Skip to main content

Full text of "Hahnemanniana"

See other formats


/'^-l.'.* •■ -^ 



ß(^,-^m 




':V^ 





■«'*. <<i,i&.. 



•rv, ... . . . >^ 



T- JH^. 



HARVARD 
MEDICAL LIBRARV 




IN THE 



Francis A.Countway 
Library of Medicine 



BOSTON 



HAHNEMAIfHIAIi'A 



BERLllS, 1830. 

Verlag voo Tiieod. Chr. Friedr. Enslin. 



I n h a 1 t. 



■ Seite 

1. Name 1 

2. Hippokrates Stelle 6 

3. Einleitiing 9 

4. Grammatik 12 

5. Pathologie 1.5 

6. Arzneimittellehre 16 

7. Klinik 35 

8. Psychologie 45 

9. Natur ' 47 

10. Wissenschaft 49 

11. Mystik ' 59 

12. Sektirer 64 

13. Bezug 74 

14. Botanik 80 

15. Schlufs 86 



E. 



1. 



IS ist manclies über die Benennung der Hahnemann'schen 
Medicin gesagt worden; ich liefere hier einen kleinen, 
zum Theil jedoch fast diplomatischen Beitrag. 

a) Das Wort Homoiopathes^ Homoiopathos^ Homoio' 
pathia^ Homoiopatheo (oder Homo-) ist altgriechisch, das 
heifst, es ist von griechischen Klassikern gebraucht wor- 
den. Da pathe^ pathos affectus^ affectio oder morhus be- 
deutet, ja, strenger pathe zn perturlatio ^ 

pathos rr: morhus,^ seu passio^ 
so w^ird Homolopathes oder Homopathes übersetzt 
in Stephanus Lexicon. Ed. Paris, ^da. 3, 74. mit: 
^,cui similes sunt affectus vel perturhationes'''' qui 
similibus afficiuntur ; 
in Scapula Lexicon. Basileae 1665. pag. 1. 189. mit: 
,5 r«/ similes sunt perturhationes seu affectus'''' 
^^iisdem, perturhationihus seu affectibus ohnoxius'*" ^ 
in Schrevelii Lexicon manuale graeco-latinum. Dres- 
dae 1762. p. 613. ^^iisdem affectibus obnoxius''^; 
in Hederich's Lexicon graecum. manuale.^ cura Ernesti. 
Lipsiae 1754. ^.^cui similes sunt affectus^ iisdem. 
affectionihus obnoxius ; item, ejusdem naiurae''^ ^ 
in Kraus medicinischem Lexicon. Göttingen 1826. p. 403. 
Homoiopathes.) „auf gleiche Weise leidend, denselben 
Leidenschaften ergeben"; 
Homoiopathia^ das gleichartige Leiden, Beherrschtseyn 
von gleichen Leidenschaften. Kraus bemerkt daher, 
dafs Hahnemann das Wort unrichtig nehme statt Ho^ 
moeopathogenioiJierapia. 

1 



2 IS a m c. 

i)ieses Wort gebraucht Aristoteles Ethicorum 1. cap, 3. 
TtolXdiq b^oiOTtaS-üv 2aQdava7idX(p , mulii iisdem 
affectionihus olnoxii sunt^ quihus Sardanapalus {oh- 
noxius erat). — Ethicorum 8. cap. 13. ofioWTiaü'ecg 
6g kotl t6 TCoXv^ similium affeciuum et similium 
morum plerumque sunt {fratres). — Rhetoricorum 3. 
sjnhomoiopatheo^ similiter afficior, 
Theophrastus de caus. plantar. 1,6. OfiOiOTia&ij Totg 
/CaoTlotg, quibus similia accidunt., quae fructibus. 
Pluiarchus in Galha: b^OLOTta&M, consentio^ obtem- 

pero^ idem volo ; — et in Alcibiade. 
Endlich hat die Heilige Schrift Neuen Testamentes das 
Wort Homoeopathes an zwei Stellen: in der Apostel- 
geschichte cap. 14. V. 15. und in dem Briefe Jacobi 
cap. 5. V. 17, worüber auch die Uebersetzer Auskunft 
geben. 
a. In der Apostelgeschichte c. 14. v. 15. steht fol- 
gende Stelle: 
y,ai rifietg o^ovoTiaß'e'ig ka^ev vfuv av&qamoi, 
et nos mortales sumus^ similes vohis homines. 

Versio latina pulgata et versio aethiopica, 
in Poljglotta Londinensi, 
et nos similiter patibiles sumus vobis, 

V ersio interlinearis e P. Lond. 
et nos homines sumus passionibus obnoxii sicut et vos. 

Versio syriaca e P. Lond, 
Quandoquidem. nos homines sumus ^ pares vobis in passio- 
nibus. Versio arabica eP.Lond. 
nos quoque sumus hom-ines^ iisdem, quibus vos affe- 

ctionibus obnoxii. Versio Bezae. 

Wir sind auch sterblich -, und Menschen euch gleich. 

Katholische Uebersetzung. 
Wir sind auch Menschen, gleichem Leiden unterwor- 
fen, wie ihr. Reformirte Uebers. 
ß. Im Briefe Jacobi c. 5. v. 17. steht folgende Stelle: 
"^tlhag äv&QOJTiog tjV 6fA,ow7ia&fig rulv. 



Name. 3 

Elias homor erat similis nohis passihilis. 

Versio vulg. Coloniae. 1687. 
Elias erat homo nohis similis, 

Versio vulg, e P. Lond. 
Elias hofno erat similiter passihilis nohis. 

Versio inter linearis e P. Lond. 
Et Elias homo fuit passionibus ohnoxius^ sicut et nos. 

Versio sjriaca e P. Lond. 
Elias quidem erat homo par nohis in passionibus. 

Versio arahica e P. Lond, 
Elias vir erat nohis similis^ et prout nos patimur^ passus 

est nie. Versio aethiopica e P. Lond. 

Elias erat hom.o iisdem.^ quihus nos^ affectionihus 

ohnoxius. Versio Bezae. 

Elias war ein Mensch, wie wir, auch dem Leiden unter- 

Tvorfen. Katholische Uebersetzung. 

Elias w^ar ein Mensch, gleichen Leiden unterworfen, 

wie wir. Reformirte Uebersetzung. 

Elias war ein Mensch gleiches Leidens, wie wir. 

Neue oder jüdische Uebers. der Pentapla. 
Luther giebt diese Stellen so: 

(^. Wir sind auch sterbliche Menschen, gleichwie ihr. 
ß. Elias w^ar ein Mensch, gleich Tvie w^ir — nicht 
genau nach dem Sinne. 
Kuinoel Comment, t. 4. erklärt oaovoTiaß'etQ, similis 
naiurae, sim.ilihus affectionihus ohnoxii^ ca*' 
duci, fragiles et mortales^ non m.inus^ quam vos. 
Schleusner Joa. Frid. /. 2. pag. 248. b^oiOTZa&üg, si- 
milis nohis ^ humanae imhecillitati pariter ohnoxius^ 
ac nos. 
Es heifst also: homoeopatheo „ich leide gleich," Ho- 
m,oeopathia., das Gleichleiden, Homoeopathes^ der Gleich- 
leidende, kurzweg der Gleichleid. Homoeopatheo heifst 
bei Stephan US 3, 75: similes sunt mihi affectus^ pertur- 
hationibus similiter afficior^ iisdem, perturhationihus af- 
ficior\ es bedeutet leiden, nie Leiden erregen. Homöopa- 

1* 



4 Name. 

thie ist das gleiche Leiden. Homoeopathes ist ein thätig 
(activ) Genommen -werden; es bedeutet immer den Lei- 
denden, und zwar einen Gleichleidenden, gleiches Leiden- 
den: ein homöopathischer Arzt ist ein gleichleidender Arzt, 
ein homöopathisches Mittel ist ein gleichleidendes Mitteil 
und es bleibt den Halmemannianern übrig, dieses Lei 
den des armen Mittels doch einmal zu enträthseln. 

Da man Sympathie durch Mitleid (Mitleiden) 
strenge übersetzen kann, und der Mitleiflige die mitlei- 
dende Person ist, so kann man Homöopathie durch das 
Gleichleid, und Homöopathe durch Gleichleidender 
übersetzen. Wenn aber von leiten der Leiter abgeleitet 
wurde, so läfst sich consequent von leiden der Leider ab- 
leiten, und also der Gleichleider bilden (ohnedem sagt 
man im Deutschen: der Hungerleider). Ich hab' es aber 
gewagt, den Homöopathen kurzweg den Gleich leid zu 
nennen , obschon mich der Gleich leidige! recht ansprach. 
Wenn Gleichleid (wozu ich dem Samuel Hahnemann recht 
breite Schultern wünsche) eine blofse Uebersetzung ist, so 
ist der Ausdruck Gleichheil = der durch erregtes glei- 
ches Leiden Heilen- wollende, nur figürlich; denn diesen 
Sinn kann man diesem Worte nicht lassen. 

b. So viel ich weifs, hat die köthensche Regierung 
die Aerzte der alten Schule unter dem Namen der Allo- 
pathen getauft, obgleich dieser Taufname weder in einem 
Kalender, noch in einem griechischen Klassiker vorkommt; 
auch kann man nicht wissen, ob derselbe eine eigenthüm- 
liche Erfindung, oder ob er auf Anlafs des baseler griechi- 
schen Lexikons gegeben worden ist. Stephanus hat in 
seinem herrlichen griechischen W^örterbuche nirgends die- 
ses Wort (weder unter allos^ noch pathos, noch im In- 
dex, ob er gleich eine gute Zahl Ableitungen des Homoio- 
patheo hat). Scapula, der die etymologische Folge fleis- 
sig entwickelte, ist ganz in gleichem Falle. Schrevel 
und Ernesti ebenfalls. Alle aber haben Homoiopathes, 

Das baseler Lexikon hat die einzige Stelle: „aAZo- 



Name. 5 

na&st'Cc dicitur^ quum quis in alium, agit}^ Es heifst 
aber vielmehr anderes Leiden, fast mit denselben Worten 
im Lateinischen: alia passio, alia affectio. Dafs der Le- 
xikograph umgeschnappt sey, beweisen seine übrigen Er- 
klärungen: o^iOiOTia^rig, similiter affectus^ iisdem affe^ 
ctibus obnqxius; 6fXOC07ta&6iV, condolere^ similiter 
affici; Of.iOLOTidß'ua, consimilis affectus'. es sind 
also diese Worte nicht thätig, sondern leidend. — Als Ne- 
beaanmerkung stehe noch hier, dafs der Basier auch die 
Stelle der Apostelgeschichte nicht genau übersetzt: nos ea- 
dem vohiscum mortalitatis conditione praediti^ und dafs er 
die oben angeführte Stelle des Theophrastus so ver- 
drehte : quae simili fructuum ratione afficiuntur \ 

Allopathe mufs der anderes Leidende übersetzt 
werden ; allein mit Gottes Hülfe leiden wir mit dem Kran- 
ken nicht Gleiches, mit dem Kranken nichts Anderes, son- 
dern jeder trägt seine Leiden für sich (jedes Leiden ist 
ein eigenthümliches), und die Aerzte der alten Schule 
werden wohl meine Protestation gegen Gleichleidnerei, 
Anderesleidnerei genehmigen. Wollen aber die Hahne- 
mannianer Gleichleider seyn, so mufs ich die Gleichleidi- 
gen freilich leiden lassen. Aber qui sihi non bonus^ cui 
honus? 



Hippokrates Stelle. 



2. 

Hahnemann hat (in der Vorrede zum Organon) Hip- 
pokrates dadurch zu seinem Vorgänger gestempelt, dafs 
er eine Steile aus des grofsen Vaters Schriften corrumpirte, 
alle Vordersätze und zwei Mittelsätze ausliefs. Die ganze 
Stelle heifst bei Hahnemann so : Durch das Aehnliche ent- 
steht eine Krankheit, und durch die ähnlichen angewand- 
ten Mittel werden sie aus Kranken Gesunde. — Diesem 
nun wird durch Erbrechen das Erbrechen gestillt. 

Sachs (in seinem Versuche zu einem Schlufsworte, 
S. 89 — 93.) hat die ganze Stelle nach Dr. Struve her- 
gestellt, und ich gebe sie hier ganz (zur genauen Einsicht 
des Folgenden), das Angeführte mit gesperrten, das Weg- 
gelassene mit gewöhnlichen Lettern. 

Ja, es gab sogar von Zeit zu Zeit Aerzte, 
welche ahneten, dafs die Arzneien durch ihre 
Kraft, analoge Symptome zu erregen, analoge 
Krankheitszustände heilen. So sagt Hippokra- 
tes, oder der Verfasser des Buches: i^ieQc totkjov 
y,aT avS^QMTlov (^de locis in homine). Die Heil- 
kunde schnell zu erlernen ist nicht möglich, darum, weil 
es in ihr kein bestimmtes (künstlich anzulernendes) Wis- 
sen giebt. Zum Beispiel: wer auf Eine Weise das Schrei- 
ben (das Malen), w^ie man es lehrt, gelernt hat, w^eifs 
jede (alles), und die Kundigen auf gleiche Weise darum, 
weil ein und dasselbe, auf gleiche Weise geschehend, jetzt 
und ein andermal wohl nicht das Gegentheil werden könnte, 
sondern immer fort und fort ähnlich bleibt, und nicht von 
Umständen abhängt. Aber die Heilkunde thut jetzt und 
ein andermal nicht eben dasselbe, und in Bezug auf den- 
selben thut sie Entgegengesetztes. Zuvörderst Abführungs- 
mittel wirken nicht immer (abführend), und die Abfüh- 
rungsmittel wirken beides (Entgegengesetztes). Es ver- 
halten sich wohl aber dennoch die Abführungsmittel zu 



Hippokrates Stelle. 7 

den verstopfenden nicht etwa so, wie Entgegengesetztes: 
Verstopfung des Unterleibs, wegen zu grofser Verstopfung 
der Körper von zähem Schleime angetrieben; kommt der 
zähe Schleim in den Unterleib, so macht die Verstopfung 
Abführung. Denn sobald der zähe Schleim in den Unter- 
leib gekommen, tritt Ausleerung ein. Dem gemäfs (in- 
zwischen, aber) wirken die Abführungsmittel ihrer Natur 
nach im Unterleibe verstopfend. Wenn man nicht Abfüh- 
rungsmittel giebt, der Krankheitsstoff aber sich auflöst und 
erweicht, so wird er (der Kranke) nach der Ausspülung 
gesund. Und so wirkt das Stopfende durch das Abfüh- 
rende, und das Abführende durch das Stopfende. Auf die 
gleiche Weise macht sowohl bei Blutreichen als bei Blut- 
armen das Schleimbildende sie blutarm und farblos, und 
das Verdünnende sie wohifarbig. Und das Mittel für bei- 
des ist das Mittel für's Gegentheil. Zum Beispiel: wenn 
ein Blutarmer von zähem Schleime voll wird, so wird er 
dessen entledigt, wenn ein gereichtes Mittel ihn verdünnt; 
in dem Falle hat dem Schleimvollen das Verdünnende ge- 
holfen. Von diesem hilft das, dem einst Hülfe ward, jetzt 
dem, was Hülfe gab, in dem Falle, wenn er aus Verdün- 
nung färb- und blutlos ist. Denn wenn man ein schleim- 
erzeugendes Mittel anwendet, so hört die Blässe auf. 

Schmerz entsteht sowohl durch die Kälte, als durch 
die Wärme, sowohl durch das Zuviel, als durch das Zu- 
wenig. Und in den ihrer Natur nach kalten Theilen des 
Körpers entsteht an der Haut durch Erhitzung Schmerz, 
dagegen in den ihrer Natur nach warmen wegen der Kälte. 
Und in den ihrer Natur nach trocknen, wenn sie befeuch- 
tet, dagegen in den ihrer Natur nach feuchten, Avenn sie 
trocken 'werden. Denn jedem, das in seiner Natur verän- 
dert und zerstört wird, entstehen Schmerzen, und geheilt 
werden die Schmerzen durch die Gegentheile. Ein Eigen- 
thümliches ist für jede Krankheit: denen ihrer Natur nach 
warmen, Tvenn sie dm^h diese Kälte krank sind, Wärme, 
und das Ucbrige ist dem analog. Anders folgender FaU. 



8 Hippokrates Stelle. 

„Durch das Aehnliche entsteht eine Krankheit, 
„und durch die ähnlichen angewandten Mittel 
„werden sie aus Kranken Gesunde." Zum Beispiel: 
Harnzwang bringt, wenn er nicht vorhanden, eben das- 
selbe hervor, und, w^enn er vorhanden, entfernt ihn eben 
dasselbe. Und Husten auf dieselbe Weise, wie Harnzwang, 
entsteht und wird gestillt durch eben dasselbe. Anders 
folgender Fall. Fieber, das durch Entzündung entstanden, 
entsteht und ^vird entfernt bald durch eben dasselbe, bald 
dagegen ist es durch Gegentheil entstanden. Denn biswei- 
len, wenn man mit warmem Wasser baden läfst, und viele 
Getränke reicht, wird es geheilt wegen des Erhitzenden 
durch die Entzündung machenden angew^andten Mittel. Das 
Fieber also wird geheilt. Und wenn man Abführungs- und 
ein Brechmittel reichen will, so wird es auf dieselbe Weise 
durch die solches hervorbringenden Mittel gestillt, und durch 
die stillenden entsteht es. Denn theils, wenn man einem 
Brechenden viel Wasser zu trinken giebt, so wird das, 
weshalb er bricht, mit dem Erbrechen hinausgespült wer- 
den. „Diesem nun wird durch's Erbrechen das 
„Erbrechen gestillt." Einem anderen aber durch das 
Hemmen, weil es ihm Durchlauf veranlafst. Demnach wird 
das, was, innen vorhanden, Erbrechen verursacht, auf diese 
beiden entgegengesetzten Weisen geheilt. Hippocratis opera 
omnia ed. FoesiL Francofurti 1595. Sect. IF. pag. 91 sq, 
ed. Pier er, 1, 102 — 4. 



Einleitung. 9 



3. 



V o 



r r e d e. 



Sagen könnt' ich euch bafs von Zeit, Ort, Aulafs und 

Sprache ; 
Aber der Klare findt's leicht 5 rede dem Dünkeler 

nichts. 



Krieg. 

Alles ist möglich, und Jeder hat Recht, sprach einst Aka- 

demos ^); 
Machen lafs sie und schrei'n; menge dich nimmer hin- 
ein. — 
„Vieles hab' ich verlebt: Stoll's Ueberschwemmung , und 

Brown's 
„Hitzigen Ueberfall, und des Jenaer Gar-ich's ^) 
„Wilden Kosakenzug; doch liefsen sie Früchte des Le- 
bens: 
„Gleichleid's r'ürrer Stamm bringet nie Zeitiges mehr. 
„Zwar hat Klio so oft der Menschen Streben geleitet, 
„Wünsche der Besten verrückt, änderst den Vorschritt 

erzielt, 
„Hier nur ist Weichen umsonst, nach männhcher Wehre 

Vereinung 
„Niemal möglich: das Loos heifset Vernichtung; so 

sey's. 



1) Fontenelle, französischer Atademiker und Lobredner der 
Akademisten, sprach so, sich a^s Historiker zwischen den 
Meinungen haltend. 

2) Der Urheber der absoluten Ichlieit. 



10 Einleitung. 

„Seyn oder Nicttseyn; es gilt: zur Landwehr zieh' ich, 

wie Solon *), 
„Meinem Manne zu steh'n, bleib' ich doch nimmer zu 

Haus." 

Wehrmann. 

Manches hab' ich geseh'n, nach Klio's heiligem Buche 

Mitgelebet die Zeit: hatte Gewinn und Verlust. 
Eines blieb stetig mir treu, dafs, jugendlich offen dem 

Neuen , 
Rastlos fürder ich geh', strebend und folgend der Zeit. 
Aber bei euch will's nimmer mit mir sich vorwärts be- 

' wegen; 
Denn dieses Neu' ist nicht gut, und dieses Gute nicht 

neu ^). 

Jagdlust. 

Aber schweigen darob so viele Aerzte:^ was treibt dich 

Zu der v^ilden Jagd fruchtlosen Arbeit hinaus? 
„Sitzend belachen wohl tausend den Spuk; laf^t also den 

Kämpfer 
„Geifseln den Schaman ') nach Lust , scheuchen den 

Kobold davon." 

O p f e r. 

Hehre Logik, du immerverehrte, sey fürder zur Seite; 
Denn ich ziehe nun aus gegen den finstersten Feind. 



1 ) Solon's Gesetz : bei Volksaufläufen nicht zu Hause zu bleiben, 
sondern für eine Partei zu wirken. 

2) Die ewige Reminiscenz mufs ewig wiederholt werden. Nicht 
gut ist diese neue Lehre von den Krankheiten, Arzneimitteln 
und von der Heilkunde; nicht neu ist diese Lehre von der Diät. 

3) Schamane sind AerztCj Zauberer und Geisterbeschwörer der 
Kamtschadalen, Tataren und Mongolen. 



Einleitung. 11 

Lasse Gedank' und Red' und Thun mir zusammenhän- 
gend: 
Sicher, ich hoff* es zu dir! drüber ersticket der Feind. 

ümgewandtes Opfer. 

Grofses Idol, Jahrtausende durch der schlechten Autoren, 

Hab' ich dich endlich erlebt, Vater der Dilution! 
Dafs mir Gedank' und Rede nicht Tvässerig werden, so 

streu' ich 
Dir, wie der Unterwelt Gott' 0? umgewandt kleine 

Geschenk'. 



1) Die Alten opferten auch den Diis inferis — auf den Boden 
hin, sich abwendend. 



12 G r a in m a t i k. 



4. 

Nicht Allopathie. 

Taufen wollet ihr uns, anweisen uns die Geschäfte? 

Mufs ich tlenu treibeiji — pathie, sey es nur Anti- 
pathie! ^) 

Homoeos und Heteros. 

AUos nennet ihr uns, nicht kennend das Wort ^), nocli 

die Sache; 
Aber heterogen seyd ihr der Sache und uns ! 

Kein Patlie, kein — pathes. 

Griechisch zu leiden mit euch, lass' ich bleiben; auch mag 

ich kein deutscher 
Pathe euch seyn : es trag' Tlioren ein Andrer zur TauP. 

Babel. 

Krankheit leugnen sie weg am Menschen; doch sprechen 

sie oft von 
Arzneikrankheit '): die bau'n wieder ein neu Babylon. 

Hyp erhole. 

1. Franzmann hatte bisher der Hyperbole klaffendes Weit- 
maul: 
Sichrer Besitz war ihm glänzender Blasen Bombast. 



1) Die liippokratisclie Schule hat vielleicht Anspruch auf diesen 
Namen, wenn es sich um Heilung handelt; aber ganz insbe- 
sondere, wo es sich um Homöopathie handelt. 

2) Siehe die erste Anmerkung. 

3) Conversationslexikon. Neue Folge. 1. B. 2. Abth. S. 664. 
„Von jedem einzelnen Arzneistoffe eigenthümlich zu erre- 

„gende Kranklieit." 
„ Sie (die Homöopatliie) hält für hinreicliend, die Krankheits- 
„ erscheinungen zu würdigen." 



Grammatik. 13 

Hahnemann rauT)te sie nun; unwiederbringlich verloren 
Hat der Naclibar die Kunst, maafslos und zahllos zu 

sclirei'n. 

2. Armer Klopstock! bisher Tvarst du erhaben, wie Keiner; 

Hattest die Grenze erreicht: Schwülstiges manchmal 

gezeugt. 
Schwelgtest nur von Myriaden der Schöpfting im Tro- 
pfen am Eimer ^); 

Hahnemann sind das Bleer, Weltmyriaden zu klein. 

3. Yorik's Haarmann hätte die Lock' im Eimer geprüfe.t; 

Franzmann brauchte vollauf Ocean's Welle dazu ^). 
Aber, -wer hält' es geglaubt? der zähe, stämmige Deutsche 
Wäscht sie im vielfachen Raum flüssigen Welten- 
systems. 

4. Andere speisen ihr Maafs; Ohnhose versucht's mit dem 

Erdball '); 
Hahnemann -Pantagruel *), Welten sind Schmalkost 

für dich. 



1) „Nur um den Tropfen am Eimer, lun die Erde will ich schwe- 
ben." Klopstock. — Wenn man bei allen ZahlenverLält- 
nissen auf ein Ganzes zurück£;eht, so zei^t sieb das Un2;e- 
heure in der Zertheilung des Arzneimittels in jeder Hahne- 
mann'schen Arznei. Darüber siehe die Ablheilimg: Arznei- 
mittellehre. 

2) Sterne (Yorik's empfindsame Reisen) vergleicht den Eng- 
länder und den Franzosen durch den Friseur. Versuclit die 
Perücke im Wassereimer, hätte der Engländer gesagt. Ihr 
könnt sie in den Ocean tauchen, und sie wird halten, sagte 
der Pariser. 

3) Die bekannte Karrikalur, in welcher der Sansculotte den Erd- 
ball verschlucken will, ^a ira, sagte er beim Aufsperren 
des Mundes. 

4) Pantagruel (der Held im Romane des Arztes Rabelais) kam 
zur Welt, und fragte: ist nichts zu trinken da? Dann spei- 
sete er zwölf Spanier auf dem Salate. 



14 Grammatik. 

5. Tragt auf den Pelion ihr den Olymp und den Ossa, 

Giganten, 
Hahnemann reibet zu Staub Sonnen und Welten zu- 

samm' I 

6. Maafs ist das Beste, so meint der Rhodier '); übergeh'n 

mag es 

Manchmal dem Wager, sey gut, meinte der span'sche 

Philipp 2). 
Aber dem Köthner ') entfliefst unendliche, ewige Sünd- 

fluth *) 

In dem Fläschchen Arznei, die er noch drüber ver- 
dünnt. 



1 ) Ariston metrony modus est optimus, sagte der rhodische Weise 
Kleobulos. 

2) Scliiller's Philipp sagt: auch lieb' ich's, wenn der Becher 
überschäumt. 

3) Köthner, vom Sitze des Lehrers, wie eleatische, cyrenaische, 
akademische Schule. 

4) Die Sündfluth, die über alle Berge weg ging, ist eine win- 
zige Kleinigkeit gegen eine Hahnemann'sche Mixtur der 30sten 
Verdünnung — wenn diese einen ganzen Tropfen enthal- 
ten soUte. 



Pathologie. 15 

5. 

Keine Krankheit. 
Krankheit siehet er nicht, nur leidiger Zufälle Haufwerk 
Ohn' ursächlichen Band ^)1 Freilich ist's Haufwerk 

und Schutt. 

Homöopathes = Gleich leider. 

Leiden sollt ihr mit dem Kranken dasselbe; die Anderen 

streben, 
Frei von Leiden ihn hoch zu erheben zu sich. 

Gleichleider, Gleichleidige. 

Wollt ihr denn mit Gewalt Gleichleidige heifsen? so sey es! 

Möge der Himmel euch bafs nehmen beim eigenen Wort : 

Mög' euch jucken des Andern Krätze: defs goldene Ader 

Stören des Bauches Geschäft, greifen nach Schädel und 

Brust. 
Mög' euch relfsen des Andern Gicht, Bauchgrimmen und 

Leichdorn, 
Tüchtig leeren die Ruhr, machen sein Unsinn zu Narr'n! 

Pathologische Gespenster. 

Blühende Wang', und reizende Busen, und runde Gelenke 
Halten Smelfungus ^) nicht ab, Seuche und Krätze zu 

sehn. 

G e 1 h e s G 1 a s. 

Syphilis liegt überall und juckende Krätze verstecket, 
Sagt der Meister, und v^ir. „Richtig, ihr sehet hin- 
durch!" 

1) Nach Halinemann gäbe es keine Krankheit, sondern nur Sym- 
ptomcomplexe. Causalität wäre eine Chimäre. — Freilich 
sind seine lioniöopathischen Bücher Haufwerk, ohne leitende 
Idee und Ordnung, und seine Arzneimittellehre ist das non 
plus ultra eines Haufwerks. 

2) Smelfungus in Smollet's Reisen, der in der raediceischen 
Venus bis auf d. A. lauter Blängel sah. 



16 Arzneimittellehre. 

6. 

Frühstück. 

„Kommt in Halmemann's Bud'; heut lafst im Nektar uns 

schwelgen!" 
Also hört' ich kräh'n Lilliputmännchen unlängst. 
Nach folgt' ich, und hört' Unerhörtes, und schaute 

Nie zu erschauendes Werk überpinetti'scher Kunst ^). 
a. „Mir ägyptisches Bensch!" — auf, Samuel, gebe vom 

Sechser ^)! 
Rief der Principal aus, spute dich, mischender Greif. 
h. „Mir von Oedenburgs feurigem Nafs!'' — auf, bringe 

vom Neuner! 
c. „Mir vom schwarzen Meere lasset zehn Tropfen 

heraus ! " 
— Das ist der Eilfer! d. „o, giefst vom nordatlan- 
tischen Meere 
„Mir den Canariensect!" — Das ist der Zwölfer, 

Gesell! 

e, Seyd ihr doch Schlemmer mit knorpligem Schlünde, so 

Starkes zu trinken! 
„Einen Fingerhut halb edeln Zwanziger bringt!" 
Aber das letzte Reis einst grofsen Stammes, der Kleinste, 
Zwitscherte zart: „mir gebt, eh' ich die Schatten- 

vrelt seh', 

f. Noch von der Belladonna drei Tropfen!" vom Vierzi- 

ger, Bursche! — 
„Ach, das löset doch auf! theilt in's UnendUche 

mich!" 
Mahl- 

1) Pinetti, einer der berühmtesten Taschenspieler neuerer Zeit. 

2) Sechser, Neuner, Zwölfer. Schimko (das Hahnemann'sche 
System, Teschen 1828.) hat die Gröfse der Verdünnung in 
den Hahnemann'schen flüssigen Arzneien, der Vertheilung in 
den Pulvern deutlich und richtig berechnet. Seen, Meere, 
Welten sind Mein gegen diese Zaldenprogressionen. 



Arzneimittellehre. 



17 



Mahlzeit. 

1. Ach! ich habe verzehrt ein Gemüse, Fleisch, Tunke und 

Brode , 
Kiesel und Schwefel und Laug', Kleesalz und Lattig- 

extract , 



IS 

o . 

«'S 

s 
I© 

'5b, «- 
oB 

VI 



«3 g 



o S 



2 S 

CS 

Ö i-r-i . 

P-i äJO ^ 



wo 2 



CS « 

•S - 

^ s 



•«■^ « 

'S « ä 

fl ö 9 

o oj J5 

o _2 o 



C"* r- ^ CO 



CS CO , 






© 

o 



O) 

1« 



a 



PQ 



5 t^ CO 

CO • S 
^•^ . ■♦-> 



[Sä c 
?J TS 









1=1 

o 



© 
CZ2 



CS © 

Ä /vT w 

^ CO o 
^ 00 '^ 



o 
o 

o 






QO 










© 






o 

CS 


t3 
c2 




O 




-i 


a 


© 


© 


^ 


© 


o 


o 


a 


© 
© 




© 
© 


Vi 






(» 






(isil 






«S 



0^ 



C5 

2 

2 S 

o^ 
i:i CO 

pq *i 
©^ 



^33 
^ ^ ^ 



© 

CO 



^ 'T? 



Ö t. jCO 



8 C .3 A 

U 3^ (V L^ 

g 4J S 

.-2 'S .2 S 

d 



d -d 



" d 

.5 -'^ S ^ 

'S CO ,5 ^ « 

o ;d c a 3 

t» c zd 1^ d 

S ns g 2 rS 

P^'S E 2 

.2 ü a ^ t^ 



d 
•5 2 



iy -d 



S -d* 

43 d ^ ' — > 

d rö ö -i2 a 
4J - 'S a !- 

« 1 i^^^ 



<3 to 



w ^ ^ ._ 

Oo) o^ ^ «d 
S^ '^-' trt (ü 

"ö S 's d 

I ^ ^^ 

S 3 ^ c^ 
-^ ns **^ m c« 

fcjoPP d « § 
.S ^ 2 ^. 

« C *^ a 
I g o. a 



-d 

CO 

d 

o 2 "» 

^ 4^ d ^ 
•2 w -d j3 
e © fc^ « 



S cotSl 



18 Arzneimittellehre. 

Mehr ich allein^ als ihr wollt geben der kränklichen 

Menschheit ! 
Wird es mii' bleiben? Wohl gar löschen das Lichtel 

mir aus? 

2. Aber ihr speiset pnmp, wie ich! Doch nach stattlicher 

Mahlzeit 
Tilgt ihr die Schuld, und theilt kärglich den An- 
deren aus. 
Also zogen vom Balle aufs Land zwei Damen '): „ge- 
sündigt 
„Haben wir g'nugl Es soll fasten nun unser Gesind' l" 

Doppelte Küche. 

Für sich kochet Bombast Kraftsupp*, und geniefst sie be- 
haglich; 
Andere speiset er mit Wasser und kraftlosem Staub. 

Kritik. 

Brobdignaker am Tisch, Lill'puter am magern Arznei- 
schatz ^), 
Bis ihr nicht Tropfchen schlürft, Körner ess't, glaub^ 

ich es nicht. 

Kritik jedes Hahnemannianers. 

Hört! er erzählt, Abdera glaubt's, dafs er heile mit Gleich- 
nichts; 
Doch in den Magen mit Lust schiebet er, schüttet er 

Pfund', 
Athmet Tabak und hauchet die Luft — wie andere Men- 
schen. 
Eben drum wartet Kritik, bis er wie Kolibri lebt. 



1) So sagten zwei Pariser Damen nach dem Fascbinge. 

2) Brobdignaker, die Riesen, Lilliputer, die Zwerge in Swift's 
Romane: Samuel Gullivers Reisen. 



Arzneimittellehre. 19 

Reine Arzneimittellehre. 

Rein ist sie wahrlich: deoii sie erscheint unbegreiflich dem 

Geiste ^), 
Und ihr Gegenstand ist ganz unantastbar dem Sinn *). 

Hahnemann's reine Arzneimittellehre, 

Er. Mühvoll hab' ich zerlegt das Werk: im vollkommnen 

Register ') 
Findest du jegliches Wort! wahrlich den ganzen 

Homer! 
Ich. „Aber der leitende Geist, der Faden aufwärts und 

abwärts , 
„Sag' mir, wohin kam der? Phantasus luftiger 

Wirth?" 
Er. Alterthüraler! mir war des Systemes eherne Rüstung 
Drückend und grofs! Ich theilt' in das Unend- 
liche sie! 
Sprüche sind das Buch: ein Tropfen, ein Staub die 

Arzneien; 
Kleines sie Anderen wirkt, Grofs es dem Arzte 

fürwahr ! 

Paragraphisches Hau f w e r k. 

Eignes Gestein und fremdes hat er zu Haufen geführet: 
Einzelne Brocken sind schon dreifsigmal tausend da- 

hier *). 



1) Rein — wie a priori. Wer kann über des Opiums 519, 
über der Belladonna 1042 Paragraphe, die ohne alle Verbin- 
dung sind, Rechenschaft geben? Wer unterwirft sich einem 
solchen Examen rigorosum? 

2) Wer kann das in ihren Verdünnungen Gegebene (?) darstel- 
len, und also seine Anwesenheit (?) beweisen? 

3) Invenies etiam di^ecti memhra poetae zeigt noch das Ganze, 
dieses Buch aber nur Fetzen. 

4) Hahnemann's R. A. M. L, handelt in allen sechs Bänden ab 
73 Arzneimittel, welche 

2 * 



20 Arzneimittellehre. 

0! wie glücklich sind doch die Schädel der Köthner, die 

alle 
Kennen und wissen, wohin jeglicher urplötzlich pafst. 
Wahrlich, glücklich sind sie, und zugleich beschränkt, wie 

die Kinder, 
Da sie das Einzelne nur, Ganzes nie dürfen verstehn '). 

Scheitern. 

Aber hättet ihr auch das Hirn des horazischen Bollans ^), 
Leichtlich könntet ihr doch scheitern an kommender 

Pros'. 
Endet der Meister sein Werk, so wirft er euch noch My- 
riaden 
Brocken dreifsigmal vor ')! Fasse die Himer's Gehirn *)! 



17,447 Wirkungen, meist eigene (?) Beobachtungen 
12,094 — — bestimmt von Andern beobachtet, 
also 29,541 einzelne Arzneivviukungen oder Arzneikrankheiten 
auffiihrt. Es kommen also jedem einzelnen dieser 73 Arz- 
neimittel 1 über 403 Arzneiwirkungen zu. Wenn man bil- 
liger Weise nur 800 gebräuchliche Arzneimittel annimmt, so 
geben diese 800 X 400, 320,000 einzeln dastehende Arznei- 
wirkungen. 

Ferner gab H. diese 73 Arzneimittel in 6 Bänden; eine 
eben so fortgesetzte Bearbeitung gäbe für 800 Arzneimittel 

65 Bände (73 : 6 = 800 : 65): ein Theatrum insaniae hu- 
manae! 

1) Die Hahneraannianer sind auf das Einzelne (der Arzneiwir- 
kungen, so wie der Krankheitszufälle) angewiesen. Ich zweifle 
aber, ob ihr Gedächtnifs so vieles Einzelne fafst. Ich blieb 
mit dem ersten Bande der R. A. M. L. liegen; ich konnte 
den Inhalt nicht lernen, da ich nichts systematisiren konnte. 

2) O Tc Bollane, cerehri \\ Felicem, ajeham tacitus! Horat. 
Serm. 1, 9. v. 11. Schweigend sagt' ich: o du BoUanus mit 
glücklichem Hirn! 

3) Myriaden =: zehntausend; also 30 mal zehntausend = 300,000 
Arzneiwirkungen. 

4) Des Riesen Himer Hirnschale ist, nach der nordischen My- 
thologie, das Himmelsgewölbe. 



Arzneimittellehre. 21 

Marteria m e di c a. ^) 

Glücklich im Geist, wie die Kinder in Einfalt des ruhigen 

Herzens, 
Glaubt ihr zu halten fest euer Register im Kopf. 
Doch das Register hat euch; ihr seyd vor selbem ver- 
loren , 
Wenn ihi' zur Prüfung euch stellt; Märtyrer werdet 

ihr seyn! 

Lebenslauf. 
Wie nach der Zauberburg voll Inbrunst zieht der Paladin, 
Rittst du auf Vieren voll Hast immer nach Arzenei 

aus =)! 
Gabst uns oftmal für bleibenden Stoff ') ein eitel Ge- 

spenste; 
Nun dein erwachsenes Gespenst willst du zum Götzen 

erhöh'n! 



Steigerung. 

Der meistens mit Erfolg die Apotheker lehrte, 
Macht selbst nun Arzenei! nachdem er sich bekehrte, 
Wird er zuletzt noch Arzt, und Pharmaceut, Chirurg, 
In allem All — Voitaii^e's Demiurg *) ! 



1) In der Oken sehen Isis ist (statt Materia medica) Marteria 
medica ein sinnvoller Druckfehler, der häufig für beide Par- 
theien, die gebende und die nehmende, kein Druckfehler ist. 

2) In seinen häutigen pharmaceutischen und pharmakologischen 
Werken. 

3) In seinem Apothekerlexikon nicht wenige — erdichtete Pro- 
cesse; die bemhmte Erdichtung von der Verfälschung des 
ätzenden Quecksilbersublimats mit Arsenik. 

4) Der die Erde gemacht haben soll, und daran bessern will. 



22 Arzneimittellehre. 

Gang des Menscheu. 
Grofse Kessel, viel Zeug ^) der drei Reiche schrieb er mit 

Strenge , 
Wie zum Hexengebräu, den Apothekern einst vor. 
ReibschaaP und Fläschchen und Stoffabfall ist zum Auf- 
weis genug ihm. 
l^Iensclilich fürwahr: mit Nichts klopft er bei Ewig- 
keit an. 

Hahnemann an die*Wiener. 
Einen Selteser Krug send' ich fiir euere Süchtler **): 

Theilet ihn christlich; er heilt g'nugsam die Lungen 

euch aus. 

Baden, allerLänder, 
'S ist doch entsetzlich zu schau'n, wie Leute leben in 

Baden, 
In dem unwirthbaren Qualm ^), wie sie dVin lebeii 

läfst Gott! 



1 ) H. gab einst g;rofse Dosen : j er giebt nun : 



1 Trilliontel. 



QuadrüHon- 
tel. 
Gran, oder er 
läfst daran 
riechen. 



wenigstens 1 Gran Ignazbohne einem fjährigen 
Kinde im sporadischen Fieber. 

16 Gran weifse Niesewurz durch 48 
Stunden in einer Kolikadynie. 

30 bis 40 Gran Campher in 24 Stun- 
den in der Influenza! in mehr 
als 100 Fällen. 

2) In Wien sterben jährlich beiläufig 1500 Lungensüchtige und 
1500 Abzehrende, also drei Tausend. — Eine Flasche Mine- 
ralwasser mufs nach Hahnemann tausend Millionen Kranke 
heilen (nach Schimko's Rechnung S. 37. Zwar weifs ich, 
was die Halmemannianer über Schimko sagen; sie mögen sa- 
gen, was sie wollen, mit Sagen kommt man gegen Rechnun- 
gen nicht aus.) 

3) Allgemeine Zeitung 1829. Junlus 28. In einem Journale ver- 
sicherte unlängst Jemand, die Ausdünstungen der warmen 



Arzneimittellehre. 23 

Hahnemann'sche Lebensregeln. *) 

Geh nicht beiseit *^): du athmest Ammoni o, rühre nicht 

drinnen: 
Schwefel erhebet sieb d'rausj fliehe den Kräutelep 

stracks. 
Flieh' Apotheken noch mehr: da tödten dich Welten- 
Atome*, 
Laufe beim Weinhaus vorbei: Alkohol laufet dir nach. 
Ach! der Geist, der thut es allein: er tödtet im Auf- 
schwung; 
Glaubst du es nicht, so trau' meinem bewährten Ge- 

fühll 

Hahnemann'^sclies Lebern 

Grausame Welt! wie marterst du mich mit endlosen Rei- 
zen! 
Licht! du bist mir zu stark: ach, ich erblinde so- 
gleich ! 
Rosendüfte, ihr tödtet mich bald! Das Trommelfell 

sprenget 
Mir der Nachtigall Schlag ^); Säure und Lauge und 

Salz 
Aetzet die Zunge mir weg; die Haut reifst Wasser und 

Wind au£ 
Sinne l ihr fünie, lebt wohl! baldigst nach folget der 

Rumpf. 



Mineralquellen seyen schädlich, und folglich dürfe man die 
warmen Bäder weder gebrauchen, nocli in ihrer Nähe woh- 
nen! Und so sind alle Baden, Bath, Aix, Aigiies zu Ende. 

1) Im Geiste der Hahnemann'schen Schule. Ich erwarte, neben 
so vielen noch kommenden Büchern, neben der Schola Saler- 
nitana noch eine 8chola Cothena (Köthensche Lebensregeln) 
zu sehen. 

2) Der Deutsche sagt: bei — seit, und Ab — tritt. 

3) Der Deutsche sagt: dier Nachtigall schlägt. 



24 Arzneimittellehre. 

Hahnemann'sche Zuwage. 
Da ich ersah, dafs leider der Chimborasso nicht fertig ^), 
Send' ich lamaische Gab' ^), ende ihn ein Monument! 

Hahnemann'scher Befehl. 
Seicht ist das gelbe Meer, nicht rathsam, es ganz zu be- 
fahren ; 
Aber wir wollen das Volk uns'rer Chinesen ') erfreu'n. 
Also befehlen wir nun dem Wechsler Pharmakos Outi *), 
Schnell ein volles Maafs Eilfer *) zu senden dahin! 

Yerblendung. 
Einen Tropfen der Kraft schnellt Köthner zum Genfersee ^) 

nieder , 
Rühmt nun, das Wasser sey stark j bietet als Neuner 

es aus. 

1) Eine ungeheure Kluft trennte Humbpldten vom letzten Gipfel. 

2) Es ist bekannt, was der Dalai Lama seinen Gläubigen schenkt. 
Ulm ist Hahnemann durch die Verehrung von seinen Gläubi- 
gen ähnlich, aber weit überlegen durch Ausdehnsämkeit und 
Aus2;iebig;keit auch seiner kleinsten Gaben. 

3) Chinesen (hier literarische Chinesen), die nicht vorwärts 
können, von der Welt abgeschlossen, die unbegreiflichsten 
Sklaven und systematische Betrüger sind. Oft liest man auf 
chinesischen Kramläden die Aufschrift: hier wird nicht 
betrogen (was man bald, wenn es mehrere Hahnemann- 
sche Apotheken geben wird, an jede gewöhnliche Apotheke 
alter Art mit Recht anschreiben soll). Wenn man den Chi- 
nesen einen Gauner nennt, so sagt er: das kann seyn, aber 
du mufst zahlen! 

4) Pharmakos Outi, der Apotheker Nichts, der nämlich das 
Hahnemann'sche Nichts ausgiebt. Outis hiefs Ulysses beim" 
Cyklopen. 

5) Em volles Maafs Eilfer, ein ganzer Eilfer (nicht die eilfte 
Verdünnung), sondern die eilfte Gesammthcit beträgt 
nach dem Hahnemann'schen Systeme der Verdünnung 833 Ku^ 
bikmeilen Flüssigkeit, beiläufig das schwarze Meer, was für 
das beiläufig gleich grofse gelbe ehiuesisclie Meer genug seyn 
wird. 

6) Der Genfersee hat 15| Quadratmeilen. Wenn ein ganzer 



Arzneimittellehre. 25 

Lafst ilin! aber dafs Thoren es ^ebt, die glauben das Spuk- 

Tverk, 
Das ist doch fürwahr krönen die Narrheit und sich. 

Luft. 

1. Seit auftrat Gleichlcid's Arznei, ist's lächerlich nicht 

mehr, 
Dafs der Zigeuner sein Rofs sättigenj wollte mit 

Luft '). 
Gab er doch nichts, liefs machen Natur, und wartete 

stille : 
Thut's der Araber beinah ^), unser Chinese vollauf. 



Tropfen einer ärztliclien Tinctur in einen See von 16 Qua- 
dratraeilen bei 20 Klaftern Tiefe gegeben wird, so bildet die- 
ser See ganz genau die neunte Verdünnung nach Halinemann. 
Sie ist die triUionfacbe Verdünnung, 1 mit 18 Nullen. Von 
dieser Verdünnung giebt Gleiclileid Agnus castus, Angustura, 
Antimon, Arnica, Cantliaris, Capsicum! China, Hyoscyamus 
Prunus Padus, Ranunculus sceleratus, Rheum (jJö in chroni- 
schen Fällen und Schlaflosigkeit der Neugebornen; — in 
acuten Fällen 1 Trilliontel (oAe/), Rhododendron, RoreUa, 
Spongia usta (im Croup), Stramonium. 

1) Der Zigeuner. Man erzälilt, dafs der Zigeuner sein Pferd an 
die Luftnahrung gewöhnen wollte, und er, als solches den 
Versuch nicht gar aushielt, gesagt habe: Schade! jetzt stirbt 
es mir, da es die Kunst beinah erlernt hätte. Moser (über 
Regenten etc. Frankfurt 1784. S. 386.) erzählt etwas Aehn- 
liches. Den in Schulden lebenden Rlieingrafen Ludwig zu 
Grehweiler benachrichtigte sein einziger Diener durch lange 
Zeit täglich: Gnädiger Herr! unser Schimmel geht drauf (aus 
Hunger). Possen! sagte der Graf; führ' ihn nur in die fri- 
sche Luft; es wird ihm schon besser werden. Aber auch 
dieser Versuch gerieth nicht. 

2) Der Araber giebt seinem Pferde handvoUweise zu essen, tränkt 
es oft nur durch Einwickeln des Mundes in einen Sack, worein 
sich der Nasenliauch niederschlägt. Er selbst hat auf einen 
Tag genug an fünf Datteln und einem Glase Wasser. 



26 Arzneimittellehre. 

2. Doch giebt mehr die Natur, als Samuel gäbe der Mensch- 
heit, 
ÜDs in der Woge der Luft ^), — liefs der Zigeuner 

mehr zu. 

Theilbarkeit der Arzneien. 
Milliontel führen es bei mir noch aus. 
„Du gewänn'st damit in X. noch jedes Haus." 

Weitere Theilung der Arznei 
Hiindcrttausendtcl ist mir zu viel Gewichts. 
„Schon gut! Gebet nur noch weniger als Nichts." 

Patent improvement. 
Dem S. Hahnemann.. Arzt, nun hausend im sächsischen 

Köthen, 
Sey durch zehen Jahr sichres, ausschliefsendes Recht 



1) Nach Lavoisier's und Seguin's letzten Versuchen verzehrt 
ein Mann in 24 Stunden beim Athmen an Sauerstoff- 
gas 32,48 Unzen Troygewicht = 43,26 Loth Wiener Ge- 
wicht (1,5 Troy = 1 Wiener). Davy> der in einer Mi- 
nute 20 bis 27 Athemzüge macht (Haies fand für einen 
Mann 20, Menzie 14, und zwischen den Extremen, 14 Men- 
zie und 27 Davy, ist abermal 20=^ das Medium des Erforsch- 
ten, also abermal Haies Zahl, abermals Davy 's untere Zahl), 
Davy brauchte selbst 

in 24 Stunden genau 4,68 Unzen Stickgas 

33,54 Sauerstoffgas, 

also 38,22 Unzen Troygew. Gase. 
Die Mttelzalil des zum Athmen nölhigen Gewichtes Lut^ ist 
wieder fast 40 Wiener Loth! 

Noch wichtiger ist, dafs Lavoisier's Mann, und Davy selbst 
fast gleiche Mengen Sauerstoffgas verbrauchten: 
Davy selbst verbrauchte 33,54 Unzen Troy gevs^. = 44,7 W. Lth. 

Lavoisier's Mann 32,48 — n=: 43,2 6 - — 

Differenz — 1,44 W. Lth. 
Welche ungeheure Mengen sind 43 Wiener Lothe — Sauer- 
stoffgas, welche Gröfse des Gewichtes gegen Hahnemanu's 
Mengen; und so viel lälst uxxa Natur zu „jammervoll"" „zur 
QuaaP'?! 



Arzneimittellehre. 27 

Auf eine Theilungsmascliiii', die Sachen ohn' Ende zu 

spalten, 
Da auch unser Decan nirgends Anstölsiges fand. 

Zeugnifs. 

Nein! gefahrliche Wirkung erzeugt eure Gabe mit nicli- 

ten 0; 
Nur ist mein täglich Gebet: dafs euch nicht folge mein 

Koch. 

Verbindung, 

Einnahm^ und Ausgabe wäget das Pfund dem kräftigen 

Körper; 
Sage, Yrie reimt sich dazu deiner Verdünnungen Nichts? 

Grofse Null, 

Seht! da rollt sie herum, die Nulle, will Andre vernichten: 
Vorne schadet sie nichts, hebt Positives von hint ^). 



1) Nur in eines Simplicissimus Hahnemannianers Kopfe könnte 
eine solche Furclit entstehen, und dann wäre sie ein Fehler 
des Urtheils. — Als Einwurf der Gegner ist er erdichtet, um 
das unwissende Publikum zu täuschen, und um vor ihrem 
Nichts, als einer Quantität, noch Furcht zu erregen. Dann 
ist Falschheit und Betrug der Gleichleider, Siehe Conversa- 
tionslexikon , neue Folge. 1. B. 2. Abth. S. 669: eine Beschul- 
digung sey, so kleine Gaben müfsten nothwendig das schreck- 
lichste Gift enthalten! 

2) Verrufen ist die Hahnemann'sche Erklärung von den Bewe- 
gungen der Kugel: sie bewegt sich in bewufster Narrheit — 
als vollkommenes Symbol der H'schen Arzneimittellehre. — 
Je mehr Nullen — von hint, desto gröfser der Werth jedes 
Positiven. Lasst.sie, und widerlegt nichts; sonst euch vor- 
setzend, sieht die Menge den Werth des Negativen grols — 
ohne zu wissen, woher es kommt. Le vent noufße, main its 
ne savent pas^ d'oii il vient, ni oii iL val 



28 Arzneimittellehre. 

E u r i h al E u r i h a ! ^) 

Doch ist Etwas das Nichts! Ihr habt es endlich gefun- 
den : 
Eure Arzenei hat Praktisch-Abstractes ^) gezeigt! 

Carus Lucretius. 

Armer Lucrez! Dich haben nun auch die Köthner ver- 
nichtet: ^) 
Doch sie bilden dich flugs wieder aus Nichtseyn her- 
aus! 

Nichts = Arznei. 

Euer Treiben ist doch, unhelleste Brüdergemeinde! 

Dunkelheit — Trug; Arzenei ist euch das dunkelste 

Nichts. 

Negatives Seyn. 

Bisher begriiF ich es nicht: Seyn, Nichtseyn könne zugleich 

seyn ; 
Aber dein Wandel ist nur zwischen die beiden gebannt. 
Wahrheit nennst dn die Lüg' *)? Unw^issenheit spielet das 

Wissen ^), 
Unsinn ist tiefer Sinn, Fetzen sind ganzes Gewand ^)5 



1) Gefunden! gefunden! So rief Arcliimed, dem Bade entsprin- 
gend, als er das specifisclie Gewicht der Körper durch Nach- 
denken ausfand. 

2 ) Nämlich die Theilung ins Unendliche praktisch ausgeführt = 0. 

3) Lucrezens Princip ist bekannt: nil igitur fieri de nihilo posse 
facienduj7i est. 

4) So viele erzählte Krankengeschichten, die das innere Gepräge 
der Erfindung zur Schau tragen, fingirte Experimente im Apo- 
thekerlexikon, seine Verfälschung der von ihm citirten Stelle 
des Hippokrates. 

5) Mangel jeden Princips und irgend einer Ent^vickelung des- 
selben. 

6) Seine Arzneunittellebre bildet doch nur Fetzen der zerrisse- 



Arzneimittellehre. 29 

Wenig unendlich ist Viel, ist Nichts; eins — geben, nichts 

geben: 
Seht! der ist mit Recht Herr in Negationhouse ^). 

Homöopathie = negative Mediein. 

Wenn es wahr ist, dafs ihr was gebt, so gebet ihr doch 

nichts ; 
Gebet ihr wirklich was, nun, so betrügt ihr die Welt ^). 

Hie s it u s est — Cotkenis. ' 

Dieser Negationsarzt thut nichts, ist selber negativ '); 
Setzt ihm den letzten Stein: Hahnemann ruhet allhier. 

Unglaube. 

Köthner! ich traue dir nicht; nicht zweifl' ich mehr, son- 
dern ich glaub's nicht, 
Wenn du sagst: 1) dafs du was giebst, 2) dafs du nichts, 

3) was du nicht giebst. 

Lafs sehen! 

1. Schwefel geben w^ir nun; „halt' ein mit dem Staube, 

Plnetti! 
„Weise, dafs Schwefel darin; kommst nicht von hin- 
nen mir sonst." 



nen fremden Beobachtungen. Es ist das Begehren, diese Fe- 
tzen für ein System zu erkennen, eine Sünde gegen den 
menschlichen Geist, Da heifst es nicht: assuitur panmis, 
late qiii splendeat — sondern: sunt panni ineri inconspicui. 

1 ) Negationhouse, nach enghscher Art, wie Plantationhouse etc., 
wie man im Deutschen sagt: Mühlhausen, Sachsenhausen. 

2) Die Jlilliontel sind noch grofs gegen Trilhontel, und enthal- 
tfu — erweislich — nichts; geben sie aus dem Sacke — 
gröfsere Dosen, als elirliche Leute, so sind sie letzteres nicht. 

3) Negativ gegen jede Waln-heit durcli Auslassung, Verdrehung, 
Fiction. 



30 Arzneimittellehre, 

2. Molmsaft brlog' ich ihm bei; „half ein mit dem Zau- 

bertranke : 
„Weise, dafs Morphium ^) d'rin; rührst dich nicht 

fürdei' mir sonst!" 

3. Syphil bekommt von der Küchenschelle die neunte Ver- 

dünnung. 
„Halt! lafs prüfen, ob nicht tüchtig Quecksilber 

d'rin haust." 

OffeneBresche. 

Dafs unendlich Kleines doch wirke, bewähret Ansteckung, 
Wo nicht Sichtbares doch Grofses und Schreckliches 

zeugt! 
„Freund! du schlügst sie betäubt: willst Dunkles aus Dun- 

kelm erklären!" 
Weifst du, wie häufiger Schleim ^) schwimmt in der 

stickigen Luft? 
Weifst du, wie thierischer Stoff auch höheres Leben ein- 

herträgt? 
Kann wohl deine Arznei thierisch sich heben empor? 

Homöopathische und psorische MitteL 

Arme Mittel! ihr müfst gleich leiden '), Krätze doch 

tragen! 
Da ihr Im unteren Seyn, unbewufst, doch euch bewegt. 

Bitte eines Schüler is. 

Köthener Vater! mich drückt das Gewissen: löse den Zweifel, 
Den zwei Worte von dir mächtig erreget in mir. 



1) Der wesentliche Theil des Mohnsaftes. 

2) Thierischer Schleim, in Ammon, in Stickluft gelöst, fliegt in 
der Luft, als Ansteckungsstoif des Spitalfiebers, nach den im 
Grofsen gemaichten Beobachtungen Brugmann's. 

3) Im strengen Sinne des Wortes müssen sie leiden, müssen 
sie krätzig (psorisch) seyn. 



Arzneimittellehre. 31 

Alkohol ') sey Arznei mit nichten^ — der pfiffige Schnitter 
Treibe Homöopathie '*), da er mit Branntwein sich labt. 

Vorlaute Erklärung eines Naturphilosophen. 

Klug ist der Schnitter: er stellt das inn're dem äufseren 

Seyn gleich. 
Kluger Schnitter! dn stellst Aeufs'res dem Inneren vor. 

Hahnemann zur KoKle. 

Schwarze Freundin, dich hab' ich erhöht: du glaubtest 

dich einfach? 
Siebenhundertmal trittst, wandelbar, auf du bei mir '). 
„Bitte, verschon' mich mit Staat: zur ümkleidung man- 
gelt die Zeit mir; 
Einfach bleiben will ich, deine Zerstücklung behalf." 

Hahnemann zur Belladonna *). 

Aber du, schöne Frau ^)! der tausend Umwandlungen ich 

gab, 
Nicht wahr, deinen Geschmack hab' ich getroffen zur 

Gunst? 



1) Weingeist wirke nicht arzneilich. 

2) Es sagt Hahneraann: der kluge alte Schnitter - trinke 
nach Erhitzung durch Sonne und Arbeit Branntvvein, und 
behandle sich also homöopathiscli. 

3) Die Halmemannianer loben iliren Reichthum an Arznei\'\ir- 
kungen. Sie haben nur 142 Arzneimittel (weil sie noch nicht 
Zeit genug gehabt haben, theils selbst zu beoliachten, thclls 
bei i];rer Korsarenmethode das Fremde unter ihren zerfetzen- 
den Holländer zu bringen ) ; aber diese 142 Arzneimittel ha- 
ben mehr Arzneikräfte, als alle der alten Schule; denn die 
Kohle allein hat 720 arzneiliche Wirkungen, — jegli- 
che für einen andern Krankheitsfalh (Caspari Be- 
weis, S. 22.) 

4) Belladonna hat bei Halmemann 1042 Arzneiwirkungen. 

5) Belladonna = schöne Frau, und Nachtschatten. 



32 Arzneimittellehre. 

„Armer! du willst mir geben? Genug doch bin ich mir 

selber : 
Eine und vielfach , und geh' süfsliches ^ ) Leben und 

Tod." 

N i 6 s e w u r z ^). 

Dein Schicksal war's, die Niese würz zu recensiren; 
Ihr Schicksal war 's, dein Hirngefäfs zu expurgiren. 

Kein Grund vermag der Schwärmerei zu wehren; 
Nur Arzenei vermag den Unsinn auszuleeren. 

Fassio p r ofana. 

Unser einer genehmigt vielmehr die zartesten Gaben, 
Als einer Rofsarznei grofses, halsbrechend Gewicht! 

„Du hast Sorg' ohne Noth: statt zartester Gaben bekommst 

du 
Eigentlich Nichts — und giebst dafür das Deinige her." 

Fassio medica. 

Unser einer hat wieder gelernt den mächtigen Einflufs 

Strenger Diät, den wir noch nicht gewürdigt genug! 
„Du hast Noth ohne Sorg', denn hättest du sorgsam ge- 
lernet, 
Und nun geschwiegen: du wärst immer noch scheinbar 

gescheut." 

Apotheke. 

Hinterhäuslerin ! freilich mufst du das Tageslicht fliehen, 
Wasser, Milchzucker, Branntwein tauschend um Silber- 
gewicht. 
Apo- 

1) Süfslich - fader Gesclimack der Beeren; — Arzneimittel und 
Gift. 

2) Hahnemann schrieb Dissertatio de Helleborismo veterum, 
Lipsiae 1812. 8 S. 



Arzneimittellehre. 33 

Apotheker. 
Der euch bisher bediente vorn aus mit rüstiger Arznei ^), 
Thut's nun niit neuer von hint. Das ist doch Phry- 

nens Gewerb'! 

Arzneitaxe. 

1. Hier ist der ewige Brunn mit steigendem, sinkendem 

Eimer : 
Voll geht der eine hinein, leer geht der and're hin- 
aus. 

2. Schönes Verhältnifs : für minderen Stoff nehmt gröfseren 

Preis ihr! 
Einer ist oben , so muls unten der andere seyn. 
Haben und Sollen steht neben einander; ihr nehmet 

das Haben! 
Höhe und Tiefe ist eins; ob'res doch wählet ihr 

euch ! 

3. Nichts gebt ihr heraus; der Empfönger zahlt; das ist 

doch Edens 
Leben: ohne Säen reichliche Ernte zu zieh'n. 

Ewige Stiftung (50 Thaler). 
Da für Andere Halmemann nun Wohlfeilheit gefunden, 
Setz' ich drei Thaler an Zins, jährlich zu schaffen den 

Stoff 
(Hundert vierzig und zw^ei, Caspari's Register zufolge) 
Zur Apothek' für Europ'! Da er's Geheimnifs er- 
fand, 
Sich zu besorgen voraus — überaus — so ersuch' ich ihn 

hiermit. 
Nebenbei Tropfen und Staub gratis zu geben hinaus. 



1) Nach Halinemann mufs seine Apotheke weit von der andern 
entfernt seyn, da der Geruch der — andern die seinige ver- 
dürbe. Gewöhnlich sah ich es so, dafs die gewöhnliclie Apo- 
theke vorn heraus, in einem hintern Zimmer ein Kasten ist 
für flahnemann. 

3 



34 Arzneimittellehre. 

Grabschriften homöopathisch Behandelter. 

1. Leichtlich war' er entgange q der Krankheit; aber ihm 

nmfste 
Arznei dieselbe erzieh'n: dieses ertrug er nicht 

mehrl 

2. Nichts bekam er, und zahlte doch viel: leer ruht er 

hier Bankrott! 
Ihn sein Arzt, der doch übergelehrte, geleert. 

3. Ganz gereinigt begrub Stoll's Aftervolk einst seine 

Werke; 
Hahnemann deckt sie ganz leer! Wahrlich, es 

steiget die Kunst! 



1) Doctor Johnson sagte zu seinem Pflasterer: Du machst 
schlechte Arbeit, und bedeckst sie mit Erdel Aber der Pfla- 
sterer fuhr ihn an: und ist es aUein meine schlechte Arbeit, 
welche mit Erde bedeckt wird? 



Klinik. 35 



Gleichheil^en. * 

Gleiches mufs zeugen die Arzenei ihm, und Nagel den 

Nagel 
Treiben — und heulen mit ihm müfst ihr, und heilen 

ihn gleich. 

Gleichheilere i. 
Nichts ist anti bei euch, und Arznei erzeuget das Gleiche: 
Krätze was, Halsweh und Krampf zeuget, das hebet 

sie auch. 
„Sylla'n hätten geheilt Lausmittel '), die schmerzenden 

A...e 
„Der Philister gewifs Hetschepetsch ^) glücklich geheilt. 
„Venus grause Geschenk', der Menschen Keime befeindet, 
„Würde nun heilen ein Ding, zeugend das ganze Ge- 
schenk ! " 

Lungenentzündung. 

Hitze, Röthe und Durst, Schmerz, Stechen und Husten 

mit Unruh', 
Harter und voller Puls di^äuen dem Armen das End'! 
Rathet und heKt! — das ist nach eurem Systeme der Blut- 
durst ! 
Füllt ihn zur Blutwurst an: Völlerei ') seliges End'! 

Allgemeines Krankenhaus. 

Kranke gesunden, Gesunde erkranken durch eins und das- 
selbe; 
Gleiches leidet der Arzt, das ist doch Elends genug. 



1) SyUa starb an der Läusekrankheit. 

2) Hetschepetsch der Oesterreicher, Hagebutte, Grate-cul der 
Franzosen, Rosa canina Linnaei. 

3) Qiii hene hihit, venit ad coelum. 

3* 



36 Klinik. 

Aber so seh' ich doch auch ein allgemein Kranken- 
haus endlich: 
Kranke, Erkrankende, Arzt wimmeln chaotisch bei- 

samm' ! 
Einer ist eben im Fall, im Erheben der And're begriffen, 
Und der Strauchelnde will richten und halten sie auf. 

Heilung. 
Gieb dem Gesunden Zufälle, so bildet sich Krankheit, und 

giebst du 
Gröfsere solche dazu, hebet sich Alles gleich auf ^). 
Heilige Mathesis! hilf, dafs ich von Sinnen nicht komme: 
Mehr mach* Krankheit, noch mehr mache Gesundheit 

— für Narr'n. 

E r und w i r. 

Gemeinheit heilt durch Pfund und Loth; 
Mit Theilen kleinster Theilchen komm' ich aus. 
„Den Menschen thut der Stoff nun einmal noth; 
„Er aber führt den Streit, wie Gott, mit Nichts hinaus." 

Mathematische Naivheit. 

Pafst sie, die Gabe, so ist sie grofs zur Schnellesten 

Hülfe, 
Pafst sie nicht, ist sie klein, doch nicht zu schaden 

genug ^). 



1) Dieses ist das Heilungsprincip Halmemann's. Da Krankheit 
ist Summe der Gesundheit und der Krankheitszufälle , so ist 
Heilung nur möglich durch Wegnahme aller Krankheitszufälle 
durch höhere ähnliche Zufälle! Ganz seine Worte! 

Also 1. Krankheit = Gesundheit + Krankheitssyraptom. 

2. Heilung = Gesundheit + Krankheitssymptom 

X Krankheitssymptom = Gesundheit! 

2) Conv. Lex. N. Folge. 1. B. 2te Abth. S. 669. 

Sie geben Arzneien „in Gaben, welche, wo das Mittel genau 
„pafst, grofs genug sind, schnelle und gründliche Hülfe 



Klinik. 37 

H o m o e s und A 1 1 o s. 
Welcli ein Lärm! wir sind doch endlich einerlei Meinung: 
Sendet Homoeos die Bud', bring' ich doch AUos im Sack, 

Letztes Mittel: Ratio ultima = AUos. 
Geht mit dem Kleinsten es nicht, dann thut's des Sackes 

Geheimnifs ; 
Schöppenstädts lUuminat bracht' in das Rathhaus eo 

Licht '). 

Consequenz. 

Gleichheil! hebe doch auf mit Cantharis Nierenentzündung, 
Fülle den Vollen noch an, leere die Leeren noch mehr ^)! 

Gleiche Krankheit. 

Schwefel macht Krätze! Ich seh' Hautblüthen: sind sie 

denn Krätze? 
Ist, was der Sublimat zeuget, denn lustige Seuch' ')? 

Krankenbesuch. 

Siehe! zum Krankenbesuch steigt aus der mystische Gleich- 
heil; 
Ihm aus dem Wagen folgt nach Hahnemann's Paragra- 

phik *). 
Da er des Fadens entbehrt im sinnlosen Spruchlabyrinthe, 
Rüstig liest er darum, fragend den schwitzenden Daus, 



„herbeizuführen; wo es nicht passen sollte, klein genug, 
„um nicht zu schaden. Ein unendliclier Vorzug der Homöo- 
„palliie!" — Das ist die Sprache der Taschenspieler! 

1) Dort vergafsen sie, Fenster zu bauen, und trugen hernach 
Licht in Säcken hinein. 

2) Fülle Congestion an, leere Keneangia aus, heifst es in der 
Kunstsprache. 

3) Ist Aehnliches Gleiches? Gleiches Ebendasselbe? 

4) Die Paragraphik ist nach ihrer Physiognomie und ihrem Gei- 
ste Hahnemann's Arzneimittellehre. 



38 Klinik. 

Schon im fünften Consefs die fünfhundert Sprüche hinun- 
ter 0, 
Um zu wissen, ob doch wirke sein' Opium -Null? 

D e r K r a n k e. 

Ach! mit Fragen erschöpft' er mich ganz 5 und da ich so 

wenig 
Konnte beantworten, so — schien ich mir selber noch 

dumm. 

Gehe hin — Krankerl ^) 

Gehen mufs er, und ging' auch schon die Seele zugleich 

aus. 
Sehet! es ist doch diefs wandelnde Klinikum acht. 

Ihre Kranken/ 

1. O, in der Sünde geboren, befangen geblieben, unwis- 

send, 
Dafs die ewige Zeit bringe den goldenen Rath; 
Dafs die Harmonie fortschreit' in der Pause Begleitung^ 
Ueberall Bess'res wollt ihr, meistern am Werk' der 

Natur. 
Wohl bedürft ihr der Aerzte, die Alles selber machen, 
Bessern an euch, so lang' etwas zu bessern ist '). 

U e b e r g e w i n n. 

2. Aber Samuel kennet die Zeit 5 mit dieser gewinnet 

Er euch selber, und noch d'rüber das eure dazu. 



1) Opium hat hier 519 Sentenzen (Belladonna 1042). 

2) Es ist bekannt, wie die Kranken der Gleichleider zur Osten^ 
tation ausgehen, ausfalireu müssen! 

3) Quidquid corrigere est nefas, Horatius. 
Kommt Zeit, kommt Rath. Der Deutsche. 



Klinik. 39 

Radicalcur. 

3. Aber könntet ihi' seh'n, wie der weinende Gleichheil 

zu Hause 
Seine Komödie belacht, wahrlich, ihr würdet ge- 
heilt. 

Psychologische Ansicht 

1. Hat er es auch erspäht, wie Göthe ^): die alternde 

Woge ^) 
Ströme nach Gottes Will' immer denselbigen Pfad. 
Doch für Gläubige, die nicht seh'n, nur ijauschen und 

tosen 
Hören den Strom, will er leiten die Fluthen beiseit. 
Zauberformeln kritzelt er auf, und einzelne Tropfen 
Giebt er schwerzahlendem Volk: Sehet! der thut 

doch was rechts. 

2. Aber die Andern? können die mehr? — „In schwieri- 

ger Lage 
„Spricht der gediegene Mann offener, handelt gerad'l 
„Und ihm bleibet bewahrt, den häufigen Sturm abzu- 
schlagen 
„Schnellen Angriffs '); er führt thätig Entscheidung 

herbei." 

Unglück. 

Wenn die verzehrende Flamm' der raschen Entzündung 

nicht wäre, 
Wo sympathetisch nicht wirkt, Zauberers Formel ver- 
schallt, 



1) Göthe sagt: Die Medicin, 

Sie durclistudirt die grofs' und kleine Welt, 

Um es am Ende geh'n zu lassen, wie's Gott gefällt. 

2) Bei chronisclieu Krankheiten. 

3) Schnell verlaufender (acuter) Krankheiten. 



40 Klinik. 

Wo du die Ai'me niclit hebst, sie Niemand emporhält, wie 

Aaron , 
Wärst du dem grofsen Volk baldigst geworden ein Licht. 
Aber selber der Trofs erschaut, wie die Flamme dich ja- 
get, 
Leuchtend, und zehrend an dir, wie sie den Dunkler 

verscheucht. 

Acute Krankheiten. 

Bei der Flamm' anstürmendem Kampf ist, scheinbar ge- 
schäftig , 
Er doch Zuschauer nur, hindernd der Thätigen Werk, 
Scheucht ihn davon; herzu lass't jene, die kräfti glich lö- 
schen, 
Räumen Entzündliches weg, retten den festeren Bau. 

Gegenseitige Beobachtungen. 

Sahst du, wie Häuptlings Fall Gedächtnifs nahm, zweiter 

zurück gab ^); 
Ich sah, wie Häuptlings Fall Urtheil nahm, neuer nicht 

kommt. 

Unbescheidenheit. 
Non plus ultra. 

Männer fördern die That, wie der Bergmann Metalle, und 

schweigen; 
Wirklich thun noch etwas and're mit grofsem Geschrei. 
Hahnemann thut rein nichts; er leugnet die Hülf der Na- 
tur weg. 
Und noch das Kommende nimmt ganz er in Anspruch 

allein! 



1) Caspar i's unumstöfsliclier Beweis S. 19. sagt: „Hahnemann 
„fand Fälle, wo ein Mensch durch einen Sturz auf den 
„Kopf das Gedächtnifs verlor, und es durch einen zweiten, 
„ mehrere Jahre nachlier erfolgten Sturz auf den Kopf wieder 
„erhielt." 



Klinik. 41 

*I a T Q o q i a o ■& € o q *). 

Ohne Sorgen und Sorge besorgt er die Kranken, mit Fra- 
gen, 
Schi'eiben und Lesen, und hilft sich und den Andern 

— mit Nichts. 

Klinische Prüfung. 

An der Sprea ging's nicht: da sah man straff auf die Fin- 
ger; 
Nicht am Ister: da sah freilich der Seher nicht recht *). 

Doctorpromotion. 
Ehrsamer Kreis! der Candidat hier erfüllt die Bedingung 
Nach der Vorschrift genau, die ihn zum Gleichleider 

prägt. 
Schon liest rund gedrucktes Deutsch er vom Blatte weg, 

schreibet 
Fertig; in Fragen gewandt g'nügten zehn Weise nicht 

ihm. 
Selber der Leidende sprach gewöimlich: non mi ricordo; 
Aber das Protokoll ist fertig vom Haupte zum Fufs '). 
Einen Zufall sieht schnell er heraus im reinen Regi- 
ster; 
Weifs zu reiben bestimmt, Fläschchen zu schütteln im 

Tact. 
Und ihm hebt Gleichleiderei an; ist übrigens guten 

Wuthes, denn er besorgt And're, wie Zeus, ohne Sorg'. 
Nun Gleichleiderei, wie er nur kann, sey zu treiben be- 
fugt er, 
Wie man es ist an der neuen Utopia Schul'. 



1) Der Arzt ist der Gottgleiche. Hippokrates. 

2) Die grofsen Versuche in Berlin, in Wien. 

3) Register der einzelnen Zufälle, um sie mit den durch die 
Arzneimittel zu erzeugenden Zufällen zu vergleiclien. 



42 Klinik. 

Homöopathische Belohnung. 
Sostrum medicum = Nichts = Arznei! 

Sorgsam gebend das Nichts, der, and'res entziehend, auch 

Nichts thut, 
Haiiptverehrer des Nichts, nehme zum Danke das Nichts. 

Hahnemann'sches peinliches Hochgericht. 

Euer Vater macht selbst die Arznei; nicht trauend der Bude, 
Dafs sie folge genau, thut er rasch selber dazu. 

üebet gleich jeglicher Arzt das hohe Gericht, in Controle 
Hält die Befehle der Staat: Köthner übt heimlich Gericht. 

Gefährlicher Patient. 

Köthner leugnet die Causalität: „unschädliche Thorheit 

„Läfst hingehn Polizei, Einzelnen macht sie noch Spafs." 
Aber ohne Zusammenhang Tvill er das Einzelne einzeln 
Heben an Andern: „man mufs ärztlich behandeln den 

Narr'n." 
Aber bei zärtlichem Volk seh'n wir die Ansteckung ver- 
breitet 
Närrischen Wahnes: „es soll zeigen sich Arztpolizei!" 

Agenda. 

Theoretisch sind sie Narr'n und practisch Beti'og'ne, 
Oder gar Schelme: greif zu, Arzt oder gar Polizei! 

Gegenstand der Behörde. 

Krankengeschichten, zu schlecht für Bauern, d'raus 

Alles zu machen '); 
Arznei, zu finden nur, Lotterie - Treffern gleich, 

blind =); 



1) Bei Hahnemann'schen Krankengeschichten wird der Nichtsy« 
stematiker betäubt; der Combinirende macht Alles daraus 
{= Nichts). 

2 ) Die Hahuemanniauer gestehen doch, dafs man das rechte Arz- 



Klinik. 43 

Arznei, selber erweislich doch Nichts ^)! — Das Par- 
lament bitt' ich, 
Krankheit, Arznei und Heil ^) so nicht zu lassen dem 

Spiel ! 



System: 
homöopathisch oder allopathisch? 

1. Einstens fragt' ein Feldscheer: wie soll ich nun Ihnen 

balbiren ')? 
Gleichheil fragt: o, wie soll ich Eu'r Gnaden 

curir'n *)? 



neimittel finden müsse. Caspari's Beweis 22 fg. sagt: „Je- 
„der einzelne Kranklieltsfall findet in der Natur sein bestimm- 
„tes Heihnittel, welches sich für ihn vorzugsweise eignet. 
„Sobald dieses dagegen angewandt wird, so mufs sie wei- 
„chen (es soll heifsen: mufs er weichen, nämlich derKrank- 
„heitsfall). Bei andern Aerzten ist es ein blofses Ungefähr, 
„ein Glück, wenn sie ein solches trefiPen." Doch ist ein 
Arzneimittel Andern eiii Ganzes, wirksam vorzüghch auf be- 
stimmte Systeme, bestimmte Organe, den Hahnemannianern 
ein unverbundenes Haufwerk, bei der Kolde von 720, bei der 
Belladonna von 1042 Arzneiwirkungen, aus denen er eine ein- 
zelne bestimmte herausstechen mufs. Wo ist nach der Pro- 
babilitätsrechnung mehr Zufall? 

1) Hahnemann's Arznei ist erweislich doch Nichts, was 
Schimko's Rechnungen dargethan haben. Diese sind rich- 
tig, und man kann solche daher nicht mit Worten abfertigen. 
Schimko hat aber nur bis zur SOsten Verdünnung fferech- 
net (=:r 100 Billionen Weltensysteme), allein Caspari 
spricht von der Belladonna GOsten Verdünnung I! 

2) Pathologie, Therapie und Pharmakologie :=: Kranklieitsiehre, 
Heilkunde und Arzneimittellehre. 

3) So \'VTirde London befragt, der antwortete: ohne ein Wort 
zu reden. — Ilinen — eine Berliner Redensart. 

4) So fragen viele Halmemannianer I ! 



44 Klinik. 

2. Einmal sitzt er roth zu Gericht, und stürmet mit Lo- 

then, 
Einmal kleid't er sich grau, tröpfelt und stäuhet 
*^r ^Mcuch an. 
Das ist zweifarbiges Tuch des allbedeckenden Mantels: 
Aeufseres, inneres giltl Klatschet dem Komiker zu! 

3. Aechtes Chamäleon ist der Dritte : die Milchbrüder 

streiten 
Ueber die Färb'; er selbst zweifelte, jähe befragt! 



Psychologie. 45 



8. 

Loos der Greise, 

Mutter Mnemosyne weicht dem störrischen Alter zuvör- 
derst, 
Die das Richtscheit und Schlafs gab dem unmündigen 

Geist. 
Aber bald folget der Kreis der himmlischen Töchter ^); 

dann hebet 
Phantasus Afterreich an, Nibelung's wild Regiment. 

Physik. 

Schau! wie die mystische Null ^) in krampfigen Kreisen 

sich drehet 
Sonder Sinn und Ziel! treibt sie doch Köthners Physik, 

Antiprofessor. 

Selten findet ihr doch bei Lehrern eure Sektirerl 

Wundert euch nicht! sie sind vorher zu Klarsten ge- 
tauft '). 
Offen und bündig und gleich, im längsten Faden mufs 

fliefsen 
Schön ihr Gespinnst: sie scheu'n knüpfiges, dunkles 

Geweb*. 



1 ) Mnemosyne, die Mutter der Musen, entweicht im Alter zuerst, 
dann Urtlieill 

2) Verrufen ist die (im Organen gegebene) Hahnemann'sche 
Erklärung von der Bewegung der Kugel, als Muster einer 
sinnlosen Erklärung. Ich habe darüber viel reden gehört von 
Leuten, die keine Physik verstehen. 

3) Titel der Professoren: clarissimi. 



46 Psychologie. 

Probiretein des Arztes. 
Warum wenden sich ab so Viele von deinem Gewäsche, 

Sicher, dafs Edeles nichts seye zu scheiden daraus? 
Wer gelernet sein Fach , dafs es rinnt in den Adern, und 

wirket 
Allseits und kräftig durchdringt, — nimmermehr euer 

wird der. 



Natur. 47 

9. 

SündeanderNatur. 

Ewige Neith! dich leugnet er "vveg; was And're anbeten, 
Sey ein eiteler Spuk: „jammervoll, Selbstquaal, nicht 

Hülf y," 

Sein Volk freuet sich drob: sein Arzt macht Alles alleine 5 
Mylord hat keine Natur, beide sind über Natur. 

Leiche. 

Alt war es schon, das gebärende Ding: seht! Hahnemann 

hat es 

Niedergeschlagen; Natur traget der Köthner zu Grab'. 

« 

Herostratus^). 

Tollheit und Ehrsucht verbrennet den Bau der ephesischen 

Göttin : 
Nennet mit Abscheu ihn dreist; ihm ist's eins, nennet 

ihn nur! 



1) Hahnemann sagt: „Es giebt keine Naturhülfe, die den 
„Kranken selbst heilt. — Jammervolle Anstrengung der Na- 
„tur zur Selbsthülfe ist Selbstquaal. — Jeden Krisen liegt 
„oft mehr Leiden zu Grunde, als heilsame Hülfe. So viel 
„ ist sicher , dafs die Natur diesen Anstrengungen mehr 
„oder weniger von den leidenden Theilen aufopfert und ver- 
„nichtet, — um das Uebrige zu retten." Aber wie geht es 
Thieren, Armen, Wilden, — verkehrt Behandelten, Hahne- 
mannisch (dasheifst, auf ehrliche Weise, nicht) Behandelten, 
auf unehrliche Weise, mit starken Arzneien Behandelten? 

Aber Hippokrates sagt {Epidemiorum libro 6. sect.b,): 
„Die Natur ist der Arzt der Krankheiten." 

2) Herostratus steckte den Tempel der Diana zu Ephesos (der 
Natur, des gebärenden Princips, der Allmutter) in Brand, 
und er brannte weg. Ephesos liefs ihn hinrichten, und ver- 
bot, seinen Namen zu nennen! aber ein Geschichtschreiber 
(Theopompos) übergab ihn der unsterblichen — Schande. 



48 Natur. 

Consequente Amortisation. 

Da sich nach letztem Termin bei uns nicht stellten Ge- 
schwister 
Krankheit, Ursach', Natur, noch die Entscheidung von 

selbst : 
So erklären wir hier sie alle verschollen, ja, d'rüber 
Die, in den Acten seitdem übrige, Arznei dazu ^)! 

Ruinen. 

Der ist der Werkeltagsmann , der wegführt den Schutt 
^ und das Haufwerk 

Von dem zerstörten Gebäud' nicht anerkannter Natur. 

Exotericus. 

Kölscher Vater! die Reih' deiner Diener ist grofs: da sind 

Helden, 
Künstler, Jünger, Student; Handlanger steht vor dem 

Thor. 

JNic p z w ol am. 

Gütig lüftet Natur der Erfahrung den dunkelen Schleier^): 
Siebenfarbiges Licht öffnet der Wolke Verdeck. 

Einig spähen die Aerzte, getrennt sonst, solcher Eröff- 
nung I 
Bis nun Gleichleid's Protest polnischen Landtag erregt. 

1) Nach H ahne mann giebt es keine Kranklieit, sondern nur 
Symptomcomplexe ; 

keine Krankheitursaclien (es giebt keine CausaHtät); 

keinen Genesungstrieb der Natur, keine Krisis. 
So bleibt consequent nur noch die Leugnung der Heilmittel 
zurück (was Sachs auch thut); pfiffige Halmemannianer ge- 
steben sieb selbst, und müssen sich selbst gesteben: es gäbe 
keine Heilmittel, denn sie beilen selbst, und ganz allein, ohne 
Natur, und wahrhaftig ohne Arzneimittel. 

2) Der Tempel der saitischen Göttin hatte (nach Plutarch) die 
Aufschrift: kein Sterblicher hat je meinen Schleier 
gelüftet! 

— 10. 



Wissenschaft. 49 



10 

Appellation an Chemie. 

Was? ihr meint, der Stoff sey nicht in's üaendliclje theil- 

bar? 
Fragt noch Chemie! die zeigfs wägbar nnd sinnlich 

euch vor. 
„Lafs die geheime Chemie ^)! es ist die unendliche 

Theihmg 
„Wahrlich doch abstract so wie der Raum, wie die 

Zeit!" 

Chemie. 

Ja! es findet kein Sinn, kein Zeug ^) das unendlich Ge- 

theilte ; 
Stoff hat ein End'; doch ihr geht über^s Ende 

hinaus! 

Halinemann, ein Dynamiker? 

Ein Dynamist seyst du, hört' ich, und Sprecher des Hau- 
ses ^) 
Baten, du möchtest seyn minderen' Grad's Dynamist!? 



1) Geheime Cliemie! Das Wort Chemie helfst geheim, also 
kurzweg so viel als das östreichische gham (gesprochen wie 
Cham, kam, geheim der übrigen Deutschen). 

2) Die chemische Reaction hat ein Ende, 

Die Erscheinungen vor dem Sinne, vor dem clicmischen 
Reagens haben endlich in verschiedenen, genau l)estimmten 
Verdünnungen ein Ende, das heifst, sie sind Null. Diese 
Grenzen giebt IL Pfaff (in s. Handbuche der analytischen 
Chemie) sehr genau an. Aber weit, sehr weit, über dieses 
Ende, über diese Nullität des Stoffes gehen die Hahnemann- 
schen Arzneien hinaus. 

3) Sprecher des Hauses sind Recensenten, denen man aber zu- 
rufen raufa das liorazische ohel 

4 



50 Wissenschaft. 

Ja, ein Gewaltiger *) bist du fürwahr: viel nehmend, nichts 

gebend, 
Aerztlichen Highwayman spielend im deutschen Gefild. 
Andern verwirrst du den klaren Verstand mit anstecken- 
dem Unsinn, 
Dafs sie dir fallen in's Netz, wie in des Crotalus Maul *)j 
Und du selber zeigest Gewalt, wie Adramelech *), 
In der Lüge *), die du stelletest auf den Altar. 



1) Dynamiker = Kräftiger, Gewaltiger. 

2) Wie in des Crotalus Maul, nämlich betäubt. Crotalus horri- 
dus Linn., die Klapperschlange, schreckt kleine Thiere so, 
dafs sie ihr in's Maul laufen. 

3) Adramelech wird in Klopstock's Messias 2, 303 — 349. so 
charakterisirt : 

— er hatte schon lange bei sich Empörung beschlossen. 
Wenn er was that, er that's nicht, Satans Reiche zu schü- 
tzen : 
Seinetwegen verübt' er es. Seit undenkbaren Jahren 
Hatt' er schon darauf gedacht, wie er sich zu der Herr- 
schaft erhübe, 
Wie er Satan entflammte, mit Gott von neuem zu kriegen; 
Oder ihn in den unendlichen Raum auf ewig entfernte; 
Oder zuletzt, war' AUes umsonst, durch Waffen bezwänge. 
Da schon, als die gefallenen Engel den Ewigen flohen. 
Sann er darauf. Da sie Alle schon der Abgrund einschlofs, 
Kam er zuletzt, und trug vor seinem krieg'rischen Harnisch 
Eine leuchtende goldene Tafel, und rief durch die Hölle: 
Warum fliehen die Könige so? In hohem Triumphe 
Solltet ihr, o Krieger, für uns're behauptete Freiheit 
In die neue Wohnung der Pracht und Unsterblichkeit ein- 

I zieh'n! 

Da der Messias und Gott den neuen Donner erfanden. 
Und in ihr Kriegesgeschäft vertieft, euch zornig verfolgten, 
Stieg ich in's Allerheiligste Gottes, da fand ich die Tafel 
Voll vom Schicksal, das uns're künftige Gröfse verkündigt. 
Sammelt euch, seht die himmlische Schrift! So redet da« 

Schicksal : 



Wissenschaft, 51 

Hahnemann's Schraube *). 

Frevel und Trug, Leichtfertigkeit, Unverstand, Schaden- 

zufügung 
Nennst du der Aerzte Gewinn zwanzig Jahrhunderte 

durch ^). 
Wer Gewissen noch hat, wer Urtheil '), soll folgen dem 

Stentor, 
Der es erfunden, das Licht, Anderen aber abspricht. 



Aber ihm glaubte die Hölle nicht, zwang sich umsonst, es 

zu wähnen, 

Lange darauf erbaut' er der obersten Gottheit den Tempel 
Wo er, als ihr Priester, die goldene Tafel des Schicksals 
Ueber den hohen Altar gestellt hat. — Die alternde Lüge 
Glaubt zwar Keiner; doch kommen, die Adramelech vereh- 
ren. 
Sklavische Heuclder, dahin, und beten sein luftiges Un- 
ding 
Wenn er da ist, gebückt, und wenn er weg ist, mit Hohn 

an. 

4) Lüge. Verdrehte und verstümmelte Citation des Hippokra- 
tes, verstümmelte Citationen der Beobachtungen Anderer in 
der Arzneimittellehre, fingirte Beobachtungen, wie Sachs 
zeigt, das Geben grofser Doses heroischer Mittel — aus der 
Tasche. 

1) Archimed's Schraube zwingt Wasser in sich, Hahneraann 
sucht alle Aerzte in seine Wirbel zu reifsen. 

2) Mit diesen Worten über den Gang der Arzneikunde fertigt 
Hahneraann volle zwei und zwanzig Jahrhunderte ab, 

Ttirpe et jniserabile, sagt Persius. 

Tribus Anticyris caput insanahile , sagt Horatius. 

3) Wer nicht folgt, dem bleibt Gewissenlosigkeit = moralische 
Schlechtheit, oder Blangel an Lrlheil := Narrheit. — Das 
sind morahsche Schrauben! Wie aber der Traiiriker sa2;t: 
laetor me ahs te laudari, laudato viro, so wollen wir rufen: 
laetor abs te vitupcrariy vituperato viro, 

4' 



52 Wissenschaft. 

Das ist der Schalk, der hinter Bedlams Gittern •) die 

Welt narrt, 
Lüg' aufstellt, nicht glaubt, trüget in Worten, in That. 

Hyperphysicus. 

„Causalität und Krankheit, Naturhülf sind nur Gespenster! 

„Werft das Vorurtheil weg; ärztlich supplir' ich das . 

Zeug." 
Und sie bewundern seine Physik, Gelehrte wie Bauern. ^ 

Er ist über Natur, sie unnatürlich entzückt. 

Todesanzeige aus Kötlien. 
AUhier verschied Frau Causalität, an Folg' eines Stofses 
Vor den Kopf, höchst alt! „Schlufsrecht, in Folge, 

" war sie!" 

Neugierde. 

Wer hat die gute Alte verletzt? „Der Hahnemann hat es 
„Leider gethan; doch ist sie nur gestorben bei ihm!" 

Verlorne Aurea Catena ^). 

Nach dem Tode der Causalität fehlt allen Physikern 
So ein Ding, das hält Alles hienieden zusamm'. 

Wer was Aehnliches find't, der send' es eilig an Mutter 
Gäa '), die sammt der Physik schwebet in Todesge- 
fahr. 



1) Bedlam heifsen in England die Narrenliäuser. Gitter sind 
die sittliche Befangenheit schlechten Willens, oder (minder 
wahrscheinlich und daneben) die geistige schlechten ürtheils. 

2) Aurea Catena Homerij ein berühmtes Buch. Jupiter hing 
den letzten Ring der Kette, die Alles zusammenliielt, an sein 
Bette. 

3) Gäa, die Erde (deutsch und griechisch). 



Wissenschaft. 53 

Mosaik. 

Haliueinann hat sicli verschafft, den Rest der Gehruder Mo- 

saico : 
Bunte Steincheu, nach Wahl, jeglicher Gröfse und 

Farh' '). 
Diese trägt er zu Kauf im Organon und in dem Rein- 
zeug =), 
Da ihm mangelt der Kitt. Ganzes zu macheu da- 
mit! 

L o g i Je. 

Schi'eiende Pranger geben sie nichts; der Kranke gesundet: 
Danach — also dadurch '), lautet ihr kindischer 

Schlufs. 

Folge des Nichts. 

Da auf sein Gewäsche das Uebelseyn weichet, so will er 
Weifs uns machen, es sey Folge des eitelen Zeugs. 



1) Brocken, ohne Zusammenhang, und also ohne System. Der 
Unterhändler Kaiser sagt: ohne Lopk. 

2) Reinzeug ist H's Arzneimittellehre. Zeug ist jeder Stoff 
(z. B. im Zeughaus, Werkzeuge). Es ist aber Reiuzeug 
(nicht vielleicht mit Sachs, da es durch vieles Wasser ge- 
waschen ist, sondern), weil die Lehre rein ist vom Zeug, 
und nichts zeugen kann (auch keinen Begiiff), und weil seine 
Arzneien rein sind vom Zeug, das heifst, nichts Wirksames 
enthalten. — Die bunten Stein chen sind die einzelnen 
Arzneikräfte, als reell an£;enommen. Caspari's Beweis 
S. 28. sagt: „Wir sind im Besitze von so viel einzelnen 
Heilkräften, dafs wir im Stande sind, gegen jeden einzel- 
nen Krankheitzufall sichere Mittel anzugeben." Hier ist Be- 
handlung der einzelnen Zufälle auFs Höchste getrieben: wahre 
Symptomatik, jeden Zufall anders befeuchtend, anders be- 
staubend I 

3) Post hoCy ergo propler hut\ 



54 Wissenschaft 

Trägimg bist du, oder Betrogner; du kannst dich nicht 

retten : 
Denn wo die Heilung kommt, ziehet sie ohne dich ein, 

Organen der rationellen Heilkunde ^). 

Anspruch machtest du noch an Vernunft beim frühesten 

Ausflug; 
Doch du entliefsest sie bald jeglichen Dienstes bei dir. 
Scheu war's? oder geheimes Gefühl des Raubes an An- 
dern? 
G'nug! du liefsest sie uns, sie zu verehren, wie vor. 

Sokratische Hahn e m annianer. 

Sokrates! wenig wisse der Mensch, das sagtest du offen. 
Siehe ! der Gleichleid bleibt wenig nur wissender 

Mensch ^) ! 

Scientiac suprema instantia. 

Klarheit und einendes Band habt ihr für immer verloren: 
Weg ist das himmlische Licht, hin ist der ird'sche 

Verein *)! 

Nutzen. 

Lernen soll ich etwas? von euch? Ja, was ich nicht thun 

soll : 
Weniger heilen, noch mehr schätzen die heiPge Na- 
tur. 



1) Die erste Auso;abe des Halmeraann^sclien Organon Liefs so; 
die übrigen kamen ohne das Beiwort rationell, ohne „ver- 
nünftig'" oder „vernunftrecht'*. 

2) Hahnemann's horaöopathisclie Schriften sind vollkommen 
hinreichend für den ganzen Halinemannianer! 

3) Hier kann es keine Unterhandlung geben. 



Wissenschaft 95 

Quintessenz. 

Der du die Kraft ausziehst und die Macht, und in Herr- 
lichkeit aufstellst 
Aus den Stoffen gesammt, lasse dich gleichfalls aus- 

zieh'n. 
Altes giebst du als Neues *), als Eigenthum Fremdes ''), 

verdrehest 
Anderer klarestes Wort, rufest uuheiliges Volk 
Auf in dunkelem Spruch, in uneiniger Sätze Behauptung 

Zu der Arzneierei wilden Walpurgisnacht auf '). 
Thust nichts (selten geheim das And're *)), geschäftig 

bei Wortschwall, 
Uebest die feineste Tück' ^), ärztlicher Reinecke Fuchs. 

Standpunkt 

Gründe des Wissens giebt Samuel nicht, gegebene nimmt 

nicht ^)5 
Achtet nicht AndVe, nicht sich; Wissenschaft höhnet 

er aus! 



1) Diät, die er gegen Herz leugnete (1797. Hufeland's Joiirn. 
4, 727.), und giebt sehr genaue, bis in's Kleinliche gehende, 
diätetische Vorschriften. Ist's Satyre? 

2) Treibt Citationen in's Aeufserste (überhäuft, falsch, verstüm- 
melt). Ist's Satyre? 

3) Walpurgisnacht = zum ärztlichen Hexentanz. 

4) Gab einst grofse Dosen, nun erweislich Nichts, insgeheim 
vvahrschein 
ist's Lüge! 



wahrscheinlich oft das andere = AUos in grofsen Dosen. So 



6) Will Praxis üben, nur dort, wo er selbst dispensiren darf. 
D'rum zog er aus Leipzig ab. 

6) Achtung für eigene WissenschaftUchkeit: Gründe zu geben; 
Achtung fremder: (iiünde aufzufassen. 



56 Wissenschaft. 

Der stellt aufser der Welt; denn wo sie mit Brettern ver- 

sclilagen, 
Da wirkt nicht mehr Compals ^ ) , sieht man nicht mehr 

Orient =), 
Giebt es kein menschliches Ziel, keinen Pfad, ist nichts 

zu entdecken; 
Streben des Leibes, des Geist's hemmet das Zwangka- 

misol '). 

Medio in isches Gutachten. 

Da wir aus Beisclüufs erseh'n, dafs Samuel Gründe nicht 

achtet , 
Weder nimmt, noch giebt, Irreseyn immerfort weis't, 
Aufserlialb menschlichen Bodens sich stellt, so erklären wir 

hiermit : 
Dafs er das ür-theil *) verlor, menschlicher Reih' 

sich entrückt, 

Zukunft. 

Da die Gegenwart dich nicht mag, berufst du die Zu- 
kunft; 
Aber die findet dich wohl ruhig ad Acta gelegt? 

Geschichte, 
Uns soll schrecken Geschieht', die Ricliterin? Das ist 

doch Spuk werk. 
Uns nicht täuschend und dir nimmermehr richtig er- 
kannt ! 

1) Compafs, als Leiter jeder Unteraelmmng. 

2) Orientiren. Diesen Ausdruck brauchte Kant, und bedeutet 
im Physikalischen, aus einer Weltgegeud alle andere aufzu- 
finden; im Logischen, sich nach Gründen zu bestimmen. 

3) Zwangkamisol , welches Tollen angezogen wird, damit sie 
Niemanden beschädigen. 

4) Ür-theil Ch. F. Wolf schrieb seinem Gegner Lange fol- 
gende Grabschrift: Hie Situs est, et exspectat — Judicium. 



Wissenschaft. 57 

Deun du würdest fiirwalir doch denken besonnener, spre- 
chen 
Wirklich bescheidner und thun offener, kenntest du sie! 

Blase. 

Alles mufs stürzen, das spricht der ärztliche Dschingiskhan 

laut aus ^): 
Sinken Hippokrates mir, Sydenham, Boerhaav ^) und 

Frank ! 
„Zeit wohl begrabet die Zeiten, und Neues gebäret die 

Nachwelt: 
„Aber die Blase zerplatzt, aber das Ewige bleibt." 

Frage an Sprengel. 

ihnen nahm ich den Stab der Geschichte; darf ich mich 
- d'ran stützen? 

Vater! Sag' es mir an, der die Jahrhunderte sah 
Aerztlichen Strebens. Ich sah d'rin wenigstens consequent 

fliefsen 
Denken, Lehre und That; Klarheit und Einheit gab 

Ruh\ 

Fester Fufs. 

Aber w^as hast du voraus, so fragt der kalte Zuschauer, 
Da ihr links und rechts schreiet, zu haben die Braut? 



1) Halme mann's Worte (im Organon) sind: 

Die Metlicin (der Andern) ist ein Unding. 

Der Mensch wird blofs durch Naturkräfte (das sind homüo- 

patliische Einflüsse) und Diät gesund. 
Es ist grausamer Unsinn, den Leidenden mit ekelljaften 

Getränken zu quälen, seine üebel zu vergröfsern, oder 

sar sein Leben zu verkürzen. 
Dreitausendjähriges Vorurtlieil ist nicht leiclit auszurotten. 

2) Boerhaave, holländisch ausgesprochen Burhav. 



58 Wiesenschaft. 

„Hat der Kötlmer ein Menschenalter , so hab' ich iwei- 

tausend 
„Jahre für mich: mit Ruh' steh' ich vor Klio's Altar, 
„Offen gesteh' ich die Grenz', und klar entfalt' ich das 

Wissen, 
„Wo der Köthner allein Alles im Dunkel beschwatzt. 
„Ich verehre Mutter Natur, die gütiger noch ist, 

,5 Als ich sie kenn'; doch er leugnet die ewige weg. 
„Endlich geh' ich einher in der Consequenz rasselnden 

Waffe, 
„Wie ein Mann, die ihm sprachen die seinigen ab. 
„Denn ich geb' und nehm', wie Natur, in Pfunden und 

Lothen : 
„Heilung und Leben geli'n gleich, beid' in gewichtiger 

Kraft. 
„Köthner giebt nichts, entleert noch weniger, heilt in 

Satyre 
„Gegen alltägliches Brod, streichet bedungenes Geld." 



Mystik. 59 



11. 

JJIystik ist hier, dafs Reiben und Schütteln die Wirksamkeit 

in's Unendliche erhöhe; 
blofses Riechen an nicht riechenden Stoffen; 
aussetzende und \Tieder zurückkehrende Wirkung der Arzneien: 

so bei Anacardium über drei Wochen jeden dritten Tag; 
dauernde Wirkung durch drei Wochen (Ambra, Angelica); 
zwischen zwölf Pulver nur in eines etwas Wirksames gegeben 

(sogar nach der Willkühr des Apothekers). 



Landplage. 

Bisher bewahrt ein gütiger Stern vor neblichter Mystik 
Arzneikunde : die blieb Weibchen und Bauern, Scha- 

mans ^). 
Alle trifft endlich ihr Loos: das schielende Ungeheuer 
Liel's uns Gleichleid in's Land, Leben zu stören und 

Kunst. 

Abschied des Kaufmanns. 

Ja, zu vermehren den Stoff, den Bedarf und Gebrauch, ist 

des Menschen 
Allgemein Streben, und fest hält die Geschichte den 

Kern. 
Du brauchst vvenig, vermehrst die Kraft durch Reiben, 

durch Schütteln ^). 
Giebst noch vreniger: Nichts. Danke den Handels- 
mann ab. 



1) Scliamaüe sind oben erklärt worden. 

2) Reiben und Schütteln. „Die Gläser (der gemengten Arzneien) 
„dürfen nicht einmal umgeschüttelt werden, weil diefs schon 
„ilire Wirkung steigert." Caspari's Dispensatorium S. 28. 

,,Da der Milchzucker nur als Excipiens für die Arznei, 
„nicht aber als Verdünnungsmittel dienen eoU, so 



60 Mystik.' 

Nebennutzen. * . 

Neues Naturgesetz ist, dafs weniger Masse mehr Kraft 

zeigt ^): 
Bilt' euch, lehret die Kunst uns're Fiuanciers doch! 

Jenseits: Hahnemann = Arznei. 

Fast ohne Masse, gehörig verdünnt, doch flüchtiger wirk- 
sam ■) — 
Seht! der Hahnemann wird drüben so Arznei für sich *). 



„darf, besonders wenn mehrere Grane vom Arzte verschrie- 
„ben werden, die Medicin nicht sorgf idtig mit demselben ver- 
„ rieben, sondern nur oberflächlich vermengt werden, sonst 
„steigert man die Wirkung derselben." Ebend. S. 26. 

„Der sichtbare Stoff eines jeden Ärzneikörpers ist nur 
„das Vehikel der unsichtbaren inwohnenden Kraft, welche 
„von ihm gebunden ist, und nur dadurch frei und wirksam 
„werden kann, dafs ihre Materie in einen gröfseren Raum 
„ausgedehnt wird. In dieser Absicht vermehren wir den 
„Umfang des Heilstoffes bis in's Unendliche." 
Caspari's liom. Dispensatorium S. 15 flg. 

Vertheikmg der Arzneikörper in einen gröfseren Raum 
ist nichts Neues. Caspari dehnt sie zuerst in einen gro- 
fsen Raum aus, gleich darauf aber in's Unendliche! Das ist 
doch ein wahrer Hexensprung : man sieht liier, wie am Harze, 
eineRofs trappe, die andere aber ist im unendlichen Räume. 

1) Conversationslexikon. Neue Folge. 1. B. 2. Ablh. S. 666. 

Verminderung der Masse der Arzneistoffe entwickelt und 
„vergeistigt ihre Kraft." — Caspari Beweis S. 17. Gefähr- 
liche Stoffe, „gehörig verdünnt — wirken sie flüclitiger, aber 
nicht so grobsinnlich." — Sancta Physica! wie wird sonst 
Fixes flüchtig? wie wird die Wirkung erhöht? Den Aus- 
druck „o-robsinnlich" borgt er vom Sittenlehrer für das ge- 
radeweg Sinnliclie, nämlich für die Materie. 

2) So ist die Hahnemann'sche Arznei. 

3) Gefälnliche Arzneimittel — darf man nur gehörig verdünnen, 
und die Gabe vermindern, so >virken sie flüchtiger — und 
nicht zerstörend. Caspari Beweis S. 17. 



M y s t i k. 61 

Schwefeltinctur. 
Zweimal auf, zweimal ab schüttle den Geist mit. gepulver- 
tem Scliwefel. 
Fruchtlose Arbeit ^) so kurz machen, — das loh' ich 

an euch. 

Instanz der Missethäter. 

Köthner Vater! da wir gehört, in sorgsamer Meinung 
Habest du offen erklärt: „doppelter Armschlag ^) sey 

g'nug, ' . 

„Gute Wirkung zu thun:" wir Ueberwiesenen bitten: 
Zeig' den Gerichten doch an, mehrere seyen zu stark! 

Humanität. 

Andern ist's gleich, wie oft man es thu'; dem Auditeur 

scheinet, 
Zehnmal auf, zehnmal ab sey menschlich noch immer 

genug. 
„Schütteln erzeugt für Menschen zu Starkes!" ruft Köth- 
ner; er ist doch 
An der Arznei human, was er mit Aerzten nicht ist. 

Entsetzlich. 

Da mir mein Bub', der Wildfang, gebracht die kostbaren 

Tropfen 
Tobend im wüthigen Lauf, und sie geschüttelt zu 

Schaum, 
Sind sie geistig gesteigert zu Gift; ich kann sie nicht neh- 
men: 
Neue mufs ich schon selber holen mir! 



1) Da kalter Weingeist von reinem Schwefel ohnedem nichts 
aufnimmt. 

2) Arm auf und ab, Arm auf und ab — dann ist's gem.ig für 
eme kräftige Tinetur. Melu'eres würde die Iieftigste Wirk- 
samkeit hervorbringen, also wie bei Executionen! 



62 Mystik. 

Extreme. 

Keck, wie Keiner, verbrauchtest du einst schwerwiegende 

Arznei ■)', 
Giebst nun eigentlich Nichts: Fuchs — oder Narr des 

Horaz ^)! 

Symbolik. 

Wenig des Stoffes ist g'nug als symbolisches Zeichen; 
Oft thut's schon der Geruch ') ! Abracadabra noch 

mehr *)! 

Angelicawurzel ^). 

Engelein! wenn ich dich einmal nur seh', so bin ich drei 

Wochen 
Aufgeregt: du hältst ärztliche Hochzeit fürwahr I 

Elephantenlaus^). 

Jeglichen dritten Tag rührst du den Rüssel von neuem 
Zwanzig Tage hindurch, du periodische Laus. 



1) Hahnemann gab einst grofse Dosen. 

2) Dum vitant stulti vitia, in contraria currunt^ Horatius. 

3) Oft hilft selbst das blofse Riechen an die neunte und zwölfte 
Verdünnung, sagt Caspari (Dispens. S. 52.) von der Pul- 
salilla, wobei nirgends eine Krankheit oder ein ZufaU ge- 
nannt ist. 

4) Abracadabra, unverständliche Worte von mystisch seyn sol- 
lender Bedeutung. 

5 ) Die Wurzel der Angelica hat dauernde Wirkung durch drei 
Wochen. 

6) Anacardium hat zurückkehrende Wirkung, jeden dritten Tag 
durch drei Wochen hindurch. 



Mystik. 63 

Gesteigerter Kaffee. 

Nur der Köthner verstellt, was sey der Cichori dem Kaf- 
fee: 
Tücht'ge Verdünnung macht flüchtiger, kräftiger ihn! 

Asklepias. 

Dunkel ist Aesculap's Seyn ^), und mystisch dem Pöbel; 

doch lichtliell 
Ist er, Apollonos Sohn: Mystiker kennet er nicht. 



1) Aesculap (von Asa, genesen, genas, und Paian, heilend). 
Letzter ist auch Apollons Beiname. 



64 S e k t i r e r. 



12. 

Artender Sektire r. 

1. Narren. 

Seilt! der Indier spannt das Nesseltucli aus vor dem Munde. 
Fürchtend der Kerf Einzug ^). Das ist doch köthener 

Sinn? 

2. Geizige. 

Vespasian, ein Köthner, liefs riechen den Sohn ^) an Du- 

caten ; 
Lasset den Hahnemann doch eben nur riechen daran! 

3. Weiber. 

Zarte Octavapothek ^), voll gläserner Fingerhut'^ Weifs- 
volk *), 
Pflaster nicht kochend mehr, hüpft mit dir zaubernd 

herum. 
Nichts erkennend, in Nichts bewandert, theilet es Niclits 

aus. 
Und bleibt, gütig fürwahr, immer sich selber getreu. 

4. Arme 

1) Um nicht luselcten einzuatlimen , und solclie nicht zu tödten. 

2) Den Sohn, Titus nach Sueton {Vespasian. c. 13.), und Ju- 
venal, 14, 204, sagt darüber: lucri honus est odor ex re \\ qua- 
lihet. Vespasian scheint, wie Hahnemann, an dem sonst 
Geruchlosen einen Geruch gefunden zu haben. 

3) Von der Gröfse eines mittleren Octavbandes, in zwei Einsä- 
tzen für Pulver und Flüssiges — genug für die jetzige Gene- 
ration. 

4) Weifsvolt = Frauenzimmer. 



S e k t i r e r. 65 

4. ArmeimGeiste. 

Eure Freunde And dort, wo's mangelt an Scheidewasser, 
Wegzuätzen vom Stein euer unedel Metall ^). 

3 M y 1 o r d s. 

Denen der Wahn gediegneren Hirnes und zarteren Blutes 
Hebet den Kamm, die sciirei'n eifrig den Chorus ihm 

nach. 

6. A e r z t e. 

Viere der Jünger sah ich bisher; doch sind sie bedeu- 
tend: 
Einer ist wifslos; der war immer unsicheren Gang's. 
Neulob bezweckt im Frischen, voll Windsucht, Namen und 

noch was; 
Aber der Parasit Hondt wedelt dem Gasterer zu ^). 
Truger, der raget hervor: bei Gepräng' und Sündiiuth von 

Worten 
Thut er nichts, doch giebt scheinbar er etwas, sein 

Nichts. 
Weiser von Bern ')! der du der menschlichen Tugenden 

Falschheit 
Aufgedeckt, ruft dich denn nicht ärztliche Falschheit 

heraus? 

Keine Physiologie. 

Welche nie geseh'n das Delphische: Kenne dich selber *), 
Welche, entlaufen der Schul', Halier und Burdach ver- 
warf ^ ) , 

1 ) Wie in der Probe des Goldarbeiters, in welcher Scheidewas- 
ser sogar das Silber vom Golde trennt. 

2) Gasterer von Gast, wie Gasterei, gebildet. 

3) Der grofse Alb recht Haller schrieb ein trelTliches, fast 
vergessenes (?) Gedicht: von der Falschheit menschlicher 
Tugenden. 

4) Die Aufsclirlft des delpliischen Tempels. 

5) Welche die Physiologie, — die Physiologie (hs Menschen 
nicht verstehen. 

5 



66 S e k t i r e r. 

Diese sind es: die haben gesagt, was sie nimmer begreifen, 
Haben zum eblichen Paar Nephele neben sich stcli'n *). 

Unsere Homöopathen, 
Samuels pythiscbes Wort ^) begreife der Andere gar nicht, 
Sagt uns Jeder ^). Wie wär's? hättet ihr Alle gleich 

recht ? 

Erfolg. 

Doch ist ihr Schaden gering ; kaum braucht man sie ; heim= 

lieh nur lächeln 
Sie nach Cicero's Wort *), schreien, wie Türken, gen 

All '): 

Haruspex ®). 
Freilich müss't ihr die Opfer beschau'n mit Ernste, nicht 

lachen 
Bei dem Spiel aus dem Sack; desto mehr lachen w^ir, 

H a h n e m a n n ' s c h e Stiftung. 
Freunde! da es nicht geht mit Volksbuch, mit Kalcchis- 

mus, 
Commentarien nicht, noch mit Registern dazu. 



1) Nepliele, Wolke = Nebel, wie Atliamas der Mythologie. 
Diese sind das fortdauernde Geschleelit der ärztlichen Nibe- 
lungen. 

2) Pythisches Wort: so dunkel und so olme Zusammenhang, 
wie die Orakelsprüche der Priesterin ApoU's. 

3) Ist historisch. 

4) Haruspex cur haruspicem non ridet. Cicero. 

5) Die Türken rufen Allah aus, die Halnieinannianer vensclireien 
AUps. 

6) Haruspex ah haruga = vicfima. 



S e k t i r c r. 67 

Und die ärztliche Jugend nicht mag Gleichleideude wer- 
den , 
Zalilen wir Jeden, der die Predigt der Wüste besucht. 

Appellation an's Piiblitum *). 

1. Da vor Gericht es nicht geht, so ruft er den grol'sen 

Haufen 
In Verzweifelung an; hoffentlich wird es da geh'n. 
Menschliche Noth macht Jeden zum Arzt ^): die ver- 
schleierte Göttin 
Hilft im Geheimen dazu; Jegliclier wähnt dich nun 

Arzt. 
Aerztlicher Pfuscher ist's redende Thier '); das wird 

sein Chaldäisch *), 
Nicht verstanden und neu, leichtlich ergreifen mit 
^ Wuth. 

1) Merbvürdig ist der Anruf der Habnemannianer (abseit von 
den Aerzten) ans PubliLiim von Caspari, Hartlaub u. s.w. 
(Hartlaub's Katechismus der Homöopathie. 2te Aufl. 1825. 
Leipzig. Caspari 's unumstöfsliclier, leiclitfafslicher Beweis 
für die Walirheit der homöopathischen Heilart. Leipzig 1828.) 
Caspari sagt S. 4.: „Und glaubt man denn, uns läge so 
„viel daran, Aerzte für unsere Wissenschaft zu gewinnen? 
„Mit nichten. Das Pubhkum von den Vorzügen der Homöo- 
„pathie zu überzeugen, ist unser nächster Zweck; wenn die- 
„ses sich dafür bestimmt, so müssen die Allopathen ohnedem 
„ihre Zuflucht dazu nehmen." — Bescheiden setzt er hinzu: 
die fünf letzten Jahre der Prüfung der Arzneimittel und 
der Beobachtung der Krankheiten seyen mehr werth, als 
die letzten tausend Jalire für die Allopa tliie, 

2) Arzneierei (nicht Arznei -künde oder -Wissenschaft) hat für 
eich die Pfuscher ganz in Anspruch. Dafs Jeder ein Arzt 
sey, bewies jener Hofnarr, der sich Iiiuler die Thiir der Au- 
tichambre setzte, Zahnschmerzen vorschützend: jeder Eintre- 
tende rieth ihm dagegen ein anderes Mittel. 

0) Sprache und — Thränen sollen den Menschen von den übri- 
gen Thieren unterscheiden. 

1) Chaldäisch nannte Wieland alles Unverstandene. Dieses 



68 S e k t i r e r. 

Frage an Tribonian. 

2. Scharfer Tribonian ^)! wie find'st du juridischen An- 

ruf =), 
Der von höchster Instanz kehret zur ersten hinab? 

Tribonian's Antwort. 

3. x4nruf des Volks, das Gesetze nicht giebt, nicht begreift 

und nicht ausübt, 
Hcifst Aufwieghing, die wird stören das Heiligste 

blind. 

Stimme des Volks. 

4. Hören wirst du die Stimme des Volks; die nennen sie 

Gottes ^); 
Doch wo mangelt Verstand *), ist sie des Teufels 

Geschrei ^). 

Appellation an*s Volk. 

Doch ist dies Schauspiel nicht neu 5 das hab' ich schon 

sonst wo gesehen; 
Hahnemann spricht zum Volk, predigt den Gänsen der 

Fuchs '). 



. ^wird ergriffen eben danun, weil es nicht verstanden wird. 
Niemand urtJieilt leicliter, als der Unwissende; der Gründ- 
liche kann nicht ex stapede urtlieilen: Monate und tTahre der 
Zweifel, der Prüfung sind Vorbereiter seiner Sentenz. 

1) Tribonian, ein berühmter Rechtsgelehrter unter Justinian. 

2) Anruf um Rechtshülfe = Appellation. 

3) Vox populij vox Deiy ist ein Sprüchwort. 

4) Ver-stand von ver-stehen, so Ein-sicht, so Ur-theil. 

5) Zimmermann, J. G. , nahm diese Wendung an in seinem 
Werke über die Erfahrung in der Arzneikunde, und über die 
Einsamkeit. 

6) Auf einem Schilde in *** predigt den Gänsen der Wolf 



S e k t i r e r. 69 

Nichtärzte, 
Soiisteu gescheut — wo man spricht von Hahnemann, wer- 
den sie Narren '), 
Alles ist Arzt: Chirurg, Weiber, Soldaten, Myiords. 

Mahnung an den ArzL 

Mein Freund I Rebellion zetteln sie an ; bewaiu'e dich 

klüglich 5 
Menge dich nimmermehr ein, lafs sie vergähren allein *). 
Süise und geistige Zugab' '), wir haben es Alle erfaiiren, 
Hebt das Brausen noch mehr, mehret das Schäumen 

zum Gäscht, 
Aber versclingt sie zugleich, erfolglos. Lafs sie verjähren, 
Selber versinken in sich: sicherlich endet sie schaal **). 

Kein Kampf (= keine Widerlegung). 

Nicht an dir besudP ich meine Schwert, so sagte der Sachse 
Dem sich krümmenden Feind, der in der Zeitung ge- 
schmäht '). 



1) Monomanie heifst bei den Aerzten Narrheit, die sich um ei- 
nen einzigen Gegenstand dreht — caetera saaus. 

2) Vergähren, gar werden, ihren Procefs enden. 

3) SüTse und geistige Zugabe = trelfiiche und einsichtsvolle 
Männer werden durch Revolutionen verschlungen, ohne Nu- 
tzen. Sie führten Wort und That; von ihnen spricht die 
Geschichte, als von hchten Punkten, welche alle das ünge- 
thüm verzehrte, und keiner der Einsichtigen erreichte das Ziel 
seines Strebens. 

4) Wo nichts Süfses, nichts Geistiges ist, da wird die Flüssig- 
keit, nach kaum bemerkbarer Gäliruag, ekelhaft fade = schaal: 
man schüttet sie weg. 

5) Der Marschall Moritz von Sachsen stiefs in London auf einen 
Zeituiigschreiber, der ihn Jahre lang in seinem Blatte he- 
sciiimpft hatte. Der fiel vor ihm nieder; aber der Marsdiall 
schaffte ilm aus dem Wege niit den Worten: an dir verun- 
reinige ich meinen Degen nicht I 



70 S e k t i r e r. 

Hast du auch Gleiches gethan, ich kann nicht ernst mit 

dir kämpfen: 
Gab mir Urtheil *) Natur, zeig' ich es doch nicht an 

dir! 

Untersuchung:;. 

Niederkämpfen wollen sie dich: zu grofs ist die Ehre! 

Ebenbürtigen nur öffnet die Schranke den Platz. 
Niemand kennt deinen Stamm, des Wappens zerflossene 

Felder ='), 

Und der Wappenherold mufs dich abweisen vom Straufs. 

Umsonst. 

Wackere Kämpen haben umsonst ihre Pfeile verschossen 

Auf des Rhinoceros Haut, das sich im Rohre verbarg '). 
Andere warfen sich blind, wie einstens Don Quixotte, 

fechtend 
Auf die Windmühl', die nicht menschliche Waffen ge- 
braucht *). 
Andere hoffen zu leih'n ^) von deinem Vermögen : du hast 

keins, 
Giebst nichts, aber sie steh'n gaffend das Himmelblau 

an ^), 



1) Ur-theil, der tiefste Grundtheil des Menschen — der Maafs- 
stab für dessen Inneres und Aeul'seres. 

5!) Deinen Stamm: Blangel des pathologischen Princips. 

Des Wappens zerflossene Felder; Mangel wissenschaftli- 
cher Entwickelung (und somit des wissenschaftlich Gegebenen). 

3) Ln Rohre verbarg: Angriife nie gerade und offen beantwortete 

4) Nicht menschliche Waffen: nicht Rede stehen, nicht Princi- 
pien, Entwickelung, Beweise. 

5) Zu leihen: diefs sind Jene, welche Unterhandlung hoffen. 

0) Himmelblau: der unendliche Raum, die schwarze Leerheit. 
Der Deutsche sagt: in's Blaue hinein schiefsen. 



S e k t i r e r. 71 

Keine Verfolgung. 
Da ihr nun einmal schon hängt am Nagel der Narrheit, 

so ■wünscht ihr 
Doch die Verfolgung zu spät — Mitleid zu regen im 

Volk. 

M y 1 o r d s. 
Die in die Tagesgeschicht' hinschwimmen, das Neueste wa- 
schend, 
Scheinbar geschäftig bewegt, immer sich drehen um 

sich; 
Die mit stählernem Fufs des Stromes krystaUene Fläche 

Ueberflügeln, und nie ahnen die Tiefe dabei; 
Die das Weissen, was And're ersteh'n mit der Mühe des 

Lebens , 
Feilschen um klanglose Münz' eitelen Stolzes : die sind's. 

Vornehm. 
Mylord ist reicher Dynast! was And're sich mühsam er- 
werben , 
Leben, Name, Genufs, gaben die Ahnen voraus. 
Vieles kauft er; zu winkt er dem Wissen gnädigen Bei- 
fall: 
Homöopathisch zu seyn, treibt ihn der hohe Bedarf. 
Neues lockt , und Spiel mit der Arzneiwissensehaft reizt 

ihn, 
Die mit Caspari er fangt, so wie der Krieger die Braut. 
Diplom giebt die Erfahrung: nach Schwelgerei heile der 

Hunger; 
Und das eitele Nafs weniger Tropfen macht Spafs. 

Fremder Boden. 
Galliens Ludewig hüpfte dereinst auf eignem Theater ^); 
Sehet nun uns're Mylords pfuschen auf ärztlichem Grund. 



1 ) Ludwig , der Grofse , tanzte auf seinem Versailier Hoftlieater 
vor seinem Hofstaate. 



72 S e k t i r e r. 

Lis in medio relicta. 

Was du nicht kennest, beurtlieiist du keck, mit gnädigem 

Lärmen , 
Den du selbst nicht verstehst, endend das Wort, iiicht 

die Sach' *). 

Bitte d e s A r z t e s ^). 

Dike ') verschone mich imr mit diesem Dichter 5 er ist 

nicht 
Meinesgleichen: er hat Neithen nie Opfer gebracht *)! 

Profane Sektirer: 'Non, comhattans, 

Gleichleids Sache iiiufs doch erbärmlich stehen, dafs solche 
Bundesgenossen er braucht, die doch Soldaieu nicht 

sind. 



1 ) Diefs sieht aus, wie die wichtige Erklärung des französischen 
Parlameutspräsidenten , der bei dem grofsen Lärmen im Ge- 
riclitssaale zu den Huissiers sagte: qu'on fasse silence! 7wus 
avons (Jeja juge vingt causes, Bans entendre une. Stille! wir 
haben schon zwanzig Sachen abgeurtheilt, ohne eine zu ver- 
stehen. 

2 ) Exceptio contra judicem. Niemand tann seinem natürlichen 
Richter entgehen. 

3) Dike, Göttin der ewigen Gerechtigireit. 

4) Neith, die saitische Göttin, das gebärende Princip, die Weis- 
heit der Alles schaffenden Natur (die Isis der Aegyp 
tier, die spätere Minerva der Griechen). Sie hatte einen 
berühmten Tempel zu Sais, an des Nils grofsem linken Haupt- 
arme, der bei Rosette ausmündet, von bier 12 franz. Meilen 
entfernt. Die Aufschrift jenes Tempels war (nach Plutarch 
de Isidi et Osiride): Ich bin Alles, was war, ist und seyn 
wird; meinen Schleier hat noch kein Sterblicher gehoben! — 
Neithen nie Opfer gebracht! =1: nie das Studium der Natur 
beirieben! 



S e k t i r e r. 73 

Diese vermehren, wie Domitian*s Heer *), nur die Ver- 

Tvirrung : 
Gleich ist doch das Gefecht, gröfser die Flucht, nicht 

der Sieg. 

Hahnemannianer: Comhattans. 

Besseren Lehm erhielten zum Leibe die Titaniden, 

Söhne der Sonne! doch tvo hatten je Dünkeler den? 

D e r ä r z 1 1 i c h e P h a r i s ä e r. 

Seht! wie er hintritt yor die Natur ^), Pharisäus der neue : 
Danke, dafs du mich nicht so wie die Andern gemacht. 



1) Dojnitianus magnißca spectacula edidit — Tiec virorum 
modo pugnans sed et feminarum, Suet. c. 4. 

2) Deren Hülfe er leugnet, von der er doch spricht. 



74' E e z u ^. 



13. 

l. Angemessener Mäcenas! 

Hallest du doch dein Buch Ariosto's Gönner ^) gewidmet, 
Der gefragt: „woher hast du das närrische Zeug?" 

IL H a m 1 e t. 

Kächender Duhler! sie fanden deine Verrücktheit metho- 
disch ^); 
" * -Aher dem Köthner fehlt Wahrheit, d'rum menschliche 
-^--' ■ Würd'. 

III. Auf Hippokrates. 

Tüchtig beschneidend den Hippokrates: seht, mir ist ei 

ganz gleich! 
Ruft er voll Freud'. „Mag seyn, nur am verstümmeL 

ten TheiU" 

Resurr ectionsmann ^). 

In den Friedhof mufstest du brechen, entsetzlicher Störer: 
Jupiter's Sünde erneu'n, dich an dem Vater vergeh'n *)! 



1) Den Orlando furioso, seine 20jährige Arbeit, widmete Ariost 
dem Cardinal Hippolit von E. , der ihn statt der Belohnung 
mit der Frage abspeisete: Mein Herr! wo Teufel habt ihr 
die Narrenspossen alle hergenommen? 

2) Polonius sagt von Hamlet's Verrücktheit: es ist doch Methode 
darinnen. Hahnemann sprechen selbst seine Leute Logik 
ab (so sein guter Kaiser!), also doch wohl Methode. 

3) Name Jener, welche in England die Leichname stehlen. 

4) Am Vater Hippokrates, — Jupiter's Sünde mit der Sicliel 



Bezug. 75 

IV. Auf Jenner. 

Jenner! auch dich will man zu Hahnemann's Nebel herab- 
ziehen ; 
Aber du ragst, wie die Alp', ewig im Lichte empor *). 

V. Umgekehrter Theophrastus Paracelsus '^). 

Dünkel und Dunkelheit, quere Logik hat Köthner, wie 

Phrastos; "" 

Aber der Schweizer giebt Viel, Sachse Nichts, aber will 

Viel. 

VI. Auf Heinroth. 

1. Folgerecht machest du Jagd auf Verwirrung des Geistes, 

Gemüthes : 
Angeschossen hast du letztlich das Organon-Wihl '). 

2. Andere Narren hält man zu Haus; doch diese vermen- 

gen 
Mit der semeinen Welt sich, pantschen im mysti- 
schen Nafs, 

1) Caspari ( unumstöfslicher Beweis S. 20.) sagt, Jenner sey 
ein Hahnemannianer. „Dieser Arzt wendete unwissentlich 
„das von Hahne mann entdeckte Naturheilungsgesetz im 
„ganzen Umfange an, indem er durcli die Einimpfung der 
„Kuhpocken eine ganz ähnliche Krankheit, nämlich die im 
„Köi-per liegende Fähigkeit, von den Menschenpocken ange- 
„ steckt zu werden, vernichtete und heilte." Der ganze Satz 
ist ein gewöhnliches Probestück Hahnemann'scher Finsternifs: 
man spriclit von der Natur, welche sie nicht anerkeimen, 
von ähnlicher Krankheit, ohne zu entwickeln, worin sie ähn- 
lich sey. 

2) Philippus Aureolus Bombastus Theophrastus Pa- 
racelsus ab Hohenheim gab grofse Dosen heftiger Arz- 
neien, Hahne mann gab solche einst cbenf;<lls, nun aber von 
heftigen und den mildesten gleichweg das sichtbare Unend- 
liclie, wie seine Leute selbst sagen. 

3) II einrot h 's Antiorganon. 



76 Bezug. 

Nennen sich Weis', und drohen die Klarheit in's Bedlam 

zu werfen. 
Ist das Monomanie? oder gar Lipopsychie ')? 

VIT. Auf Sachs. 

1. Nebenmann. 

Männlicher Sachs! dich hab* ich auf meinem Wege gefun- 
den; 
TrirTst du auf deinem auch mich, gieb mir zum Bunde 

die Hand. 

2. Getheiltes Geschäft. 

Aber das ^chlufswort ^) riefest du aus? Erlaub', dafs wir 

theiien 
Xanlippe's loses Geschäft ') bei dem Nichtsokrates hier. 
Donnerworte hast du geschnellt auf den mystischen Köth- 

ner; 
Lafs mich nun schütten zur Lust laugigen Regen auf ihn! 

VIII. Auf Schimko. 

Vorne griffen dich an, wie den Stier bei den Hörnern, 

die Gegner 5 
Aber Schimko leert' emsig von hinten *) dich aus. 
Un- 

1) Monomanie, Einnarrlieit, — Lipopsychie, gewöhnlich Ohn- 
macht, eigentlich Verlassen, Weggehen der Seele. 

2) Sachs, Ludw. W., Versuch zu einem Sclilufsworte über 
Hahnemann. 

3) Sokrates ging einst nach einer tüchtigen Schullection von 
Hause weg, als ihn seine Ehehälfte von oben mit H. .n be- 
gofs. Nach dem Wetter kommt Regen, sagte der Weise. — 

Nichtsokrates : der gröfste und klarste Analytiker steht 
hier dem dunkelsten gegenüber. 

4) Von hinten, a posteriori: dm'ch Rechnung und chemische Er- 
fahrung. 



Bezug. 77 

Unzeit und Meere und Welten, die mufstest du alle her- 
geben, 
Bliebest ein eiteler Balg, Kinderchen schreckend nicht 

mehr. 

IX. Auf Friedrich Fischer in Dresden. 
Freund! du sprachest ein Wort an der Elbe schönem Ge- 
stade , 
Das ich vernahm am Schlufs meines köthenischen Zugs, 
Am Sanct Roc?mstag ^), der gütig abwende die Pest uns, 
Wie er es ehmals gethan, schütze vor Köthnern das 

Volk. 
Lasest in meinem Herzen und Geist'; mich hab' ich ge- 
funden 
Wieder in dir: nimm doch freundlich dein Ebenbild 

auf! 

X. Auf Rau. 

Unterhandeln willst du, alter Rau? 
Bist im Herzen du nicht mehr, als lau? 
Doch gewifs willst Gegensatz du paaren, 
Der Logik zum Trotz Fremdartiges schaaren! 
Dagegen mufs sich Consequenz verwahren! 

XI. Auf Kaiser. 
Hat er doch glückliche Hand: es geräth ihm mit Pfropfen 

des Fremdsten! 
Und recht fängt er es an! — „Samuel mangle der 

Kern." =) 



1) Patron gegen die Pest. 

2) Kaiser sagt: Hahnemann sey aus einem Stamme mit der 
alten Medicin; aber er sagt auch: Hahnemann mangle Lo- 
gik (der Kern alles Denkens und Handelns). Und freilich, 
wo der Kern mangelt, kann man nichts anbauen; man mufs 

6 



78 Bezug. 

Xn. Auf Lichtenstädt. 

1. Fromm ist der Deutsche, Betrachter ohn' End\ will un- 

recht nicht timen, 
Ueberall prüfen, besorgt, Gutes zu wahren dem Geist. 
Dieser will prüfen das Nichts ^), erfahren abwesender 

Wirkung, 
Und, zum Nutzen, zuletzt mischen das Nichts mit 

Etwas. 

2. Nachbar erfahre zuerst, ob — und wie Nichts doch 

Etwas sey; 
Und zum zweiten, wie's geht ehrlichem Nichts- 

thun zur Cur! 

3. Hättest du noch nicht genug, so treibe zum dritten 

doch schlufsrecht 
Immer nur Gleiches, und streb'. Gleiches dem 

Leiden zu thun: 
Setze nur Feuer zu Feu'r, zu Erschlaffung Schlaffheit, 

zum Krämpfe 
Krampf, das Leere entleer', narre die Narrheit hin- 
aus ^). 



pfropfen, — und sich eine glückliche Hand zutrauen, so Fremd- 
artiges zu pfropfen, oder vielmehr, Nichts auf Etwas pfropfen 
zu wollen. — In Hahnemann's Aufsatze gegen Herz (Hu- 
f«land's Journ. 1797. 4, 727.) zeigte sich das Unvermögen, 
Gedanken zu fassen und zu entwickeln, schon deutlich. 

1 ) Berechnung der Hahnemann'schen Verdünnung zeigt das Nichts 
seiner Arzneien, jyiangel des einenden Princips zeigt das Nichts 
seiner Arzneimittellehre, und wer hat seine Heilkunde conse 
quent, theoretisch oder praktisch, durchgeführt? — Nichtsde- 
stoweniger fordert L. auf zur Erfahrung, Prüfung, Polemik, 
— und dann zur Vereinigung mit der bisherigen Ansicht! 
Er ist also im voraus der Sache gewifs. 

2) Nur gleiche Narrheit (Geistesverwirrung) zeugende Mittel 
dürfen nach H. Narrheit heben. 



Bezug. 79 

4. BisJier strebte Chemie, das Wesen aufzufinden, 

Aber mm sollen wir machen auf Wesenlos Jagdl 
Herr! ich schone mein Rofs, und spare mein Pulver für 

Greiflich : 
Magst du erfahren allein, wie das Unmögliche geht. 

Möglichkeit. 

Hast du es selber erfahren an dir? so glaube selbst dir 

nicht ; 
Denn es scheiterte längst Möglichkeit an der Logik! 

Unmöglichkeit. 

Möglichkeit Sprech' ich ihm ab; das ist hart! „Sein Thun 

ist negativ '); 
„So ist Erfahrung doch Null; alle hebt ein Positiv!" 



1) Hahnemann giebt INichts, schreibt aber dem Negativen doch 
positive Wirkung zu. Aber was folgt, ist nicht durch ihn, 
denn ex nihilo in physicis nihil (er wird sich doch nicht 
in die Reilie des Schöpfers stehen wollen?). Ein positiver 
(bejahender) Fall würde alle negativen (verneinenden) Hah- 
ne mann's vernichten, — wenn sie nicht schon an sich nichts 
wären. 



80 Botanik 



14. 

Bitte. 

Flora! die du das Reich der Lüfte zierest und würzest, 
Die, wie dem Griechen der Mensch ^), strebt nach dem 

Himmel, nach Licht ^)5 
Sende dem Kämpfer gegen Dunkler und Trug nur wenige 

Kinder 
Deines lieblichen Reichs auf den unfreundlichen Pfad. 

R ä u c h e r u n g. 

Schwefel, Nitron und Essig, und Guyton's dampfende 

Schaale ') 
G'nügt nicht, zu tilgen den Stoff dieser ansteckenden 

Seuch'. 
Aber ich streu' in gläubigem Sinn die helle Cyane *), 
Sammt der blauen VioP ^) neben den zarten Jasmin ^). 



1) Griechisch heifst der Mensch av^gconog, der Aufwärtsstrebende. 

2) Die Pflanzen heben die Arme nach der Luft, und wachsen 
selbst im Dunkeln nach der Lichtseite. 

3) Guyton's Schaale enthält eine Mischung aus Kochsalz, Braun- 
stein und Schwefelsäure. 



4) Cyane (blaue Korn 
blume) 



5) Blaue Veilclien 

6) Jasmin 



Anspruchslosigkeit. 

Bescheidenheit. 

Ueberall Genügsamkeit, überall Andern 
angenehm =r wahre Liebenswürdig- 
keit. 



Botanik. 81 

Drüber die stille Resed' '), den männlich beständigen 

Eplieu ^)5 
Obenauf Balsamros' ') und die entfärbte VioP *). 
Endlich mit reichlicher Hand des Bittersüfs rankende Sien- 

gel 0: 
Solche fliehend von je hebet sich Halmemann weg. 

Diagnosis H a h n e m a nn i a e. 
(An Schultes.) 

1. Geist. 

Da du die blumige Welt vertheilst mit Eroberers Schärfe, 

Schultes! bestimme mir doch dieses vielfarbige Beet! 
„Nichts füi' ungut, ihr Herr'n! — Hier blüht der seh wei- 
tige Baldrian ^) 
„Zwischen dem glänzenden Blatt unseres stechenden 

Hülst's % 
„Das ist der Schnabel des Storchs ^), hier läfst der lie- 
gende Grinsing *), 
„Unwahrscheinlich, doch wahr, schiefsen Lavendel *°) 

empor. 

1) Reseda Sanftmutli bei innerem Werthe. 

2) Epheii Beständigkeit. 

3) Balsamrose Offenheit und 

4 ) Weifse Veilchen . . . Redlichkeit (candor animi, Jiistus sine 

mendacio candor) und 

5) Bittersüfs Wahrheit, Wahrheit über AUes. 

6) Baldrian Du weifst sehr schöne Redensarten, 

und übest diese Kunst häufig. 

7) Hülst, Stechpalme. . Deine Zunge richtet viel Unhell an. 

Oder: Falschlieit mit Hinterlist ge- 
paart. 

8 ) Storchschnabel .... Nicht Alles ist wahr, was man hört — 

was du sagst. 

9) Grinsing (Potentilla 

reptans) Erkläre dich näher, wenn man dich 

verstehen soll. 
10) Lavendel — — — — , — ~ — — . 



82 Botanik. 

„Hier ist die düstere Glock' der entsetzlichen Belladonna ^), 
., Haucht euch des Dornenkopfs ^) faltiger Trichter be- 

täuljt. 
„Auch ist das Frauenweil ') da, und Ochsenzunge *), die 

rauhe , 
„Lecket euch wund; es ragt Akelei*s ^) klaffendes Hörn. 
„In der Mitte des Beets glüht endlich, sorgsam gepfleget, 
„Kranichschnahel ^), defs Blüth' schmutzet mit Schar- 
lach euch an! — 
„Liebliche Flora! das brachtest du nicht! das konnte nur 

treiben 
„Eines gehäufelten Grund's buntester Kehricht hervor." 

2. G e m ü t h. 

„Doch ein anderes Beet lockt meine Blicke zu sich hin, 
„Dessen bunten Rand dichte Ranunkel '') erhöh'n. 



1) Belladonna, Wolfskir- 
sche Falschheit, Tücke. Schön, aber falsch. 

Deine Ränke sind bekannt. 

2) Domenkopf, Stech- 
apfel (Datura) . . . Trügerische Reize. Am Tage hangt, 

Abends hebt sie ihre eckige Glocke, 
. mit betäubendem Gerüche. 

3) Frauenweil, Nacht- 
viole (Hesperis ma- 
tronalis) Falschheit. 

4) Ochsenzunge (An- 

chusa officinalis) . . Lüge ( da ihre Wurzel bleibende 

Schminke glebt ). 

5) Akelei . » IXarrheit (und Eigennutz mit tuuf lee- 

ren, klaffenden Füllhörnern, in Er- 
wartung des FüUens). 

6) Kranichschnabel, 

scharlachrother. . . . Thorheit (französisch sottise), 

7) Ranunkel Du liebst Veränderung. 



Botanik. 83 

„Vorerst zeigt vsicli allhier des Silberkrauts ') weifsliches 

Achtblatt, 
„Nah' an der Waldkirsche ^) Stamm, welchen die 

Flechte ') verdeckt. 
„Tausendgüldenkraut *) hebt fünfspaitige Trichter euch 

näher; 
„Weiderich ^) grünt da, es schwenkt Pappel ^) ihr 

rautiges Blatt. 
„Tulpen '') seh' ich ein Heer, und Tuberosen ^) kaum 

minder : 
„Narcifs ^) mit kerbiger Krön' bildet das innerste Herz. 
„Wahrlich, da ist's noch bunter, als dort: es bietet die 

Mitte 
„Eumeniden das Bild traurigster Narrheit zum Kranz. 

Altar. 

B eichlich ist dein Altar mit des Eisenbarts ^ °) Aehren ge- 
schmücket ; 
Ich verhöhne den Neid, werfe Tabakblumen ^^) zul 

1) Silberkraut (Dryas 

octopexala) ..... Du bist ein Schalk. ' 

2) Waldkirsche Du treibst nur Scherz. 

3) Flechte Dein Lächeln ist schadenfroh, 

4) Tausendgüldenkraut . Dich zieht nur das Geld an, 

5) Weiderich (Salica- 

ria) Anspruch. 

6) Schwarzpappel . . . Unbescheidenheit. 

7) Tulpe Eitelkeit. 

8) Tuberose ( Polyan- 

thes) Prunk. 

9) Narcisse, weifse, mit 

gelbrandiger Krone . Selbstliebe: sich fixirend, hebend, 

bewundernd und rufend (= citirend ). 
Als Zeichen der traurigsten Narrheit 
dient sie den Eumeniden zum Kranze. 

10) Eisenhart (Verhena) . Bezauberung. 

11) Tabakblumen Du willst meine Sinne bethören? Um- 

sonst! 



84 Botanik. 

Liebeserklärune. 

Köthnerl ein Blumenbrief mit gelben Faden umwunden, 
Bringt dir am Elbe -Strand Zeichen des Werbers zur 

Hand. 
Vorerst winkt dir, geknickt, ein Halm der goldenen Ce- 
res ^); 
Doch der Zaunriegel ^) hebt duftend daneben sein 

Haupt. 
Nebenan prangt die schlanke Gestalt der einfachen Nelke '), 
Und auf bauchigem Schaft raget die Zwiebel *) empor. 
Aber den Schlufs zeigt deutlich der Wasserlack '): endlich 

die Nachschrift 
Mahnet ein niedlicher Pilz ^), tragend, wie Hermes, 

den Hut. 



Lebewohl. 

Spiegelst du dich so gern an Lobelia's ^) purpurner Aehre, 
Nehme zum Gegenstück hier Pinienblüthe ^) doch auf. 

Opfer. 



1) Ein geknickter Halm Bruch des Bundes, wegen der Brauch- 

barkeit einstiger Hahnemann'scher 
Werke. 

2) Zaunriegel, Rainwei- 
de Vertheidigung. 

3) Einfache Nelke . . . Ich bin für dich verloren. 

4) Zwiebel Du bist mir zuwider. 

5) Wasserlack Hiermit erhältst du die Absagung. 

6) Pilz Pack' ein; geh' heim. 

7 ) Lobelia Dein eitler Stolz erhebt dich über Alle. 

8) Pinienblüthe ..... Deine Verdienst- und Gehaltlosigkeit 

wird dich noch zu Schanden machen. 



Botanik. 85 

Opfer, 

Eris! dir opfr' ich nun der Goldblimi' ^) funkelnde Scheibe^ 
Und ihr Grazien nehmt gülig hin euern Jasmin ^)l 



1) Gpldblame, Wucher-' 
blume (Marguerite 
Jaune, Chrysanthe- 
mum coronarium) . Verj^nügt bin ich, wenn sich der La*- 

stige entfernt, 

2) Genügsamkeit, Annehmlichkeit. 



86 S c h 1 u f s. 



15. 

Hoffnung. 

Da der Köthner das Gift der ärztlichen Seuche gegeben, 
Mufs Ansteckung schon geh'n ihren bestimmtesten Lauf; 

Mufs sie entzünden, verwirren, hinschlachten, sich selber 

erschöpfen — 
Und dann lenket der Rest da, wo er herkam, zurück! 

KeinWunder. 

Da, wo den Kreiseltanz dreh'n, inbrünstig, besessene Der- 
wisch' ^), 
Wirbelt von Zuschauern auch mancher Schwachköpfige 

mit. 

Germania. 

Ungereimt sprechen war nach Cicero's ^) Bemerkung yon 

jeher n 

Der Philosophen Antheil, wird es auch immerfort seyn. 
Einst war Hellas, nun ist Germania der Philosophen 
Mutter, nimmst du die Zahl, nimmst du das Ungereimt' 

auf. 
Unwahrscheinlich, unpassend, verdreht, das werden die 

Deutschen 
Pflegen, sich reiten zu Narr'n, reiten die Narrheit zu 

Tod'. 



1 ) Hauptbeschäftigung der Derwische ist, am Dienstage und Frei- 
tage den Wirbeltanz zu tanzen (nach Tournefort's Reisen). 

2) Cicero (de divinatione) sagt: Sed nescioy quomodo nihil 
tarn absurde dici potest, quod non dicatur ah aliquo philo- 
ßophorüm (ausiirdum, quod alienum ah inoribuSf — quod 
twnpe omnimn mentes respiciunt). 



S c h 1 u f s. 87 

Deutscher und Engländer. ' 

Garmarm! du treibst in die Blütiie nur: d'rum zeigst du 

das Scliöne, 
Aber das Nebelbild auch in's üebertrieb'ne gestellt. 
Farbe, Gestalt und Zahl erscliöpft sich hier: eines nur 

fruchtet 5 
Auf das Sclmörkelwerk blickt lächelnd der Angel bei- 

seit. 

Nie zu erschöpfender Stoff. 

Hoffentlich soll es nicht mangeln an Stoff, bei euerem Trei- 
ben, 
Fürder zu schütteln die Zwei: Zwerchfell und Geifsel 

zur Lust. ' 

Eure Sprache ist thöricht Geschwätz, das erreget nur La- 
chen; 
Handeln ist närrisch, und zwingt, wacker zu geifselen 

euch ^). 

Unendlichkeit. 

Traun! Unendlichkeit fordert mich auf in Hahnemann's 

Arznei ; 
Sie, die unendliche Null, bietet mir Anlafs ohn' End'. 



1) Sprache ist thöricht Geschwätz. Ob diefs hart sey, mögen 
einige Angaben abwägen. Caspari hat in seinem Dispeiisa- 
satoriiim folgende Ausdrücke: 

Lähmige Zufälle! Sturmliut^mptom! 

Thierische Canthariden! eine gewisse Harnrulu", bei man- 
chen Feigwarzen; er räth Blitlel in einigen — in gewissen 
— Fehris tertiana comitata cardialgica. 

Trockene Arzeneien, verdünnt mit Milchzucker, S. 17. 

Granum minimum habe den Umfang einer halben Linse, 
S. 29 ff. 



88 Schlafs. 

An das Buch. 

Lauf ia der Zeiten Lauf, und reihe dich hin bei den an- 

dern, 
Ernst erwartend, was kommt: gebend und nehmend 

zugleich. 

Loos der Epigramme. 

Sind die Dingerchen leer, sind an sich selber sie fade; 
Halten sie aber Gewürz, üebermaafs stört den Genufs. 

R a t h. 

Nehme von dem, was dich reizt, nur wenige Körner, ver- 
dau' sie, 
Und die geschmacklosen stell', Hahnemann's Brühe 

gleich ^), w^cg. 

Lebewohl. 

Hab' ich der Prüfung gelebt, und nun den Handschuli 

geworfen , 
Werd' ich mit festem Sinn immer euch suchen im Feld, 



1) Wie HahDemann'sche Verdünnungen. 




^«JK»^-- :Mi