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Full text of "Handbuch der allgemeinen Staatskunde von Europa"

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Professor Karl f)einricb Hau 



I UHivaMiTT OP H(ioiLB«na 



PRESENI 
UNtVERSITI 



ED TO THE 
Or MICHrOAN 



ilTv, philo parsoiis 



/V^/^; 




/ 



Haadbuch 



der 



Allgemeinen Staatsknnde 



des 



Preussischen Staats 



von 



D-^^ Friedricli WUteln Schobert, 

Geheim. Re^ierungsratli und ordtl. Professor der Geschichte und Staatskunde 

an der Universität Königsberg. 



Erster Band. 



Königsberg, 1840. 

Im Verlage der Gebrttder Bornträger. 



/ ^ 



^f 9 



Han d bMCh 



der 




Allfemeineii Staatsknnde 



V h 



Europa 



von 



_ D' Friedrich Wilbelm Seboberi, 

Gebekii. I^gicrungsrath und ordtl. Professor der Geschichte und Staat^unde 

an ^ Universität Königsberg. 



Zweite Abtlieflaiig. 
entselie Staate 

SBweiter Theil. 
JDe#^ JfrtUMH9ehe l^imai Band L 

oder 
4e# gmuftn Werlts Bmd VU 



Königsberg, 1S46. 

Im Verlage der Gebrüder BorntrSger. 




Gedruckt bei E. J. DulfcovrskL 



Seiner Exeellens 

dem 
Kanzler des Königreichs Preassea 

und 
Chef- Präsidenten des Tribunals von Preussen 

Herrn 

D^* Carl von Wegnern 

Ritter des grossen rothen Adlerordens mit Brillanten, 



Dem hochgeachteten Jubflar unter den 
Richtern des Vaterlandes, 

Dem gründlichen Kenner der Gescbichte und 

der Staatskunde 



ehrerhietigH 
«ler TerfiMMiep* 



Der Preütsifthe Staat. 453 

Dentsi^e CallHr nnd Sprache alle geaavere MerkoMle ita Wen-* 
deaüiams eatfernt habea« 

Wenn ich jetst %ur DanteUimg der Mnerifohen Verhalt«« 
Bisse för die Slawiiche BevöUierang in den drei Provinsea Pih' 
sen, Preossen und Schlesien Obergehe, ao bemerke ich noehouüa 
aasdröcklich, dass nor anoabenuig'Bweiae in Beasogaof die Kennt- 
aise des wirklichea Bestandes / ohne vemosgegangeae apeeielle 
Zahlung'*') in den letzten 7 bis 12 Jahren, aber mit Bmikck^ 
sii^tignng der kirchlieben VerhaJtmsse, wo sie fOr die Stamm- 
verschiedeaheil maamebend werden, die Angaben hier zsaam« 
mengesteiit sind. — Im erossheneegthnm Posen sind 1) im 
Regbez. Posen 3ie 7 Kreise Wreschen, Schrodda, Pleseben, 
6ehrimm> Kosten, Adelnan und Schild berg ao ttberwiegend von 
Polen bevötkert, dass 'V^j der Bevölkerung auf diese, %s eaf 
die |>eatsehen, Vts ^^ ^i® Jaden kommen '*"'^}; die Kreise Bock, 



*) Von dem Verfassfr der neuesten Statistik des Preusstsehea 
Staates Im liicbte der Ctogenwart, Berlin 1845, der gerade mit einer 
ganz besonderen Flttebtlgl^eU bei grosser Breite^ die Spra«hversohle'. 
denheit auf 54 Seiten darzustellen versucht liat, er/aliren wir awar 
auch neue Berechnungen, zu deren Berichtigung wir aber keinen 
Beruf fühlen, v^ell sie unttberlegte Annahmen ohne alle Kenntnisse 
der gegenwärtigen liandesverhältnisse darbieten, namentlich was die 
Litthauer anbelangt (S. 140-41). Für den Vorwurf der Flüchtigkeit 
mögen die (auf S. I3S— 40u. 158) dreimal wiederholten Anklagen ge- 
gen Hoffmann und die Preussische Siaatszeltung Zeugniss ablegen, in- 
dem •dieselben mit besondrer Naivität S. 209^ 13 eurftek genommen wer- 
den. Dabei bleibt Indess tibrig, dass selten so viel ungehörige Sachen 
und so viele unverdaute gelehrte Notizen zusammen getragen sein 
dürften, die überdies der ganzen Anlage des zur allgemeinen de- 
bersicht ausgeavbeiteten Buchs widersprechen, um dadarch zu docu- 
mentlren, dass man über eine terra incognita gesprochen hat. 

**) Zu vergleichen ist dafür noch die Zählung der Kegierungen 
zu Posen und Bromberg in Bezug auf die Deutsch- und Polnisch- 
Sprecheudeu ihrer Verwaltungsbezirke aus dem J. 183 1 (mit Aus- 
schluss des Militärs) bei HoiTmann a. a. O. Nr. 149, wenn sief auch 
zn stark das Element der Deutschen Cultur in dem Vermögen des 
Verständnisses der Deutschen Sprache gesucht hat. — Die Listen 
übor die Jnden und die kirchliche Verschiedenheit der EvangelliBChen 
und KaOioliliott sind glei^zeUig dabei von mir berückstchtlf t. — 



4M D«f Prtattitcli« Staat 

filMitor QDd Ofcoiilk, Krototebin^ Krdtai seigea aehonefaiegrft^ 
sere BeimlschaDg derDeatochon, indem hter aar darehsehnittlidb 
noch Vi5 dor Bevölkeraog auf die Polen, ^/^ auf die Deatschea 
üod Vi5 anf die Jmämn au recteca aiad; im Kreise Poaen mit In- 
l^i^jf der Haaptgtadt der Proriox steht die DeiHsdie Bevftlke« 
rang der Polniadmi aehon gteiob, "/^o Polen , ^20 Dentsdie» 
^^«^ Jaden $ dafe^ea in den 4 Kreiaeo, Bimhanm, Meserit», Banst 
w4 Fraai^dt ist die D««tselM Bevölkermig 4er Pokibohea iul 
um das Vierfache überlegen , bei Vis Polen sind n^^« Deataebe^ 
«ad Vis Jndea. Naeh diesem Verbaitnisae glebt es im Regbaa« 
Posea überiiaapt aseh der Yolksz&bliing im I>ecenber 1843 saf 
M7,930 8. in riuidea Zahlen 600,000 Polen, 243,000 Destvlw, 
uad &498OO Juden. II. Im Regbez* Bremberg mnd die 3 Kfeiaa 
MogitoOy Gaeaea und Wongrevrita aberwiegead vea Patoa be«* 
völkert; aieter als ^Vis gehören der Polnischen Baivaikcning an, 
uad aoeh aieht v51Iig %s den Deutschen aad Vis deaiadea) der 
Kreis Inowraclaw besitzt schon eine grössere Beimischung der 
llentseben, da unter %$ Polen bereits Vis Deutsche und )/is Ju~ 
iett sieb beinden^ dagege« ist die Deutsebe Berölkerang ihrer« 
selt9 schon um mehr als ein Fönftbeil Oberwlegend in den 3 Kreisea 
Bremberg, Schubin und Wirsit», da auf Vis Deutsche hier nur 
V20 Polen und V:^o Juden kommen. Noch weit zahlreicher sind 
die Deutschen In den beiden Kreisen Chodziesen und Czarnikau 
(fast das Vierfache), mit 'Vis Deutschen auf Vis Polen und Vi« 
Juden. Wir erhalten demnächst, nach der Volkszählung ImDec. 
1843 för den Begbez. Broipberg auf 432,9^7 $., in runden Zah^ 
lea 230,000 Polen, 178,000 Deutsche and 24,S00 Juden. Ai«a 
giebt es überhaupt iai Grostdierzogthum Poaea 7dO^0OO Poiea 
aaf 420,000 Deutsche und 79,600 Jadea. 

In der Provinz Prenssen tritt die Polnische Berölkernng 
am stärksten auf I. im Regbez. Marienwerder, welcher zu- 
nächst an das Grossberzogthum Posen grän^st. Er ist seinem 
grössten Theile nach aus solchen ßestandth^ilen ^usammenge** 
setzt, die gleich bei der ersten Theilung Polens an den Preus- 
sischen Staat kameri. Die CuUur dieser Landschaften war jet»t 
Ast eine gllnzli^h Polnische geworden, obgleich sie sawp^Ucb viNr 
de^ Thoraer Frieden (1460) bereits dem Deutschen Ordenastaate g«* 
börtan, «ad von ihai aam grösalen ThoBa wM Deaiacfaea 



Vorrede. 



Au idt vor 4 Jahren den fünften Band meiner Staatekundf 
herausgab y welcher die Daretellang dee Kaieerthume Oeeter* 
reich enthielt y hoffte ich in Jahreefriet ihm diesen sechsten Band 
folgen zu lassen. Meine Forarbeiten Hessen diese Hoffnußg 
bei mir zur üeberzeugung werden y da ich eeit mehr als zwanr 
zig Jahren Vorlesungen über diesen Gegenstand an der ^ietti' 
gen Universität gehalten hatte, und in diesem ganzen Zeiträume 
wohl wenige Tage vorüber gegangen waren y an denen ich nicht 
für die Preussische Staatskunde gesammelt y geprüft y verglichen 
und auch das Untersuchte niedergeschrieben hätte. Aber das Vater* 
land des Verfassers einer allgemeinen Staatskunde y zumal i^en^ 
es eine Europäische Grossmacht ist^ die in so eigenthümlß'eher 
Zusammensetzung und Entwickelung als die Preussische in tf^ 
Geschichte und Staatskunde vieler anderer benachbarter Länder 
eingreift y macht grössere und mehr umfassende Anforder^ngen 
an den Darsteller y als irgend ein andrer Staat, Er darf hier 
nicht die Nachsicht in Anspruch nehmen y für viele auf dem 
Standpunkte der Wissenschaft wichtige Gegenstände y wo Au^ 
topsie auch bei einem längeren Aufenthalte in fremden Ländern 
niemals die vieljährige Erfahrung des Inländers y^ des von Ju- 
gend auf in vollem Vertrautsein mit den Zustän4en at^fgewach' 
senen Beobachters ersetzen kann — der Auctorität anerkannter 
Führer 'gefolgt zu sein, und wo diese ihn verlassen y dfn Gegen- 
stand selbst nur nothdürftig zu bearbeiten, und aus Mangel an 
ausreichendem Stoffe sich mit weniger begründeten Resultaten 
zu begnügen. Der Darsteller des Vaterlandes hat die Au/* 
gabe^ eine Originalarbeit zu liefern ^ für welche auch die weni" 
ger bedeutenden Theile nach allen Beziehungen hin selbständig 



viu Vorrede. 

erwogen und mtt sorgfäUigMier Kritik aufgefas$t werden $oUen; 
wo Material fehlt, soll $o lange naekgeaucht werden, hie e$ 
erreicht iet, oder zur Einsicht einer offenbaren aber unvermeid- 
lichen Lücke für die a»ifgenowimena Betrachtung führt. Und 
wer den Versuch wagt, die Staatskunde in einem solchen Um- 
fange wie die vorgelegte darzustellen, wird allerdings für Jeden 
Staat oftmals zur Anerkennung solcher Lücken genöthigt wer- 
den, weil das Interesse der Wissenschaft nicht immer mit dem 
der Staatsverwallung zusammentrifft, Dass ich selbst eine 
solche Aufgabe für den Preussischen Staat gern vollständig durch* 
zuführen beahsichtigte , wird vielleicht der Leser der früheren 
Bände von mir zu erwarten sich für berechtigt halten, — und mich 
der Lösung dieser Aufgabe möglichst anzunähern war und ist 
mein sehnlicher Wunsch. Dies verzögerte die Fertigung meines 
Manuscripts zum Abdruck auf zwei Jahre und darüber, um so 
mehr als ausgedehnte Berufsarbeiten und später die erste Lei- 
tung eines beginnenden Zeitblattes meine Kräfte ausserdem 
Stark beschäftigten. ^ 

Endlich war das Manuscript am 1, Febr. 1845 dem grösstm 
Theile nach zum Druck fertig, der, in nächstsr. Woche seinen 
Anfang nehmen sollte, als ein während meiner Abwesenheit in mei- 
ner Studirstube entstandenes Feuer mit einem grossen Theile 
7neiner Excerpte und Manuscripte auch dies Druckfertige ver- 
7iichtete. Nur ein Gedanke vermachte mich hart gebeugten auf* 
recht zu erhalten, mir den Muth zu beleben, in meinem Berufe 
als Universitätslehrer ungestört fort zu wirken. Dies war die 
ungesäumte Herstellung deg^ verbrannten Manuscripts zur Preus- 
sischen Staatskunde , wie schmerzlich auch der Verlust der üb' 
rigen durch die Anstrengung vieler Jahre erworbenen. Arbeit 
ten mich beengen mochte. Ich habe jejtzt rastlos 17 Monate ge* 
arbeitet, so viel mein Amt an Tageszeit und meine Gesundheit 
an nächtlicher Ruhe mir dafür ver statteten. Zurückgelegte Ex- 
cerpte, nachdem die erste Composition beendet war und ein Theil 
meines mir gebliebenen Apparates haben gehoben; — ich kann 



V # r r « i 6« IS 

Jtifi^ dh #r»/« mhr khfnere Hi^0 dew Wtrk99 d^m PuhUkmm 
96rlggen. FUr dk ForHHxmig A«ie teil td wtti wrgearhetHeif 
WH d$H Druck y »fe ich vtHraue, im näehttien Winter ttieder 
anfangen xu ktiMen^ und »tnn miek m^ine Kräfte niehi tätteehen^ 
in Jmkre^iU dieeeu SeMun9hnnd zu liefern. 

Wie viele schätzbare Arbeiten auch die letzten Dreissig 
Jahre in menogrofhiechen Untersuchungen auf dem Gebiete der 
vaterländischen Staatskunde gebracht haben ^ unter denen mit 
vollster Anerkennung die musterhaften Darstellungen des ver» 
dienstvollen Yeteranen Hof/mann obenan gestellt werden müs- 
sen ^ und die in DietericVs fleissigen Forschungen eine würdige 
Nachfolge erhalten; so muss doch auf der anderen Seite eben 
$0 offen eingeräumt werden, dass um so auffallender der Man- 
gel erscheint, welcher uns em Handbuch der allgemeinen 
Preussischen Staatskunde vermissen läset. Denn von einem 
solchen fordern wir, dass in demselben von dem heutigen Stand- 
punkte der Wissenschaft ein gleich weiter Schauplatz eben so 
der historischen Entwickelung des Territorialbestandes und den 
numerkchen Verhättnissen für Land und Bewohner, wie der 
Cultur, der Verfassung und Verwaltung des Staates, üb^aO 
mit Hervorhebung des geschichtlichen Zusammenhangs, einge* 
räumt wird. Wenn ich nun versucht habe, in dieser ersten HäiftS 
nur jene ersten Abfbhnitte zu umfassen, so wird in der twei* 
ten doch keiner von den drei letzten Hauptabschnitten zurück^ 
gesetzt bleiben. 

Literarische Notizen habe ich reichlich beigesteuert, weil 
»M thindbuch auch dafür den Wegweiser enthalten soll, indem 
bei der heutigen regeren Theihtahme am öffentlichen Lehen Ge- 
werbleute und Gelehrte, angehende und praktisch erfahrene 
Beamte im eigenen Interesse oft über sehr specielle Gegenstände 
sich genauer unterrichten wollen, ohne^ zu wissen, ob für den ge- 
suchten Gegenstand eine literarische Hülfe vorhanden ist und 
in welcher Art sie dargeboten wird, und dann nicht selten lange 
genug in der Irre geleitet werden^ ehe sie zur rechten Quelle 



M V^rreie» 

0Mi# m a h ia m und vM 3Mi ruuiende Ari0Üy ^oi« iok überall «^/(«l 
§€M0m d^rch§^führlj und wo ich auch iaMhriiche VtherMichttn 
auß Hoffmmnn^i und DUt^rMt nmilicken Nuekrichttn entlehnen 
muMite, habe ich iie dwreh neu eingeführte Fergleiehunge- Okfeetej 
oder durch anderweitige undßlr meine epecielh Zwecke angemei' 
$ene Berechnungen « zur richtigeren Beurtheilung und Prüfung der 
betreffenden Verhältnisee nutzbar zu machen mich bemüht, Wa 
ich neue fhateachen zueret zur Kenntniee bringe^ kann ich eie 
auM iicheren Quellen verbürgen^ und habe diee meiotentheilo auch 
an den betreffenden Stellen nach näher bemerkt. Viele ReeuU 
tate^ theiU geechichtlichen^ theile etaatowieeenechnftlichen JnhaltM 
habe ich an paesenden Orten eingeochaltet, natürlich nicht tm- 
mer mit den vollitändigen Btweiemitteln unterstützt ^ weil dafür 
nicht der geeignete Ort war^ Mögen sie aber als das Ergeb» 
mti genauer Untersuchung zur näheren PtUfung auffordern, und 
wo sie nicht als klar und richtig erkannt werden sollten, würde 
die darüber angeknüpfte literarische Debatte mindestens zu iVi- 
teressanten und belehrenden Anfschlüssen perhelfen. Die Cor- 
reetur habe ich bei der Schwierigkeit des Drucks zweimal für 
Jeden Bogen gemacht, und mich überzeugt, dass ausser den Seite» 
195 ar« 236, wo drei Zahlen unrichtig sind, (s, die Berichtigun- 
gen am Schlüsse), kein wesentlicher Fehler in den Zahlenver' 
hültnissen vorkömmt, 

Königsberg, den 18. Juni 1846, 



W. Schubert 



Inhalt. 



■ »»■ 



Seiteas 

S« 1. AUgemeioe Quellen und Hülfsmlttel 1—20 

Die wichtigeren Landkarten des gannen Staates 1— Sf 
der einzelnen Provinzen 3—8. Karten^ für die ein- 
zelnen VerwaltungssMrelge 8 — KK Geograi^h Ische 
u. hydrographische Karten 10— II. Allgmnelno sl*- 
tlstisoh« Werke rttr den ganaen Staat tl—ldf fOr 
die einzelnen Prorlnze» 15^19^ TtpogmpklsdlM 
Wdrterbttohev und Keltnngen 18--90. 

A. Gruudmacbt de» Preu^scbeu Staates. 

21—570. 

§. 3. Von den gegenwftrtfge*Iiftnd«ri€tlMide des fltontes 

und soinani allniäMIgen Anwnein» 31-130 

ElnMIung 21-^9^ Unter üurfttrst FrMfrM I. 
20—30. ünler KnKOrst Frledrlcü 11. 30^39. Knr- 
fürst AllivsiAt Aoblllas und Min Hansg^setz 32--34. 
Unter den Kvrfttrsten Johann Clanre, J^aehlm I. 
u. J«aehinill. 34*^7; «en Kwmrstan Johann Gnorg 
u. Joachim Frtedrt«h 37^43. Knrfftrst Johann fiie- 
glsnund, Erwerh das NarB«glhuHM Preussnn n. d. 
Cleve^«lfeksnheR Erhsehi^ 43^ 47. KnifUrst Georg 
Wilhelm 47-46. KnrftlraC FHedrlek WIHmI» der 
Grosse 48—57. Kutfttrst Frtedrk^ Ul., als K«n4g 
Friedrteb L t?-«*^». UMMg Frt«drtdi Wtthehn I. 



■ ■ 

Li 



XII I D li a 1 t. 

SfiteDS 
63—60. Kdnlg Friedrich II. 69—78. König Fried- 
rich Wilhelm II. 78—86. König Friedrich Wli- 
heim III. hU zum Frieden von Tilsit 87—105., bis 
sum Wiener Congresse 110. Die Verhandiuogeu auf 
diesem Congresse und der 2. Pariser Frieden HO — 29. 
Die letzten Jahre Friedrich Wilhelms HI. 130—35. 
König Friedrich Wilhelm IV. 135-30. 

§. 3. PoUtUehe Eintheilung 13Ü— 07 

Die Vertheilung der alten Besitzungen und neuen 
Erwerbungen nach den Provinzen 130—46. Ueber- 
slchts-Tabellea für den FlächenlBhalt, Bevölkerung, 
landrAthliohe Kreise , Städte und c^nfessionelle Ver- 
hältnisse In dem J. 1819 u. 1821 146—56. Gleich- 
förmige Uebersichts-Tabellen für die J. 1831, 1837, 
1840 u. 1843. 157—65. Verglelchung des Preuss. 
Staates nach Flächeninhalt u. Bevölkerung mit Eu- 
ropa und dem Deutschen Staatenbunde 166—67. 

§. 4* Physische BeschalTenhelt, klimatische Verhältnisse, 
Gebirge, Flüsse, Seen, Land- u. Wasserstrassen, 
Seebäder u. Heilquellen 167—358 

Literaiur; Gcänzen des Staates. 167— '79. Klima u. 
Temperatucveehältiasse 172~-76. — Gebirge 177 -Oj. 
Flüsse In der Provinz Preuss^n luL— 207. Das 
Odergebiet 208—34. Kttstenflüsse zwischen der 
Weichsei u. Oder 224-27. Das Eibegebiet 2'28— 37. 
Das Wesergebiet 237 — 41. Flüsse zwischen der 
Weser und dem Rhein 211-42. Das Rheingebiet 
243—256. Die Flüsse westlich vom Bheln und im 
Fürstenthum Neuenbürg 256—59. Die Strandseen 
259 — 62. Qler IiiMid0een der Provinz Preussen 
• 262—68. Di.e Landseea in Pommern, Brandenburg, 
Posen u. Schlesien 268-* 73. Die Landseeti in Sach- 
sen, der Hheinprovinz und 4m Fürstenthum Neuen- 
bürg 273-r-76. Die Canale In d. Provinz Preussen 
276-^84. Die CaiMUe In Posen, Pommern u. Bran- 
denburg 284—93. Die Canile In Schlesien u.;Siich- 
sen 293-7A4' Die Canäle in Westphttleii und der 
Rheinpro vitts 297—300. Der Chausseehau ver dem J. 
1815^ dO(^%^ in den J. ISV&^^-M^ Uü^U. Der €hauft- 
seehA« unter König Friedrich WUlielm iV. 913-25. 
Die Eisenbuhn^Q» welche schon' ia toller Nutzung 
stehen 33^47. DieEistnbalMiOi, w«Mtl846voU- ' 



i 



I n 1 A I t. xtn 

Seiltns. 
fitändtg erl^ffnet <^er tbeitweUe bearbeitet weiHeft» 
347—355. Die Seebäder u. Heilquellen 355—58. 

§. 5. Allgemeine Bevölkernng« Verhältnisse. Die gros- 
\ seren Städte • . • . 358—149 

Die Volkszählungen 35S— 50. Die jährlich Gebore- 
nen u. Gestorbenen und die UeberschQssc In denJ. 
]S1(^-3M ^le Altersverhältnlgse, die Ehen, ehe- 
liche und uneheliche Kinder d<)0— #74 die«eibea Ter- 
hältnlsse fftr dl« X 1639--<t, 3e7---75. JH^ Bewe- 
gf > der Bevölkerung nach der jikrilchenZuttahMe 
fL. > J. 1S17— 13, 37?— 52. A»g«m«lne Resultate 
nach Alter und Geschlecht S8S-**85« Ta ab t imt i e * 
und Bünde 380—89. Zwillings- und DrilUngsgebur- 
ten 3SD— 90. Todtgeborne 390—91. Todesfälle nach 
den Alters-Classen 392— 9"^. Selbstmörder 396^97. 
Unglücksfälle verschiedener Art 307 -9a G«bi«de 
für die ver^chledeueii Zwecke vaeh den Previvse« 
geordnet 398-404. Die gegenseitigen Verhältnisse 
der städtischen und ländlichen Bevölkerung 401 — 8. 
Die vei'schledenen Classen der Städte nach der 
Grösse der Bevölkerung 466—13. Berlin 413—21. 
Breslau 4Ul. Königsberg 422. Cöln 424. Dansig 
4i6. Magdeburg 4*27. Aachen 4*28. Stettin 429. 
Posen 430. Potsdam 431. Elberfeld, Barmen, 
Halle 432. Die Städte zwischen 30,000 und 10,000 
Elnw. 433—37. Die mittleren und kleinen Städte 
437—40. Bevölkerungsverhältnisse im Farstenthum 
Neuenburg 440-42. 

§. 6. StammverscbledeBheit der Bevölkeruag . • • • • 442— 48t 

Geschichtlicher Üeberbllck 442—45. I. Der Deut- 
sche Volksstamm 445—48. Die Deutschen Coloni- 
sten 448—51. II. Der Slawische Volksstamro 451-460. 
ni. Der Lettische oder Litthauische Volksstamm 
460—62. IV. Der Celto- Germanische Volksstamm 
462—63. V. Die Juden vor 1812 463-68^ die Ju- 
den mit und ohne Staatsbürgerrecht nach den ein- 
zelnen Provinzen 468—80. Die Zigeuner 480. 

S. 7. Allgemeine Ständeverhäünlsse 481—546 

Geschichtlicher tTeberblick 481—91. Die Gesetz- 
gebung In den J. 1807—15 in Bezug auf die allge- 



xvr I 1 k a 1 t. 

SdtfBK. 

aieltt«! VerkilMtM 4«r fliind« «ater «lAaftder 
485— 4M. L Dmt holie A4el luid die SUidesheifen 
591—505. II. Der niedere Adel und die RUtergnts- 
besltser 5I5--521. Die rUterlHIrtlge Ritterschaft In 
der RkelnproTlns und In Westphalen, 509—514. 
Neue AdetoverliftltnUee aui dem J. 1840, 514—15. 
NumerlMlie VerkäUnlsse 4er RUtergater 515—31. 
in. Die Stft^ebewohner 521—35. Der HandetoUui4 
696—97. Die Gewerkelrelkettten 637—31. Dh» 
Beamten 6^ ^35. IV. Die Idefnen UndHeliea Be- 
sitaer &i5— 13. N«nerl«ebe VerliäUnlaae ^eraeltien 
538*43. Da« «eeiiMe 544-45. YerkiHnUse Im 
Fttr«4eftiluini Neuenbürg 54S— 40. 

§ 8. Rellglonsverscbledenlieit und allgemeine kirclillclie 

Verbftrtnlsse der Bewohner 546—570 

6e»o]iielitHeher UeberbUck 545-^. 1. u. II. Die 
£va«gettaeb« u.Römtocb-]utbeUeobeKlrdieS55— 568. 
Numerlsebe Verbftlinlsse 4eraelben 562 - 67. Herr«- 
bnter n. Menn^nlbeB d63>-65. Deutoeb-Katboliken 
567--^. III. Die ei>leeblaob - Rialb<iil«cbe KIrebe 
568-60. IV. Die Juden 560— 7a 



99E 



. s 



Der Preussische Staat 



f 1. 

Allgemeine Quellen und HulfsniitieL 

IJie wichtigeren Lmodkarteo« Der grösste Theil des 
Preassischofi Staates, Danentlieh die DeatacbenProviazen, hat 
seit dem Mittelalter vor%ogsw«ise den Tnmmelplatafi für die he* 
deatsamsten Kriege dargeho^ten, and dvreh diese eine genauere 
Terrain - Kenntniss nnd einen reichlicheren Materialien -Vorrath 
zur Darsiellnng angemessener Specialkarten veranlasst. In der 
neueren Zeit hat die unterstützende Hülfe der inneren Verwal- 
tang die Bearbeitung und öffentliche Bekanntmachung sehr ach- 
tungswerther Speeialkarten wesentlich gefördert, wozu noch seit 
der Wiederherstellung des allgemeinen Friedens die Operationen 
des Preussischen General -Stabs und des militärischen topogra- 
phischen Bureaus kommen, wenn gleich erst seit dem Jahre 
1843 mehrere dieser Arbeiten zur allgemeinen Benutzung dem 
hnchbändlerischen Verkehr überwiesen sind. *) — Da aber der 



*} Die grosse Dreiecks - Kette , welche der Preussiscbe Gene- 
ralstab seit dieser Zelt fortgeftthrC hat, fängt bei den Tranohotsohen 
Dreiecken an den Gränzen der Rheinprovinzen an, geht dann dnrch 
Hessen nnd TfaQringen, wo sie mit den Triangulationen des sttdU- 
ehen nnd ndrdiicben Deutschlands, und namentlich mit der Baierl- 
sehen, HannöTerisehen und Heasisehen in Verbindung steht, und 
dehnt sieh, von hier nach den ösHichen Provinzen aus. tn Schlesien 
schilesst sie sich an die Oesterreichischen Operationen in Böhmen 

6chiihert*8 StatistilL. VI. ^ 



2 Der Preussische Staar. 

grössere Theil des Territorialbestaades des Prenssisehea Staates 
zugleich dem Deotschen Bande aagehört aad einen iiitegrireaden 
Theil des frOhcren Deutschen Reichs ausmacht, so hehalten alle 
froheren allgemeineren Kartenwerke Deutschlands auch ihre be* 
sondere Beziehung zur politischen Entwickelnng und allmählichen 
Gestaltung des Preussischen Staates, sowie die neuesten umfangs- 
reicheren Arbeiten för ganz Deutschland auch hier ihren An- 
spruch haben, als allgemeine Bölfsmittel aufgeführt zu werden.**) 
Unter den ausführlicheren Generalkarten dieses Staates sind 
wegen ihrer allgemeineren Brauchbafke't beaonders zu bemerken: 
n. U. Gotthold's Karte des Preuss. Staates, Berlin 1817, in 
25 Bl&ttern, welche einen Theil einer umfassenderen Karte 
Deutschlands bilden und auf die administrativen und militärischen 
Eintheilungen Rücksicht nehmen, behält unter den ausführliche- 
ren ehartographischen Arbeiten seit 1814 in ihrer historischen 
Stellung ihren eigeathümlichen Werth. — Generalkarte des 
Preuss. Staates in 24 Blättern nach den vom statistischen BüreaD 
nitgetheiltea Nachrichten, 3te bis zum J. 1841 nach amtbchea 
Quellen revidirt und verbessert, Balle bei Kümmel tS49 m 
Querfol. Die erste Ausgabe erschien 1824, die zweite 1833, unter 
Mitwirkung des um die Chartographie Preussena hoohverdientea 
F. B. Engelhard t; Maasstab von 1 : 900,000: eine oeue Ansgabr 



und Mähren, und fn Ostpreassen seit 1833 ao die In den Russischen 
OstseeprovlBzen ausg^eführten an. Auf diese Welse Ist eine unun* 
terbroobene Dreleekskette von Formentera und Baroenona Ms aaeb 
Petersbnrg ansi^earbeltet, vnd ein sehr grosser Theil von Europa, 
Dämlich das n^^rdllohe Spanien und Fiankreleb, die Oesterreleblsohen 
Staaten^ das a<^rdliche Italien, die NlederUade, Deutschland, Maf-' 
mark und ein Theil des nordwestlichen Rosslands sind trigoneme« 
(riech festgestellt. Vgl. Pres.. Staatsztg. J833. ,A?340. 

**) Wenn wir aus der grossen Masse hier nur das Werthvollste 
herausheben \irollen, verweisen M^ir auf D. 6. Reymann's geogra- 
phische Specialkarte tob Pentschland, die Im Maasstab Ton 1 : 199,(129 
dernatürUeheeIiftngeauf343SeeUonen berechnet ist: die Ms jetater-» 
SchieneneB 184Seeaonen (seit 180i auf Kosten des Verfassers bearbeK 
tet und nach seinem Tode von Oesf ol d fortgesetzt) entkalteBdenPreua* 
alsehen Staat vollständige Als grössere Ueberslcktakarte für Deutsek- 
land bleibt aueh gegenwärtig moeh Ad. Stieler's Karte ▼«Deutseb« 
land in 9^ Blätt. Qfoi, 1839^33. eine reckt braudbbare Arbeil (te 
Vsaseti4>o von 1 : 800^090). 



D4it Premsisehe Staun S 

Mltti. Id4« MglelcIniiiiM dkm tlM ,^f^ofMM^MtmA*^ Mmtuä 
fimmtht, ttit Biitragung aHer nea eotstand^M« DorfMMflea^ 
Knn^sitMiftn, Eiftefiftaboen o« b. w. Di9 Blitter siad zwar oagleioi 
geaHieitet, tm wanigaten sprechen an die Östlichen Sectianan: 
doch iat die Karte wegen ihres ansfOhrlichen Details, swa^i- 
tt&^ger Beantznng guter Materialien and ihrer ▼erhaitaissmaaBi» 
gen WetifaMkeit wohl m eii)»rehlen. -- F. B. Bngelhardt Karte 
Vom Preus^cbea Staate and den angiUnxenden Lindem ösdioh von 
Berlin, SS Bl&Uer gr. Fek Berlin 1833 und 1849: im Maasstall 
Yen 1, : 333,383) in der Bearbekang des Matwials wie in der 
DarsteHoog atae verdienatvatle Arbeit: ans dieser Karte hat dar 
Y^etfaeaer saRist 4»Be Uebersicbtskarte in 9 gr. BL Fol. 1833 
geltefert» — ^ J. ft. W5r], Earte vom Preassiachen Staate nnd 
den ai^ranaendon Landern, in 17 eolorirt. BMtem mit rath einge» 
dm^ten Strassen, Eisenbahnen n. s. w., Carlsmba undFraibnrg 
1843 ^ 44i Fol., im Maasstaba von Is 500,000; nicht mit der 
gaw^nliehen aanberkeit «ad Bieherheft, \^ie die eiazeVnen Thaila 
aelnea graben Atlasses Yon Baro]^a, hat W(lrl diese Karte be«* 
arbeitet, wozn wohl der wohlMlere Preis «ad die Eiligkeit in 
4at tffä liefaivdea Arbeit besonders beigetragen haben mögen. 
mm V. flan^tke, Handatlas des Prenssisi^n dtaals in 36 fil&t^ 
lam (18^^ breit ttad 19,^5 hoch), nach den besten und neuesten 
Materialien l»eatbeitet, Glogau 1845, für den gewöhnlichen Hand** 
gebrattoh durch seine Wohlfeilheit des Preises empfohlen; in 
gleicher Weise ist der Atlas von Preossen in 30 Blatt, nnd 
13 LieferangeO) E^Airt 1844 — 45 ans^fdhrefli 

Von den Specialkarten des Prenssischen Staates bemer* 
kaa wir die fir nnsern Zweck bemerkenswerthesten, welche ei*« 
aen bleibenden Wertb beiianpteti) indem wir die Rerhenfolge aach 
dan Pr^vii^^a von Osten bot durchgehen. -^ Für die Provinx 
Pransscb war rar seine Zeit eine Masterarbeit In jeder Be^ 
äi^nng: die Kart^ von Oi»t-Prenss0ii5 LHthanen, Westpredssen 
tind dem Net^distfH^t^ i.ntcr Leitdhg des Ministers Freiherrn von 
Bchrötter aufgenommen, vön fejitor nnd Engclhardt, im 
Maasstab von 2 t 144,000, Berlin 16021 -- 10» 35 Bl. gr. Fol. 
Wenn auch jet«t darcfa ntne genauere Vermessungen viele Feh<^ 
lar dieser Karta im Einzelnen aufgedeckt sind, so bleibt ihr 
W4Hb imaiaif aeefa aicber gestalk. Als Srapplement zsn der'- 
atf iNm ' dUMH üa fcatfdeagrtnze ewisoben Prenssen und dem 
Hn^ogthmfl WatisdAfi, entwarft von Engelbardt, Berlin i«il. 



4 Der Preossisc^e St«aC. 

Fol. Ein äobedenteader Nacbstich ia bidl^ so gramen MMMlftlie 
ist die totiograpbisch - militärische Karte von Prenssen, WeiMMTy 
1813, 30 Bl. in Qfol. — Als neae Bearbeitnnic der Sobr&ltersclieB 
Karte, jedoch gleichfalls nur in halb so grossem Maasstabe, 
dient die Karte von Ost - Preuss. , Litlb. nnd West|>reustten und 
dem Netzdistriete von ¥\ B« Engelhardt, welche derselbe zo 
Berlin in 9 Bl. gr. Fol. 818 — 22 herausgegeben hat; berichtigt 
nochmals 1836 aus oflleiellen Nachrichten in Bezug auf alle in- 
zwischen vorgefallene Veränderungen.— Die seit 1833 — 1844 
erschienertcn Karten von den einzelnen Kreisen dieser Provins 
sind aus demselben Material zasammengesetzt, zum Theil voo 
F. A. V. Witzleben gezeichnet, in . gleichem Maasstabe wie 
die Schrdttersche Karte , und mit Eintragung der neu entstände^ 
nen Abbaue und Ortschaften — F. Böhm, Specialkarte v. Re- 
gierungsbezirk Gumbinnen, gr. Fol. Berlin 1840. — 

Für die Provinz Pommern: Gilly, Karte des Herzog- 
tbums Vor- und Hinter -Pommern^ nach speciellen Vermessun- 
gen entworfen, BerK 1789. d^Bl. Fol.^ fast veraHei und nur dem 
historischen Gebrauch anheimgefallen. — Engelhardt's Kaito 
von Pommern in 2B1. gr FoL Berlin 1813» is4 eine Reducirniii^ 
der Gillyschen, aber mit vielfachen E^erichtigungent. Als Ergänz 
zung dazu dient dessen Kaste von der Insel Rügen und Vorpom- 
mern, Berlin 1833 gr. Fol. — Fr. v. Hagenow, Specialkarte der 
Insel Rügen, Berlin 1829. Fol. — Die beste Arbeit besitzen 
wir aber jetzt in der topographischen Kar(e der Provinz Pom- 
mern im Maasstabe von 1:100^000, nach deu neueren Landes- 
vermessungen beim Königl. Preuss» Generalstabe bearbeitet 
und herausgegeben v. d. topograph. Bureau desselb. Berlin 
kl. Fol. 1843 — 45, in 56 Sectiouen jetzt vollständig. 

.Für die Provinz Brandenburg: Die werthvollste Arbeit 
ist jetzt auch hier die topographische Karte der Provinz Bran- 
denburg, nach den neueren Landesvermessungen beim KönigL 
Preussiscben Generalstabe bearbeitet und herausgegeben vom 
topographischen Bureau des Generalstabes > im Maassstabe von 
1:100,000, Berlin kl. Fol. 1843 bis zum November 1845 sind 
17 Sectiooen erschienen. — Topographische Karte des Landes 
der Gegend zunächst um Berlin, tuetallographirt im MaasstabQ 
1 : 50,000, herausgeg. im topograph. Bureau .d. Preii^. GeoeiiU- 
stabs, Berlin in 48 Sectionen 4to. — F. B. Eagelhafdt, Karte 
V. Regbezirk Potsdam, nach eignen Unteranohungen,, Anfjnah- 



Der Prettssitehe Staat 5 

tten and Beffcbtigao^n rnid tmth der von f extor aod von 
Oesfeld aasgefClferten trigofionietriscben Vennessaag^, Berlin 899, 
4 Bl. Fol.; nea verbess^ and Bufgeltgt 1S31 , 33, 1837 anl 
1843: sk ersetzt z^g^e\th seino früheren Specialkarten tut 
die VritgmtK and die Uekennirrk, im Maasstabe von 1 : 988,600. 
— Desselben Specinlkarte v. d. Regiernngsberiirk FraMikfiirt, 
Berlin 918. in 2 SecU and 3 Sapplementbl. ; 1836 nea berich-* 
li^ and beraasgegebea. -^ Koppln, Karte vom ganzen Oder** 
bfaebe von Frankftirt bis Schwedt, Berl. 2 Bl. 1898 — 99; im 
MaAsstabe v. 1 : 100^000; eine selbststtikndige tOcbtige Arbeit. — 
^ogel v. Plilfc-enstein, topogmphiBChe Karte d. Umgegend von 
Berün/I gr. B^, Berlin 1837, im Maasstabe von 1 : 95,000.-- 
F. A: V. Witeleben, Karten der einzelnen Kreise m beiden 
Reg. - Bezirken der Prov. Brandenbarg, jede ans 1 Bl. — 

Ffir Schlesien. Atlas von Selilesien in Specialkarten 
der lan^r&thlichen Kreise and des Oesferreiehischen Antheils, 
ge%« v<on Wi^sner, Schilling and And:, ßrcslaa bei Lettckart 
In «0 W: 1890 — 1849. — v. Grambkow, Wandkarte von Schle- 
sien, Breslaa 1835, 15 Bl. — F. J. Schneider, Specialkarte der 
Preass. Provinz Schlesien and der Grafschaft Glatz, mit beson- 
derer Hervorhebang der Bisenbahnen, Chaasseen und Commani- 
cationswege, 4BI* in gr5sstem Landkarten format Breslau 845» — 
T. Dieblisch, Halb- Pia nknrte der Sudeten von der Lands- 
krone bis znm Handsröck in Mähren, BI.IS96. — För Schle- 
sien and das Grossherzogtham Posen bleiben auch die betref- 
taiden Sectionen der oben angefahrten trefflichen Karte 4es 
Preass. Staates östlich voa Berlin von F. B. Engelhardt in 
^ Bl. sehr empfehlenswerth. — Der ältere Atlas von Schle- 
sien, bearbeilet von Wieland, hat auch selbst in der Verbesse* 
rang von Sotzmann jetzt nnr noch historischen Werth. — 

Für die Provinz Posen. — F. B. Engelhardt, K. vpm 
K&nigreich Polen, dem Freistaat Krakau and den angiUnzenden 
Staaten, Berlin 19 Blatt, gr. Fol. 1830.— Specialkarte v. S&d- 
prensseftt aas der Königl. topographischen Vermessungskarte, 
anter MitWidrang des Dlrectors Langner, reducirt auf den 
Maanstab v6h 13 910,000 and heraasgegebon von Giliy, Berlin 
1809 — 3, 13 BL gr. Fol. Ans dieser Karte hat Peschell 1893. 
eine anf 3 Bl. Fol. reducirte für das Grossherzogtham Posen be- 
arbeitet and später ein Uebersichtsblatt in I Bl. gr. Fol. 1844. 
herausgegeben. — F. B. Engelhardt, Karte v. d. Grossher- 



6 Der Preu8«i8ch« Staat. 

BOgthmn Warschau UDd den angrllnxendea lÄadara, Berlia 1813» 
4B1. Fol.: für das Grosshcrzogtham Poseo tot diec^be ISIP^ 
1831 a« 1813 neu berichtigt heransgegeb. ; man kana sie als^ae de- 
taHlirte Ueberaichtsk. wohl empfehlen im Mftasstabe v. 1 : 768,000i 
— Die wichtigste Specialkarte des Groasherzogtbams Pos#n vw* 
danken wir aber wiederam dem Generalstaabe, sie ist gleich- 
flalls im Maasstube von I : 100,000, nach den [iandesvermessangea 
ia den Jahren 1824 — 33 beim Preuss. Generalstabe bearbeitet 
and herausgegeben vom topographischen Bareau des Oeoeral'» 
ataby es sind Berlin 1843 — 45 (Novbr«) 41 8eetionea in Fo). 
erst veröffentlicbt) sie reicht nördlich jedoch nur bis zum 53tea 
Breitengrade, -^ v« Hdpfaer, Kreiskarten vopi Grosshecaog* 
Ihum Posen, in einzelnen Blattern für jeden Kreis ia d. J» 
1834 — 36 erschienen. — 

Für die Provinz Saehsea: C. F. Klöden, Specialkarte 
vom Herzogthume Magdeburg, Berlin 1816. 2 Bl. FoK; sia 
ist eine Berichtigung der alteren K. dieses Herzogthums aad 
der Altmark von D. F. Sotzmann, welche 1800 in 2 Seetionea 
erschienen und 1813 in neq berichtigter Ausgabe wiederlic^ 
ist. — J. Blume, der Regierungsbezirk' Magdeburg, als Ao* 
hang zu Seidlitz's statistischer IJebersicht dieses Regierunga*- 
bezirks, Magdeburg 1823: revidirt und verbessert 1836. — 
A. A. Müller K. vom Regierungsbezirk Merseburg in O^ec- 
tionen Halle 1829. — Albr. Platt, Spezialkarte des Regier 
rungsbezirks Magdeburg, entworfen und gezeichnet nach 
den im J. 1840 — 41 vorgenommenen amtlichen Beriehtigimgcü 
der vorhandenen Materialien; Maasstab von 1:230,000. 1 Bl. ai 
grösstem Landkart. Form. Magdeburg 1844« — Desselb. I^pe* 
cialkarte des Regierungsbezirks Erfurt, nach den neuesten amt-^ 
liehen Berichtigungen, Maassfab von 1:150,000, Nordbausea 
1844, I Bl. Fol. grösst. Landkarl Form. — Desselb. SpedaJkart. 
des Regierungsbezirk Merseburg 1 Bl. Fol. 1844. — F. A^ v- Wi tz-^ 
leben, Karte des Berzogthums Saehsen*) nach den neuesten 
Materialien, Berlin 1832. Fol., dient zugleich als Uebersiebia« 
blatt der von dem Verfasser bearbeiteten Kreiskarten dieser dr#l 
Regierungsbezirke in einzelnen Blättern, Berlia 1834 — 36. — 



*) Petrins Karte von Sachsen, In der 2ten Ausgabe in 15 BK 
Dresden 1785, hat durch schätzbares Material zur Auffassung der 
fHtheren TerhäUnissen doch ihren Werth behalten. 



/ 



l>0r Pr«ii»»is€be 9taat« 7 

a JU V« i»«ar#A4y Iterte v^m FQi«le«tlHUi IWbMrtMl, det 
CtofMuilloii Wernigerode imd HobeQ^tein^ Berl 1811« IBl, FoL 

Flu 41« Pcovin» Wesiphalen: suerst bleibt hbr »ocft 
iiM^er ak» eise wBgezekäneie i%rbeit »u oeaoeB v. Leooo^'« 
l^ipofrai^selie Karte, den grdMtea TbeU von Westpbaleo imd 
^i» ifiigiiiocenden Limdem entbalUnd, oacb a-stroDomlacbfii und 
fjligofiQSMlriaebeii OrUbealimnaegeQ in 22 BL grö^at. FoK BeriiA 
140& in Blaaastai» veo I ; 84,00Q; UebersichtsWatt deraelbeo ia 
ainem^OeseralblaUe voo V:iöden, Berlin 1913*— Doob aueh Ober 
diei»e Kaiie aleHt aicli im b^herea Werthe jeUt die (o|K>gra|iliiaelMS 
K« 4ec Froviaz Weatphaleo, im Maastabe von la 80,000 
oacb 4ei» neueren LandesvennessuiigeD bei« Preuss. General* 
atal»e bearbeite Bod berausgegeben von (opogra^iseben Barean 
de» GeneraläUibs, Berlin 1841 -- 45 Fol.; bis /.am Nov. 1845 sind 30 
Heelionen ei-fcbienen. — >lfickardt, Karte vom Her^QOgtbnm Berg 
«nd Wesipbalen nebet di?a angräassenden Landern» 1821 in 9BI 
— C F. y* Wlfiibeiiing topographische Karte vem lier>u)g(hiini 
B^g, 4.B). gr. Vol*i aufgenommen in den Jahren 1702 — 04, 
^aeh einen Maasstabe von l; 30,000^-— Allir. Plati» Special- 
karte des Begiem^gsb. Ariiaberg, Magdeburg, gr. FoL 1841. — 
Smniierieh C8(euerrath)i Kreiskarten^ vom Regierungsbezirk 
Arnsberg, nach den Katasterkarten bearbeitet im MansstaJH» 
vn» 1 : 100)000. Fol 1843-^44$ eiBMeln ersdateaen; aJs topo- 
gc^. Atlas des B^bess« Arnsberg verbunden, Siegen 184&. 12 B), 
gpE.Fot — Topograph^ Kact- der )andri»thiichen Kreise in den beiden 
JBegieningsbezirken Münster und IMinden, in einzelnen Blättern 
^werfen von l^lierlin^ jBehmelzer und Vorländer, sind 
fl^n.Münater und lAiMea 1844 --45 ersduenen. 

Für die Bheinprovinz. — J« M« F« Schmidt, Karte 
van den Preussischen Provinzen am Niederrbeine, grössentheils 
naeb geometrischen. Vermessungen* Berlin 1821^ in 4 Bl. -^ 
W« Werner, topographische KAtte des Regierungsbezirks, Dus- 
aeldorf, entwQff^o naeh der Kataatral -Aufnahme und den zn 
Ifomde lieg«i4en trigpnomeitrischeB Arbeiten, herausgegeben von 
€kinh^^ im M^s^taV von 1 : 100^)00, Crefeld 1837 m eBl. gr. Fef«^ 
ninnr reehl gute Arbeitt in 8 BL wehlfeüe Ansg. . 1841. ^ 
W. Wi^Hrer, Sp^eialkarte de« Regier«ng;a)ezirka CoWenz, nebat 
den UenMf Omn Xassau in 4 BL Fol. ^ sie erfiallt nur näasige 
AM9#rd6be* ^ BeMung^ nn4 Welsch,. Spediailkatte vem Re* 
f^ißSWguUMi» BftaseWorf , in 4 Bl. Düsseldorf 819. — 1- W. Bf eir 



l 



8 D«r Preufisiftcbe Staat. 

gen's AtlM vom Begliessiit Aachen, bteteheiid ia einer Ueber« 
McbtS' und 11 Kreiskarten, Cola 1830. — Clonth und M^IU 
haasen, Karte vom Regbezirk Cdln, in 4BI. Cdia 1895. — 
Topagraphische Karte vom Regbeziik Trier, Trier 1895 in 
2B1. ~ G. V. Sehnlteg, Specialkarte des FGrstenthnma Lidi* 
tenberg oder des jetzigen Kreises St. Wendel , in 1 DI. — Krefs'- 
karten für diese Provinz auf einzelnen Blättern bearbeitet and 
litbographirt voa Severin, Streit, den Gebrddem Becker 
v. m. a. aas den J. 1829—38, in Crefeld, €51 n, Aachen and 
Dfisseldorf erschienen. — Die virichtigste and ansfähriicfaste kar-* 
tographische Arbeit, für diese Provinz ist aach hier gegen wilrtigt 
die Rheinprovinz, im Maasstab von 1 : 80,000, nach den neae- 
ren Landesvermessungen beim Preuss. Generalstabe bearbeitet 
und herausgegeben vom topographischen Bureau, des General- 
stabs, Berlin 1841 — 45. — Für das Rheingebiet insbesondere: 
C. Fr. V. Wiebeking, hydrographische und militärische Karte 
vom Niederrhein, von Linz bis Arnheim, in 10 Bl. 1796. — 
V. Wiebeking, hydrographisch -topographischer Atlas vom Nie- 
derrhein in 3S Bl. Paris 832: eine neue Ausgabe früherer Arbeiten. 
— Dewarat, Specialkarte des Rheinlaufs von Speier bis Bin- 
gen nebst den angränzenden Gegenden von beiden Ufern bis an 
die Gebirge , Manheim 2 Bl. — 

Für Neuenbürg und Valendis: J. F. d'Osterwald, 
carte de la principaute de Neufchatel levee de 1801 — 6. Paris 
1811. — Für die Theile des Preussisehen Staates, die im Zeit- 
alter der Revolution und unter Napoleon dem Französischen 
Reiche angehört haben, sind auch die nachgetragenen Sectioneil 
der grossen Cassinischen Karte von Frankreich (vgl. Bd. II. S. 1.) 
in Rücksicht des Materials nicht ohne Werth. - 

Zur Uebersicht der einzelnen Verwaltungszweige, der aH- 
gemeinen klimatischen Verhältnisse, der Vertbeilang der Gebirge 
and Gewässer, sowie der Erleichterungsmittel für den inneren 
Verkehr dienen folgende kartographische Hülfsmittel: 

Kurts, Karte vom Preussisehen Staate mit foetr&cbtl. Tfaei-^ 
Jen der angrenzenden Länder, Beri. 1831. 12 Bl. Qfoh, eine ge- 
wöhnliche Uebersichtskarte für die einzelnen Zweige- der Ver- 
waltung^ — Rad. v. Beningsen-Förder, der Preassische 
Staat nadi seinen wesentlichen Bezi^ungen entwerfen und ge- 
zeichnet, Magdeburg 1836 in 13 Bl. QM.] für die verschiecteaea 
Zweige der Verwaltung und gewerbMchen Cottur bearbeitet.-^ 



D#r PrenssifTche l&taaf. ^ 

C. V. Itftttf (OM^eitr in topogiiiplii«ebeii Bflretiti deif G^nenil- 
steii^, Karte vom Preatts. 8fjwite; oilt Angt^ht der lej^aaaitfHi 
lAmiitlielier evaagelbeher Cobsoateilea, ia 4 grossea Bt. Pol. tia 
Maasü^be von I : l)O00j00O. Bert. t8M. Baaeelbe Net« Ist neeh 
aa vier versekiedeneo Aasgabea ftr die katboliscfaea erzbiscbdf* 
Hebe» aad tmcMffidiea Bpreo^Io, fQr die Aagabe aller Sireat-*- 
Keliea üaterrichts- and Bildaai^sanstalten, fOr die Behörden der 
Jostia and Ver^i^altang mit der Begränssang Ihrer hesondera 
Amtsbeairke benntzt u'orden. 

F. Y. Bering, administmtiv^stfitfstiseher AtlaA v. Prensa. 
Staate, Berl. 1845. bei Schropp in 18 Kart. gr. Pd.; frohere Aas^ 
gaiie eraf^iea daselbst 1828, 1829 in22Bl., er enthält eiaehisto- 
rjaahe Ueliersiebt der Bm^erhangen unter dem Biioae Hohenas^* 
lern, die adnoiaisfrative Biatlieilong dea Staats nach aämatlidiear 
Kreisen, die militärische- Bezirks ^Biatheilnng und Dislooation 
dea stehenden Heeres, die Justiz -Verwaltang, Zoll- und Steuer* 
Verwaltung» den Sala - Debit , die Bergwerks- Hütten and Salioau"* 
Verwaltung, die evangelische und kathol. Eirphenverfassungi 
die Unterrichts- uad Bilduugsanstalten, die Versdiiedenh^ der 
Sprachen u. s« w.e jeder Verwaltungszweig u. s. w. ist auf einem 
hesoaderea Blatte fSrden ganzen Staat behandelt.— 

B. Berghaus, kleiner geographisch - statistischer Atla« 
der Preussisehen Monarchie, in 10 Bl. gezeichm^t und gestochen 
in der geograpb. Kunstschule zu Potsdam, gr. 4. Gotha 1842 1 hat 
nur d. Bestimmung einem eberiächlich. Bedfirfnisse^u genügen. — 

P. B. Engel hardt, Generalkarte vom Preuss. Staate ipit 
den Grenzen der Regierungsbezirke und landräthlichen Kreise^ 
2 BL i^&sst. I^andkart Form. Berl. 1844; früher schon 1829 o. 
1833 herausg^eben, im Maasstab von 1 : 1,200,000. — C. P. Oh- 
mann und C. L. Ohmann, Wandkarten der fünf Provinzen 
Preussen (in 2 Abtheilungen östliches und westliches}, Branden-f 
hurg, Schlesien, Westphalen und den Rbeinprovinzen , jede aas 
9BI. Fol. Berl. 1841 ^44. — K. A. W.Entresz, Wandkarte der 
Provinz Posen, in 6 Bl. Fol Glogau 1842. nebst Text und Ue- 
berslchtskarte. — 

V. Witzleben u. And., Kreiskarten der Preuss. Monarchie 
nach den besten amtlichen Materialien, Berl. Heymann 1842 bi$i 
1;845. gr> Fol i bis jetzt sind 15 Lieferungen aus verschiedenen JBe-7 
gaeraagsbezicken erschienen, jede Liefer. in 5 Bl. — Dr. Büb-r 
ner, Diöcesan- Karte des Bisthums Breslau, Breslau 1829. med« 
Fol. , eine unbedeutende Arbeit — 



I.- 



10 Def PrenstUebe Staat 

Nowa^k «ad MaliliaaDO} Proviaaial-AttM da» PraoM» 
glaatoft aater Leitaag des 0* 0. Jant. R. Starke^ mit 1 Ualm« 
«iebt«lcarl)e fOr deo gaozea Staat and 8 Bl&ttera rar die «iaa^ 
aaa Provinzea in Bezi^ aaf die veraobiedeoen Zwatge der y«r<^ 
waUang, der Post, Landstrassen, Bisoabebnen a. s. w. 9erU% 
Q Bl. 84^ Fol. Diese Karte ist ^^ugleieh als eine neue Umarbeir* 
tang der Karten zu Starke's Beitragen fQr die Jnsti^verwaltoag 
anzusehen, vergl. unten Literatur zu §. lli« — Karte der aeuea 
Landwehr-Bczirks-Kintheilung des Preuss. Staates, naeb 
der Cabinetsordre vom 3 Nevbr. 1842, nach amüiebea Hfilffemit- 
tala, 1 B». gr. Fol. nebst Text Berl. 1843. — 

h, Zindel, Zollvereins and Bandelskarta von PreiiiN 
sea B»t Einschluss sämmtlieher dem Zellverbande einverlaibtea 
Deatsebco Staaten, Ste Ao4. Magdeburg 1843. 4Bl. in 99h^aH 
reicht nur für den gewöhnliehsten Handgebraoch aus. 3«Aui« 1644» 

R. Berghaus, Postkarte v. d. Preuss. Staate, in SSBRItr. 
unter der Autorrsation des Preuss Genera!*- Postamts bearbeitet 
und bis zum 1. Nov. 1S37 berichtigt. Berlin 1838.— 

Postkarte von dem Preuss. Staate und den angranzentfen 
LS^ndern in Bl. Fol., bearbeitet im Cours*Bnreau des Preuss; 
General -Postamtes, Berlin 1845 (bei Schropp); schon früher 
aeit 1829 mehrmals in 6 Bl. FoKherausgegeben, nur als Uebersichts«- 
karte für den Postverkehr in allen seinen Beziehungen zu em- 
pfehlen. — 

Preussens Secatlas, Geschichte, Uebersiebtskarte, Leueht^ 
(hürme, Küstenansichfen, herausgegeben von dem Ministerium 
des Handels, 1841. Qfol. in 14 Bl. — Die Küstenkarte besteht airs 
4 Blättern, die Seegelkarte in 2 Bl. gr. Fol. v\ ar schon 1840 er» 
sehfenen: eine in Anlage und Ausführung ausgezeichnete Arbeit. *) 

Rud. v. Bennigsen-Förder, geognostische Karte der 
Umgegend von Berlin nebst Erläuterungen, Berlin 1843. 1 Bf. Fo?. 
nebst Text. — R. v. Carnall, geognostische Karte von deuBrz- 



*) Es ivar zur Anfertigung dieser Karte seit 1833 eine speclelle 
Aufnabme der Ostseeküsten des Prenssischen Staates veranstaltet, 
die sicli an die oben erwähnten geodätiscben Operationen des Preuss. 
Generalstabs anscbioss und gleichzeitig durch ähnUche tJnCernelimuii'- 
gen der Dänischen, Sdiwedtschen und Bussfschen Regferung unter-» 
stntat wurde« 



I)«r Pr«as*)icke Staat II 

l^gersUUlen hei Tanowita und Mnrtben ia ObenAlniM, Aw*- 
Hn 1844. Pol. — r. OeynkaaeeB, g:ao^aoatiHDlie K«ite «■■ 
Obersehtorien nnd den M^bMondm Uaden. Bertia IBM^ 
4 Rl. Pol. '^ fleo^ostliit^e Karte von Ober-ScbtMlra , erttrar« 
Ab von n. V. C«rDBl1, in 3Blltt. Pol. 1844.— 

F. HofTmaDn, geognoatische Karle vom nordwesdichea 
Deatschl&nd. Berlin 1829 in 24 El. gr. Fol.: eine ausgezeichnete 
I selben \M die geogo ostische Karte 

Theile Böhmens und der Rhein- 
] BI. in demselben Verlane bei S[- 

] )t, namentlich znr Ostlichen nnd 

n F. HolHnann bearbeiteten Ter- 
\ :mann, Darstellung der Nieder- 

Uuciuisvii- •x'^'r"—""-"— -'-f.caäen, die /wischen der Lahn, 
Astenberg, Isfenberg, Ltppe ond dem Rheine liegen, besonders 
in Hinaicbt anf metallische Fabrikation, in 4 BIMI. 

C. T. Rma, (Dirigent im topograftbischen Bureau dea Ctena- 
nlatatPs) hydrographische Karte vom Prensaischen Staate aa4 
den «Di^axenden Ütnilcrn Norddenlttchlands. Borlin 1833. if 
4 BI. — J. C. Wutzlte, Gewässer und Hohenkai-te von Ost» 
preiiasen und Utthanen ind einem Theile der aogränzendeil Liin- 
dar, gezeichaet im J. 1843, nebst Beschreibung in Grelle'» Jour- 
nal tär die Banfannst Bd. XVll, nnd daraus besonderer Abdruck 
1843. Fol 

Die aUgemeineu literärischeo Quellen and 
HälfsmitteL 

Da wir bei den einzelnen DnTsteTInngen des Rinderbestan- 
des und der physischen BcachafTcnheit, der Bcv(>lkerungs- und 
Culturverhällnisae, sowie der Verfassung und VerwaKnng die 
besonderen Quellen nnd Hüirsmiltel, welche anr einen selbasIBn- 
digen Werth Anspruch haben, anzurOhren beabsichtigen, so wol- 
wen wir hier nur Holche literartsc-bB Werke anführen, die nach 
ihrer AnInge eotweiler für den gnn/.en Slaat, oder doch für ein- 
zelne Provinzen und Landschnficn sllgemeine Gegenstände am 
Tcrachiedeneo Capiteln der Slanlskande zusammengestellt nnd 
flberhanpt nmhssendere statistische DarstelTuogen und Tabellen ge- 
üefert haften. — Vor allen sieben bier die musterharten Arbeiten 
des Staatenitha J. G. Ho ffmann, des Begründers des atatistiachen 



IS Der Prensiische Staat. 

BbauiB Im PresMlBehea Staate, in erster Reihe. Anf den beste* 
Qnellen kefiSixlot, mit Klarheit ■■!(] mit omfliaMnder Biniiotat 
hearlieitet, dorcli eine rie^ihrige Erfahr« ng in bedeutenden 
(MaataverwattaBga-Aemfem geprüft, werden diese Arbeiren mit 
volJkoramoem Recht ala HüstentTbetten ihres Faches allgemela 
•uerkannL Hieher gehören: Ueberaicht der Bodenll&che nnd Be- 
vSIkenmg des Preuss. Staates, ans den für d. J. 1817 amtlich 
eingezogenen Nachrichten, Bertin. 4lo. — Beilrkge znr Statistik 
des Preosa. Staaiea, ana amtlichen Nachrichten von dem slatiatl- 
schen Bureaa zn Bcrlio bearbeitet and heransgegeben, Berlin 
4to 18^1. — J. G. Horroiann, neueate Ueberaicht der Boden- 
fliche, der Bevölkerung nnd dea Viehatandes der einzelnen Kreise 
des Preaaa. Staates, nach den zn Ende des J. 1831 amtlich naf- 
genommenen Verzeicbniswn, Berlin 4to 1833 — Die BevOlke- 
rnag des Prenss. älaatea nach dem Brgebnisne der zu Ende des 
J. 1837 amtlich aargenommenen Nachrichten, in atnalawirthschaft- 
lioher, gewerblicher und aittlicher Beziehung dargestellt von 
), O. Hoffmann, Berlin 4lo 1839. — Die Lehre von den 
Stenern mit besonderer Beziehung anf den Preaas. Staat vorge- 
tagen von J. G. Hoffmann, Berlin 1840. Svo.— Die Zeichen 
der Zeit im Deotacben Mfinzwesen mit beaonderer RBckaicbt auf 
den Preusei. Staat vorgeirngen von J. G. Horrmann, Berli« 
1641. Svo. — Die Befugniss zum Gewerbebetriebe, mJt beson- 
derer Bäckaicht anf den FreusR. Staat, dargeatellt von J. G. Hoff- 
maan. Beilin 1841. Svo. — Daa Verhüllniaa der Staatagewalt 
ED den VurslellangCD ihrer Untergebenen, dargeat. v. J. G, Hoff. 
mann. Berlin 1S42. Svo. — Deaaelben, Sammlung kleiner 
Schriften Staats wirthschafUichen Inhalts, Berlin 1843. Svo, fbst 
ausschliesslich Abhandlangen zor Prensa. Slaatskande, zum 
~' " ' n früher vereinzelt herausgegeben. — Desselben 
der aJlgemeinen staatswirlhscban liehen Verh&ltnisse, 
Verachiedenheit der Bildung nnd dea Besitzstandes 
itaataangehörigen erzeugt, Berlin 1845. 4to. — Als 
umfangreiche Ergänzang dieser wichtigea Arbeiten 
' viele Anfaatze, welche in der Preusaischen Staats— 
t ihrem Anfange im J. 1819 nnd in der Fortsetzung 
n der Preuas. AUgcmeinen Zeitung erschienen and 
Is mit H. unterzeichnet sind : einen Theil derselben hat 
wiederum in den später heran agegebenen Büchern 
— Von den Arbeiten seines würdigen Nachfolgers 



D«r Prenttiseh« Staat* 13 



in der LMtuog dis statiflÜMlMB B m nmm y dM €Mu Ok E. 
G* F. W. Dieterici, M^erdw wir, im mtd sioli U» jetirt vor- 
s&iiglich auf di# pbjrskche ood toclmiaobe GoHar uad dea Ha»* 
delsverkebr beuafaeo, oater g« — 11. sa spredwa haben* *«^ 
Unter den allgemeinen Veesaehen« eiae Statictik des Preüu. 
Staates zu eatwerfea^ neanen wir ontar dea Üterea Arbeiten ala 
einen seU»t&n^gen EAtwnrrLeop. Krug's^ Abriea der neuesleil 
Statistik des Prevss« Staates, Halle 1804« droi in aweiter ver^ 
nehrter Aoiage« Halle 1805. erschienen: der Yerfasaer hatte 
sich sehen seit 9 Jahren mit dem Blatenal bei der Botwertoag 
seiaes topographisch^sta4istiseh-geegra|diisehea WörterbiHihsdef 
a&mmtlichen Preass. Staaten besehMlgt, das in alpbabatisohet 
Form in 13B&nden. Halle 1700— 1803. heransgckemmen and M 
den ersten beiden Bänden A^0o. noch in sweiter stark Ter«» 
mdMer Aaflage. Halle 180$ — 0. 8ve wiederhelt ist. *) Vell^ 
st&ndiger bearbeitetes Material für einaelne Zweige d%t Preosa» 
Staatskonde lieferte L. Krug in den Annaiea der Preaasisehett 
Siaatowirthschaft und Statistik, HaUe aad Leipzig 1804. Svo, ia 
seinen Betrachtungen Ober den National -oAeiebthsan des Preoa-^ 
sisehen Staates uad aber dea Wehlstaad seiaer Bewohaer SThlSb 
Berlm 1805. 8vo| später noch als er selbst Mitglied das iNaHaH« 
sehen Büreaas ia Berlin geworden war, in seinen staatswirth- 
Bchafilichen Anzeigen mit besonderem Bezüge auf den 
Preass. StmU 2 Hefte. Berlin 1836. 8vo. 

Nor als ephemere Hterlrisehe Produete, die iadess schon 
gleieh bei ihrem Brscheinen durch vielfache Unrichtigkeiten auch 
fOr massige Anspriche sich nnbrauchbar zeigten, gehen durdi die 
Literatur der Preass. Staatskunde seit der Wiederherstellang des 
Staates im i. 1814, ohne eine Stelle zu behalten: J.A.Demi an, 
historisch- diplomatische Uebersicht des Länder- und Völker-* 
bestandes der Prenss. Moimrehie von 1740 — 1817, Berl. 817. &• 
und desselb. s^tist Darstelhing der Preass. Moiiarcfaie, grO»^ 
seotheils nach eigner Ansicht (I) und aus zuverlässigen Quel- 
len (?) Beriin 1817. 8vo.~ i. ü. F. Rumpf und P. Sinnhold, 
geographisch -statistische Oarstellaag des Preuss. Staates nach 
seinem Ubndererwerb und VerwaKungssystem von 1814 u. 18 1&. 



♦) Btirch den unglüdkliclien Krieg und die wcientlicbe tTmge- 
rtakang dea SM^s wurde diese 3te Ausgabe unterbrocbea* 



U Der Preiittiteb« Staat» 

tttMn ^SUk 4105 nü 1 Kt^^ X O« F.. Raaipf, te PsmiM« 
Momrelrie Ui Hiofiioirt iürer Bewthner and Ihres NatioiAlrdeh-» 
Ünmf ihrer 8taeUwirtheobaft u* b. w. Berlia 1825* 8vo, ▼er'* 
bandoi ait desselb» Pronsseti's bewAffaete MeelK, eine Dwt* 
etoUmig ihrer äusseren nod inoeren VerfAssiie^, Berlin 1836« S» 
Sie vermefarte Aefl. eheod. 1830. --- Schneider K. F. R.^ der 
Preosa. Staat in geographiecber, statistiseber^ topographieotaer 
mid militiriacher Hinsicht 3te sehr vermefarte Aaff* Breslae liSO« 
•ve. in 2 Abtheilongen. — t. 6chlieben) neucetes dcmäJde der 
Preoas. Monarchie, Wien 1830. gr. 8. zugl Bd. XV. veii SehfttJB 
ailgemeifier Erdkunde. — Freiherr v. Zedlit». Pie Staate« 
kHlflc der Preoa«. Menarche unter Friedrich Wilhelm tIL Berh 
1828^80. 3Bde. gr. 8« und L. v. Zedlits Neukirob der 
Preess* Siaat ia allen seinen Beziehungen, 1 3 Lieferungen. BerL 
1^5 — 36. 8.^ J. P. Ku% Organismus und vollständige Statistik 
de« Preusa Staates^ zweite Aufl. Leipzig 1842. gr. 8.:*-^ s&mmC^ 
lieh onbedeoteod* 

Auf eine a&ssige Aaerkenaong bei noch beschrtaktea 
Htttaiittdn hat einigen Ansprach Traug. Gotth Voiglel, Vep* 
m»eb einer Statistik des Preuss. Staates^ Halle 1819. 8. Bebst SofH* 
plement ib. 1821. 8vo, Bei der 4ten Aufl. Halle l$37. 8. ist dw 
Zasatz gemacht „mit ßenotzuag amtlicher Quetlen umgearbei- 
tete Ausgabef '* doch hievon ist in dem Buche nichts zu mefken^ 
und überhaupt ist dasselbe mit deaFortsehrilten in der Preassisehea 
Staatsknnde seit 1819 nichr mi^gegai^en, so dass es jeiet als 
veraltet zu betrachten ist, da es überdies keüe Pefiode detiil*» 
lirt im Auge behalten und dadurch keinen bisterischen Wertb 
aieb erworben hat« -^ Mehr als Materialsammloog^ wie als eine 
gleicbm&ssig geordnete Verarbeitung, dient Fr. Bened« Wa«^ 
ber*s Handbuch der staatawirtbsehaCtlicheki Statistik und Veiv 
waHnngskunde der Preassisehen Monarchie, Breslau 1840^ gr« B« 
und die erste Fortsetzusg desselben. Nachtrüge und Erganzan«* 
gen für d« J. 1830— ,42 enthaltend « Breslau 1643. 8vo. Aehn^ 
liehe Atbeitee hat Weber schoa frülier für den bescfaränkteii 
Vmfong einiger Jahre ia dem histonsoh'-statistisclien Jahrbneb 
ia Bezug auf NaUeaal-Jndastrie und Staatswirthschaft mit 
besonderer Berücksichtigung Deutschlands und namentlich des 
Preuss. Staats für d. J. 1830 — 35. Breslau 1834 — 37. 8vo. 
3 Bde. geliefert« -^ In ähnlicher Weise raseh zusammen- 
geschrieben 9 mit besonderer Beaiehaog auf maaobe Tageafkaflpem 



D«r Pr«a«fli««he Staat. 15 

aii naaclMM V^faMfaiMe aMieMr 8l»at«a, aliar «Ina Uaiet«- 
fndMias fraberer oder aoeli neuerer Zoetaade, »le die lü Baelie 
•BgegetieBea, vreaa* sia nicht Behmi in den bekannfealea HOlfeaiit- 
teln fertig beei%eitet vmUsgtOi bietet aicb uns der neneate Vei^ 
sodi dar, der anonym oaler dem Titel beranege^eben ist: -Sln^ 
tfetik des Preaea. ^taetes^ Versneh einer DarsteHmig seiaer 
Araadniaebt nad Cnitar, eeiner Yerfbssiinf , Regierang und Ver* 
Wiitung, Berlin 1845, 8?o. — 

Far die einzelnen Provinzen, mit Rackeieht aaf 
^ Mlberen Kastande. — Prenssen. — PQr altere hiato^ 
rkN)b-«tati8ti8ohe Beifilebangea sind neeh Goldbeck'fl Topo» 
gmpbie von Ostpreassen, Litlhanen und Westprensaen , KB* 
ti^Bhefg 17^7. 9Tble. 4to. and A. C: v. Holscfae, Geographie 
und Statistik von West«*, Sad- and Neo-Ostpreassea, Berlia 
Sfide. -8« fsao — 1807, augiefch rar den jeteigen Umfing des 
f^rossberisogthams Posen xn gebraueben. -^ L. Krag, 
dto Preass. Monarchie, topogrepbiscb, siatistiscib nad wirthsebafi«* 
tteh iargesteHt, nach am^H^a Qaellen. Erste Abthellong Pro-» 
vinz Ostprenssen« Berlin 1833. 4. Bs sind nor 3 Lief uf na * 
gaa erseliteaea, die iMidrathKehe Krabe enbaiten and mancher-» 
lai d^tnüHrle Naohrlebtea ge^O^en. — Ladvr. Aveaarlaa, 
BeitHlge zur näheren Kenntniss der Provinz Prenssen, RrAirC 
aaa9. a., besonders laodwjrtbsehaft)iebe Nachrichten.-^ Aug. 
Freih. v* Haxtbaosen, die ländliche Verfassung in den Pro«« 
viazen Ost- und West^eussen, K5nig8b. 1839. 8«: eineaberellle 
Sosammenstoppelong^ in der sieh aber einige schätzbare aiat^ 
liaMen ans amtlichen Quellen beünden. -^ C. fi. eben er, 
Knnde des Samlandes^ ein topographisch -statistisches Bild dieser 
Landschaft, Königsb. 1844. 8. mit einer recht brauchbaren Karte. 
«^ Pommern. — Brfiggemann, Topographie von Vorpommern 
md Ifmt^rpommem; Stettin 3 Bde. 4to. 1779 — 84; dazu ergia«* 
Boade Beilrage. Stettin 2 Bde. 4. f goo^6.— Oadebusch, Volles«^ 
iranda von Schwedis^- Pommern, dreiflswalde SThle. 4to. 1786 
bis 1788. — B. W. Bourwieg, Jahrbuch der Provinz Pom- 
mern für 1828, Stettin 1828; dasselbe für das Jahr 1840 mit 
statistischen Tabellen. Stettin 1840. 8vo. — J. v. Restorf, to<- 
pograptüsche Beschreibung der Provinz Poaunera mit einer star 
tistfsQb^ UebersH^ht, Berlia 1 827. avo* 

Rr.aradaabarg,— F. W« A« Bratriag^ tepegrapbiaeli-at»»- 
iiaÜMlM BaaatoalbitBg dei Mark BraadeaMrg^ Bodin aBda< 4. 



1# Der Prett««iftche ßtatiU 

J«M-*-^ Bütfm^mn'B Tny^^mpUe . der NüiMifc^ SUHkImm 
IM». 4t0. 

SobUsieA. — C. F. B. Fischer, ge^frai^biiioh-atotiatisclie« 
HMulbw^ tber Sehle^o und die Gr^faohift GlaU^ Breslmi I8n 
Ms 1818. 2 Bde. 8vo. — J. G. Koie mi A. Bleicher, geogra* 
phische Besohreibang yen Scblesiea, Preussischen Aotheils, der 
GmflsQhafl Gleiz and der PreiMS. Oberlauaitas« Breslau Bd. I a. II» 
Abth. 1, 2, 3. 1827 — 34.— D. G. Knie's neuester Zosluid 
Boblesieus. Breslau 1836.8. — GdrliU, geographisch-siatistische 
Besebreibung von Scblesieii, Glog^u 1821 —22, 3 Bde. 8vo: alle 
4 Sebrilten geböreo nur in die Reibe sehr gevv&bnliober Com- 
pilationea. 

Sachsen. — Für die aUgemeine Kenntniss der lirOber mit dem 
K5nigrei€b Sachsen susammenbängenden Länder dienen nochr 
C. A. Enge^lhardt's BrdJ^eschreibQOg Sachsens, Dresden 1804 bin 
1817. 9 Bde. 8vo, und A. Scbumapn's vollständiges Lexikon von 
Sachsen, Zwickau 1813—21. 8 Bde. 8to. — Das HerzogtlMi« 
Sachsen ip historischer und 8tatistischrge(^nH)l|iscfaer HmsioM 
nnch dem Traotat vom 18. Mai 1815. Berlin I8ld. gr. 8vik 

Westphalen, A. Malinkredt, Magasin der Gescbicbia^ 
Geographie und Statistik überhaupt d. genauen Kunde von West^ 
pbalep, Dortmund 1816. 8vo. 

Fttr die Bheinprovinzen. Ad. Stork» Darstellangee 
ans dem Preuss. Rhein- und Mosellande, Essen 2 Bde. 1818. 8. 
unbedeutend för die Kenntniss der dortigen Verbältnisse. 1829. 
Svo, 2. Aui. Diesterweg, Beschreibang der Preuss. Rhein«* 
Provinzen 1841. — F. v.Restorff, topogra phisch- statistische Be^ 
Schreibung der Preuss. Rheinprovinzen. Berlin 1830. 8vo$ eine 
recht brauchbare Zusammenstellung der betreffenden Nachrich-* 
ten. — Beiträge zur Statistik der Preussischen Rheinlande 
aus amtlichen Nachrichten zusammengestellt, Aachen 1829.. 4. — > 
Pet. Kaufmann Dr., Rheinpreussen und seine Staats wirth* 
schaftlichen Interessen. Berlin 1831. 8vo. *) — Plänckner, die 



*) Mehr anregend zur Aufklärung "wichtiger Tages -Interessen 
für die Rheinprovinz, als zu einer unbefangenen und richtigen Wür- 
digung statistischer Thatsaehen wirkte die Schrift von David Han- 
semann, Preussen und Franlsrelch, Staats wir thschaftl ich und poll-« 
tisefa unter vorzttglicber Berttcksiebtlgung der Rhelnprovlns, Lelps. 
1833* gr. 8. 8te vemebrte Aufl. ebend. 1834. a Es irtnd besonders 



Der Pre«««itebe Ctaat« IT 

dMitfldieft ltMfUviiii#r €hillm laH»» 8. — Wiü«mflittn, M% 
HhekH^roviKB tfnter Preiweil, BlberfeM 1^9, .8« WIIL Imt 
mH ÜnttnMtaim^ &tt BehAndMi «kM ledit aehtbare Veber* 
flieht Qdd MMlie iieM ia K r egaaX ^ liachridilen gewährt. -^ 
V. HuttAr, fttatiatkeh^-tapogmiilibeli^ BtsohraKrat^g^ des Kreisfli 
Mingea 1893. «.^SMistMChe Beaobretfoaag de« Krel«M Sie« 
gen, 2w Aul. 18*49« 8ve. -f- Aliieht, der Kreis W^tzler, histo«- 
jfsckwsfatfsHich^^fepegve^lilfleh dergesieüt Wetlüar 183«. 2Tllle a 
IMer de« !#!>•# raH^se keil Beoelireibiidgea der. ein- 
aieltte« BefteiMa^feieMlce, welelie antliAfa mk l^lf unter der 
Aliteif tM ,4er ^ianalaei ItogienilifsMM^rdeA viea Bonnten dersel* 
Mi^earbetM mtA, seicluiet sitti vei^^lieli vea VieJ^a^a, «ta* 
4Mir iiad*V0pO(^pM0 des B^ernagib^zicks DAaiaMorf wm, 
Wtaaald^rf isätfi 9TU% 4.^ vea.4eaeii der^erste die altgemeinea 
Mq^sohMi Md atatielMiea NaebrieliteD^ der, »weite; die Oft*»* 
aöliafli- ud rBaHeninogitabelle nebet 4eiB al^ajlyeliaelien Orls«- 
irei^eiehmeae aalhWi i» <>«Q meisten BeaielHHigeii aaCaelbst* 
aiAnd^^e UiitmKMiebQag nod sorg^ige PrMuig. ood Verglei«- 
etong begrOadet. — Nicbstdem ^rdienen benrorgebeben zu 
iweMe^r i>ie statJstieeb^te|K>grapbisebe Beaebreibaag des Re- 
giemogsbaaiidui Tvier, -Vmr li)4^. 8.-^-. Blalistisefae topegra*- 
pfclaelM Uabeim^bt de» Regiemngsbesurks Aaeben, Aachen 
Ittt: 410. — Der B«gieniQgab»irl( Cobleae, Oebleaa 1817, 
410.— r. 69i4UtXj statistisob - topograiihiscbe Uebersitrbt des 
ttegieraagsbezirfis Bfagdebarg, Magdebarg 1831. 4to.; eüie 
reebl braiiobbare Arbeit^ die indess darob eiqe neeh griladli* 



In diesem Bucbe die fiaansiell^n Verbältnisse, näm^ailicli die Be- 
steueraeg beta«Bdelt, und von diesem SUndpnnkte aus Gegenstände 
der pl^slseben und tecbntscben Cultnr und des Haadelsverkebrs er» 
ataeH.*^ me wMtIgerea Gegner dieser iebrin^ der nrnsfetbUgeBti^ 
tIsUker IXIeterlel tn Berl. und Prof. Ken fiasnn In Bann, wiesen In 
den Bert. JabrIMIcber für wlssensciiaTtlicbe BxHIk und in einer beson^ 
dera Scbrlft die vielfachen Uebereilungen und Unriclitlgkelten in. den 
Zahlen nach, ohne dadurch die richtig^en Beiiier|iungen eu verkea- 
nen. Jac. Springinsfeld, Mitglied der Rheinischen Stände, trat be> 
sonders In 3 Fliigschriften (Leipsflg 1834 u. 35, 8.) ;fUr Hansemanu 
auf, vermochte aber weder die gewagten Behauptungen des let/^tern 
aas begründeten Queii^n- eu unterstützen, aoob BleCerlci's undKao^- 
naan's CtogeabewelfeetBu eatkräftes. ' 

Schabert'i Statiftik. VI. 2 



18 Der i^reosttsehe Staat. 

ehere fOr densifflbeti RegiermigiibesiriE Obertroffen %i'<frden My 
darch J. A. F. Hermes aod M. J. Weigelt, historisch «ge*** 
^phisch- stattetiseh»^ topographisches flaad^acfa Tom Regieraags* 
bezirk Magdeburg^ Magdeburg 1843 — 44. 2Th»lle 4to.; von 
denea der erste Theil das AHgeaieiBe, der asweite die Topogra- 
phie eathW. — A. v. BelleaCin, topographisch -statisrtisdie 
Uebersieht des Reglemagsbezirkes Potsdam and der Stadt 
Berlin, aus amtiiehen Oo^en zasammeagestollt. Bor). 1841« 4. 

— Topographisch -staüsüsohe Uebersidit des RegSernngsbezirko 
Btettin^ ans amtlichen Qnedeo zosammeagestdlty Stettia lS4li. 
gr. 4io. — Statistisdi - topographische Uebersidit '*ies Regie- 
TOngsbeistrkB Breslau 181f^. gr. 4to.; des Regbete. Oppelii^ 
Oppeln 1819. 4to. ^- Statistische Uebersieht des Regbea. BroiK 
derg 1818* 4to. — Topographische Uebersiehl des Regieraog»« 
fcezirks Königsberg; Königsberg 18^. 4to; i^e t»f redtgirt 
von B. Th. Wald, mit Beitrügen der Prof. Gaspari und Wrede. 

— Uebersieht der Bestandtheile des Regbez. Da äs ig, Danelg 
18f0. 4to^--' des Regbez. Marienwerder, ebendas. 1819. 4to. 

— H. Meyer, topographisch* statistische Uebersicfat des-Re>«> 
gleningsbez. Gnmblnnen, nach amtlichen Qiiellen bearbeitet, 
Insterburg 18J9. 4to^ genau and gründlich verabßissti — 

Unter den allgemeiOen topographischen W5rter%A^ 
ehern IQr den ganzen Staat ist das vollst&ndigste: A.A. Mttt«^ 
Zell, topographisch -statistisch -geographisches WGrterbvch de« 
Preass. Staates, anter Aafsicht des Geh.R. R. Leop. Kfag ans- 
gearbeitet (aas den Hülflsmitteln des statistischen BOreaas) Hi^e 
1821 — 25, 6 Bände gr. 4to. Die ersten 5 Bde. enthalten das to- 
pographische Ortschafts -Verzeichniss, in alphabetischer Ordnang, 
der sechste, bei weitem d^ schatzbarste, die tabellarischen Ue- 
bersicbten der wichitigsteB statistischen Verhältnisse der 172 
grossen and mittleren Städte, so wie der 335 landrätUlehea 
Kreise aad allgemeine Ueben^ichten der statistischen Verhält«* 
aisse sämmtlicher Regierahgsbezfrlce anter 231 Rabriken fOr Je- 
den einzelnen. ^^ Weniger genan and umflnssend, aber doch 
anwendbar fär den gewöhnlichen Handgebraach 'i^inä S. D. P. 
Kampf und H. F. Rumpf vollständiges topographisches Wör- 
terbuch des Prenssischen Staates, Berlin 1820 — 21, 3 Bde. 8. — 
krause, (Staatsrath) topographisches Handbpch z. e. Atlas des 
Preass. Staates in 27 Karten, ErAir^ 832. lrBd.j; der 2te Bd. i^i 
1833. von Schneider fortgesetzt. Kartea luid Haadlmob sM 



D«r f reiUfttUehe filaat. 19 

dfttoliMMr wMHadigMMl; -^ . Kinir^ ripJwilwttociiefl ynt— kA» 
iriM 4«r eiwmtlntMn OrUidMia« «wl ewadt. IkigoMlw UtfornäaUt^ 
okea 4cNi Pmi«t.«taftt«i, lfai«4eb«lg 1833-*^ 36« 25 Hefte 4te^ 
ittr j^dett Beglbes^ 1. Heit( Sanptotteiitkeft eN«d. .1843« 8v«. *-» 
J;:€..Nttil«r^inMlltt geegttiU«eli-i^tMti8eh-4e|ioi^rt|^yeelm 
WartMtai^ &m*9vmm. Steatcn^ Brriul 1835^36: 4 fite. Sv^ 
«eeb 4^ oiee «egefOhileii ftepeipmphiaclien Vetarsiditee der ei»*- 
geliieo 'EegiwMBgilieiirlfin beMcMlet -^. F. W. Oeldemaae, 
tep l ^n i ^iie li Ha t eliiiiiith ei i W6rterlaek. dei; . PreOBs« Momircliiei, 
I.in|i*i.:.18a&^3ll« lJMe.^.,.iiut Butgdil— y des FtintertliMB 
BicnliMek^ €« A. HofCiiao», PuHMCieehe Mi^mil**Kiieydo* 
fidM^ Wftrtettaoh altes WiaseDaweftlien aas dam Pnaoaeu Va* 
terlande ia Hinsidit aaf Natar^ Lelmi, BffdbeAGbieibaag, Gaseta^ 
gehmgy CalCar a. s. w.» to jetat 4Bde/8. Berlin 1838 — 44, 
wak^.irea- A .btefKiaiiai^liIcea isf)icliea.. 

VersehledaaaKigieB Stoffvorralh fSr vielerlei GegeaBüiade 
d^ PreussisdieB fiteatekaade liiet«o UieUs amtliebe, theUs selbst- 

a^iadiK )^^fM^%^.<^^^ ,4^*M >b dea Zeituagen de^ PreuM. Bim^ 
tes dar: i|m reichsten die Preassiscfie Staatszeitnng, 
weldie 1810 ao ßerlin Ittgaan and mit dem 30. Mai 1843 ge- 
«cblesfi^ ^ai^f-^ vfei(, weniger leistjete hie^r bisher die in ihre 
Stelle fetpeleaeallgaa^eine. Preas^isr he ^.«itaag» N&ohst- 
jdem ipitffea a«%mifi^ tut pi^ovineieUe lajteraasen iMritok* 
aicbtigi urerdeo» ^0 Berliner Naohrichtea ( Baude *8i^eaar 
Z^itnag) FoLy c|ie berliner Voasisebe Zeitung 4to.y die 
C&llaer Zeitung gr« Fol., der Westpbilische Merkur, 
M^Ufter FoL, die Magdeburger Zeitung FoL, die Sehle- 
aiscbe Zeitung, die Börsen Naehriobten der Ostsee^ Stet- 
tin FoL I seit d« J. 1835 August von A, ^Uyater bersusgegeben, 
ito i^l^aigsberger Staats -, Kriegs- und Fried ensziei*- 
toojg 4tcu und die Hönigsberger allgemeiae Zeituiig, 
welcbe im Januar 1843 begann und mit dem 30. September 
1845. gesehlossen wurde; in ibre Stelle trat die Zeitung 
für FreuBsen« — In noch beschränkterer Beziehung verdie- 
nen hier als Hölfsmittel die Provinzialbll^tter aufgeführt zu 
^^den^ welche sämmtlich in 12 Monatsheften des Jal^es 
9iff Prioyjnziiilarcbiye erspbeinent aber anr 9^u selten selb^tjMü- 
^e^f^Joifi^Aze y(H^ Werüi upter djprgroiffwn Meage wertbloser 
tJSusaiiiaeajit^Pielungei^ d9^biet^^. w^il .>geeade auf diesem li- 
teriürisoh^n Felde so viele II|ibflruliADe aam arsten Male nifd 



2f Der IPreo8«]«c)ie Staat« 

•II. mnk nur Mtmä efaie Mai iHe ScbriftstsiteKi v6 ia » ci wo w lÜe 
yteätM flini dte 8eble«i«eh«a rat ITiU t&u Breakn voo^titil^ 
aodana von Basobidg^ Sobr, |etsi voa Niiwaak radifkt} cUe 
l&ftcli»iaehen vm D. C. M4l)^lar m Erfurt aaü 1893$ ^ 
Preoaalaobea von F. W. Soholiert, darauf Tmi Slabr, €* Fal- 
ber und O. W. L. Riehtar radigirt m K^MgBket^ ^BAe. Svo. 
1829 — 43) Nene Folge denwlbea voo O. W. F. Aiebia« 
gr.8» asa KOaigiberg and seit Jan« 1845 »u WImhomwveiet 1643 
bis 45. Die Weatpb&lisofaeii Provinaiialblfttter oder Ver^ 
handhiDge» der Weaipb&liaebefi Geaellaebaft IQr vaterl&ttüadia 
Cukiir AH Milien aeit 1839. Sva. Die Rbeiaivcbea 9imiu^ 
ukiulblhtiety karaai^egabeo voa Vk. Nftuaiaan kü Aaiabmi 
aait 1882*-*- 

A. Grundmacht des Preussischen Staates. 

Ton dem gegenwärtigen Länderbestande des Staa- 
tes und seinem ^llmäbligen Anwachse. 

Dr. C. W. V. LaDefasoUe, -Oeltdiichte der Bil^ng des 
Preasfliscben Staates, IrTbeil hi ^AMbeibiagen, Beri. 1828. 8. 
bis jetzt noeb nicfat weiter er/^hienen. Dies Werk reicht nar 
bis zar Erwerbung des Herzogthums Prenssen im J. 1618, gebt 
aber sehr genau in der Darstellung des allntfthligen Anwachses 
bis auf die kleinsten Bestandtheile ein. — P. Voigt, faistori« 
dcher Atlas der Mark Brandenburg. Ite Lieferung. Berl. 1845 
nebst I Beft, Brl&uternngen in 8vo.$ die 4 Bfött. in Qfol. ent- 
halten nur das MittelaHer bis 1415, geben also auf dem letzten 
ein kartographisches Bild von dem Bestände, als Friedrich I. die 
Mark Brandenburg erlangte.'*')-^ J. v. Ohnesorge, -Oesebiehte 



*) G* W. V. Räumer, falstorlsclie Karten und Stammtafeln zu 
den Eegesta hlstorlae Brandenburgensls, Ites bis jetzt nur erschie- 
nenes Heft, Beri. 1837. 4to. reichen nur bis z. J. 1200. — Der hi- 
storische Atlas von Preussen, welcher In 12 lllum* &art. Qfol. 
nebst Erläuterungen 1816 zu Leipzig bei Baumgärtner anonym er- 
schien, ist eine zu dttrfUge nad oberflflchllehe Arbeit ^ als dass sie 
etaie natzlldie HiHfe zur V^ranaehauUehaDg des Waehsthums des 
Preussisoheu Stmwtes gewahren ItOante. «• 



Def Preuasisahje Staat. St 



iw WaMfkekiogsgmgeM der BrMdtonbargkitlwB md Pn 
M e mare iii ^ , m^ teMndvrer B^ehwig »nf die PersMioliMt dgr 
Bi^giliMii, die Masverftueaag und die stmftto«- iMid v5li»rreolit^ 
Uciien TerfailMgse 4les GeMuimUtaalSy Ijpis. l94iL 8. Keiae sellbst«- 
sOfl^e ArMl md an vMen Stelleii iOchdg niedergeselirieieiL-* 
Ueibev das allnifMise.iAawsdMen dar flaaptstadi Berläi ist eiv^ 
aatitown J. M. F. SohAidt^ MMoriidier Atlaa vöa Beriia m 
«mwMnaa mdä gMcbta Maasalabe. tOQ 1415 — Idiii Beriia 
iSti5^ • Biiltaf ia «IbL _ . 

c.. DÜTiGeaeliielito ^iiad die «taatekmde alnd ia diegein 8Uata 
täfikki ' ftfi ein eiaiselnea Land edor eine Proirinz, oder aa einen 
keaooAeren VeUoMlaiiMD geknflpft, der darch RreJ^rangBluat und 
fiberwiegende Krall aof Kestea seiner Nadibaren sich ansge** 
breMet aod ia nacldiahiger fiatvvickelang eta ausgedelHite» 
Wdith gebildet, wie diea in idea meisten gtöaserea Staaten 
atattgeftiaden äaf, aoridern wir sehen iba an einer Zeit, ia 
welcher ulle bedenteadecen Staaten Europas sehen ihre festen 
and eilHg behaupteten Otmaoc^t» eidgeaonmen hinten, mitten an« 
ler diesen als das Brgebeiss ans Jahrhunderte rastlos fortgeseta** 
ten,. besonnenen und kraftvollen Bestrebangen des Maansstam«* 
nea eines» einaigen. Regentenhaases hervorgehen. Die Bewoh* 
ner seines Staatsgebiete siad dadurch auf das hMagsta und 
stftTlcsta.ia den* weohselseitigatea Bestiebungen eigner gewicht«* 
veüer Interessen mit dem Regenteiriiaaae verbaaden. Der PttU8*> 
siaiQhfliStaat kt des.^aige safer allea grteseren, weleher seit 
smer i^Ulscben. Bedeotaaükeit nar Aegeatea ans eiae» Für* 
steahanae hesttat^die seit mehr als vierfauadert Jahren In nnaan 
terbrochener Reihe von Vater auf Sohn ihre Herrschaft vererbten^ 
se =daas la.dieseBi Jaagen SSeitraame nur einmal ein Bruder ^ur- 
fftrst Albrecfat .Aitbilles) ood ennaal ein Brnderssobn (König 
Briedfioh Wilhelm 11.)^ niemals ein entfernterer Agnat dieNacii-* 
folge ISortgesetzt hat. 

Sehen wir ans in den übrigen Staaten Bnröpa's nach einem 
rach nnr einigelmiiajuisen gleiehkemmenden Verhältnisse um, viir 
aodien es vergebens. Portugal verdankt seine C^rösso nioht 
deui jäageren Hitnse Bragana», eben so wenig als Spanien 
and das Aeieli beider St^llien dem jetzt dort regierende» 
Stamm ddr Bondbeasi wir mttssen vielmdir fQr alle 4kei Reiehe 
vki ttefM; terab die Veigangeidieit als die denkwüiNlige Oeit 
ihffev.tt^he nbd Ärer politischen Grösse liervorraften. und dooil 



S2 Der Preüssi^ohe Staat. 

oM jane «nstea beideo Stealea bei dem jetat dort ataittlladendea 
Begeateaverliiltiiisse höchst wabrsefaeiiilich io knreer Zeit wkK 
der einem neaen FAratenhanse tinterwoffen. Das Gesohicic des 
Franaöalschen Volles war nicht volle zwei Jahrhuaderte mit 
den Boarbona vereint, ala der vernichtende Kam|if der Revo- 
lotlon alle ianeren Bande der Staatsgesellscbaft zerbrach, und 
auch das auf den Thron 1814 zarfickgelcehrte FOrstenhana onaita 
nach ftmfBehnj&hrlgem Verweilen wieder den Platz raameny weil 
eben keine Vertranen erweckende Verbindang zwiachen Kfinig 
und Volk geknQpft werden konnte. Darauf hinznarheitatf und 
diese Verbindang danerhaft za begründen, bleibt das Siel der 
Bestrebungen des Hanses Orleans.— Die politiscbe Bntwicke- 
lung des britischen Staates iat erst ein Jahrhundert der hier 
durch die Verfassung bescbtftnkten Einwirkung dea Hauses Ha«* 
nover anvertraut, und schon giebt der nächste Regentenwed»*» 
ael wieder einem neuen Regenten-Hause Sachsea-Coburg den 
Besitz des Englischen Thrones, indem er auf g&nzliche Auflösung 
aller ferneren Verhältnisse des britischen Volks mit dem Hause Hau«» 
nover hinweist — Ueberdies haben aber alle diese Staaten In 
den genannten Fürstenhäusern ihre Oberhäupter erst zu einer 
Zeit erlangt, als sie schon auf ihrem Territorialgebiete in Uvh 
ropa des heutigen Umfangs sich erflreuten , als sie schon mit ei- 
ner mächtigen Stimme und einer derselben entspreehenden Krall 
an der Leitung der allgemeinen politischen Verhältnisse u»ves 
Brdtheils Antheil nahmen: sie sind also nicht unter der-Regie-i 
rung dieser Förstenhanser aus unbedeutenden und unettsammeBo 
hängenden Ländereien zu einem kraftvollen Gesamnrtstaate enh- 
porgehoben. 

Ist die SteUung des Hanses Lothringen zum alten Haba- 
burgischen Throne und zum Oesterreichischen Staate fibef- 
haupt eine aadere? Es kömmt nur hier noch der Umstfind hinzn» 
dass bereits im Habsburgischen Hause durch die Verhcirathung 
seiner Regenten mit anspruchsrelohen Erbtöchtern (Tu Anstria 
felix nube!) grosse ausgebildete Staaten mit dem theilweben 
Verluste ihrer politischen Selbständigkeit in loserem Verbanite 
an einander geknöpft wurden, und dadurch die eigenthömlidi-« 
aten Verhältnisse im Umf&nge des ausgedehnten Kalserrelblm 
sich gestalteten, wenn dies auch nicht immer zur Förderung 
einer stärkeren Kraft im Inneren und einer grösseren politischen 
Macht nach aussen gcfiijDhah. — - Die nordischen Stiaated 



Oier PretiMiaobe Staat. 83 

biaiiMi Ml ibaRohea JMi^iidaa btikeigiMB«» w«rdea. Mne^ 
HUick bat die. Olaoxperiode »einef i)olitiaohen Grösse in Besag 
aaf 4ie Obriigea Staaten Boropas nicht mehr unter den Hause 
OldaaJ^ojrg-Holatein gehabt, es hat unter semer Regierung 
4b dar ü^acritorial^Batwickeluog nur Yorluste ^^itten, und auch 
üa voröbei|(QhaBde höhere HaUong elaaelaeB Regenten hat zu 
einer; bedeuteamMi Ki&fligung des gesammter Staates kein(B an«* 
haU^idn Hfilfe m Jeisten vennoefat Sohweden's b&ufiger 
Oiniaatiettircobsel (*** in der neueren Geschiebte Europa'« er- 
kennt, mau hier^d^i stkrkslen, weil er in dem Zeiträume von 
diei Jahrhunderten fOnf Regeatenbäuser nach einander auf den 
ThfDu f&hrt «-) ersdidnt gerade als ein sehr deutlich spre- 
ehenites Daenmeat^ wie sehr die Ruhe eines Staates durci 
cakha Vf rimlenuigen nach allen Rii^tuagen bin getrübt wird^ 
und wie viel Zeit daisu gehört, bis dass die Gesammtmasse des 
Yidkes dem acenütteadeu Uebergewichte m&chtiger Factioneu 
sieh nnlmiehen kann, und mehr dem National -Interesse und ei- 
nea iwoblgesuiftten Regierung, aAa den politiscben Ansiebten und 
dem forlgeerhleu Hasse einaelner Grossen verpflichtet wirdl — 
Aussiand darf luer nur genannt werden, um in seiner Ge*» 
sohiehte dk weitere Ausföhrung der hier zur Sprache gebrach- 
ten Rejüehung zwischen dem Ffirstenbause uiul dem von ihm 
^aataUaten bmA teerten Staate zu verfolgen. Dem energischen 
Auflcetai des Czars Peter des Grossen, also einem Spross des 
Baases Romaaaw, verdankt das Russische Volk seinen Rang 
und seioefei Binfiuss uater den mächtigen Staaten Enropa's, und 
dach vernichtete derselbe m&cbtige Herrscher, durch den Ukae 
ve« 5« Pebr. 1 732 ober die Tbronfolgeerdnung, fast die Mögliobkeit 
einer daueraden VerUMhing zwischen seinem Stamme und dem 
Russischen Staate, indem er der WillkCUir des regierenden Herr^ 
acfoers die Ernennung seines Nachfolgers überliess. DerIWangel 
eliea ftpjtea und fftr die Rrhaltung der inneren Ruhe angemesse- 
nen TbraDlblgegesetzes unterstützte die gef&brlkben Soldaten«- 
Aufelinde, und das Haus Hollstein Gottorp konnte auch nach 
der glanzvollen Regierung der Kaiserin Catbarina IL, wie sehr 
dienelbe für Russlands politische Grösse und Culturentwicke- 
hmg als ein wesentlicher Fortschritt bezeichnet werden mag, 
iEekie wirksamere Hülfe zur Erhaltung dieser Macht gew&bren, 
als bis hl der SueoesMonsaete vom 16. Apr. 1797, eine mit den mei« 
atett Staatin Buropas in dem Erbrechte übereinstimmende Ver* 



24 Der Preussiftche SiaaL 

daoerfaaft begrQa.det wurde ( vgl. Bd. I. 8. 280««- 81). Die gfloM^ 
gen Erfolge dieser Verbindang «ind scboo aswewuü io entecbei*- 
dendeo Krisen erprobt, aber der fortdauernde tiglidi neu be- 
lebte Vortbeil kann naeh seinem gaoeen Umfange ent vm et«- 
nem längeren Ineinanderwaohsen dieser Verbiediiiig zwutektm 
dem Kaiserbaase und dem Russischen Volke erwartet Wtfdctt» 

Fast in gerade entgegengesetzter Stellung mit den IMer-a»« 
geführten Beispielen von den Silteren Staaten Ifiaropas befindet 
sich die jQngere Linie des Hauses Hobenseoll^rn 
Preusslschen Staate. Er ist durch dieses Ffirstengfescbleeftt 
allmählich erworbenen einzelnen Besitzungen begründet, dann 
rasch vergrössert und sowohl geistig als politiscli zu dem SImmU 
punkte erhoben, den er gegenwärtig einnimmt. Das geskiierte 
Urtheil der Geschichte stellt es fest, dass die persöniiehe Gcttsat 
der Regenten des Preusslschen Staates seit Friedrteh WilMm 
dem grossen Kurfürsten, welche allerdings die KHUte und flulfe««- 
mittel der ihnen untergeordneten Volksmassen •«£ den angemes* 
senste anzuregen, zu beleben und zu heben und dam in ^er^ 
eintem Zusammenwirken zu gebrauchen wussten, diese jüngste 
unter den Grossmächten fiuropa's nicht auf einem an sich be«* 
deutenden Länder -Complexe errichtete, nicht durdi zahkeiohe 
Millionen Unterthanen ein naturgemässes Uebergewicht der an*» 
drängenden Volksmenge erwarb. Es war viefanehr geilen die 
gewöhnliche Erfahrung, als Friedrich Wilhelm der Grosse Bach 
der Besiegung der Polen auf dem Schlachtfelde bei Wurschmi« 
nach der Niederlage der Schweden auf dem Kampf]piaUse bei 
Fehrbellin, für seine einzige Million Preossen^und Brandenbar* 
ger einen souverainen Staat bildete, und diesem nicht nur die 
Anerkennung eines Staates vom zweiten Range erkämpfte, sao** 
dem auch fest gesichert seinen Nachfolgern als rühmHc*hes Erbe 
fainterliess. Und nachdem nur die Bevölkerung verdoppelt, die 
Ländermasse nicht viel über 2000 O^^i^Q angewa^sen wai^ 
erscheint es abermals als ein hervorragendes Beispiel, dass auf die^ 
ser Grundlage der kraftvolle Geist Friedrichs des Grossen, noch 
ehe Schlesiens Besitz ihm förmlich überiassen war, die unpoK 
wundenen Ansprüche ein^ Europäischen Macht des ersten Ran- 
ges erheb, und nach wenigen Monaten in seinem Schlesisehea 
Hauptquartiere die Rolle eines Gebieters in der Europäischen 
Politik ohne gültige Einrede übernahm. Preuaaen hat seitdem 



Der Pr««ftftitobfe Stnat. 85 

«to ^m 4«r nir«|^i0li|ip «ffMsqriMita ei« Jaiit1iaii4«ri darok* 

k^bt^ ood mir in ilen lüsf omteo Jiilireii Mwh ten TilMtor Fri«« 

den \mi Na[^ol«on*s Ueborgetviobt dicken ftUg^nteiu beatuMMitai 

Einfluss Pn^asAe«« MrHekgedftngt Wem Vfk aber «eben, hm 

iB dem gegPtkw^tiigea Umflmge des PreMsisdien Slaatee^ hei 

etaeiD FJäobeninbaHe voo mehr aiUi dOQO Qmeilett, bei sehr he«« 

deat9M»r Verei^ie^obeU m der VoUpwibstenMiang «od Cm\iüt* 

Qüiwkkelmagy nor zw4)lf grössere Ltedermhsseni die verber 

sehen io eiiiep Jüngeren YerhindHng fibr sidi hesidlead orgaab» 

siri wiu^n, in dieser pelttiseben Ferm demselben «MMrerleiht 

worden, dagegen ober zweihandert kleinere venbals gleieb» 

falls selbständige^ Hrnrsebaflen und BesiUttagea, wie Für^i- 

stenlböaier, Grailsebaflen, Bisthftmer, Abteien^ Rdehsslüdre, 

feiehsanmittelhare BiUer- Besitzangen o. a* w. Ja veracbiedeaeA 

ZeHabscbnitteB rea 1648 bis I8t5 Bestandibeile dieses fitaaUa 

gewonlott sind , und dach j^kt den aweideutigen oad gefibrlii- 

ehea ^nbtiek eines snaamraeagewörfelten Staates völlig verleseiH 

and als organiadie Thdie eines in sieb awar provinj&iell gegiie-« 

dertea, aber in graieinsehafdichen woblveratandeaen Staatsiiiler- 

ess^ ianig verkndplYen qihI kriftig belebte.1 Staatsverbaades 

sieh geltend maehen: so ist dies wieder vonuigk weise «hier 

Ein Wirkung des persönlieheB VerbüKiisses der Preuasiseben Bei- 

gentea aaC die ibier Herfseiiaft nnterworfeaea I^dMMbiobaflen 2111^ 

sosobceiben« Denn wie sehr auch ak dncebgebildete, oder vsm 

VoJkaabstammtittg und Localverhl^lUiisflea abhäagige Provlnzki- 

iateressen ia Preossen unter dem sicheren fichotze der Regie** 

rang stehen^ so bleibt doch das Ziel, welches sieh schon Friad« 

lieb d^ Cvr08£^ tar die genaueste Verschmelzung der Provin*? 

ziid-IatereiEfsen in einem allgemeinen für die Woblfahrides 

gesammten Staates gesteckt hat, vorzugsweise eme Hauik- 

aafgabe der ieaiertn Politik des Preussischea Königshauses. -^ 

Nach der chronologisch -politischen Bildung des Li«nderbef« 

Standes sind filr den Preossiscbc^ Staat, als seine drei llaupt«* 

bestandibeile in betrachtett: 1) da» Herzogthum Preussen, 3) 

die MM^grafisdmft Btoedeatmrg als Kurftirsteatbum des I>eut<>^ 

sehen Reiches, 3) die Rheinischen Besitzungen, und zwar das 

Herzogthum CJeve und die Grafschaften Mark und Ravensberg 

nebst den Ansprüchen auf die gesammte Cleye-Jülichsche ^fbr 

scbaftsmasse» Alle drei Baupttheile worden, unter dpr kiffj^^n 

Regierung des Kurfürsten Johaafi Sic^iamund U6<?P,r-' ^J iVef'^ 



26 Der Preutsitefae JSiaat. 

eiiügt, «iies Pt^itea, w^kber Birsr aichl tm ien «Bsg^zeiclH 
nateren (Mioes HaiMe« geborte , aber ia seiaeai Charabter ganz 
flie HigaRaobaften besaaa, euie solobe VaieSnigting ao robig ala 
mdglioh fCkr 41a kmereii Verbattnisse dieaer Laader vor aiob ge* 
ban 2« laaaen. Da aa sdne Peraoa diese erste BUdcdg ei* 
aea Prea8sia€b**Braodeobargiacben Staates gekaipfl 
»fit, «ad er i» aenier ora^Oagliebea Stelluag nur KarfOrst and 
Dcaitser der* Marie Brandenburg war, sa eracbeint am «weck-* 
Bibaaigsten fftr die Uebersicbt des alJniSibllgca Aawachses die* 
aea Stalles, aaf die ft-ßbero BeschaiTenbeit der Mark Brandeo-*- 
barg Burfiokzageben and zu ermitteln, in welebem Umfange sie 
dem Hanse Hobenzollern fiberwieaeo wurde. 

Friedrieb VI., Burggraf voa Nfimberg, der Stammvater 
daa köaigKcbea Uauses Hotienzollern-»Preusseny tbaiKe naob 
dem Tode seinea Vaters, des Burggrafen Friedrieb V. (2I.Jaiib 
4106) mit aeinem alteren Bruder, dem Burggrafen lobann III., die 
Fiiiikisehen Besitzungen, bei weicber Tbeüai^ ibm das Nieder^ 
land oder das Unte|rgobirgisebe Fürstentbum (das Borg- 
gn^bum NOraberg unterbalb Gebirgs, spliter gemeinbin das Ffir* 
alea^inm Oaolsbacb oder Anabach genannt) zufiel. *) Der Li^n- 
derbestaad desselben kann nach aeinem FlUobeninhalte dantäla 
ungeCabr auf 60 geogr. QM. aogeaeounen werden, allerdings 
bei^ den hierüber sehr unvollst&adigen Nachrichten nur ^ne sehr 
msioher berechnete Angabe, die inzwischen zur Uebersiebt tut 
das Fortschreiten des Besitzstandes einen genögenden Anhalts- 
punkt giebt, da sie doch höchstens etwa um 5 bis 8QM. zu 
gross geschätzt sein dürfte. Seboa sein Vater stand in sehr 
befreundetem Verhaltnisse mit dem Kaiser Carl IV. aus dem 
Laaembürgischen Hanse, dem Erwerber der Mark Brandenburg 
(l5^Aug. 1373) von dem Wittelsbaeh-Baiemscben Hause; aeiii 
Bruder der Barggraf .Johann ill. erhielt in Folge eines Fami* 
Heavertrags 1375 die Zusicherung zur Heiralh mit Margaretha 
der zweijährigen Tochter de^ Kaisers Carl iV., die spbter auob 
wirklieh seine Gemahlin wurde. Die Mark Brandenborg 
wurde nach dem Tode des Kaisers Carl IV. unter seine beid^i 



*) Die einzelnen Bestandtheile dieses Fürstenthums bat lianci- 
zolle a. a» O. 8. 198 — 200 ttacb einer Urkunde aus d. J* 1437 auf- 
gezahlt, 60 wie die des Oberlandes (Baireuth) aus 3 Urkunden der 
Jahre 1403 und 1437, a. a. O. 8. SOO — 3. 



I>er Pr«tiMi6€he Stairt 37 



jäBgeren B^hme QrieglMmnnA umä Johttsn gethoHl, «o 
jener die Ktirwtrde> dk AHiMtik oHd die DfiadeuWifgiaelwwi 
Lande zwisehen der Blbe nnd^ dir t)der> dieser die Utile wü 
dem rechten Ufer der Oder (HnnHiin TnuBOdeinn«) eriMfleC 
Sie^ismand, seit 1387 dorcii Vermfthlani^ mit lf»rNi ^ooIh 
ter des KOmgs Ludwig des Grossen), der BrW« von üngnnit »«^ 
gleich R5ttig dieses Reiches, verpTtodele 1388 'seinen Antheil'iM 
der Mark Brandenborg an seinen lethlieiiM Votier Mtiitgtaf Jo»«: 
docos VM MShren (Mtesten 0obn des Marirgmf Johann P ei u A 
rieh von Mfthren , (eintti Bniders dtM Kaisers Cari I¥.). Ihmi 
den Tod seines Braders den ohongenannton Ma^gratai'MMHiii 
(I.Mtos 1396), der kernen Sohn hinterliess, erhte iSiegtaanod 
nach die Xenmark o^r die Mark jenteito der Oder, jedoch 
mit Anssefalass des Landes sfldHch von der Warthe, d. i. der 
Herrschaft Stemberg, welche mit der Knrmark verhoaden war 
and mit derselben schon 1411 an den Bniggraf Friedrich kam* 
Siegismnnd verkanfie aber die Neoma^haJd darauf C^fti 8e|y|. 1401 
und durch die damit in Verbindui^ stehenden Tertrftge «ua den 
J. 1409 ond 1410) an den Dentsehen Orden '^), der irfer selma 
Mber mit Genehmigung des LuxembtTgisohen B«ise4 1384 vM 
Hause Wedel Sctdetos und Stadt Sehidvdbeinmd vonKftnig fifagia 'i 
mnnd selbst am ^4. Aag. 1400 die StndC •ramfouig und «ebiet 
durch Kauf erworben hatte. Die Nenmark besasa in ihrem da» 
maiigen Umfange einen Flkd^ninhalf von etwa l^O Ontoüen. -** 
Nicht lange nachher fiel der Pfand besHas der Kor mark Branden- 
burg, als Jodocos von.M&hren Idnderlos verstari^ (S.Jan* 141 1>; 
an den König Siegismnnd zurück, der gerade damals in doppelter 
Geldveriegenheft sich befand, theils um sich in Ungarn mit 
Nachdruck behaupten eu können, ÜmUs um auch iton letzten 
Gegnern bei seiner Kdnigswnhl auf den Deotsdien Thron mit ErtUg 
entgegen zu treten. Burggraf Friedrieh ¥1., der bei der Königs- 
wahl schon Mher als 8iegismund-s Botschafter aufgetreten und 
treulich vermittelt hatte, bot für ^beides eine erwOnschte Hftlf^ 
dar, indem er einen Vorschuss von 100,000 Goldgulden leistete. 
Siegisfflund überliess ihm dafür, und um sich selbst wegen des 
Verkaufs eiues £(urlandes zu entschuldigpu mit der ehrenvoUeo 



"f. . r • . . • • 

**}^Vsehtr den genmSNreii Umfoag der damaUgea.Meamark v«k 
LaBQl20He Si 987 «^ 88. . T 



* 1 

.1' : 



L 



28 Der Preussische Staall 

Ao^kettnon^ ^^lir seine getreuen Dienste und iiUi Auftaanfe« 
rang srafiinH^cer Brgefbehheit oad Dienstwilligkeit^, am 8. Juli 1411 
den Besits der Karmark Brandenbarg als einem obersten 
Verweser «nd Statthalter des'Lundes, mit der vollen Gewalt 
1^ hmdestrtoilielien Hechte und €NHer zu eignem Vortheil zu 
hmiiTiea .and isa astzen. Nor die Aasfibang der Karförstlichen 
Recflrtd olid den Wi^ererwerb des Landes dareh ROckzahlung 
jener lOO-yOOO GoldgaMen b^idt Siegismnnd sich und seinen 
Hrfcea ver. Kaiser WeneeslAns gab als Senior des Hauses 
lioxembarg und berechtigter Erbe der Mark Brandenbarg seine 
(Kostiftmong zo diesem Vertrage mit Barggraf Friedrich VI. im 
Deeeaiber 1411. 

Aber die Geldverlegenheiten Königs Siegismund waren mit 
der am 21. Jol. 1411 erfolgten einstimmigen Wahl zum Bömi-* 
sehen Kittfge nicht erledigt. Sein eifriges Bestreben, der in 
dem Widerwärtigsten Zwiespalte zerrfitteten R5mischeri Kirche 
Blaln»lit and Frieden za gewinnen, veranlasste för die Ange- 
Jegeabttten des Condls kn Costnitz vielfache Ausgaben.*) Ei- 
nern nenen Vorschüsse von 50,000 Goldgulden im J. 1414 musste 
Barggraf Friedrk;b zu Anftng des J. 1415. die för die Geldvcr^ 
hütntsse jener Zeiten* wohl' sehr betrUchtliehe Geldsumme von 
860,090 Goldguiden falgen lassen — so dass KlSnig Siegismund 
fibUrbaapil In den 4 Jahren 400,000 Goldguld. (d. i. nach einem 
Daiekschnlttstireise dieser Jahre ftr die am meisten in Branden- 
hwtg gebrauchte Getrehleart den Werth von 5,330,000 Schef- 
M Roggen erMelt. "(**) -^ Nonmefai* erfolgte im Kauhnertrage 



*} z, Bk far die Reisen, wclcbe Siegismund nach Frankreich 
und Spanien in den Angelegenheiten des Condls «nsfährte» 

**) Nach einem Durchsf^nlttoverHiUtnisse der Preise des Oetrei> 
des und des inneren Gehaltes der in Norddeutscbland gangbaren Mün- 
zen aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrliunderts seit den letzten 
Regierungsjahren des Kaisers Carl IV. ist der mittlere Preis für 
1 Scheffel Roggen (1 Modius für den Vergleich gerade nicht von 
wesentlich bedeutsamer Verschiedenheit von 1 Berl. Scheffel heutigen 
Maasses) auf It silberne Grossl festzustellen , Von denen 30 einem 
Ungarischen Goldgulden bei dem Verkaufe der Neumark im Jahr 
1402 gleichgestellt werden. Vgl Handbuch der Mark Brandenburg 
aus 4. Beg. Kaisers Carl IV., herausgegeben' vom Staalsmlnlster v. 
Hersberg, Berl. 1T81. 8. 1 — 7. Es wären demnach Ar I Ungar. 



Der PfietiftAiaehe Staat. M 

v^ ai. iür. HU 4fe ^Wige Verle&liM« 4er Kariaavlt 

Bran^QAkvrg mit Blaaeklaia der KorCftraUieliaa Wfirde 
(liQgleiicb 4er 4«6 Bfakftauiereri im Oeottohea RakiM) fttr feaif» 
graf Friedrich VI. vad davBta n&ttalMa Jiiplinatiaaiuhafl, ja* 
doch .aaek diesiaal aoob aMi Vorbduitt 4m WMertoaiitaifctii 
mit 409,000 Vag. dkldgald. aowahl fflr Siigiiiawid aad s«tea 
maanltebea Er]»aa, ids awah naek ihrem Ahstacbaa (ttr Kaisar 
WencesJaus und da^ea aiH^nnliaha Efhea* ladatf M aatfa dia^ 
wt VorhebaJt bd der CaktrUahaa Belehaoag. (In April 1417) 4aa 
Karförataa Friedrich I. (^er ala «alahar. aiaa aaaa MM» ia 
nem Fürstenstamme anfing) in dem darOber anagealeUtaa Kaii 
Hohen I^habriefe aMgeäaasea, uiul kaan- daiaroh ata aa^ihs 
hen .aiigaaehan,.iverdeat obaohaaca ütodias aaeH 4mm Vada im 
Kaiser» Siegianuiad 1437, weij er amd aaia Bmnter Weaaiiiana 
ottne mänaliahe Naehfcommtn . vaMtorhen, uad i B e aa g aar 4aa 
Wiederkaufsrecht ,tmg^stami war, .an aiefa abaa paJitiaafae Sa* 
ihßjDlaiig gehliebea w&ra. 

Es gehörten aber damals an dem Aaritaalaoda dar Karauadt 
ßrandanbarg a) die AHmark immm^ der Bltoa awisolMa die* 
aam FJasse und der Ohre : mit einem FttchemmhaUe vaa a^afa 
76 Qmeilen, *) b) die Prieü^nit« awiaebea der BIde oad dar 
Eto^^e mit c. Fl. von 60Qmeileay o) d» gdUnte Tbeä 4er Uk* 
kermark C^^i Aaseoblnafl des GaUetaa voa Aagenatlnda, 4aa 
den Pommern unterworfen war) gi^n 90 Omailen gvaesy d) die 
sfidlich davon gele|[^nen Laadaebaftea, awisoken der Stibe aai 
der Oder Barnym, Lebaa, Teltow, Gaaoha (Zaoeiie), daa 
Havelland, Gl/n und die drafscdmlt Lyndow ^Rappia, ja^ 
doeb besass för die letaten der Markgraf nar das lehasiarrNetie 
ftecht), zasammea gegen 210 Ooi^l^ grpfls» e) die Laadbaball 
Steraberg auf -4em reohtea Ufer der Oder, südlich vaa der 
Wartbe mit einem G^Oc^e voa 30 QmeilMi. **) Mithin betrag der 



Goidguldea durchschnitUlcb 13| Sckeffel Roggen in der Mark Biaai- 
denburg zu kaufen gewesen, und dadurch erlangt man, da Roggen 
als ein Hauptnahrungsroittel für dieses Land in jener Zeit wie in 
der Gegenwart anzunehmen Ist, einen möglichst gültigen Maasstab 
zur Vergleiehung des Wftrthes jener Kaufsumme mit deq Verhält* 
nissen der €kgenwart. 

^> Tgl. Tolgfis b^tar. Atfas der Mark Brandenburg. Blatt IV. 
^*^' VgU ^bmaelbe Blatt IV. im ^. Vo^% bist. Atlas. 



L 



Der PrieusBiflohe'Srstfl. 

»•gftfMutt fl6i»htoittiiiilt der diunüifM Kuratefc Brimdau btrg 
4M Onmlett and- der Länderbestand des erste» KorfOrsteii 
uuB den Hefeiee BtofaeaiMlIera i« Yeclriadaeg mk dei» Fritold* 
«ehe» FfireteoaMyae Qneiastoeh 485 <)«ieileii. Auf die inneren 
VerbÜliifyie iiad nMnenüioh auf die Roifremdnng landesherrli- 
eber Gehtei^ dtoeh die Fehden wahrend dar Herrschaft der Luxem«* 
hwEger^ woxa anoh diePfandsksangea-derronmemsehen Ber** 
ficege in der Udcetmarfc gehdven, n&her eimsiigehen, ist hier 
ttieh^ der. Ort^ weil mur-der SBasaMoeahaag and die Aosdebnung 
dea Lindarlii8laBde& unter dem Hanse VohenzoUern naehgewie«^ 
se»- werden mJJ« > 

- 1< Kasfönit Friedmh J. vereinigla nach dem ¥ode aeiaes B#u-^ 
dei» Jehnaa 1430^ der kethieaBeha hinterliess^ auch das itwcfM 
fifüriiiaehe; Fl^ntanthofli aherfaalb des Gebirges oder Bairealh> 
«Awaräi Onanien iyoas» mit «einen. Besitaangen. Aber mit sei*« 
aam T0de (I^.ae^l44«) erfüigte wieder eine Theilnng« fi^ eT^ 
hielt sein älterer Sohn Johann der Alchiniisl, indem er deni 
SMÜrsteathofliMaiaadenbuig entsagte, ^s eine Fränkische- Fflr- 
aüaUmm BatreoA, der dritte Sehn Albre^.t Achilles das aweit^ 
Aai^aah^ aad aeia zweiter Sohn- Friedrieh II. mit dem Bei<^ 
nawen Eisenzalin, ^ Maik Braadenbarg in dem eben be-^ 
«i^hriebenCfi. Umfange. Es war &war anch von der Marie Bran- 
imbugg die AUmank nebst der PriegaitK^ 9m Gonsten des jflng'^ 
atea Sohnes Frieiteifdi des Fetten abgetrenat. Aber dieser war 
IMah n^deij'ahrig^ aad sein Bruder der JCurfttrst fahrte zehn 
iahre laag die Tonaandschaftliche Verwaltoag, and auch später 
«mrde diea.Varh&ltaisa kaam geftntort, da der. schwache Mark- 
graf .sahon 1463 za Tani^rmitade verstarb, ohne Naohkemmen 
an. htaterla^Kn, wodurch auch die förmliche Vereiniguug der 
Afttmark und der Priegnitz mit der Knrmark wieder veraalasst 
warde. -^ Friedridi IL erweiterte ansehaüdi sdne» Besitx- 
stand , indem sich ihm die günstige Gelegenheit durch den Aus«- 
bruch des Krieges zwischen dem Deutschen Orden und dem 
i^reussisehen SMt^bünde im Vereine mit der Krone Po}en dar- 
bot. Eine gleiche Geldverlegenheit wie bei König Stegismund 
uöthigte den Bochmeister Ludwig von Eriichshausen, die ausser- 
dem wegen ihrer Entfernung und der nahe di^ran liegendei^ Pol- 
nischen Landschaften schwer zu vertheidigende Neumark wier 
der zu yeräi^sf^r^. Am, 23« Fe))r. 14j54 scWfss er mit dem Kur- 
fürsten Frieddeh ILi.fßipf^.Vertreg auf 4Q>00ariieifiiscboGiddeny 



0er Pr*tt«8lt^h* Sta»«. »1 

£11 wfMMo fftch «lB«r BWfHM MbeiisMuaift foa Mi-iitl^ 
noch 00,OW«rh« Guldeii Irinzaloinea, mt MttdrieklklMi Wt* 
•eblQMe der Oehk i> » von Prt— en mid ScMav^Ma, ilso M»r<» 
Impl ra eiDen Pfftot tm IM^Me rh. GvNteii. (oder hrnm^im 
SdieM BoggeMi w«M 1 rh* GvM. dmA 4eii MmMge« ümdk^ 
{wbniUepreiseB glekA 10 f^oMTel fteggen ^eaetst wM). NmIi 
^lisea Vei^ifeii eeMla Me.Neumfirk den Karftrsten «agafadren, 
Meh der Ofdea «fehi daa RaeM j^eüfsea, M LeteeHea das 
KaiQtastea die NaaaNU* inreli MMsufhlaair ^ie# Kanftonlme wia^ 
der ia «eeÜK m aehaM»^ nr UM da» HQederkaaftraefaf dtaa 
Pealaeliea Orden gaeen die Na«h##lger ded KvrfinHea 
im^ehaltoii. Auf dkaee Seohl leialec* der Ordea eml Ifilf 
Verzieh wH^ de^i flefrfnietatef Markgraf •Atta'eehfr Tori Irta«» 
deoliuiig^, ala dieaer wc^g»a eeiaaa /bevor at elie adeB Kaibplbi arii 
i^aig Siegieamod L ilvar die rereagle Lehaekaldlgahg #e 
INIU^ der- DenlMbea F^mtm aad aaaieatlich dee nahe tedwaad^ 
^ Kiirbaaaea , in Aaepenoli aaliio. ^ Dareb einen glftaklJaica 
Kanpf «H dem MeUenkaigleeliea VOraMi Heiaricfa von; 6Miwe« 
1^ erwarb Friedriob H«, dae^ irlHier üar IMatk Brandeabarg gai^ 
faarige Gebiet der SMt .l<yehen afebet deto dirtin tiegeadea 
Uoatar BiaiateliiCort, welehe« aneh im ¥ertra|(e aa WMateek 
144a rOr iauaer mn 4a8 Kati&ralHehe Haae abgetralMi iivMdei 
I» dem Vertrafe am Preasblafi 1448 adt den Heraoge van Poai«* 
aiera-8tettia envarb er da« Anrecbi aaf den Rüekfall dea 
BeetM der van Penmerq beeelatea Uokernark bei 4mk An*- 
aterben de» heraeglieben. Baases van Ponnem ** Stettin. -^ Heeii 
bedeutsaaer nnd die Krwerbaagen in der Laasits. ¥ob Itoin- 
kard« 4en Boritaer 4es Landes Oatbas, erimafte derKaiArst 144ff 
dessen eignen Aatbeil' an diesem Lande nad sna Anreekt aaf die 
IMe^mi In den Bezata«agen seines Vetters Letfaar ftor ö5e^0eke«Ai 
Gresidiea. Vea den Oebilldera Petena, welebe bei dem Tenrintaa 
VaalaadeBMiBieoa antetderAagianiBg des arial4eijikriga»Indte«* 
Imß Pestbonas den PAia4beailz der Lkudvo^tai fa der Laasto 
erwerben hatten, erkaitflke er denselben ka J. 1448 fttr die Aa* 
sahkuig der firüber von diesen gegebeaen Pftedanauae vaa 
If^OOO jBcbeok MMeoker «rosfdien» und gleiebaeltig aaeb{voB 
deoa^bea BeaiiBura ür 10,09^ rhelnw «ald. die Stadt LMbea 
aad von i«iiaan vea Walde« lir W» Hiefn. €MM. die Herr« 
aekaitPei^^; Oeeli war dieeer aeae'Brwerb nlebt laage ka 
firte^Mi^ii Sislls nxk gaalesaea. Dana als nktib den Tode 



SS Der Preatiiteli« Staat. 

kUtertosen XadMit« PmÜiIiiim» Georg Podie^rad 6m6h die 
MteiiaelMi Stande aom K5ni|^ von BOhmen 1458 erwtlhU 
wo#Ae^ braoli Wegen dfeeer lAiMiütbelien Besitmngen ein hef» 
liger Krieg v^' unAmm dem bOtnaieeheit KOnfge und deia KarfBr« 
alea ton Bfandenbnrg ans, der von des letzteren SeUe nng^n-^ 
etig gefttfari, »ber bald durch den Fridden zu Gtiben im Juni 
1462 beeetiigt vrorde. Friedrioh II. moeste eich begnagen, ^e 
Herrachaften CoibaS) Poiso, T^v^z, das Land Be^rMle und 
den HoC Groas^Lflbben als IWnnisehe Leiin# and die An wart-* 
BOÜaft aaf die Henseliallen Beeskow iMd Storfeew Q«<er Mhml^ 
■eber- üehnsiioheit aneBnebmea , aber die flbrigeM ImnsIfkMheA 
Beslizanigea an die Kivne Böhmea zürOekzageben. Es • blieb 
dadUtfch etwa ein'Brvinerb vov 30 t)tneiten, woditreh der ge*^ 
sannl^ LiBd crbeatand des Karbanses Brandeobar^ beii dam Ab^ 
^n dea KnrMraten Friedrich Uj (10. Febr. 1471.) einen Flft* 
eheaiahatt von dSO Qmeilen' eingenommen halte; Die beiden 
PfiiAiBohen FfirsItaiMmer Ansfaeh und Bairentb lagen schon 
verein!' in der Band dea Markgrafen Albreeht Aebillee» 
da Bm Bairenft daireh den Vod des ohne SOhne verotoiltorten 
lohana des Alchimisten (1^4) zngefsUen war« * 

lüeaer ererbte a«n auek die Karlande Brandenburg, weÜ 
Friedrich IL aar zw^ Töefater kinterliess. Er war schon in 
den drei letzten Jahren der Begierang seines Bruders mit d^r 
Leitung der Brandenborgisehen Angelegenheiten beauftragt, fetzt 
also Gesammtherr der Brandenburgischen und FHknkischen Be- 
sitzungen. Durch seine ausgezeichnete Tapferkeil und Staats- 
khigheit hatte Knrffirst Albrecht Achilles sieh die allge*- 
meiaste Anerkennung im Deutschen Reiche erworben und stand 
kl- köehater Geltung bei dem Kaiserlichen Hofe. 8eine ganze 
Thatkraft wandte er in den ersten Jahren der kurfftrstlichen 
Eegiermig auf eine griVssere Sicherstellnng und eiiie mehr ab* 
gerualete Aasdehmnig der Grtinzen der Mark Brandenburg» 
Vom Kaiser Friedrich ilL Hess er sich die fk-fiher schon den 
Biarkgrafen von Brandenburg zustehende Belohnung aber das 
Herzogtkum Pommern «fiitettin erneuern, und wenn er aucbnach'^ 
mals die Vereinigung der Pommersciien Lande unter der Linie 
Fommem-Wolgast zugestehen musste, so erlangte er docb im 
Friedenevertrage mit dem Pommernschen Herzog Brich II. (3L Jan. 
1479) zu Prenzlau die noch biff dahin von den Pommern behaupteten 
neffddbtiichen Stfloke der UkOTmark und die Gr&nze bis zur Welse, 



Der Prevttiiebe Staat 83 

sowia die BiMBkliif«a|r der PemenMciien Sli ad t fir das Baai U^- 
faeoeoUem, md ImM darauf in «aer U^ermnkoaft mit Hfltaag Bo«- 
gifdaw X., dem Setee BficiMi, im Jabr 1470 die Hemcfaallea 
Ijdtinitz and Yienadea. *- Ikurch die Venaihlinif eeiaer aehi- 
iibrigen Tooktor Bartwwa mit dem Selriesiaoliea Heraoge Bei»- 
ricb X. VGA €MogMi-aed Croaaea (1473), wdeber noeh verwirk^ 
lieber VeHaMraag der Eke 1476 starbt aaebde« er Barbara 
aar Brbin elog:eee(iit batte» gerieth der Kvaffknt ia eiaeo aebr 
befligeB Kri^ mit Beraef Jobaaa voa Sagaa aad K4aig Slal^ 
tbiaa CorWaae vea Uagara, der erst 1489 dareb einen Vertrag 
an Ollmfüa awiaebea den Könige ven Ungara aod Albreobt 
AehiMea aaif(egliebea - warde. Bald daiaof kam ea aneb aakr 
VannNMnog der flersoge an Saebaea m eiaem Friedenavec«- 
trage an Cameas (16«Sepl* 1483)^ aaeh welebem die tfiecaegia 
Barbara uad ttire Srbea die Sü^e «ad Lan^toehaftea Croasan, 
Kfilltebaa, l&ammerfeld aad Beberaberg mit Vendebt^ 
leiataag aaf die ttHrigaa Liadereiea dea Beraegtbaae GU^pai, 
)edech aar i^fiuiiweiae ak Ealaobidignng erlangten« Die 
WiedereitdaaaagaaBmBM worito aaf 50,000 Uagari«cbe GaMea 
be^inuttt Diese flerraebaftra ven eiaem FlNberiabalte Yoa 2^ 
Qmeilea wurden aogleich oater Brandenbargiaebe Verwaltaag 
geataüt, Helen aber erat nadi dam Tede der Berzogin Bacbam 
(ISie^ fOmdi^ an daa KarfOr^che Baas. IHm Wiedereiaie« 
«aagreebt aof dieselbea wwde voa dem Könige Wladialaw U. 
Tea Ui^ani uad Böbmen 1514 mit den Scbteeiflobea Bera^ Carl 
von Mfli^erbetg übenragea, and dea Bdbaea deaeelben vea dem 
KaifllrBleB Jeaebim II. im J. 1S27 wieder abgekauft. Spater wurde 
voa KMg Ferdinalid I. vea Bdbmeo als Oberlebasberr dieaer Kauf- 
vertrag beat&tigt, aad au Bautaen am 23. Mai lö^S dem Kur- 
fürsten Joachim II. und dessen Bruder, »dem Markgralaa Johana^ 
£ar gesanualea Baad dar förmlidie Belehnungsbrbf ,5 ober das 
FirateiMum Crossen , ZÜUiohaa , Soamierfeld und daa Lbadohen 
Bebersb^g^' ertheilt 

KurfUnit Albre^t AebiUes aabm gleich seinen beiden Tor» 
gingera ia dea letatea Jahren seines Lebens dnen bleibenden 
Aafentbi^t in den Frbakiseben Fflf stenthUmera y indem er seinem 
merea Sohne, dem Landgrafen Johann die Verwaltoag der 
Mark Brandenbarg iberliess. Auf diese Tbeilung des durch 
fk^mde Länder von einander getrennten uad weit entfernten Be^ 
sitastaades war der Korfdrst 10 seine« Bausgesetae vwa J* 

Schabert'8 Statistik. VI. ^ 



34 Der Prenttiiebe Staat. 

1473^ der segeeaiuiteQ DiBpositio Ae^illea, sohoo bedacht 
gewesen, die iduaer ale ein ehreawerthee Doeoment seiner fiia* 
siebt in die politischen Zustände DentscUands Und der Deul» 
sehen Fdrsteahkoser geröhmt werden muss, ood anf welche 
wir nnten im f. 14. aasftthriicher zorüokkommett. Nach dem^ 
selben sollten die Mark Brandenbargischen Länder im Verein mit 
der Karforstlichen Würde, mit den neoen Erwerbungen in Pom- 
mern und der Laasitz sowie mit allen erv^iorbenen Ansprftcben fOr 
die Zakunft auf Pommern und Meklenbarg, die in d^ Folge 
auch nur die spiter erworbenen Anrechte auf Anhalt, Hol^ 
stein, Braunschweig und Lttnebnrg anagedebot warden, 
oagethoUt auf ewige Zeiten dem Scstgeboreaen Piinsen tmd 
dessen m&nnlicher Nachkommenschaft stets nach dem Rechte der 
Bcstgebart verbleiben« In den Fr&nkiscbed Förstenthümem soll«^ 
ten höchstens zwei Ffirstenliioen regieren, als derea natfirliehe 
Abgritaizang hier das Gebirge sieh geltend machen mossles die 
beiden Theile sollten verlooset, die Bergwerke gemeinschaftlieh 
benutzt werden. Die fibrigen Mitglieder der farstlichen Linien 
sollten zar Nothdarft fürstlich unterhalten, die Töchter mit et- 
nem Heiraihgut ausgestattet werden, wozu aber niemals Land 
und Leute gegeben werden durften. Bben so wurde jede 
VerpAndung oder Yeräusserung von Laad und Leuten, ScUöe*- 
sem und Städten untersagt, und um dieser Oroodlage laades* 
fürstlicher Bedeutsamkeit und künftiger noch grösserer Behebung 
eine fiestc Stütze za gewähren, soUte jedes Mitglied des ge- 
sammten Fürstenhauses nach zurückgelegtem achtzehntem Jahre, 
bevor es die Regierung angetreten oder Appanage empfangen^ 
durch einen schriftlichen Revers an Bidesstatt sich verpAiehteo^ 
an allen Anordnungen dieses Uausgesetzes fest and unverbrüeh- 
lieb ztt halten. 

Diesem Hauggesetze gemäss übernahmen nach dem Tode 
des Kurfürsten Albrecht Achilles (t 1 l.MioK i486) sein &lte-- 
rer Sohn Johann Cicero die Kurwfirde und die Mark Braa-' 
denburg, seine beiden jüngeren Söhne Friedrich der ältere 
und Siegismund die beiden Frinkischen Fürstenthümer« Bs 
folgte nun ein Zeitraum von mehr als einejn Jahrhunderte, 
in welchem die Mark Brandenburg durch keine bedeutende Br- 
werbung wesentlich vergrössert wurde, und demnach nur den 
oben niUier bezeichneten Flächeninhalt von 610 Qmeilen um 62 
Qmeilen bis zum J. 1608 erhöhte. Unter dem Kurfürsten Jo- 



Der Preossische Staat, 3$ 

bftD» Cicero (IhMirs 1486. f 0. Jan. U99) wurde die BOh- 
srisdie IjehBslierrseliaft Zossen (gegen 7 QmeUen gress)) Isaf 
dem Unken Vfet der i^^ree bei f eapit^ , 1 490 von dem Lehnske- 
skKer Georg von Stein für 16,000 rhein. Gold, erkaaft, und dar- 
über die "Genelmignng des Oberlehnsherm Wladislawll., KOnigs 
von B^Uunen and Ungarn erlangt. Doch mnssten die erneuerten 
Aasjßrücbe des Jobannes von Stein auf diese Herrschaft durch 
den Kurfiirst Joachim I. 1527 nochmals fftr 4000 Gold, abge- 
kanft werden, worauf 1551 bei der neuen Belehnung von Sei- 
I9fi des K^ftig« Ferdinand 1. mit den Böhmisch -Lausitxenschen 
Lehnen Cetttas, Peitx u. s. w. fQr den KurfQrsten von Bran- 
dentarg diesdbe aasdrflcklioh auch auf Zossen ausgedehnt 
worde» 

Unter Kiirffirst Joachim L (O.Jan. 1499, f 11. Jnl. 1535) 
starb der Jlfauinsstamm der Grafen von Rnppin IS24 mit Graf 
Wiehmaan aus dem Hause Lindau aus, welche ihr Land da- 
mals als Lehn der Kmrmark besassen (gegen 30 Qmeilen gross); 
das erledigte Lehn wurde eingezogen und unmittelbar der Mark 
Braadeabufg einverleibt Die Consolidlrung der LandesfQrstli- 
ekeB VUckt gegen die übrigen Lehnstriger aus dem Ritter- 
sfaade, welche Joachim L mit dem gificklichsten Erfolge durch- 
setate, gehört in das Gebiet der reinen historischen Darstellung, 
da dorch sie das Territorium des Kurfttrsten nicht vergrössert 
wnrde.^ la dem vernrlckelten Verhiiltnisse mit Pommern schloss Joa- 
cym 1. am 3. Aug. 1529 mit Herzog Georg v. Wolgast und Herzog 
Barnim von Stettin den Vergleich zu Grimuitz ab, nabh welchem er 
^tiese Uersöge und ihre Nachkommen zwar als selbständige Reichs- 
fftrstea mit Sitz und Stinune auf den Reichstagen anerkannte, 
•aber von neuem vom Kaiser, die Mitbelehnnng auf Pommern, 
die Zusicherung der vollen Erbfc^ge nach dem Aussterben des 
Biannsstammes beider herzoglichen Linien und die Erneuerung 
der Brbhnldigtti^ der Pommernschen Stände erlangte. Von Kai- 
ser Maximilian I. erwarb er überdies, bei dem seit Kurfürst 
Albrecht Achilles stets nahe befreundetem Verhältnisse mit dem 
Hanse Babsburg, die An! wartschaft auf die dereinstige Belehnung 
mit dem Herzogthum Holstein bei dem Erlöschen der männli- 
chen Linie des dort regierenden Hauses. — Aber einen bedenklichen 
Schritt für die künftige Grösse. seines Hauses wagte er, indem 
er das Hausgesetz des Kurfürsten Albrecht verletzte und die 
Besitzungen der Kurmark unter seine beiden Söhne Joachim 



36 D«r Pr6ii»6iftefie Stimt. ^ 

and Johann vertheiKe, dem jüngeren dte Neomtrli nebsl den 
HerrschaHen Sternberg, Crossen, Cotbus nml Peis ehnHunta 
and dem Ulteren die übrigen Länder nebst der KarfArirtlidien 
Würde Überliess. Doöh glücklicher Weise blieb diese Theilnng f8r 
die ßrandenbnrgischen Lande nar ein karz vorübergebender Nach«* 
theif, da Markgraf Johann schon zehn Tage naeh seinem Dra-*- 
der (13. Jan. 1571) verstarb, keine Söhne fainteriiess and dadnreli 
\^iedcr sammtliche Märkische Besitzungen vereinigt worden. 

Knrfürst Joachim II. (II. Jol. 1535. f 3. Ja«. 1»7I.) hat 
zwar durch seine Prachtsacht and sinnliche Aifi^^weifungetl 
sehr viel Unglück and nachhaltige Zerrüttangen in die Iftnerea 
Verhältnisse seiner LUnder gebracht; aber dankenswerth mass es 
ihm anerkannt werden, dass er mit umsichtiger Besonnenheit ttni 
grosser Schonang der obwaltenden Verhältnisse seit 1539 ohne allen 
Kampf die Reformation der Kirche darchzüführen wasste. "^3 
Dadurch wurden die drei BisthÜmer des Landes, Brandenbtrrg, 
Havel berg and Lebus nach und nach dem Korstaate völlig einver* 
leibt, der innere Verband des Landes trefflich befestigt and seine 
Gesammtkraft bedeutsam gehoben. Seine günstigen Verbindmt^ 
gen mit dem Kaiserlichen Elofe und mit K&nfg Siegis- 
mnnd II. von Polen, dessen Schwester Hedwig seine zweite 
Gemahlin war, erhöhten die Aussichten des Kurhauses auf eine 
ansehnliche Erweiterung seines Besitzstandes. Von Kaiser 
Maximilian II. erlangte er die Antwartschafl (1504} auf die 
Herzogthümer Braunschweig und Lüneburg, Bowie auf ei- 
nige Reichslehen des Hauses Anhalt* Bei Siegismund IL be* 
wirkte er, dass bei der feierlichen ßelehnong des zweiten Her- 
zogs von Preussen aus dem Hause Brandenbarg -«Baireutb, des 
Herzogs Albrecht Friedrich, eines Enkels jenes oben ge«^* 
nannten Markgrafen Friedrich des filteren, weiche zu Lub^* 
lin am 19. Juli 1569 erfolgte, **) auch dem Kurbrandenburgi- 
schen Hause neben der Fränkischen Linie die Mitbelehnung 
auf das Herzogthum Preussen gewährt ond auf die Karbrandenbor«* 
gischen Gesandten übertragen wurde. Dieses wichtige Anrecht 



*) Dr. Ch. W. Spiecker Kircben- und Reformationsgescblchte 
der Mark Brandenburg, Berlin 1839, 8vo. 

**) Vgl. mein histor. Statist. Gemälde von Ost- und Westpreus- 
scn, 2. Abtheliung. S. 147 — 50. im Berliner hist.-genealog. Kalend. 
auf d. J. 1835. 



'^.u 



Des Preiifi^McJb^ §i^^it 37 

fial dn LaAdi, du» i« FJIfh^iiiwb^U« w«br iMc^h »to die dunali^ 
gea IfaMmmtiü J^uid« doa Karbauses Braadenburg nmfiwNBt^ 
wrac eitt nea erw^rb^nas» deon bei der fruben^n Belehiioaf 
halte .laaa macfaricklieh aar ^u( die Fräakiacbe Liaie Aüok^icbt 
geaamiBan. ^- Ueberdiea aebloae noch Joaehiai II. im Jafar Id37 
mit dem Hemege JPriedricli ron Brieg, Woblaa nad Meg** 
miiz euM Erbaiaiguag und Brbverbröderupg akt naeb 
iraleber im Fall de« Aueaierbeoa dea berzoglichen Stammes dieae 
roratanUiimer doa Karbanae «»fiülen aelKea. Die iSveainaK 
hoUigmig wardfi aebeo damala von den St&nden in Liegnitz ge* 
l^atet, obgleich der Oberkbaaberr FMinaad 1. als Kdaig voa 
Böhmen damit nicht diarerataaden war» Dia schon Ware Erbver-* 
ita^uderang zwiiebea Brandenburg i Saebaen und fleaaeo wnrde 
voa Joaebiffl II. 1555 nocbmals su Naumburg eraent 

Kttcf&rat Johann Georg <3.Jan, Wh f S.Jan. UOS), der 
adion In den eralea Tagen seiner Begiernag die Neumark v^ieder 
mit dar KBfomrk vereinigte, führte eine durisbaMS friedliche Verwal* 
teag und gewaaa dareh dieselben die Mittel, nidit mir die be- 
tiieldiiahe daroh 4fie Uaregeimassigkeiten der veraagebeode« 
ftagiarung bis auf 2,600,000 Tblr. gehaulten Landesaabuldea 
^lazlieh ssn tilgen, aoadern au^ mit entsprecbeoder Unterstütis-> 
iftnai^ höbere und niedere Schulen neu zu begrfindeo und auf 
Landwvitthaahftft nad mehrere Zweige der gewerblicben Indaatrie 
cia«B Theü der £ltaataeinnahmen siu verwendeni. ;Snm eratea 
Male WBfde nnlar ihm die Mark Brandenbuig den wegen ibi^r 
Bcdii^n V^tridbeaen geöflaet, uad die aua ^ßn Niederlanden 
rat Alba-a Baehbeil sich fluehteodea Evaagelis^^n fanden in 
daa BtiAen Brandeflfcatrg, Stendal, Wittstoek, Crosse«, Zöllj^ 
dian^ ZIeleqsig u a. eben so bereitwillige Anfnaba»e ab; auch die 
Geldhüfo des Kurfirstea. Taehweberei, Färberei und vielfache 
Handelagesohälta wurden durch diese JEHnwaaderer in diesen f ^aa- 
dealhailaftBMhranagSebrettet— Für die Ki^eit^rung desXlknder* 
haalan^a gliekte es ihm die beldea BöhmMchen Lebosbernicbafiten 
an darBpaae^ Beeskaw iwd Storkow (gegen 254)m. gross) yctU«* 
aOüdig Qi enirerhea. B^Mf^ waren im Jahr UlS durch Ulridi 
von Bieberstein fQr 45,000 Bhein. Gnld. an das Bisthum Lebus 



; " ■ " ■ " M I n ,. PI 



*) Y-g]* msifn, oben angeföhri««. Wstojr.- Statist, Qt,xa, Abth, Ih 
8. 163-6?. 



L 



38 Der Prev'isiscbe Staat« 

vefkanll, jedoch mit VerbehaK des WiederkaoHfi. Bei der S&ea- 
lariBatioD dieses Bisthams waren sie mit den Be oit—g en de« 
Markgrafen Johann von der Nenmark vereinigt aad von diesem 
seinem Schwiegersöhne dem Korprinsen von Brandenhwg Joa- 
chim Friedrich ttberlassen, der sie wieder 1575 an seinen Vater 
den KnrfUrsten Jobann Georg abtrat. Kaiser Maximilian IL leistete^ 
als König von Böhmen nnnmehr auf das Wiederkanfsrecht Ver*- 
zieht, aber die erste Brandenbargische Belehnnng mit diesen 
Böhmischen Lehnen fand erst nach dessen Tode im M&rz 1577 
statt. — Die zweite Mitbelehnung des Kurhauses mit dem 
Herzogthum Prenssen erin'arb Johann Georg anf dem Heichs- 
tage za Warschau *) vom Könige Stephan Bathoiy (27. Febr. 
1578), obgleich viele Polnische Reichsstände förmlichen Einsprach 
dagegen thaten, weil sie theils dem ursprfinglichen Vertrage 
zwischen der Krone und den Reicbssflinden Polens und Aibrecht 
dem ersten Herzoge von Preussen entgegenst&nde, theils dem 
Reiche Polen fttr immer die Aussicht auf Einverleibung des ge« 
sammten Landes Preussen n&hme, Oberdies auch bei der ersten 
Bewilligung von Seiten des Königs Siegismund 11. nicht die Zustim- 
mung der Reichsst&nde erhalten h&tte. Doch blieb sowohl dieser 
Einsproch unbeachtet, als auch der sp&tere, welcher auf dem 
Reichstage zu Warschau 1589 erhoben wurde, indem durch An- 
wendung der bei den Polnischen Reichstagen schon in dieser 
Zeit gewohnten Hülfe, durch reichlich gespendete Geldsummen, 
auch dem neuen König von Polen Siegismund III. aus dem 
Hause Wasa verstattet wurde, dem Kurförsten Johann Georg 
und seinen m&nnlichen Nachkommen die Mitbelehnung wieder 
zu ertheilen. — Mit den Herzogen von Pommern schloss der 
Kurfürst zu noch st&rkerer Befestigung seiner Ansprfiche im J. 
1571 eine Erbverbrüderung, nach welcher beim Aussterben 
des Brandenburgischen Hauses die Neumark nebst Sternberg an 
Pommern fallen (da über die übrigen Brandenbaigischen Lande 
durch die Erbverbrüderung mit Sachsen und Hessen bereits an«* 
derweitig bestimmt war), beim Aussterben ^es Pemmersehen 
Hauses aber ganz Pommern mit Brandenburg vereinigt werden soll- 



'*') Job. Georg hatte schon 16. Sept. 157L von König Siegis- 
mund II. eine Zasicherungsurkunde über sein Erbrecht in Preussen 
erlangt, aber eine fOrmUcbe Erneuerung der Belehnnngsfeierlichkeit 
war von diesem Könige für unnötbig erklärt 36. Mlrz 1572. 



Der Pr«iis»itohe Staat. M 

^Mi. Dka^ Bri^drbvitfeniftg ward!« vom Kaiaer Btaauaiilaa tl. 
aai lS.iHto l&t4 beaOtigt, wekliar auaii In demselben Jahre 
dem Korhanse Erandeaborg auf die g esaamiten relehalebabaren 
Bedteongea des Hauses Brantisobweif «Lflnelimg Aatwartscball 
eHheilte. 

Joachim Friedrich kam* erst im höheren Mannsalter 
(5^J. alt) zur Knrrorstlichen Regiernng (8 Jan. 1598 -f 18. Jn). 
IWS), In seiner Jugend nach nnd nach zum Bischof von Ha* 
velberg (1553), Lohns (1555) und Brandenburg (1571) erwühlt) 
brachte er die völlige Incorporafion dieser Bisthümer mit den 
Kurland en zu Stande. Auch schon mit der Verv\'a1tung des 
£rzbisthums Magdeburg *) als Administrator seif 1506 beanf- 
ttugt, vermittelte er, dass sein dritter Sohn Christian Wilhelm 
vom dortigen Domcapitel 1598 in seine Stelle gewtlilt wurde, wO' 
durch zuerst die Verbindung des Brandenburgischen Ffirstenhauses 
mit diesem schönen Besitztbum an der Elbe begrOndet, und der 
spätere Anspruch auf gänzliche Vereinigung mit demselben ein- 
geleitet wurde. Die grosse Anzahl seiner Geschwister, da den 
KurfOrsten Johann Georg von seinen 23 Kindern noch acht Söhne 
und sieben Töchter überlebten, die mehrmals ausgesprochene 
und zuletzt in seinem Testamente niedergelegte Absicht seines 
Vaters, die Neumark zu Gunsten seines ältesten Sohnes aus der 
dritten Ehe wieder von den Kurlanden abzulösen, und die da- 
durch entstandenen Misshelligkeiten zwischen dem Kurfürsten 
und seinem Bruder, endlich die nahe Aussicht auf das Ausster- 
ben des Mannsstammes in den Fränkischen Linien machten eine 
neue Befestigung des Hausgesetzes von Albrecht Achilles sehr 
wünschenswerth. Markgraf Georg Friedrich, Besitzer beider 
Fränkischen Fürstenthümer, kinderlos von zwei Gemahlinnen und 
ohne Brüder, war der Enkel des Markgrafen Friedrich des al- 
tern,* er hatte durch den Tod seines Vaters Georg des From- 
men (1^43) das Förstenthum Anspach, ferner das von demscl- 



*} Vor ihm hatten dies Ereblsthum seine beiden Olielnie, dife 
Markgrafen Friedrich 1551 — 53 and Siegismund 1554 — 66 verwal- 
tet» die beide aber sehi^ jung vetstorb^i waren : uad vor diesen war 
glelchfaU« ein stmnaiverwaadter Farst Im Beaite des firabtetbanB 
gai)i«8Mi, Markgraf Johann Albartv ein Sehn des M«rkgraf^B Fried- 
rich des älteren von Baireuth In d. J« 1545 bis 1551, 



4/t Der PreuBsisebe Staat 

Imh U23 odEiiiifte BchlMisolie FQratwtiHUB JAgemdorf *), 4ea 
PAuidbefliie clor bdden ^oMtsis^eii Hen^o^bOmer Oppela inM 
BfttiJbor nebst den Hercaebuften Oderberg und Benthen (ron Georg 
düfeftFroamen bereits 1532 eDgetreten) erhalten, and nadidemTede 
sdfnes Vetters, des Markgrafen Albrecht Alcibiades (8. JaiL 
1557), das Fürstenthoin Baireath-Culmbach ererbt, mithin einen 
Länderverein Kusammengebracht, wie er vorher bei den Frin«- 
kisohen Linien noch nicht gewesen. Den Pfandbesitz von.O|»* 
peln und Ratibor musste er im Vertrage mit König Ferdinand L 
vom 20. Novbr. 1552 för die Summe von 183,333 Ung. Gnlden 
zurückgewähren, indem ihm bis znr Auszahlung des Geldes 
das Fürstenthttffl Sagan nebst den Herrschaften Priebus, Sorau, 
Triebe!, Muskau und Friedland verpfändet blieben. Uie Besah« 
lung erfolgte 1558, aber die Herrschaften Oderberg und Beu- 
then blieben in dem ungestörten Besitze des Markgrafen. Ei- 
nen noch grösseren Wirkungskreis erwarb indess Markgraf Georg 
Friedrich, als er, als nächster Lehnsvetter später auf Ansuchen der 
Landstände des Herzogthums Preussen und mit Genehmigung 
des Königs Stephan von Polen (22. Sept. 1577), für den blöd- 
sinnigen Herzog Albrecht Friedrich (20. März 1568. f 27. Aug. 
1618) die Verwaltung des Herzogthums Preussen übernahm, 
und hier sich unter den schwierigsten Verhältnissen wahrhafte 
Verdienste um die Emporhebung des Landes erwarb. — Durch 
die Vermittelung des Markgrafen Georg Friedrich, welche er 
dem Kurfürsten Joachim Friedrich in seinem Erbschaftsstreite 
mit seinen Brüdern anbot, kam es zu einem Haus vertrage in 
Gera (1598), welcher bei einer persönlichen Zusammenkunft der 



**) Vgl. Lanclzolle a. au O. S. 318 — 58, wo zugleich nachge- 
wiesen wird, dass die Genehmigung des Königs Ludwig von Böh- 
men als Oberlehnsherr zum Erwerb dieses Fürstenthums nur auf die 
Fränkischen Linien, nicht auf die Kurllnle ausgedehnt wäre. Eben 
60 war der Pfandbesitz der Schlesischen Herrschaften Oderberg 
und Beuthen 1531 mit Genehmigung des Königs Ferdinand 1. von 
Böhmen an Markgraf Georg den Fk^ommen gekonuaea, aber mit 4er 
ausdrüekUehen Claasel, dass nach der Elalösung der FttrstenthAmer 
OHPete und Batib«r nur noeb ^ei mfinnUchen ehelieh^n Lelbeserben iles 
Harkgrafen die Natsatesaang dieser Harrsdiaften verblelbea, wo- 
rauf dann dieselben uneaigeimicb an 41e Krone Böhmen surilekfal«* 
len sollten» 



Der Prea^sisi^bf Staat. 41 

beUen Ftepleo zd Mi«d«bnra: m 30. Apr* l^W gßmUmigH mä 
eifeobtodig voUzoceA^ aber erst aaoli dem Tode den Marlifi»* 
|0n Georg Friedrieb von aUeo Brikdem des Kwittreten io Mm 
Vergleioh «u Ottolebaeb am II* Jwii 1603 anockanDt wurden 
Die Dis^sitio Achillea blieb aoAreoht erhalteo, die Karlande 
mit allen kfiafligen firwefbungeo soiitea naget bellt aaob dcM 
Reohte Aet Erstgeburt in der KarfarstUehea Linie vererben. In den 
FrioIcisebeB FärstentbüaierB sollten fiach dem Tode des kiader** 
losen IMarli^rafen Georg Friedrich, da der einzige noeb ibbr^ 
Lebosvetter aas denFr&nkiscbeaLinien, der Herzog Albrecbt Fried* 
rieb von Preussen blödsinnig v^ar, ansserdem keine S5bne besass 
und damals auch keine Aussicht mehr auf fernere Nachkommenscbaft 
hatte, lYlr die beiden iJtesten Br&der des KurfQrsten Joaebim 
Friedrich und deren männlichen Nachkommen %¥ieder zwei Lioiett 
errichtet werden, die sich gegenseitig beerben, jedoch so, dasssm 
derselben Zeit nicht mehr als zwei r^ierende Berren w&reo: 
erst nacb deren Aussterben fallea dieFfirstentbömer sndieKur^ 
linie zurück. Demgemäss folgten 1603 die Brüder des Kurfür- 
sten Joachim Friedrich, Christisn im Fürstenthum Baireutb, 
Joachim Erust im Förstenthum Anspaeb* Die ältere Liftie 
des Markgrafen Christian starb mit Friedrieb Christian am 
20. Jan. 1769 aus, worauf beide Fränkischen Fflrstentbümer 
B9ter dem Markgrafen Alexander von Anspach vereinigt wur- 
den. Aber auch dieser hatte keine Nachkommen und entsagte 
noch bei Lebenszeiten durch einen Vertrag am K Jun. 1701 Mi 
Gunsten des Königs Friedriob Wilhelm 11. dem Besitze dieser 
Fürstenthümer gegen eine ^rliche Pension von 300,000 Fl s 
er starb am 6. Jan. 1806. — Das Schlesiscbe Fürstenthum Jjl^ 
gerndorf nebst den Herrschaften Oderberg und Beutben (zusaoH- 
men gegen 30 Qmeiien gross) nahm indess der Korf&rst Joachim 
Friedrich ans der Erbschaft des Markgrafen Georg Friedrich selbst 
in Besitz (1603), und überUess es 1607 seinem zweiten Sohne 
dem Markgrafen Johann Georg, obschon Kaiser Rudolf IL als 
König von Böhmen und Oberlehnsberr gegen den Besitz 4^ 
Vaters und des Sohnes Einspruch machte, und es in Folge der 
oben angeführten Lehnsbestimipungen als eia an. die Krone 
Böhmen anheimgefallenes Lehn zurückforderte. Aber MarkgrfiC 
Johann Georg, durch die damaligen Verhältnisse in Böhmen und 
Schlesien unterstützt, vinsste sich zu behaupten, bis dass er im 
dreissigjäbrigen Kriege als Bundesgenosse des BMmia^ien Kö* 



42 Der Preassische Sfaat. 

fAga FriedfM ans dem Hanse Pftilz in die R^ichsaclit etkf&rt, nnd 
dttreh die Oesterreiohisehe Macht ans dem Besitze dieser Ll^n- 
der 1621 verdrftngt wnrde. Ihre Wiederheransgabe konnte anch 
nach dem Tode Johann Georg's (2. M%rz 1(^24) für das Kur- 
haus nieht mehr erlangt werden nnd liess nnr vermehrte An- 
sprfiche anf das Besitzthom Schlesischer FQrstenthümer zurtick. 
Der Tod des Markgrafen Georg Friedrich (26. Apr. 1603) 
brachte aber noch dem KnrfQrsten Joachim Friedrich die Ver* 
waitnng und Curatei im Herzogthnm Prenssen zu^ 
wiewohl mit vielem Bntgegenstreben theils von Seiten des mäch- 
tigen Polnischen Adels, theils von Seiten der Prenssischen 
Landst&nde. *) Jener hatte zwar um Geld zu erhalten dem 
Knrhause dnrch die dreimalige Mitbelehnung die Aussicht auf 
das Herzogthnm Prenssen gewährt, aber nicht geahnet, dass 
dieselbe ffir ein so blühendes und durch die Nachbarschaft sei- 
ner übrigen Lande machtiges Hans sobald in Erfüllung gehen 
sollte; er hatte vielmehr alles Ernstes dahin gestrebt, nach Aus- 
sterben des mlinnlichen Zweigs von Herzog Albrecht auch diesen 
Theil Preussens mit Polen eng zu vereinigen, nnd ihn gleich 
dem westlichen in Woiwodschaften nnd Starosteien für seine 
vornehmen Geschlechter zu zerlegen. Die Preussischen Stände 
wünschten dagegen durch die Regiroentsräthe aus ihrer Mitte 
die Curatei fortzuführen, und dabei gleich den Polnischen durch 
Erwerbung von Privilegien und Vortheilen für einzelne Adels- 
gcschlechter auch die zukünftige Lage ihrer Standesgenossen 
günstiger zu stellen. Daher half in Polen wenig ein neues Anerbie- 
ten des Kurfürsten, welches 200,000 Fl. für die Anerkennung der 
ilnn gebührenden Curatei auf dem Reichstage zu Krakau ^1603) 
versprach: die Mehrzahl der Polnischen Reichsräthe, durch die 
Abgeordneten der Preussischen Stände noch mehr aufgeregt, 
äusserte den lautesten Widerspruch gegen jede fernere Ver- 
günstigung des Kurfürsten Joachim Friedrich. Nur die Stellung 
des Königs Siegismund HL von Polen gegen Schweden und 
seine Verwickelung in den Thronstreitigkeiten Russlands, nach 
dem Aussterben des alten Czaren - Geschlechts mit Fedor Jwa- 
nowitsch, Hessen endlich den Anerbietnngen des Kurfürsten von 
llrandenbnrg bereitwilligeres Gehör finden. Die Aufwendung 



") Vgl. laeiB histor. und statisl. Gern* Abth. II. 8. 17L n. flg. 



Der Prentaitehe Staat. 43 

•ittar araiM nm 9mfiM ntMmMt.^ die YetzlekMkimg mt 
ererliie staite SKinaenieste einer MUieren Ayeifae, die EaktaiPamg 
der eioiossreieliMea Mitglieder des Pokiiaefaetf Seaats bewirktsa, 
tef» dem Earfüraten Joaelufli Friedrioh dank den Vertrag vom 
1 1 . Mihs J aos die Caratel aad Verwaltaag in Preaseen eiaget Immt, 
aad Preiis8«i dadorcb vor einer griaaeren Vermiiiehaag mit 
PelaiseheB Blemeaten nad den erdrOckendea Folgea der Herr- 
acbalt eines tibeimtebtigea Adels bewahrt wurde. 

Bine andere Besorgniss, durch Vermählung der Töchter des 
blödsinnigen Herzogs Albrecht Friedrich von Preussen und der 
Maria Eleonore von Jülich, Cleve und Berg, der pr&sumtiven 
Brbin dieser bedeutsamen Rheinlande, gewichtvolle Ansprüche 
auf Erweiterung des L&nderbestandes sich entzogen zu sehen, 
hatte das Kurhaus durch eine Doppelheirath zu beseitigen ge- 
sucht. Der Kurprinz Johann Siegismund hatte schon 1594 
sich mit Anna, der ältesten Tochter des Hensogs Albrecht 
Friedridh, vermählt und mehrere Leibeserben von ihr gewonnen, 
als Kurfürst Joachim Friedrich nach dem Tode seiner ersten Ge- 
mahlin Catharioa (30. Sept. 160^) in Eleonore einer jüngeren 
Tochter jenes Fürsten die zweite wählte, und dadurch Schwa- 
ger seines Sohnes 'wurde. — 

Der zusammenhängende Kurstaat besass damals erst ei- 
nen Flächeninhalt von 672 Qmeilen, und nächstdem recht glän- 
zende Aussichten für die nächste Zukunft, als Johann Sie- 
gismund den Kurfürstlichen Thron bestieg (8ten Juli 160S), 
und in sehr kurzer Regierung (j- 23ten December 1619) auf 
Grund seines eignen und seiner Gemahlin Erbrechtes einen 
Preussisch-Brandenburgischen Staat begründete, dessen 
äusserste Gränzen nach Osten und Westen schon die Ausdeh- 
nung des heutigen Staates in seiner ausserordentlichen Länge 
ausreichend bezeichneten und dem Regentenhause die Weisung ga- 
ben, in der inneren Verbindung und entsprechenden Abrundung ei- 
nes' so ausgedehnten Staatsgebiets eine Hauptaufgabe zur Sicher- 
stellung seiner Territorialmacht gegen die umgebenden Staaten zu 
suchen. — Wenige Monate nach dem Antritte seiner Regierung 
wurde durch den Tod des Herzogs Johann Wilhelm von Cleve, Jülich 
und Berg (25. März 1609), dessen älteste Schwester die Mut- 
ter seiner Gemahlin war, und deren Heirathsveitrag mit dem 
Herzoge Albrecht Friedrich ausdrücklich die Erb-Aoibwarft«>lMil^ 



44 D^eff Pr«ti«tiftclie ßtant 

taf Aus gMUte Bei^atiiniii ^) yurer Val«rs «w^eff roriidii te(l%^ 
dieser fieaits derJttkä-GleveeciieDBfbselieft eriedifft S&adertrt'* 
ben geborten die Berzogthümer Joiich, Berg ood Cleve, die C^raf^ 
flcbaftea Mafk nwi Rsrensberg und die Herrschaft Ravenstein, eiae 
L&iideniiaMe veo mehr als i40 Omeäen, sehen damals in «ioeoi 
grossei^heils reeht betriehfoimen Zustande , wievi'^1 keinesve** 
ges Sdit 4601 hentigen Wohlstande nnd der starken BerWienMig 
dieser Gegenden zn yergleiehen. Die Herzegin vcm Prenssea 
war bereits am 23« Mai 16Q8 vor ihrem Bruder gestorben^ nnd 
dadurch kam die Kurfurstin Anna als ihre i^Ueste Tochter 
und nächste Erbberechtigte zur Besitzergreifung dieser umfas« 
senden Erbschaft. Diese erfolgte auch im April 1Ü09 von 
Brandenburglscher Seite in Cleve, Düsseldorf und den Obrigeq 
bedeutenden Städten dieser Erblande. Aber ihr Besitz war 
za lockend, um nicht auch andere Prätendenten herbeizuzie- 
hen^ die wie Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Nenburg, als 
männlicher Erbe der ältesten unter den noch lebenden 
Schwestern des verstorbenen Herzogs Jobann Wilhelgi, oder 
wie der Kurfürst Christian U. von Sachsen, wegen einer früheren 
vom kaiserlichen Hofe erlangten Antwartschaft^ auf die gesammte 
oder auf einen Theil dieser Erbschaft ihre Ansprüche erhoben.*"^) 
Da hier keine Darstellung des Erbfolgestreites bezweckt wird, 
sondern nur die Resultate aus demselben für die Erweiterung 
des Besitzstandes des Brandenburgischen Hauses dargelegt wer- 
den sollen, so genügt es hinlänglich darauf hinzudeuten, dass 
allerdings sowohl sehr zweifelhafte als auch nicht unbegründete 
ttechtsansprüche hier zur Entscheidung gebracht wurden, ali^ 
deren wichtigste Stütze aber die geschickte Benutzung einer 
augenblicklich zu Gebote stehenden Macht erscheinen sollte. 
Kutfürst Johann Siegismund konnte nur auf seine eignen HÖlf^- 
quellen und auf die Unterstützung der vereinigten Niederlande 



'^) Ihre jüngeren Schwestern hatten hei ihrer Vermählung des^ 
halb auf 41e Erbschaft dieser Länder Yerziobt geleistet und sich 
nur für den Fall ihr Erbrecht vorbehalten , dass ihre Schwester Maria 
Eleonore ohne Leibeserben versterben sollte. 

••) Die noch weniger begründeten Ansprüche, wie des Erzher- 
zogs Leopold von Oesterreich u. e* w; bleiben hier ganz unbeach- 
tet, da sie anch keine naehhaltlge Vf trkang für die In Rede stehen^ 
den Linker tierverbracite«. ' 



Der Prettttiache Staftt« 45 

fMlna») mil dMen mimn sein Taür wegen ^Heeer A^pelegea«> 
heü IS05 ein Btadaiss gMeMenen baite. Diea beetimmie Kor* 
braBdentai^ «lob Mft dem Untiftgtgtm lieber a«f die HUfte sn 
ekugen, eis de« gensea Beeiüi der-GeMir einee kMigwierigea 
Kriegee preis sa geben. JobMiii fi^egisttwid ecfaloss mit dem 
PDifegrarea von Nenbiirg am 31. Mai MM zo I>ertaNiiid einen 
Veqcfteicb, naeh vrelebem beide Tbeile vorltnag den gemein-» 
nebafilioben Beeits dieser EfMMite aotrateii and aar gemehi- 
eebafUidmi Vertbeidignng derselben gegen ibre beiderseitigen 
Gegner sieh ver^lMfeten. Indess wordo dorcb den Religfons«' 
wei^sel beider dabei betbeiligfer Pflrsten das ftrledtiche VerMUt- 
niss g^iocben, da der Knrftrit and sein Haas asor r^ormirten 
Kirche^ der PMssgraf ron Nenbnrg snr fca^Nsehen Ktebe 
übeiyii^ett (1613). Bs kam cemi Kampfe (1614), der Jedoch 
Oboe entscheyende Breigniase seltf bald d«K5b den Yerglefdi eo 
Xanten am 19. Nerbr. 1014 geendigt vrarde. In demsetben war 
die erste Theilang dieser Brbscbaft dergestalt bestimmt, das« 
der Karf&rst von Brandeaborg das Herzogtbom Glove nebst den 
Grafeebaflen Mark nad Baveosberg nod der fierrsehi^ Ravenstein 
orbalten, iie beiden Benogtkdmer JOlieh and Berg dem Pfalsgrafen 
von Neabarg vert^leiben sollten. Der Brandenbvrgisofae AntbeO 
biadite dem Staate eine VergrOssemng von 116 Qmeil. ^ In de» 
H«BOg«lHim Preaamea hatte mMerdessen Johann Sieglsmand niefat 
ohne nenen bartoiidEigen Widerspraeh von Seiten etn^dner 
8li«le 16^* die Verwaltong and Caratel äbernemmen, and noch 
mehr Widerwärtigkeiten neigten sieh bei der Bmeaerong der 
Bf^Mehnang aaf dem Pokiiechen Reichstage xn Warschaa 
(Sept. — Nevbr. 1611), *) die aoeh wiederam nur erst nach 
neoen betiächtliehen Geldopfem 16, Nor. erlangt wnrde, and xwar 
noff far den KorfOrsten and seine drei Brtider Ernst, Johann 
Georg and Cbtistian Wühehn nebst deren m&nnlichen NaohkonH* 
OMn, nicht aber feir die beidett Frioklsdien Linien. In Folge 
dieser LeimsbeieeMigang erhielt Johann Sieglsmand . dareh 
den Tod des ai^HIckli^en Bemogs von Prstnsen (f7. Aog* 
1618) den f5iMiehea Lehnbei^ des Berzogthams Preassen in 
den eranzen, wie sie darch' die beiden FriedensschHIsse von 



*) Vm>gl. mein bistor. stet» eem, Abth« U* 9. t7d — 8^ na^ 
handsebriftlicben Nsebrictaten des Gesandten Grai Abrsham «iPobns» 



46 Der Prevssitebe Staat. 

IteffD iMd KiülMNi (UM wU I59fi> beirtianit waica^ alao niolit 
wie ii#ch hiu0g der Irrtham vertoeitet za sein pflegt, das ge- 
genw&rtigo OstpceaMen Relist Lkthaaen, oder etwa die Regie« 
rvagebesiriie Kdaigsberg und Gnmbinaeo, sondern die beiden 
älteren DidoesanbeaEkke der Biatbtimer Samland ond Pomesanietty 
die v(ni einattder dorob das der Krone Polen verbliebene Bis- 
tbu» UrmHind getrennt wanden* Dieses Territorhim wnfbsst 
;£War den gegenwärtigen ganssen Regiemngsbesirk €iimbinneD) 
den Königsberger jedoeh mit Ansschlass der 4 laadriUbltehen 
Kreise Braonsberg, Heilsberg, Rössel und AUenstein, ansserieai 
aber von dem RegieraogsboBirk Marienwerder die beiden land-« 
rathlieben Kreise Marienwerder ond Rosenberg« d« i. einen FVk*' 
cheniohalt von 6^0 Qmeilen oder eine nur um 6 Qaieilen kleinere 
Lindermasse, als die sämmtlidien Korlande bei dan Regromngs- 
aatritte dieses Knrfirsten betrugen. Die inneren Yerh&ltnbse 
des Herzegtbnms boten swar damals einerseits dnrcb den Bin- 
flass der oft bier überaütbig auftretenden Polnischen Commis- 
sarien, anderseits darch dea Zwiespalt der Preeseiscfaen Land-** 
stände einen sehr traurigen Anblick dar, aber am so erfirenli-^ 
eher wird eine Verglelohang dieses Zustandes schon mit den 
letzten Jahren ans der Regiernng des grossen KarfUrsten 
erscheinen, um recht dentlieh wadrsnn^bmen, welchen Anf** 
schwang dieses Land der Verbindung mit dem Kartiause Bohenflgoi^ 
lern and der anmUtelbaren Binwiitang eines krilftigen Ffirsten 
aas demselben verdankt. — Ausserdem hat Johann Siegismiiad 
den Besitsistand durch die Binziebung der eröffneten Lehnsherr-* 
sobaften.Schwedt und Vierraden an der Oder (4Qm.) vermelirt, 
als Graf Martin von Hobenatein-Vlerraden ohne m&nnliehe Br- 
ben verstorben war$ und föc günstige Aussiebten in der Zu«* 
kunft hat er die Erbverbrfiderung mit Kursaebsea und dem flamie 
Hessen zu Naumburg (1614)*) erneuert und erwettert Bs wurde 
damals festgestellt, dass Brandenburg beim Erlöseben dieser ffiku« 
sex. ein Drittheil des erledigten Landes, bekn Aussterben des 
Brandenburgiselien Basses aber Sadisen und Hessen die H&lfte 
des erledigten Landes, und Bossen ausserdem noch die Branden-** 
burgisobe KurwOrdo ehalten sollten, wobei aber die Neumark 



*) Es war in dieser Stadt schon vorher am 9. Nov. 1587 die 
Brbverbrttderuttg sEwIsobea den drei Hftusem, Sachsen, Hessen und 
Brandenbarg wieder erneuert. 



Der PrettstUche Staat. 47 

nebat Sitomb^V M«lgea«likM8«ii kMh so laage aoek 4a« IHm 
Pommeni bestand oud aain ErlMUirocbt aaf diesa Laade galtaad 
machen konnte. 

Die Regieniim; des Knrliratea 8aorg Williela (23. Dee« 
1619 ^ L Decbr. I640)| die Uua von aetoem Vatar aeboa vier 
Wochen vor dea«enTode Qbeigalien war, maeht aksb aledie«»» 
glöcfcliebste für alle drei jetzt aa einen OesaauBtataate vaa 
1460 OaeUen vereinigten Lindenaaeeea beaiackbar, weil die 
Ktopfe awiechea den Niederlanden nnd Frankreicb eiaeraeita and 
8(MUiien und dem kaiaerlichen Hofe anderaeits eliea aö die Cleva«> 
Jülicbacben Beaitanngea, wie der Sebwadiach-^Piriniaehe Krieg 
die Preaasiachen, and der dreiaaig>yiriga Krieg die fiMgeaBraa* 
denburgiscfaen liande verheerten. Kanal dirften andere LMder 
in einem atftrkeren C^rade an dieaar Zeit die Kriegaleidea aaeh 
allen Ricbtoagen hin empfondea habea, ala die dea KarfOretea 
Georg Wilhelm y weil fftr drei KampfeohanplitaBa Freund «ad Feiad 
aie anaafhOrlieh doichaogea oad ihre Bilfiimittel Ma aaf daa ia* 
nerate Mark dea Landea denaelhea eataahaaa. Salhat Ba<A de« 
aechajährigen WafienatiUatande aa Altmark hei Btabm (2^ Sept. 
1629} *) zwiaehen Schweden aad Polen blieben die SebwediNi 
in einem Tbeile dea herzQglidi«! Praaaaen, nnd hielten Pilkm 
Fiacbhaoaen, Lochatidt, einea groaaea Theil deaSamlandea, die 
kuriache Nebraag und Mconel baaetzt« Die iüamaag dea Laa** 
dea geachah erat in Folge dea aeeha und awanaigiahrigen Wa^* 
fendtillalandea^ der zn Stomadorf am 11. Juli 1636 geaehloaaea 
wurde. Der Oheim dea Kaeffiraten, Marlq^f Jebaan Georg 
v^or, in die ReMaaeht eiklirti nein Faratenthnm JIgemdorf 10611 ^ 
und mit Uebergehiiag aetnea miode^&hrigen Sofaaee Braat und 
aller Anaprüehe dea Knrhanaea wnrde diea Fürateatbnm ala eia^ 
gezogeaea bOhmiachea Lehn aofort (1633) an denFftratea l^ichteni- 
ateia nnd deaaen mltonliche Naobkommen vom Kaiaer Ferdinand If. 
▼ain^l^ea.-^ In einem neuen Veigleich Mer die JüUeb-Glevaaoha 
firhacbaft za Döaaeldorf (19. Mira 1639) mnaate der KnrfarBt 
Bayeaateia oad die Bälfte der GrafiMshaft Bavenaberg aaeh a|i 
dea PAibcgrafen von Nenbaig (Verinat von 13 QM.) Oberlaaaaa» 
asaaerdem ihm aber nodh daa Wahlreeht eindlnmea y ab tf Cleve fttr 



*) Ueber die Lelatnagen dea Heraogth. Preusaens In dleaer Satt 
vergl. mein bist. aut. Gen* Abtbl. III. (Im Jabrg. 1836> ««SH^Sa.a.a«- 



49 Der Preus^lsehe Sfaaf. 

dM Bvtmogl^Ma Mi% elntaaseheit wollte. Dieser Tausch wtirde 
Iren Pfito Nee^oi^ 1639 wirtdieh gefordert, nber durch di^ 
Niederländische Regierang verhindert, welche lieber die Bnin- 
deithiirgisehe Kaehbarscheft an ihren Gri^nzen wünschte. — In 
dem Verhältnisse eam kaiserHehen Hause Habsburg war Georg 
Wifhehn leider bis zur Nichtachtang des eigenen Interesses 
gttnsttg fttr dasselbe gestimmt, nnd nar der überlegnen Waffen- 
gewatt seinee Schwagers, des Königs Gastav Adolf von Schwe- 
len gab er nach, in der Uebereinknnft zu Berlin am 11. Jant 
H3f sii^ von Ferdinand If. zo trennen mtd mit Schweden zu 
verbinden. Aber kaum vier Jahre blieb er aof der eotgegenge- 
setfisten Seite, und sehen war er dorch den Beitritt zum Prager 
Frieden (^. Ang. 1635) wieder mit dem Kaiser ansges5hnt, als 
der lang erwartete Todesfall des letzten Herzogs von Pommern 
Begislaw XtV eintrat (10. Bfärz 1637), und die Antwartschaft 
auf dieses durch Lehnsverh&ltniss und Erbverbrüdernng dem 
Hanse Brandenburg zustehende bedentende Besitzthnm diirchza- 
(Ihrenwan Das Herzogthnm Pommern nmfhsste damals, nachdem 
noch Kdnig Wladi^aw IV. die Herrschaften Lanenbarg, Bfltow und 
Ditthekn (zusammen 37 Qmeilen) als erledigte Poinfsche Lehen 
eingezogen hatte, ein Territoriiim von 537 Qmeilen. Schweden 
hatte schon von einem grossen Theile des Landes Besitz ge- 
nommen (namentlich anf dem rechten Ufer der Oder), und war 
auch nicht gewilligt seinem politischen Gegner das fibrige Pom- 
mern mhig in Besitz nehmen zn lassen. Ein noch engeres An- 
schliessen des Knrf Arsten Georg WHhelm an Kaiser Ferdinand III. 
(ßU Jnni 1637) hatte zwar ein wiedeihol^tes Versprechen aHer 
ttdgliohen Unterstützung im Brwerb von Pommern zur Folge, 
veranlasste aber auch um so kräftigere Angriffe von Seiten der 
Schweden, so dass Schweden weder zn einem Tfaelliingsvei^efch 
mit diesem KurfArslen sich bereitwillig zeigte, noch selbst Hin- 
terpommem von den Brandenbnrgern behauptet werden konnte, 
vielmehr die Mark' Brandenburg von neuem den fürchterlichsten 
Verwüstungen Preis gegeben wurde, und Georg VVRielm zu* 
letzt selbst sich nach PTeussen iüehten musste, wo er zu Kö* 
nigsberg Start» (I.Dec. 1640). 

Sein Sohn Friedrich Wilhelm (1. Dec. 1640 f 9. Mai 
1688), von seinen Zeitgenossen in- und ausserhalb Deutschlands 
anSBeMiesshch der grosse Kurfürst benannt, empfing die er- 
erbten Besitzungen, bei Ihrer grossen Entfemnng von einander^ 



Der Pr#m««it«li« Staat. 49 



kl diieai 4cm J^unbaim «Mh MMm mihlift ia il W i i i e , %hm 

AMmg M toi:«iliir* tooMfctaitai MMiCea, tm fcoflwwaiUm 

md feindHi^Mi M&ckten Mtgisogea, oni 4mniocIi hat er oi« ia 

iain&«r 8Mt nuieli gobolien, na^ iaaaa oBi aaiMa gßkOMgt^ 

vää doreii die Uebeii^saalielt Miaes OmIm aai Chaiaktiini sa 

ekKMa 10 siek oo lüelitig^ faetdaetea aad dan^^Mdelea Mmta« 

fcflrper verknüpft, daas efnt vea sekier Verviraltaig ak die Bef rtta« 

dm^ ^aee PmuslMck-lliaadeatoaiifiedMa Miatee hÜ eellMMia* 

digen peMJaelMtt Lebea gafeeluiet weidea darf , weMwa letea 

peNtisriie aasMit stlbi^t aaa dea YerwIeMaagea des INiateehea 

Mcbsrerbaadefl aech aa eiaer Boro^MeolMa Macht aweitea Ra&faa 

eaipor hob."") meaerFftral gal» den firgiieheaee Staate aagleicli da» 

iBümMe derSioheit, oad eagalaag üai glMtiieh^ vereehiedea* 

art^r^^ea Soader-lateteaMB der weatHeliea aad detfiehea wie der 

itftltoreb LaadaebaUta, die lirther hhallg geong aelbü Iftr ftesde 

ftaatea meg georieahraaeht nad aaigeheiilet werdea, itorgealalt aaa* 

sogleidiMy ^MH mit deai YersohwiadeB dereiaaadereotgegeaala- 

headen fieid^aagea die Kraft dea Staatea «hefraaehead g e a t ei - 

gerty daaa dadardi erat eia aeaea Pfeaaaiachea Veüc av elaet 

lauBer a^br groaaartigea Katwickeloag tieraagehüdet wurde, 

den aaob dto Aaaaeiohang eiaer fireierea r^igidaea aad geia^ 

gea BUdvag, wie diaea Ngerea OewerMfeiaaea aielt Mdea 

aeBte^ — Naehdem er aeeh seihat ala der lelate Fttcat aeiaea 

flaaaea am 7. Oct 1641 peraMteh die LiriuiaMMie ülr Pi 

aaa dea Binden dea Köalgis Wladialaw IV. au Waraehaa 

püaagea liatte, kehrte er von Kdaigaherg aaeh der Mark aarttah^ 

am von hier aua entaeyedeaer für aeine patitiaehe Selhatstto* 

d^fccnt wiritea aa kdon«a. Mit der Eroae Schweden hatte er 

bereite am 24. Jati 1541 einen awe^abrigen WaflNMtillataiBd ge* 

ai^loasen : dieser witf de am 38. Mm 1643 verfhagert)- iadem der Kar^ 

IViat ita^ glelduseit% eitfe aeatrale SteHang awieehea dea beMea 

farieglQhceodea AMbcfaten eittaalua, aäd diese aaeh bis aam e adi ieh 

errti^eaea WestpMliaohen F^riedea b^aaptete^ Bine gröaaere 

Aäa&herang aa B^kmei^ gestaltete Am irfeht Site Awreeht aitf 

PMUttMi, weil gerade Sehwedea in dem Beaita dieaea Laadea, 4aa 

tec^ die Ostsee in die n&cN(e VeriOodaag mit aeiaem BaoptreiiAie 



*y vgl. meine AMiandliingi Prensaeas erblea ^Iklaaliea Awtot^ 
tmt witer 4« groaaen Karfirataa KgiAiig' I8t3. Sra^ 

Schobert*! Sittiftik. VI. ^ 



W Det Prtattitclie Stma^i 

CA B^mm wUTi «•• .awipti»idiMigB># flU ««in* tiell&brigmi 
KricgMuMeivelumiiifeii ¥M 4eBB«tt«olMSn wiirarteU), iwd lUe Ver«- 
tendliiigeat dtfAhtf Mi iem WMtpbilificdMMi Frlcd«usi-»Coiigr«Me 
«tHr tauige dMiortea» o to ch o n gie mit grosMm £il^r v<ifi beiden 
fieiten «elttlirt wnrdett. Als e«iUch PHeiridi Wilheloi ia die Ai^ 
UetoBg der Hilfte ve« Pe«iiiere willigte (10« Nor« 1646), mmmit 
ita dafür ein Anreebt Mif anderweitif e Ketaebidigeog in Denteek-^ 
Imd bervorgeben, imd den SdüoeaergebBiM des nni:^4»0kt. 1M6 
ml MünsAef «od OsnabrOefc Botenfieicbneten Friedens gewl^hde für 
K«irbf«Bdeobarg; HinUrpemmern oderPomoiern «nf denroelK 
tenO^nif^» mitAnsnahae vonSteUin^Ontn^ Demw, GeUnc^w^ 
der Ineel WolUn nebst diem fcisdien. Hef und den drei Amndanr 
genPeene» Swine und Diveno^» nbernÜBianeblanndecijAinlnri'^ 
Sitten BÄsl;b«Bis Cnnunin nis F irstentb um (beides zssannien 
au Omntten gross) > ferner das BistbMi IMbersttdl «IsFiraiienr 
Ibom Ott der Orafsebafi Hebenstein (gegen 40 Omeilen), das 
Bistbnoi Minden aJs Facstentbnni (33 Qmeilen) und die 2iQslebe^ 
mng anf das . altonlarisirte Bmbistbnm Magdebnrg als «cblioben 
Hervogthvm (91 Osieilen) naeli dem Tode des damaligeo Admir 
«istnUors Hersog Angnst von Saebnen (welober erst am 4. Jan« 
IMO erfolgte), jedeeb mit Aussobeidnng der vier QuerfUrlseben 
AMiter IQtterfnrty Mterbo^, Dabme und Borg), die bereits dnreb 
d«i Prager Frieden 1635 an das Knrbnas Saebeea gefallen «ra- 
sen »nd demselb«! verUeibna nolUen« Dies war ein C^sammt^ 
gewinn von 625 Qmeilen, der niiAt nnr dem Staate in den We«* 
«er- und JBlbel&ndem recbt Arncbtbare Landstriehe suifübrtev 
eondem nngkieb aneb überhaupt me grössere Annnbenuig der 
einsebien Tbeile des Staates aneinander nnd dadoroli eine leleb-r 
iere Verbindung «iwisoben denselben vermittelte» Die Ora&ehall 
Hehenetein wurde dem Gmfen Jebaao nn 9ayn und Wittgenstein 
hM^ darauf eis ein Mannlebn überwiesen« IHe AnsUefemng 
aUer im WestpbMischen Frieden eriangten li&nder erfolgte jedo^ 
niobt ohne neue Bindemisse^ die bnaondmi« Sebweden dieeer 
Aasdebnwig der firnndenbniginoben SUebt enlgegensteUte^ Abnr 
d«s mit jedem Monate waebsende Anseben des Ki«cl3fsteii Fried* 
Mk Wilbelm» die umsichtige Benmtnnng der ibm je^t an Gebote 
siebenden Staatskräfte und die anziebende Aussiebt auf seine 
Unterstötznng in den zukünftigen Untemebmungen für den kai*- 
serlioben Bof, bewirkten» dass Kaiser Ferdinand III. auch von 
seiner Seite die Brandenbvgineliett Angdegenheiten gegen Sdiwe^ 



4eB »IglidM fMertt. BIMtn «ikt HrtfcwiMI wnii» im 
Oot. 1640 dem KvrfDrstea Mfrgttai» «nd die StreUigfctftM Vm 
Pemmeni endlteli in einem . Grtoi?ergleiobe (4 Mai 165a) mU 
Sebweden da^n enteohieden^ de«ej»¥m ein liMMUtreifen auf dem 
rechten Ufer der Oder liei Demm isid <Follnew von 3 Meilea 
Brette, sowie dieMitbeklMinngScIiwedenii nof Qinterpommerniifid 
Cammin nebst der Anwnriaehall a«r die Nenmuyk luid Stenbetg» 
beim Brlftsoben des Bcandenhwsiefilien HMnee der Sebw^diseiieii 
Krone anheimllei: aber dafttr dem KtrCQMten Pfdr^nelWiiiCM 
m den Handel der PreMseohen Sekiffe in de« IMiwedle^hM 
Landen B«ge«ebeffC wvrdeA 

Boeb die 3teil war beesngekemmen^ isi wetohet Friedijeh 

Wilhelm sieh krinig gewmg lOblt« die erele CMegf nhei^ w er« 

grdfen» Bn den ttatigen Lehnsswang gegen Pelen ahMmcbA(« 

tekL Bin gut geerdneien und naeh dem Itafange dee Staate« 

Sterins stehendes Heer, dieser mftebttge Hebel fir die Grösse dieeea 

Staate , war gebiMel ud hatte fOr seine angemeaeene Aasrüatnng 

nnd Brgbnznag eine siebere Orandlage in den mit amäebtiger 

SparaamlEeit verw^teteil Fiaamien» Naeh Wladislaw's lY, Tode 

(1648) hatte Friedrich Wilhelm Ü9 ih» von einer Partbei der 

Pelniacben Grossen angeboteae Kinigdvone Folana aoi0^sGhla-' 

gen md durch seinen ländnas die Wahl ^bann Casimir's geOr-* 

dert Die Verpfliohtnng des letsUeren gewtUurte z wr yerg«}taag dem 

beArenndeten Firsten bereits verttagsweise einaorl^nmen, dass fec- 

nerhfn vo* keinem BrandeobargisQimnKorfBrsleil metv in Person 

der Krene P^^en die Lebn^baldigiing geleistet werden sollte» *^ 

Durch den Uebei^ang «tor Sebwedisoben Krone von der KOnigin 

C^iristina ans dem Hanse Wada anf den PfeJagraf Carl Gustav von 

eweibröcken (16. Jon. 1654) fehlte sieh indese KOnig Jobaoa Casi« 

mir als ehi m&nidibher^weig des Hanses Wasa verlelatf und ^m 

mea^rte seine eigenen Ampröobe anf den Sebwodisoben Thron. 

in dem darüb«' aiisg^toobeaea Kample »wieebea l^ßbweden nad 

Polen sohlamKurfüMt Friedrieh Wilbalm sebon in dem Bewiisst-i> 

«ein eines selttststbndigiMi Enrc^isehan Foreten m seine ^ 

^enthttmiidie politiseba fitelung Yertrige mit d^ Niaderlandfii, 

«it dem Pr^ector Oliveif CvomweU von Bnglaad, mit KMiier 

«enUnandilL nnd Ladwig XlV/(16l»|i). Cmrl X, von l^wedaa 

Wieb in dem ersten FeMznge «berall <äiog#f in Pol?«» ilohann 

daaiffllr entfloh nach Oberaohlesien, und Fri«d^ WHbelm, der 

mät den filftnden des PoMaeben Pr^wen« mr Sieher«ag der 

4* 



l 



52 D^r Preilsaicche Staat. 

Lande avf den reoltteii Wekhaeloler ein gemeiaachaitliolieaVer« 
ihtüiignngBWnMsB abgeschlossen (12. Nor* 1655), war jetzt der 
gesamraten Schwedischen Macht allein gegenübergestellt. Diei^ 
führte znm Vertrage von K5nigsberg, 17. Jan. 1656, durdi wei- 
chen das Herssogthnm auf kante Zeit ein Schwedisches Lehn 
wnrde, und noch das Bisthnm Ermland (76 Qmeilen) zur Ter-* 
gf5ssemng erhielt Die nnr zuerst anflrecht erhaltene Nentnüitat 
ging nach dem Vertrage zn Marienbarg (15. Jnni 1656) in eine offene 
ffh^Inahme an dem Kriege fflr Schweden fiber, nnd schon in 
dieser Uebereinkonft wurde ein Theilnngsplaii aber das König- 
reich Polen verabredet, nach welchem dereinst nach erlangtem Frie- 
den die Woiwodschaften Kaiisch, Posen, Len^icz, Sieradz nnd 
der Bezirk Wielnn an den Karftlrsten kommen sollten. Auf 
dem Sehhichtfelde von Warschau errangen die Preussischen und 
Brandenburgisohen Truppen in dreitägigem Kampfe (18 — 20. Juli 
1656) selbst die Anerkennung des Schwedenkönigs , dass ihnen 
vorzüglich die Bhre des Sieges zuzurechnen wäre. Aber Fried- 
rich Wilhelm war nicht gesonnen, nur einen Tausch der Schwe- 
dischen Oberiehnsherrliehkeit statt der Polnischen eingegangen 
zu sein: durch eifrige Verfolgung des Siegs in inniger Verbin- 
dung mit Schweden würde das Herzogthum Preussen gegen 
Litthauen selbst den grössten Gefahren ausgesetzt gewesen sein. 
Br zog si<^ daher auf Preussen zurück^ jedoch um einen so ge^ 
wichtvoNen Bundesgenossen noch enger nut dem Interesse Schwe- 
dens zu verbinden, wurde zwischen Carl X. und Friedrich Wil- 
helm der Vertrag zu Labiau (10. Novbr. 1656) errichtet, 
durch welchen der grosse Kurfürst die Souveraiaitat des 
Herzogthums Preussen erwarb und mit demselben Rechte 
auch das Bisthum Brmland gewann; doch sollte dai^ letztere nadi 
dem Aussterben der mlinnlichen Nachkommenschaft Ff iedrich Wil- 
helms an Schweden zurückfallen, und überdies den Frankisehe« 
Markgrafen von Brandenburg das Erbrecht auf Preussen nur in dei 
Oranzen gewahrt sein, wie sie zur Zeit der Polnisdien Belefa-«- 
nung bestanden hatlen. BSne neue Verbindung Johann Ossimlr*« 
mit dem Kaiser, den ^^iederlanden, Dänemark und Bussland ge- 
gen €arl X. drängte diesen zur Vertheidigung seiner Deutscbeu 
Besitzungen und Schwedens zurück. Aber dem Kurfürsten konnte 
bei seiner politischen Stellung und der geschickten Enti^- 
kelung seiner Macht die Souvminitftt in Preussbn nicht mehr 
entzogen werden $ deshalb erkannte auch Johann Casimir dieselbe im 



Der Preottische Staat* 53 

Vertrage Ton Welilaa (Id. Sept. 1W7) an, aor maiate daa Bie- 
ttaiD Ermlaad an Polen Eoi^kgegekea werden. BM darauf 
^folgte jedeeh eine Brurdteraag des B^itasataadee ¥#a Petni«- 
aeher Seite an der Grinze van HioterpeMDemy ind«a der Ibirflftiet 
fOr dafl Verspreeiien eftier. th&tigeren BilMeiataag ia den Ver^ 
trage a« Bremberg (6. B^t. 16S7) ito Herrsehaüen lianeAbwc 
nad Bttow (34 Omeil. groM) Als Pohnsehe Leiaiey jedooli okae 
am* Ablelstaag des Lebnaddea verpiiohtet »i aeia, nad d0a 
Ptkadbeeitz der Stareelei Draheim und 4t9 MMelea tm ttMag 
mr Geld eor Tmn^werlniog empiog: ÜraiMka tan IMi 
(dQnieil.) Jo dea voHea Beaita dea Karffirüea. ^ Der für ife 
Beeadigoog dieses Mrieges nidat miader tdbi fttr die ftanre Fest«- 
eteJInng dmr politisiifaen VeriiMtniase mter de» Nordiecben StM* 
ten sehr wichtige E^rMen veaOtira (^ BbU 1660) bestKügte md 
^arantirte die beiden Vett^e vea liabian nad WeWau, |pe^ 
wiMhilb Hmea asatbin ihre veltel&adige Aoflrkeamtng yen Sülaa 
aller bei diesem PriedeiraselilwMa betMligtea Earopaiaehen AttelMta« 
F>ie erworbene Soaveraiaitilt fftr dea isCUdhtn nieil des Mialoi 
wirkte mftteibar sehr vortfaeilhaftanfdle tkeUnag^es Jüufliratea i« 
den Deatsohen Krblandeo anrüek and vericettele noch. inniger die 
einzelnen Theile an einem rOstigen Staalssverbaade. Dach wifkle 
die persdnlidvd Grösse des ßegrdnders' dieser Maeht nad daa 
grosse Veitranen anf seine Tblente als Blajatmaaea and J'eldbarr, 
in denen er den mmlen seiner Zeitgenossen -anC dea Thronen 
so weit voranstaad, dass das Ansehen des PremMdseh- Branden^ 
bnrgisciieii Staates täMt Ober seine natürikhen Kritfte gesuMtot, 
und die Absdiliessnag eines fiöndaissea mit dejasettten von dea 
verschiedensten Mtetaten Europas eifHg gesaeht wnrdeu Ir 
erlangte oater den Staaten im Norden von Sure^ bald gleielMs 
Ansehen mit DlUiemark, er trat im Deutschen Beiehe eatschiedea 
^ber Sachsen, das so lange mit ddr Mark Brandenbnfg Nebea* 
buhlerscbaft getrieben and wohl häaig im Yorrange geweaen 
war: er wnrde hier ollne ailea Widersprach der erste Staat 
nach dem Kaiser. Anf solche Weise stand Preossen seit dieser 
Zeit als Mittelmacht awasehen dem Kaiser nad den flbrigen 
Deutschen Fürsten, blieb aber dennoch dem kaiserlichen Inte- 
resse, oftmals mit der ^r^ssten eignen Aufopferung getreu, bis 
es erst unter des grossen Kurfürsten grossem Urenkel in den Stand 
einer entschiedenen Opposition gegen Oesterretcb und alsbald auch 
in den gleicbcA Bang mit dieaem Staat überging. 



54 Der Prenfttisebe Staat. 

Hatte MmMnk FHeddoH Wtttelm fai äter entea flWte tu^ 
aar ftegiarang mit ao kMüg^r Aaatreagai^ das politiacfae Ga^ 
wkM aiiaea fitaatea aiMbt, ao wnaate ar fa der zwaken Hülle ait 
gleieher Baergie luid Anadaaer dasaelbe mi bebaoptaa oad dem* 
gMi&aa dea Biaflaas adaer. peiUiichea Macht zu erweitere« In 
der JflUob-'GieyeBcheit BrbechafU-Aagelegenlieit inraelite er ea 
am 1^ gept. 1666 an eiaetn Eadv^ergleiek, nacli welchen 
Cieve«*Mark oad die «ngetlieilte drafsebaft Ravensbergy 
ieiBmmieDlNirg-neaaaea yerlileibea soJItea*^) Aasserdea seilte 
elae Bi%«erbrildeniag «wiaehen dea beidea Ftrsteobänsem be<> 
«Mien, die aooii Titel and Wappea der geaammten Lieder 
gemetaseballHeb fbrtaafllbfaa bereobtigt waren} jeder streit aellte 
«wiscben ibaeo dareb Sebtedsricbter aad aicbt dureh Waffen aus* 
gegUchea werden, aad das Kreisdireotoritim im Westph&Uschen 
Ueise beiden Tbeilea gemetaacbaftUcb verbleiben. Kaiser Leo- 
fM l. best&tigte 1698 diesen Vertrag, nnbeaebadet der Rechte 
Aaderer, aber die Beiehsbelehaaag aber diese L&ader, sowie 
daa Reobt aafSkz iiadStimne fl^ dieselben anf den Reichslagen 
waide dem Karlllrsten wiedemm anter allen aiehtigen Vorw&nden 
irerweigert. *^ In dem gtQeklidwn Kriege mit Schweden (1676- 79) 
erwarb sieh Friedridi Wilhelm neuen glftnaenden Waffenrafam, 
»ameotUch dareb dea Steg bei Fehrbellin |1& Job! 1675) und 
durch den WhiterfBldzug nach Preaasen (Deo. 1676 nnd Jaa. 
1670), aber auch gleiohaeitig ein fruebtbareres Out in der inni- 
geiea Verbindung mit dem Volke dorefa gleiche Theiloag der 
Gefbteen und VortheHe« Doch die aweideutige Politä^ des kai- 
«erliehen Hofes, die „keieea neaen König der Wenden an der 
Ostsee^' aafeiatehen sehen w<^e, vereiaigte sieh ht^mit den 
gami^nschaftliehen CJegnorn, mit Sahwedea und Fraakreich, um 
^dern KarCttrstea einen flraohtreioheB Erfolg aeiner Siege an ver^ 
eltela. Br masste in dem Frieden z« Bu Germaia ea La^e mit 
Frankreldi und Schweden (29»Jani 1679) alle Brobernngen in 
IPemmern an 4ie Schweden zurückgeben, nad sich nur damit 
begnfigea, dea dvacb dea oben angegebenen Grina&vergieich vom 
J» 1653 an dk Schweden überiasseaen Landatridi an der Oder 



^) Ueber den Besitz der Herrschaft Ravenstein (4 Qmeü ) soll- 
ten noch Schiedsrichter entscheiden; die Ansgleldiiing; erfolgte 1691, 
Indem Friedrich Wilhelm 56,000 Thir. Ton Pfalz Neuburg erhielt und 
allen seinen Ansprai^en auf diese Kerrschaft entsagte. 



Der 'PratoWMM^re ^taftti SS 

Mkid^^Wf^nr ^ Ki li U ii tit ■■' iwwHi B il mw tt, •— Mwii ütar.M» 
4M WeüpÜiitfdMk mi ü igi «üMigteii AsMrt* mü Miigilifciüg 
•ÜM «^ oMi d«ib V«tf de* llnrs^gi A^^ IHB« tob JiocMi 
»MsegltaH vottüiiidiijpeii fi^site^ erltei» aber BogMcb dtailH«- 
gtmfc^tt— AaJMül üve L»ini«rvttbitHnidilo9it «egeaMagiMbwg^ilSM. 
Allnv toa teni'^faae jetia« HarsagA Avgost, iedi Iktaaga J»^ 
iiaaa Adalf veo S ac i waa W4iiaanMa^ arwMi ar ia einam V&c* 
trage am 23. Juli 1687 da« iai^ragat irriai}ealM5'^oa4aaittM* 
mme M agpiatoai« giMiikHiia. AM »irg <l>iQBHiL> iada» ar rar 
^atfsailieii tmi M inhnwiityiliini auf (üa ftMga»dlm «uMliir«- 
daeiiaa AaaM Qaerftir«^ MCartaiir «ntJOaluBa Vatafaliti Matal». ^ 
fiagan die Aa«|Malia tiaa Bm mB i |iwiUa >ol y w iaig argritf FriwWJBi 
WiMai voB*flalii cian a ^a Latae BagaasMa OftaidiMi) M^l 
Basite. -^ Ifiaht aa glAolcte as llua bei dir «einr wiaMgao BMB^ 
BQDg dar-lMilaflisebaBLalHia) aaf vmklia laa Koriiaai Bnoidaa^ 
targ-itarch aia SrbverbrMaraag ¥oai)J« liStf aaioa Aa ep tf cb a gid** 
«and BHiahea kaatilaj Mit de» Tada ^daa Baraoga Haatg MPBfaeiai 
Cld.iffoa. 1675) «rar daa Ffaataa*-«>eacMaehi der aaidasiaeliaa 
Pfenlaa erfoei^iea, aiaif -die drei Fiidtaatlianar hitgMB^ Meg 
wd Wühias wardan aofbrt vDa fiakar faeapald !• alalGMg voa 
MfaMin als aatobi^fbliaaa Iiebaa diaaeit Kroaa «iageaBOgaa, 
wÜHTO üd Korfbr^l^ iMadriob ViFttbel» datah den Krieg mi« «ab we^ 
d0U aaob allefi MeMamgtm bki baaeMMgt War uad aa ^^tMb¥e 
bfüdadtii' Wiab. Verlriataagea atfl iieaM AnwaitHaba0tao aur 
damaaebst aa a#ladiga«fa ReidisiaUBe aagendle Aagdagaaboüfii 
dMT iAnge, bis bai*€ralaganbatt aibes arni bbgaeeblossanea 1%p> 
tbrtdigaDg a bdwdttk aaa (na 7. Mai I686> • aatti diaae A«wprilidia 
ven Friedrieh Wilbelm so entschiedend geltend gemacht worden, 
dass sie nicht mehr g&aslich abgewiesen werden konnten, und. 
Leopold I. lar DMsagiMg Met Ansprüeha anf die Saide* 
i^aabaii framtaHlbOmar d«n Ijaifttrsten dal» Kraiv tS^lvwiebita 
(fO*0me(teit}, efnen Hieif- des mrxogtbams Otegaa fibemfes, 
jedoch- bM ^er dlimaffgen ^nnting des Vaters mit dem Kttr- 
priazen Friedrich, den letzteren zur beiäiUchen Aasstellang eines 
beverses bestimmen Hess, diesen Kreis nach seiner Tbronbestei- 
gang tax zwei andere Herr;9chaften oder die Summe v. 100,000 Thlr^ 
wieder h^rauazageben, "i") .r-: ^^eae AnsprAohe für sein Haas. auf 



"^i Auf des Kürfürsten Seeunternehmungea, a». »Mps^ha^u» jgu- 



d6 ]>«f Pre«CBis€b4t Staat* 

IWiiMilif 'W^s$ gomm dtt bMlnroriiettte Fimi dmeh 4ea 
Brinämwu^nig mit mtkm mäm. idwmMkn Lsise itenrfette von 
OnmiMi <7. Im. IflM), der itftofliM TMirter dM beiihnteB Priaf 
a«i Bekffidir Ffiedridi von OraBiea, iDdeai ^0 reioha OrnniMln 
üfgra cliiift bei dt» Aosstarbea der itfliiDttiAeB NiMikommcM 
WilMm U« VW OfMiie« ümt oder iloM Naebkeilniett bvMIm 
eoUtei «M FaU> der aohon 14 Jahre nttDh des Tede des groaMli 
KwfttnteB bei dem Abalerbea des kioderioatn K6aigs moA Erb- 
ataMMlten WüMta IH. (1709) eiatraf. 

Im greeaartigea Hmidehi, wie Friedrieli Wflb^at es jagendttob 
Midi aater dM Terwiokritstea Uaiatted» bete Begbia aeiaer Re*» 
fieroag Torvialtea Ke«B) ebeaaobcaiAloeserseiaeehffeavteiJeLaar- 
baba. Obae zdgerade Sfifaoaaag seiner poMttechea Stettuag^-sa 
Fraakreieb trat er saerst aaler dea Bar e ybl äoh ea Aegeaten (2i.4>kt. 
16t5) sdiarf ond krUäg geg ea die Aafliebaag des Bdlds vaa 
Maates i\8. Okt 168«| aaf, w^miik iiOdwig XIY. dea wlderwftitig«- 
slea MrgefMeg gegaa s«iae retoaurtea Uater^a^ea «aleilete: 
90,000 geMebtete Fraaaesea ibadea ia seiaea Laadea ^bereltwi^ 
ügen Sbhatz aad jegliebe UateniNItawig (vergl. taitea f. 6J), 
Biae ebea so eifHge Theibiidime eatwickeMe er iür die zaicftaf^ 
iige 8tdlBBg^ der protestaBtiscbea Kirche ib Ki^aad, vmA daher 
besofaMigie er nch aoeb anf dem Todteabette mit dea PUkami 
Wilbehns IIL auf Eaglaad uad mit dem Aatheii» dea «ebM eigae 
Meeht dieser so wicbtigea Aagelegeahait^ wltoea kOaate. *^ Das 
Staatsgebiet seiaer Maeiit vergrösserte er ftberfaaapt am beiaahe 608 
Qm. i iadem er seiaem NaehfolgeF eiaea FIMieaiabalt vob d03l Qal. 
biateriiess. W&lffend seiaer R^ieraag aahmea die erstea VoHuk 
abblangea itoea Aalbag, die smrar aodi keiaeeweges voHsffta* 



ropM eli^eBS ColtmieB aa gewiaaea, darf ia elaer blstarisfliii^ststi* 
sttsekea Uebersi^t abdr die Bildaagdes i^egeawftrtlaca liSaderbestaa- 
des kelse RQcksl^t gsaommea. werden. Denn die Yersnebe m|t ^a 
Coloalea aaC der Kflate tob Guinea, bei dem Vorgebirge der drei 
Spitzen und auf den faseln Arguin und St. Tliomas sind ohne alie 
wesentliclien Erfolge geblieben, und haben auch keinen nachhaltigen 
Einfluss auf die Übrigen politischen Zustände dieser Macht bemer- 
ken lassen. Doch vergl. darüber die anziehende Monographie des 
Prof. P. F.. St Uhr, die Geschichte der See- und Coioniaimacht des 
grossen Kurfürst. Friedr. Wilhelm, aus archivalischen Quellea dar- 
gestellt, Berlia I6S0. 8vo. 



Der Pfettui«cli# StaaL 57 

(«# wi l«8a Mif lamm mte ak Mf l,fiO^Me (tedin 

. Fri#4fieh III (».IM 1088 f 35. Febr« m») fB«to 
vüariMiM KMgakta 4m MgewaeliMMa 8üMit»s wir bMi 4i$ 
immtß Ki^nigUobe Warde bmmu^ wmi die AnwiiflMHuig Jtr 
aM 18. «liM* 1741 EU Kiaigtbiiy «elM an^seMMM Kittl^K 
fcr4Mi0 wi4 dM Kiftttigralolis Preaasan miiiilt wm so Iliili 
ta lfm- de« QMgett BatipMthea 8taat«i erMgm, als Aar ••* 
tMidM Bfftgigaaff gagaii aiae aaMie fliraMlIe BrlialniVf ^tar 
^iMUNrtia^ Eaiaar In dM ficyaaiTaiirMoli van 1«. Nav. lim 
amwKt deft KarfKialeii vaa Bmmitialiwg da König ia FraoMW 
(4aoo dia aiae BÜfla daa Laadaa gaUrta dam KAaigttvaa Faiaa) 
aanMrtoMiaa akfi vefpikMala. üahaidiaa liegioBtiglatt dia dwaali 
1^ politiaeliaii Zoafiiida im Waataa «adHioffdaB voa Baiwpa M da« 
Aiiahraoh swaiar f^aaaar aUgaaaiaar Kiaiyl^ aakdia gaa>rnhia> 
gaa eiaar iliUalflMMshl aahr ▼afthaiUiaA^ da diaaaliia iai Be- 
ailsa aiaea aagti aaaaa aea a ta he ad aa fiaaras aiah ia dar Miaa 
diaaar Kioipft befaod. 8aha« bai dar BrmUaog daa Qbao tmg^ 
iibctaa heiäiliQiMa ¥«rglaiaiia aWr da« Mmetaasar Kraia, te* 
da« der Knrfiral da« Kaiaar l>0pald 1. ia da« Balraditiaaai«- 
ociaae t«« 30« Daa IWi diaaaa Kraia <Varlaal vaa 10 Oakj ra- 
riakgewilirtay oad sich dafOr aar nit naaea AnlwarlsdMillaa 
Mf das der Erledigvig nahe FüralMita« Oaiflriaalaad «ad die 
V'diakiacbaa Giafaeteflaa Lintorg und (S^aekl^ld bagnfigt^ 
;«nprde der Knrf^ai vaa da« Kaiser aallHt «tt dam Vital eiaaa 
aaaTaraioen Heniogs v. Praaaaea belagt» was bis daMa io Bdckaiclit 
«of des Deotsdira Ordeo aicbt geschehoa war. Die darauf ftber dia 
Annahme der Köoiglicheii Wfirde aagekoüpften Verhandlangen 
wsrdea dnroh den Tomnaansehenden Ansbraoh eines laagwieri- 
gen 9iiegm nwisefaen den Htasam Bababstg and DMrbon Aber 
die BrbMge in Slpaaien aatarstatnl, wobei janaa anf den farl* 
dauernden Beistand der Prensslschen Troppen (damals scimn 
efbe stehende Heeresmacbt Von 30,00091.) za rechnen wttkischte, die 
sehr bequem aas den Preass. Rheinlanden ihre Operationen nach den 
Spanisch -Belgischen Besitzungen zu entsprechendster Unterstflz- 
2Ung und Vertheidignng richten konnten, and ansserdem noch die 
Verpflichtung des nei^fi Königs sich erwarb, nochmals seinen 
Ansptichan auf jene ScUesisehen FfirstentMmer zu entsagen 



56 D«r Pr«a«t4soJie Staat, 



kB Mm AiigvtoiMitilmi dea Mottfrimi ReMt dm iotgr- 
«Me im B«i»t8 Habstar^ niebt tmgegem %« ^«tea.*- Als m* 
wigfmgmn Frieirioh eme nie H« AegenMHRaihe, iadeiB ersk^ v«iii 
18. Jan. 1701 ab Friedrich I. benannte. Der Moderi^e^Nand ti^nMk 
vMktnM seiner Begterong nicht bedeateod veraMrC, aber 
iadan^ waseatiieh gefMert, dasa er «wu gv(^aiiea Vdrthelle dea 
fMa^ta «otaeiiiedeo de» in dem t?eslaiienta des gi^saea Kuf** 
lianten aoagesi^Qeliivien Ttieiinagaprafeete widersprach: Nacli 
dtMaeiaan aolUM. die vea Friedrioii Wilheha lern Atomen nea 
erworieBaa Liader veu den alteren gattänat and den dM^ge^ 
iHirenea ISahaan aa» der avreiteB Ehe nU «er ^arrarsfin Dofe-t- 
Hueü (aaiT dem Banse Hulaleio^mfi^kstarg) überüissett werde». 
Aber FriedHcb hielt das Uaa^eaets des Knrffbrstea Al%re6bt 
AtkMm Hher die Brbfdlgeeidming and die s|AtetiBn ergftaaen-*- 
dea Fawiüeavertrige Aber ckMseibe avilreebt, ericfaife das Tasta« 
mant fn dieser Bezlehang fttr tmgüilig nad schloss auf der 
€Nrandlage jener Vertrftga mit seiaem hkesitn Bnider, dem Maritf *- 
gmrea Pbil^ Willielra, am 3. MUns lOdi einen Krbvergldcb^ 
fadem er ihm die ron seinem Vater eHbeitte Maricgrafschfffl 
iSd^fredt (einem Tbeiie der tJokermai4c an der Oder) zur NtitK- 
niessang für sieh und seine Nachkommen tberlfi^ss'*'), ohne je^ 
dach die Soüverainifftt über diesen Lani^antheil anfzagebea: 
dl6 ißhtlgen Prinaen werden durch reichliche Appanagen ent^ 
BcteWigt. **) 

Als nen erworbene iJander sind aus dieser Zeit ssu beroer- 
kea die LithaiHsehen Herrsdianien Tanroggen und 8erre^ 
<an der P^edssisehen Granze am Joraiusse^ dei* sich bereits aof 
dem Predssisehea Gebfete in die Memei einmündet, ibit einen 
nacheninhftlte von 5Qm.). Sie gehdrten als Brbeigcaihum d^ 



*) Bilese .Linie der Markgrafen von Branden buEgf^icb^vedi 
«tailb m JIUnnss4iaflim bereits mit 4em dritten, mit ^eiurlch Friedr 
tlidi am.,13f P#c. 1738 jms, welcher der jüngere Sohn d^s Stifters 
^r LljUe und seinc^m Bruder Frl^dridi Willi elm am 5. März 1771 als 
Markgraf zu Schwedt gefolgt war. Die V^waltung des Landes 
Schwedt wurde darauf wieder unmittelbar mit der Kurmark ver- 
bunden, aber a)s eine Veränderung im Territorlalbesltz kann dies 
nicht angerechnet werden, weil die Souverainltätsrechte darfiber den 
Königen von Preussen immer ang^bOrt hatten. 

**) Stenzel, eeschlehte des Preassischea Stoatea, Bd. lii« &§. 



VABtumki JUdm Cfcuriotle ^rm iUdzf«ill> wvtete ait Markgnr 
Loiwig V1MI BiMiieMtaiif , dem z w urte a Sobiie des gioisMi Mvr* 
ftfstott TenMÜ wmt, miI steh 4tn%n Teie (98. Bubis 1687), 
in ^olge IHMrtr Vertrige «wisdiea Bmadeiilbafg mtd ihttm 
Vater Bogfalew von Redbeiwia, dleee aerreeheften 1691 den 
Korfacelea üMrtteee, eeelideii sie bereu» (1688) mm aweitee 
Bhe a^ deii PMzgraffia Cerl Philipp, deai naohaailigeii Kar- 
füreüßa voa der Plila geaehrittaa war. — Vea den KarfOiaMB 
Priedrieh AagatI vea Saelulea) der wegoa eekier tolaieoiiea 
Aageiegeaheitett' ver aad aaeb seiner Tfaronbeeleigang eich ia hM- 
Hgea Qeid mrtigtiabeilca heftod, erwarb er dandi Keafvertrag <ia 
Deebr. 1007) fOr 300^000 Thlr. die BrbToigtei aber die Stadt 
OBd AaN ÜmeAHhhnrg aebet den drei Aentern Leaeaburg, 
Seveaberg uad Gersderf aad den ReichsechalaeaaBite 
«« Nordhaaaea. *> KtMia kam noch an lii Mars 1608 daa 
Ami Peteiaberg bei Balle fOr 46t»000 Thir. (Bosenmea gegen 
2<^y,— Die^Beeetzaag der Stadt Elblag (IO.Növ. 1600) ha 
Polaisebea Plreuaien^ am die neeh Tem J. 1659 dem Karbeaae 
firaedeabarg aaetebe adoa Ptbadaaepi^obe geltend an amobea, 
war awar aar verübeigebend (bis aum I* Febr. 1760): aber die- 
aelbea Aaeprüeiw lainrtea im gjeeeen Nerd^bea läriege aHr 
Bemtawefane dae ambceilegeadea Oebiets Toa dbiagy daa seie^ 
dem antet Preaeiieeber Uebeit hierblieb, wftbread die Stadt erat 
da»cb die eiate Tbeilang Poleas der Krone Preaesen als Btgea^ 
tham aafld» — > Bine anderweitige Vermehmag eefaer BefiÜaan<- 
gen am Herae maebte Friedrich darcb den Kaaf des Aaites 
Dielbora "^l (1690) von dem Fürsten vea Sobwarabarg^'SoB^ 
dersfaaaaen, nnd in den WestpbblijBchen Landen erwarb er gleich- 
IWia doDob einen Kaofvertiag (1707) fOr 4dO,000Thir. dea An«- 
iheil des gribflioben fibiasee Bolms aa der Grafscbaft Tei(« 
leabarg'^'t''«^ aad s^er aoeh den des C^rafbn Morita Friedrioh 
vim fienüeila, amsanaaen 5 OmeUea gross, «owie dareh «taea 
Veigieieh nrit den beiden letiUen ^afen von Lim barg (im J. 



*) Dunont Corps unlversel diplomatique etc. Vol. VII* part. II. 
pag. 376. 

♦♦) Es war iHiber ein Kloster gewesen. 

♦**) Aag. C. Holsehe, Mstorlscli-topogrÄpblscIie statistische 
Beacbr«fbu»g Mt OrafMiaft Teklenbnrg, Berttn 1786. 6vo. 



60 Der PreutBisclia Staat. 



17d4) 4a8 Anftakrecht aaf diePitakiaolifl GxBfmkätt himhtgtrg, 
wekhe MhoD wenige Meaate nach nmem Tode seinem Naeb* 
folger soiel, ledeM dieser ^e weiWebe Deaceaietts durebeiae 
entepreehende GeMaanme aMuid. Auf afanliebe Weise baUe 
Friedrich I. sieh f^iehKektg (1704) io den Besila der an Im- 
fmrg grinsenden Grafiicbaft Geyer oder Goldba^b geseiat 

Abear viel wiebUger als diese kjelaen Brweüerangen dea 
^^erriterinms dnn^ Anksnf ersclielnt die Oranische Krbaebaf t. 
Die im eben angefahrten Bhevertrage des .KarlSiaten Friedrich 
Wilhelm mit Luise Henriette von Oranien gewonaoM Aasaicbt 
auf die Erbschaft der Nassan-Oraaischea Besity.nagnny die iufcii 
das Testament des Priaatn Beinricb Friedrieh voQOr«tien nocb««- 
Biais bestätigt. Mrorden, warde dnreh den Ted seinea GnfeeÜH 
Wilhehn lU. Königs von HngUnd and BrbirtttttbaUera der Nie*- 
derlande (-{* 10. Mars 1702), mit welcheoi sein Maansstamm er^ 
losch, Biber aar firfaUuag gebracht. Aber Wilhebn Ut. fewUe 
in seinem Testamente (vom 18. Okt 1095) anderweitig darOber 
vorlagt und den Knkel iler jOageren Tochter des Frinaeh Hetn- 
rieb Friedrich von Oraaien (Albertina Agnes, vennihlt mit Wü«- 
helm Friedrich von NassaaTDietz Statibalter von Fneskad), den 
Ffirsten Jobann Wilhelm Frtso, von Nasaaa-Dietz, Erbstatthalter 
voa Friesland znm Erben eiogeseta^, und die Oeoeralstaaten der 
NieAerlaade mit der VoHaiebsng des Testamentes beauftragt, 
in dem darüber entstandenen Kibsehaftsstreite awischen dem 
K&nige Friedrich 1. von Prenssen uod dem Erbstatthaltcr von 
Friesland wurden die Oranbcben Linder unter die Sequestration 
der Generalstaaten gestellt. Nach mehrjihrigen Verhandlongen 
seblng Friedrich I. (I7O0) einen Tbeilungsvergleich zwischen 
beiden Hiosern vor, der iodess weder bei den Geiwralstaaten 
noch bei dem Erbstaltbalter von Frieshind volle Anerkennndg 
fand. Doch glückte es mindestens dem Künige, unterstfitat 
durch seme für die daamlagen VerhaltMsse ansehnüabe Kric^fs^ 
macht auf dem Niederliailisebett Schauplatae des S|»anischea 
Erbfolgekrieges, die Grafschaften Meurs^^j (0 Qmeilen gross, 



"^^ Die Grafschaft Meurs war überdies fielt 1387 liebn des 
Fürstenthums Cleve und von der letzten Besitzerin derselben, der 
Gräfin Walpurgis 1504 dem Prinzen Moriz von Oranlen^ aus Dank- 
barkeit für den Schutz gegen die Spanischen Vmppen, aber ohne 



Der PraassUtke Staat. 61 

aaf dam li^Eea Pt i ek M i ffMr, vom B0tMgikmii Clava aiMlMi 
aad dstüdi amgrioBt) nad Ungtm *) (8 Oiaa^o S^m) in 
Baalta xa bekoaunea, ^obglaieb fOr die entere die volbtiii- 
dtge BMmong vea der beareaadetea Bofl&ndisoliea Se^pestra« 
tion erst durch die Waflso der Preaas. Trappen anter dem Fürsten 
LeopeM von Anhalt* Dessau (1713)enswangen werden masate» Bin 
neuer Ver^^eichsversaeh, den Friedri^ I. nach dem plötaliohea 
Tode des Statthalters Johann Wilheha Toa Frieslaad (er ertrank am 
14« Jsiff 1 71 1 bei ekier üebersohwmBinung) entwarf^ wurde voa Bai-* 
laadf^) wieder so kaastlieb hingehaltea aad vertagt, dkss aioht 
dbanal der Friede roa Utrecht diese Angelegeah^lt zam rOffigea 
Sehlnaae brhi^sea konnte. — Aas dieser Orandwhea Erbschaft er^ 
waii^ nach das Preusa. Königshaus seiae Am^rüehe aaf den Be« 
süir iea von den fibrigea Staaten ao weit getreantea Ffirati»* 
tinans Neafbhatel nebst der Gr^tehaft Valengin (isnsammen g»* 
gen 14 Om.)* Das Baus C^mllon hatte von König Radolf von 
Babsborg 15188 beide flerrschaften als Reichslehn erhalten ^ aber 



Torwistfen des Ijebnslierrett» tMtamentariseh vermacht werten« Naeb 
dem Tode der €MrIin Walpuri^ (1609) nahm der Herzog von Cleve 
die Grafschaft als anfefsUenes Lehn In Besita, wurde aber von Mo- 
ritz, von Oranlen durch Waffengewalt aus derselben vertrieben, wor- 
auf sich beide Theile dahin verglichen^ dass dieselbe nach dem Tode 
des Prinzen Aforlz an Cleve zurückfallen sollte* Aber dies erfolgte 
nicht 1625, und die Nassau-Oranier waren bis zum Tode Wilhelms IV* 
im Besitze derselben geblieben. Es konnte mithin Friedrich I. sie 
als Erbe und Lehnsherr in Anspruch nehmen. Von Kaiser Joseph L 
wurde die Grafsehaft Meurs 1707 zum Fflrstenthum erhoben. 

*> Die Graeiehaft liingen war mit Tehlenburg bis zum J. 1547 
vereinigt von d^iselben gräflichen Hause besessen, aber durch Kaiser 
Cmrl V. gewaltsam getrennt und dem Grafen IWaxliaflian von Büren 
zur Belohnung seiner Dienste als Helchslehn überwiesen. Dessen 
Tochter die Gräfin Anna brachte dem Prinzen Wilhelm I. von Ora- 
nlen diese Gk-afschaft (1350) als Heirathsgut, seit welcher Zeit sie im 
Oranischen Besitzthum geblieben war. Durch die Verbindung der Graf- 
schaften Lingen und Teklenburg mit Ravensberg und Minden wurde 
der Preusslsche Territorial besitz In Westphalen in eine nfihere Ver- 
Hlndung und in ein angemesseneres Verwaltungsverhftitnlss gebracht» 

**) Die Erklärung der Generalstaaten über diesen Theilungs- 
vertrag vom 28 JuUlTlI bei Dumont, Corps unlv.. vol. VIII. part.L 
p. 276. 



•2 Der PftsMiaohQ Subt. 

iki «vlodefofli tls Aftcckto im «mf BoUfai VügcikM^ danl^ d«»« 
MD Bokelin «i# in Ftolge «iiief Variwini(limi|C *" ^^^ Bms Aer 
Grafen vom Freyburg giekoanMm wmm, jedoeh mit VorMuiH 
d«r LiehMherriichen Reobto Iftr daa Hswb ChallOD? da« dardi 
^e Verbraduag des Föraten Johann IV. mit der Efbtoehter Ma^ 
ria von dem Fdrtftenthnm Orange- (1410) den Titel dhallon-r 
Orange führte* Nach dem Briöaefaen den Mannaatammca dar 
ficafen von Frejhorg kamen ohne lehnaherrlielie SKastim- 
nnng des Hansea Ghallon«* Orange ^ dareh BAMd der ficbwalzery 
Nenfchatel. und Valengin an den Orafon Rndolf von Bade»«« 
Boohherg) and dorch deaseo Enfcdin Jobanna ^ £e sidi arit 
dem Hentfoge Lndmg van Lengueville vermihlie 1504, an 
das IftrstHeha Haas Longnevilla {ea stammle vom Einern natAr«» 
lidum Sohne des Hensogs Ludwig von Orleans ab, dessen Va- 
ter Rdnig Carl V, von Frankreich war). Bei dem Ansstei^en 
der milMüichea Lini« dienas Hauses Longoevitte mit dem Ber«* 
söge Johann Lndwig (*{- 4. Febr. 1604) kam dessen Schwester 
Maria, die bereits seit 1659 Wittwe von Herzog Heinrich von 
Nemours war, zwar in den Besitz des Fürstenthnms Neufcha- 
tel nebst Valengin f&r ihre Lebaaaeeit, aber Kdm'g Wilhelm ilf. 
von England erneuerte als Brbe des Hauses Orange (sein üf'* 
Ur-Grossvafer Heinrich Graf von Nassau, der Vater des berOhm- 
ten Begrflnders der Niederfändischen Freiheit Wilhelm I. , waf 
mit Claudia der Brbtochter von Orange 1515 vermählt gewesen) 
seine Rechte auf Nenfchatel und Valengin als seinem Hause 
angefallene Lehne. Er übertrog diese Rechte schon am 23* Oct. 
1604 in einer besondern Urkunde auf Friedrich III. den KwbTar- 
sten von Brandenbarg. "C) Als die Herzogin Maria am I6»Jom 
1707 verstarb, neideten sich zwar mehrere Pr&teodenten wegen 
ihrM* verwandsohaflliofaen Ansprftohe mit der letzten Besitzerin, 
aber K6nig Friedrich i. flberiiesto die Entscheidang über das 
Recht seiiier Ansprüche dem obersten Gerichtshofe der drei 
Bi&nde des FÜrstenthums Neufbhatel, nnd dieser erkannte ihn 
am 17. Aug. 1707 als souverainen Fürsten von Neufcbatel 
lind Valengin an. Eine genaue Einverleibung dieses Fürsten- 
thnms mit den übrigen Besitzungen des Prenssii^ben Staates ge*o 
statteten weder di^ Entllemnng itocb die poUtisehen VeydialtMMffi: 



'*^} Lttnlg's Reichsarchlv, p. 57. Bd. HL 8. 280. u. folg. 



Der Pr««MiMiiQ fitafvl« 63 



e« wwrd» i/mmtik wm «Hie VütaipiMig ^ma fsftf aM in •!!§• 

•ereil Stimte ^impoIi ewea geiMlMoiMiftlMita FtvaNn, wift«ie 
auch kl 4er Gegetwari nodi bastafat 

Friedriali I. Uatarikas nauk tfteaan BrnreHbaofan a^aeia 
»0kne eiaea Staai voa 9001 Qawiteii iniA cinav ßetUcaniiiir von ct«rm 
1^0^0)090 MensdieA, wiewvahl ia da« lateleD Jahren dieaer «e«- 
giarnng dqreh di» vwiMareada Paat ilar X 17i8-^ 10, ameBt*» 
Ijdl Fre«8aea aad LH t b awfi ainaa «baiMis graaaan Manaalmw 
V9f^sst adtttea luKtea (^ase Pmiriiui aliiiii über ei» INfttal 4« 
dawatiga« fiefftlkanwK aS5,800 BL mmf 000,000. M.)'*') Mr 
Soalaad daa gaaaamileii St aa t at kaaate damala ml» ai» unij^^ii 
lar . aDgaaebea wcadaa^ da^aasaar den verAntliehea Folgan 4ar 
l^dMrie» ibmla laaliriftlinge VMiaolittaaigiiiig In irtalen Emt/k^ 
geo der iDnaren Verwaltang and Ueberbfirdang dar ÜDaDzielleii 
KMfkfte; theils f&r die damaligen Verh&ltnisse des Landes eine zu 
starke millförische Hfilfeleistang in dem Spanischen Erbfolge-* 
kriege nicht leicht ersetzbare Opfer gekostet batteou *^) 

Aber Friedrich Wilhelm I. (25. Febr. 17U f »1. llai 
17^) biUf diesem Natb«aaiaada in knraeff Zeil ab, aad wie we- 
•tg er auch dea ererbten TerritoriaibeataiadaeloeaSlaataaTetyria«- 
aart bat^ so vaMaad er in dem Staate selbst aaf das friNMMnrate fir 
die Zakanft seiner Nachfolger na<^ aHeii Selten einen grosseren und 
vollstindigeren Reichtham an Staatsmitteln zu begrOnden. Br 
gefaTh^ zu den aaf den Ffirstenthronen nor selten vorkommenden 
Charakteren, ein bedeatsames und wohl geordnetes Staatsgebäade 
mit Äüstrengang aller Kraft za errichten, um sich selbst den 
behatglichen Genas« an den Vortbeileo d^aaelben stets ernst zo 
y^raageo. ***) Daher ist aeifie aiaben und zwansuglUarige Begia«- 



"^j VergUdle aiasCMirtlabe Pan^aÜoiy dleier gnitaada in matnaai 
Mstar* staiiat Oa«. dritte 4btbaimat in Bailla. Kaünd/ anC d, A 

**) Fradarie li. lUmalres da Brandaatonrg. vol. IL 41-^43, 
47^49» 

***) Frleidrleli der 0rassa sagt daker von «eiiiaai Vater mit uor 
verkemibarar WaMiait (Veob da Bfaadanboarg, vakHL 8. 03 ^ 9a>, 
»«4afln aelae Politik aick waatgee danU besokiftlge habe, aaia Bdlek 
aaajfiiidi^aiaii, als gat wn rei;fteren, was ar basaaa^ aad dass auui 
der angestrengten Tk&tigkeit dieses Fürsten und salaen umdiebMg«« 



64 Der Prevssittbe Staat. 

iwmg voftoii^s weise ^r VeiwaHniig der iaaeren TerMUtalMe g^ 
wkhael) aad tibsst In üeser Ueben»icht des »HdAhligen Wachs* 
ÜNiiBs der Ptreossiselwii Territerisiaiacht weniger Ergebnisse sa- 
sanmenstellen. Bei der Beendigong des SfiMilsehen Erbfolge- 
kriegeS) seliloss Friedrich Wilhehnl. einen besonderen Friedens- 
vertrag SV Utrecht mit dem KOnige von Frankreich eai 13. Apr. 
1713)^*) der aach saf^lch dasa berolteiehtlgt war fQr sei- 
nen Bnkely den König von Spanien, Anerkennangen and Ges- 
si e nea sa maehea. Nach dieseii Vertrage warden die Preas- 
eüche KOoigewtede and der Besfta f oa NeafMialet and Talea- 
ficb von Frankreich and Spanien aneikanat^ Preassen erldett 
ühandies den eberen Theil des Beraogttams «eldern**^^) (d.K. 
IMdera südlich vea Gleve mit Bkisohlass der Aemter Wadh- 
teadoak) Kessel and Kriekenbeck bis aar Oitlaze voa ftrabanti 



Maasregeln das rasch aufsteigende Giack des Preasslsclien Königs- 
hauses In den nächsten Jahren nach seinem Tode zu danken habe. 

^*) Abgedruckt In Dumont corps univ. dipK vol. YIII. p 1* 
pag. 3.16 — 6). 

*^> Geldern -war, nach dem Aussterben der alteren eigenen her- 
eegltefaen Linie, 1372 durch Kaiser Carl IV. dem Herzoge von JaiicA 
•ts erledigtes Relobslehn Oberwieeen, dann aber durch Verbetratlittng 
wieder als ein fOr sich bestehendes FQrstentham an das Haus Eg<- 
mont gekommen. Durch FamlUenawlst xwisehen dem Herzoge Ar» 
nold und seinem Sohne Adolf war es mit dem ausgedehnten Beslta- 
thum des Herzogs Carl des Kühnen von Burgund vereinigt, und erst 
Adolfs Sohn Herzog Carl wurde durch Kaiser CarlV. als Erben von 
Burgund, zur ruhigen Besitznahme Geldems gelassen, jedoch unter 
der ausdrOckllchen Bedingung, dass nach seinem Tode das LaAd an 
den Kaiser oder seinen Erben In den Niederlanden zurflckfallen sollte* 
Herzog Carl setzte zwar gegen diesen Vertrag den Herzog Wilhelm von 
Jülich und Cleve zum Erben ein, der auch nach Carls Tode 1538 Besita 
vion Gelderb ankm, aber 1543 mit Waffengewalt verdrangt wurde. Wah- 
rend des NMSriandlsdiea Freflieltskneges unter PblUppII. trennten 
sich die nördlichen Bestandtheile des Herzogthnms, Ztttphen, YetttWh 
ondBetuwe uod verclalgten sich mit der Republik d^ Niederlande ; 
der sttdliche Thell GelderUs blieb mit den Spanischen Niederlanden 
vereint bis z«m Spanischen Erbfolgekriege, In welchem Preussen 
lOs Erbe von Cieve und zugleich wegen bedeutender rttckstandlger 
fiubsidlengelder fOr den grossen Kurfürsten Ansprüche aüif diesen 
gcheil ven Geldern machte, und Ihn aneh im Laufe des Krieges be^ 
setate* .... 



D«r Freiis«tcclie. Staat« M 



Micli mi Cmjf clmk MfMiU gro$B^ leiitefte Oer dftMr im 
€tenstea VnmlRvkA» ■liiin Ao^Hüibeii (ms Amt ftraaJMliW 
BvlMolHilt^ mT ^Tas. FlitiMthiifli Oimk« «n 4^ Bkumtf war «K 
BeiNiiftltOBg iM VHeli^iaiBtt Mfplw «aa^InMktty iumI v«h 
pikliMe flieh aiMli «ieli 4m Aass JI«Mni*^DJcte iflr desata al* 
mlfe JniprtMia' sa mtüMMgßtu Mb jd^fiaitira Anai^lai* 
cliaag iidl.iia»,HaaM Jteäaas^^laüi Mar iia: Or^iaiaalia 
Rrüaeiiaft euMgle rittMrlaaiiea «aatt daiali daa Vatteag Fri#4^ 
fi^. WÜhetea aat dem USiiUMKatf Wilbalai Cad OaiariMijFiiaa 
ww F^iaaknid . am t4.»Mai «ad; Ift Jiul JL^Sd,*) ^ dia BBadfi ■ 
jUidglDak dtoa letxAaraa (ar inran afai aadi den Ada aalna-ia 
der eaban^wearnnMi^ venM^Maktea Vataa» am l.ßeid« 174 t 
gebai^ die r^MnAoofea aa laiga>iraMI«Nt ftaiita. ffgeptaea 
MliaN <}ekleiii, Maara^ Lfagaa nttd eriaagta ai a er da m aoali vaa 
ddhi Orayi^lMi' ■ ■■ üUi a it gep. aaf diaa MMeU&uKseiiae «eWal« 
die VerrialiafMi ifaalfbbrt an der Yaael» Ober-H und fiHadar*t 
S««ahiwe, Naald^T^/ filmidarladd^ Wattok^n^ Oraaga^PaUai^ 
Onavaaaade «ad Saad /MAtalrnft < in der -Pcavina lUolluid, daa 
MI 2a Bemi^f aame.ia Biailnra» LMiok die Haaaeiwllraaf^ 
addl aad die llerraehall Tamiioal io Uibatit.-** Jkiioa ia aaiM 
aeü'eratm B ^gmmg ti^tom halla FiieMeli "WMMmL mmh dam 
Vada^ Jdee ttotetan-aNMi VokMi aaa Umßirg (Id« Aag. UUk 
Iv'Foige ddfl arwarfeeaaa Aaflüfamaalit, ike BtMtm^knH Lian 
pvtylff Fraafcaa {dyiitmtAh gnasa) ki-Baaits (eaaiimaft« . 

1« dem Kf0aien.i)fmrdi8ebie}fr Kriafa hatte Viemat^m aataa 
der Regierani; Friedricha L iiialle Meatralitit hehaiiptet, und naeh 
der IViederhigre Carl« XII. bei Paltawa und dam dadoroh v^midaa» 
ten Haager Coneerte aelbat die Venwltalfiog troa Friedaaavoiachli«* 
gaa awiscie» Schwcrien aad aehMM fi^^necn HbanumMnaa, ii^ 
aber bei dem faartBfta»gmi fieibatTartiAomi OarlaXlL mriekfa«^ 
vßltskm wanden. Diatidaraaf bald hadi dam JRagiaraagaaMMtIa 
Meidrieh »WXhafaaa i; «Mgaede Capitülirtiafi daa Selmediaidav 
Pal d m ar a aba lli Slenboefc mit adaer gaaaaa Haeresmaaht im Oi-* 
desworlh fid.Mai 1TI3), al» »tettia deltoa rda daa Roaaiaobaa 
Trappen eingeschlossen war, rief den Seqaestrationsver-^ 
trag über Stettin hervcvr, welchen Friedrich Wilhelip h am 






*3 Bei Rousset Suppl. \^ DumoniC» univ^ i^. vaL lll«v.p«^ 

pag. 335 — 40, •" *. , i . • - • 

Schubert'! Stttfftik. VI. ^ 



60 Det Pre<is«i«ehe: Sta«!* 

». J«ni 17 la m «nrüii *) out dmn Henu»g»-Ateial8tMUNr vm 
iMMmB-'Oottmpp ^«iMcUoMk. BiMsb dnuelb^ .sollte SteAtiii Ind 
CMD' Absdüiim d«9 FrMM» von «ettti«ien Pre^MisohMi ani 
mdatda*- C^iw|>k icli6P Tr«|ipeft iMseial .M«er4«o. Da diesdl 
V^viMf iN)D deia SfeliwwfiaiAiea CtaainKfitettfaaltec ia PMimet» 
wMii anerkannt wähle, «rawaagen die ISMtgeeetatin Jtafeaiaohea 
KmgaopeMtieaen die>Uetier0ft1widieaer helMtigtaiStait (i& 6e^^ 
h7l-S). 8ine liene Uobeteialcwiit awiaainn PrMaaeo, ItoaaUnui 
aad PUea aa 8eln;v«dtt aai 6i ^Od. l?!^.'«''*') «befäeferte nieli« 
nttHAtefttia d^ Preussiaelien Kuppen» aomdiero beredl^igle aneb 
ItiediMi Wükeloil. den* Strieh FemDwnifa MrdemHnkea!Qd#t<^ 
itor lUi» iBiir itee» mit iflkiiwililgaB ¥on^ Awdim, Oeauva wi 
W^gatfV bU aar BwMikmgiim IVieöena in Bnate all «nhmoay 
wofür er die donane von 49iv0a0 Tiür. ala ■Btaobi^0o^g^ 11« 
Krit^^oateii au gMoii6n Titeifon mtBmmiamä tmä Feten zairh 
len atasfirtes die Neatralitftt des von Preween beaetalett Poaif 
aiema seilt» jedoch andi fernerbln.etfailten Ueibed, Püeassea abet 
aiclit 4ibne Sliistinnnmlg dter beiden« jM ceüteaUrenden MiebletBrit 
Sdi^edea sioh'tmgioioiMn» ^ €nl XII. v^rlaai^ indeas naohaeiier 
Biekliehr ans der^TOrkei aaeh fitralsand die Rückgabe:. Stfi<>* 
tins Ten' Prenssen^ ohi» irgend eine ÜegpnvncpAiidiHHig jdnffii 
anaaerkeaaen, und tjcetim iaie ctodnn^ den J^nig ran .Pcendai« 
nniff der Neotralitftt ia die OleniailTe '''^^y Abenangeben^ .woran! 
in Folge des Feldaolfa 4715 <die gtasljclie lUnninng PoaMneaia 
ixitdk die Schweden bewerkatdügt wnrde. Das Schtosreeoltat 
dii^es Krieges gab in dem Frieden 9&a Stockholm (31« Jan« 
1720) -{*) Kwisehen Preossen nnd ^Schweden für die erstere Bfoebi 
den €ewinn von Vorpommern bis an die Peene, mit'Einr* 
aohlass Ton Stettin, Damm «ad Go&»w, den Inseln Usedom nnd 
WoiKn, dem fHsehea Haffe, den Odermündnagen Swide nnd Dir 
wenow (ansammen 82 Qmeil.), wogegen das eraebipfln nnd des 
Feldes sehr bedttiftige Schweden eine Summe von %9M,QQ0 *ßün 
empfing, nnd Preissan noch M^rdios von den Ponun^fMdien 
LahdesBOhlild» einen Betrag von 900,000 Thlr» übenmfam. 



*) Dumont C. u. d. vol. VIII. p. 1. pag. 39^ — 93. 
••) Dumont a u. d. vol. VIII. p. 1. pag. 407 — 9. 
***) Das Preusslsche Manifest gegen Schweden im August 1715, 
bei Dumont Vlll. p. L pag. 453 ^ 56. 
t) Bei Dumont VIII p. 2. p. 21 — 36 



a ' 






gaf^chtei er Jt^ j&tM-l^li ft«itP« Kri«f8mpbt .v«tfliülr|Kl0; luid fir 
«e oMibiMUiift Wort4wm ÜNm Bülfai«(iUeii . «i^^pMMliiQW 
«^«t«» doch nur in.der.iuMergeor^eltK AeUe «iiiec. BtUipuidlt 
d«s &IMMCS €m1. vi.. 66Ü aeioen VertriftMi «ui dcwfvibeo m 

^tfii er die .pf9gp»^»oto IBiuieA^a fllr 4i0,;ii»f»h»iiimte firlMge 
dei:t |«{eit>lM#)^: l^inv».!» deo Oeateyeiehhehr«' Brlia U >4e » >»PT^ 

lj^^«,|l^|l^jb«flt^ WB^4wiJMU#t«iidJaBrAiiAMlli«9 der ^i^mitlirr 
g^.Ji^-^j»vM>eii Krt^uh^flLÄH Irj p ffww. Jhß Ifoae Pfato Ne*- 
I^Sffff 4^9i,a^/aHtt9JMW>MB9)tii ^AIi(#lt»^a die.aenMClhäiHr Jsr* 
Uigi uij4 Q^rg..,fHPCelWl«a iiiiiroa, jM^v.eaek »li rhWM^ Wilrr 
h^,Qä»m $Q)iA{t»awe#' olM^ geii»iMi(M FMmP«^» MMtgmg 

nq^. yij^ , iffilyn. üy edyihei .i^jM^ ge«it«Higm ^f^rtHindefW . Alm 
von .^ iiei)i|.;i§IA|iH>^ dipae», lü^Q^fünilM ..«lgr«tfeit vier de« 
j(«ii9Uic>ea.jStaAd|^fiff0|ei,.,v«f»<Ml>^.M 'd^H WUete. Jotuu»» 
Wi%JW,,(^j4r/j|r|yi ,l«9(|. f. l71l|.)n«ilMft^ «n:. iKitoD Kmk^r iumI 

iil9,Ci|rl..I?Jhilii»p ^^/ iUer^. YfflOifhe.biiitar Jobeno Wili^la'«, 
dfr.i^gefe. J[,li|ai»).4^ l(:i|i«Mmt|Hiie^]i«iiewi«g,i» 4er PMm 
fülirte, 41716 t ?lvO«<^ 1743), dM AiuiMlMrliw. dea MuRmMMMiiT 
mes dieser Ffir^^n^nie »neeer jüleBi.2iweif«l, wecieiif denn die 
Erbfolge iB dei^. Karpfälzisc^Ueo Landen d^ni Heoee Pi^ki-TSals« 
bach anheimfiel y das jedooti kein anderweitiges Erbreeht auf Jü~ 
lieh und Berg besaag. Kaiser Carl VL verpiichtete sieh durah 
jene VertriMF^. wiewohl in höchst »weidentigeni Benehme«, de ec 
über: 'ahnfiehe Ver|>flich4<ingen sehen mit dem Hanse PfaUsrfiuki- 
bach unterhandelt, den König von Preossen bei dem Erlöschen 
des Mannsstammes von Kurfürst Carl Philipp in der Darchfüh- 
TUßg ^^iner Ansprühe , a«f Jülich und Berg zu nnteratüteen, 
QdßK- mi«dcMitenii ihm . doch za dem Mgeaehmileftmi BmiiA 4— 



*) Ble früheren Zweifel über das Vorhandensein eines echten 
Vertrags zu Wusterhausen sind von Fr. Förster, Friedrieh Wil- 
helm I. 1835. Bd. I. S. 00 — 8^ besprochen und erläutert^ die wört- 
lichen Abdrücke beider Verträge sind i^eliefert in dem Vrkai^deii^ 
hiiche zu di^s^m Bandet S. 159 — 70, u, S. 215 — 28. \ .,;; 

5* 



68 D«r Pfeattisch« Staat. 

BiTiegtliUBw Bmg wtä itf OntudMi Hatenslein M v^rbeifea. 
M^wMiff'BOdli Wei LataeHea FfMHob WIHialail. dieser Tedes« 
Ml elatnU, "W^eher üe , VerheiMmg Aefer VerMga afther aitf 
Bimiaay Mm^ea aallla, aa weaig ktAHm sie aach aiAtar, da 
4ar Ted daa Kaiaai» €ari VI. var dam Aaaaterl^B des Haaaaa 
Mü£*-Nattlyarg seltoal daaaen MaaaaBtanim achtasa^ aaia NaelH> 
Arfgar aof 4aBi KalaerKdhan Throne eiaem «nderen Parateahama 
ai^ahMey oai FriadrMa 11. groasartiga polKiaelie Piaae mehr 
^ia Beh a apl oag SeMaatans als den benetdeleB Erwerb der klei-« 
umt Mmaathamer am Ebeia als 5SM fCar die Brw^eraag aei«^ 
aar Maclit ai^tedtian. Siaen weaeaHieberea €ewian sogPr^mK 
aaa aaa lieaea Verhaadlaagea mit dem Kataeriiehea Bafl» nwA 
dadareh, daaa Garl VL, ats er adna fHlheivn Vers^eehaa|^ 
fltindesteaa auf Jülieh zartlokzoj^, die Antwartadmll auf das Fftr« 
atantbam OstfHai^ad dem PreasillseheB KtoigfsluiQse neu be«» 
atitifte (3l«Jal. 17aQ),'die> berefts nach zwMr Jahren eine wirk«- 
lioha F#aoht 4m Brwarteas gewahrte. IVist gleichzeitig (Aug. 
1732) gewaan Friedrich Wilhelm l: aaf friedlichem Wege ia 
dea 15,500 taali^bfil^gem, Ht d%r fimatiache IMbiaeharTon Salabarg 
Miah harter eiaafoeaahedraagniss auf Icaiserliohe Verwarnung aa^ 
seinem 'Liande aMie« Haas, eiaenm^flliohisa SSttwachs aTbeitsaaMT 
und gesehioktar Bewaiaar; died««' K5toig vai'ibagsweiae in Lft-* 
mau^n thefte mHa-Braätadardafeh dieP^stdmtitngeraflflen Vellca« 
meaga^ thafls«amNaaaabaader dutfti Bnftirasseraag gewanneaea 
liandereien ansiedeln liesa. ^) — Wahl geerdaet and reicher an 
HtUfsquellea aBagerOstat, mit'dem vellstaadigen Znbehdr in einem 
gasammdten Schatz und einer sehr starken VKriegsmacht kraft Ig 
aater den Staaten Baropas anfantretea, stand das Prenssische K5^ 
aigreidi, mit einom Territoriam von 2174 Omeil. und einer Be- 
vMkeraag von 3,240,000 SeeleB **)y als Friedrich Wilhelm h 



*) VgU Fr. Stekr^ die Verti^lbaag and Aaswanderang; der 
•TaBgeHseligfBlttaieB Salabarger und ihre Aafüahme in Preussen, 
KOnigrsberg 1831. 8vo* 

**) Vgl. des Ministers Graf v. Herzberg akadem« Abbaadlung 
über die Bevölkerung der Staaten überbappt und besonders des 
Preussiscben, aus d. Franz. übersetzt, 8. 29, der von vorUegendea 
Bevölkerungslisten aus dieser Zeit spriebt. — friedrieb II. giebt 
die Bevölkerung zu dieser Zeit in runder Zabl auf, 3 Millionen am 
Oeuvres postbumes I. pag. 20, aber In einer Anmerkung zu dieser 



0«r Pre«i«i«cb». Staat 69 

m^mm gP9«mi Mtm» im IMMimmi ForllMii d«r aikMaii icna-i 
gMtB Mft^lii aMMusMKe» 

Friedriehs IL R«gi«nNi« (^l.Mal 1740 f 17. Aog.17M) 
WMete die Geseliicfcte sei»«« Seltalter«: flie v^ffioM di# 
Ms daäl« Bocb belbifte Bata , /Or die VrweitertHig den PreiMMolieii 
Q^tmte» daroti GtlAi^eaden MnderetoA vmi geringeni Uv^üMige 
«ad iHi9iolMre AasiHrQvli« an erwerlNa^ Auf wenige n^iisfliMide 
P^taM iMMieeolriH» vrMoiele der greese KOa%, dea henrertageadea 
JMdliefm aad <Staetfi»aaa aogMck ia eieh vareiaigaad^ alle 
Mritfle. adaee iSttaalea mit ioaMreter AaaN'eaKliDdr, laa dea er^ 
MieblB^aZfweekaa eireicliea, wilbread er anlMKleaieamere, wena 
aaeii laäg geal^Ma AaaiicMea eeiaee Haaaee eatooMoesea aaf^ 
gBkp weil #r weder aoUioa aelae Kr&fle. aa aareiitittera» aecfc 
itmtTmM eiaer iMallebea Hataaekt aeine PoIiMe apeeeMsao 
wolMa^' S0 gaeeliab ee «it der abea eageffUirteB Herrseiiam 
flavaiaU aa 4er Jiaae^ weleha bei der Vkroalieatdcinig jFrMrIfilie, 
duah den Oiecliof v4Hi Lttitioli ala Lalmslieir eafgiewjageK, dea 
aiddiguDfl^Mtd verwelgart^ FriedrielivarUaae^ aaabdeai eraover 
dea MaelMf «9da»0(WglC8e»t 1740), /seiaeAaeprMie auf dic^ von 
^em.Mriffea i6(aal«avarbi»Ae ae eatteat liegeade iaoUr^Beeia«- 
mag an dien^a aieeb^. IHeeellien fielitiecben Graadel^tae lefter 
tea aneli. apüer dea.iUipig toei dea AosprOelMa mt JWch und 
Berg, ale bei dem natiea ErWfiobea des Oauaea PlkilZ'^Neabarg 
(174S) das Hana Prala-Solsa^acii ia der Korp4Ü26 und dienea 
f ircrteatl^iaeni am ]tbein (Mgen foUre. Er sohloae l^ereita den 
M;Deeul741 mit dem Kurffksten vm derPfaU eiaeaVerkag,^) 
nac^ welchem er jsa Cbinf tea de» Haimes SHl;&i)aeb aaf alle eeiae 
BacMe ae diaae Linder veraiehlete. -r Ooeli hier b»hen wir aivi 
dar groeafaMaeee der Breigaiaae dieaee flSaitaltcrf aar diejenigen 
hervttzahebeo« weiche auf dea Zawacb» des Preaeeischea Staats 
ofiler seiner AegieniQg eich b^ziehea, «ad aiftsseo den grossen Ent- 
wkieelDQgsgang der poUtiflchen ^stftade w&hmead des i^sierreicbi* 
BrbCelgekriagaB^ de» siebf^iyahrigea Kriege« , der ersten Zer- 



»I 



Steue wfrd dam^bii afdcb 'äuT %MO,0M> a^^ato die rteiillsere Setl 
hingewiesen. Das« vgl. Bttecblng's zuverlässige BeUrige sur Begie- 
irtvgigeech. J^edi^ 1^ «. ^3 - >5- 

, •y «* P. B, Preuss^ Frlpdrloh der, (»rosse, ^d. I. 8, 187 — 8». 
nnA Anmeiliung 3 daselbst. 



70 Der i^reostisclie Staat. 

MiMtlMmg Mens und des fcairfsekefi Krbfolgekdepes aig Mkamit 
voraassetzen and hier übergehen. Der Tod de« Kaisers ICarls Vi. 
(20. Oct. 1740) fOhrte zur Erneuening der Ansprüche Preossens 
ftof die SehlesiscbenFaiiBten^tlfflerLiegnitz, Wohlan, Brieg and 
Jigeradorf.' Frieditoh il. erklärte noch im Nov. 1740 der Erh^ 
toehter der Oesterreiehis^lieB (Maaten , der R5n}ghi Bfftria The^ 
resla, lAtl den Ftbrstentfathaem Ologau und Sagan sich für diese 
Ansprttetife abfiiwlea zu lassen und ausserdem noch die Summe 
von 2,000^600 Thir. dafQr zu zahlen. Den zurückgewieseneri Auf- 
trag setzte er (schon mit dem 1. Decbr. 1740) mit Hülfe der schlag- 
fertigem durch Friedrich Wilhelm I. wohl ausgerüsteten Und ein- 
geübten Kriegsmacht siegreich durch, ün in dem ererbten Staats- 
achatz« (8)700,000 Tblr.) auch für den ersten fcrafHg dnrcfaeu- 
fahrenden Feldzng die entsprechenden' Hüffsmfttel hinrefcheiMl 
voHianden waren. Dem überraschenden Angriff erhig bald die 
durch den Türkischen Krieg erschöpfte Oesterreleiviifehe MacUI, 
und als sie sich wieder erheben wollte, waren aussef* Preussen^ 
Frankreich und die gemeinschaftlichen Bundesgenossen zu be- 
kämpfen. Schlesien blieb verloren, das Hauptquartier des Königs 
von Preussen erhob sich zum Mittelpunkte der Europäischen P<h 
litik, /^in Staat eriangte durch die Persünlichkeit des Monarchen 
und seine so energisch angewandten Kraf|e das Gewicht eiaer 
Buropaischen Macht vom ersten Range, und Maria The- 
resia wusste die Bedeutsamkeit ihrer Gegner richtig zu würdigen, 
als sie mit Friedrich II. zuerst sich zu einigen suchte und ihm 
die volle Frucht seiner Eroberungen überiiess. Durch die Pri»- 
liminarien zu Breslau (11. Jdni 1742), bestätigt im definitiven 
Frieden zu Beriin (28. JuK 1742),«) erhielt Friedrieh iL Ifir die 
männliche und weibliehe Linie seines Kbntgsfaanses ganz Nie- 
derschlesien und auch Oberschlesien bis an die Oppa, 
mit Einschluss der Grafschaft G la t z und des Ländcheas K a tseher 
bei Ratibor, das firüher zu Mähren gehörte, so dass unter Oester«> 
reichischer Hoheit von Schlesien nur noch das FttrstentfauniTe«cliea, 
die Herrschaften Bielitz und Uennersdorf, die Stadt Troppau und 
der Theil des^ Fürstenthums Jägerndorf jenseits der Oppa ver- 
UiiriDeii' Oep^eKreicb gab ftrner di^ .der ßöl)foi|9C^en throne zur 

m — ii — . ■ ■ ■ > .. .. - ' ' ' ' - 1 t, ' r 



*^) Beide sind abgedr. in Wenk codex juris gent. vol. I. pag. 
734 — 48. Der Gränzrecess vom 6. Dee. 1114% ebendas. vol. t. pag. 

749 — 79, "' * 



1 1 ' 



D«r 'Pr^OMMMlli« Staat. 71 



/ 



stolMHide L^ b atoh o hc tt «Mr JÜe at»«#en lii i wli i w wmwnä Cotti- 
tni, Mt2 imd gii ottt Mf, erlMigl» aHff i«M dia maf fioklMmi 
iMfleDdea LattdeMeinMea mg^lmOm uai noUwIiMkcr C üpÜ ^ ' 
lislMi «"Ml Fftoss^ ülmrMMMitn wordw. Dies war eia GewiaD 
«oa a^ OM«) also te^ eia vaUea Drittel 4^ Mharin Ltedet«- 
iwiMiiM d«8tg#M«iiaHai6lMles, ttut eiMr pdaiK noohadffcwda 
fB«vailtei«ag Taa l^aHO^OO» 8ail6u,'4lie ia das leidaa Icara vmv 
M^^aqgdaea Baofie^mi I9d5 nod 17a&ii') swaer MuebaMi 
^revlriadert . war, daaa alkr nater dar Premmia^bmk VtvmMotng, 
M •dcaaN^MlI^iafaea 8# vil^r- 2w«(ge der |üi)i0lflc1na aad tdotn- 
^ilaPlimi €«to#«ia diMM IMriovaai Sodedat JahrluMiden» mä 
mcktm ¥Mdi(Hwe1* MI» (UOi^ai lygS4^ta K«), uad aMh «aedi aal* 
loa J ahr i ww w ic ite iaaefbalbideadaKaligea Umitaigaa der' Prai» 
nAm*^) ISiSkiama V^2^4a0iC. fattiageo iat 

DunDi»deallreedaar VfmOm U. Oee. 174«, *^*y i/valeliar aa^ 
4er der Vawfittelwif deaRikiilge Gt^g 11» von Grasairkanea 



*) Ute FrOYlQZ adttb^len liftti^ au Anfang d. J. 1735 etne Be«* 
vdfkenfb^ vea ],lf4«-?9l"aew., 'dte aaeli den geaanrftea beliea f<}oUi* 
jafcrea aa aafaar llPi Mk Mi aaf 9d(MM K. temin^ti kaltew 
fi« waren aber aucb beii die^r,. Beratkeaiiiia inoBBer aeeh ^r«^«- 
tßiMtm^ tgegen 1460 K i aaC 1 tfaieiu au recboeo, y^ilu^eiid la dea 
auerea BeeHi^anaen dea.j$taa^ durchsehal^^leh nur etwa 1030 S. 
auf 1 i^ipeU. Jkameo. 

**) Ea tat seit dieser Zeit von Schlesien getrennt der Kreis 
SchMTiebus und mit der Mark Brandenburg vereinigt, im J. 1616, da- 
gegen sind In demselben Jahre die Brandenburgische Enclave Ro- 
thenburg an der Oder und die durch den Wiener Congress erhaltene 
Dberlausita (in den vier landrftthitchen Kreisen ftothenburg, Hoyers- 
werda, LaubAa und 06riit2> mit dem Heglernngsbeairke Liegnita 
▼ertmadea. Es ist demtaaeli^ der fi^e^ffenwarllge Fla^heainhaH der Pro# 
^Um Sdileelea miit der Oberlaaetla <iiaah :Abaag vob ISohwlebiM) ge* 
gam den- Ten 174^ uai 56 QivieiU fi^saer* ' leb }iabe..demnaQ]ii;Be^ 
der IjHeHn.YAJl^^luag ußs dem ,9efi)>r. l^^Z ron 4^^ Ge^amrotbe- 
vöikerung Schlesiens die der vi^ Ol^erlansitaschen Kreise abgezo- 
C^p, aber die ^s Sehwieboeer Kreises (etwa % des Flächeninhalts 
dep. heo^^eii Ki:^se8 a^anichau, dem c^ auij^eschlagen ist) hlnzuge- 
reehnet. 

***) Wenk eed. jur.g. vol. 11, pag. 1Ö4 — 306, zugleich mit der 
Garaatte-^AMie vaa -Mini Cleosabrltaalem; der Ifriedeiiasii^ee aiit 
Sachsen dliead. peg. a07-*13w. . fj 



72 D.er.JPrAiiA«U«lie ßim^U 

•€b6tt Krieg iMtadigl» wurde der BwHMiUmä gßr niett gesf 
ittdofi, eeeiem fftr die Befaeu^liuig SeUeeieoe onr die GriMid- 
lege dee ,Derlkier Friedeee engeiwfm aad die f egeese^e 
eetsfitie »Her iStaftten der beämügteo Miohie ohne irgMki eine 
▲«snalMie augeaielwrt In dem mi iemeellieo Tege ««.Uree* 
den Bwiechee Preaesee aad Seehee» eligeschloeseoMi. ffriedeo 
eeflto eurer die letatero Maoht> die SUdt Fflrsteebei« in der 
Niederlaoeite eof den Ihikeo Odentfer (endlicb von FiiMifel^ 
«iid dee.necdi eftdlidier gelegene Dorf SobiedJeiv auf den reeb^ 
ie» Oderofer juibat den dortigen Oderi&dttes e» RfeMeaeo: ^M(en 
eine JSnteeli&digaDg abtreten, we^ie« in einigen eehleaiecbett in 
der Lansita gelegenen finelnven, oder in irgend eincff iMideeea 
Bntschädigang an Land und Leuten beatehen «eilte« Aber In 
den apäteren Yerhendlangen darfiber konnte man sifih wegen 
dieaer Sntncbidiguog niebi einigen^ imd deahalb kam diese Be* 
dingang gar niobt zur Ausfübrung. — Der dritte Scblesische 
oder siebenjährige Krieg kann nur als ein Vertheidigungs- 
krieg für die Bebauptong Scblesieos gegen Marii^ Theresia and 
ihre sehr starke BundesgenosiseBs^fK nngesebpn werdep. Die 
rabmvelle Darohführong desselben braehte Kwar in dem Frie- 
densvertfage aa Hobertsborg (15. Febr. 1763) "f^) dardmns 
keine Vergrösserung des Territoriums, aber sie gewiibrie 
die begründetste Garantie des Preussischen Staates a]s einer 
Buropäischen Orossmacht vor allen gewiohtvollen Mächten dieses 
Erdtheils. In dem gleichzeitigen Friedensvertrage mit Sachsen zu 
Hubertsburg wurde von der Cessionsbedingung im Dresdner Frie- 
den die Stadt Furstenberg ausgenommen, welche bei Sachsen ver- 
leben sollte. Dagegen spllten alle Sachsischen Besitzung^ 
n«f dem rechten Oderufer mit .Einschluss der , Oderzölle zi^ 
Fftrstenb^rg und Schiedlow dem Preassiscken Steate ^«ofaUen 
moA Sachsen dafür dureh Landbesitz von gleiohem Geldertfnge 
entsch&d^ werden. Doch noch diese Bedingung ist sp&teriiin 
wegen mancher Schwierigkeit, die steh bei dem Anstamsehpro-* 
jecte zeigten, unerfüllt geblieben. 

Während der Söhlesischen Kriege machte Ifriedrich II. die 
friedliche Erwerbung des Fürstenthums Osifriesländ (54 Qm. 



■i ii«< I 1 1 ■ 1 1 II ■ 



*) Wenk eod. jnr. Q, Hl. III. pn|:. 861 ^40»; MIrrteaa re< 
cueil des tralt^s d* p. vol. L p. 61 — 79^ ^^ 



gnm wM 09^oM#.>, wMMtf 4ie AmMMMMia mHk^ M ilfr 
INrtfMldiig d4r iMrtaigtlMOitoA Reg ia m igi n ■ «Bhüicii «rwitat 
ist. Carl Ecteard, der letate. e atft i — i e el n Ftttt, vMHerlb aM 
9&. Mm L744 DOck im jwg eadl iehe a iyetr okm Brbaa. Der 
VretisaiaMicfo BtaHttutaw <i«i Jiuiin44^ a ie Mteo Mtar 4ier Kar^ 
ftnt voa aanaiavar^ die Befsoge ▼•« ffartun , der.itaaf laa 
Hmhüs ya Herr rm-Mk0k^tg, der Ffnt vw Wkd**RiiBlcal 
fliensaiif daa-f^ae MraleaÜHiai^ iMIa aaf aiaaalae LaaAr 
aeiailctt AaeprMbe eatgega»; ^) aber ai# war4att aar darah 
StMtaaehrifltea «eaaMgt» nad Menaaea \AM Ma aa deai «agltefe^ 
IMiBa Krieg» 1M6«. 7 te den rahlgeD BeeifaM dea lAada% daa 
la iMeaaf«Zail raaak «i eiaaa aoüeioiddotiialiea WoblBtaftl^ 
a id TMilitoi; =— Aa C^«biei8<»4>e88ienea haben wir aaa derAa*- 
fgiefaajif VrieMoh WK a«r Kwei aawebeaftlielie an beaieitei» 
Me 'erel« erftilgt» aiU daa Oraaiaobea BrbaefaaftabeaiiTai^n 
emaefteib dea l^aa a t adwa Siaatageibieta dwcheiaaa Vmttmgf aril 
der rerwittwetea Maceado Aaaavoa Naaaaa-Oeaaiea, ala¥ar^ 
iaiBd«mi dea «aobqihrigen Bcbataltbaltera WilMai V^, i« AMg 
am 11. Jan; 1754 *"**) gescMoaaaa, iadeaf dar K6aig noa Pvaaa- 
aen alle aeiae aach dem <lbeD ' mge Afartea Brbva^giat^be ( ?aj» 
10. Mai tt») Ml» neeh awate h ca d a a BeaieuMgen la dar Paa^^ 
iririatlWaad, cUmiMi Ober-* aad Nieder Svmliiw», Klala-Waai* 
tMi mi TwintfgMven, DiMlflwyk, Hoaderlaiid^ Watetii^paa^ 
Oranife^Peiaer, Gravesaad vad Aaad-^Aaibagt^ den alten B»i%m 
Btäg aad daa SeMaaa Renattrdyck für die Sunuae von TCM^OM Gold.. 
hoUlknd. (400,000 Thlr. Pr.) an das Haas Nassau- Oraaien verfcaafle. 
Das Amt Mootfoort im Oberqnartier Geldern kam noch dorch einen 
naohtrftglichen Kaaf am 8. Jaa« 1760 an den Erbstatthalter Wil- 
kelm V., 80 wie schon vorher die Brabantisciie Herrschaft Tarnhonl 
1753 an die Kaiaeria Maria Theresia verknssert war. '''''''i') Die 
aweite Cessiea war die Fttnk» Grafsebaft Lian^arg (6% Qm., obee 
B.ßti)j deren Nntoalessnng ^hon Kdaig Friedrich Wilkelml^ bei 
Her TeraUfalong seiner Teokter Friederike Louise mit demMarib*> 



'*'>.'<^. .Kaiaya> Llteratar dfr y^rfsfisung des K6nlgl. (Pmuss. 
Haaaea CAbdniek aus 4. 40. Heft« 4er Jakrb<lQ]^r t. Rechtspflege) 
Berlin 834, 8to. S. 02. 

. . ♦*> W#»k aod. jar^ g^ v^ lU. P«g. 44— M. 
* r^") Uaktr :4|e hem¥i l^tateyi Eftafe vj^U JlttacUBC^/« af^i^grapbte 
OCe Ana. Tbl* 3. Bd. 1. S. 614 aad Thl. 4* S. 215. 



74 Der Pr#ttt«itebe^Siaat. 

«tmflii iMeMoi WMnis von AnH^ubk, dem Msteftn ühtrhmm 
JMIU, «ni 4te Pri«*Mi li. 1749 VAN% (ato Rei^iileliDh tnf ikto 
Miiw AM|^b flltegtH«» Ums. *) 

Hirt«« VrieMoh dtr Groase wifarend des sweited ScMejif^ 
«dMi »«hd 49» steb^ i^h rfgftt Ki^tgee, «nd d«» nach deaseHHM 
«lAbÜaMi^ die 4uigettrettgterte SoffgMt aitf dk iiuiere Regia-» 
-■riMig £11^ aUiekigea lleliaiig. der CnlhirveiUltiiisse mld dea Hmh- 
fM»- Verkeil». MMies Staates verwamll, wie wir dias in $* ■%, 
%, ^ — II «ad 19 -—^iN an verschiedeneii SteOes geoaaef aael»^ 
anweisen babea, ae -flndenwir üia im letaBtea- ürifetol seiaef'Bi^ 
•giemog wieder aidirefe Jahre vonsagsweise mit den aaswlttl^ 
gm ' Verkiltoksea beseUtfligt, . besenders mit den PoWsebeil 
ABgelegeoheiten aad deo VergrüseeraagspÜnen des Kaisets Jmv> 
•as|^ II. Das €esoW^ des Köaigreiebs Pnien aebiea sehon aa 
«iaem bestimmten Ausgange gedribngt aa werden, seiAdem die 
Kaiserin Catharina 11. und ^ Friedrieh bei dem Absehlassfr ibfes 
Handaisses auf 8 Jahre (11. Apr« 1764) doreh einea gefaeiaMm 
ALTtikol sieh gi^easeitig rerpiiohceten *^^j dea aaardiisobeD jSo» 
stand in Polea aufrecht za erMten. Noch ehe die bestimmte 
^it abgelaufen war, and dep Bund dieser Michte zum awei* 
ien Maie auf derselben Gnmyage erneuert weiden konnte 't'**^^), 
wareii die beiden Bi&chte mit Zaziehoag des Oestc^reiehiseima 
Staates^ sohon über die erste Thetlung Polens einig. Die 
geheimen Vertiikge zu Petessbnrg zwischen Rnssland «ad Prens- 
sen (17. Febr. 1773) f) a>^ ^^ Wien s^Wischea Rossfandaad 



*) Anspacb traf 1746 auf dem Wege des Vergleicbs eine Ue- 
berelnkünfC mit den Allodlal-Erben der verdtorbenen Grafen von 
liimpurg über einen grossen Theil dieser ßrafsebaft, utd Oberliess Ihiii 
denselben mit Genehmigung des Kdalgs Friedrieh IL Tgl. Yeirglelcl»* 
Conv^nsion Ober d. GriS. Llmpnrglscbe NaeUasecasebalt. iK J. 1746 
mit einem kurzen Vorberlcbte u. d. Ratlieat* des K. v% P»» 1748 ger 
druckt. 

**) Martens recueil des tr. vol. I. S. 04. 

*^) Dieses BOndniss wurde tt72 wieder «Of 8' Jahre erneuert, 
dann aber (17Sü> Von Russland abgelehnt, Dobms's DenkwArdlgkefVw 
meiner Zeit Bd. I. S. 423. / . . 

t) Friedrich 11. Oeuvr. posthiM; V. pÄg. 74—18 und (Graf 
Görz) memoires et Actes aälhentiques r^ltftÜP» au ^rtage de la Po- 
logne, pag. 215 — 17. : . t i : ., . ,., 



Der Plf«iisftl«che fitoal. 75 

OwletTefob vet^ringerten §m f^otfiiifclieii W^i (duHMls r3,#0 Qu. 
gross Hdd milfinehr als 19,000,000 Seel. b^rOlfteH) fast aiB^ volles 
Drittel all Latid und Mensoheii. Der förmliche Theüun^vertrag 
wurde in zwei Iresotideren Urkoodeii zwischen dem Russischen 
Bofe imd dem Prevssisehen «nd dem Rassischen und dem Oes*- 
ferrelehischen am 95. Ittl. 1773 *") abgeschlossen, worauf He Be« 
sitfinahme^Palente voii den elnselnen Staaten erlassen 5. Aug. *^ 
nnd die 'in Ansproch genommenen LINider mit nachdrflcldieher 
Waffengewalt in Besitz genommen wurden. Der ahgedron^ 
gene üessiensv^^rtrag ron Seiten Polens erftutgte erst isn Wfcr* 
schau den 18. 8ept I7T3. ♦♦*) Der Gewinn für PrensseVi be^ 
BtatidMn ^m Peinischen Preussen (mit Ausschluss der 
gfödto t^anzig ufhf Tborn und -deren Gebiete), also auch mit In« 
begHff des Btstbnms Brmland und PommereUen, ferner in dem 
Tfaeife von Grosspd len, wetcber auf dem rechten ü-fe'r 
der Net sie liegt bis zur Grftnue der Neuknark, endlich In der 
*Aufhebung afler AnsprMie'der Krone Polen auf die Landeshoheit 
in Lauenburg und Bülow und auf das WIederliaufsreeht von Dran- 
heim. Der Net^distrf et wurde Qberdies noch gegen die Besthn^ 
mongen des Verthiges '(da die Netze die Grenze machen seifte) an«*- 
sehnlich erweitert, indem Friedrich II. in den Jal^en 1773 und 
1774 !n der Woiwodschaft InowTacInw bis zu den Quellen 4«r 
Netze und den ganzen Goplo-See hiniiufging, und dann auch 
auf dem linken Ufer #er Netze 4 bis 6 Meilen ins Land hinein, 
föngst der gatfzen Ailsdehnnng dieses Plusses bis zur Neumftr* 
tischen Gr&nze, uoch 98 kleine St&dte und gegen 350 Dörfer 
besetzte. Nach vietfhchcn Verhandlungen unter Russischer 
Vermittelung kam es zu Warschau zum Gränzvergleich vom 
22. Aug. 1770^} zwischen Preussen und Polen, nach welchem 



*) Koeh t^bl. de« traljt^ja vol» 11. f.. 311 und p. 316. 

**) Herzberg BecueU v. 1. ^a^, 319i--23, und Martens Eec^efl 
vol. 1. pas;. 462 — 66. Das Preusslsche Patent war vom 13. Sept. 
1772 und In lateinischer Sprache abgefasst. 

***) Herzberg Recuell, vol. I. pag. 392 — 407 und MartfeHs 
Reeueil, vol. I. pag. 486 — 96. . . i > ^ I 

+) Martelois Becueil, vol. I. pag. '497^ - 98. ^ t^rhandhmgea 
darüber von Selten der Kalaertn Catharlna mit Preussen und De- 
,sten'eli(a^,d|l fieser St^j^t ppel^XriUier auf gleicj^e WeUf die vertr««s- 
mäeiMc;« C^v^e überscbrUten i^nd dem PreossUohen Staate den;\^orYand 
zur Nachfolge'^ gegeben hatte, in Görz Memoire« pag. 242 — 61. 



7« D^rPi^eu^vU^e Staat. 

jme MftiAt eiwn % djo« ^ viel lve««lKtea Nato^triots herati««^- 
güb, und hm die CldtoiliQie von Sisiibiii über Zbin, Oazawa, 
Bfegüna, dardi den södlicbeD TMä des Goplo-See und dune 
Aj^dlicb Ober Radxyewo, Sluose, Podgorse zur Weicheel gezo* 
gen wurde: von dem £iiiia«i der Prewenz ia die Wjeieb^el (in* 
den Preu89en zugleidi die vertmgvwidrig besetzte^ E^üodereiea 
auf dem HnKen Ufer der D^ewenjs r&umte) wurde dieeer Fkiaa 
aelbfA bia »u seiaem l^uaamaienflu^a mit der Piaia Gr&nze, die 
dana Qef altea Michelaaer bis zur Ostpreussischen Gr&nze folgte. 
Der gesamaUe Gewinn des Preassischea Staates aa FJljiebenia'- 
balt betrug $51 Qmeil* mit etaer Bevölkerfng von 550^CK1|0 geeU, 
aber er llksst sieb auf solehe Weise quantitativ nur sehr, unvoll- 
ständig absehüitzen. Denn ein überaus grosser Vortbdl wurde 
darcb diese Erweiterung für die zuerst erlaagte voUstindige iaaere 
Verbindung der Haupttbeile des Staates begründet, da Preqssea^ 
Ponuaeni, Brandenburg, Schlesien^ Magdeburg undQalberatadt jels^ 
erst ein genau zusammenh^ingeodes Gsnze bildetea. Nicht mio^ 
der vortbeiihaft war der flandelsyerkehr dadurch gefördert und 
vergrüssert; der ßauptikiss Polens, der vorzüglichste Ausgaags«- 
cana) für die reichen rohen Prodaete des Polnischen Bodens, die 
WerohseJ hatte nunmehr ihren Ausfluss auf Preussischem Gebiete 
Bad wie des Preussischen Monarchen umsichtige Regierongs^ 
ihfttigkeit augenblicklich die Bedeutsamkeit dieses Gewianes er- 
kannte, ging schon daraus hervor, dass aoch während der Ver- 
handlungea über die Abtretung dieses Landes der Bromberger 
Canalbau mU dem grössten Eifer angefsngen *}« und dadurch 
auch die Oder und die 8|Hree, Havel und BIbe mit der Weich**- 
ael in Verbindni^ gesetzt wurden, wodurch die Mark Brandenburg, 
wie Schlesien und ehi Theil Pommerns jetzt eine unonterl^rpchene 
grosse Wasserstrasse bis in den Memelstrom erlangten. Und 
doch Ist hiebei noch nicht der Nutzen veranschlagt, welchen die 
schwache Bevölkerung der ausgedehnten Bezirke zur Verdoppelung 
und Verdreifacbong ihrer Producte durch diesen erhühteii kineren 
Verkehr erreichen mussten, und dadurch erst in ein entsprechendes 
Verhältniss mit der Nahrungskraft des Bodens gesetzt werden 
konnten. Von den neu erworbenen Besitzungen wurde das alte 
Preaissea. «ut dem Bistl^nm Ermliind ,zu einer Proyi^^ , verbunden 

'M' .Hill {. ■ - 'i.r* ," r •.,,•■ , E , . . 

^) A. C. Hölsche def ketsdistrict ein Beitrag zui* LSfider- und 
Völkerkunde mit statisllschen Na ehr Idftt^n, Königsberg IT^S. 6vo; ' 



Der Preniftiich^ Stiai. 77 

und erktelt, Wide» et den -elteB Kreis ÜM-iMwerder (die keih- 
tlgen laadr&thlfiilieii Kreise merienwerder imd Keseobeiif) euf- 
gab, den Nmbm Oetpreoeeea. Aue den Obrifea warde mfl 
Hiasafttgaai; dee Kreise« Marieawerdor eine neaefreviita WesC- 
preossen gebildot, zm weleiier aooli der NetEdlstriet, fttr 
«Ml alleki gegen 150 QM. gn»s (ia der Gegenwart Ober swei 
Drhtheile deis Bromberger RegiennUgsbezirkes im 0roseher»og- 
thaai Pesen} hinsagefOgt wurde. 

Der leiste Krieg l^rfedriefcs des Grossen, der kürzeste aa 
Dauer und ohne alle bedeoteade Itriegerlsehe Breigtitsse, der 
Bairtscfce Brli feig« krieg« erMllte deaneek vollsttrodig den 
feweok) weiden der König so errefebenbeakslolitigte, Kaiser Je»* 
sepb IL (der hieb^i anssobliessliefa statt seiner aecb lebenden Matter 
ätt Kaiserin Maria Theresfa' genannt werdbn mvas) an verhindeni, im 
(NIdlichen Oieattsehland "sfeb ansebidicb an Tergrössern and elaea 
abgerundete» in sfeü anfeMiaiatattb&ngenden grossen Dewtscbea 
Staat an bildet!. Der Friede in Tesclien (19. Msi 1779)*) 
nbtbigte dea Oesterreiebischen Hof, Karbaiern bis auf das lanvie#* 
tel berausjsmgebeai: fBr Preossea ffihrte er aor bucbetaMIdi den an* 
wesentlichen Vertief} herbei, dassOesterreiob gei^ad^Hi siebver«^ 
pmohtete, dem bevoMebendeä Aafkl) der Markgrafscbalten An« 
staneb nad Batrenth an das kOni^iebe Baas bei dem A ass fe rb ea 
dieser Ftrstealiale sieb nicht au widersetsen. — Die 8tiriirog des 
Deotsebeo FflrsienbMdea (SS. loH 1785) *^ d«#cb' irried-*» 
rieh II. erscheint nur als eine bedeatssme Erneaerongv seinen ent* 
sohiedenen Bestrebaagen gegea Josephs II. VergrOsseraagsplftae 
Mr das Bans Lothringen «-flsbsbnrg sich zu wiederset^en, aad in 
dieser Bexiehung hat er hiniftnglieh gewirkt, am ihn als kein vn>fehl« 
tes Unternehmen in der Geschichte aa beaeicbnen. — Als die letate 



*) Her 2 b er a recaell d.. dedact. yoI. II. p«a* ^7 — OltWosnek 
EUgleich die von diesem Minister besrbelteten Manifeste und Deduc- 
tlonen in dieser Anselffenbelt 8. 1-992 voHstitnatc sbae^rackt 
sind. Msrtens reeaell, vol II. pag. I-»-)8. 

**) Reraberg reeuell, voU II. pag. M3 — 394 UeCert dleMlife; 
die OberslebtUebste Pnr9tellaag aewibrea Dobm'e DenbwtNIgbff^ 
tea m. Z. M. III« JDobm war tbittger Mliarbelter rar Preaasea la 
diesen Apgelegeabeltea «ad bst.iyi diesesi Band« selae fr«|iwrsn M* 
betten Ober den Deutschen FOrsteahnnd mit setaea sfiterfa Erfab- 
rangen verbunden. 



Vefgt^f^etm^ ik» TwUorialbestMicIea an« d«« flSeiiatter Friede 
vloh« d9« OroMMn mt ü^t AbMI ckiefl Tbeit^ der Qrafscbnfl 
M»»af#]dnfi]s erledigtoa Lehn zu bemecben^ «aehd««i diea« 
On^m^tt a^on seit 1573 unter Kor^lUsfausisher aad. Kurbrati'«- 
denborgi^eher Se^nestimtioD geatimdei^ hatte. Mit dem Tode des 
Masten trafen Josepli Weoftel (3L Mine 1780) waf di«a. Hans 
völlig edosciheii, und 4ie lieiden Karbiii«er tfaeilteB unter sich 
das nicht nnansehnliche BesitztfaiMii » von welchon etwa zwei 
Fllnftel (10% QM.)y der an Halle zuB&cbst liegende Theil mit 
Mansfeld und Schpai^an ao Prenasen kommen, ^-r- Der Preimsit 
sehe Staat, . der bei dem Hinacheiden des gr^csen Kdniga^ BcAnm 
nach seieem Umfange fast nm das Doppelte #egen den Bestand 
v^)grilssert war^ der ihm üb^wiesen worden, beaatsa jetzt einen 
Flächeninhalt von 3iSaSQai/^) npd eine Beyölkerang^on. 6^00,099 
Menschen,''''^) also fast das ^eU)eiche:^j Volksmengie zmr ^^ 
der ThffOBbeateignng , dt^sies Jülonareben« Vnä diesei'Vei^röase-r 
rnng des Sliiatcs diente zqr sicherq Basis des erhöhten polilisf)h«i 
Ansehens. und, des bewl^brten BenhM», eine entscheidende Stimme 
uMber de« Groesmachten Enropa's s^q führen: alskräftige, danernile 
8tötzen^ konnte das grosse und woh)geub<ie Heer, der Kwe<^-^ 
miiBsig geordnete ,iind denjgKaatsbednrfnis/sien voUkommen enti7 
sprechende Staatshaushalt^, ein reichlich gefüllter /Staatssehata 
und das erstarkte Selbs^efufal des Volks in allen: Provmaeo mit 
seiner treuen Anhänglichkeit an dem Knnigshauae wahlhaft go^ 
rechnet 'Werden. ' , * 

Friedrich Wilhelm IL, der Sohn des Prinzen Augttst 
Wilhelm (f 1758), des ältesten Bruders von Frieciri^h II , sah in 
kurzer Regierung (17. Aug. 1786 f 16. Novbr. 1797) d^ Län- 
derbestand seines Erbreichs zwar überaus stark vergrdsser ty abet 
grossentheils nur mit solchen Bestandtheilen , die nicht beru- 
fen waren, mit dem Preussischen Staate zu einem Ganzen zu 



. I' 



*) Der HiDister Heräfberg hat la tler obeh i^a^eführten Dis- 
sert. üb. d. Bevölk. aus d. J. 1785. S. 27 — 29 d^n Flächeninlialt auf 
369&QnieU. angegeben, wie er behauptet nach den Berechnungen 
von Oeftfeld, Sctmlae und BOschhig, aber offenbar selbst bei den eln- 
«eiaen ProYlneen nur in Pimscb^iianta^ meiner Berecbnang liegen die 
heutigen detaHUrten und nötiger geneicbaeten KättiBn eu Grunde. 

♦*) Herüberg a. a. O. S. 29. . • 



!>•¥> ffreiifrsaiftobeifitaai; W 



im^ der PieaMUoliMi BfMM griaiei» Otpfe^ «Eika^l, alt kgattA 
weloke «rbeblM^ XoiOkwiU gdUmebt hiOMi. Jl«r aadtm mtg^ 
raifibe^ FeMjM^ Mudi dw NiedtriMntai ca Goi»lMi des :Bmxm%0 
OfMiie« (1787), der AbecMiiaa der IVipal'-AlliwNi mk fieoMliri** 
ItrtBD itad den vetefai^^tM Nkdertoede» (l((. Apr. m 19i Angvil 
17S&K *4 WMbAiMPrmMen« wt der hehee Pforte (3K Jwi 1100)» 
«« der lelaleA Ifeebl die Megntftt ihtee BesitaeteBdee m ge- 
MotiMi» eaük^ die etiMMAeMk fiieUoBg Friedrieb WMbebM IL 
Mtf de« Ceegieaee s« Be feb eebweh {Ml 1790) *) keoiiUni ei-r 
•eb blMhuidi -tebebi voa MecM eehen ledeen, als Preoeaea je 
vetber aMgettbl battew Abec eia wirbUcbae Vbrlsobieiieo wu 
dariff.fiiefat . an .erfcoMen^ . weil, sieb Pfeoaimi %m viel(Mr y$^ 
abriafcle, »ehr nü Weitea; i^ aulThaten baadeb«^ aad eine der 
fimodlecea eeiaat . >iarh»> die baeoaneae Vecwaltoaiir ^^ Staat»-* 
haitfhelttia im waabea.'MiteSi da in we^eii MMreo der grosse 
Sabet»^ Cioeh >^ebl.a*ideateaa 724KKM100 tTbln) ettnDM^, aad 
<U» rgestaiceitaa ft l aato bedflrfliisae niebt 4ar^ die laareadea 
MiatseioDabfliea gedeckt werde» Iceoatea..« l>ieses Sehwanisea 
iwierie apKec iMüntteb eiaaa narkbarea Eiaiiw .auf die 
«albeüadlgea .Baweg^jmgü der Prenasisebeo PeUtiJi, als der 
Fastgiag der KwNMMieobea Revetatioa Ober Ffeakr^cbeCfrliM^ 
zeo 1794 tfwbf^abig adt dam Aarstaada io Polen saaaaiiaeatraf» 
«ad die Premsiaeba Oeerasiaaoht voa beidea 8eilea iaAospmcb 
aabai. Doeb .warea aaterdaasea die neuen Krwerbvagea dieses 
Staates bereits in Besitss genommen« Durch gewandte Verband- 
langen, welche der so eben ans Hannoverschen Diensten in 
Preussische übergegangene Siaalsminister Freiherr von Harden- 
berg leitete I worde der kinderlose Markgraf Christian Friedrich 
Carl Alexander von Ansbaph - Baireuth bewogen i''"''') noch bei 



O Die daau gsbei^endea oiklelleB Aetensltteke slaa bi Hers- 
barg B. vol. IL and toklfL und M artaas R. vol. IIL nad w^. IV. 
abgadradU» Der Staatmlalater Hersbarg war in diesen Jabrea die 
leitende geele. dar Preusrtscbea Politik, aber sein feraOnlleber Ebp«> 
gelB nad . die U^b^sobitzang seiner Kraft ^^«rden ^ran Ibai aaeb 
alebt settea als dleaaregendea Triebfedern fir die OperaOeaen des 
Prenssischea Staats gebraudbt. - 

**) Bebie Ocmablln FriederÜe CaMttae, Prlneeasla von fiaebsen- 
Coburg- Saalfeld war am 18. Febr. 1791 verstirbea, woran f der Mark- 



80 D«r PrettstUeheStaftt. ' 

«ie l^eiden Fr4nfciselie« Ffirtt^nthömer Avspaeh «»# 
Bairevth an 4eD König! vdo Preasnen sto ileinen n&disteii Br*« 
IlM aai 9. De«. 1791. abmtreAeik 'f'): Ihr« dtiMlige 9rÖ8lie ott^ 
fisit« ekl VarriCorio« voh 118 gil., muf walcfaelm g«£«i «OO^OtO 
MeMolieB lebUii« Sie ^inrdMi ak ein« taiovdere -Provliisi daof 
Staate eiaverleibt 96.lao. I7«2) «od ven eiitem PnmnBiallDiiiiater 
TerwaMe«. Sahen in den ersten Jahre der Preusaiiehen Beeil»«! 
nabae bfiMten die «mnittelbaren Reieharitter, derev GeMele* ia 
dieses Pafateatfallnieili endarirt waren, ihre SelbaUkodfgkek ela^ 
lade» KOn% Friedrieh Wilhelni iL auch gegen die Urthaile dea 
Reichsbeflratha die Laadeshoheit über diesetbeD behauptete. Cttei» 
die Anaprlbehe machte er auch gegen die'Reiduiatadt NArnhergl^ 
welche nach vielthohen' Verhandluagen , aagteeMel'der VetniM^ 
telong ^1»% Karfürfirten-Collegiaaii, doch adK' AMa ^Vevacaga ^voii 
3. Sept. 1790 sich geaöthigt sahy ihrerReiebaaaiiiitlelbar fc a tt e a t " 
sagte« «md sieh und ihr Gebiet unter den Preissieichto iSehaha aa 
stellen sich verpfliditete.^ Aber die Auslfthrong ^esea VeiH 
träges wurde durch den Kaiser Frana» II. varhindeH, uad üa 
deflnltive Batsebeiduag kam nach eineqr liagwierig« Uillefatt«^ 
ehfing erst unter -der folgenden Regtening zu IS^aade^ <w6aaeh 
Nürnberg Reiehstadt bUeb, aber das ihr gehavige Amt Liehteaaa 
im Anspaohischen Clebiete an' Preussen abtreten musste. 

Die Terhftitntsse Polens, durdi die ISnwirlmag der Fraai^ 
s5siseben Revolution noch mehr verwicitelt, * veranlai^ten eine 



graf seine Staaten verlless, über Ostende nacb Lissabon ging und hier 
sich mit der Lady Craven vermälilte (30. Oct. 1791), die erst spätei- 
(Im Juli 1801) zur Reichsfürstin erhoben Mrurde. Der Markgraf 
starb den 5 Juni 1606 zu Benham in Beckshire. 

*) Memoires tir^s des papiers d'nn komme d'^tat, vol. I. pag» 
303* Wenn diese Memoiren auch in ihrer Gesammtkeit (12 Bde.) 
Blolit aus dea Matertattsn des Stsatskaaaler Forsten Hsi^denberg her- 
rükrsn, sondtrn als huckhandltrisoke apesnlation aar die fiteihing 
eines späteren Mackwerira rinaekmfen ktoasn, so sdieint dock offean 
bsr in dea ersten Binden vld Stoff snf etne bessere Onelle soklleet 
stn mei lassen^ und. nsmentlhdi dürften die Nsekitckten über die 
Fränklseken Fürstentkümar und die Verkandlungen zu Baselt. als 
Hardenbergs Eigenthum bezeichnet Mrerden können. - 

'^*) Hftberlln^s Staatnsrekiv, Hifi VI« J3.> 17ft n. «g.f Heft YlL 
3SLti. flg. Hstt X« 8. 197 n. flg.; 



Der Preuseiscbe fltaftt; 81 

neue Tei«iiiig«ag dw Ki^rln CMMurkni iL bÜ Imdrkfa Wll*«' 
heim IL g^gen Polen, tv^ielier jedoch Oesterreioh nicht heitent 
PfeiKuien, ohgMeh es nk Polen a« 39. Mira 1790 einen Yef^ 
tng der Frenndeohnfl end llnndesgenossMiecliall, nnter Gnran«* 
ttraog de« demitigeii Besit^atandefl j geieUosien Ond die nene 
Weftmkvmg Polens vom 8. Mni 1791 anericaMt hatte, eriieüi be-^ 
reits am 24.Fel)r« 1793 ehi Manifest fiber die Besetsiing **") Dan**» 
Mig9 und des Gebiets dieser BMt und am 95. Man 1798 ein 
ifanlidhes fiber die Beattanabne Thonks nad eihes grOisettlMils 
ve» .ISrosspolen« Itebdea die beiden Tt rbondeaen MAbhCe eine 
geneinsebaftüdie Rrkttucnng am 19. Apn 179) ftber ihre Absicht 
^aet vweited Tiieilang Folcaa befcanat gemaoiit, wurde aiit 
Waf ettgewUt Ton dem Reichstage an Ctredno die BtnwUlignng 
sn diesen neoen €essionen toiwanl^ea* Pflr Prensaen erfolgte 
sie am lA. Sept. 1793 **'), indeoi abermals Rossland und Prsassmi 
gemeiBschtMIicIi fttr den aech «bHg gebHebsnen Theil des Pol«« 
niaehen Reichs die Gewihrletetii^ flbemabmen. Dieser e weite 
Gewinn von Poleik war betitchtlieli grösser als der erste, indem 
er, ausser Danaig And fhom mit deren Territoriea, nooli den Tbeii 
von C^osspolen nmfiasste, w^dier an ddr Seblesischea Cliaaise 
bdegea ,iat, «nd desseii AbgriUncnng dann eine Meile unterhalb 
Caenatoefaan begaan, MUigst der Pitt^a bis Grotte wica li^, von 
da auf Beehaeaew gjißgj Rawa eine halbe Melle links Heas md 
daaa bis zu dem PHtssehen g^ceniSewlEa (adsh Jeaiowka ge» 
Bannt) und nur Bhimttndong desselben in die Banra giag, 
dieser bis »m Weichael Wyszogerod gegeafiber Mgit nad tso 
hliir In einer geraten Linie bis aor Preusslsohen GdUiae nach 
Seldau reichte^ so dass das rechte Ufen der Püi^a, fikeraiewiia 
aadBznra bmPotea i^iMeben, dieSohilahrt auT' diesen Fltissea 
«her fikr die Untertbanea beider Reiche ofei gehauen woMe« 
Predsseo trat Aifegen die seit ehiem Jabrbaaderte (s. 8. fi9) heses^ 
senen Herrschaften 'taoroggen und Serrey (5QM.) an Polen 
ab. Es kamen mithin an Preussen die Woiwodschaften Po- 
sen, ^neseftt, und Kallsch^ das Land Cnjavien, die Woi- 
wodschaften Sierad^ (nebst dem Lande Wielnn) dndLenczyc, 
die grössere Hälfte der Woiwodschaft Plock awlscben der 



i.> , , : • 

**) M arten« Recuell vol. V« p« 909*^1 909» 
Sehabert's Statistik VI. 



32 Dtr PreursUobe Staat» 

Weichfltl und der .Preassiscfata Cfrftnze ood kleinere Theile 
der WoiwodBchaften Krakan and Rawa$ endlieh die Stidte 
Daazig und Thorn und ihre Territerien: überhaupt eine L&a- 
dermasse von S97 QM, und mit etwa 1,130,000 Menecben he«* 
völkert.'*') Danzig mtd Thorn worden nach ihrer Lage der Pror 
vinz Westpreussen einverleibt, nad ans den fibrigen ErwcrbiMigen 
wurde eine neue Provinz Sfidprenasen g^ldet 

Doch konnte das verletzte Naiionalgef&hl der Polen diesen ohne 
Schwertschlag erlittenen Veriofit, welcher bereits factisiSh die 
Selbstilndigkeit des Staates aofhören liess, nicht gedoidig ertra« 
gen. Das Ansehen des Königs Stanislans August war vMlig 
dahin, er wurde mehr noch afa( ¥errhther des Landes wie als 
feiger Schw&ohting beschhnpft. Factioaen, die auf dem Reiehsi^ 
tage zu 0rodno theüs eingeschiehtert, theifes erkauft wdrden« 
föhken sieh bei der tdlligen Anarchie im Lande von neuem er- 
muthigt, sich vor ihren Landdeoten in aUgeoieiner Wafenedie- 
bung zum Kampf auf Leben und Tod zu reinigen. Ed^gesionte 
Patrioten, wie Thaddäus Coscius^ko, traten hio^u und hofften 
als die Hauptleiter des gemeinschafKüehen Au€itandes fOr den 
letzten Rettungsversuch Polens unterstützt tsu werden. Her In- 
imrrectionskrieg im J. 1704 scheiterte aber ebensowohl an den 
Mangel der Eintracht und des gemeinschaftliehen Zusammenwir-* 
kons der Polen, wie an der ver^niglen weit überlegenen Kraft 
der drei JM&chfe Russland, Preussen und Oesterreich* Die Macht 
des Königs von Polen war bereits im Aufslande als iaufgebobea 
von den Polen treibst betrachtet) die gl^aaliclie Auflösung ^s 
Staats Verbandes erfolgte, als die Niederla^ Kosduazko's bei 
Madziewicze (10. Okt. 1794}, seine Gefangennahme uAd dieUe- 
hergäbe Warschau's nach der ErstüriMmg der Vorstadt Prag» 
auch die Insarrectionsheere theU« vemiciitet) theils nach aUe« 
Seiten auseinander geaprengt hatten. Schon am 3* Jan. UM 



*) Vgl. v.HoUche Geographie und Statistik von West- Sttd- 
und Neu-Ost-Preussen Bd« ll» S. 148 — 56 und die dort angegebenen 
Berechnungen des Flächeninhalts mit den nach unseren neuen werth- 
volleren Karten anzustellenden Ausmessungen — Die vollständigsten 
Verhandlungen über diese zweite Zerstückelung Polens glebt Graf 
Ferrand in seiner hlstoire des trols demembremens de la Pologne, 
vol. III. pag. 1S7 ~ 432, wo zugleich sehr wesentUehe Actenstttcke 
für diese Angelegenheit »Hgetheilt sind. — 



Der Prcässiicb« Staat* 83 

sMHe» d» l awia dwo BevoUttlctitigten.eo-PeterslHirg den •es« 
(atreiehttcliMi GesMÜmi eine ErklJIraig *) uriay dass cHe 4m 
mUihle flieb itket dne i^xlkihe VertbeUang Polens anter ein^ 
ander geenigt li&tten. Prenaa^ war aber dabei an acbleob^ 
tea^e« /^bedacht, daber vergingen ibcr 9 Monate, bis daas der 
SdikuMkr-Verirag swiacbmi allen drei MScbten zu Petersbnrg 
{U, Oet 1705) **) erfolgte, weranf der Kfoig von Polen an 
i$.-Na3r. 1795 die Bnteagangsäeteanfislellte und einen Gnaden- 
gebatt 4er .'tfaeiMden Mbeble nnaahii.'^**) Prenssena AnAeM 
an.» dnaer iittlnji WKilaag Polen?« geiidtete ^n Eeat 4«r 
Woiw^aeiMtfte» Plook^nMi R«wa^ die Woiwedsohall Mar^ 
aavieat aaf lier lüiken Seile der WeioisM und der reebtenSeitb 
dea-Boga, duHk afidlicb von ^teraiv einen aefanmlen LändsMcA 
attl dem reefalen Weiebsdoflev mit Binachlitss van Praga bia aar 
eine Bntfiernang von a bia 6 Meiten von der Weiebaei^iSemer 
die Woawodaefaaft Padlaebien anf der redeten fieita de« 
fings und die littbaniaeben Woiwoda^haften Treki und 
Samogitie^, m ^Hneit sie auf dem linken l^er ^eaMmndstntea 
üegen, so daaa nMiin gegen RUsalaad die Memel bis Gredaa 
die Hanptgrftnae bildete^ von wo dieselbe diie gerade Linie in 
der lUt^taag anf firsesc bis anm Bug nahm. C^egen OesternMoh 
stellte nftrittefaider Bag die CMaae da, demniobst mit Ansnabme 
des bMnen. oben bezeiebnetea Landatriefas anf der reobten Seitb 
der Wdcbsel bäei dieaer Flwa dieCMoze bis zur liiimaändung d«r 
Pilica m dieaefte, aodann die IKliea bis Konieei^. Die W o i w od- 
scbaf t Krakan mit Binsehluss des üerzogthnms Sewerien veran- 
lasste noch die längste Weiterung zwischen Preossen und Oester- 
reiobyso daaa diese- ei^darob.eine nepeUeb^eMitaoft tin^Rvssi- 
seber Vecmitteiaag. am %l. iM*^ IW^ i^) anagegUclie» wände» 
naeb weleber die Prenssii^be €bttnze bei der Biamii^aag der 



'') Karteas Reoa^, vol. VI. ]^. 690^79^ 

*n Mareens J^^aelb, vW. VI. p. 702—706. 

***) >Dle Fe«tstMlang deeis^ben auf 800,000 Dttcat«ti , sowie der Bef^ 
aahm^ seiner Pnvatscbulden vea 4O«O00000FI. Poln. (0^,666V^ Th\r.)^ 
wurde erst durch einen späteren Vertrag zwischen Preutfsen unft 
Rtfsslanä (am 26. Jan 1797) geregelt, dem der Oesterreichische Hof 
be»irat> Martelts Reeuetl, voi. VI. pag. 707 — 17. 

1) Harte BS Recuell, vol. VI. pag. 766. Vgl* Ferraad hi»e. 
vol. III. pag. 541 — 45. 

6* 



84 Der Prtaitiicht Stast. 

Pnttm in te Welvhitl in der Nibe von 0AfEOw iiei^e» de« 
fMif die Prenze hineirf to n ttirer Ver^Mwig ohI der Biahi^ 
Pnnnui bei Shipie TerMgte, nieheldfin «if dem üiricai Ufer 
dieeee Flaeses liie slir Siaintadinig des Flneaes CentorK ging^, 
«üd ak diesen liie SUretatte^ endiieli aber den BAolcea des 
Creesobord eiif Siaolea aar Pilica stob wandte^ wdeber Hase 
dann wie oben erwihai die weitere Gr&nae bildetew Der Fll^-^ 
ebeniaball dieser, neoea Bffwerbaagea beitng *) 800 Qaieilea 
aiaea im. AUgemeineny mü Anwabme der Umge^nd ¥en Wer- 
ariiea, ach wach beivMcerteii ond weaig angebauten Landes, da« 
bmIs von etwtt 060yDOO Meaaebea bewohnt. Ave deai gtOastea 
Vbeile deraelbea, weleber aOrdMcb von der Wmbsel nad dem 
tag belegen war, worde aberaials eine nene Proviua, Nen«» 
Oatprenssen gebildet, aad dieaer noob toa dem damaligea 8id«* 
pfanasea der Mher erworbeae AnCheü der WoiwadsebafI Fleck 
innzogelllgt, ao dass die Dreweaa xar iierdwestliobea Grämee 
dieser Provins gemaofat wurde. Das Hefasogtham Sewertea 
■abst deai Antbeil aa der Woiilvodaehall Kraka», alae der mäd^ 
Hdiste Theil der Polniseben Urwerboagen (aar 41 Qmeil. grofs), 
wivde als Neosobleeien ^"f^) 1797 mit der Provina 8öbJeßiea ver*** 
einigt. Alles Uebrige wnnle zu ftfidf reassen geaeMageo, das 
m Warschau seine Haupt ata dt erhielt und in drei Kammer^ 
departementa (Regierungsbezirken) aericd« Beraohnat bmui in 
diesem Zekpnnkte den Gesamaiteftrag der Brwerbaagen des 
Pveoesiscben ßtaatea seit 1773 aus dem aertbeilten Peiea, sO 



*") Dte gewÖkaTicb Ober diese dritte Thefhiag Polee's Torbom- 
menSea Aagabeo (awisolven 97TOe&en. bei Leoabsrd, »ad 1000 Qia. 
wie bei Ferrsad, bis aaf 1900 OK. steif end) sind offeabar ttbenrie^ 
ben und wahrschelnllcb daraus entstanden, dass man die gesammten 
Woiwodschaften Flock und Rawa in diese letzte Erwerbung mit 
hinüber zog, während doch Sfl^QS se^r aesf^MHobe Tbeils dsrselben 
(über 140 Qmeil.) beretU M dftr aweitee %M\vmg dem l^i?eiis«tochen 
Staate einverleibt waren. V«rgU ^naelpe üaterleUf« dafOr bei 
HQisel^e, aeogt, n. Slatistr voa IKid^t Nord- and 0»t<^Preussea 
6d, U. 8, 150 — 50. 

**:i R« bildete cwel lendr^thUebe Kreise, den PilJi^eisqheo und 
Siewlerz|schen. Die VerelnigHQg hestaad jed^eh QHr flU' die Abge- 
ben und die Feiiaelrflegei in der Qeri^ts^erwettnng war Nenschie- 

aien mit der Provinz Südpreussen verbunden. . 



fltdit er sMii auf 24Z9Q9IL mit 3>700,0eoil«v weint mükm ^ 
MD grösaeten FlicfccaiihiiK mni eise stftrkefe BevölbenHif nacb^ 
»iB dieser Statt ftberiMUipt bii der Tbroabeateigung ifriedriofai 
ieft Groflies bestes* 

Ifi dem €oantiofiskAin|^ gegen die Fnmzösisebe Revehftien, es 
welchem Vriedrieh Wnbelm II. seit dem Juli 1792 den eifHgsfeii 
Astheli nahm, war nach £wei Foldsigmi mit sehr abwechsehi« 
dem EtMge, durch den Inserreetrenskrieg iit Polen, durch eine 
stsrke Belastmig der Prenssisehen Finanzen, *} endlich dnrch 
die nbc^rgresse Anstrengnng ^es zum allgemeinsten Volkslci1e|fe 
erhobenen Frankreichs nnd dnrch den nach Eobesplerre's Stnrss sieli 
Mdenden Modemntisnnis, efne sMkt AbkAbhtng des gemefnsameM 
Interesses ehigeCrefen. Preussen sctrfed anis der Reihe der Feinde 
der Fransdsischen Repobfick und scMoss mit derselben den Frie^ 
densvertrag ssv Basel '^] (5 AprH 1795}, dnrch weichen itfeh 
Pteussen verpflichtete , seine BesiUnngeo anf dem linken Allein« 
nfer, d. b Geldern, Meurs nnd die kleinere B&lffe ven Cleve 
(■ensammen gegen iSQrä.')**^ in den H&nden der Franeosen tn 
lassen, nnd die dereinstige Entschltdigiing dafftr erst von d€^ 
Binigimg bei dem angeafeinen Frieden des Dentschen ReiMM 
abfeawarten. Als nnmittdbare Folgen diesea FHeden^schlosses 
bleiben zn t^emerken, zuvOrdersC die Uebereinknnft mit Franl^^ 
reich (17; Mai 1795) über eine DemaroatMnslfnie flr das n^rd*« 
Tiehe Dents^i^hland, wodurch die Nentralit&t desselben während 
der Fortsetzung des Reichskfieges gegen Frankfeich nnfer den 
Sehnta^ eines Prenssisehen nn der GifUize snfgestellteH Heeres 
g^eben wnrde; sedann der geheime Vertrag tn Berfln zwi« 



*) BMnoeb c^^ltelnc* dsdi^k ni^lt die BMfhtgan^en 4e« 
PreussMben SubsiMeittractitts ml» «en bsidsn BMMUArten ^m t9, Apr. 
ir04 (bei Marleas Beo. vwk V p.383 ^M) gtraehCfcrtls«« nmaiaHSik 
Biebt der fnv etee Earopeftüehe^rofStiuK^t "mewt^ sofeMesSette Art« hi 
Preussen soll für ^ubilües ^in H(>ier von 62,400 M. aitfetoUea^ es 
stets vdlls^nd^g erbaUe«^ und dort es verwenden lassen „ou il ser» 
jug^ le plus cbnvenable suz Int^rdts des Puissances Maritimes.^* 

**} Martens Recueil, vol VI. pag 495^509. 

***) Da aber die förmliche Cesslon erst im Lflnevlller Frieden 
unter der folgenden Regl^rusg; zii Stande kam, so ist stä bler bei 
der tterectinnnl des liändorbcsfirtrdeaf noch nicht im fröTüiikslchtlgen. 



86 Der Picassiiche Staat 

sdiea der Prftiusdsisdieii Republiok and Preufiseo (5. Aag. 1796) ^), 
io wefkbem die^ Mackt bereits ifare volle ZuMÜmmmag aaf die 
Ueberiasffljag dea gaasceo . linken Rfaeiaufers an Frankreich aus-- 
sprach, zu ihrer eigenen Entschädigung aber die eine Hälfte des 
kfinft,igbin 2cu sacolarjUirenden Bisthums Münster, **) das I«and 
Becklinghausen und die freundschaftliche Unterstützung dieser Ae- 
publick. zu anderen entsprechepden Erwerbungen sich ausbedang. 
— Der gjesammte Länderbestand des Preussiscben Staates war 
niinm^ehr . bei dem Ableben Friedrichs Wilhelms II. bis auf 5468 
Qmeil. angewachsen (nur Tauroggen und Serrey waren aufge- 
geben worden), und dadurch nach der Ländermasse fast um 400 QUI. 
grösser, als das gegenwärtige Staatsgebiet nachweist. Dem 
äusseren Anscheine nach bot auch der Territorial - Zusammen* 
hang eine angemessenere Basis, weil die vier Provinzen Preus- 
sen (Ost*, West-, Süd*^ Neuost-) mit Pommern, der Mark 
Bcandenbqrg, Schlesien, Magdeburg und Halberstadt eine un-* 
unterbrochene Masse von mehr als 5^00 Qmeil. bei nicht un* 
verbältnissmässiger Ausdehnung in der Länge gegen ihre Breite 
dufbot. Aber die relativ geringe Bevölkerung des ganzen Staats 
HUt 8,060,000 Bewohner im Jahre 1797 (die allerdings nur theil* 
weise für eiozelne Provinzen auf gleichzeitige Zählung her 
tyhif für andere theils einer um mehrere Jahre firüheren Zählung^ 
tl|€\il^. einer unsicheren Schätzung anheimfällt), die grosse Verschie- 
denheit, der Nationalität (bei mehr als 2,400,000 Polen), die geringe 
ü&eitdaaer der Vereinigjing grosser Provinzen mit dem Staate, die 
zurückgebliebene Entwiokelung der Eoden-Cultur und der gewerh^ 
liehen Industrie apf m^r als 2500 QM. , die mit sehr zerrütteten 
Geldverhältnissen der Mehrzahl der Bewohner in diesen Land- 
schaften zusammenfiel, endlich die überaus grosse Anstrengung 
des Staatsba^ab•lts für die starke und zu einem ansehnliche Theile 
geworbene Heeresttaeht in Bezug auf die damaligen laufviidea 
Staatsetonahmen: alles dies zusammen lässt verhältoissmässig 
die (himaligen Gesammticräfte des Staates im Vergleich zu den 
heutigen Zuständen viel geringer anschlagen, als dies nach der 
Quantität der Territorialgrösse und der Bevölkerung des Staates 
geschätzt w^erdcn dürfte.' 



*) Mareens Bccueil, vol. VI. pag. 653—50. 
**) Die andere Hälfte von Milnster , verli^gte Frankreich zur 
Ausgleichung der Verluste der Niederländischen Republik. 



Der PrtQttitobc SU^t. 87 

Die 6r«lta B^sferdigtjdHrii FrieÜfielie Willielflii ilL 
(16. Nov. 1707 \ 7. Ani 1840) laflsen vorragsweise \m alle« 
^revSwe«*) die aageienofitliduito SoigMt der inneren Ver- 
w&H«Bf fir eioe dbeniiisslge Ordnoeg in den Finanzen (vgl. 
iMten §• 21}, fftr eine aegenesseae Vcrwendong grösserer 8aoi- 
flMB ans den fittotmnaaiuoeQ anf kriflige UnferstOtzfing der 
TefflohiedeBartigsten Zweige der iirtellectiiellen wie der physl- 
•eben Caltor, der teofanisciM« Industrie wie det Handels, erken- 
nen > mid eben »ar vollatindigeren AnsfCihning dieses Zweckes 
seilen wir b^ der Leitsng der auswl^rtigen Verhältnisse 
diese Eegierang, daiinla veraagsweise für die Brhaltong des 
Friedens sorgen, and a«eli gleiduMitig denselben bei den be- 
«adibarten Miebten ventfittola. ^^) Als endHcfa der deftnitiv^ 
Friede des Dentsoben Hateha inui des Oeslerreiohisohen Brb«- 
ataates mit der Fraiucftsiseliea fie|Miblick zu Lünevillo (0. Febr. 
1801 ) "^"^^ ) erfolgt war, wurde auch die Bntschädignngs- Ang<rie- 
genheit wege» des den Franzosen förmlich Oberiaasenen linken 
Rbeinafers vOllig ansgegliehea , da durch den siebenten Artikel die*- 
aesFriedeasvertrageaaUe erblichcaFfirsten, welche anf dam lin* 
keolUietnafer Varlasle an Land erlitten hatten, nach den schon auf 
de» Coogresse nn Rastedt (1798) angenommenen Grondsäteen, 
idao durch fi&onlarisatlOB ■ geisthcber Stille und MediatisinMig 
Uelnerer rcicbsanmittelboE» flerrsohaften luul fit&dte, entschi^ 
digt werden sollten. Diese dnroh die Tors chi a dc nartigstea Inter- 
essen i^rk verwickelte Angetegenheit sollte anf dem Begensbnr- 



*) Wie in dieser lilnsiclit aucli die neuen Frovlnzen Süd- und 
Neu-Ostpreussen berQcksiclitigt wurden, welsst W. A. v. Klewltz 
In seiner Deutsch und Polnisch geschriebenen Abhandlung „Ober 'die 
Preusslsche Verwaltung ^n dem ehemal. S. u. N. O. Preussen*^ Ber- 
lin 181*2. Ovo. näher nach, wobei er auch nicht die Fehler ▼er- 
schweigt, die durch einzelne Behörden und Beamten gegen die gute 
Absicht der Regierung begangen sind. 

«t) Eyiert Cbarakterzage und lilst. Fragmente aus d. Leben d. 
K. Friedr. Wilh. lll. Bd I. an mehr. Stelten; J. C« Kretschmer, 
Friedrich Wilhelm lII , Bd. T. S. "^SO. M. Lucchesini, Rheinbund 
Bd. I. S. 71 — 74, m, lOO; T95, ^1, 234, 2Ö9, o. a. Ö., In den 
Verhältnissen gegen Frankreich, Ku«sland, Grossbritanien^ einzelne 
Deutsche Staaten u. s. w. 

***^ Mariens llccueil. vol. Vit. p. 558 - 44. 



88 ÜMt Pffduttttcbe Staat 

gcr BmthABgt eitiehküeB WerMu AUi «lier fler JcMierHtiie Hof 
ond die geisülchen Fürateo unter vieMticliei| Vonn'ändeti die 
ADsgleidumg veixOgerteD» d» mbchtea eioti die beiden groaset 
Nacbbarmichte von Westen ond Osten in «Me Verfaandlnngem: 
es treten Separatvertriige ein, nnd Frenkreieh und AnssJand in»* 
serten den wirksamsten ond eigentlich entscheidenden Einivas 
auf diese rein Deutsehen Angelegenheiten nnter I>enft8oben Staa«' 
teo« *) PrwMsen scbless, ^ich »direren anderen Oentaehen 
Staaten y einen Vertrag in Gemeinschaft mit dem Prinsen van 
Oranien mit Frankreich am 23. Mai 1^2, **) am sich über die 
einzelnen Bntsch&digangsJindereiett in Dentschland mit: diesnr 
Macht zav<nr zn verstindigen ond zn^eich sich dieselben vcmer^ea 
Consnl im Namen des Französischen Volks garanliren nn Jasa«» 
Durch dieses Einschreiten der Französisdien Republick und des 
Rnssischtn Kaisers, welche sieh in der Ual>ereinkanft zn Paris 
vom 4. Jnn» 1802 seihst ober das Detaii der Bestimmungen ver- 
einigten, wurde endlich der Fortgang in den Verhandlungen un^ 
ter den Deutschen Fürsten selbst beschleunigt. Eine ausserr 
ordentliche Reichsdeputatien wurde ans den Abfi^rdnete« 
von 8 Reichsst&nden (Brandenburg, Bdhm^, Baiern, VITtlxteni/r 
borg, Sachsen, Hessen -Cassel, Kar «Mail», und dem DentadK 
UMister) zu Regensbutfg zusammengesetzt, um das Ausgleichnaga- 
werk zu Stande izu bringen. Sie emping van Paris (18. Aug. 
186fi) den VollsUMIg ansgearbe^eten Bntschidignngsi^an; nm 
wen%e Al>todemig*en wOTden vorgenommen und am 26. Febr. 



*} Vgl den Eingang zu der UeberelnkunfC zwischen Frank> 
reich« Preiissen und Baiern vom Sept. 1802 Czu Paris abgeschlossen) 
beLjUartens SappU au RecueU, vol. III. pag 326, und den Eingang 
au dem Hauptreeess der Jlelchstagsdeputaüon bei Martens a a. Q. 
pag 238 — 40. — Wie die Einigung zwischen Frankreich und Jiuss- 
Uind bewirkt, setzt Luccheslnl Rheinbund I, S. 139 u. flg. näher 
auseinander. 

**)JIIartens Suppl. au RecueU, vol. 111. p. 210, und SchOil 
htQt. des traltös etc. vol. VL p. 253, sprechen von zwq\ besonderen 
Verträgen, die Preussen und .Oranlen abgeschlossen, aber Mar^u^ 
JUucchesinl, der damals Als FreusslBcher Gesandte in Paris diesen 
Vertrag selbst unterzeichnet^ berichtigte diesep Irrthum in seiner 
historischen Entwickelung der Ursachen und V^Tirku^gen des Rhein- 
bundes** (deutsche Uebersetzung v. HalemJ Bd. I. S. 142^^ 46. Das 
Datum des Vertrags ist der 23. Mai, und nicht der 24. wie bei Martens. 



1903 dar il*a#tre«6B« d«r Qteictiftiigft4e|ii»t»ti0ii*) »b«- 
g«8chlQ8ieii.iiiiA ontefstictool. Deri^lKi wivile darauf am 34» Vj^nß 
TOQ allen Ab|Ef«nfaielMi des Reioliatageis f^piebmigt uod am 38. 4lHV 
1^03 von Kaiser Vri|Bz iL mit geringen Auanahiiea bestätigt 
FMOM^n erlangte dorefa denselben fO^aekie an Frankreich abgetrfh»- 
tepien ßeaitenngen jenseits des Bheins (einen Veclast von 49 Qsyk 
sti^k b#iHUIk0!rten Landes mit 134,3Q0 Menschen) und für die vor- 
lemnenZOllefiiiif demBhein und der Maas; di^slUnlarisirten.Bis«- 
iMUaer ^ildeshei« und Paderborn als Färs^atbtoer («lu-* 
saninien 9&Q«ieil,.niU 22$,00OSee]«, das Gobiet voa Erfurt sMt 
der QraCsAbaft Untargleioben melwt Bbnkeahayn, Kraniehfeld 
und aU^tt üurmaioj&iscben Besitsongen in Thüringen, deoi 
Biebsfeljde und der Ganerbsobuft Trefnrt (stasamaea 44 Q». 
mit 139,400 8.), einen Tbeil des sVicalarisirten Bisthums Münster 
mit Einschloss der Hauptstadt gleichen Namens als Fürstentham**}, 
(indem die GrSnze unterhalb Olphen über Seperath, Kakelsböck, 
Heddingschcl, Nienburg, Uttenbrock, Grimmel, .Schönfeld und 
Greven . gebogen wurde und dann längst der Ems bis zum Zu- 
sammenfluss mit der HoQpsteraa in der Grafschaft fingen, über- 
liaopt 71 fimedl. mit ia0,6OO$.), die Abteien, ll^rfert, EI- 
ten, EnsoD, Weiden, C»p|ie«berg und den vollsttindigen 



*> Abgedruckt bei Martens Suppl, au Reouell, voL ILL p»g. 
231 — 355. ^ioe Gesf^Iiichte dieses wichtigen DeputAtipinsrecfsae« 
liat Ad. Chr« Gasparl mit historisclien , statistischen und gfogra^ 
phlscben Erl^taryngea in ^ Bde., Hamburg 1303, ovo* herausgegeben. 
,Na^h.gi;ün4Ptfker .upd unM^Mf^n^ batden^slben Gegfastand C. 4. 
E. V Eofl.ibeacbalta^ In j»,Ue«4fehi^n4 i^r der Fraas^slscbiaa fie^ 
volfltUen und, n^ fii^n Crledeii venJLttnciWl^ Getlifi ? ThU«.l80& blfi 
1805^% laden der gan^ sw^lte Band 4ea^ Coaun^aliare des Belebs*- 
tagsdeputations-Becesses ge.wldia,et ist. Weniger bravqhhar Ist die 
anjonjme „geographisch -stati^jUs^cbe Beschrelbimg der Im J. 1302 dem 
Prei^sslschea Staate ,eugefaU»iien fiaftsehüdlgungsprovliisen,'** mit 1 
lUrte, Berlin 1^0^, 8vo r- £J^«:elne Punkte, nafi^ieüatlifb die lUa- 
Wirkung der yerhm^ung ,d^*. FTana^siH^b^ BeipuhUcJi mit Prefip^ 
Jiefl auf die Verhapdiimg^n In.Begfusburi^ stellt XiUccbesiAl näher 
ins laicht,. a. jl Q. I. S, ljB5 u. Ilg. 

„ *^Jl ]^'W«r aber ^^. Pfitt^l dieses Bisthums :. der Best wHrde 
gt^iom^ 9wl9^^n , dem, HeKsoge vQn Oldenburg,, den Herzogen vwi 
Arfmbei;g, €rjf(j.,JLoQz-iCoi;swaren, iii^d den v«rSicbAedenen ];4lnlen 
des Fttrstenhauses Salm. 



N 



00 Der Preottitehe Staat 

BesitE der schoo OBter Preuss. Landeshoheit stehenden Abtei 
{Quedlinburg *) (easamaien 8 Omeil. mit 37,000 Seel.), end- 
lich die vornmligen flrelen Betohsst&dte Mühlbaufien, Nord- 
hausen «nd Goslar (susamnien 5 Qmeil. mit 32,500 fi;). Es 
betrugen mithin diese nenen Erwerbungen zusammen 334 Qm» 
mit 064,500 8., und öberstiegen daher um mehr als das Vierfache 
an FHUiheninhalt und Bevölkerung die jenseits des Rheins von 
Preussen abgetretenen LIkidereien. Diese Vergrösserung, voraflg^ 
lieh auf Kosten geistlieher Stiftungen*^), erregte, ungeachtet zu 
Paris und Regensburg als Hauptprincip fär die Entscfaldignng 
die Aufhebung des fürstlichen Besitzs in Bisthümern und Ab^ 
teien festgehalten wurde, vielfache Anfechtungen gegen Preus- 
sen, und da gerade Frankreich als Vertheidiger dieser VergrOs- 



*) Das Territorium von Quedlinburg kann bei diesen Erwerbun- 
gen nicht mit berechnet werden, da es schon oben Seite 59, als 
Friedrich III. 1698 die Schutz- und Landeshoheit über diese Abtei 
von dem Kurfürsten von Sachsen an sich kaufte, dem Flächeninhalte 
des Preussiscfaen Staatsgebietes zugefügt ist. 

**) Die Regalien und Domainen der Bischöfe, die Besitzungen 
und Einkünfte der Domkapitel and Abteien falten nach §.01 des Re- 
cesses dem neuen Landesherrn zu. Dafür hat derselbe aber auch die 
Verpflichtung, nicht nur die auf den erhaltenen Ländereien haftenden 
früheren Landesschulden zu übernehmen und bei gethellten Lände- 
relen nach seiner Quote, sondern er muss auch zum Unterhalt der 
abtretenden Landesherren, der ausscheidenden Beamten (welöhe er 
nicht fn gleicher Stellung, die sie bereits elngenonnnen haben, ver- 
wenden will) die erforderlichen €^eldmlttel anweisen. Dies war eine 
beträchtliche Belastung, da z. B für den Bischof von HHdesheitti u. 
Paderborn jährlieh 50,0(K^Thtr. festgesetzt waren, für Aebte 2000 bis 
5000 Thlr., für Prälaten und Domherren neun Zehnthelle ihrer vori- 
gen Einkünfte, für all^ übrigen Beamte, wenn sie 15 Jahre gedient, 
der volle Gehalt und alte Emolumente, und wenn sie 10 Jahre ge- 
dient, zwei Drittel des Gehalts und der Emolumente, und wenn sie 
weniger als zehn Jahre gedient, mindestens die Hälfte ihrer frühe- 
ren Einnahme als lebenslängliche Pension verbleiben sollte. Diese 
Staatslast steht , da sie s^t 1815 noch durch die Pensionalre aus 
der Bheinprovinz beträchtlich vermehrt wurde, theilweise noch bis 
zur heutigen Stulide mit einem ansehnlichen Tftel im Preussischen 
Budget, wie wir unten §. 21 sehen werden, obgieiefa sie oiatürli^ 
durch Aussterben in den nächsten Jahren mehr nnd mehr schwinden 
muss. 



Der Pre'ttiisifte4^ Staat. «1 

semDg*) üMNii, Uai 4SliBMft tm^ (yviemt^ iM tJiire<*«> als 
eine Ftii€M'de4ä-<gilitknMi Vertrag «ud d«M.ltbr 1796 imgese- 
heu wvfde^ %o liMdt» aieh <lftd«reh in f>eiit6efalftiid eise allg^ 
Misere ftffestftlumoqg fegim FreoMett *'^), die onveiteMilMir auf 
tlÄ oech taheren AnseMiMseii der PreuBsisehett Felilfk nu 
fhiflkretoii eidwirkte, «nd dadurch gliiettöeitig eine aaMteode 
Sl^iHHiiig IHK 0estet^«lcdl md CM«sbritatiieti veraalatsaie. 

9ie Lagre der Muan ttrü'erbmigefi begthiaflgte «lieilir reefit 
voMieftfaafl' die \''ei%Jlidiitig tili d^ ältareM westliciien BesHzua- 
gen'dfcs ^eiia«ts66eii 'ätaiitea) iMIs w-ar sie at>er aoeh wfed««- 
fani soiae^rt, dass von aHeii Saiten verscliiedenar^^s ftiNndea 
IP^rrilorima das nside der Prevssiscben Krone aakeingelMene 
Besit^tikäm «iigab. In fenein Tortliette befkad aieh Cleve auf 
dem rechten Rbeinnfer, das durch die Abteien Basen and Wer- 
den mit der Grafschaft Mark^ und demnach^ dnreli den hinzu- 
g^ofiMMnen Anthei) von Mtaster ndt Ravensboiy und Minden 
K« einer zusammenh&ogenden Lioderaiasse verbunden wurde. 
Das FfurBieathufli Hüdeaheim vit Goslar gr&nete unmittelbar mk 
dem Henso^hum MagdelKirg «ad ' dadurch mit der Hauptmasse 
^k8 Staates; das Meht^tAd und Mttdbausea wurden durch die 
Grafischalt Hobenstein mit Nordhausen verbunden. Aber das 
Ptrstenthum Pad^born^ das Oefefiet von Erfurt, Blankenhayn u. 
ü^tiielifeld higen vhfAg isolirt Durch den 4(lt^ Artiftrel des 
Depn/atfons-Recesses war inzwischen festgestellt, dass alle in 
Jahresfrist über die EntsohSdigungsÜnder zwisdien den Pftrsten 
eiag^aogene Tausch vettrftge gleich eben so gütige Verbtod«- 
ItcUEOlt' haben sollten, als wc^n sie in dem Vertrage selbst auf- 
genoanneA w&ren« 4)enigem6ds «ohrltten Preussen «nd ßaiem 
7« ^ Elftem Tavsohvertn^e (30. Jen. 1B08>, ^) duivh welchen Sternen 
se# die Btftdte Dinkleir«Mhls WindIfeM, WeisseiHtorg nnd einige 



^O.TaUeyrand, daiuals Französischer JttioUt^r der an«w4ir4i- 
gen Angelegenheiten, rechtfertigt« die Französisclie Politik in einem 
Bericht an, den ersten Französischen Consul mit folgenden Worten: 
„Preussen wird fortfahren in dem Deutschen Reiche die wesentliche 
Grundlage eiües nothwendigen Gleichgewichts zu bilden '\ Moniteur 
vom 4 Fructidor d. J. X. und Lucchesini Rheinbund I., S. 15Q* 

^) Vgl. Lucchesini, Rheinbund, Bd.I. S. 162-79; 193, 216 
bis 217; 

**♦) V. Herr, Deutsehland u. s. w. Bd. II., S. 147~dft. 



Mm^ uBd Ortsehafl«» ii 4«a v^maUce« ttsthtaiac» Bapliaq)^ 
WöTAhAiig qd4 BiciMddt «rwarl^, dariff aber die Acnater Nai^ 
«|a4t) Slraitibierff» Aufiwea, Oatempbry LaBMi«t«iii, PriolMeasUidl^ 
fkrinbofiia a. ««. ia 4an Farsteollil^eni Ao^i^aoli oad ftnrealb aa 
Baieta 2«r gogeaaeiM^Ba Abromiaag des ^ebiata beider ^taatea 
aberlieea» Oie im Preoeeisebea Territorkiia enelavirtea reieba«- 
ritl:ersobaf41iobea BeaUaaagea worden im Ji^ 180^ me- 
4Misirt, and obgMeh der üeiebabefralb aia CaoeerTatariam 
ÜMr die ReißberUterecteft ia eaischiedeaer ISprecbe bebaanit 
aaebie, «9 wurde deseelbe daeh durch, die Protesie des Profui^ 
«ieehett Oesaad^e» (v« 2». JH&rjfr 18Q4> uad die firkliroag dae 
PruMdaieobea Geeaodlea (15. Apr«) auf dem fteicbsla^, das« dar 
arete FraaaM»ebe Coaeul mit dem Proteste eiavarslaadeB ae% 
baeaitiit 

Unt^eeeeu hatte der eeae Ausbruch des Kriege« zwiscbea 
Frnokrei<^ ood Grossbritauien Fraaaösisehe Truppea aaeh dea 
Deutaehea Staaten des KMga Georg HI. gefubrtv und we«Hi 
auch dprch die Verwaedelang der Fren^ösisebea RepuWik ia 
«iu Kaiserttiam das nähere Vertöltnias a&wischen Preassmi a«d 
Frankreich akbi geat5rt.warde, so maobte doch das Pieassisclai? 
•Cabiaet ernsUiafte Vorstellusgen gegen die längere AAwesear 
beit und Vermehrung der Französisehen Trappen in dem Kar^ 
försieathom Hannover. Ni^oleon gab theil weise naeh, er vei:-*> 
minderte in Hannover seine Streitkräfte unter der Verpflichtuag 
Preussens» dase während der Dauer dea Krieges die dort auf- 
gestellten Fraaaosen in keiner Weise von der Preossieeheo Gcäaze 
her b^Hurubigt werden aellten. *) Doch wurde daa Fraao^-*- 
aische Armee *-Carpe in Hannover unter Bernadotte nidit sa stark 
verringert,, dass es nicht an jedem Tage die Ruhe des nicht anfcer 
den Waffen aieheaden Norddeutsch)ands gefhhr4en konnte« Aaeh 
fehlte nicht lange der Versuch, da auf dem Hamburgischen 
Stadtgebiete, vor den Thoren der Stadt, der englische Gesandte 
Rnmbold (bei den Reicbsstönden des Niedersächsischen Kreises 
accrcditirt) durch Französfche Reiter verhaftet C^5. Oct. \S04y 
und nach Paris geschleppt wurde, und nur der nachdrücklich- 
sten Vorstellung des Königs Friedrich Wilhelm HL seine hal- 



j— . 



*) Lucchesinl Rheinbund I. 8. 20G — 7. und S. 267; die vor* 
angegani^nen Verbaoabinetn darüber^ ebend. fi. 194 — 205. 



Oer PreusMsche Staat.' 93 

d\gt V9%\9mung t%t4mMt (II.Norbr. 961 J. *) 0« «olehe tOI^ 
kmrreehl^he T«it«tziinfen im ForH«iH^ des Rrfeges BWisoben 
FrMTkreicIi md Emgluni MmBget Mriederliolt werdeii, and selir 
Meht dttdanjb ' beide Gegner mfd ihre V^rMkideten hew^gm 
werden Irontilen, eaeh nacA ^Terddentectihind einen TMt den 
KmnpfeidiAii^Intifite asit yertegen, so blek der K6nig von ^reUto^ 
een es )et£t für nillMMini, auf itm fMhere Anerbieten nanlt- 
reicAis cvrttelcfealtoiaflieny and Blinnever "selbst wit seinen Trap^ 
pen für die Paoer des Krieges ea besetzen; Doch Napoleon 
furievte dafir den Ab sciih i B s eines engen Bündnisses ssnH-* 
•cAien FVankreieb nnd Prenssen, and diese MadM wollte nieM 
um neaMto ^Stettting gegen die krtegfMrenden Staaten 'aof^ 
ben. üeberdies erkaltete jelnt dite Bestreben des neuen Framsd* 
sisehen Kaisers, in den t^eatsdien AngelegenbeHen vorzttgltGli 
mit Prenssen gem e i nsefcalHieli ea bandeln, da es ibm gelangen 
war, bi^i Cfelegenbeit der KrOnatigsf^ierliebkeifen in Paris (Dec. 
fSOf) anter den dort versammelten Deotschen Fürsten, grössten- 
tbeils aas den Rbeingegenden and dem sfidHolien Beatsefaland, 
das Prd^t einea neaen Detitsefien Pflrstenbondes onCer seinem 
Preteetorate zuerst so bespreelien. ü(6ber Brwarlen -find er be- 
r^ttwüüge Atafnalmie seiner YersoM&ge, wobei wolif noch die 
Mssstimmang antw den DeutiE^en Fürsten gegen Preosiien and 
O^ssterreieh haaj^iiiohliGh ndtwtALte, and es am verfMiretfsch er- 
«ehefnen Hess, künftig dli$ fTnterstütftoog dct beiden Deatsehen 
HaapfMehte entbefarew 2a können.'^) Boeh warde die rasche 
AasfMmtng dieses Planes dnroh den Ansbroeli eines neaen' Coa«* 
Hffonskampfes gegen Frankreich gehindert. Rassland sehloss mit 
Sidiw^sdea am M. Jan. 180S dnd mit tTrosebritantefn am 1 1. Apr. 1605 
Mtt Fetersbarg Btindesvertrüge,^ am diks weitere Vordringen der 
FranKOsen hi itoatsebland isa vertilndero und nameatlieh anch das 
KorfQrstenthora Hannoter seinem legütoen Oberherrn zarück/^astel* 
len. Die Preassische Brklarang gegen Schweden, keine Röstangen 

•) Monlleur vom 5J0 Bmmatre d. J. XH. (12. Nov. 1804). Napo- 
leoD gab in diesem Falle sekr nngern haeh and soll geäussert Bä- 
ben „le Roi de Pmsse m'a falt pasiser trn maUvats quart d'heitre, 
mats je le lal feral payer avec usiire". AberPreussen errelcbte docfc 
diese Nacligiebiji;keit des unbeugsamen Siegers, und deshalb ersohefnt 
diese Thatsache als ein bezeichnendes Document fOr die damalige 
Stellung Preussens gegen Frankreich. 

**) liuccheslnl, Rheinbund I S U4, u. flg. 



94 Der Pre^Asische St»ftt» 



i» gokwedUsoli-Pomamii g<9e« die Fmhmiomii dolden su w«)^ 
len, linebte svgtoieli em fiMidniDf in daa Verbällniss lut Uxkfm-* 
kio4, wUiroad N«|^oieo|Mi imoier melir um «ieli gmlen^e Brwet-* 
Iftfimiff^äoey wici ^r sie nMientiich, bei 4«r. €Mege9faeil ite 
lirdnvilg als lUkiig. in lUilieo, ia de« ItuHoiiiseheii AngelegQAhetF- 
taa gfgen -die Beftimflittngf n der Malt« Vertrige diuobBiifUii^ 
sieh beniMCe^ auch den Kauier toq Oi^aleneicli zam Beitntt ssa 
dftBi. BiNftd« zwischen Bofffllftiid aad ^ros^lirttaoien (9» Aug. Igi9§) 
gedrängt MIen. '^) .Der.Kri#g mil Franlyrei«h; war dadwob 
eatoehieden, die Weetdaatsoliea FutetieQ trennten ^h gaos bq^ 
««waadea vaa Oeatenteieb« uad da «ie Prc^äaeoa aoatoatMa 
S^lmU^e Buiuitmitoa, m^mm sie- die frOher verhaad^e VerWn^ 
dang Biit Franlimcli «af daa imgeieg^tlicMa aafi^.uadJMKaelieB 
l»rarde der eigealHcbe Heeird zpr f5raili(dien ^tiftaag dea Rliaiit* 
buades. Preuanen befoad sidi ohne Bandesgeneeseu miUea unter 
feiodlichea Hearlegem, ein greyser Theil seinec Beeresmaahft 
stand voll8ti»ndig in Schlesien iind SAd-Praufwem um die MWt* 
trale SteUang unter jeder Bedii^aag gegen Ei^sland und Om^ 
^^creioh zu behaupten. Napol^oa yedangte van Praoesen eine, völlige 
V^migapg «Mi Frankraiehs Interessen (1. gtept. 1805) und botdas 
KarfirsteilliuHn HauQOver Ziiir Besitznahme an**)$ er drIMigto 
zpr fiaiaeheidung, d^iMi Bemadotte scdlte mit seinem Heere wm 
Hannover nach Baierii i^eken, am sich mit, den vom HheiQ her 
jiroidringenden Frai^Osischen Heeren qnd den Baiersehen Troppen 
zpp v^einiigen. . Pi;eosä|en zögerte zu lange bfim Bi^müm. eig- 
nes definitiven Entschlusses» and blUste dadurch lör eiptMi ger 
wicbtvoUen baistimmenden Binflass bei beiden Partbeian ein, Mi^ 
ßcbon Napoleon mit Preassens Stimmung, die er güits% f£e 
seine Unternehmungen den drei grösseren Süddeutseben -fiUsatea 
vorzuspielen wusste, ***) diese schneller zum Absehloss einea 
Schutz- und Trutzbündnisses mit sieh und zur Aufstellung ibrec 



*) Der Bundesvertrag vom 11. Apr. bei Märten s SappU au Rec. • 
yoL IV. pag. 160^70, die Beitritts -Erklärung Oesterreicbs, Mär- 
te ns ebend. pag. 170 — 77 9 einige noch fehlende, d4esea Verträgen 
später angehängte beson4ere Artiliel In Scholl bist. d. trait, vol. 
Vn pag. 301-^72. 

♦♦) Lucchesini, Bbeinbund J, S. 305 — 8. 

♦**) Scholl bist. d. tralt^s, vol. VIIU, pag, 7 u. a. 0. und l-uo* 
cbesini I, 323. 



Der. PreuMiische Staat 96 

gesiuBBiM KriegAMebi gegen Oe«terteioh bewog. Napoleoo 
hieH siob in »einer Qbermfithigen Zvvemolit fftr überzeugt, 
Pceussen w&rde ans dieser ihm so iBusagendeo nentnüen SteUiing 
selbst dann luclit hemM^reten« wenn ffir wenige Tage seine Trap« 
pen rasch durch das Gebiet von Anspach zögen > um so auf dem 
kOrsesten Wege zur Beschleunigung seiner gtftnzenden Operatio- 
nen an die Donau zu eilen. Diese Verletzvog des neutralen Preos- 
sischen Gebiets erfolgte vermittelst derDnrchffl&rscbe vonBernadotte 
und Marmont (3 — & Oct.) dui»h das Gebiet von Anspach« Fried- 
ildli Wilhelme IIL) wie gerne er den friedlteben Zustand seinemjStaate 
erhalten wollte, stand doeh keinen Augenblick an^ auf die bestimm- 
teste Weise diesen Durchmarsch durch einen Theil seines Staates 
gegen seinen Wüien als einen Bruch aller VertragsverpflichUmgen 
mit Frankreich anzusehen^ und Hess durch den Minister der anawir- 
ügen Angelegenheken Frb« v* Hardenberg bereits am 14. Oct. 
dem Französischen Gesandten in Berlin erklären, Preussen würde 
jetzt durch seine Beere diejenigen Punkte besetzen lassen, welche 
es zurVertheidigung seiner Staaten f&r erforderlich erachten seilte*) 
König Friedrich Wilhelm Hena nun in das KurfOrstenthum Han- 
nover**} (seit dem 27, Oct.) Truppen einrücken, die sich bis 
zur Festung Hameln ausbreiteten, welche jedoch dordb eine Fran- 
zösische Besatzung behauptet wurde} gleichzeitig gestattete er 
jetzt auch den Russischen Heerenden Durchzug durch seine Staaten 
und achloaB mit Kaiser Alexander (seit dem 25. Oct. in Berlin 
fi;iwesend) zu Potsdam eine Ueb^einknnft (3. Nov. 1S06) ***J, nach 
welcher Preussen die Vermittelung zwischen den kriegfübr^iden 
Mächten übernahm, und wenn diese bei der Hartnäckigkeit Na«* 



*) SehöU klst. d. traU^, vol. VIII. pag» 16. u. flf , und Lae- 
cke^lni I. 395a. S|;.; Menolres tir^ d. pap. d'un h. d'^tst, voLVIIjE. 

**) Ein Russleck- Seh wedlsQkes Armee-Corps stand schon im 
Bei^rUT, seine Operationen auf Hannover zu beginnen, um dasselbe 
von den Franzosen nach den Bedingungen des Petersburger Vertra« 
ges zu befielen, wurde sber durch die Preusslsche Occupatlon da 
von abgehalten. 

**'*> Lombard f damals Preusslseher geh. Cal»inetsrath > Mäterl- 
auz pour servir k fhlstoire des aan^es 1805, .1806 et 1807 IViinkf« 
1806. pag ÜO. Etwas abweich^d stellt diese Aagelegesüeit dar 
Lueehesin^, Rheinhand I. 331; aasfOhrlleker wird sAe hesprochen 
Memoires tf^^ e^c. vol. VIII. p. 480 — 83. 



Oü Der Preussitche i^taat. 

poleon'B nickt geHngen sollte j dem Petersburger Bflndnisse b^- 
Kutrtien sid^ verpfiiditete. Die Feiodsellgkeiten von Seiten 
PreDsaehs sollten in diesem Falle mit dem 15. Deebr. ihren An- 
fang n^men. Unterdessen hutt^ eine Reihe ausserordentüeber 
Biege des Frena^^cbear Kaisers von der schmachvolten Oftpitn-* 
iHtion MacVs bei Ckn ftr.Oet.) bis zur Schlaefat von AttsterüCs 
(2. Decbr.) in sechs Wochen nicht -nnr die Oesterreichische 
Kriegsmacht niedergeworfen, sondern auch das Rassische Beer 
anf^Hanpt geschlagen $ der Preussische Vermittler Gmt von 
ffangvHtz, noch vor der Schlacht b^l Austerlitz im Französischen 
ffaaptqaartier angelangt, Hess sieh nach Wien weisen, nm mit dem 
Französischen Minister der aiisw^rttgeä Angelegenheiten die weite« 
ren Verhandlongen einzuleiten. O^sterreich schloss sOfbrt (6 Dee^) 
Wäffenslilistand mit Ftmitreich, dem In wenigen Tagen der 
sehr nachtheilige Friede von Presfoarg (26. Dec.) folgte. Unter 
dem Eindrncke dieser bereits eingegangenen Friedens -Vorhand-* 
hingen und der nen bewahrten so glfinzenden WafTenGberlegenheit 
der Französischen Truppen, unternahm es Napoleon selbst zu 
Sehönbrunn, zwei Tage vor dem Ablaufe des Ultimatums (13. Dec.)^ 
die Ausgleichung mit d<^ immer fUr ein ft-ledliehes Verhalten 
mit Prankreich geneigten Grafen von Hangi\itz rasch zti Stande 
zu bringen. Der Französische Kaiser steßte energisch we-« 
nige Bedingungen aber als unabweisliche auf, er w^ ai«f 
die Geffthr des Krieges und auf die vertheidigungslose Stel-^ 
lüng und Volkssiimmnhg der Polnischen Provinzen hin Utt4 
gewSihrte nur weiiige Stunden Bedenkzeit. Baugwitz un-^ 
terzeichnete schon am Jöten Deeember die Uebereinknnll zu 
Schönbrunn, dem kaiserlichen Lustschlosse bei Wien, nach 
welcher Preussen eine Offensiv- und Defensiv - Allianz mit 
Frankreich schloss, an diese Macht das Furstentfaum Nenfcha- 
tel und Valengin (14 Qm. mit 47,500 E.) und dasHerzogthum 
Cleve diesseits des Rheins (22 QM. mit 565,000 E.) zur wei- 
teren Verfügung daröber überliess, und dem Kurfürsten von Baiern 
das Fürstenthum Anspach (57 pm. mit 245,000 E.) abtrat j dagegen 
von Baiern einen an Baireuth angränzenden Länderstrich von 
20,000 8. Sevölkeirung »ur Abn^odung ^rbieUj ttn4 vop Frank^ich 
doa bi^etzte aber nicht vom reebtmiiissigen Forsten eedirto Kur- 
lärstentlNtm Hannover (519 Qm. mit 980,000 8.) nebst aHen übvi^ 
gen Besitzungen des K^igs Georg IL fn Deutsi^la^d (Föhitcn-« 
thum Osnabrück seit 1S03 durch den Refchistagsd^putatiens^Re^ 



Der, Kdaig^. yoo Preu^iev n»Ni. mAngliDb ^utowd Aeii ytftng. 
VQA Sch^nbranD aa iMa^^HMii dvm» wollte fir ihn bedit^ttig»*- 
weise geoieluiiifeii^^ aiiil. 4eti Amst^a^Aet l^kmA^r^i^ W» Mm> 
definitiven Frled(ia sswisi^iQa FfMikfeicb ii|m1 GfiuiijliHMtoi Ter->. 
scfaifbon. Der OcaC v.en Ailiiif p^H» - wt» d^ deeWb nii tiMr nc««* 

poleoD^ M{iir.iiWitgew9kff4t«i:l>4«iMi««ii UtiOmetauMgen ««f".- 
Ipfdteii c^ iMwn^ dei Rh«Hib«Md mir m«iv Aib^chliiai l6r%i die 
neil^n Köaw^ ,i(0|b Mwn Md > Würtenfeerg^ d«r HscfOffat von- 
9»dtn_siwj^tt^;.öfe|»^(^ d i> Mte tfb i m Fflriten des weaÜiDbrn 
ltoii^M4i)4i^fiP«!itA««ih»^ von Karbeagfn^ «Ml dwi FmisAsi-^ 
scbeo. Iniein^Affr) .4iwii. de« Vetthe*! eigiHir Y€agrdweri»fifi miI 
das iooigste verbunden, Oesterreich völlig erschö|)^ Hjidt ebeff- 
diuch.Rr^^nsi^pilA'fl^tlMt^i^ n»eli*#lt^efaf Be- 

d^i^gnu^j^^ PfCftbillfißW'FfM^eiiiarefftMiir^s genöttiif ('''*>: N»^ 
ppleon iii dieser 6liieffbigeiie»,^Mhng firlil&rte :nm Mioefsettir 
den Yfc^iMS yog QffbOobiMn £üff g^t^^ea^ u»i yfenmdßHß die 
%mg«^sljM^ni9s^^ t^enn^reH^sfm.j^M nrntk dMBtedaiss ^scblie«' 
ses «Pf Wsi^ 'i^ef 4«i verti0g«n4M Umtföxden ü^obsb dies dw^ 
den^Yetdn^ i^fiH^PliW (Iß.Febr. I$9«),'»''^*) m Bttiem fiel die^ 
^in^nft'WCi^.]M>^ ninea i^mbslriob vom 26^006^ sp Pf enst- 
sen XU üb?il#8se»|. «nd diest Mvobi «iKwie^ Merdi^s sieb ver- 
I^Aiebteo« d^ Si^UsiAon.Fldgge'dto in dist N#idit e ,cieb mü»-- 



, A 



») Lombard Miiterlqaix f« I29ri:<ueebe8ittl I« f* 358; »ehiil 
bist. d. Craltes, v. YIIL p. 27 — 31. Baiern musste für Anspach das 
Herzogthum Berg an Napoleon zur Verfügung übergeben, auswelcbem 
s]^er nil HlnMfttgung t^^n Cleve'flr Joaeikn Btwrat^ den Scsliirager 
^^Fr&ft2f«9lse1ien'Kaiis#t0, das Giros Aet%dg«htfia Berg gebildet vfiam 
(15. März 1806): das Fürstentbum Nenfdrato^ el^lblt def VrSttifis»« 
Mki^ MtfrsebalP ie»mer CMr mgn- 1896> mfr B»bi>ltMe&(lbiMi unter 
V¥iiii«6siBeb0r CMkrHefteiH. 

**) Napoleon liätlfe gegen das gfegebene Wort, den Preussiscften 
Ve*tt-ag bis'ziirHe'staflgüüg gebe! ih zu balCen, die nette Vertündümg 
Preutisebs hilt ^i*ankrelcb nacb diesem Vertrage zur Besebleunl^ung 
desPr^sbtttge^ j^rledens zu benutzen gewusst. ' 

***) Lombard Ma'terlaux p. 130 — 48. ist am aus/übülcbstem 
iiüccbesini, SctöU a. d. a» 0. und MQynoires tirds d. p d^up b. 
d'Etat vol. IX. nag. h - 35. ' , . , " 

Scbubert'8 Statistik. VI. * 



dentfen ntflse 2tt ventoMessMi. tier lAnderaiiBtiiiMt^ erMgte *) 
ran 0^s)6ieiiy wotforrb^ bei 4em mehr als^misicheren Besitz von 
Hannover gegen die Einbasse IreffKeher Stamnil&nder, die Preus- 
i^seke Kätht zwar In der Wakrheit aidht vergrl^ssert, aber in 
der Terrileria%r(h9se einen ae grossen Fl&eiieninlialt ein- 
m^sm^ daas er den gegenwärtigen noch um 1030 Qm. 
überirifft: detin^ er betrag M3^ 0ni«, lait einer Bev^fkemng 
von etwa l«yMO,000 8«, wobei inewiaehettza bemerken bleibt^ dasa 
die Bereobnong der VoNwaahl nur avf verscbiedene Angaben^ 
aus den Jahren 1801 ^ 180!2, 3, 4 wid 180i für einzelne Provin^ 
den bembte^ und die Anagieiehnng bis s« Anftuig des J. 1809 
durch einen Jihrliehen Zuschlag von einen Prec. Zuwachs auf die 
ang eblleh erfolgten Zihlangen (der einzelnen Provinzen) ausge- 
fllhrt ist**) ' r, 

DasB&ndniss war zwischen PrenssenvddPraiflareieh abge- 
soMossen, nnd doch erhieM das gegensdtige Misstraoen beider 
Iflfielite ^)e Beziehungen zu einander in so starker Spiridnnng, wie 
dies seit dem Absehlass des Basler Friedens nicht istattgeAmden 
hatte. Preussen hatte an Ancterit&t in Paris verloren ^ weil ea zu 
lange gezögert und ^sieh dann ^odi selbst auf nil^tbeiligereBedlti^ 
gungeii gefügt hatte; es Verlor nicht mindea^ii seiner Steffang'^Q) 
seinen aiten Verbfind^en und selbcft zu denjmügen Staaten ;<•' am 
welche es sich unverkennbare Verdienste erworbetr hatte; Als die" 
Preussischen Trappen die in Ansprach genommenen Hannoverschen 
Lllnder völlig besetzte (Febr. 1806), dio Franzosen ihnen auch die 
Festung Hameln übergeben, Hess Grossbritanien (5. Apr.) Embargo 
auf alle PreuSsisdie Schiffe in seinen H&fen legen, Kaperbriefe 



*) Dte Uebergabe -Patente für Neafcbatel, Cleve und Anspach 
vom 28. Febr.» l6.Mttrz and Id.Febr^ 1806 sind bei, Martens SuppU 
aa Reo, tom. IV. p«g. 237 — 44. 

**) Pae mel9te Material füt diese Bereclmung hat mir Krug In 
den Betrachtungen über den NationalreicbUuua des PreusaiMbeA 
Staates Bd. I. geliefert. Demian^s historisch * diplomatische Ueber- 
sicht des Länder- und Volksbestandes d. Pres. Mon. von d. J. 1740 
bis 1817, liefert zwar v^g. id. eine Volksmenge, für das J. 1804 bis 
auf Zehner und Einer für jede Provinz gezählt, aber sie ist eben so 
wenig begründet, als die Angaben über den Flächeninhalt der ein- 
zelnen Provinzen, die wie bei Pommern und KTannover um SO bis 
200 Qm. zu klein aufgeführt sind. Die Volksaahl, hier auf 10,658,833 
angegeben, kommt indess der von mir oben berechneten ziemlich nahe. 



D^»«' Pr«li«BN^4te Stadt. 




fiffflllßhe KriegseikHUtiiig m PredstN^n <IL J«iii erf»)^en. Vier- 
hmideii'Pfeiisfllsoto Schiffe WiiMeii In wenigen Rfortuten von IM 
Sogltedem ^hoMmett* Der KQtAg ron 8ciiw«deii Mgie dieseni 
Beispiele^ iwieai'eTvalielvin Minen HiMmBmbtrgb auf die Freas-* 
sisobe» ddiiflr^ kbi'lBgeii'lMiM md:'dle*Preii8«Ü(t^ien B&fen «a 
dtffilMseet diDNJIi Kirief«whift0-tilDktrte*: UMerd^sen hiUelfa« 
^oliMmiiidi^ BcMtifnäliiMr! CtoveW ootii «nf di« drei ^nil 1898 ¥on 
Ihteasäw gm9imwoen AMeMi Egaenv llltea-and Wer4eÄ aos-^ 
gedeMbi, trwfsleiBBier^ler Piewwlj cliiwi Venl^iKaiigf^eterde der 
Proiiifiz von^Ileina gesttniMi UMtesi indeivier g1eMzeit% doreli die 
ü^bkmdnt^^eä Pfi^^MkUhtM am 19. Mi 1966 *>iB8 Lebe» ge* 
t^ienen'ltiie?dbirotfe8 dto Int^süen onhrerdieiitficiierirflrfteM 
eupfiqdlkib teAetmie, nameeUieh'die desdem Pmisakcien &Onif »* 
IMM^ Mfte'^Vei^wMkRen^ iWste» ^WDhelm' von dmakft-FyiM* 
Cdes flfacMi^eii' KSni^ Her: Niederlaiäde); andd^roh.'dle eigM- 
ni]U)b%e*IML)I^Bg' «af d^ü Relettatage mä Regen Ab^ig (I. Ang.) 
ÜbertiatMe, das» er das l^rnereBedtehen 4^ •dentadien Bttioh« 
ill^e meto anettoribe« wolle: DieV^risteH*ogea de« PröaMisebeH 
CWMii«t#:4eg€^ea /blieben onbeaolileC, die 'SlMliMmitng Mswt Büt>^ 
mog eiiaed Btfn'desdbrNtai^dJeiitftcheff Bturten unter de>m 
Prd^l^toraie 4dli->Kd«l^8 ron Preiit99e«iwairdeivoo Fmt^ 
i^MMI^p Beite. idMüeMith hiag^uAieäs «bi^Ieon ivoHte yedil 
iedv ^^llb» 'ii(teh"nlobtbes!^Di^^(j» Ptoeannen 'dl4 UeberieginM. 
faeit selheff 'Walfen'-fäfalen laaseb, um )eiten;fiMtieron Eio^pitKli 
in 6eiii4?neitl»'6esUltili^ derdebtanhen Att^eiegenheiten' au» dem 
Weg^'^ du fftunen; et sah die Foodcrung) seine 'VMjppen- ^mub 
wäB fieu^tisohkMMl »ü aieittii, sewSe die in Berlin atei^k gege» ihn 
nmi^s^nietiede ^ffentlielie Meiamng aobdn . f Ar A«l^ enlselDiedener 
F^hid<^teligkeit an, vMunmi er. deibetfaieh*n»cirtMHäieiite^v.neue 
Veitiandhingcsn^ ttit deii Britisohin Cnbiiiette inainhnäpien» und 
dle^Elerausgnbe von tiannbver ohne lünznsiebmg Prensiseis^«!« 
«re^e-BedlngtHig; de» Pric^ensproject^ gelten bo' lasecini^^);: Oi^ 
Krieg war jetzt, da endlich Preussen nachzogeben aufhörte, 
unvermeidlich. Kaiser Alexander hatte den fär Rassland zu 

; : .;. .'•>*» 1/.. ') j •'" ^ .1 - ! : '■ 1 t l ,. I * < . • ' ,.,..;■'. , 

, . t '^IfAm fl1UJmiymwtd9> M^ atift— ftMiitedes. gnnies »fcn läBey^ 
^m^iyaaa ^dm* OeHaadteB dte Ptrtsche» » i3 ( art toh iwitlrnticbne»^ ^atn 
19. /nU von Napoleon ratificlrt. / «jcNw nnMift?h''ßr .t i ';*- 

7* 



■^ ' ■ ■■'■■. 



\/ 100 ..' y Der Pr»U8«i8cbe StMt« 



Puris m 3a Juli iMroite nl ig MD likitttca MMi it n iril^Frartteieh, 
auf die Naehrieht v^q 4er StiMong «od Orga^lsatioii des Bliei»* 
Müde«) »kM genefattigt und MMi der Miitodei^saaOMe Pieasaea«; 
•Jber seine HüHUieere eradneoen erat an der Weielisel «ad dem 
Nareiiv> ula die Prewalii^ Hciereaiaaelift awmiaelNA dee Saale 
Md der Weiettaal iv wenitfw Wetten vemiebtel, mik in Sftd^ 
prenaeen die PeJniMlie BetOtttdcmg aeli«i in cteen. idlgeaeinen 
Awffiitand gebraeh« wur. OeüeireMi «erharEle indor NeniaatttiUv 
C^coeabrlUimeQ Mre^n Bannover ert>itierir> entaddeat aM en^ 
ai^t mr Anegkeidinnf mSA PrmnMttif nnd aneb dam» niekft «ir 
Un^Hatftt9«ng den Kampiaft gegnn BmaiLfeieli anf dieaeni fiMiav* 
l»la^> «»niertt nur aatf WiederliBtaleikuig den Hnndehirerkeiita 
•ffd ntnr Heranneabe der inBeeeUag gnnennnenen^SeWie>> J)te 
denlnelien Fütaten, welofae niitPre«Baen rerMlndfit waiM., if«ff^ 
letfenenl«rederwieBrailnddwr^%; Ben8en-€MMel>^ Oraninn-irnUa 
aUe ihee Linder , edar nie trMsn nnefa d0r SeUaeltt JNdJIena In 
den Rheitttand^ wie» Knr-Sneltaea (11 l>eeibr«)> die UsnraDge von 
finchnen, die Firatai ven AnHalt n« e» w.y nnd wurden tlarifta in 
»Mrer lftrsl»ehai Wftoia erMIht, ^Un in LandbMJtme vetgidanerk 
SQwieohen ^kr Weidisel nnd dem Pnegel nnd vnr «nigen imdker 
▼ertheidigten F^tnütugen in P^Hnmem und SoUeaien haitot «wjir 
Nnpolenn noelL einen harten Kampf ein halbes Jahr hNig m 
ben^ehen, in wätebem die Reste des Prettealnchen Heecfwnnrirf 
moht selten Clelegenhek erhielten, den allen Rnf ihmrmipf^fls^ 
«nd Ausdaner ven neuem zu bewähren« Deeh nach, der Nier 
«oriage bei Fdedland (14. Juni 1867) mui^te 4er letote Aielusug 
Yen dl» Alle «um östlioiieo Gtiinz «Flosse des JStonies» dem 
NIemen angetreten, und dnr vemickteAie FriedensverUeS ven 
Tilsit (9. M. 1807>i*^) konnte «iebt l&dger anl(£ehalten, we«deii^ 
Duroli diesen Frieden ve^r Pflasssett. alJ<e seine Bes-isc* 
aungan ewisehen der filb^e und 4em Rhein, aUe ftr ^ 
Werbungen nun der »weiten u^ndi dritlen Theilung Po*«' 
iens« uttid selbst ninen gres«e>n Tbeil djsr bea dter ersten 



^) Der Vertrag wurde zu Memel am 23 Jan. 1807 abgeschlossen, 
aber nicht genehmigt; er Ist bei Martens Sappl. au Rec« vol. IV. 
P» dll-^lS. lue fiataaga^g alter Anaprüah« auf Jfanaavar witr für 
Frenssan, üa R anytbeSb igfaagt jede andere liiigtaithnng Ivurde Mr 
spätere Verhandlangen y orbehalten« • i. 

""*) Martens SappU au RaoL volk 1¥« p» 414-^51. ( • 



Do4* 'Pr»«iBiii€li« Starnt 101 

VMriillf^f lerlAngteifLfftlidclA #1 «NRMt«- 1. «n 4(1» Pf ab z«^ 
aUcfeen jK«t«<r kilUHit^D, *Mldher «licti >w0llbr^ V^Mgnng 
i^h^ ai««e Umtef «Q troffM v«tMii^?t||pt'Attdial4^'BHli^lh» 
b«^ (75: Qm. mit 129^000^), iiid«ii nur 4ie dird MHIsr Bihta«' 
iMQseii) fffacib«fric- iiiMl>CwiM^loMi,^\M«lie i«f ieniMoil^it 

di^Uuig, nU JIummOhm ckff bctdeii Kreist J6rieh#Mr md m^Bni 
auf dem rechten Elbe- Ufer, nebst der Grafschaft Mans fei d (zu*- 
saqpen 61 Qm. oiit 173,8506.}; das FQrstci^thnm B^lbe^stadt 
l(el^ 0en Gif^ifiscbafteii ^Dbenstein und Wernige|ro4^ pid 
4m Mfte JOMAUn^il^cg [mtmmmem 4ij Qm^mt l$3,^P».«<)ii 
di^ FArstoalMiDer HiJde^heia .«nd Paieriie^m ^9& Qu» ail 
23I^4M)0 4bU)| das £Grslea(liMi Bieiiafeiil nebet fTr^ffavt, 
Möhlbausen ond Nordhansen (zasamia#a> M t)iMlbil inM 
19^,061^6;)$ dmi FarstettHMii 0«iia%f CT^yk (90 Qtt. mit 110,000 B.); 
dMf ICmfllM^ilifciiifi Hiitlrtover (519" Qto. iriit M0,000 B.)^-^ 
^ Yffifii^ tfannlovbr liier M unter d^m Gesammtverldst ^reussärfk^ 
da äerVer^g mit England vom 2$. Jan. 1807 über das Aufge- 
ben ^ P;^ni|sJ8chen AnsprO^bP auf .Hannover' nicht fatificirt 
yyM — ) da^ f^cj^teij^mm^Miqden und dl^ ^rafsqfiaA J^^jirepj,- 
^»xe i??9^m^e^y^ ii^k mj4^uli^^ Ffratfjnthwi 

*) Die Pben, jfeafMliltea,Abti!eltt«teia von JUagdeburg an. bis lU^ 
vensbeig« jtdODb.von. Iifi9a<a«er wir der tdeinere TbeUt Htmlieb die 
Ljiide ^4ttla£en x^ <^b^nJtogea piM 'JBInsebbiiM der Eaclavep Ho^ 
bemstein iin4 filbl|a^[pered«, feri^(:dM Herjtec^uia iirfunspliweli^'f 
WoVenbä^l iMid.jdas 9^4nf(lrstei^b«ni HeMen-^ass»! Caber v^itt^^m^' 
s^ußs ^s^Gfebl^ls. ven^dianaa itofd der. Uenrscbair Viffter^K^e^'* 
I^Um^M«^!^ am . ItbeUO hlM^lim ' nael^ der CoisAUnUoiiaacte de» 14^- 
nli^/ei|teq)We«^|iidea vseapurlSWo^« lW7.4le Staaten deamsnea K^ 
nigs HferoDymus. VeicgU Ak^. I^dleser Ac^bed^ll^rteAa lUpiipl. an Bue« 
¥Pl* iy*^P».4^3i4T:Al» ,^0 üM^ tag. 4(^1;- O'i das eir^e P^erel Napo- 
l«e9«f«9Nr..d|i9 j^iüiaviiieMet^iuiig dleeaa KenignaMn; imnh i8«^uar. 
ISHTf ev^baU^ lal^^jDer ctlMMieye «btll.iea KoafUrateatbiuna ^a-> 
nover blieb noch unter der InterUnlstlaeben YfNrwwi^uig 4fa FraasfSr» 
siaebnn Keiner« .wm wnnieisitieraft naeiKdon Veatrage an: Par^ vom 
14 Jan. iiai(Kaiar4e»sii8uüi.t:an.Jlea^ i. V. ^ :mfc--39) volbi^M»:^ 
dlf dem HiMgei YMi Wea^^ia« «bmlaaa^i, Aann.aber durelk eAPAii 
nnfei^n Mai««i« iaiiiP)a9ia «>o»>.lOkllai 1811 Clbartena 8iml- «»^ 
B#e.f4« jT. 94 ^Mtr- AM: vetmllMsil elim JbMtf . vft« ArOlevglaakea 
Gränze in der Alditnng ve» «üMMtiCi «aelk Wee^a^^n «artVekleBr 



102 Der Pr««s«ii«li« StaoK. 

6^iM^mi9kn4 {n4.Qmriim att 11B,400 JS«)$ *) d«8 Fimteiitliiiii 
ÜHOflUr (71 4)01. mH I2$>^&00E.); **y die. Grafechallen Mark, 
Liiaipen oN Teklesbur^ il#M dcnfiilftem K^aeji, Werdoo 
und jm»m iHummmcn 67.0m*^MU 9a5,0Q0K.>} «'*'')') dMFfir«* 
stonttam Srfnrt oelMit UAlorgleieJieiiy' BUnkaabayii luid 
Kr«nichr«Jd {«fmnuaeB^ 13 0». mH.&l,dOO K.);f) sndlioli das 
Forfi^ntiMim Baireutbtt) ^»B* vbH uymkE.^^ iL Dom 

bargtsclien 6ran2e dergestalt gethellt, dass die HerzogtliOaver Bre- 
meii und Verden, die Grafeiihafteii Hoya und DiepholE, die Stftdtcf 
Umietovyg nad-Nlenb^g denl FranzMsdieii Kalsertlhiine elirv'ertelbt 
«ad att-den D^atteueats der Weaer- and Etbe-MDadif«^ jgeacMa- 
gea "Wwrütnj 4te. ükiig^a Haaaöftcracb^ Lltader dem Kl^ntgreiclia 
WestpbaH» verbllaben* 

. f) Paa , Filrst^nthina Qftfrleslaad ver|;i4^ . Niim>^pa daick den 
Vertrag au Fontalnebleaa von 11. Nov. 1S07 (bei M arte ata, jiuj^pi. 
aQ Rec. IV. pag. 485^8$) an das Rönjgreicli. Holland i ,Yerelnlg^e, 
es aber nach der Auflösung desselben Im Jahr 1810 selbst mit dem 
Französischen Kaiserthüme. ,. . 

' **) Das Fürstenthum Mürfster Wurde zuvörderst Iiq Öct. 1807 mit 
d^ 0rb8äherzogtlrum Bferg völlig vierelnlgt und geh(/rte th^lls zuiif 
Bept. der Ems, th^ils dem der R^hr/' Iia J. 1810 Mrnfdcf aber ehl^ 
Tbell des Münsterlandes durch ein Decret Napoleons mit dem Fran- 
zösischen Kaiserthüme unmltteUtar (sowohl In dem neugeblldeten 
Dept. dep'lilppe als auch In dem« der Mer^fims) Vereinigt. 

' ' ^^> Dl^se Grafscbaftea und 'flfifler wdräen Insgt^sammt Im Oct. 
1807 mit dem Gros8h«rzogtlium Berg vereinigt/ dais bald darauf V^-j 
poleoti im Taasehverlrage von Ba3r*onne (19. JM. 180$)'' gegen da» 
Köntgi'elch Neap^ von * Joadiim Mürat äuHKknabta, e^'jed^oehwicf' 
der ahi B. Hftr^ 1809 an «einen Ncrffen -Nilpoieon Ladwlg; den^ült^ 
sten Sohn des König» iiUdvrIg von Holtin^' fibe¥lle^k, «aber' wtl^rend 
der 'Minderjährigkeit desa^b(Bn6ich'>ti^R«glentttg'd€to Landi^ VHir- 
hebt^K; <Martens Stt^pl; aviUc. v*; V. 'p^. 3^.) ' • --' ' ■ * ^ ■ 

f) Erfart hlieh nebst dkr' GtafBObaft Btaak'^nhay*, <ob|;lel<^ 
als Thell des Bfteiaibnndei^ betra^tal^ 'Unter der Hobel« dea^^Katat^a 
vonFniakreleh-, bis ds von' den Praaaaen imBefrelung^Hog^ ytHt^ 
der In BesHz genommenr' wurde; /:.'<• , > 

tt> Bai*i*«nth blieb M« z«rm Jabr^lSlO anter vamittelfoarer Fraa^ 
zO^ischer Verwalt«ngi, and wa^da'dato an den König Wn Balei^ 
dur^ den Veniiag"i<aii i^ Fabrv 1810 <IIartea6 Sappl^aa Bee* U Vv 
pag. f51^ gegen eMan tskmAabfMi voafasl gfolchar Ve^ö^eruag te^ 
Iftftienlaahdn Tyvol'übetlaiBsaii; ea büdate einen Theü dtts Main-' ««' 
nezai^ftrefi^a (gegan^jirtlg OMrlMDkeav) ' •'>' '«m.«! .*]> 'm -». t.i.- > 



d|irph,4e« Pjjwiec Frieda: (ll^DiPr.^ltOCD «pit^iNfu^l^pp mm:i;i^ 
n\g^^ von, 8%ohaen ertiobjeMii Kniföjrsteiiy wc^cbf^ erA). oacb 
der niederringe H\ ^ena vpa der 9QQ<l«i^g|9iie«fi^eipchaft mk Pveim^ 
ii(ni^. aich gqtreppt hatte, massle Preusaea ül^dassen .ve^^dMi 
«1^ J^fffiitacpv^a d<(B ICreis C^^^tOnia*) in d|». Niodfr-LfwHn^ 
fief '^J^ßm^k ßritfideiitoi^g gebüile (16 Qq^ mit 33,6501^): 
VQii ^n diiroh die .TbeUangeB Po|f)ns geinacliteii Brwerji^iiQg^ 
^0^ '$(ld|lreafii^ii (958 QveiL^. mit MM^OOO ^^iraba^rj, 
JKf3.^|».9hleaiefi (41 Qmeilen mit 74^900 Kinirehiiar)» d^ Neta^ 
dirsjtrjjpt mit .Ao3ScUii)fft .der nördlichen if^ne ^a .Kr^inea 
^f^taeh-^^Kj^pne u^d,vj^^r .n^rdliQhen ;twei Fünfthfiile dqp 
Kf^i^a Gamii|JlA(jl40 QmeiL ^^. 180,000 fi.)^ von/l^eali^ei^ 
9en auf deai^ rechtfm .Weioh^^fier '^fyütüf die Kreiae^Ati^lic^ 
J^p^i^^und Cnlm^ wph/^ Jedoch ,von dem |^t|B»u» die^ Feftiifig 
Graodenz nebat gebiet and die Dörfer Parachken, Neaderf und 
Swierkorny bei Preaaaen verblieben (zoaammen §4 QmeiL mit 
151,400 B.)|| endlich Nc^p-Oatpreoaaen ^it Ausnahme d^ ^fiß^ 
östlichen Th^üj^tvam .|iiaiy^lQiEer Kammer ^ Departement, 
,de98eii,At)gr/Ei|i^i|Qgf,j0#dUch yx)^ N-ur bei .der Einm^^dtti^ fl^a 
■^«^^jBJkJa den/nx«gi:b#gaani- da^o jäagf^tdem Nura^.bia Pbwr 
JudbrvCMehafMWfJecJleC, dann in d^r Eicbliuigiattf.^MUfMa dem 
Narew.<aflifiiiluB>iiiB)d wieAemmHingal diaatm Fläaae bis Kor 
^BiiRiöttdung'deif Ba¥# In ' denadben? aieh ^asog, daränf dieseih 
WHinse lita £» aeltt«rr^aelfe^il!ä''Gr&hze Vöi^t und efndlich mif dem 
Lnuf^ d^ kleteen Vtaasis l^afarkä, und nach seiner Efnmülidung 
iü dtö^Ubssoana mit df^sem Flusse bis zur Vereinigung dejssel- 
ben (unterhalb Crodno^s) mit dem Niem^ja s^ui^^ni'men ging., Au;^ 
^ie^j^p- Polniaphep Jliändern wurde das Uerzogthum War- 
sct^fiu ^gebildet, , welches Nfip^leon ^em ]^njge von Siu^i^ep 
a)fsh. eip^i). i90HV/egr&na^ Qrbeig^hvmljehen iS^at Qberlie^a», dßr 
iedoob ttaehacJBer VfMTfiftaawig völlig getr«ttat.v0n den.übmgeaSäeli^ 
cbf^en 8ttM^ blieb,,inid'ia der.lfai in.Beang anf.neiae deld«- nnl 
Menaehenkriyie ' mir nat »Terfifotig 4ep Fpaneiaiaeheii eef oR* 
fflächtigten »n Waräbfaati 'iSfiiiid.^^n. Dem K^iiJer von Huaa- 

'*')iDer Krei» Ce4tbu^ ^uM^ onmitte^ar dem Kdnlgrelcbe SUh*' 

•e» «iDVierleJ^ ^ -'f •■ ■ • • > 

'"MfI r¥«vgl't M«r die Gtttike'd^ «^j^tMiiM^ Waraehaa-'g^lf^ 

dtoaiUiaiila^e PinivIiik^ Walfi^tbk •F«»'»^ «aihsttuiM^ genaue Kat^« 

MPüeaaogtliidii^Wvraeidtt M i^i^. 9h BeHln Idl9. Pas Heraog- 



104 Der Pr0to«sj«obe StWRl. 

Umäf äer büi sur Itttim Biuntie dbn Kinnpfes das wechseli^öiifgc 
BeBchkik Mi Pr^usaen "gethdlt hafte, tnnsste der nnferfiegende 
BmidesgetiesMe den o^eim&herbezefclinefeti Bezirk vonNeu^Ost- 
prendsen , den stldÖstKehen^ tliefl des K a m m e r - D e p a r t e in e n fs 
Bialyatok (laeOm. mit 156^400 B.)i als Iffgenfhnm abtreten. *)^^ 
IV.' EndJich wurde die Stadt Danzig mit einem Gebiete voll 
2 Lienes im Umkreise in üire frühere Unabhängigkeit' gesetzt, 
jedd(^ unter dem Schütze der Könige von Prenssed tihd Sach^ 
sen; „Me sollte die Verfassung zurück ethalteh/ riach ^efcher 
#e verwaltet wurde, als sie aufhöile fhr eigner flerr zu sein.^* '^*) 
tJeber die Gebietsgr&Tizen des heuen 'Freistaats wurde 'unter di^ 
Termlttelong des Pranzösischen Marskihalls Smilt am 6^.tlecbr. 
1867 ein Vertrag zwischen den Pfeussiscben und DanzigerCom- 
Miissarien abgeschlossen '^**), nach welchem auch die ganze If4lb- 






thum Warschau erhielt bei seiner ersten Zusammensetzung gleich 
einen Flächeninhalt von 1875 Qmell. mit 2,^18,000 K., war mithin 
um ^250niell. grösser als das K'tmtgrelch 6acli«eh fdahrals 65(1 0m**) 
und iEüliUe-tti^eacht^t seiner relativ geringen Bevdlkeruti^doiDhneefa 
«00,üOO£linvokner M^r als jenes (damals 2/)12,00a«.l. Dvrcb äeft 
Frieden z« JSchönbrunni vea 14. Oct. 1800 zwledie« Frania'eleb und 
Oesterreli^h erhielt überdie« d^s Hernogthiiin WaivcbMi von Oeatctrelflli 
Hanz West«- oder Neu-Galizieji^ den Kreis SampsQ in Pat^jGaUz&fii, 
und Krakau gegepüber auch noch einen kleinen jUaudstrich ßui deip 
rechten Weichselufer (zusammen 1112 Qmell.), so dass es d^rphd^e- 
sen beträchtlichen Zuwachs gegen 30OO Qmell. gross wurde und eine 
Bevölkerung von 4,150,000 K. besass. 

' ^ Dieser Bezirk bildete später die für sich bestehende I^fovinz 
Blalystok, die bei ihrem kleineren Umfange Im Gegensatz der Hus- 
tischen Statthalterschaften oder Gouvernementis den besbnde* 
reo Nimien einer Provinz beibehielt :. erst dinroh efben Ukas^^ 
I84 J>^D» 1842 wurde die Proviuzlalverwaltiuig ' attr)B;eheteth und die 
giiaze Provinz m^t dem Gi^vernep^t Gredao iteffeiiiiit. 
.'f'l'} Artik. 14 u. 19 des 7|lsfter )P4r^fle)|avertra99^ 
***) Dieser Vertrag ist abgedruckt in A. F. Blech's Geschichte 
der siebenjährigen Leiden Danzlgs von 1807 ~ 14. Bd. I. S. 314 — 21; 
eine Arbeit, dii) in ihren S^Ji^nden^fHi Vefblndung mit Uafelands 
(des damaligen Bürgermeisters in der Republick) Eirlufleruagen. 
(und Nachtrag dazu/l81()) de» lehenilgaten Qewele fOhreVi ivwel- 
eher widrigen und, er4rfi<qiimd.eii ^UMctekel/i: von den Freaeöa*» 
sehen Gew^ithahem d^ tfouB^tipe ftppnbttk. Danzig ihn« «e«hsQfaii& 



Dwir Pv6B«»<Mli»'^6t»Rt. '105 

i>Ml:lMa:*it ta «B Tltfcdw PH<»%CTl«g— ■ M^HIgl llWI II 

voDifiHEig «aerlcsnat wllrie^ 4i» «MIMk HMne feUdeteilM»- 

«bi*«: dM- PraB«fllw> MM, von btar glip 4i«-<MftM WMtttib 

Mtf PrMrt, -AHM' »iigM')dor.Ited««M Ma aotafl ^ (PrMMrwrt). 

von dit Dordftsdich Ober (Mim »mr See; die Nordj^r&Djee bildete 

die Oitaee aa,r einejr Ij^^o von, 13 Heilen bis Nei^krag ttaf der 

Ff^hen, Nebro^g, dsf poch, dem DftHziger, Gebiete zngchörte. 

Ow Oi^ttfi^O^ w»nta d(V)ih die Weicbwl von Dirsdun bi» ^«fifli 

Dwu^gnc . GUppte and dtvan dveb 4ea ]Weiolip^Mm.be«tiDmrt, 

Jmt Biohin du ICriBobeUsSnitedet. Dna gM»« CcbJet dtr Kfrtlik 

ÜHUiig omlkBitcideiaDMh'etwis «bw ISQin. «tit.6«,e4MB., rtttr 

alkrikre Krifte nndHOIdsinitM wanteB; DohiRgB ihr» B<^gr«inMie 

SelbstiaUiiri^elt daaerte, ver/ogmdBe — oft bid mr gtnkliiAm 

lUzfisiscbe Bon Tönerne Dt tiod'dl<< Übe raus 

ipen-Besatzuhj verwand!. — ^'Ueber- 

'a wie Van/.ig dnrch den ITIsiter Fr^e- 

ohn^ alle Ansnahme ihre Qäfpn tleni 

veraolilJc^aen und überjbjii^i^ jeda^rt 

dw Uui|ife^v«irMir« «it. den KngAiiilera bia ptiq;, A}>«eWil8a„«ir 

ne«' PeAnttiiffri«4«n8 : cvriaffben. . Cranhpeiob Mtf. ttrvssbnNmen 

'Mbngebcfti BHd daiarcb aor >«ide Ibiipt4]«rile<ijiari Wierierbel«*- 

bii^:>de»-i«taHc nen«ttet«D WoMatandM nh-dle Bm-ftkn^ 4b- 

nr LAsAer iBn v^icAtea. ■ ■ .ii.i... 

Diese gtOBSea Terlnste kosIMeii "Hein Prcussidchen 'Stonfe 
melir kis die tT&lfte seines FlächeninhitUH und seioec ßevftl- 
bernnj;. Kr bOs^le im Ges&mbitbelrage 32''J6 Qm. milein^rBävöl- 
keroug von S.GIVOOK. «in; fr. )}ehi|^)t 'nnr 2674 Qmei{, mit 
5,040,600 K. ;surüc|<;; '*') allerdioes .bildef«, diewir Rp«t ein g«-^ 



lialb>#bJKa'EstotBDe trtoten wtaote.— B«b«r dM (IrOMe Im Baul- 
aV' e«Mfita «gb ile.tofvgrafblscfae. Uebereiolit dsa'AeBlernQgtfce* 
«Irk« Danala'.iaaO. dto. a S. ' > ' 

■ " •>'Wh''1iabetf die BWölkörtiig aua iem Avfätt'i; des Jahr. (896 
nr 416 feanchtrang.' d«s Total Tcrtastes l^Mbcbolten, weil dieselbe ttii- 
iBarlMh^«llEh'"fTOMFnlelit w««eiittHh'|«At^tlert haben ÜOttie. Di&'Bii- 
Briine derBevi^eHin); in^iteU andertMlb''Jahmi'fat: &n>«h dte aftE^- 
kiaH>«t«lrbnMib«lt tn iiis 'K.ttt'gtSaltte;' glitt ähie^^h^'a <da'aeii-Vt!t^ 
1aMt-Biilbr'f%(WaDt9e«n '«ev^ikefti»!^ 'Wrdeil- ScMUidtfeldeVn uiW'Hi 
a«fetLifearei|h(n, MnaeacbM^enf^ anegegnehe«; w«ntt Dlcht'«6gar noti. 
¥ t r ^WU«j Wipe> «M((\foM1a gietdl^Bt KaatHIWle rar dl« ettamni'Pro- 



100 Dm Pf«a4*UcJiie.S^liMit. 



^8 eaMe «iifie di« 'Mkere2toMilekelttagte.^t6ai«beti 
«iftii«^ JäM Steflües md «tee die tNckmkJhdie N«ilioaidi»ef«chie^ 
'OtBlm^ wi4 N*tHMal«ffbitteniiig der Be^otaer ia ä^n poloMottop 
Ptr^^teMfl, aber äie B c i kiitott Btfceit einer fiiifopimbui. GrOM- 

vinzen \^ie für die zurückbehaltenen zu veranschlageh. Aber der 
grössere Verlust, der aus den PiTachweliett des Krieges und dem här- 
ten Aus^augesystem der Franzdsischei^ Krle^sverwalttntg, namentH^c^ 
fttk« '4ie 'PrdTinss Preussen, hervorginge traf erst' die numerischeii Vev- 
kft to t w^ der! BevdlkeMiig am .hi^rtesteB in dem Jtehre nach- dem 
«VIftiUeii Frteden Uug. 1807 und 1899»)^ Wenn. 8laaUraa:Aof€m amto 
j^f^ejMlMi BeitfiägeB mr Stu^ukder Prieus». StuAle« iWlhg^»^ 3. 
.den Verlust, 4er Bevölkerung duii^h d^n ^ll^Uer Frieden .4pjii^ fikf^S 
NeuntheJll^ angiebt» so Ist) dies oirenl)ar. zu stark und köinmt ajs 
Verhältnisszahl , für eine allgemeine Ueberi|icht der Wahrheit we- 
niger nahe« als sechs Eilftheile oder sieben breizehntheile 
oder acnt li'unfzehutheile. Aber nicht minder \vürde die offlcl- 
'elte Angabe 'öeä Verlustes an Volkszahl därcli diesen Frieden, wie 
dfeselbe nadhKfUber Staatsarchiv S*350 auf äem Wieflej--€ongre88^ aii- 
genomttieii iiimrde; Von der oi^en bere^hneien Mhr ^^etrt^ltff^^ sitli t^- 
>fafii€».' D<^ini dtMe Angabe) «teilte den Vei^ast nur nnf 4,7l#,4diB. 
-ftBti; aber «lan .ttberselie nldit, dMs aus selir nnke Übenden OtttdiMi 
atO^ demf Cengresse Von Wien von dem Vertntte des fatgfüyetenHiwri 
Hannover und des Fürsten thums Osnab^ilfk nie^t die, |@U^ ^^ 
konnte,^ weil der l^itime Besitzer beide niemals abgetreten .hatie, 
und daher Preussens Besitzthum für beide l>änder nur als , eine 
temporäre Occupation angesehen wurde, Preussen ausserdem auch 
in den Verträgen vom J, 1813 ausdrücklich für die Zurückführung 
^der Hanno verseilen Staaten untei: die Hetrschaft des Hauses Braun- 
schwelg -Lüneburg seine Hülfe zugesagt hratte. ^* Es sind mithin 
dadurch 569 Qmeil. und 1,089,000 Ein w. von dem oben im Texte dar- 
gelegten Verluste abzuziehen, wodurch dieser überhaupt auf 3677 
-QfnelU »Bd 4,530,400 B. fAlIt^ dagegen tretäMi wieier idl«' Preussi- 
eeken Cessifltten im Snhönbrunner (ld^.D«e. Id9&) und PlrHüerVM^ 
trage (15. Febr. 1806) hinzu, also Ansq^a^, Gleve Inf dem reehten 
JjU&finufer und Neufohatel, zusammen 930niea» mK 3il9y909^/, und 
cipmgemäss, sqhliesst der Tptal-,y erlöst. auf 9770, QmeU' und'4,89i^,400 
EUiw^ab, also nur um 160,000 E., »ehr als die ofli^ieUe.iiBgiabe anf 
dem Wiener -Cengriessebetrlgl» Halten ,wlr Indtos diene al«,4M 
bewährte,. Bjßi|uitat für die Bereel^nuBg fest, «o kimnt^i Aniniemi 
Aoeb viel we9^fg/e|r fünf. NenptbeUe ^er ^evtfif^i^mm ^ HHWn 
für .verloren angebenrscyft^ern den yertnef mur neeb^.l^ t.iir ^er Qlklf 4e 
deI■^dam^Uge^ Bevi>ljk«|iii|g. dee Bge^eei^cfren, JS^gl^ea Juwy t f^ i W I fci i / 



nidit koMilQ ßkt d6tifl#lheii Mki dnebr itt Anspnidi g^mmm m 
werteit> PffemBeii mvwle nmh mmka und aechsBigj&ltfig^r elk*^ 
leotoflor. B<ihaii|>lMg üeaes fwlilisobeo GiQwiobto wMter ia iHe 
Baite dM. MiobteiJ^oiti im^eited. EaiigeizaüöekUeteii; Die diitK 
auf folgenden fünf Jahre mit ihren kaum berechenbaren Qpftni^ 
wek^^ tbeila:dureb neue abgeaölbigle: Ceaventtenen, (namratlich 
4«rcb .^ie.bart drflckend«. Pariser vom a Sept 1808)'^), (heila 
durob die. WiUktfhr der Ftansfiöaischeii GewiiltbiJbeirr die Jabre 
Uuüg^cUe^ B«amMg d«r Mosaüicbe« Proviftaen. dea Staate« voniOt» 
@9i?taii'^)y: tbeiUi »durah die Fraa^t^iaobeQ Beaatasimgen ia d^m 
Qd«rfeslpq|[pail wiiHesdliab Jareh den FeMsng gegfn anseaead 
m Jtafaar. IQlÜy MH^'naMiKPreaaaen vorzugsweiae ala die Btlfa* 
«Bcjje für dlft zalriJoaeo Afifordaeongea des düfqbaiehendefitRie-« 
seafaeerea mja^bfaoohtey in de» van der JEVan^Machea Uebar'*i 
maobt ejrdrfiokt^. Staate erpresat wacden, gebOrea aar alUiorea 
Erläatenmg.aicht /bieher> vweil wir hier nar die Znaahiaianuad 
Abnahme Ji^n Landerbestaiides ^»aebiobtljeb m eatmriokeln nna 
sur Aalgabe gesleUt. ha baa. «Nur soviel : «ei > «smr VeraasebaidMi 
chuagvjbr^ Einf««3es auf den baH>irteo Preusstecbea l^taa^aua 
den Sfsbla^beiäcbt des .Mifustess. Rqther ub^r die :Abwi€fcelaaf 
4ei: VerpflieMQvgaa aa« dieaiei^^abfen angefahrt '^*'^)i .dasaep 
als das 6cbbisp->Bigebnias. f,ii^;)defi Aufwand des Staaten 
an Xeistoi^eii /qr Frai^lrreieb ppd seine BModesgeaasaen d#? 
^wam^ vm l4if47BfiSi6 Tblr,,.fäf d^ Aufwand des V.oJjks aa 

*> Bä']rfJi^trind*1hippl. iu Rec. ^ol* V; pag. 102— 5. ÄI6 seUt^ 
die 'Cbbbrirbn^a kla-Ffaakrelch kut U^,W(ijm¥rt8. fes¥ («Uf de^ 
Coagresse zu Erfart später auf 120 Mül. ermässigt), bestimmte eine 
neue Cession des Magdeburger Territoriums auf dem rechten Eibe- 
oto^.n^l^e^fc^nejce^B^^üsuag^der Jesjtuagea Stettin,, Cttstrln und 
Glogau durch 10,000 Franzosen^ während sie. die, Räumung der Preu«-, 
s^schea Proyipz^.v^tagteu' , / 

t*) l?<5r ,^;#n^g> JwttHt# 8^^ R^ldfjt^ erst im Decj^mber 1809 ypn 
Königsberg nach Berlin wieder verlegen. 

. •***> «s ist 4er, ^eric||t ,4er. ^^ap^Tfrw^Uang der Staatpseholden 
über .4]^«:a Gesi^äf^fttllifij^ ^ß^\^m J* 1,8%), vom }> Jun. 1833, im 
Auszuge in der Preuss. Staatszeitung, Jahrg. 1834, fijr. 199; voiitr 
siHigk^gßr Jkßit eij.i|bgedri|ck<,Jn p^rg,^au8i, ^nnalen , d?|- Ktd-Y^l- 
h^^.,md,Bi8^^hm^nv Bd- X„,fi,,4W,-r*7^, üeber,#e Opfer ^^i-. 
^t^ Bfie^ijWs.'vgk/naii JU?,A^ Rftc^^bo-» P.ftpr^fm»^ hMpjik und Ov- 
f€i5ilni4^,J„||07rm,l?f>öBig?*!vl8%SVc^:^i .»»o jv m^ / ;..-;«. . 



ItS Dat'Preätilttli« Staat« 

BnwiMkftücIng^ Lle Hwu i tg wi nwä Mionlimi-tLeiiiliMg^n all«» 
AH die Summe von ^ao^OOMeOTlilK UMMAiej wiibei daoi die 
QWiSmiiiAmi Naiditheüe «ad Verloste ia iraikQWifdwclianiMher 
HfamcÜt * nicht bertkik»ielil(gt «Ind, well eie fiieh fiMha^lpt «Mtt 
bereobnea laMea. . : .■- 

Die SBeit der Wlederber^Uottg dee Prenesiebeit Stkatea 
auf den fVGheren Kuetand yAfUfde dmroh die Niedierlagen det^ 
Fiaa^osen ^wt ilirem Mckange aus Rasslaad beeebleanigt Meee 
Wiederbe^atellang wottfe aber ato ein Hauptoweek kl den BM^ 
deevertrage- aa Kaüecb awisebea Riisi4aad and Preoai^ßa C2S. Vear;i 
laid) Art; II. festgeeet2l *)^ abd jii dem «agaMngM gelUMeil 
Atlikel aogl^h aasgesprocben, die Waiia nieht eber roM^ sm 
laaeeii, als bis Preussea kv seinen slatistisdieaj geografliisclie« 
and dfiaiKsiell«^ Veirhi^ltnitosea dk politiscbe Maeht^ <dier es *ftor 
dkm Kriege* im J. 1806 bösessen, wieder eiiaegtbattew Aa^ 
Maiiidlie VerpftiehCung 1 erlangte Preussen von Gressbritanleii 
iart^h : den Vertiag sü ' ftefoheabacb von 14. Jan. 1^13'*^'^), voa 
deka Kaiser f oa Oesterreieh durch dea Vertrag '4xi f O^as vom 
9; 8ept. > 1*8 ny*^^ Nach der Uebereiafeanft ^sm BreiUaa awianheo 
massliAid ödd Preussen vom I^Mbris ISld^jf sottteft'4ie fer^ 
maligea Preusi^isohea Länder, Weiefae durch dea ITOstter PI-KMie* 
rerieren gegangen waren, glefeh uach ihrer'Beäetsstfäg 'dorcli die 
Trappen der VerbQndefen der'Pt'eass^ VerwaKotig «tiascbliei^Jioh 
fiberlässen, für anderwdtige ia B^sitx genommene Lander ein 
gemeinschaftlicher oberster Verwaltangsrath eingesetzt, und die 
Eiok^ünf^Q aas . denselben in abgemessenen Aajtbeilei]^|| ,nach 
der Gi^gsso der CantiagonCa ja ^er .pcer^^^^acht^^Mat^ ^Je^b^^* 

'') Abg^drQckt 1><ii «arten«, Stäj^pf. ttit^^R^. ' vbL Vll.'f botif. 
Ret. V. m.) päg: ^4 - 39. '■ ' '"'^ •>-»:...-.■-.. 

♦♦) Abgedr. bei Martens Suppl. au Bfe«., Vol.'V. pä|t/fe71"^'7lJ 
und der geheime 'Art* zh d^äms^Ib^n V^a demaeib^'fagef'^beDdas. 
vol. VII. pag. 267. ' -' ' '' ' **'^'"* ' •' ' '*' '•'*•*' ^,f '•••'■■:-'= • 

***) Abgear. beM«älrteniEPWii^l.«aÄ^. vol. V.p. 0*0—603, 
und äer*gehMmb Ak't' 2li demseVb^ iM ^d^^6«tbeti Tage, ef^ad. voIa 

vn 'pag-'^aoöf • ■-'•' • ''•*'-^" '^^ • "' - ■ •• •• ^ • 

t) Bei Martetta^'SuppK ^ R^c. Vol. V. p. ÖÖ4 ^ «•, aail die 
damit 2nisaiitMealiftngeD<)ea Betethiiiliiiiigea Hib«r dieC^tral- Admial«' 
stra'tibtt dbr bedetstbn l^fta^er au ftafiabk'vom 4. Apt^ 1819^ «ad atl' 
Leipzig vom 21.0ct. l8iS finden stcih V^LT. p. 606.11 d^a:p'*'«ft(^ 19;' 



Der Pr#48tlt«h« aitatu i#9 

r»far.VfiMU l^ ftii WMl Mcb «likir nooh imgcHmeiiMi B««df»- 
geno^niMi vtfftkftiH 'weriQo* Wo aohibelil Im h^fmg gewährte 
il» 4a8 B«iptrMf9lt»4 die Biiiniovg Deatodkkiiide von dcm^^fnuiT 
zösUehen Heere qiwI die fiiciiiDbe Aüfi^mmg to» M>e Mi]^a d d^ 
Men^ die; «i&oMgeten Fdiite» deaseUNw «bh ^ei| ibi« loaeegteih 
wid «it ;4Un viWWrteMm . Hiehtia li«! die Bedinphec ^«i^ ßn- 
beMang IhreB Besiüifttandee 'Veflitg& Alwehleaiie»> «der; wie 4eir 
KMbg veie QmUmen iioü^ CMMgeeseMt) uwl der GreeAhenMg 
ven WmtMmt (Deltar^ dwelK IMigcccM Ver¥M]beii In tm Aoede 
mit Napoleon idie peäüecbefixurtetts ihrer Staateaie ZweiM ateU^ 
iaib Daa Kinlgreioit ' W ert ph i ien rmc aH vnAmr sidiaGlMHi.aarfe^ 
Ifiiai, ^Pre«a«lft,;HiiinMrei^ Heaaen«Cli|Mti ood Bcaaaseliiveigy m 
jrelge der lQal|scfaecfltt4 Hafeheiiiacber Y«riräse^ die BestaAdtheile 
daMdbeo Hä itee «MeaABeA amg^liDrigla JLibodeff i/wnler in BeaftUi 
aalMmb Ber ^miaMalMefae FeUn« üi fiVaabeioli «id, die 
Eietti)«* tssafliriBfi^dKlOre lau)' f^tati «uoa «i»rae Naf- 
ipitettia tind Mi»rdP ulMea |ion ratia :(ft0.^ftlai ]SI4> *^ Uä 
den Idafiir aliyaattnadffrtaHj V«ttige»*igirda> Prenaaea» wie ea 
schon im Laufe dea limegm%otk iSia.aw 14 tir atte peüliaetw 
fieosielituiseft ndne irlttiere Stetiaigf vor das Octjbr*. 1M# he- 
liani^ hatte, aach »diplaaMitiedi iron allen «af^a terblMidielAT 
dea Staaten wiedtr ala eüe heetiaUnettie Itarop&iiMie tOroaeh 
naehl edec *la eiae^ MacM. ve^ reial^n BttAg^f «Mkiiaai» 
AUe Vertrage deifeLdem 1^ Ja» J^j93^ die* mtlr EiantaMh y«» 
irgend dnem Staate gesehloaaen waren , worden für aufgehoben 
erklärt) der Besitzstand dieses Staates am 1. Jan. 1792 als der 
BtMtna festgesfiält, wovon im AHgeiiieiAen iiak" dtcf'hü ti^nzösi- 
sehen Gebiete enclavirtcji Besitzon^en d'es ICiriQhenstäates und 

"*"> JH^cUiMt^ ^npiBflf au,Ae<^. ^ol. Yt. Cnou.v*Bec-v*IL) p. l— la 
4e4e^ 4ev v|^ ojbaia^mteii. GrAfajaii^hte a(Mim& mUi Fr^ukreic^ mi4 
lUPierzeiciiiM^ aa demselir^i^ ^^A« cOaea b^feaderep VevtK^g« Hi 
wiBldiep aag«ar 4*» gJj^i^eD all|^«l|i^ Qedlnguiig^n Cttr Ftaalcr 
rei«1i.,.]i|0^ ^life )]^8^p4ßrer AdditUQnaL-ArtlkoX ^r die betr?Aeii4« 
Macbi; aageb#o^t^ war« -^ . Das Königreicli Weatp^ialei^, die Grosa^ 
]iip:^o^ümav Berg; aa4( Waal^fivt. sebieftea uub ieV; Bleibe ier nea«- 
v^aaen. SftfaUa, Qbife d^^i^ .^i;«^. Dy^asUen jC^er Grp/Bfiherapg, ,v<^ 
Knmk^nrtjiatta s^f-^^fttuf^ ))«rf^0 aa i^gen B«auli|^rni^9,.NaKfr 
litea'a fiO^fsobii al^i|^tlre4i9lp/^UljFebr«lii4^/nreAUg^,a^ 
sebaften ihnen ttberlar^geaf i. I*fta4#r tatscjad^t werden sailtan. -k . 



der 9M(iit^t)itHPhr»tmi km^dii^iMieii mtrism MMttS'^i^ltb4fiit\ 
Fninkrereh verbliebeii. Diein öanid^n gering« GeUdtaerwieKeraiig, 
trelclie ^em PmneüdiBefaen 6t»ttte Mniserdeni noch UmgBt «ein^ 
0(;«lielien CMiuse Ql^er den mktas qua vo« I. lan^ 1703 zage«* 
gtanden warde, ging üj^erdi«« im-eweiten Pariser iVieden (90. Noivi 
i8l5) verloren, und berihrle in Beaitg anf^lenFvelisBiselien l^at die 
CMmse keiner oeinep MiMren Besitatfiingen. IMe vellgtftDdige An«^ 
Kleielniiig unter den versdnedemn Slaatm , ^iv«lelie km Ktm^Pt 
Fmnlr^iMli gegenMer gestanden hätten und Mher d«Mi Franko 
reich beeintilioUtigt vi^aren, «oUte auf dem eng realste tea 
Wien erfrigen, indem die* Ahgeoidaeteo all^r /bei den il^eg«il 
gegen NÄ|K>leen betheUigfen! Staaten zu dtimseüpen eftig^eladen 
worden. Am Tage naeV idctai WtMkMUM^Bat (31. Mai 18I4| 
halten die vier Grdsmn&ciite aichnochdofeU ehictiUbbereilifcaolt 
wm Parib "i^) Ober die Beseteung der von Mraikmich «bgetf eleden 
L&nder didiiii geeinigt, > diisi» Preussen dav-fibraogtham Ber^ 
und das Land anf dem. linften;RheiMiftiii*£VfdMhen der Mmn% 
der -Mosel und dem' Rhein alleiik midi die Featong Mcdnis ge^ 
ineiniMiiHtftlieh nnt Oesterreicb be8e(Benr;iEK>|]te;^>^ > ^ .: . . ,h 
Anf dem Wiener Oongresse "M") «liid die ^erhaadlMgeA 
über die Erriehtung • eines neubn Oevisehen Staatenbundes voa 
den ftbef die aUgemcMien finrepllisolien und Territorial :^ Angele*^ 
getthelten rl^llig' am seadem, so^dase diese ails zwei grosse Ab^ 
MMiliniKen ^een Verhaddlnngeh neiken einander lauta; |e4ie Mtk 






*> Härtens SuppU au Bec. vdl. VII. p«^. 309 — 10« . 
, *^} F 1 a 8 8 an' 8 Geschlcbte des Wiener Con^iresses jidas Original er- 
schien zu Paris 1828, 3 vol i die Deutselie tJet)er6eCzung von A* L. Herr- 
mann in 2Bdn. Lelpz. 1830, mit Auslassung der Actenstücke) giebt 
bei vorsichtigem Gebrauch und richtiger Beurtheilung seines Fran- 
zösischen Standpunktes, fmmer einen zweckmässigen Leitfaden, die 
verwickelten Yerhandlungen dieseis RieBieit-Cön^Sires zu übers^eii; 
Ein vollständiges Material gewähiN; Klttber's Sammlutt^ der Acten 
des Wiener- Congresses in Sil Hft. in SBdem, Erlangen 1815 ---18, 
zu welcher desselben tJeb ersieht der ' diplomatischen Terh^ndhin^ 
gen des Wiener -Congreslses in ^drei Abtheilnngen Frankf. ia. Ä. 
1816—17 hinafugefügt werden muss, die jedoch nach ihi*eni ZWeöke 
mehr die Angelegenheiten des Datschen Bttndes im Auge behftle, 
als auf diie allgemeinen politischen Verhiindlubg^ uH^ auf den'Ein^ 
nuss der eigenthtimiichen Zustände und politischen Charaktere ^fn^ 
geht, die damals von grosser Wirkung sieh zeigten. ' 



Der Pr^tstiftctie Staatt 111 

N. Obti ISl4 bcgiiifflMi «Mi «k der lliindcMMJteV«maJuM J8n 
ihren Sekkiss »rreiehUn, diese erat am 1. Nov. ih#ca Anrao^ 
nalimett bad in der Fiaalaote veu OkJnäi 18 1& den «enen gnuK 
sen politfsohea Ban der Bnrop&isoheft Staates beend^^t\iiabea# 
Uifter diesen aiuletat tomdinelen VerbanAnagea nafam die Bnt**. 
seb&dig«Dg8 *^ Aagetegeaheit des Prenssiselien Siaates eine des 
^iohtigsten SteUea din.* * Oeaii die naeh •dem VerbUlnisse dos 
FiMieoinbaits gr&ssten. Provinzen unter den mi Tüstter Frie-t 
den YerJoi^en gegangenen Preirinaen, Mdprenssen nndNeo-Osin 
prenssen, waren ai^gesehen dayoa, dasn die Previnii Bialystok 
selMn dein KaiiEfer von Rossland geliörte, als Dersogtiuifli. War* 
solian vm Ba^hMigoog fttr Bwslaads Anstsengongen in dier 
sem Kriege in Anspracli gefaoa n ne n; Das LaeatveEb&ltnise het. 
gMi%te diesettAaspfueb^Jireil Ansaland anderweit^ darebidaBMte 
Xtf oai is gewe r d o ifo Umdei .rieht angeaMsaen eataelA^gl %^andaat 
kennte. MUm tM#%i. mHa^aM^MML^^ond wenn^ie^aqmls dmik 
PtikKiäMakiU Staate «leiion (aeü 181^ wieder einvedeihtenfireMei 
CHihn* tttdlMlsMan *hinMgaieelinet. wetdoi^ so sHeg die DerechH 
dbng-des Verliisis «nf SDOOOm«]. und 2^M,0061I.>^, ;4ie da^; 
dofehf Piemsen far die >l80r velloron gegai^eaen Peleioehen 
Linder, wenn -sie nidit wieder sdimr Herrschaft dtierwiesea 
werdea fielUen, in Anreoiuiang bdngaa nraaste, waien 4w»ll die. 
2mt Yori&gnBg etebonien DentndMn lAnder sehwer n« wwetKiUi 
Dim Ktofi^eieh Sadiaen, 'damaie vM 7m i^. WBd.9^d0»(M)eBly 
bot e^efrewar ato eins 4er passendsten AiatninClandttel dar^ abte> 
dagegen iehaten * sidi vor allen Frankreieb und jEfeossbrHanton- 
a«r. Dttf ZwIesffaH bei Sbn Coagresswrhandlangen drehte fbst 
(itt Jan/ a. Febr. 1815^ einen vdOigen Brncb zwischen den bisher 
verbündeten Mbchten hervorzubringen, als . die Wiederankmifl 
Napoleons in Fraitoelch die Noibwendigkeit der Eintracht zur 
Wiederemeaerong des Kampfes gegen denselben *) dringend 
erheischte, und zor rascheren Einignng, mit mehr Nachgiebig- 
Iteit von den verschiedenefi Seiten, Separatvertrage über die 
Vertheilnng der zur Verfügung gestellten, Länder herbeiführte^ 
irnd anf solche^ Wcfiiie den endliehen Absehlnss der Final -Acte 
des Wieiier-Cöngresses äm^. Jnn^r 1815 mdglieh madite. 



1 1 • 



* *) Nene Defensiv - Attlana «wisckea Preossea« Orossbritiinien« 
Oesterreteb aad Rosslaad vom S5. Mirz ISL'^, bi^ Horte na, Supfi* 
au Reo, t. VI. pag^ 1I3^*-^9L - . . . i 



112 Der Prenisiicjb« Staat. 

«|B XMai 1815 etnej] TheUitiigsrverlrag *>, Wetekem OcKiitrrei<^h 
an 4*lliai is ftUei^ Puiikliaii. beitfat, dbet. liaa vormulife Herj&o^^ 
tlmitF.WarBcbait geschlesffen» daob 'HrelolMi det w«^Uebe Theil 
d^asf Ibdn naia Groa«äoi«ogth«m F^iia»a d00 Pro««««. SfaMer 
cririverleibtr waff^D««Hte« Die Gfänze daa aeli i an i Bolli^ jpiujti.dai; 
WiedeiiieriMIkiag« itor bet^dar craleai TheHnng^Tan PiMeii Ma Jk 
\r\% gaw4«ieaeiifi €ir&BiiQ< för. Wa«%)raB4«ea (al8a\4mi!$fil€ff|i4 
naeb dar Wiederv^miiNgttag flttifliettrKreiaan Cirim «aAiMkli^i 
Iaa>, ImI demiDdrfa.iNaakaff.begionaa, laogat 4ar aitea Gra«^ 
bi» LbibHa^h («i^the« bei PoianbUiabiugehaB, 4aaa in ge(tt4ar 
Lniie 'tibar» MompMlai) Gnibowwe.und8ayrtao aftt WaielwQl fa^ aa 
dla ebaiMlaiga €kinae 4lea Nel a di airi ctea baiChFoas'^Oi^calGay endima 
•lat< GUefmba^ Piasfcji^ CbakBoa&,:KabxlttyN| ^vtcaatiMk vaaf^o^ 
tnloa»^ daa IM» Pokn variitteb).jlnd ajc tti M to a i . m-.j^mtiMßm 
]liabtateg:ilieriWa3ree)r% OfclMQra'^ttMr^ttaai Rifa^iaia aaifl^Q^« ¥<^ 
^aaer Stadt: äolHesiob. die «r&nta a^f^^tef^ca.CWailit ba^JP^Ml 
biamt'Bniiiitaiiinif dM'Praeim iail»' Waktfaa« dirntttlhi^Pr^^iiii 
atrfViriitB biai Mifii f)^ £lMoieIittwr.iaii Ja ikc NIbe f^o JSIaliaiol^ 
ariabas^aiiBaii UiaiBeia aucbvaf eina j^ndd WegeaiuiCfiteia liit^m 
Proana^Uinr bei Palen vm^bhsibt)^ itad darauf von jQaiak wieder* 
^e limaia wifwüi^ dnreh. dte Staite:(€Mlia(vr, iWiefaaaow» Ba-^ 
liMdaarie» bi» -onir SaUesiaefte» CMInaei in das Nihe Ta9JPit(9fh^ttv 
WA %XiM¥,xü)smn ncAMt ^eibiet vourde liif &al oadNiupaMAnüigE 
eiMirt^* bber "imt^ doroii einda: beaaa^effdB Vfeortiag ^*>. »uilar df^a 
StelaUs dar d^i MilcMe flasiBindy Oeatiarreieil^ nad Frmsaaa |^ 
at^t« Dar Rest des BerBqgtbiUtis WaBErtbaa^ laH AfM^cblpM»; 
eines kleinen an Oestelrraicii zorfiekznateHeadea B€«i»t:a mI d^ai' 
reelKie» Wetchäelalisr wurde als ein besoadecea K&nigrakb Polens 
^m Kaiser von üussiandi ftbeidassen. **)i Der Pietiissißche Antliatt' 



'^\ Bei Mürfiens, Sttypl. «u Becaeil i. VI. pag., 23.6 - 59 «ad» 
Preuss. Gesetz&amnUung Jahrg. 1815^ png. I28-7-6O. 

*♦) Bei Martensi i^iißal.. au. Bec, vQL.VKpagr 351^62, Preu^^ 
Gesetzaamralui^g J[. I8IS9 p^- 161 — 84} diesem Vertrage i8t 
auch zugleich die Constitutionsurkunde für die Republik Krakau 
beigefügt. 

^*^> me Sthiffskrt acof aetf S^Hftssea.iiAd CaaMew dfs ebem^Hge^ 
(tat 177'^)i Feltds mäXUf Am belderaeiMgen €nte«liiaDaa gifiq^iaäa^ 
Big freistehen. Ueber die Schuldenlast, isowolfl aus 4ep/Z.Qit.«^;0^< 



Der Preussische Staat. If3 

an dem Herzoglham Wartchaa mit BiiiBohliitB der Kreise Cahn 
aocl Michelaa, welche gleich nach der Besetzaag durch Prens-** 
Bisobe Trappen wieder mit Westprenssen vereinigt waren, be^ 
trug Oberhaupt 508 Qraeil. mit etwa 880,000 Bewohnern. Es 
fehlten also noch an den Polnischen Undermassen gegen 1430 
. Qmeil. oder mindestens gegen 1,800,000 Menschen, wenn man 
das auf dem Wiener- Coagresse einmal angenommene Princip 
festhielt, fQr die ROekgew&hr bei den fintschüdigangen nicht so-^ 
wohl auf den Pl&eheninhalt, als auf die Bevdllcening eu sehen '^), 
Biae bedeutende HAtfo enr Aasgleichnng diesea Verlostes ge- 
währte der Friedens- und Frenndschaflsvertrag Kwischen Prons«* 



frühereaEftalgePeleas («taalslsiM August «ad «elaer Vorgänger) als de« 
Heraogthums W«rsch«a wurde eine besondere Uebereiakanft geschlos- 
sen, der sber gleiche RechtsgUltlgkeit beigelegt wurde, aU wenn sie In 
den Haupt -Vertfdg mit elugesehlossen wftre. Art. 3*2 und 35 des 
Vertrages. 

*) Ein noch angemesseneres Princip scheint allerdings auch hle- 
für die Mittelstrasse anzurathen, namentlich in der Ausgleichung bei 
littndern mit relativ starker und mittlerer Bevölkerung; es sollte der 
Verlust an Flftcheninbalt bei der Ausglelehvng durch Bevölkerung 
dadurch berttoksichtlgt werden, dass ein dem Wertke des verlomea 
luaBdes entsprediender 2»u8at2 an Bevölkerung gewährt wird: z. B. 
100 Omen. durchsehnKtlieh mit 1500 8. auf 1 OnelL (aUo 150,000 8.) 
"werden Im Allgemeinen nicht angemessen ersetzt durch 25 Qm eil« 
durehscbnittlleh mit 6000 S. auf 1 Qm. (gleichfalls 150,000 8.), viel- 
leicht aber sehr entsprechend durch 40 Qmeil. mit derselben starken 
Bevölkerung (also mit 240,000 SeeU). Denn ein relativ schwach be- 
völkertes Land kann bei nicht ungünstigen Bodenverhältnissen, durch 
eine dauerhafte Verbindung mit einem In der Cultur und im Inneren 
Verkehr mehr entwickelten Btaate, leicht eine sehr vortheilhafte 
Aussicht; gewinnen, jährlieh mit einem well stärkeren Proeeatsatz 
In der Bevölkerung fortzusehrelten, als dies bei einer relativ star- 
ken Bevölkerung aus nstürllcAea Crrüiden überhaupt möglich ist Es 
wird mithin auch der Gssammtwerth des Bodens und der davon ab- 
kingigen HWsquellen des Staates für Ale Zukunft verhäUnlss- 
inäsfig In jenen Ländern sich rascher vergrössern können als in 
diesen, also für einen Staat Nachtheil bringen, wenn er sehr schwach 
bevölkerte Länder gegen stark bevölkerte nur nach dem augenblick- 
lich vorhandenen Menschendapitale In denselben würdigt und ver- 
taaseht, und dadurch sl^ selbst für seine zukünftige Entwlckelung 
schwächt. 

Sc)iubert*8 Statiatiic. VI. 8 



114 Der Preussische Staat. 

sen nnd Saehseo zu Wien von 18, Mai 1815,*) weleher einen 
Theil des Königreich» Sachsen (den nofdö.stllchen) als Herzog- 
thum Sachsen auf Preussen Qbertrug. Die Abgränzang 
wurde folgendermaassen bestimmt: von der Böhmischen Gr&nze 
bei Wiese in der Gegend von Seidenberg, zog sie sich neben 
dem FInssbette des Baches Wittich bis zu seiner Binmündung 
in die Neisse; von der Neisse wandte sie sich nach dem 
Eigenschen Kreis zwischen Tauchritz (Preussiscfa) und Bert- 
schoff, verfoJgte dann die nördliche Gränze des Bigensohen 
Kreises bis Paulsdorf und Ober-Sohhind und ging darauf bis zar 
Gr&nzscheide zwischen dem Gdrlitzer und Bautzener Kreise, 
so dass Sohland, Ohiisch und Radewitz bei Sachsen verblieben. 
Darauf ging die Abgränzung mit der KreisgrUnze (Bautzen) bis 
Dubrauke, zog sich über die Höhen rechts von dem Bache Lo- 
ban, der mit beiden Ufern und den daran liegenden Ortschaften 
bis Neudorf bei Sachsen verblieb, wandte sich dann fiber die 
Spree, die schwarze Elster bis zur Gränze der Herrschaft Kö- 
nigsbruck bei Gross -Gillbchen, die bei Sachsen verblieb, dann 
bis zur Glänze des Amtes Grossenhayn bei Ortrand, und tiber 
Merzdorf, Stolzenbayn, Gröbein, Möhlberg bis zur Eibe bei Fich* 
tenberg. Von diesem Punkte an der Elbe bis zur Gränze des 
Stiftes Merseburg wurde die Abgränzung dadurch bestimmt, dass 
die Aemter Torgau, Eilenburg und Delitzsch an Preussen ka- 
men, die Aemter Oschaz, Würzen nnd Leipzig dagegen bei 
Sachsen verblieben: von Podelwitz bis Eytra (beides fdr Sach- 
sen) durchschnitt die Gränzlinie das Stift Merseburg, so dass 
Model witz, Skenditz, Klein -Liebenau, Alt - Ranstädt, Sköhlen 
und Zietschen an Preussen fielen. Endlich durchschnitt die 
Gränzlinie das Amt Pegau zwischen dem Flossgraben und der 
weissen Elster, so dass der Flossgraben, von seiner Trennung 
von der weissen Elster unterhalb der Stadt Crossen bis zu sei- 
ner Vereinigung mit der Saale unterhalb der Stadt Merseburg, 
mit seinen beiden Ufern zum Prenssischen Gebiete gehörte, und 
verfolgte darauf die Gränze des Stiftes Zeitz bis zu der Alten- 
bnrgischen Gränze bei Luckau. Die Gränzen des Nenstädter 
Kreises, der ganz an Preussen fiel, blieben unverändert ^ die 
Voigtländischen Enclaven im Reussischen, nämlich Gefäll, Bunten- 



*) Martens, Suppl. an Rec. t. VI. pag. 372 — 86 und Prenss. 
Gesetzsammlung Jahrg, 1815, pag. 53 — 75. 






Der Preatsische Staat. 115 

darf, Sparenberf und Blankenberg sind in dem AntheHe PrenssoM 
mitbegiifea. *) Nach dem Patente Friedrich Wilhelma III. über 
die Bemtsergreifting dteser yertragsm&asig überwiesenen Sich* 
siacfaen Lande vom 23. Mai 1815,*'*') umfossten dieselben die Nie- 
derla«8itz, (in derselben aber auch den Kreis Cottbns, den 
Sachsen 1807 von Preossen erwerben hatte) einen Theil der 
Oberlansltzy den Kurkreis mit Barbj and Oommern, ei- 
nen Theil der Kreise Leipsig «ad Meissen, den gröss- 
tan Theil der Stifter Merseburg and Naambnrg-Zeitis, 
das SichsiaoheMannafeld^ den Thftringischen Kreis, das 
FürstenthuB Qaerfart, den Neast&dtisohen Kreis, die 
oben benannlea Voigtl&ndischen Bnclaven nnd den kö- 
niglich Sftohsischea Antheil.an der Grafschaft Henneberg, 
zusammen eine Ländermasae von 307 0meit. mit 864,400 E.**^: 
nach dem Fl&cheninhaUe etwas über sieben Droizehntheile 
des vormaligen Königreichs Sachsen, aber nach der Bevölkerung, 
da die am stärksten bevölkerten Kreise bei Sachsen verblieben, 
nur etwas über zwei Fünftheile derselben. 

- Unter den ferneren Ansgleichungsvertriigen, diePreus- 
sen mit den einzelnen Deutschen Staaten schloss, um in den auf 
den Ersatz seines Ll^nderverlustes eilenden Entschied igungen 
gleicbzeitig eine angemessene Abrundnng seines Staatsgebietes 
überhaupt zu erwerben, sind vorzugsweise zu bemerken: 1. Mit 
dem Könige Georg III. von Grossbritanien als Konig von Han- 



*') üeber die von Prenssen durch diesen Vertrag QberDommene 
Sobuldverpflichtungen vgl. unten §. 21. — Ueberdles musste der 
König von Sachsen In diesem Vertrage allen seinen Ansprüchen auf 
die zum HerzogChnm Warschau gehörenden Ländermassen zu Gun- 
sten der drei dabei bethelllgten Hftehte Russland, Preussen und Oes- 
terreieh entsagen. IMe besondere Entsagungsacte des Königs Fried- 
rich AugnsC vom 29« Mal 1615 ist bei Martens Suppl. au Rec. vol. 
VI. p. 366. IMe wichtige Geschichte dieser Verhandlungen ausführ- 
lich in Flaaaan a. a O. und Klüber's Act. d. Wien. Congr. 

**) Preuss. Gesetzsammlung 1815. p. 77—80 uud Martens 
Suppl. au Bec. vol. VI. p. 187 — 90. 

♦♦ic) Nach der Z&hlung, die für das Königreich Sachsen im Jahr 
1813 YoUsttndlg aufgenommen war, stand die Bevölkerung auf 2,03S,050 
Blnw. Vgl* überdies C^ W. Böttiger's Geschichte Sachsens (In der 
Heeren - Ukert's^ Samml.) Bd. IL, S. 57i. 

8* 



119 Der Preut«ische Staat. 

nover av 29.1aai 1815 zo Wieo. *) In dlMem tritt Preassen 
an Hannover ab da« Fftrstentham Ostfriesland "f^*), das F&r*** 
stenthnm Hildesbeim, die Stadt Goslar nebst ihrem Gebiete, 
die niedere Grafsobaft Liaf en und einen Tbeil des Fürsten« 
thnois Münster zwisohen dieser Grafschaft und dem Hannörer-^ 
sehen Anttieile an der GrafsehafI Rheinn-Wolbeok, der je« 
doch so gross sein sollte, dass er mit Linien zusammen eine 
Bevölkerang von 23,000 SeeL ^l^hlte; Preossen erhielt von Han-» 
nover den Tbeil des Herzogthnms Lauenburg, welcher auf 
dem rechten BIbeufer lag, mit den anf diesem Ufer gelegenen 
Lttneborgiscben Dorfscfaaften , femer die Hannoverschen Aemter 
Klötze, Blbingerode nnd Reckeberg*****) und die Dorfschaften 
RQdigersbagen und G&nsetelch. Prenssen gab mit dleseib seinem 
Vertrage seine rechtmlbssigen Ansprüche anf03Qm mit 378,000 E. 
aof, und empfing dafür 31 Omeil. mit 65,600 Binw., von denen 
es jedoch nnr die Hannoverschen Aemter beibehielt (6 Omeil. mit 
1 7,600 Binw.), Lanenborg aber nnr eingetauscht hatte, um es 
sofort wieder an D&nemark an vergeben. Dies geschah in dem Ver«» 



*) Martens, Suppl. an Rec. t. VL pag. 316 — 36. 

**) Zu der Verzlchtlelstang auf Ostfriesland entschless sich Kö- 
nig Frledricb Wilhelm sehr schwer, aber überwiegende Hücksichten 
gegen das Britische Cablnet, das auch die Deutschen Staaten des 
Hauses Hannover, bei der Annahme der Königskrone für dieselben 
und der gleichzeitigen Vergrösserung der meisten Deutschen Für- 
stenhäuser, zu erweitern sich bemtlhte, erheischte dies Opfer* Doch 
wurden fflr die Benutzung des Hafens Enden und der Ems auf dem 
Hannoverschen Gebiete den Preussen gleiche Rechte wie den liSn* 
desangehörigen im Art. Y. dieses Vertrags sugeslehert« •— Als eine Ter- 
ritorial- und Popuiations- Beeinträchtigung in der allgemeinen Ent- 
schädigungsangelegenheit kann man aber dieses Mians der Preussen 
gegen Hannover nicht ansehen, well der dadurch eingetretene Ver-» 
lust an Seelenzahl den Preussen in der Hauptabrechnung zu gut ge» 
schrieben, oder was dasselbe sagen wiU, weil alle seit dem Märe 
1813 in Besitz genommenen und vertragsmässig erworbenen Cesslonen 
nach der Volkszahl für Preussen susammen berechnet wurden, um 
dadurch den Verlust aus dem Tilsiter Frieden au oompensiren. 

***) Klötze (iVitOmeiL) ist in der Altmark enolavirt, SIblagerode 
(VtQni) gehört zum Fürstentfaum Grubenhagen, Reokeberg(SQmell.) 
zum Hannoverschen Antheil des Münsterlandes; Rtdlgtrshagen und 
Gänseteich liegen im Eichsfeld. 



Der Prettssische Staot. 117 

imge — II. aH deai Könige von D&neiiark sq Wien um 4. Jan. 
1815,''') indem dere^be das Her^ogthnm Laoenlrarg, jedooh mit 
Ansscheldang des Amtes Nenhans nnd der Lfinebargiscfaen Dör- 
fer auf dem rechten Ell^eafer (sasammen OQmeiL mit 8000 E.), 
also nnr einen FJiobeninhaM von lOQmeiU mit 40,000 Seel. er^ 
bielt, nttd dafCkr das Sohwedisehe Pemmem und die Insel ftügen 
(75Qm«L mit 124,000 11.) nnter den Bedingungen, wie diese 
Uader dnreh den Frieden za Kiel am 14. Jan. 1S14 von 8ohwe<^ 
den ibcrgeben waren,'!"'') an Prenssen abtrat. Ueberdies tiber- 
nahm Preusaen fOr die ßcbwediscbe Regiening eine scholdige 
Zabking von 600,000 ThIr.Bnco (etwa 350,000 Tbl r. Pr.), als ei*- 
gene Schuld in 2 Monaten an D&nemarfc s&u entrichten, und fOr 
sich selbst zur Ausgleichung des erlangten grösseren Territo- 
riums die Summe von 2^000y000 Thir. Pr. in vier halbjährigen 
Terminen .bis cum 1« Jnli des 2ten Jahres nach dem definitiven 
Frieden für den damals ausgebrocheaen neuen Kampf gegen 
Napoleon zo zahlen. iJleicfazeitig schloss aber Prenssen auch 
über dieselbe Cession des Sehwedischen Pommerns einen beson- 
deren Vertrag zu Wien am 7. Juni '*''*'*) mit der Schwedischen 
Regierung, am ihre Verziohtleistung auf alle Ansprüche an Pom- 
mern auch für Preussen zu erhalten. Das oben noch vorbebal- 
tene Laueoburgische Amt Neubaus und die Lfineburgischen Dör^ 
fer auf dem rechten Eibeufer, so wie das Ami BIbingerode, und 
die Bichsfeldischea Aeaiter Lindau und Giboldshadsen nebst dem 



*2 Härtens Suppl. sa Reo. vol. VI. p. dlO^-Sa. 
**y Märten 8 8uppl. au Rec. voL V. p. 666. Nach diesem Frie- 
densverträge masste das besiegte Dänemark auf die feierlichste 
Weise im Art. VIII. die Erhaltung aller Rechte, Freiheiten und Pri- 
vilegien den Bewohnern Pommern's asosichern, konnte also auch spä- 
terhin Schwedisch -Pommern nur nnter der Garantie der ErfOllung 
dieser Bedingung abtreten. 

*♦*) Martens Suppl. au Rec. vol X. p 149 - 56. Andere Diffe- 
renzen zwischen Preussen und Schweden wurden dabei gleichseitig 
durch eine Geldentscliädiguag von Preassischer Seite ausgeglichen. 
In diesem Vertrage wurde noeh namenllleh eine Sieherstellung von 
Preussen für die Erhaltung der UBlversttat Greifewalde verlangt und 
gegeben. In dem Prenssischea Pateate über die Besltsergrelfnng 
Mm Sehwedleoben Pommerns vom Xik S^. 181d (Prtute. GesetssammL 
t&19. p« 8(^— 4.) warde aar der Abtretnag von Scbwedieoher Seite 
gedacht. 



118 Der Preussisohe Staat. 

Gerictitsamte Duderstadi im Etohsfelde wurden von PreiuMwu 
darc^ eioen neuen Vertrag z« Paris vom 23. Sept. 1815"^) dem 
Köelgreicfae flanaover überlassen, weil Prenasen die in dem Ver- 
trage über Lauenbarg übernommene Verpflichtang, Karhessen zor 
C^sion der Grafschaft Sehanabnrg ku bewegen, bei der be« 
stimmten Verweigerang von Heasiseher Seite nicht hatte erfüll 
len können. — Ilf. Mit dem anf dem Congresse %a Wien erhobenen 
Grossherzoge von Sachsen- Weimar einigte sidi Prens- 
sen in einem Vertrage za Wien am 1. loni 1815,'*'*) (in den 
Cessionen noch vervollständigt durch den Vertrng vom 22. Sept. 
1815)^ indem es die für Sachsen- Weimar auf diesem Con- 
gresse festgesetzte Erweiterung durch ein Gebiet mit 77,000 S. 
Bevölkerung, die in den an Preussen gemachten allgemeinen Ces- 
sionen ermittelt werdop sollten, theils in dem ihm abgetretenen 
Theile des Förstenthums Fulda mit 27,000 S., theils in den Herr- 
schaften Blankenhayn, Kranichfeld und Untergleichen, einem 
Theile des Neustftdter Kreises und den an Preussen gefallenen 
Enclaven in Weimar und Eisenach anwies. — IV. In dem Tausch- 
vertrage mit dem Herzoge von Nassau und dem Fürsten 
von Nassan-Usingen zu Wien vom 31. Mai*'''*) erhielt Preus^ 
sen von Nassau die vollstf^ndigen Aemter Linz, Alten wied, 
Schönberg, AUenkirchen, Freusburg, Friedenwald, Dierdorf, 
Neuerburg, Hammerstein , Uuddersdorf, Braunfels, Greifenstein 
und Hohensolms, einzelne Theile der Aemter Hachenburg, Hers- 
bach, Vallendar und Ehrenbreitstein sowie die Stadt Neuwied -{-) 
(zusammen 46Qmeil. mit 143,000 E)*, es trat dagegen an Nas- 



*) Mareens Suppl. au Rec. t. VI., 652 — 56. 

**) Mareens SuppL au Rec. t. VI. p. 324 ^ 27.— Nach der 
zweieen Uebereinkunfe zwischen Weimar uad Preussen zu Paris, 
am 22. Sept. 1815 (Mareens, Suppl. e. VIL 323 — 31) erkläree der 
Grossherzog von Sachsen - Weimar, von Preussen für seine Ansprüche 
auf 77,000 Seel. völlig beMedlgt zu sein. 

***) Mareens, Sappl. au Rec. U VI. p. 333 - 49. 

-{*) Uneer diesen Nassaalsehen Besitzungen war auch die dem 
Herzoge von Nassau seU 1806 zustehende Oberhohelt über die Herr- 
schaften der Fflrseen von Wled-Neuwled und Wled-Runkel mltbe- 
grlffeu) eben so die Oberhohelt über die Herrsekaften Braunfels, Grei- 
fenstein und Hohen -Solms, welche den Fürsten von Solms-BraunfelB 
und Solms -Hohen -Solms angehören. 



Der Preussische Staat. 119 

MHi ab die ihm (daroh einen an demselben Ta^e zu Wien ab- 
geschlossenen Vertrag mit dem Könige der Niederlande *) über- 
wieaeneo drei Oranien-Nassaiiiscben Förstenthümer Dietz, Ha» 
damar aad Dillenbarg^ die Herrschaften Beilsteiu, Westerburg, 
Sehadedc und den vormals Bergisohen Antheil des Amtes Run- 
kel, eo41ieh in dem Fürstenthume Siegen und den Aeratern Bur- 
bach and Neankirchen einen District mit 12,000 8. — Endlich 
unter Vermittelong und Beihülfe des Kaisers von Oesterreich schloss 
Preusseo — V. mit dem Grossherzog von Hessen-Darmstadt 
am 10. Juni 1815**) zu Wien einen Vertrag, nach welchem 
Hessen -Darmstadt das Herzogthum Westphalen (62 Qmeil. 
mit 14 1,900 B.) an Prenssen überliess, und dafür durch einen 
District auf dem linken Rheinnfcr mit 140,000 S. Bevölkerung 
entscliidigt wurde, der die 6t&dte Worms, Frankenthal und Op- 
penheim in sich begriff. 

Nachdem der Abschlnss dieser VertrUge ***) vorausgegangen 
oder doch so nahe gebracht^ war, dass er wie der mit Hessen- 
Darmstadt den Tag nachher unterzeichnet werden konnte, wor- 
den durch die Schlnssacte des Wiener- Congresses vom 
9. Juni 1815 -f-) in Bezug auf das Preussische Staatsgebiet nach- 



*) Härtens, Buppl. au Hec. t. VI. p. 327 - 32. Derselbe Ver- 
trag wurde zugleich nlt Orossbritanien, Russland und Oesterreicli 
abgeschlossea. Im Art. V. entsagt der König der Niederlande für 
sich und seine Nachfolger zu Gunsten des Königs von Preussen 
jedem Anrechte auf die souverainen Besitzungen des Hauses 
Nassau - Oraoien in Deutsckland und ausdrücklich auf die Für^ 
stenthümer Dillenburg, Hadamar, Dletz, Siegen, auf die Herrschaft 
Bellstein, sowie auf das Fürstenthum Fulda und die übrigen 
durch den Begensburger Beichstags-Deputatlonsrecess dem Hause 
Nassau -Oranien ertb eilten Lttnderelen In Deutschland. 

^) Märten s Snppl. au Hec. t. VI. p. 459— 62 und die Geschichte 
der sehr verwickelten Verhandlungen, die diesem Vertrage voraus-* 
gingen, in Klttber Act. d. Wien. Congr. Hft. XXIV. pag. 543 — 72. 

***") Durch den Art. 118 der Schlnssacte des Wiener -Congresses 
wurden diese bereits abgeschlossenen Verträge ausdrücklich dersel- 
ben als Anhinge beigeschlossen und mit derselben Rechtsgültigkeit 
belegt, als wenn sie Wort für Wort in die Schlossacte aufgenom- 
nfeu wftren. 

t) Härtens Suppl. au Rec. v. VI. p. 379-431 und Klüber's 
Quellensammlung z« d. öffentlichen Rechte des Deutschen Bundes 



120 Der Preussiscbe Slaat 

stehende BeflUmmiing'en getroffen : LPreassen erbieltzorOok 
von den im TiUiter Frieden verlorenen Landern: a) die Kreise 
Ciilm und Micbelau in Westpreassen , den oben p&her abgegcins* 
ten Tbeil von Sudpreussen und dem Netzdistricte als Grossber-« 
zogthnm Posen und die Stadt Üanzig nebst Gebiet (zasanaen 
583 Qmeil. mit 960,000 B.). b) Den Kreis Cottbus und die Alt- 
mark (Ol Qmeil. mit 166,000 E.)- c) Das Herzogtbum Magdeburg 
auf dem linken Elbeufer mit dem Saalkreise, das Försteutbum 
Halberstadt mit den Herrschaften Oerenburg und Hassenrode, 
Quedlinburg nebst Gebiet, den vormaligen preussischea Antheil 
an den Grafschaften Mannsfeld und Hohenstein, die Städte Nord- 
hausen, Mühlhausen und Erfurt mit ihren Gebieten (bei der letz- 
teren mit Ausnahme der an Sachsen -Weimar überlassenen in die- 
sem Herzogthume liegenden Enclaven), das Eicbsfeld, den Preus- 
sischen Antheil an dem Bezirke Trelfort mit Dorla, das Amt 
Wandersieben früher zur Grafschaft Untergleichen gebdrend (zu- 
sammen 151 Qm. mit 506,500 M.)* d) Das Förstenthum Paderborn 
mit den Enclaven in dem Fürstenthum Lippe-Detmold, die Gral^- 
Schaft Mark mit dem ihr zugehdrenden Antheile an Lippstadt^ 
die Grafschaften Essen, Werden und das säcularisirte Capitel- 
stift Elten, das Förstenthum Münster (mit Ausnahme des oben 
an Hannover überlassenen Länderbezirks), das Herzogthum Cleve 
auf dem rechten Rheinufer mit der Stadt und Festung Wesel, 
das Fürstenthum Minden, die säcularisirten Stifter Cappenberg 
und Herford, die Grafschaften Teklenburg, Lingen (mit Aus- 
schluss des oben an Hannover abgetretenen Antheils) und Ra- 
vensberg (zusammen 239 Qmeil. mit 646,000 M.). e) Das Fürsten- 
thum Neufchatel und Valengin, (14 Qmeil. mit 50,000 Ein w), end- 
lich das Oberhoheitsrecht über die Grafschaften Wernigerode 
und Hohen-Limburg (7 Qmeil. mit 16,750 Einw.) Diese Wie- 
derherstellung des Preussischen Staates durch ältere Besitzun- 
gen, welche erst seit dem 9. Juli 1807 verloren gegangen waren, 
gewährte einen Gesammtbetrag von 1085 Qmeil. mit einer Be- 
völkerung von 2,345,250 3."^) — U. Preussen erwarb neu oder 



3te Ausgabe p. 1 — 99. — Erläutert ist dieselbe durch hUt. und sta- 
tistische Bemerkungen in Kl über*« Staatsarchiv des Deutschen Bun- 
des, Hft III. S. 307 — 80. — lieber die Preussischen Erwerbungen 
liandeln Art. 2, und 15 - 25 j 27 — 31; 39 — 43. — 

*) Die Bevölkerungssumme ist hier allerdings nur sehr approxi- 
mativ anzunehmen, da nicht in allen liier genannten Ländern gleich- 



Der PreU88i8che Staat. 121 

eriiieü von frfther (vor dem Tilsiter •Frioden) verloreoen oder 
ufligetaiischteB li&ndero wieder sorück als vollständiges Ei- 
gentham: a) Rechts vom Rheine, die oben in den Verträ- 
gen mit Sachsen, Hannover, Dänemark and Schweden niher an- 
gegehenen Landestheile des Königreichs Sachsen (mit Aus* 
schlnss der Cessionen*) an Sachsen -Weimar), die Hannover- 
schen Aemter**) sowie das Schwedische Pommern (alles 
zusammen 433Qmei]. mit 076,000 M.),* ferner die Stadt Wetz- 
lar and ihr Gebiet (VaQmeU. mit 4300 M.), das Grossherzog- 
thurn Berg mH den daaso gehörigen Herrschaften Hardenberg, 
Broich (aa der Rubr), Styrum, Scheller und Odenthal und den 
in demselben eingeschlossenen Bezirken des vormaligen KurfQr- 
stenthums Colin (zusammen 57 Qm. mit 304,500 M.), das Herzog- 
thumWestphalen nach dem obigen Austausch mit Hessen- Darm- 
stadt und die Nassauischen Aemter, mit Einschlnss des Ober- 
hoheitsrechtes über die mediatisirten Besitzungen der Fürsten 
von Neuwied und Wied-Runkel ***}, der Fürsten von Solms- 
Braunfels und Solms - Hohensolms (nach den oben erwähnten 
Verträgen vom 31« Mai), beides zusammen mit 108Qmeil. und 



zeitige Kählungen vorgenommen waren, noch viel weniger anter den 
damaligen ZeitzustÄnden zum Zwecke der gegenseitigen besseren 
Ausgleichang neue Zählungen vorgenommen werden konnten« Nur 
soviel ist aus der naohhel-igen Zählung im J. 1817 zu entnehmen, 
dass diese Angaben mindestens nicht höher als die wirkliche Volks- 
zahl stehen, und nur um 1 bis SProc. unter der späteren Zählung 
verbleiben. 

'*') Ausserdem ist der Coltbuser Kreis hier in Abzug zu bringen, 
da er bereits als ein durch den Tllslter Frieden verloren gegangener 
und einfach wieder zurückgestellter Landesbezirk unter Nr. 1. auf- 
geführt ist. 

**) Die Thelle, welche Prenaseo^von dem vormaligen Departe- 
ment Fulda im Königreich Westphalen durch Art. 24 der Sehluss- 
acte erwarb, benutzte es ausschliesslich zum Austausch mit dem 
Grossherzog von Sachsen -Weimar, dem Kurfürst von Hessen und 
dem Könige von Baiern, sie sind also niemals förmlich in das Be- 
sltzthum des Preussischen Staates übergegangen, und ihre genauere 
Anführung erscheint daher hier überflüssig. 

***) Bei dem Aussterben der Wied-Runkelschen Linie mit Fürst 
Carl Ludwig 28. Apr. 1824 vereinigte der Fürst August von Neu- 
wied die sämmtlichen Besitzungen des Hauses Wled. — 



122 Der Preussische Staat. 

284,900B., die Grafschnft Dortmoiid (lV«Om«il- mit 6000 M.) 
und das FarsteDtham Correy (OQm. mit 14,600 E.) — b) Links 
vom Rheine, die Länder nördlich vom Biniass der Nahe in den 
Rhein bei Bingen, so dass die Nahe die südliche Gr&nze bildete 
bis zu ihrem Zusammenflösse mit der Glan, sodann die Glan bis 
zum Dorfe Meddart bei Lanterecken, welches ausserhalb der 
Preussisohen Gränze blieb. Darauf nahm die GriE^nze ihre Richtung 
in gerader Linie über Merzweiler, Langi/i^eiler, Ausweiler, Nie- 
der- und Ober-Brombach längst der südlichen Abgr&nznng der 
Cantone Ifermerskeil und Conz zur Saar, so dass die Cantone 
Wadern, Merzig und Saarburg ausserhalb der Preussisohen 
Glänze blieben. Von der Einmündung der Saar in die Mosel 
wurde die Granze eine Strecke die Mosel hinauf bis zum Biollass 
der Sure gezogen, dann längst diesem Flusse nordwestlich bis zur 
Einmündung der Oure in denselben, und dann wieder hinauf 
bis zu den Gränzcn des vormaligen Französischen Departements 
der Onrthe. Von diesem Departement' selbst sollten die Cantone 
Saint- Vith, Malmedy, Cronenburg, Schieiden und ein Theil des 
Cantons Anbei an Preussen fällen. Daraufzog man die Gränze links 
von Aachen, Herzogenrath, Geilenkirchen, Gangelt mitten durch 
den Canton Sittard auf Suesteren, Roermonde und Swalmen, 
welche Orte selbst aber dem Königreiche der Niederlande zu- 
fielen, endlich längst der Maas an der alten holländischen Gränze, 
jedoch so, dass nicht nur beide Ufer der Maas, sondern auch 
alle Ortschaften, welche innerhalb 1000 Rheinland. Ruthen auf 
dem rechten Maasufer liegen. Niederländisch blieben, bis bei 
Kranenburg der nordwestlichste Punkt des Preussiscben Staates 
erreicht wurde, von wo sich die alte Clevische Gränze 'f') über 
Wiler, Zilflich nach Bimmcn (in der Nähe von Schenkensehanz) zum 
Rhein zurückwandte. Diese Besitzungen auf dem Unken Rheinufer, 
zu denen auch die schon 1795 an Frankreich abgetretenen Län- 
der Geldern, Meurs und Cleve links vom Rheine gehörten, hat- 
ten einen Flächeninhalt von 322Qmeil. mit 1,164,000 M. Sie 
bildeten, vereint mit den Rheinlanden auf dem rechten Ufer die- 
ses Flusses oberhalb Cölln's, das Grossherzogthum Nieder- 
Rhein, unterhalb Cölln's, mit Einschluss dieser Stadt die Pro- 
vinz der Herzogthümer Cleve- Jülich-Berg. 



♦) Wie sie 1795 vor dem Basler Frieden zwischen den Nieder- 
landen und Preussen bestanden hatte, Art. 25 d. Acte. 



I 



Der Prettstiscbe Staat. 133 

III. PrtUBBen erhielt das Oberhoheiteireebt über die tue-« 
diatifiirtea Bemfoun^cD der Fdrstea tob Salm-Sa]« ondSalm- 
Kyrborg, des Rhein- und Wildgrafen*), der Herzoge von 
Croy und Looz-Corswaren {soweit das BesiUtbam des letz- 
teren nicht auf dem Haanftrerschen Staatsgebiete liegt); der 
Herrscballen Anholt and Gehmen**), der Grafschaften Stein-* 
fort (dem Grafen voa Bentbetm - Bentbtim geh.), Rekling- 
hausen {dem Herzog von Aremberg geh.) Rittberg (dem 
Firsten ton Kaunitz geh.)» der Herrschaften Rheda, Güter s- 
leb uad Gronau {dem Grafen von Bentheua-Teklenburg geh.), 
Neustadt und Gimborn (dem Grafen von Walmoden geh.), '^**) 
H^^mburg (deoFdrsten von Sayn- Wittgenstein -Berieburg geh.)^ 
Wildeaberg (im Herzogthum Berg)'f), uad Schauen -{-~t~) (in dem 
Ffirstenlhume Hidbetstadt): zusammen 90y«Qni.ffiit 206,000 M.— 

Die neuen Erwerbungen auf dem Wiener -Congresse 
betrugen demgemäss lOlTVj Qmeil. mit 2,960,300 M., und im 
Verein mit den wieder zurfickgestellten älteren Besitzungen, 
welche der Tilsiter Frieden dem Preussischen Staate entfremdet 
hatte, war die Gesammtmasse der auf diesem Congresse an 
Preussen überwiesenen Länder 2l02y2Qmei]. mit 5,305,550 M. 
so [dass im Juli 1815 der gesammte Preussisehe Staat 
einen Flächeninhalt von 4976,' Qmeil. mit 10,340,150 B. besass. 
Der wieder ausgebrochene Kampf gegen Napoleon wurde dies- 
mal durch eine einzige grosse Niederlage der Franzosen zu 
Ende geführt, und noch ehe die dritte Woche nach Eröffnung des 
Feldzugs verstrichen war, standen die Truppen der Verbündeten 
wieder in Paris (Capitulation 3 Juli), obgleich der förmliche 



*) Der Rhein- und Wildgraf Carl August erlangte vom König 
von Preussen am 11. März 1817 die Fürsten würde, unter der Benea- 
niing Saim.-Horstmar von der Grafschaft Horstmar. 

**) Die Grafschaft Anhoit gehörte dem Fürsten von Salm- Salm, 
die Herrschaft Gehmen dem Freiherrn von Bömmelherg. 

*♦*> Die Rechte des Grafen von Wallmoden auf diese Herrschaf- 
ten wurden aber 1819 von Preussen durch Ankauf erworben^ 

t) Die Herrsehaft Wildenberg gehörte dem Fürsten von Hatzfeldt, 

tt> Die Herrschaft Schauen war vormals reichsuamlttelbar, ohne 

zu einem Reichskreise oder zum reichsritterschjiftllche« Verbände 

zu gehören) Im Besitze der Frelherrn von Grote. 



1S4 Der Prentsiscbe Staat« 

FnedMMaohluM erst ma ^0 Nov. ISIS"*") in dieaef Hauptstadt 
erfolge. Dieser Friedensvertrag gestattete den Fradisosen ntelit 
sehr die Befaaopiang der Gilinze von 1793 vor Anfting desRe«* 
volntionakrieges, man ging auf die za Anfang des J. 1700 zu-* 
rfiok^ und Franlcreieh mosste — ausser den Gcldopfem v. 700,000,000 
Frcs. *'^) znr Bntsehadigung fftr die Erlegskosten, ausser de» 
Kostenanfvvande zur Befk-iedigong der Reclaniatioaen von Seiten 
der Untertbanen der siegenden Mächte und zum Unterhahe ei«* 
ner Heeresmacht der Verbdndelen von 150,000 M. auf Französi-* 
sehem Gebiete wlihrend der folgenden HQnf Jahre ***')^-^ sn sei-* 
ner Ostgriinze mehrere l^andbeziite an das K&digrelch der Nie*> 
derlande, an Preussen, Baiem, die Schweiz und Sardinien ab* 
treten. Preussen erwarb dadurch den Rest des ehemaligen 
Saar-Departements, mit Einsohluss der Festung Saarlouis, 
und einen Theil des Mosel-Departements, nämlich dieCan- 
tone Saarburg, die Reste der Cantone Conz, Birkenfeld, Her-* 



*) Bei Mareens Snppl. an Rec. tom. VI p.OOS — 742, wo aucb 
zugleich die übrigen zu diesem Friedensschlüsse gehörigen Conren- 
tlonen abgedrudkt sind. Prenss. Gesetstammlnng, J. 1816, S. 13 --:^70. 

**) Von dieser Samsie gingen vorweg 137,500,000 Fr. ab zsr 
Verwendung für die Befestlgnngswerke gegen die Französische 
Grunze, wovon 20 Mililonen auf Preussen kamen. Von dem Reste 
erhielt Preussen 125,000,000 Fr. also überhaupt 145,000,000 Fr. — 
Zur Befriedigung der Privat -Reclamationen setzte die Pariser^ Ue^ 
berelnkunft vom 25. Apr. 1818 (Martens Suppl. t. IX. pag. 417 bis 
27) die Summe von 12,040,000 Fr. Rente oder 240,800,000 Fr. Capi- 
tal fest, wovon für Preussen 2,800,000 Fr. Rente oder 52,000,000 Fr. 
Capital bestimmt wurden. 

***") Diese Heeresmacht musste vollständig mit Lebensmitteln und 
Fourage und sonstigen Bedürfnissen von der Französischen Regie- 
rung unterhalten werden; zur Besoldung zahlte Frankreich überdies 
jährlich 50,000,000 Fr, wovon Preussen 10,714,285 Fr. empfing. Im 
ersten Jahre wurde ein Erlass von 20,000,00<) Fr. wegen des er- 
schöpften Zustandes von Frankreich bewilligt, im zweiten Jahre 
wurde durch die Erklärung der bevollmächtigten Minister der Gross- 
mächte vom lÖ.Febr. 1817 (Martens Suppl. IX. p. 91 — OS) die Ver- 
minderung der Heeresmacht um 30,000 M zugestanden, und nach 3 Jah- 
ren wurde durch die Convention auf dem Aachner Congresse vom 9. 
Oot. 1818. (Härtens SuppL au Rec. t. X. p. 549-^52) die gänzliche 
Räumung des Französischen Gebiets von den Truppen der Verbthide- 
ten schon auf den 30. Nov. 1816 besUmmt. 



Der Preotsiiehe Staat. 125 

mmkäly B who Mer nod Graoilweli, fener ^a Gatitoiie Mtmig^ 
Wftdeni, Tboloy, Oitweiler, 8t Wmidol and einen Theil von Le« 
b«eh. Abtf damit M%r noch die AosfCUining der sobon In der 
SdiltiMacte des Wiener -Congresaes eingeganffenen Ver(»flich* 
tong*) ▼erknöpfty ein Oebiet »it 20,000 Bin wolinern «n den 
Beraog von Saehseo'* Coburg, ein Gebiet mit 10,000 E. an den 
Groaaberxog von Meklenburg-Strelits und ein gleich stark be* 
▼Mertes Oebiet an den Landgrafon von Hessen -flombarg mit 
der vottea Landeshofaeit an Überwaisen, auch eine Bntscb&digang 
des Reicfasgrafen von Pafipenheim Ar den Verinst von Binkünf- 
taa durah «in Gebwt von iK>0OBtnw. aber ohne Landeshoheit zn 
übemahmen« Die völlige Ansgleiehoag dieser Angelegenheit 
IImmI erst in dem GMsral^Reeeas der Territorial -Commissiori 
vom 20. JoJi laiO**) atatt, iiac9iden bereits durch vorausgegan-- 
geae Separat«^ VerhaadHiiigea dar Orossherzog von Meklen«* 
borg-Strelit» ffk die vertragamUssig am fS. 8ept. 1816 in den 
Canlonan Croneabnrg, Reiflferscheld und Schieiden überwiesenen 
30,000 S« ia einem neuen Vertrage mit Preussen vom 91. Mai 
1819«''*) die BntschbdJgungssamme von 1,000,000 Tblr. Pr. nebst 
Zinsen V4)m 18. Sept. Idl6 angenommen und diese iJIndereien 
wiederäffl an PremMen abgetretea hatte. In hhnlidier Weise 
war sobon vorher der Graf von Pappen heim entschMIgt, in-* 
dem er Buerat im August 1810 fftr die stipulirte Bntschftdignng 
Domakien in dem Regierungsbezirke Cdlln mit einem reinen Jah-* 
resertrage von 30,000 Thir. erhielt, dann aber diese dem Prens- 
sischen Staate im J. 1817 für 750,000 ThIr. verkaufte, wozu noch 
später (1821) 50,000 Thlr. als Zlnsenverrechnang kamen']'). — 
Der Herzog von Sachsen- Coburg erhielt indess in dem gros- 



*) Art. 49 der Schlussacte bestimmte einen Dlstrlst mit 69,000 JiU 
im Saar- Departement £U den eben angegebenen EntscbAdiguagen« 

**} Abgedru<^t in Klflber's QueUensammliinB anm öffentl. R. d« 
D. B. S. 100 — 33, Art. 13. und Martens Sappl. a« Rec u X. pag« 
604 -- 30» 

***^ Martens Suppl« au Ree. t. X. pag« 600 — 31$ vgl. Art. 33. 
des General -Receases. — Preues. GeeetssammiaDg Jahrgang 1819. 8. 
U4--56. Der erste Vertrag vom 18, Sept. 1810 bei Martens t. X« 
pag. 259-^63 und Preuss« Geseta-Samml. van 1818. Anhang 
8, 111 — 13.- 

t) Klüber a. a. O. S* 55^ und Art. 33 «es General «Reoesaes« 



126 Der Preussische Staat. 

seren Theile des CftiitoiM St. Wendel and in einxelMa TheUes der 
Cantone Oitweiler uad Tholey die Bezirke mit der bestiniiit«ii See^ 
leazahl, aas welchen er das Fürstentham Lichtenberg bildete, 
von dessen nachmaligem Verkaufe an Preussen unten die Rede 
sein wird. Eben so erlangte der Grossherzog von Oldenburg 
den ihm bestimmten Antheil an den Rheinlanden (zwischen der 
Preussisehen Granze und den linken Ufer der Nahe oberhalb 
Kirn) in dem Cantone Birkenfeld und in Theilen der Cantoae 
Hermerskeil, Wadem, St. Wendel, Herrstein und fisumhi^der, *) 
welchen er den Namen des Förstenthoms Birken feld gab; und 
dem Landgrafen von Hessen -Oomburg wurde auf dem reohtoo 
Ufer der Nahe der Canton Meisenheim und ein kleiner TheU des 
Cantons Grumbach zugetheilt, aus welchen das jetzige Fürstentten 
Meisenheim gebildet wurde. <^ Fftr Preussen gewährte dieser 
neue LSkndererwerb im Saar- Departem^ekien Bezirk von36 0au 
mit 80,000 E. — Ausserdem hatte der Preussisdie Staat in ei** 
ner zweiten Uebereiokuoft mit dem Grossbensoge von Hessen-* 
Darmstadt zu Frankfurt am Main vom 30. Juni IBK^*"^) die 
LMidesfaeheit über die Grafschaften Wittgenstein-Wittgen^ 
stein und Wittgenstein-Berleburg (den Fürsten von Sayn- 
Wittgenstein -Berleburg und Sayn- Wittgenstein «Hofaensftein an» 
gehörend) mit ein^n Flächeninhalte von 8 Qmeil. und 16,300 fi. 
erworben. In einem Tauschvertrage mit dem Knrfürstc» von 
Hessen-Cassel, am 16. Oct. 1 8 1 5 zu Cassel abgeschlossen, *^*) 



*) Die tJebergabe-Acte dieser Länder von Preussen an die Oi- 
denburglsclien Commissarien vom 9. Apr. 1817, bei Martens SuppU 
t. X. 405 — 16. 

**) Martens SuppK au Rec. t. IX. pag. 73 — 84 Vgl. wegen 
des Herzogthums Westpbalen oben den Vertrag zu Wien vom 10. 
Juni 1815. ~ Nacbträglicbe Conventionen über die Auseinanderset- 
zung mit Hessen -Darmstadt zu Münster vom 12. März 1817 und zu 
Glessen vom O.Juli 1817 bei.Martens a. a. O. t. X. pag. 404^505 
und Preuss. Gesetzsamml. J« 1618, Anhang 8. 138 — 42. 

*•*) Martens SuppU au Rec. t. IX. p. 331 — 340. Die Lftnde- 
reien in Fulda waren auf dem Wiener -Congresse auf Preussen s An- 
theil dieser Maeht zur Verfügung gestellt. Die VoUzlehungsacte 
dieses Vertrags zu Fulda am 5. Febr. 1816 unterzeichnet, bei Mar- 
tens a. a. 0. p. 408 — 12. Beitrittsaete des Landgrafen von Hessen -Ro^ 
thenburg v. 16. Oct. 1815, Martens t. X. pag. 158, nach welcher die- 
ser Fürst zugleich die Ansprüche erhielt, unter Prenss. liandeshoheit 



Der Preussiscbe Staat. 127 

erurarb Preoasen, indem es L&Ddereien im Fürateirtbiiiae FiUda 
an Karheasea öberliess, die niedere Grafschaft Katzea^ElInbe- 
^en, die Herrachaft Plesae mit Eiaschlass des Klosters Höekel- 
heim, die Aemter Xeuengleichen, Uecbte, Aiiborg und Freaden-* 
berg sowie die Prebatei Göttingen im Radokstidlischen, von wel- 
chen L&ndereien iadeas xuvdrderst die Grafschaft Nieder -Kat- 
sen-BIlenbogeo nach einem Separatartikel *) der früheren Con- 
vention mit Nassau vom 31. Mai 1815 an dieses farstliche Haus 
sofort abgetreten warde» um dafQr von Nassau den Rest des 
Förstenthums Siegen, die Aemter Burbach, Neunkirchen und 
Atzbaeh in Empfang zu nehmen und mit dem Grossherzogthum 
Niedenbeln zu vereinigen; ein Gewinn von 7% Qmeil. mit 20,500 E. 
— Die Herrschaft Plesse und die oben genannien Aemter mit Aus- 
nahme von Göttingen überliess Preussen dem Königreich Hannover 
nach dem Vertrage vom 33..Sept. 1815 '^*). Die Probstei Göttingen 
endlich kam an den Fürsten von Scfawarzburg-Rudolstadt 
nach emem Vertrage vom 19. Jun. 1810****^), in welchem Preus-« 
sen und dieser Fürst gleichzeitig die Bnclaven in ihren Gebie- 
ten sieh gegenseitig überliessen and auf alle lebnsherrlichen 
Rechte und Einkünfte in den gegenseitigen Besitzungen nach 
der damaligen Gränze verzichteten, wozu noch drei Separatartikel 
(bestätigt am 28. Jun. 1816)*)-) gefügt wurden , durch welche der 
Fürst an Preussen die Aemter Kelbra und Heringen verkaufte. 
Einen ähnlichen gegenseitigen Verzichtvertrag auf die lehnsherr- 
licfaen Rechte und Einkünfte in den beiderseitigen Besitzungen 
schloss Preussen mit dem Fürsten von Schwarzburg-Son- 
dershauaen zu Berlin am 15. Juni 1816 ab'{"f), und überliesa 



ein AUodium von einem jährlichen Ertrag^e von 30,000 Thir. zu er«> 
halten. Er erlangte dafür 1818 die Ratlhor-Raudenschen Güter In 
Oberschleslen als Herzogthum Ratlbor und das Fürstenthum Cor> 
\ej In Westphalen. 

*) Prenss. Gesetzsammlung Jahrg. 1819, Anhang S. 07. 

♦*) Art. V. des bereits ob, auf S. lldcltlrten Vertrags aus Paris. 

***) Martens, Suppl. au Rec. t. X. pag. 236 — 40 und Preuss. 
Gesetzsammlung, Jahrg. 1818, Anhang S. 74 — 77. 

t) Preuss. Gesetzsammlung, Jahrg. 1819; Anhang S. 97. 
Die Kaufsumme sollte auf die Grundlage des zwölfjährigen Durch- 
schnittsertrags von 1794 ^ 1805 festgestellt werden. 

tt) Martens, Suppl. au Reo. t. X. p* 229 — 35 und Preuss- 
Gesetzsammlung J. 1818, Anhang S. 71 — 74. 



128 Der Prenssische Staat. 

demselbeo die in seinem Gebiete eingeseliioMenen Tormals S&eh« 
sischen Ortschaften, wibrend es selbst alle ScbwarEborgischea 
Enclaven im Umfange des Erfarter Regierangsbezirks erhielt 
nnd mit dem letzteren vereinigte. 

Zar deflnitiven Feststellang der volistandigeo Abgrinznng 
des Preussischen Staates gegen die benachbarten Staaten, sowie 
der gegenseitig fibemommenen VerpÜcbtangen , haben wir noch 
za erwähnen die Orftnzvertrage zwischen Preassen and 
dem Königreiche der Niederlande, za Aachen am 36. Joni J8I6 
and za Cleve am 7. Oct» 1816 abgeschlossen*), mit Rassland 
In Beziehang aaf das neae Königreich Polen, za Berlin am II. 
Novbr. 1817 "f"*^), mit dem Königreich Sachsen die Uaoptcon-* 
vention zu Dresden vom 28. Aag. 1810'*''^*) zur Vollziehang aller 
darch den Friedensvertrag vom 18« Mai 1816 zwischen beiden 
Mächten veranlassten Aoseinandersetzungen and Aosgleichangen, 
and endlich f&r die allgemeinen politischen VerhiUtnisse den 
Generalrecess der Territorial * Commissien za Frankfdrt am 
Main vom 20. Jali 1810. Diese Territorial • Commission wnrde 
aaf dem Congresse zo Aachen im Nov. 1818 beschlossen und 
aus den Bevollmächtigten der vier Grossmächte Oesterreich, Grosse 



*) Beide sind abgedruckt io Martens Suppl. au Rec. t. IX. p. 
$2 — 63 upd Preuss. Gesetzsammlung J. 1818. Anb. S. 128-37. Sie 
veranlasste namentUcli für die landräthlicben Kreise Cleve und Rees 
mehrere Austauschungen, aber ohne alle wesentliche Bedeutung ftir 
die Terrltorialgrösse und Bevölkerung des Staates, da es in diesen 
Vertragen nur auf die bessere Abrundnng der Gränae nnd der Stras« 
senverbindung zwischen Malmedy, Eupen, Aachen und Geilenkir- 
chen, sowie bei den Wasserbauten am Rheine und der Waal zwischen 
£mmerich und Nymwegen ankam. 

**) Martens, Suppl. au. Rec. t. IX. p. 152^58 und Preuss. 
Gesetzsammlung J. 1818 8.9 — 18. tJebereinkunft Über die Aus- 
gleichung der gegenseitigen Geldanforderungen zU Berlin vom ^2ten 
Mai 1819 in der Preuss. Gesetzsammlung J. 18l9, pag. 197 - 208 u. 
Martens SuppL tom. X. p. 637 — 45. 

***) Preuss. Gesetzsammlung J. 18i9, Anh. S. 1 — 96. zu- 
gleich mit den detailUrten besonderen Conventionen über die Staats- 
schulden, Creditscheine , Stifts-Capitalien u. s. w. Vier besondere 
tJebereinktinfte über die milden und Familien. Stiftungen wurden noch 
als Ergänzungen der früheren zwischen Preussen und Sachsen vom 
4. Apr. , 2. Sept., 6. u. 28. Dec. 1825 abgeschlossen : sie befinden sieh 
bei Martens Suppl. t. XI. par4. 2. p. 411 — 61. 



Der Preutsttche Staat. 129 

brüioileii, PreuiBseii und Russland aasammeng^esetzt, um die de- 
Unilive Aosgleichung zwischen den verecliiedenen Staaten nach 
den Yorans^egangenen Special -Verträgen festznalellen , welche 
aaefa dem ISeneral-Recesae beigefügt worden und gleiche Gel- 
tang mit demselben erhielten. Frankreich trat dorch eine beson- 
dere Accessionsacte vom 20. Oet. 1820 diesem General -Reoesse 
in allen Pnokten bei '^). — Der Preassische Staat hatte durch 
die nenen Bn»i'erbongen im zweiten Pariser Frieden, durch 
die Tausch-, Kauf-, Gr&nz- und Ausgleichongsvertr&ge eine 
Vergrössemng von SSyjQmeil. und 116,8008. erlangt, so dass 
diese, verbunden mit der obigen Angabe des L&nderbestandes 
unmittelbar nach dem Wiener -Congresse, überhaupt den Ffö- 
cheninhalt auf 5020 Qmeil. und die Bevölkerung auf 10,466,950 
Bewolin. feststellt. Damit stimmt ziemlich genau, wenn man die 
Zunahme der Bevölkerung in den älteren Provinzen im Laufe 
der J. 1816 u. 17 berücksichtigt, die Angabe ftberein, welche 
aus den für das J. 1817 amtlich eingezogenen Nachrichten be- 
rechnet ist *"*"). Sie giebt den Fl&cheninbalt für die damaligen 
zehn Provinzen des Preussischen Staates auf 5014,* Qmeil«, für 
das unter besonderer Verwaltung stehende F<irsten(hum Neuf- 
ohatel und Valengin auf 13® Qmeil. an, also zusammen auf 5028,* 
Qm. *'^*)j die Bevölkerung für jene auf 10,536,571 E., för Neuf- 
chatel auf 51,586 B., zusammen auf 10,588,157 E. im J. 1817. 



*) Klub er, Quellensammlang n. s. w. 8. 100 — 133 und Här- 
tens SopfL t. X. p. 604 — 36. 

**) Ho fi mann* 8 Uebersiekt der Bodenflftcke und Bevölkeruni; 
des Pretiss. Staates S. 1 ^ 20; bei der ersten Zahlung am Ende des J. 
1816 (wo aber einzelne Laadesthelle, die Prenssen »warb, wie z. B. 
der Ton Meklenburg-Strelltz erkaufte In den Rkeinprovlnzen, noch 
niekt mit elngcreeknet waren) batrag nach Hoff mann die Bevölkerung 
4es Preuss. Staates 1839 S. 18. nur 10,349,031 K. ohne Neufchatel. 

***) Diese 5028,^ geographlscke Qmeil. sind gleich 4,862* Prens- 
Stehen Qiiiellen oder 108^065,658 Preosslsohe Morgen, wenn die geo- 
grm^klsehe Melle als V,; des mittleren Meridiangrades auf Grund der 
bisher bekannten Gradnefsungen zu 1966,^ Preuss. Rutken (d. I. 
rhelnländlseken Rntken natk d. Maass- und Gewicht -Ordnung vom 
16. Mal 1816) angenommen wird, also die geographlsehe Quadrat- 
melie 3,868,262,^ gnadratruthen oder 21,^' Preuss. Morgen enthält. 
Bekanntlich ist der Preussische oder Magdeburgische Morgen =z 180 
Preuss. Quadratruthen, die Preussische QmeUe enthält 22,222,' 
Sehubcrt's Statistik VI. 9 



139 Der Prentsitcbe Statt. 

Piu-oh den seohsUn Artiki^l des FuriMr Friedens vom ^0(en 
Mni 1814 war in Ausaicht gestellt, das die souverainen Ffir*» 
sten nnd freien Städte Dentsehlands sich »q einer fe<* 
sten und dauerhaften Verbindung für die Sicherheit und 
UoabhUngigkett Deutschlands , für die Ruhe und das Gietehge"* 
wicht Europas vereinigen sollten. Dieser beständige Bund 
der Deutschen Staaten war auf dem Wiener Congresse seit dem 
13. 8ept, 1814 Gegenstand unausgesetzter separater «ad allge-* 
meiner Verhandlungen der Deutschen Fürsten und zahlreichen 
Gesandten. Zeshn wesentlich verschiedene Entwürfe zu einer 
Bundesacte waren bis zum ^. Juni 1815 voi^gelegt, geprüft und 
berathen worden, bis eine Einigung die Deutsehe Bundea-^ 
acte vom 8teo Juni J815 *) als den ersten Haupf:- Grund ver-i 
trag des neuen Bundes aller souverainen Deutsches Staates her-* 
vorgehea liess> deren es damals 38 gab.**) Unter diesea wa-* 
ren aber vier Staaten, die auch mit LUndera verbunden waren* 
welche nicht zum Deutschen Reiche gehOrt hatten, und die also 
nur mit ihren Deutschen Landen in dieses Buadesverhiltaias 
eintraten 3 'Preussen war hier in gleichem Verhi'iltmsse mit Oss* 
terreich (vgl. m. Staatsk» Bd. V. S, 556 — 58), Diloemark uad 
den Niederlanden. König Friedrieb Wilhelm HL liess in dem 
ProtocoU der Bundesversammlung vom 44ea Mai 1818 ***} erkla^ 
ren, dasa von den Provinzen des Preussischea Staates Vov^ 
mern, Brandenburg, Schlesien, Sachsen, Westphalen, 



Preussische Morgen: es sind daher lOOO Preussisehe Omeil* etwa 
mit 1034 geeji^raphiscben Omeil. glelekzusteUen. 

<") In Kiaber^s QaeUensammloait v. s. w. & 134 **. 79. — Preuss» 
QesetzsamnluDg J. 1818, ABbang S, 143 -.45 asd Martens SappU 
%. VL p, 353 — 78; Ueber die ersten Entwürfe und daiarch veraa- 
lasstea Noten und Verhaadlungen vgl» Klüber's Ae^ea des Wleaer 
Cottgressea und desselb. Staatsarchiv des Datschen Bandes ia dea 
ersten 3 Heften. 

**> Der Landgraf von Hessen -Homburg ward erst durch dea 
Bescbluss der Buadesyersamailung vom 7. JuLl817 ia den Deatsehea 
Bund aufgenommen. Aber die Zahl der 3d Bundesstaaten wurde 
wieder auf 3S reduolrt, als der jaänuUclie Stanm des Heraegsbauaca 
Saebsea-Gotba-Alteaburg mit Friedrich IV,, am IK Febr. 1325 ertoach 
und seine Staaten unter die übrigen 3 Sächsischen Heraegthan»»' 
veitheilt wurdea. 

^'^^y KlOber QueUensammluag 6, 271 — 72» 



Der Prettssiiehe Staat. t3t 

Cleve-Berg- ond Niedefrheia als s&am I>etitfireh«D Inade 
gehörend betraehtet werdoo aelkea. Dieae habe» Ensamawa ei«* 
nea Fl&cheaiabaU von 3307^^Qmeii> nebneii alao faat zwei 
Driltheile des Preossisehea Staates f&r sieh (die MKchen Pro*^ 
viaxen aad Neufdiatd sasammea =s IT^I^^Qmei].)» Ihfe BevM-» 
kerong wurde far die Boadesmatrikd , "*"} sowohl in Besiehaag 
anf die Geldbeiträge wie aaf die Mannsdiaftstellinig xu dem 
Bundesheere, auf 7,923,439 Seel. festgestellt, obsohoa sie in dem 
wtrklicbeo Bestände 1817 =2 8,187,220 E. nad zu Knie des J. 
1819 = 8,453,660 6. betrug: mitbin war die Bevölkerung in den 
l>eutseheA Provinaseo fast drei und ein halb mal so gross 
als die in den Nicht Deutschen Proviazea mit Einsehloss rom 
Neuenbürg <2,40O^66O Binw. im Jahr 1817 uad 2,574,200 Binw^ 
im' J. 1819). Die abrigen Verhältusse des Prettssischen Siaates 
zum Deutschen Baade werdea unten Im §. 23 n&her erliatert, 
indem hier nur noeh anzufahren ist, dasa Preuasea das Be- 
satxuagsrecht in zwei Bundesfestuagea erwarb, die 
Mht auf seinem Gebiete lagen, dassaber keine seiner Festungen 
in Bezug nvi eine gemeinsehaftliche Besatzung zur Bundesfe- 
stui^^ erklärt wurde, lieber die Festung Luxemburg bestimmte 
der Vertrag zwischen. Preussea und dem Königreiche der Nie-* 
deriaade vom 8. Novbr« 181 6 '''i'}, dass in Folge des sieben wmI 
se^hszig^en ArtikeU der Wiener -Congressacte, welcher Luxeai« 
bnig aar Deutschen Bundesfeatang erklärt, hier unbesefaadei der 



*) Darck den Bescbluss des Deutschen Buades vom 20teii ^ual 
1820 (KLübci^ QuellensammluDg S. 326 -- 27} wurde die Volkszahl 
jedes Bundesstaates als provisorische Matrikel fQr die nächsten 
fünf Jahre festgesetzt, und durch einen Beschluss vom 12. JuUlS23 
dahin erweitert, „dass die gegenwärtig bestehende provisorische Ma- 
trikel 80 lange fortdauern solle, bis eine neue zu Stande gekommen 
ist.^ F(ir diese provisorische Matrikel waren aber die Bevölkerungs- 
angaben aus dem J. 1815 entnommen, wie sie auf dem Wlener-Con* 
gresse und bei den durch denselben veranlassten Verbandluagen elabe- 
richtet waren. Diese Bundesmatrikel findet aber auch noch gegen- 
wärtig ihre Anwendung, da bis zum J. 1845 sowohl das numerische 
Verhältniss des PreusatsclLen Contingsits zum Bandesheere, als die 
jahrilche Beitragsquofe zur Bundescasse nach derselben bestimmt 
werdea. 

**:) Martens, Suppi. t. X p. 264 — 75 und Preuas. Gesetif- 
Sammlung J. 1818, Anhaag S. 128^37. 

9*^ 



133 Der Preattitche Staat. 

\ 

% 

lAttdesfaerrlioben Redhte des KOiiigB der Niederlande, als Gross- 
lierzogs von Luxembarg, auf die Stadt and Festung Luxemburg, 
in derselben die Besatzung aus drei Viertheilen Preussischer und 
einem Viertlieile Niederl&ndiscber Truppen gebildet werden, und 
dass das Recht den Gouverneur und Commandanten dieser Festung 
zu ernennen dem Könige von Preussen zustehen soll. Mainz, 
durch den zwanzigsten (u« d. folg.) Artikel der Schlussacte des 
Wiener •Congresses zur Bundesfestung bestimmt, war in Bezug 
auf Rechtspflege, Finanzwesen und jeden anderen Zweig der 
Civil Verwaltung ein Besitzthum des Grossherzogs von Hessen- 
Darmstadt geworden, aber das Besatzungsrecbt in diesem Haupt- 
•chlüssel Deutschlands wurde den beiden Deutschen Grossm&ch- 
ten gemeinschaftlich überlassen. Preussen und Oeaterreich ei- 
nigten sich darüber mit Hessen -Darmstadt in dem Vertrage zu 
Frankfurt vom 30. Juni 1810*) und untereinander in dem Carls- 
bader Vertrage vom 10. Aug. 1817 *'*'), dass die Besatzung aus 
einer gleichen Anzahl Oesterreichischer und Preussischer Trup- 
pen und aus einem Bataillon Darrost&dter Truppen, bestehen, und 
das Ernennungsrecbt zum Gouverneur und Commandanten die- 
ser Festung dergestalt alle 5 Jahre abwechseln soll, so dass, wenn es 
Oesterreich zusteht den Gouverneur zu ernennen , Preussen für 
denselben Zeitraum den Commandanten wählt und eben so umgekehrt 
nach Ablauf dieses Zeitraums. Die Direction der Artillerie ver*- 
bleibt den Oesterreichern,/die des Ingenieurwesens den Preus- 
sen. — Für das souveraine Fürstenthum Neufchatel und Va- 
lengin war am 12. Oct. 1814 die Aufnahme in d^le Schweize- 
rische Eidgenossenschaft nachgesucht. Diese erfolgte auf 
der ausserordentlichen Versammlung der Tagsatzung in Zürich 
vermittelst der Acte vom 7. Apr. 1815 '^'^'^), nach welcher dieses 
Fürstenthum als der ein und zwanzigste Canton der Schweize- 
rischen Eidgenossenschaft aufgenommen wurde, jedoch unter der 
ausdrücklichen Bedingung, dass die Erfüllung aller Verpflichtun* 
gen, welche dem Stande Neuenburg als Glied der Eidgenossen- 
schaft obliegen, die Theilnabme dieses Standes an derBerathung 



♦) Martens, Suppl. t VH. p. 73-84, Art. 8 — 14. — 
**) Martens, Suppl. t. X. p. 480'-89. ProtocoUe d. Dentsdien 
Bundesversammlung 1818, L* Beilage Nr. 30. Ueber die gegenwar- 
tige Starke der Mainzer Besatzung vgl. unten S. 22. 
***) Martens, Suppl. t. X, p. I(i8 — 69. 



Der Preattitche Staat. 18S 

der allgemeinen Angelegenheiten der Schweiz, die Oenehmigang 
und VoHstebnng der Beschlüsse der Tagsatzniig, ansschüesslich 
die in Neofchatel residirende Regiening betreffen sollton, ohne 
dass iafHr eine anderweitige Genehmigang erforderlich w&re. 

In den nächstfolgenden Jahren bis zum J. 1834 haben wir 
keine wesentliche Veründernng in dem Landerbestande des Preos* 
aisohen Staates weder dnrch neue Brwerbangen, noch durch ge- 
genseitigen Austausch an den Gr&nssen *) zn bemerken. Aber 
eine natOrliehe Vergrösserong in der Angabe des Fl&cheninhalts 
ergab sich aus den inzwischen erfolgten genaueren Vermessun- 
gen, die namentlich bei der neu gebildeten Rheinprovinz (Cleve- 
JOtich-Berg und das Grossherzogthum Niederrhein waren 1824 
zu einer Rheinprovinz vereinigt) , wo so verschiedenartiger Hor* 
renland zusammengekommen und bei der Vertheilung auf den 
Wiener- Congresse und in den späteren Tauschvertr&gen ans 
Mangel an geeigneten Vorarbeiten nicht genau genug berechnet 
werden konnte, sehr wesentliche Abweichungen darboten. Die 
Rheinprovinz hatte nach der amtlichen Angabe des statistischen 
Bureaus aus d. J. 1817 und 1819 = 446,* Qraeil., dagegen im 
J. 1831 = 479,^ Qmeil.; also ein Unterschied von 33/ Qmeil., 
aber auch bei den übrigen Provinzen fanden sich mehr oder we- 
niger bedeutende Berichtigungen **) in der Berechnung des Ter- 



*} Die GrftBzbericbtigaageB betreffen einzelne kleine 0rt8eltaf> 
ten, die Indess bei dem gegenseitigen Austaaseh keiae Vergrdtse- 
rung oder Verringerung des Territorialbestandes der betreffenden 
Provinz veranlassen« wie die Verträge mit Saehsea-Weimar vom 
13. Jun. 18'2($ (Preass. Gesetzsammluag J. 1822, ausserordentliche Nr. 
1 u. 2); mit Frankreich zu Saarbrück vom 23, OeC 1829 (Preuss. 
Gesetzsammlung J. 1830. no* 6 und Martens et Saalfeld Suppl. 
au Rec> t. XIL pag. 162^75)^ mit Russ landein Bezug auf die 
Gräoze zwischen Schlesien und Polen zu Berlin vom 4. März 1835 
(Preuss. Gesetzsammlung J. 1835 Nr. 11 u. Martens et Mur- 
hard Suppl. t. XVIlI. p. 58 — 92) und die dazugehörige Abgrttn- 
zungs - Acte zu Tarnowitz vom 13. Decbr. 1836 ( Martens et Murhard 
Suppl. t. XVIII. p. 127 — 55. 

**) Im Grossherzogthum Posen war dagegen der Fl&cheninhalt 
1817 und 19 um 2Qmeil. zu gross berechnet, damals 538«'Qmeil., im 
J. 1831 genauer 536,*; bei der Provinz Westphalen fand eich nur 
ein Unterschied von Vi Qmeilen, 1817 = 367,°^ Qmeilen und 1831 
= 367,« Qmeil. 



l 



134 Dar Preastitohe Staat, 

ritorioanj s« B. bei der Provinz PreaMen st»tt der 11#8/ QmeiL 
im J. J8J7 Qsd 1819 sind 1178,^^ Qm. die rieMigere Auf^%e 69B 
Fttoheninlurits. Der Gesaamtbttrag dieser BeriditlgiiRgea war 
nicht geringer als 48QaieiK^ so^dass die Angabe des FUbchen- 
Inhalts des Preussisehen Staates mit Aasscblass voo Ne«fcha- 
tel mit 50lVQ«Beil. in dem J. 1817 und 19 auf 500V*Qaieil, 
im J. 1891 gestiegen war, die bei der am Ende dieses Jahres 
erfolgten Volks^ähking eine Bevölkerung von 12,780,746 B. auf- 
wies. — Im Jahre 1834 wurde eine neue VergrdsBerung durch 
Ankauf erworben, indem durch den Vertrag vom3UMailS94*) 
der Herzog von Sachsen - Coburg das ihm nach dem Wiener- 
Congresse und der Uebereinkunft mit Preussen vom 9ten Sept» 
zugetheilte (^vergi. ob. S. 72), im vormaligen 8aar* Departement 
belegene Fürsteathum Lichtenberg (10/ Qmeil. mit 35,256 Einw.) 
überliess. Preussea gewährte eine reine jährliche Rente von 
80,000 Thlr. theils durch Anweisung von Preussisehen Domainen, 
theils durch Capitalien zum Ankauf von Götern ond sonstigen 
Besitzungen, damit diese Entschädigung an die Stelle des abge- 
tretenen Fürstenthums in alle Beziehungen treten könne, ia 
welchem dasselbe zu dem Sachsen -Coburg -Gothaischen Dause 
und dessen Gliedern gestanden hat. Die Besitznahme dieses 
Fürstenthums erfolgte von Preussischer Seite nach dem Patente 
vom 15. Aug. am 22. Sept. 1834, indem dasselbe als ein für sich 
bestehender landräthlicher Kreis St. Wendel **') dem Regierungs- 
bezirke Trier einverleibt wurde, mit welchem es eine zusammen- 
bingende Ländermasse bildet. — Von einiger Erheblichkeit er- 
scheint noch der Tauschvertrag Prenssens mit Hannover, abge- 
schlossen zu Bückeburg am 25. Novbr. 1837 *^*), durch welchen 
die streitige Hoheitsgränze zwischen beiden Staaten auf dem 



*) PrensB. Gesetzsammlung J. 1831, no. 1556 und Mar- 
tens et Marbard Suppl. au Rec. t. XYI. p» 701 — 4.; die Ratifica- 
tlonsurkunden von beiden Selten wurden zu Berlin am 13. Jnl. aus- 
gewechselt. 

**) Das Patent vom 15. Aug. lii der Preuss. Gesetzsammlung 
J. 1834, no. 1557 und Martens a. a. 0. t. XVI. p. 705 — 6. Die Kö- 
nigliche Cablnetsordre über die Einrichtung des iandrätbllchen Krel^ 
ses 8t. Wendel ist vom 25. März 1835 und abgedruckt In der Preuss. 
Gesetzsammlung J. 1835, no. 1591. — 

***) Preuss. Gesetzsammlung J» 1838, Nr. 4» und Martens 
etMurliard Suppl. t. XVIIl. p. 468*84. 



Der Prenttisehe Staat. 135 

r«olkl60 «od liakea Weserafer berichtift, and der damit hi Ver> 
bindwiip ateheade Aastaaacli der ao^enaanten Meogedörfer, ao«- 
wie die AoagleMhang der naeli dea Vertilgen vom 29. Mai ond 
13i.8epi. ISIS TOfi Preaasea an HanaoTer demaaoh zu gew&hren^ 
dea IU4 8eeL vermittelt warde. Preoaaen erfaielt als volles Bi« 
geatlmnii von den Mengeddrfom Ovenstedt and Hivera, Hanao«- 
vet dagei^ Glisaen, Halle, BrUainghorstedt nad Westenfeld^ 
wodarch aber Hannover nur 4% 8, nwhr als Preaseen empUng; 
ea Miebea mitiiin noch 1608 8eel. aasaun^leiclien, fllr weleiie 
Prenssen eine j^irliobe Rente an 3% Thir« den Kepf tsu aaiilea 
sieh verpflichtete, oad dana die gesammte Samme von 5628 fhlr. 
eatweder dmneh CaiiÜaliaining »u 4 Proe. mit dem ItaftindKwaa- 
zigfachen Betrage oder durch Anweisung von Domanialgef&tiea 
der Preassischen Krone im Königreiche Hannover abzulösen ver- 
sprach. Es war milhin auch durch diesen Vertrag keine nam- 
hafte Verinderung in dem Territorialbestande des Prenssischen 
Staates bewirkt wenden, und dieser umßisste demnach bei dem 
Ableben Königs Friedrich Wilhelm 111., n:it Einschluss des För- 
stenthums Neuenburg, einen Flächeninhalt von 5091,'* Qmeil., 
welche am Ende des J. 1837 mit 14,156,741 E. und am Ende 
des J. 1840 mit 14,907,465 E. bevölkert waren. ^ 

Unter der gegenwärtigen Regierung des Königs Friedrich 
Wilhelm IV. (seit dem 7. Juni 1840) ist der Länderbestand bis 
jetzt durchaus unverändert geblieben. Das rasche Fortschreiten 
der ßevölkeniBg des Preuaaiachen (Staates in den beiden letzten 
Jahrzebaden, durch gtlnstige Eröffhung neuer Hftlfsquellen für 
die Volkswirthschaft, sowohl in allen Zweigen der physischen 
und technischen Cultur, wie in dem regsam geförderten inneren 
und äusseren Verkehre, nachhaltig unterstützt, wird bei der fort- 
dauernden Fürsorge der Regierung und der gesteigerten Natio- 
nal-lndustrie in ununterbrocbeoem gleichmässigem Fortgange auf- 
recht erhalten. Die letzte Volkszählung am Schlüsse des Jahres 
1S43 gewährte für die acht Provinzen des Preussischen Staats 
15,471,705 Einw., und die Volkszählung für das Fürstenihnm 
Neaeohurg am Ende des J. 1843 04,900 Binw»"^), und da durch 



*) Bei 4em Abdrooke dieses Bo|;en8 kömmt mir noch auf sehr 
erwilasckte Welse 41e neueste so eben ersehlenene Arbeit Dieter Ul't 
^«batistlsche Tabellen des Preussiselien Staates, nach 4er arnUickea 
Aufnahme des Jahres 1843" zu statten, welche von dieser Seite 
ab tiberall noch benutzt ist. 



136 Dtr Preussisehe Staat« 

neue VermMsnngen (s. anten §. 3) der FlieheaMuiU der 8 Pro- 
vilizen ( nevieiillieh in dem Re|i:ieniii^8be£irk Frank Airi) uoi 7,*^ 
OM. sich vermefart nnd zusammen auf 5080,** QM. sieh gestellt 
hat, also mit Einschluss von Nenenbarg und Valendis überhanpl 
auf 5094/* Qmeil. so erhalten wir eine Gesammt - Bevölkerung von 
1 5,536,734 E. d. h. dnrchsehoittlich eine Bevölkerung von 3050 B. auf 
eine Qmefle. Nehmen wir nun das DorchschnittsverhMtniss fftr den 
j&hriiehen Zuwachs der Bevölkerung aus den sieben letaten 
Jahren (1837 — 43 inel.) nur auf ly« Proe. jiihrlieh an (und es 
ibersteigt dasselbe noch mit starker Anniherang an l'/fProc), 
so können wir die gegenwärtige*) (am Schlüsse des Jah^ 
res 1845) Bevölkerung des Staates sicher auf 15,910,000 Einw. 
angeben. -^ 

8 3. 

Politische Eiutheiluiig. 

J. G. Hoffmann, Beiträge zur Statistik des Preuss. Staates 
Berlin 1821, 4. und desselb. Werk „die Bevölkerung des Preuss. 
Staates, in staatswirthschaftlicher, gewerblicher und sittlicher 
Beziehung, Berlin 1839, 4." vergl. oben §. L — W. Diete- 
rici*s statistische Tabellen des Preussischen Staates nach der 



*) Die nächste Volkszählang fällt erst in denSehlnss desJ. 18441^ 
da seit dem J. 1816 In den ersten Jahren zwar jährlldie Volksr 
Zählungen für den ganzen Staat stattgefunden haben, seit 1822 
aber nur alle drei Jahre vorgenommen werden. ^ Für die An- 
nahme des Durchschnittsverhältnisses von V/s Proc jährlichen Zu- 
wachses spricht die Erfahrung, dass in den gewöhnlichen Zuständen 
der Gesundheit und des Inneren Verkehrs die Propagatlonsverhält- 
nisse für die einzelnen Jahre ziemlich gleich bleiben, und in den J^* 
1814 und 45 hat sich in Bezug auf den ganzen Staat nichts Ausser- 
ordentliches ereignet, was zur Annahme einer wesentlichen Verän- 
derung dieses Verhältnisses berechtigen könnte Und gerade in der- 
jenigen Provinz, welche in dem Jahre 1844 durch Uebersc^wem- 
mungen und lang anhaltend nasse Witterung einen grossen Ausfall 
im Henschlag und der Erndte erlitt, und in Folge davon einen bei- 
spiellosen Nothstand für viele landrälhliche Kreise erlebte, in der 
Provinz Preussen Ist der Veberschuss der Geburten über die To- 
desfälle in allen vier Reglerungsbezirken für dieses Jahr sogar 
aswlechen VU und 3 Proc. 



Der Preastiiche Staat. 137 

aortüelieii kntäwkme des J. 1843, Beriin 1845. 4.— L. Krog u. 
A. A. MAtsBell, t^iegrapliifloh-staiistieeh^'geofraphitehes Wör- 
terbuch des Preass. Staates, der Band VI., Halle 1835. 4to eatn 
haltead eine talyellarisebe Uebersioht der wiebtlgsten statistuciiea 
Verh&ltalsse der 173 groMeo aad Mittelstädte, so wie der 315 
landilbthlichea Kreise des Staats; die Krelsverändemiigea ia dea 
J. 1816 bis in die Mitte des J. 1824 und eiae allgeineine lieber«* 
siebt der wichtigsleo statistischen VerhiUnisse stamtlieber Re- 
gieraagsbeairke des Preoss* Staates« nach den einzelnen Aegie- 
magsbesirken geardoet; Sifficielle Materialien, die im statistischen 
BOreau gnsanmelt sind« — Dr. C. Jnl. Bergias, Preussen in 
staatsrechtlicher Beciehang, 3te verm. u. verb« Ausg. Münster 
1643, 8w. das statistische Material ist in diesem Bache am 
schwächsten and am woaigsien selbständig bearbeitet. — . 

Die poHtiscbe Bintheilang eines Staates kann so einfach 
aein, dass sie isagleich für alle Verwaltangszweige desselben 
dient. Bin Streben nai^ einer solchen Vereinlbchong bemerkt 
man in der neuesten Zeit bei den meisten grösseren und mittle- 
ren Staaten, während es bei den kleineren sich von selbst macht 
Preassen verfolgt seit 1810 gleichfalls unverkennbar dies Stre- 
ben, obschon gerade bei einem aus so vielen fremdartigen Be- 
standtheilen gebildeten Staate mannigfache Hindernisse dabei in 
den Weg treten. Eine verschiedene Entwickelung der Rechts- 
and kirchlichen VerhältuKse wird dabei stets am sdiwierigsten 
sieh beseligen lassen ; wesentliche Unterschiede in der Grösse 
des Fläcliettiahalts und der Bevölkerung der einzelnen Provinzen 
werden nicht minder für die Militärverhältnisse eine anderweitige 
Verwaltungs-Bintheilung hervorrufen*, eben dasselbe wird durch 
die natürliche BeschaflTenbeit manches VerwaUungszweiges be- 
dingt, wie Bergbau und Hüttenwerke^ Landgestüte u. s« w. Im 
Preussischen Staate ist die politische Elntheilung allerdings auch 
gegenwärtig noch immer auf der Grundlage seiner allmählichen poli- 
tischen Gestaltung begründet, wie das ein genauer Vergleich meiner 
historisehen Entwickelung im §. 2 mit der hier unten nachfol- 
genden poHtischen EintheHuag näher nachweist. Aber die Ab- 
mndung der einzelnen Provinzen hat sich im Allgemeinen so vor- 
theilhaft gestellt, dass die Haupteintheilung für die innere Ver- 
waltung und die finanziellen Beziehungen, auch zugleich mit den 
Verwaltungsbezirken für die Verhältnisse der evangelischen Kirche, 
des Unterrichtswesens, der ständischen Angelegenheiten (mit we- 



189 Der Prentaitche Staat. 

nigtB Abweiohudgeiijy in de« meiiften Provinze« ebeft «o fOr 4ie 
Reehtspiege *) öbereinstimBt; es bleiben nur fQr die letaige* 
nannte einzelne Abweichungen unten in f. 20. anisaf&hren. Ei-» 
geotbümlich sondern sich aber davon ab die Gescbiftsbeztrke 
ror die Verwaltang der VerbWnisse der rOmiseb- katholische« 
Kirche and des Militairweseas, worßber §. 8 and f. 92 die nft-» 
heran Nachrichten mittheilen werden. — 

Mit der Wiederherstellang des Preassischen Staates auf sei* 
nen fkrüheren Standpunkt, wie sie theils durch die Kriegsereig* 
nisse in den J. 1813-14, theils durch die Austauschungsver-» 
tröge auf dem Wiener Coogress erfolgte (s. §. 2. S. 110 u. ig.>, 
war eine neue Bintheilung der immer dem'Stiate verbli^M- 
nen , der wieder erlangten und neu erworbenen Under nothwen* 
dig geworden. Sie wurde durch die Verordnung tiber die verbes-*- 
serte Einrichtung der Provinzinlbehörden vom 30. Apr. 1815 *"*") 
eingeleitet und bestimmte im §. 1., dass der Preussische Staat 
(mit Ausschluss von Neufchatcl) in zehn Provinzen, jeit 
Provinz in zwei oder mehr Regierungsbezirke getheilt wer- 
den und der Regierungsbezirke überhaupt fönf und zwan* 
zig*^^) sein sollten. Jeder Regierungsbezirk wird in Kreise 



*) Verordnung: über die Einricbtunic der Provin2ialbeherden vom 
30. Apr. 1815; In §. 5 heistt es: In jedem Reglerungsbecirk bestekt 
der Regel nach ein OberUndesgericlit tttr die VerwalUing der Ju- 
stiz; einige Regierungsbezirke werden indessen' vorerst vereint mit 
einem anderen, ein Oberlandesgericbt besitzen. 

*0 Preuss. Gesetzsammlung J. 1815, S. 85 — 98. 

***) Fünf und zwanzijg Kriegs- und Domalnen- Kammern, wie 
bis zum J. 1808 die Preussischen Regierungen genannt wurden, gab 
es gleichfalls vor dem Tilsiter Frieden, aber von durchaus versehie- 
denartigem Umfang; die östlichen waren zum Theil grösser als die 
gegenwärtigen Regierungen (in Preussen 3 Kamm, statt 4 Reg., in 
Schlesien 2 Kamm, statt 4 Reg , in Pommern 1 Kamm, statt 2 Reg. 
(ohne Strahlsund). Dagegen waren die wesUidien im Allgemeinen 
kleiner als die sp&teren Regleruagen, z. B. Magdeburg, Ualberstadt 
Minden, Hamm, Cieve, Geldern, Münster, Helligenstadt, Anspach und 
Balreuth» Von diesen früheren Kammerbezirken waren 15 durch den 
Schönbrunner Vertrag und Tilsiter Frieden verloren gegangen, und 
sieben derselben kamen auch nach deh Bestimmungen des Wiener- 
Congresses gar nicht mehr zu dem Preussischen Staatsverbande, wie 
die von Anspach, Balreuth, Aurich (Ostfriesland), Plock, Bialy stock, 



Per PreQititcb« Staat 130 

Chorea Verwaltoflg eia Landreth leitet) MgvtMIt: in der Reg«! 
sollte die sebon «tattHndeode BintheihiBg beibelialteii werden. 
Wo jedoch keine KreiseintheikMig vorhaDden, od«r die voriia»* 
deoe tut eine geh^i^e Verwaltaog onaagemeMeD ist, z. B. m 
d« Provins Preaasen, wo die Kreise viel su gross waren, t^Un- 
rend sie in Beblesien, PoflUBem und in der Mark meistentinils 
die heutige GrOsse hatten — sollte mit möglidister fieröckaicfati«- 
gang fdlberer Verh&Itniase eine angemessene Eintbeilnng sofort 
hewirkt werden. 

Die ^iehn Provinxen erhielten demgem&ss nachfblgende 
innere Binrichtnng: I. Ostprenssen verblieb in seinen alten 
€}r&nzea, wie znr Zeit des Tilsiter Friedens; es zerilel in zwei 
Begiernagsbezirke Königsberg and Gombinnen, die im All- 
gemeinen auch die alten Gitnzen der Kammerbezirke beibehiel* 
tea *) 9 nur ibss der KOnigsberger ans Rücksicht auf den inne- 
ren Zusammenhang in der Verwaltung der See- Verkehrs- Ange- 
legenheiten, noch den Hafenplatz Memel nnd die Kirchspiele 
Memel nnd Prdkols nebst dem benachbarten Ostseestrand zo 
meinem Geschiftsbezirk, und beide Regieningen eine entspre- 
chendere Abgrftnzang im Inneren, namentlich in der Gegend bei 
Nordenbnrg erwarben« Aus den älteren landriUhlichen und 6 
steaerr&thÜGhen Kreisen nnd dem Stadtkreise Königsberg wor- 
den 36 nene landrftthliche Kreise gebildet. ^- II. Westprenn- 
sen nahm nach der Wiedervereiaignng mit Danzig nnd Thonr, 
mit dem Cnlmer und Michelaner Kreise gleichfjalls seine Gitezea 



Warschau u. Petrikau (der letztere wenigstens nach dem grösseren 
Theile), und ausserdem noch blieben entfremdet ansehnliche Theile 
der Kammern Heiligenstadt und Halberstadt, von der letzteren be- 
sonders das Fürsten thum Hildesheim. 

*> Nach der Verordnung vom 30. Apr. 1815 wurde auch eine 
Thellmng des Rastenburger und Insterburger Kreises zwischen den 
beiden Regleningsbezirken festgestellt, so dass alles Land nördlich 
von der Jüemel, die gaaze TUsIter Niederung u. s. w. mit Königs- 
berg, dagegen der Kreis Bastenburg mit Ausnahme des HauptaaOes 
Bartenstein mit Gunblnaen vereinigt werden sollten; aber diese An- 
ordnung ist, bis aur die oben im Texte angegebene Verhindang aUt 
Memel nnd Prökuls, nie ins Leben getreten, eben so wenig als der 
In derselben Verordnung an Marien werder überwiesene Kreis Nei- 
denburg (mit Ausschluss des Hauptamtes Ortelshurg) von der Regie- 
rung zu Königsberg jemals getrennt worden ist. 



140 Der Preattitohc Staat. 

vor 1807 (mit AosBahme der in lltnterpommern ii^elegenen Eit* 
daven, die mit Pooiinero vereinigt worden) ein^ aber es behielt 
neeh von dem vormaligen Netxdistricte die grösseren Theile der 
B4^rdlich gelegenen Kreise D. Krone und Canmin mit sieb ver- 
banden, wie dieselben schon dnirch den Tilsiter Frieden als bei 
Preassen verbleibend 20 Westpreossen zugeschlagen waren. 
F&r diesen vergrOsserten Beziiic wurden statt der einen Kam-> 
mer zu Marienwerder zwei Regierungen zu Marien Wer- 
der und Dan zig eingesetzt, von denen der letzteren die vor- 
maligen Kreise Marienhurg, Dirschau, das Gebiet von Danzig 
nebst dem bei weitem grössten Theile der Kreise Stargard und 
Conitz angewiesen worden, die übrigen Kreise an die Regierung 
von Marienwerder kamen. Aus den 7 älteren landrithlichen 
(und Antheilen an 2 landrl^thl. Kr. des Netzdistricts) und 4 sleu- 
err&thlichen Kreisen nebst den Stadtkreisen von Danzig und EA- 
bing bildete man 21 neue landr&thliche Kreise. 

HI. Das Grossherzogthom Posen umfasste den vorma- 
ligen Kammerbezirk Posen , den westlichen Theil des Kammer- 
bezirks Kaiisch, bis zur im § 2.S. tl2 bezeichneten Grftnze, und 
den grösseren Theil des Netzdistricts, der 1807 an das Herzog- 
thum Warschau kam. Es wurde in zwei Regierungsbe- 
zirke getheilt Posen und Bromberg, von denen jener doppelt 
so gross als dieser, bis auf die Kreise Gnesen und Wongrowitz 
und den wieder gewonnenen Theil des Netzdistricts, welche für 
Broaberg bestimmt wurden, das übrige Polnische Land zu seiner 
Verwaltung empfing. Aus den früheren 24 landräthlichenund 10 
steuerrftthlichen Kreisen sind 26 neue landrUthliche Kreise einge- 
richtet. — IV. Pommern erhielt zu seinem früheren Territo- 
rialumfange noch die innerhalb seiner Gränzen gelegenen Bran- 
denburgischen und Westpreussischen Enclaven (die Kreise Schie- 
velbein, Dramburg, den nördlichen Theil von Arnswalde, Lauen- 
borg und Butow), so wie durch die in §.2. S« 117 weiter ange- 
führten Vertrage mit Düinemark und Schweden auch den Rest 
von Pommern, nördlich von der Peene, das seit dem WestphE- 
lischen Frieden genannte Schwedisch- Pommern. Es wurden hier 
drei Regierungen zu Stettin, Cöslin und Stralsund errich- 
tet, von denen die letztere nur das neu erworbene Pommern 
nördlich von der Peene umfasste, die zu Stettin die früheren 
Kreise Deromin, Anclam, Usedom - Wollin , Randow, Greifenha- 
gen, Pyritz, Saatzig, Bork, Daher, Flemming, Greifenberg und 



Der Preutiische Staat« 141 

Oaten nebst dem Dom-Cftpitel Cammiii mifl der Pr(^«tei Koke- 
low; der Rest von Hinterpommern wurde der Regierang znCös- 
lin zagetheiit. Ans den vormaligen 19 Uindr&thlichen und 4steii* 
errithlichen Kreisen (nebst dem StadUrreise Stettin) der Pommern- 
sehen Domainenkammer worden 23 neue landräthliche Krem ffit 
die beiden Regierangen so Stettin und Cöslin gebildet, odar in 
dem alten Umfange belassen ; der Regierongsbezirk Stralsond 
wurde in 4 Jandrithliche Kreide getheilt — V. Brandenborg 
wurde 1815 nicht mehr mit der Altmark vereinigt, erhielt dage- 
gen von den Säcbsisoben Erwerbungen die Aemler Beizig, JQ- 
terbock und Dahme nebst der Herrschaft Baruth und die Nieder^ 
Lausitz mit einem Theile der Ober -Lausitz« Diese Provina 
wurde zuerst in drei Regierungsbezirke vertbeilt, und zwar so^ 
dass die Stadt Berlin mit. Ihrem Polizeibezirk den einen fQr 
sich allein bildete, und die anderen beiden zu Potsdam und 
Frankfurt die Kurmark, Neomark und die S&chsischea Erwer- 
bungen in sich aufnahmen. Der Regierungsbezirk Potsdam 
erhielt die alten Kreise Mieder -Barnim, Teltow, Oher-Bardim^ 
der Uckermark, GHen-Löwenberg, Ruppin, der Prignüz, Havel- 
land, Zanche und Luckenwalde, die Herrsohait Storkaw ohne 
Beeskow und die in der Niederlausitz eingeschlossenen Oftschaf- 
ten, die Herrschaft Baruth und die Aemter J(lterbock,.lhihmc 
und Beizig) der Regierungsbezirk Frankfurt die alten Kreise 
Arnswalde, Friedeberg, Soldin, Königsberg, Laodsberg, Stem- 
berg, Schwiebus, ZöUichau, Crossen, Cotbns, Lebos und die 
Herrschaft Storkow, ferner die Nieder -Lausitz mit allen Encfai- 
ven und den Herrschaften Dobrilugk und Sonnenwalde, die Ach- 
ter Fürstenwalde und Senftenfaerg, die Herrschaft Hoyerswerda 
und den auf Preussen gefallenen Antbeil an der Ober-Lailsitz, 
welcher westwiyrts von dieser Herrsehaffc liegt. Zugleich wurde 
auch die Abgr&nzung der Kurmark von der Neumark (R. Pets« 
dam von der R. Frankfort) so verändert, dass die Aufswht über 
die Oder und den Müllroser Canal voHst&odlg der Regiening 
von Frankfurt anheimfiel. Aus den 38 früheren landtathlkhen 
und 10 steoerräthlichen Kreisen und den neuen Erwerbungen 
wurden 32 neue landrSkthliche Kreise . gebildet. — VL Schle- 
sien erhielt bei dieser neuen Gestaltung der Preussisehen Pro* 
vinzen zu seinem alten Territorialbestande noch den von Preus-^ 
sen erworbenen Antheil an der Oberlausitz, mit Ausschkiss der 
oben dem Regierungsbezirke Frankfurt zugewiesenen L&sder- 



142 Der Preussiscbe Staat. 

streoke. Bi wurden in dieser Provins zoersf vier Regferuiiga« 
besirke errichtet^ der Niedersehlesische ^^n LiegnftK aus 
den Mtereo Kreisen Löwenberi^^ Bnnelau, €toldberg^, LiegnitK, 
LübeOy Ologtu, Sprotta«, Sagan, Freistadt, Grfineberg und dem 
Preumiachen Antheile a» der Oberiansits, mit Avsscbluss roit 
Hoyerswerda und den wesilicb von ders^ben gelegenen Ort- 
aofaaften^ der Mittelschlesisohe zn Breslau amfessfe die 
ilteren Kreise Breslau, Nenmarkf, Ohlao mit Wansen, Strefalen, 
Brieg, Namslau, Oels, Warten berg, Trebnitz, Miiitsch, Woblaa, 
Steinaa und Gohraii; der Regierungsbezirk im 8chlesfscbe» 
Gebirge zu Reiehenbach die tliteren Kreise NimiKsch, Mün- 
•terberg, Fraidcenstein, Reiehenbach, Scbweidnitz, Striegan, BeK* 
kenhain, Hirschberg, Jauer und die Grafschaft Glatz; der Ober^ 
schlesische zu Oppeln die Alteren Kreise Kreozbnrg, Ro- 
senberg, Luforinitz, Beuthen, Pless, Ratibor, Leobschtitz, Cosef, 
Tost, GressHStrehiHzy Oppeln, Falkenberg, Neustadt, Ncisse und 
Gfottka« ohne Wansen* Aus den frfiheren 50 landratblichen 
und 11 stMierräthlieheD Kreisen und der Oberlausitz wurden 5^ 
neue landrfttUiohe Kreise gebildet, ven denen Jedoch sehr viele 
in ihrem älteren Umfange verblieben, oder nur unwesentliche 
Ver&ndmuDgen erlitten» 

VIL Die Provinz Sachsen erstreckte ihr Gebiet über 
die Altmairk, das Hersogtbum Magdeburg, das FSrstenthnm 
Halberstadt, die Grafs<^aften Wernigerode, Hohenstefn, Barby 
und Manasfeld, das Eichsfeld, das Gebiet von Erfurt, Nordhau- 
sen, Möblhansen und alle Erwerbungen vom Königreich Sach^ 
sea, welche oben S. 114 angegeben sind, mit Ausschhiss der den 
Provinzen Brandenburg and Schlesien oben schon zugetheiltea 
Ländffl^en, endlich die durch die Tausehvertr&ge mit demGh'oSs- 
herzog von Sachsen- Weimar, Kurfürsten von Hessen und den bei- 
den Fürsten von Schwareburg gewonnenen Land estheile. Es wurden 
für di^se Provinz drei Regierungsbezirke eingerichtet zu Mag- 
deburg, Mersebarg und'zu Erfurt. DerNieders&chsische 
zu Magd ebu rg erhielt das Herzogthum Magdeburg mit dem ein- 
verieibten Kreise Ziesar, doch ohne die alten Kreise der Saale 
und Luckenwalde, die Altmark nebst den! enclavh-ten Amte 
K16^e, das Ffirstenthum Halberstadt mit den Herrschaften De- 
renberg and Hasserode, Quedlinburg, das Amt Elbingerode, das 
liaodeshoheitsreoht über die Grafschaft Wernigerode und die 
Herrschaft Sehaaen^ endKeh die Graflschaften Barby nnd Gont* 



Der Preussische Sttan 143 

mern mit Blkettan, dech obM Walter- Nienlnirg. Der BegitroDg 
des Herzogtbums Saehsen eu Mereebvrg worden der 
Saalkreia, die Grafsehaft Mannsfold, ond von den neuen SMisi- 
sehen Erwerbungen der voraaNge Karkreia mit AnanabMe dea 
Amtes Belalg und der Herrscbaft Bamtb, die Prooaslaohen An-* 
theile aa dem Leipziger und Bleisaner Kreise mit Auanabne der 
Aemter Fürstenwalde nnd 8enflenberg, die Antbeiie an den Stifleftt 
Merseburg und Naumburg-Zeiz tiberwiesen | ferner die Aemter 
Querfürl und Heldrungen, der Thüringer Kreis mit Ausnahme der 
Aemter Langensalaa und Weissensee und der von dem Kreisamte 
au Tennstädt verwalteten Ortschaften ondGereditsamen, endlich die 
Hoheits* und Lehnsreobte über die Grafschaft Stolberg und das 
Amt Waher-Nienborg. Der Thüringische Regierungsbe«> 
eirk au Brfurt umfasste die Stadt Erfurt und ihr Gebiet, die 
Dennebergischen Aemter Schleusingen, Suhia, Kfthndorf und 
Bresbausen^ die Thüringischen A^nter Weis s e nsee und LangeiH 
salza nebst den vom Kreisamte Tennstikdt verwalteten Ortschaf- 
ten, das Eichsfeld mit den eingeschlosaeoea Dörfer» Rüdigers* 
bagen und Gitoseteich, die Grafschaft Hohenstein, die Städte 
Nordhausen und Mfiblhauaen mit ihren Gebieten. In den alteren 
Landestheiien, die seit 1814 nur wieder mit dem Prenssischen 
Staate vereinigt wurden, hatte die Kreiseintbeilnag bereits statt- 
gefunden, und es waren dort ISlandritblicbe und 10 steuerr&th- 
licbe Kreise eingerichtet gewesen, ausser den besonders verwalteten 
Stadtgebieten von Erfurt, Nordhausen und Mfiblhauseojjetst wurden 
überhaupt 31 neue landrlitblicbe Kreise in den drei Regierungs- 
bezirken gebildet. — VJII. Die Provinz Westphalen er- 
hielt das Fürstenthum Münster, soweit es nach S. l^anPreus- 
sen kam, die Fürstenthfimer Paderborn, Minden und Corvey, das 
Herzogthnm Westphalen, die Grafschaften Mark, Ravensberg^ 
Teklenburg nebst der oberen Grafschaft lilngcn und die Aus- 
übung der Landeshoheit über die oben S. 123 näher bezeichneten 
Besitzungen der fürstlichen und gräflichen standcMiherrlichen Hän- 
ser, welche innerhalb der Gränzen dieser Provinz liegen» Die«e 
Provinz wurde nach der neuen Ei»tbeiluQg in drei Regier^ 
ungsbes&irke zu {Münster, Minden uad Arnsberg abge^ 
theih. Der Regierungsbezirk des Münsterlaades dehnte 
Sieb über den Prenssischen Antheil an dem vormaligen Bisthum 
Münster und dem Stifte Cappenberg aus, über die Grafschaft 
Teklenburg nebst der oberen Grafschaft Lingen und über die Gebiete 



1 
l 



144 Der Preirssische Staat. 

der Fürsten von Salm -Salm oad Saloi-Kyrblirg, der Rhein- und 
Wildgrafen (s. olien 8. l^)? der Herzoge von Croy and Lcoz- 
Gorswarea (Soweit aie nicht zum Königreich Hannover gehören), 
endlich üher die Gebiete der Grafschaften Bentbeim, Steinfart 
und Reklinghausen nnd der Herrschaften Anholt, Gronan and 
Gehmen (s. oben 8. 123). Der Regierangsbezirk von Min- 
den im Weserlande erhielt die Fürstenthümer Minden, Paderborn 
«nd Corvejr, die Grafschaft Ravensberg und das Amt Reckeberg, 
den Preusfiisehen Antheil an Lippstadt und die der Preassisehen 
Landeshoheit unterworfenen Grafschaft und Herrschaften Riet-^ 
berg, Rheda und Göterslobe. Dem Regierungsbezirk von 
Arnsberg*) wurden dtta Herzogthum Westphalen (siehe oben 
8. 119), die Grafschaft Mark nach ihren alten Gri^nzen nebst 
Dortmund und Hohen - Limburg, das FQrstenthum Siegen mit 
Barbach und Neunkirchen und die Grafschaft Wittgenstein ein- 
verleibt In diesen Provinzen waren vor dem Tilsiter Frieden 
bereits in der Grafschaft Mark, in Minden, Paderborn und Mün- 
ster 17 landrühliehe und 7 stenerrlthliche Kreise eingerichtet 
gewesen; in den J. 1815 and 1816 wurden in allen drei Re- 
gierangsbezirken 37 neue landr&tbliche Kreise angelegt. — IX. 
Die Provinz Cleve-Berg erhielt die Herzogthümer Cleve, 
Geldern and Berg, das Fürstenthum Moers, den östlichen TheU 
des Herzogthums Jülich, den nördlichen und mittleren Theil des 
vormaligen Erzbistbnms Colin und die Herrmhaften Homburg» 
Neustadt und Gimboro.**) Im Jahre fdlö wurden hier drei Re- 



*) AnfängUcli wurde (nach der oben gen. Verordnung vom 30. Apr. 
1815, die Stadt Hamm, als der vormaUge 8itz der Domalnenkammer 
der Grafschaft Mark, zur Hauptstadt dieses dritten Reglerungsbezir- 
kes bestimmt, aber demnächst aus überwiegenden Local- und Ver- 
waltungsrücksichten Arnsberg, mehr in der Mitte des Verwaltungs- 
bezirks liegend, dazu gewählt. 

**^ Fttr die Rheinlande wurde die Verordnung vom 30. Apr. 1815 
aber die Einrichtung von 4 Reglerungsbezirken in den beiden Pro- 
vinzen dnreh den inzwlsehea eingetretenen neuen Kampf nnd die 
daraus folgenden neuen Erwerbungen schon im J. 1816 vöHlg ver- 
ändert, indem man 3 neue Regierungsbezirke zu Aachen und Trier er- 
richtete und mit Ausnahme des Regb. von Cleve eine gänzliche Um- 
gestaltung in der Vertheilung vornahm* Der Reglerungsbezirk 
Colin kam nun zur Provinz Cleve Berg, indem er einen Thell sei- 
nes Geschäftsbereichs an den Heglerungsbez. Aachen, einen ande- 



Der Preutalsebe Staat. .145 

^iMig0b0£lrke ehigtriohtet, die z« CUre, DÜdseldof f und 
€•11». Dtf Hegiennigsliezirk von Clcrt umftMtte dieHer^og^ 
Mtaier deve n«d B^detn^ das PttrsteAÜHtni Mdrs, die vorüali^ 
gen Stille Bfwe», Werden and Blten oad den nördlicbsten Thetl 
dea voraielig^o Brfi&MaIhnns Cdl)a. Der Regieroagsbezlit vea 
Dttese^darf evhielt den grOsaeren und gewerlreidierett Theil 
des Hevxegtfciizna Berg und auf dem linken Rheinnfior die dieaem 
Hielle gegenAberliegende 8lOeke dea Herzogtlraais Jülkli «nd 
dea vonnaltgen Einebistfatuns CÖlliK Dem Regtenmgabeztrk« vea 
Cftlln worden der eüdliobe Theil des Hersettfatmia Berg, dfe 
Herra^alliaa Hotabarg^ Neustadt und GtAb^n, der mit^ere 
Hauptlheil des Erzbisthums Colin mit der vemialigen embi- 
jsißWflieheaRaei^iAastiMtt B^on and die vonMdige Anelisatadt Colin 
nebai ibrnn« Oebiele (UUideiieien, welebe dea ndrdlioben Theil das 
varmtfigea Wan^^siscbeo Be(»r|efl»eaita Rheltti uad Mosel bildeten) 
übefwieaea« JHene drei Regiernngsbe^iri^e wurden in 27 landrätb^ 
Ii(^ Cratae eingelbeilt. — . X. Daa Oroaaheczotgthuai Nie-* 
derr^aia adjdelt auf dem reebten BbeiauCer alle durch die oben 
& jU 9«a* 1 27 genaaatea VertH^e mit dea Filrstefi von Naasan eiige- 
taBaobtea Landereieoy 4aa Laadesbabeiisrecbt fiber die Beaitzon-»- 
gen der Ptrsten von Neuwied und Solms, dia qetTarball Wilf«- 
danbnrg und die vormalige Relcbaitodt Wetakc nebsl. Gebiet; 
auf dem linken Rheinufer den westlichen UAd aüdlichea Tbell 
des Herzogthums Jülich« die vormalige Reichsstadt Aacbea nebst 
€rebiet, die Stifte Bnitscheid, Malmedy und Cornellmünster, die 
auf Preusaen gefidlenen Anthj^ilo an dea NiederNlodisehen Pro- 
vii^cen Geldern und Limburg und die nach den eben S. 134 und 
S. 135 angefahrten Vertri^gen mit Frankreich und MefeJenbarg- 
Strelitz erlangten Antheile an den vier vormaligen Französi- 
schen Departements (Rhein und Mosel-, Mosel-, Wälder- (D. 
das For^a> and Saar-Depis.). *) Aoeh diese Prorinz wurde in 

ren an den zu Coblenz abgab, selbst aber daffir den stldUcben Theil 
vom Regternngsbez. Msseldorf erlangte. Der Äegierungsbezfrk za 
Coblenz gab wiederum seinen westlichen Tbell an die neuen Ke- 
gterungsbezfrkie Aaoben und Trl^r ab, zu denen ttberdles dte Erwer- 
bungen aus dem J. 181tl und das von Heklenburg^-dtrelftz eiflge- 

tausebte Land binzugeftigt ' wurden C^* ^* l^^J* 

*f Ten dtesen Dieparteni^nts ^getf 3 gttnztlcb far Frankretcb 
verloren, nur das Departement dei» Mosel blteb zum grössern Thellc 
den Franzosetr erbalten. ' ' ^ 

Schubert*« Statistik. VI. 10 



146 Der Preussische Staat 

drei Regierungsbezirke getheilt, Coblenz, Aachen und 
Trier. Der Regierangsbezirk Coblenz amfasste die oben 
n&her bezeichneten L&ndereien auf dem rechten Rheinufer und 
den bei weitem grösseren südlichen Theil des Departements Mo- 
sel und Rhein. Dem Regierungsbezirke von Aachen wurde 
die vormalige Reichsstadt Aachen nebst Gebiet, die oben genann-* 
ten Stifte und Antheile an JtUich, Limburg und Geldern Qber- 
wiesen. Dem Regierungsbezirke zu Trier wurden die an 
Preussen gekommenen Antheile der Franz&sischen Departements 
Saar, Wälder- und Mosel einverleibt. Es wurden in diesen 
drei Regierungsbezirken in den J. 1816 und 1817 36 kodrithUche 
Kreise eingerichtet 

Nach dieser Eintbeilung des Staates, welche bis zum J. 
1822 ganz unverindert beibehalten wurde, geben wireinUeber- 
sichtstablean nach den amtlichen Nachrichten aus dem Schlüsse 
des J. 1819, um dasselbe eben sowohl als Grundlage zur Ver^ 
gleichung für die Fortschritte der Bevölkerang in den darauf 
folgenden 24 Jahren nach den einzelnen Regbezirken und ihrem 
Flächeninhalte zu gebrauchen, als auch eine vollständigere sta- 
tistische Uebersicht für die allgemeinen VerwaltungsverhäUnisse 
aus dem Zeitpunkte zu gewähren, wo zuerst der Preussische 
Staat nach seiner neuen Gestaltung in schon völlig geordneten 
Verhältnissen erscheint 

Provinzen*) Flächeninhalt Bevölkerung relatBev. landräthl. 

Ende 1819. auflQM. Kreise. 

1. Ostprenssen. 702,^ QM. 1,005,543 1432 36 

1. Königsberg . 404,*^ „ 592,170 1462**) 20 

3. Gumbinnen • 297,®^ „ 413,373 1387 16 



*) Die Römlsohen Zahlen bezelohnen die Provinzen, die ge- 
w^öhnllcheii die Regierungsbezirke. 

**3 Die relative Bevölkerang habe loh fttr jeden einzelnen Re- 
gierungsbezirk und demgemäss auch fttr die Provinzen nach dem 
vollständigen Flächeninhalt derselben berechnet, und nicht, wie Hoff- 
mann bei Preussen und Pommern in den Beiträgen u. s. w. fttr das 
Jahr 1819 gethan, zuerst den Flächeninhalt des Wassers (der Haffe 
oder Strandseen) davon abgezogen und nur für den Rest die relative 
Bevölkerang ermittelt. Denn bei diesem Verfahren findet j^enfalls 
eine TJngleichmässlgkeit fttr die Ermittelang der relativen Bevölke- 
rung statt, da, ganz abgesehen davon, dass auch die Haffe durch Fl- 



Der Preussisehe Staat. 



147 



Provinze« 


FlScheninlmlt 


Bevölkerung 


relat Bev. landräth. 








Ende 1819. 


auf 1 QM. 


Kreise 


II. WestpreusseH 


iÖ»,«* 


JJ 


633,077 


1356 


21 


3. Dan^ig. . . 


I50,«« 


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265,582 


1758 


8 


4. Marfenwerder 


315,^ 


»t 


367,495 


1167 


13 


III. Posen . . . 


538,«» 


JJ 


883,772 


1642 


26 


5. Posen . . . 


327/^ 


»9 


604,412 


1847 


17 


6. Brofflberg . . 


211,*»' 


»•' 


279,360 


1324 


9 


IV. Pommern . . 


566,«> 


V 


729,834 


1325 


26 


7. Stettin . . . 


233,'* 


»? 


341,041 


1463 


13 


8. Cöslin . . , 


2«8,*» 


»> 


255,265 


989 


9 


9. Stralsund . . 


74,»*» 


•» 


133,528 


1780 


4 


V. Brandenburg. 


U9j^ 


4 

5J 


1,335,158 


1782 


32 


10. Berlin . • . 


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201,138 


145,421 


— 


11. Potsdam . . 


376," 


>9 


539,195 


1433 


14 


12. Frai&fart . * 


371," 


n 


694,825 


1601 


18 


VI. Schlesien . 


720,«» 


^J 


2,061,589 


2863 


56 


13. ßreslaa . . 


172,'* 


»> • 


514,056 


2971 


14 


14. Lfegnitz . . 


188,*» 


»> 


529,628 


2817 


13 


15. Reichenbach . 


120," 


tf 


477,227 


3976 


14 


16. Oppeln . . 


238,** 


»9 


540,678 


2272 


15 


VII. Sachsen . . 


457,»* 


» 


1,259,221 


2750 


41 


17. Magdeburg . 


204,'° 


»♦ 


486,000 


2374 


15 


18. Merseburg . 


187,*»*» 


>9 


625,507 


2810 


17 


19. Erfürt . . . 


66,»* 


>» 


247,714 


3725 


9 


VIII. Westphalen 


367,^ 


?> 


1,095,019 


2983 


37 


20. Münster . . 


128,«* 


99 


360,762 


2805 


11 


21. Minden . . 


94,'* 


19 


345,801 


3650 


12 


22. Arnsberg. . 


143,'*» 


»» 


388,456 


2703 


14 



scberei und Schlfffahrt unmittelbar fiur Ernährung: einer grösseren 
Menschenmenge beitragen, In den übrigen Begierungsbezirken (na- 
mentlich den gebirgigen) kein verhältnlssmässiger Abzug für das 
Unland derselben stattfindet, und eben die relative Bevölkerung 
nachweisen soll, wieviel unter den besonderen Localverhaitnissen 
des Regierungsbezirks durchschnittlich auf jeder Qmell. Bewohner 
gefunden werden, und nach welchem Maasstabe sie bei den vorhandenen 
Hindernissen von jeder Zählungsperiode zur anderen fortschreiten. 

10» 



148 E>er Preussisobe Staat. 

Provinzen. 

IX. CIe?e - Berg 188,« 

23. Cölkt . . • 

24. Ddsaddorf . 

25. Cleve . • • 

X. Nieder-^Rhein 288,^ 

26. Coblenz . • 

27. Aaeben . • 

28. Trier . . . 



FlSdieniBhatt 


BevSlkerung 


relftt. Bev. 


Undräth. 




Ende 1819. 


auf 1 QM. 


Kreise. 


198,« „ 


065,756 


6112 


27 


^h'' „ 


351,107 


5684 


11 


46." n 


388,607 


»295 


10 


4Ö»«* „• 


226,042 


4538 


6 


J88,^ „ 


1,007,081 


3427 


36 


Ö2." „ 


372,242 


4021 


13 


6Ö." „ 


320,004 


4809 


11 


128,«^ „ 


314,835 


2443 


12 



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Die zehn Provinzen gOU," QM. 10,976,252 2188 338 

zusammen. 7 -* / / 

Neuenbürg*) ^ ,3^95 ^^ ^2,628 3159 — 
lt. Valendis : : i-i~ 

Hauptsumme für den 6028,''QM. 11,028,880 2193 '338 
ganzen Sta^. ' * ' , ' 

För die zwei Jahre später (am Schlosse dea i. 1821) be- 
wiiicte VoUaMUhlaag, füge ieh eine zweite übevsicbtUebeTabalte 
für die politische Eiotheikmg hinzu, mit Angabe der numerischen 
Verhältnisse fiber die Städte und coafessionellea Veihältaisse 
der Bewohner nach den einzelnen Regierungabezirken. 



*) Nadh einer Cahtnetsordre vom 4. Apr. ISIS darf amtlich 
für die Farstenthümer Neufchatel und Yalengin kaaft^lilB nur die 
Bezeichnung Neuenburg und Valendls gebraucht werden, wie sie In 
der Deutschen Schweiz vor früheren Selten die aJlgemein übliche 
war, vgl. allgem. Preuss. Zeltg. 1845, nr. 129. 



Der Preii8«i«ehe Staat* 



149 







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Der Preussische Staat. 



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152 Der Pre«6iiicbe Staat. 

Die poIHisohe BintfaeiluDg erfuhr in den nächstfolgenden 
Jahren mehrere wesentliche Veränderungen. Die Zahl der Pro- 
vinzen wurde um zwei vermindert, indem im Jahr 1824 Ost- 
und Westpreossen in eine Provinz Prenssen, und Cleve-Berg 
und der Niederrhein in die Rheinprovinz zosammengezogen 
worden^ es waren also seitdem nar acht Provinzen. — Die Provinz 
Schlesien war bereits Un April 1S20 ans angemessenen Rücksichten 
fQr die Verwaltung auf 3 Regierungsbezirke reducirt, indem der 
Regierungsbezirk im 8chlesischen Gebirge zu Rei- 
chenbach ganz aufgelöst, die f&nf nordwestlichen landrathli- 
chen Kreise (Bolkenha^rn, Landshnt, Hirscbberg, Jauor, Sohönau) 
dem Regierungsbezirk Liegnitz zugelegt, die übrigen 9 (Nknptsch, 
Münsterberg) Frankenstein, Reichenbach, Schweidnitz, Striegau, 
Waldenburg^ Glatz und Habelschwerdt) dem Regierungsbezirk 
von Breslau einverleiht wurden, w&hrend der letztere gleichzei- 
tig den ihm bis dahin zugehörigen Kreis Kreuzburg an den Re- 
gierungsbezirk von Oppeln abtrat. Zu Anfang des Jahres 1822 
hörten abermals zwei Regierungsbezirke auf für sich besonders 
verwaltet zu werden, der von Cleve welcher vollständig mit 
dem Regierungsbezirke von Düsseldorf verbunden, und der von 
Berlin, welcher in den Regierungsbezirk von Potsdam hinein- 
gezogen wurde. Doch blieben einige Geschäftsbereiche der 
Regierung von Berlin, namentlich die JMIilitär- Bau- und Commu- 
nal-Angelegenheiten noch unter einer abgesonderten Verwaltungs- 
behörde (der Ministerial-, Militär- und Bau-Commission der Re- 
sidenz Berlin) bestehen, welche nicht der Regierung von Pots- 
dam, sondern unmittelbar dem Oberpräsidiun der Provinz Bran- 
denburg untergeordnet ist. Es war demgemäss die Zahl der 
Regierungsbezirke auf2 5 verringert, die auch bis zudem ge- 
genwärtigen Augenblicke noch erhalten ist. — Bei der Eintbei- 
lung in landräthliche Kreise ereigneten sich in dieser Zeit 
nachstehende Umgestaltungen. Im J. 1822 wurden im Regierungs- 
bezirke Coblenz die Kreise Braunfels und Linz mit den Kreisen 
Wetzlar und Neuwied vollständig vereinigt, so dass diese vier 
Kreise in demselben Gränzumfange fortan nur 2 Kreise bildeten. 
Eben so wurden in dem Regierungsbezirke Düsseldorf 1823 die 
Kreise Geldern und Rheinberg unter dem Namen Geldern verei- 
nigt (Geldern blieb Kreisstadt), desgleichen wurden die Kreise Dins- 
lacken und Essen unier dem Namen Duisburger Kreis (Kreis- 
stadt wurde Duisburg) und Landkreis und Stadtkreis Dussel- 



Dtr Prtiitiiiclie Staat. 163 

doff in tiaea kmdr&tbUdMii Kreis mmmmeB$s9gB^eB\ doch 
wurde wm d^m DinelMkeimr Kreiie dim largwneisleret Behentt- 
beek (2,'Qneil. groM) an den Krei« Rees abgetreten. WeM 
dofx^ diese Verlifiderangea die Gesanrntssah] der lendrMhlidiea 
Kreiee a«f SS3 herabftng, so wurde sie bei der Binziebnog der 
Regierung Berlin durch den neu gebildeten Stadtkreis der Be** 
sidenzstadt Berlin um eiaea Tenaehrt, so dass mühin die Qe-* 
sammtzahl 334 bheb nad in diesem afnmerischen Verh&HnIsse 
sidi bis Kam J. 1832 erhielt. Mit dem ersten Hb. f8B3 wurden 
in dem Regiemngsbeeirke Minden die Kreise Btlade und Brake! 
bei ihrem geringen Flacheninhalte Ton 5,* und 7* Omeil. mR den 
noeh kleineren Kreisen Herfert und Höxter (3,* und 5/Qmeil.) 
verbundeA, und dadurch eine grossere Annlkhernng in dem F!&^ 
chentahalte unter den sammtlichen landi^thlichen Kreisen dieses 
Regierungsbezirkes bewirkt (zwischen 9 und 13 Omeil.). I>urch 
den oben 8. 134 naher erläuterten Ankauf des Pürstenthums Lich- 
tenberg von dem Herzoge von Sachsen -Coburg- Gotha im Jahr 
1834 wurde dem Regierungsbezirke Trier ein neuer landratfali- 
eher Kreis St. Wendel (10/ Qmeil.) erwortien. Ueberdies war 
von dem Regierungsbezirke Frankfort der landrathliche Kreis 
Hoyerswerda Im J. 1826 an den Regierung*sbeziTk von Liegnitz 
und der landrathliche Kreis Beeskow im J. 1836 an den Regie- 
rungsbezirk Potsdam abgetreten^ um die durch einige gemeinsame 
ständische und den früheren geschichtlichen Zusammenhang ver- 
bfluideoen Lansitzischen Landschaften in einem und deoMielben 
R^eruagsbezirke xasammen zu haben. 

Die Oesammtzahl der landrathlichen Kreise war dem* 
nach seit 1835 auf 335 und im Jahr 1838 (Verordnnng der Re- 
gierung von Frankftirt vom 25. Oct. 1838) dnrch die Zusammen- 
ziehung der beiden Kreise Nord- und Süd -Königsberg (Königs- 
berg und Cüstrin) in einen (den alten Königsberger Kreis) auf 
334 gekommen, wie sie auch bis jetzt noch unverändert be- 
steht Von diesen sind 9 nur grosse Städte, ohne Hinzuziehung 
der nächsten Umgebongcn des platten Landes, näoüich Berlin, 
Potsdam, Danzig, FrankAirt, Magdeburg, Halle, Mtinster, Colin 
Qttd Aaefaen^ ausserdem haben 2 Stadtkreise Königsberg und 
Trier die nächst timfaer liegenden Landgetneinden in ihrem Be« 
r^he; 814 landrathliche Kreise haben Städte und Landgemein- 
den vermischt in ihrem Verwattungsbereiche, endlich 11 land- 
rathliche Kreise haben nur Landgemeinden und gar keine Städte 



154 Der Preütgigehe Staut. 

10 ihrem Vmttmge, ntalich der liaadkreis Kioigsberg, BeUe- 
kmg und Niederaflg (im Regieraiig«bezirk OomlHiMieB), der 
LMidkreis Danzig und Cartbaus (im Regbez. Daosig), Wald- 
bröl und Bergbeim (im Regbez. Colin), Adenau und Altenkircben 
(im Regierungsbezirk Coblenz), der Landkreis Trier und Dauu 
(im Regbez. Trier). — Das Förstenthom Neuenbürg und Valen- 
dis wird für die innere Verwaltung in 17 Gerichtsbezirke ein- 
getheilt. — Die Zahl der St&dte hat seit 1821 sieb wesent- 
lich vermindert, da nach den Gesetzen über die Provinzialstiode 
für die einzelnen Trovinzen in dem J. 1823 nur solebe Commu- 
nen noch unter die St&dte gerechnet werden, welche ausdrück- 
lich bei der standischen Vertretung und den dabei vorkommen- 
den Wahlen (siehe unten §. 16) dem Stande der St&dte zuge- 
SBählt werden, wahrend viele kleine Städte aus jener früheren 
Periode gegenwartig zu den Gemeinden des platten Landes ge- 
hören, allerdings auch wiederum andere bis dahin nicht stadtische 
Communen das Recht der Repräsentation im Stande der Sttidte er- 
langt haben, und nach dem Gesetze (1840) alle Ortschaften, welche 
auf den Provinzial-Iiandtagen imstande der Städte vertreten wur- 
den, auch als Städte offi/äell bezeichnet werden» Dadurch sind 
91 vormalige kleine Städte*) aus diesem Stande ausgeschieden. 



*} Dies sind nicht immer die absolut kleinsten Städte, deren es 
am meisten in dem Grossberzogthum Posen und in der Mark Bran- 
denburg giebt, wo auch nach der letzten Volkszählung am Schlüsse 
des J. 1843 noch Städte wie Schernik, Mielschln, Kruschwltz, Kisch- 
kowo und Rogowo, sämmtUch im Regierungsbezirk Bromberg, mit 
je 296, 309, 386, 448 und 471 Einwohnern gefunden werden, sondern 
die meisten der aus dem städtischen Verbände ausgeschlossenen und 
zu den Communen des platten Landes seit 1825 gerechneten Gemei- 
nen treffen auf Westphalen und die Rheinprovlnz. Theils bedingten 
hier die eigenthamlichen Verhältnisse der physischen und techni- 
sch Cultur diesen Uebergang, theils wurden bei der Einrichtung der 
Bürgermeistereien in beiden Provinzen fernerhin nur diejenigen Ort- 
schaften, welche zu den drei ersten Classen der Gewerbesteuer ge- 
boren, unter den Städten aufgeführt. Denn unter den seit 1824 aus- 
geschiedenen 91 Städten linden wir nur 3 in dem Grossherzogthum 
Posen (aus dem Kreise Schildberg im Regierungsbezirk Posen) Kobila- 
gora und Siedlec (Schidiitz), jene im J. 1819 piit 176 E., diese gar 
nur mit 60 Einw.) in der Provinz Sachsen 5 C^örzke, Leizkau u. 
Frohse in dem Regierungsbezirk lllagdeburg, Wallhausen und 



Der Preossisehe Staut. 155 

42 Mttt aber In dereo Stolle eingetreten*), so dass die 6e- 
fMunmtznlil deraeUben am Bnde des J. 1831 auf 98$, am Schiasse 



Brücken Im Reglerungsbezirk Merseburg); Inder Provinz Schlesien 
2 (Haibau und Warmbrunn Im Reglerungsbezirk Llegnltz)* Dage- 
gen gewfthrt die Provinz Westpkalen allein 34 gegenwärtig zum 
platten Lande gerechneten Ortschaften, nämlich 12 im Regierungsbe- 
zirk IMneter (Bevergern, Weaterkappeln, Sassenberg, Freckenhorst, 
Harsewinkel, StromVerg, Bren8telnte>t, Olfen, Welbeck, Ifetelen, 
Ochtrup nnd Werth), 1« Regiemngsbeslrk Minden <8ehHlsse1lHirg, 
Hausberge, Engers, BOren, Llchtenan, WünniHiberg, Peekelsheim, 
Borgholz, Drlngenberg), 13 im Regierungsbezirk Arnsberg (Warstein 
Hirschberg, Grevensteio, Beleke, Altendorf, Eversberg, Fredeburg, 
Kallenharty Kastrop, Blankensteln, Balve, Meinerzhagen, Drolshagen)* 
Die Rheinprovinz bietet sogar die noch grössere Anzahl von 41 
an, nämlich 5 im Regbez. Colin (Brühl, Worringen, Lecheulch, Rhein- 
bach], Meckenhelm), 15 im Regbez. Düsseldorf (Llnn, Zoos, Holten, 
Schermbeck, Kaikar, Uedem, Grlet, Kranenburg, Grlethausen, Sons- 
beck, Neu-Btiderich, Alpen, Strälen, Wachtendonk, Brüggen und Ker- 
venheim), 10 im Regbez. Coblenz (Kirchberg, CasCellaun , Münster- 
maifold, Adenau, Unke), Dierdorf, Altenkirchen, Leun, €k*Hfen»tein 
und Hohensolms), 1. im Regbez. Trier (Pfalzel) und 9. im Regbez. 
Aachen (Waldfeucht,' Wassenberg, Gangelt, Randerath, Linnich, Nie- 
deggen, Herzogenrath, Schlelden und Reuland.) 

O Aber auch unter den seit 1S21 neu in den Stand der Städte 
(weichen zum Thell, wie in Sachsen und Schlesien, die revldlrte 
Städteordnung erthellt ist) tibergegangenen Communen findet sich 
aus derselben natürlichen Beziehung zur technischen Cultur bei wel« 
tem die Mehrzahl in der Rheinprovinz, und ausserdem können 
wir nur noch aus den für diese Industrie sehr nennenswerthen Re- 
gierungsbezirken Breslau, Liegnltz, Merseburg, Erfurt und Arnsberg 
Beispiele anführen. In dem Regierungsbezirk Breslau sind es 4, 
Dyherrfurt, Leubus, Carlsmarkt und Freihan (Kreis Mllitsch), in dem 
von Liegnltz nur 1 Lahn (Kreis Löwenberg), in dem von Merseburg 
5, Heldrungen (Kreis Eckartsberga), Uebigau (Kreis Liebenwerda>, 
Seyda und Schönewalde (Kr. Schwelnltz), Leimbach (Geblrgskreis 
Mannsfeld), in dem Reglerungsbezirk von Erfurt 1. Sachsa (Kr. Nord- 
hausen) und in dem von Arnsberg 2, Hllehenbach und Freudenberg 
(beide im Kr Siegen). Dagegen zählen wir in der Rheinprovinz allein 
29, und zwar Im Reglerungsbez. Colin 2, Neustadt (Kr. Gummers^ 
bach) und Gladbach (im Kreis Mühlhelm), Im Regbez. Düsseldorf 23, 
Kaldenkirohen (Kr. Kempen), Gerreshelm und Angermünd mit Rahm 
im Kr. Düsseldorf), Mettmann, Langenberg, Wülfrath, Velbert und 



156 D«r Prtdtsischt Staat. 

des J. 1837 auf 073 atmA und gegtmvifti^ (alino NeiMiitarg) 
979 beirftgt« obf leieh nocb immer IT 6tkd<e oaler WO Bkiw«li« 
nero ond 86 onter 1000 Einw. z&hlen. 

Nach diesen voraDsgesandten Nachrichten^ welche der Zeit- 
folge nach für die einzelnen Veränderungen fefitzohaltea sind, 
lassen wir aus den Jahren 1831^ J837, 1840 und 1843 sowohl 
in Bezug auf die politisohe Einlkeiloog, als auf die BewegOQg 
der absoluten und relativen Bevölkerang und tkr veraeliledeo«» 
artiges Fortschreiten in den einzelnett RegienrogsbeEirken uad 
ProviBsen yler Urberslebtstabellen folge«; auf wekhe wir aadi 
bei den Darstellungen anderer Oegenst&nde in den fblgenden §§• 
h&uflg zurAckzukommen Veranlassung haben werden. 



Provinzen. 


Flächeninhalt. 


Bevölkerung *) 


relat. Bev. 




1 


Eflde 1831. 


ttuf 1 QM. 


I. Prensseii • 


1178," OM. 


1,989,608 


1,689 


!• Königsborg 


408," „ 


704,159 


1,725 


2. Gumbinneo 


298," „ 


525.008 


1,761 


3. Danzig • . 


16 V» » 


315,731 


2,073 


4. Marienwerder 


819," „ 


444,7 10 


1,992 


II* Posen . . 


53«« „ 


1,046,480 


1,951 


5. Posen . . 


32 1.»' „ 


721,095 


2,244 


6. Bromberg . 


214," „ 


324,785 


J,5I2 


IIL Pommern 


567," „ 


888,631 


1,567 


7. Stettin . . 


933." „ 


410,005 


1,797 


8. Cöslin . . 


258,«» „ 


323,450 


1,25 t 


9. Stralsund* 


75,*« .. 


140,176 


1,937 



Kronenburg (alle 5 in Kr. Eiberfeld)^ Httekeswaicen, Remselield, Barg 
und littttrlnghaiwen (Im Kreise Lennep), Barseheid mit Leicblingen, 
Höheecheid mit Merscbeid, Dorp, Grftfrath, Wald, Opladen mit Nea- 
kirehen und Htttdorf (alle 7 Städte Im Kreis Solingen), WeweHDg- 
kefen Im Kreis Grevenbroich, Viersen, Rheldt und Odenklrcheu im 
Kr. Gladkaeh; im Regbes. Cohlenz 3, Vallendar and Bendorf (beldo 
im Kr. Coblenz), und 2 Im Regbes. Aachen, Eachweller «nd Stoll- 
berg Ibelde im Landkrela Aachen). Einige derselbe« haben aloh in 
dieser Zeit bereits sehr ansehnlich vergrössert, wie Remscheid* an 
Schlüsse des Jahres 1843 bereits mit 11,902 E <183l erst 1907 E.), 
Hökescheid mit Meersoheid im J. 1843 mit 11,395 E. Cl631 «rst 5115 
Einw.), EsehM^eiler im J. 1843 mit 7,884 E. u. m. «. 

*) £s Isit hier nur die CivilbeyOikeruoi; nach der polixeillche» 
ZAhlong angegeben, eu welcher am Schlüsse die gesammte Militär- 
bevölkerung hinzugerechnet Ist. 



Der Pcenssisohe St-aaf. 



157 



Provinzen. 


Flacheninhalt. 


BevülkeruQ^ 


rehtt. Bew. 








Ende 1831. 


auf 1 QM 


IV. Brandentmrg 


730 « < 


QM. 


1,537,12a 


2,103 


tO. Potsdam'^) 


373," 


»» 


861,495 


2,305 


(1. Frankfurt . 


353," 


>f 


675,62? 


1,891 


V. Schlesien 


741," 


?t 


2,424,967 


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H2. Breslau . . 


MS," 


»> 


939,^70 


3,785 


13. Liegnitz 


260," 


>» 


76ß,f7a 


3,058 


14. Oppeln • • 


2*3," 


>» 


7 10,427 


2,9«a 


VI. Sachsen . 


460« 


>> 


1,427,797 


3,100 


15. Magdeburg. 


210," 


tt 


554,721 


2,^0 


fO. Merseburg. 


I88,'« 


>f 


596,704 


3,161 


17. Erfurt . . 


.61,'* 


»» 


276,372 


4,475 


VIL Westphalen 


367," 


n 


l,242y452 


3,380 


18. Münster . 


132," 


>» 


390,52» 


2,984 


19. Minden . . 


94." 


>» 


3$9,758 


4,109 


30. Arnsberg . 


140," 


t> 


462,065 


3,288 


Vllt BheiB-Prov 


.479» 


ij 


2,223,687 


4,fi33 


21. Colin . . 


73»" 


99 


3S8,654 


5,318 


22. Dnsseidorf. 


100," 


5» 


694,727 


6,927 


23. Coblenz . 


109,** 


>f 


4i7,a3a 


3,810 


24. Aachen . . 


76," 


J> 


351,157 


4,549 


25. Trier . . 


121,** 


»> 


371,516 


3,059 


alle 8 Provinzen . 


5062," 


JJ 


12,780,745 


2,524 


dasu d. MilitärbevöYk. 


**) — 


*» 


258,215 


-^ 


Fürstenthum Nenea- 










borg und Valendis 


13.»» 


f» 


56,073 


3,671^ 


der ganze Staat 


5076 « ( 


!}M. 


13,095,033 


2,579 



*> Berlin allein zählt mit Elnschluss »eines Weichbildes (l^^^Qm.) 
229^43 Elnw., wovon atif da« Welehblld 15,394E. kommen. 

**) Unter der BillltftrbevöHierunK gehörten 182,524 Personen zu 
den sctlven Garden uni 8 Armee -Corps, 1559 zur Gensdarmerle, 
4,763 zu den Invaliden- Compagnten und InvaUdeohftusern, 707 zu den 
Cadetfen- Anstalten und 68,556 Personen zu den FamiUen^Uedem und 
Dienstleuten: die Zählung erfolgte durch die Mimärb eh Orden. 



133 Der Prenskiiche Slaal, 



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Der Preasffische Staut. 



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Der Ppeii««Uche Staat 191 



Bei den letelm beidea statktisdieQ Uebersichten berüdc- 
skiktigeii wir noch die dnreh die nenesten Vermessangen berich- 
tigten Fl&cheninbaltsangaben einiger Regierangsbezirke, welche 
in den letzten amtlich durch Dieterici bekannt gemachten Tabel- 
len sich vorfinden. Die wichtigste ist die in dem Regiemngsbe- 
zirke Frankfnrt, wo nach den Aufnahmen des Generalstabs für 
die 5 landriithlicheu Kreise Nord -Königsberg, Soldin, Arnswalde^ 
Landsberg und Friedeberg der Flächeninhalt auf 111,*' Qm. berech- 
net ist, d. 1. gegen die frühere Angabe um 3,^^ Qm. mehr; weniger 
bedeutend igt die Verminderung des Flächeninhalts im Regbe- 
ziik Cöslin um 0,'^Qm. Bei der inneren politischen Bintheilung 
ist' im Allgemeinen keine Ver&ncferung vorgenommen. Nur im 
B^eriingsbezirke Gumbinnen ist ein Austausch der beiden 
Kirchspiele Mehlki^hmen und Tolmingkehmen zvdschen den bei- 
den Kreisen Goldapp und Stallupöhnen erfolgt und dadurch 
der erfifte um 0,^QmeiL vergrössert; in demselben Regierungs- 
bezhke ist ftber dies die Hälfte der Skallischen Forst (etwa 
0,^ Qmeil.) von dem Kreise Darkehmen zum Kr. Angerburg 
zogesohlagen. 



Provinzen. 


QM. ^ 


Ende 1840. 


Ende 1843. 1843 a. 1 Q 


1. Preussen 


1178/^ 


2,310,172 


2,406,380 


2,043 


1. Königsberg 


40S," 


790,065 


821,946 


2,014 


3. Gumbinnen 


298,*» 


697,725 


619,553 


2,078 


3. Danclg 


152," 


366,685 


387,306 


3,543 


4. Ufarienwerder 


319/» 


549,697 


577,575 


1,809 


II. Posen 


536,«« 


1,233,850 


1,290,187 


2,405 


5. Posen 


3ai,«8 


834,875 


857,230 


3,665 


6. Bromberg 


aiv» 


408,975 


439,957 


2,0(15 


tu. PoniDiera 


574,^^ 


1,056,494 


1,106^350 


1,926 


7. Stettin 


236,8» 


492,357 


517,523 


2,185 


& Cöslin 


2Ö8,*3 


393,289 


413,106 


1,599 


9. Stralsund 


IV^ 


170,818 


175,722 


2,234 


IV. Brandenburg 


734,»* 


1,857,097 


1,935,107 


2,636 


10. Potsdam**) 


382,5» 


1,087,231 


1,135,335 


2,968 


11. Frankfurt 


351,« 


769,866 


799,772 


2.274 



'^) Bei den Bevölkerungsangaben für die J. 1840 und 1813 sind 
die Civil' und Mllitttr-Bevölkerung zusammengerechnet. 

**) Die Bevölkerung von Berlin mit Einschluss seines Weich- 
bildes war 184Ö auf 330,230 und Ende 1843 auf 353,149 E. gestiegen, 
wovon 30,534 dem Weichbilde angehörten. 

8ehahert*f Statiitik VI. 11 



m 



Der Pr€itt9«ttfoh« £t{iräf. 



Provinzen. 



FiHcbenüMlt. BevOikerong Dtv^ktrung relnUBev. 

Ende 1840. . finde 1849. 184da« IQM« 



V* Öchlesien 


741,^* 


2,858,820 


2,948,884 


3,976 


VI. Breslau 


24S,»* 


1,084,55^3 


1,117,204 


4,503 


13. Liegnitz 


250,5* 


868,383 


892,056 


3,561 


14. Oppeln 


343W 


«06,010 


939,634 


3,886 


VI. Sachsen 


460,«^ 


1,637,821 


l,68tS,906 . 


3,656 


15. Magdeburg 


210,»=» 


628,6a5 


647,326 


3,081 


16. Merseburg 


188/« 


683,700 


701,037 


3,714 


17. Erfurt 


61/* 


324,836 


335,543 


5,435 


VII. Westphaleu 


367,«« 


1,383,197 


1,421,443 


6,8Ö3 


la Münster 


133,»^ 


411,340 


419^765 


3,168 


19. Minden 


95/8 


441,736 


453,1877 


4,733 


30. Arnsberg 


140/> 


530,312 


549,601 


. 3,924 


VIILRheittpfoviM487,'* 


2,691,650 


»,679,809 


5,600 


31. Ci^iin 


72/0 


447,437 


465,363 


6,498 


33. Düsseldorf 


08,*» 


809,951 


851^456 


8,060 


23. Coblenz 


109,«* 


478,430 


489,900 


4,468 


94. Aachen 


75/' 


385,388 


394,451 


5,214 


25. Trier 


131/5 


470,444 


478,338 


3,648 



alle 8 Provinzen 5,080*« 

dazu d. Fürstentb. 
Neuenburgu.Valendis 13,°' 



14,928,50t 15,471,765 3,04S 



63,740 



64,969 4,657 



d.gesammte Staat 5,094^' 14,991,241 15,536,734 3,030 

Unter der Volkszafa] niti Ende d(te Jahres 1843 Ibestand 
überhaupt die Militärbevölkermij^ aus 204,354 Persöflea, mit fein- 
schluss der Familien glieder und Dienstleuten ; dai^titer gehörten 
7,868 Ind. zur Gensdarmerie änd 9,208 zu den PreuHsischen Be~ 
satssun^scorps in den Bundesifestungen Mainz und tiuxemburg* 
In der letzten Tabelle geben wir nach den Provinzen und Rq- 
gierungsbeziricen, nebst der gegen wSirtigen Zahl der landr&thli- 
chen Kreise und St&dte, zugleich die numerischen Verhaltnisse 
für die Rcliglonsverschiedenheit aus den letzten amtlichen Zäh- 
lungen am Ende des Jahres 1843. 



Der. Pr^ttMÜohe Suiit. 



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Der Pr«us8isebe Staat. 






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166 Der Preosfiaebe Staut. 

Faseeil wir die letzten Angaben über die Religionsverh&lt- 
nisse in runden leicht einpr^gbaren VerbaHnissKahlen snsammen, 
80 exbaUen wir, dass gegenwartig (wenn wir Neuenbürg bei der 
überwiegenden Vorherrfiehaft der Evaogelischeli ausser Acht las- 
sen) unter 1000 Preussen, 609 der Evangelischen^ 376 der Rö- 
misch-Katholischen Kirche und 13 der Jüdischen Religion ange- 
hören; die letzten ^^owi vertheilen sich bei 4en sehr isolirten 
Lebens - VerhältniBsen ihrer Angehörigen auf die Griechisch- 
Katholische Kirche, auf die Mennoniten und andere christliche 
Religio nssecten. — Das regelmässige jährliche Fortschreiten 
der relativen* Bevölkerung in dem gesammten Staate, wenn auch 
bei den verschiedenen Abstufungen der bereits früher erlangten 
relativen Bevölkerung und ihrer Beziehungen zu dem Boden und 
den sämmtlichen Erwerbsquellen auf demselben, die Portschritte 
in den einzelnen Regierungsbezirken sehr verschiedenartig aus- 
fallen können, erscheint immer als ein vollwichtiger Beweis, dass 
der Staat in einem geordneten Entwickelnngszustande für die 
verschiedenen Zweige der Cultur sich fortbewegt, und auf ent- 
sprechende Weise den vermehrten Anforderungen der jährlich 
steig^enden Volksmenge ausreichende Hülfsquellen stets zu ge- 
währen vermag. Würde dies nicht stattfinden, so wQrde min- 
destens das regelmässige jährliche Fortsdireiten , wie dies ge- 
genwärtig in Irland vemisst wird, wegfallen, und durch Stockun- 
gen in einzelnen Regierungsbezirken, durch Culturhemmnisse 
mannigfacher Art würde der Grad des Gesundheitszustandes in 
politischer, wie in national -ökonomischer Hinsicht, schon nume- 
risch näher angedeutet werden. — Aber obgleich naeh «einem 
Flächeninhalte, wie .nach seiner Bevölkerung, der Preussische 
Staat unter den fünf Europäischen Grossmächten den letzten 
Platz einnimmt, so ist er doch durch das verhättnissmässig stär- 
kere Fortschreiten in der Bevölkerung seit 1815, als in Frank- 
reich und Oesterreioh, diesen Staaten auch in den physischen 
Machtverhältnissen näher gerückt, indem er fast schon die 
flälfte, der Bevölkerung dieser beiden umfasst, während er ge- 
gen drei Fünftel ^er Europäischen Bevölkerung Grossbrita- 
niens und gegen zwei Sieb ent heile der Bevdlkerui^ des 
Europäischen Russlands ebenso gegenwärtig bei^tzt, wie er 
in demselben Verhältnisse zu diesen beiden Staaten bereits 1815 
stand. Alle übrige Staaten Europas stehen in der Volkszahl 
dem Prsu^rsiscben nach, wiewohl noch drei derselben, die Tür- 



P^r Pt^nuulMck^ ^tatit IST 

gen KW Vofi^hiialiaA^ gebraucbep, und ^ben sq. Sebwedea ttU 
,Nonveg^ mea bedieuteiid grösserea Fläcbeiu«hiüt lüs Pfem* 
9m eiw^tm^f 9xU dem j^oeh eine r^tiv weit scbwäcbere Be**- 
j^\k9fung iebL Ui V«rbl<lUiis0 «« dpm ganzen fir4ttbeil Eur^p» 
mmmi 4w Flacbfoinb^ des PreuMiscben 8U|U« etwa ein Drei-* 
^igtbeil »eirMt Sodeeflltehe <H»d die Bev^lkeraog deaselben ge** 
g^ -ein iSeeht'^ebfftbeil seioef Gesammtbev^lkerong ein. -^ 
In dp9^ VerbilltAisse des Preasstsoben 8iaat|^ »u« Peatt 
üeb«P Bfiode» welpbem «ecbs Prcninzen angeMren, umfa^aea 
dieae «neb «ten ajAtMcbea Naebriobtea aoa den JDeebn 1843 ei«* 
Ma FliobfMiabult^ v#n 9^5,''*0inail. nit ll,775,{9i8SeeU (wibrr 
ff^Qd.iUe PMviMKfia Pi^aaaen aal Poaea >s«3aiDnieii 1,714'* QM. 
M# 9^V<>7 CU^fv^' baben); d. b. die O^otacbe« Bupdesl&Qder 
4ßß |Pf9fia»ifcbao SUates nehiaeo faat drei Zebatbeile dea 
gftaama^yu T^rritorialgebietea dea Deatscbea BuRjdea (11,910 Qnu) 
^in^ MMd di« BßvWkeraog derselben büdet fai»t ia deia gleicbe« 
V^baU,nia»e drei jS^ebatbaile der ^xesaauatbevöikeriiog 4» 
XtntßOm ^«adfisstaitfw j(40,225/)00 Se^.), ^ 

P(iy«i0cIie Beschaffenheit, kliniatisehe Verhftltnisse, 
OebSrge, fl*!flsse, See*ii, Land - und Wasserstras^^ii^ 

Vgl. $• h über die dort angeführten geggnQ9;tja<4iea «od 
bydiTPgraphjsf^iea» KüsUn- und igleekarten. — Aosserd^a bietß|; 
biefur der wacker gearbeitete physikallacbe Atlas vqq 
H« Bftrgba;as« von welcbem seit 1638 hia )etxX 12 Liefjeraageii 
mijt $0 Kacteo %u GjOlba bei J. Perthes in Ofol. erscbienen sind« 
iaebr]sr€ sehr sebätzhare Blatteir füx die isetbenaiscbeii und an-^ 
dere laeteorolog^cbco Veili'altnisse^ für den sebwankendea Staad 
Aetr Ostsee^ für da;^ V^rhaUen der UauptiOsse innerhalb eineic 
bedeutenden Reihe von Jahren n a. w ^ insbesendare gehöre 
pma die/sein Werke deia Prcnssischen Staate an die Bll^Me^ ^^ 
Ms .10 ajos der .^w eitlen Abtbeiluag, über die Scbwankungea 
des Ostseestandes 9 die bydio -historische DarsteUi^ng v.oni Zn^ 
Stande der E)Ibe iin Jabrb. 1731 — 1830» der Oder im JBalluabr*r 
Äliadarte von 1781 — 1830^ des Jlbeina^ der Weiseri Eibe vml 
fiäj^ jp Am lAbre \S^\ -r- ^% «^t^ bydrogra^^bispbe Tahleaa dar 
M^f^r,. WeiiUwftJ flodHeml) ans 4er d^tea Abtbailwigdie 



168 Der Preatsische Staat. 

BL nr. 13 and 14, die SpecMkarte roA MeeeBgeMrg« «tti die 
geologischen Profile von Deutschland im AUgemeinen md vom 
Riesengebirge insbesondere. — Desselben Verfassers allge«- 
meine Lander- und Völkerkunde, Stuttgart 1837 — ^9, Bd. 1,111 
und IV gew&hrt einiges brauchbare Material ffir die in diesem f. 
bebandelten Gegenstände. — Wutzke (J. C.) HÖhenbestimmun«' 
gen im dstlicben Theile des Preuss. Staates zwischen der Me^ 
mel, der Weichsel und der OstseekQste (mit Bemita&aag der Ar** 
beiten von Wrede, Feldt und Müller) in Beighans Anlialen 
Jahrg. 830, Liefrg. 10. — H. Bergbaus Geschichte der baltH- 
metrischen Höhebestimmungen awischen Berlin und Dresden, 
nebst einigen Beiträgen zur Hypsographie und Klinmtologie von 
Norddeutschland nberhaupt. Drei Sendschreiben an Alex, von 
Humboldt, Berlin 836. — Viele einzelne Aufsitze, namentlieh 
auch über den Bau von Canälen, Chausseen und Eisenbahnen, 
in der Preuss. Staatszeitung und in den f. 1. naher angegeben 
nen Provinzial- Zeitungen und Provinzialbl&ttem , n&cbstdem in 
mehreren Jahrg^gen d er von Berghaus herausgegebenen Annalen 
der Erdkunde. — lieber die Eisenbahnen insbesondere Frk 
Fr. Wilb. V. Reden, die Eisenbahnen in Europa und Amerika, 
eine statistisch geschichtliche Darstellung ihrer Entstehung, ih- 
res Verhältnisses zur Staatsgewalt, ihres Betriebes u. s. w. Ite 
Abtheilung Ir. Abschnitt, die Eisenbahnen Deutsehbinds» BerKn 
1843 gr. 8vo., enthält das Allgemeine; 2r. Abschnitt bis jetzt 
in 5 Lieferungen oder vollständigen Bänden, ebendaselbst 1843 
bis 1845 gr. 8vo. liefert die detaillirten Nachrichten aus den si- 
chersten Quellen über die einzelnen Eisenbahnen, die zweite Lie^ 
ferung dieses Abschnittes handelt ausschliesslich von den Preus- 
siscben. Zur gedrängteren Uebersicht dienen: desselben Ver- 
fassers Deutsches Eisenbahn- und Dampfschiifbuch, Berlin 849* 
8vo. und Emil Bürger, Deutschlands Eisenbahnen im J. 1845 
nach officiellen Berichten u. s. w., Carlsruhe 843, 3te vermehrte 
Ausg. mit 21 Uebersichtskärtchen. — 

Da es nicht zur Aufgabe dieses Boches gehört, ein voll- 
ständiges Bild von der physischen Beschaffenheit der Boden- 
fläche, oder von den meteorologischen Verhältnissen des Preussi- 
schen Staates in sich aufzunehmen, so begnügen wir uns da- 
mit, aus diesem Gebiete nur diejenigen Ergebnisse und Nach- 
richten zusammenzustellen, welche sowohl auf die verschiedenen 
Classen der Bewohner bei den einzelnen Zweigen der Coltur 



D«r Prtiittiiehe Staat» 1€9 

«■i in dM iVMntoiveiiMBisieii dniliMireicfae Folgen tassem, 
lis flfo aiKh Mr die v«r8ebfed«iNurtige Beniitzoiig der Staate^ 
Ivftfte dor^ die Staatsregiermig bei den vorliegenden Steat»« 
tiwedkett wed^ntlloh mitwirken, und dadurch onbezweifeU ehk 
«latfartiseiws oad fiolifieches Interesse in Ansprach nelimeB. Bs 
heiarf iadeae wohl tnum hhcr einer weiteren Ansföbrang, daes 
daa IttaraletitiHni Nenenhatf und Valeadis''') in diesem f. weniger 
heilcl»lDit%i wird, da es gana anderen Boden - Verh&ltnissen 
aagiMrt) ^ atir im fSasatBrtBeaiiaiige hei der statistisdien Dar* 
olailqag der Bofawdx ihre rid^ge Würdigung finden können. 

I>er Prenssisehe JStaat s^rflült nach seinen Hanptbestand- 
theilm, wie ieh dies §. 2 historisch niher entwickelt habe, in 
sarei Baopteassen, die nicht mit einander znsammenh&ngend 
rMttmäm sind» sondern selbst da, wo sie am nbefasten su dn^ 
andtt* He^en, in der Blehtnng von Heiligenstadt über Cassel ai^ 
Wnrboig, nodi ly^ Meilen dareh Kurhessisches Staatsgebiet 
van einaader getrennt bleiben. Ausser Kurhessen dienen idMr 
neeh das -HefzogUMni Braunsefaweig, bedeutende Theile desK4«- 
lUgrei^s Hannover, die Fürstenthfimer Lippe -Dettmold, Lippe* 
Ssätmttkmrg and Waldeek, das Grossherzoglhum Hessen -Darm- 
aindt und das Herzogtlnim Nassau zur Trennung der Preussi* 
nahen Lande von mander, wenn wir nur die Hauptriehtung von 
dar PMVina Prensaea durch Pommern, Brandenburg nud Sadi- 
sea naefa Wealpbalea verfoigen, ohne auf den in Thüringen iso^ 
lirten Regierungsbezirk Erfurt n&her einzugehen, der wiederum 
mit den anderen beiden Regierungsbezirken der Provinz Sach- 
aen nioht v<^st&adig zusammenhängt. Die grössere dieser 
beiden Lteder-ll^Msen, welche durch die sechs östlichen Pro» 
vinaan gebildet wird, nimmt einen Pl&oheninhait von 42^5,^ Qm; 
^n, w&hrend die kleinere, Westphalen und die Rheinpiovinz 
nur S55,^ Qmett. enthält, also nur etwa ein Fünft heil der er- 
steren, oder ein Sechstheil der Bodenfläche des gesammten 
Staates ist. Die Bevölkerung denselben verhielt sich dagegen 
im Decbr. 1843 wie 11,370,814 Binw. : 4,100,951 Einw., also 
in grossen Verhältnisszahlen wie 11 : 4; oder Westphalen und 
die Rbeinlande hatten fast vier Fünfzehn theile der Gesa^nmt* 



••1-^- 



*) Das Fürstenthum Neuenbürg mit Valendls liegt unter 46^ 47' 
und 41^ S' nördl. Br. und 4« V und 49 W östl. Länge von Paris, 
oder W T und W W östL Länge v. F. 



I7e 0«r Pr«atiiteh«. Staue 

Jli0vtWDirattg des Btoalest ^ m Mliäv wA ittrlEM hmSbltmi 
mskd tis die IMHohen ^oriautL I^nnen wir oan dMse keidM 
Hftiptifieik aifl ein Ommz/cm zoflammen • so eratreekt sich Atr 
ffreoBsisobe Staut in aeiner Amdefannng von Nerdo^ea aadi 
fiidwasliea ■nter 55^ G3^ bis va 40"" 8' nördMcher Bfeite, es iie- 
liftft mithia der ünterseliied in der Breite zwisohea dem iiflni*- 
üiteten aad södiicheten Paukte des Staates aar ^d6' der Areü^, 
oder ia der Tai^eaiange 1 Stuode Iß Minatra^). Die iteiaatft 
Aasdeiuuiag la der Lftage ven Oatoo aaefa Westen (SaM^ 
wind an der fiussiaefaea otid Kranentai^ mn der NieikirUaü 
fiohea Orftaxe) reielit von dO'' 31'^'' las 23'' W IMidlebevli^oge 
r. F^ oder von M"" 31' bis 3^ 3Sf o. L. V. Paris, «itlMiMria 
Läi^eniintecaeliied *^) vea IG"" 56', der bei dtm f^eMauaten vm^ 
«heninbahe voa 5060 Omeil. sdMa an sieb f»rdm MeivaabI 4er 
ftevtazeit aof eine Torhlkltniisntesig geringe Aaadebnaag ta «ler 
Brette uad eiae überaas grosse 6rittz*afidebntiDg gegen fireaide 
fiMaatea scUieasen iiwt Uad ia Aer Tbat biUen aaab nnr 4ie 
^^ier Proviazea ftraadenbnrg, PooHaem, Scbicaioo, Posea mit «i«- 
neoi Thfiile der Provinz Prensaea aof dem Jiafcea Wemlmvlntm 
«Ad eiaem Tbeile der Provinz Sachsea eine oempaeia abg!e^ 
raadct e Masse, die oiobt neferseülg tob tVeadea Territoriea 
WBsefalosaen ist. Demaaoh hat die «Gränze das öatliobea grfla* 
aperen BmupHkutÜM des Staates eine Aitadelaiang vao 7M;ga»^ 
0rat>h* MeiL '^% vao weleben »rar ob den Oaftaeestnniie ifd 



^ D«r ««rAlehst« Punkt 4M Staute« -zwlsdien 1flfnmei-Mtt %iKl 
FoUngea hat eia«a läagstea Tag voa 17 «tQii4lea 19 Mloutea «114 
den Itareesten von Ü Stunden 41 Jitaut., vnd der tadUcbate In Jer 
»iüke der Ftnii^ösleeben Stadt Saarg^iiand etaea Uingateat Xag v«a 
nur 16 Stauide« 1 Miaute, aber .attcb a#r tetoea k.ttrzeften v;^ 7^ 
59 MlDuc. 

**) Daher wird, wenn zu Kraneubm-ji^ Mittags 12 Uhr Ist, Ui.SiPhic«- 
wlnd die nach der Sonnenzelt geregelte Uhr bereits 1 Ühr 7 A(lniit^ 
46 Sek. Nachmittags zeigen. 

*^^ Hätte diese Ländermasse mehr eine Quadrat-Grestält, etwa 
Mi!t Pnmkreich, so -würde Ihre Umgränzung nacfh dem oben ange- 
gehenen Flächeninhalte nur zwischen "260 bis 290 geogr. M. ansma- 
eben; und bei den West^liftlijsch-RheinlSiDhen Landen würde rdle Um- 
gränzung hei gleicher Voraassetzung statt iS72^. M. ßo^n m» etWM 
116 bis 136 Meli, erfordern* . ; , 



Dw Pr«vtiittlii'6taal. 171 

iM. hiaJjMftn, w«iib moi aH» ndtlitiitRil MritiaWgM feiMi 
«MhinlMl) 1^8^ M« arber f^itexen gegm «ädert 8tMite» «ted. 
OstwtM'ts BieJkea sie skli mir g«ge» einen IStmU, gegen Rua»* 
•mmI md Feien 183 MeiL Inng^ iMwIirts «nd weaiivräitn.atier 
gtegen aobtzelin verMbiedene Staaten, darnnter SV, M* gege« 
4en PreintaaC Kralcaii, 99 MeiL gegen ilie Oesterreiohieeliien 61»i^ 
ie», 50 M. gegen das Ktnigreieii Sncbsen, 61 M. gegen dieM^ 
•den eraanlieniogttiftmer Meoklenborg, 109% M* g^gm das &»«- 
MigreNii Ifannever, das BeraogUHiA Bramwohwoig nad dasKuv* 
MrsteadMim Hessen und 93 M. ' gegett 4m •Gvossbenegthnii 
«aehsen*' Weimar, die flemogttiflmer ^aehnea Coborg^Geiha «nd 
AUevbnigt die beiden Pdrstentliiiner ScAiwarsburg-Sendersha»^ 
nen a«d Andelstadt und die Renssiselien Laiide Mder ffirslH« 
nber Linien. Dabei sind aber die drei von den Pnenosisobeia 
Ibandn» vdUig umseblossenen BersegtbOmer Anbau - Dessan» 
Bernborg and Cdtiien gar niobt mitgereebiiet, obselMn sie a«f 
W geogr. IL ihre abgerundeten Oitnsien in Preossen ausdetaen, 
a»d ebea so wenig sind in dieser Berechnong die gSMB w%m 
s w dor e n D^Hscftpea 8teaten umseMOfliienen Prenssiselisn Bnete^ 
'nm Brit aol)(enonNHett, wie SohlemlngeD, i^egearöck im Voigt- 
kMde, eefsU, Kadisdoif , Wandersiebenin Sactisen^Clellia^ WoN^ 
targ, Hesslingea ud HebFingea in Braonsob^elg^ Onekow^ Pin^ 
«Qw^ RütMfeld und Rolbmaonsdorfim €H[*eesher*ogthmn Meek^ 
taib«rg-Sob«rerin.<--* 0er kleinere «nrestliobe Haoptlbeil den 
Staates hat nach dem Verhältnisse seines Pmcbeakiballs «ine 
Boob grdasere Aasdebnung der Gr&n;ften g^en dreizehn sa* 
dere ^Staalen, Merbanpt 372 M^ V9a welchen ndrdliei and 
&stlioh 141 M. «eben den KMgueielie Hannover, 4eni flemog-^ 
Aume Drannschmreig, den beiden Firstentbümem Lippe-4>etaK^d 
and Lippe^Sofaauabnrg, dem Fdrstenrtliunie Waldeok» dem K«r<» 
Ittrstentbiinie Hessen, dem CNrossberxegthn« Hessen -^rmstadl 
"maä dem llereogthume Nassau hmfen. Atdli^^h und w^äitiieh 
-^eUk hier ite Preosslsche OiHoze auf 131 g. Meli, das MfÜtH 
bntefisobe <^bieC, -das «essen-^lamburgische Obeitmit Meisen- 
iieim, das Otdenboigisohe Fdrsteiltbnn Birfcenfeld, Frankaeidi, 
Belgien and das Königreich der l^derkmde mit Kinscblnss dss 
Grossherzogthnms Lnxembofg. Aber aneh hier sind die «am 
Kmse HÖKter gehörig« Westphlilische Stalt Ltigde (Vvn den 
Forst SMÜiiiiaam Waldeok «md Lippen-Detmold omsehlossen) arid 
dfic dem Begterongsbeniike Coblenz ^nveMelbte Kreis We«t^«r 



172 Dif Premtsiteha Jitaat 

all BnMmMfl (^n ü m iitt ^ D watldtfawheai ood HUmtmlmhm 
Gebiete umgebee) gar »icht mitgerechnel, weil sie darciaas iai^ 
lirt and resp. 1 vad sy, MeiL aaf der geradesten Linie von den 
ftMgea Preossisdien Landen entfernt liegen. S&Qsaramen bUdea 
idso die Gr&nzaüge beider Tbeile eine Kette von 981 geogr« M«, 
«ad in dieser Langen^^Ansdebnang kann allein, wenn aaeb keine 
velkswirthsofaaftllcben Beweggrdade von Standpunkte der Inda** 
«Crie und eines lebendigeren inneren Verkehrs dazo gemahnt bat* 
ien, die Ueberwaehnnff einer solchen Grinse gegen Vertet&nng 
ier Steaer- nad Zellgesetae die Bildung eines Zollvereins aJa 
maea erwünschten Fortscluritt in der Benatzang der Staat^tfifle 
empfeblenswerth machen« Rechnen wir nun, naoh dem gegen^ 
wftrtigen Unl*ange des Deutschen Zollvereins, die in solchen 
inaaoieUea Beaiehnagen geschützten oad für diese Ueberwachang 
aaliKeliobeBea Graazstrecken mit 304 geogr. Meil. ab, so etfaal* 
tea wir noch immer eine Aoadebnung von 687 geogr« MeiL 
Gribaaen des Preussiscfaen Staates gegen solche Dentsebe Bufr* 
4esstaaten, die nicht znm Zollvereine gehören nnd gegen andere 
Dremde Staaten, wovon nor 134 Meil. der Ostseekikate angehörmi. 

Nach den obigen Angaben der Breitegrade, anter weichen 
4er Prenssiscbe Staat liegt, geht aus den in den frühere» BIa* 
4en bestochenen klimatischen Verhältnissen schon von selbst 
liervor, dass der ganze Staat im Allgemeinen als ein Getrei- 
deland anzusehen ist, in welchem die gewdhnlioben Getreide«?- 
arten nnsres Erdtheils mit Brfolg angebaut werden, und kein 
LandestfaeU unter solchen klimatischen Verhältnissen sidi befinpt 
det, die unbedingt den Waizeobau ver w^lven, dass dagegen der 
Weinbau nur noch ausnahmsweise als ein Hauptgeschäft der 
physischen Cultur in zwei Regierungsbezirken betrieben werden 
kann, nämlich in den von Trier und Coblenz, in drei anderen, 
Cdlln, Merseburg und Liegnitz nur noch als ein wenig bedeu- 
tender Betriebszweig anzuführen ist, in den übrigen aber nicht 
mehr die Stelle einnehmen kann, um volkswirthschaftlieh die ei^ 
genthümlicben Beschäftigungen der Bewohner zu charakteriairen. 
IHe grössere oder geringere Fruebtbarkeit des BOdras wird un- 
ten ini §. 9. bei dem Ackerbau und der Viehzucht nach den 
einzelnen Provinzen besonders berücksichtigt werden. 

Die Temperaturverb&ltnisse der verscbiedeaen Provin- 
zen des Preussischen Staates sind, wie es bei der grossen Ans- 
ddinung von Westen nach Osten anter ümi V üatädiar Langa 



Der Preussische Staat 173 

bei 6^ 45' Breite -Untersohled natürlich eialeachtet^ sehr vei^ 
schieden. Doch wird diese Verschiedenheit wieder dadaroh we- 
sentlich gemildert, dass der grösste Theil der nördlicher gele- 
genen östlichen Provinzen unmittelbar an der Ostseekfiste sich be- 
findet, und dadurch den Einwirkangen des Seeklimas ausgesetzt ist, 
welches die W&rme des Sommers mildert, aber auch die Strenge 
der K&lte im Winter m&ssigt. Da diese Einwirkungen des See- 
klimas durch keine beträchtlichen Höhenzöge in den Provinzen 
Preussen und Pommern (auch nicht in Mecklenburg fQr die Mark 
Brandenburg) gehemmt werden, so erstreckt sich ihr wesent- 
licher Einfluss auch tiefer in das Land hinein. Die mittlere 
Temperatur bietet zwar für den Durchschnitt des ganzen Jah- 
res nur einen Unterschied von 5* R., aber er wird weit beträcht- 
licher, wenn man die DurchschnittsverhäUnisse der mittleren Tem- 
peratur des ganzen Jahres mit den des Sommers und des Win- 
ters fOr einzelne Ortschaften unter einander vergleicht;*) noch 
abgesehen davon, dass die Winterszeit um 30, 36 bis 45 Tage 
in den östlichen Provinzen länger anhält, als in den mittleren 
und westlichen, und eben so, dass eine Differenz in der BlOthe- 
zdt des Kernobstes zwischen Memel und Königsberg schon um 
8 Tage, zwischen Königsberg und Berlin wieder um 14 Tage, 
zwischen Berlin, Coblenz und Trier abermals um 8 bis 10 Tage 
stattfindet, also überhaupt in dem gesammten Umfange des Staa- 
tes zwischen Trier, Coblenz und Memel durchschnittlich eine 
Differenz von 30 bis 32 Tagen ffir den Eintritt dieses bedeut- 
samen Productions-Processes wahrnehmbar ist. Das Maximum 
der durchschnittlichen mittleren Temperatur im ganzen Jahre ict 
im Preussischen Staate + 11^ R«, das Minimum + 6^R., und 
die Bewegung zwischen diesen beiden Gränzpunkten ergiebt 
mch aus nachstehender Uebersicht für die einzelnen Provin- 
zen, wobei wie natürlich die Höhenlage der Ortschaften, für 



*) Z. B. die mittlere Tem^ralnr des J« zu Dansig zeig;! von de^ 
zu Königsberg nur einen Unterschied von nicht vollen 0^3 an, aber 
die des Winters aUeln von V 3, da zu Danzlg die nittlere Tempe- 
ratur des Winters ~ 1^ 9, zu Königsberg — 3*^ 2 ist* Dagegen 
weicht die mittlere Temperatur d. J. zu Magdeburg von der zu Ber- 
lin nm 3® 1 ab, wäbrend bei der mittleren Temperatur des Winters 
nur ein Untersebied von 1^ 1 stattfindet, da sie für Magdeburg auf 
+ I« «, fte BerUa aar + <>^ 1 »ich erglebt, u. s. w. 



174 Der PreuAüUcbe fltaaU 

welehe 4ie B6<ibaoliiODg9-a»Biiltale angegelea wetdea, mit in 
Anschlag g^braeht werden mass. 

r. Preussen*) Memcl, die nördlichste Stadt der Provinz und des Staates, 

unter Ö5» 44' B. und 18» 49' L. + 6»R 

Königsberg «nter 54» 42' B. und 18« (»'L. + 6o,49R. 

Danzig - 54« W - - Id» 1^ - + 6»,67 - 

Thorn • 5S<> Ol' - - 16<^ ^ - + 8»^ . 

II Pommern. Swinemüode - 53« 54' - - 11» 5Ö' - + 8^a$ - 

StralsuiKi • 64<> 19' - * 10» 4»'^ + a»»!«- 

III. Posen. Posen - 52° 24' - - 14» 34' - + 8^5 - 

IV. Brandeni>urg Berlin - 52» 30' - - 11» 03' - + 8»,95 - 

Prenzlau**) - 53» 20' - . 11» 39^ - + 9»,43 . 

Perleberg - 53» 05' - - 9» Ol' - + 8»,80 - 

Cottbus - 51» 45' - - 12» 00' - + 7» 05 - 

V. Schlesien. Breslau **♦> - 51« 06' - - 14» 4^ - + 7»,89 - 

Sagan - 5P 42' - - 13» 20^ - + 8«,78 - 
VL Sachsen. Magdeburg t) - ä2» OB' - - 9» 18' - •+ll^05- 
E^furt tt) . 50» W . . . 8» 42^ • + S^Oft - ' 
VIL Westphalen. Münster - 51» 58' - - 5« 17' - + 9»,3« - 
Vm. RiieinproviBZ. ElberfeW ttt) - 51» 15' - - 4» 49' - + Ö»^l0 - 

Düsseldorf - 51» 15' - - 4» 25' - +10»^64 - 



*) Die LäDgen^ade sind ösUicb voa Paris genonqieny die Be- 
sultate sind aus mebrjälirlgeii Beobachtungen gezogen, die nur bei 
wenigen Orten bis auf 3 Jabre bescbränkt werden mussten, wie bei 
Memel, Tborn, Cottbus, bei der MebrzaM auf 10 bis 24 Jabren aus- 
gedehnt werden konnten, bei Berlin bis auf 134 J. Vergl. BI. 4. in 
Bergbaus physikal. Atlas, die Hauptmomente der Temperatur auf d» 
Erdboden^ gegründet auf Beobachtungen an 907 Orten. 

**l ObgleUh Prenalau ttber ein Grad nördlicher lle^ al» Berlte 
und eben so hoch (120Fu8s) als Berlin (122 fQ8s> ttber deni.9plt««l 
der Ostsee, hat -es 4och eine nii */) Grad höhere Xemperainr, weU 
es näher der Seeköste zu gelegen ist. 

***) Breslau liegt 390 Fuss hoch, daher hier eine geringere mitt- 
4^|:e Tewperatiu: al# in Berlin und PerMfrg. i» . 

f ) Magdeburg llegl: ISQFuss bpeh, alse 18 Fuam. höhet als Berlin. 

tt) Erfurt liegt 630 Fuss hoch und 4Sß Fuas h<Uier als MAgdebur^ 

ttt) Elberfeid, obgleich un^er gleichem Breitengrad« mit Däsael- 
dorf liegend, und als Naidibarstädte auch nof in dem Lftngpenttater- 
«chiede- wenig von einander entfernt, tat aber um 300 Fnss höher 
gelegen als diese S^adt CE. 426 Fuss «nd IküaseAdarf l2QFusn^ hooii), 
und dadurch zu eineir um U^5 nlediägert n nittlefMi Tcmperaitr ti;elhntt* 



Der Preaiaiaeh«. Staat. 109 

CofalGM unter SO» U'B. oBd »<> llf L, + M*^Iit 
TrtBi') - 4V «' - - <• 18' - + r,M- : 

Wir Bchen demmob, das« die Umgegend tod lH>gd«bBi|f 
(die Bftcde) nacb dea bekann I en '^*) Beobacbtungen die bSchvW 
mittlere Temperatur besitzt, nad das« wir die niedrigste bei glei- 
cben GObenverhytsisse wie naillilich in der Provinx PreasEiea 
zu soeben bnben; als mittlere Temperator für den Prevseisehea 
Slnat Oberbanpt, stellt eicfa ans den mMgetbeilten 30 Beoback- 
tnngs-Resaltaten + 8,° 38 berana. — Die gröuteo Kältegrad« 
welche indess nicbt jafarlich (eondera nur fBr einige Tage, ge« 
wSfaolicIi hOcbatens bii — 16°) erreiclK werden, ileigen in dea 
«•Üiehen Pronnzeii selten Ober— 30° B. bia aaf — 34° ***], in den 



*) Trier, wiewobi ei fast '/) Grad südlicber als Coblenz und 
■nsaerdea nocli facl um 1* dem Westen und dem AlIoDtlscbeii Heere 
nsher liegt, steht doch In der mittleren Temperatur nm %^rad nied- 
riger, «reit ea 480 Fass buch liegt und Coblenz nur ISOFuhs. 

"> Wir ^vollen es dohla gestellt sein lassen, ob nicbt etn noeh 
bOheres Tenperaturrerbittnlse aus den PreuHglscben RhelngegreDdet/ 
aacbgevrleMn wird, vleMelcht ans KreiiKBaob oder einem Thelle dee 
HoBellbalea, wo ee bisher an den erfordern eben BeebaehtDn)(e« ge* 
febU bah 

***) la de« 54 Jahren von 1793—1845 Incl. Kt zn UMgsbetK 
die Kftlte nur fünfmal bis anf — W>R. nad darüber itesttegent — 
37" an S. Febr. IS03; — 34° am 33.Jannat 17S4, am 2. und 9,Febr. 
1790 and am 33. Jan. 1333 Vgl. Sommer's 34jahrlge Bi ~ ~ 
gen Ober das Klima In KSnlgsberg, In den Bellragen 
Preussens Bd. VI. p. 400 — 411, wobei ich seit 1833 meli 
BeohaehtuDgen benutzen kann. Aber Sommer, ein sehr « 
Beobaebter, der sieh anf ein balbea Jahrhundert für seine 
gen beraMn bonate, bebaeptete am a. sehen tn den le 
rtm seines Lebaa, da«s n KiMgsbeti; In de* gewAh'nlleben Wli" 
teilt 'die Kftite Mir ble ati ~ 10" und 15** steige^ and diee nsr In ei- 
nem Paar Tage beim AnCgang der fionne eu beriMcbten sei, üt 
geUnden Wintern aber überhaupt nar — 7 — 13*> ab die kOohsle* 
Kältegrade zu bemerken wHren. Weber's Bemerkung In seiner 
Btaatswlrthscbaflllchen Statistik Preussen'a, 8. 10, dass in den Ost* 
liehen Provinzen die Kulte öfters bis auf — 33''B. ansteigt, Ist qd- 
begrtlndeC. — Ata die gewöhnlichen Wlaterraonate sind ror die Öst- 
lichetl Provinzen Mitte DeCember bis Mitte HSrz anzuDebmen; sei- 
tn fingt der 'Winter Im lfo*ember und eben bd selten dauert er 
bis In die BUUe dee Aprils hlnelo, wie etwa In dea Jahren 1704, 99, 
180S, 1S09, ISIS, 1823, 1839. ~ 



178 Der Preastitclie Staat. 

niitClerei Provinzen selten ühcv — 18^ bis — SS^, in den west- 
lichen Provinzen selten über — 13^ bis — 16^. Die höchsten 
W&miegrade diiferiren fQr die einzelnen Provinzen noch weni- 
ger; 4- 28^ ^^^ + 30® erscheinen als die höchsten anch in den 
westlichsten Provinzen, dieselben Höhegrade sind aber aach bis- 
weilen in Königsberg, it* B. + 30^ am 7. Jali 1819, + 2S^ am 
Q.Aog. 1807, am 10. ond 23. Jnli 1811, + 29"" im JoH 1826 be- 
obaehtet worden; + 24^ bis + ^^^ kommen in allen Provinzen 
MMifiger vor; in jedem Jahre steigt aber aach in den östlichen 
Provinzen die Hitze mindestens fQr einige Tage bis auf 4- 22**, 
und nur der wesentliche Unterschied wird nach der oben nfther 
erörterten Verschiedenheit der li&ngen- und Breitengrade fühl- 
bar, dass die Zeitdauer der grösseren Wärme ober 15® fQr die 
östlichen Provinzen fast um die Hälfte gegen die in den mittle- 
ren und westlichen Provinzen abgekürzt ist. — 

Die vorherrschende Windesrichtangen sind wie in ganz 
Norddeatschland, West, Nordwest, SQdwest. — Die Zahl der 
Gewittertage dürfte nach den vorliegenden Beobachtingen 
dnrchschnitUich für Preassen, wie für Deatscblaad aaf 19 
angekommen werden; in ErtuH nnr anf 14, in Neisse auf 15, 
in Berlin auf 17, dagegen in einigen Gegenden Niederschle- 
sieBs (Sagan) bis auf 29, in Ostpreussen (Braansbeig und Königs- 
berg sogar anf 30 steigen. — Die jährliche Regenmenge ist naöh 
den allgemeinen Verhältnissen, wo nicht der besondere Einflasa 
der Gebirge wesentlich anders einwirkt^ in der westlichsten und 
östlichsten Provinz am stärksten, nämlich auf der Fläche ei- 
nes Quadratfusses im jährlichen Durchschnitte zu Trier 27 Zott 
9 Linien, zu Coblenz 20 Zoll 9 Linien, zu Königsberg 24 ZoU 
9 Linien; in den mittleren Provinzen bis zum Riesengebirge und 
den Küstenländern an der Ostsee im Abneiuaen, s« Erfurt 15 ZoU 
6 Linien, zu Berlin 19 Zoll 7Lin., und dann wieder zu Bresla« 
23 Zoll 9 Lin. und in den nächsten Landschaften des Riesengebirges 
am stärksten. Die durschnittliehe Zahl der Regentage schwankt 
in den Rheinprovinzen zwischen 130 und 160, in Sachsen zwischen 
120 und 150, in der Mark Brandenburg zwischen 150 und 175, zu 
Berlin 159 Regentage, in Schlesien auf dem flachen Lande 110 
bis 140, in der Provinz Preussen zwischen 130 bis 160, überall 
aber mit einem stärkeren Regenfall 'm Bommw, d^ für Nord- 



Der PreusAisclie Staat. 177 

det^icUaml md ikt gftdk i ateaHader der Osteee ekankteriBtknh 
erscheint. *} 

Der Einflass der Gebirge in anmittelbarer klimatoloi^isefaer 
Beafiiehiuig, wie in Beinen eigentfaCUnliohen VerhältniMen zu meh- 
ren Zweigen der i^hysiaehen Cnltnr, fehlt im Prenseischen 
Staate g&nzlich fär die vier nördlichen Provinzen, weil sie nnr 
darch unbedeutende Höhenzttge durchstreift werden , die auch 
nirgend eine bedeutendere Beschrinkung in der Benutzung der 
Bodenflache fOr den Ackerbau und die Viehzudit bedingen. Die 
drei Provinzen Prenssen, Pommern und Posen gehören zu dem 
Flachlande, welches, von der Ostseeküste aus gegen die Karpa-* 
then zu, als ein aufgeschwemmtes Land durch die vielfachen Ver-* 
steinemngen und Seeproduete des Bodens sich erweist, nament- 
lich durch den Polypenkalk von Sternkorallen und Madreporea, 
die tief las Land hinein, selbst in einer Entfernung auf 30 Mei- 
len von der Seeküste noch immer ausgegraben werden. Wie 
natürlich münden sich die Banptströme dieses Flachlandes in der 
Richtung von Osten und Westen oder von Süden nach Norden 
in die Ostsee aus. Zwischen dem Niemen und der Weiciisel 
erstreckt sich das eigentliche Altpreussen, und in diesem Lande 
wird kein Höhenpunkt angetroifen, der mehr als 700 Fuss über 
dem Wasserspiegel der Ostsee erreicht Es giebt hier nur ei- 
nen Höhenzug, der vom Weichseithaie an sich erhebt und bis 
an den Niemen oder die Memel fortläuft. Der höchste Kamm 
desselben erstreckt sich von Marien werder ab, aufsteigend über 
Preussisch-Mark, Prenssisch- Holland, Mehlsack und Landsberg 
und erreicht nördlich von dieser Stadt die grösste Höhe auf dem 
Schlossberge bei Wildenhof mit 697 Fuss über d. Wsp. der 
Ostsee, (derselbe Berg wird auch Hasenberg genannt und von Krug 
nur auf 594 F. angegeben,) und zieht sich dann im Bergwalde Stab* 



*) Bergbaus auf den beiden byeotographlschen Blättern Impby- 
slkallsclien Atlas Nr. 9 und 10, verglicben mit seinem Handbucbe der 
allgemeinen Länderkunde, Bd. IV. 8. 40 und 545, giebt abweichende 
Angaben und mehr eine aUgemeine für ganz Norddeutschland ange- 
passte CharakterlstniDj^, welcher sieb die einzelnen Resultate aus 
mebrjälirlgeri Beobachtungen nicht folgen wollen* Nur sind diese 
Resultate nicht alle für einen gleichen Zeitraum gewonnen, und hän- 
gen ibr^ Natur nach Immer sehr von der Indlvldualttät Ihrer Bed- 
achter ab, besonders wenn man auf die aus frttterer Zeit zurückgeht. ^ 
6clittberi'4 Statistik VI. 12t 



178 D«r Pr««8«it€lie Stamt. 

iMfc (in weMnft^kNi Doif KMih*»»« % MemvmPmmm E^iMU 
543 F. hoch liegt) getheilt östlich auf Domoaa zu, und nimnl mim 
Ahöachwig nach, dem Pnegelf südlich I3MI diMer Bergkamm 
ibtr Beilabcrgy Allenateio^ Uehenateia aaiefa dem groaaea Mai* 
tmuem^Bte (im Krene Osterode) iart^ dessea Wasserspiegel 
selbst sieb 428 Fuss beoh über die Ostsee erhebt, und dessea 
wMaste Umgegead fiberhanpt audit viel weniger boob als den 
StabfaKfc liegt Vom Blaransea-See geht dmer mbeaatiig ia 
zwiefacher Bichtoag sfidlkh Ba*h S«lda» und Neideabarg, am 
in der N&h* dieser Stadt ^e höchste Ansteigiuig aal dem 
Sehlossberge (sQdHcli tob Neideabarg Ö39 Fass hocli) «ad bei 
dem Dorfe Laaa (I Meile airdlidi voa Neideabaig 645 Fass hoeh) 
EU »reichea. Wie Abzweignag na^ Soldaa dacht sidi wes>l^ 
lieh über Löbaa aach der Weichsel hin al», der Sanptzag liolt 
aber von Neidenborg östlich über dm Irr- aad Oeildberge 
zwischea dem Spirdiag-See aad dem liöweotia-See eiaersette 
aaeb Oleezko and der Peteisebea CMriaze hin^ aaderseits aadi 
dem vereinaeltea Goldapper Bergrücken 't^}, der anf s«ner 
böchsten Spitze ÖS^Fnss n» d, W. gemessen ist. Dieser ge*- 
sammte. Höhenzag ist die Wasserscheide für die Flfitsse "^^ 
welche nördlich nach der Ostsee, oder südlich von demselfoea 
ihren Lanf nach der Narew and der Weichsel nehmen. Abge*« 



*) Diese Angaben sind grösstentbells von Prof. Felclt^ oder aus 
Krug'B Topographie der Provinz Ostpreussen, Llefrg. I. aus der 
Einleitung entlehnt) es sind Vermessungsangaben aus amtlichen 
Quellen, und sind In Folge jener im $. 1 näher angegebenen grossen 
topographischen Vermessung der einzelnen Provinzen gewonnen. Es 
sind hier noch bemerkenswerth , dte Höhe be( Tnmz 3 Bfeilen öst^ 
lieh von Elblng 50 1 F. hoeh, der Wassetspteg«! de» Orlof-Sees bei 
der Stadt Rhein 431 Fuss hoch, der Spiegel des Warschau - Sees 
bei Johannlsburg 397 Fuss hoch, das Fort Lyck auf dem Spirdlng- 
See 387 F^ss hoeh, d^s Ste^n^aster vor dov Kkrcho in Lyck 466 F., 
der Schlossbruunen in Orteisburg 453 F. ^^ der Spieg^ des Narthon^ 
Sees beim Dorfe Narthen inik Neidenburger Kreise 366 F. hoeln alle 
Angaben Hb. d, Wassersp d. Ostsee. VgL damit Prof 4 Dr. Feldi's 
S^henlKstinMnungeii In Ostpreussen Im kritischen geegrsfb* Weg- 
Bd. I. 8. 193.- 98 und B&rghaus Annslen, Bd. YUI^ ik 19^^301. 

**} Z. B. die Passarg« tnt^ringt in der Nähe des Dw'^ee erlee- 
llaea im Kj-eise AHenstein, d^s, 512 Fuss Imm^ Uegt^ die b«ui«bbsKte 
guetfe der Psssarge Uegt n^^h sif 468 Fuss H6hei, 



J>er Pec!ttui«ohe Stsat. 179 

mmi^gt Mim wie mM in 4er Ptevtaa Pi— iii» wärükk ¥aa 
Prcgel cten Hfthensvg in SairiMd^ weldier im OaKg^arbea oder 
Rkittn - Berg eine HAlie ve« 385 Faaa Ikber die Oalaee ersteigt 
Rbfen ao abgeeoBdett eratieoicea eieh ia den Begbes. GmabiaaeM, 
»wiacfaen dem Fregd «ml der Meaid, der Bergfidcea vea Geer-' 
geaburg bis Ragnit md dann nördHeb toii der Menel tod Sebreit- 
kMikoi ab, ew aehmaler BergatreifeD ki adrdüeber Rlebtong bis aiv 
Rossiscben Grittse; aeiue faöehate Spitze ist der aüdweaüiebe 
AnfaagspaDkl, der Ronbiaoa^ ddi^ Fnaa beeb. — 

WesQidi Teil ter Webbael beginot l&Dgat der 0iBtsee***Ka8te, 
aitf der Unll^iHiBg weaiger Meäea ven derselben) ein Höbe»- 
Bitgy der gleleb 5 Bieilea binter Daaaig seiaen GalaiinatieMpQBkt 
bei Sebdnberg (im Kartbauaer Kreise) ia dem Tharmberge mit 
998,^ Fan Foss erreicht*)» d. i. ia dieser Ricbtong dea hMi^ 
aCen Poi^ swiscbea dem Bars and dem Vai bemtst, da auf 
dem Waldai keine ao belriU^tliobe Anb(»ie geAnden wird. Nieht 
weit davon noch im Kartbauaer Kreise, aber abfaer BEach Danaig 
8«, mnd die B^heapuakte bei Ober-Bua«hkav 807 Pose, bei 
deBi Dorfe Marienaee 1(86 Foss aad bei KaHbaaa aeeh 641 
Foss« Die ^bdaebai^ dieses Hibensages aash Södea and SM* 
eaten ist beträcfaüicber als nach Biordea nad Nordwestea, wohin 
das PlatfiMi slck erweitert; die Waasersehmde der Kfistenflisse 
asiebt xea Nordosten nach Sädwei^en. Der Höbeazng tbeüt sich 
dann imd erstred^i sick ki einer südwratlioben Abzwetgnag ttber 
Nea-Stettin bis nach Märkisdi Friedbind bin, und in eina west- 
lichen Ktogst der Küste Aber Stolpe (hier die Koppe bei Roto* 
kol noch 489 Fass hoch) nach Cöslin hin, wo der Gollenberg 
ttoeb über 452 F. hinansreicht. '^'^} Nach der Oder an gebt dann 
Pommern allmihlich in ein völliges Flaebbuid Aber mid erbebt 
eich auch auf dem rechten Ufcir diese« Ftaisaea (die Insel 
Ragen liegt iaolirt mit dem Vorgebirge Arcona's and der 
Stnbbenkammer mit dem 559 F. hohe» Frtedrieh-Wilhelm's 
BtaM) WB xm einigen wenig hervortretenden Berge» mit den daran 



*) Vgl. über die Messung dieser Höben durch Wolff und Aycke 
Aergbaiis« LftoderkuAde Bd^II. au9#<äirK ABmerJMmg S. 994— 97 und 
A^ IV«. 8. 1^2$. ^ IHe bMist^a Pwi&te des Waldai erreichen doch 
nur 797 «ad 8^ Par. Fuss. . 

»») Geographto4i4irUis0b<« Wegweiser, Mb V. 8. 840. 

12* 



180 Der Preussische Staat 

gereihten «kh Ukager aofdefaneoden Th&lera^ wie sftdlioh voa 
Stettin nach Schwedt zu, der Pimpinellen-ßer^ bei Oder- 
berg 309 Fqss hoch und die höchsten Punkte bei Freienwalde 
bis anf 486 u. 503 F. (Semmel -Berg I Meile Südwest!, von Freien- 
walde). — Der Gesammtcharakter der Mark Brandenbarg lässt die 
Bodenfläche als eine m&ssig wellenförmige angeben, wo sie nicht in 
eine vöUige Ebene öbergeht. Nnr in dem sAdlichen Theile des 
Regbez. Frankfurt geht ein Höhenzug aus Schlesien hinüber, der 
sich längst der Queis und der Bober ausdehnt und im Rückenberg 
bei Sorau bis auf 745 F. ansteigt *), dann in nordwestlicher Richtung 
sich fortzieht, von der Lausitzer Neisse und der Spree bei Sprem- 
berg durchbrochen wird» und in südwestlicher Richtung von der 
Spree und Havel auf der Entfernung einiger Meilen nach der 
Elbe zu bis in die Gegend von Burg ausläuft und sich verflacht. 
Der westliche Theil dieses Landrückens von Treuenbriezcn bis 
Burg heisst der Fläming und erhebt sich noch in einzelnen 
Höhepunkten bis zu 534 bis 714 Fuss, wie auf der Schmözels- 
dorfer Höhe zwischen Treuenbriezcn und Wittenberg, und am 
höchsten bei dem Dorfe Hagelsberg (unfern Beizig). Zwischen 
den beiden Ausgängen dieses Hölienzuges finden wir noch den 
Dobern-Berg (zwischen Triebel und Spremberg) 553 Fuss, die 
Paprotter Höhe bei Orebkau 590 Fuss und den Golmberg bei 
Baruth 607 Fuss. — Das Grossherzogthum Posen besitzt die 
geringsten Höhenzüge, wenn gleich auch hier der wellenförmige 
Charakter des Bodens der allgemeine ist. Nur längst der Netze 
und Warthe erreichen einige Landrücken eine bemerkenswer- 
there Höhe. 

Dagegen bieten die vier übrigen Provinzen des Preussischen 
Staates auf einem grossen Theile ihres Flächeninhaltes den vol- 
len Typus des Berglandes dar. Schlesien wird auf dem lin- 
ken Ufer der Oder von Süden nach Norden durch das Rieaen- 
und Isergebirge (einen Theil der Sudeten) und dessen Ab- 
zweigungen bis in die Lausitz durchzog^i, wiewohl die beiden 
Regierungsbezirke Liegnitz und Breslau in ihren westlichen 



♦) Die Stadt Sorau liegt noch 504 Fuss hoch über dem Wasser- 
spiegel der Ostsee. Vergl. Berghaus Angaben in der Statistik des 
Preuss. Staats, Berlin 845, s. 20 — 21, die wobl trotz ihrer Anony- 
mität sich als die Arbeit dieses Geographen verräth. 



Der Preassische Staat. 181 

Kreisen nur das eigentliche Bergland besitzen, der Regierangs* 
bezirk Oppeln dagegen awar hochgelegenes Land (d. landrätbl. 
Kreis Pless bat nodh eine mittlere Höhe von 990 Fass, Oppeln 
von 530 Fass), aber in demselben keine hervorragende Berge 
aafznweisen hat. Das Glatzer- oder das Sehneegebirge, 
das Neoroder-, Reinerzer- und Heaschener-Gebirge 
das Warthaer- und Reichensteiner-Gebirge, die Bnlen- 
Waldenbnrger- ond Zobten- Berge sind die wichtigeren 
aber nicht eng zosammenbftngenden Theile dieses Bergkammes, 
der zwar nirgend die ewige Schneegränze erreicht, aber sich 
sehr mlU^htig derselben für diese Breitengrade n&hert, and einen 
anziehenden Wechsel recht ranher and sehr anmathiger Berg- 
landschaflten entfaltet. Das Riesengebirge ist das höchste im 
Preqssischen Staate, aber nächst den Alpen nach zugleich 
das höchste aaf dem gesammten Deutschen Boden. Die bemer- 
kenswerthesten Höhenpunkte *) des Riesen- and Isergebirges, 
sämmtlich in grosser Niibe an der Böhmischen Grenze, sind die 
Schneekoppe 4,929 Par. Fass hoch Ober d. W. d. Ostsee (sel- 
ten mehr als 3 Monate im Jahre von Schnee befreit), der ßran- 
nenberg 4,780 Fass, das hohe Rad 4,089 Fass, die kleine 
Sturmhaube 4,496 Fuss, die grosse Sturmhaube 4,367 F., 
die Kesselkappe 4,413 F. und der Reifträger 4,172 F. und 
im Isergebirge*"^) die Tafelfichte bei Flinsberg 3,498 Fuss. 



*) T. V. Charpentier Darstellung^ der Höhe verschiedener Berge, 
Flüsse und Orte Schlesiens mit einer illumlnirtcn Darstellung dersel- 
ben unter dem Niveau der Ostsee, Breslau 1 812, 4to. — Prudlo, Berg- 
aussichten des Schleslschen und Glatzer Gebirges, Breslau 1834. Svo. 
— Eine recl^t wacker gearbeitete Speeialkarte des Biesengebirges 
liefert Berghaus physikalischer Atlas,- Abtheiig. IIL nr. 13, die eu- 
glelch auch zur geognostiscben Uebersleht dient und die bedejutend- 
sten Höhen nach Toisen vermerkt hat. Auf der darauf folgenden 
Karte nr. 14 dieser Abtheiluag deis Atias befinden sich geologische 
Profile vom Mährischen und Glatzer-* Gebirge, ein Längenprofil des 
Riesengebirges zwischen Neustadt und Schömberg, ein Querprofil des 
Riesengebirges zwischen Semll und Hirschberg. — Vgl. Berghaus 
Länderkunde Bd. IV* S. 17- 19 und 8 d20 — 22. 

**) Die Tafelfichte, hart an der Böhmischen Gränze, gehört dem 
hohen Iserkamm zu und hat noch in näehster Nähe die fast gleich 
hohen GlpCel des Tafelsteines (3,186 F.) und des Heufader- 



182 Der Premstiehe Stant. 

Im Clfaiteiaclien-GeMrge ersteigt ^er Sehneeberg 4,057 F., die 
hohe Mense 3,870 F., die HeoicIieDer 2600 Ptr. Fase, in 
Boleagebiiige die hohe Bnle S^6 F., der iiolirte Zobten- 
berg dstlieb von ßchweidnitz misst auf der Höchsten Kopfe 
2,323 Fnss. Fasflen ^tr die iandr&thlieiien Kreise der Regie^ 
rimgsbezirke Liegnitz (6 Hirsohberg, Landshnt, Lauban, LO- 
wraberg, Schönan ond Bolkenhayn) and Breslan (3 Habd* 
sohwerdt, Olatz and Waidenburg) *) zusanmen, die ncir ans Berg^ 
)and bestehen, so erhalten wir eine Landschaft von Ol QmeU., 
die gegen ein Achtel des Fl&cheninhaltes der ganzen Provinz 
einnimflity und noch durchsehmttlich eine Bittlere Höhe von 1720 
FnsB über d. W. d. Ostsee nacfavireist. In der zan Regierangs- 
bezirke Liegnitz gehörigen Laasitz hat noch der landr&thfiehe 
Kreis Görlitz, in weldiem die nordwestlichen Abzweignngen 
des Schleedschen Gebirges aa^aafen and sich verflachen, auf 10 
Qaeil. ehie nUtlere Hdhe von 850 F. Der isolirte Berg dieses 
Kreises, die Landeskroae erhebt sidi noch bis zu 1321 Fnss. 
In der Provinz Sachsen haben in den beiden Regierungs- 
bezirken Magdeburg und Mersebui^ nur die sfidwestlichea Kreise 
ein gebirgiges Terrain, w&hrend der Regierungsbezirk Erfurt 
gan2 Bergland ist Das Harzgebirge "t"*), dessen höehste Koppe 



bergs (3,33^ F.). Der Kemnltaerkamra, der nördllckste Zweig 
dieses Gebirges, erstreckt sich in seiner ganzen Ausdehnung auf dem 
Preussisclien Staatsgebiete; seine höchsten Gipfel, der grosse Gei- 
erstein, der Keranitzberg, der Bandberg, der Ochsenstall 
sind zwischen 2,500 und 1,800 F. hoch. Die beiden südlichen Zweige, 
der mittlere Iserkamm und der Wohlische Kamm gehören da- 
gegen ganz dem Böhmischen Territorium zu. 

'*') Im Kreise Waidenburg befindet sidi die am höchsten gele- 
gene Stadt des Preussischen (Staates, Gottesberg mit 2579 Einw«, 
1800 F. hoch über d. Ostsee. 

**) Der Harz, welcher bei seiner an sich nicht sehr grossen 
Ausbreitung die Gränzlande von vier Staaten durchzieht, -Preiissen, 
Draunsehweig, Haunover und Anhalt- Bembnrg, besteht aus einem 
Centralgebirge und mehreren dasselbe rund umgebenden Vorgebirgen^ 
von welchen letzteren der Preuselsche Staat verhäKnissmftssig mehr 
als von jenem besitzt. Di« übrigen höchsten Glj^fel des Harzgebir- 
ges auf Preussischem Gebiete sind die Heinrichshöhe 3,108 Fuss, 
der grosse Königsberg 3,10*2F., der Renneekenberg, derHoh- 
nekopf, der Ilsensteln, der Bttchenberg und die Ri>sstr«ppe. 



Der Prevttitek« Staat 18S 

dtf BffO#k«ii tßOßPt.E. kMk üb«r d. M. M«h Mf dUm Prew-^ 
Mdien Mbie(# (mü Kreiie Wernigerode) luiH an der fiaandver* 
adiM 0iiMe «Mi IMndet, dorohsireift nit seinen oöcdlioben 
•nd foüicben Ataveigongen (dem Unterharse) die vier Kreise 
dae JUeg deboi^er Bagiea.» Wamigerode, ilalbacatadt, Aaobenda- 
äca md OaeliMelebaa (gagaa 2aOaieil.)> nod breitet aich aeek 
kiMiger Aber die dni Kretea des BlecBeborger EegbeoL^ Saa^ 
ganbaBBea, Gabirgakreia MamiiMd und Quarfurt aus (gegen 3ft 
§ai»&), wa ar vaa dea Anhöhen bei Blalaben (zwecban 700 oad 
MO Fasa.), dam Sehlasaa MaftaeMd <817Fni8) bkizademhMi^ 
ataa GIpM daa Unteiliaraaf, dea Aaerebarge bei BtoUbeiig 
(Ktfek (taigariiaaain) 1^1 Par. Faaa hoch sieh eribebt Die 
Abiaalnag gaU daaa aaah dem 6eakreiee Maansfeld and Balle 
^a^ «ad dia vier Baaptiiieea den Barzes anf dem Preaasittoban 
BebieAa fAhian aaf dia BUmuem aaeb Qnedliabttrg» AaeberslebeB, 
NntdbamtB and ErAirt. — Daa Thüringer Waldgebirge 
artHibt aidi zwar «iadar betrbehtlich ala derBarz, ej^er esauiMt 
•aeh «bie gröeeene BadeaftUAa den Preuaeitohen Staate« fftr 
aifdi ia Aaefiraeb, and gewihrt doroh seine atarl^ Bewaldang 
oad itrafiifihe Wkaen nad BOtoagea ibaiall aaf der Oberflbobe 
aaie aagaoMasaae UntareUManag fir die Pradnoiivitikt der Be- 
«vaiinar dieser Laadsebaftca. Die n<)rdlioben Abbinge dieses 
Bergwaldesy die flain oder Bagai«eite» die Sebmücke and 
«Na Fiaae, dam Bmtm bis aaf wen^^e Taaaead 8ebritto sich 
aibemd'''j, vea der Uastrut bei der Sachsenbarg and OUisle«- 
baa darcbbffoehen, Aberaieben darauf dea Kreis Bekartsberga 
dea Begierongsbeairka Meraebarg» we der höchste Gipfel nar anf 
686 Fass aufsteigt, «ad gahea dann ia die Kreise Zeitz and 
Nanmbaig dessdbea Regbez. Ober» amfossen mithin gegen 16 
Omeil« Aie aerdavairtlioben Abaweigoagea aad der mittlere Hö^ 



*) £lae geaane Sonderung der südöstUcben und südlichen Ab- 
zweigungen des Harses von den nördUehen de« Tbüringiscben Wal- 
des lässt sich nicht einmal durchführen, daher hierin sehr oft Ver- 
wechselungen vorkommen, die weder polllUch noch geoguostlsch 
über allen Zweifel wegzuräumen sind, aber für die Verwaltungsver- 
hftltntsse gar keine Interesse darbieten. Berghans, Länderkunde 
^. 1¥* g. 17 -^ 83 bat sie auch mit dea nentllehea nöbettEttgen In 
Westfbtalca aad latt Acn MOeslssben iGablrgen ca einem Barcyal- 
ecken Sargsinslam «arelalgit dem er sechs Wieder anweise 



184 Dei Prentsiscb« Staat. 

henkstjag diases Waldgebirges vertlmlen sidi Aber die Eoaa«- 
' menh&ogendea sieben Kreise des Regiemi^sbesirlES BrfM, 
NordhaaseOf Worbts, Heiligeastadt« lifiliHiaaaeB., Langensalza^ 
Weissensee and Brfürt, kk welofaem die Hauptstadt, zoglddb 
aoeh der Mittelpunkt des TbOringischen Landes, noob OMFass 
bocb ober d. M. liegt: diese ssasaaunenbingeade Masse des 
Berglandes nmfasst 51 Oneil. Der nardwestliche Tbeil dessel-* 
ben bildet das raube and wenig fknebtbare fiiobsfeld, in der mitt- 
leren Höhe 1000 F. fiber d. M., von dem noeb raaberen Dfthii 
durchzogen, der zwischen Hetligenstadt und Worbis neidw&rts 
nach dem Harz und südlieh nach dem Haiaiob aasüult Da-» 
gegen aoeht sich nach Osten hin von Noidbauien die Hekae 
hinab die goldene Aue, eine Zeit iaog als Gr&nzscheide zwi- 
schen dem Harze und dem Tbürii^ferwalde, dem Kfibauser 
Berge vorbei nach Artem, wo sie sieh mit dem Flusse und dem 
reichen Thale der Unstrut verbindet. Auf dem südlicbea Ab- 
hänge des Tb&ringer Waldes liegt am hdcbsteii der isolirte Kreis 
Schleusingeu (7 Qmeil.) auf einer mittleren absoluten H^e von 
J^OOOFussüb. d. M. mit dem Dolmar, dem Farstenberge und 
dem Dom berge bei Suhia als den höchsten Clipfein. Nächst die» 
sem ist der eb^ so isolirte noch mehr nach Sfidosten hin ge- 
streckte Kreis Ziegenrück (a% Qmeil.), zwkdien 1200 und 1000 
Fuss Höhe fib. d. M. anzuffibren. 

In der Provinz Westphalen sind die beiden Regierangs- 
bezirke Arnsberg und Minden im Ganzen als Bergland anzuse- 
hen, da von dem letzteren nur der Kreis Wiedenbrttck als nidrt 
durch einen bedeutenden Höhenzug durchzogen genannt werde« 
kann, wahrend der Regierungsbezirk Mdnster mehr dem ebenen 
liande angehört, und nur in den Kreisen Teklenburg, Reckling- 
hausen, Cösfeld, Steinfnrt und Ahaus beträchtlichere Bergketten 
besitzt Das Wesergebirge durchzieht den nördlichen Theil 
des Regbezirks Minden, von Osten nach Westen gegen 15 Mei- 
len lang und drei Meilen breit, und geht dann nach dem Osna- 
brückischen im Königreich Hannover über, indem es einen gros- 
sen Theil der drei Kreise Minden, Lübbeke und Herford umfasst, 
und nur in dem nördlichen Theile der beiden ersteren grössere 
Massen Flachland hervortreten lässt (von den 29 Qmeil. dieser 
Kreise sind etwa drei Fünftel Berg- und zwei Fünftel Flachland). 
Kine Meile südlich von der Hauptstadt Minden bricht sich die 
Weser durch die Porta Westphalica, zwischen dem Ja- 



Dtr PrettstUebe Staat 18S 

eabshefg C^MFim) anf dam reckte« nad dem WittekindiH 
barg (807 F.) aaf dem ttakea Weeerafer "i"). Vier Meilea lüd- 
lieb, doch mebr in der Riobteag vea Sidoetea aach Nordwestea 
er^reckt «ich der Teulob arger Wald, aber hier bei der ge- 
riBirereD Breite der Pcevias Weetphalen aar etwa aaf 8 Meilen 
dorefa die beiden Kreise (des Regbea. Minden) Bielefeld und 
Halle (sasammen lOVsOmeiL)^ in dem Hüne berge bei Biele« 
feld bis so 1029 Fy ss sieh erhebend , setai dana durch das Han- 
Adversehe Gahiel nadi dem Begieraag^etirice Mdnster Ober, wo 
er ia dem Kreise Teekleaborg (isy, Qmeil. (Vist ganz Bergland) 
aoeb auf dem Sohaaf berge bei IbbenbOhren bis gegen 1000 F. 
aasteigl, and daan bei Bevergem mit dem Diokeberge and 
fiokasberge endet and gegen die Ems za sich verflacht. Iso- 
Jirt V4MI diesem Gebirge aof dem linken Emsnfer darchstreilen 
BOdi zwei zosammenfaiagende and parsUel von Sfido«^en nach 
Nordwestea mis hrafeade Höhenztge die Kreise Coesfeld, Stein- 
fort and Ahaas (a n s am men SOVzOoeiL, von denen jedoch nar 
ein Drittel als Berglaad gelten kann), anf welchen der höchste 
Gipfel im BohOppinger Berge nur noch bis aaf 490 Fass 
fiber d. Sp. der Nordsee sich erhebt. Der stUllichste Zweig 
des Teatoborger Waldes, das Bggegebirge, dehnt sich von 
Stadiberge an der Diemel in nördlicher Ricbtung einerseits ge- 
gen die Lippe aas, anderseits gegen die Weser mit ziemlich 
jähem Abfall, indem die Netbe, Altenaa, Alme and mehrere Ne- 
beaiflsse der Weser and Lippe aaf demselben ihren Ursprang 
nehmen nad in vielen Krimmangen das Gebirge dnrchbrechend 
ihren Thalweg socIbeB« Seine Ostlichen AnsÜafinr längst der 
Diemel sind der Warbarger Wald and das Sindfeld. Das 
Egge- Gebirge überzieht volktiadig die vier sOdlichsten Kreise des 
.Regbez. Minden, Paderborn, Büren, Warbarg and Höxter aaf 
einem Flächeninhalte von 47 Qmeil., erreicht eine mittlere Höhe 
von 1300 Fass üb. d» Sp. d. Nordsee and hat den höchsten Gip* 
fei im Velmer-Stoot, 1900 F. hoch, aaf der Gränze des Krei- 
ses Höxter gegen das Fürsten tham Lippe- Detmold bei Feldrom: 
dies Gebirge hat bei der massigen Höhe gote Waldangen, ist leicht 
zagänglich, enthält frachtbare Thäler and ist von Niederangen 
omgeben. — Das Saaerländische Gebirge hat seinen Haapt- 



*} Binsetae Zweige des Gebirges fObrea hier den Namen des 
Wleke- Gebirges und der LQbbekenscben Berge.— 



IM D«r Pr^iiMivoh^e Staat. 

* 

BUS te fiegiemigdbesiriM Amsbtrg uwi gM mdk den Regie« 
nmgsbesirken Dfisseldorf und CöHa te der Mieiippoiriiie t1»er, 
•eweit dieoe a«f d«ai rediten UMr des RMiis liegen; die rH^ 
geneifie fUdbteng ist «mh bei die«er lOebkg^elle ves 0«ieii 
Dftcii Westen, «nd et laivfen nur Behre CMirgesAge ki gleicter 
Riehtvog pauralld antereiaafnder. Von 4er mMsigen BOgellcette 
bei BrilMi estiebt sieh die kable inraldlOBe Gebirge, der Heev* 
Strang, als der «ördiiefastie Tbeil dee Sanerlands, detot sM 
Umgtit 4er iIMne und ft«lir a«r DortuMind ans (doroh die 6 Kreide 
Brileo, den »ördlicfaen Theil ven MeaelMde, Arnsberg ^^ Soest 
Oamm und Dortamad auf 6f Omeil. , von denen gegen §0 QaMfk 
Bergtaad skid, and nimmt von OortBimd de« Naneii Aardef 
an, nnd verl&aft sich daan neidKeh 'von der Ruhr fingst diesem 
FHnsse bis naob dem Bbeiae z« **> Swisohen der Rnhr «nd der 
Llp^ «iad tosserst fraditbare Niedenmjgen, namentfich die Bitde 
¥on Boeat. NerdwestHdi von Po il m aud BtHtst dies Gebirge langet 
ffor Lin>e auf dem linken fJ/«' dieses FIvsses naeh dem Kreise 
Reddinghaasen (14 Qmei].), dem sMücbsten des Regierongsb»* 
Eirks Aiinster über, beisst hier die Hnard^ erhebt sieh nar sia 
mbesigen HOben, nad verflacht sich dann gegen die Aasmfindang 
der Lippe «n den Rhein. ^ Der mittlere Kemm dieses CMirgoa 
fihrt insbesondere den Namen des Sanerlandes, «nd er- 
stredct sieh ftber den gresseren TheM des Kreises MeschedOi 
&iev den Kreis. Iserlohn e wischen der Leone '''^''') nnd der Rohr^ 
die Krebe. Altena «nd Hagen*!') {Regienrogsbez. Apnsberg), 
endlieh über die Kreise des Regbeis. MsseMerf südüeh von der 
Rohr, ober Blberfeld, Lennep, Seiingen «nd Msseldorf (»asanK 
mea Ober eiaea Flichenitfhalt von MQmeil.) mit »iemlich jihem 
Abfalle nach dem Rheine isn. Die höchsten Gipfel befinden 



*) Das aerddstUolie Gebirge von Arnsberg awisdien der Robr 
und der Möne führt noch den besoadeiwn ^smen des Arnsberger 
Waldes. 

**) Es wird durch diesen Höhenzug noch der Kreis Bochnm im 
Regbez. Arnsberg und die Hälfte des Kreises Duisburg tm Begbez. 
Düsseldorf, gegen 12Qmell. zusammen, überzogen. 

*^) Nach diesem Flusse wird ein Thell des Gebirges Im Kreise 
Altena das Lenne Gebirge benannt 

t^ Der südwestilcdie GeMifsaag Im Ki«&se Ik«ea amrlsehen 
Breckerfelde und MuHvelm batest ifisbesandare die fis#e. 



Der PreuBsisiobe Staat. 18T 

im IMliehen Tkeile dieses Gebhigee im Kreise Mescbeie, 4sr 
Httsaa bei Fredeborg 9,484 F., der Hirdtlerberg bei HduM^ 
lenberg S,304 F. Der södMchste nnd stärkste flOhenzfig dies«! 
C^ebirges, das Rothfaaar- Gebirge oder Rothlager<^Ge« 
birge, niomit seinef) Asfbng mit dem fiber ^,000 F. hohen Pia- 
$ea« ¥om Winterberg (in dem sAdHcbsten Theile des Kreises 
Brilon), aof welchem die Rohr nnd die Lenne entspringen, und 
in dessen nächster Umgebang sich der Asten borg bis anf 
9,538 Fass nnd der Bollerberg bei Medebncfa anf S,i64Fass 
•erheben, and ^lehnt sieh dann westlieh Aber die Kreise Wlttgen* 
atein (hier der Kderkoff gegen 9,000 F. mit den Quellen der 
Bder*^), Sieg nnd Olpe (zosammen aOQmeilen) atts. In dem 
lotsten Kreise nimmt es den Namen des Bbbegefoirges an, 
welohes sagfeich eine nähere Verbindang mit dem mittleren €^ 
birgskamme des Sauerlandes termittelt, nnd geht dann nördlich 
von der Sieg in den benachbarten COlIncr Regierungsbezirk der 
Rheinprovinz Ober, in welchem es noch die Kreise Wipperfort 
Gummersbach, Waldbröl, MOhlheim nnd einen ThetI des Kreises 
Sieg (nördlich von der Sieg), zusammen gegen 29 Qmeil. füllt. 

In der Rh ei n pro vi nz ist ausser den oben angedeuteten 
ITeberg&ogen der Westphälischen Gebirge in die auf dem rech- 
ten Rheinofer belegenen Theile der Regierungsbezirke Düssel- 
dorf und Colin, auch sonst die BodenflSicbe fiberall gebirgig, wenn 
wir nur jenseits des Rheins den grösseren Theil des dort bele- 
genen Regierungsbezirks Düsseldorf (noch mit Ausschluss der 
Kreise Cleve und Grevenbroich) und die ThMer des Rheins im 
Begbez. Colin, der Röer im Regbez. Aachen und der Mosel und 
Saar im Regbez. Trier ausnehmen. — Der Wester wald tritt 
aus dem flerzogthum Nassau, wo er im Salzbu rgerkopf hart 
an der Preussischen Gränze (des Kreises Altenkircben) seinen 
höchsten Gipfel bis auf 2,600 F. iL besitzt, in den Preussischen 
Regierungsbez. Coblenz fiber» und breitet sich zwischen der 
Lahn und der Sieg fiber den isolirten Kreis Wetzlar, sowie 
fiber die Kreise Altenkirchen, Neuwied und den Theil des Cob- 
lenzer aus, welcher auf dem rechten Rheinufer liegt, zusammen 
fiber 30 Qmeil., und rfickt hier mit jähem Abfall bis an das 



'*') Nieht sehr weit enttornt von den sadUebea Abhänge des 
Ederkopfes befinden sich aueh dis QneMm der aieg. 



188 Der Preussische Staat 

■ 

BheiDitfer. Nordwestlich zieht er sich noch io den Siegkreis 
dea Cöllner Regb^ez. und in den kleinen Theil des Bonner Krei- 
ses hinüber, der auf dem rechten Rheinufer liegt, (zasammen 
gegen OQmeiL), trägt aber hier den eigenthümlichen Namen des 
Siebengebirges nach seinen sieben hohen Kegeln von Basalt 
und Trachyt, unter welchen der Löwen köpf oder Löwenberg 
1&96F., der Drachenfels und der Wolkenberg die ansehn* 
ÜQhe Höhe zwischen 1680 und 1480 Fuss über d. W. d. Nord- 
see ansteigen. — Auf dem linken Rheinnfer sehen wir in dem 
südlichsten Theile der Rheinprovinz zwischen der Mosel und 
Nahe das Schiefergebirge des Hundsrück's, einen Zweig 
der Vogesen oder des Uardtsgebirges, sich über die vier Kreise 
Kreuznach , Simmem , St. Goar und Zell *) im Regbezirke Cob- 
lenz ausbreiten, und dann in südwestlicher Richtung langst der 
Mosel nach der Saar hin in den Idar-Wald und den Hoch- 
wald sich ausdehnen, welche im Regierungsbezirke Trier die 
Kreise Bernkastei, St Wendel, Ottweiler, Merzig und diejeni- 
gen Theile des Landkreises Trier und der Kreise Saarburg, 
Saarlouis und Saarbrück einnehmen, welche auf dem rechten 
Ufer der Mosel und der Saar liegen, zusammen gegen 49 Qmci 1. 
Der Hundsrück ist ein stark wellenförmiges Hochplateau, dessen 
Gipfel aber mcistentheils mit Waldungen bedeckt sind. Die höch- 
sten Gipfel sind im Hochlande der Walderbsenkopf 2,520 F. 
und im Idarwalde der Idarkopf 2,263 F. und der Dornborner 
Kopf 2,083 Fuss. Im eigentlichen Hundsrück hat der südöst- 
liche Zweig längst der Nahe von Monzingen bis Bingen, der 
noch den besonderen Namen Soonwald führt, die höchsten 
Kuppen in der Oppeler-Höhe mit 1980 Fuss, im Waldhöl- 
zerkopf mit 1929 Fuss, am Rennwege bei Eckweilcr 1950 F. 
und in der Tiefenbacher Höhe 1937 Fuss. — Auf dem linken 
Ufer der Saar, zwischen diesem Flusse und der Mosel dehnen 
sich einzelne Abzweigungen der Vogesen von sehr massiger 
Höhe über die hier gelegenen Theile der Kreise Saarburg, Mer- 
zig, Saarlouis und Saarbrück aus (etwa über 14 Qmeil.) 

Nördlich von dem Hundsrück und der Mosel erstreckt sich 
das rauhe, öde Eifelgebirge, das mit den Ardennen zusam- 
menhängt, einen durchaus vulkanartigen Charakter an sich trägt. 



*) Auch über den kleinen Theli des Kreises Kochhelm, welcher 
auf dem rechten Ufer der Mosel ist. 



Der Preassisohe Staat* 189 

in ansgebninnten ond eingfestOniteii Kratern tiefe Bei^gaeen ^) und 
Moiilste. einschliesst, and an vielen Theilen (bei einer mittleren 
Höhe von 1000 F. ob. d. Sp. d. N. 8.) seine Oberfl&ohe mH alter I^ava 
bedeckt hat, Ks überzieht die vier nördlichen Kreise des Re- 
gierungsbeeirks Trier, Bittbnrg, Wittlich, Dann und Prüm'^'''), die 
vier westlichen Kreise des Regierungsbezirks Coblenz, Koch- 
heim, Mayen, Adenau und Ahrvireiler, sammt dem Theile des 
Kreises Cobleoz, der auf dem linken Rheinufer befindlich ist, 
ferner die Kreise Malmedy, 8ehleiden und die sfidöstHche Hilfle 
des Kreises Montjoie, darauf l&ngst der Roer auf dem rechten 
Ufer derselben die Kreise DOren, Jülich und Erkelenz im Re- 
gierungsbezirke Aachen, endlich die Kreise Rheinbach, Buskir- 
chen, Bergheim und die westliche H&lfte des Kreises Bonn im 
Regbez. Colin (zusammen eine Bodenflaehe von 170 QmeiL), 
überall im Sü^en mit jHhem Herandr&Dgen bis zum Rhein, des- 
sen Strombette an vielen Stellen durch dieses Gebirge stark ein- 
geengt wird, erst oberhalb der Stadt Bonn nach dem Rhein za 
sich verflachend, indem das weite Thal von Bonn über Colin 
nach Woriagen und weiter hinab geöffnet wird. Die höchsten 
Gipfel auf dem Eifelgebiige sind die Hochacht bei Adenau ge- 
gen 2,300 Fuss hoch, die Nürburg 2,133 Fuss und der Kell- 
berg 2,008 F. (beide im Kreise Adenau), die Brnstburg 2,080 F;, 
die Landeskrone, der Hochsimmer und der Mosenberg 
zwischen 1,000 und 1,600 Fuss. Auf dem Hauptkamme der Ei'^ 
fei entspringen die vier grösseren Flüsse, die Kill, die Abr, die 
Brft und die Roer und bilden sich in den entgegengesetztesten 



*) Z. B der Kellberger Teich, am Flösse des Kellberges, das Mear- 
felderMaar am Abhänge des Hosenberges bei Uelmen im Kreise 
Kochhelra, 1368 Fuss üb» dem Sp. d. N. S.; aber vor allen der L aa- 
cher See im Kreise Mayen, 2 Hellen westlich von Andernach, der 
8,422 F. lang und 7,643 Fuss breit Ist, eine Oberfläche von 1,325 
Morg* Preuss. hat and noch 705 F. hoch über dem Rhein liegt (920 F* 
üb* d. Sp« d. N. S.). Er hat keinen nattlrllchen Abfluss, sondern ent- 
ledigt sich seines überflüssigen Wassers durch einen Canal, welchen 
4000 Fuss lang der Abt Fulbert, der zweite Vorstand des 1003 er- 
bauten Klosters Laach, bereits zwischen den Jahren 1152 uad 1177 
angelegt hat. 

**) Zwischen Prüm und Stadtkill heisst der Höhenzug das 
Schneefeld. 



tM Der Preatsiscbe Stiiat. 

BfohtufM Mdi MdcB^ Osten uad Nevdtn ifare nlkflMi dMeb» 
licoohetieD Teiler.. — Die ArdenseD «treifen noeh mit «tpea 
Borddsüiche« Seitrmuige etwa sswei Bfeikii ia den südlkhea 
Tbeil de» Krei«ee Malnedy (in Regbez» Aachen), vfikrtni dae 
an dieeem Gebirgsaleeke gebdreade Hohe- Veen-Gebirge ans 
der Belgiachea Provina LQttich ia den Regierangsbeairk Aachen 
tthertretend , des aMlicheii Theil des Kreksea Mon^ieie nni die 
Kreise Bapea, Aaekea (Landkreia)» Geüenkircbeo and Heinsberg 
^Dsatnnen gegen 23Qmeilea) äberKieht, and daaa in ndrdticher 
Eichtimg an der aordwestlidiea Preassischen Grilnae nach dem 
lüoderi&adisebea Hersfiegthum Limborg sich abflacht. Bs ist eia 
i^dea Gebirgsland von 1200 Fase mittlerer Hfthe^ das aaf den 
Hocfaebenea mit TorfbMoren nad Moräslea bedeckt ist, in dem 
Uefaaten Gipfel, dem Galdberge, bis aaf 192a Fuss sieh er* 
Mrt, md noch beim ndrdiichea steilen Abfall des Plateau's ia 
der Stadt Aachen am Posse des Springbrannens auf dem Markte 
•ine HOhe von 480 Fnsa nachweist. — Bin ganz is<^rter mit 
Wald besetsitOT Höheaang, ans Kiesbänken gebildet, ditrehxieht 
aoeh den nördHohstea Theil des Regiemngsbczirk» DftsseMaff 
auf deas Inken Rheinafer, ia dem nördlichen Theile des Kreises 
Rheiabwg aad darch den ganzen Kreis Clieve (zusammen fifaer 
rs Qmetl.), awisehea dem Neersflvsse nad dem Rhein. Der sttd* 
liehe Theil dieaias Hdhenaages zwischen Sonsbeck und Xanten f fihit 
den Namen des Hochwaldes, dera&rdMche, westlieh vonKalkar, 
den des Reichswaldes^ aber die Erheboag desselben isl sehr 
mhssig*), da aoehi die höchsten Gt|»fel desselben bei dem Kloster 
Kamp, der Fürstenberg bei Xanten, der Baiberg, derMonre- 
berg und der Kleverberg sich nicht über 300 Fass üb. d. 
6p. der N. S» erheben. 

In dem Füistentbome Neueal^arg nnd Valendia ziebit 
das Jaragebirge, ans FraAfcrekh und dent Kaaton Waadtland 
übertretend, lo der Rtehtwig toh Mdwesten nack Nordosten, 
langst dem Neaenbnrger See, der noch 1340 Fass über dem 
Meere Hegtj nach dem Canton Bern hin. Es ist röllig Berg- 



*) V. Vlebahn, Statistik nnd Topographie des Re^lerttttgsbe' 
a&rk DOaseUerf, ThL L S. 9. . 



Dti Pre«MUQbe Stuat 1*1 

Uni miA ImI wr 9w«i fai&ooilstfe TUltr«), ««T 4e« Mte 
Ufern 4er BeiMie CVal Tfmerai) «ad Oea Sefon (Vd 4e R«ai> 
dia in eatgegcBf eseUlev Biob4a«g von West«» naoh OatM «nd 
voll Norden n»ch SOden doch nodi vor ihrer BinatkidQr^ in den 
Neuealiitfger See dwreh starke Getögew&nde «Ich dnrelibrechen 
nöseen. Hart an der SAdfriue erlMlit aiob der Cbaaaeron 
ailf den WaadtlUndiacben Gebiete anf 4,960 F. Hfthe^ mi «a der 
Nordgrinze der Chaaaeral oder Geatler-Eerg a«f dem Bet- 
oer Gebiete \da auf 4,95a F«m üölie; innerhaU» dea Nenenbw* 
ger Fftcatentbnms seibat siai die höohsten Gipfel bei lea Pla»^ 
ehettes 4,9ao Fnss, U T4te de Rang bei ka hanCa Genev^s 
4,3SaFu8s, dar Col de* Logos 3,960 F, der Beig la Foaxne 
aödlich von U Tournei, 3,9iaF.» le Ceinil 3,650 F., le Jeralel 
3«700Fm i» Platftre 3^480 F., U Pa^uier 3,270 F.; nad selM 
la Cbanx de Fondji njad Vaiendis Hegen noch 3y080F. nnd 
2|010 Fiisa ttber dem Meeren '*''*') 

Nachdem wir 'm dieser Uebersicbt die Gebii^axüge des 
Preuaaisdieii Staates naohgewiesen haben» in wekher Art sekie 
BodenObohe dorch dieaeltwn tberzegen^ ist, wodnrofa theüweiae 
der innere V^kehr bebindeit,. tlmlweise die Benatznng des Be-* 
4ens für den Ackerbau nad die Viehzueht erschwert, oder gaat 
onm^glich gemacht wird,, gehen wir »or BesehreÜNing der Flftsse 
wd liandseen über, am diese als eiAe Grundlage für 4ie na* 
tftrliehe Yerbiadoag im Verkehr und al» eine wesentliche Unter- 
«tfitsnng für verschiedene Zweige der physischen und t«Qhni^ 
sehen Coltor, oder ahs BühfisiniAtel iset Anh^e l^ünstli^ee Wasr 
aerstnwsen genauer kc^nnen e« lernen» DaranI geetütst lassen 
wie dann dia Darstelkuig voa den Canalhauten fbtgen nnd 
verbinden damit die Uebereicl^ über die jetnt yoduuNtenen 
Knnststrassen nnd Eisenbahnen. 

Bei den Flüssen des Prenssf sehen Staates haben wir zn- 
vürdecst im Allgemeinen, zn bemerken, das« nach dem Verfa&lt- 
niese des Fl&<^ninh^& in Benng md die Mefcnaiil der grünsoN- 
een Stoate» Enropa^ seine Bewisserang^ als reiehbaltfg nnd vor- 



*) Oas T]ial laCbaux de Fonds Ist sehr enge nnd nUsht minder ist 
Q8 aach das Thal Locle^ obgleich seine Lage durch, die anaiehendenMa- 
tnxnmgebnngen es zn einem. anmntbJgarenAnfeatbatte als jene» macbt. 

**> Plese Höb^npnnkte sind nacb. den Angsben der ansgeaei^dine- 
ten Karte der Schwein von Wörl, Bl. YI. nnd VU. genommen. 



192. Der Preussische Staat. 

theiÜMift aneritanot werden srass. Die bedenteiulereii ^Ifisse fai 
den ösilicfaen ProTinzen haben ihre Ansmttndung anf dem 
Prenssischen Staatsgebiete, und eröffhen dadurch auf eine ange-* 
mesaene Weise den Zutritt za dem überseeischen grossen Han^ 
delsverkehre. In den weltlichen Provinzen ist dagegen für alle 
Hanptftüsse die AusmQndnng dem Staate entzogen, and nnr die 
Binmandftng grosser, durch andere Staaten schon durchströ- 
mender NebenflOsse in diese, wie namentlich bei dem Rhein, ist 
fftr die Belebung des inneren Verkehrs von grossem Nutzen. 
Zwar ist die Benutzung des Hafens Emden und der Schiffalirt 
auf der Ems den Angehörigen des Preussischen Staates in 
dem Vertrage mit Hannover zugesichert (vergl. oben S. 116 
Anmerkung 2), aber sie kann immer nur als ein beschränk- 
tes Zngestlndniss fQr den unmittelbaren Verkehr mit den Hä- 
fen der Nordsee angesehen werden. — In der Provinz 
Preussen mttnden sich die Flösse theils unmittelbar in die Ost- 
see ein, theils In die beiden grossen Strandseen, das Kurische 
^nd das Frische Haff. Das Kurische Haff, im Süden bis 
gegen 6 Meilen breit, in der Mitte 2^2 Meilen, nach dem Aus- 
gangspunkte bei Memel zu bis auf y« Meile sich verengernd, 
hott einen Flacheninhalt von ^S," Qmeilen, gehört zu drei 
Viertel zum Regierungsbeziii: Königsberg und ein Viertel 
zum Regbezirk Gumbinnen *), und wird durch die 16 Meilen 
lange Kurische Nehrung, eine sehmale nirgend über y, M^il® 
breite Landzunge **), von der Ostsee getrennt, indem es am 
nördlichsten Theile ders^en bei dem Hafen Memel seinen Ausfluss 
in die Ostsee hat. Das Frisehe Haff besitzt nur einen halb ao 
grossen Fl&cheninhalt von 14,''®<Qn., von denen 10,^' Qm. zum Re- 
gierungsbezirk Königsberg und 4,^' (Hi^iIcd zum Regierungs- 



^) Auf den Regierungsbezirk Gumbinnen (Kreis Heidekrug und 
Niederung) kommen 7,^' Qmeil.; auf den von Königsberg 30,^^ QM. 

**) Nur in der Gegend von Rossitten erreicht sie diese Breite, 
sonst ist sie durchschnittlich nur % Meile breit. Die früheren Wal- 
dungen sind im siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderte niederge- 
schlagen, nur am Anfange der Nehrung hinter Kranz, bei Rossitten 
Alt- und Neu-Pilkoppen und Schwarzort finden sich jetzt noch ei- 
nige lichte Gebüsche von Nadelholz, sonst überall Flugsand, in un- 
geheuren Massen zu Sandhageln zusammengetrieben, die oft ihre Ge- 
stalt und Stelle ändern. 



Der PreassUeh« Staat. 193 

beeirk Dansig gerechnet werden; es bt gtetohfaHs durch eise 
fthnliohe 13 Meilen lange Lanibsaage*)! die frisehe Neb- 
rnng von d«r Ostsee gesondert and geht, mehr nach seiner 
Mitte zu, bei dem Hal^n Pillan in die Ostsee ober. Seine 
Breite ist gleiebförmiger, nur zwischen Pillaa und Braadenbnrg 
erreicht sie 3 Meilen, sonst t Meile, I V2 his 2 Meilen. 

In das MLurische Baff ergiessen sich: 1) dieMenel, welche 
auf dem Preassischen Staatsgebiete diesen Namen , auf dem 
Rassischen den des Niemen führt. Sie entspringt im Goaver- 
Dement Minsk, in den :WUderQ bei Kopislow des Gumeaschen 
Kreises und hat bereits einen vielfach gekrömmteit Laaf von fast 
110 Meilen gemacht, indem sie isavOrderst die Orinze zwisehM detf 
Gcavernements Wiloa and Grodoo und dann nnch der Dorch- 
strdmung des letzteren zwischen diesem und dem Königreich Po* 
len bildet, bevor sie aus dem Goavemement Kewno iinteriiaU» 
Georgenbarg bei dem Dorfe Schmaleninken in den Proussisclien 
Kreis Ragnit eintritt. Sie dorchstrtat in der Rk^htang von 



*} Die Frische Nehniiig beginnt eigentUsh zwIscbeB Tenkltten 
uad Fiaebbaasen, von wo anok nur Vi H. entfernt bei Locbstadt das 
älteste Tief oder der am frühesten bekannte £influss in die Ostsee 
war, welcher im Tierzehnten Jahrhunderte versandete Darauf bil- 
dete sieh gerade in der Mitte der Nehrung, Balga gegenüber, eine 
neue Durchfahrt zur Ostsee. Aber auch diese versandete wieder all- 
mählich, als bei Alt-PiUau sich die Hauptverbindung zwischen dem 
frischen Haft und der Ostsee eröffnete und bis zun J. 1510 erhielt. 
Dann erst wurde die Nehrung an der heutigen Stelle des Seefliesses 
bei dem Hafen PiUau durchbrochen, worauf das Tief bei Alt-Pillau 
sich wieder mit Sand zur zusammenhängenden Ebene zwischen Tea- 
kttten und dem neuen Dur^brucb füllte. Die frühere starke Bewal- 
dung der Nehrung ist im sechsaehnten und vomehmlick im siebzehn- 
ten Jahrhunderte zur Zeit ^es Schwedisch-Polnischen Krieges ver- 
nichtet, und hat sich nur in dem kleinen Reste bei Lochstädt, In dem 
sogenannten Paradiese, als ein treues Zeugniss seiner früheren 
Schönheit gerettet. Die Breite der Nehrung ist bei Alt-Pillau über 
Vs Heile, darauf nur ^4 Heile und noch darunter, bis sie bei Kahl- 
berg nach dem Danziger Gebiete zu wieder mehr an Breite gewinnt 
und bei Prebbenau über 7, Heile breit wird. Die Bodenfläche ist, 
wie auf der Kurischen Nehrung, auf der Ostseite bis Kahlberg mit 
Flugsand bedeckt, von hier ab bis zum Ende der Nehrung bei Bo- 
denwinke], mit dürftiger Kief^rwildung zum grossen Tkell bestanden^ 
Schubcrt'8 Statistik VI. 13 



194 Der Prevsstseke Staat» 

0«teii naeh Westen dfe Kreiae Ragnit, TiltH, Niedernng and 
Heidekrog (des Rcgbe». Gambioflen), theilt sich bei dem Schanzen* 
krage (Kr. Tilsit) in awel Ströme, die Gilge and den Rqss, 
verliert dann ihren früheren Namen Memel, und die beiden 
Elaaptarme sserspalten sich wieder noch vor ihrer Binmündung in 
mehrere Nebenarme. Innerhalb der Preossischen Grenze läset sieb 
der FMchenkihalt des Stromgebiets der Memel auf 100 QM. be- 
rechnen, und ihre schiffbare Länge mit den beiden Armen be* 
tiügt gegen 24 Meilen*, ihre mittlere Breite ist 060 F., die mitt- 
lere Tiefe nur d F. und ihr GeHUle auf 100 Ruthen = l,*ZoU •). 
Bei Winge (Kr« Tilsit), nnmitteibar vor der Theiinng^, ist ihre 
Nahnalbreite 1080 Fnss, bei dem Eintritte bei Schmaleninken nnt 
OOOFnss; und die geringste Tiefe geht bis auf 3,^* Fuss. **^ 
Es giebt in Prenssen nur eine Bracke Ober die Memel, die 
SchÜfbrtteke bei Tilät, welche in der Regel von den ersten Ta» 
gea des Mais bis in den November hinein anf{gesohlagea ist« 
Ausserdem wird die Verbindung beider Ufer durch acht stehende 
Fähren unterhalten, wovon vier auf der Memel und vier auf dem 
Russarme sich befinden. — Unter den Neben flössen der Memel (in 
Prenssen) aof dem rechten Ufer macht sich nnr die Jnra be- 
merkbar, welche In Szatnayten (Gouvcrn. Wilna) entspringend, 
unterhalb Taurroggens den Kreis Tilsit betritt, und noch in dem- 
selben bei Schreitlauken in die Memel fällt; sie ist 80 F. breit 
und ihre Normaltiefe beträgt 3 F. Sie kann in der Frühjahrs- 
zeit bei hohem Wasser zwei Meilen aufwärts mit Gefässen be- 
fahren werden, die 60 Fuss Länge auf I5 Fuss Breite haben, 
bis 900 Centner tragen können und 4,^ Fuss tief im Wasser ge- 
hen. Auf dem linken Ufer der Memel münden sich ein: a) die 
Sze^znppe, welche im Königreich Polen (Goav. Augustowo) 
entspringt, bei Schirwindt in die Preussisdie drämee tritt und 
dann diese selbst auf einem Lanf^ von 4 Meil. gegen Russland 
bildet, bis sie sich bei Schillenöhlen westlich in den Kreis Pll-^ 
kallen hinein wendet, und dann nach sehr gcschlängeltem Lauf^ 
von etwa 7 Meilen im Kr. Ragnit, oberhalb der Einmündung der 
Jura, mit der Memel verbindet. Sie ist gleichfalls nur in der 



*^ Die Gilg;« bat vom Sciiattaenkimge bei Seckcfnbarg <Kr» Niede- 
ma^) auf 8000 Ruthen ein <S«fäüe \tn 13 Fuss, der Biuss aber ant 
9000 Railien aar ein Gaime van f bis 10 «olL 



Der Pretij«i«clie Staat 195 

Firfttii»to>2^t fü«f Malern mtwlgiM biß «mn Kiididoife lAsdeb^ 
Aea fftr Fülurxeiige »cUffbar, wßkhn 900 Ceotoer Last tragen 
k4iHieii, ibre miUlere Breite betrl^gt $0 bii 100 Fius, ihre mut- 
iere Tiefe V^«^* '^ M ^i^ Til^e, ein müiedeittender Flaes, 
der 4ua Waeeer mm der Nileäening swiseben den Gebieten 4er 
b^ter, l^es^oppe und dee Nemonui an eieb si\eU and nach ei^ 
nem Laufe von 7 MeiL liei TUait akb in den groesen fiirem er^ 
gieasl. — Nördlicb vcmi d^ Memel geben anmittelbar in das 
Kqriscfae Haff über*); 2) die Oange, welobe glekb der Jura 
in S^iamayten (Oouv. Wüna) entspringt, naeb kurzem I^iuf an«» 
terbalb IL Crottingen in dae Preuasisobe Gebiet tritt, bier gegen 
4 MeU^ den Kreis Memel in aödvrestJicber Ricbtung darchlSknIl 
und hei der fiKadt JHeme] selbst in das Haff fliesst. Sie hat von 
der Einmfindnng ab bis $00 Ratben oberhalb der Stadt eine so 
ansebnliebe Breite wd Tiel^ dass Seeschiffe yon 20,000 Centner 
TmgfMiigfceit and 15 Fnss Seetiefe anf denselben fahren können. 
3) D\ß Minge, sudlieb von der Dange in Szamayten entsprin-« 
gend, halt fast eint» paraUelen Lanf mit diesem Flusse auf zwei 
Meilen Bntfernnngt Wie erreiebt unterhalb Geraden das Preos- 
sisebe Gebiet, Wieset auf 7Meüen dareb die Kreiise Memel und 
Hetdekrng, ist 80 Fuss breit, bei 3 F. ndtütt er Tiefe, aber nicht 
schiffbar , und fällt zwischen der Hauptmundnog des Euss ani 
d^r Wwdenburger £cke bei dem Dgrfe Minge in das Haff. Säd-* 
lieh ve« der Memel tritt 4) d<r Nemeniu in das Karische HaA 
Kr wird dureb den Zuaammenfluss meJirer aus der Niederung 
zwischen Tilsit und Insterburg entspringender kleiner Flusse» 
wie der Usebleik, der Arge, Ossa, Lankne und Timfoer gebildet, 
welebe durch das grosse Moosbrucb zwisehen Liabiau und 
Tilsit lliesaeo und bei dem Dorfe TImber sich vereinigen. Er 
hat dann .nur noch einen Lauf von wemg mehr als einer Meile 
bis i&m Ausmöndong, ist aber bei der naten naher zu arla«tenw 
den Ottülverbiodung von grosser Wkbtigkaift. ^ 

In dae Frische Haff mfinden ^icb ein: I) der Pregel, 
der Haa^ass des RegkriHigsbeaaiks Kdalgsbeig, welcher 



*) Krug, in seiner unvollendet gebliebenen Topographie von 
Ofitpreussen, Heft I. 6. 12, an4 aaeb ihm Bergbaus sehen das Kurische 
Haff mir als ein grosses AnsmündUDgsbecken der Memel aa, nad 
führen demgem^ss ' die Daage, Minge und den Neraonln ote Kel^en- 
flüsse der Memel auf. 

13* 



196 Der Preassi«che Staat« 

dem Zasanmenflass der Itoiien Plftsae Piesa aad Rominte 
eatatefat. lene hat ihren Ur8i>raBg in dem See Wysztjten (und in 
den noch eine Meile afldlicber ia Polen liegenden Quellen), wel* 
eher an der Gri^nze der beiden Kreise Goldapp und 8tallup5h« 
neu und des Polnischen Gouvernements Augustowo liegt; die 
Rominte hat gleichfalls ihre Quellen hart an der Polniscliea 
Grenze in den östlichen Waldungen (aus einigen Laadseen hei 
Przerosl) des Kreises Goldapp. Die Vereinigung geschieht ober- 
halb Gumbinnen, aber der Name Pissa geht erst nach der Ver* 
einigung mit der Angerapp oberhalb Insterburg's in den des 
Pregels Aber, worauf der von da ab schiffbare Pluss (die Rominte ist 
aur flössbar) noch einen Lauf von ISMeil. in gerader Richtung 
von Osten nach Westen durch die Kreise Insterburg, Wehlau 
und Königsberg bis zu seiner Ausmündung nimmt. Das ge- 
eammte Flussgebiet des Pregels umfasst gegen 250 Qmeil.; die 
Breite der Pissa bei Gumbinnen betrigt gegen 70 F., die des 
Pregels bei Insterburg 120 F., in Königsberg nach der Verei- 
nigung der beiden in fast parallelem Laufe nur 2MeiI. getrennten 
Arme (des alten und neuen Pregels) 720F. *)$ die mittlere Tiefe 
ist oberhalb Wehlau zwieehen 2/ und 3Fuss, zwischen Weh- 
lau und Tapiau 3 bis d.'F., zwischen Tapiau und Königsberg 
4 bis 8 F., in Königsberg selbst noch tiefer und auch för die 
grössten Seeschiffe fSahrbar, wenn nicht die Aasmündung des 
Flusses in das Haff durch Versandung und Verschlemmung zu 
viele Untiefen darböten, die in den bisherigen Anstrengungen 
zur Räumung des Fahrwassers (seine normalm&ssige Tiefe 
bleibt nur nochjl Fuss) keinen ausreichenden Erfolg gewonnen 
haben. Das Gefllle des Flusses ist durchschnittlich auf 100 Ru- 
then oberhalb Wehlau 4/ Zoll, unterhalb Wehlau bis Tapiau 3 
Soll und zwischen Tapiau und Königsberg nur 2 Zoll. — Die 
Deime ist als ein Arm des Pregels zu betrachten, welcher bei 
Tapiau sich von dem Hauptstrome trennt, und als schiffbarer 
Fluss, in der Richtung von Süden nach Norden, Labiau vorbei 
seinen Ansfluss nach dem Koriscben Halfo ninmit. Sie ist nur 



*») Die Hauptbrücken über den Floss sind bei Wehlau und sie- 
ben in der Stadt Königsberg; über die einzelnen Arme; ausserdem 
giebt es auf den Verblndungsstrassen grosee Fahren. 



Der Preatsisehe Staat. 197 

3 Bfeile» Ifti^f*) and ImU ein geringes SefUle von l/bb^Zell 
Anf lOOEQtlien. — Als die wiohtigsttD Nebeniftsse des Pre** 
gels sind för die Belebung vieler Zweige der phyMSchen nnd 
tecbnisc(lieo Cnltury wte für den Innern Verkehr die Inster, 
die Angerap und die Alle ku bemerken, von denen die erste 
auf dem rechten Ufer des Fhisaes, die aniteren beiden anf dem 
linken sieh elnmOndeii **)» Die In st er entspringt bei dem 
D4K^ Girrelisehken (Kreis Pillkallen), durchfliesst anf einem 12 
Meilen langen (von Nordosten nach Südwesten) geschlingelten 
^ufe die Kreise Pllkallen, Rsgnit und Inst^borg (den nördlichen 
'Vbeü desselben), wird aber erst y« Meile vor ihrer Einmüadang 
bei Ineterburg für kl^e tteisekähne schiffbar. Die Angerap 
hat ihren Ursprang im KarkKnnen - See (oder Km^innen-See 
von dem beqaehbarten Dorfe gleichen Namens) '^'^), 1 Meile dstlich 
von Lützen, erhalt starken Zullass aus den Quellen bei Kutten 
und Lenkuk (Kn Angerburg) und aus mehreren Landseen bei 
Angerbnrg (dem Ooldappgar-, Strengelnschen-, Scbwentzait- 
und Mauer-8ee), und nimmt von Süden nach Norden einen sehr 
gekrümmten Lanf durch die Kreise Angerburg, Darkehmen und 
Insterburg (den südlichen Theil desselben) nach dem Pregel, in 
welchen sie eine Meile oberhalb Insterburg bei Gr. Stobiugen 



*} lieber die Deime werden 3 Brücken und 3 Fähren unter- 
hallen. 

**) Die Auxinne, welche sich gleichfalls auf dem linken Ufer 
«wischen der Angerap und der Alle unterhalb Norkltten in den Pre- 
gel einmündet, hat zwar eine WasseraugUnie v^n 8 Meilen LtüDge 
und einen reichen Wasserzufluss aus dem nördlichen Thelle des Kr. 
Darkehmen und dem südlichen des Kreises Insterburg, aber sie ist 
nicht einmal flössbar« 

***) Der Wasserspiegel des KragUnnen-See li^ früher 33Fuss 3 
ZoU über dem nördlich (V4 Msite davon) gelegenen Goldapper-S«ei 
Er soU jetnt mm Zweak derBeri«selangs-ArbeKen in diss^m Kreise 
um 20 F. gesenkt werden« Die vom Staate angekaufte Mühle im 
Dorfe Kruglanken wurde bereits IQ42 fortgenoramen. Hiedurck und 
durch fortwahrende Vertiefung des ehemaligen Mühlgrabens ist der 
KrngUnnen-8ee bereits (Septbr. 1845) um 15 F. gesenkt. Es dürften 
indess zur Vollendung der Senkung wohl noch einige Jahre erfor- 
derlich sein* 



108 Der Prettisiaohe Staat. 

elnBtrdfl^. Sie Ist ffir groatsere Fahrzeuge nicht schiffbar *), weit 
ihr Graad vi^e grosse Granitsteine hat, die den Gehranch anch 
nur IVs Foss tiefgehender Kahne verhindern; aber zur Früh- 
jahrs« und Herbstzeit ist sie flössbar und hat eine mittlere Tiefe 
Yon 3 bis 4 Fass, die sswar bei hohem Wasser nicht selten bis 
10 F. und darüber steigt, sich aber oben so schnell wieder auf den 
mittleren Stand yerlänft. *- Der jet^t durch die auf ihm basir-^ 
ten Berieselnngs- Anlagen'*''^) wichtiger gewordene kleine FIuss 
Goldapp, welcher aus mehreren Bltohen bei Garnen (IVzMeif. 
südöstlich von der Kreisstadt Goldapp) und durch dett Abfluss 
des Goldapp-Sees gebildet wird, ergtesst sieh nach kurzem 
Laufe bei dem Dorfe Jurgutschen (an der Grf^nze des Kreises 
Angerburg) in die Angerap. — Die Alle ist der bedeutendste 
Nebenfluss des Pregels. 8ie entspringt im Neidenba rgischen 
Kreise nahe bei dem 545 Fuss hoch gelegenen Dorfe Lana, er- 
bifilt aus mehreren kleinen Landseen bis zum Dorfe Kurken star- 
ken iSnfluss, fliesst dann nördlic^h von demselben durch den zwei 
Meile» langen (und y« Meile breiten) Lansker- oder Lonsker-See^ 
und setzt dann in der Bkhtung von Süden nach Norden, nach- 



*) Durch einen Zusammenhang mit mehreren südllclier gelege- 
nen Seen, mit den Talterge wässern, und durch diese mit dem Splr- 
dlngsee und dem Bosche- oder Warschau -See, steht sie auch In 
Verbindung mit dem Plsseck, einem Nebenflusse des Narew« wo- 
durch ein Wasserweg zwar nicht für grössere Fahrzeuge, aber zur 
Holzflössung und für kleine Kähne zwischen der Angerap und dem 
Bug, mithin auch der Weichsel gebildet wird, da der Narew In den 
Bug sich einmündet. 

*♦) Der westlich^ Thell der Skatlidchen Forst (zwischen der 
Goldapp und der Angerap, nicht weit entfernt vod dem Zusammen- 
flusse beider) ist bis nahe an den Mynt-See (fast die Hälfte) bereits 
abgeholzt (Sept. 1845). Der alte Canal, welcher vom Dorfe Mlt- 
scbullen an der Goldapp in gerader nördllober Richtung bis nach 
Brosaltschen führte, ist sehon aufgeräumt und erweitert worden. 
Ans diesem alten Canal fahrt jetzt ein neuer das Wasser südlich 
beim Mynt^See vorbei. WestlKjh von diesem See thellt sich der 
Canal In 2 Arme, aus welchen das vorliegende sanft abfallende Ter- 
rain berieselt wird. Die Arbeiten waren im October 1845 so weft 
vorgeschritten, dass die Berieselung im Frühjahr 184(( beginnen 
kann. Der Mynt-See war bereits im Sommer 1845 trocken gelegt. 
Vgl. unten die Darstellung der Seen undCanäle in den Kreisen Lyek, 
Lützen und Johannisburg. 



D^r PrttUflflisehe Staat. 199 

tan Eim uHk untarhaib AUeostnii die Wacku^ (eioett Abfluss 
dea Wadailg<^8ee8 and mebrer anderer Seen bei Wartenbiirg) 
in aioh aafgeaeaimen bat, ibrea Laaf in derselben Richtung durch 
den Kreis Allenttein *) naeb dem Kreise Beilsberg bis unter* 
halb Gottsiadi fort. Von hier ab ftndert sie ihre Biehtung von 
Büdweaien naeb Nordenlea, fliesst durch die Kreise üeilsberg 
und BartaasteiAy akniat an der ösUichen G'rdnao desselben bei 
Scblppeabeil die Gober auf (inelclie bei Rhein im Kreise Löuen 
ihrc^n Ursprung hat, durch die xsblreicben kleinen Seen des 
»ördlicben Theils des Kreises Sensburg und des sQdJichen Tbeils 
des Kreises Lotsen ihre Nahrung erbftU, und durch den Kreis 
Baaleabiifg bei der Stadt gl. Namens vorbei, in kurmen Lauf 
von S&doalen nach Nordwesten sich wendend, gleich nach dem 
UinUiU in den Kc^ Bartenstein in die Alle sich einmündet) — und 
geht dann durch die Kreise Friedland und Weblau, wo sie bei 
der Kreisstadt gl Namens in den Pregel einfliesst. Die Waa^ 
aen&aglinie der Alle hat eine Lftoge von fast 40 MeiK, und ilir Fluss- 
gebiet einen Flilebehnium von 128 Qm. Ihre Schüfharkeit reicht 
aar 4 MeiL von Friediaad bis zur Mündung, and zwar nur für Fabr- 
äbeage mit 2 F. Wassereinsenkung und 720 Cent. Tragfähigkeit. 
Doch ist sie bereits m Jahre 1802 flössbar bis zum Lonsker>See 
hiaaof gemaeht Ihr Gefalle vom Lonsker See bis AUenstein ist 
darchsdbaittlicb I F. aaf lOO Rutben; aber auf der schiflfbareu 
^Streike von Friedland bis Wehiau auf 100 Roth, nur 1,^'Zoa-- 
2) Der Frisch! ng; er bat seine Quellen im grossen Frl- 
atiUog^ Walde (Kr« Weblau) sOdlioh von Tapino, «tieaT als Ab- 
zf^ für viele kleine Gewässer und Seen der Kreise Friediaad 
Pr. Kyiaoi Landkr. Königsberg nnd Heihgeabeil, indem er in 
£ast parallelem Laufe mit dem Pregel (gegen 8 Meli, lang), we* 
der schilfbar noch flössbar, seine Richtung auf den Flecken 
Braadeoburg niauat^ «nd hier sich ia das frische Haff ergiesst. 

*} Die BerleselungsanUgen und Watterbanten» Avelche voa den 
Kreiastäiiden des Kreises AUent tcla seit 1843 mit UattrstatsuDg vea 
iSeltea des Staates unternommen sind, «nd mit einem Kostenaufwand« 
V4HI dOO^OOU Thlr. ausgsfOiurt werden seilen, sind aoeh nicht so weit 
vorgerückt, dass bestimmte Ergebnisse In diesen Theil der Staats- 
kunde Mifgenommen werden können. Nur die Mühlen und andere 
Fabrlfcgebüude, welche die freie Verfagnng über den Lauf und die 
Beautauaa der AHe verhindern könnten, sind angekauft, nad 4le Ca« 
aaUsiraag awlsobea den kleinen Seen südöstlich ven Allenttein hm, 
Ihren Anfang genommen. 



200 Der Preus^igche Staat. 

3) Die Paasarge; sie ealapriogt bei dem Darfe OriesMoea 
im Kr. Allenstein, nicht sehr entfenit von den Quellen der Aue, UJ« 
det eine Strecke lang in der Riehtang von Süden nach Nardeo 
die Granase zwischen den Kreisen Allenstcia und Osterodei zwi* 
sehen den Kr. Heilsberg und Mobrangen, Braansberg uad Fr. Holland 
(d. i. die vormalige Grenze zwischen Knaland oder Pala. Preoa- 
sen and dem K5nigr. Preussen), bis sie unterhalb Loiuk mitten 
durch den Kreis Braansberg und die Kreisstadt fliesst^ uad 1 M^te 
oberhalb derselben bei dem Dorfe Passarge sich in das frisohe 
Haff einmündet. Dieser Flnss hat einen Lauf von 1^ Meilea, 
aber er ist nur auf der letzten Meile bis Braansberg schiffbar 
und ausschliesslich für Fahrzeuge von I % F. Flusseiasenkung 
und 150 Cent. Tragfähigkeit. -^ 4) Die Baude; sie hat ihren 
Ursprung zwischen den Dörfera 8chIobitten und Karwinden, 1 
Meile südlich von Mühlhansen, und liiessl in der Richtung von 
Süden nach Norden, gegen 5 A^eilen lang, darch die Kreise Pr. 
Holland und Braunsberg, wo sie unterhalb Franenburg sich in 
das frisohe Haff ergiesst und hier einen Hafen bildet^ der mü 
Bordingen von 3 bis 4 Fuss Wassereinsenkung befahren wet^ 
den kann. — 5> Die El hing; sie ist der Abfluss des Dran- 
sensees in das frische Haff, nachdem dieser See in seiner fast 3 
Meilen langen Ausdehnung auf allen Seiten viele Flüsse und 
B&che in sich aufgenommen hat; darnnter auf dem Südufer vor- 
nehmlich die bis Christbarg schiffbare Sorge, (wdche im Kreis 
Mehrungen bei Gr. Arensdorff ihren Ursprung hat und kurz vor 
ihrer Einmündung den Balau-^Bach aufnimmt), auf dem Ostofer 
die Weeske und die Elske, auf dem Westufer die Thieae*) 
und die alte F i schau *'^), welche die vielen kleinen Gew&sser 



*) Die Thiene wird aus zwei aammel-Flüssen, der haohstea 
und der Werderschen Thiene gebildet, die sich bei Tbiensbof 
iVaMeil. vor der Ausmündang vereinigen; aber bei Scbwansdorf 
tlieilt sieb dieser Flnss wieder in 2 Arme, von denen der rechte In 
den Drausensee, der Unke in die Elbing gebt. Die höchste Thiene 
kömmt anter dem Namen des HOhlengrabens aus der Gegend von 
Stuhm und fllesst dort bei Georgensdorf in einer gemauerten Was- 
serleitung quer über ein Flüsscben, das nach Marlenburg geht. 

**) Die alte Fischau entspringt im kleinen Marienbarger Werder 
bei Fischau und gebt durch den neuen Graben in den Draasen - See* 
Die kleine Fischau entspringt eine MeHe nördlicher und mündet sleii 



Der Prüastüeke Staat, ^1 

ies Umea MMri«alwiiger Wefdera md dtesoto Thi^e« der Sl* 
biager Niedwaag Mmmela. Die Rlbing selbst, sofaiffbar fOr 
alle Fabr^eage von 6 bis 7 F. Wassereiasenkung bis ear Stadt, 
oberbalb derselben aiv für Kahne, die 3 Fuss tief gehen, hi^ 
aar etwas Ober 9 Meilen Linge, bevor sie IVfMeil. unterhalb 
der Stadt Blbiag in das M9€^t Haff tlbergdit Sie BhaSDit neeh 
anf dem rechten Ufer die Hummel aof, welche gegen 272 Meli, 
laag, in der höber gelegenen Gegend beiTrantss (ob.S* 178) enl* 
Bfwngtv — Ifeber die Nogat s. aaien bei der Weidisel. — 6) Die 
Tiege; sie wird gebUdel ans der bei Neoteloh vereinigten grossen 
and kleinen Schwente, fliesst dann dnrcb den Marienbnrger 
Kreis in der Richtuag von Südwesten nach Nordosten, nimmt 
bei Viegenhoffy wo sie för kleine Fahrzeuge schübar wird, den 
Namen Tiege an *}, nibert sich der alten Weichsel bis airf ehiige 
Taasead Schritte, und ergiessi sich dann in einem sehrgekrflmm«- 
ten Bogen in 3 Armen ia das ll'ische HafT. 

In die Ostsee münden sicli vnmittolbar zwei Hanptströme 
des Preussischen Stentes, die Weichsel and die Oder ein, and 
ausserdem zwischen diesen beiden noch mehrere Küstenflüsse. 
Liefern wir znvörderst eine Uebersicht über das FInssgebiet 
dieser beiden Strüme in den ffi n f Provinzen Preassen, Posen, 
Pommern, Sehlesien und Brandenburg, und gehen dann za den 
Küstenffissen in der früheren Richtung von Osten nach Westen 
aber. Die Weichsel, welche nach tbrem Ursprünge und ihrer 



tn den Arm 4er Tkiene ein, welcher in die Elblng unmittelbar über- 
gebt« Alle beide dienen snr AbfabruDgr des Wassers «us den 
kleinen Marienbarger Werder. 

*) ine Tlege bildet in Verbiadaal aiit der lilenao, der Prösniek 
und mebrerea anderen grösseren und kleineren Vorfluts- und Entwäs«- 
sernogs-Gräben den Haupt -EntwSsseruDgs-Canal für den Theil dee 
MariCDburger Kreises, welcher zwischen der Nogat und der Weich- 
sel liegt: durch seine Räumung seit dem Jahre 1820 ist die Schiff- 
fahrt bis Tiegenhof sehr erleichtert. Im Jahre 1843 heschäftigte man 
sieh iUt de» Plane, einen Canal ans der immer mehr versandenden 
alten oder Elbiager Weichsel nach Tiegenhof zu leiten, und dadurch 
die Verbindung, hei einer Canalbrelte von 40 Fuss, mit dem frischen 
Hj^e ancb für grissere Schüfe mftglich zu machen. Bei dem be- 
trächtlichen Koolenanfwande von mehr als 350,000 Thlrl ist diese Un* 
temebmimg aber bis jetzt noch nicht dnr^gc^ührt* 



2Q2 Der Preatsitcli« Siaat. 

flAchtigeD EiilwiidEelang idioii Bwei andeten Bnnip&iseheii Otomi^ 
lO&chteii ftngebdrt, wie wir dies he\ Oesterreich im Bftad I. 
S. 51-^52 und bei RoMliind im Bd. 1. 8. 33 nfther eriüfttert 
habeSy dient doeh sehon nicht sehr f)sra Ton ihren Quellen (Im 
O^Herreichisehen Schlesien), auf «iner kurzen Strecke von 7 MeiU, 
alt Oitease för Preassen (im Regbess. Oppeln, Kr* Pless) ^egen 
Oeüter. Schlesien und Galixien , l»is Kur Einmündung der Brinica 
in die Weichsel, die wiederum ffir Preussen als Gr&nziass 
g^en den Freistaat Krakan und das Russische Königreich Po« 
loa «ufgeatellt ist, Als unbedeutender Fluss verlftsst die Weich- 
ael das Preussische Gebiet, und erreicht es erst wieder nach eig- 
nem Laufe Ton 106 Meilen, indem sie schon eine Breite von 
2000 Fnss erreicht hat Sie tritt erst 2 Meilen oberhalb der 
Festung Thern von Neuem in die Preussische Grünise ein, nach- 
dem sie bereits die Richtung von Osten nach Westen wieder 
mehr mit der von Süden nach Norden vertausch! hat. Sie bildet un- 
terhalb Tborn noch auf % Meä. die Gnlnste zwischen den Regbez. 
Marienwerder und Brombei^ (oder den Provinzen Preussea und 
Posen}, indem sie die landri^hlichen Kreise Thorn und Cüim von 
lnowrac%law und Bromberg trennt* Darauf strümi sie mitten 
durch den Regierungsbea^iric Marienwerder und verl&ast ihn erst 
bei ihrer ersten TheiJung in 2 Arme an der Montaner Sfiitze, 
indem sie als Ost* und Westgrinze die einzelnen KretHe Gula 
und Grandenz von Schwetz scheidet, im Kr. Marienwerder aber 
wieder das Land auf beiden Ufern unter gemeinschaftlicher 
Kreisverwaltong verbindet. Ihr Lauf hat im Regbez. Marien- 
werder eine Ausdehnung von 20 Meilen Lange. Bei der lics^ 
seck- Kampe vor der Montaner Spitze tritt die Weichsel in 4tm 
Regbez. Danzig über, und theilt sich sogleich in zwei Arme, 
wovon der östliche zwar kftrzer und weniger breit, aber nicht 
minder wasserreich, den Namen Nogat erhielt, und nach einem 
Laufe von fast 7 Meilen östlicher Richtnng mit 20 Mündungen 
in das frische Haff sich ergiesst. *) Die Östliche Mündung wird 



"*; Die Nogat, wie beide iirme der Weichsel sind dureli selir 
hohe Dämme eingeengt, deren erste Anlagen bis In die Zeitea der 
Herrschaft des Deutscken Ordens binaufgehea, da schon die Land- 
melster Conrad von Tliierenberg und Meinhard von Querfart, aa- 
mentllcli der letztere. In dem letctea Viertel des dreisehntea Jahr- 
hunderts mit grosso ^fitrengusg dl«»« RIesenbanten aufführten, um 



Der Pr«tttti«clie Btast 9D3 

dordi fleo KraffokUCMfel^ wolehM «ine ImII^ iMle hatg 
l$$b HDgetogt wonle, snigielok ak der sidi in dae fHsofae Hitf 
iiesmüedeAdeii Blfetitt|f verboMden^ tto dees die geese Ij&nge die* 
eee Arme (d» Nogei) bte Kor BiuBtiidinig in des Heff 7,^ Heil, 
betritt. Die eUe Negat ist ein efaeiealig^r Arm der Noge<^ 
welcher bei Bobnob ^im Kreise BJbteg) sieh von ihr trenete aai 
in gemier öatlieber Biditaiig aef filbiog sich wandte und obtn* 
halb dieser Stadt sieb bi des FhisS Blhiiig ehiinaadete. Sie Ist 
eiwSs ttUet 2 Meilen lang, seben an verifo» Jahrboaderte abge^ 
aohlsssen toad gegenwärtig ganz verscbtaaiflit nnd verwadiseii, 
ae dass sie Mir bei boheni Wassefstaade und seibsl dann nnr 
Ibeilweiae mit Wasser angefOIU ist. ««- Uer westUebe Ann, 
der des Namen der Weistme^ fortrahrt, gabt dann «Meilen in 
gerader Ricbtimg von SOdsn nach Norden als Grftnne des Krei- 
ses Marienb«^ g^sa die Knnse 8tai|i^ vmä Landfereia Dmh- 
zig bis zum Danziger Haupte (bei dem Dorfe Kbsemark), wo er 
sieb abermals in 2 Arme theilt, von denen der dstliche die El« 
binger Weichsel, der westlicbe die Danziger Weichsel 
beisst. Jene fliesst in gerader östlicher Richtnng 3 Meilen weit 
mit 14 Mfindoagen ins friscfae HaiT ab, diese 4V4 Meilen in 
westliober Rtcbtung bei Danzig vorbei, ergiesst sich bei der 
Festamg Weiebseimfinde in die Ostsee. l>ocb ist diese Mtn- 
doog nur noch für Kfthne sebüfbar, indem sich Sandb&nke vor- 



aus dem Sumpflande Pogessnien durch Eatwässerungscanäle nach 
allen Blcbtungen eine blühende und ttpplg fruchtbare Niederung her- 
auszubilden. Mit Ihren späteren Fortsetzungen dehnen sieb die Dämme 
auf mehr als 25 Meilen aus. Trotz ihrer sorgfältigen Unterhaltung 
müssen sie doch thellwelse oft dem gewaltigen Andränge beider 
Ströme bei dem Eisabgange welchen, da die nördliche Lage der 
Ausmündung des Flusses oft Wochen lang dön Abfluss des aus Polen 
heranströmenden Wassers durch starke Eismassen versperrt. Diese 
Dammdurchbrüche setzen dann groshc Strecken dpr beiden Mariea- 
bnrger und des Danziger Werders, sowie der Niederung zwischen 
Marlenwerder und Graudenz unter Wasser, das erst allmählich theils 
durch die Wärme der folgenden Monate verdampft, theils durch die 
Entwässerungsmühlen abgeschöpft wird, aber eine starke Versandung 
des fruchtbaren Bodens gemeinhin zurücklässt. Die J. 1814, 1839, 1844 
bieten hier besonders traurige Beispiele dar« 



204 Der Prenttisehe Staat. 

mktgi kKboB« *> Der e%eiitliche Büfett Qtd df« BlnMirt in die 
Weiehflol für Daazigf wird dwroh etoen CmmiI gebildet, der be* 
reilfl im siebeehnten Jahrbonderte dareh eine Sandbank d«rdige«- 
baggert iat IHeser Canal gebt von Südosten nacb Nordu^esten, 
iat mit einer Schledse verseblosflen, und seine fäbrliehe Unter« 
faaknng erfordert einen betrftchtliehen Kostenaufwand, nm seine 
tief in die 8ee gehenden Moolen gegen Versandmig so stehem "*"*); 
er h&It bei der BIfindang l3Fass nnd hm Innern mindestefis 
I] Fuas Tiefe. Von einem Dorobbrnch der Danziger Weichsel« 
1% BldJe oberhalb Üaaxig's, zwischen Neiflbr und Rohnsadr^ 
welcher am 1. Febr. 1840 erfolgte, sind die HolAiattgen für die Rr* 
weiterang des Danziger Hafens nlr.ht in Erfüllung gegangen, da dk»« 
aer nene Durchbrach gegenw&rtig schon sehr TcrsMidet ist. Die 
gesammte Liege äßi Weichsel in der Provinz Preussen, ohne 
die Negat nnd de» Ostarm einzurechnen, betilkgt SOy« Meil. **'•') 



*) Yergl. tfebercfeht der Bestandtbelle des Begbez. Danzlg, Dan- 
Klg 1890, 4to. 8. «. 

**') Kln n«asr Canal soll nacb elaem Im Herbste 1844 bekannt 
ganiachten EntMwrfs in einer Breite von ISO Fuss mit einer TIsfe 
von 18 Fuss ausgefttkrt werden, um die alte WetebselmSadung un* 
mittelbar mit dem Hafen zu verbinden und dadureb auch den tiefge- 
benden j^Ghlffen die Mögliclikeit zu geben, ibre Ladung in der 
Weicbsel selbst zu löschen und neu einzunehmen, zugleich aber 
auch in der alten Weichsel einen sicheren und bequemen Rastort 
fttr die überwinternden Schiffe zu besitzen. Die Ausführung dieses 
Baus hat seit dem Sept. 1844 ihren Anfang genommen. 

***) Die einzige auch für den Winter stehende Brücke über die 
Weichsel in Preussen ist bei Thorn, sie Ist 25(K)F. lang und wird 
durch die Insel Bazar unterstützt und unterbrochen* Sie erleidet 
aber durch den Eisgang häufig bedeutende Beschädigungen, indem 
einzelne Joche fortgerissen werden, die dann die Vernichtung der 
ganzen Brücke nadi sich ziehen, wie dies auch im gegenwärtigen 
Winter wieder geschehen ist (Jon. 184ü). Ein gropsartiger Brü- 
ckenbau über die Weichsel bei Dlrschau und über die Nogat bei 
JHarlenburg steht bei der Ausführung der Eisenbahn von Berlin durch 
die Provinz Preussen zu erwarten. Jetzt bestehen für die günstige 
Jahreszeit vom April bis in den November zwei Schiffbrücken bei 
Dirschau über die Weichsel und bei Marienburg über die Nogat; 
ausserdem giebt es 42 Stellen an diesen Flüssen und seinen beiden 
Armen, wo Fähren unterhalten werden. 



Der Prtfiittitche Staat* Mtt 

aad ihr HaMgiBMel iS^fff/l. Nardwea^di voa 6» Wdohsel^ 
mfiodiuig M der ¥M der Halbiiisel Heia (die gegea 4% BitAea 
Umg» abof so weal^ lureit ist*), das« sie üfcerluiiipt aar a/ 
Ooeil. Fllk)heaiBlHüt hat) gebiMeCe Basen der Ostsee, das 
Putziger Wyok, gegea 0,^ Oa^il. gross^ das im södicliea 
Tb6ii imt ao der sehr goten Bhede des Danaiger Hafens ditnt 
Die wieitigsten NehenflAsse der Weiohael, w^efae sieh 
iaaerbalb der Proviaa Preassen eiomfiadeo, sind aaf ^m reeh«^ 
t«n Ufer: l)die Drewena^ sie kdmart ans den Dreweaa-See 
im Kceise Osterode^ bildet gleiofa darsaf vom wcstHcbBtea See» 
Ufer etnea TheU der Giioae zwischen Ostpreassen aad West« 
preassen und g^t daaa in stark geachl&ngekem La«(% vo« 
Nordoslea nach Sfidwesten im Begbez« Marienwerder zaerst als 
C^rSnzflass zwischen den Kreisen Loebaa imd Resenbeiig) daan 
oberhalb Nenmsrk dorch den Kreis Ubso, dmia anterhatb Kaa<» 
emick darch den Kreis Stnu^bnrg bis znr fiiamfindaag des klei-» 
nea Gr&nzflasses Pissa, wo sie nnterbalb der Stadt Strassbarg 
selbst wieder anf 8 Meilen zar Orlknze gegea cbs KOaigreieh 
Polen dieat. Die Drewenz föllt I Meüe oberhalb Thora's bei Zietorya 
in die Weichsel. Ueberhaa|it hat ihre Wasseraosdehnimg eine 
L&nge von 24MeileB) ihre gr5sate Beeite rekht bis aaf 58 P.^ 
sie ist nar ffir sehr leichte Khhne sehiflfbar und wird aasserdora zum 
HolzflSssen benutzt -- 2) Die Ossai sie dient als Abfloss des 
Scharchau-Sees im Kreise Rosenberg and fliesst in westlicher 
Ricbtuag bei Bischofiswerder in den Kr. Grandenz, wo sie un« 
terhalb der Festung Graudenz , bei Sakrau in die Weichsel 
fällt. Sie ist gegen 15 Meilen lang, von Bischofswerder ab 
flitosbar und wird zuletzt gegea 4UFttss breit 3) Die Liebe; 
sie ist ein Ausfloas aus dem laag gedehnten Gesericb-See im 
Kreise Rosenberg, tritt unterhalb Riesenburg's in den Kreis Ma- 
rmwerder über, umsehliesst in einem starken Kreisbogen die 
Stadt Marien werder, vereinigt sieh darauf mit der alten Nogat, 
und läuft dann noch eine Strecke parallel mit der Weichsel, bis 
sie oberhalb der Montauer Spitze, noch vor der Trennung des 
Nogat-Arms von der Weichsel, sich völlig in dieselbe ergiesst, 
zuvor aber noch zur Aufnahme des überflüssigen Wassers in 



*) An der breitesten Stelle 1)ei dem StftdtGben Heia ist sie 0,^^ 
Meilen breit, an der schmälsten bei Orossendorf und Knssfeld nur 
0,»« bis 0,«' Meli, breft. 



906 D«r Pr#«ttitcli« 6t««t. 

dta h9Mt h bmr im NMavoog iaroh meMiMfa» fiMwiiiswiiiig«*- 
CwMe beiatfist wird, ^e hat gag^ 19 Meilen WMBenMwdeh«* 
niiDg^ ^htit sehiffbar aiu «cio. — Auf den Unken Ufer nimmt die 
Weicheel auf: 1) die Brahe «der Bra, wetctte auf 4er Gttne 
von Pommern in einem Landaee des, Ranmelabarger Kreiae« ih- 
ren Urat^mng nimmt , tritt bei dem Dorfe AJI* Brn in die Sehlo- 
eiiaasehe Forat und den Kreis Schlooha« ein, nnd Ünft «kmn in 
4ar Ridilaiig van Norden nach Süden, mit vietem WftssencQinas 
asa kleinen Laodseen nnd Alor&sten, dorch die Kr* dehlocban, 
nnd Canitfe des Regiemagsbez. Marienwerder. Oberhalb ¥e&9oln« 
Kfone geht aie in den Kreia md Regbess* B^taiberg füier, wird 
bei Bamberg 2«r Terinadung mit der Netxe vermRtelst de« 
Bromberger^CanAla (seine nM^re Beaehr^ibang «• «nten bei 
den Caaalen) bennlBt, nnd dient als der HanfitelMgai^ lOr den 
Mromverfaiebr swiadieB der Oder , Warthe nnd Welehsel, Indem 
sie ^erhalb Fordon in weatiieher Riehtnng in die Weichsel einflleast« 
ihre JLAngeaaasdehiMing beirigt etwaji-Qbef 29Metl., ihre Bre^e 
«wisehen Breaiberg «ad der Weichsel gegen 45 bis 50 F.^anf die^r 
Btreeke iai sie fir Odeitcaiwe bis 4 Fiias Wassereioseidmng 
aebiffbar» 2) Dw Behwarzwasser «der Czarna Weda hat 
ihren Ursprung im Kreise Bereadt (Regbex. Oanzig) dicht an der 
Pammeniehen €Mmm^ geht dann in jslark gekrdmntem Lanfe, 
doch aMbr in der Riehinng von Westen nach Osten in den Kreis 
S>targMrd über, nimmt hier viele Abflüsse ans Landseen und Bio- 
rasten In sich aiif*), und faBt dann in der Nähe des Kirciidorfea 



*) Dieser Wasserrelchtbimi, Äer jenem wftMIgen un* am sefaleeb- 
testen bevdtkertan Thelle Wes^M^ussens, der Vucbeter Heide und 
Uurea Qi^raiicb^a Uffigebangea, dnr^ aelft»i Udierflasa die gerkigea 
ProductioaskrftHe des Bodens versumpfen, und. dabei In ufnattt^lbar- 
ster Nabe den sterilsten Sandboden besteben Uess, veranlasst^ die 
BegieruDg in den letjsten Jabren, mit beträißbtUcbem .Kostepatt/fwande, 
der 1843 scbon auf 300,000 Thlr. ^cstiesei;! war, das Scbwarzwasser 
zu Ueberrieselungs -Anlagen zu benutzen. Die günstige Abf^lUgkeit 
des Bodens nach der Weichsel zu unterstützte die Ausführung dieses 
Unternehmens, so dass nach gänzlicher Vollendung desselben nicht 
minder durch Trockenlegung morastiger Stellen, wie durch die Ue- 
berrieselung der bis dahin grasanmen Strecjte^i für Viehzucht und 
Ackerbau eine Bülfe gewIUirt sein dürfi:e^ versditl^st nvek^har ^ 
Bevölkerung dieser Gegend eben so leicht verde^^lti 44s die t^i^rlge 



LiAMmw in rMdieran brntt toq Ntrd«B nmA fiidin in den 
Kr. ScAiw^Us «ia, kt weleiiem «ia «oh bei der Kroastadt gl* Nameas 
in die WelK^Mif I einmaadet 8ie bal eine LiagtaaBsdehnonfi^ von 
eiwafi über 36MeUeQ md erreit^t Mltizi eiae Breite von 40 F«, 
wifd aber nicht aehiffbar. 3) Die Moatau, wekhe inderNoBen-* 
bofgiseheo Ferst an der NordgrieEe des Kr. Schwet» aas awei 
Landseen und den grasaen Brüchen bei Montosken ihren tJr* 
a^mog oiainit» M^ aaeiat ven Nerdea naeh Süden und madii 
darauf einen greüsev Begen am den HOhensog bei Neoenborg, 
um dann in gerade en^egengesetater Bichtnag von Süden naeb 
Korden bei der StadI Neoenborg in die Weiehael einsastrdoen. 
Sie int 14 Meilen iang nnd gegen dua Auaaündong 30 F. breft «** 
4) Me Feinem sie ist der AbAnsa mriirer bei grosaeai Was-^ 
serataode verbondener Landseen im südwestUohen Theile dea 
Kr. Behrwidt, and hat aof ihrem 16 Meilen Jangen Laaf dnreh 
Kvaldige ood meraa%e Gegenden der Kreise Behrendt and Star- 
gard recht starken Zulauf voa Wasser, nimmt auch noch aaf 
dem rechten Ufer die von Schfoeck kommende Fitae, auf dem 
Iwken Ulbr die Wengermntae nad die Jolmka oder J»» 
mek auf, bevor sie sich im Kreis Marienwerder hei Mewe 
in die Weiclmel ^amündet Sie ist seit 30 Jahren iössbar ge- 
macht und hat zwiaehea Stargard und Mewe eine Breite awi- 
adbea 30 bis 40Fass. 5) Die Moitlauf sie hat ihre Quellen in 
dem nürdüchaten Theile des Kreiaea Btargard, eine Meile west^ 
lieh von Dirsdiau, fliesst daaa mit sehr geringem Gef&ile «hiroit 
den Danziger Werder, ainunt aaf ihrem 7 Meilen langen Laufe 
die Kladau, Belau, die alte Radau ne (welche ans dem Kr. 
Karthaus kömmt), die Strzebilinka und alle Haupt-Bntwäs- 
serungsgr&beo des Danziger Werders in sich auf, und gebt dann 
durch Danzig» wo sie smhmitder neuen Ra4aune^ (einer küoet- 
liehen Wasserleitung für DaiKsig) verejuigt. Innerhalb der Stadt 
tlMilt sie sieh in 2 Arme:, die aber vor ihrer SlinsMindiing in die 
Weiehsel nntarhaib der Sladt wieder zaiiammeniie«sea. In 
Daazig ist sie schiffber, seihst für grfteaere (9eesehl#e and hat 
90 F. Breite^ -oberhalb Damsfg's kann sie Jedoch nnr von kleinen 
KUhnen befhhren werden. 



iter^Mgkeit ihrer Bewohner mit einem er£reiiUoherea wirthsehaCt- 
Uehen 2&astande vertauscht werden konnte. 



208 D«f Prtaatittke Sttfftf. 



Die Oder h»! uoter aHen Baai^BtittAen des Puma». 6t«*te# 
den l&og^sten La«f dvreh deoselben. Btwft 9 Metten efttfemt 
von der Preuseischen OrftoRe befinden sieh ihre Qoelten *) mif 
dem Abhänge der Sudeten im Kreise Preriia in Mäbren, und der 
bereits gewuchsene Fluss erreicht den Prensstsohen Kre^ Ratibor 
bei seiner Veceinigang mit der Op|>a, welche eine InngeSkeefeel« 
ihrem Laufe von Nordwesten nach SAdosten dieChr&nssefaelde^wt^ 
sehen dem Osterreioftiscfaen und Prenssisehen Schlesien blldef* Vto 
hier ab dient die Oder selbst 4 MeiUlangför Pyemssen jsnr A b gift ii ■ ' 
zong i^^en das Oeaterreichisohe Sehlesien und wimmt auf diesew 
Gr&nzlaufe oberhalb Oderberg die Ostraa, mUerhalb dtesev^Atadl 
die .Olsa in sich auf, und gehl dann von der Biamündong deid'letis- 
teren Flasses mitten in das Prenssische Schlesien hioehi, indem sie 
diese Provinz naoh ihrer ganzen L&ngeoausdelHrang veaSdden nach 
Norden durchschneidet. Denn sie flieset im Aegiernngsbeairfce 
Opp^ durch die Kreise Raliboc, Cosel, Gr. Strelit«, Oppelo und 
Falkenberg, im Regierungsbezirke Breslau dnreh die Kreise 
Brieg, Ohlan^ Breshra, Wohlan, Steinan and Suhrau, im lleg^ 
raogsbezirke Liegnite durch die Kreise Glegau, Preistadt (v«!«« 
»als Nensalz) and Grüneberg. Aber auch die ttbrigen Kraise 
Schlesiens gehören ihrem Floesgebiete an, denn sie werden nur 
durch die NebenfliUse der Oder bewftssert Unterhalb Saber 
n&hert sie sich der Grluize der Marie BrandeniHirg) wird darattf 
auf einer Strecke von 7 Meilen die Grfcnae zwischen den beiden 
Provinzen 9 einerseits zwisohenden Kr« Grüneberg ^ anderseits 
den beiden Kreisen ZüUichan nnd Crossen , und^ fiieast dann in 



^) Naeh den genauen Messungen * des Premier. Lleut. Lutze Im J. 
1839 entspringt die Oder in einer absoluten HOhe von 19^ Par. F. über 
dem Heere, irergl. Bergbaus bydro-faistorlscbe tJeberslebt vom Sn- 
Stande der Oder in den Jabren 1781 — 1830, In den Beiträgen zma 
pkysicattsebea Atlas pag« 77 -* 79. Nack der Karte Nr. ta in ^er 
2ten AbtheUung (der kjdrographlscben) des Atlas war in dem baiben 
Jahrhunderte (1781 — 1830) an dem Pegel bei Ctistrln der mittlere 
Wasserstand = 4 Fuss, %^^ Zoll) der höchste Stand den 28. April 
1785 = 15 Fuss 1 Zoll, der niedrigste den Iten October 1824 = F. 
1 Zoll unter Null (desPegels). In den darauffolgenden zehn Jahr. (1831 
bis 40) war der höchste Stand im März 1838 nur auf 12 F. und de;* 
niedrigste Stand im August 1835 nur auf 1^ Zoll am Pegel bei Cüs- 
trin gekommen. ' ' ■ 



Oer Pf««Mtftelie Staat HB 

0$U3kmt Wtlfi; wie -datcli fidUekte, in Mc Kxhtnng von Sfl*^ 
4%n aaoli N«rdf a (nor hai Crassea^ ei»a Streeto waatlieb) dniah 
4ea RagMra^s^iük Fffankfbrt (din "Krdsi Ch»jfeen, OtAen, 
Wmmk^nti Lelxm; Kd^teabaiir)- in >iatztge»uMlett Kraisa Ka» 
nifsl^aiip the^ aia aielii naalideiB aia tareits vdn Croaaan ab 
safalceMie: lUakia 'Wafdar gaMMet, saa ersten Male nntarfaalb 
Zallia li^l GftB la Ma <a in awei^Affoia, ran welchen der weBtllche, 
die alta-Oda^'« hi ,4le Marie Biandentoii; fii>ergeiit^ und in dea 
liai^n 'Kiaisen Fielen vralde : asd Angermaade einen bedeotenden 
«egaa besdureiWi^ bator er awiaehen Oderberg und Zehdea 
boi Oobea - Saatlmi sich wieder wit dem Gstliefaen Arne «a 
aiMin ^irame' vercäaigt 'Dar Sanua.tbaHt sich aber no<$k 
aianuil wterbalb SMidea; abe ar Paamarn enreidit, aad ba« 
aabff^fr' wieder mitaeiamtt wattMofaenArina bei ftofawadt fKi. 
AnganpOade dea Regbez. : Potedaü) in Ito Maik tforandeAbrng 
aiaea tlafea. In Pttanieltt «bettt ef eich iai Kreise €reiitoha«> 
1^ CRa|0iM.-l$leitfii^ tnm dritten Male zwisobea ilddlehow 
aai Gafi5> warsaTdeai der tetlidie Arm, d«r KranIch-SIrom 
oder die grosse Eeg alitx (auch ZollH9troa genanat) in den 
Dammsefaen See abfliesst Der westliche Ann, welcher den 
Namen der Oder beibdiait, geht durch den Kreis Randow bei 
Stettin, md verbindet sieh V/^ Meil. nnterhalb dieser Stadt wieder 
mit dem Ansflnsse des Dammschen Sees oder der Regelitz* Der ver- 
eSnJgte Strom aber tritt daab nach d^m Laufe von einer Meile 
nbterhaib P^itz wieder dreifach getheilt^ iii die weite Strewe, 
die eng;e Strewe und die Jas^witzsche oder Pölitzsche 
Fahrt^ zwisctien den Inseln Korbwerder nnd Kielpio, beiJasOf- 
witz In das Papenwassert dea sfidlichstea Bosaa dea Stetti- 
nar aa(f if. Dieser grosse Sttandsee YoA^ in ITerbittdiug mit dem 
^anasahen See, dem Papenwaaser, der DievenowV dem 
Gamminaehen Bodden, d^n Vielzfger Seenad dem Aoli<« 
tat -«Wasser eiaea Flftclieninbalt van IVQmeif. Das SteM'- 
aar Haff allein • theilt sh^h in sehief Hauptmasse (7 Meilen lang 
nnd 6 Meilen breit und 14/ Qmell. gross) In das grosse Haff 
(das östliche) und in das kleine Haff (das westliche) und hat 
<^e drei Ansiüsse in die Ostsee^ die Dievenow. im Osten (ver- 
bofiden mit defn Buifeo',CanimlAer. Bodden) y die Swine in der 
Mittp (vert>anden mit dem ^i^iatzjger See) UAd die Peeae im 
Westen. Die Swine ist die wicbCigsto.Aasaiiadaag ftr d» 
Seabandei Stettin s. Die Swhie verlftsst das Haff bei Lebbin, 

6Gli!ibert'8 Statistik VI. 14 



Ite D«r Preniiifebi Stnat. 

kiMet BOeb fllbig« liasln nd «Mut dnn iHrdHch bei Swfne- 
Mtad« in di« OittM, {ndom si« einen trefflloheH ati4 ge^malgt» 
Bafea gewftbrt. Die LSnge der SwhiB betri^ a,* Mvil^ jfcre 
Breite «n AnsinMe giwtscheii Cauebarg nad VlUiug (nftrANetl 
i»n L<eWii») hs( % Bl«j)e, mtdir der See *a nur 900 PuM. Kw(b 
flcton der DIevwiow oad der Bwioe Hegt die Ihm) WefIfH, 
zwiecliea der Bwtoe und der feenedte Insel U'eedom.'an'dt»^ 
reA westlichem Ufer, in Znaammenhenge mit der Peener-MQH' 
dungi der Basen Achter- Wnsser SMelien lang ond '/«Meif. 
kteit aidi befindet. Vor der Peene ^ BUndung berefts fn der 
Oelaes liegt die Insel Rnden *}. — Das ganz* Bfrontgeblet der 
Oder mit iliren NebenHssen nmfRafit Mf dem PranaalMhen 
StoalBgebiele eioeo FKetaenraiai von ISSOOmeil,; die LAngeder 
StromantwiofceJimg debnt sieh innerbntlft der Ppeaaniacben 6tl«B« 
•«f 136 Hfä. nna. Die Breit« des FhnaM betrH< >>*> RnHbör, 
wo flift bereita achiffbar wird {«iNaftid 193 mil. Xcem9lramnt!at 
SchillUirt benoUt), gegm l«OP^, btiOttpcIn berottaSDOP., bti 
Brieg 430 F., bei Breslau &00 F., inOderbmcha eOOF.+*). Vom 
hier ab bin BtttHa beltigt die mittlere Tier* S Ms 10Fn«s*<^)i 



*) Bekannt dnrch die I<aitdum dea Sckwedlachan Heere» aMer 
GubMt Adolf am 33. Juni ltl30. 

*') Unter den 33 stehenden Brücken äbpr diesen Fluss alnd dt« 
bcmerkenswertheeCen Uebergangspankie bei Batibor, Coael, Kra;- 
pitz, Oppeln, Bricg, Breslau, Glogau, CröBsen , Frankfurt, Castrln, 
l^chwedt und Stettin (In dieser Stadt 4 Brücken Ober verecbledeof 

*") Die nltltere Tiefe bei COMrtn betrag nacb 04jabrlgem Dntr'b- 

aehnitte (seit 1781) Im Jakr !848=£4 Puea fi Zol). Der bei dein W- 

keilten ScUffaverkehre aof dar Oder CUbttarer gewnrdcne ■•n^ an 

Wasaer In Strome bat«« die PoamerMche« Pm^utaUtlade taitAtm 

Landtag« dfa J. 1343 zn elaem Antrage ua die ^UatsreKlernng ai( 

des Flusses awlefb^q Breataa i)a|| 

i eine Pen|ischrlft des FiRBDanfnl" 

vom 37. Dec. 1843 berbeUofübrI, 

>m 30. Des. 13J3 rar Ponmero an^ 

' allgea. Preuas, ZeUg 1814 nr. 1. 

Tor, dasa man in der letzten itstrtc 

40— ITBO) die Wlcbltgkelt der Odet 

, -und den Sirem lonRugswelse ata 

- . icfce derLandea-IIeUoTBtlen bvnnt- 



Der Pr^taUcli« Staat tlt 

Ilvo Wkm ÜMc «Bia WmMmkttfal Amt OafariM eiMbC «Mi m 
B#likar MMb aoC ft$ftF.> Im Oppala mi iSBWL, MI BmsImI 



aea wollte. Uta ento«j»f rte des Boden dM Fhifstliia«» der Oder 
004 der Tbftler der NebeUKUse, lichtete die W4lder ««d Ma«bt# 
Wald iittd BrUclier ftiL.AÄ^kecUnd» Weldea und Wiesen« lUa km^ 
forderte den AbtuM der Neben^^ewAeeef zur Oder nnd die Waeeer- 
ßphütUukg in der ieUteren^ Indem, man die Serpentinen dnrobetnch 
und den Lvif des Stromes von lUtlbor bis nur Pommernscben Granne 
fast um ein Fünftel (um 17,' Meilen) verkUrnte. Durcb Erleiehte- 
ning des Abfusses der Nebeni^ewilssert durcb Immer mebr eunek- 
mende Entsumpfung der Lilnderelen» durcb stete fortgesetnce syste- 
matlscb betriebene litebtong der Wftlder, besonders In den Gebirgen^ 
welcbe die OneUea der MbenAQsne auf de» linken Ufer enthalten» 
wurde der Zuflun« dee Wansera ungleichmiaslg, und ein gOanUger 
WiBSse^tand vers^wnnd bald wieder. Hiebe! blieb wum ladeaptn^ 
nicht stehen t sondern suchte sieh auch durch Deiche und filnfoidn-« 
rangen, nicht aherali In regelrechte Art, die den AbflussverhAltniasen 
entspracht gegen Uebereehwenunangen und verderbUche Visgänge «i 
schützen y wodurch der Strom an verschiedene Stellen bis auf 1^, 
100, 75, 64, ja 40 Buthen beschränkt, und dessen regelmässiger Ab- 
lauf um so nachthelliger gestdrt wurde, als jene Stromengen In dem 
angedeuteten Maasse nach unten hin noch nunahmen. Diesen Anla- 
gen sind vornehmlich die häufigen Ufer-Abbrttche der Oder nunu- 
scbrelben, welche nur Versandung des Fahrwassers belgeiragen ha-^ 
ben, während anderseits der Strom aus dem Bette jener dnrdi na« 
^geschwemmten Bodea geleiteten Durchstiche, ^eren Erweiterung 
demselben überlassen wurde, Hassen von Slnksto€en und Baum- 
stämmen aufwühlte and weiter unterwärts wieder ablagerte. E« 
kam demnach darauf an ^ das Flusebett von Steinen und besonders 
von den für die Schiffe so verderblichen astreichen Baumstämmen 
und Stöcken zu befreien, die IJfer zu befestigen^ und damit erst dem 
Strombau die unerlässUche Grundlage zu verschaffen, die zu breltea 
Profile zu beschränken, um die Sand- und Schlick -Ablagerungen zu 
beseitigen; und d^en Entstehung zu erschweren, die Stromarme 
durch den Anschluss . der Inseln an eins der Ufer aifi couplrcn und 
die grossen . Sandfel^er zu bepflanzen, ferner den Windungen des 
Stromes die zweckmässlgste Hlchtung anzuweisen, und endlich der 
hartnidUgen Anhänglichkeit der Schiffer an das Alte und Herge- 
brachte im Schiffsbau zu begegnen und Fahrzeugen Eingang zu 
Versdiaffen, weiche ladungsfähiger waren und einen geringeren Tief- 
gang hatten. Wenn auch In dem letzten Punkte weniger geUlstet 

14« 



212 Der Prem8«iteli« Staat» 

iMdi aaf 870 F., M Sltgaa aaf 212 F., M OroMea i«f IBOFm 
M Fmakfin «uf lUF., lo ^ass daa Gafilla, wekhas tfmrdi- 



werden konnte, 80 hat die fteg;lertin(( für die ersteren seit 1810 
nacli einem eusammenliäng^enden Plane unter Verwendang annnter- 
liroolien relMli^li gewahrter Geldmittel gearbeitet ( denn In 29 Jahren 
vom lanuar 1SI6 bi« Dez. 1840 waren für die Oder-Regullran|c In- 
ieThalb der Orincen Schlesiens und der Mark Brandenburg ledlglicii 
aus Staatsfonds 1,340,000 Thlr. hergegeben, und dadurch wurden mit 
der Beihülfe der eiemlich umfangreichen Leistungen der Uferbewoh- 
ner 3447 Stfick Buhnen 21,115 Buthen lang, Deckwerke auf 70,283 
Ruthen, Schlickfänge und Schllckzftune 108,^30 Ruthen ausgeführt, 
8141 Morgen Sandfelder bepflanzt und 11,i45 Stack Baumstfimme 
und Stöcke aus dem Strom geschafft. £inschliessflch der für die 
Provinz Pommern, in welcher der Strom bis Stettin in einem allge- 
mein befrledfgenden SEustande sich befand, aus Staatsfonds veraus- 
giMbten Betrage, waren die Kosten für die Strom -Regulierungen unA 
ITferbauten vom J. 1810 bis Decbr. 1912 auf 1,871,000 9htr. gestie- 
gen: also hatte durchschnittlich jedes Jahr die Staatscanse dafftr 
69,S90 Thlr. hergegeben. tJeberdles erforderte die Unterhaltung vnd 
Herstellung der Bauwerke, welche den steten Einwirkungen des 
Stromes und den häufig zerstörenden Eisgängen ausgesetzt waren, 
noch ausserordentliche Zuschüsse der Staatsfonds. Aber die daraus 
gewonnenen Vorthelle lassen sich auch auf das sicherste durch die 
m dieser Periode von 25 Jahren um das Doppelte gestiegene Be- 
deutsamkeit des Flussverkehrs documentlren. Bis zum Jahre 1820 
konnte die Oder oberhalb Breslaues nur mit Fahrzeugen von höch- 
sten 800 bis 900 Centr« Tragfähigkeit befahren werden; im J. 1830 
gingen durch die Schleuse bei Breslau 1793 Fahrzeuge, von denetf 
nur 1037 mit einer geringeren Last als 900 Centr. beladen waren, 
700 Schiffe aber zwischen 900 und 1500 Centr. führten, und 507 Seh. 
darunter mehr als 1000 Centr. trugen. Ein nicht minder deutlicher 
Beweis für die sehr yorthellhafi vorgeschrittenen Veikehrszustände 
auf der Oder liegt aber auch darin, dass der Regierungsbezirk Op- 
peln überhaupt 1810 nur 48 Stromfahrzeuge mit 440l/ast Tragfähig- 
keit besass, und Im Jahre 1840 bereits 192 Fahrz. von 3580 Last 
Tragfähigkeit; also die Zahl der Schiffe hatte sich vervierfacht und 
die Tragfähigkeit verachtfacht, es waren mithin grössere Schifft 
gebaut und benutzt worden. Der Regbez. Breslau hatte 1610 nur 
331 Stromschiffe ven 2201 Last Tragfähigkeit und im J. 1840, 037 
Stromschiffe von 13,314 Last Tragfähigkeit; also die Zahl der Schiils 
war beinahe verdoppelt worden, aber ihre Tragfähigkeit wiederum 



Der Pteagtitobe Slaat. 213 

selmHillcli mT IQORttOiett BWMdieii «lUibor und Cosol l2XoI 
beMg^y Zi^isehea Ciwel nad Opprin II Boll, a^fscAeii Bfitg 
^UmI Glpgnu aoek. 7 S&»U| bereita zwischen Ologaa, Franktart 
und Cästiia bis aaf 3 Soll, »wkehaa Cfistria and Oderberg 
bis anf 9 Zoll, «ad zwischen Odai'barg, Schwedt and Stettiä 
bis anf 1 Zoll aaf 100 Eathen herabsiakt 

Als die wiehtigsten Nebenfiftssa der Oder .e^ad in dal 
Provin$s Sciileaien an bemefkea: auf dea reehtea Ufer-* 
{dwBO sind abM* siOHnilicii oiobt sdiiflOnur, ia auch bei derKIod^ 
nit» aar der von ihr gespeiste Cenal «am Fiassverkehr gebraacht 
wird)^^: l)dieOlsa, welche aus doa OesterrekhiscfaeB Fdrsten^ 
thdm Tescben von Sddea nach Norden fliesst ui^ bei Olsau auf der 
Prenssiseben Grande in die Oder fiüft 2)DteRadkaodeff Rnda, sie 
entspringt im Kreise Bybnik» aad mündet sich nach karzem wes««* 
Itcben Laufe (von fi Meilen) ewiscben Aatibor und Gosel in die 
Oder; sie ist 30 Foss breit. 3) 0ie Bira.wka entspringt ia 
demselbea Kreise, hal; eiaea &bnlidien LMS^ ward vlel&ob amm 
Treiben ton Wasserrlbdera beaatet aad geht noch oberhalb €o^ 
sei in dia Oder Ober. 4) Die KJodnU» bat IhreOuaHea iade« 
Krma$ Baatbea, tritt bei GMwita In ein Iraiea Thal, besamst 
hier dea nach ihr beaaaaten SdMTahfts-Gaaal (s. unten bei ded 
ITtti&len) BiaHat aiebrere kleine Fldsne aaf ihrem 9 Meilen lan- 
gen Laafe Ia westlieher Ek^btang in sich auf, und erlangt vor 
ihrer Biimöndoog ooCerhtIb Cose^ eine Breite von dOFuss. 6} 



«^^r^eehsfaclit durob 9r«a9er'« aad Clc^ergebead« Slsbifie« Der lle- 
gitf mfl^beahk lAepkUz hatte 1816, 97d üTtrmiMcbfffft Ten 363d liAsl 
TraafäbigkeU tad 1840,<$87 StronscbUi^ fea nUiutaä l?r«af&kif k. t 
baue sich, hier au4h die Zabl der SehliTe a<t sebr g^ng um 14 ge^ 
mehrt, so war doch Ihre Tragfähigkeit durch die Anwendung grös- 
serer Schiffe wiederum um mehr als das Doppelte erhöht. Endlich 
der Regbee. Frankfurt besass 1810, 591 Stromsebiffe Ton 6000 Last 
TragaUgk^ und Im f.ASM hatte, ef bereits 9SS Stremtebiffe, welche 
90,014 La&t (tragen koonten« • IMe Zahl der Sehüfe wat ntfcht viel 
Ober ihre HMft» gewachsen, aber ilffe O^gfttkigkelt «win* auf mekx 
als das i^ reif «ehe gestiegen* • Aber dleaer güns^ge S^itsiand^des^hlff* 
fiMirtvenkehrs hält. d^ Regierung ni^t ab, mit gleiehmässlgem Staats« 
aafWAade Müok füvdle.nicbsten Jahre diese Uf erbauten uacl die Be- 
guUrangider Oder fortinaetaEoa, bis dir Fahrt aaf derselben gaas 
aormid aad ;la4ellrei>?€lagef lebtet ist. ' 



214 Dar Pteatsiteb« Staat. 

MHm JHalapime aianBl iirmi Vnfnng aa ien Gitofeea ier M- 
4fB Eraiae Baathea and LaUiaita, wo diese sagieieb dem Ki- 
Aigreiok Palen sieh aUieni^ eie Iwl eiaea wectlk^ea Lftof iraa 
l^MeOen dordi die gettaaetea l^eide Kreise^ saviie dareb die 
Kr. Gr. fitreits uad Of^el», ood dnea atariPta %m§ms lleiaer 
Flüsse aad ßäcbe^ ehe aie^ 50 Fase bwit aa der Mfindang^ aa* 
letbalb OiipelB sieb ia die Oder ergiesst. 6) Die Steiger; sie 
bat Ihre ftaeflea !■ Kn Eosenl^erg Ia der lOMie^ dar Kreiaatadl^ 
eiaea ibaliebea LiaBf (vea 19 Meilea) aad £aiass wie die Ter* 
beri^eheode^ aad gtbi tareh die Kreise Rosenherg, Kreaabarg^ 
Naoialaa aad Brieg^ ia welebem sie 1 Bleile eberbalb der Kreis* 
Stadt mit eiaer Breite von ^ Fuss io die Oder lath. 1) Die 
Wayda oder Weida aiaiait ibrea ITrspraag iia Kreise Warten-^ 
barg^ bal aaersi elaeii südliehea LaoT Ik» Namslaa^ aad geht 
daaa westllcb doreb dea Kreis Gels ia dea voa Bre^ao üher, 
wo sie % Meüea oalerhaHi der Baaptstadt sieh io die Oder 
aiaw&adet^ sie hat lalt der Steher elae gleiebe LatogeaealwidEe» 
loog, aiittr eioe» geriogerea Wassersaflosa &> Die Bartseh; 
ne eatspriagt in Kreise Sebüdberg (tleghe«. i^sea)^ nittint aaf 
Ihrew sehr geseblhegeilea Laufe ddrch den Kreis Adetoaa fReg- 
hea. Rosea)» aad <he Kreise MiKtseh aad Gahrsu (Regiemugs-^ 
beairk Breslaa) Tide Mche aad AhMsse vea Laadseeo Ia sieb 
aaf, aad ergiesst dcb aaob eioeai Laufe von 23 Bteilea aa 4&i 
^stlichea Griaxe der heidea R^heaiirite Breshia aad liegafta, 
100 F. breite bei Schwoseo (Kr. Glogaa) ia die Oder^J. — Aaf 
dem liokea Ufer der Oder münden sich in der Provinz Sohle* 
81 an aeht bedeateadere NebeaMasa, vea deaea aber beia einiget 
adiiffbar aad aar die Neisse aad OMaa . flftasbar siad. I) Die 
OpiMi» welebe obeu oeho» Bmte 908 als Or&aztosa bc4 ibrer 
Vereiaigong mit der Oder ervrälmt ist$ sie bat vor derselbeef 



*> Uater ihren Kaflassea siad die ans dem K!r, Kreteez3^a (ltegbe& 
Posen) homaiende Orla tHort^) »«d Ate AhftOsse der vleiea Landseen 
awSsehea Trac^enberg und Billitls^ die vrassetrMobstea ^ I» 
den Jahren 1775 — 85 wurde mit einem beträeütltebea Kestea- 
anfwande da« Bett der Barts^ aaf eine dea Loealverbiltnigsea 
eatsprechende Wetee vertiert uad ibr liaal ia einen mehr ger^eK 
tea Gang gewiesm!, wedureb die aa dem^ ilasse liegenden liftade- 
reien viele fruchtbare Aecker and ergiebige Wiesen gewaaaea. 



Off Preusdisch« tUat 3IS 

^m Bi^ Vflft «aF» ^nwieht. 9) Die SBiiftfti sie t üto pt i ngtjii 
Kr. L^olNKMüß im der Böhmiscium firUiuse» flfesat dann südÖst« 
lioii in.dea Kreia BAÜfaror n»d ergiesat.sich bereits aacb eiaer 
Si>tflBpaiiadebpi]af v«a ^ Meilea (1 Meile alMrluilli der Stadt 
Qatibor) m% wer Breke toh 00 F. ia die Oder. 3) Die Hoi^ 
»eApletsf sie hat ibreo Uripmag noeb auf dem BöhmiaeiieD 
Bf^dea aia Foa«« dfr Biaehelaikappey tritt y, Meila hiater de« 
Bölumeheii Fieekea Hataeaploi^ ia den Preaseiaeliea Kßdä 
Neustadt (RegbeK. 0|»|^) eio» and fliesst dann im nördttofaen 
Laufe ia dea Kreis Oppebtk» wo sie sich W Krap^ lait der 
04m verbiadeii sie ist überhaapt 8 Meilen laag and auletat M 
Fass. breii, 4) die Neisse; sie findet ibrea Ursprung ia d#at 
Baobea, wejcbe voa der Gatseile des kleines Schneebei^ ia der 
Q^tkia^hßSi Giata*> herabkaawien. Sie M mifinglieh «in aehr 
f cesaas Gs^le *'*') uad aaf ibrcr ganaen Aasdebanag eiaea sebt 
starken Zaflass yqh Gebirgswasser, Landseen^ Teioben^ B&cheo' 
uad Laadicrsbea; sie oiamK bis aadertbalb Meilea «aterbalb dc(r 
Ffuitapft JNeiaaa C^rea Crlbea sie reichlich beapetet) einea notd^* 
OatUcbea Uiaf diireb dia. Kretas Babclaebwecdt» Ohdat (aaoh \mi 



i. 



4> Sie v^tnl aacb deshalb &te 0lstaer-Nefsse ^nannt, zvct 
Pa S t t g cbetiftm^ voa der wAtbev^en unä der liStrsltzer Nelsse 
«^ if eilsa T4. a. Daea4, dlt suf a. 217 u. 291 safefdbre trerden. 

^} Dls tHielDeli der flelsse negeii 9T0B Fum ^tr dtm 9]Hegel der 
Ostsee; bei COau M Ibr Wasserspiegel aoeh $49 Fass, bei Nelsse 
(liJiäoJlen V. Oblta aaf dem Fl.> öttSFesa oad bei Ibter Elantaadaaff 
1» di€| 04er (0 MeUea v. Baisse) aocb 44o Fuss, übet d» Wasserspt 
d. 08.1 dies gewShrl darcbscbnittUob bis ^InUf mt |U(^ Baaer 
ein Gefälle von 10 F. 4 Zoll.; «wischen 9Utiz und NsJüMe eNi €^ 
fülle von 1 Fuss 2 Zoll und zwlsölien Nelsse und der EinmOndnai^ 
ein Gefälle von 10 Zoll auf 100 Ruthen. Da die Nelsse nicht selten^ 
bisweilen im Frühjahr, bisweilen im Sommer durch Wolkenbrüche 
und lange anhaltenden Regen veranlasst, Ober ihre tTfer austritt, so 
werden ihre Verwüstungen bei so starkem Gefälle um so verderbli- 
cher. Die Zuflüsse der Nelsse sind auf dem rechten Ufer stärker 
ais suf de« linke«; die bedeufisasutee sind die ran deü Psase des 
bebe» JB^bmissben Bergs AltvsAee (Scbaeeberg) herabkanunefeda 
R^rle, die naterhaib der Stadt Nelsse eMüessl, nad dta^ SAelae» 
>wfltcbe bei Stelnau ind: FriedlMrt viei4)elgch^ und STsS eberbalb 
Schurgast in die Nelsse sich einmündet. '- ' 



21tt Der Preussitobf Staat. 

Aeser Wßstmg umBaHMOmr votfeei), li^miceiiJBt^ ^MgMar« BiM^ 
kn) oikl NeisM (Regbeac Oppeln) «nd geht daim adrüich als üe 
Grftiuse eiaeraeits «wiBcbea dem Kreiae Fulkeaberg (Regkea* Op-* 
pela) anderseits de» KreiseD Grottfciia (Regbex. Oppela^ «md Brieig 
(Begles. Breslau), so dasa Ihre Bima&adoBg ia die Oder (V^M. 
QBteriialb Scbnrgast) auf dieseai Hasse selbst die OfftmESehefde 
Bwlschea den beiden Re^ervagsbeKirken Oppela aad BreidM 
Mdet Weges ihres jiban Laufes «ad der starbeo Stcio-Abhige-- 
fiingea in ihrem Bette ist sie aor BchUffahrt aicht geeignet, aber 
flnm Bolzüdssen feanD sie benotet werden f ihre gesanoite Streai« 
entwickelnog betriigt 26Me0eDy ihr eigentbQailiches Fi«MSgcMet 
96 Qmeil.f ihre Breite bei der Einmaadang 140 Fass. ^ O 
Bie Ohlaui sie bSdet sieh ioi stkIKehen Theie des Kr. mmiker^ 
berg (Regbes* Breslau) ans nehrea Qaellen, geht dann ditrcl» 
die Kreise Strahlen und Oldaa In nördliefaer Riebtimg, iiAberl 
sieh sehen bei der Stadt Oblso bis anf '4 Meü. der Oder, setftt 
«her dann nach 4 Meüea In paralldeoi Laufe mit der Mer, nur 
auf einer Entferming von V« bis % Meileo getrennt, die Rieh- 
tnng des Baoptstroaies Ten Mdosten naeh Nordwesten fbri, nnd^ 
YMeinigt sich erst in der Hauptstadt der Frovlnai alt der Oder.*) 
ff) Die Lohe; es bilden sich zwei Flüsse gleichen Namens (die 
alte und die neue Lohe) aQ^ den Bachen des südlichen TbeHs 
des Kr. Nimptsch (Regbez* Breslan)^ ^^ ^^^ »» Aar GrtaMi 
des Kr. StreUen vereinigen, worauf dann der vereinigte Flasa 
in der Rii^tnng von finden imph Norden des Oder zniiesst, im 
Kreise RresIaQ noch die Sarowba in sich auf ninunt, und :dana 
eine Meile nnterhalb der Havptstadt sich eiamündet Die ganze 
Ansdclniong des Flusses betrbgt 10 Meilen, seine Breite in der 
Nahe der Elamündafig 35 hb 45 Fnss. — 7) Die Welstritz;^ 
Ihre drei O^ellen befinden sich an der Böhmischen Grüaze bei 
Wüste- Giersdorf (Kreis Waldeabnrgji, der durch sie gebildete 
Huss drbngt sich an dem südlichen Abhänge des Eule -Gebirges 
durch steile Felsenwiinde und en^e G^bicgsthaler, dann durch 



*) Bei Tsebechnitn auf der Hillte dieses paraHelen Laufes (also 
noeb 3 Müllen vor der Einmandang) ist bereits eine Verbindvng 
mit der Oder durch einen Graben bewerkstelligt, w^eber den* Na- 
men der schwarzen Lacke f fthrt. — In Breslau sind ülier die 
Oblau allein 18 Brficken erbaut 



D«« Pr«dt«U€4e Vtaai Hl 

«M WMMIm^S^ mn^i^tMef Mob SciMrsMitte, W« « 46tt 
riMifm dM Soliwneidiiiteer - WftM^m «MiflUBC,^ wmI mit irtarkeäi 
ZnlNiiJtiyirf btklai Iffera (rechts 4tv Peile» der 8tr5M Tom Zotteo^ 
Bvtge, HttkU'iefl Striegaoer Wweera) itfrdi die Kreise Sohweid« 
Mlfl imd NemiMiitt* nacb: JUs» g^it, und I Meile nnteraU» dieser 
Stodi * Kwla^ft^D Aaras md' Breslaa Mb .in die Oder ^HnOiidel« 
Um UägenaiMiebttiiBg ^sea Flaases betcigt gegen M Meilen, 
aewf'limla zwiecbea Lutoa md der. Oder gegea 50 Fass. 8) 
Die'KvUsbacAy deren Andenken dnrcb Blfiob^s Sieg am S6teil 
Aagoit 1813 fOr iaimef in die JahrbM^r der Geadiiobte PrevB- 
aaaa eingeteicbnctt'.atefal; ale ninunt ibren Urepmng bei den 
Ketechdoifer» ftlelbei^gea (Kr. Scbteaa)» die sa den Vofgebii^geti 
dea Rieaei4H^irg«i gebOran, h$i dilen starken Zoiass von Ge«* 
bkgabbehan i (die wfttbenda Neiss^ nnd das Sebwarzwa«-. 
sat sind die bedentandsten) aaa den vier Kreisen SchdanO) Bai« 
l»nbi^n, iaaer und Baynaa^ Goldberg (Regbaa. Liegaits)« »ad 
ibr.SlMHdMI iat bis «oldbnrg ia der Riobtang von ISüden oaali 
NiMden dor^ ^ an einander mh reibeackii Seigketlen sebe 
baaagt. Zmselien Goldberg nnd liegnitx weiden die Ufer fla-r 
ob«', . dar Fiu$a nimaU darauf eine mebr westliobe Biebtoi^ 
dnrob den Krais Liegnit» and ei^'esst sieb aaeb eineia Lanfia 
von 13 Mailea, 6a Foiss breite bei Lenbns in die Oden 

In derMark Branden borg, dnrcb weleha der Oderstre« 
d^MaUen Ünlly^) laöadea rieb zwar niobt so viele^ aber am aa 



1 ' ■ * 

*) Bfe tJeberscIiweiiiAiingen der Oder haben bei dem relich- 

MH»n ffnttrdnien des Wassei-s In dieser l^rovln^ und bei seinen 
alaarigea Ufern lanerkslb derselben^ <r«rlilt&l«sii^ssif hier die gvOs^ 
tan Yeraastatagm nagcviehSei. 0le Ftuth ven 17a& (iq^r.) Ist dlsi 
bösbsle nad gewaltlgvte gewesen, weMe sedt drei: Jabrhanderiea 
(seit 1&I5) In den Ji|]|rbatbern versielcbaet ist; vergl. die KsrtjS no«, 
Id der hjdro^vf^blsehen Abtheiluqg des Atlas Yon Berghaus. . Die 
liönderelen In den Oderbrüchen haben natürlich am meisten dabei 
icelitten, aber auch die Rückwirkung auf dem gehemmten Flussver- 
kehr macht sich dann am nachtheiligsten allen Bewohnern dieser Pro- 
▼Ina fühlbar. Je hdher derWerth des Bodens steigt, und jemehr sein 
Ertrag bei der fortgeschrittenen landwlrthschaftlichen Cultur eine si« 
chere Aussicht auf relcliliche Verzinsung der dem Boden eugewsnd» 
ten CapbbsUon- Yerhelast» nm so empfindlloWß- trtft der lMelaeft# dMt 
durch die aid^ereelfabnnaa Fia^bzasünde der Oder die T una ea diwr 



St8 Der WteMBMiBtht.UimmL 

MieaAeadtre I Mum m m e^ »(«r 4aMi dü W^Hht Mr mk 

aUein daa gata» GIroniHnsQgtlraiii P^sen im ümM» Hi rgmMuftl 
bcMtKi imd ffaw WttdglM gewibrt, die OI«r ak »iiifr fiMpl'^ 
WMsarstnwae fir die Vcrbkidmig der mlttleceH mit .den H^ 
cbee PrarlDHea dea Staatea sn besotisen« Auf iiamv reable« 
U/er MHut die Oder m dieaer Prenrlm aef: I) Die. Ob», 
weldia fbren UmptMir *^ ^^n 5itlieker TImü» das^ Kr* PlMchaa 
(Regbea. Poses). faat^ odd in aaiir langeai «bar waaaarap— ü 
Laufe aicb dereb die Krake 8ebikMi mnd KaeUtt Ui oetttliiM 
dieaer Kt^Bstmdi zkht, bet wekber sie »den 7 Mäkm knge^ 
Md AmA iMeUe breitcnObni'^Anidft tritt nad liier akbi» %Amm 
tiieitt. Iler 8cb wiehere geH doreb den Kteia fietel^ia detkRe^t 
fto^uBffibeEiiiB FfaokAirt (Kr. Sfifillkiiae) fiber^ ead imliiidii 
aM bei Tacbirhenii« (1 Meile ontarimM» 8»boj^ mit 4er Odev| 
mk dieaam kt läe 3S Meilea laag, aber alebt achÜBbais. Der 
atlrkere Arai weadet aicb bei den Docfb Obre ^Kiek Bean^ 
iu>rdwaat]icb, erhilt neaeti atarioea Snfloaa derebi dk-Laadaeea 
bei Bomat^ Beittsciiea md TSrschUegel (Kfw MeeeritoX und giabl 
daan bei der Kreissladt Meaerito vociiei in den Krek BirBbeaai 
über, i« welohe» er ak* ir der Nbbe der Stadt fikhwebia jadt 
der Wartfae imbindet, e. traten Sk "2^0^ MÜ dkaem Arme kt 
die Obra aaktzt waaserrekb^ gegen OO Fiiaa br^ «nd überw 
htmi^t » MeUen kag. d^ Die WartlM»^ m entapringt in K5- 
«tgiakb Polen nicbt weit ¥on der Prione des Scbkei aeb e» Kh> 
Beuthen (Regbez. Oppeln) zwischen den 8tidten Kromelow and 
Siewiersz^ aber sie hat schon einen Lanf von 65 Meilen ziem- 
]ieb parallel (mit Aosnabme d(?s atarken Östlichen Bossen» bei 
C^^enatocban) mit der Preiwai^ci^n Griiiae inßcbkeiea .und dfUlf . 
Greesbarizogthim Posen geaMcbt». ihmI eine i^eifte yen 23a F. er» 
rekfa^> bevor sk % Meile anteriulb Fekera: ki denPreMokebeai 
Kreis Wre^ebew (Begbeetiric Peeenr^ ebildtt. ' Wbwi^ fteaaü 
sie in gerader westHeber Riebtnng dareb den Kfeicr Wreacbefr, 
bildet dann dfe AbgiUnznitg des Kreises Schtodia gegen detf 
Kreis Plescben, und wendet sich im Kreide Scbrimm ton der 
Kreissladt ab, von Süden nach IVorden, bei Posen vorbet (*wo sie. 
bereits 300 Fass breit isij durch den Kreis gh Namens bis ^ur 



dea Anwirimer in 4ea Ntederanfev jihrtkb foednobt und tli . elbani 
«««aallgan Verbäitnlaa seM Ui9 ale kl«ae büiigir ülft. ^ : 



D«r Pteottiteba 8i»at U« 

CMnM deiBriton, wo «fo wMer iaifa iriBÜrtie Mdilwigflili^ 
«■d i« dieser dmrtli die Kr.. ObemOt, Santer Bid Binilieiw bift 
Mr Gfftbae di^ Meit MmdenlMifg l&irft Hldr macht m ebctf^ 
Bttto eieen tihakem tOffüMitn ft»geii an Kreise Lwidlsberg, mfd 
geht dann wieder in westlicher Biefatnng doreh den Kieb K^ 
mgaib^g Wi CöstriD im die Oder Ober« we eie znMst gegen 
^80 F. breit M. Sie m«chl dnreh den PMwaisdien Stent aech 
eisen Lanf von 41 Meilen, idse tkberhmtpt eine Stronentwicto» 
im^ von 106 Meilen. Sie ist eebnn scbiAär, ^) w«Mk sie PreiUN- 
een erreicht, aber bei*ihren sehr flachen Ufeni, dio das Aiatre^ 
ten de» SJueses ftbemil erU^timi) Ist sie TielA»h der Ve roa e » 
teng tiBd Terannq^ng amgeaetst^ woinrefe die ScUMiMt 
auf dem Preaasiiiefaen Tenit ei in ni ^ hei loaiq^em Wneeceaiainito 
im Seniaiery n» aehreien Stellen behindert ii^ird, mmenttich ^on 
Seelww bis Landsberg. Din Wnrthe nimnt aber ooeb reeht be*- 
itentende -BlbbenSaaee isneifudb der Prenniidieift Wkm» oaf| 
anf de« rechten Uftars a>die ll^Mlen la^^ WeJna^ weleho 
ate Abflnns d«r Ijandseen awiaehen Regowo und SßiemilEi oder 
Sehiämtk (Kr. MogihHi nnd Weagcowitn.den Begbm« BranOioit^ 
anaosefaen kt, und in westlieher Wehtong bei ObomUi: in d*a 
Wnrthe fibefgeht. b) Bie NIetab; sie ist ein AOsflaes de« 
Mplo-NSees hn Kreise Inowraelnw fftcgbeo. Bromberg), ha« glciell 
irea Attfang ab ein sehr garingea OnfaOle, und windet sidi daMI 
die Meere and Stapfe tlee Kieiaed Soinbin ia den Kr. Wirsit% 
mm sie bei N^cel aaFnaa breit sehrffbar wird, den Bmnbergef 
Caital (& nntae eanüo) besp^st, and dann westlieh wiedet 
darch sehr samiiflge Gegeaden der Kreise Wirsita, Ghodaieoea 
and Caamibow bin' »u- ^NeamirlLiaeften Orteza Iftaft. Bier hat 
sie bereK» die Bttite Toa aoo F. erreiidit, an ia aiendioh dürao** 
t^ westiieher Riehtang doDeh die Kl-eiee FIriedeberg and Landau 
borg bei Pdlycbea <!% M«ia oberhalb Landsberg) mit^iae^ 
»reite voa 350 Fnss sich in die Wariiie zu ergleseen. Die ge«* 
eeniate fintwickelang des Flusses hat eine Unge von 45 Mei-^ 
^0» and. sein Wasserreichthuia wird awssererdentlioh durch seine 



*^ Die 'Milffbarkelt begiiftot bei Kolle, des nec% fi Itenen von 
der Prenssiscbea 6väa^ entfernt Ue^. -^ 7m Preusfftilclren giebt 
es 11 Brickea «her «lel^artbe, darüatei^^t^wIcKtlgäteO in9elirlmib, 
Posen, Obornlck und Landsb^i 



2B0 D^t *Pre^ftfti«obe\Siftä^t. 

Jabge wörtlkhe AuMiihhi^ gMieüii, iädem er.inisadi nikt Ahy 
llflsM der Lahiseea whI B&oh« nn dem mOMi^hen Abhaige im 
Hfigelkcite in sidi auroimBt, welche de« we«6iebli(eii Thell lier 
ProvhuB Ptensnen imd den dsföchsten y^ü Pomoiern kb fiher 
Ne«-8totdn bioeiis durebsieheti (utoen 8«- 17#). Die widttigsteii 
.NejbeniiMie nind die Ktdde oder Ktddow dnd die Djtmgmc 
je«e sieht defci Wtaaerreidhthmii detf Seen swisohen Nea-tS(el<i- 
tin, BeMBiemldtt «nd Bsldrahiirg «o siehy end ergieset «ich wm^ 
terimlh 8chaeideinöbl bei üses in die Ne(%e $ diiee tämmtf emtm 
^dehen WA«Keröberfo8»MUi dem Kreiee Drambnrg (Regheia. €fte^ 
üa) xwiseten den Städten Orambarg^ Falbenberg bie oech.Tea»* 
pelborg (Kr. Ntn-Btetiin) hin in sich auf, und aiMml ihn imA ein^a 
3I^Meü« laagen Laqfe^ znMKt aech ala Gri^nafifioea swisehea de« 
firesdheraogtiniin Pesen and der Mark^raddeabarg, anriscbeB 
Füebaenafl Drieaen in die Netse aait* Beide Ftösise aindflöeeh* 
bar, i>od gewiTÜven den Holzhandd dieaer Laadeehaften vieülbeha 
Vojetheile. Atit dem Haken Ufer aißndea.aich hi die Wärthet 
a) die PriKBia» welehe im SeMesiaeben Kreisa AoAedbeiig 
CBegfettB. Opit^a)^ antapriagt, nad bei -einer StrömeatwwkeJdaJI 
irea 34 JUeilen in der Riehtuag v^a S«den naidi Norden».^! Mei« 
Im lang*), al» Gri^floas des .Prenaiuseben i^aats, znerst f Ar 
MUeaiea^ dimn ffir- die Proviaa Poaen gegen • das Kftmgreiefi 
Velea dient. Sie iat bei ihrer KiiMBdndiuig unterhalb iPdseta 
100 Foaa breity aber nidiA aehiffbar.^ b) Oie Ludinia adar-Ln«« 
titlia, w<dcbe ihren Ura|inifeig ia den KtG^st^fhK Walde (de» 
Kr. gL Namens) in der Nähe der ftneHea 4^ Orla (Nebeiiflimd 
der Bariach ob S. 214) bat, Meitea mier Rkfatang Yon 8«^^ 
den naeh Norden dareh die . Kr eiae /Pieacheat and: Wreschoii 
läufity und nach der Anfnahme der Lubieaka 2 Meilen oberhalb 
Neustadt in «die WarCbe aieh eegieast: sie ist nicht flttosbar. e) 
Pie Obre: s. oben S. 318 bei dem in die Oder unniHtelbar ab-* 
geleiteten Arme. — 3> Die Mi^tzel; sie ist ein Abflüss des 
So)diner-Sees (Kreib Soldin), nad geht gegen 7 Meilen Mng in 
södw^tlioh^ Riehtung durch dke Kr. Soldin and Ködigttbefg 
2 Meilen unterhalb Cüstrin in die Oder über« 



*) J^ur bei lUUspb ve^^g^t sie auf 3 Hellen die Bt^nne^ iikdem 
das Gebiet dieser an der Proenagekgeaen wtcbdgea Stadt auf deii 
Cengrene zn Wien aipblf »ut jPireossen vereinigt« sonto:* den Rus- 
sischen Forderungen zugCMriesen M'urde. ;. ' f '* 



D«i Prali»»i«cbe ttaat» 



ttl 



Atif Mtt Mkm üfef abMM üe OiM* ia itor fi^iis Biwm 
dknlKirf Hilf: l>')I)«ii' 0oli4Br$ er Iml atfaieii UnsiMMg Mf dNt 
sMflaHt c^ieii AMuMige da» MtURigebk^a, hurt aa^elr BMua^ 
iHMn erftiisBe In Kr. Laaialial^ V/^ MeHe sMIkh voa d«r jTrei««« 
MmM. Er durdiitosatdie BireoAbeiigbr Itoahebaoey uad bleifet Mi itd-« 
weaberg hl» ta-^^a «aitMi "iidiii grcmea Theäa Mdgea Tliale; 
Sainea gva«a6B Wa naatt c fa b U ww a «rh&h «^ gleieH aialge BMIeil 
aa«>h «olaem Uiai^faaga dafah dfe vaai &iitli«h«n Abtainga Mi 
lliaseagebirga« benoMarkanttaadaa debirgawassar, aalar 4aiiea 
sieh dar durcli saftotD^Waaaarlili bekami^ä^aekaa aasaeialHr 
aalv Dtaa g^ er in aiailMar Mtehlimg aacb alt s^r atar- 
kaai GeAlla't') dwiA' dl# Kraiae L8iwaali«ig aad fiotoclaii (fteg.4 
baa. LiagaiaB>/ 'MidaMBt iaeiie unsr aad Sandabmiaa aaia* ateüa 
\Bk» daa Kiafaea ^prattaa and Sagaa, diniait' in dem leteteraa aoeb 
daii aus tienntehbaiiea Q«allt» däi isaidciiBiBea (am welMei 
fliaaberga)^ la gMeham €lMnMI»r lierabatrmaenden ^Vithn^ aM 
lair <laisar Wafraei' ia irich Mif» and varitest- daaa untarbalk 
l^oaibittgL »tl ^ iiBic a. Bald dffraaf veraiäi^ er eiefa im Kreisa 
C^saeli^^RegbeaO'FnHiicftiri; bei dar Krelmitadl Cfosaen nk-dat 
^iM^ aaeMrai er eiaw toaf via-H Mailan geowefat and aa>*£ 
lafat aia^ Braüa vaa 120r Fäas (erraiebc hat/jedo^ ebne aoblff^ 
laiL «■ /«rärdea. ^) »ia NelMa (Laaaitzer Nailisa), sia wind 
iaa d e&obaa gk Kamaaa iai Böbariflcbaa eabil^i^e (aaiiiriUwea^ 
Ifaban AMiiMga ides MUrgabivgae^ M* dar" Stad( Adehaalm^. gfr« 
Middt, md bat bareitaiala Ver^idfglar Stoon ebMo Laaf voa 6 
Meilea zorfickgelegt, wenn sie bei Radmaiia&IKr.'MrKla) ia daa 
FrdMsfodbe ^Mbiet triU. Hier <liirft ald in ntaHidher Riditaag 
daiah die Kraiae Oarfita, RotlMMrg aid Si«aa (Regbdairfc 



rrp 



f 



'*'> Bei Landshut liegt sein Wasserspiegel noch 1234 F., bei Hirsch- 
berg 974 F., bei Löwenberg 775 F. und bei Sagan 305 F. über der 
Ostsee, mlfhln Ist durchschnittlich sein Gefälle zwischen Landshut 
«nd Hirschberg (4 Meli. Flus6au8dehnung) auf 100 Ruthen 3 Pnas % 
Zoll, zwischen Rttschberg und Ltf^rrenberg (5 Meli. Ftnaaauadäli- 
ann^) auf 100 Ruthen 2 Fuss, and c^^nsoben Löwenberg aad aagatt 
tt9 Meftea Flabaaasi.0 i; Fuas - IV a«it Her RobDr Irm' hinig 
Ober setne Uf^r und rbriitei; betrii^Ukhe Vcrl^nftagea aa^ aber 
seine Strömen (^yrlclLelung verstatte^ sai^^ Stärke aia TrlebbraH fiMr, 
Wasserwerke zu benutzen. 



t>2 Bef f raliMH«ohft«taftti 

liigaiteK g«fei «Wtt mütlMlIi Jind»a In «m.Aegta«. fta»k- 
IlMt IHmt, QBd bthUt dM a&rdliche BioMotg d«nA «• Kr^ «•* 
im Md «übe« bis zu ilMr fiimtediittg i« 4Mi0der M«fbM* 
low (auf der Blitte der WassferoiruMe iiwiseb«t €roM#n «iA 
FrabküirtV ibr Lfinf dlureb d^ PireiiMi«diM S$mlk bei^fl Wi 
Mdlen^ ibr WateerxaiiMUi ist beirftebUioli^ b«8«id(M» nm 4^ 
htmnmhthm Waidmigen, wo iodckiMa tb«e Ufir, nwaeitlieli bei 
Forste, s^hr eoinpflg siod» Nar e«r den boUeo 3el«4e* MeiAMi 
bis Oubeit hiosof Mi slo flU IdeiM FabrMi^ seWffbot» Md bM| 
V0D hier bis SeMediew eioe Breite ton IW bis 110 F«is. .^ 
3) Die Finow; oie verewigt aieb ms vier BMmh der Kreise 
Nieder- ttd Ober-Bamim (Regbes* Poledam^i nimi»! bei Mer 
sMt-Btaerewelde^ wo sie die enseimlif^ie« Wstsserwerke Ireibl« 
die iBeiiw brise eof) and flieast oeeb einen ifS^fe- v#» 4ilMle« 
inttk des l«ie|»e « OderbergisoheB fieo ie die Oden 4) Dio 
Welsof sie is« der Abtese de* Uodsees Wollet« ia KMs« 
▲e^mnftnde (Begbex^ PotsdiNi)» und iiessl MetSJt . nMli^ 
war PonuDersohee Cfriiiisey wo eie dereh dem Iwbigoiben mü die 
iUndew in VerModaiig gewtH^i wind^ demi bildet eie bie^eber^ 
iMrib Viernidea die C^rbüfeaaieide ftsviecbM Ponunem ued Bfiie^ 
denbvrg, biet^ sich ober spiter wieder sfid^hitlicib in dM Kum 
Aagcrminae hm^in^ «ad vl^rbiiidet . sieb Onterhalb fieimedl mil 
dOM weatlieheii ArlM der hier gedseiiten Odet. B«^ w(rd a«l 
der letaDleii Mdle treu . Vierradea ab sebiAar, erreiebt ttberbetvt 
dine LftBgeiiaaedehiraqg vwr 6 Mettea.mid.vf« der Iffcaaifledaftg 
eine Breite ven dOFnaia . . , 

In dar Provinx PenuneirB ist der Znivaebs deC G4#f 
doreh Nebeoiiase niebi bedeotawl, theiki wel) aberiiappi der IimC 
des Stromes durch diese Provinx wenig über 10 Meilen betragt, 
theils weil die Abdachong des Terrains in dem Regierangs- 
bezirke Stettin nach der KQste hin den grössten Theil der 
gesammelten Wasser nnmittelbs^r der See zuführt. Auf dem 
rechten Ufer münden sich ein: I) pie Ifbienc^ ein unbe- 
deutender F|uss^ der den Ablauf der t^andseen zwischen^ 
Seb^fliess und Bahn sammeU^ und oberhalb GUeifenbagen nach 
eiAen L««fe von 5 Meilen in die Begelitz oder den rechten Arm 
der Oder fällt. 2) Die Plöae; ciie entspringt mn^w der New 
naak bei Berliaichen \Ku SOMin), gebt ddrch die lang gestreok^ 
ten Laadseen des Kr. Pyritt^ (Regbez. Stettin)^ den Plöae- «iiil 
den Madoe-See und dann bei Damm in den Oben S. 209. bef 



Um^ §n wmi mn A m' Sua n ttS 



M «tlTMi ibMT 19 !!•«» iMf. •*» 3) Me fiMls) mW aiwit IM 
UM Uü^iwiif «Q« dM aeth: bei MMMberf ^« Itaftif oitt 
e^ftati^, Ittlt'aMnrsi ym Nop*ni uMh SMmi^ iM bUiM «kM 
Streike toof ^e MMbm Bwtolien «e» KrtiM* Ammtm^^ uwi 
Mäa^ («. i. dw Ntattiit 'Uftd rmi ün iu ); Ownittf i^htato 
«irdweMik« bei l^rgwrd irwbti, wo eie Ulm salMiii scbfUiti 
W«r Oetst erst t ifutteii 4wfir bei Ihm ^^Ml)^)^ mmM «imi* 
fte^en bei ttetüDw, M« v^MihM «kü Mit iem MiMebeif tmif 
«es ^ iw ü ii dhei i Set« Hit 4er Oder« IIhw «frenMktwIHNMUf 
bftt Obefbevpt eltie %M^ rm ^9/MHn dodlibre Srell« ti4Met 
iNif den MstM üta«i bie «of loa Ftee* ^^ 4) Mr GnbM 
Mtntaeie 4it fNmrlttee» ii«i^ Kreteee Weeg^tfit füegbe». -ISl«lliB>) 
ht fl6br »wqifl^ «od IHM ele 4flA4i d4ii CMmlner Kr«le IM 
das PapenwMser oder den sfldllcbea Basen des Stettbier HirfM 
«^ ^ Mebrere fMik% bedMtitiigslefle itOsse desCuawilber-l^rei- 
IM f rKeH" awnÜMbir In dto f>Uiv<»itew<4Mbdiing «nd In 4M 
eimaittMibea Mdden (». «ben -idv 10^. -^ A^f 4eai Itobe* CM 
der Oder äm4 in Fomaerft-4H%iir s«br vfelt, abvr keines^egüi 
Bentieoewertb« Sinflltos« veirMdM« ttndLaadsMM« I« dis-lileM 
»Itfr t^bM a 9M) »aiidbl sieh itHttUielbiir 4le ^dM" MI9» 
iMter, vnMehe die Abfli^db der Ueftttr-0eeii taft KMl«e PreiUB^ 
hm (Regbez. Pwisdafll) ki si^ adMflNiü, nnd dann hi aOrdAcAet 
flIohtQng' bei PäseWafk vorbei ^ürdiden Krefo l^kemmiidb gt^ 
tAä eine Meile 4berhalb^ d«r AasflitNidttiig (bei der^tadf*Ücket^ 
mOnde) sieh noch mk der Ran de w^^ Velibtfldeti welche dib 8e<* 
w&ssbr ttjhs 4efii nordwestH^heb llielle des fi:rek»M Rsadow oder 
BHi^ sbtiiBieilr, ^ad Mtt^ d«fl LMilgiMM-d. Kr. tiitder «beti 
l^babnteti WUsI^ ia VbHdbdbiig iiMki. Oer Lauf der tJcteir 
hir «bertiabft etil« Wkgt Vob 14Mdik, wbVoti 4ie 6 letisfe^ 
rett'likiler PasetVi^k ftor IMdM« PabnsMge «ar StdMfflilirt b6^ 
bafäet ^iM^de^ klHititfA. ^ Ib die *Peebe ^MÜndtin^ ßbf Oder 
gebt üer Plass -'illbr, Welcher Ihr -d^ Naiaett gegeben bat: die 
Feettd hat ihre reiehea (Hieliea \i^ dm beiden Seen bei RfalchlA 

Im Oroi»sbek«ogihcrtb Mecklenbiilg^SebWerid, Terstfirttt ihrear Wm^ 

-'"-'•, ' ' ■"-. • .* . ' • ' 

*f^) ikre \tffer ölnä öelir fläck ttttd v^t-slfmpfea an elttzeluea iSteUen, 
Haakenthdh la dfeb Waldungen nöftnicH ron itafgar^. ■ ■ • ' 
♦*) fWbet bkl dieser FKris «ea NaMfea Ii5^Menltt geWbit» 



tt4 Dftff PrataMtMihe;tttftfttl 



iwL4mi nMiiiiaiiigi dfMtt 

•tehe« KMlie DemwD^BAgliiBz. 8M«iii) bildet, «nd «ioNil gtoWi 
Müll M der Clrtentedt-DemMki, atif dem^recliieii Hier die ^ti» 
|«Bs#^ Mf dem IMten die Treiel in eicli avf^ ^oft we ab ide 
aelM.:<ir grtaNBre SelHtf» Mlrbar wird Md eiM BieiJ» TfalM 
bta 900. Vmm eitan^t - .Dmm iJtaift «ie m öaNichfir IMitni^tUto 
dit €SffteMnheide JMiMheaileft beide» Eei^aMigsbeiMm 9inf^ 
mmki «od m$Um idem yonüeügei^fehwediaehea-eHWi » e wifli < wb e » 
BeaMMfii) M i^aclafli' vorb^ in idielleeM^^BItodiiog^ die in 
yefWiidiig iwl>:d#tt Jkcb^trWmMmti^mtm^ geMpftpetodea Qav» 
flpii f0r A«el«m gevvibr*, and darab den Aft^enaohe« R^ddiHi 
ia die Oatoee eiofiUirt IMe geeamii^ CKfenealwielQelaDg dffi 
Peene betiAgt U Meü^ wovon 40 wrf^da» Preiwplnpbe-a4e>t»'f 
geWel MtoiH — 

Al^ Ktffienfiasse swlaebe« der Weiek^el ood Oder 
mferdem in dieser IlfureleiUiag noejb eioe beeoader« Sffvr&bniiag 
9aA«4eiMadef die irir ia der bisher nm ufß^t^aig/MiUmmiSMH 
tw|g 'vea 0«tea aaeb Weete» aaflMure»; l> Die Rbedaf iiief>eat^ 
dringt i» dem weeUiqbeo Vbette des Kreises NansladI (Regbesu 
IMNiaig)» tunrt m der Pommerasobeii 0rinae des Kr. LaaenboiigH 
Bdtew- (lUgbea. CMia) nad mUt asi^ eteem ösÜiabeB Lanlf 
yea Msil^am das.PaWc^r Wyafc;^ dfir Halbiasel Belagege»t 
iUm: me wif-dosoh ihrer Vereiaigowg mü def-Biala oder dep 
Cadron<-Flnsse MssbuTj «od demaeeb ama iloletraaspor^ so« 
wie a«m Betriebe, mebr^r Wasserwevfc» bop«lat< 2} IMe Leba^ 
sie ersobeint aoerst als ein. Abüoss des Laedseeis bei dem Detfö 
Beskaa im Kreis Kartbans (Begbesi^ Vaaaig)» Atesst daan docsh 
dea See vea iiiaa<Mpro, «ad gebt^ ia adfdiieber Riobtoag dorch 
die jCh Karjtbaus «ad Neai^dt ia . dea PemnKtfaseb^ii Kr. lan^-^ 
eaborg^Büew über, wo sie eine« westUciien Maf bei der Kreisf« 
Stadt Iifiqeobui;g vorbei nimmt, and dann wieder in aördlicber 
Eichtang die Abgrina^og der beiden Kreise JLaaenborg-BftAew 
«a^ Stolpe bildet^ hiß si«, doreb 4^ i^t^n^seeLeba bei der 
Stadt Mba «icb i^.di^ O^ee ei^iasi^; $^ jst 16 JlMten Iaa|b 
aber nicht schiffbar ond znletat 4$ F« breit; die firüher an ihren 
morastigen Ufern errichteten Bntwbssecni^s - CanMe sind zon 
Theil verfallen. 3) Die Lupow; sie ist ein Aqsilass des Isn* 
gen Landsees bei Lupowske an . der sfid^tliehea Grbn^ee des 
Kr. Laiieobarg*B9t»w, nad gebt da«« ia nMlicber Wöbtuag 



4M* im Krvi SMpe (A^^i^. CIMi4* vnitiWnt 4m€IM^ 
99b9n StcüBdioe'a bti doi |lf»f» Rtwe in die Oat«iee| ita» 

hm**) 4) Die Stolpe;, «je. oimmft ilMn enrtee W«88erbe»teii4 
•US 4eii Liiiid4e^0 liai SoNeiiesie in «MweelUfdie« TMIe 4es 
Kr« KfurtlmiM» gflit .Anna Meh Povmevn iiioUhrr «Ad flüeht W«r 
eine Simdfi» teng die eddMohe €>iftM»e den Käwiets audpe g eg(«i 
die. Kr* IiMeelwyiBdtew «nd RaaiiielslMirg, wereiut «ie «iek 
•ftcdlMl nei^li der 8MK «toi»« wendest ^^ derseüpeft «ieh i« 
«urei. AmeitiMBit, 4ie aicli i« der äUedt wieder vereinigee, ued 
siMtEt in vielfiM)lpt g|hriintw ttogea («uf einer Auedelmiiig 
wen 6 Meilee) M 8toJ»ei»taie in die Oeliee Mi|&«ft. Die 
»M^ hni vieJen Slnfliise eive kMn^n Bleben und Lmdeeen» be*» 
etet MerbM^ eine StromeotwietoBlmg ven 24 Meilen und iet 
Inb SIo^ Iftr kleine Fehr^em^ ecbifflm, bei einer l&rette vpn 
lOO Ms 130 f nw. 5) Die Wipper; sie bildet eieb nner«t eis 
ein JAiiwm nebwef Lnndeeen im aftd5e4icben Tbeil des Krei-* 
nee .BnMiekiHiifg, ni^nnt nnf ihrm westticbnin Lenfe in de» K^ 
Sehlnwe (Kegbc». Cöettn) die eftdlioh einpirftnende Btiedn i U.nnd 
nnf dem^inoWen Uifer dieEBAnt&rnilz Mtf» wendet sieb yon der 
Kreieetirii /Befainwe n5rdiiob «nr Qeiiee binSteauiit;», nm von 
bier ame in weatlicber Bjobtong nepb RAgenweJdei oad denn in 
Inr^er l|ibidnng,.die zngleieb wxtm Hefen fttr BAgenwnide dient, 
in die Oetsee eosnnstrttnien, Ibr Lanf debnt eieb aaf 30 M^ 
lea aoe^ sie eneiefat indMa eiat ttne Viertelineile vor ibr^r. Ane« 
mtndiiog JBobiffbniikeit« fonet ist sie nnr iftesbart 0) Die Gra^ 
bow$ sie entsprangt in fiKm westliotisten Tbe^le des Kreisee 
UnrnmeMMn-g und wendet. «di naeb eneü nerdwestiiohen Lpnte 
▼en 14 Meilen nnr Oatee^cfiste, wo sie sieh knrs vor der Am9n 
Hifindnag in nwei Amte tbeilt,. deo einen« bei Böbbeün onpüttel-r 
bar in die Oetaoe entsendet "t"*), dea anderen nofli hinter ftögen« 

^^ l X' » , 

• ' , ' ' ' 

'' *1^ fii 'dei* I/tipow und der Leba wird ein beträefatUclier FlseM« 
Isaf b«trl«beir; in jener anf ünrlnen und ForellM, In dieser «nl 
I^Mbeeu Dn^b einen g^etoben Heleb^nor in Flseben ntiöbrfet sieb 
die «* nr« fi. geniMae Wimper ans, «tid la einem nocb bi»lei«n 
Grade die Persnnte (nr. 7). 

**> Noeb vor dieser Tbefinng steht sie dnreh einen kleinen. Ab- 
dass mit dem Backower Strandsee in Verbindung. 

Schobert's Statistik VI. 15 



4S6 D«r Pr««ttU«he Si«at 

wttMe mH iler AMnttiidttt^ d^ Wipper veifeMett vie Nit Mtiil 
^«HceB WMsemtiiaM tifi4 ist olebt MMbftr* 7) Die Persantef 
81« «HiM ttir«ii eniCeti WwMierboslaiid ans dem 0#e M Neu- 
Pentfiiif^ toi Kr. Neti-*f9tHtltt (Regime. CMtn), fa« der NMie 
der tMeii weit gHtoeeree Lendeeeft bei Nea-^Steüiii, die fbreit 
WMeerMerfloMi an die Netae abgeben » ÜeMl dann ta wesUi<« 
4iMr miebtnng impck dHe Kr^^se Nen-^ettin tawl lelgard bin snr 
Anfbatmie dee Daiee«^FIoB«ee, woranf aie die nerdweeHldhe 
Rtcbtnng Ue snr Khmttndnng der Leilxntta bei Belgaid mid 
dann weetKeb f a den Krei« rarsteatlmni (Regbea. Cialia) abiiesat. 
In dleseni Krelee verbfadel eie Mk bei Cbsli« mit der 12 BMÜ. 
langen Ti^lbcAi gekrftnmiten^ Radae md iieeat dann mit einer 
Breite Ten 99 bi« 190 Fnea nordweadicb bei Coiberg in die Oat- 
eee. 8le ist nur attf den letsten BMIen aebiibar, aber ble 
aar BInmAndnng der Dame Maabar; ibre g ea at n mte Mrement« 
wfckelnng betrftgt etwa« Ober 9t Heflea. 6) D«e Rega; aie iet 
snerst ein Abiaaa den Rlta%er-8ee'a im aidOatlioiiea Thelle 
dea Kreises Sehieretbefn (Regbea« COalia), bUdei daranf über 
4 Bf eil. die GtHnse ewisehen den Kreisen Belgafd nad Sehto^veK* 
bein, iiesst dann mitten dnreh den letstgeaannlen Kreis ond 
nimmt an der Orbnze desselben gegen den Kreis lisbes (Regben. 
Btettin) die Belaw eder alte Rega in flteh anf. DanMr Ibnft 
sie in nOrdKeber Ridi^mg dar^ die beiden Kreise i4ibes ond 
Greüfenbet^ (Regben. Stettin), nnd ^leilt sieb 9 Meilen binter 
Treptow (n 9 Arme, ron denen der eine «nmütdbar In die Ost« 
See Übergeht 9 der andere dnreb den Cbmpsoben Stran^ee sieb 
in die Ostsee ergiesst. I^ Lingenansdehaong dieses Fkisses 
erstreckt sieh anf 25 M^len; ven Labes aas, we er ber^ts eine 
Breite von 50 Foss erreidit hat und sebifbar wird, erhilt er auf 
seinem noch 17 Meilen Hingen Lanfe recht starken Ikiftias ana 
vielen Flftsscfaen (damnter die Molstew am bedeoteaslen isty, 
und ist bei seiner Theilnng Aber lOOPnss breit. 9) Der Leier- 
mann; ein kleiner Plnss von 4 Meilen Lbnge, hat seine Qaellen 
bei dem Derfe Nibmiew Im Kr4 Cammin an der Grbnae des Kr. 
Greiffmberg« Er wird dnreh euMa im Jabre 177S gegrabenen 
Canal bei Nimkew vorbei ai^leüet nnd gebt dann ia den kiei* 
aen Bi^rbefger Strandsee *) (<^(M ürn^li) Aber, ond am diesem 



■ 4 

*) Durck denselben Strandsee haben auch die Flüssclieo, die Tu« 
rowscke Riege und' der Gützelwltzerbach Ihren Abfluss In die OsUee. 



D«v Prftttiiiteii«. Staut« 337 

wOnM er wUk duoeii imüw AMnat (Livel(Nie) te die Otl«ee. 
-^ LiSnks Ton rf^r Oder ii»eliderMeei(leQfciaiig<iM)liett€li«iiBe liiii 
»itideii deh unniHlelber ie dIeOsteee aar drei neiiDeMwertiie 
dftsde, vrdche asurar eine «elir geringe StrooientwioIcelaNg Imi- 
ben, »Ibec thells IQr d«i Baodetoverkelur des Regbes. Strateond 
reolit bedeutend mmiy tbeila ale petklimbe Grtnue gegen den 
Nadibarsteat dienen. 1) Der üiokgrabea^ er entspringt in dem 
Kreise Grimmt (Regben* Straisnnd) ki der Nihe der QneHen der 
Trebel (des eben genannten Nebeniusees der Peene), Ubnll Meli, 
lang westliidi dnreb die Kreise driaiae nnd GreiAiwald, and 
fftllt unterhalb der Kreisstadt OreiTswalde) deren HaMi er bildet, 
in den (Bceifswalder Rodden, den Bnsen d^r Ostsee^ welcher 
durch die Insel ROgen der 3ladt Greifewalde gegenüber abge- 
schlossen wird* 3) Der Rartb, welcher im Kreise Fran^sburg 
entspringt^ nnd nach sehr fcor%em nördlichen Laufu bei der Han- 
delsstadt Barth sich in den Binnen -See mündet, aacbdew er 
den Qafen jener V« Meile von seinem rechten Ufer gelegenen 
Stadt gebildet bat. Der Binnen -«- See wird dnreh die 4 Meilen 
lange aber sehr schmale Insel iKiogst von der Ostsee abge- 
schlössen^ steht indess mit derselben durch eiaea schmalen Ostli- 
chen und westlichen Ansflnss in Verbiodnng; der letatere heisst 
der Pr er ow*- Strom (von dem Kirchdorfe Prerow auf der nord- 
westlichsten Spitze der J. Zingst so benannt) und wird für die 
Schiiffabrt von Barth beoot^U, 3) Die Recli:enitaß$ sie hat ih-» 
ren Ursprung in dem Grosshereegthnm Mecklenburg - Schwerin^ 
nördlich von der Stadt Güstrow« Sie erreicht in nordöstlichem 
lisqfe erst nach 6 Meilen hinter der Stadt Sülze die Preqssisehe 
Grän;«e und bildet diese nun selbst für den Kreis Fraaaburg 
(Regbes, Stralsund) gegen das Grossherjsogtbnm Mecklenburg- 
Schwerin, auf einer Strecke von 4% Meilen , bis jui ihrer IB^a-^ 
mündung bei Dammgarten in den Bülck-See, welcher der west- 
liche Theil des Binnen-See's ist und ebenfalls durch den Pre- 
row- Strom mit der Ostsee in Verbindung steht. Die Recknitz 
kann bis Dampgarten nicht für die Schifffahrt benutzt werden. 
Von den übrigen drei grossen Flüssen des Preussiscben 
Staates gehören nur ihre mittlere Strecken dem Territorium des- 
selben an» . und i|ice Aufpündnitfen in die Nardeee sind minde- 
stens über 20 Meil. von der Preussiscben firäaze entfernt, wahrend 
auch ibre OneUen and erste fitroment Wickelung > wenn wir die 
Werra als einen Hauptarm der Weser ausaehmen, in eotschie- 

15» 



228 Der Preasaisehe Staat. 

dotier Abweiehimg von derselbeii ihre Riehtang nehaieii % Dm aber 
diese Füsse während ihres Laufes diiroh den Preussischen Staat, 
dnroh die Aofnahme grosser vad flhr den inneren Vericehr be- 
deutsamer Nebenflüsse, den bei weitem grOssten Theil dieser 
Provinzen zu ihrem eigenen Flossgebiete machen, und jeder der- 
selben seine eigene Provinz besitzt, so fallen die Beschreiban- 
gen dieser Flailssyateme aach zvgleieh mit den der Provinzen 
zusammen. Dem Fhissgebiete der Elbe gehören Sachsen und 
von Brandenburg der Regierungsbezirk Potsdam eben so an, 
wie dem der Weser die Provinz Westphalen und dem des Rheins 
die nach ihm selbst benannte Provinz. 

Die Elbe, deren Ursprung und erste Stromentwickelung wir 
in der Darstellung des Oesterreichischen Staates (Bd. V. S. 50 
bis 51) geschildert haben, tritt, nachdem sie bereits Böhmen und 
das Königreich Sachsen auf einem mit vielfachen Bogen gewun- 
denen Laufe von mehr als 60 Meilen durchströmt hat, mit einer 
Breite von 600 Fuss als schiffbarer Strom bei dem Dorfe Löss- 
nig oberhalb Mfihlberg in das Preussische Staatsgebiet ein. 
Zuerst h&lt sie auf demselben eine nördliche Richtung, indem 
sie als Abgr&nzung der beiden Kreise Liebenwerda und Torgan 
(Regbez. Merseburg) dient, dann mitten durch den Kreis Tor- 
gau fliesst, und darauf wieder als Abgriinzung der beiden Kreise 
Schweinitz und Wittenberg (Regbez. Merseburg) bis zu ihrer 
Verbindung mit der schwarzen Bister gebraucht wird. Von hier ab 
nimmt sie eine gerade westliche Richtung durch den Kreis Witten- 
berg bei der Festung Wittenberg vorbei, und verlässt2MeiI. unter- 
halb derselben bei Apollensdorf den Preuss. Staat nach einem Laufe 
von 18 Meilen. Nachdem sie darauf in derselben westlichen Rich- 
tung 7Meil. nur die Herzogthfimer Anhalt durchströmt, und durch 
ihren Lauf das Bernburgische und Cöthensche Gebiet hier von 
dem südlicher gelegenen Dessauischen gesondert hat, einreicht 



*) Z\var sind die Quellen der Elbe auf der Südseite des Kam- 
mes im Riesengebirge ganz nahe an der Scblesischen Grftnze, aber 
die Stromentwickelung der Elbe nimmt gerade die entgegengesetzte 
RH^htnng, so dass sie erst für Prenssen eine Bedeutung erb&lt, wenn 
sie oberliail» Möblberg als ein voller mftehtiger Strom nach einem 
Laufe von mehr als 60 Meilen in den Preussischen Regierungsbe- 
zirk tferseburg eintritt. 



J 



Der Preussisehe Staat. 229 

sie I Bfeile oberkalb Aeken wieder die Preassiselie Orftnze, 
fluidit dann suvördenst aaf einer Strecke von 4 Meilen wieder 
die Abgr&nznn^ des Kreises Kalbe (Regbez. Magdeburg) gegen 
das Herzo/^hnm Anhalt«» Dessau, und von dem Einflüsse der 
SaaJe ab die Gr&nze ewischen dem Kreise Jeriehow 1. (rechts) 
und den beiden Kreisen Kalbe und Wanzleben (alle drei gehö- 
ren zum Regbez. Magdeburg). Sodann f&llt die Elbe in eine 
mehr nördliche Richlung« geht mitten durch den Stadtkreis Mag- 
deburg"» indem sie sich bei Prester y« Meil. vor Magdeburg in 
zwei Arme theilt (der rechte heisst die alte, der linke die 
neue Blbe), die aber wieder am nördlichen Ende der Stadt sich 
vereinigen* In ihrem ferneren nördlichen Laufe bleibt sie die 
Oiilnze zwischen den beiden Kreisen Jedchow I und II rechts 
i^Btrg und Geolhitt flrfther) und den Kr. Wollmirstädt und Sten- 
dal links, und enditcb wieder in einem mehr nordwestlichen 
1411^ die GHInze zwischen dem Kr. West - Priegnitz (Regbez. 
Petsdam, frOher Perleberg) und dem Kreise Osterburg (Regbez. 
Mi^ebnr^), oder zwischen der Priegnitz und der Altmark, biff 
Sehnaokenburi^ (im Kr. Hannover) hin, wo sie wiederum die 
Sielle der Staatsgrenze gegen das Königreich Hannover für den 
Kr. West- Priegnitz einnhnmt, und bei der Einmündung der Elbe 
den Preusfliscfaen Staat verl&sst. Auf diesem zweiten Laufe 
durch Pr^issen hat die BIbe eine Stromentwickelung von 38 
Meilen Lftnge, also überhaupt (nach Abzug der Unterbrechung 
dorch die Anhaltischen L&nder) 56 Meilen auf Preussischem Ge- 
biete, d. i. etwas über ein Drittel ihrer gesammten Stroment- 
wickelnng von 165 Meilen *). Fast in einem gleichen Verh)ilt- 
nisse steht der Antheil des Preussischen Staates an dem ge- 
sammten Flussgebiete der Elbe; während dieses überhaupt auf 
2,800 Qmeil. berechnet werden kann, umfasst es innerhalb der 
Preussischen Grenzen gegen 850 Qmeil. Die Breite des Stromes 
steigt im Preussischen von 600 F. bis auf 1000 Fuss und über- 



*) Böbmen und Sachsen nehmen 66 Meilen davon In Anspruch, 
die Herzogthümer Anhalt für sich allein 7 Meilen, und von dem 
Punkte, wo nordwestlich die Elbe den Preussischen Staat verlässt. 
Ms zn ihrer Ausmttndung in die Nordsee bei Ritzebüttel sind noch 
36 Meilen. 



aSO Der Pr0«9ii»eh6 Staat. 

scbreltet m elaigen Stelleo noch cKiaM BImms^); ian G^filte 
ist zwischen MQhllierg ni»! Ma^deborg ditroiiscbiiittlieh gegw 
JVaZoB auf 100 Rotben; die Nonnaltiefe des Flvsses wiehseit 
ewiscliefi Torgfttf, ]Hag:delMirg nad Wilteaber^e (i^ Kn West^ 
Priegnltx) zwisebea §> 8 and 10 Fass. Die Uf^r der Elbe siad 
im Preossisehea im Aflgeoieinen iaob^ nor zwischen Tergaa 
and WiCteaberi; dringen sich einige aber nicht betrbobüiebe 
HöhenzQge, doch mehr auf dem linken UfSer^ bis hart an den Flass^ 
und bieten anch aof dem rechten Ufer bei Wittenberg abschös^ 
«Ige Anhöhen dar« Später nbhera sich noch einmal awlsehea 
Hagdebarg and TangermOnde, abwechselnd »«erst auf dem Ma«« 
kea» dana auch auf dem rechten Ufer^ einige aocb weniger be-^ 
dentende lliVhenzfige bis aa die Elbe. 

Aof dem rechten Ufer faHen innerhalb #n- PHHissisoliea 
Grinzen als die bemorkenswerthestea Nebeniösse in die Elbet 
I) Die Elster (schwarze Elster); sie entspringt im Klhiig-^ 
reiche Sachsen (Baatzen. Kr.) am ö^itlickien Abhalte des Taa«* 
nfgsty eines Bergwaldes in der Nabe von Raaimenaa, 1 Bleite 
aildlich voa filstra, vereinigt sich noch mit mehren Bbehen^ ehe 
sie über die Preassisobe Grlnze lltesst, und I&afl dann abwecdii«* 
selad in nordwesUieher nad gerade wcstlicber Riehtdag dnroH 
die Kreise Hoyerswerda (Regbez. Liegaitz), Liebeawerda nad 
Schweinitz (Regbez. Merseburg), worauf sie 2f MeHea nnterlialb 
Pretsch bei de« Dorre Elster^ dem durch den biatigen K«mt>f 
im October 1813 merkwtirdfgea Dorf« Wartenburg gegenfiber^ 
in die Elbe si^ ergiesst. Sie hat eine Stfomentwickeiang 
von 25 Meilen y wovon 21 dem Preassisichen Staate aiigebdrea^ 
und erreicht zuletzt eine Breite von 120 F. ^ jedoch ohne schiff** 



O Ueber die Elbe sind auf dem PreuSBlscben Staatsgebiete 5 
stehende Brücken, wovon aber drei auf Magdeburg treffen, und nicht 
über den ganzen Strom, sondern uur Über seine beiden Arme errichtet 
sind. Die anderen beiden Brücken sind bei Torgau und Wittenberg 
(von der Quelle ah gezahlt die 35te u. 36te über den Fluss), halb aus 
St^in, halb aus Holz erbaut, und jene 800 F., diese über 1000 Fuss 
lang, bei einer Breite für jene auf 20 F.» bei dieser auf 24 F. Aus^ 
serdem werden im Preussischen 25 Fähren unter Staatsaufsifhjt über 
die £lbe erhalten, wovon 21 auf die Regbez« Merseburg un4 Mfi^^ 
bürg und 4 auf den von Potsdam kommen. 



t}ßi Pff#ii««U4)ii# siMt. au 

tar m ymdmf ynkimM ti» Ntf 4f« wl^ea a iw< g i > tlukta 
ist S) Ott Bavaii ibiwi Cfppniag ninmt «io ia ^iu»r T«tb«M<* 
4mm KU!» Toft ld«iii«ii LaAiaeo^ im «r<NMk^»9i(hMe Mtifcr 
lMto«^twUtii 2 MeilM «•r^WMtlioh von JN««H9(rQU4s. NimA 
cittem Mkr «eseUftugtÜfft Liiiife vo« & Meitoa «rctMiC sie M 
FOfirteobttig die Gri4i9c« 4«r Uctemaik» «od flioast imo i« stMli«- 
ciMff fikbtang dtireli die Kretoe i;€MB|4tt iNid Nieder -BMmte 
(AegNift. PetMNun) bei Onmiaibvg Torbei nadi Syeadea (Ki^ 
Oet'^mrelbHMl^ Mio« bei Ibre« Einlria ia PrcMiuiieebeQ Ge^ 
biete id «e eeWfber« ¥ea bier eb bl« OnMue«bDi« »vNbebee M 
bie IM Fmi bieil;» erreiebi •her bei Heiliipiesee obvbelb 8|mp> 
4M berelbi elee Vceite voe ISO Fqm» oed WIAbC deaelbeli im 
tSm eine Meile biege« fiee voe Tegel» deoQ bildet «ie vo« 
Spaede» eb bie i» die JKlbe ve« Petadeie eioen z y e erome ptengeedee 
leogn 8ee *), veMegllte Bett bei Petedem wieder aef aoo F.*"*^) 
Md ebwBt dMMi ^MA weetUebe« Leef. Vee PetodMi eb biUet 
eie wieder sivei groese 8eee ebeflAHi immI Mitorbelb dee 8tidA* 
she»e Werder (Kf. Zeuebe-MMi^, «od ie glafeliQr Weise eee- 
ftoeig gebt eie bei Peretii, JCetvi«^ 2eobow verbei, bie ide bei 
Ileete die Geelell eiiee 8M bie UMO Fim brniee Alrems wb« 
dbr eieniflMU Md unlerbidb fieriegMi ^to Fleesbea.eeffir bie 
eaf aM F«ee vwoagt. Mit dieeer Braite lieft eie dereb dei 
Kr. W«it««IlMelleed (MIm Breedeoboi«) bei der Stadt Brai^- 
deabnrg vorbei » biUet aber % Maüe eeierbalb deraelben eber«- 
BH^e iteeb iet Vereieigmig aut der PJaae den groaeen 1% Mei^ 
kM laaigftt PbyaeiiMfasft S«e, imd «bunt dfumaf vo« Piaee bis 
Pril«erbe eine «MMebe BicMng. Ve« Prfftaerbe behftli die 
Hevvi wieder Me BeaehrtMyrang eiaea BtrombeUea V0ii aoa bie 
dioe Foas, bildet ««n 1« «erdu^eatlieher EieUaeg die G Amoe «wi* 
a^M« de«i Jüreiae W)ßal-^fl«velbi«d «ad eisem TbeiW von Weat» 
Priegnlts reabta «Dd dem Kreiae ieriebew II Miika (d. b. «wi*^ 



*} Auf deflMelben befinden slck melirere kleine Inseln, darunter 
die durch das königliche Lustsehlosa bekannte PfaueninaeL 

**) Bei Potsdam befindet sich eine 560 Fuss lange und 5KS Fuss 
breite eiserne Brücke fiber die Havel, weldie am 31. Juli 1835 aar 
allgemeinen Benutzung Ikbergeben wnrde. Ausserdem giebt es noek 
M kdlaenie Brücken Aber diesen Fluss Innerhalb der Preesafchen 
Gr&naett. 



S32 D«r Preti»»t«€he Staat* 

Mlen um ftigMMi. MMaai vail MigcMMHg}, mm galU MdlMb 
dnreli dM Kr. Wast - HarveHftftd bei EmfWftg vurM aad vwi 
hier ab iirit efaer Breite yoii 400 bis S0# F. bei Werbe« in üe 
Elbe. Die gesemmte Stromentwickelitiig der Bev^ beCiigt 46 
MeileDy we^M 41 aaf dea Preaseiaehen Staat keaMaea. Uwe 
iTfer siad sehr fach, tbeils saMÜg^ tbeiUr aK>raeti|r^ dae CMUle 
ist sehr geriag aad überhaupt wohf das geriagate bei irgead eaMm 
dergrOeserea D^utaehea FIQsae. Die Neraaitielb dei^ Fahrwaaaera 
¥0» Oraaieabwg- bi« Harelberg ood Werdea wechaeü hhaflg bei 
dem vieMehor T^raaaduag aaagMetsstea Fhisae ab swischeviS 
vad § Faas. Die üavi^ hat auf beidea Ulbra atarhea Waaser- 
avwacha ane Nebeaflfiaaea^ auf dem reehtea Uiar: a) Mr 
BhiD5 er ist eia Aäsflosa dea Haaasee** im Amie ZeeMia, gelit 
aadüeh dort* dea Ruppitier See, Iheilt aieb am aAdlMiMi Bade 
desselbea ia % Amt, die das SehhiehtMd roa Febrbdlia (1676) 
dorehsIrOatoBy daraafateb-wiedervereiaigeaaaddaaa abermals sieh 
theSea aad ilt Laadschaft Bhiaow amgebea»), wo^f der aardiiche 
Arm, der alte Rhla, beiRhiBewYorbei>iadeoCSi]p«*See<lbefg^rt 
«ad doroh dieaea ia die Ba¥^ fÜK; der sttdliche Arm aber, ^r 
fcielae Rblta ed«r die Li eise bei Frieaarfc- Torbei ia aidvreadi« 
eher Riehtaag dareh die ftee'a Vfitake oad ODhenaiiea (bei deea 
Dorfe Wasearsoppe) Matt, aad daaa sich Bödlioiier mit der Ha- 
vel Tobindet. b) Die Doaae entapriogt ao ^terGiiaze itea 
CtoWMBherzegthams Meehleabiirg -* Schweria 2 Meilea aOr^iieh vea 
Wittstoefa, laoft ia aMMcber Riehtaag doreh die Kreise Ost-^ 
Priegaite aad Rappia ^Regbeairls Petsdata) bei dea Stbdte« 
Vfasterhaiiaea aad Neaatadt marbei, oad TevbaMtet sich bei Vehl-* 
gast mit der Hav^ Ihre Ltegeaaimdefaaoag betiti^ 15 Meü^ 
ihre Breite zaietat 100 F. $ vaa Wittstoek ab ist sie iassbac^ 
aber erst aaeh der Aafhahme dcv Jhgltiä, V/2 Meilea veh ihreih 
VebergliDge ia die Havel, wird sie schiibar. -^ Aaf dem liakea 
Ufer der Havel möadea sieh eia: a) Die Spree; sie bildet 
sieh ans drei BUchen, welche aof dem GrSnzgebirge der SUch- 
sischen Oberlaasitz gegea den Böhmischen Kreis Leitmeritz ent- 
springen, bei Taubenheim sich vereinigen nnd dann anf ihrem 
nördlichen Laafe durch die Oberlausitz bei Bautzen vorbei recht 



e> Per alte Rhin ist durch den Blutgraboo mit der Dosse verbua* 
den, wodurch die Holsflösserel für beide Flüsse befördert wird. 



slailm fivMM «w viel«« BMim MAm.* Bti MnMiMf te 
Kreis« H<^fiwef^ (Regibesi. Liegiite) errelelit sie die PreiuM- 
aische Grtase^ niwMl bei Spreewit» dea yerekitgtett Ctiiipi 
FliiM (»dm«nßer «mI w^eter SeMIpe) kk Mk «tf, and htMit 
de« aOi^idiea LMrf dareh die Kreüie Spreakei|r omI Co«ilNu 
(Regbez. Fraakftart) bis 3 MeHeii iMlerhelb CoCtbi»; sie gel« 
dastt westtieti daroii den Bpreewiüd vad LMbea (Kr. LObbe» ii« 
Regbes. FiMkiart), zertliellt sieb «MIerbalb dieser Stadi ia 
mehrere Anae, die aber bald daraaf bei g obi ep a ig wieder so«- 
saauBealstfeB, uad ainoit daaa eiae aerdttslttehe MebUiag daseb 
dea Sc^wielang*6ee «af Beesliew aa (Kr. Beeekow^Stofiwsr 
im Aegienmfsbeairli Potsdum), am 3 Meilen oa(eii«lb dieaer 
Bladt abermalB ia dea weetliebett Lauf aaf Mrstenwalde ibe»« 
asagefaen, hialer wekber Stadi (Kr. Lebas im Regbea. Fiaafe* 
ftet) sie wieder io dea Regiereagabeaivk Pelsdam einiritt fa 
Ibr^eastsitaa wesüisbea LaaCs geht sie dann dvreh die Kiaise 
BderiiawHitoEk^Kr nad TeHew (ftegbea. Peladam), durah dnea 
gr5s8ereB Landsee (Möggel-IBIee) vor Köpeoieb aaf Berlia'f^), 
nad fbUt 2 Meilen Mater der HaaptetadI bei äpaadaa in die Ha- 
vel. Untor dea vielen von ihr.an%enomaeaefl N^^flissen b^ 
ben wir aaf dem linken Ufsr die aas der Ober-Ijaiiailz hei^ 
iLsameade Oahme herver, welehe den Abflass vieler Lsndseea 
ans dem Kreise Teltow mit sich führt und als wendiacbe 
Spree bei K4)peaik. sieh aUt ihr vereinigt, nad auf dem rechtes 
Ufor die Malx, welche ia ihyilleher Weise den Wasaeroaites 
des KiaiseaCoUbaa uaterbeib Ma ihr aafübrt» nad die Paake^ 
welehe a Meika atedUeh voa Beifia bei Reraan ifareaUrsproiig 
toi aad in Redia selbst sieh mit ihr verflUadet. Die gwemmte 
Ratwid^loag der Spree hetr&gt 47 Meüea, wovon II aaf das 
Kbaigr^h Sachsen, 3§ aaf Prtassen fcomsMi. Ihre Ufer im 
Preassisoton^ Gebiete siad fast überall seiM» iaeh, aam Theil mit 
ofigiobigea Wieseo umgeben, zma grösseren Theite aber sandig 
aad morastig. Fftr kleinere Fahraenge wird die Spree sefaoa 
vor ihrem Dorehgang durch dea Schwielong - See bei Kosten- 



*) Uebsr die Spree sind verkauaissmisslg viele BHloken onter- 
ksiten; awlscben Cottbns und Berlin 19, ia Berlhi selbst aber 
Ae Bpree aad eiaaeiae Artae derseibea 42, dsr aater d elserae, 14 
aas Stein« die Obrlgen ans Hola.^ 



9M Der Pi^«^iiMi««li« StA«!. 

Ufttt MMAar;.fie nmkM hei BMdKMW..eiM Berii« ttn 140 V« 
wd Hei Bedio von 913 Fmii Mire Nemeltiel^ eleigi vra Koe- 
■eeMetr idi ve« 9 Fat« aoU liie auf d Wmm $ aWi ^ ^ Uüe 
Noifce, eie eBt^^fiogA in «MUelMleB acheüe 4e« K«ele«« Mter*- 
beck «• LMkeQwelde (ReglM«« Pelsileim)^ het einen AftrdJiohen 
Leuf Ten ISmI 10 MeU. dwreh 4ie Krnise Jüterfcook und i&e«ohe«- 
Betoif , Indem sie den AbAu4i9 vieler Landaeen ood die CM gleicdi 
Mntkm NiepJitjB bei J^emond mitfniminl ond i^rbisdet liob bei 
Polsde« nU einer Breite von 50 Fns« mit der Hnvel« o) Die 
PUnei welcbe a«8 aMbren Bb^ben im efidliobeft TbeÜe 4eB 
Keiisee Zaiiebe - Bekiig (Ragbeik Potndem) gebildel wird, nnd 
■neb einem nArdiieben Lnnfi» von 8 Meilen bei, Bimndeiybmrg in 
die Havel flUlt d) IMe «icemmei aie. hat ihre QMlkm bei dem 
EfaNsbdorfe Künel Im Kr. Jerifibow I (Begben. Magdeboif ), Ünfl 
ttördlieb dnroh den Kf. Jeriobew 11^ doiebaebneidet bei Genihin 
den Plaveneehen Caoal, ond mündet aioh imoh aineBi I^amfe von 
% Meilen» etwa 50 Faan brek, 3 MeUen oberbalb RMhenM bei 
dem Kirohderre Mylow in die Havel« 

Untecbnlb der Havel beben noob enf dem Premalsoben Oe^ 
biete aal deni reebten Ufer der BIbe ihren BiaiiiBaf 3) Die 
ftl^penitc) aie entapringl in dem Kreiae Oat-^Priegniiz,. hei dar 
itte^ Mayenburg in der Nbhe der Af eckleaborg * Bdiwerinaeben 
€lrinae> niebt sehr viele kleine Flüaae der beiden Kreiae Prieg** 
Mtn an aieh, und geht In afidwcaitichem^ Laafo (von 7 Meilen 
Lingenanadebnung) bei. Pmilito und Perlebefg vorbei, nachdem 
ma eine Bteite von m Faas ctreicbt hat. In die fi^be tber. 4) 
IKe Vlde; iMe iai ein Auainaa den greaaen Phrnea-^Seea im 
QiaaaherKO^Ibam Meebleaborg ** Bciiwerhi» bat aBaerat einea weat«- 
lieben Laaf "f^K aaf wekiiem me den BK5riaaa Meh im JUeekleii* 
bargiaohen aofnimait, der ihr den Ablaaa des groaaen Bahweti^ 
aer * »ee'a nod dea Lewitner firoalta ^uiffthrt^ ond erreichtaebon 
Hbw 40 Fnaa breit bei KrieaUx (Kreia Weat •« Priegnitjß) die 
aoDdwestyobe Gibn%e der Mark Brandenbofg* Sie aetad die*» 
aettie ala Grbm&floaa gegen das GroBaberzii^thum Meokleaburg* 



♦3 Auf diesem berft]»i die BULe zwar scben das PraaSslSeke Ge- 
biet bei dem KIrokdorfe kL Pankow In dem aifdlidmlen «helle dea 
Kreiae Oat^-PriegaU», aber mir ^h l^^U* i«eg wmd gabt dann ^wledev 
ganz in das Mecklenburglsehe Ober« . 



Der <*rott»si»0be Staat« 835 

Miwerin atf ^ocr 8trD«die vea 3 Mcllaii fmi^ wetidet iMi Har' 
ge^n mdenliorg Vs Meile ia des Lead hiaeio, wo sie noch die 
ton Lenisen herkonmende LOekenittf aik Bieh verl^ndeC ilai 
f&Ul denn bei dem Derfe Gars, oberhnlli der Meckleiiborglteliea 
Stadt D5iaits in die BIbe« Die L&afe fluror Stromentfi'kkelaaf 
betragt Oberhaupt 16 Meilen , wovon aar %% MeiL nur Preae«» 
een kommen. 

Auf ihrem linken Ufer gebaren der Rlbe Im Preossisebta 
Staate nachstehende erfaebiieliere NebenflOnse aat I) Die Halde, 
wefche durch die Vereinigang der anr dem aardliohen Abhänge 
des Bragebirgs entepringeadcn Preiberger und Zwkkaaer Malde 
uat^rlialb Koldi^x im l^tosbsisohea Kreide Zlvickaa gebildet wln^ 
liat dann bereits eine Breite von 50 bis 60 Puss, and steigeit 
diese ia ihrem nördlichen Laufe durch das KOnIgrefoh Sachaaa 
bis auf 1^ Pass, ehe sie aber die PreosBisohe Orftna^e bei €k«ltseh 
im Kr. Delttscb (Regbesc. Merseburg) tritt. DaraaT fliesst sie 
BordwestHeh mit sehr vielen kleinen Bogen durch die beiden 
Kreise Deutsch und Bitterfeld (Regbez. Merseburg), und geht ik 
das Hensogthum Anhalt - Dessau Ober, wo sie eine Melle unter'^ 
halb Dessau sich ia die BIbe ergiesst. Ihre ganee Stroment^ 
wickeinng beliuR sieh auf 39 Meilen, wovon 8 auf Preossen, 
30 auflSachsen und 4 auf Anhalt*^ Dessau fallen; sie ist im 
Preussischen nicht schiffbar und wird erst einige Meliert vor ih« 
rer Ausmündung IKVssbar. 2) Die Saale; sie aimnft ihren Ur» 
Sprung auf dem Fiehtelgebtrge, fliessf durch Baiersches und Fürst^ 
Üch -* Reussiscbes CHbiet, ehe sie 2 Meilen lang d^irch den iso«^ 
Mvt liegenilen Preasslschen Kreis Ziegenrfick (Regbeas. Brfart) 
geirt, durchströmt dann abermals das Oebiet des Herzogs von 
Sachsen - Meiningen, des FQrsten von SchwarKbnrg-Rudolstadi^ 
des erossberaogs von (Sachsen *• Weimar, und tritt dann wieder 
bei der Binmfindung der lim bei dem Dorfe Heeriagen in den 
Preussisehen Kreis Eckardtsberga (Regbex. Mersebuig) eim 
Darauf läuft sie in nördlicher Richtung durch die Kreise Naum- 
burg, Weissenfeis, ^Merseburg, Halle, bildet demnächst auf einer 
Strecke von 4 Meilen die Abgränzaog des Sanikreises gegen 
den Seekreis Mannsfeld (im Regbez. Merseburg), um unterhalb 
AJaleben aus dem Preussisehen wieder ia daa Beraegthnm An» 
hatt - Bemburg überaugehen. Aber aaeh 2 Meilen fliesst aia 
aberaiala.ia den Preaseisdien Kids Kaibe (Begbez. Magdebavg) 
ein, und mündet sieh dann bei Saalhora eberhalb Barby in die 



236 Der PreüftflUcbe Staat. 

Bube ein. Ihre gBümmte Strom - AnsdchiniBg hetiift 47 MeiL, 
wovon 20 dem PreaMisoben Staate angehOreo. Ihre Breite ist 
bei Naiumbarg, A'On wo ab aie sobiffbar benatzt werden kann *}, 
bereka leo F. oiid erreicht hinter Halle 250 F.; ihre normalm&a- 
aip;e Tiefe iat darohaobnittUch 3Fuss; ihre Ufer aind aaf dem 
Prea^siacben Gebiete abwechselnd thetia steil and eingeengt, 
theila von Wiesengrand amgebcn. Ihren Wasserbeetand ver- 
ai^irt aie im Preositiseben auf dem rechten Ufer besonders 
ddrob die Aafhabaie der mit dem Fiossgraben vereinigten Lappe 
bei Slcopaa and der mit der Pleisse vereinigten (weissen) fll- 
ater (dieser Fluss bat schon vorher den Kreis Zeitz dorebströmt) 
bei Beesea. Aaf dem linken Ufer nimmt aie die Unatrat 
aaf (welche die FIftsse aas dem Bichsfelde bereits gesam^ 
melt bat, namentlich die 11 Meil. lange Helme) bei Boasbach und 
Naambarg, die Mannsfelder Wipper, die vom Harz herkömmt, 
bei Salzmönde, ond. die 18 Meilen lange Bodo, die gleichfalls 
aaf dem Harzgebirge entspringt und den Wasserzuflass aus den 
Kreisen Aschersleben and Ualberstadt (daranter die Holzemme) 
zuführt, bei München - Nienbarg im Herzogtham Anbak - Bern- 
barg, 3} Die Ohre) sie. entspringt im UerzogthumBraonschweig, 
erreiclit bald im östlichen Laufe die nordwestliche Gränze des 
Kreises Salzwedel (Hegbez. Magdebarg), und bildet dann auf 
4 Meiieo die AbgrJSinzang desselben gegen Braunschweig. Dar- 
aaC wendet aie sich südwestlich durch die Kreise GardeJegea 
(und durch die dabei liegende Braunschweigiache Enclave Cal- 
vörde), Neuhaldensleben und WolmirstMt (Regbez. Magdeburg), 
nad flieset bei Bog&tz, 2 Meilen anterbalb Wolmirstädt, in die 
Elbe. Die Ll^ngenaasdehnang dieses Flusses ist 17 Meüen, 
wovon 1 4 auf Preussen kommen ; seine Breite ist zwischen Neu- 
haldensleben und der AusmQadnng 50 F., und schon im Dröm- 
ling (Kreise Gardelegen), wo die Ohre zwischen endossirten 
Ufern gerade gelegt, aber nur 18 F. breit ist, kann sie für Holz-* 



^} Die Scbiffbarkeit der Saale ist seit 1817 durch eine neue 
Schleusen -Anlage gefördert worden und der gesammte Kostenauf- 
wand für die Schiffbarkeit dieses Flusses hat bis z. J. 1825 eine Summe 
von 4,790,009 Thlr. erfordert. Die auf der Saale gegenwartig benutzten 
Fahrzeuge haben eine Tragfähigkeit bis zu 30 Last. — Unter den 
Brftcken ober die Saale giebt es Im Prenssischen acht ans Stein, 
darunter die zu Naumburg, Welssenfels, Merseburg und Halle. 



Der Pr«atflitehte Staat. 237 

lltaierei ind l^eiM Kfthne beinitst werden -4) Die Tanger; 
aie entflpdDgt im nOnllielMii Tfaeile des Kreiset WeHmirelidt, 
and geht lo norddsllicber Riöhtaog dwreli den Kreis Stendal, 
nach einem Laufe von 5 Meilen und der Verbindong mit melire«- 
ren kleinen FlOseen, gegen 80 Fnss breü bei Teagermünde in 
die Elbe Ober. 5) Der Aland, welcher im Oi^lidien Theile den 
Kreises Osterbnrg (Regbez. Magdebnrg) ganz nahe an der Eibe 
südlich von Werben entspringt, nimmt aof seinem karsea west^ 
liehen mit der Eibe Ibst parallelen Lanfe wu 6 Meilen die Uei-« 
nen FIflsse nnd Bbche der Kreise Gardelegen, Stendal nnd Ostecw 
bnig nnd avch noch eines Tbeiles des Kr. Salawedel in sicbanf, 
darunter die viel linger entwidcelte Biese, welche verher nach 
die bei dardelegen ond Kalbe vorbeHtiesseade Milde oberhalb 
Osterbnrg und die Uchte nnterhalb dieser Stadt mit sieh vereinigt 
hat Daraof verliest der Aland den Prenssisohen Staat bei Stresew, 
f&llt Indess schon nach einer halben Meile bei der ffaanftverschen 
Stadt Sehnadcenborg in die Elbe. Er ist znletst zwar 45 Fnss 
breit nnd 6 Fäss tief, aber niebt scbÜTbar« — In dem Kreise 
Si^zwedel entwickelt sidi zwar auch noch die Jetzel, welche 
bei der Kreisstadt Salzwedel vorbeifliesst^ aber dieser Neben'- 
finss der Elbe hat doch noch eine st&rkere AusielHHing im Han- 
naverischen Gebiete, Mif welchem er bei HItzadror in die Elbe 
übergeht 

Die Weser, als der Ban^nss in der Provinz Westpha- 
len, — da ansser ihr nnr die Ems nnd Nebenflfisse äen Rheins, 
wie die Lippe, Ruhr, Sieg n. a., obgleich in grdsserer Ausdeh- 
nnng, die nördlichen nnd westficlien Theile dieser Provinz' als 
ihr Gebiet durchströmen — erreicht das Preussische Gebiet erst 
als ein bereits schiffbarer Flnss von 360 Fuss Breite, nachdem 
schon bYz Meil. oberhalb der Preussiscben Gr&nze bei Münden die 
Vereinigung der Werra*) mit der Fulda stattgefunden hat Die 



*} Die Werra, welche auf dem Thüringer Walde am Saukopf 
Im Gebiete 4e8 Herzoga von Sachsen -Meiningen entspringt, tritt 
zwar schon vorher nach einem Laufe von 26 Meilen in den Prens« 
sischen Ki-els Mühlhausen (Begbez. Erfurt) ein, aber sie 4urchlttuft 
Um nur in dem schmälsten südwestlichen Thelle auf der Strecke ei- 
ner Meile und bildet dann noch IVa Meilen lang für ihn die Gränze 
gegen das Kurfürstenthum Hessen - CasseL Dann erreicht sie nach 
5 Meilen Lauf abermals die Grftnze des Kreises HeiUf enstadt (Reg- 



888 Dtf Pfettttttohe SUii. 



Wmmt geWtt aber Mf sw« tnleibriolieMi SCmdIcmi ftom 
FiMsaladMi Steile ao^ dan ante Mal aor ala (Ma«iaM Itti 
tf% Hailab von HaraCaUt bta «MAla fttf dea Kraia Höxter (Re«- 
liaa. Miaien) fegoa Hanaöver, da hiar aar aia Paar Preaaaiaoha 
OrlaohallaD (Würgasaaa» Lioblrinfea) aaf (ktm reohtaa Wesar-* 
■far lia^^aa« Daan erreicht aie Aach aiaefli fortgeaetatea nord^ 
weaüidiea Laofa re« 15 MeBea aaterlMilb RinteUi bei Biabarfen 
die Oräase dea Kraiaea Miadeii, bleibt naoh drei MeileQ Grlbaa* 
inaa gegen Karheaaaa {firafselMtfl Schanafibofg) mid daa Fir** 
atanlknai Lippe «DetMold, and lUft dann lafiic«. adrdtteb dureh 
dla Kraiee Herford and Miadea, bia daaa sie nnterhalb SchWa^ 
aaUMirg dea EegbaEirlc Mtad^ varlftaat nad wiedw ihren «Mk 
Ucjien Lauf darch Haanarar, den Freistaat Bceman aiaunt» and 
swiaeben den beidea Staaten Haaaaver nad Oldaaborg in dio 
Ifofdaea anastrftiat. Van der Stromantwieiialaag der Weser, die 
van dem Vereinigaagspnakte der Werra and Folda bei MOn^ 
den bis zur Ansnüadong in die Nerdsee sieh auf 60 Metleii 
anadebnt* gehören demnaeh deoi Predssisoben Staate Aar H^Y« 
Meilen ad^ und von dam geaammten Stroatgabieta dar Wetfir» 
das si^h aaf 876 Qmeilea beraebaen lisst, aar 06 Qmeil oder 
etwa ein NaniUbeiL desaelben. Die Ufer der Weser auf dem 
Pceasaiecban Gebiate sind im Ereise Höxter hoch and immer 
steiler als die gegenüberliegenden Hannoverschen» obgleioh das 
Wasarthal hier im Allgemeinen aiaht als ein sehr eagfs darge- 
bMÜ i?irerdea kann* In den Kreisen . Hertord nnd Minden bia 
stmt Sladt Minden selbst dndet eine ähnliche Bescbaffenheit der 
Ufer statt« van Minden ab werden sie aber flach, bisvv'eilen /loaih- 
pfig« siad jedoch von sehr ergiebigen Wiesen nnd Niederungen nm^ 
geben. Bei Minden hat die Weser 420 F. fireUe ernsiobt/), bei 



bez. Erfurt), uüd dleüt vriedet als Gränzschelde dieses Kreises auf 
einer Strecke von drei Meilen gegen das Kurfttrsteniham Hessen- 
Cassel. — Bei der Vereinigung mit der Fulda hat die Werra Ober- 
baupt einen Lauf von d8 Meilen «urflckgelegt. 

*) Hier besteht eine solid erbaute Brücke von Stein, die auf 7 
Bogen ruht, 600 Fuss lang und ^4 Fuss breit ist. Ausserdem glebt 
es noch innerhalb der Preuss Ischen Gränze sechs wohl unterhaltene 
Fähranstalten, als IJebergangspunkte für die besuchteren Hauptstras-' 
sen. — Nach achtzehnjährigen Beobachtungen (1819 — 36 lncU> 
beträgt die mittlere Wasserhdhe der Weser am Pegel zu Minden 
3 Fuss 2ZoU ll.in. 



Dtr PrtOtiMli«. Suah SM 



MhlflMMb«« i»Wmmi dte NMMHiAi tei fUifW»Mei9W9tsli« 
aell ta «iMtn KrtiMB üwIiMmi tFMi 1 Zolfr iMi aFm'tflMI, 
«•d wM viMi WdferwMiren benitst, «lie tnt 3M» Ctotr« Tr»f*^ 
fUigfceit faülbeii. -^ A«f de» reell ten Ufer ftimiit dte Weser 
iMMirlielb 49t PmfkuMktm CMwea Meetr einigen sehr klel«e» 
BMtm nur swei flieee «od meh dieee Ton geringer Wniser^ 
rasdehnwg auf: I) Die Ave, welehe raC dev ixreetiebeer Ab** 
bMge dee StetelgeWrge« In der Kmieefrieehen Qn^sthM 
SefafloenbQffg enCepringt, «nd anoli eiemi oordweetiiolMi LnnAe 
rtm 7 Meilen der Stedt Menduigtn gegeaMereiefa in die W^ 
eer ergieeBt 2) Die 0ebie oder Gel lei, die gleleliMle Muea 
Vrsprttig In der GnfliclMll Sc l wi nen»n ng heti in nordtreeÜolMr 
WcMmg das FdrstenClioai g e h — enbaiy-^li^ie dnrcliüesst, Md 
seiion mcli eiden Lanfe ven 5 Meilen den Kirolidori^ Biiehlioto 
gegentlier ia die Weser tttiergeiit.^ Die eriit ISBfeilen von der 
FreussiedMn Grinze entfernt nnterMb WeHle» in die Wener 
anl Ulfen reckten Ufer eivli eininflndende A Iterv ein Misa rbn h%^ 
dentenderer StronwntwiolDelnng (aof d4 Meil. hS), liat aeineH 
Dnpmng nnf Preaesiieheai Geiiete im Kreise Wnnaleben (Regie« 
mngslieslrlt Magdeburg) b^ 8eeiiansen, und lieft «eeh 8 Meü. iaf 
nordwesilicber Riefatnttg dnrch die Kreise NeeMdensleben und 
Gardelegen {Regbesiik Magdeburg), vnai Tbcü als Grinelliise 
gegen Brannsobweig, ehe er bei Bbisfelde ans Prenssen vtWg' 
in das Herzogthim Bfannschweig tbergetit« Die Aller nlnat dwoh 
die Ocker (fOr einen Thdl des Kreises der OmliNliaft Wem^erede 
Mieh Grünfloss) die mit dieser verbimdene Ilse anf^ wielcb» anf 
den Bred»n entspringt und den Kreis Wemigerede (ftegbe«. 
Magdeburg^ von Süden nacb Norden dardtströnt, nnd an de^ 
nftrdiiebe« Gitnse desselben in die Ocker elnfliesst Aoeh ä9t 
wiebtigste N«4>entliiss der AHer, die Leine hat ihre Onellen In 
dem Kreise Worbis (Regben. fiiftort), und entwiekelt steh über 
5 Meilen anf Prenssischem Territorium, in den Kreisen Worbis 
oml fielligenstadt, bevor sie die westilohe Riebtang mit der 
ndrdlicbea rertmiscbend, bei Kfrcbgandem ans dem Regbenirk 
Brftart in das KOnigTeioh Haanerer übertrat 

Aof dem linken Ufbr der Weser sind hier die bemsrkens^ 
werthesten NebenflOsse: 1) Die Diemel^ sie entspringt im Für- 
stenthume Waldeck, verst&rkt sich dnrch die Vereinignng mit 
mehreren Bbohen^ namentitoh der Bopke nnterhalb Bre^l^r im 
Kreise Brilon (Regbee. Arnsberg), nnd geht dann in «siRcher 



340 Der Pretttittht, Staat' 

U Mm g 4mA dte Kteifle BffBoo nad W^Magt »n "BM 4ri« 
CMUBiiws g«gM das Fürsteatfaaai . WaMeek aad da« «[«rfllpw 
stwümin Hessen. Sie nimnit bei Waitarg aoeb die aas He»» 
sea konuneode Twisle ia sieb aaf^ tefl&sst al»er ^ne Mdle 
aateibtib dieser S^t das Preossisebe €leln«t, und CMK erst bk^ 
ter Cartebaven an der Hanndversehen CNAnae ia die Weser. 
Dia Dloael bat ^aea jahoa Fall, zaletet eiae Breite vea 150bia 
190 Foss, und eiae Tiefe vea lOFoss, kaba j dd a eb a« S«fai#4' 
Mwi ni<^t benote werdea'*'). 2) Die Bewer, eia Bergias« 
vea gednger Ansdebanag, welcher im nordOstlidieB Tbeile to» 
Kreises Warbdrg entspringt nad naeb ebiem östiichen Laafe voa 
drd Meilea bei Bevemagea sieb aiit der Weser verbindet. . 3) 
Die Nethe; sie hat ihren Ursptnbg anf don Eggegebirge; idi 
wastUcästea TheiJe ^s Kreises Warbarg (Bagbea. Mindea),- 
i^ereiaigt sieb bei Riesel mit der von Bribmg bemmeadttB Aa» 
aad iiessl ia MUi^ Riehtasg, dvrob den i&eis Bixter, bei 
«M<riheiB obaibalb HOxter in die Weser. Dk Netbe hataiar ebie 
SidattentwiclcelBPg van 6 Meilen, aber eiaen sehr j&bea Fall;* 
eiageeagte Ufer bei 15 bis 20 F. Biaite, oad ist vireder schiAaT 
aocb aar Boteiösserei geeigaet. 4) Die Werre (Westtib&liSefae)f 
sie hat ihre Oae^n anf dem sMöstlioben Abhänge des Teutebitr- 
ger Waldes im Fürstantbam Lippe -Detmold, verstärkt coeb sehen 
iaaerhalb dessalbea durch vieUbche Zuflüsse von BergbbdieB, 
nameatlieb darcb die Bega bei Ulfoln und erreicht in nardlicher 
Blebtoag den Preassisohen Kreis HerfiHrd (Regbexs. Mindea), % 
Meilen oberhalb der Kreisstadt gleiehen Namens. Bei dieser 
Stsdt nimmt sie die Aa in sich anf, die aus der Mitte des Teo^ 
teburger Waldes herabüaft, fliesst dann 2 Meilen ndrdlich 1^ 
UaterBteinlacke, verbindet sieb hier mit der aus dem Osmabi^cki- 
acbea bertcommenden Bise und mindet sieh daaa' östlich bei 
Rehme noch oberhalb der Westph&lisohen Pforte in die Weser 
dtt. Die Werre hat überhaupt eine Fiussentwickelnng ven 13 
Meilen und zuletzt eine Breite von 60 — 70 F., aber sie ist an 
seicht, um zur i^chifffahrt angewandt ^^' forden zu können. 6):Die' 
Bas tau; welche auf den Lübbeken^cben Bergen entspringt (vgl* 
ob. S. 185) und aaeh eiaem gerade. ösUjebea Laufe von 6 Meil. 



♦) ai« Ist überdies dureh Ihren Flsebrelelitlium bekanatf Üer 
il^re Blobtuv^ gegen das Eggegebirge, vgl« ob. S. 1§$. 



fff ^iirti««ft, Jd W^ A«9« ivm^f A^ im« 4N XOA «MiMb- 
MMi^clm Bmk^ fv ^ bfl iaip f M»» Bm*eÄ «teil tHW«t^ w»r* m^ 

^^itüleil^ witerM)]^ 49«l| nH 4fff yw ßB4»^ |mm^ Norden Ahi 

l|fM|re.4ll yMMkoP WindaiigfBfi #ii«r dem PM#«vfMrevcb9R Cffbj^tO 

sm We^ilbtlfn 419 B^i» Mf, aM» ein ^ ^|cli ||^e^t»|iep4<if 
P4m« Wt f^iuup ^K^fOhaniljpM f^^Nia^jelf y PU^ KfD# to^ 
Mtf« Qq^ep in «ine» Bmobe i|f^ Spi^me'«') ^ ^a4\('e«ilif4t^ 

4iyi QfieMeii jdec Li^^ Iqd«in siß in wf^stlipteip %bpi\e am 
Hptmn Paderborn und im IpceifA Wied^obfüfk |dl^ Abfüsae 
äißßßß TPßU^ i^ "l^juMukf^m Wiüdes nmmtMf di^ jhr in vj^rr 
]«» Blobfa impjtiiMPM^ bebitt ßie bei «1^ fiifim m^ eiM 

g^b^«. Vw WifdfnlM^JBi* M> V«ft*rt W f «* |l^^4»re8t^cb 
Mm de# B((fltf^6^ IW^^^lW 9*cb ^em \m^ Btüm^ijr' WPimt vof 
l^Are^d^if ^ Ap^t ««(erbflb ^^9^ SM^ 41« 0e«#9J in Wob 
Hfif, fl^^^pist 411011 n^ i^ p^OiAUQbf^ AtebtUJig #r/(^ di^p liMidlvpif 
manater (In welehem sie «ob v^H^ Wi^rse**) b(H fn^rn^WNl 
2Meil. tiefer mit der Münstersohen Abe oder An*''^*) bei 



*) Die Senne ist eine grosse Heide mi^ ]||o^^9(.e^ ^ie una^^-* 
telbar bfji ^n 9Ä4we#Wcljeii f^%^t 4.ea Tpi\to]>nrf^^T WaWeia be- 
ZXmi un4 #icb bis Jlji 4f^ Kr. pi^derbpr;^ u^4 Wle^epbrtt^k er^treiDfct, 

♦♦) In die Wftrmf »11^ 3 BfelJ. vpr ilir^r A|99n|%4^9c j)» die 
Weaer die ebjcj^ 9p W^i9?rre|pbi? An;$e| bei ^ngefmpdd^. 

♦**) Abe pd^r Aä^ wi^mmw^^^i^J^ ^^^'»f* A M 4i^ifPkelbe Wort 
fMt Au odjar Awe, nfid ^edß^t^.t ^r^priM^cMpb je^fis ^Uies^end^ Yf^%' 
ser npd nftpli^tdem esf.t elnp JP,^i^^<p))aCt am flie88,enden Wjjis^er, I9 
Nieder-Deutscbland, mit Inbegriff des Dänischen Festiandes, #|^den 
Vir 4#M|r v^ejlp |*l||a#e ^^ ;^|M^be fn|( 4J?«er ^|rrf»pJMn S/anennung 

Schuberi'f Statistik VI. lö 



242 Der Preusilisclie Staat. 

Oreven verbtodet) und dorcli den Kr. Btehiftott. Mnmf verliaril sie 
eine Bf eile viiterlmlb'Rhehia die PreuAsfodieii CMAzeo, «m erat mdk 
einein weitereo Laofe tod 27 Meilen» der io ftberaoa TMen 
KrftmmaDgen darch die nordwestliclien Theile dea K5tiigreielia 
Hannover langst dem grossen Boortanger Moor sich binwindety 
durch den Meerbusen Dollart sich in die Nordsee 2a ergiessen. 
Die gesammte Stromentwickelung der Bms betr&gt etwas über 
51 Meilen, wovon 24 Meifen anf den Prenssischen Staat MIea. 
Die Seichtigkeft des FInsses Hksst ihn aber trotz seiner BreHa 
von 80 bis 130 Poss erst bei Rheina, 1 Meile vor seinem Aas- 
tritt aus dem Prenssischen Staate zor SchiffbaiiDeH fftr sehr 
kleine Fahrzeage benutzen*'*') Das ganze Flassgebiet der Bms 
lasst sich anf 236 Qmeil. berechnen^ wovon wieder der Preoaai- 
sehen Provinz Westphalen 95 Qmeil. zQMlen. — Die Veohte, 
welche auf dem östlichen Abhänge des Hahenzugs im Kreise 
Koesfeld (Regbez. Münster) ihren Ursprung hat, nicht weit ent- 
fernt von den Quellen Ihrer beiden Nebenflfisse, der Ahe oder 
Aa (Stehiftorter) und der Dinkel, welche einige Meilen redita 
und links mit ihr parallel fliessen**), gehart noch als ein eigen^ 
fhtimlieher Fluss hfeher, der in den 2afder-See sefnen Aas- 
fiuss nimiüt, jedbeh nur die H&Hte der beiden kleinen Kreise Stein- 
fürt nnd Aahaus za seinem Prenssischen Fittssgebiete rechaen 
kann. Die Tedite hat nnr eine Stromentwickelong von sy, M. 
auf Preussischem Gebiete, das sie vor Ohne (Hannöveriseh) ver- 
Iftsst, Indem sie erst auf Hanno verisehem Gebiete bei Nordhom 
für kleine Fahrzeuge schiffbar wird. 



Grünau, Saderau, oder in anderen Lftttdem die Stetteran, Hardan, 
Gordau, Wipperau tt. s. w. 

*) Daher wurde die Mfinstersclie Aa zur Bespelsung eines Ca- 
nais (des MQnsterscIien) benutzt, der fflr Mfloster die Verbindung 
mit der Techte vorzugsweise fOr den Waaren • Transport zu Was- 
ser einleiten sollte. Erst später wurde damit eine weitere Ausffiii« 
rung des Planes zur gleicIiAiitestgeii Verbindung; mit der Lippe (und 
dadurch mit dem Rhein auf einer und mit der Ems auf der anderen 
Seite) verknüpft, aber die mit der Veokte wieder aufgegeben: s* un- 
ten Canäle. 

^ Die Steinfnrter Ahe mUndet sich noch auf dem Prenssischen 
Gebiete unterhalb Wellbergen in die Vechte ein, die Dinkel Terbln- 
det sich erst im Hannoverschen unterhalb Neuhaus mit der Vechte* 



Der PreufttUclie Staat. 24S 

D#r fthehi kkt Bdson In'eiMr Blr0aeacWioliekHi^ tob 191 
MeBeo doroh vieler HerreH Land eeittee WmeserreielittMni be^ 
deQtssin erhOht imd eioe fiHcoulH^ite ren 700 F. erreiebt, Vremi 
er bei Bingen mit der Blnntndsng der Nabe über die Preoesigcbe 
Chfinse tdtf. Zuerst b^det er bier auf einer 8b«eke vea 7% M. 
ikf €ltfi^ttse gegen das HensogclHiia Meeaa, so daes nnr tias 
tialie lOieiiittfer dem Preossisefaen Staate eiaverieibt ist. Nacb 
d^ tStendndtiBg der Labn bei* Nieder -Likbasteia gebart er von 
dem Kirobdorfe Bdreb ab «dt seiaen beiden Ufftra so Prens^e^, 
bnd -belebt nnn im vaHen Sinne des Wertes die na<^ ibm ge- 
nannte ftbeinprovtffiB. Br fliesst darauf mit 1900 Foss Breite ^> 
dateh die Käreise Cii^ienz, Mayen, Ahrweiler and Neuwied (des 
Regbes. Goblena), demn&ebst dnrcb die Kreise Bonn, Siegburg, 
CÜJn und MObIbeim i&ea Regbeis. €5Un) und endlieh mit 1,300 
bis 1000 F. Breite durch die Kreise Seiingen, Nenss, Mssei'- 
derf, KreMd, Duisburg, CMdem, Rees und Cleve (des Regbez. 
Bfiss^terO* Bei Bsu&erich^ der letzten Stadt im Kreise Cleve 
gegen die Niedertiodisehe Orboae, ist der Strom schon bis auf 
9180 F. Breite gewadbsen und 2 Meilen nntorbalb dieser Stadt, 
umnHteter bei der Niederlbndisohen Oiftnse in der Nhhe von 
«cheAeBsebanz auf 9,300 F. Breite. Ber Rhein bat dann inner* 
ba^ der PreussisobeB Gfimsen eiuea Lauf von AZy^ Meilett s&u« 
ftttfOokgelegt, d.i. ftist ei» Viertheil seiner gesammten Strom* 
bbbn Toa l75Meil.| «ber von seinem gesammten Flussgebiete, 
das auf 30004)meil. sut Rinzurecbnung seiner Nebenflüsse sieh 
ausdehnt» IbUen auf den Preoäsisohen' Staat nur 700 -OmeiK oder 
noch nioiit eiu Ftuftheit, weil ausser der Rbeinprovinz, von 
der moff sehr kleiae Distiiete den NebeollQssen der Maas ange* 
bOreUi die grösseren Hbtften der beiden Regbeeirke Arnsberg 



• *} S«r Verbfadaag^er Rauptabergüage Ob«r deaBbein imPr^s- 
als^sa Ctoblete.. gtebt- es drei stehende ScbUDbtfWdu»», die erste 
bei Oohlmm^ welebe: mifij^ Boatans rabt und aus dieser S«sdt:naiDb 
d^B gegenSber Uegea4^ni E^e|ii%relt«ik9t^iB fOiur^, disi adelte bcA 
Colin, welcke diesen wl^lgea O^tratpanbU; des Rbelfbaadel« qiU 
Beuta yerblBdeC (sie warde 1S99 anfügt, rubt auf 39, Sc|ilffen. upd 
ist 1250 Schritte lang) und die dritte bei Wesel. Ausserdem giebt 
es 6 Biegende 'Scbtffbrackea bei Neuwied, Bean, JMblhelm, Grlm- 
IBi^ifbaiiaeQ, BBsseUoif aad Butsbwrg^.uBd. wohl aatiü^StatiOBSpaak- 
teBfbetodBKsleb'gBiüBtSfbalteBB PdktsB* ...... 

16« 



244 Ifßfi,9r^j$$9i$^ke 9tMt. 

de«) dimsh die ^tlieftfAmß dm Bimam im^ixikai wei4«r« 
Scban y, Meile yoo d#f PrewsUwlMea BfkusfA «vriacbim den 
Kirchdörferp MUlinge« nnd Gent fiodet die er^te grosse Tbei«* 
Ifnigde^^mieie^iceieeft in d^ .Wii»l «nd.deii R^eiq sUH, der Md 
dM^nf aecb zwei feigen» «m in dea verecUedeAen Armep dfr 
Tseel, dei3 elteollheiRfi, de« Leok'e uedder WuM ihr Wmh* 
«er murntteibar, oder vermiUelst de« Znyder^Seee und der M^M 
ia die Nerd«ee eniiströiiiefi zQ lasaeA. Veo Kogm \i\» Ceblew 
siad die Bheinater sehr beengt (vgl. oben 8. 189 -— 80), da hier 
der Strom ei^^ aenie jBehn dw^h den Umidsr^Mrkei) mi dee Vm^ 
nnsgebirge duivbbreehen mw». Die bis in den 8t<eni hin^iin eieb 
erbebenden einzelnen F^entOefce nnd die dadoreb vennlefiateil 
Stroipaehfiellen» namentlieb bei dem Qiqgerloeb, eind in den ki»* 
ten beidea Jabrzefanden, seitdem die Dawpfs^b^fffahrt auf dem 
Rheine z« einem ao blähenden ZnaUnde mh gehoben hat (vgh 
§, llOy zun grossen TheUe darcsh Sprengnngen beaetiigt, oder 
mindeatena für die Sqbiffjßfthrt gefabrloaer gmaehtt Yen Cohr 
l^oz bia Neuwied ued.Andernaeh ist dae RbeintlM^. enf ainer 
Lange voii 9 Meilen en^^jiteri ued bietet eina rtaaht £niehtbere 
^iederong dar» AreUich immer nnr in einer beaehranlUen JBfeit% 
die anf beiden Ufern »naammw. w?bt über V* Meile faetcigt 
Unterhalb Andernach aber werden wieder die Meinafl^ avkf beiden 
Seiten durah die BUfel und daa Siebeng^rirge (e» oben ^ U$ bi« 
189) aebr ßt^k bedrängt and daa Strombett rereiigit (dieStrovH 
eehneile bei den Unkelateinen iat dnreh Käomnng d^lben jetet 
gefSahrloa geworden)| nnd bleiben es anf der ?eehAan Seite se Ma 
Bwel (Bonn gegenüber); auf ^r lieben Rbiieneite wird daa 
Thal schon bei Hohlem und Godeabeis I Meile oberhalb Bonn 
erweitert. Von Bonn ab bleiben die Ufer dea Rheins bis zur 
Gränze flach. Die Tiefe dea Flosses wechselt zwischen Bin- 
gen nnd Canb von 6 bis ^ Foaa» awJa^eu Cmtk^ md Bern von 
S r^ U F.^ owiacben CWn mä MthlbeiH fon A Vnes d Bafi 
bia 2B WnsBj zwischen MdhMieim und Döaa^darf von 16 bis 30 
FnsB. Aber unteriialb dieser Stadt nimmt die ^ormahn&ssfge 
liefe stark i^, sie bleibt zwischen Dllsseldoi^ nnd Wesel nur 
11 bis 14 Foss, zwischen Wesel, Emmerich*) und der Nieder- 



♦) Bei Emmerich betrag noidi dea geaanaa PegelbeaMktnn^ 
gen für die ÖTjübrlge Periode van J79# hkt IS90 4ar nj«tlare Was- 



Der PreussiBefae^fita^t. 245 

üMlMliett <MttM 9 bi« 15V*a«fl. üiia €^r&lle des Ahelfls unt 
der gesNiiiitnteft ^tromlmhii dtrdi den Prensnisolien Stallt ItotfUgt 
not 194 lf<, da der Rheinspfefel bei Bingen 235 F. und aa der 
^veuMisofc-NiederlllndhM^ieti QAMe iiar 4T Fass Ober den 8p. 
«. N. 8. sM befindet: al^o durehsohnitttieh aaf 100 Ruthen 2 ZoH 
9 Liu. Aber ewischenf Bingen and GOlln ^) ist das Gefälle weit 
beiräi^tlich^r, ahi sifHeehen CHDn «nd Seheakenscliattz; denn 
¥rMirend es auf jener 8(reeke anflOO Ruthen bereits 3 Keil 3 Lin. 
betfftgfi ist es aaf der letisteren auf 100 Rntben nur 2 S&o^l I Li«. 
«^ Die Startee Breite und Waesermenge des ätrotns, seine Ha- 
rftea Ufern, das ven €5ifii ab erweiterte Flmsthal, die Rfiofe-* 
wirlcnng der Seeflutlien im Leck und der Waal bedingen sehr 
h&ofig eine grosse Noth der Ueberschwemmong fQr die am 
Rhein Regenden nördlichen Landschaften des Regbess. Dösseldorf, 
Schon von Uerdingen ab, drei Meilen nnterhalb Düsseldorf und 
Neuss, beginnt das den Ueberschwemmangen vorzugsweise aus- 
gesetzte Rheinthaly in einem noch höheren Grade von Xanten 
ab, wo die Niederung auf beiden Seiten des Rhckis abwärts in 
die wetlea Ebenen der Niederlande fortgesetst wird. Zum Soliul«9e 
gegeli diese füirüeii Mehrmals drolienden Gefahren der Ueber^ 
sdiwemarang hat «an aclieft fm M ittelaltA' Deiche oder Be^/v^a^ 
taugen istir Abwehr der Gewalt des Stromes angelegt. iBcreits 
im vien^ehnten Jahrhunderte gab es Deich verbfinde, denen die 
ttrhattung und Beauflsichtignog der Deichbauten tibertragen war. 
Aber die Auflandung in der Nahe des Rheins und dadurch in 
dem Strombette selbst ist jährlich im Fortschreiten, und dadurch 
ist «uch natürlich die Höhe der F^uthen und das Bedürfniss hö- 
heuer Schttt0deicbe gestiegen. **) Der Strombau 4es Regbez* 



aenttm« des. RMelM Fast % Zell 8 £Anten. WälrreoA etaes föaf 
wd Daafi(|«jaMgai BeUrattais ro» 1189^1680 Ist der Rlnda bei 
EflMieiloh 9r Mol «bH; Sil ftadcidst fewtsea^ «tse ^tersisMSttttoeh 
»Me 2 JtkKPe «iaiaalr 

*f Der BteABSf legti bei DMIn Ist aiHr 188 Kose über d« Wsfv 
d. M. 8»^ und die atnoaittttftraaag awiaSiMi Biagen und CöUn be- 
tragt n Meilen; die awlsckei Cdltai «id IBeienkenaehaas 81 Vi Metl. 

**} Vtebabli, Statist. To^sgrafb. ^les Regbes« INUSeMorf, 8. 16 
bis Id. IHe Claviaeben D-eiebv^rb^aade haben tfire besondere 
B^itedene(De4ekaUliile) <nd «ebrea den Naaiea eelebaskauea. 
Die kleinen nidit nach den Vorscbrlftdil des- Delahreglemeiift» atage- 



246 Der PreussUohe Stsut. 

PttsseMoif ist einer 4er wichtii^ateD im PreMmehea (Btimie; 
vorzQ^ich in den Kreisen Dnisbarg, Rees, Gddem und Cleve, 
nnd es ist ihm nur die Unlerbiiltang der Weiebsel- und Nogst-* 
Deiche, sowie die der D&mine ond Wssserbanten nn 4er Memei 
and ihren Armen nach ibiem bedeutsamen Umftoge arar Seite z« 
stellen. In älterer Zeit w^rde derselbe unter mangelhafter An« 
leitnng oft mit getheiltem Interesse behandelt , ohne attf eine 
verh&ltnissmftssige Verst&rlsang der I)eicblc5rper Bedaebt so neb* 
men, wodurch »war ein vnsicberer Schntz fQr eine knrze Dauer 
erreicht, der sp&ter eingetretene gefahrvolle Zustand jedoch vor- 
hereitet wurde. Erst seit d^m Jahr 1760 ist hier eine wissen-* 



richteten Schatz - Verbindnngen belesen Privatpolder,' «nd die 
Deiche selbst nach Maasgabe Ihrer Restlmmung Bann-, Sommer-, 
Quell- und wenn sie unmittelbar am Strome Hegen Schaar-Uelche. 
Die Banndeiche bilden auf beiden Selten des Stromes eine zasam- 
menhftngende Ltole mit den natürlichen AnhOhen und sollen die höch- 
sten Flnthen abhalten; die Sommerdeiche Hegen vor dieser Linie, 
stehen nleht In nothwendigem Zusaromeahange unter sich und haben 
nur den Zwedi, das von Ihnen eingeschlossene Vorland, weiches 
sieh zum Thell In der Form von Halbinseln darstellt, so wie einige 
wirkliche Inseln, gegen Sommerwasser zu sehatzen; die von Ihnen 
umgränzten Bezirke helssen daher auch Sommerpolder oder A es- 
sen pold er. Die meisten Hochwasser, die zu Ueberschwemmnngen 
führen, treten In den Monaten Novbr. undDeebr. bei anhaltendem Regen 
und Sturmwetter und Im März oder April beim Schmelzen des Schnees 
ein. Seit einem Jahrhunderte sind für diese Rhelngegenden die ver- 
derblichsten Ueberschwemroungen gewesen in den J. 1740, 1784, 
1789, 1799, 1809, lh20 (Jan.), 1824 (Nov. und Dec), 1830 und 1831 
(Jan.). Im J. 1740 hatte der Eisgang alle bis dahin (seit dem 14ten 
Jahrhunderte) genauer bekannte Ueberschwemmnngen In der HOhe des 
Wasserstandes weit fibertrotten, so dass man dieselbe als den Maas* 
Stab für die neue Höhe der Deiche annahm, und In einem Zeltraome 
von 44 Jahren sich auch gegen alle. allgemeine Verheerungen gesi- 
chert fand. Aber der Eisgang des J. 1781, welcher In seinen lüreht* 
baren Folgen durch den plOtzUeken und gleich zeltigen Eintritt am 
Mittel- und Unterrhein sieh am Terderbllshsten neigte, übertraf den 
Wasserstand von 1740 noch «m S^iFttss. Der durch Ihn veranlasste 
Schaden kostete dem Fürstenthum Cleve aUeln über eine Million 
Thaler, aber fast ein gleicher Verlust betraf die acht Rhein -Kreise 
des Regbez. Düsseldorf bei der Ueberschwemmung In dem Novem- 
ber und December des J. 1834. 



Der Preu««i«cbe Stfi^t» 347 

sohaAüdiAre Dehaadloi« dleie» iMif die NeUir pod WeUfUirt 
dea Landes eo einfloMFeicheii VerwaUuiigszweiges eingetreten« 
und dnrrb sie sind nach und nach die scb&dlicben Folgen frfilie<* 
rer Misifgriffe ndglichst gehoben. Durch Anlegung zwecltm&s- 
siger Banwerlcei durch Verscbliessuiy scb&dlicber Nebenarme, ver« 
mitteilt «weier l^ostspiellger Durchstiche bei Wesel in den J. I7S4 bis 
85 und bei Biealich in den J. 1 788 b. 89 ist es gelungen, den Lauf den 
Stroms au verbessern. . Wbbrend der Kiiegsjahre zur Zeit der Fran«? 
zdsisohen Oconpation blieben «war die Wasserbau-Arbeiten in ver«- 
nachlftssigtem Znstande, aber seit 1816 sind anabl&ssig wiederum 
die zweckmissigsten Bauweise zur möglichsten Verhfitung gros- 
ser Nothzust&nde angelegt, unter denen namentlich die glück- 
liche AusfQhrung des wichtigen Durobstichs bei.Grieth (1 MeiU 
oberhalb Kmmerich) im J. 1819 zu bemerken ist. J&hrlich wer«p 
den seit dieser Zeit im Durobachnitte 60,000 Thlr. im Regbez» 
Düsseldorf ans Staatsfonds verwendet, um die Gefahren der 
Ufer zu beseitigen und die Strombabn in ihrer Richtung zu re-^ 
geln. In den vier Kreisen Duisburg, Rees, Geldern und Cleve 
betrugen 1836 auf beiden Rheinseiten die Banndeiche 31,326 
Ruthen, die dszu gehörigen Quelldeiche 4322 Ruth, und die 
Sommerdeiche 66,244 Ruth., deren jährliche Unterhaltungskosten 
25,860 Thlr. erforderten, aber in der durch sie geschützten Nie- 
derung einen durchscbnittlichea Reinertrag von 611,519 Thlr» 
gewährten. 

Auf dem rechten Ufer des Rheins münden sich inner- 
halb oder ganz in der N&he der Prenssisehen Grinsen folgende 
bemerkenswerthe Nebenflüsse ein, die ausserdem auf einer grös- 
seren Strecke das Preussische Gebiet berührt haben: 1) Die 
Lahn 5 sie entspringt im Kreise Siegen (Regierungsbez. Ams- 
bergj am Lützeler- Berge, nimmt zuerst ei^en östlichen Lauf durch 
Kurbessen nach Marburg, zieht dann gerade südlich in das 
Gro8§herzogthüm Dessen - Darmstadt bei Giessen vorbei, und 
läuft dann der früheren Richtung gerade entgegen gesetzt durch 
den isolirten Kreis Wetzlar (Regbez. Coblenz) in das Herzog- 
thnm Nassau über, wo im engen Lahnthale die berühmtesten 
mineraHschen Quellen Sieb in grosser Nbhe am Flusse beflnden 
(SeTters, Fachhigcn, Geilnan, Ems), utn ehie Meile vor der Aus- 
mündung bei Nieder -Lahtistiefn (I Meile oberhalb Ehrenbreitcn- 
stein) der Gränze des Prciussischen Kreises und Regbez. Cob- 
lenz sich bis auf 1000 Schritte zu nähern, und in einer nicht 



24B Der PfenUlitht Starat. 

t^ssert. Die Luhti fiAtt eine ftfrottieetwltkehnig rbn 99 tfeUeHv 
WOTdö 7 auf thfeoeseti nilled^ «ie nimmt 35 Ideino tittsne fA 
steh Uütj hni kei WeteliiT Beben eine Bftrite Yen 100 F., wird 
aber erst bei Wellbnr^ im ttehsegthnm Nassno ttkt kleine Pnbr«^ 
isenge st^Atthnt. 2) Die Sftye) «fe nimmt ilireii VrsptMg mtf 
dem Wenterwald bei Dreifeideii im AeniDgthdm Nassau imd 
messt illtch einem ktlnsen aber jlben Latife von i MeHen dareh 
llen Kreis Meowied (Regbeas. Cobtems) bei fengers in den Rliein. 
9) Die Wied, weiche in def Nike der Qttellen der Sayn im 
NiSiBJlittlsdien entspringt, faftt ^cnerst einen westlMien f janf durch 
flen Kreis Altetoidrehen, Itt Ivelefaem sie sich noch mit dem j&h 
herabstArssenden Üolzhtth verbindet, and strömt dann mkstat^ 
kern Üethftt in der ftiehtnng Vdn Norden nach Stlden dnrch deil 
Kreis Neuwied, iddem die irtm ihr be^pfllte Lundsiihilft nach ih^ 
den N*men der tiraftehaA Wied an^nommen hat; sie ttlit (nach 
ehief StrombahU toh Id iteilen) bei Irlich unterhalb Neuwied 
in den Rheni. 4) Die Bieg (von deren Ursprung ich schon ohi 
B. 187 geSprachen habe} hMt im Allgemeinen einen westlichen, 
aber dnrch die sich herandrängenden Oebirge beengten und viel^ 
IWch gekHimmten Lanf dorcb die Atei Regbessiifte Arnsberg 
(Kr. Sieben), Coblenjs (Kf. AftenkittiieB) nnd Cf^Hn (die Kreise 
Waldbröl nnd Sieg)^), nnd geht nach einet Stromentwickelung 
von 17 Meilen nnd mit einer Wasserbreite von mehr iils 100 1^^ 
in d^r Ifilr&bKe des Ib-eises Bonn, % Metle unterhalb dieser 
Stadt in den Rhein fiber. Sie ist bi^ Siegbitfg tthüht schi£fbar, 
obgleich sie sehr starken 2tifliiss ans den Bergbkchen hat, sich 
mit den 3 bedentetaderen Nebenflfissen, der Bell er, dem 8nlz- 
bach und der Agger verbindet; erst auf den beiden letzten Meil. 
von SIegbhrg ab hat sie flachere Ufer hmt ein germgeres Oef&lle, 
kann aber nur Mr kleine Kfkhne benutzt werden. 5) D^ 
Bt^nnderbach; er entspringt bei Hetkenmth fan Kreise MfihK 



*) Slwei landrathUcke KreU« tragen demaacli ikren Nam^n b«<;Ii 
diesem. Flusse., da die Stadt Siegen aoch llua benanal ist, ebfea so 
wie Siegbarg, und die letztere Hia^, welcke fTüberliin dem Kreise 
im Regbez. Colin als Kreisstadt den Namen gab, jetzt noch mebr dem 
Gebiete des Flusses hat weichen müssen, weil dieser Kreis nicht 
mehr Siegburg helsst, sondern Sieg. -- 



Der Pr^tt*«l«t1ie tttkt. 94^ 

MtoCft^^Bezirlt dülii), MiW Mt »«tiicni ktiiMfr bktth ttm i 
Mdieti tteto «tis 40 M(lM«ii trthd Mlft bei Mfltklbdni in dealllKfhi. 
6) Die Wtiplier oder Wlpp^f; sie biit ihree ITMp^itg ftMelt. 
0a gelvd^ ftkbitmg) 58tH^fa xün Wutet MtmAtLtg bei Kierspe fm iCh 
AKetfa (ftegbe^. Arnsbctg), iHesst in einem Hefen Tbale bei Wipper- 
ftift ind MekeMWt^ vorbei dareb den Kr. Lenbep (Regbez. bfis*^ 
Beidorf) naeh Barmen und tilberfehl, Terbfelfet sieb dort In vfelen 
Armen ftber die Bleichen ^ Färbereien und fnbrikanliigen iUer 
Art, Jitllt von iSontoenbom südfiob xwhiehen tiohen Bergen dorch 
den Itrei^ Solingen and tritt nbterbalb Imbnch In die Bbene, in* 
dem eie sich dsWiacben WIeadnrt nrd hbeindofr In den llhehi 
eritiesst. Auf Ihrem hi- Ttelfüchen Krflmmangen gewctndenen 
Lnnie, hnt sie eine SCromentWh^elnng von 17 Meilen, dabei e(^ 
nen adhr Jsihdb i^fl ond Ist dareb die Aatbahme von S7 Berg^ 
IMben "^ sehr b&ofig jiturken Anscbwellangen tintervror Asn, aber 
eben wegen ihres Wnssersvornitbs and geschtingelten Lanfbs 
2&I1 einer sehr bemerfcenswerthen Verwendung fßr die technische 
Ciütlir za gebranchen, so dass sie aaf einem Gebiete von 10,* 
OmelK 3&I MAblen, Schleif- a. Hammer* Werke in Bewegang tteitf. 
Unterhalb Solingen tann die Wnpper fttr kleine Pahnscnge sfiufti 
Transport gebrattcbt Wenien. 7) Die Bi&sse}; ^\t entspringt 
tm Kreise Biberfeld oberhalb des Kirchdorfbs Ddssel, ^rtmt 
fewiaehen schroffen Felsen dorch das Kalkgebirge bei Mettmann, 
hat ein kr&ftiges OefhUe and dorch die Anfnahme von v1^ kIeK 
nen Oebiiigsirosseo hlnlUoglichen Wasservorrath, um 52 Mttfalen 
and die Wasserwerke vlelei' Fabrikanlagen 'zu treiben , und geht 
bei Ddsseldorf and ICafserswerth In drei Armen In den Rhein, 
8) Der Schwar^bach und der Angerbach, wtiche beide bei 
Walnrath entspringen, dann in der IBntfemmig einer halben MeHe 
von einander durch hohe Berge sieh dttfchdrUrtgen, aber In der 
lEbene anterhalb Ratingen 32 MfHilen treiben , worauf der 
Schwarsfibach in geraderer westHcher Rlditong bei WlftlSr hnd 
der Angerbach in einenft grosseren nordwestlichen Bogen FHe^ 



O Untvr diesen ist der Wlcktlgsie ttte DMIvn ««et WkäM^ weiebe 
Im Kreise Leanep bei Resiieidtthaa aas der Vsreiolgnnf darioeiaea 
ni»d Jossen Biann steh bildet^ -sitibsi-scAr vtole MUMea treibr a»4 
traterbifb Kü^perstei^ ktffz ver der AMMMSItfMHr «Acsr Wtfpf er Mi 
deo Rhein erst in dieseo Fiuss übergeht 



250 Der Pre««ti«clie 8t«at» 

neiBbei« g»flaaftber ia den |Uieia siob eiftaist 9) Die .Ruhr 
(die öst]iebe)i sie entepriegl bei der Stadt Wieterberg im Kreise 
Brile« (Regbes. Arnsberg), fliesst dureb reizende nnd frachtbare 
Wieaentbiler, die von wnidbewechsenen Höben umgeben sind, 
in weetliober Ricbtong dnrcb die Kreise Mescbede, Arnsberg, 
als GränailQss zwischen den Kreisen Hamm und Iserlohn^ so- 
daof dnreb die Kreise Dortmund » Hagen und Bochom (in dem 
Regbes. Arnsberg), niid gebt dann im Regbes. DOsseldorf durch 
die Kreise Essen «nd Duisburg bei Rubrort in den Rhein über« 
Die Ruhr hat aberhau|it eine Stromentwickelung von 29 Mei- 
len nnd einen starken Zufluss von BergflOssen auf beiden Seiten. 
Darunter sind die bedeutendsten auf dem rechten Ufer die von 
Rrilon kommende Möne, welche nach einem westlichen Laufe 
vonl2MeiL beiNebeim einfliesst, auf dem linken Ufer die Ne- 
ger, Wenne, Uanne^ besonders die Lenne, welche einen be- 
nachbarten Ursprang mit der Ruhr bei der Stadt Winterberg hat 
j(ob.8. 187), die Kreise Mescliede, Oliie, Altena und Iserlohn auf ei- 
ner Strombaha von 17MeU. dnrchfliesst und oberhalb Herdeke m^ 
der Ruhr sich verbindet, endlich die von dem Ebbegebirge kommende 
Volme unterhalb Hagen und die aus dem Lenneper Kreise ein- 
strömende Ennepe« Der Wasserfall der beiden zuletzt genann- 
ten Nebenflasse wird sehr stark als Triebkraft für Mühlen und 
Fabrikankgea benutzt« Von Herdeke ab, wo die Ruhr gegen 
lOOFoss breit wird, ist sie durch 17 seit dem J. 1775 angelegre 
Sohiensen für eine Wasserstrasse von UVxlHei]. Lange schiff- 
bar gemacht'*') 10) Die Emsche (oder Emscher und Im- 
8cher)5 sie entspringt} bei Apierbeck im Kreise Dortmond (Reg.- 
haz. Arnsberg) und fliesst zuerst nördlich bis zur Gränze des 
Regbez, Münster, worauf sie dann dieselbe fortbildet gegen die 
Kreise Dortmund und Bochum des Rogbez. Arnsberg und gegen 
den Kreis Essen des Reghez* Düsseldorf, und demnächst durch 
den Kreis Duisburg durchgeht, um SAch unterhalb Ruhrori in 
den Rhein zu ergiessen; ihr Lauf hai eine Ausdehnung von 13 



*) Doch kann bei zu starkem und bei su schwachem Wasserstande 
die Schiffahrt aioht stattfinden. Die SchifiTahrc auf der Ruhr ist be- 
sonders wegen des Trans'ports dsr .in ihrer Nähe rei«bUch gewon- 
nenen ateinkehlen bedeutsam, die in den eigenthttmUcb su diesem 
Verkehr eingerichteten 9uhrnachen «um weiteren Vertrieb auf dem 
Rheine verschifft werden. ... 



Der PrevMitclie Su^t. 9Q1 

MeiieD, »to ii^ »ber niehi adiMim. 11) Die LIppt'i ike 4Nn1* 
len mnd bei Lifipfli^riBge ke Krekie Pederboro, nur 3 Metten 
von deo QoeHen iler Bm« entfernt. 8ie Munaielt die eaii dec 
Senne nblnnfenden Wnsner, wekbe nicbt in die Eqie übergeben 
nnd eben so die von dem nordweotlieben Abbeoge des Eggege«* 
birges berabkonmenden Bergbicbe, dernnter die durch die As«* 
ter nnd Altena verstMcte Alme, l&nft dana westliob dareh die 
Kreise Bfiren, Upiistedt, dann als Giinjfiinaa sswischen den Krf i* 
sen Soest und Hamm etnerseite ond Beekiua nnd LOdinghanam 
anderseits (d. i. zwischen dem Eegbe«. Arnsberg und MOnsler^ 
zuletzt eben eo zwischen den beiden Kreisen Reklinghaosen mi 
Koesfeld im Regbez. Mttnsler, nnd gebt in gleichem weatlicben 
Laufe unterhalb Dorsten in den Ee^ea. Düsseldorf fiberi indeni 
sie sich bald daranf bei Wesel in den Ehein einmündet. Dtf 
Lippe hat zwar von Lippstadt ab, auf der langen 8trembabi| 
von 32 Meil., sehr vielen Znflass kleiner Bäche, aber nur die 
Apise bei Hamm, die Sesche bei Lünen auf dem linkmi Uto, 
die Brögel bei Lippborg und die Stever unterhalb Haltern auf 
dem rechten Ufer in die Lippe sich einmündend, gewahren einen 
grösseren Wasserreicfathnm« Die Ufer der Lippe sind durchweg 
flach *), das GeflUle ist gering, die Bf eite des Flusses ist bei 
Lippstadt 40 Fuss, bei Hamm 60Fuss, bei Lünen bereits auf 
lOdFnsa und bei der Ansmflndnng vor Wesel auf 200 Fuss ge*< 
wachsen« Die Schiffbarkeit der Lippe ging früher nur für kleine 
Fahrzeuge bis Lünen, aber nach der Cabinetsordre vom 18« Mir;^ 
1817 sollte der Fluss von Lünen aus weiter schiffbar gemacht 
und mit dem Münster^-Canal in Verbindung gesetzt werden. Bis^ 
jetzt sind die Strombauteo so weit gediehen, dass die Scinff'« 
fahrt auf der Lippe auf 24 V2 Meilen von Lippstadt aus bis va^ 
den Ehein auch für grüssere Flussschiffe ausgeführt ist. — 

Auf dem linken Ufer des Ebeins münden sich von der 
Hessen - DanastUdtischen Gr&nzstadt Bingen bis zur NiederI&n-% 
dischen Giluize folgende bemerkenswerthe Nebenflüsse ein: 1)| 
Die Nahe^ sie entspringt in dem Oldeoburgischen Fürstenthume 



♦) Die häufigen Ueberschwemmungen dieses Flusses Im Winter 
veranlassen bei seinen flachen Ufern selten bedeutende Bescbidlgun^ 
gen, aber sie führen den überschwemmten Gegenden statt scblam« 
miger Düngung viel Sand zu. 



iMMtaMd («. IfMi B. lätf) bd SMÜtaKsd, MM All ««r €l*mRe 
den »iileizt durah Rftof erwdfl^Mn Ptediwiseliet Kreisen St Wen*- 
M (Regbez. Trier, s. oben 8. 1S3), bflilet dftnn die 6rftnise Rr 
dan jefKt von f revssen eoelftvirt^ FOrdtetilhom fiirkenfeltf g:^eii 
den Kreis Si. Wendel, wird damof bei Kim fQr den He^bezlrk 
CoWenz der Or&nzflod8 gegen düB Hessen «Hoibbttrp'Bche Pdr«- 
Ktenthotn Bfei^enheim, %Q)ef%t vor der Ctornftodong der Gluti 
der dr^MBÜilss gegen Rfaeinbaiern, Mch der üHnmindnog der 
AtftMMS nber der €SfM«flmB gegen Rbeintaesnen (Durtestadt), nnd 
gehl Bis soldier bei Bingen 1« den Rhein Ober. Die Stroment'* 
i^lcehmg ist anf If Meilen MsgedHint, aber nur Anf die bei** 
€en ]e<zt6n von KrevznaeH ab, wo die Nabe eine* Breite von 
mehr aljt 100 Fass erreicht hat, IM sie sebÜTbai'. Die Tiefe de« 
flnsses würde aueb dfe ^Behifrrahrt b^her hinaof versiaften, wenn 
nicht -das Strombett d^rdi hervortretende Felsen hSnfig behindert 
Oder tt^IHg versporrt wikre/ Das Nnhetbnl gebOrt aber zn den 
anmntbigsten Landseliaften der Rhelnprovini!, ond seine Mild« 
ttrstattet einen ergiebigen und wenbvolten Weinbau. Dnter 
den 14 NebenMssen der Nahe shid an# Preussiseh^ni Boden die 
amf dem üiindsrack entspringenden Bftebe, der Hahn oder 
Hanne -B. bei Kirn, der Aimmertt^^B« zwisiAien Kim nnd Mon«^ 
Aittgen und der Oaldon^B unterhalb Krenznach and Bret^ 
zenhefm sich einmOndend, für die technische Cnltor dieser Ge* 
gend sehr bemerlienswerth , denn sie dienen als Triebkraft kh 
sehr vleien Biseniverken nnd Mühlen (Pft|>ier-*, Oel*', Loh** nnd 
Mahl**) nnd zeichnen aieh durch ihr kraftiges OcifMIe yortheifhafi 
ana, indem jeder derselben gleiehzeülg eine Waaseratisdehnang von 
ObisOMeH. besitzt.^ 12) Die Mosel; 'ivtelohe aus zwei Quellen 
am westlichen Abhänge des dr. Veniro«f ki den Vogjea^n in 
dem nach diesem Gebirge benannten Oeparlement sioh bildM, 
hat bereits adf ihrem Lairfe dorch drei Pranzisische Depar- 
tements {Vogesen^, Meurthe *« M#«cl ) eine Stromiiaha tm 4& 
Meilen entwickelt, ond ist echo» von Metz ab schiffbar gewor^ 
den, wenn sie unterhalb Siei^ bei Apach «die Preussls^^he 
Grunze erreicht. Sie bildet demnächst nur einer Strecke von 
5 Meilen die Gränzscheido zwischen Freussen und dem Nie- 
derländischen Grossherzogthum Luxemburg, verlässt oberhalb 
Wassertisch den nördlichen l^auf und biegt sich dann nordost- 
lioh io den Rcgbeas. Ti ier hinein^ in welchem sie diis Kreiae 
Trier und Bernkaslel durchläuft, und dann ia dcwsellMii nacd-*. 



niayw diuctistrüi»! ao4 ui 4«ffl Kreide OaUeiUB selbat io def 
HaD|»t«Mt akch mii 4^m RbeUie verWudoU Vo« M«t« l^is Tri^ 
und PfaUiel flieafti did NimüI in hinein weitea Tbalt ohne ^\^^ 
ficbriokoiijp, daAO aber veraayt aicb daa Tbal, «od der W\f^ 
wijrd von da ab w&bxfmd aeio/^ tibrigeo Laafa auf d^m Pre^a- 
aiacbeo Gebiete dureb bervorlxeleade Felaeii und Beige «ebr 
aii%ebaJCeo «od zu nebremi ffroaaep KrftmqMuigan *) fieaötbigi^ 
aq daas er überbiHipt innerbalb der Preoaaiacben Ciiasseff g^en 
39 SdeU» , laUhia iaiyeaanwi 79 AMI. doreUlaHr. Poeh giebt ea 
auf der Moael keioe aebr erbebliebe Scbwier%keUea fftr ^e^ebiA** 
fahrt, da aur wenige benrorragende Felaen ihr ^trembetle selbai ge^ 
fäbrden, und die aaa Anbin^uigea von Sand pnd Kiea eatatandeaen 
Untiefen in den legten ^bren öHera weggerHionil alnd. (J^bef 
die 8cbifffabrt anf der Meael vgl onteo g. Ih Pie mioieni 
Breite s^wiadien Trier «od Trarbaeh betrigt 430, «swiac^en 
Trarbaeb und Cebleivfi '^*} 595 Fu^cu Die Tiefe des FJuaaea 
weehseH auf dieser gtifunbabn »wisehen 15 nnd 7,' Foaa. -^ 

Ant ihrem rechne« Ufer mmi die Meael in Preaaaiaobe« 
auf; a) die bedenii^de Saar> welebe gleichfaUa anf den Voge-? 
aen an der Gran;^e des Ik^ita. Menrtbe entapringt, dnreb die 
Depta« Meorthei Nieder -Bbein, und Mosel atrümt und nnter- 
halb Saargemönd, wo sie aiob mit der ans den Kreiaea 0(iwei<r 
1er und St« Wepdel herkommenden. Bliea verbindet, in die Preiuk- 
siacbe Granze tritt« Pieae aet«}t aie auf einer Strecke voj^ 2 Neil, 
noch gegen daa. F;rfn;&Osj^ebe MoaeL-Bept* fotU fli^aet dann ig 
nordweatlichem Mofe dpfolt die Ki^iae Saarbrl^cls^ Saarlonlp, 
Mers&ig und Saarbmi; (dca B^gienin^ebes;^ Trier) wd efgiefft 



^■1 I ■■ » r- 1 ■■ it » ■■■ ! 



^> Mb i^Hlaata KUKkaeiuD^ maebt die Mosel a^lvls^ea ^erakastel md 
TfMdNtflL bei Mn voiaMllgea fitaatcr Martenboi^, 'we ale stdb van 
der reOaen I9iei^ des ietf as »ei^Nritits wieaie^ nm^ efaen Laaia 
von faa( jEwei Hellen i«rledef anrnobfoiirt na# aan a«fb dle^ iiake 
Seite des^cObea berj&br^. 

^^) Pie BrUc^e über d^e Moael in CohkAZ ist ans Stein und^rolM; 
auf 14 Bogen 5 sie ist 1072 Fiisa lang und ^2 Fusa breit. Veberdlea 
bestellt eine nocl) im Mittelalter erbaute steinerne Jüoselbrüeke in 
Trier; und 2 fliegende Bracken werden bei Bernkastei und Trarbacb 
so -wie an 28 Stationen angemessene Fähren fOr den inneren Verkehr 
nnieriialtett. 



254 Der l^rettsfllsehe Staat« 

Mk im Kreise Trier utiterlHilb Conzia iie Mosel Sie ist schoa 
bei Basrbrüok ftlr Fahrzeuge schiffbar, die bis 150dCeiit« Traic- 
jniiigfcelt haben, hat zfemlich elageengfte Ufer, eiae laitdere 
Breite von iTOFoss zwisofaen Saailoais nnd der AasmQndang, 
aad eise 8troiiieotwiekeliing ron 16 Meilen, wenn wir nur die 
von Saargemand ab berficksic^itif^en. Uater den 14 Kebenflfis- 
sen der Saar sind ausser der obengenannten Blies noch auf dem 
rechten Ufer die Prims, auf den linken Ufer die Rössel, die 
Nied und besonders die Lenk hervorzuheben, welche bei Oelt 
im Kreise Saarbarg entspringt, in einem durch hohe, steile und 
bewaldete Berge gebildeten Thale reissend fliesst, oft sehr stark 
anschwillt und bei Saarburg über Felsen von 40 Fuss Hdhe in 
ifie Saar fUlt. b) Die Ruwer, die Dhron und der Kauten- 
bach, welche auf dem Hochwalde und dem idarwalde (oben 
S. 188) ihren Ursprung nehmen, eine Strombahn von 5bisOMei* 
len und starkes Gefalle haben, zur HolsflOssrrei benutzt werden, 
fand bei Ruwer, Neumagen und Trarbach in die Mosel einströ- 
men. — Auf dem linken Ufer mfinden sich in die Mosel: a) 
Die' Sure oder Säur; sie entspringt auf den Ardennen in dem 
Belgischen Antheil von Luxemburg und fliesst dann in westli- 
cher Richtung durch das Niederland ische Grossherzogthum 
Luxemburg, bis sie die von dem Rifelgebirge (aus dem Kreise 
Maimedy im Regbez. Aachen) faerabkommende Oure aufgenom- 
men hat, welche wiederum in ihrer Richtung von Norden nach Sfl- 
den auch ihrerseits als Grenze fttr Preussen gegen Luxemburg 
dient. Dier bei Wallendorf erreicht die Sure die Preussische Gil&nze, 
und setzt diese dann selbst als Griknzfluss auf einer Strecke von 5 
Meil. fbrt bis zu ihrer Einmündung in die Mosel bei Langsuhr. Sie 
ist nur bis Echtemach, wo sie bereits 200f . breit gewordeif ist, 
schiffbar, mithin nur V/2 Meilen. Ihr Wasserreichthum wird 
auf dem Preessischen Gebiete (also auf ÜMrcm Itaken U6er) ans- 
äet der Gare noch durch die ebeafalla.vaa der. Bifel heraMEem«- 
senden Prfim verstirbt, die sMi soboa vorher mit der Diirs 
Md der Nitts im Kreise Bittbnrg vereiafgt- hat. b) Die Kill; 
sie hat ihren Ursprung auch auf dem Eifelgebirge bei Kronen- 
burg im Kreise Malmedy, und strömt in sehr unregelmässigem 
Lauf, bald wild durch andrangende Felsmassen beengt, bald ru- 
higer in erweitertem Thale, durc|i die Kreise Daun, Prfim, Bittr 
bürg, bis sie im Land/^reise Trfer bei Ebraog in dje Mosel, üb^r* 
geht. Sie hat bei ihren vielen kleinen Krümmungen eiAt l^trOffi-' 



Der Pr^uiifieh^ Suat/ 285 

entwicktitang vtfn IM Meüen, aitdl itarken AiitiMr vieler' hImt 
nicht wftsserreieber BMiei mnt den letsten Meilen to« Kfll^ 
barg besibfit sie dne Breite von 60 — DO P., aber sie I&sst sieb 
nur beim grossen Wasser xnm BobiflOssea benat^en, ond wird 
erst in der NIhe ihrer Mündnng fOr ganx kleine Fahrzeuge 
schiifbar. c) Die Salm; sie entspringt bei dmn Kircfadorfe 6ähn 
im Kreise Dann, and Iwt einen raschen geschüngelten Lmmt ron 
10 Meilen in südlichef Richtung durch die Kreise Dann und 
Wittlich, worauf sie bei Klusserath im Landkreise Trier in die 
Mosel faHt; auch sie kann nur stnm Holsfldssen in die Mosel 
benutzt werden, d) Die Lieser; sie entspringt bei Aefnhausea 
tm Kreise Dann, hat ehwn sehr eingeengten liauf in ehie» fel- 
senreiehen Thale, eine nur wenig lingere Stromentwicfcehing 
Und einen Aist parallelen Lauf mit der Salm durch die Kreise 
Dann and Wittlich, indem sie im Kr. Bemkastel bei/ dem Kirch«* 
dorfe Lieser in die Mosel Hbei^ebt. e) DieBlz; sie wird gebifalet 
aus mehreren Quellen bei Kellberg im Kreise Adenau, hat ein 
durch das Gebirge sehr eingeengtes Thal, macht von Mon-* 
real ab die Giftoze swis^^en den Kreisen Mayen und Kochem 
Regbes. CoUenz) und fldit nach etnem Laufe von 8 Meilen bei 
Moslem in die Mesd. 

3) Die Nette; sie entspringt auf der Bifel bei Lederbneh 
im Kr. Adenau (Regbez* Oodrienz), und büdet wahrend einer 
Strombahn von 10 Meilen in den Kreisen Adenau und Mayen ein 
sehr fruchtbares Thai. Sie wird zuletzt 50 Fusa breit und mfin« 
det sich unterhalb Weissenthum, Neuwied gegenfiber, in den 
Rhein. 4) Die Ahr; nie hat ihren Ursprung gleichfalls auf der 
BIfel an der Grinze des Kreises Schlehien (Regbez. Aachen), 
ttesst in einen grössentheils engen und tiefen Thale^f^ ^^^ 1^ 
Meiien Linge durch die Kreise Schieiden, Adenau und Ahrwei«^ 
ler, hat einen reissenden Lauf, tritt oft fiber ihre ITfer und flSIt 
umertaalb Sinidig, Linz gegenüber, in den Rhetn. d) Die Brft 
(oder Rrp und Brf)} sie entspringt in einem Walde derBIM bd 
Hdlzttühlheim (an der Griinze des Kr. SefaieMen), Üesst darauf 



^) An Ihren Ufern wird ein trefflicher rolher Wein gezogen, 
der sich als Ahrbleichart oder A-bleichert im Handelsverkehre 
auoli aasserhalb der Rh^idprovlnz einen guten Ruf erworben bat. 
Die landsebaftllche Hmtüf des' Abrthales trftgt einen sehr roraantl- 
sdien Charakter. 



g|f6 D«r Pc^H«fi»fJ4^ .S^9#. 

bf^, ^p8jurph«n apd Borghuim des Reg^ss, Cdllii, gebt #im 
^ iiordwe3tIichen Laqfe dorQb den Kreis Gr^^venbroich A^ß ßt^r 
|l^^ P&iseldorf uod n|l)( im Krei^i^ Neiuif b^ GriiqJiiifliÄas^ 
1 nAeil« oberball^ Daffseldocf, in den Rlteia* Sie wir4 vpr^^ig^ 
(ioh zor Retreibupg vpo AliMilen upd »ndereo FalNrit:l^llag^ be- 
nimm ^ acbiffb^ IM jsje nm bei ^bepi Wim«ersM^f) "^j ^wf y, 
l^jle von Neu^ ab, naj^bdem m 4urp(i die AvfpalMie.des GiHr 
))iipli> und der Norf ihr eo WAMer3tAj»d bjs ^nr Rreite v#p 70 F» 
Y^rintlirjt )i«t 0) Die Alör» oder Meurs; ßi^ w\rd bei Men^ 
dorcb de« Kendel* pimI Qoebiu^b gebildet and gebt IheÜA bei 
pr«07, rbeil« ne«|i der VerbindP^g mit 4eiii|£ngeiuen^(;;i|i|i4'aiir 
terball Bheinberg in den Rbein 9ber« -^ Die nönflich vpn 4er 
jSrft bis ^^r P^ieded&ndißpben Grlnz^ aie^ bil^AMep Ueif^u^ 
FHUm, w^ 4er Hpfenisbiieb b^ lioHi de| Tp/A^^v^^ bl^ 
p^ji^kiun p^d BbeinberSf i^^kep l^ei 4er Nj^l)f de? ^^eere«* Gebiet 
If^ü, diese« wiebtigeren Ab%ng^-^Qaqds f^r iit Nüps^ nur s^boiiii^ 
B^tRßn ppd wenig W^er, »mü >^ocb flir dif^ A^fCU^vng dcf 
)^« |in4 {Jefrer«ebweni^M)iiig/iw|isf»ere von grp«f^ Wi^WeMi 

FOr die Rheinprovinz ist indess aoeb noch das Fli^uigebiet 
4er Mf^«f von M^eeentliebea^ Intere^sei. da dr^i ifirer größeren 
^(^beifia^ie^ spuroW i»cli i^VW Vm^Wf »J» i^a^J^ llwcfr hß4e^r 
(fingeren j^tf^e^twiekelniig derselben angeb^rpf. pi^ i^w4: l) 
Die Rpe^r odejr RnHr (w^tUehejf eie ^^pr^ngt am diw j^lOfni^^ 
^e« hoben Veen's (obf^n 8. 190) jm |(r. }l9^>^ (A^l^- Ai^e^ 
^ jl^eUen s^dMeb von der Krpifß^iidjt gl. Nansens, njnnpt !^^ 
einen nordwestlipbep Lauf doreh diepep Kreis find die Kp^ 
S»ph)ej4en i|nd Piiro^ Bis Nipdeggen beUMt sie ein ße}^ eiMM 
Tfa»i wd «t^rü^ee GeCM)« » das bei ^ipe^^ rei^lii^hei)^ i^r 
llis^e 4er Gebjfg^wiKs^er vpn) sQdlioben Abbi^^e des ; Jhobpp 
Veens ifod von 4ef J^d«eite 4eß Hifelgpbjurgs eine niMmMfl 
^^ömu« gieW wd #)« Tntbkflrft »r yijjj^ Mnblpii bennMit 
^irdf Vnn Ni^^d^igge^ «b eryirpitert si^ 4i|s Thirf 4»r ÄQ^ri 

die nun eine gerade nördliche Richtung nimmt and im Kreise 



*) Pur^Jb StromwbßWen ßß\t 4ei^ ^. )839 wird aber d^ re|5jB|r 
massige und Cur Alle Jdbreszelten anwej^dbare ßefgbrw^ 4iep^ Pifffh 
ses bis zur EinmQndung des GiUbacb möglich gemacbjt* 



Der PremtUche Staat. 257 

JAMeh fbrIfletKt, bei dar Fe^ntg jauch diese aber wieder in 
eine aordwestliehe veriedeK, welche sie auch in den Kreiaea 
Brkeleia und Heinsberg (Regbez. Aachen) beibefa&lt, bis sie aa- 
lerhalb Ophoven den Preaasisolien Staat verl&sst, uad schon nach 
drei Meilen bei Roeraionde in dem Niederihndischen Hersogthnm 
linborg in die Maas sieh ergiesst Sie hat znletet eine Breite 
van 100 Fnss erlangt« IaI aber nicht schiffbar ond kann auch 
ttieila wegen ihres bluflgcn Aoatretens bei den ni^rigen und 
sampfigen Ufern von Jfilich ab, Iheils wegen der starken Ver-^ 
saadong und der UnregelnAssigkeftea Ihres Laufes nicht leicht daas« 
ge^aeht werden. Ihre gesamtote Siromentwickelang mndsstft 
38 MeSen, von wdohen t5 auf den Preussisehen Staat fallen. 
Auf ihrem rechten Ufer tmmt die Roer bei Roerberg noch 
die aof dem n^lleheii Abhaoge der MM bei Blankeahei« (Im 
Kr» Sehleidep) entapriogettde Urft auf, wek^he uaterhalb Ge« 
mMI Qm Kr. 9cUefdes) sich mit der Olef gleichen Ursprunges 
verbindet. JBeid^ Pldsse werden ahi Triebkraft für viele Bisen« 
werke und BMhttttea In dem Krebse Schieiden verwandt. Auf 
dem linken Uftfr vereinigt sich die Roer mit: a) der Inda 
(vormals auch Dente)^), welclie aus swei Quälen im ndrdli«« 
chen Theile des Kreises Monljoie gebildet wird, unterhalb Stoll- 
herg und WeisweHer noeh durch die aus den Gebirgen lierab- 
fllessenden Vichtbach und Bttttbach vers^rkt, und mit diesen 
in Gemeinschaft für die umfhssenden Messing- und Kupferwerke» 
die Kohlenbergwerke und die vielfachen Fabrikanlagen dieses Theila 
des Landkreises Aachen benuti^t wird, b) Die Worm oder 
Wurm; sie entspringt in dem sOdltehen Theile des Landkreised 
Aachen, fliesst bei Aachen vorbei, wo sie die Werke vieler 
Mfihlea und Fabriken treibt, wie bei dem Steinkohlenbergwerke 
zu Bardenberg, und Ifkuft dann in nördlicher Richtung in ei- 
nem schönen und fjruchtbaren Thale durch die Kreise Gellenkir- 
€^h und Beinsberg, in welchen sie an der Gr&nze des letzteren 
gegen die Niederlande unterhalb Opheven in die Roer fftHt^ sie 
hat eine Wasserausdehnung von 10 Meilen LIinge, ist aber nicht 
schiffbar. — 2) Die Schwalm oder Schwalmen; sie entspringt 
bei Schwanenberg im Kreise Erkelenz (Regbez. Aachen), Hiuft 
dann in westlicher Richtung als Gr'anzffnss zwischen den Reg-. 



*) Die Einmündung der Inde in die Eoer erfolgt oberhalb Jülich 
bei Kirchberg. 

Schubert'! Statistik VI. 1^ 



258 Der PrenBritche Staat. 

bezirken Aachen und Dfisseldoif (ninlioh zwischen den Kreisen 
Erkelenz und Kempen), verlisst unterhalb Bruggen das Preus- 
siscbe Gebiet und geht 3 Meilen tiefer unterhalb Swahnen im 
NiederllliBdischen Derzogthnme Limburg in die Beer fiber; sie 
treibt auf ibrem 6 Meilen langen Lauf^ im Preussischen viele 
Mühlen, ist aber nicht sohiflfbar. 3) Die Neers oder Niers; 
sie hat ihren Ursprung im nordöstlichen Theile des Kreises Br^ 
kelenz, nimmt bei sehr niedrigen, morastigen und sumpffgea 
Ufern "^3 einen Lauf von 15 Meilen zuerst nördlich durch die 
Kreise Grevenbroich und CMadbach (des Begbez# Düsseldorf), 
dann etwas nordwestlich durch die Kreise Kempen, Geldern und 
Kleve, ftist in parallelem Laufe nrit der Maas auf einer Bntfer^ 
ttung von ^V, Meilen, bis sie unterhalb Kessel aus demPreus-^ 
sischen Staate tritt, und schon 1% Meilen tiefer auf dem NicM 
derföndischen Gebiete bd Geanep sich mit der Maas verbindet 
Sie ist von Geldern ab über 100 Fuss breit und auch auf die« 
ser Strecke von SMeil. im Preussfasohen (und lyjMeil. im Nie^ 
derländischen) fQr kleine Fahrzeuge schiffbar, doch Wird die 
Fahrbarkeit dieses Flusses theils durch die vielen* daran liegen- 
den Mühlen, theils durch die bluftg vorkommenden Sandb&nke 
sehr erschwert. 

Für das Fürstenthum Neuenburg und Valendis tritt der 
Doubs, ein Nebenfluss der Saone, an der nordwestlichen Gr&nze 
des Cantons, als Gränzfluss gegen Frankreich auf einer Strecke 
von 3 Meilen ein. Innerhalb der Gr&nzen des Ffirstenthums 
machen sich zwei Bergströme bemerkenswerth , der Seyon im 
Nordosten, die Beuse im Südwesten. Der Seyon entspringt 
am Fusse des Chasseral (s. obenS. 191) am nördlichen Ende des 
Thaies Buz, und vergrössert sich, indem er dieses Thal von Nor- 



*) Sie nimmt viele Abflüsse der Niederung in sich auf, den Glad- 
bach, den Plenzenbacb, den Kaisersbach, die Nette, die drei Fleathe, 
nach Geldern, Issam -Kapellen und Kervenbeim n^t ihren Beinamen be- 
sonders unterschieden. Die Neers tritt sehr häufig aus ihren Ufern, die 
schon von Rheid (im Kr. Gladbach) ab sehr sumpfig >verden, und 
dehnt sich in ihren tJeherschwemmungen bei der niedrigen Beschaf- 
fenheit ihres Flussgebietes bedeutsam aus, wobei zu bemerken bleibt, 
dass sie zwar ein ergiebiges Wachsthum der Wiesen wesentlich 
dadurch fördert, aber auch nicht selten deii Aeckern nachhaltigen 
Schaden verursacht. 



Der Preottische Staat 259 

fka naeh Südea dnrcbsMait, reichlich dorob die Biamündaag 
mehrer Waldhiebe. 9tocbdeni er die Hfigel bei Valeadis durch«- 
sehnitlen, bildet er einen 30 Foin hoben Fall, fliesst dann durch 
die Stadt Neoenbarg and ergiesat ach in den Neaenburgcr See$ 
die Lange seine/i Lunfea betrlgt gegen 5 Meilen. Die Reuse 
nimmt ihren Ursprung am weatliebea £nde des Thals Travers 
am Fusse eines steilea Felaen *), auf Neuenburger Gebiete etwa 
•ine Meile von der Cfrtfaize dea Waadthindes ealferat: durch 
»ehrere BltoLe rerst&rkt» stUrat a ie sieh am Auagaage dea Thals 
Tmyers in die ^cWOnde voo Chemf» de Meulin (ein bemcErfcens- 
wertber Wassecfall)» emebeiot oberhalb Beudry wieder und geht 
.dann unterhalb dieaea Ortae in dea Neaeaburger See Ober: ihre 
Strameatwickeluv d#bat akb ÜMt auf 7 Meilen L&bge ans. f^^) 

Werfen wir anm Sehlnaie der tJebersioht der FlaaSge«- 
biete im Preufvrisdien Staate einen Bliek avf das gesammte Br^ 
^ebniss Pk die Bepintanag deraelben aur Schilfabrt, so erhalt 
tea wir aberbaupt ans der Fln^sverbindung 766 Meilen 
schiffbare Wasaerstrasaen, von welcben 660 Meilen den 
6 östlichen Provinaen angehören, 306 M. auf die Rheiaproviaa 
oad Westphalen kommen. 

Bei der statistischen Oaratellung der Binnensee'n handdn 
wir snvörderst von den Strandsee'n, die nur in den beideii 
Frovinaen Preussen und Pommern vorkommen können, ihr ge- 
sammter Flicheninbalt ist ansehnlich fOr das Veiblütniss der 
Bodenfläche des Staates, denn er betritt 68/' Qm. ***), d. i. V^« oder 
ly^^Proc. des Flbcbeninhalta. Davon kommen fiberhaupt auf diePro- 



^) In einem starken Wasseratrom, der wahracheinlicb der Ab- 
flnaa des Sees EtaUers ist, val. Hob. Glutz^Blotshelmy Handbuch für 
Reiaende in der Scbweia, S* 365. 

**) Pie Reuse aeiehnet sich tiberdies durch ihr sehr klares Was- 
ser und dorek ihren Reicbthnm an Fisehen aus. 

***^ Dies ist die neueste Angabe aus Dieterlci's Tabellen für das 
Jahr 1843 aus den einzelnen Reglerungsbezirken gezogen; diese ha- 
ben jedoch nur das Yerhältniss des Wassers für die Strandseen berech- 
net und in besonderen Abzug gebracht, während die Landseen gar nicht 
erwähnt weisen. HoAnann's Angabe in den Beiträgen z. Statistik 
(18813, die aber auch in den späteren Schriften, namentlich in der 
aaafttkrUchsten vom J. 1839 (Bevölkerung u. s. w.) beibehalten ist, 
weicht fast um 2 QmelL ab; sie giebt nur 66," Qmeil., bei Prens- 

17« 



4,'- 


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16," 


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3,«* 


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«,- 


yy 




nur 


die 


beiden oben S. 



260 Der PraassUehe Staat. 

viBS Precüften i%^*Qmeü.j aar Penmern 25,^Qnieir.$ and naeh 
den eiDB^nea Regbes. auf Königsberg 80,*' Qmeil. 

OoMbianeB 7,^' ,, 

Dansig 

Stettin 

Cöslia 

Strmlsaad 
In der Provina Preaaaen giebt i 
J 03 bei der Aunnfindaog der Memel, des Pregels and der 
Weichsel bereits in den bemerfceaswertbestea Verhältnissen an- 
gaführten Haffe» das Kurisefae von 38,^ Q»* and das FrlseHe 
von 14,''^ Qmeil. Fliebeainhalt ^) la gldeher Weise ist obea 
S. 200 bei der Aasmtindaag dar Oder voa dem grossen Haff 
in Pommern schon gesprochen, and dabei der mit demselben in 
Verbindosg stehendea Strandseen, des kleinen Haffs, des 
Dammschea See's, des Cammiasehea Boddens, de« Pa^ 
penwassers, des Vietxiger See's^ des Achter Wasserfei 
und der Peenemftndttng ansfahrHcher gedacht, namenäicifa 
auch in Bezug aaf ihre Aasdehnnag and ihre Wichtigkeit fttr 
die Oderscbifffabrt. 8ie gehören insgesammt in das Gebiet dta 
Regierungsbessirks Stettin (nur eiaen geringen Antheil an der 
Peea^-Mtindang hat der Regieraagsbe^irk Stralsund), und neh- 
men einen Fl&cheninhalt von 16,^' Qmeil« ein. Ausserdem befinden 
aich noch in diesem Regierungsbezirke zwei kleinere Strand- 
aeen, beide im Kr. Greiffeaberg, der Kampsche-See am 
Ausfluss der Rega (ob. S. 21) 0,*' Omeil. und westlich davon 
der noch kleinere Biersberger-See von 0,°* Qmeil. — In 



sen um 0,®' Qmeil. mehr, aber bei Pommern um 3 volle Qm# vireniger. 
— Dass Ich bei den Qmeil , ohne weiteren Zusatz stets nur geo- 
graphische meine, brauche ich wokl kaum noch ausdrttklich hin- 
zuzufügen, da ich in diesem ganzen Werke die verschiedenartigen 
Meilen- und Stundenmaasse auf geographische Meilen und Quadrat- 
meilen reducirt habe. 

'*') Es lagen S. 192 nocb die Angaben von Krog und Hoffmann 
zu Grunde, wie sie damals von dem ersteren in der Topographie 
Ostpr. Heft I. S. 18 auf Grundlage der Berechnungen Im stat* Bureau 
bekannt gemacht waren; die Berichtigung iat hier aus Dieterici's 
Tabellen und Engelhardts Karte, reicht aber doch nur resp. am 0,®^ 
und 0,®5 Qmeil. ab. 



Der Preuft«Uclie Staat. 261 

iüm B«c1^^Hke CQslin kefMen sich aeeha gröüere SiraiMi-^ 
feen, imCer welehen der QsUlcluite die grÖMte AnsdehDUDg he^ 
«Ut Bs ist der Leba-See im Kreise Stolpe, der la Verbin«^ 
doDg mit dem benachbarten Sarbske-See Im Kr. Lanenbarg- 
BQtow steht Der Leba hat eine L&nge von sy, Mei]., und an 
der westtichea Seile ist er über eine Meile breit Der Fl&chen- 
iiriialt b«der Seen betrigl 1/* Qaeil. Westlich von diesen ist 
aoeh in demselbeA Kr. Stolpe .der Gardeasohe-See, als Ans« 
üuas der Lnpow oben S. 324 , 0/^ QaeiL gross. In dem Kreise 
Sohlawe floden wir drei grössere Strandaeen, den Viet^iger« 
See 1 Bleile lang, y, ^^^^ breit and durch die Glävenits mit 
der Ostsee ia Veitiadang, 0,^ QmeU. im Fl&chenuihalte} den 
Vitter«-&ee, aardilch von Rdgeawalde, V, Meile lang and V^M. 
lurelty Of*^ Qmeil. im Fl&cheninhalte^ und den Backower-See 
aa der wesUiehen Grause des Kreises, iVgllleil. lang, and % 
bb Vs Meilen breit, durch das Neuwssser Deep mit der Ostsee 
verbanden and 0,^^ Qm^h Im Fliebeaiahalte. Im Kreise För- 
stenthum giebt es aar elaea grfisseren Straadsee, den Jaman* 
der oder Jasmunder-See, nördlich von Cdslin, ia der Linge 
bin bis auf 2'/« Meit gestreckt, aber nur % bis % MeiL breit, 
vi'elcher zum Auslauf mehrer kleiner Flftsse dieses Kreises in 
die Ostsee dient and etnea Fl&eheniahalt voa 0,^* Qmeil. besitzt 
-^ In dem Regierungsbezirke Stralsund bilden die an der KOste 
liegeaden Inseln*) nach ihrer grosseren Aosdehnnng in die Länge, 



'*) JHe lasela des Preossls^en Staates sind aar Ia den beiden 
Reglernngsbeslrken Strahnind und Stettin su suthen, ds an der gsn* 
zen Ktlste der Provinz Preussen und des Regierangsbezirkes CdsUn 
keine vorhandeu sind. Der Kr. Rügen (20,^ 'Qm. gross), etwas mebr 
als der vierte Thell des Regbez. Stralsund besteht nur aus der Haupt- 
Insel RUgen, den kleineren westlich von Rügen Ucgeuden Inseln 
Hlddensee, Ummanz, Lleps, der Sstltch kleinen Inseln Greifs- 
walder Ole und der südlichen eben so kleinen Insel VUm. Zum 
Kreise Franzburg des Reglerungsbezirks Stralsund gehören die 4 Mei- 
len lange, aber nur i bis i Meilen breite Insel Zlngst, die oben 
genannten kleinen Inseln In den Binnen - Seeni 2 äbnllcbe un- 
bewohnte Itt der Strasse bei Vorderwlscb und der Danenbolm vor 
&tral8un^ Zum Kreise Orelfswald (Regbez. Stralsund) gehört nur 
die kleine Insel Koso Im Grelfswalder podden. — . Per Regbez* 
Stettin hat glelcbfaUs einen ganzen Kreis, der nur aus Inseln gebl|- 



262 Der Preussische Staaf. 

zwei Groppen voA Strandseen, die unter sich in Verbindang 
stehen: die eine, welche die Halbinseln Witte w Qnd Yasnmnd 
von dem Hanptlande der Insd Ragen trennt, ist durch die See- 
strasse zwischen Trent und Kontop mit der Ostsee in Verbin- 
dung gesetzt, befinden sich zwar ohne sicheren Hafen and Anker- 
platz, nimmt aber einen Flüeheninhalt (mit Einschlnss des Aniheils 
dieses Regbez. an der Peene-Mündang) von 3,^^Qmeil. ein« 
l^ie zweite amfasst die Binnen -Seen, welche im Kreise Barth 
die Insel Zingst und die Halbinsel Dsrs von dem Festlande tren- 
nen und nach ihrem Flächedinbalte 2,^^ Qmeil. umftissen. Sie 
f&bren zur Untenscheidang unter einander noch die Namen: die 
Bleeck, der Ribnitzer-, der Saler- und der Barther-Bod- 
den: in diesen Binnen-Seen liegen die kleinen Inseln Kirr, Gebe und 
Bresewltz. Mit der Ostsee stehen sie durch den Prerow- Strom 
und durch die Seestrasse zwischen Vorderwisch und Wendisch- 
Langendorf in Verbindung. 

Was die Landseen anbetrifft, so schliessen die drei östli- 
chen Provinzen Preussen, Pommern und [Brandenburg sowohl bei 
weitem die grösste Zahl derselben in sich, als auch unter diesen 
die ihrer Ausdehnung und ihrem Flächeninhalte nach umfang- 
reichsten. Wenn man nur diejenigen Landseen herausnimmt, 
welche einen grösseren FlUcheninhalt besitzen als 300 
Preussische Morgen, so zUhlt man in diesen Provinzen 356 solche 
Landseen, welche zusammen 32,*^0meiK einnehmen, während in 
den übrigen 5 Provinzen (mit Ausschluss von Neuenburg) nur 
35 Landseen von mehr als 300 Morgen Pr. sich vorfinden, welche 
zusammen nur einen Flächeninhalt von 3,^ Qmeil. besitzen. Fü- 
gen wir endlich den Gesammtbetrag des Flächeninhalts dieser 



det wird: es ist der Kreis Usedom-WolUn 20, ^<> Omell. gross, 
welcher zwar 7,^*0roeil. als seinen Antlieil an den Strandseen In 
Abrechnung zu bringen hat, aber in den beiden grossen Inseln Use- 
dom und Wollln allein gegen 13 Qmeil. besitzt (vgl. ob. S. 219) , aus- 
serdem noch Raden, nördlich von Usedom, und die 5 kleinen Inseln 
in der Swlne - Mündung amfasst. Endlich hat noch der Kr. Cam- 
min im Camminer Bodden eine Insel von 0,"* Qmeil., auf welcher die 
beiden Dörfer Bunnewltz und Griestow liegen, und im Kreise Ue- 
ckermUnde befinden sich in dem südwestlichen Busen des grossen 
HafTs bei Neuwarp zwei Inseln, sowie im Kreise Kandow die durch 
die mehrfache Theilung der Oderarme gebildeten Inseln. 



Der Preäiiiiche Staat. 363 

Luadfleeiiso ^m oUgen der Straadseen hiaza, ao erhalten Vnr 
mC solche grösseren Seen überhaupt 104/^ Qmeil. , oder etwas 
üher ein Fanfzigtheil der gesammten BodenflUcbe des Staa- 
tes: geaaaer geiMWunen 2,^^Proc. BetnM)hten wir indess jene drei 
dstlicben Provinaen *) für aicb allein, ^so erhalten wir folgende 
Verhältnisse in Bezog anf die grösseren Strand- und Landseen: 

„ , - ^ _ Bodenfläche der 

Strandseen. Landseen. Zusammen. Provinz. 

för P^1lssen 42," Qm. 18,«'0ni« 61," 0». 5,"Proc. 
Pommern 2V „ ö,>« „ 30,»' „ 5,'* „ 
Braadenbarg — „ 8/« „ 8,«« „ 1,** „ 
Unter den grösseren Landseen (über 300 Morgen Pr.) ia 
dar Provinz Prenaaen, deren hier überhaupt 173 gea&hlt wer- 
ben, aiad die hemerkenswerthesten: A) im Regbez. Gambinnen 
1) der Spirdiag-See, aoeh Sehnardewie genannt, mit dem 
Sexter- und Warnold-See Im Kreise Johannisborg zum 
grösatea Tfaeile, iai Kreise Smsburg mit d^i übrigen Tbeile 
gtiegen, zusammen l,^®Qmeil., ist nur um 0,®^Qm. kleiner, als 
der Mauer-See, der grösste unter allen Preussischen Land- 
aeen; er liegt noch 387 Fuss hoch über dem Spiegel der Ost- 
see. Es sind in demselben 4 Inseln, und anf einer der kleine- 
ren liegen die Reau des Forts Lyck; der südöstliche Theil des 
See's wird der Sexter, der südwestliehe Warnold, der nordöstliche 
Lucknainen genannt. Die Schifffahrts- und Flossstrasse aua 
dem Spirding In den Piseh- Fluss oder Pissek (ob. S. 198) ging 
bisher durch den Bialloiafker-, Kessel- und Warschau- See "i"*), 



*) In fOaf sadUclieB Kreisen der beiden Regbez. Gumbinnen und 
Köaiasberg ist das Verbältniss der Landseen zum Festlande noiA 
viel grösser: im Kreise Lotsen nimmt es IVProc, im Kr. Anger- 
bürg 7/Proc., im Kr. Johannlsburg 9,' Proc^ im Kr. Mohrungen 
10,*Proc. und im Kr. Osterode 4,*Proc. der ganzen Bodenfläcbe dieser 
Kreise ein: denn die Landseen nehmen In Lötzen %^^Qm.y in Anger- 
burg 1,3' Qm., In Johannlsburg 2,»" Qm.y in Mobrungen V® «nd in 
Osterode 1,'* Qmellen für Ihren Flächeninhalt in Anspruch. Die 
ganze Bodenfläche des Kreises Lötzen ist aber = 16," Qmell., An- 
gerburg = ir,5^ Omeil., Johannlsburg = 81,*® Qm., Mohrungen it 
22,^ Qm. und Osterode = 26,^* Qmell. 

*♦) Der Splegd des Warschau -Sees Uegt 397 Fuss hoch aber 

d* Osts« 



264 Der Premaiscbe Staat« 

aUe drei nördlich ton Jofaaaaisbiirg gelegen, fadeait aas ä&m 
Warschau - See der Pisch sfidlich zum Naiew ahfliesst. Veia 
Spirding-See bis zum Pisch oder Abfluss des Warschau -Sees 
betrug die Wasserstrasse bisher 3 Meilen. Zur Abkflrzung die- 
ser Fahrt und zugleich zur Melioration der anliegenden nassen 
Wiesen, wird jetzt ein neuer Canal, der Johsnaisburger, vom 
südlichen Arme des Spirding- oder dem Sexter -See aus in 
gerader Richtung nach dem södlichen Bnde des Warschav-Sees 
gegraben. Die Linge des Canals wird etwas über ^Meii. be- 
tragen und sein Gefalle nur ein Fnss 10 Zoll haben. Die Ar- 
beit hat im J. 1843 ihren Anfang genonunea und soll im Som- 
mer 1846 beendet werden. — 2) Der Mauer- See mit den in 
offener Verbindung mit ihm stehenden Strengel-, Schwea- 
xait-, K-irsain-, Dargalnen-, Dober-, Kisaln.- und 
Tayta-Seen, zur HlUfte im Kreise fi^tzen, zur Hälfte (im 
Ereise Angerburg (Regbez. Gumbianen), welche zusanuaen ^% 
Meli, lang und an vielen Stellen fiber 2 Meilen breit eiaea F1&- 
cfaeninhalt von l,^Qmeil. einnehmet. Der Mauer- See ist der 
nördliche Theil, der Strengel- und Swensait bilden diedstlichen, 
der Dargainen - See den mittleren, der Dober- oder Dobscher- 
See den südwestlichen, der Kisaia oder der Lötzensche-See 
den südöstlichen und der Tay ta- See den südlichsten Theil: fünf 
kleine Inseln sind in denselben. 3) Der Löwentin-See (der 
nördliche Hanptsee) mit den drei (südlich) mit ihm verbundenen 
Weinow-Saiten und Jegoden oder Jagedaen-Seea im 
Kr. Lötzen, unmittelbar im .Süden von der Kreintadt L. (bis auf 
den Jegoden- Antheil, der zum Kr. Sensburg gehört): ein sehr 
in die Länge bis auf 3 V, Meilen ausgedehnter See, aber nur im 
nördlichen Theile über % Meil. breit, südlich % MeiK und we- 
nig darüber, zusammen mit einem Fiächeninhahe von 0/^ Qmeik 
4) Das Rheinische- und Tal ter-* Gewässer mit dem westlrch 
daran stossenden Notister-See und dem östlich vereinigten 
Taltowisker-See, durchschnittlich gegen y4Meil breit, aber 
über 3 Meil. lang, zwischen den Städten Rhein und Nikolaiken, 
zur Hälfte im Kr. Lötzen, zur Hälfte im Kreise Sensburg, zu- 
sammen Oy^^Qmeil. gross. 5) Der Rösche- oder Warschau- 
See mit dem nördlichen (kleineren) Kessel -See, dessen schon 
oben bei dem Spirding-See gedacht ist, nördlich von der Stadt 
JobaMiisburg Im Kr. gl. Namens, mit einem Flacheninhalte von 
0,^^* Qmeil. — Alle diese unter 1 — 5) genannten, zwischen An- 



Der Preustiache Staaf. 265 

gMtaig, Bheis «sd J(4iMiii0btirg Mögenden grösseren Landseen 
seM Yi^en kleinen stehen unter einender theils durch B&ohe, 
Iheals vemiillelst Dordislicfae in Verbindnng. Die im J« 1764 
»wischen diesen einzeln« Seebecken gegrabenen CnnUe wnren 
laswiechen in den letaUen Jahren grössentheils versnmpft und 
verweehsen» und hntlen stellenweise jetzt nur noch 1 bis 2 Fnss 
Tiefe, Sie sollen gegenwärtig zur Wiederherstellung der Sehiff- 
fahrt tief ausgebaggert werden, und diese Arbeit wird im Laufe 
des SommeMi 1846 zur Ausführung konnnen. Diese Can^lile sind 
a) der Talter-Canal zwischen dem Talter- Gewisser und dem 
TaUowii^er«-See; b) der Grunwalder-Canal zwischen dem 
TaHowisker-8ee und dem. Kott-See, der wie der folgeude nur 
einen sehr unbedeutenden Umfang bat, und die beide nur be- 
jNitBt werden sind, weil sie auf dem geraden Wege zum LO- 
wentln*See sich beinden; c) der Mniodunsker-Canal zwischen 
dem Kott-See nsd dem Gross-Scbimonsken-Se e$ d) der 
Sehimonsker'* Canal zwischen dem Gross-Schimonsken- 
See und dem Gurkel-See» welcher ein sQdlicher Arm des 
oben gHiaanten Jegeden-See ist, und durch die See«Boge an 
der KulJa- Bracke mit demselben zusammenhingt. Dass der Je^ 
goden-8ee nur ein südwestlicher Arm des Löwentin-See's ist, 
wurde schon eben ai^eführt e) Der Lfitzener-Canal zwi«- 
schen dem L§wentin»See und dem Kisain-See, welches 
wiederum der südöstliche Arm des Mauer -See's ist, wie oben 
bereits daigentellt ist,"*")— 6) Der 8taschwinen-See, 1 Meile 
öetlieh vom LOweotin-See im Kreise Ldtzen, ist hier nur necb 
naauinilren, am ihn für die Zukunft als I^andsee aus den 8ta<^ 
tistisdien Arbeiten auszuscheiden. Br hatte firüher, selbst an 
den tiefsten Stellen, nur eine Wasserhdbe von 7 Fuss. Sein 
Boden lag 59 F. über dem Weino w <- See , dem östlichen Arm 



*3 Es ist gegeewiMrtii; die Absloht der Staatsregierang, einea 
Theil dieser Seen durcii die Fortnahme der Angerburger Mühle um 
etwa 5 Fuss zu senken, um iiiedurch sowohl das anliegende sum- 
pfige Wiesenterrain zu meUoriren, als aucli um nocli neues Terrain 
zur Wiesenbenutzung zu gewinnen. Sollte dieses Projeot zur Aus- 
ffOkruDg kommen, so müssen die Kanäle, auf weldie sich die Sen- 
kung mit erstreckt, ausser der obea erwähnten Ausbaggeruag, noeh 
um 5 Fuss vertieft und verhältnissmässig erweitert werden. 



200 Der Preattitehe Staat. 

des Ldwmtio « See. Br war ielt dem J. 18i5 zur Tollftt&Bdig^ii 
KntwIiMeniDg bestimmt, aber die daxu nMiigen Arbeiten^ welebe 
noch im J. 1825 ihren Anfting nahmen, waren in der Hanptsaebe 
erat 18^6 vollendet. Doch mass der dnreh das Dorf Stasswinnon ge- 
hende Abzogs-Canal stets nnfj^er&iinit werden and noch mehr 
vertieft werden, so dass im J. 1845 noch 300 bis ^0 Arbeifer 
dabei besch&ftigt waren. Bs sind indess darch die Ablassang 
dieses Sees bereits 3,S04 Morg. Pr- Wiesenterrain zn Tage gef&r«- 
dert. — 7) Der Karklinnen- nnd der Goldappgar-See, 
jener i|n Kreise liötzen nnd % Melle nördlich vom Staschwkier^ 
See, dieser im Kr. Angerbnrg «id % Meile n5rdNcb vom Karfc^ 
)innen-See: ober die Arbeiten znr Senkung des ersteren Sees 
vgl. oben S- 197. — 8) Der Haasanen-See mit seinen 3 
Armen in der Rogonnensehen Forst im Kr. Oletzko, nnd 2 Mol* 
lea sfldöstlich davon die beiden Seen bei Oletsko, jeder 
tber V2 Meile lang, aber nur 100 bis 900 Rntheii brdt 0) Der 
Lycker-See bei der Kreisstadt Lfck, der grosse Lasmia* 
den-See, I Meile nördlich von Lyck, bei Stradannen, der Sa- 
winda-See, der Drnglin-See nnd die übrigen See'n bei 
Clanssen, sfid westlich vom Lasmiaden-See, der Sellment-See, 
% Meile östlich von Lyck, dessen Abfluss in den % Meile d««- 
von östlich liegenden Statzen-See, einen Arm des Raygro- 
der- See tbergeht: der letztere liegt anf der Grinzennd ist zor 
H&lfte dem Preassiscben, zur anderen B&lfte dem Polnischen Gebiete 
einverleibt« AUe diese Seen sind im Kr. Lyck and haben zasammea 
eiaen Flächeninhalt von 0,^^Qm. 10) Der Arys-See bei der 
Stadt Arys im Kr. Johannisburg zwischen dem Spirding-See nnd 
den Seen des Lyeker Kr« mit 4 Inseln, '/«Meil. lang and im 
nördlichen Theile gegen y^ Meil. breit. — 11} Der Wysty- 
ten-See, im Kr. Goldapp (vgl. oben bei dem Pregel S. 196) 
auf der Gränze gegen Polen, V« Meil. lang und gegen \ Meil. 
breit, mit einem Flächeninhalte von 0,^ Qmeil. — B. Im Reg.- 
bezirke Königsberg. 12) Der Schoben-See, die beiden 
Seen bei Passen heim und die beiden Seen bei Rheins wein, 
im Kr. Ortelsburg, zusammen 0,®' Qmeil. gross — 13) Die vier 
grösseren Seen im südlichen Theile des Kreises Allcnstein, zu- 
sammen 0,^^ Qmeil. gross. 14) Der Drewenz-See im Kreise 
Osterode (vgl. oben S. 205), 306 Fuss über dem Spiegel der 
O. S., über 2 Meil. lang bei einer Breite von V« Meil., mit ei« 



Der Prent«!« che Staat. 267 

FlkdboiiaiHJte Toa 0,'^Oneil.*) lo drauelben Mrme ba» 
iadeo sich der lu^ gadehate SoiiUliiigs-See Oatiicb Tan Oste^ 
rode, dQf grosse Maraasea^Se«, nadder GiJgenbnrger-See. 
15) Der Geserieh^-S^e oHt dam flachen See, dem grasseroa 
Theile nach im Kr. Mabroogeny dem kieioereo nach im Krdae 
Roseaberg (Regbex. Marieaw«rder) , 318 Foss Qber dam Sp. d. 
0. S.y in einer LAageaansdehnung von mehr als 4 Meih, ewi-* 
sehen Sselfeld oad Deatsoh-Bylaa, aber selten aber V«MeiL 
breit, mit eiaam Flacheninhalte von 0,''^ QmeiL la damselbea Kr. 
Mohruagen debaea sich awiachen Saatfeld und Mobrnngaa vaa 
Norden nsoh Süden die laaggestreektan, aber schmalen und ia 
sich aosammenbaagendea Pinas« oder Draulitter-Sea (33^ 
Fnss Qber dem p. d. O. S.), der Samrodt-See, der Bölh^- 
loff*» Bftriing-y Kiling^, Krebs*- und Zropf-See, welche 
alle in das unten bei den Gaaaiea angefahrten S/stem des flU«* 
biag- D. Kylaa-Gsteroder-Canalbans hineiageaogen werdeas sie 
ha^ea a|is«sua«i noch eiae Waasennasse von 1/^Qmeil. Fiachen*- 
i«^N^t 16) Der Drausen-See. südlich von Elbing, (veigL ob. 
S. ^0), nar aam kleiaaren Tbeüe im Kr. Pr. Holland, f&r dea 
Qbrigen noch zwischea die Kr« Marienboig und Blbing des Reg.- 
Bez. Danzig getbeilt, gegen 2 Meilen lang, bei der Breite vaa 
V2 M«, bat einen Flaoheniabalt von 0,^* QaieiL **) -^ 

In den aaderea beiden Regbez. der Provinz Preossen giebtaa 
weniger amfaagsreiehe Landseen, wenn wir dea AntheU am Drau'* 
aen* oad Geserich-See ia Abzug bringen. In dem von Dan- 
zig treten noch einiger Maassta hervor: der Jaxsobsdorfer- 
See im Kr. Neustadt, aa der Pommeroschen Gränze, lYtMeito 
lang aber nur V^M* breit***), der Radaunen*-See (im Kart- 



*) Von den seit 1844 begonnenen Arbeiten zur Verbindang die- 
ses Sees und des Geserichs mit den nördlicher liegenden Seen bis 
zum Draosen-See vermUteist einer allgemeinen Canalisirung, s. un- 
ten Cänäle: Elbiog-Ejiaü-Osteroder-Canai. 

**) Der Drauseosee ist an seinen Ufern, namentlich an den öst- 
iloheu sehr verwachsen und versumpft, und deshalb ist im Laufe des 
gegenwärtigen Jahrhunderts fast von Jahr zu Jahr demselben fUr 
die benachbarten liändereien Terrain abgewonnen. 

***) Durch mesen Seelfllesat die Piaanitz, die 1 Heile nnterha»» 
des; 9ees hart an der PMimerscben Giüaze sich in die Ostsee er- 
giesst. 



268 Der Prett8«i«€li« Staat 

iMMiBer Krdse), wekhec über drei Mdle« iloii vmi SMton tmdk 
Norden vtn Stottdsye bis LappolUe MMdebot, aber Bvr 200 W« 
300 fintben breit iBt, «ad noch mit den t>enaohbarten kleineren 
Seen in Verbindong« steht "t"). Im Reg^bez. Marien wer der beait- 
2sen die beiden nordwestlichen Kreise Schlochaa und Conitz die 
meisten nad die grdssten Landseea, darunter der Zieten, ndTd*« 
liob von Scblocban in Verbiudaag mit dar Brahe (oben 8* i06), 
der MQsekendorfer-SeOy auf der gemeinsehaftliehen ^riuiae 
beider Kreme, aber 3 Aleilen lang und % Meile breit, gleieh«* 
lyis von der Brahe dnrc^strftmt, und der Wdaydaer^^ee aa 
der Nordgr&ni» des Kreises Conits gegen den Kr. Behrendt 
(Eegbes. Danzig), dem ein gleicher Aatheil aa dies e m Bae an- 
gehört. **) 

In der Proviaa POmmero. werdea 52 Laadseen gezihM, 
die ataen grösseren PHoheninbalt als 300 Morgen Preuss. ein* 
Birnen: ausserdem aber rechnet man liier noch 014 stehende Ge* 
wiaser, von denen inzwischen der grössere Theii in natabare Teiche 
vecwandeit ist. Der Regbez. Cöslin hat die meisten, ab^ 
der grösste befladet awh in dem von Stettin. Bs ist der Sla^ 
due*8ee, oder Madug-See, welcher den drei Kreiaen Qrekf'' 
feahagen, Pyritz und SaaMig angehört und einen Flächeninhalt 
von 0,'^^ QmeiL hat^ seine Ausdehnung in der Unge von Süden 
nach Norden zwischen Borst une Moriafslde betrigt 27« Meil«, 
«eine Breite dnrehachnittlich Va MeiL ***) Ausserdem sind in die-« 
a«m Aegbeztrke noch bemerkenswerth: der Neuendorfer-See 
oder Ahlgraben 9 im Kr. Ueekermflndo ly, Meil. südlieh von 
der Kreisstadt, er ist % MeU. lang and % bis y, Meil. breit; 
der Enzig-See bei d^ Stadt Nörenberg im Kreis Saazig und 
der Wodschwine-See ly, Meil. nordöstlich von diesem, IM. 
lang und V« Meil. breit, an der gemeinschaftlichen Gränze der 



*> Dieser See hat seinen Abfluss In die Radauae, den Neben- 
flu8s der Hot! au, vgl. oben 8. 2o7. 

**") Aus demselben fllesst das Sebwarswasser (vgl. ob. S. ^06). 

***) Unter Frledricb IL >vurde 1770 nit einem Kostenaufwande 
von 3G331 Tbir. ein Tbeil dieses Sees troekeki gelegt, wodurch 14,338 
Morgen Pr. an Ländereiea gewonnen wurden. Dieser See ist we- 
gen seiner grossen Muränen in bekanntem Eufe und stebt durch die 
Plöne mit dem grossen nad klelBea PUaenoS«a in dem Kr. Py- 
ritz in Verbindung (vgl. ob. S. 222). 



Der Preutsische Staut. 269 

drei Kmte Satsig, RefpeftwftMe «sd Nadgiffd imd BWfeelMn den- 
selben getlieilt;— In Hinterponmern oder deaiRegbe«. C6a^ 
lin ist der Dralsiger-See M Tempelbnrg ün Kr. Nea*8tet« 
tki der grdsste; er ist 1% Meil. king, in der Mitte gegen 
1 Meile breit «nd bat einen FliebeBlnbiat von 0,^^ QmeW.y er 
liegt an der Grinao dea Kr. DmAbnrg, nM ein Viertel des See« 
liegt nach in des VenvidttHigsbeairfee dteaea Krefses, der fiber- 
banpt gleioh dem Nett'-^ettkwr aetir reloh an Landseen ist — 
Oe«tllefa von diesem ßee beinden sieh noA in dem Kreis Neu- 
Stettin der Vilm-8ee, in der Nihe der Kreisstadt, gegen %M. 
}M^ und % Bleu, breit und mit 2 Inneln^ ood der Pileb(^p- 
ger-See tber 9 Meilen lang und y« bis % Meü. breit zwi- 
aehen* Lnbow und Krangen« Fast von gleiehem Umlknig^e nnd 
FNkebeiNohalte ist der 0f» LAbbe-8ee nwiaehen €Qntherafan- 
gen nod Karwit» tau Kr. Drambwg^ afidlkh nnd nftrdlkh vm 
FaNLenberg sind in demsnibea Kreise ä» über 1 Mette lafigen 
aber nnr 250 bis 60l> Entben breiten Vanse und Ketzinei^ 
Seen'*')« — Ansnerdem macben sich noob bemerkenswerth der 
lasseasehe-See im Kr. Lanenbarg - Mtow an der GH^nne 
der ProvioB Prenssen IV« Meil. lang, % bis V, Meil« breit, der 
Papenniner-8ee im Kr. Bnmmelsborg, I MeiL lang und % M. 
brsit, nnd der Wirohewar- oder Wnrohower-See im slld- 
lieben Theile des Ffirsteaihumskreises, '/«Meil. lang nnd V2M. 
breit« — In dem RegiemngsbeK. Stralsund giebt es nur eig- 
nen grossen Landsee, den Knmmerow-6ee in dmn Kr. Dem- 
min, an der Meeklenburgiachen Gr&nze nördlich von Malchin, 
welcher aber nur halb su Ptenssen, halb zum Grossherzogthum 
Mecklenburg - Schwerin gehört: der Prenssische Antheil hat ei- 
nen Flboheninhalt von 0,^^ Qmell. , er ist gegen 2 Meil. lang nnd 
Va MeH. breit, vergl. ob. 8. 234 bei der Peene. — 

In der Provinn Brandenburg steigt der Reichthum an 
Landseen über 600, unter welchen es noch 131 giebt, die einen 
grösseren Flbchcnlnhalt als 300 Morg. Pr. haben und tiberhaupt 
BUsammen 8,^ Qmeil. gross sind: der Regbez. Potsdam fasst 
eine grössere ZaM derselben in mch als der Frankftirter. Die 
bei weitem grösaten sind die Havelseen, welche von Heu- 



*) Ueber diese Seen beider Kreise vgU 8. 9^ bei der Kfldde 
und Drage. 



270 Der Preuesische Staat. 

nigsdorf nMlioh voa Spandau aaf ekier Streoke von 9 Meifoa 
«ich bis Paretz aasdehnea, «od wie natOrlich darch die Havel 
s&mmtliob ia Verlmidong stehen: ihre Breite erstreckt sich bei 
sehr grosser Abwecbseloag voa 200 bis aaf 1000 Rathea. Sfe 
haben zasammen einea FKIcheaiabalt von 0,**Qaieit« — Niehfet 
diesea besitet der Schwielang-See, südlich von Beeitkaw 
in Kr. Lttbbea *), dea grftssten Piacheaiahalt van 0,*^ Qn., er hat tküt 
l74Meil. Li&nge bei efaer Breite von % Meil. — Der Dolgea*- 
oder Storkower-See im Kr. Beesbow ^ Storkow, ^/^üffeÜ. 
lang und Va'his V4 Neil, breit, erbilt sein Wasser dardi das 
Wendischritfteaer - FHesa and sieht in Bezog aaf seinen Abtass 
mit den westlich [davda Hegaadea Walstger- oder Kerl Iber«- 
ger-See ia ¥erbindang; er warde aater Friedrich den Gros^ 
B9m 1747 aur H^aflOssepef -eiagorUhtet SfidweiMlieh V0a ^eh 
!sem ist der'Taupitaer-iSe« im Kreise Teltow, Mei" V2 ^^0« 
lang aaid % MaiL brau; er ateht dareh den sehmalen See voa 
^r. Kftriach in Verbindvag mit dem Wolziger and dadurch 
ailch mit dem Atarkower«Sea» ^^ In der Nkhe voa Berlhi 
ist östlich von Köpenick der Mig-gel^^^See, darch welchen 
gleiohftOls ^e Spree fliesst (ab. S.i33); er i«t '/«Meil' lang and 
'/s Meil« breit. — l OtstHeh voa Branden barg befladet sich der 
Plaaea-See, der noch za den flavelaeen gerechnet (werden 
loinn, ober 1 Neil, lang and y^Meil. breit ist: der östliche bvei^ 
tere Theil fQhrt noch den besonderen Namen des Breitling *- 
See: südöstlich von Braadenbarg ist der Rietzer-'See, [wel- 
cher darch die Bmster mit der Havel in Verbiadang gesezt wird; et 
ist V2 Meil. lang und % Meil. breit. -^ In dem Kreise Rappin 
befinden sich in seinem nördlichen Theile mehrere zasammen- 
Mngende Landseen von massigem Umfiinge bei Rheinsberg, 
die sich bis nach der Gr&nze des Grössfaerzogthams Mecklenbarg- 
Schwerin erstrecken; in der Mitte desselben stehen die 5 Seen 
bei Lindow in ähnlichem Verh&ltaisse; im SOdea giebt es ei- 
nen grösseren See, den Rappiner zwischen Alt-Rnppin und 
Alt-Friesack, wo er mit einem kleineren sidlich von diesem 
Orte gelegenen See ia Verbindnng steht; CFist l^/^MeiL lang, 
aber nur VaMeil. breit, vgl. anten Rappiaer-Caaal. -^ Der 



*) Darob diesen See nimmt die Spree Ibren Dtirchfluss, s. oben 
Seite 233. 



Der Prenttiscbe Staat. 271 

Kfeis Te»!^ M 'pin» boMi^rs itek lalt LnoAw«» anfellUlt, 
•fear sie habe« eiiiseUi nur eio^o gwingen Fl&theninhalt, weil 
me aoYerhäUiiJssiBil^ig «climal gegen ihre Ltoge sind: die be-* 
deoteoslen beaerkt mtn bei Templia und zwischen Lycken 
«fid dem MeeUenbuiigisehen Orftnaut&dtehen Fürstenberg. — In 
dem Kreise Aagennfinde Jlat der Grimnitaer-See, ^U MeiU 
Iti^C QDd 400 Rnlhen brtiit (sfldliofa von Jeachimsthal and mit 
dem noefa längeren aber sohmeleren Werbelliner^See in Ver- 
bindaog geeetet) den grösBAen Fi&chenialNilt t= 3950 Morg. Pn; 
nlebeld^ni 4ifr Seen nAdüch von Angermünde, nafhentlkh der 
Pn#r«t4tl«-JSeie. — . Ber Kreis Itenftlea Iwt efldlieh von 4eF 
Kfi^ealedi gl« Nemene die drei grdaearen U«kar«Seen (aob» 
& 92$.)^ wdehe in der Richlnng ven Nerden nach Süden Aber 
einender liegen» eine gemensGluifÜiehe Wauer^erbindong habe% 
nnd iraeammen 2^4 iftil. kag. sind bei einer Breite von 400'bin 
üOOt Batben; der nftrdliebnte ist bei weitem der gröaste. — In 
dfim RegwypDgebffgjcfce Frankfurt giebt es nasaer dem eben ge« 
nenntea Seih.vrieiatkgs «• See nur in Jen drei nerddstlicbea 
Kreisen Araswaide, Friedeberg nnd SokKta betrbebtliehereLand*^ 
s^n, in dem letjsterea den grfssten bei der Kreisstadt, den Sei« 
din^r-S^e, 1 Meii. lang and 200 bis dOO Rathen breit, der 
mit den Seen bei UppdMie in Verbindang steht *yy sein F1&- 
cbeninfaalt ist 1351 Morg* Pr. gross. Der aerms;dorfer-See 
(über 1 MeiK lang and gegen V« N^^* breit) in Verbindong mit 
dem D.oigen-See, beid« awisdien Woldenberg nnd Freideberg, 
and der K61zig-See nördlich von. denselben, sowie der Wer-« 
dercfche^See an der GrUnae des Kr.Amswalde gegen Preas«- 
oen, ungefähr von demselben Umfange mit jenen, sind die wich-* 
tigsten Seen dieser Kreise und geben ihren Wasserfiberflass an 
4ie Drage qder ihre Nebenfliisse ab (vgl. ob. S. 220). 

Das ^Grossherzogtboffl Posen besitzt anter den übrigen'Pro- 
vinzen des Prenssiscben Staates nocb die meisten Landseen, 
jedoch nur 27, die einen Flächeninhalt von mehr als 300 Morg^ 
Pr^ einnehmen. Diese letzteren enthalten insgesammt 2,60 Qm., 
^* i* Vttoe oder 0/® Prozent der gesammten Bodenfläche dieser 



*) Aber nicht mit dem nur Vi Melle davon entfernt liegenden 
Klopp -See bei dem Dorfe Wuthenow. In demselben Kr. befinden 
sich nodi der lange «nd schmale Pols-Seo bei Rehfelde und ein 
grösserer See bei Berllnlcken. 



372 Der Preustiscbe Staat« 

PravuiK: dȴoa dar Begtoraagsbeairk BroaAerg IS aiH eiaen 
Fl&oheniahalte von 1,^' OaeU., ^ ^ %t* ^^ O^^Proaent dar 
Bodeafl&che, und der Refbes. Posen mit ainea Fl&chealabalta 
von 0,^^Qn.^ d.i. V«46 oder O/^Proc. der Bodeaüehe dieser Re~ 
gierungsbexirke. Der bedenteadsle 8ee ist der Oeplo^See ia 
dem Kreise Inowraclaw, welcher siali bei Kraawioe, der klefa^ 
steo SUdt im Preussischeo Staate , auf einer Ltage von 3 Mail» 
von Norden nacli Södea ansdeKint) aber nur ^/^ Meii« an der braf*« 
testen Stelle ist. Durcli Um iiesst die Netse (s. ob* B. 219) uail 
er debat sich mit einem veriin^ertea aebanlen Arme neeh in datf 
Polnisohe Gebiet aus: sein FllUifaeiiinhal^ aaf dam PreussidciHMi 
Territorium nimmt 0,^ 4KaaU. dn. — ^ Westifoh voa demaelbea 
in dem Kr. Gnasen lieft der.Powiedaer**See, I^^Mcik lauf 
uad %BieiK for^> er gehört nur aar Hiifle- dem Preossiaebe« 
Staate, zur HWte nach dem Köai^raiehe Psleo. Mar durah laa 
Dorf Pnsjrbrodain getreant, liegt westtioh Toa demselben 4ar ab« 
geruadete uad etwas kleinere Powiedzer Aaitasee, der sich fai 
dam Eufe eines groasaa Fisctuaichthoms arhüt tn dem w«alli^ 
oben Theile dea Kr. Gaestn bediiden sieh die 4 tengea aber 
scbmblea Seen bei Kleoska^ welebe sieb auf eiaer Streeite va» 
4 Meilen von Lopinno bis nach Lennagora hiaziehen. in dem' 
l^euse Mogilno giebt es zwei bedeutendere Gruppen voa Seenr- 
die eine, welche zwischen. Trzemesno, Mogilno nad Oembi e o " 
fünfzehn grössere nud kleinere unter sieh durah Gruben ver- 
bunden zusammenfasst^ die andere, welche am festlichen finde 
dieses Kreises bei Rogowo sechs aoleher Seen gleichfiiMs ia 
Wasserverbindung erh&lt Im Kreise 8chubin befindet sich der 
Gera oder Wilskomer^See bei der Stadt Kxin, aus welchem 
die Gonsawke, ein Nebenflnss der Netze, abüesst uad der mit 
einigen kleineren nördlicher gelegenen Seen durch deasdben 
Fluss in Verbindung steht. Oestlich von diesem, in der Bntfer« 
nang von l'/« Meile, ist bei der Stadt Barczin, der Ptureeker^ 
See, durch welchen wiederum die Netze iiesst (ob. S. 319). — 
In dem Regbez. Posen befinden sieb nur neun grössere See'n l&ngst 
der Schlesischen Graaze ia den Kreisen Bomst und Meseritz und 
stehen sämmllich mit der Obra in Verbindung, die überdies durch 
mehrere geradezu dnrcbfllesst; ausserdem sind mehrere See'n 
von beschränkterem Umfange längst der Warthe im Kr. Birnbaum^ 
Die Provinz Schlesien hat gur keiAe greisen l4Midseen 
aufzuweisen, da selbst ihre umfangreiolmten noeii nicht eineo 



D»f Pr0iii9i(iebe Siafti. 273 

üVMmiftelt y»n 9^ N^fgen li«fl<|z9tr ADcrtf iog» weiden mM 
m\9 0ta$mi9 0ewMMir mtg^rtsLnicn^ in^neiitUoli «af ^cm vm 
dfü 0«U^e mlir ^«KDemteo racht«« {Jf«r 4Ur tOicr^ «ber von 
•0 ^emgem WM««rM»hifciiffl» ^iii# ai« m»mt»B diers^lbea zu 
^MfeiwiftiMtdMiltii'CkiMi Kw/edLen bwnM mi {• aWasabftre Veldi« 
«fllgeislalltt ivardMi kMBlie«i. Daher wot^cm ^eut vjmi 7400 in 
ÜMlc^Me« gevUrilea grfeaerea und UMwereta stobeadeü G(mhA^ 
mm nmr «oeh 102 ato fi»^ imerfciMMt. Dm aielslM «»i grd«6<» 
Im derseU)«ii |>eiAdieo aich m iem aa ^s iGrassharsogthum PoAaii 
aai^itaeendefi iCffi»e Militsfli (Nkgbet»^ Bro^Ia«), beaandans ma 
l^natileatiimg heran, fH»^t Milkk voa M^itoph , mA I&n^st der 
Wieiolwel j« dem Kretee Ptoas (Regbez. Opiieln)^ jren GeMoainas«» 
d^ff ah ftb<r Ptesi und Oerap Kifiaus; «hdistde« aoefa im &efse 
Qf»pehi« und hier aa beiden UlSMn 4ef Oder, «od der Flavaer-« 
f^iU im Ex. Fmfimilb !(Regbeeirfc hhgBits^j pm ier i&ihüM 4tds 
Pfnvüna ffiaaen), der Ober 1% MeiL Jang «ad 500 — 7A0 Eudi* 
breit, überdies sehr flaobreieh int lind seinen Mtaas aach Am 
Oder ätereh ilie IMb Ohm hat 

Bie iPiXMiaz 8ia«hsett f^yfibdL 2war ;def -ZaU aaeb, aueh 
aaah ihrem gsrtagerea Verhiltniaae 4er fiodei^ftche, noeh wje* 
aigar iSeeln als SeUesiatt, aber es giebt dach 7, die leiaea grdsn» 
■oren FÜchaniahaH «In 30O Blargfin heält^^on und 2 (dk heiden 
MapsfeU«')^ uraAche xnaammea Qher (0900 Jllorgen haben. Der 
geaanarte FÜehaaiahatt jener 7 Saea, ven ddfinen dcei dem fte* 
gittaiimfdmziffe Jlf eiaeboirg nad vieridem Magdebuiger fangehikren« 
hateigt indeas nur 0," iQmeilen, 4. i. '^/«er oder 0/* Preoent 
der Badeotfiohe idleaer Provinz. Die iiteiien grösal^n «oier 
deaaeiben «iod hi rdem nach ihnen benannten Seekfidse IMaiins«- 
Mi iCEegbazirfc Merseburg) der saifsig.e"^) and .der 4Bfij9»e 
gjaiej laa«' ist (der g^sece, et^vaa über 1 Meile lang h^i emer 
Backte nten 600 bis 1«O0 Ralhea, dtoscar ist % MeiL Jang und 
300 Bulben breit: der Flächeninhalt beider zusammen beträgt 
0^^'Qmeil. Sie werden nur durch eine Reihe niedriger Sandhü- 
g«4 getrennt, über welche die Chaussee ^^^en ISii^eben naeh Balle 



p _■ • ' i^ — 1 1 1 ' 



*^ We^^ affines SalagehiUAes ,so geaiuMi^ 4bQr jedofih a&oht .«« 
kr&fftlg »ittt, «im iQioe 4le «Kosten i^bn^ncle SiM^e 4»caii« au .gewAanen. 
fikai Wasser 4e$ «llesea iSees Ist aber ßwh ^0^ uas^ealiesslMir und 
enthält über l iPtoc «aebsaVE. 

Schobert's Statistik VI. 1^ 



274 Der Preutsitche Staat. 

ffthrt; sie stehen in solcher Wasser\'erblndang, dass der kleinere 
in den grösseren übergeht, und dieser wieder vermittelst der ihn 
durchströmenden 8alza seinen Wasserüberfloss in die Sanle ent- 
sendet (bei 8alzmfinde, oben Saale 8. 230.) — Der sogenannte 
grosse Teich bei Torgaa liegt sOdwestlich von der Festung 
and ist 0,^*^Qmeil. gross. — Im Kreise Jericho w If (früher 
Genthin, Regbez. Magdeburg) ist noch ein kleiner södlicher Arm 
des schon in der Provinz Brandenborg genannten Plauen-See, an 
dem Plaaenschen Canal gelegen nnd 0,®' Qmeil. gross: sfidlich 
von diesem (kanm V« Meil. entfernt) ist der Wasterwitzer- 
See, Oy^^ Qmeil. gross, und im nördlichen Theüe dieses Krei- 
ses befindet sich noch V4 Meile von der Havel der See bei 
Alt-Scholline 0,''^ Qmeil. gross. Auf dem linken Blbe-Üfer 
ist in der AKmark im Kreise Osterbnrg der 8ee bei Arend- 
see zu bemerken, der abgerundet ist, durch einen Bach mit der 
Jetzel (einem Nebenflusse der Elbe) in Verbindung steht and ei- 
nen Piacheninhalt von 0,°*' Qmeil. besitzt.^) 

Die Provinz Westphalen hat gar keinen See von namhaf- 
ter Grösse nnd verhaitnissmissig auch nur sehr wenige kleine 
stehende Gewässer. Fast dasselbe Verh&ltniss bemerken wir 
bei (der Rheinprovinz: denn ausser dem schon oben bei dem 
Eifelgebirge (S. 189) beschriebenen Laacher-See, der einen 
FlUcheninhalt von 0,^^' Qmeil. hat, und dem ebenfalls dort ge- 
nannten Kellberger - Teich und Meerfelder- Maar**), 
giebt es nur in den westlichen Kreiden des Regbez. Düsseldorf, 
in der N&he der Niederlindischen Grinze, im Gebiete der Maas 
einige Seen, die bei einer Breite von 100 bis 300 Ruthen sich 
in der Länge von % M. bis V, Meil. ausdehnen. Dahin gehö- 
ren: das Breyeler-Meer bei dem Dorfe Breyel im Kr. Kmn- 
pen, welches aus 2 Seen besteht, die von der bei Dölken ent- 
springenden Neete ihren Wasserbestand erhalten; der Borner- 



*) Dieser See Ist aasserordentUch tief, zwischen 40 bis 60 Klaf- 
ter; er friert nur bei der strengsten Kälte zu. Seine Wasserbölie 
Ist bestfindig glelcli, obgleich sein Abfluss stärker als sein Zufluss 
Ist; sein Umfang soll noch zunebmen und dies will man seit 10S5 
bemerkt haben, wo er durch einen beträchtlichen Erdfall sich erwei- 
tert hat. An seinen Ufern findet man häufig versteinerte Fische. 

**) Aehnllche Kraterseen oder Maare, aber von geringerem Umh- 
ange, glebt es mehrere im Kreise Daun (Regbez. Trlerji. 



Der Preuttitche-St^an 275 

See bei dem Derfe Born detlfch von BrfkggeUf der von der 
Swalmen, einem Nebenflüsse der Maas, gebUdel wird, die beiden 
Seen zwischen Kaldenkirchea und Breyel, alle In demselben 
Kreise Kempen^ endlich die drei Seen bei Leuth im südwest- 
lichen Theile des Es. Geldern, welche durch einen Bach mit der 
Neers (ob» S. 258) in Verbindung stehen. *) 

Das FQrstenthnm Neuenburg und Valendis nimmt an 
einem der grösseren Schweizerischen Binnenseen so beträchtli- 
chen Ancheily dass er nach ihm Neuenburger-See (Lac.de 
Neufchatel) benannt wird: aber ausserdem haben noch die Can- 
tone Bern, Freyborg und Waadtland an dems^eiben ihre Gebiets- 
antheile. Er ist gegen 6 Meil. lang, bei der Stadt Neuenburg 
gegen P/a Meil. breite durchschnittlich aber nur % Meil. breit, 
und sein Flächeninhalt omfasst 4 Qmell. Nach Tralles liegt er 
1340 F. Pan über dem Mittelländischen Meere^ 112 F. aber dem 
Bieter- See und SFuas unter dem Muriner- See. Bei Ifferten 
(Yverdon) nimmt er die Zihl (la Thielie) auf, welche ihn bei Mont- 
mirail wieder verlässt: ausserdem ergiessen sich in denselben 
die Reuse und der Seyon (oben S. 259) und die Broye, welche 
isugleich als Abiluss des Muriner Sees in den Neuenburger dient. 
In demselben befindet sich keine Insel; seine Ufer sind meisten- 
theils steil, die nördlichen mit Kalkstein-, die südlichen mit 
Sandstein -Felsen bedeckt) jene sind stark angebaut und für den 



*) Hefltaiana machte aber aekon 1821 In den Beitragen aar gta- 
llstlk & 40 die allgemeine Bemerkung Aber den Bestand der Laadr 
•eeo des Preosslsehen Staates, dass kleine Landseen sich Immer 
mehr gana verlieren. Die Begengflsse uad die Bäehe spülen unaus- 
gesetzt Erde von den Höhen hinein; die Entwässerungen der be- 
nachbarten Wiesen entziehen Ihnen mehr Feuchtigkeit, als Begen 
und Schnee ersetzen können) In gutem Boden entwickeln sich über- 
dies bei den flach gewordenen Seen eine Menge Wasserpflanzen, 
die j&hrllch absterben, und deren Ueberreste den Boden erhöhen. 
Aus gleichen Gründen vermindert sich auch der umfang vieler grös- 
seren Landseen von Jahr zu Jahr. Karten, welche den Zustand 
des Landes darstellen, wie er zur Zelt der AufBahme war, geben 
daher nach wenig Jahren den Umfang der stehenden Gewässer zu 
gress. Und nach dieser Bemerkung mtlssen auch die vorstehenden 
Aiigfiben von der Grösse der Landseen als einer unvermeidlichen 
Unsicherheit unterworfen betrachtet werden. 

18» 



W%i«taa ki^ODaers ergiebig , dtese tdtad wenin^er gtti niigebAQt. Die 
SfehiÄftilitt vrtrt l^Mwifl trtifl tnit grossem CtescMek auf tAfesem 
»ee lyetrtebeti, iler ntth «bertfieii dwch seffien Fisv^hteielithiiili eiM 
fetttsprecheode Nalirtmgtrqti^e dtr anWDhtietidett xahlreiebefi 
Bevölkterting gteWÄhrt. Beinth WaisserÄberflirtrs etftl&sst er ^ttfch 
die obere Zihl in den Äielef * Befc, der Wiederötti ^reti 
^ tttttwe Äftil tiAt der Aar In VetMliduiig sWit; die grösste 
T?irfe des Netieöborger ^ See ist liüf 490 tms bereelitiet. — • 
Ati d^ Bie1er«-See glänzt vtir die norddstifche Beke des 
tJJititons bei dcftf fttnüAtidUng det tyberen 2ib1 in <teiA «leHehts^^ 
W/lAte Liiirdelröh. -^ Inherhafb det GAttÄCÄ des Clintens glfebt 
^^ kehüeti uttifiRhgrett^hen B^^gsee. 

lirdem Ich Wönwelnr znr ötfrsUIHflAig der kfinstKcken WaiSr- 
s'et« tmÜ Lafidstrassen lUtergehe, tremttfce fdi, dass ich dte 
YräfAhäftett Smnpf^ tnd Moorgegenden aHngesondert Mer fiietrt 
wMtet etVi'&bne, ^^il Hir Iherhähi^ss idh |.'9. nMier %esprothen 
werden thüfSB, d^ bei det Darstelhiog der phys^hen Coitnr ih 
Ibt^n freldeh Haoptzwefgen, dem AekerbM imd der Viehsbtrcht, 
dfe ftfeseliiittetiheit de» ftödcns )n Be^^g nnf ijeine verschfeden- 
attlg'e jfteotrtisntig %t) eiber getiatret^m AtrseioanderseCznng d*re««s 
VeVhliltiiisses notbwewdfg tfttart. Dte fteÄchrreibuKig tier Ctiti &le 
\irerde ich Iti det Mlh^Tbti ^'iht^lgQ ntk Ostcrii naeh Weitet! 
für die einzelnen l^rovibz^en dorehführeti. 

Die Can&le sind im Preussischen Staate theils znr Be- 
fördemng des Waarentransports, also znr Verbindung schiff- 
fMet ¥t&mey theils feur Unters(tHc«ng -des Aekeitens und 
^i Vi^T^wMy alM JoorSAtYVlMenifig o«d BewtsS a 11% ^sl^akides 
«^W^elegt. Mit iht Re'g^efMig *i3M gte^^M KÜM^MMen %egibnt ifie 
Tnnörge fit sotefie WiKlMrfittnt«^ %ibtfn lil^ibetrdeto A^ki^f^frUfeh MT 
den Staatshiitislialt tti ei1)itigefi. V)ie Anstrengobg dcfr ftegierttbg 
für diesen so "tvohlfhi^ligen Btaatsanfwabcl 'wird gtossat^ger tüti- 
ter Friedrich Wilhelm L, sie wftd bei Ifriedrich II kaum in deii 
drfiekendsten Kriegsjahren hintangesetzt, sie besitzt seit l^^ied^ 
ridi Wüäehn II: ihren ^sehnlichen Titel in den jlihrlichen Etats 
der StaailsaiH^aben, der «eit ^S-W nicht •mn 4as Doppeke, sondern 
tfoi das Vierfache und wedh melMr erhöht wnfde, weil 4n 4eD neu 
^\^^mfetien Prevkisse« tn^hrcw ^nlivoMendet geltWe^Kne Whnt «er 
ftüfti^en Regieru'bg^ ^d^'«wedk^idttg^aägefföbv(e tlhterneteMm*- 
gen ihrer Vbt^e^itei^utfg \tM V(Al6ndtitig entgegen gefühlt iimp^ 
den mussten. 



tu d«r Pforin« Pre«««to wayr (ür die Itotfl^'Ms^niAtf d<« 
Uui4e« «od die» Qewmiioiig' der friH44lmmi WeiobiKd^ P^d N(h 
gat ' NiederQügea sohoo mt«r d^r Bfrrf>cb«(l d#« D^ptiab^a Qf^ 
densy dureb die I^andioei^ler in dreiz#bAte9 Juhrhioderta (obeo 
a 302^203) und in den folgendeQ J^ep, Qiini^niljpl] ^tt^f unter de« 
Hocbmeistern von Winricb von Klkipfod^ Ms tuf Mietine] KQoh» 
meister von Steroberg, kitaig und erfolgreH^i ifeurbeiiM» wie 
die Anlage der neuen Deime xor V^rbindupg des Knitaehfo 
Biifls mit dem Pregel ui^d der Caq^I ^up VerbMl^ng de« Nenot 
nio mit der Gilge bezeugen.*) Aber die «inifieqde Maebt d^ 
OrdeuH im funf^&ebiiten Jebrhmiderte uod die dürtiif folgeade 
Polnische HerrAohan lassen kein entsprecbeudet Fertscbreilan io 
den nothwendigen Fbiss-^ und Caa«l«*|iaptep ip dem Weiehaelge^ 
biete erkennen, wlbrend in dem dstlicben Preivisen iinlerden Horxo^ 
gen eben se wenig eine umfaüsonde CJnternebmong fllr diesen Zwecdc 
ra Stande gebmeht wurde. Unter dem KurfOr^leq iebann Bie^tn 
mund , als er noch Administrator de^ Landes wnr,(9|. 8. 43 -^ 43), 
brachten die vieiracfaen Klagen der Polcp, wel«^ ihre gebrechlicbon 
Fii^sey Strusen und Wittinnen dqrcb die für selebe Fahrzeuge geti 
f&hrlicbe Fahrt auf dem Kuris<;ben Haffe, bei der tteise aiis dem 
Memelstrom nach Königsberg, eiubössten, einen iüf diese Scblffn 
fahrt förderlichen Canalbau »qr rasoberen Ai^robrqng. ^s 
wurde 1) Die neue Gilge in den Jahren 1643 — IQ yoo £ka«* 
pea bis zum Dorfe TawcUninken anterbalb l^f^pj^q^n (im Kreise 
Niederung), 1% Meil. lang, ^0 Fusy breit, U Fuss tief mit ei- 
nem Kosteaaufwande von 44,445 Tbir, erbaut uad im Sommei^ 
1^17 für die Schifffabrt eröffqet. Si^lterhip wqi^jj die alte 8<ram-r 
bahn der OMge an beiden leiten de^P fönUusses 40» Coaals zn^ 
gedämmt, so das« pur bej Kuckeroeeso ein eumRÜger Wasseiv 
stand derselben übrig geblieben ist, welcher, wean er durch Re^ 
genwasser erhöht wird , seinen Ueberfluss nach dem Haffo ent- 
sendet. Dieser könstiiche Fortbau der Gilge ist aber gegen- 
wärtig in den natürlichen Lauf dieses Memelarines so innig einge- 
führt, dass er schleebtweg als Gilge bezeichnet und als der 
natürliohe Arn der Memel betcaebtet wird. -^ Unter dem grossen 



•) Vergl. Ch. Fr. Reuscb, Geschichte der Canüle, weiph$ iiß 
Wasserhahn ans der Memel In den Pregel bilden, in den Beiträgen 
«ur Knnde Preussens, Bd. IV. 8. 249 — 93. 



278 Der Preussitche Staat. 

Karfl&rfttea \iriirdeii seit dem Anflinge seiner Reg^iening mehr« 
ftK^he Versuche UBtemomBien, den Caoelbau von der Gilge bis 
zur Deine fortzuführen, dabei aber gleichzeitig die Gilge mehr zu 
vertiefen und die grossen morastigen Forsten zwischen diesen 
Flössen theilweise trocken zu legen, and die benachbarten Rin- 
terländereien in grösseren Notzungsstand zn bringen. Der bei 
dem Bau des unten zu erwähnenden Möllroser Canals schon ihh- 
tige Baumeister Philipp la Chieze (Chiesa) erhielt I ()60 den Auf- 
tragy das Terraia n&her zu prQfen« Br tibernahm in 2 Verträ- 
gen 1669 und 1671 theils mehrere Hundert Hufen Ländereien, 
welche durch das Uebertreten der Gilge grössentheils versumpft 
waren, wieder trocken und urbar zu machen, theils auf eigene 
Gefahr und Kosten einen Canal zur Erleichterung der Schiiffahrt 
aus der Gilge nach Labiau zu ziehen. *) Aber erst seine Ge- 
mahlin Catharina Luise, die nach seinem Tode (1073) an den 
General Major Freih. Truchsess von VValdbnrg **^ vermählt war, 
führte nach dem Tode des zweiton Gatten in den Jahren 1689 
bis 1697 diese Canal -Verbindung aus. Der Bau war am Uten 
Juli 1689, an dem Geburtstage des Kurfiirsten Friedrich III, an- 
gefangen und wiederum an dem Geburtstage des Landesherrn 
im J. 1697 war der Canal vollendet: daher erhielt er den Namen 
2) des Friedrichsgrabens. Br besteht aus zwei abgeson- 
derten Theilen, dem grossen und kleinen Friedriehsgraben. 
Dieser (der kleine) beginnt unterhalb Bautenburg an der Gilge und 
geht auf einer Strecke von ly^M. L.bis zum Dorfe Petrikkcn, in 
dessen Mitte er in den Nemonin fällt. Br wurde anfönglich nnr 
30 F. breit und 3 F. tief gegraben, aber da er ein starkes Gefälle 
für die Gilge hatte, so vertiefte er und erweiterte sich von selbst 
so gönstig, dass er dem Anfange dieses Jahrhunderts 72 F. breit, 6F. 
tief ist und auf seiner ganzen Länge ein Gefälle von 10," Zoll 



*) Er sollte 14 Jahre lang dafür allein einen Zell von den Scklffi- 
gefäsisen erheben, und nach ▲l>laiif dieser Zelt den Zoll mit dem 
Kurfürsten theilen, bis etwa der -Kurfürst den Canal an sich kaufen 
würde. 

**) Er wurde erst 1683 in den Grafenstand erhoben und starb 
den 2. Jan. 1688. 



Der Prett88i8che Staat. 279 

besitzt*) Der grosse Friedrichsgrabeo geht aus dem \e«- 
mooin V3 Meile vor seiner Aasmandang in das Raff, sechsmal 
in geraden Linien gewendet, «uerst l&ugst dem Haff *"*"), dann 
sQdwestlich 2V2 Meile lang (4,816 Rathen) nach Labiaa, wo er 
bei der Stadtbrücke In die Deime f&llt (oben S. 196). Er war 
bei der Volleodang 4S Fass breit und 9 Fass tief; jetzt hat er 
bei dem niedrigsten Wasserstande 4 Fass Tiefe, and seine Breite 
ist 36 bis 48 Fass. Am 29. Aagust 1709 kaafte König Fried- 
rich 1. von dem Grafen von Solms, dem Schwiegersohn der fir- 
baaerin, das Besitzlhum des Canals fOr 60,000 Thir ***). Bei der 
im achtzehnten Jahrhunderte an vielen Stellen dieser Canftle 
eintretenden Versandung und Verschlammung, wurde am dieser 
Beschwerde für die Schifffahrt nach Königsberg za begegneoi 
bei der Theilong des Memcistromes in die Boss und Gilge, eia 
stärkerer Zolauf des Wassers in die Gilge eingeleitet. Zu die- 
sem Zwecke wurde 1774 ein Damm bei Perwalkischken (im Kr. 
Niederung) durchstochen, die Theilungsspitze der Memel bei dem 
neuen Schanzenkruge angelegt und im J. 1778 von derselben 
bei dem Dorfe Jacgerischken 3) der Gilge- oder Jaegerisch- 



*) Der kleine Frledrlcbs{p*aben belsst auch deshalb der Gret- 
tuschke-Canal, der sebaelie Canal, well die Fahrt auf demselben 
rasch vor sich i;ebt. 

**) Ursprangücb betrug die Entfernung dieses Canals vom Haffe 
V4 Meile, aber dareh häufige AbbrOche des Landes bei den Nord- 
weststflrmen Ist z. B bei Juwendt die EntfernuDg bis auf ;'i5 Ruthen 
verringert. Bei dieser Nähe wird durch Sturmfluthen das Haffwas- 
ser in den Caaal übergetrieben, dadurch der benachbarte Moorgrund 
In den Canal eingespült und der Canal verflacht« Um die jAhrllehe 
Wiederholung der kostspieligen Ausbaggeruogen zu vermelden, 
musste das Haffufer an den gefährlichen Stellen befestigt werden. 
Zu diesem Behufe wurde bereits 1724 ein ErdwaU durch Faschinen 
und Feldsteine befestigt, am Haffe aufgeführt und darauf In den J. 
1732 — 48 noch erhöht und erweitert. Nach einem mehr entsprechenden 
Plane wurde dieser Bau in den Jahren 1823 -— 27 fortgeführt: die 
für diesen Damm bereits verwandten Kosten übersteigen die Summe 
von 80,000 Thlr. 

***} Der Zollertrag hatte In den Jahren 1698— 1707 durchschnitt- 
lich 3188 Thlr. eingetragen, also das augelegte Capital war etwa zu 
5Proc. verzinset. 



l 



280 Det Preaiii«eh« Statft« 

ken-Ctnikl (960R1ifh.^4«r*gMjMf) Ms ii die «Ite GiH^ g^ 
sogen, worauf man die alte MODdaftg kl der Gegeocl äe» wAUm 
Schtnzctikrtigea vtvühmmie. Fflr den Anbin der L&itdereiefe Mi 
beiden FriedricbsgiUben , fftr die EnCwickelting der Ribingseliert 
Colonie am kldnen, de^ ^ Meilen laifgeif Dorfes Gross * fried-^ 
ricbsgriben am grosj»en Cana} sorgte die laodesT&tertfcbe UnH 
siebt Friedrtcb Wilhelms I., so dass jetzt dort TaaSeHde reu 
Einwohnern ihren ÜnterliaU ef werben, wo vor 160 Jahren noeH 
nicht eine einzige menschliche Wohnung anfgesucht. Werde* 
konnte. Za der fintwSssemng der grossen Forsten ati dem Ne-^ 
toonin und kq der schnelleren Atif nähme der dort sich sammeln-^ 
den Bäche and Flösse sind mehre Canale im achtzehnten Jahr-*' 
hunderte gegraben nnd in dem laufenden J. theils fbrtgesetzf, 
theils noch mehr erweitert, darunter der Timber-Gatial dorch 
das grosse Moosbruch, nord&stlich davon der neue oder Mad- 
laukne^Canal zwischen der Latikne und der Usehleik u. a. 
Kur Entwässerung der Seckenbnrger Niederung und ztigleicb zur 
Schiirrabrt (statt des kleinen Friedrichsgrabens) dient 4*) der 
neue (Seckenbnrger) Canal, welcher In dert Jahren 185S 
bis 34 von Tawellningken (westlich von Seckenburg) bei Szaug* 
Bten vorbei bis zum Marienbruch und der £inmöndung der 
Szubbcl in die Gilge geführt ist. Von hier ist er gerade durch 
den Nemonieoschen Forst nach dem Anfange des grossen Fried- 
richsgrabens an der Einmündung in den .Neroonin geleitet 5 *) 
er ist VI2 Meilen lang (genauer 2620 Ruthen), 130 Fvtas breit 
und 4 Fuss tief* Der kleine Friedrichsgraben ist deshalb an 
«einem nördlichen Anfange völlig coupirt, und wird demnach 
fOr die (Sehifffahrt nicht mehr benutzt« — Die Deime kana 
jetzt wohl nibht »ehr als Canai aufgefOhrt werden^ wenn 
gleich sie unter dem Hochmeister Conrad von Jungingen 
1405, wohl mit Benutzung eines Pregelarms, von T^iipiau bis 
Schmerberg 2y2 Meilen lang mehr ausgegraben, gerade gezo- 
gen, schiffbar gemacht Und in die Oeime zum Abflass in das 
Curische Half eingeleitet wurde und den besonderen Namen der 
neuen Deime führte. Jetzt hat sie aber ihr Bett ohne weitere 



*) Dieser Canal Ist durcb den Wasserbau - Tnspector Steenke 
nach dem JSntwurfe des Geh. Ober Baurath Severin ausgeführt. Der 
Melioratiönseanal hat eine Länge von 0,^]lleil., der dcülfttahrtscanal 
von 0,"Men, zusammen also l,"lllell. 



Dtfi* Prett9«t«eb0 Staat 28t 

Hüte V0a SelilM«*n*), ttiit aiMreMwodem weso aacb sehw«* 
olien Gef&lley ttUsttoiHg eingerichtet und bedarf als Arm des 
Preg^ (oben 8. IM) nar die gewdhoHche UnterstOtKOng der 
Fl&ise, welche zur Schifffahrt gebmacbt werden t daher beiast 
Bte jetst auch nar achlechlhin die Deime« -^ 5) Zur ßatwis^ 
seniBg ekliger dem Pregel nahe gelegener Waldangen and 
Brftohe gebdren folgende mit geringerem Kostenanfwande ange^ 
l^te Canäle oder Landgr&bent die Droje, welche bei Sohw&-*' 
geraa (Kr. Insterbarg) in den Pregel eingeleitet ist) der Aaer*^ 
graben bei 6alao (Kr. Inaterbarg), die Nehne 2or Butwiaserang 
des gi'ossen Baamwaldes bei Labiaa and darauf bei fapla-** 
eben (Kr. Wehlaa) in den Pi'egel ttbergehetid, and der Landgra^ 
beto, welcher das fibeHlüssige Wasser aiehrerer Sammelteiehe In 
Aamlaad in KÖnigaberg dem Pregel KnfQhrt. 6) Die Canalver* 
biadang der Been ia dem Kreisen Angerbnrgt Lötsded^ Seas-" 
bafg, Jehaaalabarg aad Lyck^ die schon oben Seite 264-^66 bei 
der Daratelloag dieser 8eea angefahrt ist. 8ohon Kar 9(eit der 
Hcvrscbaft des Deutaebea Ordens ist dieselbe theilweise versacbt 
werden, doeb mehr im Interesse der BntwUsserüng.) als aar Bo« 
larderaag eiaer gemeinschaftlichen Wasserstrasse« Sie warde 
uater dem groasM Karfürstea 1081 aad König Friedrich I. aber^ 
mala theilweise rersacht, aber ohne entsprechenden iBrfolg* 
Nidit besser glückte der isur RoYzflösserei aaf dem Mauer «^Sed 
«Bter Friedridi Wilhelm 1. bei Angerburg gegrabene Canal. 
Erst unter Friedrich II. kam ein umfangreicheres ünternehmea 
vortheilbafter za Stande, als der Johannisburger-Canal*'*') 



*) k)ie vier alten schon lange anfgebobenen Schleusen tearen bei 
Taplau, Gross -Schleuse, Klein -Schleuse und Labtau.— 

**) Durch diesen Canal sollte das lu den südlichen Wäldern des 
Regbez. Gkimblnnen befindliche H0I2, welches an Ort und Stelle ei* 
nen fiberaus geringen Werth besitzt, auf gönstlgere Markte, theila 
nach den holzärmeren Städten dieses Regierungsbezirks, theils zum 
Pregel fUr den grösseren Holzhandel In Königsberg geführt werden. 
Das letztere gelang nicht, weil die Angerap, wie wir oben S. 198. 
erwähnt haben, eine ununterbrochene Schlifbarkelt nicht verstattet, 
und auch bei hohem Wasserstande zur ^röhjahrszelt nur mit ver- 
bältnissmässig fflr diesen Handelszweig sehr kleinen Fahrzeugen be- 
lehren werden kann. ^ Das Bauholz schwimmt tn drelzellig^u 
Flössen nach diesen Holzmärkten. 



382 De« PrctttsUcbe Staat 

sar DefMaroog des Holas^Ustas io den J. 17^4 — 66 mit eiota 
Ko8tenmi(\i'aode von 60,000 Thlr. angelegt warde. Br tieginat 
vom Nieder -*>8ee, 2y2M. weslltch von JolwnniAbarg, welohen eia 
Dnrchsticb mit dem Rutsrhamy-See vereinigt, und diesen wie- 
der auf gleiehe Weise mil dem Beldahn-See und so weiter fort 
mit dem 8pirding-See östlich, und nördlich mit dem Taiter** 
Kott-, Schimonlcen-,. Gurkel-, Löwentin- und Maurer -See 
(ob. 8.2Ö3 — 66). Die Verbindung besteht demnach vermittelst 
mehrerer sehr kleiner Canale, die zusammen nicht viel Ober eine 
Meile (genau 2050 Rutben> ausmadieo, aber eine Wasserstrasse 
von 12 Meilen L&ngenansdeboung vermitteln. — lieber die 
Ver&nderung bei einzelnen dieser Can&le und ihre mittelbare 
Verbindung mit der Weichsel vgl. ob. S. 108 und 264. 7) Der 
Blbiag-Bylau-Osteroder- Canal oder die Verbindung der 
Seen in den Kreisen Osterode, Mohrungen und Rosenberg mit 
dem Drausensee und der Ostsee. Obgleich dieses grossartige am« 
fassende Canal-Unternehinen *) gegenwärtig noch in den ersten Sla-* 
dien seiner AusfQhrung steht, so kann es als ein auf Staatsfonds 
gesichertes hier schon seinen Platts einnehmen, ohne dass der 
Zeitpunkt seiner vollsi&ndigen BrölTnung för die Sehifffahrt jetzt 
sdioa angegeben werden könnte. Vom Drewemi - See nach der 
Stadt Liebemühl soll der Liebefluss benutzt werden und von der 
Liebemöhler - Schleuse sollen 2 Caoftle geleitet werden, der eine 
westlich fiber Skolten, Liegen, Nosewit^s nach dem Dub^i -r See 



*} Der Wasserbau-Inspector' Steeoke, welcher den Plan zu 
diesem von dem Prenssisehen Provinzialständen im Jahr 18*25 zuerst 
angeregten Canal vollständig eDtworfeo, die Vorarbeiten geleitet und 
mit dem wärmsten Elfer für die Ausführung desselben gearbeitet hat, 
lieferte in 5 Artikeln der Königsberger allgemeinen Zeitung im No- 
vember und Dezember 1844 eine detalilirte Beschreibung des Pro- 
jects, das so ausgeführt einen der grössten Canäle Europa herstellen 
würde. Es sind dort gleichzeitig Berechnungen über den zu erwar- 
tenden Erfolg des Verkehrs auf dem Canale und allgemeine Ueber- 
sichten über die Kosten-Anschläge gegeben, nicht minder sind aber auch 
die Schwierigkelten erörtert, welche theils zwischen Hirschfeldt und 
Kanthen und dem Buchwald bei einer Ansteigung von 273 F. auf %M. 
durch 16 Schleusen und die Anlage mehrerer grosser Wasser - Bassins, 
theils durch die Anwendung trockner Schleusen in Verbindung mit 
schiefen Ebenen zn überwinden sind. 



Der Premttitcli« Staat. MS 

md an Kragfeakraf« ia dea Oeaerich-fiee, Dw swalte C^ 
aal aoU nOrdücb daroh dea Teieh voa Liebeiaaiil naeh den 
Gress-Billog-See, aaoh dea Zopff-i Kreb«-, Samredt- aad 
Plnnau-See, darch dea Forst Bneliwald (Kr. Prems. Holland) 
aar Kaathea, SchdofeM stets auf den rechten Ufer des Kiepp- 
ioases geleitet werdea; aa der Kleppiasehea Mflhle soll sieh 
der Canal aach dem linken des RIeppiusses xiehen, his er im 
Dorf» Kleppe anterhalh der arstea Sehleose 777 Ratheo vom 
Draoseasee io die Kleppe selbst uad daaa ia den Draoaen eio« 
tritt Die ganae dadarch an gewiaaeade Wassersfrasae wird 
ia Verbindung mit dea Seea geaea 16 Meilen betragen, wovon 
gegen d Meilen (genauer 11,730 Ruthea) Caaile neu gegraben, 
oder Tbeile von Flflssen «ad Seen ausgebaggert werden mfts- 
sen. Der Bau begann im Oot. 1844, der Kostenaufwand ist aaf 
6S7,000 Thlr. veranschlagt, wobei maa nodi 3S53 Morgen Lia- 
dereien trocken »u legca und aar laodwirthsohaniichen Beaat«* 
sung au gewinnen holt. — 8) Die EnlwksserungH* und Be-* 
rieselungs-Canile im Kreise Alleasteio« Diese Arbeiten gel- 
ben von den Si&aden des genannten Kreises aas und sollen die 
aahlreioben Gewisser, welche die dortigen Niedemngs-Terraias 
versumpfen lassen, ableiten, um dann dieselben lait Zuhftlieaateae 
der Alle an Berieseluagsaalagea, wo die Localitkt es verstattet, an 
verweadea. *} Der erste grössere Batwkssemags-Canal, wel'* 
eher am 13. Novbr. 1844 bei Bogdainen eröffnet wurde und den 
Namen Elisabeth-Canal *^) erhielt, bat den Zweck, die 
Gewksser des Kirmess -Flussgebietes aba&oleiton. Der Zeit- 
punkt lOr die Beendigung dieser Arbeiten sowie eine genauere 
AbgriUizong des Umfanges derselben lks|^ sich noch nicht an- 
geben. — 0) Der Baude-GanaL oder die kleine Baude. Dan 
Wasser der Bande (vgl. ob. S. 200) ist vermittelet dieses Ca- 
nals am Abhänge des Flussthals nach der Stadt Franenburg 
geleitet, zum Treiben der dortigen Mflhlen benutzt ***) und geht 



*) Diese gesammtea Arbeiten der 8ocieUt der Aliensteiner Kreis- 
stände sollen bis zu einem Kostensufwande von 500,<KX) Thlr. aus- 
gedehnt werden. 

**) Die Eröffnung erfolgte am Geburtstage der jetzt regierenden 
Königin EUsabeth. " 

***^ Diese Anlage wird dem Nicolaus Copernicus augesobrleben^ 
welcher sie als Domherr des dortigen DomcapUels au seinen mehr- 
fachen Wasser -^anwerken benutzen wollte. 



384 Dfr Prt««»Uelie Staat. 

dmia, nacMaai es de« kMflen Hafen dieser Stadt geWUiei, fii 
dM MMdie fl«f Mer. -* Id) Der Kmpryhl oder ICraf(V>bf- 
Canal ist mr Veii^ladting der Elbtn^ mit der No^at (ob. S. 2<M^ 
im Jahre 1763 angelegt (oder vielmehr aos eioer alten seit dem 
Ende des fanfxehateo Jahrhooderts gemachten Anlage emenerf) 
«ad 1795 erweitert; er ist Qher % Meile lang und hat dref 
Sehleasea, damiiter eine 40 Foss breite fidilffssehlense ge- 
gmk die Nogat, welche bei niedrigem Wasserstande offen 
stellt y aber beim Anschwellen der Negat geschlossen vrM. 
Der Caant wird von grossen Fahrzeogen beAihren, besonders 
aber Ton HeUd^yssen^ fQr welche auch der kurze Weg ans der 
Nogat Ober das Haff in die Etbing gefährlich werden könnte; er 
bUt auch bei sehr niedrigem Wasserstande 3 F. Tiefe. ^~ Vt* 
ber den Weich«el-€anal bei Neufahrwasser und Weich« 
selmOode*) s. ob- 8. "104. -^ 11) Der RadauoC'^Canal oder 
die neue Radaune ist bereits «ur Zelt der Ordensherrschalt 
14d5 angelegt, indem bei Franst, eine IHeile oberhalb Danzig; 
in der Radanne eine Schleuse angelegt und von hier ab in ge- 
rader RieMung, Iftngst der Höhe der Canal nach Danzig gezo^ 
sen wurde» um als Wasseileitung die Brunnen der Stadt zn be- 
speiseo. Der Canal Ist ober den Stadtgraben hinweggefahrt und 
laset nach seinem Umlauf in der Stadt das tibrige Wasser tn die 
Meltlau fibergehen t der ganze Canal ist I V, Meli. (3000 Ruthen) 
laag.<*^ 12) Der Vorflnts^Canal bei Marienwerder; er ist 
%ut Verbindung der Liebe mit. der alten Nogat (ob. 6. 205) und 
asur Erleichterung der Entw&sserang der benachbaiten Nlede^ 
nmg '*'*> unter der Regierung Friedrieh Wilhelms Iff. im m\% 
einem KoetenaufVvande von H,800Thlf. angelegt: man kann auf 
diesem Canale, der seinen gemeinschafllichen Abfluss mit der 
Liebe In die Weichsel hat, mit kleinen Fahrzeugen bis Marien- 
werder gelangen. 



^') Der bedeutende Kostenaufwand, den die zur besseren Gegen- 
wehr gegen die Gewalt des Wassers seit 1S05 errkliteten Steln- 
JHauerwerke bei diesem Canale (mit Elnschtuss des Molcnbaus) erfor- 
dert haben, übersteigt gegenwärtig bereits die Summe von 700,000 Thlr. 

*•) Eben deshalb erhielt er den Namen Vorfluts- Canal. — Ueber 
die Entwässerungs-Canäle an dem Schwarzwasser und die dortigen 
Bertesehiogs- Anlagen habe Ich schon zu S. 20C uut. Anmer]^ung 
I9aehricht gegeben. 



Der Prensiitelit Staat. 285 

la dm JQtQaik mMg U m m dPo»«« «Ml es avtar aar «iaaa 
l)atffat«Aäl«Bea CmhI, der al^r eadi wngirliii aa den ivictaUf- 
steB i« genseii Staat gebürt» aad des Mebende VeriHaiaBge« 
gÜed in dem fJuesrerkelir awiedbea dea niltlerea nad östlielMa 
Provlaateo des ^SUeates bildet« Um ist der Broulierger-Canaf, 
wj^eheu Friedrieh IL glelcli km der Erwedmag des PoW«- 
fichea Preasseos aad des Netadlatricts ddoob die erste Tbetking 
Peleas entwarf; ead soben in ersten Jabre daranf «iter Aal^ 
siebt des Geb. F«a.-ilath. B^ ven flrraktnbef mit emm Kasten« 
aff^waade V4m -^U^^l TWn ansfütfen üess (ta dea JL I77S — 7d 
darsh Qtm Arbeiter ia 46 Monat.)« BieBer San dient als aia wabr<^ 
bplkes Maannent graasarliger fi^geirteQ-Snsicbt, die «liea so daa 
BasidelsYerKebr auf der Oder, Jllb^ Wtdebsct oad Ibrai Nebea« 
Idsseo kr&tljg teb, bis sie ^em A^torbaa aal der VIeiMaeM 
daiab SatwassemaK «ad Ucb irtwma bn ng aeae l'eicbliebe Onellen 
aa aine« .gedeiblieben IVeliiataade ^eriWaete, aad die bama tHr 
die Kreae geweaneaea Labdac hafl e n in dem weefa s e toit ig slea 
lateteese mit den bllseea Stananlbadem jsar ^smeiasebaniaeliea 
Welillbbrt veeka^Ote« IMeee VeiMutaag der HVeta« mit der 
Btmht <eb. ^ 900)^ ader dsr WaKbe^ Oder a. s. v. mit de^ 
Wefebael gebt srit eiber «nitb voa OOI^nss und akmr Tiefb <rea 
6 Ji^ss ^afadeüeaig mit eiaer Hantitbiegattg aas der NHae bei 
Nabel d«Pob ein saaipdges Wteaeaiba] ia die fivabe bei »son-^ 
beis^ aad «wid dardb «Mlireee BAaiW) ao wie daneb cineb attd*^ 
lieb iavs der Netise igezegeaea 8psise«-0anal gaspeisst. Me aas 
der fiiahe >in den Oaaal eiafabmnden Sebüfo ateigen albabbtioli 
dbr Netze an bis sabr Icfbitea ^^efaieose TS/fass badi, vea 4he^ 
aer aber «neder bis aar Nielse 1% ftes ttnanter, so daes d. Bj^ 
der tNetae ^5 Fsws Mbflr ü^gt^ ids dtr der BndMs» Ke Laaga 
des Oanids beCrlgt iber 4%JieiIe <g«M«ier mu ««ih.^ «eine 
d4^>Sciileaeen, von denen 2da||wite'nad 8 eintb;^beaiad, erarena»- 
4ba|(icfti ans AoIk gebani, weil der fiao von inaseiven Sebleasen 
tei dorn moitBaHgen Ciruade aiobt aiasiübpbiir «einen. Atier srihon 
Friedrich Wilhelm II. veranlasste 1792 den Umbau der damali* 
gen ersten sechs Schleusen, von denen die fünfte als überflös- 
sig eingezogen, die 4ibr.^en masi^iv acbaut wurdeni anf diesen 
Baa und auf manche angemessene ^Erweiterung, (8ew4eaaf die BOtb-*> 
w^digeRainnaiig des Caaalawuiide 47^2 slieiSamaie vea 497,1 14 
TidA. ^erwaadt> ^tad di*ei ^n jifaiüdber «tat vea 453d "mr* aa 



386 Der Preatfeitehe Suiat. 

U»toiWlMigikMteii amgeMM.*) D» iMin in den J. 1793 bis 
1806 die CftMls-^BiniMtoeD bei dem snr Belebimg des Was- 
Benrerlcelini sehr niedrig gesteMteii Tarife im jftbriiehen Darefa- 
flchaltte oor 18^000 Thlr. betni||;efl, 60 warfen sie naeli Abseg 
der Unterbaltangskosteii nieht viel dber ein Procent Zinsen fdr 
^lie rem Staate darauf verwandten Anlage «-Capitaüen ab: und es 
mnsste mit vdlem Reebte in dem unmittelbar gesteigerten Wohl- 
stände der bei diesem Csnale mehr oder weniger beiheiligten 
liandsebaften der Ilaoptvortbeil gesucht werden, den der Staats- 
haushalt fortdauernd aus diesem productiven Slaatsanfwande 
nu bexiefaen die Aussicht erhielt« Die Fahneenge , welche diesen 
Canal 2M bewahren pflegen, sind gewOhnlielie Oderfcihne, die Ml- 
bar bis 000 Cent Tragfihigkeit hatten; in den letnten tH> Jahren 
wcfden gemeinhin grOssinre gebvnuehly die 1000 bis 1600 Cent, 
tragen können. In den ersten 30 Jahren nach seiner Vollendnttg 
wurde der Caiml durdMchwtttioh im lafare von 600 solehM Fahr- 
zeugen benutsly die tfaeils Ladung nach der Weichsel (vorzugsweise 
0nlx, Celenialwaaren, Wdn und Fabrifeate), theils ROckflmcht 
nach der Oder (vonsugsweine Getreide und BoIb) genommen hat- 
ten. Dieser Bendel umfasste einen grossen lliell des gegen- 
seitigen Verkehrs mit den benachbarten Polnischen Landschaf- 
ten, die zum grossen liietl in dieser Zeit unter Preusmecher 
JUerrschafl standen. Nach der Besita&nahme des K6ntgreiclis Polen 
durch *die Bussen erlitt indess dieser Handel durch vielfadie fie- 
sehri^nfcungen eine betr&ohtliche Binbusse, und musste für einige 
Zweige der Ausfuhr aus Preussen ganz eingestdit werden. 
Dessen ungeachtet hat das Gesammt-Besnitat ftr den Verkehr 
auf. dem Canal sich günstiger herausgestellt, woraus also klar 
hervorgebt, dass dies nur durch den lebhafteren und umfiuigs- 
reicheren Handel zwischen den dstlichen und mltäeren Provinzen 
des Preussischen Staates hervorgebracht sein kann. Denn in den 
zehn Jahren 1828 bis 1837 incl. **) haben überhaupt 15,081 Fahr- 
zeuge den Canal (hinauf und zurück jedesmal gez&hlt) befahren. 



*) Im Jahre 1799 wurde auch die 9te Schleuse massiv erbaut 
und mit einer eisernen Brücke versehen. 

**) Vergleiche die Abhandlung „der SohlfffahrCs-Verkehr auf dem 
Bromberger - Canal In den 10 Jahren. 133S bis 1837'S In der Preuss. 
Staatszeltung 1838, Juli nr. 187. 



Der Preuttitche Staat. S67 

miaiB ISW im jUirliolien DardisdMMe, w«fcei a— tar dar oben ar« 
wMiDleB grosseren Tregfihigkak ätr dabei gegaa wftrtig gabraaeli^ 
teo Schiffe nach bemerict weriea muea, daas auch aof der zwiaehaa 
Berlin und der Weichsel in dieser Zeit fertig gewordenen Chaaa- 
see (von Rosohendorf iml awei Haoptanaen nach dar Weichsel) 
ietat ein ansehnliefaer Theü der kostbarerea Handelsgegenstiada 
versandt, also den CaaaXransport eata^en wird. Von jener 
SSahl der passirten Schiffe waren im jihrHchen Darohschnitte von 
der Weichsel und Rromberg her 4tö beladen mit Getmde, Oel- 
saalea, HoKas« Walle, Talg, ttaaf und Flachs gehommen^'), ^hi- 
gegen a«a der Oder, Warf he oad Netze 483 Seh. behuhin mit 
Colonialwaaren, Sahs, Praduotea dea Bergbaas und Fabrikaten 
aller Art nach den Wciehselgageaden abgegangen. Per Bast 
von 563 Seh. war entweder aof der Bia* oder Bfiakmaa nicht 
beladen gewesen. 

In der Provins Pommern giebt es gegenw&rtig fttr dea 
innem Verkehr gar keinen namhaften Caoal, da der Lieha-'Ca*« 
nal, welcher unter BrenkenbolTs IjCiiung 1777 aor Cberadelegaag 
der Leba (obea S. 294) voa Chaslow bis Cxerne^^ski an der 
dstlichsten Bcke des Iieba»-See's*^) gegraben wurde, um dadurch 
den grössten Theil dea Leba-See*s trocken zu legen und aar 
laadwirthschaftlichen Benutzung zu gewinnen, den beabsichtig- 
ten Erfolg nicht herverbrachte und deshalb bereits 1783 wieder 
zugeworfen wurde. 

Um so reicher ist die Provinz Brandenburg an kflast* 
liehen Wasserstrassen, welche seit mehr als zwei Jahrhun- 
derten die rastfase Thbtigkeit der Landesfttrsten sowohl zur 
Bef&rderuag eines regeren inneren Verkehrs, wie zur He- 
bung der landwirthschafUichen Cultur in der Mark Brandenburg 
bekunden. Den ersten Zweck im weiteren Sinne des Wortes, 



^) In den Jahren 1831 waren allein nach Berlin 310 Oderkähne 
mit 12,326 Wlspeln Getreide aus der Weichsel gekommen, 1832 
nach Berlin 128 Oderkähne mit 5i)60 Wspl. Getreide : überhaupt nach 
den Odergegenden im zehnjährigen Durchschnitte für 1838 — 37, 
jahrlich 9600 Wapl. Getreide (damnter gegen Vs Weiaea.) 

**) Czerno^kl Hegt nnr '/« Meile von dem StAdtchen Leba und 
der Ostsee, so dass der Fluss nur den Rand des Sees berührt haben 
wtkrde, und Im günstigen Falle neben dem Leba -See auch aaglelch 
das südlich benachbarte grosse Torf-Meor zum Theil trokea gelegt wäre. 






288 D^r Preiis«U«be tStaat 

i$4mB «m fl^fkieb 4m iBMMtt Vfidvlir mit dem iiMn^Migeii 
ÜMiiM ¥<irkiidpfea, «rfiUen üt beidi^o s«er«t Mgfpie« Ci^ 
Mß^ bfii d«o fibilgeii M d«r b^MMMrictere pr^tiDskll« Vofkd» 
VM der OMBittelbaren Eiawirkiing Mif Jand wirthscbAfllkhe Zwecke, 
wie Troekeelegaog von ftröoben selten gesondert, «od danna 
hit die Aseföbntfii^ dieser €analbt«tee um so wehllUtiger anmk«* 
ieHmr auf die Proirim gewMt. Der fiteste Csflel ist bier: l)der 
Vsfieiir-€ajiAl. Berelits unter der Regierang dos Knrförsten Jea^ 
sbitt FriediKb warde der Plan gefiaast (li^), die Hftvtolitfft der 
Oder dvireb eisen sebüThaten Casal m Verbindsiig z« bringea. 
Dm Aosgrabüng ndim ibren Anfang (1603) bei der Stodt Lie«- 
benwaMe aai der Oavel im Kreis Mieder -fiamiin» «eine Breite 
wnnde naf 2§Fnas angelegt, und die WnsserbeuiiieiBiing sdite 
nmils ans der «Ken Havel eder dem Vsnsgraben, Iheils ans den 
nOrdlicb von dem Canalban liegenden kleinen Sees geaemmen 
enirdcn. Jedocb aciion im nbdisten Jadire gerielb die Arbeit ins 
Mieken, «nd ersi mit dem R^^iemngsan^te dtes Knnftrsten Ja* 
tinnn Ategisnaad m'urde sie 16Qi8 mMkr br&ftig anfgenooioien, 
«e da» nie MOi auf S^Vz Meiiea 4>is ScbepOiräi (Kr. Otar^Bar- 
akai) mit 4 SohAeosca rottendet war mid f^ die fiehifflniibrt er^ 
IMteel werden konnte. I^r fernere Canaibnu mM hier bis Ne»* 
stad^fibenwvnMe, die tt&iunmig, Vertietong nnd Durdisteebong 
ier Pmew, der tan neoer secbs IMdeasen nnd die fMdlin^ 
in die Oder verzögerte sich bis zum Anfange der Reglenmg ^b 
Keiil&rsieQ Georg WittiehB 162«: aber bald deranf Hessen die Felgen 
des dveifisigjlilingen Krieges, welche die Merk Brandenibiirg «e 
tmpt empffnden nnsste, es sn der n5tfaigen Tolimdttng und IMer^ 
hal«ang des Cana)s Mäen, ficnmal als dais tett«eldiarte VerpeoH- 
mem nit Stetlin an Sclwreden heai. Jber Canal gerieih dadaroh 
in gfinzliehen Verfall «nd werde tbeüwoise zugeschüttet SrsI 
der Erwerb Vorpommerns darch den Frieden zu Stockholm im 
J. 1720 fahrte Köni^ Friedrich Wilhelm I. za dem Plane, diese 
wichtige Canalverblndnng wiederTierzüstellen, docfb stiess der 
bereits 1737 dazu /extig liegende Entwarf auf so grosse ^chwie- 
ngkciten, dass seine Aus^ährong wieder ausgesetzt wurde* 
Aber Friedj-ich 11 , der Xür Canalbanteo unter Julien FQ^rsten 
Biein^ec ZttM jlie lueis^en und gfnössten Unternehmungen ansge-* 
eöhpt Intt, iess «eben mllhrend der 2eit 4es kucseo Friedens 
ewisefeen dem ersten «nd zweiiten ^idilesiaelHm Kriege dm Mue 
1743 idte nötigen V'0^afber^en de»« treffen, niad ^^bst -w^übread 



Der Preastitehe Staat* 289 

a«8 sweiteii fioyMiachoa KitegM < IM 4-** 45) wtrie der neve 
Baa der so wicbligen Waaseratrasee mit eiaem Koatwieufivaada 
von 141,000 Tto. oaanteritöoheo Ibrtgeaetst, da«a im J. 1746 
die Probefobrt ans der Bivel aacb der Oder auf dem Canalo 
vollständig darohgefttbrt werden kemilev Aber die Brftihrangen 
bin de« Gelnaiiofae des Oanals, aaf wdofaeia «cbon im i. 1749 
mebf als 1300 Fabrasaiige aof- and abgeMiren waren, erforw 
dertea Yermebrong 4er Sobleoaea, Verstlirkang der verbi»deaen, 
die Anlage eines Canals vn^ Nieder-« flnow in den ijiepsebmi-' 
See und in die Oder, w^il naterfaalb I^eder-Fiaow tOt Mangel 
an Wasser war und die Oder znrOok^Mile: dies veranlasste el** 
BOA neuen KoateaaofwaMl. von 139,000 Tbir. Endlieb ssb FHedt* 
Twh U. ans denselben. firi^iian nannicbfbeher Behiaderoog ctor 
SeWfffdbrt auf dem Canal sk^ ipenMiigt, 176^. eine vollstftadige 
Brweiterang des ganzen Caaaibaas vorzonebmen irad 1780 boc 
SHpaisong des oben geiMinnten Yossgrabens einen neaen tifeabea 
aalegefl zu lassen«. Daber nt erst der gegenwärtige ZnstancI 
des Canals vollendet Und oia JebbaCter Ctebraoeh desselben ge«* 
sichert: er gebt van der Oder aas bei . Nieder-* Finow, dann 
dnrcb den LiepsoheB<-See ia den Finow-Ftik» und mfindet stoli 
unterhalb GrafenbrQck in die HaveL Seine Unge betrftgt 6,^^. 
Meilea (I2,50S Bnthen), seine Breite 40bis60Foss, sein Gef&lle 
etwss über 138 Foss, das auf 17 Soblenseo vertbeilt ist Aus- 
ser der Befördenmg des Verkehrs in den zunäebst liegende» 
Landschaften» bat dieser Canal den Hauptzweck die Schifffahrt 
zwischen Stettin und der Rlbe bedentead abzakfirzen, *) die 
sonst za dem grossen Umwege dnrcb den MOllroser- Canal ge* 
nöthigt sein würde. 2} Der Müllroser- oder Friedrich« 
Wilhelms-Canal,weleher unter dem Knrf&rsten Friedrich Wil- 
helm dem Grossen zur Yerbindang der Oder mit der Spree, mitbin 
mit der von dieser Zeil ab rascher anfblftheadenBesidenz undBaapt« 
Stadt Colin* Berlin, nnd mittdbar durch die Havel mit der Elbe, in den 



"0 Der jährliche Verkehr auf diesem Canal omfasst nach einem 
Durchschnitt der letzten 20 Jahre 5300 grössere Kähne, 200 Schu- 
ten und ITOO Plätzer Flössholz. Unter den Kähnen sind durchschnitt- 
lich beladen 1050 Oderkähne und 450 kleinere; leere Fahrzeuge ge- 
gen 2000. — Die Kähne auf diesem Canal sind normalmässlg 124 F. 
lang, 13,3 Fuss breit, 2," F. bis 3 F. tief In der Wassereinsenkung 
und tragen 760 — 800 Centr. 

Schabert'f Statistik. VI. 19 



i 
L 



S90 Der Preufesitche Staat. 

j, IM3 bi$ 1068 dureh de« obeo bcIiod erwibnten Ingenieiir 
a. Cäiiea^ aogelegt ^ardo. Br nimnt Minen Anftog aus der Oder 
bei dem Dorfe Brieeikow, darehaohaeidet den dartigen See and 
mehrere aadeci» kleine Linndaeen in der Riehtaag anf Ober-*Lin- 
dow, MAllrose (diesa Ortaehafteii liegen a&maMltcli Im Kr. Le- 
bas), mnd ^ird unterhalb Nesbrftefc In die Spree ekigelellet Er 
\Bt 3," Meile (gemmer 3280 Ratlwn) hing, 60 b'ia 60 Fnsa 
hrek, hat tberhanpt 10 S^euaen und sein GeMle betrSgt anf 
de^ ganxea Lftnge 65 dP'aaSy und zwar von der Oder bis MGtl- 
teae 58}^ Fnaa und von hier bis enr Spree nur 6/ Fuas. ^ Seit 
der Brwerbung Sehlemeaa für Preuaaea ist die Bedeutsamkeit 
dieaea Canala auaaerordeiitliob gewaebacs, da er den Pradaeteo« 
Verkehr dieser Provias mit der Hai^itatadt auaaerordentlk^h er« 
hNehtart Eine neue gronsartige fiUeigeraag des achoa reeht 
lebhaften GMial verkehre wurde seil 1775 darch die Vollendung 
dea Brombeiger-Oanak erjcielt^ weil dureb den Qebraucb beider 
€anMe Berlin eine direoie Wasaarsiraaae mit Blbing, Damslg, 
K^nigaberg, Memel und Titait eriaagte, ohne die Ostaee berOh* 
ren «u dürfen. — S) Der Slorkawer-Oaaal; «r wurde ssu 
^em 2^ecke erriohlfit, das Hola ana dea beaaebbarten Forafen 
naeh Berlia ikisaea au kOnnea. Köug Friedrich Wilhelm I. lieaa 
atch daau dea Plan berdts 1710 voUat&adlg ausarbeiten, aber 
smae Auaführang*) kam erat 1733 ea Stande. Br virtrd darch 
ejaea Auisflaaa dea Dolgeni-See (im Kr. Beeakovi'- Storkow) ge- 
apeiaaty dann bei Storkow vorbei in den Welziger-See gesogen, 
wobei er mit dem Siahaadorfer Flöa^graben und dem Lebbin- 
See in Verbindung gewetzt wird. Mit dem Wteig«r*See steht 
die Dahme in Verbindung (oben S. 233), welche tmterhaib 'K5pe-- 
niek in dia Spree Allt Der Gaaal aelbat hat nur eine Lange 
v^a l,''^ M^l. (2511 Ruth.) und eine grosse Sehlease. — 4) 
Der grosse Haupt-* und Frieaaeker-*>Caaal ist arar Ent- 
wisseruag dea groaaen HavaUndiseben Luga **) oder Braahs be- 
stimmt, das früherhia in Frühjahrs«- und Herbatzeiten die ganze 



*) sie erforderte nur die Samme von 9415 Tklr., welehe aoi 
die XJeber8chü88e der Holz-Magazln-Casse angewiesen wurden. 

**) Lug wird fast gleichbedeutend mit Bruch genommeii,, nur 
dass dieses auch eine mit Holz bestandene sumpfige Gegend beaeichuet^ 
Luch oder Lug dagegen mehr nur für versumpftes Wiesenland ge- 
braucht wird. 



0«r Pre«»titcli« Staat« 201 

benaoMMId wAeMg ffefogvw L —fcelwf l mte WaSMt bitlt. 
Friedfieii WiÜieiB L lieM diase sehr wicIitige^UiyemeliMiuig 
ja dea Xahrea^ 1718 — 24 ausAllirea. Dar Caoal oiaiii^ seinea 
Andiagaas dar Havel bei dam Darlb Holiaaauea (im Kr. Weai- 
Havelland, Regbec. Potadaai), geht damaf ia dea Hoheoauen- 
8ee aad daan dvr^ dea altea IMiio (eh &232) ia den WiU« 
ker-Hee, woraof er ia OMhrerea Biegangea, wie es die Thh 
eirealegiing des Landes erheiaohle, dstlieb aaf Lodrow, Kotzen» 
fMNae, Liefe, 8eiwke, BanMebeas, BrxlebeBs, Bcrzfeld» Brie* 
sefang und* Nieder -Neaeaderf {l Meü. aördlioh vea Spaadeu) 
gefMH «ad hier* wiederaai mH der Havel, dem Dorfe HeiUgeo-* 
aee gegbnibei^ in Terbfadiiag gesetzt ist. fir hat die aMeba-^ 
Nblie Lkitg& voa 10,^^ MeiK (2i,t^S Rolh«), aber aaah seinen^ 
liaitpta>#etka zur OatwbMerang, bei eiaer Tief» voa 4 Fus«i 
aar eine Breite van ü bis 30 ff%ss& er kam varhihaiaam&esig 
aar weaig ssar artii ü b hit beaatzt werden^ uaä zwar aar mit klei* 
nen KAhae«, aber dies aicht eianml aaf der ganzen Ansdeb-« 
aaag, da einige Sekea-^Caaüe zu eage siad'*'). BÜt dieser 
Wasserslraase sieht ta Verbindoag der kleiae aderder Frie'* 
saeker*»€anal, aaeh Horstgrabea geaaaat 3,^ Mail. (6,767 
Bath.) laag, 12 bis 34 Fass breit nad i Fass tief^ weloher au 
derselbea Sfieit-^nad sra gleichem Sweoke aagclegt warde. Br 
ist anf FViesack ia dea Rhfa geleitet, aad dana Östlich auf Viet- 
Ktmlz aad Köaigahorst gefthrt. Bei VIetzeaits ist er dar ch 
eiaea besaaderea C^iabea mit dem grossen Haaptaaaal verbaa- 
dea — 5) Der Templiaer-^aaal^ er ist voa Kdaig Friad- 
rioh II. während dtn letztea iahrea des zweite* Schlesisohea 
Krieges 0^^^) angelegt, am den Oetreideveitehr ond die HcOz*. 
Msaerei ans der Uekermailt aaeh Bertia sa baHMeni« Er wiid 
durch eiaea Aasiass des Lebauischea 8ees gespeisst^ dann auf 
die Seen Liübbe und Fehr und aaoh der Stadt Templia geführt, 
voa bier aber uriedmtim dofeh ambrasa kleiae Säen ia die fMe 
Havel und vermittdst dieser in die Havel galaitet Mit da» 
Seea vereint bat dieser Caaal eine Liage vaa iMst 4^76 fieU. 
(9410 Bathy) nod 4achkMiaaa^ daraitffir jaiaa dopfoto **> ~ 6) 



■»— »fc«! 1 I 



"*) X>ie Schlfffalirt ecichelnt InzwUcheo auf diesen auch uaod- 
thig, da mi^n sie 4Qrch, den ^auptcanal i^mfahren kann. 

**) NOrdliek von demselbea Ist aocb der wealgec bedeutende 
Lyebeaer-Canal zu bemerken, welcher mehrere Seen bei der 

19* 



[ 



292 D^i^ Preilssiaohe Staat« 

Der Warbeliner-Ciinfil hut tine gleMie Mstiamong mit dem 
voAerg^enden Templioer* Er ist aas dem WerbtUa-^ee (Kj^ 
Angermtade) in d«i Ombow-See, and daraaf In den Pc«M.eio|i 
und den Finow-Canal gezogen: et iat JViMeil* lang, hat 3 
Schleusen und l9Fusa 6 Zoll Gefa>. — 7) Der neue Oder- 
Canal, wehsher zur Trockealegnng dea Oderbnipbs amlschea 
GüsteWese (Kr. Königabecg) und HebensaÄtbwi (Kr. Anger«and^) 
angelegt wurde. Friedrieh der Greaa« lies» diese Uateraebiaaiig 
unmittelbar nach der Beendigung i^ «weiten Schlesiaciien Kfio^ 
ges 1746 beginnen*); isÄe wurde erst 1793 beendigt Der C^* 
nal, welcher 2 Meilen lang ist, gebt bei dem Dorle GOsl^biaae 
aus der Oder und wurde in gerader Riehtuag- unterhalb Oderberg 
wieder in die Oder eingeleitet, wodurch bei der bedeu^samea 
Abk&rzung der Strombahn (um «ehr lüs 2 Meilen) 4ie Ge*- 
schwifidigkeit des Fbwslaufo durch Vermehrwig fles GefaUle in 
dieser Gegend gefördert wurde. £s kooote.aim aiv^.die alte 
Oder (oben S. 209) auf dem linken Ufer voa GlUilebiese bi« gei- 
gen Oderberg und auf dem rechten Ufer bis Neu'-Toraow mil^ 
Deichen Versehen, Und dadurch ein vermehrter Sckfduk für 
das Nieder-Oderbmeh oberhalb Freyenwalde und für das zwi- 
schen der alten und neuen Oder liegende sogenannte Mittelbruoh 
gewährt werden. Der anfänglich nur 120Fuss breite Canal er- 
weiterte durch das gesteigerte Gefalle bald selbst seine Griinze 
und zog die ganze Schilf fahrt des auf der Oder berg- und tbal- 
wärts betriebenen Verkehrs an sidi| so dass er gegenwärtig 
nicht nur als ein gereinigter Arm, sondern gerade zu als der Haupt- 
strom für diesen Theii der Oder angesehen werden muss^ wäh- 
rend die alte Oder mehr und mehr versandet. — In diesen 
Canal werden noch mehrere kleine Seiten^Canale **) eingeleitet. 



Stadt Lycben mit der Havel verbindet und dadurch eine Wasser^ 
steasse Von lV2ltteileii bildet. 

♦) Sie wurde darch d«n illajot vsn P«tri aosgeftthrt^ 
^*y Zu diesen gehören d^ Graning er -Canal von IV4 Neil, 
liänge, der Gr&nz-Canal von gleicher Länge znr Austrocknung 
des Wagnltzer Lugs, die Canäle Im Amte Königsfaorst 1^2 Kelle 
lang, der Schwanenblll - Graben 2i Äell. lang, die Bergi- 
scben Damm- Canäle von $ Meilen Länge, der tiredoWScbe- 
Canal, fast aVaMeil. lang n; m. a# — 



Der Preutftitche Staat, 293 

welclie so 4er glefeben Bestiainiiing der Bntwtoieraiv des 
Oderbfttdis gegratoen aiad. — 8) Der Nathe-Canal, wel<- 
elier gleieMilla unter Priadrich's II. RegiemDg 1774 im Kreise 
Teltow (Regbez. Pot«dani) oberhalb der Stadt Trebbio angelegt 
und in die Nathe eingeleitet warde, die bei Potsdam in die Ha- 
vel crieli mündet; er sollte zur £ntw&sserang der ihm benach- 
barten niedrig gelegeaeo Gegend dienen und hat diesen Zweck 
mit dem ganstigifstea Erfolg erreicht.-^ 9) Der Notte-Graben 
in demselben Kreise ist die tiefer gelegte and fCir kleine Fahr^ 
«enge sehübar gemachte Notte, welche nnterbalb Königs- Was- 
terhausen in die Dabme oder Wendische S|»ree (ob. B. 233) 
Qbei^eht nnd die Gyp^braehe von Sperenberg mit Berlin in Ver- 
hMong setjftt. 10) Der Roppiuer-^Canal; er wurde anter der 
ft^ierong Friedricli Wilhelms II. 1787 mit einem Kostenanf- 
«rande von 130,000 Thlr. angelegt, indem man die alteren dort 
vorhandenen Canlle, welche zur Verbindong der Seen bei Rup- 
fin dienten, namentlich den bereits schiffbaren Klapp-Canal 
für dieses oeae Werk benutzte. Br geht »as dem grossen Rup- 
|Hner*^See in den Btlz-See und dann durrh einen Arm des 
Rhjo in den Kremmen- See, aus welchem er zwischen Sachsen- 
hausen und Oranienburg in die Havel geleitet ist Durch die- 
sen Canal, welcher 3 Meilen iang ist und 3 Schleasen hat, wird 
d«r fUiin mit der Havel verbunden, ond der Transport des Torfs 
ans den dabei betbeiligten Gegenden nach Berlin wesentlich er- 
leichtert *) 11) Nordöstlich von demselben befindet sich noch der 
Wentower- Canal, welcher den 900 Morgen grossen Wen- 
tow-See nördlich von Graosee (Kr.Ruppiq) d,urch eine Wasser- 
Strasse von ^4 Meile mit der Havel verbindet. 12) Der Rü- 
dersdorf er-Canel, welcher naek seinem Begründer dem Staats- 
aWster Beynitz auch der Heyaitz-Ganal benannt ist, wurde 
von dem vier Meilen östlich von Berlin gelegenen Rüdersdorf 
In Verbindung mit 2 Seen in die Spree vor ihrer Berührung des 
Mfiggei-Sees eingeleitet^ er ist 1 Meile lang nnd dient zum 
Transport des Rüdersdorfer*s Kalks und anderer roher Produkte 
dieser Gegend nach Berlin. 



♦) Auf dem Ruppiner-Canal )verden 50,000 Klafter Torf jäbrllcli 
aus den Torfbrüchem de« Staates nach Berlin und Potsdam gebracht. 



294 0er Preossiscbe Staat 

Die Provte Schlesien bat natb ihrea localeo Verhftttaia- 
sen wenig Vermnlassang fQr Canal - Anlagen dargeboten. Der 
wichtigate ist der Klodnitz-Canal ia den Kreisen Bentben^ 
Tost nnd Cesol (RegbeK. Oppeln), welcber unter der Regierang 
Fnedrich Wiibelm's IL und Friedricb Wilbelm's Hl. in den J. 
1790— 1806 mit einem Kostenaufwande von 600,009 Thln ange- 
legt nnd seit 1816 noch bedeutend erweitert wurde, so dass ihn 
Jetzt auf einer' Linge von 8 Meilen Fahrzeuge mit 900 bis 1200 
Centr. Last befahren können. Er nimmt seinen AnAing l/m. 
oberiialb Gleiwitz unter der Brde in den Steinkohlenbergwerken 
und wird daselbst 0/ Meile in gewölbten Stollen fortgeleitet. 
Beim Dorfe Sabrze (Zabrze) kömmt er zu Tage, wird dann .mit 
einer Breite von 28 Fuss vermittelst 2 Schleusen auf die Eisen- 
giesserei und Stadt Gleiwitz geführt und hier in das Flussbelt 
des Klodnitz eingeleitet. In diesem erhftit er eine Breite von 
42 Fuss und geht dann mit gehöriger VertieAing und der Samm- 
lung des nötbigen Wasserstandes durch 18 Schleusen hei U|est 
vorbei unterhalb Ck)sel in die Oder. Sein Gef&Ue beträgt zwi- 
schen Zabrze und der Einmündung in die Oder 149 Fuss. In 
den Stollen kann der Canal nur durch einen einzelnen Kahn 
befahren werden, indem an mehreren Stations^Ponkten Auswei- 
chungen angebracht sind.*} Kohlen, Bergw^ksproducte aller 
Art, namentlich Zink und mikcbstdem grobe Eisenwaaren werden 
auf dieser Wasserstrasse aus den Oberscblesischen Bergwerken 



^) Zur Fortbewegung der Fahrzeuge unter der Erde sind, well 
man sich der Ruder nicht bedienen kann, an den Seitenwinden 
Pflöcke angebracht, die man erfassen mnss, um den Kahn jfortsu- 
stossen. Wenn das beiadene Fahraeug bis an die Roilbrüeke kömmt, 
welche eine trockene Schleuse ist (nach der einen Seite bis aar 
Mitte hin aufwärts, auf der anderen Seite niederwärts gehend), so 
wird dasselbe vermittelst einer grossen Winde auf Rollwagen geho- 
ben, indem durch eine besondere Vorrichtung von der anderen Seite 
her ein leerer Kahn gleichfalls wie jener bis zur Mitte der Schleuse 
gebracht, und dann der letztere belastet wird. Diese Kähne sind 
aber viel kleiner als die Oderkähne, jedoch stärker von Holz und 
dienen nur zur Fahrt bis zur Eisengiesserei bei Gleiwitz. Hier 
werden die Kohlen und sonstigen Bergwerksproducte auf andere ge- 
wöhnliche Oderkähne verladen und weiterhin zu den Hüttenwerken 
^er zur Oder geführt. 



Der Prensftiichc Staat. 295 

kl reicItUDhftt QUaDtKAten der Oder Ettgeftthrt, so dasa naaient- 
lloli die Zinknoaruhr zur See aus Stettin und DaöKig daroh dieaeo 
iaodni(z<-€anal vortbeilhaft gefördert ist. Im J. 1838 kamen auf 
diesem Canal in die Oder 472 K&hne, darcbschnittlich mit je 1000 
bia 1200 Centr. beladen und 36 Gänge Banbolz, im J. 1839 577 
Kabne, von denen 249 mit 282,000 Centn Zink and Bisen, 163 
mit 66,300 Tonnen Kalk, 71 mit Robeisen und 15,000 Tonnen 
Kobleii beladen waren. Im J. 1841 pasairten den Canal 561 
Klbne und 32 Ginge Flössbolz; unter den Käbnen waren 237 
mit 284,000 Centr. Eisen und Zbik, 234 mit 78,450 Tonnen Koh* 
tan, 30 mit 10,000 Tonnen Steinsais beladen. — NUcbst diesem 
Canal ist in Schlesien nur nodr von erhebiieherer Bedeutung 
der nnterirdiscbe Canai zu Weisstein bei Waidenburg (Rr. 
Waidenburg, Regbeas. Breslau). Br wurde unt^ der Regierung 
Friedrich Wilhelms II. 1792 angelegt und hat den ZUreck, ao- 
wohl die Grubenwasser aufzunehmen und abeuleitcn, als auofa 
die gewonnenen Kohlen auf die bequemste Weise zu Tage »u 
fordern. F)er bogenartig gewölbte Stollen, V/^ Fuss hoch sy^ 
Fuss tief und 5 Fuss breit, in welchem der Canal geleitet ist, 
hat die Länge von 800 Lacbter oder 5333,^^ F^ mithin beinahe V« 
meile und mündet sich ia einem Bergsee, der 1218 Fuss über 
dem 8p. d. Ostsee liegt. Das Bergwerk besteht aus einem 
mächtigen Steinkohlen- und Braunkohlenlager. Br wird mit lan** 
gen aber nur 47, Fuss breiten und daitn besonders eingerichte- 
ten Kähnen auf gleiclie Weise wie der Stollen im Klodnlt^ - Canal 
befahren; jeder Kahn ladet 40 Bm-gsoheüdl Kohlen auf gleiche Weise, 
und wurden in den J. 1830~36 durch 120 in dem Bergwerke ar- 
beitende Leute täglich 900 Schetel Kohlen ku Tage gefördert 
Weniger bedeutend sind: der Tarowaer-Canal im Kr. Op«^ 
peln, welcher von der Malapane gespoisst, auf die Bisenwerke 
bei Köuigshuld gezogen ist, um dieselben mit dem nöthigen 
Wasser zu versehen, und dann wieder fsorück in die Malapane 
gekt^ der Poppelauer*Canai im Kr. Oppeln, längst der Oder 
auf dem rechten Ufer von dem Dorfe Gr. Döbern bis Stöbe- 
ran im Kr Brieg, 3 Meil. lang zur Holzflösserei aus den be- 
nachbarten Waldungen, und für denselben S^weck der östlich 
benachbarte Klinker-Canal Im Kr. Oppeln und der Bodlän- 
der-Canal im Kr. Rosenberg, vrelchef aus der Forst BodlaHg 
in die Stober, einen Nebenfhfss der Oder eingeleitet \tifd. 



^96 Der Preassische Staat. 

In der Provinz Sachsen, für wekhe wie für die beide« 
westlichen Provinsea ähnliche Localverb&Hnisse angefahrt wer^ 
den können, die nur sehr bedingt Canal-Anlagen anempAsbieä 
und verstatten, ist nnr ein umfangsreicher nnter der Preassischea 
Regierang angelegter Canal im Regbez Magdeburg anzuführen. 
Dies ist der PI au en sehe* Ca nal, welcher zur geraden Verbindung 
der Havel mit der Elbe, namentlich zur Verl^ürzung der Wasser- 
Btrasse zwischen Magdeburg und Berlin, nnter Friedrich !!• 
w&hrend des zweiten Schlesischen Krieges in den Jahren 1743 
bis 1745 angelegt wurde. Er ist 4V3Meil. (8655 Ruth.) lang, mit ei* 
nem Gefalle von 16,'Fnss auf der ganzen Lange, 24 Fuss brd^ 
und hat drei Schleusen $ er geht aus der Havel oder deiln Plauen- 
schen-See bei Plauen durch den Kreis Jerichow II. bei Ge»-^ 
thin vorbei auf Parey in die Elbe. Er durchschneidet die Stremme, 
einen Nebenfluss der Havel, bei Brettin, und die Jhle wird bei 
Seedorf in diesen Canal geleitet. — Durch die Sächsischen Erwer- 
bungen auf dem Congrease za Wien bekam Preussen einen An- 
theil an dem Elsterwerdalschen^Flöss-Canal oder dem 
neuen*) Flossgraben, welcher för den Holzhandel der Lau- 
sitz von grosser Wichtigkeit ist. Er nimmt seinen Anfang im 
Kreise Luckau (Regbez. Frankfurt) bei dem Dorfe Licbterfelde, 
l Meile südlich von Finsterwalde, und ist dann auf Gorden, £1- 
sterwerda, Stolzenbain gezogen, indem er die schwarze Elster 
bei Plessa durchschneidet «nd von dieser theil weise bespeist 
wird. Hinter Stolzenhain verlässt er das Preussische Gebiet, 
und geht im Königreich Sachsen attf Kestritz, Streumen, Sage- 
ritz, Moritz der Elbe zu, wo er Leutewitz (bei Eiesa) gegen- 
über in die Elbe eingeleitet ist. Er ist II Meilen lang, wovon 
7 auf den Preussischen Staat kommen. Von diesem Canal ist 
zu unterscheiden der Sächsische Flos's graben, welcher unter 
der Regierung des Kurfürsten August 1579 zur Befpnlerung der 
Holzflösserei angefangen und 1587 beendet wurde. Er beginnt neben 
der weissen Elster unterhalb Crossen (im Königreich Sachsen), geht 



*) Die Benennung neu steht im Gegensatz des ilteren S&ehsi- 
soben Flossgrabens, als beide noch derselben Regierung angehörten 
und die einzigen Canäle In Kursachsen^waren , der eine aber schon 
Im sechszehnten Jahrhunderte von Kur/. August angelegt war. 



Dar Preussiscbd Staat 297 

a«f f egaa, wird dann in 3 Armen fortgeaogfen, von denen der west-- 
]khe grOss^e auf dem Schlaclitfelde bei Gr. Görsehen (ß, MaS 
1813) im Kr. fifersebarg das Preassisebe Gebiet betritt, dann 
östlich von Lfitzen fortgeht auf Oetsch^ Scbladebaeh nnd bei 
WaUendorf in die Luppe ( 1 Meile östlich von Mersebori;^ emgt^ 
leket wird. — Als grösserer KntwUsserangs • Canal ist der 
grosse Bruch- oder Schiff graben in den Kreisen Osohersle«- 
ben und Halberstadt, welcher im J 1764 erweitert and tiefer 
gegraben wurde, aber nicht zur Schifff^hrt gebraucht werden 
kaani er dehnt sieh auf 6 Meilen zwischen Oschersleben und 
Borohurg aus, geht zweimal ins Herzogtbum Braunschweig hin« 
über, und wird dann noch V« Meile Östlich in die Ilse, einen Ne- 
beafluss der Ocker, eingeleitet. '*') 

In der Provinz Westphalen haben wir nur einen einzi- 
gen Canal anzuführen, und selbst dieser ist als unvollendet von 
nicht grosser Wichtigkeil. Es ist der Münster- Canal, wel- 
cher durch den Kurfürsten Clemens Augast von Colin (aus dem 
Hause Baiern), der auch zugleich Bischof von Münster war, 
in den J. 1724 — 28 angelegt wurde, um Münster mit der 
Vecbte und dadurch mit dem Zuyder-See und den wichtigsten 
Niederlandischen Handelsstädten zu verbinden. Er ist mit einer 
Breite von 40 — 55 F. und einer Tiefe von 6 — 8 Fuss von 
Münster, wo die Aa oder Ahe zu seiner Bespeisnng gebraucht 
wird, über Korde bis Clemens-Hafen 4 Meilen lang gezogen, 
80 dass von hier bis zur Vechte (oben l§. 242) nur noch 1,^^M. 
zu vollenden blieben. Erst 40 Jahre später wurde von dem 
Nachfolger auf beiden bischöflichen Sitzen, dem Kurfürsten 
Maximilian Friedrich (aus dem Hause der Grafen von KÖnigseck- 
Aulendorf) 1 Meile weiter bis Maxhafen 176S gebaut, und dann 
blieb das Werk unvollendet, und war zum grossen Theil ver- 
nachlässigt, als Monster an die Preussische Regierung kam. 
Seit 1816 ist der Canal wieder geräumt, die unbrauchbaren Schleu- 
sen sind wieder hergestellt, und für kleinere Frachtschiffe, die indess 



•) In dem Kreise der Grafschaft Wernigerode (flegbez. Magde- 
burg) Ist bei Wernigerode selbst die 2 Meilen lange Wasserleitung 
bemerkenswert!!, welcl^e Graf L. Stollberg - Wernigerode 1730 ange- 
legt hat. 



296 Der PrtHtsUcha Staat 

w^«n 4er Untiefon aar 120 bis 350 Ctr. biiea köanen, m €>aag 
gebraebt: aber der frohere fintworf zar VerbincJaiig mit der 
Veebte ist aofgegebeo. Ea mnd nun Vorarbeiten getroffen, am 
ana diesem Canal in gerader Linie südlich einen neaen Caual 
in die Lippe einzuleiten, and dadurch eine bequeme und kurze 
Waseerstraase zwischen Münster und dem Bheine zu erlsngeai 
eben so soll nürdlioh von Maxbafen der Canal westlieh auf 
Rheina (nur IV, Meil. entfernt) zur Verbindung mit der Bou 
und dadurch mit der Nordsee fortgesetzt werden. Die Verband^ 
lungen mit der Hiianöverschen Regierung sind darüber bereits 
abi^escblossen, aber die Ausführung der fortgesetzten Canalar- 
beiten hat bis jetzt noch keinen günstigen Fortgang. *) 

Für die Rheinprovinz ist der älteste Canal die Fosaa 
Eugeniana oder der Idariengraben, welchen die Spanische 
Statlhalterin der Niederlande, die Infantin Clara Eugenia, Toch- 
ter Philipps IL zur Verbindung des Rheins mit der Maas im J. 
1620 auszuführen beabsichtigte. Er wurde aus der Maas bei 
Venio angefangen und sollte nach dem Rheine bis Rheinberg 
fortgeführt werden. Aber die Arbeiten wurden nach zwei Jah- 
ren durch die grössere Ausdehnung des dreissigjäbrigen Krie- 
ges unterbrochen und spater nicht mehr aufgenommen, da im 
Laufe des siebzehnten Jahrhunderts gerade diese Gegenden fast 
fortwahrend den Kriegsschausplatz für die Hauptmächte Euro^ 
pas darboten, und am Ende des Spanischen Erbfolgekrieges 
VenIo an die Repnblick der vereinigten Niederlande und Geldern 
an Preussen fiel. Gegenwärtig ist der Canal verfallen, und 
auch die zuletzt noch gebrauchte Strecke (von einer Meile) 
zwischen Rheinberg und Kamp nicht mehr in Anwendung. 
Unter Napoleon wurde indess, da die Maaslande und Rheinlande 
damals gemeinschaftlich einem politischen Systeme untergeordnet 
waren, der Gedanke einer direkten Verbindung der Maas mit 
dem Rheine wieder neu angeregt. Der neue Canal sollte gleich- 
falls seinen Anfangspunkt bei Venlo nehmen, aber südlicher auf 



*) Pläne zur Verbindung der Weser mit der Elbe vermittelst 
der Aller, die zu einem nicht unbeträcbtUcheu Theile auf Preussl- 
schetn Gebiete ausgeführt werden müssten, sind zwar besprochen, 
aber noch ist keine Aussicht zur Ausführung eines derselben vor- 
handen. 



Der Prevsftisob« Staut; aw 

Meoas gefUirt werde«, um hex CkteNnflMqfen %Mrik #feer- 
bftib Dflsseldorf in den Rhein eingeleiiei mi wenden *). Die ArM» 
ien an diesen Nerd-Canele beganoen im Sottmer 1806 nad 
waren bte »um J. 1810 trat» der noMini^^rliehen Kriege eeho« 
fio weit gediehen I dass ißwei Oritlthe^ des geeammtea Kneten« 
Anschlags mit 13,600,000 Frc. (3,600,000 Thlr.) verwandt wa* 
ren. Aber die Tbreneatsagong des KMgs JLndwig von Heiland 
und die darauf erfolgte ffinverleibung Hollands in das FnuK- 
zöslscbe Kaiserthnm versebaflten de« VersCeyongen der Uel« 
Jindiscbea Kaufleute das Vebergewiebt, dass dimen Untet«- 
nebmen duri^as überflflssig wlure (da sie von demselben eine 
Beetnträcbtigung des Handels ffir Rotterdam und Amster«- 
dam befQrcbtetea). Ule Portsetaang des Canalbaos nnterhlieh, 
und In diesem unvollendeten Zustande kam der Nord^^Caaal in 
dem J. IB14 mit der Rheiaprovina unter die Preutsisebe Regie* 
rang. Die Vereinigung Belgiens mit Holland asu einem Kdnig« 
reiche verbinderte aui denselben Grftnden die Wiederaufhahme 
des Cfinalbaos von Seiten der Niededüindiacbeo Regierung. Die 
Preussische Hess denselben 1833 in der Strecke von Grinüing^ 
hausen anf Neuss, Viersen bis Söcbteln im Kreis Kempen (Regbez. 
Dflsseldorf), etwas tlber 4 Meilen lang, fär den Binnenverkehr 
mit Canalfhhraeagen von 300 €ent. TragHibigkeil schiffbar ma- 
chen, so dass j^zt nur die benachbarten 4 Kreise Kempen, Kre- 
feld, Gladbach und Neuss bei demselben vorztigllch betheiligt 
sind**): der Theil des Caoals von Neuss bis zum Rhein bei 



*) Ueberdies hatte Napoleon noch die Absicht späterhin diesen 
Caaal von der Maas nach Antwerpen weiter fortzuführen. — Bei 
Venlo wurde noch anf eine harze Strecke von der gertfamten Fossa 
Engenfana Gebranch gemacht. 

**) Nach dem Landtttgsabsehiede der Rhetnisohen Provlnaialstfinde 
Cvon 1. Landtage) vom 30. Dec. 1643 <abgedraeki allgem. Preuss, 
Zeltg. laa. 1844 nr. 9^ Art. 40 wurde die Fortführung des Nordca 
iMb 2war nicht entschieden von Seiten der Regierung abgelehnt, 
ladess doch inf Grundlage der vorausgegangenen Ermittelungen die 
Erklftmng dahin abgegeben , dass die zunftchsC beabsichtigte Schiff- 
harmachung von Süchteln nach Oräfrath (gegen Vs Meile) nach den 
derselben su Grunde gelegten Dimensionen einen solchen Kostenauf- 
wand erfordern würde, welcher mit d^m davon z« erwartenden Erfolge 
ausser Yerhältniss stände. Es sind daher neue Erörterungen suvot- 



300 Der Preustitche Staat. 

Gftelittgfcaasen (etwaa UNr V« Meile lang) fQbrt noch den be- 
floadera Naaien de« Hafft-Canals. — Aosserdem sind noch 
zwei Canile in der RbeinproTlnz bemerkenswert!! : der Bpoy- 
graben, der von dem Kermesdahl bespeist wird, Vs Meile lang 
ist und Cleve mit dem Rhein verbindet, jedocfi nar mit kleinen 
Sebiffen und bei hohem Wasser befahren werden kann ; der Dois- 
barger-Canal) weicher unter der Regierang Friedrich Wil^ 
lialffl*s III. 1829 angelegt wurde, bei Unisborg den Linneper^ 
edtf Dickeis-* Bach aufnimmt, gleichftills % Mdte lang \st und 
Daiiborg miit dem Rheine vet%iadet; auch wird noch eine zweite 
gerade Canalverbiildang swiscben IMsborg und der Ruhr, nicht 
viel Ober % Meile lang, aasgeführt werden. — In dem FOr* 
aleatbam Neuenbürg und Valendis befinden sich keine nennens« 
wertlw Canal- Anlagen* 

Die künstlich gebauten Landstrassen oder Chansseen 
4iaben im Preussischen Staate weit sp&ter als die Canal- Anla- 
gen die Aufmerksamkeit der Regierung in Anspruch genommen. 
Die g^inge relative Bevölkerung und die dadurch bedingte ge* 
ringere Benutzung der Landstrassen, der satidige, leichte Boden 



anaustellen, ob niobt obne wesentUche Gefihidiioa des Zweeks die 
Breite aad TieC^ der Waeserstraase mU eiaer Mfesenttlcben Kosten- 
sparniss vernindert mt erden kOanen. Auch soll dabei augleicb ao- 
tersueht werden, ob nicbt eine bessere Yerbiadung des Canals mit 
dem Rheine erzielt werden könnte, weil von dieser der ansgedebnte 
Gebrauch des Canals vorzugsweise abhftngig ist. Erst nach die- 
ser Prüfung soll entschieden werden, ob der fragliche Bau aus 
Staatsfonds aussufOhren ist. Bei der achten Landtags ver$amm- 
lang der Rheinischen Stande sind diese Canalbauten gar nicht wei- 
ter besprochen, und daher Ist anch derselben Im letaten Landtagsab- 
schiede vom 27. Dee. 1845 gar nicht gedacht worden. ^ Eine Ca- 
nai -Verbindung swisolien d#r Ems und dem Rhein, In der Rich- 
tung von Rheina nach Emmerich, ist zwar aaeh dem Besekelde Im 
zweiten Landtagsabschiede der Bheinische«. SUnde tom 19i.Jait]fi29 
näher untersucht worden, aber die zur Anaftihrung dieser WassAr^ 
Strasse erforderlichen. Mittel stehen mjü den fdr die Befördernag des 
Handels und der Schliffahrt zu erwartenden Vortheiiea atuwer Yer- 
hftltnies, und daher ist glelcliralis diese Unternehmung aus Staats- 
fonds, die von dem siebenten Rheinischen Landtage beantragt wurde, 
in demselben vorhin clUrten Landtagsabaebiede vom 30. I^o. 181^ 
entschieden abgelehnt worden. -* 



Der Pr^assische Staat. 3§I 

fo&t auf der. B|iUle,de<i Flfteb^ainlialtfly ü« zw«i<^ Un drcüoMMit* 
Hohe ScbKeebatiQ mul d^r verfauUUli9flni36% gCNMtigere FktM* 
verkehr .in dm QjsÜiobeQ ProvimBeoi .Immm •iftwseito ömt flniD«* 
gelbftiteo Zusind des Liiad«tr»sBea*VetMira weftiger Mehtket-- 
Ug empfinden y aedererseits »ber Mm^ nueh jioeli die Unaig« 
licbkeit erblicken» m)s StMW^nda biefHr eine eirtspfeoliaode Ak^ 
hülfe. gewahren xm können. Aber nueb die nuttieren uimI weH« 
lieben Provinzen des Staaten enftbebr^ avf ideiebe Weise bi» 
zu den letzten Jahren der ftegiesang Frkedriobe des Oreeeea 
darchaua den durch Knnststnissen belebten inneren Verkehr, «ml 
wenn Friedrich II. an VelUke am IL 0^/ 1773 aehHeb'i') „fai 
pii faire des granda chemins dans las menlaglies (efr sprioki 
gerade von Schlesien) poar la faciKte do eommefce/^ se aetted 
darunter .nicht Kanststrasaen, ühnlieb den b^tigen in dtai'Ge* 
birgen verstanden werden, sondern nur breilere Wege in' dem 
Gebirgen, die bei sonst günstiger Witterung dw Mögliebkeit 
eines grösseren Waarentransports verslatten. Unter Friedrieh 
dem Grossen war noch keine einzige JMeile .Chaussee imPreos- 
sifchen Staate gctbaut. Die ersten Unternehmungen di^er Art 
wurden mit dem ersten Regierungcyahre Friedrich Wilh^ms lil. 
(1787) begründet, aber sie erforderten bei der geringen Brfah*- 
ruog, die man damals in de^leichen Arbeiten besass, einen so 
betrachtlichen Kostenaufwand, wozu noch die gleichzeitigen 
Kriege gegen Frankreich und Polen kamen, dass am Ende der 
Regierung dieses Königs doch nicht einmal vollständig die Re-* 
sidenzen in der Mark Brandenburg durch Kunststrassen mit eia* 
ander verbunden waren und ausserdem in den beiden westlich- 
stea Provinzen nur der erste Anfang mit einigen Bergstrassen ge«- 
macht war. Es ist demnach das vollständige gegenwärtig über 
den ganzen Staat schon so trefflich ausgebreitete Knnstatrassen^ 
Netz erst seit der Regierung Friedrich Wilhelms III. gebildet/ 
wobei allerdings bemerkt werden mnss, dass bis 1815 im Allge- 
meinen von der Preussischen Regierung für diese Beförderung des 
Verkehrs noch wenig geschah, dass aber mit den im J. 1SI5 sowohl 
wieder zurück gewonnenen als auch mit den neu erlangten Rheini- 
schen, Westphälischen und Sächsischen Landesantheilen unter. der* 
Regierung Napoleons und seiner Familie (König Bieronymus, Gross- 



*) Oeuvres ]M>«^uaies de Frederie IL vol. IX. pag. 303« 



3t2 Der Preii8ti«ehe Staat. 

h^OBOg Jonchin M»nit in Berg) V«rwftltiing viele KomHatrasacn Kam 
TbeH voUstiadiK erbaot, zum Tbell halb vollendet an Ae Freassisebe 
Rei^ieniBg Abergeben worfka« Fassen wir in einer Gesammtütier- 
81^ d«a damaUgea Zastand (1816) der Kansfstrassen *) iia 
Presasischen B$nnie auf, so finden wnr fn der Provinz Prenssen 
nor 1 Meye awischen Blblng und Tmnss, in den Provinzen Pont* 
mern uad Posen gar keine« in Brandenbarg 29^2 Bfeümi von 
Betlia naeh Potada«, Gftm'Mtenbarg, Wemeuehen, anf der 
SArasae nach Frankfbrt a. d. O. und Brandenbnrg, in Scbfesion (na- 
mentlieh in den Regbez. Liegnitz and Breslau) 104 Meil., in Sach- 
sen 65 y? Meilen^ in Westphalen 101 y, Meilen, in der Rheiripro- 
^liaa ^^Vt Meilen, also aberbanpt nar gegen 5t3 Meilen. Von 
diesm aber waren nar $78 Meilen ans Staatsfonds erbant and 
unterhalten) 145 Meilen kommen auf die Bezirks Strassen, 
welche aas den Steaerzoschiagen von den Departements - Kreis- 
oder Comnninal- Verbunden auf gemeinscbaftticbe Kosten errich- 
tet and anterbalten wurden: 109 derselben waren in der Bhela- 
l^oviaz (darunter 78,^' Meilen Departementalstrassen) and 36 
Meilen in Westphalen» hur Kreis- und Commanalstrassen. Aber 
glekh Bü dem J. 1816 beginnt ein kräftiges Bestreben, diese 
wahrhaften Lebensbahnen für einen regen inneren Veilcehr mit 
einer grossartrgen UnterstOtznng aas den Staatsfonds in den 
westlichen Provinzen, tn Sachsen, firandenbarg und Schlesien 
rasch zu fördern; weniger geschah in Prenssen, nnd in Pom- 
mern und Posen wurde in den ersten Jahren nach den beiden 
Pariser Frieden noch gar nicht an Kunststrassen gearbeitet. Es 
wurden in den drei Jahren 1817 — \9 143 Meilen neu erbaut, 
also im jährlichen Durchschnitte 47,^ Meilen, in den beiden J. 
1890—^31 W Meilen, also im Jahre 49y2 Meli , 1622 nur 33 
Mellr ond 1628 43 Meilen, zusammen in 7 Jahren 316 Meilen. 
Von diesen aber waren rndess noch 77 Meilen Kreis- und Com- 
rauoalstrassen in den ersten 5 Jahren dieser Periode theils voll- 
standig nett angelegt, theils ausgebaut; es bleiben mithin 241 M. 
neae Staats -Kunststrassen fQr 7 Jahre, d. h. 34% Meil. durch- 
schnittlich in jedem Jahre. Der erste am 7. Juni 1821 bekannt 
gemachte '^*) Etat der allgemeinen Binnahmen nnd Ausgaben fär 



*) Vgl. C. W. Perber's Beiträge zur Kenntniss der gewerbt 
Zust. u. s. w. I. S. 244. 

**) Preustlsche 6e8etz^mm1ang,'J'alir 1821, nr. 6. 8. 51. 



D«r Preusstsehe Staivt. 803 

den SteftItMbrf Miste «o^iser 490,tMThlr. sitir UnCerimitaiig 
itr KnwdHtnLamn (dt« mvm den Wegegeldem iocisen), 1,766,000 
Thir. zu ausserordentlichen ZebloAgea nnd i&n Landesverbesse- 
r an gen ans, wovon gteioh in den ersten darauf folgemfen Jah- 
ren durehsehaHÜich. jedes Jahr fegen 1,000,000 Tbk. aufChaus^ 
see-^Aalagen verwandt wvrdcli.*) Aber dies reiehle noch nidii 
ans 9 die nölhige Rasohheit ta der Ausfihrung der Pllüne eu 
bringen, Vielehe die geveinsebarttidien Wdnsehe der Sfaatsre- 



*) Ple Kosten für die Melle liunststrasse mausen sieb sewobl 
nach den versehledeaeo liOcalverbältnUsen, die Gebirge, Flösse, ^ot^ 
barer Brückenbau, Niederungen und Sümpfe hervorbringen^ als aueb 
nach der Höbe des Arbeltslohns und der Kostenpreise der MaterU' 
Ifen, sehr verschiedenartig gestalten, so dass sie von 20,000 Thlr. ab 
bis auf 80,000 Thlr. und darüber für eine Meile variiren. Gerade In 
diesen ersten Jahren des slfgemelnen Chausseebaus Im Preussischen 
Stsate slad die kostspieligsten Kunststrassen erbaut, well sie die 
■oHwendlgsten waren. Wo Ntederungsboden und jAfaes Geblrgs- 
lani lebhafte Hauptstraasen durcihkreuaen» wird die Unfkhrbaiiiell 
derselben eben durch den starken Verkehr nach vergrOssert und da« 
durch der mangelhafte Zustand um so drückender empfunden. Dasa 
ie. B. aut der Hauptstrasse von Berlin nach Königsberg die Welcb« 
sei und Nogat-Niederungen zwischen Dlrschau, Marlenburg und El« 
hing das drückendste Hindernlss wurden, wenn In den 5 bis Ho* 
naten des Frühjahrs und des Herbstes^ bis In den Winter hinein zur 
Schneebahn für grossen Waarentransport entweder völlige Unfahr- 
barkelt eintrat, oder der Frachtwagen mit 50 Cent. Last 8 bis 12 
Pferde erforderte, um 1 bis 2 Meilen an einem Tage fortgeschleppt 
au werden, lag *M klar auf der Haad. Fttr dtese Strecke wurde 
daher beaandera in der Provinz Preussea die Chanssirung verlangt; 
die Schwierigkeit des Paus auf diesen 6V2 Meilen wurde aber nook 
durch den Mangel an Steinen beträehtUcb erhöht» und mehr alt 80,000 
Thlr. Baukosten erforderte hier jede Melle der nethweadigen Kunatr- 
Strasse. Aebnliche Verhältnisse In Bezug auf Niederungen zeigten 
- sich In Westpbjtlen (Regbez. Münster) und In dem Regbez. Magde«^ 
bürg, schwieriges Bergterrain vornehmlich in den Rhelnprovlnzen^ 
Schlesien und in den Reglerungsbezirken Arnsberg und Münden In 
Westphalen, nur dass In dem letzteren Fall mindestens der Ueber- 
fluss an brauchbaren Steinen die Kostbarkelt des Baus verminderte: 
Dosh sind in dieser Periode durehschnitaioh die Erhaonngskosten 
fir I Meile. Chauasee anf 35,(KM) Thlr. unauftoilsgen. 



304 Der Preiissitehe Staat* 

gieniBg und der eimoeloen Froviaxen drin^ead vHtmMeo. im 
Jahre 1821 warea erst 480 Meilen «Itaalskoaslstrattien fertig, auf 
denen das Wegegeld erhoben worde: 30 bie 40 Meilen konn- 
ten h&chsten') im Jahre neu angelegt werden, wie so eben naeh- 
gev^ieaen ist« De^alb erhielt im J. 1624 das Küaiglkhe ;See- 
handlangs-InstitjDtden Aaftreg, mit den ihm »a Gebote st^senden 
Geldmitteln, den Ghausseebaa In den Östlielien Provinaen rascher 
zu fördern, indem ihm fQr den Keitranm von zwölf Jahrea 1824 
bis 1835 nach dem Haupt -Btat der Staats - Ausgaben j&hrlich 
400,000 Thlr. zur Verzinsung und Tilgung der ausgelegten Ca- 
pitalien Oberwiesen werden sollten.*) Dies wirkte so günstig 
besonders seit 1826, tfo die dazu nöthigcn Voratbeften vollen- 
det waren, dass das jährliche Quantum der fertigten neügeban- 
ten Kunststrassen das Doppelte der Meil'enzahl gegen die Pe- 
riode 182! — 24 erreichte oder noch überstieg. In dem Jahre 
1824 wurden nur 22, 1825 25 Meilen erbaut, wofür die Gründe 
aus den oben angeführten Bemerkungen einleuchten, aber im J. 
1826 wurde der Neubau der Kuqststrassen auf 38 Meilen, 1827 
sogar auf 72 Meilen und 1828 auf 66 Meälea gefördert. Bw 
Provinz Pommern erhielt 1828 ihre ernten 7 Meilen Chaussee 
Bwisefaed Garz nad Schwedt (auf der Sti^sse zwischen Berlin 
vad Stettin), und den Anfking zur Verbindung mit Danzig, das 
Grossherzogthum Posen gegen 17 Meilen in der Richtung von Posen 
nach Berlin, Preussen seine vollständige Kunststrasse von Berlin 
nach Königsberg. Im December 1828 waren bereits 1062,^ Meil. 
Kunststrassen der öffentlichen Benutzung übergeben, wovon aber 
nur 840,^ Meilen aus Staatsfonds erbaut waren und unterhalten 
wurden, 222,^ Meilen dagegen zu den Kreis- und Communal- 
strassen und für die Rheinprovinz auch zu den Departemental- 
strassen in dem oben bezeichneten Verhältnisse gehörten. Ver-^ 
gleichen wir nun die Antheile der einzelnen Provinzen an die- 
ser Verbindung durch Kunststrassen, so erhalten wir auf Preus- 
sen 78,'^^ Meilen, Pommern 7,*® Meilen, Posen 17,* Meilen, Bran- 
denburg 96,« Meil., Schlesien 241," Meil., Sachsen 121,*** Meil., 
Westphalen 171,^^ Meilen und die Rheinprovinz 335,* Meilen. 
Diese Bauten waren aber in allen Provinzen sehr tüchtig und 



*) Erläuterungen zu dem Hauptetat für die J. 1829 ^ 31, be- 
kannt gemacht am 21. Febr. 1829, PreUss. iGresetasamml./ Jahrg. 1829. 



D^ -PrettS8it4)he Staat. 9W 

Bach tedioiseh bewihrten Groadfoiteen avagteAhrt, (Arne Efidc- 
alcht aar einen grosseren Kostenanfwand, wenn er seineni Swedce 
mehr entspreebenil gefunden wurde und eine grtesere Daaerbal*r 
tigfceit Terspraeh. In der Regel ist ihre Anlage auf 44 Fum 
ßreite eingeriefafet, aik Ekischlass des Sotaaiervi'eges; ibr Ge- 
falle verstattet im Maximnra 8 Zoll aaf 1 Rathe. — 

Aller dieselbe Eaergie In der UnterstMiaag des Kunststraa* 
senbaus ans l?taatsfbads daaerta aMit nur in dea leisten zwölf 
Jahren der Re^erung Friedrich Wilhelms Ili. fort, sondern sla 
wurde noch fast von Jahr isu Jahr erhöht. Im Jahr 1830 wur- 
den 84,® Meli, neu erbaut, oad als der Finanamiaister von Motia 
am 30* Jan. 1830 verstarb, konnte aus der Dauer seines f&nf-* 
jahrigen Ministeriums nachgewiesen werden, dass wähnend des-t 
delben 284/^Meil. Chausseen fertig gebaut, und zum anderwei- 
tigen Bau von 141/ Meilen die Vorarbeitea eingeleitet und die 
nöthigen Fonds grössentheils angewiesen waren. *) Die wohl- 
thMigen Folgen des gesteigerten Inneren Verkehrs durch die 
ausgedehnlere Kunstotrassen? erbiadung wirkten oaterdessen auch 
göttstig auf den Speculationsgelst für Prtvatuntemehmungea oia, 
und es bildeten sich seit dieser Zeit häufiger Actien-Vereine, 
welche Kreis -Chausseen aasführten, oft auf keiner anderen Grand- 
lage, als in der vom Staate verslatteten Erhebung des Wegegeldes 
eine ausreichende Verzinsung und auch allmählige Tilgung der dar- 
auf verwandten Capitalien zu erlangen. Bei schwierigeren Unter- 
aehmungen, die entweder kostspieliger in der Anlage waren, 
oder eine geringere Einnahme an Wegegeld in Aussicht stell- 
tao». traten Beitiükge der dabei betheiligten Communen in G^ld 
oder NaturaUieferaagen- und unentgeldliche Dienstleistungen mit 
Menschen und Gespann hinzu, sp&ter auch eine Prämie des 
Staates, wenn der unternommene Strassenbau nach vorausge- 
gangener Prüfbng von Seiten der Staatsbehörden einen wesent- 
lichen Zweck des inneren Verkehre erfüllte. Verfolgen wir nun 
den ferneren Cbausseebau in den nächstfolgenden Jahren, so be- 
merken wir nicht einmal eine Stockung in demselben in den J. 
1830 and 1831^ wo die Juli-Bevolation und ihre Einwirkung aaf 
Belgien uad Polea in den westlichen und östlichen Provin^^eo 



*} Verhandlungen des Gewerbevereins für PreusscD^ Jahrg. 1830 
S. 247. 

SGhahert'g Statistik VI. 20 



306 Der Preataisobe Suat 

gteioteeilig die ftvMiimieiMuelMiBg iui4 Tollst&iidige AMrQsiiuig 
mehrerer Armee -Gorpe oothwendig erfenlerten *}, oihI ihre Br- 
haltang euf dem KriegsAiase ftkr mehr eb J«bre«rrUt dem StaeU-> 
aofwande alle mögliche Binschraokueg aoempr«hleo. Die aos- 
serordentliobeii Auegabeii des SUatee vergr&seertea sich noch 
ansehRlicb im Sommer 1831« ale die Cholem * Epidemie die Ast- 
lieben Provinsen ergrif » ond Ifareo verbeereadea Oorohang durch 
elaeo grossen Theil des Preuesisobea Staates wiederom für mehr 
als Jahresfrist ausfQhrte. Dem aegeaohtet litten trotz dieser 
doppelten ungewöhnlichen Yemiehning der fiMMixiellen Anforde* 
rangen die nmfissendeo Unternehmungen des IgLtssCes fQr Brwei-^ 
terang des inneren Verkehrs keine bedeutsame Verkfirznng, 
Die iu Gang beflndlicben Beaten worden mit gleicbmikssiger 
Lebhaftigkeit ihrer Beendigung entgegen geföhrt, neue Piine 
entworfen und genehmigt, und die daacu erforderliohen Mittel auf 
Staatsfonds angewiesen* Die Finanzoperation des Seebandlungs- 
Instituts im J. 1SZ% ihre bereits nuf 12,000,000 Tblr. aufgelnu* 
itoen VofBcbtIase fOr den Cliaiisseebau durch das Primienschein* 
Anlefan liquide ko maehea '^*)y hatte den giUstigaten Erfolg, und 



*) Nach dem Erlass des Kdnlgs an die Stände bei der angekün- 
digten S teuer ermftsslgung, >velche mindestens Im Betrage von 1,500,000 
Thlr. jäbrlicb vom 1. Jan. 1843 eintreten sollte, bekannt gemacht nnter 
dem 23. Febr. 1841 (In der Preuss. fitaatssti^. 1841 Bfrz. nr. 00), betragen 
die ausserordentlichen Staatsausgaben In den X 1830 -^d;; fQr 
die Vervollständigung des Kriegsmaterials und fOr die Rastungen 
35,8911,000 Tbln aber den Etat. — Die Htenerermässlgung wnrde 
später nach der Denksebrift aus d. Oct. 1843 anf jährliche 2,000^000 
Tkhr. erhobt. *-- 

**y Nach der Bekanntmachung des Staatsministers Bother vom 
30. Juli 1833 waren die Chausseebauten während der J. 1824 — 32 
von der Seehandlnngs - Societät in einer so bedeutenden Ausdehnung 
betrieben worden, dass dieselbe 13,000,000 Thlr. zu fordern hatte, welche 
durch die Einkünfte der sämmtlichen Chausseen contractmässig 
sicher gestellt waren , aus denen sie jedoch erst nach und nach getilgt 
und bis dahin jährlich mit 5 Proc. verzinst werden sollten. Um sieh nnn 
tbeils die Mittel zu neuen Unternehmungen zu verschaffen, theiis um im 
Jahre 1833 die Vollendung der bereits angefangenen Strassen mit 
Thätigkeit fortsuselsen, machte das Seehandlnngs -Institut, nach der 
durch die Cablnetsordre des Königs vom 27. Juli 1832 erlangten Au- 



1 



I>#r Praua&Uoha Staat 307 

4et aUgmeiM Btat der StoatiüiMgaben Ifir die J. 18)5*- 37 •) 
erhObte bereits» iodefi er die Uaterhaltiuig and den Neabao der 



torlsation, eine Prftmiensclieinen - Anleihe Im Betrage von 
12,600,000 Tblr. durch 252000 Prämienscheine, in Stücken eu 60 Thlr., 
welche in 25 Jahren bis 1857 durch jähr li che Ausloosung von 9000 bis 
11,200 Stück Prämienscheinen getilf^t werden soBte. Die Loosung -wird 
alle 2 Jahre (in den ungeraden Jahressahlen, als« 1833, 35, 37,39 
B. «. w.) mit Prämien verbunden, von denen 80 bis 40 l>edeutendere 
sind swiscben leOO und 190,000 Thlr., und etwa 3000 zwischen 100 and 
lOQDTblr« Die abrigen Scheine erhalten mindeatena den Nominalbetrag 
all einem Zuschlag von 4 bis 5 Proo. Zinsen, der mit jedem Jahre ohne 
Zwischenainsen gleichmässig vermehrt wird: s* B. I8i3 sind 0000 
aasgelooste Pramlenschelne mit 72 Thlr^ l»ezahlt, d. h. mit dem No> 
minal-Capltal + ellfjährlge Zinsen zu 4 Procent; 1800 ausgeloofite 
PrÄmlenschelne mit 77 Thlr., d. h. mit dem Nomlnal-Capital-h zehn- 
jährige Zinsen zu d'/^Proc. und einjährige Zinsen zu 4 Proc.; end- 
iith 700 ausgelooste Prämienscheine mit 82 Thlr., d. h. mit dem No- 
minai-Captul -(* nehnjahrige Zinsen mi 5 Proc , nnd einjährige Zin- 
sen zn 4 Proe. Eben so wnrden nach 9 Jahren im J. 1815 60(41 
ausgelooste Prämlenscheine mit 76 Thlr* bezahlt u. s. w* — Die See* 
haadluag hat aberiiaapt den Bau von 125 Meli. Chausseen in diesen 
Jahren ausführen lassen: vgl. des Staatsministera Rother Bericht an 
den Kitelg vom 30. Nevbn 1844 aber die Verhältnisse des Seehand- 
lungs-Inatituts, S. 17» In den Ausloosongen der Jahre mit geraden 
Zahlen werden sämmtliche 10,800 gezogene Prämlenscheine auf 
gleiche Weise mit dem Nominalbetrage und dem Zuschlag der ein- 
fachen 5 Proo. Zinsen bezahlt, ohne jedoch die Zwischenzlnsen 
zu berücksichtigen, z. B. im J. 1831 ist jeder ausgelooste Prämlen- 
achein mit 65 Thlr. bezahlt, also 50 Thlr. Nominal - Capital + 
djahrlge Zinsen, 1836 mit 60 Thlr., 1838 mit 65 Thlr., 1840 mit 70 Thlr., 
1812 mit 75 Thlr., 1844 mit 80 Thlr.; 1846 wird er mit 85 Thlr. u s.w bU 
ISöOmtt llOThir. auageiOsst. Zum speoieUen Unterpfaade fOr die Sicher* 
beit dieser PrämienaelMiae dienen die von dptr General^Staatssaase 
a«| die Einkünfte der Chansaeea oontractmäaalg aofiepUrten Aner- 
kenntnisse, welche bei der Haupt- Seehandlungscasse verschlossen 
niedergelegt und nur nach und nach, so wie sie verfallen und zur 
Berichtigung der Pränüen zu verwenden sind, herausgenommen 
werden, ausserdem aber das gesammte Vermögen des Seehandlungs- 
Instituts in Grundetüeken, Schiien, Waaren, Geldern, Staatspaple- 
res laid senattgen acttven Ferderungen. 

*) Der EUt ist geaehmlgt am 8. Mai 1835, abgedruckt in der 
Prenaa. Geaetzsajnmlnng, Jahrg. 19^ nr. 8. 

20» 



308 Der Preüssische SlaAt. 

Chaasseen, mit Knichloas der Mittel zur Versinsang uttd Til- 
gung der aufgenoiiUBeoeD Cbaasseebau-CapitalieQy z« einem all«- 
gemeinen Haupt - Titel des Btats absonderte, denselben auf die 
j&brlicbe Saoime von 2,852,000 Tbir. Dieser Etat wurde aber- 
mals für die dreijäbrige Periode 1838 — 40 erhöht'*'), bis auf die 
jährliche Summe von 2,925,000 Tblr. Es wurde in den zu- 
letzt angeföhrten eilf Jahren 1830 — 40incl., wie es in dem Er- 
lass des jetzt regierenden Königs an die St&nde vom 23. Febn 
]g4l^4:^ nachgewiesen wurde, auf Chausseeban, (ausser den 
500,000 Tbir. etatsmftssig an Verwaltungs-^ und Unter- 
lialtungs kosten und der Verzinsung und etatsmissigen Til- 
gung der von der Seehandlung hergegebenen Chausseeban-Capita- 
lien) noch über den Etat die Summe von 14,043,084 Thir. aus 
den Ersparnissen und UeberschQssen der Staatseinnahmen ver- 
wandt. Halten wir hier einen Augenblick an, um in einem Ge- 
sammt- Resultate numerisch die Verwendung der Staatsfonds für 
den Chausseebau in den 25 Jahren des Friedens (1816 — 40) 
darzustellen, so vermögen v^ir zwar nicht exact die Zahl an- 
zugeben, bis zu welcher Höhe sie aufgestiegen ist, aber min- 
destens die Griftnzen zu bescbd^nken, anter welchen sie nicht 
geblieben ist Bis zum Jahre 1828 lasaen sich aus deq Cbau- 
seebauten nachweisen 21,600,000 Thln, eben so tut die J. 1829 
bis 40 incl. mindestens 27,000,000 Tfalr«, so dass also die unter 
Friedrich Vt^ilhelms III. Regierung zu dem Chausseeban seit 
1816 angewiesenen Staatsmittel mindestens die Hauptsumme von 
48,600,000 Thlr. übersteigen. Verfolgen wir nunmehr die Ue- 
bersicht der dem Verkehr eroflfnelen Kunststrassen, um nament- 
lich näher zu erkennen, was seit dem J. 1829 geleistet ist, und 
in welcher Art die hierin früher so sehr verschiedenartigen Verhält- 
nisse der einzelnen Provinzen sich genähert haben, so werden wir 
allerding» zu der Ueberzeugung gelangen , dass eine völlige Aus- 
gleichung' in dieser Beziehung noch lange nichl zu erwarten steht, 
werden aber mit billiger Anerkennung doch das erfreuliche Fort- 
schreiten darin wahrnehmen. Im J. 1 830 worden 69,® iM. und im J. 
1831 63,' M. neu erbaut, so dass im Dec. 1831 der Gesammtbetrag 



*) Der Etat Ist genehmigt am 28. Febr. 1^8, abgedruekt In der 
Preuss. Gesetzsammlung, Jahrg* 1838 nr. 4* 

**) Der Erlass ist abgedrnckt Preuss. Staatsatg., 1841. Mrs. ar. 60. 



Der Preutsisehe Staat 309 

der fertigen KinMtstnissen im Staate (mit Ausschlasa des FQr- 
Bteothiims Neueaburg and Valeadla, das hiefur gar nicht in Be-* 
trachtang geisogen wird) auf 1281,^ Meil. gestiegen war. ''') Von 
diesen gehörtea den Slaatsfofids an 1084,' Meil. oder 78,* Proc.^ 
fttr welche auch simmClich das erhobene Wegegeld den Staats- 
eassen xnfiel^ 78,^ Meilen waren Departementsstrassen in der 
Rbeinprovina, 15&,''*ComroanaI- nnd Kreisstrassen und 43,' MeiL 
Actien*«$trassen; mtlbin 277 M. oder 21,^ Proc. waren der Er- 
fylg der Bemfthangea der Kreis-Commonal- und Aotien-Yereine. 
Nach den verscbiedenca Provinzen kamen 109^^ Meil auf Preus- 
sen**); 24,** M auf Pommern ***) 5 13V' M. auf Brandenburg; 
30y''MeU. auf Posen} 294/ MeiL auf Sdilesien^ 155,® Meil. auf 



*) C. W. Ferber's neue Beitrage z. Kenntalss d. g. Z. II. S. 197. 

**) In dieser Provinz war der Strassenbau in den J. 1S94 » 31 
besonders lebhaft betrieben, dazu kam noeh die Yollendang der 
Strasse nach der Russlsehen Gränze im J. 1832 — 33, dann aber 
stockte es, und in den J. 1S34 — 46 geschah sehr wenig, nudelt 
wichtigsten lang gehegten Wünsche, z. B. «lie Volleadung der Strasse 
von Bartensteln zur Polnischen Oranze, blieben vnerffkllt. In den 6 
Jahren 1829 — 35 hatten aber die Staatsfonds fOr 35 Meil. Chausseen 
In dieser Provinz I,(>30,9|8 Thir. hergegeben nnd ausserdem 8000 
Thlr. Prämien zu IV3 Meilen fQr 2 Actien-Chausseen. — 

***) Pommern hatte ausser der oben angeführten Chausseelinle 
Im J. 1828 die Anweisung auf 1,000,000 Thlr. erhalten, um die Strasse 
von Anclam nach Stettin und von Stettin bis zur Gränze der Pro- 
vinz Preussen auszuführen. Die ganze Ausdehnung betrug 45,' MelL, 
und die Ausführung des Baus war der Leitung der ritterschaftlichen 
Bank von Pommern überlassen. In den J. 18^/s2 wurden von dle<- 
ser üauptstrasse 19 Heil, ausgeführt, und die Aufsicht fiber den fer^ 
tigen Theil ging an die Staatsverwaltung aber. In den J. 1833 
wurden wiederum 14,' Meli., 1834 0,' MeiL und 1835 die letzten 5^' 
Meil. von Anclam ab voUendet. Ausserdem war am Ende des J. 1835 
in Pom^ieru die Strasse von Anclam nach Stralsund (8,'M.) in An- 
griif genommen, ferner im nächsten Jahre die Strasse von Anclam 
bis zur Mecklenburgischen Gränze (2,' M.), die Seltenstrasse nach 
Wolgast (1,^'M.), die Strasse von Alt-Damm nach Stargard (3,'M.), 
die von Colberg bis zur Stettiner Chaussee (3,' M.) und die von Hü- 
genwalde und StoIpemOnde bis aur Stettiner Chaussee (4,^' Meil.).— 



310 Der Preostische Staat 

Sachsen *)( IM,^^ Meil. anf Weirf pfanten •») oad 3S5,<<^ Bf««, auf 
die Rheinproviaz. Die Vergleichang mit dem Zostando am Eade 
des J. 1828 ergiebt also, dass in dieser Periode in der Rhein-* 
provin% gnr keine neue Strasse angelegt war^ and dass in West- 
phalen, Sachsen und Schlesien wenigstens nach dem Verhali-* 
nisse der dort bereits vorhandenen Chausseen nicht eine gleich 
starke Zunahme, wie in den dstlichen Provinzen stattgefandea 
hat, wo erst dem dringendsten Bedürfnisse abzuhelfen war« 
Denn von den in diesen 3 Jahren überhaupt erbauten il8,'Meii. 
kamen auf Westphalea 93/ Meil., auf Sachsen 34,^^ Meil. und 
auf Schlesien 53,^ Meilen, d. h. etwa 14 bis 20 Proc. zn dea 
in diesen L&ndera schon fertigen Kunststrassea ; dagegen auf 
Brandenburg 46,* M., auf Prenssen 31 M«, auf Posen 16,^^ Meil. 



*)-In dieser Provinz halte allein der B^erangsbezirk Merse- 
burg la 8 Jahren (1817 — 25) zu grossen Land- und "Wasserstras- 
ata^ Bauten die Summe von 1,586^492 Thlr., aus Staatsfoods erhalten^ 
ind diese auf 23 Meliea Cbausseea mit 1,045,578 Thlr. (also durch- 
ecbnittüch 1 Melle zu 4^,459 TblrJ, auf Caoäle und Schleussen zur 
SobiiTbarmachung der Saale mit 472,923 Thlr. und auf neue Brücken 
mit 67,991 Thlr. verwandt: ich bemerke bei dieser Stelle, dass durch 
einen Druckfehler auf S. 236 in der Anmerkung Z. 4. v* u. die 
dort angegebene runde Summe von 472,000 Thln für die Schiffbar^ 
machung der Saale in 4,720,000 Thlr. entstellt ist. 

**) In der Provinz Westphalen befinden eich die meisten Chaus' 
Seen In dem Reglerungsbezirke Arnsberg, und sind durch das eigen- 
thümllche Verh&ltnlss der Flüsse zu dem Lauf der Gebirge, sowie 
durch die vielseitig entwickelte technische Cultur bedingt. Schon 
v.or dein Jahre 1S06 l^fanden sich hier 39 Heil. Kunststrassen, in 
dea J. 1S07 — 15 waren 51,^ Meli, angelegt, und die Preusslsche Re- 
f ierung erbaute in den J. 1816 — 25 = 18/ Meli, für 574,963 Thlr. 
(durchschnittlich die Melle mit 31,0S0Thlr) so dass am Ende des J. 
1825 in diesem Reglerungsbezirke bereits lo9 Meil. dem allgemei- 
nen Verkehr geö^'net waren. — Im Regierungsbezirke Minden gab 
es bei der Wiedervereinigung mit dem Preusslschen Staate im J. 
1814 20,2^ Meli. Kunststrassen; In den J. 1816-25 wurden 10,'M. 
erbaut für 351,966 Thlr. (durchschnittlich die Melle mit 33,518 Thlr.). 
Im Regierungsbezirke Münster gab es bei der Einverleibung des- 
selben in d<n Preusslschen Staat noch gar .keine Chausseen; Äui 
Staatsfonds wurden in den J. 1816 — 25 19,^^ Meli, für 474,653 Thlr^ 
angelegt (durehscbuittlich die Meile für 24,057 Thlr.) 



Dmt Preu««i«ohe Staat 311 

mä MfPmmem 17/ IM. 4. b. 40, 50 bis 160 Proe. mit ^br* 
Mer KV dem aHerdIng« sehr g«rfiif en früberen BeBtande an Cbaa»* 
Beeil itt dieM« Proriaseö. Und dabei darf die Bemerkung nicht anbe* 
rflokslehtigt bleiben, daas in Preassen nar ^2 M. Aetien-^^Chaassee, 
fa Pommern, Posen and Brandenburg gar keine Aotten^ and 
Kreifl - ChaaMoen angelegt warden, aber In Schlesien, Sachsen 
and Weetphalen In derselben droij&brigen Periode 54 Meilen 
Kreis* and Aetiea*CbaasBeen entstanden, also die ganxe BÜUfte 
der iort in dieser Zeit erbauten Kunststrassen nicht mnittelbar 
doreh 8taatsfbnds für den öffentlichen Verkehr gewonnen wurde. 
In den drei daranf folgenden Jahren 1^3^ •«- 34 worden 80,^ M. 
Staats- Chausseen und 169 M« Kreis- und Actien- Strassen mit und 
ohne Staats - Pr&mien erbaut, die seit dieser Zeit gewöhnlich 
tut die Meile mit 6000 Thir. bewilligt wurden. Es wurden im 
pessember 1834 1536 M, im öffentlichen Verkehr benutzt, wovon 1094 
fQrBechnung der Staatsbehörden und 442 M. für Rechnung der Kreis- 
Vei binde und Actien* Vereine verwaltet wurden. In den drei nUcb^ 
atea Jahren 1S3( -*- 37 kamen hioptn an neuerbaoten Strassen aus 
Staatsfonds 111 Meilen "i^) und aa Kreis«- und Actienstrasseo 117 
MoJK, wodaroh der giaaxe Bestand an Kunststrassea aof 1,764 
Meilen erhöht wurde (1205 Neil. Staats » Chausseen und 559 Ae«> 
lien- und Kreis^ Chausseen). Endlich in den drei Jahren 1838 
bis 40, wo bei der Vollendung der meisten Hauptstrassen in a1- 



*J Es waren nach einem eflUleUeo üetichte hm üesfen drei #. 
1835 ^ 37 iberiisKpt mr den Bau, die ün4erlltU«ng und Verwaltnn|: 
4er Chaasseea 10,171,680 Thir. verausfiabt, daven mit ^nslefanng 
aer Wegegelder M49,515 TUr för die Uaterhaltuag nnd Verwais 
Snng, und 4^7i|3,172Tklr. rar neu erbaate Chaueseen nnd Prämien au Ae*- 
tten^Sir. -^ Nehmen wir indess an, dass alte |17 in dieser Zelt er^ 
hauten MeUeii Kreis ^ und Acdea ** Chaasseen pro MelL 6,000 TbUV 
Prämie erhalten haben, so müaaten wir jsnvOrderst ven der ietatea 
fiaaune 702,000 Thir. abstehen, und daon die 4,0*21,173 Thlr. eis 9ail- 
keeten fUr die oben angefahrten ili HeiL neuer Staats -Ck. rechnen-: 
dies giebt darehsehnitaich far die Meile B%%iS Tbir. la diesen Jak* 
res war die K^aigsberger Chanssee bis zhr Kussischea firäaze aber 
Tilsit fertig geworden und erhielt in Taplaeken eine abgesweigte 
Sahn (tt»er Gnmbinni^ snr Gränee. In derselben Reit war auch die 
M — fts tr asse von Poaea niiaeh Schlesien aber Ologau «eHIg gewer» 
deU) so weit sie das Gebiet des Grosshersogthnms berührte. 



812 Der Preussiscbe Staat. 

lea Proviasen eC^^as weniger, voa SeKea dw Siaatfcr gßkm^ 
wurde y wenn gleich die Anforderung«! w^ den Staatsfonds da- 
durch nicht verringert wurden, da dio Unte)toHiMigskei(tea j»hrT 
Heb sich beträchtlich mebrten % kamen auf Rechnung des Staa- 
tes 75Meil. neue Chausseen zur allgemeinen Benut/«uiig. Aber 
auch die Tbeilnahme für Actien^Chausaeen hatte in den westli- 
chen und mittleren Provias^en durch die Entwürfe zu vidfachen 
Bisenbahn-Unternehmungen sich verringert, und in den östlichen 
Provinzen war sie niemals allgemein und lebhaft angeregt '^*)# 
Es wurden in diesen drei Jahren nur 00 Meilen Aktien- und 
Kreis-Straasen neu angelegt Mithia bleibt am Scblasse der 



*) Nach den ErlAaternngen des Finanzministers von Bodel- 
scbwtngh zu dem allgemeinen Etat für das J. 1844 vom 19. Apr. 1844 
(abgedruckt In der allgem. Preuss. Ztg. Apr. 1844; der Etat vom 9. 
Apr. 1844 In der Preuss. Gesetzsammlung Jabrg. 1844 ar. 9.) kostet 
dnrebschnlttUch jede Helle Staats-Chaassee an Unterhaltungs- 
und Yerwaltungskosten (mit EInscblnss der Besotdnng und Penslo- 
nlniBg der Cbaussee-Aufseher und Warter 1135 Thlr.; die Einnahme 
der Wegegelder betragt aber darchs«hDlUUeb pro Melle jrar 888 Thlr.; 
es mflasen mithin bei jeder Melle fOr die Unterhaltuogs- und Y^* 
'waltuogskosten noch zu den Wegegeldern 237 Thlr. zugeschossen wer- 
den. Dies machte aber bereits in den Jahren 1838 — 40 eine jähr- 
lich e Mehrausgabe von 285,585 Thlr. im J.1S3S, die bis auf 313,360 
Thlr. im Jahre 1840 stieg. 

**) Ich habe bereits in einem Aufsätze tiber die Cbaasseen der 
Provinz Prensacn in der KOntgaberger ailgemeinen Zeitung, Jahrg. 
1843, Dee. nr. 397 nachgewiesen, daas von den am Ende des J. 1843 
In dieser Provln« fertigen 150,3^Meil. Kunststrasse» nieht voUe 
sechs Meilen auf Actien erbaut vrarea, -die fibrigen sfimmtlidi ans 
Staatsfonds hergestellt sind. Denn im Regbez. Königsberg waren 
von 47,®^ Meli, nicht gaoze volle drei Meilen auf Actien erbaut, Im 
Regbez. Danzig auf 36,®* Meli, keine Ruthe, im Regbez. Marien- 
werder auf 40,*« Meli, nur 3,^' Meli. Actlenstrasse, und endlich im 
Regbez. Gnmbinnen war bei 30,'^ Meli, zwar die nur l,®^Mell. lange 
Strecke zwischen Insterburg und Didlacken durch einen Actlenver- 
efn im J. 1836 begonnen, konnte aber erst 1840 aus Staatsfonds be- 
endigt werden. Seit 1843 sind allerdings hier eintge neue Aotlen- 
Chausseen In Angriff genommen, nachdem die Prämie für die Meile 
von 60C0 Thlr. auf lü,000 Thlr. erhobt war, von denen ich uotea 
noch in einer Anmerkung zum J. 1844 näheren Bericht erstatloi 
werde. 



% 



Der PreUAsiscb« StAAt 313» 

B^eranf Friedmh WHbelüR UL (nit BinsttBiehtliig iea gmi^ 
sea Jabres 1840), der Gemmmt- Bestand der Mdlenssahl fertiger 
und vollstindi^ beiHitxter Koiiatatni8«eii 1929 Meilen, wovon 
1280 Meli. Staatsatrassen waren. Sehen wir also nur auf 20 
Jfthre znrfick, so waren seit dem Jan. 1821 nicht weniger als 
50O Meilen neuer Kunststrassen g&n^clich aus Staatsfonds erbaut. 
Unter der Regierung des Königs Friedrich Wilhelm IV. ist 
bis jetzt in sechs Jahren der Kunststrassenbaa In allen Provin- 
zen lebhaft gefordert, wle^dies am erfreulichsten sowohl durch die 
Erhi^hung der im allgemeinen Etat der Stsatsausgaben für diesen 
SKweck HsÜnuiten Titot, 4ds auch durch die ausserordentlichen 
AaweisQiigen fQr Chausseebauten auf die jfthrliehen Ueberschfisse 
In den Staatseinnahmen erkannt wird. Der Etat fQr das Jahr 
1841, welcher am 10. Apr. d. J. bekannt gemacht wurde*} ^^i 
auch zugleich fOr die n&chsten beiden Jahre Anwendung findet^ 
setzt jährlich zur Unterhaltung und zum periodischen Neubau 
der Chausseen, mit Einschluss der Mittel zur Verzinsung und 
TUguiig der aufgenommenen Chausseebaa-Capitalien die Sumn» 
von 3,000,000 Thir. anS| und bestimmt ausserdem zu äusserer- 
dentilohen Chaussee-Strom-Hafen- und soostlgai Bauten und 
XU Landesverbesserungen noch die jähr! lohe Summe von 2,500,000 
*Fhlr. In weicher Art diese in Aussicht gestellte Unterstützung 
aus Staatsfonds zur allseitigen Hebung der Landes wohl fahrt in 
den nächstfolgenden drei Jahren in Erföllung gegangen ist, be- 
lehrt uns eine officielle Bekanntmachung des Finanzministers 
Flottwell vom 23. April 1845 **)f durch welche nachgewiesen 
wird, dass aus dem Mehrertrage der Staats -Einnahmen in 
den Jahren 1842 — 44 die Summe von 18,602,958 Thlr. ausser- 
ordentlieh zur Erhöhong der Landes - Caltur und besonders 
ZOT Verbesserung der Coaununicattonsttittel (ür den inneren Ver- 
kehr verwandt tat. Davon kommen auf das J. 1842 r=: 4,6 11,994 
Thlr-, auf das J. 1843 = 6,104,4^2 Thlk und auf das J. 1844 = 
7,946,532 Thlr., und ins besondere zu Chaussee- und We- 
gebaufen**^ im Jahr 1842 = 2,229,174 Thlr., im J. 1843 = 



'^) Preu5s. Gesetz sammL Jabr^, 1842, ar. 5^ und Pr. Staats* 
zeKg. 1842, ar. 117. 

"t^*) Allgem. Preuss. Ztg. Jahrg. 1845, Apr. nr. 113. 

***} Ausserdem waren unter diesen aasseirordeBill^ea Skaatsaus- 
gaben ansanuaen in den drei Jakren naekstekeade Auanea mltbe- 



§ 



«814 l>er PrM««i«ofae Staat» 

3»t01,Ml mir. and iai Mkt I844 = 9,831,7r8nilr.*>, zasam«- 
own fa den drei lahrea 7,453,913 TMr.**) — Dorcb diese krilftlge 
Ffirserge fOr die Brlelchtenin^ des inneren Verkehrs war am 
Bnde des Jahres 1843 der Gesammtbesland der StaaCsknasIstrassen 
aaf 13S4 Meilen g^wach^en {also mn 104 Meli, seit Dee. 184a, 
oder jährlich im Darehsehnit<e am 34,^* Meli.) Der oben be- 
reits (8. 313) angefahrte allgemeine Slaats-Btat fOr das J. 1844, 
¥raleber wiederum seine allgemeine Geftang auch far die Jahre 



i^ea: 1*130,114 mr. an Laadaa^-Melloractonea^ jmi »ert esakw i g g- 
Entivftssemags* nad anderen Anlaffta f<lr Verbessemag 4er Boden* 
CuUur; 3,890|343 ThlTt su Waeserbauten und aar Verbeaaemag der 
Schifffahrt; 1,057,239 Thlr. aur Befdrdemng des Elseobabnbaue«; 
3,614,175 Thlr. zur Auaführung grosserer Bauwerke, FortsetsuQg 
and Vollendung des Festungsbaues, zum Bau und zur Verbesserung 
der Gerichts- und anderer Dlenst|{;ebäude, Gefftagnlsse u. s. w* 
M%30§ Thlr. zu ausserordentlichen BeihOIfen bei Kirchen- und 
Behnihaushauten ; 316,1!^ Thlr. zu Retablissemeats - BelhQifen bei 
Braa4- nad Wassereehftdea« zu ünierstatzung bei MIsswaehs u. s. w., 
iMdlieh 336,643 Thlr. zu Ualerstötzung gewerblleher Anlagea and 
93,900 Thlr. aar Verbeaaerung der inlftadisehen Pferdezucht. 

a) Daraater waren im J. 1844 83,eP0 Thlr. begrigea f«r soleha 
Bauten, welche vorzugsweise znr BeschalRiag Ton Arbeltaverdleaat 
für die Nothleidenden der Provinz Prenssea angeordnet sind, und 
welche auch 1815 und In diesem Jahre fortgesetzt sind und so lange 
fortgeführt werden sollen, als die Rücksichjt auf den Erwerb für 
HQlfsbedürftlge es erheischt, ohne dass diese in Angriff genommenen 
9trassenbauten schon jetzt in die Reihe der Staats-Chausseen ttber- 
neanaea sind. 

*4c) Während der Correetar dieses Bogens Ist eine zweite Be- 
kanatauu^ag des Fiaanzaitalst^rs Flottwell vom B. Ain*. 1846 (ab* 
gedrt IQ der Allg Preuss. Ztdtnng Apr. 1S46 v. 8B) ersehieaeo» 
welche die Verweqduag von II»42^,1B0 Thlr. ausaer den Etati» 
aus d&o MehreUiuAhiiien des Staates für das Jahr I84ö aaebweles^ 
DavoB slad verausgabt au Chaussee«- und Wegehautea ünU beson- 
derer Berücksichtigung der Provinz Preussen) 3,606,6 i6 Thlr,, 
znr Beförderung des Eisenbahnbaues 629,300 Thlr, zu Wasserbau- 
ten und zur Verfaesaernag der Bchifffahrt 1,145,375 Tbin, nir Aus- 
führung grösserer >Staatsbauten, Fortsetzung des fWstangsbaus, Bau 
von Dienstgebättdea, Gefangnissen u. s. w. 2,MI,613 Thlr., zu aus- 
aerordaaUlahea Belhülfea bei KlMhen^ uadBcknlbwi^ Sid^HSThlr., 
au tendea * HalieMaianf», nu BerkRseinngs^^ Batwnaaervngs*- «ad 



Der PreataJ seile 4ueli 8lf 

1845 umi 1846 MiUC, Btizie zm VnttAtitMtv*) mi gam Nmh 
l»» der ClMiQMeen , mit BkioehliMfi 4er AlUtel stup VersiMMg 



anderen Anlagen, zur Verbesserung der Boden -Caltnr 625,473 Thln, 
SU HeUblissements - Belküiren und eu UutersCQtzungen wegen de« 
durch Mlsswacks herbeigeführten Notbstandes :i,836^Q84 Thfr., wovdll 
die Provinis Preussen alKrtn 3,6SI>d(lUTbli». «rhaHen htl srnn Ankuvf 
von liebeDMBiUelD^ ^aatgeirelde und Kartoffel» fttr miTMlMdttrmfi^ 
cur :£rrlchtuog von Arbeltaatellen bei öffenlHchen Wofeji, zu üb« 
terstttteung bei Deicbbauten, jedoeh den gri^Mten Tbell dieser Summe 
mit 3,168,4^5 Thir. nnr als Vorsehuss, der von den Emfifängern in be- 
stimmten Terminen zurück zu erstatten Ist. 

*) Nach den Erläuterungen des Finanzministeriums zu diesem 
Etat ^n^erden von der jährlichen Hauptsumme von ?,783,OO0Thlr., zur 
Uttterhaltnng der Strassen, zur Besoldung, Bekleidung und Penalo- 
nlrang des Personals an Chaussee • Auf oeher lind Warter 1,957,000 
Thlr. verwandt, zu d«n BeeoMmigen und BUtten der W«gd^tt-Be* 
•mten, sowie zur UnierstMzmig der Klnttrbliebeaen aller tn dtettdi 
Verwaltungszwelg« an^esteliten Perseven 149^800 Thlr^ z« CSiawsK 
•ee-Neulkanten 500,0ü0 Tkir., und zur VerzABMng und Tilgung dor 
ft^her aufgenommenen Chausseebau - CafUtallen werden 516,000 Thir» 
verwandt. Die Chausseegelder sind In dem Einnahme -Etat unter dem 
Haupttitel VI. 4 der indirecten Steuern zusammengenommen, weil 
sie gemeinschaftlich von den General- uud Provinzlal-Steuer-Direc- 
tlonen verwaltet werden, aber In den Erläuterungen zum Etat sind 
sie fOr die damals fertigen 13S4 Meilen mit 1,2^,605 Thlr. ausge^ 
worf en. — In den Erläuteningen zu dem Titel der jÄhrlicken aue- 
serordenttlchen Ausgaben von 2,5(K),()00 Thlr. zu ausserordentlicbea 
BedftvfnUseB isf vhn dem PfttMttMiintoterl«m naehge«r)MNui, dase Im 
den drei Jahren 1841 r-* 43 zusammen zmr VeraiärlMing dee et«^ 
mftssigen Fondo für Ckttnsaee-MenbMtten l,lÖ7,Q0^Tlilr.{A)'¥enHifgaib4 
sind. Beeknen wimunfttr die 5 Jahre 1841 ** 4d lad. zuenrnnen, 
was ttberhauptfür Chausseebauten a«s (Hfenaieh«« Fond« verwMdl 
sind, so erhalten wir 2y900,6i0 Thlr. (die jikriiehe Etetssunmie «i| 
Neubaiten für 5 Jahre) + 1,157,000» Thlr. (ae eben niker eHihiterft) 
•t- 7,453,81SThlr. (B) UimserordeniUeh bewIBtgt z« Neubauten in d«Hi J< 
1843 bis 44 inel. ob. eHIHert) -f 2,870,104 Thlr. aleidas wakrscheinUohe 
Quantum der ausserordentUohen Unterstützeng für da« Jahr 1845, 
nach dem dreijährigen Durcbsokaitie der mit A. und B» beaeiokne- 
ten Summe: mithin I3,0S0,417 Thlr. *^ Die ausserordotttticke Vnter- 
stOtzuBg für das Jahr IBiS ist Indess nach der Annierkung^^ft) «uf 
8. tii noeh mn 7S8,542 Thlr. fiberstlegen, ivodurck dleee fiemimmM 
summe fttr M« 5 Jiakre 1841 -- 4»' kl» auf |4,71<MM nic^ erbftki 



md THpni^ der «ol^Brenommenen Oiaosseebaii- CapilaYien^ die 
jährliche Somme von 2,782,800 Thfr. fest, also om31l,200TfiTr. 
weniger als das Slaats-Bodgct fOr 1841, was darin seinen 
Grand hat, dass bei der jlihrlichen Abschlags - Tilgung jener 
•ofgenommenen Capitalien, der Bedarf an Verzinsung und Til- 
gnags-Ouantoa j&hrlich geringer wird. Nichstdeni aber ist noch, 
wie in dem Budget von t84f, auch 1844 die jlkhTlicfae Summe 
i^on 2,8i00,0tMI nif. ausgeworfen %vl ausserordentlibhen 
Chaussee^ Strom -Hafen- und sonstfgen Bauten, sowie zu Lan- 
desverbesserungen. Wenn ich gegenwärtig auch noch keine 
vollständige Uebcrsicht der in den Jahren 1844 und 45 in sdramt- 
lichen Provinzen des Preussischen Staates neu erbauten Kunst- 
atrassen besitze, so ist es nach den aus einzelnen Provinzen mir vor- 
liegenden authentischen Materialien *), so wie aus den eben ange-*- 
gebeoea jährlichen filatssummen und ausserordentlichen Bei- 
Mtfender Staatsfonds, wohl als begründet anzunehmen, dassfn 
üese» beideu Jahren jahrlich mindestens so viel Meil. Chausseen 
neu erbaut sind, als die drei Jahre vorher', nkmlich 34,^ M. jedes 
fahr. Daraus ergiebt sich, dass zu Anfang des Jahres 1840 
mindestens 1453 Meil. Staats -Kunststrassen befahren werden, 
und das in den 30 Friedensjahren seit dem zweiten Pariser Frie- 
den tlber 1150 Meilen Kunststrassen ausschliesslich aus Staats- 
fonds erbaut sind, darunter 173,' MeiL unter der gegenwärtigen 
Begierung. Wenn ich indcss in der vorangegangenen Anmer- 
kung den Gesammtbetrag des Staatsaufwands för neu erbaute 



wird.— Ueberdles werden noeb jährlich 145,000 Thir. zur UnteriisK 
tnngf der Beslrksslrassen auf den linken Rhelniifer gezahlt, welche 
auf den allgemelaea Etat des Flnansmtnlslerlunis angewiesen slad» 
*) In der Provinz Prenssen wurde die Staats^^Chausaee von Bar« 
letfstein ttberBisekersborg naeli BIseliofssleln fertig gebaut, eineStrecke 
von ? Meli.; ferner die Strecke von Pr. Holland nach Grtlnhagcn 4l Meile) 
in der Richtang auf Osterode zar Verbhidang dieser Gegend mit El*- 
bing; fast fertig wurde die Strasse von Danzig nach der Weichsel 
bis BohnsadL l,^Mell^ die Strecke von Qoedenau nach Trutenatt la 
der Richtung auf den 6eebade-0rt Kranz 0,'^ M s zwei kleine 84re-» 
cken attf den Strassen von Memel nach PrOculs und von Memel nach 
Laugallen (die letzte eine Actien- Chaussee von 2 Meilen); und an 
den Strassen von Rössel über Sehesten nach Sensburg, von Rasten- 
burg Ober Stürlack nach Lätzen n. s. w., von Dansig nai^h Kart- 
haus und Berendt u. s. w. wurde bereits eifrig gearbeHet. 



Der Prettssitcbe 9t%9kU Hl 

CkMUMmn in des Ubrtu 1841 — 45 Mif l^ASMI? Wr. Imk 
reehnet habe» ao darf niclit ai^ersefaen werd««, das« in dieser 
Summe sowohl ein beträcbtiicber Tbeü bereiU »ufg^ewandter 
Kosten für Chaasseen- Strecken eötballea Ut, die erat in den 
n&chsten Jahren vollendet werden , als aueb sl^mmtiicbe PdMnien» 
die für Actien - Cbaasaeen von der Siaatsrcgtervag bewüUgt 
aind, aus dieser Sonune ge^abll worden. Die Ans^ftehe a«f 
Prlimien mehrten sieb iadess jjl^brlicb, und überdies worde oa 
seit 1842 gewöhnlieb*), die Pr&aiie f0r die Meile mit lOfiOO 
Thir« za gew&bren, und nur ausnahmsweise wurden bei weni^ 
ger nothwendigen Strassen oder bei leichter zu erwerbenden 
Materialien noch Prämien von GOOO ThJr. oder einem noch gerin- 
geren Betrage (4000 — 5000 Thlr.) angewiesen. Die Provinzial* 
Landtage y namentlich in der RbeiniirovinZy Westphalen und 
Schlesien^ unterstützten sehr viel Petitionen für aene Kuast- 
strassen, und wenn diese nicht als ^taatastrassen übernopineo 
werden konnten, sehen wir doch in den l4indlagsabscbiedeii 
vom 30. Decbr. 1843 und vom 27. Decbr. 1845 für diese Provin«- 
>&ett mehrfach die erbetene BeiblUfe als Primie bis zu dem ebfa 
genannten fiöhenbetrage genehmigt, ja in Schlesien sogar auf 
einmal die Bewilligung dieser Prämien- Unterstützung für mehr 
als 40 Meilen in Aussicht gestellt. Denn wenn auch aus der 
vorangegangenen finanziellen Krürternng ersichtlicb geworden 
dass aus den Wegegeldern nicht einmal durchschnittlich die Un"* 
terhaltungskosten bestritten werden kdnnen, und nur in seltenen 
Fällen das Anlage-Capital theil weise oder selbst vollständig ver- 



*) In dem LandUgsabsehlede für die Provinz Preussea vom 7. 
Novbr. 1S41 (Preuss. Staatsztg. J. 1841 Novbr. nr. 319) beUst es un- 
ter den Bescheiden auf die Petitionen nr. 18, dass der KOnIg nach 
den jedesmal zu erfordernden Vorschlagen des Ober-Prftsldenten ei- 
nen Pramiensatz bis zu 10,000 Thlr. für die Melle In der Art zu- 
sichern will, dass unter mehreren Chausseebauten in der Regel dem^ 
jenigen, welcher mit einem geringeren Zuschüsse für die Meile zu 
Stande gebracht werden kann, der Vorzug gegeben werden solU 
Der Ober - Präsident der Provinz soll mit der Bildung der Vereine, 
mit der Feststellung ihres Verhältnisses zum SUate uad mit der 
oberen Leitung beauftragt werden und die Bedingungen für die ein- 
sselnen Präaüen-Bauten demnächst zur ttffentUchen Kenntniss bringen. 



^ 3IS D«r Pr«li0sUell« St^ai. 

nhiBt werden Mrl^, also Im AUgemeitieiKlietttkf l^reosirischen Sfras- 
-aeDban ungelegten Actien als gute zinstragende Papiere keinen be-^ 
sonderen Rei% zar €^eld - Speculation an sich besitzen können, so 
darf doch nicht onerwogen bleiben, dass Üerllaaptvortheil desStras* 
senbans ja eben in der Brieiebterung und Belebung des inneren 
Verkehrs, In der hdheren Verwerthang der Grandbesitz angen 
und ihrer Frodncte, in der Ersparang an Zeit, Pferde- und 
Mensehenkrftften, Wegengeschirr and Transportmitteln afler Art 
gesneht werden muss, and dass das Wegegeld nichts weiter als eine 
Beihtllfe zu den Urrterhaltnngs- und Verwaltangskosten gewäh- 
ren soll. Bs liegt daher in dem gemeinschaftlichen Vortheil der 
von grossen Verkehrsstrassen entfernter liegenden Städte und 
Gnindbesitzer, sich durch eigene Anstrengung einmündende Ver^ 
bindungsstrassen in jene Hauptwege des inneren Verkehrs zn 
erwerben. Denn die darauf verwandten Geldausgaben werden nicht 
tereh das Wegegeld, sondern roiehlich durch die gewonnenen 
Vortbelle In dem höheren Wertheder Grundbesitznngen, Producte, 
Fabrikate u* s. w. ersetzt. Bs bezeugt also eine höhere Ent- 
wfiekelangsstufe der intelleetuellen, wie der frhysfschen und tech- 
nischen Cultur, wenn durch die gemeinschaftlichen Anstrengun- 
gen der Staatsangehörigen in allen Provinzen soviel als mög- 
lieh Verbindungsstrassen mit den Ilauptstrassen des Staates er- 
baut werden. Allerdings kann in einzelnen Landschaften und 
durch besondere Zeit- und Looalzustände ein solcher Mangel 
aa Geldmitteln vorhanden^ sein^ dass die Slaatsregiemng hier als 
allgeaeine Helferin m^ den ihr za Gebote stehenden KHkften 
nif^t nur wohlthätig einzuschreiten sich berufen fahlen % son- 



*) Von diesem GeslcÜtspunkte dürfte sieb im wahrsten Bilde 
die grossartige Fürsorge der Preusslschen Regierung für Cliaussee- 
bau- Anlagen In der Provinz Preussen seit 1844 erkennen lassen. 
Durch ein fast beispielloses Elementar -Unglück während der Zeit 
der Heu- und der Getreide-Erndte im J. 1844, welches durch unauf- 
hörliche Regengüsse undüeberschwemmungen nicht allein in dem Ver- 
nichten der Erndte seinen höchsten Grad erreichte, sondern auch die 
Bestellungen der Wintersaaten 'grössenthells verhinderte und dadurch 
ein zweites Missjahr 1845 herbeiführte, war in dem grössten Thelle 
dieser Provinz ein Nothstand herbeigeführt, der selbst den Schre- 
ckensjahren des Krieges 180% und des Feldzuges der Franzosen 
nach Russland im J. 1812 nicht nachstand. Dazu kam ein sehr be- 



Dtr PteiUMiiMbe Sunt« aift 

dem ftoMiwcpdig 4iM Blittfl wMilfii ««m, mm dMlfMscIi afAm&m 
NoihiuutiBde oder Mmvtrli&Umse sa betilligeii« Alte iji di#^ 



deotendes Vle)i8terb6ii und die völUge Grundlosigkeit der Wege, 
weloke «uf der Entfernaof tob 16 Meilen bei EartolTeln und ftlinli- 
eben scken in koi&en Preisen vertheuerten Lebensbedürfnissen, doch 
nock eine Differenn von 76 bis 100 Proc. in diesen Tbeurungsprei-« 
sen erwachsen liess. Die Stockung im Inneren Verkebre zeigte 
sick in diesen Notlgahren von der widerwärtigsten Seite« Selbst 
die bedeulssmsten Unterstütsungen von Seiten des Staats und dec 
Privatwoblthätigkeit verfehlten einen wesentlichen Tbeil ihrer Zwecke^ 
weil sie nickt rechtzeitig an Ort und Stelle gelM-acht werden konn- 
ten, und ausserordentliche Summen jetzt bei dem Transporte dem 
mangelhaften Verkehre geopfert werden mussten. Die Regierungs- 
bezirke Gumbinnen und Königsberg litten am meisten darunter, aber 
kler felüte es aueh gerade am stftrksten an den Verbindungsstrassen« 
denn ausser der Hauptstrasse von Berlin nach Kdnigaberg, mit ihren 
beiden Armen von Taplacken aber Tilsit und über Insterbnrg und 
Gumbinnen zur Bussisehen Grftnze, (die Abzweigung von £ibing 
nach Preuss* Holland und Grunhagen darf in dieser unvollendeten 
Beschaffenheit noch als kein bedeutsamer Einmündungs-Canal den 
Verkehrs betrachtet werden), gab es nur noch die eine Kunststrasso 
von Königsberg über Bartenstein, Rastenburg, die bis zur Polnischen 
Gränze fortgesetzt werden sollte, aber gerade erst in diesen Jahren 
Bisehoffsburg und Bischoffsstein erreicht hatte. Es gab mithin in diese« 
beiden Regierungsbezirken auf 706 Qmeil. Flicheninhalt nur 70 Meli. 
Staatskunststrassen , während dnrch Actien- Vereine, wie oben ge- 
oeigt wurde, bis dahin fast nidits zu Stande gebracht war; man be- 
sasa liier also etwa auf QmelL 1 Meile Chaussee, oder was das^ 
selbe sagen will, nach dem VerhäUniss der BodenflAche (wo- 
bei alierdings die relativ stärkere Bevölkerung jener Provinzen un- 
berücksichtigt bleibt) ein Neuntel der Meilenzahl der Kunststras- 
sen in der Rheinprovinz und Westphalen, und ein Viertel der in 
Schlesien und Sachsen. Diesem durch die zweijährigen Nothzu- 
ntände und die Elementarereignisse noch greller hervortretenden 
Bedürfnisse der Provinz Preussen gewährt jetzt die Königliche Für- 
sorge auf eine grossartige Weise die entsprechende Abhülfe, indem 
in einem umfassenden Umfange jetzt für jede Jahreszelt durch neue 
Kunststrassen gesicherte Verbindungswege des inneren Verkehrs 
Ober die ganze Provinz Preussen begründet werden. Durch äusserer^ 
deutliche Bewilligungen des Königs sind seit dem Herbste 1841 bis 
«um März 1840 nach bewährten Nachrichten folgende Strassenbau- 



SSd D^r Preuvtisetie Staat. 

mm Falle IrHt aaeh iit Staatsreg ieran|( in dieselben ▼oHheile 
eiai weklie wir oben »la das entsprechende Ergebniss der ge- 



ten auf Rechnung: der Staatsfonds in Angriff genommen und zum 
Thell schon beträchtlich vorgerückt, deren vollständige Ausführung 
in den nächsten Jahren mit Gewissheit entgegen su sehen Ist: A) 
Im Regbez. Gurab innen 1) die Strasse von Memel (ausserdem 
Ist von hier bis Lau galten und zur Russischen Gränze In der Rich- 
tung auf Garsden bereits auf 3 Meli, eine Chaussee durch einen Ac- 
tien- Verein ausgeffihrt und im Febr. 1840 eröffnet) bis Tilsit 11,^* 
Meli, lang (mit Elnschtnss von 3,' Meli, im Königsberger Regbez.), 
welche unterhalb Baubein bei Mlnkltten ('^2 Melle vor TUsit sich 
in die Strasse von Tilsit nach Tauroggen einmandet; 2} die Strasse 
von Tilsit nach Ragnit, 1,'^Meil. lang; 3) die Strasse von Rag- 
nit Ober Lengwethen, Krauplschhen nach Gumbinnen, 7,^' Meli, 
lang; 4) eine Abzweigung der vorangehenden Strasse von Leng- 
wethen aber Pillkailen nach Schirwindt, 7, '^ Meilen lang; S) 
eine Verlängerung der Insterburg-Dldlackener-Chanssee tlber Jä- 
nlschken in der Richtung auf Nordenburg (Regbezirk Königsberg) 
4,'' Meilen lang; tr) eine Abzweigung der Hauptstrasse von Inster- 
bürg nach Gumbinnen von Kraupischkehmen bei fnsterburg ftber 
Darkehmen, Goldapp, Oietzko nach Lyck, 14/' Meli, lang; 
7) eine Strasse von Insterburg tkber Aulowöhnen nach Skais^- 
glrren zur Einmündung in die Chaossee von Königsberg nach Til- 
sit, zugleich zum kürzeren Verbindungswege zwischen Insterburg 
and Tilsit, 4,*^ Meilen lang; 8) die Strasse von Angerburg nach 
Nordenburg (und dadurch zur weiteren chaussirten Verbindung 
mit Königsberg) %* Meilen lang; 9) die Fortsetzung der Chaussee 
von Rastenburg, auf Lötzen, Arys nach Johannlsburg, 10 
Hellen lang; 10) eine Abzweigung dieser Strasse von Gr. Stürlack 
awlschen Rastenburg und Lötzen nach Rhein, I Meile lang* 
Diese Staats -Strassenbanten zusammen bilden für den Regbez. Gum- 
binnen eine Strecke von 6d,''Meil. B. Im Regbez. Königsberg: 
1) die Strasse von Labiau Über Seith bis Legehoen, dann In der 
Richtung nach der bereits seit mehreren fertigen Actlen - Chaussee 
von Neuhausen nach Königsberg, eine neue Strecke von 4 Meli. 
Länge; 3) eine Abzweigung der Hauptstrasse von Königsberg nach 
Taplacken (Insterburg - Tilsit) von Oppen IV4 Meli, östlich von Ta- 
plau auf Wehlau, Rockelkeim und Alienburg, 2,^*MelI. lang: 
3) die Fortsetzung dieser Strasse von Allen bürg über Neumühl, 
Pelsnlck nach Gerdauen, ^,^' Meli.; bei dieser Strasse Ist Inzwi- 
schen die letzte Meile von Peisnick nach Gerdauen ab noch nicht 
festgestellt, ob der Bau derselben auf dem rechten oder Unken Ufer 
der Omet, eines Nebenflusses der Alle, ausgeführt werden soll; 4) 



Der Prea««i«che Staat« 321 

meinscbftftHclien Anstreogfuigeii tod KreiMingeseasetMii oder 
Siadlgemeuideii für solche oene VerMiidangswege beseiehneten. 



die Verlängerang: der Cbaussee von Königsberg nacli Quedenau 
ttber Trutenau bis Kanthen, in der Hichtung auf den Seebadeort 
Kranz, eine Strecke von 1 Meile, wobei dann nocb -l Meilen bis 
sur Vollendung nacb Kranz übrig blieben $ 5) Verlängerung der Ac- 
tlen - Chaussee von Königsberg nacb Fuchsberg in der Richtung 
nacli Kum ebnen, auf einer Strecke von 1,^^ Meilen, zur vortheil- 
bafteren Verbindung der Inneren Theile der Landschaft Samland; 6) 
die Strasse von Pillau nach Loohstädt, 1 Meile lang; 7) die 
Strasse von Landsberg nach Preuss. Eyiau, zur Einmandang 
in die Hauptstrasse nach Königsberg, 2 Meilen lang; 8) die 
Strasse von Heilsberg in gerader Richtung auf die vorhergehende 
zur Einmündung bei Zlpperken (nördlich von Landsberg), 3 Meilen 
lang; 9) die Strasse von Guttstadt nach Wormditt (welche sich 
an die Actlen- Chaussee von Braunsberg nach Wormditt anschlies- 
sen wird), 3 Meli, lang; 10) die Verlängerung dieser Strasse von 
Outtstadt nach Alienstein, 3,^' Meli, langj 11) die Verlängerung 
der schon fertigen Hauptstrasse von Königsberg nacb Bischofs- 
burg, von hier ab nach Orteisburg, 4,' Meli, lang; 12) die Ver- 
längerung der fertigen Chaussee von Elbing über Pr. Holland nach 
Grünbagen, von hier ab in der Richtung auf Osterode, 5Meileq 
lang, (zuerst nur bis Hoffmannskrug 0,^^Meil. und von Osterode bis 
PiUauken entgegengeführtM 13) die Strasse von Neidenburg nach 
Gilgenburg In der Richtung auf Osterode, 4 Meli, lang, so das? 
dann noch die Strecke von Osterode na<h Gilgenburg (3,^ Meli* 
lang) auszuführen bleibt; 14) die Hauptstrasse von MemeJ über 
Tilsit nach Königsberg, welche in diesem Regbez. von Memel über 
Buddelkehmen, Pröculs, Wilkltten bis zur Gränze des Regbez. auf 
einer Strecke von 4,2'MelI. gebaut wird; die Fortsetzung von 7,^M. 
bis Mlnkltten auf der Tilsit-Tauroggener-Chaussee, siehe oben unter 
den Strassen des Regbez. Gumblnnen: 2 Strecken von 1,'Meil. bei 
Memel und bei Wilkltten sind bereits fertig. Diese jetzt im Bau 
begriffenen Staatsstrassen des Regbez. Königsberg umfassen eine 
Strecke von 40,^' Meilen. — C) In dem Regbez. Dan zig: 1) eine 
Chaussee von Danzlg nach der Weichsel bei Bohnsack 1,^M. lang, 
2) die Strasse von Danzlg nach Karthaus, 3,^M. lang; 3) die Ver- 
längerung dieser Strasse von Karthaus nacb Slerakowltz in der 
Richtung auf Pommern, 4 Meli, lang) 4) die Strasse von Danzlg 
ttber Berend nach der Pommerschen Gränze In der Richtung auf Bü- 
tow$ sie benutzt die Chaussee von Danzlg nach Dlrschau bis Praust 

Bchabert's Statistik VI. 21 



822 Der Prentiitcbe Stsil. 

Dtt SfMC ett&U fft di^ St<^ne t\i^ atmen t\n& woMliab«M«fe 
LftfedaehAft^ die tofit zitier rdieberen Bet^lketong ^5s9ere MtsslA 



und beträgst von hi^r ab Meh eine Btreoke von Meilen. t>ie9e 
vier Chausseen des Regbes. tianzlg betrafen 18,^ Meli., und ausser- 
dem gehört noch ein Thell des ersten Itt dem Begbez. Marienwer- 
der angefahrten Runststrassenbaus demselben zu. — D) In dem 
Aegbez. Marienwerder: 1) Eine Chaussee von Marien werder 
nach Marienburg mit Znbaifenahme von Actlen-Capltalien, 4,'M. 
lang (wovon 4 Meli, auf den BegbeaS. Marienwerder, 0,^ Meli, auf den 
voti Dadzfg liomMeif); i) eine Chatissee von Coftltz naeh der Pom- 
merschen Grenze in der Riehtting attf Bfltow und Baldenburg, 
so dass von beiden Orten ein^ beqoeme ElnmQndung ^in diese Strasse 
stattfinden kann, etwa 9 Meilen tatog: obgleich für diese Strasse 
sehoii an drei verschiedenen Stelieta gebaut wird, sO Ist Ihre Verei- 
nigung noch nicht genau bestimmt, da man früher zwei Parallel- 
Strassen von Conitz nach Bülow und von Schlochau nach Balden- 
burg zu bauen beabsichtigte. Aber alle diese Strassen erhalten Im- 
mer Ihre Elnmflndung In die grosse Hauptstrasse zwlsehen Berlin 
und Königsberg. Diese beiden Staatsstrassen des Regbez. Marien- 
werder umfassen eiOe Ausdehnung von ld,'Meii. Länge, und sämmt- 
llcho seit dem J. 1844 in der Provinz Preussen aus Staatsmit- 
teln untel-ttommene Chausseebauten, von denen allerdings einige, 
weil sie vorzugsweise zur Beschäftigung der durch den Nothstand 
der Provinz Leidenden unternommen wurden, langsamer ihrer Vol- 
lendung entgegen geführt werden, betragen demnach eine Strecke 
von 135,^^ Meilen. — Dazu kommen nun noch die durch Staats-Prft- 
mlen geförderten Chausseebauten der Actlen- Vereine , von denen 
zwar in den tleglerungsbezlrken 6umblnnen und Danzig auch in 
diesen letzten Jahren keiner unternommen Ist, während In den 
anderen beiden Regbezirken dadurch auf eine sehr anerkennens- 
werthe Weise der innere Verkehr seine Verbindungsstrassen er- 
weitert und sein schon umfassendes Chausseen-Netz vervollständigt 
sieht. Im Regbez. Königsberg wurden unternommen: die Strasse 
von Memel nach Laugallen zur Russischen Gränze In der Rlcb- 
tung auf Garsden auf 2 Meilen, die mit dem 1. April 1S45 vollstän- 
dig zur öffentlichen Benutzung dargeboten sind (die Staatsregierung 
setzt dieselbe nun nach Tilsit fort); die Strasse von Königsberg 
über Uderwangen nach Domnau 5,"Meil. lang, von welcher erst 
1 Melle fertig seit einem Jahre und darüber befahren wird; end- 
lich die Strasse von Braunsberg über Plasswlg, Packhausen 
mit zwei Armeh nach Wormditt und Mehl sack, zusanmes 6tt., 



Der Pre«««i««li« Staat« saz 

wtk Prtdaetoa mM Fatafti^a Ueftai wivt« flb wird aieU aar 
aioh aeljbat zum DottrtiaKa g raflgaa, aaadarii sie wird aadi den 
UeboraelMaa ibr^r Braeognime auf die nAdwteo gaeigatWa HaapI«- 
midcte f&r soltlia Bedfirfaitae au MMrea bef&bigl, aad wM 
denuiaoli feiaer aidit mehr so Maflg, durch ananaweiohbare Noth^ 
eustiate badrflckt, ihre alleiaige flOife aad Retteag in dea Ua- 
terstüürangea aus StaaMbade zu aotiiea sldtt gedrängt fQlileB. 
Welcher Urtbeilsfihige Iomio Terlanaea, dass dureh efnea aMIg«- 
Jicfaai aasgedefaaten Verkehr auf galea, ia }eder JaiiresaeiC gleidi 
^rortheilhafl au hefahreadea KunetMmisea, eine wondedbare Am^ 
gleiobaag der gagaaaaitigea Lektuagea uad Verpflieiilaageii 
BwiscSieB lUgiwMf «ad Veft hartbelgadhrt wird, eadasaeeikai 
Bnaeraen «nar wehlweNeadea «od eiasicfalaaallea Begleruaga»- 
faeinMnMteliea tat, Ia weMar Art aia aaoh den ihr aar Verfligiuig 
^lüch herait Uegeade« SlaalefiMide ealweder deaKuaatetraaeeahaii 
auf alleiai^ lUciiaaag» ader «aft fiahülüpaahaie toa Privat-Clapi*- 
talien fortfahrt, oder endlich durch hohe Pr&mien, die den vierten 
oder dritten Theil^ ja selbst die Hälfte derBaukoaten betragen^ den 



von denen gleichfalls nur 1,^'JIIell. fabrbar Ist Cdea weiteren Fori- 
bau Im ErmVande von Wormdltt naoh Guttstadt, AUensteln setzt die 
8taatsre;gieriing fort). Im Regbez. Marienwecder bat der Bau 
folgender Letten -Chausseen ^inen lebhaften Anfang genommen und 
Ist theUweise bereits vdU|g ausgeführt; die nördliche Strasse yo|i 
Graudenz über L essen« Freistadt^ Bosenberg, Cbristburg 
nach Altfelde auf der grossen Berlin -Königsberger Haupt-Chaussee 
zwischen SUrlenburg nnd Elbiog, zusammen lV^]II.iang; die südliche 
Strasse von Graudenz über Rheden^ Jablonowo nach Strassburg, 
79^M^11. lang; die östliche Strasse von Thorn bis zur Drewenz- 
Fahre bei liClbitsch Os^'Meil. lang)« mit den beiden Abzweigungen 
nach Gremboczyn In der Richtung auf Kowalewo (2,^ Meilen 
lang,) und nach Seide in der Richtung auf Gollub (3 Meli, lang), 
die bereits bis auf die zweite Abzweigung vollendet ist) endlich dienörd- 
Uche Strasse von Thorn bis zur Höhe von Rosenberg in der Rich- 
tung auf Cu Im 2 Meli. lang. AUe diese neuen Actlen - Chausseen 
umfassen^ wenn sie vollständig ausgebaut sind, eine Längenausdeh- 
nung^Yoji 41,^' Meli. Di| wir den Ausbau der jetzt schon al;ark be- 
arbeiteten Bahnen bis zv^m J. 1848 als gesichert ansehen dürfen, 
^o "Würde dann die Provinz Preussen an Staats- und Actlen- Chaus- 
sej^n znsfimmen ein Netz von 327,^ Meli. Ausdehnung aufweisen kön- 
nea, das wäre aber immer erst auf 3,^® pn^eil. 1 Meile Chaussee. 

21» 



324 Der Prtttttitche Staat 

Aatrieb gewMirti «m eiaeelne Tbeile desStrtoiBeateosdarefa Aetie»- 
vereuie aoaföhrea au lassen. Die Aaafiehl der Meilea, welche 
darofa Actieavereiae aater der gegeawärtigen Regiemag völlig 
aasgebaut oad aar Beantaang dem inaerea Verkehre bereits 
ubefgeben ist, liegt mir bis 1845 aicbt vollstladig vor$ ich glaube 
iodess nicht eine au hohe Zahl anzunehmen, wenn ich sie fiber* 
haupt aof 200Meil. anschlage; dies waren 40 Meilen im Jahre: 
dadurch würde die Ctesammtsahl der Be^irks-Commonal- and Ac- 
tieastrassen auf 849 Aleil. anwachsen. Mit den 8(aats-Chaosseen 
Busammengerechaet, ist gegenwartig aof solche Weise eine Knnst- 
strassenverbindnng von 3302 Neil, im Prenssischen Staate dargebö- 
tea, d. i. aag^ihr darehschaitUich 1 Melle Kanststrass^anf ^,^ QM. 
FÜebeaittfewU des Staates. — Wenn aan in den Rheinprevineen ond 
Westpfaalen trota der Gebtfge gageawhrtig sehen darchschnittlich 
I Meile Konststrasae aof 1 QmL könaat, in der Bheinprovina t&r 
sieh allein dies YerbÜtaiss sogar sdioa fiberschriitea wird *), nad 



*) In der RheinproTins befanden . sich xu Anfang des J. 455,^ M. 
Staats- und Uenlrksstrassen^ von denen 373 M. Staatastraaseo aod 
183,' M. Beslrktstrassen waren; «le waren bis auf 13 Meli. Staats- 
strassen und 73,' Meli. Bezirksstrassen Yollstäodfg ausgebaut. In dem 
Jahre 1816 — 40 waren auf den Strassenbau dieser Provinz ver- 
wandt Qberbaupt 11,603,137 Thir., also Im jAhrllehen Durchschnitte 
464,133 Thlr., davon auf Staatsstrassen für Neubau = 3,175,085 Thlr., 
für UnterhaltuDg und aussergewdhnllche Verbesserungen 5,261,073 
Thlr., auf BezlrksstraSsen fttr Neubau = !)8S,681 Thlr. und für Un- 
terhaltung und a. Verb. 3,178,478 Thlr. Seit dieser Zelt sind aber einige 
neue Staatsstrassen erbaut, wie die zwischen Eupen und Montjoie, und 
überhaupt In den beiden westlichen Begierungsbezirken Trier und Aa- 
chen, die bis dahin Im Strassenbau noch mehr zurückstanden; ferner 
sind Bezlrksstrassea In die Reihe der Staatsstrassen übergegangen, 
wie die von Trier nach Metz und die von Trier nach Mainz, und 
durch reichlich gewährte Prämien sind Communalwege In Bezirksstras- 
sen verwandelt. Für den Regbcz. Coblenz wurden schon am Ende des 
J. 1836 306 Meli, gebauter Strassen (411,901 Ruth.) nachgewiesen, 
von denen Im 3, 1836 allein 14 Meli, gebaut waren, und ausserdem 
besass dieser Regierungsbezirk noch 232 Meilen Communalwege 
(464,534 Ruth«), die sorgfältig uaterhalten wurden und in jährlichem 
l^echsel Hauptreparaturen oder neue Umlegung erlangten, wie z. B. 
Im J. 1844 das letztere bei 14 Meli, mit einem Kostenaufwande von 
19,164 Thü*. geschah, während auf die Reparatur eines Thells der 
übrigen 24^50 Thlr. verwandt wurden. 



Der PreutsUehe Staat. 32S 

i« Westphtlen aa der velMUidigea SrreielniDg desadten we- 
nig febtt, 80 geht daraus hervor, wie vfel bei Allen aaaseror^ 
deotllchen I^stongen in den ietzCen Jahren doch noch eewebl 
der Regierang, wie den AetienTeretnen fttr die astlichen Pro- 
vinzen an thnn flbrig bleibt! In der That wäre der Wunsch nkht 
au kfthn, der fQr das niehste Decennium iai Preassischen Staate 
die Lasang der Aufgabe erwartet, jede Stadt von mehr als 1000 
Eiawohnera, die iainier in Ihrer Uatorischen BatfliltUDg als eia 
Concenfrationspunkt der nächsten Umgebungen sich gestaltet 
hat, mindestens mit der ihr xbnftchst liegenden Stndt, in der Rich- 
tung auf eine Uauptstrasse, vermittelst einer IHiaussee aw^ter 
oder dritter Classe verbunden su sehen *y 

Das Parstenthum Neuenbürg und Valottdis ist ungeachtet 
seines gebirgigen Charakters sehr gut ailt wohl angelegten 
Bauptstrassen verseben. Indem sich vier in der Hauptstadt 
Neuenbürg verelalgen, die eine ttngst dem Neuenbarger 8ee 



*) Sehen ^Ir in dieser Beslehnng aof die Provion Prenssen, so 
wird nacb der Ausführuna der In der vorausgegaagenen Anmer- 
kung nAher angegebenen Kunststrassenbanten der Reglerungsbe- 
cirk Gumblnnen nur zwei Stftdte, Blalla und Mikolaiken behalten, 
welche nicht In das Strassennetz aufgenommen sind; zwar darf auch 
nicht Obersehen werden, dass dieser Reglerungsbezirk verhAltnIss- 
massig die wenigsten Städte besitzt, nämlleb auf 15,^ Qmeilen nur 
eine. Dagegen bleiben im Reglerangsbezirfc Königsberg (wo aaf 
8^^ QmtiX. eine Stadt kommt) 14 Städte noch anwerhalb der Chaus« 
see- Verbindung und darunter die drei der Hanptstadt zunächst 
liegenden i^U bis 5 MelL Entfernung) Kreuzbnrg, Zlalen nnd Fisch- 
hausen (wenn nicht für Fischhausen die schon von PiUau nach Loch- 
städt auszafOhrende Meile auch die Fortsetzung derselben über Fisch- 
hausen bis zur Einmündung in die Königsberg -Lawskener-Chaus- 
see angelegentlich empfiehlt) und nftchstdem Schlppeabeil, Drengftut, 
Barthen, Passenheim, Soldau, Hohenstein, Wartburg, Seebnrg u. s. w. 
Im Begbez. Danzig (auf 13,^ Qmell. eine Siedt) bisibe» dann nodi 
4 St&dte und in dem von Marienwerder (anf 7,'^ QmeU. eine Sudl) 
noch 18 Städte ohne Irgend eine Verbindung vermittelst einer Chaus- 
see. In noch ungünstigerem Verhältnisse stehen die beiden Heghea. 
des Grossherzogthums Posen nnd der Aefben. COslin: aUe Übrigen 
aber erfreuen sich einer weit vortheilhafterea inneren Verbindung, 
welche die Chausseen-Netze fttr die StSdte sskon öberail au einem 
engeren Zusammenschliessen gefahrt hat. 



326^ Dtr Preirsfliscb« Sta^t. 

redita «nA \hk» r^ der 84tdt (ttütk dem Waadt-' md 4e« 
Berner-Lande itid) 4'* M«il. Inogp die xWefkt von Ne^ieiitiurg 
südwestlich den Cantod dareliscbneidend im Vid-Traver» lingst 
fler Rease, weiche nach der Grioaie von Frankreich auf die 
Strasse von PenftarHer skh aasmAndet, 5 MeiL langr, die drille 
nordwestlich nach Chanx de Foads (toq den auch norddstlich 
^/^ Meil. nach der Bemer GrUnze eine grosrse Strasse in das Im- 
mer Thal fOhrt) und dann tob hier li&ngst der westlichen Granze 
gegen Frankreich fainstreifend, bis sie hei les Bayards in die 
zweite sich einmündet, 6 Meilen lang, nhd endlieh die vierte 
nördlich dorch das Val de Büz, lingst dem Seyoa in daa Immer- 
Thal, das dem Canton Bern zügehürt^ 9,^^ MeiL lang. Es he- 
sItKt mitlnn das Fürstentham 18 Meil^ gebaute Stramen auf 
13,^* Qmeil., d. h. es ist in dieser Beziehung günstiger gestellt^ 
als irgend eine Provinz des Preussisehen (Maates. — 

Die Bisenhahnen, die in ihrer rasch fortsdireitenden Aus- 
dehnung über einen Staat als das ^entschiedenste Document ei- 
nes hohen Aufschwunges industrieller Thätigkeit sich geltend 
machen, sind für den Preussisehen Staat noch eine sehr junge 
Erscheinung, da ihre älteste nicht über neun Jahre binausrelcht. 
Aber dessen ungeachtet ist dieser Staat auch in dieser schnell- 
sten Beförderung des Personen- und Waaren Verkehrs in kurzer 
^eit so rasch vorgeschritten, dass er im Verbältniss zu seiner 
Bodenfl&che alle grösseren Staaten Enropa's, ausser Grossbrita- 
nien und Belgien *}, fiberiügelt hat. Bis jetzt ist zwar von dem 
Staate selbst noch keine Meile ans Mehtliehen Fonds gebaut, 
sondern er hatt^ nur anfänglich das Beanfisichtlgangs- und Be- 
sts^tignngsrecht für den Bau sich vorbehalten, und auf dem Wege 
der Gesetzgebung möglichst die Rindernisse für die Bisenbahn-» 
bauten zu beseitigen gesucht**). Mit dem Jahre 1842 trat in- 



•> In Gressbritanlen 'waren Im Jan. 1815 3^ Meilen Eisenbah- 
nen, mitbin im Verbältatsse zu setaem Flächeninhalte von 5667 Qm. 
auf 14,^Qia. eine Meile Bleehhabben; aber Belgien besass zu An- 
fang d. J. 1846 bereits 77,^^ Meil. Eisenbahnen, das ist bei seinem 
flaebeninbalte von 536 Qnteil. auf 6,^ Qmell. eine Meile Eisenbahn. 

•*) Das allgemeine Geneia über die Eisenbahnunternebmungen 
Yom 3. Novbr. 1838 in der Preuss. G^setasammlang Jahrg. 1838, nn 
35 und Preuss. Staatsztg. 1838 NWbn nr. 328; es wurde aucA als 
rückwirkend für die früher bestätigten Actien-Gesellscbaften erklärt. 



D«r Pr^ttttltcbe Staat« 337 

Aüt difi StMtor^erwic tMUÜtMlMir an die Apitse der Unleiu 
MkoMUgeQ gnwaer Biaeabaknlmateii, iadem de die Aasschasse 
der PoevineWsliede aufli ersten JHnle an einer gemeinsehaftli- 
ehea Verssoiiahiog im Ooteber 1843 nach Berlin berief, and den* 
selben anr Beratbung eine ausgearbeitete Denkschrift aber ein 
Kiseabahaaeta für dea fesanniten Staat vorlegte'!'), nach wel-» 
ohem nasser den dnteh Aotiengesellschaften (welche auf der Grande 
läge des Bahngeldes nnr eine höhere Verzinsnog der in den Bi** 
aenbahnbanten niedergelegten Capitalien bezwecken) erbauten Ei«* 
senbahnen, ans polkiseh mercantilischen Rücksichten einige Haupt* 
süge ¥on der Hauptstadt aus aaeh den östlichen, westlichen und 
sAdliohea Griaaen das Staates vorgeaeichnet worden, um da-« 
daroh alle PreWnaea na dieser sehaellsten Verkehrsverbindang 
Theil nehsMn au lassea« Bs blieb iadess auch fftr diese der Grund- 
satz aafrecht erhalten, dass die Staatsregiemng nicht unmittelbar die 
Biseabahnen bauen, sendem nur soweit deren Ausführung un- 
lerstfitaea seilte, am sie vdUig gesichert au Stande au bringen und 
Ihre Unterimltungaa gnraatiren« Mit überwiegender 8timmenmajo^ 
ritftf^^) wurde vea dea Ansschflesen der Provlnzialst&ode die Aus- 
föhruQg eiaes Eiaeobahnoetzes, welches den üittelpunkt desPreus- 
alsehen StBMie» mit den Provinzen and diese unter sich verbin- 
dat, auch ia den Hauptriohtungen das Ausland berührt, für ein 
dringendes Bedürfnisa erachtet Blit einer Ikst gleichen 
(StiauaensMhrhfit wurde ni eiaer spftteren Sitzung*"^*) die Ga- 



^ Abf^edmckt in der Preuss. Staatssta«, Oct, 1849 nr. f99. 
^^) In den Stunagen vom 23ten und 34ten Oct 1813 wurde dle- 
eer BeseMoss mit 99 Stfaamen ^tgtn 8 gefasst, Preuss« fitaatszCa* 

Oet t&4% Biu aoi--*). 

^O In der ausnng vom 27. Oct. warde die Garaatte der Zinsen 
mit 83 gegen 14 Stimmen angenommen, Fr. Staatsztg. Nov. 1843 nr« 
3e4, vgl. mit nr. 306 — 7. Und als der versitzende Minister In der 
Sitzung vom ^. Oct die bedingte Ansfilltning dieses Klseababnsy« 
stenu, seihst unter dem Falle der WledererW^haag der Steuern um 
den then bewilligten j ihr liehen atenererlsss von ^fiOf^fiHiO Tldr., 
nur Ahsttmmnng brsshte, erfolgte diese mit der Mi^rhit von 72 St* 
gegen 25. Die Majorität wurde aber noch ansehnlicher, als eine 
aweite Abstimmung ebne diesen Vorbehall veraalssat wurde, indem 
amn die «Ueberseuguag ansipraeh, dass dss lisnd stete bereit eeAn 
würde, alles Nöthlge und zur Förderung Inatlonaler lateressen Er^ 



328 Der Preussisehe Staut. 

rantie der Zinsen für da« Aalag^e^Capital von Sdte» 
des Staates als das zweckin&ssigste Aiittel anerkannt, auch de« 
Bau dieser bezeichneten Hauptbahnen fiber den ganzen Siaat durcli 
ActiengeselJschaften ausfuhren zu lassen. Seit dieser Zeit 
sind nun die nöthigen Vorarbeiten für diese neuen Eisenbahnen 
getroffen, indem der Staat die Mittel dazu geboten bat, dareh 
die sorgfaltigsten Voruntersuchungen die zn w&hlendea Rieh** 
tungen der Eisenbahnen genauer zu prüfen und bestimmen zu 
lassen, wofür im J. 1842 zwar nur 28,939 Thlr., in dem Jahna 
1843 aber bereits 500,000 Thln, 4844 = 528^00 Thlr., und 1845 = 
629,500 Thlr. angewiesen wurden. Das weitere Ergebniss dersdbea 
und die Betheiligung der Staatsfonds bei der Zinsen -GaraAtie für 
die unter soleben Bedingungen ooncessionirten Aotien-Gosellschaf-* 
ten werden sieh bei den einzelnen Eisenbahnen näher ergeben, für 
deren Ausführung jetzt man schon den Anfang goiiacht hat. 

Zuvörderst sprechen wir von den in Preussen bereits in 
voller Benutzung stehenden Eisenbahnen: 1) Von Ber- 
lin nach Potsdam, 3,^ Meil. lang; das Statut für die Actien- 
gesellschaft dieser Bahn ist vom 23ten Sept. 1837 und erhielt 
zwei Nachtrüge vom 25. Joli 1840 und 25. Febr. 1842. Die 
Bahn ist vollständig eröffne! am 30. October 1838 und die erste 
in Preussen, sowie eine der frühesten in ganz Deutschland. 
Die Gesammtkosten haben betragen bei einem Geleise und % 
^Bahnhöfea 1,400,000 Thlr., also für eine Meile gerade 400,000 
Thlr. Sie hat sich bis jetzt so gut rentirt, dass an Zinsen und 
Dividenden im J. 1839 6% Proc, 1840 = 7V2 Proc, 1841, 42 
und 1843 wieder 7 Proc. und 1844 7V2 Proc. gezahlt, und ausser- 
dem ein Reservefonds errichtet, werden konnte, der im Jan. 1845 
schon 48,000 Thlr. betrug *). Der Verkehr zwischen de« beiden 
Residenzen wird aber an Umfang noch bedeutsam gewinneni 
wenn die jetzt fortgesetzte Eisenbahn bis Magdebui^ eröffnet 



forderliehe willig zu leisten: denn es etinmten dafür 82 (olle Mit- 
glieder aus Preussen, Pommern und der Rbeinprovinz ; ans Sachsen 
and Westphalen trat nur je einer zurück) und nur 14 dagegen 
(ans Brandenburg 5, aus Posen 4 und Schlesien 3)1 Pr. Staatsztg; 
nr. 311. 

*) Ihre Actien standen am 1. JuU 1845 302 Proc. und sind aucli 
nach der Krisis im Jan. und Febr. 1S46, nber 175 Proc. wertli 
geblieben. 



Der Pretmivehe Btfttft. 3UN 

MiftwMy wavoH mten bei de« Im Bau be^rüteen BidiBen weiter 
beiiohiei wlfd, — 3) Tob Mhg^ehutg über Schdnebeok 
Kalbe, Kitbee, Halle aaeb Leipzig; die Aetieageaellsobaft 
erhielt am 13. Novbr. 1837 die Conceseieti und das Bstpropria- 
tionare^^bt von der Preossiscben Regieraag. Die Bahn ist voll-^ 
atiadig eröffnet am Ift. Aagust 1840; ihre ganze L&age beträgt 
16,^^ Meilen, wovon tndeaa nur 11/ MeiL auf Preussen, 3 Meih 
auf Anhalt und 1/^ anf daa Königreieb Sachsen kommen. Die. 
Geaemmtkosten for dieselbe bei zwei 6eleisea'*') ond 8 Babnbö«-. 
fon betragen 4,464,547 Tbir., afaio für eine Meile 278,164 Tbk* 
Diese Bahn liefert gleiebfalls einen reioblichen Zinsenertrag für 
die angefegten CapitaJiwi, und gew&hrte im Jahr 1841 5 Proe., 
1842 = 7Proc.| 1813 = lOProe. und 1S44 s= Proe. "*"*); aber 
der Erfrag dArfte wohl nach der Vollendong der geraden Eiseababi^ 
von Po.tedam naeh Magdeburg betr&obCMch abnehmen, da der Perae* 
neu- und Waarenverkehr, dessen Beatinaiiing von und naeh Bei**» 
lin anf die Elbo*^, Weser* und Eheingegenden u. a. w« nach 
dem Westen hin gelichtet ist, den kürzeren und wohlfeileren 
Weg über Potsdam auf Magdeburg wilden wird. Doeh schei- 
nen auch dann 7 Pfloc mindestens Zinsenertrag für. die Aktien 
gesichert asu sein. — 3) Von Berlin» bei Luckenwalde, 
Jüterbngk und Wittenberg vorbei, durch die Berzegthümer 
Anhalt, bei Dessau vorbei naeh Küthen, wo sie sic^ in die 
vorhef^^bende Magdeburg -Leipziger- Bahn einmündet; die Ge-? 
neteiigBi^ zu dieser Bahn wurde nach längeren Verbandlungf n 
(weg^ der Abweichung von der Richtung auf Potsdam) e^s^ 
am ISien Mai 1830* eütheilt Die theilweise: KrfiffnuAg der ein* 
zelnen Bahnstrecken begann am I. Sept. 1840, vollständig wurde 
sie zur allgemeinen Benutzung am 10. Sept. 1841 übergeben; 
ihre ganze Länge erstreckt sich auf 20,^' Meli., wovon 13,' Meli, 
dem Preussischen Staatsgebiete angehören, und 7 Meil. anf die 
Herzogthumer Anhalt fallen. Der Kostenaufwand, den diese Ei* 



*) Das zweite Geleise war erst am 15* Mai 1843 vollständig; her- 
gestellt. — Unter den Brückenbauten ist der bedeutendste die 1655 F. 
lange Brücke über die Saale, ^4 Meli, von Kalbe bei Gritzena; die 
Bahn hat überdies 43 kleine Brücken und 53 Durchlässe und wird 
an 5 Punkten von Staatsstrassen durchkreuzt. 

**) Die Actien der Bahn standen am 1. Juli 1845 = ISO^/zProc. 
und erhielten sich auch im Febr. 1810 auf 175 Proc« 



330 Bftr PmumImIia t^ajiL 

seoMm mSL II MtoMÜeat (iftrMtter Kwai sdir vmtmgrtki» 
za Beclifi unfl Kötheo), Mnm beneite IQr xw^i OeMse mu9g^ 
flUuteo Bahndtenm voq 37 Foss Breite, 2V2 Meil. Doppelbnha 
und 1 % Meil. Nebcnbalui erfordert hat, beläoft »ich aaf 4,697,345 
TUr., d. i. ffir eine Meile 238,ÖSI l^lr. Ob^leic^ dieee Bähe 
ein weniger achwterigea Terrain, als die beide« vorhergehendMi 
BQ hebapdelB nad deshalb aadh oicht bedcvtende Erdarbeileo 
«iseaf&hreA *) hatte, auch wegen des im allgenieiaen gering»« 
ren Bedenwerths an Rigendinna-Bntsefaidigung weniger Aas- 
gAea so zahlen hatte ^ so nrasste doch die geringere Ffe^ 
qnenn an Personen«* «nd Waaren verkehr aneh einen getki"* 
geren Brtrag fttr die in dteser Unternefaninng angelegten Capi- 
talien abwerira, und dieser dArfte ans den oben bereits enge- 
üfarten Gründen neeh weniger göastig sieh stellen, sobald die 
Btffan von Potsdam naeh Migdtiliiirg vcdlendet sein wird. Die 
Stemmaotien '*^) erhieltea im J. 1842 1% Proe., 184S=sO Proo. 
«nd 1844s=fty2PM^ Dividende. **- 4). Ton ttissefdorf naoh 
Blberfeid; dieBesthtigangswrkande der Aotimigesellsehaft wurde 
am 28. Sept. 1837 ertbeiK nnd stellte das Anlage^ Capital an^ 
1,027,800 Thlr. ans tO,^7S Aet nn 100 Thlr. nnd za Proa 
yerzinsbar fest, aber die Sebwierigkeit des Baas erforderte be« 
reits im i^pt« IS40 eine Verstärkung des Fonds «m 600^000 Thln 
darch Priorit&ts-^Actien zn ftProo., imd im Apr. 1842 eine aber^ 
malke Verstirkung am 400,000 Thlr. dnreh Prioritfits-Actien za 
4Proo , indem zugleich anderweitige 600,000 Thlr. Prioritifs-Aeflea 
ztt demselben SMisfasse ausgegeben worden, am die alteren f&nf^ 
preeeiitigen aa»d. Iw 1640 zoffttekaozahien. ENe Erda«-beiten**^ be* 



« I ■< I . M I ' 



*) Auf dieser Bahn sind 185 Brücken und Durchlasse in der fec- 
sammtlänge von 3092 Fuss vorhanden, darunter die auf massiven 
Pfeilern erbaute Holzbracke Ober die Elbe von 720 Fuss Lttnge bei 
Bosslau und die 400 Fuss lange Brücke über die Mulde bei Dessau. 

**) Sie galten am 1. Juli 1845 146^/4 Proc. und kamen Im Febr. 
1846 auf liOVa bjis II8V2 Proc. — Der Cours Ist hier, wie bei al- 
len übrigen Actlen nach den Bekanntmachungen von der Berliner 
Börse. 

'**'0 Sie gehören zu den ^rossartlgsten und schwierigsten unter 
allen Ms jetzt erbauten Deutschen Elsenbahnen und werden nur 
durch die der Bheinlschen Eisenbahn übertroffen, vgl. Bürger, die 
Eisenbahnen in Deutscht S. 43. 



Der PrtM«Uolie KtiMitv ltt 

fBmmm bMPtiU im Jm. 18)g, %\/tt 4k MMtamff im toIM&imU* 
fen Bftlui find erat an l,Sept 1841 stiUt; ihre Lftngo b^tri^ 
3,58 MeiL Die Erdbahn ist nnr fQr ein Geleise hei 12 F. BreUe 
emgerichteli dooh wiehet hei den AnsweiehiMgen und nnf der 
Seileheae *) swieeben Brkrath und Heebdahl (wo ewei Geleiae 
neben einander liegen) die Breite aof 21 Fuss. Vom Babnhofie 
in I>aaeeldorf führt eine Pferdebahn sma SioberheHabafbn den 
Rheine. Unter den aaegefahrten Beaten bei dieaer Bahn iet det 
Yiadoet fiber dae Wapperthal bei Soaaenbom bemerheaewerth^ 
welcher Mgleioh über die Wnpper vad die CWner- Chauiaee 
gehi$ er hat ehie B&he von 68 Fneei 6 Bogen jri 45 F. S|Mia«« 
aoag oad tat in den BrtMaagea ^1/ Fnsa hiag; er iat gae« 
TOB Oaadenileinen gebaut «ad hat gekantet 06,844 Thlii Die 
Geaanyaticoatea für den Ben hahea hei dieaer Bahn betiagMi 
1,974,409 TUr., nithin Ar die Mdle 551,511 Thln$ die BetriehiH 
keatea haben im Jahr 1841 76 Proc., 1842 k 71 Preo., 1848 m 
84 Pree* und 1844 47% Pree. der Binnafaaiea verlangt Die 
BtaaMnactien gewährten awar einen Brtrag von 8 Procent wlh- 
rend der Baaxeit; als eie aber nach Eröffnung der Bahn aol 
Dividende gcetelJt worden, konnte diese im J. 1842 gar nicht 
geaahlt weidea; im J. 1843 braebte sie %Ht Protv und 1844 ü 
Pree. Dieaes ongOnatIge Ergebnisa mnsa aowohi als eine Folge 
der aehr grosaea Aalagekosteo betrachtet werden» aW ee aeeh 



^ Bie Ist die erste, welche In Dentacbliad aaegefahrt weria. 
Die liing» aieeer adllarea Bbeae aOset T,86i ffaas aai Ihre Btci» 
guag beträft 1 Pose auf 80 Fass^ mlthia ersteigt sie eiae Hebe yen 
260 Foss. la elaer Entfernvog voa 25 Bulben sm oberen En4e der 
geneigten Ebeae Hegt das MasebineDgebaude, in welcher 8 stehende 
Dampfmaschinen vonje40PferdekrüfCeQ aufgestellt sind, welche dasq 
bestimmt waren, die Wagenzüge yermittelst eines Ober Rollen lau- 
fenden Dratbsells binaursuzlehen. Die Einrichtung dieser Masclii- 
nen kostete 83,241 Thlr. Dieselbe ist jedoch jetzt ausser Th&tigkelt 
gesetzt und der Betrieb gegenwärtig so eingerichtet, dass sich hier 
Immer zwei Wagenztige begegnen, welche einander bebülllich sind. 
Durch die Ersteigung der grossen Höhe In dieser geneigten Ebeno 
wurde die gegen 300 Rutben lange und 51 F. hohe Dammanscbtlttung 
bei 8tahlenhaus notbwendJg, welche den fast eben so langen und 
50 Fass tiefen Einschnitt in Schiefer bei Frinsberg herbeHOlrte, um 
das FtiUmaterial zu gewinnen. 



t3S Der Prebstlselie Staari. 

ans der bisherigen isoürteren SteUung dieser Bisenbi^strecke 
faervorging« Denn obgleich sie mit dem Rhein (Dampfbttten auf 
demselben) und Cbaosseen in yielfbcber Yerbindnng steht , so 
fehlt ihr doch die Verbindung mit Bisenbahnen, in welche sie 
erst dnrch die bevorstehenile Vollendung der COlln-Mindner ge- 
setzt wird, die dann eben so nach Osten wie nach Westen in 
ausgedehnte Bisenbahnnetjse einleitet und unzweifelhaft einen 
^rtheilhafteren Ertrag und eine gtlnstigere Stellung ihrer Aetien *) 
berbeifQhren wird. — 5) Von Colin Aber Dftren, Aachen 
nach Herbesthal an der Prcussisch- Belgischen Gr&nze (die 
Rheinische Bisenbahn), in der Richtung auf LOttiohj Ldweo 
und Mecheln, wo diese Belgische Haupt -Bisenbahn iadreigross# 
Arme ausl&uft, der eine nach Antwert»en, der zweite über Gent 
(mit einem Nebenarme auf Toumay und nach Lille), Brügge nach 
Osiende und der dritte fiber Brfissol, Mens nach Valenciaines 
(und so weiter in Frankreich) mit Nebenarmen nach dwrierol 
und Namur. Die Rheinische Bisenbahogesellsohaft erhielt dl« 
königliche Genehmigung am 31. August 1837$ ihr Stamm -Capi- 
tal wurde in 1 8,000 Stammactien zu 250Thlr. auf OiWdende-Brtrag, 
also auf 4,500,000 Thir. festgesetzt; es musste aber am f2ten 
Oct. 1840 durch 10,000 Prioritftts- Aetien zu 350Thlr. mit festen 
Zinsen von 4 Proc, mitbin um 2,500,000 Tbir. verstärkt werden, 
und da bei der grossen Kostbarkeit des Baus auch diese Summe 
nicht ausreichte, am 8. Sept. 1843 noch durch 0,250 Aetien zu 
200Thlr mithia mit 1,250,000 Thir. vergrössert werden, deren Ver- 
zinsung der Staat mit 3V2Proc. garaatirt bat. Der Bau nahm 
seinen Anfang im FrtU^ahr 1838, die Bahn wurde tbetlweise 
1839 und 1841 zur Benutzung übergeben, aber erst am 15tea 
Oct. 1843 die letzte IStrecke von Aachen bis zur Belgischen Gilinze 
eröffnet. Ihre gesammte Länge auf Preussischem Gebiete be-^ 
trägt ll,^^Aleil. '*'*), und die sämmtlichen Anlage-Kosten mit Bin- 



*) Die Aetien sUnden am 1. Juli 1845 IO2V2 Proc, im Febr. 
1846 9.i bis 04 Proc, aber am 7. Apr. 1846, nachdem die Hamm-Mün- 
ster-Elsenbahn coucessionirt ist, bereits 107V2Pi*oc. 

"^^^ Die Dauer der ganzen Fahrt ist auf 2 Stunden 43Minut. fest- 
gesetat, wobei 30 Minuten fttr den Aufenthalt auf den Stationen; 
also erfolgt die Fahrt auf dieser Bahn mit einer Schnelligkeit von 
11 bis 1*^ Minuten Ittr die Melle. 



Der Preussitclie Suat. 333 

scblaM ier Betrietsaitlel sind Ms wt 9,130,163 Thlr. geatitgun^ 
ä. u f&r «iii> Mdle 788,379 Thir. Bs bestehen snf dieser Bahn 
ausser den beiden grossen Bahnhöfen zn Colin und Aachen noch 
8 Statlonshöfe; ferner hat diese Bahn 3 Viadncte, 5 Tunnel 
and 142 Brücken '^) und Can&le. Zn den schwierigsten nnd kost- 
spieh'gsten Baowerken auf derselben gehören der Tnnnel zwi- 
schen Horrem und KÖnigsdorf (2 Meil. von Colin), welcher durch 
den Bergrücken zwischen der Brft und den Rhein durchbrochen 
ist; er ist 5100 Fnss lang, liegt noch 130 Foss unter dem Ge- 
birgskamme, hat 5 ausgemauerte Laftschachte, eine lichte Weite 
von 25 Fuss in der Höhe, bei 22 Foss Breite an der Sohle und 
24 Foss Breite in der Mitte; dabei liegt er durchgehends in 
Treibsand. Dieses Bauwerk hat allein 807»99l Thlr. gekostet. 
Der zweite Tunnel liegt in der Nfthe von Bsch weiter, er ist 
600 Fuss lang, durch Schieferthon und festen Kohlensandstein 
gezogen mit einem KostenanfViande von 43,500 Thlr. Der dritte 
Tunnel (Nirmer-Tunnel) ist auf der Höhe zwischen dem Wurm- 
und Inde-Thale; er ist 1194 Fnss lang, theils in zähem Schie- 
ferthon, theils in Sand und in wasserhaltigem Lehm- und Thon- 
lager mit einem Kostenaufwande von 456,123 Thlr. erbaut; er 
hat 3 ausgemauerte Luftschachten. Die beiden letzten Tunnel 
sind im Aachener Walde, der eine II 10 Fuss lang durchzieht 
das Gebirge in einer Tiefe von 250 Fuss, liegt im Treibsand 
nnd hat drei ausgemauerte Luftschachten; der andere ist nur 252 
Fuss lang und föhrt durch einen Bergvorspruog: die Ausföhrung 



*) Unter den Brücken Ist die bedeutendste tlber die Roer bei 
DOren; sie bat 5 Bogen zu 15, 40 und 36 Fuss lichter WeUe; die 
Breite der Brücke beträgt 37,^' Fuss, die Pfeiler sind 10 Fuss stark 
ans Quadersteinen, das Gewölbe ist aus Ziegeln ausgeführt. — Hin« 
ter dem Bahnhofe vou Aachen beginnt eine geneigte Ebene von 
3,360 Fuss Lange, mit einer Steigung von 1 Fuss auf 38 Fuss: sie 
liegt theils in einem 8t Fuss tiefen Einschnitte, theils auf einem 73 
Fuss hohen Damme. Die stehende Dampfmaschine zu dieser Seil- 
ebene (auf der Station Ronhaide) hat 2 Cyllnder von je 100 Pferde- 
krttften, das dazu gehörige Drathsell hat eine Länge von 1600 Fuss. 
Zur Signalisirung der auf- und abgehenden Züge wird ein electro- 
magnetischer Telegraph nach Wheatstone gebraucht. — Die Ein- 
richtung der geneigten Ebene und der Station Ronhaide kostete 
121,926 Thlr. — 



l 



334 Der Pr»«»ti»ehe Staat. 

üMar li«t 063,911 nir* g>^0Btet« ^ Yen ^ea drei Vl«dai>^ 
t«B fOlHt dar elfte aber das flial der lade, ist 201 Faes laagf, 
iO Faas hoch mit 3 Bogen zo je 39 Fass Weite auf 8% Pass 
alarkea Pfeilera; der zweite führt bei Bortficfaeid nahe vor dea 
Babnbofti von Aaohea aber das Warm -Thal, ist asOFass lanf 
lind bat 7% Foss grösste Hdhe (er ist ans mehrerea Thellen za- 
«amneBgesetzt, der grOsste von 376 Fass lAnge hat 9 Bogea 
ea 38 Fass liehter Weite, von 63 Fass Höhe mit 8 Fass slar^ 
toa Fftoilem). Der dritte Viadact aber das Gealbach-Thad 
gtMrt aa dea grossartigslea Saaten dieser Art, die bis jetzt 
la Bampa aosgafahrt sind; er Ist 058 Fase laag, ia der gr5aa^ 
ten RObe ISO Fass oad bat an seinen beiden Enden Damnh- 
eehatlangen von 6a Fosa Hl>he. Er besteht aas zwei Bogen- 
«leltangen aber einander, von denen jede 17 Bogen zftfalt, virelehe 
37,^ Fass breit and aas ZiegeYn aosgefQhrt sind: dieser Baa 
bat 960,000 Thbr. gekostet. -^ l>ie Betriebskosten aaf dieser 
Bahn haben trotz der grossen Lebhaftigkeit des Verkehrs doch 
im J. 1643 53 Proc. und im J. 1844 43,^Proc. von der Brutto*- 
BfOBahme verlangt, und daher sind bei der grossen Kostbaiiceit 
dieses Bahnbaas (1 Melle derselben kostet soviel als fast 4 Meli. 
€er Ber1in*Stettlner Und 3V2 Meli, der Beriin*Anhalter- oder 
Ber!ltt-FniakAirter--Bahnen), nach Verzlnsang der Priorltats-'Ac«- 
tlen, die Stamm- Actien in den J. 1843 and 1844 mit ihrer iHvi^ 
dende nor bis auf I Proc. aus dem Ertrag gekommen: fOr das 
MikT 1845 hatten sie 3 Proe. za erwarten, and eine noch günsti- 
gere Aussicht *} steht ihnen unzweifelhaft bevor, sobald die Ei- 
senbahnen Norddeatscblands vollendet sein werden, und dadurch 
Berlin, Stettts, Leipzig, Breedaa a. s. w. aber Caite, Aachen 
mit Belgien and Frankreich aaf der Eisenbahn In Yerbindang 
gesetzt sind. — 6) Von Colin über Brühl nach Bonn^ 
die Actiengesellschaft dieser Eisenbahn erhielt die königliche 
Best&rigangsnrkande am 11. Febr. 1841. Das Capital wurde fQr 
die Anlage durch 8760 Actien zu 100 Thlr, (also 876,000 Thlr.) 
herbeigeschafft, welche während der Bauzeit mit 5 Proc. verzinst 
worden and dann auf Dividende gestelU sind. Die Bahn Jiegt 



♦) Doch bat diese Stellang natürilcb jetzt noch den Wertb der 
Stammactien unter Pari herabffedrüekt; sie sUnden am 1. ^ull 1845 
97 Va Proc., Im Pebr. 1846 87 bis 88 Proc, am 7. Apr. 1846 ÖOY2 Proc. 



Dm Pre^isiwBbe Vtmmt. Wt& 

In User aefar glbM%ts Wkme wM kowto 4MM tlM (Men- 
iottde Br^tfMten lm««M«ttt wtriMl'^); rie wird^ctM i^g^h- 
n&seigen Betriebe mm IB*relrr. 1844 eröüiet^ Und ifere jBpeeMiat^ 
Unge beMgt 3,** Afelleii* Die AekigekeiileQ (fQr eiae Do|i|>el^ 
tebo TOD 94 Wwss Brefte^ bei 4er vorüaig jelst ersl eki Oeieiee 
gefegt ist, 3 BeiHMfli Oiul 4 SMioee», 2 Brttctai «n« 1 Vi»- 
4«ct) b^rageo bH Kteiehiow der BelriebMmttel 883,509 TUrn, 
nkMo für die Helle 999^1 Tlilns Aidareb kennt» die DivideMte 
bei dem lebbeflen Verkebr sef der Baini, eeben im erale» Jahn 
(1844) ntt e Free. gtMhU werden ^ eb gi ei U i der 19mAt ItoH 
d48 ErtmgB fibvr IS Froe. kvui B i i e M iiB lb e d e BvrBckgelefl wM. 
i>le SletMMMKlieB babenr deebeii e« HoIm 8leigeft*Mer dMi Ve^ 
nkialwertb erkNigt *% mni dies enebetot geeiefaert^ da eben die 
VerliagenMiig der Bakn aaob CablettiB oad Me iikrJtek aedi iaif- 
flier mebr Koaebmeade Freqaens im Veritehr aaf de» Laad>^ «ad 
WMseretraeaea *^) der Rheiogegeadea die gAaat^üe Aonttekt 
Mir eifiea httkeren Brtrag gewkbren. 



.* t I I -* 



*} Ple «ielgaagta der Bebe stad aaMeroNeatlUb gOe^tlg , ek» 
stehea . awUebee IV. auf W^ F. Ms 1 F. aal 300 Fuss und wecb- 
Belo ab mit ganz borlzenM^len Strecken. Die 9 Brücken befinden 
Älch Im Festungsrayon von Colin, sind 60 und fto Fuss lang und 
eben so wie der 240 F. laoge Vladuct aus Holz erbaut, Um im Fall 
einer Belagerung der Festung Colin öcbleunigst abgebrochen werdeü 
2u können. 

**) Die Stammactlen standen am I. JttH 1845 l35V2**ree., Imfebt. 
\ 846 selbst 138 Froc. und am 7. Apr. 1846 146 Froc 

***) Die Fahrt der Dampfböte auf demBbeine, weMettttdem 
Jahre 1897 den Personen- und bald auch den Waerenverkebr aaf 
^i<fsem Flusse so kräftig tu belebe« begann, hatte «eben lai M»0 
1885 den «rad der Concnrrena errfeIab^ daee tigileb Daapibete 
wn C«ln naeh Coblen« die Bergfahrt «ad eben eo 4ÄgHch von C«Ua 
die Thalfahrt nach Botterdam machten; dazu täglich von Coblenz 
nach Mainz und ebenso von Mainz nach Colin, seit 1838 von Mann- 
heim nach Colin in einem Tage und nach Botterdam in 9 Tagen. Hiezu 
kommt ferner die Verbindung mit Strasburg, mit demMain, mit der Mosel, 
mit der Taunus - Elsenbahn u. s. w. Und wie ist die Lebhaftigkeit 
des Verkehrs noch seit 1843 ia dem täglich numerisch vermehrten 
Abgange der Dampfböte und Wagenzüge gesteigert! 



8S0 D«ff PrettMitcke Staat« 

7) V«i MaiFdebarg ftiber Orost-Osohersleben naob 
Hailier«la4t. Sehoa glefohceitig mH den BHo der Mmgdelamg^ 
LaipflBiger-Bafali bildete sieb ein Verein ^im Bau einer Bisen* 
bahn Ewisehen Magdeborg aad Braunediweig, welche Veran- 
laMimg za Verhandlungen zwisebea der Prenssieieh^ Regierang 
mit ' dem K5atge von iBannorer und dem Ber^oge von Braon«- 
schweig gab, am eine gemeinsohaltliehe Bahn zwiseben Magde*- 
barg aod Minden ea begrtnden, welcher aieh d«in die Prenssi-* 
jHshe BiAn ven Miildefi aaob COlln anaehMeaaen seHle. Ih'e Ver- 
Mge darfiber warden am 10. April IS4I abgeaobloasen, nach 
tralabaa die Braanaehweigiaehe Begieraag den Bau der Bahn 
von WolfeabüMel (voa Biteaaschweig ni»h Wolfeabottel war 
die Bahn schoa im NoveaUier 1838 fertig geworden) nach Groioh* 
Oacheraleben aaf eigene Baehnang ftbemabm, also 2/ Meilen 
▼oa der Preossisehen Gii&nze bis nach Osdieraleben aaf Preas- 
drälMa Gebiete. *) Es bUeb mithin der Preossisehen Actienge- 
Seilschaft nur der Bau der Eisenbahn von Halberstadt ober 
Oscherslebeh nach Magdeburg öbrig. Die Königliche Bestüti* 
gungsurkunde des Statuts fOr dieselbe erfolgte am 14. Januar 
1842, nach welchem das Anlage- Capital auf 17,000 Actien zu 
lOOThlr. (also 1,700,000 Thir.) festgesteiH wurde. Da die Vor- 
arbeiten bereits vollendet waren, und die Erdarbeiten wie die 
Brückenbautea keine besondere Schwierigkeiten darboten, so 
wurde die Bahn in 16 Monaten vollendet und gleichzeitig mit 
der Braunschweiger Bahn am 15. Juli 1843 eröffnet. Ihre Ge- 
sammtlänge ist 7,®^ Meilen, wovon 5/^ auf die Strecke von 
Magdeburg bis Oschersleben und 2/ Meli, auf die Strecke von 
Oscbersleben bis Balberstadt kommen^ Die Anlagekosten (f&r 
2 Bahnhöfe — - der Magdeburger ist gemeinschaftlich mit der 
Bahn von Magdeburg nach Leipzig — 4 Stationen, eine Dop- 
pettHihn von 24 Fnss Breite bis Oscbersleben, vorlaufig jedoch 
no<^ mit einem Geleise, und einem einfachen Geleise von Oscbers- 
leben bis Halberstadt) erforderten mit Einscliluss der Betriebs- 



•} Die Bahn von Wolfenbüttel über Schöppenstädt, Jerxhelm, 
Wegersleben nach Oscbersleben bat eine Länge von 7,^^ Meilen, 
-wovon 2,^ Meli, auf Preussischem Gebiete; sie kostete überhaupt 
1,600,000 Thlr. also für die Meile 222,841 Thir., mithin für die Strecke 
in Preussen 557,102 Thlr. 



D#r Pr««ttit«he Staate 337 

mittel l,534,60§Thlr., «Ito Ar «im BMto n«r 195^2 Tblr.; es 
blieb mithiii noch 166,400 Tbk. Cepitel in Aotien im Besitze der 
GeselUehall. Der gegenwirtig noefa beschrilnfcte Veikebr l&«8t 
eine jMirlicbe Divideade zwiseben 4 und 5 Proo. erwarten, siebt 
aber, efn^ lebendigeren Stwgerang entgegen, sobald die Verbin- 
dnog mit der Hheinbnb« hergestellt sein wird, nad dies hält den 
Wetth der Actienif} in vortbeilbafler Höhe fiber den Nominal- 
weith« — 8) Von Berlin naeh Frankfurt a. d. Oder; fQr 
^86. fiaäii erliielt die gebildete Aetieagesell^baft die kOnigliohe 
ChMiabmisaag den 2^ Mars 1840^ nach weloher das Anlage^Ca«- 
pital aal 2,'iOO,OOOTIilr. in Stammaatten zn lOOTblr. besthaml^ 
wiiffde, wekhe mit & Proe. :¥enMiat werden soflten und aassetdem 
iiaeli die Aassioht auf eiaeBividende erlMclten: sp&ter wurden 
aofili 600,000 Thir. in. Prioritfttsaetien aa lOOTfab. berwüligt, die 
aber aar 4.Pi^c.. tragen, lue Brdarbehea sind niefat besoadera 
aefawietiig gewesea» "i"*) so dasa der am I. Juni 1841 aagefiingeue 
Bau bereits am :23«OcL 1842 vollendet «war, »nd die. Bahn von 
10,^^ Moil. der iöffeatliebea. Benutzung roUstandig fibergebm 
werden konnte. Die simmUicIien Anlagekostea *^**) f&reineI>op* 



""i Bie Aetlea staaden am 1. Juli 184d 112 Free., waren Im Febr. 
1846 awar bis auf ICO Free, gesunkmi, aber am 7. Apr. 1846 wie^ 
der bis auf 110 Proc» gestiegen. 

**) Der höchste Punkt der Bahn Ist au BoseDgarten 160 Fuss 
höher als Berlin und 103,^^ Fuss höher als Frankfurt; die grösste 
Steigung betragt 1 Fuss auf 114 Fuss bei einer Länge von 880 Ru- 
then. Die bedeutendsten Erdarbeiten sind zwischen Rummelsburg 
und Köpenick, ein Abtrag 500 Ruth, lang und 12 Fuss tief, und bei 
Erkner auf sumpfigefi Wiesen ein Auftrag 350 Ruth, lang und 15 F. 
hoch) zwischen Erkner und Hangelsberg ein Abtrag 600 Ruth, lang 
und 1*2 Fuss tief, dagegen bei Erlesen ein Auftrag 000 Ruth, lang 
und 18 Fuss hoch; endlieh bei Rosengarten ein Abtrag 350 Ruth, 
lang und 14 bis 29 Fuss tief und wieder zwischen Rasengarten und 
Buhnen ein Auftrag 340 Ruth. laQg und 12 Fuss hooh^ — Die Hau- 
ten der Brücken und Yiaducte sind nur unerheblich. — 

***^ Es waren für die Anlage der Bahn mit Elnschluss der Statio- 
nen 1077 Morgen Land erforderlich, die mit 312,741 Thlr. erkauft 
werdea mussten» also durebsebnittlich der Morgen mit 200 Thlr. — 
Per Bahnhof in Berlin, eine der grossartigsten Anlagen unter den 
Peutsehen Balmliöfen, kostete 244,667 Thlr., der Bahnhof zu Frank- 
Itot 72,912 Thir*, die drei kleineren Bahnhöfe zu Köpenick, Erkner 
und Fürstenwalde zusammen 40,000 Thlr. 

Bchobert's Statistik VI. 22 



338 D«i PreastUch« Staat. 

pelbnha ron 24Fum Biail« mk 2 CtoldsM» 7 TMvoten von 11 
bis 48 Fast, a BahnMfM, 4 ikinpUlalioiieii und 7 Anhftkstellen 
nebctt 74 BrOeken and Dttrchlftsse«, haben mit Binschlvas der Be* 
trtobsmittel 2,676,6091 Ttilr. gekostet, also fir die Meile 244,001 
Tblr.; es bleiben slftQ aDob Yom Aalftge<-Cepitjil l93,2Ar Thlr. 
fibrig, die anvdjrderst cur rasdierea TilgaeK der Prioril&tMOtieD 
verwandt werden konnten. Wegen eines ferneren Fortbaos die-« 
fier Babn nash. Sdileaiea veieiugte sich die Nieder* 8oMesweb-« 
JU&rki«ebe GeseUsohaft vk der Aoliengesellsebaft dieser Balm 
am 17« April I84& dahin, s&mmlliehe fiNamm-AatieA tm einem 
Cimrse von 169^4 Pioo« tnasikanfen, so. daae diese Bahajetnt; 
an jene OeaeUsehafl übet^gegangea ist and beiie Unternehma»» 
gak non .vof dersdben geleitet «erden. Der jetst schon sehr 
lebhafte Verkehr bat einen so gOnsligen Ertrag f&r diese Bah» 
gew&brt, dMs die Stenmiaetiett im J.. IMa 7 Free und 1844 
6% Proo* an Zinsen und Dividenden erkegten, and die ihr noek 
in diesem Jahre heverstebende Verbindang mit deni Sehlesische» 
«ad der Maiser Ferdiaaiids'*>NonBmhn (alsa mit Wie» ond den 
dorthin sioeh einmündenden Bahnen) wird nozweifeUiafl die 
Binnabmen noch sehr ansehnlich erhöben, die inzwischen nan« 
mehr dem Gesammteigentbnm der NAederaeUesiaeh-^ilirkischen 
Gesellschaft zufallen, da die Stammactien ans dem Geldmärkte 
heraosgezogen sind.'''} 

9) Von Berlin Ober Bernao, Neastadt-Bberswalde, 
Angermttnde nach Stettin. Die Vorarbeiten fttr diese Bahn 
nahmen zwar schon 1836 ihren Anfang, aber das anfanglieh 
geringe Vertrauen auf einen vortheilhaften Ertrag des Babnver- 
kebrs verzögerte die Unterzeichnung der Actien aus&erordeat-» 
licby so dass von dem ersten Kostenanschlage auf 2»724,000 Thlr« 
am l.Oct, 183a erst l,aai,25Q Thlr. nntergebracht waren. Als 
aber der €omminsik<Xaadtag »a Stettin nach seinem emstimmigea 
Beschhisse vom 12. Deebr. 1839 die AusfAfanuig dieser Babn au ei- 
»er Angelegenheit der Previnn erheb, und für den Rest der Actien 
im Betrage von 1,672,750 Thfr. eine Kinsengarantfe von 4 Pro- 



4t> Die PriorttäteaelieB im Gesamflitbetrage von 60«,00t TMr. 
wurden auf elaaial auia ».Aug. 1845 i^üadlgt UDd> den Inhabern 
wurde frelgesteUt, den NoaUaalbetrag aebsl Sin€^ea tm erbeben, oder 
dieselben In AoOen auf die Nledersebleeisebe Markisebe Elseababn 
umsutauseben* 



Der Prtastltebe Staat. 350 

oeiit auf 6 lauf« iiadh voHeadette Bau iler gansen Balia roa 

Seiten derPronaz überBahn, war bald das nach dem Baaanscblaffe 

erfordei«Kelie Capital (iti A^f^ sn 200Thlr.) zasammengcbracht 

rnid die ktoifKebe BestMigan^ des Statuta der Bahngesell- 

achaft erf<^le am 12, Octbr. 1840. Der fiaa begann im M&ra 

1«4I, aber die sehr nrnfkagsreiehen Erdarbefien and Brückenbairte« 

«Igteii bald, dass eine Verstirkang des Aetlen-Capitals noth- 

wendig wäre, wobaf zugleich auf eine Krweiterong der Bahn 

von Stettin nach Stargard <ZBr späteren Verbindung mit Posen 

imd der anszti fahrenden Haoptbahn zwisehea Berlin and K&^ 

«igsberg) RAck^ht genoaunen werden sollte. Im Mai 1843 

wardea 7600 neue Aotien «ti 200 T. Im Betrage roa 1,500,000 T. 

aiit königlicher €eiiehmigang aosgegcben, und aasserdem Aber- 

aahm noch da» Pifraiizministeriam 2,500, Actien zu 200 Thlr. im 

»B4f«ge v«i 600,000 ThJr. zum Paricourse und zu 4 Proc, Zin- 

«aa-*) zur Fortsetzung der Bahn von Stettin nach Stargard. 

iMw) Bahn warde 6is Stettifi am 16. Aug. 1843 volleiidet (mithin 

1» 2 Jahren und 6 Monnt;), und ihre ganze Lange betragt 18,** 

Melfem Bie Anlagekosten fttr ein einfaches Geleise bei 14 Fuss 

»reite (nur tbeflweiae Ist der Bahndamm schon för zwei Schie^ 

nengeleise aasgeffihrt worden), für 2 grosse und 5 kleinere Bah- 

nenhöfe**), für 267 Brücken, Durchlässe und Viaducte***) betra- 

*) Er erklärte Überdies noch der Geseflgcbaft, während der er- 
sten 6 Jahre von den zu zahlenden 4 Proc. Zinsen V2 Proc. zurück- 
erstatten zu wolleo. 

••/ Der Bahnhof in BerUn ist zwar ein sehr umfassendes Ge- 
bäude, steht aber hinter dem für die Bahn nach Frankfurt zurück. 
l>er Bahnhof Ton Stettin ist dadurch noch kostspieliger geworden, 
dass er eine Abtragung eines Thells der Festungswerke nöthlg 
machte, um den für ihn angemessenen Grund und Boden zu gewin- 
nen. Er mnsste überdies mit einer massiven Futtermauer von 1300 
Fns« längst der Oder verbunden werden, um für den V<*rkehr einen 
ausreichend breiten Weg von der Stadt zum Bahnhofe zu erlangen. 
Die Kosten für diese beiden und die 5 kleineren Bahnhöfe in An- 
gerraönde, Neustadt - Eberswalde u. s. w. belaufen sich auf 422,902 
Thlr. -^ Gegen 1305 Morg. Magdeburg, mussten für den Grund der 
Bahn angekauft werden für eine Summe von 264,136 Thlr.: mithin 
wurde hier der Morgen durchschnittlich mit 202 Thlr. bezahlt. 

***) Die Erdarbeiten sind tjkellwelse recht bedeutend, indem Auf- 
füUungen von 40 bis 60 Fuss Höhe und ein Damm von l,«Meli. 

22« 



340 



Der Prenssisohe dtaat. 



gen mit Binschluss der Betriebsmittel 3,715,271 Tfclr.» mithin ftr 
die Meile 204,698 Tblr. Die Fortföhmng der Bnlin nach Star- 
gard geht aus dem gemeinschaftlichen Bahnhofe in Stettin über 
das Oderbrnch, die Oder, die Parnitz, die grosse und kleine 
Regelitz nach Damm und YOn hier in gerader Richtung bis in 
die Nlihe der Stadt Stargard, su weteher sie selbst in einem 
grossen Bogen gelangt. Die Unge dieser Bahn betrtgt fast 
5 Meilen, ihr Bau hat im Herbst 1843 den Anfang genommen, 
sie wird aber erst im Sommer dieses Jahres (184Ö) zur vollstan* 
digen Eröffnung vollendet sein. Die Kosten för diese Bahn sind 
auf 1,100,000 Tblr. veranschlagt, und bis «um 30. April lt45 
waren bereits 848,138 Thlr. verairsgabt. Die Stamm- Actien der 
Bahn von Berlin nach Stettin halten sich iii gutem Course ♦^ 
da für jetzt unter den Norddeutschen See-flafen Stettin allein 
durch Eisenbahnen mit einem grossen Theile von Dtutsohlai^ 
zusammenhangt, und zugleich durch Dampfbdte für den grüsse* 
ren Theil des Jahres einen regelmässigen Verkehr mit Daoe*- 
mark, Schweden und den Russischen Ostseehäfen theils schon 
unterhält, theils noch mehr ausdehnen wird* Im ersten Jahfe 
nach Eröffnung der Bahn iirachten die Actien »war nur 4 Pro- 



Länge (durch das Randow-Bruch über Moorgrund lind Wiesen) zu 
schütten waren. Der Damm tlber den Flnow-Canal bei Neustadt 
hat sogar eine grösste Höbe von 74 Fuss. Nicht minder bedeutend 
sind die Durcbsticbe und Abträge, welche an mehreren Stellen, wie 
zu Marienhof und Pommerensdorf, Cborinchen und vor Stettin Vi 
Meil. lang und 30 bis 40 Fuss tief ausgeführt sind. — Die stärkste 
Steigung der Babn beträgt 1 : 240 Fuss auf 2850 Rutben, l.'l'^SF. 
auf 700 Rutben } die anderen vorkommenden Steigungen sind 1 : 300 
Fuss und nocb geringer. — Unter den 30 grösseren Brücken sind 
bemerkenswertb die über die Finow von 42 Fuss Hübe mit einem 
Bogen von 48 Fuss Oeffnung, die Brücke über den Buckowgraben 
Ton 33 Fuss Hob« mit drei Bogen zu 20 Fuss Oeffnung, die Brücke 
über den Land- oder Randow-Graben von 25 Fuss Hübe und 36 F. 
Oeffnung: unter den Viaducten der über den Weg von Pommerens- 
dorf nack Stettin, mit Balkenlagen von 4&f,^Fu8S Länge, welche auf 
massiven Widerlagern ruben und durcb gusseiserne Säulen unter- 
stützt sind. 

♦) Die Actien standen am I. Juli 1845 126^/4 Proc, kamen auch 
im Febr. 1846 nur auf 118 — 115 Proc. zurück, und sind auf 115 Proc. 
noch in den ersten Tagen des April 1846 stehen geblieben. 



Der Preustische StaaU 341 

Cent, 1S44 «ber 5 Proe. «n Zinsen und Dividenden, und dürffen 
noeh durch die AnsfQhrang der Bahn zwischen Berlin und Kö- 
nigsberg Iceinen Eintrag erleiden, denn diese fällt nicht nur mit der 
Vollendung der Bahn von 8targard nach Posen zusammen, sondern 
bringt auch mindestens theilweise Danzig und die Weichselge- 
gend nebst Hinterpommem in den Bisenbahnverkehr von Stettin. 
10) Von Breslau Aber Ohiau, Brieg nach Oppeln 
(die Oberschlesiscbe Bisenbahn). Durch die Pläne im Kai- 
serthnm Oesterreich, Wien mit Böhmen, Mähren und Galizion 
ymmiltelst einer Bisenbahn (Kaiser Ferdlnand*s Nordbahn), zu 
verbinden, die Qberdiess an die gleichzeitig entworfene Polnische 
Btsenbahn (Warschau, Petrikau, Czenstochan und Krakao) sich 
anschliessen sollte, und dann von Wien aus die weitere Ver- 
knüpfung mit Ungarn und Nord-Italien einzuleiten, wurde auch 
der Unternehmungsgeist in Schlesien rascher belebt, um in die- 
nen grossen Bahnen • Verein von Breslau aus durch eine eigene 
Babn sieh einzumfinden. N^ch den vorausgegangenen näheren 
Untersuchungen erfolgte am 2« Aug. 1841 die königliche Geneh- 
migung für die Anlage einer Bisenbahn von Breslau über Op*- 
peln bis zur Landesgränze zum Anschluss an jene Oesterrei- 
ehische Hauptbahn, doch blieb noch die weitere Genehmigung für 
die südliche Strecke von Oppeln ans nach Neu-Berun vorbehalten. 
Diese Bahn wurde indess auch in finanziellen Verhältnissen durch 
Oppeln als Trennungspuukt gesondert; für die nördliche von Bres- 
lau bis Oppeln wurde ein Actien- Capital von 14,297 Stanmi- 
Actien in Stücken auf 100 Thlr. zu 4 Proc, also im Gesammtbe- 
trage auf 1,429,700 Thlr. zusammengebracht, und dazu noch 1843 
3703 PrioriläU- Actien zu 100 Thlr. (370,300 Thlr.) auf 4 Proc. 
aasgegeben*). Für die südliche von Oppeln bis Berun wurden 
24,000 Actien zu 100 Thlr. auf 4 Proc. (2,400,000 Thlr.) im J. 
1843 festgestellt, für welche der Staat 3V2 Proc. Zinsen garan- 
tirte **), und da diese Summe nicht ausreichte, nach dem Be- 



♦) Die Prioritäts-Actlen sollen jfthrlicli durch 1800 Thlr. nebst 
ZInsenersparniss getilgt v^erden» 

**) nie Garantie des Staates Ist jedoch nur unter der Bedingung 
gewahrt, dass wenn der jAbrUche Rein -Ertrag auf 6 Proc. steigt, 
also I V2 Proc. über die garantlrteD Z^k pCt. betrftgt, nur zwei Drittbell« 
dieses Ueberscbusses als Dividende vertheBt werden und das drttte 
dem Staate zafäUt. S<rilte indes« dl« SUatsregleriing genötblgt sein. 



34S Der Preatsisc^e Staat» 

gobliuMe vom S&iAprü 1645 das Actien«^ Capital um 1,276,000 
Thlr. (in 12,760 Actien zu 100 Thir.) milbm öbefhaapt «of 
3,676,000 ThJr. erhöht. Die erste Bahnlinie bis Oppeln wurde 
Iheilweise im Jahre 1842 zur Benutzung eröffnet und am 28tea 
Mai 1843 vollendet: sie beaitzt eine Längen -Ausdehnung* von 
10,''^Meil., und der gesammte Kostenaufwand für die Anlage 
(bei einem grösseren und 5 kleinen Eisenbahnhöfen, und einem 
einfachen Geleise *), und Betriebsmittel hat 1,782,073 Thlr. erfor- 
dert, also fOr die Meile 165,858 Thlr. Die Steigungsverhältnisse 
dieser Bahn sind sehr günstig, etwa % ist ganz horizontal ge-* 
legt, und auf den übrigen vier Fünfteln in Steigungen voo 
1 : 1000 bis 1400 Fuss. Die Erdarbeiten waren eben so wenig 
von bedeutendem Umfange^ am bemorkenswerthesten bleibt der 
Durchstich bei Lossen, über welchen in bedeutender Höbe die 
Liandstrasse über einen Viaduct geführt ist. Unter den 105 
Brücken und Durchlässen sind nur 2 grössere, ^ie Brücke über 
die Oblau von 200 Fuss und über die Neisse von 400 Fuss 
liinge. Der Verkehr auf dieser Bahnstrecke ist schon jetzt 
recht lebhaft, bevor noch die Verbindung mit der Kaiser Ferdi- 
nand's-Nordbahn eingetreten ist, die indess uacb späterer Eini- 
gung jetzt durch die Wilbelm'sbahn über Cosel, Ratibor und Oder- 
berg bewerkstelligt werden wird. Der Verkehr auf dieser Bahn 
wird aber auch sein eigenthümliches Leben nach der Vereinigung 
mit der Oesterreichiscben Haupthandelsstrasse zur Verstärkung 
des Beinertrags behalten, weil die Oberscblesischen Bergwerks- 
und Fabrikproducte noch einem verstärkten Absätze entgegen 
sehen können, und daher werden die Stammactien dieser immer 
in einem höheren Werthe stehen **) als die für die Strecke vop. 



In drei auf einanderf olgenden Jahren Zusohnss zu geben, oder sollte 
der Zusohnss in einem Jahre 1 Proc. des Stamm-Actten-Capitals 
tibersteigen, so behält sich dieselbe die Uebernahme der Verwal- 
tung der Elsenbahn vor. 

"^y Die Kronenbreite des Fahrdammes misst 15 Fuss; Grund und 
Boden siad Indess schon für 2 Gelelse erworben worden. 

**) Diese Stamm. Actien standen am 1. Juli 1845 IKiVsPi^oo., am 7. 
April 1846 104^2 Procy obgleich bis jetzt noch keine Dividende ge* 
zahlt war. -» Zwar nimmt ein .betrachtlicher Theil auch der süd- 
lich folgenden Strecke von Oppcin bis GlelwUe und K<>ttigabtttte an 



Dw Prasttitehe Bte«(. 843 

OpfdA nach der sOtltedfdieto GfftBM^ da dfoia tor noMi tkeii^ 
weise sim Transport dieser Producte benntxt werden kaml. 
Yen dieser lelatgeaannten Strecke, die eioh «borhaapt auf 
17,^'^ Meilen ausdehnen eoH *), sind in dem Lanre der Jahre 
1S43 bis I84S über zwei Drittbeile erbaut, indem am %l. Oe^ 
teher 1845 die ganse Strecke ven Oppeln liegst der Oder 
lUier Gogolia, Kandnaln bei Coscl, daan Östlich fkber Rttd^ 
Biennietz, Glelwitz bis Königshfitte bei Cbarzow, l2MeiL lang, 
Kor aJi^femeineo Benatzong flbergeben wurde. Die Kosten für 
Anlage und Betriebsnittei haben für die fertige Strecke gegen 
2,521,000 Tbir. erfordert^ also fOr eine Meile Im Durchschnitte 
SlOtOOO Thir.) die Actien haben bis jetzt wie aatfirlioh nichti 
weiter als den stipuUrten Zinsenertrag gewUiren kOnnen, und 
sind daher in den letzten Monaten ein wenig unter dem Nomi»- 
oalwerthe gewichen« **) — 

11} von Brealao fiberKanth bisK6nigszelt***)(BBhA^ 
hof bei Janerniek) mit dem einen Arme nach Frei barg und dem 
anderen nach Schweidnilz. Diese Eisenbahn hat den ZWeck, 
das Schlei^sche Gebirge und die in demselben vorhandenen Bin- 
der (namentlich Salzbronn) mit der Hauptstadt der Provinz in die 



dieser elgenthümUclien Steigerung des Verkehrs auf der Öberschle- 
sischeu Bahn noch Anthell, aber dieser Vorthell ist niclit mehr auf 
die ganze Strecke ausgedehnt, und v^lrd auch Ubefdtess noch da- 
durch verkarzt werden, dass späterhin die Witheim^d-ßiseabahu in dem 
abgekürzten Wege von Coscl auf tlatibor, Oderberg, Leipnik die Per- 
sonen und Waaren von der Kaiser Ferdlnaad's - Nordbaha asch 
Breslau und dem nördlicher gelegenen Deutsehland zuführt« 

*} Zuvörderst soU diese Bahn nur bU MyslowUz, d. U noch 2M# 
estlich von Könlgshütte erbaut werden, nümlich bis zu der Station 
von welcher die Zweigbahn aus nicht, wie früher bestimmt war, über 
Neu-Berun, Oswlecin auf die Kaiser Ferdinands-Nordbahn auslaufen 
9011) sondern OstUch bei Modrzejow vorbei die Verbindung mit der 
grosses Polatsehen Eisenbahn sufaehmen wird» 

**> Diese Actien standen Im Febr- 1846 09 bis W'k Procj sm 

l.April 08 Proc. 

*•*) Dieser BaiiBhof erWett duroh Cablnetsordre vom l. Sept, 1843 
den Namen KOnlgszelt, zur Erinnerung an das Lager voa Bunael- 
ym^ km J, 17(11, in welchem das Zelt Frledrlohs des Grossen In der 
Nahe dieses Platzes errichtet gewesen war* 



344 Der PrenttUeke Staat. 

Bchnellate Verbindang za setaeo. Die GmMboiifang aar Srridh- 
tang dieser Bahn erfolgte am 9« Oct. 1841, es bUdefi) sieh eiae 
ActieDgesellscbaft för 1,600,000 Thaler Stammkapital (ki 7500 
Actieo vou 200 Rthlr. za 4 Proc), und die 8tatoten für dieselbe 
wurden am 23. Febr. 1843 best&tigt. Der Bau wurde in den J. 
1842 — 43 ausgefübrti verlangte aber bei mancher früher nicht er<- 
kannten Schwierigkeit noch die Ausgabe von 2000 Prioritats- 
Aetien zu 200 Rtblr. a 4 pCt Zinsen (400,000 Rthlr.), welche 
jährlich mit 2000 Rthl. und dem Zuschlag aa Zinsen getilgt wer«- 
den soUen. Die Bahn wurde in ihrer ganzen Liftnge bis Frei- 
bnrg von 7,^^ Meilen am 23 Oct. 1843, und von Königszelt bis 
8chweidnitz auf 1/* Meile am 20. Jul. 1844 eröffnet, nachdem 
ihre Anlage- und Binrichtungskosten bis zum 30. Sept. 1B44 
1,888,912 Rthlr. erfordert hatten, also fOr die Meile 212,475 
Rthlr. Da die Bahn vorzugsweise auf Personenverkehr, zum 
Theil auf Spazierfahrten (täglich drei bis viermal im Verkehr mit 
Breslau) berechnet ist, ein bedeutender Waarenverkehr aber über 
dieselbe nicht geleitet werden kann *}, und deshalb keine höhere 
Dividende in Aussicht steht, so wird der Werth der Actiea 
zwar weniger schwankend, aber auch nicht viel über den Nomi- 
nalwerth gehoben werden. **) Die Steigung dieser Bahn ist von 
Breslau recht bedeutend, indem sie 477 F. betri&gt und auf 6500 
Ruthen 1: 200bis210F. vertheiltist. Ansehnliche Bauten sind aber 
bei derselben nicht vorgekommen; unter den 192 Brücken und 
Durchlässen sind nur 5 grössere Brücken, zwei über die Lohe von 60 
Fuss Oeffnung und 3 im Weistritzthale von 50 bis 150 F. Oeffnung. 
12) Von Breslau über Lissa nach Liegnitz und 
B unzlau. Die Niedersohlesisch-Märkische Eisenbahn-Gesell- 
schaft, welche wir schon oben bei dem Ankaufe der Berlin- 
Frankfurter Eisenbahn angeführt haben, unternahm die Verbin-« 
düng zwischen Breslau'nnd Berlin herzustellen, indem sie sich dazu 



*) Von Freibarg Ist nur noch eine Zweigbahn über Waldenbarg 
•(2 Meli.) nach den bedeutendsten Kohlengruben beschlossen, auf 
welcher der Betrieb durch Pferde bewirkt werden soll. — Von Schweld- 
nltz hat man ausserdem noch die Absicht die Bahn bis nach Fran- 
kenstein (5V2 Meli.) zu verlängern, vielleicht dieselbe bis nach Neisse 
auszudehnen. 

**) Die Stammactlen standen am 1. Jul. 1815 116 pCt. UBd Im 
Apr. 1846 104 bis 105 pCtr' 



Der Prevcftitcke Staat. 345 

der bereit fdtügtn Eksrndbuha aswischeii Beriia und Fraakfort 
bedieote, gleiehzeitig aber auefa durch eiae Zweigbahn tod 
BiiDalaii nach Görlitz ia die SSichsisch-Schlesiache *) auf Dresden 
«ich eiazumftnden besebloss, bei welcher aber noch die Biuptbahn 
bia Kohlfkirt gemeiascbaAlich gebraucht werden konnte. Die Ge- 
samintlSiiige dieser Bahn von Breslau bis Frankfärt, mit Bin- 
achluss der Zweigbahn von KoMftirt bis Görlitz, betragt 41,^ 
Meilen, fQr welche ein Cspttal von 10,000,000 Rthlr. in Actien 
XU 400 Rthlr. aufgebracht ist Der Staat hat den siebenten 
TbeU der Actien öbemommen und ausserdem Sy, pCt. Zinseil 
garantirt]; er gestattet auch einen spateren grosseren Gewinn bis 
zu 5 p€t. Zinsenertrag. Von dem hdhem Ertragsfibersehuss 
wird Vs ^^r ^^® Staatseasse zur Binlösung von Privatactien ge- 
nommen werden, und y, noch aa die Actionftre vertheilt« Die fiesta- 
tignngsuikunde erfolgte am 27 Nov. 1843, nachdem der Batt schon 
im August dieses Jahres begonnen hatte; die Strecke von Bres- 
lau bis Licgnitz, 8,^ Meli. lang, wurde am 18. Oct. 1844, und 
die Strecke von Uegnitz bis Bunzlau 0,^ Meilen lang im Octbr* 
1845 erötfnet. Auf der Linie von Breslau nach Frankfurt liegen 
16,* MeU. im Steigen, 11,*^ Meli, im Fallen und S,^ M. horizon- 
tal; das Steigungsverh&ltniss ist von 1 : 300 F. normirend. Da- 
gegen schwieriger ist der Bau zwischen Kohlfurt und Görlitz^ 
S,""^ Meil. im Steigen, 1,' Meile im Fallen und nur 0,^' M. hori-* 
zontal. Auf der ganzen Bahn kommen gegen 1100 Viaducte, 
Brücken und Durchlasse von Die bedeutendsten Arbeiten sind 
darnnter der Yiaduct bei Görlitz im Neisse-Thal, der Viadud 



*) Die Söcbsiseli-Sclileslscbe Etsenbabn gebt von Dresden tlber 
Radeberg;, BUcbofswerda, Baatzen, Löban, Reicbenbach nach .GörlitCf 
bat eine Länge von 15 Meilen, >srovon noch 3 Meilen bis westlieb 
bioter Reichenbach auf Preussen treffen. Sie wird fQr ein Capital 
von 600,000 Rthlr, hergestellt, wobei der Bahnhof in Görlitz für 
beide Eisenbahnen geroeiaschaftllch ist; sie ist bereits bis Radeberg 
nnd Biscbefswerda in Decbr, 1845 erö€net, und wird im Laufe des 
Jahres 1$40 noch bis Bautzen vollendet und der öffentlichen Be- 
nnt3ung abergeben werden, so dass nun noch die Strecke zwiseben 
Bautzen und Görlitz für das Jahr 1S47 übrig bleibt, in welchem J. 
auch die Strecke zwischen Kohifurt und Görlitz fertig werden soll, 
d. 1. die voltständige Verbindung zwiseben Dresden und Breslau^ 
sowie zwiseben Dresden und Frankfurt a. d. Od. 



840 Der Pftvcsteelie Staat. 

bei Baashm in Bobertbal, Mde fitor 1506 P. tan;, ferner tfieVhi« 
daete über die Qaeis bei Biegersdorf, ttber die Neisse bei Gaben imd 
Aber ein Seitentbal der Neisse bei Henoersdorf: diese fQnf Bauwerke 
erfondem allein die Samme von 1,250,900 Rthlr. Den genauen 
Koitenbetrag ffir die Anlage und die Betriebsmittel auf der be* 
reite benutzten 14,'' M. vermag leb noch nicht anKOgeben, da der 
ganze Bau bereits im lebhaften Betriebe und die v^rOtfentllchten 
Berechnungsansgaben nur die gesammte Bahn betreffen: nack 
dem Kostenanschläge erfordert die Meile durchschaltlflch 281, IM 
Ethlr.^ mithin wfirden die bis jetzt fertigen Bahnstrecken eineSnmme 
Ton 4,133,430 B. kosten.'*')— 13) Von Deutzbis DtisseUorf 
(Cölln-Mindener Bisenbahn) und Daisbarg, 8 Meilen lang, Ist 
der Anflang der Bahn, welche von C&lln nach Minden, von Dnis-^ 
bnrg ab durch das Bmsoher Thal nach Dortmund tber Kamen 
nach Hamm, über Ahhien, Rheda, GQterslohe, Biefefeld, Herfbrd 
auf Minden gerichtet ist Die ganze Bahn vi'ird vollständig im 
Jahre 1847 dem Betrieb tkbergeben und eine I^änge von 35 M. 
haben *% Die Steigungen öberschreiten mit Ausnahme einer klei- 
nen Strecke, beim Uebergange Ober den Teutoburger Wald bei 
Bielefeld (wo das Steigen und Fallen 1 : 200 ist), nicht 1 : 300 
Fnss. Die bedeutendsten Bauwerke kommen zwischen dem Teu-* 
toburger Walde und dem Wesergebirge vor, sehr viele Brücken 
(darunter die sehr bedeutende WeserbrQcke bei Vossen zwischen 
Herford und Minden und die [Ruhrhrfteke bei Altstaden) und 
Durchlässe sind indess auf dieser Bahn erforderlich und erhöhen be-* 
trichtlicb die Anlagekosten, an dass durchschnittlich die Meile 
auf 360,000 R an Anlagekosten und Betriebsmittel erfordern wird; 
mithin legen wir für die jetzt fertige Strecke, auf welcher die Bahn 
von Deuts bis Düsseldorf seit dem October 1843, die von Düs- 
seldorf bis Duisburg seit dem Jan. 1846 benutzt wird, die Summe 



*) Bie Actien sind wahrend der Bauzeit mit 4 pCt verzinstl 
sie standen am 1 Jul. 1S45 109 pCl;. und am 7. April 18l6 91 pCt. 

**) Da die EUenbabnverblndung von Berlin |über Brannschwelg: 
bis Hannover sohon fertig ist, die von Hannover bis Minden for das 
J. 1847 feststeht, so wird der Eisenbahnverkehr zwischen Berlin, 
Colin und Paris Im Laufe des J. 1847 vollständig. Der bereits 
von den betretfenden Regierungen zwischen Berlin und CöHn fest- 
gestellte Fahrplan hat die Zelt für diese Fahrt aaf 36 Standen be^ 
stimmt. 



0#r Pre««si«ebe Staat* Ut 

voa 3,MM00 RtJUf. (für 8 MtU.) in die OoiamtlktonBiolit. Die 
günatigen ErwarlQ^geo, weielie mit Aedil voa dieeer vorAeiKt 
baftea VerbindengssU'esse »wischen Wessen und Osten gefMSl 
wurden, Hessen den Wertli der Quittnngsbogen gleich nach den 
ersten Partialzahlungen auf die Actien *) ansserordeatiich in die 
Höhe gehen, was um ao vortheilhafter geschehen ssd können 
schien, als die Anlagekoatea einen bedeutenden Unterschied 
gegen die Rheinische Bahn zu ihren Yortheil darboten: doeh 
haben sie akh bei der letzten Krisis der fiisenbahnactien nicht 
einmal für die Behauj^ong des Neninaiwerthes fest gestaltet. -^ 
Es waren also öherbaupt innerhalb der Gränisen des Preuesi^ 
sehen Staates**) am 1. Apr. 1846 bereits in der allgemeinen Bennt-» 
j&uag für den öffentlichen Verkehr 140,*^ JMeilen fiisenbahaeil« die 
SKUsammen für die Anlage und die erste Besebaflung der Betrieba« 
mittel ein Capital von 40,776,875 Rthlr. erfordert habea^ mithia 
im Durchschnitte für die Meile 290^227 RtbU*. •**) 



*) Die AeUen standen am 1. Jot 1S45 130 pCt., selbst noch Im 
Febr. 184li 100 pCt, aber am 7 — 12 April 1840 94% und 95 pCt. 

**) Es sind mithia hier von der Magdebnrg-Leipziger, von dei; 
Magdeburg-Braunschweiger und von der Berlin- Anhalter Eisenbahn 
nur die Meilen zur Rechnung gezogen, welche auf dem Preussischea 
Gebiete belegen sind: und ftlr diese sind die Anlagekosten nach dem 
DurchsebnlttSTerh&ltnisse bei der betreffenden Eisenbahn pro Meile 
bereehnet worden. 

***) Im J. 1845 waren auf sämmtUchen Deutschen Eisenbahnen 
12,353,858 Personen gefahren und 13,000,000 Ceirtner transporttr* 
worden, wovon fast die Haifte der Personen und mehr als die HMfte 
des Waarentransports auf Preussen kommen. Die Geldeinnahme 
betrug 9,553,750 Rthlr. Bei dem Personenverkehr war die Magde- 
burg-Leipziger mit 678,619 P., die Bonn-Cdliner mit 037,906 P., die 
Bheiniaehe mit 429,635 P., die Berlln-Potsdammer mit 404,332 P., die 
BerUn-Anhalter mit 341,729 P., die Düsseldorf-Elberfelder mit 333,471 
P.y die Berlin-Stettiner mit 363,541 P., sülnmtliehe Schlesisehe Bahnen 
mit 915,000 Personen betheiligt. Bei dem Waarentransport hatte die 
Rheinische verhältnissmisslg den stärksten Verkehr, nämlich 3,348,405, 
Ctr«, nächst dieser die Magdeburg-Leipziger mit 1,373,353, die Düssel- 
dorf Elberfelder mit 1^63,045, die Breslau-Schweidnltz-Freiburger mH 
879,187, Berlin-Stettlner mit 879,124, Berlin- Anhalter mit 067,784 Cent- 
ner u« s. w« Doeh erseheint auf anenBahnea die Einnahme stärker 
aus dem Personenverkehr als aus dem Waarentransport, da jeile bei 



348 ßer Preiiiiitclie Staat« 

Im Laatb des Jahre« 1840 aoUen nach iea dflentUelien Be-^ 
kamitmachiHigen der aDgemeineo Benatzuog noeh Iblgende Bahn- 
strecken übergeben werden: 1) der eben unter nr. 13 bereits beider 
Niederschlesisch - M&rkischen Eisenbahn angeführte Theil ven 
Frankfurt über Gnben^ Ualban nach Bonzlao, 23/ MeiK 
lang, wodurch die Verbindnog Berlin's mit Breslau vermittelst 
der Bisenbaha voUstftndig beigestellt sein wird. Die Kosten für 
die Anlage und die Betriebsmittel werden nach dem oben gege- 
benen Uurchscbnitts- Verhältnisse für diese Bisrnbahn« etwa 
6,411,044 R. verlangen« 3) die Zweigbahn der NIederschle-* 
siseh-Mirkischen« welche von Glogan ausgeht oad über Qna- 
rltS) 8prottau, Sagan auf Hansdorf (ly, aOrdKoh von Hai«* 
ban) in der Hauptbahn errichtet wird. Sie bat eine Lftnge von 
9^12 Meile und wird durch eine besondere im J. J843 gebildete 
Gesellschaft erbaut, welche nach dem Anschlage mit 1,350,000 
Ethlr. den Bau zn bewerkstelligen hefft« — 3) Die FIfigelbahn 
der Oberschlesischen, genannt Wilhelmsbahn, welche 
von Cosel bei Ratibor vorbei nach Oderberg fuiiren wird, 
am hier in die Kaiser Ferdinand's Nordbahn einsumünden, **) wel-* 
che bereits bis Leipnick vollendet ist, und im Laufe des J. 1846 
die Ausführung der Strecke von Leipnik (10 Meli. Lftnge) bis 
Oderberg sicher zu erwarten hat. Sie wird eine Lftnge von 
6,^^MeiL erhalten und einen Kostenaufwand von 1,300,000 Rthlr. 
erfordern. **) 



iler BerUn-Potsaanuaer 88, bei der Berlin-Anhalter 71, bei derCftUnl« 
scbea 68 uq4 selbit bei der Stettiner und der Bkelnlscben 64-^ pCt. 
betragt. 

*) Ueber den Anscblass der Wllbelnsbahn an die Kaiser Ferdl- 
Bsnds-Nordbahn wurde swisobeQ den Commlssarien der beiden be- 
theillgtea Refclernngen am 29. Novbr. 1845 eine Uebereinkuoft ge« 
scblossen, welche Im Febr. 1S4G die Beeiitlf nng des Königs von 
Preussea und des Kaisers von Oetterrelch erhielten. Die Fortsetaang 
der Oesterreiohischen Elteabaha von Leipnick durch Gallslen auf 
BochaiA ist vertagt und wird vielleicht erst 1854 ausgeführt, vgl. 
Creschäftsbericht des Dlrectorlums der Oberschlesischen Eisenbahn 
zur Generalversamaklung am 28. Apr. 1845> 4to«, S. 4. 

**^ Die Actiea sind au 4 pCt Zinsen ausgestellt, sie standen im 
Febr. I84d noch awiaeben lOO und 90 pCt., aber am IL April 1840 
90^ pCt. 



Der Pretittitebe Staat. 849 

4) Die ebea anter dea roüeadetea Bisenb.. nr. 9. angefOlnie 
FlOgelbaba voa Stettia aaeh Btargard, 5 M. lang, deren Ko- 
gteaaasohlag von 1,100^000 llthK gleichfiüls schon oben genannt 
ist: sie wird sehon im Mai 184a fOr die allgemeine Benntzong 
erOffbet; — 5) die Fortsetzang derCölln*Mindener Bahn (oben 
nr. 13) voa Daisbarg naeh Hamm, 12 Meli, lang, nach dem 
Oarchsehaittsverh&ltaisse fOr diese Bahn, mit eiaem Kostenanf^ 
waade voa 4«S2a,000Thlr. zu erbanea. — 6) Eine Strecke der Tb a- 
rlagiscbea Bisenbaha von Halle aach Weissenfeis, 5 
Meil. hing. Diese Baha ist Um h 1843 projectirt and hat ihre 
Richtung von Balle auf Nanmbarg, Weimar, Gotha, Bisenach 
nach Cassel erhalten; sie soll darcheia Aciiencapital von 9,000,000 
Rthlr. hergestellt werden. — In der Nike von Cassel sollen dl*ei 
Flfigelbahnen aaagehea, um einerseits auf Lippstadt ia die Cölhi- 
Jliadener Baha, andererseits (Friedrich- Wilbelms-Nord- 
baha) auf Fraakftirt aai Maia ia die Tannus-B. und aaf Haaao- 
ver ia das grosse Nete der Norddeutschen Bisenbahnen sich ein-* 
EoaifiBden. Auf der fOr den Sommer 1840 fertigen Strecke, 
deren Kostenanfwaad 1,500,000 Rthlr. erfordern dflrfie, sind die 
Arbeiten an der Saalbrficke bei Weissenfeis und im Saalthale 
aberhaapt die omfangreichstea nad kostspieligstea. *) — 7) Aaf 
der Berlia-Hamburger Bahn die Strecke von Berlin bis Boj- 
eeaborg über Spaadau, Nauea, Friesack, Neustadt, Wilsnack| 
WIttenberge, 38 Meilen lang, wovon indess 9 Meilen vou den 
Preussischen Zollamte Waraow bis Boitzenburg auf Meddea- 
burgü^chem Gebiete liegea. Die vollstaadige Ausführung dieser 
Strecke im Laufe dieses Jahres ist noch nicht ganz sicher ge-* 
stellt.'*'*) Für diese Bahn von Berlin bis Bergedorf *'*''*') 34Meil. 



*) Bei der nock ferner Hegenden Aussicht des vollständigen 
Aufbaues der TkQrlnglschen Eisen bahn stehen die Aetlen derselben 
niebt günstig I sie galten im Febr. — Apr. 1840 zwischen 92 und OOpCt.; 
für die Flügelbahn Friedrich Wilhelms Nordbahn, weiche von der 
Kurhessischen Regierung am 10. Sept. 1844 genehmigt wurde, stan- 
den die Aetlen am ll. April. 1840 nur 8472 pCt. 

**) Die Eröffnung der Strecke von Bolzenburg bis Bergedorf) welche 
aur Vollendung der ganzen Eisenbahn noch fehlen wttrde, Ist nach 
dem Plane für den Sommer des J. 1818 In Aussicht gestellt. Die 
Bahn von Bergedorf bis Hamburg, 2,^' Meilen lang, welche für die 
Summe von 817,174 Rtklr. erbaut wurde, sieht bereiu seit dem 17. Mal 
184Ü Im Betriebe. 

***) Im April 1845 hat die Berlin-Hamburger Eisenbahngesell- 
schaft mit der Hamburger-Bergedorfer eine IJeberelnknnft getroffen^ 



360 Der Preti»iBcfie Statt!. 

1m^^ iit der Kostamiicyag (Anlag« und Be^rit^smitietf anf 
8yO(K>,000 Rtblf. gestellt, also fftr die Melle darchsefanittncK 
935,3^4 RtMf., mithin fftrdie 21 Meilen auf Preassfschein Geißele 
4,041,174 Rthlr. Zn den erforderlichen Kostenaafwande sind 
&,e0O,e00 Rthlr. in Actten. ^) zu 200 Rdib. an Privatteufe ver-^ 
ausgabt, welche während der Baazeit mit 4 pCt. Tenstnst wor-* 
den, und ausserdem sind 1,600,000 Rthlr. ron der Grossherzogl. 
MefckleobttrgischeB Regierung uad eben so rie! von dem Ham- 
bur^^soben FrdsAaat ttbemonmen. Die Concesslensurkunde für 
didse IQsenbahageseilscbaft ton Seiten der PreusSischen Regie^ 
üung ecKolgte am 29. Febr. 1845, aber die Erdarbeiten zu der-* 
selben- hatten auf Preilssfs^eai und M eckletiburglscbem Gebiete 
scftoa im Mal 1844 Ihren Anfang genommen. -— ' Diese sieben 
BitenbabnsIreekeDy wnelohe hn Laufe des Jahres 164(T der bffent* 
libheu Benotzang' tbergeben werden soHen, befragen aof Preu^ 
aiselwtt Staatsgebiete Sl,^ Meilen, nnd erfordern mindestens 
einen Kostenaufwand von 21,122,216 Rthlr. (dorehsehnittlich di6 
Bfeile 960,781 Rthhr.; sie werden also die Gesammtzahl detBfei« 
ISB Eisenbahnen ha Preassisehem Staate bereits aof 221,*^ Mei-^ 
len erhoben. *^) Nehmen wir den FIbcheninhalt der 6 Preassf- 
0ehen Provinzen, welche dann bereits bei dem Eisenbahnnetz 
betbeiligt shid, aar Gmniffage mit 3305^ QM. (und I1,775,1W 
SeeL im Deebr. 1843), so linden wir eine Meile Bisenbafan auf 
15 OM. (und 53,041 Seel.); aber ffir alle 8 Provinzen erst eiae 
Meile Bisadbahn auf 23 QM. (und 70,000 See!.). 

ftur Vollemhing in den nächstfolgenden Jahren haben bereits 
Bacfast^endeBlsenbahn-Uttternehmaagen nicht nur ihre Begrfindung 
dureh die fßr ihren Bau errichteten Gesellschaften, und durdi die 



nach wdcber die erstere die Batin von Hamburg bis Bergedorf fn 
Pacht tlbemlmmt, so bald die Bahn von Berlin bis Bergedorf vollendet 
setn wird; die letztere aber hat sich verpflichtet dann ein doppeltes 
Gelelse auf der Bahn von Bergedorf bis nach Hamburg zu legen 
nnd den Bahnhof in Hamburg zweckmässiger herzustellen. 

*> Diese Actien wurden am 1. Jul. 1843 mit 127^2 pCt. bezahlt, 
aber In den ersten Tagen des April 184Ö nur mit lOOVi pCt. 

**) Die gesammten bis dahin auf diese Elsenbahn verwandten 
Kostenanlagen umfassen dann mindestens ein Capital von 01,899,193 
Rthlr., welches durchschnittlich für die ITelle 270,435 Rthlr. In Rech- 
nung stellt. 



Of I Pre«stitelie. Staat. Ul 

klkuglidie BfaMtigWMC «rianct, atadeiQ ciai in ihrea VoniibeiiM 
aa^h BcliOD aat «ntopracbeaae Wma voi^ipesobrittMi: 1) die Bi-* 
aeatabu von Aacbe» nadiMaastriobt mit den beiden Zwei^-* 
babnen aach deo Pieuflsitebea uad HollindischeB Koblenrevier, 
zii«aianen gegen Melleo laag. Die Ankgekoalen sind auf 
3^622,670 Riblr. veran8eblftgt> die Aolieagesellsebafl bat ein Aetten« 
Ce^tnl von 3,750,00a Rtblr. ansamaieagebracbt} ibre Slainten 
iMOien die königl. Conoessioa und fiesliUgiing am 3a Janonr 
kM6 erkagt*) — 2> Die BHeobaha rea Haaim aacb Müm^ 
Qtar» welche ala aioe Fiägelbabn zur VervoUatnndigQng der Ver-» 
bindaag dar ftheiniüebea mit den NerddenUcben'^*) nad den von 
BeßUn Biisgebettdea Aatoe» dieaea aoU^ und eine Lange V4ui fr 
MM&k amTaaet. Die Aetieageeelifiehaft bat die köniitL Beatali^ 
g«ag ibrer filatuten an 4. Hins I84§ erbaitea^'*''^) 3) Von Pota«^ 
dam i» diracter EiebAaag über Brandenburg, Planen, Gan«« 
tkia. Barg naefe Magdebarg, l&,^^ MeiJen laag. Bieae van 
dar elaan Seile eben eo lebhall gewaoechle» wie von der andeni' 
heftig angegnifone Bafaolitite«. welche am 7,'^ Meilen kftraer ist^ 
ala die gegenwärtig fiber Kfitbea benutzte, bat die kftnigl. Be*- 
stitignng am 17. Angust 1&45 erhallen. Die für ibre Ausfabcung 
gelwldete Geaellscbaft hat aaeh dem AMefahige ein Actien^Cafii-* 
tal von 4,000,000 Rtbir. fealgestelit, aneserdem aber von der Pota^ 
dam- Berliner --Bisenhahogesellaebafk die^ BIseababn von Bertis 
aaeh Potsdam fOr #e Summe von 2,000,000 Btblr. and Ueber-* 
nähme der PrioritätsActien von 307,000 Bthlr. erkaoft, und daa 
dafür notliwendige Anlage- Capital durch neue Prioritäts-Obliga- 
f innen im Betrage von 2,367,200 Bthlr. beigeschafft: der Bau 
wird im Jahre 1847 vollendet sein. — 4) Bine Zweigbahn von 
JUterbo«^ auf der Berlin-Aikhalter-Bahn aachBiesa^) auf des 



*> Preassiacke GeaetzsAnirialaDg Jahrg. 1846, nr. S. 

**^ VoraeluaUGh mtt der Hanövcrackea Weatkaha^ welebe vea 
Emden iber Leer, Meypen^ Lingea bU an die Preuasl^cae Grftaze In 
der Richtung auf Mttaater gekea aoll, uie cUes aus einem Reeerlpte 
de« Königs Ernst Augnst an die IiiiiiA6?er»obe Ständeversonualnng Im 
U&rz 1846 hervori^lit (AMg. Pvenw. Ztg. lS4/d^ nr. 8a.) 

***) Die Urkunde befindet sich in der Preussi^ Oesetasamm^ 
Inag, Jahrg* 1840, nr. 8. 

t> Die aestätlgaagaiidkuade der Stata^en dieser GeseUsl^iftfl, se 
wie das königliche Privilegium Ober dlie Emtosion derPrleritats-ObUga^ 



39S D«v Preutaiselie Staat 

Leipsig^Dreadaaer Balin, (10 MailMi laqf), iPOd«tii äw Varbln- 

doifg awiicban Berlia nnd Dreaden ftat um 20 Maüen abgekflnit 

wird (von Berlin in dieser direolen Richtang^ über Riesa naeli 

Dresden 24/^ MeiU über Leipzig dagegen gegenwärtig auf der £i«- 

senbahn nach Dresden 44/Meii.)* I^i^ Berlin-Anbaker Bisenbaliage- 

sellsebaft hat dl« königl. Genehmigung znr AasfQhrimg dieses 

Bausy unter Verzicbtleistang anf jeden Binspracb gegen dleBaha 

von Pi)tsdani nach Magdeburg am 2 Sept. 1845 erhalten, mfd 

wud den Bau durch neu ausgegebene letien im BetragB von 

^000,000 Bthlr. aasfOhren.*) -* 9) Bine Zweigbahn auf der 

Ol^erssb lesischen von Brieg nach Neisse fiber Crrattkiau^ 

Ol Meilen lang. Die Genebmiguag «ar BUdong «iaar Aetienge^ 

salisfihaft fdr dieselbe erfolgte boreHaam 4* 8ef (br.. ia4S, and ihm 

filUituten erhielten d. kOnigl. Besati^ung a. 13^Mirai 1846>*)'^ Kiae 

Baha von Stargard nach Pos«n öberAraawalde, Wdldeäberg^ 

Driesen, Filehae, Wroake und Samter, 23 Metten lang^ weloUs 

das Grossberzog^ffl Posen -mit der ^eehandelsstadt Stellin in 

Verbindung setzt, und auch von der k&afligen Bisenbabn swi^ 

sehen Berlin und Königsberg durcbsehnUtes^kieBiseabalMH' Verbin»* 

duag mit Berlin, Königsberg und Danzig herstellt. Die kdnigl. 

Beft&tifungsurkunde vnirde der schon gebildeten Eiseababngeadi- 

schaft am 4. Marx 1846 ertheiU: *'('''') das Aetten* Capital ist atif 

5,000,000 Rthlr. in Points zu 100 Rthlr. festgestellt, die mit 4 

pCt. zu verzinsen sind. Von dem Reinerträge Ober 5 pCt. soll 



tlonen, beide vom 17. Aug 1845, befinden eich in der Preuss. Ge- 
setzsammlung Jabrg. 1845, ar. 28. 

*) Auf Riesa \vird sich überdies noch eine nene SftclisiBcbe Ei- 
senbahn einmünden, welche von Zwickau aus zur VerModung dieser 
fabrickrelchen Gegend mit der Haupteisenbabn des Königreichs Sach- 
sen in 4 Jahren erbaut werden soll. Sie hat im Aug. 1845 die Be- 
stätigung von Selten der SAchsisvhen Regierung erlangt, und wird 
durch ein Actien-Capital von 4,000,0(iO Tkir. hergestellt werden. 

*) Die königl. GenehmlgungsurkuBde sowohl für den Nachtrag 
EU den Statuten der Berlln-Anbaltschen Elsen bah ngeselischaft wegen 
dieser Zweigbahn, als auch über die Erhöhung des Stamm - Actlen- 
Capltals um 3,000,00u Thlr., befindet sich In der Preuss. Gesetz- 
sammlung, Jahrg. 1845, nr. 32. 

*) Die Cablnetsordre vom 4. April 1843 und die kOiHgl. Bestttl- 
gnngsurkunde aus dem März 1845 sind abgedruckt in der Preuss. 
Gesetzsammlung, Jahrg. i840> nr. 8. 



n«i^ IPri»«iti»€li« Staat S9S 

«lfl''ile««rveMi^ l^blNM w«HM. Me ■nrartviigeii voa eteeii 
g;tli»t1geii Bttnige i^mr Bi*n Imbta mck faxwiiehai gegea-^ 
wlirtig sehr nngOnstig gestellt, so dass die Einzahlaogen Veraö-* 
gemng erlefidea, nad die Ms jetat gaeahlfea Baltragto aHna- sehr 
f Magen oad st^Nv«iteBdaa Comawerih halbea. 

Aasserden fltdit dteFMsetnag «ad Voileadoog der hereiia 
tMtev erHiaterteti BaMlalen üi sidierster Aussklit: 1) bei «tot 
Ci^la^M indeaer Baba, ^ie SIreeke vea flaaiai bis Miadeai 
19 Meilen lang, derea Bi^ikiaag iai Herbsle 1 947 stOtestens he* 
tari^eht: ihr iroftolAndiger KostaaaafWaad ist aaoh dem obige« 
DttTChsehaittuveiMItriisse fb^ die M. bei dieser Bahn aaf 5,406,000 
Rtlilr. anaunelHne«.^ -» t) Bei derOberseMeaisehen Bahn Aa 
VbHendnng der Strecke^ vmrK&aigsliatte ftbar Mralowitx falg 
Slapaa^^) aa derRi^assistlieaGraaBea MeiL, ton wo dann det 
ITebergang in die Kritosner »nd Waprschaaer (Wanscban« Wiener) 
Bisenbahn erfolgt, indem dtft Fortban aaf N eatBeron and Oavieoaia 
aar Biamündnng in die KaiBer^FerdJQsads**Norflbahn ans dea oben 
angefahrten €rOndea j^alieli aa()^egebea wird. ^ 3) B^ der T ha« 
ri ngisehen-Baha (vgl. ab. 6k 840), daran ToUattadigalMffBQngiai 
Herbste t847 in Aussicht steht» die StraeMeavataWeiaseaf eis fibea 
Naambnrgbis ao^t^redssisdieaCMiiKe and dann dieBtreefce dareh 
den Kreis Brfart, «msaanaea t Maüen aaf PMisatochem Gebiet» 



*) Vüx d|e«e B«)in Ist von Seiten der Hannöversclien Regierung 
ausser der directen Hauptverbludung mit Hannover noch ein Anscbluss 
der Hannoverschen 'Westbahn von Emden, Lingen durch eine Flügel- 
bahn über Freren, Osnabrück bis Zur Preusslschen t^rSuise in der 
Blchtung auf Minden in Aussicht gestellt, und darüber bereits der 
Hanöverschen StSndeversammlung im März 1846 die Mittheilung ge- 
ttaebt^ assaaie AusiMamag dss Balkis «ad dsr weitere: Betrieb auf 
IiaadaML0St»a aifemomauM ^werden solL lJ4lisr dl« Aasfahraag der 
Haupi^^erbHidiMa awischsn HMinarar nad Bttadfn so wie über die 
l^snieiw TerwslivBg dieser Elseftbahn sii«l awei TertrUge zwisehea 
P^oesen, üannov^, Knrbeseea ttbd Scbsamburi^Iilppe am % Pebr. 
1B45 und % FeW. abgeseÜsMent (beide sind abgedrecJ(t in der 
Preass» Se>setzsasimluag, Mbrg. I64#^ ar. 6K 

^^ BafSr sowohl, als adcfa zur Verstttrkai^ der BetHebsmUtel und 
tbeuweistaxegang eines zweiten ^teleiass werden die l,996«a00 Tblr. 
PriaNiats-'Aolien beaniat, aa weieiien dl» Obersehtealsebe Siseabab»- 
iosetlscbi^ ftia a F^br. 1840 dike kOufgL OeaebmIgBaa erla««« bat, 
abgedraeitt li «er PreneS/ €fre«e«afiaa»aU«ag» ^»bra^ l%4ßy ar« fi. 

achabert't StatIttflE VI. 23 



ZH Der Pre«f«i«€li« 4|taat. 

deren KostenaiifWmnd ^egen 2,lM,0aO flMMr« m6k Mm oteo m- 
gegebenen DarebachiHtte fBf die IMIe dle«er EkeoiNihii bei»** 
geo wird. 

HeHNi&eliBt haben wir also bis zun Jahra 1848 sicber wie- 
demm 93,''^ Meilen fOr den Innern Yetkabr neu -gewoMienaEisea" 
babnen, deren Anlagen eadente BcAfiebaoiiUel mindestens ein 
Cl^sanunt-Capila} von 27,226,600Btbrl.errsNafV werden, md können 
nitbin dann im Prcass. Staate ftr einen Zeitraum von zehn Jah- 
ren seit Brdtftiang der ersten Meile Eisenbahn inerhaJk^ sei-* 
ner Gr&nze einen Aufbaa von mobr als 316 M eüea Kisenbabnen 
mit 89,100,000 Rthlr Capital Mchi%ei«en^ In M^bm Eisenbali^ 
nen wird sich sodann der aene Verkehr- aüer Provinafn des 
Frensn tstaates bewegen» mit AnsscMosa der P/oviaz Freusseo^ so 
dass bei ihrem FlScbeninhake von 300^/^ Qmeil. durchsehnittlieb 
schon anf I V Qneil. einef Meila Sieenbabo aq rechnen sein wird, 
ilber aneh die Frovins Jh'eaasen, wenn gleich bis jetzi die Ei- 
senbahnUmen von Bertin a«f KdaigsbeiVif weder vollständig fest- 
gestellt sind, noch eine Aotiengesellsehan (üf dieselbe die Aaerken- 
nmig der Staatsregiemng erbalten hat, wird im Jahre 1848 schon 
üiro ersten Meilen Bieenbabnen benotaan k5an^. Oean nach« 
dem die Vorarbeiten in den Jahren 1844 ^nd 1845 bereits för meh- 
rere Linien geprüft ond eagMch die CMrfinde nad Gegaogrüade 
fOr den Anschloss an die Bahn von Berlin nach Stettin oder an 
die von Berlin nach Frankfurt a. d. 0., oder fOr einen ganz 
selbständigen Bao von Berlin ans genauer nntersoeht worden, 
ist der letztere als der zweckmftssigste erachtet nnd angenommen^ 
es ist bereits Dirschaa zum Uebergangspunkt Ob^rdie WeichseH") 



*> Der Bau der Weiebsel- 1i*d der NogatbrOcke wlvd naeb den 
rorll»agen Planen wobl anter den grossartlgstmi Werken^ 4le Eu- 
ropa kennt, seiaen Wl»tt elunebaiea »tMsea: der Kostonaefwand Mr 
^lese beiden Brtttken nnd die dazu geh0i4ge Ftassrefi^aiSiatr «ad 
OammschOttung dOrfte wobl eine Samme von 8,0y0/MN) Tkir. iia4d*r* 
aber erfördern. 6eht die Babn UBralttetbar von BerUn -aiis> ia<lsa 
sie den Uebergang über die Oder belCttatrin nimmt und ta der Mah- 
lung auf Landsberg nOrdlleb von der WaHbe bleibt, so Wird sie 
zwischen Drlesen und Fllehne äen Soimeldepunk^ mit dar Btettta^ 
Stargard^Fosener Bahn erkaKen« «etat sie dama die varg esddaaene 
Rlehtung auf Bromberg fort und gebt in der Qegend.. van Fasdaa 
längst der Welctfsel ^lestllefa von der Ohaassee i^ Dln^elm« -^ aad 



J 



iMBliaiBtt mvictey wki dies srim to.tetztei. LnriliigMiRPiAMe 
der P^eoeskniiQii ProvkiKia]«tltlde von 27. Deol)r« Ifttö .(Art 27) 
«nsgefiprochett ist Die Linie - zwischen BerKn ttttd der Weieh*- 
ael ist ^ jetet «och ni^t vellsl&ndif festgestellt, zwischen der 
•Weiofaael and König^herg nur se weit, dasb diesettie fiber MaricB* 
barg, Elbing imd nieht weit bei Brannsberg vorbeigebt. DieErdar* 
•beiten haben im Bl&rz id46 bei Elbing nad zwischen BHiing and 
Marieabnrg ibrea Anfang geaommen. — Für das Fürstentham 
Nboeabargond Wallis ist bisjetzt noch keine Aussieht zu einer 
Verbittdang oder Ansohlnss an eiacir grösseren fiisonbsbnlinie. 
Ble jetzt unteroonuneneHttt^aiMi.für die Schweiz, welche vom 
Bodensee ihreRichtaag aufC^nf liehnien soll, wird eben so we^ 
nig ahi die von fiasd aasgefaende Centralbahn das Fürstentham 
foerührea. *^ 

' Bti dem Sohhisse der Darefelinng der ph^rsischen Beschaffenheit 
dcsPreos&^tairtee siad noch anrorwaimen, wie ich es bei den andern 
Staaten an dieser Stelle gelhan habe, dar Heilquellen und der Ba- 
deanstalten^ welche in der vortheilhaften Benatzang des von der 
Natar dargebotenen Sohataes einen eigenthtmlichen Bestandtheil 
des NaUenalreidithanis w4e der Natlonal^lndns^ie för sich in 
Anspruch nehniBO,.4>ia beiden noNöstlichen Provinaen Preos- 
aenund PomaEern iiab^n- in Ermbbgelung kräftiger Mineraf- 
waaser die lang>aa«gedebnteOstseekllste, und gewinnen bei der 
erst im Jetzten Jbhlhanderte immer mehr und mehr anerkannten 
wohlthätigen Eraft dev Seeb&der fast Jfthrlieh neue Anstalten, 
-die einelaeits das Beiden in ' aiml&ndiache Seebäder vermindera^ 
anderseits aber jährlich mehr Badegltote des Auslandes zu ib- 



dann In der oben angegebenen Rfchtung, so wird sie eine titfngen- 
ansdebnaDg von 81 Hellen amfasren und mit jen^em kostbaren Brücken- 
tea.zäaainmen nieht letcbt unter 27,00^,000 Tbir. su erbauen seln.-^ 
i]>y(e Vorarbeiten eänd bis j$tat aus dem -ausaeiaordentlieliea EtatstUel 
bestritten, der .3ur BelO^rderung des Eisenbabnbaus seiue Bestiaunuag 
erhalten hat und nach den oben angegebenen Bekanntmachungen des 
Finanzministers 1843 = 600,000 Thlr., 1844 = 5^8,300 Thir. und 1845 
42^,(S00 Thtr- erforderte. iHe Ausfttlining di^der Eisenbahn kann In- 
derin -nnr unter einer 0araritie der Verzinsung der Actien von Selten d^ 
•Üfaats erfolgen, da der Verkebfs^Ertrag schwerilcb in der ersten keihe 
von Jahren eine volle Befriedigung d^s 2insbedarfs zu gewMbren ver- 
laagy und dieser jetzt kauin unter 4 pCt.- geboten \irerden darf, -wenn 
eine ansprecbende Tiieilnahme 1^ die Actien erreicht virerden soll. 

23« 



866 D»t PretiMUohtt Staak 

rem BcmmM MMciehea. Je ieidbtto i^MT dar O t l i i rn n k tfts Sc«» 
bftdea ist, ua so wettin^ eoaceiitrfrt Bidi eint grftMeca A&zsäl 
vdtt TheilneloMrn Auf bestioMi^e Orte, und so kami von MeoMl 
ab bis nach Stmkaod hin jede m der 8ce*-Ktete gelegete Stade, 
JA fast jedes Dorf*) als ein fieebad ge«aMt werden. Die be*- 
enohtestei Seebäder, wefebe aoob Ibst aosaeblieaslidi nnr ToeFre»- 
den aafgesueht und ron Seiten der Staateverwalteng dmeb besoa* 
dere eingericbtete AnstelteB unteretötsst werden, sind Kran« 
OV« Meile nordöellioh von Königisberg, jetitt ^tfirlioh mit 450 
bis 600 Badegäslen), Zoppot (IV4 ü^le von Danxtg mit 600 
bis 800 Badegisten, UDgerechnrt die in der Bndeneit täglieb nb*- 
rnid angebenden Bewohner der bennofabnrten Stadt); E&gen- 
walde nndColbergioiRegiemngiibenirk Cöslin, Swtneaünde 
nnd Beringsdorf, im Regierangsbezirk Stettin, jetet die bei- 
den besnchtesten Seeb&der dee Prenteinehen Staates, Deep an 
der Mündnng der Bega in denaelben Begierangsbesirk and 
Pnttbus auf der Insel Rfigen» *- Mineralquellen, die als 
Heilanstalt^ «am Trinken oder Baden benutzt weiden^ giebt es 
In den drei öe tl ick e n Provinnen keine neaaenswertbew*'*') Aueh 
die sieben Mineralquellen der Provinn Brnndenbnrg sind van 
geringer Bedentang fttr die davon absuleitendta atatistisehen 
Veibkltiiisse in Bezug Mif den Innern Verkebr: am bemerkbarsten 
nweben stob noch dieKieen-nnd Schwefelquellen zu Freien waide 
un Regiernngsfoezirk Petsdamw — Dagegen treten wn so wiehtt- 
ger die Sohlesisohen Bider und Brunnen herver^ die au den 
besuchtesten in Europa g^Mno^ and deren BlOtbe aach mit je- 
4em Jahre mehr sich entlbltel. Unter den 32 filinera] quellen der 
Provinz Schlesien sind 10 allgemein gesuchte Heilquellen. In 
den Jahren 1820 — 30 zählte man in den Schlesischep Badern 
3,400 bis 3,300 Gäste, in den Jahren 1831—40 3,600 bis 6^500 
Gäete, in den Jahren 1841 «-45 «^00 bis 7,800 Gäate (und zv/mt 
nach Abzug der Durchreisenden oder nur mai kurae Zeit sidi 
aufbaltenden Fremden), die fti den 4 Semmermonaten van Juni 



*) Z. B« jedes DorC an aer Küste Samlands^ eowobi anl ^erSfardr 
Seite, wie auf der Wegseite, hat seine B»degftfite IniJuUnad Augnst* 

**) Die Schwefelquelle zu Kents, 3 Meilen westlich von Straisund, 
die EUsenquelle «n Sagan auf der Insel Bügen und die salzigen Stakt- 
häder zu Polzin im Begbez. C^sUn sind z^war nUi ^Badeanstalten y<^ 
sehen, werden aber nur ^ehr wen^ bes|ii^t* 



Der PrtMtiteht Staat: 367 

bis September d^H-t Linderung ihrer Letden suchten. Den ersten 
Platz nebnea Warmbruna bei Hirschberg und SaJasbrunn 
bei Sohweidnitz ein; jener Ort In den letzten Jahren von 2150 
bis 3,800 G&sten, dieser von 1,000 bis 2,500 G&sten besucht. 
Niehst dem stehen das kalte Schwefblbad bei Land eck im Kreise 
Habelschwerdt mit 670 bis 800 Badegästen (in der N&ho noch 
die Schwefelquellen und der Säuerling xn Nieder-Langenau mit 
100 G&sten), die Sauerbrunnen an Reinera und zn Cudowa, 
beide im Kreise Glatz, jener mit 570 bis 650, dieser mit 300 bis 
400 Gisten, die Sauerbrunnen an Altwasser und Charlot* 
teabrunn, beide im Kreise Waidenburg In der N&he von Salz* 
brunn, jeaer mit 460 bis 600, dieser mit 100 bis 130 G&sten. 
Alte diese stark besuchten Mineralquellen befinden sich im Regie* 
rungstiealrk Breslau; in dem Regierungsbezirk Oppeln sind nur 
einige wenig bekannte, im Regierungsbesirk LiegnIta aber sind 
der Sauerbrunnen zu Flinsberg im Kreise L6wenberg und die 
Bisen- und Schwefelquelle mit dem Schlammbade zu Muskau 
(Herrmannsbad von Forst Pfiekler erst 1821 eingerichtet), jeder 
Ort gegenw&rtig mit 250 bis 300 Gasten im Jahre besucht» — 
Unter den 16 Mineralquellen und Bäder der Trovinz Sachsen 
sind die besuchteren die Soolbader zu Halle und zu Gross- 
Salze bei Schönebeck im Kreise Calbe und die Schwefelquellen 
zu Lauobet&itt im Kreide MerselHiig, %u l^angepi^al^a und zu 
Tennstadt (im Kr« J^geosal^); dP«h ßiebi in allen fünf die 
Zahl der Badegäste jahrlich nur für jeden Ort zwischen 120 und 300. 
— Unter den 14 Mitaeralquellen der Provinz Westpfaalen Ist 
nur der Stahlbrunnen zu Driburg im Regbez. Minden ein all- 
gemein bekannter und besuchter $ "f^) man zählt jahrlieh an diesem 
Orte h%ö bis 700 Gäste und versendet, fiberdies 76,000 bis 
100,000 KrQge von der Quelle. — Die Rheinprovinz besitzt 
gleich Schlesien auch in den Mineralquellen, deren sie 31 dar- 
bietet, einen umfassenden Nahrungszweig für mehrere bedeutende 
Ortschaften. Die warmen "i^*) und kalten Schwefelquellen zu 



*yNur von den Bewohnern der nähern Umgegend werden wohl 
auch gebraucht die Stahlbrunnen zu Vlotho und Bünde im Kr. Her- 
fM un4 m »M^riUl Im Kr, mxtßw (mgb#?5. 4llii^^)f M» ^^bez. 
Arasbefg ßtßU ii^ g^ei^kem YßtHUMl»» der ««l^rbrwineff v^ 9e|elM9; 
li^Kege« hsi; 4er. üiegb^z,. m^kM^er gar J^eipe beji^note WueraJv^^W^ 

♦") Die warmen Qaellen zeigen einen VfUfim^k^ ^v/Ji^f^ 2{) 
bis 51® Reaam. 



358 Der Preussisehe Staat« 

Aachen and Bort scheid gehören «eU zwei Jahrhunderten zu 
den berühmtesten Bäder Europas, die schon in den Jahren 1809 
J>is 1815 hier 2000 Badegäste jährlich vei sammelten , seit 1818 
aber diese Zahl noch bis anr das Doppelte (3200 bis 4000 Gäste) 
erhöhten, worunter darchschnittliehnnr 400 bis 500 Deutsche sioh 
befanden, dagegen 1400 bis 1500 Engländer, 500 Belgier, 350 
bis 500 Franzosen, 400 Holländer, 150 bis 200 Russen, 100 Ame- 
rikaner u. s. w. Nächstdem genie^sen Schon seit längerer Zeit 
die Sauerbrunnen**) in der Nähe von Bonn zu Godesbergv 
Roisdorf und Königstein, ferner die bei Daun und der Bircsbom 
bei Prüm im Regiernngsbez. Trier, sfo wie die zu Zissen, Mendis und 
Ehrenbreitenstein im Regbez. Coblenz einen bekannten Ruf, je- 
doch nur in beschränkter Anzahl der jährlichen Brunnengäste 
(zwischen 100 bis 200) aus der Umgegend. In neuester Zeit 
besonders seit 1830 sind die Soolbäder zu Kreuznach (im Re- 
gierungsbezirk Coblenz) in starke Aufbahme gekommen, und 
ziehen durch ihre kräftige Wirksamkeit jährlich mehr Gäste so- 
wohl aus den entferntesten Provinzen des Preussischen Staates, 
wie aus dem Auslande zu sich hin. 

§.5. 

AJUgemeiiie BeY&IkeruDgsverbältnisse. 
Die grösseren Städte. 

J. 0. Hoffmann's hieher gehörigen 8chrifleo* die §. I. 
näher angegeben sind, besonders das grössere Werk ober die 
amtlichen Aufnahmen ans dem Jahre 1837« — W. D^etericl, 
die statistischen Tabellen des Preussischen Staates nach der 
amtlichen Aufnahme des J. 1843, Berlin 1845. 4to. — 

Aeltere Angaben über die Bevölkerung d^s Preussischen 
Staates vor dem Wiener- Congresse sind, da sie für die jetzt 
bestehenden Territorial -Verhältnisse nur ein historisches inter-* 
resse gewahren, von mir in dem §. 2 bei der Geschichte der 
politischen Entwickelung des Länderbestandes geliefert. Die 



— } 



) In den Tbälern der Elfel und des litandsrückens sind wohl 
überdies nocb mehr als lOO Sauerbrnniren, die abef wenig beachtet 
und neistentlieilä gar nicht genutzt werden, vgl. Resterff, Beseh^g, 
d. Rheinprovinz, S. 120. 



i'j 



, , .1 



Dtt Prifa»si«ebe 45taai. 308 

Haiipt«rgt»bRiMe flte^ liU Piwiazan «Mi lUgieiMgstin^rk» üM 
aach fdr den gegenvmrtigea Liiaderlbestand , wie er in Feige 
des BeflrekinfsIcTieges dud des Wieoer-CoDgreeses aioh ^^estal^ 
tet und in einsegnen Vergrösserungeo sich erweitert hat, bereits 
oben im §. ^ bei der politisohea Sintheilang aas deäk J. ISI^^ 
IS21, 1831, 1837, 1840 und ld4S aa^enoBittien. fis sind hier 
vorsagsweise noeh die Verhatlirisse < Aber die Bew^egnng der 
Bevölkerung seit 1810, Aber die Verschiedenheit der Gesohlebh*^ 
(er, der stadtischen iiad landliohen« Be«dlicerteg^ die aumerififefee« 
Angaben der UngFadEÜoben, welebe, wie die' TaabstooMn^» rtnd 
Blindeh, durch ihre kOrperHehe Besclmfllenbeit auf eine beaoodei» 
Weise die Sorgfalt der R^iemog and ihrer Aogehörigea fa 
Ansprach nahmen, endlkh die grisseren 6t&dte za berteksiohti* 
gien, welche als Conoenttutlonspankte der Bey&lkerang einen b^** 
sonderen Einfluss noiT die NationaMndustrie und den inneren 
Verkehr Hassern. 

Die VolksKahloagen, welche zwar schon seit der Regie- 
rung des Karfdrsteo Friedrich Wüielnis des Grossen In einzel- 
nen Theiten des Staates- auf amtliobem Wege angestellt waren, 
wurden im Laufe des achtzehnten Jahrhunderts and selbst la 
den ersten funf^/ehn Jahren des gegenwartigen Weder vegti* 
ml^ssig, noch zu einer oad derselben SBeit für alle Provinz^ 
noch nach ganz, gleichen Prineipien und anter ^ictaässiger 
Conirolle veranstaltet. Erst seit dem. J. 1810 erfolgte die Volks^ 
zUhlong regelmäisslg am Ende des Jahres und «zwar bis l9ilZ 
jähriich, und seit dieser Zeit alle drei Jahre in regelnHIssIger 
Folge*). Die Civilbev^lkerang wird von der örtliübeu Polizei 
gezahlt, das in wirklicher DlensUeiataDg stehende MUitl^r voä 
den MilitS^rbeh&rden. I>ie Llstea der Civib^völkerung werden 
von den betreffenden Regierungsbehörden gesanutielt und den 
statistischen Böreau eingesandt, welches die Controlie ausübt, 
und nach vorangegangener Prfifung und- näherer Ermittelung 
vorgefundener Unklarheiten oder Unrichtigkeiten, die oft einen 
Zeitaufwand von 3 bis 4 Monaten erfordern, die Zusammenstel- 
lung der Civil- und Mitit&r * Bevölkerung des gbnzen Staates 
veranstaltet, lieber die Bewegung der Bevölkerung durch Ge- 



*) Es sind also die leizteÄ allseneiaenr Volkszaiiluai^ea gewe- 
sen 1892; 1825, 1828, 18M^ 1634, 1^37, 1840 «041843, und die nächste 
erfolgt erst am feinde dieses Jähret IS^ 



860 Der Pff««itiielit Su«t 

hmiem waA TtiiifMia trardes «bar »lUiHrHeh ^u i^m attti- 
stUKhe« Baremi vollstiadige Lidte» geoftameU und dareh spitere 
Beiiefaiigdageii eigftoiit, die |«doob oor selten ood io sehr ge- 
ringeiii Umfisge odlhig werden **)* Die Volksa&blangen in den 
ersten Jaluren nach der Wiederherfttellaog des Staates, also die 
von 1816 -- 19 IriUt Boftnane selbei für anv(dlstindige f"^}, da 
für dieses Geeeh&fl eben so üeboeg wie Zaveriässigkeit erst nac(i 
aiebrereo Versnoben mit dem eölbigen Grade der Sicberhmt so<o 
weU von den aneftbenden wie von den oentrollireodea Beamten 
erlangt werden« Aber von desi h 1890 ab wird dureh das Ki- 
■annTerhbhniss. dei* KJasseisteaer eine neue ControUe über die 
€ettftaigbeit der Uhloligen gewbhri» die mit jedem ^hre ze* 
nimmt nad uns also in den neuesten Zftbinngen mögliebst si- 
obere und der Wabdieit bis anf nnwesentUebe Irrtbümer ent-*' 
spreohende Ergebnisse darbietet. Dasn Icömmt nocb, dass mit 
dem Ende des Jahres 1840 Nominalz&hlnngen eingeführt war^ 
den, Welche, wie sieh von selbst versteht, noch mehr jeden Irr- 
tbmn dorch Doppelz&hlnng oder Uebergehong vermeiden Hessen. 
Wir wollen nnn diese allgemeinen Ergebnisse (ür den acht- 
«ndMwanaigjfthrigen Zeitraum von 1816 bis 1843 incl. ver- 
Mgen , und zur besseren Uebemiobt denselben in zwei Haupt« 
abeohnitte zerlegen, den ersten für sechszehn Jahre 18lt^ bis 
Hai inel., den zweiten für zwölf Jahre 1833 — 43 incl., da 
Mde hinlönglleh lang sind, nm durch Durchschnittsvergleichun* 
gen 7m keinen voreiligen and Unrichtigen Resultaten zu verleiten. 
Bs Händen sich aln Ende des Jahres 1816 im Preussischen 
Staate (mit Ausschluss des Fürstenthums Neuenbürg und Va-* 
iendis, von dem wir am Sehlaase dieses $. besonders sprechen 
werden) 10,349,031 B. von Die Vermehrung durch den Ueber* 
•ehnss der Geborenen über die Verstorbenen Ibnd in dem er* 
sten Zeitabschnitte auf Mlgende Weise statte 

Geborne. Gestorbne. Ueberschuss. 

287,101 160^51 

307,036 147,574 

313,983 149,869 

334,483 158,316 

*) J. O. Ho€faiaan4 SanuaKing kleiner «lehrifteD, a 9. 
**i Desselbfenlevdlkef'angd.PreHss. Staates nach den amtücbea 
Bev. von 1837, S. 20 — 23 und Steine dcMIten 8. 3 * 5. 



1816 


448,052 


1817 


454^609 


1818 


463,892 


1819 


492,799 



]>M Pr*lkMift«be StMit 



9M 



, 


AdMlMMa 


.ftitiffiMie, Itiliih^iii,' 


H80 


4«M0^ 


296^999 iar,4W 


1821 


504,161 


287^73 314,58» 


1832 


502,962 


3IA524 188,438 


1823 


498,686 


318,899 179,787 


1824 


505,338 


318,520 186,818 


1825 


523,853 


327,354 196^299 


182« 


. 525|623 


^55,132 170,491 


1827 


490,675 


365,585 125,090. 


1828 


499^507 


372,890 126,627 


1829 


495^83 


388,253 107,228 


1830 


497,241 


390,702 10a,539 


1831 


490,562 


462,665*) 27,897 



Zasammen 7,877,601 5,441,600 2,436,001 

Die9 giebt dorohAcliDittlifib für diese Periode auf ein Jahr 
492,3^0 eehoroe and 349,IOOGMti»ffbne, mithiA eiaen UeberiidiQas 
voa 152,230 Seelen. Recbaet maa den gesammten Ueberschaiis 
der Gebornen über die Gesjtorbeneo Jn diesem aecliaaebiuiyifigeii 
Zeitahsobnitt ea der am Efidf» des J^ 1816 dn^f^h Z&Wxki^g vor* 
gefani|eaen BevUkenyog, so erb«U^. wir 12*785,932 ^ew^lrnff 
des Preussiacbeo Staates» Aber die am K^de des J. 1831 sdt 
gestellte amUicbe Z&hlaag gew&brte 13,038^69 Biaw.: es bleibt 
mithin noch ein llebersehnss vop 253,928 K., der Uieilti dnrcb 
Einwanderong, theils dnreb Vervoüständigiuig i^i frühefen ^^ihr 
Im^en entstanden isf, indem die. in denZS^Iongslist^nübergafveneo 
Uewohner a(»&ter naohgetragep , sind* PaJ^us erhalten, wir im 
Pprchsohnitte dieser Peri94e ein^n j Uhr liefen. Zuwachs ysf 
15^^70 K. auf Einwanderang, oder richtiger ge^gt^ wX imf 
Ueberschoss der Einwandrer über die Auswandrer, welche docb 
aach jährlich der Preussische Staat den verschiedenartigen Ge- 
schäften des bürgerlichen Lebens abzugeben hat, wobei jedoch 
immer noch eine Beimischung von früher nicht gewählten Inlän- 
dern voriömmt, die indess mit jedem Jahre durch die Verbesse- 
rung in der Zählung geringer wird. 



*) Das Cboiera - Jahr für die örtlichen und mittleren Provhizeii 
des Preass. Staates« 



dM Der Pr«tt«»ift€th«'9t»«4« 

Naeh i^ mkAmg a« finde iM JUires 1831 beranOen'«') 
sich unter den IS,O38,90O R. nack den Alter und Geschlechte 
folgende nnmerisohe Verb&ltnJMe: 

1. Kinder, die das I4te Lebensjahr noch nicht 
vollendet hatten 4,767,732 

a) Knaben ^,300,408 

b) Midchcn .... ^,377,234 

2. Personen vom Anfange des Amfasehnten bis 

%am Knde des seehszigsten Lebensjahres 7,483,253 

a) Jfiriglinge a. Atänner 3,717,378 

b) Jungfrauen n. Frauen 3,765,875 

3. Personen Ober das sechsTigste Lebensjahr . 787,975 

a) Mtinner 384,904 

b) Frauen . . •. . . 402,981 

Summe wie eben 13,038,969 '< 
Ueberhaupt waren davon ra&hnliehen Geschlechts 6,492^670^ • 

und weibliehen ^, 6,546,090 

und hl der Ehe lebten 2,208,953 MSnner und 2,211,729 Frauen *% 
Indem die M&nner von 2,770 Frauen auf längere Zdt abwesend 
waren, mithin in dieser Volkszähldng nicht mftbegritfen weiden 
konnten ^**). — Während also das weibfiehe Geschlecht über- 
haupt 53,220 Köpfe mehr als das männtiche z]lhlte,eder um 0,**^ Proc. 
starker vtur, stand es in den er^rteii 14 Lebedijihi'en noch um 
13,264 K. zurftck, war mithin um Oy^^-Proc. seh Welcher: dage<- 
gen Überragte es das mUnnliche Geschlecht in- üer^'m^tl^en Le- 
benszeit zwischen dem I5ten und OOsten liebens)iibfe um 48,497 
K., d. h. um 1,^ Proo. und in dem hohen Alter nach dem vol- 
fendeten seehszigsten Lebensjahre um 17,987 K., d. i. um voHe 
4,^Proc. 



■v* *— »^— **-.*^" 



.1 



*) Haffmaqn Ueberslcht iv 9. w. nach den amtUchea Aufnah- 
men aus d. J. 1831 S. 3 — 4 * 

**) Unter 23 Frauenzimmern, die das sechszehnte Jahr zurück- 
gelegt hatten, waren 13 verheirathet und 10 im ledigen Stande. 

**") Die wirklich bestehenden Ehen werden nur bei jeder allge- 
meioyen Zählung der Einwohner aufgenommen und zwi|r dergestalt, 
dass die Zahl der Männer und der Frauen, welche zur Zel^ der 
Zählung in der Ehe leben, besonders verzeichnet wird. 



In d««i8^llmr gechggehttjil ifigo n J W U » <th a itt a ergaben 8ioh 
folgende VerhÜtnisse fQr die •#« geachlosseaeli Ehen ^) in 
Vergleiche xQ den bereits vorhandeoen: 

Vorhandene Bhen. Neu getraute Paare. 

181$ 1,828,813 117,448 

18f7 112,365 

1818 1 11,484 

1810 1,069,775 ' 111,084 

1820 106,62& 

)82l 106,000 



^> Jlcdlnann aiacbte zuerst In Rast's aied. Zig. Joikrg» Mi^; «t. 
^ und 97 In B9zitg ^y^ die FruchtJtorktlt der £heft auf elae Vnt^m^ 
s^hekdvmg der neu gepchlossenea Ehen na^^h ,;re^^imj^mg^ß 
{yio der Maan das 45te, die Frau das SOste Lebensjahr noch.jil^lit 
zurückgelegt haben), verspäteten (In Avelchen der Mann zwischen 
45 und 60 J. oder auch noch unter 45 J. Ist, die Frau aber zwischen 
30 und 45 Jahr, steht) und zu gegenseitiger tfnterstützun|i: 
abgeschlossenen (in welchen die Frau bereits das 45. Jalir über- 
sehrittett hat, der Mann ftlter oder jünger ist). Hoffniann fand, dass 
biiter 10^000 neu geschlosefeaen Eben vorkamen. 
' ■ : jI re^rseitfge. verSpitete. z« gegseHg. U»Cers«. 

1819 7983 2937 400 

1828 7560 . 3008 423 

1825 7637 1050 4u4 ■ ', 

1828 7403 .2061 441 . 

I8.a 7188 2304 508, 

1834 7374, 2205 421 

Dleterlcl a. a. O. S. 66. setzt diese vergleichenden Berechnungen fort 

und weist nach, dass 

rechtzeitige, verspätete, z. gegseitg. Unterst. 

1837 7440 2151 S07 

1840 7645 IO96 360 

1843; 776i6 lOll 333 

unter 10,000 neugeschlossenen Ehen dieser Jahre vorgefunden wur- 
den. Es tritt aus diesen Ueberslchten mindestens klar hervoiv dass 
eben so die Zahl der rechtzeitigen Ehen vorthelihaft zugenommen^ als 
die <|er zur geg^seitlgen Unterstützung abgeschlossenen entschieden 
sich vermindert hat, und dass auch die Zahl der- verspäteten Ehes 
mekr im Abnehmen begrlifen Ist, jedoch in elne/n geringeren Grade, 
als die«, bei, 4ei; leisten (;:|as8e wah|}eunehi9€^jia(« . < 



SM IHr PrettMUcfce Staat« 

' ^fiMnadono Mmv« Nmi g6ltAal0 FMir0. 

1823 101,147 

1^24 107,472 

1825 2,107,592 112,171 

1826 111,909 

1827 100^270 

1828 2,222««49 104)781 

1829 108,927 
1820 110,534 
1831 3,211,729 98,673'*') 

zusammen 1,736,887 undimj&hr 

liokea DorcbschDlit« 108,559 ttetie Btiea, lir dwMii Zeitab- 
MhMUt mitbHi wiverfc#finbtr elBe Abnahme ia den nea ekige- 
faageo«n fiben, In BeMg auf die j&brlfeh steigende tiev5Htening:, 
da naeb der ßevötkerang des Jabres 1816 auf 88 Binwobner 
eine nene Ebe kömmt, aber nacb der Bev5lkeroD|^ d. J. 1819 
erst auf 99 E. and 1822 auf 109 E., IS25 gleichfalls anf 109 K., 
1828 aar 121 E. und 183! gar i|uf 132 E« ^rs^ eine neu ge- 
schlossene Ebe ^u athhlen ist '^'*'j. Wenn imul auch auf die Jt 
unmittelbar nacb dem Bffreiuogakrieg^ (1816 «^ 17)» in deaeu 
ans natOrliohen Grtoden bei itor eadlMi ftieffpaatellten Friedens^ 
ruhe auffallend mehr neue Haasbaltungen. gegründet wurden, 
keine Röcksicht genommen wird, und eben so wenig auf das 
Cbolerajahr 1831 aus entgegen gesetzten Gründen' f&r die zu 
geringe Anzahl neuer Eben, so muss doch eine aHmibliche Ab* 
nahne bis fast auf 25 Proc^ in den neu geschlossenen Eben fOr 
die Jahre 1818 bis 1830 iocL anerkannt werden« 

Betrachten wir in demselben Zeiträume da« Verhältnisa der 
unehelich Geborenen zu den ebeliob Geb», so ergeben sich 
dafOur folgende n««eriscbe Data **% d\0 keinesw^ges eine cnt- 



*) Die damals in mehreren Provinsen herrschende Cbotera sehreckte 
viele Fersönen von der KchltessiiDg einer 'Ehe isuHIck. 

*^ Die hlezn gehörigen Zahlen In Betreff der allgetnelnea VoIIls- 
zfhiangen sind für 1816=:10,349,()31 $., fOr 1919= 10,<)81^4 8., mr 
18*2 = 11,064,133 8., für 18» = l2,%6,t25S., für 1888 = 12,7«6,1I0 
«. und für 1831 = 13,038,960 S. 

«^*) Vgl. Hoffmann, das Terhttttnlss der Ehen zur Bevölkemng 
des Preuss. Staates tn Rust's Med. Ztg. Jun. 1899 nr.f9n.2T. 



Jftar PfNiliMiriftlnii ttMül 



M0 



Mi D^i^eiMblMNMett BUmi «mrriiM;, B«id«ai« Wi «law ftutt 
Üestf^lMÜl^iieQ BdMMrra«9MMUB4* in 4^ staiotateki iBalii, gt^Mi 
iict.TM EMBhtr IM«MeMU«i» aUgMBeiiid B^vUntteg, «w 
«war vgrliilttt iwijMi g 9kti m «roaae, «b^r. *ai6hsditiitl]ieli 
imk 6«ticfeMkne AtaalMra 4ieflM MmsvMäMmmm Hr lÜMi 
gesammteii Staal Mcim^d, aiillMr «Iso Ininea'AQiiail geban^ in 
ihren VerhäJtouwairidf n «ioa j^lgpqi^ifia morali«ehe^ Verschlechte- 
rung zu sacheo*). 

Ehelich Geb. 



1816 
I8U 
1818 
1810 
1820 
1811 
1S22 

nn 

1824 

18t& 

ItSO 

Ji97 

181t 
182» 

1»» 
1831 



414,664 

420,980 

432,710 

4^,674 

490,523 

iw8,5M 

4i0,e7« 

4dM6l 

486,720 

4m;iio 

497,178 
4§7,24i 
463^516 
4»3,lttl 
456,456 



Uaehelieh^b. 
33,388 
33,620 
31,142 
34,125 
' 33,875 ■ 
35,570 
38,288 
35,325 ' 
UyiM 
36,933 
38i^ia 
5M01 
32,250 

ißßm 

35,106 



jcuMunnien 7,329,290 548,311 

Daraas erhalten wir in jl^hxHchen Dnrchschnitte 458,080 ehe« 
Ueh Gebome «n4 34,269 nnebelich Geh«, d. h. auf 13,^* ehelich 
Geb. fällt ein unehelich Geb., oder mit einen nur sehr gerin- 
gen .Feiler^ nntet 43 .nen Gebernen win»» 40 ehdidie und 3 
luMiel Kinder I 4der »pf aopo ehel Gek Jcmnen 75 nneheL G#)k 
Ni^men v^ir ab^rdid) di^i f fstep M»re 4ie^er f eriedi^för4N<ab^be^ 
sondai») 89 kdpMwt m j^liidie» PacohaejNtte IbfeL t,tf8»3MeM» 
Gflkwid 98^59 iiii^tHd.Geb4Aei^#0r4a/'4^M*e9b^ ein^iHi^hffli^ 



*) Vgl. Hoffmann's Abhandlun|p Über das VerhAUniss ^er un- 
ebef. Geborteu z. d. tbelich^n In d. 7reii68. St«»ts2eltg. J. 1B37 nr. 



«taFi .«^}a^^.4n iMi-drai^UliilM Mmtmi üflür P«tMt (tifn 
l^%»8a>eML teb. «nd J«M03 «eM. Gell ) «rst auf 13,^«clnl. 
iBebi. ern OAilMUolier) bI«o «in» Akmitae roo Ittst 8 Pi^ceent in 
ikn YerhMliiisM^ der mieheliafacoi Getarten' ssn den ebeKcbea 
dKwisohbn dieMii JähressImiuiittiRi. Die VergMchatig dar m der 
BUe i^bonmi Kkider arit den HbenMM ▼oduNideiieii nen ia«li 
den so ebeft 0ilierer<m UebenridMen, givwilirt fdr 

'1810 1 neageb. lOna utif 4,^Blien. 

-■*-•- 4,** - 

- - 4''*''- 
- - - 4,«' - 



1819 


I 


1B22 


1 


1825 


1 


1828 


1 


1831 


1 



t ' M ■ * » 



darebsdioilllioh I neogi>li» Kind »af 4/^ filmen: 

mithin seit 1820. bis 1831 eine entschiedese Abnahme in der 
Frnchtbarkeit de» Ehen, dieffic diesen Zekraum im J. 1831 
bis auf lOProe. die VermindeniDg andeutet, was auch schon 
der blosse BinbNck auf die Liste deir ehelich CSebomen, nament- 
lich seit 1827, im Tergleich an der jkhrliob fortschreitenden 
Zunahme der Ebtm und der 'BtviNkerung tterhaupt erweist. 
Dasselbe Resultat ergiebt sich nieliC minder, wienn wir die Zahl 
stomtlicher Geburfea (ehel. und unehel.) mit den allgemeinen 
Bevölkerungszahlen in diesen Jahren vergleichen: d^nn wir er- 
halten eine Gebart für 1816 buf 23,^' lebende Menschen 



* 


1819 


- 22,'» 


- 


1822 


. 23/? 


- 


1825 


- 23/* 




1828 


- 25/^ 


- 


1831 


- 26,»* 



.^.^d- 



md durehseknildiob auf 28,^ d. h. aitf 2399 Biowel»- 

ner kommen im j&hrliehen Durchschnitte ffir den Staat 100 Keu-^ 
g^beme. W&hrend man aber im dem J.' 1816^ auf 230&BlnW. 
und im J. 1819 bereits auf 2229 Binw. iefne j&hriiche Vermehrung 
dfardi Tro{mgatfon um 100' Rinder rechnen konnte, 'fbhd dieseftie 
Vermehrung um 100 Kinder in dem Jahre 1828 erst bei 2547 E. 
und im J. 1831 bei 2658 E. statt. — Allerdings gewährte ei- 
nige' Ausgleichung für das Fortschreiten der Bevölkerung, dass 
gleichzeitig auch bei den Todesfällen hier eine günstige Ab^ 



1830 hkI. «ich «idiilellto, wmn mmti das iM||McUiaha Choler»^ 
>kr «OBMr BMtea^ tt«at> «lann wir fladMW dtp Bvrefdkimie 
dieaeF-VertaUftisBe «laaa Tade^fltH. fOr. ' 

181» - 3»/* - 

1882 - »7.« ^- 

1825 .- it," - 

IB28 - 34," - 

ahec in Cfaolenü<»>r 1831 - 28,'" - 

Geilt 
Jtihre IS: 
die »llgei 
nile und 



I 

1840 A87,2T5 418,634 168,651 

r64i 5!)l,50ü 415,256 176,249 

I8J2 623,703 435,185 188,518 

18J3 604,472 444,573 150,899 

zaMmmen 6,760,148 4,990,896 1,775,253 

Aus dieser Üebersichl erlangen wir durchsclmittlioli für 
diese Periode auf ein Jahr 563,816 Geborae nnd 415,908 Ver- 



*l Das J. 1610 Btekt nllerdlacs fast so günstig wie die J. 1890 
bis 1835, da 100 Todesfälle dnrchachnlltUch nur auf 3004 Lebende 
kommen. 

") In dlegem Jabre kebrte die Cholera - nm aweiten Male nack 
dein Prensslachen SCasie surttek, «eranlasite aber nnr In daa Mittleren 
Proflnzea eMe aosserfewOVaUeh staAe ZaBahaie an To*wfiaen. 



36S D»r Pr«tt««fl««fceVtft«f; 

mrhms», mUMii «laeB )ürlMMi IMwmMm vm I«7,M8 
Ml, ngi IBM inten den gMamwlMi Udberüdiiiis d«r CMorMMn 
«M* 4\% V«nil#rbMie» i» diMen «w a Nj a iM if c« S^tiA»aehaitte <« 
der ftm Sehlnsse des Jahne liSl dimh AMang "wiiicikrii eml^ 
teilen BevöüeenMg, so «itelte» wir «U Aeeammter^ebnis« die 
Summe von 14,814,213 Dewofaner, und Mit Hinssvfigmig des dureh 
Kauf im Jalire 1834 erworl>eiien- Fflf il c n tlHima Licfatenberg 
(ob. S. 134) mit 35,256 Bewolmer, doob nur 14,849,469 Bewoh- 
ner- Aber die am Schlosse des Jahres 1843 ausgefOhrte voll'' 
st&ndige Volkszihlong wies die Summe von f5i4f 1,765 Binwob- 
ner nach: mithin ergiebt sich noch ein Ueberschoss von 622,296 K^ 
oder im j&hrlichen Durchschnitte für diese 12 Jahre von 
51,94 i K. auf jedes Jahr, der durch Einwanderung vorzugsweise 
entstanden ist; da auf die Vervollständigung in den YolkszUh- 
lungen wie ob. S. 360 — 61 auseinander gesetzt ist, für diese J. schon 
weniger gerechnet werden darf. Halten wir diesen jlihrlichen 
Ueberschuss gegen den oben S. 361 für die Jahre 1816 — 31 vor- 
gefundenen, so ist er im j&hrlichen Durchschnitte um 36,071 K. 
anf das Jahr grösser. Diese Zunahme der Bevöllcerung, die im 
Allgemeinen gewiss als ein erft*enliches Ergebniss betrachtet 
werden darf, steht in der innigsten Verbindung mit der vermehr- 
ten Industrie in der physischen wie technischen Cnltnr und des 
gesammten ianeren Verkehrs der einzelnen Provinzen, nament- 
lich aber auch mit den vielfachen grossartigen Bau Unternehmun- 
gen in Kunststrassen und Eisenbahnen. 

Nach den Zählungen am Schlüsse der beiden sechsjährigen 
Abtheilungen dieses Zeitabschnittes im December 1837 und im 
Decbr. 1843 fanden sich folgende numerische Verhältnisse nach 
Alter und Geschlecht: 

1837 1843 

«AiannlitbevöJfeeninff ... 14,098,195 K* K,47i,765 K. 
Kinder diedHi 14. Lebensjahr 
noch nicht vollendet hatten . 4,914,033 — 5,339,390 — 

a. Knaben 2,477,288 — 2,698,559 — 

b, Mädchen .... 2,436,745 — 2,640^831 — 
% Personen vom Anfange des 

15. bis zum Ende des 60. 

LebfiMdiOires 8^344^59 -- 9,385,404 — 

Si mäMiioheo Gsywo bto ehtB 4,15^47A *- 4^93^2 -** 

%^w)ii«(Hchen GeseUachia 4yl9M83 ^ 4,6M|3$ar- . 



»i IFiiiiiii »«üita «Me ' .- r . ■ ■■ 

«.«hMiJFiiMfiMtMaoUtr' ..-40*,«» — n»,*».*- 

I b. tvbiyAAM «weWMbU' ^ao^4,~^ ■ M7tft44 '-^ 
altf fiteHiMipl' l^ersi aiMnlb- , ■ <'., 

chen'OeMUMhta- . . . 7/00^0» — 7,r«l,0»| ■»• - 

P«. weiUliikM aaEMMhtfl 7,W8,I»2 ~ ;,7-M,rtf w 



*) Unter 104,600 ElnwohncrB watw- dCBaacli Im Jakre 1837 
17573 KniJ)«ii nid ^7,3S1 Httdohea unter U Jfhren,. 39,454 JUng- 
llDge und Httnner und 3D,T33 Jungfrauen und Frauen zwischen den 
15. und 60. Lebenajahre, «nd 300-1 Hfinner und 3051 Frauen Über das 
6a Lebepajakr. Bnjakte 1843 waren uBI«r lljO,0W Elnwebner durch- 
Gchnlttllcb 17,443 Knaben und 17,060 Hidchen unter UJata-en, 3P,49a 
JOngllnge vsd HMiner und 29,876 Jungfrauen und Frauen zwlacben 
dem 15. and 60. I^ebensjakre, endllcli 9909 JUnoer und 3151 Frauen, 
die bereite daa 0(). Lebengjahr erreicht hatten. Ohne Vnlerechled 
dea Geachlecbta waren Im Jahre 1837 unter 100,IM0 Peraoneu 34,^(6 
Kinder unter M Jahren, S0,18S Personen swlachen dem 15. und 60. 
Lebensjahre und 5Sö9 Aber sechs zt^Hbrlge Personen, dagegen Im 
Jahre 1843 34,613 Kinder unter 14 Jahren, S9,368 Personen zwischen 
dem 15. und ^. Lebensjahre und 0130 Personen, die ecbon über das 
60. Lebensjahr - bfn au sgeach ritten wM-en. Also steht ofenbar das 
Jahr 1843 giuistiger gegen das frühere fflr eInehöberaXiebeDsdauer, 
Indem das VerhAltnlsB fUr die Personen Ewlsehen dam IS. und 60. 
Lebensjahr« «uf gleiche Weise, y/te fUr die In noch .IHtberem Alter 
stehenden um fast '/i« pCt. sich günstiger gestellt bat, was minde- 
stens einen vorthellhaflen Schluss für die besser entfalteten Verbäll- 
nltae dea Innern Verkehrs 'otid eine aueg;eitelmtere Terbreltottg Unt- 
Rehet'liaire mmAen'liWfit, oU«'ger»deM «asMAilMattM 'ii«««ta TM- 
thell daraue ableiten bu wollen. 

achnberfi Slatiitik VI. 24 



0,** pCl. »bgenomiMii. Ab« in öMt «rttet ■ 
atand da» vrtlWirfio gegn «■ ntonllohe IMf BOdi aa. MjStfAK. 
und I84S ma BT,728 K. znrth*, w«r»l»l«TBBl,**pOti nd 1843 
nn S," pCI. Bchw&cfaer ab dki mknaHdi«; fegra daa J»far 183t 
gebalten steht es bezieh ungawoiie nMhont; l.VpCt and l,**(*fc 
schvriclier. Dagegen «MHBgt das weiblich* «MdUec^t in der 
nilttleieB Leheüezoit »wiacben dem \»Mi BBi «Olrti Lebwi^^e 
das mSnnriche im Jahre I8S7 tun ^9,107 K. ind im Jahr» 1843 
«m 59,300 K.} d.h. 1837 omO," pCl. nnd 1843 um l,"pCf. Djw 

einem noch bOheren Grade zn fürdaa hfi- 

Dckgelegten sechszigslen Lebensjahre, 

bt im Jabre 183! 

das männliche, a 

br. Diese Verb 
sich uDweseDtlicbfir für die mittlere Lebei 
höhere Lebensalter von den gleicharligea 
Jahr 1843 bietet eine beziehungsweise D 
1,*" pCt and im Jahre 1837 finden wir ei 
and 0," pCt. 

In demselben zw&IIJUhrigen ZeitnbBchnilte erüallen wir nach- 
stehende Angaben Aber sSmmtliche vorhandene Ehen and 
Aber die jährlich neu geschlossenen Ehen. 





Vorhandene Eben- 


Nea galraate Paa« 


1832 




»27,217 


1833 




|5K>,540 


1834 


2,278,780 


129,818 


1835 




123,953 


I83S 




123,391 


1837 


2,362,445 


128,022 


1838 




123,644 


1839 




128,676 


IS40 


2,474,177 


132,281 


1841 




136,188 


. 1842 




140,744 


1849 


4,570,33« 


«0,754 



zoBiunmen ., 1,567,228 

Dies gewährt im jährlichen Dtinihschnilte dieser Periode 130,602 
aev gesühlsasene Kheq auf das Jsbr. Im VerMtlM>is«e rm dw 



I>»r Pi>Kit*ri«eb«' Sttftit. 



');SiU« «irffir dl« vier J«lm iiK^ViHfcst 
ni^MMf PwMei mrUU Mir ir/*Wi«b^ i833 m( 



' ' ") "WeHn wir die vorhandenei) Eben In den allgemellieB- äMI^ 
tlachdii Taljelleft naci *eii elBBtliieii Provlii»«n ftnanc» bw- 
traAMn, so Mden wir, daa« TeTbaitnlMmlwig üb ^tieatgtttn In.dM 
tMideW wenHileB «ad. Itt <Mr JUitk Atkndcnbiui: wegen. H»lln vwf- 



ilao die ProvliW^n, die vor«nK*#elBe Mit «e Er«MigiAM de» ffep' 
<t»bhe»CWt»t> slekfeeanlMgen« dt^aMKM, mtith* veihiUnlHmiaüK 
dtelNlBUnBbenavMäfl«!!, Walljm dnaelban wck bot deniaelBte^ 

od oft durclt- 
Iwlttbecbaft- 
D lu den Fa- 
B. w. Naci 
' S. 32.) ran- 
ao verthetlt; 



Prensaen n. 


Brandenb. 


Weatpbalen, 


Im ganaeo 


Poaen. 


8cbl. Pomm. 
Sacbaen. 


RhelnprOT. 


Staate. 


lSS,4fl6 E. 


198,767 E. 


1^4JS E. 


178,1» E. 


162^- 


ISI,W0 — 


Wl,»5.— 


: 170,849 -.1 


117,606 - 


180,117 - 




174,003 — 


103,640 — 


175,006 — 


199,039 — 


169,633 - 


m,m - 


175,077 — 


160,264 — 


169,090 — 


164,206 — 


179,324 - 


I6l,97i — 


167,572 - 



— 1628 

— 1838 

— 1831 

— Ih34 

— 1837 

Dleterlcl, etatist. TabeJI. n. d. Aufn. d. J. 1843, S. 33, glebt die Nach- 
rlcbten zur BesCStlgung dleaea Besultatea fOr die elneelnen Provln- 
Jien aua dem J. 1843. Für den ganzen Staat kommen auf 1,OÜO,0«0 
Elnw. 166,134 atebende Ehen, aber ant dieselbe Zabl Menachen kom- 
men m den Provinzen ' ' '_ 

Sofalealen 17d,759 Eben. ^ 
Sachsen 17"ü,e2i ; — "" 
Posen 1,^,663 -^ 

24- 



37S «Der Pfeii«9i«o)»«t-S^«llt. 

IBJ^ timy M 1640 flQf 18,^ mä fttr Mia wdlB^Wkmf^^ 
»'«He Ehe; utfi im Vefgl^W fim der c^mu^b^m BerHoMMMg 
in diesen Jahren fOr 1834 auf 104 Einwohner, für 18S7 auf HO 
Binw.^ fllr 1840 anf 113 Binw. und 1843 anf 109 Binw. eine 
neue Bhe. Stellen wir. dieae letzten Ergebnisse gegen ^ sechs 
Velkse&bJnngiuabre in der Periode von 1816«— 31,(80 erkemea 
fHr, dass die Ansaht der jUtfüeh nea gesehlosseneii Ehen «eU 
1832 sieh wieder gemehrt hlft$ d«B TeiMttaiss d«ieJhen amr 
gesammteü Biawohnersahl war aüerdings 1816 «ntnittelbar naelir 
dem Kriege noch st&rker, aher 1833 ilnd 1699 'stand es gan^ 
gleich mit 1843 ; indess 1838 nnd 1831 erscheint es mn resi);10,' Mir 
36/ pCt. geringer als 1SZ4^ nnd um resp. 10 bis M pPil g^oger, 
als die Dorchschnittszahl, welche ans den sich stark annlhem* 
den Verhiatiiisasahlen für die Jahre 1837. 1840 und 1843 er- 
gieht, *n&qriich eine neu gesel^lossene Ehe auf 110,^ Ein- 
weimeff im Jahre: es atebt mitbia das yerb|U^isa..4^rJBeg;rü9r> 
diMg neuer Eben snr .Gc»amiatbev6UttRmg gefjpenwftrtig J^si 
inmerlseh ^ch arit dem Ar die Jahre 1833^ 3ft nod^gOiiatigec 
als In den Jahren 183^ ^ 33. Democh h&l« die CtoanHutteUdee 
vorhandenen Eben nicht gleichen Schritt mft'derVeranebmiig dei 
allgemeinen Bevölkerung, wie dies aus der in der Anmerkung 
angeführten Jteibenfolge der unter 1,000,000 Bewohner imPreus» 
sischen Staate vorgefundenen Ehen fOr die Jabre 1833 — 43 her^ 
vojcgeht. 

Das Verbältoiss der un che lieh Geborenen zu den ehelich 
Geborenen in den J. 1832 — 43 gew&brt im Allgemeinen nicht 
sehr wesentlich vera^edene Resultate . v^q dem oben erliuter- 
ten Zeitabschnitte 1810 — 31, doc^ bekundet es wieder unver- 
kennbar eine etwas st&ikere Zunahme der.vnebelichea Kinder im 
Veigleiche zu den ehelichen. . 

BheHch Geb. UncheT. Geb. 
^ 1833 449,715 ' 33,358 

1833 400,023 37,56 r 



Pommern 166,453 Ehen 
Preussen 165,93ß — 
Brandenb. 164,627 -^ 
WestphaL 161,159 — 
Rhelnprov. 157,363 — 



tfäfPfBUWni^^ii^ 6t««i. 919 



t^w- 


klMta^ - 


4tl,VM ' 


18» 


AMßlQ^ 


S7,M 


1836 


512»40b 


M,IM : 


18»7 


I^IMM 


* »Mtl 


19)6 


5i6)63d 


<a,774 


18W 


{IW,055 


39)919 


184iO 


M»,B^ 


40,94^ 


1841 


940>76 


48,tW 


1941^ 


owja^ 


4$,M6 ^ 


194» 


900,454 


44^916 



t > 



>> 



suMinnieB 6,^7,573 478,575 

Der jährliche Dartliöchiihf betr&gt~M),9^4eh6]leh und 39,881 
bnefaelieh Geboren^:^^. tr. unf* IJ^^ efiel., kamtdt 1 aoehef 
lieh Ceb., bder'itott eiiieiii lErehr g^lt^ih Vebl^n*, iiBter'99 neA 
*G^ebo^letl faddto sich 99 ehdidh^ und 7 tDebellctm Kinder, oder 
auf 1000 eheliebe Obb. kamiben 76 ufi^eNd^ O^tf.' Vü hat Aft- 
bin eine gering' ^nahine 'dei* anebelieben' KiAder im VerbUt- 
niss za den ehelichen in diesen zvrW Jahren Oberhaupt gegen 
die vorangegangenen 16 Jahre Btatt^fonden tmd zwar um 1,^' 
Proc. wie dies das Verh&Itniss von' '75r76 mrehelich Geb. aaf 
ipOO ebel. G^b. in den beiden' ^riäiHl^rteiiZeUM^i9o(HuM^ ains^ 
drOpkt iQ einem höheren G;rade ^ei^ «|oh 4if» Z^mahme der 
i^nehel Geb* in d^n drfo. l^t^ten Jabrw de^ ew#Heii Periode 
41941—43 b^ t,6^7«;907 eheL Q^h, und m,713 iw«hel. Gebt)» 
indem hi^r «ehei^ anf . ü^^^ obeU Geb* «in HOfhfl- Geh* gf^fw^m 
wird; aUv^ gegen di» dr^ilfUt^n, Jahre, der epsteo Periode (][^ 
oben SL i|6^>> ;W0 di^s VerbUtoia« auf l^^'^l ehel».€fel)« i^st einoi^ 
oiißbet Geb. gew&brt} eine 9(eigetniM»g ^i^a Verbf^ltn^ea wt 
etwas mebi: al« 7 Free. 

Wfts die.FfiAcbtlK^rkeit d#r Rhen anlangt, so, epsebe^' wir 
ß^,4»f Vergieicbiipg def io 4«p ^heüebea VerhiMtnißfe .gebore 

Jahren, dass für 

1834 anf 4/' Bhen 
1837 — 4,*« — 

' , / ■ 1843 - 'V*^'"- ' ■ , 

' ' >' dih^ll(idaimiöh^dlf' 4,^*4»^ jäl^^ 
Kind trtfl) «nd zwar fast gdnrhMbf^ft^iMbenW^ 



*9U J|J^f^^MlMMllAl^«$UJ|^ 

nitse, wie (Or die eut9 Periode, w« ««f ^'' vorli««taae Bheii j&hrtich 
ein neu gebornes Kiiid sich ergab. . 'JB«8 ist also ffir die letzte Periode 
eine Vermebrang d^ Fmchtbaikeit der Ehen» aber nur um 0,'^ 
pCt. nach dem j&hdMben Dorcl^cbnitte zo bewerben, jedoch ein 
viel geringeres Schwnnken in dieaev Verhältnisae während die- 
ser ganzen Periode^ als in der vorag^egangoieii, da die Diffe- 
renz für die Verhältnis^zahl der. Kheo zwisebeq den einzelnen 
Jahren und dem Diirehtebnittsverliftl(«i9se in der zweiten Periode 
nur zwischen 0,^^ and 0," mebr : oder minder sehwankt; in der 
ersten aber zwisohßn 0,^^ und: O^^* .mehr odfr : minder als das 
Dorchschnittsverh&Uniss. 

• ^ 

^ehejn wir endlieh jZU dejr Verg}eiebang der OeaammtzaU 
der Gebart^en <ehek und nnebeU) Qnd Todesf&lle mit der 
Beyölkerang übef, fftr diejenigen Jahre, in welchen während diC|- 
ser zweileo Periode die jamtHehen Vollpszäbla^geB stattgeftm^ 
dfn babepy so ejrhallen wir eine Qebort /ör: , 

1834 auf 24«^^ lebende Mensobe^ 



1837 „ ?5," ^ „ 

1840 ^ 2^r .1 



fi 



1843 „ 25," „ ^ . , 

und dnrchschnfttlich aof 25/' bebende Menschen: d. i. auf 2513 
Einwohnerh kamen im jährlichen Darchschnitte fut den gan- 
zeä Staat 100 Neng^eborne. Dies VerfaliUniss bezeugt eine ver- 
stärkte jährfithe Vermebmng der -Bevt^lkerang darch Propä^atiön 
f&r den ganzen Staat, im Vergleich zu 'den Jahren 1828 — 31, 
aber nichf 8ö stark wie In' den Jahren 181*6-^25, nnd iselbidt 
toocfa um fbst' 4'p€t. schwächer, als das allgem'eihe Dnrchscfinltts-^ 
r^hältniss für die Jahre 1816 — 3t fisstgestellt bat: sfehe oben 
S. 366 — 67. Innerhalb dieses zweitenZeitabschnittes von 1834" ab 
macht i^iefa ' überdies eine entschiedene Verndihderung' bis zum 
Jahre 1843 in iOltumger Äbstufäng bemcfrkbar'^O? ^ie Vtin Hin 
«tid"Rif sich' schon ^nd^r allgemein* stärker giewiirdeneii teMlf^ 

*) Der stärkere Fall zwischen den Jahren \ 1834 und 1837, der 
4 pCt beträgt, hat überdies noch Jselne besondere Veranlassung, da 
eben Im Jahre 1837 'der zweite Eintritt der Cholera-Epidemie el- 
n?;i bf4®Mtendc^ePlle|i«^]ieay^^t.na«^.slp]( jSf^.Auid MBf^welfelhaft 



ven Be^llteniigr Mr ^esflfeMI» tttd nÜHleltil ' PMvini^' ie« 
Preasiisdieii SüMkeaihre BeohferUgimg tnd^ 4h daa Pvo)Nig«U> 
tiotisverfa&ltfiiss anter solchea UmsC&odeci iiHgettietti nfi^t sd stiak 
xmdmttit, Mie in relathr si^iFVttcher bevOlkeHen t^rovinzeD« Doeti 
Mth b«i diesem VtrhUCilisae etkeänen'wlr eine weit geringere 
SehwanlciHig in den einzelnen Jahren dieeer i^eriode gegen 4it 
Torangegangene (ir die- Jahre 18I(9 — It. — Bei der gleich^ 
HMIasigen Verglefebnng der TodeeMle «it der BetdMtenwg ftiK 
den iiir einen Todeafall fSr:- 

1834 Mf ill,^ lehende menaehen 

1837 ,i 8V* „ „ - . 

1840 '„ 35,«* „ 

18« „ 34,«« ,; „ 

und durchschnildich anf 33,*^ lebende Menseben, mithin bei der 
Zasaiomenstellung mit dem Dorchschnittsverhaltnisse fOr die 
Jahre 1816 — 31, eine relative YfEirmebrang der Todesf&lle in der 
zweiten Periode um. etwas mehr |ils 2 Proc, wenn gleich auch 
hierbei innerhalb dieses Zeitabschnittes eine geringere Schwan- 
kung in dem Verhältnisse der jährlichen Todesfälle Kur gcsamm- 
ten Bevölkerung sich wahrnehmen lässt. 

Wir vermögen jetzt, nach diesen vorausgesandten allgemei- 
ne UeberBichtea fM>ei die Bewegung der- Bevölkening, wie m 
durch die Propagation, dnrob dfe/ TodesMle, dnrcb die Ueber«» 
sehfisse der £iiiwafMehitigeff -über die Aas^ahderangen nach 
den allgemefneii Vt^lkizfthlnngen afcfa gestaltet h^t, deutHeher 
auf die ßeziehtrnrgtsn der'BevöIkerafig zur Grundmacht des Staa- 
tes und zu den 61nzölnen Zweigen der Verwaltung einzugehen^ 
obgleich wir uns hier mit den numerischen Angaben begnügen 
müssen, um nich^t der in die späteren %. g. hineingeborenden 
Darstellung v^zi|gr;ßifpn«, Wir suchen zuerst die Resultate der 
i^bsoluten Yervi^fjoiig 4er Bevölkerung «a\¥ol^l pix d^a gan^^n 
Stallt, '\fie'.füir}d#eteMUiekiQA ,R£^pM:qngfiib«sAdi.e kennen zu ter^ 
nen, welche grösstentheils Hoffmann*) aehon.fir die Jahre 1817 



^ *) U«bar.4i6 VcnaaknMg der Se^ofen^ naeh den einz^nnen: 
Begierang^bezfarken in dtf' Prems. ISCatg. X. IMi, nr. 909^^68 und 
üebiMiehl der I» Jahf« 1841 ▼argekounidnetf caii V Ki v^ 9, w. «a« 
Würdigung Ihrer sUatswIrthschaftllehenBedeiiCaDrwH de» Murttashan 



376 i>€r> PrcJttftvUehe Staate 

|»i« 1941 b€t«Dba«( h^' HAnm wir «e h^^zlm^r 94 him ito 
A^wnng JErkririf« WUh«tai9 Hl. 1917 biB 1810 mA. (w^^ 
4er ef«t ua D«)«ai!i^ <lie«w J^te«« erfelgl^n V^lloaibloi^ 
aairirderst ^ur B9tctobtaig«t #q te^tpn wir 4ie G^Bampitt^^l«-' 
hBTwe de« PreuiMicl^ii Sdmia^alitolat in 4i^cHHi 24J«luneO[ Bm 
44^" pCt gewaciisM^ 4aa tot ,al#o im. jädt Ji^haa, Dw^oIk 
«obnitto all 1^^ pCt. "») Die QsOi^oo RugiervfigfJ^sii^y Ober^ 
sQhleaien «ad der. Büdwealli^b« TheU, der JRheif^ayioi» ht^bm 
dies günstige Vermehrangsverhahaias nocjb ttbor(r9iri^> eJiMUfe (f^ 
bis auf das DoppaHer Aia MMtkJ^andeobarg^ and "der Regiemags- 
bezirk Posea siod devi DurcbscboittsverhäUiwiif am nächsten 
geblieben, doch in einem etwas sehwftcberen ißrade. Bachsea 
and die Rheinprovinz sind an. sich schon all^rdifigs die relativ 
am stärksten bevölkerten Provinzen^ aber in der jährlichen Zunahme 
der ßevdlkernbg mehr zurtlckgeblieben, doch am stl^rksten West- 
phalen,' welches überdies auch am meisten durch die Auswanderung 
verliert, und iti den letzten' Jahnen in j&hrlich steigender Zu- 
nahme. ^*y — Mehr; ails nach dem Durchschnitts verh&ltnisse ist in 



Eirelgalgsea in d. X 181d-^40Pj(eiiis* Stsatg. X 1SI2, nr. 991 --331 
vaa Ssmadnog fclMner Sidolltt. AUumdtaag L 

f) .Edmofidatbehani^ta. daMr se^r Uarlg In Befolg anf die Ver- 
aifibliang 4er Bfvdl^^rapg ^rMsbr^tanleq«^ wi^Uslie #r aaeh der Zib- 
Inng im J. 183^ (la jQ^rossbr^finlpii |^n ^e Va^MSühloagen aar 
alle zehn Jahre statt;» verii:!. inel^e Staiiük, G^ Bd. 11-, S. 347) ^ahread 
des vorausgegangenen zehnjährigen Zeit;*äame8 ,durchschnittUch 
jedes Jahr um IV2 pCt. gestlegeii sah, dass dieses Stelgungsverhält- 
niss doppelt so gross sei, als ed für die Bevölkerung irgehd eines 
anderen Europäischen Srtaates nachgewiesen we)*den ktinnte. Im 
Preusslsdhe^ Staate fbad #&r densefbvä fi&eltNitittt foel^ der jährlichen 
Yörmehrunr ^«r Be¥«^en|»g' atc^Et n*r <lfiBtfer> Proceatsatis, soadertf 
ela nodi um 0^'^ fiOt. adberer staft^ ' '•/ ' > 

**) Im Regiemngsbesirke Minden sind auf Auswanderung für die drei 
Jahre 1841 — 43 inci. 40Ö1 K. sn rechnen, im Reghez. Mflnster fftr 
dieselben Jahre auf 843 K. und für das folgende Jahr 1844 allein auf 
884 &• AussardMn sind «Bca >«U9 derJUteiBpf^tlna^ln dan nutzten 
Jahren ijaiOrUch hedettondt&re Am waaderbngen erfolg wie avs deitt 
Begbea. Trier in Jabf 1$ l^id 4fta JL, wftiaieiid nnr nashwiAsItch IW K* 
elaitf«vaadsra,wai)eat^. - ri^ f . . - •.>■;*;- .-.: -,.; v/ 



De» P-r4ttit1ieli«lifii8t. 897 

fflesenSSeiMtniefiiiiMelhineHBerRdllieiifMge 4tette?Mltenmf M*' 
gcndcr R^lerangsbcÄifke vcnnehrt* ■ "- ' ' i' ; . r 
' Regiernngsbezt^e. V'^nnebr. ^.^ew. JMMf.DarcruMihiiitt 

in d. J. isrr— §4^ 

1. öppehi 7i,*pCt. 'S/'iiCt; i 

i ChiiflMnfleti ' «9,** ;, ' 9" », •- 

f llcrlliiiför«lehlRlfefi*) 67,*« „ '^,** „ ' 

4. Göslfn • 65/ „ 2,'* =,, ' 

' 5. MÄrienwerder eB,*'^ „ V' » 

«. Stetlftr^* "' ' '• '•' m* „ "-2;^ „ 

T. mmig M,* „ !!,*• j, 

*. Königsberg' 49f^ ,y'^ V' „ 

S'JTifcr' ■'•■ -^ •'■ 4»,«* „ - !,•• „ ' : . : 

Tiiter dem DitrebaehniUfl- fOr deii f^tdleV^F- 

r vcirtoftntsrfe. ...'.' 4V,^ ,, gter.ÄftÄt 1,*^ ,^ melkgebA.itf : 

M;'ros«i ' •*■'■ '43,^^ il •;, • ',; i,^Ps', -' ■'"' - 

ll.>6t8ditai^lmtBe^ ' 4V« ,^ „ * „' l,^ ,, l 

n». Prahkfbrt * ' • ' '^,^' iy »' '* ., '* 1;^ 'i, ' 

Y3« Buesfau 38* „ „ „' I,^* ,V 

14. C^bleltt ' '-' ' ' • 3&,*« „ „- ;, ^V* „^ 

15. Merseburg 38," „ „ „ !,*•„' • ' ^ 

16. Düsseldorf 38," „ „ „ !,»• „ 

17. Erfurt 38,'° „ „ „ !,*• „ 

18. CöHa ..... 37,«^. „ ^ „ ^,"^' ,) '^'^ 
la. Mftgdebörg' - 'IM,** ,,•'„••„ 'V^'i,* '*^ "* 
SO. Stfal'smid-^ " ' '•" ■ 82',«*' „ ',/ '"„ 'f,*^',', '■''•'"' '''' * 

2!. Liegifite- '-^ ■• ' 3^,'«^- ;r„ •':;? %■•*• ;;; \ •" ''■"• * 

«2, Arnsberg";;; ^ 32,^=,, ,, ,.; V »^':; :; ":.;"; 
2i. Minden, \ ' 30,»*^ ,; V n ^^'^ .• 

24. Äjichep' . / 24,*o „ „, ,, X' 

25.. Münster . U,*«. „ ,„ . ..„^ p," „ 

Unter de^r g^efiw«rti|i(«n, Ri)gperuAgi>»t'fiMli die.P^ wH w i 
fUKgiJÜier ACbt Peovkusfitt des..Prattttl0oliM AftMlB'.8eit dkDr>2Uyinf 
kmg im^ Redbr. «1840 bis Mff. leMo» ZibhtHf m 4>edbfi 1M8 

j !__- : ■* . \i ? '.' .' ,ii • '.<»■' i'- , .;-." »*• 

- :; • j . i' ■ ', . .::i..:.. "' •. j .' c i ,■ ■ ■ - ii , .»'•. \- I * . ' • f 

*) «^lin ¥erl4iigfc b»ii.8«AM»^«prdüei^<^Hr«aKfr )«|iA «etotff ibth 
«eMer«* «HMcfc iPtt«bmAAa6r Bgjf j^ihcrttagofllri 0>pbi'jribilft«be b ii>* al t r«i 
werden, da sonst ein unriclitiges Yerliältnlss für den ttbrl||««i3lltll 
des Regbez. Potsdam berechnet werden dürfte. 



I 



i'i' b 



' I..' 



93» AftrJPvfiui#lifl|p^|S^M|. 

4ii^ d#ii drei ^hnpn mn HiitMfi., vetwehrt^. im|(^} oMb. di^ 
VolkBz&hlang fQr 1840 um 3,^® Pco^> d« ist im jilMrUobefl Dofs^ 
schnitte «m^ l^^.Proc.' Vb M sieh inHlhiii die Yermebraag der 
Bevölkerang in dieser SQeit gegtn dft&i Darchschnittsverhältniss 
für die 24 Jbhre (1817 — 49) oni 0,®" Proo. vermiod^, ii^ol^i 
indess zu erwftgcn bleibt, das«. fUr dieses Verbilfiiiss i^ der 
achtmal )ftng;jßr^/ Periode immer 4ie eonstante BevöJkepng des 
Jahres 1817 zum • Maasstab gedtent hat^ alsf.ge0rii^en lüeiojB» 
ren Procentapsatz in den sp&tereA^ Jahren bei der gefti^^n^ 
Bevdlkemng ein grösseres Proceotverh&ltniss ergebe mosste, 
wfthrend wenn nur immer drei Jahre mit den nnmittel^r voran- 
gegangenen drd Jahren verglichen w&ren, schon eine g^dssefe 
Annliherung ifür das Zanahme-Verhftltniss in den ^abfee IS^ 
bis 1843 gefunden w&re. Z« B# bei der Vergleichnng der 
Vol|csf$&h)ang von ^1 mpt der von 1834 finden mr die Y^ 
mehrong der BeviW^er«ng In den; drei Jahren 1S31 — 34 am 
470,967 K. vergrdsserty d. i. nni «3,^'Proo. oder im jihrHpbef 
Durchschnitte um l/^Proc.$. bei .^er VcurglelchwKg idbsf V^elks* 
zihlong von. 1884' mit der von 1837 ist die VermehraM der Be-f 
völkemng in den drei Jahren 1814 — 37 am 553,198 IL get 
wachsen, d. i. qm 4/^Proc. oder im j&hrlichen Durcha^itjte 
am !,*• Proc. *) » . 



*) Bei dieser VergleicluiDg mnsate aber zu der Volksayil im Jl 
1834 zuvörderst- die Bevölkerun|r . des angekauften Pfimteut^i^i 
Lichtenberg hins^gefügt werden^ um kein unrichtiges Resultat i^ 
erzielen. AllerdlO|[s kommt bei der Yergleickung der darauf fo|gear 
den VolkszäÜung .im J. 1837 und JS40 eine noch etwas grössere 
Vermehrung der Bevölkerung in ^ß drei Jahren 1837 — 40, mfIc in 
dem ganzen Zeiträume von 24 J. (tS17 — 40), da nach der Volks- 
zakl von 14,096,125 K. im J. 1837 die Vermehrung bis zum Dec. 1840 
um 830,370 K, gestiegen ist, dv i um 5,^8 Proc., oder im j&hrtlchen 
9tfrohselnHte ^m 1,»* Ptoei «lefüritteBr bleibt tu ei-MFähnen, dass, 
vde sehen oben berMtet v»eNtaa^ im^Jj 18i(Kzuevst^dle V^lksz&Umig 
muaentlieh ven^dUtet iai,;)afid dadurch wohi aus. leicht ecachtba^» 
ren Gründen diesmal verhältnissmasslg viel Ergänzungen der frühe- 
ren Volkszählungen staUgefnnden haben, indem früher übergangene In- 
dmdtien erfi^jetzt In die VelksU8te«wi%enemhien wurden^ undf schein- 
bar B«r »omentaneu Vergvösseruni; des Zuwachses ii 4fesem Jahre 



Unterraeben wir alier '•#{•- V«Mg^50MenMK der BevMkemag 
für tue drei Jahirea Deobr. 1840 bis Decbr. 1843 oacli Mb ein- 
zelnen Regiemngsbezirfcen (wobei die von mir attf S< 101 «^62 
gegebne tabellarisehe Uebersicht sn Grimde gelegt M}^ und 
in derselben Reihenfblge^ weicbe das Verhiltniss der rela- 
tiv st&rfceren Zunahme für die Jahre 1817 — 40 -oben festge« 
stellt hat, so erlangen wir, dass tn denselben Regierangsbesiir- 
ken (mit Ansnaihme* ^ea firönigsberger, der nnr sehr wenig ko- 
rflokgefoliebeA ist, und des Trierer, der sdkrker nachsteht) die 
Bevölkerung St&rker fbrtgeschrftten ist, als daii Darehsohnitl«ti> 
VerbiUtniss fftr den Staat (l,^^ProcL' jährlich), ansserdem aber 
Hoch in den Regbes. Posen, Frankfurt /EMIsseldorf, C§lfa and 
Arnsberg: 

* Venaebmng d. Bew. 
ReglMlrke; ialJ^Beebn 1849-484 Jitarl. DarohsehsMt 

KOppSelH • ' f^'^^Ptm. 

' Jw CtamMnien ' ' a,^- „ 

3; Brobdierf '^^ ^ 

X BerUn fttr «1^ lAeto %^^ ^y 

'4.'«a^tf '* . -• '- fr,^ -„ 

5. Marienweitfer ^^' i, 

a. {Stettin ^«;" ;, 

?• Dittzig 5,*» ,> 

• 8. FO0M : . 3" ,, 

9. Frankftirt ' 3,** „ 

' 10. DflsMderf V* ,j 

11. C9M J . / . 4^o*( ^^ 

' 12/AftMiberg^' • ' • 3^** ■•„ 

^< Vater dem DoitbMlhniltsvetliyCtfisse ie^dtaV^nne^ dir 

Bevölkerang in den nädttfefaenden 13 Regbezirken gwbücfben^ 

Regieziiiif. itt 3. J. Dlscbh 40 -4S. JüJtrL Durchschnitt. 

13. Königsberg 3,2*Proc. Ij^^'Proc. 

14. Trier 1,«' „ o,*« „ 
IS.'Potsdam ohne BerUn 3^^* ' ,> 1," ♦, 

10. Br^Maa: ' 8,^* .„ I^oo ^^ •»- 

17. Coblenz 2;®® ^, ' 0,*"',, ' 

iS/liferscbarg * 2," ?, ö,»* „ 

'19. Er'furt K^ V i,"* «. ' 

20. Magdeburg 2,^*' ; ' '"'""' 0,^^ J .! 



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«8t D«fs PB«M4i«ttb«-IBMMl. 

V mß ßimmg .*» Wi r. 

21. atfalwmd . V pC». O.*' pCt, 

23. *iipd«a „.., ... V .,. V* «- . 

... 34. AMil«n. . 1 . .2v'.» n. «!»!' w,- .i, 

..3l«.JIiä|Mt4«. : . . . V* „• . . 0^" „ . 



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JA fff|i«wiaii wir einen Ü^hfitm Gra4 4^ P^ipobUioiiB •* Vemeb«- 
fxmg mus ia fioem an^igea Rctperangsbcvirk«, den Q&ii9eUor7 
ftr> (tßK j^bflkh.vw 1,'^iprec» «Df VV'^*'9<?* «w^«*««« >«!• i^ 
übrigen Begierongsbezirke, mit BinscblaM der l^üdt Bei^l^i iU||fl 
im j&hrlichen Darc|i«ohilit(e j^pC. ein^ geringeren Proeentsat» 
Jjto di# 2teniitwie der JlerMkecimg:.gfkomnieq«, :4« «ijMrkiBlett 
aiod iMOrin JasnrückgegMigeK Ofiieln von 3/*aaf |/^.Pim>iumI 
Trier von 1/^ Proc. auf 0/^ Pro«, (für diese PerMt 4lff:Ciriigifte 
Procentsatz)« Aber beide ,Jle||;iening8bezirke hal^fmeh.iQ die- 
een letzten labren theils diirch Aiiswü|tninBg4nü;AirteiM>» jjieils 
durch Ueberftiedelnng in andere. Provinzen eine ni|iähnff|e.gitt- 
busse in der Bevölkerung gemaebt, da diese. j|i4Mk iv tßi^ bis 
1S43 f&r jenen auf 5382 K., Gkr diesen Begbez. ßfjp^ &89$ K. 
zu berechnen ist. Kein ^insl^r Begierungsbezii]^, Jmipi jetzt 
mehr eine Ehrliche Vermehrniig von 2 Procent, u^i-iiyr noch 
in Berlin findet eine solche lösche und gross«. Vwoehrung 
statt. . Aber die einzelnen Begierungsbezirke ft^ben sieh jf tzt 
in dem Teibältnisse ihrer jihjiMchen Vermehrung dfir, VqIKs- 
menge,. überhaupt näher, da ^« meisten sieh swJNiebM It^pnd 
«^ fmöäBtiiMv^g/dB^ •i««i:M#hrteM.#uc HPieio^B (Mfirschied 

voftVlPi^ »Ort iwne^dir.wtfiwnt #ifld*>,T l 

Stellen wir die aohtPr^vinae» nach der absoluten Bevölke- 
rung ia antergeordneter Beihen(olge, um für jede den Antheil 



'*') Stwae stärker erschelni; das Fortschreiten doroh 4teii IJeler- 
schuss der Geborneo über die yerstorbenen im Jahre 1944 (tt ^^r 
Provinz Preufisen, da die Regieraogsbezirke Marien w^rdtfr^d^pin- 
binnen in diesem Jahre gegen 2. Proc. (resp. 11,101 ui»4 I^I49;K.) 
darbieten und Danzig mindestens eben so viel als in den J, 1840 bis 
1843 ],9s Proc. (6944 K.) gewälMrt^ ohne den etwai^ea Zusdiuss der 
Einwanderer über die Auswanderer zu rechnen. 



9%9'9f%ik%%U%tkmi9immU «t 



i^mtnen, tmd zvrär ffihf' Ae dret leisten V^llfffiKSKliiiigclta^ m 

Miftlten Wir: .? • .1 . .- „ . .: ... 

' BftT.IBSt. Proc. Ber;IMIRft^.^«fev.I84f. PHwr,- 

IL RiMgiproiioii %^mßs» i7,*# -t^i^ag» n^^ ^^tmds^ iv*. 

m. PrevMen 3*135,536 IS,'* 2,91104^ IV' MOM^^ 1^^ 

lY* BrmBd«ik»tv 1,604,043 13,^ Ijmm 1%^* 1,035,107 12,'^ 

V. »nt^aen . I,55§,3l3 tl,^-Ma7,321 .JIM'- 1^^006 10,^8 

VI. Westpkalttt 1,$17^1 0,^ l>a6S,107 9,«<^ M3Mia «/* 

V1L Posen l,l58i,608 8,^ 1,333,880 8,^ A^A87 8^^ 

TUL Pommern 0)0,117 ^«* 1,056,404 7,<^» 1,106,350 V^ 



> >^i 



i*«»*» 



4. gan«e 8tMt 13,863,61^ 100 14^926,501 100 15,471,76S lOO 

Und wenn wir oiui die klekiate Provinz =: 100 setzen, so 

^rlMilteo wir fttr diese dfei Jetare iHieli de« geAied^Den Precept-^ 

tetUüftisseii fftr die riaseUm BrovteMB »eeluiteliende YertikItT 

elesseblefis 





1837 


1840 


1843 


I. Schleeien 


272," 


270," 


266," 


II. Rheinprorinz 


250,<« 


245,* 


, 242^" 


IIL Prenssen 


218.»' 


218,** 


217,** 


IV. Brandenbarg 


174,^ 


t7B:' 


ir4,*« 


V. Sachsen 


155,*» 


155,*^» 


152,^^ 


VI. Westphalefi 


135," 


I3I,^* 


128,** 


VIL Posen 


119,^ 


116," 


116/* 


niL Pommern 


100 


100 


100 



Daraas geht hervor, dass nnter den Provinzen in ihrem Ad- 
theile an der Sesammtbevolkerang des Preossischeo Staates 
(oder nach dem gegenseitigen Verhältnisse anter einander) die 
Mark Brandenbarg and Pommera am stärksten fortgeschritten, 
und Brandenburg noch etwas mehr als Pommern, nächstdem 
Preassen; das Gcossberzogtbam Posen und Schlesien haben ihre 
Stellong behaa|^tet| aber Westptial|GiP> die Aheinprovinz und 



*) Bei der von 1837'liäbe Ich nur dte Ciirlibewohaerv wie in 
äeat iabeHsHjMAen UebersleltC enf S. fifB -* 60 bere<Bfe»e^ was eof dm 
Procentsatz keinen weeentUclien Elnflnss äussert, da die Hilltftrbe- 
▼ölkemng bei allen ProTlnzen gemeinschaftUek In Abzug gebracht ist; 
tot tfen ZaUMien Oat die J. iSid and 1646 •iM:aber dIeiCIvBi und 

Mimai»ewt<lwwr iwiiemwnii^WMlinii ' -liKr*:^ *•• it-».. >. '^^ 



M dwOMMMMevA^spuig.. «b Jte 1S&7 4iif(| UMO iNMs^m^ 

la B«BBg auf iam Alter umi Geachleofat, da« wir obn 
8>3M,»i M8WW aMgafi ^ Biaatartairf-yarKliahea haben, «ncbei- 
«MFDM* Mgnkl« Bandt«««. aaa >d«a VQU»zlfaJuDge« dfr bei- 
du J. fSS7*J mtl ma «MMMUnaa, ta'BwkrfulMS al|iliatHcbflr 
BettlehHag MaerkeABWarlli. . i ■ : i 

im ■ 1^ ■ ■ • iM8 ' I ■■ ... 

murfiiliai männl.C welbl.G. fimpne. nftnnlG. weibLG. Sunme. 

1)0- 6 JAr. 1,031,188 I,0!;,e3l 3,»G4,a09 1,184,300 1,102,91» 3,347,960 

3)0-7 „ 174,539 875,199 750,038 »7ä,KU 373,362 T$I.,Wl 

3l8-H„ I,065,10l!,"34,?25 4,090,3981,137,7181,104,613 3,348,331 

4) 13-10 „' 338,040 313,«» «13,733 333,183 3»,1S0 69i,M3 

S>17-4S„ 3,012,949 2,!>8:t,iU 0,«26,099 9,393,491 3,406,300 6,-r9^,7«l 

O49-«0„ 7B1,49B 8»t,T4S 1,67«,^ 6B7,«aS • S»i,87t ' 1,734(86» 

7)llber«0J. 4(iM9» 43t[,BT4 WD^MS «»«4». 4»I,iM4 «dS^I 

susammeii 7,039,333 7,058,003 14,098,135 7,731,038 7,750,137 l3,4Tl,7ttr 

Ohne Rfickaicht auf das Geschlecht gab es nach dieser Ueber- 

eicht, mit anwesentlichen Unters ^bieden für beide' Jahre^ auter 

10,000 Binw. ],5l7Kinder unter 5 Jahren, 4SÖ Kinder itn secb- 

slen nnd siebenten Lebensjahre, 1,448 Kinder zwi^Achcn dem'Xn- 

ttnge des Step blid dem Scblasse des Hten IjebenBJalires', '432 

ISIen nnd löten LcbebHJahre, '4^394 

ilichen Geschlechts zwischen dem 

Schlosse des 45tea I.bbensj^re's, 

weiblichen Geschlechlä zwischen 

m Schldase des 601en Lebensjah- 

r als 00 Lebensjahren. Wir bön- 

m(t Lelchli^eft zat allgemeinen 

ind Rejperungab'ezirhe, wie rar 

te gebraachen. Wir flnden dem- 

[leineD des tJnlerrlcbts noch nicht 

ISProc; der BevOlkerniig; wedä 

wir aber im Allgemeinen in den Stkdlen die zweite, dritte nad 

viecle Alteraolaas«, d. h- die linder vom Anfonge dea 6t«B bis 

Uta' wiBtekgelcglen. .10^ Lebwsjahie «la daa, a<M)B^fli«btig* 



''■ ■ •> «41 «leael BeaMUt«! Ur. daa' J. ,1831 Ut aoa.aatieUepada« 
GrOnfai die CIrtI- mni »tllMIrlirrflUtanmg. niMiairngiirfiibiiil. : .i.:- 



AMT MkeNAkiM liMiMi, WiAMT^M* »/ Mraoi ^Mr^OuMto^ 
roDg daran bMieili|ft <a1ao Aiat «in ViiFrll^il dar jgpsiatt Bi^ 
TtHkerang). Ziehen wll dagefan, wkr fia daa ivlatte Land ntMi «b 
allgemeine Regel getiea mnaa, dhr zmUkB «ad vierte OaMto d»^ 
von wtby jene well sie n^eb^ niolitln dre^Sekalegatanhl kd^ diaab 
weil sie bereite Mr Arbeit gabt«aoht wird, ao Irnaiaiin M/ 
Proc. (oder etwas über ein Siebentheil)^ darBevOlkeilii^'äor 
das Bchalj^flkMge Alter. Aber auch ia den Btftdten wird » All- 
gemeinen irar die Hälfte der zweite and vl^rted Ake#s«Classe 
als dem schälpllichtigen Alter ab^ebfrlg betrachtet werde» kOn«*- 
iien, da bei jener theils zarückgebliebetae geistige und pbfsiseii^ 
fintwickekiDg, theils Unvermdgen der Bltenii tiei «Heaer naoh 
erlangter kirofalicher Sinsegnaag der Bintrilt in ein gewerblieiiea 
€tosch&ft oder ia tiernseUiftliehen Dienst mliideatena die MIM 
^er Individuen den JSMIialea entaiehant e» wtrdea demnaeb mqr 
nngefäfar gegen l9Pt<M9. (odet* etwas'ftber «w^ef Bllflb^iid) 
der BetÖlkerang dem sehnlpfliehtigen Aller i»eizaj(äblea'aeiD. ^ Die 
fllnfte and seefaste Altersklasse , d. b. 56 Proceat der Betdtta*** 
mngy bildenden Kern der gewerbth&tigen Vo^savengei dieia 
den Verschiedensten Berufen des bürgerlichen Lebens aelbatM«*> 
tlg für den Unterhalt^ihrea Lebens za sorgen baben^ siewerdenfüt 
einen bctr&chltiehen Theü der Bev5lker«ng noch bedeutsam duitb 
viele Personen ans der vorhergehenden sowie aus der letzten Al*> 
tersklasse unterstützt Würde dies soweit gestehen, däas von 
beiden gegen die H&lfte hinzatiilte) so würde der Gesammtan**» 
theil der gewei^th&tigea Masse an der Bevöfterung bU auf Ü9 
Procent oder drei FünftbeiJe heranwachse», «ad den Ge|pe»^ 
aatz für die zwei Funftheile bilden, welche wir in den Maa«*' 
aea der bedürftigen und nicht dar<A eigene Kr&tle erfaaltendn 
Classen der Kindheit , der Jugend und des hoben Alters onsam'^ 
menrechnen« — Aus d^r siebenten AUorsclasse, die überhrapt mar 
V Procent (oder etwas mehr als ein SiebBehntheil> der Be** 
völkerüng umüasst, wird indess der grüssere Theil niehi mefair 
^e Kr&fte besik&^^ iAr sieh selbst vollst&hdig sorgen zli 
können, und dfe Mildthbtigkeit der beiden vorbeigehenden Cliiui« 
sen in Atusproeh nehmen. 

Wenden wir diese Ergebnisse auf die vorgelegte Ueber-n 
Sichtstabelle . für die Jahre 1837 und 1843 an, und unterscheiden 
hier zugleich noch das Geschlecht, so drängen sich uns folgende 
interessante statistische Data auf? Die Kinder ia (dar ersten Air 



am J>^Mi9fPȧ0iȤb^%^t^^u 



flwtfyM,t(diiltfltt-iiiidvkn«^«Al^M»^ 4a« J. .1837 fij^ 

üedmeo il^ic'iiJ^r.M 4er;v«(laaQdiffi»A jdnMeii CJasiie nur, ;vvi^ 
t)b#n «ÜMT erlauton ist, lUa Hl^lfle 4pr uweU^ und yi^^n 
Ckspe hinftii, «> «ehalten wir ftr dua Jahr Ja37 V^t^l Kifir 
4ir md för d«ii 4f^.l$a 2,044^.d08 Kinder, «nd ^0eo wN: 
Ittr .<fie l&aillicb«ifievQ}fcerüBg solhsl die fun^ vierte AUer&r 
«elMae eoMer Ansät«, und behalten nnr die Hälfte der zweir 
(en». se> bleiben, immer noch, für dae Jahr 1837.2,^^5,000.^ 
*iid ffir das.Jb 1S43 2,7Q0»pop K., die ^ur npmerisc^n Gmn^ 
Jage dieaeiv ntn nnt^ (BA> ü )§vl2) bei d^r Parjsteljqfig der ö^t* 
MUMehett» Untefriebtoanataltep ,,mit ejWger J^^Yerliipfigkeit ^ 

prifctofiin wieiwekdie gogen^wartigen JU^aNt^ den. vorljegeur 
jdeM Vollriibadarfni«3eB entsipreeheq* r^ Eiei djßr fünfleo und ^teohs^ 
4ea Altecaelaade gewUhren die Individuen ^es^männiiefaeni^ 
ehieel^ die, vertheidignngsrähige Masse des Yolka« wetei^ 
raieammen in inssersten NothfaUe als stehendes Heer, Laodwebf 
ettten. wid »wetten :Aafgehetes nnd MB^stnrm. ihre Y^rgüi/^ 
tnngen so erfüllen hat: sie. xi^hit ««aammf^ fdr das J. 1837 
3^24,43d Männer «nd m dias Jahr 18i3 4,230,2^8 Männer,, mit? 
Ma etwas aber 27 Procente der ganzen Bevölkerung (und die 
fwkküohe erfälliing des. alten Satzes» die str^tfahige MaaQr 
ficbaft auf den .vierten Tbeü der gppzen Vqlkpmasse anzuschla- 
gen).. IHe fünfte Classe fu^ sieh allein . bii40 ,9iit 3^P4e2,946 K. 
4» J. 18^7:; und mit 3,3P;^«46j| K« im h 1843^|i|ie.yQlksinaßfe, 
^am welcher das stehende. Heer*) und di^ .l^ndM^hr JbeMjftr 
Anl^gebote ^eh zo ergjiiv^Q. ba^« Nehmen wir fqr beide h^eim 
Ausbrncb eines Krieges., die runde Summe von ;&^,000 K. m^ 
fiammen an, $o. ersehen wir^ d^s wenn wir auch e\ß^ eben ,fM> 
grosse 9shl ven K. auf die j^hy^mh Gebrechlichen, un^' dee 
Kampfcls voüig unfähige PerBonen abr^iohnen^ wir .in dem Reste 
der mannlicliQn Bevölkerung sjwinchen dem JJ..; pn^ dem ilSst^ 
Lebensjahre mindestens nooli eine vierm^il so grass^^jMfasse b^r 
sitzen, um zur Ergänzung der Vertheidig«ng«kräjft^ a,»s dersel- 

— '1^1* t • 

. t ,M ,ti J , 4 it i m m I **». f -'*v^*** '**'. » , J** '^.* 



1. ,:. ''itii.i . . ;.; 



'• • ,' ' . -; - - ». L 



♦) Junge Männer «wischen dem Anfange ^es ^^fen und' d^^m 
Scbluise des ^0. Lebensj: worden 1843 =± 59i',2?{<*K/uhd eWiscben 
i^m %.*ilnd n. *et)tn8J.^=iifc0,W6B?.**^z«lilt. ^ ' ^ ^'* = 



beA wählen und die verschledeneti fierofisiihftitKl^dlteii des bflr- 
gerlichen Lebens in ununterbrochener Wirkstimkeit erhtlten tm 
können. Das stehende Beer fAr sich allein tritt aber selbst In 
seiner vollstftndigen Aarsfellnng ndeh nicht als ein SSwOfftheH 
dieser Masse der männlichen BevöRterang auf (ygl spMer iifi 
Bde. lt. f. 22. die Verhältnisse des stehenden tieeres). — 

Bei dem weiblichen Geschtechte bildet die fOnfte und 
sechste Classe d^.usammen denjenigen Vheil der weiblichen fie^ 
völkemng, welcher vonsdgsweise bemfbil ist, im ehelichen 
Stande zn leben, da in der siebenten Altersciasse das überwle«^ 
gende Verhaitnlss der Wittwen oder gar nicht %um ehelichen 
Stande gelangten Frauenzimmer vorherrscht, und überdies 
aus frtlher erianterten Thatsachea das weibliche Geschlecht in 
dieser Altersclasse, theils nnmerisch st&rker ist, theils weil in 
der Begel der weibliche Theil der Terheiratheten in Jüngeren 
Jahren als der m&nnliche znt Ahe geschritten ist, nnd diesen, 
wenn er einmal die kritischen Perioden der Fruchtbarkeit Ober- 
standen hat, in stärkerem numerischen Verhältnisse fiberlebt. Beide 
Classen seasammen zihlten im J. 1837 3,875,891 K. ond im J. 1843 
4,303,172 K., wahrend es 1837 3,302,446 und 1843 2,570,390 
verhelrathete Frauen gab; d. h. im J. 1837 lebten von den hei- 
rathsfahigen Frauen 0O,*Proc. und Ha J. 1843 59,^Proc wirk- 
lich In der Ehe, also durchschnittlich drei Ftknftel derselben. 
Nehmen wir nun noch die siebente Classe hinzu, also alle Per- 
sonen des weiblichen Geschlechts ober das lOte Lebensjahr, so 
erhalten wir fOr das Jahr 1837 4,206,465 ond ffir das Jahr 1843 
4,790,716 Frauen: d. i. im Vergleich zu den oben fQr dieselben 
Jtahre angegebenen Frauen im ehelichen Verhaltnisse lebten, 1837 
47^* pCt. und 1843 46,' pCt. sammtlicher Frauenzimmer im Preussi- 
schen Staate ^ die das sechszehnte Lebensjahr aberschritten hat- 
ten ^ wirklich in der Ehe*, es fehlten also an der vollen liaifte 
im J. 1837 nur 2,* uud 1843 3,^ Proa EndUeh die fOnfte Al- 
tersclasse des weiblichen Geschlechts fOr sich allein bezeichnet 
die gebirungs rahige Zahl der Frauen, da Geburten fiber das 
4Ste Lebensjahr immer nur zu den Ausnahmen gehSren. Es gab 
aber in dieser Altersclasse 1837 2,983,146 Fr. und 1843 3,406,300 
Fr«; es wurden inzwischen wie oben nachgewiesen ist, in dem J. 
1837 fiberhaupt 557,893 «nd im J. 1843 604,472 Kinder geboren: 
es kamen mitbin auf 60 Frauen in ^esem Lebensalter etwa 
jhhriich eilf nengebome Kinder. 

Schobert'! Statistik. Vt. S5 






.^s*^. 



386 D^f FrttU&«Vaoha^taae«' 

Binen eigeotbömlicheii Anspnieh auf stalistiseii« Beaehtong 
und Vergleichong besiUen die Physisch-Gebrechlichea, von 
welchen indess in den statistischen Tabellen des Preassischen 
Staates nur die Taobstommen and Blinden aufgeführt und 
besonders gezählt werden. Die Mehrzahl dieser Unglöeklichen 
nimmt die öffentliche Unterstützung in Ansprach, und da bei den 
Tanbstommen vornehmlich schon von früher Kindheit an oder 
selbst mit ihrer Gebart ihr trauriger Zustand beginnt, so ist dio 
Fürsorge einer geordneten Staatsverwaltung für die eigenthüm- 
liehen Unterrichtsanstalton derselben nnerlasslich, welche daher 
naeh dem namerischen Bedürfnisse einzurichten sein werden. 
Im Allgemeinen ist die Zahl der Taubstummen ziemlich an- 
nilhernd der der Blinden, doch um etwas grösser, etwa in dem 
durchschnittlichen Verhältnisse wie 100 : 03 oder wie 14 : 13^ 
wie dies die nachstehende Uebersicht ans den letzen Jahren erweist: 

Taubstumme Blinde Verhältniss 
1831 9,845 0,212 08 : 92 

1834 10,239 0,576 102 : 96 

1837 11,104 10,224 111 : 102 

1840 11,075 10,193 111 : 102 

1843 11,497 10,152 115 : 102 

53,760 49,357 538 : 494 
im Durchschnitt 10,552 0,871 106 : 99 

Im Verhältniss zur gesammten Bevölkerung der acht Pro- 
vinzen bilden für dieselbe Periode die Taubsturamen und Blin- 
den zusammen nur V714 derselben, jeder Theil für sich beson- 
ders, die Taubstummen gegen Vigj, und die Blinden gegen Vi^,^ 
der Gesammtbevölkerung:*) doch wird innerhalb dieses Zeit- 
raums ersichtlich, dass die ^ahl beider nicht in gleichem Ver- 
hUltnisse mitder aligemeinen Vermehrung der Bevölkerung fortschrei- 
tet, sondern glücklicherweise abnimmt, und zwar in einem noch et- 
vtiis sHrkereh Grade bei den Blinden als bei den Taubstummen. Denn 



*) Dleterlci bat In den statlstlscben Tabellen S. 44 das Verhält- 
iiiss derselben auf jede 100,000 Einwohner für die Volkszählungs-; 
Jahre lb34 — 43 berechnet, wie folgt: 

Einwohner Taubstumme Blinde 
1834 100,000 76 71 

1837 100,000 79 7i 

1840 100,(>00 74 68 ' 

1843 100,000 74 66 



DfttfPretiw»l»etejlltiftt« 3g*^ 



18M MteadMi 8i«h«aiBr lOD^OOi BSlttWobii; sohmi 71 BÜDde and 
1843 iiiir ^> «j^e« <• wsmn 1SS4 «ntcr i€0,OMfilawehn. 76 Taab- 
sioinme wtA 1&43 rar 74« Nach den einaeliien Pröviozea Ist 
auffallend das. ¥eiMkniw der TaiHbst«nmea : und Blindeti WeT 
grösser in den toliiehe« Frotinjseti, als in den wes(Kchen 
Previaze« : welolies wohl Aekie Brfcm^iing in der Gemeinschaft- 
licfaea BinwidcliBg der kliMatisdimi Verh&llnisse, des geringeren 
Wohlstandes in :den nledem Volksidassen und der weniger ver- 
breiteten &ntlioiien BQIfe am vrahrscbeinllehsten zn suchen 
hat, da Veraachmsslgnag in der ftratlidiea Mege vieler hitziger 
and ohron^her Krankheiten diese Gehrechen mit sieh fShrt und 
xam dauernden Leiden featsteUi Die Provinz Preassen besitzt 
in Bezog auf Taubstomae tmt die dof^ielte Zahl , nnd anf die 
Bünden wenigstens 25 bis 30 p€t. mehr als die westlichen Pro- 
vinzen, wie das Nftheie aas folgenden Uebersichten zu erfcen^ 
nen ist. . . 

Taoba4anim# Anf 100,006 Einw. 

iB37 1843 1837 1843 

Preosse» 2376 SSll 110 104 

Posen 904 1010 82 78 

Pommern 807 003 91 82 

Schlesien 2185 2288 82 78 

Brandenburg 1316 I2S1 76 66 

Sachsen 1260 1230 81 73 

Westphalen 720 728 54 .51 

Rheinprovinz 1386 154d 56 58 

11,104 11,497 79 74 

Blinde Auf 100,000 Einw. 

1837 1843 1837 1843 

Preussen 1 1801 / 75 

P08©tt I 876 l * 68 
Pommern I 
Schlesien f 7869 

Brandenburg | 972 1 sq 

1216 I 72 

Westphalen ^ ^^^^^ 708 .} _ 66 

59 



705 ] 64 

2212 \ 76 75 



Sachsen J 

Westphaleo v 2366 ?»« ,' «, 

Rheioprovinz J . , ,„ iey2 \ ^^ 



■ ■M . . H-r - 



. Nach dem^««ohleeh teilst Mwohl bei den Taabstammen 
•1» auch bei d«B„BUadw das mliiBliche »Mkrket betheUigt 

26» 



388 0«r Pr*ttft»iaeh0 StaM. 

«In du» weiMMM. M 4m Vftahfltaaaea vmIhiHini iMi 
beid« G««cbl«Qbter fMt wk 4: 4, d. h. das nftoalMe Oeaehlechl 
flodet DQier den TanMaianeQ gege« 50 pGt., w&hmd luif da« 
weiblicbe rar 44 pCt« kaoNnaa: ao waren iai Jahr« 1837 nnter 
den 1 1,104 TanlMtaiaaieB 99M mUM^tn mid 4969 weibJicheB 
GeaoUechta aad im J. 1843 «ater ll,4i^7 TanMmMm 0400 Biaaa-» 
liehen und 5oa7 weiMksban Gaacbleabta. Bei den Blinden M dia 
geachlecliUksbe Bifferena alwaa klelaer, wie 30 : 35 (daa minn« 
liohQ Geaohleeht mit 51/ pCt daa weiUiche ndt 48/ pCf): oo 
waren unter den 10,159 Blinden tan Jalire 1843 5322 lAnaUchen 
und 4930 weibliahea Geaddeahta. «** in Beang anf daa Le- 
benaalter iat beaonders def Uatereeliied »uiacben den Tanb- 
atunvnen and BUadea henrorziAeben, dasa bei jenen viel banfl- 
ger die Taabetumiabeit aobon mi(g»boren wird, oder ala Folge 
vernachlüysigler Pflega ia den Kindeijabren oder von Kinder- 
krankheiten eintritt,*) wahrend bei den Blinden in der Biehr- 
zahl die BlittttaU erat aaoh 4aa KiadatTidiren tbeils als FQlge 
von Kraakbeiten, Uaglfiokaf&lien^ Iheila ala Felge sa grosser 
Anstreiigiing den SehvenaÖgena oder ana Altersobwaefee sich 
eiozaslellen pflegt« Rs wird alao Ae Sorge der Bnsiebmig durch 
geeignete Unterrißhtsanstalten fttr die Tanbetannen vielmehr 
als für die Blinden ein Gegenalaad der VerwaltaagebebGrden 
werden müssen,*'*') am somebr aladaa intelleotaelle Verai5g«n jener 
Unglücklichen schwieriger ansznbtblen ist, «ad diese selbst bei ge- 
sonden Augen und rüstigen physiaeben Rrbften, ungabiWet leichter 
demoralisirt oder ihren thierischea Gelüsten zu folgen golrleben 
werden: dagegen bleibt bei den Blinden vorzugsweise die Mild- 
thätigkeit für ihren Unterhalt in Anspruch genommen. Die 
numerischen Verhältnisse gewähren hier den näheren Nachweis : 



*) Es Ist noch hervorzuheben^ dass die Taubheit mit der StuaMK 
heit nur dann gemeinhin verbunden Ist, 'wenn jene angeboren |8t| 
oder in den ersten Kinclerjahren vor dem zurüdigelegten seehetea 
Lebensjahre eintritt. 

**) Wie dies auch für den Freussischea Staat als nothwendig 
anerkannt werden musste, ergiebt sich,. 'wenn Im Jahre 1884 unter 
dOOO Taubstumme 2000 Im bildungsfähigen Alter gefunden wurden, 
aber damals in den vorhandenen Anstalten nur für 170 Unterricht 
gewährt v^erdeu keaate« I«a Jahre 1834 fand man unter den 
10,239 Taubstummen 20^ wj^ ^ MldaagsiMiIgwi Alter, aber es 



Det Pri««iii«li9 «Mal. 88& 



M37 
Von d^ti TaubttaninevMr»«' 
Uü Kliid«r IAb siua voUeoi^ 

ten &len Johrt . . • . • 38i 

KiiiderswiMbep6ttiidl5J. . SIM 

Peraonea awkcben 15 o» 30 J* 49iMI 

Parsoii«!! Mer das 30. LelMiiij. 3360 



1 


Qit8r 1000 9mm. 


1843 


mr 


1848 


930 


34 


30 


ffSO 


M4 


^888^ • 


4600 


8«0 


40r 


3810 


303 


38f 



^■1 ' II « jl I 



zusammeD 11^104 11^497 1000 1000 

unter 1000 Blinden 
1831 1834 1843 1831 1834 1833 
Von den Blinden waren 

anter d. vollendet. 30. J.*) 2178 2290 2251 236 239 222 
Bünde fiber d. volL 30. J. 7034 7286 7Q01 764 761 778 



0213 0ö?6ia»IJfö 1000 1000 1000 

IC« aiod Mao ToMbsttuiako «ntor ieni 30. Lefeensiah^ »l8fti 
Ober Kwei Drittel dar ganzoo AOeahl, W&hfend die Bffndati 
in dieaem Lebonaaltor noch keta vollea Viertliell der OesMntnt^ 
sabl aiia«NM}beo> alao 08er drof Tieftet i^dr BHndeti daa 
^^daat^ste f^hti^tiht iifiidealOMi tMftfelirtiteil \iibm. 

Bei dar B«wegitiig der Bev8lk0rtittg dtirtit Propagation vet^ 
dieat in Besogf auf die S^bvrieit immA iil8 tfn aidier ba^rfhh- 
detea Ergefoaiaa l^rvorgiettobMi tsi werde*^ daas da«^ Vetfi8itn[8a 
der Koabea am den MMebeo Mt^ d8tt !«ei^eboftiMk fih ^ lAh^ 
reo (1816^43 inoL) darobaolMlCtlloli sMi auf 18$/* : 100 fester 
gestellt und dalMii in dieaoMi ganzen Zeiträume eine so geringe 
Abweichaog geaeigt tiat, daaa auf lOOBMetienin keinem Jahre 
die Zahl der Mehrgtbomen lalMilicben tfeiehiechts Ober 106,^' 
gekommen und unter 105/' ge^Uen ist«*"^) — Wealger im 



worden bereits 390 anterrlclttet; über den Unterricht In den 
aplt. Jahren verg. 8* D i»^ sweiten Bande bei dea Taubs^aaimen- 
liehraaetalcen. 

*) Im Jahre 1843 wurden unter den jttngeren Blinden bis zum 
aurttalcgelegteii 15. Lebensjahre 806, gegen 8 pCt. der ganaen An- 
aabi und swlscben 15 und 30 Jahren 144^ oder N«'' §CU der g»a- 
aen Aoaabl gefanden. 

**} Sendert man die anehelUlien Kinder von den eMichon ab« eo 
findet sich km dtaseai ganaen Zeitraum tibereiastUamend, dasa nater dea 
noeballcbMi v«rb8Uii|ssmasaig weniger Knaben geboren werdan^ als un- 



t* 



390 Der PreiissiscIie'Stltfat. 

stfttiftiflchett als naturhistorischem Interesse erseheiDen die 
Zwillingsgeburten und Drillingsgebarten bemerkens- 
werth. Im Jahre 1843 kamen in Prevssiseheii Staate 6426 
Zwillingsgcbarten mit 12,852 K. auf 591,420 einfkchen Odimrten 
vor, von wdcben in 2174 F&llen beide Kinder Knaben, in 1070 
FiUen beide Kinder Midchen waren, die übrigen 2982 Fällen 
Kinder verschiedenen Geschlechts gaben. An Drillingsge^ 
harten wurden in demselben Jahre 64 mit 102 K« gezMilt, von 
denen in 17 Fällen alle drei K. Knaben, in 13 Fällen alle drei 
K. Mädchen waren, die übrigen 34 Fälle Kinder gemischten 
Geschlechtes gaben. Das Durchschnittsverhältniss sso den Ge- 
barten überhaupt würde mit ßerücksichtigang des längeren Zeit* 
raams seit 1826 etwa unter 10,000 Gebarten 112 Zwillingsge- 
hurten und 1 Drillingsgeburt gewähren.*) Vierlingsgebur- 
ten sind so selten, dass ein bestimmtes Verhältniss selbst auf 
1,000,000 Geburten nicht angegeben vrerden k»nn. Im Preussi* 
aefaen Staate sind i» 18 Jahren (1826— 43 incL) überhaupt 26 
gezählt, im Jabre 184^ kamen 2 vor; die Kinder aind niemals 
am Leben ^urhalten. — » 

Bei den Tpdes/&l|ea, die wir oben im AlÄgeioftinen in ih- 
rer Beziehung .zu der Gesamiatbevdllierung und d^n Geborenen 
nach zwei HaitptabsAbiHttett erläutert haben, bleiben uns noeh 
die speeieUem slatistisQhea- Vergieiotaig^n vorbehaU^n. Zuerst 
aondem wir dieTodt^eibofUjen ab^"*"*) welche gqg^p 5 pCt. der 
Gestorbepen und gegen .3,® pCt. der Neuge^borenen im 
jäbrJielMn Dunto^^ani^ auomaeten. 

auf 100 Geatoit)., 





Geslorb» 


Todtgeb. 


Todtgeb. 




1810 


334,483 


15,344 . 


A 60 


, 


1829 


327,354 


17,570 


5,*' . 


a 


1834 


424,013 


20,407 


4« 




1837 


438,603 


21,139 


483 


\ 


1843 


444,573 


23,320 


6,'» 


i ^ . 


zusammen 


1,06J),02Ö 


07,780 


4,M 


• 


durchschnitt!. 


393,805 


19,556 


*•*' 


S 



ter den ehelichen, zwar immer noch mehr wie Mädchen, aber nur in 
dem durchseänittlichen Verhältnisse für diese 28 Jahre wie 103,®^ : 1. 

*) In den 12 Jahren von 1826 bis 1837 incl. kommen auf 6,072,434 
einfache Geburten,' 70,902 ZwillingB^e1l)Urten, 874 Drilüngsgeburten 
und 15 Vierilugsgeburten, vergl. Hoffmann a. a. O., S. 48. 

**> Bietertei's Tabellen S.O! gewähren df^ Gesammf abersieht 
derselben für 28 Jabre; vergl. Hoff mann Bevölkerung 1837, S. 41. 



Der PrettsfeUche ätaat. 



391 



18ld 

1835 
1834 
1837 
1843 



OelioreD 
4fK2,7d9 
523,653 
556,649 
557,893 
604,472 



ft^flO0€ie6. ITodtg. 
Todtgeb. Tüdigeb. n.Neageb. 

3," 32,* 

3," ti9,* 

3,«« :Ä7,» 

3,'» 26,* 

3,»« 25,* 



16,344 
17.570 
20,407 
21,139 
23,320 



zusammen 2,736,459 97,780 3," 27,» 

dorchschnütl. 547,292 19,556 3,*« 27,* 

Bs geht daraas hervor, dass die Zahl der Todtgeborneo 
im Verhältniss zu den Geborenen leider im Zunehmen begriffen 
ist, und zwar im jährlichen Wachsthnm, wie dies Dieterici <|. 
«• 0. S. 92 fQr die J. 1838 bis 184 J bereits näher nachj^ewieaei^ 
hat, wobei er gleichzeitig auf die bemerkenswerthe Verschiedeny 
heit dieses Verhältnisses nach den Provinzen aufmerksam maohtj 
Indem die Rheinprovinz, Brandenbiirg, Sachsen und Hchlesieq 
hierin am angftnstigsten stehen, Preuss^n, Posen, Westphalen an4 
Pommern weit geringere Verlasto dadurch erleiden. *} KU-, 
matische Verhältnisse, grössere Verbreitung der ärztlichen Pflege 
und der Hebammen, lasi^en selbst in Verbindung mit dem Wohl- 
stande, dem gedrängten Wohnen^ in ungesunden Hütten hierfuf 
keine ausreichende Erklärung dieser wesentlichen und seit vie- 
len Jahren genau beobachteten Verschiedenheit finden^ da gerade 
die hierin a^i unvortheilhaflesten gestellten Provinzen wie Preus- 
sen und Posen das günstigere Resultat liefern: kräftigerer Kor- 
perbau, NationaJverscbiedenheit und. Nationalsitte kOnnen viel- 
leicht hierauf grösseren Einfluss äussern. Auch die Erfahrung 
dass unter, den unehelichen Kindern mehr todtgeborne vorkom- 
men (für den ganzen ' Sfi(at 1B43 unter 18,^ unehelichen Kindern 
1 todtgeb.) hilft hier . nicht viel zur Aufklärung, da gerade die 
Rheinprovinz^ in welcher verhältnissmässig am wenigsten unehe- 
liche Kinder geboren, werden, die meisten Todfgebornen zählt. 



*) Währebd lS44 tm gatraM» Staate durehsebailtUeta'*! tbdtgebar- 
nes Kind auf .23,^^ Geburten' keaimt, finden )vlr 1» demaellNsn Jalire 
in Posen ers( apf 3a,*^ in Prepsaen auf Uy^^ in ^estplialen auf 
31,33 in Pommern ^Mif 28,^^ ein todtgeboriies Kind 5 dagegen in der 
Rheinprovinz schoii auf 21,*% 1^ Bi-anAea^urg auf 22,'»<> in Schlesien 
auf 23,'* und in Sachsen auf ^^. Gleichartige Hesultate weist Die- 
terici a. a. O. S. 93. für die Jahre 1825 und 1840 nach. 



SOS Per Pc0PMiicbe 9titifrn 

Nueb 4eii AHorftl^lMsen flült nach bekamHen Br/Irinn* 
gen v^i^iilUiiwDlflMf 4ie gr^S^to Sterl|lieblN«t auf die ersten 
sieben Jahre, die nahe gegen die Hk\tip aller VeralorlMneB 
ansmachl; die geringste SterWiehiceit aaf die darauf folgenden 
achtzehn Jahre, n&nilich ron den Anfange de« achten bia »um 
asnrOckgelegten 25. liebensjahre, noch kein volles Zehntbeil. 
In den darauf folgenden 35 Jahren vermehrt sich die Sterb- 
lichkeit bedeutender und umfMst Aber jswei SSehntheile der 
Verstorbenen, und zwar so, dass in den ersten 20 Jahren (vom 
20. bis zum zurückgelegten 45.) ungef&hr eben so viele sterben, 
als In den letzten 15 (vom 40. bis zum zurQckgelegten 00. J.), jedoch 
mit dem Unterschiede, dass in der ersten Perlode mehr Frauen 
als MUnner (bei der grossen Zahl der Franen, die im Khidbette 
oder an den davon abh&ngenden Folgen versterben), in den letz- 
teren mehr Mftnner als Frauen mit Tode abgehen. Die Zahl der im 
höheren Lebensalter Verstorbenen, d. h. derjenigen, die mehr als 
sechszig Jahre erlebt haben, beträgt wiederum über zwei 
Zeh nt hell e sAmmtlichcr Verstorbenen. Wir werden die Rich- 
tigkeit dieser Ergebnisse durch folgende tJebersichtstabellen fOr 
eine Reihe von vier und zwanzig J. seit 1820 nfiher prüfen las- 
sen; in welchen wir zugleich sowohl die Verschiedenheit des 
Geschlechts, als auch mehrere UnterabtheSlangen der Altersklas- 
sen aufgenommen haben, aus denen unter andern zu entnehmen 
Ist, dass die schon im ersten Lebensjahre Verstorbenen 
allein gegen ein Viertel s&mmtlicher Verstorbenen aus- 
machen. 

In den fünfzehn Jahren von 1820 bis 1834 Ind. waren 
zusammengenommen überhaupt verstorben: 

unter 1000 
Verst. 



münnl, G. w«iblf€L 



93 
2X0 



L vor dem vollendet. ItenJ. 084,025 022,385 | 

2. von dem 2. bis z. voll. 7. - 099,019 500,037 t ^'* 

a(. V. d. 8. bis z. voll. 14.- 115,720 113,392 j 

4. V. d. 15. bis z. voll. 25.- 148,970 128,033 i 

5. V. d. 20. bis z. voll. 45. - 281,430 319,723 ) 

6. V. d« 46. bis K. vaU. €0^ •* 3M,2Q6 290,(^2 f 

7. V. d. Ol. bis z. voll. 80.- 474,5^1 495,182 | 

8. nach dem vollendeten 80. - 101,180 100,443 | ^^^ 

mwmtm 2fiU,T47i 2fi/^^W 1000 

5,437,218 



J 



Der Preiis«iteh(B Staat 



993 



ür lieide Oeaoliie«iiter sasaniiiidagaree^aet irfad kk ian 
awei Periode« 1835^37 incl. md l«4t — 4S ind« fie Tod«- 
tealistea *) folgender Gestalt geordnet : 



1. vor dem vollendetea Itea h 

2. V« d. 2, bis »qm voU. 7. - 

3. V» d, &. bis mm voll. M, - 
i. V. d. 15,bi0anm voll. 25« - 

5. V. d« 2fl, bis a&am volK 4h. - 

6. V, d* 46. bis zom voU 60. ^ 

7. V. d. 61. biszQOi volL SO. - 
8« aach dem voUendoten 3Q. - 



ms --97 

280,008 

210,433 

48,671 



554,888 



38,997 




mt.1000 

1611 -^ 43 Yet«t«1 

33t>,559 279 

253^^ 207 

49,091 40 

71,249 9S 

U2.061 116 

126,048 103 

212,823 1 74 

39,489 32 



xosammen 1,132,997 1,000 1^224,877 1,000 

In Bezug auf die Jahreszeiten ist aus den speclellen sta- 
tistischen Tabellen zu entnehmen, dass verhaitnbsniässig die 
meisten Todesfälle in den drei Wintermonaten Jaonar, Fe- 
bruar und H&r^, die wenigsten in den drei Somroermonaten Juli^ 
August und September vorkommen, während die Frühjahrs- und 
Herbstmonate einander ziemlich gleich stehen uqd die Mitte zwi- 
schen jenen beiden behaupten, doch mehr sich der Sommers9sei| 
wie dem Winter n&hem, wie dies für die drei letzten Jahre ana 
folgender Uebersicht hervorgeht: 

Jan. Febr. Apr. Mai 
März. u Juni. 

1841 124,416 96,405 

1842 123,681 104,293 

1843 131,217 114,551 



JqI. Aug. 

q. Sept. 
91,503 
96,028 
95,310 



Oct. Nov. 
U. Dec. 
102,932 
111,180 
102,932 



anaammen 37^14 315,249 282,841 317,044 
u. durchschnittlich 126,105 105,683 91,280 105,681 

Bs fallen mithin unter fOOO Verstorbenen durchschnittlich 
292 auf die droi Wintemonate, aber nai* 210 auf die drei Som-- 



*) Die Todtgeborenen habe ich mit Absicht in dieser Ubeiiari- 
schea Ueberalofat niebt aitfgeaomaien, vm das TcrhilMss Ms Todes 
naeb dem wlrkllchsn i^ebenaalter feaanei zn ttbawwhmi. Mit den 
Tadtgeberaen suaa«nie« <62,137 in dM 3 Jabmi 1835^37 und 
30,134 To««. in den 3 Jahren 1841 ^ 43) glehe die voUsUtedIge To.. 
desliste fttr die Jahre 18^/37 = 1,195,134 F. und fftr aie J. ia^V4»==3 
1,295,001 Fäile. 



:3&4 ' Der Preiit«i«obe Stitai. 

.KSriMlMle, «Ihrend 14J aof die HoMte A^^l, Mai uC Juni 
nad 245 Mf tlie Monate Oetober, Navember und DecenberKo 
rechnen sind. 

, Wm die versehiedenen Todesarten anbelangt, so hCnnen 
in den meisten P&ilen etatiatiBche Tabellen nur sehr unsichere 
Besultate gewahren, da bei der grbsseren Vollismasse Mangel 
an lArztlicher FOege nicht einmal die Krankheit richtig erhen'nen 
lAsst, nnd auch [n den allgemein gehslteiien Rubriken das £in- 
schl eich eo sehr vieler IrrlhÜmer nicht 7.n venneiüen ist. tVfr 
heben daher nur die unzweirelbaHeren Ffille vor, welche auch 
zugleich in anderen statistischen Beziehungen bemerken swerth 
»ind. — Bei der Niedeibunri oder nnmilielhar an den Folgen 
derselben verdarben in 15 Jahren von 1823 bis 1S37 incl. "«Q 
71,110 Frauen, bei der Gesammtisahl der Verstorbenen in dieser 

,754, IGI, also im jährlichen Durchschnitte 4,740Fr. 

I zu der Gesammi/.ahl der Verstorbenen betrügt dies 

/s, oder l,'*Proc.; im Verg 
dieser Zeil] erhalten wir Tai 

unter lOS Geburten kostete 

In den drei Jahren IS41 ~ 

74 Kindbellerinnen (nnler 1,2! 

im jährlichen Durchschnitte 

;., und im Vergleich zu den 
dieser Jahre '/„j oder 0," Proc: es stari 

Jahren erst unter 133 Wöchnerinnen eine an den Folgen der 
Niederkunft. Das Verhliltniss hat sich also fOr die Gebärenden 
entschieden günstiger in dieser Periode als in dem vorausgegan- 
genen längeren Zeilabschnitte gestaltet, wie dies aueh als eine 
entsprechende Folge der Vermehrung der Hebammen und Ac- 
concheore und ihrer gleichmKssigeren Vertheilung «ach den Pro- 
vinzen erwartet vierden ducne. Doch stehen Pommern, Prens- 
aen und Posen hierin noch ungünstiger, wäbrcnd Schlesien, die 
Kheinprovinz und Weslpbalen verbältnitfsm&Mig.am wenig^leo 



. *) H«rrHanB, BevAlkuung u. b. w. 8. H~-in uad H. 48. 
**) Ult BeHlokeichtlKiuiKder Hekrgeb arten an ZwIIIIhkcu. s; w.,* 
so dose also dJeee Zabi um so viel kleiner IM, ala mehr Kinder 
durch elae Gebwrt Klelehzcillg ba-vorgelwacbt sind« mlthlB Isi Jahre 
ISit UBtti493 Geborae weniger, vgl. ob. 8. 373 luid S.38!).> 



an dieser Todesart verlieren "f"). Aus natürlichen Orflnden wegen 
der rascheren rechtzeitigen Rfilfe der Aerxte und HebammeD 
stehen allgemein in diesem Verhl^Itnisse doppelt so gftnstig die 
StlS^dte gegen das platte Land, so dass in mehreren grossen 
St&dten selbst nur unter 3tK) Kindbetterinnen eine an den Poly- 
gen der Niedorknnft verstirbt 

Aus Altersschwiftche, nachdem die Personen ein höheres Af- 

* 

ter als das siebenzigste Lebensjahr erreicht hatten, vi'aren in den 15 
Jahren von 1823 bis 1837 incl. 673,582 P. gestorben (also im 
)]^hrlichen Durchschnitte 44,905 P.), d.i. ober % s?immtlicher To- 
desfalle oder genauer 11,''' Proc. Davon schritten noch 215,632 
Personen (im jährlichen Durchschnitte 14,375 P.) Ober das 80te 
Lebensjahr hinaus^ elwas über ^7 sSmmtlicher Verstorbenen oder 
genauer 3,^* Proc. Aber nur 27,176 Personen (im jährlichen 
Durchschnitte 1,812 P.) gelangten selbst noch über das 90. Lebens- 
jahr aus, d. i. nicht ganz ^/^xz sämmtlicher Verstorbenen oder 0,*' 
Proc. — In den drei Jahren vor der letzten Volkszählung 1841 
bis 1843 incl. waren überhaupt 135,(387 Personen verstorben (Im 
iährliehen Durchschnitte 45,229 P.) nach dem vollendeten 70ten 
Lebensjahre, d. i. nicht voll y^ der Todesfälle, oder genauer 
10,*' Proc, Davon waren noch Über das 80te Lebensjahr hin- 
ausgekommen 39,389 Personen (im jährl. Durchschnitte 13,129 P.^ 
d. i. gegen 733 ^^^ Todf. oder genauer 3,°* Proc, und nur 49017 
Personen (im ]ährl. Durchschnitte 1636 P.) hatten ein noch hö- 
heres Lebensalter als das dote Lebensjahr erreicht, d. i. gegen 
%e4 oder O,'* Proc. **) 



*) Dleterlcl «. a, O. S. 97 u»4 98 giebt für diese« Verk&ltr 
niss die Zahlen ans dem J. 18|3 nach den einzelnen Provinzen. 
Pommern stellt hierin mit l,^®Proc, Preussen mit l,^^Prac. AufilieU 
an der Gesammtzahl der Verst4ifbeiien, wülirend Sdileflen nur auf 
U,'^ Prnc. und dl^ BJietaprovin« apf 1/' JlH*oc« kavuneo. 

**) Die an der Wasserscheu undden natüi^iielieii Blattern 
Verstorbenen nehiien ihre besondere Stelle in den stntlatisehett Ta- 
bellen dea PreussIscheB Staate» ein. An der Waaserseheu wii- 
ren In den 15 Jahren 1833 — 87 Ind. S35 Fera* vtfr«teri»D («lao 
Jährlieh 56 P.) utfd id den 3 Jahreh 1^11 *^ \% Ind. M»» Pers. tiln 
jahrlich. DarchacÜB. SIT.), also zwtaehen V^ggo and* Ynsvs ^^^ ^*^ 
8tor%enen ttberhaupt. -^ An den PoclLen waren In jener fanfzHmjMn- 
rigeü ^«f iode ttberiMupf 47^68» Pera. <lm jührthfteB mttshstih». <3^0 
Pers.) nnd in den 3 Jahren 1841 - 43 incl. 10,138 Pers. (im jJIhrli- 



396 Der Prfl«t$itcb« Staat 

D^Selbttmord fordert aJV&hrlkli zaklrekte luid CBr d«a 
«eo Statt leider mit jedem Jahr mebr Oiifer^ ala die« ao uad fQr aioh 
die jährlich steigeodc BevOlkemag mit sich briagen würde *). Dje 
Veranlassangeo zo dieser traorigen Rrfahrnng aiod theila in dea 
Caltara&astäDden» theila in loealen VerlUkltQiaaen suä suchen, und 
erfordern fast für jede Provinz und jede grössere £Wadt ihren 
eigenthümlichen Commentar, wenn die Zunahme dieaes Miss- 
verhältnisses wenigstens einigermassen umfassend erl&uCert wer- 
den soll, so weit es überhaupt erklärt werden kann. Die Gesammfzahl 
der durch Selbstmord unverkennbar Verstorbenen (denn unter 
den im Wasser Verunglückten sind unzweifelhaft noch viele den 
Selbstmördern zuzurechnen, da häufig genug ohne sichtbare 
Spuren von Schwermuth, Lebensüberdruss oder Verzweifelung 
der Selbstmord ausgeführt wird) war in den 15 Jahren von 1823 
bis 1837 iocl. bis auf 18,385 P. gestiegen (im jährlichen Durch- 
schnitte 1226 P.), d. h. nach der oben mehrmals für diese Pe- 
riode angeführten Gesammtzahl der Verstorbenen, unter 312 Ver- 
«torbeoen befand sich ein Selbstmörder (0,^^Proc. d. Verst). 
Gehen wir zu den drei Jahren vor der letzten Volkszählung 
über, so finden wir, dass in den J» 1^41 — 43 durch Selbstmord 
4948 Personen geendet haben (im jährlichen Durchschnitte 1649 
P«), d. I. in Bezug auf die Gesammtzahl der Verstorbenen , un- 
ter 262 Todesfällen war schon einer zuverlässig dem Selbst- 
morde zuzuschreiben (= 0,^' Proc. d. Verst.), Nach dem Ge- 
schlechte war das männliche unter den Selbstmördern dem weib- 
lichen um mehr als das Vierfache überlegen^ in dem ersten 
fünfzehnjährigen Zeitabschnitte gab es unter 1000 Selbstmördern 



eä«« Durehsehnitte 3,976 P.) verstorben, d. i. zwlseäen Vi2o ^^^ Vi 28 
von säramtllchen Verstorbenen In den beiden Zeitahseänitten, oder 
0,^ ttBd 9,^ Proe. Die letztere KmnkheU erscheine vle( hSaSlc^r 
und Brtt grosseren Verliistea in tfen öBtllehen Provinzen, als in den 
wesUlclieB, iv dass die Todesfalle tm derselben t« jenen zu den tn 
diesen nlcb wie 4 : 1 vei^slien« 

♦) JNekmen ivir die 16 Jaiire von 18Sil bis 18^4 IneL, alsa dnH 
Jahre fHlherer Anfang «ad Schlnss als der erste zur ^Menaagahe im 
Texte gewShKe Zeitabseänm« für die Selbstmörder, so finden wir für 
diese Periede ltt,ttSO Selbsimörder tdamiUer 13,000 mftnnl. und 90S1 
welbL Oescbleehts), mithin Im jakrllf^en Durchadulttte J119« oder 
«m 114 nule jähriMi geringer Calso ftbfer 10 Proe. gerIngetK als in 
der usi «lehre apiteren fnnfaehivSbrtgMi Periode, die mH ISift ab- 



Der l^reussitebe Staat. ^7 

9f 1 wtkmXMsm mi t9& vrMti^Mm GcuMAtooMs, ia den 3 Jtlma 
<^/«3 sab es ftuf 4aM nahmliefae SeftotmOrder Oft weiblidie^ 
•der anter lOM 8oi. 810 ni&Bal. a«a 194 weiM. Geeebleefars« 
Naeli den ProvHmen Mtea die weaigsten Selbstmorde im Chrom« 
henso^bam Posen, in Wesfiihnlea, der Rbefoproviiix (trota der 
grossen FftbrikberOlkennif ) and Preossen vor, die meisten natfir- 
Hcli Hl der Provinz Bnadenbarg wegen des grossen Üebergewkbts 
ton Bertfn, n&nfastdem in fiRichsen und Pommern: nnf Branden«* 
barg allein fftlK der vierte Thell s&mmtlioher Selbstmörder inf 
Preussisehen Staate (vgl. unten Berlin In den Bev&lkerongsver^ 
bMnissen.) 

üngiaeksfille aller Art, die einen nnnatOtllehen Vod sii<* 
gesogen beben, sind in den statistiscben Tabellen der fanfisefca 
Jahren (1829 — 3r incl. *) aberfaanpt fOr 78,739 Personen vor* 
merkt (8148 P. im jabtifehen Dorehscbnitte}, d. i. angefibr %« 
•Her TodesfbUe oder genauer 1,^ Proc. In den 3 Jahren von 
1841 -^43 inel/ stieg die 2ahl der Ternngiaekten aberimni»t auf 
r8,S68 (6,193 P. imjabri. D.), d. i. etwas Ober %o eRer Todes« 
falle oder 1,^ Proo.; davon geh8rten 14,302 dem minnlichea 
vad 9978 dem weibKehen Gesehlecfate an« Die Vergrdssenitt^ 
ist jedoch hier zu on wesentlich, um hervorgehoben zn werde«, 
weil die in der Anmerkung unten angegebene, am 3 Jahre früher 
angefingen, fanßsehnj&hrige Periode wiederom ein noch grosseres 
Dorchschnittsverli&Itniss gew&hrt, also ein starkes Sehwanken nach 
den einzelnen Jahren anzeigt, überhaupt diese UngiacksfUle zu sehr 
von zufälligen Umstanden abh&ngig sind, nm auch bei längeren 
Durchschnittsperioden eine entsprechende Aosgleidning zu er- 
langen. Nach den Provinzen sind die an den Seekfisten liegen«- 
den am sttrksten diesen Unglflcksfailen ausgesetzt, wea jahrlich 
eine nicht unbeträchtliche Zahl von Kü8teabew(^ttern in ih- 
rem Berufe als Seefahrer und Küsteofischer unterliegt: daher 
stfliiaa ia diesem Vedaste an Uenschealehea veiliaUniasaass^ 
Pfousse» und Pommern »weimal so uagOnstig als ü» Rheinpm* 
Yinx, SeUesiea «nd PoMa. Detaelhe CJmnd «nd aanaefdem taoeb 
die verschiedonartigen mü henoniefer Wagaiss des Letbeas vor» 



*) In dM la Jabrai,, 44« mM 1890 anlanae« and mit 1834 tedl*: 
ca% wer 41« üwBtmmmM der eines gewaMasmon Todes 'versterbe«» 
mm Personen 9%fi^ 18718 I» jabrlMea Dor^MdmitteX, damater 
«5^7 m^nnL und 90fi» wlbk Oeed ri aebte» d. k ^Ut der CMIorb^ 

dieser Perlode Cd,457,200 TodesfiUe) oder 1,^ F^ci. 



2199 Der Pr«iia»i«eli# 4t««t^ 

ksi^en B«seb&(tigiHigeii miiiaUelKft CkMfchteM« visHriM8|«o 
^i99k hei ime^ VnglM^fW^ß eine süili^re Bal^eiägong du« 
mUnsliGtieii Gescbl^chto gtg^ d^ weililictH9,.d. h« etwit wie7;9y 
oder mitw lOO aolober Unm^e einea gewMa^m^tk Teilos kmmm 
77 aof das m&nolicbe and 23 auf da« weibliche. 6efc|iJeobt. 

Geben wir nun von dieaea aUgemeinen BevOlkcmngsver* 
b&Unissen aod ihrer gegenaeitig^en Bewegung durch Fort^ea- 
zaog und Absterben, zu der anziehenden Vergleicbang der 
stf^dtiachea und ländlichen Bevölkera^g über» so wenjea 
wir hiebe! vonsugaweiae allgemeine Materialien nioderzulegea 
haben, auf welche wir in den sp&teren §§. sowohl bei den eiaK 
zelnen . Zweigen der Cnltur wie der Verwaltung öfters zucfick- 
kommen müssen. Zuvörderst haben wir das Fortachreiten dec 
Wohoungaat&tten beider Tbeile der Bevölkerung und der 
Gebäude überhaupt in allgemeinen Ueberaichten für den gan- 
zen Staat vorzulegen, zu welchen wir aolche Jahre wähle^g 
die wir schon früher als Anfangs- oder Endpunkt^ zu anderen 
Vergleicbungen oder Berechnungen gebraucht babeu, um da« 
durch gleichzeitige Ergebnisse theils selbst darzubieten, theila 
Cur spatere Benutzung entsprechende Hülfiimitte) vorbereilet zu 



U«INP«U* 


1819. 


1828. 


1043. 


A. Oeffeatliche Gebäude 


57,623 


67,710 


76,133 


1) Kirchen, Bethauser und 






♦ 


Synagogen 


16,849 


1^919 


16,668 •) 


2) Für andere Staats- oder 








Communal-Zwecke be- 






■ 


stimmt 

* 


40,774 


50,791 


59,465 


B. Privat - Gebäude 


3,081,621 


3,366,896 


4,012,740 


1) Wohnhäijser 


1,670,805 


1,674,029 


1,874,472 



*> Wenn die Anzahl der Kirchen, Bethänser, CapeUen und Sy- 
nagogen Im J. 1643 geringer steht, als In den vorangegangenen Jai-* 
ven 1819 und 182$, so ist ^es nur seh einbar In Bezug auf die dam 
w^henmchen nkid tägUch^n ReUglonsdienate gewtdmetan Gebaudtf, 
da seit 1828 in jedem Jahre einige Kirchen neu erbaut und an Ihrer 
Bestimmung eingeweiht sind. Aber unter den filteren kirchlichen Ge- 
bitidan befanden sieh namentlich In den westlichen Provinzen, In 
Poaen ond Schlesien mehrere, die zwar noch ala Kirchen, Capenen 
oder Bethanaer aufgeführt wurden, aber achon langfe di<At mehr au 
kfrcMohen Handluiigfen gebra^eht* waren und seit dieser Seit an 
anderen Zwecken beatlmmt alnd. 



D« Pr9«ni9«ke StMt. M» 

VorrftfiihMlter'O 83^4 9t^U IM^tet .. 

Sehopi^ett 1,4^382 l,<liO,5S^I 3,098, lOf * 



■*• 



Gebäude A. und B. zusammen 3,139,144 3,434,606 4,088,873 

Für die a^aeste ZähJuqg der: Gebilude au» dem J. 184ß ^*J 
ersoheiot es iodess nothwend^g aus den oben angegebenen Be-. 
ftiehungen für den späteren 6ebri^uc^ noch dtUiUicterc Anga-? 
ben theils nach den besonderen Zwecken der äffentlicheo 
Geb&ude, theils jiach den einzelnen Aegierungsbezirkeil 
hier mitzulheUen, 

. Unter den 59,4iß5 öffentUchen Gebäuden« die zn Staats^ edet 
Communal-Z wecken, ausser der Religionsverehrung eingerichtet 
waren, befanden sich im J. 1843: 

1. Schulen für den öffentlichen Unterricht 22,577 

2. Kranken -Waisen -9 und Armenhauser 4,982 

3. für die Geschäftsführung bei der Bechtspflege und 

den Verwaltungsbehörden des Staates wie der 
Gemeinden ^«7^4 

4. zu :anderen Zwecken der Staats- und Communal- 

behörden bestimmt 26,763 

5. den verschiedenen Zweigen der Aiilitär- Verwal- 

tung gehörig ^79 

wie oben 59,465 

Nach den Regierungsbezirken, wobei wir die Stadt berlin 
wieder besonders neben dem Regierungsbezirk Potsdam (in wel- 



'f^) Diese Rubrik Ist leider Dur sehr unbestimmt und JTasst die he- 
terogensten Dinge zusammen, Mrie ein grosses Fabrtkengebätide, 
In dem Hunderte von Arbeitern ihre Werkstätte finden, neh^n einer 
kleinen unbedeutenden Mühle > einen grossen Handelsspelther nei»en 
einem unbedeutenden Vorrathsliause eines kleinen GrundHsItzeQB : 
es gewähren hier also die Zahlen für die Provinzen numerlseh sehr 
unsichere Verglel^hungspunkte für das Fortschreiten, da statt 10 
kleiner Fabrikengebäude ein einziges grosses errichtet sein kann 
nnd doch mehr bedeutet, als das Dreifache der 10 kleinen zusam- 
men; ein ähnUches Yerhältniss findet bei den Speichern und allen 
hleher gehörigen Gebäuden statt. 

**) Die Ueberslchten nach den Reglerungsbezirken sind für das 
J. 1843 In DleterlcTs Tabellen S. 14. 



4M Dmw Pr»»Mt9«li« Si«»t 

diefli iedtoeli änmn Bichl Berlb's GdUhiffo lälfbPiillftjl trMcii) 
MfMifVi» gete fcfa jswef besMidere tabelhiriMslw U^Wrateliteii fl^ 
die öfreniliohen ond PrivatgeM«de, imlMi idi bei Jene« 
DQf 4 j^etondere RaMkeii fOr Kirchen and Bethinpcr» fir Unter- 
flchUanstftlten, mtrde VeipflegnngSAnntiitten and Geb. fQr Staat»- 
und Commonalzwecke (woranter ich die oben anfgefOhrten ar. 
S, 4 a. 5 rar ReehUpflege, innere VerwaHnng, Oemeinde^Verw. 
und MiHt&r-Vefwaltong snsamnieafliaAe) aQl)i:eBtellt, bei den Pri« 
vafgeb&aden aber die drei obengenannten Rnbrücen vottefimfl^ 
anfgeftthrt, nnd aoaaerdem bei den Wohnfaiiiaeni zagleich das 
VerhMtniM derselben auf eine Qnadratmeile des Plieheninlialta 
jedes Regieningsbeziriui (nach den tab. Uebersiehten oben 8. Ml 
bis 109) berechnet habe und aus Dieterici (a. a. O. B. 44) die 
Berechnung der Betii'ohner auf ein Wohnhaus MnzufQge* 

A. Oeffentliche Gebinde am Schlüsse des J. 1843. 

F. andere Zweige 
Kirchen and Unterrichts* Milde Verpfle- d. Staats and 
Regbeznie. Bethlaser. anstauen, gcmgsanst« Comnmnal-Verw. 



{ 



1. Königsberg 


447 


1535 


f84 


1461 


t. Gumbinnea 


136 


1071 


M 


454 


3. Danzig 


M€ 


583 


m 


1690 


4. Marienwerder 


540 


1023 


^ t28 


699 


5. Posen 


681 


1120 


266 


745 


6. Bromberg 


400 


620 


35 


818 


7. Stettin 


782 


1070 


129 


1132 


8. Cöslin 


454 


974 


71 


459 


0. Stralsund 


160 


335 


103 


377 


[ X« Berlin 


32 


56 


43 


400 


10. Potsdam 


1334 


1405 


233 


4304 


IK Fiai^urt 


901 


1264 


159 


2521 


1%, Breslau 


054 


1453 


894 


1554 


13* I#i09nitat 


786 


1237 


690 


1474 


14 Oppein 


734 


923 


171 


911 


15, Magdeburg 


162» 


II3S 


30O 


2077 


I0« Merseburg 


1164 


1343 


941 


2489 


17. Brfttrt 


505 


511 


85 


1898 


18. Mflfister 


345 


476 


137 


774 


19. Minden 


386 


500 


26 


673 


20. Arnsberg 


796 


733 


42 


1132 


2L Colin 


549 


424 


32 


729 


22. DOsseldorf 


591 


745 


115 


1172 



D^r Pr«ttitiMii» Statt. 401 

Kiriiheniiiul Unterrichts- Milde Verpfle- d. Staats- und 
Begbe74r!ke. . Bßtiiäus^r. aastalteo« gm^anst, Cummuoai-Verw. 



23. Col^lenas 


946 


839 


24 


1320 


24. Aachen 


615 


474 


40 


760 


05. Trier 


995 


826 


16 


1104 


der ganze Staat 


16,668 


22,577 


4,982 


31,926 


n. liüDarchschnitte 










auf 1 OM. *) 


V 


4,** 


0,»» 


6,*^ 


und auf je 10,000 










Binw. t) 


10," 


14,*» 


3,*« 


20.«' 



*) Nach dem FUclieninlidUe besitzen demnach iui gotte^diejist- 
Uchen Gebäuden wenig;er als das Purchschnlttsverh&ltnLss folgende 
BegleruDgsbezirke; Königsberg, Gumbinnen (3 bis Omal weniger); 
Danzlg, Marlenwerder, Posen, Broniberg, COsUn und Stralsund 
(um die Hälfte oder den dritten Theil weniger). Pem Durch- 
scbnlttsverhftltnlsse entsprechen hierin und übersteigen es jiur un- 
wesentlich, oder bleiben In demaelben geringeren Grade juirttck: Stet- 
tin, Potsdam, Fjrankfurt, Breslau, Liegnitz, Oppeln, Hünster un4 
Minden« Dagegen haben beträchtlich mehr als das Durohscbnittsver- 
hältniss bis auf das Doppelte desselben und in noch höherer Steige- 
rung Erfurt, Aachen, Colin, Coblenz, Trier, Düsseldorf, Arnsberjp, 
Merseburg und Magdeburg. Hiebet wirken allerdings, ausser der re- 
lativ starken Bevölkerung dieser Begleruugabezlrke, die kleineren 
Capellen und die Synagogen In denjenigen Landesthellen, In w«l- 
ehen die Bevölkerung überwiegend der Bömlsch-KathoUschen Kirche 
angehört oder eine relativ starke Beimischung von Juden besitzt, 
auf die Yergrössernng des Zahlenverhältnisses sehr be^deutsam ein, 
wenn gleich eine grosse Anzahl dieser gottesdlenstlliohen Häuser mit 
der Bildung einer für jslch bestehenden Gemeinde nU^ht nothwendlg 
verbunden Ist. Für die Provlqz Sachsen ist überdies auch bei den 
Evangelischen Glaubensgenossen die grosse Zahl der FlUalkirehen 
besonders zu bemerken. — Ein ganz anderes Verhältnlss von weit 
grösserer Annäherung untereinander und doch In recht verschiedenar- 
tiger Reihenfolge erlangen wir dagegen für die Unterrichtsanstal- 
ten, wenn wir die einzelnen Regierungsbezirke mit dem nach dem 
Flächeninhalte für den ganzen Staat berechneten Durchschnittsver- 
hältnisse vergleichen. Sachsen, Westphalen (mit Ausnahme von 
Münster) und die RhelnprovLuz für alle Reglerungsbealrke, stehen 
auch hierin so günstig, dass sie daa DurchschnlttsverhäUnlss übcr- 
Schabcrt't Statistik. VI. 26 



40S Der Preuititehe Staat. 

B. Privatgeb&ade am Scblosso des Jabr»8 1849. 

Bwhn. Fabrk.,MfihL Stille, SdMra. 
RegieniBgtbesirfce Woluriiloter • I Qa. «. l Htm «. Verrathall. o. Schoppea 

1. Königsberg 79,379 194/ 10" 4,486 104,075 

2. Gumbrnocii 65,095 2I8,» 9," 6,800 96,17V 

3. Danzig 38,855 255,« 9,«' 2,184 32,240 

4. MaricDwerder 62,698 196,* 9," 2,757 75,440 

5. Posen 86,040 267,* 9,*« 5,783 131,972 

6. Bromberg 41,156 187,» 10," 2,933 63,234 



scbrltten baben, aber die meisten nar am wenige Procente böcbstens 
bis 23, Sacbsen, Düsseldorf und Coblenz allein um 30 bis 45 Proe^ 
und nur Breslau siebt nocb bdber fast um 50 Proc. ttber das Durcb- 
scbnittsverbältDlss, Liegnitz Ist nlcbt weit davon entfernt. Die 
Mark Brandenburg und Pommern sieben mit Sacbsen gleicb. Die 
Provinz Preussen erreicht fast das Durchscbnitisverhältnlss, der Re- 
gierungsbezirk Königsberg steht darin am nächsten) Marienwerder 
und Gambinnen sieben darin am weitesten zurück, eben so Posen* 
Bromberg und Oppeln. Docb mehr als diese allgemeinen Zablen 
werden diese Verbfiltnisse im 9. 12 bei der Darstellung der Lehran- 
stalten auch in Bezug auf die provinziellen Verhältnisse erläutert 
werden. 

t) Nach dem Verbältnisse der Elnwobnerzabl wird das Durcb- 
scbnltisverbälinl^s In keinem Regierungsbezirke so stark zurückge« 
lassen oder andererseits überschritten, wie nach dem Flächeninhalte, 
da nur der einzige Gumbinner aucb bfebel viermal so wenig Kir- 
chen] und Beibäuser besitzt, als nach dem Durcbscbniiisverhält- 
nlsse auf ihn treffen würden. Dagegen fehlt dem Königsberger nach 
demselben etwa nur die Hälfte, eben so dem Danzlger. Marlenwerder 
und Bromberg erreichen scbon das Durcbschniitsverhäliniss, Posen 
bleibt nur wenig zurück, eben so Cöslln und Stralsund. Breslau, 
lilegnitz und Oppeln bleiben dagegen in dieser Beziehung unter dem 
Durcbsobnittsverbältnlsse, und kein einziger Reglerungsbezirk er- 
reicht das Doppelte des Dnrcbschniitsverhältnlsses; Trier, ErfUr^ 
Merseburg, Aachen und Arnsberg stehen nocb am böcbsten. — Für 
die Unterricbtsanstalten wird schon die einfache Verglelebung 
beider Uebersichten nocb leichter die Verschiedenartigkett der Ab- 
stufung nach dem Durchschnittsverhälinlsse zeigen. Schlesien und 
Sachsen nehmen hier die Spitze, nächstdem Königsberg, Marien- 
werder, Brandenburg und Pommern; dagegen bleiben hierin die west- 
lichen Provinzen zurück und die Mehrzahl ihrer Regierungsbezirke 
erreicht nicht einmal das Dorchschnittsverhältnlss. 



.Der Pretts«isclfr». StMil* 40t 

Reglerunftbezirke Wohohluser •. I Qm. • 1 Haas a. Vorrathsh. u. Schoppen 

7. Stettin 52,759 222,« 9,*» . 2,648 67,004 

8. Cöslin 42,386 167,* 9,^* 2,215 53,395 

9. Stralsund 17,680 223,^ 9,«* 1,191 18,132 
f Berlin 16,35612,878,^ 21,«* 445 5,708 

10. Potsdam 85,091 223,' 9,** 4,995 131,800 

11. Frankfurt 96,840 275,* 8,'* 9,528 147,151 

12. Breslau 134,057 540,» 8," 11,725 99,090 

13. Liegnitz 131,231 523,» 6,**» 4,902 100,984 

14. Oppeln 118,888 487,» 7,«« 10,380 91,550 

15. Magdeburg 79,701 379,» 8," 2,925 116,201 
16: Merseburg 94,112 498,* 7,*» 2,643 155,502 

17. Erfurt 47,284 763,* 7,«> 1,222 60.851 

18. Münster 04.160 485,' 6," 7,390 35,637 

19. Minden 63,959 668,' 7,®* 5,721 22,647 

20. Arnsberg 69,603 497,' 7,^ 6,361 40,238 

21. Colin 71,713 990,» 6,^* 1,333 77,836 

22. Dusseldorf 106,983 1088,' * 7,»* 4,658 86,210 

23. Koblenz 75,360 685,* Ö,**» 2,198 115,846 

24. Aachen 62,642 827,» 6,*^ 1,642 40,547 

25. Trier 70,445 537,' 6,'« 2,096 58,640 

ier gaMsefitaat 1,874,472 368^* 8,''» 110,161 2,028,107 
II. ünBtitebscbiiitte 

Mf I QM. . . . 368,* 21 ^"^ 399,' 

Bs bleiken flitthin in Bezug aaf die vorhandenen Wohnh&ii* 
•er nach ihrer Vertheilung aaf den Fl&cheninhalt, die vier 
dffentlichen Provinzen Preassen, Posen, Pommern und Branden- 
burg unter dem Durchschnittsverh&ltnisse, da von Berlin, ala 
dem Concentrationspunkte de« ganzen Staates hier nicht weiter 
die Rede sein kann. Dies Verhältnisa musste sich aber a«ch 
ala ein ganz natüilioheft aas der oben sofaoa n&her erl&uterten 
relativen Bev5lkerong der einzelnen Provinzen ergeben. Schle* 
cden^ Sachsen und die beiden westiiohen Provinzen übersteige* 
in allen ihren Regierungsbezirken sehr bemerkens^'erth das 
Durchsofa'nittsverh&ltttiss; Dtissieldörf und Cdlin fast um das [drei- 
fache, mehr als das Doppelte bat nur noch Aachen, un4 Brfbrt 
n&hert sich stark demselben. Cöslin hat die unterste Stufe ein«^ 
genommen, wie dies nach der relativen Bevölkerung erfolgen 
Musate, Brotnbefg, Königsberg^ Marienwerder^ Gumbinnatt^ Pots*^ 

26«» 



104 D«c PrftUfttiteh«. ttaat. 

dMH, SfMiiMii Mä Stet^ Hbtehen dfiesem Reg^es. raykelMt wm 
scfawtchsten, in der ReihenlTotge von dem ^ertpgeren tu dem ^{«w* 
ren Procentsatze. — Nach der Bewohnerzahl, die auf ein Hans ver- 
theilt ist, haben die drei westlichen Provinzen (Sachsen eingeschlos- 
sen) und die beiden ScUesischen Eegierungsbezirke Liegnitz und 
Oppeln die geringere Bewohnerzahl, was jedoch nicht immer 
auf die geräu/nigere Wohnung schliessen l&sst, wohl aber auf 
den wohlfeileren und dauerhafteren Bau aus Bruchsteinen, ge- 
gen die Holz- und Lehmgeb&nde in einem grossen Theile der 
Östlichen Provinzen für die niederen Volksklassen. Zwischen 
6,^ und 8,*^ Bewohner kommen hier nur durchschnittlich auf ein 
Haus nach den verschiedenen Regierungsbezirken: In den übri- 
gen Provinzen ist das Durchschnittsverh&ltniss ziemlich an- 
nähernd zwischen 8,^ und 10 Bewohner auf ein Haus, nur in 
den Regierungsbezirken Bromberg und Königsberg wird dies 
Verhältniss noch ein wenig überschritten bis 10/ Bewohner für 
ein Haus. Dass in Berlin bei der eigeolhümlichen Bauart der 
Häuser, der Masse der grossen Geb&ude und der zusammenge- 
drängten Volksmenge selbst das Durchschnittsverhältniss 21,^^ 
Einwohner auf ein Hans gewährt, bleibt für eine so grosse 
Hauptstadt bei der erklärlichen Beschränktheit des Raumes keine 
auffällige Erscheinung. 

Das Verhälmiss der städtischen Bevölkerung zu der des 
platten Landes dient znr Erläuterung vielfaoier Bcsasrahinge« 
sowohl der einzelnen Zweigen der Ciiltur und des inneren Ver» 
kefats, ^1s auch der allgemeinen und besonderen Biritftiltmg des 
politischen Lebens und der Stellung der verschiedenen Stände 
zu einander. Das fimporblühen der technischen Cultur, der da- 
durch verstärkte Aufschwung des Hand^sveiicehra, die grössere 
Vertheiluttg dei^ Volksvermögens unter die predncirenden Clas- 
ien, die dadurch bedingte allgemeinere Theilnahme an recht ver*' 
achiedenartigen Absfuftingen des Wehistandes wird dem Zu» 
«ammenwohnen in Städten, wegen der davon abhängigen vielsei- 
ligeren Bequemlichkeiten des bürgeriioben Lebens, einen grösse- 
ren Zndrang verschaffen, also ein rascheres Steigen der Städte 
sehen fievölkernng gegen die des ganzen Landeis bewirken. Dien 
wird so lange fortgesetzt werden, als sich jener blühende 2«* 
stand erhäH und noch nicht ganze Landschaften zu einem soK 
•cfaen Zustand der höchsten materiellen Entwickelung gehmgt 
-sind^ das« das plaUe iäBoad 4urch die Masse d«r trenachharten 



Dm Pff«itnUoli« Slftftfc 40ft 

gnmm m4 iritOMmi 8Mle uml ihr* wnrMfUliglM Chnna- 
Bi6ftlicMiMiilt«l «r flieh selM flino «IftMadbA HntfliMmg g«wc»r 
nea hat, «14 kom^fli BflMrMM# »ehr Bfliin giflbt, ffir bMtkmt« 
VerhftltniMe des geaelUgeii «der g«WMrfo]iofaeii Lebens die Am^ 
eiedekiiiir in St&dten vorsnuiiehen *), Bi^hin wird ein «ehr fe* 
Pttitee Verhältnisfl der eft&dlieoheQ Betilkerang liegen die l&ftd*r 
liehe (wean e. B. jene weniger als dea fftaHen Thei 4er gaa«r 
aea Velksaiasse aoaaiaohO kein g QastigM Docvaient fAr dia 
aastibade der teobniiehea Caltar und aiaes vielseiligea Handela* 
rarkahrs gewfthren, dagegee wird eia fortdaaerades Foft»* 
aehreHeo der stkdtischaa BavAlkemag, dea laiadesteaa nicht hia** 
ler dam AirchiehairtHehea Siawaehaa dar Bevdlkeraag für das 
Ifama Land aurOofcWeibly wohl aftUeo aadars. als an eiaem gOa^ 
allgaa Urtbeila Ober die aH g ea wto e Batwiekeüwg der CaUar» 
«istiaie dieser Landeatheüe bereehtigeai 

Dia VflitUlBiasaahlen der Ihadlichea wU stidtfadMa Bev«^ 
fcamag ffthrea naa s«it 1817 fir daa Preitssiaehan 8laat a« 
aacfastatMadea Brgahaitsen 'f'*)! 

Volkszähl. 181 7. ünt. 10,OOOE. Volkszähl. 1881. Unt. 10,(K)0E. 
filt&dtebewofaner 3,895,818 2,748 3»592,955 2^758 

l^aadbewehner 7,040,75S f,292 9,446,805 7,244 

aimmia^ 10,530,571 lO^OQ 13,038,900 10,000 

VolicszähL 1837. Uot 10,000{:. V<dtosähl 184a. UbC lO^OOOJS. 
«Mtehewobaer 3,894,490 :{.734 ik^lß^Al^ 2,750 . 
Madbewohaer 10,343^929 7,290 ll«208>352 7,244 

zasammen I4,098;I25 10,000 15,471,705 lü,000 



.*) Nan könnte z. B- ein^e liaadfebsHten la JSaglaad, dea Nie- 
derlanden and Belgien anfttbren, wo durch einen ftluüicben Sl^sUud 
der gQnetigeten EntwickeUing |ver80h|ed9qer Zweige des Industriel- 
len Lebens der Unterschied zwischen der Stadt und dem platten 
Lande aufgehoben Ist, und dadurch bei der Vermehrung der Bevöl- 
kerung auch die Motive zu einem rascheren Stelgen für die stftdtlsehe 
gegen die ländliche weggefallen sind. 

**) Die Militftrbeyölkerung ist, wo nicht ausdrücklich das Gegen- 
t^etl bekauiU war, zu den S^dtbewebn^rn gerechnet, und jedenfidis 
sind wohl kaum mehr eis 1500 bis }999.Persenen, die in 4er MUI- 
Orbev^HK^rung mAgesftblt senden, la irgend Einern #abre ^r nicht 
städtischen Bevölkerung KUr 4ea gapaent J9ti^ b«la«sebrelbeii. Pieterlsi 



406 Der Preuttitebe Staat. 

Vergleicliea wir diese vfer VefMltaine eliiie alle wei- 
tere Beziehofl^ mit elneiktor, so würde nur ein sehr wenlif stAr«- 
keres Fortsehreiten der stidtisohen Bevdlkenia^ gegeo die l&ad«- 
liehe sich bemerkbar machen, das nicht Aber 0,^Pree. fQr dee 
ganzen Zeitraam von 26 J. (Dec. 1817 — 43 inci) hinausgekom- 
men ist, and welches sogar im Jahre 1837 auf die entgegenge- 
setzte Seite zurückgetreten war. Aber abgesehen daron, dass 
überhaupt das Verh&ltniss zwischen beiden Arten der Bewölke- 
rang im Preussischen Staate schon 1817 ein recht gOnsliges für. 
die technische Cultur und den inneren Verkehr zu nennen war, da 
die städtische Bevölkeraag bereits damals anf mehr als ein Vier- 
tel der GesammtbevOlkernng sich festgesf eltt|batte, und es deshalb 
schon an sich sehr vortheilhaft erscheint, weiM bei dem eefar ra- 
schen Fortschreiten der Bevdlkening dieses Staates, namentlich 
In den relativ schwacher bevölkerten und in der technischen 
Coltur weniger blühenden Provinzen (Pommern, Preossen, Po- 
sen), die stidtische Bevölkerung nur gleioben Schritt mit der 
allgemeinen Vermehrung halt; so ist In diesem Zeitraum noch 
durch die Gesetzgebung (vgl. otb« 6. 154 — 56) veranlasst wor- 
den, dass die Zahl der Städte sich selbst aoflaUeiid vermindert 
hat, also die erhalten gebliebene städtische Bevölkerung auf we- 
niger Städte zu ver (heilen ist. Denn die Zahl der Städte war 
mit Ausschluss des Ffirstenthumes Neuenburg und Valendis 1821 = 
1027; 1831=983^ 1837*) = 972; 1843 = 979 und 1846 = 981: 
es war noch eine weit grössere Zahl der früher als Stsdte gel- 
tenden Gemeinden aus der Classe der Städte ausgetreten, aber 
dafür hatten andere durch die technische Cultur gehobene Ge- 
meinden die Anerkennung als Städte nach dem Gesetze über die 
ständische Vertretung sieh erworben, viie ich dies durch die 
namentliche Angabe der betre/renden Ortschaften S. 154 — 56 
ausführlicher erläutert habe. 

Nach den einzelnen Regbezirken betrachtet, gestaltet 
sich Indess das Verhältniss beider Bevölkerungen sehr wesent- 
lich verschieden unter einander, je nachdem die Pflege der phy- 
sischen oder der technischen Cultnr In einem oder dem anderen 



glebt In dAD Tabellen für 1843 1676 Ind. an, die in der Volkszäb- 
luii^ für das platte Land mitbegriffen waren. 

*) Obgleich noch durch den Ankauf des Fürstenthums Lichten- 
berg die Stadt St Wendel hinzu gekommen war. 



Der PrettSBische Staat. 407 

Regierangsba^irfce vtrtomeht, wio diea de«Uaoli ans der von 
Dieterici a. a. O. S. 30 gegelbenaD Tabelle hervorgeht: 

Provlnaen «. Hegierungsbea. Sttdtbewoli. Lmadbewoh. M^ LJndbJST' 

I. Preussen 501,662 1,904,718 380 

I. Königsberg 206,901 615,045 297 

% Gambinnen 67,165 552,388 822 

3. Danzig 111,685 275,621 247 

4. Marien Werder 115,911 461,664 398 

II. Posen<^) 343,890 946,297 275 

5. Posen 242,621 614,609 253 

6. Bronberg 101,269 331,688 328 

III. Pommeru 311,441 794,909 255 

7. Stettin 165,866 351,656 212 

8. Cöslin 85,249 327,857 385 

9. Stralsund 60,326 115,396 191 

lY. BrandeDburg 864,470 1,070,637 124 

10. Potsdam '*'''') 626,386 508,049 81 

11. Frankfurt 238,084 561,688 336 

y. Schlesien 581,973 2,366,911 407 

12. Breslau 272,037 845,167 311 

13. Liegnitz 171,610 720,446 579 

14. Oppeln 138,326 801,298 420 



*) Das Verbältntss des Grofisberzogtbams Posen bietet bier aller- 
dings nacb den elgencbttmllcben NationaWerbftltnlsseB und seiner 
frttberen politlscben Entwickelang eine besondere .Veranlassung zu 
der Bemerkung: dass es uageacbtet seiner sebeinbar grossen stadtl- 
scben Bevölkerung doeb innerbalb seines Umrangs weit stärker die 
Interessen der pbysiscben als tecbniscben Cultur gefördert siebt. 
Denn von seinen 145 Städten (mitbin ttber ein Sieb entbell aller 
Städte im Preussiscben Staate) sind 06 oder fast die Hälfte, die 
weniger als 1500 Elnwobner baben, und darunter befinden sieb wie- 
der 37 Städte, die nocb unter 1000 Elnwobner zäblen und grdssen- 
tbeils von Ackerbau leben. Die Ertbeiinng von städtlscben Recbten 
diente aber frQberbin den grossen Polniseben Grundbesitzern, denen 
diese Städte geborten, sowobl zur Yermebrung Ibres Einkommens 
wie zur BeMedIgung ibres Stolzes. 

'^*) Der Regbezlrk Potsdam ebne Berlin bat nur 273,237 Städter 
und 508,049 Landleute, d. I. auf 100 Städter kommen 186 Landleute. 



408 Der Preussitehe l^iiiat. 



VI. fikidiseii 


004,180 


1,079,720 


179 


15. Bfagdeborg 


348,500 


398,826 


160 


10. Merseburg 


243,887 


457,150 


187 


17. KrfüH > 


Ill,7d9 


223,744 


201 


VIL Westphalen 


317,061 


1,104,382 


349 


18. Müoster 


86,582 


332,183 


384 


19. Minden 


88,684 


364,193 


411 


20. Arnsberg 


I4I.7Ö5 


408,006 


288 


VIII. Rheinprovinz 


738,730 


1,940,778 


203 


21. CöUd 


127,192 


338,171 


266 


22. Düsseldorf 


347,943 


503,513 


145 


23. Coblens 


101,335 


388,665 


384 


24. Aachen 


102,544 


291,907 


285 


25. Trier 


59,816 


418,522 


700 



Im ganzen Staate 4,263,413 11,208,352 263 

Die städtische Bevölkerung erscheint demnach in den Pro* 
vinzen Sachsen, Brandenbarg, Pommern und in der Rheinpro- 
vinz am stärksten. Aber das Durchschnittsverhältniss hinausge- 
hend, in der Rheinprovinz vornehmlich för den Regierungsbe- 
zirk Düsseldorf, mithin in denjenigen Theilen des Staates, 
wo die technische Cultur und der Handelsverkehr am weitesten 
vorgeschritten sind, und dadurch am einflussreichsten auf die 
Concentrirung der Volksmasse in grösseren und mittleren Städ- 
ten einwirken. 

Die Flecken, Dörfer, einzeln stehende Vorwerke, Meie- 
reien und Höfe werden in den gegenwärtig bekannt gemach- 
ten statistischen Tabellen nicht numerisch angegeben. Im Jahre 
1819 wurden 184 Flecken gezählt, und ihre Zahl ist seitdem 
durch die aus dem städtischen Verbände ausgeschiedenen Com- 
munen (s. S. 154 — 56) vergrössert, wenn gleich auch ander- 
seits wieder einige Flecken durch ihre grössere Entwickelang 
in die Reihe der Städte übergegangen sind'*'); so dass jetzt 
mindestens 250 Ortschaften als Flecken im Preussiscfaen Staate 



*) Es sind aber seit 1823 nicht blos Flecken, sondern anck meh- 
rere Dörfer, namentlich im Reglerungsbeeirk Düsseldorf, als Städte 
anerkannt, während wohl alle früheren Städte, die jeUit nleht mehr 
als solche gelten, den Flecken belgereehaet werdaK 



l^ei^Det werden mftsMih Die XML der Dörfer, YDrwerk«^ 
einzelnen Beintsiioi^en u. & w^, die einen besonderen Nimen f&r 
sich fuhren, betrug im J. 18i0 07,375, ist aber seit dieser Zeit 
tbeils darch viele Abbsaten in Folge der Ausfabrimg der Ge^ 
set^e über die Regulirang der bäuerlichen Angetegenheiten in 
den östlichen Provinzen, theils durch neue Anisgen auf urbar 
gemachten Landereien noch ansehnlich vermehrt, so dass sie ge- 
genwartig über 69,000 betragt *). Die volkreichsten Dörfer fin* 
den sich in. Schlesien, der Rheiu|irovinz und in Westpbalen. 
In Schlesien und namentlich in dem Regierungsbezirke Breslau 
(den landiäthlichen Kreisea des Gebirges) hat die technische 
Cultur auch eine sehr allgemeine Verbreitung in den Dörfern 
gefunden und Dörfer mit einer sehr starken Bevölkerung hervor- 
gebracht, wie Langenbielau (mit 13,000 E.) und Peterswal- 
dau (mit 7000 Einw.), beide im Kreise Reic|ienbach, die leider 
durch den Arbeiteraufstand im Juni 1844 eine allgemeinere Auf- 
merksamkeit auf sich gezogen haben 3 ferner P ei lau in demsel- 
ben Kr. Reichenbach mit 4,700 E. und Schreiberhau im Kreise 
Hirschberg mit 2,600 B. — In Westpbalen finden wir noch die 
grossen Dörfer, in welchen die Höfe nach alt Germanischer 
Weise rund um die Gebäude den Acker haben und in dieser 
Weise sich bis auf eine Meile in die Lftnge und noch darQbcc 
erstrecken, wie Hille mit 2,800 B. im Kreise Minden, Senne 
mit 1,900 E. im Kreise Bielefeld, Senden im Kreise Lüding- 
hausen (Regbez. Monster) mit 2,300 E. u. m. a. In der Rhein- 
provinz sind vorzugsweise in den beiden für die technische Cul- 
tur und die mit dem Bergbau zusammenhangenden Gewerbe ausge- 
zeichneten Regierungsbezirken Aachen und Düsseldorf stark be- 
völkerte Dörfer: so in jenem Bardenberg im Kr. Aachen mit 
1500 Einw., BracheTen mit 2000 Einw und Uebach mit 1456 
Einw. im Kr. Geilenkirchen, Lövenich mit 1850 E. und Holz- 
weiler mit 1460 E. im Kr. Erkelenz, Rötgen mit 1,900 E. im 
Kr. Montioie. Im Regbez. Düsseldorf sind im Kr. Elberfeld die 
Dörfer Rittershausen und Wichlingshausen, jedes mit 



*) Die Rbelnprovinz hatte nach der Zäblung Im J. 1840 765 
Bürferneisterelen mit 3637 Gemeinden. Jede Stadt, Flecken und gros- 
ses Dorf bildet eine Bürgermeisterei für sieb allein; mehrere klei- 
nere Gemeinden, oft drei bis 4, oft zehn und darüber bilden ge- 
meinschaftlich eine Bürgermeisterei. 



410 Der Pre«ssische Staat. 

»ehr als 1900 B«, Monbeioi im Kr. Solmgen mit 1450 B., Hamm 
im iur. DllsseMorf mit 1950 B., Saarn mit 2100 B. and Holt- 
liaasen mit 1300 B. im Kr. üoisbargf, Brfkneo mit 2150 B. 
im Kr. Rees, Keppeln mit 1600 E. im Kreis Cleve and Inrath 
mit 1750 B. im Kr. Crefeld.— 

Unter den im Decembcr 1843 vorhandenen 979 Städten^) 
in den seht Provinzen gieht es nach der VoIkszUblang dieses 
Jahres 6 mit mehr als 50,000 Einw.**), überhsapt mit 732,027 B. 
14 mit 49,000 bis 20000 Binw, „ „ 444,748,, 

38 mit 19,900 bis 10,000 B., überh. mit 492,955 „ 





232 „ 9,900 „ 3,500,, 




„ 1,254,427 „ 




299 „ 3,490 „ 2,000,, 




„ 790,665 „ 




304 „ 1,990 „ 1,000 „ 


' ' • 


„ 466,336 „ 




69 „ 999 „ 600,, 




„ 56,934 „ 




17 anter 600 Einwohner 




„ 8,081 „ 



zusammen 979 StUdte Aberh. mit 4,246,173«»») B. 

Wenn wir zuvörderst nach der alten darch die 8tidte-0rd- 
nung von 1808 beliebten Bintheilun/^ die Städte mit mehr als 
10,000 Binw. als grosse betrachten, die St&dte mit 10,000 bis 
3,500B. als mittlere und die übrigen als kleine, so zShlten 
J. 1843 die 58 grossen Stl^dte 1,669,730 6. d. i. 39,^'Proc. 
232 mittleren „ 1,254,427 „ d. i. 29,"^* „ 
689 kleinen „ 1,322,016 „ d. i. 31,'^ „ 

zusammen 979 Städte 4,216,174 E. d. i. 100,"^ Proc. 



*) Daao kommen ooeb die Im Jabre 1845 In den Stand der 
Städte ttbergetretenen Flecken Sieele mit 2000 EInw. und Scbleldea 
mit 1200 EInw. vgl. ob. S. 156. 

**) Bei den grossen Städten sind aber unter dieser Aufcäblung 
weder Deuz zu Colin, noch Ehrenbreltenstein zn Coblenz, noch 
Pamm zu Stettin, noch endlich Sudenburg und Neustadt zu Magde- 
burg gerechnet worden, sondern sie zählen für sich aelbst unter den 
mittleren und kleinen Städten mit. 

***) Dazu kommen noch 1 7,168 M. Genadarmerle, die Provas. Be- 
satzungen In den Bundeafeatungen Mainz und Luxemburg unddlePreua- 
sisehen Telegraphen- Beamte in Hannover und Braunaohwelg, um die 
oben angebene Zahl der 4,263,341 K. städttacber Bevölkerung zu 
erhalten. 



J 



Der Preussiseke Staat* 411 

Im J. 1837 a^yrften die 44 *) gioamm Btidle 1,947, I73E., 4, i. Z4,^''ft. 

190 mittlren „ 1,O16,»70 „ d. 1. 27,»* „ 
708 kletnen „ 1,375,396 „ d. i. 37,'» „ 

zusammen 972 S(ädte 3,639,446 „ 100,"^ P. 

Im J. 1817 zahlten die 26 grossen Städte««) 836,079 E., d. i. 28,«^ „ 

136 mittleren „ 765,936 „ d. i. 26,** „ 

862 kleinen „ 1,293,853 „ d. i. 44,^' „ 

— ■ * ■ I ■ ■■ -■ ■ ■ I - — I IIB. ■■ ■■■■ ■ ■■■ I ,11 -■ — _,,, JMm 

»Oflammen 1024 StSdte 2,895,816 E. d. i. lOO,"^ P. 

Bs haben sich mühia die klehtea Stitfte in dea 26 Jahrea, 
welche swiachen dea drei liier eafn^eftllirten Jahren liegen, be* 
tr&chtlieh vermindert, zwisofaen 1817 aad 1837 am 124 mid 
xwiaehea 1837 und 1843 wiedemm um 67, also OberbaapI oa 
J87. Dagegen haben steh die mittleren und groaaen Bü^dte nn^ 
sehnlidi vermehrt, jene sewiaehen 1817 und 1837 um 54 und 
zwischen 1837 und 1843 um 42, also Oberhaupt um 96, dieae 
zwischen 1817 und 1837 um 18 und zwischen 1837 und 1843 um 
14, also überhaupt um 32. Noch bedeutsamer tritt diese Vermehrung 
aus den numerischen Verhältnissen der Bevölkerung nach den drei 
Abtheiiangsfclajssen hervor. Von der städtischen Bevölkerung 
lebten 1817 neun Zwanzigtheile in den kleinen, nur etwas 
Qber fOnf Zwanzigtheile in den mittleren und noch nicht 
voll aechs Zwanzigtheile in den grossen Städten. Dagegea 
waren 1837 von der städtischen Bevölkerung nur etwas über 
sieben Zwanzigtheile in den kleineren, gegen secha 
Zwanzigtheile in den mittleren und schon nahe an siebea 
Zwanzigtheilen in den grossen Städten, im Jahre 1843 be*- 



*) Vgl. Hoffmann Bevölkerung 1837 S. 107. — Es waren da- 
mals nur soviel grosse Städte; es sind mithin in den 6 Jaliren 
C1837 •— 43) 14 Städte aus dem Zustand der mittleren Städte In dea 
der grossen übergegangen. Eben so sind 56 Städte in demselben 
Zeiträume aus der Reihe der kleinen Städte in die der mutieren 
fibergetreten. Also hat sich die Zahl der kleinen Städte ttberhau]^ 
um 49 verringert, und ausserdem haben 7 Flecken oder Conuaunen 
des platten Landes die Anerkennung als Städte erhalten. 

**) In dem zwanzigjährigen Zeiträume von ISIS bis 1837 Incl. 
sind mithin 18 mittlere Städte durch die angewachsene Bevölkerung 
in die Reihe der grossen und 72 kleine Städte in die der mittle- 
ren übergegangen. Wegen der Mehrzahl der 52 Städte im J* 1817 
gegen das Jahr 1837 siehe oben 8. 154 — 55. 



411 D«r Prettssiscbe Staat« 

fluideii sieli endKeb von der atütteohen Berölkermig nur »oeb 
etwas üfcer seobs ZwaDxigtheile i» den kleinen, fkai eben 
■0 viele in den mittleren und eobon nabe an aebt Zwan- 
zigtheilen in den grossen 8(&dten. War daber die klein- 
stlidtiscbe Bevölkerung im Jahre 1S17 fast noch die HUirie der 
gesammten städtischen Bevölkerung, so machte sie im Jahre 1843 
nicht mehr ein Drittel derselben aus, wahrend der An(bei] der 
grossen Städte um 11 pCt. an der gesammten städtischen Bevöl- 
kerung gewaehsea war. Gehen wir aber aif die abaototea Zah* 
Jan, aa ist die kleiostidtiaefae Bev4lkorang in aUoa drei Jahren 
mr onwesentlidi von einander verachieden, naoMailiefa ka Ao^ 
fMige und am tkliliiasa dbaei seehtvodzwannig^hrigen ZeH* 
sanms, wo die Differena ouar ans 2a,l(l3 K. bestebl immI «war 
mm Vermindemng für die ZaU im ieat Jabre Ii43» w&br«id 
m demselben Zeitabschnitte die Bevölkerung In den gtoaaea 
CMidten sich geradenn verdoppelt bat. 

Sendern wir überdies für die Jahre 1897 und 1843 die Be- 
völkerung in den sehr kleinen Städten, vrelcbe weniger als 
1500 Einwohner besitzen, und 9n welchen die Bescbafli^ng der 
meisten Bewohner denen des platten Landes gleichgestellt ist, 
a!s6-ein eigenththnlicb stIMtisehes Leben sieh nitbt entwickeln 
kann, von der Qbrigen städtischen Bevölkerung ab, so erhalten 
wir für 1837 in 263 kleiiien St&dten nnter 1500 Bfnwofaner über- 
haupt 278,913 Einwohner und t843 in 916 kleinen Städten unter 
1600 Einwoluier Oberhaupt 229,972 Einwohner, wahrend die 
Bevölkerung ia3r in den Obrigen 7o# Städten *) mit mehr als 
UMK) fcinwoboer 3,585,010 Kinwohner und 1843 in den 703 Städ- 
ten mit mehr als 1500 Einwohner 4,033,369 betrug. Es bildete daher 
die Bevölkerung in jenen kleinen Si'»dten, die am wenigsten von 
der des platten Landes nach ihrer Betriebsamkeit y*u untejTschei«- 
den ist, im Jahre 1837 nur noch 7,''" pCt. und im Jahre: 1843 
aelbst nur 5^^^ p€t. der allgemeinen städtischen Bevölkerung* 
Wenn wir daher diese Bevdlkerung der genannten kleinen Städte 
unter IMK) Einwohner selbst zu der Bevölkerung des platten 
Landes hinzurechnen, so erbalten wir schliesslich, dass die 6e- 
sammtzahl der nicht der stidtiscben Oewerbsamkeit besonders 
zugehörendeh Bevölkerung im Preussiscben Staate: 



*) Mit Hinzurechnung der jSumBfllftärstande gebörigen Bewohner. 



0#r PretoMU^be Staut» 4|9 

IMi s lMt)^&4i Riw«i«toMr 
md 18« a lt,4:i8>S90 ^ b«lni;, ab» iie Mte 
«IgeiKMInlieii »miHiMhe BevlMlmiiftit ki 4)efi StMten nH melir 
•it IftOd fiiD«'Olintr im J« 1831 fintter boImb S5,^ pCI. imi 1S4S 
s^bBt 30>''^ pCt., «Iso Ql^«r %\m VUrtfieil 4er G«saMillievM^ 
ktmiig des Steatoe auMMM^te* 

Im ByeoMen eMebeino« iRdtse in MebrtlMher BtotistieelMr 
MBieliiiiig, rar die vereeMedeMii ewelgpe der €iill«r wie der 
Terwafloag, TovKi^vwelee die f reaee« StMle voa beeeadem 
hervotMliebeiider WkiitieMit Wk mrten9eheidea bei deaeelbea 
aeob drei Abtheüuafea, sehr groue 8tidte, die «ber 6#,iM 
Kteevab&er %eeitaea, SVk4im awteoben i#,Ofta Md 20^00a md 
8«l^e awisdben 20,MI aod 1«,0Q0 Eiaweliaer» Vmi jeaer 
ersttenClaMe derfroeeaa^Bttdie^ aiii HaaptcaweaalratieaafQairtaa 
der fie¥61k»ruag, ifiaden wir iai fireaasiscitaen »hm% saoiie^ alaa 
dbea ao viel «U iai groasea Baeaiaohoa Reicbe^ aar -eiaa «reaik^ 
gar gagan idea Oestarreioiüeelien Kaiearetadt and dvai weniger 
als in Franicfeieli, aber alel^emiai weaiger «Aa i« firittiechaa 
Reicbe ia Ean^ ^egeawlrtig adt 41 IStidlea tibev »fiOO Mia^ 
w#baer.> 

l.SeTli«*) oiaiinl oadi adaer Bev^lkeffaB^ aeb aa seil 
eincai Jahrbaaderle aatar diaeea dea erslea ^Mm eia, aad ebaa 
«ett dieaeai Aeitpaakfe ist seine AevOUEerung aach beaieiicaMK» 
evarth lawh » aaf melir als das DreifMbe des Mlfaeraa Be sta ad as 
gaatie^eik kNierbalb der (ontar Friedriob Wilbelm I. »ageteii* 
gaaeo und Priedricb Wilbeüa ill. emeuertaa «ad voReadetai) 
Rtagmaaern mafasst fi^lio «iaaa Raam voo €017 Mofg. Magd» 
(0,^® QM.)j aber xom Pelizeibeeirfce der Stedt geh5f«a »ecll 
21v0dü Marg. Magd, (also sosaaiiaeo 23 ^m 7 Moig. Aiagd. ss 
ly^^ QM^ «uf deaea sobaa im Jahre 1840 887 anr Stadt gehi^ 
fige Baaser siobbefandeo, deren Zahl isswisolien mit jedem Jahra 
gegeawirtig fast vor allen Tfaoren **) sieh ansseceffdea^eb vart» 



^) Dletericl's statistische Ueberslcbt der Stadt Berlin, zuerst 
als Vorlesas^ im 'wisseascliaftltclien Tereln ZQ Verlln 1843 geüalten, 
dann tn einer ausftifhrllclieren Abhandlnng hi Aem Berliner CalendeT 
aaf dfts J. 1S44 8. laS — 280 abgedruckt. 

**) £6 glebt gegentrarxlg 17TkoMandiBaerii^b4erBtaginaHeni 
294 Strassea ntad 24 Mentilehe Plfttae «ad Mftiikte. 



414 Der Prea»ti«ebe Staat* 

Mehrt. Beriln war noob gagan 4m B«4e der ■egieniBg des 
gteeeen Kwlttreten mk eine mittlere 8tadt, dem sie KWkb^ 1680 
9800 Btawohaer. Die erste grosse Vemtirkmif der Bevdlfce^ 
niBg erfolgte 1685 doreh die Ansiedelang der wegen fieligioM- 
verfolgB«g 16S5 gefldobtelen Franzosen, vergl. ob. S. 56. Ber* 
)in wurde eine halbe Französische Stadt^ deoa Aber 6700 der* 
aetbeo fbndea hier ihren festen Wohnsits» namentMeh in der 
damals neo angelegten i>orQtbeenstadt Isn Todetyahre dea 
grosaett Karfärslea 1688 war die Bevölkermg bereits anf I7,50# 
Aeelea gestiegen. Die PraobtHebe Friedrichs I», der Giami sei*- 
Ms Bofslaats, der Hagere Aafenthalt, und die oft dacaaf felgenda 
Attsiedelang Yieler Freaidea «ad reicher Fa«Uien des Inlaadea 
ateigerlen rasch die GewerMhfttigkeit der ^tadt. iiad anssertea 
eisen soiebea Eiatass aaf die Venaehraag der Bevölkemaic der 
aehonberfihmt gewordenen ftesidenastadt, dass diese am 8chhisse 
der Regierang des ersten Köaigs im Jahre 1712 auf 61,0018 £k 
gestiegen war. Unter Friedrich WiUiebn .1. nahm die Indastrie 
Berlins, wie Oberhaupt in der i^aca Mark Brsndeabiirg, an- 
aebnlich z«i, nad die Bevftlkening der Baaptstadt hatte 1740 bereits 
90,000 8. erreicht, wovon indess fbst 20,000 K. dem MiJitairstande 
asgehMea. In gleichem Verhiltoisse^ wuchs die Bevölkeruag unter 
dar Isngen glerreichea Regieruaf^ Friedrieh des Grossen, da Beriia 
aek dieser Seit als Hauptstadt einer der fiafopäischea Gross«* 
Brikebte einen immer st&rkeren Zuflnss v€in geatesseaden ood 
gawefbth&tigen Leuten erhielt und ausserdem eia so m&chtig 
atarites Uaupt^KM^rtier der Prenssiseben IHilitainnacht bildete. 
Deaa von den 147,391 Einwohnern dieser BCadt im Todesjahrs 
Fiiedriebs II. (1786) gehörten 33,625 K. dem MHitairstande an. 
Am SeUasss der folgenden Regierung 1797 wer die Bev61ke* 
rang bis auf 165,726 Seelen gekommen, obsi^on das Militsir 
sich bis auf 26,000 K. vermindert hatte. In den ersten Jahren 
der Regierung Friedrich Wilhelms III. bis zum An&nge des 
unglQcklicben Krieges war der Fortschritt in der Population die- 
ser Hauptstadt ein noch mehr beschleuni|i^ter; sie zEhlte bereits 
1804 182,157 Köpfe, unter welchen 25,496 Personen dem Mili- 
tairstande (also noch ober ein AchttheU) angehörten, mithin 156,66 t 
Civilbewohner übrig blieben. Geringer wurde zwar in den 
nächsten Jahren, wllbrend des Krieges und der mehij&hrigen 
Abwesenheit des Hofes von Berlin, der Zuwachs der Bevölkerung, 
aber es zeigte sich doch keine Abnahme in Bezug auf die CivilEin- 






Der Preus»isehe Staat. 41^ 

W0bBer, deiMi ihr« ZiMang heUmg 1810 157,6M K. Naek ikr 
Wiederfaerstelki»gf des allgeieeiiieii FriedeM imd dem krM%en 
WiederftBfbMi des PreiSMiselien Staates als einer der fünfHaapt«- 
michte unsers Brdtheiis, cntwiokeUe sich aber wieder auf eine 
ansserordeiitliebe Weise die rasche Zunahme der Bevi^keroag 
iD der Hauptstadt, die Qherdies einea lebendigeren Antbeil an 
dem Aufsobwimg des Deutschen Gewerbeflebses nahm, als jemals 
verber, und bald selbst filr mehrere Maaufsetnren ein stark ge^ 
suchter Hauftsitx geworden war. Die Wissensehaflei», die Künste, 
die Vermehrung der schdaen uad fekierea Genilsse des geselligen 
Lebens und eine ausgebreitete BegilnstJgung des Verkehrs^ zu 
der in jöngster Zeit noch die Biseabahncn nac^ allen Seiten hin 
gekommen sind, erwetterten in Berlin den Sammelplata der 
Freanlen and gew&hrten eine neue Qu^e sum dauernden iTn- 
terbalt einer iminer mehr vergr§sserten Volksmenge. Die Ge- 
CKsmmtzahl der Civilbewobner stand: 

im Deoember 1817 auf 188,485 K. 

„ „ 18ai „ 229,843 „ 

M ,y 1837 „ 265,394 „ 

„ „ 1840 „ 311,491 „ wosu noch 18,739 K. «utti 

Milit&cstande gehörig kommen, also überhaupt auf 330,230 K. 
Es ist mithin in den lotsten 24 Jahren der Regierung Friedrich 
Wilhelms 111., wenn wir die glelchm&ssigere Militärbevölkerung 
ausser Rechnung lassen, die Volksmenge Berlins um 123,006 K. 
oder 65,^' Proc. gestiegen, d. i. im jährlichen Durchschnitte um 
5125 K. oder 2,^' Proc. — Unter der jetzigen Regierung ist 
das Fortschreiten der Bevölkerung Berlins noch in gleich star» 
ker Zunahme geblieben: denn sie zählte im Dec. 1843 mit Ein-* 
sohluss des Militär-Personals 355,149 K. und im Deoember 1844 
3li6,524 K», wonaeh gegenwärtig Berlin in Bezug auf selira 
Vf^MEaM die siebente Stadt in Buropa ist, und nnr London 
Paris, Constantinopel, Petersbuig, Neapel *') und Wien **') nach^ 



*) Die Bevölkerongf der vier zuerst g:epannten Städte steht selbst 
bei Petersburg, obschon die Bevölkerung dieser Stadt nacb der 
Zählung von 1843 etwas gesunken war bis auf 443,360 K., doch 
noch um 70,000 K. höher, kömmt also hier nicht in Betracht. Der 
Volksmenge von Neapel könnte indess die von Berlin bald gleichste- 
hen ; sie war zwar schon 1833 = 358,994 E., aber dann durch den zwei- 
maligen Eintritt der Cholera in d. Jahr. 1835—1837 mit sehr beträoht- 



416 Der Preutsiftch# Staat 

«teht Berlki Im! «eit 1817 JiMlcw» (nadi ^r ]e«s«Mi g M i Hnig 
iB43s3»7,l65 K.,wU sellist nnrnrit 0,^* Proc. in den leteten Jali- 
reo ftutseiireittitd), Lissabon (steht xwisohen 27>d^000 ond 390000 
BttU nnd Sfmichester (nach der lelaten effic. KiMang im J. 1841 
wl das VorstiMten = 308,803, Ifi.) aiiarfaolt. — Die Znmihne 
der Vaiksmeage Berlins in den 4 Jsliren Dec 18iO bisDee. 1844 
in