins aus Notes and Queries, Febr. 1880), (s. auch 
far — far — away im lexikographischen Teil); — 372 a 9, Bai in 
Bai an, 165: azure lands atid fair,^) far scen to left and 
right; — 463b 2, Guinevere, 463: to speak no Ständer, 
no, nor listen to it: das zweite no dient nur dem Metrum j 
— 509 a, Revenge, XIV, 8: a wind from the lands they 
had ruind awoke from slccp. — Hieher gehören auch 
pleonastische Temporalangaben: 508a 1, Revenge, 
VII, 5: four gallcous drew away from the Spanish fleet that 
day (dem Reim zuliebe); besonders beliebt ist die Formel 
there and then, welche z. B. in der Wendung 569 a 6, 
H e a V y B r i g a d e , IL 7 : sivayd his sabre and held his own like 
an Englishman there and then — ausschließlich, freilich auch 
voitreflFlich , lautsymbolischen Zwecken dient; vgl. noch 
888b, Charity, XL 1: tivo trains clashUl: the^i and there 
he was crush'd in a moment and dicd: ''sofort, auf der Stelle" 
scheint die Phrase zu bedeuten in der Dialektwendung: 
887, Church-warden Curate, VII, 5: An' 'e 
torn'd as red as a stay-tnckey* s wattics, but theer an* then 
I coämh'd 'im down . . . ; nur there — als Reimflickwort: 38 a 
20, Miller's Daughter, 128: all the casement darkmcd 

^) Über fair als Flickwort s. den Icxiko^^niphi sehen Teil. 



199 



ttiere.^) — Schließlich als trefflich verwerteter Pleonasmus 
der Umgangssprache ein dem Bums sehen "and a' tliaf 
verwandter Fall: 780b (Promise May), I: I haätes books 
an' all, für they puls foälk off the owd tvaäys; 781 a: and 
thou (art) schoolmasiter an' all. — 

§ 151. Vom Pleonasmus vielfach schwer zu sondern 
ist die Tautologie; die Bezeichnimg findet sowohl auf 
das Verhältnis zwischen dem Attribut und seinem Substantiv 
— Schillers "im ebnen Plan'' ("Kampf mit dem Drachen") — 
als auch auf dasjenige von Subjekt und Prädikat Anwendung. 
Beispiele sind: 

attributives Verhältnis: 21 a, Margaret, I, 6: pen- 
sive thought; — 27 a, Sonnet, IX, 12 — 13: dose 
it tip ivith secret death for ever; — 69b 19 (Dream 
Fair Women): torrent brooks; — 83b 12, Edwin 
Morris, 36: varied changes; — 141 b 19, Brook, 140: 
all his lavish waste of words; — 491b 27, Lover's 
Tale, n, 172: prime youth; — 647b, Despair, XXI, 2: 
you needs must have good lynx-eyes; — 682b, Queen 
Mary, I, 3: these beastly swine make such a grunting 
Jiere; — 632 a 14, Queen Mary, IV, 3: forasniuch as I hnve 
come to the last end of life; — weniger sichere Beispiele: 
269b 3, In Mem., 85, 63: /, the divided half of such a 
friendship as had master'd time : vielleicht divided = separated 
(sc. from the other half) — oder ist divided logisch Attribut 
zu friendship und nur attrahiert zu half; — 330 b 12, 
Gareth Lynette, 783: a merr . . . under the half-dead 
s uns et glared: "unter dem halb erloschenen Licht der 
untergehenden Soune"; — 

andere Verhältnisse : 249 b, In Mem., 9, 6: afavourable 
speed . . . lend thro' prosperotis floods his hohj um; — 251 b, 
In Mem., 15, 10: all thy motions gently pass athwart a 
pliXin of motten glass; — 283 b, In Mem., 128, 10: if all 
your office had to do tvith oJd results that look like new, .. ; — 
369a 23, Geraint Enid, 319: otve you me nothing,,.? 
yea, yea, the wholc dear dcbt (jf all you are: debt ist nach 
owe überflüssig, y<mr ivhole dear seif etwa würde genügen. — 



*) Über sonstige pleonastische Ortsangaben s.w. place im lexiko- 
graphischen Teil. 



— 200 — 

§ 15S« Der Tautologie nächstverwandt ist die Hen- 
diadys, welche sich ihrerseits von der in jeder Poesie 
häufigen parallel-synonymen Ausdrucksweise nur durch die 
größere Einfachheit der sprachlichen Elemente imd ihre 
strengere begriffliche Kongruenz unterscheiden läßt; nur 
die Beispiele, welche diese beiden Bedingungen einigermaßen 
erfüllen, folgen hier, andere im nächsten Abschnitt: 

— 12a, Ode Memory, IV, 17: in every elbow and 
turn (vom Bach die Rede); — 16a, Deserted House, 
m, 3: the nakedness and vacancy of (he dark deserted 
hause; — 36b, Miller's Daughter, 15: so healthy, sound, 
and clear and whole; — 69a 26, Morte d'Arthur, 80: 
lief and dear; — 95b, Ulysses, 3: mete and dole 
(beides Archaismen) ; — 109b, St. Agnes' Eve, %: pure 
and clear; ibid. 24: white and clean: beides aus Beim- 
not; — 254a, In Mem., 24, 3: source and fount of 
Day (die Sonne); — 301b, Maud, I, XXII, XI, 8: 
my dust would . . . hlossom in purple and red; — 312 b 2, 
Coming Arthur, 218: each hut sought to rule for his awn 
seif and hand ("selbständig und auf eigene Faust"); — 
354b 7, Geraint Enid, 26: all the marbh threshold 
flashing, stroum with gold and scatter'd coinage (aus der 
von Geraint hinweggeworfenen Börse) (für scatter'd gold 
and coinage, s. § 143); — 397b 20, Lancelot Elaine, 
118: my Service and devoir; — 478b 9, Lover's Tale, 
I, 143: my slender spring and first of love: — 488 a 24, 
Lover's Tale, I, 762: my love should ne*er indue the 
front and mask ofHatc; — 488b 20, Lover's Tale, I, 
71X): hörne into alien lands and far away. — 

§ lo3. Ehe ich kompliziertere SynonjTnenpaarungen 
behandle, seien ein paar feine Distinktioneu aus der 
Dichtersprache angeführt, welche beweisen, daß der Dichter 
synon;VTne Wörter nicht nur zu vorbinden, sondern auch 
zu trennen versteht : — 39 a 38 (M i 1 1 e r 's D a u g h t e r) : 
God . . . who tvrought two spirits to one equal m ind ('^Gesin- 
nung") ; anders: 247a, In Mem., Prologue, 27: thut 
mind and soul ("Geist und Gemüt") accordlng well, mag 
make one music as hrforc: — 280a, In Mem., 114: 
Knowledge — Wisdonf: s. die Aimierkung bei Churton 
Collins und vgl. 93a 4, Love Duty, 24: Love... will 



- 201 — 

bring the drooping flower of hnowUdge cfianged io fruit of 
wisdom; 101, 35, Locksley Hall, 143: knowledge conies, 
but wisdom lingers; — 339b 2, Gareth Lynette, 1284: 
ivonders ye have done; miracles ye cannot; — 480a 8, 
Lover's Tale, I, 243: as tvas cur childhood, so our 
infancy . . . was a very miracle of fellow-feeling and communion; 
ähnlich von Altersstufen schon 329 a 19, Gareth Lynette, 
702: some old head-blow not heeded in his youth so shook 
his wits they tvander in his pri m e. — 

§ 154. Nim gehe ich zu dem eigentlich kunstmäßigen 
Ausdruck von Vorstellungen und Vorstellungsreihen durch 
Paare von synonymen Worten und Wendungen — einem 
uralten und weitverbreiteten poetischen Stilmittel — über 
und führe an eminenteren Beispielen an: 

— 32b 6 — 6, Two Voices, 119: emptiness and the 
waste Wide ofthat abyss; — 109b 10, Amphion, 97: work 
ihro* months of toil, and years of cultivation; — 
117a 9, Lord Burleigh, 69ff.: a trouble weigh'd 
upon her, and perplex'd her ...wiih the bürden of an honour 
unto which she was not bom: das Substantivum trouble und 
•das Verbum perplex, ebenso das Verb weigh und das Subst. 
bürden sind synonjTn; — 122 a 22, Vision Sin, IV, 62: 
look whited thou(/ht and cleanly life; — 163a 28, 
Lucretius, 156: these prodigies of myriad nakednesses, 
and twisted shapes of lust: der gehäufte Ausdruck kenn- 
zeichnet die überreiche, regellose Mannigfaltigkeit der 
Visionen; — 173b 23, Princess, 11, 30: aftertime and 
that füll voice which circles round the grave; — 177b 32, 
Prince SS, n, 294: sweet household talk, and phrases 
of the hearth; — 190a 1, Princess, IV, 229: (this is 
proper to the clown) . . , to härm the thing that trusts him, and 
to shanie that tvhich he says he loves; — 239, Higher 
Pantheism, 10: broken gleams, and a stifled splend- 
our and gloom; — 266 b, In Mem., 77, 15 — 16: to breathe 
my loss is more than fame, to utter love more sweet than praise; 
— 341b 27, Marriage Gera int, 36: all ßyers from the 
Juind of Justice, and tvhatever loathes a law; — 343b 18, 
Marriage Geraint, 173: in summer Huit and silks of 
holiday (formelhaft alliterierendj ; — 366 b 19, Geraint 
E n i d , 797 : dishand himself, and scatter all his powers ; 



— 202 — 

— 393b 7, Merlin Vivien, 828: the hoary feil and 
many-winter'd fleece of thront and chin; — 437b 18^ 
Pelleas Ettarre, 171: thro* his heart ihe fire of honour 
and all noble deeds ßash'd; — 449 a 27, Last Tour- 
nament, 372: the shwly-mellomng avenues and solitary 
passes of the wood; — 460a 28, Last Tournamenty 
435: a roar of riot, asfrom men secure amid their marsJies, 
ruffians at their ease among their harlot brides, an evtl song 
(das letztere klingt ganz angelsächsisch) ; — 476 b 7^ 
Lover's Tale^), I, 27: the rising of the sun, the lueid 
clhamhers of the moming star, and East of Life (alles zusammen 
eine Umschreibung fiir "Jugend"); — 477b 30, Lover's 
Tale, I, 98: Äe that saith it, Jiath o'erstept the slippery footing 
of his narrow wit, and faU'n away from judgment; — 478 & 
29, Lover's Tale, I, 130: (the soul) married, made 
one with, motten into all the beautiful in Fast; — 479 b 18, 
Lover's Tale, I, 219: all lovingJdndnesses, all offices of 
tvatchful care and tretnbling tendemess; — 607b 7, Queen 
Mary, III, 1: thine is a half voice and a lean assent; 

— 613 b 15, Queen Mary, m, 3: be . . . received into tJte 
bosom and Unity of Universal Church; — 699 a, Beckiet,^ 
1, 1 , 8 : was not the people*s blessing as wepast, heart-co mfo r t 
and a b als am to thy blood (aus to thyblood ist zu heart-- 
comfort ein to titee zu ergänzen, vgl. § 143); — 805 a, 
Foresters, I, 1: titat very ward 'Ujrcasy** Itaih a kind of 
unction in it, a smack of relish about it — eine echt 
shaksperische Phrase ; unction et^Tnologisch zu verstehen. — 

j$ 155. Eine besondere Gruppe bilden Fälle, in welchen 
ein Begriff durch die eine Wendung nach seiner kon- 
kreten, durch die andere nach seiner abstrakten 
Seite beleuchtet wird: 

— 205 b 7 (P r i n c e s s , VI) : servcd ivith fe male hands 
and hospitality; — 210a 20, Princess, VI, 356: one 
dcep Chamber . . ., due to la n g u i d l i m b s and sickness; — 
340a 24, Gareth Lynette, 1334: ivaving to kirn white 
handSy aud co<(r^e5//; — 348 a 16, Marriage Geraint, 
436: my mcans ivcre somewhat brokai into thro* opcn doors 



') Tu clipsem Jugendgedicht ist die pomphafte Syuonymenhäufung 
besonders stark. 



— 203 — 

and hospitality; — 358b 16, Geraint Enid, 280: in ihe 
mid'Wamith qf welcome and graspi hand; — 418b, 
Holy Grail, 1: from noiseful arms, and acts of 
prowess done (arms wie lat. arma im ersten Verse der 
Aeneis). — Als einigermaßen verwandt sei noch die kühne 
Wendung angeführt : 120a, Letters, I, 6: a clog of lead 
was round my feet, a hand of pain across my hrow. — 

§ 156. Diese Fälle leiten uns mit ihrer malerischen 
Inkonzinnität zu einer Reihe anderer hinüber, in denen das 
pedantische Gesetz des Parallelismus in Fügung und 
Ausdruck zu Gunsten erquickender Abwechslung kühn 
durchbrochen ist; solche sind etwa: 

— 313b 24ff., Coming Arthur, 300ff.: on one 
side (of Arthur* s sword), graven in the oldest tongue of all 
this World, "Take me'\ but turn the blade and ye shall 
See (statt on the other side), and tvritten in the speech ye 
speak yourself . , , ; — 320a 10, Gareth Lynette, 146: 
a hard one (viz. proof), or a hundred, so I go; — 372 a 
7, Baiin Balan, 163: (a boy lame-bom) sighs to see the 
peak sun-flush'd, or touch at night the northem star 
(touching erwarten wir parallel zu flush'd) ; — 393 b 6, 
Merlin Vivien, 827: in words part heard, in whispers 
pari; — 433 a, Pelleas Ettarre, B: thro* these (doors 
"softly sunder' d") ayouth, Pelleas, and thesweet smellofthefields 
past, and the sunshine came almig with him: wir erwarten 
sweet smell mit sunshine und came along, nicht mit Pelleas 
und past verbunden; — 434b 16, Pelleas Ettarre, 9B: 
wild and of the woods (Alliteration); vgl. 684a 7, 
Harold, V, 1: the habe enwomb'd and at the breast is 
cursed; — 463b 15, Guinevere, 476: mine helpmate, one 
to feel my purpose and rejoicing in my joy; — 479 b 12, 
Lover's Tale, I, 213: she was motherless and I without 
afathcr; — 539b 21, Tiresias, 101: mothers with thcir 
hahhlers of the daivn, and oldest age in shadoiv from 
the night (die logische Antithese ist: "still in the füll light 
of the dann of youth'' — "already overshadow*d by the Coming 
night of death'*) ; — 541b, Wreck, IT, 3: Spain in his 
hlood and the Jetv: d. h. halb spanischer, halb jüdischer 
Abkunft; — 570b, To Virgil, I, 1 iF: Roman Virgil, thou 
that singest Hion*s lofty temples robed in fire, Ilion falling, 



— 204 — 

Borne arising, wars, and filial faiih, and Dido's pyre: 
diese Inhaltsangabe der Aeneis ist den ebenso bunten ersten 
Versen bei Vergil nachgebildet : Arf}ia virumqne . . . ; — 
€04: a 9, Queen Mary, 11, 4: cries of the moment and the 
Street; — 676 b, 2 u., Harold, UI, 2: I love thee and thou 
me— and that reniains beyond all ohances and all eh urches 
(der Alliteration zuliebe) ; — 703 a 22, Decket, I, 2 : / tcill 
he wise and wary, not the saldier (wo wir etwa saldier- 
like erwarten), as Foliot swears it. — 

Natürlich kommen auch umgekehrt kleine Gewaltstreiohe 
zu Gunsten des Parallelismus vor, wie :16 a, Sea-Fairies, 
3 : sweet faces, roimded arms, and hosoms prest to little harps 
af gald; basoms muß parallel zu faces und arms stehen; 
logisch wäre harjys prest to bosanis; — 261 b. In Mem., 66, 
6: / bring to life, I bring to death (für ;>m< ta death); 
— 425a 7, Holy Grail, 376: white I drank the broak, 
and ate the goodly apples: das gezwungene totum pro 
parte steht wegen apples; — 463b 28, Guinevere, 489: 
miss the wonted number of my knights, and miss to hear 
high talk of noble deeds: das letztere miss für /at7. — 

Indes sind jene erfreuHch-jugendfrischen Verstöße gegen 
die traditionelle Begel zahlreicher. — 

§ 167. Abwechslung ist -wie bei jenen Durchbrechungen 
des Parallelismus auch bei einer andern Erscheinung der 
Zweck, welche man eben als Variation schlechtweg be- 
zeichnet. Das Bestreben, den Ausdruck zu variieren, ist 
eine andere Erscheinungsform jener ängstlichen Vermeidung 
eintöniger Wiederholung, welcher schon die in § 142 an- 
gefühlten Wortauslassuugen zu danken waren, und bildet 
das naturgemäße Gegenstück zur rhetorischen Wiederholung 
ein und desselben Ausdrucks; ihr Verhältnis zum vorhin 
besprochenen synonj^men Ausdruck ist das des Notbehelfs 
zum vollendeten Kunstmittel: dort schöpfte der Dichter 
aus der Fülle des sprachlichen Schatzes, um einen Begriff 
in verschwenderischen Reichtum des Ausdrucks zu kleiden, 
hier sucht er mühsam zn einem Wort, das einen Begriff 
zutreffend bezeichnet, ein möglichst kongruentes Synonym, 
wenn es auch nicht so passend und zutreffend sein sollte, 
weil ihm der Zusammenhang WiederhoUmg eines Begriffes 
gebietet, die Rücksicht auf Euphonie aber die Wiederholung 



— 205 — 

des Begriffsnamens versagt. Bemerkenswerte Beispiele 
sind: 

— 4a28,ConfessionsSensitiveMind,30:a wor Id 
ofpeace and confidence, day after day; and trust and hope 
tili things sliould cease; — 6a, Song, 2: ridged seOy ibid. 6 
(an paralleler Stelle der zweiten Strophe): crisped sea; 

— 12b, Ode Memory, V, 12: .,, setting round thy first 
experiment icith royal framework of tvrought gold; necds 
must thou dearlif love thy first essay; — 73 b 9, Gar- 
dener's Daughter, 52: so hlunt in memory, so old at 
heart; — 80a 27, Audley Court, 33: the priee of grain 
(für com, weil in der folgenden Zeile corn-laws stehen 
sollte); — 96b, Tithonus, 9—10: Spaces of thc East 

— gleaming halls of morn; — 117 a 22, Lord Burleigh, 
72: Walking up and pacing down: — 121b, Vision 
Sin, IV, 5: bitter barmaid: das gewöhnlichere sour steht 
später bei waiter; für bitter auch Alliteration maßgebend; 
vgl. 136b3, EnochArden, 741 (von Annie Lees Tochter) : 
a later hut a ioftier Annie Lee (tall steht in der folgenden 
Zeile); — 137b 11, Enoch Arden, 810: help'd at lading 
and unlading the tall harks, that hrought the stinted commerce 
of those days: thus eam'd a scanty living for himMlf; — 
151 a36, Aylmer'sField, 569 : swn^ low fever .. . found 
the girl and flung her down upon a conch of fi re; — 257 a, 
In Mem., 36, 6 — 7: for Wisdom dealt tvith mortal pawers, 
where truth in dosest words shall fail (where = in dealing 
mth which, viz, poivers), when truth onbodied in a tale shall 
enter in at lowly doors: dieses when für whereas wegen des 
vorhergehenden where; — 259b, In Mem., 46, 11: days 
Order' d in a wealthy peace, and those fiue years its richest 
field (beidemal von geistiger "Ernte''); — 267b, In Mem., 
82, 10: Death . . . bare the use of virtue out of earth; . . . Irans- 
planted human worth will grow to profit othenvhere; — 
274b, In Mem., 98, 3: you will see the Rhine, and those fair 
hills I sail'd below, . . . and go by Stimmer belts of wheat and 
wine (für go auch Reimzwang maßgebend); schon weniger 
geschickt klingt dieses Verlegenheitswort in der Phrase: 
474b 20 (Passing Arthur): pass on,,. and go from less 
to less; — 279a, In Mem., 111, 3: to him who gra^ps a 
goldeti ball, by blood a King, by heart a down: die 



— 206 — 

Umschreibung ist notwendig, weil sich der Dichter das Wort 
King selbst zur Antithese mit down aufsparen will; — zu 
3(»b: Urgestalt von "Maud", ü, IV (Churton Collins 
p. 275, Z. 11 — 13): should the happy spirit deseend as she 
looks dotvn afpwng the blest; — 440 a 21 ff., Pelleas 
Ettarre, 312ff.: three pavilions . . . in one droned her. . . 
hnighis, ... in one . . . four of her danisels lay: and in the 
third . . .were Gawain and Ettarre;^) — 441 al8, Pelleas 
Ettarre, 363: brutes that otcn no hist hecause they have 
no law; — 609 a, Revenge, XTV, 9: . . . a wind from the 
lands they had ruin'd awoke from sleep, and the water hegan 
to heave and the weather to moan: weatlier variiert wind 
sehr glücklich; ebenso gelungen ist hier wie vorhin die 
Alliteration: — 665, 33, Locksley Hall Sixty Years 
After, 199: i5 there evil but on earfh? or pain in every 
peopled sphere? — 644b 13, Queen Mary, V, 2: Äe we speak 
of drove the window back, and like a thief push'd in his 
royal hand; — 659b 14, Harold, I, 2: all the blood that 
should have onhj pulsed for Griffyth, beat for his pursuer; 
— 808b, Foresters,!, 2: niore ivater goes by the will than 
the milier wots of and more goes to make right tJian I knofc 
of; — 880b 23, Akbar's Dream, 36: shall the rose ery 
to the htus **No ßoiver thon**? the pahn call to the cypress 
**I alone am fair"? 

§ 158. Noch eine in der Dichtersprache aller Zeiten 
höchst bedeutsame Eigentümlichkeit schließt sich an die 
vorhin besprochene kunstreiche Fülle des Ausdrucks durch 
Synonymenhäufung an: es ist die Umschreibung. An 
künstlerischen Periphrasen ist Tennyson naturgemäß reich; 
einen besonderen Typus imter ihnen bilden die fast regel- 
mäßig durch ein eigentümlich unpersönliches that which 
eingeleiteten Wendungen für Gott, die Seele, unbestimmte 
geistige Wesen, Kräfte und Vorstellungen. Solche sind etwa: 

1) Die Wahl dieses farblosen icere, wo wir der Situation gemäß 
Steigerung erwarten, müßte, wenn es sich nicht \un ein künstlerisch 
berechnetes Unbestimmt-las^en handelte, als Prüderie erscheinen, der 
man aber Tennyson sonst nicht beschuldigen kann; daß er es viel- 
mehr versteht, *'to call a spiule a spade", beweisen Stellen wie: 27b, 
Bridesmaid, 13; 119b, Move eastward, happy earth, 12. 



— 207 — 

— 91 a 23, T a 1 k i n g a k, 187 : that, which Ireathes wiihin 
ihe leaf: das (geheimnisvolle) Lebenselement, "Seele" der 
Pflanze, Dryade; — 93 a 6, Love Duty, 26: my faith is 
large in Urne, and ihat which sltapes it to some perfect end ; 

— 108 a, L'Envoi (Day-Dream), IV, 16: thnt for which I 
care to live (idealer Lebenszweck) ; — 261b, In Mem., 66, 
3: (from) what we have the likest God within the soul (**the 
spirit qf love'': Churton Collins); — 118 b, Voyage, Xu, 
6: fve follow iliat which flies hefore (visionäre Frauengestalt); 

— 632b, De Profundis, II, 11, 2: that which should be 
man . » . drew to this sImtc: der geistige "Stoff" zu einem 
Menschen Wesen ; ähnlich fiir die menschliche Seele: 894, 
Crossing the Bar, 7: when ttiat which drew from out 
the boundless deep, tunis again homc; vom Tode, der hier so um- 
schrieben ist, hieß es 674a 4, My Brother's Sonnets, I, 6: 
thou hast vanish'dfrom thine oum to that tvhich looks like resty — 

— für "Gott": 134b 4, Enoch Arden, 612: TImt, 
ichich being everywherCj lets none, who speaks with Htm, seein 
all alone; — 176a 26, Princess, 11, 128: none lordlier 
than themselves but that which niade wofnan and man; dieser 
Typus ist besonders beliebt; vgl. etwa noch: 186 a 14, 
Princess, m, 280 : dare we dream of that . . . which wroiight 
US as (sc. of) the worhnan and his work, that practice betters? 
und 666, 9, Lockslej^ Hall Sixty Years After, 211: 
That wich niade t^s: — ein Ausdruck von etwas verschiedenem 
grammatischem Bau, aber gleichem stilistischem Charakter : 
221 a, Wellington, IX, 11: more than is of man's degree, 
must be unth us, waiching here . . . ; vgl. 638 b 4, Tiresias, 
20: that more than man which rolls the heavens; 661b 16, 
Ancient Sage, 258: in the hand of what is more than 
man; — 261b, In Mem., 66, 19: (I call) to what I feel is 
Lord of all; — 280 b, In Mem., 116, 8: irust in that which 
made the world so fair; — 549 a 17, Ancient Sage, 88: 
That which knows, and is not knoten, but feit. — Die gran- 
dioseste Umschreibung fiir Gott ist aber wohl: 282 b, In 
Mem., 124, 1—4: 

*'Thut which we dare invoke to Ileus; 
Our (haresi faith: our ghastliest doubl; 
Ile, Thfif, One, AU; within, without; 
The Power in darkness whom ice guess/* 



- 208 — 

Schon in der letzten Zeile geht hier der Dichter in 
der Entfaltung der Gottesidee zu einer mehr persönlichen 
Aufißetssung über und deutet dies durch das veränderte 
Belativpronomen an; dieses finden wir auch, ohne daB 
mehr Nachdruck auf dem Persönlichen läge als in den 
anderen zahlreichen Fällen von "Weltschöpfer" ftlr "Gott" 
(s. oben), — in dem Beispiel 882 a 10, Akbar's Dream, 
116 : gaste on this great miracle, the World, adoring That who 
ntcule, and mdkes, and is . . ,; anders liegt die Sache schon 
in Fällen wie: 433a 17, Holy Grail, 902: tJuU One who 
rose again (sc. from the dead), — weil hier der als scharf- 
umrissene Persönlichkeit aufgefaßte Gottmensch Christus 
gemeint und daher persönliches Relativum das einzig 
Mögliche ist. 

Indes überwiegt im allgemeinen die Vorliebe för jenes 
poetisch-andeutende, verschwommen-unpersönliche Üiat tvhich 
so sehr, daß dieses auch in der nunmehr anzureihenden 
Gruppe von Fällen eintritt, wo nicht mehr halb bestimmte 
und undefinierbare, sondern im Gegenteil ganz genau fixierte 
und bestimmbare Personen, Wesen und Dinge gemeint sind, 
die der Dichter aus irgend welchen, meist artistischen 
Gründen nicht näher als durch die Umschreibung bezeichnen 
will oder auch kann : 

— 02 b, T o J. Sp., 15 : . . . when love is grown to ripenesSy 
that on tvhich it throvc (**das geliebte Wesen"), /a7k ojf, 
and love is left alonc; — 184a 8, Princess, lU, 216: 
your Highness hreathes füll East ,. .on that which leans to 
yoti; — 190a 2, Princess, IV, 290: to härm the thing^) 
that trusts him, and to sitame that which he says he loves; — 
grammatisch verschieden, dadurch noch greller: 198 a 16, 
Princess, V, 158: dash'd with death he reddens what he 
kisses: — 270 a 13, In Mem., 85, 114: my hcart . . . )nay not 
rest quite in the love of what is gone (Hallam); freilich ist 
ein Verstorbener för uns ein unbestimmtes Wesen, wie 
Temiyson selbst so schön sagt: 278b 3, In Mem., 107, 23: 
tvc will drink to him, whate'er he he; ähnlich unklar ist 
der Begriff in 283 a 1, In Mem., 124, 21 : what I am beheld 



^) Über verschiedene Umschreibungen — z. T. ganz ähnlicher 
Art — mit thing s. unter diesem Worte im lexikographischen Teil. 



- 209 — 

again wliat is (my real or esseniial seif: Churton Collins ; die 
ursprüngliche Lesart scem verdunkelt die Stelle) ; — zu den 
sicheren Fällen gehören aber wieder die überaus stimmungs- 
vollen Ausdrücke: 340a 27, Gareth Lynette, 1337: 
the huge pavilion slowly yielded up . , . that which housed 
therein (viz, the mysterious knigki ''Night-and-Death") ; — 
340b 9, Gareth Lynette, 1348 (vom Äußeren desselben 
Ritters): ghastly imageries of that which Life has done 
tvith (= carcass, skeletov); — 428 b 24, Holy Grail, 
626: mad, and maddening what he rode (= his horse); — 
475b 17, To Queen, 58: that which knows ("der ge- 
bildete Teil der Nation"), but careful for itself and that 
which knotvs not, ruling that which knows to its own harnt ; 
— 483 b 21, L o V e r's T a 1 e, I, 471 : words and syllahles, which 
pass with that which hreathes them (wo wir him who 
erwarten); — 508a, Revenge, VILL, 2: (the enemy's ship) 
having that within her womb that had left her ill content (d. i. 
ein Geschoß); — 676b 15, Harold, m, 2: in old Rame . . . 
icheti that which reign'd calVd itself God; — 731b 3, 
B ecket, UI, 3: the State will die, the Church can never die, 
The King' s not like to die for that ich ich dies; but I must 
die for that w h i c h n eve r d i e s. — 

§ 159. Nach Ausschluß dieser besonderen Gruppen 
wären an sonstigen Umschreibungen verschiedener, zum 
Teil auch relativer Art noch zu zitieren: 

— 81 2ul.^ty\\tQ^^10S:Hween the spring and down- 
fa II of the light (= between sunrise and sunset) ; — 87 b 32, 
Stylites, 162: whosr, , . , brows in silent hours become un- 
naturally hoar toith rime (silent hours =^ night) ; — 93 b 27, 
LoveDuty, 76: like those, who clench their nerves to rush 
upon their dissolution (Selbstmörder); — 180b, Prin- 
c e s s , m, 10 : Melissa . . . glowing round her dewy eyes the 
circled Iris of a night of tears;^) — 251b, In Mem., 
16, 2: the winds . . . roar front yonder dropping day (= toest); 
vgl. 301 a, Maud, I, XXn, IV, 5—6: half to the setting 
moon are gone, and half to the rising day (= wcst — easf), 
(übrigens spielt die Szene wirklich vor Sonnenaufgang) ; 



1) Vgl. Shakspere, AlVs well, I, 3: What's the matter, that this 
distemper'd messenger of wet, the many-colour^d Iris, rounds thine eye? 

Dyboiki, Tennysons Sprache und Stil. 14 



— 210 — 

von Umschreibungen mit day vgl. noch: 433b 17, Pelle as 
Ettarre, 29: slowly Pellecis drew to that dim day; es kann 
nur der Schatten der — vorher erwähnten — Bnchen 
gemeint sein, wie ja auch gleich weiter (433b 24, Pelleas 
Ettarre, 36) aus Variationsbedürfiiis dimness für shadow ein- 
gesetzt ist: then o'er U crost ihe dimness of a cloud floaUng, 
and once ihe shadow of a hird flying; — 262 a, In Mem., 
17, 6: / saw thee (ship) move thro' circles of ihe bound- 
ing sky (= horiaons) ; — 262b, In Mem., 19, 14: the toave 
again i$ vocal in iis toooded walls; — 267 a, In Mem., 
36, 13: (the words of ihe Gospel) tvhidi he may read ihat 
binds the sheaf, or builds the house, or digs the 
grave (kurz "jeder einfache Handwerksmann''); — 257b, 
In Mem., 38, 3: . . . I loiter on^ tho* always under alter' d 
skies the purple from the distance dies, my prospect and horizcn 
gane ("jeden Tag die Sonne anderswo untergehen sehe" = 
mich anderswo befinde) ; — 269a, In Mem., 46, 2: thepaih 
we eame by, thom and flower, is sliadmc'd by the growing 
hour (= Fast is overshadoto'd by the PresetU); — 262 a, 
In Mem., 67, 11: the passing of the sweetest soul that ever 
look'd with human eyes; — 276a, In Mem., 98, 21: not 
in any mother town (= capital); — 276b, In Mem.,, 
100, 16: the mothers of the flock (--= etves) ; — 274 b 1 
In Mem., 97, 6: two partners of a married life 
(Gatten) ; — 277 b 19, In Mem., 106, 24: no motion, save dlone 
what lightetis in the lucid east of rising tvorlds by yonder wood: 
von Tennyson selbst als referring to the scintillation of the 
Stars erklärt); — 281b, In Mem., 120, 9: the tviser man 
who Springs hereafter ("die kommende Generation") ; — 
282 a 4, In Mem., 121, 8: and life is darken'd in the 
hrain: vom Untergang des personifizierten Abendstems 
(Sad Hesper o'er the Imried sun and ready, thou, to die with 
htm); — 286b 4, In Mem., Epilogue, 80: ihe foaming 
grape of Eastern France (Champagner); — 286, Maud, 
Part I, I, III, 4: the flying gold of the ruin'd wood- 
lands drove thro' the air ('\fhulles d' Aiitomne') (vgl. § 206); 
— 289, Maud, Part I, IV, I, 6: the liquid azure bloom 
of a crescetif of sea: — 295 a, Maud, I, XIII, II, 3: to give 
him the grasp of fellowship; — 301b, Maud, I, XXII, 
XI, 4: my heart icould hear her and beat, tvere it earth in 



— 211 — 

an earthy bed (= even if it were deadj: — 306a, Dedi- 
cation "Idylls-', 18: with ivhat sublime repression of 
him s elf (= seif '•2fOSsessionJ ; — 309b 22, Coming Arthur, 
öO: the golden symbol of his kinglihood (= eraivny 
Coronet): — 310b 18, Coming Arthur, 106: the Powers 
icho .walle the ivorld niade lightnings and great thunders 
üver him; — 312 a 12, Coming Arthur, 192: Uther east 
upon her eyes of love (eine biblische Umschreibung); — 
315a 21, Coming Arthur, 394: saying this the seer 
tcent thro' the strait and dreadful pass of death; 

— 320b 10, Gareth Lynette, 176: out of slumber 
•c allin g (= waicing) ttco ihat still had tended on him . . . ; — 
ibid. 13 (178) und 321b 12, Gareth Lynette, 238: 
aller s of the soil (=^ agricolae); — 320b 14, Gareth 
Lynette, 179: southtvard they set their faces; vgl. 436a 
12, Pelleas Ettarre, 180: when her damsels, and herseif, 
and those three knights all set their faces lioyne; — 323 b 23, 
Gareth Lynette, 375 : by that deathless King wJw lived and 
died for men (= Christus); — 334 a 25, Gareth Lynette, 
1008: as if the flower, that biotos a globe of after 
urrowlets (= sunßower), ten thousand-fold had grown, flasVd 
the fierce shield, all sun: — 337 a 8, Gareth Lynette, 
1147: that hour when the lone hem forgets his melancholy, 
lets down his other leg, and sfretching, drectms of goodfy supper 
in the distant jwol: wie Homer bei Vergleichen, ergeht sich 
also Tennyson bei derlei Umschreibungen oft in Ausmalen 
«iner Situation ohne Rücksicht auf das inhaltliche Bedürfnis ; 

— 348b 23, Marriage Geraint, 476: let me lay lance 
in rest . . .for this dear child (geläufiger ist "eine Lanze 
brechen"); — 361 a 23, Geraint Enid, 446: while the 
sun yet beat a deivy hlade (= white it was yet early morn) ; — 
367 a 14, G e r a i n t E n i d, 82 1 : a hollow land, from which old 
ßrcs have brokni (-'vulkanisches Terrain"); für Vulkan selbst: 

607b 11, Queen Mary, III, 1: this land is Uke a hill of 
fire, one erat er opens when another shuts; für ein anderes 
Elementarereignis: 480b 24, Last Tournament, II, 44: 
hugeblocks, which someold trembling of the ivorld (= earth- 
qxmke) had loosen'd from the mountain; — 369 b 1, Bai in 
Balan, 5: Arthur calVd his treasurer, one of many years; 
so schon Poems by Two Brothers, 48, 2 (Vale of 

14* 



— 212 — 

Bones): (pine) uprears its giant fonn of many years; 
vgl. Keats, Endymion, III, 287: had he, thotugh hlindly 
eantumelioiis, broughi . . . convulsion to a mouth of many years? 
— 370a 8, Baiin Balan, 43: awd spähe no tvord untü the 
shadow turn'd (d. h. **bis Nachmittag"); noch komplizierter 
442 a 26, Pelleas Ettarre, 429: the gloom, that follows 
on the t Urning of the World, — wo die moderne astro- 
nomische Vorstellung im mittelalterlichen Milieu seltsam 
anmutet; — 371a 2, Baiin Balan, 100: ÄrimatJuiean 
Joseph ... wlio first hrought the great faith (Christentum) 
to Britain over seas; — 376a 18, Baiin Balan, 200: and 
niade his feet wings thro' a glimmering gallery (thro* wie 
nach einem einlachen Verbum des Eilens); — 386 a 20, 
Merlin Vivien, 360: this vice . . . which ruin'd man thro' 
troman the first hour (viz, ciiriosity) : — 389 b 1, Merlin 
Vivien, 564: the brutes of moimtain back that carry kiiigs 
in Castles (Elefanten); — 391 b 22, Merlin Vivien, 716: 
• that foul bird of rapine whose ichole prey is man's good name 
(die vergilische *Tama"); — 397a 6, Lancelot Elaine, 75: 
the place which now is this tvorld's hugest (London); — 413 b 20, 
Lancelot Elaine, 1102: bid call the ghostly man hitl^er, 
and let me shrive me clean (ganz wie deutsch "den Q-eist- 
lichen"!); vgl. 456a, Guinevere, 2: the holy house (für 
^*Kloster"); — 418a 3, Lancelot Elaine, 1381: wi our 
duU side of death (für *4iier auf Erden") ; ähnlich 444 a 
27, Last Tournament, 56: on the hither side (= eve) 
of that loud moni; — 424a 3, Holy Grail, 312: let us 
meet the morrofc morn once more in one füll field of gracious 
pastime ("noch ein Turnier abhalten") ; — 426 a 3, Holy 
Grail, 434: fchen the Lord of all things made H im seif 
nahe d of glorij for His mortal chayxge (made nahed = stript, 
bared); —426 a 20, Holy Grail, 654: he folloiv'd . . . a 
moching ßre: *^wha1 ofher fire than he, irhereby the blood beats, 
and the bJossom blows, and the sca rolls, and all the world 
is warmd?'* (= the Spirit of Life in the Universe); — 435a 
25, Pelleas Ettarre, 135: the men icho met him rounded 
on thcir he eis f= ttirned abouf) and ivonder*d öfter him; — 
468b 1, Passing Arthur, 91: that dag when the great 
light of heaven burnd at his loivest in the rolling year ("Winter- 
sonnenwende") ; — 469 a 21, Pas sing Arthur, 140: the 



213 



narraw realm whereon tve move (Festland, im Gegensatz zur 
See); — 477b 24, Lover's Tale, I, 92: the heart of 
Hope feil into dust , . . forgetting Itow io render heautiful 
her countenance with quick and healthful blood; vgl. 772 a 
(Falcon): dead . . .ßmvers, . . . dearer than when you made 
your mountain gay: — 479b 13, Lover's Tale, I, 214: 
from each of those Uvo pillars which from earth uphold 
onr childhood (Eltern), one had falVn away; — 484a 4, 
Lover's Tale, 1,486: had I died then : dieser Konditional- 
satz wird nun in 8 Zeilen recht gesucht umschrieben ; vgl. 
für "sterben" noch 893a, Doubt Praj^er, 6: Lei not,., 
ihe sod draw froni my death Tliy living flower and grass, before 
Ileam that Love ,., etc.] — 492h 6, Lover's Tale, III, 8: 
to what height the day had groivn (= what time of the 
dmj it was) I know not: — der Umgangssprache entstammt 
die folgende Umschreibung liir "es ist lange her': 610a 
28, Sisters, 61: for see — this wine — the grape from 
whence it flotv'd tvas hlackening on the slopes of Portugal, 
icheti . , , ; — 611a 4, Sisters, 98: the Sun hiniself has 
limn'd the face for me (= "ich besitze eine Photographie von 
ihr" : so ausgedrückt wegen des Parallelismus zum Vorher- 
gehenden, wo von einer durch den Blitz erleuchteten und 
öo gesehenen Landschaft die Rede ist) ; — 517 b, C h i 1 d r e n's 
Hospital, rV, 9: they that can wander at will where the 
works of the Lord are reveaVd (= "in der freien 
Natur"); — 637 a, To Fitz Gerald, 3: the wheeling 
Orb of c hange für "diese Welt mit ihrem Treiben"; — 
538 b 10, Tiresias, 26: in my wanderings all thelands that 
He subjected to the Heliconiayi ridge have heard this foot- 
Step fall (für I came thro' all the lands , , .) : — 600a, 8u., 
•Queen Mary, II, 2: the half sight ("Kurzsichtigkeit") 
which makes her look so stem: — 601b 9, Queen Mary, 
n, 3: four guns gaped at me . . .; had Howard . . . made 
than spcak, . . . their voice had left me none to teil you this: 

— 621b 15, Queen Mary, III, 6: leave menow, will you, 
companion to myself f=^ alonej : — 646b. 8 u., Queen 
Mary, V, 3: '*(his fine fair yossamer gold — like sun-gilt 
breaihings on a frosty dawn — that liovers round your 
Shoulder'', so der (xraf Feria galant über Elisabeths Haar; 

— 661a, Harold, II, 1: 'Hhe hlack herring-pond" 



— 214 — 

nennen die Fischer das Meer; — 663b 1, Harold, IT, 2: 
**h€re eomes the wonhl-be what Iwill he'\ sagt Wilhelm 
beim Anblick Herolds, seines Rivalen um die englische 
Königskrone; — 677a 7, Harold, HI, 2: a prayer — a 
breath that fleets heyond this iron world, and touches 
Hirn that wade it; — 681 b, 3 u., Harold, IV, 3: peaee witk 
ihem . . ., if they can he at peace with that God gave us to 
divide us from the wolf! (vU. conscience); — 684b 3^ 
Harold, Y, 1: tchcther that which held it had weaken'd, and 
the Bood itself teere botwd to that necessity which binde 
US down ("Gewicht, Schwerkraft"); — 723a, B ecket, 11^ 
2, sagt der Zisterzienserfeind Walter Map: / k<Ue (he 
dirty gap in the face of a Cisternian monk, thcU tvill swalhur 
anything; — 727a, Becket, HI, 2, 1: upfrofn the salt Ups 
of the land ("Küste''; die kunstvolle Umschreibung ist im 
Munde einer Eleonore von Poitou charakteristisch). — 
Zimi Schluß ein besonders glänzendes Beispiel: es ist die 
Gruppe von Umschreibungen für den menschlichen Körper,, 
welche wir finden 861a, Leper's Bride, VHI, 3fF.: 

This poor rib-grated dungeon of Üie Iwly human gJiost, 

This hoiise with <ül its haUful needs no cleaner tJian the heast, 

This coarse diseaseful creaiure whidi in Edeti was divine, 

This Saian-haunted ruin, this little city of setoers, 

This wall of solid Jlesh that comes hetween your soul and mine ... — 

Das Ergebnis ist wohl, claU die meisten Umschi'eibungen 
zur Vermeidung alltäglicher Namen — von Wettererschei- 
nungen, Tages-, Jahreszeiten, Himmelsgegenden — oder von 
Ausdrücken einer speziellen Terminologie, die ein Dichter 
schwer anwenden kann — volcano, earth-quake, capital, phota- 
graph — oder schließlich zum Zwecke anschaulicher Be- 
schreibung — das goldene Herbstlaub — oder größeren 
Nachdrucks — die Umschreibung für conscience — gebraucht 
werden. (S. die Liste im Inhaltsverzeichnis!) 

§ 160. Eine von allen anderen Umschreibungen ganz 
abgesonderte Stellung verdient eine Grupj)e von Ausdrücken, 
die ich schon wegen ihrer ständigen äußeren Gestalt — Sub- 
stantiv + genetivisches, seltener adjektivisches Attribut — , 
zum Teil auch wegen des inneren begrifflichen Auf- 
baues, vor allem aber wegen ihres eigenartigen, vielfach 
geheimnisvollen Stimmungsreizes mit den ketiningar der alt- 



— 216 — 

germanischen Poesie vergleichen möchte. Solche Wendungen, 
zum kleinsten Teil echte Kenningar, zum größeren nur 
seltsame Genetiv-Umschreibungen fiir manchmal ganz ge- 
wöhnliche Begriffe, sind die folgenden: 

— 7b, Mariana, 17: in the flitting of the bats 
("Dämmerung") ; — 71 a 28, M o r t e d 'A r t h u r , 21B : dasVd 
with drops of onset (vgl. toil-drops fiir "Schweiß" bei 
W. Scott, Lay of the Last Minstrel, Canto 11, 
XVm, 4); — 70a 16, Morte d'Arthur, 140: where tihe 
moving isles of wintcr sliock by night, with noises of the 
northern sea (icebergs: Rowe-Webb); — 74 b 6, Gar- 
dener's Daughter, 115: a cedar spread his dark-green 
layers of shade; — 103, Godiva, 6: neu? men, (hat 
in the flying of a wheel cry doum the past ("im Augen- 
blick, im Handumdrehen" — mit Beziehung auf moderne 
Verkehrstechnik und vielleicht ihr Sjrmbol, das Flügelrad, 
wenn wirklich in waiting for the train at Coventry gedichtet) ; 

— 117b, Voyage, III, 7: thro' the slumber of the 
globe (=^ night) again we dash'd into the davon; — 118 b, 
Launcelot Guinevere, 21: Sir Launcelot and Queen 
Guinevere rode thro* the coverts of the de er (fiir "Wald" 

— mit Beziehung auf die Jagd); — 124 b, Poet 's Song, 
3: a light wind blew from the gates of the sun (= eastj ; 
ähnlich 572 a, Dead Prophet, VI, 3 : the Sun hung over 
the gates of Night; — 183 a 17, Enoch Arden, 623: 
the Summer of the world (Äquator); — 153 a 22, 
Aylmer's Field, 689 : all neglected places of the field broke 
into nature's music (Blüte, Aufsprießen) when they saw 
her (also : "alles blühte auf, wo sie vorbeiging") *) ; — 175 b 
31, Princess, II, 164: poets, whose tlwughts enrich the blood 
of the World ("den Schatz der geistigen Güter der Mensch- 
heit"?); — 190b 2, Princess, IV, 262: a spire of land 
that Stands apart cleft from the main (spire fast kein Bild 
mehr: 213a 4(.), Princess, Vll, 182: cease — o maid — 
.,.to Sit a Star ttpon a sparkling spire — "auf 
schneebedecktem Berggipfel"); silver horns heißen die 



^) Zur bildlichen Verwendung von music vgl. 215 a 19, Princess, 
VII, 308: all male minds . . . sway'd io her from their orbits as they moved, 
and girdkd her toith music. 



— 216 — 

schneeigen Gipfel im Hirtenlied 213 b B, P r i n c e s s, Vil, 18i) 
(über die mit "hineingeheimnißte" Symbolik s. Cliiirton 
Collins); — 195b, Princess, V, 7: the soldier-city 
(= Heerlager); — 211a 7, Princess, VH, 32: / lay 
süent in the muffled cage oflife (d. i. bewußtlos) ; — 250 a 8, 
In Mem., IX, 16: my friend, the brother of my love (*-in 
Liebe wie ein Bruder"); — 255a, In Mem., 29, 6: to 
enrich the thrcshold of the night (Christtnas evej wiih 
. . . delight; — 259 a. In Mem., 44, 4: . . .the days hefore 
Grod shut the doortoays of his head^)] — 349b 24, 
Marriage Geraint, 548: the dew of their great labour 
("Schweiß"); — 355b 16, Geraint Enid, 94: the three 
decid wolves of woman bom (vgl. altnord. vargr = out- 
lato); — 390a 10, Merlin Vivien, 607: foragers for 
charms (scherzhaft "die auf' der Suche nach einem Zauber 
sind"); — 487 a 9, Lover's Tale, I, 687: distressful 
rain f'=a tears of pityj ; — 511b 33, Sisters, 159: the 
sounded letter of the word ; — 538 a, Tiresias, 3: both the 
roofs of sight ("Augenlider"); vgl. die ausgeführtere Um- 
schreibung: 393 a 9, Merlin Vivien, 796: his eyebrow 
bushes , , , a snowy penthouse for his hollow eyes; fiir die 
Augenlider auch eavcs, z.B. 91b 5, Talking Oak, 209: 
her eyelids dropp'd their silken eaves ; s. übrigens s. v. eaves im 
lexikograph. Teil; gesuchter schon im Jugendgedichte 
"To a Lady Sleeping" bei Churton Collins, Early 
Poems, 291 : unroof the shrines of clearest vision . . .; — 
507 b, Eevenge, IV, 3: sea-castles für the Spanish 
gallcons, or great galleys, with their lofiy tiers of guns (Rowe- 
Webb); — 539b 14, Tiresias, 94: stony shoivers of that 
ear-stunning hail of Ar6s; — 689 b, H a r o 1 d , V, 1 : he 
felis the mortui copse of faees; — 824b 7, Foresters, 
m, 19: those sweet tree-Cupids half-way tip in heaven 
(Singvögel); — 825 a 16, Foresters, III, 1: hundreds of 
huge oaks . , , torrcnts of eddying hark; — 861a, 
Leper's Bride, VHI, 3: this jwor rih-grated dungeon 

1) DatJ die Wendung liioher^ohört, ist klarer als was sie bedeutet; 
s. darüber zehn Seiten geistreicher Yermntnngeu bei A. C. Bradley 
(Ä Commentary on Tentiyson's In Mt-moriam^, 1902), der schließlich mit 
Gatty the sutures of the skull für das Wahrscheinlichste hält, was 
Tenn ysons Note Closing of the skull after babyhood nachtrüglich bestätigt. 



— 217 — 

of (he holy human ghosi (**der Körper", vgl. ags. hdn-'fmt und 
Ahnliches); — orientalische Phraseologie: 881 b 8, Akbar's 
Dream, 84: was not Alla calVd in old Iran (he Sun of 
Love? and Love the net of truth? (In einer Anmerkung 
zitiert Tennyson noch the noose of God). — 

§ 161. Eine zweite Unterart der Umschreibung ist der 
Euphemismus, wenn er auch nicht immer die Form 
einer solchen annimmt. Beispiele — besonders fiir Tod, 
Töten, und Verwandtes — mögen schon im Früheren 
sparsim vorgekommen sein; andere folgen: 

— 299 b, Maud, I, XIX, VII, 7: she lay sich once, 
ioith a fear of war se; — 314b 28, Coming Arthur, 368: 
when Uther . . . past away . . ., the two left the still King.. . ; 
analog beim Verbum: 330b 26, Gareth Lynette, 796: 
three with good blows he quieted; vgl. femer: 638a, 
Tiresias, 14: Cadmus... who found . . ., smote and stilVd 
• . .the multitudinous beast (den Drachen) ; 749 b (nach 
Beckets Ermordung): 'Hhe traitor 's dead and will arise no 
morer '*Nay, have we stilVd him?" — 344a 21, Mar- 
riage Geraint, 210: his quick, instinctive hand caught at 
the hilf, as to abolish him (den Gegner); — 390a 2, 
Merlin Vivien, 599: make her paler with a poison'd 
rose (man kann den Ausdruck auch litotetisch nennen) ; — 
494 a 16, Golden S u p p e r , 37 : in Julian' s land they never 
nail a dumb head up in elm (d. h. "man sargt die Toten 
nicht ein"); — 540b 16, Tiresias, 162: let thine own 
hand strike thy yoiäkful pulses into rcst: Rat zum Selbst- 
mord; für den Selbstmord selbst finden wir einige 
Umschreibungen in *'Lucretius" : 162 b 16, Lucretius, 
113: such a calm man may gain, leiting his own lifego; ibid. 
163 a 18, Lucretius, 136: to end myself; — 163 a 23, 
Lucretius, 151: jylunge . . . wholly out qf sight, and sink 
past earthquake, etc., femer 370a 25, Baiin Balan, 60: 
I . . . had often ivronght some fury on myself saving for Balan; 
— 888b, Charity, Xm, 1: they put him aside for 
ever (= buried); — auch die oben § 168 besprochene 
that which'GcY\\\)^e ist hier vertreten: 494b 2, Golden 
Supper, 53: entering the dim vault (Familiengruft) 
...beheld all round ahouf him that which all will be. — 
Schließlich auch ein scherzhafter Euphemismus nach allen 



— 218 — 

diesen Todesbildem: 826a, Poresters, m, 1: o/iter we 
have eased them of their coins (beraubt).*) — 

§ 162. Neben den poetischen Umschreibungen — wie 
alle bisher angeführten es sind — gibt es natürlich auch un- 
poetische, die vielfach überflüssig erscheinen und mit den 
Pleonasmen auf eine Stufe gestellt, ja ihnen zum Teil zu- 
gezählt werden müssen: sie sind meist grammatischer Art 
und könnten auch als "schleppender Ausdruck" bezeichnet 
werden; solche laufen Tennyson unter in Fällen wie: 

— 259 b, In Mem., 48, 1 — 4: if these brief lays . . ., 
toere taken to he such as closed grave doubis and answers 
here proposed, then these were such as men might scwn; 
vgl. 212 a 19, Princess, VII, 102: Love lihe an Alpine 
harebell. . . frail at first . . ., but such as gather'd colour dag 
by dag; — 263 a, In Mem., 62, 1: if an eye that's down- 
tvard cast could tnake thee somewhat blench or faü: wir er- 
warten einfache Partizipialkonstruktion, nicht Eelativsatz*); 
— 331b 16, Gareth Lynette, 846: go iherefore för 
einf. go then, so öfter; — 418b, Holy Grail, 10: laved 
htm much beyond the rest, and hanour'd him, and wroughi 
into his heart a wag by love that waken'd love 
within, to answer that tvhich came: das alles för 
''Gegenliebe". — 

Aus rein syntaktischen, nicht inhaltlichen Gründen ist 
der Ausdruck schleppend in Fällen wie: 4B0a 20, Last 
Tournamen t, 427: a whimpering of the spirit of the 
child; ebenso schon 14b 7, Poet, 46: round abotit the circles 
of the glohes of her keen eyes; femer 483 b 12, Lover's 
Tale, 462: eise liad the life of that delighted hour drunk in 
the largeness of the utterance of love; sowie 706 b, 3 u., 
Becket, I, 3: he pray'd nie to pray thee to pacify the 
King . . . — 



1) Eine Art "Fachausdruck", vgl. Scotts Note zu Lady of (he 
Lake, V, 270 (ed. Miuto, (lar. Press, p. 226): der Räuber John Guon 
sagt: / came to the inn last night wi^ the express purpose of leaming 
your route, that I and my followers might ease you of your (harge by 
the road.*' — Auch in Ivanhoe häufig. 

2) Ein ganz genau umgekehrter Fall ist 263 b, In M e m., 64, 21 : 
feels . . . a secret sweetncss in the stream, (sc. which was) the Umit of 
his narrower fate, while yet beside its vocal Springs he played. 



- 219 — 

§ 163. Im Gegensatz zu allen Arten von Umschrei- 
bungen, die insgesamt auf dem Prinzip der Einsetzung von 
indirektem für direkten Ausdruck beruhen, ist auf einige 
Fälle hinzuweisen, in denen wir umgekehrt kräftigste Un- 
mittelbarkeit statt einer vom Inhalt geforderten Mittelbar- 
keit beobachten; so heißt es von Godiva 104b 11, Godiva, 
78: she took the tax atoay, — was sie natürlich nur mittel- 
bar tat, indem sie die harte Bedingung erfiillte, von welcher 
ihr Mann die Aufhebung der Steuer abhängig machte; — 
weitere Beispiele: 293b, Maud, I, X, I, 3: ihis new-made 
lard, whose splendour plucks the slavish hat from the village/s 
kead (plucks = makes drawj ; — 356 a 14, Geraint Enid, 
123: (the giant) shook her pulses, crying ''Look, a prüfe'\' 
shake = "erbeben machen", sogar ohne dahingehende 
Absicht des Subjektes; — 673b, Early Spring, VIII, 
3: noto the Heavenly Power makes all things neto and thaws 
the cold, and fills the flower mth dew; — 507 a, Rer-enge, 
m, 3: Sir Richard bore in hand all his snck menfrom the land 
("ließ an Deck tragen"); — 586a 6, Queen Mary, I, 4: 
do not you be seen in eomers with my Lord of Devon 
(z=. do not let yourself be seen) ; ebenso charakteristisch für 
das Hof leben ist die Wendung 598 a 21, Queen Mary, 11, 
2 : . . . and fearing for her, sent a secret missive, which told her 
to be 8 ick (sc. and on the ground of this excuse, not to come 
to court) ; — ähnliche Imperative : 638 b, 6 u., Q u e e n M a r y, 
V, 1: do not seem so changed ('^benehmt euch nicht so, 
daß es den Anschein hat . . .'^) ; so auch schon in einem 
Jugendsonett über Polen (Churton Collins, EarlyPoems, 
307), 2: be not bought and sold (=^ let not yourselves be b. 
and s.); — 680b 2, Harold, IV, 2: knoiv what thou doest: 
"sieh zu, daß du wissest ..." — 

§ 164. Mit diesen Fällen sind wir von der Fülle zur 
Kürze des Ausdruckes zurückgekehrt, welcher wir uns nun 
zum Schluß des Abschnittes nochmals zuwenden. Nur haben 
wir es hier mit einem wesentlich anderen Typus der Aus- 
druckserspamis zu tun als der eingangs besprochene der 
Wortweglassung, nämlich mit der Kürzung durch Wort- 
wahl. Die folgende Liste von Beispielen zeigt uns in engem 
Anschluß an die soeben zitierten einfache, nachdrückliche, 
vielfach konkrete Ausdrücke statt erwarteter komplizierter. 



— 220 — 

farbloser, manchmal abstrakter; für langwierige Wortver- 
bindungen treten einzelne ihrer Glieder oder überhaupt 
gehaltvolle Einzelwörter einM, — hier also ein Berührungs- 
punkt mit der im Anfang des Kapitels behandelten Wort- 
weglassung (§ 138) : 

— Ba 44, Confessions Sensitive Mind, 140: in 
my mom of youth, the unsunn'd freshness of my strength: 
frcshness steht für time of freshness, "Frühzeit" ; — IIa 
27, Eecollections Arabian Nights, 126: . . . tapers 
. . . stream'd upon the mooncd donies dloof: für poured fwik 
their light etwa; — 70a 29, Morte d 'Arthur, 1B3: lest 
the gems should blind my purpose ("durch ihren G-lanz mich 
von meiner Absicht ablenken"): — 93b 12, Love Duty, 
61: want . , , gave utterance by the yearning of an eye 
(= yearning looks); — 101, 23, Locksley Hall, 129: 
the common sense of most (= niajority) sluül hold a fretfui 
realm in awe; — 103, Godiva, 33: winds from all the 
compass — für all directions of the compass; — 104 a 26, 
Godiva, 62: but she not less thro' all bore up: die 
Wendung ist in ihrer Gedrungenheit ein Spezimen der 
lakonischen Erzähhmgsweise in diesem ganzen Gedichte ; — 
104b, Day-Dream, Prologue, 7: to see you dreaming 
— and, behind, a summer crisp with shining woods (behind = 
"im Hintergrund*', als Rahmen zum Bilde der Schlafen- 
den) ; — 107 b, L' E n V o i ( D a y - D r e a m ), I, 8 : evary hundred 
years to rise and learn the world ("sich wieder einmal anzu- 
sehen", hieße es in Prosa) (learn ist Tennysons Lieblings- 
ausdruck für "kennen lernen"); — 117 b, Voj'age, V, 8: 
the n u t m e g rocics (für nutmeg-covered) : — 1 18 b, L a u n- 
celot Guinevere, 1: UJcc soids that balance joy and 
jtain (^^ arc j)0ssess\1 by an eqnal share of ,, .); — 121 a 1, 
Vision Sin. II, 3 : a sound . . . gnther'mq up . . ., narrowing 
in to u'hcre thvy sat assonbied (näliert sich Einzelnem in 
§ 35); ähnlich 251 b, In Mem., 15, 2: the winds begin to 
rise and roar front yondcr dropplyig day (roar = come 

^) Vieles von dem hier zu Zitierenden nähert sich naturgemäß 
den im Folgenden unter '-Besonderes ftlr Allgemeines", *'Con- 
c r e t u m ]) r o a b s t r a c t o*', "13 i 1 d e r s p r a c h e" angeführten Bei- 
spielen, wie aucli dort sich Stelleu tinden werden, welche auch hier 
eingereiht werden könnten. 



— 221 ~ 

roaring); ähnlich Churton Collins, Early Poems, p. 281, 
Song, n, 10: the... wave mourns down the slope; — 
130a 25, Enoch Arden, 346: io greei his hearty welcome 
heartily: greet = "durch Gegengruß erwidern"; — 132a 
10, Enoch Arden, 454: claiming her promise (= the 
fuUfilment of her promise) ; — 134b 6 (614) : the man had died of 
soliiude ("Gefühl, Bewußtsein der Vereinsamung'*); ebenso 
135 a 5, Enoch Arden, 645: shook his isolaiion from 
him; — 156a, Sea Dreams, 15: to buy stränge shares 
in some Peruvian mine (stränge = "von denen niemand 
etwas wußte"); — 171b 15, Princess, I, 251: (von den 
studierenden Mädchen): they see no men ("wollen keine 
sehen"); — 180a 14, Princess, 11, 435: sonie hid and 
sought in orange thickets (= played at hide-and-seek) ; 
— 217a 8, Princess, Conclusion, 66: revolts, etc. 
most no graver than a schoolboy's bar ring out (= breaking 
outofbar)^)] — 253 a. In Mem., 21, 12: thepraise that com es 
io constancy ("zukommt"); ibid. 15: the people throng the 
chairs and ihrones of civil power; — 253 b, In Mem., 23, 
15: Thotigt leapt out to wed with Thought, cre Thought could 
wed itself with Speech; so schon 65b 8, Love Land, 62: 
a bridal daimi of thmider-peals, whcrever Thox^ht hath wedded 
Fact; — 278b, In Mem., 108, 16: His held that sorrow 
maJtes us wise, whatever wisdom sleep with thee: für wliatever 
may he the tvisdom that sleeps with thee; — 288, Maud, I, 
I, XV, 2: the silent thing that had made falsa haste to the 
grave: ''haste, caused hy other men's falseness*' ergibt der Zu- 
sammenhang; — 342b 24, Marriage Geraint, 106: 
how m^i slur (= slander) him: zum Teil also bildliche 
Wendungen; — 270 a, In Mem., 86, 4: ambrosial air , . . 
breathing bare the round of space: "den Horizont von 
Nebel und Wolken befreiend"; vgl. ibid. 9: blow the fever 
from my check; — 271a, In Mem., 89, 18: the sivecp of 
scythe in morning dew (= detvy air of the morning) ; — 285 a 14, 
In Mem., Epilogue, 50 (Vermählimg von Tennysons 



^) Mit Bezug darauf, daß to bar ja gerade "vorriegeln, ein- 
schließen" bedeutet und hier durch Beifügung eines Adverbs in sein 
Gegenteil verwandelt ist, vergleicht sich der Ausdruck etwa mit einem 
nordischen lüka upp = öffnen (Detter-Heinzel. Scemundar Edda, 
II, Anm. zu Häuamdl, 96. 2—3). Vgl. auch deutsch "aufHSchließen". 



— 222 - 

Schwester; Szene in der Kirche): her feet... on the dead: 
d. h. "auf dem Fußboden der Kirche, unter welcher die 
Toten — in der Familiengruft — ruhen"; — 310b 10, 
Coming Arthur, 98: the sinallest rock far on tlie fa int est 
kill ißxr faintly, dimly seen); vgl. den Gebrauch von easy: 
138a 26, Enoch Arden, 868: easy tears ("leicht zu ent- 
lockende"); 146 a 33, Aylmer's Field, 183: (Herzens- 
güte) no false passport to that easy realm (hearts of the poor) : 
171b 12, Princess,!: an easy man (= easily woti) ; 680b 
2, Har old, IV, 2 : we mayfindfor thee . . . some ensier earldom 
(= morc easy to govem); 694b 12, Becket, Prologue: 
I should find an easy father confessor in thee; vgl. femer 
263a, In Mem., 61, 9: tum thee to the douhtful shore 
(:= dimly seen); — 324a 13, Q-areth Lynette, 392: 
then Arthur cried to rend tJ^ cloth; — 324a 22, Gareth 
Lynette, 401: under every shield a knight was named 
(z=z the name of a knight was written); — 324b 28, Gareth 
Lynette, 439 : grant me to serve . . . nor seek my name 
("suche zu erfahren, frage nach — "); — 330a 1, Gareth 
Lynette, 742: *^Have nt thee then'\ ,..they shock'd and 
Kay feil; derselbe Ausdruck 333 a 20, Gareth Lynette, 
941'); aber 336a 6, Gareth Lynette, 1086: they madly 
hnrl'd together on the hridge; zu shock vgl. noch: 65b 34, 
Love Land, 78: New and Old,,. must ever shock, like 
armed focs; 431b 6, Holy Grail, 796: fdt the boat shock 
earfh; — 409b 17, Lancelot Elaine, 854: day by day 
she past in ei t her twilight ghost-likc to and fro: früh 
hin, abends zurück; vgl. 862 b, Leper's Bride, XXVII, 
2: he (the Priest) joins us once again, to his either office true 
(i. e. to that of joining for death as well as for life) ; — 
— 469a 19, Passing Arthur, 138: the mist that all day 
long had held thefieldofbattlc ("bedeckte", gleichsam "besetzt 
hielt"); — 481 a 17, Lover's Tale, I, 317: thro* the rocks 
we wo und (=^ went a winding i)ath) ; — 622 a G, John 
Oldcastle, 33: hereafter ihou (Wort Gottes) fulfilling 
Pefitecost, nnist learn to use the tongucs of all the world: 



^) Thistlethwaite vergleicht in seiner bereits zitierten Disser- 
tation zu dieser Stelle King John, V, 7, 117: come the three comers of 
the World in arms, and %ce shcUl shock theni. 



— 223 — 

d. h. das zu Pfingsten an den Aposteln gewirkte Wunder der 
Yielsprachigkeit, ein symbolisches Versprechen, auf natür- 
lichem Wege erfüllen; — 890 b, Dawn, IV, 4: if twenty 
miüian qf Summers are stored in ihe sunlight still: d. h. 
wenn die Sonne erst in 20,000.000 Jahren erkalten imd 
somit das Leben auf unserer Erde noch so lange dauern soll. 

§ 165. Als besonders bezeichnendes Beispiel für die 
Häufigkeit, aber auch für die Wirkung des in Bede stehen- 
den Kunstmittels will ich hier aus dem lexikographischen 
Teil ein Verbum vorausnehmen, welches wegen seiner be- 
quemen Einsilbigkeit gut zu handhaben ist, nämlich send, 
das als Lieblingsausdruck des Dichters für mittelbare wie 
unmittelbare, entfernte oder nahe Veranlassung einer kon- 
kreten oder bildlichen Bewegung in den denkbar wag- 
halsigsten Verwendungen ausgezeichnete Dienste leistet. 
Die Beispiele, vielfach wahre Kunststücke, sind: 

— 318b 21, GarethLynette, 70: cries and clashings . . ., 
ihat sent himfromhis setises; vgl. 840a, 6 u., Foresters, 
IV: I liad despair'd of thee, That sent me crazed; — 338a 
7, Gareth Lynette, 1205: an some chance . . , Jtad sent 
thee dotmi before a lesser spear; — 421a 26, Holy Grail, 
163 : as she spähe shc s e nt the deatkless passion in her eyes 
thro'him; — 441b 29, Pelleas Ettarre, 402: senthands 
uponhim(!),as to tear him; — 449b 16, Last Tournamen t, 
389: a lodge . , .appcariug, sent his fanci/ back fo where shc 
lived a moon in that loiv lodge tvith him : — 481 a 14, 
Lover's Tale, I, 314: Love . , , sent his soul into the 
songs ofbirds; — 496a 82, Golden Supper, 186: his 
oian (hcart) sent such a flum^ into his face; — 517a, 
Children's Hospital, I, 2: he sent a chill to my heart 
when I saw him come; — 632b, De Profundis, 11, I, 8: 
with this ninth moon, that sends the hiddeti sun down yon 
dark sea; — 536 b, Achilles, 30: thrice from the dyke he 
sent his mighty shout; — 661b 20, Ancient Sage, 263: 
send the day into the darkeii'd heart; — 564, 16, Locksley 
Hall, n, 14G: send ihe drain into the fountain, lest the 
stream should issue pure; — 566, 11, Locksley Hall, 
213: (OodJ sent the shadow qf Hiniself, the boundless, thro' 
ihe human soul ; — 692 b5, Harold,V, 2: that chance arrotc 
whieh the Sainis sharpen'd and sent against him; — 846a 



— 224 — 

16, Demeter Persephone, 108: lost in utter grief I 
(Demeter) fail'd to send my life thro* olive-yard and vine; dtto. 
846b 23, Demeter Persephone, 146: thou . . . slialt ever 
send thy life alang wiih mine from buried grain thro' spring* 
ing blade; — 846b 13, Demeter Persepbone, 135: 
Gods... to send the tioan into the night (alliterierende 
Antithese); — 862a, Leper's Bride, XXI, 4: the suddi^n 
fire from Heaven had dash'd him dead, and sent him charr'd 
and blasted to the deathless fire of Hell (Antithese fire of 
Heaven — fire of Hell) ; — 872a IB, ßomney's Remorse^ 
151 : human fargiveness touches heaven, and thence . . . reflected, 
sends a light on the forgiven, — 

§ 166. Im Anschluß an diese Gruppe sind als besondere 
Unterabteilung noch die wenigen auffallenderen Beispiele 
fiir prägnante Bedeutung anzuführen: 276b, In 
Mem., 103, 28: the niaidens gat/ier'd strength and grace and 
presence (fiir "Stattlichkeit der Erscheinung"); — 287, 
Maud, I, I, Vn, 1: men of tnind ("Geisteshelden"); vgl. 
357 b 27, Geraint Enid, 228: men of mark: — 393a 
33, Merlin Vivien, 820 : a name of note; — 396 b 8, 
Lancelot Elaine, 44: ,..alltheir bones were bleach'd, 
and Uchefi'd into colour (= one colour) with the crags 
(vgl. in § 138 das Beispiel 268b, In Mem., 42, 5); — 
552 b, night, rV, 4 : the hope I catch at vanishes and 
youth is turn'd io woc (youth == "jugendliche Lebensfreude"); 
— 860 a, Forlorn, Xu, 4: funeral hearscs rolling t 
blac/c with bridal favours mixt! hridal hells with tolling! 
(=z tolling of funeral beJls). — Über prägnant gebrauchte 
Person alpronomina s. § 106; Possessiva, § 113; Artikel,. 
§ 118. 

II. Intensität des Ausdrucks. 

§ 167. Indem ich nun von den Quantitätsverliältnissen 
zur QuaHtät des Ausdrucks übergehe und damit beginne, was 
man als seine "Temperatur" bezeichnen möchte — nämlich 
dem Emotionsgehalt — , will ich zunächst einige Bei- 
spiele für die in jeder Poesie so geläufige Verschiebung 
des Gefühlsinhaltes, die Hyperbel, oder vielmehr in weite- 
rem Sinne für eine ohne inhaltlichen Zwang gehobene, 



— 22B — 

emphatisch-pathetische Eedeweise anfahren. Es handelt sich 
hier zunächst um einige Verba^;: 

blame für einfaches "überbieten, übertrefiTen'* : 207 b 
13, Princess, VI, 204: Ida — 's deaih, you blame theman; 
you wrong yourselves — the woman is so hard upon the icoman; 

— andere übertriebene Ausdrücke für "übertreflTen" : IIa 
27, ßecollections Arabian Nights, 126: tapersßaring 
hright . . Aook'd to shame the hollow-vaulted dark (freilich 
nicht relativ, sondern absolut); — B51 b 24, Ancient 
Sage, 267 (Mäßigkeitsvorschrifien) : . . ,nor care . . . io vex 
the noon with ßery genis ("überstrahlen"): — 889b, Kapiolani, 
rV, 3: the lavalight . . ,dazing the starlight 6= outshiningj; 

— 891b, Mechanophilus, 22: as tce surpass our 
fathers' sJcill, cur sons will shame our oicn. — Sieh auch 
unten hdl. — Das Höchste findet sich hier wie oft im 
Jugendgedichte "The Lover's Tale": 488a 13, Lover's 
Tale, I, 761: a life nwre limng,..some happier happiness, 
swallowing its precedent in victory (für einfaches "über- 
treflFend")^) — Poetisch schön hingegen, wenn auch kräftig, 
ist der Ausdruck: 328a 21, Gareth Lynette, 645: on 
tJie damsel's forehead shame, pride, ivrath slew the May- 
white. — 

fall ist in einigen Bedeutungen übertrieben kräftig: 
1. für "sich ereignen", to chance: 362a 5, Geraint Enid, 
497: a man to whom a dreadful loss falls in a far land; 
636 b, Queen Mary, V, 1, 6: if war shouldfall betueen your- 
seif and France; 705b, Becket, I, 3: tchen a hishoprick 
falls vacant; — verwandt: "kommen" Tvon Zukünftigem;: 
92 b 1, Talking Oak, 286: ichen my marriage-mom may fall ; 

— 2. für /o sink: 62b, To J. Sp., 11: those in tchose laps 
our limbs are nursed, fall into shadow, soonest lost; ganz 
ähnlich 686 a 13, Harold, V, 1 : / die..,I cannot fall inio a 



^) Als Bepräsentativbeispiel mag etwa ein Hinwras auf ^la- fast 
regelmäßige cried für jedes, selbst das ruhigste in//uit Id <^'oId- 
smith's Vicar of Wakefield dienen (auch deutsch oft '-rief in di^iser 
Weise verwendet). 

2) Die Wendung findet sich allerdings schon in der I . Kpist^?! an 
die Korinther, 15, 54, aber in anderer Anwendung und Hf;d»;utung: 
ihen ahdU he brought to pass the saying that is written, JJeath in hwalhwed 
up in victory, 

Dybotki, Texmjrwms Sprach« und SiiL 15 



— 226 — 

/afeeruwZd; — verwandt: 363 a 27, Geraint Enid, B90: 
in (he falling aftemoon ("hereinbrechend") retum'd ihe huge 
Earl Doorm, — 

forge für Bewirken, geistiges SchaflTen jeder Art, be- 
sonders Erdichten, Erfinden: 34bl,TwoVoices, 283: who 
forged tlmt other influence; — 83a, Edwin Morris, 18: 
who forged a thousand theories of ihe rocks; — 354a, Geraint 
Enid, 3: how mang among us. . .do forge a lifelong sträubte 
for ourselves; — von Erzählungen: 144a 12, Aylmer's 
Field, 96: he forged. , .hoyish hisiories; 168b 11, Princess, 
Prologue, 198: we forged a sevenfold story; — fiir ein 
Schaffen der gestaltenden Phantasie: 266a, In Mem., 71, 
2 : Sleep, , . . thou liast forged at last a night-long Present of ihe 
Fast; — "fälschen" (geläufige Bedeutung): 646b, Despair, 
All, 1 : ofie son had forged on Ms father andfled ("Fälschungen 
auf den Namen seines Vaters begangen") (Alliteration von 
Einfluß auf Ausdruckswahl). — 

Ein besonders bezeichnendes Beispiel ist gain, wo es 
für "erreichen" ohne den gewöhnlich damit verbundenen 
steigernden Nebenbegriff der Mühe und Eile, also geradezu 
für einfaches reach steht: 166a, Sea Dreams, 16: 
scaward'hound for hcalth they gain*d a coast . . . ; — 182 a 19, 
Princess, III, 101: so saying from the court we paced, and 
gain'd the terrace; — 209b 26, Princess, VI, 332: on they 
fiioved and gain'd the hall (sie gehen sehr langsam, weil sie 
ja die Verwundeten tragen); — hieher stelle ich auch 
343 b 6, Marriage Geraint, 161: (Guinevere) took horse, 
and forded Usky and gain'd the irood, — wo sich die zur 
Jagd verspätete Königin freilich beeilen muß, der Wald 
aber nicht rettendes Ziel einer Flucht ist, wie sonst wohl 
der Akkusativ bei <jain; — 383 b 14, Merlin Vi vi en, 196: 
leaving Arthur's court he gain*d the beach (wo wir went to — 
erwarten); — 409a 9, Lancelot Elaine, 816: ivhen they 
gain'd the cell wherein he slept; — 436 b 1, Pelleas 
E 1 1 a r r e , 199 : tchcn she gain'd her Castle ; — 461 b 16, Last 
Tournament, 613: (Tristram) past and gain'd Tintagil; 
— 879 a 12, St. Telemachus, 45: hörne along hy that 
füll strcam of men, like some old wreck on so^ne indrawing sea, 
gain'd their huge Colosseum, — Natürlich schließt das den 
Gebrauch von gain für "Flucht, Eile, mühevolles Zustreben'' 



_ 227 — 

nicht aus: 189a 4, Princess, IV, 171 (der Prinz rettet 
die ertrinkende Prinzessin) : right on thi^ (iree) we drove and 
catight, and grasping down the baughs I gain'd the share; 
768 a 2, Cup, I, 3: I need not fear the erowd that hunted me 
aeross the woods, last night. I hardly gain'd the camp at mid- 
night. — 

hang für hover, ja einfaches linger: — 103 a, Q-odiva, 
2 : I hmig tvith grooms and porters on the bridge ; — 180 a 
14, Princess, II, 436: sonie . . . under arches of the marble 
Iridge hung, shadow'd front the heat; — 187 a 26, Princess, 
IV, 61 : tho\ . . the beard-blown goat hang on the shaft (nrspr. 
pillar) ^) (Bild der Verwüstung : "umherklettert") ; — 204 a 10, 
Princess, V, 628: a nwment hand to hand, and sivord io 
stcord, and horse to horse we hung; — 210b, Princess, 
Vn, 7: low voices with the ministering liand hung round the 
sich; wörtlicher freilich schon: 194b 20, Princess, IV, 
531: on my Shoulder hung their heavy hands, the weight of 
destiny; — 270b, In Mem., 87,31: who,' hut hung to hear 
the rapt oration . . . ("neigte sich begierig hin, zu hören") ; 
ähnlich, aber mehr bildlich: 138a 33, Enoch Arden, 
866: Enoch hung a moment on her tvords ("neigte hin zu — , 
ließ sich in Unentschlossenheit erhalten durch — ") ; — 299 a 
6, Maud, I, XIX, IV, 11: only Maud and the hrotlier hung 
over her dying hcd; — bildlich: 304b, Maud, 11, IV, X, 7: 
on my heavy eyelids my anguish hangs like sliame;^) — 894 a, 
Death Duke Clarence, 2: the shadow of a crown, that 
o'er him hung (Anrecht, Aussichten); — besondere Gruppe 
(Himmelserscheinungen): 306, Maud, HI, I, 7: the Chario- 
teer and starry Geniini hang like gloriot^ crowns . . . in the 
west; — 476a, Lover's Tale, I, 4: the sloping seas hung 
in mid'heavc^x (das Meer scheint sich gegen den Horizont 
zu wölben); 477a 22, Lover's Tale, I, 62: ivhen day 
(d. h. "die Tagessonne") hung from Ins middome in Heaven's 
airy halls; hieher stelle ich auch eines der poetischesten 



J) Ygl. bei Schiller (von der Gemse): "Jetzo auf dem schroff- 
sten Zinken Hängt sie, auf dem höchsten Grat..." — Mustard 
vergleicht Verg., Ed., 1, 77: dumosa p ender e procul de rupe videbo. 

2) Vgl. Longfellow (Evangeline): fuller of fragrance ikan 
ihey (flowers), and aa heavy withshadows and night-dews, hung (he heari 
of the maiden, 

15* 



— 228 — 

Beispiele: 233 b 30, D aisy , 49: how . . .fair was Monte Rosa, 
hang in g there a thousand , . . Valleys (invertierte Partizipial- 
konstruktion : § 131 ; das Bild ist : M. Bosa with Valleys "hang- 
ing" about iij;^) — schließlich zwei Beispiele prägnanter Kürze 
durch liang = "in der Schwebe sein, erwogen werden": 
141 a 18, B r o o k , 109 : but he stood fimi ; and so tlie matter 
hung; 186b 3, Princess, DI, 298: this matter (ob Lehr- 
stühle der Anatomie an der Frauenuniversität zu kreieren 
sind) Hangs. — Zum Gebrauch dieses Verbums vgl. die 
Bemerkung von Morton Luce, Handhook to the Works of 
A. lord T. (London 189B), p. BB. — 

live für he, exist, auch wo von wesenhaftem Leben 
nicht die Rede und ein Bild nicht beabsichtigt ist: 341a 
17, Q-areth Lynette, 1383: so farge mirth lived and 
Gareth won tlie quest; — 341b 17, Marriage Geraint, 
26: tho' yet there lived no proof; — 366 a 18, Geraint 
Enid , 76B : never yet , . . came purer pleasitre unto mortal kind 
than lived thro* heY,..; — 402a 17, Lancelot Elaine, 
417: the green light . . . lived along the milky roofs. — Freilich 
liegt in den letzten zwei Fällen die Nebenbedeutung der 
lebhaften Bewegung vor ("durchzuckte" — "glitt dahin"); 
dem ersten von ihnen analog, nur noch ausgesprochener 
bildlich ist die schöne Stelle: 173b 19, Princess, n, 26: 
grace and power . . . tvitli every tum lived thro* her to the tips 
of her long hands ("durchströmten sie" wie das Blut in den 
Adern). — Auch sonst kann live nur annähernd die Be- 
deutung von (o he haben, aber wirklich inhaltlich begrün- 
detem Nachdruck dienen, so 247b, In Mem., Prologue, 
36 : merit lives from man to man, and not from man, o God, 
to ihec, — wo lives nicht fiir "ist", sondern für "gilt, hat 
Geltung" steht. — 

lovc mit Infinitiv für bloßes like-, 146 a 32, Ayl- 
mer's Field, 250: der Vater geht vorbei und hört das 
Wort love im Gespräch der Liebenden: and neither loved 
nor liked the thing he heard; — 257 b, In Mem., 38, 7: 
tlhe songs I love to sing; — "GefaUen finden an — ": 327 a 
7, Gareth Lynette, 596: (Arthur) toving his (Gareth's) 



1) Vgl. Shelley, Rosalind and Helen, 543: (yon cUpJ . . ,hung with 
ita precipices proud , . . 



— 229 — 

lusty youthhooä yielded to him; vgl. 668a, To Hamley, 6: 
you came, and look'd and lov'd the vieiv (zugleich. Vertauschung 
zweier Aktionsarten, s. § 43); — 367 b 27, Geraint Enid, 
228: he loves to know when men of mark are in his territory; 
— 409b 8, Lancelot Elaine, 846: Lancelot .,. said no 
mare; hut did not love the colour (Elainens Erröten **gefiel 
ihm nicht"); — dialektisch: 658b, Spinster's Sweet- 
'Arts, IX, 5: / loovs tha to maäke thysen 'appy (zur Katze: 
"Ich sehe es gern, wenn du es dir gut gehen läßt"); — 
600b 10, Queen Mary, n, 2: you jest ; Ilove it ; aber 687b, 
Queen Mary, I, 6, 8: I am Spanish in myself and in my 
likings; hingegen 685a 16, Queen Mary, I, 3: Ilove not 
to he called a hutterfly; — 603b 12, Queen Mary, 11, 4: I do 
not love your Grace should call me cotvard ; — 692 al3,Harold, 
V, 2: take them away, I do not love to sce them. — 

Ein Gegenstück zu diesem love und stärkeres Synonym 
zu dem negierten love der letzten drei Beispiele bildet hate 
cum infinitivo für ahhor (zugleich Bevorzugung eines ger- 
manischen Wortes gegen ein romanisches, s. den lexikograph. 
Teil, § 273): 342b 9, Marriage Geraint, 91: / hate 
that he should linger here, — und als bestes Beispiel Tenny- 
sons eigene Antwort auf die Einladung der Herzogin von 
Argyll, zu einem "literarischen Frühstück'^ zu erscheinen: 
*'I should hate it, Duchess" (Life, Tauchnitz ed., IV, 257). — 

lull, ein überaus beliebtes Wort^), steht öfter für 
"Übertönen durch Lauteres", — wo also das gerade 
Gegenteil von Stille eintritt: 26a, Buonaparte,8: the 
British battle . . . lull in g the hrine against the Coptic sands 
("Geschützdonner übertönt Wogengetöse" — bei Abukir)*) ; 
die gleiche Hyperbel — mit anderem Verbum — in dem 
Schlachtenbild 100, 34, Locksley Hall, 104: the winds 



1) Die Beliebtheit mögen die Zitate erweisen: 9 b, Second 
Song (Owl), 1: ihy tuichita are lulVd; 21b, Margaret, II, 8: lulVd 
echoes of laborious day ("gedämpfte"); 23a, Eleänore, II, 9: inio 
dreamfui slumber lulVd; 66a, ChoricSong, VII, 2: warm airs IM 
US, blowing lowly ; 427 b 16, Holy Grail, 544: lulliny random squabbks 
tchen ihey rise; etc. 

^) Ähnlich bei Byron, Siege of Connth, U, 15—16: 
Änd there the voUeying thunders pour, 
Till waves grow smoother to ihe roar. 



— 230 — 

are laid tvith sound; vgl. femer 252 b, In Mein., 19, 7: 
ihe Sevem... hushes half ihe habbling Wye; ja sogar to 
still wird so gebraucht: 870b 23, Romney's ßexnorse, 
78: a sound froni far atvay, . . . a fäll of tvater lulVd ihe 
naon asleep, Yau still'd it (das Bauschen des Wassers) 
far ihe motnent tvith a song. — Weniger grell als diese, aber 
im logischen Wesen identisch und dabei poetisch schöner ist 
die Stelle 91b 12, Talking Oak, 216: die Eiche nimmt 
alle ihr zuströmenden Geräusche auf (I iook . . .) und ver- 
einigt sie in ihrem Kauschen: and lulled them in my aum 
(gleichsam "bettete ein, machte aufgehen in — "); — hin- 
gegen leidenschaftlich erregt, wie die ganze Sprache des 
Gedichtes ist: 86a 2, Stylites, 32: I drown'd ihe 
whoopings of the owl tvith sound; ebenso 850 a, Yastness» 
in, 2 : thousands of voices drotvfiing his oum (the Wise Man's) 
in a populär torrent of lies upon lies. — 

play ("eine RoUe annehmen") ist — nach elisabetha- 
nischer Art — typisch für einfaches behave as u. dgl. : 
177 b 1, Princess, II, 263: tchy shotdd I not play the 
Spartan mother tvith emotion (d. h. "die Erregung nieder- 
kämpfen"); — 188a 11, Princess, VI, 148: (men)...play 
the slave to gain the tyranny; — 206b 15, Princess, VI, 
148 : you . . . that tvith your long locks play the Lion's mane . . . ; 
— 683 b 16, Harold , V, 1: / have a mind to play the 
William with thine eyesight and thy tottgue (d. h. dich ihrer 
zu berauben, wie W. an meiner Stelle täte). — 

spare cum inf. für forbear^): 458a 22, Guinevere, 
143: fhey spared to ask it; 463a 1, Guinevere, 428: he 
spared to lift his hand against the King; 683 b, 8 u., Harold, 
V, 1: is thy tvrath Hell, that I should spare to cry; 843 a, 
Jubilee Queen Victoria, VI, 2: spare not notc to be 
boimtiful . . . / — 



1) Dasselbe bei Spenscr, z. B. Faerie Queene, b. I, c. 2, st. 31, 
1. 2: 0! spare with guilty hands, to teare my tender sides . . . (von 
Kitchin z. St. als Nachahmung vergilisclier Phraseu wie parce pias 
iolerare marws erklärt). Übrigens schon in älterer Sprache : V. 40 von 
Noah*s Flood in den ehester Plays: 0, Lorde, I thanke thee . . . tJtat . . . 
spar es me and my howae to spül.., — Im Century Dictiotiary wird 
aus Tennyson die Stelle zitiert: if thou spare to fting Excalibur.,, 
(70a 7, Morte d'Arthur, 181) 



— 231 — 

work für bloßes do: 666, 2, Locksley Hall Sixty 
Years After, 204: wliat are mm? ...insects of an hour, 
th(U hourly work their brother insects torong. — 

Andere, mehr vereinzelte Fälle sind: 

— 134 b 26, Enoch Ar den, 633: Eobinson-Enoch 
kommt seinen Bettem entgegen, ntu^^ertn^ and mumhling.., 
with inarticulate rage: natürlich nicht "Wut", sondern 
"leidenschaftliche Erregung", hier gerade freudiger Art; 
188b 24, Princess,IV, 169 (bei der allgemeinen Flucht 
nach Entlarvung der drei verkleideten Männer) : blind 
mth rage she (Frincess) miss'd the plank: diesen starken 
Ausdruck für "Erregung, Bestürzung" würde der Prinz — 
noch dazu von seiner Braut — nicht gebrauchen, wenn 
sich ein solcher nicht nach blind toith unwillkürlich ein- 
stellte und obendrein wegen der Kürze empfähle: ja sogar 
von der Liebesleidenschaft finden wir rage gebraucht: you 
must blame Love. His early rage Iiadforce to niake me rhyme in 
yauth, and nmkes me talk too much in age (38 b, 7 u.). — Diesem 
rage (= "Erregung") verwandt ist angry für "leidenschaft- 
lich, heftig" (ohne daß von Zorn die Eede wäre): 367b 32, 
Geraint Enid, 233: Inever atetvith angrier appeiite^)] 

— eine ähnliche psychologische Hyperbel ist 499b, To my 
Grands on, 2: crazy mth laughter and babble and earth's 
new wine. 

Weitere Einzelbeispiele: 

— 10a 7, Recollections Arabian Nights, 14: 
my shallop drove the.,.deeps, and clove the citron shadows 
in the blue; — 12a 11, Ode Memory, IH, 16: the deep 
mind of dauntless infancy: für bloßes "furchtlos, unbesorgt" 

— steht "unerschrocken" (N. E, D.: fearless, intrepid, 
bold, undauntedj; — 186b, "Tears, idle tears", 2: frotn 
the depth of some divine despair (wohl nur "edel" gemeint); 

— 260a, InMem., 11, 6: dews that drench the furze; — 
264 a, In Mem., 25, 10: mighty Love would cleave in tivain 
ilie lading of a Single pain, and part it, giving half to him 
(thefriend) (deutsch "Geteilter Schmerz ist halber Schmerz"); 



1) Man vergleiche verstärkende Ausdracke wie: apud quem epi- 
tyrum estur ins an um bene bei Plautus, Miles glor,; deutsch: 
"rasend" = sehr, u. dgl. 



— 232 — 

— 2BBb 15, In Mem., 30, 27: pierces the kern seraphic flame 
from ort io orh (pierces = pctsscs); — 26B b, In Mem., 72, 23: 
clouds (Sturm wölken) ihai . . . whirl the ungamer'd sheaf afar 
(übertrieben für **einzebie Ähren"); — 26Bb, In Mem., 
73, 8: nothing is tlmt errs from law (errs =^ stverves) ; — 
271 b, In Mem., 89, 27 : . . .flung a hailad to the brightening 
moon; — 272 b, In Mem., 93, 4: (the spirifs) naHve 
land where first he walk'd when claspt in clay; — 288, 
Maud, Part, I, I, XTÜ, 2: (if) the rushing hattle-hoU 
sang from the three-decker ; vgl. BlOb, DefenceLucknow, 
n, 15 : btdlets would sing hy our foreheads ; vgl. femer 652, 
Show-day, 5: fanci/ hears . . . that deathful arraw sing^) ; 
von einer Quelle : 369 b 21, Bai in Bai an, 25: the spring, 
that down, from undemeath a plunie of lady-fem, sang . . . ; 
noch kühner 370a 7, Baiin Balan, 42: the carolling 
water ; und recht abenteuerlich : 522 a27, JohnOldcastle, 
65: as Rumour sang; endUch 117a, Voyage, 11, 2: drg 
sang the tackle, sang the sail ("knarrte — rauschte''); vom 
Kauschen von Gräsern in einem Jugendgedichte: Churton 
CoUins, Early Poems, 288, Grasshopper, 11, 17: 
the sin ging flowerkl grasses...; — 293 b, Maud, Parti, 
X, I, 3: this netv-niade lord, whose splendour plucks the 
slavish hat from the villager's head (plucks = makes draw^ 
s. auch § 1G3); — 298 b, Maud, I, XIX, HI, 12: hote 
often I caught her with eyes all wet ("überraschte''); ein 
anderes ca/cÄ 273 b 15, In Mem., 95, 40: (7)nj sotil) ,., caught 
the deep pulsations of the world: es ist ein in den nächsten 
zwei Zeilen nach seinem Inhalt beschriebenes Wahr- 
nehmen gemeint: dieses catch für *^vahniehmen" ist recht 
häufig: 139b, Brook, 28: all about the fields tjou caught 
his tveary dayloyig chirping ; 682b, Queen Mary, 1,3: these 
beastly swine make such a grunting herCy I cayinot catch what 
Father Bourne is saying; 841 a, Foresters, IV: some hunter 
in day-dreams or half-asleep will . . . catch the winding of a 
phantom hörn; 891a, Making Man, 6: prophet-eyes may 
catch a glory sloivly gaining on the shadc; — 306a, Maud, 

1) Über diese "literarische Metapher" in der ags. Poesie — z. B. 
gud-UoÜ vom Sausen des Schwertes Hnmting, Beöwulf 1523, oder 
(entfernter) gryre-le'od vom Wehgeschrei Grendels — s. Heinzel, Stil 
der altgermanischen Poesie (1875), p. 23. 



— 233 — 

n, V, n, 5 : it is (hat (nämlich Vernachlässigung der officia 
pietatis) which mahes us loud (fiir "nicht zur Ruhe kommen 
läßt") in (he world of the dcad; — 306 a, Maud, ü, V, VIII, 
10: if he (Maud's hroiher) had not been a Sultan of brutes, 
tvould he have (hat hole in his side (Sultan drückt einen 
Superlativbegriff aus) ; — 307, Maud, HI, 11, 1 : it yielded 
a dear delight (= afforded; so sehr oft, z. B. in später 
ausgeschalteten Versen der Wellington-Ode [ßowe- 
Webb, Selections from Tennyson, I, p. 97]: Perchance our 
greatness will increase, perchance a darkening future yields 
some reverse from worse to worsej; — 314b 20, Coming 
Arthur, 860: Bleys . . .died but of late, and sent his cry 
to me, to hear him speak before he left his life; vgl. 855 a 2, 
Ring, 163: the bygone lovcr thro' this ring had sent his cry 
for her forgiveness ; noch stärker 888 a, Charity, VTE, 2: 
I sent him a desolate wail and a curse, when I leam'd 
myfate: d. h. einen Brief dieses Inhaltes: ibid. XTE, 1: my 
letter . . .my wail of reproach and scom; — 318 b 2, 
Gareth Lynette, 51: then were I wealthier than a leash 
of Kings; — 339b 16, Gareth Lynette, 1298: and when 
his anger tare him, massacring^) ] — 341b 4, Marriage 
Geraint, 13: Enid .. ,daily front ed him in some fresh 
splendour: sonst bedeutet /row^ meist trotziges Begegnen, hier 
steht es für einfaches meet; vgl. 167a 9, Sea Dreams, 
62 : when first I fronted him ; — 345 a 22, Marriage 
Geraint, 275: tits, wrens and all wing'd nothing s; vgl. 
364a 26, Geraint Enid, 652: the huge Earl cried out 
upon her talk as all but empty heart and weariness and sickly 
nothing; — 358b 7, Geraint Enid, 271: many a voice 
, . . and heel . . . echoing, burst their drowse (für brake); — 
381a 4, Merlin Vivien, 40: Love, if Love be perfect, 
casts out fear f= excludes)^)] — 405 b 13, Lancelot 
Elaine, 618: clench'd her fingers tili they bit the palm; — 
419b 26, Holy Grail, 67: who first saw the holy thing 
(den Gral) to-day: "in unseren Tagen"; — 424b 28, Holy 
Grail, 368: when I thought my thirst would slay me (= kill, 

1) Vgl. die ags. Hyperbel hine fyrwet brac, z. B. Beöwulf 232, 
1986, 2785. 

2) Der Ausdruck stammt aus der Bibel: 1. John, 4, 18: perfect love 
casteth out fear . . . 



— 234 — 

niake die); — 445b 26, Last Tournament, 154: (iseend- 
ing, filld his dauble-dragan'd chair ("nahm ein", took); vgl. 
622 a 2, Queen Mary, m, 5: no foreign prince or priest 
shotUd fill my throne; — 458b 9, Guinevere, 159: when 
$he dreiv no answer ("herausbekommen konnte"); — 502 b, 
Rizpah, Vm, 6: *Hhey set Mm so high thai all the ships 
of the World could stare at him, passing hg", sagt die 
Mutter, um das über ihren Sohn verhängte Urteil als 
möglichst grausam darzustellen; ähnlich 64() b 6, Queen 
Mary, V, 2: so brands mein the stare of Christendom 
a heretic, — wo auch nichts als in conspectu totius Christian^ 
tatis gesagt werden soll; — 531b, Voyage Maeldune, 
XI,10: suffer the Post to he Fast (für let . , .be) ; — Q^h, 2 u., 
Harold, I, 2, sagt Harold zu Edith, die von bösen Träumen 
spricht: ''Agnat that vextthypillow! Hadibeenby, Itoould 
have spoiVd his horn^ — 702a, Becket, I, 2: "Iheard 
him swear revenge." " Why will you court (= provoke) it by seif- 
exposure?" — 721 b, 7 u., Becket, II, 2: we have claspt your 
cause: fiir dieses nur mehr sehr schwach empfimdene Bild 
ist embrace der geläufige Ausdruck, clasp ein künstlerischer 
Belebungsversuch ; — 784 alO, PromiseMay, I: where have 
you lain in ambush — scherzhaft fiir been hidden — cM 
the moming, — wo von einem, auch nur bildlichen "Auf- 
lauem'' nicht die Rede ist; vgl. 638a, Tiresias, 5: the 
meanings amhush'd under all they (my eyes) saw; — 864 a, 
To Ulysses, VIII, 1: 7, once half-crazed for larger light; 
vgl. 866a, Progress Spring, 11, 1: up leaps the lark, 
gone wild to welcome her, — und schon 658a, Harold, I, 
2, 1 : niad for thy mate, passionate nightinga/e, — wo die 
Alliteration nicht ohne Einfluß auf die Ausdruckswahl ist. — 

§ 168. Von diesen hyi)erbolisch-emphatischen Aus- 
drücken ist es zu Gesuchtheit und Affektation^) nur 
mehr ein Schritt, und diesen tut Tennyson manchmal, be- 
sonders — natürlich — in den Jugendgedichten. Stilaffektation 
gibt sich in der Wahl von Wörtern und Bildern, manchmal 
auch in gesuchten Umschreibungen kund. Beispiele sind: 

— 13a 1, Ode Memory, V, 35: a garden bower'd 

1) Über diesen Punkt vgl. Churton Collins, Early Poems, 
Introduciimi, p. XXVI f. 



— 236 — 

dose fvith plaited alleys of the trailing rose; — 13b, 
Character, 3: the wanderings of fhis most iniricate Um- 
verse: hier beabsichtigte Nachahmung des gesuchten Pre- 
digerstils der Person, auf welche das Gtedicht geht (orator 
S. at Cambridge, Life, Tauchnitz Edition, I, 65); — 
IBa 7, Poet's Mind, IE, 16: in the Jieart of the garden the 
nierry bird chants, vgl. 304 a, Maud, U, IV, VU, 1: do 
I hear her sing as of old: Urfassung (Churton Collins, 
p. 274): Bo I hear the pleasant ditty, that I heard her 
chant of old? — 16a, Deserted House, lU, 3: nakedness 
and vacancy; vgl. 476 a, Lover's Tale, I, 2: filling with 
purple glooni the vacancies between the tufted hüls; — 22 b, 
Eleänore, I, 4: there is nothing here (in England), tchich, 
from the outward to the inward brought, moulded thy 
baby thought (die lange Umschreibung steht für "sinnlich 
wahrgenommen", "als Eindruck aufgenommen"); — 31 b 
23, TwoVoices, 63: ifimake dark my countenance, 
I shut my life from /lappier cJiance (die Umschreibung für 
"Selbstmord begehen"); — 33b 22, TwoVoices, 221: he 
heeded not reviling tones, nor sold his heart to idle moans 
(für einfaches "gab . . . hin") ; — 42a 20, Oenone, 53: seqnel 
of gtierdon could not alter me; — 46b 16, Palace Art, 135 
(unter Statuen): the world-wom Dante grasp'd his song 
{==. "hielt in der Hand sein Buch [Divina Commedia]"); — 
69 a 26, Dream Fair Women, 158: the polish'd argent 
of her breast; — 61 a 11, Dream Fair Women, 263: the 
captain of my dreams ruled in the eastem sky (der Morgen- 
stern); — 66a, Love Land, 9: pamper not a hasty 
time (= "verzärtle nicht ein rasch vorwärtsstrebendes Zeit- 
alter"); — 69b 33, Morte d 'Art hur, 122: a dying king, 
laid widow'd of the power in his eye (^= deprived, bereßj; 
— 76b 7, Gardener'sDaughter, 178: all that night I heard 
the watchman peal the sliding season; — 92b, Love Duty, 
1 : Of love that never foimd his earthly close (= niarriage), 
what sequel? — 93b 1, Love Duty, 60: if the sense is 
hard to alten ears, I did not speak to these; — 96b, 
Tithonus, 2: the vapours weep their burthen to the ground 
("es regnet"); — 97a 12, Tithonus, 29: to vary (= differ) 
from the kindly race ofnmi; — 122b 1, Vision Sin, IV, 
73: greet her with applausive breath, Freedom, gaily doth 



— 236 — 

she tread (beabsichtigte Ironie); — 122b 9 — 10, Vision 
Sin, IV, 81—82: her thirst she (Freedom) slahes where the 
hloody conduit runs: die gesuchte Übertreibung soll durch 
ihren Inhalt (**Menschenblut trinken") den Parallelismus zur 
zweiten Strophenhälfte (**Menschenfleisch essen": her sweetest 
tneal she makes an the firsi-bam of her sons) herstellen ; — 
130a 17, Enoch Arden, 338: to save the offen.ce of 
charitable: "um die Gabe nicht als Almosen erscheinen 
zu lassen"; — 156a, Sea Dreams, 19: pious variers 
from the church (= dissenters); — 16Ba, Princess, Pro- 
logue, 15: thefirst bones ofTime: fossile Tierknochen ; 

— 166b 5, Princess, Prologue, 68: telescopesforazure 
vietcs; — 167a 19, Princess, Prologue, 114: one 
discuss'd his ^u^or (**besprach, charakterisierte"); — 174a 
16, Princess, 11, 64: we conscious of ourselves, perused 
the matting ("betrachteten"); — 174b 12, Princess, IE, 81: 
this day . . . the Lady Psyche will harangue thefresh arrivals 
of the week before; — 182a 8, Princess, m, 90: the 
erane.,.may chatter of the crane, the dove may murmur 
of the dove, but I an eagle dang an eagle to the sphere 
("lasse das Lob eines Adlers gegen Himmel ertönen" : ge- 
suchte Kürze, vgL§ 34); — 182b 8, Princess, IH, 120: 
your example pilot (= guiding nie), told her all; — 183b 
1, Princess, m, 1 77 : the light ofetfe^ ihat lent my knees desire 
to kneel; — 183b 17, Princess, III, 193: you — Princess 

— seem all he prefigured; — 184a 9, Princess, IH, 
217: I know the Prince, I prijse (= esteem) his tnith; — 
185b 25, Princess, III, 321: hoiv swect (sc. were it) to 
linger here with one thut loved us; — 19la 12, Princess, 
n, 274: a lidless watcher of the public weal; — 193 a 4, 
Princess, IV, 427: many a fa^nous man . . . luive I heard 
ofy after seen the dwarfs of presage (falling short of what 
had been expected, Churton Collins) ; — 1 94 a 26, Princess, 
IV, 511 : better have died and spilt our bones in the flood 
(analog nach spilt our blood) ; — 196 a 9, Princess, V, 30: 
some otie sent beneath his vaulted palm a whisper'd jest to 
some one near him; — 204b 33, Princess, VI, 38: our 
enefnies liave falVn: but this (die Saat der Frauenbewegimg) 
shall grow a night of Summer from the heat, a breadth of 
Autumn, dropping fruits of power (Summer = "sommerlicher 



— 237 — 

Schatten'^ ; Autumn = '^herbstliche Üppigkeit") ; — 212 a 32, 
Princess, Vii, 116: the fierce triumvirs; and before them 
paused (= stood) Horiensia pleading; — 213 b 17, Prin- 
cess, Vn, 201: azure pillars of thehearth arise to thee^); 

— 2B0a, In Mem., 10, 16 — 16: the Jcneeling hamlet drains 
the chalice of the grapes of God (s. Churton Collins, Intro- 
duction, und z. St.); — 252a, In Mem., 17, 2: such a 
breeze compelVd thy canvas (the ship^s) ("trieb dein Segel"); 

— 254a, In Mem., 24, 10: is it that the haze of grivf 
makcs fonner gladness loom so great (s. das Wort im lexiko- 
graphischen Teil); — 259b, In Mem., 47, 11: what vaster 
dream can hit the mood of Love on earth? — 260b, In 
Mem., 62, 11: the sinless years, that breathed beneath the 
Syrian blue (^= Christ* s life, as told in the Gospel; cf. § 141); 

— 263b, In Mem., 64, 12: to mould a mighty state's 
decrees, and shape th^ ivhisper of the throne: "den Aussprüchen 
des Königs bei ihrer Veröffentlichung Gestalt geben" — mit 
Erinnerungen an das Verfahren bei Orakelerteilung; — 
279 a 2, In Mem., 109, 18: tfie child would twine a trustful 
hand, unask'd, in thine: hier der Reim (s. § 221) maßgebend ; — 
281a 2, In Mem., 116, 14: days of happy commune ("freund- 
licher Verkehr") dead (=^ past) ; — 307, Maud, m, IV, 
14: by the side of the Black and the Baltic deep: deep für 
sca ist häufig, aber bei Anführung der Namen gesucht; — 
316a 4, Coming Arthur, 377: the two dropt to the cove: 
für descended, went down der metrischen Kürze halber; — 
368a 12, Geraint Enid, 246: when the Prince had brought 
his crrant eyes home from the rock; vgl. 358b 17, Geraint 
Enid, 281: found Enid unth the comer of his eye; — 
362a 24, Geraint Enid, 616: swathed the hurt that 
drain'd her dear lord*s life — für "verband die Wunde ihres 
Gatten''; — 398b 21, Lancelot Elaine, 181: whence 
comest thou, my guest, and by wliat name livest between 
the Ups? — 416a 16, Lancelot Elaine, 1264: then 
tumed the iongueless man from the half -face to the füll 



1) Der Ausdruck ist als stilisiert zu bezeichnen, wie etwa der 
schon gelegentlich zitierte: 103a, Godiva, 18: his heard a foot before 
htm, and his hair a yard behind; — symbolische Deutungen wie die von 
Churton CoUins: steady serenily of domestic life, werden dadurch über- 
flüssig. Vgl. die Note zu before in § 127. 



— 238 — 

eye: "wandte ihnen das ganze Gresicht zu, während sie ihn 
bisher nur im Profil gesehen hatten'*; — 430a 16, Holy 
Grail, 710: a welfare in thine eye reproves our fear 
of sotne disastrous chance for thee on hill^ or piain: Hof- 
sprache; — 436b 20, Pelleas Ettarre, 219: oncc, a 
week beyond (= laier); — 438b 18, Pelleas Ettarre, 
221: I will slice him handless by the tvrist: fiir ewt off 
his hand at the tvrist; — in dem Jugendgedichte The 
Lover'sTale häufen sich natürlich wieder die Künsteleien : 
479b 10, Lover's Tale, I, 211: (she) crotm'd unth her 
highest act the placid face and breathless body ofhcr 
good deeds past: die ganze Umschreibung bedeutet auch 
nichts anderes als past und ist eine übertriebene Anwendung 
des sonst bei Tennyson überaus beliebten Bildes "Tod" fiir 
Schwund, Vergangenheit; (s. u. die im lexikographischen 
Teil); — 481 a 2, Lover's Tale, I, 302: the prophct and 
the chariot and the steeds, suck'd into oneness like a Utile 
star were drunk into the iiwiost bluc: die bekannte biblische 
Szene von Elias' Himmelfahrt in Elisäus' Augen (2, Kings, 
2, 11); — 483b 22ft, Lover's Tale, I, 472ff.: sooner 
Barth might go round Heaven, and the strait girth of Time 
inswathe the fulness of Etemify, than language grasp the 
infinite of Love; — B51 b 24f., Ancient Sage, 267 flF.: 
(Warnungen vor Hingabe an weltliche Güter) : ... nor 
care . , ,to vcx the noon with ßery gcms, or fold ihy presence 
in the silk of sumptuotis looms; nor roll thy viands on 
a luscioHS tongue; nor drown thy seif with ßies in honied 
wine(?) ; — 665 a, 4 u., H a r o 1 d , II, 2 : he is o)tly debonair to 
those that follow where he leads, bttt stark as death to those 
that crosshim; — 728a, B ecket, IH, 3, 16: he can scarce be touch- 
ing lipon those, or scarce woiild smUe that fashion (für tcay). — 

§ 169. Dieser, wie wir sehen, recht ansehnlichen Liste 
sollen nun Fälle gegenübergestellt werden, in denen dem 
Dichter edle Einfachheit des Ausdruckes — freilich 
vielfach auf dem nicht sehr empfehlenswerten Wege der 
Allgemeinheit — gelingt. 

Die erste Stelle muß hier natürlich eine Blütenlese aus 
**Dora'' einnehmen, jener von Wordsworth so hochge- 
schätzten und von Carlyle mit dem Buche Ruth verglichenen 
ländlichen Erzählung: 



— 239 — 

— 77a, Dora, 6: Bora feit her uncle's will in all 
(= agreed with — ); ibid. 13: she is well to look to; 
17: bred Sir educated, brotigJit up; 19: wish'd£üx desir'd (so 
schon 10: "7 would wish"J; 23: ihe old man was wroth; 
77 b 5, Dora, 28: an answer to (für according to) mywish; 
ibid. 6 (29): pack für "das Haus verlassen"; 20 (43): my 
home is none of yours ; 78 a 6, Dora, 66: Mary , . , thought 
hard things ofDora; 78b 21, Dora, 106: (Dora) remem- 
bering the day when first she came, and all the things that 
had been; 79 a 21, Dora, 137: o Father! if you let me 
call you so (= permit me to — ) ; 79 b 20, Dora, 166 : as 
years went forward (homer. jtegutkojLihfoyv, jisQiTskkoiaivoyv 
iviavrdyv). — 

Gleich nach "Dora" kommt natürlich "Enoch Arden", 
ans welchem ich — man müßte ihn eigentlich ganz ab- 
schreiben — nur ganz Weniges anführe: 126 b 17, 
Enoch Arden, 47: to mähe a home for Annie; 126b 
24, Enoch Arden, 64: made himself füll sailor ("bil- 
dete sich vollkommen aus zum Seemann"); 130a 9, Enoch 
Arden, 330: (Philip) everyway , . , made himself th ei rs 
("machte sich ihnen dienstbar") ; 132a 6, Enoch Arden, 
460: as she dwelt (= ponder'd) upon his latest words; 
137 a 18, Enoch Arden, 786 : speech and thought and 
nature faiVd a Utile, and he lay tranced, — 

Von anderen Beispielen sei zunächst der Kunstgriff 
einer eigentümlichen Anwendung des Genetivs angeführt, 
welcher, als Prädikat durch die Kopula mit dem Subjekt 
verbunden, irgend eine leicht konstruierbare assoziative 
Verknüpfung mit diesem andeutet und dabei eben dadurch, 
daß er nicht ins Detail geht, dem Ausdruck eine gewisse 
Gehobenheit verleiht: 

— 247a, In Mem., Prologue, 22: knowledge is of 
things we see (= refers onJy to — ); — 280 a, In Mem., 
114, 21: she (Knowledge) is earthly of the min d, but Wisdom 
hcavenly of the soul; -^ 476b 3, Lover's Tale, 23: thy 
(Memory' s) breath is of the pinewood: d. h. "der Hauch des 
Waldes bringt Erinnerungen mit sich"; — 837 a 6, Foresters, 
rV: tiiarriage is of the soul, not of the body; — 892 a, 
Bifiemen form! 10: are figs of thistles? or grapes of 
thorns? — 



— 240 — 

Von inhaltlich bedingten Kunstmitteln sei auf die 
große Einfachheit im Ausdruck seelischer Um- 
stimmungen hingewiesen: 103, Godiva, 32: she Uft 
alone, tlts passions of her mind . . . niade war upon each other 
for an hour, tili pity won; — 293a, Maud, Part I, 
Vm, 12 — 13: and thotAght, it is pride, and mused and sigh'd 
''No, surely, now it cannot he pride**. — 

Sonstige Beispiele: 

— 70a 13, Morte d'Arthur, 137: the great brand 
made lightnings in the splendour of the moon; — 119 a, 
Beggar Maid, 2: she was mar e fair than words can sag : 
beabsichtigte Nachahmung des Volksballadenstils ; — 203 b 
8, Princess, V, 496: the tnother makes us most (=^ hos 
greater inßuence upon our Constitution than our father); — 
269 a 9, In Mem., 86, 30: 7..., whose hopes were dim, whose 
life, whose thoughts were little worth; — 274b, In Mem., 
97, 27 (der bekannte Vergleich des Verhältnisses zu Hallam 
mit der Verbindung eines armen, einfachen Mädchens und 
eines hochgebildeten Mannes) : she knows not what his great- 
ness is, , . . she knows but matters of the house, and he, 
he knows a thousand things: die Einfachheit hier zu- 
gleich Charakterisierungsmittel; vgl. 351 a 27, Marriage 
Geraint, 643: Jords and ladies . . . talking things of State, 

— wo die Einfachheit der hofunkundigen Enid gemalt 
werden soll ; — 294 a, Maud, Part I, X, VI : And ah 
for a man to arise in me, that the man I am mag cease to 
hc!^) — 316 b 3, Coming Arthur, 461: reign ye (Arthur 
and Guinevere), ,.,and make the world other; — 317b 11, 
Coming Arthur, 506: the King drew in the petty prince- 
doms under him: ^'unterwarf", und zwar mit Leichtigkeit; 

— 321b 12ff., Gareth Lynette, 2B8ff. (wo Gareth 
sich für einen Bauern ausgibt, also bäuerlich -einfach 
reden muß): thcse , . . douht if the King he King at all, 
or comefrom Fairyland; and whethcr thishe huilt hy magic,. . ; 
or ivhether there he any city at all, or all a vision . .. ; 
.,.hut teil thou these the truth; — 322b 16, Gareth 

*) Hier uud in einigen der folgenden Fälle beruht die Einfach- 
heit auf dem umsichtigen Operieren mit wenigen — freilich auch in 
sich selbst einfachen — Ausdrücken und berührt sich also mit der 
§ 146 besprochenen " W ortwiederholun g". 



— 241 — 

Lynette, 205: his amis clash'd and the sotind was good 
io Gareth's ear; vgl. 323 a 8, Gareth Lynette, 330: the 
ßeld tvas pleasant in our eyes; ibid. 13 (336): the field was 
pleasant in my husband's eyes: biblisch; wie denn die 
Episode an die Geschichte von Achab und Naboth erinnert ; 

— 329b 2, Gareth Lynette, 713: Kay, wherefore wilt 
tlwu go against the Kiyig; — 335b 17, Gareth Lynette, 
1069: both thy younger hrethren Mve gone down before this 
youth; — 340b 7, Gareth Lynette, 1346: canst thou 
not triist the limbs thy God hath given, but mtist, to make 
the terror of thee more, trick thyself out . . .; ähnlich: 340b 
12, Gareth Lynette, 1351: he spake noword; whidi set 
(=^ pitched) the horror higher; und schließlich: 341a 2, 
Gareth Lynette, 1368: to make a horror all about the 
house (fävspread); — 355a 24, Geraint Enid, 73: three 
bandits , . . waiting to fall on you; — 363b 18, Geraint 
Enid, 613: out of her there catne a power upon him; 

— 363b 30, Geraint Enid, 624: I will do the thing 
I have not done (not = never tili now) , for ye shall sliare 
my earldom with me, girl...; — 371b 11, Baiin Balan, 
139: let not thy moods prevail, when I am gone who used to 
lay them: — 395b 11, Merlin Vivien, 965: she put 
forth the charni (=± put into execution) ; — 395b, Lancelot 
Elaine, 10: (Elaine stickte auf dem Futteral die Ab- 
zeichen des Schildes selbst ab) and added, of her wit 
(=± own inventionj, a border fantasy of branch and flower; — 
425a 3, Holy Grail, 371 (von einem schönen Bach): 
took both ear and eye; — 430 a 30, Pelleas Ettarre, 
198: he could not come to speech with her; — 440b 21, 
Pelleas Ettarre, 342: madden'd with himself and 
moan'd ("in seiner Einsamkeit'^) ; -— 445 b 5, Last Tour- 
nament, 133: this my reahn, uprear'd, by noble deeds at 
one with noble voivs (= in harmony) ; — 451a 9, Last 
Tournament, 479: trampled out his face from being 
knoten: — 452 a 27, Last T ournament, 654: thebride 
of one — his name is out of me (= I have forgotten); — 
454a 15, Last Tournament, 656: thro' their vows the 
King prevailing made his realm (= founded) ; ebenso 454b 
16, Last Tournament, 686: and so the realm was made; 

— 457b 25, Guinevere, 114: thcre (will I) hold thee 

Dyboski, Tonnysoos Sprache und Stil. 16 



— 242 — 

with my life ctgaimt the tvorld (= defend); — 638 a, 
Tiresias, 13: our Cadmus, out of whom thou art ("aus 
dessen Geschlecht du stammst"); — 565, 18, Locksley 
Hall Sixty Years After, 184 (vom Monde): dead, hui 
how her living ghry lights the hall .,.yet the moonlight is 
the sunlight (^=i^ is barrowed from the sun); — 573 a, 
Early Spring, I, 2: once more the Heavenly Power makes 
all things new (das ganze Gedicht bewegt sich in ein- 
facher und ungezwungener Sprache) ; — 682 a, 4 u., Queen 
Mary, I, 2: th^ Queen's Oboers are here in forte to 
take you to the Tawer ("mit der Vollmacht") ; — 721 b, 9 u., 
Becket, ü, 2: our brother's anger puts him, poor nian, 
beside himself; — 722b, Becket, 11, 2 (vom Eauch, den 
der Wind umhertreibt): but it was in him (d. h. "es war 
seine Natur") to go up straight; — 805a, Foresters, I, 
1 : if they (ntonies) be not paid back at the end of the year, 
the land goes to the Abbot. — 

§ 170. Schließlich greife ich noch — wie schon öfter 

— etwas aus dem lexikographischen Material zur Illu- 
stration von Einfachheits-Effekten heraus, nämlich einige 
Beispiele für give statt komplizierterer Verba: 

— 38b 9, Miller's Daughter, 162: sing the foolish 
song I gave you: "för dich dichtete, dir widmete"; — 
188 a 30, Princess, IV, 133: . , . song, that gives the 
manners of your coxintrywomen ("wiedergeben, widerspiegeln"); 

— 323b 6, GarethLynette, 358: give im ("gewähre") 
to right her wrony, and slay the man: — 366b 4, Geraint 
Enid, 782: him who gave you life ("im Zweikampfe Pardon 
gewährte"); ebenso 367b 7, Geraint Enid, 849: give 
me life; — 420 a 3, Holy Grail, 77: to prayer and praise 
she gave herseif to fast and alms (=^ devoted) : vgl. 428a 
18, Holy Grail, 683: gave herseif and all her tvealth to 
me; 453 b 16, Last Tournament, 629: / will ßee hence 
and give myself to God; — 622 b, 1 u., Queen Mary, 
m, 6: I toill give your message ("überbringen"); — 892b, 
Wanderer, 12: give (= devote) his fealty to the halcyon 
hour, — 

8 171. Ein vom eben Dargestellten verschiedener Weg 
zur Erzielung von Schlichtheit und Einfachheit des Aus- 
drucks ist die Aufnahme von Phrasen der familiären 



— 243 — 

und Umgangssprache in die dichterische ; auch dieses 
Mittel hat Tennyson, der sonst doch mehr **edle", gehobene 
Sprache liebt, nicht verschmäht. 

Hieher gehört wohl dainty für **niedlich": 38 b, 
Song (in Miller's Daughter), 8: I would be the girdle 
ahout her dainty dainty waist (auch diese Art der Wieder- 
holung ist aus dem Leben gegriffen); 237b, Child Songs, 
I, 1 : dainty little maiden; freilich kann man von coUoquialistn 
nicht mehr sprechen in Fällen wie: 243b, Hendecasyl- 
labics, 14: so fantastical is the dainty metre; — Anderes: 
165 b, Princess, Prologue, 28: toe keep a chronicle 
with all ab out him; — 208 a 8, Princess, VI, 229: we 
withdrew . . . and had our wine and chess beneath the planes; 
— 236b, Islet, 2: for a score of sweet little Summers or 
5o; vgl. 892 a, B/iflemen form! 17 : Better a rotten borough 
or so than a rotten fleet and a city in flames! — 247 a, In 
Mem., Prologue, 17: our little Systems have their day; 
vgl. 329 a 13, Gareth Lynette, 696: 'Hhe King liath 
past his time*\ sagt Kay, weil er seine Meinung über 
den König natürlich nicht deutlicher sagen darf; eine 
andere Bedeutung hat die erstzitierte Phrase an der Stelle 
294a, Maud, Part I, XI, I, 5 — 7: let come what come 
may, whut matter if I go mad, I sJiall have had my 
day — , wo übrigens der ganze Ausdruck der des all- 
täglichsten Selbstgesprächs ist; — 294b, Maud, I, XI, 11, 
3: before I am quite quite sure that there is one to love me: 
s. oben bei dainty dieselbe Art von Wiederholung; — 299b, 
Maud, I, XIX, IK: , . ,if ever I shoiild forget that I owe 
this debt to you . . .o then, what then shall I say? — If 
ever I slwuld forget, may God make me more wretched tlian 
ever I have been yet! — 304b, Maud, U, IV, XHI, 5: 
I loathe th^ Squares and streets, and the faces that one meets, 
hearts with no love for me; — 311 b 7, Coming Arthur, 
1B6: Bleys laid magic by, and sat him down, and wrote 
all things and whatsoever Merlin did; — typisch ist 
in den Königsidyllen der Beginn einer Antwort mit and I 
will teil thee (erklärbar durch Ellipse eines This thou ask'st 
me): 313 a 7, Coming Arthur, 253; 314 a 32, Coming 
Arthur, 338, etc.; — 3B4b 14, Geraint Enid, 33: 
round was their pace at first, bat slacken'd soon; — 358 b 

16* 



— 244 — 

27, Geraint Enid, 291: took the tcord and pla^d upan 
ii; — 478b 13, Lovers Tale, I, 147: how shaidd the 
broad and open flmoer teil what sort of hud it was; über- 
haupt sind diese in der Umgangssprache so beliebten Um- 
schreibungen mehrfach verwertet: 647b, Queen Mary, 
y, 4, 7: io pay them füll in kind, the hottest hold in all the 
devil's den teere but a sort of teinter (zugleich die echt 
koUoquiale Hyperbel); auch kind kommt so vor; so heißt 
es — zugleich mit der beliebten Wortwiederholung und 
durch Alliteration ausgeschmückt : 669 a, 7u., Harold,!, 2: 
(Edith* 8 Ups) are amulets against all the kisses of all kind 
of wofnankind in Flanders; gehobener ist schon 73 b 26, 
Gardener's Daughter, 69: vague desires . . . made . . . all 
kinds of thought, that verged upon theni, stoeeter, . . (vulgärer 
wäre : all kinds of thoughts) ; der Dialekt zeitigt natürlich 
noch Stärkeres, so: 847a, Owd Eoä, 1: noä mander 
o'use to he callin' him, Roä, Roä (man erinnert sich an den 
mittelenglischen Gebrauch von maner) : die bezeichnendsten 
Beispiele sind wohl: 227, Grandmother, XXI, 2: oßen 
they come to the door in a pleasant kind of a dream — und 
229, Northern Farmer, old style, IL,2: naw so ort o* 
koind ö' tise, — Ebenso charakteristisch wie diese Pleo- 
nasmen ist für die Volkssprache die Hyperbel nach 
unten, wie sie sich besonders in der Vorliebe für bit 
krystallisiert. : 601b, FirstQuarrel, XIV, 6: ''I am going 
to Icavc you a bit*\ sagt Harry schonend zu seiner Frau, 

— er soll sie für sechs Wochen verlassen; vgl. noch 668b, 
Spinster's Sweet-^Arts, VIII, 9: but I med it arter a 
bit. Kein ploonastisch stehen derlei Ausdrücke : 565 a, 
Tomorrow, H, 2: it seems to me now like a bit ofyisther- 
day in n dhrame: 887a, Church-warden Curate, VI, 
1: notr ril yie iha a bit o* nuj mind; ähnlich slip im 
irländischen Tomorrow: 555 a (II, 3): there was but a slip 
of a moon; 56(5 b, Tomorrow, XH, 2: thin a slip of a 
gossoon calVd, — Schließlich als Beispiel der Vorliebe volks- 
tümlic'lior Sprache für Periphrasen jeder Art: 566 a, 
Tomorrow, II, 7: / nmst he larln* ye (für Ivatw ye) soon, 

— un<l (lio ebenso charakteristische Verbalperiphrase: 504 a, 
Northern C o b h 1 e r, I, 4 : stränge für to goä für to think 
what saäilors a* secün au* a* doon, — Nun weitere Einzel- 



— 245 — 

beispiele von Kollo quialismen : 610a 9, Sisters, 42: love 
toill go by contrast, as hy likes; — 652 b, Flight, V, 1: 
come, speak a lütte comfort! — 680a 28, Queen Mary, 
I, 1 : thou was bom i* the tail end ofold Harry (lie Seventh; — 
650b, 2 u., Queen Mary, V, 5: ü was never merry world 
in England, since the Bible catne among us; — 701 a, 7 u., Beck et, 
I, 1: "It much Imports me I should hiow her nanie". *^What 
her?" (för whose); — 725b, Becket, lH, 1: gave me a 
great pat o' the cJieek for a pretty icench; — 726 a, Becket, 
m, 1: Iwas a-getting o' blue-bells foryour ladyship's nose 
io smell an,^) — Geschickt ist es, einen verwendeten Vul- 
garismus durch Einfiihrung eines naiven Mißverständnisses 
zu unterstreichen: 732a, Becket, IV, 1, sagt der kleine 
Geofirey : **. . . Somebody Struck htm (the toarder)." " Who was 
that?" "Can't teil. But I heard say he liad had a stroke, 
or you'd have heard his Iwm beforenow". (Es ist natürlich 
ein Rausch gemeint; es hieß ja vom warder 724 b, IH, 1, 17 : 
[he] hath given himself of late to wine); — 813 a, u., Fore- 
sters, I, 3: '*/ knew thy father; he was a manly man, as 
thou art, Much, and gray before his time oä thou art, Much*'. 
"It is the trick of the family, my lord". — 874 a, Titel 
eines Epigramms: *To one who ran down tlie English". 
— 888a, Charity, IV, 1: all very well just now to 
be calling nie darling and sweet, and öfter a white ivould it 
matter so much if I came on the street ? — 

Zum Schluß eine kleine Blütenlese von trefflich ab- 
gelauschten Alltagsphrasen aus den Dialektgedichten: 

— 230, Northern Farmer, old style, XV, 3: 
sartin-sewer I beä (certain-sure) : ibid., XTV, 2: what a 
man a beä sewer-loy; — 232, Northern Farmer, new 
style, IX, 4: CouWn I luw thy muther by cause o* V 
munny laäid by ? Naäy—fur Iluw'd *er a vast sight moor 
für it: reäson why; — 556 a, Tomorrow, I, 3: ye gev her tlve 
top of the momin; — 555b, Tomorrow, IV, 10: and he 
'ud 'a shot his otvn sowl dead for a kiss of ye (Hyperbel); — 



*) Die ganze Rolle der Margery, aus welcher die letzten zwei 
Zitate Proben bieten, ist ein fortlaufender Beweis für Tennysons Ge- 
wandtheit in der literarischen Verwertung der Umgangssprache. Sie 
ist neben der (an sprachbildnerischen Kühnheiten reichen) W. Maps 
im Becket eines seiner gelungensten sprachlichen Experimente. 



— 246 — 

668b, Spinster's Sweet-'Arts, X, 7: can't ye iaäke 
pattern by Steerie (fiir tahe moddfrom); — 886b, Church- 
warden Curate, IE, 4: toa lost wer Haldeny cow, an' ii 
beäts ma to knaw wot she died on (=^ of); — 887 a, 
Churcb-wardeii Curate, VJLLl, 4: But I says to tha 
"keeap *em, an* welcome'* (deutsch "und basta"). — 

§ 172. Ein wichtiges Element der Volkssprache sind 
die Sprichwörter und sprichwörtlichen Wendungen von 
formelhafter Festigkeit; auch von ihnen macht Tennyson 
Gebrauch; so lesen wir: 

— 27a, Sonnet, IX, 14: ... in the pits which some 
green Christmas crams with weary bones: wohl mit Bezug 
auf das im N. E. D. unter Christmas zitierte Sprichwort 
(1635, Swan, Spec. Med.): *'A hot Christmas makes a fat 
churchyard", — 62 a, Death Old Year, 33: every one for 
his oum : die Anwendung der Phrase an der Stelle ist nicht 
ganz klar; — 128a 6, Enoch Arden, 191: this vayage 
. . . will bring fair weather yet to all ofus: der Seemanns- 
ausdruck im Munde des Seemanns auf Lebensschicksale 
angewandt; — 176b 16, Princess, IT, 216: fair theories 
only made to gild a stormless summen ein Ausdruck 
vom Typus to carry coals to Newcastle, yXavxag slg ^Ad^'i%*ag 
(piQEiv; — 178b 30, Princess, II, 358: we dipt in all 
that treats of whatsoever is (eine scherzhafte Erweiterung 
der bekannten Wendung de omni re scibili) ; nun folgt eine 
Aufzählung disparater Gegenstände und zum Schluß: . . . and 
all the rest, and whatsoever can be tatight and knotvn; — 187 b 
27, Princess, IV, 93 : brief is life hut love is long : aus 
Ars longa^ vita brevis modifiziert; — 261a, In Mem., 63, 
6: had the wild oat not been sown, the soil, left barren, 
scarce had grown the grain . . . ; die sprichwüi*tliche Wendung, 
an deren Bedeutung man beim Gebrauche nicht mehr denkt, 
ist hier zu vollem Bilde ausgesponnen, also gleichsam 
dichterisch neu belebt; — 326a 25, Gareth Ly nette, 
529: / leap from Satan' s foot to Peter' s knee; — 329 a 16, 
Gareth Ly nette, 699: will there be daivn in West and 
eve in East? vgl. eine ähnliche Umschreibung fiir ^*das 
wii-d niemals geschehen'': 710 b 6, Beck et, I, 3: sons sit in 
judgment on their father! — iheti the spire of Holy Churdi 
may prick the graves — her crypt among the stars: übertrieben 



— 247 — 

fiir all things tum upside down; — 658 a, Spins ter's 
Sweet-'Arts, VI, 12: Für a cat may looök at a hing 
thou knaws butthe cat mun be cleän; vgl. 839a, 8u.,F or est ers, 
rV: Friar Tuck : **If a cat may höh at a hing, may not a 
friar speah to one?" — 626a, Queen Mary, IV, 1: nwre 
than one row'd in that galley (= "es war da mehr als 
eine Hand im Spiele"); — 627a 6, Queen Mary, IV, 1, 
erwidert Maria auf das Lob von Cranmers Güte: ** 'After 
his kind it costs htm nothing' , there's an old world English adage 
to the point . . ." (**There is no credit in doing good, if it comes 
natural to one", würde Mark Tapley im Martin Chuzzlewit 
sagen); — 771b (Falcon) erscheint — wie schon mehr- 
fach — eine sprichwörtliche Redensart zu einem Wortspiel 
verwertet: wasn't my lady bom with a golden spoon in 
her ladyship's mouth, and we haven't never so much as a silver 
one for the golden Ups of her ladyship ; — 842 a, T o Mar- 
quis Dufferin Ava, lU, 4: your viceregal days have 
added fulness to the phrase of ^'Grauntlet in the velvet glove" 
(recte **irofi hand in velvet glove"). — 

Als interessanter Fall sei schließlich zitiert, wie der 
Dichter sich selbst eine Formel prägt und nun fiir diese 
eine solche Vorliebe gewinnt, daß sie sich bei ihm gleichsam 
sprichwörtlich wiederholt : 828 b, For est ers, DI: air and 
Word . . . are maid and man, Join them and they are a 
true marriage; dasselbe dann 8B1 b, Ring, 4: Air and 
Word^ . . . are bride and bridegrootn. — Der umgekehrte 
Vergleich lag vor 214 b 16, Princess, VII, 270: tili at 
the last she set herseif to man, like perfect music unto noble 
words, — 



§ 173. Von der im Obigen betrachteten poetischen Ver- 
wertung von Elementen der Prosa, der alltäglichen Um- 
gangssprache ist es nun gefährlich nahe hinüber zu wirklich 
prosaischer Dürre und Banalität, und Entgleisungen in dieser 
Richtung müssen naturgemäß vorkommen — insbesondere 
auf dem Wege überflüssiger, undichterischer Deutlichkeit 
des Ausdnicks. Beispiele : 

— B4 a 10, T w o Vo i c e s, 253 : his (the dead man*s) Ups 
are very mild and meek; vgl. 801a, 8u., Promise May, 



— 248 — 

HI: I am a man not prone iojealousies etc. . . . but very^) ready 
io make allotvances and mighty*) slatv tofeel ofenees; — 37 a 2, 
Miller's Daughter, 22: more is iahen quit^ atcay; vgl. 
Longfellow, Golden Legend, Scene I: they pass 
and vanish quite away ; — 40a, Oenone, 18: r(mnd her neck 
Hoated her hair or seem'd to float in rest: das ganz ge- 
läufige Bild wird überflüssigerweise ausgedeutet; vgl. 57b 
5, Dream Fair Women, 41: I started once, or seem'd io 
Start in pain; zu dieser Stelle bei Rowe-Webb, SdectUms 
from Tennyson, Parallelen aus Vergil und Milton, sowie: 
134a 18, Enoch Arden, 593: he tvatch'd or seem'd 
to toatch; — 58b 16, Dream Fair Women, 116, urspr. 
Lesart : ... one drew a sharp knife ihro' my tender throat 
slowly — and wo ^Aingr more (verspottet von Lockhart, s. 
Churton Collins z.St.); später: touch'd; and Iknewno more; — 
63 a 18, T o J. Sp., 43 : slie loveth her own anguish deep more 
than much pleasure; vgl. 261a 9, In Mem., XUI, 13: Come, 
Time, and teach me, many years,^) I do not suffer in a 
dream; — 85a 31, Edwin Morris, 140: while the pritne swallow 
dips Ms wing, or then while the goUUlily blows; — 89b 38, 
Talking Oak, 82: and hear me with thine ears: viel- 
leicht soll gerade diese Wendimg die garrulousness — 89, 



') Interessante Parallelen zu diesem very, dessen Mutter metrische 
Verlegenheit ist, bietet Longfellows Hiawatha, wo wegen des 
trochäischen Rhythmus solche very vor Adjektiven recht häufig sind; 
so in Uiawaiha*8 Wooing: on Die mat her hands lay idle, and her eyes 
were very dreamy: zwanzig Zeilen darauf: very spacious was the wigwam; 
in H:8 Finhiny: ilie squirrel . . .frisk'd and chattet d very gaily; in H.^s 
Friends, V. 7: Chihiabos, the wusician, and the very strong man, Kwasind. 
Vgl. auch Wordsworth, The Two April Mornings, V. 35 (ed. Morley, 
p. 118 b): To nee a diild so very fair, it was a pure delight. 

^ mighty, e.cceeding, passing, etc. sind als Verstärkungen häufig; 
s. in §92 z. St. 154a 23, Aylmer's Field, 749: mighty courteous in 
the main; von Ähnlichem vgl. noch 327 b 30, Gareth Ly nette, 623: 
heing strong fools. 

3) Zu diesem syntaktisch eigentümlichen Attribut beim Vokativ 
vgl. noch 118a, Voyage, VU, 1: o hundred shores of Iwppy climes, 
Iww swifthj strcam'd ye hy the hark! Und zu syntaktischen Freiheiten, 
die sich der Dichter mit many nimmt, vgl. den prädikativen Gebrauch: 
7 b, Maria na, 39: o^er it many, round and sm all the düster' d marish- 
mosses crept. — Zu many f/ears vgl. auch § 69 (über **kollektiven 
Plural"). 



— 249 — 

19 — der alten Eiche charakterisieren; vgl. auch Rowe 
und Webbs Note zu Morte d'Arthur, 132: "7 will... 
slay theewithmyhands''; — 90 hS7, Talking Oak, 161: a 
teardrop trenibled from its source (viz. her eye); (derselbe 
Ausdruck in den von Walter Raleigh, Style, London 
1904, p. 67, zitierten Versen von Samuel Rogers: 
The very law that moulds a tear, And hids its tremble from 
its source, .».); — poetisch wirkungsvoll hingegen heißt 
es bei Keats, Endymion, 1,489: Hereat Peona, in their 
silver source, Shut her pure sorrow drops with glad exclaim ...; 

— 104b 6, Godiva, 71: ihe Powers, wJio wait on noble 
deeds; — 280b, In Mem., IIB, IB: the happy birds, that change 
their sky; vgl. 467b 9, Passing Arthur, 39: like wild 
birds that change their season in the night and wail their way 
from chud to cloud; 844a, Demeter Persephone, 
1: a climate-changing bird; A. C. Bradley (zur ersten 
Stelle) vergleicht Horaz, Ep. I, XI, 27: coelum mutant; 

— 311b 2, Coming Arthur, 150: Merlin, the wise man 
that ever served King üther thro* his magic art; — 369 b 2, 
Baiin Balan, 6: go thou — sagt Arthur zu seinem Schatz- 
meister — with him and him (mit "dem und dem" von 
meinen Rittern) and bring it (tribute) to us^)\ — 380 b 20, 
Merlin Vivien, 25: they place their pride in Lancelot 
and the Queen; — 398a 14, Lancelot Elaine, 145: a 
moral child wUhout tJie craft to rule, sagt Guinevere von 
Arthur: "geistig'^ (od. sittlich) ein Kind, wenn auch physisch 
nicht mehr : in dichterischer Sprache wäre diese Klausel über- 

^) In Hartmanns Erec ist, wie Prof. Heinzel gelegentlich 
hervorhob, in der Erzählung der Königin von ihrem Jagdabenteuer 
mit dem Zwerg und dem fremden Ritter die Wiederholung dem Leser 
bereits bekannter Details (ganz wie hier bei Tennyson die Anführung 
gleichgültiger Namen) vermieden durch ein abkürzendes: sus und so 
wart min maget geslagen (Zeile 1124). — Allerdings kann man sich in 
unserem Beispiel aus Tennyson eine hinweisende Gebärde des Königs 
hinzudenken, was dann den Fall zu den (zuerst von Theobald 
so ingeniös pantomimisch gedeuteten) Worten des Polonius in Hamlet 
(II, 2, 156) stellen würde: take this from this, if this he otJiertoise. — 
Von verwandten Fällen vgl. noch: ganz parallel zu Tennysons him 
and him bei Shelley, Bevolt of tlie Islam, XI, 16, 5: ,..ihe lies, which 
thou, and thou didst frame for mysteries . . . — Euphemistisch vielleicht 
die ähnliche Abkürzung bei Spenser in Guyons Gelübde, Faerie 
Queene, II, 1, 61, 5: Such and such evil God on Guyon reare . .. 



— 250 — 

flüsssig; ~ 401b 32, Lancelot Elaine, 400:'her bright 
hair blotvn about the serious face (mtising oder dgl. erwarten 
wir); — 408b 30, Lancelot Elaine, 807: ihe stränge- 
statued gate, where Arthur' 8 wars teere render'd mysticaüy 
("wiedergegeben"; farbloser Ausdruck); — 425b 9, Holy 
Grail, 411: the spires prick*d with incredible pinnacles 
into heaven ("unglaublich hoch"); vgl. 482b 19, Lover's 
Tale, I, 409: a tissue of light unparalleVd; nicht so 
grell: 487b 20, Lover's Tale, 727: tohom the gentlest airs 
of Heaven slwuld kiss with an unwonted gentleness: sehr 
gesucht hingegen in Timbuctoo,66 (Churton Collins, 
Early Poems, 311, 42): (Seraph) look'd into my face with 
his nnutterable, shining orbs: lautlich wirkungsvoll aber: 
629b 3, Voyage Maeldune, m, 6: the pine shot dloft 
from the crag to an unbelievable height; — 477b 24, 
L o V e r ' s T a 1 e , I, 92 : the heart of Hope feil into dust . . . 
forgetiing how to render beaut ifu l her countenance with quick 
and healthful blood: prosaische Umschreibung (§ 162) ; — 478 b 
2, Lover's Tale, I, 136: the white heats of the blinding 
noons beat from the concave sand; — 479 b 33, Lover's 
Tale, I, 234: the stream of life, one stream, one life, one 
blood, one sustenance; — 484b 28, Lover's Tale, I, 
640: niethought all excelletice thät ever was had draum herseif 
from ...all the separate Edens of this earth; — 636b, 
Brunnanburh, X, 6: his folk and friends that had fallen 
in conflict (ags. Original cet gü6e); — 868b, Merlin 
Gleam, VII, 13: the Gleam . . . drew to the valley na med 
of the shadow (sc. of death — nach Bunyan, bzw. Psalm 23, 
4; named ein metrisches Füllsel); — 890a, Dawn, I, 3: 
man with his hrotherlcss d inner on man in the tropica! wood (!) ; 
— 894, Crossing Bar, 10: twilight and evening bell, and 
after that the dark! — 

§ 174. Wiederum sei eine lexikographische Illustration 
beigefügt ; es ist das Wort matter, welches oft mitten imter 
poetischen Schönheiten ganz prosaisch hereingeregnet 
kommt; so in dem schönen Gedichte Poland, Seite 26b, 
Zeile 14 (von der Gleichgültigkeit Englands): a matter to 
be wept with tears of hlood! Ähnlich: 193a 15, Princess, 
lY, 438: dying Ups, ivith many thousand matt er s left to 
do; — 585 b 4, Queen Mary, I, 4: ''You knoiv to flatter 



— 251 — 

ladies." ''Nay, I meant tme matt er s of the heart**^) — 
614a 7, Queen Mary, III, 3: ...nor yet to question 
things already done; these are forgivm — matter s of the 
past, — 

§ 175. Neben diesen unwillkürlichen lapsus gibt es 
eine bewußte, absichtliche Verwendung urprosaischer Aus- 
drücke, nämlich zu scherzhaften Zwecken. Solche Fälle 
"trockener Komik" (wenn man das vielgeplagte Wort noch 
anwenden darf) wären: 

— 66b, Goose, 18: (woman) grew plump and able- 
bodied: "diensttauglich"; dieser Spezialterminus hier ent- 
weiht zum Ausdruck der Bedeutung "handfest, stark"; — 
89 a 15, Talking Oak, 19: (the oaJc) plagiarijsed a heart, 
and answer'd tmih a voice; — 179 a 23, Princess, 11, 383: 
the Head of all the golden-shafted firm ("Zunft") (=Amor); 
— 181b 19, Princess, HI, 68: still she rail'd against the 
State of things: immer eine Feindin der jeweilig "be- 
stehenden Verhältnisse" (vgl. die deutsche Phrase vom 
"Mann, der immer anderer Meinung ist") ; — 212 a 31, 
Princess, VlL, IIB: with all their foreheads dratvn in 
Boman scotols, and half the wolfs-milk curdled in their 
veins, the fierce triumvirs . . .; — 32Bb 33, Gareth Lynette, 
BOl: some prodigiotis tale of knights who sliced a red 
life-huhhling way thro* twenty folds of tmsted dragon: die 
Artikellosigkeit von dra^gon ist (wie das Verbum) darauf 
berechnet, die Auffassung des Drachen als "Material" 
schlächterischer Heldentaten nahezurücken. Tennyson wird 
überhaupt regelmäßig jovial, sooft das schwerfällige Un- 
getüm die Szene seiner Poesie betritt ; so sagt er 538 a, 
Tiresias, IB: Cadmus ... found, .,,smote, and stilVd 
thro* all its folds the multitudinous beast, — als ob man 
jede Windung eigens "zur Euhe bringen" müßte; der 
Euphemismus stilVd ist schon an sich köstlich, und das 
malerische multitudinous erinnert an die "weitläufige Dame" 
in Heines "Eeisebildem" ; — 33B a 2B, Gareth Lynette, 
lOBl: See thou have not now larded thy last: d. h. "daß du 
nicht im Kampfe fallest", — mit spöttischer Anspielung auf 



J) Auffallend ähnlich der SteDe Hamlet, III, 2 (Delius, Anm. 43): 
da you ihink, I meant countnj matters? 



— 252 — 

Gareths Stellung als kitchen-knave ; die pomphafte Alliteration 
hebt die Wirkung. — 

Wie wir also sehen, werden Scherze dieser Art oft 
durch kühne Übertragung spezieller Fachausdrücke gewisser, 
zum Teil nicht gerade poetischer Berufs- und Wissenszweige 
(Handel, Küche) auf das Gebiet poetischer Vorstellungs- 
kreise erzielt. — 

§ 176. Ich reihe hier gleich einen Überblick über die 
mannigfaltigen anderen psychologischen Kategorien von 
Scherzen^) an und beginne mit dem direkten Gegenstück zu 
den eben besprochenen, nänüich der absichtlichen Anwen- 
dung übertrieben pathetischer Ausdrücke — deren Wirkung 
noch sprachliche Kühnheiten und formlicher Schmuck er- 
höhen — für ganz gewöhnliche, alltägliche Dinge: 

— 82b 23, Walking to Mail, 92: (ihe stolen pig) tvas 
left alone upon her tower, the Niohe of steine, and so 
retum'd unfarrow'd to her siy: "*entferkelt", weil ihr die 
"Entlehner" ein Junges nach dem andern weggenommen 
und successive verzehrt hatten; — in hochtrabenden Aus- 
drücken bewegt sich auch die parodistische Ganymed- 
Episode in Will Waterpro of (mit Hahn als Adler und 
Schenke als Olymp, liead-waiier at the Cock als Helden): 
112b 36 bis 113a 16; — 141b 1, Brook, 122: while I 
hreathed in sight of haven: näml. in der Hoffnung, die lang- 
wierige Erzählung, welche er anhören muß, gehe zu Ende; 
— 168b 32, Princess, Prologue, 219: sofne great Prin- 
cess, six feet high, grand, epic, homicidal; — 199a 3, 
Princess, V, 213: you did hut conxe as goblins in the night, 
noit in the furrow broke the ploughmans head, nor hurnt the 
grange, nor bussd the milking-maid : die pompöse Alliteration 
stellt scherzhaft das große und das kleine Verbrechen auf 
eine Stufe; dasselbe Mittel ist verwendet: 773a (Falcon): 
. . ,profess to he great in yreen things and garden-stuff; — 
289, Maud, Part I, IV, IH, 1: her father, the wrinkled 
head of the race: spöttisch-feierliches Substantiv im 
Kontrast zum scherzhaften Epitheton (ähnlich wäre deutsch: 



*) Über den Humor bei Tennysou im Allgemeinen, besonders iii 
den Dialektgedichten, handelt das 2. Kapitel von FischersTenn y son- 
st udien (Leipzig 1905), p. 88ff. 



— 253 — 

"das glatzköpfige Familienoberhaupt"); — schließlich: 865a, 
To Mary Boyle, XI, 1: tohen this bare dorne (des 
Dichters Glatze) had not hegun to gleam thro* youthful 
curls. — 

§ 177. Schon in diesen Scherzen beruht der Witz auf 
Übertreibung; von weiterem aus dieser Kategorie der 
"Übertreibungswitze" hebe ich zunächst eine besondere 
Gruppe hervor, deren psychologisches Prinzip die Aus- 
führung eines abstrakt gebrauchten Wortes in der Richtung 
seiner konkreten Bedeutung ist: 

— 86 a 17, Edwin Morris, 126: they set an ancient 
creditor to work: it seems I broke a close with force and 
arms (als ob das "Brechen" eines Termins konkret zu 
verstehen wäre) ; — ähnlich übertrieben, wenn auch nicht 
scherzhaft gemeint, ist 103, 2, LocksleyHall, 180 : that 
earth shmild stand at gaze like Joshua* s moon in Ajalon! 
("daß die Menschheit ohne kulturellen Fortschritt stillstehen 
sollte" — **gaffend" ist eine gewohnheitsgemäße, hier sinnlose 
Erweiterung); — 363b 12, Geraint Enid, 606: Enid 
shrank far back into herseif, to shun the wild ways of the 
lawless tribe; — verwandt ist 339b 5, GarethLynette, 
1287: "/ swear" — sagt Lynette — ''thou canst not fling the 
fourth (eneniy/'. ''And tvherefore, damsel? Teil me all ye 
know..," — wo ja die Frage rein rhetorisch, also ihre 
Erweiterung durch Aufforderung zur Antwort, als ob sie 
wirklich fragend gemeint wäre, nur ein Scherz ist (vgl. auch 
z. St. in § 150) ; — hieher gehört auch ein schönes Dialekt- 
beispiel: 506b, Northern Cobbler, XX, 4: if tha wants 
ony grog tha mun goä für it down to the Hinn, für I weänt 
shed a drop on' is blood, noä, not für Sally's oän kin: nach 
shed a drop stellt sich of his blood ganz instinktiv als Er- 
gänzung ein, — zugleich verleiht die Beziehung auf die 
große, für immer verschlossene Gin-Flasche, welche der 
Trinker als Denkmal seines überwundenen Lasters auf den 
Schrank gestellt hat, und die durch diese Wendung gleich- 
sam Wesenheit erhält, — dem Ausdruck seine Pointe. — 
Endlich als Beweis, daß auch einer der populärsten Typen 
dieser Art vertreten ist, die Stellen: 246, *-Ay" (in "The 
Window"), Z. 4: be nierry . . .for erer and erer, and one 
day more (bei Longfellow, The Children's Hour, 



— 264 — 

10, 2, heißt es for ever and a day) — und 565 b, Tomorrow, 
rV, 9: an' I loved ye meself wid a heart and a half.. - 

Von scherzhaften Wendungen anderer logischer Kate- 
gorien beschränke ich mich auf vier : 

Zunächst zwei, die auf Metapher beruhen: 114 a 9, 
Will Waterproof, 226: tve fret, tve futne, would shift 
our skins (wie man Kleider wechselt) ; — 144 a 21, 
Aylmer's Field, 106: college-times or Temple-eaten 
terms (Perioden juridischer Praxis) ; — 

femer zwei Distinktionsscherze (auf prägnanter Be- 
deutung beruhend) : — 726 a, B e c k e t , UI, 1 : (peoplej knaw 
an honest woman and a lady when they see her; — 
und 887b, Church-warden Curate, X, 4: tha mun 
tackle the sins o' the Wo*ld, an' not the fault s o' the Squire. — 



§ 178. An den Schluß des Kapitels stelle ich als 
diametralen Gegensatz zu der in seinem Eingang behandelten 
Hyperbel die Litotes — zugleich als extremen Fall der 
in § 169 besprochenen Typen von Einfachheit und Schlicht- 
heit des Ausdrucks. Eigentlich litotetische Ausdrücke wären: 

— 145a 33, Aylmer's Field, 183: (Die Charakter- 
vorzüge Leolins) were no false passport to that easy realm 
(nämlich zu den Herzen des Volkes) : no false = "gerade 
der rechte . . .''; hieher vielleicht auch: 46a8, Palace Art, 
92 : every landscape fair . . . not less than truih design'd; ebenso 
46 b 8, Palace Art, 128: every Uge^id fair ... not less than 
life, design'd: * ^naturgetreu, lebenswahr''; femer: zu 303 b, 
Urform von Maud, H, IV, Churton CoUins, p. 275, 
Zeile 37: the blood, that is moved not of the will (für 
"wider Willen"); — 326b 16, Gareth Lynette, 650: 
the Sencschal (Kay), no mellow niaster of the tneats and 
drinks; — 377a 26, Baiin Balan, 466: thy sweet rest, 
not, douhtless, all unearn*d by noble deeds; — 404b 6, 
Lancelot Elaine, 552: %ve will do him no customary 
hofiour; — zuletzt als krönendes Beispiel dieser Art eine 
Stelle, welche ich geradezu als die schönste Litotes bei 
Tennyson bezeichnen möchte: 463 a 15, Guinevere, 442, 
sagt Arthur in seiner sanft-schwermütigen Art zu der um 
Vergebimg flehenden Guinevere: *'thou hast not made my 



— 255 — 

life so sweet to me, (hat I tlie King should greatly care to 
live" (wo gemeint ist: 'Hhou hokst made my life so bitter to nie, 
that I do not care to live at all"), — 

Eine dieser negierenden verwandte Form ist die 
rhetorische Frage, z. B. 286, Maud, I, I, 11, 2: 
"0 father! God! was it well?" ruft der Sohn bei 
Erinnerung daran, wie sein Vater in den Selbstmord ge- 
trieben wurde. Vgl. King Lear, 11, Szene 4: "is this ivell 
spoken?" auf Eegans harte Rede. 

Nun der positive Typus litotetischen Ausdrucks: 
572b, Dead Prophet, XVII, 2: small bleniish upon the 
skin! biit . . . what is fair tvithout is often asfoul within: sniall 
steht für no, wie das spätere /a/r zeigt; — ähnlich 754 b 7 u., 
Cup, I, 2: perhaps you judge him with feeble charity; — 
774 b (F a 1 c o n) : / liave small hope of the genÜeman goxä 
in my great toe, — weil er die Zehe selbst nicht mehr 
hat. — 

Femer noch Fälle von Litotes durch Wahl des Wortes 
selbst, nicht seiner positiven oder negativen Bestimmungen : 
— 502b, Rizpah, VII, 3: he took no life, but he took 
one purse: eine Mutter erzählt in absichtlich müdemden 
Ausdrücken von den Vergehen ihres Sohnes; — 821 b, 
F o r e s t e r s , n, 2, 6 : tve know all. ,. simples of the wood to h e Ip 
a wound (für healj^ — und das köstliche Dialektbeispiel 
788 a, Promise May, 11: if iver I cooms upo* Gentle- 
man Hedgar ageän, and doänt laäy my cartwhip athurt *is 
shou'ders . . . 

§ 179. Wie die zu Anfang des Kapitels besprochenen 
hyperbelartigen Ausdrücke meist unwillkürliche, unbewußte 
Übertreibungen waren, so wollen wir auch hier am Schlüsse 
nach den beabsichtigt kunstmäßigen auch noch einige Fälle 
unabsichtlicher Litotes behandeln (unhöflich gesprochen: 
Schwäche, Mattigkeit des Ausdrucks). So finden wir in der 
Tat weniger intensiven Ausdruck, als wir erwarten, etwa in 
folgenden Fällen: 

— 56 b 13, ChoricSong VULL, 25: some.,.down in hell 
suffer endless anguish (für "QuaP' ein zu schwacher Aus- 
druck); vgl. 57 a 14, Dream Fair Women, 23: / saiv 
. . . beauty and anguish Walking hand in hand the dotvnward 
slope to death; — 118 a, Voyage, VEI, 1: one fair Vision 



— 266 — 

ever fled be/are us: wir erwarten einen stärkeren Ausdruck, 
"herrlich" oder dgl. Über die durch starke Abnutzung be- 
wirkte Farblosigkeit von fair s. den lexikogr. Teil; — 
169b 10, Princess, I, 21: my mother pitying made a 
thotisand prayers: eine Mutter, deren Sohn an kataleptischen 
Anfallen (weird seizures) leidet, empfindet mehr als human 
pity; — 169 b 13, Princess, I, 13, sagt der Prinz von 
dieser Mutter: half-cananused by all Ühot laok*d on her, so 
gracious was her tact and tendemess: tact ist ein Vorzug, 
aber noch keine Heiligentugend, der Dichter muß mehr 
meinen; — 175 b 20, Princess, 11, 163, wettert Lady 
Psyche gegen die uralte Männertyrannei und gebraucht 
dabei den in Zusammenhang und Tonart ihrer Bede viel 
zu schwachen Ausdruck ancient influence atid scom; — 
242, 49, Boädicea, 81: (the colony) thought on all her evtl 
tyrannies, all her pitiless avarice (evtl für crt^el oder dgl.) ; — 
263 a, In Mem., 63, 8: I would sei their pains ai ease: 
für "heilen, stillen"; — 263b, In Mem., 66, 10: since we 
deserved the name of friends, and thine effect so lives in me: 
dieser Ausdruck ist wohl zu wenig für den, wie das ganze 
In Memoriam zeigt, so machtvollen Einfluß von Hallams 
Wesen auf die Seele des Dichters: 267a 4, In Mem., 78, 16: 
can sorrow wane? . . .can griefbe changed to less? parallel 
zu wane erwarten wir einen kräftigeren und mehr unmittel- 
baren Ausdruck ; vielleicht vermag der Dichter keine Varia- 
tion zu finden; — 269a, 27 f., In Mem., 85, 47—44: alU 
comprehensive tendcrnesSy all - subtilising intellect: wenn 
Liebe zur ganzen Menschheit gemeint ist, fällt tendemess 
ab; schon 219b 17, Wellington, VI, 65, hieß es aufifälliger- 
weise von Nelson: mighiy Seaman, tender atid true; — 
269b 7, In Mem., 85, 67: the all-assuming months and 
years (für den ^'alles mit sich fortreißenden" Strom der 
Zeit); — 275a 17, In Mem., 98, 25: . . .'^wr more content 
. . . lives in any croivd, nämlich als unter den Wienern : für 
ihre rauschenden (im Folgenden auch geschilderten) Ver- 
gnügungen erwarten wii- mehr als content; — 279b, In 
Mem., 112, 2: / who gaze tvith tempcratc eyes on glorious 
insufficiencies, — set light by narrower perfectness: das lito- 
tetische tetHperate schwächt die Antithese ab: Tennyson 
will nicht nur sagen, daß er Unvollendetes, aber ruhmvoll 



— 257 — 

Begonnenes **rulug", d. i. ohne Tadel, ansieht, sondern daß 
er es geradezu schätzt, und zwar mehr als vollendete 
Leistungen auf eng umgrenztem Gebiete (s. p. 125^); — 283 a, 
In Mem., 127, 3: well roars the stomi to those that hear a 
deeper voice across the stomi: wir würden sagen: "Musik 
ist das Stuimgebrüll denen, welche darin Töne der HoflF- 
nung auf eine bessere Zukunft vernehmen"; — 284a, In 
Mem., 131, 2: living will that shalt endure when all that 
seems slmll suff er shock ("in Trümmer gehen" ist gemeint); 
— 291, Maud, Part I, V, 11, 7: a time so sordid and 
mean, andmyself so languid and base ("untätig, energielos"); 
vgl. 302 a 9, Maud, Ö, I, I, 19: the languid fool (von Mauds 
Freier); — 362b 26, Marriage Geraint, 74A: flaws in 
Summer laying lusty com (Alliteration maßgebend); ein 
anderes lag = Gespenster etc. "legen" (Art Euphemismus): 
374a 24, Baiin Balan, 295: tlwu couldst lag the Devil 
of these woods, if ami of flesh could lag him\ 890b, Dawn, 
V, 2: iclien we shall lag the GJiost of the Brüte that is Walk- 
ing and haunting us gel ; — 3B9b 19, Geraint Enid,347: 
the madness of that hour, wheti first I parted from thee, 
moves me get (für rages still in me oder dgl.); — 361 a 12, 
Gera int Enid, 435: and Geraint look'd and was not 
satisfied (wo er seiner Frau Untreue im Gesichte zu 
lesen glaubt); — 395a 11, Merlin Vivien, 924: a holt 
(sc. of thunder) . , .furrowing a giant oak (für cleaving, 
rivingj; — 489b 27, Lover's Tale, II, 47: fragments,., 
of rock ... in mg agong did I make bare of all the golden 
nwss: für verzweiflungsvolles Ausreißen ist das zu schwach; 
vorher hieß es: with mad hand tearing the bright leaves of 
the ivy screefi, I cast them in the noisg brook beneath; — 
625 b 8, C o 1 u m b u s , 35, heißt die Entdeckung Amerikas : 
the vast occasion of our stronger life ; — 666 a, 9 u., H a r o 1 d, 
n, 2: beyond the nierriest niurmtirs of their banquet dank 
the sliackles . . • (miirmurs für das, was anderswo roar of riot 
heißt, — der Alliteration halber) ; — 759 a, 12 v. u., C up , I, 3 : 
. . . whxit use in passious ? To ivarm the cold botinds of our 
dging life, . . , emplog us, heat us, quicken us, etc.; emplog 
matt für occupy, und zwar "völlig in Anspruch nehmen"; 
vgl. in Schillers "Idealen": "Beschäftigung, die nie 
ermattet". 

Dyboski, TcnnysonB Sprache und Stil. 17 



— 258 — 

III. Anschaulichkeit des Ausdracks. 

§ 180. Um das Verhalten von Tennysons Poesie zu 
diesem ' Haupterfordemis dichterischen Ausdrucks zu be- 
leuchten, führe ich zunächst eine Reihe von Fällen an, in 
denen wir statt erwarteter konkreter Ausdrucksweise aus 
irgend welchen sprachtechnischen Gründen, z. B. in An- 
lehnung an gewohnheitsmäßig festgesetzte Ausdrücke, der 
Kürze halber u. dgl., seltener ohne solche Rechtfertigung 
abstrakte finden: 

— 31 b 15, T w o Vo i c e s, 145 : niyfull heart . . . rain'd {kro* 
my sight its overflow (för eyes) ; so auch 102, 30, Locksley 
Hall, 172: not unth hlinded eyesight poring over miserable 
books; und am deutlichsten wohl 298 a, Maud, I, AVlil, 
Vili, 6: my love has closed her sight ('= eyes); 672 a, De ad 
Prophet, Vin, 3 : she clear'd her sigh t ("wischte sich die ver- 
weinten Augen''); 814a, 1 u., Foresters, 11, 1: true, taere I 
iahen, they would pick out my sight; ähnlich vision: Tim- 
buctoo, 68 (Churton Collins, Early Poems, 311, 44): 
with hasty motion did I veil my vision with my hands . . . ," 
mit sight ftir eye vergleicht sich das noch allgemeinere 
sense fär ear: 671 a, Ilarold, III, 1, 22: tvhen thro' bis dying 
sense shrills ''lost thro' ihee"; — 64a, On a Mourner, VI, 
3: thro' silence (= silent sphcres of night Jy sky) and (he 
tremhling stars; noch konkreter : 144b 28, Aylmer's Field, 
146: the brook vocal, tvith here and there a silmcc <= sile^it 
tract, part of its conrsv) ; — 71b 2, Morte d' Arthur, 220: 
the knighthj growth that fringcd his Ups; noch bezeichnender 
92 b 8, T a 1 k i n g a k, 292 : Thessalian groivth ("Gewächs" von 
der Orakeleiche zu Dodona); geradezu iiir "Wesen" steht 
growth 'l&d di^ In Mem., 61, 7: how dtvarfd a growth of cold 
and night ... must I grow; anders 476 a, Lover's Tale, I, 
11: the growth of pines that fledged the hills (deutsch "Be- 
stand";; ähnlich tilth fiir tilled land: 135 a 28, Enoch 
Ar den, 668: tvitherd holt or tilth or pasturage; ■— 93 a 28, 
Love Duty, 48: Diity . . . came . . . bettvixt thy dear embrace 
and mine: embrace für "die ausgebreiteten Arme" (Rgs. fce^mj ; 
vgl. 451b 23, Last Tournament, 521: belted his body 
with her white embrace; — 93b 5, Love Duty, 54: could 
Love part thus (=^ a couple of lovers; ein gutes Beispiel 



— 2B9 — 

für Ausdrucksktirzung durch dieses Mittel); vgl. 164b B, 
Aylmer's Field, 760: ndked marriages ("Ehepaare") 
flash from the bridge (die noyades von 1793); — 101, 34, 
Locksley Hall, 140: what is (hat io him that 
reaps not harvest of his youthful joys, tho' the deep heart of 
existence heat for ever like a boy's: existence kollektiv für 
"alles Bestehende'', "Welt der Erscheinungen"; — 104 b, 
Day-Dream, Prologue, 8: tosee,,.a Stimmer crisp tvith 
shining woods fsummer = summer landscape) ; vgl. 109 a, 2 u., 
Amphion, 87: Squares of tropic summer shut and wcirmed 
in crystal cases (summer = "Sommerpflanzen", tropische 
Gewächse im Treibhaus) ; — 110b 17, Sir Qalahad, 63: 
the tempest crackles on the leads (einige Zeilen später: 
driving hail); cf. 265a, In Mem., 72, 4: hlasts , . . that lash 
with Storni the Streaming pane; — 118b, Launcelot 
Guinevere, 4: a sunlit fall (^= shotver) of rain; — 
127b 33, Enoch Arden, 186: in that mystery where 
God'in-man is one with man-in-God, pray'd: mystery lokal 
zu verstehen, mysterious dwelliug, place; recht volle Bedeutung 
— wenn auch nicht konkrete — hat das Wort noch : 283 b, 
In Mem., 128, 8: o ye mysteries of good, wild Hours that 
fly with Hope and Fear: mysteries = mysterious sources; — 
134a 12, Enoch Arden, 585: every day the sunrise 
(= beams of the rising sun) brohen into scarlet shafts among 
the palms and ferns and precipices; — 145 b 1, Aylmer's 
Field, 185: tuming to the tvarmth (Herdfeuer) the.,. 
haby-soles; vgl. 271a, In Mem., 89, 16: the landscape wink- 
ing thro* the heat (= hot air) ; 153a 16, Aylmer's Field, 
683: the poor child of sh-ame, the common care whom no 
one cared for; — 155b 18, Aylmer's Field, 835: escaped 
his keepers, and the silence which he feit, to find a deeper in the 
narrow gloom by lüife and child: gloom = gloomy family grave; 
vgl. 295 b, M a u d , I, XIV, 11, 3 : Maud, like a precious 
stone set in the heart of the carveyi gloom (viz. her ''oak-room"); 
281b 1, In Mem., 118, 21: iron du^ from central gloom ; — 
297 b 2, Maud, I, XVm, in, 13: over whom (Maud) thy (the 
cedar*s) darkness (= dark boughs) must have spread; 356a 
11, Geraint Enid, 120: before a gloom of stubbom-shafted 
oaks (= gloomy glade) ; — 164 b 15, Lucret ins, 245: let 
great Nature take, and forcing far apart (^= asunder), those 

17* 



— 260 — 

blind beginnings (hat have made me man, dash them anetc 
iogether, etc. : beginnings sind die Atome, primordia caeca (D e 
rer. nat., I, 110, Churton CoUins); vgl. 161b 6, Lucre- 
tius, 38: atam-sireams and torrmts . . . fly on to dash 
together again, and mähe another and another frame qf things 
for ever; — 166a 8, Princess, Prologiie, 40: her stature 
more than mortal in the burst of stmrise; — 166 a 24, 
Princess, P r o 1 o g u e, 56 : all the sloping pasture murmured, 
säum with happy faces and with holiday: holiday = alles, 
was Festtagsstimmung ausdrückt: Kleider, Schmuck, etc.; 

— 167 a 10, Princess, Prologue, 106: a feast shone, 
silver-set ("festliche Tafel"); — 171a 26, Princess, I, 132: 
our dances broke and buze^d in knots qf talk (= groups qf 
talking persans); — 173 a 12, Princess, I, 243: seem'd to 
float about a glimmering night (d. i. durch dunkle Räume); 

— 179a 6, Princess, 11, 426: with all her faded Autumns 
falsely braivn — später zu with all her autumn tresses 
falsely broum geändert; — 187b 2, Princess, IV, 68: (a 
song) not such as moans about the retrospecty but deals with 
the other distance (vis, future) : distance steht metonymisch 
für tohat is seen in the distance; — 196b 9, Princess, V, 
58: a follower of the camp, a charr'd and wrinMed piece of 
womanhood; vgl. 247a, In Mem., Prologue, 14: the 
highesf, holiest mauhood, thou (Smi of God), — und 378a 
22, Baiin B alan, 316: the deathless mother-maidenhood 
of Heaven; vgl. femer mankind für **Mannsvolk" : 205 a 
11, Princess, VI, 63: let them not lie in tetits with coarse 
mankind, ill nurses; 209 b, Princess, AT^, 307: 7 had 
been wedded wife, I knew mankind; — 198a 15, Prin- 
cess, V, 167: clash'd with death he reddens what hekisses: 
death = **Kampf blut'^ ; Einfluß der Alliteration; vgl. 208b 
10, Princess, VI, 260: you might mix his draught with 
death (kausativ: **tödliches Gift"); sehr kühn auch 151b 
18, Aylmer's Field, 590: a dead vian, a Jetter edged with 
death beside him (=^ death-black colour) : ähnlich, doch 
eigentlich eine Metonymie (res effecta pro re efficiente): 58 b 
16, Dream Fair Women, 40: thehright death quiver'd at 
the victim's ihroat (urspr. L.-A. : one drew a sharp knife 
thro' my tender throat); zu death =^ "Blut" vgl. noch 242, 43, 
Boädicea, 85: ran the land with Bomun slaughter 



— 261 — 

(=z blood qf slaughtered Bonians) : (ein anderes sJatighter 
= "das Geschlachtete" in einem kleinen Gedicht To — , 
Churton Collins, Early Poems, p. 281: Love unretumed 
is like the fragrant flame folding the slaughter of the sacrißce); 
andere Ausdrücke: 261b, In Mem., 56, 16: Nature red in 
iooih and claw with ravine ("Mordblut"); 461a 16, Last 
Tournament, 486: all the pavement stream'd with massacre; 
endlich auch life für lifeblood: 306 b, Maud, H, V, X, 5: 
the red life spilt for a private hlow; — 205 a 7, Princess, 
VI, 49: shall Strip a hundred hollows bare qf Spring (^= spring 
ßowers); — 209b 21, Princess, VI, 327: nor didmineoum 
(father) refuse her proffer, lastly gave his hand (proffer = 
"die dargebotene Hand"); — 213a 23, Princess, VII, 
171: now folds the Uly all her sweetness up (= "Blüte"); 
vgl. 273 b 30, In Mem., 95, 56: a hreeze began to tremble o'er 
the large leaves qf the sycamore and fluctuate all the still 
perfume ("die duftenden Blätter"); — 270a, In Mem., 
86, 14: leagues qf odour Streaming far (= odorous air); — 
223a, Exhibition Ode, m, 5: harvest-tool and husbandry 
("Wirtschaftsgeräte"); — 223b 8, Exhibition Ode, m, 14: 
all qf beauty, all qf use, that one fair planet can produce 
(alle schönen und nützlichen Dinge); vgl. choice für "das 
Auserlesenste" : 872 b,By an Evolutionist, I, 4: rejoic- 
ing in my hounds, .,. choice of women and of wines; — 
233a, Daisy, 27: distant colour, happy hamlet, a moulder^d 
citadel on the coast; — 249 b, In Mem., 9, 6: a favourable 
speed rüffle thy mirror'd mast (speed = "Fahrwind"); — 
251b, In Mem., 15, 19: round the dreary west (= westem 
horizon) ; — auch V e r b a von abstrakter Bedeutung stehen 
für konkrete: 255a, In Mem., 30, 3: a rainy cloud possess'd 
the earth;2b8eL 13, In Mem., 40, 21: Ay me, the difference 
I discern: ein bildliches see wäre poetischer; — 263b, 
In Mem., 65, 6: out of painful phases wrought there flutters 
up a happy thought: phases ist — im Bilde — konkret: 
"Verwandlungsformen", wie beim Schmetterling; — 265 b 17, 
In Mem., 72, 26: up thy vault . , . climb thy thick noon, 
disastrous day; day = "Tagessonne", vgl. noch 304b, 
Maud, n, IV, IX, 4: the day cames, a dull red ball (day 
= sun); 531a, Voyage Maeldune, VIII, 4: tili the 
labourless day dipt under the West (=^ the sun of a l d.); 



— 262 — 

day für das Sonnenlicht selbst: 844 b 16, Demeter 
Persephone, 21: the Sun..,robed thee in his day fram 
head to feet; — auch abstrakte Epitheta kommen statt 
konkreter vor: 275b, In Mem., 100, 14: pastoral rivulet 
inmitten der farbenreichsten Naturbeschreibung ; — 276 a 10, 
In Mem., 101, 18: HU from the garden and the wüdafresh 
association hlow: dieser pedantische psychologische Ter- 
minus inmitten der herrlichsten Naturbilder; wir erwarten 
ein bildlich verwendetes Konkretum; — 288, Maud, I, I, 
XTV, 4: nevennore to brood on a horror of shatter'd limbs 
(= horrible heap); vgl. 286, Maud, I, I, I, 3: the red-ribb'd 
ledges drip with a silent horror of blood (es ist blutrotes 
Heidekraut); — 295 a, Maud, l, Xm, I, 12: barbarous 
opulence, jcwel-thick, sunn'd itself on his breast and his hands 
(apuUnce = "reicher Schmuck*'); — 295a, Maud, I, XTU, 
m, 8: a child of deceit (= of a deceitful fatherj ; — 296b 3, 
Maud, I, XVI, I, 16: the grace that, bright and light as 
the crest ofa peacock, sits on her shining head: **Haarschmuck" ; 
hingegen grace für **anmutige Gestalt'': 451b 19, Last 
Tournamen t, 517: a low sea-sunset glorying round her hair 
and glossy-throated grace; — 307, Maud, in, IV, 7: those 
that are crush'd in the clash of jarring Claims: d. h. "der 
Ansprüche erhebenden Mächte", bzw. ihrer Heere; — 
340 b 1, Gareth Lynette, 1340 : crown'd with flsshless 
lanyhter: "grinsende Fratze eines Totenschädels" (es ist 
vom gespenstischen Ritter Night-and-Death die Rede); 
dasselbe Wort 574 b 2, F rat er Ave, 8: gazing at the 
Lydian laughtcr of the Garda Iahe heloiv; — 348 b 18, 
Marriage Geraint, 471: toppling over all antagonism 
(= antagonistsj ; — 463 a 22, Guinevere, 449: the ways 
werc ßlVd with rapine (von Räubern); — 845b 25, 
Demeter Persephone, 89 : . . . ^o warn a far-off fr i e n d- 
ship that he comes no more (wie acquaintance, reldiion) ; 
ähnlich schon 723a, Becket, H, 2: 1 hate a split bettveen 
ohl friendships, — und 248a, In Mem., 3, 1: Sorrow, 
cruel felloivship (wo wir bildliches companioyi erwarten); 
— 869 b, Romney's Remorse, 12 fF.: Where am I? 
SHOW on all thehiUs! sohot, so fever' d! never colt would more 
delight to roll himself in meadoiv grass than I to wallow in that 
Winter of the hills: winter der Variation und der Alliteration 



263 



halber für snow; — so auch 70a 16, Morte d' Arthur, 
140: moving isles qf winter — für icebergs. — 

§ 181. Zum Schluß wieder einmal Lexikographisches 
zur Dlustration, aber diesmal zwei Beispiele; zunächst 
glory, das als Substantiv und Verb (auch in der Adjektiv- 
form glorious) sehr oft konkret (natürlich wörtlich oder 
büdlich) von Lichterscheinungen, Strahlenglanz gebraucht 
wird: 

Schon im Konkurspoem Timbuotoo (Churton Collins, 
Early Poems, 310), 9: the stars were flooded over with 
clear ghry and pale; — 71 a 6, Morte d'Arthur, 192: 
the long glories of the winter nwon; — 110b 11, Sir 
Galahad, 47: dof4m dark tides the glory slides: für **strah- 
lende Vision" — des Grals; — 110b 19, Sir Galahad, 
65: o'er the dark a glory spreads ("Lichtschein, Nimbus"); 

— 112a 32, Will Waterproof, 72: (im Dusel) / look 
at all things as they are, but thro* a kind of glory: Licht- 
schein, "Hof", wie um den Mond; — 118 a, Voyage, XI, 3: 
tve lov*d the glories of the world ("Herrlichkeiten" — im 
Sinne von glorious sights) ; vgl. 321b 14, GarethLynette, 
240: ive . . . conw to see the glories of our King: "Herrlichkeit, 
Pracht''; — 133b 32, Enoch Arden, 572: the glows and 
glories of the broad belt of the world; — 233b 23, Daisy, 
69: the height, the space, the glooniy the glory: die allite- 
rierende Antithese kennzeichnet die gotische Kirche sehr 
gut; es ist von der Mailänder Kathedrale die Rede; zu 
glooni vgl. die auch tief poetisch empfundene Stelle : 299 a, 
Maud, I, XIX, V, 10: abroad in the fragrant gloom of 
foreign churches; — 264 a, In Mem., 67, 4: there comes a 
glory on the tvalls (vom Mondlicht) ; ibid. 9 : ihe mystic glory 
sicims atvay; — 264 b, In Mem., 69, 17: he reach'd the 
glory of a hand (hypostatisch für "eine strahlende Hand") ; 

— 281 a, In Mem., 118, 19: crowWd with attributes of woe 
like glories: — 281b, In Mem., 121, 4: a glory done (von 
der Lichtpracht der untergegangenen Sonne); — 315 a 26, 
C o m i n g A r t h u r, 399 : the naked child descending in the glory 
of the scas (eine strahlende Woge, in der es erschien); — 
482 b 2, Lover's Tale, 1,392: glory of broad waters inter- 
fused (betiveen rocksj ; — 761b 1, Cup, H, 2: this diadem , , . 
that yoti niay feed your fancy on the glory of it; — 



— 264 — 

adjektivisch : glorious (= "strahlend'^ '• 306, Maud , DI, I, 
7: Charioteer and starry Geniini liang like glorious cromis ; — 

verbal: to glory (= "strahlen"): 332b 25, Gareth 
Lynette, 916: the knight . . . stood a nioment, ere his 
horse was brought, glorying ("im Glänze seiner Eüstung"); 

— 451b 18, Last Tournament, 516: a low sea-sunsei 
glorying round her Jiair; — to glorify für "beleuchten": 
198b 5, Princess, V, 179: a maiden moon (hat sparkUs 
on a sty, glorifying down and satyr; — für diesen BogriflF 
auch noch das verwandte, aber seltsam übertriebene to 
honour: 246b, When (im Zyklus The Window), 16: 
hlaze upon her window, sun, and honour all the day. — 

Im Gegensatz zu dieser Vorliebe für konkreten Gebrauch 
von glory findet sich für ein bildliches glory (= "Nimbus") 
das konkrete sunlight: 149a 18, Aylmer's Field,421: 
(he would) return in such a sunlight of prosperity; vgl. femer 
143 a 10, Aylmer's Field,30: her (lady Aylmer'sj all of 
thought and bearing hardly nwre than his own shadoiv in a 
sickly sun ("künstlicher Nimbus"). 

Das zweite Beispiel ist life, welches in der Bedeutung 
"Lebewesen", (Tier, Mensch) sehr häufig vorkommt: 

— 125b 24, Enoch Arden, 54: he thrice had pluck'd 
a life froni the dread sweep of the down-streaming sea^s; — 
126a 18, Enoch Arden, 75: like a wounded life, crept 
down into the hollow of the wood; — 133 b 10, Enoch 
Arden, 550:...wor save for pity was it hard to take the 
helpless life (die Tiere) so wild that it tvas tarne: — 206 a 
11, Princess, \1^ 114: those two foes above my fallen life; 

— 234a 17, Daisy, 93: so dear a life your arms enfold 
(das Kind); — 248 b, In Mem., 6, 12: a shot . . . hath 
stilVd the life that beat from thce (= killed thy son) ; — 
250a, In Mem., 10, 8: thy (the ship*s) dark freight, a 
vanisKd life; — 256a, In Mem., 33, 8:...wor thou with 
shadow'd hint confusc a life that leads melodious days; — 
261a, In Mem., 54, G: not one life shall be destroy'd, or 
cast as rubbish to the void; — 267 b, In Mem., S2, 3: no 
lower life that eartWs entbrace may breed wiih him, can fright 
my faith (lower life ==-■ die my lady Worm des Hamlet); — 
267 b, In M e m., 82, 15 : Death . . . put our lives so far apart 
we cannot hear each other speak; — 310b 2, Coming 



— 265 — 

Arthur, 90: then might we live togetl^r as ane life; — 
331 a 9, Gareth Lynette, 810: ye have saved a life 
worth somewhat as a cleanser of this realm; — 612b 4, Queen 
Mary, III, 3: the bees, if any creeping life invade their hive 
too gross to he thrust otd . . , (gleich darauf heißt es der 
Variation halber creeping thingj; — 716 a5, Becket,n, 1: 
Love that can nhape or can tthatter a life tili the life shall 
have ßed: hier life in seinen beiden Bedeutungen neben- 
einander; Wortwiederholung, s. § 146; — 758a, 2 u., Cup, I, 
3: the loveliest life that ever drew the iight from heavefi to 
hrood upon her ; — 844b 24, Demeter Persephone, 30: 
when before have Gods or meti beheld the Life that Jiad 
descended re-arise; — 878a 9, Death Oenone, 90: she 
heard the shriek of sonie lost life among the pines, — 

Übrigens steht life auch für die bloße Seele, Herz, 
Wesen, Bewußtsein, wo sie als "Teil" der menschlichen 
Person erscheinen : 309 b 28, ComingArthur, 66: Arthur 
. . ,felt the Iight of her eyes into his life smite on a sudden; 
life = Innerstes, Wesen, Seele; 310 a 19, Coming 
Arthur, 76: Arthur . . .feit travail and throes and a^onies 
of the life, desiring to be join'd ivith Guinevere ; vgl. 441 b 3, 
Pelleas Ettarre, 376: thro* her love her life wasted and 
pined, desiring him in vain; — femer 338b 16, Gareth 
Lynette, 1240: all his life past into sleep (**Bewußtsein''). — 



§ 182, Schon von den angeführten Beispielen für 
abstractum pro concreto beruhen viele auf Hypostasie- 
rung, d.i. auf der Einsetzung einer besonderen Eigenschaft, 
eines Zu- oder Umstandes, in Form eines substantivischen 
Abstraktums für den Gegenstand selbst; die Beziehung auf 
diesen kann — muß aber nicht — ähnlich wie bei der Kenning 
durch einen Genetiv oder ein Adjektiv (in diesem Falle oft 
ümkehrung des Verhältnisses: stony drought = dry stones) 
ausgedrückt werden; Musterbeispiele sind das homerische 
isQÖv fiipog 'AkKivooio und "König Rudolfs heilige Macht" 
bei Schiller. — Dieses Stilmittel ist ganz offenbar ein 
Lieblings-Kunstgriff Tennysons und soll daher noch durch 
eine Anzahl weiterer Beispiele belegt werden, in deren 
Anordnung ich an der oben angegebenen Einteilung in 
Hypostasen der Eigenschaft, des Zustandes oder der Tätigkeit 



— 266 — 

und adverbialer — meist modaler — Umstände (über 
temporale s. § 96) nach Möglichkeit festhalten will. 

I. Ich beginne mit einer Gruppe von Eigenschafts- 
hypostasen, welche dem angeführten Typus iegav fiivog^ 
'^heilige Macht" am nächsten steht; es sind Hypostasierungen 
hervorstechender Charaktereigenschaften für die Personen 
selbst, — ein Typus, für den ich als Standard example 
Shakspere'sche Bezeichnungen wie fair cruelty (Twelfth 
Night, I, B) oder fair affliction von Constance im K. John 
(3, 4, 36, Delius, Anm. 13) wähle, und zu dem ich aus 
Tennyson anführe : 

— 211 a 2B, Princess, Vn, 60: those fair charities 
join'd at her side (gleichsam '*sceurs de chariW); hingegen 
217 a 30, Princess, Conclusion, 88: a patron of some 
thirty charities (= charitable institutionsj ; — ferner: 397b 
24, Lancelot Elaine, 122, wo Guinevere spöttisch von 
Arthur sagt: 'Ußiat passionate perfection" (passionate = 
passionating, **begeistemd" ? perfectiofi "Mannesideal") ; — 426 a 
9, Holy Grail, 440: the gray-hair'd tvisdom of the east 
(die heiligen drei Könige) ; — 444 a2, LastTournament, 
31: the jewels of this dead innocence (von einem toten 
Kinde); darauf gründet sich dann 445b 18, Last Tour- 
nament, 146, die Spottbezeichnung : the Toumament ofthe 
Dead Innocefice, und 448a 16 ff., Last Tournamen t, 
302, die höhnenden Woite : m honoiir of poor Innocence the 
habe, who left the gems which Innocence the Queen lent to the 
King, and Innocence the King gave for a prize; vgl. noch 
728 a, B ecket, m, 3, 7: the tvrong d innocences that will cry 
from all the hidden hy-ways of the World; — weiter die 
furchtbare Selbstanklage Guineveres : 465 b 13, Guinevere, 
608 : the shadoio of another cleaves to me, and makes nie one 
pollution ; — ferner: 604b 1, Queen Mary, 111,1,6: the 
traitor husbayid dangled at the door, and tvhen the traitor wife 
came out for bread to still the petty treason thereivithin, her 
cap would brush his heels; ebenso 629a 6, Queen Mary, lY, 
2: (I should be) pitiful to this pitiful heresy (Cranmer's 
flock); — 701 b 12, B ecket, I, 1 (Becket zu Fitzurse): o 
drunken ribaldry! out, beast! out, bear! — Hieher auch 
Titelhypostasen nach Art von: his Ghrace, his Majesty etc. 
und nach ihrem Vorbild Ausdrücke wie: 846 a 13, Demeter 



— 267 — 

Persephone, 105: theirhard Eternities (von den heid- 
nischen Göttern); ibid. 22 (114): this Darkness (von 
Phito; s. Eowe-Webb z. St.). 

Umschreibungen ähnlicher Art für ^'Gott^': 484 a 12, 
Lover's Tale, I, 494: (had God's power) driven my current 
to the fountain whmce it sprang, — evm Ms own abiding 
excellence . . .y — und in noch größerer Fülle 533 a, 
Human Gry, I, 2 — 4: Hallowed he Thy name. . . Infinite 
Ideality! Immeasurahle Reality! Infinite Personality! — 

n. Eine andere, gleichfalls nicht isoUerte, sondern sich 
wiederholende Erscheinung ist die Hypostase vonAus- 
dehnungen; zunächst von allgemeinen Angaben 
dieser Art: 

— 185 a 9, Princess, HI, 275: a river sloped . . . 
shattering on hlack blocks a breadth (**breite Masse") of 
thunder (=^ thundering water; zu thunder vgl. 877 a 5, 
Death Oenone,23: across the downward thunder of the 
hrook); zu breadth vgl. 102, 18, Locksley Hall, 160: 
breadths of tropic shade and palms in Cluster; 216 b 14, 
Princess, Conclusion, 45: belts of hop and breadths of 
wheat; 518b, To Princess Alice, 8: from thine oum 
State, and all our breadth of realm; — ebenso length schon 
Poems by Two Brothers, 73, 3 (Druid's Pro- 
phecies): What length of bloody train before me; Churton 
Collins, Early Poems, 314, 7, Timbuctoo, 177: the 
eye eould scan thro* length of porch and lake and boundless 
hall, partofa throne,..; 76b 6, Gardener's Daughter, 177: 
such a lefigth of bright horizon; 135a 26, Enoch Arden, 
666 : a sea-haze . . . cut off the length of highway (sc. the whole 
length) on before, and left but narrow breadth to left and right 
of wither'd holt or tilth or pasturage; 136b 5, Enoch 
Arden, 743 : from her lifted hand dangled a length of ribbon 
and a ring; 169 a, Princess, I, 3: with lengths of yellow 
ringlet; 173 b 3, Princess, H, 10: , , . lucid mwbles, boss'd 
with lengths of classic fricze, — 

Dann aber interessante Hypostasen besonderer 
Maße der Länge und Entfernung: 

— 223a, Exhibition Ode, lU, 2: the long laborious 
miles of Palace (= der Palast, sorgfältig gebaut und 
meilenlang); vgl. Dickens, David Copperfield, H, 



— 268 — 

Cap. 13: ihe iowers, overlooking many a long, unaltered mite 
of the rieh country; — besonders häufig bei league: 270 a. 
In Mem., 86, 14: leagues of odour Streaming far; 304 a, 
Maud, n, IV, IV, 5: the shouts, tlie leagues of lights; 474, 
To Queen, 9: lotid leagues of man and welcome; 530b, 
Voyage Maeldune, VII, 2: the Peak sent up one league of 
fire ; 766 b, Cup, 11, 3. v. E. : league ofi league of ever-shining shore 
beneath an ever-rising sun; 825 a, 6 u., Foresters, DI, 1 : ftfty 
leagues of woodland hear and know my hom ; 845 b 17, 
Demeter Persephone, 81: foUowing out a league of 
labyrinthine darkness; die Vorliebe für diese typische Ent- 
femungsangabe überhaupt zeigt etwa 185b 20, Princess, 
m, 316: we rode a league beyond — aus a little higher ab- 
geändert. 

in. Eine dritte Sondergruppe endlich von Beispielen 
flir Hypostase mag zeigen, wie dieses Kunstmittel dem 
Zwecke dient, nach Art der dekorativen Technik in der 
modernen Malerei gerade die hervorstechendsten, farbigsten 
Merkmale hervorzuheben : 

— 133b 28, Enoch Arden, 568: the..,coco's drooping 
crown of pliwies, the lightning flash of insect and of 
bird, the lustre of the long convulvuluses ; — 256 b 1, In 
Mem., 34, 5—6: this round of green, this orb of flame 
(sc. are but) fantastic beauty (sc. if man's soul be not immortal): 
dem leidenschaftlich erregten Menschen erscheinen Himmel 
und Erde nur ale Lichtfläche und Farbenstreif*) ; — und schließ- 
lich die malerische Stelle : 385 a 9, M e r 1 i n Vi v i e n, 290 : the 
curVd tvhite of the Coming wave, — womit sich wiedenmi 
vergleicht: 334 b 8, Gareth Ly nette, 1017: pusVd 
horse across the foamings of the ford. — Hieher vielleicht 
auch: 124a, To E. L., 17: Naiads oar'd a glimmering 
Shoulder under gloom of cavem pilJurs. — 

Nun kann nach Ausscheidung dieser drei interessanten 
Gruppen eine Aufzählung mehr vereinzelter Beisi)iele folgen: 

— 16 b, Dy ing Swan, IH, 18: the wavy swell of the 
soughing reeds: für tcavy-swelling reeds, weil parallel zu 
creeping mosses, clamhering weeds, etc.; — 30a, Southern 

') J. Jacobs' Erklärung earth seen from the siars is grcen scheint 
kaum begründet. 



— 269 — 

Mariana, 32: on the liquid mirror glow'd the clear per- 
f ection of her face; vgl. 477b 16, Lover'sTale, 1,84: to 
die in gazing on ihat perfectness (Antlitz der Geliebten); — 
30a,SouthernMariana, 40: day increasedfrom heat to heat, 
on st 071 y drought (= on the dry stones) and steaming sali; 
inhaltlich ähnlich: 39b, Fatima, 13: I look'd athwart the 
h Urning drouth of that long desert to the south; — zu 
41a, Oenone, ältere Version bei Churton CoUins, Early 
Poems, p. 80, 26: Here and Pallas and the floating 
grace of latighter-loving Aphrodite ; — 49 b 27, VeredeVere, 
69: the languid light of yotir proud eyes is wearied of the 
rolling hours; vgl. 64b, Of old . . ., 20: may perpetual youih 
Tceep dry their (Freedmn's eyes') light from tears; 483 b 32, 
L o V e r's Tale, I, 482 : their eyes are *dim toith dwelling on 
the light and depth of thine: schließlich als besonders kühn: 
68 a 23, Dream FairWomen, 93: she tuming on my face 
the star-like sorrows of immortal eyes; — 67 b 19, Dream 
FairWomen, 55: the maiden splendours of the moming 
Star shook in the steadfast blue; von Sternen vgl. noch 
die vollere Wendung: 298 a, Maud, I, XVIU, YHI, 18: 
has our ivhole earth gone nearer to the glow of your 
soft splendours; splendour überhaupt oft fiir glänzende 
Dinge: 196 a 18, Princess, V, 39: sheathing splendours — 
von der Rüstung; 341b 5, Marriage Geraint, 14: Enid, 
but to please her husband's eye, . . . daily fronted him in some 
fresh splendour (vorhin criinson and purples and gemSy also 
splendour = splendid attire) ; 425a 33, Hol 3^ Grail, 401: 
and on the splendour came: Erscheinung eines strahlenden 
Ritters; 866a, Progress of Spring, 11, 8: a halcyofi 
. . . the secret splendour of the brooks; besonders pompös die 
Doppelhypostase bei der ersten Einführung von Arthurs 
königlicher Person: 322b 23, Gareth L 3^ nette, 313: 
beheld . . . the splendour of the presence of the King . . . ; — 
69a 26, Dream Fair Women, 78: she tore her robe apart, 
and half the polisKd argent of her breast .,. laid bare ; vgl. 
74 b 29, Gardener's Daughter, 138: thebounteous wave 
of such a breast as nrver j)encil drew: — 69a 29, Morte 
d 'Art hur, 85: the wonder of the hilt (*'die wimderschön 
gearbeitete Hilze") ; vgl. Dickens, M. Chuzzlewit, p. 150 
(Ch. Dickens Edition 1: looking far into the deep wonder of 



— 270 — 

her bright dark eyes ; — 73a 27, Garden ers Daughter, 33: 
(the stream) creeps on,..io three arches of a bridge (= io a 
three-arched bridge); — 80 a 3, Audley Court, 9: toe 
...rounded by the stillness of the beach to where the bay 
runs up its latest hom; vgl. 282 b, In Mem., 123, 4: there 
where the long street roars, hath been the stillness of the central 
sea; — 91a 14, Talking Oak, 178: the ringlets' waving balm; 
— 96b 11, Ulysses, 68: tJiat which toe are, ,,,one equal 
temper of heroic hearts (^=^ heroic hearts, all of one egtuü 
temper); — 102, 7, Locksley Hall, 149: weakness to be 
wroth with weakness: "es ist eine Schwäche, dem schwachen 
Weibe zu zürnen"; weakness vom Weibe, wie frailty, thy 
nam