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Full text of "Handbuch der Geschichte der Litteratur"

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HA.1K »BUCH 

. DER 

GEl SCHICHTE 

DER 

LITTERATÜR 



Ton 



D». 1.UDWI6 WACHLER. 



Dritte Umarbeitung. 



Dritter Theil. 

Gctcbiehte der neueren Nationallitteratar. 



Leipzig, 1833. 

Verlag tod Job. Ambr. Barth. 



r 
t 



Lob dem barmhenigen Gott! er hat die Schreibfeder dem Menschen gegeben. 



Koran. 










Inh alts « Anmeige. 



Einleitung. 

I.Allgemeine Uebenicht S. 3 fiL — 2. Uebemcht de« XVI. 
XVIL XVm Jahrhunderts S. 20 fB. — 3. WisBcnschmft- 
liclie Uebenieht; NatlonaHitteratfir S. 29 f»; €el«hrfamkeit 
S. 30 ffl. — 4. UDterriohtsaüstaiten; VaMcitchulen S. 
3i 1; Gclelvte Schulen S«. 37 ffl.; UnivcrsitiUta & 42 A. — 
5. Gelehrte Geielliehaften S. 52 iffl« -^ 6» Bikcher- 
wesen: Bttchdruckerej S. 65; Buchhandel S* 66; Ceoiur S. 
68 t — 7. Zeitechriften S. 70 ffl. — 8. Bücher- 
• emmlnngen S. 81 



National r Litteratur. 

9. Italiefu Debenddilt S...99ffl,; S|i««die S, 10$ f.; Dichtkunit 
S. 107 ffl.; Drama S. 129 ffl.; Prota S. 139 ffl.; Kritik u. 
Theorie S. 153 fl. 

10. Spanien« Uebenieht S. 155 fl.; Sprache S. 157 f.; Dicht- 
knnit S. 158 ffl.; Drama S. 167 ffl.; Prosa S. 171 ffl.; Kri- 
tik n. Theorie S. 179 L 

Jl. Portugal. Uebersicht S. 179 f.; Sprache S. 181; Poesie 
S. 181 ffl.; Prosa S. 185 l 

12. Frankreich. Uebersicht S. 186 ffl.; Sprache S. 193 fl.; 
Poesie S. 196 ffl.; Drama S. 219 ffl.; Prosa S. 237 fit; Kri- 
tik u. Theorie S. 2^9 fl. 

13. Britannien. Uebersicht S. 272 fl.; Sprache S. 275 f.; 
Poesie S. 277 flL; Drama S. 299 ffl.; Prosa S. 313 ffl.; 
Staatsberedsamkeit S. 321 fl.; Roman S. 324 fl.; Geschieht- 
Schreiber S. 328 fl.; Kritik ü. Theorie S. 335. 

14. Teutschland. Uebersicht S. 336 ffl.; Sprache S. 348 ffl.; 
Poesie S. 359 ffl.; Drama S. 391 ffl.; Prosa S. 401 ffl.; Ro- 
man S. 421 ffl.; Kanxelberedsamkett S. 433 ffl.; Kritik u. 
Theorie S. 438 ffl. 



IV Inhal ti-Anieige 

15. Niederlande. Uebenieht S. 443 f.; Sprache S. 445 f.; 
Poesie &• 447 ffl«; Drama S. 453 £; Proia S. 454 t 

16. Dänemark. Uebenieht S. 454 f.; Sprache S. 457; Poe- 
aie S. 458 £L; Diama & 462; Prosa & 463 t 

17. Schweden. Uebersieht S. 465 fl.; Sprache S. 467 f.; Poe- 
sie S. 469 iL; Drama & 474 £.) Prosa S. 475 f. 

IS. Slaven S. 476 f. — Böhmen S. 477 t 

19. Polen. Uebersieht S. 479 £} Sprache S. 481 ; Poesie S. 
482 f.; Prosa S. 483 £. 

20. Rnssland. Uebersieht S. 485 £; Sprache S. 487; Poesie 
S. 488; Prosa S. 490. 

21. Ungern. Uebersieht S. 492 t; Sprache 494 £; National- 
litteratur S. 495 £ 

22. Griechen S. 498 fl. 

23. Türken S. 505 fl. 

24. Juden S. 507 fl. 

25. Ansserenropäische Völker S. 510 £ 
Verbesseningen , Berichtigungen u. Zus&tie S. 513. 



Geschiclite der Litteratnr 



ia 



dendrey letzten Jahrhunderten« 



.*, -.tA 



WiAlm BB. «. Ulf. GcM. Ilf. 



Einleitung. 



Zwar beschränket sich in den drey lezten Jahrhunderten die 
Geiduchu der Litteratur aof'Europa und auf die seit einigen 
Memcfaenaltem sichtbareren Wirkungen^ welche europäische 
G&MteJäiung in anderen Weltlheilen, namentlich in Nord- 
Affleiila herrorgebracht hat, während einst-liiteräriiche Völ- 
ker Asieos and Afrika's, sich selbst überlassen^ verwildert 
surf uBd oft kaum in trummerartigen Erinnerungen an bes- 
sere Vergaogenheit, eine, von Wenigen gesuchte und geach-* 
tete, den öffentlichen Leben entfremdete dfirftige Geistesnah- 
nzDg habeo; aber ungeachtet dieser Beengung des Kreises, 
iD velchem streng genommen wiederum nur einzelne Uanpt- ^ 
stellen als die entscheidend und allgemeiner einflussreichen 
sdilrfer ins Auge gefasst werden müssen , zeiget sich eine 
so angcheore UeberfuUe des Stoffes und eine so vielseitige 
Widiügkeit seiner wundersam grossartigen Gestaltung und - 
Beifeatoog, dass die Pflicht gewissenhaft sorgfaltiger Auswahl, 
ÜcbtToller Anordnung und urkundlich treuer Darstellung . des-» 
"^1 was, um das Grundweseü des gesummten Zustandes^ 
>^e Entstehung , seinen Zusammenhang und seine Richtung 
^ verstehen , tiefer aufgefasst und in seiner Fortbildung ge« 
^tt beaditet werden muss , als unerlässlich nothwendig er- 
idieiat 

Im Eoropäischen Geistesleben waltet eine, von vielgestal- 
^ Selbstsucht vergeblich bezweifelte und angefochtene ge- 
^ Macht vor^ welche unter fortwährendem Kampfe den 
kattiäckigsten Gegenstrebungen, künstlidien Beschränkungen 
^^ ftgenblicklichen Unterdrückungen nie erlieget, sondern 
^ümer wächst und neue Kräfte sammelt^ bald da bald dort 



4 Einleitung. 

ihre ISege feiert und lange nachwirkend fmchtbare Anerken-» 
nang findet. Diese Macht ist die sktliche Sehnsucht nach 
Wahrheit und Schönheit, der geistige Endertrag des, mannig- 
faltigen Umwandelangen unterworfenen und mit tief eingrei^ 
fenden Erfahrungen bereicherten gesellschaftlichen Zustandea 
der europäischen Staaten und der in demselben zum Durch«» 
bruche gekommenen Wechselwirkung zwischen äosserem und 
innerem Leben; durch freyere und allgemeinere Theilnahme 
an gesellschaftlichem Gemeinwohle, durch Vergleichung der 
Gegenwart mit Vergangenheit, durch hoffenden Hinblick auf 
die Zukunft, entwickelt sie sich zur Ahnung des Höheren, in 
Wenigen zu hellerer Vorstellung und den Willen bestimmen- 
der Tester Ueberzeugung; der Mehrheit wohnet sie als dunk- 
les GefBhl ein, dessen rohere Wirksamkeit vielseitigen Ver- 
irrungen und MissTerständnissen ausgesetzt seyn muss. Bey 
allen noch so unerfreulichen Veranstaltungen und Missbräu- 
chen erstirbt der an sich edle Grundgedanke nie, wenn er ein- 
mal erwacht ist 'und Eingang und Heimath gefunden hat; 
die sittliche Hoffnung, denselben bey Andern zu wecken und 
zu erkräftigen, heiliget das Leben und leitet mit unwiderstch- 
barem Üebergewicht das Streben der geistig Reiferen und 
Tüchtigeren, welbhe stets Fuhrer und Lehrer der Menge sind. 
Diese Sehnsucht nach dem Höheren und Besseren wurde durch 
Süssere Begünstigungen und innere Anregungen und Erkräf- 
tigungen verallgemeinert und gesteigert. Die Völk^rde« ferud- 
westlichen Europa waren in engere Verbindung uild *lehhaf- 
tere Wechselwirkung getreten, welche selbst durch Kriege 
befördert wurden. Gewerbfleiss und Handel, bürgerliche Si- 
cherheit, Wohlstand, Selbstgefühl und Genusslust hatten die 
Sitten des Mittelstandes verfeinert und das Bewusstseyn 
«einer Kräfte und gesellschaftlichen Rechte hervorgerufen und 
gestärkt. Gefodert und erstrebt wurde Verbesserung der bür- 
gerlichen Verfassung und, gewöhnlich in Uebereinstimmung 
mit den, ihre wahre Gefahren und Vortheile richtig beurthei- 
lenden Oberregenten, mildernde Beschränkung der Vorrechte 
und Anmaassnngen der Feudal-Aristokratie, deren gewaltsam 
errungener Besitzstand, in so weit er die gesellschaftliche 
Ordnung störet und mit dem höheren Ziel derselben unver- 
einbar ist, gegen die unveräusserbaren Rechte des als Theil des 
Staatsvereines anerkannten Volkes nur sophistisch vertheidigt 



Uebersieht 5 

wcfdcB kanb. Den Warnuiigen und Belebningeo, welche 4ie 
Gesdüdite des XYI and XVII, und in verstärktem Maasse 
£e des XVIII und -XIX Jahrh. aufstellt^ wird von Besser- 
ge&nnfen die gebührende Beachtung nicht verweigert und die 
tUgemcyiere Wirksamkeit derselben wird 4uroh die, frfiher 
oier i^ter im Hodergebnisse wahrgenemmene Fruchtlosigkeit 
des ibca nnabwreiabaren Foderungen entgegengesetsten hart- 
aacldgen Widerstandes gefördert und gesteigert; die fort- 
fichrdtende Vervollkommnung des gesellschaftlichen Lebens 
erweiset äch am glorreichsten in dem Bestreben , nicht von 
wiUcf Verzweifelang und stärmischer Leidenschaft abtrotseo 
EU lassen , was als Ergebniss der durch Erfahrung geleiteten 
Einndit^ als Wirkung weiser Besonnenheit und gerechter Mäs* 
ngang allgemeine Ehrfurcht gebieten und die Wohlthaten des 
geaeDigca Vereines su aUgemein^r Anerkennung und den he*. 
geistenett Gemeinsion su sittlich vereddtem Krafitleben erhe- 
ben soll. Unbefangene Gereebtigkeit hat 'schon Hingst dem 
Hittelstande den Vorzug in ausdauerndem Fleisse und in ge- 
meimiütager Tbätigkeit, wodurch den vermehrten Foderun* 
gen des gesellschaftlichen Bedürfnisses Gendge geleistet wird, 
und iberlegenes Verdienst um Anbau der Wissenschaft und 
Kmatj hiemit zugleich die Rechtmässigkeit seiner Ansprüche 
anf gesetxlich freye Stellung in dem durch ihn veredelten 
Slaatslebea zugestanden ; und wenn die Behauptung des Men- 
sekeBwerthes in seinen edelsten Bestrebungen keinen oder nur 
eihmnftftrtigcn, wo nicht veräehtlidiett Widerspruch zu erfah- 
ren bat, so ist von erleuchteter Staetskunst auch darüber ohne 
Vorbehalt entschieden, dass nicht Rohheit und t)ummheit, 
Abcrgiaobe nnd Vomrtheil, welche verewigen zu wollen, ein 
Verbredien gegen die Majestät der menschlichen Bestigimung 
ist, sondern wahrhaft sittlich geistige Bildung des grossen 
Haafens allein Verirrangen maassloser und ganz eigentlich 
ihierisdier Selbstsucht verhütet und gegen wilde Zerrüttoa- 
|in des gesellschaftlichen Zustandes Sicherheit gewähr#t. 

(F. ji» MaXn G. e. Cattiüon und lt. Z. BBchmr) Ditsertatioas 
■sr la qnestion extraord« proposee par l'Ac. de Prutse: est -11 
«ük an peaple d'^tre tnimpe? Berlin 1780. 4; R. Z. Becker 
fr. 8ckr. Kann irgend eiae Art von T&uscbung einem Volke sn. 
Ingfieb sepif Lpz. 1781. 8; die Accestif - Sehr. v. /• G. Gpi^ 
hmrd, Berlin 1780. 8; vi. l, Mitnmoh. Brandenb. 1781. 8; M. 



6 Einteicung. 

A, r. WinterfM Pr&fung dei* Cattillon'nchen Pr. Sehr. Berlin 
1788. 8. — /• W. Rsohe neuer Ven« über d. Grinsen der Auf* 
klärun)^. Dyiwldorf 1789. 8; CA. £. Hahnzog über Volksaufklä^ 
rung. Magdeb. 1803. 8; W. J. Teller Bejtr. eu H's Abb. über 
<1ie Aufktär. d Bauern. Berlin 1804 8 n. ni. a. — Cb. W. Dobni 
über Volkskniender und Volksschriften überhaupt; in W. Gronau 
Leben D'ft Beyl. S. 572 f. — Volksaufklärung, wie J. Moser, 
ß. Frtpkini, Dohm und die, welobe sich an ihren Ansiehton und 
Uebcnseugungcn bekennen, sie wollen und vertreten, soll auf sitt-* 
lieh reiigiös^iii Grunde beruhen, mit eben so sorgfaltiger Ver« 
nieidung eines frömoielnden Separatismus, als der Anregung und 
•Steigerung des das innere Leben aus seinem Gleiebgewichte auf- 
.«törenden skeptiaoh-dialektitdien Reflexionyermdgens. Von einer 
ao bedingten Volksanfkläning sind lediglich erfreuliche Folgen 
%n erwarten; aber freiiieh kann dieselbe nur das VITerk beharr- 
licher und während mehrer Menschenalter folgerichtig fortgesets* 
ter Anstrengungen sejn und es werden dabej Aufopferung ver- 
jährter Herkdmmitchkeitcn , Reinigungen und Umwandelungeit 
«Iter Einrichtungen vorausgesetst , welche nie übereilt werden 
dürfen, wenn der bürgerliche Friede mcht auf irgend eii^e Weiae 
gefährdet werden soll. Die besonnene und für den daiu geeig« 
neten Blick sichtbar durchleuchtende Vorbereitung des Beiser- 
werdens im gesellschaftlichen Zustande versöhnet mit der kliigen 
und kaum vermeidbaren Schonung manches veralteten Brauchet^ 
.welcher sn rechter Zeit fallen oder aufgegeben werden wird, 
wenn das, was ihn einstwellen scbütste, beseitigt ist. Nie darf 
durch Weckung eines immer unxeitigen, bald xu Dunkel und ge* 
waltthatigem Trotxe entartenden Selbstvertrauens der Glaube an 
Einsicht und gutem Willen der Regierung geschwäeht oder un- 
tergraben, nie der für allgemeine gleichartige Bildung durchan* 
unempfinglioben, einer sittlich geistigen Bevormundung ateta be^ 
diirfenden grossen Menge eine, vermeintlicb auch noch so vor« 
sichtig beschränkte Obergewalt zugestanden werden. 

So bildete sich ein grosses empfängliches Pablicam nnd 
eine von demselben ausgehende und auf dasselbe zurückwir- 
kende öffentliche Meinung, deren Unterdrückung durch 
die härtesten Zwangsmittel sultanischer Willkühr nur in sel- 
tenen Fällen, gewöhnlich mehr scheinbar als wirklich, nir^ 
gends in ausdauernder Allgemeinheit gelingen konnte. Gesell- 
schaftliche Ereignisse und Veränderungen, besonders wenn sie 
im Erfolge so bedeutend wurden, wie im XVI Jahrh. der 
Kampf der Niederlande gegen Spanien, im XVII der blutige 
Streit in Britannien über Rechte der Obermaeht und des Vol- 
kes, im XVni die Trennung Nord*Amerika*s vom Mutter. 
Staate und der Umsturz des Lehnsysteme« in Frankreich, fan- 



üebersicht. 7 

den daher aUgemelbere Theilnalime nnd hintetlieasen tiefe 
Eindracke, welche in dem bürgerlichen ood wisseDSchaftlioheo 
Leben Zwiespalt, Reibung und Forschung oder Gefühle er* 
aeagten, die als Keime Qeuer Ansichten und Betrachtungen 
«nf das folgende Geschlecht übergingen. Das Erbe der ver« 
BidirteB Ideen -Masse wird in Schriften, deren ungehenrer 
Vorrath (s. 1 . S« 38.) sich jezt kaum übersehen und von Ein- 
seinen nur xum unverhältnissmüssig kleineren Theil benutzen 
lisBt, niedeFgelegt und die Geistesbildung immer mehr, als 
Tidleidit (besonders wenn eine an sich nicht recht zulässige 
Yergleidinng des heutigen gesellschaftlichen Zustandes mit 
dem der alten Welt angestellt wird) für sittliches Gemein- 
wohl and für freye öffentliche Thätigkeit erpriesslich schei- 
nmi möclite, yon ihnen abhängig gemacht. Alles, was an Er- 
fdmnigen and Beobachtungen für Geist und Welt, innere und 
Siissere Verhältnisse und Bedürfnisse des Lebens gewonnen 
wird, Anregnngen und Bestrebungen, Rügen und Mahnungen, 
HoffiMingen and Wünsche verbreiten sich in oft zauberhafter 
Schndtigkeit durch Yermittelnng der überall eingeführten und 
in ihrer früh oder spät unaufhaltbaren Wirksamkeit wachsen- 
den Bachdmckerey; es drängen sich Flugblätter, Kinder des 
Augenblickes, oft mit diesem sich auslebend ; es kommen Zei- 
tungen und Monataschriften in Gang, welche als vollgültiger 
Brlaasfilab der Civ\lisation betrachtet und benutzt werden kön- 
neaitidnt) Wissbegierde und theilnehmenden geistigen Regsam- 
\ak iHIMta allseitige Unter8tat9sun(|ei| and Be|iiedi^ngmittel 
dai^elkdtttu 

Weaa gleich die Berechnung der Zeitacbriften bey öfteren 
Wedisdn, welchen dieselben unterworfen su lejn pflegen, stren- 
ger Genauigkeit ermangelt, so reichen doch die ▼orhsndenen No- 
tisco in so weit aus, däbs das Verhältnis! der Bildung der Staa* 
ten dnrcii Vergleiohung sieh .daraus im Al^emeinen, wo nicht 
cnaitteln, doch vermuthen Iftsst. Ni|ch A. BaUn (in Revue Enc. 
T. 37« p. 593ftq,) bearimmet sich für 1826 dieses Verh&ltniss also: 
is Amerika, welches eine Bevölkerung von 39 Millionen Men- 
sehen hst, erschienen 078 Zeitsehviften ; davon kommen auf die 
lördJicIien Vereinigten Staaten, mit ll| Mill. Mensch., 840 Z. 
(Kes-Tork, mit l,3730Qü M. 137 Z.\ Pensjlvauien m. 1 M. M., 
HO Z.; Ohio, m. ^ M, M.; |4 ^.5 Virginien, m. 1 H, ^1., 
35 %| Msssschnsets. m. ^ M. M., 35 Z.)» auf das ehemalige 
Spuiisdie A., m. I6f H. M, 112? Z.; auf BrasUien, m. 5 M. M.. 
6 Z. a. f. K. — In Fvankretch, si. 32 H. M., 400 Z. (da^ 



8 Einleitung. 

TOB ia Paris, m. 800000 M., 176 Z.; LfoUy W. 146000 M.y 
13 Z.; Toulauic, m, 70000 M., 13 Z.; Marteille m. 1 16000 M.^ 
6 Z.)« — In Gr. Britannien, m. 23^ M. M., 483 Z. (Londoa 
m 1,275000 M., 97 Z.; Dublin m. 227000 M., 28 Z.: Edin* 
barg m 138000 M., 18 Z.; Glasgow m. 147000 M., 14 Z.) — 
In Teuttcb4and m. 13| M. M, 305 Z. rdoTon im K. Sacb-^ 
aen m. 1^ M. M., 54 Z. und awar in Leipiig m. 40000 H., 38 
Z.; in Baicm m. 4 M. M., 48 Z.; in Würtaniberg m. 1^ M, iL^ 
48 Z.; in Baden m. 1,130000 M», 22 Z.; im K. Hannover m. 
I| M. M., 19Z.; in Hamburg m. 112000 M., 22 Z, in Frank- 
furt a. M. m. 48000 M., 1 8 Z. ; in Hessen-Darmetadt m. 700000 
M., 18 Z.; im GH. Weimar m. 220000 M., 17 Z.; in Knr-Hi^- 
aen ni. 502000 M., 13 Z.) -— In der Preutiiiehen Monar* 
Am^ m. 12^ M.M., 288 Z. (Berlin m* 220000 M. 53 Z.; Bres- 
laa m. 82000 M , 13 Z. ; Cöln m. 64000 M., IQ Z. ; Königsberg 
m. 64000 M., 8 Z.; Halle m. 24000 M, 8 :^0 — In den Nie- 
derlanden und Belgien, m. 6,143000 M., 150? Z. — In 
Rusiland und Polen, m. 56.^ M. M., 84 Z. — In Italien 
83 Z. -T- In Schweden m. 3,866009 M., 82 Z. — In Dä- 
nemark m. 2 M. M., 80 Z. — Inder Oesterreichischen 
Monarchie, m. 32 M. M., 80? Z. (Wiep m. 300000 M. 24 Z.; 
Prag m. 95000 M., 5 Z.) — In Portugal m. 3^ M. M., 17 
3» — In Spanien m. 14 M. M., 16? Z. — In Griechen- 
land m. 1 M. M«, 3 Z. — Auf den Joniachen Inaela kn 
176000 M , 2 Z. 

Im Ganaen haben auf der bewohnten Erde 737 M, M. 3168 Z. 
Davon kommen auf ursprünglich Englische oder von Gr* 
Britannien aus civilisirte Länder, m. 154 M. M., 1378 Z. ; ao.f 
den Qbrigen Erdkreis, m. 583 M. M., 1790 Z. ' 

Die Frage, ob sich die Einwohner einea Landea bej mehren 
oder wenigeren Zeitachrtften betaer befinden, Ist su aehr politi«> 
acher Natur, iim litterärisch berücksichtigt werden su können. 

Ist quQ ein Verschmelzen der Litteratur und^des gesell«» 
Bchaftlichen Lebens, ein wechselseitiges Eingreifen beider m 
einander wahnsnnehmen, und wer vermöchte, das abzuleug- 
nen?, so werden wir, um diese bedeutungvolle, der neuereia 
Zeit eigenthümliche Erscheinung zu fassen und zu erklären, 
auf jene, das geistige Leben der europäischen Menschheit be« 
dingende und regierende geheime Kraft hingewiesen: auf die 
aus zartem Keime erwachsene, im Laufe mehrer Jabrhun-» 
derte anreifende und erstarkende Reflexion, welche thieriach* 
dumpfe Gleich^ltigkeit verdrängt j den Blick des Mentcheta 
in sein Inneres, auf sein Verhältnis^ zur Aussenwelt und aaf 
seine Erwartungen von der Zukunft hinleit^t und in vefscMe« 
denartigar Beschaflfenheifc fortachreitepd grossere AUgemeia«- 



Uebersicht. 9 

heit gewinnt« Se beginnet mit dem erwachenden Bewnsst- 
seyn sitelicher Selbstliebe und mit d^m dunklen Gefühl von 
Freybeit nnd Gerechtigkeit und erhebet sich zur Ahnung oder 
gläubigen Anerkennung des obersten Grundsatzes der Chri- 
suuicbre, zu der bis zur Alles überwindenden Begeisterung 
gHteigerten Achtung für das Göttliche in der Bestimmung 
des menschlichen Geschlechtes« Dieser unermesslicfa reiche 
Gedanke, von Aaserwählten in voller Herrlichkeit tief aufge- 
fasgt, TOB der Mehrheit weniger begriflen^ als gefühlt, er- 
zengte Widerspruch gegen herkömmliche WiUkühr und An* 
maassang und führte, das ist das Wahrzeichen der den Yer« 
sadtottgcn der Selbstsucht erliegenden menschlichen Gebrech* 
Ijghlctfät^ früher auf Foderungcn von Reehten, als zu der, Al- 
ka, was in dem Mensdien ist und ihn umgiebt, heiligenden 
schwierigen £ntschliessung, durch sittliche Selbstveredelung 
und Ireae PfiLichterfüUung, solcher Ansprüche sich würdig «u 
erweisen; daher hat er, was nur von schwachsinniger Einsei- 
tigkeit zn seiner Verdächtigung und Herabsetzung gemiss- 
braacht werden konnte, zu mannigfaltigen Missverständnissen, 
Uebertreibnngen, Yerirmngen und Uebereilungen Veranlas- 
nng gegeben« Der Gegensatz zwischen dem von geistigen 
oad weltlichen Macbtinhabern vestgehaltenen Bestehenden und 
der Sehnsucht nach dem Besserwerden trat im gesellsohaftli- 
cfaen und wissenschaftlichen Leben seit dem XV Jahrb. mit 
jedem neuen Geschlechte vielgestaltig, immer mächtiger und 
sBgauiner hervor* Dieses Streben konnte nur seine Läuter- 
aag oad sittlich vestere Richtung in der Gedankenwelt, wel- 
che ihm Daseyn und Gültigkeit verliehen hat, erhalten* Drej 
Thatsadien scheinen hiezu vorzüglich mitgewirkt zu haben 
lad fiber die noch fortdauernde Wiedergeburt des geistigen 
Lebens and Strebens in Europa Licht zu verbreiten : die Ent- 
deckung Aoierika's, das Studium der altdassischen Litteratur 
nad die mit tief eingreifendem Erfolge geltend gemachte An- 
wendung der frejen Selbstthätigkeit der Vernunft auf Reu- 
sen und Kirche; welche leztere, überhaupt der zusammen* 
geGmete nad anivgesprochene .End-Ertrag vieyähriger Lebens* 
«Uining und geistiger Entwickelung, so wie die Fundamen* 
tal-Aete der pflichtmSssigen Würdigung des höheren Zieles 
des gceelischaftlichen Znstandes, durch die beiden ersten vor- 
bereitel nnd arlviehtert wurde. 



10 Einleitung. 

Die Entdeckung der nenen Welt erweiterte den Geslolits- 
kreis des inneren und äusseren Lebens, fShrte das Forschen 
und Denken über die engen Gränzen hiuRus, in welchen die 
Ansicht Ton irdischen Dingen bisher gehalten w:orden war, 
entwurzelte veraltete Yorurtheile, ndthigte zum Misstrauen 
gegen Abgeschlossenheit und Zuverlässigkeit des Wissens, und 
weckte Wissbegierde und Untersuchanggeist; der Beobaclitung 
Wurden überreiche, auch nach drey Jahrhunderten unerschöpfte 
Stoffe und uneriedigte Aufgaben dargeboten; fSr Kenntnis« 
der Natur, ohne welche der Mensch ein heimathloser Fremd- 
ling auf der Erde bleibi, brach ein hellerer Tag an , der die 
Dürftigkeit und Trüglichkeit vorgefundener Schulweisheit nicht 
länger verkennen und die beharrliche Untersuchung immer 
neue und grossere Belohnung ihrer Mühen hoffen Hess. Mit 
diesen geistigen Erfolgen muss der Einäuss in Verbindung ge^ 
bracht werden, welchen diese Weltbegebenheit auf das gesell- 
schaftliche Leben und auf die Staätenverhältnisse der Euro- 
päer gehabt hat; der Lebensgenuss und das Bedürfniss decK 
selben vermehrten sich, und mit ihnen wurden Gewerbfteiss 
und Handel erweitert und bis zur höchsten Vollendung gestei- 
gert; der Geldwerth fiel, der Arbeitlohn stieg; Vielseitigkbik 
und Einträglichkeit der bürgerlichen Beschäftigungen blieben 
lange in Waohsthum; kühner Unternehraunggeist wurde all- 
gemeiner, entwickelte üppige Kräfte und verfolgte ungewohnte 
Bahnen des Erwerbes und der Künstthätigkeit; Ansprüche 
auf Welthandel und Rücksichten auf Erhaltung und Erhöhung 
des Nntionalwohlstandes führten auf wesentlich veränderte 
Grundsätze der Staatshaushaltung und des poKtischen Systems, 
deren Wirkungen seit dem XVII Jahrh. sichtbarer hervor- 
traten und höchst wahrscheinlich (Ür eine nicht ganz fbme 
Zukunft eine 'neue Ordnung der Dinge erwarten lassen. 

Das seit dem XIV Jahrh. aufblühende und Im XV rei« 
eher un4 vester gestaltete Studium der altclassischen 
Litteratur (s. 2. S. 271 Ift.), ausdauernd gründliche Arbeit- 
samkeit mit überraschend neuem Hochgenüsse belohnend und 
durch Veranschaulichung veststehender Gesetze der Sprach-» 
bildnng und Auslegung dem philosophischen Naturtriebe dea 
Menschen geordnete Richtung und volle Nährung Verleihend, 
offenbarte den gewaltigen Gegensatz zwischen dem frischju- 
gendlichen Kraftleben des classischen Alterthums und der 



llebersicht. 1 1 

Eretaming der Gegenwart in einem der Wirklichkeit .fast 
ganz entfremdeten Auctoritätwiasen, zwisclien einer, aus dem 
^eseUsichaftlichen Gemeinwesen erwachsenen nnd mit demsel- 
ben Tereehniolsenen , eben so selbststftndigen als vielvermo« 
genAtn Geistestbfttigkeit und einem zwecklosen Herumtreiben 
in onfrachtbaren Speenlationen und praktisch gehaltlosen zünf- 
tigen Scholstreitigkeiten, erzog die Gemuther zum Freysinae, 
zur EmpfäogKchkeit for das Sehöne, zum Streben nach selbst 
gefnndleiier und durch ihr Eingreifen in das Wollen und Thnn 
als bedeutsam rieh rechtfertigender Wahrheit und gewann in 
materieller und formeller Hinsicht einen gleich entscheiden* 
den Einflnss auf Umstaltung und Vervollkommnung aller wis- 
senschaftlichen Beschäftigungen. 

Ton den ältesten Lobpreisungen des Alterthumsstudüums nur 
dmge: PoUphiU (d. L Franc, Coloima Dominicaner in Venedigs 
st J525 Tgl. Fa6r, bibh 1. p. 403) Ujpnerotomachia. Vened. im 
Dee. 1499; 1545. F. m. Holsschn*; eine geistreich bizarre Be- 
weisführung dafür, dass die Alten den Traum des Lebens am 
schönsten geträumt haben; H. Buich vallum humanitatis s. hu- 
maniomm litterarum contra obtrectatores vindiciae. Cöln 151$. 
4; ed. /• Burckharfi. Frkf 1745. 8; And. Ang. ResennH Lusit 
Carmen adFersui stoüdos politiorit litteraturae oblatratores, Basel 
1531. 4, u. m« a. BeuckUn^ Hutien, A ErasmuM u. ihre Freunde 
rertreten mit Begeisterung die Anerkennung des hohen Werthes 
der altdassischen Litterat ur und erwirken dadurch die Umstal« 
fang des Zeitgeistes in der Gel ehrten weit. 

lieber Einfluss der humanistischen Litteratur auf die Reforma- 
üee und auf die gesammte wissenschaftliche Thätigkeit: Ch. I>. 
Beck saeroTum emendatio philologlae conjuuctissima. Lps. 1817. 
8; CL F. Klarer de litteris b««n. restitutae per Lutherum do- 
ctrinae erangelicae praenuntiis. Stuttgard 1817. 4 u. viele Progr. 
n. Reden ron OrBhel^ Balizer^ Zumpij Bemharü u. a. 1817. •— 
GL D. Beck epist. ad. Ijrmisehium de philologiae cum aliis lit» 
teris eonjunetione. Lps, 1817. 8; D. fJ^nisoh u. D. Tiedemann Pr. 
Sehr, über d. betrachtl. Vortheüe, welche alle Nationen des Jetsi- 
gen Zeitalters aus d. Kenntniss und bist. Untersuchung des Zu- 
Standes der Wissenschaften bey den Alten sieben können. Berlin 
1798. 8. 

Würdigung des Verhältnisses swiiohen alter und neuer Litte- 
rstar: Gadr. Gueret (st. 1688] Pamasse refprme CHaag 1668. 12) 
et Guerre des auteurs anciens et modernes. H. 1671 ; 1716. 12« 
das Uebergewicht und die Unabhängigkeit der neueren er- 
sieh Charles PirrauU (geb. 1616; st. 1703]: le si^cle 
ie Leiris le Or. P. 1687. 12 n. Parallele des Anciens et des 
Nedemes. P. 1688 ffl. 4. li ; rgt* i'Alemberl hist. des merabres 



12 Einleitung. 

de l'ae» fr« 2. p« 165 aqq. Sein« Ansicht gebtreioh aofgefMit 

und vertheidigt von Houdart de la Motte s. d*Alevihert 1. e. 4« 
' p* 487 sqq. ; Saint-Evremond^ FonteneUe u. a. Bestritten wurde 

sie Ton BoiUuu (Uebers. des Longin p. M. D. Paris 1694. 12), 
. Rßomt^ I^ngepierrej Huei^ Atme Ditoier {^^ eauses de la cor- 

ruption du gout. P. 1714. 12 etc. etc.) u. A. Vgl. /. A, Fa- 

hricii opuscula. Hamb. 1703. 4. p. 469 sqq.; G. IL Ayrer de 
' ooropsratione eruditionis ant. et recent. bey TA. HlackweU de 
( praestantia class. auct Lps. 1735. 8. p. 201 sqq ; Mein, de l'ac. 

des inscr. 12 Uist. p. Bll sqq.; MäU» Magasin eneyol. A. IX vol. 

5. p. 7 sqq ; Narbtr. xu SuUer's Theorie 7. S. 213 fiL — Fr. 

Roth Bemcrlcuogen über die fortdaurende Abhängigkeit unserer 

Bildung ron der classischen Gelehrsamkeit. München 1825. 4. u. 

▼. A. 

Die Frage: ,,ob das Studium des classischen Alterthums, des- 
sen entscheidenden Einfluss auf die Veredelung aller wissen- 
ichaftUohen Th&tigkei|; dankbar anzuerkennen, die g^sehichliiche 
Gerechtigkeit gebietet, als unentbehrliche Rjchtschnur des Gei- 
stes und Geschmackes für alle künftige Zeiten gelten soll P^ hat 
einen tiefen Sinn und weiset auf das Ideal eines höheren Zieles 
hin, welches nicht aufgegeben werden darf, wenn auch die An- 
näherung SU demselben sich keinesweges nach gewöhnlichem Zeit- 
maasse berechnen iässt. Die heutige Geistesbiiduifg und'jede le- 
bendig fortschreitende National litteratur gehet, wie Alles, vom 
Werden zum Sejn über und kann oder soll sich bejr wachsen- 
der Reife und Selbstständigkeit dazu eignen, für künftige Ge- 
schlechter Regel und Quelle zu werden, wie die Werke der Al- 
ten für das neuere Europa geworden sind. Die Bedingungen, 
unter welchen eine solche ErscheinuQg verwirklicht werden kapn, 
lassen sich ausmitteln. Der Entwickelunggang der gesellsebaft* 
lichen und litterärischen Cultur Amerika^s, im Norden und 
nun auch im Süden, kann Fielleicht bald als erläuterndes Bej- 
apiel aufgeführt werden. Docl; ist nicht zu übersehen, dass auch 
Nord- Amerika seit 1825 sich zur alten, namentlich zur griechi- 
schen Litteratur gewendet „und diese als Quelle, aus welcher die 
allgemeinere Geistesbildung im Jugend unterrichte geschöpft wer- 
den soll, anerkennt und die dazu erfoderlichen Lehrbücher aus 
Teutschland entlehnt hat.' — ,,Dic Alten wieder herzustellen 
„(im Leben),^^ das ist die Sache; sie zu bewundem, zu beur- 
thetlen, zu anatomisiren, Mumien aus ihnen zu machen, ist nichts 
als ein Hsndwerk, eine Kunst, die auch ihre Meister erfodert«*^ 
Hauwmi^ Sehr. 3. S. 397. — Schon steht das Wissen der Ma- 
thematiker, Naturforscher und Philosophen auf eigenem Grund 
und Boden ; das Gefühl für Schönes und Grosses, die Macht der 
Sprache, die Kunst der Darstellung hat zwar gleiche Ansprüche 
und Rechte, erkennt aber allgemein galtige ewige Gesetze an, 
deren Geist In den Werken des Alterthoms am reinsfeen und kräf- 
ligstep abgespiegelt au sejn scheint. 



Uebersicht 13 

Befreyung des menschlichen Geistes aus den alten 
Banden des Auctoritätglaubens und die allniälig von Mehren 
begriffene Verpflichtung und Berechtigung zum Selbstgehrauche 
der Vemnnft regten theils den Kampf gegen Scholasticismus 
an, theils veranlassten sie eine sich oft begegnende, oft stark 
TOD dnander abnveich^nde zwiefache Richtung des geistigen 
Strebens« Auf der einen Seite zog sich die menschliche Ver- 
onnft, nnzafrieden mit Leistungen und Endergebnissen ihrer 
bisherigen Thfttigkeit, anerkennend die Nichtigkeit des von 
▼erblendetem Higendiinkel überschätzten irdischen Wissens, 
Toll heisser Sehnsucht nach Wahrheit und gründlichem Auf- 
Bchloss über die Räthsel des Lebens, in die unsichtbare Welt 
der inneren Forschuhg und Betrachtung zurück und huldigte 
iet Mystik, Tlieosophie und Kabbala. Auf der anderen Seite 
bot sie ihre Kräfte auf, um die Mängel und Gebrechen, in 
Wissen und Theben zu entdecken, ihre Ursachen zu ergrün* 
den , und an Beseitigung derselben zu arbeiten» Die folgen« 
rrichste unter solchen gdstig-sittlichen Unternehmungen des 
praktischen Rationalismus war die, umfassender un^ tiefer 
eingreifende TViederholnng der, schon seit vielen Jahrhunder« 
ten Ton Einzelnen erfolglos, oder nur mit beschränktem Er- 
folge versuchten, besonders in Italien vorbereiteten Reini* 
gang des Christenthums von willkührlichen Zumisch- 
ungen und änsserlichen Entstellungen. Sie gelang jetzt, weil 
viele Geniüther zugänglicher und für Belehrung empfftngli- 
«her waren und weil die kirchlichen Missbräuche in ihrem 
Widerspruche mit den sich vollständiger entwickelnden gesell- 
schaftlichen Verhältnissen anschaulicher hervortraten und durch 
Hdife der erstarkten Auslegungkunst, der erweiterten Ge- 
scbichtkenntniss und der vorurtheilloseren Philosophie nach*> 
drncklicher -angegriffen und oft in allFerständlicher Landes« 
i^rache zu allgemeiner Kunde und Theilnahme des bildsame- 
ren Layenpublicums gebracht werden konnten» Die von 17. 
Zwimgli [1512] und in grösserem Wirkungkreise von M. 
huiker £1517] begonnene, bald unaufhaltbar fortschreitend^ 
Läuterung des religiösen Glaubens und Verbes- 
stran g des kirchlichen Lebens leitete den freyen 
Versanftgebraach auf das ethisch Allgemeingültige und si- 
cherte die Ausübung seiner lange beeinträchtigten -hochheili- 
gen Gerechtsame* Diese weltgeschichtliche Begebenheit er- 



14 Einleitung. 

scheinet alg reife Fracht de? vielseitigeii Umstaltang and Ver* 
edelung, weldie den Sitten, der Denkart und geistigen Bil- 
dung durch fortschreitende Yervollkomranung des gesellschaft- 
lichen Zustandes zu Theil geworden war, und hat daher auf 
fromme Achtung Aller, welche die sichtbaren Wirkungen und 
Begünstigungen der über die ehrwürdigsten Angelegenheiten 
der Menschheit Täterlich waltenden Vorsehung zu ahnen 
vermögen, die uns wey deutigsten Ansprüche« Durch sie ist 
das richtigere Verhältniss angedeutet worden, in welchem 
Kirche und Staat, Obrigkeiten und Unterthanen und alle 
Stände des gesellschaftlichen Vereines zu einander stehen 
sollen; sie lässt über die oft verletzte Pflicht der Anerken- 
nung der menschlichen Bestimmung, in reUgiöser und bürger- 
licher Beziehung, keinen Zweifel übrig; von ihr ist der Volks^ 
unterricht und die allgemeinere Verbesserung des Schul- und 
Erziehangwesens ausgegangen ; sie hat den rechtmässigen sitt- 
lichen Protestantismus gegen menschliche Willkühr in das Le- 
ben gestellt, die Macht der öflfentlichen Meinung begr&ndet 
und bevestigt, den freyen Untersuchunggeist und das höhere 
Streben der Philosophie gefordert und geschützt, den Glau- 
ben an den endlichen Sieg der Wahrheit und des sittlichen 
Rechtes belebt und zum Gemeingute des veredelten Volks- 
geistes erhoben. Das Irrige in der Anklage, dass durch sie 
die allmälig gleichartige geistig-sittliohe Fortbildung eines gros- 
sen Theiles der europäischen MdnsehUeit gehemmt worden 
sey, darf dem Unbefangenen nickt) erst/Bilchgewiesen werden, 
indem die feindseligen Widerstrebungmr gegen ihre wohlthä- 
tige Wirksamkeit diese selbst nicht verdächtig machen können« 

Johann SUidan 1556; V. L. p. Seckendorf 1688 ffl.; *G. /. 
Planck Gesch. d. proteit. Lehrbegr. Lpi. 1781 ül.; 1791 fl. 6. 
S; C. L. WoUmann Gesch. d. Ref. AU. 1800 fl.; Berlin 1804 f. 
3. 8 ; J. G, MüUer Denkwürdigkeiten aus d. Gesch. d. Ref. Lps* 
1806. 2. 8; Ch, W. Spieker Gesch. Luthers u. d. Kirchenverb. 
1. Berlin 1818. 8. — C. L, Reinhold Ehrenrettung der L. Ref. 
gegen zwey Capitel in M. L Schmidt neuerer Gesch. d. T. (Th. 
1. S. 289 u. 309) Jena 1789., 8.; wenn es um Hervorhebung 
der (in Aeusserlichkeiten , Buchstäbeiejen und Deuteiejen nach- 
weisbaren, die sittlich geistige Wirksamkeit dufdiaus nicht beein- 
trächtigenden, vielmehr die Nothwendigkeit einer allumfassenden 
Umstaltung veranschaulichenden) Schattenseite der Reformation bu 
thun ist, vgl« C. A* Menzel Neuere Geschichte der Teutschen. 
1826 und F. B. «. Buchhoh Geschichte der Regierung Ferdi- 



Uebersicht. 1 5 

MndmL Wien 1831 Ueb«r U.ZwingU: Ono.MfyeotiiM 1036; 

FtL Nu^eheler 1776; J. Caip. Hesi 1810, flaxu * L. Usteri litt. 

Anhang 1811 u. Nachtr. in Stäudlm n. Tzickirner Archiv f. 

Kirehengesch« B. 1 n. 2; V. )Rf. .SfcAiffe/* Ü. Zw. Zürich 1818; 

II Ausg. 1819« 8; L. 1Fir% Neuere helfet. Kirchengesoh. , fort- 

ges. ▼. M. Kirehkofßr. Zürich 1813 ffl. % 8. —*Ch. Vilhrn 

Yjam snr Feeprtt et Hnfluence de la reforniation de L, ete. etc. 

Paris 1804; Ed. II. 1805; Ed. 111. 1808. 8; teutsch von iV. P. 

SiampeeL Lpi. 18o5; 18 19, 8; von C. F. Cramer mit ^Abhandl. 

Y. H. Pk. C. Henke. Hamb. 1805. 8. — Th. APCHs 6i schichte 

der Fortechritte und Unterdrückung der Reforniation in Italien 

ÜBXri Jahrh. Aus dem Englischen. Lps. 1829. 4. — Das Ver- 

hiltniss der katholischen Kirche sur Litteratur und Kunst ist 

geistreieh erörtert in CarovS über alleinseUgmachende Kirche 

Abtli. 2. S. 121 f. 

Nur so bald hemmten Anmaassungen der zünftigen 
Schriftgelehrten und Barchenbeamten, welche rieh zu Ziona- 
wäcfaiem über vermeinte oder selbstgemachte Rechtgläabig- 
kdl berafen hielten, verbunden mit engherzigem Misstranen 
der für Unbeschranktheit ihrer Gewalt besorgt gewordenen 
B^emngen, den Fortgang der von beyspiellos kräftiger Be- 
harrfidikeit so glorreich errungenen Geistesfreyheit; pftlffischer 
Auctoritätglaabe^ zunftig pedantischer Schulzwang und selbst- 
süchtige Bevormundung der Gewissen und Meinungen erho- 
ben ridi auf das neue aus ihren Trümmern und bethütigten 
voflanf ihren Eifer, der Vernunft die von heldenmüthigen Ar- 
beitern zersprengten Fesseln wiedtf» anzulegen» In den Krei- 
sen, welche das mühevoll erworbene Kleinod der Geistesfrey-' 
hcit bewahren und zum sittlichen Gemeinwohle verwenden 
zolllen, herrschte eben so trotzig breites als müsriges theolo- 
gisches Schnlgezänke , dem alles wissenschaftliche Thun un- 
tergeordnet oder aufgeopfert wurde; die Lust an freyer For- 
schung zog, wo nicht M:s8handiungen , doch Verdacht und 
gehässiges Misstrauen zu ; die Unbefangenheit im Untersuchen 
erio^ch, gerade Offenheit galt als Wahnsinn oder verbreche* 
tische Widersetzlichkeit gegen «Gebote der Alicinmacht; da» 
Volk war i^m seine Hoffnung einer hellen und freudigen Zu- 
kinft b«»trogen nnd zu ehemaliger sittlicher Verwilderung in 
bieastbarkeit seines Wissens und Wollens verurtheilt« £ine 
vervielfachte, gleich freche und furchtbare Papstgewalt trat 
80 die Stelle der von den Reformatoren tapfer bekämpften 
rdmiscben, und wurde ven wilden K^tzermachern und kircb- 



IQ Einleituiig. 

liehen ZwiBgherren, fnntfichen BeichtTfttern» Superintenden- 
ten und Professoren mit phaiisftischer Erbittemng oder mit 
albernem Ernste rechthaberischer Beschränktheit ausgeübt. Die 
Erben der protestantischen Lehre verletzten die gute Sache 
der Wahrheit und Gerechtigkeit an ihren edelsten Lebensor« 
ganen, indem sie dieselben Grundsiltze befolgten, von welchen 
ihre Gegner, die hartnäckigsten Vertheidiger der alten kirch- 
liehen Ordnung, ausgingen.. Vielgestaltiger Kampf gegen 
selbstständigen Vernunftgebranch oder rationalen Eigenwillen 
war in allen Ländern Europa's an der Tagesordnung; aber 
der gewaltsame Obskurantismus scholastischer Paläotogen und 
ihrer vornehmen Sehergen in der neuen Kirche, und alle tu- 
ckische Grausamkeit der Inquisitiongerichte und alle blutige 
Frevelthaten der mit dorn Rachschwerd bewaflfneten üeber- 
macht in der alten, wenn sie auch starraische Uebertreibun- 
gen erzeugten, das Gleichgewicht in der sittlichen Welt stör- 
ten, ganzen Geschlechtern Knechtssinn, Mothlosigkeit und Er- 
schlaffnng aufzwangen, richteten nicht so grosses und auf die 
Dauer verwüstendes Unheil an, als die schlaue Betriebsam- 
keit des von Ignaa v. Loyola [get. 1491 ; st. d. 30. Jul. 
1556] gestifteten [1537], aber erst von Jac. Lainez [st* 1565] 
und Alph. Salmeron [st. 1585], besonders von Claud. Aqua- 
Viva [geb. 1543; st. d. 31. Jan. 1615] zum vollendetsten Tau- 
schungsy steme erhobenen Jesuiten- Ordens. Dlei» dem, 
in sich mächtigen Protestantismus entgegengesetzte, zur Auf- 
rechthaltung des päpstlichen AnseheBS und zur Erweiterung 
des römischen Kirchengebietes oder zur Wiedereroberung des 
verlornen bestimmte Anstalt, deren Geheimlehre und eigen* 
thümliche Zwecke selbst vielen arglosen Mitgliedera unbe- 
kannt bleiben konnten , prunkte mit Gelehrsamkeit und mit 
einem Schein von Aufklärung, welche darauf berechnet war, 
die Vernunft in einem Dämmerungzustande' zu erhalten und 
nie zur Erstarkung durch sittliche Freyheit gelangen zu las^ 
8en,'nnd suchte geistlichen und weltlichen Despotismus hin- 
ter einem Trugbilde der Freyheit zu bergen, schmeichelnd dem 
Eigennutze der Vornehmen und Wellklugen durch verheis- 
zene Verewigung geistiger WiUenlosigkeit und Leibeigenschaft 
des grösseren Volkshaufens. ÄBt allerley Künsten, bald mit 
schlüpferig bequemer Sittenlehre, bald mit asketischer Strenge, 
bald mit gelehrter Vielwisserey und GriindUchkeit ^ bald mit 



. Uebenicht 17 

froiBiBer Vemditang des mmschliclieii Witseiui, bald mit ge- 
waadter Theilndune an den Angelegenheiten der Zeit, bald 
■dt argüstig^er Yerdficbtigmachnng der Gefahren des Zeitgei«* 
lies, harschte dieser Orden, ein schwer erreichbares Master 
g^eiAer Policey, Qber Gewissen nnd hftnsKehes Leben, über 
Hof und Staat, Kirche und Litteratur, Unterrieht nnd Ersie- 
boog. Eben so viele geheime sündhafte Gelüste, als grosse 
dffeDtlidie Verbrechen sind aus dem Schoosse dieser Gesell* 
Schaft hervorgegangen nnd ihre Kopf und Hers vMgiftende 
Cbnadsitse nnd Annchten sind in alle Verhültnine des ge* 
fldlsdiaft^dien Lebens eingedmngen« Damm konnte die^ 
wenn schon in ihren lasten Ursachen niehts weniger als preis- 
warfige, doch, nach den Fodernngen des Staatswohles gewür- 
digt, seitgeiDässe Aufhebung [d. 21. Jul. 1773J snaüchst nur 
das äossere Daseyn dersellien treffen nnd ihre unerfreuliche 
Wiederheratellang [d. 30. Jul. 1804; d. 7. Aug. 1814] mag 
ab offene Kriegserklärung einer durch OeSentlichkeit weniger 
fnrehlbaren alten Partey betrachtet werden nnd bedroht die 
MensdilieiC mit geringeren Gefahren, ahi sie von vorherge- 
gangenen nnd zum Theil nodi jeat im Finsteren schleichen- 
den Umtrieben zu besorgen hatte. 

CorpoB institutorum S. .1 Antwerpen 1702 (1709); Prag 1757. 
2. 4; Areena oder Monita ■ecreta^ auch iVivata Monita S. J. 
1782; I81tS. S; Cateehiffaiöde' Geauiti. Lps. 1820. 8, vgl. Har- 
Ms St. 7 S. 1 ffl. -^^^'Ffki'Woff Gaich. dea Jaf. Ordoni. Zu- 
ndi 1789 ffl.-, Lpi.:l&Qai.:4^^.8( *J. T. Sfitthr über Geach. u. 
Verfassung de« J. O.' (fm,^fi\h *- 1^ B. d. Teutsch. Encjkl. 1793) 
berarj^g v. jL. Lpx. 18)f7f 8; *J. Gurliti Geschickte der JesuU 
Cen Hamburg 1822. 4. -» de Prodi du Jcsuitisma ancien et mo- 
dcrne. Paria 1825. 8: u. r. a. — Veneiekniia der Sehr. üb. J. 
ia Crevenna sveyt. Cat Tb. 4; HoVm Sohankuog an die Stadt- 
bibl. io Zürich. 

Zu beachten ist der Einfluss der Jesoltcn oder des rialgestal- 

tig waltenden Jesuitismus auf die, seit /. V. Andreat^% argio* 

sea Boraliaireridea Sehen mit Rosenkreuzerey 1616, immer zahU 

reicheren geheimen Gesellschaften; in ihnen offenbaret sieh ein 

nreekioaer, mit dem Heiligen der Menschheit geheimnissvoll spie- 

\faiUi^ oft aich seibat tiuechender Kastengeist, weicher au rie- 

kflej Umhieben rerwendet werden kann : a. Krau%t die ältesten 

Kustnrkuoden der Freymaurerej. Dresden 1810. 8; G. C/i. M, 

Jtitr Allotria. Berlin 1824. S. 118 f.; ff. Ztchokke Ausgew. 

Sehr. 6. S. 314 f. 10 S 280 f.) F. W. Lindner Mac-Benac oder 

das Poaitire derFrejaiaurerej 1817; 111 rcrm. Aufl. Lpa. 1810 8 

Wacfcler HB. d. Mu. Cetch. III. 2 



iin4 im kstw. S(w€iti«er eintvftchtig« Mftawregdn, meiMdieD- 
feipdlkke AnsiiUilfft: «n4i wiederholte Gewaltstreidie können 
wohl den eiidfteh«i Snigi des Waht heitUchtes eraehweren und 
yer9!5g«r.ni- aber «e y^Bfntdgen nicht« gegen die geheime Ali- 
moohf deaieU^en, wekbe ihm gTiIiige Anerkenming sichert, 
and er tritt, wenn die Zeit reif ist, in ganxer Herrlichkeit 
hervor. Dio geoanere Bettachtug solcher Hemmnngen nnd 
ihrer, immer, bedingten, nngliekschwaBgeren Wirksamkeit 
llfaNt eis «nwandelbares Geset» da tder sittlichen Wdtordnung 
ahhen,« welches gegen aaghaften Missmath und rennesseae 
ZwfifeUnebt kiAflig. ächutst nöd den Glanben an die Erne* 
batig des>Meoscbengeseblechtos'«am>H5btoeai ab Pflicht ge« 
bietete Ums di^»am fiade'^deaX¥iaind im KVU Jahrb. be- 
al)noh4sgt»i<JV«vfiMterQng der sittlich^geistigen^ Welt and das 
ZurudcdsSngen der wissenschaftlichem rThätigkeit in altschola- 
stiache- Foriieft missgluckte «listannftchst der Mathematik 
and Piiyaikim vefdaaken« «Beide Wisaeasohafteni ahfllng- 
lieh besondeis/dior-erstere^ wurden .seit dem. XVI Jahrb. eif* 
rig und mit fiberlmsaachnfdlem nnd grossem Erfolge bearbei* 
tet ; sie • Ivareri 1 die< * eiomgeni ttnti karrsohsachtigen Theologen 
nicht besetzten' «id' mit neraUei scholastischen», Bollwerken 
nicht TeraidianzM»! Gebiete im Reiche .der Wissenschaft: in 
ihnen konnte sichi'der aelbststtedige . Vemunftgebrauch be- 
haupten, iseine Kräfte prüfen, beurkunden und verstärken; 
blieben sie Auch nicht gana unberährtron dem auf alles aus- 
gedehnten theologpsohen Schulzwanga, so waren sie doch zu 
i^ielseitig reich uiid^.fijr' den, der nicht immer in ihnen lebte, 
an räthselhafi fremdartig, um von den 1 «och so misstranisch- 
wachsamen Lit.teratur-*AaiBehem4n. oHen ihren- Theilen um- 
fasst und beobachtet *jind nach ihreuy meist geräuschlosen si- 
cheren Fortschritten- und Wirkungen beurtheilt werden zu 
können. Auch watfen sie vor allen anderen Wissenschaften 
zur anscbaillicheii Beweisfühning geeignet, gegen welche hy- 
pothetische Theorie, scholastische Sophistik und pseadoortho- 
doxe Arglist und Absprecherey nichts vermögen; sie erhiel- 
ten und erkräftigten das Recht der von fremder Willkühr 
anabhängigen, eigenthümlichen Beobachtung und arbeiteten, 
ohne äusseren Streit, blindem Auctoritätglauben mit unswey- 
deutigem Erfolge, wenigstens mittelbar und nachhaltig für eine 



Uebersiebt 19 

nie ferne Zukunft entgegen« O^pemieut hatte Ae faSchet- 
wehiecheinlidi liditigere Evldtaing dei WeltsyAetaM ans lin- 
Terdienter Vergessenheit hervorgernfen und die eiefa dagegen 
«oAehneiiden Sinne ndt ihr anssnsdhnen veiendit; dfeeto drang 
«of nnfach grSndKche Kenntnias der Natot dnroh Beeba^- 
tvBg, Erfahmng und Bereefannng; QmliiH und Kepl^ er- 
fonchteii die medianisehen Gesetse der Natnr and machten 
EatdedKongvn, deren Wahrheit md Wichtigkeit nnr Yfljrblen- 
deter PnrteyhaM nnd nngeldniger Hystenitrots verkennen 
kernten; De$earte9j in Tiefe und Kühnheit des Scharfna^ 
nes haU von Spinoza ühertreflRBn « wendete die logische Me- 
thode groaaer Yorgioger aaf Untersncirang aller GegenstllMle 
der menadilidiea Erkenntnisa an ; Pti§eal schloas das Geheim» 
warn der höheren mathematischen Specdlatibn anf tmd Nttoiom 
nnd /jeAmiiz wetteiferten itt genialer Bereicherung des Mm^ 
thematischen nnd physikalischen Wissens nnd gestalteten da»- 
seihe sum geistigen -Chmeingote, mit weliskeill' isrtan gewu- 
chert oad fertichrditend nener Waehsthtai und vester« Be« 
grindnag vorbereitet wurde. «^ Die einseitige Anhfthglidi» 
kctt an dem Buchstaben des dassischeb Altertbuma war et# 
misägt; Sacbkeantaiss dad Wliksehsehaftlichkeit htottfen dil» 
Oberhand gewonnen; Achtung f3r Beobacbtutig und Erfahr* 
nag hatte sich Terallgenmknert; die Beaiehung den Wis4efns 
aaf Wollen und Thun wurde hftufiger aoerkannt. Die peÜ* 
tischen Umwälsungea in den Nieddiianden und in Eeghind 
fcrsnlassten fireyenet und fir Wissemchaft und L^ben gUich 
felgenmcha Untersuchung der Staatsverfassting, der GeSets* 
gebuag, der Staatshanshaltung) der Monsdi^nrecbte und des 
gesellschafiiliehen Gemeinwohles; die Gmndsätse der Eraie« 
haag and des Unteriichts wurdet Gegenstand grfindliöh prak«» 
tisshsa Nachdeakmis; die Sffentliche Meinaog Wdr wiederge^ 
boren nnd fand in der Litteratur ihre Stfitae; durch sie ging 
vieles dar geistigen Errungenschaft mittelbar in alle Verhidt- 
nisse nnd Kreise des gesellsehafUiehen Vereines fiben Frank* 
vbAj durch zahlreiche Anstalten und Ermunterungen für Wis- 
Msidiaft nnd Kunst ausgexeichnet, und später England, durch 
tnlirfifi praktische Denker und sibnvelle Geuieiooütaigkeit 
im littefftrischen Wirken glänsend, hatten^ bey annehmender 
cagerer Yerbindang der europ. Staaten^ öberwiegepdon Ein- 
flam aaf das geistige Leben und Streben ; beharrlicher FleiMS 

2» 



20 Einleitung. 

im Sammeln und iimsIchtigeBenntsiing der litter. Stoffe aller 
Zeiten und Völker erhoben Teatacfaknd zor Ifeiinatb vielsei- 
tiger Gelehrsamkeit. 

SeM^r Mitte des XVIII Jabrh. wakete freyores Den- 
ken Tor and fand, ungeaehtet mannigfacher Gegenwirkangen, 
fast nberidl Eingang und Acblnng. Gütige Regsamkeit tritt 
vielgestaltig in' das Leben ein; die hohe Würde des Ver- 
nnnfigebranches wird mit derselben Gerechtigkeit anerkannt, 
mit welcher die Grenaenbestimmirag seiner Zulässigkeit geah- 
net wird. Skepticismus , Kriticismus^ Idealismas nnd Natur- 
philosophie haben durch ihre Reibungen die Yemunftthätig- 
keit geläutert und einen für Wahrheit und Sittlichkeit wohl- 
iktttüg regsamen Antagonismus erzengt; die Natur wird .ämsi- 
ger beobachtet und geistreich aufgefasst; der Sinn f&r Schön- 
heit erkrftftiget und vereddte sich ; die genügendere Wieder* 
herstelinng der Einheit aller wissensdiaftlichen Bestrebungen 
als- Strahlen* Eines Lichts, wird ersehnt und von diBn Führern 
und Mristem des geistigen Lebens veransohaalioht; die Wech- 
selwirkung zwischen Wissenschaft und gesellschaftlicher Wirk- 
lichkeit ist eben so sichtbar im Steigen, als die Früchte rei- 
ferer Geistesbildung sich in Thatäachea beurkunden, über de- 
ren Gebalt die Nachwelt riehten wird. Kampf zwischen Licht 
nnd Finsterniss muss fortdauern; das Menschengeschlecht be- 
darf seiner. Nur Allmacht des Geistes und des ihm verbrü- 
derten Glaubens überwältiget auf die Daner die Rohh^ten 
und Greuel der von sündhdTter Selbstsucht aufgeregten und 
gemissbranchtcn Kraft des aNzu leicht getäuschten Volkes; 
dem aus seinen Ufern getretenen, vieles verwüstenden, vieles 
mit sich fortreissenden Strome des verwilderten gesellsdiaftli- 
chen Lebens können nur tapfere Weisheit nnd allgemein fass- 
liche Wahrheit rettende und sohntsendo Dämme entgegen- 
setzen. 

J. J. LeuUelie Tsblean de la licteratvfre en Eorope depois le 
•eisiims siecle Jnsqu'd la fia du dixhuititoie. Paris i8M. 8. 

2.' 

Im XVI Jahrh. wird die Umschnffung und Ueberlegen* 

beit Europa*s entschieden ; Europa ist im Alleinbesitze der 

Jjitteratur, welche nur in kleineren Gdben auf andere Welt- 

theHe übergehet; ihm werden. neue Kenntnisse und neue Be- 



Das XVI Jahrhundert. 21 

dui&kse za Theil, nen« Sitten, ii«ae Itei^hlhJRfliier, neue Er- 
werbtmiUel , grosse Hoffiaangen' und AnApvildhe*, kkinliche 
Besorgnisse und Voraichtmaasregeln , Entwirf« der' Mensch* 
iidikeit, der Gewalt nndder Ärglist, vQewitaM»fi^2^eit und' 
Itt^ntiongerichte, VolbMchuIen nnd-VeiMrgttiigaiistahen für 
Uvilose, stehende Heere und Jesuiten. RiMerÜek^ Hochsinn 
mid gnissairtige Tapferkeif bearkondetensiohiil den Centschen 
SKtiagen und Berliebingen nnd im {rmsostscfaen ßayard, wie 
in dm Spanischen Unterdrückern der neu* entdeckten Weh 
und bey Portngiesea in Ostindien oder b^iBritten und Nie- 
derländern auf den Meeren; Jn gleicher Weide bey den Wort* 
fsineni für Schönheit,- Wbhrhdlt und Recbt, ha« Kampfe ge- 
gen «ehtrilistifikshen ündthierarcbischen ObscnMbntismnc, und 
bey sUen MLadk^abem den 'eindringlichen Wortes ond der die 
EinbiidoDg^n^lb'jfeberradhenden Kfkiste. Das grosse Helden- 
zeiudter der neueren 2eit mrd aofgethan in Staat und Kirche, 
in IK^asenschitft 'und 'Knnsf, in »den 'Ansfirenginlgen des Krie- 
ges nnd Friedens. Wibr#nd Mü:h. Angehj tAon. da Vineiy 
kafaeJj CorreggiOj TiziaHo unerreicbbare Kunstwerke hhi- 
zaaberten and Dürer ^ Crahaci und Moßein* die Wahrheit 
derXatnr in gedlinkenreichen Bildern iV^siiuiUehten^ulriof^o 
die Wnnder der , Feen weh . emeote,^ - CssieäasMdie Heklentbaten 
seines Vaterlandes feierte und Elan$ Saoü^'die leztenLante 
des bürgerlichen Mei8terge;saDges Vernehmen liess; während 
in Italien der üppigsten Lüsternheit in Liedern und Novellen 
gebaldigt, Thorheit und Schwache mit -süfpettosi» Laune ge- 
geiaidt and isehsanie Maanigfalügkeit in^ £r|pessung spötti- 
seli«i Mathwillens ansgesonnen worde, und MäeohimvelWt 
Meisterbaad die' Graoda&ge des modernen Despotismus nach 
de« Leben zeichnete;;« griffen ZwingU* und \Luikm'^ unter 
freotfger Beystimmnng V4«i Millionen, dlO'rtansehsiZwilygherr- 
scliafit and die sittlichen Gebrechen der Kirche und des Sf- 
fentllcheD Lebens mit Fenermath an,, gestalteten ^ilfe/aacA- 
fie«, J* Camemriui und l/» S/arsi' das* gelehrte» Sehulwesen, 
tengten geistvolle Humanisten die ausgelebte Scholastik in 
ftce Uasteriiche Sohlnpfwlnkel aurück^ entstanden Volksschu- 
lea «nd Univertiiaten 9 erblickte Cop^rnieui die Bewegung 
der Erde am die Sonne, umschiffte MngeUan die Welt, stell- 
toi C Oewner Und O. ^gri^As das Stndinm der Naturge- 
sfhidife her ulid* Theologie, Medicin und Jurisprudens wtir- 



den gereUügt und TdrvoHlnmiviMl. Auf m reiches, faat blen* 
deades Licht miMen nftdidiche SMi^e« fo^en; dledey 
Selbstsv^t and tretn^;« WiUkShir «ennM anf Wiederhersiel- 
I \vLV% ibrer idt«a gmen 2^ nnd ^Mien sipk die Uebeewälti* 

I gnn^; des iJMiich-Krilgfdimit «nd bjicgnlfclien Freyheitsinnee 

\ mit bitter-^tre^fenpt flrmte angebgen. e^yn; Gewalt worde 

\ deii/G?!VfrimBn Wgetbw>» dw wltoMfiiwUge Anüttreben der 

Geifitejr geäugelt» die I^vntliSndiehk^it dei: AntiehAen ala fre» 
Tdhafte Wider^peiietigMK ?edblgt]^ die sakwiaehe, AJÜeiof- 
maelit gei$t]icber nnd w4diober Treiber gewann, wieder Bod- 
den nndt Wuraeln. I die gehlW^tsten Staaten wurden djasdiL Be» 
ligtonkriege nnd Btrg0rktaipfe Terbeert; Servet büeste enf 
dem,Sch«Mshairfen für miflaiftUige Beligi^PMn^Ottiigeii ; Alba'a 
Blufgerichie nnd die Pailbuir Bbiih^bffeit iM giilrtiUcba 
Wabrsekben der tepflisebe* VorUMmg aw¥K:hen an^Mfeher 
Bn^glftiibigkeit niul iMpufriteofbiadlicher RegiemegwiUkftbr. 
Die Stimme des edl^n JfeiiAigiie vesballte in de« WuMa^. 
e. ArvhmAoix Mit. Bemjoikpeg^ ü!»ei: die gi}e«ie slttU Ibeiro- 
l^tioii m XVI Jahrh., in: KL hift. Sohp. 1. S. 65 ffl ; C. & 
Schursfleiich historia civilis, gaera et lUteraria laec. XVI in An- 
nalei dig^sta. Lpx 17^1; 1733.8. — (/. Fichard) Vitae (16) 
▼irorom, qui fiiperiore nottreqae (XV. XVI.) saee. erodftlene et 
dectrina atanoBabtiea faeront Frkf. 1536* 4; A. Ibtteiar elegea 
di9« homnea saTaifa.^ tiroe de. l'hiat. de i2a TAoa. Genf 1683} 
Utrecht 1696 2.12; AiDiptepd. 1762. 3. 12; Leiden n. Aifist. 1716. 
4« 12; Tgl. Journ. litt 7. p. 30 sq. 377 sq. — Joh. Cleaaii unioi 
aaec. ejuique rironim Htt. monnmentls tnm florentissimi cum fer- 
titlsiiaii ab a« l^M- ad a. 1602 elenehna eeaauHHnatiaaimui H«- 
bfornm. hebraet, graeei, lalfni, gwaaini atteg a iaqne. idienatain, 
. tjporum aeternimi^l». confearatornm. Vrkf, 1602^ 4L 

Im XVII Jabrb« maeben Jeauitcai wmt nnd breit ibitw 
nUnfnfaggenden EInQpsa anf Begierongen nnd Völker gdtend 
nnd nach den Fröcbtenf die er trug,. Ifiast aioh der nbiMrte 
GrnndMta viid daa gebrnmü. Ziel ihren Wirkena benrtheibit^ 
BeUgidae Bilrg^riege n«d gewalfteame UnterdrQeknAg nB^ 
Begangen des Freysinnea nnd kräftigen Selbsigefnbbe danerv 
fprt itf fmkreichy Enfl^fiad, Tentacbland ; das geistige Iipbeit 
emtarA^t in kl^inlicber kneehtischer Anbftiigliebkeib an. ^^n^ 
BnobstaUfi den nlten Herkommetis und kiveUiqh-pelitisehe 
Znobtmittel beawedcen ungestörte AUeinherraebaft deraelbeni 
das Band, welches Wissenschaft mit dem geaellndiaftlicben 
Geineinwnhle snsammenhilt, ist serris«en; der sittlicb*fray^ 




Das XVII Jahrhundert 23 

Fonehongtrieb erstirbt ; der grenie Heiife verwlUert und ski- 

ket im Yielea Gegenden mr tbieriecbea StiivfAieit herab oder 

bet Bor für Fanatiemne Empftaglfehkeit. . Aberglaube und 

Waadenocbt, Hexereyen und Zavkereyeny.apolci^jrpljpche Yi- 

«ad ^ielgaetdtige SebnArmeneyett' mxA *fEiajr Tag«cpiNrdi> 

gew^ttrdem; abgewendet von der widfigen, gentig* todlea 

AnwBwelt ecferanket. die innige, Sekosivbt nach ,dein Hftke- 

tm an mjniia^eHi Ueberteis, «relclM^ der gedaakealesen Ver* 

lufartbek den Zeitaltevs gegen über eft, mid Jiieht mk (In« 

ifcbt ab ndiöpferiaehe Geielieskraft encheinef jnasa. Ueboru 

att begegnen Pedanterey und Ciiarlntanerie, Sectirerey and 

Ptarlejwnth, tüekiecbe Aafiipafnng verdlkhtiger Meiniingen 

geminnter Kelaereyen, and racbiuBtige Verfelgangea^ 

eft nur mit Yenutliaikiog snm Tode eder xu ewigem 

Kcdcer enden« I>ie gleichaeitige» Vervielfthigung gebeimer 

CeeiHac heften ericbret aiidi ans eineni BediirfniMe , welches 

bcMMT Redittertigang bedacE. Das Kuneileben blihete indee- 

een nnbeeinlrftBbdgt fert^ das beseugen die Namen Amn. «• 

£l Cknvcoe, HeeHuetdUeo, Qmido Remij e. DgA^ Rmiemi^ 

RemirmmJj Pk» W^mvermmnm o. a. Kö^ vom ersten Konge 

hndien für Anbau der Natienidlitteratar mit üehöpferiseher 

Cwahlitit .nene Bahnen; in Engbunl ükahespemj <der nnuber- 

neflidie Beobachter des inneren Meoscben und der äusseren 

Wek, and Mili^m^ der Feierliehe;« in Spanien der hemoristl- 

sehe Cerf>unie9 und der tief religiafie Cmläer^m; in den Nie- 

Vsndcn eon H^^fi^ Jue^ Cais und* e, d. Vandel; in Tentsek- 

land Jf* Opüt and. seia^ Ffeuade. YorsOglich seiohnet sich 

Fjan fcrei ch dnrdi w issens cb aftBebe Regsandceit und sprachli- 

che Kansttfaatigkeit ans; seine erste dassisohe Schitftstdler, 

Jj eda re , F. Conmäle^ i. Aoetto^ Boüemu^ J. de la FinMne^ 

Keesas/» ITemilom u» a. geboren dieesn^ Zeitalter an» «-* Die 

Hsaplntatsan des umaenschaftliphen «Yemun^gebraaehes bnd 

die Gcaadbedingnngeji des sichergesteUten weiteren Foct- 

sd hi ei ta a a fr^Fer Geistesthätigkeit wana Mathematik und Phy- 

ak; flia wwrden gründlich bearbeitet und vteleeidg bereichert 

Via T. de Mrake^ Qaläei^ Kepler ^ Baeom v. ttrulumy fT. 

Jauejf» BL FmscoIj Ck. Hrnfgens^ Meee/^ e.' TtchirnAauieu 

B. a. bin auf Aine/ea. und LeümUti ihnen stellten sich mit 

nicht geriagevem Erfolge die philesophieebett Bestriabungen 

der H. Orota^f De^earief, Spikozaj Leüniiz^ B^gie, Tko- 



24 Einleitung. 

muiiuij Locke u. A. snr Seite. Fiir die Geschichte wurde 
mit wackerem Fleisse and mit gelehrter Eioricht gesammelt; 
Wappeakande und Urkandenlehre worden m Wissenschaften 
erhoben; Erdkunde gewmin betrftchtlich an Umfang und Si- 
cherheit. Das philologische Studium wurde auf historisohe 
Gesichtspuncte surückgefuhrt und mit Sachkenntniss in engere 
Verbindung gebracht. Das römische Recht fand in Frank- 
reich und Holland tüchtige Bearbeiter; die VervoUkomtnnnng 
der Naturkenntnilw wirkte wohlthfttig auf Median; der Theo- 
logie flössen aus den freieren Forschungen und Aeusserungen 
der Socinianer und Arminianer, so wie aus den Streitigkeiten 
der Jansenisten und Molinisten mannigfaltige neue Ansiehten 
am; P. Sarpi und die Grundsäue der gallioanischen Kirche 
beschränkten die Yerjungten Anmaassungen der römisehen 
Bierarcbie und Spener's praktische Schule that der onfnkcht^ 
baren Einseitigkeit protestantischer Scholastik und Polemik 
Einhalt. Es entstanden in Italien, Frankreich, England, 
Teutschland wissenschaftliche Vereine, welche der Natnrfor- 
schmig und Mathematik erpriessliche Dienste leisteten; die 
Zahl der Schulen und Universitäten vermehrte sich und ihre 
innere Einrichtungen erfuhren manche Yerbessernngen ; viele 
Bibliotheken und Kunstsammlungen wurden angelegt, beate- 
hende erweitert; der verallgemeiAerte Gebrauch der Buch* 
drockerkunst, die .mchsend vestere Gestaltung des teutschen 
Buchhandels und die bald nach ihrer Entstehung vervielfiMh«- 
ten und zum herkömmlichen Bedurfniue gewordenen litterä- 
.rischen Zeitschriften erleichterten den Gedanken - Austansch 
und des Gedeihen eines wüsenschaftlichen Weltbärgersinnes. 
Wenn auch gegen das von Will. Penn [16&1] zur Grundlage 
.eines jezt blühenden und mächtigen Freyetaates in Amerika 
erhobene Gesets allgemeiner reBgiöser Duldung und Bruder- 
liebe von Europäern schwer gesfindigt worden war und nodi 
immer oft genug gefrevelt wurde, so konnten doch pfiLffischer 
und weltlicher Sultanismus schneidender Verspottung und wohl- 
verdienter Verachtung sich nicht entziehen; Niederländische 
Pressfreyheit war ein wirksames Gegengift der pestartigen 
WiUkubr und trotzigen Hoffart in Sta^t, Kirchp und Wkk 
aenschaft; bürgerliche Denkfre^heit gewann endlich in Eng'- 
land eine Sicberheitstätte; Frankreidi war dar Sita dea Ge«* 
scbmacks und des durdi Kunst veredelten ^L^benagehusset^, 



Das XVIfl Jahrhundert 2^ 



Teatsdilaiid MasMrbUd Irenen wissenschaftlichen Flfcisses und 

Bueiirisefaer Rechtlichkeit. Auf das njBue kündigte sich eine 

betttfe Znkanft an, deren vestere Haltung nnd Iftngere Dauer 

in denlehrreiehen Erfahrangen vorhergegangener Rnckschritte 

ufiNt ihre Gewihrleiatang sa haben sdiienen. ^ 

J. H. B^ekr de firti» litter. nottri aevi, in Ej, IKMeKatt. 
aca^ Scraahnrg 1701. T. 2. p. 1231 144»; /. A. Turreiim er. 
it nee. XVli erudito fX fiodiernis litteFamm pericuUa. Geqf 
1704. 4 und in Kapp orationes selectiores p. 497 iq(][.; aueh in 
T. opose. Brunschw. 1725. 8 oder oratt. acad. Genf i737. 4. *— 
Ckr* Gryphmn Apparattn a. Diss. i<ag. de icriptorfbas hiitc- 
lim aaee. XVU ülattrantihiui. Lpi. 1710. 8. 

Die grosse Erbschaft ron Ideen, Erfahrungen nnd Vor- 
aibatca grfindHcher Setbstdenker und beharrlicher Forscher, 
auf das XVIII Jahrhundert überginge wurde nicht nur 
gewürdigt Wild sorgsam bewahrt, sondern anch mit 
cfgeothfimlicfaen Erwerbungen, 'mit Schätzen des Wissens und 
Ffewbn des Gefühles wetteifernd vermehrt nnd zur Erhöhung 
des geistigen CSemeinwohles, Wndiemd für allgemeinere Ver- 
eddng dear Menschheit angewendet ; besonders seit der Mitte 
des Jahik. werden durch freyere Mittheilarig irnd steigende 
Wecbsdwirkiing die rascheren und frucMbäreren Fortschritte 
gesflflschaftlkiier und wissenschaftlicher Geistesbildung immer 
riditbarer. In wundersamer Mannigfaltigkeit und 'oft räthsel* 
hallw Eatwickelnng treten kühne Ansichten und höhere Be- 
slrdbangen, geheimidssvoHe Mächte ans dem unsichtbaren 
llndhe nnendlichet Sehüpfnngkraft in die Erscheinungwelt 
aber; das äussere gesellschaftliche Daseyn und die wissen- 
eefcaftficiie Thfitigkeit werden von den Ausstrahlungen des in- 
neren Ldbens durchdrungen, erleuchtet nnd erwärmt, befruch- 
tet nnd neu gestaltet. Für Erkenntniss und Beobachtnng 
wsiien nene Gesiehtspnncte entdeckt, für Gefühl und Betrach- 
tnng ergiebige Quellen aufgethan. Bewegung, Wechsel und 
isnaerwftkrender Kampf walten vor im geistigen Leben; Vie- 
len, weiche rieb für stimmberechtigt halten, ist noöh nicht 
aScnbar wwden , was in ihm ist und wird ; das Neuq ' veral- 
tet se aAnell^.als das Alte sich erneuet; das Zweilfelhafte 
gewinnet unerwartete Bestätigung und, was als unantastbare 
EtbknoKOg galt, wird durch wiederholte Prüfung erschüttert. 
Asr dff flittKcbe "Glaube an himmlische Würde und Bestim- 
piDg der MenwUwii- iftt keinem Wechsel unterworfen und 



86 Biiileltiiiig. 

wftchit an Stirk« vaA Wlrk«iuiik«M:; wa« ia Um Mihi imiie 
Wunel hat, Umbat ^ßntM dwI vMkend^ liiiigfg^b«» dtn 
Gewi^tea und Wetle» der Zeit«. DimM Ghntlm vjMxmg dum 
SlSrmida ia WahnMiuaaBg Mada^ii^ WidtrspffidHi daaXa* 
beaa su lafldera; ihm loMH sie si^ kl Alba vaaaSybnanlma 
¥AaHaag aaf : er Taffaiauat die prophatiachea Aaaspticbe der 
deaaUohie aber den Eatwiakelaaggaag der meaadriiebeR Bil^ 
dang aad ahnet die Dentnag ihres inhaltsdiweren Sinpea. 
Damm aiSgen'in dem Jahrhnnderte, welches nicht ohne su- 
reichendea Grund mit dem Bejnamen des aufgeklärieir )i>e- 
zeichnet worden ist, die hirtestea Gegensätze nahen einander 
beatehen: religiSsaa Slillleban und nngebondeae SinalaihLeit 
and xndiingliche Yemüoftelay ; Geiatameber ey j WnndimpM 
nnd hnndertfaitige 8chwmdeley nebfn kalter Uniaisacim^K 
und mhigjBm Tiefblick ; furch^ose Sm^üekfedaraag uuTeiSMr 
aerbarer Rechte, begeisterte Ansprüche auf gwlige aad biir- 
gerlidie Freiheit nnd freche Y^rtbeldigung unbeachalakler 
Willkuhr und verewigter UeibeigenfMibiMQt; freiaiae fiiinha^ 4ia 
allen opfern will für das Heil der MaaadUiaiA). und paa^a 
Selbstaacht, die auch daa Heilige nicht TeraoboMl,. am;. damit 
lur frigenen Gewinn sd^nödfm Wadiei; aa ^reiliMi HaadfiM 
Yergdtterni^ der Yemnnft. Diese Geg^naätae aelhal iraaliiin«- 
den nnd rechtfertigen die cagenthnmljcbe IBedeatsomkait. dea 
Xeitalteca; das Leben, sich fr-ej entfaltend von aeiaer Ijcbt- 
aad Schattenseite, erzeuget ein zac C^rndte aareifejadea iSi^eb^ 
ni^u; im Kampfe erstarken die durch, ihn aq%aai|gtan JKtftfte; 
aaf Erden ist friedliche Stille des Geistes Tod* 

Zur Abweisung ieß Yerd^qhta, ßh aey der Werth de« 
lezten Jahrh. äbemcbätzt worden, genaget eina Iciahta An«» 
deutnng deasen, waa der Endertrag sejiper Leiatangen. hciaaen 
darf. Alle Theile der Mathematik aind a<at der BenmmdH^ 
£• Euler'f and vieler A« Yorgaag, van Fransoaen, Teatochan, 
Brieten, Italiänem u. s. w. mit neuen Methoden , sehaifaiBauU 
gen Combinationen und mit Berachnaagent. welche den Fqdea- 
angen der sprödesten Genauigkeit geaiigen; Aatronomia tat 
von Gelehrten derselben Natioaea mit aablloa^n Beabaahtnn- 
gen und wichtigen Entdeckungen bereichert worden. Oiä ge- 
sammta N^iturwisaenaabaft hat. dnrefa nooh/ imaier atajgenden 
SSuwacha an StoflP nnd an forawfthread gefartülen Folgeinngen 
dejr Foracher eine gann neue Clealalt aagentniman; die Hiy- 



Das XVm Jahrhimderf. 27 

■k imt dardi Erfahfungen fibev Luftarten, Magnedimm^ 

ElekftricitäA und Galvammiit, besonders durch nähere Ver« 

biBdang nnit Chonie, wriehe von LanaMer bis BerzelimM imA 

Dmofi lUeaenaohritte gethan hat, an Umfang und Gediegemr» 

köt gewonnen; die Thiev* vnd Pflansenknnda ist nach Cl 

hmaS anermesslich enratert nnd bis auf die kleinsten Ein« 

Tflnhriifn in sich stets vervieUMtigende Untenmchmig genomii 

flMB worden ; fiir die Mineralogie ist mit Werner eine aams 

Zeit, fruchtbar an folgenmehen Ergebniisen, a^gebnodieB« 

Der Eioflbias, wekheo dieso wisseoschafttieiio EcobesMgsn anf 

£e Jiedicin hdben, tntt seit 8«bA/, JH-, fli^oM nnd A. 

EmUer mit Jedem Mensdienalteff anscbanlisher herror nndi 

ist ia aUsii gebildeten Staaten von fast gleicher Wiiksamkail«» 

^ Ikaai Kritik nnd Anstegang der alten Classiker frisch ]>en 

lebt mid mit ansgeseichBetor Tüchtigkeit bearbeitet wordefn, 

sm^ lebet die staadiche Reihe ItoehveEdienter PbiMogQn Tto 

B. Benins und Tib. Bem9iBrkmf$ bis anf F. A. Wolf nndi 

fif. AmmmMl; die jßrMf It^JEEsyiiasehe Sehale setate Phifelpgio 

Diaeiplinen in nähere Yesbindang and Wkickel-. 

jl dem seel vollen Stadium der Kmst, weMies fostan 
cfbigit angebant worden ist« Far die Geschichte wurde, last« 
los gesamm^t nnd gefcnscht ; doch kündigte die kaom obec 
sehbare Erndte auf diesem Felde nur neue Pflichten and Kxr 
betten an, denen sich viele mit Einsichtmnd Freudigkeit im* 
tenichen, anterstuttt von treflUchen Hälfirnntteln für Zeitrech* 
nm^ Diplomatiky Numismatik, Epigraphik, Generiogie und 
Heid£k; die wiedergeborne historische Kunst. ging von Fran« 
sosen nnd Britten zu den Teutschen über nnd fand' beji den 
■eisten Völkern Europa*s dankbare Aufnahme. Erd- nnd 
Volkerknnde erhielt durch eine Fülle vorsügUclier Elrfakmn^ 
gen leicben Stoff und durch Verbindung mit Naturkunde und 
Aatroomnie vestere Grundlagen und wissenschaftliche Bich« 
tai^, Anf Vervollkommnung der Jurisprudenz und Theido- 
pe, isali anascUiessUch in Teutschland blühend , wirkten die 
Tertaehritte in philologischen , historischen und phiosephi«* 
idMn Scndian entscheidend ein. Disi Philosophie, einheimisch 
» Tentnchlnnd, welches deshalb von ventedcten Gegnenadea 
Vefasnlilgebranches hart genug i^eruaglimpft wird, durch- 
schritt in wenigen Jahrzehnten eine Laufbahn . von Jahrtau« 

und drang mit ringender AUauicht in alle VeridUtnisse 



28 Einleitung. 

des Wiflsens, Strebens anil Wollens ein, schuf Beglening- 
klugfaeit in Staateweiaheit) gedankedbse Kinderauoht in um- 
noktige Enkbungkunst) schlaffe HerkömmMchkelt und öde 
Lecfheit des Lebens in sinnige Betrachtong und 8tttUoh-krll£« 
tigeiTheilaahina um. -*- DieWecbselwirkang. inj der geistig, 
gen und Ikterän^chen Welt steiget fortwährend in Allgemein-^ 
haitrimd Stftrke; die niederen und höheren Unierrichtsanstal-«- 
tenJiaben sieh veredelt und selbst was auf ihren Nachtbeil 
berechnet ist, w^n^et ihnen gediegene ,Yortheile.8u«' Der.Ge-* 
lehrtenstand hat dem ihn yereinsamenden Zunfilrgeiste entsag' 
und, xnerst in Britanraen nnd Frankreich, dann in'Tentsdt-' 
Itaod, jest fast üiieraU, sich mit dem gesellseheftlidien Leben 
befreundet. Eben so ist wissensebafdiche Tb&ligkeitiin-un-' 
mitteftare Yerbindang mit dem bfirgerliehcn ' Gfamemwesen 
gekommen; das erweisen Technelegüe' und Handtlswissen« 
sdiaft, Naatilc und Kriegskiinst^ Welche d«r ^netfesten Zeit 
ihre Entstehung. oder überlegene AmriMldung verdanken; «Vie- 
les gehet aus den Kreisen der Geehrten sn dem «l^sib» oder 
SU dem gebildeteren und für weitere Bildung e nyftn lglichen 
Laienstande über; und wie in jenen die zitnfiige IVensRing 
der Bearbeiter einselner Disciplinen i&a höheren» Siireben nach 
wissenschaftlicher Einheit weichen muss, so veriieret sieh aueh' 
immer bestimmter die grosse Kluft, welche Gelehrte iren' Laien 
rinst geschieden hat 

. Diese Annäherung und sitilioh geistige Verscbmetsimg 
der versdiiedenen Mensclienclassen im gesells^^aftlijohen Zn- 
stande ist durch Wecknng und Erkrftftignng des Kunstsinnes 
und durch Gedeihen der NationallittcHralur vorbereiiel uiid her-' 
beygefahrt worden. Mögen auch die Werke der bildenden 
Kunst nur selten die grossen Grmnster der Vergangenheit 
emichen, so ist doch der offene Sinn für solchen Gennsi^ An-' 
gleich allgemeiner und schärfer und die Wirkung künstleri«» 
scher Schöpfungen tiefer und dauernder gevrerdea. Die Ton- 
kunst erhebet sich zu hoher Volleiidmig. Die redend^^ Kün- 
ste sind SU verjüngtem Leben .erwacht, in Grossbritahnien 
mit Pepe und Thomtou^ in FrariEvelck mit Voliaire und J. J: 
BmitsemUj in Teutschland mit Le$fing' ^mA' JCI^»$t0ck; und 
so in dep Landen des Söden uqdi filofden; bald den alten 
Qldnarifhm surnekfedernd, wie Italien, bald aus der Kindheit 
rasch su Uiihender Jugend fortsdurettehd,- wie Dänemark, 



Wissenschaftliche Uehersicht 29 

Sdiweden, Polen, Basdand, Ungern. Biese Bahnen snm Ziele 
geistiger Freiheit und ' Yeredelnrfg: sn SGÜliesaen oder das 
wetteifcnde Streben der Kampfes «m Dank deä Volkes und 
im Unsterbliehkeit hej den^Näohweit 2a beschräikkeo und der 
Menschheit ihr heiligstes Yorreehc zu Terkummern, wird we* 
der tickischer Arglist noch roher Gewak der ffir ansschlieas* 
iidie Gerechtsame besorgten Selbstsucht gelingen* 

D. Jeninch Gent und Chsrtkter des aohfsehnten Jahrhunderts, 
poUtiteh, Diorelisob, ästhetisch und wiasensehsflklieh betrscIiteL 
Berlin 1800 ifl. 3. 8; S^un. Mühr hti^i retrospect of th« XVUl 
Ceaturj, «»nt« a iketch of the rovolution« and iniproveroeats in 
•eieoee, arU and litterature (vorzüglich Gr. Bdtanniens und 
Nord-Amerika's) daring that period. New York 1803* 2. 8. 

Wis^en&chaftUoke Uebersicht. 

h Die Nationallitteratur, ii»> allen enropäiecheD 
Staaten, zuerst in Italien, a\if der PyrenSisohen Halbinsel, in 
Frankreich, En^and und Teutschland, apilter im Nordea und 
Osten, sidi reidier und reifer gestaltend, beitfkandet vollgul* 
tig das allgemeinere Gedeihen der geistigen Büdang im neue^ 
ren Gesellschaftzustande und ist daher ffir die ganz eigent- 
lich menschlichen Gesicbtspuncte der HtterSrischen Forschung 
Ten gewichtToUer Beden tuag« Die VolfcsMgenthnmlichkeit, 
insoweit dieselbe durch Zwang der Nachahmmig^ desFremd* 
artigen oder durch Aufnothiguog der Ausländerey nicht ge- 
trübt und verfälscht wird, spiegelt sich hell in der National- 
Cttenitnr ab ; darum ist es Pflicht , ihren Znsammenhang mit 
dem früheren Zustande, den Kreis, für den sie sich bestimmt, 
and in welchem sie sich beweget, und die BescbalTeaheit ih- 
rer erkennbaren Abhängigkeit Ton alten oder neueren aus- 
wSrtigen Mustern, so wie die Acusserungen des Strebens nach 
hcimathlieher Eigenthfimlichkeit und Freyheit, oder auch ihr 
wediselseitiges Znsammentreffen mit Wissenschaft und bil- 
ieader Kunst schärfer, als oft zu geschehen pfleget, ins Auge 
sa fanen* Fast jedes Volk hat in dieser Beziehung einen 
TOB anderen sieh unterscheidenden Entwickelutiggang und was 
bey An in einzelnen Zeitaltern vorherrschet, bedarf stets ge- 
aanerer Untersuchung der vorbereitenden Anregungen und 
'er mitwirkenden gesellschaftlichen Verhältnisse, um rtchtig 



30 Einleitung« 

rerttandan vioif Bowölil nach «len Venmlatsangen sdner Ei 
•eheimmg ab aach seinam Euigreifen ia die aanftchtt folgend« 
gahotig ge\¥ürdigt werdm an könnte« Diese Rfiduidit, nid 
die, <ift wiUkGhriilohe^ wenn adion iBr allgemeiagaltig erad 
täte flyätemaiisehe Ordonng der Dicbtarten , moss 4en natai 
gemStten Gang ia dar Daratellang des dichteriaeben Kunii 
lebeni bestiromen. In der Prosa wird yorzuglioh das Hervoi 
treten der Beredsamkeit und das Gedeihen der historische 
Kaust, welche beide durch freyere Oeffontlichkeit im Staats 
leben bedingt werden, und demnftchst der Ton der Unterhai 
tiing und Belehrung, als Wahrzeichen der Bedürfnisse un 
Foderungen der Einbildungkraft und der Betrachtungweise ode 
des Denkvermögens der Mehrheit, zu beachten seyn. Trost 
lieh und zu freudigen Hoffnungen erhebend ist die durcl 
Thatsachen sichergestellte Ucberzeugung, dass überall, wem 
auch mit verschiedenartigen Ermftssigungen und augenblick 
liehen Stillständen^ und Rückschritten , die Nationallitteratnr 
mag sie Iftlterer odte jüngerer Abkunft, reieh oder dürftig 
aeyn, in unverkennbarem Fortachreiten und in direnwerthoi 
Bingen' nach hi^Mrer Eiganthümlicbkeit vnd sittlich -freyej 
Stürke begriffen ist. 

Da&s die in unheilbarem Uebertnathi» dei fanstlsehen Orledta- 
ütmat eritsrrten Tü^rken nicht su d^n europAfaM^ben Vatken 
girecfanek werden, bedarf kaum ehier Erinaerang; and«frs verhüll 
es sieh ailt dsn Juden, ia so feradis gsbitdMeren •aropfiisiri 
Verden sind.; sich gsas selbst überlsfsfp,. jnftssten sie «nsuibleib- 
nch eine türkische Weltsniicht haben, 

Litteratur im Allgemeinen: Boutertcek und Sitmondi; Eich' 
harn Geschichte der Litt. B. 4 Abth. 1. 2. 3; O L. B. Wo^ 
Lehrbuch der Gesch der Nstienalliteeratar im absadlindlsefaeid 
Europa. Lps. 1831. S; J. JV. ScUt^el ilbor dramatische Kunst 
Heldelb. 1809. 3. 8. — Die Naohweisung des Etnstlaen unten 
bejr jedem Abschnitt«* 

IL Gelehrsamkeit ist Gemmngut d«r europftischen 
Menschheit und die bey weitem meisten Völker haben mil 
gleichem Eifer, nur der Zeit und dem Umfange nach verschieb 
den, dazu beygesteuert und, wie Empfftngliciikeit und Bedürf« 
niss bedingten, da?on empfangen und damit gewuchert. Zwar 
tragen auch viele wissenschaftliche Arbeiten in der Behend» 
lung, Yerfabrongweise, und sich vordrängenden Absiohtlich- 
keit ein Tolksthüadicbea Gepräge; aber dieses ist unwesent- 



k 



WiMensehaflüdie Ueberricht Sl 

Hebe lirtfrn Umgdbmg, wdehe ohne NftdiA^ftr 4n Ihm* 
ran CMMift beseitigt werden kenn; edbet dHe Verdritageng 
der in wtneenedMftlieheQ Veibendhiegen sontt idendicb eil- 
%unfcte behden HerkSnnilielikeit dee Oebraeobw der 
S y t e c b e dmeli vergesogene Beuntzeeg der Len« 
mam ab minder wiehtig, Je in Rldcakdit enf tiefe 
TkcÜt den Erfidinrngwiseees , nemendieh der Netorbeebaell«- 
tnag nnd der in nene Kreiee de« geietigen Lebens eindrin- 
genden li5lieren Forschung, wofür die aasgestorbene Spmdie 
keinen angemessenen Ausdruck haben kann, ids noibwendig 
end als Zeagniss wahren Fortschreitens und des Sidi in enge-» 
mtssene Grensen snrfiduiehenden gelebrtea Zunftswanges l>e» 
tradhlet werden. Da eine etwas yollstißiidigere Erörterung der 
Datstellung einselner wissenschaMicher Ficher vorbehalten 
bleibt, so iiesdirftnket sich gegenwärtige Uebersicbt auf Ae 
Haeptcf^gebnisae, theils mit Andeutung der wechselseitigen 
Besiehnngen, in welchen eiezebie Wissenschaf ken au «nandes 
stehen, theile mit Angal>e der Ydlker, bey welchen, und der 
Zeiten, in welchen sie vorsüglieh gewonnen haben. 

1) Altclasaische Philologie wurde snerst, fast aus« 
s d die ssK di linguistisch, nach Vorgang ItaiÜniscber Humani- 
steu, im XVII Jahrh. mehr reaÜstfsch von Franzosen und 
Niedeilindem , und im XVIII, bey Erstarkung des philöso- 
pUsdien Geistes, Schirfung des Schönheitrinnes und Erwei- 
terang der Geschichtkenntniss, von Britten, Niederlindetn und 
Tcutsdhen mit kritischer Gediegenbeil und vielseitiger 6r8nd- 
Hdikcit der Auslegung bearbeitet; Teutschland, die Weder* 
lande und England befinden sich jest beynabe im All^be»' 
sitae dieses Studiums; Italien begnüget sich mit Kunstge» 
sdiichte^ Alterthumskunde und philelogischen Seltenheiten; 
Franlnreichs Geschniacksbildung bat den nutsburen Stoff und 
Ssdietiechen Endertrag philologischer Studien in sich aufge« 
nommen; die n5rdliehen und östlichen Staaten liewahren und 
Whandein sie als rorbereitende Schntstndlen. Die wfthrend 
4n XVI und XVII Jahrb. fiberall attgemeinere Fertigkeit im 
Issnaischen Ausdrucke hat in nenered Zeiten siebtbar abge- 
nesmen, am wenigsten in den Niederlanden und in den Staa- 
ten, welebe der altkiriMiehen Bildung ein Vorrecht in der 
gefeinten Thätigkeit einrUuraen. -* Morgen iindische Pbi- 
lologie, frfiher von Fransosen und Niederl&ndem am fleisrig* 



311 * Einleitaiig« 



stall anfl^MMIt^ iftt im Steigen und gewinnet in Tentsdilan 
in den^Nied^rlandeii, in Frankreich and England anselinlicl 
Beteicfaeiung. «— Für* ZarackfÜhrang niehteatopftiMsher Spri 
dien aof grammatiaGhe Gmndfläiae haben sich Franaosen, Ni< 
derlandet lind besonders Brillen, im SammlaDgfleisse auc 
Tentsehe hedentendes Verdienst erworben ; diristUeke Miaaii 
nen- ündBibelgesellacbaften tragen mittelbar aar Vermehrai] 
der Bebcl^tiguogen dieser Art nicht wenig bey. Sprachvej 
gleiobungeny Ausmittelang- allgemeingültiger Sprachgesetxe un 
Benutanbg'.der Sprachknnde zur Aufklärung der dunkelste 
Yölkei^eachicliten sind von Britten, Franaosen and Teutsche 
mehrfiaeh and nicht ohne Erfolg versucht waiden ; wenigsten 
werden die «usammengebraobten StoiVjorfithe and -einzeln 
gelungene >- Vorarbeiten den NachkonM»^ das Fortschreite 
erleichtern and*aichem* Die auf Erfahrungen beruhende Phi 
losophie über Sprache hat f&r umfassendere wissenschafiUch 
Behandlung der Landessprachen .schon wesentliche Vortheil 
gewahrt^«/''^ 2). Der Geschichte' ist fortwährend reichha] 
tige VervoUkommoung in Materie und Form zu Theil gewoi 
dep*. In den ersten . beiden Jahrhundeilien. wurde wacker gc 
sammelt von ItaliAnei?!^ Franzosen und Teutschen; Franzose 
stellte^ für Forschung« die ersten, aber- durch Mangel an Sicli 
tung oft .unbeholfene Muster auf; in der Darstellongkuns 
schlossjen sich iltaliäner und Spanier an antike Vorbilder an 
yprherrsphend'^wurdenMd Chroniken in den Landessprachei 
alles Kunst Verdienstes ermaogelnd und» nur durch Treuherzig 
keit des Tones anziehend, und bey Franzosen die Memoire! 
welche Einzelnheiten: malerisch individualisiren. Durch fort 
gesetzte grüiidlichey an^ der sweyten Hälfte des XVIII Jährt 
wissenschnfttinher BaUüswUier gebrachte Bearbeitung der Zell 
rechnungi «Numisniatik» Diplomatik und Genealogie, duro 
philosophischen Geist and Skepticismus, und durch Beachtun, 
erweiterter Sprachkunde nahm die Forschniig, besonders i 
Teutschland,) eine.edlero und sich nach immer veredelnde Gc 
Stalt an ; in Bekanntmachung und zum Theil in Verarbeitun; 
vorhandener . oder nea .aufgethaner Quellen wetteifern jea 
alle Nationen, am frachtbarsten Italiäner, Britten, Franzosen 
Dänen und Teutsche. Die DarsteUungkunst erhielt durci 
Franzosen eine philosophisch - humane Ilichtung und durc! 
Britten, welchen Teutsche mit Bewahrung ihrer angeerbte 



Wi^ensdiaftlielio Uebersiclit 33 

j^winealiflliten Genauigkeit lolglen^ ^e' unnihtelbiura Bezie- 
hung .anf offemÜches* Leben nnd GemiiAsbildüiig,! die Grande 
fesetxe des- Alterdiiuns mit den FoAeruogen des ievearen 6e»> 
seOadiaftsastaadeB glficküeh veraaeod:; , Franeoien , Italiäner 
und Schrifisteller dee Norden« end JOstene habea dioMlbe Bäkh 
MÖt -rahnriieliem Erfolge betretet; das Geechiobtetadiam bat 
«ter aüen ClaaseD des VoUcee Eingang- gefanilen und bebanp* 
(et in seinen Einwitkungeii- anf GeiMesaftioininag und aaf öf* 
fattlkhe Meinung, eine Gfamptstelle «nter den geistigen Mäch- 
ten, wcicbe das ilusaeie Leben gestaken. — Erdkunde ist 
seit dem XVI iahrli., ämgünzendsta» im XVIII, dundi Enfn 
deckuDgen umd Beebaehtupgen, besonders derBtitten, und in 
folge der Holfleistnngan der Asthinomie alid Natnrwwwn* 
schalt, berichtigt- und bereiehert worden; ihre ifiasenscbaftf 
liebe Anordnung verdanlcet aie in. neueren Zmtan.den Teut« 
adben, vekbe aich auch am die,.im.XfVI.JUurh. ron Italien 
aa^gegangene , im XVU von NaedeiiilndeMii und Teutschen 
zam peütiadien Cnterriditsgegenslande bt bobeae Statistik das 
namhafiteate VenHeaat erfror ben haßqn«'-*- d)'Mathemaeik 
gewann in Italien, dntch Bdnntaun|^ .der gritochtasben Ciassi- 
ker and dnrdi fleissige Beari>eitang dcür Algebra und TrigcH 
noBctrie wiasenscbaitiiek^'peete'Gmndla^;' im. XVII Jahrfa« 
wurde me von Schottland aus iliit LogaritbmenitaMn berei« 
diert; Italfilaer, ül^nzosen^ Bftederiflkidar beaferbetieien Arilh- 
laetik, CieoBsetrie und Meihanik VorloneflkMJradiwimlge tiefe 
liateranduingen wntdea <¥on; den Akademien in Paria und 
London aogeregt; TantschliMid und England machten aich die' 
£r£adang der Differenteio und Int^ral-Beehnung streitig und 
mit ihnen wetteiferte Frankreidi In Vervefikoranmnng der 
Analyse. Ah den immer weiter ' ftthr end n a Fortadirttten aaf 
den neu gdbrodienen 'Babnan nahmen im XVIII Jnbrh; die' 
Xationen Tbeil und fiult jedes Jahrzdint konnte sich bedeu- 
tender Erwerbungen rähmteOi''**-« D&e Astr^onomie iM seit 
4tm XVII Jahrb. zu* einem bewundemawerthen Umfange and- 
zs einem gtäoaealosen Wm^thiime« der Erfahrung und wi»*> 
seasEbaftGdier Begründung ' und Anordnung eebofaen worden; 
die frsihtbarsten Anstoengangn sind in Frankfeieb, England, ' 
Teolaeyand und kafien - eiiriietmiaeh ; aber in* allen Staaten 
wird mit steigendem Eifer zur Vervollkommoiing der als all*' ' 
geasein wichtig anerkannten imd schon häufig, popälarisirten • 

WacUcr HB. d. Lift Geaclu III, 3 



34 Eiileittttig. 

WiaieiitcltfA nitgi»wlckn - «^ Die Kri«gtwi«seiisoh&ft i 
Terdank^t imthenuHiMheii «StaficB ibr« rafera AuiUldwig, i 
die unter FraiiKOie»*nBd *T«vticheii an» weilafttOB gediebenn 
ist -^ 4>'Iii'der 'Naüarknnde mid BieBwigArittc {^esclie*; 
heiH betoüdMd Mit tei^XrVIII'iahrb^l (mat bej aDen Natia- g 
nen ist wMigatenr'ln Eiucinem i^iel' fir sie fdeisist ivww g 
den^ der- betriMulickqleMSaiitaahs ist ibr darob FMasosen, ^ 
Britteo, Sehwedenvi VelUifAl» aad'llaliikieff atr-Tbeil gewer^ « 
den; um Vereia)goiig«lbi»i eInadhM» Baatandtköle M«emem s 
wissenaehftMieben'QbnBen« babem^Tenlaobe' das «aiidurftaste'^ 
Vesdienst, i^hyailD'Wid^b'liafcq^Mliaben imiXVm Jabrb. i 
einä dinrdiiw ig ^ veiändsrte 'Gisstsit ^jesroMM umA sM <ii be- « 
BliadBger FenbiMang* begriÜM p sie m4 Na4 mir g e so b i cJi t « j 
werden ib#Mlllit«ttd' Mc Entdsdnib|[siv..und Beebeoblniigen ^ 
bereichert, »>dteftree«*Menge><8iebgesehMittieh kaom «übersehen , 
Iftsst. -^'fr)r9DieEiawiri£n^de»'iiesedcdtenNatttrwi8seiMidiafi ^ 
aaf MfdiolttilJiit naslire^'daotifiki . i^atemiev • Noaoi^gie vnd .{ 
Arsneynüttellebte dad 4aw»dUilligigy<ivi^^ ^ 

Jahrb. dnroh'Ftaeiiesenf Teatsehi) ItaüMner'nnd BnHen mit , 
fast gleichem £rfo|g^"iriidseitig» berifditigt, trsrmdirt »ntid sa ^ 
wisteasekaftliMierGefii^enkeitigeffirdert worden ^slnd« philo- 
sophischer Gfeiati crmiawgaf> AUM Vertranen anf Egfahrang vnd , 
dringet anf BeachAonfttdes PsjiehieBbeti;. nnd frdyaa Selbst* 
denken untetbaitf^eiilandiaateebeipt naeh fWahvbMi'.tokitfti* 
gende'«keptisdie-7Beetfbssdenb0it4( Die YerroilkoaMMiaiig^ der ^ 
Chiroi^e uiid idik VUedieHkaade ist dem^XYDI Jabrk. ei- ^ 
gentbateHdh r jane^ ist iapFila0kreidi,Teatscblafid, Italien nnd ^ 
England, dieeeten ItslWnera, FTanxeee»«andcTeutadieii am ^ 
gekingensten bearbritetüwordani ^^ tt*) Jn^iapviadewa be« 
harrete lange in pesMvel^^JiericSainiliehkeh und sebiea far ^ 
wissenaehaf tli che Ümstaitung wenig empfi&nglicb sa aeyn. 
Zwar erhob neb das pbilologiasbe fitadinm des rdmiadien 
Redlies ia FranlMkAi tadgrossem fiHanae.nadghig im XVÜ 
Jahrb. aa den Niederiibdeen' msl später au^' d^a Teutacben ^ 
über, von weichendes Jeat gtöndÜDh« gepflegt^^rd; aber die 
Elnf&bmng philesophlKb-»hniliaoerGeaMblsp«neteend- Grond* 
sfttse fand hartniekigeren Widerspnick und gelang erat im ^ 
XVIII Jahrb. der krüftigea Beredsamkeit einiger Fraaaoaen ^^ 
und Italiäner ; dass ihre -Bemühungen nicht erfolgloa geblie^ ' 
ben smd, benrknnden aablreicbe Verbeasernngen der Geaefs-* ^ 



Untemditi&nstalteiL 35 

gAung in nekr^ Lftadern und S i a ti§ ßn m^ l0 x*V^thnäUu§m 
TOD «oMittelbarar Besfebaag dat wf» GMUebO w>i Pbakh 
•opliie werden nnaolhellbar wiriMr .fahr«i.. tt 7) Die Vei^ 
eddang d#r TbealogU tfnd die InMeHs^ ^MgeliiQbe Qe* 
«[randanx deveelben eU Wiieenedilft.Ut Mm dMi^oMiiifa..CSf 
KatbeB ri em m webkhUigfn PreMKaoiisiHM »nKgftfafiffW und 
nacb lingereni Sittbtande bat das chcwlegiadift Sl#4)fiiMm luiter 
IGiwirkaog der Phlieaopbie^ PbOofefl^ und GlMafa^l^hte« «eü 
der Mitte dea XVIU Jldurb.. In T#iiiicUaad» 4n GrfiadUeb- 
keil nnd fVegrheit der Aaticbt beM<sbttteh= gewtoaMar.r- 8) 
Pbiloaopbie, die pBftteif ich«r KAifigiA albar ,WinMMhaf* 
tcDy hat Biaaaigfaebe Wecbvel ^fahr^n« Itegiqalieniita nnd 
SkeptidiBUiSy Splritnaiiaaias »uad fiiapirisimie^ • Kri^taita,nnd 
Idealitmaa babeQ ndi ged««ngt und b^kÜAipftittaddie 6tß^M9 
Selbsttbiiigk«! der Vevaaoft» welche nttaitt Heil .yeifftbrM 
aad pbileaepbieobffr WebrheM tttJhUf^ bringt:« mtfgerqfeif and 
tu mnbee^^er ArbeU -ettaehtigt. Clewobalieitglaiibe and Stäi* 
stand werden in i^msbem A^erbtilDinmi «elienef ^ HFienIndMa- 
rentiflnna nnd finaiwehnr EMbonuiliinui; din/hiirflicbe Mlaebt 
idigi8eer Sitllidduiit maltet yor.nad blsfreaMeti.d^ ,S|peea« 
latiea ant JHtmt and MitaHilaiit*^ . Die aüincMga A^arbcd'^ 
tang ciaselner pbHflopbiaaher PartfiyHn»i i na ffi en lli » h 4w Pity«» 
t^ologie nnd Anlbfopolagif , ..det^^Mb^tiliy -dmifi^vfre^bts, 
der Staatdebre nnd der fiit^iehan^atMH^ JMKuAem.^tHdinni. 
der PhUoaopbin die Anwhannnftg jß^tißßlmiQfmi^nnikmg^ 
knt erwerben aad da«' ZnaemahanfnrnNr» alter «JBeaimdth^^ 
der PbiHwephie itnter deat >naaiih<dbaf<Hrti> aUeiagaWyn Ge«. 
ricb£a|»nnefe dei» Einbait .8tfUl> ibreiiwiafitliitbebB ]iy«rda m^ 
ober and öffnet deai Blkbe^re^traaMitattir ßdkataiiibinii^ 
dem Bobamn ein nie raatjBod«! Qelateilitef • dar Zvd^mdi, 

Dan gjMfiaifMa «ffeatficlie Uaterfial»tiilenraid»:warde 
wx dem XVI Jafifb» fMk h^griiade^ tbfftonmgairaiidelt.and 
nndwboU verbeietitt; eein £ipfi|tmii anf JJiAieii<IUU*ig nnd 
geiibitn VarbereiM»g iM nftle qht ifcAi n d^. pie VeiWlidnaigtfii»* 
sdbca Winlo w4 üorcbe h4t in dar Jialur ihrir jnieren'Be« 
scfcaflbabeit wd in der Gfaebiah^ letpht erwaiebaMt Grand; 
alle Verauehe einer TeUigen Tr^onang derselben alid entwe^ 
4cr bald nuaslpogitn oder beatehei^ mta dam taiserdn jSabeina 



36 Eialeitong. 

«ach« ' Dto '\%rt4»nkMimming des Unfeniishls *mirde «owc 
^reh ^iiMetiCi^liyE^lkhe Fbvtiebritt» ub^ Mh«re AiisiebtHfi rt 
gtfsell&tlmfificfaeii-^L^beii beiilngty ab aiu&h dorbh tichtigc 
Vbratellangifii^^otyJleditfeii der Jogendwek «nd t^on MTentl 
eher StfiatBpflibh« 'in fiingkiMr Mf £rziMiniig iiiid Bildung d 
Volkes- geförd^M. tmi ak- «Hg^iäeingfildgerAiigeleg^äHeit i 
MenticMiei« anerkimtill'^stiiiMibM' am kt^tigstön mitgewiil 
X/otAe, ,FißBef9^ inni J* J^ lloks^ttu, und vielea r^Mn iler g 
Ü^tbrij^n/iliild^ vfiltM^M 'Ided:istijwiiUti90li in das L%ben efl 
geführt ("«ratdeoiliiiiBli' J* ByBUäedQm m Dessa« [17^], C 
0; Si«ft»iaM itt^'^ciiMpliBdtba) <|[tra^ nnd,'B. Peitu/ozi 
hen^üAtStBfitk IflMrte» [l^Ol*]. ' Weit früher hattö der S^ohfi 
i(äbfe' tl^2dg AniMf der, Fromme [ac. iorS} mie p#aktiscbi 
fia^iobt iiiiA<>#iler Kraft« ein Mittfter aafgiBNitellr, desteii Weri 
emtiikMiiiBrea Zei^em erkuttatrwordea igt.' 
>'• ' X Volka'iohuleti si»d ^ eine segenreidie ¥oIge der R^ 
fbnuattMi,' baben aich mit 'dieaer allgemeiner Vterbreitet uü 
eftlMeb anoh ]^^f Gegnern derseiben^ Eisgang 'und Förderan 
gefand^« » Fotlwlikreiid bi^ mok>iiin^ Anoabl Vetinelirt nti 
ihte Eiariebiung Terbesisert.' Tentseblanfä zeifebnet si(S 
dattk die t«w&gli«tasten aua^nnd ^dcet nuf mehre Staaten 
hi^ .^ntstaiiätti jgtftf'iAiigei^ichltete Soliullbbrer^Seyninä 
pian, itf.H'atfndTiJij: [d. 5. Jaa« tfii] n. a^ a. Oi,' Jtezt ühei 
rtl iBr MthWtendig ehi^htbt nnd in» Prau«ai sehen auf da 
nmiitatbäikeate^ 6itig«riAtet. v Füv VepnAlkammnutig des kä 
thbl. ' VdlkeailKillW«sen vtnvi^ ' • rcn Em^rieh Joseph Knrffii 
stev TOQ HT^ip^liiTtÖ} ««kd-^iiesooders'von J. ign. v. Felbi 
ger £i7i53],^ar^dlery'Aiin"T«raketan OeHferreiobisaben Nor 
m a 1 s db tt'l aar^'^irtO} 1^,^ f y > tiel . gelekteit (tgl. BarnUci 
Schul- and Kraiab. Aatb^ylli^ XX* S. 1 ffl.); e» killt, in 8< 
weit romanisirender Gewadtsmn nicht störend eingreifet, mii 
dem protestantischen gleichen SSsbritt... Der, früher von Her^ 
bolt \yr4l7]<iseüA 4^olatf [1772] » itf l^aritr verstf«ht#'/ 1^ o h s e U 
saitigef'ilKlite^rvUhä dteiKindttt (vgl^ Joii. 'ti^mel fSiS)i 
v0m^A. Betlfm Madras [1795] und dem ^QoSker Jbt. Lanca^ 
iter ktXondbn £17W] vaUsftittdfgw ausgelilld^t itad praktisch 
bewfthrt, bat in Gk Britannien, 'Nord^ Amerika [1806] und 
viele» aa^ivAeiigen Amüedelungeti der EoropSer, anch in Hayti 
[lgl6], in Frankreiek [l^iVu. 1816] und in vielen Lftadern 
Eingangs gefanden- and dia veraftnmte Bildung der niederen 



Unterriehtsätisialten* 37 

Volksdassen wohltbütig gefötdert;* im OMfw^rfchitfehen und 
hl ItdiefD ist er [1821] rerbotM worden/ -f^ nrmen, ver- 
lassenen nod der'*Verwildeniag pretegeg^enen Kinder^^elt 
haben sich J7. Ftstalotzi [1775], EmM.v. FißlUtAerg^ KHf- 
ter \jL 5. Jnn. 1810] der Armen-EMeliiin^-AftllMIt in Hof- 
^^ (s. il. Il^ifger Berieht. TflWHg/18W. 8), «and J. Fa7k 
in Weimar [1818] angenotnnien tind^ifare nieniiehelifreiindli- 
che Bemahnngen sind nicht ohnc^Wdehfelg^* geblMien» Auch 
rermehren sich seit den lezten JähliiehliUfli' des XVIII Jhihrb. 
die Ton England aQ8grigan]||\M%b SoAntagiiv ArUniit- und Hand- 
werkevBchalen. — ^ Fnr ^iMol, von' dem *lipan/' Benedict. Fef. 
P&niiäs [1590] nnd J. C. 'Ammfan [1092' ilJ 1700] v. s. 
w. ' bcsdirielreii'en' Unterilcht 'der 'Tanbg^tnnrmen sind sa* 
Paris [17M] dnrch Ci. Mvde FEpM, 'tVdtfaem' A. A. &- 
etmt folgte, in Ldpsig [1778] dvttth S:*JikMtt», in Wien 
[f779j dardi F. Siork, in Beriin [1790] ivtftii mA;'E$eAke 
in Brcdan [1821] u. s; W. Anstalten etSfftfetf' -Worden; ein 
Gleiche geschah f9r den (aih tottstSnÜigsten tM Kieim 1818, 
Gsi//^ 1819 und* J^ Knie 1820 beMhriefan0rfeii)'BRnden«Un- 
terridit in Paris [1784]; Wien [1804]* St. ^Petenbnvg und 
BerKn[1806], Dresden [1808],' Zürich« fi Ol«}, BteAan [1819] 
n. a. — Däss anch die; In* Hff^ksldff'aiif vg^Ml^BdiaFtliches 
VerhäkifliB f und etgent6fitifl}cMta''Berdf < der kftiisMchen Matter- 
pflpge fangäl5rige w e i b f itftik e ^firsieUmg», am iiftnfigBten in 
Fhuiktcseh nild Tentsehladd, gewifaelillniniiMaien yerilffeotlicht 
und der nOnlfliclien TerilhnMdit werden 8(dlte;"kaifn wobt nicht 
als Fortschritt zum Besseren im Ersiebnhgwesenl betrachtet 
werden. ' » • '•*'' • '' 

B. C. t. Natorp kleine Sc1in!b!ftTM{)ielb. Essen 1802; V Anf- 
Isgs inao. 8; W: Mansch HsMtfAek^'fur ds« teutsehs Velkp«* 
sehBlvesea« Breslsn 1829. 8 s« t. a. 

//. Oeffentliche 'gelebrteSobnle ii>(wai4en dar«>h die 
ans Italien nach Frankceich nndTAI^^hUsM verbrrifBte be-' 
cnsterte Vnriieber iMr ahdassisebe Littdradirveranlasat; wan-» 
4ct«l« Lehrer Und einige'hdterdenkende <jSei«tliche in aweck* 
BiäaBger eingerichteten Unterrichtsansialten * zu Deveater, 
Miletiiadt, Münster, Bremen, Meissen, Nordhansen u. s. w. 
befriedigten *#ns angeregte Bedfirfniis; bis die, .bomanistischen 
^dien Viel verdankende ' Befemiitf tlon ttSe Stiftung mehrer 
geehrter Schalen ond die Umstaltnog vorhandener klostorii« 



38 fiinleittiBg« 

« 

«her AnitalMi begunatigto. Der UnterriohC beicbr&nkte cA 
auf altclaegiscbe Sprachen nad DSalekfik; die Lehrer glüh 
ten, bey kärglicher Beeeldangi vdn heiligem Eifer far ihr 
Beruf; för Unteretutanag der Hfiflbedlirftigen Jagend war 
sum Theil rmeblieh gesorgt Wfi^en mehre Schulmänner d 
TVatzend^rf^ $iurm^ Camerariii^, Ne^n^itr u« a., bey grün 
lieber Oelehrsamkeir, an freyer Eineieht, raslloeer Thätigk^ 
und plldagogiecheni Tiefbliclce gleich geweaen, so wurde d 
Einseitige und Handwerkamftssige im gelehrten Unterricht 
Wesen Termieden und fortschreitende Annäherung aar höh 
ren Zweckmässigkeit erltoiehtert worden seyn« Erst in d^ 
Mitte des XVII Jahrh. arbeite /. A. Comeniui [1631] di 
anffaHendea Veraacbläsaigung der Sachkenntnisse entgegne 
und machte ayif eine f&r das särtere Alter angemessenei 
Lehrmethode auünlerksaln; tind späterhin stellte das Waiaei 
haus in Halle ein wirksames Muster der Einigung gelehrte 
Unterrichts^ mit Sorge für 4ittlichreligi5se Gemuthsveredeion 
auf» irediireh andere ntchr geringe Mängel dieser Anstalt vei 
gätet -wtirden. Pen Ruhm grflndlich gelehrter Ersiehanj 
wann auch wicbtiiehae ZomUchuag einiger Pedanterey, habe 
dte-'SachaiMOlilrafFiirstensGbulen [1543 fl.], namenj 
lMrilch:iflpf «^1*1^0« atad Melssen, und die Würtembe rg{ 
S9hdn*iCliri^ra'chttlen [lißO] bis auf die neuesten Zei 
ten behauptat//Nln der iv^e^ten Hälfte des XVIII Jahrb. hu 
der (gelehrte Schulunterricht unverkennbar, gewonnen; er ii 
la^nschlicli milder gowordea» mit 4itdicher Erzi^ung in en 
gere Vari>hidung getreten, und hat einen angemesseneren Um 
fang ^erhalten durch mehre Berücksichtigung geschieh tlichei 
mathematiscber lind naturwissenschaftlicher Kenntnisse; be 
sonddrsist dtt philologische Unterricht sehr veredelt un 
sum' firachtbkrsten Bildungmittel des Qeistes und Geschmacke 
erhoben wbrden; woau die, nach dem Muiter desGötting 
iashM [«W]i in Halle, t.eipsig, Heidelberg, Mün 
cbe'n,'Kö1l4gsb'ergv Berlin, Breslau u« s. w. errichte 
fen Philoidgischen Semiaarien und die pädagogisch 
phtlologisdhe Wirksamkeit ehrenwertber «Männer, Ci. G 
JSegäe, Ck. G. Seküiz^ F. Gediehe, F. A. Welf^ J. H. Von 
G^'^iMrmann tt.m« wMendlch beigetragen' habeti* Die sorg 
faltigste Leitung der Gymnasien'^ ist [s, 1788 und mdir s 
1811] im Prenssischen Staate eihhmmisi^ Auch wird di( 



Uiiteriichtaanuitalten. 39 

NolhwendigkeiC , das Schfilltbon rdigiSMr wer4eii sn lassM 
nnd gegen Viellhoerey sa verwahren; van Vielen eingese- 
bcn und behenigt. — - Ritter^Akademien soheinto in den 
aeaeren Zeiten keine reelit veete Haltung «u haben; die su 
l.nnebiirg^9 1655 geüiftet» iet 4821 nen erganisirt worden; 
dk n Liegnits, geeti 4708, eraCrebt e. 1811 die Yonfige 
cncr BÜgeineiDeren hiheren BUdangansiak f. F. W. Kau^ 
mmmm Gcadi. 1829; die an Dresden, geau 1727» ist 1821 
in eina Kriegaadiule umgewandelt woidM;(«das Tkeresia- 
naia n Wien» gest. 174«, ist 1784 ainfagängea; die su 
SoTae, geal« 1747, hat 1820 eine bessere lEinridUnng erhal- 
ten; das Georgiannm in Hannever, gest. 1796, istj^ingegangen 
1908» — Leichter kmmten Bpeoialsohiilen oder Unter« 
ridus- nnd Uebunganstalten Or praktisch iselif te Theile der 
II isssBBihiftlichen deschftftsknnde in den malstM europ. Staa- 
Ml, besoodeni in Frankreich, Tentschland «nd jRassland, ge- 
deihen; so f3r Chirurgie, Oekenomie (Tkaer; v. FiUembergj^ 
Fontwenen (Drejmgackar , Aschaffenh^pg , • Berlin n. s. w,), 
Befgwerkakiinde ('Freyberg gest. 1765), und lOi^piwesen. 

— Unter den polytechnischen Schw sind die. an Paris, 
Wiea, Frag, Berlin, die wichtigsten nnd musterhaftesten, 

— Die Vorsiglichkeit der , bisheo noch immer durch Privat- 
anstallcn beeintrttohtigten Oeffenilichkeiis des gdehrten Unier- 
lichia wird tob keinem fiachirerstäadigen besweifelt« 

Chronelogisches Veneichniss einiger wichtigeren gelehr- 

len arihnlcnc 1504 'Mfinster; "^Hildesheim luth« 1546; 

Goldberg, wo Vaientin Friedlos^ aus Troii9mdBpf bey 

69flits [geb. 1490; st/d. 16. Apr. 1556], Luther^s und Me^ 

lanchthon'a Schüler, [1524] das/8l»9torat jibemabui und bey 

anderweitiger vortjrefflieher Mellil^^li, viechselseiiigen Untere 

rieht und L«ibes&bangen, cur AHnD^MhÜiakilng der Zucht rd-^ 

snadi - sepah&eanisohe . Verfassung einführte. • Die Aiistalt 

kennte nach Ton den Yerbeeningett der Pest [1553] nnd des 

Feoara 1^1554] niskb ^erholen, sank immer tiefer und wurde 

litt an%ehoben a^r J^#cie/ Gesoh« d* &. Qoldberg 1 S« 238 

f.; 0. Bk$zger Leben Trotxendörfs« Hirschberg 1826. 8. — 

10. London Beb. d. St« PaiiMurGhe.\ — r'14* Freyberg; 

Meisnen. -— 15« Loipaig *Nicpl. Scb. »^ A^ ForUger 

Beytr. %* Gesab« d. N. Seh, Lps. 1896. 2. 8, — 16. Wiborg 

in Jitlaod. — 18» Zwickau. -^ 20. Uev enter, schon im 



40 EinleitiiBg. 



Yorh. Jahrb. berühmt; Loutschau in O. Ungern. — 21 
^Zürich, Gymnas. aoad« durch IL Zmngl$;\ZethBty t 
Stiftsschole; Halberatailt, Domftch. — 23. Treptow. — 
124. ''Gotha 8. Chm Ferd. Sciulzt Geseh. d. 6. xu G. 1S24 
S; IT. JucQbi Epist. ad Doeringiam i^M; Weimar; Mag 
debarg, Stadtsch«; Ulm; Äachersleben; Hadersie 
ben; N5rdlinge^n; *Nordhausen, unter dessen Recto 
rpn sieh ausseichnen im XVI Jahrb. J. Neander, Bas. Fabei 
J. A. Fabricios, J. Clajns; im XVII A. Rivinns; im XYIl 
J. East. Goldhagen; Oehringen. -^ 25. Jena; Stral 
sund, Gymn. 1560. -*• 26. Nürnberg,. AegldiSnam, eingew 
von Pk. JUelanciikon und berühmt dnrdi s. erste Lehrer^ J 
CamerariuM und Eob» Metmt; La üb an. — 27. * Alten 
bürg; Saalfeld. — 28. ^Frankfurt a. M., dnreh Jae 
Micyllut; ^Oldenburg; Bremen Gyirni. ill.; Goslar 
*.Göttingen, gest. 1494, jest neu einger., Pädagogium 1529 
Qymnas. 1586, Seh. 1734, Lyoettml8i2. — 29. Hamburg 
*jIobanne«m & K. Pk. Caln^berg Hist. Joaanri. Hamb. .1829 
8, auch teutsch; Riga; Anspach, Gymnas. 1732; Eise 
nach, Gymn. 1707 s. F. C. 6. J^iet ip Seebede Arcfaii 
J^hrg. 2 8. 281 t — 30.. Marienberg; Cronstadt il 
Siebenbürgen^ evang^; Minden. — 31.*Lübeek s. OSri^ 
10 Seebode Arsh* Jahrg. 1 S.442f.; Augsburg, St. Anna 
Marburg, Pädogogiom; Saros^Patafc, reform, theol. Col 
legium durch P. v. Perenyi'und vervoUk. 1549 durch Gabr 
T, P., nach hartem Ungemach erneut 171|« — ' 32. Bautzenj 
Lüneburg, Jahaanenm. "— 33. W^isseafels. — 34< 
Hann^^vrer, erneut 1^1; Schneberg; Gardelrgeo^ 
Saalfeld, em. 1697 s. Gemler in Seebode AxA. Jahrg. 1 
&324f. — 35. Eisfeld; Zittau. — 36. Eibingen, G. 
ac 1588^ aufgeb. 1804, em. 1820. -r- 37. Wolgast; Roe^ 
Schild, ia Dan» *t- 38. Strasburg, durch. JoA« und Jac 
Sturm; Regensbntg; Plauen; Dillenburg, Pädago- 
gium 1817 8. Sekmmkenner in Seebede Arsh. Jahrg. 1 S. 
309 f. — i- 39. Quedlinburg; Arnstadt; Eimbeek. -^ 
40. Leipaig, '^Thomas Seh.; Berlin, Marien-, u. Niüolai 
Seh»; Hameln; Herford; Culm. — '41. Hallea d. S., 
e^. Seh«; Zeis; Schleswig, Gymn. 1576; — 42. Naum-» 
bürg; Grossenhain, eingeg,; Sehweinfurt; Ripen in 
Dan. — 43. Mlefeld, durch M.Neumler; ^SehulpfortP 



UnterriehtMlistalten. 41 

h. Naanbarg, F. Scb«, veA. 1820; ""IlleifBeii, F. Seh« sn 
St^Afra; Dortmund, Archig. ; Meraebarg; Hof; Miihl- 
hansen; Prenxlau; 'Stettin. — 44« MeiüingeD, 
Gyuim 1705. — 46. Kopenhagen* — * 47. Celle. — 48. 
Geithain, eingeg«; Greifswalde. — 49* Colberg« ^^ 
S0.*6rimma, F. Seh., Ternu 1675; *Braanschweig; 
Dabiaesko in Polen. — 52. Marienburg; Coldingen 
laDin« — 53.Bielefeld, ement 1820; Güstrow; Schwe- 
rin, Bai^ Seh., mit der, 1A65 gest. Domsch. verb. 1576; — 
55. Frankenhaosen; Laubach. — 56^ Stade; Pres- 
barg, 6« acad. — - 57. Dresden *KreaasGh«; Walken- 
ried cing. — 58. Danaig *G. acad« — 59. Laugingen, 
fing. — 60. Bebenhaasen, Maulbronni Blaubeuren, 
Demkendorf; Kiel. •— 61. Erfurt, Terb. 1820; Bai- 
reatb, aofgefa. 1743. — 62» Breslau, 'Elisabethanum. -*- 
64. «Brieg; Parchim. — 65. Halle lüi d. S., StadtG.; 
"Görlitz; 'Kl. Bergen Tor Magdeburg, aufgeh;' 1809; 
Heidelberg Pädag«, erw., neu gestaltet 1808 s. Bother in 
Seekmde Areh. Jahrg. 1 S. 24 f. Neuhausen b. Worms^ 
cing. — 67. Flensburg; die HerlofsH'ötmsche adeiicbo 
Freysdiale bey Nestved, gest. t. Admirat' rieA6f TroHe, auf« 
gek. 1729, em. 1730 s. JST« JB. Jdetekioi^'^hht. VXt^tireitäAg 
am d. fne adelige skole Herlufsholm. Kopdib. 1822. 9«"^^^ — 
68.Thorn. — 70. Anclam. — 71. Thenfk^, eing. —72. 
Soeat, Ardiig. — 73. Windsheim. — 74. Berliü, "'s.- 
GnawaKL — 75.Friedland. -* 76« Welau in Pr. -^ 77. 
Schleusingen; Stockholm. — 78; Neustadt a. d. 
Har4tj eing. 1592. ~ 79. Corbach. — 80. Dabiri^rin N. 
Lsauntx. — 82. Heilbronn, Gymn. 1620, aufgeh.^^796; 
Zerbst, G. ac« —83. Durlach, verlegt nach *Carls- 
ruhe 1724. — 84. Wolfeubfitttel; Brem#4i, G;^ac — 
89. Steipfurt, 6. ac»; Brandenburg; Ratzeburg.'— 
95. Caaael Hofscb., Colleg. ill. MauritiaMm'f999, aufj^h. 
1637» — 96. London, GreshamcoUege. — A604l BAuthen 
TL L Oder, G. ae. , eingeg. 1628 Tgl. C. D« Kl^ich Gesdi. 
det Schönaichischen G. zu B. a. d. O. Glogau 1818 ffl. 8« — 
5. Coburg, G. nc. s. Q. Ludwig Ehre des G. zu L. 1725 f. 
2. 8. — 7. Berlin, Joachimsthal, reich ausgeatattete Für- 
steasdiole und EnuehungOnstalt in Joachimsthal, eing. 1636, 
«iederhei^eat. und oadi Berlin verlegt 1650, erweit« 1667 u. 



I 



42 Eudeitung. 

1707 fl. (B, JH. SneiUage) Kurse Uebenicht d; Geich. di 
K. Joachiiiisthaliscben G. Berlin 4824. &»r-. 8. ^Gera; Hi 
nan, ern. 1680 u. 1808. -^ 10. Middelfatarg. — 14. Hau 
bnrg, G. ac; Speyer. ^^ 26. Mfiblbanaen. -^ 2 
^Darmstadt s. Dilihey in Seebode Arcb. Jabrg. 1 S. 304 
-^ 28. Strengnfts u« mebre Scb. in Schweden. ^- 3i 
DorpAt, wiederhergest. 1904. — 32. Amaterdam, *B( 
. monstranten ColK — 33. Stargard. — 34. Utreebt. - 
38. Scboningeii, das Anna-Sophianenm^ anfgeb.1809 s. . 
O. Jutt Bailenttedi KI. Scbr. 1 S. 230 f. — 39. Bremei 
luth. Scb., Athenftnm 1681. -^ 47. Breda. — 48. Gothei 
bnrg. — 51. Nlmwegen. ^-^ 60. Debrecsin ia Ung 
theol, Coli. — 61. Bairentby ^'mgeg» — 64. Weissei 
fels, eitigeg. «Ai^6& Eperies, er. G. ae. , eing. 1675. - 
69. Oefle. -^ il. Bei^lin, Frikdricbswerderacbe G. — 81 
Altena, G. 1738. — 86. *8tnttgard. -* SS.Eisenbeif 
— 89. Berlin, Frans. G. — 95* Halle, *Waisenhana un 
^Pädagogiam, ▼. König priviL 1702, doreh A. H. h^anke. - 
1709. «Hirschberg. — 11« Halle, ref. G. — 14. Hild 
bnrghansen. — -45. Bralinsehweig, ^Corolinutn. ^-* 5< 
Moskwa. -^ 65. Breslau Friedriob's Sob., Bealsdiole, vei 
Tollk. 1776 u. 1806, G. 1813 s. Kanneg4et$er in Seebod 
Arcb. Jabrg. 1 8. 298 1 — 79. HefanAädt Pädägog., G 
1817. — 1802 ffl. G. n. Seb. in Rasslaiid^ii-- 5. JarosIa\i 
Demidowscbe Scb. -^ 17. Wetslar s» Wiedaich in Seeiod 
Arcb. Jahrg. 1 S. 330 f« — 19, «Batibor in O. Schi. u. m. t 

/. Jnd. Fairiciu» Abritt 3 S. 74 ffl. 704 ffl,; G. Ludovit 
bitt. Rectorum gymnatiorum tchoUrumque celebrioram F. 1— £ 
Lps. 1708 ffl. 2. 8; /. Burckhardt de rartit Germanise seho 
lamtt a Csrelo M. ntque ad sseo. XVI nulationibut* Jens 1712 
4; /. D. Schübe Litteram^getehUhte (d. h. Samml. litt Nifch 
weisnaifea) der sftmmtL Schulen «. Bildungsattslten im teut 
seben Reiche, nach alphab. Ordnung. Weissenfelt vu Lpc. 180^ 
8. — Nie. Sander [geb. 1751 ; tt. 1824] Ueber Gjmnsstalbil 
düng. Csritruhe 1811. 8. — Ueber Scbulwesen der neueren Zei 
s. Hsll. ALZ. 1825 No. 27 bis 30. — Fr. TUerBeh Ueber gc 
lehrte Sebulen« Stutigsrd 1820.4. 8; Fr« W. JÜurnfp dU gel 
Seh. 1820. 8 n. m. a. 

HL Die Univerai täten wurden Termebrt nnd i 
Teutschland den reränderten Ansiebten tod Wisaensohaft nn 
Leben gemäss umgebildet; die teutaehen galten fBr die ii 



UntemditiBaiistalten. 43 

Norden und Otten als Master, nvfthreiid di« aSdwMtlidien In 

alter HerkSmniliebkeit behanreten und bey aufgedrungeneii 

Yerftndemngen nicht gewinnen konnten« Anf den proteatan- 

tiidien UniTersitäten Teotachlanda, deren Vervielfftitigmig 

nm Theil Folge des für sorgsame Pflege der geistig rittli« 

dMaBüdang^ wohlthälig begeisternden lutherisdien nhdrefor- 

Burten Partey«fers wi^r, wnrde den Studirenden und Lehrern 

gressere Freyheit des wittensehaftlichen Lebens sn Th^il, der 

UnCuig der Unterrichtsgegenstftnde erweiterte sich, die Ach* 

tnng fBr aUgemeinere geistige Bildung stieg und bisher unter* 

geordnete oder gans tremachlassigte Kenntnisse, Philosophie, 

Matbemntik, Geschichte und Philologie fanden sorgsame Pflege« 

Zwar kehrte auch au( mehren derselben im XVII Jahrh. der 

dte fedantiadie Zunftgeist surflck ; er mnsste aber im XVIII 

besserer Einateht und erstarkender sittlicher Freyheit und wis- 

srnsdiaftlichcr Grfindlichkeit weichen« Auf Vervollkommnung 

der inneren und äusseren UniversitSt-Einriehtnngen hatten 

Halle und Göttingen folgereichen Einfluss; ein edler lit« 

teiSriedier Gemeingeist trnrde allgemeiner; bildende Uebang- 

anatalten Termehrten sich ; f&r die au dem wissenschaftlichen 

Uttteiridite erfoderiichen Sammlungen wnrde freygebig ge« 

setgt; eine wrisere und strengere Zueht arboitäte den aas 

raberen Zeiten fortgeerbten MissbrAuchen und Vorurtheikn 

nidit ohne glücklichen Erfolg entgegen und fand in dem fort» 

athicitenden Streben nach höhere^ wissensdmftlkher Bildung, 

giisligtf Selbstthfttigkeit und sittlicher Wfirde ihre kräftigste 

Unterstitsiing» Zur Verbesserung der katholisdien Untrer-» 

sifiten wirkten am tbäUgstea J. Adam IeA$iadi [1745] und 

die beiden ean Swieten [175^] ; mehre derselben haben sldi 

ihren protestantischen Schwestern gletdi su stellen versttdity 

mehre sind mit diesen auch im Süsseren Daseyn Terbunden« 

Daas politische Bewegungen und Reactionen in Beurtheilung 

und Leitung des Universitfttwesens angegriffen haben, ist 

liditn weniger als be£remdUdi;.die laut gewordenen Vorwürfe, 

tcsoripiiese und Anklagen sind durch gediegene Untersucbun- 

gm und Erfahrungen bald entkräftet und beseitigt worden. 

Eihnographisch-chronohgischeH y^rzeiclmiss der 

Universitäten* 

A^ TsHtnd^tand^ *- Wittenberg, geit« v. Kurf« Frie« 



44 'Einleitung^ ' 

drich III, nach dem Mutter der Tübinger^ ringew/d« 18« Oce. 
1502, luth. 1517, theol. pftdugogische Pffinizsebolfr für dus 
protest, Europa; rereiiit mit Halle d, 12. Apr.- 1817. 8. A. 
Senneri Atheoae et Inscriptt. Vit. W. 165S; 1678; 1699. 4; 
Ch. & Georgii Annales ac. Vit ufqne ad a. 1772 oontin. ab 
JS. 6. Ch. Sckroeder. W. 1775. 4; J. Ci. A. Grohmann. An- 
nalea der Univ. zu W. Meisseh 1801 f. 3. 8. — Frankfort 
a« d« Oder, gest. 1505 t. Korf. Joachim I, nach dem Ma- 
ster der Leipxiger, eingew. d. 26. April 1506 , protestantiadi 
1539, mit Breslan Tereinigt 1811. S. J. CA, Becmann MenHo- 
randa Francof. F. 1707. F.; C B. Bauten Gesch. d. Univ. 
u. St. F. bis X. Schlosse des XVIII Jahrh. F. 1800. 8. — 
Marburg, protest^ gest. d. 30. May 1527 von Landgr« Phi- 
Upp dem Grossmiltlu, im XVI Jahrb. die Hetmäth erangeli- 
seben Weltbürgernnnes nnd lange frey von feindseligem Rot- 
tengeiste; refarm. 16f|; erweit. 1786, 1821 and 1831; vgl. 
Chph V. Bommel Philipp der Grossniüthige 2 S. 185 f. ^ 
Strasburg, lath. gast; v. Magistrat 1538, anf J. Siurm'i 
Anregung, privil. 1621, eingeschränkt durch Jesuiten 1702; 
im XVUI Jahrb. durch medidn. Anstalten berühmt und als 
publidstische Rechtsschule geächtet; auf theolog. und philos. 
Facultät zurfickgefuhrt 1803. — Königsberg in Preossen, 
luth. T. Markgr. Albrecht, eingew« d. 14. Aug. 1544; in der 
zw. Hälfte des XVUI Jahrh. Verein vorzüglicher Selbstden- 
ker und tief eingreifend in das vergeistigte öffentliche Leben. 
S. D. H. Arnöldi ubsf. Hist. der K. Univ. K. 1746 fil. 3. 8; 
J. F. Goldbeek litt. Nachr. v. Preussen. Berlin «1782. 8 u. 
de SS. Nachr. von der K. Univ. Lpz. u. Dessau 1782. 8. — 
Jena, luth. Gymnas. von den Söhnen des Kflrf. Jobann Frie- 
drich gest. d. 19. März 1548, privil. Univ. 1557, eing^w. d. 
2. Febr. 1558, s. 1788 b^s 1818 Pflaazschule der neuesfen 
Philosophie. S.^. L. C Schmid zaverl.* Unterricht von d, Ver- 
fassung d. H. Sachs. Gesamint-Ak. Jena, aus Acten u» Urkun- 
den, i. 1772; 1784. 8; J. E.B. fFiedeiurg Besobr. der St. J. 
J. 1785 fi. 3. 8; Annales Aö. Jenensis ed. H. C. A. Eich^ 
siaedL 1. Jena 18223. 4. — Dillin-gen, katbol. Seminariam 
zur Erziehung protest. Jagend f&r diö alte Kirche, v. Augsb. 
B. Otto V. Waldburg gest. 1549, Univ. d. 21. May 1554, den 
Jesuiten eingeräumt 1563, Sitz der Polemik gegen Protestan- 
tismus; 1B04 Baiersdkaa I^rcenm« — Helmstädt, luth. v. 



Unterrkhtsanfitalten. 45 

H. Julias gest. a. eiii'göw. A 15. Oct; 1576, im XVII Jahrli. 
durch wissenschafiÄeiie FreysinnigketC nni «gründlicke Eiged- 
diumKchkeit ausgezeichnet; aufgeh. 18<>9; S. BBbit. nairatvo 
ie introdactione üniv. Jnliäe. H. 1579. 4; B. Meiioit^ de ae. 
lufiae primordiis et incremeiitis;- li. 14H)7« 8-: JEf. ConHng an- 
6q, acad. p. 377 sqq.-; Ö. tA.- Meter Mem. professorüm- theol. 
et jorispr. Heimst. H. 1680. 4; /. €»• Boeüüier Mem.- prol! 
med. Wolfenbdttel 1719. 4; J^.^ inem. prof. eloq. Östtingen 
1733. 4; nJ. Brune die Verdienste der Professoren tirHehii- 
siSdt uri die Gelehrsamkeit. 'Halte' IBiO. 8 und im Biogra- 
phen B. 8. ^ Altorf, Juth. 167B V. Nfirnberger Mh^strät 
gest, Ak. mit philos. Pkofnotionrechi d. 6. Nov. 1578, Univ. 
d. 3. Oct. 1622, eiiigew. d. 29. Jun. 1623, au theolog. Pro- 
moL herecfatigt d. 10. Dec. 1696; htj geriog^tta IVequens wirk- 
sam fSr gelehrte Bildung; unter den wöishtatliehen* Gircttl»u 
Disputationen manche* merkwürdige s.-B. Mayoor d^ mascula 
sobole procreanda 1723; -Mütieh de variokrum insitione 17i25; 
anfgeh. 1809. 8. M. jD. 0mei$9i gloria ac. Altorf 1688. 4; 
G. A. Will Gescti. u. Beschreib, der N. üniv. A. A. 1795. g: 
S. J. Apini Titae et effigies Prooancellarioi^tim Ä. A. 1721. 4; 
Bj. vitae prof. pHilos. A 1728. 4; /. J. Ba^.r% Mograpbiae 
prrf. med. A. 1728^*; G. O. Zeffneri vitae et eiff. prof. theol. 
A. 1722; l742.4jA/^>/ldM#cAe/zi<ienesCXXVlIerudih Alt. 
1723. F. — Herbm-rn, reform« Gymnas. acäd. v. lohann d. 
alt. Graf. r. Nassau gest. 1584; t}h?v. 1654, abetr iihtiePri* 
vil. n. Einweihumg; theolog. Seminarium 1818 s. J. Ü. Steu^^ 
Üng Gesch. d. hob. 8ch. H. Hadamar 1823. 8. -^ Grfttfe, 
kaffc. r. EH. Carl gest. 1586 mit theolog. u. pbilos. Fac; 
Lyceam 1782, Univ. d. 18. Apr. 1827. — Paderborn, kadl. 
T. Bisch. Tbeodor t. Ffirstenberg gest. 1592, den Jesuitett 
iberg., ringer. '1616 mil 4heol. u. phHos. Fac. ^ anfgeh. 1815- 
— Gieaaen, luth. v- Lfeindgr. Ludwig gest. 1607, atffgeb. 
1625, wiederhergest. d. 5. May 1650. S. J. TaeW ac G. re^ 
«anrata. G. 1652. 4« — ^ Molsheim Im fisass; katb. S. J., 
V. EB. Leopold V. Oesterreich gest. 1618; n. Sfrasb. verlegt- 
iW2 T. K. Ludwig XIV. -^ Rinteln, lutb. v. 6f; Ernst v. 
Sckmnburg g«st.l619, eingew^ 1621, aufgebir 1809; Gymnas. 
i9f6. S. '/C €r. Bierüng bist, et monum. priidi* fegtl säec%' 
Hl 721. F.; JB. Z>. ITtfirAerprimitiae Sehauenb. WdlfetiKlR28i. 
S p 233 sq. — Salsburg, kathr r. EB^ Pttfii»^. v^ Lodren 



40 ^leittmg. 

16£^; terahint; 4111^ d. Medipio. Faealtftt im XVUl Jalirb.: 
^ufgeb. 1810. S. Jat. M€tg€r hUt. Salzburg. 1692. F. ; Hist 
9Qi¥. . 3* ap; et st. A (7Io«i. Sedelmagr) et F. (Jq$. JParia} 
Frkt ^• ]ups,1798, 4; £r. Hßbner B«8cbr» der St Sb 17»2. 2 
8« — ^MuQster^ k^tb* t« B» Ferdinand f. Färatenberg gest 
l|ß31;.^bidt me Jurist. Fnc. 1774; theobg; SpecialschuU 
1921. -r^ Osnabrück, katb. y. B. Franz Wilhelm Gr. t 
WartfnÜ^rg ge^. 163^ niügeb. 16» ; CoUeginm S. J. 1650 
S. Ae. C^<4io^ Osaabr, 1&50. F.; /• Ci. Köder hiat...<a€9d< 
Q. in Bepmünn-ConriHg bibL acad.p. 125 s^q. -T^Bamberg^ 
kfUl|. Vf FB. A|e)cbipr Ot^p. ge^t, 1648, tlieoi. n^ehilos. Fac«; 
FBi Fn^^ricb ObA fdg^e 1739 die j^r. u, med. Fac , welche 
sich Sh 1773 rfibmiichst aiiiqpeiohnfte, hinmi; anfgeh. 1^03 mit 
Beybebi4fang einer medict Spegialsdiule und Ernchtnog e. 
hj^mvnß* 9* Pofil^ ijfapientiae b. e. 4p, Ott^iana« B. 1649. 
4. r- Pqiaburg, r^. 4655 y. Bran^* Kurt Friedrich Wil- 
helm; aif%eh. 1804. — fLi^l, Inth. 1665, t. H. Christ. AI- 
brecfctf 9. /* Oii^ Tiif9S (S^ehrtengesch. d. U. zn KieL K. 
1800 Ä* 2. 8 mnbeend. .*-^ Ini^pruck, katbf^ 1670 ,v. K* 
Leopold 1% Lycßpm 1782; vgl* J* de Luoa Jouto. d. Litt. a. 
Statistik B. 1 S. 1 ffl* r- Lingen, ref. Gymn. ac. von Wil- 
helm III 16S7, best. 1702 ▼. Fnedrieh I K. y* Pr.; Gymnas. 
1820, ^ Wolfenbütcel 1687, eine Torüberg^^^de Er- 
scheinung. — Halle, luth« 1694 t. Knrf. Friedrich IIIi «in« 
gew. 4* 1* Jttlt* ; Master*UniT., von welcher ein kräftige Geist 
Pf aktiseber Wisffßnschaftlichkeit ausgegangen ist und^cb wäh- 
lend dar lezt.en sechs Jahrzehnt^ des XVIII Jahrlu^dbeaon« 
diDTV auch >n der Theologie bewährt hat; für eifri^Bre Bear<* 
biitiiPg der al^Attiscben und morgeoländisoben Philologie, 
dnr Getcbickte, der Qekononue, der tei^tschen Beredsamkeit 
ypBfiiß . Ton Ibf der Ton ptqgegeben \ auch in wissenschaftl. 
UebtOftganvtalteQ war sif Vorbild fui: ander«. S. G. £u S/a/- 
dAlg in «erKn. M.Scbr^ 1794 Jul. 8^ 64 |ft.; J. Chph Hoff- 
bmer Gesch. d. Univ. zu IL bis z. J. 1805. Halle 1805. 8; 
A9 J2« Jiiemty^r d« Un, ^. n. ihr Einfinss nvf geldirte o. 
prakt« Thßol. ip . ihrem ersten Jahrb.. H^ 1817. 8. — Bre»* 
la«, kath«, der Jesuiten, S. J. 1702 v. K. Leo^ld I, theoL 
Up ^l^St Fc^ ; nmgest- u^ yereint nnt Frankfurt, a, d. O. d« 
21. OctlSll. 1^ Ca «sei, Collegium illustre Carolinum 1709 
▼• l4M^t« Ciirl geit.., TOM Fjiedric^ U erweit. u. mit med. 



UnteuichtflaBatalten. 47 

Fae» TenH 1767, anfgeh. und mit Mafborg vto^Snigl 178^ ^— ^ 
Fulda, kalb. ▼. FA. Adolph r. Dalberg d* «9. Skpf. S734 
gasL, aH%ah. 1804. «— GSttifigeii, Geprgia Aug|i«|a, lutb. 
1734 y. K. Georg II, eingew. d. 17^ UtfU 1737,. P9fb 40m 
VodaUe der Ilalleftchen; dur^h die Eiosicht ihre« Begrynderg 
tiad Pflegen Qtrlach Adolph ü. MUneiAauten [geb. i6S8; 
Ceialer G'a 1734; wt. d. 26. Ne¥.177oi, doMMi selteiies Yer- 
Acost Ton CÜ. 6. Heyne (opnec. • aoad. i p« 383 sqq. 2. p. 
409 sqq.) 'würdig* gefeiert worden ist, sehen in der ersten An- 
lage eine der YoraügUchsten höheren B^Munganstalten Euro« 
pa*s; indenoi in der Regel aaerkaniit verdient» Gelehrte anni 
Lebramte bemfen'nnd ftasserlioh geehrt und gegen Nahmngs* 
sorgen gesichert wurden and Ür allgemehiere wissensehaft- 
lidie and fisthetiache Bildung (mit Ausnahme der von jeher 
nicht gsdahenden Philosophie), für Erhaltung der Geistes- 
nnd Preisfteyheit, f&r sweclunässige Apparate, besonders eine 
nasterfaaft gemehrte «nd geordnete Bibliothek, und fiir tieff- 
licfae UebnnganstAlten eifrig und freygebig gesorgt wurde. 8. 
C!iariiig'-0<imir|i» btbl. aoad. p. 64 sqq. 213 sqq,; J^ JK. Gef- 
•cr de ac G. A. deditsata narratio« Gdtt» 1738. F.; Ck. G. 
flcyae opnac ae. 3 p. 398 sqq* 411 sqq.; «f. Su FBiier Vor* 
sadi e. ak« Gesch. t. d. Univ. su G. 1765— 1788, 2. 8; fort- 
gcs. V. 1^. 8am(feU. Hannov. 1820. 8; *E. Braudee über d. 
gegeaw. Zaatoind d. U. G.4802. 8; Ck. MeiMr» Gott. Anna- 
Wd. i. Hannov. 1804. 8; dess. Besobr.der St. G. Beriin 
\M\. %. — Erlangen, lnth.'V. Mgr^ Fiiediich in Bairenth 
1742 gast und nach £. verlegt 1743 und • eingew. d. 4. Nor« 
& (J. W. Qmdendam) Hist. ae. Erl. £. 1744. F.; 0. C Rmt^ 
k» XIV Progr. de ortu et fatis unir. Frid. Alex. E. 1793 flL 
F. ; O. Ws A. MeAeH$eief^ Gsaeh. d. U. au E. 1. Coburg 
i79ft. 8 ; /. G. F. Pab$i gegenw. ZosU d^ Fr. AL Univ. ao 
E. 1791. 8. — Btttaow, luth. 1760^ uiiA Rostock .vevce« 
aigt 1789. — Bonn, katb. v. Cdlaiscben EBl Mnimilian 
Friedrieh 1774, voUstäadiger einger. «iter Max. Franz 178«, 
tiagtg, om 1792; neu. begrandet, kadu a. evang., von SL 
Fiisandt Wilhelm III d..i8. Ost. 1818« 8. Jabrbadier d. U. 
fi. m9 ffl« — Stuttgai^ ludi., ftfiBttr-Akad. 1770 v. H. 
Carl Engen j Univ. 1781, eingew. 1788, eingeg. 1794. . ». 
Scbwih. Magaain 1775 St. 1 8. 16ffl. -- Lern borg in Ga» 
licieih Icalh. ▼. K. Joseph 11 1784. ~ Berlin 1810 mk vöiv 



48 EmlöUimg. 

sngKc&m Ansttdteii und daher schnell anflilüheiid'. ^- El waii 
_ ^en, kjBth. Spemalschule 18f3, mit Tübiilgeii vereinigt ISl? 
— ^ien, Erang. thedi Speeiabohule v. K. Vtma 1«2C 
eingdWk d.*2. Apr. 1821« 

Vgl, CA. Meinen über die Verfasiang und Verwalt. t. ünii 

6dttingen 1801 it. 2. 8; F. Ekkard litt Uan^b. d. bekannte! 

' huberen Lebiranatileeii in a. eoaser (nebari. in-UngeiUy 8ieb«t^ 

Ulrgeo, dtcarr*, Lomb^ey. undToieana) TeuucblanA in aUtia^ 

vhroaoJ. Ordi^uag^ Erlang. 1780 f. i^. 8: (F. Ch. Fr^nz) Aana 

leu d. U Akad. (StuUg.) 1790 f. 2 St. 8; C. W, JjmH m. P. S 

Mursinna Annhlen der t. Univ. Marburg 1798. 8^' L: Chi F 

WVdberg Unir. AManacK. N. Streut« 18}0~r812. 8. -^ €k\ 

G. He^ne offiiac. acad. 4 p. 302 a^^.; J. B. ErhiM 4kw Eio* 

xHd^. u. Zweck 4^ ki^^.Uhr^nMi^luq. Berl 180%, 8; X. Ifach, 

Ifir J^hawm^. ih* ijniv. u. ibr Verhältniss zund Staate. Mar^ 

bürg 1802. 8; F. Schleiermacher gelegentliche Gedanken übec 

Unfrersitäten im teufscben Sinn. Berlin 1808. 8^ H. Steffens 

0b. d. Idee der Universicftt. Berlin 1809. 8. — h\»%. de Stounlza 

aud: A. V. Kotaebue 1818. --^ Fi Jiöppen offene Rede. über Uni« 

inmileten« U.Auil. Lfia* 182Q. 8., 

B. Schweiz^, — Zürich, ref:* Gyinnas. ae., CoUcgiam 
Carolinum, eine an das Coli. Hnraanitatia sieb juischlie^ende 

Iidhere tfaeoleg. Bitdanganslalt, auf U. 2irMig/»V'Ratk vom 
Magistrat gest. 1521. ^- Lausanne, ref, tbeoL Bildung* 
aastalfc Tom Berner Senat gest. 1637, mit Jurist, u. ^st. Pro- 
fessoren Term.- 1711«. 8. A le ii^or/ in. Bibl. Brent. Class. IV 
fase; 4 p. 675 sqq. «— Genf, ref. gelehrte |Scb« voiti Magi«- 
strate gest. 1536, äaf Cahitie Veranlassung Univ. 15^^ ein* 
gew. 1559) tief eingreifend in die. theolog. Cnltur 'U.. Littera* 
tur;'^si6 ierraa'ngalt einer medi«. Facuiiät. und iai in. neueren 
Zeiten Ton beschränkter Bedeutuhg. S. /• Lectii Ac. -GaoaT«. 
paHngenena. G. 1603. 8; BibL Brem. CK IV.fasc. 2 p. 299 
sqq..; /. SeueÜer bist. litt. desG.i.G. 1786«. 3. 8.* — Bern, 
evang. gest. t. Senat 1^05. 8. Jahi'b. d. B. Univ. 1806 f. 
C Niederlai^de, *-• Don ay« in Flandern, katb«, derJe- 

smt£* , « privil. vom Span. K. Philipp 11.1562. Leiden, 

reiömi.^ von Wilhelm I 1575, eiogew. d.* 8« Febr.^ wirksam 
für Stadium der. altclass.» n. mergelil. .Philologie, . lange Zeit 
Ste .politisqher Freysitinigkeit. & J. MeurtU Athenae Bata- 
yae. L. 1625; 1633^ 4; Franp. FahHeti or. in iiat«..CL ac. 
Bat. L; 1725w 4; JT. D. Ganbii Or. in auspie. Saec. III. L/ 
1775. F»; Jonue Quil^ te Waiw narfi|tio.de rebus ac. Lugd. 



Untemehtsanstaltcn. . 40 

Bat. saec. X^III prosperis et adverms. X. l«0i/4'; AnnidM 
ac. Liigd. B. L. ISir.ffl. 4. wird fortges.; Siägeubeek Geschie- 
dents der Leidsche hooge schocil. Leidon 1829. 8. 111. Holl. 
et WestCrisiae ord. alia. ac. Leid* i. e. Icoaes <it vitae prof. 
acLeid. L. 1614. 4. — Franeoker, ref., t. d. Fries^ Staa- 
ten, auf Veraolaasuiig idk Pr.. Wilhelm Ludwig ge8t# 1585; 
Acbemmia 1316« S. E. L. Vrmoet Alhoaae Frisiacae.Uv U. 
Leaward. 1758. 4. — Ilarderwyk, ref.,. Ton d. Gddero- 
idica St. gest. 1600» ern. 1647 u. 1692; Athenäum 1816. S. 
/. SdroMert HarderTicoiu anti^uum. R 1730; 2. 4. — Grö- 
Dingen, ref., 1614.- S. Effigies et- vitae profesB. ao. Groa. 
et (ü. MmwM) natales aa erectae in urbe G. 1654. F. — 
Utrecht, ref., v..MagL3tr. gest. 1636, nächst Leiden ain ma- 
skea besucht u. litt, wirksam. S. C. burmanni Träjectaiu ern- 
ditnu. Uir. 1738. 4; Aanales ac Tr^. Utn.1817 £BL 4 Fori«. 
— Luttich und Gent gest. 1816. 

D. IlaÜen^ -^ Macerat«'1540; MessinaiMS; Mai- 
laad 156a, iatch jFirmian Teri'ollkomranet, aueh.in neueren 
Zeiten bluhen.4.und sich, über den Geist beschränkende Anweh- 
ten eckebead^ Parma 1606; Mantua 1625; TJAkiao 1671. 

E. Portugal, -r- £ vorn 1578, eingeg.; s. jK de Fon^ 
jecaErora.gloriosa(?) Kom 1728. F. 

F. JÜpoMiei^*-^ Aleala.de Henare-s, CompLu.tum, 
r. Card: JuMffies 1499^1515 gest. S. M. dd la» Cerda in 
SeiBlihU^ hisp. lp.52sqq. -^ Se villa.1504; Gr^anada 
T. GaiiVlil531; Co.mpoBtela.l532.; BaQzal533, eingeg^; 
Osaaija'1548 eing.; Gaadia 1549 eing.; Osma, Coli. 
aeadL 1550, wiederbergest. 1778,- eiJDgeg.; OrLbuela und 
Aiivagro 1552, i eing«; E^stella, ColL ac. 1565, eing«; 
Tarragona 1572, eiageg.;. Ovied;o 1580) Barcellona 
1596 eiog.; £ampl0na.l68O, eing.; Gdrona.1710^ ^g*y 
Cer¥*era;i717; iTgl. Eeius.m Meuäel hist. lilt. bibliogr. 
Mag. St. 7 S., 54 111. — Viele höHere Specialschulen ; darun- 
ter K. CoUegium atu.St. Isittoro in Madrid,, gest. 1625, erneut 
1770; Cfdlegiea für Chirurgie 1785, Medicia 1795, Natnr- 
kflide, AfltionomieV. Nantik 1796 in Madrid n. m, a. — In 
Söi-Aa^erika:. Mexiko 1551; Lima 1621; Catfacas 

€r. Frankreich. !— Aheim^ 1547; Besan^oin 1564 
▼gL N. A. Labbey de.^BMly,}KÄt^ de Taniv. dn C. de Bour^ 

WuUcr HB. d. Litt. GeicW III. 4 



50 EiDleituog. 

gbgne. B« 1819. 2^4; Pont-a-MpaMOl]^^9 Jarist. Fac. voi 
Lothan H. Carl II 156^, p^pstl. priyil, .i&72^.eiAgew. 1574 
iiiediQ. Fac 1592, nach Nancy verlegt 1768; Pau 1720 
a^mmtlich kath. — Die refoxmirten. |i$Heren Lehrangtahen 
entstanden in der xweyten Hälfte des XVI .Jahrht^ sn Mon 
tauban(aa{geboben 163ft),jOurtesy^Pny-Laur.on89 Nis 
mes., Dii^ Sed^n (gesty 1592) und, ^aampri (gest. 160! 
V. Phiim de Mornay) verfielen .theils fri^her, theils gingen sk 
1681 ein; nur wenige wurden' 1816 dQrfti|^.|i|s ^hepl. Special^ 
schulen Wieder hergestellt, -nr- iVapoleon's s^^^^^^i^piiapher Des 
potismüs unterffab diirc|i^£r|ric)itung ^dj^r. K|userU,. Universitä 
[d. l7. Man 1 80$] , alle höhere Bildniigpmftt^ltep, einem ver 
deirblicheri i9l'(^istesz\^anj^e und kleinlichen M^,h0i!IJP<ius. Sei 
ist 5 besteben' höhere Specialschul^en oder Facultfiten, derei 
iiteUe n6ch~ nicht eingericiitet sind; als Universitäten in A 
gentbchem Sinne koniyen die zu Paris und, Strasburg, nicll 
sowohl näck ihrer Tfinfcbriftmässigen Yf&rfiAs^nng, als darcfa 
znfllliige^ Zusaminentifeffen der ^uii|^ ^vojljbitf^ncligpren allgemd^ 
nehi tJtiferrichte notbwendlgeii Erfodernisse gelten» Auch bey 
dieser Zerstückelung des seiner wissensohaftlichen Natur nach 
-Untrennbaren und ,bev Abweichung Ton der alten Herkomm- 
lichkeit im UniTersitätwesen finden sich zu^misstrauiscben 
Besorgnissen und politischen Anklage^ mannigfaltige Veran'- 
lassungen ; der stjodirehden, so wie der ^brlgen Jugend scheiB^ 
eih unerfreulicher Sinn der Anmaassung u,nd frühreifen poli- 
tischen Autarkie, als Nachwirkung der Revolution , eigen- 
thumlich' geworden zu seyn, welcher die Mangelhaftigkeit der 
Bildnnganstalten und die Unterordnung wissenschaftlicher und 
geistig sittlicher Bestrebungen ^ntcr politische* Leidenschaf- 
ten darthut. Dass der Versuch [1831], das.Universitätweseti 
nach teutfl(cben Mustern unizustahen,. so bald gelingen werde, 
wenn ^i% anders' damit wirklich &n8t seyn sollte, ist zu be- 
zweifeln. I . . . ; . 

1/. 'tiroiMbniannien hat auf seinen älteren Univ* die aus 
dem Mittelalter überlieferten Einrichtungen unverändert bey- 
bciialten; 'ihre UnZweckmässigkeit und Mangelhaftigkeit wird 
durch frühe Theilnahme am öffentlichen Sitaatsleben und dorcii 
BefSrderung geistiger Selbstthätigkeit d^r Jugend gedeckt — 
K^inburg, protest. gest. v. K. Jacob VI 1581, beschränkt 
auf Geologie und. Philosophie; Jurisprudenz wurde zuerst 



k 



ifnteniehtsanstaltcn« 51 

■ • 

T<m Jmm. Graig 1709 gelehrt, Naturkunde und Medicin von 
R. SMa/d A7W; die medicin. Fücultiit einger. 1726, nach- 
dem Arrkib. PiieairH [st. 1713] und bes. 'Aha:. Monro 
[st. 1767J schon fr&her Anatomie vorgetragen hatten. S, 
Alt^. B^wer histbry bf the nnivl of E. chiefly cpmpiled from 
orig. Pipern and records never before published. £. 1817. 2, 
8w — Ditblib, protest. gest. v. K. Elisa^iet l^dl. — Neu- 
Abferd\ften,' prot;' gest. v. Gg Chr. Marshai 1593. — Lon- 
döb dJ't.' OtL 'iteft| nac)i freieren Ansichten eingierichte^« 

'/.* IMnemark. — Soroe, Inth. Gjinnds. ill. y. K], Fr;e- 

dridi S"1586, Akademie durch K. Christian IV 1623, eing. 

1665. — Chri'stiania inNor^vegen von K. Friedrich VllSll. 

' K. Schweden; vgl.l^.'IFl ^. Schubert Scbwedenit Kir- 

cb^erf. uJ CJnterrichtWeseiJ. Greifsw. 1821. B. 2 S. 486 ffl« 

— *Äbo in Finland,' Inth. gek't. v. K. (ihristina d. 2$. Majr^ 

eingeir* if. 15. lun. 1640, nach'dem Muster der y. Upsala^ 

erhielt eineir russischen £tat d. 10. Febr. 1811; nach Hei« 

fingförs Verlegt 'd. 2i.'0*ct. 1827. ä.'\J. EifmarkDisA. hiBp^ 

R. ae. Ab. A. 1770 fR. 1801 fl. 4; StieVmann Aboa. Utterata. 

!ko^h. iYld. 4. — Luhd, Wo schon s. 1085 eine bfrü^;{;^ta 

Scbakwar; tutUl nach* dem Muster der v« Up&ala . gest. ^v. K» 

Carf Xtir:\9: Dec. 1666, eingew. *d.' 28. Jan. .1668^ ,^.X J^ 

de Bibeln bist. bc. Liind. l«und 1740. 4; fortges. in pi^ yq^ 

SommeKmi trS7 fH. Sienstrom 1803 fit. Linii^ors 1809 fflJ 4« 

L. ' Ungern ; vgl. Schematismus litter^rius per B« Hijnt 

ganae. Ofen *^792 ffl. 8. — Tyrnau, katb«V^^' Jesuiteiiii 

gesr. T.' Primas P;' Pnzman, bestät. v. K.' Ferdinand Ü 1635^ 

besdbri äaf theol.^ u. 'philos. l^ac.; verm, roi^ Jurist. Fac. 1667 

und Wedic. 1770 f v^^logt' nach Ofen 1780 u. nach Pesth« 

1784 ebne tbedl. FÄc. ^! Franel'Kazy S. J. bist, univ., Tjr- 

nav. T. IVJT. 3;4:*'^-^'Claus'enburff in Siejbenb., k:ath. v. 

Stephan Bathori gest. 1980, eriUeuert 1775^ ' ^ . . , , 

J/. Polen. — Wilna kathi von Val. ProtQsewsic« 1576 

«fti 1587 den Jesuiti^n eingeräumt, wiederhergest. 1784 und 

ab niirisclie neb eitfger. IJSOS. — Zamoscie, kath. gest. 

Id94 ond baia einge^. — War seh an 1816. , : 

S, ' Ruiitand* — ' Dörpat in Xiefland, lutb. von J«. 
9k}ite gest. 1632, aufgeh. 16^6; wiederhergest. 1690 u» nach 
fern an verlegt 1699, eingeg. 1710; neu errichtet und gans. 
Ihitseb einger. anter Alexander I d. 12. Dcc. 1802. S. Sta- 

4* 



52 

« 

tut. d« K. Ud. D. v; 4, Jun. 1820 n«- Scbnlstatui för den Lebr« 
bezirk d. Univ. D. D. 1820, 4;' G. SommtliuM R. ac» Gastayo- 
Carolinae s..Dorp. ^ernav, biiit, Land 1790 ffll. 4; D. Eber 
Jiard Dorpatum litt.. 1698. 8; G^. ^Siveberg, Penmvia littj 
1703' f. 4;*C Morgeniiern Dörptiaehe Bey träge. B*. n. Lps 
1813 ffl. 3. 8. — Eiew^ höhere theoL SpeeiMUichiile ^r dii 
giiecb. K. ^'est. 1588, verbessert 1787 u. bes. ^803« :-r^. Mo» 
kwa^^t" K. Peier J. gest/ 1705, wi^erh. *175ö, neu einge 
rkhiet, 1803 und 1815. — Uni^t ift Kasap, Charkow n 
8. W4 1803 i^enig bekant)^ nacli ihrer. Wy k^mw kfit. — St 
P'etetsbür'g^theolo^. Seminar. 1809, llniv, 1819* — Teut« 
eohe Gelehrte* haben an den qeueren Einrichtaogen '4e8 höh^ 
ten Unterrichtswesens d^n thät^sf^n Ajptheil gei^<|inmen; di< 
Neigung, zu Wanderungen nachdem ^prd- Eldorado schein 
hidetaen b^rachllich ^mässigt yfordeq -zu seyn und es im< 
wohl die 'ii6cfa(aufstreben^e unA zur^Enjtwilderuf^g ioreffend< 
riissisciie' Nation' sich -gelbst überlassen bloil^eii,, \velchiBS fui 
BeW^rung angebolvrper E]genth^n^iG^efLt^.^f;ht, ^^ &li 
ei^t^eMttch'j^^n kai^V^ . -. . ^^ 

Ct^pi^i^Nor^\ÄmeHhiani$^ bat nach Britti 

stfter* Weifte sein Ünterrichtsweaen eingerichtet und i^t scboi 
s^iir reicbr an ColIeg;.iejn, so i^d!.,un(^r andern' ^o|rhaadei 
in ^ihlbridge im Uär w'ar'd-Col Vge 1638, .'in yirginien da 
Wllftain-MÄry C. 1691, ii Qoniiecticijt d^s Yale C. 1701 
in N>u^;.^ei^e'y' däs.Nafisau-HaU C.J73d, in NeurYork da 
eeiuiibiW C 17^4 u. s. w.,,Zu RÜilarfelphiß. ist voi 
B: Franklin' 179^^ ^iqe Üiuyc^a^tät gegcündet und. eine fü 
Virg}ni\en' bey C h a f 1 o 1 1 e v il 1 e ii%i eröffnet word^ Da 
Vorhaben,/ eine Hochschule, i|i Untschem Sipne, zu Lancfl 
«(er ' zu 'enricbten,, ist nicht, ausfuhrt worden,.und es lä^ 
sijpbj bey d^m dürchfiu'k eigentjiüinlichen Gange, v^alcben ^ 
er^t'seit einigen jatir^^ntehfrey er gewordene und sich selbfi 
bestimmende G;eisj(esbil.dung nimmt, nicht ohne Grund bezwei 

fein,' ob ein woji^eilBedürfniss de'rseU)en vorhanden. ist. 

• . . - - , • . n ^ . t,,p' •■■■. ' -. . . 

• • • .•■•'•• ■ 5. . • 

LiUerärische Wirksamkeit^ durch UnferrichUanslalten toi 
bereiCet , w^rde durch g el ehr t e (i e s e 1 Ts c h a f t e n gefo» 
dert: Gemciiischaftlich'es Be^iirfniss und die Hofln^^ ^^^^ 
vereinte Kräfte leichieF zu erreichen, was die Beschränkthei 



Gelehrte Gesellscfaaften. 53 

des Eittzelnen oft vergeblich zu rerwirklichen sueht, liessen 
^bildete, VoIIkommneres erstrebende und für Verbreitung 
ükrer litter. Lieblingwunsche begeisterte Mäi^ner in engere 
Vereine xesammentreten , vermittelit deren die Erreichung 
unfasKader litteräriscber Zwecke erleichtert und gefördert 
Nüerden m^ttten. Italien,' die Wiege der europ. Geistesbildung, 
haue sdion vor d^ Mitte des XV Jahrb. solche Verbindun- 
gen, die, gleich den ältesten Univerfiläten« sich frey gestal- 
tetco als E^^engnrase des inneren Triebes; ihre Zahl ver- 
mehrte sidr seit' dem XVrJfthrh. befrtfcfatlieh ; '4a1s' iHldli^he 
Teotschland folgte bald fiebern Beysjrtele, und dann Frank- 
reich und die übrigen Staaten. Die meisten beschäftigten sich 
mit Sprache und Dichtkunst; s^hi; viele hatten ein schnell 
vorabergehcndes Daseyn^ viele neigen i» gesellschaftliche Spie- 
ierey ans; der Gewitan, welcher ihnen' ««gestanden 'Werden 
kann^ ist in der Regel ortlich und anf pcrs|i)nliche Zeitver- 
hSltnisse beschrankt. Nachhaltigeren' und ausgebrelteren' Er 
folg for den veltbfirgerlicfaen Cielehrtenstagt halten' dio wis« 
senschaftlichen Akademien, besonders die zu London 
und Paris; wenn gleh;h keine derselben denl Ideale^ welches 
von dem inneren Leben und üusseren Wirken solcher V^r- 
eine aa%eiiaast werden kaAn, entspricht, so haben dlteh-IVIit- 
thematik, AMronontte,' Naturkunde^ TeMinologie,- Geschichte ' 
ind deren Hülf&elintftisse ilmen sehr -viel- za verdanken ;^ abdi 
die f3t enger begrftnzte Absichten z. B. Cbeniie , Min^ralo- * 
gie, OekoBomie, Gesohiohte n. s. w. bei eohneten Vereine ha- 
ben sieb, wenigsteds ftr brürsere -Kelf-tod in Heziehnng aiif • 
örfficbe EigenthümKohkeiimi', nickt ünfhnditbar m ' gemefn* 
outzigen Ergebnissen er>vieseri. . Selbi^i die diiifttggtdn, 'oft 
von provinzieller Eitelkeit anfrecht .erkalltn^n sind zu.nn- 
schaldigy um nicht gerne gedüldet-zn werdeni sollten sich etwa 
pofitiacfae, namentlkh arwtokratische ;Umtrif>b^ imter solehem 
Deckmantel verbergen 'wollen ; so wtf d' der Schurfblfck der 
NSifhter «Bserer Zeit ihr venatiotaa G^heinuiies baM'geilüg 
an 4en Tag bringen« 

hgmml sar Terlglne' dfs neademies, im Meroure de Francs 
nZS Dee. S« 2734 fQi^ ^jthr, Haifmann Ge^sh. d. Tornebinsten 
GeselU^fa. d. Gelehrlen St. 1 bis C oder B. I. Lp«. 1740 ÜL 8; 

J. A. FäMciui Abrhs IS; 771 fA. 3 S.lOSlO^. 75210.; BrBek 

und Grübet EnejkYopädfe 9 &• iBO.B. 



** Eittlejtung. 

(BtrryaK Gnenau^ Buffbn a, j|.}iCoHecUoii arad^mioue coq 
posee 461 inem. actes ou joumi^uz. , dea plua celpbrf « ^cad« t 
aocictca litt, de l'Europc. Dijon 1755 ffl. 29. 4; A. Seneya Bi 
blietheqne aead. Pari« 1810 ffl. 12. 8; C. >#«oram' opuscoli aceli 
tnlle aetefise • tuUe arlr, tratU dagH ^tti dell« aoead. ^ dalie'al 
t»a colkaioni filpa. e Ictt Ma». J778 ffl. 22. 4; NuQVp seeU 
d'opiiscolL da«. 1307 ffl. 4,^ Memoira cif scienceand the arta, <fl 
an abridgement of thc trantactiofi«, published by .thf principe 
learned and oeconomical societies estabtished in Curope, Asia an 
Amerika. Lond. 1793 ffl. 4 m. k.; Repertor/'of arts and mani] 
faflturaa, eontintlifg of original oömmunteatiötaii,* apiBoiHeatloni a 
invaDtiona and aeleationa of naafiil practicAl papeim 'from «th 
trantactiona of tha pbUoa. aoeiatiea of all nmtiwifi^ \ t ond. X 70^ 
^^* -^.^J' D. Reuti allgemeines Re4-^eper(ariu;n jibcf dl 
AbhandliiD|gen, Acten, Commentationen und Memoiren der ^uroii 
Akademien ii. Geaelltehaften. Göttingen 1802'}«: 16; 4; ein aeE 
branehbartia winentehaftUeh geordnetes Notixen*VeiWäfanMM4' tl^el 
diea anoh ;nacli besoaderan Ablh«Unngeo/^ rafaiiiaeU »arhrd. / • v 

in etknographüeA^r Folge- und mt VMwnsKliei 
duhg mt-es lin)guistikch^' (Ii.) Mhi^itHÜkmächäf^ 

yfU»' SUfK*#5l . . *r " »! ,1... 

J. Italien. ^^iLinn) Floren«: H^moarwteni gest» 1«4£ 
i'm Hanse Q.^MmmakoU'i^i^ynl. 1541- voaiCoamo Irbeschäf 
tigt mit Mnaerslypaebe and Petrarcha; spftiet Florent, Ak. «-*; 
die Ak» ilella Gt itaeav geati ii%2\. A.iFi^Qruzzini^ hoch- 
verdient um 4ie Mutterapraehe dArkh ihr« olaaiH«<WB. 161 2 1 
erneuert l^l&i>Atti^eH* acb. della Gr. Ti 1. Floist 1819L 4. r- 
i).Bologa'a^' Aceesi 150a; CoAeordi .1$15;- dalU «Bocchta 
1546; Ardenti 1558; Deaioai 1564; GanfartaÜ 1570; Geloai 

1588; Incaminali 1590 n. a. c) Bein: lleUW 8degnol534; 

deDa poeaia 'nQdra'i540; Arcadl 1690, mit tiele^ Töobtergen 
aelkch. in and. SfMlwl'' a. ^J.-M.'d^ CVetcfJMJ^r Aimdia. 
Born 1710. 4; Vite> ddgll Arcadj ill«* B. 4708; 1710i)<4714.» 4 
m» K«; Morei menAirie aftor. deir adananjm degtt A«B^ 1761^ 
8; Göthe Werke '(lH«) 29 S. 220 f. ^. d) Sietiat Acceai 
und Kaccbsi, Intronati u» a. 152&.r<'^>e) Venedig: Aecesi, 
della Caiza; CoWcfai 15S3; PeHegtini, Mafonlci IMO; L'niti 
1552; Incogttiti 1633 a. Le glorie Megll J. Vened. 1747. 4. — 
/)VEeggio: Acoeai» de*Mati, Geaellacb, d. ach« W. gest. 
1640 V. Seb. Corrado; u. G, 6ir«r#c4 «toria lett. del princi- 



Gelehrte Geselbehaften« 55 

pi 6 pngnno ddP m. di belle letl« R. 1711. 4* -^ g)f9L- 
itr.Mmmsdi 1350; Sitienti 1554; Codstanli 1556; Efetei 
l3^;Aiiimosi1573; SlabiK 15SQ u. m. a. -r- k) Forli: Fi« 
irr^ 1574^ s. Gm. VivittHt Marcb, B^anaec9r$i uem. «tor. 
itUwli« ed Inagiie ac« dei F. F. 1741. 4; ((h RrUignani) 
Sigp Je Itll. «sardsi de- F. F. 1714 ffl. 2. 4« M«bra in Mai- 
Hüantoa, Verona, Neapel v* 8. vf. 

IT. i) Luexa: Oscni^ 1SS4, ern^ 1805: Atti. ir Liyaca 

m. S. — .i;^^ Flo.Keii.9i,:!.,4ei Cimento, gest. 1657 . v«. Ineo- 

ppU df" Ibdific) ifur N#tilrliiiade yon* grosser Wiebtigkint. 

S.(Gr.L tfagw/of/t; *8bggi*di*natoniK esp^rienxe^ Fi. 1667. 

F.; Engl t. 'J(l. If%//er. Lohd. 16^4. F.: lat. r. P. « iVW« 

ickftkHl tieid|ip,1l7äl. 4;,,At|i e mem. ked. deU'aop, 4el 

C. fi\i 4a X TWf^*^ FL liTJSO^ 4.4. . Ak . Fortsetsaiig di»- 

MrGadkb..Qrf>dkriAoi della Crusca ist die neue MOO tu 

ieüadbl«: Atti dell* acc di sdenze, lettere ed artl. Livorno 

fMai.i w Becietak Coliinibarfli gest. 1735 Toa 6« G^Pazsi 

ftfNatiadUtfrie4ii9i4««|^Q0JUtt;: A^JF^ filert . menorie idi %a- 

riicn4||Me de^s^^^. Cf F)ofUj746^.4<^ — Ateneo Italiano. 

n%.~c) Siena: Ak. d. W. 1691: Atti S. 4761 ffl.^6. 4. 

-«jCortona: Heftmtiscbe Ak« znr Bearbeitung der AU 

t«k.im: Sag^ ditdissenanooK Born «735^1791. 1*. 4. 

- e) Bon: Ait^rth. fieSi gasiu 4478^ aufgab.. 1558, \«iilder« 

^«Ptt-Tta P« Benedict XiV 4742; Altcrthamsgeeellachaft 

^^i6:Dbeitaxi^Qi.^Bl 1821;.<4; ein trefflieher VeMn,)M'el-: 

^ ü^iHitmaebungi und. Erlantarang alter Kunstwerke be-> 

^^<ip(i bestiabt nitd wkktftlinil. grossem Erfolge s.1^29» 

~~^^f gesr« tßli.y^Am Cers'fiir Nat« Gescb«, eingeg. 

1640. -^/^ Bologfaa: .Institotum' Sciehtiaronii etArtinhi,' 

?«t 1690 x.^EuMt. Munfrtdi^ erw. v. Gr. L. F. Mar$igK 

170), ciagcr.»ii712,..eraMrneter.s^i8itsungen 1714; bestimmt 

'^^lciilsnd%{ur'Natuskunde,.MathenMtik und Astronom 

«tt: *Comaieatafü de Bonji^enU etiar^. iaatkuto. B. 1731--^> 

^^)I*ia4;.vglb Gw Gi, Be/bltf orJgine> e progreasi dellMn-. 

*^*B.ii75L A» BGt dieaer verdienstf ollen Gesellsch. ist 

^VdeisAkadenfie^Ckneiftina, verbtindeo; iu GB. Zanoiti 

"^^^wuf/Cl^iM. 1749. r.T ^oria delPaee. Cl. di B. B. 

|^.24 4si, K/ -4-ig)?Ve»(*dig: Ao. Veneta 1593; vgl, 

I« 6. LssM. ^ y^ ^ 4leMa iaiin in disqniaitioDcm vocata. 

^P<* 1«M. &.^ ^. Gesellseh* s. Beförd* des Drucks guter 



56 Eidhdtting. . 

Biidiei^ gest; 1696 vodi Geronl Albrizzii — A) P«daa: Ges. 
fiij3 Jdathem. li. Physik 1785: Saggi sdent. P«. 1786 ffl. 4. 4 
m. K.; N» Saggi 1SI7 ffl. 4. — »j-Mailandt Gesellscfa. zur 
Uerau^g. grosser Werke 1730. -^Patriot, fies« z,Bef9rd; des 
AckorUanes uv G^verbfleisses .1782': Atti. M: 1783 ffl. ä«4. — 
k)YeMOfk9ii Ge%. der Math« u. PhysSc 1781: Memorie. Ve« 
rona 1782 ffl« 24. 4. — ./) Vieen^a: theolog. philosopb. Ges«i 
1546 yon Antitrtoitariern gest., bald eing.- ^-^ .m) Turin: 
G^L GeseUsdi«, nB^h dem Muster 4sr iLondoöer, gest. 1757 
^OA /a Crr^/<gf > Cigna Jind SalmH», K. privil« 1760:' Mfs-i 
ce)iap)e9..phU94«.:ßiatlfteni. T. 1759 ffl* &'4; M^Moires. T. 1784 
— 1801. t5..4;.ÄL 18D4.fl.f4. . ./ . i : 1 

* /. Jarkil (J,^, Krauke) Spca 'liittorlÄe * Htf . licdlfem. erud« 
italUe. 1/pv. 1726:*8;.Mercore 9« Fi^ne^ ITi^-Utti 8l 2767 
ß.; J.., A.' F4itr'm «pntp. Th»s«ari' \i^U itaUae^ Uäna»»l74kd. 9« 
p. 24^6 Bjg. .., . ,. . .^ ; ;..;, •. . .; 

jp/».. Plft^Hgai: Ak. d. Portog.lGeMh. iin'Lisbod 1^20 t. 
K. Jobanh V; n. k\ Taxe kL Sehr. S. 4*ffl;r iMr. d; Wiss« 
das. 1780: Meoibrias. Li8b«1797. F.; Ak. dwPdtt;Mtt^: Mism. 
hk 1792 ffl. \^i 4; GeseHsch. d. .AcUcd)alLes u. «.V. 

IlL Spanim: in Madrid, Kv'Span« Akadi, gesl. 1714 
V, J, Man. Fern» Pücheco Marq. ▼• VfÖena Herz. v. Eseal^na, 
best; n. K. Phili|ip V 1715, mit 60,000 R?fMes Eiiik., 4m Sp. 
Sprache dirrcb BWbeitung. d^r Gfauiitiatik, Or4%ographie"iind 
eines WSrtei<)QcbN Tecdient; Ak« d. Gescii. 1^8«: M«nn'oiP?as 
1792 ffl. 4>'4; Ak. d« Wissensoh, 1792; Geseilsdi. d. Medi« 
ein, Naturkunde, Oekonomie u. s. w. *— GIm. ffer. das* gem. 
Beste itt Tiidel9r.t778: Mem. Madr. 1767 ffl. 4. — Odko^ 
nonuscbe Ges. in iätloria, Sevilla, Yateneia u. v. a. Ch; vor« 
ziiglich« geipeiaaütjEtg die auf Tenerifa 1778^ • « 

/F", Frankreidu 

L. 'PriVf Ges. zur YerroUkommnung def^r« ti.* Metrik 
T. JfA. Baif'unA J. TkibauH de Corvilte ISW, cmgeg. 1691 
m- a. -<^Französfts-Ghe Akademi^'ia^Pari^^ herr^ch^m 
über Spr. n. LUn, Priv. Ges. im Hanse^^ Vol. CS^^irr^V 16351 
privil. V. Card. Richelieu 1635^ eröffnete ihpoSitzungeh in 
Lourre d. 10. Jul. .1637; das von 'ihr besorgte Wß. erlan^^ 
classisches Aosehn ; übrigens ihre Wirksamkeit Stade kestrit 
^cn nicht blo9¥ in PßlMOt mem. P. 1803 T.^ t p. 2Mf. Vg^l 
ilist. de Tac. f|r. dep. 9pn ftmblilw» 1635 jasqiAi 1663 p. / 



Gelehrte OeieieHflcliaften. &f 

ftMvM et iii8qii'& 1700 päf l%bMii#0/ibi'f..P. 1730-; Edilll' 
1743. 2. 12'; *'d^A/efkb^^hi4t. de^rdtmhteii d^ Ttcfr» nnirtiii 
dep. 17€0 jiisqu'«ti'1^7fv P, 1786. 6. 12.* -^ MefaraSn den 
ProTincen von gering^ver ßedeulniig'« ^* 

IT. K« Ak. d, Inschriften und scb.'Wisii ia P. v, 
Colbett gMt. 1663phHdt ihre erste öff. Sitzung Im'LoaTjred.. 
16. JnL fTOI; gi^g'ein 1792 and wu!rde 1796 mit iem.Nn- 
rional-Institlvt vereint, wiederlMrgest* In elter VerflusBiing 
fSf5: Mim. d4 n<tei>»iTiriB tir6s dt9.ReJB:ii3tres de^'ac. den in-> 
srr. €t des belleelettres^ Pens 1717^1:^09 nebst Begistetband. 
179t. 51.4; nach^ri liaag b* P. Goes6 1718 und raUT^W- 
nnng^ der Ge^cb. ^Hln•Hle|l• Abhandlungen bis 1776 das;« h«.A« 
Tf^yel 17191 lOiw'ia; teutech: Lps;- 1749^.&8..M<« •) TgU 
(&. Or%t de BoZ0) Hist. de'I^ae. des insen: P..1740i 3v.iS.^, 
K.' Ak. i. WiifUaseh'aften' in. P. gest. v^^CoUiett 1666, 
■ea eiDget*. v. Sigüoui 1699^ bestobend aiis secbs iCIaspen» 
AsirAioBue, Mecbanik,. Anatofid^^ Chemie «nd<> Botanik; .178S 
wiMen MetaUnvgi^ Jrik C!beMte^ ^Laftdwiirthsfcheft taH Botanik 
ierianden ^ und • wmis • neoe Gl. d« aUgem. Pbjrtik ! und d^c; 
Naturgeschichte und^ Mineralogie >ei)rloklet; . d)a8 •N'a (i one)-« 
Institat 1796 sollte alle bisherig; Aka4;V»i^e»ekien , wurde 
eher 1803 lind jio^. niehr 18f5 wieÄer a\if die alte teiorich- 
tong zQrmckgefabrt : Hist. de Vac. des »c, 1669 — 1699. P. 
f6W. 1.(1733): >14l4»m. K.; Hist. et mbm. 16Q9-rl792. P. 
1792- 4L 93; 4^ iij; K.; Bincelne • Ai>h< aar A«tron. ui/in^th. 
Geographie - V. de iü Hire^ Cassini, MaStan, Cendmmue,SeU' 
gmer o. A. 170^ ffl. 14. 4 ; Tables des matitees 1666 — 1790 
p. Godin u. s. w. P. 1734—1809. 10. 4; Nöuv. Table p- ÄO" 
Tf>r. F. 17T*f.-4*'i4; M6m, de matb. etdephysf p. divers 
savans. P. 1750 ffl.' 1 IM; R6c. des piAcee ^ odt-irißiÄpprt* 
l€s prix de 1720-^1772^ P. 175i2 «.'9.4; Bec. des muchioee 
apptottv*« f . rac. f. Gällofh P. 1736«. 7.. 4* (s. Ä*er* feir 
bBogr. Lrx. 1 S: »Öiß «.. Vgl. J. B. du tfetaie/ MM« It wi' 
CBt.'ae. P. 1698; 1701. 4;^'«Ä. rfe Font^eUe bist, du reaou- 
v«RemeM de-Päci R. et les «oges de tous kd ecad4i»i4eiie 
fcf. ce renouv. Ainsterd; u. P. 1709—1717; 1742. 2, 12; 
fengea. v. Dot^iöms de Mairan bis 1743. «. i7i47i %%: ^, V* 
Gramdfta» de Fbudby. P. 1761. 12; C^ndarcet Uof^ 4^ 
acad. morts depäis 1666—1790. -Pi 4773— 1799; «.12 ; (Mvier 
recn^l des iloges -Hisi. kisdai^'lea :eean€es>pibl.VdfJlQ«t- 



58 Einleitung. 

R. P; ISid. 2. 8. Mitnoires «U rinst* national da« adenc« 
et daa arts. P. 1796^1819. 33w 4 m; Ki; Meiti.'da la claai 
d'hist. P. 1815 ffl. 4. 4; Mein; ^de Fac. dte ac« Pi't<8t8, fl. 1 
4. — Gesellsch. ^fur Med. ii. Ph. in PariS'i77«;f Hnjt ay< 
les m^m. P. 1779— 98« 10.4 iiiiliv— ^ Gesellscly. das^Ackei 
banes in P. 1784: M6m. 1785 ffl. fSv'd.-- Gar. dai^Aekerl 
für daa Seihar u, Oisa^ D^ 18001 'M^nu 1801 ffl. SO. 8; ^ 
M6m. 1817 ffl. —^PhiUmathiwyhe Gaa^ in P» d«10« D« 
1788; Rapparta. P. 1798. 4i 8i;<Btilladn.«/01»<flai< 18. 4« -• 
Akademien- zani Theil^ L.^ xüia Theil N^, ' in A«lea < i66S 
Soisaona 1674^; Ni'tn>eai682'; TonloitaelOMy Ifrit. G« 
1729, 5tB[*entL<47Sa;»*'pViviI. 1740» eingeg. 1789» wiadtrheTge 
atelh 1806>: Hiat. ai ia(6nr.{de Vaci dea ao. inaau H tndba let 
tres da T; Ti 1782^ffli ai«i4;' Gaea:47«Sr MoBapMUai 
1706: M^. Mj't768 ülJlS^-^l^* h^fj^n^inii Bo^lr'difawi 
1714; MaT8ailUl726c/M4m. 'Ml lT8ff ffl. .1 ;8;-I>ij^cri 
172&: Mim. Oi 1709. 2. <; N. M4m. 1782 Ü4 7. 9;^ Pui 
1722; Bis'iarai78S; St. G^fmai» 472»; Bayaiixil791 
Rochella 17334* Mofttaitban l7447deymoaii-iFiBft?jrain< 
1747; Nancy 1V$1 ; Matz'17(7v. Bft.'«i ' ^^« .s..,h . 

. ' .',1 ' t • * li] ♦/; *, ' . ' i .«.I. ;i/ |.\,l , '* 

S. AcU Erutl. 1709. p. ^59. iqc^; 1728 p. ^^^iSW^.TT •^.'' 
landine couroones aca^l. ^u recuejl des priz pcoposot^par ief 
•öcictes sav. arec Us noms des ceuirV'quiiei ont öbtenusete 
ttt. prceidli de l'hls«. abre^fce dijs aca^ de Fr. P, üil.yaa I787i 
% 8# — Mem* dei societte Mi. cl litt^ de. ia'Vef. Fr. pei 

F. TeHiichland. ,, ., 

£. ¥gl. 0. Scilfife dH» SprachgefteUfakäfte» dea XVII 
Jahrb. Bellin 1824. 8. --* Dio fraehtbriiingan^deGeaallacb. 
oder der gekrönte Palmenorden in Weimar ^geat. 1617. von 
Casp. ▼• Teatleben, eingeg. i6H0;\B. (G^Nmmär^Jißis nea- 
Rproasende teutsche Palmbaum« Nfionb. 1668. 8; G. Beir^9Mäi 
In Lpz. Beytr. zur krit. Hiat. d.^t..üpr.^.gft.:15t S. :36SJfH.^ 
Die teutachgesinnte Gendatatoniac^baft in Hambari; 
'g«st. 1643 von PhiL r. Zeße^j eingeg. 1689. «^ Der ge- 
krönt« Blamenorden der Schftfar an der Pegnit? 
in Nürnberg gest. 1644 von. 6. M. a» HandSrJ^ nnd / 
Cfajüt; t. Canzltr u. MeüiMer Qaart; Sehr. 1783 St. 2 S 
24 in,; /. BifrdegeM hitt. Nacfar. N« 1744. 8. *-• Der Sob w» 



Gelehrte QeseUidiarten. JK^ 

nenord^B.aA. der £l.Ue gest« » 1660 1 vpa /oift* JUv^t bid4 
ciDgif;. — .Teatiiohe GneselUob« io L.aipxig lfi97,Mert« 
nem 1727 tdoDch V. CSI. CfoMfdleJ; Jeaa 1728;, GSttingep.. 
1740; Qjr^elJtawuld .1740; ^K&aig^beTg 1741 .lu^v« a.» 
Betlin 1793; »4&14.:i Schriften. 1« Bi 1820. 8 i iFraniklurt 
a. M. 181&S Sdu. F. %%l9.tL^ 3. 8: . u . . . 

W.^ Die hiMnaDi4ftiiciIven Yeceioe. aa der Denau . 
and am Rheine, aa.Btra&bafg .1500 — 1538 ..(«»lAi^c^ik ii|. 
H^fli. de.rinat. Nac.Sokocts poL et; mar. T. 4.f^t3$0 sf^Ot* 
m Seleatad t|; Angal^ar^yiB aael Vk^a«. Q*« .wirj^tw itoejl!» 
Iifiu — AkadenuaJLeopeldioa natarae ceiiotforaiaiede« IC AJci 
d« Natii.v.ferai>lier^ gest« T^iJ\ Lk.BaufcA auiSchwrin* 
fart 165« «. 1670 pnd v. Kaiaeü^priHL 1677y.MittbailuQgaat 
^Ukhteind diitoh .Briefwaehjlel und AnbliUsB, ilirea Site mit 
dem PiftndadleQ .wechaalndc. MiflC^HaaeaoCf riefa^. hf». 1670 
(f684; ffl. Frfcf. tfi I^pij^ Breslaoi/Nüraberg lu Sr w»;3 De«a- 
rien24.4; In4ix gea. De«^ L/et H. ^iirnb> 1695 «..Occ^Ulä 
Fxkl 1713. 4-; Ac. CnpSf 'iiwp. ai cor. Ephemedd^s Ceiunr« 
I— X. Frkt.#. hf^^\, NamU ii)* Au^sb«» J7ia fflj 9. «; Sya^. 
opns tF. A. KeUHfiri4uliinTtti^A73%Ai t Atta . pbysioe^iMd. 
Narob. 1727 ffl. 10. 4; ^(ova Acta. dag. 1757 ffl.g. 4;.yarT 
baadlaiigeH fif .| ^ i)fd^i^W» tfcta: T. 9>tc; Erlang. 191814: 
jo. K.; derV^k._dl! Natiiff. aoserleg. Abhandl« aas d« Lat. 
übcfa. KQfnb^ 1755 £9i..3iQ. 4 m..K.; Co^iafrann^» litt, ad rei: 
med. et aqieat. iiat..inereni«.N6rab» »1731 -ffl« 15. 4 m. K»; xgl« 
A. E« BBcAmer acad. nat. ear. hi«ti^>Iftine 1755^ 4 m« K%S Ac 
n. c bibBotheca phys. med. c. praef. ^, J?. BMckneri*. H# 
1755. ffl. 2. 4 m. K. — K. Akadeiaid U, W.Mh Berlin, 
oacb Leibnüz Eu%vmd%(M4 jt., K# FfidUfch I 17Q0, eröffnet 
d. 19. Jan. 1714, mit Ti^r CL fat'Natarkaade, Mathemrttik, 
AfltroDemie n.Xitteratu^; neo* eingericliitt* 1744 and 1798: 
Aliaeellaaea. B. 1710—43. 7.4 1 Hlitaiüre de )raC;B. 17S0. 4; 
Hiat. de Ftfc. B. dep. aoa IreBoaTftlL' B. »#746-4-71» 25i 4; 
Neor. inem& B.>17r2-«*92. 18. 41t' Altoi. dep^ IW^itement de 
Iied. GniU. U an tröne, Berk 1788— 18Q4..12.4; Sanmik d.^ 
TcQtscfaen Abb. B. 1788*^1804. «.4; Abhandlangen d. K. 
Ak. B. 1815. f. 4; vgl. #V Nioofmi BetcUitib. d. K. Rosid. 
& Berlio n. PeMam 1 S. 505 ffl. *-^ In Berlin die Ai?« 
d. Ka n84 e geat. 1690, p(iv. 1604, * nen eiagec 1779 iu I7g7 ; 
daa Med« ChirnFgi Cell09Ü«n^«9l» 1717^ einger, \11A; die 



60 Elnleitmig. 

UrW. Marti fiiy Bescliflftignng^^n. Bi ITW ffl; 4.'8r«dinf. 
tÄtai B. i7S0*fH. 11>8 m. K.V N. -Sehr. Ö. mS «l. 4. 4 in- 
K. J Magazin, Ä..f907 ffl. ^. '4 ni.* K. -^ K- «-c/c^iiBtät «. 
W. in «öttin^Vn gest.175af Coram^irtariiJ Ol irÖ2^-«-*S5» ' 
4. 4 m, K.; N, CG, 1771-^78; 8.' 4 ra; K.; Cominwitatio- 
näa. G, 1779 — iSie. t7. 4 m, k! ; 'Cömmohtat.' tccentiwrd; 
G;- 181t «. 4 ». K.; Tentsohe Sdir. 1. Gi ifffH. -8; vgl. /.' 
D. JlMff' conspectus^'^oc. *R. ftbient. G. G. "1808. 4,*-— K. 
MfiOm. A t . Ii ttl 2 H eh er ' W i ffs* in E i*f n r t * ^bst. • ^754 : 
Acta. «. u. Gftlia-ITSr ffl. 2. S; E. 1777-^95. «.4 fN. Acta. ' 
£.1799«. ö;» m. IC. — ' K.Balersche Ak. d.^W. hf Mfln- 
olien gest. als Pritatgesellsbliafc: 'd:*l2; Obt. 1748, *6ffentl. 
17§9 hauptisfäcklich Tdr Geschichte, crweftert 1807 auf PlAlo- 
soplive, MAhertiattk, Naturkttnde lihd AlterthurHswis^etischaft : 
Moiranidnta Böicä. M; 1760 fll.' 22.-4; AbfaaiiÜhttigen bist. n. 
phHos. Inhalts. ^I. 1703 fÜi iO;'4; N. philosoph. Äbh. M. 
1778 ffl; 7. 4; Neue ' bist. A*h. M. 1778 ffl. 5.-4; 1^804. 8; 
M07. 4; Abb. Ab. Gegenst. iU sehr^^iss. 1. M.; 4781/ 8; 
DenksctfrifSfcen. M.' IStfS ffl. 4 mfi K.; Tgl. L. Wetteurt^er 
GMcii.:^. B. Ak. d. W. Ml -f^-^?'. 2. 8; labresbertcbt. M. 
Ig08 ffl. 4. -- K. Pfftiziscbe Ak. d.'^W. ih Marinbeim 
gest. 1763 mit einer pbys. Vi. hIst.'Cl., eingegi 1800^ Histo*- 
ria. M. 1766 ffl.^ 11. 4 in. K; '^ laUonbwskysche^GeseHscb. 
in Leipzig, gist. 4771 Ton F. *J6i. A/ea;.JäbhM$bikp fnt. d. 
1. Mär* 1777] • znr ' Anfklftmng • dcfr *KMms6llen Geschichte : 
Acta. L. 1772 fl. 24^4;* N. acta. L. 1802«. 4. -^ Bdhmi- 
sehe GesellsciK d. W. gest.' in- Wag ITVO'vbn /g». v, 
jBfrn fflr Matheiii., Vaterl. Gesch. *ü. NsAnrknnde, K. privileg. ' 
1784: AbbaÄdlfingen e. Privatg<»olIscb; Pr. 1775 ffl. 6. S ni.' 
K.; Abb. d. Böhm; Ges. Pr. 1789 ffl. 4. 4' m. K.; Neuere 
Abb. P. 1791. 3. 4; Abhandl. Pr. 1804 ffl. 8 m. K. -^ Ober^ 
Lau«it«iscbe TSesellscb. der Wbs. in Görlitz f 801. '~ 
Ges.- d% Altertb. in Oassel,* eingeg.'; Naturforschefide 
G^selisc'h. in Hall 0^ HanliW, Marburg, Heidellerg 

:. VL üieSeiweiz^ hliV' mehre» "^ vaterländische Vereine, 
wk^)cbe mehr dem- Leben ^ afs'der'Liitteratur angeboren und 
relebe Flüchte 4rBgen. ~ Oeffendlcfie litt. Wirksamkeit lia- 
bita : die: Sckw. Gel. Gei. fgif Physik Ui Mathicfni. iiiBanel' 



Gelehcfie GesetfeichafteiL ftl 

1750: Aeta'helv.vp]^y8,:p^Hr. fi..1i7&i«flU*$..4r; N« acta 1797. 

4. _ Die .Uadwirtl),ficj)^f^^ipW« ^C9, ;M)B»rD 17»9; 

Rec. de j^im. conq. l'^i^mi^ riv«le^ .jUrichrlT^O.^ 8. 8: 

Mioi. et pb8fK7adop8.J|^ 17.: «..—. Physik ali- 

ftche Ges. m^at^a^ 11.^.1 7;99i: Nl/^|i|oi|:^Qp^.jL« 17^4 ffl. 3.4. 

-* NaturwiBseMehafd^e Gcjuel^^pbaft. ipi Clanl 1790, überaus 

tliat^, Tersehea jp^itj eiQwi ^apa^fnggrtiB^ yiqA JV.aturaainm- 

lufen, besoqdeiJi ai|a 4^i';<>44l*f9n jUing^img; viele ihjcer 

Afbetten atebei|> iii;^iW« BfitfHH^flaa umi. Mi]^V,]Ui&TaniaUe. 

VIL Niethrltfude, . A^i^ser^ eiaigoii $|f achges^chaften : 
Ges. d. Wiss. in HaarJ em i75^> Yi^rfif^deliii^^.. H. 1755 
fl.30. 8; Natujrkimd* yerh. Ajn^^d. J799,|BU^.44 1821 £. 
^^ Gesellscia« 4^« INlede^lftiidiftplji^JLii^ in Leiden 

.i7€6v Werken. Leiden; 1774^88. ,7. 4;^lftt7:f. — Die Tey- 
1 er sehe g^. Ges» in.^HpitLr)en| Ii778:^yefhm44 H, 1781 ffl. 
25.4. — Gea.A>yr in,yiis84pgen J7i^5,; Verb- Middelb. 
1769 ffl. 1&. 8^ rs« Y^V 1i807rlH.r:-T Gelft€jl>Qatxifg^ Ges. d. 
W. in. Roi.terd.^mtlt7j59>. ^erk. ft, «7?^ «L.12, 4; N. ¥• 
Amsteffd. 18Q0 fl. '4n..r^ G|«l* (i^s«4n.Ut|r.^ht 1772: Yerh. 
U 1781 ffl. loli^; Aqta iMtCM^^i^. Lf^id. 17,9a fl..4.«. -^ Ak- 
4 W. in Brj&sspM774i ,«ingeg» 17912, -ern/l816: Meraoi- 
f«s.;B.,U77/ffl. 6-,4j4>Vi^^«vvB* 4?80;f^r4. -v^ Ges. FeÜx 
Meritis i«? A;msteYdaa&t.l77^ (iur .N^tnykniide » Kunst und 

Gewerbfleis^ tt iL, .Im^tat^ 'GPP\ .<l*.^^1 \^ Ainsterdam 
18(17: W Yerhaadeling^ dertlKlaasf. j/^fterdara 1827 f* 4; 
YtaAiaadeL !d. U |U*.Ha8g u. Auu^^i^ fr 4^ Gedeuksckri^ 
ten d. lU Kl. Aiust. li$l7 f. A; Conunenti^iones lat. JII CL 
AjbsC 1818 f. 4. — Na:tuxft|cs;cb« ßi^ .in Groningen 
IgQl n« 1803,; T«reint.l8lb. *^ JMielua medicin., physikah, 
okonem. Ges* 

VIU. Gro^'OrÜMtiWii — K. ^e/iel^ch.. d. W. in 

London, entstand als Vp;vBige»e^a^.^ pbäpaopb. CoUegium 

in London. 1645; als diesor' Verein .1^548| getrennt wurde und 

einige JMitgtteder def8eltf^.in Oxfor^ lebten., . dankte i^ 

Briefweeh&el fort; diese rGesallsidiaft* .wurde erneut und in 

London im Graham ;«C<^ege;fortgesetc:t, d. 15. Jul. 16(6i2 

T.K. Carl U privUi und d*.2e.Äpr.^ .1663 eröffnet. Sie ist 

nadi /^K Baeon.Vi..yi^ulßm Gcitnd^&tzen eingencbtet* u^id 

kalt ihrea Wahlspruch : Nullius j^n T^iba I in £faren ; Matbe* 

maiiky Aatronoinie undNati^wifi^eiiVM;^ Yepdanken ihr grosse 



«2 fiiideituiiis/ ' 

Bereichenin^ii : IHiiloilapliieal"T)*aMa6tiött8. LonA« 1666— H 

1f . 4; Phil^ Oollattbns ««c. ettl Ül 1678 -'Ql i' Th^ phiL trans 

act. L. "1695^1800, Btfilämmm 116. 4^, The'ph. tfansact 

ttbtidg'd (TOn Mctiren ntmW einatid^r) L. t705*fS.;f französ 

Ak&tng V. OffteMi. PAiia 1?87 fli. «• 8. \^h Tk. Spriti 

hif^: 6t theB. soe: L.'f667; 1687; 1722. 4';' M.'i^eA hi« 

of fhe R. tot. L. 1736 fl. 4. 4$ •TK. TMoimilik' hM. ot the R 

soc. from its'hmtitetion to tbii etid of fheXyill Crist. L. 1812 

4, datf VblUndetflt« Mfnt€fr ^n€it"s6lch«n <Slteiich;'b*fnl Ton das 

sischem Wertlid fBr die Litteratiirgesehichle der Wnsenschaf 

teit;. um Hvelehe 'rtich^di^'GeäiBHs^li. UochVerdii^nt g^hiaeht hat 

-^* Altdrthtthikg^s^llii'ehaft 'znt AtifkllfrüAg;^ der ftlterer 

Brltt. €esch« g^st.' in Loirdon iron TA. Pay'Xeri572, erlo 

acheh 1604, ernetft' 17t r-ri/1T28, v. K. prttüJ 1751: Archae 

• ologia. L. 1770' f. ^815. 4 m. K;; Indexe to 1 -^15^ L. 1809 

4. — Ansserdem itiLoikdori: A^thenie'nslhehe 66s. 1693; 

Philadelphis^he G. 1^94 ; des Gr. Pembrök Ges. zui 

-Ermutiterung d. tSrel'ehrtIdti 1712; Grubktreetsche Ges 

znr EntdÄcküiig^ d:'F4hrer d. Gelehrten 1737; G. 

ziji' Ermunterunj^ d'/^lCüAste, Mahttf&Vtaren und 

dieä Handels 1754 ern: 1782 1 Transactidtfi«. Lönd. 1783 ffl< 

37. 8; Medlcfnische 1775: Medical trans. L. 1772—90. 

13. 8 ; "Linn^sche- Ges. g^t. r. i. Smith d. 18. iMftrz 1788 

TVansactfons. L; 1791ffl.^11. 4 in; K.; K. Asiatische Ges., 

eröffnet d. 15. Mirz 1823: Trahsactions. Ldhd. 1824 f. 4; 

Tiele andere tbeofog., technolog., BlrotaoAiidcbi^i — Litt er. 

philos. Ges. ih M an dk-eVter 1783: MAdilihl.'Lond. 1789 

«V 5. 9 m. K. — G. G. in Edinburg '1734, 'privil. 1787: 

Essays and obsetmtions e«c. ^tc. E. 1754 fll. 3. 8; Transac- 

tions. E. 1788 ffl. 20. 4. -— G. G.iVI Dublin 1739: Trans- 

actions. D; 1788 ffl. f3."4. — Ges. zitr Untersuchung 

der -Gesch. Asiens in Caicutta'gest. von'W^. Jona nnd 

erdffnet d. 15. Jan. l784 mit 20 Mitglledehi; deren Zahl jezt 

sieh atif 232 belMft, Ton grosser Wiebtigkeit für Aufhellnng 

Ost^Asiens undKeDntnissv.'atlten Litteratur: The asiaticMis- 

eeHnnj. Calc. 1786 ffl.^Lond. 1787 fl.) 2. 8; Asiatid' ftesear- 

ches. Calc. 1788 ffl. 16. 4; Lon^.<t792. 8. Eine ähnliche 

Gesellschaft in Madras 1794; in Bombay 1804: Transac- 

tions. Lond. 1819 ffl. 4 m. K. — 

JX. Nard^Amtriha»i9ther Freystaat vgl. Revue Encycl. 



Gelehrte Gesellschaften. 63 



T. 31 (182ß) pw 28a,8q.:.3aci6(ilt jm PUila4elphia 1769, 
benätigf^ 4f l&.Mära 17$Q; Irauactioiia. ifh. U71 fQ.4; Ui- 
fttorisehi^.G«., ecoffMt d^ Ji. .Nqiy^lSSSi.Meiiw t82$ f. — 
Ak^d. W..ii..Mh. K. SH {lUhii|,Qx»d tZl^f— Ak. d. Winu 

GesUli;^ h«^ dosdbü IBO^t CoUeotisng|of.jthe .MiunacbiiseUs 
k^ipoc & I8Q6T-Dt9v IflUiS; 1814 ffl» jB..— G. CL in. New* 
yAJ|k>l791: TrpMKtijpHf qjE.lbeUtu. aiMlljOiUos, spc NY. 
1792 m^;.|9^5,imnf|.^ MtbcQ Me4tc^^b|»i,l(.» O^kon. Qe. 

ford. d. K. o. >^ iifju uji.Kop0n)ii9gei| g^U 1743, eroQot 
1776, Tonuglich ffir .Tfite|d9n<ü«oh/9.N9itm'kimde and Gegch«: 
Sknftei. Kop. 174^ #.;. Nye Sarollog.^ 178.I^1S0S* 27. 4. ~ 
GcB» xw YerbeM^ der Nord. G^.s^b. ge«t« 1744* von /• Lan^ 
geiei; Scundinh^ß^okB I/itu.Ges. ge«t 1SQ4: Skr. 180S 
^-^ jibri. 2.Bu; ;liSft9^13*.'5. ftk Gea« .d. yatarL Altertb. 
getr, 1807,:. AotiAfvirisdce Awsles^i K. 181« ffl. 3. 4; laUn- 
diaebe Gcap lljfß^Qies. d« acki Wiaa. 1749,^ eioger. 1763; 
L^ndbausbult^DgageaeUacta. 1769^ CbjLraxgiaohe Ak. 
176S; Nat«ai:bi$t« Gaa. 1789; Gaa. d. altnordiacben 
LitterMAF^ gest. von C. C. Bafa d«. 28* Jan. 182&, beat. 
iSa^y rihiplichat 4baUg and in eigentikbalen. Sinne maater- 
baftj a?br ▼«.a. -r- Nord. Gea. d« Wias. in Drontbeiut, 
geat. 1760 ▼•«Biaeb. Gannema, privil.;1782<:*8kE. K. 1761 fll. 
&. 4; Nt« & K. 1784 fl.^4. *-- 

.JTZ Sciweäenrrgli BerK JÜSdir. 1795 Jnl. 8. 69 ffl. — 

Gea» 4 Alterth^ ia St.of kh4>lni, gaat. 4630 t. K. Gnatav 

Adolph 1-9. N. Dal apeo^ biogr. de aatiqnariia Suedae. 8to€kb. 

1724» .4^ einer abnÜdia Gea. in Upaala, geat. 1668 t. K. 

Cari XL — Soo. d. .Wis^. ia Upaala^ ala Privatgee. geat. 

1710 v<w Jßr. Benzel^.^nf^X. v. IL 1728: Acta litt. Sueciae. 

1720--.^lv % 4; K<^^a Au 177^^181». 7. 4; vgl. Er. Fra- 

•ftnßit^i am K. Vet. ^Soe/ii U. Stockh. 1791. 8. -- K. Ak. 

^Wiaa., von K. Carl XII beaeblosaen, geat. 1739 v. Gr. 

A. J. y.-Höpken undC. Lümi^ privil; 1741, aea eingerick'- 

M IttO: HandKogar.Se; 1739-^7% 40. 8^m. K«; Regiater. 

Si. mi jD. 3. 8; Tentacb.' I^pz. 1749 ffl. 42. 8; Nya Hand- 

Kagar. 8f. 1780—1813. 33. 8 m.K.; T. Lpx. 1784 ffl. 12.8; 

tgL SJL Rpfenhmne Aateckningar böraade til:K. V. Ak. hi» 



\ 

^ j; : £iitleitiiiig. * \ 

I 

8toria:Jät. ^^1* 8. -^'K. Ak. der:&ch5he.i| W.'h| Drot- 
nin^holm gest. 1753*^ erneut, naob fi{t6cklkolm. Verlegt 
und nacH dem IVIiister der Pariser Ak* d« Insohr.) cSnger. vob 
K; Giifltav III 1786, bestehend. aos. 40i Mitgliedern : Titter- 
hbte ecad. HandBngar. 8t; 17&5*-^88.5.'8; Yitterbets, historiG 
o^ )BinCiq«itets ae. Han^. St» 1789 f* 8. — • Schwedische Ak. 
sur YeryolUnnnniDung der Ltm^d^ss^raehfe .in.iät. .gest. 
1786 T. K; CSustdv III iiir^l^ansös. Stane, bestehend .aas 18 
MitgHedern 9 feindselig gegen'Teotsehe, willk«hf lieh and po- 
litisch befangen in Preisverthrilaogen: Handl. St 1786 — 97, 
6. 4; vgL'P. /• LUiearot/i dem ac. Snec. in ciiltum.Iinguue 
vem. Lund 1787. 4. ^-^ Noch in StAk^r d« KjricgsWissen- 
Schäften: Handh 1797 fl. 1805 iH.i des Ackerbau*» 
184^ n« m. a. — Ak. d. Wies. u. fxeyeniKünatain Uc- 
thenburg 1778. — .> . ^ 

XIL ' Buisümd: Ak.. d.' Wies. in^Petersthaxg gest. 
V. K. Peier £ 1724, ement 1755 ünd«d«'25; Jui. ISOSj durcli 
Teutsche liuA Franzeseri sehr «richtig füfi höhere. Mathema- 
tik und Naturkunde: Comuientarii.. St. P. J726r-r-52. 1.4» 4; 
Rk Ceinm. 1750^76. 20. 4; Acta. 1 777., il. 4^ -^ ,Ak. zuf 
Vefvollkonuniläng. der. Landessprache 1783-; fies. d.. Wies, in 
Moskwa, Oekonom. u. a; . 

Untert-den Ordensge&ellsohaf ten.der kaihoUachen 
Kirche sind in litter. Hiaslcht am hemerkenswerthesteA: .Bac^ 
.nabiten, Congcegatio dericomm regul. s. Pauji Ap«, ^est 
in Mailandy wo ihnen die Kirche. 4csb. Barpdba^ Mogeräuini 
•wurde, 1536 -zor .Yerbeaserong der iStten und Kenniuisse dei 
Klerus; durch sie entstanden: trefilidie.'UntQpr]|rhl8ajOistaltei] 
für jnnge Geistliche; wadkese Geldhrte sind ia neuerer Zeil 
daraus hervorgegangen, Frisi, JKni) Fontana, Btiinhcdd u, a 
... Jesuiten (s. obeik S. 16 £.) wegen ihcer Unterrichtsme 
•thode und Lehrbücher, obgleich die wenigat^a durch inneren 
Gehalt uüd . bleibetiden Werth ausgezmhneC sfaid, und ab 
Beförderer .gröaserer litt..lJnterndimuimeO^ Wielche den Ah 
sichten des Ordens entsprachen; im Gailzen hat a^ch die liti 
teri» Wiiksamk^lt dieses Ordens . .mAt^ schadKch^. als guii 
Früehtö getragen; die besserenriAlheiteii.eijiaelQer älitgifedei 
gehdtea zu den rühmlichen . Ausnahmen.. .Sb P« Bibadenein 
bibliotheca scripljotum S* X.a i'A.;4/^ga»i&e et ^<iM. Sot 
w€lb. conlinuAta« Ben 1676i F.; i%. ItuHi btbfi«g;niphiA S. J 



Gelehrte GeseÜMhafteh. Bückervveseii. -66 

Piiri5i66ä. 4. ^- Die Berne-dioftiner V«ii. Aer^Coagre* 
•ration des h. Maarfts 1616 liabeB mA uhtPatiästik und 
nebre TheUe der gescUd^ Ldtteratiir darob'gMeiiiaamin 
^nndiebea Fleias uniterfaliiQUes Yradienal erivorbenp 8.'^. 
tr9tp, TamM) *Hist. litt» de lacoogK de & Maure« Brak** 
ielu.P. 1770.4; Tentoeb. Firkf. ni Lp«. (Ulm) 177df4 2i 8; 
«.fffbibL Beo. Mmfriana. Angsb.. i?l6.^; i%« 7e Ca// 
biU. dtf aatenrs de 4a.eDQgr. de a. Maare* Haag: i7M. 8« .-^ 
Coogregatio Oratorix .ge^ts» y; Card, .P, BetüHe sä Ba* 
risl611,.T. Papfite beMätigt-Mia, •hofabYerdient ^ai z^tvacU- 
DäaigereJagendbildubgund'dattb Veribreilwig htonen^r^iliee- 
iog. AttaditeD und Teraünfliger Arandf &Uie^ » S. <?. i Jtfiar- 
cMMiiiomi della oongrag. dbU^'oratiuio. } Neapel 1698vfflk4. 
F.; BiqlelMet« %. V. Bendle. ^^ Piarif «e«^ Vftter der fteia- 
neo Sehden, verpfiidiMt authi JageaMhataNiehta iii VtA^M-- 
cehdea bmL tüyiiinariea^ geit« Toa «dem S(»a!aier Jo8.'ICak- 
s»iia, ?om Papste beetfttigt 1621 , 'Msonders nicht Mihnfe Et- 
% wiikiam in Pelen^ Ungern, 'BM^aen «ad mebren .Läa* 
<iero der Oatterrei^hiaehen Maaaärchiey''^<.G«8eIUehaft 
vonPortroynl b« Püfia, geat« Tdn.JoA^'rfn^.FSrrgteriaS», 
TUi wdeh^ strengere Reiiriiril 'in der SktMilohr^ .nnd .chfiet- 
lieh edle Lebensweiriiett aaa^ngen und «dem ^verfiflrfaübbdn 
^nfloae des Jesoitiamna auf das kiäMgiite^: eatgegetigeatbcl- 
tet wurde; besonders groben- dardt-dea geisii^ tnudiigen 
^ AnmU s. 1642; HriMath Crefflidirei> Beligmdahrerrdnd 
^«ini&itdkr; aafgehobeii 1709. 8. /^ Jtaotee ühakg^ de l^ist. 
^^^^ P^. 1742« 4 2; M767. 2.12; Bm^e Didt. s. r. ^mäaU. 

Das Baeher Wesen ist» ein»' «e fiMseatliehkr.. Bestand- 
tlieil der aeoeren Litteratar, das» es« besandaie Baacbtuag in 

Die Backdrnckerknnst: (sw 't^SllI ffi.)) .l&iden lec« 
^Jabrsehnten des XY-labriiv ilbeiWlf>Torbreitefc^ gewann 
^^^^riiead a» • teehaiM^bMr VerraUklnmaflinng und Warde, 
^en im XVIi \iad noeh mehr im XVIIi Jahrh. auf 
"^naiaeatlieh morgeHlandlach^SpraeKen^aasgedebat. Bar 
^«netentiang.der firoiksehrfft tnigeM italBMAcbatDraddbr 
^Ubey, biA4' waMeiC0Mei[ TenMclie'inii Basel' and Augsbui^ 
^ iimcn nnd worden in neiton^n Zeiten^ re» Britien und 

^»fWfT HB. d. r,i(t. Gmli. 111. 5 



^ * 



66 Einloitiiiig. 



Fransoien übertroffen; von der •Aldimschen Offidn ging di 
debraaeli der Candv«Giiri& niid der Interpnnctionseichen aui 
die Beybehaltäng der Abkfirzangen Verminderte sich« Ii 
XVIII Jahrb. kamen awey folgenreiche Erfindangen hinxn 
der Polytypen* und Stereo typen-Druck, welcher xner) 
Ton dem bochtentschen Pred. in Leiden Job. Müller (s. Sei 
bade Misodl. crit* 1 p. 87 aq.) .bey J. Habermaon Gebetboc 
1701 and bey der Bibel 1711 fB.» dann von dem Edinborgc 
'Goldachmidt WiH. Ged beym Sallastins 1725 angewendet, zv 
-lest von L« Et. Herhan, Firm. Didot and N. M. Gatteau 
a. 1799 vollkonunener aasgebildet und sa der jest^ allgeniei 
neren EiniBhrang geeignet warde; vgl. F. Sckoell hinte 
Jamen Essai aar Torigino de la gravnre T. 2; A» fif. Camm 
-ÜBt. et proeid^s da polytypage Jbi de la Stereotypie. P« 1809 
g and in Lamhinet hast« de rimprimerie. Ed. ISIO. •— Dei 
für Kanst and Gescbttftsleben anerkannt wichtige, aber aad 
-für Litteratar, besonders dareh Gebraadi bey schwer nach 
sabildenden fremdartigen Schriftsügen, erpriessBche Stein 
drack ist voa Alays. Senefelder in Manchen s. 1790 ii 
Gang gebracht and durch- Strixnar aar vollendeten Knnst er 
• heben worden ; m. A. Sem^eUer vollständiges Lehcbnch de 
Lithographie n^t Gesdit ders. Manchen 1818. 4 n. K. 
frans. Paris 1819^ 4 in. K. — Viele Bnchdraoker, vonäglicl 
im XVI Jahrh« (s. 6ben 1 S. 41 fl.) haben sich dnrch Kennt 
mssreichtham and begeisterte Achtaog ffir Gelehrsamkeit aas 
geseichnet and durch UneigenaGtsigkeit and Sorgfalt für Rieh 
dgkeit, Schönheit nod reichere Ausstattang bey ihren Unter 
nehmnngen hoch verdient gemacht. Als gegen Ende dei 
XVI Jahrb. der Bachhandel entstand and die Bachdracker 
- knnst in die engeren Grilnaon eines -Zanftgeschfiftes auruck 
trat^ verminderte sich die litt. Wirkanmiceit der Bnchdrackei 
merklich and war später nar in selteneren Ausnahmen wahr 
snmebmed. — Die Bücherpreise waren s. dem XVI Jahrb 
bedeutead geringer, als früher, scheinea aber mmst aiendicl 
willkfihrlich bestimmt worden an seyn. Der* Bneherverkau 
blieb in der Regel. dem Bachdracker überlassen; oft befass 
ten sich herumsiehende Trödler damit; bisweilea (s. Ailg 
Lüt Ans. 1798 S. 1102; 1724 fl.) iUmmahmen ihn die Ter 
fasser oder sicherten sich durch VonHisbeaabbuigen nnd Ge 
sthonke ihren Gewinn. Aus Ungern wardfe der Bachhaa* 



B^chenVesen« 6f 

ie\ imch Teutschland Terpflanzt vnd nabm mk den BikhoT'-i 

Messeo in Frankfurt am Main and> in Leipzig [s. 1667] eine 

iTf^ere Gestalt an* Der Augsbargisehe Buobhändler Ggi 

WiUer gab £1564] ein aUgemeines BüebervenEeichnisg (Frankf» 

o« M. b. N. Basse bis la97« 4), wissenschaftlich geot'dnet^ 

was bald aufgegeben wurde,- nnd mit Angabe der Verleger 

und des Formats, heraas; andere Bachhäedler folgten dem 

Bejqaele» ohne jedoch auf die in diesem er«tr0bte Velktän-* 

digkeit Ansprach zu machen. In dem Bucbladen des Frank* 

foTter Bargers PJ>KQpff elrSchien «1604 das^pHiiU. allgemeine^ 

Messrersdohnis» gednickt b. J;* Saar« • Die Leipziger Buch«' 

hindier druckten da^ Frankfurter Veraeu^hQiBS, mit Vermdi4 

rangen, schon 8» 1593, besonders s. 160(1- ab; den. Verlag 

dieses Lcipnger Messverzeioimisses übernahm 1616 Henning 

Grosse 004*^ dessen Erben fiberliessennihn 4ar Weidmanni- 

scfaeo BncUmndlnngy welche die Fortsetaung (bis snr Mich« 

M* 1794% 4; ron Ostern 1795 an 8)runnnterbirophen, .ohne 

riie zonefamenden Mängel der Einriebtnng -M beseitigen und 

laut gewünschte yetbeaBeninge»icilnzafabreny bis. jezt.gelie:« 

fert hat; das erste^Büeherverseichnigs mit Pr.eisejs vemif 

staltete J. M. Friese« i736. 8 , das voUsländigsle Hinrichs s« 

Auch. 1797. ' — Durch Qeargfi allgem« Bfieherlexikon 1746 

/$• 1 S.24>, welches von IV* Heimwi nicht 'genogend 1812, 

1816 u. 1822 fortgesetzt worden ist and-^ioler* Unmrbeitung 

bedarf, wurde die kaufmännische Ueberai^dM BitchervoS'* 

nudiea eiMchtert. Der Buchhandel hat wiehligen ESnfluss auf 

Geisteabildung und littevatnriebfen ; er fördert- 4ie raschere 

Verbrntong und leichtere Austauschung der Gedanken und 

Anscktflli^ befriediget litt. Bedarfnisse und sichert dnti^ den 

in Teutschland, England und Frankreich herkemmlidien £h^ 

rensoM dem Talent- und< gelehrten Fleiss eine angemessene 

äasiere Belobnong. Teutschland ist Sita des eigendicfacn 

Budibandels, dessen Gedeihen und gemeinnfitaige ^Wirksam'* 

kiot im Verein des Verlags und Einzelvefkanfes Ton.Biitohenn 

seile festere Grundlage zu haben scheiht) daher. Ihm die 

\'enaebrnng des Nettohandel» ; und die «zonehnkende Veimin- 

denn^ des reinen Austausches der Waare auf den, jest £sst 

bhm auf Ahrechnungsgeschäfte beschränktet .Messciiiiiolit 

rertheilhaft seyn konnten« Die Versuche^ delaSchriltstelleni 

allen Gewinn von ihren ' Arbeilen zuzuwenden (Dessauet 

6* 



70 Einleitulis:. 



O' 



Fr, Genz In Wietter Jahrb. der Litt. B. I ; R. v. L. Studiet 
fiber Prenfr«ybeit 1819. ^; F. W.€ar6ve lieber das Reeht, ilii 
Weife tti|d die wiebli^teHiiO^enstände. der öffeMlichea Bcur 
theilung mit steter Bezie)iung./Suf die neueste Zeit. Trier 1825 
8; //. ZäcäoK*^ Au6gcw. Sehr. 10 S. 201 f.; Fz p. Spaur Po 
litisehes Testament; ein Bejtr. z. Gesch. d. Pr^ssfrejheit mi 
Doeen1$ Vorberieht u« Bemerkungen heradsg. v» EiBenmann. Er 
langea''l'831: 8;* 

Be^ dem Wachsthntne litterärisolier Betriebsamkeit uik 
TheHriabiue wardeo Zeitschriften^ in welchen wissen 
adrafdiohe Erfiabningeii ond- Untenmcliongen niedlftgelegl 
geprüft und beurtheilt, vüb^rhanpt die^ neuen *£nwdi«il(unge 
in. der gelehrten Welt au« allgemeinerer Kenntnts8.||;(ebrach 
werden konnten, «n dringendes Bedärfniss, desseoiifi^iedi 
gong sich seit' der • zweiten Hälfte des XVII Jabxk. Viel 
angelegen seyn Hessen« ' wi 

Jßthnqgraphisch-chronologtsches Verzetchnüi der Itti 

Zeitschriften (Ygii 8. 39): 

^J Frankreich!^ l) Allgciheihe: * Jothrtial ^es Savani 
Paris 1665—1792. 111. 4* n. Tfeble 1665^1750 '^.Al de Clan 
9tre. P. 1753. 10. 4; Amäterd. 1665-^782. 381. 12; P. 178 
— 92. 140. 12, Auf CoIbert^s'Veranlhiisung mMe^noromen i 
Denyi de Sal/o il 5: Jan. bis 30. M&rz'1665, da die Forü 
untersagt worfle V'fciWges. ron J/Galloir A. 4. Jan. 166C 
mit Unterbrechungen bis 1075; toH'^. de la Ro^e bis 1686 
T. Cousin bis 1701; dann Tori Mneth gdehrttih Vereiii, wel 
eher bey A. Bignon u. A. Sitzungen hielt; Fortsetzung vo 
Baiidin, Camus nl a. P. 1797. 4.'* Noch bestelrende Forts, al 
e. litt. Regiemng-Joarnals s. Sept. 1816. -^ M6moires p. t 
k rhist. des sciences et des b^anx artii. Trevoux 1701 — 67 
966. 12; V. jes. TdfitrhemHe u. A.; fortgeft. v. A. bis 1771 
^— Journal Strängen P^. 1754—62. 45. 13 ; t« P^iposty Ton 
sai^t^ Arnaud^ Suard u« A. — ' Jonmlll encjrdop^diqne« Lü 
tich iii\ Bouillon 1756—91. 988, 12; y. P. Rousseau. - 
^'flsprit des Joornam^. I^üUiclf ü. Brüssel 1772^1818. 49i 
lä. -rr Strashurger gel. Nachr. St 1782 — 85« 4. 8; von J. . 
Obtrhu u. A4 — ^Decade (nechlier ReTue) philosr p. Gn 
pfini^ Say^ Dmal eU>.'V. 1794 — 1807. 54, 8. ^ MfiM 



Litt Zeitodiriften. 71 

Ihgiisin Eoi^j^IopMque. P. 1795 — 1816* 122. 8; Antu ene^ 
1817 fl. 12. 8 ; Register 4* 8. Eine Fortsftxnng, yon Jttlien 
O.A. benii9g. ist Revue Enc^lo{^cliqae 1819 L 8. — !• gin. 
de h litt, ^tnmg&re« Strasb. 1801 ffl. 8 ivird fortges. -* tAr-. 
dura litt, de rEurope. P. n. Tübingen 1^04-* 8« 17««; v. 
Sturij Morelleiy Degir^mdo u. A. <itf Ferutae BuHeUn mii- 
vend des sdenoes et de I'iiidvstrie (mit Auuclilnss der Theo-» 
legie, Jmispradens , Politik nnd der Flugsdirifteo )•. Pac« 
imC^lich 18. 8. — le globe 1824; rUniversel 1829; 
Gaiette Btt; Joamal des Stades litt. u. v. a, — 2) Beeon- 
den, ddi auf Frankreich beschränkend; Mercure gnlfnt. P«. 
1672 flL; I'Extaiordinatare de Mero. u. Affaires du teM 1678 
9L, iL de France. 1717—91; 1792—1818; 1763. 12; Forts. 
1819 IL - BibHothique Fr. Amst. 1723 ffl. 50. 12; y. F^ 
D. CuMMsf. »•— Le nonvelliste du Parnasse. P. 1732. 3. 12 ; 
Okemttioos snr les Berits mod. 1735 ffl. 34. 12; Jngemens 
üor foeiq. oavr. nonv. Avignon 1744 ffl. 11. 12; von P, F. 
Gmi Detfamiaime»^ der allen Neuerungen standhaft , niobt 
obne Eiodcbt, entgegenarl>eitete, u. A. <— Lettres sur quelr 
Sues ecQls mod. P. 1752 ffl. 13. 12; Ann6e litt. Amsterd. 
(hm) 1754-^1. 292. 12; von ELCafker. Friron (vgl. Ai- 
AMIKbl 1 |i. 347 sqq.) und foriges, von s. Sqbno; Forts« 
voo Qfffrmß u. QroHmr. P. .1800. 7. 12. — M6nju seerets 
r* 8. a (bist, da la r^. des lettres .en Fr. London (f) 17^7 
-^. 36. 12; bis B. 5 von L. Peiü de BaekaumofU [st; 
in^V> in AnsBug P. 1809. 3.8. — Avantcoareur oder Yerz. 
i mmm franxds. Sohriften.' Strasb. 17S7— 89. 8; v. jP. B. 
•Wmsi; Jonmal g£n6ral de la litt^rature de Fr. das. 1798. 
OL S, wild fortges. — BIblioth. fr. P, 1800, ffl.; v. M. CA. 
Pongm, — Cenaeur; Minerve u« v» a. ; Bibliographie de 
feapiro fr. 1813 fl. & — . • 

B. Niederlande. 1) Allgemeine: *Nonvdlea de la r^. 
^lettres. Ansterd. Mftn 1684 bis Ion. 1718. 56. 12; her. 
^. T, *P. Bay/e bis 1687; V. D. de la Roque u. A. bis 
^^; T. J. Bermard Ins Apr. 1718; v. J. le Ciere May a. 
^1718. -»- *Hist. des ouvrages des savans par M* B, (H. 
<M«^e; Rottard. Sept. 1687 bis Jan. 1709, mit mehren Un- 
«»irechnngen. 24. 12. — (7. ie Clere u. A.) Biblioth&que 
«niT. et bist. Amaterd. 1686.— «3. 25. 12; Edi lU avec Ie T. 
^Mui coatieüt las tables gin. A. 1718; 26. 12; 7. ie Clerc 



7& BMeiUiiig 



^ 1 1 • 



bibl. ehoisiew A; i^OA^i^. 27. 12; Reg. 1718; 12; bibl. ai 
et iii<»denie. A. 1714-^^; M. i2 ; Heg. 18^. 12; _ Da Boo 
2Aat vafi -Eiii'ope ontslilteii* mUftt de M. Jal. ea Aog. 1692 X^* 
F^ iRabeJ.' RotteWnm- 1692 — iTOO; 16. 8 j Tweeinanddy] 
Uyttreckseh; R.'17dl^4. 8. 8 (^: JP. jRai« lu 8*B*.4 v. #j 
JS««e>e/); De^öekcaa) def geleerde Wtiirrdldn Amst. 1705 — 
8;<8^' kerttas^: V.'PFTSA^tf/'u. J: v* Qaverem\ Gim. Registi 
v^'XleLMg. AiiVltt'.^; Maendelyke- Uyltreokstls af < 
B(>ekirfaal der > gef . W. Ä. 17U->1811. 193. .8; Bw^zaaL i 
t814 fl.*S wird fortg^. — L. Tfe^^ri ff^nuer u. H. S 
heuy^BmMhe^ libror. mv. Utvedit 1697 ffl. 5. i. — H< 
B^tfblyk d^r Geleerden' door J. Hugter ete;'ete. eto« Ams 
17lO-:-48.>78. 8. -- fS., Jr. u; 1«. MasifonJ Hist. eüt. de 1 
r^.ded Ikt^to, tant'aric. qWiiiod. Utreclit 1712— 18. 15. ii 
-r^ Sal/ekgre u. a.; i^^Grkveiafkl-n. > A.} ^Jbitnial'litt. Haa 
fn^^-^»\ a. 17S9-.96; 24^ 8. — (I. T, Bemard u. H. d 
Sauzht) NoviH\U% lilt. H. 17(5—20« Id« 8. -^ L!£urope sa 
vante. H. 1718—20, V±. 8. — Hist. litt« de rEoroptt H. 17^ 
f/6. 8. ^ (A, 4e la ChapHl^^ Btirbeyrac u. AO ^BiU. rai 
gmnie» des ouvragös des saTan» de TEurepe. Amsterd. 172 
— 5B. to; 8; Reg, 2i k — (4e la Barre de Btüumurokaü 
Lettres sei'i^eases ctt badines s. lefl öuvragescd€|i savans^ Haa 
1729^40; 8. 8. — Nouv.-Eibl. ou Hist» litt/ des pnnoipaa] 
Berits. H. 1788-^44^ 191 12. — (Le^fmt^ BtaUMoiiie u. A 
Journal litt. d'Allemagne, 'de Suisse et da Nord» H..1741 — i 
4. 12. — Bibl; impartlale. Leid. irM^S8. 18. 8. ^ h L 
u. jtf. Eli9^ de /a'^l^iYl?^. Bibt. des seicneea et dies beaux arbi 
H, 1754-^ 78. 4^4 12; 'Reg. 2. 12« -^ Algemeene Koastv«» Let 
ter Boder Haurleni 1788^ 9ä; 1794 — 1800. 4; 1811 ffl. I 
Forts. -—2) Besondere: Bibliotb^ue Brfgiqae. Leid. 1731 j 
2. 12, — x Yaterland^che Letteroeffeniiigeil. Am&terd^ 1761 — 67 
14« 8;' N. vaterl. L; H; 1768 --ri« 10; 8; Bedsndaagsche Tad 
L- Ainst. 1772— 78. 14. 8 3 N. älgem. Tateil« L; A. 1786~9C 
40. 8; Algem. vad. L. 1791 ffl, jährl. 2. 8;^— Algein. Biblio 
tbek. Aittst« 1777-^82, 8; N. Nederlandscke BiU. A. 4782 fA 
d. -- Nouv, bibl. Belgiqne. Haag 1781—84. 6.«« — De Re 
oensent. Amst, 1787 für 8; «*«.'De Ster^ AniiM:. M&*2 1906. F 

C Teutschland) vgl; Hall. Al^Zi 4806 No. 287 ffl. - 
1) Allgenteifie^ ^Actn If^raditonHii. h^ts l483'-^1731. 50. 4 



Sai»pl6meota 1692-r-1734. 10. 4.; Nova A. £• 1732--76. 43. 
4; Sappleiu. 1735— 57.. 8. 4; Register zu d. L 1C93— 1741. 
Lpx. 1745. 6. 4; herausg. v^ 0^^ /. JB. u. Ff 0. MenckCy s. 
1754 T« C il. Bei; Opicfoal^ actis J^rad. Lips. inserta ab a. 
16S2 usqae* ad 1740. Venedig 4740 ffl. 7. 4. — (Ch. T&oma- 
nsaj FreymSlhige, jedoch veruonft* und gesetzmässige Ge- 
daakeo über allerh« Biioher u. Fragen.. Halle u.'Lpz. 16SS. 
2.8. — (U^. E. T^nzelJ *A|ooai^ Uoterre^qngea u. s. w. v. 
allerh. Btiehern, herauf. y..A. £, Lpis. 1689^99. 10. 8; 
W. E. Tenzel eorieuae Bibliot)iek. daa '1704;-^ 6. ^. 8. -^ 
NoT^lea aus d. geltfrtirten und curiosen Welt. Frkf, u. Gotha 
1692.. 8. . — Acta Nova litt, ii^is balthici et iseptentrionits. 
Ubak .iie98 -- 1703 ; Hainb. ,17p4— 7; H. u. Lp». 1708. 4; 
betaift^ V. A. /).. L. (Ctup^ IdmdenbergJ u. J. v. Meilen^ 
u 1305 *T. Cp. fr. SturL ^^ (J. O. Eccar^d) ^Monatliche Aus- 
sage ami allerb^od. neu bernusgegetfeneii nfitzl. u. artigen 
Boehern. HaQiiov<< 1700 — % 3« 8. — Nova litt. Germaniae 
(«. T. I7te^ B. ap) aliorumqpe Eiir^ae .regnornm«-.,Hanibu 
1703 — 9. 7. 4; to« P. A Lehman^ uad/Cf«. Slraiherg. — 
(N. H. QmmdUng). Aoserlesene Anmcrk.^ üb. alierh. wichtige 
üalerieo n. Schriften. Halle 170i— 8. 5. 8. — (N. H. Guud- 
IiM§^ /. J. Sehmauii u* A.) Neue. Btblioth. oder Nachricht u. 
Lrtheilc t. neuen Böchern. Frkf. u. hfs^ (Halle) 1709—21. 
10. 8; 1 bis 10 Nachlese 1717« 8. -- (CA^ Wohereck^ J. G. 
hroMBe u. Ch. SckoilgenJ Aosfubrltcher« Beucht, v. allerh. 
newn Biiebem* Lpa. 1708 - 10..,12. 8. -r- (J. Q. Krause und 
/. Ir. Walck) Der neue Buoh^ffsayl der gelehrten W. Lpz. 
17iQ—a. 5. 8« — (Fezoldy Kiöie^u. tfsileber) Die gelehrte 
Fama t«. g^enwärt. Zustande, d. gel. W. u. sonderl. d. T. 
UoiT. Lpz, 1711 — 18. 68. 8. — Teutsche Aeta E^ud. oder 
Geadu d. Geldirten. Lpz. 1712—39. 20» 8 ; Zuverläss. Nachr. 
T. d. gegenw. Zustande, Y eränd. u. Wachsthu|n d. Wiss. das. 
1740 — 56. 18. 8; Jierausg. y. J. G^iBabener u. s. 1720 v. 
Ci. 6. Jocher. — N. Zeitung v. gel. Sachen. Lpz. 1715—97. 
&; Sopplem. noth. Bpjtr. z. d. N* Zeit, oder umstäodl. Aus- 
nge BMA d. geL Mon, Schriften 1734 — 43. 8. 8; Univ. Be- 
|iit T. 171S — 37. Xpz. 1740 fl. 3. 8; herausg. v. J. G. 
Krtaue iu A-9 C* A* Bel^ /,. C4. Adelung, Ch. D. Bfck. -*- 
/ C Krmume nova litt* in sqpplem. act. Erud. divulgada. 
Lpi. 1718 -;»3. 6. 8, r*. r/f. C*L /Va«Ä, /• J. Sckmauti, J. 



74 Etnldtiing. 

H. Schulz^ G. tr. Zinke) Die vermischte BiU. Halle 1718 
20. 2* 8; Abgesonderte BibL H. 1718—19. 2. 8. — (6. C 
Gehauer) Histoire d. Gelehrsamkeit unä. Zeit. Lpz. 1721 — 
5. 8. — (E. J. F. Heimreich u. m: Altorf. Profess.) Nova lii 
circali Franconid. Nümb. 1725. 2. 8 ; Die Fränkischen ae 
emd. N. 172$ — 32. 2. 8; Nfitsl. u. auserles. Arbeiten. I 
1733 —6. 7 ^t. 8. — Mon. Nachrichten v. gel. Leaten m 
Schriften. Jena 1726. 12 St; 1727. 6 St.; 1720. 3 St. ^ 
heransg. v. J. And. Fabriduf. — (V. G. Hamann) Hamburg 
Auszüge ans neuen Bfichem. Hamb. 1728 ffi. 17. 8. — Ni< 
dcrsächs. N. Zeit. v. gel Sachen. Hamb. 1720 f.; hieransg. i 
Ch. F. Leisner; Nieders. Nachr. v. gel. neuen S. HamI 
1731 — 6. 8; heransg. y. J. P. Kahl u. s. 1732 w. Ch. Ih 
Ilohbecher; Hamburg. Berichte v. neuen gel. S. H. 1732- 
57. 8; herausg. v, /. P. Kohl; Hamb. Nadir, aus d. Rricfa 
d. Gelehrsamkeit. H. 1758^—70. 8; her. v. Ch. Ziegra. - 
Frankfurtische Gel. Zeit. Frkf. a. M. 1736 — 70. 4; her. i 
S. T. Hocker; *Frankf. Gel. Anzeigen 1771—85. 8; her. i 
Deinetj welcher Merk, Göthe (s. Werke 33;, Schlosser n. A 
zu Mitarbeitern in den ersten J. hatte. — > (L. M. Kahle 
Abriss V. d. neuest. Zust. d. Gelehrsamkeit. G5tt«' 1737 — 4A 
2. 8. ^ Göttingische Zeitungen v. gel. Sachen 1739-^62. 13 
8; Götr. Anz. v« gel. S. 17S3— 82. 58. 8 und Zugaben 177 

— 82. is. 8; G. Anz. v. g. S. 1783 iB. fortges. jfthri. 3. 8 
herausg.^ V. W. B. v. Steinwehr 1739; v. G. S. Treuer % 
A. 1741 ffl.; V. A. v. Halter 1747 ffl.; t. /. D. Michaeh 
1753 ffl.; CJi. G. Heyne s. 1770; v. J. G. Sichhom s. 181 
A. H. L. Heeren s. 1827; E. Ekkard Allg. Reg. über d. G 
G. Ani.' 1753 — 82. G. 1784 f. 3. 8; Ailg. Register 1783- 
1822 von J. M. Hartmahn und •/• 1>. L. Hess. G« 1829. 8. S 

— Pomin^rische Nachrichten v. gel. S. Greifsw. 1743—47. 8 
herausg. v. J. C. Daehnert; Kritische Nachr. das. 1748 — 54 
N. krit. N. 1765— 74; Neueste kr. N. 1775-1805. 4; hei 
aui^. V. J. G. P. Mdller. — Altonaische Gel. Zeit. 1745- 
48« 8 ; herausg. v. P. C. Henriei; Alt. G. Anzeigen 1757 — S 
8; Alt^ G. Mercurius 1763—89. 8; herausg. v.G, #Vo/c u 
A. '— Compcndium bist. litt, noviss* oder crlangisch^ Gel 
Anmerkungen. Erl. 1746—98.8; Erlangische Li tteratur Zei 
tung 1799—1802. 4. — Berlinische Bibliothek 1747—50. 4. i 
V. J. C. C. Oetrichf u, A. -^ Krit. BiW. Lpz. 1748—68. 4. 8 



Litt. ZeiUditiftcn. 75 



\.J. Amd. FaMekii u. A. — Jepaisolie Gel. Zdiiungen 1749 
—57. 8; 1765-8&. S. — Krit. Nachrichten aug d. Reiche d. 
Win. Berlin 1751. 4 v* J. 6. Suizer n. A* — Meklenbar- 
giflche Gel. Zeitung'. Rogtook n. Wismar 1751. 8, heransg. 
yf. A. J. D. Aepittus; Gel. Nachrichten, das. 1752—63. S; 
Ncm (8. 1766 Ehieaerte) Berichte v. gel. S. R. 1762—^73. 8.. 
-*- Tabingische Berichte v. gel. S. 4752— 80. 8. _ /J. D. 
MtdtuBi n. A.) «Relattones de libris novis, Gott. 1752--5. 
13 St« 8. — JL^J^lmtaer u. A.) Commentarii Lips. litt. 1753 
-7. 9 St, 8. -^Bibl. d. schön. Wiss. n. fr. K. Lp». 1757— 
65. 12. 8; Reg.; heraosg. v. E, Nicolai nnd Gk. F. Weiite; 
Nene BibL 1765—1806. 72. 8; Beg. 6. 8; her. v. Wei$fe n. 
J. 6. Dfßk; Bibl. d. redenden u. bUd. K. 1806 — 12. 8. 8; 
betsBDsg. T. Dyk. — .(&. B. £/ofe^'Bredauische Nachrichten ' 
Ton Schriften nnd Schriftst^leni. B. 1758—71; *Neue litte^ 
ririsehe Unteriialtangen. B. 1774 f. 8. 8. — Erfurtische geU 
Nachr. 1761—8. 8; Erf. gel. Zeitnng 1769-79. 8; 1780—96. 
4; Kachn v. gel. S. (mit Nennung d. Reoens. Namen) 1797 
--1803. 4« -^' (J. O. L. Sembeck) lAnafuhrl. u. krit. Nachr. 
T. d. merkvrfirdigsten Schriften uns. Zeit. Lindaa 1763 — 69. 
20 St 8« — CA. A. Klotz Acta litt. Altenb. 1764—76. 7. 8. 
Jenadsche Monad. Auszüge ans d. mai^wüi^gsten neuen Sehr. 
ir65-8w 4. 8. — N. Hallische gel. Zeitungen 1766-92. 8; 
heransg. .▼• Klotz iP. B. Bertram; J. A. Nöstelt; J. C. 
WoUar. — *Königsberger Zeitung 1764— 69.8. — Epheme- 
rides litt. . Helmstadiensea 1770-tt;75* S» herausg» y. Q. B. 
Seiirmck; J7. P. C ITenAe Comnuentarii; de rebus nov. litt. 
flelmst. 1776r~81. 8; Ej\ et P. J. Brune Annales litt. das. 
1782—7. 8. — Prager gel. Niachr, 1771—3. 8. — Kieler gel. 
Zeitniigl771 — 8.8; Litteraturjoumal (Mon. Sehr, her, v« F. 
iL Hemze) 1779-^83; K. gei. Zeitungen 1787. 1791. 8; 
heransg. y. Heinze; N. K. gel. Z. her. v.J. 0. TAiesi. 1797. 
8. — Sammlung einiger Utt. Nachrichten, welche aus d. be- 
kanotesten gel. Z. u. andern fremden Journalen d. brauchbar» 
aen Artikel liefern. Schleswig; Rendsburg 1771—83. 8; Mon. 
Ccbera. d. ges. Litt. Schleaw. 1791.8. -r GeL Z. t. Frank- 
fart a. d. Oder 1773; ber. v. C. jB. Hausen^ — . Nouv. Jour- 
oal litt. Berlin 1773— 7& S4. 12. — Gothaiaohe gel. Zeit. 
1774-1804. 4; Ausläjidische Liiteratur. 1787—94. 4. — Krit. 
Samnilapgen ^ar . neuesten . Geach.. . d« Gelehrs. BütSQW nnd 



76 Einleitiing. 

Wismar 1774—83. 9.8; her. v. A. F. v. ReMard, 8. 1T8< 
V. A P. A* Mutier \ Krit. Bey trage aar neuesten Gel, Lpz. 
1786r-.91. 5, 8^; v. Müller. — Wiener Realzdtung 1775 --81 
8. —, (Adelung) Allgem. Yerzeicfaoiss neuer Bucher. Lipz, 
177^—86.. 8. — Nürnbergische Gd. Z. 1777—98. 8. — Rhei- 
Bische Beytr. z. Gel. Mannheim 1777^81. 3; Pfalzbaierschc 
Ueytx. das. 1782. 8; Pfälz. Museum, das. 1783—5. 8; Pfalz- 
baiersch. Mus. das. 1786 — 88. 8; her. t. A. v. Klein. — 
Berliner gel. Z. 1779—80. 8; heransg. v. J. H. F. Ulrich. 

— '«Allgemi Litt. Zeitung. Jena 1785—1803; mit Intell. BI. 
8. 1788; Halie 1804 ffl. 4 Forts.; angel. t. ^: /. Beriuch^ 
Wielund und Ch. Gf. Schütz u. a. — Wi}rzburger gel. Anz, 
J786— 96. 8; 1797—1803. 4. — (J. 0. Thiett) Hamburg. Litt. 
Zeit. 1788 — 33 St. 8. — Oberteutsobe Allg. Litt. Z. Salz- 
burg 1788—99; Miinchen 1800— 1804. 4i;therausg. y. L. Hüh- 
ner; LiU. Zeit. Salzb. 1800—1802. 8; Südteutschlands präg« 
niat. Annal. das. 1803. 4. ,— Jdnroal litt, de Berlin 1794. 12. 

— Olivartui le Nord litt. Kiel 1797 — 1803. 8. — Jahrbuch 
d. neuesten . Litt. Lpz. 1800—1801. 4; her. v. /. O. Ch. 
Höpfner; N. Lripz. Litt. Z.i 1802 ffl. 4 Forts.; herausg. v. 
C/u D* BecAj s. 1819 v. mehren Lpz. Prof. -r- Jenaische Allg. 
Liit. Zi 1804 ffl. 4 Forts.; herausg. v. Eichitadi. — Heidel- 
berger Jahrbücher d. Litt. 1808 ffl. 8 Forts. — Wiener Litt. 
Zeit. 1813 — 17. 4; Jahrbuch d. Litt. 1818 ffl. 8 Forts. — 
Brockhaue Hermes. Lpz. 1819 — ^31. 35. 8. — Münchner Litt« 
Z. 1820. 4« — CK. D. Beck Repertorium d. Litt. Lpz. 1819 
•ffl. ^ Forts. — 2) Besondere, sich ausschliesslich auf Teutsch- 
land beziehend: Bibi. germaniqve. Amsterd. 1720—41. 50. 8; 
herausg. v. /• Lenfant^ Jjr«. de Beausoire u. A.; Journal litt. 
d'AUem.- s. obea B. 1; Nouv. bibl. ou bist. litt, d* Allem. 
Ainst 1746—59; 26. 8. — ^Briefe die neueste Litt, (fast aus- 
schKessl. Teutschlands) betreffend. Berlin 1759—65. 24. 8 ; v. 
•G. E. Leeiiugy Mosee Mendelsohnj F. Nicolai ^ Th. Abt, 
Resewitz u. e. a. — Allgem. Teutsche Bibliothek. Berlin 
1769—91. und Hamburg 1792—98. 118. 8; Anhftnge dazu. 
21. 8; N. AU^. T. BibL Kiel 1792-1800 und Beriin 1801— 
1806. 107. 8i Anhänge dazu 10. 8;. herausg* r. F. Nicolai, 
wacher über 200 Mitarbeiter gehabt hat. Es wäre zu xvun- 
sdien, dass das anerkannt Gute, welches nicht ausschliesslich 
für den vergänglichen. Zeitgeist Werth hat^ herausgehoben 



Litt Zeilschriften. 77 

und zur wissengchaftlidien Benatzung zusammengesteUt wfirde; 
jezt lavft es Gefahr, in der ungeheuren Masse des 'Mittel- 
massigen und Schlechten übersehen oder wenigstens nicht nach 
Verdienst gewürdigt «u werden. — Ch. A. Klotz teotsche 
Bi\iL d. seh. Wiss. Halle 1768 — 71. e. 8. — Auseiiesene BibL 
4- aenesten U Litt. Lemgo 1771 --82. 20. 8; herausg. v. O. 
R. Hmusen. -r-. Die. Fränkischen Zuschauer b. gegenw. bes- 
seren Aussichten, für d. Wiss. n. das Schulwesen im Vater- 
lande. Frktn. Lpz. 1773. 4 St. 8; •Litteratur des kathoL 
Teutsehlandes. Coburg 1775—88. 8. 8; her. v. PL Sprenger 
u. Ildepk^ Schwarz; Auserlesene Litt, des k. T. das. 1788— 
93.3.8; Ton dens. H.; fortges» anserL Litt. Nürnb. 1792.8; 
lAiter. Magazin f. KathoUkea. <;ob. 1792—8. 2. 8. ^ C. 

JRsef Repertor. d. neuesten philos. u. theol. Litt« des k. T. 

Lim 1790. 8. — Annalen der Baierschen Litt. 1778 -- 82. 
Kumh. 1781 — 3. 3. 8. — Annalen d. Litt. n. K. in d. Oe- 
sterreiduschen Staaten. Wien 1802 f. 4; als buchfaändleriscbe 
Anzeigen mehrfach erneuert) für- die Litt, gleichgültig« ~ 
Spirito dei Giornali lett. deli' Allemagna Rovoredo 1803 fl. 8; 
Mehre a. x 

D. Sdiweiz: Nora litt. Helvetica oolL a /. 7. Sekench^ 

zerB. Zücich 1702^15. 9.. 8 Freymüth, Nachrichten von 

neoen Bochern n. s. w. Z, 1744 — 63. 20. 4; Wöch. Anzei- 
gen z. Vortheil d. Liebhaber d. Wiss. u. K. Z. 17^4-6 3. , 
S -, her. V. J, C. FneuKj unter Mitwirkung J. T. Bodmer's. — 
F^tratlo della letteratara Europea. Dem 175^- 66. 9. ä; her. 
r. K de Feiice; Fortges. Mailand 1767 L 2. 8. — Gazette 
UtL et noiv, de TEurope. Lausanne 1768 f. 5. 8. — •Bibl. 
der neuesten theol. philos. u. seh. Litt. Zürich 178^4 — 6. 3. ^ 
S; beransg. v« J. J. Hattinger* . . • 

JB* Italien. 1) Allgemeine : Giomale de' Letteniti. (meist 

kvisxug aas dem Journal des savans) ÜMi 1668—81. 4; r. 

¥r. Nazari; Parma 1686 — 90. 7.4; v. Qaud. Robertos. 

Bm. Baechimi; Modena 1692. 4. ~ U Giornale Veneto de' 

l«tt. 1671 -—80: 4; v. P. M. Moretti u. Fr. Miietti. ~ Cft. 

He' lett. F^rain 1688 £.4; v. 7. A. Philo; 1691; ^i v. Pk. 

de k t&rre. ~ ^Otfet?. CinelU biblioteca rolante, scanzia I-*-^ 

IX Florenz n. m 0% 1677 'fli. 8; eotttinuata da D. wC San^ 

ttfuamij Ed. n in^miglior forma rtdotta. Venedig 1734-^7. 

4.4; 8c« XXL Rbtoredo 1733; Sc. XXH. das. 1736; Sc« 



78 Einleitung. 

XXni. Rom 1739. 8; vgL Baumgaffed Nacbr. v. merkw« 
Buch« 8 & 180 ffl. — La Galleria di ^llflinerva etc. etc. Ve- 
ned. b. Girol. Albriczi 1697—1717. 7 Tb; F. — (Giui. Ga^ 
rffß) il gran Giornale. ForK 1701 -*4. F.-; il genio de' lett. 
das. 170fll 4; Fasti. Parma 170& 4. -^ (A. CalageraJ il gran 
Giornale di Eurppa. Yened. 1725. 4. -^ Novelle della rep- 
pnblicB letteraria. Yened« 1730--93» 4. 4; NM. iett. di tntti 
i lihri in Enropa.'Vla8. 1732— 6K 29. 4; — NftVdle lelt. Flo- 
renz 1740-^69. 30. 4; von 7. Lami; 1770-1)2.-23. 4; v. 
Gw9. Pellu — Notizie lett. oltramohtane. Rom 1743. 2. 8; 
Giornale de' lett. das. 1 748« 4. -^ Meroorie per servir all' 
istoria lett. Yened. 1753—8. 8; Nuove MeiAJi759-61. 4. 8; 
(J. Caiogera n. A.) la Minerva, das. 1762- 75. 66. 4; il Cor- 
rier lett. das. 1767^^70. 4. — föornale deVLetterati. Pisa 

1771 — 96. 102. u. Reg. 3. 8 ; v. €.- GineH u. A. Fabroni; 
Nuovo Giorn. dks. 1802 ffl. ; 1804. 2. 8 sonst jfthrl. 4. 8 Forts. 
— Efemeridi lett. Roiii'1772--97.4K.'4. r- Gazetta ktt. Mail. 

1772 ffl. 4; — Giorn. lett. Sieüa^ 17t«.'^2. 8. -^ Gioro. enci- 
clopedico di lett Flor. 1783. »^'^"^6; encidop. •K'eapel 1^06 
ffl. 8. — Gfomale bibliogf^c^fÜniversale (n^liher Foglio 
encidop.) Mailand 1807 ffl. i. -^ Antologia. Fl. 1821 f. 8 
heransg. v. 6. P. Vieu99eux. n. a. — 2) Besondere, dl^^Litt. 
Italiens betreffend: * Giornale de* Letterati d'Italia. Yenbdig 
1710—33. 40. 12; von Ap. n. s. 1718 v. P. C. Zeno ja. Am 
Snpplementi 1^22 ffl. 3. 12; v. Gir. Litmi; Sd MaffH osser- 
vazioni lett., che possono servii' di continnas. al. Giorn. Ve« 
rona 1737-40. 4. 12. — (L. Bourguet n. A.) BIbl. Italique 
on bist. litt, dltalie. Genf 1728 — 34. 18. 8. — CSornale de' 
Letterati d'Italia. Florenz 1742 ffl. 27. 12; Nuovo Giornale 
etc. etc. Modenal773 ffl. 34. 12. — * Journal. des savaiis d'Ita* 
lie. Amsterd. 1745—49. 8. — Storialett. d'Italia. Yened* 1750 
—59. .14. 8; Notomia etc. etc. Lucca 1760 ffl. 3. 8. — Me- 
morie p. s. alla storia lett. di Sicilia. Palermo 1756 ffl. 8.— 
ft\ de Feiice) Excerptum totins Italioae nee . noa helveticae 
Btteraturae. Bern 1758-62. 8. 8. — G. dell' Italiana lettera- 
tara..Padua 1802 ffl. 8. — Bibliotbeque ital. par Juido^ Gio- 
hert etc. Tarin 1803 fi. 8. — Giornale della soci^tji d'ineora- 
giamento delleseienze e delle arti..Mail. 18Q8.ffl^8; herausg« 
y. P. Motcati. — ""Biblioteca Italiana. Mail. 1810 ffl. 8, Forte.; 
heransg. v.. Ac€rb$\ — Joi. fFümafpr Ephoneriden 4er Ital* 



Litt. Zeitschriften. 79 

LiU. Saixb. 1800--4. 8. — Giotnale ArcdU«o. Rom 18i9 ffl. 

S Forts. — Fr. PMDoriBibliografialtaliana. Pacma 1828 f. 8. 

/^. GroM • Britanniea. — 1) Allgemeiiie: Weekly Me- 

MOfiaLi for the in^aniooi. Lond. 1682 f« 4; the compleat U- 

brarj or Newa for the iogr^L. 1692 — 94. 4; Miscell, Letters 

fvbfidied weddy/ L. 1694^ 96. 4. — The HUtory of the 

worki of the leariied. L«; 1699— 1712. 13. 4. — (&. Parker) 

CencoiB temporam , the gocid or ill tendenciea of books^ L. 

1708—10. 3. 4. — (M. de ia Roche) Memoirs of litterature* 

L. 1710. F.; 1711 — 14. 3^,4 (1722. ?• 8); New Mem. 1725 

—27. 6. 8. — The laootUy Chronicie. I«. 1728—31. 4. — 

The present State of; t||e rep. xA lettera. L. 1728—36. 18. 8. 

— Historia Ikt. or an aocoant of the most valaable books« 
L. 1730—34. 4. '8. -^ "llhe mouthly Miscellany. L. 1730. 8. 

— The Gentlenian'a^Alygaanne. L. 1731—1807. m. Reg. 108. 
8; New seiies. 1808 fflL 8 Forts. — The litt. Magazine. L. 
1735 f. 2. 8; History of the works of the learned. L. 1737 
—43. 14. 8. — The Scota Magazine and Edinborgh litt. Alia- 
eettany. Ediab. 1739—1817,79. 8; s. Aag. 1818: Edinb. Mag. 

— (SL GrißUh st d. 26. Sept. 1803) *The monthly Review. 
UMay 1749— 1789.81.8; 8. Ajfieough Index 3. 8; Newm. 
R. 179Q ffi. 8; Index 1790—1816.. 2. 8; Forts. — *The cri- 
tical Review« L. 1756—1816. 8. — The European Magazine 
aod London R. L. 178S} ffl. 8 Forts. — The analyticai R. L. 
1788 fL 8 Forts. — The british Critic a 4iew HL L. 1793. 8. 

— Tbe litt. lottnaL L. 1804. 8. — The London q[naterly 

R. 1809 flL FortB. — The elassical Journal. 1810—21. 24. 8 

Forts. — The litt. Gazette L. 1816. 4 Forts. ~ Journal of 

adeoee aad the aris. L. 1816 fl. 8 ni. K. Forts« -. «West- 

Büoster Review. 1824 f. — The foreign guaterJy R. Lond. 

1828 L 8 n. m. a« — 2) Besondere , die britt. Litt, betref'* 

fend: (M. de Im Reche u. t. 1724 an A. de la ChapelleJ 

BiUioth^iie Aogloise. Amsterd. 1717—23. 8. 12; 1724-27. 

7. 12. — (M. de la Roche) Mem. litt, de la Gr. Br. Haa^; 

tmi — 24. 16. 12; Bibl. Britannique. H. 1733 -47. 23. 12. -^. 

Metik. Maig Journal BrU. H. 1750—57. 24. 12; El. deJon^ 

cmrt Nottv. BibL Angloise. H. 1756 f. 3. 12. — (C. W, 

Umer) Britt. BibL Lpa. 1756—67. 6. 8. — (J. C. F. Schulz) 

•EogL allgem. BiM. Lpz. 1774. 8. — /. /. Eichenburg Britt. 

Mnsenm. Lps. 1777 — 80. 6. 8 und Annalen d. britt. Litt» 



80 Einleitung. ' 

L. 1781.8; — *ifiHiöth. brft. Genf l»9Ä-181o. 140»8i Re/a 
18Cil f. 4. 8;' Bibliotfa^qae univ. das. 1816 ffl. 8 Forts.; toi 
A\ Pictei und 9* Q. Maurice u. A. ■ • ^ 

G. Dänemark. 1) Allgemeine: Mercüi^ef'DaDois. Kc^ 
pcnh. 1757 - 60.\8: — Den krhiske Tüsküer. K. 1775' 1 4 
— 2) B^smndete in Beziehung anf D. ir. Norw«gtti; KiÖb^i 
hkvnskfe laerde Efterretninger 172^; fifterr. om ttye Bö^er o^ 
taerde Säger i Danmark og Nürge.*i749; 17SS'ffl.-; ^fye Ef 
terr. 1783 ffl. 8; 8. 17dÖ v. B: jyjferupikBTamgi — ' fO. B 
Möller) Dänische Bitl. K 1737*- 47. 9. ^. '-- jfA' iK Bü- 
sching ii. 8. I75r J. LörkJ Nachtiditeh v. d. Zascando d. 
Wlss. u. K: in d' Dan. Reichen ii.'s: t?. K.^763 f. 3 8; fort- 
gesetzte N. 1756-68. 4. 8 — ' M6iÄ6ifes snrla Ikt. da Xord, 
K. 1759.8. — KiÄbeirti. AdresSe-G: Efrbrretnlnger. 1759-^66. 
4; K. Adr. C. kritiske Joutial 1767^73. 8; •l^^-'iiye kr. J. 
1774 ffl. 4; — Kritisk-Förtegiiefeftr wer alle iAd'l^rifter. K. 
1771—73. 8. — Danifiaik^ litt, pro^esser.' Ödens^ '1781— 
g9. 4. 8. — (*/. C. Tode n. A ) Kritik ög' Antikri^.t K. 1788 
—95. 18 St. 8; fottges. v. 'EkltHrd^79i fl. 8; Kliillk og Ana- 
lyse 1790 — 95; fortges. v^ l Zetlitz 4796 t #. «^ Dfiakche 
Litt. Zeitnng 1807 f ; 1827. 4; ' ' : - • . : 

H. Schweden. 1)' AllgemeiniE;:* (O. Cehik$) lUningar 

om the lärdas arbeten. 1742: 8; (ti. Sal^iw) LäMtft'T.'Stockh. 

1745—73, 8; (7. CS.' GßfrwellJ T. öYn Iftrdä Äak«r.«t. 17ft7 

f. 8; Nyä I. T. 1774-80. 8; Suea-Rikeff Annid«*. St. 1787 f. 

8. — Lärda T. ifräm Upsalai785.4: -^ AHoil&n Litterafur^ 

T. Abo 1807. — 2) Besondere, Schw. betr.«: (J.-CL OjlMöell) 

Stockholm's'histori^a BibHoteket 1755. 3. 8 : '^Saenaka Mer- 

curius 1755—65, 8; Sa. Bib'liöteket.'l7ö7--eii»5: 4; «yaSa. 

B. 1762 f. 2. 8. — (A. L. Schldter) Neueat« Qesch; d» Ga- 

lehrs^ in Schw. Rostock ü. Wismar 1756— 60. -'6 *t, 8. — 

J. G. F. Möller Greifswald. Erit. Nachr. ». oben C. S. 61. 

i^ Ch. W. Lüdecke [st. d. 18. Jttn. 1805] "^fiiOiWiid. Gdehf^ 

samkeits- Archiv unter Gustav itl Reg. Lpir. 1781—96. 7. 81 

vgl ALAnz. 1798 No. 11—14«. il^i^9\. — ^G.Ä.SäteriioM 

Litter atartidning. Stl 1795 — 97; Jöarnal f3r Sa^osk LitteraJ 

tor 1797—1801. 8. — Litt. Tidn. Upsafa 1813 f,4. — 8r«a^ 

Ups. 1818 f. 8. '''•';'. • ■'••'• ■ • I 

I. Polen und'RnssIandi (Ch. Q.ßriete) Jotimal Ktt. di 
Pologne. 1. 1754. 8. — L. Mtzler v. Kohf Wiawkaaei 



BibttodiekeD. 81 

fiiUiodiek« W« u. 1411; 1753^fi«. 4, 8j Acta litt 1^. Polo* 
Biae. W. 1755—69^7. 4« ~ D. Janazki Poln. BfichersaaL 
Sc 1. BresL 1757, 8; Exoerptum Polom litt. 1764—66. 4. S. 
— Journal PoloBoia« Warsehau 1770. %. . — Ch. Gf. Steiner 
Volniadie BibL' W. 17S7 f. 9 St. 8« ~ Polnische Litt. Zeit, 
m \¥3iia heraoBg» t. Groddeck 1806, mit Ende des Jahrg. 
gwUonem .(,( 

A I/. Cn)fitvmeUter [st. d. 3. Jan. l$Q|ß] Rassische Bi- 
bfiotfack. St. Petersb. u. Riga 1772 ffl. 11. 8. — Russ. Litt. 
Zeitung in Moskwa d. 7. Jaii. 1805« 4. ^ Die durch v» Kap* 
fem 1826 begonnene Litteratur-Zeitung in rassischer Sprache 
niiuste korx nach ihrem Entstehen aofgegeben Mrerden. 

JT. Spanien: (Fr^ de la Puerta a. A.) Diario de lo« 
iiUentos de Espan^. Madr. 1737 — 43, 7. 8; Adiiana crit. M, 
1744.8. — Diario carioso. M. 1758—85; 1786 ffl. a — Me- 
morial lilterario o biblioteca periodica de ciencias j artes. M. 

Jon. 1784Tr^91; 1793—97, 39. 8; 1801^-7. 5. 4 Eaypirita 

de losmejores diarios de,^urppa 1795; Miscel4nea ins^ructiv^ 
j coriosa 6 Anales de ^tter^\ma, ciendas y artes. Alcala u« 
M. 179i5 ffl« 9< 8. — ^. Vmllfi^aret y Sotomagar Semanaria 
enifito. M. 1788 ffl. 34. 4. — Correo litt, de Murcia 1792 ffl. 
8. — ^emanario erud. y carioso de Salaraanca 1795« — Ya«« 
riedadcs de denda, litteratura y artes. M. 1804 u. m. a. ia 
oeueren Zeiten ; nach Polit. Zeit, theilea litt. Nachr. mit s, 
B. des Conrao de Cadix n. Postillon del correo ; n« a. 



Die bisher Torkandenen B Seher sammlnn gen ver« 
JBebrten adi überall, neue wurden ang^egt und su allgemei- 
sero^ Benutzung gödffhet; viele erheben dch zu eigentlichea 
littcrator-Archiven für die Nachwelt. Kirsten, Gesellschaf- 
ten und Staatsbehörden, auch einzelne begüterte Freunde der 
Wisaenachaft und Kunst trieben mit Aufhäufung von Budier- 
ni Kanstacfaätzen einen preisswürdigen und in seinem Fol- 
gt» wohlthätigen Luxus, Hessen sie anstSndig aüfstelkn und 
oriMo, untergaben sie der Aufsicht gelehrter u« kunsterfahr- 
acr Mimier, sorgten auch wohl für Bekanntmachung der auf«* 
fesesunanen Verzdchnisse • und Einige wetteiferten in dem 
Beitreben, den gemeinnutzigen Gebrauch ihrer Sammlungen 
n erleicbtem. Ist auch die Beuotzung pipht überall gleich 

KTicUtr HB, d. Litir ««Mii« III. ^6 



■ 

82 Einleitung. 

frey und bequem, wie in Gotdngen, Gotha, DresAen, Berl 

Mfinchen, Paris, Oxford u. a. O. , so ist doch selbst in I 

Ken und Spanien die UnzugftnglichlLelt der Vorrftthe gen 

dert worden und wird in liurser Zeit von Protectlotaen u 

legitimen Empfehlungen unabhängiger seya. Durch irollati 

digere Bucherrotrftthe konnte litterftrisohe Erudition im t 

ffentlichen Sinne erst gedeihen und das Gebiet des Wisse 

musste fortschreitend erweitert werden; viele Theile d 

menschlichen Wissens haben durch Entdeckungen in Bibli 

(heken und durch Benutzung reicherer Hulfsmittel, besonde 

in Hinsicht auf Erfahrung und geschichtliche Forscfannjf eiJ 

wesentlich verSnderte Gestalt gewonnen. Die Strenge d 

Foderungen an den Gelehrten wurdfe hiemit gesteigert, w( 

er in seinem Gesch&ftskreue weniger bescbrinkt in Ansehui 

der litt. Unterstutzungen seyn «oll. Wird die reine Eigei 

thümlichkeit und Selbstständigkeit grosser K5pfe dnrdi di 

nie erschöpfte Masse der Bücher gefährdet oder gehemmt, t 

nimmt dagegen die menschliche Erkenntniss an Umfang, Yie 

seitigkett und Gründlichkeit zq. Nur bleibt zu wünschi 

übrig, dass die, welche den Vorarbeiten seit Jahrtausendi 

80 vieles zu verdanken sich bewusst sind, oft ausschKessIic 

von fremden Darlehnen leben und nur gar zu oft ärndtei 

wo sie nicht gesftet haben, äch durch solche Betrachtungc 

zur Anmaassunglongkeit und zum Dnldunggeiste bestimme 

Ja9sen mögen. 

S. oben 1 S. 30. Note 3. — Catalogus Bibl. Bünav. 1* i 
838 sqq.; Denii Eioleit. in d. Bucherk. 1 8. 166 ffl. — Lom 
Ch. F. P^tU " Rodel Rech^robes tur les biMiotb^ues an^noc 
. tl med. Jusqu'i la fondatioa d« la bibiiothef ne Masttrine. Pari 
1810. 8. — *R. ie Montfaucon Bibliothec« bibliothecarnm Ih 
nuscriptorum nova. ubi quae innumeris paene M«torum bibliothe 
cU continentur , au quodvid litce'raturae genus spectantia et no 
tatu digna dMcribuntur et iudicantitr. Paris 1730. 2 F.; eine 
nenen Ueberirbeitung würdig und bed&rftig. Wenn hm R A 
Eteri na« vervielfältigt werden kdontenl — Cr. lünei Cata)« 

{ae iibror. mts. qui in bibliotbecis Galliae, Helvetiae, Hispania« 
nsitaniae, Belglae, Britaniae asservantor. Lps. 1820. 4. 

Ethnographisches Verxeichmss merkwürdiger B^lut 

iheken: 

Am Italien. — 1) in Rom, die Vaticanische, deren erst< 
kleine Anlage dem P.<> Hilarius' [st. 468} zugeschrieben wird, 



erUelt Ihre EInilehtiing nnd reichere Vorrftthi^ nntör Nieo* 
liai V; sie hatte damals [1447] schon 3000 Handschriften 
und zwar viele griechische, deren Calixtus III [1453 tUl 
noch mehre in Konstantinopel aufkaufen liess; unter SixtnsIV 
wurde der Yorrath geordnet nnd die Btbiiothelcarbesoldung 
ausgeworfen , unter Sixtns V (welcher den allgemeinen 6e« 
hraoch'des Bucherschatzes untersagte und nur den Bibliothek* 
Beamten Terstattete) der Bibliothekfonds vermehrt und' das 
fibL Gebftade aufgeführt; unter Clemens YIII, neben ando^ 
reo Bereidierongen, die Heidelbergische Handschriften^Samm^ 
lang einverleibt [1623]. Später kamen die ^richtigen Bfi« 
cfaersdiätse der K. Chrisdne, des H. v. Urbioo, des March« 
A\. Gr. C^tponi (s. Catal. Rom 1747. 4, bedeutend fär Ita- 
lien. Nau Litt.)) der Card. Oitoboni ^'ttuirini u. A. hinzo. 
Die Franzosen liessen [1797] viele Handschr. u. B* liach Pa- 
ris bringen (s^ Becensio mss. codd. qui ex univ. bibl. Vai. 
selecti jussa Pii VI P. M. a. 1797 procnratoribus Galliae tra<* 
ifiti fnere. Lpz. f803. 8/ vgl. Jen. ALZ* 1804 No. 108), weK 
che, so wie ein Theil der Heidelbergischen an die rechtmäs« 
dgea Elgenth9mer [1815] zurückgegeben worden sind. Die 
Yorrithe nnd zum Theile wenig bekannt nnd ihre Benutzung 
ist sehr erschwert; die. Einsicht der Handschriften-Verzeicb« 
irisse, welche alle schlecht sind und von denen jedes beson- 
dere Nnmmem hat, wird nicht verstattet; vorgezeigt Werden 
ci|!;ent]idi nur einige Normal-Seltenhcdten. Vgl. Mut* Pantü 
ddlaUhraria Vat. ragionamenti. Rom 1590* 4; V. 5« Atse^^, 
sMun bibl. orientalis Clementino-Vaticana. Rom 1719 — 28. 4« 
F.; im teutschen Auszug v. A. F. ^tiffet* l!rlang« 1776 £» 
2. 8 ; *SiepL. Euod. et Jos. S. Assemani bibh aposh Vat Ca-> 
talogus oodd. mss. in tres partes distrib« P. 1 T. 1 — 3« Rom 
1756 £L 3 F« ; vom 4ten B. sind fast alle Ex. verbrannt d< 
30. Aog« 1768; 40 BL desselben hat die Rostocker Bibl. — 
üie den Dominicanern sopra Minerva vermachte B« des Card« 
Cvasata: {F. J. B. Audiffredi), ""Bihh CasanaL Catal. A— L 
Ron 1761 —88. 4 F« — Die der V&ter des Oratoriums (Bibl. 
VaBeeKana) oder des FIL Neri, welche die Sammlungen uhA 
Handidiriften desBaronio und Rajnaldo enthält« — Die Bißh 
Angehca im Augustiner-Kloster, vermehrt durch die treffliche 
PwdonoBche« — Die zaUreichc! Bibliothek der Jesuiten in 
CoUeginm des h« Ignatins, welcher die des Muretus ein« 

6* 



84 

yerleibt wotiden ist n..P. -Lazzeri Miscellanea ex mn. lil 
bibL CoUegii Rom. boc^ Lr^ßoiii 1,754 f. 2. 9^,.— Pi« B^ 
berim'sche: Cat. lU 1681. 2.F.;..4ie J. 6. Sl^sifl;pbe: .j(?^ 
mtLF.de Seine. R. 169p. 4; die J. K. Imp^ali'schei;..^ 
Fontanini) Cat. R. t711. 2 F.; die Chigische;, ,F/|rnesesch< 
St. Borgiaache: G* Zoeg0 Cat. Qodd. Cop.ticoruni,)^^. qui ; 
JAoleo Borgiano Velitiis adservantur« Rom. 1810« F. -^ 2) ; 
Cesena: /• üf» Mußctoli Cat. codd.,«b. Malatestiana^^ Cai 
jienatis. C. 1781 f. 2 F. — 3) in Flo(9<enz;.dief,]V|e4ip.^jl^c| 
Jjaarentiniadie, gest. [1471] von .CQ9iiy> I uif4,8m beträcl^ 
Jicbsten vermehrt von s» £nkel,,^oreni;o, reich w^ (^q9( 
wichtigen Ha^4fphriften : St. Eßßd* Ä$9emani Bib(^,Me! 
.Laar* et Palat. (;od. mss. oriental. cataL FL 1742. Y^\;A. Jh 
Biidoni BibL Med, L. Cat^. T. 1 ,codd. oriei^t. % ^ cod< 
graecL FL 17^2 ffl. 2 F^.; n4^,M.,JBaßd$n% (jat...l803] Cbj 
oodd. mss. Bibl^M. L. Cfldd. gr,. T. 1— 3 ; C^d. lat. 1. 1— ^ 
Flor. 1764—78. 8. F.; •^•. BijbJ,, Leopold-L^^nrent. FL 179 
—93. 3 F. — Die MagÜah^cchfsche [1714] ,,, n^t^ ^ActfR 
SammL vermehrt und öffenidich [1747]: f^er^ Fottf^.^ 
icodd. saec. XV impressoryim. FL., 47,93. ffl. 3. F. — J. ti^ 
cat codd. mss. BibL Qiccarjd^inae. Livomo i^TS^ß. F. — 4) i| 
Venedig: die S. Marcus fQ.^, gest. v. Ff. Petrarca [1362 
und Card. Bes9arion [1468],. h^t 1286Hj}p^cbr^: /. Moreli 
della publ. libraria di 8. M- Vened. ^If74, 8; M. Zanetii ii 
A. Bongiotanni) D. M. bib(. codd« ,msß. ^r. |at. ^et it. .V 
1740 f. 2 F.; V. Morelli; Bibl. mss. gr.. i^^, lat. 1. Bassan^ 
1802. 9. — B. im Kl. S. Michaelis: J. B^ AUitarelli Cat. V 
1779. F. — Die Nani'sche : 7. MorelU cod^. mss^ lat. et ital 
V. 1776. 2. 4; (Mingarelli) Cpdd. graeci. Biologna 1784. 4 
Bjuid. aegypti(Mrnm oodd. reliquiaer das. 178fi. ^V ^« Aue^ 
mani Cat. dei cod. ms. Orient. Padua 1787. 4; Museo Cufic^ 
Naniano. das. 1787. 4. — Die Farsetti'sche (MorelU Catal 
mss. codd. Vened. 1771 f. 2. 12), PineUi^sche (Morelli Cat 
y. 1787. 6. 8), Smith*sche u. a. sind zerstreut worden. — 
5) in Turin: K. BibL gest. im XV Jahrb., erweit. 1580 
mch an (120 morgenl«, 370 griech. meist theolog«, 12Q0 lat.| 
darunter viele theolog., i220 italiänischen u. 120 franzö$i 
sehen) Handschr.: /• Pa#iii>, A* Bivautellae et jFV, Boriai 
Codd. mss. bibl. R. Turin 1749. 2 F. m. K.; A. Peyron no 
titia libror. manu typisve descr. qui donante A^ Th. Val 



BibliüthekeiL 85 

perga-Calasio illati tant in R. Tanr. bibl. Lps« 1820. 4. — 
f) in Mailand: die Ambrosische Bibl, mit ISOOOHandschr., 
welche unbequem verKeichnet und schwer benutzbar sind, 
doTch A^ Majori (der sich zum Theile ' gleiches Verdienst 
um iBe ifi der Yaticana verborgenen Schätze erwirbt) glück- 
Bebe I\inde bekannter, gest. 1609 v. Card. F. Borromeo: s. 
P. F» Boaeha Hemidecas de origlne et statu bibL Ambr. 
(Hau. 1672. 4) im Thes. antiq. et bist. It. T. 9 P. 1. — Die 
FirmiaB'seh«: Cat. Mail. 1783. 9. 4. — * 7) in Bologna d. 
B. des ^Instituts ; in Padua; in Verona; in Modena mit 
3000 Handflchr.; in Parma; in Neapel u. v, a. Es dnd 
in diesem Lande noch grosse Schätze zu heben, ungeachtet 
der ^neheitigen Forschungen und Entdeckungen, welche Ge- 
Idotfii und gebildeten Reisenden aus ganz Europa seit meh- 
ren Jahrhunderten und eifrigen Inländern zu verdailken sind; 
Csjos o. ra. können als anschauliehe Beweise gehen» 

B. Spanien und Portugal. — 1) in Madrid K. B. mit 
2000 Hands'cbr. : R. bibl. Matrit. codd; graed JI. Iriarte [geh, 
1702; St. 1771] rec. 1. M. 1769. F. — B; des CoUegiums 
▼. S. Iridoro; raehrer KlSster; des Hersw t. Medina-Sidonia 
u. s. w. — 2) B. des h. Laurentius im Escorial', gegr.. 1595 
T. K. Philipp II, TorzügKch reich an arabischen Handsdkrif- 
ten, von welchen nach der Feuersbnmst d. 7. Jun. 1671 nur 
1751 übrig sind: C?. Clement Musei instructio acc. descripdo 
biU. 8. Laur. Esc. Lyon 1635. 4; AT. Caiiri Bibk arab. hisp. 
Escor. Madr. 1760-^-70. 2 F. — 3) Dombibl. in Toleda; Unir« 
B.iB Aleala, Salamanca u. s. w.; in mehren Klöstern. — 

Lissabon: Cat. bibl. Marianne eongreg.. Oratorii. Lis-^ 
aboB 1736. 12« — B. der Cistercienser Abtey Alcaba^at 
Index eodd. b. Alcobatiae. Liss« 1775^ 4« -^ Bt i*. Unin 
Goimbra; mehrer Klöster. ^ ' 

C Frankreich; Petit-Radet (s. oben 8. 82) gtebt gegen 
IQO SflT. Bibl. an, welche etwa 3,345,287 Binde enthalte» 
sAsb; Tiele Yerfinderungeu , Verwilstungen ukid Zersplittere* 
uapn s. 1789, besonders in Ansehung der kirchlichem Samm- 
h^foi. — 1) Paris s. 1>. Minchel Introd. ad bist. litt, de 
prsedpnis bibl. Paris. Lpz. 1721. 8^. Die Konigl. B«, ange« 
legt T, K« Franse I durch Vereiniguag des zu Blois vorge- 
fimdenen Budiervorrathes mit s. in Pötttaineblean 1527 
sBgeL Sammlung; unter Heinrick IV na^ Pazhi gesdiafft und 



86 Einkitung. 

fortvvShrend, bet, lelt Ludwig XIV und «eit 179S veunehrt; 
■ie hat einea Schau von mehr aU 50,000 Haadschr., welche 
ui neaeren Zeiten häufig benuUt worden sind und noch lange 
reiche Ausbeute, namentlich fär erient«, altriassische und alt. 
NationalKtt. versprechen; «nter den 450,000 gedr. B« sehr 
viele Seltenheiten (von 2700 bekannten Pergament-Drucken 
hat sie 1467, vor den Redamationen im Pariser Frieden 1815 
^aren 1689 s. 'Fraet Catalogue des livres imprim^ sur v6-' 
|in de la bibL du R. Paris ^1822. 4. 8) und grosser Samoüan- 
|[en von Flugschriften: Gescbv d. K; P. B« fibers. (ans Catal« 
des livres imprim^) v. G. C. £. W. f ire#/|aa/> Quedlinb. 
1778. 8; (th. N. le Prinee) Essai bist« sur la Ubl. du Rot. 
y^ 1782. 12; Cat$I. oodd* mssi k R. P. ^17391-44« 4 F.; die 
gri^cb« u. Orient, v. Sevim^ die lai r» Meht u« Cupperunier; 
^Notices et Exiraits des Mss« de la liibl.''du R.' lus au ooroit^ 
dans l'aa des inser. P. 1787 ffl. 8. 4; (Saliier u. Boudot) 
Cat« des livres^ ibiiirim^s de la biU. duR« P. 1739<--50i 6 F., 
die humanist., theol* u. Anf.' der Jurist; ; vgl. (7. Aamt) Let* 
tres (1) d*un Acad. sur le' Cat 1749« 12. *— Aufgenbrnmeo 
in die K« B. sind; die B* der Abte^ d. h> Cfonoveva mit 2O00 
Udschr« u. 110,000 B«: Cat. Par» 1698.F.; d. B. von S. Ger- 
main des Pres : (B^ de'Jfot^fauconJ «Catfil* codd, mss. biU« 
Coislinianae. P« 1715. F.; d, B. der ^ vier Nationen, enthaltend, 
die Masarinische [s. 1661] mit 3473 Handschr. u. 9O,0OQB.; 
und viele ande^^^ — Pie B. den Staatsrathes : (A* Ales» Bmr" , 
hier) «Catal, de la biU. du<conseil d*itat, P« 1«03* F. ohne 
Register. — Bibliotheken mehrer Behörden, Corporationea 
U|ld Anstalten, ver«. > in ^/fori/ Annuaire administratif ^ stat., 
du Dt de la Seine 1805. 8. -?- Eine grosse Rf^nge von an« 
sehnlichen Privjdbiblipthe)^en mnd serstrent word^, s, B, die 
de TAoii*sche (Cat. 1679. 8| 1704. ^, 8)^ C, M. le Teller 
(Gat. P. 1693. F.), die Vfdliteesche u. m. — 9) Lyon, er- 
öffnet von den Jesuiten 1609, enthAlt unter anderen Selten-, 
heiten die, von dem Missionftr Parennin 1726 geschenkte Chi-* 
nesUch^ Geschichte das TouTkienTkangrmon, gedrupkt au Pe*, 
king in 30 Bündefi, und die voii Adamoli 1768 geschenkte 
BibUothek: (L. Kahre), Cat. Paris,. 1777. 4; A. F^ OelmnÜMe 
Manuscriu ie Ifi b. de hy im^ L. 1812. 3. 8; Cat de. livres 
Impr. L. 1816 OL Z, 6^ d. Sfih. Wi«|. enth., Fofts« — 3) B. 
ip Orleans (A^Sfßiiefi Mm»' Od. 1820. 8)i Montpellier, 



BiUiMheiEen. 87 

fiennet, Ntstpea» ATignon, Baardesax, Marseille 
1.1. w«, 8tara«bttrg a.^8. lyj.^ 

. D«. Xaatsobland; ygU If^ C. Q. Hirtciittg Vers« o» Be- 
Mhreilk «elMIQswiird« BU>K Ta. »,. a^hab. Ordnaqg. Erlangen 
1786 0« i« S^ einer g^zlidien UmarbeitaQg bedürfend. ^ 1) 
EeUelbArg Uoiv. und Karf. Bihl-y aogoL «in 1390 u. vet- 
MidiMt 1399^ anaehidich vei^nebrt durch die Samml« R. 
Agneola's fond IL t?, Dalberg'a (mit kostbaren Hdschr, aus 
te Sic hoiwdk) y ibe^nder^ 1584 dnrch. die überaus reiche 
Figgtt*scke Q« a.; ^inH enthielt gegen 4000 Handschr.,^ dar« 
iJt956 lat. , 481 . gtf eck- «nd (in Folge der Vorliebe K. 
IV) S46.Tenwhf^» als ßi^y üaehikim Tilly Heidd- 
Wgtebert hatte, seit d. 19«.Sepl, 1629' beraubt und der 
giMito^Tbeil.> 1683 T091 Leone AUassi nach Rom geschafft 
ud nii 4tr VüticantiBhen vereinigt, wurde. Eine neue wurde 
ufelcgt )6lia\\uiid durch die yprrüthe M..,Freher*s und D. 
P^mi Tentfirkt ; an .dicJA gab 1816. die Pariser B. 38 alt- 
dan. wi" die ]^jBtieaniBQlte 8&2 }4eutache Haadschr, auHlok: 
^JBm Wäkml Gesch# d« Bildung,. Beraubung und Vernichtung 
iilt Heidelb. BüchevsanniUingc», nebst einem meist be- 
idudb. Veneidin. der fan J; 181* t. Pins VII zurückgeg. 
Hdadir..H,18i7. 8. — 2) Prni|^. OcourB. auf dem Hradschin^ 
mt KfaSttbareni Handacbriften ; . Univ. Bibl. schon im XV Jabrh. 
ktrfcbdich; d. B. des-Prämonstrat. Stiftes Strahev, mit 
dtenOrseken ^t aasgeatattet; d. B« der Krenzherren, der 
^ttäaer u./a. — 3) Ingolstadt Üniv. B, 1^77, nach 
l'UUiu und 4826 nach Mfiochen Tarsetst; hat viele Hand-« 
M^i^rifittiind Incanabeln. —r 4) Frankfurt a. Main: Dom- 
Mtliothck, mit handscbr« Seltenheiten und vielen alten Drn- 
den; Sladtbibl. gest. 1484, verzeichnet 1662| im W^chsthame 
l^griffeD und. 1823 in rinem neuen Gebäude aufgestellt: 7. X 
WCBt.Frkf. 1728« 4; die fBr naturhistorische Litteratur 
iBditl^ .Bibl. des Senkenbergiadien Instituts. — 5) Wien, 
^ HofblU«, der; ersten Anlage nach sehr alt ,• als offentl. 
Ppiadet von Maximilian I und eingerichtet unter Max, U 
*^LeopoldI, fortwährend vennelurt durch' Ankauf der Lam- 
^^ea, des Pr. Eugen, des Gr.Hohendoif u. A., Ver- 
■^ditidne und Einvesleibungen; sie enthält aber 12,000 
Hdidin und 360^000 B. und wird viel benutzt: ^P. Lambecii 
Coaiseoti de ang. hihi. Caeir. Vindob; L I^VIU« Wfam 



&8 Einleitiifig. 

1665—79. & F.; op. et sl, A. fff. K0Uma.^W. ireS-^^S. S: 
F.; KoUarii sappL liU. I iffM^^W^Vf^^V^^KoUarn Ana-i 
lecta Vindob. W. 176.1^ ,$2,^F. ; : 1>« '.d%i'Mef^^.?GfiU fl» Am. j 
ommaiii codd. mss. gr. Dec^^iiriliDgii^oEiest.'rW« 1I9(W>2*F«; 
J. jFl IteupiMaAiif* BibL aoiroq|i|f#ca oampreb^^Tpc. «oiaatum 
fodd« nun« olim a Lambecio eul^il^wellp ooageMf^ aaB«^ lant.] 
fn epitomen Ted. Hapnov. 1^42. «^Jf.^ZI(UM(»,(;MA'|«^ ^ 
logici etc. ete. W.^793— «». TO^l.i^^j^HShiKti- U P.i. 2. 3.^ 
6 F.; /. ife ^0IM^. Cat^oodd. (4||l)(«l^-^penk torcic. Wien, 
^1812 (1820) Fft}„,MJ. I»ei|<;r BÄe»ief|c^^ 8.197 ft.; Mem$tl 
tuet. n. Utt. U^ri^hffigen 8.r,S$t4d;^ B. der Therenaiu- 
Indien Utter.Aka4ei^e:<y. d0 Sf^rl^xC^t. bibUogr. Vha^M 
;B. Caes. Rl e^JEqaestris Ae. Tb(i|¥cU|ext9atiaiii. W. 18A1'4«,6. 
la. 4; 100 Ex^iaoMti»^ ^^i|*im|i;: r»- S- Lffi^mAtfr; 
Cat. libn c. inss^,^. tyfi^,i»ifllf^,fB.;#,#br. tbeol. e§iapl. W. 

4750. 4. ~ Wipdbag'fichi^^ff-, l|5»7r!^f*- W* ^738. 4. -^ 

.Qesch\yW8ohe^*öff:^723: Ca^l ,W..1732.,S. — •.Gwrel|i*sche, 

1786 nacb Lemberg gebracht: ^M. J)t^n»M MerkwiMigkeiteD 

der 6. B. Wj^l780. 4. ~ Die ne|ie Ua^ Bib^ ans d. ^SaramL 

d« Jeaniten eatstandeo. -^ Mehre cei^h^.^Pl^l^ibL, . unter 

.welcliep die Osaolingkisfbef^eine di^'^€|pt^gHtep> i%t. ^^^ 6} 

Hamburg Rath8bibliotbek.y^2S!, (Xf||nehj;tc^739 .dptf^nlie 

h. Ch. Wolfsche. — 7) ^ugaJl>arg: StadtUbL 1537yi^^r. 

darcji die Samml. X. Betalejns, ^ »Weber, u. v. A.( .ihte 

gro9ae baadflchr. Sehäue s. 1806 in München; dach ana KIo- 

.eterbibl* neu entateh^d u. audi jezt niebt arm; (ff. ^olf) 

Xat. gr. Uhr* mas. Angab. A^tf^^ 4; auct. led. A UoetekeK 

.A« 1595. 4 n. in ilToaC/atire» BtbU|t)»U3iU Ip« 592 aqq.; ^. 

/{a't#er Index mis. A. \^7i. ,i\4fi^,MfM^mh) BibL libr. 

.impr, et manu exarat. Cat,, A. ^16^ F«^; JE/. Mhi$^§te Cat. 

.(libr. impress.) A« 1633. F.; I^fA.Mefien$ Piogr..!. II. de 

eimeliia bibl Aug. k.pl^ flL F. rr^ KI. a. «a S. «töoh nnd 

Afra; P/» Braun No^^ibint. litt, de eodd« mm. A. 1791 *fli. 

6. 4; Ej. Notiüa de libr* i^ipreas. At 1788, i,* JLi4. ~ Dom- 

bibl. n. s. w». — 8) Nürnberg StadtbibU aua Büeherrorrä- 

theri w%eh^ Klöster waammengefarficht 1538: .Z i. JjeAtMzU 

Memorabilia Bibl. N« N. .1674. 4; Ck. 7A. i/a Murr Memo- 

rab« Ibibl. pub). N». et nniv, Altprfinae. N. 1786 fil. 8. 8; 6, 

a. jBaif»#r Beschreib, dt N.Siadth. N. 1821. & -* 9) Leip- 

%i$\ die PauUaer 0der Univ. Bibl.| deren Ovondage die Do< 



BibBothekeii. 89 

■iiiicaiieriiilil. ist, einget. fS44 und aorch YorrRthe aufgehe 

Kidster und meli^ VeiiiiiebtiAMe, maerdiUgs darch Ankauf 

der SdiOfefacIleiP 'Sammlaag berdch^rt, bat zi«iiilidh Tiele 

Haadwlirl nj^ty^irgr. S^Itenbehenl: J. FelteH or. de bibl^ Ae. 

lif*- Paid. evl'lMpkx attbfmictiMr est €at; Insfltoniiii. ^ps. 

167e.4| JBf. tt€k.G.3oeeAeri6rr:i&Vihl. At. Ups. 1744: 

4; / GL thitidM Progr. de" mrianKbas nofi^. bibl. P. coddl 

L. 17661 4;JBMf GM^h.* iT. ' Di%8d. B. S. sfss f. — BibK h: 

d. ThMAIf'KIMiefS«Os*S. JRg»^ldi^' Ar«ana bibK Tbbm. re- 

tectA^U•i703. 8-11. iiiMf<^<fiMk»«dbcheii Samml. d6;1bibL T. 3 

p. 293<lqq. — Rothsbftlt' dtfidi VIn Grosse Yefmftditfiiss 

1677. — fO) Xena tSniT. BiU. 1&48, b«^. durch die dahin 

ptmcbte Wm#nb«i^r^fldlkoss^B. (vgt if&<r/ Gesc|i. d. 

I>Tesd. B. Sl IT f.) j duHAk Tiele Vermächtnisse und dorA 

Ankmifderltosescileti, iSagittarius'scb^n^ Danzi^sohen, Bwder*« 

•dben «• a. Sammh Vermehrt; bdt'Mihflsiihr. u. typegr. ^Sel'« 

lenb.t^ J. €2. üfy/ir^emor. blbli^ j^c; Jen! Jena u. Weissen« 

bh i»6i^«r ArhrMr47l^/ey^- InfVbd. i p. 5D1^ sq^. Die 178(t 

angekUlft#i'#eichi(tBittnW'4die R*ist j«zt damit vereinigte -^ 

11) Ze^<«tiftflbibK^'däfch V^rtoftchtniss des Bisch. Jul/Pflug 

iS68 j T^mt. dtoch lleidMiuC und Milke Samml. , bat mehsie 

Haadidtf . u. gegen 14000 B. : CX. &.'^Muiler Gesch. u. Merk- 

«rurdigkeiten der^flf^ BSi Ij Z. Lpz. 1808. 8; Ej. Notida et 

Rec eodd. mes. qiit ili'^bfU. N. Ciz. ass^vaä'tur.* Lpz. 1806 f. 

2. 8. — 12) Dii^tyzi|f Städiblbl. 1^80/ durch ansehnlidie 

VeraAi^tnisse ber«MieH.S^ l9) Dre'sd'^n K. BfbL, g6gt« 

f 5S6 in Annabnrg ^cfh** K. A\igf)fiit u. -^586 nach Dresden gel- 

■chaf» und durdi Ahkauf Üet Werther*achen vermehrt; dami 

kamen die Tmibmai)nsche,'^essMche9 *Bfinan*sche (^J.'Mi 

FrmmeAeCnt Lpz.^f759ffl; 7;4 unbeendet), BräbPscbe (Catw 

Dreed. 1790 ffl. 4 F. (Mb.) nM v. 'a. ; sie ist musterhaft ge* 

erdnet und litt. g«meinnütfltg^ u. . enthält 2700 Uandsckr. u* 

iiber 2a*«000 Bfieher und 140)000 Dissertationen: J. Ch. Qä^ 

tu «Ke Merkwärd%V^iteh d. K. B. zu' Dr. DJ 1743 01. .18 St; 

Ol« 3. 4; ^. Beyer )Ep. de bibliothteis Dresd. D.^ 17^31. 4; 

Ef. Aroina sacra Mbliofhecaram Dr. D. 1738 f. 3; &$ .J^: 

Mos; Bbr« »r. D. u. Lpz. 1734. 8 ; *F. A. Ebett Gesch. u» 

fiesshy. d«r K* B. In Dr. Li^s. 1822. 8. ^ 14) München 

K. B,, Ton Albrecht V angel. iSdS durch Ahkaiif der H. 

Miedol'acbea, I. A. Widmwstadtflcben und H..J. Függer'^ 



90 EioMOm«. 

Jezt mit ihrem haiidsciu;^ Vacratk, lueb^n dar- Wiener 4iie emte i 
Stelle laTeatocUasid i^etf^ppftet M^d doindb ilur^ ^nf gebreitete 
l^tttzborkek sipfa aas^icbiiet; sie/eptbiü^ gegen iOQW Hand- i 
sehr» , yiele Xylogrepha i Vüd l^efiubela* im4 gf gtfe ^0«009 
Budier: O. Sixigisnierger ^W^ Y^ Enttteb» «« A^'^ebnoe 4*{ 
S;;BibUia M. M. ,17»^,Ai QßU.gr. jM^di^mm^l^^ 
Ai fgni Hßrdt^ C^U codd^ vm^ ^Mm^ Mm* wl^ % ?4U 2, s I 
yol. 2 P.lv 2» Jj^Maeben Jt^pQ^ S« ^^jziainUeh fobc^Kichbar; , 
Ch.v, ilr^f 1^1 iQeytrttge* s. iiCIeteli. Av litt.. ^ab|H«<^ t903---7» 
7« .9. M-rt^ IS) Wolfen bülti^l» %ngeL 1^ aol d.em Sphiosse 
muiacker y. H. Angabt d^ j^» • 1690. iiadi« Siajiiqiicbwe^ n. 
t644 D« F^ veHegt^ libeicolie teiob tfxt verlreWeban : Haad- 
fiBhr» n< aelU.Jtr;: J, Bnr^ihßffi bist. bibjL ^g. I^pac.* 1744 
fiL. a, 4; ."0. /f. Ltem*ng Beytir..|iv Geecb* a,, JUu;' AAiaaechw. 
1773 ffl.«# S; ^Bibti G^elfobyieaae vjCodd*. gr. et W. ^ekw- 
4fä (mt) reo. J^, 4.Mtr4. i^^^ 1827. 8. ~ 16) JBeflia 
Kv B^ mgel. 1650 v. Fr. Wilhelm dw Gn, ^Ri»nib H81 «nd 
laitdem daix^b die Vorjräthe £z» fipaabeiwVQ«! IcUias, Mob- 
nea, J. R. Forstelfi)) für. Dietz o. A» eMehnlieb teariaebrt; ae 
ea(0ilde sehr sekeacf C^taesiiobe und: mocgenlMtdvifihe Werke, 
4611 Hdschr. und über^ttOiQOO gedr^ fiacbeii>^|74^ ^MireuA 
Notitia bibL B. B. 1687. 4; J.C. COelrieh Eiilwi^. Geech. 
d. K. B. in B. B. 17514 8; J. C. W. M^ehit^ Diw* U. de 
Blas. med. b. R. Ben B. 1746« 4; F. miken Gesch. d. K. 
Bibl, zu B. 1828, 8. ~ 17; 8re4tl»tt: die Tb..Rebdigeraclie 
der Yaterstedt venaaebt 1575 und ia der EUsabetkirobe ML 
1658, aberaas, raeb.- an ▼ortceffiioben' Handsch4filea (über 
900 > davon 2£5 gviecb« rönw nk ital* .Classiker, dearanter 10 
Javenal, 8 Lncan, 5 SeneeaArag«^ i4i8allast.| 4 Yal. Max., 
4 JuK Caes. a. s. w.) y welche erst in der neuestea Zeit be- 
kannier za werden/ anfange«: £f. Krumiz Memar. b. Elia« 
Br. 1690.4; /« E^&eht^l Nadiricbten cr^ d- Meikwürdig* 
ketten. der R, B. St. X* Br. 1794i 4^ 4^ Wuohlfr Tb. Reh« 
diger n. s. Bueheiaammlnng in Br, 1828« 8. «-r Die Mc^da« 
ienäische B. -r Die^Neostädter oder Berabardiner &. — Die 
Unif^ers. BibL, zpm Ideiaeren Tbeiley doch dabey^e ^tmn« 
webrsche bis^eri^e and Oelricbseche Pommev-Brandenbar« 
giicbe mit ^geatbümliohen Mitteln zat Forteetaang) von 
Frankfort a^ ^ 0, 1811 initgebiaebt, mm gr9as«e^ ew dea 



Smmlongen M^ftkoken^ir <8äftte mild IQSster enrachsen, 

CBChftlfe über 23eO'Hiin(t«i^lfrk, n^t thM^ogr u. hUu Inhaltes^ 

Süd mehr als 200,M9^iB/ mit vieltii Inounabeln: LUt* B^fU 

I. d^Sahles. Pfw< Bk 1929- Sl.' 2 8. 53>ffl. — 18) Gotha 

Hcn« B. ^uwiesO) fiMtdefW vMfodbi vermehrt, rei«Ai an (laiid« 

acbr. n. Ift^onatmlft i ' diKrotf CiamriiiiilMvigkeit uad gute Ver- 

wAhaim& ^ a cj ^taeicittiet; > *mifr ibr Tejmaigt: i«t-4ie B. HerK« 

Erast II uad ^e«iel6r iiiobtige Heetseasohe Sammlonf aiten^ 

laL Haad8okrti'i?.'<fi^Otpi:fiffii<: iat^ oeM^ aiak Bi G, Lpa. 

I73C 4; H.^ E. G.f^l9$ Mh. einige Slitfk«^&rdigk«itea det 

H. B. in G. 6. 17m 8;:. /i mmoftUet OiiCbl. {ümtoc. iwi 

Buft. quam impress. qui* ä<8^etxenio emti^io blbU Gotb, asser- 

Tantar. 6. 1825^fpa. 4» -i^il9) Weimar H»>B. gest. 1691, 

beträAlKbh vermebrl a« il^lg? Hy^.ySch^tfleitch Notitia 

bibL YvFrkf. 1712.^»^/;>Jf. 6e«i^<?r Not; b. Schurzfleischi- 

aaae. W. 1723.4. *^^d) Hassel) K. B. bedeutendes. 1700, 

durch mebi^e Seltenheit^il und '^äusserst genaue Tetzeichnisse 

aMrkwfirdig: Schmintki^ Be^i^\ix. d. St. Cassd S. 195 flL; jF! 

W. Strieder Ig^pogVir Montim. d. C. B. in Hess. Beytr. St. 

6.7. — ai) Häirnoyer K. Bibl; off, 1718: &. F.Bahn 

Coasp« bj S. HanpH. 1727; F. -^^22) Carlsruhe GH. B. 

ansehaB'di TerA]p>«j''i771:.f/^i'(ilfo//6r} Beytr. z. Gesch. u* 

liltFrfci: 179Ä. 8;^ — 23) Sltuttgard gest. v. H. Carl 1765 

an Ludwigsburg, nach 13t.. versetzt 1778 und besonders auch 

1784 verm. darch die Lorksche Bibelsanunlung : J. G.Ch» 

Aikr BibL dlim Iiorkiaua/ Al(baa*1787. 4 me eaibSdt über 

liOfiMB. and grosse Selteaheüen s. Morgenblatt 1811 £x« 

tia-üejlage No^ 2. &<4tf.<^ 24) Davnistadt GH. B. 5ff. «. 

18S2| BBgemein> jreiab,- -gut gewählt, geordnet und ver^eicb* 

aec — 25) Di^^ durch Hlt^Zweekmfisugkeit u. Vottifttedig«' 

hmt^ fiafflicbe AnofditaBg mni Yerzrichnung, ansgehniitaca 

Natsbark^it ausgezeichnete Univ. B» (in Gottingen s« 1736| 

caihftk aber. 300,009 B. ^ 86) Mamideiii viele Uaiv. BibL 

«it eigentbaadiahen VoiteSgea: a.. B> die Altar fache gtgr. 

1M6; dabey die TraW'sehe j. 340QO B., Schwaraische. voa 

11000 B. u« su; •dte'Maiaa'iache mk vielen herrllchea laon- 

wahdn; die Cöl*li lache (J. Hurtsiekn Cat« mss. Ubk. eodee» 

■ecrap^ Cdon^ Cak 1792. 4);*die Bambargiadiei jeal 

ost bekaoot^ lait ihren . grosaen* bandschr« a« typogr« Sch&*- 

tr«i; die WirisbargiAdie; Erlangenscbe; Marburg!« 



92 Binleitang. 

tohe ; die R o s t o ck kche* mit der Tjrdmti'sohen venu. ; die 
Tübing[sche; eehr viele Klos t er blUiotheken meist in ^5s- 
sere Sammluhgen fibergegatigeh, *vgh ^herketlH u Zajit/^i Rei- 
flen, MeU9^l litt« Mttgazin u: s. w. ; im Oesterreieliisclieii die 
zu Tegerns^e/Crentsm^nsteT, Melk, SVFlorian^ 
Neuburg n.s. w.; viele Stadtbiblibtheken, unter welchen 
der besonnenen Richtung wegen die sn Bremen vonSglicfae 
Aufmerksamkeit verdient : *JJ. Bkkikp Gedanken über eine aaf 
Nationalbildung bereehnete tflRMitl. Buchersammlung fnr eine 
f., bes. nördieutsche Stadt* Br« 1817« 8 ; and eine Menge be* 
deutender PrivatbibL 

E. Scbweix: 1) die früh beraubte und doch überaus 
reiche Stiftsbibliothek in St Gallen. — 2) die der Bened. 
Abtey Rhein nu u. m. a. ^ 3) Basel Univ. Bibl, rdch an 
Handschr», bes. ^^n Briefen u. seltenen Dr. — 4) Bern 
Stadtbibl., die gehaltvolleste in der Scbweix, die Bongars*- 
flche (vgl. Wilken Gesch. d. Heidelb. Bibl. S. 272) enthaltend : 
*/• A. Sinner Cat. codd. mss. bibl. B. annotat« crit. illustr* 
Bern 1760—72. 3» S; JEJ. codd. etc. etc. syllabus . contr. B. 
1773. a; £/ bibl. B. libr. typis ed. Cat. B. 1764. 8; (J. ItJkJ 
aupplem. B. 1784. 8. —Zürich Stadtl>ibl. 1628, mehre wich- 
tige Handsclir. u. Sammlungen aus d. Ref. Zeitalter enthal- 
tend: Cat. libr.' b. Tig. Z. 1744. 2. 8.-6) Genf StadtbibL 
1703: J. Senebier Cat raisonni des Mss. G. 1779. 8. — * 

F. Niederlande: 1) Leiden- Univ. B. 1586y vermehrt 
dineh die BibL v. Golius, J. Scaliger, Vulcanins, J. Yossy , 
Warner u.. v. a., .mit einem ansehnÜcben Vorrath von Hand* 
Bchr., unter welchen 1400 wichtige morgenL, welche noch 
lange Ausbeute gewähren werden,, so vielfach sie auch schon 
%enutst worden sind : fl. A. UmnaHr Spee.* Catal. codd. mns« 
Orient. L. 1820. 4; Cat. libr. tarn impr. quam mst. L. 1716; 
(X J. BeUke) supplem. 1741. F. and ILeiike hinter KShler 
Tabula Syriae. ~ 2) Univ.. BiU. in Franeeker: Cat« 1656; 
i713.F.; Utrecht; Ci«.1718*F.; Groningen: Cat. 1669; 
i722. F.; Ldwen u« s.w« -« 3) Amsterdam B. des Athe- 
nftams 1632: Cat« o. «praef. H. C. Cra9. A. 1796. F. — 4) 
StadtbiUioth. in Haarlem: Cat. 17J6.4; Delft: Cat. 1721« 
F.; Antwerpen n. m* «** 5) Unter den vielen serstrenten 
Priv. B. die des & v. Hüls in Haag: Cat. H. i78a 6. 8f 



Bibliothieken. 93 

de S^miamder. jtnMf/lßMAi ^alalogne Br«t79a OL 5. 8 

G. , Grof»TBj4tai)nieii; ;rgl. (J^^^B^mard) Cqtalogi Ubr« 

Aüglim.^j^liibeirpiae.iD i^nain, cpUecti. Oxf. 1697. 2 

F. — f) L^^dofO B* de9 9,ri,t^f ly^luBeains, gest. yon J. 

Sloue Ut«.;iJ^^JUid er^jeTn^t.iiy. ifjn. 1759, verinehn darch 

EiinrerIei)>uDgen|| ^cnji^ch^Qissa., ^ad, .^nkaufe ,, enth^t über 

200,09p B. und ^|^||^({|^ü^ welche nach ilirAoyehenia- 

hgtn Besitzen! , J^ ^ilMllP f Mfv^o Cptton'sche , . vva d^Aeo ein 

groner Thei| durch eine|^(aaf.i|gbraDst ld^^t23r Qi9^- ^731] 

Temichtet urarde, Harleysche, BiTchsche,:Slo^nsche u« g« w^ 

heaaiiDt werden: D. Casley Cat. of the Ms», of the KiDg's 

Ubrarjj with an App^^ the Cottohian libn L. 1734. 4 m. 

Sdniftprdbetf ; ' TA« Smüh CaC of tb^ Cottönian Ubr. Oxf. 1696. 

F.; •J. Pliäik Cat. of tfae^^. in th^ Cotton. 1. L. I80I 

F.; A Cat. of the HarletM cML off^'M^. L. 1759. 2 Y.\ R. 

Nüres Cat. of the Harll Msa. in tby'Bi^.'Miu. L. 1808 ÜL 4 

F.; W. Oidys Hariejan Miscellany.' L. 1744. 8. 4; M808 ffl. 

10. 4; 1806 fU 12. 8/^A Cat. of the Landsdowae Mss. in 

the Er. M. L. 1S12.F.; S. Ayicovgh Cat. öf the Mss. in the 

Br. M. L% 17821^2/^ ;^Iilbr. impr. qniJiir'M. Br. adserf^antar 

Cat (dpbab.) L^ ^^^^7. f F.; L. 18i£ 4. 8. ^ Vide andere 

dir. B. Tgl: Siruv^-Jugkr IntrodV i p. 249 sqq. ; Wenden 

baru; £r5iM n: a. Beisebeachn — Unter den Privatbiblioth. 

die Spen'cer*8che : Ti. F. IMdin B. Sp. L. 1814 f. 4. 8 m. 

K.; Aedes Altl^orpianae. L. 1822. 2. 4 m. K.; a descript« 

CataL of the books Pfii^t. ia4hf X. Y.Cent., lately forming 

part of the library of Q^Ji^i^ ,Spen$^r« Lond. 1823. 8; die 

Baolomfie : * Jon. Dry^n^^n iQ^ 9- his|i. nat. J. Banks. L» 

1796 flL 5a 8, n. ißf. -1- ,%) Oi^^f^d ba^ in den verschied. 

CoUtgem treffliche SanimUjLng^n ; . die beträchtlichste und stark 

Tennehrte Bo^Ieysche, gept; ^l^SiO y. Uninphrey H. v. Gloce- 

üer, lierg€;«|^llt ^fi t. T^. Bodley, geöffnet d. 8. Nov. 1612: 

IfibL Bodlej. cp4d| nuifi^ orif^nf; a J* Un conf. P. 1. (2400 

»44. (Oxf. 1787. F..i,.cpntin. ah Alea;. Nicoll P. 2 vol. 1 

(234 pod^) Oxf. 1,8.21, F.;,Cat. s. Notitia mss. qui a Clarke 

coüparati in B. B. a4«^rvantar. Qxf. 1812 f. 2. 4; Th. Hyde 

Cat impr. libr. B. B. O. 1674; 1694. F.; J. Bowles^ it. 

FfiUr et ß. Langford Cat. (alph.) impr. libr. B. B. 0. 1738. 

2 F. — Die Badclifsche 1749 u* m. a. — 3) Cambridge 



041 Efifleitung* 

Univ. B. fa mehren Coneges, darin TieleSchtttse fBr-die alt- 
englische Narionallitt., für die Schottische die Maitland'sche 
Samml. im Magdalenen-CoUege; unter den filtertn Vermächt- 
nissen zeichnet sich die M. Parker'sche B.: Cat. Uhr. mss. in 
bibl. CöU. Christi in C. qnos legaTit M. P. L. 1722. F.; un- 
ter den neueren das Fita - Wüliamsche 1815 aus. — C»U of 
the mss. in the libr. of AB. of C. at Lambeth. Lond. 1810. F. 

— 4) die Edinburger üniv. Bibl. — 5) Dublin u. v. a. 

H. D&nemark. Kopenhagen die K.fl. gest. ▼. Frie- 
drich in 164^ fortwährend vermehrt s. 1723, hat nidit we- 
nige Handschr. u. Seltenheiten : P. Scavenü Designatio libror. 
Mriorum b. R. Kop. 1665. 4. — Die Univers. B., durch Ver- 
mSchtnisse H. Fuiren's, J. Mulen, P. J. Resenius u. a berei- 
chert; vgl. Struv-Jugler Introd. 1 p. 367 sqq. — Die Thott- 

gche Privatbibl. ist zerstreut 1789. 

J. Schweden. 1) Stockholm die K. B., zu welcher 

unter anderen 1807 die melmstjerna'sche (Catal. 1782 fl. 2. 
4) hinzugekommen ist: M. CelsU b. R. bist, brevis. St. 1752. 
g, — 2) Upsala Univ. B., gegründet 1621 und mit mehren 
im 30i. Krieg erbeuteten Schätzen, mit den Sammlungen de 
la Gardie 1672, J. G. Sparvenfeld 1705, Biörnstahl« 1785 u. 
A. bereichert, hat über 1000 Handschr. u. 80,000 B.: OL 
Celni b. Ups. bist. U. 1745. %; P. F. Aurwillii Notitia codd. 
mss. graec b. Ac Ups. U. 1806 ffl. 4} EJ. N. codd. mss. lat 
U. 1806 fl. 4; £!j\ Catal. (alphab.) libr. impr. b. Ac Ups. 
(bis 1796) U. 1807 fB. 3. 4. — 3) Lund U. Bibl.: JH. A. 
hdbeck Mem. bibl. L. L. 1803 ffl. 4. — 4) Abo Un. B. 
gest. 1640 mit 21 B.: *Ä ö. Porthan Disp. XXIil Bist. b. 
Ac Ab. A. 1771—88. 4. 

K. Polen. 1) Cracau Un. B^ mit Handschr. n. In- 

cunabein nicht dürfdg ausgestattet. — 2) Warschau die 
herrliche Zaluskische B. 1796, nach Russland geschafft: J. 
D. A. Janotzhi Spcc cat. codd. mss. b. Zalosdanae. Dresd. 
1750. 4 ; D e s s. Nachricht von d. in der Z. B. sich befinden- 
den raren Poln. B. Dresd. u. Breslau 1747 ffl. 6. 8 ; Martyni- 
Laguna im JBl. der ALZ. 1790 S. 857 ffl. — Die neu er- 
richtete Univ. Bibl. — Viele bedeutende Privatbibl. 

Z,. ' Ungern; 1) Ofen die K. B., angelegt von K. Maf 
thias Corvinus 1476, zerstreut 1526. — 2) Pesth Univ. Bibl. 

— Die in jeder Hinücht ausgezeichnete Nationalbibliothek, 



BibliothckeiL 95 

gegr. Tom Grafen Fr. Szechenyi, 5ff. 1803: (Mick. Tkibotii) 
*Cat, b. hung. Com. F. SzechenyL Oedenbarg a. Pesth. 1799 
ffl. 3. 8; snppL I et IL 1804 ffl. 4. 8. Sie ist 1824 durch 
die, auch an Hdschr. und Inoanabeln reiche Jankowicsscba 
Saaunlang Termehrt worden. — Die BibÜoUiek des 6r« An- 
ton T. Appony in Presbnrg wurde d« 15. Jun. 1827 er- 
öffaet 

M. Rnssland. 1) Moskwa K. B. 16^1. — Synodal-B.: 
CiL F. Matihaei Notitia cod« mss. gr. bibliothecamm Mo»- 
quens. M. 1776. F.; Ed. II auct. Lpz. 1806. 2. 8. — 2) 
Petersburg: B. d. Akad. d. Wiss., besonders seit 1819 
sdir räch an morgenl. Hdschr.: J. Baew^eüter Essai sur la 
UU. de Fae. P. 1776. 8 ; ^ 1777. 8. — K. Bibl. 1728 , be- 
aondeit reich an morgen!., namentlich chines., persischen, 
moDgoIischai u. a. Handschr. Die K. Bibl. in der EremitagOk 
— Viele kostbare PrivatbibL vgl. JBl. d«r ALZ. 1804 No* 
77. 78. 80. 82. 83. u. Leipz. Litt. Zeit. 1819 ffl.% Clotiws 
über die Hdschr. auf Bussi^chen Bibliotheken in Seebode N. 
Archiv f. PhiIoL Jahrg. 3 St. 2 S. 20 f^ 



>t I 



I. 



Ewopäische National -Litteratur. 



1500—1800. 



«tmM« hb. «. U«. ««Mk. UL 



* * *i 



i. , 



i ' 



N a t i n a 1 - L i 1 1 e jr a 1 11 r* 



9. 

Italiti, 4n Mntterlaiid 4er neii'-eiiiropftisehen KttetOHiekeA 
nod artiitMieii BUdiing', seit dem XIII ilahrh. Airch iber- 
ans raoiie litteiirlsche yorrfttbe, Aireh viele KtmtdenkinK-, 
Icr, dwdb tameiidfaehe rinliToUe Erkinerongen auf den Qham 
nnd gentigen GenuM de« mflchtlgen Vdlke«, wefebe» «eelk« 
Jahrimaderte auf fi« Welt gewirkt ufid «einem lieimatbRchen 
Bodca ckisiflekea Ansekn erworben hatte, dnreh EigentkQm* 
fädibit der Kntfteatwiekelong und des W^bbtandea aeiner 
Ucma Frty^taaten, dureh iitterlhiseb-avtteriiileiie EVnpSängfieh«- 
Icot das Bfittelstandea md dareb befkftmmBeh gewordene 
ünMvtige Freigebigkeit der F&rsten tind iSroMen Sitz der 
^ittcaKJiaften and Könste, belmnptete ai^h nlchlr lange aaf 
^ Habe geistiger Bctfe und Fruchtbarkeit, welebe Aeses, 
*odi ras Barbaren gcMerte Land snlm seh wer erreichbaren 
%<ter fir alle seine gelehrige Nachbaren erhoben hafte. In 
te fraosösisch-spanischen Kriegen £1494*^15S9] wnrde der 
pvaifiadadie Boden verheert } Ae Einwohner verarmten , er^ 
«Uafftsn nnd verwilderten ; Italien verlor ^ seine polltfscbe 
Ballaag wd Sdbststftndigkeit. Die theOs dem irradondten 
"'icke des Priesterdespotisrnna, tbetls den TergrSsseraiig- 
^l^virfen berrseliB&ohtiger Sla^bthaber nachdrücklfob nnd 
^t ebne Erfolg entgegenwirkende Vielherrigkelt «raeugte, 
^^^ adinell wecbselndoD Verbindnngen nnd woliftberebhne^ 
^ Tieolorigkeiten , Gleicbgaltigkeit gegen' den freiKeh ^vdn 
iUlvCsfichtigen oft gemissbranchten Gnindsata d^r National- 
cUeit; iBe Berü^ksichtigang' dea, fiber dto ScUcksal der Qe- 
««Buttheic entadieldendefi Chimeinwohlea wurde vemachl9a<- 



100 Nat Litt. Italien. Uebersicht 

gigt; innere Spalfong und Ejraftlesigkeit nahmen uberhan 
Eine ränk^voUe Staatsknnst, den Yolkssinn verunstaltend ui 
das öffentliche Vertrauen vernichtend, waltete überall t( 
und beurkundete ihre Verderblichkeit durch immer gehäss 
gere Trennungen und durch Vervielfältigung wechselseitigi 
Betruges. Die Stimmen besser gesinnter und weiter blickei 
der Vaterlandsfreunde fanden kein 6eh5r; der Schmerz A 
VeraWe^elmig g^g in^' Stumpfsimi Ab^r loder die» öffentliche 
Gebrechen und Armseligkeiten wurden Gegenstand mnthwill 
gen Spottes utad ziigell^en Wttsfes; alle Versuche xar Wi( 
derherstellung des alten Ruhmes und Glückes scheiterten s 
Versunkenheit der Menge oder an äusseren Hindernisften un 
beischränkten sich auf Wünsche und Hoffnungen in der G( 
dankeow^lt; Dur osündiscke Hattdet der Weit-£aropäi 
sturste den bis dahin imr schwach bewicräehtigten Wehhai 
del der Italläner^ damit yermimlerten'sich Wohlstand, Gewerl 
jBeUs und SeibstgefiiU d4af Volkes; die litt. BUdui^g, meii 
abhängig Vo^ Begünstigungen und Unterstütcongen der €ro! 
sen und vom Reichthum der Städte, s)ink «naofhaltbar. Vo 
allem, was hiesu noeh mitgewirke hat^ adieint besonders di 
empörende Härte oder, vielmehr die snUanisobe Folgerichtig 
keit in Unturdröeknng der Denk^ and Preaifreyheit herToi 
xuheben xu sey n ; via hatte den seltsaiasten ' G^ensatt zwi 
sehen gedankenloiem Uebergläuben/und vermessener Swef 
feisucht vur Fplg^t: welcher* n^cht blos im Verhällnisse de 
Menge zu d^n^beUsinniger^n Dook^m^' sondern auch nnti 
diesen selbst offenbar.. wurde. Die Homanisten vertraten ml 
rüstiger Tapferkeit die Rechte der Vernunft und mossten di 
hey die kitchiicheü («ehrsätze sfichonen; so eitstand ziilei 
Fertigkeit in der wunderlichen Kunst , Alles ^u bdiaupt^ 
XU bewitzeln, 'zu verhöhne« und doeh die scheinbare Antj 
kennung der b^tebenden Gew.ak und altheiküinfeiiBclien Ol 
nung der Dinge nicht. zu verletnen; und. so herrschte, bis 
dem XVIi Jahrb. .alle Frejfheijt durch hierarchische Wa< 
verdrängt wurde, ein Ton des Atheismus, Skepticitmus, 
Ironie und sarkastischer Leichtfertigkeit neben der str«»^! 
sten sogenannten Rechtgläub^gkeic nnd dem Uvtzig«'^ ^ 
halten politisch-kirchlicher Stabilität. Daher bKeb in nea< 
Zeit Italiens geistiges Leben,. in JB«Oiiehimg auf. Staat vä 
g;tisdUdiaftlichen >8ipäland» fatoto» den Fortäcfaritten ande« 



NatLitt JtalieiL Uebckticlit 101 

MäHrft Völker betiftckCB^h .iwack^ «iiglflich die B0wi9g- 
ehkek der Phantasie nnd des IiebeMWidiaUcts sich gleid^' 
bikl, die iinelidie GewlMliUit miAtli etitbebieii kill ud wIm 
fiiiihifiKche Tbä^iB^eU in eiiaScteeo Fi«|iero aasgesciehnee 
rtttch« leistet. Bej sebwdgenflolterfiill«- dur Natur sijidr 
■ Itdbtt Amadi aad baaUaffang der Menge an der Ta4 
jiiihMg; daaVolk i«t leidenäßbitfllitk hefikifif nd krampf« 
Mft jdsknr, hat ScbaiAKck u^A Uefea •GefiiU, ^paarft initr 
iMfli kickten Side» -dei; eben so «cbnett emiifftiigt als. Ter« 
Mrt ; Flu e» Siatl (ie de la litt. p.. 117X beaeidhnet vid mit 
m Woctn: .»«il» se rooqnent 4* Iwr^ytopire mamite d*dtre.<* 
iihiiiMÜMMiend kiemit wtbmlfn £ir» Fayt (e. M^rell^ 
leMuca 1 p. 169 ft«.) ttaik.Gifthe {i^ Werke 27. S. 192, 
ilM). IKeWrElidi$tenMi|iepbUc^ett;^Qgq|i.tectelM9n rieh 
n rdeaaiHlai iAMbrSokeai grqaee.KrftfN; WecdeA xweckloa 
ei^raidBt; die BeslreboDgen ^vtnatng^i jiMtlieher WDrde .uiid 
Maafichnr JBehacdiebkeiti Aet . V^|kagi|i|it, ierlilglt niHet Yor- 
rdKflnii, wekJie y^rlauht and niekt. auf^egebm werdeui an- 
er eftenoater Z#higherr9cbaft, unter Neftoiismiis,. ahen- 
bcnedkher Vedtehstheit jdur :Regi0rtnggi!nnd|ätxe end unge^ 
«Udkiar Anwaaeani^ , . diene verbMHWni} n . woUeo/ Die öf- 
entikhn Unleiiichtianstaken leitfb^n Wmigie . Methode nnd 
ie naüea . LehcbQeker sind vemltßt.ap^.wwirksam; der in 
n lata Jahren eingeführte tB^J^HOlvters^ weebeelsei- 
if^ Caunickt ist wiartraiiifcben Maehtbabetfi * bald verdäch- 
i^ ■fwliimn nnd mi vi^en Ortm ist die Leitung des Sohul* 
Lesens dcaJandten cnff3ekgegeben wecdep, •*. Butter gedeihet, 
bgiekk db Eiitriebtmig; dfr gelehrten Sebnlea'tnd der Uni*. 
emiitai Teraltet nad sehn a wedewidrig r^i; bie lind da der ' 
übcre wiasensehf^hliche Umerrlcbti abeif .^e abgeschiedene 
«fl&igkcit dc^ geirrten Standsfli i^ nie iia Mittelalter war 
^ xoott in Italien «a%sgehei| wurde, .eignet sieh nicht für 
s« bcstigsn geseUschaftUchen YerhldlnvMe; nnd dqeh scheint 
^ Heniaatrelen ans fsat Uostedidien ^chrai^cen oder die 
^eoamog »rnsdiBcher Sehnsnebt weh sittlich^bürgerlicher 
A irkiQBkstC denen, .welche ihren WiUen geltend machen kdn«> 
^^ Biisftllig sn seyn nnd. als recfaMkräfJMgct Anffodemng 
* Cewaltstraehen betrachtet an werden. 

Ron behauptete sieh, ah Haupisitz des gsisiigen Le- 
«Qs, «eben vennoge der dasidbst anfgcliänüteii Schätse der 



11» NatlLüd lltamiL Veh^ida. : 

bc^ietigeh «od ''d« V«i0lHr4r ^M' Sdittmn mid €rmtoM v«i 
aBlM^oi tiiid ^minilfflMhc»' "WMuuAmiAM^fgtm henrördtGd 
Oingm wieh va» dt» bfll wid htfiiMr Mrf«ilgk«er gdnUüÜMrtuidl 
Ihn kinfliKcImb ObermMit «vMci VfirdecbBch« BiMkitakongc 
d«r- GWstoifrejfMrinHi' die geM^alMniflMi MM»^egtlti s« 
WiedoAekileUpm^ lind firhidtuftjif äM^sjnMemMkciiM bradi 
lUiigiios m»r to gAhsii doA,* in QMlBMllelt ewig« JMafni 
gMNrtae« «rieh«« Idobl neben TMibiMvem "SlfaMtdB« VM 
Piepste und QnMM! wartn^ BdscIiMsflie der WkraüehATt de 
Klinik knd wetteifimm/ 'Oft elniieftigniid ttaJoh iweitUA U 
ftdktftaiBtUk'GMdbAfwMiem^ iki Mege md fiefBeimiaf di« 
wAhkiu L$o K Mi dem JImm Medlol (gbU 1177^ Pepi 
f£<8 711t; d; f. Oiiei <5M}, ^kentHMbsMieh «nd gMdinlaol 
^^ «Mgab «Mimil treflüelfei KAjj^ii nnd beMknte iHiygi 
Ug die Aaitjreiigmi||«n«4er GelebiMi 'uncl KOiutM; eeh Eei< 
alter tr«lr 'tdMi ' «iii> ^JbiMMebfei» fincbrimiigien ibM 

Life Md pmtttdMe «I I»/ Xv litterpeol MOfti 4v4; XteM 
r. A /^; «fv iU^ir tt. ^ Arn«/ nfw A üu^a^ Mmke. Lpi 
iM«w 3i 8. ^ <:AiiieM rfr MB dkiMlben Bmikev (P^ uai 
sc d; 05^ 8ei|t f5n> eii^b tieb IrealiMeiw iiiii\die Vad 
cettiscbb 0iehereetimileiig' Yei^iMec ^ flCMie VVA Itoeti 

[geb. 1521 rJ^/fSmi #t d. 27. Aeg- ^^j ^ ^^^'^^^ ^* 
Aiieicbtta Cttd/ «MT. «fi^M [sl. iSüS] groeeed Eioltt» g« 
babtbtttte, iHikte ttU Gfifdliial [iSStl «ur Ctdendetverbe 
seraiig difttig'iA^v «tellie wftbfedd eeldef ttegienng' ««hi 
alte DttBkMi^ ber^ wlee dei* t<Mi ibm iMMbiilMi>^e<ef»tk| 
tea Vatleaii; B^ rittUti he^rlÜiAett Piüleet an [UM] «d «> 
rtabtete kiihHi iMhe eiM tifnukm^; «Höhtet bewifc«« 
i«»epth^ dam eein eehlmer TielblMt di^UiiMiebe der imdti 
dtareheDhaote: Sckfdeik idIgeM« Blegr^ 7 S. I &; f^ ^^«^^ 
koh kL biet Seb^. 1. «; 1 ffl. — VpiM WtO^ MaK 6«^!^ 
rlni aas Florena Iplb, ifettft; P. 1628 1 et d^ 29. M. 1«^ 
berief mehre ««lebA« nboli 11. wd legte dU» flliAeiiiiiecbe I 
an ; 4e HeideHbeigIscKM Sebftifle tnürden def Vttle. B. <* 
verleibt: Si. Sim^9ikf eflvae Utftiailteiiae. <AMW^ i^d7. 4* -^ 
Clemeng Xt^ 6iov. f rane. l^Mint ane Peeahr [geb. id49i I 
1700; et. d. 19. Mars 17211, «Werten leettitea befcwftt«'» 
vieifadb gedematMgt und diireb die Biäi% Uldgeeitae [dj 
Sei^t. 1713] «belberfiebi^t» hatte aefMokfige A<*MDg ^ 



Nat litt Itattfeik Üebetsicht. 103^ 



lAttwatnr nnd thiih VtMrdieiigte iiih dlMftlbb auch an Geg- 

Bern: (Ci. O. Bildet) L^ben u. Thaten Cl. Xt. Frkf. 1720. 

%. %\ Anliatig 1721. 8; L0M SflBliidTabitiä i p. 33 sqf. — 

EeweiktXIII^ P. Franc OrMhi, Domiaicmile^ [geb. 1649; 

P. 1T24; gt. d. 21. Pd>r. 1730], ein fldMig^r iSchriTtstelter 

(opm. Ravenna 1 728. 3 F.) , feeidificfte sibb lUä eifriger Be- 

iordm der Vereinignng der cbHfttl. Kir^htopaHeyen aus: 

•£laa*l(em.i p. 13 sqq.; Ediarä scriptt. ord. ptaed. 2 p. 

Sf 5 iq. ^ BeHe^ei JF/l^, Prosp. Lambiertin] aus Bologna 

[gek lerS; P. 1740$ st d. 3. May 1758], ein gelehrter Viel- 

acfarAtt (t>^era. Rom 1747. 12. 4), mit edelm Ernsie SiUen- 

Terbcmtttrg'd^r Gtistfichkeit beabsichtigend und gelehrte 

^ns&^cit Sberall gerecht wSrdigend, legte das Maseuni Ca- 

pitQDBimi an, eröffnete eitae Akadenliö der Kircbengeschichte 

whI vnttektte die Vatlc. B. : Acta hist. ecdes. 4 Anhang S. 

105t IL -^ Omens XIV j (Gilns. Ylnc. Ant. GanganelU aus 

& AKabgeiö b. Rinrini [geb. 170&; P. 1769; st d. 22. Sept. 

i7T4], heOnnDig nnd bieder, w^gen Aufhebung desJesoiien- 

otdMi [i M. Jal. 1773] ron RSmlingen rerleümdet, begrün- 

Aeie ta Moseiim aenientinum:«L& \ie du P. Cl. XIV. Pä- 

rift im. 8. — Püu FI, Giov. Ant. Brii&chi ans Cessna [gek 

1717; P. 1775; dt su Yalence d. 29. Aug. 17Ö9], welcher 

^en Fer&lt der püpstl. Mächt in der katb. Kirche nicht al)- 

xu^webdi Termooite tmd schwere Leiden mit Ergebenheit 

tmgyfiMerte wissenschaftliche Bemiihnngen un'd bereicheHe 

Jas Hnnun Pio-Clementinum : /. F. Bourgbing M6m. bist. 

et fbles. sor P. VI. Ed. It. Paris f äOO. 2. 8 ; Teüisch yoii' 

Meyer. Hamb. 1800. — Unter den, in wlssenscfa. u. artisit- 

•cber Hionclit merkwürdigen Cardinäleh zeichnen sicli yor- 

sigfidi aus: Qws. Mar. Tomman [geb. 1649; st. 1713], ein 

geachteter theolog. ^tiriftsleller. — Qiov* BatL Tohäiei [geh,. 

1633; st 1726]. — ^Anhii. Albmi aus Ui^bino [geb. 16^2; 

iL 1751], der kirClifiche Alt^rthüni^r mit gelehrter Einsii^hf 

ei&Bterte ilnd eine im Vatican aufbewalirte reichhaltige Müns- 

OBsdong anlegte; nnd sein, von pföffischem Fanatismus nicht 

%ef, KatfiBt liebender Bruder Aleti. [geb. 1692; st 177^^ 

als Wiiu:helwtiann^ii Beschützer bekannt. — Ang. Maria Qüi^ 

riMi aus "Venedig [göb. 1680; st 1755], ein geehrter Viel* 

scbreiber, um Brescia Tietifach verdient: Commentarii de re» 

bns ad se pertinentibas. Breisiäa 1^49. 3. 8; Bougoi/^ifiNe in 



104 Natlitt Italleiu UebersichL 

Ost. de Pao. des iiuicr. 27 p. 215 sqq. ; SekrocAi LebensbeH 
sehr. 2 S. 419 ffl. — Domenico Passionei [st 1761] erleich- 
terte die Benutsong der Yatic. B. , deren Vorsteher er [si 
1755] war: M6m. de l'ac« des inscr. 31 Hist. p. 331 sqq. — 
Stephan Borgia aus Yelletri [geb. 1731; st 1S04] legt« 
wichtige alterth* Sammlnngen an und förderte gelehrte Arbei« 
ten: JBl. d. Jen. ALZ. 1806 No. 1. 

Die fürstlichen Hofe in F^rrara, welches s. d. XYI Jahrb.) 
anter dem kunstliebenden Haus Este» Sitx hellerer Denkart 
nnd vielurafassender Wissenschaften war, in Modena, Urbino^ 
Mantua u. a. waren in der ersten Hälfte des XVI Jahrh, 
Vereinigungplätze der Gelehrten und Kunstler, ermunterteii 
nnd belohnten aufistrebende gute Köpfe und sachten ihren 
Glans in Vergnügungen, welche auf Litteratur und Kunsl 
Beziehung hatten ; mit ihrer Verarmung nnd Ohnmacht arte- 
ten sie aus und gefielen sich in Armseligkeiten und in leeren 
Prunk* — Der einst mächtige und bis in das XVIU Jahrh« 
reiche Freystaat Venedig hatte viele Grosse, welche Wisseni 
Schäften liebten und förderten ; ron ihm und seiner, aas kauf«* 
männischer Staatsklugheit er Urbaren Duldung religiösei 
Freysinnigkeit ging im Anf. des XVII Jahrb. ein politisch 
theologisches Licht ans» welches erlosch mit der polemischen 
Anstrengung, durch die. dasselbe erzeugt und genährt worden 
war. Die Stadt hatte vortreffliche Sammlungen und bey allei 
inquisitorischen Strenge ein fruchtbares litter. Leben. — Flo« 
renz behauptete, aucii ohne Mitwirkung der Regierung, den 
altherkömmlichen Ruhm, Heimath der Litt. u. K. za seyn; 
die Nationallitteratur, wurde hier immer mit liebevollem Eifei 
bearbeitet Unter Peter Leopold [1765 — 1790] feierte di< 
Aufklärung ihre Siege; und seine Nachkommen in Italien su' 
eben den ererbten Ruhm nach Krältten za behaupten. — Di( 
Österreichische Lombardey gewann unter Maria Theresia un( 
Joseph n [1740—1790] durch des Gr. C. J. Firmian [geb 
1716; St. 1782] ruhmliche Verwaltung an geistiger Thätig 
keit und wissenschaftlicher Fruchtbarkeit; viele freye Ansich 
ten über Staatswissenschaft und Gesetzgebung gingen toi 
Mailand aus. — • Auch Neapel schritt [s. 1740] in freyerei 
Geistesbildung fort und hatte kühne Sprecher für die Recht( 
der Menschheit. In Sicilien zeichnete sich, neben mehrei 
Grossen und gelehrten Geistlichen Fürst Gahr. LancilotU 



Nat» litt. Italien. Sprache. 105 

CuiMm di Tarremuzza [geb. 1727; st 1794] darch rasdose 
Thatigkeit für vaterländische Litteratar und Kunst, Vorzug- 
Geh ras : Fr. Carelli Elogio di Princ di Torremuzza. Palermo 
ir94; ALAns. 1796 No. 36; t;. Murr Journal 5. & 327 ffl. 
Italien's schone Litteratnr hatte bis gegen Ende des 
XYl Jahrb. ihr goldenes Zeitalter; späterhin strahlet nur 
Eiiodnes hervor, vieles ist Wiedecsohein einer gläitzenden 
YcrpDgenheit, mehres kraftlos und dürftig; seit dem Ende 
fa Xym Jahrh. olBTenbaret sich ein, aus dem öffentlichen 
Leben abergetretener und auf daiiselbe zurfickwirkender Geist 
verjüngter Kraft, welcher Anfeindungen und Verfolgungen 
materfain nicht entgehen konnte* Für Geschichte der Hei* 
maih ist im Einzelnen überaus fleissig und zu allen Zeiten 
JsoX glcMJbex Thätigkeit gesammelt worden ; gleichen Reich» 
fhom an solchen Arbeiten hat kaum ein anderes Volk auf« 
zuweisen; für historische Kunst stellte Florenz die ersten 
Master anf« Philologie wurde im XVI Jahrb., Archäo- 
logie s. d. XVII fortwährend und erfolgreich bearbeitet» 
Für römisches Recht, besonders aber fdr Mathematik 
«d Natnrwissenschaft in ihrem weitesten Umfange 
iVDide und wird -viel Trei&iches geleistet 



8. 2 S. 186 f.; ThahoBchi^ *6inguSHe^ Carmani u. a.; Jffisz* 
xaedt^S; Camäla Ugom Gesch. d, Ital. Litteratar icit der swey- 
tea Hüfte des XVIU Jahrh. Aus dem ItaL Zürich 1826 f. 2. 8. 
— /. Lami HeiDorabilia Italorum eruditione praestaatium , qui-. 
Vu vertens sseculum gloriatur. Flor. 1742 ffl. 3. 8; *Ang. Fa^ 
hmd (geb. 1732; st 1803] Vitae (164) Italorum« qui saec. JCVII 
et Xf III floruenint Pisa 1778 ffl. 20. 8 ; Umarbeitang einer 
fiifccren (Rom u. Fiorens 1766 ffl. 6. 8) Saninil. von 50 ßiogr.; 
£j\ Elogi d'aleuai iUustri lUliani. Pisa 1786 ffl. 2. 8. ^ B. 
Gamia Galleria dei Letterati ed Artisti delta pror. Austro-Ve- 
Beta sei see. XVIU. Venetj. 1822 J. '18, 8 m. K. 

/• Die im XIY Jahrh. ausgebildete Italiänische Bu- 
eh er-Sp räche wnrde nach dem Gebrauche, welchen aner- 
kaante Mnsterschriftsteller von ihr gemacht hatten, gramma* 
ticaGsch bestimmt und nahm eine alterthQinlich ideale , dem 
Volksleben und der Uitigmigsprache sich entfremdende Ge- 
italt an; onter den verschiedenartigen, im Fortgange der 
Zat immer seltener schriftstellerisch benutzten Dialekten eior 
seiner Provinaen und Städte galt der Toscanische als der rei- 
nere und edelere. Die BUchersprache gewann an Beichthum 



IGd ItälieA. ^praeti««' 

und Gewandtbrit theih durtti die, besonder« im XVI J&lirli. 
sich sehr vennehrendetl, oft vortteffUcfaen pebersiäfztmgen der 
griechischen und rOiiiischeti Classiker, nanK^ntlich der Ifisto- 
riker (CoUatia storica degli scritt. gt. e lat k JV. F. Üaym 
Bibl. Ital. 1 p. 8—35 Ed. im ; vgl; *J. M. Paftünt Biblio- 
teca degli tutori äncichi. Venedig 17V6 f. 5. 4; ladend de- 
gli scrittori g^eci e dellfe ttaliane vfirsiöni ddid iorö opere. 
Padna 18^8. 8), theih durch Anslegitngen der Tatdrfotidisch^n 
Mnsterwerke, thdls durch Untersachnngen utid Anregungen 
der Akademien, besolid^rs '^teir della Crusea (s. oben S. 54), 
ihdls durch grammaticallsche Arbeiten, tlnter deh teiteren 
lind beuierkenswetth ! P. Bemhü Plrt)s6 velle quifti si ragiona 
delia Tolgar lingna. V^ 1525. F.; riv. da B. Värtit. fl. 1548. 
4; Gf. G. Triisino Castellano. Vicenza 1S29. F.; tlubbj gra- 
inat. Ven.J529. F. n. s. w.; B. Varchi Ercolaho. Flof. 1570. 
4; Lod. Caitehetro Col'rezloni di alcnne Cöse ne! dial. del 
Varchi. Basel 1572. 4; ^opere Tärie eritiche. Lyon (Mäitabd) 
1727. 4; P. F. QiamMlari; L. Dolce u. A.; Beh. Bires- 
matiei aus Fforenz [geb. 1581; st. 1647]: dUIte tä^nni ddls 
Bngua toscana. Vened. 1623. 4 ; *della 1« tont. LI. ^. Ed. Itl. 
Florenz 1643. 4; Ed. V. 1760. 4; Mail. 1807. 2. 8; des les. , 
M. Amt. MamheUi atia Forli [geh« 1582; st 1644] Ctnaoato | 
osservaziohi della Htig. ital. P. 2. Ferrara 1644; P. 1 Forli 
1685. 2. 12; F. 1711; Verona 1722. 2. 4; M^. 4809 f. 4. 8; , 
u. in» A.; Melck. Cefurotti aus Padua [geb. 1730; st. d. 4. 
Nov» 1808] , ToU lebendigen Gefühles für das Schöne, hell- | 
sinnig und f eich an gesunden Blicken : opere cohiplete« Pisa' , 
1800 iH. 39. 8 u. 12; vgl. Q. BarbieH suUa titä e sugli 
studj deir Abb. M. C. Padua 1810. 8. — Der Sprach leb- ^ 
ren sind ungemein viele; von den älteren sind anzuführen 
die des Franc. Fortunio (Ancona 1516. 4) u. Rinaldo Cono 
(Vened. 1549.- 8) ; von deh neueren standen die des Aicc. | 
CaüelH und Giav. Veneroni länge in allgemdnmi Ansehen, ^ 
bis sie durch bessere verdrängt wurden; zu diesen gehören 
die des Franc. Soave [geb. 1743; st. 1816]: Parma lf92 oft; , 
Lpz. 1804. 8; Mail. 1816. 12; CR. J. Jagemänn (Lpz. 17d2; , 
1800); C. fj. Fernow (Tabingen 1804. 2. 8); A^. Pl^agner 
(Lpz. 1819. 8); O. BiagMi. Ed. IIL Paris 1825. 8 u. m. a. 
— Untet den Wörterbuchern (als eins der ältesten, nach 
dein Vocübularius italico • teutonicus. Bologna 1479. 4 , wird 



Italien« Sprache« i\)esie. i^ 

gneniit JPimMe. Ahnm^ da F«rrara Richezm Mla K volg« 

LL X. VA. y. iSSr. 4 oder vilttitftildiger deUa fabbrioa del 

■MHiiD 1546 ete.; 158^ F.) behauptet wohlverdienten Rahm: 

Vooaboluio degll Aeeademiei detta Cmsoa« Floren« 1612^ F.; 

«Iir eil giedMckt; Ed. IIL 1i9t. Z F.; Fl. 1729; Neap. 1746« 

6 F.; eompendiato« Vened. 1705. 2b 4 u. «• w.; *Voo. eres- 

Ml» di aMal nigüafa di roei e modi di Classici (von JM. 

OemH at. ISa^). Vefona 1806 ffl. 6. 4; Tgl. Filüe. Mim^ 

mradDoi od aggtamte. Matt, 1S17 ffll. 6. 8, nobat den JtnU 

g^ntigaii Toa JBat^t, MoeoUtii n. F^triMlh Semwiii DU 

Boaari» della 1. It. Bologna 181d f« 6. 4. Znm Hatfd^e^ 

bnndio eiapleUon afeh nebaii andren : J^. de Aiierti dl Vit 

laaaow N. IMalonario itri. franoese e fr. it. Marseille 177i 

1. i. 4 iks. w.; *1796. 2. 4; Bassano 1811« 2. 4} itaL 

toitaBh. Lfnu 1786. 2. 8; J^, Dia. universale crideo della 

i iL Loeea 17d7 <iL; Bd. IL Mailand 18BS 1 6. 4; CA. /. 

Jm g^mmmm kal. t. xu «.it. WB. WcAsaenfals 1700 ; Lpz. I7d0b 

3. 8< «I^. 1804. 4. 8; A .4, FMppi it. t* a. t. it. WB. 

Lps. 1820* 2. 8; 14r« Vahniini ital. t. v« t. ital. Lps. 1^32. 

4« — Uebor Dialdkte sindmobro WB. vorbanden a. B»: Va«* 

csb. Tenotfoao e Padorano. Päd« 1776. 4; 6üt9. Beerio Dia« 

dd didatao Yoneriano. V. 1829. 4; Mamic%9 P^imo Vooab. 

FioaMteae. Tarin 178S. 8 ; üf . de Bamo Dia. Sidliano Hai. 

ht. Palenao 17ftt fl. 8» 4} «üftk^A. PttipiaUiw Voo. Sldü. 

•teal. itak e lat. Falenno it'SS flU 5. 4 a. m. a. 

II* Die Italianlaehe Poesie daaerte in berdich^ap* 
figer BMtbo bis gegen Ende des XVl Jahrb. fort. Ihr frueht« 
hns Loben äussert sieh in drey Riehtangen; von diesen 
warea orevbt die petrarbisshe Lyrik, in weldier sich die 
HtlaiMat obae b^rvovtiKtefido EagenthOmUcbkelt versa<4iMr| 
and daa toniaatische Epos^ dem durch Ariosto's saaboriScibe 
BUmAapfoog und dnrdi T^Tasso's tiefe Empfiodang nad 
MbrSrnMrfadien Etoit jagenfliebes Daseya aiid höhere VoU 
Vaiaag gfegebea Wa^de; der von Bern! kanstmttssig gestaltete 
kiebtfertige MathwiUo lanltflgea SpoMes and angeaOgeltea Le^ 
kasgenosses ging ans dem in höheren Ständen, bey Abge« 
itorbeliAieit für politische Grösse und Kraft an tfisterne Smi'* 
fiehkcit and frechen Scherz sich hingebenden Nationalcharak- 
iar bonror. Die ernste od^r gelehrte Satjre wurde mit ge- 
ringerem Erfolge bearbeitet, daa Lebifee^Mkt fieiiaig, aber 



108 Italien. Poesie. 

kalt and dfirftig; was in der Elegie «ad Fabel geleistet wird, 
hat nur beschränkte Bedentang. — Gegen Ende des XVI 
Jahrh. erschlaifen Begeisterung und Kunststreben; die Oiriit- 
werke verdanken dem Zufalfe und Zeittone ihr Daseyn, ohne, 
wie vordem, jenen geistvoll .sieh anzueignen und diesen mit 
überlegener Kraft cu beherrschea; fast alle bewegen sich In 
dem Kreise der Nachbildung grosser Master der nächsten uad 
entfernterer Vergangenheit* Marino, reich ausgestattet mit 
Diditergaben , verletzte im Bingen nach Neuhmt und Hoheit 
die Gesetze des reinen Geschmackes und der geordneten Kunst 
und wirkte nachtheilig auf sein Zeitalter .und. selUft auf das 
Ausland. Auszdebnung - verdienen der sarlmonige und der 
Sprache mftchtlge Guarini, der Meister des soherzhaften Epo» 
Tassoni, und der Reformator^ der Lyrik Chiakei^^.an wel- 
eben Testi undFilicaja sich anschlössen.. — Mit «AnAgang des 
XVII Jahrh. kehrte einfache RegelmlUtsigkelt susuek; aber 
bald gewann die fransosische Manier einige Uehernlaeht. For- 
tiguerra glänzet als Bearbeiter des romantischen Epos; Fru- 
goni, Zeno, Metastasix> n, A. erwerben sidb al# Lyriker 
Ruhm. In den neuesten Zeite» wenden sich die besseren 
Köpfe dem goldenen Zeitalter ihrer Nationallitteratur -wieder 
SU und erstreben, besonders iji der Tragödie^ Lyrik und Sa- 
tyre, ein höheres Ziel, Sinn iur Recht und Wahrheit und 
Sehnsucht nach Vaterlaodsehre ansspreehesd , worüber die 
Nachwelt dankbarer richten wird^ als oft von Zeitgenossen zu 
erwarten ist. Der Kampf der Romantiker mit den sogenann- 
ten Classikern (vgl. GSthe Werke 38 S. 243 f. 12<)) und die 
Auffoderungen des geistreichen A. Manzoni (in dem Vor- 
worte zu Adelchi 1822) werden nicht erfolglos bleiben; die 
steife Abhängigkeit von alten Mustern wird bed^tend ertnia- 
sigt; die gerechte Würdigung grossartiger Kunstwerke des 
Auslandes veraUgemeinert sich und wird in Iruchtbaren Nach- 
wirkungen sichtbar. Selbst der enwungene Stillstand des 
geistigen Lebens in der Dichterwelt kann n«r lielistt Elrnat 
und erstarkende Kraft cur Folge haben« 

8. 2 S. 180. — luliauische Volkslieder (des XV u. folg. 
Jahrh. begonnen von W. MüUerj herausg. v. O. L, B. Wolf, 
Lps. 1828. 8. — Parnasso degli Italiani virenti. Pisa 1798 ffl. 
33. 8; 1812 ffl. 41. 12, herausg. von G. ifosM. — Fiorilegio 
poet. moderno. Mail. 1922. 2. 8. 



Itafien« Lyriker des XVI Jahrlu 109 

X Das goldene Zeitalter ist überacbwehglksh reich an 
Bunigfalcigien , m grosgem Theile herrlichen diditerischen 
Eneagnissen , Ton welchen die bedeutenderen^ nach innerer 
Verwandtschaft, zusanun^ngestellt werden, a) Die Lyrilc 
in Petrarcaschen Style hatte sich gegen Ausgang des XV 
Jakib. erneut und steigend verallgemeinert; unter mehren 
geat^t^en S&ngern rind TorzSglich bemerkenswerth ; der po- 
Ütttcii lebhafte, oft bittere Carileo in Neapel [st. 1515?], bi- 
sarr in Strambotti, scharf, kräftig, neu in Cankonen, Sonet- 
ten und Capitoli : Sonettie Canzenl. Neap. 1506.4; op. (her- 
ansg. T. JP. SwmmonieJ N. i50ft; 4; 1519. 8; der geistvolle 
kräfdge, auch üppig witzige Ami. Carnazzano: S. o C. Ve- 
ued. 1502; 1508. 8; Mail. 1519. 8; Proverbi. V. 1523. 8; 
Pans \%\% 12; der von Vaterlandsliebe begeisterte fifiov. 
Gmidiceiom.' Rtme. Bergamo 1753. 8-; der einfach warme 
Amt. Br^ccardo: mit Molza Rime. Vened. 1538. 8; der ge- 
lehrt künstelnde Florentiner Girol. BetUoieni fst 15421: 
Conun. «opra s. Canz. e Son. Flor. 1500. F.; op. Fl. 1519. 
S ; a* ni. a. Neben ihnen hat geschichtliche Bedeutung : Bertu 
Aec^tti ans Arezzo [geh« 1406; st, 1534]| einer der berühm- 
teste Improvisatoren s. Zeit,' in «dessen Arbeiten, mit Aus- 
nahme der Strambotti, epigrammatischer Stanzen, harte 
Sdiwerfädligkeit und Gezwungenheit herrschen; op. Flor. 
1518. 8; vgl. MazzucheUi s. h. v. — Classisches Ansehen 
^(ird folgenden Petrarchisten zugestanden : Graf Bald. CasH^ 
j^Itene ans Casatico im Mantnanischeo [geb. 1478; st. 15291, 
Schüler G. Merula's, Dem. Chalkondylas, Ph. Beroaldo's, ge- 
hildet an den Höfen in Mailand, Mantua und Urbino, als 
Dichter leicht, natürlich und sprachlich streng correct, selbst- 
Uandig in Stanzen : Stanze. Vened. 1553. 8 ; Poesie volgari 
e lat. Rom 1760. 12; Opere racc. da Cr. A. e G. Volp$ Pa. 
dna 1733, 4 ; * da P. -4. SerasH. P. 1766. 4. In der Prosa 
plt er ebenfalls als Muster, besonders wegen s. Cortegiano 
(Vened. 1528. F.; oft; Mail. 1803. 2. 8); Lettere. Padua 
1769 f. 2. 4; in s. lateinischen Elegien und Epigrammen 
herrschet ein rein classischer Ton s. Budtk 2 S. 136 f. vgL 
G. V. Benini Elogio del plu virtuoso uomo Ital. dcl sec. XVf. 
Vened. 1789. 12- — Jacopo Sannazaro aus Neapel fgcb. 
1458; Bt. 1530] freysinnig, kräftig für des Vaterlands Ehre 
eifernd in Sonetten yon herrlichem Wohllaut. Sein, zum 



110 itaKen. Lyciker des XVI iakrh. 

TheU proiBiiabeff» drainatitirter SAlfcnMia^ Adreadia, dem 
Stoffe nfieh «infaeh hm aar Dflridgkeity laacht dasoh w/nA- 
liehe YoUeadpDg Epodie and erlebte aUcia im XVI Jahrb. 
60 Avegaben: A. Veaed. ISM; Nmf. 1604. 4; Veaed. b. 
Aid. 1514. 8; A. e Son. das. 1534. 2. 8; Bf^ MM. 8; 
«Opere volg. Padaa 1723. 4; Veaed. 1741; 175a. t. 8; Para. 
It. 16. 26. AaMrkaaaten Werth babea die kneiataebea Odea, 
Ekglea, Eklogea, Epigramme: de {»rta Tirgiaia. Neq>.15fi6; 
IngoUt 1584; laf. a. i«al. v. GB. CaimrBgi. Flor« 174». 8. 
Opera, Yen. b. Aldas 1535; 1570. 8; (et. Vulfi^rum) Padoa 
1719. 4; 1789. 8; Poemata. 1761. 8; vgl. Budik 1 B. 56 f . 
« 1731. 4; 1751. 8. -^ PMrö Aemfte aas Vepedig [geb. 1470; 
St. d. 18. Jaiu 1547], Cardbial [1539], keaatnissreidi and 
gelehrt gebildet, . eignete sich die Petrareascbe Manier in voll- 
endeter dpjTfieUieher Hsiobeik aa: Bime, Veaed* 1530. 4; Rom 
154&. 4 ; von den preaalschea Sehr, sind die philes» Gespriehe 
über die Liebe (gb Asoteidi L. III. Yened. 1506; «1530. 4 
oft) und <Ue graeimatiealischen Uatenmcbnagea (8. 106) am 
geaebtetaten. Alisa ängstliche Abhäagigkmt von alteftibum- 
lichen Vorbildern ist in den lateinischen Gedichten (Veaed* 
1553. 8), Aufisftlaen nad Briefen unverkennbar vg^ B^dßh 3 
S. 5 f. Als Venet. Historiogreph [s. 1520] schrieb er die 
Gesch. Venedigs 1487—1513 in 12 B. kt. stylistisch aerg* 
fttltig and lieht¥oU in der Anordnung des Stoffes : Rer. ranet. 
historiae L. XII. Vened« ap. Aldi fil. 1551. F. a. s« w«; voe 
ihm ifal. V. 1552. 4; *pabbl. da J. MoreUu V. 1790. % 4. 
Seine Briefe sind sprachlich und jgesehiehtlicb gehaltvoll: Lot- 
tere. Born 1548. 4; Von. 1550 £. 4. 8. Totte le opere (pabbl. 
da A. K SeghezziJY. 172», 4 F.; opere. Mail. 1808 f. 12. 
8. — Fran<f€ico Maria JUolza aas Afodena [geb. 1489; st. 
1544] spiegelt sein inneres Lebea bald mit aartem GdBhl 
und schwelgerischer Sinnlichkeit, bald in kräftiger, bis sn 
morgenländiacher Ueberspannnng gesteigerter Begeisterung ab ; 
s. Ekloge die Tibernymphe gilt als musterhaft; das.Capitel 
in lode de fichi unter dem Namea P. Siceo mit Agresto's (A. 
Cara) Commentare 1539. 4; als Anhang au P. AretifM ra- 
gionamento 1584. 8. Von s. 100 Novellen sind nur 5 be- 
kannt; vier Luoca 1561; die fünfte in Gir. ZaneiU No?el- 
liero. Auch die lat. Gedidite (Epigramme und Tibuliische 
Elegien) werden geschätat: Poesie volg. e lat. coUa vifa dell' 



ItBüen. I^fiker des XVI ^alurh. 11| 

mi. da^ P. A. SeroMßC Bergwo 1747 fl. 3« S. Vgl. Hudik 
2 S. 40 {• -T Geachtet als (^yriker und als NavelUat igt s* 
Zeitgenosse Luigi da Porto: Üime e Prosa. Veaed. 1539. 8; 
Vicensa 1731. 4; Istoria BoveUameate ritroyata di dae ao« 
Vib amanti (Romeo u. Julia). Ven. o. J. 8; 1535. 8 (Yen. 
\^Z%\ 155X 8); Liugano 1795. 8; Mail 18 Ig. 8, — Neben 
iknea s&iid bu beachtet^ ; der bilderreiche Franc. Bepc9^ gen. 
Cofpdta aus Perugia [geh« 1509; st. 1553]: {Um^• Yened. 
1580,8; 1751. 4; Clandio Tolom0i aus Siena [geb. 1492; st. 
1554]« berühmter Redner und Grammatlkef^ der die fanfuh- 
rung antiker Sylbenmaasse versuchte: Yersi e regele della 
poesia nnova. Korn 1539. 4; der vielseitig gebildete, auch 
ab liptriaer aasgeseichviete, Stylist Giovanni della Caia ans 
liagMiLo \gthm 1503; st. 1556], £B. t. Benevent und Inqui- 
sitor in Y^edig, ein correcter Prosaist (il Galateo. 1558. 8 
etc.) nnd gluckHch^r Redner, ein feierlicher Lyriker: Rime -e 
pros^ Yened. lSi5& 4; Qpere. Flor. 1707. 3. 4. u« s. w«; 
Yeoad. 1752% 3^ 4; aber s. burlesken Jugendsünden (Capitoli. 
Yen. 1538. 8 u. insbesondere Capitolo del fomo) s. Freylag 
Nachr. v. seit. BSch. 1 S. 218. — Sehr viele V^eiber ge- 
langten ^ßiQßls saglänsendem Dichterrahme: s. Rime diverse 
di aknne (an 50) fiohiliss, e virt. Donna cace, da lu Dome- 
mcJ^ Yen?d. 1559. 8; einige der bekannteren sind: VOtoria 
Colanna aus Marino [geb. I49ft; st. 1547], durch religiöses 
Gefühl ansgeyeich^t : Birne. Parma 1538. 8; Yen. 1548. 4; 
pubbl. df^ GB. Rota. B^gamo 1760. 8; Verofkica Gamiara 
ans Brcsria [geb. 1485; St 1550}: R. BresciA 1759. 8; d^ 
gefuUvoUe Catpara Siamba [st. 1554]: Rime. Yen. 173&8; 
lig/fia V. Aragpi^i ^k^^^ Tarawa o. v. a. — Von im 
jungten Dichtern dieses Zjei^ers. h^ban us^er vielen an4>sim 
anf Beaebtnng Anspruch ; i^i ToßHlloß^n Neeip^l. [st, 1 570} 
wandaraam feich w ipcko^ferisf^r l^haAtasia., gleich u^a^aS"« 
äg in SchlTipIrigkeit und. AßiHAfdB^ejfj^ oft glücklich aU^9n* 
wcnd: il v^ndemi^o^e,. Neap« 1534« 4 u«. s.. \r. (vgi ßr^ji^ 
iH A^al. 1^ 934 ^fy)i U Po4e];e. Tujda 1760. 12 ^ la hali«. 
Vereelli 1797; Yen^ 1796. 4; C«pii^olo in lode 4«! tingere i 
t^ffßi, Neap^ 1820« 4; Stanae amor«^?, 1574« 19; l^J^gnme 
di K ?ietfo, Q^imi^S^l, 8; Y^n. 1606, 4t, Opera. Yened. 
1738. 4;. U^t^m W%% W; 4lwmiro 4tißtn [»*• 1*70]: 



112 Italien. Epos im XVI Jahrh. 

die Gebruder Capilupi ans ManCna, LeKo [geb. 1498; se 
1560] und besonders Ippolüo [geb. 1511; st. 1580]: Aime, 
Mantna 1585. 12; Angela dt Cottanzo ans Neapel [gel>. 
1507; St. 1591], ein glücklicher Nachahmer Sannazaro^s; ei 
benutzte antike Sylbenmaasse nicht ohne Erfolg: Rime. Padus 
1723; ""1738 (lf60). 8; Pam. It. T. 30. Seine Gesch. Nea- 
peVs 1250 bis 1489 in 20 B. empfiehlt sich durch Wahrhaf- 
tigkät, anmuthige Darstellung und vortrefBiche Sprache : St. 
di N. (8 B.) N. 1572. 4; 20 B. AquUa 1582. F.; *N. 1735. 
4; ^Mail. 1805. 3. 8. — Von T. Tatto nachher. — M. a. 

Rime diTene di ezceilentinimi autori (race. da £• Dom^nichi) 
Venedig 1545 ffl. 3. 8; forfgei. Ton E. BoirigarOj L. Dolc^, 
G. RuBcelUj C. Zabaia^ G. OffrM. Bologna, Venedig, Genua 
u. Cremona 1551 fiL, so dass die Ssminlang aas B. 8 besteht. 
SUnse di diversi ill. Poeti race. da L. Dolee. Vened. 1553. 12 
u. s. w.; «1580; 1590. 2. 12. — Rime spirituali. Vened. 1550 
fB. 3. 12; *SceIU di R. spirit. (race. da Sc. Ammirati). Nea- 
pel 1560. 8. — *Rime di direrti nob« Poeti Toseani raoe. da 
D. AiamagL Vened« 1565 f. 2. 8. — Seeita di R. di diveral 
noderai aotorL Genua n. PsTia 1501. 2. 8; Scelta di Sonetti 
e Cansoni de* piü ecceU. rimatori d'ogni seeolo (raee. da ^. 
GoMO- Bologna 1708; * Venedig 1727. 4. 12; ^Rirne de' piü 
lil. Poeti Itoi. raec. da A. Atüomm. Paris 1731. 2. 12; Rime 
one8te*-ad nso delle senole. Bergamo 1750. 2. 8; Rime aoelte 
depo il Petraroa. Berg. 1757. 8; jRo^iit^ Gironi Raceolta di 
Lirici ete. etc. Blail. 1808. 8 o. m. 

b) Zur Bearbeitung des romantischen Epos hatten 
pHlei und Bojardo (s* 2 S. 201) die Bahn gebrochen; der 
angemessene Rhythmus war gefunden ; die Stoffe aus der wun- 
dersamen-Ritterwelt hatten sich dem Geiste der Gebildeteren 
befreundet; dem ital. Kunstsinne sagte die sauberische Bil- 
deifaerrliclikdt , das Sdiwelgen der Einbildungkraft im man- 
^ aigfaltigen »bunten Wechsel dersdben entschieden zu. Zwey 
grosse Meister Tollendetenniit eigenthfimlicher Yerschieden- 
hnt die Kunstgestalt der Dichtart. — Lodavico Arioito aus 
Reggio £geb. 1474; st. d. 6. Jun. 1533] bewegte sich, mit 
gesetzloser Freyheit einer über Alles waltenden schöpferischen 
Einbildungkraft, in dem durch Bojardo wacker bearbeiteten 
Sagenkreise von den Kampfgenossen Carl's d. 6., ganz hin- 
gegeben dem Zanberspiele mit frischen Gestalten in stetem 
Wechsel und Gedränge und schwelgend in immer neuen Ver- 
bindungen and in nebelartig zttrfliessenden Auflösungen. Sdn 



Italien. £pos im XVI Jahrh! 113 

Oiianfc furioso in 46 Gäsftng^n , die Fracht zehnjährigen 
[IS06--15i4] Afbek^enüsses, ist eiti Labyrinth märchenhaf- 
ter AbeDtfaen^ und bald sinn:' Mythus gestalteter bald mit 
ilkgorie umgebener Thatsacfaen , reich nti Erinnehingeh aus 
der Vergangenheity an- Beziebiingei^' auf ZeitvörfSlle und pci*^ 
«onliche Verhältnisse, und VoH ' satyrisi^her Andeutungen, 
sefaalkhaft-Iuslerrer Ztger Und 'üppiger Geniülde. t>as Ge- 
dicht ermangelt episdi^ Einheit nnd regeltnässigef Anlage 
nsd Entmekelang; die einzdnen Besltandtheile werdfed,' oft 
okie innere liioda»g, dn'rch willkfihrliche Uebergädge an ein- 
ander gereiht; scharfe Besliuimtheit in Zeichnung ' und Hai* 
(äug da Charaktere wird hRiifig vermisst; aber die'Ddrstel- 
Ivag eiiiielBer Gruppen, Erzfthlungenr und Beschreibungen hat 
ToUeadete «olerische Anschatilichkeit und athmet reiches Le* 
ben and kriftige Sinnlichkeit; der grossartigen Meisterzuge 
ood der mannigfaltigsten Ueberraschungen ist eine niiermess- 
Me Fülle« Die Ottaven stnd lieblrch wohllautend; die Spra- 
che hat, bey mancher genialen Nachlä'ssTj^k'cit, gediegenen 
Rdcbtlinm und selbststftndige Cörrectheil: 'Ed. Pn 40 Ges. 
Fertarad. 22. April 1516. 4; 1521. 4; 46 Ges. •I'errara lS3i. 
F.(Abdr. r.,0. Moruli besorgt Mailand 1818. 4); «! Venedig 
b. AUos 1545. 4; c« espesi2ione racC da £. Dolce. Veried. 
1542.4; c. annot. di €f. RustelH} Vened. 155(i. 4 u. 8; Piäb 
1816.5.12 m. K.; • Vened. 1584. 4. ni; K.; PAris 1746; 
\1«; 1777.4. 12; M788- 5. 12; rived. e corr. da CIL. Fe*- 
A<nr. kaa f 805. 5. 12; «Mail. 1812. 5. 8; Pisa 1809. 6 F.; 
1815. 6. 16. n. ▼. a«; die Zahl der Abdrücke äberst^iget 100 
weit ÜD das Lat. fibers. t. T« Bnrholani. ktezzo 1756. 2. 
4; Span. t. J. de ürrea. Leon 1550. 4 u; k: tr.; Tranz. v. 
Pnc99€ie u. framerg. Paris 1787. 10. 18f; Engl.' r. Jr Böole. 
Lond. 1799. 5. 8 v. s. wt ; Teatseh v. Dtet.' v. d. Werder 
rSOGea.) Lps. 1632 ffl. 4; V. J. D. Grie^. Jena 1804 ffl.; 
A.IL 1827. 5. 8 vgl. Heidelb. Jahrb. 1810 St. 15 S. 193 ffl.; 
T. C. SireeAfusi. Halle 1818 fl« 8. Seine 7 horazische Saty- 
feagtbea über des Dichters Lebensverbflftnisse manchen Auf- 
schkn: o. O. 1534; Vened. 1554. 8; * 1567. 12 u. s. w.; 
Pia 1809. F^; Teotsch v. Ck. W. Ahlloardt. Berlin 1794. 8. 
Hk Ijiuchcn Gedichte sind anspruchlose Ergiessungen : Rime 
1S37. 8 II. 8. w« In den Elegien herrscht ÜTidische Weich- 
et« Die 5 Lastspiele, die ersten awey in Prosa geschrieben, 

Wacbicr HB. d. Litt. Geich. III. 8 



114 Itdien, GpM im XVUahfk 

fpftter •ftnintlich i» MwWßjUAgß veni tdruMioli gcbrad 

Nachbüdangeii röm. C!lassik«r, haben ab Veraadie im regi 

m&ttigen Drama Y^rdieaat; haaimdera waHea Caaaaria ni 

ji aappoaiü geaohitat; Yaned. i&iU 12; 1662; Fkranx (K« 

pel) 1724^ 8. Opara. Yanad. 1730. S F* m. IL wihaeDdet; 

dichiarisiani. Y. 1741. 4. IS; 176& 6. 12. Ygl. G. Bariü 

vUa di L. A. a diahiar. al Fanaaa. Farrarm 1733. 4; Ma 

zmcAeilii G. ScJhatz in Nachftr. an Salaeca Th. 3 S. 180 fi 

C L. i^Vmaiv Leben L. A. ZiMeb 180». 8; a FL Cm I 

f fos, Sehr. N. Samml. S. 43 f. ^ Giat^gi%rgi9 TrüsiM a 

Yieenza [geb. 1478; al. 1550], philologiaok gelehrt gebiU 

and kne^biiscber Nachahmer der 'Allen, beaang nach Arirl 

.teliscben Kiuiatregeln die Befiagrong Ilalma Tifn dar God 

sehen Herracbaft 4lurch Behm'' in proaalachen reimloaea ßi 

fSaügen Jamjben mit ermüdender Breite und kleinlicher C 

lehraamkeit, in reiner Sprache: Itaiia liberatn da* Gati 1. 1 - 

Rom 1547; 1. 10 - 27. Yened. 1548. 8. Ym aeinaa ibrig 

DichtWjejrken, Sanetlen, Cansonen, einer Paeiilr, rind di^ it 

manischen, Sefonisbe (1524) mit Cbdren im finiqiideifldi 

Tone und i «iinütMni (1548; nach Plautus, die gelungeascc 

Opeie pubb}. da M. Scip, Mßffei. Yerona «^29. 2 F- 

Lufgi AiammniwtL Florens [geh. 1475; et. IM»]« Miisi 

in reimloaea Yersen, hat nnr auf eine nntarMordacte wi 

unter den iromaiit. Epikern Anspruch. Seine AvItfcbiKle, ^ 

Belagerung wn B<mrg^ Avatfcum, iat'eine matte NachA 

mpng den Homerisoben Tonen; Flen 1570. 4; üerffMi« !?< 

2. 19; «uid Gyrew ii Corteae iat.nieht Tjel mehr als Uebi 

netsuifg /Biner €rans^ IJjrschitft: Pmc 1548. 4; fierg. 17^' 

2. 12. Auch in der feierKehan Sntyre, ia dar Elegie, Vkh 

und hfpk Terleagimf sich die AbhMugigkaat timi Yarbil'e 

nichf Das Trauaispiel Antigope (Fioc. U5^ eigendidh 173* 

8) nach Sophokles alehet i« Achtung; »eniger die Kiaw>^ 

Flow (FL 1556. %). Für das gelangmste alkr aekiar WerJ 

gilt dpts Lehrgediahit in $ B^ dtUn colütraaiooa. Paris 1545. 

*Padua 1718. 4; m. RucaUai npi. Yeroaa 1745. 8; Op0( 

Lyoi^ 1532. 2. 8. ~ lifiaa. fineeJM [gab. 147»; «t i» 

trefflüebesr Humanist «od gt|tar Natmbeobaohter bascbrisl) as 

YirgU die Bienenwtrthachaft in ^dler Ein&k vmi UUßi^ 

der Tr^Sdia Owit das^ripidea Iphigeiga anf Ta«ris g^ai 

voll um: le apL Fkur. t599.i8 «,#. w« Ppana. Pmlaal772.«« 



ftalien. Ep«i iHoXVUahii. U5 

tmmti0 TirtM «a« B«rgtiii# [geb. 1493; «t. J569] bear- 

kjiete i9it faü be«diw0rliefaer AvsftbrUohkeit den Spapi- 

•choi A«ia4ig in 100 Ges« in Qttaipen, viele» e|geiitbu»Uoh 

feitdü«! nnd Tcrsdhtaemdy in Einseloem yorireiBüch : VAina- 

£|i(pdbUL da ir. Dalee). Vened. 1560; Bergamo 175^, 4. 

iL Die veitere AasfiUinuig einer Ejpiaode im Ajnadis il Fla- 

nfaele in 19 0. ist nobeendeft geblieben nnd toh T. Taseo 

ttcntbMtot worden : .Maatua li»7« 4 u. IS^ GebakroU sind 

d»|jmeheQ Gedickte: Kne. Yen, 1534. $• «Bergamo 1749. 

i- 1X9 htraaiig. m. dem Ldien den Vfs von A ^. Serasti. 

Die Briefe «imd Abdruck eiaee «dien Gemiitbs: Lettere. Pa^ 

dua 1793 ffl» 3. 8 ; iwek Terdienet Beaditoog Rag^onamenlp 

MafMdiu ¥on, 1(68. 4. -*- & Sohn Torffuai^ Th9$o ana 

Seratem Neap. [geb. 1S44f st. d. 25. April 1595], groasi- 

W|g» Gwüahlldttng a^ft eckwiraiefischem Zartgeföhi v^ei«» 

^^9 'lUr oft gerietst ton der Wirklichkeit und gemu»- 

haeddtToii der gfoieen Weh» verfolgt von SchreckbiUem 

in KflCtiueae und aufgedebea darob innere Qualen, bewua«* 

den ran Zaitgenoasen und mit dankbarer Gerechtigkeit von 

der Nadbwelt gewiirdigt» ^ab dem rofaantischen Epos die 

keckue Veliendnäg, deren daaeelbe in' Italien empf&nglicb 

wat. ^ Jageodvanuieb ua Ariesloecben Style Biaiddo laam«*, 

auMi 12 CaatL Vened. 1S6^ 4; Y. I283. 12) kfiadigte sei- 

0en Kditerbentf an, welcher dnrcb ein classischea Werk 

Cw^t 1S63, beendet im Frübj. 1575) herrlich beurkundet 

woikiiK; er besang dia Befreyung des beil. Grabes ans. den 

'HU« ier Un^änbigea k^ 20 Ges., ergriffen von religidser 

Betncktmg der Welt nnd Menschheit und von dem idealisck 

^^Uaien, feiomd das fromme Ehrgefühl und die begei« 

mmkUtU der christlichen Bilter, die Wunder der Tapfer-. 

beb lod die Allmackt des Ueberglaubens; eine grosse Zei|^ 

Bit «ym ihren Eigentl^mUchkeiten hat sieb seinem Geista 

in Uendiger Apscbauung vergegtawCirtigt. Natürliche Ein-* 

Wt Qod jbrtschreitende Eatwickelung walten in AeKem Epoa 

nr; die Charaktere sind mit folgerichtiger Sicherheit geseich« 

B^Ae BescbreibuDgen treue Naturgemälde; Rhythmus und 

%Miie vereinen kfiasllerisehe Correotheit mit sauberischer 

ttana^ Kraft und Schönheit: U Gierusalemme liberata. Per- 

nri 1(81» 4 awey Auflagen; Mantua1584. 4 (Livorne 1810. 

1 12); e. aonolaa, di Cif. Geatfft' u. s. w« Genua 1590. 4 m. 

8* 



liß Italien. E|m>s im X\l Jahrh. 

K, V. Bern. Castello (16 17. F,; London 1724. 2.4; Venedig 

1760. 2 F.); Paris 1744; 1768. 2. 12; b. Didot 1784. 2. < 

ifi. K.; Parma b. Bodoni 1794. 2 F. n. 4; 1807. 2. 4; riv 

da OL. Fernow. Jena 1809. 2. 8; Mail. 1823 f. 5. 8; ''Fio 

•reiiz 1824. 2. 8 u. sehr oft; Franzos. v. le Brun. P. i774| 

-1803t 1813. 2. 8; y. Baow-Lormian. P. 1819. 3. 8; Engl 

V. £ir/. Fairfax^ Lond. 1600 a. s. w.; 1817. 8; v. J. Hoole^ 

L. 1803; 1811. 2. 8; Teutsch v. /. D. &r»ef. Jena 1800 fl 

2. 4i *A. IV- 1814. 2. 8; V. C Sirec^ts. Lpz. 1822. 2. 8; 

V. i4. VT. HäuHealdi Görlitz 1802. 2. 8 u. m. Gemüthsver^ 

litiniinang und der Tadel einseitiger Kanstriehter veranlass^ 

ten [1588 f.] die Umarbeitung des iSedichts, damit dasselbi 

•den strengen Federungen systematischer Regelmäsrigkeit volt 

irtftndiger entspreche; diese Gienisalemme conquistata in 24 

^es. (Rom 1593. 4) ist Yon Meit geringerem Werthe. Untet 

den übrigen zahlreichen Dichtwerkes Ts nimmt -das Schäfer^ 

drama Aminta [1572] eine bedeutende Stelle ein; es über^ 

trefft die früheren Versuche in dieser Dichtart, Po/t^^Mruo^j 

Orpheus und Agosi. BeeearCi Opfer [1554], bey überme^ 

gehder Dürftigkeit des Stofles, ^Mf^h**^'*^^'?^''^'^^ Weiche 
heit , oft kindliche Wahrheit de;^ Gefühls und durch schönen 
Rhythmus frey wechselnder Jamben und der lyrischen Chöre« 
Vened. 1581. 8 u. s. w.; ill. da Cf. FeMiaHinü Rom 1700. 8; 
Padua 1722. 8; *riv. da P. A. Seraai. Ct\$ofo\i 1789. 4; 
Mail. 1824. 8. Die vielen lyrischen Gedichte sprechen tiefet 
Gefühl aus und -behaupten ach unmittelbar neben den Pefrar^ 
chischen; die Madrigede sind nie iibertroflen 'worden :< Rime. 
Yened. b. Aldos 1581. 8; 1582 fl. 2. 12; Aggiunta. das. 1585, 
12; »Ferrära 1582. 2. 4; Yen. 1621. 12. Auch ^ie religiös 
sen und späteren Gedichte, obgleich sie einige Erscfalaftung 
der Phantasie ahnden lassen, siud reich an Schönheiten: la 
divina settimana* Vened. 16(K^.4; ^Viterbo 1607.8; it mont^ 
Oliveto. Rom 1605; le lagrime di Maria. R. 1593 u. a«; Rac^ 
eolta di varle poesie di T. ricav. da suoi mr, ined. Rom 17$9J 
8. Merkwürdig ist ein Trauerspiel lult Chören, dessen Inhall 
der gothischen Zdt angehört : TorrismMido. Bergamo 1587. SJ 
Von den prosaischen Schriften verdienen die, das innere Le^ 
ben des Yielbedrängten aufhellenden, «ach zum Theile poIU 
tisch - geschichtlich uiohtigien Briefe (Bergamo 1588. 2. 4 uJ 
a w. ; raco. da P. Müzzu^chelH. Maik ld22. 8 ; T^ inedt Pisa 



Kauen. National-Satyre.- ](17'* 

IS27. 8) und die Geftpräche ober das Heldcü gedieht (Dii^corsor 
deir arte poettca. Vencd. 1587. 4) vorzüglich beachtet 2n wer- 
den. Die nächtlichen Liebesklagen und Lcidengeinlildc (Ve- 
^Uc. Paris 1799; MaiL 1803; 1808* 12; t. v. Th. v. Haupt. 
Danast. 1808. 8) können nach J. C r. OreUfi einleuchten- 
den Gründen (in Beytr. z. Gesch. d. Ital. P. 1 S. f03 ffl.) 
nicht für acht gehalten werden. Le opere. Florenz -1724, 6- 
F.; •Venedig 1722 ffl. 12. 4; Mail. 1804. 4. 8; ill. da O. 
Rofimu 1. Pisa 1820. 8; opere scehe. Mail. 1823 f. 8 heransp:. 
V. G, Cierardim. Vgl. GB. Mango la vita di T. Rom 1634. 
tu u. vor d. W.; P. A. Serann vita di T. Rom 1785. 4;' 
Bergamo 1791. 2. 4 ; J. Black the life of T. with an bist, 
and crit. account of bis writings. Edinburgh- 1810. 2. 4; €?• 
Zvccata libri due. Mail. 1^19. 8. — Eratmo di Valvatone' 
ist der Sprache mächtig und für erhabene Empfindungen ge- 
atimmt; ausser Uebersetzungen des Sophokles und St&tiü>9, 
haben wir Ton ihm ein religiöses Epos , welches in Miltbn^s 
rerlorenem Paradiese berficksichtiget worden seyn soll, VXUr 
geleida. Vened. 1590. 4; Udine 1825. 16; ein kunstreiche^ 
Lelirgedichl la Caccia. Bergamo 1591; 1593. 4; und kunst'« 
voWe Stanzen :' le lagrime di Maria Maddaleha. Fetrara 15S6. 
12; Rime. iBergamO 1592. 16. 

e) Der leichtfertige Spott und die launige Posse oder die ' 
burlesken Einfälle waren in den lezten Jahrzehnten des XV ' 
Ja\ub.', namentlich in dem überall voraus eilenden' Florenz 
^00 Bardiiello', zur dichtcrischeir Kunsfgestalt ausgebildet 
worden; die Mehrheit fand Behagen an schmutziger Stnnlich- 
ielr, an spottischem Muthwilleu und an persönlichen Reibun« * 
;:eo; auch dem Fratzenhaften, wenn es nicht geistlos war, 
varde allgemeinerer Beyfall gezollt. Der Benedictiner Teoßlo 
FoleHgo aus Mantua [st. 1544] 'erwarb sich den Ruhnrder 
Meisterschaft in der von dem Paduaner Ttfi degli Oda^j, wie 
«^ wheinf, eingeführten Macaronischen Poesie, einem possier- 
lichen, satyrischen und gröblich lustigen Gemengsei aus ital. 
^'oftsdialekten und muthwillig verzerrter lat. Sprache: Mer- 
'ifliCoccaji macaronica. Vcned. 1517. 8; •1521. 12; *o. Of. ' 
V. 1530?) 12 oft; opus macar. cüi ncc. vocabulntium. Am- ' 
'Jwd. ^Mantuä) 1768 ffl. 2. 4 m. K.; an zum Theil glückli- 
rfiCD Nachfolgern (namentlich ist auszuzeichpen Cet. Ortini: 
H. StopinI Cäpricia macar. Ten. 1G36; 1653. 12f u. s. w.) 



Hft ' tbOfon. Natioitel-Satyre. 

war kehl Mangel rgh Leuring Sehr« 16 S. 100 ffl. n. wegei^ 

der angehftngteD Beysptde F. W. C^emihe Gescb. d« inacarooJ 

Poesie» Halle ü. Lps. 1829. 8* JR fersiflirte aaoh die Lieb^ 

baberey an der Rolandssage: Liinemo Pitocco Orlandino. Ven^ 

1526. 8; London (Paris) 1773. d; und gab von seinem Lebeii 

Barioht im: Cbaes de tri per nne. V. 1S27; 1546; 8. — Di<s 

satf risi^be und üppig sinnliche National-Posse erhielt ihre VoU^ 

endung nnd ihren unterscheidenden Namen (p. bemiesca] 

durch Fr«Mtf#reJ3emi' ans Lamporeccbio [geb. 1490; 8t.l536]y 

dessen geistreiche, oft witzelnde Uyiarbeitnng des Biqardo*-^ 

sehen Roland bis cum 9 Ges. des 3 B. (Vened. 1541 ; 1545^ 

4i Flor., eigentUdr Nedp. 1725« 4; Mail. 1806. 4. 8) dassh 

schea Ansehen erkngt hat. Er vereinte schwelgerische Bü^ 

derfiiUe, rficksichtlose Keckheit und komische YolksthfiinHch^ 

kcit mit künstlarischer Änmnth und sorgMtiger Richtigkeif 

in s. Riihe, Sonetti und Capitoli. Mit ihm wetteiferten G. 

Mauro di Arcano und Oi'oe. Franc, fiöio, Lmi. MartelH^ f» 

M. Moha (s. oben S. 110), O. iUlla Ca$a (ebend.) u- m. a. 

-« B^i feiotdlicher Nebenbuhler war PÜttoAr^tin^ [gtb. 1492; 

St. 1566]^ berfichligt durch scbaamlose G^Mftinbdt ^ eben «o 

ungeaugelt in PasquiHen als in niedrigen Scbin^icheleyen; i^ 

Yerzeichnita s. Schriften (darunter atuii vielgelesene Andacht^ 

buchet; von sw dramattschen Arbeiten unten) in £berf9 L^ 

xieoB 1 S. 85 ffl.; vgl. Freyiag Anal. p. 40 sq.; Maxzftch^^ 

Tita di P. A. Padua 1741; Bresda 1763. 8 u «ciritt. djj« 

Ihm scbloss sich Agnoh Fitenzuala [st. 1541] an« — '^^ 

furchtbarster Widersacher war Nieeoh Frunco ans Bene?cnl 

[geh. 1569], gelehrt nnd geibtvoH, Meister Am dichterischen 

Volkstones: Dialoghi piacevoli. V. 1542. 8; Dialogo dell« 

belleza^ Casale 1542. 4; Sonette maritimi im Parn. ItaL T< 

25 p. 200; le pistole vulgari. Vened. 1539. F.; Sonetti ooo 

la'Friapeja. Turin 1541. 8 u. s. w. — Die älteren selteaö 

Abdrücke dieser setarrilen Gedichte werden Mitbehrlich durc^ 

die ungleich vollständigere, welche der Florentiner A»ion^ 

F^anceico Grazzim genannt il lasca [geb. 1503 ; st i^m 

ausgezeichnet als witxiger. und spettreicher, lüsterner ^^^ 

Bchershafter Dichter (Rime. Flor. 1741 f. 2. 8; Egloghe. L« 

vi»no 1799 d. h. 1817. 8; la guerra de' mostri. Fh 1584. ^ 

n, 8), glückUcher Komiker (Commedie. Ven. 1582. 8; ^'«^ 

gogolo. Flor, d. h, Vem 1760. 8) und NoveUist, (la prima \ 



Italien. Oitjrr^ Womim im XVII Aihrh« M 

\wao i79a. 2. 8 ; MaiL 1815^. 4. M Tgl. Colks. d'Optuc 21. 
Hör. 1816) ▼•ranstaltat bat: il ^ma libro delF opere bor« 
Indie A Bern, della Casa, Yarchi, Maar«, Biao, Molaa, 
Dakfe, Fireaanialay Martelli , FranaeAi, Aretino q, 8. w> Flor. 
%H%,a Meowlo Kbro» F. iS55, 8; Veirad. t564 A.-2. 8^;t(m. 
Abb. MA. &r/rM^f beraaag. t. P. RoHiJ LondT 172 1 fll. 2j 
8; *IWr. (Naapel) 1723. 3. 8; Born 1726. 3. 12. Vieler an- 
dcrai, toea Namea auf sprfichwdrtlithen Beaeichaong sehrift- 
atelknaiiier Unxüebtigkeit fewor^bn siilil, kaan bier aua 
kieht begniflitbenr Chrnndeo.aicbl Erwäbnaag gescbehea. — 
giMfftftSatj;!«, akrdmiaeben Muscein; aachgebildet, warde 
irmto) Alamtmmi (s. oben 114), Krt^ BenHvögfiäf 
1#. hltm\u. 1560) und am witrigsfen imi P, NelK aus 
SicM (BMk dla Carlona da ifjuTr. ift' Berg^Müi Yened. IM« 
f. 2. 1), rftr ia a., basondeni gegen Gekdtcbe mK SaebwAl« 
tar lenküea InveetiTen oft den barleiken Yirtkseett Tor-^ 
liernthn lint, bearbeiicC : SMire di riM^ peeil jH. (raec. 
per Jr. dbfJb ^aJ^:) Yfaed. fS6S, 12; «¥{I Hbri dl SaMird 
na^jK Ffi SoBBrnoino. Y. fMM. » oft; 8«it. dt Arioefo^ 
BiaHU..LiidDv (Livomo) 1716 ft« 7. 12; ^gl. fl. fidlfa^ 
cAnJJiPrMo Tr. iklh eatira ittfL Mntaa 1714 < Flor. 1729. 4. 
A fiegee Ende des XYI Jabrbi h« ¥erMl der PbeiM 
; 4tr beittbaitea Namen werden merklicb wenige^ 
dt Eneagniaee eine» an efoh «lebt geringen ThfttrgkeU 
btriMikaMafbegtündeten' Aaipraeh aaf die Auraierkaamfceit 
der Nachrek. Faat atabt Gnariai Tereinsamt ala Erbe efaiet 
ffUMeicn Yergaagenheit. Ue Marinoseho Sebwiildeiej^, 
^^"*ffi>aigan.ana nicbt aariebüger Yerwerfung Terbraveb- 
trr krkonnaiiriier Seböofaeirflarfaea der diebterie^Aen Woi^ 
•c% inaCe Icekton Eraais geivilbreki für Wabrkeic dea tAefe* 
fiefiUee «ad Ananadi de< etnfaoben Kmistepielito. Im XYII 
MA. fiaden aigaattich nu# awey Dibbtarlen künsfleriedi« 
Mi^ fie Satyr e and die Lyrik; jene Verediiliilaet unfftng- 
U ait ina roanoniecben Epos «ad nlninit apüter c^nen eit<- 
^tteage« Charakter an; IBr dieae wird atritCMabfiera dnreh 
^^tädtthaoag des elaarieehen Altdribato» etae rcf^clAiftflMgfe 
Vtnddaag eiatrebt. fie Atos^Mtfg dea ^iaütimie» aalf Katf«<- 
^ tod %fMbe afeiieiMn »#tfy Miower ayeg^apeicbaet WcA^ 
'es: OänedBMMii OmmiiUmm FeriMi [f^ l»3l7; et. 16«21, 



im . italietii :Poeae im XVn Jalurh, 

niobt $ni)t .an.riphtigeEtu lidkcEmpfindmig) der -Sprache uni 

des rh;thniiiBcI\eii Wohlkatcs :mäcbtig5 daher kunstreich ifl 

Ausdruck, oft epigrammatisch witzelnd, oft ärmer na Heim 

k^ als .an: Bildern und Worten» Unter s. lyrischen Ged 

(Rime. Veoed, 1598. ;4; Rom 1640< 24) sind mehre^ Madrigal 

von ausgczei(^nete;t Sehdnheit» Dia glaosendste Berührotbei 

«rwarb ihm das! dem Tasso nachgebildete, in s^iachlicbe 

Hinsicht . qlassiscbe Schftferspiel U Pastor .fido« Veaed» 1590. 4 

Ferrara 1590^ 12; XX impress. Y. 1602. 4; sehr <>£t; Loa 

don 1718. 4 m. K.; da A..Ani^niMu Paris 1730. «; eorr. d] 

0. P. A^ Amsterd. 1732# 4; (da lr< IVardiui)* l^omdi 180Q 

2« 8; Mail. 1807. &;• jiurdie »feisten europ. Spr«: lübersetsi 

Auch in der .Komödie vecsadhte er sich: la Idropioa. Yea 

)613. 8; und ^* Prosa galt als ttusterhaft : lettert. xVen. 15dl 

4 o.. Sy w.; Opece. Verona 1737 ffl. 4^ 4 m.'K. ^nbeendet. -^ 

Durch voHendete Cotrectheit s* reimlosen Jamben • behaupte! 

der gelehrte Mathematiker Bemarda Baldd aus UrUno [geb 

S553; 9tp 1617] eine Stelle unter dsnClassikeray ob ergleici 

nch >w^er im Sonett noch, im Lebfg^diohte (JVäat]€B).ttod ii 

Scbftffrgodichteii durcb eigenthun^liche V4ftrsüge ausaeicbB^t 

den ftsQpiscJien Apolog hat> er «zuerst mit EriUg beärbsiteti 

Versi 9 proee». Venedig 1590« 4; Parn. b. T» 23; fl dilavh 

UHiversala osM* .Qon.nuova tnaniera^dl v^si. Pavia^ 1604. 4 

Tgl. J.Ajfo vita di B. B. Parma 1783. 4. ^MdamhäiM 

Marino auß Neapel [geb. 1569; st.» 1625} vereint* €lelebi^ 

aamkeit mi( .reichen Naturgaben, bildete sfash durch Stadium 

dea Ariosto and« TafssO). des^^n UiUganges er. noeh g^nosfl 

und wuj^de als Uanpt .einer Scttale V^erderber des» dich terii 

sehen Tones ia Italien;, er trotzte den hesteiieiideB Sekeni 

heiCgeael^en, um »sich über< das fiür gamein erachtete Natarl 

liohe und Qew5hiiUche:za erheben,* und trieb ein lesesSpid 

mit riesenartiger Erhabeaheit, ivunderlicher Neuheit^ und ol 

Feruaglückter EigeathumlichkeitJa Bildejrn und Worten; bej 

allen Fehlern brachen lebendiges Kraf^efuhl .und ergiebigl 

£inbildaagkraft^ ip * einzelnen sch5tten^Züge&. durch. So eii 

scheint er in lyrischen Gedichten, .in Idyllen und Epigran^ 

men: la Ura, Birne.. Veoed. 1602. 3. 12 «rft; Epiialami. Panj 

$616» 19 u» s. w«; la sampogo^dliisA in Idiiy favplesi e pa 

atosali. Paxis 1620. 12 oft; la galeria distinta in pittura e scul 

me» Venedig 1626. 12 u. s« w« u» m# a. Das. voUstäadigsfi 



besdiTclleiiden DMK^Hi:en aal^drüekl, ausgezelclifnet <)arch 
Mmnighhigkeit, iKAterhidtang' utld U^ertreibM^, ahsiehend 
(iarcb gebngen« Sctiild«r^i>^eii ■und scftröne' Spräthe, ^rirtüdcrnd' 
dunik Breite , wittfeinde Künateley and gaukelnde - Hiisnihefi^ 
iiw\ ttenilaibfgeiti' Pranke^ in dem mycfidlogiächen Ai^tAd 
in ^ Ges. kann er als modeinief^ Nontiotf betrachtet l^^den:* 
YAiwt. Par. 1623. F.; yei»^.*t693. 4^ Tar»i 162«; ^eh. 
i62S. I; AiBiterd. MTB. 4 ü. 16 rtiJ K.; «iLoirfdbn (Lfromo]!' 
I78D.4 n m s. tr.; der 'befhl^hemitiücke Kihdermörä }^ 4 
Ges. cndiSttert' iiiobf eeheA durehf 'achaaerirchen Eitii^t': la 
strage^dfgli Innocentl. Vtfned. i633. 4 oft; BassaVitf 175Ö; «; 
ttsatMÜT, ft Bf e<;Aef,H«tnliarg 1727; 8; \gViÖB. Eitjaetd' 
VmMCiB. Vi. VeQedi ifesfSi* 1635. 12. ^ Des OiröIdH^i 
GroMCto^tiiBfo' di 'Graaata (Modena 1650.' 4; Yen. 1^89. 
3. 13) lat aikhr lyria^ett' ^ ähi epiacheii • Charakter and ' mtht 
««^« «ptaohlidie« Vertfentt • • ^ • ^ 

«)DieieherzbAfteftb<]i^r0 ifürde" mit MebHachen -Efl 
»S*^);^ nnd in VeFftifdei^lieii'RiishttiAgen triefliich ang^batit;' 
CeHnC9p9mK attt V«nijfl* [geb. i5M ; st 1601], ein'gUickr 
fic^ SiiMttfter im IJnaisi^iel, ifalldMte die Beräbfkisch^ 
-Manier; ibcer den'^ErtBeagtifegetf s; heiteren LauTie ist dair 
«nt tpit ikekttttnt ^edkAite»' Lebeil des Mäcenas ih 12' B:^ 
cm« VoipMtnng dei^ nea^Ären Htt Gdhstbezeügangenj daSTOt- 
»ägiielate: Rime. ' Vt^ne Jf • 1656; 1662. 8; PenlgiÄ 177«. 4.*^ 
^^(ktare Ctoc6e aüa Perficeto im Bblognestschea [gebl 
^^^1 it i6||f], frMier bekantit durch Räthsel (mit »iräpa^ 
^•ÄtDtd. VeDed. 1696/4)^ begfündete darch s. Behoido^ 
•iae£alenftpiegeliade,td'etf 'ilohten satjrrischen Yolksroman: 
As&tieiotliKssliile dt B^Moldo; Venedig 1610. 8; weleher im 
Beitoldiiio (Verona d.* J; lAl54) and im' Caeasenno Fortge^ 
<«tst Md Ton mehret» geisti^^lhen MSnnem (Baruffaldi^ Zam4 
r^i dm beSdei» ZanMt «. A.) im eftiten Viertheile deH 
^^ Jahrb. in 20/€ietf.'iia Ottaven umgearbeitet und zu ei-^ 
■^Liebliogsbuche' der 'Nation erhoben wurde: Bertoldo con 
^^dSoo e Casasenno o. annotalsioni (da Yr. A. Buratti). 
'"'dgua 1736. 4 m. K. ; Pam. Ital. T. 55. 56 ; Teutsch. Lpz. 
^WO «; vgl. N* Allg. t. Bibl. B. 6a St. 1 S. 6^ ffl. — Die 
K<iQstgeitaltang des komischen' Epos oder die* Verbindung des 
>^riMhen Sehet asea mit 'der rOmaa«istben Erzählung erfolgte 



laa iM^Ura. Satyve ip XVII ÜMk^. 

durch dea, ab .Gimm«tik«r uiidr'MUiil4mike»deB Kiitik«! 
(welcher die neuere scbdoe U^W9km gßgß» die.akdiMMBiclH 
iQ^Scbnix nabniy das Aaeehen des iir^tQtet« beafritt i|od iOi 
^cbleris^be Verteilst des Pelrarca beaweifelte:. FeiMieil di{ 
versL Ei. IV* Yen. 1027. 4; 1» X degl iagegni aoU e üe« 
Ym^^^^Sair. te beiBuif. v« £« Goai^; aiMgeaeidweleB Hej 
moristef^ vl/0#/a»</r<»u7V^^»VA«i> Mo4«na [ipsb; 1505; s« 
163^]) welfher i^ dieser Diobt^n villigw UnaWiftDgtgkeH y#^ 
dem classiachcfa Alter thmn erweisen {kowIo» Sein-^^ {IM^j 
siettt df n Streit dar, welchen die Moden^^^n nnd Bokignem 
1349 über einen hdlaeraen .Eimer geführt haben #etteBy ^^ 
Peisifi9ge der schwächenden inoisren Kriege UalUnffh i^ ^^ 
SrtU^Mev und persönlicher Anspidangai, g^Stih ^Ansh beiteM 
Laune und gesunden Wit« unri briiMpleit ^tt^ck SchönMl 
der Sprache eine.^eUn unter den iolaiaiaebea NtthNMihfef^ 
hen.: h secebia refd«i da iiMrotf^^' üf^Af^n«. Vßxim«^ ^^ 
herausgeg. ▼• GB. Marino; ißii rUcunstisnsigilbn. des wshreü 
Yfii: MondgJNie ,(Bon^) .]|U24« .13 ^i <»iv anMt. di 8a/t^ 
e di GA. ßarotfi. Madeim. 1744. 4) Pa^ls 1760. ft- ^t ^^^ 
1824. 8; Mai). «827« W. i-rti Kon ^aflhhfir tiaveadrfte GB\ 
i^n/A' (g«b, 1572 k #t^ 1^37} dta.A^nnide aifmif^n P«^ ^ 
sprachlicher Ifinsicht Terdienstlieh : Romr 1634* 12; Flor. 182» 
3. l^i und France fca Braecioimi d«He Ape m« Fistn» [S^ 
1566; St. 1645] perjuilirte die heidiidsiAe Gfttterweit mit mim 
der edler Lustigkeit: le scberno df gK de}^ Flnr^ 1618; * 162$^ 
4; Rom 1626 Yverdnn (FUr*) i772. 12; Fbr, 1826- ^- ^* 
Yen seinen nbrigen Werh^n sind im heiaierken.: hiCi^oe rac^ 
ynstata XY Canti. Par. 1605. 8; XXXY CJ. Yen. 4611.4) 
Flor. 161$..12; die Ekloge fl ba(idM>. LiFOrno 1«2I. 8; i^ 
Nachahmaug des Aminta und. Pastor fido raOMveeo^ "^^^ 
Yen. 1598. 12; das Tranersptid Evaftdro. Fk«. 1612« 8 a.i*i 
dramat. Arbeiten. -— Grossen ihdim eriaagle der florentio^ 
sehe Malier Lorenzo Lijfpi [gek 1606; st. 1664] darcb ^ 
Gebraujcb flerentiniscber IdietisHien und 8prficfaw6ne^ i^ Mw 
mantile radpustato da Ar/ene SÜpoK, Finato (Floretm) l^?^^ 
42 herausg. t. G. Cinelli; e. le note di JRieato Lmmam (f^ 
Üinncei^ dessen Torraehione desolato den^ M. gleichgestellt 
Yun Einigen vorgesogen wird). FL. 1688. 4; c^ a. di Xf* | 
tfaltri. FL 1731; •1750; 17884 2. 4; der Text FL 1732. i 
oft ; P. ItaL T. 37. ~ Y4ft mehren Atbeitw in dtoier Dieh^ 



UiMm. Satyf« im XVH JaMi. 123 

ni s« bmttkeD 4m Gr. Carlo de' Ihtiort (at. 16867 ^^ 
s»o p. eroiooiü. da J&dM» Cr^lM/ Vmed« 1652. g; £d^ V« 
FiAm 1796. 8; oper«. Padaa 1695» 2« 12$ dm verdienteii« 
Arstes lä^r. BellM [af. 1703] durth edlM tvUi^nschaftlichea 
SciMn.hervaMieebeade Buccbareida. Flor. 1729« 8; w^ijFrtmc* 
BmU09mi'M ans Florenz [gelhr 1635; m. 1716} Liebesklag»» 
emea joagaa Bauers in ttoMaifiadiir Baaamsprailie: Lanento* 
di Cec0D da Variatogo. Flor. 16M« 4; Parn. lu T. 83 p. 27 1 
caUe Ml» d*<fc JUartet*. Fl. 1785, 4; 1806; 1817. 6« -- Dia 
cnuca oder galahrte Satyre fand einigiB wackertf BaarMtery. ' 
Toa daaaa Keiaer Torbarrachander bifttemr Lah|etiabhaltlidi- 
keit acb m arwahrea wuMta. Der Mider Smltmier /{a#« 
ans 4an NeapoÜtatiiaehen [gab. 1614; gu 1673] airafet die 
YariRaiii«a der Zeit lo 6 S« »il kräftiger SittensUaDga aad 
maiat m adineideiideia Toacr: 8at« Aibaterd* o» J. 12; e» aw 
da ^äf. SmhiMÜ Amatard. 1770^ »; m apeae di Q. BalceMs 
Leard^ f7tft. 8; la pitluTa a. le aata di O. D. Fierüh. GOt- 
tiogaa 1785, 8« VgL Lady Mergttn tbe Ufa aod tim«a of 8^ 
R. Load« 1824. 2. 8. -- 0tülr. Franc. LmzareUCi tarn (Sab-' 
liio [gab. 1621 «, at. 1^93] pefaöalifibe Saiyre gegen Bouvr. 
Anighiid ia 410 Gefiebtea ,. maial SaaetCtti, ist bamdriatiitc^ 
schalUMifty gaiatreiob witaig, batlery vollendet in Aaflbaaang, 
Kaaacgaatahi »id l^aahe: la Cieceide (1683 f.)« CoaaA^olia^ 
o. i. 8; vtan. Par. 160^; Anatard. 1780« 12; Tg). GSike 
Werke 38 S. 253 f. IK». -^ Cmrh Mmria Maggi aoa MaüanA 
[et. 1€§9i] wird im atfiralAachen Uaaaitba oft peraöaUch bit* 
ier; Biaae Taria racc da I»w i4« Muruierii Mail. 1700. 5# 12; 

Vcoed. 17Ö8. 6. 12. BeßedeiiQ Memuni ana Floreaa [geb. 

1646; at. 1708], e^ fraohdiareE SehnftateUer, nater deaaea 
Gediclitan die lyriaohan aad elegiaobett tod keiner berTorateN; 
diefidan Bedaatnag nnd| aber das didaktiaehe Aber die Dicbt^^ 
kuHt (Flor« 1688; Rom 1890. 12) in Ebren gebalten wird 
lai der all €hniBiaatiker and Kritiker s« Zeitalter nicbt an-» 
enftiaaaliabe Dienaca Matete^ evatveble ia a. 12 Sat Javeaa« 
Kaibe käme FreTmäthigkelt^ Set, d. O. ü. J. (Neapel 1730) 
4; (ib. Ajun. ▼. AM. SahitU) Amalerd. (Neap.) 1718. 8; X^ 
dcB (Lueca) 1759; 8; «c a. di R. M. Braetu Neapel 1763. 
4; «Land. (LiTomo) 1788; t820. IA; Pam» It. T. 40 p. 67; 
Opera. TL 1731. 4. 4. 

h) Nadideia Gaaräi« and Mwim0 ia der lyriMhao Poeaie 



12J Italien.' Lyriker de» XVIIJa&rlr. 

I 

den Ton angegeben' hätten und dem leztereti ein M^n^chen- 
alter hindurch viele Nachahmer sieh anschlosgen, deren Na-^ 
men mit ihrem Zeitalter Terschollen sind, brachen Männer 
Ton reifer Bildang eiiie Bahn j deren Richtnng und Gränzen 
durch Master* des clasaischea Alterthnms vorgezeichnet waren j 
ermangelten sie dudi. des. Ruhmes vollgültiger Eigen thumlich^ 
keit, so wirkte ihr reinerer Geschmack und treuer Kunsifleiss 
doch unverkennbar wohlthätig > auf die dichferischen Bestre- 
bungen der -kommenden Geschlechter. Gmhriello Chiabrera 
aus Savona [geb. 1552; st* 1637], ein Wa«)kerer,frey sinni- 
ger, geistig hochgebildeter Mann verliess den herkumniUehen 
Peträrchischen lyrischen Styl -und wählte Pindar in der Ode 
und Anakrecm im leichteren Liiede! au Vorbildern; jenem nä- 
hert er bieh oft durch kühnen Flug der Phantarfe, diesem 
durch gefällige Anmuth; sdne Verdienste' um rhythmische 
Nenerüngeo sind bedeutend; die Spr-ache hat Adel und Wohl- 
klang: Cansoni LI. IIL Genua 1596 f. 4 u; s. w.; Flor. 1627. 
4. 12; Rom ins. 3. §>; Vened: 1730: 4. 8; Poesie liriche. 
London (Livorno) 1781^ 3. 12; Mail. 1807. ^. 8. Seine er- 
aifihlende Ged. (ritalia liberata C XV.'Vetied. 1682. 12 n. 
g. w.; Amadeida. Genua 1620. 4 n. s. w.; Firense C. XV. 
Flor. 1628. 12 u. s. ^w»; poemi eroici postühii. Genua 1653. 
12) sind von weit geringerem Werthe afs die lyrischen: 
Opere. (mit s. Autobiographie) Vened. •1768.- 6.' 8; 1782. 5. 
12; Lettere. Bologna 1762.4 Proüe inedite. Genua 1826:8.— 
Graf FnMo Testi aus Modena [geb. 15935 «t. 1646] ging 
von Marinoscher Manier «um Kunst^yle des Höratitis, dessen 
Geist dem seinigen verwandt und befreundet war, über' und 
zeichnete sich in der ernsten Ode und iu'Canzonen dtircli 
Gedankenfülle und kräftige ZUge aus; unter s. dramatischen 
Versuchen ist die tragische Oper Isola d'Aldne zu beachten: 
Poesie Hriche. Modena 1627.' 4; Bologna 1672. 8- Baccolta 
delle poesie. Modena 1653. 12; Opere scelte. Modena' 1817. 
2. 8. Vgl. Tiraboithi vita del C. F. T. Modena 1780. '8. — 
Vincenzo di FiKcaja aus Florenz [geb. 1642; st. d. 25. Sept. 
1707], geistig und sittlich hochgebildet, durchdrungen von 
männlicher Vaterlandsliebe, bleibt sich in Würde der Ansicht 
und des Ausdruckes immer gleich, wenn auch Erfindung und 
Darstellung nicht genügen. Seine Eklogen haben wenig- 
stens sprachlichen Werth; so wie auch die lateinischen Ged. 



Italibm ' Poesie im XVm Jahrh. 125 

nidit ohne Gebalt sind: Poesie. Florenz iT&r.A\h7'20.i2; 
L'rorno 1781. 2. 12; Parn. ItaK T. 41 p. 152: .—- Aiet^andvA^ 
Gmdi ans Paria [geb. 1650; st. 1712], von dorn y^ir ein dos 
reinen Aasdmckes wegen geschätztcfs Schäfer^piel (Enttimione. 
Kom 1692. 12; Parn. It. T. 36 p. 285) habten, btfriediget in 
cidigiösen Oden die Foderungen der Correctheitr Kirne. 
Rom 1704* 4. — Aiessandro MarcheiU [geb.l6S2; st^ 1*714], 
ein grandllcher Naturforscher und geistreicher* Gelehrter, der 
gefeierte Uebersetzer des Lucretiüs (Lond. 1717. 8; 1779. 4 
B. 8. w.)mid des Anakreon (Liicca 1707. 8), verfasste treffli- 
che Sonette in feierlichem Tone: Saggio delle rime eroiche^ 
morali e sacre. Flor« 1704. 4; *Vita e poesie d*Al. M. (her- 
ansge^. Ton ßrune^ M.) Venedig 1755« 4. — OB^Feliee 
Züffi aas Imola [geb. 1667; st. 1710], dessen Gattin Fan^ 
siiMM ManUii als Dichterin bekannt ist, -half datch gelnn- 
geoe -Canzonen und Madrigale die tJmstakang vorbereiten, 
welche der Lyrik im XVIII Jahrb. bevoiMitand : Rime. Vened. 
1723. 12; 1752. 2. 12. , . 

C Im XVIII Jahrb. ist die Liebe ^zur Dichtkunst fort- 
-wähfead im Steigen; Ly(ik undiSal/fce »Waken darchäns Tor; 
jeaejMbmiegte sich der Tonkunst an,, bia sie zur ^ernsten, 
hesoadets aach politischen Weltbetrachtung erhoben ivnrde, 
neben welcher das. Spiel mit Tftndeleyen der Liebs seine 
Hechte behauptete; in der Satyre ?rird nur von Einigen di^ 
VicüaatbUehe Scherzhaftigkeit beybehalten, die Mehrheit zieht 
den Toa der Strenge, bisweilen durch Feinheit gemildert, 
vor. Aaf dichterische Ansicht und Darstellung gewinnet das 
Ansland Einfluss , welcher erst späterhin düreh .erwachendes 
Xafionalgefühl beschränkt wird. 

Der romische Prälat Niccolo Foriiguerra {geb. 1674: 
st 1735], ein heiterer und anmnthiger lyrischer Sänger (Rac- 
colta di Hirne piacevoU. Pisa 1780. 8) und geachteter Üeber^ 
«etser der Terenzischen Lustspide {Urbino 1736s P.;'8), er- 
Make das Ariosto'sdie romantisebe Epos im Ricciardetto in 
30 Ges. ; es ist reich an chaotischer AbentheuerKchkeit und 
iMaoDigfaltigkeit , lustigen Einfllllen , Sp&ttereyen 6ber Mdn«> 
eherey und Anspielungen auf Zeitverhältnisse; Spruche und 
^'etsban haben den Reiz bequemer Leichtigkefit und natiir- 
Itcher Nachlässigkeit: il R. di A. Carteromaco. Paris (Vened.) 
(738.. 2. 4 nu K. u. 2. 8; .«Mail. 1813. 3« 8. — Des gelehrten 



«nd fqr IjAukm YwvQSikonufiantig ii» Optir sekr tbltfg^ 
Apo^Mo Zemo om Venedig [geb» 1669; et 17M1 Oratoii^ 
»Bebten Epoche: Poesie saere dnumnfttiehe. Vened« 1735, i 
1742. 8. — Piwlo R0IU aus {Ion [geb. 1697; et 17|S4], t^ 
•Irant mil der alten and bnuii^^ien Utterafffr» fibecpelate IMH 
lon'a verL Paradiesi (Lood, 1735; VeroM }74S» F^ Q. I 
engl. DichlwerlLe und Anakceon (Und. 1749. S) wd Virgü 
Eklogen mit Einaicbt, seiohaete eieh alii Naobidupier CatvH 
sdMtr HendduiayUaben , Properaiecber Elegien «nd. Marti« 
eeber Epigrammen ans, erlftaterte ältere Ual. Claaaiker, m 
verfäaite irefiliche Caataten und geftUige lißder : Canson«« 
# Cantate^ London 1717.8; Poet, ComponimenM. Yened* 174 
8; JKisoa 1782. 2« 8. — GB. Spolvßrit^ me Verona [g(^ 
169$ ; at^ 1763] vereint ab Lehrdiehter grandUche fiaehkeu 
^iaa mil; reifer Kunaibildang und epradilicber SAdnbeit: 1 
eolUvaarioae del riao. Verona 1758. 4; Ed. VIU. Paina ISlI 
8. — Carlq Im^ocenziß Jfrugoni an$ Genna £geb. 1692; 4 
1768] war im leichteren Liede and in der poet. Epistel toi 
4(ugliGh gluekUch: Opere poetiohe. Pwma 1779» ip. 8; Luc< 
1779. 15. 8; Ripe acdta, Breada 1782. 4. 8^ — Fktr^ Mi 
toMtuno (Trapaasi) aas Rom {geb. Iü98; at, 1782]» trefflk 
gebildet von «. Pflegevater and WohkUUer G. Fiac. Gr^ 
vüuij fibertraC in ^der masikaliecheo Lyrik alle Vorgang! 
nqd iat bia jeat anfibertroffen gebliiabeai tob a. Opern oatei 
Opiure. Tari^ 1747 ffl. 14. 8; ^PaiSa 1780« 12. 8 m. Km ^ 
yorno 1811 iB« 17. 8 m. IL; ''Mantua 1816. 20« 12 vh & 
Mail. 1817. 12. 12 m« K. und aaiaerdem aohr oft; Op* V^ 
ume (heraoag. r« Gr. d^Ayala mit biograph. JVachiichtei^ 
Wien 1795, 3. 4; 3. 8 u. 12. Mail. 1820. 5. 8. Vgl ^ 
Ufert de Cßhabigi anlle poaine dramm. di M. » in B. ^ ^^ 
Tor. A. ; Ck. Burney Memoira of die lifo and writings oC } 
Land. 179& 3. 8; jP. Jacoit in Nachtr» an Sulaer'a Tb. 3 I 
95 ffl.; Letaing Collect, 3 S. 162 t — Graf Oasp. Gf^ 
aaa Venedig {geb. 1713 s at. 1786]» fin. beliebter Lywi 
ohne bestimmta Eigenthamlidbkeit, aatyrittvte würdig» bei^ 
und witaig in muaterbafi epivecter Sprache; durch ^^^ 
aetxangen» Briefe (1750 t) und Zeitachriften (1760 f.) g«^^ 
er nicht geringen Einfloaa auf die BUdang der L^se^el 
Trionfo deU'amilti, V. 1759 F.j 1764. 8; Sermoni. BologJ 
(Von.) 1763; Bresci« 1808. 8; Opere in venri ad in pröf 



Italkk. PoMie im XVID Jahrb. 127 

T.irse.«. 8; i9M. 14 Jfi; Padna IM« f. 16. 8; OpcM 

jetbe. Maü 1821 L 6. 8; «leaM op^r^te. \mn. 1824. M. «^ 

CiM. Ctrh Pmäseromi |«tb. 1713; «t. IBUS], al« Lyriker 

Pfetmtidtt «ad ia 4#k AflfeoplschcMi Fabd nkhl uogiilek}ieb 

(lOm. MaiL lt7L 9/12« 1788. 7. 12), «eiget la scHmn, mm 

TWk lehmidieB CioeroM 10t GesAage in 11(KI7 Ottairao 

(lUL tm f.; 1768. 6. 8) «nfAcha Bcitaduh, dBoUiga Laaae 

«ikiMikriadM Conrecthek. ' 

tat iea laalm lahrsahatoa 4m XVill Jahrb. iit die 

JitM^che aad d^hteritdie Tfaili|^it ka SieigMi bagiiffan 

aai «giebig aa treOicbea Fniditen g/tmtam. Wihhiaad 

Mdm h f edieDsdkhen üebartraguagaa der Werke des daa- 

«Mbtt Mtertkanui wetteifattaa, mrovoa dia Uabetsatsoag dar 

Vmik Wk F«ac. KMlIi'/dar Odyawe durck //p. Fmd^ 

mtUe, in Sophoklas da? «^ HtUmt^ dea Piadar dorch AM. 

JüaimtU V. r. a. Zeagaiai gabaa ; M. CeimroM (obaa 8. 

MO), fiMaopt aehr mrki^aai f or Variwtttaag «ad Varadal- 

■agiäaigir Bilda^, daa (hdm in Italiaa aiaCBhrle ; Aadere 

dia dckt Kuaitwerfca Fraakeetcht, Saglaads aad aalest aack 

Tcanttndi ih^er Haimalh anaigaaCen ; Aurtlio BßrtoJa [st. 

ITN] imd lertasa PignoUi mm Areno (geb. 1739; st 1812], 

«di« ikckliehstea Faiai^isten, ia maaaigftdtfgea Naohahmangaa 

^a Bctenhcksan aäbalaa «ad atArkiaa: IT. Favoia^ 1788. 

lS;ifaBttft. BaayHio IlMf. 3; 8; Poaria. Aacona 181S. 6. 

1^; t Farde 1782. 8 ; Poasia. Fl. 1828. 12 ; betraten Tiela 

b s A k ^dU e Dicbter die Kanatbaka aad erstrebten, dft reick 

•> ilpakiuBikber SelbaUtAadigkeit, daa hMiera Ziel, wel* 

^ a rahaiTaliaa Leiataagan einer grossartigen Verga»* 

S^Nkk beseiaknet war. Am wanigatan wurde däa roatnat. 

Epü kaifaeitet; wenn aohon in neaester Zeit [1819] Dam. 

ff^ sad Ce». Arid sagkldk die Zeracftrting Jerasalaaw 

^pkeb danastailea versaAt kaben ; desto aUgemeiaer aad 

^^Ailaier aa erfreallebeB Erseagaieiaa wtv der kegeiaterta 

^9 >rit wekkem Lyrik aad Satyre sa einem veijSngtea 

I^'ilUekeB gefordert wurden. Unter den saUreicbea Lyri- 

^<a kdanen b^spielswaise aosgehabea werden: Ctemenie 

Asdi'iaa Messane [geb. 1742; st. 1#S1], Uebersetser der 

tiiKiliMben Aeaeide (1792] and Geargika [1800], als Lettt^. 

ddacr (le . eaav^rsaaioai 1^2 u. a.) beaditenawertk, ids Ly- 

ribrdnrdi Natitlickkeft aad Müde delr Empfiadaag liebena- 



I 

128 . MtaUfeTL* Jhhprovisätoreiü' 

iviii^digr: Op^re. T)Mi^dig t7fi8;^d; 8} VTl^ 1868. 3. 4; Gi\ 

^epp^ J\iHii»t'Arfs.Bonn9»i»']kiailakidiBchefa [gek 1729; 8 

•1799]/ hosaziseh ih der Ode^taU^fiatyriiser (ii gion». Yen« 

«1779. 8 u^ [^ w.(; Parn. kal. T^ 181 14) iwKiibcb feiner Ma1< 

inaeh dem Lebeat«.; • Opere .pubbL edvUL'^da 'F% Beiaa. Mai 

1801 f. 6. 8; f'1825« 2,>8r*Poem «cdte^ iMail. 1814. 19 

'-Tgl. JBema's'Lebeiidbesebn P's.iin <Or>/ir#" BeytivtX.' Gescl 

d. Ital. P. H. 2 S. 1 ffl.; IppMüo Pmdemmiie aus Veron 

efgeb. 17&3r6U i82$] fieissig, aittlick ledBiok deh Geist de 

(Zeit and des Volkes elf aasend^ beher ia Idyllen; Epistdn 

Sermonen, als geschiobtlicher Tragiker (ArminSo 1819) dicIi 

•ohne Verdienet:. Preee. e poesie' cainpesiri. Vesona 1817. 8 

.Vincemzd» Manii aiw £usigomiodia Ferraresjeehen [geh. 17S3 

• «!• 1828] sinavoller und kräftiger^ Lyriker^ alt Tra^ker ge 

.Bchtei: Poesie; Pisa 1802. 8;. Opere. Mail. 1827. 8. 8; d« 

.hoeazische Gim). Fantoni (Labiado) aus Florenx; der aotil 

*ein{Bebei4g«rtfflO./Mwdliri; der gUtkende Sih. PelHeo u. in 

'«• Von rielqpi anakreeDliSoken Sängern ausser FutUonij dea 

«chwelgerisobea BoIegniBaen Luigi Savioli^ dem kunttreichei 

JlÖmiNr Qiav* Ghehardo 4e Ro9ti u. a., der lieblich- xarte Si^ 

cCUier Giw. Meli: Poesie SIciüane. Palermo 1845« 7. 8., iin< 

ider naive QiuliQ GenonioJ Saggiodi: poesie. Neapel 1812.9 

.<-«:Untee den .Satytikern sind. aasoBr G. FaHnif L PinJ^' 

JnontB^ dem acbojiangtosen BatMtM'j dem- ia schneidendes 

fTone rhetorisch eifernden Affi^ri. (dessen: unter den dramati< 

Acbeti Dichtern gedadbt werden wird) u. m. a«, als Zricbei 

Jer Zeit vorzuglich, an beachten a Gimmbatiiia Cmtti ausPraM 

4a Toacana [geb. 1732; at. 1803], bekannt durch lyriscb 

.Ged« (1794. 16) und berüchtigt, dbrch schmutsigeJVoveUen it 

.Ottaven (Paris 1793. 12; 1804. 3. S)^ wegen s. mtsig alle 

;g^8chea.Verspeittung der vornehmen Zeifverbftknisse in voll 

landet schöner Sprache : Gli aniiMli . parlanti. (26 C.) P«ri^ 

1802. Z. S U..12; *Amsterdam.l814»4. 8. — t and der floren 

.tinische Joveoal Angola d^Ehi [geb. 1754; st. 1824] gleid 

jrein und tüchtig in GesipqungHiMl Sprache: Satire. Fl. 1^1^ 

4. u. 8; Poesie ital. e lat. edite ediaed. Flor. 1827. 2. 8; m»^ 

D. Poesie aus dem Stegreif^, in Italien s. dem XII Jahrh 

einheimisch, wurde gegen Ende' des XV Jahrh» von Iinpf<^ 

.visatori zum Kunststadium erfaobßn, besondera ia Floreni 

yon Lorenzo Medict iin^ in. Bopi.. voa P. Leo X begünstigt 



ItalieiL Drama. - 129 

oitd hielt mk der Besdiaffenbeit der schSnen Litteratnr gleU 
eben Schritt; dahi^r sie sich auch in neueren Zeiten beträcht- 
M vertdek hat* Früher war sie auf lyrische ErgiessnngeQ 
Hod heitere Schwanke beschränkt, später wurde der lyrische 
Gnmiton beybehalten« aber besonders in Beschreibungen und 
ßelnidaangen oft Treffliches geleistet. Diese dichterisch^ 
Welke gehören ganz eigentlich dem lebendigen Genüsse ao 
ond konaen bey schriftlicher Aufzeichnung nur verlieren. 
Eioige der berühmteren ImproTisatoren sind: Bern. Accolii 
oben S.109; &hiQ A$Uonino aus Rom [geb. 1540; st. 1603]; 
Bmord^Per/eiU aus Siena [geb. 1680; st. 1747], hervor-« 
stechend durch gekhrte ^^enntnisse, plastische Klarheit der 
DankeUnng und Correctheit der Sprache: Opere 1748. 2« 8; 
Zscco \tt 1764] ; MeioMtasfO S. 126; Lu%gi Serio und Ant. 
Jerwaiet L Bofsi [st. 1799] ; Maddalene Morelli oder Co* 
riila aufistoja \nt. 1803]; Tere$e Baudettini oder AmarilU 
£{xosca aasLucca; die Jfunta$tici^ die Mazzei; der viel- 
beif änderte jPraiic. Gianni aus Bom [geb. 1759; st. 1823]: 
^ ersi estem^ranei. Genua 1794. 2. 8; Racc. di poesie. Mail« 
^^7.8; e. &cot€$; Bartol Larenzi [geb. 1732 j st. 1822] 
zaget wiflsenachaftliche Saohkenntniss in dem geschmackvol- 
len Lehrgedichte della coltivaztone de' monti C. lY. Verona 
i778; £d. HL 1811. 4; der bilderreiche, von Vaterlandsliebo 
gläbende BarioL Seiiini aus Pistoja [st 1822]: la Pia, leg« 
?«*a romantica. IftoAi 1822. 8 u. v. a. Vgl. Winmayr Ital. 
EpWer. 1801 B. 2 S. 74 ffl. 143 ffl.; N. T. Mercur 1802 
St- 6 S. iK ffl. 

B* Die dramatische Poesie, aas Mysterien hervor- 
^^t!^f^ schein im XV Jahrb., besonders in Florenz knnst- 
lerisch Teredelt und bald durch die kunstliebenden Höfe in 
'«rrara, Maotna, Mailand, Turin begünstigt, wurde eifrig 
aagebaat, aber fortwährend in au drückender Abhängigkeit 
^««Iterthiimtidiaa und später authvoa auswärtigen neueren 
^1*^^ gebalten, um zu voHkommnerer eigenthumlicher Ent- 
^üdong gedeihen zu können; sie rblieb, mit wenigen Aus- 
^^9 auf Nachbildungen, denen oft etwas Heimathliches 
l^jeniiebt war, in früheren Zeitra auf Uebersetzungen der 
^ten beschränkt. Dem grösseren Publicum gefiel ansschliess« 
bi Tolksthümliclie Lustigkeit, welche oft an saturnalische 
Gelassenheit gränzte; daher die grosse Menge und ver* 

^'adiler HB. d. Litt. Geacb. IIJU 9 



130 Italien. ' Drama. Lustspiel. 

Iililtnissm&ssig die fiberwiegende Gelungenheit des Lnsti 
les. In der Tragödie herrschten steife Regelmlissigkeit 
redneris(;he Breite ror. Bern. Aecotifs (s. S. 109) Vers 
eine Novelle romantisch -lyrisch zu dramatisiren' (Virg^^ 
Florenz 1513. 8), hatte zu geringen Knnstgehalt, um 
Gattung geltend zu machen, welche an sich {Britalien na 
gemäss war und zur nationeilen Selbststftndigkeit hätte 
ren k5nnen; auch des sinnreichen Ang. jRtVreA^ gleichzeit 
dichterisch nicht unverdienstliche Arbeit tre tiranni sehe 
wenig Beachtung gefunden zu haben. Das Schftferspiel ze 
jiete sich durch dichterischen Geist und metrisch -sprach! 
Vorzfige aus, ermangelte jedoch des Verdienstes anziehet 
dramatischer Lebenskraflt und behauptete sieh tiur karze 2 
Die Gebildeteren wendeten sich entschieden im XVII Jd 
tem Singspiele zu und dem wahren Drama wurde £e Pflc 
deren es so sehr bedurfte, fast gänzlich entzogen; der gesi 
schaftliche Zustand in neuerer Zeit ist nicht gedgoet ge^ 
sen, eine durchgreifende Veränderung in dieser Riehtnng 
bewirken; doch ist der Ausdruck kräftiger und freyer Ges 
hangen fast ausschliesslich in Trauerspielen niedergelegt m 
den, welche bey grossen Vorzügen mit Ueberfreibonj 
Schauderhaftigkeiten und Grässlichkeiten überladen zu s 
pflegen. 

L. AUaed Dramttargia osis Cataloga dl tutt^ U Dr^ 

i Conimedie, Tragedie etc. ietc. Rom 1666. 12; Veoed. l?^^* 

G. Fontanim BiLI. delt' eloquenza ital. 1 p. 360 sqq.; (^-^ 

relS) Oatalogo di commedie ital. race. da T, 0. Fanetti i 

' 1776. 13. — L. Riecodom Uiit du Th. Ical. Pwii 1728 i 

. ^\ Reflezions Usl. crit* sur les differtns Tltealret de l'&v« 

Amsterd. 1 740. 4 ; P. Napoli^SignorelU Storia crit. de' tea^ 

moderni. Nesp. I7S7 ffl. 6. 8; 1813; 10. 8. — Teatro 

antico. Livorno 1786. 8. 12; T. seelto d'ogni secolo. Mail- 1| 

fll. 10.8; T. seelto. Liromo 1815. 10. 12; »T. seelto sntieo ei 

* Mail. 1922. bis jest 4« 8; T. moderne an^laadite owii« ^^ 

- di Iragedi^ commedie, 4rammi e farse. Vened. 1800. 61. & 

a) Dem künstlerischen Emporkommen des Lnstsp 
les scheint eine uralte Nationalgewohnheit Untcrstnuung 
währt zu haben, die, vielleicht aus den Atellanen übrig 
bliebene gesellschaftliche Unterhaltung, Sprüchwörter 
charakteristische Auftritte des wirklichen- Lebeos aas 
Stegreife mimisch zu dramatisiren , Commedia dell* ^^^ 



Italien« Lustspiel 131 

aiiggetto, welche mch aebea den Mystefien, in gebildeteren 

Kreken fortbildete. Hieraus erklärt sich die, für freyeres 

W«cbsthnin der Knnstgestalc zu weit getriebene Yestfaaltung 

kerkommfich bestimmter Charaktere oder Masken , der des 

PüktaloQ und Bolognesiscben Doctoss, des NeapoKtanisohenh 

Eiiabenen, des Mailäadisdien Tropfes, des Römischen Sto- 

tsm, fcs Calabriscken Saoern, und der Sanni oder des Ar« 

lednoDO und des BrigheUa, welche sämmtlich in ihrer Mand- 

arttpedien, während für die ernsthaften Rollen ohne Mas-^ 

ken 4tt r5niisohe oder florentinische Dialekt beybehaltea 

wiri Im Seite dieser dramatischen Unterhaltungen (von 

denn ob bloss ein Entwurf, /scenario, aufgezeichnet wurde) 

gtifetltftts nob das neuere regelmässige Lustspiel, Commedia 

eniAti, Im mach keinen anderen Mustern,- als denen des Plaa-* 

tns nd Tmntius bearbeitet werden konnte und gew5hnlieh 

«"twig To» den eigentbGmlichen NationaUIKrama in sich auf* 

Dal»; Jk Lustspiele bis gegen die Mitte des XYIII iabifa. 

träges im WesentUchen dasselbe Gepräge und utiterscbeidun 

sich mr durch das Maass lustig-satyrischer Laune, welche 

oft in Canicatur übergeht , und üppigen Volkswitses oder 

4urdi SpradiTerdienst. — Nach einigen Vorarbeiten des XV 

Jahdu gelten als die ältesten regelmässigen Lustspiele : die 

schon dialogisirte Calandra (aufgef. in Rom 1510; gedruckt 

«ena !J21. 8 u. s. w.; Venedig 1662. 12; Pam. Ital. T. 17 

^ ^^)inCtai.BerfmrdaDkfhio da Bibbikna^ [geb. 1470; 

St. \h»] 0« Ij. AHoä9'§ (welchem ffir s. iiA antiken Ton« 

S^teM Sittengeisälde , la Lena, il Negromädte, la Scola- 

stica Veni sdmcddli gebHinchte>) Cassaria; beide in Prosar 

Hi>tf die fkriana in Terzinen: Vemed. 1533* 8« ~ Aus der 

S'^^tsen Schaar der Komiker kdnnen hier Inur' einige der 

wrkwifdigejren ausgehoben Verden r Nieeolö MaQckiavellif 

t« den all Prosaisten 'Unten ansfuhrheher berichtet werden- 

^ seidmet «sidi • in s.>prb^bchen Lustspielen dufch beke« 

'"tGeiit, launigen ^tr, ofti trecbe Freyniüthigkek, beson* 

dcngiqjA Pfafferey, und. durch' scbine Spradiie aus: Man« 

^^ (nra 1501 1) 8; Vened. 15311 8 u. s. w.; Teutsch. 

^ 1805» 8; Clitia. Flor. 1537. S. Ihm kam unter mehren 

üiiMier bedeutenden Nachahmern* und Nebenbuhlern I^ran^ 

^^Ko d'AmbrUj der in Versen und Prosa schrieb und in An- 

^ng der Verwickelungen glücklich war, am nächsten: J. 

9* 



1^2 ItaKen. X.us|8pieL 

Bemirdl. H. 15^. &; il Furto^ Fl* 1564. 8; la Cofanaria 

FL 1566. 8; Teatro Fiön T, 5* — F. Berni (S. 118) dra 

matisirle Possea in 8. eigealbunili<^eii Style mit Beautsrnnj 

des toekanisebfea Bajueradialekt^. Er wurde fibertroffen toi 

fietro Aretimo (S« HS), der die Sitten der Zeit Aristopha 

nigch Ireffead, mit beiasendem Witz» in gelaagenem Dialo| 

%n reranseliaulichen >vus&te und ia dieser Hinsicht^ bey ni< 

verleogneter ßchfnatsiger Gemeinheit, aof eine Stdie tinte 

den ttal* Clawkerp Anspruch hat; Über die Ausgaben (il nia 

sescalco 1533; U.filosofo 1533; la eortigiana 1534; Fippocriti 

1540; la Talania 1542; Cömmedie. Yen. 1553. 12) vgU Eiber 

l^^foübson 1 S. 86. Ihm aur Seit0 .atehea der geistverwandti 

^i^] Firenzuola (S. 118) mit seinen prosaischen Scheraapieleo 

ijjuiidi u< la Trinn^ia 1549, A. F. Grazziäi, etwas feine 

iili 'iippigan Scherz und breiter im Ausdruck., BmrioL Pim 

da* Cagli, GiWn Qgio. Ariane Amtnmko^ u« ▼• a« — Angeh 

£^o/ca genannt Rmzante aus Padua [geb. 1^01; ati 1540 

' wpvde durch rhythmische Carnevals^Possen berühmt^ in wel 

^fen die provinzielle Banernsprache auf die Bfiha^ gebrach 

w«tr: Opere« Yened, 1565; 1584. 12« Mit ihm wetteiferten 

der FJorent. üiw, ßaU. Gellt [geb. 1493; st. 1563], der siel 

^ Grammatiker and gljuckliqhen Dialogifiten, mit; geringen 

Erfolg als AU^goristen gezeigt hat ; la sporta, comm. in prosa 

Ftor. 1543. 8» lo errore. Fi. 1556i. 8;:.0peffe. Mail. 1804. 3 

8; ,Cr<oü« Butf^ C^i;,4'^filr. Calmo (Scaipello Bergamesco) u 

tw a« -r- ßroele Bßniiveglio aus. Mailand, [geb. 1505; st 

1161} hat in S.9 den Ario9to'schQii nachgebildeten rhychmi 

Hf^han Lustspiele (il gelosO n% i fantasmi 1544) güieUidie sa 

tyrischtf Zuge ; Rime. Parjs 1719. 8. — Weniger Gigenthuui 

Uehkeit. fipdet ^ich he; den NacbaluBefn der riten Claasik^ 

fti Dolee^ B^ Varchir QireL PanfAoHa^ Nico, Seoeii u. b 

-4^ Von Seite der reinen Sprache empfehlen sich der aittsami 

Floren tiher Giummmria Ceeeki- [st4 1570],.>Weleher sMdire s 

pros. LuMspiele in ceifnlofte Rauben brachte 1 CSdnuneiKe ii 

PKO^ Ven. 1550. 12; C, in venri.Flor. I£i85. St Anm^ Cor 

Straccioni. Yen. 1582. 12; dei* Elor« Lionarde SrnlvkiH, des 

sen versificirter Graochio [1566] und la spina in Prosa (1592 

vorzüglich geschätzt wärAß: Opere.'MaiI. 1809 f. 5. 8; dei 

Ferrarese jBorro Argenti u. Vi^^ i- C.Caporati, unter dessen 

wie unter L. Tamillo'9 Namen einige Artiüifmke Fär:^n ii 



Italien. Lustspiel. 133 

Uflifanif gesetzt Worden sind, etneute mit feiner ^rroHssigang 
den Bemi-Aretinschcfn Ton s. oben S. ' 121 ; des Philosophen 
Gwrdamo Brmno aus Nola Candelajo (Paris 1582. 12) ist 
reidi an mnthivilligen Einfallen und stark komischen Zfigen. 
CSegen Ansgang des XVI Jahrb. begann durch R^fffi 
Bvrgiimi und Sforza d*Addi der spanische Kunstton Eingang 
sn finden, welchen T. Tatio in den Intrighi d*amore und 
8df^ Brrieo in Rivolte di Parnasso kaustisch parodirten* 
Aach Giof). Bait. della Porta [st. 1615] entlehnte Manches 
TOB SpaBiern; er überrascht durch Erfindung geschickt an^ 
^legier Verwickelungen; seinb Laune ist heiter, oft rohi 
Dialog und Ausdruck sind correct: Comm. Neapel 1726« 4. 
12. — Mickele Angela Bnonarotti aus FlorensE [geb, 1568; 
8t. 1626] Tereinte glücklich genug Natur und Kunst und 
Sockte den Tolkswitz zu verfeinern, ohne ihn xu schwächen; 
er bediente sich des florentinischen Bauern-Dialektes und der 
Bandwerkssprache in achtzeiligen Stanzen: La Fiera (1618) 
e la Tancia (Flor. 1612. 4) con le annotaz. di A. M^ SaU 
rtas. Flor. 1726. F. — Von Guarini s. ob. S. 1 19 f. — Durch 
Fl^flB und bald vorttbergehenden Beyfall machen sich be*> 
merkfidi Giov. BricciOy Oiiavio und Fräncaco J^l$a ans 
Capva n. A., mit bleibenderem £rfo1ge die Neapolitaner Nice. 
Amemia (Comniedie. Neap. 1753, 3, 12) und Pa$q. CitiHo, -^ 
Gegen Ende des XVII Jahrb. begann ' die Benutzung der 
TranMsen, namentlich Moliere's, durch Girot. GigK\^tA72V\y 
anter dessen Lustspielen Don PHone (1711) dem Tartuffe 
nachgebildet das gelungenste i6t u. A. ; des Florentiners QB. 
ß&gm^K \nX. 1742] Bemühen, französische Einfachheit und 
Regelnlässigkeit geltend zu machen, hatte so wenig Erfolg, 
wie die dürftige Correctheit, womit PMf^o ChiaH aus Pisa 
[st. 1787] seine in Alexandrinern geschriebene Lustspiele 
aUcin aassteaerte. — Glucklicheren Fortgang hatte die, volü 
^en Mareh. Domenico Liveri in nicht selten zur Gemeinheit 
herdbainkenden Charakterstücken etwas vorbereitete uncl spä- 
ter Toti Alb. Nota Tielleicht am vollständigsten aufgis&sste, 
ffefinm, welche Carlo GoldQni aus Venedig [geb. 1707; st. 
zu Paris 1793] unternahm. Dieser fruchtbare (er verfasste 
ISO Stücke) Dramatiker schonte die Nationalität und suchte 
i^tfaetiaehe Regelmässigkeit und sittliche Absichtlichkeit mit 
ihr in Eintracht zu bringen.' Viele seiner Arbeiten sittd 



134 Italien« LQstspieL 

undichterisdi ) weitscliweifig, einiseidg, ohne veate HaUn 
und voQ besobfänktem Witze, aber reich an richtigen Be^ 
achtungen über die menschliche Handlungweise und hocbj 
lungen im Dialog und, was das wichtigste ist, sie schieij 
dem Bedürfnisse der Zeit und den Wünschen der Menge i 
zusagen; als zeitgemässe Sittengemälde haben Cicisbei, ^ 
leggiature, il cafl%, la vedova scaltra unbestreitbaren Werl 
die Charakterstücke il bugiardo, il giocatore, Tavaro, il cai 
lier di buon gusto, la donna di garbo können nach italiiJ 
schem Maassstabe als meisterhaft gelten, ia der komisch 
Op^r leistete er weniger; Ope^e. Yen. 1761. 18*8; *i7i 
M9p4. 44.8; Commedie scelte. Mail. 1821. 4. 8. Vgl. Mi 
ponr servir a Thist, de sa vie et a celie de son th^dtre. 1 
ris 1787. 3. 8; itaL Yened. 1788. 3. 8; t. y. G. Sckatz. Lj 
1788. 3. 8 ; F. Jacobf in Nachtr. zu Sulzer Tb. 2 S. 45 fl 
Wimayr Ital. Ephem. 1801 B. 2 S. 45 ffl. — Das Untc 
nehmen, das altitaliänische Lustspiel in das Leben ztirudL ; 
rufen, welches der Tielleicht zu sicheren Kunstberecfand 
fj. Biccobanfi roisslungen war, glückte dem leichten Sii| 
des genialen Yenetianischen Gr. Carlo Gotzi [geb. 1718; 
1802], Meister in der burlesken Poesie und treuem Yerehi 
der altvaterländischen Kunst und ihrer romantisch-äbenthevl 
liehen Gestalt. Er stellte sich , unterstützt von der SaG(^ 
achen Schauspielergesellsohaft, der Goldonisohen Neuen 
kräftig und sofort siegreich entgegen tind dramatisirte 
1761]. phantastische Yolks- und Feenmärchen (tre aran 
jCorvo, Re eervo, Oselin belverte, Mostro turchino), die N| 
logen , Pedanten und Thoren aller Art parodirend , und s| 
nen Witu und Bilderreichthum in verschwenderischer F^ 
ausströmend; später [s. 1771] verpflanzte er fremde Sch| 
spiele, besonders des Span« Cdderon (figUa delP ana), auf I 
ital. Qühne : le X fiabe teatrali. Berlin 1808. 3. 12 ; tJ 
C. &trechfu$9. B. 1805. 8; Opere. Yened. 1772. 8« 8; 1^ 
10. 8j — Yon den neuesten Komikern wird der RSmer '0\ 
rardo de' Bo$H [geb. 1754; st. 1827] des launig* und bit^ 
satyrischen Nationalstjrles mächtig, geschätzt; Frame* Aß 
gati Capacelll möralisirt in feiner Charakterzeichmkng ni 
Goldoni und Franzosischen Yorbildern; der Yenet. Frd 
AnU Aveltoni hat sich fast ausschliesslich tiach Bedomardil 
der Piemontese.Caffii7/o Fetefici, eigentlich Of^^fst. 180 



Italien. Trauerspiel« 1 3 S 

I» wie aach s. & Carlo F. ia dem borgerlichen Drama nach 
Teatschea gebildet« Alb. Nota aus Tann [geb. 1775] ist 
iigelnüittig in Anordnnng des Stoffes , treu ia der Charak- 
iKinchnnog, lebendig,- ohne rednerischen Schmnck im Dia- 
log; Coninedie. Ed. X. Mail. 1826, 2. 12. — Zu den besse- 
ica Komikern geboren unter anderen AnU Sograi^ der Nea- 
folilaoer GiuL Gencino u. s. w. 

DeUa eonmedia Italiana (da G. A. ConMiantini)* Venedig 
1752. 8; LaurtMO TragitnMe {G. A- Bianchi) Osiervsiioni crit. 
Mpnun Tr. della conim. V. 1762, 8; Riccoboni •• oben S* 
130; QMm Mem. S. 133 u. oben; F. Salfi Saggio iit. erit. 
MaGtunedia Ital. Par. 1829. IQr. — Conunedio anticho o« 
0. «.J. (Nei|i. 17.;^1) 34 12; (fif. C. Frigk^Ui) Teatro co- 
lUMlNwitiao. Fl. (Von.) 1750 ffl. 6. 8; Poetio drammaticfao 
c mitlcili leelte od ill. da G. Ferrario. Mail. 1812. 2. 8; Rao» 
colu ai C*. ler. nel sec. XVIU. Mail. 1827. 2. 8. 

AI Aa Tranerspiel blieb auf Nachahmungen derAI«- 

tcBy <la Spphoklea, Euripides und Seneca beschränkt und 

sollte sehr darch Pmnkreden als durch Handlung gehoben 

vedea; k^ einigen tritt lyrischer Ton hervor, in anderen die 

aaf Wirde uad Reinheit des Ausdrucks verwendete Sorgfalt 

^&m,Tc;nrinen abgefaspten Tragödien des Antonio daPi- 

«<»> (VeqeiL 1508. 8) ; TrMno'i Sofpnisbe, Alemannft An- 

^pvel• 8.; L. Dolce übersetste oft wortlich aus Euripidea 

Uli' Se9ee«4 Gün;« Andrea dolt Anguillaro war einer der 

iMficbcri^ Nacha^mef des Sophokles: Edipo. Padua 1565. 

4. -. RopanUsche Stoffe wurden bearbeitet von Ruccellai 

u der Rotmunde (Siena 1525, 8) ; von Marco Guazzo in der 

dimirdu d'amore (1526); von P. Aretino in der Horatia 

(Ii46}; Toi| Ce9. de' Cetari in Romilde (1551) u. A. — Durch 

^tariichen. Geist, und Sprachschonheit zeichnen sich aus: 

^ MartelWi (s. oben S. 118) TuUia mit gedankenvollen 

CkoreB:Flor. 1548.8; Giambait. Giraldfi gen. Cinthio ans 

Fcuara [pL 1573] schauderhaft erschütterndes Pathos: Or- 

l^e. Von. 1543. 8; nove Tr« Yened. 1583. 8; des wacke- 

^Prosaisten S|ioroii€£|peroi»» mythologisch widrige, durch 

'Munische Neuerungen missfällige Canace 1546; c. apolo* 

!»• Veoed. 1597. 4; Ta«#o*« Torrismondo (1587); Maffei 

WoHidulba (Yen. 1590. 4); Lnigi Groto; Ant. Cava- 

^^« QBatt* Livtera n. a. — Ini XYII Jahrb. beurkun- 

^ f^P^fpro BuonarfiUi im Solimpn (1619) eigentbiimliche 



136 Itatien. Trauerspiel. 

tragische Ansicht, welche keinen Eing&ng fand ; Franc. Brtu 

ciolini'M Evandro 1612 nnd C. de' Doitori (s. oben S. 123 

Aristodemo 1657 sind in sprachlidier Hinsicht merlrwardi^ 

Durch eine bedeutende Menge tragischer Dichter, deren Man 

che nicht ohne einzelne Schönheiten und gelnngene Z8ge sin^ 

"wurde die Kunst im XVII Jahrh. so wenig gefördert, a] 

durch die seit Anfang des XVIII Jahrh. überhand nehmend 

eifrige Nachahmung der Franzosen; Vinc. Qruvima [«t. 1718 

ist steif correct; P. Jacopo JUnr teilt [st. 1727] abhängig to 

franz. Mustern ; Gafp. Gozzi in der Elektra , Lmztarini i 

Ulysses schreiben Im Tone der fransösirten alten Classikei 

und der achtbare Veronese Seipio Maffei {«t. 1755}- in ) 

iiochgefeierten Merope (Verona 1745. 4; 1706. 4) ist nudi 

lern kalt. — tinter den neuesten Tragikern, welche sich an 

französischen, brittischen und späterhin auch tentschen Wei 

ken gebildet haben, behauptet mit Recht die Erste Stell 

Cfraf VütariQAlfieH aus Asti [geb. 1749; st. iB99], ^bei 

1UBM reich aa>vielteitigeii Kenntnissen und -Erfahrungen, ei 

griffen von 'gressartige^ Wekbetrachtung und leidenscbaffü 

•chem Kraftwülen; er erstrebte Veredelung und Erhebung d^ 

-Gesinnung, ist aber, wie die, »von ihm fast atktn « aneiicannl 

^anzösische Mustersohule und seine politische Abstebtiichkei 

nicht anders verstatten, mehr Redner als Dichter. Säne 2 

'Trauerspiele [s. 1775] haben unzweydentigo- pcrfiftsche nn 

sittliche Bedeutung und sprachliche Verdienstliehkeit. In <le 

politischen, phantastisch-bitteren Lustspielen herrsoht störend 

Uebertreibung : Tragedie. Siena 1783; «Paris 1769 f. 6. 8 of 

Berlin 1811. 2. 8; über Ai trag. Ideal Streitschr. v. G.Cai 

mignani %%Q7 u. Gaet Marri 1817; Opere (Pisa) 1808 H 

22. 4; Op. scelte. Mail. 1818. 4. 8; vgl. Tita ser. da se mi 

desimo. Lond. 1804. 2. 8; Teutsch. Lpz. 1812. 2.8. -- Ni 

ben ihm glänzet Vine. Monü, dessen Aristodemo (1786) «n 

Manfredi (1788) als Meisterstücke betrachtet werden s. ob^ 

'S. 127. In verdienter Aditnng stehen der Bolognese Ale^ 

Pepoli [st. 1796]; der Veronese Qiat. JKndemonit\ welchi 

das geschichtliche Interesse richtig zu würdigen wusste; Tei 

tro. 1804. 4.^; der nächtlich-düstere, declamatorisch-kräfti| 

Florentiner GBait. Niccoltni • "wegeti s. Polyxena (ISM 

Ugone FofCQh ausZante [geh; 1773; st. 1827], Vf.derBn« 

des Jacopo Ortis, Uebersetzer der Iliade, kritisdi verdie 



Italien. SchäferspieL UT 

mdie Werke der-Tritimvirn der lial. Litteratiir^ feurig- er> 

hakoer Lyriker, ist wiM kräftig in 8, Tranerspielen Thyest, 

Ajax, Ricciarda; u. m. -^ Ale$§. Mantonij ein trefRicher 

Lpiker, erhebet sieh im Grafen Carmagnola (1819) und in 

KiäAk (1822) über hergebrachte Kanstbeeehrünkungen: 

0^ poet. Jena 1827. 8 Tgl. Gdihe Werke 38 S. 254 f. 

282 L 298 f. ; Sihio FelHc^ ergchiittert schauerlich in Fran- 

eeseo h Rimim (1818)= und Enfemio da Messina; der Cala- 

kreae F. Bmffk (Trägere. Livorno 1819. 8) und Tedaldi Fo^ 

rei b BaoBdelmonte (1824) und Beatrix Tenda (1825) ath- 

men wdiriiaf^ dii^erischen Geist; mehre andere zeichnen 

ekk iudi Kraft «der Gesinnung und vaterlftndisehes Hochge- 

toM aas, welche um so- rMimKcher sind, da irdische Vor- 

Auh ae «eht seu begleiien pflegen. 

C Vrm Lezione intorno 11 lento progresao della tragedia In 

' Ma. Tarin 1780. 4; (Jos. Cooper Wmlktr) hiat. memoir ou 

JtaLtitgidj,- from the earKest peried to the present .taonete. 

. «(t ata, bj a «iei«hnr of ^ Area^iaia aead- of Reme« (Iioadon) 

^'^^i;Antt.BeduBchi aullo stato attuale della tragedia in 

Itilk Parma '1827. 8. — (Sc. Maffet) Teatro Ital. oaia icelta 

£ tragedia. Verona 1723. 3: 12; Scelta dl rare e celebri tra- 

' 9^Cre«foiffte del lAi^iem^ l'Orbeccha d«l GirMi^ l'Antigona 

' MifaaNtaä e l'&iraBidro del BrmeowUm. Vened. 1781. 8; Kaee. 

<i^ge4ie acr. nel «ce. XVUl. MaU. 1825. 2«. 8. 

t)tim Schfif erspiel, dem dialogisirten und lyrisch 
»>pajiin3ekten Idyll, hatten G. Boccaccio mit Nimfe di 
Anwto, A. PoUtidno (s. 2 S. 200) und Sannazaro's Arcadia 
(•kenS. roöf.) den Ton angegeben. Vester bestimmt wurde 
tfseSj ficbteri^cher Wort-Üeppigkeit zusagende Drama durch 
AWa de Corr^gio Ccphalus (Venedig 1515. 8), GBaif. 
6W*i fS. 135) E*gle (1545), Agosttno Beccarft [st. 1590] 
Opfer (1554) und Alb. Lollio't Aretusa (Perrara 1564. 8); 
wioe Vollendung gewann es durch T. Toiso^s Amihta s. ob. 
& 116. Dieseni Meister schlössen sich ^n/oiifo Ongaro im 
^ (Vened. 1582. 8; Padua 1722. 8) und Guid^Uldo Buo- 
^tlli [st, 1608] in le FilH di Sciro (Ferrara 1607. 4; ♦Pa- 
Ä 1651. 4; oft) ' mit so gänzlicher Verzichtung auf alle Selbst- 
ändigkeit an, dass ihre Werke das grosse Muster im eigent- 
Ecblten 8inne nur als Schatten begleiten und deh Wiederhall 
sdirer Zaubertöne geben. Ungleich mehr Eigenthümlichkeit 
ist an QmrintM (oben S. 120) Pastor fido zu rühmen; die- 



138 Italien. SingspleL 

ses, ungeaehtet &• seltsamM GeataltaDg , idcbt mit Unred^ 
bewanderte Gedieht, nebst Ridolfo Cmmpeggi'i Filarmindj 
{Bdogm 1605. 4) «od MA. Bmouarom'$ (S. 133) Urtbeil h 
Paris (Flor. 1608. 4) scbliessen die Reibe, der bemerkensweii 
theo ErselieiiiuDgen in dieser Dichtert ; seit dem nwey teo Yie< 
dicttle des XVII Jabrh. ist das Schäf^rspißl vea keinem Dich 
ter mit anerkanntem Erfolge beaf beitet worden« 

d) Das Singspiel wnrde durch die Chore der Trago 
dien nnd Pastoraldramen votbereitet; m GiraldPM Orbecchi 
verfasste [1541] Alforno deüu Violm in Ferrara wie.miuif 
kaiische Begleitung; aber seUbstständig scheint es erst as 
Ende des XVI Jahrb., vermittdst der durdi Giov* de' Barii, 
Gr. von Vemio [1580] geleiteten, das Redtativ ein@brendoi 
Musikalischen Akademie in Florenx, hervorgetreten xa seyq 
Oitmio RinmcciMfi mythologisches Sch&ferspiel Dafne nacl 
Ovid wurde Ton Crime. Periy Carn und 6«v/. Caecimi is Ms 
aik gesettt md mit grossem theatralisdien Prunke in.Fleren^ 
[1594] aufgerührt'; diesem folgten [1600] desselben Vfs tra< 
gische Oper Euridice, von denselben Tonkünstlem compomrtj 
und [1608] Arianna mit Musik von CL M^nteverde^ ^ 
glrich vom Anfang war die Poesie der Musik unl^gaor^ 
und Je: mehr die leztere bey dem Sinken des diditerisebel 
Geistes aufblobete , desto entschiedener blieb ihr staedbali 
behauptetes Uebergewidit. CUmbrera (8. 124) führte de^ 
Charakter des abentheuerlieh - Wanderbaren in die Oper <»i 
nnd JBtd.* Camp^gi machte sieb durch romantisclien Ton u 
.8. Tancred (Bologna 1612) bemerklich; in der Regel warei 
die Stoffe ans der Mythologie entlehnt und die Operndicbtei 
Gim>. Fau$iiHi, Bern. JUarandi in Piacensa, Gi9v. ApoU^ 
Ap&llMJ in Venedig u. e. a. hatten die meiste Beruhmtheil 
Im XVIII Jahrk. stieg die Musik zu höherer VoUendm« 
der Neapolitaner Al€9$. Scarhii [geb.1658; st. 1728], vrel 
eher das obligate Recitativ einführte^ war Urheber ihrer fort^ 
wachsenden Kunstherrlicbkeit ; ihm folgten die ernsten Ob 
Pergolese [geb. 1704; st. 1737] und Aicc, Porpara [g«^ 
1685; %U 1767]; der Neap. Leam. Leo [geb. 1694; st. 17^2] 
der Lehrer de» idealen AnU Mar. Gaqp. SaceUni [g^b* ^^^^ 
St. in Paris 1786], iWco. Pieeinfe [geb. 1728; «^^ *^^^J " 
III. a.; iWcc. Jornelti [geb. 1714; st 1774]; L. C^marosft l« 
I801]i etor. Pae$i€lt0; P. GuglMmi [st. 18<Hj; V^^^^ 



Italien, Singspiel« Prosa. 139 

BigUjtt [gt 1812], der [a. 1793] in Berlin lebte; Ra$iidi n. 

A. — Die berahmtesten Operntbealer , deren fast jeder Hof 

fias batte, gind das di S» Carlo [1737] in Neapel und della 

Feniee [1791] in Venedig, — Unter den Dichtern ist na^ 

i«m Ttgelmässigeo Ap. Zeno (S. 126), welcher geschichtliche' 

GtpailiBde aaf die Bühne brachte nnd fransosische Muster^ 

jmttA obne dgentbumliche Kraft nnd Wärme » in correcter 

Sfndie nachahmte, Frug^ni^ Maffei^ am bemerkeotwerthe* 

sieB f; Mita$ia$w (S. 126); in der Anaohmiegnng des Rhjrth- 

mm ai tie T(takanst iat er daasisob ; seine Darstelliing be« 

nrkaa^et beharrliches Stndiiim alterthümlicher nnd moderner 

HLevttttftiicke; die von ihm dramatisirten Ereignisse MBkd 

liMkit viinhrsoheinUch> die Anlage nnd Eotwickehing oft 

^wi^Kmk^ die Charaktere einseitig ; aber ein geübtes lyoL- 

scha GefiU waltet vor nnd einselne schöne Zuge oder die 

amoi^i mae Sprache entsdiädigen vor Müpgeln» wcddie 

der Diebiart eigenthünlicb oder als fast unYeraaeidliche Fol» 

gern ikm bislierigen Behandlung sn betrachten sind» £r hfant 

tcittoi 28 Opern, von welchen Didene abandoooata [in JMear 

^ ilU] £e erste war , nnd viele kleinere Singspiele ; v^ 

Smmä i 8. 650 ffl.; JF. A. ScUegel Vorlas, über dnmu 

KlAhti S. 39 ffl. — Die komische Oper, Operette, 

Open Imffs, bildete sich nach der eommedia deU' arte und 

wurde mit äbertriebener Possierlichkeit, aucb in der Sprache, 

mgttltttei. Als die älteste wird Oratio. VeeciCi [ju. 1630] 

Aififanasto (Vened. 1597» 8) genannt» Anerkanntes Kaest» 

yoüm hat sich kein Dichter nm sie erworben ; . durch die 

t^postisnen BaüL Qaluppft [geb. 1703; st. 1785], JP. At^ 

>»V[)Breb. 1736; st. 1796], iVrctWi, Giu$. Srnri^^M [geU 

1729; lt. 1802], Vineen» Mariin'i [st 1816], Vmh Fio^Da- 

raiftü. M. wurde die Tbeilnahme des PuUioians gesichert. 

BB. Aofll' Compendie del traCtste de^generi e de* ünhü dslla 
Mfliics. Rom 1635. 4; Aanotssioni lopta il Comp. etc. Rom 
IMe. Ai Lyra Barbarina. Fior. 1763. 2 F. — Stef. drteßga 
k riroloiioiii del teatro mutico Italiano. Bologna 1783. 2- 8; 
rned« 1785. 3. 8; teutsch m. Anmerk. y. /. iVl Forket Lps. 
2789. 2. 8 ; /. Brown lettera on the poetry ai<l tai^ifck oF Ae 
hil. Opera. Land. 1789. 12; Fts ttooUUz .Ftr Freaade der 
Teakauft. Aufl. tf. 1. Si 262 f. 

JIL Die Italiänische Prosa, seit dem XIII Jahrb. in 
noreas^aufgefaildet, wurdet su reifer Veflendung erhoben; 



140 Italien. Prosa. 

deben dem fortdauernd ^lerrscbenden, Ton Pietro Areftno 4ni 
«einen Geistesverwandten mit humoristischer Genialität zu 
tinnlichen Anscbanlichkeit gestalteten, Novellen-Styl und ei 
ner aus der romantisch-dichterischon Stimmung des Zeitalten 
erwachsenen üppigen Geschmfickfheit des Ausdruckes, be 
hanptete die aus den Werken des classischen Altertfaums ent 
lehnte correcte Einfachheit und Helligkeit ihre Rechte ; Mac 
ehiavellij CasiigUonei^ Bembo u. y. a: stellten Muster der di 
dalaischen und historischen Schreibart auf, welche für iU 
reifen gebildeten Schriftsteller anerkanntes Uebergewicht ge< 
tvannen ; eine fruchtbare Thfttigkeit, vorzüglich in geschieht 
liehen Darstellungen, waltete vor. Diese dauerte auch in 
XYII Jahrb. fort, obgleich in der Regel nicht ohne bedeu« 
tende Abweichungen ; die Sprache wurde breiter oft mit kunst' 
lerischer Zieriichkeit überladen; Dagegen gewann der bej 
sunehmender Wissenschaftlichkeit zum allgemeineren BedurP 
niss gewordene, von Galilei ausgebildete Lehrstyl im XYIH 
Jahrb. die Oberhand und viele Schriftsteller der neueren Zeil 
haben sich unzweideutiges Verdienst darum erworben. Ihre 
heimathliche dem Fassungvermögen und Bedürfnisse der foi 
Geistesnabrang empftnglichen Menge angemessene Eigene 
thümlicbkeit hat die Prosa dadurch aufgegeben, dass sie aas' 
schliesslich der licterärisch gebildeten Lesewelt angehört und 
einem das Höhere erstrebenden gesellschaftlichen Leben siel 
nieht anschmieget ; die Zurückrufung der älteren Kunstgestall 
hat für die, in ganz anderen Erfahrungen und Ansichten be^ 
fangene Gegenwart zuviel Fremdartiges, um zu frnchtbarei 
Wirksamkeit gedeihen zu können. 

G. Fontahim delP eloquensa ital. L. IIL Venedig 1737. 4; 
' Esame di vilrj art. sopra il libro intit. Teloq. 1739. 4; *bibIio' 
< teoa- dell' elequenza ital. con le annotasioni üVAp. "Zeno* Vened« 
17621; P^rma 18^3 1$ da« Register iSlO» 2. 4. — Proie Fio^ 
rentine r^cc. dallo Smarrito (C. Dali). Flor* 1661; 17.16 fil. ITi 
8; Vened. 1751. 5. 4; P. L. Cofataaüni Seelta di pr, it. Pari! 
1809. 12; Ej\ nuova seelta di pr. it. tratte da piü cel. scritt 
noderni. F. 1822. 2' 12. — Orasioni diverse. Flor. 1547. 4 
Orasioni rascolte da Fr. San^&pmo. Vened. 1561 ; Ed. Ul. 1^^^ 
4; Letiece yolgari di direrii nobUistimi uominl. Vened. 1542 ffl 
3. 8; L. di diT. uoniini (rae9. da L. Dolo§). V. 1554. 4 u. §1 
vr.\ L. racc. da D. Aianagi (1554 u. s. w.) e F. PörcaccU 
XVI. Ven. 1566. 8r L. di Principl. Ven. 1581. 3. 4; N.Sceltj 
di L. eoa un diieorso di 0. FüiP. V. 1574; Ed. II. 1582. 4. 1 



Italien. Prosaistea des XVI lährfi. 141 

rf^ Gmmis Serie no. 1230 «q. 1663 tq. 1984 sq.; Raecoltft 
fmsioni e fettere. HaiL 1808 fl. 3. 8. ~ Noreliea-Sanmaim-, 
gen«. 2 S- 198. " „ , 

Im XVI Jahrb. siad eimge der merkwjirdigstaii Prosai- 
sten: der Florentinische Maler Leonard» da Vind [geb«^ 
\A%1\ St. 15 19] 9 dessen umfassende wissen^cbajbliche Kennt- 
nisae in der Mathematik and liefe Blicke in die Natur der 
Dinge eben so grosse Bewunderung Terdienen,. als seine hen« 
lidie Kaiistwerke; Tieles ist. von ihm AUgedeutel: oder erör« 
tert worden, womit Bacon, Kepler^ Castdli: späterhin die Na- 
tarwisaeneebaft bereichert bähen» S* Wprlc .über die Male- 
rey, fir welche die Gesetze der. Perspectivem aiuerst durch ihn 
bo^mmt worden, zeichnet sieh durch (Klarheit der DanteU 
lang uni kermge Sprache aus» Viele Auisfttaei Brudistttoke^ 
Andeutnngeo sind ungedruckt: della pittur« hh IIL P«vi0 
1651. F.; Hör. 1792. 4; Mail* 1804. Spr'Rea» lftl7. 4 m^ 
K. VgL J. B. Ventura Essai snrjes euvrages de L. da V« 
arec des firagmens tiris de aes.ni^ Paris 1797. 4; <Cl Amo^ 
reiti Memorie stör* su la vita, gli stu^ e le ap. di L« da V. 
Mail 1804. 8; Gqthe Werke 39. S. S9 f. •-: Der oft harl 
genissdeQtete, freüidi von der, sein Zeitalter. uAd Volk über* 
wahigettden Macht ungezügelter ^nidicbkeit nur allzu abfaftn-« 
g^ Florentiniscbe Staatpseeretär Niecoh Mapc^avelH [geh« 
1469; St. d. 22. Jon. 1527], tr#fiUdi humaeistisch gebUdety 
«n adiarfstnniger Beobachter der geifellscbaftliGhen Verhalt- 
nime, reich an unerfreulicher MewchenkeiHlCniss, mehr Zag« 
Kag und Aasleger der Erfahruagy als si^d|^ gl^ossfu-liger 
Doikcr, rin geistvoller Komiker («. ob49i.S..131) und bur- 
lesker Cameval-Dicbter) Wird als cl«isischei|t Musta^r der: «K* 
daktiacfaea und biatorisehen Ptosa dn^rkatiat. and ist ifk eiuH 
£aeher Gedr&ngtheit undaiMpruchlos suhSner Correothcgil^.ii)eht 
ibertreffeD worden. Seiq^ rpolitisohe Ansichten wurden durch 
4» richtig aafgefasetefn Zuitand Itc^ens herrojcgernfen und« 
vfrfalg^o d^n Testgehaltenen ^week^ d^ Freyheit und Ehre 
des bedrängten Vaterlandes um jeden Preis sa retten. ' Hier«* 
aaf waren die herrlich geschriebenen > gedenkenreichea Be» 
traebCBDgen über Llviu« irrste Dekade (Dtecorsi snlla^f rima 
deca di Livio. Flor. 1531^ 4; Rom 1631. 4; Vened. 1540. 8 
Q. a. w.; Filadelfia 1792; 1797. 8) berechnet; sie sollten die 
Ergefattitte^ welche, das. Snidtam der .altromischen Geschichte 



142 .ftatien« Ptosaisten desXVIJahrL 

dem selbstdenkenden StaaMnanne darbietet, Teraiiick«ilkhti^ 

Darum entwarf er [1513] mit sieherer Mristerhand, nichj 

ohne bittere MenschenTerachtimg und mit unverkeanbaiel 

Abneignng gegen das Christenthttm, welches ihm zur kräftig 

entichlossenen Förderung der jütischen Freyheit nitht geei^ 

net sehieh, die empörend treue Naturbeschreibwig der zol 

Erzieinng krüftiger Staatseinheit erfodeifichen W^Shr dei 

Herrschers: il Principe. Rom 1532. 4; Florenz 1582. 4; Ve 

ned. 1540. 8 u. sehr oft; tentsch m* Anm. u% Einleit« vonA\ 

W. Bekberg. Hannover 1810« 8; Tgl. Fr. ^uchh^h in W9Ü\ 

manu Gesch. n. Pol. 1803 B. 2 S. 69 iA.; A. lUdo(fi penaeti 

intemo alld a^öpoA N. M: nel libro del Pr. Mail« 1810. 8| 

das Buch, kein Ideal, sondern den Befand der Wirklichkeil 

dlarstellend, katii'[1592] in Yerrnfv Da die ersehnte F^er« 

heil und Machtgtilsse Italiens ilnr dureh Waffenglftek Isu yer^ 

wirkHohen wbr, so ^ stellte Jlf ; s. im Wesentlichen • aas 4et 

Alten gescbSpfte , rdchhaltige und dem ZeitbedliffAiisBe mchi 

unangemessene Theorie der Kriegdcunst in 7 B< - WlialogtscU 

hochgelang<en dar : arte drila guert*a. Florertx 1521.8; Yened; 

1540. 8 n. s. w. Auch die übrigen polit Anfsälse, Verband^ 

Idtigen, Gutachtete stimmen mit diesen Grundsälzen ubemni 

Die Floi^entihil^e Gesch. in 8 R, t. 121& bis 1434 nur kam 

Uebersicht, ▼•1484 bis 1492 ausfQhriich, soll das Yersteke« 

der Gegenwart befSrdem und verweilet vorzüglich bey Est* 

Wickelung des Parteyenkaratpfes ; die streng gescbiditUob« 

Forsebung imd Treue ist bisweilen dem Streben naeb lebfni 

diger Anschaulichkeit untergeordnet; die Zeitre^hnufig ist rtf\ 

nachlässigt; die- Anlage hat kunstlose Leichtigkeit; der Toi 

ist dem Livins nachgebildet; der Betrachtung liegt tiefe Auf! 

ÜBSSUttg eig^nthümltcher Menseheoittten zu Grunde; Darstel 

Intfig md %rache haben eüt aaffItllMde Kilte and Nöcbtenij 

heit, immer gleiche Einfachheit tmd Richttgk^t: hlst. fiof 

norenz 1532. 4; Rom 1532. 4;* Vetaed. 1540. g u. s. w.; « 

V. W. Naumann. Berlin 180^» 2. 8; die BruchstOdce am 

Forts, dieses Werkes stehen im Diario de' snccesai piii impor 

tanti seguiti in Itdia e particorlamente in Fkenaa dal 149) 

vi 1512 da Bt'agt'o Buonaccorti. Flor. 1&88. 4. Als histo 

risch-politiscber Roman ist anzusehen das Leben des Castruc 

cio Castracani, bey ist. fior. 1532 u. s. w. Von trefflichen 

GehaUe sind die Novellen, der goldene Esel (Flor. 1&48. S 



Italien. Prosaisten des XVI Jahrb« 1 13 

Qtl Bdfagor (det dem Qiov* Brevto 1545 anzugehören 
»iieint T^. Gamba No. 1087): Opere 1550. 5 Äbth. 4, fünf 
Aasg. mit derselben Jahreszahl, die abeir nicht die wahre ist^ 
Mls 1560 thdls 1580 theils 1660 wahrscheinlich in Genf, 
Rom «. Basel gedruckt, worüber Ebert Lex. 2 'S. 6 fl. und 
Gonk Serie no« 520 sq. zn y^h Flor. 1551^ 4 n. s. w«; 
Opm inedite. Londl lf60. 4; nitre Op. ined. Amsterd. 1763. 
2. 4; Op. Florenz 1782. 6. 4 herausg. Ton dem Lord Naaau 
Clmmg; Philadelphia (Lirorno) 1796. 6. 8 heransg. v. O. 
AfpoK,* Basel 1803. 8. '8; Mail. 1804. 10. 8; 1816L 11. 4; 
'Florenz 1813. 10. 8 heransg. v. A. C^nti^ mit 42 ungedr. 
BnefemiDd niehrta Staatsschiiften* ausgestattet: Französ. ▼. 
TL ^ttnitt. Paris 1799. 6. 8; Ton J. N. Perie$. Par. 1823 
L il»;fiBgl. y. Bd. Fameufortk. Lond. 1762. 2. 4; 1774, 
4. 8. Vifle g. Briefe sind nngedmckl in Sahfs Sammlung, 
in Print-BibBoiheken zu Florenz und in der Unir. Biblio« 
tfaek n Korfh s. ReTue Ene. T. 41 , 1829 p. 406 N. VgL 
XTirei/er Gttch. d. bist. Forsch, n. K. 1 S. 16619. AveneN 
HeiibvürdigQng in Revue Enc. 1829 T. 1 p. 81 sq. 376 sq. 
T. 1 p. 224 sq. — BL CaitigUone 8. 109. -^ Mit nieder- 
■^dig^n Währnehmnagen über Menschen und Hftfe, toH 
Tateriiiiliicfaen, oft leidensdiaMichen Sinnes, «teilte der Flo- 
mim Frnnte9€o Quieekardini [geb. 1482; st. d. 27. May 
15#] «e Geschichte Itatiens 1493 bis 1532 nfaeh den Ma- 
tten 4« elassischen Alterthums in 20 'Budiern dar. Eine 
P<iKMi«£(laktische AbsfcfatUcbkett und Befangenheit, welche 
der Treue vxA Glaubwürdigkeit Eintrag thun, herradien vor ; 
doA endieint 6. in den ftnsseren Thatsaehen, bey vielen als 
üneog« glaubwürdig ; seine Erklärungen haben beschwerU- 
cheBrAe, Wiederholungen w^rd^n nicht vermieden und die 
Spneke «näangelf, bey mannigfadler Schünheit, des Ruhmes 
tthntuiloser Gedringtheit : Della istoria dltalia L. XVI 
(^cnasg. V. m Neffen Agnoio O.). H. ISei. F. u. 2. 8; Ve- 
BH.t564. 4 (vgl. ThtianuB rettitutus. Amsterd. 1663. 12)i 
I^IX. Yen. 15«|. 4; 1738. 2 F.; oft; Flor. 1819. 8. 8; 
'«Sa miglior lesione ridotta da fif. Boiiini. Pisa 1819. 10. 8; 
I^. T. C. S. Curio. Basel 1566. F. u. 2. 8; in viele leb. 
%. übersetzt Vgl. /. O. Soheffner) in WoliWMn» Gesch. 
0. Pol. 1802 B. 2 S. 346 f ; W. a. a. O. S. 172 ffl. — P. 
^io s. oben S. 110. — Die Florentiner /ae<^ JVardi [geb. 



144 Italien. ^8sii«t«ii d99..Xyi Jabiihj 



1476; Bt.m 15551}, , eifriger X^epnbliccKper».' und. ^«%iV# ^ 
Nerli [geb. M85; 9(^.1^56], A^bäi^er.der Medjci, be«chrie 
hen in maslerbft^ei; J^pj^^che, mit diosioht,. lehrreich und bdi 
ziehend, ^hmr-picbt pbne. politi»(^ Be£ftfigea|^t.die innen 
^^hicbte,>d^ J^lprenünUcbipii ^aate«; 4f^<^ vqi|.<i4^ bu 
1531 in 9 B. (|.jon..tWi2^. Hören« X^,A)^lüe»ef v. 12li 
bis 1537 in 1% B.\0^ex«ii3g. y. Fr99^* Si^ttimani^. 4er and 
\72Z Bem. Segnfi if^ch biedere freymMliigkeit «asg^eidu 
nete rior, , jGesobf Vb. 1927 bis .1 55& heretosgab, Angsburg,. eig. 
FL 1728^ ^p), Ji¥ech8eheiiig Ergänznng, Be^ishligmig und iiM 
refung d<^ Fpr3.cbnqg. gewährend*. ^-^ fienedet^ VarcU ans 
Florenz [^eb..;|5Q2i«fc d.,164 Koir* 1566],. ein. Fiplwisseniei 
und scj^stdenketder Gelebrter, cocreoier L^riK^ (Sonetäi 
Fler* l&55^f.'i;,8}, ge9<dit|Mr i^ebfn^eu^er C^oc^iw de «^ 
FL,1551.,4; Seqe^a de.beai^. JCL 155*. 4), /^ochverdieater 
d^aiiimatik^r und Kriti|cer (^Leaieni« Flc^. 1&90. 4 ;• If)D^^ 
lano^ FU45TO; M73a 4j Padua,1744*2, 8: Mail. 180*- 2-»^ 
verfassti^ äne. mei&t^urlqindli^fa^treiie«, aucb VoJJa^^^A be« 
r(qksiqhtigeii$le F4erenliniscfae GeeduolKe der .neuiaren 2?i^ ^* 
1527 bis 1^38^ zu^bat jy^.Bexifibung aaf d^s iierrscheidt 
^»^s der .Modic^,. in. 15 Bm die Spraph^iat. *alUrtb<M»li^ 
sgr^i^g^ co^ü^cty aber, weder gedrängt« noch .lebendig; ^^ 
F^orentina (be^ausg. r.. JR,. Seffim^m)* CoJa 172UJ^-i ^' 
1SQ3. 5- 8. — G. if#//4i. Ca«^ n., C/..To/i»|»Qi a. oben $ m^ 
Gj^. Gf//* S,. 132; 44 LQlfdQ <S. 137^ wurde. von Z^tgenas^ 
aen alsRednffc geq4l4t)^ -^ ^lMii&«M.C!a«rii aoaiCffita boovj^ 
[geb/l507; at 1566J, durch .lywehe Gedichte (Rime. Vened. 
1569« 4 .{it a* w-). ^. J^^ »^ di|rgh die Ufberaefaung dtf 
Ylirgilftcbeo; A^neide in voUeodcitt/ivohUauiendea reimloM 
Verseif, (Yened. 1581. 4;m11. a,,w.; Verona J728, .4; Maü, 
1^1^^, 8; Bern, 18.19. 2 F.) berühmt, hat 4\Arch sßUBtßlhf^^ 
Brie/e in Tecedelter Umgaogspracbe bleill^ndepi Anaehen ^rn 
lapgt: Lettere. ¥cned. 1572 fl. 3^4; Pf^ua 1726. 2« 8^^^^^; 
4.. 8 s^broft; Lettere inedite c ^npol^ di.i*. MaztncckeUi» 
Rbil.. J827, 8i Operc. Vened^ 17&7^ 7. 8; MaiL ISW fl. «-S* 
— Yen ,4eni kräftig genialen Mnad^xBmvfnutfkCeUini «^ 
Florenz ^eb, 1500; st. 1570] iiaben wir, ausser technischen 
Aufsätzen (due trattati uq^ «uiterno die ' otto principali arti| 
deir oreficeria, Faltro in materia dell* art^ della scaltura. Flor* 
15ö8; 1731. 4; Disc. di «Fchitettura in Morelli Codici »»H 



Italfali. FrosaisIeD des XVI Jahrh. 145 



%i^ Mim lUir.'^biiiiflDii» Yen. «ITTC; 4) dile amaberiaeh naiv 
Mridiulifliffte Antobiognipfato; vita. CSin (Neapel 1718) 4; 
M 1805. 2. 4; ft« m./Nachtr. t. GlMe. Tob. 1803. 2. 8; 
Opere aHa mSgl. lei« rid. da O. P. Caipani. Mail. 1806 f. 
1%. Gißrgio F«f«rr» aus Arexio [st 1574] verfante aaa 
AtMBg geiaiamelten NnohriohtMi ansidieBde vad durch wak* 
kmUrtbeSe aad Betraditangen lebrrridie, ^wenn auch sty- 
lisikk lidit voUendele LebenAeoebrabungen der Maler^ 
BtUhaMr und Baukünatler: le vtte de' pittori. Flor. 1550; 
ii6L 3. 4; Rem 1759. 3.4; Mafl. 1807 f. 16. 8; Flor. 1822 
r. 6. & -. Der edle FlerenliDer Gaoe. Bait. AJrümi [geb. 
IMi ; n. 1579] eetale die yarehi'ache Geacbichte des Vater* 
lanAei «ai Italienii v. 1536 bia 1574 in 22 ttoehern nnurichtig 
tiea uA ab reichhaltiger YoUBtftndigkeit, in einfacher Spra« 
die fort: laoria de snoi' tempi (beraasg. v« s. als Proaaiaten 
geadiMeii& MureellQ^ A. st. 1604). Flor. 1583. F.; cen K 
«oiaaiarii« Vened. 1587* 4; Flor. 1«22. 8. 8. — J. Tasia 8. 
<i^- — ^ef§Me Speromi^ Professor in seiner Vaterstadt Pa- 
■ha [gsikiMe; st. 1588], nmitaliftnisohe Sprache sehr Ter- 
^Mnt, aber seiaan ^Wenfa selbst angehihrMch fiberschälxend 
aa4 wiasaftahm dntch neidische Anftinduogen s. grossen 
Schilen TasM Terknisend, > erwies sich als' Meistor der kunst« 
^encbiea Preia in s.' Reden (OlraaionU Ven« 1506. 4), La- 
uasisdieB.G^spffäehei^ (^Dtaloghi^ V. 1550. 8) nnd gedanken« 
reidiM Abkandlengen : Opete. Venedig 1740. 5. 4. ~ A. di 
Cssnaauebs» 8. 112^ — PeMo Paruim' auA Venedig [geb. 
1540;tti6.JDec.:l50a] benkniftdet frossme und rechtliche 
GtäMaai^fr^lolie.Erfahrang, BesoaMnheit and Scharfblick 
■II <» eeaiifteo* -Di^ ge8diishtlieh*>palitis€henr Betrachtungen 
'nclM das' «Uuiliobe Selhatgefabl eines würdigen Aristo- 
l^fl^gtUtvellitna: Diae6rsi'poli(ici. Vtned:i5M. 4; Della 
NemM dslia viU pdbllea. V. '157& F.; 159». 4. Die 
Vaatiaaiiehe Cteseh^ ▼.' 1513 IAm i*i2 in- 12 B. setst die 
^««iaMbe fett wahrhaft^ poEtisch belehrend,. in kSmiger 
^Me; diarS leatea B. entbluten <Be 'Geatih. des Kypriscben 
i^ 1569'--1523 <Sfiori0 deHa guertä «U Cipro. Sima 1827. 
^i:Itt, Veoes. Yened. 1605; 1718. 2; 4i>-^ ^Sci^'eiie ileisMk. 
^[geb. 1531; st. d.30. Jan. 1601], sehr .verdient um Ge« 
^^tsgesabichte, ein fmchtbater und gedankenvoller poli« 
iicker Schrifuteller (Discorsi sopra €. Tacito. Fkur. 1594. 4 ; 

^Mn DR. C U(t Oeich. Ilf. 10 



146 Italien.: Prosaisten des XVL Jalirh« 

Oposooli. Fl. 1627 f. 3. 4) iMtorbaitete die SloreM. <3eselK I 
zum J. 1434 mit rohmlicher Sorgfdt. und 9ttenf%r TJnparti 
Itchkeit in erkfuisteker Korze des Ausdsackes: klone F« 
LL XXXV. Elof. 1600. 1641 u. 1647.-3 F. nrit Zmn. n. Sa 
nes Ufl 1573. -- Der Flor. Bern.- BawntnH B^wÜeki [g< 
4520; St. leOli} historisirte (Sdihna d'feghHtcfrr»^ Rom 16( 
4; Flor. 1638. 4; Pndaa 1727; Mail; 18Ö7; 8) im Tone d 
Tacitus, den er gat übeMetste: Ta<»to Atih. 1596; opi 
J637. F.etc; ^Buiano 1803. 3. 4. 

Mit entschiedener Natlonalvarliebe warde die Ton A« 
eaceio • aur classischen VoUeRdang • erhobene Nbrelle bee 
beitet und der Styl desMeistieni eiemliob' tiirv^fändert beyb 
halten. Aue der grossen Menge solcher Unter-halHragscbri 
ten k&nnen hier 'nur» einige berühmtere ausgehoben werde 
Zu diesen gebttren die Tielgelesenen Schriften 'des Geisti 
chen Jacoma Caviee^ aus'Pieifma [gelKl44a>'st.*1511]) d 
Konsuln iibvo delperegrinov Parrtiu 1508; I5S8; Ven« 1516. 
H. s. w«; Um die sermom fnmebri de^ varj' autevi^iiiilla mori 
de diversi änimedi.* Ven. 1548« 8; L; 4a F0rt0 «•«-eben I 
tll$ des QiroL Purmb9te^ i Deporü* oYvera Novelle. V« 
o. J.; 1552; 1558. 8; des Gim. J^rane. SkrmpafoiM {^^ 
leicht angenommener Name) ans Camvaggio •anm^ihige Mi 
eben und Rätbsel, welchen altere Uel>erliereMngen')su Crrun^ 
liegen, iii reiner toskaniscber Sprachen ie * tredeci "piacerol 
notti. Vened. 1 550. t;."^ 1557^ 2. 89 .des:maooigfhltigton, dur( 
eigenthiimlich^ Lebendigkeit* deii ErsSlilafigtones* aifsgeseicli 
neteh Orienno Ltmd^ vwrjf eompoiiimenti. V. 'i552%'8; '< 
Oiavtiimi Fiorentino mnsterfcafie SO ' Noveiifcn? ' il Psceroi» 
Mail. 1654^ 155«; Lond. (Livorno) 1703; ""MaÜJ 1^43 f. 2. ^ 
diBS Dominioaners MaiUo BamdtUo ans Casselnubve [g«l 
14804 St. Ifi62f], Bibchofo Ton Agen', nair! und raach, i 
nadilässiger 8prache ersfthlte 'schamtmge Novellen, deren ^t<*< 
sum Theil aaf Reisen. giesammelt worden war: N. Luca 155^ 
3. 4; vol. 4. Lyon 15^3. 8; I^^end. f f30. 3. 4; Lond. (Li 
von») 179ä fi 0...8>; MaOj 1813.0. ICE} Teolsch von Air^ 
Frkf. 1818 f. 3. 8;.;flime. Totin I816w 8. ---• GerSoichvoU« 
Aufsdien erregten dih ScbwIMke lind absiclitlieh Mderli^bei 
Possen de» bernchtigtea i%M-o j<r«liMRo (s. oben S.lf8), i^ 
auch des Dialog und des BiMfstyles mächtig i^ar. M^ 
^istesiwmmdte bnUteh .npi'^Ieicben Bayfall) m^entfi^ 



.".. ., » . • . • •» 



ItaHea Prosaistoii des XVII Jahrh« 147 

l Fiftnzuökh Mohm^ N. Franeo u. a. , denen nob der et* 
ni fernere und mSeeigere Gruzzini anschloss. -— GB. Gü 
rM (S. 135) befleiraigte aicb , mit ängadicber Beybehahung 
ks Bo^eeccioaehen Stylee , sittlicber Ernsthaftigkeit : degli 
Elalomnithi. Monteregale 156S. 2. 8; Yened. 1566. 2. 4 oft. 
Im XVII Jabrh* Terlor die Prosa viel von ihrer Rein- 
heit ittd werde in der Regel mit falschem Schmacke und 
Woitgeprange fiberladen; Gedankenarmnth, Kraftlosigkeit 
und langweilige Breite herrschen vor, besonders in Reden, 
Bnefen imd Lehrschriften» Als ehrenvolle Ausnahmen sind, 
auKT dem selbstständigen Kritiker AL Tanoni (s. oben S. 
122) und dem wissenschaftUch hochgebildeten und stylistisch 
eonetiai isf a/efo Ceba [st. 1621] in s« Cittadino di repub- 
bUcs (Gesna 1617. F.; Mail 1805. 8; 1825. 16), mehre Hi« 
storiker osd Novellisten xu. erwähnen. — Der Servit Paolo 
(eigead Fiecro) Sarpi ans Venedig [geb. 1552; »u d. ■/, Jan. 
1623J, eise grosse menschliche Natur von seltener sitilicher 
Sürke, wuidersam reich an verschiedenartigen wissenschaft- 
lichen KesoUiissen (in Untersachong des menschlichen Er- 
kenstiiittTcnnögens war er Vorläufer von Bacon und Locke ; 
^ Magsetiimiis erforschte er vor W. Gilbert) , durch rast« 
leie Fendnag die Naturkunde mit wichtigen Beobachtun- 
gcs, lasteedich über geheimnissvoUe Eigenthömlichkeiten 
^ tUerisdien Cörpers (er entdeckte vor W. Harvey den 
lalaaf d^ Blutes 1603 und untersuchte sehr genau den 
MfAiriMiBi des Sehens und den Bau des Auges), berei- 
ckend, vcrtbeidigte als Kanonist der Rep. Venedig [1606] 
die veh/iciiea Staatsrechte gegen. Anmaassungen und Eiui- 
P^ der rom. Curie in .gehaltvollen,, durch Helligkeit und 
Bindigkeit der Darstellung wahrhaft dassischen Streitschrif- 
^ welche .allein sein Verdienst gegen Vergessenheit schü« 
^ioIUen. In der liochgelungenen , mit besonnenster Ge- 
^laohaftigkeit [s. 1608] ausgearbeiteten .Geschichte der 
^f^^^tiiiischen Kirchenversammlung decket er die Umtriebe 
l^clieF. Selbstsucht und päpstlicher Herrschbegierde auf, 
^vdi wdche die religiöse Trennung des chrUtlicheo Europa 
fttewigt and die allgemeine Wohlfahrt der Völker der un« 
^<iüareo Hoffart der kirchlichen Machthaber aufgeopfert 
vorden ist. ^Daa Werk, eine Frucht unbestechlicher Wahr- 
^(iuiiebe und tiefer urkundlichen Forschung, hat epische 

10 »' 



1^8 Italien. Prosaisten des XVÜ JahrÜ. 

Einheit der Form and weltgeschichtliche Bedeatang des I^ 
haUs^ die Darstellung zeichnet sich durch gediegene Einfacl 
heit nnd immer gleiche Wnrde ans; die Sprache ist schinndl 
los, hell und gefällig: Ist. del concilio Tridentino di Pied 
Soave Polano. London 1619. F. herausg« v. MA. de Dow\ 
nis: »Ed. IL (Genl) 1629. 4 n. oft; franz. v. F. ie Conra^^ 
Lond. 1736. 2 F.; Amsterd. 1736 (Bas. 1738) 2. 4; (Pari< 
1751. 3. 4; t. V. F. B. Rambach Halle 1761 fl. 6. 8. OperJ 
Helmstädt (Verona) 1761 ffl. 8. 4; Neapel 1790. 24.8. V^ 
Wachler a. a. O. 1, 2 S. 441 ffl. — Sein geistreicher, abö 
hofisch befangener, auch durch prunkende StylschSnheit fid 
unterscheidender Gegner Sforza Pallavicino aus Rom [%A 
1607; St. d. 5. Jun. 1667], Cardinal [d. 19. Apr. 1657], eil 
einsichtvoller und gewissenhafter Grammatiker, hatdasWahf 
in Sarpi*s Mittheilungen und Ansichten eher bestätigt als ef 
schultert: Ist. del conc. di Trento. Rom 1656 f. 2 F; 1664 
3. 4; Faenza 1792. 6. 4; im Auszug v. G. P. Catuhuu H 
1666. F. — Arrigo Caterino Daviia aus dem Padnaniseh«' 
[geb. 1576; st. 1631], in Frankreich erzogen und [bis ISW] 
beym Heere angestellt, schilderte in 15 B. die burgerlichej 
Unruhen dieses Staates t. 1559 bis 1598, um die Absichtel 
des Hofes zu enthüllen und die Bewegungen der Parteyen %\ 
erklären. Sein Vorbild war F. Guicciardini ; er gab sich«« 
oft Vermuthungen und wahrscheinlichen Voraussetzungen b« 
und verfiel in Hyperpragmatismus. Mit aller Vorliebe wl 
die politische Virtuosität der K. Katherine von Medici ist e 
nicht ungerecht gegen die von ihr bekämpfte Opposition; di 
Begebenheiten werden sinnreich entwickelt, Waffenthaten wi 
Einsicht anschaulich dargestellt, die handelnden Personej 
treffend gezeichnet; die Sprache hat keine alterthnmlicN 
Corrcctheit, meist ist sie lebendig, oft gesperrt: Ist. d^? 
guerre dvili di Francia. Vencd. 1630. 4. Paris 1644. 2 FJ 
c. annot. di 6. Balduino. Vened. 1733. 2 F. heraus^, t. M 
Zeno: Mail. 1807. 6. 8; Franz: Paris 1642. F.; Amsterd. (P^ 
1757. 3. 4; teutsch v. B. ReUh. Lpz. 1792 fl. 5. 8; Lat. i^ 
Anm. V. P. F. Cornazano. Rom 1735 ffl. 3 F. Vgl. W^«^ 
ler a. a. O. S. 490 ffl. — Des Cardinais Guida Bentirogh 
aus Ferrara [geb. 1579; st. d. 7. Sept. 1644] ^eschichtfc» 
Berichte aus Flafadern und Frankreich und über den Niede^ 
ländischen Freyheitskampf r. 1559 bis l€07i inartchcsMe" 



Italien. Prosaisten des XVII Jahrh. 140 

\rirdige in Einzelnheiten enthaltend, verralhen Scharfblick 
eiiies mehr in der grossen Welt als im Volksleben einheimi- 
«cbeD Staatsmannes. Die Erzählung ist angenehm , oft di* 
plomaüsch flach; die Sprache kunstvoll, geschranbt, übersftt* 
ü^t mit Antithesen : Della guerra di Fiandra L. XXIV. Cöln 
(Rom] 1632 ffl. 3. 4. n. s. w. ; Relazioni in tempo delle sue 
nannatare (1607 — 1621). Antwerp. 1629.4 n. s. w. Raccolta 
fi letfer«. Coln 1631. 4; Rom 1654. 8; Memorie ovvero Dia«> 
rio. Vened. 1648. 4. Opere. Mailand 1806 f. 5. 8. Vgl. 
WacÜtr a. a. O. S. 497 f. •— Unter den zahlreichen Novel« 
lutea tretea als beachtenswerthere hervor : der nm v witzige, 
mit Bildern oar allzu freygebige Gtov. Batt. Baiile [st. 1638?], 
vre\()ier acfa in seinen Feenmürchen des Neapolitanischen 
DiaieVtei bediente: U Pentamerone. Neapel 1637; 1674; 
1728. 12; trasp. alF italiana favella. das. 1754. 12; Auszug 
10 ffiU. BDI?, des Romans 1777 Jun. u. Sept. — Ferrantt 
PällmaM ans Piacenza [geb. i621 \ st. auf dem Blutgerüste 
in Avigdon 1644] Meister im pros. stilo marinesco, Verfas* 
wr Ton Satjren, schnmtzigen Schwänken (Retiorica delle put* 
tane. Cambra; 1644;> 12) und sarkastischen Tagesblättern: 
Opere scelte. Villafranca (Genf) 1660; 1673. 2. 12; die himm- 
lische Ehescheidung, m. Leben des Vfs. Berlin 1787. 8. -«- 
Gm, Franceico Loredano [st. 16691] durch d. Roman Dia- 
^», Liebesgeschichten (Vened. 1659 fl. 2. 12), burlesk- ro- 
nanüache Briefe u. a. Uoterhaltnngbücher in declamatorischer 
antiker Sprache LieblingscfarifUteller des Zeitalters: Opere. 
Ei XXIII. Vened. 1767. 8. 8. — Der unsterbliche GalileQ 
GsHiH {%. unten §. 37) gab der wissenschaftlichen Prosa die 
Tofleodete einfache Klarheit, welche dem mit begründetem 
Selktrertrauen höher strebenden Geiste eigenthumlich zu 
^D pfleget; der viel wissende nnd geistreiche Florentiner 
f«r/0 Boherti Dati [st. 1675] trat als Mathematiker und 
Hi\iiker in seine Fussstapfen und behauptet als St3list eine 
^«xögliche Stelle: Lottere. Flor. 1825. 8; Scelta di Prose. 
Vro. 1826. 16 herausg. t. B. Gamba; der verdiente und 
^«Iseitig gebildete Arzt Franeeseo Hedi aus Arezzo [geb. 
'<'26; 8t. 1696] wurde als Meister in dei* Darstellung wissen- 
^bftlicber Gegenstände anerkannt : Opere. Neap. 1741 f. 6. 
^: Mail. 1809. 9. 8. Auch der Florentiner Filipfo Baidi- 
^ [gebt 1624; st« 1696] der Geschiobtsciu'eiber der 



150 Italien. Prosaisten des XVJÜ Jahrh. 

Malerey und bildenden Kfinste (Notisie de* Professori del D| 
segno. Flor. 1681 f. 6. 4); der grosse Astronom Giov. Do$ 
Ca$sini in Bologna [st. 1719] * nnd mehre andere wisse« 
schaftliche Arbeiter machten sich tlurch sprachliches Verdienj 
in ihren gelehrten Werken bemerklich. — Unter den UM 
selrednern galt der Jesuit Paolo Segneri [st. 1694J als ii 
vorzüglichste: Prediohe. Florenz 1679. F.; Opere. VenW 
1712. 4. 4; Parma 1714. 3 F. Vgl. Qumha Serie no. 766 s^ 
u. 1755 sq. 

Im XVIII Jahrh. bUeb dem zünftigen Gelehrtenstan^ 
die Gestaltung der Prosa überlassen und diese war fast aus 
■cUiessIich wissenschaftUch , folgUch der gesellschafdich« 
Nationalität immer nohtbarer entfremdet; in der Darsteiloq 
wurde Bestimmtheit und Deutlichkeit erstrebt, breite Aoi 
Ehrlichkeit von Wenigen vermieden, auch blendender Schmuc 
des Ausdrucks selten verschmäht. In vielen Geschichtwerw 
der neuesten Zeit wird der historische Kunststyl des Xv 
Jahrh. nachgebildet und auch so die Kluft zwifchen Schrifl 
fitellerey nnd Wirklichem Leben erw;eitert. 

VoFsöglich sshlreich und zum grßsscrcü Theile von ^^^^\ 

dem Werthe sind der grosseren Hälft« dieses Jahrh. die Schril 

. ten über Stastswirthichaft : CoUesione degli scrittori di econ« 

tuia politica pubbi. dal B. R Cu$iodL Mailand 1S13 fll dO. 8^ 

Einige der merkwürdigeren Prosaisten länd : der Floreol 
Gr. Lorenzo Magalotti [.^eb. 1637; st 1711], ein wacM 
Naturforscher, dessen nachgelassene Briefe durch wiss^l 
schaftlichen Gehalt und didaktisehe Klariieit ausgezeichn« 
sind: Saggi di nat. esperienze. Fl. 1667; 1691. F,; heW 
(zur Bestreitung des Atheismus). Ven. 1719. 4 ; Bologna «2 
3. 8; I^. sdentifiche. Flor. 1721. 4 u. s. w.; Mail. 1806. 2« 
L. Flor. 1736. 4; L. familiari. Flor. 1769. 2. 8; L. dileW 
voll e curiose (herausg. v. B. Gamka). Ven. 1825. I65 Var 
Operette, Mail. 1825, 8; Comm. sul priml V Canti delVl« 
ferno di Dante e IV lottere. Mail. 1819.8. — In gleicher A 
sind wegen des gelungenen wissenschaftlichen Ausdracks l 
beachten der Mathematiker Guidp Grandi [st. 1742] 1720 i 
der Naturforscher Aleu^ Marchetti s. oben S. 125, u. &• " 
GianvineenZQ Gravina aus;Calabrien [geb. 1664; st. 1718], g' 
achteter humanistischer Jurist in Rom, aristotelischer Aestbi 
liker Ui corrof^ter Sprache; Opere» . Neapel 17^6» 4.4; 



Italien. PrvsaMte« des :S^V|fI Jahth; l&i 

Kdte. Miui. 1819. 8. '-^ PieWQ Giaftnotte aas IsdriatellH [geb. 
1676; St. 1748J erörterte gesehicbtlich . die bürgerliche und 
Idrchliche VerfassoogNe^pers sorgfältig und mit hellem Blicke 
lod masste die frejmuthige Entbüllung der verderblichea 
Einirirkaog des Pfaifenthujns mit Verlust seiner Freiheit biis- 
sui li736|; das künstlerisahe Verdienst steht dem sittlichen 
uch; ieli* istoiia civile deLK« di Napoli LU XL. Neap. 1723* 
4. 4; Yen. 1766 f. 5. .4; Mail. 1823 f. 14. 8; teutecb. Ulm 
17)8. i- Gtanbatiiiia Vico aui» Neapel [geb. ^^^\ st. d. 
20L Jas. 1744], ein hiunanistiscb und philosophisch gründlich 
vorbereiteter, mit Flato, Tacitus,, BaRK^n» Grotius vertrauter, 
sittlkli {»mmery tiefblickender' Reforfnator der Staatswisscn- 
«^bth, ndchec das rätbselha^e Djunkel, und Geivirre im Le-» 
b«tt4ei\ilker 2u beseitig^q pachte (die, Sprachen als Schlüs- 
sel 4et Gastes- und Sittengeschichte der Völker betrachtend 
and die gochichtliche Bede|it^qg der Mythen richtig würdi* 
gtodj, dgeothiunliche Anrieh tpn vom gesellsdiaftlichen Zu- 
stasde gdf treich entwickelte. Vieles in der alten Geschichte 
der Gaechea und Römer besweifelte,, berichtigte und neu 
aaSttita und de^ Glauben an die Ersiehmig des Menschen* 
gesckleehte durch i)ie Vorsehung aus einem höheren Geaiahts« 
poscteia rechtfertigen wuss^e. Seiner, freyes Selbstdenken 
und retten WiUcip bezeugenden Darstellung fehlt oft Ord«> 
■ob;; die Sprache . hat ein alterthümliches Gepräge; Principj 
di uQi iciensa nnova intorno alla natura delle nazioni. Nea- 
pel U2&; 1732. 12 ( ^d. VI. Mail. 1816. 3. 8; Neap. 1817. 8; 
18i<».2it; teutscb von W. E. Weber. Lpz. 1822. 8; fran- 
^ hJuL Mickeleu Par. 1827. 8; Opuscoli racc. e pnbbL 
^CA.de Ro9^. Neap. 181^ 2. 8. Vgl. s. Autobiographie 
TOf fFeber^i Uebers. — Der Florentiner Franc. Maria Otf 
^'^' [st. 1742] stellte die Gesch. des Span. Erlifdgekrieges^ 
noacbst in Beziehung auf Italien, meist treu und genau dar; 
fcCompaiition ist nicht ohne Mängel^ die Einzahlung in Ein* 
^m oft gelungen, die Sprache sorgfaltig rein: Ist, delle 
pcrre avvenute in Europa e part. in lu per la succ. alla ' 
JNoarcbia delle Spagiie dall* a. 1696 all; a. 1725. T. 1. Rom 
1'28; T. 2—6 (herausg. v. s. S.) 1752 fll. 4 — Nach fran- 
tuiiehen Mustern hatten ihren Styl gebildet die: hochver^r 
tnten, von Seiten der Darstellung jedoch nicht ausgezeich« 
Mtefi Uistofiker Muratari und Maffei^ welche auch über 



isa Italien. Fr<säi|teB 4m XVm Jahrh. 

Angelegenhdteir 4«s GesAmadces* ihre Sttminen abgraben nH 
sar Yerbr.eilung xeilgemSaser fireyerer Anakhien und moid 
nisirter kriüscber J^BtrachtangennihwirkteD* — Vimc. Mm 
tinelli [%u 1758} bat die rein töckanische Sprache in sein^ 
Gewalt: Letteve famigi. e crit. Lond, 1758. 8; Ist. crih ddj 
vita civile. Neap. 1764. 2. 8; laioria d'Inghil terra. Lon^ 
1770 f. 3i .4. — Der geistreiche und viel wissende Venetianl 
sehe Graf ^MMcetqo Algarotti [geb. 1712; st« lf64] n 
fruchtbar an glScklichen Gedanken, und erwarb eich am Pij 
pnlarlsircng wissenschaftlicher Kenntnisse ntcht geringes Ve^ 
dienst; Südung^ Pis^stellnng «nd Aosdruck «nd frtmsMfendi 
Opere. Yened. 1791 fL 17. 8; Opere scelte. Müll. 1823. 3. S| 
Giut. Bßrpm ans Turin [geh* 1719; st.' in London 1799] 
bekannt durch- Gedichte in Berafs fiiyl und, d^rch eine ttn 
terhaltende Aeisebeephreibttng (Lond* 1770. 2. 4) /-deckte ik 
Gebrechen der. italittnischen Sitten nnd laiteratnr offenhenrig 
snm Thfiil nicht dine Ultere Einseitigkeit aitf r Lottere« 176j 
f. 2. 8 ; Frost» letteraria. 1763 f. .3. 4; Opeite. Mail« 1813 <1 
6. 8; Scritti scelti. MaU* 1822 t. 2. 8^ auch wirkte -der Mw 
ländische Gr. P. Frrri* [geb. 1728; st. 1797],^ als grihidliehti 
Forscher der MailSndiscben Geschiehte (MaiL 1783 f* '2. 4! 
1824 f. 4. 8) geachtet^ dnrcb seine^AnfsStso staatswiiffhscbafl^ 
Heben Inhalts auf , die öffentliche Meinung: Opere. 'Par. 17841 
t; nicht geringen Einflnss aaf litterSrische' Denkart 'wid gei' 
stige Bildung hatten Gr. flaip« Gszi;» s. oben S. 126, A\ 
Beriola s. 8. 127 und M. CuaroUi & lOft; gerfngeren del 
leidenschaftlich eitele Sau. BettiueUi aus. Mantua [geb. S718| 
St. 1808], mit seinen überkunstelten, oft läcberlitb^n Paradox 
xien: il risorgimento de' Italia negli stodj 1778 etc.; Opei« 
Yen. 1780. 8. 8; 1799 f. 24. 16. ^ Mehre Prediget, G«ri 
Tomielli^ Qjtdr. Bo$H\ G%u$. L. PellegHnij P. M. PtderoU 
n. a. können mehr auf den Ruhm spraohlicher R^nbeit, ali 
den des Gedankenreichthums und der sittlichen Krirfit M^ 
Spruch machen. ' 

Philosoplüscher Geist und humane Freysinnigkeit) wis^ 
senschaftliche Gründlichkeit und Streben nach heller Be^ 
stimrotheit der Yorstellungen und des Ausdruckes beurkan^ 
den sich in den Schriften der Neapolitaner, des um Pbiloso-^ 
phie und Staatsredit verdienten .^n/oiilo Gsjiooe#t [geb. 1712j 
tt. 1769]: Opere scelte. Mail. 1824« 2. 8; Ferdimmdo Gai\ 



Itatien. PMsaisCe& ttt^ X¥III iiktirh. Kritik. I53 

)Nii[geb. 1728; Mt« it9f]j dessen fi^nisSsisc/lie Gespirftche* 
(1770) über den Oetraid^hondel als i^asUsch gdten, in sei- 
DfDi Werke &ber' das Gifld'1758i Hat e^Un Oäelano Filän^ 
^'[geb;17S2;'8t. d. 2f/Jiil. f78S}: tä scienza della legiä* 
lanime Neap. 1780 n: s. "W. rLivoVno 1807;* MA\: 1822; 6. 8; 
tMibenetxt; Franc. Mnria'Fagano [st. 1799], welcher 
Fui^ GrandiAtse 'erneute und verai^beitete; des Mailänders 
dmt BoMtianu Beccärüt [geb. '1735; st. 17^3^ menschen- 
fr^iDAcbe DMstahnng^ d'HT peinlicheii Rechts: dei delitti. 
l7M;0pere. MaO. 1821 f. '2. 8 n. m. a. — Untetr den neue- 
ren Ibitorikem sind ausser anderen m beiAerken : L» Lanzi 
[st. ISiO] dB' Forschelr taterltthdischkr Altehhamer und 
K^ttitebAannt; CHut. Micati, AeiA dfe ftiteste Geschichte 
Ia\i«iii lAahvoHe AufklÜrotigeti verdankt i P. Näpoh^^SS- 
^orefiit8.r30); Carla €Hoi>. MartA D^hihä [geh. itSi; 
t^imi mt irunz^Mdker Ti^lsieitigkMt tfne' lei^ht^ .und 
g^efiOige wortrdkhe DarstJßHung'Tei'blndetid; tVrr/o Botta^in 
«i^MMife des'Mbi^afherfkani^hen Frejh'eitkampres (Par. 
lMf.«;8)dea aiteithumlkjhen Tdri taterländischer Clässiker 
«Mtoad tmd übfer *dfc Schicksale seines Täterlandes in alte- 
ra' (hiMfa del po^poli d^ItttKb; 1827; i. 8) bnd neuetefr Zeit 
(Hat Ehalte' de 1789 a»'f814. Pät. 18241 S; 8) helleres Litlit 
i^ltralaid; £r«f^t Blr^ff/der die'€e6chibhte Italiens (1819 f.) 
mit giMfter Ihufsidht utid gelstreichr bearbeitet; Gr; Leopofä 
^^*^>S*n, dem die Kunstgeschichte' (Störia della scultura« 
^^^^) OB Meisterwerk ' verdanket. ' Auf die männliche Er- 
'"^nif dar Ptoka sehethM in Unseren Tagen sittliche £r- 
^*^f ies GemütlMM diir^h' freyere WiBltansicht und die za^ 
iM^eide Bekanntschaft mir brittisch^r und deutscher Litte- 
n^ ekea nachhaltigen Eiäflass zu gewinnen. 

tfi Die Theo i'ie der Poesie und Beredsamkeit und 

^iitkeädie Kritik der Italiener sind taie in ein leben- 

^ vvksames WechselverhHtnisil mit den schriftstellerischen 

^goissen der Einbildnngkraft und des dnlrch Macht des 

^'^hes rieh veredelnden Kunstsinnes eingetreten und ha- 

^ daher, bey vorübergehendem Süsseren Geräusche nur 

^f nntergenrdneten Binfluss auf die Gestaltung der schönen 

Ijtteratur gehabt. Die Gesetzgebung dör Kritik war von 

^oteles abhängig und die schnigerechten Ansichten und 

"ttrthrilQDgen in Angelegenheiten des Geschmackes wurden 



IH : /Ita^TO.. Kritik^ 

durch die Mnatei^werke d^ ^keyi^bestinimti Ihr 'Haaptg^ 
Schaft beschräjoktd 8ic)i aal Sprache uxid Styl;< diei^fe Torwa| 
tende Richtungv fii^det. sich moht ifir in TrUimp'^jTolomei 
u. Arf SohrifteD, sQpdero -iiiurfir ia den 'gelangenerea uod reicl^ 
haitigoren» des P.. Bembo^ ß. Varels un4 sLodovico Cattehe 
tro [9t« l&n]> der als Philolog in verdi^tfr Acbtung steht 
Opere pi^hl. da Muraiorü Bern, od., Lyon (Mailand) 1727«^ 
— -^Die früheren Anwel8llng^n ^m; (ledekunst »riirden voi 
Spfirotti übertroffen« aber yaiich er |bUeb . vorasuglich I^ey deii 
Sprachlichen stehen. Die ErMärnngon älterer Nationalweckf 
^^rfolgtcn . eine g^nliche Richtung ; j\ur pflegten il^oen of 
geschichtliche Erörterungen beygemiiMsht zn seyn. • 

Die kritisch-gsthe tischen ^(reHlgkeitien über Taito*^ hefr 
J^rnsalem nn4 über Würdigung, snipes- dichtQOschen Qmit 
inL Verhältnisse zuArsoiio nn4,fa0id^.«n den Claiwikero dei 
Alterthnms er¥[ijBseo^die aUgeni^i^Büp^^ -Vf fkenn^ng des reli] 
giösen Charakters der ron^antischen PiQf si^ und das Schwann 
ken der Grandsäise, |W<^le^ .von altertbp^AlicibeQ ^i^oritäteii 
ausgingen und auf g^ps yerändi^Ht^, WflMAR(u^I^t der neoereii 
Zeit nicht ohne GewaUthätigkeit:;pg»gt(W»endet ^rerd^n. kosoi 
ten ', Ta9$Q selbst, T.oU kr apkh^fi^^i^.l^is&tiwienii^ unterli^ de! 
Befangenheit in diesen Missveri|tl^i||Sfien. Noeh kleinliche] 
i¥aren die Angriffe auf Guarini^i jpaa^r .fido. Ta^m/n^t Bei 
IsUmpfilng eingewurzelter Vorurtheile und. besonders, d^r Veri 
gptternng Petrarcaseher Lyrik beurkundete . eiQen freysiomi 
gen Selbstdenker , artete aber in JEUnflieitigkeit; f nd io sopUj 
stisches Spiel mit Paradoxien aus^.< Noch gMQK^^'^ ^^'^ 
ging aus Befehdung der Marinisten h^i'yei^ QO^ daa Verrfi^Ml 
der deshalb zu Rom errichteten [^6^0] und, ^^il verbreitei 
ten Akademie der Arkadier kann ip Hinsichl[.ai|f .ästhetisch! 
Kritik nicht hoch gestellt werdep. . ,Die yom ihrem S^i^'^' 
Gtammario Cregcmbeni [geb. J663.; st* 172S]. Terfai^t? Gb^ 
schichte der Nationalpoesie (Ist. della volgar poesia. Bom 
1698. 4 u. s. w.; Vened. 1731. 6, 4) kann nur bey Vergleicl^ 
ung mit der noch geistloseren des J^Vunc. Sßv, Q,uadrio (3t<^ 
^ ria e ragione d'ogni poesia. Bologna u. Mailand 1739 f« 7. "4 
gewinnen, beurkundet aber hinreichend den unerfrealichel 
Zustand der ital. Nationalkritik im Anfange des XVIII iah« 
hunderts. GV. Gravina redete mit nüchternem Verstand 
dem Annehen dea classischen Alterlhoms das Wort« Uoglei« 



l^aaieiL Ueberricht. 155 

leistete L, JL Muratwri^ bistoriaeh moralisirend : Della 

ferfetta poeria« Modena 1706; Vened. 1748. 2.4; Riflessioni 

Mfra il baon gnsto« Vened. 1707; Cöln 1721« 4; im Wegent* 

Kdiea ist Sc. Mqffiei mit ihm eioTerstanden. Die Tbeilnahme 

^sA Tidseitigere Betrachtung in Angelegenheiten des Ge- 

sdinadkes haben Algarottij Baretti^ G. Qozzi^ Beitü^eUij 

CeutrMi a, Ä« neu angeregt und %vl lebhaften , nicht nn- 

fradi^kareii Yerbandlongen ist durch die Streitigkeiten und 

Ijididle vber Goldoni, Meta$ta$iOy besonders A(fieri und in 

MMster Zdt über Romantik und Classidtät yielbenuUte V er- 

»dassottg gegeben worden. 

10. 

^fwen*s geistige National - Bildung war die Frucht 
des dwrii grosse Anstrengungen und Erfahrungen erstarkten 
ttgCDtbonlidien Selbstgefühls eines Volkes, dessen Phanta- 
ve in den Erinnerungen der thatenreichen Vergangenheit 
idiiHgte and ^rck diese xur Vesthaltung der Strengesten 
religiSsen Altgläabigkeit und zur Unempfänglichkeit fQr frem- 
den Einflais bestimmt wurde. Nur Italiens und in neueren 
Zeita Fraskreicbs Kenntnisse und Geschmack fanden ^ von 
Staamo'bäitnissen begünstigt, einigen, nie unbestrittenen 
f^u^nf- Weder die unter Ferdinand dem Kath. begründete 
vnd TOS Carl I und Philipp II gesteigerte Regierungwillkühr, 
Bocb die den weltlichen Despotismus schirmende kirchliche 
In^Fstbo legte dem freyen Nationalgeiste zum N^chtheile 
der tttv. Thätigkeit drückende Fesseln an; jene, mit glän- 
seotfai Machtäassemngen gepaart , schmeichelte dem Natio- 
nalsfoise und diese, mit allen ihren Greueln, sagte dem tief- 
gewDneelteQ Glaubenseifer zu. Was die Spanier entbehrten, 
keimte nicht ihnen, sondern nur dem nach seinem, auf ihren 
Zoshuid SDanwendbaren Maassstabe urtheilenden Auslande als 
\erlast erscheinen. Ungeachtet erstarrender wissenschaftli- 
d« Einseitigkeit und des Zurückbleibens im philosophischen 
Fi^ann und in weltbürgerlicber Betrachtung hinter rasch 
aatoebenden Nachbaren, bey EntTölkerung und Erschöpfung 
des Landes durch Gewaltstreiche und schlechte Verwaltung, 
bldhete Nationallitteratur in herrlicher Fruchtbarkeit. Erst 
gegen Ende des XVII Jahrb. , als die Staatsmacht gänzlich 
Tenidite^ Thatkraft in allen Stan4ea fast erstorben, Verar- 



) 56 8]patiien. ' Üebersicht 

mang und Arbeitsscheu allgemein geworden w^en^4r!tt gei- 
stige Erschlaffung sichtbar hervor, ohne dass Jedoch' die Na* 
tional-Individaalität in ihrem Gruiidwesen nntergihg. ' Dlo 
mit Blut und Landesverheerung erkaufte Böiirbonrchb Dym- 
fltie ri700| war fiir Verbesserung der'Staatsverwlartah^ nicbl 
nnthätig und suchte mit Mltde Ordnung untl Wohlstand \vie- 
derherzustelleii ;^ aber 'ihefls verunglückte polftisdh^ Bestre- 
bungen^ iheils Sipaltung im Geraeinwillen, 'den flas mehrjäh- 
rige Verkehr mit fremden Kriegsschaaren gereinigt tthi mit 
neuen Ansichten befruchtet, aber in seiher'Vrbeschaffenheit 
nicht gebrochen hätte, erschwerten und* vereitelten die Erhe- 
bung des Volksgeistes zu verjüngter Lebendigkeit i franz5si- 
rende Neuerungen blieben bey entschiedenem Widerwillen der 
altvaterländischen Gesinnung ohne bedeutenden ErYöl^J * Dnter 
dem zu Britannien dich hinneigenden "Ferdinand VI [fUß-^^ 
1758J wurde der französische Einfluss tieschrünkt*, Hahdef 
und Gewerbfleiss gewanneit, Künste ftinden^Pflege uM das 
Studium der Naturgeschichte erWächte ; aber did gleis'ti^ge Ver- 
edelung des Volkes wollte nicht gedeihen und'die versachte > 
Beschränkung der selbststSndigen Macht des Klerüä' inisslang.' 
Carl III [1759-1788] that Viel für Wohlstand deitantfcs; 
wackere Minister Aranda, Campomaneh nV'ä. stäirid^n' Üini 
zur Seite; durch Beschränkung der Inquisition und' Vertrei- 
bung der Jesuiten [1767] wurde die Üebermächt des Kir- 
chengeistes merklich ermässigt; gelehrte Kenntnisse und 
grundliche Studien verbreiteten sieh, der Buchhaiidel lebte | 
auf, Utterärische Regsamkeit war an guten Früchten zu er- ^ 
kennen. Carl IV [f 78g— 1808] Verfolgte nicht die geebnete 
Bahn; seine Zeit ist nur durch die von seiner Schwäche ver- < 
anlasste leidenschaftlich -kräftige Erhebung des Nationalgei- 
stes zur Rettung vaterländischer E%re und Freiheit merk- 
würdig und es beginnt fär Spanien ein neues Leben, welchem 
besonders in den jQngsten Erscheinungen das schwere Räth' , 
aelaufgiebt, wie die Entfesselung von verjährten kircblicbrn 
yorurthcilen mit der alteh Herkömmllchkeit der NattonaU 
phantasie zur Eintracht gebracht werden kann, ohne das gei- 
stige und bürgerliche Daseyn des Volkes in seinen Grund- 
yesten zu erschOttern und ihm eine fremdartige Richtung t\i 
geben, welche der religids-geschichtlichen Haltung ermangelt- , 
Der Stob des Volkes beiuhel auf Anhänglidikeit an den 



BUeni grotsartiger V/^ffitgmsh^^ W^l^e durch, ipStere 

Viffentbaten nid»! Terdrfingt-sejn durfte,, aqd iMunt froh^ 

jiitUge SelbsiMfiadigkail acbaiDt ohne sFortdaocr. (Biaer alla 

BcstnbQQgen besehenden Recbtgl&abigkcjt kaanii beslehf»il 

nkoDoea. Doch Mras kann in der vaad^^ine9.^eit, die 

Bft \ideQ uDvejratSndlich und nnerklärbar ist, nicbt Terwirk«» 

lidkt «erden? ~ Die UpterrjcbtMiqstidten fBr da« Volk sia4 

h idiltthteiii . Zmitand^ und i^arei^ bis %ü\mU • kjui^Uichen , d* 

b. mtedttschen ßeb5rdeä ub^rliiaßeik Ffir majfcheBiatischeB 

aod Datnrwisseiiacbaftlicben. Un^eri^ictit ißtf, beapuders aeit den 

lest» JahiHha^n des XVIII J^hrh« durch treuliche Spe* 

ddsdiiiko gesorgt worden« Die Litteratur ist b^trftchdichy 

im ündaKle wenig bekannt; Geistliche qnd Krifgsmänner, 

sp&ieitiiiGMcbgftsletite haben aie fortwBfarend .berei«dierti 

Die Nitioaillitteratiir hat mehr, wie i^i^i^ andere, psyclnsche 

Xvejrttöafichkeit ; dbr, goldenet Zeitalter endet knrs nach 

der ißtte des XVQ Jfnhrhnpderta« GeM;h|chte nn^ Geogra- 

fhk werden immer «eifirlg .wd meiit gluckUch| in den lex te- 

m McoecheDaltern bi^soQdcm filathomatik, ^^^atq rwisnenschaf^ 

tn und OekooomiQ iliit iitihßf(ti1^UbffKem Erfolgo bearheitet. 

Wenig iit fiir Philologie gesehen; die philosopfaiecho^ nipd 

dieokguidien Sphnften. ^^g^gonwfif tig^o die Sdiolastijli^ des 

8. Th.2 S. 177; ^Bouttmek; Si$mondi. — Fei ^dß La(a$$m 

i Ortin Bibliotec« de los escritore« Aragoneses (bis'J753j. Za- 

^Sm 1796 in; 6. 4. — Grsg^ Mayäns y Z^oar Verxeichniis 

^ri^Selif.'im ersten Viertheile, des XVIll Jshrh in Aet. Erud. 

1731^432 s^q. 1733 p. 201 eqq. SiippU T. iO p, 274 s^q. 

"^ ^* Smpkr^ y Gn^rino^ EnssjQ de aaa biliUotecvi E)«]». del 

»TDido de Csrlos UI. Madr. 1785 ffl. 6. 8; Bibl. Esp. eeonc 

>uc»-poIitica. Hadr. 1821. 4. 8. — Tk. Ch. Tychaen Anhang 

'"r t Ueben . v. Bourgoing Keiutn durch Spauienf. Jias 1700. 

2. » Th. 2 8/ »9—362. « 

l Diehelltöneilde und wohHautlftnde Castflisehe Sprache 

^gte im XYl Jährh. einen vollständigen Sieg fiber ihre 

^^obnhlerinnen die Catalonische nnd Aragonsehe und erhob 

^ znr herrschenden im Geschäfts * und Büoberkben. Sie 

^^ Reichthnm , Würde nnd Feinheit und an Ihrer Vervoll- 

^ommnnng wnrde fortan mit wetteiferndelr Tfafttigkeit gear* 

^tet. Viele , sprachlich sehr verdferfstliohe Uebersetaimgen 

i^ alten Classiker ' liaben zn Ihrer Bereieherang, Gesebinei- 

^^Ät nnd 'Btttog^reta- BestimlätkeiC auf da» fe^enreidisle. 



158 '^Spanien. • tipraeha* P^Mte* . 

mitgewirkt; tgl. /i*il. PÜ^eruEMayo de otia UUioleca ^ 

tradocrones. Mftdr. 1778. 4. ^-^ Mehrgiesdiiekdiehe/ftk plä 

ioBÖphisthe * trnd äBth^iliehe Verdieiigte- um idie Bitdang del 

Landessprache erwaA ^ch die unter Philipp V [1714] ge 

itiftetfe S^filnlsoh^'Ak'ti dornte; bald genug suohte sie d« 

franzbs*' <3M8€Amäok> sni ^b^fdrdern.' — Die Spraehlehrei 

von fVanc. Soina& j^Brüasel 17t7. 8 oft), Amt. Bordazä 

de Artntu (Wleiid».i73(X 8), J&§i Smez de Tegeda (Madr 

1731. 8) b. a* sind dureh* die vmi der Sp. Ak. l>e8orgte enti 

behrlieh geworden: Ed.> IH Madr. 1771. 8 sehr oft; F.T.A 

Chatumean de Verheuil On -espagnole de TaCü R« Esp. Park 

1821. 2. 8; fiir Unterriehf der TeAtschen ist toq F. 6. BarH 

(Erfurt 1778. 8 ui s. w.)» «'• D^ Wagenet (Lpz. 1795^ 1S07; 

8), J. F. Sandvos (Berlin t804. 8)y /. O. Keit rOotha 1817)j 

C. F. /^raneetoii (Berlin 1822. 8);* md J. B. Fremm (Dresd. 

XL. Lpz. 1826. 9) V. ». gesdrgt worden; die Dänen habeii 

Ra$k^i treflSiiche tSpmehlebre. Kopenb« 4824^ ^^' Elozelo« 

Theile der Sprachlehre, diePärt^kdn^ Synonymen haben io 

Sp. wackere Bearbeiter ge^äDdeli;>die'€rru«ld8ttt<e der Rechte 

Schreibung sind ron-Mehi'en^ am beslen von der Ak. (Madr. 

1742. 8^, Ed. VIII 1815) erörtert wordei». -- Unter den Wör- 

terbttchern sind lu bemerken dav venifo /« BeHeita (Sa^ 

lamanca 1587. 4), Seb. de Cobarmvias Orezco (Mftdr. 1611. 

F.) u. a.; das vielgebrauchte von I^anc. Sobrino spao* fraoi« 

(ßriissel 1704. 4 sehr oft; verbess. v. Fr. Cormon» Antw. 

1776. 3« 4 und im Apsz. Lyon 1800. 2.. 8); vorzüglich dafl 

der Sp.''Akad.: Madn. 1726. 6: F. oft; im Aume. M.4783.F.; 

Dicc. de la lengua Castelh poi<* la Acad. 'fjsp., nueva edieion 

bajo la direccion de J. R. ManoH. Par. '1826. 4; und dal 

. von G^ de, Ferreraf y Paudo u. Miguel dt ManueL Madr. 

1786 ffl. 4 F.; M. A. L. Valbmena Diec, esp. lat. Madr* 1823. 

8; aum Handgeb^che* der Teiiisch^a von JB. A* Schmid. 

Lpz. 179S fl. 2. 8; /. J). Wmgeueu Hamburgs 1808; 1809.4, 

8; T« t^. &eekeHderf. ^iUntl• 1823, ^ 8, — WB. des Ca«tü^ 

Baskischea und Lat* von M. de I^arramendu St. Sebastiai^ 

174A« 2 F. ; desi C^ttilonischen, CfMtil.. u, Lat. v4>q E$ieve | 

Befvtiges. BarcelloM 1803. fB. 2 F, u. m. | 

XT. Di0 SpanifKshB. Poejii e iRrfir, wie diei Itajiänische^ 

mit Wekber sie 9«ieh die Iivprovisato^en j[emein hat^ aus dem 

N ataon n üob en, kwroJ^gegfmgm W\ ^; 4ij^9*.-SßWbi<;h.tlich 



Spanite. iBam^ - «9» 

ndhnolnD;j«ie'bewriflBto'iAe (Mirpan oUfkiGafSMe^tdeir Vor- 
zafcmd gehörte ^k ikM)Mr^lfäi^s;BfgeiiHimn'äem'dur^^ 
Autisie tbredeUen YM^ägcfii/t« äjt)'ief inMhr vorhaltende 
dnsllich earopäi^ifte Orrent^iismi^i Vliab Mct^ e)ieii 9p gleich, 
V\e £e durch zahlreiche Master seit dem XIV Jahrh. über- 
Meite rhythmiacbe KiindlgtstaUir' i/Di#^ ibi'AiiffMtig des'XVI 
Jahdi. ?oo Boiton HMni*<6KfislArrMl dlBt>te«/Fi^a'' wem Italien 
cttgiiiltfi» Cor^ee|hiei«>niiid IiaeMbiiiiMg»'fli4»<'blieii- OlaMiker 
Tcnolmte «ieh bald. iMk idM*'«nvetailM9f hären poetiftoheti Na^ 
tMialitSt, wikh» a« I>. Hi d^Mmna^väj €a9Hlhf^y CefvkH^ 
Ut und L. de Fvga gtaigtrcficbe dnd Hächifg^ • Vertreter hätte; 
Die LTrik, Satyve un4**Bklo^e»<1riirden? •trefllieh h^atbeitet 
^nA te Drama behaMpt0t^>«vrf'U8H»*^>'i«o8t» aeiiiM heymatb'*' 
lidicn Chttdtter. ÜHe tiaeh'KosibarkDite»- haacheiidfe niii in 
UebeflciMilaiig ]»rtllik«nd^^9trlful<9 C^ngörafg Wnr liiit ältenfj 
AvftefctO; weickefe ftle <$rt«gie', Uhie tbriib^gehtende'iind den 
poetüdiin Nitaif^eigt d^r Mehrheit liivrieidk Verletzende Er^ 
Kbeioim^«. Gegen Ende de«, >dttr^b«li{«^tf«ldj Vittegat un* 
bewwleri Aireh den drämatilehen' Meister. Cflrhfereii rcrbfewi' 
läduca XVII Jahth.> erk^'^aUinftlig^die ach^pfefische Geistes-^ 
kraft imler- der * Alks ketvfittendett'Oj^nmiicht des Staates; 
"Wikfiad der Boiilrbdil^hfeli ßegierbni^erlede drangen firan-^ 
*^Mkt Ali^hten in Spanien ^in ^nd 'besonders Laziri ar- 
kdff(»inntg.<Q^ titcht gans vrit-kliWglds ^m ihrer Vei^f^i-'' 
^K'VDd An^kenmmg. ^^ Urnen slrebteri ' die va^erlühdisctf 
^■Miten togfeir ^mtgegen tind ntich^ -bcfhan^Üch'em KaxKl]^fo^ 
^ik Sfgin folge der neuesten Erdgnisise nicht' z^eyAea-^* 
% oljfoeh die Btefruohtnng'der¥banfa^ie ntii^ ausiftndlschen' 
VflnteHoDgen ünä Etfahrati]?#ti lach tiüd' ilicJit mehr tvifd Ver-^ 
Ingoes kStihen, d» ein nicfat'kleinerrTheil der älteren Volka- 
(i^thDadiehkeit«totfrv4eleü 1^6ntrtfaefl^'ukid ron Ipfkffisehem; 
Bpnofze gemissbranebt^n ' ^Slaubensänsicbt'en aufgegeben' 
^bestritten wtfrdeti.ist. 'Wenn a<ich 'dei" kalt« Verstand 
^ die m allgemeiliferen-CfmlBiitr gekommenen tvis^ensehaft- * 
'idwn Beschftftigung^ *in*^'Uebergewkht erlangt Hat , sö ist* 
'od das an sieh leidenseMftliHie Nationalgefnhl'zä mächtig' 
^ffen, tmi die ErwarMngseiner^V^ranschanticbting in wie-' 
'crgebobnier Nationalpoesie' tSt^schen-aÄi' können. ' ' 

8. 2 8. 181 f.; Velai^üex; '^F. ßouierwek'Q'taeh. d. 'P. n? 
Bcrcdtt'S;- Si$mmtdi* --^ Portier •i^'€ast€H;*'desde el^iempo 



4^ I> Mr Med«; hdita mMtrrft 4liB> niegUdt , >or K /. 9»ui 
r f«^,f JMfidr. I^H Jl. 3. • 8,. Tf^M^ i W *vnpü^ «^«d^L P^rpigm^ 

1818, .4. 18; /. M, MoMKf E|iji«gne |^p^tii|U9«. Choix de poesiej 
.Ca^tellanes depuii CfiarlesV jusqu'd nos joura, miaea en reu 

frän^ils. Par. *Ö26 f. 2. 8. ' ' 

Unter 4m TMen» • theilf^Mt/deifi krtegerudien Add 
tHeil4 ' am . dmn Kl^hM h«v4< g t gaii(j wi t n Diehltrn sind ali 
Tonng^er^ welobe » fdio^ Diisblittt Epoche gemacht ba^ 
beii^ mAsXik SteUveriveler 4er JKatien ia diditetiaehem Geigt< 
uihI Gee^tfnacke ^sa beft^adüen t ./ton^jBiweiMi :AliMg«vto au 
Parc0llp9if|f[geb. l,49f? nt l£4S:f] wturde durch den Veoet 
4I1 A^«f ^re in dBa<.Kttmlttti4iaitt'd^« Altta imd d^ balü' 
Der eiegf Ahn «nd wvsdete'dle 4ttnuie geurdnnene fiegelmi^ 
sigkMt'^af die . TaAetlaadieeiie jPoesi? .«kl. .Seiae» dtn italJ 
webgeliil^ete. S<)nelie^ <mdf CmsMeit atbmea bektfuhKch^ 
LepdenschaftlicbMti ßf dM9 lEctflUfmg \m rwnloeen Jambe« 
und in Stansei^ flir diu £|»i$l«dmid Elegie etelke. er Maite^ 
^1: Obra«7 algiiM«*def<r»fi/e./a: F«g». liiaboa 1543; Me- 
dina 1M4; Srfaie. M47. 4 1 Lern 1549. 12 r Afttw« 1569;l 
1597. 16. -^ S. Fvl^niid Car^aifo ^«./n V0ga 'Ms^ToleÜo! 
[g€^. töO^f st« 1536]'fibertoaf ihn in «arter Imvgkcit desi 
«legheben Ten« 'wd iA. edl^ Weichheit dee.AMdrUcJisriti 
der Ekki^ eij^iele er aichdea VirgiiseheB^vtid SUmoauro- 
fitk^9 in^ dem Sonett^ den P^trarcMcbM Styl an :. Obrae. N* 
Vr^>. 81 1796; ;t79&.16; m. A J9«H^a*f Caai«ie|itar. Se- 
villa l(5^Qü j^ani^nca158i.4; in. Anni. v- /«'AI de Jzßre. 
hhtU^ 4. -^ Guierre4e C*iin0 em Sefvltia, 115^0], eiol 
Cieiltlieber, sang anniutbige.I^eder*Qnd.ll^<|lÜg0le}lk JPam. 
7*. 8fi '9.; T^ D^r Por^ngiese FruncU^ :)^{ Stuf de Aiir9^ 
WS Ooinibra [geb. 1495; st. 1^59j, ein g^tr#iob^r/Ii'y<r"^^'l 
npd guter Komiker im. iCal. St^i j^Mobpet f i^b Jn 4er MjU^t 
deren 6 st>ania^,' 2 portog* gew^brjjbebw^eind, dareh naivel 
Volkssprache, trefflichen Dialoge' ui^d ly^inoh-epiisphe Masnig« 
fRltigkeix ana: Obras. Ltsbo^ .t594* 4'^ft» 17»4.^ 2< 8. — S« 
Landsmann j iorg-e d^MaiU^ißa^ffr [g^ 152df M. 1561]» 
der grdssercntheil|i in span. Sprnci^fll dicbtete, eiip apinathig^^f 
Lyriker (Cancienero. Zaragt 156K 12; Miadr./1588v8)i f^' 
warb sich claMuipheo BuhnK dMrch die in schöner, von eis-' 
gesc^lteten lyrischen GediolUen unterbroqhpner. Prosa yer- 
fasaie;.ronia;Qtifch)i Sc^ä£^es^jJ4apg^ -Diana 1562 u« •• vr^; 



«» [H. 1573r] , . MD«», gwchtttsleo» Dichter , meiMirhafit fort^ 
pMt: Dhma iaaiMraife. V«ltooia 1564; Madr. 17f8; 1802, 
L - Bi^o Hurtmdo de Mendoza ans Granada f gebJ 1503; 
IL im Apr. 1575], vielseitige' gelehrte und geseHschafcHohe 
ttling laUr .gaea/M^sligir fif luAt^kraft tiad lieiterat tiauMi 
Tmii«id,,.gU| {fii B»eJb>ge <Sattivig^^ deviPantellangkunat als 
u«rkaii«t^.Ml9Nter umt-behH^iK^ ui^eiKden Clasaikern seU 
■ar^Nirtm^eiiie idev ersteo< Scell^n*. .Wwn er von Achtung 
iar 4«.difHripche. Alt^rthawi'diircbdvaiigefi und' veriPtM mil 
itu Sohoftbäten der ilallftniech^B Litleratnr, fremde» Müeterd 
ridttfir^ nai^bUdsie , . so vfxleagv^fte er 'doch nie« diAi in 
mvnoL jguiM lA^n* albgtqpiegflten, uod starJk Jiervorcreten** 
4ea gRid|Ml' Qrehqr^kter des Ynt^landeirir In s. Werken 
hemd^i, jeben. g^achmeid^eo FögsamMtt >uDd knniMloser 
hAbägkäi^ die.eigenthuliiliohste Selkitslllidigkeit, strenger 
&W.so(l y^ji^lUiiM Afaihwitte, nSthtemer Verstand und 
/eidcntdMfiiid^ Heftigkeit,, eben so viel Ti^ der Einsieht, 
des Biicke«,9ad des Qejlihjiea» ^leisher Reichthum an Gedtfn^ 
^ Q«d liiUtm;. die .Ihm. irwliehene Herrschaft fiter die 
^pmha n^llsalirli^h zu wissbrliu^hen iwrboten gesetzKdba 
fi«ife in Geichiaaeka niid tHnirleg^ne Mündigkeit dee^Grik 
stet. SsHis KedondiUen .und Lieder xtfmTbett ki anerst^voft 
ifa» Torwhten ital. Rhythmen, haben anmutbige Einfachheit^ 
oft TolMiilnliohe SehalkliBftigkeit; die horasiseben Episteln 
m tfeqnsen sind hoch gehiDgeni die buirlesk*»saqrrisctiett Ge^ 
^^ Ubp; ihrer launigen Fi^ymQtkigkeil wegen nicht ge« 
indu wetdfp .döirfen. - Umev. den proAatsoh^n Schriften fin«-* 
deBiieli.zw«y Meiatersiaeke«> d^r komiseb^ Roman Yida de 
^^uriSk ile< Torrn«« (Anttr' 1fi53.. 16 sehr ofl^; Gotha 1810. 
^] CiMrtges,.,ni,jamg^arb. v« Mnf* dB Luna* Zaragoza Ift52il2), 
oft tnyiHQbes, (Scffiifiide nach dein lieben, reiche Menschen« 
I^«nsiii enitSdiftlpCo der Beobanhttng vertathendy oft fiber- 
'^'^d i»n< fffwaeobaft^r Lustigkeit; unA ^^io in antiker 
HiUe und rednerischer Gedi^enhett abgefesale Geschichte 
^1568 gefiihrten 'Kriegs g^gen die Moriakos* in* Granadn 
(foDit mit Ergikittngen des Gr. /• Suva P^rHUegre^ her- 
^« T, G. Mmyam. Valencia 1770. 4), ausgezeichnet durch 
SlnbwBrdigkät , maferische Veranschaulichung der Sitten 
^ Charaktere und durch freye Krrft der Betraditung: 

n'Khler H& d. Litt. Geicli. Itf . 1 1 



162 Sj^ien. Poesie. 

Qbnui* M«4r« 1610« .4 qnTolUt heraoMg.' v. L, Tribaldoi. Vg 
Wmehler G«ich. d. b. F. n. K. 1 & 289 ffl. — Hernani 
de Herrera aus Sevilla [geb. 150|1 st. n. 1S7$], Geisdichei 
der gelebrte Erklärer des Gare, de la Vega, einer der gludi 
Kchsten Nachabmer Petrarca's; s. feierlich-erhabeDe lyrisch 
Gedicbte baben Tollendet rbytbmiscbea Wobllaqt; die Sprach 
ist oft gesacbt und gekünstelt: Obras. Sevilla 1582. 4; i 
Femamdez Samipl. 5. 6. — Hernande de Aeuna aas Madii 
[st. 15801], ein fleissiger Uebersetaer ans dem Lat«^ und eii 
gefublvoller und correcter Lyriker; Obras. Salaro. 1591. 4 
Poesias. M. 1804. 8; im Farn. 2. — Luit P^nee de Leon aoi 
Qranada [geb. 1527; st. 1591], Geistlicher, übersetzte treff 
lieb aas dem Griecb., Rom. n. aus dem A. Test, und diek 
tete religiöse Oden in antiker Correctbeit ; aucb stehen s. Pre* 
digten und Erbauungsohriften io Achtung: Obras y Trado 
dones. Madr. 1631. 16; Valencia 1761; 1785. 8. — Alonu 
de Ercilla y ZuMga aus Madrit [geb. 1540} st. 1595], dei 
einzige Ton den zahlreichen , in Feier der < jrosstbaten £ 
CarFs I sich abmühenden, historischen Dichtern, dem epu 
sches Gefühl einwohnet, so wenig er den Namen eines Epi* 
kers in Ansprach nehmen darf. Er beschrieb, ab Augen- 
zeuge, die Unterjochung der amerik. Chilf sehen ProTim 
Arauco in 37 Ges.^ dichterisch beredt in malerischen Sdui* 
derungen der Natur und einzelner Auftritte des Lebens; of( 
bricht warmes Gefühl durch; 4i® Sprache ist coirect: 15 GeSi 
Madr. 1569; I y II P. de la Arancana. Madr. 1577 f. 4| 
I— III P. 37 Ges. M. 1590; M. 1610. 8; 1776. 2. 8; mit del 
Di^go de SaiUüieva» Oioria Fortsetzung, (IV y VF. Stj 
lamanca 1597. 8) M. 1733. F.; teutsoh v.C. 31. mMterli^ 
Nürnb. 1831. 2. 8. Vgl.Nacbtr. zu Sa/zer Theorie 2S.140i{ 
S. 349 ffl. — Der Geistliche Pedro de Padillm aus Linare^ 
^st. 1595] hält die Mitte zwischen altspanischem und italiij 
nischem Styl in Idyllen (Sevilla 1581.8) und Romanzen {^ 
1583. 8); Sprache und Rhythmus sind wohllautend: Tesc 
de varias Poesias. Madr. 1575; 1580. 8. — Crüiitml de 
efülejo [st. 1596], begeisterter Verehrer des ahcastiliscbd 
Styles, bekämpfte schneidend, einseitig die NachahnaDg dl| 
Italiäner und verfällt besonders als Satyriker in harte Ueb^ 
treibung ; ächte Heimathlichkeit athmen s. Romanzen und fl 
schalkhaft erotischen Volkslieder: Obras ^oet. AntwerM 



Spaniern Poesie. 163 

!SM; Madr. 1600* 8« — Aach der Andalasier XrtrtV jffara- 
Im de Soio stand wegen s. Eklogen , Satyren und Lieder 
ifl nicht unverdientem Ansehen. 

Hochgefeierter Chorag im XVII Jahrh. ist Miguel de 
Cmutii Saavedra aus Alcala de Henäres [geb. 1547; st. 
i 23. Apr. 1616], geprüft im Leben, ausgestattet mit man« 
niglahigen Kenntnissen und Erfahrungen, tief erfassend dag 
Gebcbnin des menschlichen Gemfi^ies, genial und besonnen, 
irejroQ Scbolgeist, immer heiter, ihm selbst und dem Na« 
liooalnoo getreu , daher Classiker für alle Nationen des ge- 
Mldeten Europa. Unter dem Namen Elicio kündigte er sich 
derLctewelt in dem Schäferroman Galatea (1584; M. 1784. 8) 
mit nngeidialteten herrlichen Sonetten und Canzonen an. 
Die emt-komische Reise auf den Parnass in Terzinen züch- 
tigt die Aiifflaassungen und Thorheiten der Dichterlioge und 
sprieht beOe Ansichten vom "Wesen der wahren Poesie aus; 
Tlaje a] Paroaso. Madr. 1614; 1784. 8. S. dramatische Ar- 
leiteo [1584— 15M], unter welchen das rhythmische Trauer* 
cpiel Nomanda durch Würde und mehre Lustspiele durch 
heitere Ironie sich auszeichnen , sind Lebensgemälde in rein ^ 
vateiÜD&dier Kunstgestalt^ von nüchterner Einfachheit^ und 
daher bald vergessen : Comedias y Entremeses. M. 1615; 4;^ 
17^49. 2. 4, Der, mit Liedern und Novellen reich ausgestat- 
tete, satjrische Boman Don Quixote, die romantisch - leiden- 
MiiaftBdie Vorliebe für das Treiben der -■ fahrenden Ritter 
Diit ptjdiologisclier Wahrheit und unerschöpflicher Laune in 
kosdieber Sprache darstellend, veranschaulicht den Gegensatz' 
nriscben Poesie und Prosa des Lebens, und ist das unüber- 
roffeoe Master wahrer Naturbeschreibung: Vida y hechos 
'ei iogeaioso Hidalgo Don Quixote. T« 1. Madr. 1605. 4 (eine 
Porta, da angeblichen AI. F. de Aveiianeda^ wahrscheinlich 
^e> Aragonischen Dominicaners oder Schauspieldichters : Ta- 
f»««» 1614. 4); T. 2. M. 1M5. 4; 1655. 2. 4 u. s. w.; corr. 
P«f laR. Acad. esp. M. 1780; 1784. 4. 4; Lpz. 1800 ffl. 6. 
'2» e. aanot. indd. y var. lec. por J. Bewle. London 1781. 
^4; •corr. por /. A. PelKcer. M. 1797. 5. 8; 7. 16; 1798. 
^' »; * Berlin 1804 f. 6. 8; teutsch v. J^. J. Bettuch. Wei- 
•w 1775; Lpz. 1780. 6. 8; v. L. Tieck. Berlin 1799 f.; 
>»1. 4. 8; T. D. W. Soliau. Königsb. 1800 f. 6. 8; Engl. 
T. Smollei. Lond. 1755. 2. 4; 1818. 4. 12. Noch haben 

11 • 



/ 



164 Sjpanifia. Poeape; 

\^lx Ton ihm eineSaimnUing <am Theil trefflicher 'Novdlei^ 
Novelas exeroplares. M. 1613« 8; 1783» 2. 8; 1824 (mit ei 
ner ungedr. N. la Fia fingida). 2. 8; t« r. Soliuu. Konigih 
ISOO; und einen schön geschriebenen Bomaa Tr^joa di 
Persiles y Sigismunda. M. 1617. 4; 1781; 1S02; 1805. 2. 8| 
U V. Fz. TheremiH. 1. BerL 1808. 8. Obras« Madr. 1804. 16 
8« Vgl M. Fern, de Navareite vida de C. M* 1819. 8. -' 
Von 8. siegreichen dramatischen Nebenbuhler L. de fegi 
unten bey dem Drama. — ' Die in geistiger Bildung sich gleii 
eben Brüder Lupercto Leonardo de Argensbla [geb. 15föl 
st 1613] und Bariolomi Leonardo de A» [geb. 15ö6; sti 
1631] aus Barbastro in Äi-agon, nahmen in der Ode, Satyr« 
und; Epistel Horas zu ihrem Muster und befleissigtea sich dei 
Strengesten Cocrectheit. Der jüngere, ein geachteter Histo« 
riker (Conquista de las islas Molucas. Madr. 1609. F.; urM 
Anales de Aragon« Zarag. 1630. F.), ist vorzüglich glGcklic) 
iMi der didaktisdien Satyre : Obras. Zarag. 1615; 1634.41 
Madr. 1786; 1804. 3. 8. — Bernardo de Valbuena [stj 1627] 
idyllisch zart, im Siglo de oro. M. 1608. S. -^ Vincente i^ 
JSspinel aus Bonda in Granada [geb. 1545; st 1634], Mi 
einer dem Horaz nachgebildeten arte poetica Espanola (Madr^ 
1591. 8), bilderreich in Canzonen, Elegien und Eklogen^ 
scheint in dem^ an Novellen reichen Bpman^ Leben .des Mar^ 
cos Obregon, sein eigenes Leben beschrieben zu haben: Bar- 
eellona 1684. 8 ; Mad. 1744. 8 ; t. v. L. TiecA. Breslau 1S27< 
2, 8. — Lfliat de Gongora de Argote aus Cordova [geb. 1561 { 
St. 1627], Geistlicher, ein trefflicher Kop^ dessen burleBk-sa^ 
lyrische und naive Volkslieder und Bomanzen (B. teutacl 
von J. 6, Jacobi. Halle 1767. 8) anerkannten Werth habenj 
erstrebte in späteren Jahren, verstimmt durch Widerwärtig* 
keiten und vereiteltes Streben nach geräuschvollem RubwQ 
Neuheit und Erhabenheit des poetischen Styls durch abeai 
theuerliche Yerkönstelung des bildlichen Ausdruckes und dei 
Sprache und wurde das Haupt der ziemlich zahlreichen nn{ 
bis in das XVUI Jahrb. fortdauernden Schule der Gultori 
Btos und Conceptistos, deren meist dürftige Spielereyen eioei 
an Ueberspannung kränkelnden Phantasie das Sinken del 
Nationalgeschmaekes aninelden: Obras. M. 1634; 1654. 4 U 
s., w. ; m« Commentar J. PelUcer'9. AI. 1630. 4 ; m« C. dei 
Q^ de Sakedo Coronet. M. 1636 Q. 5. 4; Poeams. M. 1787.8 



-Spanien. Poesie. 10$ 

iB Femandet S. B. 9. — Als correcte iLyriker sind zh «i^^ 
idkiieQ L, Marünez de ht Plaza «iis Anteqnera [geb. iSSi; 
St. 1635] nod Äff. Geron. Salai de BarbadOlo aus Madrtd 
[st. 1635]. — Franciico de Qßtevedo y Villegai abs Madrid 
\|e\K 1580; st. d. 8. Sept. 1645], -ein geistreicher Polyhistor, 
tfAWilses und Llftnne, hart geprüft im Leben und ausge- 
stattet mit vielseitiger Welterfahrung und Menschenkenntnis», 
ist bey Gppiger Fruchtbarkeit an Gedanken , Bildern und ei- 
geodiamlicben Verbindungen und Wendungen, ungleich, oft 
jiacblassig in Darstellung und Sprache. Seine Sonette, hu- 
moristische Volkslieder und Romanzen haben ihm unter dcfi 
Lieblingriichtern mit Recht eine Stelle envorben : Poesias qu^ 
faUko F. de Q. con el nombre de Fr. de la Torre« M. 1631« 
16; 1753.4; El Parnaso Esp. , rannte en dos cumbres dUr* 
Jido. H. 1648; 1729. 2. 4. In den gedankenschweren mor^ 
lifflreodea prosaischen Träumen oder satyrischen Lebensge- 
isäldeo spricht sich vaterländischer Unv^ille über Zeitgebre,- 
coeo oft mit durchgreifender Schärfe und Derbheit aus: Sue« 
»>i y Discareos 1627; M. 17S6. 4. Eine überschwengliche 
Fvtte oationellcr Lustigkeit herrscht im gran Tacano , dei\i 
classschea Bettler- und Schelmen -Roman: Obras. Brüssel 
IMO; 1670. 3. 4 u. s. w.; M. 1736; 1772. 6. 4; 1791 lÄ. 
II. 8; Obras escogidas. M. 1788 ffl. 5. 8. Ein, ihm fälsch* 
lieh beygelegtes kaustisches Gemälde des Span. Hofes bey 
m Tode K. Philipp III, Grandes anales de quin^e dias i$t 
haDdsehrifdich vorhanden s. Catal. des livres d6 San tander 
T. 3 p. 170 No. 4541. — Fürst Franc, de Borja y EsquiL- 
/«eie aof Madrid [geb. 1580; st. 1658], ein correcter un^ 
riliflfeicher Lyriker (Obras in verso. M. 1639; Antw. 1654. 4) 
vertrat den alten Nationalton und Juan de Xauregni [st. 
)^0], der verdiente Uebersetzer des Lncan und des Tasso*- 
K^en Amynt , ist als Dichter in Sonetten und Beschreibun- 
pB beachtenswerth (Rimas. Sevilla 1618; 4; Pharsalia. Af. 
^^9. 2. 8); sie u. m. A. arbeiteten dem Gongorismus he- 
isch entgegen. — Eiiivan ßlanuel de Villbgai aus Na- 
xera[geb. 1595; st. 1669] übersetzte die Hprazischen Oden 
und Anabreontischen Gedichte und gilt wegen anmnthiger 
Li^beständeleyen als Span. Anakreon : las Eroticas. Naxerä 
1620.4; M. 1774. 2. 8. — Bemardino Gr. de ReboUedo [geb. 
li%; st. 1670] verfasate gute Madrigale und Epigramme, 



1^ S^pwiaiL Poeaie« 



e.Gediciite: Obras poet. AE 177S. 4, 8. -j 
Mexikanische Nonne Juana Inet de Im Cfmz\n. 167(1 
durch seltene dichterische Fruchtbarkeit merkwürdig, sei« "^ 
nete sich . ipt Sonett und in einigen dramat« Yersnchen 
Tortheilhaftesten aus; Poemas de la luiiea poeiis^ Amerieai 
Musa decima etc. etc. Ed. IIL Barcelona 1691; Madr. 171 
2. 4; Fama y obras post. M. 1714. 4. \ 

Das XYIII Jahrb. war arm an bedeutenderen poetische 

Erscheinungen ; die besseren sind als Nachbildungen frühere 

Muster zu betrachten I^nacw de LuzäH [st. 1754] fordert 

«ifrig den französischen KuQstgeschmack durch Einfuhj 

ung der Boileau'schen Poetik (Zarag. 1737. F.; M. 1789 

ä. 8) und dichtete Lieder in correcter Sprache : Obras poel 

M. 1758. 2. 4. — Des vaterländischen Geistes nahm sicj 

[s. 1760] Vieente Garcia de ta Huerta [geb. 1720; st. 1797J 

nicht ohne Einseitigkeit im Urtheile, aber doch auch gerec^ 

gegen Franzosen, mit kräftigem Nachdruck an und wirJai 

zur allgemeineren Wiederbelebung der Liebe für die Ewigen 

thümlichkeiten der Nationallitteratur auf das th&tigste; s. Ij 

tische Gedichte, Idyllen und dramatische Arbeiten waren sei 

mehren Menschenaltern die gelungensten: Obras poet. IM 

1772. 2. 8 ; 1786. 8« — Toma$ de Yriarte aus Orotova au 

Tenerifa [geb. 1750; st. 1794] Obersetzte die Horazische Dicbt 

kunst (1777), verfasste ein Lehrgedicht über die Musik in I 

Ges. (1779) und angenehme litt. Fabeln : Coli, de obras e 

verso y prosa. M. 1782 fl. 6. Splitt. F. teutsch v. F. J. Bei 

tuch. Lpz/1788. 12. «— Juan de Etcoipttz [geb. 1762; b 

1817], Uebersetzer von Young*9 Nachtgedanken (1797) nn 

Milton*s yerlorenem Paradiese (1812), besang die Eroberan 

Mexiko*s in 26 Ges.: Mexico conquistada poema heroyo 

M. 1798. 3. 8- — Unter den Lyrikern werden Leon de Af 

royal (Odas, Madr. 1784. 8), Pedro Montengon (Odas. K 

1794. 8; Rodrigo, Romance epico. M. 1703. 8); vorzuglic 

Juan Ant. Melendez Valdi$ aus Ribera [geb. 1754 ; ^st 1817 

der gedankenvolle Urheber einer neuen lyrischen Schul 

welche den alten und neuen Kunstton zu vereinigen wussti 

Poesiaa. M. 1785 ; Valladolid 1797. 3. 8; s. Freund Jo$e Igl 

eias aas Salamanca [geb. 1753; st. 1791], treuer Anhang 

des altcastilischen Geschmackes: Obras. M. 1802. 2. 8; d 



Spanien. Drama. 1^^ 

virAge JtfiM. QßriHtamaj Bugen. Tafia^ der fcfurfge F. de 
Bertdia hoch geschätzt 

!!£• Das Spanische Drama, im eigentlichen Sinne, ist 
ToObartiges Enengniss des Nationalgeistes und Iftsst nur eine 
Veig^eiehang mit dem Englischen xd. Es gewährte dem seit 
likhonderten an lyrisch «epischen Romansenton gewohnten 
Volke poetische Unterhaltung und Teranschauli«dite die baute 
Hauigbltigkeit des, gleich einem Phantasietraume, vorüber- 
sieiieDden Lebens; Traurigkeit und Freude, Ernst und Sehers, 
LAre und Spott sind eng in einander yerschlungen und die 
Scheidung des Tragischen und Komischen ist nicht zulässig. 
Wunderbar Torwickelte und sich auflösende Ereignisse wer- 
den dargestellt; Christianismus und die Grundzüge des Bit« 
teiärams, Ehre und Liebe, drängen sich überall in ihrer na« 
tionaKsirten Eigenthümlichkeit vor, oft auch harter Stolz, 
ausartend bis zu blutiger Gefühllosigkeit. Die Versuche der 
Gelebtan, die Bühne nach den Mustern des classischen AI- 
(erAoms knnstgerecht zu gestalten, scheitorten an der Unem- 
pfingHcIikeit der schaulustigen Menge für einen ihr unrer- 
ländlicheii Genuss, beschränkten sich auf Uebersetzungen, 
iirelche der Bucherwelt anheim fielen, und zogen sich in die 
Bearbeitung der, nur in Einzelnem dem Volksgeiste angeeig- 
neteo regelmässigereh Tragödie zurück. Das Nationaldrama 
addoBs sich den volksthümlichen Mysterien und Moralitäten 
an und wurde in Vorspiele, Loas, Schauspiele und Zwischen- 
spide, Entremeses, abgetheilt; seine Begründung fällt in die 
ersten Jahrzehnte des XVI Jahrb., die vollständigste Auffas- 
eang lemer Individualität ging von Lape de Vega aus und 
die liockste ideale Veredelung erhielt es durch Calderon. Die 
Iraiizdttsohe Manier im XVIII Jahrb. blieb dem Volke im- 
Bier fremd , obgleich die Bfickkehr des althfeimatblicben dra- 
notisdien Kunsttones bisher keinen gedeihlichen Fortgang 
lutte und bey veränderter Sdmmung der Gemfither vielleicht 
mi Tollatändig gelingen kann. 

A. W. Schlegel Voriet. über dram. K. 2 Abth. 2 S. 3 ffl. 
338 111. ; Hugalde y Parva Origen, epocaa j progresos del Tea-^ 
tre Eipaaol. Madr. 1802. 4 m. K.; C. PelUoer Tr. bist, aobra 
d origen j pr^gresot de la -Comedia en Espaiia. Hadr. 1804* 
2« 8; V. G. de la Huerta Catalogo alphabetko de las eome* 
^ias, als 17' B. des von ihm herauag« Tcatro. — Coniediaa 
^leogidu de los majores ingeniös de Hes^ana. iL 1652 ffl. 48* 



169 l^pmian» Dmna* 

4. %. ind|««»:iB Spanten iclbft «dir k^lieoe SMimliiiigca; Teil 
Espanol por V. G. de la Hueria. M. 1785 ffl. 16. 8; T. £1^ 
Coli, .d« dramai cs€og. de Lope de Vega, Calderon, Moretj 
"Roxai, Sollt, Moratin u. s. w. London 1817 fl. 10. 8; CoUm 
cion de !«• plesae dramatieas de loa antorea eap. M. 1826 i 
12. S; 4la Pigrron de €keierm Extraila daa pluaiMra pücet« 
Tbeatre Eapagnol. Purin 1738. 3. !%• Tb. Eap. f. U Sage. I 
1700. 12; p. lAßguei. P. 1768. 4. 12 j Daa Span. Tbeat« 
Brauniehw. 1770. 3. 8; Nachtrag^. Riga 1771. 8* — Jg. i 
Moniiano y Muyando Diae, aobre laa Tragediaa Esp. M. 175l 
f. 2. 8. 

Die äaasere Entotehnoggeachichte des Nalionaldrama re^ 
lieret sich in ein fast mythisches Dunkel ; sie griff mehr i| 
das geistige Gesellschaftleben als in die, oft durch aristokm 
tische Zunft Verhältnisse bedingte Litteratur ein ; Vieles berii 
het auf bald verbleichte Ueberliefemngen und auf unsugäng 
liehe Urkunden. Bartolommi de Torr et NaharrOj nähr 
scheiDlich ein Geistlicher, der meist in Italien lebte [15201] 
verfasste acht satyrisch »witzige IntriguenstOcke in Redoodiliei 
und scheint den nachher herrschend gewordenen Ton angege 
ben zu haben: Propaladia. Sevilla 1533.4. SpSter arbeiieU 
der Goldschläger Lope 4e Rueda aus Sevilla» ein huntoristi 
scher Naturdichter, für die noch herumziehende rohe Buhn« 
Schäferspiele und Entremeses in Prosa, welche dem Yolks* 
gesohmacke zusagten und die stehenden Nationi^charakteri 
des Drama bestimmten: Los coloq uios pastoriles. Sev. 1^76.8; 
las segundas dos Com. das. 8. Der gelehrte Juan de la Cuevi 
aus Sevilla [st. J582], Vf. einer merkwürdigen Poetik (in 
Pamaso Esp. T. 8), ein wackerer Lyriker und freysinnigc^ 
Mann, popularisirte alterthumliche dramatische Stoffe ud< 
suchte , mit Schonung der herkömmlichen Richtung, die ^a< 
tionalbuhne zu veredeln ; ins., wie in C. de Caeiillejo't (s 
oben S. 162) Stucken herrscht satyrische Laune und Bestrei' 
tung schädlicher Vorurtheile vor: Comedias. SeVt 1588.4; 
Coro Febeo de romances bist. S. 1588. 8; Poesias liricai. S 
1582. 8. /— Soviel war vorbereitet., als der eigentliche Bfr 
grunder des dram. Nationalstyles auftrat, peben welchem »^^ 
des geistvollen Cervmntes (oben S. 163) besonnen einfach! 
Konstwirksamkeit nicht geltend machen konnte ; Lope F^^iA 
de Vegä Cwpio aus Madrid [geb. 1563; st, 1635], Krieger 
Staatsmann and zulest KIoster|;eistlicherj vertraut mit 



Spanien. DMioa. 169 

tm mrf BcKInbmgen seiaes -Volkes in allen Stäirfen, efai 
■deiwA firachtbarer Schriftsteller, kenntnissreich, begabt 
rit üppig scbi^pferischer Embilduagkraft, nair iiaprovisiread, 
sM sitk fiejr ober die Gesetze der regelmässigen Kunst 
iii|itfaitele das Sckaaspiel aur dialogisirten romantischen 
S«rdk Er befestigte die schon vorhandene fiintheilnng dea 
ümtfdm in geistliches und weltUches, Comedia divina y 
iunii; jenes hatte ein religiöses Wander xum Hauptgegen- 
lüik isd serfiel in LebensiAnfe der Heiligen, vidas de San- 
iM, ml is allegiariairende Fronleichnamsspiele, Autos sacra- 
MMales; £e weltliche Komödie, bey welcher ein kunstvoll 
vemekdtes Abeotbeaer an Qmnde lag ^ war entweder eine 
t^mickeeder ein Mantel- mid Degen*, d. h. ein Intriguen- 
iMinsiem bürgerlichen Leiifn, Com. de capa y espada. 
AickbiiNk er die Loas (Vorspiele) und Entremeses (bur* 
lol» ZsiidiMispiele) , oft von Musik und Tanz begleitet, 
Ssjmn, bej. In allen diesen Gattungen arbeitete Vega und 
^ ^ Nationalten so glücldicb, dass er Liebling der Grosi» 
wn q4 des Volkes nnd fast vergöttert wurde. Er soll 2200 
Siittke Tttbsst haben t Comedias recop. por J3. Grana. Val- 
l>^olki (a. in mehren Städten , die meisten B. in Madrid, 
aehreaet anfgelegt, der 24te in dreyfachem durchaus ver- 
«^tdwtigen Abdradc) 160i--1647. 25 (oder wegen d. 24 
B^><K 27) 4 ; einige in dieser Samml. nicht enthaltene Schau* 
1^ aal einz^ gedruckt. Ausserdem versuchte sich Fl 
»alltQlKchtarten, im historischen Epos, in derSatyre, Epi- 
(^1) aa glücklichsten in der Ekloge, burlesken Erzählung 
^ (B lütliehen und weltlicben Liedern; auch schrieb er 
^^ Novellen u. a.: Colleccion de las obras sueltas. M. 
^^6121.4; Stern, Zepter, Blume v. G. 0. v. d. Maliburg. 
^^ )S24. 8. Vgl. Henry Rick. L. Holland some account 
0f Ae llfe and writings of L. F. de V. C. Lond. 1806. 8; 
^^M IS.. Unter s. Zöglingen und zahlreichen NachfoU 
i^itt der bedeutendste Juan Perez de Montalvän [st. 1639], 
^^^lAQgfiQher Novdlist (Suceesos y Prodigios de ainor. M. 
^^'^i Q. 8, w.), welcher tteffende geschichtliche Charakter^ 
'^Hlnnngeii aad romantische AUegorisationen in das Drama 
^^v. Comedias« Alcala 1638. 8; Valencia 1652. 2. 4; 

l^Joias, JMadr. Ij640. 4; SeviUa 1736. 4 Die höchste 

^iektbuf; erhielt das NatioaaldnUaa duroh F^drö Calderom 



170 Spanien. Drama. 

de ia Barca Heano y Riaiio ans Madrid [fS^* ^^^ > ^* 
25« May !687], dessen Geist und Gemüth ebenfallft dar 
Tielseitige LebeDserfahrungen ertüchtigt worden waren; 
hatte sich gelehrt gebildet nnd war nach einander Krieg 
(1625), Hofmann (1636) nnd (1651) Geistlicher. In n. dr 
niat. Darstellungen [s. 1629] religidser, geschichtlicher, m; 
thologischer Gegenstände und anziehender Auftritte aas d« 
wirklichen Leben offenbaren sich kfinstlerische Absichtlid 
keit des berechnenden Verstandes, dem bey allein Aaschdi 
eines allmächtigen Mystidsmus die Phantasils nntergeord» 
ist, tiefe Weltansicht und -Erhebung des an starkem Geful 
und an selbstständiger Betrachtung unermesslich reichen G< 
müthes bis zur äussersten Gränze des Etsinnlichen; Ti» 
nennt ihn den dnrchgearbeitetsten Manieristen. Die SicAei 
heit s. Strebens beherrschet den Stoff; er fasst in der beson 
deren Thatsache das Abbild allgemeiner Gesetze auf; die ab 
stracten Begriffe werden in mythologischen und allegoriscbei 
Gestalten yerslnnlicht. Der Gehalt s. dramat Werke ist un- 
gleich ; mehren (die Tochter der Luft, das Leben ein TranDi 
die Andacht zum Kreuze, der wunderthätige Magtrs, dd 
standhafte Prinz u. t. a.) wohnt der wundersamste Zauber 
reiz ein; andere ermüden durch rhetorisireüd^ Dognatik; 
welche besonders auf den , oft ungebQhrlich gedehnten Di>' 
log nachtheilig einwirket; viele im höheren Alter Tcrfatfte 
weltliche Schauspiele zeugen von kalter Unlust am Leben: 
manche Jngendwerke missfallen wegen Ueberladung mit Bil 
der-Schmuck und durch Prunk des Ausdruckes. Doch kam 
in der neueren Litteratur der einzige Shaketpear dem po& 
artigsten nnd sinnvollesten aller Spanischen Dichter g^g^^ 
fiber gestellt und als eine der folgereichsten Aufgaben ia> 
Seelenkunde geltend gemacht werden. Wir haben von ihn 
108 ächte Komödien, deren chronologische Folge JPl ^ ^' 
Schmidt (im Anz. Bl. d. Wien. JB. der Litt. B. 17 S. i &. 
18 S. 1 ffl,; 31 S. 1 f.) zu ordnen versucht, 95 dassi»*^ 
Autos sacramentales (M. 1717; 1759; 1777. 6. 4), 200 Loai 
und 100 Saynetes; ausserdem viele Gedichte; Comediaa M 
1683 ffl.; 1685 ffl. 9. 4; p. J. F. de Apontei. M. 1760» 
10. 4; p, J. G. Keil. Lpz. 1819 ffl. 12; 1830. 3. 8; teniscT 
V. A. W. Schlegel. Berl. 1803, i. 8 ; v, /. D. Griei. B. i^H 
fll. 7. 8} v. Ä F. G. 0. V. rf. Mmliturg, Lps. 1819 ffl. 5- * 



ipaniei^ Dramat PM«a im XVI u. XVII Jahrtu 171 

\l^ Seiger ia W. JB. i. Litt. B. 7; F. W. F. SehmiÜ 
Ulk« üe KircbeBtreDiMiDg von England. Berl. 1819. 8. -— 
\9k den folgenden drianatischen Dichtern sind die bemer- 
luBiratheien : Ani0n$9 de Soiii y Uibadeneyra , Aguiiino 
ÜATClt, Franc. ,de JBe^a«» Ag. de Salazur y T9rr9i u. m. a. 
- In XYIU Jahrb. wurde der Anbau des Nationaldrama 
duck bau. KuQBtgefMshniaek beeinträchtigt; doch dauerte er 
fort lod ndire Scbiiftateller,. Rawum dB la Cruz y Cano [st« 
i79i] ugeotbfunlieh- hnmocistisoh in Saynetes , der ftberans 
IradidNure L. FrMme, Cornelia^ Mmrt. Leandro Femandez 
deUmHik [st in Paris d. 21. Jun. 1828] , auch wackerer 
Ljiiker, der 4ncch Einfachheit der Fabel, Wahrheit der Cha- 
labenadniuig und Lebendigkeit des Dialogs als spanischer 
Mflfine ^ (Obres. Par« 1825. 3. 8) u. m. a. erfireueten sich 
VBSwijtetigen Bejrf alla. 

DuTraaerspiel, nicht geeignet, den Wettstreit mit 
den XatiosaldraDia zu beatehen , geihöret fast ausschliesslich 
der BSeherwidt an und konnte nur in neueren Zeiten auf 
der Sohne sich behaupten. Der Benedictiner Oeronyme 
BinMMiez.aiia Galixien [st. nm 1589] wählte, mit Beybehal- 
^^ 'n Chores, vaterländischen Stoff zur tragischen Dar- 
<^Q|«: ttmurtm trag. Esp. de A, de Silva. M. 1577. '8; 
Pm. Eip. T. 6. -^ Lnp. L. de Argentbta (8. 164) gefällt 
'vdi Sdionheit des Rhythmus und der Sprache Criitoval de 
Firset 801 Valencia [st. n. 1630 1] zeichnet sich durch kräf- 
tige Gedaiiken und tiefe» Gefühl aus: Obres trag. M. 1609, 
8« - Qmtn de Coitre aus Valencia [st. 16|S^f] ist durch 
*tiM, ron P« Corneille nachgeahmten Cid und andere ge* 
luBgm tri^gisdie Arbeiten bcfruhmtx Comedias. Yal. 1618 f. 
2. 8. In neuerer Zeit folgten , ausser Man. Qßiintana [Pe- 
kfo] ^iJUartinez de.la Bona (la viuda de Padilla), Ag. 
^il$niiane y Luyanio (Virginia 1750; Ataulpho 1753 u, 
^ leUwt Huertaj franx5sischen Mastern. 

IF. Eine selbstständige , von Poesie bestimmt geschie- 
^ Prosa war seit dem XV Jahrb. vorhanden, einfach im 
Attdrocke starker Gedanken, lichtvolle Bdehrung erleich« 
^1 bildlich ohn^ üppigen Schmuck, rhythmisch in schön 
fernodeten Perioden, zu deren Bau die von Natur voUtOnige 
%ache dch eignete. Ihre Begelmässigkeit wurde im XVI 
labh« dnich Benehtung dat^ auch fleisiig und glflcklidi aber- 



172 Spanieiu Prosa im XVI u. XVH Jahrb. 

•etsten Muster des elasrischeu Alterthams v^ter bestiiii 
Dazu wirkten vorxagHch mit: F^nan Perez de Öiiva a 
Cordova [geb. 1497; st. 1533], clasns^k gebildet, ein wack 
rer Uebersetser, ausgezeichnet im oorreeten dialogisirten Ldi 
style ; unter s. Werken ist das Gesprfieb fiber «He W6rde d 
Menschen das berühmteste: Obres. Cotdova 1S86. 4; M. 178 
2. 8. Ihm schlössen sich d^r onspruchlose A» 4^ Morah 
der geschmncktere Nachahmer des Seficca, Pädro' de Valk 
und der Fortsetzer s. Gespr. Franeiwto Cervan§e9 de Sah 
zar [st. 1546], welcher aus dem Lat. manches sorgfidti 
übertrug und vaterländische Aäfsfttze sammelte u. ei^lftoten 
(Obras qne C. de S. ha hecho, glosado y tradtfcido. Alcal 
1546. 4; M. 1772. 4), nebst Anderen an. — Der FranctM 
ner Antonio de Gnevura [st. 1544], CarPe I Hofpredigei 
hatte mit höfisch-declamatorischer Pranksucbt und ElnsefawSi 
cung romantischer Phantasiespiele in pros. Efnst nur ToHibei 
gehenden Einfluss; s. Fürstenspiegel (Reloit 4e Principe^ 
Valladolid 1529. F. n. s. w. ; oft übers.) scheint in Sp. frn 
her als im Aaslande Tergessen worden zu seyn : Obras. VrI 
ladolid 1545. F.; Barcellona 1757. 2. 8. -- Lnü Mexia am 
Sevilla [st 1552], rdch an mannigfsltig^n Kenntnissen am 
eigenthümlichen Ansichten, bildete seinen männlichen Sty 
nach römischen Mastern, nur geflült er sich in gelehrten Ab' 
schweifangen und allegorischen Betrachtungen : Silva de Tarn 
ledon. Sev. 1542. 8 oft; Historia imperial. 8. 1547. F. o.s, 
w.; Dialogos eruditos. Alcala 1551 ; Ed. X. M. 1767. -- f^ 
tolomS de la$ Catat aus Sevilla [geh: 1474; st. 1566], Bi 
schof von Chiapa, dessen ungc^dr. Westindische Chronik roc 
Herrera benutzt worden ist, schilderte mit erschütternder 
Beredsamkeit die Leiden der von ihren Unterdrückern ge^ 
misshandelten Amerikaner und eiferte [1616] für die Sicher- 
Stellung ihrer Menschenrechte : Obras. Sev. 1552. 4 oft; Oev- 
vres par J. A. Llorente. Par. 1822. 2. 8; vgl. H. Oreg^^ 
in Mim. de linst. Nat. Sciences mor. T. 4 p. 45 sqq* -' 
Viele Beschreibungen der neu entdeckten Länder zeichnen 
sich durch Reichhaltigkeit und malerische Schilderung ausj 
s. Wächter Gesch. d. h. Forsch» u. K. 1 S. 264 ffl. - E'i»^ 
Reibe trefflicher Historiker beginnet mit JUendozm und dau- 
ert bis gegen Ende des XVII Jahrb. fort, von denen sogleich 
das Veneichniss folgen soll. ^ Als didaktischer Prosaiift ist, 



Spantenu Broia im XVI u. XVII Jahrh. 173 

£• P. de Leem (S. 162), beionders merkwordTg Juan 
Awr/e am S. Jaan del Pie del Paerto geb. 1520; st. vor 
))90!], ein Tielseitig gebildeter^ hellsehender Selbstdenker, 
ienen Versuch über die Prüfung der Kopfe viele fruchtbare 
MiikaDgen und gemmde l}rth«ile enthfilt: Examen dtB in- 
geuBifftia las ci^nciafl 1566; Baesa 1575; Bilbao 1580. 8;' 
oft; MiliU 1^68« .4 ; teotscb t. 0. B. Leuing. Wittenb, 
17&2;.178S. 8« *-^ IKe durch ihren Inhalt anxiehenden Be* 
ridilB sod Briefe das. dtplomatisohen Märtyrers Antonio Perez 
[A 1611] sind wegen styKsttscher Eiftfachbett und Helligkeit 
a beaohtro: Obvas y Relaeiones* Paria 1598. 4; o. O. 1631. 
S. — Zur böchsten Vollendang wurde die schtae Prosa durch 
M.ieCtmintet (S. 163) gebracht; ihm zur Seite stehen ' 
d« vesigK correcte, geniale (iuevedo (S. 165) und der hu- 
memdsdif Staatflmann Diego de Saavedra y Fuj^ardo aus 
Msrcis [it 1648], welcher hochgebildetea yaterlftndischen 
Geilt IQ moglerhaft gehaltenem Nationalstyl aussprach: Idea 
de an Principe Christiane. Mindien 164l>. 4 u. s. w.; Valen- 
cia 1786. 2. 8; Locnras de Europa (16451); Corona Gotica, 
CttttUaui ; Austriaca. P. 1. Munster 1646. 4 (m. Forts, des 
A Ihdm de Catfro. Madr. 1670 fil. 3. 4); Republica lite- 
nria. H. 1655; 1730. 8; 1759.4; tentsch. Jena 1808. 8; 
Okai. Hadf. 1789 f, 11. 8. — Durch den Jesuiten Baldatar 
(Lorceso) QnUiian [st. 1652] wurde der überkünstelte, wi- 
liäiii«ClMigorismas in die Prosa eing^ihrt und gewann auf 
l^nZintdie Oberhand; seine Anweisung zur Kunst, getst* 
r«idi IQ denken und zu schreiben (Agadeza y arte de inge- 
^), Äbte entschiedenes Crlück: Obeas. M. 1664; 1720. 2. 
4 1. oft -* 

Am diesen Andeutungen ISsst sich die Richtung der Sp. 
Pr«a wahrend des XVI und XVII Jahrb. im Wesentlichen 
öberseheo. In der Beredsamkeit^ welche das öffentliche Le- 
^ nicht begunsiigte, wurde nichts, im Dialog und Briefstyl 
^;, mehr in der didaktischen Darstellung geleistet. Die 
^ innigsten und glücklichsten angebauten Stylgattungen 
BB^die Novelle, der Roman und die Geschichte; von diesen 
nui besonders Bericht erstattet werden. 

*/ d$ Capmany'j de Montpalau Tratro bist, crit de la elo- 
^eneia etp. M. 1786. 5. 8; Fioreata esp. b piezas escog. en 
poM. Ed. IlL Lond* i8A& 8. ^ CasUs- menles, ailitaies, ei«. 



174 Spanien. PiroMU NoTefteA tf« Romano 



7 lilerattas ^6 Tarios iutores etp. reeog^doi pot GT« JH^aJ 
7 Sitear« M. 1734. 8; 1756. 2. 8 ; 1774. 5. 8. — NoTtlv amj 
roMf de los mej. ingeniös de Hetpana. Zaragaaa 1648. 8; C« 
leocion de Novelaa escog. H. 1787 .fl. 7. 8. | 

a) Die Boccaxiirche Novelle fand frühxeitig Eingang 
und behauptete sieb, Buch achon datch ihre nahe Verwandte 
Schaft mit der einheimisf^hen Romanse, in nnatlterbrocbened 
Ansehen bey der auf Uttterhdtung bedachten Lesewelt, ffi 
ner ihrer ersten glücklichen Bearbeiter war der fBr National^ 
litterator Tielth&tige Jumn Timontda Buchhändler in Valen^ 
da: Patiafias. Alcala 1576; Bilbao 1580. 8; Sevilla 1583. 2.8^ 
Claasische Muster wurden aufgestellt von Cenantei S. i<»3,l 
ie Mantuhän S. 169, (tuevedo S. 165 ü. A. — Im XVI 
Jahrh. herrschten die Ritter -Roihane vor; ihre überladeoel 
Pninksprache und gesclimaeklose , das WahrheiigefuU yer^ 
letsende Abentheuerlicldceit sagte einer National^hantasle xa, 
welche am- Wunderbaren und an Bildern räthselhafter' Ve^ 
^ngenheit hing; Männern von ernsterer Bildung und reise- 
rem Geschmacke mussten sie missfallen und als verderbliches! 
Beizmittel zu naturwidriger iSeistesve^irrung ersdieinen. Die-! 
sem ritterlichen Karrikaturspuk stellten sich, bey wachsen-j 
der Gediegenheit der geistigen Nationalbildung, nach dem 
Leben gteeichnete Gemälde ans der wirklitehen Nationalwelt, 
Schelmen- oder Bettler-Romane und satyrisehe Sittenschilder- 
ungen, entgegen und der gesunde Yolksverstand musste bald 
für ihre VorziigUchkrit entscheiden. In dieser Gattuhg des 
eigentlichen Nationalromans glänzet Mendota'i (S. I6t) La- 
zarillo; ihm ist gleich zu stellen Matto Alemän*i aus SeTiIIaj 
[st. n. 1600] Guzman, eine überaus gelungene Därstelloiig 
der Volkssitten, wie sie der fehlste Beobachter aaffasst : Vida 
y hechos del picaro Guzman de Alf arache. Zaragoza 1599. 12; 
Barcellona 1599. 8; Madr. 1599. 2. 4 m. Forts.; Antw. 1736; 
Valencia 1773; 1787. 2. 8 u; s. w.'i Franz. v. le Sage. Pa- 
ris 1701. 2. 12. — Von Cervaniei D. Quixote und Espinai 
Obregon s. oben S. 163. 164. — Ein Meisterwerk schalkhafter 
Laune ist der von Luit Velez de Guevara y Duefias anij 
Ecija [geb. 1574; st. 1646] verfasste hinkende Teufel: el dia- 
blo coxuelo. M. 1641. 8; sehr oft; 1798. 8. Auch wetteiferte 
dieser Schriftsteller mit £. F. de Vega in dramatischen Ar- 
beiten/«— Viele andere Romane werden hier mit Stilkchwei- 



SpanieiL Hiitojrücer im XVI iL XVH Jahrk 175 

pm «beigangen ; ,die spStereo sind wtoerig; unter den iny- 
iiudi-geisdichen kann das Leben der h. Jnngfran verfasst 
TOB der Aebtisan Maria d€ Coronet in Agreda [geb. 1602; 
U. 1675] statt vieler anderen als vielgeltendes Beyspiel auf- 
geführt werden : Mystic^ ctudad de Dios« Antw» 1736. 3 F* 
^ ¥ir den geschieb tlicben Roman wnrde der Ton angegeben 
ia der yfQVL,Ginß$ Per et df Bita tms.Marcia böransgegebe» 
nea, nt vortrefflichen. Romanzen ausgestatteten Bistöria de 
los Vaados de los Zegris^ y Abeaxerrages, Caballeros Moros 
de Grenada. Alcala 1604; M. 1631. 8; oft; Rarcellona 1757. 
2.8. ^.Eben so anziehend und noch üppager ausgeschmückt 
ist des Ynkm GartUauo de la Vega ans Cosco in Amerika 
[geb. 1540 ; st. 1620] Geschichte Pem's 4ind Florida's : Histo* 
na de las antiguedades y eanqaista del Perd« Lisboa 1609« F« 
11.S. w.; Madr. 1722. 2 F.; La Florida. Lisb* 1605. 4; ML 
1723. F.; beid« Franx. Amst. 1737. 2. 4; teutsch im.Ansa. 
V. 6. C Böiiger. Nordban«en 1785 fl. 2. i8. . 

I) Mehre Span. Geschieh tbuch.er der vorhergegan-' 
geaen Jahrhunderte hatten ychon bedeutenden sprachlichen 
Werth ; in Anordnung und Darstellung des StefEes behialteii 
sie den Chroniken-Ton bey, welcher auch .in späterer Zeit 
Torwaltel und besonders von den öffentlich bestelUen Chrono« 
graphea als amtliche Eigenthumlichkeit wohl.veiredelty aber 
nicht angegeben werden konnte« Historische Kunst ^ nach 
Yorbildern des( clapsischen Alterthums, wurde xoerst von' 
Mendnß (S. |6IX der eine einselne Begebenheit seiaer Zeit- 
geschichte . geistvoll beai:beitete , in vollständige Anwendung 
gebr^bl; In diesjem künstlerischen Verdienste übertraf, ihn 
Kefoer von den nachfolgenden Geschichtschreibern ; sie er- 
strebten anssfchliesslich genfigende Belehrung über den ofEBUt- 
licbea vaterländischen GefieUschaftssustand und Hessen sich 
Bestiauntheit und Helligkeit ^ der Darstellung eben so ange- 
Ufea sejn^, als sie auf Correctheit des Ausdruckes sichtbare 
^gWt verwendeten. Florian de Ocampo aus Zamora [st. 
1578J bearbeitete die älteste Gesch. mit gewissenhafter Be- 
Boffluig der Quellen in reiner Sprache : Coronioa gen. de Esp. 
Zafflora 1544. F. — Ihn übertraf in reicher und tiefer For« 
ittiQog und im rednerischen Ausdrucke Ambroeio de Moralee 
aas Cordova [geb. 1513; st. 1590],, der sich, um Aufklärung 
Alterthümer und geschichtlicher Einzelnheiten 



176 SSpanien. HiMoriker im XVI im XVD Jahth. 

namhaftes Verdtenst erwarb. Er fShrte diä allere Gead 
bis zam J. 1037 fort: Coronica gen« de Esp. proBegoemj 
adelante de los V libros de Ocampo. Alcafo 1574 fl« 2 Fl 
Los aniiguedades de las ciudades de Eq»« AIci 1575 (1571 
F.; los V libr« post* Cordova 158&. F. n. in Cottecdon d 
Cronicas. Madr. 1792. 10. 4; Via je k los R. de Leon, y Gsj 
licia y pr. de Asturias. Madr. 1765. F. heransg. von Bni^ 
Florez. M. 1765. F.; Opnscalos Castellanos; Opascala hisj 
M. 1793* 3. 4 heransg. v. F. Vah Ci/nentet. — Qefimyi0\ 
Zurita ans Zaragoza [geb. 1512; st. d. 31. Oct. 1580], 9^^ 
discher Historiegraph von Aragon [1547], ein Forscher toi 
seltener Beharrlichkeit^ Umsicht and Tiefe, besehrteb die An{ 
gonische Geschichto t. 710 bis 1516 in 30 B., mit fast m 
schUesslicher Berücksichtigung der Landesverfassung; seiiM 
Sprache ist nüchtern didaktisch^ selten durch hervorlMrechen 
des vaterländisches GefBhl zu rednerischer Wärni^ erhobeoj 
Anales de la corona de Aragon. Zarag. 1562 ffl. 6 F.; ni 
Beg. 1610. 7 F. Unter den Fortsetaungen s. Werkes ist did 
von B L. de Argtmhla (& 164) bis 1524 die gelaiigenst^ 
-^ ßitevan de Garibay j Zamalloa aus Mondragoiia in Bis^ 
caya [geb. 1525; st. 1599] stellte in correcter schlichter Spra^ 
che die Schicksale^ Spaniens und Portugals bis 1 566 dar, kri^ 
tisch genügender in der neueren Geschichte : Los' XL LibrI 
del^ compeodio historial de las Chronicas. Antwerpen 1571; 
1751 ; 1771. 4 F. — Jman da Sgha IV Graf Perf alegre [st, 
1601], der Ergftnzer des Mendosa'schen Geschichtbuches (S^ 
161), rechtfertigte die spanische Besitznahme Portugal'» mil 
reichhaltiger geschichtlicher und politischer Einsicht, nicb! 
ohne rednerische Kunst, in ital. Spr.^ Ddla riunidne del B^ 
de P. alla corona de Castiglia, historia di G. Coneitagsi9\ 
Genua 1565. 4 oft; «panisch. Barcelona 1610. 4. — Des helk 
denkenden Jesuiten Jtum Mariana bub Talavera [geb. 1537; 
St. d. 17. Febr» 1623}, ursprünglich lateinisch geschriebene« 
aber von ihm selbst in alterthümlich-kornig einfacher Spam'j 
scher Sprache umgearbeitete Gesch. Spaniens von den w 
Zeiten bis 1516,. in 30 B., ist ein Werk treuer viehimfes«eiij 
der Forschung und gesunden Urtheils, ausgezeichnet darev 
lichtvolle Ordnung und Schonl^eit der Darstelldng: His^* ^1 
rebus Hisp. L. XX. Toledo 1592; adj. L. XXI— XXV. T^ 
15«2i uns. F.; L. XXX. Ma»n»1605.4^ mit J.M.JUinüni^i 



Spanfen. l^rosa im XTm Jahdi. 177 



fit 1730] Forts, bis 1604: Hug 1733. 4 F.; Hktotla gen« 

ieEspaoa. Toledo 1601; Madr. 1608; 1617; '',1623. 2 F. vu 

8.W.; M. 1780. aF.; 1704. 10. 8; «ill. i» tahbs cronol. 

Mm 7 olservacionet. Valelicia 1783 ffl. 9 F.; M» 1819» 84 4; 

¥jn«^ Lond. 1606. 2 F.; Frank. P. 1725. 6i 4. — Antonio 

^ ficmr« 7 Tordosillas aus Caellar {geb. 1649; st. 1625]^ 

dn bkhlkarer Historiker, unter dessen Werken die Besdirei-* 

bttg mA Erobernngsgeschichte Westindtens das merkwür«« 

dipce itt; die Sprache bat eigentbmnlieh sefaOn^ MKnolich'* 

kot: DeseripdoH de las Indias orieiStaleS. HL 1601. /F4 a, 

Dccadct bist, gen, de los bechos de los Castellanos en las 

ulai y tiam firme del Mar. Ooeano. M. 1601 lA. 4 F«; M« 

17» &. 4 F.; Hist. del R. Felipe IL ValladoKil 1606 fl 8 F. 

o. «.a. — fVuMtfüd de Moneadä ans Valeecia fgeb. 1&86; 

st, 1635] kscbrieb nadi Mnntaner und aadenen Quellen den 

Zag der Cttalonier und Ar agoniet gegen TOrkeli und Grie^ 

eben (1303 L) in dem. Tone des Jolins Caeeav lebendig ma^ 

leriscti t Espedicion de In» .Catalanes j AragOnsaes contra 

TorcM j Ciritgod. Barddloba ««23; 180S. 4; frqpzös. von 

CSuatffiü. Pur. 18A7. 8; tentsob v. SpMier. 1828. 8* -t Ajn^ 

tonm * 80A y RibsdeneyM. ans Plaoencia [geb. .1610; st. 

1686] kidiiieb die Efoberang Mexiko's dsreh Certes uei- 

"MUft nnchaaboh iri> epiMbem Ckscbidittoee ' oad in clasi* 

Mdicr icaliinuckter Sptndbe; er sddieiAet d)e mit Af^pdoza 

anfanpsie Reibe groasev Hirtorlker : ' Hist: de la oonqoigta 

de Mnhi. M; 1684; 1782; F. $ 1783. 2. 4; 1798. ». 12 i|. 

oft;FfiB.Paria'ie91.4. — YgJL Oberh. IFäckler Gesch. d« 

hiAW,n.K. 1 Abtb. 1 & 278 ffl.; Abtb. 2 S. 519 ffl. 

Dk MBten Jabrzebiitd des-XYIII Jahrb., waren^ bey all->. 
g«»äofrer ßtöekiing. des Htt. Lebeos, arm: an g!at^ Prosfti-^ 
««• Der einsigo' V^enteSäcmUär y Safin Marquss ifr San 
'% bt 178i6] macht eine nib^ivdlle AiUnuihmo; s« Ge« 
^^Ukt» dm Span« Urbfidgekrfeges und der :diesem ticb ^n-^. 
<«tt«Hiden EMgnisso' f st «in .MeistefSCOck in dtvaterllndi- 
fdnm Style; Cöw menta^Uis de la guer#a de Espetia . desde el. 
f«iMipi4ddl reynado del Rt Felipe V. ow O. n. J. F.; Genua 
'\7I9) 2. 4. ^ Unter Gail III «rnente rieh die schriftstdle- 
n4e BetrfebiMliLteit ; in A^ Prosa srorden die älteren va- 
^diieben Mosttar nacbgealmt und manche Yorsfige der 
Uzesdb aicbt anbeachtet gelassen; Geachicbte, Erdkunde^ 

(twUer HB. d. Mit tietch. 111. 12 



17S Spanien. Prosa im XVIII Jahrh. 

Stantswirthschaft fanden die fleusigsten Bearbriter; aber ao^ 

an Unterhaltungsschriften und allgemein fassÜchen wissd 

schaftlichen Belehrungen war kein Mangel. — Des Jesuit^ 

(Franc. I^obon de Salazar) Francüco de Isla ans Segovl 

[geb. 1714; st. 17S1] Gesch. <Serandio*8 ist als SitteDgemäU 

des Nationalklerus nicht unwürdig, den hochgelangenen ältl 

ren Romanen zur Seite in stehen : Historia del fray Geroi 

die de Campasas. Madr. 1758. 8; t. t. F. J. B^ikch, L|N 

1773; 1777. 2. 8. — Josef Clavije y Faxaido [st. M 

suchte durch Zeitschriften verjährte Vornrtheile m entwui 

zelni freyere Ansichten und Anerkennung der YernnnftrecU 

KU Terallgemeinem : El pensador. M. 1762 ffl. 7« 8; Mercd 

rio historico 1775 'il* Aehnliche, mdir wissenschaftliche 6« 

meinnutsigkeit ^ hatte der Benedictiner ß. O* Feijoo j Moil 

tenegro [geb. 1701; st 1764] beabsichtiget c Teatro crific 

universal. M. 1738. 6. 4; Cartas erudiias y curiosas. elc. i 

Als gehaltvolle Prosaisten der neueren Zeiten ein4 im Aid 

lande vorsugüdi bekannt geworden : Antonio de UHoa [gel 

1716; St. 17^5]: Belacion hist. de viaje 4 la America meri 

dional. M. 1748. 2. 4; Noticias Americanas. Mk 1772« 4; i 

Lpz. 1781« 2. 8; frans. Paris 1787. 2. 8. — Der VHdi«itfi 

volle Gr. Pedro Bodriguez Campommnei {geb« 172S; st. i 

3. Febr. 1803] : Dissertaciones hist. del orden j cabaUeri 

de los Templarios. M. 1747« 8; Antignedad maiitina i^^ 

rep. de Cartago. M« 1756. 8; Discurso aobre d fomento il 

la industriä populär« M» 1774. S; Disc. sobre la educadoj 

populär de los Artesanos« M. 1775 ffl. S.-^ u. m. a. -^ I^^ 

Josef Velasgnez [st. 1772]^ der die Aufmerksamkeit auf "1 

filtere Nationallitteratur anregte: Origines de la poesia Cd 

stellana. Malaga 1754. 4; t. m. Anm. v. J. jI» Diezt* Göi 

ting. 1769« 8 u. m. a. — Jos^ de Viera^ y Clavijo tiefflid 

geschriebene Noticias de la hist. gen« de las islas de Can^ 

ria. M. 1772 ffl. 3. 4. — Jumn BavHsta Munoz aus Maserig 

bey Valencia [geb. 1745; st. d. 19. Jul. 1799] der unnbd 

troflfene Geschichtschreiber der Entdeckung und Unterw^rfai^ 

Amerika's: Rist, de nuevo mundo« T. 1. Madr. 1783. 4; I 

Weimar 1795« 8. — Des vertfenten Botanikers . ^ilf. J9\ 

Cavanilles aus Valencia [geh« 1745; st. lk(M] musterhaft 

Beschreibung Valencia*s: Observaciones sobre la hist nacii 

ral, Geografia, Agricultura, Poblacion y Fnietos del R. de V 



k 



Sjpanien. Kritik. Portugal Ueberflicht 179 

L 1795 f. 2 F. - De« grfindlichen GelefairtMi Je0. Amt. 
Me au Peraieja [geb. 1770; hU d. 12. Jan. 1820J Hut. 
e la dominacion de los Arabes en Espana. M. 1820. 4; O« 
t ie JactIlanoMy de la JRosm^ Navwretie n. m. A. — Wel- 
Ikn EinfliiM die neuesten Veränderungen des öftenlUchen' 
uä)euaiif die pros« Nationallitteratur haben werden , wird 
ddi in wenigen Jahren kund geben« 

F. Für Kritik und Theorie der schönen Redekünste 
fit ¥00 Spaniern . wenig geleistet worden , was auf allgemei- 
Btre Beachtung Anspruch machen könnte* Das Nationelle, 
an Theil in Conunentarien geschichtlich und aprachlich er* 
üuert (Sb 160. 164), liess sich lA keine Knnstgesetse ein- 
L^^lngea lad die Aristotelischen Schulregdn fanden nor bey 
Zooftgddirtea Eingang und waren fiir das wahre Leben der 
NatioDallittentur ^on geringer, wohl auch naohtheiliger Wirk- 
>u^eit Unter den Poetiken sind Ahnzo Lopez Pinckimo 
PhÜMOfhia antigna poetica. M. 1596. 4, die von Cueva (S. 
1% Etfml (S. 164) und J. Diaz Remcifo arte poet esp. 
iUr. 1605.4, neben Cervantes Viaje al Pamaso (S. 163) 
t^cowrkesiwerdi ; die französirende des Lusan (S. 166) wurde 
ivA EmUft Widerspruch bald in Vergessenheit gebracht« 
"* VoB des Anweisungen cur Beredsamkeit nnd cum prosai^ 
kImo S^l erhebet sich keine fiber die Mittelm&ssigkeit ge- 
wöhnlicher Schulbucher« — Bey ToUständigerer Bekanotsobaft 
ait der abclassischen und der auswftrtigen neu-europäischen 
Uttmtv wird der für Vaterland frisch belebte Geist Ver- 
gieichoAgd Sit dem Einheimischen anstellen nnd Folgernn-* 
8^ 'ifMke, mit 'welchen die Morgenröthe ächtkritischer Be« 
fraclöiiig anbricht, 

H. 
I^ Emporkommen der geistigen Volksbildong Portn« 
1^1*1 beruhete auf Erinnerungen an sein christliches Heb- 
*^talter, fortgesetzt in den erfolgreichen See-Udterneh« 
^^ S^^D die Mauren auf der ACrikadisohen Küste« Die 
Necbag und Erwerbung fruchtbarer Inseln [1419 £B«] 
^ ^ [1507 ffl.] erkämpfte Herrschaft in Ostindien erseug- 

t^ glinxendes vaterländisches MachtgefQhl, belebten die 
gliche Tapferkeit und Grossherzigkeit und förderten die 
iebsamkrit und den Wohlstand der Burger. So gestaltete 

12 • 



ISO Portugal Uebersicht. 

Jidi dn thtttenreiches , die PhätitaiÜe befrachtendes, mani^ 
faltige Kraft *> Enti^vidcelung und Anstrengung anregendes I 
f öntlicliles Leben , fruchtbar an erfreulichen Ergebnissen i 
Kri^gsruhm und Künste des Friedens; selbst durch die EJ 
f&hriing der Inquisition [1536] und der bald ubermächd^ 
Jesuiten [1540] wurde das Fortschreiten der litt. Cultar i 
wenig aufgehalten. Schnelles und tiefes Sinken erfolgte ii 
ter der mit unbesonnener Halsstarrigkeit drückenden Spai 
sehen HerrschAft [1580 — 1640] und wenn die dem Hsil 
Araganza den Thron erwerbende Umwälzung eine augenblicl 
liehe Spannkraft des zur Verzweifelung gebrachten Volk 
-beurkundete, so offenbarte sie üubh in ihren nächsten Folg< 
eine allgemeine Erschlaffung, welche bey einseitiger Sor{ 
der neu6n Regierung für eigene Sicherheit zunahm und stam{i 
sinnige Trägheit zum herrschenden Nationalcharakter werdi 
Hess. Di^ unruhige Eitelkeit K. Johann V [1706-1751 
•gefiel Biph tine Zeit lang in Liebhaberey an Litteratar, m 
cbo der Frdmmeley bald weicheh musste ; Erspriessliches aij 
Nachhaltiges konnte nicht gedeihen, denn geistiges LeM 
tvill nicht veranstaltet seyii; nur im freyen Willen und i 
liebevolten Bedürfnisse des Volkes hat es seine Worzi 
Was damals für Wissenschaft und Geschmack geschah , wl 
fait ausschliesslich aus Frankreich enflehnt. Unter Jo» 
Emanuel [1750-^1777] wollte der geistreiche Pombal darc 
seih Anfklahing^System die Wiederhersfelfaing des Nationa 
niblnes g^walrthäti^ erzwingen ; die Jesuiten wurden rerwil 
aen [1759]^ die kirchlichen Anmaassnngen beschränkt, mand 
näizKche Eitariditungen begründet ; und wenn auch fast Alle 
was er veranstaltet und eingeleitet hatte, mit seiner Hed 
Schaft endete, so ist es doch, wie späte Nach Wirkungen 
einem neu bewegten Leben ZU erweisen scheinen, nicht oh 
£rfelg geblieben ; ein Theil des unter Ueberglauben,' Uowü 
aenheit und Faulheit erliegenden Volkes ist erweckt wordt 
zu verjüngter Kraft, welcher die Roheit der von unwisse 
den Pfaffen ganz abhängigen Menge hartnäckigen Widerstat 
leistet und empörende Ereignisse herbeygefuhrt hat, M'eld 
alle verstockte Gegner des* besseren Zeitgeistes zur Besil 
nung und Bekehrung bringen konnten. — Das UnterricM 
wesen ist in trauriger Verfassung ; das litt. Verkehr ärinlid 
die geistige Thätigkeit sehr beschränkt. Bücher, von mol 



PorlugaL Uebenicht Sprai^he. Poesie. 181 

^drii-strenger Police/ bewacht ^ kommen wenig In IJmleiif; 
fdbtt die neneren sind im Lande selten ; von den 500 Exempl., 
irelchet die gewöhnliche Zahl der Auflage, werden 2Q0 in dep 
Klosterbibliotheken begraben, 200. gehen nach Brasilien, 50 
ladi Spanien« Die meisten Schriften sind religiösen lohal- 
tci*, & theolog« nnd sogenannt philosoph. ganz scholastisph » 
die hiitor. geistlos ; Naturwissenschaften , besonder^ Bolanijc 
werden in neueren Zeiten mit einigem Erfolge bearbeitet. 
Die Werke der älteren Nationallitteratur und mancher nene- 
reo Dichter haben bis jezt fast alleinigen Anspruch auf die 
Tbeifaiahme des Auslandes. 

¥g^ 2 8. 180 j Bouierwek 4; SimiiamU. Csulogo 4o8 livros, 
q«ft te Wo de 1er pars a continuacao do piccion. ds lingua 
Poit&gitts. Liiboa 1700. 4. — Ck. W. Ahlwardt Portug. Chre- 
itoMitUc, nebst Wörterbuch. Lps. 1808. 8^ 

/. Die musikalisch sanfte , besonders durch weichliche 

Verkonoogen von der kastilischen abweichende Portugie- 

sisclie Sprache, Schwester der romanisch-Galizischen, von 

Dichten gebildet, ist nur dürftig grammaticalisch bearbeitet 

worden. Ueber ihre Geschichte: D.Nuuex de Liao [st. 1608] 

Origem da I. P. (Lisb. 1606. 8) et Ortografia (L. 1576. 8). 

Lisboa 1784. 8 ; Man. de Faria j Sousa [st. 1649] Europa 

PortQgsen. L. 1678 fl. 3 F.; Man. SeveHm de Faria [st. 

i655] Diworsos yarios politicos« Evora 1624. 4. — Unter 

den tSpracUebren (von J. de Barroi. L. 1540. 4 u. ro. A.) 

Bod die uns zugänglicheren die von /• A. e. Junk^ Frankf. 

&-<!• 0.1778. 8 und von A. Meldola. Hamb. 1785; Lpz. 

1789. j. ^ Das vollständigste Wörterbuch ist: Raf, Blu- 

^f's Voeabalario da 1. F. Coinibra 1712 iti. $ F.; Snplera. 

Lub. 1727f. 2F.; reforiiiado e accrescentado por il. de Mo'- 

rmSiku. L. 1789. 2. 4; J. Souza Vestigios da 1. arabica 

e&Por(QgaI. L. 1789. 4. FGr den Ausländer leisten Hülfe: 

J«. itFonseca P. Lat. WB. L. 1771. F.; P. Englisch v, 

^^tro Sarmenio. Lood. 1734. F.; v. A. Vieyra, Lond. 

W; 1782. 2. 4; P. teutsch v. J. D. Wagener. Lpz. 1811. 8. 

II, Die Nationalpoesie glich der oastilischen in 

^rüoglicher Entwickelung^und Richtung; das lyrische Ele* 

^tberrscht vor und verschmilzet mit dem idealisirten Hir- 

^«ben, welcbea in heimathlicher Erfahrung der Phantasie 

l^iebea war. Lieder der Liebe und romantische Ekligen 



182 Portugal Poesie. 

machen dte Hanptbeftandthdie des dichterischen Vorrat^ 

aus; das Nationaldrama wurde frühzeitig angebaut; und ^ 

rnhmvoUe Thatkrnft des Gemeinwesens begeisterte zu ej 

sehen iftid geschichtlichen Darstellungen« Die italiäntsdn 

Muster fanden frSher als in Spanien allgemeineren Einga 

und bald volIgSitige Anerkennung. Das goldene Zeitali 

der Poesie beschränkte sich auf Ein Menschenalter und f 

dete mit der Selbststftndigkeit des Staats. Was späterhin 

dichterischen Versuchen geleistet wurde, ist im glQcklicher 

Erfolge Nachklang der in demüthigenden Erinnerungen foi 

lebenden glänzenderen Vergangenheit. Einige der merkwu 

digeren Dichter im XVI Jahrh. sind: Bemardim Bibey 

[1. 1515] dichtete Redondilien, Glossen und Eklogen;. der id; 

lische Roman Minina e Moca scheint einen Theil seines L 

bens SU enthalten : Historia de Minina e Moca ou Saadati 

Lisb. 1559; 1785. 8; dabey mehre Gedichte, auch des C 

sfaval Falgam. — Gii Vicenie [st. 1557] gab dem aas M 

Sterien hervorgehenden Nationaldri^m^ seine Kuostgestalt i 

Novellenton und arbeitete den grossen spanischen Muste 

Vega und Calderon >^acHer vor; vorzüglich gelangen ili 

Possen im Plautinischen Style : Conipilaciim de todalas Obn 

Lisb. 1562. F, -r- Vqu Miranda und Moniemayor oben 

16Ö. •— Antonio Ferreira aus Lisboa [geb. 1528; st. 1561 

bildete sich nach antiken nnd italiänidchen Classikem, namen 

lieh nach Horatius und Petrarca, und wurde Haupt der i 

gelmftssigeren , um Veredelung der Pichtersprache wohIv< 

dienten, die Vollcsthumlichkeit beeinträchtigenden Kunstschu 

Seine Episteln, Elegien upd Can^Eonen gelten als mqsterha 

weniger die Eklogen; unte^r den dramatischen Arbeiten 

das Trauerspiel Ines de Castro, mit tre^chen, die Voll 

stimme ausdrückenden Choren i^wischen den Apten, yon gn 

sem Werthe; Poemas Iqsitanos^ L* 1598« 4; 1771, %. %. 

Jjuif de Camo0nt aus Lisboa [geh, 1529; st« 1579], hart t( 

folgt TQm Missgesohick des Lebens, verkannt von der M 

weit, bewandert von der Nachkommenschaft, Adel nnd Kr 

des Gemuthßs mit reicher Geistesbildung vereinend, feie 

die Grossthaten seines Volkes in Ostindien auf dem Schi 

platze derselben mit lyrischer Be^geisterung. Sein Epos, i 

Lusiade in 10 Ges. (angef* 1553, beend. 1572), entquoll 

nem Hersen ypll Vaterlandsliebe, vo|l GefSUes f&r Na 



'. Poitagal. Poesie« 183 

rsDlUeDicbbttt, voll Empftnglichk^it fiir kdhfie Bestrehan- 
h ga; et enthftlt herrliche malerische SchilderuDgeti der Natar 
Dod der Sitten, anriehende Enfthlangen^ rdchhaltigfe Einschal- 
hmgen, unter welchen die, im 2. 3. 4, 5 Ges. dem Garaa in 
ien Mond gelegte Geschichte Portugal's eine der ersten Stel- 
len annimmt; die Beybehaltnng der griech. Mythologie und 
ihre Yemiisehüng mit der christlichen mnss als Gebrechen 
des Zeitgeschmackes betrachtet werden ; die Sprache ist voll* 
eodec rdn und von bezauberndem Wohlklange in den schön 
gebauten Ottaven : Os Lnsiades. Lisb. 1572« 4 zweymal; sehr 
oft, bis 1639 erschienen 22 Ausg.; Berlin 1810. 12; nova 
eA^aSfor D. Joze Maria de Somza-BaieHo. Paris 1817. F.; 
iM9.S; 1820. 2. 18, vgl. (Mablin) Lettre i Tac. de Lis- 
boQMnf le texte des'Lusiades. Par, 1826, 8; common tados 
pdo M. Cmea. Lisb. 1613. 4; 1720. F.; por M. de Färia 
y Smm. Madr. 1638. 2 F. Oft, auch in das HebrRische und 
iSofnalis das Lateinische übersetzt; Engl. v. W* J. Mtckle. 
0x1 1776; 1778. 4; Lond. 1809. 3. 12; franzSs. m. Anm. v. 
J. B,lMillie. Par. 1825. 2. 8) teutsch (v. F. A. Kuhn 
und C. n. WinUer). Lpz. 1807. 8; v. C. E. Heüe. Hamb. 
180612.8; v. Donner. Ges. 1. Eiwangen 1827; 2. 3. 
1830.8, Die übrigen vielen Werke dieses fruchtbaren Dich« 
tersy Sonette, Canzonen, Sestinen, Redondilien, Eklogen, Sa- 
t)reQ, worin der ftchtvaterländische Geist vertreten wird, tra« 
gen 4as eigenthnmliche Gepräge eines grossen Charakters 
undiietaiGemütbes; die dramat. sind von geringerer Beden« 
taag: Kunas. Lisb. 1599. 4 oft ; coment. por JU. Faria y 
S99n.UA. 1685. 2 F.; Obras. Paris 1759. 3. 12; 1815.5. 
18,- m. 1779; 1782. 5. 8, Vgl. Nachtn zn Splzer^s Theo« 
ne 1 S. 341 ffl. ; J. Adamten Memoire of the life and wri« 
%sof L. de C. Lond, 1820. 2. 8. -^ Jorge Ferrejfra de 
Tücncelloi [st, 1582], Bearbeiter des Romans von der Ta« 
tclnsde, wurde als Lustspieldichter geachtet ; I^dro de An* 
MeCamnia [st. 1589] schloss sich an Ferrefara an; s. 
^'0;ep, Episteln, Elegien, Epigramme sind kalt correct in 
Kiooer Sprache : Obras. Lisb. 1791 . 8 ; eben ao s. Freund 
Iff bilderreiche Ihego Bemardes [st. 1596]; Jeronymo Cor* 
^a/?erfiisste mehre vaterl&ndisch-historiscbe Gedichte, weU 
lie, bey einzelnen gelungenen Zügen 1 geringen poelischoQ 
itbalt haben. 



184 PiMTtugaL Poesie, 

Im XVn Juhrh. mhm die Zahl und GSte der Dicht 
gleich sichtbar ab. Der berühmteste pnd fruchtbarste, i 
Kunstsinne des XVI Jahrh. gebildete und geübte ist Fm 
cUoo Bodrigue^ Z^bo aus l4euria [st n. 1619 }], welchjer q 
Meister im schönen Ausdrncl^ gefeiert wird. Sein HeldeDgj 
dicht Sil Ehren Perelra's in 20 6es« ist nicht viel mehr 4 
prosaische Gescliichte in Ottaven : O Copdestabre de Porü 
gal. L. 1610« 4; 178&. £; die neralisirenden Eklogen sin 
langweilig» Die gelungensten s«. Werke sind ein pros, Schi 
ferromm in drey Abtheilungen, mit vielen eingeschaltete 
Canxonen, Sonetten und Romanzen: PrimaTera 1619; o Paste 
peregrino 1608; desenganaHo 1614. 4; und die philoiopU 
scheu Unterhaltungen über das sittliche Verhalten eines Welt 
mannes : Corte na Aldea. L« 1619. 4; 1750. 8, Ohras poli 
licas, moraes e netrioas. L* 1723* F. ; 1774. 4. 8. — Durfti 
ger ist Oair» pereirm de Ca$tro [st. 1633] : Ulyssea oa Lii 
boa edificada« L. 1636. 4; Bimas 1632. 8. — ManueU 
Fariß g S^Uiu [st 1649], der übergelehrte Erklärer des Ca 
moens und der nieht unbrauchbaren Stoff cur Gesch. des Va 
terlandes ausaramentrug, wurde von Zeitgenossen ahi kansi 
reicher X^yrlker gepriesen.; die Mehrheit s. Arbeiten ist ka 
stilisch geschrieben : Fuenta de Ag^ppe« Madr. 1644« 4 f 
— Aßt, Barbom Bmre^lar [geb. 1610; st. 1663], ein gute 
Elegiker u, Lyriker: Obras. Lisboa 1716. 8 u. e. A. 

Im XVIII Jabrh« gewann Fraazüsiseher Geschmsck dli 
Oberhandy welche er im Drama noch behauptet» Franc, Xa 
fiter de Men€ze$ Graf ßriceffra [geb. 1673; st. 1741] über 
petste die Boileau'sche Poetik und besang die Stiftung de 
^ortug. Stajsts dnrch Heinrich v. Burgund : Henriqueida. L 
174t. 4. — Der Brasilier Claudio Mangel de Coita zeich 
nete sich im Sonett und durah Eldogen aus : Obras. Coimbr; 
1768. 8; Pedre Ani- Cerrea Oar^ao erlangte weniger Rubn 
durch rhythmische Neneruiigen , als durch Zurückrufuog i^ 
pltTaterländisohen Styls: Obrast L. 1770. 8. -r Unter de 
neueren Lyiikeni sind einige der geachtetsten: PauHno ^ 
iral de Vaeeoncelloi PoemBB. Porto 1786.. 8; Mat^. Barbot 
du Bocage Bimas, Lisb, 1794. 8; Amt, Diny$ da Cruz e Sävi 
ans I,. [geh, 1738; st^ 18001], Lyriker und Humorist: Odas 
Coimbra 1801. 8; Obras. L. 1807.8; le Goupillon. Par* IS^ 
1? ; Frtfnc. Manoel (Fil. Elysio) Poesias m« franaaSf Heben 



Portug^. Prosa. 189 



wSm^. Fans 1608. 8) Obr», Ed. U, PMa il818 fl. 1.1. 8 

IIL Die Proaa erhielt durch ^e^ oben erwälvoten B. 

Biiep'O oad durch einige, französUcben nachgebildete Rif ter- 

lOBume, unter welchen des Franc* de Morue$ Palmerin von 

Ofin (Serilla 1525. F«) einer der beliebtesten war, ihre erste 

Kuitgestalt Als di^ pplitiseher Grösse d^s Vaterlands zu. 

deB,Aiifaigs nur in antik-lateinischen^ Geschichtwerken der 

Hunanistea A de Geei, A. deRefende und Qerok^ OiQrifl 

erkennbaren Str^ben nach bistarischer Knnst auffoderte, so 

veredelten einige , tqo feurigem Nationalgefuhle begeisterte 

MänneT den herkömnilicheh Chronikenstyl in . der Landes« 

ipiaäie und führten ihn zu rasch gedeihender Vollkommen* 

beit fort Joäo de Barroi aus :Viseo [geb. 1496 ; st. d. 2(). 

Oct. 1S70}, in s. Jqgend Vf. eines Yielgelesenen Ritter.- Ro- 

nans (Cbronica do £mp. Clarismundo. Coimbra 1520. F.; 

Ed. y. liid). 1791. 3. 8), .beschrieb mit gewissenhafter Benur 

ixnng orkandlicher Quellen , im Tone des Livius die Ent« 

decknngen nnd Eroberungen der Portugiesen in Ostindien, 

nia das Volk zu. edlem Selbstgefühl und zu ausdauernder 

Knftautrengung zu erheben; b^.oCt steigender rednerischer 

l^inae wird jede Annäherung ^u romantischer Ueberspan- 

onngTennieden; Asia^ dos fectps )ue os Portugueses fizeram 

DO deaoobrimento et conquista do/si mares et terras do Oriente. 

Decadal-Ul. L. 1552 ffl.; Dec. IV por J. B. Lmanha. 

Madr.lM5. F.; fortges. y* D, de Coulo. 1602 ffl.; L. 1777 

ffl. 24. g enthalten Deg. 1 — 7« — , Fernando Lopez de Ca^ 

ftiüeia hatte sich zu . gleicher Zeit dieselbe geschichtliche 

^Q^gabe snr Bearbeitung gewählt; s. Werk ist reichhaltig 

^i zoTerlässig, stehet aber in D^stellung und Sprache dem 

'leben nach; Hist. do descobr« e conq* da India L. VIII. 

Counbfa 1552 ffl. 3 F. — 4ffbn$o Atbuquerque [geb. 1500; 

B.11, 1576] ehrte das Andenken seines yerkannten grossen 

vatitg ^urch Darstellung des thatenreichsten. Abschnittes in 

^^D Leben 1509 bis 1515, deren edle Einfachheit dem herr- 

lidien Gegenstande gan^ angemessen ist; Commentarios do 

pande A. Dalboquerque. L. 1557; 1576. F.; 1774* 4. 8. — 

hfiario de Brtfo am Almeida [geh* 1569; st. d. 27. Febn 

1M7] legte die Ergebnisse fleissiger Untersnchung der älte- 

m GeK^, des Vatei)«i^des bin iom J. 1109 in lichtvoUer 



I 

186 Frankreich. Uebersidit 

Ordnung nnd ichSner Sptaehe vor; Monarchia Lnritana T. 1 
AIbo^a1597; T. 2 Lisb. 1609.; von Mehren fortges. ~ Dfi 
Reihe dieser trefflichen Historiker schliesst mit Jacinio Freyn 
de Andradu'Bxm Beja [geb. 1597? st. d. 13. Maj 1657], dem 
würdigen Biographen des hochverdienten Yiceköniges toq 
Indien J. de Castro, in dassisch sch6ner, oft schmnckreichei 
Sprache: Yida de D. Joao de Castro. L. 1651 ; Ed. II 1671. 
F. oft; m. des Yfs Leben herausg. v. B. Machade. Paris 
1759. 12; Madr. J802. 8; lat. Rom 1727; 1752. 4. Vgl. 
Sberh. Wächter im a. B. 1 Abth. 1 8. 300 ffl. Abth. 2 S. 
503 ffl. — Von Lebo^ der im Novellenstyle nicht fibertroffen 
wurde, 8; 184« 



12. 

Frankreich*« Cnltar und Litteratar mnd in zwiefa- 
cher Hinsicht gleich merkwürdig, theils als Erzengniss der 
mit ihnen auf das innigste verschlungenen Verhftltnisse ies 
gesellschaftlichen Lebens, theils wegen ihres offenkundig gros- 
sen Einflnsses anf einen bedeatenden TheüEnropa's; Gelehr- 
samkeit und Umgang, Hof und Volk, Zustand der Litteratnr 
und der geistigen Regsamkeit und Staats- und Regiemoggf- 
schichte erscheinen in fortwährender Wechselwirkung. Die 
Unbeschrftnktheit der königlichen Macht war schon im XV 
Jahrb. vest genug begründet und wurde fortan gegen die 
Angriflfie der, unter mancherlei Gestalten aufstrebenden Ari- 
stokratie im Gänsen folgerecht sicher gestellt; Aensserungen 
romantischen Rittersinnes, mit jedem fifenschenalter seltener, 
Hessen sich bald nur noch am Hofe und im Heere wahrneh- 
men; des Adels Glanx war Wiederschein des königKchen 
Prunkes; die Beförderung allgemeiner Thdlnahme des Bur- 
gerstandes an den Fortschritten der Wissenschaft und Knnst 
erwies sich als wohlberechneter Qrundsats der Staatsverwal- 
tung; wer fSr Bildung und geistigen Genuss empfänglich war, 
verdankt^ sie dem Mittelpunote der Intelligenz und des Ge- 
schmackes und ffihlte sich durch Naturtrieb m diesem bin- 
gezogep. — K. Frans I [geb. 1494; K. 1915; st. 1547], ob- 
gleich sehr unsicher und wankelmfithig in sittlichen Grund- 
sätzen und allzu nachgiebig gegen das, wie er glaubte, aufl- 
serhalb der Gränsen seines Machtbereichs liegende veraltete 

lenthiioi I dock nicht iübn» idbn Cirond U pdr« i^ ^^^ 



Frankreich. Ueberdcht 187 

Xm^ restaurator litterarnm benannt, nnterstütste frejgebig 
Wissenschaften und Künste, die er kannte nnd liebte, Ter^ 
ToDkommnete den gelehrten Unterricht, gr&ndete die Bibtio-^ 
thek in Fontainebleau und führte [1530] den Gebraticb der 
ftuiz. Sprache im GeschSftsIeben ein ; vgl. Gaillitrd hist. de 
Fr.l Paris 1766 fl, 8. 12; tentsch. Brannschweig 1767 fl. 
4. S; Bayle Dict. s. h. y. Altclassiscbe nnd italiäniscbe Lil- 
teraiar gewann entscheidenden £inflass, welcher nnter den 
fol^nden Regiemngen sunfthm. Hartnäckiger Kampf berrieh« 
«DcbHger Hofparteyen nnd religiöse Biirgerkriege zeirrfitteten 
[s, U59] das öffentliche Leben; der Netionalgeist verwil- 
derte ebeD so «ehr in fanatischer Leidenschaftlichkeit des 
Ue^r^beps, der Sinnlichkeit, pnd abenthenerlicher lieber- 
spaunnng jes Hasses und der Racfalust, als in rohem Leicht* 
sinne gedankenlosen oder frechen Unglaubens und in stnmp« 
fer Qeiehgfiltigkeit gegen sittliche Schönheit nnd Wahrheit, 
— Dudi den I^ourbon Heinrich IV von Navarra [geb. 1553; 
K. 1593; gt, d* 14. May 1610] wurde die Anarchie gebäit* 
digt, {e Staatsverwaltung mit weiser Missigung nen geord« 
^^^) vn Wiederherstellung des Gewerbfleisses nnd Handels 
S^^tet; woxu s. wackerer Minister Mas;, de Beihmnn 
Herxo{90A SuUy [geb. 1560; ftt 1641] am erfoigreiehstea 
Juitvirkte: Oeconomies royales ou Mim. d'itat. 1634—1662. 
4 fiLondpa 1778, 10, 12; Paris 1788. 6. 8; Thoma$EXoge^ 
P- 1763. 8. I^eistete auch die Regierung den Wissenschaften 
iinlKüiiteB unmittell>ar keine beträchtliche Unterstütsung 
und jdang es ihr kaum, fBr Vermehrung und Verbesserung 
'« l^otfrrichtsanstalten etwas su thun, so reinigte und er- 
kräftigte sie doch den Nfitionalgeist, wusste Talent und Ver- 
£eogt in würdigen und bereitete eine bessere Zukunft vor» 
VQter den Männern , welche damals die wiederbelebte litt* 
'HiSdgkei^ grossartig förderten, verdienet Nicolai Ckmde 
F^ie Peiresc zu Aix [geb. 1580; st. 1637] eine ausge- 
x^^ete Stelle; Bayle nennt ihn den Generalprocurator der 
ütteratöir; er Utand mit den angesehensten Qelebrten in Ver- 
büdoog, unterstGtzte fähige Köpfe und litt, Unterpehmnngmi; 
>• Münzsammlung und s. Bibliothek (jezt der Bischöfl, in 
Carpentras einverleibt, die Handschr. in Nismes s. MÜHn 
^<7age dims le dep. du Midi 4 p. 105) gehörten sn den reich- 
iteo; die 8iE|ii|iii|Inng von Genttlden der gieick^eitiflfeii beftiim« 



188 FVankreick Uebensicht 

• * 

teil Gelehrten -anf «• Schlosse Ca(|arache ist im Anfang dei 
Beyolution vernichtet worden; vgl. P, Gauendi vita P. Haag 
1659. 4; Millin Mag. encjcl. A. VIII T. 6 p. 198 sqq.; 1806 
T. % p« 44 sqq. T. 5 p. 109 sqq. — Das, die Erhebung 
Frankri^iehs xor ersten europäischen Macht bezweckende Sy- 
stem 4es grossen Königs wurde nur auf kurze Zeit verlas* 
sen; Cardinal Armfund Jean du PlenU Herzog von Richelieu 
[geb.. 1585; st« 1642], Alleinherrscher unter Ludwig XIII, 
nahm, es wieder auf [^1625] und begründete die glänzendste 
Periode der frauz» Monarchie; er anterdruckte die aristokra- 
tische Opposition und erstrebte in der von dieser beeinträcb- 
Ugten monarchischen Willkühr eine Staats - Einheit , welc&e 
auf demokratischen Grundlagen ruhete. Er' liebte und beguih* 
atigtp Wissenschaften nnd Kfinste, stiftete [1635] die fran- 
zösische Akademie und andere wissensch. Anstalten, belohnte 
Schriftsteller nnd regte die litt« Betriebsamkeit an; s« X* 
Aniery Hist. et Mknu du Card, de R. Cöln 1666 f. 7. 12; 
An Jay bist, du ministire de B. Paris 1816. 2. 8^ Spaniens 
voraufgeeilte Nat. Litt, fing an williger beachtet zu werden; 
das Ansehen des classischen Alterthums war im Steigen ; Selbst- 
gejuhl und Jüitelkeit der Franzosen fanden reichere Nahrung 
lind beschäftigtep^ die durch Aeusserlichkeiten regierte Einbll- 
dangkraft. Geistige Freysinnigkeit und Achtung für Wissen- 
schaft und Kunst begannen vorzuwalten, wenn es auch anOb- 
scuranten nicht fehlte, welche die litterärische Bildung mit 
schaamloser Anmaassung verdächtig, zu machen suchten; der 
Jesuit Fr. Garasse [1620 f.] kann ds einer der exemplarischen 
Wortführer dieser, nie aussterbenden Rotte gelten s. Frei- 
tag Anal. p. 365 sq. — Mit seinem Lehrer und Vorbilde ver- 
glichen erscheint der kleinlich selbstsüchtige Card. Jtiliu» 
Mazarini aus Piscina in Abruzzo [geb. 1602; st. 1661] sehr 
untergeordnet; doch liebte auch er Gelehrsamkeit undbegüo- 
gtigte litt. Thätigkeit: L. Aubery Histoire du C. M. Rotterd 
1695. 2. 8; Amsterd. 1751. 4. 12; G. Naude Jugement 
tout ee qui a ttb imprimi contre le C« M. (P« 1 649 ; Ed* H« 
1650) 4. — Mit Litteratur und Kunst wurde am Hofe und 
in A&t grossen Welt geprunkt; sie gehörten zum guten Ton 
und zu den Ergötzlichkeiten, welche dieser gebot, und hatten 
Geltung und vielwirkende Herrschaft in der öffentlichen Mei* 
W9g^ ^gewonnen; ein .geistig gebildeteres Geschieht war 



Frankreich. Uebenflthb 189 

ciiaehseii, ^^ssen Fmditbarkdt an gaim Werkm fte Re** 

gimng Lndwig's XIV [geb. 1^36; K. 1643^ rfg. id61; «t. 

ii.Sept. 1715] TerlierrliGhtei I>er dtle litid utaers&tÜM^ 

kmchsfichtig«;, durch knechtische GesebmeMgkeil der Freiiade 

xmifeigheit oder Kopflosigkeit der Feihde Terzdgen» mid 

TerioAeDe Kdnig halte kräftigen NatiiMrtäii f&r GrosMB 'WaA 

SdioMs; mit grossartiger Freygebigkeif wurden Künste ttui 

TVincnsGhaften gefSrdert, UtttertfcHtsskAnsttilten und gdehrte 

GneOscbaften eröffnet und teryollkfilnninet^ Bflcber-^ Kamt« 

irerke- und Naturalien SammKingen angelegt unfd'bereiehert; 

bernbmte Gelehrte belohnt und in das Land gecogen und i&r 

alles, was auf Geschmack und Wissenschaft Besiehung hat^ 

^wrde \ielsritig gesorgt. Das goldene Zeitalter der frmaö* 

&Mbeii litteratur , welche vort den Nachbaren bald als g6# 

setzgebewies Muster betrachtet wurde, begaUn und 4holion 

glaobteo Viele (s. oben S. 10 f.), dass Üe der altolasaiseben 

gleicb gtttdlt und TOn der Abhingi^eit Von denetben «nt» 

banden werden kSnne; Die Sprache erhbk Mch aur Vollen«« 

dang m GeschMenheit und abgemesseiiet Bestimmtheit' und 

bemdite [s. 1697] in den diplomsftiSbhen Gesehlften d^tf «««• 

fop. Mochte, an den H%fen und ifi den Kreisen der ttomeh- 

meo Welt; wozu die Auswanderungen fhinstftsiseber . Prote-t 

staoteo, nach der, fSr Fr. in langen Nachwirkungen TerdertH 

Uehen Aufhebung des Edicts von Nätifes [1685] yiel beytnig$ 

^^. Lanier/ bist, litt, du r*gne de L. XIV. P. 17S2. 4 t U 

1^?L 1759 fl. 3. 8. Die namhaftesten Verdienste um Ausser^ 

Gebe Voterstutzung und Bef5rdei'ung der W. u. K. euwaib 

ndi 'er Minister [s* 1661] /mn BuptMe C^lbiert aasMieima 

(geb. i619; st. d. 10. Sept. 1683], welcher die Akademien 

<» loscbriften [1663], derMalerey und Bildhfiüerkuttsl [1664], 

'er Wunenschaften [1666], die Sternwarte [1667], den bo^ 

^^Men Garteti [1673], das 'chemische Laboratovintn «. a. w*y 

ia Journal des savans [1664] begrihidet bat 9 Tfl. XFod^ 

^ Gesch. u. P. 1804 B. 1 S. 202 fl. 324 fi* B. 2. S. 19& 

!• B. 3 S. 12 ffl. — Die Schriftsteller bildeten bald ein» 

"Witige Opposition gegen den unter Ludwig XV [1716— 

^774] durch Frechheit der Sittenlosigkeit und des Aristokra* 

<o>-Trotzes zu allgemeiner Verächtlichkeit berabgeaunkenen! 

Rof; rie waren die Ausleger und ^timmfahrer der dffentli^ 

Meinuifg. Britanniens politische Ansichten und empiri- 



190 FrMkrakh. Udbeisicfat 

adbe Fhiletaplito ÜEmdta Eingaog; fray^r VenNiiiftgebraii^ 

und kedc^ AafUftnmgaa^bt deckten ohne Schonnng, oft scbi 

denfroh die Schwächen und Blöseen. in der Yerweltoiig ad 

und griffen heckdmmliehe Vororthaile an. Hatte Boardaloi^ 

beben laut über Goittlefiigkait gekhigt und Nicole den Athd^ 

mna die giMse Ketxerey des Zeitalters genannt, «o erhob sid 

Jest di» Freygoatevej aom herrschenden Tone eines nid] 

kleinen Tbeiles der sogenannten guten Gesellsdiaft nnii aq 

stSssige Flugschriften, (n*. B^ P« de Lomgme Princesses mala 

bares oa lecilibat philosophique. Andrinople 1734; Tranqo« 

bar 1735« 8 vgl. Mo$heim Dissertatt. 2 p. 659 sq. ; Gr. i 

J^ de FaueraH la rWgion Mahammedano eompar^ k li{ 

paienne de llndostaii. Lond« 1737. 8 und Sermon prechi ittA 

la grande assemblte des Qoßkers de Londrea par JS..ElboüÜ, 

Lond. 1737. 8 u. t. a.). waren an der Tagesordnung* Veri 

höhnungen und Verspottungen des Herkömmlichen und Yeri 

altaten, auch das Vtslen Heilige nicht Torsohonend^ drängtet! 

sich ; das Streben^ die sogenannte Anf kUrung überall xa tctj 

breiteil und Alle über Alles fasslich m unterrichten und h 

Alacbt der yerkannten öffentlichen Meinung. darch Berofeo^ 

und Unberufene xu yerstirken, fand in der grossen Encykioi 

pttdie'[1750j einen Vereinigungpund. Immer allgemeiDei 

Word« ii» Unsufidedenheit mit der Gegenwart, die Unmässig^ 

keit der Fbderungen, die xudritagliche Nenerunggier, die dOiH 

kelTolle Selbstsucht. Diese Stimmung herrschte unter gefal* 

ligen Gestaltungen in gebildeten gesellschaftlichen Kfcueo^ 

welche einen überwiegenden £influss auf das öffentliche Le^ 

ben erlangten; so die Zusammenkünfte bey M. Marq. da 

Deffisnt, Dem» Lespinasse, Fraa d'Epini^, Frau DtipiU) Ba^ 

ron fiolbach u. t. a. Die Revolution [1789] Tornichtete da^ 

alte monche StaatsgebKude und ein Menschennlter verguV^ 

ehe die Ergebnisse gewaltiger Erfahrungen verstanden iin<( 

mit besonnener Mttssigung sur vesteren Begründung des Gei 

%^meinwohles^ cur Verbesserung des Schadhaften, cur Sideri 

Stellung des pjrobebaltigen Guten, nach gerechter Wiirdignnjj 

• des Alten und Neuen, benutxt xu werden anfingen* Ob di^ 

Volksbildung gewonnen habe, wird das kommende Geschlech^ 

richtiger beurtheilen, als das gegenwärtige, welches im Mei^ 

nnngkrieg noch lange befangen seyn wird« Soviel hat si<4 

schon hinrdidiend [seit 1815 j erwiesen, dan keiner Argli^ 



FtaniGNicIi. l5dbenMhti 191 

fa lUttttUe und keinen Umtriobcn des PfiiflEmtboimi uttd Je- 
ntimiiui die Wiederherstellung aher Snadhaftigkeit geliiigeii 
weide; ri»er dringend notliw^dig erseheint die, nur dorch 
ätdklie Kraft migKcbe Eimteqgong. der nie beüriedigten ^e« 
inMi der ▼erw5hDien> nod TeraogeneB Mei^e. 

Die Y^lksschnten waren vor der 'Rerolntion dBrftIg ttnd 
uawttkmibtsig, die gelehrten Unterrichtsanstalten sam Theile 
Tortt^kh; besonders zeichneten- sidv. die ron Portroy al, der 
Tito des Oratorions, nnd der Jesuiten vor theilliaft aus; sie 
lurttco eine rmn phiklogisehe GtumUage» .Naeh der. Revolu- 
tion herrscht Reafismos ' vor ^ welcher [1*808} nu einem noch 
foTtdaneniden einfötmigen Zwangssystem gestaltet worden ist, 
IjnlK des gemetnnätzlich*wissensobafdichen Bildunganstalten 
ninrnt & Polytechoiaehe Schale in Paris {d. 21« Mars 1795; 
ergm. i 16.' De«r 1799] die erste Striie «ein ^'s. Jeumal de 
Teeole poljt. Par. 1796*-1815. 10.4 tgl. A. Feurcy Hist. de 
I*e& p. Per. 1828» 8. Für den Volksunterricht ist in man- 
d^ ktonders nordlichen Gegenden die Lancaster*8che fiAe- 
tbode res woUthfttigeu Erfolge gewesen 8. Ck* Dupü^ Ef- 
fets de fetisei gn ei w ettt popolairfe aar les prospeiitis de la 
France. Par. 1826. 8, 

IKeNationallitt^ratur ist reichhaltig und als Veranschau- 
licbis^ ciQes epgepthümHchen Yollcscbarakters . sehr avie- 
l»«ul; lie greifidt ia fie Bildanggeachichte uod Richtung des 
C^adnaekes aller enrop&seher VSIker tief ein» Alterthums- 
mseoscbK wurde bis gegen Ende des XVIII Jahrb. eifrig 
■^^Ixitels in neuerer Zeit wird sie veanachlässigt; im XIX 
JakL in di^ Menge der Uebersetzungen alter .Classil&er 
vl^eraai poss geworden ; fiir morgenlSndische Philologie . wird 
mebr geleistet, als fBr altdassisdiei Geschichte in ihrem 
gasiet Cnfange, besondenvaterläadiaeiMi hat trefBtche Bear- 
^^ gefanden; «riniettte Thole der* Erdkunde haben > be- 
^dich gewonnen. Für Philosophie des Lebens ist viel 
§^keo; desto weniger fiir Schulpliilosophie, die selbst ei- 
i^mtstehenden Kunstsprache ermangelt; Staatswissenschaft 
^ weitesten ISnne ist Tielfsch und trefflich bei'eiehert wor- . 
^* Um Mathematik und Naturkunde haben Franzosen un- 
tierUicbe Verdienste ; auch verdanket i(inen Median und be- 
looders Chirurgie bedeutenden Zuwachs. Die gelehrte Juris- 
(ndeu war im XVI n« XVU Jahrh. unter ihnen einhei-* 



IM FittiikMlilL .GcteiUckt 

misch. Der Tbtöldgift ^Am ila, bes. Im X VII Jähcli^ da 
lLe»w«rlh6 IMetMte geteialet. ' 

Vgl. 2 S. laO; Göujei; SbUtii^äh 5. 6. ^ •ÖL fli2i»fi 

' iS mntenoy (aftt Nlm^^j, g^. llVOl «ti lg 14) MimoiM p« 

■eryir A l'hiit. d« mtn littcff«liir0.K. 126»^ 1775. 18; ^i8tf 

8. .8 TgU ÄWlt «tag. Enc. A. yiu X. j p. 6ü*^,q.; &ük 

tUr 4^ CoBtrt^, let trois tiefes d» .notre litt, pu Tableau ^ 

Teiprit je DOS ecrirainB depuii Tran^oii I jusqu'en 1773 p. oi 

di% alph- Amiterd. {V) tTti. 3. 12i'Ed. IV. Haag 1779.^ 

12; /. F. d» UsHa^^ hj^, P. 1819. 16« 8; n^uiraati tapfli 

. MSt (tob ^A. A. Bartkr) P. 1818. 8; 7. 'JL B^mekßrimt Co« 

4f Utt« faifant t«U« «i^ L7cee.de la H* P«. If2ai 2. 8; Vü 

lejMiJi.Qovra de lit^ fran^aii. .1^.. 1828, 8, — St. Marc^Girv 

' din et PA. Chasles Tableau de !k litterätüre fr. au XVf lieele 

K 1829. 8; C. A. St€. B^% Tableau de la poeiia fr. et<li 

tMAtre fr. im XVi aÜcla. 9. 1828. 9. t. _ JEL AAtfamn 

MliBtaire . litt, dei 'liiecks d« Loaii.XlV et- XV pur V^luin 

.dVilefibart «t U roi de Prnase^ P. 1828 f. Qi Si, de Grim 

Memoires 1743—1789 trad. de I^AUenand. P. 18^9: 2. 8; ^ 

Grimm. Correipondance litt, philoi. et critique' It53 — ^W 

«onvelle Ed. P. 1829. l5. 8; /. J09. AsMotift [geb. 1^69; *< 

-' 1824] Annilea litt, oa Chotx ehranol. das prlnefipaM' irtidc) 

. da Liitetature inter«! dwii la ii^uroal dea Dt^^M |8fO«--lSi? 

P. 1818 f. o. 8;'Pr Sehr, ron 'Barinie 1809^ Jay 1810 (bei<^ 

teutich ▼. F. A, UkerU Jena 1810. 8), yl tictorin FabrelW 

J^M*. Äafoer/e 1809; vgl Jen: AtZ. 1811 No. 67—69.-^ 

' A: Bottiger 2uitand der neues^n lAit v. 'i. ^r. Berlitt 1795 f 

' !&. 8*; Jr. J. eUwkt TMjmi bkt da l^ettit W dat pragf^ * 

teJütl«. fr, dflf^i« 1789. P. 1816. 8 j^ CurHr Rapp^i 4iBr ^ 

pKogrea dea aa« ^ati ;. ßelamire ft. deaae. mi|tlL.;.^^ctfr «ur 1« 

Sr. de. rbiat. et de la litt ancienne. P. 1810 3. 4 11. 8; Intell 
1. der AliZ.^ der Hall. Jen. Leipa. ALZ.; dai Beck'BtAit^* 
pertorinm u. ä. w. 

Scaevolae ISaikmarthani Efogia Gallorüm ftaec. XT1 doetriiM 
tHuitrfnra. Poitott 1598. 12 n. a; w.; äisenack ft22i 8; (^ 
r^rrtttiU) Ln luunMa HL de Fraaaa: P. 1^96 fl« 2* E; ""^^ 
. hw^rt Hkt.dea menilNrea de \htf^.ff. «Hi^ta di|liHa.l70(tJtfi 
lH'en 1771. P. 1787. 6. 12. — La Franoe litteraire 17»! «i 
1769 — 84. 6 Th. in i B i\ Necrologue des bomities ci-lcbre 
I7b4 ffl. 15. 12; A, Mahul Annualre n^crologique. P. 1820 f- 9 
— /• S. Etteh la Vti Iftt e6nt. 'lisft äMniHi' ff ;' 'de 1771 1 
1798. Hamburg 1797 ffl.' 3^ 8; Sbppiein. L.1802; Sappl* ' 
1805. 8 ; K' L. M. D4$€$$ari9 de^ aieclaa litt d# la Fr. «j 
Diot. de tous lea eerirains fr. juiqu'i la fin dn XV1|I fieole. 1| 
1800 fl. 7. 8; ^/. ^. Quirard Bibliograpliie moderne de Ij 
Frarice depui» le commenciement du XVfu siecte |ttiqu'A ce Joof 
P. 1820 f< Ms Jett^ 4. 8; Histr liti dsh letnmei fr. P»- KM» ^ 



Frankreich. %radie. 103 

lä-, ForU B. Sriqu0i Diel, des Fran^aitaft ete. ete. P. 1804. 8; 
*i. A, Barbier Diet. des ouvrages anonjines et pseadonjtnes. 
P. 1806; Ed. II. 1824. 4. 8; Beuchot Bibliograpbie de la 
France. P. 1799 f.; 1811 f. 8. — Viele Verzetchnisie der Ge- 
yntfift «Btehier Provimien u. Städte Xi B. PA. PapiUon Bibl. 
4«i «itevn de Bonrgogne, Dijon 1 742. 2 F. ; D. de Cohma 
H^Utt de la* Tille de Lyon. t. 1728 iL 2. 4i Dreui deRa- 

i&rBihl de Poitou. P. 1754. 5. 12; BiographicL Toulousaine. 

P. 1813 2. 8 n. s. w. 

Dil Werke der Fr. Claseiker in sehr wohlfeilen itoreotypi« 
Ausgaben bejT Finnin Didot, Herhan u. A. u. in den ieic 
cai|^ Jahren gewöhnliefaen Editione oonpaetei. — Mo^ean et 
Leeüwo Bibltotheque portatire des ecrivaina fr. Lond. 1800. 3. 
8 ; 1803. 6. 8; abgeJ^urzt im L. oours de iitterature. P. 1807. 
4. 9 indEtttdes de litt. P. 1812. 2. 8. 

I. Der nördliche Dialekt der Fransösisofaen Spra« 
clie(s.2S. 161), schon lange voifaerjrscheDd in SchrifteD, 
galt leit der Regiernog K. Franz I ala alleinige Geschäfts-, 
Geriebts- ond BSchersprache und wurde in der HaapUrtadt 
ndt ci&iger Betriebsamkeit aasgebildet uad geregelt. Nach- 
dem Tide Schriftsteller , namentlich Dichter im XVI Jahrb. 
und mehre PriFatgesellachafteii mit VervoUkommnaiig dessel- 
bcai ach beschäftigt hatten, warde {1635] die Französi- 
sche Akademie (s, oben.S. 56) 4s oberster Gerichtihof 
in -Aflgdegenhriten der Nationalsptache und des litt. Ge- 
s^^hmaekei bestellt; ihr entscheidendes Ansebn gah. dem 
Bc^hii&itdleriachen Sprachgebrauche gesetzlidbe Bestimmtheit 
^nd beicbinkte, nicht ohne Nachtheil f6r Vielseitigkat and 

genial lebendige Reichhaltigkeit, die Freyheit der Einaelnen. 

Tbek darch grammatische Thätigkeit dieser Gesellschaft und 

darA £e lagleich damit veranlassten Streitigkeiten, und man- 

nigfaltigea Verhandlungen, theils durch die seit Ende des XV 

Jahrh, xahlreichen Uebersetzungen der alten Classiker (vgl.. 

CMSf^fiibl. 4 p. 439; 5 p. 339; 8 p. 395 sqq.; Fmleonet in 

ileade Tac. des inscr. 4 p..299 sqq. u. Lebettf ebend. 17 p. 

7Ms^.), theils durch die s. Ende des XVI Jahrb. vermehrte 

^irhamkeit achtbarer Schriftsteller, von Moniagne^ Mal'* 

^ and Pascal an bis auf Voltaire , Boueeeau , Diderot 

^A., wnrde der franz. Spr. eine geaellschaftliohe Gesehlif«- 

^coiieit und bequeme Angemessenheit zu Theil, welche ihre, 

^00 politischen Verhältnissen in den lezten Jahrzehnten, des 

XVII Jahrb. begünstigte Erhebung zur Universalsprache der 

Macbler Hfi. d. LiU. Gesch. 111. 13 



I 



194 Frankreich. Sjnradie» 

g^bttdet^tm Menioheii ia Enropff^ wo nicht rechtfertigi 
doch erkiftrbar machen* Vgl. Sur ronirersaliti de la 1. 
par F. Ch, Scitcab (teutsch. StuUgard 1785. 8). Berlin 17^ 
4; Parii 1803. 8; des geistreich apielenden and satyrisii« 
den Gr. AfU. de Eivarel ans BagnoFa [geb. 1753; st 190 
Dittcours aar les causes de Fiiniversaliti de la langne fr. 17^ 
8; nnd C C. Alhu Essai sur rüniVersalit^ de la langue 
P. 1828. 8. 

Ueber die Geschichte der Fr. Spr. sind unter and 
ren xu bemerken: CL Faueket {geb. 1531 ; st. 1601] Rec i 
Forigine de la k et poesie fr« P. 1581. A\ Oeuvres P. 161 
4; El. Futguier [st. 1615] Recherches de la Fr. Orleai 
1566. F.; Oeuvres. Amsterd. (Trevoax; 1723. 2 F.; Ch, h 
clo$ in AMm. de Tac. des ihscr. 15 p. 565 sqq.; i7 p. 171 »j 
u. vor der Aui^. der Grammaire g^n. et rais. de Port-Bo}i 
P. 1803. 8; J. B. Gemzez Disc. snr Forigine et les progr 
de la 1. fr. P. 1802. 8; Gubr. Henry Rist, de la 1. fr. i 
1812. 2. 8; Journal de la langue fr. P. 1829 f. 8. — /« 
€hampolii9n'Figeae nouv. recherches. sur les Patois. P. ISO 
1>2; Lacombe^ Royu^ortj Baynouard u. A.; J. Oilki Pn 
verbia Gafficana. (P.) 1519. 4; 6. Lwrrozet Hecatongraphi 
P. 1540. u. s. w«; Didt. des proverbes fr. P. 1821. 8. 

Die Menge der Sprachlehren, deren das Ausland nii 
namenllidi Teutschland eine Legfon hervorgebracht hat nn 
förtwfthrend erxeuget, ist kaum su überrechnen. Dietit< 
gten sind von J. Tälegrave. Lond. 1530. F.; /. Duboit % 
irime not Provinsialismen der Picardie 1531, 4; L. ßfeigre 
Aer auch 1542 ffl. die Orthographie umstalten wollte, 155( 
Bob. ßtienne 1558. 8; nicht ohne eigenthümliches Yerdieni 
F. de Im Bamie 1572; 1587. 8; lat. v. PofU. Tkevenin. Tri 
a. M. 1583. 8; J. B. Duwl 1604 u. s. w. — Philosoph 
sehen Forschunggeist beurkundeten Cl. Fahre de Vangtk 
[st. 1649] Remarques sur la l.fr. P. 1647.4 u. s. w.; 173S.^ 
12 ; so auch die Bemerkungen von Fr. de la Mothe h ff^P 
1652, Dom. Bouhomn 1674 ffl., 6. Menage 1675 n. a. - 
Unter den neueren Grammatikern verdienen neben andere 
ausgeseichnet zu werden F\^anc. Seraphim Regnier des Mü 
rais ans Paris [st 1713], der in Bearbeitung des Wort, l 
(1694) und der Sprachlehre (1705) gleich rühmliche Sorgfal 
; Tg}. tAlemberi Bist des membr. 2 p. 201 sqq. - 



Frankreich, Sprache. 195 

M /^ Caureillon de Dangeau [sU 1723], dem die grüad- 
üdere Unteimichang des Zeitwortes au. verdanken ist; d'A-^ 
Mfff im angef« B. 1 p. 175; 4 p. 109 sqq. — P. Heaiaui 
[730 oft; Lyon 1801, der auch die Grundsätze der Ortho« 
pplile genügender bestimmte. — Gf. Girard [st. 1748] 1747» 
-C. Ciemea» du Marsais [st. 1766]: Oeuvres. P. 1797« 7« 
8.-*i\r. F. Wailty 1754 sehr oft; p. 1801; J. C. de Ja 
FoLT 1785 u« s. w.; Panconcke nouv. Gr. raisonnee. P. 1795« 
B;jr. il. Caminade 1799; 1802; /^VA 6a//«/ 1802; J/dztj» 
/i02 sehr oft; Ch. P. Gtra»// Duvivier Gr. des Gr, Ed. IV. 
P. 1819. 2. 8; Cafp^ Bt'rzel Ausg. III v. Canr, t>. OrelL Aa- 
rau 1^24.2.8. m.,;a. — lieber die Syneojmen schrieb, npich 
ien \oTaibeiten von Bouhoun, Menmge a. A. am voUstän- 
digsten 6. Girard: Justesse de ia L fr« P. 1718; 1737 u« s» 
w.; heraosg. v« N. Guizot 1801. 2. 12; vgl. d'Aiembert a. a« 
0. 5 p. 339 sqq. Dazu kamen tref&iche Beiträge von d'A" 
/emierf^ Beauzee und dem bisarrgelehrten Roubaud; T/u de 
Lirofi Dictides syn. fi:» angm. par Beauzee, P. 1788. 8; *N^ 
Guizüt noay. Dict. univ. des syn. de Ia 1. fr, P« 1809. 2. 8« 
IKe älteren Wörterbücher rqn Rok, Eiienne 1540 
n. s. w.; / Nicot 1606. F.; 1618. 4; PA. Monet 162* wuf* 
den 10 Vergessenheit gebracht durdi das Werk , woran die 
Mitglieder der fraoz« Ak. seit 1639 gearbeitet hauen: Gr. 
Dict. de Vac. fr. Premiere Partie, saivant Ia copie iroprim^e. 
a Paris (A-M. 556. S. Fol^, unterdrückt) P. 1686. 4 A— C; 
DicL deTacfr. P. 1694 (Amsterd. 1695) 2 F.; Ed. IV* 1762. 
^F.; U V 1798. 2 F. u. 4; 1811; 1813. 2. 4; Dict. des 
termef appropriis aux arts et aux sciences* Supplera. lui 
Dict. de Tac. P. 1824* 4; abr. p. Wailly. P. 1802. 2* 8. 
Daaeben behaupteten eigenthümlichen Werth: P« BicheUt 
*.GeDf 1680. 4; P. 1719; 1728; *Lyon 1759, 3 F.; Am- 
<^nl. 1732. 2. 4; abr^g^ p. GaiteLM^tz 1803; Lyon 1813; 
'^«.2, S; A. de Furetikre. Haag 1690. F. n. ü. w.; •1727. 
^ F; Nachdruck desselben im D. de Trevoux. P. 1704. 3 F.; 
^ier umgearbeitet n. sehr verm. P. 1721« 5 F.; £d« VIL 
'aTI. 8. F. -^ Geschätzt werden: X J, Sc&midlin CathoK- 
^ Hamburg 1772.4. A— J.; C jP« Schwan* Manuh. 1783 
^7.4; P. a. V. Boitie [geb. 1765; st. 1821] Dict. 1800. 
^ Ed. VII. 1829. 4; *Frankf. 1811. 4* 8; JVoziVi. Stuttg. 
^Ml.4.4 vgh Leipz. LZ. 1812 No. 147. 148; Öict* classique 

13 • 



190 ■ Frankreich. Poesie^ 

pnbl. pBt quatre professeurd de runiversit^, P. 1827 f. ! 

D. A. Salomi fr. t. WB. Stuttgard u. Tubing. 1828. 8. Y| 

Ch. Nodier Examen crit. des Dictionairefl de la L fir. P. 182 

8. — Ch. Pougem Tresor des orig[ines et Dict. gramm. n 

nonnh de la 1. fr. specimen« P. 1819. 4 und Archeologiej 

ou Vocabnlaire des mots anciens tombes efl d&sa^tade et pi 

pres k £tre restita^s an langage moderne. P. 1821* 2. 8. 

X. 8. Mereier Neologie ou Yocab. des mots nouveanx. 

1801* 2. 8; Dictionaire du bas language« P. 1808. 2. 8. 

Ueber einzelne prorinzielle Dialekte sind mehre scbStzba 

«Arbeiten Torhanden 2. B. Maunoir Grammaire et Dict« k 

morique. Quimper 1659. 12 ; D. L. de Pelletier Dict. it 

1. Bretonne. P. 1752. F.; le Gonidec Didt. Celto-Bretonn 

'Angouleme 1824. 8 ; P. Ant. Baissier de la Croix Dict La 

gnedocien. Ed. II. 1785; Ed. III. Allais 1820 f. 2. 8; Di* 

•Proven^al ancien par S. Andr* PeUa$. Avignon 1723.4; n 

derne p. une soci6t6 de gens de lettres. Marseille 1785. 2.' 

Nie. BerMie aus TuUe [st. 1823] Dict. du Patois da bi 

Limotudn et particuli&rement des environs de TuIle* Toi 

1823« 4; u. m. a. 

IL Die Poesie wurde mit dem Tester geordneten g 
seUschaftfichen Leben unter Franz I, der selbst Dichter w 
und an dichterischen Spielen fast ebensoviel VergnügeD fai 
wie an ritterlichen, wiedergebohren und als heiteres Spiel ai 
tiken und italiänischen Mastern nachgebildet. Nachdem i 
:jiationelle Selbstgefühl gesteigert und das öffentliche Leb 
für die Phantasie fruchtbarer, der Geschmack strenger, ( 
Sprache regelmässiger geworden war, begann mit Malhet 
eine, zunächst sprachlich bessere dichterische Zeit; das cl^ 
sische Alterthum behauptete seine vollgültige Bechte und < 
Spanische Litt, gewann in der Mitte des XVII Jahrb. eil 
gen, bald wirksameren Eingang. Das reichste und gläo'^'^ 
ste Gedeihen dichterischer Thätigkeit offenbarte sich währe 
der Begierung Ludwig's XIV, welcher das nur von feil 
Schmeichlern ihm als Verdienst zugerechnete Glück hai 
Molürej Cormeitlej Radne^ Lafontaines Boileau u. v. a. 
Zeitgenossen zu haben; vgl. F. Ouizot vies des poetes 
du sij)cle de L. XIV. P. 1813. 3. 8. Zwar drängte sich 
Anfange des XVIII Jahrb. Fontenelle*Bche künstlerische l 
rerey ein ; si^ wurde aber von dem durch vorhandene 



Frankreich. Poesie. 197 

ftastef erstarkten richtigeren Tact bald beseitigt und Fo/* 
atf^, J* J» Rousseau , die Encyklopädisten und viele talent- 
oile Schriftsteller gaben einen Ton an, der mit den yon gebie«» 
erisdien. Ereignissen veranlassten Ermässigungen und Verän* 
lernngen bis auf unsere Tage der herrschende geblieben ist; 
l^eaditnng brittischer Vorbilder lässt sich in den lezten Jahr- 
sehnten des XYIII Jahrb. nicht verkennen. Das leichtere 
Ued, jas Epigramm und die poetische Epistel, demnächst die 
BesdirdbuDg und das Lehrgedicht sind den Franzosen am 
seilten gelungen; weniger die Satyre, die feierliche Lyrik 
lad das naive Idyll; am wenigsten das Epos, welches sich 
ibei die Granzen geschichtlicher Schilderung nie erhebt. 

(Li Fori de la Morintere) Bibüotheqne poetique. P. 1745. 3. 4 
und Qtoix k» poesies nioralet et ehret. P. 1747. 3. 4. — ^ An« 
mict poct P. 1778. 40. 12. — Petite Encyelopedie poetique. P. 
1801 15. 18; Nottv. E. p. P. 1819. 18. 18. 

/. Msnet Anthologie fr. P. 17€5. 3. 8; Les diners da Vau- 
derüle. P. 1796 fl. 52. 18; Collection d'Ueroides et des pi^ces 
fagitir». FrkiL 1771. 10. 12. — Noureau Reeueil das epigram* 
natiita fr. Amsterd. 1720. 2. 12; Nour. Aothologie fr. oa 
Ckoix des epigramraes. P. 1769. 2. 12« — Le Parnafse des poe- 
tes «atiriqnei. 1623. 8; !e tableau de la vie et du gouremenient 
de< eni Riehelieu et Mazarin , et de Colbert, represente en dl- 
vcffwolTref. Cölnl693.8; 1694.12; Le« satiriques du XVIU 
«iedc. P. 1800. 7. 8. 

Ton der Sanglust aller Stftnde im XVI Jahrh. xeugea 
die zaUrodien Liedersammlungen z. B. RecueU de touts les 
c^afisoog ooaT. Lyon 1555. 16; R. de töuts soulas. P. 1562. 
^2; R de chansons tant musicales que rurales. P. 1572. 16; 
B- oa eslite de plusieurs helles chansons cplligees par Et» 
^alamrL Antw. 1576. 12; Sommaires de tous les recueila 
^ ehaosons tant amoureuses rustiques que musicales. P. 1576. 
H u. m. a. Als dichterischer Wortführer und Tonangeber 
Ist n betrachten Qlement Marot aus Gabors [geb. 1495; st. 
'544], dessen Vater Jean £st. 15231] durch histor. Reime 
tick bekannt gemacht hatte. Er übersetzte aus dem Griech«, 
tat. IL Ital. und gestaltete Sprache u. Rhythmus, diesen ziem- 
^ nachlässig, in s. eigenen Werken nach fremden Mustern. 
Qie Chansons und Rondeaüx drücken die Sinnlichkeit eines 
^crKebten Weltmannes aus und sollten kaum wahrscheinlich 
laden lassen, daas derselbe Vf., ein sehr waiukelmüthiger 



198 Frankreich. Poetie. 

s 

Christ, mit Th. Beze die Psalme zum Kirch epgebrauchel 

das Fr, übersetzt habe. S. Epigramme, Idyllen und Eni 

langen, in naivem, nach ihm benannten Stjle, werden vorz^ 

lieh geschätzt: L'adolesoence Cl^mentine. P. i53S. 16; 0^ 

vres. P. i544 u. s. w.; Oeiiv. de CL, J. et Michel M. H^ 

1731. 4. 4 u. 6. 12; Oeuvres de C7. 31. P. 1824. 3.8; a^ 

des notes et un glossaire par P. R, Augitü. P. 1823. 5. i 

Oeuv. choisies de Cl. M. P. 1801. 18. Vgl. Nachtr. z. Jm^ 

Th. 1 S. 141 i&.; S. 3tarC'0irardm p. 67 sq. — In s«i? 

Manier arbeiteten £t, Dolet aus Orleans, als Ketzer ?< 

braiuit [1 546j, ein verdienter Humanist ; Meilin de 5. Gd 

[st. 1558], ein beliebter Epigrammatist, reich an Geist oi 

leiqhfem Witze s. S. Marc-Girardin p. 110 sq. u. m. A. ^ 

Unter den Diebterinnen ist, ausser der schönen Seiterin Lor^ 

Luhe aus Lyon [geb. 1526; st, 1566], deren anmuthigeLl 

beslieder eine seltene geistige Bildung .verrathen; oeuvrj 

LjQQ 1555; J566. 16; 1772. 16; Lyon 1823. 8 vgl- W\ 

lafid'9 WerJ^e (12 ») 48 S. 34 f., die berühmteste; JUurgitr 

thß [st. 1549], Schwester K. Franz I, Gemahlin K. M 

»ch II V. Navarra, Gr. Mutter K. Heinrich^s IV, in wekl* 

weibliche Frorameley und Lüsternheit, viel Zartsinnigkeit i^ 

Verstandes -Stärke auftaUend vereinigt sind; ausser Lied« 

haben wir auch Myjsteritin and besamdars eigenthomlick ^ 

ziehende, meist Ereignisse der Zeit darstellende Novellen n 

ihr: Miroir da rafiep^oheresse. P. 1533, 8; Margueiites < 

la Margüerite des Princesses. Lyon 1547; 1549. 2.8; l'H^ 

tameron, P.1558; •1559; 1567. 4 sehr oft; Bern 17S0f.j 

8 m. K.; vgl. Wieland 9 Werke 48 S. 121 fc — Einer (| 

vorzuglichsten Köpfe und achtbarsten Schriftsteller ist Eti^\ 

Jodelte aus Paris [geb, 1532; st. 1573], vertrant mit den ^ 

ten und Italiänern, der Vater des regelmässigen franz. Dram 

er verfasste Capitel und Sonette, auch didaktiscbe Epi^^^ 

in Alexandrinern: Oeuvres T. 1. P, 1574. 4i 1583. 12, vj 

S. Marc-Girardin p, 138 sq. — Der Abgott s, Zeit ^ 

Pierre de Ronsard ^ eigentlich Romsard^ aus d. Vendemj 

[geb. 1525; st. 1585], classisch gebildet, ausgestattet mitrj 

eher und kühner Phantasie, prunkend mit unzeitiger GeleA 

samkeit und Neues und Grosses erstrebend ohne Scbdon^ 

geftthl, Verderber der Sprache, durcb Aufnahme gri^chiscU 

Wörter nnd durch wiWdlhrlio^e Benutzung aller firanz. P^ 



Frankreiclw Poesie. 199 

bfe. $. feierlicbe Odaa sind dem Pindar nachgebildet ; die 
degenlidCgediehte yerkfinstelt und überladen; die Idyllen 
Ifijch glatt; anch y ersuchte er sich mit der Franciade in 
B. im Epos: Oeuvres. P. 1587. 5. 12; 1603. 2 F.; 1629. 
U; Tgl. Bajfle s. h. v.; S. Marc-Girardi» p. 112 sq. ~ 
>iittt s. Freunden und mit ihm einverstandenen KQnstgenos-> 
eO) ivddie das fransösiscbe Siebengestirn (Baff, JUemy^ Bel^ 
aj, Aautifff Jamyn^ Poniku$ de Thyard^ Jean Dornt und 
E/. JUelle) genannt worden, verrathen ausser Jpdelle , Joa^ 
ckim Ai Bellay [st. 1560] und der um Versbau yerdientc, 
lock ak Älterthumsforscher bekannte Jeßn Ant de Baif [st. 
1592] das meiste Talent ; anderer gleichzeitiger Dichter und 
l>k\lttt^^e nicht an gedenken. Npch weiter als diese Kunst- 
schule kiif)^ die, für kürzere Zeit Aufsehen erregende ge- 
schmadJoie sprachliche Neuerui^[80cht der G^scogner GmüL 
de SelktüSiBUT du Bartas [geb. 1545; st. 1591 i], dessen 
Beaaiqe oi creation du monde (P. 1584. 4) angestaunt und 
riet fiesen wurde: Oeuvres. Genf 1601. 2. 12; P. 1611. F.; 
rgl. & Marc'Girardm p. 200 sq. — Doch fehlt es nicht an 
^>^<Mre&, von Verschrobenheiten der Zeit frey erhfil^Q^il 
Dichtwtf keo ; dahin gehören die, durch reine und helle Spra- 
che ojmI dardi Kenntnissfulle ausgezeichneten Arbeiten der 
JJegdilime und Cmiherine de$ Boches , Mutter und Tochter 
[beide lt. 1587]: Oeuvres poet. Ed. IL P. 1:^79. 4; secondes 
Mun. Ptttiers 1583« 4; Oeuvres. Ronen 1604. 12; vgl. IPte- 
MsiTi Werke 48 S. 230 f.i der unsterbliche Buchdrucker If, 
ElteMMe^ utter dem N^men Griöres ; der geistreiche Jean 
PüuertU [tt. 1602] , la Foataine*8 Vorgänger in dem poeti- 
ic/ieo Mihrchen ; und der hoch gefeierte Tkeod. de Bize [st, 
^^]. Asch machen sich Jean Beriau^s aus Caen [geh, 
^»•^2; it 161 1] religiöse Gedichte (Reo* des Oeuvres poet. P« 
1^1. 8) ood des im 60 Jahre Erotiker gewordenen Abts 
tü^Desporiei [st. 1606] Psalme (1595 f.) und Lieder (Oeu* 
(ra.P. 1600. 8; Ronen 1611. 8; oeuv. choisies da Despor- 
tOjBertaad et Regnier p, Peilüiier. P. 1S23, 18) durch ver- 
üiÜKht^n lyrischen Ausdruck b®in®>'klich* 

Einer der ersten Dichter, wtel^she Spanische Muster V9r 
^eo hatten, ist Jean Vanqueiin de la Fresnaje [st. 1606], 
^ dem wir gefUlige Eldogen und satjrische Sitteagemälde 
^: Poesi«. Caea 1605 (1012) 12. — Jktaiimrin Begnier 



200 Frankreich. Poesie. 

aas Chartres [geb. 1573;, st. 1613] machte in der Sat] 

Epoche; sie ist dem Persius und Juvenal nachgebildet, rei 

an treffenden Einfällen und glucklichen Zügen, welche v 

feiner Menschenbeobachtnng zeugen ; die Sprache ist hej vi 

1er Rauheit sinnroU, kräftig und sprüch wörtlich : Satyrea 

Oeuvres (Leiden) 1642. 12 n. s. w.; Oeuvres. P. 1746. 2. 

n. s. w. — Frangoü "de Malherbe aus Caen [geb. 1556; 

1628] erwarb sich um Reinheit und Wohllaut der Sprad 

so wie um rhythmische Regelmässigkeit unbestreitbares Vi 

dienst. Seine lyrische Gedichte nnd zwar zu rhetoriäret 

um als reife Früchte der Begeisterung gelten zu könn^ 

aber sie haben würdige Haltung und stylistische Musterha 

tigkeit: Oeuvres. P. 1630. 4; 1666. 8; 1723. 3. 12; »(p. 

Fevre de 8. Marc) 1757. 8; Poesies. P. 1797. 4; 1815. 

Vgl. Sallengre Mim. de litt. 2 P. 1 p. 58 ; Bayle s. h. 

Sein Zeitgenosse und Zögling, der Satyriker MathuHn Tu 

phile Viaud aus Toulouse [geb. 1582; st. 1626] blieb in an 

serer Glätte zwar weit hinter ihm zurück, behauptet ab 

durch Eigenthümlichkeit der W eltansicht und * heiteren Wi 

unbestreitbare Ueberlegenheit : Philandre. Toumon 16i 

1623. 12; Poesies nouv. Toulouse 1638. 8; A. Labomtseh 

absiohtiget eine Ausgabe sriner Werke ; vgl. JF)reytag Ana 

p. 972 ; und Frangoii Maynard [st. 1646] , der dem £p 

grarame Sonettenform gab, missfällt wegen sohwerflOigc 

Breite : Poesies. P. 1646. 4. — Pierre de Godolin ans Toi 

louse [geb. 1579; st. 1649], der Fürst der languedoc8ch< 

Dichter, sang treffliöbe Lieder, zarte Idyllen, fein spotteo( 

Epigramme in der Landessprache: las obras. Toulouse 164 

4; Ramelert moundi. T. 1693. 3. 12; Amsterd. 1700. 2. 1' 

— Paul Searro» aus Grenoble [geb. 1598; st. 1660], scn 

ril lustig nach Grundsätzen, ganz hingegeben an gesellschaf 

liehe Zeitverhältnisse, französische Sinnlichkeit und Leichi 

fertigkeit verschmelzend mit burleskem Witzspiel der Itali: 

ner, unter denen er geschwelgt, und der Spanier, deren ki 

nige Lebensgemälde er studirt hatte, lebte von Einfällen od 

persöidiohen Satyren ; * er wetteiferte mit Mef/trag (der sie 

unter dem Namen Sandrieourt verbarg) in Spottscbrifl^ii ^ 

Mazarini, von denen die Mazarinade eine der berühmteste 

ist, travestirte die VirgOsche Aeneide in 8 B. (1648) verfasse 

die Gigantomachie und führte in dem, als eins der ersten ftt 



Frankreich. Poesie. 201 

taiicheii Masterwerke ausgezeichneten komischen Roman 
(1655; P, 1796. 3. 8; 1801. 4. 18 u. s. w,), den spanischen 
lirgerBdien Roman ein; seine, ebenfalls Spanischen nachge- 
bildete Lustspiele oder Possen waren für jene Zeit verdienst- 
Utk Berdchemngen der noch dürftigen Bühne: Oeuvres par 
Br.ie/a Martinüre. Amsterd. 1737, 10, 12; 1752, 7. 12; 
P. 1786. 7. 8. — Der Vielschreiber George de Scudiry [geh, 
1601; 8t 1667] versuchte sich in mehren Dichtarten, selbst 
IIB Epos (Alaric. P. 1654. F.), welches ihm so wenig gelang, 
ab dem kenntnissreicheren Jean Chapilain aas P. [st, 16741 
dessen Pacelle d'Orleans ou la France delivr^e (12 Ges. P. 
1656. F. DL K.; die anderen 12 B. Handschr. in der K. Bibl.) 
onsdiiegate Stellen, aber keinen poetischen Charakter hat 
und idmcK vergessen wurde. Mehr Werth von Seiten der 
DanteDimg und der Sprache haben Jean Desmarets de S. 
S^lm [it, 1674] Clovis, ein zum Theil gut versificirter Rit- 
terrofflao: P. 1666. 12; und des phantasiereicheren P. le 
MHMe [st 1672] S. Louis: Oeuvres. P. 1672. F. — Eono- 
rat de Bevil^ Marquis de Bacan [st. 1670], Malherbe's Zög- 
Bng, ahmte in lyrisch-dramatischen Bergeries (P. 1025; 1698. 
8) den Tasso'schen Amynt und Guarini'schen Pastor fido nicht 
nnglfickfich nach : Oeuvres. P. 1724. 2. 12. 

ifit Molihrej Corneille^ Quinaulty Racine^ von denen in 
*» Gesdi. d. Bühne die Rede seyn wird, beginnet die Reihe 
te Classiker des gefeierten goldenen Zeitalters der franz. 
■ASneaLitteratur. Claude Emmanuel Lullier de la Chapelle 
[g«k. 1626; St. 1686], genussverständiger Weltmann und fei- 
ger Meiuchenbeobachter, sang im Catullischen Style, Meister 
anmnthiger Nachlässigkeit und üppig zarter Natürlichkeit; 
AQSser Gelegenheitgedichten, flatterhaften Kindern des Augen- 
IBeb, hinterliess er eine ungemein anziehende und uner- 
^te, theils poetische theils prosaische Reisebeschreibung, 
»wan sein Freund Fr. le Coigneux Bßchaumont [geb. 1624; 
^•1702] Antheil hatte: Reoueil de quelques pi^ces nouvelles 
«Ters et en prose. Cöln (Amsterd.) 1667. 12; Voyage. 
Cfrecht 1704. 12 oft; Par. 1826. 8; Oeuvres. P, 1755. 18. — 
Der beliebte Oelegenbeitdichter und Epigrammatist, auch für 
it Bohne thätige Isaac de Bensirade aus Lions la Foret 
[geb. 1612 ; uU 1691] gehörte nur seiner Zeit und ihrem Hof- 
pttblieom an: Oeuvres. P« 1607. S« 12; ~ Unter den fr. Dich- 



202 Frankreich. Poesie. 

terinnen nimmt die Erste Stelle eil} Anioinette du Ligier dr 
ia Garde yerheir. Deshqulüres aus Paris [geb. 163|; st. d. 
17. Febr. 1694], eng verbunden [s. 1674] mit den vorzüg- 
lichsten Köpfen der Hauptstadt; von ihren Gedichtea gefal- 
len mehre lyrische und epigrammatische durch lieblicb.e Leich- 
tigkeit, besonders aber zeichnen sich die Id;ylleR durch Ein- 
fachheit) sanfte Schwermuth und milden Ausdruck aus: oea- 
vres. P. 168S ffl. 2. 8. Ihre Tochter Anioinette Thirese dt 
Ia Fon-de'Boi9-Guerin [geb. 1662; st. d. 8. Aug. 1718] kam 
ihr nicht gleich : Oeuvres de Mad. et de Mademoiselle de D. 
P. 1747. 2. 12 u. s. w.; •A. VUl. 2. 8; Choix dos meill. 
pi&ces de M. de D. et de Chaulieu. (par Frederic II) Ber- 
lin 1777. 8. — Der unübertroffene Fabulist und Erzähler Jm 
de Ia Fontaine aus Chateau-Thierry [geb. 1621; st. d. 13. 
April 1695] eignete sich durch Studium Marot's und Rabelais 
den Ton plastischer Natürlichkeit zu, dessen hinreissende Le- 
bendigkeit und Wahrheit nur aaspruchloser Kindlichkeit einer 
sich ungestört überlasseneu sinnlichen Empfijidung gelingea 
kann ; in der Darstellung herrschet wundersame Mannigfaltig- 
keit und Neuheit der Ansicht, in der Sprache zauberische 
Leichtigkeit und vollendet einfacher Wohllaut. Die Fabeln, 
dem Stoffe nach meist aus den Alten endehnt^ sagen den rer- 
schiedenartigsten geistigen Bedürfnissen zu und veranschaa- 
lichen bedeutsame Ergebnisse der Lebensweisheit und Weh- 
erfahrung; in den, oft aus Boccaccio undAripstp geschöpften 
Märchen und Erzählungen walten behagliche Schalkhaftigkeit^ 
und üppige Lüsternheit vor^ welche der Züchtigkeit und (Ja- 
schuld unbewachter Gemüther gefahrlich werden können: 
Fahles. P. 1668. 4; 1678 fl. 12; sehr oft; P. 1755. 4 F. m. 
K.; avec le Commentaire p. Ia Coste. P. 1743. 2. 12 u. s. w.; 
avec des notes par Mongez, P. 1797, 2. 12; Contes et Nou- 
veDes. P. 1665. 12; 1685. 2. 12 oft; *1762, 2. 8; Oeuvres. 
P. 1803. 5. 12; *1814; 1818. 6. 8; Nouv. oeuvres infedites 
publ. p. C. A. Walckenaer. P. 1820. 8« 'Vgl. Nachtr. »u \ 
Sulz. 5 S. 139 ffl. ; J. de Sales in Mem* de linst. Sc. nior. ^ 
et pol. 1 p. 593 sqq,; MiUin Mag. Enc. 1811 T. 6 p. 468 sqq*; 
C A. Walckenaer Hist. de Ia vie et des oeuvres de J. de In , 
F. P. 1820. 8; 1821. 2. 18. — Jean Renaud de Segrais aui 
Caen [geb. 1625; st. 1701] stand bey den Zeitgenossen in , 
mdit geringem Ansahen ; im, Chanson w^ ei am gli^cUtcb- ] 



Frankreich. Poesie. 203 

■ 

'^Mi; I. Vir^flcbe Eklogen empfehlea . sich durch Einfach- 
. hat, wdche bald ajs dichterische Schwäche erscheinen muss : 
> Oeorrefi. P. 1755« 2. 12* Seine Romane, die aasgeBommeQ, 
t weldien er s. Namen lieh und sprachliche Richtigkeit gab, 
r sind mit Recht vergessen. VgK dAlembert hist. 2 p. 73 sqq. 
. — Skoku Boileau Defpriaux aus Crone b. Yilleneuve S. 
Georges [geb. 1636; st. d. 13. Märss 1711] ist dankbarer Zög- 
ling ia Alten und Vater und vielwirkender Vertreter der^ 
voQ <er Gesetzgebung dieser dassiscben Vorbilder abhängt« 
geo Gesehmaeksschule, sich immer gleich in ästhetischer Be- 
sonoe&keit and Rechtlichkeit. Das komische Epos, le lutrin, 
ist hättf witzig; die Satiren [1660 f.], freymütlug und streng 
pgcA Unarten der Zeit, ohne den Anstand zu verletzen, und 
& E^ttdn [1669 f.] athmen Horaziscben Geist ; das l^ehr- 
p&Ax über die Theorie des Versbaues und verschiedener 
Dichlarteii (Part poetique 1674) hat sich über ein Jahrhun- 
dert io yollgöltjgem Aasehen behauptet ; die Epigramme drO- 
ckes treffende Einfalle mit Feinheit aus; die lyrischen Ge- 
dichte lind mittelmässig. Seine Prosa (vgl. oben S. 12) ist 
coRect, lichtvoU und gedrängt: Oeuvres. P. 1694. 2. 12; 
Oeuvres di?. P. 1701. 4 u. 2. 12; 1713. 4 u. 2. 12; Genf 
1716.14; Amsterd. 1718.. 2 F. m. K.; Haag 1722. 4. 12 
n« K.; par J. B. Souehay. P. 1735. 2. 12; 1740. 2. 4 m. K»; 
(tera«^. v. Le Fevre de S. Marc) 1747. 5. 8 m. K.; •1809j 
l^tS. 3. 8; 1825. 4. 8; avec un commentaire par de Saint' 
^K* P. 1821 f. 4. 8 m. K. ; Oeuvres posthumes ou Satires 
^ Pme et de Juvenal publ. par L. Parrelle. P. 1827. 2. 18, 
wo niekt nnächt , doch sehr unbedeutend. Vgl. Daunou In- 
ilaence de B. sui la litt. fr. 1787; Auger Eloge. P. 1804. 8; 
i Almbert hist. 1 p. 37 sqq. 3 p. 1 sqq.; vgl. 6 p. 216. — 
FrdMfM de Salignac de la Motte Fenilon aus der Pro v. 
Perigord [geb. d. 6. Aug. 1651; st. d. 7. Jan. 1715], Erzbi- 
>lu)f von Cambray [1695], ein fleckloser edler Mensch und 
^er Diener des göttl. Wortes, redlich ringend nach selig- 
■achender Wahrheit, erfüllt von evangel. Liebe, welche die 
Welt aberwindet , und vertraut mit der geheimen Sehnsucht 
1« menschl. Herzens nach dem , was allein Noth und Gut 
«jhat durch theologische Schriften, Predigten (1706), Ge- 
spräche im Reiche der Todten (1712; 1718), durch die Be- 
lehmiffen über Mädchep-Erziebung (1687 u. s. w. ; P. 1807. 



204 Frankreich. Poesie« 

12) u. m. a. Sehr, die gerechtesten Ansprüche auf Achtung| 
der Nachweh; hier wird seiner gedacht, weil er als Einziger 
Epiker Frankreichs gehend gemacht werden kann. S. Tele- 
mach in 24 B., zwar prosaisch geschrieben, aber wirklicher 
Abglanz tiefer Stadien der H<ynierischen und Virgilischen epi- 
schen Darstellungen, zeichnet sich eben so sehr durch roman- 
tisch-epische Anlage, durch Adel der Gesinnung, Kraft und 
Wahrheit des Gefühles und Schönheit der Sprache, wie darch 
Alles bestimmende pädagogische Absichtlichkeit aus; die lez- 
tere scheint der unbefangenen Würdigung des künstlerischen 
Gehaltes oft Eintrag gethan zu haben: T^I^maque. P. 1699. 
208 8. 12 unterdruckt s. Ebert Lex. 1 S. 588; 16 B. Brüs- 
sel 1700. 2. 12; 24 B. P. 1717. 2. 12 m. K.; überaus häufig 
gedruckt; Arast. 1734. F. u. 4,m. K.; (herausg. y. Bosguil- 
Ion) P. 1799. 2. 12 »par /. F. Adry. P. 1811. 2. 8; •?. b. 
Lequien 1819. 2. 8; * (herausg. v. Villemain) P. b. Male- 
peyre 1824; b. Ferra j. 1824. 2. 8; in das Lat« u. in allo 
lebende europ. Büchersprachen übersetzt; Oeuvres. P. 1787 
ffl. 9. 4 unbeendet; »P. 1820 f. 22. 8; P. 1826, 12. 8; Cor- 
r^spondence publ. pour la premiere fois. P. 1827. 4. 8. Vgl 
dAlembert bist. 1 p. 283 sq.; L. F. de Bausset [geb. 1748; 
St. 1824] Hist. de F. P. 1808 ; Ed. IL 1809. 3. 8 ; teatsch t. 
M.Feder. Würzburg 1811; über die dabey benutzten Hand- 
schriften s. Bausset M6m. du palais 2 p. 32 sq.; Beucht 
Notice sur F. Lyon 1829. 3; Villemain Mel. 1 p. 376. - 
Unter den frohsinnigen Sängern des Lebensgenusses, deren 
dieses Zeitalter eine grosse Zahl hatte, sind einige der be- 
merkenswertheren : Alea:. Lainez aus Chimay [geb. 1650; st. i 
1710], den Eingebungen des Augenblickes folgend, nachläs- 
sig, reich an Laune: Poesies. P. 1733; 1753. 12: vgl iV- 
qnot 2 p. 244 sq. ; Charles Auguste Marq. de la Fare [st. 
1712], gefällig anakreontisch : Poesies de Chaulien et de la 
Fare. Lyon 1724; Haag 1731. 8; P, 1750. 2. 12 u. s. w.; 
1813, 12; 1825. 2. 32; M^in. et r^flexions sur les principanx 
^v^nemens du r^gne de Louis XIV. Amsterd. 1716- 8; P« 
1754. 12; Guill. Amfrye de Chaulien aus Vexin-Normand 
[g^b. 1639; St. 1720], ein Freund und Schüler des de laCha- 
pelle, anmuthig spielend mit den Freuden der Geselligkeit, 
sorglos um Kunstgestalt, in einzelnen Zügen seltene Geistes- 
bildung andeutend: Oeuvres. P. 1774.2« 12; 8# oben b. De>' 



Frankreich, Poesie. 205 

kinfiere«« Vgt. Nachtr. in Suis« i S. 423 flS.; der scMup- 
ierige Jacjfiret Vergier [st. 1720]; Oeavres. Haag 1731. 3. 8. 
--AnMne Houdart de la Motte aus P. [geb. 1672 ; st 1731] 
CID gästreicher Nachahmer, der gich in allen Dichtarten Ter- 
sodiie und von vielen Zeitgenossen überschätzt warde ; unter 
ienEldogen und catullischen Liedern sind gelungene; den 
nosteD Werth haben s. Fabeln (P« 1719. 4), obgleich sie die 
eififadie Natürlichkeit der Lafontaineschen lange nicht errei- 
dieo; auch als dramatischer Schriftsteller (Trag. Inis de Ca- 
stro; Com. le magni^que) Inachte er einiges Gluck. Seine 
Prosa ist angenehm und sophistisch gedankenvoll : Oeuvres. 
P, \754. 10. 12; Oeuv. chois. P. 1811. 2. 18. Vgl. aAlem- 
lert kisU 1 p. 235 sqq. 4 p. 433 sqq« — Lebendige Phanta- 
ae und urte Empfindung offenbaren sich in den mit anmu- 
tbigei NaddSssigkeit hingeworfenen dichterischen Spielen und 
Toniiglidi auch in den Epigrammen des mit Unrecht fast 
vergesenen Ant. Bauderon de Senici aus Ma«on [geb. 1643; 
st 1737]: Nouvelles et Satires. P« 1695. 12$ Oeuvres. P. 
1805. 12. -. 

Jm BapUste Rousseau aus Paris [geh, 16«» ; st. d. 17. 
Man 1741], ein , wahrscheinlich unschuldiges Opfer litt, po- 
liwjlieler WiUkühr [1712], behauptet als rhythmUcher und 
spracUjcher Kunstler unbeeinträchtigten Ruhm. Wenn er als 
einer der vorzüglichsten Lyriker geltend gemacht wird, so 
^gWbtsich daraus, welche beschränkte Foderungen an hö« 
^ Ljrik in Fr. herrsclien. S. Oden halten keine Verglei- 
^g nit Mustern des Alterthums und Teutschland*s aus ; 
sie emaageln wahrer Begeisterung durch einen vorwaltenden 
^i das Gefühl in seiner ganzen Macht ergreifenden Grund- 
g^nken; der Styl hat Kraft, die Sprache Wohllaut; die 
Caotateo eignen sich nicht zur musikalischen Bearbeitung. 
Die zahlreichen Epigramme sind gehaltvoll und wsihrhafte 
^er. Die Episteln sind mittelmässig, die AUegoriim kalt, 
^dramatischen Versuche, bis auf das Lustspiel der Scbmeich- 
K wie es zuerst in Prosa gearbeitet war, unbedeutend : Oeu- 
^ Brüssel (P.) 1743. 3. 4 u. 4. 12; Lond. (P.) 1757, 5. 
12; »K 1820. 5. 8; Oeuv. chois. P. 1818. 2. 8. Vgl. d'A- 
f^ert bist. 4 p. 450 sqq. ; Palissot M6m. 2 p. 328 «;qq. — 
^'Bapt. Joseph Willart de Grecourt aus Tours [geb. 1684; 
^ 1743]^ ein Schwelger von erstem Range, dessen schmutzige 



206 Frankreich. Poesie. 

Berfihmtlielt nur für rerclorbene Lürstlinge volle Gultigkc 
hat, ohne dass ihm deshab leichte Anlegung nnd oft epi 
grannnatische Ansf&hrung im ErzShlen streitig gemacht vtm 
Oeuvres. P. 1747; Amsterd. 1759.2. 12; Lond. (P.) 1780J 
18; P. 1796. 4. S m. K.; teutsch P. (Berliq) 1795. 2, 8. - 
Louii Racine aus P. [geb. 1692; st. 1764], S. des grosse 
Tragikers, dessen Leben er beschrieb (P. 1748. 2. 12) und 2 
dessen Trauerspielen er schätzbare Bemerkungen (P. 1752. l 
12> bekannt machte, zeichnet sich durch religiösen Ernst ud 
mSinnliche Eleganz aus; im Mechanismus des Versbaues m 
in Beinheit und Bichdgkeit des dichterischen Ausdruckes mi 
er als Muster anerkannt; in dieser Hinsicht gebühret seinen 
Lehrgedichten, la Grace in 4 Ges. (?. 1720. 8) nnd dem we 
niger monotoniseh - kalten 'la Beligion in 6 G« (P. 1742.8 
eine ehrenrolle Erwähnung: Oeuvres. Amsterd. 1756; *P 
1808». 6. ^. — CA. Fran^. Pannard aus der Gegend voi 
Chartres [geb. 1699; st. 1765] ist als unverwüstlich heitere/ 
Yolkiidichter berühmt: Theätre et oeuvres div. P. 1763.4.12 
u. B. w. — Zu grossen Erwartungen berechtigte der zu früli 
verblCthete J» CA. LouU Matfilaire ans Caen [geb. 1733; st 
1769] mit 8. durch einzelne schöne Züge hervorstechenden 
lyrisch-romantisdien Darstellung Narcissus in 4 Ges. (P. 1793. 
8; 1810 vgl. Dusiaulx Ann. litt. 3 p. 292 sq.) und mit & 
Arbeiten aber Virgil: Oeuvres eh. P. 1805. 12; Leg^niede 
Virgile. P. 1810. 4. 8. — Franf. Aug. Paradii, de Moncnj 
[geb. 16 87; st d. 12. Nov. 1770] bearbeitete die Romanz« 
unter z. Landsleuten aBein mit Erfolg: Oeuvres. P. 1750. 3. 
12; •1^96. 2. 8 m. K. Vgl. d^Alembert bist. 6 p. 285 sqq.; 
Ortmm Corresp. 1 p. 335 sqq. — Alexis Piron aus Dijon 
[geb. 11)89; st. 1773], überaus reich an heiterer Laune und 
gesundem Witze, ist entschieden glücklich in der hnmorisU' 
sehen E pistel, im Epigramm, in der, nicht selten zum Schlüp' 
ferigen sich hinneigenden Erzählung und in Kleinigkeiten. 
Unter s. Lustspielen ist die M^tromanie [1738] das gelun- 
genste: Oeuvres par Rigoley de Juvigny. P. 1776. 7. 8; 9. 
12 u. g. . w. Vgl. Grimm Corresp. 2 p. 389 sqq. — CA. Pi^^^^ 
Colardeau aus Joinville in Beadce [geb. 1732; st 1776J) 
welche r die Heroide in Frankreich am besten bearbeitete, ein 
trefflicl ler, fast vollendeter Versificator, glänzet in der Epistel 
und im Liede; weniger bedeutend sind s. dramat Yersache: 



Frankreich. Poesie« 207 

Wres. P. 1779. 2. 8 in. K.; 1803; 1811. 4. 18. Tgl. 
&»« Corresp. 3 p. 107 sqq.; Miliin Mag. Enc. 1811 6 p. 
JiTiqq. — Pierre Joseph Bernard aus Grinoble [geb. 1710; 
tu 17763, le gentil benannt, ein Zögling der systematischen 
Leidktferügkeit und sinnlichen Genussgier des Zeitalters, sang 
nit Tcizender Nachlässigkeit Einfälle und Eindrücke arige- 
neVuMf gesellschaftlicher Augenblicke und spielte anmuthig 
mit biidiea Bildern d^s Lebens, ohne kindliche Natürlichkeit 
und gemuthfiches Gefühl. Die Nachbildung der Ovidischen 
Kaut sa Heben in 3 B. ist in Vorzügen und Mängeln ein 
würcBges Seitenstfick der Urschrift. Von den dramat. Arbei* 
ten lii iai Sings]^. Castor u. Pollux (1737) am berühmtesten : 
OeisTm. P, 1795. 8; *1797. 4 m. K.; •seule Ed. compT. 
1803.11. VgL Grimm Corresp. i p. 426 sqq. 3 p. 305 sqq.; 
Naditr. l Sah. 3 S. 305 fflL — Jean Bapt. Lauii Greaei 
ans Amiens [geb. 1709; st. 1777} tändelt mit liebenswürdiger 
Ei^eothioiBchkeit und bezaubert durch arglose Natürlichkeit, 
aoinntitige Leichtigkeit und zarten Muthwillen ; die unfrucht- 
barzten Stoffe weiss, er gdstvoll zu beleben; seine Darstel- 
lung kneist etwas wortreich, die Vetsification höchst wohl- 
lantc&i Als Meisterstücke gelten das Märchen oder komi- 
sche Epos Vert-Yert (Haag 1734. 12 u. s. w.), welches sei- 
nen Austritt aus dem Jesuiten - Orden zur Folge hatte, die 
Epistd U Chartreuse , le parrain magnifique 10 Ges. (1810) 
unA nehre Ergiessungen sorgloser Gemüthlichkeit. Weniger 
bedatai die ernsteren lyrischen Gedichte und Yirgilischen 
EU^o; Qirter den dramat. Arbeiten hat das schön versifi- 
ciite Lustspiel le Michant (1747) unbestrittenen Werth; Poe- 
sies.SJott 1734; Genf 1744. 12; Oeuvres. London 1751. 2. 
12 u. s. w.; nouv. Ed. faite d*apr&s Toriginale. P. 1794. 2. 4 
n. K.; *P. b. Renouard 1811. 3. 8 m. K.; Oeuv. eh. P. 1794; 
1502. 12; 1823. 8. 

Den entscheidensten und allgemeinsten, auch heute noch 
fortianeniden und durch verkehrte Maassregeln unheilbar 
blUer Fanatiker neu geweckten und verstärkten Einfluss 
'BfFrankreiphs Litteratur und auf die Geistesrichtung des.' 
ganseo Zeitalters hatte Marie Fran^oii Arouet de Voffaire 
ftuChatenay [geb. 1694; st. d. 30. May 1778], Tenfant gflt6 
dfl iDonde, qu*il gäta (Grimm Corresp. 4 p. 355),. ein Zögling 
fo Jesuiten , welcher ausgestattet mit seltenen Natnfgaben, 



208 Frankreich. Poesie. Voltaire. 

reich an maniugfaltig€(|n Wissen and. an, TieUeidgen ErfaU 
nngeq, das Glänzende nndJCrgreifende der nächsten Vergaq 
genheit nnd der durch diese gestalteten Gegei^wart^ die Füll 
des Nationalsinnes in sich apfnahm und durch die, eigentlic 
in ihm am sichtbarsten gewordene furchtbare Macht des Wo^ 
tes, über Weltansichten und gesellschaftliche ^.Verhältnisi 
eine in neueren Zeiten fast beyspiellose Herrschaft aasübt^ 
Sein Charakter war schwankend und yoU nie erloscbendej 
inneren Widerspruches, abhängig von Aeusserlichkeiteni Lai^ 
nen, Versuchungen eines Alles überwältigenden Witzes, del 
leidenschaftlichsten Selbstsucht und einer unbegränzten Eitelj 
keit, welche die Huldigungen der Grossen und der lärmend^ 
Beyfall der Menge nährten und steigerten; noch, knrz to^ 
seinem Tode [d. 7. Apr. 177.8]. unterlag er (a. Grimm Cor^ 
resp. 4 p. 322) den LocI^ungen einer sich überall zudräogenj 
den Neugier» Er war, ein oft die Rollen wechselnder Schau- 
spieler auf der Bühne des Lebens, Al)es fiir den Augenblickj 
sittlich fromm oder streng rechtlich oder würdevoll und rucb^ 
los oder ungezügelt und schmutzig sinnlich, gleich empfäDg^ 
lieh für das Erhabene und geneigt zur Possenreisserej, wemj 
sie sich durch Witz empfel^Ien lässt, kindlich in miithwilligel 
Heiterkeit und verwundend mit scbi^eidender Bitterkeit, be^ 
geistert-kräftiger Sprecher für die Rechte der Menschheit odei 
als Anwalt unterdrückter Unschuld und höhnischer Sfottet^ 
über das, was Millionen heilig ist und durch glaubige Ach' 
tung des Volkes gegen frazzenhafte Verzerrung geschirrol 
seyn sollte. Tiefgewurzelte Menschenverachtung verwahr» 
ihn gegen die ernstliche Absicht, die bestehende gesellschaft^ 
liehe Ordnung umstürzen zu wollen; doch geßel er sich b1^ 
beharrliche Opposition einer bis 4uir Verächtlichkeit ausgear^ 
teten Staatsverwaltung , deren willkührliche Machtstreiche ^i 
selbst [1716; 1726; 1730 fl.], nicht schuldlos, emfhnicn 
hatte, und eines Kirchenwesens, welches er nur von der schade 
haftesten Seite , nach selbstsüchtiger Schlechtigkeit und g(^ 
missbrauchter Gewalt der Bonzen auffasste ; es schmeichelt^ 
seiner nie befriedigten Eigenliebe, als Wortfuhrer^er oflent| 
liehen Meinung zu gelten und den Gesammtwilfen der gei] 
Blig Mündigen in Europa zu vertreten. Bey bewundernswert 
ther Mannigfaltigkeit des Wissens nnd überraschender Ne^j 
heit der Ansicht und Betrachtc^ng werden Gründlichkeit uD| 



int, rie K^fltlieft d«ir VArstellting, nie' Wftnfra* Lill^li(n|^^it 

B&ttOtB^ tind 8(&haiAiM der iS^a«^^^^^ Er'Mih üA^M 
Wdiwbaid #i1iA<M, bAM mfa^Willlgcni S^i^l, TitfMfairIM 
in TlaMtyai da»' Feierlich« ütid birfltee« Mf Idiig ^bei- KiVi^' 
achten, ragte eifrtg matitli^ifeT^ UtrgfeBähr iirid V^kefaVil 
«»SdiweMtith det^, inrel^e itf d(<tfr liebiia lüehr als d^/ 
kdveik beben wotteil, strafte Fedantferey nifd whzelt^'übbi' 
LdcbMen, and ging atif B«lbhrM^ d^r Grossen iibdf BHi'i 
ger, As Wtfber und ^aÜhgeMMm Alis. Ohne SiihbnitDg 
bektefft^ tr Alferjg^äcfbcfn' nnd Vontrih^tfe, ffber \^dche e^ 
dardi Sinfiar ntifl Umgall|f, Mnüateddrs Iri f'dlge s. AiaferitüaldÜ 
in Ea^ [i7M^1728J Herr ge^^rdeh'wdr. Er i^egt^e 9Sl^ 
VorMie fir Mfttksfie AiisitAii«^ iiintf EltfHehtmrgto an, Wt- 
bollte <e BnMen ütA Sebmatiifleckfta iti der gesellbcbaftK- 
Aetk Ordnmg den Viät^rlBttaetf , spl'acb^ dt« Tdddniftgen dhW 
g«Mg fiMaiitc«, von ^cfgestriRi^lb "^Egoismits gH^fetW 
Zeh raduidrtbMi aM dUd rief elfte Vf Ohnehin Atxtt^ ^wheh^b' 
I^ebeanri LMerelto^lidbf^, ^e. sie aeit deiii Xtl lal^b. 
nii^iHlAr «att geModtn hat. t'i hti: l^istiAigeä hkhiir W 
VerscUeAasrtlgk^ Hhd tibf elngi^eifsM[^r'WirksaMkefir l^um- 
ibm GhMieii. Üii dir^ dichterisch ^rf Kle^igleiteii , Eiieog- 
n»M s^stfblibKlMl^- Eihdrffoki» ntid l^tiäiiirangeAV a\io(i iti' 
EpgmM im« irf»¥ideh, dtfMh ferediftl^ leichten Dm- 
SttgiM Mi^c9^n«l^ff EpiMelii i^ieg^lf tibh seine Siebst« 
^ «bdiestetf tnd^'WiKrslatt M; Das LeltoecRfelit ik'M 
«nribbat krlMge «^d tketöiis^' 4iühii(« Stdlen. Denf 
KofdMk^tfd'E^ffibrf^n bir ein^ ^UMMc/ Hntistlokfgli:»^ 
1^ ai» myHBOifir «öd dl^lfl^cr^ »cfaAbij^tij^iÄ^ '^i^' 
MniiMKhr df«^* VöUeddi^^pigsÜ infd't^MntasMHiiNkte, !S[^ 
hcdilDridaM [ITSV;^ im], Wirflf dSrcV inigielttBScAAf^dn^' 
^U^«N efitste» ukd^kknA alit ä^Mil^ «fier g^ttkrtt^^h' 
f^timdft^^iAMlt ^r" d»tf^ lAdMhMkWiitVh^ 
SmM kam '^hMtt%Metf. DW MgiAiiidMb Bjior Kl ' 

j^mmf'isikk^'mti^i f?v'Hiv.y lA wöbiMmUa^ Ai<j^ 

SMlMPUpyiHi> af^%muM VWftMiMibnM'' ifläP19ett-'' 

%icytr HB. 4. Met Oeick. fif. 14 



2W FcMlpreidu, Po^rie,:: \j9ltoM«»l 

teuf en veioh inisgfttatl#« )uh |]|^t«9|«^^<|]|in«^Uw^ «• 

cW fast lalla«» .we^e« i^heyi^ ^iiiit: fraMös^ %fn9die oi 

fUqrthmik.uQTe^rcdnbareni gpfawheu. fi^Utf» ^nynnfrfii I 

Trmmpicl (rgL A. W^ Schlegel VvrlMf 8 At«th.>i $. 1731 

204 ffi«) , wvde r. Lehi^er. der fif^üoa und winkt» am nad 

halidgsteQ ap£ Gefiima^g. und Getcl^^dMi^lbeDi er mdii 

<Ue ypr^ufe CorneiUe'« .and Bacuie'ft .ia «ich |(ii veceiiug« 

und i^edaehte. oder ■cbmeirlielle «icbi den ^pSeiet def GriedM 

i)a , i^uie nnd nach den Bedurfbuseii^ der neaeren "Welt i 

yerlungen ; in 4en besseren walten phUesepUecbe Bichtai 

Qi^ didaktischer Ton vor, ia manchen 4ie oft gelongeoeEi 

^egong einesi näher liegenden gesel^htlichen Interesse; dod 

gilt ihm Schil4ening m<^r j^s. HmidilQng) sententiSs redoen 

«che (oin^t mehr als Charakterseichnmig; nur allsu hSnfi 

diAiiget.sieh des pichten Gesiaaiing yor nnd stjiret das L^ 

hei^ dramatischer WabrbeiJU . Für die ^pnlidikeit und Eil 

bUdungkraft der Zoschaoei: ist .Jiinreichend gesorgt, anei 

schotternden Ueberi;as|dii|ngaD9 «u» Theil. aus ShakeipM 

entlehnt» kein Mangel ; Versbau nnd Spraye med in der Ih 

gel vortreMi^^ Ai|s .der grossen ^naahl von Tranenp« su^ 

4ie bemerke^swertberen : 0(»dipe afsr erster« jiigendKcber Yei 

8iKh [1713.4 f|ii%ef. m9]^ Brutu [1730], Merope (1733 

^fgef.;1749), nac|i>Iaft^rs VorbUde. s^ JLeseing DramatoJ 

g|^ 1 & 289 £y SenOriuniii (1748) eiq.^pectakelstiick 1. 1^^ 

fing Drftm^tnrg^e ,t ,8>i 83 f.» MM»m^» fibers. ron GVi 

1799/.Zaire,, 4kife, TanAred [176CJ, üjiei»-: TOft 6»*« ^«^ 

de U Uarpe 'CQuimBoi9ßfe,,9m le tli^M^^. de V* JP. 1814. ! 

Die Lnstspielc^« /erheben sich. nicb^ $ber ,4ie GrSasUiiie ^^ 

Mlttebnä8«j^keit{ das ruhpenda, Nai^ne. vder. dfs beneg^ 

Vorartheil.(^74i[^ .gel^or^ z^ den, besseri^^. -r-Dle V^ 

sehen Scbrifiten lassen ^ch , , abgf s^b^n von dem «war angi 

mein reipkh^tigen» a}>er in .^tU iBüwundit atrei|g«ff Si^^ 

bedürlendeA Briefvirepb^d» in ¥ißrAbild»ei)migen..ordnen* D 

Gel<u;enheiUcbri^eiK» *• B« ^ber Oaldupg^; snr Ehrforettoi 

der doff^ Joftt^^nord.giBi^nep^ JUUir, La.^Barre, ^ 

v.en, ,n. a, in. ,Ji^^diKt^|^f^ttf fSIpVft^aft nn4, reiaen W"J 

Iv^t *>. notfi Bisctifssio^i w -.F^rdiigcr ^j|csl,eUang,,i<9|d ^rac^ 

I^e pbUoMyhVMJhen.^freitfpjM^ odaH 

i^eiute.IijrU^fmY und Vo^urthfÜ.ej fft ,i#t IfiMbeiihafte^Sc*» 

M .111 .rf-»«-r> .Mi.l .i ^'' 



Frankreich. Poerie. Voltaire. 211 



viH ifc n i kr Breite bald in abspfecheiider Kfine den 

^EndamoainMW vnd Enpirienine Tor,^ sehen darch liebte 

iiBUe far 4tm AUffiglicbe eatwMdigeatI ; wae von wiesen« 

sMAchen Bestrebungen und Ergebnissen iBr Wddente nnd 

Vaherin wsieheader Einkleidung meist ßkck nnfgefasster 

IKdukdten raden Acht- wird, kann nar verfibergdlende seit* 

;VBiMBedetttB«nkeit in Anspmcb nehmen; se wie dii> kri« 

iHhcB Anstchten n. UrtheUe über fremdes Diobter«y<brdieast 

ick mk vollem Recble schnell fiberlebt haben« Die dnrdi 

nmkfssme Miselrang des Ernstes nnd* Sdierses, besanbemde 

Mächtigkeit und nppige Anschaoliohkeit der Darstellong hei'* 

ontechcnden Mftrehea oder kleinen Romane, Zadig on la 

leiAiiibe<(ir48. 12), Candide (47&8. 8), ringfcna (1767. 12), 

a FnmM de Babylon (1768« 8) u. m. bezwedken Veiainn-» 

ichug eis« philosoj^isohen* Lehraatses oder lEntwnnsdnng 

ier ätt estgegenstehenden vorgefassten Meinungen find ha* 

>ea dsidiweg mehr künsderiseben und stylistiseheii, tfs sit»» 

idhen Werth. — Um die Gesehicbfe (vgl. Wacklet Geseh. 

. hist.F. n.K. 2 Abth. 2 & 448 ffl.) hat F. daS anerkamite 

^••i*. Verfentt, dass .er sie snr Sitteaschnle der Menschheit 

srheb ssd sof ihren wiAtigsten Beraf ^ die ianere gesell- 

«hafÜMhe Eatwiokelmig nnd die lehrreiche Eigenthfimlieb»' 

(cit siasdner Zeitalter, Staaten nnd Ydlker in iThatsacben 

^ ^^ ^ ggg is wiftigen, hinkAlete» - Dieser durch ihn herrschend 

^eidoe fragmatiseb-ethiSiche Gesichtspnnct bey bist. Ar- 

xiteii nt ffai dankenswerdies nnd in seinen Frflditu verherr- 

^tes Venichtnis an die Nadiwelt» Seine bist«. DarsteU- 

^^^ «SHoigeln , bey entschiedenen Vorzligen der Anord** 

(«^ dm Stoffes nnd'dcfr Sprache, des allen bleibenden 

^«th bcitimmeaden Bnhmes gewissenhafter Wdiiheit nnd 

^CBmigkeitft Oedankearetch nnd fruchtbar an glftmendeil 

'aUsdangen nnd BKekra ist Essai ^mr Thist ginAriJe et #nr 

W nowns et Tesprit des nations depais CäMfflemagne jneqn*i 

^)Hiff8'(1756» 7. 12; 17^1. ft 12); wegen verhfihniss-^ 

^ grösserer Trene stehet Iliistoirfe da Parlement de Pa^ 

^ (t769) ' and wegen Reichbaltigkell^ des Stoffes nnd ansie« 

^lier Lebendigkeit d^r Varärbeitnag dMielbett Bssai snr le 

Wdede Lonls XIV (i7M f.; 176». 4;«) &i Achwtag/ De» 

^Utt Versnch HISC de Charles XII fi731i » fi) bleibt 

% Udneistfick des in voU«r E&ibeit gehdtM»a tomanhaft^d 

14* 



ai2 Fjankvf^di» . Poctte^ 

ToMi' iMdcwiffdi|[. Di» MuigMi.lutb SaW ifto n «ia4 
iMMtttt fNngMn Bja|Hig»..iitd. anr alt wa ni — to Beyi 
n^litiaelMr; iMditflurtigklAt aa<b«t«l*^&: OaoTtea. 
»fi6 fit.M. 9: 17«8 flu ». e. 1796». 49w 4 M..K.; *£ 
JBfiMaMrMftffti I&iU 1784 IBu 10.. 4 ih » (Ilaaal a. < 
irSfif iL 71.. au Aw«a- OmtMatl tabla aaa^Ni^«»^ «t n 
■fo. V;.dM*. «• 8| Skilft^, an fd 4e> ktaraa« R. ISM. 
BUiMBiniMiM«. B. iS30i>a; ..Olniviaa. KaU 1786. 90. 12; 
JMalta«! P. »702 ffi. S». 8; p..Bimek0t» P. 1817 iiL M 
Sd. aaaipaatti.. P. t8!l7. 13. ,8: »PS. ^ BwwMwril «880. l 
■t. X.} P. bu> Bf. Vn,Diim. ifm fLZO^ii p. üaiMAal U 
M. 8< »1XM des M«M, par C(£«fei|M«, DflWMM^ IM»*) 
«wr, ZITa^lf^ 1809 C, 78. .8; 41« AMifieka .beaaaAm ä 
UataR 1^ JaJkM» .n|i4t. kaoai sa iShlaaL Vgl« Friedrk 
|»:N. IMm. «e.!*««. 4a Bwrlio 1778. HIaU p. « aqq.» ü 
jb V. fieaC 1786. 8; €ml9r«ei Tia da V. P. .179a 8^1 
Mf Ift g^aia da,.y..P^ 1806. » o. in a. fid, lUc Oaar.i l 
<|— y; H Jir<V>i^ .Mftnail«« Mw Y. aC nw «ai oiiti| 
B< laafe. 2, 8i, «in^te if( Baw iB«grcl. 182» T. 1 p. 601 

i^tfi«. üabatliafa^H^im 1«. .^ . 
. , . Voa dan gvatige» SQgliniaai Md< dkliiariaDliea Nm 
nsab F'« habfa yMa .nii Kleioiglceita»» «obaalt- Toivtl 
da« Biaiaa da* Ti^gc«, .imfihavgabeBdcB GM«k gaaMakii 
»tiVtf— I, desan Nawaa» arit «^ aM^Md^aai Raluae, Mi 
Sia(hw«lt gakopwan. «M» » n t H mfUßu lidi dardk anut & 
tiachtik T^Hi-aad pkUoaapMaeb« Bantrabaogaa aai; amj 
•ig;atafl,iand gftofgtm^^t ^ «^ S«lta4dMi«iitigBng biitii^ 
VtyrWidertilwaEde da* .b«ae|weibanda ond dap.Ijehrgadidii 
aRbaitat:; atiah' #ia4..eia^iFabaU(Mea' bemarlEantwerdi 
Einer, dff g^k|iiifcaii>n Naohahmar JU» Jantaina'« war 
Im»* 4-i«rt ßw, ^ (gab. 1731; nu^ 1814], biMas^ 
yWI««- -Affiifftfm. (17f6 ifc. a. w»?, wa«ig«v in Enibiiwg«^ 

n«t'.T4läf eü /Mwrrem.P. 1774. 2^ 8, t- fUatriB. Jonp^l 
r«i(.aa8;P, [ffk\n.tg94i.m* «irSOjk. Mit «yMUniaAer oodi 
8%ff,JUit^ra<aiF. aicliK qp»b#kMntti «MgalMMlr iniden Ul 
gaMOWwft^chaai l^caU«, •> a«iS. geM 4ait)hf lif^« 
4/^ayea (^4. ,leicliifci]i»gia J^uanagm iWmaäL d« «< 
177»}; ii| #n .«pi^tetii. (1788. 1; I»um9{if9^} b*"»*^ 

W«litw:, ^,{»«bsBRdid«..l»;4KalMuiia»n tbMti»l*i 



i t 



IKt; t771) imt ^mlMftch« Sf(|bM«to4#:«ifb «vi maaebt 
^i^cM SttSlm; AwgMidita Qaim tidk -amk itt dw «Jbnl 
indkien oHcgoilidMa FebelA (17X3)4- tM *» dcMmt« Ve» 
Mkn hat ibs mar; ia^ Litttfp. Jik tAntä p|r anKMr .(1773^ 
iNMt: OcATte» P; 1764 A. iW.'S( Otav^ <1». 9. 47«fi.i.% 
IS; m. 8. V|^ tfriM» Goneilp: A fto IM «9^. »^ A)M«t 
kl Ah Uurem* ^Mbfrf «in LAtkwingflf' ' [geW 17Jit » Jb 
I780]mqpraeb vidLfB« 4t« J«vciialiMhcrfta«7«ti.4'*.ii»wev«l 
ltiatatnir73; le Xl^U •Mc]»i776$iiB«k #9aIog^Ü78^ 
uJiögto anali lytficfari Anbg«,' «towMdr difliw ckMiiA 
^ GtkgaMtgediehAm «It/vMiaugfteilt OtttttrjrMirK'U^fLiSt 
Mi 8 1. 1 IS; 18312; ». Ygl. ilr/iüfc^iMM» Ipb aM» H«"^ 
4»e M#«e LepmgB Fntt lM»cetoge: autBonan fg)^ iMM 
(t im], (he 4a# y Mi M l Mte n. 8ahiift«teIUriiilf0B; de« %Xm 
labk, UURe Bühatt'e >er& 9tMiim (#7«) .«i«rP<}p«fa''T«wt 
pd^Arims (1M»> Muh, vttienMilaitCbliidbtai.üiM 
GM.:kGgloiriii«l» 1716. 8 ditd>Wniidbft;ificlk>a«flitin»jAlfe 
«ügiiM Lyrik nod im a^aaeiqi J Omüre«. •lKr*M^M0«dl 
i «. & w: ^ J. Afe'.'JhnMt Maryfia! AN iiä fii g a h h ' fM» 
Mntaba f^ 1 TMy st; 4tMy '«ttutisdb #riUMdt^ rvai&Ml* 
ntgai» LiMleff . ki aUwr' Bpraehe; i-ifl. iVriaMnpikl DM4 
röd fMAitet: OMfries^ .F.' 1714. 6;-8i:<Tgl. Jht it ui iMi Ami 
Bit 2 pi an. .*. AKk.Lititätd -ISeaM^- kaa .leirNibA'-lioli 
OtOMl [pH. ITSS; al. :4785| pfiuMet ait-ffcampmraMl 
6«iiiibiie«IBIilett tmdiRodennrrteii; «.iBdMk nid B| da i d n » 
DanaAdi «e. gekakVdleat^ aä pei^l«r ffUM. «), «M ii^ 
aUer lUdMling^, stieb an kMMge» Sp^firfieiiy wticKä die 
aitU<|eQ«atanaii9 4ea'T6benrfca]ideB. ,V«i deridbei 
B«bfl«rficit Bind a. bMQfaaito LobreOeB <i. 1799) bi Vnäa>; 
in E«B nr la« «^(w (1773) wbd nit Aedit eniaobiBdei^ 
^Vagiieaai ngciMakdeni O^vrei. F. IMi. 12 a. s.#4 
'<Wl7.fl^ «^ Ihmmmlx Ann., lltu 1 >-32S «9. -^ Chm^ 
^ iF««»ibf Bua F;^ C^eK 1711 ; at. 1786] entwicbeb ia 
^LArgediebie «on-^er Mderejr 1» 4 Cleä^ (P. 1760.4 lA 
^ »• K.^ 176f, 1«) rigentbfinkUäie SetraditM^K») biawattaB 
^ WMtihMtdteii Gefftbl» »aig4» ab«* 4111 i!a*san aialirr 
^■ut^Mkiaiab Ai DidbtergäaL MmrtkihmfWmhett vm!^»- 
*« (gtb. 1747» 8«. IMO] «rabhbt -gälltfekb'; ' «& et^ww 
'■^ad (HiHoiiättaa «n ifit» «):71 r 1« ' ji>i{«neB<i de Farbu 
'•<773l t ai. K.: Fdbkä 1772) : Oa*iMs peat. Haag 1779. 



814 JVaiikreick PoMie. 

% 12; Omvtm eb« 1707. 4. 8« Anohf-liabdii Vfii «kien ^ 

Imigini^ii Runlui Ton ibM : les ftgaramcnta 4e roinonr 177 

S. 12; 1793. 3. i%* — - Gr. JR-aiifr^ ÜMoü. J^Arrre dT« Benj 

aus 8t Maroel [gek 1716; bU 1394]^ CMrdiaal, Achtete I 

a Jagend sarto afatiA^he Lieder nad heitere Epiatoln (Poeal 

div. 1744. 8), in^ nrämlichen Jikhreat^bilderreicfae NatarlJ 

«öhreRmDgea im l^Qinmuchta'SlyL (Le Palais d«i henres \ 

lea qoatre potatS db jonr« Rom. ITVOw 12'; Les qaatre siimI 

oa'les Oeorg^aeafiraa^ei. iL 1768. 12) und iia Alter r« 

fiMita et ein fronaaea^Ijehrgediblill ini 10 Ges. «(lÄ r^figi^ 

rengie. PanMa^f990t E. 4- n^ 8, lieaaiiag. ▼. ^ora. and 6i 

rmil)^' wdölias dan-von L.flaciae* nicbt^glelcbgesMUt wwM 

kilnn: OemvTeair'Gen{hl7S2;477QL ^^8 a. a., w.; P. 1797. 

äi'2f. 12; 18fl&;:^)l w. £iNrft. /«Ids JMNk;tii#« dae de iVttei 

mü aasP« [|^b.(,fVt«t «t. 179B] .glteit durch gdsdlMhsl 

Mia aad UttJ aMstiUke BUdang und ytetdankt hanptifidili^ 

dlaaer den: ■chriftaMlaiisQhenf Ruf, .wricheadis ZeitgenosM 

ika sageata^deiw > iSeinie I4eder^ Rbiaanseiu a. Befirariitong« 

anpiUihBi fiotidaBch Reinimt ondiWibhlaift des Aasdmob 

die oft geiE8oiie(teh fabeln thaitenö efaia YarglfciobaBg H 

den la* Motteaehati .ime; dia aeblraeihbr. feeyen UebeneifiU 

gaa aas Ikeren tu 'neaetien* Iliblitirn ktente! ^di^ leiofatere 

Fodemngen des Wdananaes bsürieligan; Unitt den ftd 

Sei», siad <Me Icritj' ¥eisncbe 8bar .Horas,. Boilean und J*I 

Roasieäa in beathtsn: OeoTres. P..'1796. ^. 8; Owr< 

foitbnmes, P. .1M7. 2^ 8( Tgi. Duiiämix Asm. litt. 2. p. 331 

^ Ck tkting. de. BaM-Jjamhtrt aus Nancj [geb. 1717; i 

1808] sehilderte ebaalalls nach TboaisQn's Master die Jahrti 

aaitra (1709;. 1775; P. b. Didot iim. 4 m. K.) im Gaoi^ 

etwas efaitönigy in.EinaehiBni mit maleriecher Wahrheit ^ 

edler Eia&chheit ; auch s. lyrische Kiaüdgkeilen sind snnri 

Ihigi Poesies. P. 1795. 2. 18. lA bShsrea Jahi^a besehifiigj 

er sich mit eriistea Eerscfaimjgen : OeuVres philosopb. F* 1^ 

5. 8. VgK Grimm Corresp. 1 ^ ^TS^sq^ ~ /ms de m 

Baimond de BemgeHn de Oor^ ans Hannes [geb. 17S2; 

1804]; £B. V. Toars, Uebeirsetzer der OridiscfaeB Heroidj 

spielte mit erotisoheti liüstarnheiten ) Reeaeil de piAces div^ 

ses. Pluladelphia 1783.. 8 in 12 Exemplaren; Oeavres f 

Augmii. V. 1818. 8. — i Mcelm ßermmin LSenard t. ^• 

Gnadelonpe [geb. 1744i %U 1793] in dae Id^Oe and iaTho^ 



Prankfekh. Pdesie. ^15 

fimscben Lchrgedieiite ^Jfä tMigibh ^tab^e sür leg . ruiiid^ .^f 
nadatrle 3 cb. Arosterii: 1770; 8/n.;(2).g;tupkIich;.(H^^^ 
P.l7g7. 2. 52,' iVsslKS; «p^. T/Ca»5pÄio»/P^^^ 
- ilfjiavif Berquii im^ Kpurdföirx .[geh.. It49: g^ l^^ljs 
teil Schrifien lur 'äie Kinderwe]^/ oacli tentscheti Ypi^bil« 
Jen, Terdient, geJFäJIIt |n 'der\ldyAe (17^l()\iind ttpmaijjaf 
(17S8] durch ansprncUose Einfachheit iiiid edle MiMe: pea- 
imP. 1803. 20. iS^ni.'K. 'ii/s. w.; vgl. 2>tf/ta«^^Api|. 
Gu.3p.54f. — Des vil|gegc|iäftigen u. anspi^achVolI» flea^ 
ffttf. ife ^a Jrarjie mspr^^^^^^^ if^Öl. 8t.y863i;Bn«fe\a^ 
Heroideo, öbschon gesperrt 'und iingteich , hinterlassen ei^pi| 
gÜBstigeroD Eindtupl^y^als^die UBen; üntejr .seipen roittelmS»: 
lägen Tnnerspieleii 'g^ 1n6Ian!e als' das be^te : . QeifVres« P. 
1820.».»; Tgll l>uhiMx km\ yiiu^ SiLüock 

Nie. ie Oamfari aiik '^üVer^e [ge^. 1741 ; st. 179^1 hell- 
denkesd md scbarfsihniir.' Jf^en^tAissreichthum jnjt '^^Uec- 
taimng und reifend Geschmacke Terhindeqd, ein gieistvoU^i* 
Dichter, dessen Episteln j(I764) zu .den besseren geh/ltren; in 
s. Loitspielen herrschen weder, frohe Eiaune nocli. heitw^i; 
Vfitz; das Trauerspiel 'Mnstapha >t Zearigir (t778) senget 
Ton faiditbar tiefem Stadium des ,Hadne'schen Kunststjles. 
Die pro! Lohreden aitfMpll^ii^^ und. Lafontaine sind Tortreff» 
^^\ dieMaximes et'.^PcÄs^es 'verrathen\tiefe i^ec bi^ere 
BeokaAtangkunst : OmvxesJ (far GiHg^enff f.' itSS. 4. 8 
«'»•v.;par Auguü 1824 t 51 ^; tteutsch: 1b'« ^797* 8. 8.' 
Vgl Dmiss/^t Ann. litt- Ip. 1$ ; A, iT^Sehle^f^l krit. Sjc^r. 
1 8. 338 £ — J. Pierre .'5p7iin> 4e Florian «lus XaiigiiedW 
f^i>. in^ ; 8t. d, 13. . Bept. 17941 . erlangte '' .Dicliter - Bi^hm, 
^o^ch warmen Ansdruck ^djter. Genihle /Voftaire ^t le aerC 
UV moQt Jura i782) und anmathige Kleinigkeiten; seinen Fa^ 
^'i (1812) wnrde eine Stelle neben den Lafontainesohen 
«iBgeraamt; die witzige NatürBdikeit und kindliche Hei t$r- 
luit s. Liutspiele (les depS^ b|llets 1780; le hon m^n^ge 1783; 
Ailequin)* Bind unübertroffen geblieben,' Mit eigen thüinlicher 
^eit w^hilderte er das fLeben iif luischaldigea Hirtenwelt 
i'' poetischer jProsa; s^ tiiilat^e (1783), dem Ce^v^ntes mich*! 
pliadet, und noeli mehr Estelle in 6 Q. (1^788) gelten ^H 
^ niuiMhafteste Bearbeituiiff der Jtkl^e^ Auch ^e Ritter« 
Richten nach span^cliefi Oripodi^'^z^hlunffen^^ Not^-i 
K Märchen stehen in Yerhietfter Achtung; in dem epischen 






n 



»8p P. 182| 
f übersetz 
U^ben. dt 
durch ed 



©ÄinÜdOg ynd tofrectlueit jles iasdroici^s '^mbfehlen u, nJ 



nC%?r i^?'^^^ Pade 1776^ l&q9- Q4v«»ee 1819) gj 
Ächteh -r Stanüfas, Marq. rf« Büufien, au§ P. facb. 1737 
«l. d. ip. Jan. 1815JL Meister in üebenswürdiffen Tändelejei 
untt Spieiejrejen, £infll||tlen, Uedera^yd ;^auber^aft anmutta 
gen Erirähliinffcji;, imi Attei; überlieu ' e)r sich lapgweiligei 
; .^^^^"P§?"^ ^."^4^ f^'^f'pV ??8V (l^^QS) Übet das liberum a^ 



[1805] 
179^ 

Gelfehrsanilkeit . w^^^^ dem l^erstande Wd Gefühle gle^ 
Rechie an^e(|eiben fiess; s, M^i^t^rschaft in fieschreibapg^ 
und Gemälden, ii^ (j^orrectheit aerSorache, im Wohlklang <!« 
Versificatioti ist anedcannjt: Le|i Jm^^ 1780; 17S3 

4 q. 8; corngfie. Lond. 180L 4: •?. 1801. 4. 8 u. 18; H 




1^1. & ^ ßwtiit^ FarpM [»^ <SH] täf^el«« mit imiiw^y* 
htigen £fMg9 im la Cbiij(^le8o)ii^ (V^jage d# B9^rgpg||e 
n?; Pud im Ci^anl/ipufeliipi Twf .(jPciMdaf ^m^gp^a 1778;^ 

itfTiwiettrl^i)ltt4c|i^mtt^wilU^ i#9 CpcF^e den Aienx ah- 

Omni P. 1808« 5: 18{»OM?iim e|i, P..l%27.^4 1^; Oeu-r 
naiud^ FF^d^ ^UHA J^qft «r^ vie p»,>/f- Tt>, 
•/.P. im. i^;. .ifgt. ZJ|w^;p. AW^A^^ i. P-.3^? 114.. ^ 

*«*«: L ß. i». Ä», Ciiniiii Hilft f.^ Ijgfih^ 17» i «f, ißU]f 
injfkag lud poU^^i» li^ I)tH«|i(tiid«. wi^ vielMca Sphriftai» 
Aüx lim de h9m XV. IWft. •»,,», n, «.) arwi^iep, f^ifBrie 

ffiMAbwd^: ri(^(HiQiW;3 Ch, P. jl^pii; 4 Cb,.i8U,.8; 
m Lemirre wird uffer d^% Txfg^ei:|i die Bf4« «Wft ». /• A 

BtoUtkaag und Betfi^eMviiff d^f fi[|Ua;r #igemei|feAea l^uoal« 
lBi«li« Apidrupk, s« fi^4f 1^; )M, piali 12 »^ If 7i 3L 4^ 
^EkkCaüel ßün Vfff [geti^ i7:5^] bfifuig fnit lE^pAchn 
^miiiß xeieh^ Pi)ai|;pefiW4tr:>s PlaMff. ,1797. 12; 
"m 1802. 18; f^aif^ fon(tfiw^ g^s Nioft [gel?. 4761} 
^ U2i)^ pfcitrt als gf wandtet- I^edi^uK, dichtete echmack« 
racb lod lehr correpli; le v#rger. P. 178& 8; Ip jonr de« 
aom. ]7%< 18S13; «ogedr. M^ «^00 gepriesen Yerkerrli- 
^^ Ja K^ippfee dejf Qliiecfieii * gegen XacxM 9 le Grioe 
leÜTtte, und der Esfaji eor T^tronondiai vgl, Dußißuijp Ann« 
1^ 2 p. 228 n, j|£aiki/ Aw 18iM p. 169; 0. UgQfipif^. 

[pk. 1764; e^ 1812], ein nkjit nqi^aQklipjbier Nachahnner 
^'1, feip i|^d satt eip^pAi^fidi; le mcgrite de« femmes. 
Y^\ 1.814. 12; OenTrea. P. 1826. 3. 8; F. Emkenard 
^Ull] kenptnifpreicb und einer gewählteil Sprache und 
^luiclMit Btgr^hmMc mächtig: la navig^on. P. 1805 ; Edv 
^1^, 2. 8; (2|, 1/6 Chenedplle dnen gfopsen Stoff niji^ 
^l^l^'^nf^ber BefbOQDen)^e|t gjli|fdf lieh bf|berr8ch«i\d und durch 
.^y**^"* 1^1 Whw d||rwgeiir],aAiend: 1^ Gei|i«| da rhwun^ 
' ^ •"• »W^%i: ÖW jy* tm^i^i vgl^ fl¥«»^l«te Awp litt. 



219 Frankreich. Poesie. 

2 p. 389; 3 p. 506; L: P, Maria F. iaaur »^ Larmiau aii 
Toulouse [S®''^* V^^]» t^benetzer äeu Thssascben befirey^ 
(en JernseJem'ii (1795^, glBcklicfa in Mäirchen und Satyroj 
Sie grossartige SchBnhcst der Nordischen Poesie betrachteod 
verfolgte einen eigentbamücheii Weg nnd kann ah Vorlk 
tev der Römtatiker betrachtet werden: 'VeilKes poetiques c 
motri^s. Ed. IL IS^IS vgl. IHrtmirftr Ann. litt. 4 p. 71; i 
Ant: Noel^rmno Ddru auil Montj^elUeir [geb. 1797; st 1829J 
wackerer lilBtörikerV geschützter Uebersetzer des Horadd 
(17^); verfasste mehre XeÜrgMichte^ tniter welchen tta 
nachgelassene iiber die'SternMktinde' in fi^Geü^; (Pastronondd 
F. 1830. 8} das gehaltvblJeite ist. >^ 

Mit dclr 'Rei^öluHod siateden iti dditbkver iA&«rer WeAi 
selwiikudg: Jet. idouget de Lisle [g^; ItOO] *Vf. der Mar 
seiller Hymtte 1792; -^ Marie Jöäepk CkinUhr [geb. 17641 
irt. 1811], Vf. der g[eballvvllen Epistel snr la calomme (l798| 
itnd kräftiger Satyren ih SiehStigebaMen Vlbrsen; einer M 
geachtelten neueren l*ragiker, welcher anziehende Stoffe ans 
der neaferen Geschichte (Charles IX 1790; ^Fin^lon 17901 
Calas 1792; Henri* Till 1793; C« Grachds 179S) mit sittli! 
eher Begeistemng bearbeitete : Poesies diverses. P. 1818. %\ 
Th^'^tre. P. 1818; 3. 8; Tableaa Übst, de Fetat de la litt.&{ 
dep. 1789. Ed. III. P. 1818. 8; Fragmens du cours de fitti 
P. 1818.8; Oearres. P. 1824 f. 8. 8. — Honorf Rionffe v^^ 
Ronen [geb. 1764; st. 1813^9 ein anmuthtger Sänger mi 
(rener Sfttenmaler, zeiget Empfänglichkeit tut ^letheschefl 
Geist. — Des launigen Jöuy wird in der dramatischen Poesie 
gedacht werden. — Luden Bonaparte versuchte sich ini 
Epost Charlemagne 24 Ch. P. 1815. 2. 8; la Cymtide 1^ 
Ch. P. 1819. 8; mit weit erfreulicherem Erfolge s. Br. Louii 
in der Lyrik ; Ödes. 1813. 4 u. im Roman. — A^ense S 
Lamartine strebte geistvoll und mit Gefühl die höhere reii^ 
giöse Idee von den Zwecken des Lebens Zu veranschanlij 
eben: MMitations poetiques. Ed. IL P. 1820. 8. — In woU^ 
tonenden Bhvthmen sangen leicMe gefällige Lieder M. ^^^ 
Deiougieri [geb. 1772; st. 1827], überaus fruchtbar an kl«^ 
nen Lust- und Singspielen: Chansons. 1808; Ed. VI« l^^''* 
4. 18; Jof. Pain: Poesies. 1820. 8 u. m, a. -^ florimoni 
Levol gewann Abhtung durch les ftges poetiques 4 Ch. E'j 
IL 1826. 8. ~ Veterlftndische Begeistening und freye AnncI^^ 



Praofikreioh. BMme. 219 



laqpredien au« A J; de BStanger ans Paris [geb. 1780]: 
CbaBons. 1815 n; s. w«; sein gltkddieher Necbahmer P. 
Emie Debraux b. AnceviDe [geb. 1796]: Chansons MtiöDa- 
1« iS19 a. u, w.; J. F. Ca$imir Delmigne aas Havre [geb. 
ITW]: Me9i6iiieDnea. 1818; aoar, M. 18M; 1827; J. P. O. 
Ftmcf ah begeisterter Anwalt der 5ffeiitHehen Meiming s. 
tttt; AVjrfdr de Lmmarfue la libert^ 1827^ dK» muthigen, 
iritäf bitteren Satyriker -4^ Baurthelemy nnÜ Jfery •• Rome k 
PiriiiOh. 1826; ViHiliade S Cb. 1826 v; m. a.; F«;far 
Her. Btge der fruehtbara (Sdmmf&hrer der Romantiker: 
Owms 1829. 10. 8. • • 

m* Die dramatische Poesie der Franaosen ist 

VB^ mr ihres kaum übersehbaren Reiehthums wegen , son* 

Acn andi iv Btei^hnng auf {hre poKtisch gesellsehaftliche 

^^bbaabit überaus merkwürdig. Seit frühen Zeiten be» 

MÜ^e sie fast aflein die geisrigen Bedürfnisse «ler bewegli« 

ehn, leQdioDgMfiohtigM^ ecbanlnstigen Menge lind erhob sieh 

n «Dar Metatüfl^Hett , in ihren still fortschreitenden Er- 

^•ip» aDe *Bere<^aa^«n yormnndsbhaftlicber Waehsamkeit 

«nl YmiGlit ver^eliideti Anstalt der Volksevaiehnirg^ bald 

•kAuinidri BaU ds Leitnngitiinel nnd Prüfung der offene 

Kilfll^Heiurisgv' i» ihr spiegeln siiAi Sitten nnd .Bestrebm^n 

dct Sifadtefs tretr «nil anschaiiHbh ab; sie rügcft irrthimer 

^itnfct^Thorhilken) welche nnter dem Sohaiae der Ge- 

"«Asbiit Utaf erflMlMMi' geworden xn seyn scheinen ; siie lässt 

^^'MMkMi laitft *werden, denen Vorartheil und Selbstsucht 

** B^rrecbt versagen. Von ihr gingen (redahken nnd 

HoSnogeo a«, fremdartige Geriannngen der alten. Welt, 

fiicMringAide Saamenkomer für die Znknnft, Bilder und 

^riche, deren Qekalt das Leben entwidcelte, dem gebilde- 

^ Schtabeilsinne €^nss bereitend, dem sich eikräfiagenr 

fa MenschenreKstande reiche Texte, welche Erfahrung nnd 

^'enken deuten lehrten.^ Die Bühne, besonders seit dem 

^ Jahrh. und namentlich in der für die meisten Provin- 

tm (kn Ton angebenden Hauptstadt, wirldidie NaKonalange«- 

kjndieit, hat auf die voHstftndige Aufmerksamkeit des polit. 

0. Btt. Gesdiichtforscbers gleidien Anspruch. 

Dai Drama erhob sich auf der C^ndlage der Myste- 
rien, dtren kein Land mehr gehabt hat, als Frankreich (iq 
TdUieUafd Ist eine der aasehnttdiaten Samiphingen ^af der 



2%0 ^ FxMdcreick ttU^iBi 

K« fiibli0tMk M Preitdeii); nngead^t« üirv EUimliitokid 
duroh «Ine P|fflwital«v«rfagiUig [4^48] (UofMM m Im 
umibl«BiiiM9k fort. Fm* <NMie «Nm Kiinaig<riiaN Irtitiaiqij 
tan si« flick iimUL ikivdi HerkoiiNOiPn oni 4«- i« 4ie(i«m M 
gfüpiet^ difraiBdi« BedQifji^» tbaUü 4iuri* hidd Ml«rM 

gA^tßbm¥m 4w Tag«». |a la «nftf ^ Mi^ <P. M97.i 
fügte JV". dl^ Ai Okßm^jif 4le adiwdgwkiQliM SdliMii«eff«]rfii| 

dem fleiMigeii GeeohiflkMftnMler A Bmch0$. ik Ton tei 
ichreibseeligen P. Gringore [st. n. 1544] frerfMü« «H «li 
fiatyre <aiMr die AofhebufV derPfl^i^lMieii fianclioli; vi 
Gaastm Aw Iiiigee4ltt«0 «MeeH rteb la fe4t4 .eiNMe 1M»{ 
auch enlliiiAtea mehr-e dei ^apaatiakiw biWiaehci* €eg«i4 
aiande Mbht ml deutende Aaepidniifeer fe:4l.*4^ fe CMi 
lea eafiilia'4e le fowraaiie I6«ti ae f» J>» w » «»>f» g, Veb«^ 
eetsera der Ae^eUej Treg4diee*eai^;:.^itf 4A(i6./il ; .i' 
«TilMidtae Hölzerne 1580< SpILtev .iMiriimi .wWitige S^ 
arelgiuMie deamaaeeh bearUiAet^ vea ^ J^^40i'amt^l9^ 

(Oaavmi* Lfm «M2* 16) U treg6(He: 4» iCUH^TW *4'i i «^^ 
wadcerea. Geecbiehtawbrcibers F. mmiiev »^^^91^ Ip^ 
±ii». ft) vOD UngeaaiHitfei le «riaiephe':d#?la %m; MM 
tWt.ASLx la laagkienne fefimiigAfe. Rweek ^U«:8'i-1!r* '« 
warq. d*Aaore. 1686» 8 a< n.- a.i von v«iMlftil9Hheii Bift^ 
benhoKteft wurde daa HeUeakkea 4fr jfiigftenr/im <M^ 
auf dieBUlme gebrwbl durch den feMwten Jbswtea JR^^ 
ton i» huc [bu 1«34] llivit. tra|v de le fMlecdle 4ii D«» 
Semy. Naacy 1581. 4} a» 4jiroh eiaeii' l^geMOUle» Tc *» 
Jeauae d'Arp» Beeeu 1611» IS tu m« ai DI» ¥efffiebe ft 
Mysterien ttess keine cegebatai^e '8pbMilftoI% 4iü aa^ ^^ 
kea des elaasiaohen Altw^haeis! i bew ie t rt ede^ liHliei^ 9^>^ 
nachgebildet waren, ra «tfnntUfhiit (^uflMaaiai ftdlenfn' "^ 
-wurden entweder in Prlvathllasem gegeben jeder* bKebeA f^ 
4er Lesewelt Toil»ebakeii. Erst ala eisie SshauSpietergDidl« 
sehaft [1592] den Inhahsn 4er M^alto dar PriJ^M^'^ 
abgepachtet hatte, eatsttad eine NatioadbOlme, deit'Tbia»«^ 
franfois [1598], neben i^ekkeai At^x^^äOmBai^ [«t. Vefi\i 
ein fracbtbarer, kaum mittdaiaasigery aar in t» liiHanna 
sich seUbat ubertseflbnder, ti^^echer Sehrfflstdler (IVagi^i^ 
P. 1623« 6. 8}, ein andesea im Ifandt «riiehiete. (1609} «>'' 



KiMkreich. BiiliML . 221 

A«GAi prifttegiiMi Heu» Ddbty ediMteo sieh dk Myate- 

M.bii in di# urftMi JahriehilM dw XVII Ja1irliiiBd«rto. 

Die KsMtgmtadt de» Drama war ftruilich und, mit wenigen, 

judi Hadiottemde Ereignisse veranlassten oder aus Fug- 

«pktit des MyalariaiitiMiea in n^pe Fcumen erklftrbaren Ans- 

MfaMB, Itt kMdoiacliar AMibigiglleit ton den Mvatens des 

AltRlkini«. Unter dem Ministerinm Richeliea's gewann apa- 

uvks UifeMitiir TolIgWlig^n- Eingang and ihr lat grossen 

TyiM m» YervoUkommnüng M terdanlten, zu welcher idcli 

4is fr«sön«cb# Buline wftlirend der Begierung Ladwig*s XIV 

«M. P^,C9rmeiUe^ wekliem Botrim vorgearbeitet Iiatte, 

■aA JLlaäM ra g d he n da» Tranesspielr Soorrm und M^lÜre 

tm IsnMIe, %tbHmU die Oper, rnid es entatMd die rollcs- 

tl&AdMf Posse, welclie La Sage spftterhin geistreich bear- 

bolen. fortan drängten sich die Nebenbuhler um dramati- 

adiiiJiski in diehten Sehaanisi. Bey aUen Neoamngen hat 

ä|k in WsBNitlMdiM'der daaanatiseke Gnindton, wie ihn die 

gvMM Ihister dbs XVII Jahil^. angegeben hatten, siemKeh 

C)ckk crliBlteii, Von der, nicl^t ohne Einseitigkeit ansgeleg« 

tau, Gmtigebiing des Aristoteles liaben Wenige sich firey 

«a maAm güncbt nnd« «den Grundsatz von den dfrey Einbei- 

i«i<MMg(; die. Vorliebe fitar daa Deelamatorisehe» für daa 

^^••Mdbdie CereiMiUal, ftr de» Alexandriner herrsch« noch 

bcois ut isiteerisdie Abweichung toü solchem Heikommen 

^■Mi» ttfffusiihiiyls Gaialeaabetlegetiheit oder ein dfo^ Na- 

*» * i m mi kiiiwna.ZeiC in Veigeaienheit briBgendw.Zeil- 

piil iMwIiuldigea m«^i\ nnd findet^ kmMiai» Widenprtoh, vrel^ 

^äik mir lengnam m ensftasigen- sdiein t. . Die TlMthudin« 

fchUcaaia ine witer aBen Uteatiiiden dieselbe giUteben 

^ ik Wfiidigyasg. dramntiaeher Ersebelnvngen belianptet 

Mi alia ltttai..Be«shiftignngton ilm Ernte Sielfe; Biebeiieii 

<^ <% eft wnmawsJirh dbpreekeildittn Mitgüedw dür fitann» 

AUiads segnen aiec an nnA aeiident iM air Hav^tbestand« 

^ dir gelseeutan^Zeitadhiifleii^ gewMioA; als einer der 

AkfMia »tbaataalüchen KsbOBaD iat Jn/am £Mi'a Ge^fr%$ 

«Beaaes [gek 1743^ atu ISM} ati HenMn: er li^e aeie» 

^lMb in Amide Utt; (i77««^79l) «A' i» louteal^ ilia de- 

ins {u 1MD> nieder.: Ceors* dir MttinMM'dilana«iq[ne oImRo« 

Mal |tar meXm^mimu^ Jto^feniiftlMdi de ranMte Ed. IL 



tl2 Frankreich. TräiMnrpieL 

S. ofben '2 8. 195 f. -^ de^ Btmuslmmf^; Clk A ttmu 
Monhy TftUettet (Iraiii. emU Vtibrigi it i'Jiiit. 4u.,TL fr. 
1742; 1780. 12 vgl. Grimm, ^oeresp. 6 p. 229 «qq.; Parfait 
Suard; L, Riccoboni ie la rcformation du theätre. P. 1743| 
1767. 12. — Annale« drain. ou Dietion. abrege deiT Thiitni 
P. 1809 fl. 9. 8; EHetmb'tt MartainvHU Rist do Tb. fr*^ 
puia la reroltttion. P. MOS. 4. 12; A. W. »akkgd Varia. \ 
Abdk 1 8« 69 iB. i. f >,.,.] 

(JD. d0 VäÜere oder M. de la OoM) PibliAtUq^ dn TL 
Dresden (P.) 1768. 3. 8 in. K; (Le Rinee^n. Btaudraii) Pc 
Ute Bibl. des Th. P. 1784 ffl. 91. 18 oder NA. Chefii d'oearri 
dramat. P. 1791 ffl. 111. 18; Th. des auteufS itk second ordre! 
P. 1808 111. 40. 18; '^Repertoire du Th. Ar. oH Reo. des tnge^ 
dies et oomediev resteeo' an Th. dapias RoCrob,.poiir.fiiire nitt 
aux Editiona in octavo dt Corneille, Moliorei; Raoinoi Regnati, 
Crebillon et an Th. de Voltaire, avec des notices sur ehaqn^ 
auteur et l'examen de chaqne piece par Peiiiot. P. 1 803 ffl. 23^ 
8; Supplement. 1817. 4. 8; Rep. du Th. fr. dn troisieme ordre.! 
P. 1819 fl. 8. 8; nouT. £d.Migni. 1817 f.2S.8; R^. g^D.dii 
Th. fr. 1813. 61. 12; Th. dn promier et aaeoad «rdre. P.18IS 
C 67. 18; £. B. Picard et /. P^jfroi Rep.^ du Th. fr. «reo des 
commentaires. P. 1825. 2. 8. 

lieber die Obliegenheiten des Schauspielers als Künitlen P. 
lUmond de Sainie Alhine [st. 1778] le Comedien. Ed. IL F. 
1749. 8; Me. d'Hannetaire [geb. 1728; st. 1780] Obsemtioni 
aur l'art du Comedien 17^4; Ed. IV. 177^. 8; /. f)r. CMesä 
[geb. 1731; st. 1813], eines fleisiigeii wd beliebten dnasti« 
sehen Schriftstellers, de l'art de la eoanedie. P. 1786. 2. & 

» 

ä) Das ItnnatmHwrige Trauorapiel bagann mit lieber« 
setznDgeii der Alten , deren seit den leatan Jahnehnten dei 
XV Jahrb. mehre vorhanden waren, ohne auf die Bühne ge- 
bracht au werden. Für diese arbeiteta £l J^delie (S* W)i 
ttngscBch genau die clasdscfaen Muster aachbildeiid nnd des 
Cbor bey behaltend ; seine Cleopatra [15$2] uad Dido, aof 
Privatbahnen aufgefiihrt, fanden grossen BejJall. J«M d^ ^ 
Feruse übersetzte wörtlich Seneea's Medea (Poitiers 1570.4), 
an wekfaen sich auch Ck. Touiain [st. n. 1584] im Agamem- 
non 1556, die Brüder Jacfuee [st. 1562} and Jen de /« 
Taille [st. 1608] u. ad. a. mischlosien. BtachcMig verdienet! 
Robert Oarmer aus la Fect^Bernard in Maine [geh. 1546;! 
St. 1601], der^kwar ebenfalls das römisiAe Vorbild im Am 
behielt, aber sich fieyer bewegte, romantiscbe Stoffe (Brada^ 
mente) wäbke nnd den Chor anijgab^ mgeatfa&adioiie Charak^ 
terzeichnung versuchte und nicht arm ist an scbSdea dichte-l 



Fraidcfdch. Tranicnpielr 223 

itkok Zfigw, vekhe Bacin« n «ohltten wiUMte; Tf. P. 
litt; Antwerpeo 1693. 12. ' 

Für £e Teredelfte traguKhe Kuost gab dea Ton an Jenm 
^ fioirm an«, Orenx [geb. 1609; st. d. 28. Jon« 1650], 
ponartig in dw GesUmnng , ergreifend dnreb Anedmck tief 
iKaGci&U% kcifttgrednerielsh und md Reinheit und Woblr 
Im 1er Spnttha bedacht; e. Weneaalaoa [1647], nach dem 
SfiMK Franc ^ de Rexae gearbeitet,, eihlftlt rieh anf der 
Kte: Tb. P. 1631 fH. einadn; Oeunes. P. 1820 fl. 8. ~ 
Uiter 8. Nebenbuhlern treten herver:. JeiMi Mairet an$ Be- 
nqn \gA. 1609; at. 1660], : deeeen Siiphoniabe (P..1635. 4) 
nc^aiiag angelegt i9t ; . und Pterre' du Byer ans P« [geb. 
\¥&\ tu !658]i der im Sc4tdle (1638) Charaktergidaae wür-t 
fig aalikkt. Die.Tranersp. des dnrdi s. Romane bevuhm- 
tcafifiiMr de Ceties de la Calprenide [st 1663] athmen 
nttnUaiGeiet; Scudiry'^ (S. 201), sum Tbeile tragi^ko- 
»Hck Aibfitea, wegen Theatentrdtehe und breiten Prunkes 
ron faiZatgenossen bewundert, rind wohlverdienter Yerg^a^ 
soihni nihdn gefaUen. JPr. le Metel 8. de Boisrobert ans 
CaeA [kL 1662] stand mit Richelieu in engester litt. Verbin- 
dung mj arbeitete auf dessen Namen und Rechnung ; seinen 
draniUm Versuchen (Tb. P. 1633 f.)» so wie dem Roman 
'^'i'iBi'ie et Orarie (1629) kann nur vorübergehende Be- 
deotniig tQgestanden werden. — Der Vater des als muster* 
baft lankaiuiien tragischen Knnststyles, Fierre Cermeille aus 
R«n[fik 1606; st. d^ i. Oct. 1684], beseelt von rittKch 
addnffiplieiisgQfSiil unj geistig hochgebildet, studirte neben 
^ ibi gpanische Muster. Er trat auerst ala Komiker anf 
(iUi(itt25)'; unter 5 Lnstsp., von welchen Surena (1675) 
^ lott dichterische Afbeit einige Merkwürdigkeit hat, ist 
^ Miotoar (1642) «aeh e. span. Vorbilde das gelungenste. 
Weit grinar erschien er, zuerst im Clitandre [1630] und 
[tüU] la d. dem Seneca naehgeabmten Medea, als Tragiker ; 
*><gnMaer Stärke des Geistes erstrebt er epische Erhaben- 
htt uui wi9' nicht theSnebmendes Geffihl, sondern staunende 
MSBjiderong hervorrufen; s. DarsteUung und Cliarakter« 
'^ong w#idu oft von der Natur ab; die Hoheit der 
^daoridit und di^ Gedankenatftrke in den Reden erschut- 
^; die Sprache hat männliche Würde, ohne von rhetori- 
tdiem Prunke frey au seyn. Von 33 Taauersp* ohne Chor 



tfiiekWeri rieh Cid [l«iB), ftich dMi SpM. GinllM d« 

die Horazier und Cinna [1639] daircb iSk >iil|lMli* dich 

««ben Yoviagcr aas; C «ellMt biete Rodttgim» [f6ft43 fir 

MristbraHidK.. Audi iNnrfäsit« er AAe Opet* Aivdioiiieda. 

Bude Miner Laufbahn etklftrte er [t6rS] ^emKdl^ «eiobt ^ 

wffikfthrHeh die Aristoeelfwbe PtfetHt? OM^reil RboettlGi^ 

% t. ^ (LeMO 1664. «.IS» off; P. b. DÜtfi* fVto; 4; iiii 4e^ 

Irres dnuii» de P. «»Tbl CometUe atM'nti CouMnenfaii^ ^ 

M. ife TolMTfe/^OMf ir64. i2. 89 I** 17^ Sf. 4; p. Mi 

#er* P. IMS» 12.»; «P. Ii; itemmafd m/^ 4«; 8{'P. K^ij 

mt 1^1; b. Lefft^re «SM. 12. S; l^i«. il» iTlic/^^^ef r^ 

epth* Hl gtMA GonMHei Pi i8t9. 8. Vgl;> Ntfctaf. in & i 

». 88 ft«; Sökiegat Vofleiii 2 Abtb; t 8.* i6fii ffl.* 179 ffi^ 

TlojMttt: e^nHlfe [geb. 1^25 i etr )709] unterscbeidit irioh r^ 

a. Bn dofoh Ycfrliebe för niihaikilNjh» VeiHvMkeliHigM ai^ 

durch kfilterea Pathos; le- e^mfe^ d*Esse% \iVt€]^ D^ridMd^ 

gMstand Cmfp^itMk iirMer [1698} bearbeltec« ,- tMt'shsb ei 

der Biiblie etlialten Ygl. Ir^Miigt DrajfiMufgMr i S^ 174 ( 

Aueh haben viit Lustspiele' vqb* ihm: Oeovfeii' dMiM. t 

1«82| 1706i 1738. »^ l2. — v4ii/. <fi^ tä ß^ise eos P. [g^ 

f653; St 1708] ahmte mit gewItaeiiNafter Treve ded €'«1 

Ton nfaoh } bej Si besten Stück« Manilas wtfr Otwirf ii 

Vorbildet Oeuvres. P. 1747. 2. 12. — Jean Rme^ns m H 

Fert« Müoü In Isle de Ff ^ [^U 16Wt «t. d. 22. Apr. 1699| 

rertMit ndit den Meistei^eiPlDen der Orleeli^tf ilttd f on ihrtnl 

Geiste befruchtet) KcMoer des me6sdklil)iieti, briioridecb ^ 

Hcbeii Herseiis, lyriseh^sart in s. WeldeittiftdMv der SprseU 

und des rhytbmisehen WohUautes milohtigy ideaKshrtt die^Chaj 

raktere, ohne ihre gescbiobtlieho Wahi^hett «tu verlefasS) Si 

Entwlekelang und der AnsAruek der Leldeins^aAett M^ 

psyehologisehes In^resse ^ ^e gesamatie ßarsc^lkmif ^^^^ 

Ist das Gemätb mit milder Rthrung« Von si If Traatnpi 

sind An^romAcbe [1661], Britanntcos [1670^, iptttg^nl» [1^^ 

und Ph^rsf [1677]^ vgl. A. W, Seklegel Comfmtämm eotrj 

Jk Ph«fd^ fc R; et oeite d^EarlpIde. PI 180«^.' 8;<'t. v. /• ' 

if. C&llin. Wien 1808. 9, die- voUetidetettertv dutfoh ^^fS^ 

Würde lAMl Salbaüg zeiebnen sil^h Esther [1<M] Und AfhaÜt 

[1«M] mit ihten^ henich^A CMMeia misi^ ÜuirDiiBtsptel M 

Plaideurs f 1668] ist ein den Ari^tophttAisM^tf ^l^espin iMi^ 

rUtiadi g^miA nacbgfeUMstes- «MkWispMi ^UßAi^M 



k 



Frankreidi. Trauerspiel 

a.8t Cjt bMdmmteB reU^3«en Lieder behaupten in dieier 
frödien GattJiag den Ersten Ran^; so wie s. Epigramme 
ik den besten der frans. Litt. ti;etteifem. jUnter s. prosai. 
ieo Sehr, werden, die Hist., de Port^Royal bis 1665. (1693 • 
. 1765. 2. 12) , und die Lobrede auf Corneille als chsdsch 
atdamnt: Oeuvres, dir. (p. iOlioet) P. 1743. 3. 12; 1760 
U; 1768. 7. S; P. b, Didot 1801. 3 J". m. K.; p. Petitot. 
}. m. 4. 8; *avec le Commeqtaire p. de la Harpe (herl 
iMg. T. Gen». Garnier) P. 1807. 7. 8; av. des Comm. pl 
IL rmffroif^ P. 1808. 7. 8,; 'arec les notes et comm. v 
'..Arne MwtiH. P. 1820 f. 7. 8; Thiätre, P. 1813. 5. 8 u*. 
«hl oft Vgl, Schlegel Vorl. 2 Abth. ^ S. 170 fiBL 192 Ib! 
- Sit, hedo» m» Ronen [st. 1698] ist nur als der von 
tänVeTdlai Parthejgei«)!;. .erhobene Nebenbuhler. R's erwfili. 
nemweiA; «. Tamerlan und. R^gnlus haben sich sieiulicii 
lange auf 4er fiühne erhalten :, QepT. P. 1744. 2. 12. — Jetm 
Gdtr( (k Campittron aus Toulouse [geb^ i6$6; st. 17231 
iibätHe m Zufriedenheit der Zeitgenossen in JR's. Manier 
«leiu ichwach u. nachlässii}, ' am gelungensten in llridate 
nni Änlnmic [1715]. S. Lustsp. le Jalonx desabos6 [17101 
undfieTonLaUj compon. Oper Aci^ et Clalat^ sind nicht 
ohne aDei Verdiensjt : Oeuvres. P«. 1715; 1732; 1739. 2. 12- 
175«. 3. 12; Oenv. eh. P. 1810. 12. Vgl d'Ältimiert bist! 
i f. \U iqq. Schwächer riad die Arbeiten s. Freundes Ific, 
PecUiUri aus Toulouse [geb. 1638; st. 1708]; doch erreg. 
le» Geta 1687 and besonders Jferon 1703 Au^erksamkeiti 
JBgwl«1692 ist nngedruckt geblieben. ^A. H, de In Mette 
{S. M5j Aang, mit entschlossenem Widerspruche g^n die 
remeütt Aristotelische Gesetzgebung, auf Einheit des dramat. 
hterene. ~ Guymond de la, Touche aus Chateaux roux 
(?«■>■ 1731; St. 1760] traf in A'. Iphigenie auf Tauris den 
rf«l« antiken Ton ; VgJ. MilU» Mag. Enc. 1807 1 g. 67 sao.- 
»i gleiche Bestrebung ist bej J. Bapt. Vitien, de Chatean^ 
»w »M Angoulime [geb. f 686 ; st. 1775] xn rühmen, wenn 
Pw «. Arbeiten rieh nicht über das Mittelmissige erheben} 
J««.P. 1754. 8; Oeuvr. eh. P. 1814. 18. - Einen neuei^ 
»1 betrat Pierre Laurent Buirette de Belloy aus S. Flour 
«Auvergae [geb. 1727; st. 1775], indem er die trag. StoflTe 
[»«krieUe de Vergy 1771, die Belag, v. Calais 1763 u, s. w.) 
* »« vaterlandischen Gesch. entlehnte und gef&llig darxn* 

»•*l« HB. a. LI«. Oe,efc. W. 15 



226 FraHkreicb. Trauerspiel« 

gtellen vmsste, oft dlzn romantisch sie gestaltenji nnd l] 
bertreibnng in Ton und Sprache nie termtidend : Oeny. 
1779 (178?). 6. 8; Oenvr. eh. 18U; 182^3. 18. — Schande 
und Entsetzen erreget ProMper Jolyot de CrihiUon ans Du* 
[geb. 1674; st. 1762], nicht ohne Talent für das'bochtraf 
sehe; s. dramat« Laufbahn beginnend mit Idomeneus [170 
und die Stoffe aus der afteu Geschichte entlehnend (Atre 
u. Thyestes 1707, Elektra 1709, tthadamistua u. 2enoii 
1711); er lässt die Lastet der Meiu^chen in schwarzer Uebc 
treibung hervortreten; s. DarsteHungen ti^ötzen in romani 
•eher Hyperbet d^m antiken Knnststylei .'die Sprache art 
gewöhnlich in Schwulst aus: Oeuvres. P. 17M. 2. 4; \m 
3. 8; 1812. 3. 8; "F^. b. Renouard 1818. 2. 8 m. K.; p. H 
rette 1828. 2. 8; Chefs d'oeuvte. 1825. 9. Vgl. d'Alemiti 
bist. 1 p. 430 sqq. 6 p. 11 Sq.; Schlaget Vorl. 2 Abth. i ! 
202 ffl. — Ani. Märüi 4PArgi$ Lemihre aus P. ts^b. 173! 
St. 1793], auch als didaktischer Dich^r (les Castes. P. 177! 
8; la peinture 1^69. 4) bekannt bildete sich dramatisch- nae 
BeHoy und Cribflion "und gewann, ohne Correctheit i^et Dai 
8tellnn|; und Sprache, theils durch Wahl der bearbeitet 
Stofih (Hypermnestre 1757; Barneveld 1766; GmlL Tel 
1767 ; Calas 1791), theils durch Theaterstreiche bedentende 
Beyfall: Oeuv. P. 1810. 3. 8. — Voltaire s. oben S. 207 
Dornt S. 212; laBarpe; Chäw^foriS. 215; tASnier S.2i^ 
^ Jean Frang. DwHi aus VersaBles [geb. It33; st 181^ 
schloss sich mit Geist und Gefühl an Shakeq;»ear (Ba]nt| 
1769) an und ist reich an herrlichen, sch^n verrificirten Ste 
len , scheint aber doch das richtige Verfahren , den gron^ 
Britteu zu firanzdsiren, nicht gefunden zu haben: Oean«^ 
P. 1813; 1819. 3. 8; 6. 18; 1826. 3. 8; Oenvr. posthain« 
pr^M^es d*une notice sur sa vie pär Caw^non (1824. S 
P. 1826. 8. — Noch weniger kann dieses von LouU &^ 
$Hen Merder mn P. [geb. 1740; st. 1814] ^ berühmt 4ürt 
humoristische ZeitgfemSlde (An 2440^ 1772; Tableaa deP^ 
1781; Bonnet de nuit 1784, B. de matin 1786; und.witf^ 
•chafdi^he Seltsamkeiten (de Timpossibilit^ du Systeme astroi 
de Copernic et de Newton 180& 8), behauptet werden : Thä 
tre. Amsterd. 1778. 4. 8. ^ Von den neuesten Tragil^^ 
i&nd einige der berühmte)ren : Fr. Jian Quitt. Sianiilat ^^ 
drim» aus Strassburg [geb. 1759], geachteter Komä<^ 



iYänkreichu Lustspiel. 237 

boottden wegen s. Aiiaximan<fre (1783; 1805); Oenyres. P. 
1817.4. 8; ^. Jtnte Marie Baynouard aus Brignolles [geb. 
17«]: leiTe«ipHei*8f. P. «Srfs. S; A. K Amauii [geb. 17661 
ron dem fk trefiicbe Fabeln (1813 i. HütHiulx Ann. litZ 
(|.l)hftbeny kr&fcig^^nd streng correctt Oeuvr. Haag 1818 
f. 4. 8; PM824. 8. n\'Vitt foi. Siienne Jaujf aus Jouy b. 
YetaOItf [geb. 176^, gfefei^rter Hnmorist und Sittenraalery 
tmganin firnditbaret SdiTÜEtsteUer [s. It98], hat durch Tippo- 
Saib18i3^ B^llgd^e 1818,^ vorzüglfch dnrch Sylla 1821 n. 
Ma iS22 dne bedeutende Stelle unter den Tragikern ein- 
gnomtnen: Oeatr. P. 1829 1 27. 8; Ca f. DelMigne (s. oben 
&219): Yipres sfi^ennes 1818; Paria 1821; dter freysinnige 
NepoMäse L. Lem^rtier [geb. 1770} , einer der WortfSh« 
m 1er Bamandkel': Pinto 1800; Clovi« 1820; n. m. a. 

)) Vit regeliiiSssige Knnstgestält des LüstspieleJi 
>mde an dieselbe Zeit^ in welcher sie die Tragödie erhiel^ 
ool ndi glriehen Gmndsfttsen und Mastern eingeführt nnd 
reidringte die MoraBfflhert^ t^hen 8ch4v%nke und Possen (nonr. 
nonM fsoe pauvre TiUageoise. o. J. ; Fr. d'Ambaite lea 
NeifoKtiuies 1584; Odet de Taurnebu les contens 1584; el«^ 
nettogCBamiten le valet ä tont faire. TJftm 1606. 8 ; v. dergl. 
I0-), pga deren Alleinherrschaft Jodetfe^ Vf. der versif. Eu- 
gene, (S. 122) nnd andere fast: wörtliche Nachahmer der alt« 
tonisdieB Komiker, so wie auch der geistreiche Sittenmaler 
f^ de tArivey aus Tfoyes [1579] , weFcher italiSnische 
^^ tof Augen behiiSr (Comidies facetiem^. Lyon 1597. 
12; Bonn 1601; l6ll. 8) Tergeblivh ungekgmpft hatten* 
^'^(&223) und Scarron (S. 200)/ nach spanischen Mu« 
^ ach bildend, brachen dl« Bahn, welche bald ein höch- 
ster Meister betrat und den für kfinftlgd Zeiten gültigen 
Natiooaltoa angab, fean Bapt. Poqnitik ^ndnnt ßtoKire 
^P.[geb. 1622; st. d. 17. Febr. 1673}, nach Boileau's in 
"^rRüt^sicht rinnvollem Ausspruch, ^as Zeitalter Lud- 
^'i XIV fitteririsch am glänzendsten!' tefherrHchend, bil^ 
^>ich praktisch ab Schauspieler [l6ii]'ubd durch Stu-^ 
^ italiimscher und spanischer Komiki^i^,^ des Plaatus und 
Tireni und des Rabelais zum dramat. Dichter, ^ein in meh« 
^ Profindalstädten, Lyon, Beziers, Gr^noble und Toulouse, 
•^pondeter Ruhm rerschaffte ihm [1B58] die Erlaubnisg, mit 
^ Gesellschaft (troupe de Monsieur) in Paris zn spielenr und 

15 • 



3l2S Frankreich. LustifpieL 

er Würde Zaelilbf ; dep dfifch ihn erheUertcn KSiil)g% der i 
gegen Beeintrftchtigaiig. 8. oCt arUtophfiniacheii f«tyjiech*liii 

^(en Freyrnfithi^ok seh&tste« \(en j^ 30^Ij«uütifb (diu en 
*Etourdi 1653) aind die heiter spotteniden ficoler ^e« feina 
et le$ femmes aevontea [1662J, die ,f;niitereii le Afisaiitro| 
den fast tragisehen Kampf einei\^eii^n MeMqhen mit i 
geaelkchaftiichen Welt darsteUeDd». and k) Tairtviffe (166 
off. 1609; deigen Anffiihmng inRoofeya d. 18« Apr. 1825 t< 
der geiBtliehen Behörde verhindert wnr de) in Yenieiif le Bon 
geoni-Gentilhonutte, Tayare niid .der MMxk arintokraluirai 
George Dandin in Prosa die bewilunlesten. £a offenban 
sich in ihnen* reiche KenntniM >des .gf^seUephdJdM&en Leb« 
bes. in den unteren yelladiai8im;.,die eUgemeinerea Chank 
tere sind mit treuer XVafar^eit «aMüMw i>n%efnMtt ^^ ^^ 
leiten und Albernheit^ .der Zeit werden nach dem Lebet 
oft mit Benutsong^ mnaelner Vorfille und Zfige ans der Wuk 
lichkeit nnd nfieheten^ (^^^g^nag,, aaecbmli|Dh geacbilder^ tf 
mentlich die Bltseeii der Saehwakerimd Aenie schonoifb 
anfgedeekt. Die Dacstelliiiig des Niedrigkomiechep ist ad 
aterhaft, die mosaüeurepde Bel^aditaag meist langweilig xb« 
toriech. Der Dialog ist in der Beg|Bl.nniiberl;reflUcbj £^ 
Sprache eigentknmlioh plastisch nnd, hey auffallender Uoi 
gleichheit» reich nnd gefUlig, der Versbaa bequem vobOaa* 
^end. Viele s. Aj^beiten, nicht, bloss i^eirngkeil^i uo(l Gde- 
genheitstücke,' wcfu ihn e. Stellang TerpflichtetOt sindiadi« 
Itssig hingeworfen und von geringem; JS^anetgehaIt:.pcaTM 
Amsterd. 16764 S,; 12 lu sehe oft-». P. J734« 6.i4 m.£.; P^ 
le Brei. P. 1273. 6^.8; 1778^ 8, 12; «avec an eomm. f«^ 
Auger. P. 181j^.' 9. 8^ .m. K^-, eft ubers.; m^^* ^* ^' 
Zickekke. Zürich 180^/6. 8 m« K.; M» c^mmeoli pw Sümkb^ 
ata. P^ 1813. 2. 12; *Cmakuvm itadfs sar M. P. 1802. & 
Vgl. J. Tat cAereaa 'Hist. dela yie et des ouTrages de H. "^ 
1828. 8; Naclftr./xa S. 4 S. 1 ffl.; ScUegel Vorles. 2 Abth^ 
1 S. 226 fflL -^ Afif ihm . wetteiferte Mdme MmwameU ^ 
Bourgogne [geb.; 1698: st^ 1701] und gefiel durch leicbl 
Wits und angenehme, Versificatien, obgleich s. Scbubladi 
9tucke (die besten M^ure galant, l^sope A la Tille, ^| 
ii la oour) beschränkten Kunstwerth haben: Th^atre. P« 1^^ 
§'• 12; Oeuvr. eh. P. 1811. 2.18. — P, Corneille; J. 
S.223.224. — J.Frang. RegHurdmA?. [geb.1647; et.i7<'i 



Frankreich. IxnstspieL 229 

kglBcfcBdi in Wähl v.^nolrdniiiig'dbi Steflfes, in Grnppi« 
^ognnd oft in Cbarakterzeichnnng; s; LttttTj^lcdt artet nicht 
iAen in anstSwige Posienhaftigkeit ans; dier Versban ist 
•igemein leicht, oft nachlässig; der Spieler j der Zerstreu te* 
^ üt Universal-Erbin haben sich ron ^5 Stucken auf dei^ 
Woe erhalten : Oeuvres. Ronen 1731. S. 12; P. 1789. 6; 8; 
Ikc. Auguitii^ Brmeyi ans Aix (ffc^.* 1640; st. 1723] ttnd 
kt itsa geistig untergeordnete X Pmfaprai aus Toulouse 
ft«k.l650; St. 1721], die Etbeuerer des alten Patelin und* 
Beirbdttt des Terednschett Eunuchen, trafen in dem gemein- 
KbaftBch Terfassten Grondeur den ächten komischen Ton: 
Oenms. P. 1756. 5. 12 ; und Charlet Bivtkre du Fre$ng aus 
^* Igt^. 1648; St. 1724], eiq genauer Beobachter des mensch« 
1m^«s Trribens , gemässigt lustig, eigenthümlich anziehend 
und bauend; unter «., in der Spruche 3 aber nicht im Vers- 
haa die Begnardschen übertreffenden Lnstsp. , ist Tesprit: de 
coofnidietioD das beste, welchem le iaux sinc&re u. le jaloux 
büattn de P^tre am' nächsten Stehens Oeuvre«. P. 1731. 6. 
^2; 1747; 1779. 4. 12; OenVr. eh. 1801. 2. 18. Vgl. Sdl/f- 
S^l & 259 n^ ^ flottut, Carion DuMMri aus' Fontaine- 
bleffli[geb. 1661; st .1726] ,' Von dem Wit B* dram. Arbei- 
ten [1. 1686] haben ^'ssftyäsi^t'a^ u. haschet nach Wit2, 
didtgiiM git; s., Prosa Irft lobenswerth, nicht so die Versi^ 
ficstion: Oeuvres. P. 1710; Ed. IV. 1742. 8. 12; ^1760. 12. 
li; Omr, cb. 1810. 5. 18; — Mure Anioine te Grand [geb. 
1^; IL 1728] .war nicht sprSde in' der Wahl des Stoffes 
^ g«eiMr WirKlicltkeit, humoristisch 'Im Volksstyle, ohne 
^ SfiMkdt ziT ve^I^tWn, Mdster in ;der phantastischen 
^^ wie «, Roi de Ctfctigne beurkund'eti Oetavres. P. 1742; 
1^4. 12. — JUieiei'thifron genannt Baron ans P. [geb. 
^^i fi;1729], ein Tottfefflicher Schauspid^r, dramatisirt die 
Wi. Zeit im Flahdrischen Slyle^ rAndrienne (1694) n. 
We ä bbnne forttitte (1718) haben sich auf der Buhne 
^Uten: Oeuvres.' t^. 1759. 3. 12. — d0 la Motte S. 205j 
'• l it^MflM« 8. 205. — Atdin Bini fe Sage aus Satzeau 
^ VaoQ^ f g€l>. 1668 ; st. 1747] hat durch Selbstständigkeit 
!^nirien 1V1t2es und- heiterer Laune , so ^e wegen herrli- 
^ HUtuttg im lebendigen Dialog, rec^tsktäfcigen Anspruch 
l^dns der nftehsten Stellen nldben ttolifti^. Viele s. Stücke 
^ipaidscheniiaehgebflddf; ihm dgenthfiiiilich ist s. Abiner- 



%iO Fiankreidu Lustopi^fc 

9tack Torearet (1708} w{g/d^d.lA. Febf. 1700), ^e 

gegen die Geofr^IeäGhter ; auch Cnnjpin rival de eon mait 

(1707) machta grosses Glucke Er g^b im Vaadeyille , dei 

er mehre (s. 1710; zom Tbeil in YerbindoDg mit wki 

Freunden Dcmimijue und Fuseiierj fQr Marionetten <*Theat^ 

Terfasate, de» Tw an« Unter a. Romanen gelten die^ i^ad 

neben- Urachriften freyer nachgebildeten, le diable boiteij 

(1707j Ed« lil. 1726, 2. 12; Ed. IV. 1737; 1755. 3« i2| 

n. w.) nnd besondere Gilblas (P. 1715 f.; 1747. 4. 12 sehr o^ 

*.t, Fr. dß Nenfckattau. P. 1820. 3. 8; t. BerL 1797. i.\ 

als dassisch: Oenirre» ohoisies. P. 1783» 15.8; ^811. i&8.i 

Gegen die Mitte des XVIII Jahrb« wurde da« UdAh 

uusche, ,als d^n feinen Anstand und^ g«t«» Welttog verktsei^ 

aufgegeben und kalt nüchterne Regelmässigkeit nnd nora^ 

airende Schic]^i<^ibeit ersfrebt^ sc| Ten ^em gewöhnlich stej 

fen , willenlosen Stndienfleiss Terratlieii^en Phil, ^erka^ 

Vestouciei a^sTpnrs [geh* 1680} st. 1754], dessen Glorienj 

(1732) und PhiboiSQiA^e mariifc (1727). das yerhaltnissniM 

ilieiste Verdienst, nach gute Versißciition, haben:. Oeane! 

P. 1757. 4. 4; 18^1. 6. 8; 1820. 4^ 8; bu Renoaasd i812.< 

8. Vgl. Lesiin^ s< Sqbr. 23 S. 191 ffl. { d'Aiembert hist 

p. 343 Sig[^. 5 p. 4$1 sqq. ; ^. yön M*^ im JVersban ihm ibe^ 

legenen^ librig^ns unbelebten NebenbahUr jLotf^^tf Aff»'^ 

aus Vic in Auvei^^ [geh, 1604;. st. 1758], ^yelcber «m ^ 

Erfindung iaf i|nd dem Zeltffeschmapke frohpte; finjer s.Stü 

cken geltep lea d^hors trompeurs (f 740) , le ^an^is a UM 

dres (1727) nnd leJb^iUard (1725) abf d|e besten: Oear* \ 

1758; 1788. 9. X^. , Vgl. d'AlemißrirhifU i p. 563 sqqi 

P. Cl. Nivelledß la.CAau0$Se ^ t^lj^Of. 1691; st. m 

jährte die yerkfinstelt^, mit Betrjao%ii|gen und Sitt^rudi^ 

überladene, bald in pathetische Eniyp^deley ausarten<ie ^ 

medie larmoyante ein; die Versifioatio^.a. St$c]f;e^ von wel 

chen M61anide das gelungenste, is(;, }^% yerdienst: Oea^^^ 

P. J765. 5. 12. Vgl d\AUmhfrt }^y f p- 407 sqqt r ^ 

Carlet de Chqinä^ißin d^ Matiwua; w^ P. {gal^.^fi^^M 

1763] geiget Sc^arfbliick und feine Beobiu^hti^ig im Studio 

des menschl, Her^ei^; aber.A|les ist bey ibm.mapierirt, aaj 

das Naire; g^n^gfynge Haodbmgen und- Charakter^ ^ 

ohne na turgemäsfl^ Wahrheit«, 0ie\w|Bn|g besagi^ade} M 

sehiyejd^he. Breit'^ &. kostb^^'.fresn. ist , in . JA^rira«^^ 



FrankceiGlu Lustspiel. 231 

imhwoilBdi geworden onter mehir ab 30 ScScken [s. i7l2j 
ifidki iawset coni&deBoes (1763) dai gelongeste. Von 9* 
]mmta gOt dasselbe Urtl|f;U: Oeqyres. P. 1779. 12. 8. Vgl. 
Jlmkri binU 6 p. 53 aqq«; Seilegel S. 270; Nachtr. sa S. 
S.ltOflL— Nach wenigea Jahnehnten kishrten die besse- 
ED Köpfe som Molieresijien Kunststyle sorfick: Fannard^ 
VmS.206^ Greaet u. a. S. 207; Voltaire ebendas.; Dorat^ 
es» bijoo^ indiBoreto A«£ieheB eireg^en, S. 212. — Bet^ 
^lu. Sawrim ans P. [si. 1782]^ dessen. Trinklieder ge- 
^werdea» entwarf dramat Qemälde ans dem burgerl. 
<b; I. Tranenp. amd anbedetatend : Thi&tre. P. 17S3. 2. 
- OarkB ColU aiu P. [geb^ 1709; st. 1783] hat unver- 
«mbatt Beruf sam Uocbkoüisehen» stfUt lebendig dar imd 
«BtAt Ce Kunst 4^ i^as^hm DialogSJ Thiatre de sod^tt 
* HÄ 1 8; 1777. 3^ 12. -^ Jß«syf Oidfrot ans JLangres 
pl»* ^713; St. 4. 31. JnL 1784], piner der glänzendsten 
^V^ wekhe FraakreiGh *her¥or/{ebri«o)4 hat» ist eine wnn- 
BBaae Eodietnuag dei: AUmachl des Geistes; Gedanken, 
ukeiabder WiUe seime Geumths, reisten ihn fort; sein 
l^iii%r und lanft gfpfsedigt^r Atheismns hat, bey der 
n Leb« verwaltenden . sUtlichen Güte, eine iraurige Bäth- 
dluftigkat, D. iit feieh an Ideen und B^dern^ hnmori- 
^ is Denken und l^i^en, mit beyspieUoser Unbefaa- 
^ ach ge^^ aU^ Gesetaa herkSuvulicher Schicklich* 
«tdiehiead nni miti behaglicher SohadenCrende ihre Un^ 
^^^^«^lophistisch erweisend^ arbeitete, wie früher de la 
l^^^im: DiDstallnsig.des frans* Lustspieles, indem er 
^i^ voq conrentipnelkni Zwange befirejen und .zum sitt- 
coed i'amilieng^müUc^ erheben : wollte« Sinne kiitisch-Qsthe- 
|j^«AQ8iclaenbab«fif wenigs^^ für Teutsche Tiel Tref- 
^^ Wihrtiin ij^h jedoch weniger durch eijgene, obachon 
^t mi4 Qatu;lfcbe.*lii^#rfl|e athmende Arbeiten; der na- 
BUe Soba [17^ und lÜfff Hausvater [17S8], beide in Prosa, 
^«ft 2i^srirfrü|iefg(ihyen4's gepriesen, geriethen aber bald 
f We«e^wfc; ,si^ sifl4,^^ movalisirend, weder 

^ Adage, .]|ocb<. ibij^qkiinstle^ Ton oder durch 

p ^ Spraiche {({irv^stechend : The&tre: P. 1758; Amst. 
** t 1^ Ffir A li|t. Jluhm sind ves^i^ipe Stützen^ als er 
^ 4ien^ Ml^WiW $ai4^n ^Wh vorhanden ; D. . war 
^^'^^'^^^IfPmle^ /^ichtigto £n- 



232 Frankreich. Lustspiel. 

eyklopldie (1751 ; ■• 1 S; 40) , ein freyänniger Denker luj 

mathiger Bekämpfer hergebraehter Yonirtlieile (Pensies pl 

losophiqiieg 1746 a. 1760; Lettres snr les areHgleB 1749 

1751; Pensiee snr l^nterprkatlon de la nature 1754; dd' 

dacation pnbliqae 1762 ; Essai snr la peintore 1796, t t. Ö 

tlie 1805 n. m.) und s. leichtfertig schwelgerische, politiici 

•atyrische Mährchen les bijoax indiscrets 1748, le pig« 

blanc 1749 (abgebSsst in Vincennes) und die Romane, latl 

ligieose 1796, Jacqnes le fataliste et son mattre 1796 (oi 

Meiiter'k Eloge 1797.3. 16) und der tmoreichbare, vieUcie) 

in der gesammten neueren Lttterator Einrige „Rameau's Vel 

fer,<< (firanzSs. P. 1821) teptseh von fif&Me 1805, sind sei 

sterhafte sinnvolle Gem&lde des menschlichen Gemuths vn 

€refBhls^ welche f&r manche der Zeit und ihren unreinen Vej 

haltnissen angehörige Mittelm&ssigktiten voUaiif schadlos U 

ten: Oeuvres ^ar J. A. Naigeon. P. 1798. 15. 8; 1«00.1j 

12; *P. b. Belin 1818. 7. 8; f. Naig^on 1821 f. 82.^ 

^rbctiitn de M6moire8 bist, de sa \^e et de ses oavragd 

P. 1829. 22. 8. — An Diderot schlosten. sich an Mereier (S 

226) ; der Opemdichter Mickel Jeai Sedaine ans F. [gel 

1719; nt. 1797J im Philosophe sans U s^avoir (1765) i 

schlechten Versen: Oenvres. P. 1760; 1775, 8; undÄSt 

Ang. Caron de Bemumarehaie aus P. [g<)b. 1732; st. im] 

welcher auf abentheuerliche Terwickehtngeil^ vnd idtsami 

Theaterstreiche entscheidendes Gewicht, legte nnd einer son 

Theile von polit. Besishtmgen abhängigen, nicht dauerhaftel 

Berühmtheit tfaeÜhaftig wnrde; unter s^ Arbeiten slnd^ ao^ 

Ser der noch nbf der Bühne beybehdtenen heliebten Op^ 

der Barbier von Sevilla (1776), le mariage de Figaro und \t 

amours de Chirubin (1784) und Eug^nie ou la raire conp^ 

bla (1787), die bekanntesten: Oeuvres^ P. 186Ä 7. 8; 182^ 

<. 8. — Diese neue Schule, nie allgemein herrschend, ka« 

bald in Verfall nnd die alte gewann^' tiach kurxem Kampfe 

die Oberhand ; %vl dieser hieUen sich FhHan und Okm 

& 215; Pk. F. N. Faire d'£glantin«fr'a«il.imoux [geb. 175 

st. 1794] mit acht konüschem ^^ä1ent' ausgestattet; wie PI 

linte de Molidre 1791, l'intrigue ^pistölttire 1792, les prke 

tenrs 1799 beweisen: Oeuvr. 1803/'aJ fi; OeuW. di. l^^i 

8 u. 18; der arglos heitere, abet inai«e'^(^r/(rft AIS. 9h^^ 

0Uer Eg«b. 1760; st. 1801]: Ci^i ^ ia$t^ ^ (Sfaacalei i 



Frankreich, Lustspiel Singspiel 233 

*ni&tre. P. 1804. 5. 12; 1809. 5. 18; der bes, im Optimiste 

(1798) und noch mehr im vieux C^ilibataire (f 792) sich ak 

gloekhchen Cbarakterzeiclmer erweisende Jemn FrüHg* Collum 

iEnrlttsitte am Maidtehon fgeb. 1755; 81. 1806]: Th^ätra. 

P.\WS; 1809; 18fl2; 1828. 4. %\ n; Tt^nA Andrieux; A€t 

fndktkre Lwit BeH&ü> Beard [g«b« 1769; ah 1828]^ Oen- 

tra.?. 1823^10« 8' vgl. Dwamia; Ann. Ittt. 4 f. 9; Th^ 

tR.P. iSiS. 6. 8; Q. T. a,; des frans; KottPebue Pigauli le 

HHnfTb. P; 1806. 6.42) n. s. gleichen nicht zu gedenken. 

— Von den neuesten dnunat. Dichtern ' geben sich meUre 

einer |dit. Btchtang hm %; B. ^Vina Pineux Ale». Shtwl 

aaslbn« [geb. 1767] faistorisirt mit- Einsicht nttd gut be- 

t^äoMai Erfolge, la Princesse dds UnKns i826, Amdttrs da 

TtedW: Oeuvres. P. 1822 f» 9.«; Lemerder: Comidies 

lüHoriiiDCi P. 1828. 8; L. Eman. Ai faiy [geb. 1775] lea 

▼aleti fas Tanticfaambi^ 1802 oder^Pictoos et Diego 1808, 

Ic9J^lateQnl819; Chk Guitt. BHenM aus Cfaamouilljr [geb. 

i778J lei denx gendrea 1819 Tgl. Ik$$iautx Ann. Ktt. a p. 

^S «id viele Meine Ln*ll^ und flingspilde s. 1812; Delavi^ 

^s (i. oben S. 219>'r«oofe deh ^ieilWtfds IMS; der wackere 

BcdM&ter gesellscbäfliicher a(teikV''g^treiche, styKstisck 

^^BbAt C. Bonjour ans Clermönt« [^b. 1796] la m«re rilrale 

^^21, rijtteaäon iteS, le mati atbennes fortanies 1824; Em^ 

S^ Scrii Thiätre. P. 1828. lOi; 8 ; ui an^ a. 

I^ IQ gesellschaftlicher Ühterhaltüng bestimmte.n dra- 

""'*• Sp^üchwörter haben die Fr. einen beträchtlichen 

Tumik ond dq^runter sind Tiele geistreiche und witzigej ^um 

Thäh jDit Beziehungen auf die GescHiclite des Tages. Äus« 

■» Aaien von ,4^. G, Motfflier Moüsy [st. 1777], f. Patrat 

(it iJOlJy AL Jfjti.du Coudray u. m. a.',' verdienen die von 

Ä Curmentel aus !^. [geh, 1717; st. 1806] vorzüglich bea^h« 

^ w werden; proverbes dram. P. 1783J ; 1768 f. 8. 8 ; Houv. 

M*. P. 1911. 2. S; P. et Com^dies posth. 1825. 3. '8; und 

nier mehren Nebenbuhlern hat TTieod. Leclerq mit s. treuen 

Sttrogemjilden Ton' Paris ausserordeutuchen Beyfall g^fun* 

lea: P];oVerbes draml 1826 f. 5. 12« -^ TgL Recueil glq. de 

jroT. dr. tond. 178li. 16. 12, 

<) §1» UBtüdbraehlMg' te-fichanq^ duikiOeaiK ond 
TaiiiiM hi#ni&C«loll%iiiMligft«r1Maf ttitt «od Nhoa 



234 Frankreich. SiagtpieL 

Bo9uard (ölten 8. 198} und J. 4. Ba^ [st« 1592] verfuM 
Singspiele von geringem dichteriichen Gehalle« Masaiii 
▼emstaltete die Auffohrang komiscbec [1645] und ernste 
[1647] Opern dijrch Italiäner und unmittelbar, darauf wwi 
diese dramat« Dichtart nationalisirt und mit begmiterter Aa» 
aigkeit bearbfaitet, yon P. Cormeiüe die Andromeda [1650] 
jP. Ferrim [su 1680], mit welchem der Organist CamUrt [it 
1677] sidi vereinigte [1659] pnd dessen Aiiadne [1661] con- 
ponirte, erlangte [1669] für die franx/Ss. Opec ein Privile- 
f^m und es entstand Taciid^mie lU da jnnsique [1672], ^ 
ren Leitung Giav. Bait, I^uUi aas Fiorens [geU 1633; it 
1687] übernahm; dieser fahrte den Gebrauch d^r Blase-lo- 
atrumente und dieBepetzong der, weiblichen BoUea mit^'ä- 
bersümmen ein und machte sieh durch Armide [1686] oo* 
aterbUch» Des grossen TonkSinstlers würdig war der mit ihm 
gieidiseitig arbeitende dramat. Dichter Pkiiy^e Qßiüutult bos 
P. [geb. 1634; st. 1688], reich an wahrma fyriachen Geffihl 
und Meister im sanft melodischen Ausdrudce ; s. lyrische Tn- 
godien sind nicht üi»ertr<^en: worden und die Kom. la meie 
epquette (1664, eigentlich die eaU\fBjt9U Verliebten) gilt ^ 
ein geftUiges lotrignenstnck? Th^tre. P. 1739; 1778.5.11 
Tgl. SeUegei Yories. S. 274. ~ Während die CompositiaD 
aicb fortdauernd Toredelite, aeitdem /. PA. Rameau au P. 
[geb. 1683; sta764] und der Teutsche Chr%$i9fh Gluck [gd^^ 
1714; St. 1776] einen folgereichen Wettstreit bestanden hat- 
ten, viele Italiäner ihre musikalUche Triumphe feierten und 
Fr. Joi. Gouec [geb. 1733; st. 1829], And. Em. Mol 
Gritry aus Lütlich [geb. 1741 ; st. 1813] upd Ei. ß. MM 
[geb. 1764; st. 1817] sie au verdunkeln vermocht^, blieb £« 
Dichtkunst zurück, die Macht des Wort'^s'/lä^'Töpen unter- 
geordnet ^ im eigentlichsten Sinne von' iböen'^etHigeo. l^ 
Motte suchte s. Dürftigkeit durch, Üeb^rrasci^nngen uod Aeo«- , 
aerlichkeiten nachzuhelfen« Hober stehen Anti B. t^intif^^^ 
nus Fontainebleau [geb. 1735; 8t.'l769J, der gut dialogisirt; 
aber nur Ernelinde erhält s. Namen ; ^ ^r hatte mehr Anlage 
für das abentheuerliche Komische: Thtötrie. P. 19*66. 2. 8; 
und Bernard S. 207. Ausgezeichnet durdi hervortreteDdes , 
Verdienst hat sich Keiner. *" " ' i 

T^ Be0k4i NiinMrtbiL'M J^t/knüiVOjim ^ Sftn«^ 



Frankreich* Kom, Oper. 235 

iMaeil gen. des opera repreieniei par PAe» Jl* de nmsiqiie. P* 
1743 ffl. 16. 12; Amslerd. 1757. 13. 12. 

Die komische Oper ging aus theatralUcben Voratel- 
[mgen während der Measzeit, Th£4tre de la foire [1678], 
kervoC| wahren Volksdranieii^ Possen , in welchen der, oft 
iQKh witzige oder lustige Einfälle aus dem Stegreife gehe« 
bese Dialog mit Ähsingnng von Yandevillen wechselte* Als 
üssity Anfangs nur für die geringere Yolksclasse bestimmte 
GattBng allgemeinereo Beyfall fand, erwirkte die dadurch 
okomnua^ beeinträchtigte privilegirte Franz. Bühne [1697] 
den BefeUy dass auf dem Mess-*Thaater nicht gesprochen 
werdfin iarfe, und dieses bevchrSnkte sich daher auf Mimik 
imt ^udevillen, welche nacst ansser dem Theater, später- 
hin \1714] von den Schanspieleni gesangen wurden* Diese 
koauebe Singspiele oder Operetten parodirten oft ernste 
Sdunqnda oder bwogen sich auf Tagesneuigkeiten, stellteu 
Anfidtte ans dem Leben bekannter Personen dar und zeich* 
nemwk durch leichtfertigen Mutbwillen und witzige Laune^ 
fibeiluiipt durch eisen dem NationjEJsinne zusagenden Ton so 
^ortlwilhaft aus^ dass sie die Lieblingsunterhaltiing des Pari- 
ecr hUicoms wurden und die Entfitehung mehrer Untemeh* 
motgn jer Art nothwendig machten ; neben dem Th6&tre 
IcateB [1721], erhpb sich das Th. de VaudeviDe, Th* dea 
Trsiyonn, Th. de^Feydeau u, a»i - Vorzügliche Tonkunst- 
ler vliiteteB far die kom* Oper, mit glänzendem. Erfolge 
J>^[umr]j An4. Daniem PhiKiar [geb. 1726s st* 179S}, 
J** ^/. Jb»%j|jf [geb. 172? 5 st. 1817], Gretry^ später Nie. 
^^^ [gebw 1753; st. 1809], Ifiecolo liomatd. [geb. 1777; 
Ä. Mlgjj J^ Pr^ Le$ueMr u* y* a. -^ Die Diehikunßt hielt 
mit jensuisikalischm Leistungan hier weit gleicheren Schritt 
ab io dem ernsten Singspiel, und mehre treffliche KSpie, oft 
foiäischsftlich arbeitend, berufen durch eigenthSnüiohe 
Stiamuug und ermuntert 4urch augenblickHeheu rauschenden 
B^UI, wetteiferten dem nie erkaltenden Bedürfnisse eines 
otehiedenen Na^eualgeschmackes Genüge zu Lüsten; nnr 
cuige der b^pcierkemwerther«i können hier angefahrt wei^ 
deo: Isaac dß L^fwi ViM P* [geb. 1686; st. 1735] erfinde* 
'uch und reich an gl^cklichm EinTällen, aber nadblikuig; s* 
trof Irires ti?aiix^aben ach »uf der Bahne echaltcd: Th^ 
tre. P.1746. 12» -• Jfacqne9 A^ßau ans P* {gebt 1656; et* 



i36 Frankreich. Kom. Oper; 

1745] naif hdter und zart: OetiTres. P, 1749. 4« 12. — 
Sage (S* 229) erwarb nch um das Messtlieater daasiacb 
Verdienst; mit, ihm arbeiteten nach gleichen Anmchten u 
Mastern le Grand (S. 229) and JCOrnevaL — Chriitof^ 
Barthilemy Fagan aus P. (geb. 1702; st. 1755] hat leicbtei 
Witz und würde bey mebrer Strenge gegen sich Tid geld 
stet haben : Th^ätre et Oeuvr. P. 1760. 4. t2. -^ Jean Jo^ 
VadS [geb. 1720; st. 1759], unter dessen Nam?n Yoltairj 
sich mehrraalen verborgen hat, ist btiilesk populftr bis zm 
Gemeinheit, oft glücklich im Parodiren u. im natitrBch leid« 
tenVolksgesang: Oeuvr; P; 1758; Lyon f787. 4. 12. — A»- 
nard; Piron 8. 206. -^ Germ. Fi^ang. PonlMn de SaiMt- 
Foix aus Rennes [geb. ifOS; st. 1776] mnsterliaft anmutkig 
iii kleinen dramat. Gemtiden durch geistreiche Wechselwir- 
kung zwischen Natur und Kunst : Oeuvres. P. 4762. 4. 12. -< 
Durch Erneuung der von dem itdiftnischen Kunststyl fasl 
verdrftngten. Sehten VaudeTiIlen und Parodien erwarben' sicÜ 
JKerre Yvon Barri , in Verbindung mit dem Chev. de FSi 
(Th. P. 1810. 4. 12) u. m. a. grossen Ruhm. — (^.Sku^ 
Favart [geh* 1710; st 1798] ungemein fruchtbar und glän^ 
send durch lauteren Geschmack und verfeinerten FrohiiDni 
Gluck machten le coq de Tillage 1743, Ninette ä la conri 
1755, ^dinian II 1762; s. Chercheuse d'^sprit 1741 ist nn^ 
libertroffen' geblieben: Th. P. 1763 fl; 10. 8; Th. eh. P.ISIO^ 
3. 8. Vgl. M&moires et Cprresp. de F. P. 1S08. 3. 8. - 
^Gleiches Talent beurkundeten Pttrrer Laufen (Les Apropos 
4e nwAM et de la folie. 1776. 8. 8; Oeuv. l^il. 4. 8); Colli 
S. 231; Sedat^e in beschr&idLterem Sinne, S. 232. -^Je^^ 
Fränf. Marmontel aus Bort im Limousin fgeb. 1719; ^ 
1799], 4Alä mittelmassiger Diiohter, dessen Singspiele dardi 
iGritry's Composition gehoben wurden. Die mdsten s. W^^ 
ehen und Erzählungen (1765) haben riel Fades und s. Ro^ 
mane (Belissdre 1767; les Incas 1777) krSnkeln, bey einzeke^ 
Sebtoheiten, an rhetorischer üeberladnng; als Kritiker praDkt| 
•r* mit Paradoxien, welche die begrSndeten Wahrheiten Über 
HMshatteni Oeuvres 1787 A. 32. 8; »1818 fl. 18. 8 m. K. Vgl 
»M^meires d'un p^re p. s. k Finstructlon de si^s eofans. F 
.1804. 4. 8« Von der kaum übersehbal^n Schaar der Terfafl 
-aav sokker Aamatiscben !Kltinigkeiten und Tltnddeyen k5DJ 
.nett nur einige wonig« b«tt«rklieit gemach^ werden: Ouß 



Fjrankr^kll. Proia. 837 

'f.Fmiqim BtAafiei gen. DesfifH^UlMs fgeb. 1733; 9t ttaSl^ 
M. Marie Armand Michel Vtemiß/oy [geh. 1762; «t 1S23], 
^. Gtrtin (geb. 1766],. /. i^Jmfe [geb. 1765], fyuy (•. oben 
>. 227), Jlf. /V. Dm^« dAUarde, oder Francis [geb. 1778], 
Uejrii Jaegr. ilfarte Waffiard [geb. 1787; st. 1824^ •'• Cfa- 
Iriel, ilctö/« nnd Armand Bartais de Benjmw^jlle, ^dtfi; 
Gm{ffi^ Brntgaeil u. y. a. 

O^htrßdet Hem. p. i. & Mibt. des speetaclei di |a foirs« 
F.1743.2. 12; De$ Houfmikr99 Hiü; da Tb. iculieir. P. 1769. 
7. \%\ liit. da Tb. d« l'opora jmeif n«. F. 1T60. 2. :IS. ~ (£a 
S^^^OrnBval) TheiUe daJalbire. P. 1721. tQ. 12; Near. 
TL de Itf; 1730. 12; Tb. de^ boiilevards* Mahon 17&6. 3. 12; 
le Repertoire da Vaudeville., Jena 1800. 2. 8; Tb. de l'opera 
f. 1812. 8. la. 



If. Die Pro aa blieb lang« mif die Bildang bescbtftnkt, 

vdche Bft dint)i Ricter-Romanii dnd. .die dieaeii naohetrebeiH^ 

dcD Mineiren gewonnen batle; die Hertachaft deä Latelni« 

idtea im muenaebafdicbeit Xiekent daa Dnentaekiedene in 

^ui^guig der Dialekte, die UnsaJaiHngkeil fremder nnd det 

Maagd eigeoer Mnater hielten ihre Yervellkoinninang aa£» 

IKe Mktangawwtheren Prdmieilen dea XVI Jakvh. hatten mit 

grmiiu Unnfierigkeiten zu kftAipfen, wddte dei« geniale Ra» 

Mm^ :%o/, Umtaigae, Büetme nnd Bhze^ ao wie einige 

HenoinBidireäier nnd Ifialoriker noch am glnckliohaten m 

^^^^diign, aber nicht, an nberwifiden Termochten. Für all- 

ni% SdienteUang gramiAaliaeher Reinheit wnrde Tön der 

Fnaiia 'Akademie thftiig genug geaorgt und Annftbemng 

SV ttflatiichen Correctheit eratrehten Voiiure und Balzac^ 

^t ehfee p^dantlache Yerkfinatdang, gelangener Vaugiku^ 

u4 Bit iumvoUer CMiegenheit Paic0l nnd Arnauldj deren 

Muktaaifcalt'aiah' in dem lösten Viei^thole dea XVn Jahrb. 

^'"Atbar arwiea; die telig^dae nnd gerichtliche Beifedaamkeit, 

^Boaian, die Geschichte und die Betrachtung und Unter- 

^^mg baden wackere Bearbätar ; Bacine^ Bossmt, F(M* 

^Brsf^, Baffle^ Hamilton^ JUaiiUlon u* A. atelkim achon 

^btter aof und gaben den Ton att,'weldien atimmberecbtigte 

kommen ala gültig anerkannt haben. Die von io^ Matte 

H ^ tMsnella eHipfphlene poetiait ^de Koatbarkeit drttngte 

^ Kk Qor auf knrse Zeit Tor. In der Mitte dea XVIII Jahrb. 

I^Wänuaun dio Etfcyklopädiateiü den NationaIge3climack 



fi38 Fradareiyh« P^osa. 

lar Etnfachlieit) Üeffigkeit und Angemessenheit, toat richtigf 
IJntersebeidang der EigenthSntlicbkeit, welefa^ä die GrSnze 
swiscken Prosa und Poeste im Ansdmcke veststellt; der ai 
mutkig' veransohanliohende und leichtfiassfich ordnende V^ 
faire j der kAfdg warme RouneaUj der fippig*farbeii]'eidi 
Oidtrot der ininnKeh strenge Buehi^ de Brösse» mit 8. koi 
nigen Gedrängtheit, Büffon mit glftnzender Malerey lebeni! 
ger Phantasie in Gunsten der Erkenntniss, JSwtMimfi m 
dassiscber Amnath, und Viele, die das Verdienst soldi« 
Meister xa würdigen wnssiei^ ToUendeteii praktisch «Re fert 
während* anerkannte, selbst im Stnnne gesellschaftlicher üjd 
Wäl2ixng hur Tön Wenigen yerletzte Gesetzgebung für pro- 
saischen' KünststyL Vgl. Les f^rosatenra fraqc^^if« P« b. Be 
lin 1818 ffl. 8. 

' Die Gaüwigea des pioA: Stjrles , In welchen die Fraoso 
sen beduntendes geleiket haben , sind fdgeiide : ä) Die Bi 
redsamkeit bildete sieh nach dtdassiseheil Mastern h 
Zeitalter Ludwig*s XTV, md behielt in der Regel einiget^ 
Verladung mii Wortfille und Rlderpnin]r, aach Wits- n.An 
fithesen-Spiel bey. •— Die religiöse B», meist nach Kir 
ehenvfttwn and Classikem des Alterthnnis gestidtet, sehnt 
Ihs gegoa AGite des XVIII Jahrb. m stcfigender VoDko» 
Hiealieit fort und wurde too sehr vielen , filr ihre Zeit wirk 
•amen Fredigem mit Erfolg gepflegt; in neueren ZdtcB und 
namentlich seitdem sie itegierungabsiditen und Veriimkel 
ungentw&rfen dienstbar geworden ist, wurde iht VerfäD im 
mer sichtbarer. Die Pariser Jesuiten Ct^mAi de lAng^ 
(geb. 1591 ; st. 1660] : Sermons 1666. 2. 8 ; nnd der bM 
^d rhetorisiiende TimoU^u CUwUnaü [geb. 1668 ; st. 16Mt 
Sermons 1730; 1764. S. 12 gelten als die ersten bedeatenile 
icea kunstgerechten ' und geschmackTOllen CanKelredner; si 
'ymrien bald von ungldch grösseren Meistern fibertroffeo. J 
B. B9$$uei erschüttert durch Gedankenstftike und Würde d« 
Darstellung, ohne immer »orrect lu seym Leftfif B&w^doM 
aus Bourges [geb. 1632; st. 1704], Jes., ist gr&ndlick tm Zei 
gliedern des oft in zu Tieie» Unterabtheilns^eH gesonderte 
Hauptsalaes und in der BtfwrisAhrang; er tarbeitet ßr de 
Verstand und befleissiget sich strenger Richtigkeit : Serinoo« 
P. 1707 ffl.; Versailles 1812. 16. 8, EipHi FUckier «^ 
Peines [geb. 1632; st. 17I0J, Bischof v; Niemes, ihetoriseH 



Frankreich. Prosa. St3d 

{ssA mit sorgsamer Cörrectheit f ereinigend, wiederholet sich 
)ft: Oeuvres. Ni8iüe8'1782 II; 10. 8; vgl. if^/i^mSerf hist. i 
). 387 sqq. 2 p. 39f igq. Fenilon iß. 203) sprach mit herx« 
ider Innigkeit züih Gef&hle. Chariei de la [Rue Jes. [gisb. 
643; st 1725J, Ssthedscher Kritiker, belebet s. zum Thdid 
ra schmackreich'e Reden durch dichterische Wftrme und An* 
nkdidikeit : Sermobs; P. 1719. 4. 8 ; Örälsons fnn^bres. F. 
1740. S. Jacques $aurin aus Nismes (gA. 1677; st. 1730]^ 
protat Prediger im'Haag, beabsichtiget helle Ueberxeugtmg, 
vennlttelst der Eitibitdüi^gkraft und des Vi^rstandei^; s. £nt«. 
irürfe und mannigfaltig^ und' groSi^arti^ ; dbr Ausdruck , bis- 
welea Wortreich, hat fibeirail Wurde, oft etwas prophetenair« 
äges; Sermon»^ Haa^ 1749. 12. 9; Chefs d'oenrr^ ou ser^ 
iBoudMUg tee. ^: J. J. CA^neri^r^i/^enf 1824. 4. 8. J)eam 
^Hgt$ Muiiiltön aui^' lliirc^s [geb. k^S; st. 1742], Ksoh. 
T. Oentoüt, kanA als Tbiländeteii Mhsier der fr. Canifelb^ 
rt&ankdi betrachtet werden ; ' s. Td^trl|ge tiiid biblisch und 
erangefiseh freyUiathig, einfach' und töU Würde, reich an 
nran, örf einseifenden Ansichten', ^^riflibh und kräftig im 
Aasinde: Se^mohS. f. 1745.' 15. 12; 1810. 13.8; Te'petit 
careae. P. ISÖi'^tt; 1810. 4; Tjjl. d'Alemlert bist. 1 p. 1 
8^1; 5 p. 23 sq^/; litfttatf/r "Ann; litt. 3 p. 263. J. Bapt. 
^ Mifk de tiaäiväii aus Cherböui<g'[geb. 1733; st. 17891, 
Bisd. n genis^ männBch und der grösi^eren Vorgänger nicht 
^^wfig: Seriiaött's; F. 1807. 4. 12 vgl. 'Dunaulx Ann. litt* 
2p.*7j. j. Sijgrtein ßfaürkf (geb. 1746; st. 1817] reratand 
Beb loKr auf Theorie als Praxlitf; Essai sur r^löquence. P« 
1^10> 1 8. e^ a. V^T. Recueil de diverses oraisbns funibres, 
^^nig^ti^ dlscouri'. P. 1711 6. 12 ;' Les orateurs cfar^tiens 
^ Choix des inedleurs discoujrs pron. dans les ^glises Fr. 
^lonÄ XlVjnSqu*ä norf jöuri P. 1820 ffl. 20. 8. — 
liicStaats« u. gerichtliche B. gestaltete sich in der swey- 
^ Hälfte des Xtt Jahrh, JUieiel FHospitat aus der Pn Au^ 
^[^b. ISdi; St. d. 15. März 1573], juristisch gebildet 
^ndaa, in beständigem Umgänge mit dem classischen AI» 
Mnme, mit O^hichte und Bibel, ein wackerer lat. Dich* 
^} larch Gesfnifün^ und vesten Willen, mit jseltener Klug«- 
^^ gepaart, alf Canasler [1560—66] dem Täterlande grosse 
''i^nste leisten^« veranschaulichte seinlBn eigenthümlichen 
^ in Reden uittf Staatsschriften : Epistolamm sea Sermonum 



240 Frankrel«^ 



n. VL/P. 1586. F.; 11. V^I. ArnttetUTZ^ 8;. OeuTies j 
p >. k. Dn/ey. P. 1824 f. 7. Sj Oeujr.^iiji^ditea. P. Ite6.^ 
g'vitl & M. Girardin. p. 160 «i. piytkraftvoUo Paria 
nuaitt-Prtaident Pierre Seguier [g«b. 1Ö04,; st. 1580] Terhin 
d«r49 die Einfuhning der InquisidoD und tann als Muster rei 
neitechf)r Freymäthigkeit auf die Achtaij«.4e^ Nachwelt Aj^ 
«ru^ machen. Per Parlamentr.Rath ßin^t^, Mßrion \s^ 
X^y St. 1605] hatte sich nach Ciceufo gejiildej: Actiones fe 
renwi 1594. F. So spiegelt sich auch ii^ ,4en R^deo des hod^ 
B^lld6teftG«.7/ai»sie du Vair feeb. t556;,it. 1^21], Gr,&^ 
Llhe^phte« 11616—. 1^1 8] , Bischofs ;V. Lisiewx , , das üef^ 
SMdiiua der alten Chjssiker ab: Opuvfes, P. 1619, F. M 
ht Mqütrie tsA. 160»!, st. löSSJ wv einer d^f ersten P«i 
kwiiant».AiTocatw», W«^che höhere^Foderm^enw Aiiofdfl«»^ 

4es Sliflfe«, wirkwipH». |iv»t«ll?n« »f %?.*^« w». &«™8«i 
,„«htev: PlaVloj!i!«,«?m«än^«. P..;«57.p,i J705,4,5 0«J 
d». p. -Fafcowf. P..18Ö7,,4. Woblverteen Bvjm erlangj 
OUvierFatru feeb. 1604 jsfc 1693], aU fe,,ner |t»nstr.chte^ 
von den Classikera s. Zeit anerkannt, in .^ßf achlich. strenge^ 
Biobügkeit Master: Öeuv^s. P, 1^0; 1732, 2. 4. Ehnnuj 
Mf, ist die furchUose Freyuvüthigkeit, woniivP^f »«1 
ront«nier an. Beaiers Igel,. 1624; st. 1693J, der G«iducht. 
schreib« der fyan». Ak., s. Besohütser Fpwniet il665 tj p- 
Ben K. Willkübr vertheidig^aj ■qpnvre«.,dbi<vsies par Pt^r 
,arii P. 1805. 8. Aue der nidit kleinen Zajil^eaohtcwPail 
l.me.t^edner heben »b a,,.:/)^ ^1%!^'% ^«r^ 
de Omer [st. 16521 et A T. p»U p. Ä -^c«^"' ^'^2 
4. 8: den kräftigen Anwalt des freyen ^«)hte ,CÄre/. frji^ 
4,lami&^» Igeb. 16445 st. l709] eip%,,4jr besten Sch«i 
ler Rapin'a; t^. M^m. de Pac des inscr. 1 „Iflist. p. SSOs?! 
Jtf««*»«» T«rra»»w» aus Lyon [geb. 166p i. st, ^7U\i ^^ 
«es. P. 1737. 4? H*»ry Coch^ ans P. Iglljl,.„1687 ; st. m^ 
Oenv, P.*1751, «. 4; H^ry l^J-anf. «TJ^fi^tfai. aus L^ 
.w (geb. 1667; st. 1751], .wi-wnschaftlifh. Iwh ™|«l;"2 
tig gebadet, Meijiter in'.rednerischer Anordnu^s und Da«» 
„L^d bewundert wegen *,.kömig kräfjl^j^n^ u^d wol^" 
ZrStyles: Oeuvres! P, 1759 ffl. 13. „4;,„9euT. choj«« 
p. 1819: 6. 8; Si«oi. Nie, Benr}, Linguet mw^ »»»«f « «^ 
1736; jruiU. 1794], neuemnglustig und sd^i^eidend m« 
wichVa^ackUcheaEinfWlen und überraschende» Krafö"«»! 



FrankreiclL Pirosa. 211 

Uäooires et Plaidoyers. Amsterd. 1773. 7» 12 ; Lfittfch 1776i.. 
1.12; P. J. JI. Gerbier aus RenDes [geb. 1725; st. 1788], 
iBtndiopflich io angemessenen Wendungen nnd siegreich 
iiith die Zaubermacht des Wortes; Alejc* Jerem. Loj/seau 
fejfas/eoii [st. 1771] Yprtheidiger des Calas: Plaidoyers. 
f. 1762. 2« 4; Servan Oeuvres avec des obseryations p. X 
de hrieU. P. 1822. 5. 8; iV. Bergasse; L. Targei; Jhtpin 
1 0. 11; 8. Albim Berville u. m. a. Vgl. Fournel Hist. des 
aTOcaüan pari. P. 18t3. 2. 8; dep. la revolution. P. 1816. 
S; üw et Ciapier Barreau fr. P. 1820 ffl. 8; B. Boinvil^ 
Ikrs Priodpes et morceaux choisis d'eloquence judiciaire 
preoedia d*ane bist, abrig^e de T^Ioquence jud. en France. 
P. U^. 8. — Die politische B. reifte erst während der 
R«v(iklittii|^riode. Neben dem hochbegabten Gabriel Honüri 
i^ifsefd' Comte de Mirabeau aus Egreville [geb. 1749;. st. 
d. 2. Apr. 1791], dem mannigfaltige Einsichten bey dem eni- 
'^^'■i^'cMn Redaertalente zu Gebote standen und demnach 
die fidgetreichste Einwirkung auf Verstand, Gefühl und Ein- 
bUdqQgkraft faiu nie misslang (Coli, de travaux ä Tass. nnt. 
p. ELMijan. P. 1791. 5. 8; Oeuv. oratoires. P. 1819. 2. 8; 
Oe«TNi ckoiaes. P. 1821. 8. 8),. glänzten vorzUglich die vom 
Tefniiauu[i793] geopferten Ghrendisten Gnadet, Barnave 
nod :FirgniaMd : Les orateurs fr. M. B. et V. par Barii^. 
P- 1820.4. 8; RaAasU St. Elienne aus Nisraes [geb. 1742; 
P^ 1794]: Oeuvres. P. 1821 f. 8; /. Denys Laujninais 
aasRaiiici [geb. 1763; st. 1827]; der geistvolle Benj.Con-, 
'^«»' an Lausanne [geb. 1767; st. 1830]; der veste ilfa^. 
SAä; A, aus Harn [geb. 1775; st. d. 28*Nov. 1825] und 
^^ viele andere, welche sich durch öffenttiche Uebudg wett- 
^enid rerrollkommnen. — Die Lobreden, von Alters her 
gebriachlich, wurden in den Akademien, deren verstorbene 
I^iMer feierlich geschildert zu werden pflegten, zu vester 
^iMderischer Regelmässigkeit gestaltet; sie sind der Mehr- 
i^iacb eintönig declamatorisch und gewähren im Wesent-i 
Utt geringe Ausbeute : doch unterscheiden sich viele durch 
^fpothämfichen Gehab; nur bey diesen kann hier verweilt 
Verden. -• la ^wissenschaftlicher Universalität und als lichtvoll- 
modische, fesselnd lehrreiche Einweisungen des gebildeten 
.^in die Gebiete der Erkenntniss, deren verdienstliche 
'^rbeitnng durch einen gefeierten Mann gesehildert werden 

Wickler ÜB. d. LUL Gesch. lü. 16 



Frankreich, Prosa. 

soll, siod die von. den ach uHNit yereteheiiden F^nieMl 
nicht übertroffeQ weiden-: Histoire da renonveDeaieBl de l) 
cad. des^sdewee (1699—1741) P. 1742. 2. 12; durch gcu 
volle Bemevkongen and -fr^e Blicke xeiohnen sidi üe ii 
lemberfwahen (oben S. 192) an«, aber sie enthalten Tiel Ui 
gehöriges and ermi^gehi, bey Ueberladang mit Anekdote 
and BetraicfataBgen im Tone des ZetCgeschmackes , künstki 
scher Einheit; die des wackeren Physikers J. Jl Doriöut < 
Mairan aas Besiers [geb. 1678; st. 1771] haben wifla 
sohdfiliche Gründlichkeit and edle Einfachheit des Styles: j 
M^m. de Fac. des sc.; Ä, TAes»^ S. 213; ergreifend leb« 
dig, mit kunstloser Schönheit des AoadvackM wissen dai fk 
deutsame und Unterscheidende su veranschaulichen i^ ^ 
BypfHi Comte de Guibert aus Montouban [geb. 1743; s 
1790}, namentlich in den Lobr. mi TH^ital (1777), Cati» 
(1775), FrM^ric 11 (1787): oeuvr. milit. P. 1805. 5. 8; m 
Tres* P. A. IX. 2. 18 ; Oeuv. diBmat. P. 1826. 8 ; vg^« Mä 
Corresp« 4 p. 47; und der berahmte Astronom J. Säm 
Bailly ans P. [geb. 1736 ; guilL 1793], vors, in den Elogi« 
auf Cook, la Caille und Gresset: Disoeors et M^m. P. 179(1 
2. 8 ; vgl. de Sah» in M^m. de Plast sc mer. et pol* i f 
605 sqq.; la Harpe und Ckaatfort S. 215; der einrioht?oIl 
Cmier: Rec. des iloges bist. Straasb. 1819^ 2. 8; n. n. i 
— b) An Briefen, wofQr der coaventionelle • kmAtd;^ 
ein Spiegel des herrsehenden gesellschafttkhen Anstandl^ToBM 
sich frühseitig regelte, ohne dem folgenden Gesehkchte al 
Master gelten an können, hat die franz. Litt, einen v^ 
messtiehen Vorradw Da die meisten, oft reicher an WovU^ 
und Spielen mit Redensarten als an Gedanken und Thal« 
eben, sich auf die litt, oder poUt. u. kinhl. Gosoh. des Tag« 
beliehen, so haben sie für die Forschung eine, vorsichtig s< 
beschrankende Brauchbarkeit und selbst die (ihrer sind di 
grösste Zahl and ein BestandtheU der Werke fiist aller \^ 
deutenden Schrtftstdler), "vrdche leidit Ungeworfene Eiii{äi 
und Bemerkufeigen enthalten, behaupten in psychologiic^ 
Hinndit einigen uricnndbchen Werth. EBer wird nur v0 
solchen berichtet, weldie als Styl-Muster ugesehen word«i 
rind.. VimoefU Vidimre warn Amiens [geh* 1598; st 1^, 
hatte mehr Anlage für Poesie, als ffe Prosfi; doch geUi« 
e« Biiafoy so abeckOnstelt ihr vertranlidief T<m iit vtni ^ 



ihm ÜebeffliMBe n Worfi^M^n, M dm irsiett «tid! wirlcv 
^ttMB mviterliaften : LettMl. A^msler^. 16i(7 f; fL 12 ;> Oed^ 
TTC& P. 1729. 2. 12 ; Leitrefl obokietf A» VöiCure e€ de BiÜL 
cae, iuiri<$8 des lettres cboisies de jMontreatt, FeUfeod « 
Vouuült, pric^d^ d'an Disc. pr^Iiimn. et d'uiie^ nbtice Mr 
tes ccrhraiDfu P. 1806. 8 vgl. Du$9ümla> Ann« Btt. 2 p. K7\ 
nodi nehr leiBtete Jean Louii iBwez ^ di$ Balzac ^v» Atf« 
gouteflie [geb. 1594; äff. 1654] ditrek MrgfUtigeii Periöd^tt^ 
W: Oeavres. P. 1665. 2 F. Tgl. Dnsioula; Ann. Htt 2 p^. 
214. — For den didaktisehen Briefctyl wnrde B. Pa$eal da»- 
nriies VerMId. Im einfachefi Ausdrucke reiner Liebe und 
imugeo Zartgefühle» blieben die der Babet [st. 166f?] «n 
Eim tMtirtauli (S. 228)- un9bettroff0n^ Boüreault lettre« d» 
reipcGi) fibligation et d'amonn P. 1666. 12$ Lettres de jEJf. 
et B. P. 1739. 3. 12 oft. — Mn^e de Jttaiuiin Marq. i/e 8^ 
r%»^f^l6a6; st. 1696] beurkundet in den, dilreh schwar- 
mtAche ndtterliche '2ftrtlicbkeil, Mannigfiiltigkeit der mal^ 
rimkm ümsehreibung warmen Gefühls, Knnstlosigkeit' der 
Dantdloag nd äcbdnheit der Sprache ausgeseiebneten, aueh 
für Ce SifteBfuiGbichte des Zehalters ergiebigen BiiefM aii 
ilueTodifer, Gr. v. Grignan, acarten sictÜDhen Sinn und reiclte 
I^dMosirdAeit: Lettre«. P. 1734. 6. 12; 1754. 8. 12 seb# 
oft; jk dp Foaurce//^«* P. 1801. 10. 12; p. Grameile. P. Ig06i 
«. » s. iL 12; »(p. MonmergHi) V. 1818. 10. 8 u. 12. 12 j 
|^«ttm ioMites. P. 1814. 8; mehre (20) ungednM&te Briefe 
in ifiMte« de Mr. de Coulangfo [geb. 1631; st. 1716]. P. 
tsn.^.^ jR-^nce^e d'AüUgni Marq« de Maintänon [geb. 
i63S; tt 1719] drfickel sidi angemessen und bOndig aus: 
I'««»! (p. de la Betmmelle). Amsterd. 1766. 9. 12; P, 1807;. 
^tt; 1815. 3. 8 u. 4. 12; MAmoires. Antfsterd. 1765. 6. 12. 
-i^hamuU Camt^mede Staal aus P. fgeb. 169^; it. 
17M] fesieit durch den Zauber nacMäsriger Leiehtigkeit; 
Beodt fc lettres. P, A. IX. 2. 12; M6m. 1751 fl. 4. 12. 
— IBaeiMe; Fontinelle; R&usseau; Voltaire n. r« a. -^ 
e)la Dialog ist wenig Ausgestelchiietes geleistet wor»> 
fa; Bescbtmif^ verdienen : Ceear Viehard de SaMi Riat hxtk 
Cknbery [st. 1692], eines geistreichen Sophisten und eben' 
«auDiitbigen, als unzurerlässigen Erzählers, C^rion: Qev-^ 
ms. P. 1745. 3. 4 u. 6. 12 u. s; w.; O. chois« p. dee Et- 
nHt. P. 1M4. 2. 12; Fe$9Hmy didogues des morts, D. sur^ 

16 • 



2/U FraBkreicbu FrosA^ 

rttDqunee; Font^nfillti TouumM Bim^md de S. Murd^ 
.1754] uregen witxigcar GöttBrgesprftcke ; O. Am«t. 1749L| 
S2i. Ferdinand GßlUani(u. oben S.. 152— 530 dassiBche Dia| 
gues sur le pommeroe des bUa« Lond. 1770. 8; Jean Jücqti\ 
Yernet aus Genf [geb. 1698; st 1789] sokratisirt anxieheil 
fiber Gegenstäpde. der Sittenlehre: Dialognes socratiques« 171 
12 u. s. w/— iQ Das Gelingen der Schilderungen \ 
j|ii8 der den Franzosen eigenthinilichen lebendigen Theiloahi^ 
^^«n- gesellschaftlichen Verkehr und aus ihrer Uebung im Beo| 
jB«hlen erklärbar. Schon der philoSM>phi8che Arzt Marie G{ 
rsatf de la Chambre aus Mans [geb. 1594; st. 1669] fassl 
4ie Bedingungen dieser Kirnst mit scharfem Blicke auf: Le 
^aract^res des passions. Amsterd. 1658.4. 12; t. ▼• CC.fi 
Schmid. Jena 1794.. 8) L'art de connaitre les hommes. Aii^ 
aterd. 1660. 12. Vgl. Niciron 27 p. 392 sqq. — Jean de\ 
Brnyire ausDourdans [geb. 1639; st. 1699] fugte s. wack^ 
ren Uebers. der Theophrastschen Charaktere (ygl. 1 S. 20j 
lebendig treue Sittengemälde bey, die Ergebnisse tiefeindriq 
gender Beobachtung und- umfassender Menschenkenntnu», i{ 
kräftiger 9 bisweilen harter und erkünstelt dunkler Sprach^ 
1687. 12 u. 8. w.; avec des notes p. P. Coiie. P. 1765. 4 q 
s. w.; P. 1813; 1818. 2. 8. ~ CAarla Pinol Duehi aasDlj 
nant in Bretagne [geb. 1704; st. d. 26. März 1772], silfKcl 
streng und hart freymfitbigi Vieles enthüllend^ was der fein< 
Weltton z^ umschleyern pflegt , im Ausdrucke alle Wort] 
schminkiB und höfliche Prunkerey einer männlichen Derbhe^ 
und absichtlichen Gedrängtheit aufopfernd , entwarf wohl|^ 
^röffene, mit kleinlichen Zügen etwas überladene Charakter 
Zeichnungen in den Considerations sur les moeurs de ce sied^ 
(1750). Unter den Romanen nehmen s. Confessions da comil 
de B. (1742. 12; 1753. 8) keine der lezten Stellen ein. AI 
Histonker sucht er üch in Ansicht und Betrachtung ^^ 
Tacitus.zu nähern: Hi^t. de Louis XL (von Legrand f) f\ 
1745. 4. 12; *lMl6m. seorets sur les r^gnes de Louis XIV ^ 
Xy. P. 1790. 2. 8w S. Verdienst um Gesch. und Grammat^ 
d» franz. Sprache (S. 194) ist bedeutend: Oeuvres. P- ^^^1 
4. 8; •(?. AugetJ 1806. 10. 8; 1820 f. 9. 8. Vgl. Mto. * 
tac des inscr. 40 Hist. p. 198 sqq. ^ Frang. Vineent To^ 
iaint ans P. [geb. 1716; st. 1772] bestieitet kfihn herr| 
sehende Vorurtheile und Irrthniner, ohne der AAtaog f^ 



FrankreidL IhwMu 249 

i^Sse Sittlichkeit webe za tbaii) §• DarfteUang kt ge-» 
delutf, die Sprache rein ndd gediegen : Let moenn, Aroeterd. 
174& 12 n. & w.; j^claircieaemena mir leg ipoems« Da^i 1762^ 
11 - Dideroty namendich in Rmean's Yetlem S. 232 ; 7Affn 
aai &2i3; Mercier (S.226), spielend mit Gi«|WSS^en tt^ii 
BtHr aaf Uendenden Ginn», ab aaf nachhaltige Wahrbeitt 
aiis(^i«id ; Jlouy S. 227. M. a. — e) Bey entschiedener Hior 
ftcigng des Nationalgeisles rar Spötterey nnd N^kerey fapd, 
die Sat jre £rfih«eitig Pflege nnd AusbildiNigw Der ältff»t0i 
Hfiiter daria, in tief aafgegfiifeaen Ziigen, . ifiaiinigftieh^n^ 
Andeatiuig€ii, eigenthjimlichen Bildern otfd ZusammensteUanH 
gca, 10 vie in kühn freyer Gestaltung der Sprache, Ixdirer 
«ad Vsittd Jur die g^streichsten Schriftsteller der folgendea 
Jahrhaafate, war Frnn^ü RabehtU ans Chioon ia TiHnxaiae 
[gek. 1483 f St. 1553] y fiberaas reich an TerachiedenartigeQ^ 
gelcbrta Kenntnissen, nbch reicher an gasondeta Mutterwts; 
nnd SB fmcfatbarer frobsinidger Laune, nnfihertrefflieh in wni^/ 
dersaflKT Bfiichung des Ernstes und Scherzes ^ tiberstrSmend r 
Ten l^udgkeit in der Weltanstcht und dabsy .. die riebi%e 
AWvrJigiiig des Wahren im Leben nicht Tersluteond. Er. 
^etiMlt die Mdache, deren Schmutz ihm, selbst eine geraume 
^>< FnnciManer, anscbaalich bekannt war,, die Uttbeholfen- 
facit ssil Abgeichmaektheit gelehrter ZanftsMnscheni* fie Gan^ 
keftafrii^eit, Windsncht nnd Leichtglänbigkttt des grossen 
Hanfcnt, die Pkahlereyen der Grossen; oft ist er sugelloSf 
™^ phonaa den Gesetzen des Geschmackes i|nd feiner Le^ 
^^^^»"ttf iamer neu; über die Sprache schaltet .er nadi freyem 
Kelieien nad daher verdanket sie ihm sd viel. Vieles im. 
^vgafitna nnd Pantagmel in 6 B., Ton denen daslezte durch 
(rcnde Hand ergftnzt ist, hat unmittelbare Bnziehung auf 
f*<iUidie and örtliche Zcdtrerhaltnisse : les chrönicfs du grat 
^ fvgjiuia et Comment an temps du bon Roy Artus tt 
^ rag tres expert Nigromaneien qha on appelloit Merlin. 
^ 1S33. 16 kann nicht mit Gewissheit dem R. beygelegt 
^«b; wenigstens ist der Inhalt von dem späteren Werke 
1^ Tenwhieden ; Pantagmel u.s^w. Lyon 1533.16 u* s. w«; 
^a i», (par J« le Duekat et B^ de la Monnoye) Amst« 
^^ti. 5. 8; 1741. 3. 4; Oeuvres avee un glossaire. F. 1820« 
^. t; avcc les conunentaires p. Jokanneau. F. 1822 f. 5. 8* 
^liacb T, TA. ürdmrd, M^iemx n. A; Lond. 1708. 2. 8 j 



246 E^reAkreieb« ProBa. 

1807. 4. t« *— ^OftMr 4eii Nachalihieni des R. Tones ist dBJ 
4er gl5oklidb«Mti ^^Jlftfvlgjltiens 4e BfifigaenariUe«. Rooei 
1(44. 16; 1M8. ta. -^ Di« s^t«ren Satyren in Pfo«a ndi] 
men fast «ttäsohlieaslidi eitie paMtische Riehtang und habe^ 
mehr geMMchdieh«»! ais atyliati^wheo Warth ; so Satyre Md 
itipp^ 4e la vertu 4a Gathelicoo' d^Espagne, ein ■ Aristoph^ 
nisdi geisireieli dran^itisirterWerk, in welehem mtst)^ Spo^ 
der varblendelen ParteyWotfa der^ ftaatisehen Widersachd 
HeiHtiehs IV eatgagangesetst wird; es wurde im Tann 159i 
(absiehlBch ist 1593 gesetzt) in dem Hanse des Canomcoi 
Pierre h IM Ton diesem and s. Fremden /. 'OftMj Oülti 
Durand, J. Pä$t€rat, N. Raptn, fi^ant-CkreUen^ a. F. ft| 
ihou viprfasst: pabL p. Nodier. P. 1984. 2. 6; vgl. &.M. 6i^ 
rurdiu p. 212 sq.; Chaitei p. 16 sq.vsa Viela FhigUlltter im 
Anfiing der Regiernag Liidwig^s Xill, gegen Ricbelieaa 
MaEariili; aaeh dirfen die Satyren des ^I%. deCaurtal-im 
nei: Oebvres satyriqaes. P. 1622. 8; Biraeb 1627. 3. 8 nidii 
Qbarsehen werden ; P. Searron (S. 200) u. la« lebten van spflt^ 
tki^n Rügen .dar Maehtstreidie und Umtriebe der Staatt^ 
mlinner vnd' GAMsen. Hyacinthe Condonnitrr biskanater on^ 
ter 4. Nümen Tkemii^uü de S. TSf/aeMie ainrOileans (;elM 
1684; st 1746] maebte sich über die P^daftteray des Cooi' 
mentireiis lustig: La chaf<-d*oeavre d'on Inoonno. 1714. f2« -^ 
In den ptenesten Zeiten iirt der hanniristiaciw^ Top beaebtens^ 
werth, welchen L* Abel Beffroy de Begny ans Laon [p^< 
17S7; st. 1811] ein ftmssiger SchriftsteUer des« Tages, votei 
dem tarnen Cousin Jäoques angab: le Coarrier des plao^ 
tes 17Si8 f. 10. 12; :les lunes 1785 f. 24. 12 u. v. a. - 
/) An Erifthlangen und Novellen ist seit dem XYI JabA^ 
kein Mangel s. Beeneil des plaisantes et facetieoses noovi'^ 
les. Antweorp. 1555. 8;. eigenthilmliobe f*reysinnigkeit begagi 
net in Bonaventmre Betperiert [st« 1644] Rec. des cootit 
et joyeax devis 1561. 4; Amsterd. <P.) 1735. 3. 12, weicht! 
naiji nasieherer UebarUeCemng , wenigstens zum Tbeile ^ 
Jacq. Peleüer n. AVa. JDetniiot verfasst sayn soliepi; seio Cy^ 
baliün mnndi oa Dial(%aes satiriqnes (1537; Amsterd. 17^ 
12) wurde von Altgläabigen für sebr geffthrUdi gehaltts 
DufaiFi sogenannte Mähreben finden richtiger unter den di 
daktUdien Bebriflen ihre Stelle. Gegen Ende des XVU 
Jabrb. genügte 8. A^a/ (oben 8. 243) als Erzähler streogere« 



FVankreJeh. Prosa. 247 

^eroDgen. Gr. Amt* HamiU^n ein Ireländ«r oder ans der 
Smandie {geb. 1646; st. 1720] trug die ganie gesdimei-i* 
lige Anmth uod belebte Mant«rkeiA des höheren - Gesell- 
KksAstjles in den sdiriftüchen Ausdruck über. Die MSr* 
ib«h flenr i^h^mty BeKer und Quatre Facardins , sind in ih- 
m kt beynahe eben so yollendete Meistersticke , wie die 
4udb saaberhafte Beweglichkeit der Darstellmig fesselnden 
McaiiRsdeGraiiimont(1713. 12; 1772.4: "Xiondm 1792.4; 
1811411, 2. 8 m. K.), wekhe sogleich £5r {Sittengeschichte 
nidie Aasbeate gew&hren: Oeuvres. 1749. 6. 12; (]>. L. & 
Aa^tr) P. 1g04. 3. 8; « 1812. 4. 8 m. K.; 5. 18; Auserl. Sehr. 
oben. T. J^. Jacoh. ZfiHch 1807. 2. 8. Madeie^me AngH. 
PMmstnh. Gomez ans P. [geb. 1684; st. 1770], eine über- 
aus ln»p Schriftatellerin, bdkaaptete einen nicht gaas nn- 
Teriiestea Rang als unterhaltende En&hleria: les jo«rn6eg 
aBiflMaP. 1723 f. S. 12; Cent Nouvelles nour. P.173Sf. 
S. 12 8. ■. s. In. neueren Zeiten genoss JFr. Ti. Murie ik 
Bmmkri tArn$md aus P. [geb. 1718; st. 1805];, auch db 
temriftialier Tragiker bald vergessen, Toribergebenden Bey- 
MtOwnei. P. 1770; 1803. 12. 8 m. K.; verdienteren uad 
bläariena ämdteten: Jacfue$ Cazotie aus Dijon [geb. 
1710; guD. d« 2t. Sept. 1792], zugleich als politischer Seher 
(1788 1 Ludm Nemesis 7 S. 447 f.) merkw&rdig, anmuthi^, 
frolaiiiaig^, malerisch und dos Gefühl ergreifend: Oeuvres. P. 
t7%3.84 *P. 1798. 3. 12; *1816. 4. 8; tentsch v. G. 
Scktilfz. 1789«. 4« 8; Ma^momiel S« 236; Marie Moreäu 
vciL Mmnet [st« 1798] wusste ansppuchlbs Tbeilnahme zu 
gfmm uad au unterhdten: Contes orientaux. P. 1779. 12; 
Ott. «TAIidalJilazour 1784. 12 u. m.; Fi^Ham S. 215 u. la. 
^ - Uoglcidi reichbahigw und von bedtsutnagvoUer Ein« 
^uinog auf die gesellschaftliche Volksbildung erschelilt die 
I^atar des Ron ans, von welcher hier nur. ein aUgemei- 
^ Usiriss (nach Patüsot Mtm. 2 p. 277 Sqq.) gegeben wer- 
'skasa. Bttterfidie Abentheuer, .aus den r<HDaiitisch'epi- 
*k> HiAüamgem des Mittelalters endehot, wurden im XYI 
M. hiafig zu Unteihaltungbuchern verarbeitet uttd neben 
ihan hatten Legenden und romantische Ydksa^n ein gnis- 
<ti Pabhouin. Henori ttürfi Gomte de Chatcauneuf aus 
ihnälle [geln 1S67 ; st. 1626] fäfaite äfta rhötorisch-prun- 
kiMlei, sam Tbeile Usleffisch-poUliscken 8dillfer*Roman ein ; 



248 Frankreich. Prosa. 

seine, der Natnr meist ganz «ntfremdete Personen gefaU 
sich in breiten metaphysischen Betrachtangen über die Lie^ 
mit galanter Empfindsamkeit; die Sprache gewann einige B| 
reicherang: L'Astr^e 1612. 4 a. s. w.; P. 1637. 5. 8; (abgi 
kärzt u. sprachlich überarbeitet von Souchay) P. 1733. 5. ij 
l>as Gluck, welches diese Gattung machte, war von kur» 
Dauer und unter den Nachahmungen keine bedeutend. ^ 
Allgemeineren Eingang fand der politische Roman; d^ 
Ton desselben gab in latein. Spr. an Jean Barclay aas Pol 
a Mousson [geb. t583; st d* 12. Aug. 1621], hnmanistu« 
philosophisch gebildet und mit Hofleben vertraut; er verfassi 
einen romantischen Sittenspiegd für Fürsten, Minbter qdi 
Hofleute, mit näherer Beziehung auf Frankreichs innere ki 
gelegenheiten : Argenis (heracsg. r. Pemreic) P. 1621. 8 seil 
oft; c. dave onomast. (Leid. 1630. 12) et notis. Amsteri 
1664. 2. 8; Ed. XVII. Nurnb. 1769.8; t. v. M. Opüz. Ai« 
sterd. 1644. 12; t. Vf. d. gr. Mappe. Berlin 1794. 2. 8. AaC 
das sat. Sittengemälde des fr. Hofes Euphormionis Lasiol 
Satyrioon (P. 1. Lond. 1603. 12; P. 1. 2. P. 1605; «Leidtl 
1637. 12) und die sinnvolle Nationalcharakteristik Icon ani 
ntarnm (Lond. 1614. 12) sollten^ nicht in Vergessenhdt geii 
then. Vgl« Bayle s. h. y.; Dietz im T. Mus. 1780 St. 5 § 
441 ; 8t 7 S. 48; 1782 St. 3 S. 268 ffl. S. Freund CL Birt^ 
Moriiot ans Dijon [geb. 1592; st. 1661] schilderte dieStreL 
tigkeiten des Card. Richelieu mit Marie v. Med. u. Gasten 
d*Orleans: Peruviana. Dijon 1645. 4. N. de Monifauco» i 
Villare aus Toulouse [geb. 1640; erm. 1675], Vf. eifies II 
Famonr sans foiblesse (1671), verspottete die kabbalistiscbi 
Geheimnisskrämerey, zum Aergemisse der Gläubig^: Cofflt< 
de Gabalis ou Entretiens sur les sdences seorites. Amsterd 
1671. 12. 12; 1715. 8; Lond. 1742. 2. 12. Der Provco^a 
iienye Vairasee d" Allais viersinnlichte eine idealisdie Staatt 
Verfassung und die Gleichheit der Rechte und des BeiitxeS 
Hist. des Sev^rambes. P. 1677 fi.; Brüssel 1682. 5. 12; Am^ 
1716. 2. 12; t V. Vf. d. Siegfr. v. Lindenberg.. Gottingi^ 
1783. 8. CalprSnide (S. 223) seidinete in weitschicbtigel 
hist. pol. Romanen hochhersige Charaktere und verstand i^i 
Verwickelung der Begebenheiten glücklich ansulegeo: Ca^ 
•andre 1642; 1731. 10.8; d^patre. P. 1648. 12« 8; (abgek 
r. Benoiei) P. 1789, 3. 12; Faramond oa Thist. de Fr., ^^ 



Frankreich. Prosa. Roman. 240 

f «tttUmng T. P. Dwriigue. P. 1661. 12. 8. le Vayer de Bau^ 

ligijr vereinte in seiner Darstellung epische, idyllische, tra« 

giscke and humoristische Bestandtheile : Tarsis et Zelie 1667; 

3.8. — Inzwischen wurden romantische Gemälde^ in welchen 

Gennii der Sinnlichkeit vorwaltete, versucht von dem helU 

BiHttpn Historiker Martin le Rag de Oomberville [geb. 1600^ 

St. 1674]: Polessandre. F. 1632. 5. S und von dem Littera» 

t« Uli Kritiker Cb. Serel de Souvigny [geb. 1590; st. 1674] t 

la Traie bist, de Francton p. MouUnei du Parc. P. 1633. 8 ; 

LeMenl66S; 168S; 1721. 2. 12. Scqrron (S. 200) verpflanzte 

£e Imdeske ital. span. Romantik auf franz. Boden, & Riul 

(&2U) weckte den Geschmack am Novellenstyle tindeinto 

|«sttndie Frau bralDh die Bahn, welche zum höheren Ziele 

<tei ttoicnen Romans fiihrete; Marie Mugdaleine Pioche 

deLemgne Comtesse de la Fayette [geb. 1633; st. 1603] 

«itwkkehe Begebenheiten bnd .Charaktere naturgemilss and 

steOfe tieae Gemälde menschlicher Stimmungen u. Leiden« 

ficbafien auf ; ihre anziehende, auch von Seite der Sprache 

baT<»iteeheDde Romane, ZaYdl» 1070, la Princesse de Cle^ 

^<*) k Princesse de Montpensier, erschienen unter Segraü 

(&%) Namen: Oeuvres. Amsterd. 1786. 8. 12; et de JIC 

* Tnem. P. 1804. &. 8; t. v. F. SeAuli. Berl. 1789 ft. 3. 8. 

Dmcfa sie wurden die, einige Jahrzehnte fast allein gfiltfgenr, 

voUgcBidiKen, breiten, in rhetorischem Prunke stolzirendefli 

^^f^m der hocbgefeyerten Magdaleine de Seuderi aus Havre 

<le6nK[geb. 1607; st. 1701] verdrängt; nur ihr Discours 

SBf h jbife (P. 1671. 12) kann sie gegen gänzliche Verges-^ 

'CB^^achuCzen. Unter den vielen Schriftstellennnen, welche 

^Khotten Yorbitde nachstrebten, machten sich verzuglich 

bemerkbar Marie Caiker. JumeUe de Bernetille Comtesse 

'^«% [geb. 1650; st. 1705], deren Romane durch wahr« 

KbooHcbe Abentheuerlichkeit der Ereignisse und psycholdgi«^ 

kW Wahrheit der Charaktere und Gemuthsstimmungen nicht 

uTtrdientes. Glüdc machten: Hist. d^Hyppolyte comte de 

Doiglai. P» 1690 u. s. w.; Ronen 1817. 3. 18; u. m. a.; ihre 

Fecomibchen (Cabinei des fifees. P. 1698. 4. 12) entschiede- 

«9 Werth haben; den Geschmack an Feenmährchen hatte CA« 

hrtnit [geb. 1626; st« 1703] erregt^ welcher dergleichen aus 

VoHu-Ueberlieferungen (Contes de ma mite TOye. vor 1697) 

isainmelt und sehlecht genug terarbeitet« Vgl. Letlres sur 



SSO FkankreidL Arosa. Romaii. 

Uß contes «Im ftea attribtite k P. et mr f origine ^ la ft^ 
ne. P. 1826. 12; Ctaier. Bernard ms Rowen {geb. V^ 
et. 1712], deren Aibaten ven FouUmeile gefalt winrdei^ 
Benr. Julie de Coitelmau Comt. 4e Mmrai ans ik«st [gel 
1670; 8t. 17i6], welche wahre Begebcoheileii der neiieni 
Zeit roaianiiieh aneaebHiückte mid anch FeenmUmdieii Bobrieil 
deMetbe diäten ChurL Bote de Caumeni de ia Force [gel 
1650; St. 17M]: les fass 1692; Bist, secrtte de Marie i 
Bourgegne 1694 «.s. w»; Hist. seer. deenmoers de Henry I^ 
rojr de Castlfle 1695 ; Hist. seer. de Nayarre 1606; Hkt. secj 
de Catherine de Bearbon 1708; AntonmeHe de Salvam ▼crii 
de SäUez [gdb. 16i8; st. 1730]; M. L. Ckarl. de Pelßriü 
Qwrjf Comt. de Fentaünee [st. 1730] : Hist. d'AtnAnophu ^ 
de la eontesse de Vergy 1725. 12 ; Hist. de la eomt. de 8» 
Toie 1726. 12; Oenyres 1812. 18; iL m. a. Audi waren vA 
dioie Zeit dnreh Oalbmd [st. 1715] und P. de S. Croix [st 
1713] mergeaUndisiohe Mälrcbcfn, Tausend u. eine NmAI 
[1697], Tausend n^ ein Tag in Umlanf gekoimnen« In selbK^ 
stündiger Etgentbiindichkeit bistoriairte nuiaiitiseh Gr. B§i 
miüen s. oben S. 247. ^ Nadi Bpnnisohen UrscbiWtM gA 
te Smge <S. 229) treffliche, die wachsende Friv<rfMt des Zeit 
geiütes nbepiegekide Sitten* nnd Lebens^emälde $ CleediiU 
4lem. Guhim de Tenoi» ans Gr^noUe [geb. leSf ; et. 1749) 
erneute Mi d. AMm. de Cenmiages meht ohne €Mck ieo 1« 
Fttynttescben Knnststyl: Oenvies. P. 1766. 7. 11 «. MÜ^w 
La Fayetteschen s. oben; Jiarguetite de Lu9su» [gA. i6S2j 
St. 1758] Bohäderte die Lsbenswrise deis frans. Hefes in ver^ 
schiedenen Zeitaltern ; von üuren bist. Romanen aind Aoecdo' 
tes de la cenr de Philippe Angnste (P. 1733. 6. 12) der g^ 
faingenste; htteren Kenstwerth liaben ihre Ü^hrdien: N 
▼eillies de Tbessalie 1741. 4. 12; tentach. Zittaa 1860. i\ 
vgh Wielmniti Werke 4g & 56 1; MonUequieu'w itnnTofl' 
lebendige Handseiehnnngen in Lettres Peieannes (1721) we<^^ 
Aen eine grosse Schaar von Nachahmein, denen kaetn etira^ 
weiter, als die Mammerey , nnter welcher «ie ihre Beobacb^ 
tnngen lant werden Hessen, na einigeni Verdienst angerech^ 
net werden kann; nur Marte Framgeim d'Ieeemiomrg dBef\ 
pomeemrt v^h. de Grmffigmg aus Nancy [geb. 1694; st l^^^^ 
Scharfblick mit nnrten Sdienheitgefahl verettend, M^ 
mehr in 4. Lettres d'nne Perufienno^ P. 17^. 12 «. i* ^*' 



Ffankralcli* Arosal Bmuui. ISl 

mi. 1. 18 m. K.; t. BeiL 1801« 12; Oeuvres. P. 1821. 8; 

atdk eillte ihr eeDtimeiitak« Drama C^oie (1751 ; vgL um* 

iti^*i Dtamat. 2 8. 3) mobt in Vergeeeeabek gerathen: 

Tkiatie. P. 1766, 12; me gab ien Ton der psyefaolqgiech/- 

wAtamilalen Betraebtang aa, Mrekhea Marmaus (S. 230) 

SU Cigebibr gesteigert bat. *-- Nach allen dieeea Vorar- 

Mtn imA wech«c4a4en Vereochen gestaltete aoh der Romaa 

sadicr, dttÜdie Wiiksamkeit besweckenden Venuischau« 

ficka; ^anatbeh entwickelter Ldbenevertiftltoine aad tBa-« 

»Aai mhrer Charaktere; die Lotung dieser Kunstanfgaba 

utonaha Ant, Fran^9it Frw^ d'Exfles aus Hesdtn in Ar-! 

tais \^ 1607; st. 1763], desesa sehriftstelterische FrodUf 

Wkik k Uebereetaiingen und veraolnedeaartigen geschidit«^ 

iiebai Sttmlongea l^ceine kfiosllerisohe Reife seiner Werkcl 

Tetststete; 8. Romane , M6m. d*«tn komme de qualiti (1729 

a. s.w.;P. 17&6. 6. 12), Bist, de aiv^laivi (Utr. 1738. 6. 

12), h Defni de KiUeriae (1786. 6. 12) und der beste, voU 

sair-fvaai Lebens, Hist. da eher« de Grieax et de Maaaa 

rCaait (P. 1733; 1797. 2. 48) , zeogieB Ton regsamer Phaa- 

«ri von angestrengter Beobaohtung des Wekgaogs und 

EigeDtbimlicbkeiten ; Aidage aad Charakterseich«« 

MBffttiBadilässig, die DanteUang ist gedehnt, die Nei- 

gHBg na mftrehenhaft Waadei^baren oft Torherrschinid , die 

Sprtcke aamrirt oder sn woitreieb; und dennoch waren sie 

dw «in, welche die dem Bedirfnisse der Zeit und 4es Na- 

^^^nalaaag saitagende Besehäffenlieit dieser Gattung richtig 

l»»UBitea: Oeuvres cheisies. P. 1783 ffl.; 1811 ifl. 39. & 

— ttan Vorgftnger zu fibertreflbn , konnte einem Dueloi 

(& i^) atdit sdiwer werden ; er selbst wurde wiederum bald 

in in ffiotergrund ▼erdrttngt. '^ Claude Pro$per Jßlyot de 

<^« ans P. [geb. 1707; st. 1777], der frans. PeUoo, 

nwlaete mit genialer Leiditigkeit und allau lebendiger Wahr* 

^ <li6 ainnlichen Genüsse und sfindhaften Freuden dar 

vaiorbeBea grossen Welt, mmsterhaüt mit durchsichtigem 

^^ar nmkiillend, was süchtige Augen beleidigen wqrde^ 

^ 'och durchweg fannisch lästern; die Kunstspradie der 

^^^cran 8t8nde hat er sich angeeignet und stylistisch ausge- 

Ute: Le Sylphe 1730. 12; L'^moire mi Tansai et N4ar- 

W 1734 (in Viaeennes abgebfisst); Lies igaresMus du eoeur 

« ^ ra^rit. 1736. 8. 18; lim soplw 174S. 2. 12; Ah «ue| 



252 Frankreich. Prosa. Romanu 

eonte itii. u. ▼. a«; OeaTret. Loiid» 1772; 1770. 7. 12, T^ 
Orimm Corresp, 1 p. 446 sqq. Diese anstSrage Schlupferi;^ 
keit und Hinneigung der Pliantasie aiom Unsittlichen walteu 
in den meisten und geistroUesten Romanen nach der Mitte 
des XVIII Jahrh. vor; die phibMophischen von Voltaire (^ 
211), die psychologisch-phantastischen von Diderot (& 231), 
/• /• Rousseau mit der Gluth des leidenschafdichsten Gefiih« 
ies, mdgen als vollwichtige Belege angesehen werden; unl 
die, selbst schwelgerischen Lnstlingen missftUige .Schaando- 
tigkeit stieg bis zu der Ausgelassenheit, dass die etwas fa« 
nere Lüderlichkeit in P. Aiubr. Fr* C&oderlot de Laeio» [geb. 
1741 ; St. 1803] liaisons dangereuses 178& 2* 12 und in dei, 
durch s. Sentinelle (1792) und Memoires (1824) hinreicbeoi 
bekannten J. BapL Louvt de Couvray [geb. 1740; st 1797] 
amours de Faublas 1787. 3. 8, und Emile de Varmont ob 
le divorce nicessaire 1790 , als Mässigung und zftrtere An« 
ständigkeit gepriesen werden konnte. — L. Eli»* de Later- 
gne Comte de Trestau ausMana [geb. 1705 |«t. 1782] boffia 
vergeblidi , durch Auszüge die Liebhaberey aa alten fiitter- 
Tomanen su erneuern; Marie Jeanue de Meziiree de Lok* 
Tai verh. Biccoboni aus P. [geb. 1714; st. 1792] arbeitete 
im britlasehen Geschmacke: Oeuvres. Neufcfa^tBl 1781. 8. 12; 
1783. 10. 12; P. 1786. 8. 8 vgL JOuuaulx Ann. litt. 3 p. 76; 
MatmeuUl (S, 236) historisirto in poet. Prosa ;. iWc« iEi/«^ 
lUtif de la Bretonne [geb.* 1734; st. 1806] gefiel alg flan- 
drisch treuer Sittenmaler in Familienmährohea : le paysan per- 
verti. P. 1776. 4. 12; les contemporaine«. P. 1780 fl. 42. 12. 
lieber alle gleichzeitige Schriftsteller erhebet sich Jacques 
Henry Bernardin de S. Kirre aus Havre de Gräce [geb. 
1737; St. d. 20, Jan. 1814], der feinsinnige Aasleger derN»* 
tur (les 6tudes de la natnre 1784), durch Adel, Banheit anl 
Kindlichkeit des Gefühls und durch ergreibnde Einfalt der 
Sprache u. Darstellung: Paul et Virginie. P. 1789. 18; 1» 
chaumiere indienne. P. 1791. 18; Oeuvres« P. 1820. 18. IS. 
VgK A. Mariin Essai sur la vie et les ouvrages de S. P* "• 
1820. 8; Memoires et correspondanoe. 1827. 4, 8; Dusmulx 
Ann. litt. 4 p. 270 sq.; 518 sq. -^ Von anderen neaerenEr- , 
scheinungen kSnnen nur einige der gehaltvolleren geosoot 
werden, ohne weder der^Manufactur-Arbeiten des FigauU l^ ^ 
Bnfn und seiner Genossanaehaft; nodi der fadeoftpfindssmea < 



Frankreich. Prosa. Roman. 253 

«litt pnoikende Abmhtfichkeit «iogeiwäogteii mancherley 
^ttaipredigten der ihre . GrundsäUe modisch weobselnden, 
jUks beschwatzenden und bekrittelnden und in der Regel 
eienplarisdi langweiligen l^Kt;. Gtniii [geb. 1746; st. 1830] 
Tgl L de Sevelinge$ Mad. de jQ« en miniatore ou abregt 
cot. le ses m^moires (10« 8)« P. 1826. 8 ; noch der ernsthafr 
ten Gaokelspiele des vielseitig gebildeten, geräaschvoUen Po- 
litiken, gefidliger kSnstlerischer Composition- und eines be« 
Hflbtfirfen Aasdruckes kundigen, in Frömmeleyen und etwas 
Teralteu» aristokratischen Liebhabereyen befangenen Fr. Aug^ 
üßtemAriand aus Combourg [geb. 1769] Atala.1801 u. s. w.; 
Genie da Christiamsme 1802; ks martyra 1809 VgL DussaulJF 
l^&t3 p. 189; Itineraire de Paris k Jerusalem 1811; 
Oesf RS. 1826 f. 30. 8 ^ noeb der zahlreichen politisirenden 
KsrriiaitveB zu gedenken« Anne Qermaine Necker y verh, 
Btul'Erintin [geb. 1768; st, 1817], eine der hocbgebflde- 
teo BBil nelseiiigaten Frauen unaBsrer Zeit, philosophirend, 
pofitiarend, kritinrend, Teranschaulichte das gesellschaftlicho 
Leben der höheren Stände in: Delphine 1802. 3. 12 und huU 
^ begeisterndem Kunstgefühle in: Corinne. P. 1807. 2. 8; 
t T. ¥. SchlegeL Berlin 1807. 2. 8; Oeuvres 1819 ffl. 8; 
^l IfeeUr Je Sanat^e sur le earactdre et les ecrits de ilL 
de & 1819, 8;. Zeitgenossen 5 Abth. 2 S. 1 f. — In SopUe 
^ten (ktiin [geb. 1773; st* 1807] ist weiblicher Zartsinut 
unbefleckte sittliche Rmheit und tiefe Seeleokande unver* 
ke&Qbar;ihre Am61ie de Mansfield, Ciaire d'Albe, Malwine, 
Mathilde haben auf liebevolle Achtung aller gebildeten lioser 
AwpnKb: Oeuvres. P. 1800; 1817; 1820. 5. 8 u. 8. 12. — 
ClekhenBeybU fanden Adiie C^ei»« de FlahauU^ verehelichte 
^&saiy Vf. der AdMe de S^nanges, Einilie et Alphonse 
^^w.; Oeuvres. P. 1821. 12. 12; des hellsinnigen PoU- 
^ati/. ¥iivee aus Soissons [geb. 1770] le dot de So- 
^ 1798. 12; Frid^ric 1799; des gelehrten Ch, Pougene 
\S^i75S] didaktische und humoristische Romane; der Her- 
^ de Durae^ geb. Kersaint [st. 1828] einfach anzie- 
^fe Dichtungen Ourika 1 824 und Edouard 1 827 ; u. m. a. 
^lüt aasgezeichnetem Glücke sind altgeschichtliche Stoffe^ 
'VBiTheäe mit Nebenabsichten zu Gunsten der Stabilität^ 
^Auftritte, aus der vatetlftndischen Geschichte in Romanen 
*^eitet worden; der Uebersetznngen und Naohahmungea 



254 FrankmidL ^ma. Gesdikfate. 

nidfiadiidier, hemmiaam m^bnhet obü teirttriier W«rki i 

«er Gattnifg ist ein« groMe Anabl. -«« g) Der fh Histo 

k e r, ihrer ist «ine Legion, kann hier ntnr in «o . £eni gedn 

werden, alt sie ffir Wracke nad k&nsderiaeliiD'PmMHi et« 

bedentendes geleistet haben. Doroh flchsige Ud^evsetsiug 

dtdasiäscber Historiker und als ein die VervoUkenmiis 

der Sprache nicht eriMglos eratrebendcr GesoUdMschml 

erwarb sich Clmtde de SegnH aas Aix b. Chaubery, E 

T. Turin, [st l520] ein Yerdienat, Welcfaea ent nach mebr 

Mtaschenalteni firttchtbansr wirkaam- wmde: IBei. de Im 

XIL P. 160S. 4; heraueg. r. TA. Qgiiifraf. P. iet5.4;i 

gr. monarchie de Fr« P. 15191 4. Naeh ihm aiiid im XV 

Jahrb. GuiU. Paradin [st. 1590], der rnttttaÜch kr&ftige B 

eket de Cattelna» [st. 1593], der wackere Fortdier C/.Ai 

eAef (8. 194), der geistvolle TAeod. de Beze [geh« 1519; s 

1605], Tielleicbt auch der nelhodiscbe Jferil. de 04rarii 

da BaOlan [geb. 1535 ; st 1610] merkwOfiBg; ^ bedratea 

dere Fortschritte zur Veredelong der geseiiicittlicben Pros 

erfolgten am Ende des XVI and mit dem begtoviendea XVll 

Jahrh«, dessen sweyte HUfte dnriAi' glftaaenda! Master ra^ 

herrlicht wird. Beioh an. neuen Ansichten^ aber unbeh^lfei 

im Ausdrucke ist Lameeloi Foeeia de Im FepeUmiin [tf 

1608}: Ifist. de Fr. Rochelie 1581. 2^F. u. s. w.; L'Usf. d« 

bistoires. P. 1599. 8 u. m. — PÜrre de BemrdeiUn & i^ 

Branibme [gek 1527; st. 1614] schildert die Zeitgenesstn an 

fr. Hefe mit heiterer Laune im leiditen Umgangsstjle, cl 

etwas Mgenhaft : Oeuvres. Leiden 1699. 9. 12; *P. 1787.4 

8. ^ JUarguMie de Val&ie [geb. 1552; st. 1615], Gaul 

Heinrich's IV , beschrieb die Hofgeschldil» ihrer 2eH aniH 

hend und naiv elegant: M6ni. P. 1628. 8 u. s« w. ; hsnni 

V. X Gedifrey. Luttich 1713^. 8; Haag 1715. 2. 12; t 

F. Schlegel. Lpz. 1803. 8. — Fhil. de Menutg 8. iv 

ii$ [geb. 1549; st. 1623] hinCerliess gehaltmlle BejtrSge 

Gesch. s. Zeit in gediegener Sprache: M4m« (la Forest) 1 

ffl. u. Leiden 1651 f. 4. 4; Ed. compl. et pr^e^d^e des M 

d^ Mad. de M. sur la vie de son man. P. 1824 i* 4* ^\ 

myst^ de Tiniquit^. Sannrnr 1611. F. — Tkiedere'A 

d^AuUgnS [geb. 1550; st. 1630] steHte dib neuere Wel 

schichte y. 1550 bis 1600 firsyttfithig dar; der AosAnrtk^' 

ungleich; besser und nalilrlieher in s< Aufobiographie: 



Ffmkreich. Prosa. Gesehkhte. 255 

wh. MailK 1616 fB«; Antst. (Genf) 1626. 3 F.; Les aveii« 

tot« da Bar. de Foeneste (1617 u. t, w.) et hist, secr^e imte 

fu hi-n^me et adr. ä sfs enfans. Coh (Brüssel) 1729. 2. 12; 

kntieb. Tabing. 1780. 8. — Henry Duc de Rökan [st. 1638] 

nkkoete den Verlauf der t. ihm gelettefen bfirgerKehen 

Cnnheo 1611 — 1629 wahrhaftig in heller körniger Sprache 

»if:Meia. 164<f) 8; P. 1661. 2; 12; 1756. 2. 8. -* /ean 

IfOf* Sarrazin' i [geb. 1603; st. 1655]^ eines Schülers rott 

Votve, Darstellung und Sprache deuten die Vollendung an, 

wekhe ihnen unter Ludwig XIV zu Theil wurde: Bist, du 

sfge i% Dnnkerque. P. 1649. 4; Oeuvres. P. 1685. 2. 12. -^ 

Fra^9k B»de§ de MezSray ans Bye in N. Nonnandie [geb. 

IMO; tt 1683] ersftblte die vaterländische Geschichte chrot. 

räLfmif in ächten Nationalton, keck urtheilend und witzige 

EinKh mekt unterdruckend, leicht und gefällig: Hhit. de Fr, 

P* IM IB. 3 F. ; castrirt 1685 : Abr6g£ chronol. de Thist. 

de fr. P. 1668. 3. 4 u. 8. 12; Aiftsterd. 1673; 1701. 6. 8 n. 

&w.;]ib Anm. u. Forts. Anist. (P.) 1740. 4. 4 u. 13. 12; 

Bat k Fr. avonl? Clovis^ Amsterd. 1688. 12 u. m. a. — 

danbcbeii Wertb haben die Memoiren zweyer Schriftsteller, 

weM» «0 den Bewegungen' der Fronde den thSdgsten An* 

^ nimen: F^an^öii dacife lu Rocheß^meanlt [geh. 1612; 

^ ittO] erzählt im rfnfacben Welttone meisterhaft anschau*» 

Kck:MhL Coln 1662. 4 n. s. w.; *P. 1804. 18; und sprach 

^ IMeigebniase seiner Beobachtungen aber den Menschen, 

^ >A iemelbe in grossstfldtischer vornehmer Verdorben« 

^^ von Selbstsucht und Leidenschaft zum Handeln bestim- 

"^ Aa^ in scharfen Umrissen- aus : R^flexions ou senten« 

^^niximes morales. P. 1665. 12 sehr oft; av. des ob- 

•«^. d« e. Broiier. P. 1789. 12; 1796. 4 u. 18; /. Fran^. 

f^de Gondjf Cardinal de Beiz [geb. 1613; st. 1679], grist* 

^^^ poKt. Fanatiker oder aristokratischer Demagog, Mn- 

^Idd n. Wortf&hrer leidenschaftlich - revolutionärer Eitel- 

^ whilderte s. Bestrebungen u. Unternehmungen mit bey* 

>Nloser Offenherzigkeit und reicher Menschenkenntniss; 

iberisch ai«ehend durch natfirliche Lebendigkeit und ei- 

{^thüffiSche Leichtigkeit des hSheren Umgangtones : iibnu 

Sawy 1717. 3. 12 oft; '»Amsterd. 1731. 4. 8;* Genf (P.) 1751 ; 

^W. 6. 12; 1817. 6. 8 u. 12; A. Lezay de JUameiia Pen<» 

•^ *i C. de R. 1797. 1»; vgl. V. D. Mwtet-PMUug recher« 



2$6 Franlixeiclu Prosa. Geschichte. 

che8,.j|iilt. sar le C. de R. P« 1807. fi. — • Eine Reihe rbeU 
riwunder Qistorik^ wirlUe Aun zur YerschönefuDg deg kfimi 
lei^scben Stylefl . und ^üus Begründung des vorherracheDde 
l^s^., tA^fUionalgf^chmaiskes einträcluig mit) säDimtüeh durc 
a^ftpr^altendf .G^föllJIgfcei^ /der DarsteUong olid ides Ausdnik 
ke9«i9Ui|lgS9iegiolMvett. der Jdb- Lpui^ JUmmiourg [geb. IClfi 
eU ;i6S6] 4 1 polemisch eiaseitjg uüd declaniaterisch glänzend 
ui)4et s^ W^ltra (P. 16S6. 14. 4 m 2S. 12), deren mehre s 
nicht «geh4t]fevea. Sireiligkeiten Veraolassung gegeben^lialNii 
ist flist. d# la»d&c«iieiioe de Fempire (1679; teut^oh« IIa 
i7i68i,)>4 8) •eins dec^bMohlemwettbercA; der mustArhaft % 
Wiififitiß.Anf^ Fart/te«. (geW 1624; st. 1696]; 8. J^M (^ 
3(^30 , i^eltaamen Paradoguen .nachjagend ^ behandelte üi 
l^i(4lt{ei]tiger yerletzimg der Wahrheit die Gesebi^te^ conan 
t^hi uAd «war überaus glülddich im yeranachaalichen der Be< 
gel^efihi^tan.aiiHL der salbstgesch affinen Charaktere; des Jet 
Jß^ .mrre.4%)nlew% fgeU.1641; st. 1698] erreich tes. Vor 
glUigjdQ^v^d^r.ini'tSchiUer^ noeb in der Sprache» fibe^raicliei 
jedecbiin; Einaelqep. ..--< J. & B0ismei (vgl. MubbquIx Adb« 
lititiL^ >y^78; ,fiaäte die WeltgeseUchte. aus deiu.Geaciitii 
pqndetibrer rtlig* lEi^nhek auf ufidi bea£beiteC»i8ia.B4t ^ 
dn^geud kräftigflitfiefedsaml^eit: DisQoars sur Thistr «Dirers. 
P.V;A68tk 4 sofi; JB. Certs. bi» zum J. 1661. 1800. i» 12; 
leutsch mtt dgetteai Uotetsuehnngen t. X A. Qra^mk Ijp<< 
1748 ffl. 7. 8. ^ E..jrJeekier (ß. 238) idealisir« decbnato* 
risch; J. Racine, (& 224) ist als lÜIeister in Anocdounj^ Tos 
und Sprache anerkannt.. >—*. Ancksind an «rwähaea: Ck» P^^ 
raulVs [st. 1703] gut stjlisbte biographische LobEedeD (S. 
192); des Wahrheit liebenden MicK ^ Va$»or [geb. 164^' 
St. 17181 Geschichte Lndwig's XIII 1701; filaude Flemi^ 
[geb. 1640: st. 1723] lehrreiche, in Einfaehheit der Darstall* 
ung und Sprache masterhafte Kirchengesckichte: ?• i^'^ " 
36. 4 u. 40. 12 oft; vgl. dAlembert bist. 4 p. AfS^sqq..^»^ 
die von Jacq. le Quien de la Nei^ville [geb. 1647^ st^ ^^^1 
angenehm erzählte Gesch. Portugals bis 1521 : P. 1700. 2. ^\ 
-r- B^fie Aubert de Vertat aus d. Normandie [geb. 1655; ^ 
1735], der Spcacbe roUkomni^n mächtig, ein vor^efflich«^ 
Erzählei^ «weil er sich, die Begebenheiten und die EigentbuA 
liebkeiten der bandelpden Personen lebendig zu Tergeg^i^ 
wärtigen wu^Vte, schilderte, zwar ohne grfindiiche Forschm^ 



üd 



Frankreidi. Pxg«. .^«f)|j^. ;jji^7 

ksaft be&iQcliteDdkl yf^^e* politisclx ^t|Mli«i4eiid8 Erf igfli«|a 
m der, j|)tereii#Ai9^,infii^ereQ ^^atl|lij|Cfk:iUohi# : Hii^. ^ jß 
cNJonöoi^ iq Pc^i||^.^^. t6j39i 12 n.-s. w.;. U nff^ ^. 
'«# BflJfiDf ^.. 1?88| ,<^ jHi^. dfit riyoL ' der Ui^ßadfl^, A^« 

Alt^ ^bißitet^^ljp^ e^m sUtlioheaiEjfpst« tBfdiB J|igM|l'- 
^iUii4 mI^ ^{i^^cKa. b^^ei4eqi ^Ud rfaetoniif en^ KÜ^^ 
WKiiaw^ Äipstj^.,iJl7,3%!^^^ Hi«t. Rdmai^i, ?* 

1729 L l& 8 ^, g^ 1^^ j^; Qi^vffM. ¥. 1805 fl« .60. ft ; «i^ pf- 
ta it]j.JLetrQmn^! P^lg24;'ff 3q. 8» -^ Vondeyv J6st li^h 
««ArWjcrm^ .Üjftsrhaltimg und Bftleiiroiigpg^«^ 

.wAreQj||ejA,. durch Mjitbodipi'Wd S(ur^^ derLfmwfdt i^^-^ 
S^n.GfMil^htllfic9eca kennen da fiuch jest u^ch ili 4^"" 
tnng il^ta^ aafgei)^hit werden: des J^s. <^sV(t JSTjfac. £9¥^ 
gcfiljieb. 1690; 9t. 174^3] Hist..dea guerref «t den üigQ* 
^^X^ yr6c£dteent le^trait^ dfi Weslphatie, P. 1727. 4i 
tHdiftirsg^ H. da tf. de \V.>. 1744. 9* ^;.JU$eA, Andr^ 
^ ^ffdv b^b« ^^86; jit- 174^ ß. ^u' .vieonüe ^ft Tatensf« 

P« 17il.A.12; I^oiTtf de Bouvroy duo de. 5* i^i»M fgeti 
^^'^i tf^ 17o5j überaus reichhaltige.,, ju: J)arstqllaiig uqd 
%'^eswar ungl/Biche,, aber audi.^ipria de^ Zeitgei^ af** 
*^^^>Iicii abspiegeliiife Memoiren bis'y^^.J; ^'^i^\ im A^f«^ 
'H«' 17:88/3. S; mit «Auslassungea. 1791 i ^^ S; VoUatfindig 
18»f.aO. Ä;, Giri//. ^^^.. (^eJtf<^^ffa(f;[gjBb* Uafi V* 4766] 
IP^^reidi an^athiges Tableau de Tlu^ti^ moderne dep. la chule 
^ r^if. d'occ«' jusqji'si, la palx de .Weatejialic^. P«. 1766^ ^4 
^'iP.Jot, de la r^mpie e)iev^;{/«|.$o/<(»^c [geh« i 687; sf« 
"pl H. jfjkn* de Pplpgitei |Ai|if ter<i[. ji^^J* 5* 1^} AAirigk dfi , 
J»- de P. 1762. 12;, Gabr^. Fr. Goffßr {g?b. 17p7} al. 1782] 
^fctsibieski. Amst* (P.; 1 7^61*3« 12;. QmiTües. P/l782* 
'• 12. I^ a. — Die philowjphisch-pragmaii^Che Ansicht and 
^ H'uiache Freymüthigkeit^ welche ElofUeijuieu (& unleii} 

^^^Ur n& d. Litt. Gtthi Uh 17 



r • « 



Itö ffVänkreieh. Protiu CfesöK:! 



iBiiKlntteB, waren Von iiracMivref WilAsamkeH begld»» 








• seHiMMohtig ymmf. *»4. jq q^8*inüclite)ft;^flfer M«W!J 

t. Wgebtert von plÜlM^^BJ^H^^lQtu^ilKsen dpr ilttieW» » 

' PfulMophUj i^dcfce 1i«y Mut^nicbt Arofi%;i:b<WciM (^«iK' ^ 

>gtch in i. fraliwc^'€:«kciw'>bieite||i^c^,.>llkhN:iM*!^f 

. >StiittfaaU«nbilaft v: G«scfa'. de^tli^V ifMKi^48),,fIe|||u#i«" 

.Arendte PrankM}k bin, verlies« j)tj^j#)«Klli)^^{^^f 
-]c«reii bteMcüimig der Ehewheidang H^inripH^ilHS^^^^A «*] 

•tbeHntf r^Angon• (Tii ^etdofe« bia^. 1753. 3. li^^nA"«'*' 
Babm iÄ. -MfaräA Jabrto ^in Werk t«|) gr;»fB> i^"^*^' 
Kn4v(Qt>baRe,' d^MM Erfolg f&rEftVöpayeU) >iio4f^ l>*'^ 
dirifv J!iracb1<4frte in milbe**» »h8an»9i%ebraö|lte# !»»<*5 
b^iat£>^''^t«i^iJbeiii'^^^^ .^ef fWr^Cr"«^«^^^^'^;' 
der earopilia«be»NteJfertiM«angft^.i||i4 Handois^sscbfiße 1° n 
b«ttei»Indhin,1iartifreymaibig kjlpeortbeilanj >:fr Rfgi«""? 



Frankirclcli. Prt)U Gcächicht«. 259 

mnwegeln, mit Ünd^friii «löWÄt ßlitetai farÜicW'Ä« 










»«Hl»'«r;rflei-»e«*/«AlW»#ifl»d würdig d««ul««o: Ex- 
5J^Mil.«*!k^>««l4irl^^^^ F. ,775; MSof 4; d^ 



^M«M«^ lAtmiibtitOtii^keit nitd ansprncUoi gefölUgw bar- 
*UiJ|Pfch|.etifcueii dem'fleiarigen P. Ci, Litwftiei fetM- 
«« «^n^. a!id!en(ie. I». |811. 5. S; Hi«t. de r4p. ttom. P. 
W. 1 8^ Hin. de Rassie. P, 1782. 7. 12; "ISOo'.S. 8} ta 
fMmh'cin, pretnlen Valois. P. 17g«il — ^efeim 
«»< das Verdienst '\fcs- gelehrten aiid telitfÖfttVichloliff. 
FwAew' Je.« Jfc^e* I?«^f4^/Aiijf^prei«sif'feet:'l716; 
«i 30. Apr. 1795], welcher löy'm^glkdrte iTÄeweit eib 
r^ Mugeslatt«(M, la Darstellnng tanil Spraclhe meisterhafte« 

17 • 



. 2Q0 Frankreich. Prosa, t Ge$elüditc. 

(jeifiSlde von dem gtseUsoh. L^ben- Griee^eBUndiS vor Alex- 

^ ander entwarf, gründlich^ Untersacliiipg.]nit|^cbiliackvoiler 

' Unterhaltnng glMcklic|i v^einbarend : Vo^fige iim jpufie Ana- 

charsis en tirece. P. 1788. 5. 4 ^. 7, 9 ».,4 7^9« 7. 4 n. 12; 

1817. 7. 8 oft; u v.. /. B. Bietter. BerUii 17.92 & 7« 8; m.i.; 

vgU ÜUm. ^crats par laUmeme, P, AiSA^ fl^ — Cland^ Can- 

' mmn de Rulhiire bm Bondy [geb.' 1735 ; .st. U?!] jcl)iUert 

' maleriacK lebemUg: Hist. de Tan^hie de |a Poloppe. P. J807. 

4. 12; Hist. rar la re^oL de Riisi|ie 1762. P. 1797. 8; i^ 

cifMieniepfl sur Ja c^vbq, de FJ^dit de NaniAs i7ß&. 2. 12; Qeo- 

' vrea p. y4fi^iaV. P. 1819. 6, 8; \ye8e2itI|Lch anterscbekfet mb . 

von «eindr Rkhiiuig der ^ia^Xwiy&l AnU de i^Wrand i|iuJP9- 

ris [geb. 1751; st. «182)5] : Hiüt. 4e^ t{fl|f/^ei^embrenM!P<«^^ 

la Pölogne. 1820^ 3. 8; «. >spril, de iWu (1802; IBd^Vl^ 

["1826. 4. Sj ist in ei|>ef .eispitige« Z^t , npg^bqhrliqli; über- . 

* scbfLtEt 3K'orden; un^ im.Tone.schmfthlustiger. Fjrejiiivlhigkeit 
J./B. de G$9iera der^^ Biograph Katharina ]ll^t79i^ — Chrir 

' stagfh mU. Koch [geb. }737; ßi. 1814]^ gea^tcr Pubü- 
cis^. gab mne,*'auch in,Qii|^iofat.,aaf Compositioiip^msvvijrdige 

' Uebersicbt der pirsch, des Mittelalters und.dar jieiieifeqj^^* 

l'ableau des' r^volatioQp , de ^Vj^iirope. deps. le> mojtea.ag^ 

Strassb^ 1790. 2. 8; T. d. üev^ dß TEiur. >sq^*a Qos jours. 

Str;,1778.,2..8; »P. 1807. ß. 8;.»1813. 4^. 8 ;, t, BcrI. «^Ö7. 

[ 3. 8. — Achtung gebührt Serojiuc d'Agincamrt (ge)|. ^721 '" ] 

' St. '1814] dem clässis^hen (xesefaichts^hKeiber der K^ ^^^ 

; Mittelalter (P. u. •^trassb.,l8tl.ffl.); It.J^^ Se^nr[,wi^^ \ 

* [geb/.i7&3; st. 1830], ei^^ ^e^ir^n^tep Diplomaten. («lorti ^ehr 

* anziehenden Historiker : X.aUeap, fie TEurop^ J 786— 179$. 
'latoi. ^/I2i' Oeuvres t824 f. 36^«; J. A. Vißiqur^lg^ 
' 475p], d:em Geschichtsrhreiher . der Stadt Paris 1821 u. venn. 
' 1824 upd d^er franzo^. .Re^ln(ion 1823 n. 1825; dem «m ^>» 
' Gesch. Tenedig*s (1819) und ^pr, Bretagne (1(826). hpchmdien- 
'ten Daru a, pbep S. 218; dem. Bearbeiter^ der. Qesch.'^^. 

Böurgpgne (1824, 43. 8) A. ß.Jhr/^9p. Brugikre 4elßi^ranit\ 
' ans Riom' (^1^ 1783); dem 'duf ch jCieist, Gesinnaog uodD^' 
' Stellung hervortretenden K Guizqt [geb. 1787] ; Än^* W^^ 
' n. m. AI — Üie Geschichte der Revolution daranst^lbn 1^ 
ben sehr viele versucht K Mm. Toutongeon 1801, Lacreiell^^ 
i. jung. u. s. w.; mit aHgemeinerer Anerkennung f' ^^o ^' , 
W[geb/l745; st. 1826] 1815, Aug. TAiers 1823 t, ^'^\. 



» •< • 



Fi-aiikreich. Prosa/ Üöl 

, , • -. » ' • . 

lfi5Äe/1824 u. A. — An M^iiiol^eii herrschet ein fast diiik- 
kenitr Oeberflass; viele sind von J. L.'Soutavie (vgV ff^nch" 
Itr Geschi d. hist. Forach. 2 Abth. 2 R. 5^0 f.) seit iVsS 
tläb aa^ branchbaren Stoffen^ nicht ohne Willkiihr zusaiii» 
aenges^lk. theilä verfälscht 0(}er gar untergeschoben wor- 
d^' Iii^^&r Revöl^tioxiszeii haV sich der .Vorrath derselben 
aBseblicfc vermehrt lui'd mebSre^ :&. 13. die ybn Dumouriez^ 
F&rihreti'frm Hoiofid, Thibküäeuu u' a. sind eben so'un- 
tpMend a|s lehrräiih und* ah \i'ichHgen TbatsaiAven ergie- 
\i( i/tk voii' Bervüle h1 Barri^e herausgegebene Sammlung 
lWöt>— A) Die dl dal( tische Prosa war seit dem XV' 
l^fdi.^ in Hausbüchern und gemeinniStzigen Bearbeitungen ' 
^saenädka&tichEer'ErfatiTungen versucht und nach lateinischen ^ 
Hurtem [jsstallet worderi; alich prreich(e sie auf diesem Wege 
fralii^ eine, ge^us^ Reife. ' Ansichten vom äffendiclien 
LetM'ühd über menschliche Bestrebungen wurdeil iura Ge- ^ 
gMbuide Bcfariftstellerischer ßelehruogen gewählt un4 ^ies« ^ 
fN)]mIr^liilosophi^cUe Richtung ]I)tleb die vorherrschende, un-^ 
(eri;tfftti^'<ron dein der iVätion «igenthümlicheh ÖBobächtung- , 
g«A« 'AM praktischen Sinne/ da» 2^iel angenehm lichtvoller^' 
^miJiidliUfiql^Wg' 'geistiger BetiHichtui^ erstrebind. Ihfe 
s*tatfÄ;Ws tey anderen eii'rop/ Völkern erfolgVnde ,voh* ' 
stiodigifti Ausbildung wurde dadiii^ch bedeutend gef3rdei-ty^ 
iass'WJtAr Mitte des XVII Jahrh. wissenschaftliche \^rke 
'^ itt lildtf^rsprache abgefasst au werBen pflegten. Vgl- .' 
C^Äertfc^a^rf* Möralistes' fr. (Montaigne, Charron, Pascal, j 
t^ftaAÄacauk, Labniyere, Vauveoargües, Duclos) publ.^ 
itVtc (f^ (^^iiiiienlair^ et de nouvJ notices biographi^ues par^ 
^rfDwal. P. 1819'ffl. 14. *. — Pierre de la Pl^'ce ^ 
3*An|öateme^lgeb. 1520; erm. d. 24. Aug. l572*f, von deiii^ 
«*lttüb«i^ft* Memoiren 1556— 15bl vorhandet^ sind, philoso* 



l*W«^€tonrf*ihitt'b«^lehrte'hausväterUch kräftig Über christ. 




J5M}, an mit im alten Classikern vertrauter, geachteter*^ 
^'«t (n Rennest schrieb didaktisch-satyrische Novellen, hu- 




li^ 12; P. 173S. a. liH ZfMl £wA^ IMl90|irs d'aacoM 

fgflK 1S31; «. tSQ3)i>9kMii|f»)laoli rio krSft^eff, Sprache la 
kuhiMli Gi)mlMMimi9tortUh9nchfüt£ da la ter« 

Yituae vplolitiira , ;JlMjr>, itf<fi^<l^.<^ ilTJ^ CA ; la io4na* 

••^ftohir^^T. deif!¥& Xpd^niyAAtii«; 1. ffi;r2o9. -n.JficM 
M$9^fa^{d€ Jj^o0kitigMim9i 4« lP«»gftrdia[ceb. t433|i)ffuilj. 
8t»tK»Ittl ialu4ttcilt gfteiir)» .BKMi^lMiireiGhe WeU- and 
M#Mcib)»idHmalaUl,.}fedii^ IMmpIijiiiMm ¥i|d Skpptiqu- 
«UMr iNid .gMiidt»i[1iliditfaii9«nh^tj|.iifrpi«i^ h^j . mti^ £i^ 

g»Q%bn<|UtiiEr9iMikd avlMf^r 94li9ltaoWcbtung iiWirM|4*: 
ifbatfiUchf ta OBaKiognltbifi^^ei» Iftsa^ elntr der HQigtieidit. 
netestai» Afitqner 4^e^f;J(i3ij;IaH|rh.^. S. i¥ar8iM;)i<^, aine geba]t* 
t'oHe SammlaagatleheitigtA ;£rCab1saBg^ sind aua manoigfa* 
«ber,^ bei. geachi^lftlb^fLegiMiqri j6fwiichsen; der StolT^ mebt 
aebr aosiehendillalgaitdUjt Jwifiiriri^fiO^ naeb) gesund 

hielleh Begriffe«|>.iaW ifWiitiltodtgir. Eiggpthiinilybjc<ai beitr- 
l^eQt aad u frucbtbMrdi Fl>lgi^Bgtn und JliMijrudgeo an* 
gawendat; in ditesen Wudt^lki i(li4b* IfetriiidilNiiita liegMt^ft 
tiafa« ffion; Jugendlicb 4iri|efg[ arfliaiitlidiem Era^a, aad %i- 
gar Laune I arbebet licb^dol/'aellaDan Mannef^;ASibiier.Geiit 

über HorkSoi^*^^^ ^^ «ftifiiauSehiilwitteii^iTwmeliJiieii 
D&nkal un^ Salkttbathig oder gaMeinan .Wahn ; ^ gtami^ 
t%a.£inbUdMa^if(ift,naiifdf mh Urbanpannungaq^./wie letne 
ZiMing9ä€'^äii$ußtMt iXariatilii,«tid Lacpmna aie (laba^ g^ 
n^öbat^ arwUr^^ iihK«(^ «IMtfvia^a Geedi^fdgkwf* , ond AUci 
wird 4a«li ibl i>iak^bM JiitfealM ui^^iyaordnet Di« 

•atürli^«;«palraiiiicliA\8itfaMia fiberrascbt ^urch «Rdehthuai 
baeaodMa^ia iasainamaan G^räacbo veralteter Wörter \iM 
feiner WoHwfidäi Jföcoiga Kraft nad ansprechanda Lebendig- 
. keit: £s«ii4 Li L jl^.Boan|efmxil580U#U* 1-3. P* 1588.4; 
(hermig. y» ^ giiaUgen Tochter jiburie Catk. l^art i» 
^priMf^^l^AIMi «t. 1645} f P.« 159$; >1635.,f .« oft; p. 
P^:C0»te^ LoniL[lfa**3.4; *Haag 1727. 5. <2; «Loiid, 1745. 
7. f2;;;(eigeQmächtige Rec. des J. A.JYaigeon) P. 1802. 4.8; 
(^par j; .JoAaiMieAar; p, 1818. 5 8; (p. de tAmtne^ ISIS. 8; 
p. A. Jkfvai. f. 1827. 6. 8 u. u. w.; oft fibers.; t. v. i. •'• 
C Bode. Barlin 1793. 7. & Vgl FiUmmi^ Ebiga da M* P- 
1812. 4 tt. ia MeL 1 p. 1; & M. Girmrdim p. 178 fq. - 



Fr9iikreiolk> iH«ti^i 9|9 

r^T ^ ^mkmJtßm Btiiik t^Vi liäd^i Mb (A»6] «i,«. 

f'''*t««^«iäU«I 'üJcüknaMa^tii kMioiiNriMk <G«kf) f»<HK'> 

wiM<aV<tik«Q,;g(gti(sMginJ(M'4«liii;»t^ 

U ^'|'{*«*i4«iw'in|^» 1599 «' qB^SMoMeflfichiMM dar «wta«t 

«.i il/Ai|i;>i«631,^Wii«M 41« UmmoiMh« ■« tdUii« £«. 
h^ /ivi«!^«] . ik^bMändigmp VtdMkuiipfr, iw 4. <AbMy 

Qh iWl' 12 oft) , ivori» •4I«' jMalN»>a9pii* |]ibBi^«l|Biw 
■hanglo» •ntlairrt w^t^iwi j^/rfaid» t^it vtlo^epüptw n Utoitw 
dekniairiiQd g«it«T!»llfer9rfNt IfwdHbg^ A«!! AiaiKi^ sur 
UtnMBj^Qf ^ibrtnHaMidy fibä«tfd«i«id ^ tm. IraoiilseliMri 

%«•; uild di« relit(iöM« Gedankw (Änpt«r4 4C'9i^f> «^ 
A t.; Pi^ ISQS; 1gl2. % 18) «nhaltM idiifo Goli^ilMr« 
Omm(p,B9»»i$t). BtMg (P.) 1779i- 1819. 6v 8. . . VgL Ft'A 
ftMäi Md. 1 Pf 346 «. r- Um dieu^ Zeit btdtft» der 
äitridle, clMdsdi yeuidete S^epOkef .vPra«p. «fo Ai ikfaM« 
ft V»Ker wvi P. [geb,. ISSSi «t. 1673] Mlfi fifuiOttm.ihv 
KOMgf^ltige wifteMci^aftlidi« G^MtAnd« fai «iadiiotglldMr 




1 



iiei fhränkreUJh: firö^ 

Sprftehd^ Anik^ utril gewkrin viefgett^hdehEinfloM anrate Uenk- 
ak'-dei Seftrftferi: OiuVres; P. lÄsSV »6fe2. 2 ^. u; 1 >.; 
örWdBli' me. r, rf. '— X« IföcÄ^/otfi^aÄ/Sf S. ;J55. -^ In im 
Kttevt Vmtiheile des^XYII Jahrb.. wurdÄi >etigt$se Angde- 
gttfMien toVi !ioher "Bedeutung mit erdster'Kräfjt verhanfleh; 
A)Mi AtnauidMH P. [geb. 161 4; st "1694], von 'dentein. 
d%n' AfSs'lanienlsmda^ ^^rfolgt, Toii aed acbtun^sWeril^^teD 
ZMtgedössea faocb gefeiert. RtMUe anerkannte Miist^r diM- 
tbcfher Helligkeit nnd aasdhä'ciKch - i!ili«fzdügfebdei^ fietffiidint- 
Yk^i auf ; de la firjffttdti d^ 1a fol fl669^^ mir la maAr^re de 
feft l rirte r la^alx dads la sod^tt;, Tart/de^pens^r <16$2!),1le- 
lleidona *8dr T6foan^nc4 "fles yr^^catetii^ fltöS ; 'ihit' ^faderen 
teAttig; vT lfcif*b«!r)r; I^. ITOO: 12) uC tt. a:-. OiJütrfet taa- 
«äide 1775 fif.; 4$. 4i; PÜri^e'Nifible aas Cbaitrfea J^e«. 1625; 
8t. 1695] aaiim fiAt\kaltei^t6rrectt|ieiVdeD^eWtaYM;d^^^ 
ityr^\t 'In «Ansptucb:' Leg fuiagiriairpä.' /L)Ktüch 1^67. '1 12; 
BlBais de moraieJ'Py* t74t. 'iS. 17i ddl-. k^ddtniasl'eici^ J,/ 
Dirgii*/ in Portroyai fgeb; 164d;''8t;'lt^5 Wu^tfe nrtt^dler 
Milde zu erbaaen;*/ itoiitfel V^retnte^gfHnäBetide Olal^k^l ttK 
iSegrefcHer VeredikmkeU ih äir^U- tidif ti^hracfariften ;, i^f«f 
Kn (S. 203) ftAirf-^n febWongKuclierli deti Wejgziinl Äer- 
!?fen^ nbenpanntef MyslTk gab.za'd^r iid Üeberidnnfiche^'enf- 
ifCi^i^n Qeistesz^rriUtiihg iyäff^matiscWe '^leitdng, Wi^ daroh 
Ite rastlose Gesofalftfgkeit 't^et'Anhiiiette BourignöH iiiih Lille 
fgeh. 161^; St.* 1680J :;%uvjr«8. Ärtistfei^'l679r 'l7lf. Stf. *; 
der sie aberbf^t^ndeil Joanne Mdirie liokiit^ dB tä HoiU 
Vügon aui^ Mohtar^if f^bi *648;*8n, Itl?]: ' Oedjrfes. Coln 
1713- n. '42. $ ; und ' Aires ^ättfenti^l^crt; l^fre » /Wel an« 
Met« fgeU 1646; st; itfÖJ f rldödöki^ divinet Anürtera. 1687 
. ■, T. 8 tr. A^ Ijetirttundöt whr*, — Öer'VIdWifciddde, weit- 
^ftBbrn^Chiifletde'Si Bekyi'Si de Sf Ehremond lius d. Nor- 
man«^ [geb.' 161 S; 8t. 1703] arbeit^te,/leiiht pbilDlMipblreQd 
find \t^t>A^' ^otteddy fßr die Aufkl&rang 'def Tordebnen 
Weih Oeuvres. P. 1696. 2. 4 n a. >.; •1751 «.[li^^fl»* 
. Värhi^ayte aus CaVfet [geb. 164rf gt, 1^6?] erlarf^e'dün* 
grÄidiicbe Aufdeckang* deir BiÖesen deft iqenschlf ynwni, 
anrcft Demfithignng d^s gelteUrten ^ä}it/s;^t8ch1os80ite Be^ 
Itreitnnjf 
de« \trthren 
Wlrkitowk^lif 




uoi Sprache sind Vitteft'%6cb^eRfltf<H«fi; ki^ftig frey^n Selbj^t- 
Äenken VlfrdlgV »NoiU'«Ms S Tif WRiöWaite s- 1. S. 7; 
Owneg dir; Hi«ff*171&-fIi;*4^P: ^'VhHf6nelic[witAin A: 
Eotreüens süf la'^lnralit'e ' Aei ifiofirfcW (1686;' t. r. J. Ä 
Mi: Bert l7Äj- ifi^. 8) -ftiirtlcben/ '^^^W^e TO(?ri?^ dir 
O^wflb M^; W\£ai?i^ef> [^b\ i647^ Bt: *rsyf,^ zel^fet 
hik^Ni^ ({«rok'eaiii'iPkss^ Vi^ Atmäfucke^ gefkllbna^it 

nilleSdtäWsttiiii^kehc'OeäTre^^^^ P. i80»;^i'€A^i mnSe 

fti/rf *'llWiiir iV^^*^ Alk d. '-Nohnawdie^ [gfebl^» 1688 ;^sh^ 

m3|:iWrllirintmll^' 8rt«ogii ShtÜcMcfeiV \iifd' füH;htId8e'|5oli.' 

fcckr«*aithc1ilc^t^'Ödvrag«r Ärf-jPdRfhjw^ erflö inorfflc/ 

»otteil ir35 W/M*. 8; vgl. »{MHiMM^hhU 1 pl Mf 5 ji!- 

tttn^.;und Luc Cfapier du VttiheniirgiÜts «us ^ d, ' Pror'.^ 

lKd»:im;'st ir477 Udridiekr^ALd^ ^ dl« MensMib^itf/ 

«W!ltfe'S%VaclikeheirS¥0d«är i^ 2ü Sb^r- 

i^^ii^\fxlith&i ^Vdä't»itnth^i^i€!t^\)^. 1689; bt. d. 
'^ ftb.'trSS}/ eifrig fatWtthrlteil V; ftcclrt;"beidte'oft «In- 
M^'Wffimnd' imtt cu'TiMch äuis ♦nibhe probefialeigen Föl- 
«*Ä|Ä twMeiieifdV^pfc^Vrfaffajrte' Wstorisch pTilIösopbrsch 
5'^^(ftriia<ftschaft -Qiid «rholi; sIt;' ztir Ueblingsbfesdiftfli* 
£^<l^|^n(feten, siob' bttM «tfm'l'adi^l' dt&i^ bestektfnden 

l^n*iV72t) bebrthÄltfe ©i* gttetrefA; •inlt^ fas^ rat/fh\viIHget 

l^«J*%ceif dfen ^tiVtand' d<*«' !¥,*^tgttiA^' W'^s'^^nschaftlt. 

chttil4iW}V„g^r^et)te dahh (1T34)' iilfitial(6h reiftt'^ die 

l^'^^.jtfi'tft'össe und ieti'VattfiXM der'YSmiacbeii'l^taHts- 

^^roA «ei'gKedcÄrte (1748)' ]p^yc*o?ogfe61i ^d^n 'Chriffaltter 

'^Öttpot^n Syllä;^2aletzt er8cRiÄi*^fr49)'*fc. mit'unzwey. 

^f^r VörRebö fSr brl^tseh^ Einrieb tung^k'^gearbeiteteil 

Hao^werl:^ *^er Gfeist'^^ef Gesetze oder 'die Ebfhrktelang des 

Eottfelienl^'g^etjzlif^er Einrichtungen bnd IBres Nsiturver- 

UtDittes^inB SrÄlchen und, gesellschaftHcberi Büdfngungen, 

piriiM Auf '^diiinicfae Grund ansieh teAf ntid auf Erfalirungeti, 

wdcheoft liiAreitiHend *btor{indetcfr *Cew&hrleistun|f' eniian- 

ph, iipJlt'Auslö^ngeVi'ind Nutzanwendungen 1)egI«iAf, dfe 

Tuch ehi^^^'hn«'ler^'tf^ -^ert/^^liiiisseii. ' l»e Spradi^, 
timlKÄ SX3letelf/*^W''röllAfdtt\^ »fn den -IJHrathUrtg«! 



aOO FrankreicL Prosa. 

über den rSni. Staat, hat Klaihelk^ftad lCt||Kfc} '^wriba Qe^ 
debniheii und i^ietoriackeii 8«^iuek ^ OhH^ 
Lond. <P0 i7«7. 3. 4 u. ui wV^Jf^v^^iib^ taialfwi^W ia vU f! 
Anger. l\ 1816. ft ^\ 1817^ 2; SV« 181^ 8'.; 81,1^^^ d«i ^ 
tei de diff^rens auttef» p, TAL Meghamf.P. ISSSi'S; TJ^ 
tCAUmbtri hbti 5 p. 513 a^^.? V4Ik!9^M»i t pV 7ii(;^ 
X>irc/o? &244. — Clami€ 4^ieH J7a/#^llte«;a&k P;.{gel|i 1711} 
at. 1771], de«^n Leben a»'- Theorie pfa]c^)i .wU 
führte AUea aaf ainnlic^e^ CTentbt UlMlGk, etkannte f^\M^ 
aiichtda* alleinige TriebC^IeP dea*1nMMib^ Ibndehu^iia iMl 
auchte die gmietagebendk lliieKt ^fuf AMieiebui^'diMf 
Gmndtriebea mU dem öffentlT eiHliiflttW^aili)a> a\fifhie Aeam n 
madiea; in i. Werte devlMfllt^(49Sii^4^ii^lQ.^12) itoü W 
allein Imhume deiHaaptgei^nkeni^He^tiehiii^Btis^^ 
hdt in Beatreitoag tiefgevTaraeker VpflMticile^'fbigeiichdKiNl 
Qamg nad glfickliehe BeltlSUEKUH|^^^lQiEllkld^^ EriWiM! 
nicht an yerkenni^ i die apfttere AriMif d» Pltodinia (ihV. !• 
») iat von bitlerem Unwillen über^^eraimkeabeit ^er Mteidn^ 
heit in Fr. eingegeben, dnthfiH'>abi^irV'liebeii grftnlichcn U^' 
berlrdibnngen , gewichtf^Ue WahrheiteM^v.«Jk helle BMki. 
Die Spraehe iat Uahend>tltelame(tnr)iasb:'i OiltaTi^^ 
1(K 12 n. 14.«8i«^18«8i'3. A/ Vgli'-GHMla CWrmf 2yi 
138 in- *-' Fe/Miipi«''i^^S»l4 JDrM^'&J'Sni'^V.V^ift»«^ 
tM» iat unerreidit ii» Mbanbbmifir I^Mf^riti«'^ ^T^ 
fand lebendiger VeninachaaUolbnif'Id)^ 4ttniMis» i|^^ 
gong oder Am AUes behetfMhdbie* G^UttU -^fMr kt^M 
Mathematiker Jemm^e Hmtf^Atemie^^ Aä P.'^^tmi\fi 
wu 1780], Mitheraoflgeber der Encyclopedie, Wttm^r di»ft^ 
liehe Eiafeitang T^rionl ha^, |liehHl0h'''M Ifl^rdikKii^ K^^ 
Yerdienat^ (ob. & a42).5 cMrterte wiateiincbaftlidll <EMft#^ 
atftnde freyainnig, gewandt und für VleU na^|(enieiii^i<^* 
Trea philoa. hiator. et litt. P. 1805. 18. 8. ^ 0mt^'L^ 
h Clere Comte de Baffen am Mönlba^d [geb. 1707; et, I78S] 
beichrieb nialeriseh die Natur in oft dichteiiaebei^ Sprach«) 
Oeuvrea. P. 1774 fiL 36. 4 m. K«; M810. 34. «^ nii« ea or- 
dre p« de U CifUe. P, 1799 ft. 76. 18 m. K. VgU, SberBi 
Art, an arbeiten MwrtlUt Wsm^ i p. 127. ff. — hahi(«r to 
Fareehaag und einfacher in der I^rateUnaig iat tkßtltt Bon* 
nH aaa Geaf [gab. 1720} at. 1793},^ ain frnnuaer Denker 
und gMMor Beobaobter; Ooanea.. Kaofcbatal 1779 ffu 10* * 



Ak. c V^'^iA*«'i>^*^(J'i>«r<^w«*«pliy*iMh kalte J.^C 
%1 •*€?*' '^Iiuii«rl<« <i»«^*rcr< [geb. 1744; st. d. 22. Mürs 
^^SöTö "^ P. 1804, 21, 8i ^"i^ Steigt : iimitM. P. 
[p^, ]7if*''*~ Co««/. ß'ruMf. Cluu**io€iif F«/ji«jr mis Cnmi 
Ug^ ^i . "^ 1820J,- ipfwchet j;i^a<Uicb» beo^aehtet umsiiih- 
J««, ^ *' ^f : Oeuvre« p. Ä. Cario» A*#m. P. 1821. 9. 8. •— 

«it.> t* ^^^ff»* ■■■*• Cg«'»* «76«; ■»• **0$J: OearrM 
^,ii*JJ»*9. ,8. rrt,»iiut M9f»t«iM S, 2*3. — Die pidit, 
**i^ «nj*'* ^«r.nAl»w4eU)»MV«meter kiichlieher Gare(ritt. 
W^JI^ ^»«iM«» W^ klill«» Beetraiter nwn^gfaöbea 

** ^152^'' *•**'?"• ^^" ^^ 17S0; eu 1831] : 
^^dL^** d« l'petlmTi^e d«(i i^in el 4et.bIaiMi ISIS; 
'^^''"'■^e^ieun des enpereuni.dee roi« 1824; Hist. des 
^iJ^OAeJiJ^lOi £d.lU 1828. «. 8 n. T.m; Bei^^ 



^ M^ ^fi«saone [geb. 1767 ( «t. 1830J ein «cbitffaiani. 
"" 'S^' fHdekükerf J. ßlalUt im Aim [gab. 17M: 
^*^ -'OA Mowtttr [geb. 1761; tt. ISMji /hife^k 
Ü. 2|} f. % 0«nf [ge)>, 1758J vgl^ Cr«««» Lebea DoIub'« 
J«iV.IZ' -Äf«* ßH»»*r de mri (jeb. 1773; em. d. 
^ *Aih ^iO"- ^1 igeiitrdcbsten Mine w des Jabf h«n- 
,^^"«tac^^l^4^Ql,g JQ Austobten, mfibeitrefflich , in an- 

Swiifci !L^?*^"**''*****^^*'** deni CJaisJkem rertraot» die 
JT?'*^*:5««AiiWl4 ^«klfcfc.bebeifsjfbend: MWUes, 
i/*rT*^^fci«P«»»*«»l«»» R- 1«*« f. «4» 8} vgl 9raeU«r 
f ^'7'^ ;«tolNi.1G«|€lienb. W&e»3T |.} iWer«/; B«tf. 



,:V(|l|^t«^^ l^riftft^lef, ^prck wdehe du Fortsdbrei. 

^ üi W^*^^- gwg/iüjober C^^)igk«t erbobene E^|;enthBni« 

Ud^tffl^^^a». Pros« am V|»Ilstftndigsten und nachhaltig« 

Ita V^il'^ Wrdea s« scyn. scheint, nach def Zeitlblg« 

nttit^ l^^iTgiebt sich folgende Uebersicht: 8eg»$ei S.2S4; 

lg^|«t>^^^. — ^Mcque» Affjfot an« Mdon [geb. 1M3; 

•t iS9^^t ^^ ^*g*n Reinheit und einfacher Sdiönheit der 

^^A» (lunidlie Uebersetser dem Longos (P. 1559. 8 sehr oft) 

"TT^ plotareh : P. 1565. 2 F.; 1567 fl. 13. 8; sehr oft} 

Oät^'f' ***** *•' ***** **• *• *- ^•»'«5?"« *• »6»» 
t!!7& W2 u.. Ai/iM 243. - a JMr» 8. de F««- 

^^^ IMii PI. 1050]; tflcbtiger CnmaMiker (8» IM) 



- -» , - •• 



Fraukreich. ftosa.' 




jö^ tee'bMaifi St..*. 12. A^rii'lTT»],' fturlger 'lledwr ^ 
t$i-), geistreicher* ^listoriker vS.'856),'ab(I' didalftischer odt^ 
poIemäcU^r ^liriRsreileir (S.'^2^), Wiitt'^iircfa Elnlffldimg- 
Krafi üniit ijefnhl äüf de^ YerBtaud and gab. dfem Style glüii» 
üJhd^ l^ärke: b«üvrtft. ^. 1^4$. io. 4; 1772 fit. '10. 4 ooM 
VersaUTes' 19T9; 46. 'ä; 't>eaV. 'cK.'.Nimies 'I78li fB. 10. sJ 
ViC."£>.'ßi: dt Bauiiei lÜA.de |3!*'.'i8.'14. 4. »{t. v. M. 
Feder. ««'.' - fhiilj^t S: 203. 239i; Äa'^/e «. 264; UaaÜ^ 
iö» SJ Z47. '—- Beriiürd 7«' fi««efer </« FoHÜmeHe aas Bwm 
f^.'llBl5t;'rt; imj,' Voflabfer dA" tbcyklopidiateh «»4 
^et* li^tmei', Wetche in'dcr zweytjBti Inlfte des XVIII JatiHi. 
ein '^äb^cs' Zfei'sdktUtstelleHicher Wirksamkeit ins Awe 
fiissten^vonZc^itgenoSera b^wtipitert Wegen litt. Vielgesdiäf- 
tigkeft^'äl» Dtehrer, DfaiAatiker^ KHtikei, Historiker unclPM- 
tbsöpli'^* %todurch'i«. bleibendes V^tdiehslin Scbäaeb geslellt 
i^urÄe ;* Aesei^ bestehet in «eltenel* \tis8en8ctikftlicher Univer- 
sditllt bira ht^iböclfseK gr&nJtlicher Poppläiit^ dafnr sind ^ 
Lobreden (S. '2t2) und das ^yeA übey' die • Mehrheit der 
Welten (S. 265) vongflltige Zengniäsä. S^ine DarstelluHg 
firiintiet mit blendendfeÄ jß^gensätzen , Witzapielen und Bil- 
dern; die' Sprache ist mit Verzierungen überladen: Oeuvres* 
ITaa^ 1T2Ä. 3 r.;'V.' I79a «; 8;. ••1818. 3, 8; 1824.5.8. 
\^:^d^Al€mleft lilst' If pl 84* sqij;; 4 pV 632 "sqq. — *»«• 
Usquieu 8. IJ^Si Dach$ 9; 2^44; de ^6rü9t€^ S. iSü ;• OÜ^roi 
8. 231; Voltaire &. 2i(h,^ Jeam Jdqü^t^nbu^seau aa^Geni 
[geb. ltl2; st..di 2. Jdl. iJ78J[, Mftrtfrer kchwärmeriiichei 
Sehnsucht nach gesellschaftlicher Wettrerbesserchig, deren 
feindselige Hindernisse 0r entdebkt km ^aben und zu derec 
Bekämpfung er sich 'berufen glaubte; in unheilbaren Schmers 
iind geistige ZerrGttung versunken über den mit grSssIicben 
iJebeVg^wichte ihiii entgegen tretenden Widerspruch zwischei 
seinen Idealen^ und der Wtrlitichkeit,'. verzweifelnd an de 
Menschheit und *doch sie iJii^ Liebe umfassend und ihre Ret 
\iing tilcht' aufgebend, liftrdmie die Gefühle b« Herzens, dl 
iSclTbpfungen ' eiuär nie >f^ei*8i^egen'den. iKTnbilddn^ki'aft, Hoff 

i'uin^en uhd Rügeii, Delehruil^efi ijj^dlt^l^trettinig^n, ' in'.b'egel 
lljJi'tc^ ^Ar^'tMJuni'Vit aus^\thd^lKl*-;^Me*1tiÄhCf; die JSaübei 



tf • 



PfTAißiA i TljiM»w}= H. Äitik. 4^09 



■ VerieriieB .4pr,i^(Mi dfr«l» Fpr^ipl^t^ 4«f..)iVif|^i|f)4W(- 

■ od Kiiwt« (1740), ^r^^ iJ9g)«JnMe^.i«tt«r <l»n.Moi- 
I« (1793), Sb«r;i|ie y«r4ftrl>iU<;|>lwA 4*r ß«lNlf (ir$9)<i9|it«- 

y^ Vfrffigf^.iii .4pi9i;v(MmgiiüimHiftt«i» Q^fiiMtitinn- 
mit «• Ui«M«l^inig, 4!m ^.•«iWBn$n««>«i<>«gp>>«» •"»%■»• 

uiki#tr,;|[)kf|GbHl' l«Mje*|eb9ftli«b« lfel^b« m>lHnMH > fMh 
■^ yb«M|^if,4)fe ii|,-w44raUiwc^tt|i«n|gMwM>|i«4bP 

«olMi«jir4«migi^f9i 4mro^q(K(9|^i-jU«Itc«^iMiJF«Nili(r«t«h 

A«tti an . Aqaitwe|Mea|)e\|t |Uif - SthM^httl^ ,4le .«dirifliiMllMi- 
■^ Wirkni5l|eit>.agi iTfc|4baf9«|,ar€»lg«ri m^n^mfyllBhg^ 
itOMtQ 1^4,^ lapp eip^ .%ei(>(^iMrq^ is/ilKcMieiiCVmfillicJMS 
f^ K)ii# LSnwg.,UB4;d|i|t«Qig(Q. d«|)cl)«rfl..^efii<|||i«g 
^> Waik xa„]mi|p{| .K)«^i| wid w4lltl«il«li} A«l»iilWi«i«i 
t«faidawMig,g|M|^epJnil., , „. .vw -■ .i . «... 






270 ' PrahkreidC ThMrfo tb Kttlik» 

idbdie A«aiMrfidkk«dtih fast nmdrfitistteh /^4»«r8dt)i(M|t 
So iir twr lIiMtea PöeAk des Jarii i#ir>^W^t|lH(<ÄiMt:'tt 
jfMiNM i» ptidtioM «t fleiir ^ifo- iMt6flqae.^^.{t^Mf)^'%k; 
■K^.'A'i wiäln tUm. SüffUt- «rt -poiHqnwath^ iM;/'«; 
-Lrf^ikf&i^ 16. GlddbM VCTfiihrMi fiibr<i<*a>t liiU l i läii m 
•LviiABtIlMtt kMk Mi if- Änf. ih JVtitimt tAilfiiHHm'ilm. 
■nfettirit de C^l^^tte» *li^ it. #>.^tiSSfb!W näilH iftika 
tSif^Hal «Ute» Wehäi^ dto lRrte4lt«lk)eilMyj4»9lMlNM«0MNL 
■iu< r<ii#< <(«. obiSli>= H. «ifO^ JINifiiMlk.lfMifM#ttte^M(ir««au 

MktetfP^tii-' . tN« - f^atw> Altiwlteniie ftlQ tA ! 56) ' ia^ef e «eh 
' ii b4 r l ii t lUiwitdW)a'Al>lH^ao'iii:8*cfc>n Jfe^ 

«^ «IM PMük (Pi t^.«il 4) M^MtVMki^t w^h«*%(llt 

■fehgbfiilirt«<8freit> M»r <d«^!WeHti '• ttrlkMMj.>lM4Mir'^ 

Snde^^ XVtt JiArli; 'dM^ f ri> liitAtriboHuMt Mi4Hi1lii^i(i. 

«Uh • S. -41 ) , -«iftKlitod 'deh oMh- affirtiininillgifciixVlMänKhM 

UrAhe^iMiiirthg Im «tttogfBhigM MaMtMUgl^ der WMe 

!»• cMkiäclf^ AlMMlMniä;- eatitl^iiftfvltabitechtdd Maä- 

uiij-tMi; ikadb deivVörgaogo B«CAMli{% '(^/&- 'SOS) in der 

-PMblr ^i6r%), «ffo |>eackt<tatM KcMk^.'«!^ les. itlüf Ai- 

-jNHiigeli^'ftSll irt^ i«87]}'«Mtt«i Haa^ ffSS. S. fS; it.'«. 

-OrdMullM-^ AiMMifwe- J««Immw [fel»«i'«698); if^i 1701]i te 

'ab «MitraetM '8(>fla^ gdehttsi wbd: L«» aifirMctt^'» d' Arin« 

-et d'BigtMl AnMUMd* 16^1 ilSf -lariittäittl^^* Mte fem« 

däa» lea'iavragM i'ütpvki A. f<Mi fl;illAid MllMi« Q{eb. 

f«il;' ak 1680} Tr^di» p«NMn^ cldq««.-Pt4>iN7S; Ed. VI; Bog 

1714« S. IS; iMid/Mi (R; 9D3) iH -«. )lüiWäiMt% lür'Bwel- 

MMkait; (CX italMi (S; Sf 7) Tr. da *la niittiii« d'cmcigncr 

-atdItfMiiar IM WHaa lättta«; P. im flL 4. lS;'der grist- 

>tilUktt'L. USatfla« &106; mm, a.' Dk siddraiidiia Ztii^ 

aoMllMi (obaa «. 7» fl;) a. P. Atjft« (8. 964) wtrkHn ntr 

'«UgaaitAaeMit YavbNMMig «od AafrÄclifhMAing dieaer' litliet. 

Anstditan nut. — Ftmtiaette (S. «b«) dwMn 8ehndkna]>p« 

■Sits.'Ck. /M. lV««/er E*t>' *"(^}* vgi< «fAtemtlM hiat. 6 p. 

3^9 Bin« V ^ Jfaritf. (8. 'MS)t d«ir waekari Skepdkür Ai^. 

OirAiMl'Ve tm V4kd9 \m a. fiaaai hiift' et ifiOo», ni le pmu 

AMuttairdi 1786: P. 1736^ ft; Jmw P. dl» /V#»i«t [g^ 166Sf 



^FfaöScrcidi; > Theorie u. Kritik, 27 1 

Ijl]^^} -«.iA^ MwJVheile.mit'ili&fllien.BetrMlitangen n. &r- 

^^^S^.iWiiitVi,eiIlkUl>e*ottdi^^ie nleit genanntea^ mit 

^r^*^%en «ttn4 <lt»!84fiMl4enke^ Wititer führ^nAto .CiA- 

^^? ^> 8l!|«n die Vorh^RniaeheWle 'Bl^hiAngi,'. fandet vMi he- 

^j^^^h^f ttti^t gßiiM,'ynf6ls\ouM ^iiigaii«. -^ Als 

Tr'^^^i^i tfelFbl!ekMkil«r,|\iindi«r stehet i«<tK Bapt, dm 

' ^^J^ Uut»^' fecV; i«r^i .Ütr' l!r4«} in W4hlver<fienteiili 

T^|*^A<ssbter' B 4 1dM i M li »rtt. ,sar la po£sie et la pmit- 

'&/*Ktl[l«4f8. Hi.Sik.'Ki 19M,.3. <8; vgl. d-Ai^mieri 

-ZT^^'«i4^'<W|^'«bitt''%l>fBiMUillgto %sieui''' ^W' Aestfae. 

^2*0Mt^ «fr %. Tg^'^M'drif A»di4[gthi leh; st. 

, .,^ '. 0«iiiBriiii''Pl vfaBM,'. fc^te».' eteiwatide aber Weniger be« 





sftiäM««ttti^ii>%^Via'(MtteMceU Vereinend, flen 

?MäheiM'räiinrdUlta«lM^ ilU^'i^ VÜrftilhger'tie. 




* ft/l^«^'3*iV4^^ii<*^«ttPpl*««''*p.'^^^^ fr. 1800. 



ll,(12!*^^Ut>M|%Mse Womit er den Trots 

4tf IttiS^ IKeg«Im8silgkeh^wlbeifreitett pÜeget, teurkuii. 

"jrT^'K^ SlfD i&iJriert^Jffittorsuclkang iWer Crspning 

rjJ*J_*Ä%{Si«Wfte».lBall* !i# ÜtatreuteitAVinken' n. W- 

'J^*^^ ' »Mkt;i» iffiUi iiirie#tY^rfaSltnissen ; JtfarMM. 

«1 ^?>«> l>«JHp[<l«.thuif aisMc P.] i:!63. 2. 8 a. El^mens da 

'i^'^'l*'''^^^ i789i./A"<8 «andC<M!cli an fruchtbaren, von den 

^*"*^°'^**%k «InMiilMidenTÜlotidhJteft ; er ist mit Moies ver> 

l9UM'^4«itt dir ÄtVoIke das gelobt^ Land sdigte, ohne 

i4«t w^^t» im kdtnmen. — Unt*r ^«n neueren Ssthetisohen 

.IttM* ^A^d-nfiben anderen ^beachtenswe^th /. ß.A. Sufrä, 

IÜM<*i ^^i««dk,iiy Vi a.; der iräckttre Psycholog P.Jot, Bar' 

H;« [li t886]4' Tbibrie dn Btoi dans la nator« et \ei arts. 

f.* 1807.. % ^ Im Burpt (S. 2tS> hat im Lyc^e den in Fr. 

ttTfriltendeo Istbetisch - kritischen Nationalgeist vollständig 

itf|wpracliea ond es dfirft^ lange danem, ehe entseheidcndo 







, m^^¥i{mw m'^mmf^Afn l^m^mM^m>^.^- 










ojstthä- .J 



w^dcr verdf ä^gen noch , beqiim(lc[i^jr^ ^fn}ti 

'auf Ga|««rbflei88 und Handef £iofluM l)flt;t .^l^^^'^""* ^'"^"''^ C 
und gor^saiue Pflcjge. , IJi« j;«n keine^ JK^afjl|..iintcr8'2*"','' ^ 



1 



Britannieit Üeberskht* 273 

kmmmwgea des in Vonirllieiieii beüangenM pedmrifldMtt: 
EpiikifdiitM( Jacdb ' T, durch welchen Schottland mk £ng^ 
laut So iogere (t706 vollendete) Verbindang tfaf^ ftibrtOQ 
nfltoAwÜrftnnir den, oeiao bey wachsender Ciir)H«icloii 
nebAartrbettimniten Natatgränaen fiberschieitendenütSnigiir' 
dieiAiiMettil; sein nnglacklicher & Carl I [1625} bfsHlo 
[16A] taibin Tetoi>ten Gninds&t^re theologisirender )tf adH- 
wülkilir mit dem Leben und idaa Gemeinwesen erlag nnter, 
travipB Vsaffrongen nnd schwerem Ungemach eines im lei- 
imAMma Oegendmcko ungeniSssigien Fanatismiis; nur' 
ukm Kraft des Oebtes nnd Reinheit deit Gemfithes liiehea 
oih über dem wilden Gcfwirre der stfirmiMhen Zeit; Yielo 
itrin teltk harte EixfiEdinkngeh von xügelloser Üeberspaali« 
«ogjpkilt. In dem,' ftr LHterainr nnd KnnSt nnganstigeo 
re^tkUMMcken Jahrtehnt £1649~1 660] wurden Britantuena 
SMiMkt) Wbltliaddel ttad fitaatssystem begrandet nnd« in 
wiHl«Vdi^ Tollugesinnttng 'an* ^Gediegenheit gewonnen hat, 
i«ui m dsm Gänge der'Sj^tek^H Entwiekelnngen des dlfent* 
lickai LtkoM ersehen werden. Seit Znrficknifang des Stnart 
(^ U aof diir ^s^fftttlichen Thion'[l«60] bis aiar Ctnttirelchf- 
i^Hiaak't II ^t688] und WOhelm's III v. Oröiden consd- 
tttAadki Regiefnng, unter Anna [1702] und besonders nn- 
(erdaKösigen der HannoTOMchen Dynastie [a. 1714] ha* 
1^ SMi^et&shnng nnd Nationalcbarricter^ bey fortwähren-^ 
im. Kteffeii nm Recht nnd Fteybeit , eine Reife erreicht, 
wddui» )a Lätiftr eines Jahrhunderts vidlaöli bewährt, dJaner* 
^tti^t %egen alte Hemmtongen nnd Gefährte au ver- 
^p8'kkmt. Ansr den Gegensätfeen swisohte' pVnnkender 
^'''"iKUait imd wIMdBsterer Frammeley, swischen wlHenlte 
^^iAm KadÜitssiim nnd trotsigem Uebwrm'uthe, itwischea 
^'enditiiDg und Missbrauch der Obergewalt, rind beioaneno 
I^fcrlMidisb^ Sicherheit der öffenllichen Meinung, fortsdirri« 
^ Versllgcmeinernng der geistigen Bildung und hutnori* 
'^ Kühnheit in Behauptung der Yolksgerechtsame er- 
^'^f^inu Der Anthefl, .welchen das Volk durch seine Ver- 
^^ aa den Verhandlungen über die innere StaatsverwaU 
^niamt, die Torfassungmässiga Oeffentlichkeit im Reden 
^ Schreiben, daa treue Vesthalten des Herkömmlichen a^ 
^niien, die rfistige Erstrebung des Besseren und Zeitgei» 
leinen auf der anderen Seite, detf, wo nicht im Steigen 

^^'»•Hltr ÜB. 4. lAiL <;e#cli. III. 18 



sta^ 4et Gtiiirf«NVi|«eM Md de^ arit JabtfbivdeirtM vwlmt- | 
■di^ll^ inuwr.KiHftiR antwitkeMe < HandeLisui« hahva «^ 
iwli^iifllldtii EkiflMi auf d«t giMMHiMba I#bflii^ oof WisRB- 
«flliaft und liiiiiM nnd BrMg^ gfiwbt^ dhveB.OMchiAilMb . 
npic Mck iB^il MAMwtAb« ^fairitUgt «wdtii Jw« It 
dem llvitt^chfui NalMsalciiamkier^. ao . wpift M.al«» geMigik , 
A««mei9i^n ]Hv^i)uMlH»faAr jal| ikwhasvai^ilftadilBbetflMb« 
g»aia uDd ri44ig^r V^nia^d^ IMmmkMUkB B«fi«Mt 
B^bi»!! milfkr JfjBiyMiUfhfcete« tiefi» WaMattaelitiiiig« lukm 
YorUebe. tym G^mekaAtmgkdt^ kait» EintäMiit^BAmp' 
mala? ^4lBr()#rif0i» a« Tag«. . . , ; 

. bi« K<»lel^aii Uatarrieb«Hii»t»lr«tt baba* pm 
Wii^lf, ^i^Ioba dnrab dki a^b hisri siiahi% eiowkfciate 
Ywi&g^.^s< 9ff»i«lU^b6ii iiebeat gtdaokt ^mIhi. .;.Oie idch 
ilÜBgeal^tm^a. UKitMftitlfrte.a iKagland'a (dia > S^botiMM 
ijabau j(^aqkoi««i4gare Eiiulohiapg^ Md gtaataa^.Yaw* 
gaagaa«takea J«r 6a|^brtj{ » mit gav poliliatb^oRpcbtaiig, 
]^aiiti8cl|. kl' ihrer inaereR Verffnaoags/ mabi^ dia aUgamaQ^ 
Biß dia «teitiga aUdaag der hkgßmi, faÜiMariidj IMi.flfliDt. 
licbaagaUlpj^fcfAl^ehtfla^ fSr *ehba die sUJ Edvli^ jgeilrfa»* 
uuiasaatt' bU Bfitttar 'ßtAtBn ktoi> aiad nmat aodi ia d0iaal- 
Ikoi Zasimda, nda-im XV Jabth»; dar Uateariebt IkvkOsh 
kät «leh ittist aaayftWhwMjicht.aal- daftwcha Fbtfolagia a^ Ma«< 
tbamatik; di* FdffdaraagiJiigaiidBdier Salbaitiiftiigkabi|tia- 
diat ibnao mm Rtfftaia. Die bladKahe Endebaag i«^ ^ 
Tortrafflif^ Dai Valkaicbalweaefh fög U» gegw Qi^ '«' 
XYIU Jahrb. te Argaa; darfsk den M0H- lamcmfera^ 
wecbaalaeitigea Uatetiieh« |ii^ if»7] bat: m BüA iadMai' 
TerbeMert;. 4oeh bddarf datfaalba vialer NüdUAlii «ads^ 
«Hfet gftnjiliohea Uanftalliii^g» 
Mttamtar ia Britannien, yorbareileik , u» ii Eiasel- 
pem glMnaend aab dem XVI Jabrh., bat «wt avIldiBBiXVDI 
Jabrb. aioh veater geatallet and rerroibtiadigt . (Eia^Uftp&- 
diidie PolybktaiieJat ihr awar nicht freiady aberk^iB«^ 
aentlicbea £ifedeiniis, di^;egen genaue Untaxaocbnng an^ ^ 
nrtbeiking daa Eia^e^eik and Yorliebe fiir . das . Tedmia** 
and Geiaeinnabiige eigepdiqadick, Die Natio^malütteri- 
tur sekhaet sich dorcb Bei<diibam und SribatatfadiglGeit &•>• 
CbuHBiaha Philolog[ie a« Arehäologie weiden eifrig be- 



^ «Bit ^<'^^"*"^^ *^'^^ ^^ ' i'^i^t»'^* g^h <fe ii><i ^% 

'cft»l4|J*i>fHhaE« «R» »Ü» pfagiMtltnr«^ Ar dtUMt^iim- 
ShrlZ;^ gRdtfiehciMi- i<«ii ^«ifMMi BeMrbiäifer wirtf^n: 

ir«^^«^^et; 'PMiktktbePMlda^pfrt^ tinl StiiwV^- 
gaa^ gT*****»' ^ebgftWhen taiÄ N'atilrkil'Ätfe in' Ni^«* 
d^htBiJJ*«*»* A«f Oiek«n»mSe,'-T*ch«il%>^4 mi^ 
^,M^^*AK*A»t:rfMirtangeti'uii4 FöHabhrtflb a«rM^- 
iet'irJ^*^^'** W. Physik Mi«' tl^feftieMiri rrfdlg* ange«^ 






('•/"TOwIl^F- « •»"• Anekdolen r^ a. berühmte;iteo GrbriL 
Ö»t »^*^J^» '*«hrh. m. Zu«. Ton' J.'PJ B4m6erg»r. «ert. 
nÄ*'^ iV!^ ••' '»•*«"*y aiiW)do*«"«f «li* JCWtt CMt. iioaii, 
lUJtrtW* V^ >•«' ». lllvttrttiaaii (tf ,(lMt tu»' Ui« of fh* l(Kni 




13. &. 1804, 2. ?: 



*jtl.i(*»^ «r Uving «nilhor« of (SB. Lpod. 1798. 2. 8. — 
/ffc^^W^^y C>iilogu«f ariM-is>j«l md nokt^ aüthon of B. 
Lflf^\^^^' (Ediniit I9»6.. 8. -^ TIe ano. Bisgr. «od 
^ ^Tlj ifWa. itti -y» (ir. MJgwir VewwiahniM, 4Br in £qghHtf 
**2^tttt Becker 1 790 T 1818.. U 1799 fi; •£. JTcM« BibU»- 
»!^Bn'«}nVj»|JJ»Mfow 182(4. 4. 4. 

^wj^W^f*!' mmlautg. ^er Engl. Clua. — Elegaat Extraeta ib 
.,TL(P1)ilWl<«9{;^l816. 10«0'8. 9; ». Ext. tat Prot«, i. 
^; iai«r'l«4» S. 8} Epbtl«. L. 17S4; 181«. lOdO 8. •. 

r Df^^glUcka' Spraohe erttangelle'ltoge g[raittmiA« 

ff^a« ward!» cdngeMitft diiroh die f^t>d-Ui»l]«tiaetzbng 
T^ 1535. 4 ; * 1 530. t.) and Itiannf gftitK- tinterstStat dar^k 
Lg^tkAtia Udb^aatzimgca der alten Cnassiker hw'X'VT 



j^; JUüi^^ klagte g«cb ilBcr ihre RMihi|fkeit im#HlrtiJ. 

18 • 



37« iQrpä^#it9|tniiäH:'*%aehe. 



ff^^ilef iiad JOr^HmH^kt^ «rd W WohUatat and Anmik; 
die $eit ihrer 'reife^if'AukliU^jr 'und g«e«dlciwir \aiäf' 
Iceit tiesii^nt 'm%\m3aiifx:'iaWAddÜ!Uti ^ nnd So« 
jikiÜMi and Ut itätdbm inf fWaiifthaUui' bccfHtfU;- 

' DU' Zaikt iet 'S vr «'« h I e h't e U , iOwöill' "irbn Eidgtbobr. 
lien, ^ts ia.tiettliren ■Zeijeo ^k AU^Ud«rii W unter 'ttiem 

^sngs^tf VlH&d "^diehttlleltMeli Toa- f tolJidk«ii bearbti* 




<^/Aridl <irl^. iiei!yb.''U. i7di.'S ^tii\. Ud^bi V.'A'C^J^U-' 
.^eü/: tiaUei994.'%: J^^i»'r«t.m^ filtH>li'. to R.Lowth'i 
Gr. £. 1T6r; WTf; 12V **.' Ää'Ä/o« '[gdb;J720; it: 1788] 
Eleminu «f engl. Q«: t..'17<».'fS>tf;k. «r.; /.' JSft«r«. BctL 
179S. *; LÄi<ir«y'J!f*rr«ry 1795V Ed.*XXXllL iW7ir'e/'. 
a.19^agHer En^. S)iriM^n)fat«. B'rätiiilHäitlr'^iSiHt: «N. viltlt' 
Spracht. 1819^ «. 1. Ä; Ed.' II.' '^827. « «. U. fe --i D«:«lte' 
reo 1/f^tt4iWih%t'feäo^''TBim:'4inifBi^ FMifi 
Dict. i671; «/e)>il. 8)lfiuiM-"«^ffW. Hai?«^ mrtf.'«^ Wl 

i. Ü. FäÜrenirUgir. 1796; >(^t«:-l1S; »ontfi^^jährins 
n. a.) wäi'dW «ntitehtlkb diwäi^liltt' äiüiisdito^Wnk Skm. 
Jöim$»»'siniAi MltUl&i'li,vAikr:9\ l^oM^ete IKIa/ L-ff^^- 
1 F. oftr *r7Ö:'i*t*lWl5} l7#K«.*4;Vrinted frorft WliWf'Ed. 



9. 8>, ttereö^pUch l;i W iRoIdtiMoili I828i ifj t. AüM^'^ 
gramni: 1^' WB;^ d. «ni;f. ^Spiß 'fi, d. TetdaiditiA. 'Lp«^^8J 
n. 2. 8Vi&' i^^^.'^'.^TWi'n. 5. 9; Halle 1800. «'8; C: 
je! mMU^ii ädWBi > U 'l8t4.'12: tr. E. Liogd and 6. B. 
Neehdemtfiti. ^if'the in^. fand ^[eMn.1ang. Hambor^ 1827. 
2. SrAWA^e^erD. Nawyoilc 1818; Li 1830. 2. 4 n. t. 
«.i «R. .MtfV^-GkMMry «r C<flK of UMMUt, phtatws^in thi 
wbtka of libnle admired Engl, aatfaors/'^^feuliiiljr Shakf 
l^ar.'Lilnd. 1822.4; Slndaand 1825. 8."— Um die ricHtige 
BesdMmilkoif.'der AnnpracKe maehte lich, nach J. ß^^to»^ 
(PrhMipl^ "of fh» £ngl. lang. 1764. 2. 8), IX. Siertdät 
(Diet.* «te. etto. t» e«tabbsb a phdn and pernanenl tUnÜ^ 
•f froBoafiiiiliMl. 1* 1780; 1789. 4; 1817. 12), B.I^'rtt 



Aimiikt mm^ villfK^^ltMr.i^iab. 179^ Tpr|i«glicb 

1802.4; «lQ,r»>.'^i;ipiU 1183(^.^8; CJ, jrv<»v»V|;iMr.Y.ert. 
(ificr FiiPsf. ,^p^{llP9<lg ja ft.J^ilgl^ .Atmprfioh^.« Brich w. 
Ü%%. nn |J4t»e|^i<Kl^.9ypyonjiiveii,F. £• /Ktzzi 1794« 2» S 

ii«a*l)r 7Qr'9ft.t¥7« T-?^<» Melden sM^^/y^^^ 
«32;* 1l9#i.4l)»^do|9i| ^/|he E. bog, 18Ö2;:,iiiid dl« 

2,4;iaiAu«i5^w.^81t,.8, -^F|||rdflji UikiokBi fk,.M(i9i!ptff 
5MJi|^;iifi^Ztt»tiip4ct d^ 1« m 

wfcirf ) Uat^ . jif di^ricb oV f Uy ) wdqd«« «ici||rt > 4ifihl^fifch« 

irii iWliiMpf ijdfe i|ßi^e»^tiil«, gfdehr|i|>KeniilqiisQ so 
aehl« M^^;' aber^laf ^dfiigv /^^iom d«r JMiilologU lifittf 
^^M^M^vuW deir NailonallkleriNir sor iiMtfteo f^g0 
^^ UrcliU |leferm«ttoiiiVW^l|BgwMtW nahmen die ge* 
«naitft\Aa^Bkiffmkeit lydrgi^ifttigkete Gebildeteren in 
A"*rMrs ik߀^ P<4fi||jk «racb V??t0 ibierGedeihen dea gnten 
^«nbailÄKffieJS^«^^ kslteir, methodiieher nnd 

S^w^lptpliieli an Nneippl^n^gl , J>ie Schotten etnd den Eng- 
'Nif^.,(||ct^ii|iMl^ .^eflegeiu Ein regeret Knnscleben toi* 
^<^op<lti(ia^c^e giriph '«^^ EUftabetb'a Regiernng; ea 
^ in jbr \I))eg4 ofiKden Kreia dea diuiiaehen Alterthnma 
^r^ff ^p4 trat in bauten mythiriogiachen Bildern , nach 
^' tnfiiai^eaeQ Üf berepannnngen hervor, Dia Bahne erUeh 
(iaitkSioJ^ear^hren unvertilgbareii Nationalcharakter; der 
■c^itfiflqhe Sp^ier aUagoriahrta lenmiytieefr; Lyrlk«ir t«^ 
*^(n 4eh nicht olvue .^Glflck im Sonett , Aao|i Uali|niaohep 
^•HiiUeni; m^ aadeke I^ichtarft^n |»q4,^9i«ptlkh die S^ 
*jn wvdcD ugebaat ; ajber hei WMhaanlJeiii geiaktlia«! fahlta 
^ ^ivU/f^a EraeagpipaaL im Ganaen Cpfraethait, An- 
'««tk und oft rigentbOmlieber Volkaiian. In dam Zeitaltar 



nAenii g^waW^B) Ktäfte . «ui. na«» Änänhäm trtfeasel 
flfoh.nad ^eVf^Mf» «Mer Zfr^iörmg diter Herkiniiiilicbk 

ICfüiBin^n^iili^r^fNigf^^ £cfiEijiryin(|^ eiM» sich i» b 
gmotismi kAl^B^ Gedanke «nd.MromtAiraihtbar in kinH 
Ocfl^dacblMP IM^.I Mk raifib^. KunsitferMm^; gettalt 
£i«p/«Sf^ {iETt -MSfldkr Lyrik; bM lief» BeUrflcbloag und fi 

8|imkeit hery^,4w$pli^iIIe^Qh/^^M^ gfeMgea lieben t^ 
leihend. nnd den diokterinolMii MiM(#rteii 4ee fcieriichei £i 
«meJfliffelMiIlK llit.W4«lleikarfl(fIkH^.d«riJ«te9V^ 
{JMC^ diife 4ii^ feMliilie-CSftniMiM.dm) iMmi «düti 
VNI^ UahetMiOmbniMk wd J^WMdiib» 4ippfg atf. IT« 

IfiWj gIikiiM;di»r<ik. >k gtifi tifwil> <« WiUi Drpdm (it. 170{ 

4ümdi, y ^ Müt ^alitog mC kniPMh #irei^ CMreediek 4 

1744] iibMlr9|^u4i«N!r Mlbsl fwid K^bnilmUcv^iv^eoal 
nnbefangMAi l^a4h^li»;T^ <Nim<^l|tigfcrif iM|ge4ailien Ite 

3k »i f^v^k\ß^äl^ MtMri^ VorV^^jSf dw SIMmN 

\fitmhti ^ÜNtte«, . , {Jm . J^wlKreibifMia' «Mid iebf^ ^ (>^ 
»Waw^^m Am :8V9|»e9ifHalftft.^ei^^^ JaMb» dieV« 
l^insokp^.Plid fi^p ihm J^ehmPt^tM "icb I^yxik «ad Sam 
}^ den.MiwiWi2«<W.2|9i«^t.«pd«k;MiH ßr.^^tiiMkfUePiy* 

Ifgia lini^^i#aaf^wüxdig«ff T^iflWOlftilwiy .der {»BWtisck 



jii 



iqM'^wi*. th^ Jli^aet. aod «hvracteci of #U tb« Ei^U. P^^ ^ 




•1611 C DUfaiar (TkiMe^e» ft. «ottllMf ^ ^ StMüli<M)' 
Sean^^. n, QiroD .«b.a.J^«)*MMNi J82Ü. §.• . 



GroMlfiriiniilMi. PftMie. H79 

iwiBiliingtW! T, S. idimM. tu VTM.^ISt Is oftVl^l^^tt. 
8; «e /. JMTwh« Edü*. 1IB8. l#Sb6f die K. ilMif«iii'i«te. 
L 0. £«iib. J7fi3 ffl. Mf ^i ^ ^ißm UiUiwi steh 4i? ¥n- 
veilungenjf it d«« Qadiiti^eii /., J7, a. ^. — TI10 BritUK Po«^ 
of üw^lX Cent. Frkf. «. M. 1819. 8. _ (A Bqi»Jev) Colle- 
cdoD of poent lij eiahtent handt. lönd. )752 ill'; 1765 ; 1770. 
6.$; Ivrigvi y. jRilprdlc 1769 ff. 4. 6;ii. t. J. MMfolk 1780 

tii Em/ OH! «oi^firr^pg, mitk a CMl* «f «9gL #Mig». l(i* 1 774. 
8. - ColL of Epi^rami.. L. 17:{7. 2. J2; Tb. fcftoo«. t* 1765. 
8;'Tke'poet Fftrrago/ L. 1794. 2. 8. — jR. Dödikv the ieleet 
ttr« ofifesop and i^faerfebifTiftti. L. 1702. 8. ' 

MMii|Mgl<iaii iM o h a r -an;iwfttlwbt»^ di die £09- 

Halniiratt jtot»^ g i wr y w lj i y -hIbwh FMlniiiaMi Md^mMn 
i«) fittiii ßmmglag (g^b^^MW; «« IMI], 4iem IMeiwts«ir 
iff l^igikoheo AM«Mt, «nl« gdlMilittiii'^ilMi Pfelog€ti) WM. 
JMtr [gab. 1465^ it.: MM], «aflgMetebifet dMvfa'ikMiBfl- 
Kk^toiMibiMigM'OM Ami «eot; Poem* -piibiigbed by «• 
<g— »wi"Eilitiji.l7>fc a)« Ihm. £dMrMy{^. MMi al. 
Wi\^ <M* ^liM «nmy jgAmkitiUkt aMag«<itJh4iirt oti wtia «• 
Mh^llrilM «CMklil» ai«k «iMtan kabM (Worka. P. iSM. 
*<) vü • Kla of-tlia mi t m wd 1^ gküM^ bjr €f • CMmir9. 
h^mUi%. «^ ^tev So«tfr9 «mcM b^arett LMMriüigtfr 
(«Mgii'iKjibaB'lB JhMMHyM'a fiMmd.) «. m. A. ^beban die 
^^iMir »nav vnmi/g^ IrtrfMHilida» Nmmb 'efttg«gcte ira atel- 
^'* i«i,iMMncrtBer'4flt^ t^m ym-'v^fiiiebfleil flrutaohen 
NwnÜlTw (iMO. F. «. 8^ V.) ÜAmt. AtrMiy {it. 1SS2], 
^ "Mlehwi «Qflh mafdkiibwA» fiklog€B »vottMttidleii aind; 
<nM utirfgM Sto^iVite ^dk» JMefton [«K ftW); dar die 
^« dct fietaBdnn md jMbMm 4ii «Mfidivdnett süch- 
^: Woib. L. IMS. 8; UM) tfse. ^1) -IUmMt ITy«/ 
«« AiKagtiMM^BMla fgabwiBM; Bfr.*i641] «*d^'fVeMi|d dar 
"itiAto jB«Mry4aiNMf'EMl «C-Sun^ [geb. «f«i2t andl. 
^ t9. Jaa. 1M7] fShitan dan Petmrcaadra 8a«all aift vad 
««•tkanMi ua airteea Bdbiiiilmig^r SprMhfl ^dit 9»- 
i8g«i Vavdiotflf dlaaat briMpiKiat »aiUidicii'Vwsag ite 
Andmake adlar null hakgm CfeflUe} janar wa^ gM AlMi ii& 
^ HaiangehaB aaft|rr. £pi8tc4 vaA Im «dtangl. Valkiliada : 
^•iBM>aCB.lL.4MiiMhar»:(8.). Lm^^ Mft?. «; 1»?. 8; 
^ 1.; Mk msmji ^ IM»] «fM|ia «b wlMlgar Spt- 



280 CiroKMBriIMniieii. nPmdß, 

jrapimatitl mi ErsSkler A^fsebn und lirii|[t»*slur Veredolun; 

iler Nadoi^btthM i wacker mit: WörJBt^fiI|.ni56S ti. i. 'y. 

1S98. 4; Mehre terfAMten g^tliche^üefleiv .midte sbr R«- 

'nigang der Volkaspraclie beyttfugen , in Amidh^ auf Kumt 

'gering<^n Werth haben, -rrn.JRl^ioher und gediegener iittijie 

Ausbeute auf dem. FeUt^ der Poeeie eeil^ der Alles füadid«^ 

lebenden Regierung dur.K« jEttaab^faj. Vgl. Helicohia tm- 

prifling a selection of engt; poetry of the Elizabethan age, 

written er pablifih,ed'bettv;eeii:t57S.,iind 160(Vwith notes bto- 

grapb. and illustrative hj\i^, Pßtk.^h.dH4 f« 3. 4; dvin 

auch EnglandV Pamassus«^ hiJÜOfk %.yMitipp Sidmtjfm 

Pentburst [geb. 155«; 8t;t58|Q,#dn thfttiger Siaatsmann «d 

tapferer Krieger, geistig bocbgehiUet uad^suitMnstAurrtai 

des dasaischen AlteitbuniB,' derrltaUlner tttod\Spame# teHmt, 

niinnit unter den Begründern des, gnteft GeÄplhnaekes to 

.wohlverdiente Stelle ein, vienn ea^ schon toi^ -fremden 4^oriiil- 

dern abhängt, «wischen Regelmässigkeit der alten Clssriker 

und iroinantischer Weltaosicht ^chfranket und^ü Spra^htfuirf 

, Rhythmik glelcbartiger YestigkliC nnd Reife ermameUii'A 

.Petrarchische Sonette sind bcEchgfekingelij der unvollendete^iB 

.Kunstatyle Montemayor^a, mit eingeaebalistsn EUdgen «ol 

.liiedecn, in üppiger Prosa abgefasste.lalijniodiischci fditüdi 

•llegoriichjs Sfi^bäferroman Arcadia (Lond. 1«09; 1613.4; IMl 

F.) beurkundet Qalahrsamkeit, tielw fieOU nndMSteh«|iferiidie 

Einbilduogkraft u«iL.liafc in sipcashUftharrMd nMuNriarim BiA- 

sidit grasen WeriMjillB .Vertbeidigung.det.FtesilHf<M(aii|^ 

e|ier Prosa, Ist als dieaer«ttftsllietisohd&iiihehe?AliMisd 

wekba besonders dieAegahs^fas Dramrii jM/|bnt9MEkkiin vea* 

«auebt, au beachten: Woiika Ed^tiXIV« Load. i7M; SüS4 »|^ 

. 2%. Zmiek Memoirsof the lifel Uni wüliags of ME fii»»efk 

1809. 4. — Edmund Spemsep «!;«> London /[gok^lSStt iL 

159}], durch Sidnef aus bekchtfdenem Ounkebiberiisrf^- 

gen nnd an Elisabeth's Btfioitgefihrt, hat ^msABskn^ 

Verdienst, den yon Ckm$eet (2 S.. 288), s.' VoAiUe|<'b«goii- 

neuen Kunstbau dichterischer DiMtollung und SpraÄs Uxi- 

.CefBhrt und. für Britanniena poetische Nationaffitteratar neue 

Bahnen gebrochen und ein höhorea Ziel erstrebt, su haben. 

Seine 19 the^ritisehe Eldogen, the Shepheid*aCalendar(iS79), 

^aii4plfiam.Kati|r wdilirtenlehen in tensMlisdieni, äart vdf^ 

Tw*. Dan Adnateaebe #o|uaniisdMi Kpoa ika Afry Q«^ 



GnM<BrilMMii*i, "iftMi^ gi^l 



(LtSM; fSML S.4 o. t.ii>ir.; «tStväl 4 ijit^K.), nur «ür 
ttMi «hahniyidH» «lie ImnIi «4a<llie»«^li4'ir«ri«r«a ^^t 
Mtb pmuägmt ^tmvMi 'tHig«filMrfr'^ läril liKir^irMid /In 
faMiTtH ge Uirt tta»tWi'fcNa* c iW>t^ ' <!* >8^flF i|«iiaceft'fti 
Anhr'i SigtlilDraJiji'TM* MAiluqirfelatigM b«kicb'(<D "ifirii «itf 

«Hf foeUAMagliMfi^ibil MbiMigMfig''aMlijugetirflldli 

&ht a^(iil«r )nil,.;b«]i^ tiktUAgtt €!«4eliBtllfeft, >^Mii 
{ilnga*Zag»ilBd-^p«MMleU Sidiölihcätcfn t Wtfirka« L«M. 

Mia.ii/m».'6. 8; '«««lU iUiiMratiMS'tad^ dAittiai'ffif. 

rik Lri ButUmr^ Earl* ▼. DttkM- fgeb. • 'tlar ; ' «t. .4608], 
na4ü4u enter«griMMNf«-Vrwl»n|M'i^J€%aren t%r- 
ni i.hirtx o4«r GM* B * Mt (tlW^ -lidnuMg;)«. Atp«; ^ 

ng i liMwi^ iMeitiate'tdMH^ '«Ar •ril»' AihvoH«i EinMlong 
" t* ptt ^ i i ilMi l i W «iif LqHMHltf <tn< 'OUriiew die Aa». 

<^^r T4hw>AadeiMi vJbrtglMMil^e<>A»bftit'«ttr Aotfifig« adb 
(^>«ik« kkhrUitoo v^ulAynwkeftt MagbltiuMii 'X,: 1^, 

**^ lNri.i>i«f5. 3. 4$ ^.>lv>^ t<aei<dit«t<4"N|Wo <l«k 
■ "^ ■ H i ur J t i m tt %^[gel»;lM8y»afe.'f J^lteÜ UfHWiibii^jilit 

^i*ttl [ti: To^tSiB] anihl«« iämrf&ig'M'%r«liikte|MitfM 
(<nn: Tlwdaa ihmI Cl«u<«fau ^Mriln|4'¥.» JKii^lPW/«»> 
l'lSSa.^^ Yoa 8kmki$pemr,-iM iuiak^^'%,yilk9^ hSM. 
i^itt,«ii4 in d. Gflidk 4«' Kilni« Btt««Kl «rMJttte« w^r- 
^•^SmwelJkmMimiaMmuliMitH '[gibiiUtet« dt^ f6i9], 
'^ <nte bMMte Bitt««UcCT <dif C«iL of ihe hUt.< ti Eftg. 
I^Ul8ta0 4 efU M. F«ftA t685: 17Q&>Pi^, fcÜM^ricfb 
■ voblkliagtDdea 8taown, rh«toi<rii«B«l, wie *. basier Lifr 
*«*> ^ Kampf v«riMh«B den HRnietn Yock «. lainmit ik 
* i B. (1690XX «abrieb Heraidctt and ipt«ddtBh hnJtHÜui- 
nniM SoMtte: Foetiaal work& L. 1678. 4; 17i8> >/ iVi 
^*<-*ki CwMlIufa «ad Eletfas «ttd« w HiAlPerDaicht 



284 GMifrltritanhieiu : . !P#Mie^ 



Börsen tragMrf^i an deücnr« Vet^mHäkimt^ m^ ffligJ «. 
polit: schwftniieriidrar Begmifimmg «hrabtr^fd^henjaatjbi. 
Kcber Uelwrseiigang Anwalt 4er Kriti IUtrabu4i|tA^>» ^Mi^«]« 
von fräber Jagend an»Bewondefer 8 hair>ipf iar% > jii<w«^0Mi 
Weltanridu er in iwk. anfiialiin, wirktsi dimel^ 4i^ 8cha|ifi9* 
gm seines kfüftig frömmeln Gastes wenf^ar mtiüb llitwdti 
ftts BxX die Naciiluiynpenfdifif^ 4ia. ilH^ 
«ng soUf. In Mdben ■WqJ^|^» sghigtiln si<^3 y.ii^dgBlfc^ 4er 
SSeitverliiltiiiaBe) Studien der alMO'^Uafpikfr ipn'. d^i^ dNü^ 
aer und Eigenthitanlidilceitw eine^»gsoss«n,i.lieyen inaem 
Lebens tren und siniiroll .a|b;-rfei^liDk eraf t% Betrachtiv 
walMt vor \ die SpracW arkebet^pdi. in nennen Arteten Irrt« 
iKslireitend sa i^^f lii|;aa||ciier., V^üd^ Jias dramat^ ,AwH* 
werlc Masic «C Ceinns..[^^3^},jnare)iinrt|^dUegoria0b aa4l4>> 
aintike Tragödie SanHipa fi^t jrhciiorisif ^pd... Uater ip. ini.Jtoi- 
drucke vortreflliclien > lyisehea.fiBdwqiitfin (Foefn^ La|M5. 
t2; 1673. 8) trSgt die lScMUeirHag^4er.An8idi1;« wfl^/der 
Frolisinnige und des Sc^wern^übifp.n^ dar Wa||t .)H|heO| 
TAlIegro and* il Penseroso ^ das .f^i^ga.ider MetsterscMiU 
Das Ej^os, the Paradiae lost A% ^^^ m Ijrriaeben hekf^ 
das henrlidie VerniSehtniss deil [^5i(] blindgewordeaea. vn^ 
aterUiclien Dichters an die^^acl^welt, ^eb anZfigisn Us«n« 
lieradiÄr Genialität «ad sdbstatlf^diger Indm^oaiitftt, wie an 
tbeologisireiiden Betraehtnngen sind allegoriaqiieft GetAbo, 
«prielkt das ergreifend' tiefen 6^bl eines, ufi^fciedigts^ «nl 
Hdheres ersehnenden Ciemfitbes grdssaittigcj^ ijwl^jiil.^e^Be- 
risehlBr Herrliehkcäi anii,; 10 B. JL 1«67. 4^ «. s. .w.|,^ B. 
L. 1674. 4; >witb aotes by TA. jy^mfOH, L. 1749. <!• »> 
17S4. S. 4; bjr Cmpel Loit. L, ^792.4 «i.n^roft; vieliben.; 
hai: V. P. lie/A'173S; frans, von L. HwiBe 175S «. v. De- 
A//e 1804$: tentsbh v. E. G. <k Aergv 16M;.S. O« JUrdi 
1793; • 1822 ; J. E. JV^# 1813. Noch sttrker tritt der Lriir* 
to4 in dem spRteren » apraeblidi hoch vollendeten £pas her- 
vor: Hie Paradtse regidned 4 B.: L« 1671. 4; with ootes by 
CSk Dämiier. L. 179S. 4. Foetioal wnrks by KL JVewion. 
X. 1787; 1770; 177S.4.8; by IT. Bm^y. L.«17Mffl. 3 F. 
AI. K.; by J. AiUi^ L. ISfO. 3. 8 m. K.f *by ift J. T^dd. 
JL. 1801; 180fK 6. 8; J.; B. S8~31; A. ^. Unter dea ia 
Darstellnng and Sprache dbenfalh dasrisehen prosaiseben Sehr, 
eidd dia lltere «each« finglands (IC70« 4) nnA mahr^ pelit. 



OMMr^rüttmim. Poesie» 2Sii 

AwSmimm Ten^oh -in ^^toehtMl Hitt* polif. and ihiftoelL 

woiks. Aoi8terd^i«0S;'« Pii'^^y Th. Bir^J h. 1738. 2 F/; 

hf Ok. Sgmmumi. Wi%K,r.^ Vgl. Xl. AeWa»^ &/oAä^ 

jm; W. JETiiyfey Ufo. L; i79& 4»V NMdilr.: m 

169 fib — JoAn WitMft Eärl tftaheHuter ait DUoUejr [gvlt 

i647;*fat< leao], ein gtfsfrrfcinir ^fiBliMg^ bebefraohte, di» 

Sfffadk« mil aninolhiger Ltidlli^dt; et int- ein ffföhsiamger 

Üeteiinger And ■• SaCyre gegitn die M«ii«obbeit und di# 

Antmf^mien, welcb« m« «KfickMi; bat vid Kfibmit^ WodU* 

Aiillt^H^ii 1680. 8; 1!^ t7t8;*ini;'12; J^. 10; 0. 16; X«. 

— IPiililv^f^A AtfM fiilil^f 1^ avs Irekind [gehi 

1633; Ml' 1M4].IUi)t^ächtttn|W«^ we^e Sergfalt im Me* 

dit^^M dhr 8p»llfebe tiM'IUyflttiiift, obgleieb er weder irfe 

Lji&cry ntefa rin I^ehMithtbci ^(Enely' oh tranlafted* Ter# 

aee)'iM»ch als De1»en^6t' hiBi^ö!niteebeDdes Talent bewüheet: 

Ptein. L. 17ir/9; hl. Röcfaeite»1271.'12; J.; B. 43; ^•:8« 

— OMl^f Aif/tff <^ä8 StreoKlram [gtb. 1612; Mt 1690} Mr- 

qNitttte liilunbeeniMiten'HtfJRMiilii mnthwUfig laanig die fana- 

tiadte'Pedanterejr der ladepeadentea ; den Gianilgedaiiken. sift 

B» CÜhfcainr Terdankt er'dem Ddn Qohtote, die Sitt^iimabH 

fCf nlFlhiidrisGbeni'fttykfev^i^ Bilder' and Vergleichongen, die 
MK^'S^a^ häbi^t thämätUiehe Eigenihfimliebkeit ; t.* 
«nnlefiatyrerf;ferxätf angelt' VnM laebre ftifefttte, anniTbeile 
intreOicher PrötU;^j2rk iMMi an Witi^'üA'df^eStfiiden Einmi^ 
katBadibrtisfti ttir4W^jtliill!lt!'fi& 1665 ffl. 3.»<S the^^y^; ^vith 
auinftieiis^'By je»li^'^(K«!^.'X3nd. fr«4.'2^^ m. K.: hj N. 
E. IfkdL'^Ur ma. »/^«SrHh «fo^ sd^ed. L. 1810. 2. 8; 
t. r. D.nr:^8iatau'i'mäphi iTlSS« m. %i\ J. 6. 7; IK. 
31291^34; AHi Kisttianio^a wörkAT L. iödO. 3« 12; ge^ 
saiM ire^iaifte (»^ injf^. L. t^ 

iticr ij^iü^re Dichtkanst beginnet '"^mit'dtoi übeiaue ibSkix^ 
ga, kdüfetbOireidiW, feidsinni^en 'und st^ge Correctheit 
cniralttUde<WM'*J^^ei» ans ÖNwinkle [gA. 1631; st. d» 
f. May 2701];^ welcher, ohne krlffig^wamB Selbststindigkeia 
iai ntdichcn Glauben und bärgerttbben Leben (er feierte 
GwBsweWs 1658 md'Carl's II Rückkehr 1660 und trat nach 
Jaeeb*s II Thrtfb&esteigung 1685, angeblich ans den, in an« 
seren Tagen oft wiederholten Gründen, suih ' Katholieismus 
über), als nüchtern besonnener und siinftig einnchi^oUer 
KtestleTj an der vetteren Begründung der Regelnittuigkeit 



TM Bimm-BH mmim. Fmßäkk 

MAxägmeokfu Kmurtton f dtend •machen w«H («< < ikow w iU b ^ 
Wericeo «ubmi in wohlv^rdimtM AdhtMIg: 4i««|bdle»B^ 
•ehreiBiing antim mbabilii IMOi die EnriLhlmigfiaft mmA Ij i^pm 
dea (Fabiet^ unriMt asd iMietn. Li iTOO; 17V4)S^i|fitMf. 
4.in. K.); nithre^ snia üFhoUi iwaltte Beg^iat^MOf dthneiMh 
%fiimke Oadioiite^ aamentttoh idia Cantati» -mtfutiaa Mt nä iäim tg ' 
Pkt'feoiap« vott Udndcl t72G)4 «nd riniiiirolfo'.EplMiii. - Di« 
dMonarisclicft. Aibriteis, es/aiad iferer 29,i<lnilMii:^«milbrilaaba 
BegalmAisiifkak, jd>ef b«MBf äakteA HuBttw^fCh/idifa tragt- 
adie4 ^etfwas' nulir ala di» bomiadiaa; irbk »diiti'jSlDgtpidcii 
«tlanein eiiBg» aa de» IMbpatmenlyi; fjMbüt tat im g«fao- 
gMare: Oranw wddha. L.IM1.2P^ t»»t 17«t 6;^*. iJMia 
üabeiiMtatNigaii dea Pa«Aia «ad Japraül [1608]^ bwandert 
dea Virgil [1697] v«idte gaaohfttat;^ A*<äan^lkkk digmdidl 
B«r Uma^rcibuiigeli sind» SmMtRrds» b«rniiilildrbäft«4UikK 
heit? imd EiniacUieit; ib der ftgdietMhaBrKiMk, ^iMMJb ^ 
ala vermeint unbefiangebar- Ekhfctibar i feaa ri btf lrt e ,^ eraagt^ m. 
dialogiaehev Yerancb «bea dia 4i«maaiBdiri Poeafa <)«ii8^ daa 
aaaiate Aaiiebn ; bl StmHgkrftan, dmetk e0:>Tialeittlttey seibb» 
«0le er aich doreb gleiebniKadg miluj^'kaltm 'AMtaad aea: 
Poedcal «^erka b]p Jas. WmrUm. Londii. ISli. 4. 8;L* tt26« 
2. »; J. i3~«9; &40w«4 4B; A & iH; eriti>aodiniaaeifc 
Piroae .WetlD» pabK by J&fai^ Mkhue. h. iSWh 4« 8| thitt 
coniplete woaka uritb noie* afid a Hfe by» IIKatf; ^SuÜ^ 1^ 
f sog. 18*8. - Aiilft aiUffieUBukB ef fioddiigbmMibifb ^b. 
1640; BU iT2ff\ veniiiachaiiUoheft bwoanane KütistArfidisäbgiBii 
in gediegener Spraebe^ fia8]R}r on Potftiy. Li'IM2. 4; «Woikai 
iYt3, 2. 4; J72d; iT40.. 2. 8. -^ J#A»i A«|^€:#. [pA. 1B71K; 
8t. 1703] glücklich ia der BeaCbreibqeg imd Ejüalai: Paenac 
L. 1609. 8 n. in d« Saana. «- OUir^ 8ttAvi/fo £ad ^Dor^ 
§ei [a(. 1765] Terfastfte b^efe Lieder and peraiUMie.Spatt« 
gedfasbte : J. ; A & ^ Mkm Bhil^ aaa Btomptdin [gek. MW^ 
A 1708] aeiöbnete aich in der batleaken Plnrodie (ttte eplbm^ 
did abilling 170S) und im beecbrtfbenden LebrgadlDiMle (Um 
Cyder 1704; ^tb notfee by JT., JUeraaf^ri L. t7M. 8> rlÜHn« 
lieb ans; aw refanloiie Veaae. alnd sehr ePoUUnCebd: Poeni^ 
Uimi 172«; 1776. «; 7. 21 ; B. 66; ^« 6. -*^ Sm. GorlA'e 
{st. 1718] AriMil^Apotiieke (4be diapeiisary. L. 1609. 4; Ed. 

YI. 17(M a» a. w>; 1744.8; I7t2. 8)» eia aaiyrwah beaabflei^ 



idiiiimi »ioi<cM miel^ inp Hhnkht auf t^praelvb unS Ver» 

ink jH0iMrf^«a# Dübli» [geb. 1§79; st fTt7} Ttltfesst« 
niiUgt LlMhr' iwd ftiMMmfn^ mWI •ernMte nft firfbl^ 
M a Yu gü H iii Wii gekoaimeueii AaHadeih-TM ; «. bibHsch« 
IrnkteigtalM ämi vaa geringer fii^^foiitnlig: Föfem» pabh 
? A AjM^ L. f7tt. « a^ t. w. t V O. Qildmah. L. mo: 
'; ]Mtli«M «itfMai. DMI^ /.44; J».6r7d; ^.rl 

h P»pa- < c h ia grflallter hemehte ginchaiiBdcToHa Cor^ 
kM; vMa* tMflklia KfiaMl^r wetteiferten inr dicftterischet 
"MilNil «ml W IfehtlhM« nril ^ie NathmaHhtefatQk' sa 
baUkr I^MI^«^. V)»A ^AirVtfjrf nachher inr Ver^icli^ 
BaaiahaaBfstMi«^^-^ M4Mkeib FH&r atfr L. [geb. 1664; 
MMTIt]^ 4ar^l^iliclie» tmi YeMift^atfoti volleirdeteii nm- 
Bkaiaba WdUhMt aa4;.veieiiit OeiknikenfilUe mit kanstfo- 
^hAm% m4- Ammftbv^ yarsvglidh gelairg ihtti dte Er- 
'^UaigttiA Mka^e^ äti volthar er 'den Natioimltcm tfberana 
^^^äA fnki ^vflala«.; Lieder haben eplgnfnntiatiaebe Fein- 
^ «1 Mt9rii<sbera" Wits; in« swej beltev geifticbteh, mit 
^pUfltan Lrfir |fcr di i h ten v Salonion on tho vtcnitj of tha 
vroiU}Qei^ a. iUma er tha progren of mind 3 Ges.', be- 
^*cb§er| dia tfiebraoÜUdikeiC des IrdlMsbea tfnd des menscb- 
'^c'Wkiiaa'SO v ciapot K W ; 4ie Gelegifnfaettged. rtnd ron 
'"^«Uiai WeMb«: PMma^ Li 1718^ P. -, ir2f n. %. tir. ; 1779. 
^^Ul|^34'} Jb«4f!-^4«>} A. 7. ^ C^ngrtvc'i wird bey 
'^I^Enirttfiaaag'geidbebeff. --^ AfeA. Watkmote^M [u. 
^^ IcbMaiaibe Vaiaaeke kabcfnr g^aehlidhes Verdienst; 
>><'v«i dhyi gaaeUobtliohatt , PHaar Arthur (f 699) and Kl 
'"hv (tdSV) ■lebe lait UnreÄt terge^aen sind, so bebaup- 
« dck 4is didaküaaha, Iha eifertllMi ( f 7f 2) Aach immer iii 

[^ ^eehan: A; A.T^ «^ «^aiii Aajf aas BamstapTa 

^Mt} St. iTM] bawähfta bej vei^rattter Freundschaft 

) ti KatatgafBU iliid bahaaptfete, mfl bebarrlichem 

gegen sich aelUif , ta mannigfatdgen Leistmrgen 

'dka Üebitlaganhetl« Er Ist der erste gute Fabeidich« 

BMtr dea Eaglindam: Fable» lV2r fl« S. 8 n. 's. w.; L. 

' ^ n«.K.j «m« Edm. Moc^e Fab. Falrls n02. f9 n. • 

]^th aotea by ITtf/. Coxe. L. 1796. 12. In s. Liedern 
Ml hendichea Geftld aas; die Balladen sind aber- 



288 Qrosi-lSritaoDMii« Po^tie« 



thttiaUck eiofach ; di«. fl«b«nih«ft f Bfodiimdfii fikklgui (titf 
Shopberd*« week 1713) l^e^anbem durch i|ü?# Wahcheit der 
Darstellu^; im betchjMiibradei| Gedftohtft (ihe Jviral sporti) 
beorkmifiet sidi leltepesGevchick in md^rinriieo Schibki- 
ungen; den Epistehi fehlet I.richligk#t tnd M iw u^ gta iti gktiU; 
nni^r den dranftwchen Arbeiten gilt die BeUndeii-Qp^ (tki 
Beggar'e aper« 1727) als 4aetm^ ; PjoeoUk L. 1780» 177^4; 
Poet, works. L. 1793. ,S. 12; 1809» >- .19 oft; J. 41. 42; IL 
80-^82; A*S. — Gge Grmf^U liord Lmuhd^mm af Siddi« 
ford [geb. 1667; ßU 1735] sang angenehme: Uedc«: ^rks. 
L. 1732. 2. 4; J. 25; B. $0 ; A.7. r^ Tkmmui TMkel ans Bii- 
dekirk,[geb. 1686; st. 1740], tren^ Fjr^und 4^^040^'^» <«»^ 
8^ Tod er in. einer herrUehen Elegie. ^bel^nerlB , fleiaigu 
lifitarbeiter am Zuschauer, TerjEMete lyxisAe, elegiiclie lu. sa« 
tyrische Gediohte und seif^etcr sich 4wpb BailaAsi^ yw wei- 
chen Colin ' and Lucy als diebe^e.i^t«, 8«s: MleceU-nMirU 
L. 1753. 3. 12; /. 26; B. 73; 4» 8* — Jwejr JhfMiwd 
[geb. 1710; st. 1742] bUdele 16 Elegien dem TÜHiU neeb: 
Lpve*s Elegies. L. 1732; 1744. 8; /•; ^ 97^ 4* 9. — ffü- 
Itam Son^rwüie [geb. 1692; st. 1743] tsaf dM VirgUipclM 
Ton in dem geschät;zten beschreibendaii Gedichtn fhe iliaee 
4 B.: Bifuüngh 1767. 84 *L, 1796; 1802. 4; mid gpftel aaeh 
in dem burlesken Hobbiool. L«. 1813« 4; Pmps. L. 1766; 
1772« 8. ~ AUxmnder Fope ans L. [geh» I6884 st. 4> ^ 
May 1744] wirkte^, wie. l>ry den ui^ gana nanh desnen CI'ttB'' 
sätaenj auf Geschmack upd Kriltk und. wurde sehr jnng [fc 
1709] als Muster und Meister anerkannt, so dnaa nicht sa 
Terwnndern ist, wenn er den Yersuehiingen 4eK EiteUMt 
und litt. .Herrscblttst bisweilen unterlag* Seine Bildnng nt- 
dankte er dem Studium d^r Alten, lUe er als ^^wlge \0fMr 
der im Reiche deis Schönen verehirte, und der Werke' Sf^ßfi 
ser^s, WalJer's und Drjden's, nach dejien jor' Sprache nnd 
Rhythmus oder den vaterländischen Kunstinisdmck ge a taite te; 
die italiftnische und franzdsische {jitteratur virar ,jUim nickt 
fremd* Er hatte philosophuKshen Geist, mehr Verstand «I« 
Phantasie , mehr Wiu als Gefühl . und konnte daher nidiU 
Höheres erstreben, als helle Bestimmtheit der VOTstelluDgen 
und kunstgemässe Richtigkeit, des sie .TersinnUchenden A|i>- 
dmckes; hierauf beschränket sich i^eifi, Ten Zeitgeii^aseD q(^ 
überschätztes Verdienst, i^ hat mit bewund^rnswertlier 




Qrais-Britaiim«. i Poesie. 289 

^ ^l '^nit '' sdeehjBm Kimstfleisie und vielfach mit 

.^^l^^^folg« in fasi dkn< Dichtarten gearbeitet. Un- 

A^O a^^ l^e&' Gedickilen ist* die Ode .on solitude als Ju- 

^T|2(|g|V^O0] beachtenswcbth und die Oden ou Cecilia's 

^ jU|^. 1^^ <he dying Christian to his soul sind die yoU- 

\j^^V^^ Fatftorals. [1704} haben , bey grosser Schön- 

£^Jx^^^he, alliBU' glatte f einfaeit. Die Lehrgedichte, 

j^ /j ^tfwsiÄ liW)9}, Dssay.onman [1733] und die Mo- 

^^* r^^ ^^* "^^^ sichern ^Schalte für den sittlichen Den- 

^^;4ilegbrie timple of fame [1711] seichnet sich durch 



of^.^/y^'^derreiebthiun- aus. 'Die komische Epopöe Bape 

'^iMnif ^^^^^] ^^* ^^ Erzeug jiss heiterer Laune' und 

T!\^^?^^^^^ der Knnat,« wekhk für Unbedentendcüi die 

««uil^^ diireli Dantetlong m^ steigern versteht. Unter 

^ÄtwBii^rf; .^Bfe'Ton-'Eloisa «i Abälard die gefeierteste: 

^^fjfr ggpd vortrefflicii»' die Satyren sind den Hora- 

'"**^ Done'schen aberarbei- 

(etMtiebi ol^,ge leidMschdfdiche Bitterkeit die schlechten 

SchdftitellÄ üt^ ^gy Dunciade [1759] . gegeisselt. Früh über- 

ictxlfe a P^;].. ji3 Thebaide dea.8tatius und machte spS- 

ttfbia A te ^ ida^erahurtm Uebertragung des Homer (Utas. 

I^ iZüL«. 4: $ Odyssee die lezten 12 B. v. EL Fenton u. 

W. Ä»«»^'**i il725.» 5. 4voft; L* 1805. 12. 8; with notea 

hj ^' ff^^*^^€t. h. 1806^ Sl 8) srin zeitUches Glück. Seine 

P^^'^'^^^!^^'^^^^^^^ naaientUch die Briefe (L. 1737. 4) und 

^^»tAWAliisageti, 'Stehen wegen gediegener Einfachheit 

^^^^^Adra«^^^!^ Angemessenheit des Ausdrucks mit Recht 

^^siMfetftder JUbtdng: Poenuu L. 1717 ffl. 3. 4; 6. 12; 

Po^ toAfc Glm^wv4785. 3 F.; J.; B. 76—79; A. 8; 

\i0^ ^* ^^^ of IT. WarburtM. L. 1751 ; 1764 u. s. w.; 

Y^ i.Wüfiw. 17W. 9 8; with hfs life by Ow. Rt^Bfhead. 

1^ 1769* 5. 4; Suppl. 1807. 4; *W. »otes of Warburion^ 

JT^iM D. 8. w. by 1F. Lette Bowla. L. 1806. 10. 8. Vgl. 

M^hriM u. Bnjffiead; TT. Ayre Mem. of the life and wri- 

(up«f'iL P* L. 1745. 2. 8; J. Warton Essiqr on the wri- 

iaitaiid gtmus of P. L. 1756; 1782. 2« 8. -— Swift wird 

aiß ä^ Prosaisten aufgeführt. — Isaak Watt9 ans South- 

joploB [gßb. &<;74; st 1748] stellte religiöse und nttliche 

Bdrachtnogen lyrisch aar, i« rorrectem Ansdvack, seltoa mit 

vaimem Gerohl: works. L. 1754. 6. 4; /•; fi.59-'65; ^.9. 

ITiefcler HB; d. Litt. Getch. Uf. 19 



290 OfOM^Brilafuiica Vomia. 

-^ J«Mf ZImmoii am Ednam [gak 1700; it. I74S], bttml 
▼OB tiefBm KraltgcfBU für franme Sitdkhkeiiy Fraylitit mA 
Vaterland, Bebilderte m haroMNiäelier, mit eigenthümficlMi 
Freybeit befaemehlei Sprache die SohSsfatilen der Natv ■«• 
leriscAi treu Meh den Jabrenciten, unter wekben er d«i 
Winter siierst [1726} in gektvotte , die gaexe Maanigfiltif« 
keit seiDMT Gebilde amfanende Betraebtung sog : tbe mbsödk 
L, 1792. 4; 1778; by P. SioeUate. L. 1793. 8; by ^lUi 
1794. 4; by J. Evmm 1802. 8 u. tebr oft; L. 1797.F.ni.lL; 
liftoftg nberaetst. Von s. übrigen Werken sind die wichtig- 
elen die Ijrigeben; Rnle Britannia, der Scblaaegenng der 
Ulaske Alfred (1740); ist YoUoigeBang geblieben; dii gc* 
aebiditlicb-didnktiacbe Verberrlichnng der Freybeit (1737); 
und die in Spenser's Geist und Spracbe aasgeffthrte Allegorie 
die Castle of Indolence. In s. Traaerapieien ersirebie er dei 
Versag antiker Regelmässtgkeit; spraebllcbe Scbönheit vai 
rheteriscbe Feyerlicbkeit gewannen Urnen einen Beyfali, to 
bey ibren Mangel an innerem tragischen Lebeti tod keiner 
lange» Dsner seyn konnte: Works. L. 1732. 2. 4; * 17)8.2. 
8; 17M. 4« 12; ^1702. 2. 4; 1788. 3. 8 u. s. w.; J* 48.49; 
B. 91. 92; A. 9; TgL Lei$üig s. Sehr. 2» S. 65 iB. -h 
sitdichen Ernste, keinesweges im Verdienste um dfehterisoki 
Knnst and Spracbe kam ihm Aaram Mitt [geb. 1685; it. i75#] 
mir Seite sieben; s. beste Arbeit, des Lebrged. tbe vt o( 
«cting (1746), Tcrrktb mie sehr beschrankte AttsiAt Ten 
Wese» der Knnst nnd missMHt dnrch prankerindie Verkte- 
stekog des Ansdmcks; derselbe Tadri trifft die seniesrio^ 
satyriscben Versache, Progress of wit n. Advite of the poett; 
Ae Gelegenbeitgedicbte haben sich fiberldbt. Aadi die 'ra- 
tnat« Arbeiten, darunter die durch Handelns Coaq»esitioB ge- 
hobene Oper Rinaldo (1711), sind von geringer Bedesttng* 
Works. L. 1754. 4. 8 ; Dramatio works. L. 1759. 2. 8; il-8. 
— Amhr09t naip§ [geb. 1671 ; st. 1749] stiess mit 8. 6 Eklo- 
gen [1793] auf gana entgegengesetxle Weise, an , indem b« 
, theils XU wörtlich natOrlich rind , theih ein fremdartiges t^ 
nantiscbes Pathos haben ;> und dennoch gebSren sie sa ^^ 
besseren nnd enthalten vide malerisch^ schöne Stel^* ^ 
Epistel an Borset [1709| und mehre Ijrrisi*- ^J^* ^*^' 
geschntat und dM Trauerspi«! «^« mstress'd.metber [i7i2| 
fnnd allgemeine» Beyfüll: Pastorab, Ödes Ankl other poems. 



Gross-Brifiuiiii^n. Pctesi«. 291 

L. Tt4%. 8| J. 4«; F. »i; A. 9. — ITt//. Co/AM ans Chi*, 
dwstcr [geb. 1720$ st. 1756] dlohCeM bildenreiche nad rhyth* 
Biisdi sorgfältig aoi^efiihrte Oden, von weiehen the paesions 
die berafamteste; 8« Persische Eklogen [1742] gtensen in 
norgenlSntiediem Pranke ; die Spmdie hat darch ihn gewon- 
Hen: Poe^« works pihbL hy Langharme. L. 1764. 8; by Mrs* 
A. L. BmthmUd. L. 1797. 12; J. 49; B.9T\ A. 9. — Gil^ 
hert Wetfi [geb. 1706; St. 17S5] hat daroh s. metrische Ue^ 
benettimg eniger Pmdarischen Hymnen (1749) nnd durch s. 
Gedicbte xnr Veredelung der lyrischen Sprache mitgewirkt: 

A. 9. 12» Edward Moore [geb. 1711; st. 1754}, durch s. 

Spider (1753; s. Leoing's Collect. 2* S. 169 f.) berQhmter 
dramstiflc^r Schriftsteller, ist einer der wenigen guten br.' 
Fabdfichtcr: Fables for fhe LaAes. L. 1744. 8 n. s. w.; 
works. 1781. 12; i4. 9. — JökH Djfer aus Äberglasney [geb. 
17M; St. 1768] nimmt unter den beschreibenden und didakti« 
sehen Diefacem eine der ersten SteHen ein; die Schilderung 
Ton GfOBgar-Hfll [1797] ist Erseugniss gedankenToHer, tief 
gefiiiilteT, ofk lyrischer Betrachtntig; kältelr und dfirfdger sind 
ike TBiifii of Rome [1740]. In dem technischen Lehrgedidite 
Ton Bearbeitung der WoHe in 4 B^ (the fleece. L. 1754. 4)' 
entfallet sieh rriche Kunst in Belebung eines unfruchtbaren 
Stoffes durch malerische Darstellung: Poems. L. 1757; 1761. 
8; J. 53; J). 94; A.- 9, — Der Schotte Allan Bamsay wm 
d. Gr. Lanaric [geb. 1686; st. 1758] erneute die schottische- 
Na6enalpo«hie und dichtete treiRiohe Lieder und Erztthlun-^ 
gen 9 rem welchen der Mönch und die Müllerin die rorzüg«-' 
Udisfe JM, versuchte sich auch |m Schaferspiel: Poems. Edinb. 
17«; 1721. 4. 

Die YOfheirrsdieDde Itichtung blieb nun didaktisch «be« 
schreibend; xugleich entschied sich die öffentliche Meinung 
fiir die altralerllndische BaHade; und die SRfyre wurde nicht 
TcmaelilAssigt. Mehre Dichter zei^hnen^ sich durch Eigen^ 
tfainKehkeit des Tones aus. fFilL Skenitone ans Leasowes 
[gebw 1714; st. 1763] spricht in geföhlToUen tibullischen Ele- . 
p«i md in Liedern und BaHadeh eine schwennüdiige Stim- 
mung «da: in dem malerischen IdyB Pästorri Bidlad in 4 B. 
erfadiet er Mi oft mit lyrischer Kühnheit; s. Sjprache ist 
etwas naehlfissig: Worlm. L. 1764. Z* 8; 19^3. 4. 9; J.; B. 
99. 100; A^ 9. — Bob. Dodiley aus Mansfield [st. 1764], als 

19 • 



292 Gross-Britannien. 

Samioler geachtet , verfasste erotiadie Lieder a. Oden (Md- 
pomene 1758), ein besdireibendes Ged« in 3 B. Agricultnre 
(1754) und dag didaktUche tlie art of preaohing: D. Coli. 3; 
A. 11. — Charles Churchill ans Westminster [geb. 1731; st 
1764] satyrisirte beissend witzig und mit patnotischem Eifer 
in schönen Versen, stark rhetorisirend, gewöhnlich persönlich 
nnd in unmittelbarer Beziehung auf Zeitverhältnisse; seine 
heitersten Darstellungen sind die Verspottung der ausgearte- 
ten Schauspieler, the Rosciad [1760], und des Aberglaubens, 
the Ghost: Poems. L, 1763. 4; 1778. 3. 8; with notes. L 
1804. 2. 8; B. 107 — 109; A. 10. — Edward Younf aos 
Upham [geb. 1681 ; st. 1765] ist reich an tiefen Empfinian- 
gen, gehaltvollen Gedanken, neuen und kühnen Bildern; 8« 
Feierlichkeit artet nicht selten in erkünstelte Ueberspannang 
aus; die Sprache hat üppige Fülle und prunkende Kraft, nicht 
immer Cerrectheit. Ausser einem jugendlichen Versuche on 
the last day [1713], mehren Gelegenheitgedichten, patheti- 
schen Trauerspielen und dem Schwanengesange Besignation 
[1761 ]y haben wir von ihm zwey Hauptwerke: 7 sententiöie 
Satyren, love of famß 1725 ; und Nach^gedanken oder lyrisch 
erhabene, sittlich religiöse Betrachtungen über Vergioglich- 
keit des Irdischen und menschliche Sündhaftigkeit, Tod und 
Unsterblichkeit das Gef}ihl ergreifend und den Verstand mit 
überraschenden Ansichten beschäftigend: The cempUdnt or 
Night-Thoughts. L. 1741 ffl. oft; with notes 1801. 2. 12; t. 
m* Anm. y. X A. Ebert. Braunach W. 1760 fl. 4. 8; Lpx* 
1790. 5, 8; Works. L. 1757. 4. 8; 1767. 6. 8; 1768. 4, 4; 
1792; 1802. 3. 8; /. 50--52; B. 84—87; A. 10; Einige W. 
t V. J. A. Ebert. 1777; Lp«. 1791. 8. — Dav. MaHetA- 
gentGch Malloch aus Schottland [geb. 1709; st. 1765] seich- 
nete sich als Erzähler und Balladendichter, auch als Tragi- 
ker und in Prosa durch Bacon's Kograpbie aus: worka. L. 
1759. 3. 8; /. 33; B. 101; A. 9. — Der Schotte JlftcA. Bruce 
ans Kinneswood [geb. 1746; st. 1767] ist trefflicher Elegiker 
(9* Schwanengesang Elegy on spring 1767) und beurkundet 
reiche Anlage und Kunstbildung in dem besehreib. Ged. Loch- 
leven: Poems. Edinb. 1770. 12; A. 11. — Jame» Graing:^^ 
Dunse [geb. 1723; st. 1767] Tereint in dem J^htged. the 
Sugar-Cwe.(1764. 4) umfassende. Sachlt^^aucniss mit kräftiger 
Natnrmalerey nnd kunstvoller Mannigfaltigkeit ; die Ode an 



Gross-Britannien. Poesie. 293 

Einsamkeit und die Ballade Bryan and Bereene gelten 
als Tortrefflich; die Heben, des Tibull (1758. 2. 12) hat an- 
ertmntea Werth : A. iO. — Der philosoph. Arzt Mark Aken- 
side aus Neacastle [geb. 1722; st. 1770] belebte in dem an- 
beendeten liehrged. in 3 B. the pleasnres of imagination 
(1744; nea bearb. 1754. S; 1793. 12 n. s. w.) einen abstra- 
cten Gegenstand der psychologischen Foxschnng durch lyrische 
FrachAarkeit der Phantasie und versinnlicht s. Betrachtangen 
in blähender, ToUendet schöner Sprache. Geringeren Werth 
haben die sinnvollen, meist hart versificirten 33 Oden in 2 
B.: Poems. L. 1772. 4 a. s. w.; 1807. 18; /. 55; B. 104, 
105; A. 9. . — 'Der vielwissende Wüstling ChrUtopher Smart 
ans Shipbonm [geb. 1722; st. 1770] zeiget mannigfaltige dicE- 
teiiacfae Anlagen, deren reifere Aosbildong dnrch Druck der 
I«ebensTerliäItnisse erschwert wurde. Die Uebersetzungen 
des Horalias (1756) und jdes PhaedruB (1765), die Lehrge- 
dicble (on the etemity, immensity, omnisdence, power, good- 
ness of the snpreme being; the hop garden; the judgment of 
?£das 1750 ffl.), mehre Oden, Balladen n. Epigramme sind 
geagnet, s« Namen gegen Vergessenheit tvL schätzen: Poems. 
1763. 4; Works. L. 1791. 2. 12; A. 11, — Thomas Gray 
ans ComhiU [geb. 1716; st. d. 30. Jul. 1771] wird als der 
feurigste, in Empfindung und Ausdruck gehaltvoUeste Lyriker 
und genrathlich zarteste Elegiker (El. written in a country- 
yaid 1750; t. ▼. F. W. GoUer Ged. S. 87) gefeiert; auch 
bearbeitete er altenglische Sagen überaus glücklich. S. geist- 
reiche Briefe aus Italien sind Master einfach edler Prosa: 
Paeau pabL by Har. Walpole. L. 1757. F.; Glasg. 1768. 4; 
1787. F,; »York 1775. 4; L. 1789. 4; 1800. 8; to which 
are add. mem. of bis lifo by JF. Ma$on. York 1778. 4. 8; 
L. 1807« 2, 8; with add. by Th. J. Maithia». L. 1814. 2. 4 
m. K.: with notes by 6. Wakeßeld. Cambr. 1786. 8; with 
D. by J. Mitford. L. 1816; 1819. 2. 4; J. 56; B. 103; A. 
10 — John Cunningham ans Dublin [geb. 1729; st. 1773] 
wt als einfacher Idyllendichter bemerkenswerth : Poems, chief- 
I) Pastorais. L. 1766. 8; o. J. 12; B. 106; A. 10. — Die 
fortan steigende Theilnahme der kunstliebenden Lesewelt an 
altraterlftndischen Dichtwerken wurde durch Ma€pher»oM*$ 
Osoan und Thomas Fercy^» trefiBiche Sammlung und Bear* 
beitung alter Balladen geweckt und genShrt; thomai ChaU 



294 Gross-Britannien. 

ierion aus Biistd [g«b. 1752; «t. 1770] bildete den Ton 
und die Spradie des XV Jahrh. ^a den aagebl. W. Bowleft 
1768; 1777; 1782« 4), audi Kenner tfiasdhend, nach: vfoAjL 
L. 1778; 1803. 3. 8; ^. 11; Tgl. Gf. Gregory fife of Ch. 
L. 1789. 8. 

Oiiver GMimUh aus EIpbin in Irdand [geb. 1729 ; st. 
d. 4. April 1774] nimmt unter den LäeUingssGhriftatell^jni der 
britt. Nation eine Toraoglicbe Stelle ein. & Epistd th« t(a- 
vdler [1765], das plastisdi hervortretende, das (SaColil er- 
greifende Gemälde che deserted TÜlage {1770], mehre Balb- 
den und Lieder sind Meisterstücke, Erzengnisse kraftig wali- 
rer EnipfinduDg, reicher Geistesbildung und fnichtbarer Phao- 
tasie; die Sprache ist frey lebendig und gediegen harmoDiidi. 
Von den, im Ganzen mittelmässigen dramat. Arbeiten haben 
aich einige Lustspiele lange auf dier Böbne erhalten: Poet, 
nnd dram. works. L. 1780; 1791. 2. 8; Poems. L. 1800.8 
m. K. ; 1816. 12 ; A. 10. Der weltberühmte Roman tbe vicar 
of Wakefield (1766; sehr oft gedruckt u. übersetzt) ist eios 
der anziehendsten , in Sittenschilderung , Erzählttngton nod 
Sprache, durch aUmüchtigen Zauber einbeher Nalurlidikdt 
nnd harmloser Wahrheit und Unschuld ToUendetsten Fami- 
liengemälde. Die kritischen und vermischten Aufsätze in 
Prosa zeidinen sich durch geftlHge Darstellung und Sprache 
sehr Tortfa^Ihaft ans: Essays 1775; 1798. 4.8; «"1806.5. 8; 
1812. 4. 8. Auch die geschichdichen Lesebücher (Bst. of 
EngK 1772; 1812« 4. 8; Roman H. 1774; 1812. 2. 8; Gn* 
cian H. 1774; 1812. 2. 8; mehrmal übers.) haben dafckEin- 
kletdung und würdige Fasslichk^t grosses Glück gemacht. - 
In des Schotten John Ogilvie'» [geb. 1733; st 1814] lyri- 
schen, beschreibenden und didaktischen Gedichten herrscben 
überspannte Reflexion und oft mühevoll erkünstelter Scbmock: 
Poems. L. 1762. 4; 1769. 2. 8; Sritannia 20 B. L. 1801. 4. 
*— Aehnliche Ueberladung nnd selbst allegorische Verzierung 
}st an John Langhorne^» aus Westmoreland [geb. 1735; st. 
1779] Oden zu tadoln; gelungener sind s. dtdakt Einstelif 
Elegien, Lieder und Sonette: Works. L. 1766. 2*. 8; iSOi 
2. 12. — John Armgirong aas Castleton [geb. 1729; sL l''^^]) 
ein hnmoristisoher Arat, Terfasste zwej Lehrg^edidite) '^^ 
sdilüpf^tig lüsterne Economy of love (1798) und die gebab- 
▼oUe classisch-correcte art of psesenriog health in 4 B* (1744): 



GroM^BritaimitiL Poesie. 295 

L L. 1770. 8; poet. wotks. L. o. J. ü; J?« 102; 
A. 10. — Tkma» Penrofe [geb. 1748; tt. 1770] erhebet 
ach dncb Eigenthümliehkrit in Aiirfefat, Darstettaog und 
^TM^ über s« ZeitgeDonen ; die lyriscfaeii Gediehte athmen 
ktbBe Begastemg, m reidistem MaaMe liie ffights of Faa- 
cy (1775) 9 und gehea oft in Dithyramben f ber (Carousal of 
Odm; die madnem etc. etc.); die Elegien sind natnrwafarer 
Amdnick des innigsten GefBhles: Poems. L. 1781. 8; ^.11. 

— Biek. Jago [grib. 1715; st. 1781] dichtete natnrgesdiicht- 
Ikho Elegien nnd beschrieb Edge-HiU [1767]: Poems. L. 
1784. %i A. 11. — Bdwitrd Jeminghcm aas Cossey in der 
Gr. Netfdk [geb. 1727; st. 1812] allegoririrt na«di Spenier, 
sdfaiUcrte die Entstehong md den Verfall der Nordisdien 
Pee&e (17M; 1812) nnd feierte Shakespear's Vtfherrliehnng 
(170f); repdienstlich ist das Trauerspiel, die Bdagemng von 
Berwik (1704) nnd das hnmoristisdie Lustspiel die Erbin von 
Wales (1795): Poems. L. 1786. 3. 8; P. and Plays. Ed. IX. 
L. 1806. 4. 8. ~ Von S. Johnmn Tgl. unten die Prosaisten. 

— Ricim^ Glaver aus L. [geb. 1712; st. 1785], classisoh 
gtbadet, warm eifrig ffir Sittlichkeit, Recht nnd Freyheit, 
nnd des edlen Ausdrucke milchtig, erlangte frühzeitig durch 
eh Gedidit auf Newton [1728] Berühmtheit, welche bald 
gcrecktfertigt nnd gesteigert wurde. Das historische Gedi^t 
Leondas in 12 Ges. (L. 1738. 8; 1770; 1798; 1804. 2. 8; 
t. ¥• /. A. Eigrt. Hamb. 1778. 8) spricht eine kräftige re- 
pnUikaiusdie Gesinnung aus und enthält malerisdi- treue 
Sebildenisgen , ohne ak Epos gelten su kSnneh; schwacher 
ist die Fortsetsuttg Atfaeniad (pnblished by Ms. Hahai. L. 
1787. 3. 12). Unt^ s. fibrigen ticht. Arbeitoi werden die 
Beilade Adnriral Hosier's Ghost (1738) nnd das beschreib. 
Ged. Ijcodon ot the progress of commerce (1730) Torsaglich 
gescUtst: A. 11. Seine Trauerspiele Boadicea (1758) und 
ant Choren Medea (1761) ermangeln, bey würdiger rhetori- 
sirender Hdtnng, innerer dramat. Lebendigkeit. Auch als 
Parlamentsredner stand er 'in verdientem Ansehen. — Von 
dem gelehrten, um die vaterländische Litt, hochverffienten 
Blacb. JUl. Lowtk aus Winchester [geb. 1711; at. 1787] 
habett wir nnter anderen eine Allef^orie the choice of Her^ 
«den: it. 13, ^ Geachtete Lyiiker dieser Z«it sind: d« 
Sdiatte Jefbi L0gan [geb. 174^; st; 1788] voll begeisterten 



296 Gross-Britannien. Poesie. 

Gefahles: Poems. L. 1781. 8; A41; unter s. pros. Selinf- 
ten ist ein^ der bedeutenderen Elements of the philosophy of 
history. L. 1781. 8; Wüi. Jul.JUickle [geb. 1734; st. 1788], 
Uebers. d. Losiade (1775), m&nnlich kräftig und harmoniseh: 
Poems. L. 1794. 4; A. 11; Thomas Warion [geb. 1728; st. 
1790], vietfach litt, verdient, zeichnet sich durch reife Cor- 
rectheit aus: Poems. L. 1777; 1791*. 8; ^.11; eben so s« 
Bruder Joseph W. [geb. 1722; st. 1800], der Uebers. Vir- 
gils: Ödes 1746.8; Dodsley Coli.; der schottische Natnrdich- 
ter Rob. Bums [geb. 1759; st. 1796], genial, heiter, male- 
risch u. den wahren Volkston treffend: Poems. Dnmfnes 
1787 ; poet. vorks to which is prefixed a sketch of bis life« 
L. 1817 ; 1822. 12 o. m. a. ; Tgl. J. G. Loekhardi life of R. 
B. Edinb. 1828. 8. — Von den sahlreicben beschrdbenden 
und didaktischen Dichtem werden ausgehoben : JFilL Mason 
ans Hüll in Ireland [geb. 1726; st. 1797], von dem wir andi 
Oden [1756], Elegien [1762] und gut angelegte, sprachlich 
schöne Trauerspiele im griech. Kunstsiyle (Elfrida 1751. 4; 
1779. 8; Cataractus 1759. 4; 1776. 8) haben, zeiget grosse 
Correctheit und malerisch-schildernde DarsteUungkunst in the 
english garden« 1772; with comm. by W. Burgh. York 1783. 
8; Works. York 1796. 3. 8; L. 1811; 1816. 4. 8; Hemrg 
James Pye [geb. 1745; st. 1813], als Politiker bekannt g^e* 
nug, verfasste Uebersetzungen, b^chreibende und elegisdie 
Gedichte, Trauerspiele und schilderte the progress of refine* 
ment. Oxf. 1783. 4; Poems 1787. 2. 8 u. a.; Will. Cowper 
aus Herfortshire [geb. 1732; st 1800], Uebers. der Homeri- 
schen 6ed. [1791], geschmackvoll und geistreich, namentlich 
in der Ballade John Gilpin (1783), the task 6 B. (1784) und 
in dem satyr. tirocinittm or a review of schools u. m. a.: 
Poems. L. 1788. 2. 12; 1815. 3. 8; the life and posthomons 
writings by W. Hayley. L. 1803 f. 3. 4; Chichester 1806. 4. 
8; Mem. wr. by himself. 1816. 12; Private Correspondence. 
L. 1823. 2. 8; Erasmus Darwin aus Eiston [geb. 1731; st. 
1802], der berühmte Naturforscher (Zoonomia. L. 1794 f. 2. 
4; 1801. 4. 8; t. v. /. D. B^andis. Hannov. 1795 ffl. 5. 8; 
Phytonomia. L. 1804. 4; t. Lpz. 1801. 8), vendmdicht und 
belebet die Natur mit känstlerischer Kühnhdit einer frucht- 
baren Einbildungkraft in zwey Lehrgedichten, the botanie 
garden (1789, u. s« w. ; 1800. 2., 4) und the temjple of natore 



Gross-Britantaien. Poesie. 297 

(1803. 4) : Poet vrorkg. L. 1806. 3. 8 m. K. ; der schottiftche 
Denker Jame» Beatiie aus Kinkardine [geb. 1735 ; st 1803], 
ProL xa Aberdeen, brach in Minstrel or the progress of ge« 
Ullis 2 B. (1774. 4; 1799. 2. 8 n. s. w.), im Spensersehen 
Geiste gedichtet, for die britt. Romantik 'die Bahnrs. Alle« 
geiie the jadgment of Paris (1765) und die EHegien bewfth* 
Ten s. dicht. Talent: Poems 1760. 8; *M. and other poems. 
L. 18ie. 12 ; Tgl. AL Bawer ace. of the lifo of J. B. L. 1804. 
8; W. Farbei acc. of the life and writings of J. B. Ed. IL 
Eifinb. 1812. 3. 8; Will. Hagley aus Chichester [geb. 1745; 
St. 1A20] veranschaulicht gründliche Sachkenntnisse bilder- 
rckb und in schöner Sprache: Essay onPainting. L. 1778.4; 
£• on Ustory 1780. 4; the trinmphs of tempes 1781. 4; E. 
on epic poetry 1782. 4; E. on sculptnre 1800. 4; auch haben 
wir Odea, Episteln und Trauerspiele von ihm: Poems and 
playft. L. 1785. 6. 8; Thom. Campbell correct und elegant: 
dbe plaasores of hope 1803. 4; geschichtliche Darstellungen 
und Balladen; Will. Wordiworih: Miscell. poems 1807. 2. 8; 
the excorsion. L. 1813. 4 u. s. w.; poems. L. 1807. 2. 8; 
Eoh. Bloom^eld aus Hoiungton in Suffolk [geb. 1766; st. 
1823] ein lieblicher Naturdichter the f armer 's boy. L. 1800. 
8; raral tales. L. 1802. 4; Good tidings 1804; wild flow- 
ers. L. 1806 fl. 2. 12; der Gärtner Jokn Cläre in Help- 
slone: the Tillage Mmstrel. L. 1819. 2. 8; der Schottische 
SdiSter Jamei Hogg aus Ettrik: Bsdlads 1805; the moun- 
tun Bald 1821; Queen Hynde 1824; the shepherds calendar 
1829; Jtmes Graiame Schottische Naturschilderungen und 
Lehrgedichte: Poems. iS07. 2. 8. — Unter den neueren Sa- 
lyrikem ist der als Peter Pindar berühmt gewordene Arzt 
J^im JFeoleot aus Dodbrook [geb. 1738; st. 1819] eben so 
sdtf ausgezeiehnet durch schalkhalte Lronie und burleske 
Derbheit, als durch treffliche Sprache und Y ersification : the 
Loosiad 1786; Works. L. 1794; 1797. 3. 8; with a copious 
index and some acc. of bis life. L. 1816. 4. 12; vgL Zeit- 
genossen 6 Abth. 4 S. 89 f. — Als Epiker kann der gedan- 
kenvolle Nord-Amerikaner Joel Barlate aus der Pr. Connec- 
liait [st. 1812] wegen s. Columbiade (Philadelphia 1807. 4; 
L. 1809« 8) nicht mit Stillschweigen übergangen werden. 

In der neuesten Zeit hüben mehre vorzügliche Kdpfe^ 
deren Einwirknng auf die Mitwelt im Steigen ist, der dichte- 



SOS GroM-BritannieiL PoMifi. 



fiachoi Phantasie eine ei^eiifli3mlidie lo ro nti i clie lUdiiaDg 
gegeben; der metaphyaiech-<tifliiiiierigche Lyriker & T. Cole^ 
ridge^ Vertreter des romantisehea Tones, bewähret iiberaD 
TidEe des Gemfi thes und Reichlhum der Phtntade: Poetieal 
works. 1828. 12; der liebeBSwürdige Schwärmer IMeri So«- 
tkey in den lyrisch «-kfihnen Dmtellangen Thalaba the de- 
stroyer, Madoc n. s. w«: Poems. L. 1808. 2. 8; 1816. 13. 12; 
der genial gelehrte Tiomoi Meore •* savtsinnige erotische lAe^ 
der; Epistles mid other poems. L. 1806. 4; 1814. 2. 12; Lal- 
lah-Book. L. 1817. 4; 1818. 8; vgL Hermes 1823 St. 4 S. 
184 f.; JFaltker Seait ans Edinburgh [geb. 1771], Sadiwal- 
ter (l>is 1798] , meist lebend auf dem LmkbilEe AbbotsEMrd, 
phantastisch schauerlich, allen s. Ersengnissen dramatiBirtes 
Natnrlebea einhaudiend: Bailadt. Edinb..l806. 8; Lay of the 
last Minstrel 1805; Ed. XIIL 1820; Marmion 1808; Min- 
strdsy of the Scet. Border. 1810. 3* 8$ the lady of the lac 
1810; u. V. a.: Poetical works 1820. 12. 8; seine, meist ia 
heimathlichem Geschiditboden wurzelnde, last beyspielles das 
Interesse fesselnde Romane (WaTerley 1612; Ed. YilL 1821; 
Guy Maanering 1813; Tales of my Landlord 1817; Ed. V. 
1819; the Heart of Mid-Lothian 1818; Keaüwoftb 1820; 
Qmntin Darward 1823; the Chronicles of the Canongata, wo 
sich der Verfasser au erkennen ^egcd>en hat; sehr v. tu; No^ 
Tols and Tales of the author of Wwerley. Edinb. 1819. 12. 
8; 1821. 16» 8 u. s. w.) machen in Europa Epoche; George 
Gardom Lord Bprom [geb. 1787; st d. 19. Apr. 1824], bey 
glänzenden Naturaolagen durch Erziehung und Weltamge^ 
bung Terdorben, voll der sonderbarsten Widerspruche, lei* 
deoschaftlich heftig und kindlieh mild, hart und geschmeidig, 
üef fühlend und kindisch leichtsinnig, oft bemfiht, schlimmer 
SU eracheineo , als er wirklich ist , oft sittlicher Buhe wmi 
Haltung ermangelnd, und nicht ohne einige Mensebenverach* 
tung sich einem Starkmuthe hingebend, der weder gasell- 
schaftlicher Herkömmlichkeit, noch der Sprache schont, er- 
grdfet das geheime Leben der Natur und des mensdilichen 
Geistes, schwelget in der Wundersamkeit des Mittdahers und 
entschleiert die Umtriebe der Leidenschaft; er ist glmcbmlla« 
rig Meister im lyrischen, riegisofaen und dramatischen Tone, 
in der Sehilderung und Ersählung, fast immor io knunpfhafte 
UebeKspanauag übergehend. Des fmohtbarsn Pichteif lo- 



Grosa-BritaimieiL Drama. 299 

EnOügms^m (CbUda Haii»U'« pilgrim^ge 1812; dar 
C^nar; Manfreds AfaMjipa u* s« w»; dor unsittliche Don Juan 
1819. 2. 8 u, g. w.) werden in Rücktiebt auf Bildnerey, Be- 
iesuon und Sprache ven stimmberffehtigien Kuostkennerii 
angestamt: Wodca. h. 1B15 OL 8.8« Lps. 1818. 7. 8; Frkf« 
a. M. 1826» 8* Vgl» Letter« and Journals of L. B* with no-» 
tkes of kia lifo puU. by TA. Moore, h. 1829 f. 2. 4; B^s 
Wtike heransg. v. Adrian. Tb. 1. B's Ineban. Frkf. a. M. 1830. 
III» Das englische Drama edueU selbsts tändige Na- 
tieatlifat und wird, wie daa Spanische , dem es in rascher 
Vdleodiuig lange vorauf dlte, mit vollem Rechte als ein ro« 
mandsdftes bezeichnet, d. h« es erhob sich über die Gränsea 
dem geseCilieh ahgeschlesflenen Kunsikrwtes imd nahm die 
Fdle des Lebens mit allen seinen bauten Mischungen der 
mannig&ltigsten Wirklichkeit und mit den wundersamen Be- 
ttrabangen unbefriedigter Sdhnsocbt in sich auf, Ernst und 
Sdherx, die Elemente des Epos und der Lyrik, der Elegie 
und Sa^rra in einander verschmelzend, immer nachgebend der 
freyen Schopfungkraft der Phantasie, dem Drange der Ge* 
ge nw s r t und der Vorliebe für Heimathiichkeit und Volks« 
thinlidikMt. — Die Mystericai, Miracles, aus welchen die 
gesriddiflicbeii Schauspiele und Tragikomödien hervorgingen, 
uad dia Moralitftten, wdche in den Maskes lange fortdauer- 
ten, die Zwischenapiele, Interlndes, und Schwanke, Entertain« 
meafts, waren nadi französischen Vorbildern gestaltet und 
b^aopfeeleii sich bis in die Mitte des XVI Jahrb., in einsei- 
aea Erscheinungen noch ISuger, Sie dienten cur Belustigung 
des Hpfea; unter Heinrieh VIII leitete die Gefährlichkeit 
f 1533], bey iheologisehes ^^Itung und Unentschiedenheit des 
Zeitalten religiöse Gegenstände su bearbeiten, den dramati- 
schen Ciaadmiack auf dte Weltliche hin. In JR. Wever'» Mo- 
laBiftt Lnaty Juventus (b. Bawkint T. 1) kündiget sich der* 
Debergang su diesem neuen Tone vernehmlich an und /• 
Begwood (s. oben S. 279) dramatisirte drollige Ckaraktere 
und aatyrische Possen, die in offenem Gegensatze mit den, 
meist religiösen Mysterien stehen. Anf kurze Zeit gewannen 
imter Maria die Mysterien wieder die Oberhand. Mit der Re- 
gierung der K. Elisabeth begann eine allgemeinere litt. Reg- 
saaaJcmt; die Werke der alten Classiker, zum Theil schon 
buige Q. immer liSafiger übersetat und liebgewonnen (Teren- 



300 Gross-Britanmeii. Drama. 

tiits 1520; T. lt. Btrnwrd 1598; Piautas Menaeclimi 1520; 
1595; Seneca Oedipus von Alex. Neymlle 1560; Tragödien 
8. 1561; 1581; Euripides Jokasie 1566; Iphigenie 1609 n. s. 
w.), verbreiteten sicli in der Lesewelt; die Freode an Utte» 
Tatar and Poesie ging vom Hofe in die gebildeteren gesell- 
schaftlichen Kreisd aber ; die Königin, der Hof and das Volk 
fanden an der B&hne Vergnagen ; dramat. Spiele wurden auf 
Universitäten und Schalen herkömmlich; es entstanden viele 
Schauspielhäuser (von 1570, als das erste in der Dominicaner- 
Strasse sich auftbat, welches von Shakespeares GiBsellsdiaft 
160^ gekauft wurde, bis 1629 belief sich ihre Zahl auf 17; 
das berühmteste darunter war der Globus, erbaut 159|, di- 
gebrannt 1613, erneut 1614) und Privatthetiter ; das Gedeihen 
der dramatischen Kunst war entschieden und die Kchtang 
derselben auf vaterländische Geschichte und Nationalinmng 
des aus der Fremde eingeführten Stoffes, bey aller Achtung 
für classisches Alterthum, wurde vielfach beurkundet. Die 
beiden ältesten Denkmäler des neu gestalteten dramat. GSe- 
schmackes sind: dasLustsp. Gammer Gurtonsneedle [1560] 
in Alexandrinern, eine derb witzige Posse aus dem häusli- 
chen Leben (b. Dodsiey 1 p. 123 fl.) ; und Saiväie'» (S. 281) 
antik romantisches Trauerspiel mit allegorischen Chören Gor- 
boduc [1563] in reimlosen Jamben, dessen Stoflf aus der alt- 
brittischen Gesch. entlehnt ist. Geschichtliehe Schaospiele, 
gemischt aus Tragischem und Komischem, oft im Novdlen- 
tone, meist in antiker Kunstform, aber ohne bindende Regd- 
mäsngkeit, überhaupt roh und unbeholfen, nicht arm an kräf- 
tigen und geistreichen Zügen, waren die gewöhnlichen; einige 
der bekannteren dram. Dichter aus diesem Zeitalter [s. 1560} 
rind ausser dem beschwerlich < prunkenden John Läig (s. S. 
2S1) und dem geschmacklos schauerlichen TA. besten ^ der 
wackere Rieh. Edwardn [geb. 1523; st. 1566], der gelehrt 
gebildete, des Sinnes und Glaubens des Volkes kundige, 
phantasiereiche, abentheuerliche Robert Green [geb. 1550 f 
St. 1592] und Oge Peele [st. vor 1598] grossartig und der 
Sprache Meister: Works: L. 1828; by Tynohiit L. 1829. 2. 
8. Ausgezeichnetes Glück auf der Bühne machten die wun- 
derbare Sage von dem Pater Baw, Arden von Feverdiam, 
der Flurschütz von Wakefield, der Kühler von Croydon nnd 
die (von 2%. Skyd fortgesetzte) Spanische Tragödie, deren 



GrMfl-Britantaien. Dram& 301 

Verfasser unbekannt aind. — George Qaseoigike [st t577] 
ein guter Liederdichter, übersetzte mehre Griechische Stucke 
(Emipides Jokaste in reimlosen Jamben 1566) und prosaisch 
Ariosto's Verwechselungen in das Eogüsche: Whole works. 
L. 1576. 8; 1587. 4; vgl. Westone metrical life of G. G. 
Biistol 1815. 8. — CArütapier Marlawe [st. 1593], von dem 
^ UebersetzuQgen des Musaeus, Coluthus, der Ovidischen 
Elcgitn und des Lucanus, schöne SdiSÜBrlieder haben (in Spe* 
ctmeBs of the early engl, poets. L. 1790. 8), dramatisirte va* 
terJändiscbe Begebenheiten, Wundersagen des Mittelalters 
(Favgt) und charakteristiche Familienauftritte und zeichnete 
achdnreh gnt gehaltenen Dialog aus: Tr. of Dido. L. 1594. 
4; Edward II b. Dodiley T. 2; Works. L. 1826; by 7yr- 
whm 1829. 3. 8. 

Unter diesen Verhältnissen erfolgte die eigen thümlich 
herrlidie Gestaltung der dramat. P. darch William Shake^ 
qfemr (Shakspeare) aus Stratford am Avon in Warwickshire 
fg^. 1564; St. d. 23. April 1616], welcher, um der Bestra- 
fung for (in einer komischen Ballade besungene) Wilddiebe- 
rey n entgehen, den yäterlicfaen Wollhandel aufgab und 
[1584] nach London floh, hier mit. dem Schauspiel in Ver- 
bindong kam, bald die Buhne betrat und nach ernsten Stu- 
dien adi als Schriftsteller [s. 1589], vielleicht zuerst durch. 
Uebemrbeitnng älterer. Schauspiele (Tit. Andronicus; Th. Crom- 
^eU; ^ John Old- Castle u. s. w.), auszuzeichnen anfing. 
Die, donli Bewunderung der Nachwelt fast unter allen Him- 
meksfrichen gerechtfertigte Achtung der Zeitgenossen ver- 
mehrte sidi mit jedem Jahre in rasches Steigerung; mit den 
besten Köpfen der Hauptstadt war SA« in enger Verbindung; 
die Konigin ehrte ihn; mit. einem während s. Theaterdirection 
erworbenen betrftchtlichen Vermögen zog er sich zulezt [n* 
1610 ?] in das .Stillleben s. Geburtsortes zurück und schei- 
net die lezten Jahre seines, für die Kunst unermesslich frucht- 
baren Lebens in ansprucbloser Häuslichkeit zugebracht zu 
haben. Si. hatte beseliränkte Kenntniss der alten Sprachen, 
so wie der französischen und italiänischen, studirte die Werke 
der Claznker und Novellensammlungdn in Uebersetzungen, 
war vertraut mit der vaterländischen Geschichte (HoHn^ked's 
Chronik hat est oft wortlich benutzt) und Litteratur, beson- 
dera wirkte SakviUe's Spiegel stark auf s. Bildung ein ; nn4 



902 GiMt^Britaniden* Dnma. 

er eignete lieh eiBeh reiehen Vorrafli von SadikemitiiisKQ 
und Erfahrangen fiber WehgAng und Me&scheirieben so, die 
seine Pbavtatie mit dicbterischer Freyheit beberrsebte ; er er- 
kannte keime Regdi und kein Master an. Der EinflasB, wd- 
eben das Zeitalter onf seine Stimmung und Ansicbft batte^ ist 
wohl zn beachten; noch war der Geist der Ritterthnms nicht 
ganz entwidien, der Bilrgerstand im sehwankendM W^den, 
feiner Anstand und rohe Kraft, sich entwickelnde BildaDg 
und tiefgewnrzelte Unmtindigkeit des Geistes bestanden neben 
einander, das praktiscbe Leben war mit mannigftioben Fer« 
tigkeiten, der Verstand mit Tielerley Wissen bereitebert, der 
Wiu in Uebung, oft muthwilUges, oft unzeitiges Spie! trei- 
bend, Vernünfteley und Pedanterey nidit selten. So stani 
der grosse Mensch, begabt mit scbarfem Tiefblick und siche- 
rer Beobachtnngkunst, semer sdbst bewusst, von Ahnongen 
eines in sieh selbst erstarkenden Glaubens dea Geistes mid 
von heiliger Sehnsucht nach dem Höheren in das Gebiet des 
Idealen getragen und doch mit seinem historisch poetischen 
Sinn an die Gegenwart hingegeben, auf der Grinsscheide 
zweyw Zeitalter, die grossartige Kraft des AGttelahers erfas- 
send und hinbUckend auf die sich gestaltende u* mit reger 
Bewegtiehkeit M geUeterisoher Alieingültigkeit heraMitre- 
bende Zukunft; die Naturgesetze des herrsdienden Zel^istes 
offenbarten sich dem geweiheten Seher. I>as hi s* l^eehsd- 
haftigkeit schwer ergründbare Geheimnis^ des monsi^chen 
Gemüths schloss sieh ihm auf; die Rftthsel der gegenseitigen 
Wirkung des EigenthüfmMehen in aHen Widerstrebmgen und 
Eittklängei) wurden gelöst; der Seelenmaler veredrperte das 
innere Leben , vermählte daa Sichtbare mit dem Umncbtbaren 
und verwirrete in kunstreichem Phantaslespiele die Töne der 
Well, un» ibre Harmonie wieder herzustellen. Er widlet mit 
überlegener Genialität über den gesammten Rrichthum des 
Lebens, wie es in Vergangenheit und Gegenwart abgespie« 
gelt ist, umfasset alle smne SehSpfungen mit gleicher Liel^e 
und will nicht scheiden, was dio Natur verbunden hat; da- 
h«r verschmolzen Ernst und Scherz, Gutes und Böses in ein- 
ander und die Wirklichkeit scheint überall im Kuns^bilde 
durch ; die geistige Lebensbetrachtung versbanficht sidi in der 
Handlung ; das Wort wird Ausleger des mit dem B^|riffe rin- 
genden Gefälles. Oft bricht Ironie, selbst im Sdimeise darcb. 



GtoM-ftitaflHiieit Drama. 30^ 

fa ti^€Miag uppi^ti Viltireft, iodk nie atf Kosten der 
MaKUkUieit, wird ntckfr gehemmt. Seine Sprache (ygl. 
7«Mi ii Solgef'9^ Sehr. 1 S. 344 f.), ans dem Lehen entnom- 
MO lud vi<d Veraltetes enthaltend, ist überaus reich, gross 
nj urt, kriftig and anmothig, wnrdig nnd Tolksthumlich, 
ÜNnS asgeniessen utid Bitndig; die Prosa hat durch ihn sn- 
eifiKintgeBtril gewonnen; sie wechselt mit meist zehirfns- 
^ in SchkuMneOen oft gereimten Jamben, nach Verschie- 
d«BleJt der Stände, Charaktere, Lagen und Yerhfltnissey 
Mau, sdhst in Unregelm&ssigkeilen , die Eigenthümlich- 
Ut da Redenden ansdracks%'oll versinnlichend. Die Schau* 
ipde (3S---37 ; fiber die angeblich unächten Schlegel S. 22» 
IL', Ihm 4 S. 299 f.) lassen sich in vier Classen ordnen : 
Tittibfiieh - geschichtHcfae von Johann bis Heinrich VIII, 
TOfl foct Heinrieh VI in 3 Abth. [1589] das «älteste zu seyn 
sckanct, aa welches sich Richard U u. d. f. [1596— 1598 J 
3«Uo8wo; Trauerspiele, unßbertrefflich gehaltvolle Seelen-* 
?«DäUe, Remeo n. Julie (1595 s. Tieck'i dram. Bl. 1 S.237), 
Hialet (15%; ygl. Qothe W. 19 & 72 f. 157 f. 165 f. 174 f. 
IWt 0. tieek dram. BL 2 & 58. 127. 160.), K. Lear (1605 
&IlMdrani.BL2 S. 35), Macbeth (1606), Othello (1611)^ 
Im tr. Athen, die romischen Heldenstficke ; Lustspiele, die 
losdpD Weiber t. Windsor (1598), der rührende Kaufmann 
m Yaedig (1598) n. a.; Märchen, Sommernachtstranm' 
(VM), das Wintemiärchen, Cymbelin u. a. Die 2 dicht. Er- 
^tnps, Venus and Adonis (199 sechszefllge Stanzen 1593) 
^ Ae mpe of Lucrece (265 siebenseilige Stanz» 1594) 
^'^'^im in schöner Sprache anischaulich ; die Lieder und So^ 
^^ (1€M) rind zum Thefle meisterhaft und haben auf die' 
^<^e des Diditers eine nähere Beziehung: Comedieff, 
^^ tragedies (mehre einzeln s. 1600). L. 1623; 1632; 
**; 16». F.; Works herausg. r. N. Rotee. L. 1709; v. 
^ ftpe 172»; V. Theohald 1733; v. *Th. Hanmer. Oxford 
^H 6. 4; ▼. ♦ir. WariuriM 1747. 8. 8; •v. S. Johnson 
e^ö. 8, ») TOd »e. Sieeveni (1766. 4. 8) L. 1773; 1778; 
^785. 10. 8; 1785 ffl. 76. 18; *1793. 15. 8; *v. Edm. Ma- 
*•»« 1790. 11. 8; V. Aiftcough 1790. 3. 8; •r. J*. Reed 1803; 
^^13. 21, 8; Irom the text of Sieeven9, -with a sekction of 
*«es. L. 179T; 8. 12; Lpz. 1804 SL. 16. 12; HdA. r. C. 
^Hner. Arannaehw. 1798, 8. 8; L. 1818. 7; 18; The«aur«i» 



304 Grosfl-Britamiieii. : Drama. 

Shaki^earianiig. Lpz. 1830. 8 u. yiele a.; Pr. Aosg« m. 100 
K., von J. Boydell u. /. NicoL L. 1791 ffl. 9 F.; ins Teaf- 
sehe übers. ▼. Wieland 1762 n. Eeckenburg 1775 ; 1798. 13. 
%\*\. A. W. SchlegeL Berlin 1797 ffl. 9. 8 fortges. y. L. 
Tieck; V. *Ph. Kanfman» 1830; *y. J. H. Vo$$ n. 8. Sdh- 
nen. Lpz. a. Stuttg. 1818 ffl. 9. 8 ; v. J. W. 0. Benda. Lpz« 
1825. 16. 16. Vgl. Francis JDouce illustrations on Sh. L« 
1807. 2. 8; ^Nathan Drake Sh. and hi& time«. L. 1817. 2. 4; 
Rowe XL Mahne vor d. Edd. ; J. J. Eichenburg üb. Sh. Zü- 
rich 1772; 1787; 1806. 8; Altengl. Theater übers, v. L^ 
Tieck. Berlin 1811. 2. 8; *A. W. Schlegel Yorles. 2, 2 S. 19 
ffl. u. ""Solger in Wiener JB. 1819 B. 7. S. 116 ffl.; Fz Barm 
Erläuterungen. Lpz. 1822. 5. 8. — Unter Sh'f Zeitgenossea 
erfreuten sich TA. Middleton^ Th. Decker^ Will. Rowleg, 
Anthony Breteex (Canut), u. a. eines grossen, doch vorüber- 
gehenden Beyfalls und wurden durch den hochbegabten Mei- 
ster zur Nacbeiferung ermuntert. Bedeutsamere litt. Wich* 
tigkeit haben : Ben Johnson aus Westminster [geb. 1574 ; st* 
1637], gelehrt und kunstgerecht, SV» genialer Naturfreyheit 
gesetzliche Regelmässigkeit entgegenstellend; s. Lustspiele, 
meist se^yris^h (vorzüglich Fox, Epicene i;ind Afchymist), 
zeichnen sich durch wackere Charakterzeichnung aus; steifer 
«Sind die im alterthümlichen Style gehaltenen, 'tragodien, sinn- 
reich mdlire Vor^ und Zwischenspiele und Masken; die Ge- 
dichte (darunter „God save the King^' 1607) sind alterth. Mn« 
Stern nachgebildet: Works. L. 1640. F.; .1716. 6. 8; bj P. 
Whalley. 1756. 7. 8; by W. Oifford 1816. 9. 8; mit Bean- 
mont u. Fletcher. 1811. 4. 8; Francis Beaumont aus Lan- 
castershire [geb. 1585; st 1615] und John Fletcher aus 
Northamptonshire [geb. 1576; st. 1625] arbeiteten gemeia- 
schaftlich, wie damals von Vielen, auch von Sh, geschah, 
51 Schausp. und ausser diesen hinterliess jeder eins, das ihm 
ausschliiBsslich gehört, heitere Komödien, gelungene Tragi« 
komödien und kalte Tragödien; romantische Regelmä^sigkeit 
herrschet darin vor, die Anordnung ist auf Wirksamkeit ge-» 
schick^ berechnet, die Charakteristik ansprechend wahr, der 
Ton oft frey und derb, die Sprache schön: Works pabl. hj 
J. Sbfrley 1647 unvollst.; 1679. F.; by G. Colman 1750; 
1778; 1780. 10. 8; *by iT. Weber. L. 1812. 14.8; m. John- 
son; t. V. C. Ln Kan$iegiesser. BerJL 1808 fl. 2. 8; George 



Grosa-Britanni^i. Dramas 305 

*■ 

Chmpmn |geb« 15S71 su.l634].9. Uebcjrseifc^ef der Homeri;- 
scheD Sias und Odyssee (1598; .1611) und desHesiod (1618)^ 
wiikle nur Yeredelang derSj^rachey, des Dialoges und des 
gaostn dxsuaat. T^nes mit; dcf düstere John WebsUr; der 
feurig kräftige Jokn Mar^u,\fit. xu 1633]» befreundet mit - 
Shakttpear und Ben Johnson; auch alu .SatyriJker Jbeiner- 
kensverth: Works hj TjfnchtU. 1829; $.;«Joibi Ford au« 
Deroodiire fgcb. 1586; st. 1j. schöpfte -seine Stoffe ans itar 
liäoicdiea NoveUeo und ^us der Zeitgeschiekte^ reisst auf 
Tbeiloahme , hin und stellt die Gewalt der Freundschaft und 
Liebe lebendig anscha^li.ch dar; ^ie Ansichten Toa Welt und 
Menschen haben yiel £igei)|lhufilj.«bkeit, di^ SpracJl]ie oft kühne 
Neuheit; manche seiner Verse sind dunkel; Pram. worka by 
H. WAtr. lÄU. 2. 8; ^.not^s by W. G^ord, 1827. 2. 8; 
the pbgp. 1829. 6«. 8 ; Rieh. Brome [st. 1652], Zögling und 
Nacbahiner Ben Jothnspn^s^ witxig lai^nig, glücklieh in der 
Anlegung der Fabel und in lebendiger Zeichnung der Cha* 
rattere: five new plays 1648} five other.new playa 1659. 8; 
Fkiiq^ Massi»ger > WA» ,^fash^rf [geb. 158r5; st. 1669); legt 
s^ne Plane regelmässig ap iind ist eiaer kräftigen Sprache 
mächtig; nnter 8.,17 Schauj^pielen gebühret den Tragödien 
und Tfl|g^oinodie|i der Vorrang: Work«* L. 1761. 4^ 8; by 
W. Müsmi. L. 1779* 6. SJ «by W,. C^iffiord^ L. 1806; 1813. 
4. 8; James äAir/^jf [geh* 1694; st. 1666] bajkta dramat Tact 
und var gluddicher im Lustsp. als in der Tragödie: the 
playa and poems by W* Gifford, 1829. 6. 8 ; iron Milion und 
Demiam oben S. 283^ 

Der Haas der frompien Finsterlinge gegen . das Schair«> 
spiely welchen nur gewaltsame Maassrege\n in Schranken ge^ 
halten hatten (des schmähsiichtigen Fanatikers W. Prynne 
Histriomasl^x. L. 1633. 4 ^war Tom Henker yerbrannft wor- 
den), brach bey dem Sturze ,der Königlichen Macht [1648] 
ungestüm hervor; die Schauspielhäuser wurden geschlossei^ 
als Ananahmen .nur sittliche Darstellnngei^ und musikalische 
UaterhaltoDgen erlaubt; die dramatische Lust, auf einigeii 
ritterlichen Landsitzen im Stillen gepflegt, war Kennzeichen 
rojaliatiscber Gesinnung. Mit der Wiederherstellung der K, 
Begienuig [1660] wurde die Buhne in ihre alte Rechte ein- 
geselat und gewann an allgemeiner Wirksamkeit und an 'At^ 
serem Glänze« William Davenant [geb«^ 1605; st/ 1668X 

H »cM«r IIB. d. LiU. G«Nch. HL 20 



306 (tjross^Britamifeni Draifia« 

welcher ifi iet i^fth^kAnwt\ien Zeit 416 Etitli^^titig in 
SehaiitpUles durcli ititlglkAlUche ÜtUe^hldtafigAn Inlt ^ramaü* 
«^em GeüaDg gömilä^rt iitid au die Entstehung der Opfer ton 
lierettet hatte, fibertiahm die Lätailg dea Hüftheatetft Itt Rot- 
laildhouse, yet vetlkonlnnretÄ daft Mechaniiibhe und beMtzti fit 
aenat Voti Kniibeti datgeatellten weibRchto Rotten mit FraueB^ 
ÜBiniefn. fieine ^chtetiache Leiatiingteh Waren unl>edeateiid; 
«r befleißigte sich in ü. safalreicheil Arbeitet! ein^r fransSa- 
teüden Corr^ctheit, a« dereh BegQhstignng aaeh die von Cd- 
fü^rtlie Pkilipi [geb; 1^31 ; st. 1064] besorgten UebenetznB- 
gtHl dniger CörheilleHiih^t TrküeHijpiele beigetragen Imbeii 
«i5geti« Die Regiemng, übeHianpt dem öffentlichen Iniiikf 
md jlen ihh veredelnden fefiftsten j^eneigt, l^orde dbtch Ge- 
Ij^DSats ihrer und der repnblik. Ansichtan und Maassrigelii 
■am Sciiiitte der Natlonalb&hne bestihinii Die Zübl def 
Schaüspielhftdiiei^ rermehrte sich in rascher Steigemng; unter 
den Yontuglich Irerfehmt geWöi-d^heh sirid das ron TenDi^ 
Cburt iil Lincrflni'i^n Ftelds [1695], seitdem es vöa BtifnteM 
tmd Cong^etre geleitet wa#d^' fand die' in Drafylane, avf dem 
Bajr-^Mai^et und in Covent-Garden die b^m^k^ntwertberen. 
Die dramatischen Diehtei', nach TeratlrtedendfrtigeR Rick* 
fangen ihr Kunstkiel verfblgend, Vek-mehrfen sich hit gleichem 
Verhältnisae mit der neu belebten l^betlnahme ites PstflieomS; 
der aöhdpferischeti Herrlichkeit des unerreichbai'eh MmatUt- 
dien Vortnldes haben sicli nnt Wenige genfthert; die Melir- 
hmt tat in ihren fieati^bütigeh dM^ch at^aAgvoIle Abrithtlitb- 
keit oder durcli Zeitgeschmack bestimmt Virordett; ntAheln 
aisd bey seltenen Anlagen an keinier k&nstlerisch-reifea Darch* 
bildang gelangti ti^mafiHway aua TrotAn in Bassex [g^ 
f^l ; St. 1689] iM Von wenig gebildeter, daher harter Nanit^ 
kraft beaeeif, aber n Agleich, in a. Kunstwerken, deren Anlagt 
loft fehlerhaft Mef tiichlH^sig i^* in den Trauer^ielen^ voM 
,wclehon sich das bürgeriiche, die l^aise (1680), und das b« 
rtiache» das geHitfete Venedig (1B85), äüf der Bflhhe etbsH 
lifilben^ dfltenbfavet sich tiefes Gefahl, das Lisb^n der Lei<l< 
•ekail wird gfbH Teranaefaaulicht , der ^ednelrisi^e A^i^ 
muMtiwiti die Laütspiele, reich an Will und Laane, n 
lotsen oft den gesellschaftlichen Zartsinn: Rays. L» <757* 
la; 1768. t. 12; «worka pttbl. hf 1%. nof%tok: L. 1S13. 
t. ^ Nmihim Let [gab. 16S7i st. \WS\ bildete sich, obi 



Grosi-Britannieni Drmma 307 

^^^^^^tndigkeic atifKuopftbrn, Aaoh St. nni Ftefehert 

^ tlflsii Ärt!^*'** grossen Theitet alterchfimliche Stoffe da»* 

^'^^'j n **•■* großartige, oft in wilde Uebertpannmig aiuN 

■«<•" JJ!%*terang: works. L. 1784. 3. «. ~ JoAn AmAt 

C«^-f'^^i<lraniati8irte Unfälle der Grostta aad Maehligeo» 

^^"^ **icfcend von geschichtlicher Ueberlieferung, vidi 

üimmnil aber u. Easex (1682) s. Ltsiing Dramat. 2 & 

12 1 ^ Orgien (S. 285) , dem Relmveree leicht entflossea^ 

gab oM gehaltlosen Ton an und arbeitete, sprachlich gat 

Bad nkkt ^e einseifte gelungene Zfige, im Ganzen eben uo 

uhask idi dürftig; den Spott, welchen X SkeJUld Dake of 

BudiMflmihite (vgl. oben 8. 286) im Rehearsal reichlicii 

«Wt ibi Msgoss , hat er von Reehtswegea irerdient; and 8i 

Nc&aiklikr TA. SkmätoeN [geb. 1640; st 16%] ist ihm, hef 

sonit feHkrlAktem dichterischen ^Yerdieniste, in launiger Na^ 

IQriUibit ilchtbar Oberiege«: Dram. works 1720. 4. 12. -^ 

Vrajest an wurden Tragödie and Komödie streng ab^ 

g^sMihrt ton einander gehalten ; die leztere , der Wiederib 

29elMb d^ othntliefaen fiitten des Zeitalters n. damit in aidi 

seUitt miiiiigfaltig^ nad lebendiger, wnrde in Prosa, utiv««^ 

hSliiieiMg glöeklioher als die T#., meist In anregelmttsn«* 

fr^nKttilMyle, oft mit aasgelassener, der Zficbtigkeit and 

dem AtMaides wenig eingedeokter Lustigkeit bearbeitet. Mit 

V^lrpbig des Qewrge Stikerege [geb. 1636$ st» 1690], 

^*^ Mr dliutreuen Sittenmaters dev verdorbenen vomeh« 

Mcii W«k, der kenatnissreicheta , nicht selten leichtfertigen 

AjtkuBBk [st, 1686]: Plajs, Histmries and. Novels 1724. 

4ä »iH VIII. 17U, iU 8; «Mid der natürlich heiteren, aber 

^^Mb feUipferigen Smemnue Cemiiwre [geh« 1667; et. 

''^J; Works 1760. 3. 12 u. a. wird aufknerksam gemacht 

«■f : flew;^ F(sr jdkir fgeb. 1678; st 1707], geistreich^ ge- 

*^'t, Tidseitig, gefldlt in s« 8, Jen Anstand verletzeodeiiy 

''■"i'kiiifci lad trefflich dialogisirtan Laatqiieien durch ge«> 

^Mch etwas derbo Listigkeit «und naturgemSsae Charali» 

i ^ifaaaag: PI. Ed. VIIL L. 1742. 2« 8; 1772. 12« ^. tVO- 

f ^ l^yeherlen [g^- 1^0; st. 1715] k4inirfk^ und keMlilta 

' Wtilss Hellte, «eichnet SiUen mit sidHMer. Hand und im 

1^ Vtowiikelaogea gescbicki an, bt heiter «bne grdhai« 

^diahkeit «iid tfelffk den gaachH ffurwen Welt tön { Coma^ 

^1712, ft; Mlacail# fotsma 170«. f«; tha posthamous worka^ 

20» 



308 Gross-Britannien. Drama« 

L. 1728. 8; Plays 1735. 12. —John Vanhrugh [st. 1726] 

ist erfinderisch, massig zweideutig und bezweckt sittliche 

Wirksamkeit; er yerstcht die Kitnst, ewiefache Verwickel* 

ungen mit einander zu verbinden und dialogisirt gut, haafig 

etwas breit: PI. L.1719; 1734; 1776. 2. 12. — miUamCw- 

greve aus Staffordsbiie [geb. 16ti9; st. 1729], als Lyriker 

dn^ch die Cantate auf den Cäcilientag am bekanntesten, legle 

in das Komische m^r Feinheit und bezaubert durch hniuQ- 

thige Leichtigkeit der Darstellung, epigrammatischen Wi(i 

und schöne Sprache; s. old Bachelour (1694) und love for 

love (1695) gelten als classisch; das Trauerspiel themooroing 

Bride (1697) brachte grosse Wirkung hervor; auch für <lic 

Oper hat er gearbeitet: Works. L. 1710; 1753; 1788.3.12; 

«Birmingham 1761. 3. 8; J. 29; JB. 56; A. 7. — Bickri 

Sieele aus Dublin [geb. 1671 ; st. 1729], Addison*s veruaa- 

ter Freund und durch Zdtschriften mächtig einwirkend auf 

die geistige Bildung des Zeitalters, suchte die Bühne xurSit- 

ienschulc :»u gestalten und verfäUt oft in einen predig^thafteo 

Ton : Dram. works. L. 1761. 12. — Eben so wenig Im 

der Schauspieler Colley Cibber au» L. [geb. 1671; st. 1757] 

«ine höhere Stelle unter den drani. Schrifutdlern in Anspruch 

nehmen; er hat sich nach Vanbrngh gebildet, ist ohne koi 

mische Kraft, hält auf Begelmässigkeit und weiss die nicbl 

allzu spröden Zuschauer zu unterhalten : PL L. 1721« 2. 4j 

1758. 4. 8 ; 1777. 5. 8. — Ueber H. Fieldmg s. Wien di! 

Gesch. des Romans« — Die beiden grössten Schauspieler dei 

XVIII Jahrb. schrieben Schwanke ; der kaustische Soiis^ 

Foole [geb. 1719; st. 1777] satyrisch-homoristische Charaki 

terzeichnungen, mit naher, oft persönlicher Beziehung auf iii< 

gleichzeitige Wirklichkeit : PI. L. 1778. 4. 8; 1797; «09 

.2. 8; t. Berlin 1796 fl. 4. 8; vgl. W. CooAe Memoirs oi^ 

F. L. 180^. 3. 8; David Garrick [geb. 1716; st. W^] 

Shakespeares begeisterter Verehrer, schilderte Thorheiten wil 

satyrisdi in belebten kleinen dramat. Spielen: Dram. ^vorki 

L. 1798. 3. 12; Poet. w. L. 1785. 12; vgl. Tk. Daviet Men 

of the lifo of D. G. L. 1780; 1808. 2.. 8; t. Lpx. 1782. 2 J 

A. Murphy life of G. L. 1799. 8. — 0. Goldmiih & 294. i 

George Colma» [geb. 1733; st. 1704], Uebers. des Tere^ 

(L. 1764. 2. 4) , einer der beliebtesten Komiker seiner Zej 

welcher Voltairey Schottlädderln mit aiigemesseMa Veräi 



Gioss-Britannlen. Drama^ 3£>9 

R 

deiungcn im Englischen Kaufmann (1767) fibertrug, brachto 
I^ignisse aus dem FamUienlehen auf die Buhne, welche ohne 
bodi-koinischeg Salz und ohne den Anstand zu beleidigen, 
LoterhaltaDg gewähren: Dp. works. L. 1777. 4. 12; vgl. 
SoBe particolars of 6. C. wr. by himself. L. 1796. 8 ; auch 
«• S. Qge C. igt als Vf. mehrer Lustsp. u. Opern bekannt. 
— ^idard Cumberland [geb. 1732; st. 1811] hat Weiter- 
fabnisg und Mcnschenkenntniss, welphe in s. lebendig treuen 
^UeBgeniäldea unverkennbar sind; unter den Lustsp. steht 
iei WeMtiniier (1771) in allgemeiner Achtung; als Tragiker 
Aa^ «r weniger geleistet: Posthuraous dram. works. L. 1813. 
2.4 11.9; Mem. wr. by himself. L. 1806. 4 u. 1807. 2. 8. -- 
ArAn Murphy [geb. 1727; st. 1805], Uebers. des Tacitus 
(1793), arbeitete fleissig und immer Correctheit erstrebend, 
für dieBiili&e, auf welcher sich die chinesische Waise (1758) 
erhält,* t Lustspiele haben entschiedene Vorzüge vor den 
Tragödien: Works. L. 1786. 7. 8. — Richard Brinfley SAe- 
Ti^« au Doblin [geb. 1752; st. 1816], der berühmte Parla- 
mentaedaer (s. d. 21. Nov. 1780), zeichnet sich als witziger 
KovikfraQs: the Rivals 1775; St. Patrick's day 1776; the 
Tfip «rSearborough 1777; *the school for scandal 1777 j the 
Caap 0. the Critio 1779; S. Singspiel the Dnenna 1775 ist 
nädtft der Gay 'sehen Bettleroper das gelungenste unter den 
engliicben: The (dram.) works. L. 1821. 2. 8. Vgl. Memoirs 
by Ti.Kooff. L. 1825. 4; Zeitgenossen 6 Ahth. 2 S. 131 f. 
— Joit hf^oyne ahmte in der Erbin (1786) den Diderot« 
.Nchen Daosrater nach: Dram. and Poet, works 1808. 2. 12; 
zn ^ erfreulicheren Erscheinungen gehöret John Tob%n^$ 
[^. \m] Honigmond 1805. — H. Cowley^ Eli9, InchhaH 
u. n. a. 

0er tragischen Dramatiker und viele ; aber nor von sehr 
^cugeD ist die zum lebendigen Genuss bestimmte dffentliche 
'init bereichert worden. NiehoIa$ Rowe aus Devonshire 
[;ei>»]673; st. 1718] sefaliesset sich an Shakespear an und 
'<< Ulf keine andere Regelmässigkeit bedacht, als welche mit 
^B l^ster sich vereinbaren lässt ; die Handlung ist be- 
Utjdai Pathos kräftig, die Sprache schön, weniger genügt 
^eChanikterseichnung; Tamerlan (1703) erhält sich in amt- 
"clier Herkömmlichkeit auf der Bühne. Unter s. Gedichten 
^sden sich trefBiche Lieder und s. Uebers. des Lqcan (1720) 



31p GMSS*-Britaiimen. Drama« 

wird ia Ehren gehalten! A. i2; PL L. 1728. t. g; 17G4. 1 
12. — Addüo» rhetorisirt froalig; Comgreve oben £308.- 
Dee schmnckreieben B/ijaA FenUn [geh« 1683; flt 1730]: 
MfiFiatune J723. 8; Gearg€ Lillo [geb. 1693; si. 1739] mo- 
mliairt In s. bürgerlichen Traueripielen, unter ^velohee der 
Kaufmann von London (1781) das berühmteste ist; die Sing« 
spiele bedeuten wefilg: Works. L. 1775. 3. 12; wiih Mem. 
of the author by Th. Davie». L. 1810. 2« 12. Mehr leistete 
in derselben Riehtung E. M^^re 8. 291. ^ ' iUterthamIkhen 
Mustern folgten ThomMon & 200. A. PhitippM , A. Bül )s, 
290, Yöung & 292, MuUet 8. 292, dlwer S. 296^ Skmik 
& 296, HaifUy. & 397 u. a. ; ihre Werke haben dichtensehe 
«nd spraobKche Vorxiige, eignen sich aber nicht fQr die Bulive 
iVid verlassen die, allein dauernden und voUwicbtigeo }^m^^ 
werth sichernde Bahn der Nationalität. -<- Des genialen Ire- 
iKnders Henry Unet [st. 1770] Gr. Essex (17S3) erregte 
nicht geringes Aufsehen; seines freysionigen Landsroaooii 
BeuTif Brooke [geb. 1706; sf. 1783], eines mnthigen Ver- 
theidigers seines nnterdrOiikten Volkes, durch Stodium Sliak»' 
spear*s genährte Talente blieben ohne reife AusbiMaBg; voa 
seinen dramatischen Arbeitiin ist Essex (1760) die vonSg- 
IMiste; Works 1778, 4. 8. '-^^fli&er/aad u. üfeir/iiy & 309, 
-«- In der neuesten Zeit haben unter aodeni yiel GUck gt" 
macht Bot. CA. Maturin ttertratn 1816 u. a. , Em. tan^^ 
Brutus 1819, /FJkiiela^ Am$li€ Clenienza 1823 u. s.w. 

Zum Singspiele; welches früher auf Zwisoheoipiek 
sein Daseyn beschrlinkte, brach Davenant (S. 305) die Bahn; 
es behielt etwas f^emdarliges, was Dryden [1676] um io we- 
niger xn beseitigen vermochte, weil die italiftntscbe Oper ge- 
rade damals ausschliesslich vom Hofe in Schuts gtnfmm 
wurde ; Kudi hatte er ui einer eben so schwierigeii ab od- 
dankbaren Unternehmung nichl mehr kunstlerisohen Beniff 
ah der später dasselbe beabsiditigende Addison. Vergeblioh 
war Cangreve'i (H. 308) ähnliches Bemihen. Nur G09 (S* 
287) und aAeriduf^(S, 309) gewannen die 5ffentlidie Siim«ie 
entschieden ftlr sich. Die übrigen Versuche von Si^eie, l^^^y 
iar, Fielding, Ch. Coffey, I». Bickenißff^ u. m. a. habaa <lae 
Schicksal vorabergehender ErsoheinunMn gehabt, denea ^^ 
Nachwelt nur ge$chichtiish bedingte l^dkutang sag^tf^l^^ 

Vgl. 3 8. «13»; Lßning fSkmmkX. BehCr 2» & 209 A; ^«^ 



%iA Vorl«s. 9 AMk % 9^ 1 ÜL r*' A V^i(^ Hiit« of tiHMitrt oT 
\mA99l md Dublin 4700 lo the (rei. tiipe. L. 1761. 2. \%\ fron» 
17fiO«q. 1772. 2. 12. ~ G. Lan^öainß Ace, of tbe Engl, dram. 
poeti. Ox£ 1091. 8; fortgei. in CA. Gildon comp!. Cfitalogu« 
J6M; 1726. &; J». £^Mie Bak^r ftt. 1767] Blo^phU dm- 
laH— «V th« coH^panloB to Ab PUj-Iimm cont Mcm. of all 
«ki itmm* «rilani Mi Qr. 6r, «iid IrelMid. L, 1704« %. 12; 
(mm. ▼. A. Re$i) 1782. 2. 8; (r. &\ Jojiet) 1812. 4 8. 

Sammlungen: it. Dodshyi Coli, of playi bj aneient aoth^n, 
L. 1744. 12. 12; ^publ. bj Joi. Re$d. 1780 f. 2.8; Otd plaja 
Iting 9L coneimiation of XKa coli. L. 1816. 6. 8; tke old en- 
gfUk Dramtt» a ieleoläoa of phy froyL the old Engt Df»m*- 
L. 189^ f. 8. — ßM Brit. Tboalra eonaUftiDg of tbe aiool 
eaffl. plajt. I.. 1776. 26. 12; 1791. 22. 18; t^' «^ 
minor Tk L 1794. 7. 18. — Et Incköald Br. Th. or a Coli« 
of ^Uya. L. 1808. 25. 18; Coli, of fkrcet. 180Ö. 7. 18 1 tbo 
modo» 1%. 1814. 10. 18. ^ Tk. Diö^ Lond. Tk. Coli, of 
Am moü oelokraied dram. piooaa. L. 1816 fl.lM. 12 m. K. -«^ 
IL CmmUrioMd Br. Drama or a ColL of tke moat eatoai||#d dr^lO« 
fradacdona iritk critique. L. 1817. 14. 18/ 

IF. Die knitttgeMlliae Prot a der Brfttea iat jnttg, Um 

Fm^ mmamgjbMgpt JfjBZ litu AttatfeDgongen ia WechaeU 

wklouig mit dem äSondichon Lehoa und noch jezt ini Fort* 

achrtflai kegiiflbik Im XVI Jdirh» wurde sie Toribereitet 

diarek UebeneUnagea* der Qibel und mehrev Werke dee dae» 

•iiciieB AlAeitkwiii^ wdcbe Imigeem Einflnsa gewannen ; ver« 

kerradiettd waren hreii verwiirte Bitlenromaae in unbeholfia* 

ner.kdb toH gemordaier Sptaelie. Dm Zeitalter der K. EK- 

saWik war fif den Anbau der Prosa nicht nnfnichtbar «• 

J09. Hm9kw9ad tfae Palaee of pleeeare, beantjffied, adorned and 

waH Anrisbed with pleasant historiea and e^cellent novels. 

L. U7S. a. .4; fftia. a. 4. Aiahre Rrfseberlehia der Seefah** 

rer^ genehlchtlidie und poütlaolie Flugschriften, noch wissemp 

«^nftKahe UntenatAiangen (t. B. von £d. WHglU li99) tra^ 

tcn im ncbEdUer, allgenuinTerst&ndlicber Landessprache, her^ 

vor, 4Be Staatsberedsamkeit fing an sich an eotCalteii, and FA. 

JWiny (8. 280) im Lebrstyle und SkakeMfi€ar (S. 301) im 

Dialny stellten Mastes aui^ welche lange «neireioht blieben« 

WmiHm» EalHgi [gek lUai binger. d. 20. Oet. 1«1S], ein 

angn m nh nter Diebter und um Erwdtenmg dkr Länderkonde 

ethc wflffdieni, entwarf mit stttKek edler Gesinnnag ein sinn» 

eallnm und beredtes GeiaSlds der Utecen Wehgeecbbshte (1614. 

F»),. wsldiee aimdcanmen sprsnbUehen Wertk hati ^^erbs by 



31 a Gron.Britaiuiien. Drana. 

». Birei. L. «rsi. 2. 8 ; xrlA acc. of bis Ufe bj *. AV 
pier. Edinb. 1814. 7. 8; vgl. ^. Oiyfay the life of W. R. 
L. 1804. 2. 4; Bekeantnisse merkw. Männer 5 S. 119 fB. - ' 
Unter den geachichtUchen SchriftsteUem in der ergten Hälfte 
des XVn Jahrb. siod in Hindcbt« auf Styl S. Dmisl (oben 

•lÜ^V' ■'' ^'^*S^» Est 1654J, der in s. Gesch. K. H«n- 
nch s Vm ri649. F.) darch nüchterne Einfachheit ansgracieh. 
nete Fffly4enker J^dtoard Herbert J^ord (^erburt/ [geb.l5$li 
St. 1648J, and dje Sehott^n JJavid Borne (Gen. Bist, of Sc. 
Edinb. 1617. F.X der geistrnob« warme William Dnaumd 
feeb. 1585; st. 1649] wegen s. vielseitig ireffliched Sdwu. 
Gesch. (L. 1655. F.; und J»hn Spotiwood [geb. 1565; st. 
1639J, dessen Gesch. d. Schott. Kirche (L. 1655. F.) in Au- 
«ehong dm Stoffes «od Vortrages gleich gehaltvoll ist, vor- 
saglieh, an beachtien. Joe, Bttll (&,.ft82) stand als Kamel. 
redner in Aehtang. 

Die folgenreiche Einwifkung der bfirgerlichen ünrnheo 

•■f geistig« Aasicfaten erwies «leb aaek fSr die Prosa fradit- 

bar; das beucknnden Coteley (8. 283), ÄÜÜoh (8. 28$)«!* 

aaier (S. 285). Der paradoxe scharfsinnige Dialektiker 

iA0«M« Hoiiet ans Malmesbury Tgeb. 1588; st. 1679J, üe- 

hersetser des Thnkydidcs [1628J, machte die Ergebniss« s. 

l^orschnngen aber den Mensehen (on human natare 1650;L. 

1812. 12) und über das Staatsrecht (Leviathan. L. 1*51. F.; 

1676. 4) in der Landesspraohe Itekannt-; works. L. 1750. F. 

-- Jawtet Saniägtou [st. 1677] ideafisirte die Freyheit des 

bargerlichen Leh^tmt Oeeana. L. 1656; Ov and otb« worb 

coli, by J.'Taland. L. 1700; Dabl. 1737. F.; with anact 

of bis life. L. 1771. 4. — Oev edle Märtyrer s. Granddb« 

AlgernoH Sddmy [geb. 1622; hinger. d. 7. Dec 1683] t«» 

Uieidigte di6 Re0hte>4er Mejischheit im Staatsleben imtkiäf- 

tiger Uebenengodg I Discoui ses eöno^ govemment pnbl. by 

J. TolaHd. L. 1698$ 1751; 1761. F.; 1772. 4; t. v. a Ä 

Mrhard. hfzt 1793. 2. 8; im Ansa. v. L. H. Jacoi. Erfiirt 

1795. 8. --P Mittrode WhUelocte aas L. [grf». 1696; «t 

1676] bewahret in s. bistor^ DarsteUangen die besonnenste 

Ruhe und Unb^ngeaheitond diese geben auch dem Vortrage 

ein eigenthömÜcfaes Gepaägei Memorid« of the En^ af- 

ialrs. L. 1682; «1732. F. j Bist, of Engl. L. 1709. F: - iW- 

ward Hyde EmA oi Clariudo» [jeb. 1608; at. 1674] vaM\ 



Grosa-Bcitatmieii. Prosa. 813 

&Bi(eli6olickeii des Burgorkriegs lischst anaieheDd in' einer 
iir I. Zeitalter da«aiscben Sprache: Hist* of tbe rebellion. 
(h{l7«2.'3 F.; 1712. 6. 8; Hlitt. of the ciTÜ war in Ire- 
hod. Li731. 8^; Appendix. L. 1724« $; Life writt. by hiiu- 
rIL Oif. 1764. 3. 8. Vgl. s. 8. Henry £geb. 1638 ; st. 1709] 
Cwapondeace. Oxf.. 1763. 2. 4; ed. bj & Weller Singer. 

L m. % 4. 

Gegen Ende des XVII und im Anfange des XVIII Jalirh* 
wie £• Prosa reiferer VoUlsommenheit immer näher ge- 
dieht; der Aosdf uck. ika LebenHverJ&ehr verfeinerte sich, die 
liemdieiiden Vorstellttn|^ea wurden geläutert und vester be* 
lomat, die geistigwi Federungen mit erhoheten Leistungen 
Zttingert; die Staatsberedsamkeit gewann an zeitgemässcr 
l^t, t» Mfiflsenschaftlkhe Tliäiigkeit an Umfang und Ge- 
DKiosiiagkeit, der Nations4^°P ^" Lebendigkeit und Tüch- 
tifleit Ohne der sehr sahireichen Schriftsteller von her- 
iianljeker oder nach dem Maassstabe materieller Wichtig-- 
tat xi wfifdigender Güte, zu erwähnen, können fortan nur 
Üe Vorbilder, welche allgemeinere Gültigkeit und Wirksam« 
keil gehabt haben, .bemerklich gemacht werden. Joha^ 2V/- 
/efioi aoi So^erby [geb. 1630«;« st. 16d4j war der erste mur 
uerhafe Kaoselradser, ejofach etnst und kalt verständig, in 
iorgian lorrect^r Sprache ; works. L. 17Q4. 14. 8; 1752. ß 
^•; 17)7. 12. 8. — Ihn übertraf in Gediegenheit und Schön- 
^it ifi Aosdruek^ WUHam Temple aus L. [geb. 1 628 ; st. 
169S], Qi tiefblickender Staatsmann , gebildet im Geiste der 
ß^^'t^ Allen; er xeiehnete die polit. Denkwürdigkeiten s, 
Zeit agf mj erörterte '$taatsverhältnisse in Verhandlungen 
unlBiirfeii bell, krtftig und lehrreich: Works. L. 1731,; 
^40; 1750» 2 F.; £dinb. 1754; L. 1814. 4. 8; vgU J, Swiff 
^of O^eMfe «f W. % L. 1714; App. 1729. 8 u. vor d, 
^•; Hs Luden: kL Sehr. 2. — Joh^ Locke ans Wrin^ton 
^^' 1632 ; st» 1704] , Begründer der auch heute nicht erlo- 
i^eQ Etfahrnng^bilosfiphie , fand mit seiner anspruchlos 
N^gen nnd fasalieheD, aber freilich oft zur Ungel^ühr ger 
^(ee DarsieUu^.eio sehr ausgebreitetes Publicum. Wenn 
^ IjnterMfheng der Gränzen des menschl. Erkenntnissver- 
t«ges8 [1690] den Penker anzog, so hatten die in NAine- 
^ prakiisQh'geebfle, Ccey^innige rationalistische Darstell- 
»S des vicfQis«iiigfi|$i9slgea S|aatsle|>ens (on goycrnmen^ 1690) 



314 Cross-Britannleii. Prosa» ' 

und der gehaltvolle Grandrlas einer auf GnindsKtie iuiok» U 

geffihrteB Kindererziehung .(sNMne tbongths oooe. edocation iv 

' 1693) auf die Theilnabme der Bdrger und Familien geitckiBa ?n 

Anspruch: Works. L. 1714; 1740. 3 F.; 17»1. 2 F. a. i.V.; n 

1777; 1784. 4.4; 1794. 9. 8; 1801; 1812. 10. 8« V^. Lori u 

Ktüg life of J. L. L. 182»; Ed. 11. 1830. 2 8. ~ S. Fmd ^; 

Anihony A$hley Cooper Gr. v. Si^fleibury aus L. [geL dj 

1671; hU 1713J, classisch gebildet, dareh strenge SelbitkeolH *a 

achtiing ein glQcklitrher Ausleger der neMc&l. Besitebesgei in 

und Gemuthsstiinmnngen , ein vollendeter« Egoist «nd Ukn« & 

liberaler, hat sich einen bellen and sinn^len Ansdniefci* q 

Ansichten angeeignet nnd war der Erste, dein styliiteiM j 

Schönheit in Missensch. Darstellnngen gelang, wenn er gM l 

bisweilen Ueberkiinstelung niebt vermied: Chanwtertstiks. L j 

1711; 1767. 3. 8 u. s. w.; t. Lpau 1776. 3. 8. — ÄehoBchs , 

sljlistische Correetheit und Eleganz flndet sich aebon is to « 

Arbeiten des B. Thomas Sprait [geb. 16M; et. 1713], asM 

welchen die Gesch. der Londner Giftseliscli« d« Wies. [16&] .j 

und die Lobrede auf Cowby [1668] die Tomfiglieherea «ils , 

Works. L. 1702. 4. — > Nachlfissiger , aber «naiebend ivofk ^ 

romantische Natfirliehkeit sehrieb B. 6ä6er$ BumH ansE^is* , 

bürg [geb. 1643; st. 1 TIS} die DenkwoMllgkeiften s. Seit 

mit vorwaltender Tadelsudit: Hist. of'blsown tknoi L i7M 

ffl. 2 F.; 1736. 6. 8. — 

Eine neue Periode der veredelten pogidllrea Pmsa begia« 
net mit den, fast ein vMes Jahrhaildert herrsekend geUi»bei> 
nen, sittlich gesellschaftliche Belehrung im weiteaMn Uiafiiogi 
bezweckenden Wochenschriften) welche die fvuebdNintt 
Wechselwirkung zwischen Leben und LitleratuA fikdertoSf 
viele sonst nur dem gelehrten Stande vorbeiutkeoe- Betiscb- 
1 ungen zum Gemeingute der für Bädung Empftngttcben irer* 
den liessen, folglich die Theilnahme an den Erge bm saen §«i- 
Btiger pnd litterärischer Th&tigkeit veraUgemeiaei>ten, dH 
Kreis der Lesewelt erweiterten und das Bestreben) dattk 
Helligkeit, Bestimmtheit, natärKehe Anmuth* der EkumleUoif 
und detf Ausdruckes den BedQrffaissen und Fodwimg«i de»^ 
selben zu gennfgen, regsam erhielten« Die erste YM'anlassuag 
dazu Bcheini; der Vielschreiber j9. De/oe (von deito in der 
Gesch« des Romans Nachricht ertheik werden i^) gßg^hen 
zu haben: the weekly Renew A 19« Fid^n iro«««--^4..33. 



Qrds&-BrkaiiiileiL Proaäu 813 

Mftcx 171 a 6. 4; EpQch« maphle M. Sie^h mit dtmlHitler 
[1709}» iin nieleban sich Um Yon ihm and AdÜMon Imratitge» 
gcfcesen Speotator [1711] und Guardian [1713] anaoliloHeiii 
4mi wackersten Sohriftiteller arbeiteten mit; unter den späte* 
ten Wochenaehriften sind 8» Jokniöu^B Rambler [1730] und 
Idler [17S8] dieberübnitealen; auch £. ifeer^V (Adam Fita^ 
Adam) World [1765], J. Hawiesmori^^s adventurer [176ft] und 
JL OmtteriauJTi obserrer [1785] fanden nicht geringen Bey«> 
fidi: Thn hiit. Ckumca. L. 1803 fll. SO« (2; Br. Essayists. 
L. 180S. 4S. 18; A^. JDmic Gleaner a seriec of periodieid 
cjaaja aclecled. L. 1811» 4. 8; trgL N, Druka Essays Uo«> 
graplu ont^ and bist* iUuatratiire of the Tatler, Speotator and 
GniMum. L.. 180&« 3. 8. -^ Rwoh^ SieeU (S. 308) tm^ den 
g ei lwiA «, nacUlieeig gefUIigen Geselkcfaäftton in die Sebrlfk- 
sptaebe iber und stellte die Ergebnisse mehr nmsiehtiger als 
tiefer Beoboobtang in leichten Umrissen, Belehrung mit Un* 
leshaicnng vereinend, für recht Viele ansiehepd dar. Die 
VSM ilim und dem bdd hinzutretenden schon hochgeachteten 
Arfd^rnn, in Verbiodung mit den besaeren Schriftstellern ibmr 
bk, ketnosgegebenen Wtfcbensdiriften haben sich als Lieb» 
lingsboeber der Nation behauptet: The)Tatler. Li 1709 fl»; 
n.s. V.; ""1786. & 8; 1797. 4. 8; The Speotator. L. 1711 fil.| 
sehr oft; with notes by B. Bi9$H. L. 1797^ 180t. 8. 8; by 
OmlmerB 1806. 8. 8; L. 1811. 8; The Guarfian. L. 1713 f: 
a. s. w.; 1797. 2, 8. Seine spitere Zeitblätter the lorer und 
die pei&tisrenden the Englishman (1714) und the Header fan» 
de» wcaiger Beyfall. <r-- Joufph Addison aus Milston [geh» 
fCTSi St. 1719], tals Dichter besonders durch die Feier des 
Siegen h« Böchstedt [1704] und durch das, von Zeitgenossen 
•befschfttste Tranersp. Cato [1713] bekmint, ist Classiker in 
des Prosa; er schreibt mit immer gleicher Besonnenheit öor^ 
lect, «Jus die Natürlichkeit so verktsen^ anmuthig ohne ge« 
kiimtelteo Schmuck, gemeinverstäodUch mit Würde, überall 
W^Ulnntend. Seine Dari|tellung übertrifft die S/cc/e*sche an 
ianaram Gehalt und Stylvdlendung« Ausser dem, was er mit 
Steeie verbunden geleistet hat, gab er den polit» Freeholder 
(1716) heraus und beurkundete mannigfache litt. Thitigkeit: 
Works. L» 1721 u, s. w.; Birmingham 1761.4.4 m. K^} U 
ISM. 6. 8; wiib notes by M. UwrtL L. 1811. 6. 8; rgh M. 
Utf€l0 lOem. 0f the Itfe and vtt, of h A. }^ 17M. 8. -^ ^1 



316 Gross-Britanmen. Pjmmul 

Pope S; 2ft8. -r- Jonathan Swift aas Dublin [geb. 1667; st. 
d« 19. Oct. 1745] , gebildet von W. Temple [s. 168S], m 
kyniseher Humorist, von seltener EigeBthumlicbkeit; er gehö- 
ret weniger dem Vaterlande, als der Menschheit an und trägt 
doch alle Malzeichen der Nationalität und liess sich in das 
politische Gewirre faineinziehenr und arbeitete darin mit Oe- 
berspannuog des Eifers, bis ihn der losen Speise eckelte; 
verachtete' das Menschengeschlecht und bot alle Kräfte s. rei« 
chen Geistes auf, um das Ungemach des geseilsdiaftlic^ea 
Lebens zu mildern ; hasste Parthey wuth und war selbst par« 
theyisch ; strafte die unheilbaren Schwachheiten des VoUies 
und 'kämpfte ritterlich mit den Wafien des witeigsten Spot« 
tes und beissender Ironie für dessen Rechte oder Aaspra- 
che auf ein besseres Daseyn ; goss die Zornschale über alle 
Gegenstände des Missfallens ans und war voll Zartgefühles 
und durchdrungen von der Allmacht der edelsten Liebe. Die 
Naturgesetze scheinen zu fodem, dass ein solches Weseo mit 
Wahnsinn endet. S. Gedichte (7.10; fi. 16; A.S) sind zun 
Theil Ausdruck der innigsten Empfindung, zum Theil hoch* 
gelungene Satyren und Parodien, zum Theil witzige Schoor- 
reu im Volkstöne. Unter den zahlreicheren und wichtigeren, 
durch überströmende Fülle neuer Ansichten und VerbifldBO« 
gen und durch kräftig reiche, sinnvoll gestaltete Spradie aus- 
gezeichneten prosaischen Schriften haben die satyrischeo, das 
kirchengeschichtliohe tale of a tub (1701), die im Rabelais- 
sehen Geiste empfangenen episch en. Lemnel GuUiverVtravels 
(1720), die das homiletische Saalbadern persiflirenden Betrach- 
tungen über einen Besenstiel (1710) u. a. 4ie grosste-Be« 
rühmtbeit; gehaltvoll «nd die Briefe, kindlidi einfach. die 
Yolkspredigten, hoch wichtig für die Landesgeschichte, abec 
in örtlichen u. persönlichen Anspielungen, deren auch in den 
übrigen Sehr, sehr viele sind, der Nachwelt oft- dunkel, die 
poetischen Aufsätze: Works. L. 1755. 29. 8; 1763. 14.4; 
4784. 17. 8; *publ. by fV. Scott, with a fife of the aethor, 
nptes etc. etc. Edinburg 1814.19.8; vgl. O. Regit idf -Philo« 
mathie 3 S. 85 ffl. — Durch. den Moral philosophen Frai^eii 
JbUcieion. aus Irela^d [geb. 1694; st. 1747] gewann der Lehr- 
vortrag an Helligkeit und eindringlicher Wärme: Works. 
C^iasgow 1772. 5. 12; Henry Saint. JoAf$ Visoount Boli»8' 
(^r.0^e aus Batteri^a in Suri?ey.[geb.. 1672; st. 1751], geistr«- 



QfooiiBritafiiiiea Prosa. 317 



fShci Ixfabrmigphilosoph)' leideiiaehafdkh einseitig und ^Mipre^ 
cb«id, hat im Stjle rednerkcbe Kräfdgkeit^ keine. raÜg« 
Kbriiat, io der S)>radhe viel Leichtigkeit: workd Ivith hii 
life bf Goldtmüh. Im. 1809, 8w 8; Gge Berkeley aus Kilerin 
in Ireland [geb. 1684^ st* 1153] versuchte & chruitiaitisurten 
fifdioiogisclien Idealismas in ^latonisiireDdea Dialogen. »aver« 
anscbaofichen ; wofks. L« 17»^. 2. 4. — Mary Worthley 
M»Mimgu [gek 1^90; st. 1702] sielte in ihi«en (naeh uaver- 
Jm^gter Sage in Denkwürdigkeiten • der Mkgr. von Ansbadi 
2. & 123 Ton Walpole und siwey WitsUngen geacbmiedeten) 
Aacbichten von Konstailtinoper[1717] Muster des, reizend 
nafifalässigen besfidireibenden Ond erirählenden Briefstyles auf: 
I^tara. L. 1763; 1784. 2. 8; works. L. 1803; 1817« 5. 12; 
1811.2. 12. — JifJm Brown ans Rotbbary in Northumberland 
[geb. 1715; st. l?^^}, geldirter theelogischer Freydenker, 
etBSler Dichter tind Tragiker, rügte kübn und sinnvoll das 
SiHeDverderbea ttnd die Unarten der Zeit in gediegen kräfti-. 
ger Sprache: Essays oti the charaoieristics of «Shaftesbury 
17S1; Ed. V. 1764; .Eatimate 6f the manners «nd prin^ 
dplca of the titaie 1757; Explanatory idefenee o£ the Esti-« 
mate 1758; Diss. on (he eise, umon and power, the progrest 
sioBS, scparations' and ciwrriiptions of Poetry and Mosic 1703; 
Kemarks oa IKss.vl7ü3; SerinoDs 1704; Thooghts on civil 
Uberty 1765 n. a. -^ Von BdciardtOMj Fielding ^ Sterne^ 
&moUe€j GoldimilA unten in der Gesch. des Boman«. — Gray 
oben & 293. -T* Cfge Iiy/tfe/iiJ» (geb. 1709; st. 1773], ein mit^ 
telnunaiger Dichterj berühmt durch die Dialogues of (he dead 
f 17651, xe&chnete sich in der Gesch. K. Heinrichs II (L.1767 
fl. 3. 4; 1777. 0. 8) durch sorgsame Feile und strenge Cor«! 
leethrit ans: Works. L. 1775. 4; 1770. 3.. 8. — Von den 
jezt ininier zahljceichei^n classischen Rednern, so wie von den* 
liistoiikem seit D. Hüme nachher, r- PA. Dormer Sianiope 
Graf V. Che$tef:field aus L. [geb. 1694j se. 1773] legte einen. 
Sdiats von Lebensregeln in herzlich einfach und schon ge\ 
scfariebenen Briefen an seinen Sohn nieder, fBr. dessen 'Bildung^ 
er lange [s.1748] ausschliesslich gelebt hatte; auch. s. übrige* 
Anfa&tze «irid gehaltvoll und styUstisch trefflich: Letters. L.i 
1774. 2. 4; Ed. XU. L. 1806.4. 8; Miscell. wörkä. L. 1777. 
2. 4; posth. pieces 1778. 4^ 1779. 4. 8« — Die höchste VoU- 
eadniig in';iiialektiBcher Darstellung und reÜK^er, kräftiger andr 



31S Orotsi-Britaliiilea; Ptm^i 

gewandter fiprttthe wird toü EinhriniiBttbeii » für #ildie ik i 
B«traohtiingwei0tt and ihre KniwtgORtiilMBf unvefegADgliokai i 
Wertli behMt^ «iagtiinniig «leii gegen da« Cabitlefey die SlIuiU' ; 
^erwaltang den H. t. Bedford u» vUW Grone gericbt^tm, 
aeheniingloa freymfilhigeD) geiMreidi bitiar^iiy ¥011 tominwe* ^ 
der polit« KenatniMi luid ▼ieigefibteM re$iam BKok seagvtuka 
Briefen des Jurnkt» (in H. 8. W^o^fkltB PnUic AdvMMlu l i 
8li Jm. 1769 bia d. i9. lan; 1773) sng«Aanden; vret ibrVt , 
aejt bttl nnah nicht ausgemittelt werden Icdnaen ; Wahrachoi« \ 
BehkeitgrSnde («. F. Gmiz in Wien. JBw t 8. 9ii fiL) ipre- \ 
#ien flr Pkil. Frmmcii [nU ii\S] ednr fOr s. Lnodttaan defl 
Ifelttndet Jüagiet B^yd [geb. 174«; ae« 1791]: Leiter« otit« 
nin«. L. 1772. 2. 12 «ehr oft{ *L. .1g12{ ISIT, 3. t. — Jo* 
me$ JEhnrrift Lord Maiim^nry au« Saluibcrty . [geh» 17«9( M. 
1780], ein l^ackerer, nm Sprabbforachuag nAd Anffasmitig dei 
Geistea de« claaBisohen Altertham« (Herme« 1751$ Philebgi* 
cal inqniriM 1781) wohlverdienter Denker $ didh«gt«lrte «. Ü- 
tersttchongen Qbor Scbdnheit und bSehste« Gut (1749) logiieli 
«charf baatimmt: Wo#kt^ with an «ee. of-fals Ufe. L. IWI« 
8. 4; 18b3. A. 8f and wntda von Hich. Bwtd [gab* \f7»\ st« 
1808]^ vertraut mit der alten Litceratnr und fttr ^diesellMe di&( 
fig^ welcher Oeero zum Vorbilde wihke und «ittlieke m' 
^Otitis Ae Angelegenheiten in Belraobtang w^^ w«aifit«iü 
nloht fibertroffen : Dialogve« mond and politieal. L. iHh 
Work«. L. 1811. 8. 8. — Henry ifaai« Lord K»ini«lg«b. 
1896; «t. 1782), al« Begründer einer wk«en«ch. Theorie der 
Aeethetik, Momiiit, Potttiker u% Bearbeiter dar GeMJi. d. 
Menftebheit geachtet, drfiokt die £rgebni««e «. ForachoDgea 
bündig und in edler Einfalt an« : Es«ay« on the princqilei oT 
morality and nat. religion. Edinb. 1751. %\ Elemanai of tii- 
tidsm. Ed. IIL Edinb. 1762. 3. 8; 1809. 2. 8; t. v. JJV; 
MtinhtLfd. Lp«. 1765; v. G. SdMz. Lpa. 1790. 3.8; Sket- 
dhes on the bist, of man. Edinb. 1774^ 2.4; 1807. 3. 8; vgl. 
Ai. Fräser Tgtler Mem. of the lifo and wr. of H. H. Ed. IL 
Bdiab* 1814. >. 8« — Saaiae/ JoAMtaii. an« Lidifield [geb. 
1T09; at. 1784], fiberaa« reich an gelahrten Kenntnissen , lit^ 
tertrisi^n Erfahrungen und geaelladiaftÜchen BeMiachtmigto, 
nn Kirafi dea UrtheUe« und Witse«, erlangte gewtchtvolteft 
Einin«« auf iein Zdtaker ^ ttnd Obte eiil faat b^«pi«iIo«e< 
kiMedie« Sütoarecht Ihm« Dichtermlmi arwaiken ihai 



Gross-BritannlMl^ Presa. 316 

S%!MdiMh^ l^tyrA Hilf dM Laster delrllatipUtalt (Londött 

irW),>}ii m^^irendei Lehrgedioht (the vaiiify «f hamao 

^) [1749]^ meb»e Odisii uiid KleiBi|;k«Ueti v Poefe^ worki« 

iK7. g; A. lt. EntsdiledM«' litt. UeberlegealiMiil; wttHIa 

lliflä MpMtmdto, na^hd^ni er sich als Kenaer der Mütter* 

«pt^e(S.27«) bewfthrt and litif die intanigfaltigate Weiee 

Ae hut^h va belehren und anterhalten begonnen hatte« 

Dite WoA^fflokrlft the BaatUer (1750; 10 Auftigen bey J'i 

]j^eb«ii; Tkle nachher; L. 1S40. 8^ t2) fand den aoegebreite^ 

tesUBB«jffftH, etwM b^sohrttnkteren the Idler (175S; eft; 

fSt€. Sq. 12); 84 Kritiken gaben lange den älleingaittgen 

Toiä u; 8. litt. u. poUt. Flugblätter gehörten an den gele« 

ttiewsten. Im hoehsten Alter [1770] eiArieb er die Biographien 

aec bntt.DMbi«r and l^rOrdigte« 6tt etwas einseitig, isthetiaeh 

ikr Vetfcist. Afiedelr bedeutend ist der Abyssinisohe Boniaa 

9«tthi[lt59]. Bey aller Befangenheit and absidbtlioheaL 

Strnp ktbeii die Ansichten dieses grammatischen :SMbst^ 

tfeflken rinnvelle urtd folg^eriehtige ElgehthQmlichkeit; dia 

S]pMt iM iniostIMHbaft obrrect and gediegeni oft epigrämma» 

'tisdf HM^ eft mit gelehWer U^rf&Ue prunkend : Works 

pwü h] t. HüftkiMi L« 17S8M2. 8; >9rilh an essajr of ^^ 

Mufrhf HL. it^i 8) L% 1806; 181«. 13. S( witk bis life hj 

J^ «Mr(ri7(L. 1787. 2. 4) Alnwick 181«. 12. 8. VgK anA 

^^elifeof 8. J. to which is added Johnlwaiana. £d. IL U 

*^^S-1V,X. Anierton the life of 8. J. L. 179ik 8. -^ Ln^ 

^an 8.2}S. -u.'t)er iSchöltiäche #ynipath!etische Moralphilo^ 

Wf\k JUm Sm7h aus Kirkdldjr [geb. 172ä; st 1790] erto^ 

ferke ie schwierigsten und dankeisten Untersnohungen der 

SSeaatstisienschaft mit lichtvöU ansehaaliteher Bestimmtheit in 

reidicr und eben Im fassliuher als edler Sprache; s. Grand- 

jAtt^ ifnd itii ganaen gel>ildeten Europa behercigt Worden t 

Tlieinrf of meral sentiment 1755; Ed. IIL L. 1768. 8^; An 

io^rntj ioto thehature and oaüses of the wealth of naiions« 

L ITMI 2. 4 oft '9 Ed. XI with notes and a life of the aather 

by mPhyrßiir. L.1805. 3. 8; with notes ahd an addit. v^ - 

lume hy Ö. Bmehanan. Edinb. 1814. 4.8; frans, v.- 0* Gär^ ^ 

)it^. Paris 1802. 5. 8; t. t. Ck. Garvt. Bresl. 1704* 4. 8 n* 

t w»; Essays dn philos. subjects with an acc« of the life of 

the aiilh. by D. Sieuntrt. L; 1792. 8; Vgl. Berl. MSehr. 1801 

St. 7^ — BenfumlH #hnlAf^ tias Boston [geb. d.:|7 lan. 



330 Gjroäs<Bri<aiimeBü Pnwa. 

1766; 8t i: 17 Apr. 1700] eripnit ' cöelo folmMi^^ ttU(X soe;« 
tram tyraanis, gleidh raerkwürdig' als Mensch mA J^taaUmaoa 
ffir Mitwelt' and Nachkommensehaft, gross rdarch Geist und 
Willen, daroh Wort 'und That, •vielieicfat das eilige Master 
ifi' seiner Art röh #^)r "Steigerung des. kräftig gesunden Haus* 
Verstandes int Tollgfikig >eifen Staatsweisheit j erhQb sieb 
Silin Range eines VolksschtiflateUers fan edelsten ^sne, be- 
lehrte, S^rnte, rügte in Sprüdi(^n, Bildern und Eafthlungen, 
dem Bedörfnisse nnd . der Empfibigiichkeit der^ : aadi die Ld- 
gebtld^tfen' timfassenden gemischten Lesewelt anj^emesseo za- 
nagend/ i¥IKn*v6rsiändlic|i nnd imtsbar und* zugleich durch 
Neabeit,']VIannig£äItigkeit) kindliobe.Natiii^lichk^it und hen> 
Bchö EiiidHVigfichkeit iiJlen.Attföderiingen des. spröderea Ge- 
Aiimacfccss Völlanf gea&geiid;. die 8pi1lc)iw.5rt^r des alten HeiD- 
ridi dhd m Weiiheit des gutto ftichaifd (PhUadejpliiia 1757] 
sind voä ilocUWfreuKcber sittlicher, \tirksamkfeit begleitet g^ 
wesen; die wisseftscbaftlicben und technischen Aufsäue, so 
wie die Briefe haben iille Voitsiuge \i^t Klarheit nnd ge<li^ 
genenl Einfachheit,' welche den DacslelluAgen eipes heUsboi« 
gen, kräftigen, t durch Erf abrang nnd sittUtiben (Slanben eno- 
geneh' unverdorbenen Nattirmeosc^ep eigirathiimlicli «i.sep 
pflegen: The ^mplet.e wwks with )y|bmoirs. lf..l^06^ 3« 8; 
ihe private correspond^noe. L/1817. $;. Mefuoirs wiitteo by 
himselL L. 1793. 2. 8; ""Mem. an4 Wiiüngs^ L. 1819. 3. 4; 
^t. bearb. t. A. fiin^ßr,. Kiel 1829. 4. 8. ^ Mdmund Bwrke 
«US Ireland [geh, 1730; st. d, 8 JuL 1797], reichbegabt mit 
Scharfblick und Urtbeilskraft^ Frü^bten ernster Studien und 
gründlich freyer Beobachtung, des. Wortes on^ der Sprache 
mächtig, begeisterter yerth^idigei^ der Nordameiikaoiflcbeo 
Freyheit und mit propheiischeni' Wahrhäitgefuhl leidenscbaft* 
lieber Gegtiek* der fra'n^fisifrchen Bevti»l&tion', welcbe er mcht 
ohne brittische Eiriaekig'kdt tmd* ^t 'biMr-hartem National- 1 
stolze iV&rdigte' (Räflettioös' ori the revolutidn in France H^^ 
etcw; Thoti^Ht^^'6n| a Regi^^iae peac^ 1796), der nfnthvolli 
Anklagelr der ii^ 'Indien tetfibtenGeWäUthätigkeitcAtt, ein hii 
reissender Redbiir (s: d. 14 Jan. 1766), einer der feinsU 
und tiefsteh politis^hleh Denker und'ein anziehender Cl^chichl 
Schreiber, zeichnet sich durch Compositioti und Aui^druck 
classischer Schriftsteltdr aus und bezaubert durch seine Dai 
Stellung, selbst; wenn er die Gränzen der ftlässigung mi 



Gfoss-Britannien. Prour Staatsi>eredsaiiikeit 321 

buägoi UngMtOm und mit harter Rtterkett flbendireitet: 
WorkLL1792ffl.7. 4; TgL it. Biwtet life 0f E/B. L. 1798« 
8; t Lpu 1799. 8; J. lV»9r mein, of the Hfe of B. L. 1824« 
8. - Dar Schotte Hugi Blair [gebi 1718; et. 1800] , m^ 
ipndilM fibeneugeBder Kanselrediier und trefflBeher Kunet- 
lidicr dtr ichSaeii redenden Künste, in fleektoeer echliehter 
Spnd&e: Sermone. L. 1777 fl. 2. 8; 1794 fü.; 1816. 5. 8; t. 
?. Sfcisnd ScAMtrmacker. Lpz. l781 iS. S« 8; Lectifree on 
ibetoiiend bellen lettres. L. 1783. 2. 4; 1813. 3. 8; in alle 
gcUdele 8pr. nberseint. -** Adam FergOion ane Logierut 
in Schott. Hechlande [geh. 1724; et. 1816] ansgeseichnet 
Aircb «Dgetfehte- Rohe und wtrdige Popularität in s. Inhalt* 
mdbeA fkilos. nnd biet. Affbriten : Inetitvtee of moral philo« 
wpky 1769; Principleg of moral and polit; ecience. Edink 
1792, 14{ Essay of eivil eoctety. 1766. 4$ History of tbe 
ronaii rapiUic. 1783. 3. 4; L. 1805^. 5. 8; t. Lpz. 1784. 3. 8. 
-Af//ie; harwia S. 296. 297. n. m a. 

b dtr Staatsberedsamkeit , Im Roman «ad* in der Ge« 
KbicbtBdmboBg hat die Brittieebe Lltterattof einen eo ge- 
ytroUeD Reiditlittm nnd eine nadl mehren Sehen hin eo 
MgenrtidM Wichtigkeit , das» der Entw ickelnnggang dersel- 
Im» besMKlers nachgewiesen nnd eine Dehersicht dier Sehrlft« 
itdkr, wdche ihn bestimmt haben, gegeben werden mnse. 

s) Grosse Britannien War hie gegen Ende des XTIII 

I^ti., Hrmdge seiner Yerfaesnng, im Alleinbesitze der 

Staatikeredsamkeit. Der rohe Anfhng derselben zri* 

get ach in Parlamente wfthrend K. Heinrichs VIII Regie- 

mog hikI dai Stndinm der alton Classiker musste auf sie ein- 

^f^cQ, d>er der gewaltsame Despotismus Kess kein Gedei- 

^ za. Unter Elisabeth wurde sie dnrch erwärmte Vater- 

l>i^iebe and religiöse Freyhett gefördert ; allgemeioere Ach- 

^BgiorLitteratnr und Vervollkommnung der Ländessprache 

l^ficklVB ibr ekligen äusseren Gewinn ; neben mehren Parln« 

^«Hecdnera erregte P. Wentwrih [1576] Aufmerksamkeit; 

Asrafang männlicher Kraft war mit dem Üebergewichte des 

Unwillens der zum Herrschen' berufenen Königin iinfrer^ 

^^^^ JaeoVs I unbeholfene Binseitigkeit und Schwäche 

^Qdiigten and berechtigten zu kühnerer Entschlossenheit, 

^^ mit dem schwankenden Kabinets-System Carl*s I wuchs 

^ hl der mit religiöser Ueberspannong erstarkenden öffent* 

^acMer HB. d. LiU. Gcfch. Ilf. 2t 



J^ 



322 jGrMSrB^lkanmeii. i 

lieben Meintnig« UnteMtütsung' und Enrninteniiig iaad; be* 
hairi^lic)i6r Widerspruch gegen WiUkühr und Annumiangeii 
li»r Regierung ftuwerte sich kunsdoi und lortsehreiteDd hSi- 
ter; neue Aqjucbten und Foderungen, gesellicbafdiehe Natof- 
ersiHignkae einer sich < ungestallenden Zeit bedurften keiiiei 
Skhmuckea der Darstellung, um ihres Sieges über genio- 
brauchlen veraltete Herk&mmlicbkeit gewiss su seyn. Frön- 
inelnde Scbwärroerey und wilder Fanatismus, im Zeitalter dei 
jcefpublikanischen Despotismus vorherrsdiend, bemmtM) die 
J^tbildung der irpn Geistcsfreybeit.und Kunstsinn. abblnp- 
^n Beredsaml^it i sie verarmte . bey üppiger Tbatenlulle iea 
jÜienthchen Lebens ; der Selbststftndigkeit der Gesinnung nn' 
des Wostes trur4m von tStdiiiichem Trotne. auf Gewalt Fei- 
jlf^iMigdegt. Unter den Bildnern dieses Zeitalters bebiip- 
ifi!t^4li'/e|l^. dessen reiner Seelenadel sich nie verlengneti die 
ep<feile ^el)e. — Ein neues Leben der Staatsberedsamkeit be- 
gann |i|il( tWiederberstdlung der Kdnigliehen Maebt [1660], 
deren gesAtzmässige Begränsung durch die jfingstea Eibbr- 
ungem vorbereitet war und durch Unvorsichtigkeiten uad Ver* 
Jbelirtheit des für geschichtliche Belehrungen unetfipßnglickeD 
Hofes bedohleunigt wurde. Die. Redner beobachteten AaKtand 
und MftssignjDg bey ihrer Fii^rmuthigkeiAt 4er Kampf g^ 
I^tbolicisrous steigerte ihf>e Kraft und Vestigkeit; Jie Spr^ 
che nahm gefftUigeuiWohUaut und sorgfUtigcce Corr«clbeit 
Hßi.Edm. Wuller (obenS» 283) führte den Mustertoi ^\ ^^ 
^redsamkeit beschränk*» sich auf Belehrung des Verstaa'^ 
und. wurde noch nicht. als. schone Kunst, im Geiste der Al- 
ten, bearbeitet ( SJkßft^iiwI^ (& 314) sund.auf der böcbten 
SkttCe,' welche damals lerr^icht Uruüde* In neueren Zeiten re^ 
mfhr^e «ifih.](Ue.fOt^eittlkbk)cJI .dw^ Parlamentaverhandloiigen 
und sie/'W^itdmj[#*^ 1742] uatei' amtlicher Aufsteht bekannl 
'gmMeht. -£0rtaQ|iiE#itmd verv^illkomiiinete sich seitdem di^ 
Bein(Maamkeil.9 iig^linp rlPunalchyarakter und nimmt ^^^ 
.deutende:- Stelikein der/|Sesch# der. Nationallitteratnr eis. 
i Die Bleibe ^w berühmten Parlamentsredner in dem gi^ 
aeren Theile^^es^XYIII Jahrb. ist beträchtlich. Der ßr « 
IVohl des Ysyterlandes wirksame , kenntnissreidie Mioü^ 
Bob. Walpole [geb. 1676; st. 174£L] sprach, nach lichtvoW 
Anordi^nng* mit iibe|:zeugender Gründlichkeit und eiDfacm 
Kraft» fast alles Kunstotrebe«ui im Ausdrucke ermangd^ 



GrosS'Britamiieii. StaaUdkeredtamkeit 323 

T^ F. Coxe Mmi« of ihef life and .«dmkdgtratkHl ef R. W. 

L 1798. 3. 4. Die Redner der Oppoddon Witt, Pult^mey 

6r. ?.Batb [geb. 1682; et. 17M] und bes. /«In €&mpieU 

Bmif.Argjfle [et. 1743] waren ihm in redneriAdier Wärme, 

Cormtlieir, Eleganz and Stftrke der Sphi^he- (Mir überlegen. 

^ Will. Piit. Gr. Choikam [geb. 1708? tfl; d. 41« M«y 1778], 

mehmalen MiniisCer , nm immer ehrenvoll znrnekiiatreten, er* 

oifbet iuk goldene Zeiulter der »Staaleberedsamkat. Bey vieU 

QBfaoewkr Einsicht und praktieeh philosophischer Geistes-« 

bOiiug beseelten ihn ▼Btecl&ndische' Hochherzigkeift nod rOck« 

sieiitiose Wahrheitliebe ; seine Darstellong ' Wecket ^und an* 

terhält die Theilnahme dardi bündige Folgeriehdgkeit nnd 

üUrraidieDd nene. Wendungen, und hinterllsst einoiv ^ben so 

gnuiiigcn Gesammleindruek ^» als sie in Einzelnem {befriedigt^ 

denn der Periodenban ist^ hormonisch und der AmNkdck cor« 

rect ODd kräftig schon: Anecdotes of the life of \fl;>iP. with 

bis Speeches.. L. i792i. 2* 4; Letters. Ed« III. L;^1804« 8* — 

£ Afitf S. 320. ^iWiHiam PMj sweyter. S. des .^grossen 

f'«[geb. 1739; st.<d.' 22. Jan« ISM], durch dnssIsGbe «nd 

nftlbemitiflche Studien reif gebildet, unwandelbar ausdauernd 

10 Verfoignog grossartiger- Entwürfe, beherrschte als Redner 

die Geoither mit nie '«siarsag ender GeistedgegenwArty kalter 

BewofleDheit in Erörterung des Gegenstandes und feuriger 

KSne im Aasdmcke seiner Ansicht ; er fiberredet den Ver«> 

stand dtirdi helle Begriffe und nachdrückliche Beweisführang; 

meSpnche ist rein, bestimmt, würdig, auch wenn sie in wi-> 

derlegeode oder strafende Ironie übergeht \, Speeches. Ed.^ If • 

^ im3.g; vgl. 6. Ibm/üie Mem. of the L of W. P. £d. 

0^ ^1821. 3. 8. — Charh» /^W '[geb. 1749; st. d. 13. Sept. 

1806], reich an eknäscher Geiehrsainkeit nnd vidbrntiger po- 

bt Bildung^ das gefeierte Haupt |ler Opposition )' weis» die; 

^erhandluDg auf Teste Grabdsätze aurüdc su fuhren, 'Vldigi 

*«ltbüfgerlichen Ansiohten,* obne-^as vaterlftudisf^-Wohl zu 

^^Dträchtigen und hat lakonische^ Kraft und> sarkastischen 

^i^ in seiner Gewalt. Das 'Bruchstück s« Gesch« JaeeVs II 

^ 1808. 4) verrftth die Hand des Mei«fe6rr,' wddier in der 

^«rgangenheit die Gewährleistung fftr^di^ dffentlhshe Mci* 

^Bgder Gegenwart zu Teranschaulichen suebt: The spee^ 

*«^L. 1815. 6. 8; Correspondence. L. 18^3. 8| vgK The 

^^i(^.Y. L. 1806. 8. — Ihm ziyur Seit^ steheoi viele Bcdner 

' 21 • ' 



3ÜI4 GromJKrkaniiieii. Roman. 

4er. Opposhiön Sieridan ^ 309; JB. Graitan ans DaUia 
[geb. 1750; st iSItO] konstloSi^ iropieoh sarkaadaeh; Jamn 
MutHmnd Earl of La^iwrdole; CA. Lord Howiek; Sam. WUt- 
Ireai; H. R. Fox HoUuMdt Oge Tierney; Jam. Madd»^ 
ioih; Tkom. MrtUm^ [geb. 17^; et. 1823]: Speeches tSlOL 
5. 8; Og^ CäHMing [geb. 1770; st. d. 8. Avg^ 1827], oo* 
fach , rfansehwer , wahr uad offen , anmodiig und reich as 
Wits: Speeches (die erste d. 31. Jan. 1794) with a mem. of 
hifl life bjr ü nWry. L. 1828. 6. 8; vgl. 8iyle$ DMlkwi^ 
digkeiten aus C*s Leben 1828. -2. 8 ; BeUnf Brougkam Mg* 
relcfa durch logische Strenge, Meister im Klimax, ti. ?. a. 

D. f£ HBgnmeh Gesdi. d. Engl. Perl. Berede. Altooa 1804. 

« 8« —-Samml.: Jenmais of the honse ef Lords beginniiig 1. 1 

,, Henri«« VIU Hs 1776. 22 F.; JouroaU of the houie of Cm- 

' moni.T. 8. Not. 1547 hie 1776« 35 F ; dssa gehören Reporti 

4 F. und Index 2 F. ; diese Saaunlungen sind unter FarlsmeBli- 

-'' glieder vertKeilt ' und nicht verkauft worden ; Speeches of the 

. great and hspirf Parlfaoient fröm Nov. 1640 to Jun. 1641. L. 

4 ; The Partiamentafj er eenstitutional hist. of E. frep tfce 

^rHist tpsM to the refteratioQ. L. 1751 ffl. 24, Ö; {R. Ckä^ 

fer) The hIst« and proeeedings of the house of Comnoiu d E* 

with the Speeches etc. etc. from the jear 1660. L. 1741 fiL 

14. 8; The hist. and. proc of the h. of Lords from the mtor. 

: lu 1742 iü. 9. 8. — (BieMzer Timl^land) A eollection of tbe 

P. dehates in E, frem the r. 1668. L. 1739 ffl« 2L 8. -- Coli. 

of P. deh, in. E. 1688 to 1133. Dublin 1741. 9. 8. - The 

hist. del^'and proa of both h. of P. 1743 to 1774. L. 1792. 

7. 8. — fVÜl. WooifaU impartial report of the deb. ihst oe* 

' eur in the two h. of P. L. 1800. 2. 8. — Elegant oratiooi 

, anetent and m^d. compiled bj /. Mot$op. L. 1788. 8; /. ff^^ 

. k9r the aeadem. Speaker or Select of Pari, örations. L 1788. 

. 8 a. a|. e. 

5) Der Roman becdirinkte sich in den beiden ersten 
Jahrh. dieses Zeitraumes fast ausschliesslich auf ritterliche 
Abtatheuer oder auf die bisweilen allegorisirte Schäferwelt, 
meist übereinstimmend mit dem Gange, welchen dieser Theil 
der Litt, bey andern Nationen gehabt hat. Der Tom» war 
langweilig ernst, die Darstellung in der Bl^gel därftigjffeit) 
die Sprache entweder VdAiachlässigtalterthQmlich oder hoch« 
fahrend prunkend, überhaupt geschmacklos. Eine ändert 
IGchtnng wfihlte der Vielschreiber Daniel Defoe [geb. 1663« 
st« 1731} tb' 8. weltbekanq^bh Robinson Crasoe, von ihü 
selbst ein 9' sitdiche BeldiriijAg bei weckender ^ bärgerlicher 



^ilsach genannt, oder in den wunderbaren Abenthener« 
'm» «f measchenleerer Ineel lebenden' Stofabrere,. wobey 
k wihreB Sohickeale des Schott. Boptsmannee Ak%. Selki#lc 
1 Gnnde liegen mögen ; die Erafthlnng ist dnrcb Matinigfalr 
jJLii end NatSrJiohkeit a^hr anaiebend und macht« in gant 
ttip poeses Gluck : Lilb and stränge aurprising> adrenla^ 
ttriL C. L. 1719 2. 8; dasu Serioos reflexidn« I7l9.^t 
wm oft; L. 1790. 2. 8; la fiesat alla enrop* Spr. Qbet^ 
Mit ni hiaißg nachgeahmt ; vgl. Gge Ckmtmerm Ufe of IM 
l L 1^90. 8 Q. vor der Ausg. des B. <3. d. J.« N« BeiH 
^r. 1807 B 1 $. 102 A ; W. Wfhon Mf^aioira of ihe li^ 
^üatt ef D« O« L. i83<K 3; 8, — Gana endete ISesIchta- 
HKt«Tiifo%te Swift (S. 3^6y in 8.satyr.' Romanen. — i)ea 
anboAiHiaii ^ vorbereitet durch bürgorlicbe ErafiKltinj^e» 
^ ^MMhe Sehildeniajpsn in Sieele'i ond Addii^ffi Ayor 
t^aiabüaa, geataltete Summet RickardsQn aasiAerbyehjre 
c^i<»^; st. 17«!}, ein gaaditc«er Londner BiichdUKiker« 
' olua knaaniatiach gekfarte Bildong, seine iki bäcgeHi^ 
^ Verkehr uwi Umgang erworbene .Menschenkunde.» 'be* 
"^ mumgCiche Erfabruagen aber weibliche Gesinnung, 
•< <Iit frqh aa^bade^ Fbnigkeit im Brie&chreiben auf 
fl ikotng, tfm^^anr sitllielldn Veredelung sein^ Volkee 
■ifiAiteikrisQh ittimwisken. Seine Romane in wbhlg^eseta* 
B BrieCei, deren Ton oft pedantische EinOhrmigl^eit hai| 
^ iMrirte Cbaräklere «af , in walehea nur Eiaaelaea 
" *« WUdichk«it ub«(«iiMtimint, und Ereigniw« uod !■•• 
^"^ TOd anziek«n4l»r AiMtMfttUieM|9ifr und laale ran h » 
«Mgbit ia kldaen ZS^b:- 0e|^'P&i«la ((.. 1740. 4. 
>" tntcB J. ISnfnal naigtieg^ lag- ^« wahre Begebeo* 
itiiGnu^j far<Cl«riMa-(lr4tii «,H«) 'bacngiA «eStimma 
■Poli&CHii «lit RfMht eatMiliia4aa'|"<€iHiiCaiaiidiMii (mm 
I; i« bey dchdMwrar UeMtr<ikiihig><ia tdor »HatoiiinH— fc^ 
|*»Kfi>tiKMM fMlMm^«Ml'lli•«Ui•4t••Eig«llllltiildi«bt 
"W flactang in ihren Fdilem ind ¥«iBfigwi m. Voll. 
*Vt«« «h: Wwka. L. 17«». 10^8^ ^th »aintdi oC Ina 
'vB.Mtmgiit, L. 1811.- 19.'$; The eomM^ondence ptU«. 
^ ^ ihrktt$fd. h, 1804. 6. 8. Unter den vielett Nanh. 
*^ ^' nichae« deh Kainer ana; — Eämy ÜÜMMaf awi 
»piMn Ppck b. QbkMonbKry [gab. 1707; «h 1754}» aoa*^ 
"^ ^ SMitaa KiW»riww «idBrft yidiiwtigar Walt* 



326 GroM-britannien; Roman. 

eifakruiigy der Frucht eine» leichtsinnigen Wandels, bekannt 
durch 18 sdienhafte Lustspiele und durch die Gauoerge- 
ichichte Jonathan Wfld , arbeitete dem sittlichen Pedantisrnus 
in Bf 9 Romanen entgegen und schilderte die nienschliche Na- 
tur in. ihrer wahrhaften GebrechlichlEeit und Mischung des 
Guten und Bösen ; s. Erzählung hat dramatisches Leben vsA 
besonders grosse Wahrheit' urtd Mannigfaltigkeit in der Dar- 
stellung der gewöhnlichen Volkssitten ; in der Betracbtoog 
liest er sieh gehen wie R. , aber sie ist reicher an dga- 
thOmlichen Ansichten und Beobachtungen und wird, obscbon 
nicht selten etwas breit, durch Witz und gutmuthigea Spott 
gehoben« Die Sprache hat angemessene Mannigfaltigkeit des 
Umgangslebens und hfilt sich rein von fremdartiger An« 
schmackung und Verkfinstelung. S. Joseph Andrews (1742) 
ist ein komisches Gegenstuck zur Pamela; sein gdongenitei 
Werk Tom Jones (Lond. 1750; P. 1780; with notes byO. 
Wagner. Marburg 1815 fli. 5« 8 u« sonst sehr oft; t ?• H* 
C Bod€. Lpz. 1786. 6. 8) erhillt sich fortwährend ia der 
Gunst der Lesewelt, welche der Amelia nicht in gleichem 
Maasse zu Theil geworden ist : Works with A. Murphi es- 
say on the life and genial» ^^R. F. L. 1762. 4. 4 W«. 8; 
Edinb. 1767; 1806. 6. 8. -^^^muremcB Sieme ausClMwell 
ii^ Ireland [geb. 1713; st. d. i 3 Sept. 1768], chssiaekrHa- 
morist , der scharf und tief die Gemuthsgeheimnisie erspiht 
und doch innige Liebe zur Menschheit und kräftige Achtang 
für SttKchkeit und Tugend ' bewahrt hat, uneracbopftich in 
aenen Verbindungen und Naturbildem , vieles ans An^deren 
entlehnend, heiter nair bis zum Drolligen und die Herten 
ergreifend mit kindlicher Eihfachheit und Wahrheit dei Ge- 
fühles, ordnet Alles der niiiMMsirenden Phantasie unter, i^ 
reu Fülle nach alled Rwhtungen überströmet und der Em- 
t^dung wie dem Vorstmide ^IMche Nahrung gewibret; i» 
Ausdhicke ist ^^ sehr ungleiclP;' oft classisoh. Von 8. Sehr. 
(Hist. o^'Ji Wateheonl 1756; letiers to EBza 1769; tbe Korso 
1769 u« a.) Vinfi; ausser Predigten in vertraulicbem Haasra- 
te^tono (Simons 1760 «fl. 4. 8), die gefeiertesten: i^ ^ 
Laune, -Tl^e der Gedanken, Feinheit der Deutangea m 
Winke unerreichbare Tristram Shandy (L. 17S9& 9- S> ^^ 
IL 1760; t. V. Bode. Hamb. 1776) und das zaruinnige ^' 
timental Jonmcy throik]i|h France aad Italy (L^ <767. 2* ^' 



Gross-Britannien. - itomaik 327 

t Y. Me. Hamb. 1768); JBamann^ Hfppet^ JV; Rickier ha-*' 
IfD ihren Werfh erkannt: Wprks. 1783. 10. 8; 1795. 8. 8( 
r^lFemar lUustratioqs of St. C. 1798.8; Ed. IL 1812. 2. 
8; BerL MScfar. 1795. Febr. — Töbiaf Smötleft ans Dalqa- 
born b. Renton in Schottland [geb. 1721 ; st. 177 t] malt di^ 
Sitten nach dem Leben , wie er sie mit Untsicht beobachtet - 
hat, aosgexeichnet glücklich im Niedrig -Komischen, gehalt- 
volle Reflexion hinznjfugend , oft muthwillig bis kor Anst5s^ 
sigkot, oft persSnllch satyrisch bitter. Von s. üomatien (Fa-^ 
tbon (1758); Launcelot Greaves 1762) sind die ^eachtetsten f 
Roderic Random 1748 ; Peregrine Pickle 1751. 4. 8 u. The 
eipefition of Hinnphrey Klinker 1769. 3. 8; t. hfz: 1776. 
ksiAi W er d^n D. Quixote iibersetxti das Grit. Review be- 
grandetUMl eine Gesch. Englands (L« 1757. 4. 4; 1758. !)• 
8) ?erfi«t, welche in stylistischer Hinsicht sehr geschUtxt 
wini: Mneellaneons works^Ediab. 1790. 6. 8; L. 1797.8.^. 
- 6$Umiik oben S. 294. — Der Ireltoder Ckarlet John^ 
itoM [st ISqO] satyrisirte eben nicht fein, aber lesbar und 
mit Erfolg: Phrysal 1760; Ed. IIL 1761. 4. sr— Jamew 
iUfejr oderi Ch. Morell [st. 1765] führte mit gl&nsendem 
Erfolge Morgenlandische Mftrchen ein: Tales 1764; oft; 1800, 
2. \% -^ Von dem geis^eiehen fiorace Wafyole Earl pf * 
Oxford [geb. 1716; st. 1797] , ^ wohlverdient nm Gesch. der 
merlSnilischen Litteratnr nnd' Knnät, auch«i^s.|^igenthamli-« 
eher Tragiker (the mysterions mother 1768. §),,^u beachten, * 
empfing 4er romantische Novettenton verjongtes Leben : The 
<^tle «f Otranto 1765. 8; Parma 1791.. 4.|irK«'>* ^•* Works, 
L. 17«. 5. 4 n. 10. «; 1825. 9. 4; SÖlir.jt. v. A. W. Seke^ 
pl' Lpi. 1800. 8 ; Memoirs. Lond, 1829* 2. 4. -^ Ans der " 
V^^^^ Schaar der nenef en Romanschriftsteller, deren Werke 
<loreh Betriebsamkeit tientscher und franaMscher Uebersetzer 
*^ lehr sHgemein bekannt geworden rnnd , können hier 
^ Eilige ausgehoben werden : Hemrg Mttcien^ie aus £din* 
^^ [g«b. 174&] schildett unterlia}tendi und belehrend: the 
*W'of feeling,.;!^ 1771. 2. 8; the man of the world 1790. 
^ 8; works. L. 18qft, 8. 8. — ß, Cumierland (&. 309): 
B^7 1795. 4. 8, ~ Jllßmßf Hplcrcfi [ge>b. 1744; st. 1809] 
tiA frochtbarer dran^lti^her Schriftstellef i)nd,^^ager Ue- 
l^tieraas dei« ^i)(inxoiisdiiff)t und Teatscbei)» •W®''^ ^7 
*^gwlistf JSinfiBidiheat di^ Jhsikiahme iliif^We jPha- 



J 



328 6ro88-Biitaiiiiien, Roman. Geschichtschreiber. 

raktenddinaiig md ^pBchaalioh« Ersädiing : Anna S» Yves i 

1792. 7.^8; Hugb Trevor 1794. 6. 12; Tgl. Menü wr. b; i 

bimself. 1815* 3. 12- -- Merkwürdig ist dia frofibtbare Thä- ; 
ligkeit des weiblicbea Gef^hlechts^ welche« fiMt die Mftnner 
Ton diesem Kvnsiboden yerdrängpo su wollen achien; eiiuga 

der jiamhafteren skid: JFrancüca Burney d'AxbIay, hervor^ j 

tretend diu»)i «it^chen Adel und milde Menschlichkeit: Eve- < 

line 1779. 3.. 12; C^ciUe 1789^ 5. 12« CamiUa..a797. 5. 8.- i 
Sigpiüt^L^e fst^l324]: the reoess 1783. 5. 12; the life of i 

Lover 1804. 6., 12; Omiond .1810. 3« i2 n. s. w.; €karhne i 

Smiti geb. Turner [ge^..l749; st. ISOß]: Ei^mettDe im , 

4. 12,- C^estioe 1791* 4. 8; the waadeiings of Warwick 1794. , 
12.; Montdbert 1795. 3, &; Marchniont4796*.4. 8; a lasulj 
Story 1800. 3. 12 n« 9/w.i Charlotte Lm^J» geb. Bamnj 

[geb. 1720; St. 1804]: Eapbemia 1790. 4. 8 n. v. a.; Elin* ^ 

beth /«ciUaM 9eb.. Simpson [geb. 1750; st. 1821] , xfihmlidi , 

thfttig fur.dranuMU Litt«; a simple story 1791« 4. 12; die , 
scbaaerlicbe Mfie JladffUjffß £slk 1824] : the comanee of the 

forest. Ed. IIL 1792. ß. 8; lfa# nyateries of Udolpbo 1791 , 

4. 8 u. V. a. ; die durch aahlreiphe Jngepdschriften bekuinte ^ 

Marie Edgenm^k,,' «al^ of fashieaabU» life. Ed. UL i^* g 

3. 1 2 n. s. w.^ — AUe Wurden vacdonkelt .toa W. Sc9tt s. i^ 
Dben & 298r; ihm stKebten nach «.Freund Wathin^ Ir^ 

ving HOS New- York, reich an wahrem und tiefeni GefiUe, an , 

Seharfbliek nni ^hitmütfaigkeit, an kindlicber Em^äigUch- , 

kett für bäaslk^ Glocki begabt^ mit der .heneideasweitbea , 

/Konst^ Naturgemälde der I^ehefnerscheioongea nad mench* ^ 
Ucbea Eigenthfimfichkeitei» an eniwerfißn } Salmagnodi iS07; 

8ket.cb4{ook 182Q; Ed^V. 1801 ; Tales of a traiN^Ier 1824 b- , 

s. w. ; der laeländer Qgm CnriUkank; AUan CuMmnekam; der ^ 

^^Amerikaoer Jaai«# ^€ii4nore-C!se/>er, welcher vatsriinfi- ^ 

«che Scenen mit aUsttgrosass Aasfiibdiehk^it vei^sf^^ ^ 



n iht Norenistes Msgtsiiie. i.. 1790. 99 9 t BH». 
L. 1810. «Oi 12; ""JBaftMl^e NaMlIilf a Librsqr. EdisN,l8Sl ^ 
f. S. 8 bsr^iwgegcben mit Charskteritti|cea d«r Scbrifttteilir m ^ 
W. &:o/l; die festeren mit der Aufsohiift: ^eber Leben nod 
Werke der berufimtesten EaglUchea Romantiscben Dichter fiberir 
T. L. RelUtab. BM. 1826. Z. fl. 



iohtUohe» KaMi..^4. ^ ^^^ 

Jakih; Mnistfir fShr. blU w»m ^^^ 



^ 



GbroRth-BritanniMir Geschiehtuclireibfer. 320 

geforien; es lag lm'>WeMR[ ihres 5feDdiclieA Lebens, dass 

geseUcfadic^e DarstettmigBii', • im Geiste A/ts grossen Alten 

aofjefant und durch äbiiKcb^ Verhältnisse, wie diese, be- 

fGogti in der Zeit geseUschaftlich - getstig|$r Rdfe gedeihen 

koDDteo. DaS'Yolk^ wie es in Britannien keines wc^ges in der 

IfiDimahlj durch Inhaber geistiger Einsicht und politischen 

WiHm vertrelea wird, war in Folge Tielfaeher Erfkhrungeni 

wi itagendenr Wohlstande und mit siehergesteUter TheiÜ 

mIhm am Gemeinwesen, cn bürgerlichem Selbstgefühle er* 

widsRi; sof jedes spätere Geschlecht Tererbte sich gestei^ 

gtfteAdrtimg für das Vaterland und i&r dessen Gesammt- 

woU; imner allgemeiner wurde die Ehrfurcht für Vergan7 

pdmt| in welche surückgeblickt werden musste^ um das 

Wttlti md die Eigentbumliciikeit des jetsigen Daseins zu 

^tboMmd die vererbten^ schwer errungenen Wohlthaten 

feVirfattiuig 0« würdigen. Daher wurde Chroniken und 

^^><<dUiKheB Schanspielen grosser Werth zugestanden ; und 

veu aich die Geschichtbufber fast aller Kunstvoirzuge er- 

nangdtta^ so Spunden sie dock einen ausgebreiteten dankba- 

iMl<mrkras amd genügten dem aufgeregten und fortschreir 

<^|«leigertea BedurfmMCu '^^oisler Mitte des XVII Jabch. 

^^Mni Main (S. a83) ftHe^iMshetige Leistungen in Bear^ 

l^ng der vater)ftad. Ges^ifehte und bezeichnete die Bahn, 

welche «it nach Verlauf «ines* Jahrb. mit glänzendem fr* 

^« Wtcen wurde. Die nScbetfolgenden'Geschlechter fan- 

'*& >B Emmemi^en und Erörterungen d^ eben vorüberge- 

P^(^« TerhftagnissTollea Zeit binreioheo^e Befriedigung 

^ Wodan dadurch ennont^t, festzuhalten an dem Errun? 

f^M; wissepsQhaftlich«griuidlicl<e kirehengeschichtliche Un« 

^^nidttsgen hingen Toa der lM)l»rsengung iJb, diu» der Pro- 

ttttiBtiaMui die Gmndweste i^ Verfassung sejr 9 und hatten 

^ &r das MfentlMie Leben eine hQhe Bedentung. Wer 

a« VerbaadliingeQ über 4^ GtmeiQ,weseB Theil; nehmen 

wdte, fnhke sich zur >Laadesgescb|chte hingezo^«^ Und z wi- 

^ dem Studiiim des classiscke» Älteithil|hs'Und. dem iS»- 

^Isbsn ti^i eine immer innigere Wechs^yirkung . ein« 

^^k StamgoM Terfassta ma<9^ gui geordpetei : ^sdw Gria* 

<^«idaiid's(l707) and Lmmrence Ecißrd [geb. 1671 ; st. 1730] 

^ Wjrfslhw^itlia WtaiMselia{1707>; die era^,' weaiQiteBS 

^ VnllUfliidigkztt^ dei Stoffe« n sp ^e i ff li nete , allgemaimi 



<. 



330 Gross-Britannien. Geschichtsehreiber. 

Weltgeschichte (1730 ffl.) warde von Mehren bearbeitet; vaA 
BoUngbroke (S* 316) äusserte in s. Briefen fiber hister« Stn- 
diam (L. 1738, 8 oft; 1772. 2. 8) freysinnige Zweifel rnnd 
Ansichten, welch« gegen herkömmliche IVlissbrftiichet nürnen 
konnten. — PAt7i/>p [geb. 1720; st. 1790] und Ckarlt9 Fori^e 
[st. 1770] bearbeiteten verbunden mit mehren Studirendeo in 
Cambridge die Gesch. des Peloponnesischen Krieges gruDd- 
lieh genau, in anziehender Darstellung : Athenian lettenu Dn- 
blin 1741. 4. 8 ; 1798. 2. 4; t. ni. Anm. von F. J: Lps. 1799. 
2. 8. — Tkomat Blaekwall [geb. 1701; st. \7ßT], der rich- 
tigere Vorstellungen Ober Homer (1735) verbreitete, beschneb 
das Leben des K. Augustus (1753); so wie Conyert Midi^ 
leton [geb. 1683; st. 1750] vorher die Geschichte des Cicero 
und s. Zeitalters (1741. 2. 8; 1742. 3. 8) reichhaltig und lehr- 
reich dargestellt hatte. -^ Mit gleicher ThStigkeit und nidit 
nnverdienstlich war die neuere Geschiehte Englands von dem 
nnbefangenen Whüe Kennet [geb. 1660; st. 1728] 1706, toH- 
sfftndig von dem fleissigen, aber etwas höfischen Lmtr* 
Eckard (1707. 3 F.), freymOthiger und mit Eifer fSr Velb- 
recbte von John Oldmixon [geb. 1673; st. 1742] 1726. 1730. 
1735, sehr sorgffehig und mnstcnrfaaft «uverlftsstg v6n TSmi. 
tarte [geb. 1680;^ st. 1754] 1747. 4 F. bearbeitet Worden, 
als der von Frankreich ausgegangene bist. KunstgeidbnAck 
in Britannien herrlich gestaltet, besonders durch Schbtten ge- 
pflegt un^ -zur Herrschaft in Europa gefBrdei't woide. Na- 
tionallitteratur und Studium des class. AUerfhums staoilen in 
entschiedener Wechselwirkung mit dem öffentlichen Leb^n 
und- idiefiberwiegende Neigung zum Praktischen und Gemeio- 
nütsigen wurde durch philosophischen Geist v§9?delt. Fuf 
geschichtliche Darstellung offenbarte sich ein hdtierer Ge- 
Sichtspunct; sie soll die Ergebnifoe der mit ernstem Wahr'* 
keitssinne gefShrteh Untersuchung sur Erwirkung «oes ^ 
scbaufichen Gesammt- Eindruckes gestalten uxA den gesdl^ 
schaftlichen Znstand der Yergmigenbeit so vergegenwlirtigen, 
dan nicht nur der Entwickehinggang des Geseheheneii, wo* 
dem ilttch £e dabey thätige Kraft mid \¥illensri«htoDg de« 
Menschen tt* seiner EigenthOmHehkeit erkannt und damit die 
menschliche Gesinnung undtder Vdksgeist, welcher die Shj 
chetStellung des Rechts nnd der Wahrheit in der dfientlieb^j 
BIfeinong verbürget ^ genthrt und erkrBftigt werde. NicM 



Grosa-Britannien. Geschiclitschreiber. 331 

der Philosophie, welche in engerem Kreise waltet, ist Ge- 
schichte das frachtbarste Erziehunginittel zur geistigen Ver- 
Toflkommimng des gesellschaftlichen Zastandes und gäns für 
den Bemf geeignet, den Menschen, Bürget und Staatsmann 
durch treue Auffassung und rerständige Beherzigung gesell- 
sdnfdieher Erfahrungen zu bilden. In diesem Sinne ist seit 
D. Hmme yok vielen Schotten und einigen Engländern hi- 
storisch gearbeitet Worden, obgleich es auch an Schriftstellern 
aidit fehlet, Welche nach diesem hSheren Maassstabe nicht 
ge moidi gt seyn wollen*' Vgl. Wütkler Gesch. d. h. Forsch. 
«. K. B. 2 S. 377 ffl. 605 ifl. * ' 

Die Reihe der Meister dieser neuen bist. Kunstschule 
ec^ffiiet DaviifHvm^ aus Edinburg [geb. 1711; st. d. 25 Aug. 
17763, ein lieferDenker, mit s. krit. Skepticismus Vorläufer 
KaDt*s^ fielseitig und auch durch reiche Menschenbeobachtung 
gebildet. In der Reife des minnlichen Alters unternahm er 
die psjchologisch pragmatische Bearbeitung der Vaterland. 
Geschichte, strenge Gewissenhaftigkeit in der Forschung und 
unbestechliche Gerechtigkeit und ruhigen Gleichmuth iit di^r 
Darstellung als höchste Pflicht anerkennend, deren treuer Er- 
füllung durch Anfeindungen aller Partbc^en ihm bezeugt 
wurde. Er fasste das Streben der Menschen, unabhängig 
Tom Erfolge, die Sittlichkeit der Handlungweise, oft verdun- 
kelt in der Erscheinung und entstellt in missdeutenden Mei- 
nungen, demnächst Staatsverfassung und bürgerliches Leben 
ins Auge, beherrschet mit grossem Geiste den Stoff und blei- 
bet tich in kalter Vernunftmässigkeit und prüfender Zweifel- 
hafdgk^t fast unwandelbar gleich; und diese Gemüthsstim* 
muiig Spiegelt sich auch in milder Einfachheit ' der Sprache 
ab. Die Gesch. der Stuartschen Periode [1754] ist in Hin* 
siebt auf Wirksamkeit des Kunsttones der gelungenste Thdij 
die Tndorsche [1759] der freymüthigste , die Gesch: der äl- 
teren ZMt [1763] der dürftigste: The flistory of Engend 
ftom tbe inrasion' of J. Cesar to tfae Tevolntion 1688 (ein* 
zeln Edinb. u. a. 1754 ffl. 6. 4) L. 1763. 6. 4; ^Ei. V. 1770; 
sdir oft; B. Bowyer^i Prachtausgabe. L; 1704 ffl. 10 F. m. 
K.; mit Smolleff Forts. L. 1796. 13. » u. oft; unter den 
Uebers. keine empfehlenswerth ; Essays • and treatises. L. 
176S, 2. 4; 1810. 2. 8; Private correspondence. L. 181 9«- 4; 
TgU Life wr. by himself.^ Li 1777« 12; A. Smiik the lifo of 



33^ Gross-Britanoien« tiesqliksbtechreiber. 

D. H. L. 1778« 8* — E. Purke (S. 320) beschrieb 4ie Nit^ 
d^laspuogen der Europäer in Ameril^m (1757; £d* VL 1777. 
2. 8) mit Eingicht and Geist sebr befriedigend und ßng ao 
(iia Annaal Register 1762 III«; von Anderen bis guf die neae- 
steQ Zeiteil fortgesetzt), ein trefflich gezeichnetes G^mftt^ 
der aeuesten Weltbegebenheiten zu entwerfen« — WHl4mm 
Eoberiion aus Edinbnrg [geb« 171^1 ; st. 4« M JuR'* i79arl, 
sittlich edel, classisch gebildet and reich an gelehrlefaf'KeBBtT 
nissen, arbeitete in lebendig einfachMU, stylistisch gediegenen 
n, zauberisch fesselnden Vortrage^ fSr das durch Pbantasia 
za gewinnende Gemuth und ist Master in der Kunst,- darch 
vorbereitende Einweisung auf den. rechten Standort nnd durch 
Anordnung und Verbindung den gfschichtiichen Stoff zu Udit* 
\oiler Ansicht za erheben and d|e theilnehmende Betraditang 
gleichmässig fest za halten; das angemessene Urtheil fuget 
sich in natürlichem Zu^smnnaei^tage der Thatsache an: Hist. 
of Scotland 175»; Ed. XIII 179t. 2. 4 u, 8; H. of the Eipp, 
Charles V 1769. 3. 4; u v. J. A. Remer. Brschw. 1778; 
1792. 3. 8; II. of America B. 1 — 8. 1777. 2. 4; Additions 
1788. 4; B. 9. 10. 1794. 4; franzda. v. Suard a. Mnrelkiy 
beiricht^t v. de la Bofueiie. P, 1828. 4. 8; Ilist. works. L. 
1818« 11. 12; YgL Z>. Siewari Aoe. of the lifo and wr. of 
W. R. 1801. 4 a. 8. — Lyiileion S. 317; tValpole'9 {& 327> 
sinnreiche Zweifel über K. Richard III, Denkwürdigkeiten 
8. Zeit, biograph. Zuge u. ^. a.; Ferguson S. 321; B. Home 
S. 318. — Der Seh. Bob. Henry [geb. 1718; st. 1790} ist 
nicht Mos als .fleissig forschender Sammler achtungswerth; 
§Lttch j^nqrdBung und Sprache haben , bes. in den spMeren 
Bänden^ Yerdienst der Klarheit und edeln Schmucklosigkeit^ 
H. of Gr. B. Br. 1771 ffl. 6. 4; 1799; 1814. 12. 8. — < Eine 
nea^, i^f die Yolksgesinnung stark einwirkende Gestalt er- 
hielt ,^e neuere v^aterl. Gesch. s. 1660, vermittelst urkimdU- 
dier Aufschlüsse über das . Yerhältniss des Hofes zui» S^taat« 
4urch iip Schotten JoAn Dalrymple [geb. 1726; st. ISfO}, 
Yf. eines waekeren Werkes über den L^nbesitz in £. (1757. 
.8),. we)cl^er in anspruchlosem Gesehäftsstyle den Zeitraani 
16^0 bis 1702 (Edinb. 1771 ffl. 3. 4; Ed. III 1790. 3. .8) 
beschrieb f ^nd Jame$ MaepherM^n [gd>, 1738; st. 1796^ 
iteridteftl am Erläoteruiig im Caladoni|K;h«n Al^rthams (Crit« 
.4Uwi»..iio Ih^otiilool ^o.Cf L..f70&,»|^jd« i^ g<^nguw 



Gross-Biitaimien. Geschichtschroiber. 533 

Vortrage , mit Torwaltender polit. Betrachtung die Cesch. t. 
1660 bis 1714 (1775. 2. 4) darstellte. — Die Schottische Ge- 
seil, bearbeiteten Gilbert Stuart ans Edinburg [geb. 1742; 
st 1787], der den gesellschaftlichen Zustand Europa's im Mit- 
telalter, <1778. 4) und die polit Gesch. s. Vaterlandes seit der 
Deformation bis zum Tod der K. Maria (1772; 1783. 2. 4 u, 
8), so wie die protestantische Kirchengesch. dei^selben (1780. 
4) dosichtyoll, gründlich, vollständig und gemeinfasslitfh vor- 
anscbanlichte; und der fleissige Forscher David Dalrymph 
ausEdinbnrg [geb. 1726; st. 1792], dem viele Bereicherun- 
gen ans Quellen und eine gehaltvolle Zusammenstellung in 
Scbott. Jahrbuchern 1034 bis 1304 (Annais 1776. 2. 4; 1797. 
3. 8), Reiche auch stylistischen Werth hat, zu verdanken 
Bind. — Btheard Gibion aus Pntnej in Surry [geb. 1738; st 
d. 16 Jan. 1794], durch classische Studien und französische 
Utteratur gebildet, hsit sich durch das berühmte Werk über 
den Verfall und Untergang des romischen Reiches von Tra- 
Jan bis zum J. 1453 eine Stelle unter den dassischen Histo- 
rikern Br. erworben; es ist das Erzengniss zehnjähriger ge- 
lebrter, vielumfassender Forschung, welche, oft nicht ohne 
Einsatigkeit, neue Entdeckungen beabsichtiget und eigen- 
thümliehe Ansichten geltend zn machen sucht, u. vorzüglich 
die genauere Kenntniss des Mittelalters begründet und ge,- 
fordert bat ; die Darstellung ist ungemein anziehend und reich 
anlleberrascbnngen, die Anordnung sorgsam, nicht ganz frey 
TOD KüDSteley , die Sprache üppig und gern' epigrammatisi- 
rend; der Gesammteindruck bleibet sich nicht gleich, das Ma- 
lerische in einzelnen Schilderungen hat meist künstlerische 
VoIIeiidnng.. Ueberhaupt vereinigen sich die Stimmen in^dem 
Endergebnisse, dass bey allen wohlbegrüiideten Ausstellungen 
gegen Verfahren, Ton und Urtheil, die bist. Litt, durch ihn 
eine vollwichtige Bereicherung gewonnen hat: Hist. of tbe 
decDne and fall of the R. empire. L. 1776 ffl. 6. 4 oft; 1797; 
1811; 1816. 12. 8; 1817. 12. 12; in viele Spr. übers.; franz. 
V. Suard n. Guizot. P. 1812. 13. 8; t. Lpz. 1788 ffl. 19. 8; 
Miscell. works, with memoirs of bis life and wr. comp, bv' 
himzelf. L. 1796 ffl. 3, 4; 1815. 5. 8. — Rob. Wät^on'i [st 
1781] Geisch. der Spanischen Könige Philipp IE (L. 1777. 2. 
4) und Ph. ni (L. 1783. ,2. 4) empfiehlt sich mehr durch 
männlicbe Einfachheit des Ausdruckes, als von Seiten der in- 



334 GroM-Britannien. Geschichtschreiben 

Beziehung auf persönliche nod nationeile IndividualitSt aehr 
mangelhaften Compositioo« . — 0. GoUimüh S. 294. — Die 
viel gelesenen, angepebmen Darstellangen der Gesch. Grie- 
chenlands von y, Gmit (1783) und J. Giilie» (17$6) worden 
durch IFilL MHfort$ nnj^eicb gehaltvollere, voa poliu- 
Seharfhllpk aengande Arbeit (1784 fil. 5. 4; 1814« 8. 8; t. 
\j^%. 1S02 ffl« & 8} ubertrofien. — Thiman Somerviite achil* 
dert in einem ungeschminkt nüchternen Tone, mit rechdicker 
Uabefsingenbeit nnd Wahrhaftigkeit, immer die Volkaatini* 
mnng und öffentlich^ Jl^einnng berücksichtigend,, an rechter 
Stelle kfibQ freymüthigO' Belehrung einschaltend, die folgeo» 
reichstea Abschnitte der neueren Engl« Geschichte; Hist. fjrona 
the r^tor, to the death of K. William. L. *1790. 4; H. oC 
Gr« Br. daring the reign of Q. Anne. L. 1798. 4. — Jokm 
Idngard hat die Geschichte Grossbritanniens (1819 f.) mit 
einer Gründlichkeit und Umsicht bearbeitet, welche nur bis« 
weUen durch kirchlich® Befangenheit beschränkt wird ; neben 
S« Werke traten ^igl^}f)hfei|tig mehre geschichtliche Arbeiten 
hervor, welche ^ip jt^qtniss der Verfassung sehr verdienst* 
Ijch befji^fdern. '^^^Küliam Boscoe [geb. 1751: st 1831] hat 
sich mit überaus inhaltreichen , in Hinsicht auf Darstellung- 
kunst aospruchlosen , doch keinesweges nachlässigen biogra«» 
phischen Werken um vollständige nnd genaue Kenntniss dem 
Cultpr- und Litteraturzustandes Italiens am Ende des 'SiV 
und im Anfange des XVI Jahrb. hoch verdient gemadi^; The 
life of (lorenzo d^! Medici. Liverpool u. L. 1795; Ed. IL 
1796. ^1 4; Life cjf Leo X. 1803. 8. 4; t. m. Anm. v« Hernie» 
Lp^« 1S06. 3. 8. — Wifl. Coxe'9 Geschichte des Habsburgi« 
sehen Hauses in Oesterrejqh. (L. 1807. 3. 4) und der Bour« 
b^ns in Spanien (L. 1803. 4» 1815. 5. 8); so auch Joseph 
Planiä'i. Gesch. des Schweizerbundes (L. 1800. H. 4 n. 3.8) 
zeichnen sich duri;h,<9eichthum des Stoflfes, Treue u. Wurde 
dcar Darstellung und, was kein geringes Lob ist, durch ei- 
gentliche Lesbarkeit aus. — CL.f'ox S. 323. -r-. Für die 6e- 
sc^. S9hottland8 ist von John.Pinkertosi (1794 ffl^), Malcolm 
Laing (H. of Sc. 1609—1709, 180Q: 1812. 4. 8), Waliker 
Scott, u. m. A. Treffliches geleistet worden. — Biographien 
sind in grosser Anzahl vorhanden , meist zeitgemäss und an- 
ziehend durch den Gegenstand, welchem sie behandeln, weni- 
ger bervorU'etend durch Kunstgehalt. Aufmerksamkeit ver« 



Gross-Briti^iiiieiu Kritik u. Theorie. 335 

ficMB die SdiUdeningen merkwürdiger Zeit^fenoMen« well sie 
itrenge Aufrichtigkeit üod treffendes Urtheil mit anständiger 
Mtai^g in sich vereinigen und grossen Theiles in Darstel« 
hsg ssd Sprache eine geübte Kansthand verrathen : Public 
Ohncters. L. 1799—1810. 19. 8. 

.. V. lieber die Cfestaltnng der schönen Redekumte, na* 
mMk der Poesie in Br. haben Theorie nnd Kritik 
wiüigtsnDooht^ denn sie ging aus dem Nationalleben frey^ 
limir kod konnte durch ^mndsfttae und Vorschriften einer 
ScUe nicht regiert werden ; daher haben Schriften dieses In« 
Utei, wenn sie dcb nicht als selbstständige Kunstwerke 
gdtend machten, nur sehr beschränkte geschichtliche Bedeu- 
umg; fir Ausbildung der Prosa sind sie am wirksamsten ge- 
weus. - Im XYI Jahrb. ist PL Sidnet/'g (S. 280) sinnvolle 
Seimfeueluift für die Dichtkunst merkwürdig, welche ihren 
gMfOi Geansi und höheren sittlichen Werth hervorhebet. 
Zi beachten scheinen auch W,- Webte Dhc» of engl« poelrie 
tagtAu with tfae anthors judgement touching tha reformation 
•f onr eagl. verse. L. 1586; 1811. 4 nnd Puite^kam arte of 
«BgLpoesie. IL.. 1589; 1811. 4; vgl. Beloe Anecd. of litt 1 
p. 2M; ia wie . die Sammlung Andent crit» essays on engl* 
poets aod poesjr by Gaeceinge^ Harvey^ Spenter^ J. Har^ 
rtMgtWj Damiei u. s. w. L. 1815. 4. — Gegen Ende des 
XVnJahrii. «rregten Dryden'i (S. 285) dramatische Kunst- 
Wteidktaagen einiges Aufsehen; sie deuteten auf franzSsirende 
lUgdiMgkeit bin nnd diese fand manchen Lobredner (TL 
iifMri(78; 1693) und mehrfachen Widerspruch, .der sieh 
VM. kräftiger im Nationalsinn als in schriftstellerischen 
ieonenuigen bewährte. Als geistvoller Aesthetiker ist W^ 
T^nfle (& 313) nicht zu übersehen. — Im XVIU Jahrht 
weektsa und nfUirten die Wochenschriften (S. 314) die TheiU 
Bahme an Angelegenheiten des litt. Geschmackes; Pop^ (S. 
^) gab einen kritischen l'en an, der die Drydenschen 
Gfindtäise veredelt , mit Berücksichtigung der Volkseigen^ 
'knäi^keit erneute nnd über ein Menschenalterff doch, weni- 
pt im ^ben als in Buchern vorherrschte. Den entschie- 
^ten Einfluss anf die öffenlUche Meinung über National- 
Ktterator gewann & Johmen (S. 318) , dessen Hauptaageup 
■eik auf das Sprachliche gerichtet war und bey grosser Folie 
K^iuikvoller Bemerkungen . qni, glückUcber Witsstr^cbo n« f 



39<( T«utichlaiKU Uehenidit. 

ara fft T0P Imi^rRiditen Auiditeq, 6f)er/Ili^iit«ig«st^^9w 
tiefgewüraelte^ i^orarfjieil^i^ geleitei . ^vorde» & .^^ (Hi 
321 ) fera^gem^erte lUe Ergeboin» 4er philofogloiriii^ibf Oh 
tohimgeQ j|ib«r'.tM^.9«i,e Aedekonst Iq ■• Vork9aiigeD.«»d ki» 
legte sici mit rekhen NachweisiiBgeti aof ^er^Natiomillittm- 
tara -«^ Die Bescbäflignng mit der Theorie der redüide&Kaiiit 
blieb ansseUteselidivdeiLPbilosopheii TarbefadkeD^i^ddle leit 
&k9ftfhm^{^ 314) nnd >: ünfeAeto» («. 3M> di»;Sebtae 
ani» dd» GefUüe filv ,das SittHch-tiota pey^dogiech so^eh 
kUbrea ipcbjteii. Von 4eQ nIilr^joi|^iJ3ebrifteCrileppi) wiMm 
di# Löeamg dieser Aufgabe ^ J^^^ »prcw fiut gleiehea Gnu^ 
aonefaten aung»hend» imternejIwejD, ^jiind die befamBtesteiu V. 
HarvU;^ %X%\ B. Buvkt Oä^^fP^ij^^OMIos. eoquirjr into^dn 
origin^ of qar ideas of.the s^ibKnif wd beeatyfuK, L.*lZ57.&t 
t. 'y^fCrariyir. Riga 17;3« S; jl#f4^ :Gfirurd [st. 1795]: Juwf 
oo tlie tgst^ .1758; 1786« 8;, w ihe ^«Uie 17M; 1784.8; t 
y. Garve I77& 8; fl. Ahm ^. 319i^,fl«eiir« Cbii|iM/ [K* 
17da] r*i^iloeoph]F /of rheteric ti,Jl77^rd^- 8; X B^aäiiiS^ 
297): Easaye on poe«rj»an^ m|wq,.vt«:(;fi779. ^; Di^eertHiDiii 
roo^al and mu, 1783, 4. etiu etp^^T^^f ,i^fM//ey [geb^l7jä| «• 
1804]} Lecmres on orntory ksA fitßili^faKU l<.1737«4 a«r.A* 

Tenteehlaadte Ansaere VechlHtoiaee vmi kHiMr«Uo' 
gerlicber Zuetapd eritaken sich .fi|i|(,4eiDec geistigeBiBUnd 
in« fp^genreiobei», Weoheelwisl^iqg nW^i bedingen einender! gfr* 
geQseitig. Die ) ^elire|^t|%^r,vJHi |ei; r meist ' kleiner St^alem 
wel^he> nur dnreh.eMif.^^i^af^rfWit^es^ndidien Mi^alUk 
ejfol^iese, wen^gstfm; ißß ^f!ütpilkfn^^kmk^fiAit^wilf%AM^'^ 

haltipn weiden, ; bi^gänsligte i^f^mß^Mb mi Mami^^ 
tigkek ejiper. ye^bfkl^|QilHNi^il4ft fd^ reifeNif ge* 

selb»ohofl|:lieheiiTJ^U<viig| tiinerrfie 4o Wger begr&iiteiMK^ 
sen, als Frucht fortschreitender Enimckelong dnridi iri«iMii' 
tige J3erabnup§eaiUiiAJReihu|»gen{, ,^ gedmhen pllege6 < Dtf 
ZwEf gseinfluas seljuMlIchtig^r Mnphtabnag Q»d gdbieteriscbic 
Unstttnde wirket nnr «auf. eiasdne JLande^iiche nscbtfaiiüg 
nad wl^d von mehr ea ' anderen Seilen geiiiiMert oder'aii%0* 
hoben; was hier gebannt an4 bedroht ist 9 findet dort wiee 
Freyitätte und frenadUehe Pflega ; dn^ ToHatfaidige Uebertfn- 



Teutschland» Uebersiclit 337 



tämnrang' der Anuchteh Ist nach ien Erfahrniigeii mehror' 
Mrlmiiderte lo wenig fSr das Gate nnd Wahre tu hoffen, 
als in AnaeHnng dea Yerkehrieh und Verwerflichen xa furch-^ 
teo. Das Bessere und Heilsame Terbrdtet sich frey, ohm 
an Zai und Ort gebunden zn seyto , in so fem es frommet 
xaA der vorbereitenden Stihimnng snsäget; es kann im Gan* 
sen weder gegeben noch genommen wenden. Diese, oftmals 
Hindcnnsa Termeiiiter NatioitalgrÜsse rermfene Zerspaltang, f 
ehi eiirwfirdiges Erbe der Urseit, mit fast bewustloser Trene' 
bewahrt und gegen allerley Annluthnngen behauptet, hat sich 
for griaiiges Leben nnd Streben in gesegneten Erfolgen , als 
Gnmdbe£ngnng dessen , was der TeatscHe Gemeingut "nen- 
nen nnd nm kdneii Preis aufgeben darf, bewährt. Sie er-' 
kliret nnd rechtfertiget die Ueberzengung, dass die tentsche 
VerfasfeDiig daa Werk der höheren Stände, die geistige Bil- 
dung ans dem Schoosse des Volkes hervorgfegangen ist; jene^' 
poKtiseke AtSssignng aussprechend, bht Ineht Form als 6e- 
haft; üe&t seichnet sich weniger dVirdh* Form als durch Ge- 
halt ans, fordert die mSglicfa gi^sste- Mf^nnigfaliigkeit geisti-' 
ger Annehten , die Terschiedenartigste Anregung und Wirk-' 
samkcit sittlicher Vermögen und die freykräftige 'Aeusserung 
eines wdtbürgerlichen Sinnes, der demüthig ist mit Selbstge-' 
fSU nnd Gerechtigkeit übet mit reicher Liebe. Keine Haupt- ' 
Stadt nnd kein Hof, von wandelbaren Zeitgebräuchen und' 
pet«5a8Klien Eitelkeiten nnd Schwachheiten abhängig, wähnet 
im AüeMbesitze "der h5heren gesellschaftlicHen Bildung und* 
des aBeingiiltigen Tones in Wiltselisehaft und Kunst zu seyn* 
oder Ridbningen und Leistungen des gMstigen Lebens eigen- 
nfciidg und entscheidend ip^firdigcte zu können ; keine Aka- . 
dende hat der, nnanfbahsam niid mit fruchtbarer Vielseitig- * 
kot sich fortbildenden Sprache und Litteratur Fesseln ange-* 
legt; kein Thcfl der Nation ist von der Tfaeilnahme am Ge- 
fmase oder an tbätiger IKtWirkung zur BefSrdcähmg der Gei- 
stesreredelnng ansges^blosseii« ' 

BfirgiBrliclie Betriebsamkeit nnd lebbaltes Handelsverkehr' 
hatten im XV Jahrh. Tohlstand^ SelbstgefShl, Wissbegierde, 
Knneiaiim nnd Empfitaiglicbk^it fSr Genuas erzeugt; alscks» 
Idttemtur war ans Italien elngefBhrt und' im Verlaufe' 

iger Jnbrsebnte wtit veibreitet' worden nnd mit ihr ent- 
falteten aich Achtung fBr SchSnheit und Wahrheit, Sehnsucht 

WacUer ÜB. S. Utt. GtMh. IIb 22 



iispb- gj^iittiger Freg(hßi^,'gefichiph4}cbe.Bi|dgl«,, BeUnuiig^ 
kWt upd Kampflust g^gen r^he WiUkfihr vnA tvot^e Gd- i 
s^be^cbräokdbnt. A^f mebri^D fi^o^Mcki^ei» bug^u «infol- ; 
^nreicher Streit zwiacheo jogeadlicV; l^räftig^m BamanUmu < 
niid erstarri^teijA ScholasticisviiM. K- Mm^ißiiÜam I [gdb. 14$9; , 
K. 1493; st 1519}, beseelt vpn yiriseitigeia Streben nach i 
Herrscbaft m^ daj;«9^ m vesterer Gfistalliwg dep t^aUphea : 
Reichsbandee mit s^lhstsQohtigem Ei^r arbeUend, bochver- 
jQcmtum Teutscblw4> Bundesverfiwsapg., kppala wid liabto 
Wissenschaft und^Kunst, ehrte und iMerte si^ ; D^ Ww- . 
kunig, eine Erzählung von. den ThiMen K* Mfiximili«D I m 
ifor^r TreiiZMßfterwew iifif des^sn Aogab« [1&14] nm- 
nij^jpgetrag^ni nelfst dep t, H. Surgiwiir dasn v>erMgt« 
^oUaijhmtten. Wien 1|77&. «F.; Tgl C. Ä. üT^itMf» ds dato 
Ubro der Weisd^^unig. Fxk?. «. d, A irr& 4; M. A. Brwr 
mann de meritis M. I in. irem Hit«. CobiUcg 176A» 4; l'* ^* 
Aegewiich, Gesch. d, Ijl^. K. Sf^ i liewibiurg 178» f. 2. S.- 
Mit Terjüqgter Kraf^ tieat dßr laog^ ai^sge^f Ot? J^tleq^ist u 
das Leben wr$ck; X n. JST. «. O^np^rg^ Ä «« Sicü^flS 

A. kämpften für Freylieit und ftacht gegen AntsßSttangen 
dec Grossen und Jfi^P^y Viele aw df ni A4<»1» %i ^Vs«'*' 
iBe Düliergei v.hang^^^- Spi^geH^g^ n. »omhvh i>^* 
fK Pleningen, V. v. fitfiießs Wm Birkhaim^y M. ». ^* 
n. A. widmetea sich wisnenschaftKohea Besi^baltf gpi«« ^^ 
erkannten di« Befö^denmgt dera^lb^n ab w^seni)i<»hen B^ttani- 
tbeil ihres Lebepsbernleil an; ^ nidift gemgar 13ieU ^ 
Volkes, vertreten durch Homanisteniund belebt diwoh 6w 
und Tbafc wackerer. Bürger» wnrd^ von Geföfalen einer dw«b 
Weltbetrachtong befruchtet ui|d ahnd^^ eilie bevoiiMekDw 
Zukunft, die ih^a^ grosse; RftthseL iSsen, «meirftfidue fm^ 
che und vorenthaltene Rech^ xurüqkgdl>en.^ei}de» AUe ^^ 
Bestrebuiygen und Ho^hungen fanden, ihf e Veireiniguag is ^ 
von Vir. Zwingli [1512] und Sfßrtin Imtktr [1617] onttf- 
Aommenen Reinigung und Veredelung des kirddiehea Labeni 
(vgL oben S. 13). Eine ErSnorung des GebÜM lad Um- 
fanges der mit dem W^ke der Kfrdisiiverhessening sai**' 
i^ienh&Dgenden Foderungen und Folgen knun ia unseren Ta- 
gen nicht mehr fSr n$|hig.eraeblet. w/ssden, wenn auch ^^ 
Warnungen der Wekklogheit, in. achsneiider IksiainiBR aof 



TeutsdüaQd. UebersicKt 339 



liiradibeit inr tinm^t und Argliit d^r Auslegong^ dabejr 
laleräebicbtigt bleiben ; selbst Gegner , freilich meist nicht 
ibe lagbaften Vorbehalt , gestehen jezt wohl ein, dass in 
E«er Zeil eine Wiedergeburt der sittlichen Tolkskraft im 
i^ndidifiteD Sinne erfolgt sey«. Die Reformation sagte dei) 
affllioneD geweckten geistigen Bedürfnissen m^ wirkte auf 
M^ SttBchkeit nnd Wissensoiaft entscheidend ein, schloss 
Scrdigios freye Weltansicht auf nnd bezeichnete ein Ziel 
Ih Lebeng, welches zwar Missverst&ndnisse und Yerirrnngeil 
dess, aber nie wieder aufgegeben wurde und geltend für 
iSe kommende Geschlechter^ von. Vielen erst spät gefasst, zu 
^lii Tencbiedenartig entwickeken Ergebnissed fuhren mussto 
iiul das gesammte Strehenf'dei' europäisch en Menschheit be« 
ninuntt uid TernebmKch aussprach« Dem nun in se^neni 
'^niodwemi veränderten giustigen Gesellschaftzustande eines 
t^eoieoden Theiles des teutschen Volkes kamen mehre aus« 
cre lg(erstatzungen zu. statten; viele Städte erklärten sic^ 
^f die Beoe- Ordnung der Dinge; unter den Fürsten, welche 
ir mächtigeo Schutz «angedeihen Hessen, haben ihr die nach« 
^ü^en Dienste geleistet: ITriedrich [geb. 146^; R. 1486; 
'•ti23], der weise Knrflirst von Sachsen, ein Muster edler 
liisiguig; 1« Nachf. der standhafte Johann £st» lo32] ; Phi« 
ft der Grossm&thige [geb. 1504; at 1567]^ Landgr. v. Hes« 
-0) Stifter der ersten evangelischen Hochschule in Marburg 
^^27] und damit Grosseres erwirkend , als durch ungestu-» 
'«& Watoitrotz {m. *C2/»^ v. Romm^l Philipp d. Gr. Gie- 
en 1830. 18); Moritz Knrf. v. Sachsen [geb. 1521; K. 1546; 
t« iidj^ aber dessen mnthtg» und unnvolle Yertheidigung 
nil&hentellnng der evangeüschen Freyheit die, zum Theile 
vsckeiobaren Vorwfirfe^machtliisterner Selbstsucht in den 
itergmnd gedrängt werden^ » Doch entscheidet weder Waf« 
^^ck, nwk Staatsmacht nnd Kabinetsweisheit, Hoch Bey- 
'der Menge über einer rein geistige Angelegenheit; sie hat 
»fiewährleistung för ihre Dauer, Sicherheit und Gültigkeit 
^Hlbst; ihre innere Kraft, aufgehalten inxfih äusseren 
ifendmck, bricht zu rechter Zmt siegreich hervor und ist 
■üblich, wie der Gedanke, der ihr das Daseyn gab. Die 
jungen der den Gemeinwillen ergreifen^n Reformation 
*&l>arteQ sich am mchtbarsteik in Vervollkonunnu^g des Ju*« 
*<lQnterriehte9 (S. 35 fflO» «m welche sich Melancbihot^ 



Ä 



34C^ Teutschland. Uebersicht, 

• . , • . • • . ■ ■. - 

Joaeh. CameraseiHif Joh. Sturm, MwL Neander n. v. a. m- 
Bterblich Terdient machten, and ia Lebendigkeit und Frucht. 
barkeit der Utter. Thätigkcat. . Aber, kaum einige MeMch«- 
alter erfreneten sich de« oft getrübten VoUgennsses diwet 
begiHstecten Regsamkeit und wetteifernden Erstrebong 4« 
Schönen und Wahren, um Viele ttey' xa machen TomIrr- 
thome. Bald dringteo sich zänfdge Selbstsucht und Herrsch- 
gier im Staate und in der Kirche und Litteratur wieder vor; 
Vorstellungen und Worten wurde Zwang angelegt, der freye 
Gedanke verfolgt, das Volk verabsäumt und unterdruckt; di« 
ausgebreitete Wirksamkeit des Jeauitismus (s. ob. S. 16] war 
an. ihren Früchten xu erkeonea; audh grossartige Fünta», 
wie MaximiUan I v. Baiern [geh. 1573; R. 1596; Kartl6U; 
BU 1651], unterlagen dem heillosen Einflüsse des Ordens. 
Was noch äbrig war von alter Volkskraft , erschlaffte wäh- 
rend des dreyssigjahrigen Krieges [1618-1653], weichet war 
dte, vielleicht mit Recht gefurchtete Obermacht Oesterraclu 
brach, aber das bürgerliche und sittliche Leben fiberall f«f- 
wfistete und die Entscheidung der öffentlichen Angelegeall«- 
tea Teutschland*« an fremde Mächte brachtet "Diese» wj" 
alter der Noth und Schmach erwies sich fruchtbar an gehal'- 
volleö gMstigen Erscheinungen, die aus dem SaameS eiatt 
von Machthabem und Wortführerj^ verkannten g'««". !'* 
gangenheit aufgingen; derkipdlich fromme /. Jrii* W» 
Trost und gt|i«Jcung für zerrissene Henen aus dem me ^"' 
«legenden ftiieÜ de« Evangeliums; J. BSkm «n* «^* TJ; 
stesvorwsndte |[|ben sich der unaussprechlichen "*"*"". 
des vom Glanh,^, an das Höchste der Menschheit gewect 
und geleiteten Gefühles hin; J. V. Andreae steUfe die "»^^^ 
heiten und Armseligkeiten aller Stände, besonders der«, 
das Sal« der Erde seyn soUen, in ihrer Blosse dar; und «»" 
read Spee und Weckherli» im Westen dem Sinnj f« 
Schöne lifahruag gabei», ging von Osten mit ^P^f^t.^ 
teraehole aus, welche in späten Nachwirkungen "« ;. j;, 
lung der NaÜonaUittiyatur vorbereitete.. Wenn gl«w | 
Gesammtheit do« Ruhmes christlicher Höchheragk« ^^ 
evangelischer Freyheit ermangelte, J Iceine sittliche , 
zwischen Herrschern und B^errschtea, Lehrern und : 
I Gebilde^D wd Ungebildet«n statt fand, religiöser B>»>_^^^ 

stenwesen und Rottengeist überhand nahmen, s« ' 



! 



Teutschland. Uebenif^t. 341 

tidi docb in EinselMm die Fertdaner des Besseren; Manches 
pdh»b, um die Wunden des Vaterlandes sn heilen und die 
zareniehtliche Erwartnng einer frenndlicheren Zakanft sa 
recfctfertigen. Mit dankbarer Ehrfurcht blickt die Nachwelt 
larock auf den Sächsischen Herzog Ernst den Frommen [geb. 
1601; R. 1638; st. 1675], welcher das gesamm^e Unterrichts- 
weieB wcrst musterhaft ordnete und überhaupt vom edelslea 
Eifer f3r geistiges Wohl der Menschheit etTüUt war r E. Mi 
i^Tita E. ?• Lpz. m4. 8; ß. S. VypHani consecrati^ 
E P. Gotha 1729. F.; C ßelbhe H. Ernst 1 als Mensch«. 
R^wt Gotha 1810. 3. 8.''|^u^ darf nicht* nttbeacbtet tteU 
ben, WM Johann Philipp ''Ireyberr v. Schdnborn, Kwf.T. 
Main» [geb. 1605; R. 164j!j st. 167S], lihterstütjft von s. 
ÄBwterl Ch. V. Boineburg [geb. 1622; st. 16711^*11.1». 
6. S/fwü' CoUectanea mss. fasc. 3 p. 1 ; fasc. « u. Ä'^sq.; 
hp. Gruber Commercii Epistel. Leibnitiani AröWAItai» T. 
1.2; und der Braunscbweigische Herxog AuguStf ^rf>. 157«; 
Ai6a4; St. 1666], in. dessen Fussstapfen s. Nachfolger Ru- 
loIjhAsg. [st. 1704] und Ant. Ulrich [st. 1714] traten' (VgL 
U:l Bytmeüier' de domoa Bruns. Luneb. meritis In i%m 
Ett, BelmitäJt/mO, 4) für ' Beförderung wwenschafüicher 
ThiUigkeit geleistet haben. 

Gegen Aasgang des XVII nnÄ^tW Anfange dtti XVHI 
%^. errnftssigte nch die .'.harte Einseitigkeit der iBeolog. 
RUtgtiabigkeit in der protestantischen Kirche; Speneti^nä 
J^inl»rf wassten die praktischen AnsprÖ^e des QemütHes 
geg« dm kalte Formelwesen a^l^rständes geltend »u raa- 
cfcwV'die bisher am'meiaV'YeWffltoigten T^ 
ü^HIfGhen Wissii^s,'mittrl^Ä;Ph^ und «esbhichte^ 

aaiDttitlieh anih die aes Vaterfaidcs im^MitttilaWi»; wiitden 
ttitEifeuivl ErfolgferUtW; A^litfi: ^ö*ton für« philo. 
nphiioU äitudien ein pösses Wta^ sbi-gsameAntfau 

WlihtB'eiiiatik und Astronomie dauerte fort und Irtig immer 
ttifcw Fruchte. Der PriusÜsctii' Sttlat War keii' »es grossen 
Kwfifsten Regierung Muster * i^astloser Betriebsamkeit nnd 
vielfachen Kunstfleisses, die durch Ansiedelung; fransSsIscher 
Prot^tanten nicht wenig gefördert wnrden ; in ihm fand pfo- 
ttstsDdsohe Helldnnigkeit ihre Sieherheitstätie und diese spie- 
gelte lioh in ver¥oUkomroneter Staatsverwdtnng, in gemein- 
Äütxiger Thäägkeit, in milderen Stten, in Laebe der Wissen- 



^42 f eutscliland. '^ebersiclit 

kchafifien nnA Eiinste &I>; die Uhivfersität Halle [1694] gab 
einen gediegenen 'wisffen8ehäftIiGh''-|>rakti8ohen Ton an und 
'Wirkte voi^b^ilhaft auf einen bc^ttächtlidhen Theil Teatsch- 
landes; Ton iht gingen richtigere Aton^oliten fiber Alterttiums- 
kunde und geschichtliche Studien,- Uinstaltung der Theologie, 
Jurispfudens; und Medicin aus, besonders aber engere Ver- 
bindung des philosophischen Geistes und Verfahrens mit dem 
Leben und mit Geschäftsstudien; hier wirkten [s« 1690] der 
kräftige Reformator CArMiiSJi tho^aii9s [geb. 1655; st, 172S], 
welcher 4ie Muttersprache statt der bisher bevorrechteten la- 
teimschen xum Werkzeuge tles gelehrten Unterrichtes ood 
i^issensch, Yerhandtungen erhob, viele Vomrtheite glBcklick 
bekämpfte und die allgemeinere Theilnahme an geistigen An« 
gdegenheiten anregte; und [s, 1707] C^risiiau Wo(f[gA, 
1679; st, 1754]^ dem die allgemeinere Einfiihrung der Philo- 
sophie in alle gelehrte Studien t|nd in das Geschäftsleben ta 
verdanken ist. Um die Mitte des XVIII Jahrh. waltete nacb 
und nach in fiis( allen Qegendän des teutschen Yaterlaodei 
freyere Thätigkeit für Wissenschaft und Kunst, ergiebig an 
guten und imme^ reiferen Fr3<Shten ; Empfänglichkeit für dal 
Geistige, Freude an wissenschaftlichen Leistungen nod an 
Spielen der Phantasie verbreiteten sich in Jeden Kteif des 
gesellschaftlichen Lebens, ihn yerschönemd und zam H^acbs- 
thume in sittlicher Veredelung erhebend, PriedriA 11 der 
{Grosse [geb. d. 24 Jan. 1712; st. d. 17 Aug. 1780], gleich 
ausgezeichnet als Herrscher und Krfeger, als Denker und 
europäischer Weltbiirger, entfesselte den Vernanftgebraoch 
und schützte die Rechte der Geistesfrejheit, mit sicherem Bli- 
cke Vergangenheit und Gegenwart ^ef erfassend und die ToIle 
Bedeutung der Zukunft ahndend, in Grundsätzen grosaariiget 
Kegiemngweisheit als musterhaftes Vorbild der kommenden 
Geschlechter anerkannt : Oeuvres publ, du vivant de raateor, 
Berl. 1789, 4. 8 ; Oeuv. posthumes. B. (Stirasburg) 1788. i^* 
8; Suppl£m. 1789. 2. S; Oeuvi. oompl. ^oudam 1805. 24. S; 
t. BerL 17^9 fl. 19. 8; vgl. /.G. GeUard über d. litAM 
F. n wi die Aufklärung und Ausbildung s. Jahrh. Berlial 
1801. 8; J., Malier Werke 8 S, 101 «. 867 ffl. — ^«H 
Theresia [geb. 1717; reg. 174Ö; st. 1780], zwar auch Schrift- 
stelierin (»Betrachtungen oder Andachtta in den Tagen i^\ 
Advents-Woche/' Wien 1774. 8) that faichts für die Litterft' 



Teutschland. Ueberaicht -343 

I 

tut, welche lediglich durch ۥ r. Swiet^n besorgt wurde 'hnd 
deren irermeiiilliche FSTderang blog den Nachdmcker 3. Td, 
r. Tnrtner bereicherte. Mit Kaiser Joseph II [geb. 1*r4f ; 
s^. i7W\ begann in Oestforeich ein neuer litt. Zeitmtrhit er 
^^strebte mit angesfümer Raschheit gleichen Rnhm , d^r ^eh 
gwtÄD König rerherrUcht, preisw9rdig in Vesfigkeit döir Arf- 
^A\ «od des KrafmiUens, nnglScklich im Erfolge, und doch 
^Ottllechtswegen in der Geschichte dankbar gefeiert als Rer- 
^' einer Zeit, die der Einzelne, im Widerspruche beiner yoh 
^dlstAchtigen Vonirtheilen bestrickten Mitwelt, wollen, aber 
nicht terwiiklichen kann ;* s. ScHiehiegrotl Nekrolog 17i90 
B. 1 8. 154 ffl. — Unter den vielen teutschen Fürsten, wel- 
th« ^ädaeitig die geistigfe Yolksveredehing gefördert iitid 
nn (Mähen der Wissenschaft ntid Knnst kr&ftig mitgewirkt 
haben, kennen hier nnr einige det bekanntesten ausgezeich- 
net werfen: die Kurfürsten von Mainz Emmerich Joseph 
Fnyl T. Breitenbach [geh, 1707 j R. 1763; st. 1774], Fried. 
Carl Joseph v, Erthal [geb. 1719; R. 1774; st. 1802], Carl 
^f*^' Ant. Maria t?. Dalberg [geb. 1744; st. 1817]; Ba- 
^ew «Her Carl Friedrich [geb. 1728; R. 1746; St. 1811]; 
AflnaAmBliav. Braünschweig [geb. 173d; st. 1805], Regen« 
tio T.Weimar [1757 bis 1775]; ihr Sohn Carl August [geb. 
1757; tt. 1828]; Ernst II Berz. v. Gotha [geb. 1745; st. 
1804] Tgl. F. Jacobs ve^m. 86hr. 1 S. 1 f.; s. geistvoller 
9i^BtaAugMit [st 1824]; Friedrich August K. v. Sacfa« 
«en[gA.1750; reg. 1768; st. 1827]; Friedrich Wilhelm III 
K.T.Preonen [1797], während dessen Regierung (Srosses und 
Hejifiehei für Wissenschaft und Kunst gelUbhehen ist; Lud-' 
v^ £• T. Bai6m [1825] u. m. a, — Teutschlands Btt. Be- 
^n^hiamkeit in Aneignung fremder SehStze bleibet unverftn* 
<ltrt dieselbe, sein Rnhm gründKcher Gelehrsamkeit ist im 
^en; Selbstständigkeit im wissebschaftlicheii Forschen und 
iiBBttiichen Ringen nach Wahrheit sichern ihm einen eigen» 
thSffllichen Vorzug, welchen auch Ausländer, sonst selten ge- 
tetht m Würdigung teutschen Verdienstes, aiierkenneUf ESs 
bat leit zwey Jahrhunderten ein wohleingerichtetea litt. Hau' 
Verkehr; unter allen Ständen herrschen seit Tanger Zeit 
^ittb^erde tind Leselust; Erziehung und Unterricht nnd 
^Hiniicht auf Methode , Umfang und Gründlichkeit einem 
iMihereä Ziele' ibruchreitend näher gebracht worden ; bessere 



314 TöatseUaiidt Uebersieht 



findec ia allen VoUuicIaiseD Eingang und entwuneb 
Vorartheile^ Aberglauben nnd Unwiasenheit- Die Fortgchiitte 
nnd im XIK Jahrb* überall aiemlicb gleich, wenn sie mA 
hie und de. weniger sichtbar werden dfirfeo» Harte Erfahr- 
. nagen, sind in neueren Zeiten an Heilmitteln gegen' i^ttdili- 
cbe JE^rscblaffiiDg geworden und haben die Ruckkebv an va- 
terländischer Kraft und Sittlichkeit veranlasst $ ein guter Geiit 
waltet Yori und die Hoffnung, dass er seine Verlennider be- 
.acbftmen;^iind das aittHche Gemeinwohl des Veeeetendes aaf- 
.focht eiiialten 'urwde, ^ird nicht su Schanden werden. 

. Dus deutsche Litteratucimsen ist sehr vifel umfasseB4 und 
gehaltvoll Die Natioa^Ucelnriur derf die YergleichoB; mit 
den bedeutendsten des Auslandes nicht scheuem nnd istbqr 
allem ihren Beichtbum noch in der Fortbildung begriffen. 
Kncj^Uopaditiches Wissen p, philosophisch begciindet ond ii(^ 
Uch-lnteUectuellen Weltbärgersinn beurkundend, so wie allom- 
fassende Litteri^turkenntniss sind in Teutschland einheimiscb; 
nirgends findet sich eine Registratur des menqchlicheo Wixr 
sei» von gleicher VoUständigkett , verlmnden mit soleken | 
Streben nach Wahrheit und Gerechtigkeit in der W3rdigfiDg i 
des Gehaltes. Die Ueberlegenheit in der Sprachenkaade wird 
anerkimntp In Bearbeitung def dassiscben Philologie ist wi^ 
dem, 'XYI Jahrh^ Treffli9hes geleistet worden und wird in ' 
oeuf^en Zeilen ier Ten angegeben fiir sprachliche Foridiangi ^ 
Kritik mid Auslegung mit Hälfe der ausgebreiieUlea ga- | 
sohiphtUcben Sachkepntniss und mit gesteigerten Fod^rongeD , 
an Scharfbliek und Urtheilskvaft. Für geschichtliche Stodiea \ 
ist viel geechehen durch Treue in der QuelienbenuUung na<l « 
durch Beharrlichkeit im fleissigen Siiminlen ; im UmfaDf^ '^ ^ 
gescfaichtUcheis Wissens upd in der Methode, das^elba al< |, 
j;eistige8 BUdingpiittel gelteqd a^u macbeq, beh^apteo Teat- | 
sehe den Vorrang vor allen gebildeten Nationen; ia hit^^ 
scher Sun^t dürfen sie eine Stelle peben Britten in Ansprach i 
nehmen^ Chronplogiei Geographie, Nomieuiatik, DijiomtHh^ 
AKfaHologie haben durch sie Bereicherung im Stoffe W^i ^^^ 
ausschUesslieh wissenspbaftlicbe Qehandlung gewpnoea; io ^^^ 
Statistik sind sie fQr AUe Lehrer nnd Muster gewesen, ^i 
Verdienst nm jflbilQspphie ist unbestritten ; pUe ^^^^ ^^ 
stemp idnd von ibpep aupgegangen oder am richtig?^ ^^^ 
würdigt worden; siä haben philosophischen Gdst im B^^\ 



VeutflcidaiicL Uebei«kht. 34a 

ittiiMMMliaftlichen.StrfffciBat-xiiP HeiTich^^ erhoben und 
mitl«iuBeviittt«eyQ,i4«ir/iitilifben Dasejns Tersohmolsea; 
^WJ•c^ Staatiwi«e«Milii|^^( PMag^gik aod AU«% was die 
gcttlbfclHiiiBcheii YerlrittiiiiMe berührt, hpbm dadlarcb be* 
trichifich gewonneiif InT^d«« Mathematik ist ein ehrenröUef 
Wettstreit mll Britten, Franzoee^ ' un<f ttaliftnero bestanden 
worioi, welcher fortdauert und immer ergfiebjger wird jui 
fnchdiarea Erfolgen. iGUsicher Bodi wacliseiider Buhn^ niuea 
iboei k Natorwissenschaften . mid. i% i ieier MecUein »ogeitaadea 
werloi; der bewährte Ertrag gewissenhafter UntersvcbnugeQ 
fiidet ia Teolschland seine Einigung und wird mit grfindli- 
dm PHifoBgeo nnd eigenthamlicben Wabrnebmongen bereir 
ckm ml geistToU TesarbeiteU lo der Jnriapradena, mag m 
ampttHophischem oder geadiicbtlichem Gesiehtspunote ange- 
leheo werfen, stehen sie Jezt auf der bSchsten Stnfe und die 
huiaiiatfiche Bearbeitung wird von ihnen am glucklichsten 
br^netzt. In der Theologie kSnnen alle Europäer Ton den 
TeoteheB lernen and viele bedfirfen der mannigfaltigsten 
Vofberekong, um dafilr empfibiglieb und aar W&rdignng der- 
Klben geeignet an werden* 

8.18.206. ' 

/. S^ ErMch Hsndbueh der tenfic^^ Lttterstur, Lps. 1812 f. 
l8;"Aiitg. U. 1822 1 4. 8^. "'if^dä^ ritse [M00--I618] 
Tbeologvsni (exter. Frkf. 1618.^4; germsn« Heidelb. 1620. 8), 
ICtonn (H. 1620. 8), Medieorpm (U. 1620. 8) et Pbilosopbo- 
nn.E 1615. 8). Frkf s. M. 1653. 5. 8; 1705. F.; H, Wi$>^ 
iMMoHrise Theol. ICt. Med. Philos. Frkf. 1674 ffl. 3. 8 und 
Diariis biographieum. Dsnzig u.'rfligs 1688 fl. 2. 8; /• Bru-- 
^ Fioftcotheca tcriptonim nofttra set« illuitr. Aiigtb. 1741 ffl. 
f'a. K. und; Ehrentempel der Teutteheu Oeleb^esmkeit, 5 
Zeksi Aqgsb. 1747 fi. 4 m. K. — Cr. Ch. Hami^rger dst geL 
T. oder Lexikon der Jestleb. it. Sl^briftsteller. htmgo 1767. 8; 
Nadttr. 1. 1768} 2. 1770; NA. J7#2 m. Naehtr. 1774; Dritte 
M Teno. ▼. /. G. Msutßl 1776; N, 1778; rierte A. 1783. fl. 
^ 8; mit 5 Nacbbr. |786 ffl. 6. 8; FQnfte A. |706 ffl.; Tom 
^ B. an bearbeitet r. J. W. S. JJndner* 22« 8; /. S. Ertch 
^eneicliniss aller anopjmitchea Scbriftefi und Auttl^ 4ft der 
^ten Aiug. V. Nacbtr. 1788 ffl. 4. 8. — Dss JestlsMfIde weib- 
liche gel T. im ALAqs, 1708 No. 58. 59. 60 ; €. W. Ö. A. 
9* Schindel die teutscbea Sehrifititellerinnen des "XIX Jshrb. 
Lps* 1822 £ 3 8. — V. G. Meutel Lexikon Her % J. 1750 
^'» IBOe rerstorb. t. Scbriftet. Lps. 1802 ffl.' 1^5. 8; F, A. 
^mUi N. JNekroUg der Teuttehen u 1823. Ilmenau 1821 f. 8 



346 Tetitschtaiid. UebersichL 



wird fortgeietit; Denkmfll^r T%irAii6iiitToller TeuttdbeiL Lpi. 18S 
l 3. S. . , 

Ruit bf«t. fMt. Nachr. ▼• dt ^kMthi Auhaltiüclieii SebrifM 
WItiMib. u. Zerbftt 1776 f. 2. <» u. Nibhr. t. Tcntorb. A. Sein 
Tb. l. 1777. 8; A. G. Sc^tMi Anhaltadm SehriftitcUer-Le 
xikon. Bernburg 1830. 8. — X Hiiejfer biogir- v. litt'. N. r. d 
Sehr, in Antbaeh u. Baireut'h* Erlang. 1782. b; /. i 
TocAre Geburt! -ti. Todteti-Alniariach Antb. Gel. 1790 f. 2. { 
Tgl. ALit Ans. 1799 Nb. «2«; V, 1^. A: tÜcttni^mr gel. fi Si- 
ran tb. Augib. 1797 f. 8. 8^ 4« F^A. Vmkk fiiWiotbeet k^ 
guttann, Alfibab. i— XII. Aiigi)k 1785 Hl. %, -r- A. iL Kb- 
bM Baienoh^t Qej. Lexikoa big 17^4» Laadshut 1795. 8 rgL 
ALA. 1797 No.ä2; £io^o/if firgänzubgen und Berichtiguojfefl i. 
B. Gel. Le5t. tandshat 1824. 8 ; C ^. Baader ^« gd. Bti- 
er A im XTRI liArhi B. l! NvrtAefg o. Sulsb, 1804 4; t. le- 
xüc^n Tcratoilieaer B. BebHfbtallar daa XVni «. XLX Mih. 
Attgtk u. Lpa. 1824 t 2. 8. t- T. Hßchmidi und Z). G. & 
Sükring nettestes gel. Berlin. 1795. 2.' 8; (J. E. Hitztg) du 
gel. Berlin 1826. 8. — J. G^ >l, X/ä^a neuestes gel. Drei- 
den. Lps. 1796. 8 tgt. ALA. 1790. No. 12 — 10; a. l G. 
Haymann Dr. theife neuerlich 'Wstor^« dicila ^tt Icbeode 
Scbrifitat n. KonatlMr , wiasenach* daaUÜMira nebst 3 Rig* !>• 
1809. 8. — J« CA. Motuchmann ^rfordia litt SammlM. i 
E. 1729 ffl.; E. litt contin. 1733 ffl. 6. 8} B. 3 St 1. 2foai 
/. A: Sinhold u. G. G. Otann. El 1753. 8. t-- (£« i. i« I^ 
4^) «das gel. Ost-Friesland. Aurich 1785 ffl. 3.8. -V.| 
JM, GtMntT Biographia acad. Gottiogensia, coli, et etf. /• ^* 
Eyring. 6. 1768 fl. 3. 8. — /. A. Fahricii Memoriae Ham- 
burgenses. Hamb. 1710. 19. 8. 8; /. O. Th%e»$ Ven. e. Gel. \ 
Gesch. T. Hamburg. H. 1783. 2. 8. — •F. »T. Siruder Grund- 
lage, x. c. Hessischen Gel. u. Schriftst Gesch. seit d. Reform. 
bis auf uns. Z. Göttiogen u. Cassei 1781 ffl. 18 8; Fortietfuog | 



F. C. IT. /«fit. Marburg 1831. 8j H. JErf. Äcri^a l^ ^ 
Schriftsteller des GrH. Hesaea. 1. Darmstadt 1831. 8.- V. 
MoUer Cimbria litt« s. Script diic. Sicsuicensis et fioli«- | 
tici hUt Kopenh. 1744. 3 F.j B. Korden Lex. der i«tl«b. 
Schi CS w. Holst u. Eutinischen Schriftst Schleiwig 1797. ,^ 
8 Tgl. ALA. 1797 No. 122. 123; D. A. Lühker u. ft Sehn^^ 
d0r Lexikon der Sohlcswig-Uoistcinischen, Laueaburgv. 
lachen u. £u tinschen Schrifutaller 1796 bis 1828. Altons 1S29 , 
f. 2. 8. — G. F. Otto Lex. der s. d. XV Jahrb. rerit u. j««t- ^ 
kb. Ober*^Lausitzischen Sobriftsteller. Gorlits ISOOfl. 3.»;; 
Supplem. B T. J. D.Schulze. G.^821. 8. — F. C. Gade6ja(^\ 
Liefl&ndUche Bibliothek. Riga 1777. 3: 8; /. Fr. r. ^'f**.- 
n. C. Ed. Napiersky Allgc«. Schriftsteller u. Gel. t«wk«" Jf ^ 



Licfland, Estkland u. Curland. 1. Mietau j827. 

8. — /. G. H. Czikann gel. Mahren. Olroüta 1811 8. -^ 
(r. W.F. SchmdyYm. e. Gel. Geach. v. gebohrnenMarieBH, 



Teutschland. Uebersicht 34? 

» . ♦ - • , . 

beTgem, ISotf. 8, — -> Meki^flbnrgfaielie« Gel. L^. Roitoek 

1729 ffl. 4. 8; / CK. Koppt JteHeb. €el. SIL Rottoek 1783 IL. 

3S(.8-, V. B. Krey AtitfMiken an d. Roitoekiteben €re- 

Ifhiim ant d 3 lest. Jabrh. R. 1816. 8 St. u.^ Anh. 8; dio 

Roitoekiichen Theologen t. 1523. R. 1817. 8; die R. Ua- 

mamsten 1818. 8; Bejtr. x. Meklenb. Kirchen- nnd Gel. Oe- 

vk R. 1818 fl. 2. 8; F. /. (^h. Vieemann h\U. li* hAtipU 

luÜieh genealogisch-biographitchet Archif-Lexikon der Geitl- 

lidiktit n. Kirchen in M. Parehim 1819. F. nnbeend. — F. M. 

Drher Bil^l Monavterientit P. 1. M. 17^9. 8 vgl. ALA. 

1800 No. 117; F.RatMmann HfiniterUndi^ches Schriftitel- 

kr-Lex. H. (1814) 1819. 8. — /. JK Schamel ICumbnrgum 

litt. Lpi. 1727 ffl. 2 St. 4. — J^H. KtndßrmUt Nord hu •• 

illutris. WalfenbQttel ltl5. 8. r- ""G. A. WiU Nürnberg- 

iMha Gd, Lex. N. 1755 ffl. 4. 4; Sopplem. v. CA. C KopiüQh. 

^AWifH. 2. 4. — V. Kfuiuiz Vera. e. Getch. d. Oesler- 

reicbiidien GeL Frkf. u. Lps. 1755. 8; (/. de Luoa) daa geL 

Oest l. 1. St. 1. 1776; NA. m. Anh. 1777; St. 2. 1778. 8. 

— fawfWGel Pommiern. Stargard 1728. 4; Bied$rkudi 

Lex. L JMtleb. Schrilbt. in N. Vor-Pommern nnd Rügen. 

8tnJsBiid 1821. 8. — (G. P. Schubs) das geL Preuaaen. 

Tboni 1722 ffl. 4. 8; Contin. G. Pr. 1725. 8 u. Pr. Todea- 

tempei. Konitantinopel 1728 f. 2. 4; D. H. Arnoldt HIat der 

Konigtberger Unir. 1746 Th. 2 S. 474 ffl.; /. F. Goldbeck Litt. 

i*^Mkr. T. Pr. Lps. 1781 ffl. 2, 8; thtina la Prna^e litt, aona 

Fmlerk 11 ptf ordre alphab. fierlla 1790 f. 3. 8 TgL A. T. 

Bia 103 S. 40 fl.; 115 S. 307 ffl. — F. A. JFeiz daa GeL 

Stehlen. Lpa. 1780. 8. — (/. D. Winkier) Nachrichten t. 

^Ie4er-Sächiischeti ber. Leuten n. Familien. Hamburg 

^''^i^f. 1 8. — (Zäuner) V«rz. aller Saisburgiiehen Rr«- 

{c««ra.S. 1813. 8^ "— /. H: CunrtuH Sileaia togata el C. 

nMUfer. Liegnil« 170«. 4; •/. Ch. LeuechMr Spioilegla 

^mu Cunradi S. tog. Hirschberg 1752 ffl. 4; M. Hanke 

<^SiIeiiis erud. ab a. 1165 ad a. 1550. Lps. 1707. 4; C. C. 

SfreU ^\ph.y\eTz. aller 1774 in Schi. leb. Scbriftst. Breslan 

1770. 6; (/. G. Penker) Kurse biogr. Notisend. vornehmsten 

SekL GiLy die vor d. XVIII Jahrb. gebohren worden. Grott- 

^M 1788. 8; /. G' inonuie Litteratur-Gesehiekte von Schlesien« 

Uinchberg 1824. 8. — L. F- He$$e V^rssichniss geborner 

Seiivarsburger, die sich als Gelehrte oder als Kunstler 

^ttreh Schriften bekannt machten. Rudolstadt 1805 t 19 St. 4. 

-- 0. F. Homer alph. , Vers, der jestleb. Sehwiibisehen 

Sekribt Nördlingan 1771. 8; /. /. Gradmam das gel Sebw. 

iUfiBikrg 1803. 8. — t^ Winkkrn biogr. u. litt. Nachrichten 

TOQ d. Söhrifutellern u. Künstlern^ velche in dem H. Steier- 

Bark gebohren sind. Grätz 1810. 8. — ^ ScKerechnick Nachr. 

T. Sckriftst aus d. T es ebner Fürttenthuroe 1810. 8. — y/. 

Wentnmm Noehn r. GeL ans Ulm. U. 1798. 8 rgL ALA. 18^0 



348 Teut9che %rMhe. 

No. 84. 8f;r4e8S. N. birtor. ' Higr. «rdst Niwüiriehten. ül 
1829. 8:^ *0. Vt€9€mn^pr Coqiiil Ulmenset bene.de reli 
, Orient, meritoi. U. 1793. 4; dei U. in litt. gr. merjtig 1794 
2. 4; de C. in Arithmetieam meritii 1794. 4 rgl. ALA. Kl 
No. 177 ffl. — H. Hamekumn relatie illttstr. seientia iwm 
qui irtl Weitphnli foere Tel in Weitpbaliä elim rixM 
in Op^. Lemgo 171L 4 pag. |31 eqq. *- (if. ]l^,:£ffjich) l\ 
Yfitnßv Autoren. 1784. 8: £. H. Boeckk Wjen^/eb. Sokiifti 
182^. 8. — (/. /• MoMer) WürtembergUchei Gel.\!ex. 177 
2. 8; A Ufaug das gel. Wi Stutts. 179d. 8; Acheoion b 
. Tfihn^er t3eletiTten W't. Stnttg. 1829 f. 8 m. d. 

D. JFJSrH'/t^ergep. fiehweiseriicher £hrentcmpel. B«iel 17^ 

ffl. 3. 4 m. K.; HU.'.tyimnütg^ Helyetiene. berahnte Uäfl 

ner^.pfbst £. Mtutn^B bftgraph. Naehr, Zürich m. Wmterthd 

1782 fl. 2^ 8 91. K.^ H\ J. Leu AUgem. Schveia Lexikon 

. ZüricV 1744 ffl. 20. 4;. H. J: Hohhalö Supplem. 1786 ffl 5.4 

*' Luts Nekrolog denkw. Behw. 1812. 8. *- iS. Scieicftfr) Bei 

^ nerliebei Manaolibiinu B- 17441. 2. 8. — (/• J. R v. Bafik 

'/«flf^ Maseam i(tiwV(n ^j^uaeroatum. Lneam 1777. 4 m« K. - 

. .f,^ JUeiiißr ber. ^^^^i^'erjy Basel 1782. 2. 8 m. a. Die bldM 

gehörigen Zeitschriften^ ODon S. 72. 

/• Die tentach.e Spraclie, schon langp (TgL2S 
207) in reichor Mannigfaltigkeil zum schriftsteHerischen Ge 
^biranche 'geeignet, gewann fortwährend: an Vielieitigkeit, Be 
ttimmtbek und Geschmeidigkeit durch Uebersetsaogen aa 
Alten uni neuen Sprachen : J. F, Degen Vers. e. yolbt Uti 
d. t Uebera. d. Körnen Altenb« 1794 fl. 2, 8; Nachtr. Erlan 
gen 1799. &; dess. I4tt. d. t. Uebers. d. Griechen. Alt. 179! 
f. 2. 8; Nachtr. Eii 1801. 8; Panzer Annalen. . Ihre veater 
Ehibeit nnd RegelmftaaigkeiA, Wß, wie das Uebergewicbt de 
oberteatscben Mundart in der Bucherwelt wurde durch. i/ 
Lnthr'i Bibelüborsetznpg, das Muster sprachlipher Hellig 
keit und Kraft, entschieden; Bns^psalme. Witteqb. W^'^ 
Qberarb«lS25.8; Anslog»cig des V. U. ,15^9^4 n»s..v/iiBtt 
eher des A. m. N. T« yf. IS23\fB..^Sijtf vollst« W^ 11^34 
1536; 1536; 1539; Mä«©. F. u. s,, v.* vgl. ,G-flf^i?^^« 
Gesch. 4. t, Bibeliibers, L's v. 1517 bit.1581. Nbg. »78?. 8 
W. X Teller rollst, Dan^f^^nng ^^ Qeurtbt« d. t. Spr. in^' 
Bibelüb. Berlin 1784^2. 8; Jae. ^4 J, GJF^. GeschiditlichJil 
terkrischer UeberUick aber. L'i Vorschule, Maistenchaft « 
ToUendete Reife in der Dollrootsohung der h. Schrift Q« 31^^ 
die Ponmetschungen s. Zei^ipnossen. Nürnb. 1824. 8* ^ 
aebriftstellerisdie TbiHgkmt im Reformationseitaltar war fu 



< _ 

Teiitsdie Spradiet 349 

• • • • 

iaiYolk berechnet vnd erhob' die Mattereprache snm toU^ 
gültigen Werksenge der öffentlichen Belehrnng ; ihre Herr- 
Ikkieity Tüchtigkeit nnd Schönheit , in wnndersamer Erfah« 
nDgbewSbrt,. nahmen die Anfmerksamkeit vieler wackeren 
Arbeher'h Anspruch, weldie rieh nm ihren Anbau mannig- 
fachei Tä^ieilLst ^ erwarben nnd snr aUgemeineren Anerken- 
i»iBgiliur«rWerthe8 bey trugen. Mit Erklärung der rinn vollen 
t Sprudiwort'er beschäftigte sicK schon der achtbare Huma* 
nist ffimrici Belel ans Justingen [st. 1516]; Opusc^jU nova. 
Stnib. 1508; *iS12; 1514 u. s. w. 4; Tgl. 6« W..ZaffH. 
B. Aagib. \902l' 8; TollstSndiger jp^urden rie gesammelt und 
erläatert Ton 'ivKänn Agricola aus Eisleben [geb. 1492; st. 
l^^y. Drihundert (750) gemene Sprikwoerde, der wy Teut- 
sehen tun gebrnken und doch nit weten, woher se kommen. 
MagddNirg 1528 f. 2. 8; faochteutsch. Hagenau 1529. 2. 8 
11. 1. w.j Wittenb. 1592. 8; rgi. •(B. KordesJ J. A's Sehrif- 
teo. Altbna 1817. 8; und^v:on Seb. Frank aus Donau wdrth 
fgefc. 1500; st. 1545] : Sprichwörter, Schöne, weise, herrliche 
Clogreden und Hofspruchl t*rkf. H; M. 1541. 4; Zürich 1545. 
S;Tgl.Sci^/Aorii Ergötzlichkeiten 1 S. 109 ffl. n. Beytr8|^ 
^t. 3. 4; Adelung Gesch. ÜCteenschl. Narrheit 2 S. 11 flL; 
5. n. Wald fle vita S. F. Erlangen 1793. 4; Ci. C. am 
S»i€ Nachlese I. II. III. su d. Nachr. v. S. F. Nbg. 1796 
ffl. 4} Müller Bekenntnisse merkw. M. 6 S. 165 ffl.; N. Litt. 
Ans. mi S. 420 f. — Die ersten Schritte sur Gestaltung 
der, HOB nch in den Kreis des Jugendunterrichtes ' aulge* 
noDUBttes t G rammatik geschahen von Valentin lekehamer^ 
<ltf die Rechtschreibung (o. O. n. J.; 15271) bearbeitete, und 
BmFebritiu9j der ein „nützliches Buchlein etlicher gleich- 
Blinuneoder Worte.** Erfurt 1531. 8 herausgab; vgl. 0, Veä- 
ff^Ser kl. Beytr&ge su der Culturgesch. d. t Spr. tflm 
)79S u. 1802. 4. Feier Dasypodiue xu Strassburg [st. 1559] 
i<^«ch-lateinisch-teutsches Wörterbuch (Strassb. 1534. F. 
^' I* w.) wurde viel gebraucht; des Marburger Theologiäi 
frundicus Lambertue [geb. 1487; st. 1530], Irelcher sich 
oft Joannes Serranus nannte, Dictionarium latino-germanicum 
(^ürnb. 1539. 8) enthält Erliuterungen mancher Synonymen ; 
^nl Joiua Maaler'fj Predigers zu Elg im Züribher Gebiete 
t?eb. 1530; st 1598] „Teutseh Spraach, Alle Wirter, Nah- 
^tn Q. Alten zn reden in hoehtMnscher Spraach dem A. B. C. 



350; Tetttidie S^ach^ 

natb QipdeDtUeh gavtellt «..mit gutem ILiatein- gfMils '8tMsi| 
o. orcleotlioh verdoUnMtmcbfe.'^ Ziiriipli 15Q1« 4 1$% mgmm 
rekblmlUg uadnoch jezt für den Spraebfofvcher* wiektig 
TgK 8. Autobiographie in dem Helvei« Calender 1797 S. 571 
— Unter den jüngeren vpUständ^eren LehrbficherE werden 
die dee Laur. Alberiu^ (AflfHh. 1573* 8) mid AU. Oelwgei 
(Strasb. 1574. 8) weit iH^ertroflfen von dem dei kenntniiirei- 
eben und unermüdet thSiig^tt Scbnlmnooes Joh^ Cb^m m 
Hersberg [geb. 1533; et. 1592], sulezt Pfarrers in 6eBdeI^ 
ben b. Erfurt ; es ist nach dem Muster dev lat« Gffamqiatik 
eingeridbütet, dorch prakf« Zweckmaiwigkyt aasge3|(^chiiet ui 
Bfß. längsten in Gebranoli gewesen : Granunatica gern. L ex 
bibliis ' Lntheri germ. et fdim ejjois libris coUecta. Lps.l(7S.S 
n. 8. w.;. £d. XI. Nbg. o. Pr^ 1720.. 12, -r^ Der Eifer für 
die Motteripr« erkaltete mit der Achtung und Fordemog sitt- 
lich rdigiftser VolksbOtoig; wiedererwachier Bckelfwciscber 
Zunftgeist imd bndiattUich pedaptiscbe . Abhängigkeit vom 
daesiscben AHei^thumisetsten den sebriftetellervichpo Gebraocii 
der lateinischen Sprache in seine ^ehemalige Hechte ein; über 
theolog. Gegenstände in der Molterspjrache zu schreibeiif galt 
Tiden Theokgen als Kenuzeicheo m^stifscber Ketscirey und 
manchen über ih^e Termeinle Geeechtsume eifersuditig wa- 
chenden Machttnhabern als sträfliche Yerwdhnuofl: oder Ver- 
führung des cur Unwissenheit yerurtbeilten Volkes; die lim« 
gangspracke verwilderte und wurde in höheren Standes darch 
Mengerey mit audändiscben Ausdrücken verunstaltet' ^^ 
liess die Uebersetzungbe^tiiebsamkeit nicht nach, meist für 
Unterhaltung sorgend und daher vorzüglich firanzös. and itaL 
Litt, berficksichtigendi die Reinheit des Ausdruckes weniger 
beachtend. In dieser Zeit des Verfalle» versuchte der Ungtf 
Gewrg Heniick in Augsbni^ [geb. 1549^ ^t^ 1618] mil^^, 
ssdit und Liebe den tenischen Sprachschatz in einem vnbe- 
endet gebliebenen, reichhaltigen etymologischen Worterboche j 
darzustellen: Teutscfae Sptach und Weisheit, Tbes. lio/pia^ji 
et sapienüae Germ. P. 1. A— G« Augsb. 1616. F. Mehr 
Vereine (s. oben S. 58) beabsichtigten 4ie Sich^rstellaog df 
Reinheit und die Vervollkommuuug dec vernachlässigteo Mot^ 
tersprache und unabhängig von ihnen regte die Schlesischf 
Dichterschule eben kräftig belebten Eifer dafür an, welcbei 
in einzelnen Kreisen von fruchtbarem Erfolge begleitet S9^*\ 



T^MbN)h0 Sptephcu 361 

',mgp^(t^a$ iL a. la; ipwm. v. J* ij^ WeUmer 1$53., 
H) o9d Ck J^kmmm (1639. ft) geniwirwlt. Ak Qraw^ 
pker ui4 die hBMwkenivir^tthefiw: CirißUan GneMzti 
kl« SB Hatte [geL ISAS» al. 16S0]: %f«oUetee. Kölhen 
HSiReahUofanibaiig 1M6; H« 1666. 8; JPAilviP «• iSe* 
iwIUiAa im Aobdh. [«cb« 1619; at 1689], bey al}^. 
Mägea, !9ft4r9Higra N/eaanui^nidkt, jikht olmr.VeF« 
eamia 8fiiiali4 iw4 Mefdk: HoohtaataiBhe SpraehQtiAUg'. 
ailM). 8; üoa^iimopjd. H. 1661. 12 ( Hocht. Helikoni« 
bHdiel, a 1«08» 8« Vmkt. HatUcMi 1640^} £d. IV. Jeaa 
liU-, Uit^ mat kOfihlU HdMcim. 1643; Hwnb. S6M« 8^ 
« Cagtaaiiiiimf 9>N«ii anigafiuste Spraol^oaiHiö« aa diu 
tttisnu l^fa^ki8e«4«rt»i9K^^ 1648.. 84 JfuHUM. Ge^g Sehoin 
/wOaback [gdi^ 1612; «k 1676], eia hallUickMdei(fr 
it te fimttdiiretMi md Rwditlimie der Sprache vefftrua«- 
f n' äraa rigeathiialidlieA Qeiat Inf -exfcatfeades gitmmx^i^ 
(t-gvdiidiilidier Foneher: * AMÜUirlioher Arbeh« von der. 
hrt>P«<be..Braawidi«wiglM3 (IfiyUeaK.1^ Hör- 

kfaa keliiun gven^naAiodb TeuleMaa anliqaksiuiam. Br* 
>7^4; I^RaM iMM(kf a. Whmaa [geb. 1639; a(. 1691]& 
^' T. d« t Sfr. Ki^I 1682. 8 a. a. w. ; Johann^ B94ik»n 
^litt [gab. 1641 ; at. 168(] : aoit Becbt g^achMta- mad tiel 
Imckte Gmadaäise d. u Spr. Cola ea d. S^rea 1690. 8 
^^«'»mlaat 17M; CiMpai? «• SUbUt aaa Erfort [geb. 
^2; tt. t707] : *D4r t^ Spr.. Stammbaam und Fortwachs 
l«r t SfnahfMihata. Nhg» 1691. 4 ; amgearb. t. O^h. E. 
^^^ Brealaa. 1725; 1734. 2. 8; Cean DunkMtberg'» 
^•|M); at 1708] Orthographie 1701; Proaodie 1703$ 
Btaxisi704; aad dea wackeren guatlicheiK LiedevsRngera 
%^ Am. Oaieff ia Akotf [gehMl646; at. 1708] Aawei-^ 
t z. t Bfiia- aad Dichäiäiaal.. Aitorf 17191. 8. 

WäliMKd O. TiaawM'af (& at42) aad ¥iele a. Zeitge«' 
1** in vuaeaachaftUchen Aagelegeaheitea aad achfiftatel« 
i|>k& MUdieihtagea aich der^Jekt.weaiger da im Refor*» 
Ittfissritaltar dexa geeigaetea Matterapraehe bedteatea, oia 
*^^^tu^cr Pedaalerey eatgegea sa arbrnten aad die hm^ 
letzte Gerechtaame des hargerüchra Haasverataadea aad 

Volkea Aaaprädie aaf TheÜnahaie aa geiatqfer Büdaag 
^ gehaad xa ataehen; erwarb aich ^er Dreadeamr /; 



352 Teutsciip Sprad^i 

Auguitik Egenolf [geb. 1683; 8t* 4729] vln di^ CrMidiichte 
der t. Sprache <1716w 2» 8) nicht geringes Terdieftst; es wur- 
den U ^rachdenkmftler d^s Mittelaicen von J. Sekäier, 
LeibnüZj /• G, v. Eteard^ D. v. Siade n. A. ans der Ver- 
gessehheit hervorgevogen und sn graiiiniatiGalisehen FonehonJ 
gen benutzt; und diese Vorarbeiten f&rderten die EnIttehoDgl 
und daa Gedrihen der Glossarien von J. 6« tFaekier (1729. 
fr; 1738. t.)j Ch. G. HaUum» (1788. 4; 17(8. F.) und l 6. 
Schürt (beransg. t. J. J. Obertim 1784) ; TreAiches leistete 
Jei. LeenA. Frück ans Sulzbach [geb. 1666; st 1743], Re^l 
tt>r sa* Berlin, in s. anoh beute noch nicht entbehilich gewor-> 
denen: Tentsdi-lat. Wdrterbnche.'BorL 1741; 2.4; andkduf 
Hieran. #V*eyer'f fnr damaltge Zelt sehr- brauchbare Ordio- 
graphie (1721 n* s. w.) nicht nnerwfthiit bleiben. — Grossen 
Elnflttss anf das Pablicnm, belMinders audi. auf GesehSflmili- 
ner gewann Joi. Ckrütofh Ootiici^d ans Indithenkircii b. 
Königsberg [geb. 170Q; st. 1766], Professor in LeiiHdg[1730]i 
tind Hanpt einer writverbreiteten Sdinle; er bat die ailge« 
meiner« lliaägkcit fnr NationaUtttemtnr , von dwen ibetra 
Werken er viele sammelte und erneute, angeregt nodsdbst 
durch sehie Schwftchen das Emperkommen des besseren and 
krftftigeren Sinnes gefördert; nicht ohne grfindUdie Eintickt 
und beli sdhend vieles vorbereitend, was bald gensgf meist 
ohne seiner dabejr au gedenken, als daa Giltige wd Halt- 
bare anerkannt wurde, drang er auf Reinheit und BidiügkeU 
der Sprache: Grundlegung der t. Spr. Lpx. l748. 8; Kern dJ 
t. Sptachkunst. L. 1749. 8 oft; vgL Biograph. 6 S. 415 ffl*; 
N. Berl. MSchr. 1805 B. 1 S. 31 ffl — Unter seinen Tielen 
Gegnern, /. Miei. Heimze [1769 iL] u. a. neigte nchM 
Jaci Bodmer aus Greifensee b. Zürich [geb. 1698; st 1783], 
für Bekanntmachung alttentscher Gedichte and musteihaft« 
neuerer SchrifisteDer rühmlich thätig, ihm in philo^phiw^l^j 
kriüsdiem Geiste überlegen: Grundsätze d. t. Spr. Z&ricb 
1768. 8; Tgl. J. J. Hott^er de J. J. B. Wu 1783. 8; «• ^ 
ben im Schweiz. Mus. 1784 f.; N. fichwmz. Mus. Jahrg.! 
& 801 f. — Die sprachlichen Muster, untor welchen G, ^ 
Leiiing diia erste Stelle behauptet, Termehrten sieh mit jedeiq 
Jahre und bald konnten ans ihnen reiche Belege so g^^ 
maticaHscben Grundsätzen zusammengestellt werden. Bi^ 
gesdiah von /, & V. Pefomihch ans Grfttz [«eh. i70i\ ^ 



twt^tti» ^pvadie. 353 

I], /. XMEtswctfr* [Sfek UM; sb ttO^ '«« ta. »?> mit 
bnEel|f»n«He, nach «fti<Mbe l»e&)iig«lien AMBohtent von 
iOritt^fl 4d0iitmg- anl» 'Spoilf elMMf 1» «Pofinietti {geb. 
Kit. ttOOJ« t .£^«iil. Btiri. 17M«« m •» #..; Aanag. 

bker <k flMcb. 4^< r..S|pn Lps« 4»li) S; Ab^puna f; 4. 
ifL L. IW2 t!L$ r'YwB. t«« Tolkrt« gmtum ludb- WSMerbi 
■ULjfoadMt. Inpsi >1773 ai^.>t9[93 ffliN4( 4;f Anfiiag. 
l»1.4.ai -u DerM'>dift-8Rb^ilAii hiMehlMMii>«nd bald 
iMbsabwidKigciit ih«iis in^lbcrtreüliA nltiMei« iat 
irIu giMM^Zahl, aus w«ldi«> Hei- n«t^aiug«iibbto wer- 
ikitfn! jr. Ci IMdn [gebt 172*; ttt. 1788)« > dhiKdi liefe 
«IbUWk Md g««Hideti Bliek «asgeMichavt; *&v^, ^ 

r«{giki741) «fa 1«K]| «a Pkt'Jt^rM (jgbhiiJK'Vmti 
UjUJEfir«««^ (1790)} •6«irv'AH'k<13<9S)»''*6y^fie«i. 
^'lÜH): »i Meiß»iu$ <lt97>} r«*«;«^!^!' AK^a^>^l8M)4< 

^.XITfjw Cg«!»* *'*^; «ti"4lM}/iMM4l Wi HrnfnüBi 
W, C A Ktmtue («»ld:)r l^i ^9(«UMMkNMM (ISpS; 
1); 'C. ArA AMi^f. (t8C9) u. wI<im<*~* UMn dcaiSMMn- 
■ oiFmdiflni nnd iWge dtor bwttchOwr^Btharen r ü»^ 
«iKii^UUi; Sr«Mft.- /. C C. mHg^ i<^ i.Mfth der 
■KHhtMCl jR ^t ir.^ifffeAefMM £g«b<4T68; «t.HTOSJ'j 
«bhKdtik d< k %s. finlaniQhw. .17941 8; /t vP/ >#< 
•^[g^ 1^43: fb 1807]: Ci^dki di NMenächd^ 
>«>SfMiM. Magd^ 1800; 8 »m«. «.;••/> ^&.C!ii«k|MP [g«bi 
Ki «b tt<81$ B«jrtrSgf . QBtfuMohWf i;795 O« 9 < Skt 8 } 
"<*h4 B* 4>07 fl. 5i 4« --«^Otir lEtffhtvdgMfff üa« g«. 
ititiKh« Uttetadcbittg wMiktdinA gut« Idfcotikeat s« 
Hutwiw^W.Wß. TW J.^Ci■X >a# ll» ^ ^781.4; Hunboi^/ 
<L£<i% 17$S{..«llMiMiisch JfieditakdHi WB. (TiJTi A 
^) 17«7.4L Ö4 .8)4 *£Mbtiliail|cbfl»iri J«'^. SbAMw« 1800 
^«i MtetwwaldiMtwi^yteift C. <3ikj |d Stlimklfi 1800> 6; 
*'<>ttglMbfW 114 WpJF.M^Jt im ß 9N im «9^ t« 8} IM»r- 

J'^' v<>M, «||Ü^.«$fl|O;.«.180» 2...8r 8obw8bi|ith<M r. 
Vi &MfC E9*b<! ITtO^ ßit iSXfJy fkaBfiL*Hm ta gtfiüd^ 
• FttKliK «b aniateriiaftaa MffMobep« iJ^i 8 ; «Seliliei- 
'«•• ^ Ä Ji Sto^^ 48011^ »4 a< 8 M4 in> »4 — Di* m»-« 

'«I« HB. 1. UU. eMek^ llf < 98 



354 Teutsche Spr. 1>eotsclilandi^ Nationaliitter 



verwahdMir Wörter aitod iKh&rfer iMktitamf worden Ton| 

ßherhard 1795 fil. h.'%\ fortges. v« »/i> O. B. Maau IS 

6. 8; Ji F.L. Ck. Jnhh B^eich«lrting'dM hocht Spr. ^ 

xes. Lpx. 1866. 6 ; Bherhard Synottj^inAiGbei HdWB. I 

u. 8. w. «^ AI« philosophisehe BearMter- 4er vaterl. 8j 

lehre" haben sieh aiisges^hiiel^: JfuUmf MoriH; *jK/op 

«ber Spr; a. DkbtkiiMt. Hainb% irf9 fi -3. 8; üb. 4.1 

ftcbreibung. H. i7t9.S; GramraatQespridie. Alt. 1^ 

Tgi. Jeli. 'ALZ. 1804 No. 26. 39 ffl.^, /. H. Von, dani 

-That erwef«end, was die Sprache ra leiaten Termag, intl 

he¥ der pr68<>diMhen Grondgeseiae 1802 ;^ C WHk ii 

Uebeir ^ortreichtham d. t a. fransSe. 8p». 1806. IS; I 

W^rtmerigerejr 1809; 1812« S; AUgetn. £etnerkMgeii ik.| 

1813. 8;'Noch eia Wort filier SpradireiiiHeit:i8f& S. 

den lezteh Jahren itt mit erfrealiehem • Weiteifer <ite K 

frifts der Mt. Spr. a. Lkft. erweiten und TiMrter begründet 

den Ton F.' D.'^ Gr&ter Igth. 1768^ et; 1830], wi W. 

Schlegel,' L. Tü^ky V. n. ''IF.^l'Cfrt'aiM, fB.J.Boen 

1781; ftt. 18283 ) ^6. F. Beneeke; f>. d. Hagtn, AM 

Gdrrefj *LächiMnn^ ^Eberh. QitsL 6mi#, «. lastm 

a,;' und Jr Gr^Mi'r t. GramiBMBk (1. Gott 1818; Ü, 

1823; 2. 1826; 3. 1^1) betfeiohiket ohie HMie dtr AJ 

tind Strenge dfer FtfdfertiBgen, aaf derta-Kigenthedidblnn 

BedentBainkeft Ventsehhttd itol« .sieyA darf^ «« Vlcfe 

beendet anges^hett haben imBgen,-'Wird^'MabegoDon^ 

spricht kommenden -Geadlleehiern ' eii^ reiehe Eiadte. 

• 'i/. In ^ei^ Natiön^aliitteratn^ herrsohtt v<l 
des XVI Jahrh. Tateirllndischer Volki^elst vor, «ebeort 
tigt T6n den , «nf ' afinftige G^nossekisehaft besobtflnkl«! 
manistischen Stadien; iW Kern v^ti ht «kutisdosen m 
^Rohianen and Ghmnikett'beViriifart' 'Üit Hinnei^ags^^ 
Meilerischer Arislokratie külidigefr' sieh, mit Sdionii^ 
HMhnathlichkeft; in A$cliarf$' hMioristisoher GeniaKt^ 
MoUenha^en^B Pkiü^i^' an; 'nnr das -sitlliche Strebeof 
Volke sicli geistj)^ ^n nübeni, h4t<^ slcbfbim^abgeiiomift^ 
etM^M der'BMcmgMid'dielVenirang^er AniprocW 
che diese giebt, w^dea schSiffef' bMfanmt« ' Di^ ^^ 
VoHcsMkher blieben GeMeingnf ,' weliÄes die Voroeh 
Venichmftheten, nad mystisch-religtBse^StimmQtl^^, »^ 
Leerheit des firendeiosen änssettn Lebens, konnte nck i 



TetttscUand« NationaUitteratiir. 355 



ik Eiuigimgiiiiltel in encUaffimder Uebenpan9nDg |>e*, 
m ood wirkte eben so wenig Tortbeilhaft auf den ge- 
ibfüicben Zustand, als auf die damit verschwuiterte gei* 
ifiiUiiog. Die Schlesisclie Kanstschule vereinte vater- 
iKbeQ Gast mit Kenntniss des dassischen Alterthams 
m Beootsupg 4ec Litteratur des Auslandes und arbei- 
^ weiter Verbreitung für kleinere Kreise derAuser* 
ha; ihre ursprüngliche Einfachheit und Helligkeit wurde 
kTcrIaaf eines Mknschenalters verlassen; schwülstiger 
d tot an deren Stelle und als dieser ermüdete nnd.Miss- 
& erregte, wurde dürftige Nüchternheit ihm entgegenge« 
* Viele Thorheiten nnd Missbränche waren in das Le* 
«Bpimngen und wurden von freymüthigen Sittenrich* 
^utPtoa, nicht erfolglos, bekämpft. Im zweyten Vier- 
ile ia IVIII Jahrh. gaben der heitere Hagedom und der 
HiBiller rinen edleren nnd gehabvcdleren Kunsttoa aUf 
b Zöglinge des dassischen Alterthums und auswärtiger 
^ TOD denen Jeaer die französischen, dieser di^ britti'?^ 
B ronog; die Empfänglichkeit für das Schöne in, spsach« 
'^DarsteUangfing allmählig an, unter denen^ welche das 
ftnluhien Beruf hatten, allgemeiner xu werd^. So 
<i>«^«lgeiiieiGhe Wirksamkeit der Qoitsdeifiadkea l^ule 
iOA] vorbereiti^t ; die Tbeilnahme an Ange}egenhqifeii 
(»erändigchen Sprache find Litteratur erstarkte . gedeih* 
^ pQg auch mittelbar auf den M^ttelst^d üb^. . Der 
B(| itt Lfipsiger mit im Schweizern Bodmer und .•/- /• 
*^f*Igeb. 1701; st.. 1776] ^ welphe auf Anerkepnung 
'^'J^fieistes in den Werken des dassischen Alf erthfimr* 
^^ mi d^m eigenthumlichen Kunsf^r^ben der neueren* 
^^i nidit blcftss der Britten , Gerech^gkeit* angedeihen 
^f h Imigegen die Gottickeßiauer. ^ch am Aeusserli*** 
Juelten und der frcmzösirenden buchstäblichßp Beg^I-* 
y^t den Vorapg gaben^ regte ,lebendigere Betriebsam-* 
j" der Nadonallitteratur an , und förderte^ bejr aii.sidt 
^m Ertrage für tiefere und vest<^e Begrundni;ig der 
l'l^^ne^.die freyere Gestaltung, der sehrijrtsteUeriseheD 
m^U Die beeren Köpfe schlpfseii sich in Leipsig^ 
I °' >* Wt) späterl^ii in Braunschweig, Berlin inniger ein- . 
^ und arbeiteten dem trübseligen Mechanismus .einer 
' ^^^rvtheüe ^bestrickten , gedankenarmen Schule ^it 

23 • 



356 Teutedtland. Nationatlittei^aliir. 



rOMig^ Krflfftr ehtgegiftn und in w^tgM Hht^ war ihr vol 
irftndTgcnr Sieg^entscHiedeti. Seileft^'Raiener^ M9$m «« r. 
bcSMirteit iind erheiterten im fasslichen Volksteike ; Kl^m 
bezeichnete tt^i fetetriiehenl ElHisfe diö Bftfan fswa Hochs» 
ftir menschliches Gefühl und Streben ; diehtemche vnd pti 
8aiflth% Ihirstellting welt^e ttach allen Riobtiingen, oft eil 
aehieden' glücklich Tersucht; in technischer Geschfcklichk^ 
idetiSM^te Ramler sich ansi 

Nutt bisgahh Lettihg mit ^rundlicher Yielseiiligkeit nii 
pmAit K^aft' ktitfsch zu wirken, das morsche Gewebe oi 
häUbiU^ HeHbdittHiliehkeit zcEreisSend , gerecht gegen ii 
YMerfand-ulid itfit richtiger' Wüidigting^ das Anrecht ii 
Tet^fretf auf geistige Welterobemng anerkennend, InnM 
tehd'Bilf den 43rtindgedanken ^ tim wekhen sieh unsere Gi 
^i^iiwart beweget.^ Mh ihm einVerataitdeh nnd freye Uebei 
sättfg^ng an«^ gkichetr QueAen schöpfend» Kereiiet«ii Wikek\ 
mätm^; Htfrde^f Hamann erne ttene refeh^re 2eit:$ was sie gi 
W«61it 'bäbeif^ «rUchteint den Nachkomhi^ii^ - nach maiiBigfal^ 
geti {^farnngeti nndVerirrnngen, als Leitstern* snm Wahrej 
und ^Rechten. Bey solcher Aufregung/ dier Bedürfnisse vnj 
B^trebiitifgen in deia Terschiedenartigsteii to<ihttaDgett) obii 
Atlt^k ördnetide sittHdl« Eihheft, konnte cfine Bhineigimg vi 
rfittrHch^ü V«ifläch^g' des geistigeii "LitiMä nicht aosUeiber 
J^htkd'i schwelgerische Preygebiigkeil mit {remdett Kdei 
geMss isüt Üttterhaltttn^ lüit^ner PhaniaUe nad Lw^^] 
frbm'm^lT'Ernst^ Wekher den Mtoscbetf in das faner« Heilig 
thüHt d^it Gcmiuthes einweii^t/ hielten- sich im Erfolge da 
GleldftgÜiHcht nnd weckteh kihkn ttnt|br''g¥bdürett 'Wechseln bi 
jezt forfdatierhdeh Gegensatz ; der ühilr iü geselifrcbaMicbei 
y^hitffdssen, in der Kirche, WlSseltscbaft nnd'Knnst vieder 
holt betfrkundet« Dar el^en t^ dtr' andern BitAtang begegj 
liete die begeisterte Aöhtntig fSr vat^l^tidische SeIb8tst^<K{ 
k«ft ntid ünverkiimmeirten Vertiahfigabi&tt^b, wbiche die Vü 
gWeiet Ani GdUiiighicben Halbbiirtdes, Zöglinge des m^ 
iidtku^en Q&atBs i ha^klt^i Claudti$^^hA Bürger standr 
als Yölksdicfat^r bkld iiidit alfetii^ Es Wa^ eitfä frdle, frol> 
Tielgeschftftige Zeit; durch FHedH^k^ill grossartigen FreJ 
linn koniite sie gedeihen; mit kuhiier W^hrheldiAbe ^r^'' 
die öffentlichen Angelegenheiteil von Mötet^ SeMzer u. ^ 
nntarsacht und benHhailti die prÜÜende Vertinnfk fib(e i^ 



Teufeichlandf Natiöaallitteratim 357 

in GSttlichem nmd ]\|Ieii8cbI|Qhen ; die litt, .Ff uchtbarkeU war 
aberraschend gross, ßie Verbreiluog der . geittigiCB Bildung 
in allen gesellschaftliclien Ktenen,» reger ^>^Q für ^bs Mensch* 
iche in s» edleren Bedäutnng^ Kunstliebe und eifrige Sorge 
ir das Gemeinnützige rechtfertigen die Lobspruche, welche 
liettn Zeitalter za Theil gew^orden |Mnd, und werden durch 
üehl^eDüber sittlichen - L*eicbtsinii des^cJben •zwar.ernms- 
»gt, aber nicht aufgehoben. Strengere 'WiftBensehaftficbkeit 
nit Wedergeburt eriist kritischer' Philosophie gtib den lehrten 
labrzebnteQ des XVIII Jahib« einen wesentlich veränderten 
[Ikaratter; mit scelenVolIeri Liel^f wurde dem Geiste -der 
ilteonDd neuen Kunstmuster nacbgaforsoht und das im^re 
LeW ies Germanismus erfasst; so fand -die heimathliche 
CigeDtkvmlichkeit ihre Pflege und 'wurde'dorch siclieren Ilin- 
)lick aaf die KunsljeUtiingen fler Vergangenheit geläutert, 
lereidiert ind veredelt, üip ^^fei^rtep Akainen Klopstock^ 
5j/i^, F#if^ 8cA///^r vergegenwärtigen die Güter, welche 
er Fachwelt übergeben werden, ein Unterpfand der Ver» 
üicbiang znm beharrlichen Fortstreben nach dem höheren 
't<^1c, dessen Herrlichkeit oß'enbar geworden istt 

^. Hörn die Poesie lind Beredsamkeit d« Teiitschen von Lu- 
thers Zeit bis zur Gegenwart Berlin |822; u. die schone Lit- 
tfratw TeuUchland's wahrend de» XVI|i Jahrb. B. 1812, — 
ßiiefe der Schweixer, auR Gleioi's Nachlässe herausg. v. 9F* 
li^'irk Zürich 1804 8; Herder Fragmente 1767. 3. 8 in Wer- 
hn(l2w) X. ,cb. Litt, l 2, W. z. Philos. u. Gesch. U S. 
331 t; 12 S 7 f.; Wielaiid's Leben v. Gruöer; Göths ans m, 
Ueo2W. 12mo, 25 S. 71 f.; 26 S |05. 138, |94 f.; A. 
'/. ScUtgel in: Europa 2 St. 1 S. 3 ffl. 

^eihdirilteii ygl. (/ W, CA. Bmthr u. J. Ch. F. Gvi9muth$) 
•%». Saehregistcr über d. wicht t. Zeit- u. Wochemiclir. Lps. 
Ii90. 4; #/, ^«^ ErBch Repert. üb^ d. allg«i|i«'t« Jouri^ale u. 
|!^ R«rivl. 8a»ail L^ 1790 Id. 3. 8. — Bell^tigangep des 
»*"te«def «. Witsist. Lps.. 1741 ffl, 8.«; »N. »^ytraje s.Ver- 
güttj;«! de» Vewt. u. W. £reii»«a 1742 ffl. 6. 8; ^mmlung 
J'rn«. Sehr. Lp«. 1 748 fl. 3- 8 ni. a. — /. A. CrOfßW u. A.^ 
«er Nordttehe Aafceher, Kppenh. n, Lps, 1759 fl, 3.3; (Ä »^* 
J' Gfrtlesbrg, /. F. Schmidt u, A,) ^r Ujpoehondris^ Schlesw. 
"ö3. 2. 8 jb la. a. — ^H^ielßnd der teutiche Mercur. Weimar 
"3-^9; N. T, M. van IT, u. C. 4- B^iiigfr. W. 1790— 
m. ^ y. e^ j^^^i ^ j^ jf^^^ i^jg Diifseldarf 1774—76. 

' ^- -- ♦!. Muiettm. L|»s. i776^88; N. T. ^•\1789. 90, her- 
H ▼. « CA. JBoiV. — (ff, A. 0. Reiohard) Öila Potrida. 



359^ Teutschland. Nationallitteratar. 

Berl. 1778-*-07. -p- ^G. C. Lichtenh^rg n. G. Fonter Oöttid 
Magazin d. Wias. u. Litt. O. 1780*^66. -^ (/• W. v, Artk 
holz) Litt. tt. Völkerkttmie. Dtm^u ii. L. 1782^91. — *l ^ 
Bi^fr u. F. Gedieke Berliner Mon. Sehr. B. 1783 -9Q; /.i 
B. B. Blfttter 1797 f.; N. BerK MSchr. 1799—1811. - Jou 
nal von und für Teutachland. Nurnbg 1784 — 92. 4 heransg. 
L. F. Cr. «. Göekmg n, fortges. 1785 v. 5. v. Bibra, — U( 
aiaehe Bejträge z. Gelekrt. n. Kunst Frankt 1784 iL 7 St 
^ T. Mon. Sehr. Bert. 1790— 9&; Lpa. 1796-*! 803, benii^ 
T. G. ff. Fwh$r. — *F. SohaUr ThaUa. Mannh. 1785 o. Lp 
1786 il. 12 St. 8; N. Th. 1792 fl. 4 St. 8; *die Hören. Tl 
bingen 1795-*-97. — *Göthe Propylfien. Tab. 1798 fl. 3. 8. 
Zeitung für die elegante Welt. Lpi. 1801 ffl. 4 Forti. - Di 
FrejmSthige heraaeg. v. A^9. Kotzßlu^ und 6. MmrM^ •• ISO 
T. A. Kukn. Berlin 1803 ffl. 4 Forte. — *F. SeUegilüi^ 
Frankt 1803 f. 2. 8. -^ Abendseitung. Dresden 1805 ffl. 4Fort 

— ♦Itii e. MSch. Zürieh 1805—7. 8. — *€. Dau6 u. F.Cr^ 
zer Studien. Heldelb. 1805 — 9. 4. 8 U. B 5 St. 1. - 'Mol 
genblatt. Tübingen 1807 ffl. 4 Forts. — *H. ZgehokhUv^ 
Utk t d. neueste Weltknnde, naeUier : U^berliefenm^D. Avi 
1807 ffl. 4« -^ L. V. Seckendorf u, /. L. SttiU ?tm^ 
Wien 1808 f. 2. 8. — "Vaterländisehea Museum. HsiDbiu]g[iSI( 
St. 8. — •F. Schlegel teutsehes Museum. Wien 1812 iL ^ 
8 u. T. a. 

Taschenbücher: Gothaisches I764 ffl.; *Gottingiiehes 1776' 
1805; «Niederrheinisches 1798—1800; cum getellich. Vergnl 
gen Lps. 1791 ffl.; V. G. JacoU überflussiges TB. J795-i 
11. Iris 18Q3— 13; ^Braunschweigis^es 1798— 1803; ^Tüding 
eehes 1804; «Alsatisehes I8O6— 8; Urania 18}0ffl.u. sehr t. 

Sammlungen : C. A. SchaUer Handbuoh d, clais. I^itt i Ten 
sehen, Halle 1811 f. 2. S; J. G. Kuniich Hdb. d, t. Sf r. 
I4itt seit Lessing. Lps. 1822. 2. 8. — J. G. Sauer 11. 6. 
Neuhofer Vorlesungen über t Ciassiker. Tübingen 1810. 8. - 
Vetterlein Handb. d. poet. Litt d. T. Kothen 1806. 8 0. r. 

— *W. mihr Bibl. t. Dichter des XVII Jahrb. Lp>* i^^ 
f. 10. 12. ^ , 

Sinngedichte ges. ▼. Rttmler, 1. 1766; Ch. K* ^ 
2:ürich 1788. 8; €. H. Jörden». Berl. UM. % 8; Ck'-^ 
Voigt. Iipx. 1798. 2. 8; Anthologie t. C. /. Schütz. ÜMi^f. 
t 3. 8; T. Haug u. Weiter. Zürich 1807 f. 10. 12. -^^J 
gien d. T. Lemgo 1776. 2. 8 herausg. ▼. CL Schmidt --^ 
mausen d. T. Lps. 1774 ffl. 2. 8; €. F. Waitz Samml 
Romansen u. Balladen d. T. Altenb. 1799. 2. 8; T. Diehter 
läutert T. M. W. mtxhger. 1; Lps. 1831. 8. — {^ 
Lieder d. T. 1766. 8 u. Lyrische Blumeniese. t^^^'^\ 

* 2. 8; H: H. FfkeeU aUgem. Blumenlese d. T. Zürich 1782» 
8; JP. J£|/lMtoii Lyrische Andiologie^ Zürieh 1802ffl.20.13 

' Ktr'thenliedcf vgl.' J. C. Wetxel Hymnipoiogttpl 



TeutschL NationaUittwatW, T«l4flehe Dichter. 259 

HsTMiMle 1719 £ 4. 8; Hurvm^ Litt. Gkfdi. diir gtfiU.iCje. 
der. Sdureinfart 17Q7. 2. 8; G. L. fiichien allgem. .bio|;r. Le- 
xikon alter n. neuer geittl. Liederdichterf Lpz« |804. 8 ; W» A* 
Tellir Gesch. d. ältesten Kirchengesänge. Berl. 1781. '8; /. /o- 
koknen NaehrieKten ▼• alt. u. neueren geiati« LiedbrdiilMem. 
Scklciw. 1803. 8 ; Lsfflkr Naehr. r. LiedardtehlerA dcs.Cnteung^.' 
IBüem. Solxhaah 18i9. 8; ICindkrlmg kpi^ B^racJbtiing üh. 
i Tsni^licbsten Kirchenlieder, tierl» 1,8^3.8; *A. /. Ramlach 
Anthologie christl. Gesänge aqs allen Jahrh. Altoi)» li\l fil. 3* 
8. — Samml. : Geistl. Ijr. Ged» der besten Dichter 1*.* Uamb. 
im 8; Fü9tU a. ob^n; 6. P. ^alfor'^aUgatt. LiaMrhmh fAr 
ChmtCB. EriaogMUOT. 8. — e«aa/iigbiiekerf ^eslin 1795; 
G l Zfotiiko/mr'a. Lpa. 17^6; Gotha 1776; Uimau, ^Gottia- 
f^, Dwtmundy ^Do^igem. Bremen/ 1770;.. ^ßraunaphweig^. 
*Sdileiw. Holstein, «Ansbach, '*' Berlin 1781'; Hümborg, Qiied- 
VuiW^l787; Würtemberg, "^Oldenburg lHl\ Neon^ed 1792; 
£Tf!iitl796; dtraibnrg 1798; «SebHeeb^f^ 1179»; *Be% 1600; 
StslWig k Aadhen .1802^; «ref. Uaffeburg 1893; *jMag4fbttf|^ 
1861; 'HildbufgliayBeii AS^S^; ""Ureiiien ;]i812 a, t. », 

Mvi«Balalaii.a,c[li« vg^ fn^ut^y^ u. L T. 1791 S. 906 
Ä.ttttinger •1770 — 75 y. Gotter n. Bqib; * 1770— 7 r. 
^'<if%; M778— 94 i. Bürger: 1705—1802 t. C. Reinhard; 
»803 t. S. Mereau. — Lerpk!getl770 fl. ▼. Ch. H. Schmid; 
mr^gl T. J. G.Dyck. *^ »IfamÄurgera??« r. I^om^ 1777 
-M V. F. tt. Q69km§; 1789f~18aO v.F. — Vflmn 1781 fB. 
*F&M$r MW-^IWV, A.,W' ^h^^ «• ^ 7<^«d[; 1802; 
f. &Uigy{ ^30$. $; Qerliiier t, //• StiegUtz ^. M. Veiik. 1830 
«; 1831 ; Leipziger r« ^f fT^n^/ 1830 f. (der Jahrg. 1832 hat 
eine bedanrenswerthle M'eÄwürdigkeit dnreh A, W. v, Schiesets 
^ gennnte ^jß4^trk\^^ d h. bösartige Ärmaeeligkeitcn , fceinea- 
*<g« Zeichen lert 2eit, '«Ma€ncii».Mkell|itfte ErsengBla^B einer 
bit lar 8iadh»ftigk«it gealeigertf p, ,die Gefetie der Achtung für 
Hakr^'e, Gerechtigkeit und Schick{ichkeit achi|<MAl^s TCrlctsen- 

^«ßtrikeit) ««»ehr ▼. a, 

.... ,' ,1 

A'e cigentbanilieha BesefaaibiAdt imd ftov Ei^yfiAeU 
*^og der teatsdmi DichtkniLsi Imelbn sigh in .drey 
^ttfinM ordnen: Fortdanei den tMcistCirgeAaDgesr bis gegen 
^ite XVI Jahrb«; Akfaftngigkelt tm eben wd nenen 
Ottern de« Aaiiandea; kritisebe. Schale n. 4790^ r^ Meister- 
^S«r dea XVI Jahrb.: MitM^ Lütter aae E;i(debeft,[geb. 
J-WNov. 1«83; at. d. 18 Febf. 4940}, AngustMier [1505], 
l^fin WHtenkefg [1608], Tb Bef^mator [1M7];, kräfH- 
g» Uederdichter (Wittenb, 1524; «Lpt. 1545; 8), aamutbi- 
pfFabnlbt (1530), Meiater iin/g«li6^Bm Auadracke . des 
^en CMBUb als lllbelabwiQUor, Labrer der Nation 



36Q Teutsphe Dichte^. 



in erbttttlieben ^hrifterkli^tagen, Zacht- und StrnfredMi, B» 
•t|reUang0n der SGssbrSuche und Vorurtheile, Ermahnnngtf 
zur Fördßning des wal^ren Gemeinwohles, Unterrichtabucheroj 
Bfiefan: Opera gern, Wiltenb, ][539 ffl. 11$ F.; lat. 1^45 fll 
7 F.; lat. Jena 15S5 ffli. 4 F«; Snpplem. Eisleben 1S64. % F. 
Opp, gemi. Akepb. 1.661 ffl. iO F.; Snpplem. Ha}le 1702. F., 
^Schriften. Lp«. 1729 ffl. 23 F.; •herausg. v, J. Q. Wahl 
Hall« 1740 ffl. 24. 4; Briefe,, Sendschreiben und Bedenken, 
kril. nad liisL bM^b» ▼• W:. JH. Leber, de Wette. Berl. 1826 
f. 6. 8 Tgl. Hall. AlfZ. 1829 No. 1 f. n. EBl. ; T« Sehn 
ib^ili; Tollst, theils in| Ansz. y. F. W^ tomler. Gotha iSi7, 
3. 8; ^Weiahait V« (herausg. v. F, J. Niethammer) Nbg 
1816. 3^. i2i NA. 1817. 2. 8; Werke in ^ner Answ&hl t. 
JSr. L, A. Vent. Hamk. 1826. 10. 12; ygl^ 6. B. A. Uckert 
Vu Leben. Gotha 1817 f^ 2, 8. — Otrith ZwingÜ ms WiU- 
haus im Toggehb, [geb^ d. 1 Jan. 1484; st. d. 11 Oct« 1531], 
hochgebildet, freysinnig and SSk VeredelunjB^ des gvaeHflcliaft- 
licben ZuJBtandes rastlos th&tlg; sprach s, Fodernngen an die 
ACt^elt iss Labyrintfi (fSll; £, Meister Beytr. s. Gesch. d, 
^ Spr, 1 S. 2^5 ifl.; Z*s frfiheste poet, n. bist* Sehr, herausg. 
V* J. t^kmttieu. Z. 1819. 8) u^ ii|i Odisen allegoriMli aus: 
OperA. Zürich 1581. 4 F/; "^tii J. Sekklthess. Z. 1828 f. 8; 
^Schr/im Auszüge herausg. v. L. U^teri n* S. VBgeftm. Z. 
1819 f. 2. 8; vgl. J^ M. Schuter H. Z. Gesch. s, Bildung. 
U Aufl. Z, 1819. 8. — Ulrich pon. Buttern (geh, 1488; au 
du '31 Aog. 1523], ein anagcaeichnetey kt. Dichter nnd Red- 
ner, verfocht auch in teutscher Zunge die Wahrheit mit rit- 
terlicber Hochherzigkeit : Ged. heraus^, t^ A. Schreiber, Hei- 
delb. 181p. 8; Opera coli. ilU B. J, B. Münch. Berl, 1S21 
ffl. 5. 8; \^iii|0rles«qe Werlo über«, t, Jfßäch, Lps. 1821 £, 
3, 8. Forts, — D^ fVaadseaaer Thommsr Mmmer. aus Stras- 
burg [geb. t47](; «t, 153&tt]) fjuther's Gegner, spoüet mit 
derbem, tft gemeiiiMi'Wits^'uber Thorbfiten, in rnchmr Spra- 
che, frz&hh leicht «nd is^ Sberliaüpt im Ausdrucke glSeklich: 
NarrenbesphwSrang. Sttt 1512; 1518; 4; 4®r Schelmen Zanfk. 
8t. 1512; Aags|>^ 1^3*4; beransg. y. O. E. Wldmt^ Halle 
1788. 8; lat, t. /. FHtlner, Frkf, 1620, 1^; Genefamat. Basel 
1519. 4; dieMuhle Voii Schw6n4elshe7m. Str. 1615. 4; Von 
liem grpssen Ludi^scben Nvren 1522. 9 » Kirchen* vl. Kez- 
seralmanach 1527» 8 n» y^ a« — MelAior ^Ihkßing ksamfi^nk^ 



Tevfstlie Dichtet. 361 

bcq; [gek 1481 ; $U 1535] ersKblt» ]Maxiinilitti*s AbentliMer 

niiAteni und bnrgerlloh steif: Tewrdaanckh. MiirDb«t4^J'7. F. 

IB. H. Sehaufelaiii u. Ä. 118 Hol«aebD.; Aqgsb. 1519/ F«; vgl. 

J. D. Koekr de libfo T. (AltOff 1717) recudi fecit b. F. 

Btmml. Nbg. 1790. 4; CamM in M^m. de Unat. nat. T. 3, 

— Nkht geittreioher sind die Reim^rejen JPaul Bßbkun**^ 

MvrU Agric&ia^ Maiih* Holzwar i'i, Dan* SHdermoHu'f u. 

iL-^Bwtkard Wali^is [nU n..l554] ein heiterer n. g^istr 

volltt f aboHst : EsofMis gän« neu gemacht, Frkf. a. M. 1548, 

S;cni0otT. E..V. Gemmugem 1769, Za4^harimß 1771 u. J. 

./. jKiei«ii«r^ 1777; dfer gereimte Psalter. Frkf* 1553. 8. — 

Achntklie EiskbliiDggiEibe findet mh bey Erapmu^ Atberm 

V«t Vßä]^ der die kifcUichea Thor h^tcm und Mitecbstrc^iob^ 

Unig ud mit ktSftigem Witse geiaseU t Buch t. d. Tugend 

v. WQdidt.Frkf.1550.4; der Barfüseer Mdncbe Eolenapie^ 

gdiLiUcorBB 1531 (<l); Wittenberg 1542. 4 u. s. w.; m^re 

FhpdirifteD. -^ In diese Zeit fällt die Erneuerung der alten 

TiAmitjfce Grobianus, wekhe F. Dedeldnä [st. 1598] in lat. 

Vom (Frkf. 1549; 1562. 8 u.s. w.) und Catp. Scheidt in 

«. ReioieD (WiMrms 1551 ; 1555. 8), Andere in Prosa 1)?arb^- 

tet€a •*«• Böhm Sack$ aus Nürnberg [geb. 1494 ; st. d. 2&. 

ßsa» ii76], Sehttst^r, der tezte 'Stammhalter de9 Meisterge^ 

saogtfly ToU WabrheitUehe , Geftihles ^nd bürgerlichen Wiz- 

sesy I/ebrer und Erheiterer des Volkes in Sprüchen, Liedern, 

Ersihhiiigen und dramaiisdien Spielen, bewundemswerth 

fraditbsr und der Sprache mftchtig ; Gtadicbt« Nbg. u. Augsb. 

1558 ffl.3 F,; ^bg 1570 flU 5 F.; Kempten 1 §12 ffl. 5. 4; 

Beriu€t$ Probe o* ne^en Ausg. Weimar 1778. 4; Auswahl 

r, / E. Hünlein. Nbg. 17^1. 8; v. Bü$ching N. 1816 SgL, 

2. 8; Schränke betpiusg. t. J. A^Nauer. Kiel 1827. 8^, H^ 

& eine Aiiewriil v. J, ^ Goz. Nbg 1829« 4. 12. -^ Joh. 

M^ke$9U9 [geK 1504; st. 1568] von tü^Mgef GesiBAungv 

wdcbe sieh in grtstl, Li4»deri|, Predigten n, in der Lebens- 

betdirdRKipg Luthers bewährt; Oeconomia v* N. Herrmanß 

ifi Reime gebracht 1961.4. — BartHl. Ringwuld aas Fran]p- 

fart a« d» O. [g^. 1530; s^. 1610?] sinnreich, heiter, krftf*- 

tig: die lanfei^e Wahrheit. Erfurt 1585. 8 u. s. w.; Christi. 

Warnung des treuen Eckard. Frkf. a. d. O. 1590. 8 u. s. w.; 

Epthalamium^daft. 1595; Lpz. 1797.8. — . Viele Kernlieder 

fmrden m4 lEkcUbriien Qsbsaucbti J^ediohtel von J. Jon%^ 



3611 Twitflche 0ieiler, 

iV. Decfus (v. ikm : Allmat CMt in der fiUUie sey Ebr), Ziaz. 
Spen^kr aus Nbg [geb. 147$; gt. 1534], em' treuer Ktunp- 
fer für 'Wahrheit uhd'Rtoeht s. Üf. ilf. Mayer 'Spebgleriana. 
Nbg. 1830. 8; VM Dietrieh in Nbg. fst. 1549]; P. Spera^ 
tuij N. Herrmann, Woffg. JUmttm/uSf N. Selneceety . A, Loi^ 
tdaaer u. a., Bum Theile, meist verändert, iii neueren Gesang- 
büchern beybehalten. Ein überaus grosser Beichthnnrt war an 
ydlksltedem, Gelegenheit- und Zfinftgedithten vorhaiiden, 
wie aus einigen Sammlungen ersehen- werden kann: Heimr. 
Aff<ttfff Gassenbauer, Reütei^ u. Bei^iedlera.. Erfurt 1570L 4; 
jV: Bo$th fröhliche Gesang. Frkf. 1&83. 4;.dre7SBig GabKwfl. 
Altenb. I£y93. 2, 4\ fh. MariiH Weltlieder. Heimst. 1588; 4; 
Fi J. Breeitel neue Liedlein. Nbg 1588; 1590; 1594. 4; 
Liedeihueh. Frkf. 1599. 8; B. L. Hmisler u Gesfing« Augsh. 
1596; Nl^. 1597. 4; ans dem Lustgarten neuer GesSagw Nbg 
1600; 1601. 4; Tieles, meist umgestal^ in Amnm a. Bren- 
tüHe des Kntaben Wunderhorn. Heidelbesg 1815. 3. 8; Man- 
ches in Fn Friese der Tomehmsten Künstler u, Handwerker 
Ceremonialpolitica. Lpa>. 1708 ffl. 8.;'CeremomeI d. Trompe- 
ten 8 ; Nachr. v. d. Ceremonien der' Altenburg. Bauera« Lpx. 
1703. 8«; (Sigm. «« Wuguer) Acht Schweizer KufarmheD. Bon 
t806 ; Aufl. H (6. & Kuhn) Samml. v. Schw. K. u; alten 
YolksHedern. B. 1812; Aufl. UI. (v. J. R. WytM) B. 1SI8.F. 
Das kraftreiche Zeitalter «chtiesset mit Mutnn FtMcimrt 
BUS Mainz oder Strassburg [st. im Winter 1589]; es werdea 
Bilder^ Scherze und Anspielungen* aufgenommen^ weidie dein 
Volke femer liegen und Erfahrungeti* vomuesetzen, die dem* 
selben voll reditswegen immer fremd ■ bleiben sollten. F^s 
Zerrgemälde herrsehender Thorheiten nnd Sündhaftigkeitea 
^er Zeit strömen über von witzigen EinfliBen , sdineldenden 
Spöttereyen' und abentheuerlichen Vergleiehungen und Schil- 
derungen , in unbeschreiblich rdcher und burlesker Spmdie ; 
in s. Werken sind Schätze der Laune und des Witzes ftu he-> 
ben: Gargantua (nach Rabelais s. oben S. 245). Strassh. 1575 ; 
1582; 1590; 1594; 1600; 1605; 1608; 1617; 1631. 8; Cata^ 
logus catalogorum (nach R.) 1590. 8; Bienenkorb des b. rftm. 
Imenschwarms (n. Marmix v. Aldegonde). 1579« 8 u. s. xir.; 
Jesuiter Hutlein 1580 u. s, w. 8 ; Aller Praktik Gressnntter 
1574. 8; Von S. Dominid u.^ Franäsd ardkheni Leben 
AWniA\ Pedagrammisch TrombttcUeiB 159^7. 8; Pbifesopldach 



TeuUcke Hiehtef , 36) 

13inclitb8ch)eib, Strassb« 1S78. 8/ fitritfhinftsiil; attsge^kh^ 
Bete EligenthSmlichkeit findet flioh in äea metri^ett* Atbel" 
ten: Flohatz. Strassb. 1577« 8 u. «• *i^.; das glückhaftetSöhiff 
TOD Zürich. (1676t) 4; Zürteb 1797.4; herausg. u. erl. durch 
€. Halhng. Tflb. 1828. n. m. a. -^ Pairf Melisna oder Schede 
Igeb. 1539; at. 1602] seMinet «Iah dürdi Regelmftisigkelt 
vsA reinen AoBdrnck am: PMaime Davids^ Ileidelbeirg 1572. 
8; wdtlj Ged. bey Opitz Ged. Straasb. 1624. 4. — Eben M 
Feter Benait [geb. 1660; st. 1610] ein guter Gelegenheit- 
dicbcer : b. Opitz a. a. O. -^ €horg RoUenhagen aus Ber- 
nau (^geb. 1542; et. 1609] irefnrbeitete die Batrachomyoma« 
dbie in tentschem Yolksrfnn , mit sittlicher Aechtlichkeit und 
«AAeia Spott , in sthSner Spmehe : Froechniftusler. Magdeb. 
1596; 1596. 8; erhfeul v. €h. L. Stengei. Oflita 1796. 8. ^ 
Batikmior Schnurr {geh. 1572; et. 1644] übereetstedie Fo- 
leagosehe Mosehea im Ameisen- und Mttckenkrieg 1600. 12 ^ 
Sfrasb. 1612; Lpz. 1806. 8. — Die Macaronlsche Poesie, de- 
ren FUtkart im teutscfa-Iateinlscfaen Gemengsei sich liemäch« 
6gt hatte, fand Jezt Eingang; eine der ftitesten Erscheinun- 
gen der Art ist Flbia 1593 Vgl. Le9iing*9 Collect. 2 S. 102} 
^Shrend des XVlt Jahrh. Würde sie in manchen G6legen- 
fceitgediehten mit Vorliebe in Anwendung gebracht s. J. F. 
RMmttnn lustiger Poete 1718; 8. 

Im Westen wirkten einige Mlbiner, nnabhftngig To.n ein« 
mAcr nnd h9cbst Yerschiedenartig, für Pflege des Schonen 
und Wahren nnd erstrebten' das geistig Höhere durch Be- 
finiditnng der Phantasie: Friedrich Qitni 8pee aus Kaisers^ 
woth [geb. 1595 ; st. d. 7 Aug. 1635], Jesuit, der erste Be- 
streiter der Hexenprocesse [1631], sprach die GeCfthle eines 
▼on khidllch sehwftnnerischer Andacht nnd sinnroller Natur- 
liebe warm ergriffenen Herzens in reichen Bildern nnd ein- 
fach Bchdner Sprache aus; THitznacbtigall. Cöln 1649. 12 u. 
s. w.; Berlin 1817« 8; vgL F. Schlegel Poet. Tasdienbuch 
1806 S. 125 fli.; Johann Faleniin Andreae aus Herrenberg 
[geb. 1586; st/d. 27 Jul: 1654], mit edler frommer Wahr- 
heitliebe beharrlich eifernd fBr Reinigung des Taterländischen 
Lebens Ton herkömmlich gewordenen Verunstaltungen und 
Thorbeiten oder f&r Rückkehr zu dem herrlichen Geiste Ln- 
thei^s, und nachstreb^n^l einem UrbHde christlicher Vervoll- 
lLeiiiBniing,< fiiif äMievitfe^iditohe» Auadnicke' er oMbnoht- 



364 Twtfiäiie Dicht«;« 

lieh [1603 t 1619] nr Entplehinig 4«r RaienkrMwrey V«r- 
anlassuiig gegebea sa h^beii icheint ; die sablrachen gebalt- 
Tollen, nvitsig heUuooigen lat« Skbtiften belieben sich siumt* 
lieh auf Kirche, Staat und Wis9eo«chaft im tBiKschen Yater- 
lande; die sprachlich merkwürdigen, einfach gefftlltgen teat« 
sehen Gedichte sifid ans retigiöfMon Herzen geflostgen und be- 
urkunden fcr&ftig reine Ciesuinang. und reife Geistesbildong : 
Christliche Gcynäl. Tübing. 1^12« 4; Geieti, KurxweiK Strasb. 
1619. 8; vgl. •IT. H0$baek J. V. A* Berlin 1819» 8; Georg 
Budo^h WeehherliH aus Stutigard [geli« {£84; sl. 1651 ?J 
glänxet als wackeier Lyriker und Epigram inatist nod war 
unter den Ersten, welche sich um Sprache und l^etrik, auch 
um die Prosa, damals Verdiens« erwarben : Zwej BucbU Oden 
u. Gesänge. Stuttg. 1618. 8.; Geistl. u. weit. Gedichte. Am- 
sterd. 1641. Ig; 1648. 8; vgl. C P. Com Nachr. V. R. W. 
Ludwigsburg 1803. 8; auch ist s. Zeitgrooss Jeuoia Rompier 
V. LöweniaU^ Stifter der Tanrengesellschaft io Stras^burg 
[1633], wegen Sprachreiabeit und guter Yersificaiion b^mer« 
kenswerth: Erstes Gebfisch j. Reimgrdicbie.Strasb. Id47.4^ 
— Im Osten entstand die.« bald auf alle Gegenden Tenfsch-* 
lands wohltbftlig einvfhkende Seh lesi sehe Schule, gestiftet 
Ton Marii» Qpiiz von BoberfeM aus Bunslau [geb. 1597; 
St. d. 20 Aug. 1G39], welcher mJt:altcUss|scben und neueren, 
besonders hoUftndischea and italiäniscben KunstmusterD,-anch 
mit der älteren Taterländiscben Litteratur vertraut, der teat- 
schen Sprache KanstgesUülung eifrig bef&rderte und if| dich« 
terischen und prosaischen Werken Vorbild für Mitwelt and 
Nachkommenschaft wurde. S. lyrische Gedichte babea. die 
meiste Eigfntbflmliehkeit, demnächst die Episteln; die Lehr- 
gedichte un4 Beschreibungen »sepigen von Kenntnissveichtbnm 
und gut pr^nendem Verstände;. im E|agramm und Drama ist 
er von fremden Vorarbeiten abhängig; s. Prosa hat Gedie- 
genheit, Klarheit u, Wohlklang : T. ppemata (herai^sg* ▼• «1. 
W. Zimkgr^ Strasb. 1Q94, 4; .8 Buch, t, poem. .Bi«dau 
1625. 4 u. s. w.; *Danaig 1641« 8; Frkf, a. M. 1644. 2. 8; 
Amsterd. 1646. 3. 12; Br. 1090 (Frkf. u. Lps. 1724) «i; *her. 
ansg. F. Bödmer u. BreHiuger. 1, %Mch 1745. 8.; v, iJ. ff^. 
Triller. Frkf. 1746. 4. 8; ^auserleaaae Ged. heransg. .v. ü^. 
Müller. Lps. 1822. 12.;, vgl. C.Q^ iM^Mr Leben ML O. 
Himdiberg 1740. «i F. J^hhä^l,il$mm }SU B. 2 & 116 



T^utsche tKcKter. 365 

flL 235 ilL — S: Fmind Jut. W^k i^nkgrtf aus Htf delberg 
[gfk 1591; 8h 1635] hat lyrisebes v. epigraratnaftisoh^s Ta«- 
leat und viel Leichtigkeit in riehtigem und gefdiigen Ana* 
draek: Unter Opitz t. poem* 1624; Pennal* oder ^chulpomeii 
1624. 8 u. 8. w.; Soldatenlob. Frkf* 1632^ 4; Etnblematam 
cdiieo-polit. Centuria. Frkf. 1619 w. s. w. ; m. 6f^nger*$ U 
Tenen* Heidelb. 16)66. 4. — Awireär Seistietu» aus Bunzlaa 
[st 1642 lj berecbtigte am grossen Erwartungen: Sc^ded» n 
€.E. tietnng (vgl. dess. Sehr. 8 S» 244 fS.) Brannsohw. 
177!« S; Nachlese v.* J. G. Jaohmann^ BresL 1774. 8; Zweyte 
N. T. H: SeJto/;. Bh l783;-8.-^ Eben so 8t»y/le Schwanz 
aas Gr^&walde [geb. 1G2*1^ st. 1638} ^ in deren Versuchen 
ndk froinnie KindlieHkeit und weibliebe Zai^heit abspiegeln : 
Qed. berausg» v. D» OeHach^ Dansig 1650» 2. 4. — Puul 
Flemming ans Hartenstein im Erzgebirge [geb» 1609; st. d. 
7 Apr. 1640}, hocb|;ebildet « « reich -an* dichtM*. Gefahle , der 
Spraielie und des Rbythmas^iMchtig, ein httri^her Lyriker^ 
dem auch das Sonett voraffgtieh gelang,- linil trefflieher Na*> 
tornnler: Geiste tend ')Weltlich6' poefaiata» 1642 u« s. w^; V 
Ausg. Merseb. f 685.' 8; * Erlesene Qed« m. "i^t Lebe« Ton 
6.8c<iMl&; Sli^g. 1820« 8; ''^. W.Mutl4ft. tip2rt822. 12^ — 
t\rieitUk von Lagaumn Liegnits [g<9b«1604; st.46ä5}, erfin« 
derisdi, witzig, krilMg und aatf ^iil Ej^grammen^ deten nicht 
wenige als classis«^ atodrkMint W«Mto? iBweyhüttdert t; Reim- 
tprUbe. Bresl» 1638. i2i T. SinngeJHohtift Ürej^ tauscind (3553) 
von S. T. Golan. Br. 16S4« 8 ; Auswahl ton /ieMiirtg u. Aom- 
ler. Lp& 1769; 1791. 8/ — V. A.'OrjipJl^nnteäin' d.'Gesch, 
d. Bohne. ^^ Auf vielei^HoefatehnlM'ünd in tntfhren Städten 
Teafsehhindes bildeten Isieh. Kreise- <def Kanstfrennde, welche 
diditetisch wetteiferten, Wechselseitig {hre-Vervolikomii^naiig 
{orderten und andere f&r gkiches ' Streben gewaünien. In 
Wittenberg hnldi|[te Aug. Muehner' [geb.' 1591; sV. 1661^ 
Opitz*8 Verffienttten nnd leh^e ' Meh dessea GmhdHt^E^n t. 
Spr. II. Prosodw; emier s. Schüler, der^^Holsteiber ZacAaHmg 
Lundt fgeb. 1608; st;' 1667} zeichnete Meh in glficklicheti 
Nacfabüdongen hollKnd. n. fhmabe. Mi^thi' als' wackerer Ly- 
riker ans: Allerhand artige t. Geid. Lps» 1636. 4. — In Kö- 
nigsberg sang Ao*^tjRe6errA«a. [geb. 1600; üt. f648} treff- 
liche Lieder; nach und mit ihm bildete sich il. Freund Simon 
Duck ans Ikbmel [geh* 1606 ; %U ^ü 15 Apr. 1659], ein fradkt- 



3«6 TemoAe ßkditei. 

bfuc^r, rgeföhlvolLur lj4^1ier . Pkdtter » d^' ^n VoHutoB oft 
nieisteriiaft su lu&den iH(a840 und ijdqi W<»hUaat d^ Spradie 
die/muteten Zeitgenosimi ipl^^^f ; auch Fersaf^hte er tich in 
dramM« SfHden; K* J^caadenli^ R^^a» Adler, L5we u. Scep- 
t^. K* (1681?) 4; P^et. ;W«rke« £L 1696.4; vgl. Goitichei 
N. Böeb^saal d,.sch. Wlffs. 4 S. a76i ffl.; 7 & 262 fl.; 9 & 
349 tUl A(k & 140 ffl. ; vmLe Gedichte fieser Mänoer tarn- 
melte«^ iBoiupoDiEte ße^nr. Mieri^ [geh. 1604; st 1668], 
j&^lbst «ifi gut^r Liedecdichter ; Aneo. |C.1638. F.; IV Ausg. 
1662, F.^ Unnikf Kä|rbi«hfiUe. K. 4651. F^; Poetisch no«- 
kalis^^/L^Stwäldleifi.. K.. jl652..F.; vomit jia .vergleichen no^ 
Gabr*' VmgUü9^r\$, AUerh^ Q/iea fl. Lieder, ti^faeclc ^6$0.F. 
u«, in.; ihi; (jlt^Meav^rwaadlw^ i^t •CAristü»iM,aliIefbach [geK 
1619 ; St. A696J,, eip sohipfern^tbig. ^niiper. Sänjger (t. jUe- 
der. Tübingep 1663* 8; mebiip Mn 4^r^i9.4«r^ Lehrerin 
TfibiDgaa ts. 1636], f. li. S^, ^ IMtt, viqlthltig, war. - In 
Bosteeh bracht lU^abhlUigig vn^rOftitz^i ^. ^ahn^jp^ ^^^^ 
dar vatavlM« JW^-iTw* .Wikimih^l^oMrjßf^erg^ [g^b. 15M, 
■C. ,4^;%8 F^bjT. 465.$]^ jiacbh^x; [1623] I^iiebrer iaSoroe, ein 
^^ks(kbfin4ich^r .feeitfff^? SfHyrikfp, rteipk fin muijiiriUig^n 
Wilne^ ai«i)^fbfg|Br.'£)nllbl«r ,i*. qaiTer Kom/^: ye^ »U« 
l)erohi)iede §ch<}imfAahte (l|i»L4>:.»i CaM^a Vf^^^ii l^o^ 
itfiiMtcb (4654t ).»;.iSiiK)^I^iaadi#iin;K^p^^ 45 ihm 

aohlpM. ' »i«h an ,Jai9^»i|ii,/bieA/p/ .«M JUwdto Ls^l?- 1^^^* ^^ 
1669],: v«Mepd>aJ>#ffTfcfam^tb)i(;bf)i:¥9fM«:« PWdbt.^ 

yoAiWeiw^<.6;i«a*yretii,JWrf* lßM4*2| j(^ 166?^ 16^6; (lö) 
li|r^m#^il7Q0i .Bari; IT^.^i^; Jierauag./v>7^. ^ciröder^ AI- 
uiiiA;i62».&;„in».,Ubrta,&-\>W*3 4M4rfap,TicAßrnine m 
3iijt|4)au Jigab« 16|lj;st.,id*,«7;;SeBt* 16^9]^ efn treuer Schu- 
ler Q|^.tz'9 Ui|d))n.>|i$lyim JjrJ|iapbeD,jA>:btsi^ett des gross« 
Meist^ra^ffi^^ mwasdig: ,^T« jfted., JTriiWipg, Bresli^u 1642i 
16491 8; Vortrab. d^.SMUPam ^^Ged. Rostock 1655.8; 
*.14fiTO|g9:eiflipbea jB^anJmir übe^ieitlicha A]Ss^r&acbe ia d. t. 
§pf:,.,Ubeck 1659, «2.: nr IVQrwberg, W^ s. gekrontea Blu- 
menordea dert Pf^tif|ol)^er £l|6^!iYar ^r Sits deir Ziere- 
ray^ .w.el^be dem vate^ilhid« I$4infitgeii|t^,p|cbt frommte: Jo' 
k^m.f^lßf aas Mei8i?en.[geU 46J6; 15t, ^6563, religio« über- 
spaiifit^ im Qranm .fi^eat^^ex]ich.sd^^iaf..ha^ als hj^^^ 
wa^igptpas sprachjUGhe^t.iuid, met)riaQlipii>^efth: WeihDachts- 
a«d«*tW^ ]>ifc!gt JW^^ d<J^in|a^i«örder, Tr a^^ie- 



Tewteclie Diduter. 367 

N. 164^^4; Engel-: ü: DiaiAeiMlMl. Nu J6S0. 4. n.riiiva»» 
Pegiiitsisebes Schäfo^dlcht, N. 1644 f. .4;. Gg. Phil. JSfur^ 
ikfer ^us K ^IgA. f6f>7; st* 16M],. mit. den viek^tigste« 
Kenntiiisseii. aiuig«8tattH^ ahnKte. Spanier u; Italiiner nafih 
md erwarb äcli Verdienst um. di» Sprache; ausser Parabela 
md Allegorien haben 'wir LieAer r6n :ihni, mreiche ungerich- 
tet bäufiger Veraduobenheit nicht ohne Gehalt sind : JFiriwien« 
inaer. Gesprächspiele. Nbg 1941«; 2. 8; 1644 fl, 8. S; Na- 
thaa, Jotkara u. Simson« N. .IGfiO« 2. 8; Spec« philologiae 
gern. N. 1646. i6; poet. Tnebter« N. 16S0. 3. 8 nu a.; 
Sigtu BetulefuB oder i». Birheä. [geb. 1626; $Aj 1681] stei- 
gerte & Künstele^ im Lfed uw Diama; als Prosaist verdient 
tT Beacktang: Spiegel derEhmii das. Erzhauaes Oaaterjreiahi. 
N. 161»» S F. m. »f iTI :.Rede«,! Bind-mpd DtchlkiNdst. N. 
1679. 12. — In Hambnrg. nnd- im »der Niederelbe waien ^ge- 
8d]%:der VieUehreiber FÜtk «« Zesem (S. 351),: tc^delnd 
mit A'e&eningenu, in Liedern' oft glnoiklich:' Fcählingsloat. 
flamh. 1642. 8; D£dhu logendflamnieto. H. 16n. 'Fv ; Gekren- 
ngte Liebesflaminen. H. I«fr3l 12$ Reiaelieder.: H. lerZJ 8; 
Pmn. AmstOTd. • 1680. 8 ; der nüioklern' rmländliche, im Ans« 
dracke waben 'Natniffefühles' oft glflaklicbe Jobi Bi$t {gehi 
1607; lt. 1667] dnreh gdstl.X.iMert bekannt;. Jacbificila»!'- 
e^m Altona [stv 1665] üppig: in. geiiit)reich: des Flfiebti- 
gefiflSehtige Feldrosen. '!H.:l6ft3; 1655. 12; LiebedgEJlten* 
B. 16M. 1 12; adeliche Kosen« ÖKickstadi 1659. 12; die ge* 
kuiw^ yetiM;>B. 1*660. 12. ^ unter den Schlesiern sind 
«inige diec bekannteren' Dichter: Ton' minderer Bedeutung iVi- 
<^«/. Piueker [at^ 1674] r Sinnr. 8chenged;< Berlin 1702. IZ; 
Qod Eemr. Mühlffart [Bt. 1681]: dicht Versuche; BnA 
1686. 2. 8; Joh: Sckeffler oder Ang€lug ans Glats f^eh. 1624; 
<t 1677] Eartsinnii^n; schwärmerisch! übergpannt^Uer Cherti»* 
blnische Wandianniann. Glogan 1675^ '!Frkf/l>13;iAaisz^ Bet^ 
hl820. 12? H^ih «eeleolnsti BMd. >f 657 ; 1668. 12;^ die hoh 
t^bte Psyche^ Br. 1664. 12 n. s. w.; der Schwftffiner QiNinH 
*^KnUmMh ans Breslau (geb^ 1651; t«rbr. ad Mo^wa 
'* 4 Oet. 16to] drackt tiefes <}efBhI fearig-kräfttg in achö- 
B«r rhyihmitfehei« Sprache aase Himmlische' Liebeskusse. Br. 
1663. 12; Kfihlpsalter oder ^ieXV Gesänge. Amsterd. 16M 
fi*4. 12 iu M. a. -^ Dav.Sckirmer in Dresden |*sf. n.:166a], 
ein Nachahteer Marino'«, hkt eigonthäi^he lyrische Setön- 






.n>» Tei^sohe Okhcer. 



heiten: Poet. Roieiigeb&Kll«. Dr. f653; 1657. 8; Biiiteßge. 
boaebe. D. 1663.8; tiA QeÜßigti findpi «ich in Am^ Oiv 
9ioph Homiurg's [geb. lM5i uU 1681} Sd^nipf* xl eiMhat 
teif Kilo i6M. 2. 8; «. Geied^.Liej^rn« Nauib« 16S&; Jen 
1669. 8; und in 6f N^umärkt [f^hi I6e2i; liu 1661] Poet. 
bist. Lustgarten 1666; Perlenkrtine 1672« — » Yen den Tieb 
geistlichen Lieder dieblerh' werden hier gemnint : JÜdu Air 
tenlurg {geb. 1609; st IBM] Yf« von i^Wae Gott tknt« das 
ist- wohlgutban^^ und ,^Yitfaäge nich^ o Hftufiein Ueia;^^ M 
Hermann {st« 1647] ; if. E^Uari in E^Idbhorg [geb. .1586; 
St. 16iim^ Yf« von ^,Noii; äasaimt^iMe. Gett^ 1614; Jme 
HemcMu Karfi v« Birndnaborgi [gek 1627 1 st< i66tl V£ 
vbä.^,Itoiil8 |»eine. Zmi«sicht;|ffl)Jii..<?4 ^M»«« [st 1679]; 
T^K Ckmatfiixet [«t> 1684], u^:^««^.;. T0r aUen. andeM tvA 
QfvAMifl^^indext [1669} laLüliben [gebi.l6ar; std27% 
^676i9'/ ^i^^nttrotaenl vop herslidi-froiiundnl NatürgefuU: 
Hanfr-jikfKiäQheliUfidBr« Berl. 1666; IX Ausg< WitteDkl723< 
12| AuswabU Bremen 1847. 8; vg}« ;ß«..6;» JMk ?4 6. wA 
0« Lehen and/ Wicken^ Lps« ISS»» Skitt- Aach daifea eidge 
mericwir^e metrische Uehtfrsetantigta Hidit mit StUheiivd« 
gen Sbergaogen werden.! IKüt/r^A«^^» ^i^ Wisrier a« dw 
AshaHischen. [geb« I684t> st d6&7} biU^)« Tasad's befn !•- 
maaleni (Frkf^ 16A& 4). -und Ari^sto's Bpl^nd (Lft. 1632; 
d62Bv4) in Aleicandrlnc^n Kia€h:.eiti.Uit9eiUili6t#r beorbetotef 
den Jiietfiacheft Thml in BdetbiM ^rost it^, Un^ webt (Sab- 
ha^ l€67i. 12) <iDgeaMin ri<M «^ . tTohAliiilM; ^^ 
•(hkUlUi V4 Berßif aae B«mbii«gi£giiW IMft; «jt4i^ 1710] vti' 
wehte, naoh Vorgang .(ri^44>oi#lf4'#, JMUtfns v^ohmes 
FiMdieaa.:(Zerb«t 1682i 8^v«^<a.Mbfvtrag«l». . . 
. .Diarfeühc^ Jmiyttr;,yiir^iMt#«9^Bekan)tttehaft mit Bodän- 
^ii^l^m^vbeaaaideca J(iftU8M(l«tAw» rtKehternf^bmtiek eiitfr«m<iet0 
m^^m\ ^ig« itöpfo dfr imt««|p»« Einfeebhein^ welche Didit 
selten? it^^cdiiiischer Arltai^' ia {Uintswang M wfrd^n schia« 
«ii^,)ieB8: sietNeiies'undilQJbe«^ idrstTdicm; iiehm C/«) if«^'' 
.ii9cfi?(»b S^Af^meir Q< A^. bdtt«» diesen W^g b^treteo; aber 
swBQjr' gleich«^! ti§^ Bresl4irer ati£lM6n me Jädinla« wdehe &» 
.Kweyt)e ^lesisehe hevmt^ zwar minder erfr^nlich^ als die 
Ojitfzij^he/ aber als Erweckongmittel d6« besdore» Gescbmak- 
.fsei^.nadf U^bergang %xA wMtM SSeit merkwü^g u. folgen- 
reiche Ck!i9mm. Ot^giiM^ %i O^^ 



•Teiitficfce DidiMif. 369 

; 1(791 Mdete ticli tkA CkaMDiSifff Marino tmi ttrötiet 
II rebffhdinig ttÜ- BHiter» und 'Witcsjpiefeii^ ditf ; gesif li Jtt 
idiiirit dtog NMui«Im^9 Iberaft' T«de(vefid : T. Üebers. u. 
NLBr. i«79. S% ^täuAgi lt. Bl mäk&cL Lfz. 1697 IR:- 
»I* tr» A T. 9. '^'//IM.^ €%»9Mir v. höhenitHn {^eV. 
R; ü f€SI^ prttaker nodl' ▼«mcliweiid^riBcher joStt v6r« 
Mww lhef«w9b«ill^Mkeit mid «lis t^agikcnr mit Wi«ir%Mr 
Mcbktttt VtMüt^'tiAd LnftgetKchte , Ibrahim Söltan d. 
wir. laSO; fS89;']JtHi^/ir3^.ft; 8V bith Roman ioPlrosii 
■^ io ScMderttogeti ^'iWileiJ, aoeh töit Seiten dw S^radie 
imVonggee Amhiitts q. Thnaneldal' SHHkmtlich^ ^«riiebte, 
n- t6t»i 2L 4; iMl» 4; 4. -w tlü^r 'fftreil Viefm; ^^t 
»^Wb Nadiähmem ült d^r bedetiCtodate AnfuHMI ifiit- 
f'« «. %Ar ti. 'Mtrpj^banseii [g^i ' ld§3^ st. 1697 j , wd- 
'^> w nftrk^Mrbaran* B«lrf<ffaitdfe4is4i^«il- Anlägen, a. Miii« 
» n aasehw^ifeniieit Unnatfirliebkefit zttiiberbieten tradit»; 
'Ljrikep ist er ÜiMaft M^ertirg^nf In' der ^osa bleibt ir 
nt iniitor Lobenatein aui^k^ HeMenliiA)e d.*8cbr. A. T. 
^i<Of. 8) Ariakach^ Bättiae. LpjL^littS^ oft; \fU: 2. 8; 
«tSchaoplaca 4^ Zelt. Lp:^. 1696'.!!.^ 1r728fl. ffP*'--^*]^ 
^he iRlema aieiH «irMüffinerri j dt^« d^m Terkebrten Zeii- 
i^ widerHaadM ^ iühI den 'aRetl SaiMtfoil M bewaA^cb 
^ten; b» nM6r andekieft JStiii M$mihi4 vi ÄbstfMit ans 
irbu in UAkAenr^f!^'\m^i st« 1^9],- iMl^raetser dte 
^tiU, welobM'^Mi 'Aruniit^h ilet »vvejien 'SebtesUmliek 
l^«le alrinMerte' tttfd' la Mahc^eti bocbgelimrenett geist* 
k^ lad faieilKiWlMke& Liedern fast gatis? verüeaa'.INeA- 
^« b«imMstiiig«sn und tMiihce. Br.' m4. 8; ^IT. ÜTüT« 
"itt 6; and der'l^hweiiieir /»A. ^H^ fj^b. f690; st. 
^i) «in V0vsi|g|fcher Lyi4lLer un^fE^nMiinatisti Dicbtei^. 
''«^^ke. dasei iüVd« i>2 f^ JBMiiliM'W« J^^e^enTia? j^. 
^wildMa. 4ro6;'8. ^ CiMrliYm fFM^e aas fefttan O^eb. 
^•Bt. irOSX elnp^biHeUr L«b^^ oftd^flberanir afVeiesd- 
^^riftsleller)' irW att iiob^a«^ tibdlMth Gtfisrte; Wdflt 
^ Nochternbeit -in Uedern, Rdhad^iefen tiad fllombfaäi 
Iid)lttlieMy tftttiillifediieina^^ nAi^^iti^ 

^ aa blliaeB. ^ Ibisse gelang dieses dem scbllebi^ 

^^ im BoileiiiisdbenhqMile mOd iidtyfKtÜte j anspnicMdsa 
i|»lti tiiMllMiMi «tt4 aiigMeMtiH»*f*abMh rerfasste^ ^Minlt 
•*« HS. 4. uiu c«Mfc. iii; 24 '* 



■ptSftAW WtteWfWfJ^eWF; C^ert,. Be^^WOO? .oft; »tTir.i-. 
J?.«Tf^ %,.woFde;.4«r;:we|^t.X#h^qi$pipif»(Bhe..S«Ui»ec Bof, 

.r^WRn'S(}}>r. t<Bp.^l73a..2, Si.nnj^.phgwbflp von ge«tlüit- 
^d)Vpöf4*/>t¥»g.i «'o« J»^,-.«/rfe4iJt«Nr>[geb. 1488 ; * 

,^l;i|ijU(i4 J^^l^flglw««! dM;;^4f!^e ,|>einwWi^i «e werde« je- 
iipf^ awd^fo dl^r.,9^^Kaog.tfil)i^tr«frn tobt djni loWje- 

.^^gczeisbnet djucf^ jyatarg«)l)«B ifp4 <4M)^M>*ob* ^'"'ü'' 

.l^^v^t-lT'SlSJii'Pbgjieiqh di« Widt^tprlbiigkeitea «ms bw- 
^n^ch^ir.fiff nflen . "virfUtf n Xiebeq*. ^w. reifei^ AuatMldnof de 
.bodibfgabteit Jiwgling!*. T^^lün49?**B!»'.4fllul'o<^l' <^(b]d(eii>' 
j^piache; GedKcfite,,; Satj^ra» u. Ef is^U^ t^ Tffiifflichei'. 6ed. 
.))i;fflaal79^ 8; yiiAn/P. 1764, ». w^iBeMteo Geist nnd ktif- 
tigf jP^ntafli«. ,atlinn9« ^M..TeEfoIg|e«C|bttiii«ten /i4> ^i^ 
.JBfffirH« £geb, iw9* Jt, 17273 8a)iuD«n an« Zi»«, ü«»« 
, Wd; r«)L Ue^flT^' »gj.; S, q. jfc iGattim Jl, Jli geb, t. Meriw 
,£gpb*,1644; ,Bt,,|7;a(03 j[.ebi)wl)eMlir«i|ba|ig;. 1718» 17W.^«I 

.e(^.XicdMichtern< sipd ./. Ph ^49^«. /«i^ itoütcf«'' [■< 
-1?^8]* -^»VV Sci&iii|»/cia [st. ;173SF] ^i,. in.,.xa «rivBhnen. 
,,, :.I^ifn..»nfibU«a.d* iiU^htni«^ TbMtfgk»it herrstk« ii 

liambQrg. G()gf9. 4U) hiMS ein/zitifluli eint'^li^''^ 
'irt^eri^fcbtes G»v««b^tt«||i»»i4eo „(;%)» /f»w>Ä JETfruptf g«. ** 
^f(^, |j[i||^,1699^)> <|. 17^0], iTidcber leipfat qnd geffiffig >{ 
.l^en weil» undi picht, ^t«Btgl9r>bUcb%'£inftUe, «^bstli^ 
,TOd. «|a einig», galaq^i^epalUüt ii«n, im>4 (ä» Beütr. F«j 
rLlflK 165|;i.8t,..t705],..^eMefl.biMw?fe..»ei^e» über. Scbw«^ 
J|^i^ and Blöfffwn pu9l^|.,Tpckann^ Wsitlen. ai»lk«af «hw 
ilPiiritftkM ^«iro^cil. aus Prpusseä [g^b. 16.60; st. n. 1710] 
Qm^el,. e^ii ..WMkwe^iEpijjfaini^stift,. ;daJxh.B«iiheit ^ 
,^S^l^(sit der£ipri|c^<).Jieri;ortr/ftefi4. und aof iSKqbenteUn 
Jwydffb«..,«!Im4^IIM>» 7^^ EwssiUgWl, dringt 



Tefutwhe Dichter. 371 

U^enebrifieii. H. 1697; 170f. 8; Poet. Venniehe. H. 1704. 
8;li«reiug. V. Bodmer, Zfirich 1749; 1763. 8; Auswahl d* 
Uelcnchr. r. Ramler. Lpa. 1780. 8; Tgl. H. Schröder in Nord- 
«IKog. Bl 1820 B. 1 S. 190 ffl. --- In H. lebten der^ ge- 
wohDlidi scbwerftUlg .pedantieche didaktische Dichter Bar^ 
iUi Feind [geb. 1664; st. 1721]; Carl Ometm Heraue mm 
Stockholm [geb. 1671; St. 1730]: Vermischte Nebenarbeiten. 
Win 1715. 4; Nbg 1721. 8; Barikold Heinrick Brochee 
[gel.i680; st. 1747] ein nicht verwerflicher Natonnaler: Ir- 
«iiiclies Vergnügen in Gott. H. 1721 ffl. 9. 8. CkrieUam 
Fried. Wiiekmann [st. 1769] sammelte die: Poesien der Nie* 
«ienscbsen. H. 1725 ffl. 6. 8, welche manchen schäubaren 
Vemcb eothalten. -^ In dieser Umgebung bildete sich Frie^ 
4rtci v^Eeged^rm [geb. 17<d8^ st. d. 28 Oet. 1754] , vertrant 
mit den dassischen Alterthume n. mit der fransös.i Lil^r ige- 
stinnr üir Freuden der Geselligkeit and durch. dichter. Könnt- 
^ btitsran Gennss erstrebend; leichte Lieder and £pt- 
panne, Fabeln u. Erzählungen, satytische Lehrgedichte' ge- 
IsBgen ihm auf gleicheitWeise; Sprache u. Rhythmus machte 
iMt ihrer Trefflichkdt «Epoche : Werke. Hamb. 1757. S. 8; 
*n. kLebeasbeschr. begl.^F^ J. J. E$chenburg. H. 1800. 5« 
^« ** Dm ernsteren Weg der Betrachtung und Bdehrang, 
sadi brittischen Mustern^ verfolgte Albrechi vom Halter aus 
Beni[^, 1708; at. d. 12 Dec. 1777], durch Wissenschaft- 
uchc Wirksamkeit s. Dichterruhm verdunkelnd , ein gedan- 
Kenradkcr Lehrdichter and Lyriker, eigenthumlich anxiehend 
» ^«r Rdchreibung der Alpen .[1729] : Ged. Bern 1732; XI 
^B«. 1777. 8. S. Prosa .hat. männlichen Gehalt; diese .und 
'er irtckere rittliche Sinn gebrntiden polit. Romanen Werth: 
^«'Dgl77l; Alfred 1773; EabiusuluncbCato 1774. — JQie- 
•dl^e Biehtnng findet rieh imOui MkiedH»k DrölKnger'^^mn 
Oulaeh [geb. 1688; st. d. 4 Jan.. IZtt} lyrischen AffheJAüH 
'erca mehre [s. 1726] in. Qinsieht^ auf «Versbau uodjfiprache 
^ Hailer'achen vorsuriehen. siiid;^;6ed. Basel 1742; Fjrkf« 
1/45. & — . An diese Vorgänger seihen rieh vielo'^Bicbter. an, 
vdche, mit Uebergehung schaaler Gottschediacher Reimer, 
will nach der Zeitfolge theils nach innerer Verbindung und 
admlichkeit hier veraeichnet werden. Die didaktischen Dich* 
^: Chn Fr. Zemüz [geb. 1717; st. 1744]: Vers, inimeral. 
^ Sch&ferged. Hamb. 1748. 8; Ckfk Joe. Sacra [geb. 1718; 

24 • 



S72 TeutSjche DkliMr. 

st« 175t] Lehrged. Halle 1747. 8 u^ s. Br. /ei. Juki [H. 
1760]: die beste Welt 1747 u. a.; /oA. PkH. Lorenz Wäkrf 
[geb. 1725 ; st. 1789] : Akad. Ged. Cleve 1782 L 2. 8; 
Chri9iM Mylius [geb. 1722; st. 1754}, aocb tos die Baku 
tlifttig u. guter Prosaist: Veno. Sehr. Berilin 1754. 8; iUr* 
Oottke(f Kä$imer [geb. 1719; st. d. 20 Joil 1800], ^to 
tin witsiger Epigramnalast berühmt: Yerni. Sehr. Altcnh. 
1755; 1783. 2. 8; Sinnged. 1781; 1800. 2. 8 u. n. A. - 
Bohldpfrigkeit drAaget sieb vor in Joh, Chpk Rotti [gtk* 
1717; St. 1765] Sehäfergedichten. Berlm 1742 a. s. w.; 1778. 
8 o. earkastischer Mathwille iii s. Angriflfeo auf Gettdieft 
Anseba. — Jaeoh Immtmuet Pyra [geb. 1715; st 1744] tml 
Stfsi, GottMd Lange [geb. 1711; st. 1781] versnchtoa sdi 
in reimlosen lyrischen Ged., welche lüs damals nngeklod^ 
lieh Aufmerksamkeit ervegten: Thynna u. Damoa's bvai' 
fichafd. Lieder. Zfirich 1745; Halle 1749. 8. ^ Drey Gehri- 
der Schlegel nahmen an der Neagestaltang des didit Kaait- 
lebeos ruhmUchen AntheU: Joi. Elüu [geb. 1718; st i749j 
Mit Episteln, schäubaren dramat. Arbeiten und gefiepaM 
krit. Erörterangen: Sftmmtl. W. Kppenb. 1761 fL &S;^ 
Adolpi [geb. 1721 ; st. 1793] mit Kirchenliedem a. Falnhi 
aneh als Kanaelredner achtbar : Yerm. Ged. Haanof er 1787- 
2. 8; JoA. He^r. [geb. 1724; st. 1780] durch Ueb«ii.noii- 
sonsoher nnd Youngsdier Trauerspide in f&nffSsk Jutbt^ 
1758 £EL 

Ckrütian FUreiUgoli Geliert ans Hainichen im Eiig«l»> 
[geb. 1715; st d. 13 Dec 1769] wirkte auerst aaf dieGe- 
sammtheit des Volkes durch edle Fasdkhkeit nad maniiig' 
fache sittKdie Belehrung ; classisph sind s. Fabeln «• E^ 
famgen [1746] und die fast volkstbumlichen geistUcbes U^ 
4er [1757]; ausserdem haben wir Lehrgedichte, heimath^i^^ 
Ckarakterseichnungen in Lustspielen [1748], im Lekco i\ 
Schwed. Gräfin G. [1747] , den ersten gelungeneren BomaBj 
wackere moralische Vorlesungen, Briefe u. m. a. ron ibnj 
MmmtL Sehr. Xps. 1768 fl. 7. 8 ; ra. Briefen n. Lsben tj 
/. A, Cramer 1775; 1784. 10. 8. — Dem damals ia Leir| 
■ig blflhenden Vereine tuduiger und die Veredelung der N« 
«ionallitteratur kräftig fordernder Jang&nge gehdrlen vsm^ 
aniseen an: Cor/ CKrMMiii Gürtm^r [geb. 1712; st 1791) 
Heransg. 4er N. Brem. Beytiige 1746 &; die geprüfte Trea^ 



Tetittcho Dicliter. 373 



OB Sebfiferepiel 1768, 8 ; die Scklegel; Nie. Dieieriek Gie^ 
teh eig. KSsseghi aus Uiigern Lgeb, 1724 { %u 1765] lyri- 
«hcf «. didakt. Dichter: Poel. W. Braunschw. 1767. 8; das 
^k d, Liebe 1769. 8; JohaMM Andreas Cramer aus St. 
GeorgoHtadt im Engeb* [geliv 1724; at. d. 12 Jan. 1788J, 
Mfui« des rfaythmiflüben Wohllautes in lyrischen Gedichten, 
idnHd^reicher und eindringlicher Kaüselredner, vielthätig 
fnr Wineosckaft und Verallgemeinening der geistigen Bil- 
dung: 8&milit]. Ged. Dessau 1782 fl. 3. 8 ; Nachgelass. Ged. 
Alfon179f. 8; 4er Nord. Aufseher. Kopenh. 17&9. 4 u. v. 
a.; /si( Fr^d. WillL Züekariae ans Fraukeahaasen [geb. 
iT26; iL 1777] y des pekck Meehamsmas kundig, ziemlich 
j^säädk im k<mi. Epos, iil Schilderungen und Liedern, auch 
Terfiort mk Wiederbe)ebiltt||^ der Achtung für illt. vateri. 
Littffitir: Poet. Sehr. Braaoschw. 1783 ffl. 9. 9| 1772« 2. 8; 
hioted. Sdir. 1781. 8; Cemmd Armoid Scimid aus Lüneburg 
llA. 1716 i St. 1789] geistrefeh und correct: Lieder auf die 
&6iirt dai Erlösers. 1761; des h. Blasius Jngendgesch. 1784; 
hk. Aruli Ettrt ans Hamburg [geb. 1723; sl.l795] Verf. 
tnffidier Lieder ü. Episteln : Ep* n. ver». Ged. in* Lebens« 
l>«idu. r. Eiehenimrg. Hamb. 1789 ffl. 2. 8« — Demselben 
Kme gekörte an Fried. Gatiliei Kiopfietk ans Qnedlinburg 
[geb. i 2 JuL 1724; st. d. 14 NLfSn 1803], der unsterblichn 
etlMhe Sioger des MessiM (1748; «1780), der grosse Lyri- 
l(«r)iddier Ae höhere Rhythmik der Alten den Tentschen 
■BelgMti, allea Strebea auf Hoheit der sitdichen Gesinnung 
Q. auf vHttläadische Selbstständigkeit hinrichtend , Draroati- 
kor iB eJgeathQmUchem Style, ansgeseichnet als Gramaiati« 
i^erfoko 8u 354), Krhiktband edler Mensch: Werke. Lps. 
^^ i. 12. 4 u. 8; 1823. 12. 124 Nflchlass heransg. C. A. 
ACMitr. Lps. 1820. 2i 8; rgl» C F^.Cramer Kl. in Fragra. 
^b. 1776 f. 2. 8 u. Er m itber ihn,' Dessau Lpsj u. Alt. 
^^ÜL 5. 8; Beyl. u. Nachh vl79B; 8^; F. J.. L. Me^er Ki« 
ii^tMsfeier. Uamb. 1803. 8w — Ein ähnlicher Kunst* 
^«^B bestand gleichseitig auf der^Unir. Halle: J^h. tVilh. 
^^ Gleim ans Ermslebea [geb. 1719; st. d. 18 Febr. 1803], 
Mlidi hl Tüadeleyen und leichten rhythmischen Spielen, 
^^ geaiutUiekea Menschenverstand innerhalb einer wohl- 
Sonnten Bescfarftnknng anssprechend; am Tortheilhaflestefli 
"idieint er m den PreassisGhen Kiiegdiedem 17S8 and io 



374 Teotsche Dichter. 

dem Lehrgedichte Halladat- 1775 ; er Ist nierkwSrdig ^reg« 
ausgebreiteter litt« Verbindungen und achtnngswerth dar^ 
begeisterten Yaterlandssinn und durch sein, in Wort und Tbi 
"wirksames leidenschaftlicbes Wohlwollen, welches ihm bi 
harrliche grossartige Unterstütsung hfilfbedürftiger JoDgliD|j 
und Schriftsteller Angelegenheit des Herzens und LebensbJ 
ruf werden liess: S. Werke herausg* ▼• TP". Körte. Halberd 
1811. 8; Tgl. tV. Körte Leben, das. 1811. 8; Götke W. i 
S. 241 f. JoL Nicelaus Götz aus Worms [geb. 1721 ; st. i 
4 Not. 1781] musterhaft in Anmuth , Zartheit und Correct 
heit lyr. eleg. idyllischer und allegorischer Dichtungen: Vem 
Ged. Mannheim 1785. 3.8; Tgl. •J.H. Voss krit. Briefe üb. G; 
u. Ramler. Mannb. 1809. 8; Jok. Peter Uz aus Anspacb [gd 
1720 ; St. 1796], gedankeuToUer Lyriker u. gefällig in BriefeDU 
Lehrged.: W, Lps. 1768. 2.8; Wien 1803. 2.4 u. 8; Ueben.-^ 
Die künstlerische Regsamkeit Äusserte sich auf das nt 
schiedenartigste ; selten begegnet heimathliche Eigeotbum 
liebkeit; Einige haben die alten Classiker Tor Augen; £i 
meisten folgen den Musterbildern Italiens, . Frankreichs und 
Britanniens. Magnu$ Gottfried Lichtwehr . [geb. 1719; st 
1783] Tersuchte sich in Lehrgedichten und in Fabeln öde 
moralischen Ersählungen , Ton welchen viele sehr gehugei 
sind: Aesop. Fabeln. Lpx. 1748; 1762 u. 8. w.; ungearb. r 
Bamler. Greifswt 1761. 8; Schriften herausg. t. ß,LM.v 
Pott. Halberst. 1828. 12; t. Fr. Kramer. 1828. 8. - Jb&mii 
Jacob Dusch [geb. 1725; st. 1787] stand als Lehrdkbter zi 
seiner Zeit in einiger Achtung: Sämmtl. Werke. Akonai76« 
f. 1 u. 3. 8 ; er liess sich die Beförderung sittlicher BiMno^ 
angelegen seyn; am glucklichsten in dem' Romane ^^CariF^' 
diner." 1776. — Eberhard Fr. v. Gemmingem [geb. 1726; 
St. 1791] gefiel in freundlichen Liedern, Elegien u. Enäblan 
gen: Briefe nebst anderen poet. u. pros. Stücken. 1753; i^^ 
8. — Joh. Aug. Beyer [geb. 1732; st. 1814J behauptet nnt« 
den frohsinnigen Lyrikern eine Ehranstelle: Kleine Lieder 
4756 ; Vermischte Poesien. 1756. 8. ^ Chriitian Felis W^ 
aus Annaberg [geb. 1726 j st. d. 16Deo. 1804], ein aog» 
mer Lyriker und fruchtbarer Dramatiker, war risl und 
ker thätig für Taterländische Litteratur und Kunst nod ^ 
wari> sich um lehrreiche Unterhaltung der Kinder weit vsAnt 

y Kl. lyr. Gedichte. Lp«. 17Ö- '• * 



frM. <iir/ Cäf.'p:' €t0ut [geb. 1724; iit 1776} ^s^hpWemK 
thigcr Lehrdichter «ttd WtMier Lyrik^r:i( Oden ii, - äbdl 6tM 
«liebte. Frkf. 1769. 8. 8; -^ Jok^Fned. t. tk-oMg*|geb. 17i»i>t 
ttl758] venprabb bey reiferer AdsbiUüAg'iiel ^i Lyifkei^j 
ftfakt Q. dramat. IMohter': W. Lpx. ITdO. (k 8. — ßalokM 
fiemer ans Zürich fgeb. 1730; st. 1788) warde ^afch iliyU 
liidi« DanleUangea in poelteciier Ptem bet fihtot ; äer niiti 
UjllohToD ist ineict yertehlt, die NAtarmaleTey'eft glfiisklMi^ 
Schiiften. Zürich 1762/4. 8 n. k. w.; 1788. S. 4; 1789.9. 
16; 1810. 3. 8 ; in m«hre äpraoben üb^rcetzt und b6söntfer& 
ia Fmkreicfa gan«lig ao^enommeo« YgU Herder 'l^ragni.l 
uiYr.i.ich. Lht. n. K. 91 S.li4f; (12m); ATF: SeAlifget 
uCkankleristikm 2^S. 334 f. -- Jokj Fr. LSwin [g^b. \1^\ 
it ini] tehersbafie Romanzen (176ii) n. a. Würden von- I>tti»-; 
SdOekrlgeh. 1741; gt« 1771] in bdrieskem Witae flber4 
trofo: Aoiieri. Ged. Hamb. 1773. 8. _ ti«///M Comr. Pf^ 
fd m Colmar (geb. 1736; st. 1809) diohiefe gute Fa6«i}a 
und anorothige Epistelii, gefällige Lieder und Rmoaasent 
^. Tfibingeia 1802 f. 10. 12. ^ Jöh. Oatiheb W^ämi 
{geb. 1736; gt 1777) verguckte, Bidit ohne Glick, io Ditbj« 
raniMB and dialogbirten Fabeln .neue Bahnen au' breebenc 
SäaatL Sehr. Lpz. 1779; *Wiea 1799. 2. 8. ~ JHoMt 
Atf. t. TkBmmel [geb. 1738; gf. 1817f| hechgebildist durch 
^ g. pgellgeliaftUcbe Studien, und in giekerem Begitae* rinek 
rafm Godunackeg, ebeaeo reich an Erfabrungfftoff aAd 'Mi 
Lme, ide an vielgehigerGewaaihheit in -kütigfliifid<dienl 
Aoidnnke, dagaigcher Dichter u. Progaigt! Wilbeimin^ 4764t 
ioocihtkm der Li^be 1771 ; Reige in die nutfüg^ichea Fnik 
vinxeo Ton Frankreich 1791 f.; Werke. Lpa/ 1812. 6. 9. 
Vgl. J. & e. Oruner Leben Tk*g. Lp«. 1819. 8 r Zeitgenoa- 
^ Neae Reihe. 1,4 & 129 f. ^ Carl Fr; Krit8chmm$lk 
mZiitaa (geb. 1738; gt. 1809], von 4em wir freundliobe 
Lieder und mehre gute Epigramme haben,* erneute den' alt* 
tentichea Barden^Gegang : Sbamtl. W. Lp^. 1784 f. 7/ 8. ^ 
M. Gg Jacobi Igth. 1740; gt. 1814] gpielt» (big i7?^4) galt. 
anmatbigen, liebevolleh Tttndeleyen; dann gang er angpmch- 
lott, das Ilers ergreifende Lieder, vett heiterer Lebeoaweia^ 
l^t: Werke. Zdrioh 1811 f. 7. 8; m. d. Leben. 1819. 8. 12. 
-• Clgfler Eberh. Carl Schmidt aug Holberatadt (geb. 1746; 



37« TfWtMhe mdkM. 

9L tS%tU ^^^ *^K^ The]kiyii|i0 m ^h giMIgAi Angri» 
gopJieUw des Vfiterlaiide^ vertraut mit df n ClB^kern alttt 
U|i4 peaer Zeit, wag im veredelten Gkietselieil Tone: Leb« 
ytnti aaserleeeRe WerJce. Stuttgard 1826. S* 8, ~ P« fF. 
Bemßier (gel|. 1749; et.J77a] oft glanklieh i» Epigtttu« 
ißed. ir62. -r- /« Ang. Wepptm {geb. 1741; at. 1812] m 
snol^e aich aichfc oboe Erfolg im fcömilchofci Epoi: der Lit> 
beeiNrief 1768^ die KurebenvieitAtico 1781 «• m. a»; gmtab 
Lustigkeit bemebet* in Carl Am. Kori^m's (geb. 1745 ; tt. 
1824] Jobaiade 1784; 1824. ~ Je«. jB^ajL M^htulm [gek 
1746 s «t. 1772} hatte Benxf aar Salyio, Epietel a. AM; 
IPoet. W. Gieseea 1780. 2« 8. — Aoeb darf dio NataiAcli« 
teria Amna Lnii^ Kt^rgch geb-DOrbäeb [gek. 17S2; at.mi) 
fiifht. mtt StUUehw^gea übergaagen vrerdoB vgl. SSHtgmi* 
9011 N« B. 3 S. 1 £. .— Ana der botrarihilicban AaxaU n^ 
gioeer Lyriker worden genanet Eire^fii^ed IdeÜA [gek 
1713; at. 1780]; J#JL Sm. Dietrich |gA. 1721; et. 1797)} 
Brnhk. Munter [geb» 173S; iti 1793]; C^rUtaph FHed.N0^ 
(uuler (geb. 1784; et. 1802] wirksam dnrch EiöfiicUnit uJ 
Seralifibkeit dea alteren Kirchenstjies; GeHfr. Bemi. M 
{geb. 1739; st 18141i ein diurcb GeMirsaikikeit und Mediodi 
fwsgeaeicbaoter Sebalmann» würdig aod genSMli fsnliali^ ot»^ 
reet tod kunstlos ; «. )a. a* 

Früh erwiese eieh der wobltbltige Erfolg der AUlngiS- 
jkoit diebterbcbor Bestrebungen und Riditiuigea vos heMii- 
MH^r^ 0ine den kttnsllerisehen Naftnrtrieb ordaeade 'köhtn 
jSeifetogebiing aqerkMliender Kritik ( 4r l8sst sieh nash SeiM^ 
flibrern beaeiehnen« Carl Wilk. Ramkr emm . Colheig b^ 
1726 ; St. 1798]» geiwbisenbaftar Kritiker ebne hervettrMea'e 
GeniaUt&t,. 4iir«b sorgsamo Coiveetbtil iaa Rbythnmi viA 
WohUant der .Sprache sich aasaeiohneader Lyriker » waiß^r 
Viele Lehrer u, Vorbild: Lyrische Oed. Bork 1772. 8i ^^ 
W» B. 1800. 9. 4 0. 8; fle^siger Uebersetaer, aehtang««^ 
als Sammler u. VerblSHlerar fremider Arbdion , darch w^ 
lige Vodiebe f&r die Battenxaebe Aestbetik Mehr Chitm u* 
l^end als bommend« Mut X iV: G«A: (a. & 374) stand er tf 

loitiecber Frenad in der engeaten YerbiMlnng. — (*»I^^ 
wu Kieifi ans. ZeUin in Ponynern {geb. 171ft; et. d. 24A>g* 
.1759]» der sianvoUe Sftnger. des FrOhMnga in Hexsm^^ 
(ir4#) n. wMkeio Lyrikor tmtankM ihm ^ Bof»^^ 



Twtvdte Dicht«!. 977 

«tfvet Mimagi « W% Bertta 1760« ft « u; «• w«; heniiisg. 
^. F. Kirie. B. ISft». 24 8, ^ QresieQ Einfluss hau» et 
^i§k.Joaek. Mwald aus Spandau [g«b. 1727; st. n» 1767 !]| 
irdcker Tcieh an Laane un4 h^iterMi WiUa war;- &aoge* 
Mtf a. lieder. Potsdam 1755; Berl. 1791. 8« -- Semem 
yMU folgten Müihiiei lhmi$ ans Scbirding [g^b. 1729$ 
itino] ^B edler Gel^iS^nheitdichter, dareh Ernennng de« 
akaümlicben Bardto^Tcmea merkwürdig: Ossian's und SU 
WiLMer, Wien 1791. 6. 4; die Wiener Carl Mtutulier 
fgeklTSl; sfci 1795] n« Lor^ Ltiqp, Hmühka [geb. 1746; 
itltt7]; jTeaci. Ckm Blmn^ an« Batbenow [geb. 1739; st. 
1790]: Lyr. Vfer^ ZülUcbau 1785 lu tt.a.; der Baier Amdr. 
ZespMf [geb« 1746 ; st, 1795^ ein Opfer pftffiscber VerfbK 
gttig; G^ «• Leben. München 1818. 8s der acfatuagwertbe 
SchiÜMii FrM. Gediehe in Berim [geb. 1754; st. 1803] i 
VttiLSdir. Berjw 1801. 8; der Wiener Ahye Biumauer [geU 
17iS; 1^1798], dem auch Bomanzen und Volkslieder ge<» 
lasgtt isd dessen tfaveslirt« Aeneis (1784) die Lapblostigen 
befiidBgte: W. Lpa* 1803. 8. 8. — Mehr Sigenthümlicbkeit 
Wdiit» da JMed. Dam. Schuiart [geb. 1739; 4t. 1791], 
cn tnffliiAer T#i^linstler, uaglucklich durch unheilbaren 
I'CkMmi und wQstes Lebmi, merkwürdig ajls Märtyrer frey- 
»»tUger OeffentUchkeit (t. Chro«iik 1774 f. ; aa£ Befehl des 
Wirtteb. IL Carl Eugen in gefitaigUeher Haft ai^f Äsberg v. 
& Im. 1777 1ms 14 May 1787), kr&ftig in Ansicbton, Bil- 
dern itlAusdftfck^ Ton Jagend auf des Volkstones nicht un- 
bm%,«ft naohlissig; Ged. 1785; 1802. 2. 8; ro. Lebens- 
«iiM r. JT. E. Weher. Frkf. a. M. 1825. 3. 12. 

Viebdiiger) tiefer und kfihper war die Kritik ^ welche 

tos Lwangi Herder und Gerstenberg aasgin^ deren Wirk- 

iiBleit erst sp&lea, nber dann auch um so aachhritiger wahr^ 

iQitiinen war. GpMibM ßphruim Itening aus Camelz [geb. 

ii2 Jaa, 1729; al. d. 15 Febr. 1781] begründete und ord- 

^ das heulige geistige Streben in der tentschen National 

litostar, dcüc^n Bedeattag er eben so lief erfasste, als er ihr 

kibms Ziel ridtlSg ähnele und, vidleiftadigfr yetstanden Ton 

fcigendta Geachlechtem, aehArfer besdmmle. Sein Verdienst 

^ Mteolgar nach dichtefischen Leistungen gewürdigt wer- 

^ ob er g^ridi im Lehrtene und im liede den besseren 

^«ig«Mten gMsk «tad» m Spigiaiwi mi4 ia ytosaiadion 



37S Teutoche Dichter. 

Fabeln^ TörzfigKch' im Drama ihnen weit fiberlegen war; Nu« 
dem dasselbe wird durch die, für alle Zeiten mnsterhafteo 
kritischen Arbeiten bestimmt, mit denen er früh [s. 1750] 
begann und stets fortirchreitend die unbeeinträchtigte Aner* 
kennung wahrer Meisterschaft erlangte; s. Beyträge za im 
Briefen die neueste Lift, betreffend (1759 f.), der Laokeon 
(1766), die Dramaturgie (1768), die antiquarischen Unter- 
suchungen und Utterarisehen Forschungen, die Streitscbnfoo 
theologischen Inhaltes (1774 f.), die Gespräche Ernst uod 
Falk' (1778 f.)) ^i^ Betrachtungen über Ersiehung des Men- 
schengeschlechtes (1780) nehmen den vollen Dank der Stidi- 
weit in Anspruch, welche aus ihnen reiche Belehmng «bei 
freye Selbstthätigkeit eines rastlosen Geistes und über fist 
Tollendete Kunst der Methode und Darstellung schöpft: 
Sämmtl. Sehr. Berlin 1771 f. 30. 8 oft mifgdegt; 1928. 30. 
12; Gedanken u. Meinungen herausg. ▼• l^W Schlegel Lps. 
1804. 3. 8. Vgl. Leben t. C. 0. Lem'iig. Berl. 1793. 3. S; 
•F. Schlegel in Charakteristiken 1 S. 170 f. — Jeh. 6i^- 
/rtW Htrder aus Morungen [geh* 1744; st. d. 18 Dec. ISO)], 
ausgestattet mit vielseitigen Kenntnissen und tiefem GefiUe, 
durchdrungen von dem lebendigen Glauben an das Höhere 
der Menschheit und an die ihr einwohnende« Kritfte, verge- 
genwärtigte das Schöne und Grosse, wie es sich im frnieo 
Alterthnme und unter neueren Völkern, deren mehre damali 
wenig bekannt waren, gestaltet hat, und Torfolgte £^ ^U 
dunklen Spuren der sich entwickelnden gesellschaftliehen Bil- 
dnng ; seine Veranschaulichung des eigenffaSmlichen Gn^^* 
Wesens in der hebräischen und morgenlftndischen, attob gne- 
chischeir Poesie sind durch tiefere Blicke und neue Anaehien 
sehr verdienstlich ; er sammelte die Stimmen der Väker » 
Liedern (1778) und emeate das Andenken vieler sar IJn{^ 
bühr Vergessener vaterländischer Dichter, Sein edler Sinfi 
spiegelt sich in LebensbiMern , Allegorien, Legenden, ^^^ 
Liedern treu und hell ab. In kritischen Grnndansichten und 
Bestrebungen erweiset er rieh all Lessing*s Geistesbroto, 
obschon befangener und nicht ohne jugendlichen Mnf^^^ 
sie ergeben sich aus den Fragmenten über die neaere 1. 1^ 
1707. 3* 8 und ans den Krit. WuMern. Riga 1769. 3. »• ^^ 
sinnvolle 'Glaubensbekenntnlss seines forschende ^^^^ 
'AMdergek^i 4a Ideen au einec. Gesofakhte der |ienidM><^' 



Teutsdie Dichter. 879 

« 

lKpi7S4* 4. 4.- Anerkannt kt der wohlthMgei In frneht- 
VartB Nachwirknngen gesegnete Einfloss, welchen die Zer» 
streoten BlStter 1785. 6. 8^ die Briefe zar Hefordemng der 
Hnnuutat 1793. 10. 8, und die Ädragtea 1801 f. 5. 8 auf 
lAvterang de« Geschmackes, Veredelung des sittlichen Ge» 
fiklM und Erstarknng des Wafariieitsinnes gehabt . haben : 
äutl W. (zur Theologie 12 B., z. Phtlos. n. Gesch. ISB.» 
s. sdi.Iitt. 16 B.) Tübing. 1806 f. 41. 8; 1827 f. 12; Briefe 
h F. H. Jaoobi's W. 1 n. 4 Abtb. 3; in Hamann's Sehr. 8 
SL 318 u. 5. Ygh Erinnerungen aus s. Leben, gesammelt v. 
M. E. E. geb. Fiacbsland, berausg. von J. 6. Mülier. Tab. 
1820.2.8; J. Pauts Vf. 43 8. 166. — * Meinr. Wilh. v. 6ßr^ 
ftoiicr; ans Tondern [geb. 1737; st. 1823], nnmnthig spie« 
Jeud in frischen, idylHschen und aliegoriscben Tfindeleyen 
(17S9), befreundete die teutscbe Lesewelt mit brittiscfafer und 
oordisdier Litteratur im Hypochondristen (1763) u. in Brie« 
fen ober Merkwürdigkeiten der Litt. (1766 f.) und arbeiCtota 
fir die Bübne im höheren Style ; auch nahm er an der Be* 
TolutMHi der krit« Philosophie lebendigen Antheil: Verm« 
Sehr. Altona 1815. 3. 8; vgl. F. Schlegel T. Mus. 1813 B. 1 
S. 146 f. S. Freund und Mitarbriter am Hypochondristen 
Jac. Fried. Seimidt aus Blasienzelle [geb. 1730; st. 1796] 
Tersuchte sieh nicht ohne günstigen Erfolg im mof|[[enlttndW 
Beben Idyll: Poet. Gemülde u. Empfindungen aus d. h. Sehr« 
A\teBsl759; Idyllen. Jena 1761; s. Uebers. der Horaziscbea 
0^ (1776) ist nicht werthloa und von s. Kirchenliedern 
(1779) aod mehre den besseren beyzuzühlen: Ged. Lpz« 1786» 
^ ^» r^. Nekrolog 1796 B. 2 S. 133 f. 

IKe Mehrheit der Schriftsteller und Leser Iftsst sidi im 

Geben und Empfangen durch Aeusserlichkeiten und Eindrüdce 

itt Ängenblicks oft bestimmen; es entsteht eine Torherr« 

Mheode Richtung, deren Gründe und Uechtfertigung nicht im« 

^ genügend ermittelt werden können. . Aber nicht bloss 

^ snffilligen Begünstigung und der, oft sweydentigen 

Aooit, Vielen su gefallen, sondern einem seltenen Verrine 

^OD Kenntnissen, Erfabrnngen und Gesebicklichketten in Dar- 

Mlsng und Ausdruck ist die Herrschaft suausehreiben, wel- 

dke Oritiopk Meiriin Wieland aus GoUidm in der Nähe 

Tiw Biberach [geb. 1733; sf. d» SO Jan. 1813] über einen 

gniieR vTh^: der leutarium JUeseweli viele Jabse noiiibte. 



880 TcNitMhe Dichter. 

I 

Er kt der äkeite ki dem edidnen Kreise^ darch weldien W« 
HiRF [u. 1772]^ als Wohnnta Herder*s^ Gothe's, Sohiller'sj 
Knebers, EineiederB «• m. a* verherriicbk, den Ebreiinaroeii 
dea teutscben Alfaena gewann, tmg aehr tiA aar Aar^Dij 
der jogendlieb kräftigen Th&tigk«t bey^ ^^^ welcher die n\ 
terländisehe Litteratnr naoh dleo Ricbtaagen bin aogebant 
wurde, und bereieberte dieselbe mit mannigfacben Gaben dd 
GeUttageniiasea aas 'den* Scbttsen deif alten nnd neaen Welt^ 
Mit fiucfatbaier Wirkaamkeil bttdete er ach aeib Pttblieom 
aelbat; der Ton ibm beransg^ebene t; Mercnr (1773 f.) war 
Vit Befötdemng dieaea Zweckea wobl bere6bnet. Der seh* 
▼iebleilig gebHdete and ^eselftichafldicber Bedürfaisae hBxAp 
Mann, vom frommen Idealiainna, dem er aidi anftiiigs Uoge- 
gebeb batte, dnrch die ritfadg begriffene Wirklicbkeit tarn 
dffenen Beoliamna bekehrt, wneste für die dicbteiwbe Uo- 
lerhallang der Leaer Ton gutem Tone an aorgen mid AUes, 
•nch die aSnftigen Dankriheiten der Schale geiifreicb ojk! 
geffiH^ wm Teraimriicheii ; er arbeitete niit Eitincbt und weit- 
borgerlicber Vielaeitigkeit t&r die emptengliche Eiobildsfig- 
kraft od^ fiir den IdngM Vetstand. Die Spradie ist Idchl 
nnd geicbmeidig, RfaTthami nnd Reim haben Woblbat, der 
Ton iat dorchweg heiter und fauUcb. IMe romantiaeheo E^ 
aftidnngen Idria und Zenide (1768), Oberon (1780) u. a. aod 
robende Lehrgedichte ttniarion (i7«8), die Grasten (1770) 
n. fek behaupten ihren eigeDthamlicben Wertb. Die Pro» vst 
.wortreich und nacMtarig einfiach; am gediegensten in mehren 
Ronlianen, Agathon (1766), die Abderiten (1776), Agatbodi- 
mon (1798), Entbanasia (1804) u. v. a. und in Dielogeo, 
weldie aich aom Theü dureh Feinheit ted Schftrfo Sokrati- 
achte ZergModemng empfdilen. Viele s. Aufrfttae besvredRft 
gemeinautaige Belehrung über gesellscbaftliche nnd litt An- 
gelegenheiten und Eatinndung der Heiibaren von Irrtbumern 
«nd Yorurtheiien. Durch Einfabrung Shricespear^s (17<^) 
erwarb er steh um die fVeyhdt der Kunst und um Anerkeo- 
nmig der Naturreehte dea Genies in Teutschland kein kWo» 
Verdieiist. & Uebersetaungen altdaBaucber Werke aiiid «<>^ 
Faaslicbkeit und allgemeinrnro Verbreitung der in deoaeU^ 
ttUgendss Voratellungen und Sachkenntniase berediDet w 
haben, nach diesem GesMitdpuncte allein gewfinttgt, g'^''^ 
Wtttbs ttbmiul« W. Lpa. 1797: f. 43. 4 o. 6; 1890 t4i.»l 



TttilüBhe Dklitor. 381 

imf. 49L 12. Vgl. «Leben v. J« G. Gtmbmr. hfiL %%ü. % 
8; ltl7«4< 12| Qitie W. 33 Sb SM I. ~ Ihn tcbhmea OO^ 
TA ins naier eüdem Jak, Bapi. «. A/winger in MHbeft [geh» 
l»S;ik 1»7]: SimoiiL Sdir. ^lea i812. 10. 8; £• A 9w 
AMit/oy [geh. 1737; st 1820]: Vem. Ged. BetK 1792 f. & 
8;Ffi^4f. Ang. JUMUtr [geb. 1767; st. 1807]: Riehard Lör 
«cDki i79Q; Alfoose 1790; AMbert 1793; £ni$t 8dmb§ 
[gek. 1789; St. 1817] t W. Lps. 1821. 4. 8$ Augk B^em: 
QXM «. Lttsena 1820; u« nu a« 

Ntbeo der voa Wieland vertretenen) deai WelCnnne 4ind 
der TerfciBertmi Sinnlichkeit gebildeter YonielNnen und G^ 
DonbenduigteD ansagenden kiusderisohen Ansicht nnd llich- 
taui lUHdtelen ach, nicht gerade feindaeelig enigegengesetati 
iwlere iker inneren Natar gemäss irey hervortretend Kraft? 
anstresgugen nnd Kanstkistnngen, welche Höheres oder das 
gna^ Gemdnwohl der Gaaammtheit dea Yolkea eraarebten» 
J^kdif^Unrnter aus afiflioh [geh. 1741; et. d. 2 Jaa.ia01]^ 
<(Brcbdnisgen>eii.fidH fronunem Gefühl nnd nnenchfttterlieh 
reüem OffeabaningglaiibeD» alles Schöne nnd Grosse auf die 
TdigidN Bsstimniiittg der Menschheit besiebead, trat Jträfiigi 
nickt dine Uebeatreibnagen nnd Verirmngen, dem Tovdriag«* 
iidiet üsgiaaben nnd dea an aUgemeinerer Herrsehaft erhn« 
l^aie& TwfiKUMBtnn Sinnlichkeit entgegen nnd wnrda Haajpt 
cuar augebreitaten Schule, welche noch bestehet, ohne gerade 
>*Niaca BQ tragen nnd die Ihm MgendiomKche geistige Viel<« 
leitigkat md Ifilde an bewahren. Unter s. Gedichten hnhen 
die bodikasigen Schweiseriieder (Bern 1767. 8 oft), die aal* 
bntgralks Kirdiengeslinge (1771 f.) nnd mehre vaterlfindi- 
aeke Ergienongen und Znitqpr&che anerkannten Werth ; die 
■c^ihdim Qniacbreibangen biblischer Geschichten nnd Ge* 
fäUe in berabgrestimmtem Klnpatockscfaen Tone enthalten 
n^die tiefflidw SteUe : Jesus Mesaias, die Zukunft des Herra. 
^ 17S0; J. M. nach EvaageUen und Apostelgescb. Z. 1782 
Q« «. Von den, in sprachlicher Hinsicht gehaltvelkn prosaii« 
^ Sehr, sind viele Erbaunngbicher, Ai^Hichten in die 
^^ni (Z. 1768 f. 4. 8; Auaa. 1781), Predigten 1772 f.), 
^<atiiu PUatng (1782 f: 4. 8) nnd dKe, bej aller Eioseiligkeit 
rid Geistreiches und Sinnvolles dadbieteaden Bbysiognoml« 
Kk« Fragmente (17M f. 4 F. m, IL; aber äre WiAaagfn 
^ 6Mle W. 30. & 213 f.) vontnglich beaMikenawarth : 



382 T«tttKlie :Di€htei: 

NachgelaMene. 8ebriftcfn. Z. 1801 f. 5* 8/ TgL Gelimmes 1 
gebuch TOn ümm Beobaditer üb«c sieb selbst. Lpx. 1771| 
2. 8; 6g Gfeaner LebeDsbeschi« L. Z. 18M f. 3. 8; H.Mi 
JT^r biogrsph. Skine. Z< 1602. 8. — MmHkimi CAmdrsiai 
Rbeidfeld im Holst. [gri>. 1743; st d; 21 Jan. 1815] sini 
Toller and gemikhlich^v Dichter und Lehrer des Volkes, t< 
gamem Hersen .fromm j naiarkrfiftig», wifaig , freysinaig ^ 
(kl sfttterer'Zeit bis aar Tefnaglimpfendea Slreitsaclit} at 
gläubig: Asmus omnia sua samim • portaas oder Sämmtl. IH 
des Wandsbecker Bot. Hambi 1^75 f. 8. 8; 18ia 4. 8. - 
Goiffried Ang. Büpger ans Mdmerswende itn Halberit. [p^ 
1748; ^ d; 8 Jan. 1704] hatte ^wahrhaften Beruf sanVoiic» 
didtler and lebet fort in mehroi Toitrefibcbea liedon qI 
Balladen: Ged. Go«t. 1778. 8; 1789. 2. 8; Sttnmtl. W.bw 
BQSg. V. C Reinhard. 6ött. 1798 f. 4; 8; Hamb. 1812 f. 6< 
8 ; Gatt. 18ft4. 6^ 12t Berl. 18M. 7, & Vgl.. L. Ck. Alik 
Nacibr. t. einigen Lebeasiimsti&nden B's« Gj 4798. S; A.1fi 
Scklegäl in Charakt. 2 S. 1 o. Krit. S^. t^&.l f.; SM- 
Irr W. 8, 2 S. 268 f. ~ In G5ttingeb ttcat [di.d28eptJ77iJ 
ein jngeadlkher Dichterkreis, der'HainbinidiaiisamnieD,iv(i* 
eher Achtung für Sittenreinbeit und batmatUkbe Eifentlmn- 
UchkcU mit Anerhenaang der kaasd^ischaa.Aiasterhafügkeit 
des dassisehen Akerthnms veieinend^ dkwQmüdtMMta ood 
Verdteaston Klopstock's huldigte and fiüi VwedeiHDg dea t. 
Nationalgeschmackes auf das fmdidbassl» > wir kssm warde, 
bemidees auch um metrische Knnstbildang dsr'Spradie ndi 
sehr ver(tieiit machte vgl. Famiui Sophronizon 1827 & 49 f. 
Mitglieder dieses Vereines, an wddiem Böiger ThtSX naba 
und ;desaei» Werth Klopstock* aberkannte, waren unter alle- 
ren: Hei'ar. Chn Bojs [geb. 1744; st. 1806] glücklich io Ijr« 
Nachbildungen alt. u. neuerer Muster; für erspriesslkhe litt. 
Unterndimangen (Gdtt. Musen «Alm. 1770 laU Gotter; T. 
Museum 1770 f.) überaus thätig; Jek. Onmr. Fol« am Som- 
mersdorf im Meklenburg. [geb. 1751 ; sti. in Heidelberg <L 
29 März 1826], Mrissenscdia&lich Teicb, vertraut mit der Na- 
tur, hiit dem Leben und Rechte des Volkes und mit ^ 
Sprache, deren Herrlichkeit sich ihm aufgetban hat, tre^' 
cber Dichter im lied u. in der Ode, im Idyll und Uylli^^l 
Epos: Lyr. Ged. Hamb. 17^5^ Königs^ 1795*2.8; 1^03^' 
8; 1825. «• « (vgl..GW4e. W* 33 S. 146 t)i ^stadscw^i 



Teiitaek(hJ)kbtft. 863 

IMmetm des Honlor, TirgÜ« di» gn Bukölitoib /4w Ho* 
ns, Tüidi, PropM*, Ovid» ArktQphaneii Arate^ Shakespear 
«.Si, iiockFerdiMt qm Kritik, CiriaiaiiHitiki Itorik, Altars 
iiuiiittkiiDde iiDil, w«»mabr -ato ßUßik filwigailieflilgl^*«*! Ba» 
ttbinnang der 4Sere«htMmie dat M^WQbb^ .aad^dar V^utiafi 
\|I.lte/at Leiiaas/*; nii4 TededEwdw äbav J, H. V* JlaU 
4dh.isa6. g; Ahtha m» I«ai^» Ru4olMidt »I&.1S; A^ytf^yia^ 

Bdir. Wify aat MartaM^e« im, Hann^v*. ig^k* tU^iV ^ dr 1 
8cpt.l77«] fiebeB«w«i4igQr Lyftikarii tattwt^&Giirabl^fjQr 
Natnr vod MaQaabbaiikj aaf tatnoig, sdiwUriiMiriMcb^ biUermicb 
Q. ttoÜMb: Ged*. betaanf. la« «d.X^ebM t« ^i A #;at#>;Hauib» 
nU;*lM4. 8; ^a Gr.. au fS^n/innr ig^ 174a^J8ti< U21] 
aUott aeh akef libuaili^baii MntiiMi aVi s« Br^ iJ^J,. h^or 
poU [gik 1750; M. iU9]'ieiirig.i andf gateafceaiaiab in .der 
Ode a. BaUadey ariitakratiteb lutreng^iaweal^t* Jaad)eayigaU^ 
Toler DebeiaalsCer» waebeiar Pro^aiet'^ift der Baadln^aog^ 
Welfadi befangen: dareh Trugbilder dar Vhaaiasia und Poli- 
tik: Ged. Lpsk 1729. «; W. dar Bn Uamb. 1S30 t gO. 8; 
JoL iferf^ Mitl^ jum. tflai [gdb. 1750; %L 1814] nidtf »^fif* 
lidier Säuger, 4>ft im 'Vülkatoae^. oft' nwkk .älteren ralerlÜAdir 
Nka VorbiUem : Gad. Ulla 1783. 8;. Yf. vic^lgeUaener JBn- 
nuue, Brid&raehid dteyar akadam* Eaeaiide 1776 y liS^wart 
ine,. Call V. Bargbeim'1778 11.0.; ünatr Tk§ad. Jok.MrUk^ 
^ iuNevbrandanborg f^eh. t746;. at% 1805] \U anmlttbigff 
^ier-Uyilen undataoeber gutanrEpigraimnai Gad.,Neaatre- 
KU 180918; aüc^ Verdient er ab pQ^IftoaB/PfediglNr<<178a;fO 
Acbhug; Chn AM/rfherb^k bw Liibtek [geh. 1755; et. 
^^i] Adafiaeher liedardiebt^ : Vena. Ged. Lüb^ 1794. 12^ 
«' «. a. -T Dar Geiat dieser Scbale JivebeC in' (fotil, ß>i^d. 
^nu ScAoaftom'f [gab. 1741 r#t.: 1817] feierKdienGeaftogen 
I* MmHiiw lyr.. Aatbol. 6 S. ^OB t; Vatarl. Mnai Hanb. 
ISIO. n. 5 S. 593; und iH Carl liwbc, v. Kutbet^ [gab. 
17i4], dea preiitwurdigan Uebei^taara. daa Lucrea n« Paoi- 
P«», flianTollen rbylbmiaebeik Aenaseraagaa : KL Ged. 1815^8. 
Inzwiachen war maanigfaeba Begsamkeit des diobtari^ 
tdien Knnatlebena wabranaebmen ; diees argf b> aioh aoa der 
ibbäUnDg einig« bedeatao.derer Dicbter dieaea Zeitalter«^ 
ficri. Anion Qramberg ans Oldapfburg [geb. 1744; at. 1817] 
leBUig« Linker mA £pgrawnat|pt^ -r- ^iried. WiUu OMer 



N 



3S4 TMlUdie IMAAer. 

am Ckrtha Oseb. 174«;; M»* 1792] hi gdudbcimerai miA A| 
bey lill^^rBtJliittobeto ' Kplstehi y in lyrfsriMH NaduduDoimi^ 
in UehenelMttig«!! ddtdi streng» C«»feetlicift «od TtiUeid^ 
fen Wohllitfit mtgMdchn«^ um dU BttliM violfaoh V9täM\ 
€ed« Gätha l7sr. «. Bf hiit. Nachltuui m. Bi^g». 6. ISOHJ 
— Le^p^^Ft. GikUhm^^itiMäng [gi$b. trdft^* gl. itt7J g«^ 
ttor i^rammatkft {\ffi}\ a&rtilebei Lyrlkelr (Lledtr ivefc^ 
Li«b»adte» 1775)^ iliiiMiend in »iafadi fieitol^en a. Ton wakJ 
kereitt HdosreritiMide iMgtodm firitÜKi! ChML' Frkf. !7M; 
1821. 3i ». ^ Dm*< AkW i>>iR0|fi JiR/for ««• KMiuEnadi [gik 
4700 t flt« in fttmi' d4 3& ApK iWi\ luMitktMidot ackwifpii- 
«chfr GMiilltä^ kl Linder», .naaftavki«Mg0n i^eriftiiMMO 
Id^Hen, IfaMaaseQ jöu 9ttltade& tiad fian* das Mythische bdii- 
voll und tkt% mxU Wi Hiddelb. Mil. 9. g^ Adonis^ ÜeU». 
gende V<ftMs^ Vmmi llFtatiia, eiae Trflb^ Lps« IML S.- 
»^tUei Ba^ Bß^tmafm [geb. 1752; st. 1775] infevt nit ly- 
rischer B<^eisteriiDg für Freyhtit abd VaMrlaad: Sehr, hv- 
aosg. Tv C4. J. Vfag49ii€iU Gotha 177di 8w «*^ Cisifi. iv« 
Tiedge [geb. fi7|M] gewaaa darck sitdiohe ReittMt mid juUb 
Hersliobkeie Achauigt Einsamkeisea 1992; Urmi»lWl;B^ 
gie» IMd f. 2. 8; W. Halle 1823 t 8. & -- Sm. tf««fKrf 
Ibir4b.«i. Breslaa [geb. 1753; st. 1880] rdligMalanig ln4ila^ 
^oaisdh' in Liedern ; als Uebersetser:das Mtltonebheo rtfbra- 
nen Paradieses (1798$ *182S) acbtaagv«»th : fbaf. Sehr. 
1803 f; 2. 8^ ~ Friede. Andr. Stdlfi^ [grik. 1754} it^lT^l 
giaddich la der Allegorie: Ged, Lps. 1784. 8; auch ib &' 
. sähler nkebl ve^erflich. ^ Lmdm. Omi Sterin IMv* «* 
ITttifoiig«» [g^b. 17&4I si^ 1822] nkiv wlüsig v. mekNÜieh: 
Jbgerlieder. Lps. 1788.^8 n. s. vr. — Äig. firfm Nime/» 
a. Halle [geb. 1754; et. d. 7 JuL 1828] fdr religidse Dkhi- 
kmst mit Erfolg wirksam: Relig. Ged^ Halle:)i8Ü; 1SM.»t , 
GeislL Lieder, Orstorfen u. Ged. H. 1818^ 8; «^ /WmC. KSp- 
Üen [geb. 1757; et» 1811] geseüscbafUidi reiefc gebiUet ooi .■ 
heiler mit ernster W9rd#: Oed. 1792( Skdien 1794; E]^^ 
«tekh 1801. 8. •-- £fvito. Tkeoiml KoMCgurUn [gek 1758; <r*' . 
1818] rhetorishmder Lyiiker^ sieht ohne fieraf fSr die UjlN;,{ 
und Legende: Ged. Lps. 1789; 1798% 3. I|; Legenden. B^^^ 
1810. 2. 8; Dichtungen. Grelfiiw« 1812 f. 8. 8; vgl. ßasfi«'^ g 
aigsle lahr m. Lebens. Lps. 1813. I. -« (krl £rsdv. jM], 
X4 MümMümsen [geb. IM»] ^raK^liiidsok um.uaiV^^K 



Teutsche Dichter. 3S3 

iriiiDemiigeii. Frkf. 17^; Versnche. Nenstrelitz 1801 
.; s. Waffenbrader Joh. Q0Hfr. Seume [geb. 176$; sT. 
|inir Too mftnnlicher Vollkraft , rücksichttoser Wabr-^ 
ek beseelt und kann als Prosaist den besseren beyge- 
werden: Ged. 1801; IV Aufl. 1815. 8; W. hyz. 1826 f« 
11; Tg^. M. Leben. Lpz. 1813 n. in W« B. 11. — Jok, 
Uel ans Hansen im Bad. [geb. 1760;* st d. 1» Sept. 
i] hrch «genthnmlichen Geist hervorstechend ; in s. nair 
ikamfiehen elegischen IdjHen lebt und liebt und spricht 
bmr und adelt sich die Menilchheit dareh Kindlichkeit 
EiDÜwhheit freudenreicher Unschuld nnd Gottefrgebenheit: 
mnche Ged. 1803; V Ausg. Aaran 1820; 8 rgl. Jean 
i Kttienberger i S. 142 od. W. 51 8. 76 f.; Gdike W« 
^1^1; Ton s. pros« Sehr, sind vörzüglith beachtens- 
ii): Dir ibeinlftnd. Hansfrcnnd. Carlsruhe 1808 - 11 ; 1814 
1^1). 4; daraos Schatzkästlein. Tüb. 1811; 1818. 8; nnd 
I. Geiehickten. Stnttg. u. Tiib. 1822; II Aufl. 1824. 2. 8. 
fritl Mvitkiton [geb. 1761 ; %U 1*831]' reiinlicher Land* 
ftmaler und geschmackvoller Ausleger empfindsamer Be« 
^Dg: Ged. Zürich 18^; Sehr. Z. 1826 f. 8. 12; Joi. 
"^: r. Smh$ [geb. 1762] ist ihm in Naturschilderung u. 
^^wärmerey verwandt, im lyrischen Ausdruck fiber* 
«:Ge<i. Zürich 1793; 1803; 1821. 12. -^ Von Joh. Chph 
^c[gcb. 1761; St. 1829] sind unter andern manche \viz«i> 
^^t^i^ramme vorhanden; Fried. Chph Weiiter [geb. 1763], 
fasÜQitt Satyriker, wetteifert mit ihm in dieser Dichtarti 
^fiConz [geb. 1762; st. 1827] ist beredt als feierli- 
r l/Tiker. — Gg Schatz a. Gotha [geb. 1763; st. 1795] 
^ im Geschmaeke, besonnen im Ausdrucke, geistvoller 
^ im Lessingschen Style : Blumen auf d. Altare der 
^* Lpc« 1786. 8 ; auch als Kritiker sehr ai^htbar ; vgl« 
l^g 1795 B. 2 S. 193 f. — Der wackere ZGricher 
T Martin UuieH [geb. 1763; st. d. 29 Jul. 1827] be- 
Volkssängeri Dichtungen in Versen n. Prosa. BerL 
). S. -^ Der vaterUladische Lyriker Fr. Aug. tf. Stae^ 
[geb. 1763]; Valerins IFiih. Nenheck [geb. 1765] 
er geachietsten beschreibenden Dichter: Ged. Liegnitz 
» ^Die Gesundbrunnen. Bresl. 1794; III Ausg. Lpz. 
i hh haak e. Qemimg [geb. 1769] hat die Heil- 
w TattBus (1814) besungen } Chn Lüdw. Neuser 
^ i Uli. 6«Mk. iif. 25 



386 Teutsche Diditer. 

[geb. 1769] strebet besonders im idyllisdien S^ Vossbcl^ 
Yorlnliiern nach: der Tag auf dem Lande i80Q^ Poet S^ 
1828. 3. 8. — Dem weiblichen Geschlechte bringet sdnei^ 
vrirkong snm Verallgemeinern des Kunstsinnes in Teatid 
fand nnd sur Yervielftltigung des . diditerischen Geons^ 
grosse Ehre nnd rechtfertiget etwaige hillige Ansprüche d^ 
selben 9 wo nicht anf Gleichstellung in geistigen und kunj 
lerischen Gerechtsamen, doch anf Beseitigang bisher lieffllij 
allgemein obwaltender Vorurtheile, welche ans xa weit g 
triebener Sorge für Sicherstellung der Natxbarkeit im häi^ 
liehen Leben, die weibliche schriftstellerische Kunstthäligkfi 
auf seltene, willkührlich genng bedingte Ausnahmen bochrai^ 
ken wollten. Es mag desshalb erinnert werden an die id 
edele Luüe Fürstin sn Wied [geb. 1747; st. d. 15 No] 
1823]: Aus d. Nachlasse. Frkf. a. M. 1828. 8; EmiHeHart\ 
geb. T. Oppel [geb. 1757] voll zarten Gefühles und fein^ 
Beobachtunggeistes : Samml. kl. Sehr. u. Poesien 1787 o. « 
Tgl. Wahrheit aus Jean PauFs Leben 6 S. 4; die anmatliij 
^gerin Christine Wißkpkalen geb. v. Axen [geb. iUH 
Ged. 1809 f. 3. 8; OftoU^e^der Zeit iSli ; Sopiü!BreAto^ 
geb. Schubert [geb. if^i^ Sti» 1806] ausgestattet mit reich< 
Phantasie nnd fortwährend* erstarkendem Schönheitsinoe: Gei 
Berl. 1800 f. 2. 8 u. a.; Friedericke SopAn Chrut. Bnn gel 
Munter [geb. 1765] durch vielumfassende BilduBg, Scb&rl 
des Blickes u. Ti^fe des Gefühles ausgeseichnet: Ged. 1799 
3. 8; Pros. Sehr. 1800. 4. 8 m. a. 

Seit de^n lezten. Jahrzehnte des XVIII Jahrb. waltet« 
neuer mächtiger Geist über Teutschlands dichterisches Leben 
die wesentliche Eigenthümlichkeit der Kunst oflfeabaret sei 
in Freyheit und Stärke des Sinnes für Schönes und Grosses 
in tiefer Erfassung seiner Bedeutung und seines Zieles ui^ 
im wachsenden Reichthume der AUseitigkeit; es genüget iM 
nicht die anschauliche Darstellung des von Aussen Empfaij 
genen, sondern sie erstrebet , die Sehnsucht nach dem Höhj 
ren nnd ihren inneren Kainpf mit feindseliger Wirklichkj 
SU versinnlichen und den durch Begreifen der Natur Tennij 
telten geistigen Frieden su geben; sie hat ihren Urspraog 
dem nie versiegenden Quell des Gemfitbes, das die Urbild 
der Menschheit in sich trägt und beabsichtiget ErxengQOj 
und Erkräftigung der schaffenden Selbstthätigkeit im G&m 



Ik Aonkaniung» Das Meiufeblicli^ * wi£4.. jitdich efgrifl^ 
imd dojfh Konstgeataltuag xur mfOfiigfaUigsteii W|)r](swH 
keit erhoben; die Macht der Phantasie bjßipr^cbtet die^^eaiii. 
Boog, Die gesamf^te Fülle der Bilderwelt jun Alterth1^ne 
udiader neueren Ze^t^. ia.der Heiimatif und im sädlicl\ea 
lad nordischen Auslande wir4 ^it inniger Liebe ^ufgefasi^ 
und dem Yaterlande anigeeignet» Dieper.:C|eiatft toq KIppr 
stock, Leasing) Hamann, Herder^ Voss geahnet ufid flngfif 
botet, fand s^en Ausleger und ¥oUgült|gen Vertr;^ter in^/o- 
ki» Woffgang Göthe ans Ff ankert a. M* [geb. d. 28 Ajng^ 
f749], dem grossten und reichstcfn unserer Dichter, deni Yeprr 
lanteo der Natur und der Meuftchheit, ^el<?her die Schon- 
twitk Menschlichen unter den . verschiedenartigsten Yerhält- 
lüneo erfoKscht, das Geistige in df n Kunstbestrebungea aller 
Zeitctt erkannt und dureh seliges Selbstgefühl üppige Fruchtr 
barkeit «ja herrlichen .Werken gewonnen hat. Seine sch^r 
ferudie Kraft ist Ergebniss der Wochselwirkung swisch^si 
Bedectioo und Production (s. Briefw. m* Scb, 4 S. 1 f») ^ ihm 
gtgelofigen, die Nothwf^nd^gkeit derNatuAiT^lUitändi^ s« 
begreifen, aas der GesammUieit der ^atur über Einxelnea 
Ucbt la gewinnen und ans der Allheit den Menschen mit 
ieioeo ihm einwohnenden wesentlichen Eigenthumliohkeitep 
'erstehen sni lernen (s. Briefw. 1 S. 12 t 26 f.); er hat Ter* 
»ocbt, for lebendige und tiefe Anschauung den angemess^ 
^ Amdmck xu finden ^nd so seine Ansichten , in weiten 
Weisen xo verbreiten« Gothe gehöret der GesAmmtbeit de« 
entgehen Volkes an und| wie ein sweytes Geschlecht sieh 
smplai^ljcber und dankbarer für seine Gaben erwiesen hi^ 
ffird ein kommendes ihn noch inniger lieben und voll- 
^diger Terstehen ; dass die Gebildeteren und Hochbegabten 
es Äodandes ihm Bewunderung zoUen, kann als Merkmal 
»ftichreitender geistiger Beife und der Entwurzelung veral« 
^ Vornrtheile gedeutet werden. Die Fesseln altherkömm« 
cber Konstregeln sind durch ihn gebrochen, Freiheit für 
<^ and Phantasie ist errungen, die diesem zustehende Welt« 
i^nchaft hat sich in Thaten des allvermögenden Wortes he«> 
(koodet*, die sprachlichen Kunstschätze des dassischen AI^ 
^uma, des Morgenlandes, des europ. Süden und Nord^i^ 
v>en tentsches Bürgerrecht erlangt, den vaterländischen isf 
^Khteie Anerkennung und verjüngte laebq geworden. B 

25 • 



38S T^tsi^e EK^ten 



'it&nie iCrafilBt j^etref^t Vmd'sfrebet nach hafaerem Ziele;! 
TiCierkBnneh 'de8'^7eg<ei;lcr&bseiB bleSftet den Enkeln YorbeU 
ikaihi auch vohViiVdHtigHdher lühj^erinitra^^ 
des MiiäiStverflla^dfeB getrieben worden, ein ^^liieksal, welches] 
'd^ Melfttetthüme 6ejrgegeben afü lej^n ^flfeget, 90 lebet dol 
^n' Vielen der ^VeniicKtltehe Glaube , dae« b^ftbrte Erfoil 
auf die Törlnuten Kfagen, die ven Züniftgenossen' fiber angci 
lleh^ Vd*ffldt*'der NationaHNt^rator erhoben worden rind, ii 
'eihst'Aiitwört geben w)erden. Von ^*t dichteriBcben Wd 
ken äprechiin die' Iyribcbeii''¥>gie^nBgen tind Sprfe, die Rl 
maoasen nnrd Balladen' seine £igenthuiiilicHkeit am anichiolici 
Isten au$; Ilemiann.u. Dorötfaea (1797^)*' ist das reizende Gfl 
'mälde tentscher'Btirgertogedd niifd Räuisitchkett; TOndeniT^ 
inatistSien haben IphtgcfiVle/' Torquato 'Täsao und vxM 
andern Fausf (1772^5 1790; 1800) die ' lifefste BedentsainkJ 
und grossartigste Selbststähdtgkeit; u^ter den prosaiBchenU 
1>eii die meisten . fiberwiegetiden psychdibgischen unJ pM 
aaren erhalt, Werther's Leiden (17t2; vgl. W. 30S.2»j 
Meistets Lehrjahre (1794) ' ein LeÜAi'tich der Welterfabrao{ 
^in Ihrer Vefschihelzüng mit Küttst und Kritik^ die WaUvet 
WttndtsiJhaftcfa (f$lO; vgl; W. 8i''S./4f4), die Wanierjah« 
'(vgl. W. 22 S; 206. 311), viele Schilderungen und'BetracJ 
tüngcn über Natur und Kunst: Schri tpzl f787f.«.8^; Ne« 
Sehr. Berl. 1792 f. 7. 8; W. tüb. «Ot f. 13. 8i^4S16r.2^ 
8 u. 12; vollständige (?) Ausg. von dier lexifen Hitni^H 
1828 f. 40. 8 u. 12. Vgl. Aus m. tebWn. t*fib.'l811, i»*^ 
W. B. 24 bis 32; ITefte^ In d; Jahrb. ^. wiss/KriM82 
No. 75 f.; Briefw. «w. Schiller u. G3the 1794-1805. Tßj 
1828 f. 6. 8. 

Ein «nderer Liebling des sittlich gebildeten PaVKcH 
und vo^^Moh eintUBtendem Einflüsse auf Kunstton i^ari''^ 
dricH UmVer aus Mar^h im Würtenb. [geb. d. 10 No| 
4759; %t\^^. 9 May 1804], von der^Natur sum Dichter bcrj 
fen, mit rdnem Ernste und sittlichem Tief^efShle unabl 
Ihm nie genügend, nach dem Höheren ringend und Poesie 1 
Philosophie 2ur Einheit erhebend. £r ist der wahrhafte Di 
ter der sich in ihm selbst veranschaulichenden Refleciion* 
wuchert mit lieb gewonnenen Ideen und fuhrt dieselbeo 
reichster Mannigftdtigkelt zur selbstthätigen Anscbaaong u 
Betrachtung in das Leben ein (s. Briefw. zw« Scb. 0* ^' 



.U.27;-aWä).ia^i Brifrfw. sw. Seih f^ t^m^oMt S. 8S9» 
» {.). Scfinfr. Wwll* Pi^tuagen , . )&}|Bglfia ;(4a|i R«ioÜ der 
«kittea *. Briefw. .^h. b). H. S. 14Q £.» N«tat ii..^ul^ 
H. & 188 f^ (Ijsr jSpawargn^g 4^r:^. ^^i^)* BömaBseo, 
aUadearind kftftig, «arfr, 4MBd.^atflaia, x^i% «n.i^aniejr^s- 
m Spiala neoer ji, i^iij^riqdier .'Ge'ilitnlf«|i)}Ud9r oqd; an^»- 
buwtdem Zai^r .4.Br,<>%ppdw|tdf^^^af<i dea J)i^tj(wü« 
den W»UIaa(e«;:4«r.;paMiu-Ui^,«ohSpe, l^ld ^eidUiB Reim m*- 
föAiiimin^altp', y^9]flA»ief habti) fo j|[ebUiiet«cen Volk^. 
reJM bkiltwi^B .|^«ml^ gefiifi^pn. • . Dsr ..tavtaclpen Bahn«, 
ai« (RinjUr, llSAxPi^fliiV, ; ,W•^ffl•t•»^•»^*?.99 ; »^arin Stuart 
sqOi WüMip .T,^il«lrt,,© f-.Wi) ^v^d^f.i^m. National. 

l««*l«!W»«WMl»i..|*iVie41flKiAlfe»l»«'dw Ifw»t «luoklicl^ 
ÖMB4« gn^i^btÜdi!» .f^iH«KieJl «h^e ,i|eae C^talt gegeben« 
lotthniitUs dramatisches Leben lierrschet ia-den geacbicht« 
iebnOam^ff^^und inji ^onaf,;,gfäs«ce^Her Foischang- 

in in im\.}t^tfl*^if;j^§t^iiiit!|f^t^ M^i^ ''^^' 

«tt lidr der MmmIi 'wi> h^rMohen jS^^j»^ t gütiger Es^t- 
•HWvgi S|m«HL.^fl»m f^b. l^tt^.,lS?.«i 1817; 1522, 
A. U; 1830L- gr, : 8.i[ l{gJ^j.,M»-J|^h.iM« d» ^chn.;.. • Carolina 
• Vtkßm l-tih^f^^\,iS3ff,%^i,*^iei,w. «w. Seh. u, 
^•'it.jBMiVf'C. f('&b..<l8aO. ;8. ;, ., 

Die&liMHrgmv^^lji^ IKcbter venneiifte fach betriebt« 
d>;jHhlfetMp«>er«:safa. T^ieilie $fMle|:,| wenig«r oder nof 
«Mb« |•l!^^q•<#(^!^%bJ9.<Qathe' bft^n.ianf ^bre kfiojidor 

*ga gWiWfl Ym^ephi) 4^ fyeundUobf /iii)t)irmRler> find Anale- 

)» <nt|ctii6eS||i}M füg Bh, äeikmV(/.«flL$H^ [g*^ <7C)«1? 
'«'• 1821; AnO. |i. 1827,«; ^er ^tjfcifc^f] ,jr^ JWA [geb. 
'^»5 «. 182»] ; Sflhfh 1«1^. % 8; dT -A«»*««» fäf Wahr- 
st «ei Becbfr,tBl«rfgft^fl6ySiüfrf ^Iw- ^feWffW» {««»»• 1771 $ 
' «»]: «M, . t^A; /«Ä« «*■ .<FW»4i;JH#«»:Ä>f.(geb. 1771] 
^hp^de» ifriljer;':t|ed. ilW;. If^y? V. (VA« £geJ». 
^1> lt. 18U.].b»gei84(!rt voQ.;yaterlap4filieii« JntW<4>nw^en:f 
«[Jedew, fleMger JDr^mil&eR (vgj^ 6$^,39f,.3»S.20A): 
l«"!.^. \ViMbi«2>*, #..8; Mi J^lfiv iPs**» \l»^ 
"^ de« SftfMsb« Nbd «te^iRhjtbfipttmflcMigt.-^eiieaii. h» 
*^t tSBt;, ,^iiiii«i.|I«iaeQgad.. ia:j^ ,q«8^ <\V|«n l«aOi 
"^ph «i;A(babitrg;H«ld«9g«d..in 1^ Ges. W. l,S2«ii CkK 
^XPe U^». 17731. «NffMb MAig «ewiljMl^k» y««PM SoÜI!. 



300 Tettttdie DiehtJBir^ 

1828. 2. 8; J. Ä Briki IgM iltö]V vortrelBiiber U 

setzcnr, in rhythmischen Gdegenheit-EirifBUen correct: 

1329. 2; 8; Afmake Ir. Helmg^j gfeb. "1r. Imhof [geb. 1 

8t. 1831]: die ^h^estern Von Leebdsr'fSOf m. a.; die 

bare Luiie Braekmanh Xg^h.if 77 xiit.i%9:i']; ^iim 

(KndiBclie Geschithte Terdienten 'Btoileiift 'JMJ RmJ. 

[geb. 1780; 6t; 1830] IdyUen', WÜhJ 'MMM^* n. D^au 

1795; Et. 1827] ofttifit'Götfae, irft inH'BeUUef irtiTerglei 

etii \'prtrefllicher 'NtftälLitt Verm.- ISehr. Lps. «80. 5. 

ier reich begabte FJ W\ Whiimn^'lg^. 1804; st f^ 

3p9. Chn t. i7^i/7iirf «pri<^ 'in'dto»Tödft«ikrttinfD(f9f 

1^31) edlefir Zat^ffrtil sitfliöher Oe^^ti^e^'t 'ftas; A«;.( 

t. Pläten ^ird di MelMi'^'ii^r ¥h^il^ 

kannt: Ged. 18^^ Ü. JB^ok Bim f^^tSÜ^t VfAtf 

fohiantischer Epiker.' - • ., :. ' ui.i,, •. 

" '2uT Gestflltnng tnid Enitai%^ifg'"Mr'iMiaiiMi^B 

te^schule, wekhe na^h CfetÜ«^^ Vdfj^Mg^ d^ allfetf «i 

gto , aberglfinbiw^hen Veräihift|^ ' dM ltllMh6hett ' Att 

tddersprach ntfd dem' Geiste 'tinfl Bfid^rsebatne d^ 

Völkerwelt GerechHgktft angeA^irf Iiefts^'^wiAten ik 

hrfSLfiet Seilegei, Aug. With^ tgA.^f7<$7] ii. t^'rMnd' 

1772; St. 1829] kräfHg mit;' bdd§ ^emf elafilMsehen Altw 

befreandiet und an *den gleicN^eifi^ii ÜmtrftlinmgAi i* 

teutscheh PhOesephie Theil nehtaieildV f3<^^'«^l^^<^ ^' 
oft mit jagMdlicheiU UebermMh^ tidMl^, ttM^« "^ 
feto Yora^eii bekftmtt^d, mÄnchcia mhältbtti^HiikoHJ 

er^diättemd, SelbatthlLtIgkeit des G^M mski Ettp<Nf 
belt ifir finich«bairW*nfaio Ansiehten aüregbiid imd ßi^ 
beide Teränechanltüliteii ' 4en Wer tit der • '^bantteiespiel» ^ 
Mihdaltters ilMI id«r Ttfesiö #es sfidtiohjen Eüiropa; j«^ 
tfeb^s^tser des l^hcfltespeeiir (ir9f f;)' v. CatdeMi (i^^ 
ächtet, ist in it: r^ythmisehen Arbetten feftmMeriioh loi 
lind kalt ootreett Poet. W: ISilt 9; «(dieM) mit' 
6ie nnd KanMailiigett NSdier begabt, l^eweg^t riüi fr^^ 
hac in iiistoitsdien , Ktterftüsoli^ n: -piepdir.phfl 
Sidbfldernngen n. dMrachtungen liieht^ ontevdleMdi^^ 

liiiHlilktteift: :Ged.'f80»;«Smiiid« W. WlMlMSK^^J 
lAtdw.V^ck [geb.4773], gmlal4»*kn*«nedM«#<^l>^ 
Hnm^rist, glSinset weniger in »hyihhiischw W^rkfefl, *^ 



Teutsche Diehter. Teutsche Bühne« 391 

\%^L — Der liebliche fromme SchwSrmer NwoHi oder 
Frid, ü. Hardenierg [geb. 177B ; st. d. 25 Mfirz 18Q1], Ly« 
rikerToIl tiefen GefBhls, vortrefflicher ErzäUer in altteut- 
MhemTone: Sehr. Berl« 1802; IV Ausg. 1826. 2. 8; in der 
kstereD ist der nene .Aabatz S. 189 f. nnächt •• Theol. Litt. 
Bl I. K. Zeit. 1826 S. 526 f. — C F. 6. Weizel [geb. 1780.; 
8t 1S19], ab Tragilcer nicht unbedeatend , in lyrischen Dar« 
steBngui eigenthflmlich , oft überraschend neu : Schriftpro- 
beikBanberg 1814. 2. 8; Lieder a. d. Kriegs- o. 8iegs|ahre 
18)1 B.1815. — MiUP V. SeAenkemhrf [geb. 1783; sl. 1817] 
einer der loäftigsten yaterländischen Sftnger im edlen Volks* 
tone: 6ed. 1815. — Ju$iiH Kerner [geb. 1786] Aasleger tie- 
teh Natv^G^Ues und gliinlclich d^n altteutschcn Balladen- 
tofttnbsd: Ged« 1826. — Ludfo. UA/and [geb. 1787] ran« 
fterhftiB Liede, Sonette n. in der vaterländlscheQ Ballade, 
dnrck Geaoaang and 'künstlerisches Verdienst gleich achtbar, 
laber nit Recht mier der Lieblinge vaterländisch gesinnter 
Zeirgeoosnen: Ged. .1815 oft. — JUried. B»ekert, Freyiuund 
Rauäar[geb. 1789] reich, nea für Geist und Herz, einhei- 
iiiick in den Gefilden des Morgenlandes: Teutsche Ged« 1814; 
Ktauder Zeit 1817; Oestliche Rosen 1821 m. a. — Theo-^ 
i» Ekner [geb. 1791 ; st. 1813] ergreifend warm utid kräf- 
tig iffl taterlftodiflchen tlnmuthe und Aofraf zu Thalen : Leyer 
ii.Schv|i9^ 1814; V Ausg. 1819. — Gustav Schwab [geb. 
im] tb Balladendiehter beliebt: Ged. 1828 f, 2, 8, — P. 
B. WeUkr: Thüringeor Lieder. 1831, — m. a. 

ilL Die dramatische Poesie war das ganze XVI 
Jakd. ktndnrch and noch länger ausschliessliches Eagenthnm 
des in leinen bescheidenen Fode^ungen leicht befriedigten 
Volkei and blieb, fast aller besonnener Kunstpflege entzogen 
UB dirfdgen Zustande der Kindheit. Sie bestand' theils in 
«wogttdi gereimten biblischen Geschichten, .welchen oft 
üc^liaftes beygemiicht war, tfaeOs wechselten ^deunit spä- 
''riua lustige Schwanke ; ihr dichterisdiea £lementjbeschr&n- 
i^ «eh bst lediglich auf AUegorie. Diese Schauspiele dien- 
^beimideni in der Fastnacht zur öffentlichen Belustigung, 
^^dsD von Bürgern ohne allen theatralischen Apparat auf- 
tf^^ und können überhaupt in sprachlicher Hinricht, auch 
lua u. da alz Bvjrtrüge und Winke zur Gesch. der Sitten, 
krndiflnder Vorstellangen and gangbaren Witzes benutzt 



592 Teutflchc Biihae» 

werden^ Iia Refonuafio|iseil«Jier faod bUwrilen doe ki^ 

lieh raityrische Bichcung statt z. 9« ia dem „neoen ttatMl 

Bileams-EBel'^ (1522 ?> Die sehr sahlreiehen drauMtiad 

Arbeitea in lateinischer Sprache, cum kleintt'en Thob ni 

alles Kunstgehaltes ermangelnd, oft durch satyrianhaa V 

ausgezeichnet, hatten, wenn gleich einige derselben baU 

die Mutterspriiphe übersetzt wurden , auf dramalischeo C, 

rakter und Geschmack wenig bemerkbaren EUnflusa; ui 

scheinen auch die qicht seltenen Ueberw^Uangen des T 

woxu Plautus Aulularia von JoacAp Qr^ (Magdeb. 1 

kam, meist auf den Kreis gelehrter Schjalen beäcbniii 

blieben au seyn. Vor allen anderen dramat« Arbekndi 

Zeitalters behaupten die von A SorA« (& 3§1) d<t Ecül 

Rang; sie sind reich an richtigen und feinen Beobadktii&i 

und an heiteren Zfige^n, oft sehr It^bendig dialogiairt; bi« 

ders aeichnen sich viele Schwanke vortheilhaf t ans« Et wil 

bey weitem nicht erreicht von dem meist kalt nuchtenea^ 

eigentlich nur im Pathetischen possierKcheo ^kornbergy 

Notar Jacob Ajfrer [L 1590; st. 1605], dessen 30Scha«i[t| 

darunter auch geschichtliche sind, u|id 36 FastaacbUfÜ 

zu^m^^'l'^pile erträgliche Anlage und verbältnissin&ilig g< 

Sij^rac^^ haben; in den , Singspieleo, welche ,#iif)iafibftr, sj 

get sich voiksthiimliches lyrisches Talente Oj^dXbM^nu 

Nbg. 1618. F. — Beachtung verdienen tidieit|ä#iNktAH 

sittlich didaktischen Komödien, deren mehr<»^vorha]riHiB" 

Jok. Strüzer'9 [st. 1598] t. Schlemmctfr. Magdeb. 1U8; p\ 

Frkf. a. d. O. 1593. 8; Thorn. Birken' 9 \%t. \6^\\\ M 

Spieler. Tübingen 1590. 4; Gg JUuurüius [geh- 1^?^^ 

1613] Komödien. Lpa. 1607. 8; Bud. v. Belliati^^ll^ 

1567; St. 1645], in dessen dramat. Arbeiten reia-tsotsebl 

genthfimlichkeit hervortritt vgl. T. Mus» 1779 B. 2 & 1^»^ 

Lichiemberg Verm. Sehr. 4 S. 3 fl; Miuri. BMi^^ii 

1586; St. 1649] Eislebisoher christl. Bitter. E. 1613. Bo^ 

— Inswisohen fanden sich [s. 1600] von den Nie'erM 

aus hemmxiehende, s&genannt« Englische SchauspiBlerg^ 

Schäften in mehren t Städten (in Beriin bestand m«^ 

spielergesellschaft unter Junker Hans Stodcfisch töu f*'' 

miete Theatergeich. v. Berlin S. 33) oin, gewaflo^o ff^ 

Beyfall und bedeutenden Einflnsa anf dieGestidtatog i^^ 

Englische Comedien und Tragedieli asmpt dsm Vixk^ 



Tautsehe BtUm«;^ 393 



TIlI. 0. 0. 16t0; II Aufl. 16301 Tb,«. 163Q» Bt 
engliicher and irmzoe^ CoiuadUp^e«« Ki^fv 1679«« jSU -^Hie«. 
mit Ukete sich der dramal. Geschmack aaC 4aa AusllMHirflcbe 
Uli; die yaterläodisdieq Sohwtok^^ VfkA iißlogmrteä .Ssgeii. 
tcheineo den nicbl lange nachher si«^ T^rbteit^dtaMarib-» 
utteobuden überlasp^Q w<i»cd6D JKH'sejui,, deren. Eig^lham üot 
wA heute sind.' — Pureb die Schlesiacbe Di^Mei^ckaU kan 
im Drama aatei; yetfumadsebaft : deü gelebr^ejti; ikaadei^ andr 
etUdfc eine andere, tiepita)«* ^p^z, (ßi ^64) Jib^fietate Sbopho« 
Um inügoiie und .Se^eM TrojanefiimeA nnil- g^ 'nü a,' 
Dapbe [1627] den T^ mm lyinafdien Sidgapiaia an^ irel« 
dMi ia den Arbaitea tu JNaobfidger (*& iD^r^» d^ ChSra 
aatukiift; Dov. Sciürm^; J* €kif;'*li^^ Birtm; Jw. JMktoU 
{cr; JlioL ^o^^imv .Cfiia 16aS; C; <?A| /^#rfe|(iVH^ at.;i7t3^ 
Gdiid. SchaoapieLe u» ISangepiete. 1691 f^^ ii«.an). v^bevnfehecw 
luIiaiuMbe aad i4«4i9rliliktiicba iVi»rb|ld«r vtirde^ oaehgifedinit; 
Daiu.Seh$e»i^r M Al^rf fgiib. IS^i «t 1696] ioU Mg^ 
«b fitr Jkageo cebgM.hjibitoi iiß llnh«ibeiICAib«il dar ainn 
Judnuttbeo iUtMpgemAtd^ kann • tuft : ^i»A« .6^ ä<Af cti'j Sta«« 
AeiMlebeQ (Lps« t6S7; 1666% 6) erffeliBii we^an« Dieea lixat 
die Beichaa*e«MiK 4^.1« Bfibte vM Amiretu dtupUu^ aaa 
Gr. Ckgeu [g^b« 16M« ftf. d« 16 {ali. 1664], inn//kaBiMiai5> 
niditf, irMeifalirMr^.C^^^lHirlAlma» tr^ffikhar Lyriker 
ttiui giter £pjgc2MiUMlt9ty wk ibr^er. aonabDl , oaglekh aiehr 
ab alli I. VorgftngAr luf -aie tkM Uüd aber ein Jabriitandert 
in t.LaaaiigaQ iwarneidil blieb« 8*i ij^maoBU Arheitea^ nmmt 
alkmuHkn^ ilalttn.» niedarlted.,19« firaosöa« Mnafteen naobge? 
Udeiy bibea bay vinlaat aUf^aiiad^nSMMmiok.inii rbeterl* 
ärenden WortpffUdkey vtralävdlgA ^oOidaang,. babbteii Dia«» 
log aod ^aa anc^eiab^y aber i» der ftagd. adi6i|a'ApMaflba 
«ad bMrkandeti «otfe Untei« iitdicIiA Weltanaioht mad nftk^ 
(ige, oft tl^fa AuffaaiiiDg der EigantbiMliohkaiian Tttaebi»* 
dttariiger nieiiacUi'Gennltber. Dia geaohicbtfeliali Trailer«» 
sfUe «1 gereinMea AfexandriflMm mit Jyriadian! Chöiton, ge» 
^ me entaabiadafla.NeigiiBg xtim.Wlipleii»ati^nr rtn Mken« 
M aad «ind aaf ilebarraaebnng lud firaehittaMog berecb» 
•it In den Laaik-» aad SiagsiAcAea.lbt.dia GharabMnciah«- 
Mag biaig aebif gehagan, d«r TiMi fiobhioiiig^ «i^ig^ m^* 
viartnds nananfBcb irerdleat daa tetÜebte Geafatüt, feeiater 
raütii^haii liallagg w^gen^ i6 .jvi^- di9- fitfife iw ai gal i iHan 



y 



394 Teutsehe Bnlaie« 

lustigen Petef S^detiz > nitA * Horriinlicribriftix, beide ia Prosa, 
aosgezeichnet %n werden: Ernenerter Pamass. Dansig 1635. 
8; Fren^ und Trauersp. Breslau 4657 ; 1663. 8^; yermebrte 
Iw Ged. herausg. v^ Gkri$t GryphiUsi Bn 1698. 3. S; *ain- 
eiles. Ged« y. W. Müller. Lps« 1^2. 12; Tgl. Bredotc nach- 
gelaiB. Sehr. S/96 ffl.>— /iM(MtrtfiiM^'(8. 869) tragische Ma- 
nier -wird dureti Unilatbr in anstdssiger Uebertreibang qdI 
ihaasdose dedamatorische Breite beschwerlich; Ck. Weise 
konnte' nur 'den besebeidenlen BedSlMss^n de^ SScIiQleiweit 
Geifüjl^ feisten ; ' die flbrigtsd' V^ttmn^t langweüiglwr Hddeo- 
nl StaatSMütaen Jcnknmen iiicbt in Bevrachc; die seit M des 
XiVill Jaioifai vermehrten Schaospidergesellsäiaften ^ gaben 
Cebeil^etluiigMi aus deni Franvöi^oheB^ und ItdäteiaclMB ^ 
befr{<idigten ^attiU lei^lieh die seilt 'massig^ AnfedeniBgea 
des dufoh Besseree nicht' tejrwtfhnte» slfliatihHMigen J^biiaiB»* 
\09ttMhe4 (S« %Mij 'forderte «tfrifdil» AnerkenmiDg der 
fMuMK^Si 'Regeliiitsrigkeiir [s. 173^] «n4 Verwies in Vefbio- 
dnng mk Fr. iVi^i^d^n Harlekin, iwekhen J. M9i&[m) 
m> LesHng (br^oAüh. i^-S« 141) in Selbufs naftnien, von der 
Bokne, £r maUtte'sIdi hanptnilehftcl^ dadnreh um die Bühne 
verdient, d«te'«er ^ ThMlsMhind d^r «ä^bMiW^rea an ilirem 
Oedeiiien iweckid üntf dle,^' freilich, in ^d^* engen OrlttM des 
Uebersetsungeifiere {von- dem aacli'^4.,'*aA'Schonhtfi(aiBoeB. 
Witset ihn «berle^snetGaitia Lüü0 A^h Vict. gekKttlm» 
st; 17Cft ergriflhnr warAe) g^britene siArfftsteUerische TUtig- 
kei« id^r ermuntertet^ der Kuiistge^viim t<MI «ttesem «zeiti- 
gen Ftanaesentfanme waifk sehr geringe Ooeh werden Vonei- 
dientersisekter Votrollkebmncaig des iramst. CbsekiDBokes 
waUrgenoniaiea und sie. ^üvde» Ton «cbmiUer^ni nnd reklie- 
sen»£rfblg) begleitet gewtee» sieyn^ wen» der üsthetliche Zet- 
ffidst i weniger na<^cblSg gegvn Mfetelmässigkeit «s' ^ 
Kunstsinn der Arbsieer unabhttngiger von* 4em Hefkommeft 
4tm frahafow BegcUbässigkek gewesen wftM. Ninbt ebne Be- 
lnif und glücklich in ElnnelnMi war J^ E. SeUegtl (s. obea 
»Z7^):im Tnnerstdei und in der ffomödi«; auch Tcriadite 
«r^sioh iuiDarstelkinl Vaterlandischer pUoflTs^ s.StBcke habe« 
•mebr kiinstgerecktem 'Zuschnitt und' rhetorischen Wettb ^^ 
i(«er«p: tarnst« Leben) die AlesandiiBeff' gelingen ttii be«<' | 
ak^di& Biefa. (».F.WeüM^» (4. obett & 374) wertbreite 
stflistisdM Uebungeny iebgleick bqr «einSgan brittisehe Uf^ \ 



•TfiUlsäie BMfBe. 995 

stt Gmirde liegen, 'imd^oim^ ^Hrfirmendb 'knifet; Besseres 
Icisicte er fnt ' da§ komischer Süigsüiel und' denkeswe/ch war 
8. kiiti'' Bestnebeit. Anlage und ^fleissiges Btudinm'siad in 
Gromegli'9 '(^. ihm S. '375)' Verai^tien' und' Edtwttrfen nicht 
%a Tefkfetfveiii Zu notlk ^^settm^ Ertvlärtäng^n' berechtigte 
Jooci. Wifh. ff. Btttwe [^eb. näsi st. !f768]^ bMdndera dordl 

a. Bratas in Jamben: TifianelrSp. "BerLlMS. 6. Dem Last« 

spide wüitten mehre* nicht 'ün^rMUeheBefeidienihgen rä 

Tbefl; ClrM^(iJ. oben S. 37^)' gab ideti Ton snr ^aterÜDdi* 

sehen Sfttteni^cliiidentng^ an tind i^irkte mit allen Schwächlich ^ 

kriten Torlheilhaft %af 's.jÄiniiMtWe vhd T^re^mte Zeit ;' 

mehr Gtitft kMren-üf^i (B.' < d>2V Nachl^ildbn^ßn analttflid. 

Mutet; J^i^Chi^tian KYüg^^khi 1722', st'lTBÖ] teigte 

TtAent flr daa Nledlrigkoniictehe und iwar nielft «ihke imViA«* 

Bdien 1¥ttzf'#oet.n. theatral.4Mi^. herMsg. vcm'X^FJ'Ir^i) 

item. Tu^A^^: 9; tViff i#%l irMsM*r'[geb. '1734t sti 1787) 

war Bidit «h|(iacklfclr ln'*AtfIegüng^ki»m; Vcrwickelti«gea nod 

aeidttiete tfch4ych<l!orr^Wtf<^deif%Ä6haatii'^'i£^ Dfes^ 

den 17Ö7/8. '• '^ - • . ■ '^l' ..'i*<i :'im.i. ; .- •' ^ . 

Die Thea^rki8< ^kr • iir *¥> seh^ ' al|^emetn^ ^gem^Mtny 
mOre llbHimdehtod\i^S8hdiispreWrgeseilschäftMi hi^lliMfiAishi 
tang ge^6niiÜ nnrLeipci^l HafiMMir^, iDfesdeh^ BeiMi ti. ai 
Städte igl <, %< t ftA' Meh di^sMlihi^'actf ktirsMZW iiiift^bmidie^ 
nen S;niIir%^«hAeg, ris £e#ft'ii^fs} oben ^. itT) >di^ DAuMÜk 
ttmg der t:*1ftbhne mit jkrltiistcd räs^rBinftMht'lidteiiiahm und 
judit äisr lllili<lMti8c6 aond^'^äach prakilich Mifet^haMg^W 
wirken begann; ' 'Er stenerte «Icräftl^lich dem ^tticblediscbeif 
fWniMsenAttiUey wies die Gebte^heil dei^ foiAierigen dinomC 
Kamtmethdde'^grändHch nach-, machte aäf Sh weipear nnd 
anf das Wesen des VolksthQihlicb^n inrDmiM'^aafiaerksam» 
stfifsfe den debranch des 'Alexandriner»* und* lieM yereddke 
gea^aehitfdiQhe' Prosa an deren'Stelle treteh.'* ]MKntta'V.'Bam-» 
hdm war das ierst^ gfelangene Wehrhaft teiMche LuMspid 
ond Bnrfiia -Oalotti dräckie die KgenthümliJ^hkeH dM borgei»- 
Bckei» TraneMpieles- ans; h^rrttehie ' Anlage m Mohtong hat 
dae* eneh Töto' Sdte des Stoffbs nnd ' «dar Charaktetsekhnongf 
preiswilrdge «didsiktiMbe .Draina NaAian der Weiie«r Der 
NaeMä^ 'n^ ' - Machtohiher waren iMe i eihige des ' grossen 
VorgäBgMS lüehi nnwOrdig)/» IhSektöoer'B [geb;473»; au 
1»!»], Pftdigim ra Bargaderf, fBhreiide lioatsiflele (Banb» 



3Wt ^fimmhe rKOImr. 

]7&7.). flted 4urdi J; Ji|.,C|am« yw((«t«9^iin|fr<l70f).at«tkvS(. 
die .g0Wov<leQ(. ibnir-gUil^'. JS« «tdH«ip,.jwt 4ii'.TA.-/. -ßriliat^t 
(0b«o J& aS3) Etwa« f^ -diw ](. TheMu-'1772;;..iB dm Ttnei. 
i|pvl«tflrf$b«akr}rieh atll^ y«/|U•4^^■l^><fpj^.^(g:^^ 1752; it. 

lmw4>nMi«flb<» ui a. Anfs|ifzevlia^: Sfhjt,.\^ej^ f«%k 8.; fic 
fuiktvtog t$uden. Hi .^W, .^»y/flB'ft* .^JJ^^l P»i|f .W«!»« 

d. Mtiifl. To«btet,/l4|»»|p,! t77(4t«i>5 iM^gfi^V Vw»i*J« J* 
Fkit «., .C5«Ww [geW>rS|^i;f^ -tTJ^ej.; thm^h W- J?rag «« 
$ a. 8i ^d^b«id|,i!. SHW|u«ff(,'3^« ;rWi<# l!77)f> 84. Cm-u 

riküliHr ;d«( iK5Hpiw4ct» g^al|eiHi:vSMtaptIv'^>Wjini m9.4. 

standen worden: Sehr. Berl. 1801 fil. 12. 8; Joki^OfH BrW; 
4»*' £f«liw l^JIS« «ti 47^1f DpuBiSfll»!. i^,4|9övM4 Tgl. 

[gel». 4T3«I |«,.4*«0 4«»iw*»i Hawwrt« ,*7|»i ^. /. W, 
Miy»t.*78(fc;baip*i4-„il^(jp|i«vtoH IM^iJfcfitSWWV«« 

«HtMlMttt ii|,4lnig9(i ^,l4if^«B..fi«iu^h. fuigf|««lua»~id^i» 

9N«tir«M:b>: Kuh». TI>«»(«^ ji^««^ l)79»JU,^8^otilff1l*r«l>^^' 
iMi. iUig)W(|b\fi>g i^OSb .0.8, IV ii»-.,a. *^ :Vi«les waide fort- 
gMOtftt anf,4eii!h An^o«^«. «p«Mm«; oa ^. jC.,Pfygid (S. 3fi) 
»«fe 4.J^raw»s.:WrtMtc^ Qelnitigff|igfm..U6i$,a. $• «< » 
(31. G. Sfi0ii*'* £afi. Tb. . 17«9 fil, 7, «{imit 1|M^ 
Th«atarkenotaiA8 u. 0(f(Ai)gllu dfm IpdividiMlP« «wallgc»*^' 
B9nid.bea«Mlt««e it^^> <£«<^ jkulr^ig«)v47«(i ftßii^l 
tm aobtno^nrertbev S«haiMpi(4«r.ia< ;in«n«ig£|«h.v«l9lNt ** 
draiiit.Xill. u. Il^iiqat, ..frWe IMoal^c^r ^«tKMrU B«I»m: 
Basibiiüg, Vb, 1778 IL .4. ,ßi |i«y««ig.:Wf <• ^MfAi^^i^ 
B«(llB-.17«|S fl. 4. 8; 8«9in||» T,..S9b9Pi«l Scbmirin. 979«. >• 
%i itgl^ vf?. JB. if«y«ir F. X.. 96br. Hmi))» «»td. »» 8; r<M 



Teutseh^ BMiM. 397 

6%ifer^i (9. 89»— 94) Pfec!iHMting§nfK-rror; Jdh. Citri' WeU 
:el[geb« 1747; st. 18197) f^chfbilrer' Rotnanenschriftstenory 
icblosi ilbh in dfamat Datstelliin^ii' an Mariranx an* nnH 
mackte bald Torflbergehcndes GHiekr Lnstsp. Lp2. 1778 ffl. 
4. S; entsdriedenen Werth behaifpten fortwährend Chn Le- 
iereei^ JEfi^M'^ tfder Ant. Wall' [geb. 17^4; st. 1821]^ eines 
uwerer 'anmüthpgsten Ersftfa^er, gieistreiche frejre' Naclrbildnn- 
geninmt5s. Master: BagateHen. Lpz. 1799 f. 2. & — Sta- 
dion Shakespear's zeiget sich mit TerwiUeter 'l^gtethtimKcb« 
kot io Jae. Mith. Reinhold Lenz [geb.* irSO; st. 1^9i] Hof- 
hieater a. MF. Mendosa 1774'r W; hefansg. r. £^-lV«eA.' Berf. 
1828. 3. 8; -itt H. Leop. fWVtgwer't [geb.- Ifflff st. 1779] 
gtSsdicher Ktnd^rmördefrih 1776; und in 'jFW>tf. itfair. Jif/i'h^ 
ger'f^geb. 1753; -st. 1881] genial überspannten frag. Seh an- 
dergei^den ; ^^e dtrstere Weltandicht, welche darin herrschet; 
verleognet rieh anch nicht- in r.'*Rtrniaaen n. Betrachtungen; 
ae liioterlassenr einen herzrerwnndenden Eindruck und ma- 
dieo mit geheimen Znstftnden bekannt, deren Beschaffenheit 
ein rithselhaftes Dunkel birgt: jSamratl. W. Königsberg 181 S 
i tt 8. — ' öer habere lyrisch epische Styl in* Gerstenberg^i 
(8.37^) Ügolino 1768,* in /¥; MMer'g (S. 384) sinnmllen 
drannt. Legenden, Kiopsiock'^ (9. 373) Trauerspielen und 
Bardietea und efpäterhin in der Siblb^ge (S. 383) Schauspie- 
len nut CbB^en konnte nur mittelbar auf die draroat. Poesie« 
^e ae der Wirklichkeit angehöret, geistig einwirken. — Da« 
g«gni {tlff ^öihe'i (S. 397) reiche Kunstthlitigkeit desto tie- 
fer 0. mimittidbar in das Geistige und Aeussere des drama- 
(isehen Lebens ein. Seine milde Fügsamkeit in* das Beste- 
hende, gelbst Uebersetzungen und Nachahmungen nicht ab- 
weisend, veranlasste ihn, vieles zu geben, was der geltenden 
Ordnung und HerkömmKcfakeit nicht fremd war und womit 
<Be Mehrheit gewonnen werden konnte, welche für grossar- 
% IQgentbümlicbkeit weniger Empfftnglichk^it gehabt ha- 
I^n würde. Frey bewegte sich der kräftigste* vaterländiscbe 
Sinn in Götz von Berlichingen und zu immer höheren Lei* 
ttnngen erhob sich der Yielvermögefide in Egmond, Iphige- 
oie, Tasso, in der natürlichen Tochter und im Faust; aber 
auch die Fastnachtschwftnke und heiteren Scherzspiele, so wie 
die lieblichen Singstficke sind nicht zu übersehen: und welche 
Veredduog ihm' dtci Scbauspielkulftsi verdanket/ 'bezeugeii 



30S T«Ht|che Biiho?. 

alHitkonnfe /Thattachea.,,?^ Qas Dxmaüfiiefk 4ei Stoffe m 
der t. ftitterwelt k^ an die Tageflordnuiig; JB$eph Maria 
fiabo [geb. 1756; st. 18^]. die Römer ia T. 1779 nl Otto ?. 
Wittelsbach 1782 ; Jßil JM. Gr. Törring vu Gronsfeld [geb. 
1753; St. 1826] Agpes Bernanerin 1780 ^. Caspar der Tho- 
TiQger 1785; Jti/. 6r» So^m. [geb. 1754; s^ 1831] 1784 E; 
Leonhn JFeriL Buber [geb.. 1764; st. 1804] , eio wackerer 
freysinniger polilisob«r Denker j Yf. des heimliche Geneigte 
.1789; m».a«.— ^ Aber Cro7ie'# vollgültiger Einfluss anf dieGe- 
Btaltaag . ^r BjUme wurde dar^h ZufriedeosteUung des gut- 
müthigea Publicams mit gerii^gbaltigeii Arbeiten^ djirch Vor- 
liebe für bequeme Uaterbaltopg, welche weder. Geist oocft 
.Hern zu tief ergreifet^ und. dmtq^yielbegüiistigten. Haag lor 
Auslftndere; erschwert. BaU übten zwey Schriftsteller fast 
alleiuige Herrschaft über die Bühne aus : Augm Wäk Jßani 
[geb. 1756;. St. 1814] mit. xnm Theile ansiehenden, aas dem 
wirklichen Le|ben.entleluitei\, durcl^ manche treffende Cbarak- 
terxeichnung gehobenen Familiengemälden, welche meist att- 
liehe Bedeutung haben , nach Verlauf einigiu Zeit aber aa 
.sich wiederholender Einförmigkeit, erkrankten: Dramat W* 
Lps. 1798 JBDL 16. 8; N. dram. W. Berlin 1801 flS.; Ang. 
Friedr. Ferd. v. Kotzebue {geh. 1761 1 st. 1819], ohne sitt- 
lichen Sinn und oft d^iiseliben g^fiUirdeud oder yerletsend, 
HauptreprBsentant der weinerlichen Scbleichti j^eit -tod grob 
geschminkten Gemdnheit des Zeitalt^irs , dessen gat begriffe- 
neu Gelüsten er sich geschickt ananbequemea wnssfee, gefiel 
theils durch flach witzige Schlüpfrigkeit und glatte Halbheit 
m bunt gemischten Grundsätzen , theils durch eine aus allen 
Enden der Welt zusammengebettelte Mannigfaltigkeit, tbeib 
diMcb überraschende glückliche Theater&treiche und leicbten 
Dialog; die beiden lezten Eigenschaften begründen seinen Ar- 
Spruch auf dramat. Talent und lassen oft bedauern, daas ?oa 
ihnen kein edlerer Gebrauch gemacht worden ist; anFrncbt- 
barkeit stehen ihm wenige gleich ; die Zahl s« Stücke beläa- 
fet sich fast auf 200; auch in Erzähluugen und Bomanen z«|- 
.get er Darstellunggabe , Gewandtheit der Sprache und epi- 
grammatischen Witz, ohne s. Selbslheit zu verleugnen. D^s 
strenge Gericht, was viele stimmberechtigte Zeitgenossen über 
IC 9 Unwesen,, besonders über s. politische Umtriebe und psea- 
, dokritis^e Anmaassungen gehalten haben, wird die Nacbirelt 



Teuteoke Bßhmw 390 



^littsengeh, iwu die Verdorbniss itMerer Zell weder so alU 
ffmk gewesen, noeh so stumpfsiiiiiig» und muthloe geduldet 
Wonlen ist, wie am den Werken eines solchen SchriCmteUers 
Bild ans dem ihnen zn Theil gewordenen, nicht heMidens*- 
weriheti fibersA&lhigen Beyfalle gesehlMMa werden tkaotnite: 
Seknop. Lps. 1797. &. 8; N. 8ehaa«p.< L. 1798 ffl.^ 19. 8; 
Ätnanach dram. Spiele. L.1802--19. 12; Kl. Sehr. Revpl 
17S7 L 4. 8; Die jüngsten Kinder m. Laaae^ Lpa« 1793 ffl. 
6. 8; a. kl. Sehr. Kdnigsb^ 1808 fl. 6. 8 n. v. a. ; vgl. A 
Dkiag Leben A» v. K. Weimar 18301» 19). Jean Baut Fle- 
gdj. 2 S. 206 ffl» oder W. 27 8. 132^ «• m. a. --- KüAsÜe- 
fisdie Wurde* und Sdionbieit, T^bnnden mit dem sie itedin» 
geaden ättüchen Geist hemcben in SeUüef^s (& 388) drar 
mal. li\r«rken und wurden, wenigstens bey dem gesünderen 
Theik de« Publioams, zur Anerkennung ihrer YoUgülligkeit 
gBbradit; s. höhere Wirksamkeit begimii mit D. Carlos [1787] 
asd stieg mit jedem s. folgenden Weeke. Er und GSihe 
nurdeo nan die Vorbilder, deneki nachzustreben die besseren 
Kopfe sich verpflichtet fühlten. Teutschland kann sich eines 
htdeotenden dramat. Reichthumes rühmen , wic^ sich aus dem 
Mgesden, unvollständigen Namenverzeiehnisse ergiebt : fir, 
£sfjv. Zack Wemer [geb. 1768; st. 1823]: die Sohne des 
Tbales 1803. 2. 8; das Kreuz an der Ostsee 1806; Attlla; 
Utlitt 1808; der 24 Febr.; d. heiL Kuaigunde 181S; Aug. 
firsn 0, Sietgeniesci [geb. 1774; st. 1826] Mdlicher Dich.- 
ter, gater Erzähler mit bisweilen studirter Schlüpfrigkeit, hei«- 
terer Koaiker : Lustspiele. Darmst. 1809. 2. 8; 1825. 3. 8| 
Scbr. D. 1S19. 6. 8; ü. CoUüi S. 389; Th. Korner S^ 391 ; 
Jfemr. v. Kleüt [geb. 1772; st. 1811]: die FamUie Schrof- 
fenstein 1803; Penthesilea 18Q5; '^Kätch.en v, Heilbronn 1810; 
KnälilDogen 1810; Hinterlass. Sehr. her. y. L. Tieck. BerL 
»21. 8; 1826. 3.8; A. Klingemann [geb. 1777; st. 1831]; 
^fpk Müllner [gd>. 1774; st. 1829] reich an künstleri- 
ttlier Geschicklichkeit: Die Schuld 1816; Yngnrd 1817 u. n. 
IT.; mehre gute Lustspiele : Dram, W. Braunschweig 1828 L 
^•8; für s. sittliche Gebrechen ist er dadurch 'sehs hart.be« 
teaft worden, dass J. Sehüiz sein Biograph (Meissen 1829) 
^Worden ist; AetHj^^AdamOehlemjcUäger: Aladdinl807; 
^OD 1809; Correggio 1815 u. v. a.; Fried. Grilipaner^ 
^f. HouwaU; L. ff Alands E. Qehe; E.^Baupacki Jee^.m 



400 Teutsd» BBhiw. SkigspieL 

ÄJKßlmhergi imte\^ iiBf«iirihiilicbe A&lagien und badentniM 
EigeDChümlichkeiteD anägeseidiiMt H. Beimej noeh mehr (St 
.Grmbht; u« a. *— !For angflnabnle dranuit. Untorhaltang haben 
gesorgt Aug. KlitigemmaMj J. F. ü. I9r€i«ifra Ifturii, /• F. (k- 
:HelK, F. A. er. KwrMUder^ HL Beli, F. B^cklÜZy C Sim, 
Fr. «• Heffdeu u. ^•' -^ Am wenigsten . ist die Bearbeitug 
•des Tolksschwankeii, dessen Bedeutung OMil« gewürdigt hat, 
4>enicksichtigt werden; daher darf nicht übersehea werden, 
WBM SebatL Sai/er [geb. 1714; st. 1777], der Strasburgcr 
Gg Dan^ Arnold [gteb. 1780; st. 18iif9] in s. Pfingstisootag 
1817, aim TbeM selbet Ml v. Von und Ath/pk Saüerk <h- 
-für geleistet haben. Mögen besonders i^. TieA*9 hamonHiicii- 
fhantastüsche Meisterstücke nicht nnbehersigt bleiben I 

Schlegel Vorlet. 2^28. 377 ffl. •- GoUgehed Vomth t 
Cretcb. d. t. dram. Diohtk« Lps. 1757* ffi. 2. 8 u. fniiMe^ 
Naohiete 1768; Ob/arakd's T. Sebaabuhne. Lps. 1741 iL 6. 8; 
i.^f«t^.DEaaiati|urg^« in i. Sehr. 34 ^t JU Tie^k Drsnatnrgi- 
sehe Blittter. Bresl. iS26. % 8« «— {Ch. H. Sckmid) Chronolo- 
gie des t. Th. Mart. 1775. 8; (J. J. C. Bode^ theatrnl. WofhöH 
blstt. Hamb. 1774 fl. 2. 8; (H. A, O. Reichard) Thetterbleo- 
der. Gotha 1776^^1800. 16; (dessi) Theater - Jonrntl G«Ha 
. 17r7--^84. 22 St. S; .{Ch. A. MertNm) Litt u. Thealer-Zeitnog. 
Berl. 1778-84; Ephenienden der Litt u. des Tb. 178M7; 
AoBslea des Th. 1788^97,; m.. a. 

Das feierliebe Singspiel wurde nach ilyrer Ton Dich- 
tem der Schlesischen Schale (S. 864) fleissig und mit liebe 
bearbeitet und die Tonkunst war der Poeslie untergeordnet. 
Gegen Ende des XVII Jahrb. fand es vorsugliche Pflege 
und Achtung in Hamburg, wo die erste Oper [1678] der er- 
schaflTene, gefallene u. aufgerichtete Mensch aufgefSfart wnrde; 
der fruchtbare Reini. Kuiter [geb< 1673; st 1739] eoapo- 
nirte die, cum TheOe nicht schlechten Texte Pöttett^ ^ | 
n0lJti u. A. ; vgl. JETm Beschr. d» St Hamb. 1 S. 396 1; 
Veneicbniss d. Hamb. Opern seit 1698 in Lessing CoHecbj 
8 S. 214 f. Das Yerbftltniss der Tonkunst zum Drama wa^ 
digte siemlich riehülf^d^uAdph Scheibe [geb. 1708; st. 1776] 
irti krit. Musicus 1188fi«b')>6 und nach solchen GrananStxatJ 
aomponirte /. Fr. 4inisMs [geb. 1720; st 1774] in I 
meisterhafte Symphonien. Aber an grosseren B5fen gewaiAj 
die^ tüttlniscbe Oper die Oberhand und liess keine raterläioj 
dkoiia 'tfafkMiBien. la dam glftnsenden Zeitalter der nei^ 



Teiit9chlaiid. Prosa. 401 

MMa t Mime zn Weimar, Gotha, Mannheim gesehalt 
iri^es für iKe diditeriadie Yeredelnäg der Oper; Wieland 
yA fie Aleeste 1773 and Rosamunde 1778 und J. 0. Ja^ 
U^yn) leistete mgleich mehr: thektr. Sehr. Lpz. 1792. 
überliest sdione Zeit gfnfg sdlnell rornber nnd die rieg- 
lAe Ueberlegenfaeit der m dem teutsdien Nationdigeiste 
efpwinxehen Tonkunst aber die mit ihr wetteifernden we* 
f Weüteaden diefaterisdien Anstrengungen konnte nicht 
fiveitit werden ; den grossen Namen der Tonkunstler Gg 
i t^mtam [geb. tSRl ; st. 1767} vgl. LeiHng Collect. 2 
m. \1% Jek. Adolph Haue [geb. 1705; st. 1783], Georg 
■'«[geb. 1721; et. 1796],* Carl DUten v. Dittetndorf 
el). 17»; St. 1799], Mozart [geb. 1756; st. 1792]^ 3 oh. 
•ftM JJfflMiNiMi [geb. 1741; st. 1801], Joh. Air. Pleter 
'Uit\gih. 1740; St. 1800], Joh. Fr^d. Reichardt [geb. 
^)' it f8i4], dem Mebter in der Charaktermurik, u. m. tu * 
u kon, sar Mltbewerbuttg nm fthnlitehen Kunstrahm be« 
h^ Diehtemame • entgegengesetst werden. — Besseren 
tgugkatte das komisehe Singspiel (vgl. J.JF. Ret" 
r^dber d. t. kom. Opelr/Haml». 1774. 8), obgleich hei- 
tUidierSdhststftndigkeit ermangelnd und in der Regel von 
üB«eQ eder Italiäaem entlehnt; in der <weyten Hälfte 
X\1II Jshih. geschah Tiei' dafQr ron WetMse; Schiebe* 
Mkkekt^ MreitnoTj besonders von Götter und GSthe. 
&T«ftkttss|Iern, welc9te sich um dasselbe verdient gemacht 
^^aofinerkaam gemacht wd Joh. Adam Hitler [geb. 
^;KtMD4], Ckm Ootihh Ne^tfe [geb. 1748; st. 1798], 
•&'^er[geb. 1748; st. 1812], 9. Winter [geb. 1754; 
^«25], hu Wilfi [geb. 1772; st. 1812], Jon. Weigl [geb. « 
']) /4Mb. v: Beethefen [geb. 1770: st 1827], Carl Ma- ^ 
n Wther [geb. 1786; st. 1826] u. s. vr. 
^' Die frftbe Ausbildung der Prosa giebt für das gei- 
' Leben des Volkes ein gewiehtvoBes rühmliches Zeug- 
KboD im XfV Jahrh. war die Bahn dazn gebrochen und 
^V wadker^^äräuf * fortgeschritten worden (vgl. 2 S. 224 
4her kann ihr gMddrches Gedeihen im XYI, welches 
geKrfifte nnd Bedürfhisse so mttchtig aufregte, nicht 
■den. Der grosse Künstler Alhreckt Dürer ans Nfirn« 
fgeb. 1471; st. d. 6 Apr. 1528], Schüler des Malers 
Woh^emnth [1486], hat einen heHen, reinen und kräf- 

fcin HB. C Md. Geaeh. Ilf . 26 



iO% Teutachland. ?twü 

/ 

tigen dididctischeii Styl in s. .Gewplt und voraBBch^nlUbt g^ 
haltvolle Vorstelliuigen mit angemessener Bestimn^tbc^i: Un- 
ten¥eisaiig d. Messupjg. .Nbg 1525; 1538. F.; Befest^gns^gar 
kunat« N. 1527. F.; BerL 1823. 8 m. £•; «vier B. r. menscbU 
Proportion, N. 1528. F., m mehre Spr. Sbera.; Opera. d.ü 
/alle B, Amheim 1604. F.;. vgl. D. 6« Seiqier Lebei^ D. Lpz^ 
176^9. 8; das Leben u. die W. A. D's t. Jpt. Oelfer. B. .2| 
1« 2, 3. Bamb. 1827 f. 8; (Campe) Reliquien toi^. A. D, Nbg 
1829* 8. — Luther'i (s. oben S. 359) spr^ehUclve HeriUcb- 
keit, männliche Tiiohfig^eit, milde Schönheit und her^Holia 
Fasalichkdt sind anerkannt ; mehre s. FreiindjB upd Anhänger 
blieben nicht, weit hinter dem Meister anr^äk; AlkeruM S. 
36t ; Matienui ebeqd. n. m. a. — Am sichtbarsten . t^i^ die 
.YonBugliohk^t der damaligen kindlich einfadien und fiir bor^ 
gerfichen Hansy erstand .ToUbedentaameii Prosa. in Geschieht- 
' büchern hervor, deren nicht wenige in unseren. Zeiten mil( wfdi^ 
rem Gennsse gelesen werden« Jo^ßUM Tummaj/r oder.^eii** 
tinu9 [geb. 1477 ; st. 1534] ersählet, mit &cht vaterlAndischer 
Gesinnung ganz . eigentlich für das Volk nnd indessen. Geist 
und ton: Baiersche Chropik im Ausf. Nbg 1522* F.; .8 B. 
Frki a.M./l566i fiaa. 1580. F.; teutache Chr. Mbg 4^1. 4; 
fthnlich/» . Sftreben offenbaret sich in Tiomai KantT^^^w [geh. 
15001 St. 1542] Pommersober Chr., heransg, ypa iT, ß.L^ 
Koiegarten. Gr^ifswa^e 1816. 2. 8;, doeh werden b^e üjb^r- 
troffen von dem geistreichen Seb» Frank. (^^ 349), dessen phi- 
losophische Sehr, von gleicher. Merkwürdigk^t. 9ttd; *Zeit- 
buch. Strasb* '1531. F. n. s. w.;.Kosmpgrapbte, ^Mbiagefi 
1534/ F. u. s. w«; Teutsche Chronik. Aug^b. 1$38. F. yu s. 
w.; ^'Paradoxa. Ulm 1634. 4; Dass Gott daq^ .einig Ein. und 
höchstes Gut. 1543. 4 «bin.; Seft. üfönr/tfr [geb. 1480; st. 
1552] verfasste eine mnsteriiaft gemeinnützige und durch 
reiche Mannigfaltigkeit anziehende Kosmogtaphie. Baa.1544; 
1550. F.; ffoh. Peterttn Pfarrers zu Oldenbwg £l^ 1552] 
Chronica od. Zeitbpch der Lan^o zu Holstf In, Stormqm, Dit* 
marschen u. Wagten (hochteutsch v« DiMß* Jhaeper 1552) 
ist in der Ursprache bekannt gemacht WQVden v« & ChB 
Kruie. Altena 1827. 8; von BeiMr. Faniafeom J[gA. 1522; 
St. 1595] haben wir treahersige DarsteUangen iin Heldenb. 
t. Nation. Basel 1571 iil. 4 F.; von EgüKus TtckmÜ [geh 
1505; St. 1572] die hochwichtige Sdiweiz. Chronik. BaiJ 



T«pt«ch|fni(t. 9X080. 403 

trcnB«Rhe Chr* KSnig^bfi« 18)2 £L 8« 4; vqq Bartkoiom. 
Siämw H* QfeifBm9\4» [geb. 1520; it. IQOJf] «ine für die 
giiHMte ZeiigeMdiifihtß Tents^aadi vod insbeiondere mr 
KenoUiiiti PompefM. ik SftvulflaDds sehr ßT0Mg^ diurch Aq- 
mkUA ttnd Too «nxMieMe Aaiohiograpbie l|i 3 Tb« hi« 1S98 : 
HokMim^ Gebvit n^d.I^imff stoine» grasen lidbeiMi heiraiiig, 
mdbu T.G. a,.j^, Jlfiül«««. Qv^ßSsw. 1823 f. 3. 8; v. 
nua. -r^fti.. JPi^efißri. 9« oben S*.3ß2, -** Der x^UrfiMien 
Bonane Aeie* 2ie}t«hei» mU naebber gedecbt werden« 

Im leite» Viertbeile dm XVI Jabrb. ww, mit VennUi« 
denog Übe? <dler> Acbtang wd Crowiner Yemwge f&r des 
Volkn geiitigd W«Al£Mvrt, die Prosa, ausgeartet; die seligi9- 
Mft AvgdiBgenheiiWi vnrdeni^ wie alle» Wiiieeneoiiefdicbei te- 
tdaiidinihwdekt; .dieUnigangs- nnd fiescfaftftssuracbe yer- 
wilderte» 119hm viele jaisltadische Wörter und Wendungen 
aaf uil.reilpif ilie.sSfib&nbeit nnd Kraft, welcbe ledigV«^ 
<laitb Gennonng ^ nnd aittl&cbe jRiebtnng des Willens bedingt 
verjeo. Als eipev der beeseren Prosaisten, aber mit den nnn 
&it dlgfan^opn, Fehlern des.Ansdnieks behaftet,, erseheint 
^kfün^ Aihtt^m tmn Deventer [geh^ 1660; st. 1620], 
wddiir ia JUtnnohen lebte nnd, eifernd |ur l^atbolisehe Reebt- 
glaobigkiit nnd. nngehörige. tSielehrpem^eit auslegend, über 
Mugbifticfae nnd . .Tborbeiten der Zeit moisalisirend satyrisirte 
^ « jBdHeh»« T. Tiele Le^er fand: Lnofer^ Kdoig^eiidi 
IL SMh^ejaide oder Naxre«batz in 8 Th. ifündien 1617.4; 
HirmdkWfBr, Coln 1646. 12; Apdacht^,, Samml., liebem« 
^ Cr wy4 in jeder Hinsiebt von den frommen Sohriftstellerp 
in Kord), T% übertroffep, welche^ Top Jiej^Uc^ warmer eyanfr 
Bdipoiiait beseelt, sich des geii^ verwaiseten Volkes afi* 
i^es; vprspi^ch verdienen ^W9jf Männer ansge^ichne^ 
n werden, deren EigenthQmlidikeit und aneserordentlich weif 
Vttkeitete WUManil^e^ allgemeiiie . Anerkeannng gefojsden 
Qod, w&ie es.aneh. nur in Besiehung auf stjlistische Wich« 
l^Kkeit, mit vidlem Hechte in Anspmcb'^lteominen haben : Jfo-^ 
k«s An4 em Ballenstädt [geh« l^»|'itti* d. 11 May 1621], 
lidi Iqisegend Ton dem todten Bnchstalieii des kircU. Lehr« 
^griSes bej ToUer Bechtgläubigkeit und hingegeben dem 
"^igeo Chnstenthume, tiefer Naturbetrachtnng und dem in- 
ieren Aqseha^en des menscbl. Gemü^i/es^ darum verfolgt von 

26 • 



404 TMischlaifd: Prosa. 

Prleäterhks» nnd' kindlich geliebt vofi Aflen; 'die Ses evang. 
Liehtes u. Trcfster bedurfeb, weckte, nftfarte und eitHrkte glaa- 
' bigö Zuvergicbt iifid religio SelhsttbStigkrit diristlichef Her« 
K6n; DanHelloiig und Sprache sind einfach und' eindiingHeh, 
'^ war oft gedehnt, aber rein* von 'Fremdettlgein' und für den 
'befreundeten Leser nicht ermfidend: das wahre -Cbttetentknm 
B. f. Branhschweig 1605; B« fe. 8.4 Eiskb. u/Mhrgdeb. 1607. 
12; 4 B. Magdeb. 1610. 8 itohr oft; ZülUchatt 1753. 4; Halle 
1760; 1763; Flensb^ 1777. 8; Berl. i8)M; 8; in sehr- viele 
enrop^ n» asnaf.'Spr.libers.; Paradiessgftrilein (1612) tü; aebr 
eft, bey A. spä!^. Ausg. des w. Ch.; vid äbers^; Postrfle (1616', 
Bedenkcfn n. m^ äi; Sfimmtfiobe Sthr. CiörHt« 17^4 ffl. 3 F.; 
-vgl; J. i>. PäU inTeidUtmff0 MeaiiMrabiK^n ^ ^^i ffl.; der 
*ifförK«2er 49<^ster ^iiveoi JMieif f geb. 15T5; st. d. 27 Nov. 
1624] erstrebte innere Ansehanalig von d^m^ ewigen $eyn und 
von dem freyen Erkennen des Göttlichen und versuchte das 
Unaussprechliche und CieheininissvoUe in'BildiM und Gleich- 
nissen aussudi'üdten ; s. Sprache ist selbsCstftndig und dichte- 
«risch reich,- nur dann eigentlich verfehlt oder unbeholfen^ wo 
Sässerlich eugekommene, angeblich gelehrte Kunstailsdrücke 
.zu Hülfe genommen werddn: Alte theos^phlseh'e Sehr. Amt^ 
sterd. 1658; **16^2. 9. 8 u. Seraphinisdi Bluttiengfitielein 1700. 
S; o. O. 1715. 2. 4; 1730. 5; 8. ^ G, R. WeekhürUn (». 
364) und mehre Dichtet der Schles. Schüfe (S. 364* 367), 
bes. Opitz^ Hari49rfer^ Zeien^ BeMejui, vorzüglich Lokem^ 
itein (S. 369) iseichhen sich als Prosaisten aus, ohne im All- 
'gemeineren ^e ihnen gebührende Beaohtnng zu finden; und 
Adam- Oleariut [geb. 160^; st. 1671}, Flemming^Jst Freund und 
iläsegenosse, von dem wir auch gute Epigramme u. liebere. 
V. Saadi^s Rosengsrten und Lokniann*» Fabeln (Sehlesw. 1654 ; 
1660. 4) haben, schildert anschaulich lebendig, in > reifer an- 
gemessener Sprache, Natur und Menschen: Moskovltische u. 
Pers. Reisebesehreibung. Schleswig 1647; verniehrt. Hamb« 
1^96. F. — Het bessere Chronikenstyl erhielt sich in Joh. 
NeocemB od. Adolfi [st. 1630] Ditmarscher Geikch. herausg. 
V. Fn E. ßaklmetm. Kiel 1827. 2. 8; Chph Lehmaun's [st« 
1638] gehahvdler Speyerscher Chronik. Frkf. 1612 u. s. w.; 
1711. F.; 1^. Harileder [geb. 1579; st. 1640] v. d« Ursachen 
des t. Kriegs. Frkf. 1617; Gotha 1645. 2 F.; und M4cA. 
Siettler'i [geb. 1580; st. 1642} Helvetischen Annalea. Bern 



Teatochlmd : PjrQ$ii. . 405 

^Mk S F« — Schominglos fraynf&ihig l%«^ ,der hpoioriiti- 
sdn VMwisBer und MeoscImikenVQr: Joi.- BaliA. Schuppiut 
[pk.1610; 8t. 1661] allerl^ gittUohen jUnj^ug im gesettsqhaft- 
kh» Leben: s. 'DaMelking ist of t iUji^rraschend g^treioh 
od nMleriflch^ die S^raoke^ t^nn gleich' durch beygemiicbte 
ifmh AuBdrficke entstellt, hat viel Gediegenheit ; Sdir. Ha- 
waii i«3; Ansg. y. Frkf. 1719. 8; rgi Wickler in Eieri*^ 
UdwifitfeAingen 1, 2 & 140 f. ^ Hanf Mich. JUoicier.oieh 
[gdk. 1600; st. 1669] satyrinirte ernst und lannig in selbst- 
tttmBgn BearlKfitnng der Trfteme QaeTedo*8, nieht frey von 
usotiger Gelehrsamkeit n« Spracbroeiigerey, reich an glück- 
fiehea Zogen und gelnngewn Gemfildon: Philanders v.Sit- 
tawaU wnnderlidie and wehrhaftige Gesiichter« Slrasb.1642 
«.s.v.; »1650; 1666. 2, 8. — Sumuel But$Mj a. Breslau 
[fcb. leU; St. 1678] sehr belesen, namentlich njit Tacitns 
0. Sneca befreundet, beurkundet Mehscheakenntniifs, Gedan* 
^nnUtkam und dgentbQmfichen Witz in bfindiger» von Aus- 
'ioderey sienlich reiner Sprache; Hocbteutsdie Sdireiben u. 
mieden. Br* 1654. 12 ; E^ntbymia. Br. 1657. 12 1 Jgrweiterte 
kochteotscbe Canzelley. Br. 1660; 1666. 8; 500 Reden.' Br* 
i666. 8; Pathmos. Lps. 1677; 1707. 8; A-Z .Wohlbebauter 
fiosen Thal. Nbg 1679. 8. — Viel UeberMnstimmung mit den 
Aasiditen und Bestrebungen lUeser Männer findet sidi bey 
dem Augnsdner Abraham a S. Clara^ eigentKoh Utr. Megerle 
[g*. 1642; St. 1709], K. Hofprediger in Wien [1669], wel- 
eher dofdi g. burlesken Wita und eigenthümlichea faumoristi- 
^chea Kasselton bekannter ist, als von Seite des ihm ein- 
^olueodeB seltmien Rednertalentes, der Sbeifaus reichen und 
^iefea Kenntniss des menschlichen Herxeils und der kühnen 
^ rejmnthigkmt, womit er Laster strafet und Albemheitc«i rü- 
"^t; viele s. Darstellungen grftnsen an Meisterhafligkeit und 
^%e Sprache, so oft sie auch in Gemeinheit verfiült, hat eine . 
Vielseitigkeit und Reife, wie sie kaum in gleichem Maasse 
^f Zeitgenossen angetroffen wird: Judas derEraschelm. Wien 
\;<^; Salsb. 1688; 1710; Bonn 1687. 3. 4; Würab. 1716; 
^tl752. 4. 4; Augsb. 1775. 4; Oesterreichisches Deo Gra- 
VW. 1680; Auf auf ihr Chriaten. W. 1683; Lob u. Preis 
V herrlichen Tugenden der h. Katharina. W. 1686; Relnib 
^oAet ich biss dich. Sulab. 1687; 1690; 1714; Lucer n 
h; Cöln 1691; 1702; Gack gack ä Ga. München 1688; 



Ji 



409 Ttoiltichlaiid, Prosa. 

W. 173S; GrannnAtiea religiosa. Sakb. 1691; 1699; CSiti 
1719; AagO). 1721; 1725; 1729.4; Lob m Prob, dier horrli- 
dien Tagetiden so auch hey dem weibBehen Gesehleehte su 
finden* W, 1695; Ja n, Ntin eine Lobrbde auf den b. Ber- 
Ibold. Lins 1697; Etwtti ffir Alle. Warsb.lifi99; 8aUb;l7l1; 
Nbg 1733; Halle iTOS; W. i929. 2. 8; Abrahamieches «e- 
bab dich wobl. W* 1700; 1737; 1739; Nbg 1729; Mercaria- 
Mb oder Wintergr&n. Nbg 1700 oft; Heilsames Geifciisch^Ge- 
masch. ö. J.; Wfi»b. 1704; 1724; W« 1737; Neu eroffiiete 
Welt-Gafferie. Nbg 1703 F. m. K.; Huy n. Pfoy der Welt. 
Wiirvb, 1707; Salxb. 1710.4; Wunderwirtiges gänznen ane- 
gehecktes Ntoennest. Frkf. 1707; W. 1737; Wohl iemgefült- 
«er Weinkeller. Wursb. 1710; 1725; 1739; GelstUcher Krft- 
inerladen. Wfirzb.1710; 1719; 1725; Besonders ihenblirte a. 
gezierte Todtencapelle. Wfirzb. 1710. 8; Handert attsBündige 
Närrinnen in Folio. W. 1713. 4; Abrah'MnIscbes Beseheid- 
Essen. Nbg 1714; W. 1717; 1719; 1737.4; Abrahamtsebe 
Lanber-H&tte. Nbg 1717; 1722; 1738; 1747; W. 1721. 3. 4; 
Sterbefii n. Erben« W. 1741 ; Die Terbllimte Wahrheit Linz 
o. J« ; Patrodninili. o. O. o. J. ; Aller Frend u. Fried ist Ur« 
säcb Maria, o, O. n. h Vgl, (Ck. L. Stengel) Quintessenz ans 
Ahn Werken. Berl, 1765 f. 2. 8; Auserlesene Gedanken, 
Anekdoten, Schnarren u. Märchen. Wien 1812; II Ansg. 1816« 
3. 8; J^on^scbe En^Shlungen, Fnbelii n, EinfWe, Prag 1829. 
8; tiffUif 9* Chrestpmatbieii. 

In dem ersten Viertbeilb des XYIH lahrh« sind aianer 
Warnecf^ Beaer (S, 370), Cisi Weif, vdcher den Ckbraach 
4er Mattersprache in wissensehaftliefaen Angelegeobelten ent-* 
l^ied, -d^li' ^pt^ktisch belehrenden JoA. JU^ci, e. Lern [geb. 
1694 ; st, 1776[^' ttv'^. a., ywe^ Geschichtschreiher bemerkens- 
werth , dte 'imt Xhgheim (von ihm in d. Gesch« der Kanxel- 
ber^dlsamll^t) <tllid^em taanig ironischen Satyriker Ckn Friedr. 
Litcov [gebt iTQO; st, 1760;), dessen Schriften {Frki^ n.Lpx. 
1739. 8 ; Berlin 1806, 3. 8) grosse i^rachUche Vorzüge ha- 
ben, als Yorboteii eines bessereii Zeitalters der Prosa betmch- 
^et werden können: ßeinrich Graf Bümm [geb. 1697; sL 
1782] ordnete |leisi|ig gesannuelt^ Stoff nicht ungeschickt 
und siidife der Sprache einige gefällige Geschmeidigkeit sn 
geben: Leben K. Fried* I, Lp^E* 1722. 4; T« Kais. n. Reichs- 
Idstorie. Lr 1728 0Mf 4; nnd feh, Jw. Moioev Igeh. 1689; 



Tratschland. Prasa. 407 

tu 17M], dn rnndciftiger Foneher, fante den CMattken 61- 
D«r VoU» und Staatsgescb. ziemlich richtig anf und idnreibt 
kSfiiig mid anfadi: Gesch. d« T. bis zani Abgang der Merov^ 
£. Lps. 1726 flL 2. 4% — Die grössere gemlsdite Lesewdit 
ergotsts sich an Dav. Fa$9mann [geb« 1683^; st. 1744] Gei 
ifilcheD im Reiche der Todten (Lps. 1717 f.), gelehrten Nar- 
ra (Freyb. 1729) n. dergl. m. Bey manehen Dienisteii, wekhe 
fio^todM (a. oben S. 352) und einige s. Schüler vät Ver« 
bcaeräng der Prosa leisteten, wurde diese dnrch höfliche 
Sdnorkeleyen , gesuchten Wit» und geschmacklosen Pute 
Twuntaltet, wenn sie aiidian Reinheit und Richtigkeit ge- 
wann; in angemessener Einfachheit und männlicher Beson* 
Mrimt de» Aagdmckes waren die Seh weiser ihren Saobsi>- 
tcÜeo Chgnem bedeutend fiberlegen , obschon derselbe nichts 
wenipr als flecklos n. oft mit unbeholfener Breite besebwer- 
iidiist; Ballet^ $ (S. 371) wissenschaftliche Erörterungen blies- 
im niekt ohne wirksamen Einfluss : KU t Sehr. Bern 1771 
A & 8; Btiefe über die wi^tigsten Wahrheiten der Offeii- 
Wning;Bem 1772; Br. fib. einige Einwfirfie Wider di Offenb. 
B. 1775 fil. 3. 8 ; Tagebuch s. Beobachtungen über Schrfft^ 
ttellar s. über eich selbst (herausg. v. J. O. Heinzmann) B. 
i787.2. 8; Tageb« d. medie. Litt, heratisg* y. J.J. Römer 
0* P. Wintert, B. 1789 fil, 3. 8, — Das ernstere Streben nach 
Verrailkommnnng der prosaischen Darstdlnng war gegen die 
^te des XVIII Jahrb. allgemeiner geworden «md trug nun 
nnmer Nicherfe nnd reifere Früchte. Wie Gelfett (S. 372), 
^AoM^ für den bildsamen Mittelstand und gewann einen 
Kür aosgebreitetea Leserkreis Gottlieb Wilhelm Rabener 
[pk 1714; st« 1771}, ein gntmfithiger, heiterer, dem bür- 
gerfidieh Hanaverstande zusagender Satyriker: Sat« Sehr. 
1'P>.1751 IB.; mit s. Briefen u. Leben 1777. 6. 8. — • Myliut 
(& 372), Cramer^ Gieteke (S* 373) n. A. unterhielten die Le- 
Belästigen in Wocbensdiriften. — Von Berlin gingen wissen- 
Khaftfiche Versuche aus, welche Sich yon bisherigen durch 
Gehalt des Stoffes und der Darstellung auffallend unterschie- 
ien: Uh, Gg Sulzer ans Winterdiur [geb. 1720; st. 1779] 
liell u. warm : Moral. Betrachtungen über die Werke der Na- 
t«r. B. 1745. 8; Verm. phüos. Sehr. B. 1773 ffl. 2. 8; Vor- 
ubnngen 1777 u. a.; Ramler (S. 376) kritisch u. ästhetisch 
Wehrend; (%» Geitfried Krmue [geb. 1729; st. 1770] rin- 



^ 



406 Teutsddaiid. Pirna, 

riohtvoU.ui iiiftniili«her, . oft etwu rauher Sprache: AUi. va 
der mnmkalisdien Poesie. Berl. 1752. 8. — Joh. Joaek S/w<i 
ding [geb. 1714; st. 1804] trug die ErgebniMe ritdii^ erni 
iter Foniohiuig in würdiger Einfalt und mit eindrioglichef 
Beredsamkeit vor: Die Bestiuuaiuig des Meaacben« GreifswaM 
1748. 4; XI Aufl. Lpx. 1794. 8; Gedanken über den Wartb 
d. Gefühle im Cbristenth. Lpz* 1761 a.a. w«; 1784. 8; Uebec 
d. Natabarkeit des Predigtamtes. Lpz. 1772; 1791. 8; Die 
Religion eine Angelegenheit des Menseben. Lpa« 1797 ; 17%; 
1799. 8 ; Tgl. Lebensbesohr. v. ihm selbst. Halle 1804 8. - 
Der altteutsdi biderbe ßried. Carl ü, J!fe#er aas Stal^ 
[geb. 1723; st 10 Nov. 1798] , nach s. berühmten Vater 
einer der gelehrtesten Kenner and fleisrigsfen Bearbeitir iei 
t, Staatsrechtes, poetisch gastreioh nnd rechtlioh wahr, W 
kämpfte die Gebrechen des öffentliehen Lebens . rssdM nod 
sdineidend freymfithig^: Staatsgranunatik 1749 ; Herr und Die- 
ner 1759; Bebersigoagen 1761; Da^el in d. L5w,eiipsbe 
1763; von dem t. Nationalgeiste 17eS; Reli^en 1766 ii.f. 
a. «^ Sittlich praktische Endergebnisse phUosopbiscii-viwn- 
schafdi(^r Uotersuchnngen und Betrachtungen wurden Ua- 
fig in schlicht rednerischer Darstellung zum Gemei«foie der 
dafür empfäqglicben Lesewelt erhoben: limmk It^W^ aoi Ba- 
sel [geb. 1728; st. 1782] arbeitete mit frommer Wfrnte ao 
Yereddnng der Ansichten vom ges^^llschaftlichen GesmswoUe 
und von dem Streben nach hdherer Menschlichkeits der Pa- 
triot 1758; über d. Geselxgebupg 1758; 1760; Triuine einei 
.Menschenfreundes 1759; lieber d. Gesdi. d. Menschheit 1764; 
1779. 3. 8; Ephemeriden d. Menschheit 1776—82 u. a.;M 
Gg Zimmermann aus Brugg im C« Bern [geb. 1728; st 17«] 
beobachtete sdharfsinnig, ordnete Erfahrungstoff mit bdlen 
Umblick u^d tmste Folgerungen au gewinneui welche Sdte* 
denken anregen: Leben Haller*s 1755; Ueber den National- 
stolz 1758; 1768; über die. Einsamkeit 1756; 1773. 8; 1784. 
4. 8; von d^r Erfahrung in d^r Araneykunst 1763; 17S7. 2. 
8 1 m. a, ) Jgh. Aug. Unzer in Altena [geb. 1727 ; st. 1799]) 
einer der ersten besseren Phyriologen , bdehrete mit malen- 
scher Anschaulichkeit Ober Gesundheit und Krankheit: i^ 
Arzt. Hamb. 1759 ffl. 12. 8; 1769. 8. 8; Jüi. GottloH^' 
ger ans Halte [geb. 1715; st. 1759] stellte fruchtbare Le- 
bf usbetraQhtungeu in fasslicben Bildern und • eOfgoo^^'^ 



Teiitfchhuid^ Prosa. 409 

AirieutiiDgeii dar: Trftiime .'17iM^ «nnigearb. n /J'if* Bier^- 
JM1785. 8; M. a. — Tiefdren wiir reicheren Ochaltes, ent^ 
diddeiMl for das geaaninta «teoittichfa CSeistedebeB war! die 
groisaitige rittlich wissengchaftKche TKStigkeit , welche faat 
gUdisätig von mehren Deokem des Ersten Banges aaaging 
Tod, am dem Inneren der 'Seele hervortretend ,. dem Streben 
Bach Licht mnd Wahrheit ein hShems Ziel und nene Biek- 
tngai beiädmete, s mftohtig anregend und. fördernd das Fort- 
tchreten der Folgeseit Immanuel Kant aus Königsberg [geb. 
iiSApr. 1724; St. d. 12 Febr. 1804] wirkte durch Lehr- 
rart^ und Keas wenige Anserwfthlle den, spftter dorch krE- 
tndie Rfiformation der Philosophie hearknndeten Tiefsinn ah» 
m, Natur, Sittlicbkek und Scbfiidieit bis Aufgabe süner 
natloMuTorscbnng yesthdtend: AJlgem. Natnrgesch. u. Thea- 
rie des Smmds 1755 a. m. a. ; SimmtL kL Sehr. Königsb. 
n. Ljn. 1797. 3. 8 5 Verm. Sehr. Halle 1799 fflL 4. 8 ; Samml. 
»mger bis jezt nnbek. gebl. Sehr. K. 1800. 8; vgl. Leben n. 
Chmkitt von L» E. Barowiki, R. B. Jdckmnnn und E. A. 
WvxmüfL K. 1804. 3. 8; fiHograplne. Lps. 1804. 8. — Joh. 
Gg ffonas» ans Königsberg [geb. 1730 ; st. d* 21 Jun. 1788], 
der Magna ans Norden, bekämpfte Einseitigkeit und Verein- 
zeloog der aar in ihrer Gesammtheit richtig wirkenden Kräfte 
des meoachl. Geistes und sachte das einträchtige Zusammen- 
trefftQ deraelben mit Natur und Offenbarung in Bildern u. 
Aikdeatmigen zu veranschaulich«! und das GefGhl des Göttli- 
ebea iu Menschen zum Bewosstseyn asu erheben: Schriften 
beraosg. t. F. Raii. Berlin 1821 fB. 7. 8; vgl. Herder \Y. 
z* Utt. B. K. 1 S. 124 f. ; ScIüfffHer'B Leben S. 206 f. — 
*^ Gg Sckeßner a. Königsberg [geb. 1736;' fet.' 1820], des- 
sen leichtfertige Jugend-Gedichte der Ye^^e^tabeiü^Kn über- 
geben ned, zog Gegenstände der Wisseiisebaft'uViftf des ge- 
Kllicbaftlichen Lebens in freye Untersuchüiig,* hiebt gewöhn- 
lieben Scharfsinn und reiche Eigenthümlichkeit bewährend : 
uedanken u. Meinungen über Mapches im Dienst u. andere 
^mtände 1802 f. 2. 8; vgl Mein Leben. Lpz. 1821. 8. — 
fi<p^<fer S. 378; t;. Genienberg S. 379. — Johann JoacUm 
^wekelmann aus Stendal [geb. 1717; st. d. 8 Jun. 1768], 
reich an lebendigem Gefühl und geistiger Naturkraft, so wie 
^ claariaeher Bildung ,^ forschte nach dem Geheimniss der 
i^ttiutachoiiheit, am folgenreichsten in Italien [17i5], der 



410 TeutschlMid Prosa. 

Heimatli ihrer Sohitse^ nnd stellte dar, waf ach ihm «rgab, 
in herrlicher Spradie, welche lyrische Begristemng einfach 
edel Tenimilicht : Gesch: d. Kunst. Dresden 1764. 2^.4; Ab« 
merknngen dasa 1767. .4 u. y. a.; * Werke heransg, v. C« L. 
Fem^w^ B. Meger n. X Sekube. Dresden 1808 ffl. 7. 8; 
Machtr. Berl. 1824 f. 4. 8; W. herMi^. v. J. Eüehn. Do- 
naueschingen 1825 f. 12. 8; Briefe in m. Samml.; vgl. OBike 
W. n. s. Jabrh. Tubingen 180&. 8 oder in d. W. 37. *-n Aehm- 
liehe Zwecke verfolgten Ant. Rapk. Mengt [geb. 1728; st; 
1779]: Gedanken nber die Schönheit nnd' den Gesehlnack in 
•der Malerey. Zürich 1762; III Ansg. 1771. 8 n. a«; und CS» 
Lmdw. V. Hagedorn [geb. 1712; st. 1780]: Betrachtnngen 
fiber d. Malerey. Lpz. 1762. 8. — Nicht geringes Yer^enst 
nm Verbreitung besserer Ansichten von Kunst und litt. Ge- 
schmack erwarb sich Weine (&, 374); grösseres, bis jext 
nadihaltig fortwirkendes Leuimg (8. 397) , im eigentlichsten 
Sinne Urheber des kritischen Tones, der als geistige Norm 
gilt nnd die Entwickelnng geordnet hat, in welcher der ge- 
sündere Theil der vaterl. Schriftstellerwelt auch heute noch 
begriffen ist. •— Moses Mendelsohn ans Dessau [geb. 1729; 
«t. 1786] erstrebte als sokratisch- platonischer Denker helle 
Bestimmtheit der Begriffe, kritisirte mit ironischer Feinheit 
nnd versuchte sich im didaktischen Dialog :Ueber d. Empfin- 
dungen 176S; Phädon 1767 u. s. w.; V Ausg. B. 4814. 8; 
Philos. Sehr. B. 1761; UI Ausg. 1777. 2. 8; Werke. Peath 
n. Wien 1820. 12. 8. ^ Thomas Abii aus Ulm [geb. 1738; 
St. 1766] , arbeitete in ÄnnvoU neuer Sprache für Anerken- 
nung des edleren Berufes und des währen Heiles der Mensch- 
heit: Verm. Sehr. Berl. 1768 ffl. 6. 8. — Justus Moier aus 
Osnabrück [geb. 1720; st. d. 8 Jan. 1704] stellte dassische 
Muster der mannigfaltigsten Volksbelehrung und der Bearbei- 
tung der älteren teutschen Gesch. mit vorwaltender Beriick- 
sichtigung der Verfassung und Sitten auf; fiberall erweiset 
sich s. Selbstständigkeit u. Freysinnigkeit im Auffassen u. in 
Urthailen, und die eigenthümliche Einfachheit und Gediegen- 
heit eines männlichen Ausdruckes; Osnabruckische Gesch. 
1765; «Beriin 1780. 2. 8; Patriotische Phantasien. Qerl.1774 
ffl. 4. 8; Verm. Sdn". B. 1797. 2. 8; Bruchstficke Im Litt. 
Conv. BK 1825 N. 149. 150. — Joh. Gg Busch a. Alten-Me- 
ding im Liineb* [geb. 1728; st. 1800J belehrte musterhaft 



Teutschland. Physa^ %li 

genefamiitx); Bber CSegefistSnd^ ^ QedebKftlebeng 'n. 'büi^- 
gerl Verkehrs mit gründliehef Sachken^tniss nvHt tief «in- 
dringender BeobachtuDg der menechlichfen Dinge in'ribr'Cfe- 
gcDwarC: 8ehr. über Staatswirthechaft a« Handlang. ^Hämb. 
1794. 3. 8; Erfahntngeti 1790 f. 4. 8 m. a.; vgl. Seimidf iiii 
Haueat Mag« 4 8. 337 f. -^ Ban$ Catp. Hittel a. ZSrich 
[p)». 17iS; %t. 1803] ]lhilosöphirte Gb%r Leben^iangelegeH- 
l»ita im Volkstöne mit eindringlicher Hensitchkeit : Die 
WMiehaft e. philo«. Banreii f774; N; PrOftmg d. ph. B. 
iTBS; Bild ^. wahren FatÜötte 1775 ; der phildis. Kaufmann 
mS; ib. i^alaelr 1779. 2. «. — \m Klopüock S. 373; fTi'^- 
M & 379; Lavaier & 381 ; CAiMtkrf 8. 382; Seiuiari 8. 
^• — Wiibtend das protestantische T., fast ausscliliesstidi 
imNtrJen, in rasohem Fortsdireiteh 'sar V%r1rolIkommnnn]g 
1er NdtbnalUtferatnr begriffen war^ lag- Oestl^rreieh im Ar- 
goiimd gefiel sich in r^chfglftabiger Barbarey; dtirch loifejpi 
t. Sessei/e/« tes Nikdlsbtog in Mfthreh [geb« 1733 ; st. 1817] 
wurde aaeb dn der C^eschmaek etwas gereinigt und eine bes- 
«ere Phisa angefahrt. 8. Versnebe in Wochens<^rifteh (lidit 
1765) haben weniger allgemeingülligen als SrtUchten Werth, 
lind aber wtegen achtbarer FreymSthigkeit, redlieher Liebe 
firMeuchheh n. GMieinwohl, nnd heitet^rMtyrigeher Lintie 
lamrkeaswerth u. d. wissensoh. Arbeiten siiid nicht dhne 
Gefault: Gesammelte Sehr. Wien 17»3 fli. 10. 8. — D^h hu- 
W dtese B^mühnng^n , wie auch spfttere Erfabrnng^^ dar- 
^00, keine tiefere Wurzeln gewonnen \ die sichtbare Udber- 
Icgnheit d« nöfWchen T. blieb unbeeintrftchtigt und scheint 
sogar äi neueren Zeiten eine Art yon polit. Beaction veran- 
^ za haben, deren eigratliche Quelle nicht schwer »i ent- 
deckeii ist. Als merkwürdige Erscheinung, Frucht des sidit- 
barer herrsehenden Zeitgeistes, darf der Wettrifer , mit wel- 
ehemViftrhreitungpopularisirter Philosophie beabstchrigt wurde, 
nicht uaerwftbnt gelassiBn werden, besonders da knnsttnl^ge 
prosaische Darstellung in mehrfacher Beziehung dabey geför- 
dert w^irden ist, wenn auch der wissenschafdiche Ertrag nicht 
gleich probehaltelHl befuüden lirerden sollte: Joh, BerftAard 
Baudawmn Hamburg [geb. 1723; st 1790], hofchvafdient 
um Ersnehungwesen, war einer der ersten, welche die Grund- 
Biitze nnd Ansprfiche des Bationalismus mit redlieher llnl>e- 
*f>ngenheit ausspradien; PUhilethie 1764. 2. 8; Agathokrator 



Ai 



41^ TeuttehUnd. JP(^«. 

1771; yfiniiKdit|iiu.||r d48 Gewisse» f774rPrakt. PhUM.{. 
all^ Stande 1777. 2. 8; Elefnentarwerk. 1774; Lpi. 1785.4. 
S.w. 8,; vgl. Nekrolog 1790 B. % S. 114 fflj; J. C. Mm 
P. Lebeiv Hamburg 1791«. % »; Jßk. GMlUb Tollner m 
Charlcltenbiirg [geb. 1734; st 1774] urlheilet firejinfi^hig ober 
rdig. Angelegenheiten*: Meine Uej^izeiigiingep. 1769; 1771; 
.M. YorsftUie 1772 m. a.4 I^^z v. Jbfaing a« Bedia [geb. 1728; 
St. 1801] stellte psychologische Untersachungen iii'niuiToD 
fchdner Sprache daft lieber d. Lehrmethoden in d. Philoi. 
,1773. 8; Erfahrungen ». Untersachnngea fib. d. MesidieD 
1778 f. 4. 8$ Fragm. d. Naturmoral 1782. 8; iforf. ülers 
a. Wüstermarsch im Holst [geb. 1732,; st 1800] ymmi 
sich auf einfach milde Bdehrang, welche bey nicht gerisgea 
wiss. Gehalte viel Fasslic|ikmt hat: Betracht, über d. Sitt- 
lichkeit d. Vergnügungen 1779. 2. 8; lieber d. Lehre v. <!* 
menschL Freyheit 1783; Joh. Nie. T^tenM a, Tetenboll [geb. 
1736; st 1807] trug gehaltvolle Beobachtungen in gedasleB- 
reichem Ausdrudce vor: Philos. Versuche über d. menwU. 
Natur u. ihre EntWickelung. I^a. 1772 f. 2. 8; Ueber d.iil- 
gem. speculative Ph. 1775; Joh, Aug^ Eberhard ans Halber- 
stadt [geb. 17383 st 1809] suchte mit humanistiwh geiBU- 
terten Wolfischen Grundsätzen die Rechte der gesundm Ver- 
Ufiaft. gelltend ^u machen und verjährte Vorurtheil^ *> ^ 
Straten: N. Apologie des fiokrates. BerL 1772 ffl. 2.S; v.a.; 
vgl. obeu S. 3S4; Joh. Gg Sehhiter aus Frankfvta. M 
[geb. 1739; st. 1799] hat geistreiche EigenthUmltcbkeit in s* 
sittKch-^würdigen Ansichten über Staatsleben und Volksenie- 
bung: Kl. Sehr. Basel 1779 ffl. 6. 8; Joh. Gg Beiwr. Feiff 
aus Schornwei^ak im Baireuth. [geb. 1740; st. 1821] »« 
viele Zeitgenossen durch einfache praktische Helügkei^ ^* 
D. ne^e Emil 1774; Untersuchungen über d. menscbl. ^V"- 
len 1779 ffl. 4. 8 m. a.; vgl. Leben, Natur u. Grund«»««*! 
Lpz. 182$. 8; Chn Garve a. Breslau [geb. 1742; st 179»] 
bediente sich des allgemeinfassUcheUy veredelten Umgaogtf^y* 
)es, um Vieler Theibahme an wissenschaftl. VerhandlaogcB I 
der prakt, Fb. au gewinnen; er wird von Scheffner (I^*^ 
8» 180) der philosophischen Drathsieherey besüchtigt: Cicerflj 
v. d. Pflichten m. Erläut 1783. 4. 8; Versuche üb. vew*' 
Gegenstände aus d. Moral , Litt u. d. gesellscbafd. Le>^ 
1793 f. S. 8; Verm. Aufsätze 1796; Uebersicht d. vornehm^«« 



TcutisichtalMl Prosa. 41S 

Prindpien d. Sittenlehre 1798 r Eigene BetMK^ngen iib/d. 
allgeiti. Gmndsätze d. SittenK * i798 $ m. ».i 'ritle U^btoi^^ 
Briefe an Weisse 180»$ an Zdtlikofer 1804; an- s. -Mättei^ 
1830; Tgl. Nekrdlog 1798 B; 9f S. 238 f. r C.^ th: A^'M. ^ 
Dalb^g (S. 3il3) betraclitet Nata^ ikid 'Meneehenl'eben 'ndt 
sartem S$eh3»keitainQe: Ueber das Utiivinrstim 1776; 1778^ 
1787; Vom VerhSllniss • zwischen Moi^l u. Staatikanst lf84 
n. m. a.; C Viet. t>« BM$teitw [geb. 1745} erklärte stell 
Bber wiohflge Angelegenheltett der Mtfhschh^t n." der GeiM^ 
tsehoft, Staat n. Erziehung mit Umsiclit,' krltftiget W&rme lA 
aeböner Sprache: Philos« Sehr. 1793; N. Sehr. 1799. 'i. 9; 
über NalionalbiMaMg^ 1802 th 'm. a.; s/eil. Beink €ampe-9m» 
Deersen im Braanschw. {geb. 1746; r^t* 1818} bat pädagogisch 
iriel gewivktc Samml. eio. EhEiehung-Sehn 1777. 2^ ^; Geber 
Empfindoog n. Empftndeley 1779; Theophrbn 1783; '1^9(^1 
Viterl. Rath für m. Tookter 1789^; Sbnmtl. Kinder- itfs Jiy^ 
gendschh Braonschw* 1806 fl. 80. 12 n. «• ^. a^^ Vgl« eben 
S. 3S3; Oel//o4 Nafh. Fkther [gel. 1748; st; 48«)] «irirkfe 
d«ireh vateHändiacbe Gesiiitimig, freymfrlhig und bef edt au»-^ 
gesprochen :- Auserlesene Sehri Brannschwe^ I8OS4 > 

In SdkHdervBgen machte CSa Cäfii$ Lor, Eir$tkfeU aas 

Nfichel b. Eattn [geb. 174^; st. 1792] nieht ganzuarerdien« 

tes dlaektVers. über d. groaseti Mahn 1768; das LandlebeB 

1771 ; Theorie der Garfenknnst 1775; * 1779 Ül* 5. 4 n. e. «* 

— Gg Caa Erh. Weitphal [geb. 1751; st. 1808] entwarf in 

einzelnem gelungene satyr. Sttengemtide der teatscbca Weit 

8. Zeit: Porträts 1779. 2. 8. -- He^^ich F^et Simrz aus 

Darmstadt [geb. 1736; st 1779] bereidierte flie Prosa aus 

britt. u. franzSs« Classlkern und gab ihr fetne Gascbfiffeabriti 

mekre s. Sehüderongen sind rortreffiitih: Sehr. Lpz. 1779. 2.' 

8; 1786. 2. 8. — Engeln 396. — An$, v. Bücher «• Mün^ 

oben [g«b. 1746; st. 1817], um Volkssehnlwesen wohi Yeij«. 

dient, tadelte kiroldiche Mlid>räuehe and Uebelstiade' mit bn« 

morifltisoher Lustigkeit: W. lieransg. y* Klenihg. Mündien 

1819 f. '6. 8. — Qg Ckpk Lickienberg aas d. Darmstädti- 

teheB [geb. 1747; st. 1799] machte von vielseitigem Wissen 

und beneidenswertker muthwilliger Laune den glücklicbsteii 

Gebrau<$h, um Schwächlichkeiten u; Albernheiten des2eital* 

ters in ihrer Läcberiichkeit darzustellen und behauptet ab 

Hogarth's Ausleger eine vorzügliche Stelle unter den geist« 



414 Teutschland. Prosq. 



l!eiobenSatyiik€|«i( YeroiMchte Schrifleik Gott ISOQiffl. 9* 8i 
l^rklUning . ifif BßgvffAnfhen Kapfipnt. loit EL Biepenhauseii*« 
Gß^^. ,fi.A7H SO, 19. 8 m. K. FpL; vgl« NokrQlog 1799 
B. X' H* 9Z\ 0U. r-: €g,FQr$itr »w Naasenhoben b« Danrig 
[geb,. ;[?^44 l^.d. 11 Jßn. 1794] bex weckte «e Wedüdwim 
kwg swif^heQ Nator npi /littUdier Fr^beit ui« die ewigen 
Qe^t9ß des . §cbdnen n» WaJireQ «^ veraDeebaalichen mid die 
geiltigA. SeK^sithfttigkeit freyer. sa entwiokelii ; Danttettong 
und- Sprache sind ipuf^vell dnfaeh und gediegeneik GeAiiditeac 
Cbai^f. Reise 1784;i Kl« Sehr. Heilm 1789 &; 1794 iil, 6. 8t 
ADwhten ToiB Niedarrbein« Q» 1791 fl, .3« 8; Bc|efweehaeL 
Lpa. 1830. 2. 8; vgl. J^ ScUeg^l, in Cbaffdtter. 1 &88.fflL; 
Ndkroiag 1794 B. 2 8. 274 ifl. 

In . den. leztea Jßbrxehnten des XVUI Jabrb. werden die 
hEhillstep Ang^^^nbeiten des Gdstes und I^ebens^ Deokieiii 
Wissen, Wollen/ )Si«aAt) Qeselbcbafi, ^ten, Genoss nnd Axr 
beity Ypa Schriflstellf^n, unter weMien .die meisten ihren Be^ 
mCsfir Gestaltimg und Lritnng. einer effendicbea : Mlteang 
setieam bew9brleii| )n ernetp ErwAgong- geno^pen und ali Gen 
meingnt der BiieniiebMt« hebf^delt.v die Pnisa- gewann imm^a 
ToUendefere lleUe Und bey nafeber Mannigfekigkelt nnd we- 
seBtKeb«r< SettMtsMIndig^ait speic|i| «ich in ihr. eine wsnAdetr 
iaBie..gmelige Einheit im Bingien nfich heller. Anicbantt^hkeii 
uad.Yerrinnlidinng der Vonstellnngea ond inneKe»i8#eleabilr 
der ana^ wie &|b .b^y wenigen neMsen Völkern in gleidiem 
Maasse nachanwiwen seyn diUfte«, * Diess beurkunden vielem 
aU.elassisch anerkannte Schriftra fiothe'a, .ScbiUer'a, J. H*. 
Voss^. F. L« Gf. Stti#>erg a. A^ -rt i^« HeiMr. Jßcßki ans 
Ouseeldorf [giO). 1749; st, d, fO M9rs 1819J kftoipfte »U 
Quillt, und 6c^^bI gegeti das, was ihm als vidgestakiger wie- 
sensehaftlicber. Irrtum erschien, wo er denselben.su entdecken 
glanbte» und essir ebte voll redlichen Ernstes die Rettung und 
Sid^erntelfaing des Glqiibens an das nboMnnliebe Hdbere der. 
Menschheit: W. Lpz, 1812 f. G, 3; Bri^. L. 18S6, % 8; i^gK 
X nach s. lieben, Lebten u. Wirken t. SehlichiegiroUj Weft* 
/fr u* . Tkifrsci. . Münidien . 1819» 8. rr- Guiim) Qr^ 0. SqUa^ 
ken4orf a. »Stellin [s. 1789] einheimiacb inPafis [geb. 1750;. 
st« d« 21 Aug. 1824], hielt mit, den Bestrebungen der beeie- 
ren Kjipfe des Vaterlaads gleichen Schritt, bewahrte Eigen*. 
thümUchkeit unter allen Umgebungen und ttnssaren 



TealBchlaiicL Prosa^ 4 1 5 

fangw ud ufaCeraiicbce mit tMer OrBodlkyrait nod heiter 
Unikiit; s. Sprache ist k&rnig und gediegen : JKapoleon Bona*» 
palten, dat fioaiHM* Yvlk nbter •«• Cebaulate (heraosg. t. 
llr. BiüAäfdi^jiiaM; viele ■» Aniichten und Midce n*». 
geiholt in „Uebär die Spraohe«^ Heidelb.lSSR; Manches ans 
kNadilavewiEd hi^endich ¥eferö£fentiicht worden; vgl. F^m« 
if;av»Aw^.in »»vAoMMr't -«lutft. Taechenbuehe S 8.2l9f« 
- kul BtUfiiB: [gdb. 17£8>) st. 1810} beobachtete mit fri- 
iier,lmrcilen grämUcber 'ÜHacht die Terborgenen Ricbtnii^ 
gm ^er Mitwelt : »Betraditnngeil :6ber d. Zeitgdat in Tentsch- 
laid 1808; Betracht, nk ESnflüss n. Wirknngen d. Zeitget- 
un anfd. hSherea Stftnde 1810; in. a. -^ Im ScharfsitiB nnl 
ZartgeKU ist ihm ^fBKVfWBiAi Bf/kihf Mich, eoji Ootfutoder 
Ciwälgias, Themas ab Indagipe [iu 1810]: *Ueber marei. 
Einkrac^ Weibev^Uidbestand, Wdbtr-Lannen n. Wriber^El^- 
feimcfa^ acht Gespr. Lps. 18ll« ~ Amg. 1FM. RcUerg [geb. 
17S7] fusohet den Ursachen mannigfaltiger Abweiehmigen in 
gisellailuifiHchen . Ansichten eobarfsinaig) oft getsdreich nafch: 
fieipr. ülwr^d. Vergnigen t78&; Cäto oder über Besibnmung 
desMflDRhen 1780; Prfifiuigder Endehnngkonst ITM; U»- 
temchnigen fiber d. fcanxös. Revolution 1793; über de» t. 
AM 1803 T. Bi; W. 1888 f. ~ J^'iedr, Gent [geb. 176f| 
beredter a. Aielblidgiiader poKtisirender Denker Ober d. An- 
«ptUie der Gegenwart: An FriediSoh Wilhebn III b. s. Thron- 
Wciging 1797; Fragm. ans d. Gesch. des pollt. Gleichgfl- 
^nditin« a; — Friede Jucoäi a. Gotha [geb. 1764], rer- 
trant mit den SohStzen des Alterihuma nnd einer ihrer glüdd- 
fiehiteB Ausleger^ geistvoller mannhafter Vertreter der hefli- 
geo Gereditsanie der Menichheit in eindringlicher edler %ra- 
die und Därsteflnng: Yerm. Sehr. Gotha 1822 f. 4. 8 n. m. 
8. — Seume <s. oben & 385). -- C L. Reinhold [geh, 1758; 
it 1823} dnrch gefällige Einkleidung und Sprache die weite 
Verbrcitang der kritischen Philosophie fiM^demd vgl. Leben 
^ litt. Wirken t. BnM R. Jena 1825. 8. — Joh. GmtiBl 
Fieke [geb. 1762; st. d. 29 Jan. 1814] kühner, tief ergret- 
bnder Sprecher für Vaterland, sittliche Freyheit und Ehre des 
t Volkes; Reden an die t. Nation 1808 (Jean Faul W. 44 
S. 101 f.); T. a.; vgl« Leben ▼. J. H. F. Sulzbaoh 1830 f. 
2« 8. — Die Gebr. Scilegel (s. oben S. 390) rüstige Streiter 
fir den frejren wissenschaftlichen Zeitgeist nnd sinnvdlen 



/ 



416 TwtBchlaiid« PrMa. 

Auiriager seuies eigebtbfimlieben WeseiM und - Sttebon. — 
WilL tw HumtoUt [geb. 1767], Meigter der. wiaseiiiKhafdi* 
phen ForschuDgitietiMde «ml der Kunst, «le- zu veiaiiichaali* 
iJbieyi^ glüekliobeF ZergUeAecer 4«» SchSneiv ^gd. Qrmmeai ; . s. Br. 
Afes^ander [gebu 17G9] begeisterter Forscher und. bmidter 
Aud^giir der Weltr>PIky^''iind'der Weebselwarkang zwischen 
JKutnr «. meiiachL Lehen:. Reise im Inneren v« Ammriluu Tübw 
4808 f.; ▼* a. ~ jPrtML ScUeiermdchar, [geb. 1768] der ge* 
.vandteste-Dialektiker, ' Meister im polemiscbm AnsdrndL; ^oh, 
Mruh V. Berger [gebw 1772] in Wurde des Amdmoks dem 
Adel der iGesinnang entjqpreehend; Fr. WM. Jog, Seielfmg 
J^geb» 1775] Meister des. vollendet malerischen Aasdruckes Inr 
•die höchsten Ang^legeDheiten des measehlkhen Geisles : Flu- 
JM^.^hr» l.'I/ancbhBtiSOQ; Vorlesaogen iiber d. akad. Sta- 
4ifm t803>; .1897; Ueber das Verhältniss der bildenden Kinste 
sn der Natal" 1807 n. r. a.; iei. Fried. B^rbart [geb. 1776] 
td^Q. praktiscben Gesichts|Minet: der Philosophie vestbaltend nnd 
:liiil gehdtvoUer Klarheit erlftBlernd; C. W. F. SMger [gcdbw 
1789; tL 1819] Empfänglichkeit für das Sehöne mid Wahr» 
durch warme' n. faasliche Darstelhing anregond : Erwin i81-S ; 
j^achgelassene Sehr. 188(1. 2. 8; OmMHf H. Sdbiier# [geh. 
4790] kindlich religidier Denksr Und Natorbeobaditef , eia- 
iach luiseksmlicfaer Darstdinng Tolllceiiuneli teftebtig. -^ Ueber 
fjslilMche Aii|;elieg;enheiteik habMi sich in nenerer yerhiiigiisa- 
YoUer Z^it i»e];ronlhig; ksdft^, oft kahn gcäassert JBtmi Mor. 
^»dt [geb. 1760], CoAr. .Fried, v. ScAuMt-Fkiieldeck [geb. 
4770] : Sehr. Aaran. 1825 f. 10. 12; Jei^ Ign. WeOzel [grii. 
4771], J7. 2^cioMe [geb. 177 i] j Iffu Paul Vümlie Tr^ler 
{geb. 1780], Fr. W. Careni [geb. 4789] nw m. a. -^ Den 
jTearig kräftigen Joh. Joe. Gdrree [geb. 4776] und Fr^Xnrfiew 
Jl^hn [geb. 1778] verdanket die Spcache gehalt voller Berei«- 
chefnngen. -— Ao8ehaalich-Iebendige>uhd malerisdie Damtd- 
lang deär Natnr und des gesellsehaftlichen Lebens findet sich 
in gew^isser Vollendung in Alex. ü. ü^nneniiisi^Unnisse aus 
m. Ski^ztebache. HannoT. 4827 f; 2« 8; und in. (des Jg'arsten 
P.) Biiefen eines Verstorbenen. Stnttg. 1830 f. 4. 8. --^ Der 
bis zur Ungezogenheit aligestüraen UmwiUzanggier u. Schmäh* 
sacht auf Altes ü. Bestehendes eines L. Börne y eigentlioh 
ßarucA [geb. 1786], des reicher begabten Humoristen ff. 
Heine [geb. 1797] nnd ihrer Genossenschaft schämet sich 



* 

Teiitschland. Prosa. 417 

Tentfchland» eifreat, nm solchen ausgearteten Söhnen gelS« 
Stert SU werden. 

Die Knnstgestalt des geschichtlichen Styles, von Moser 
(S. 410) richtig geahndet und bezeichnet, wird durch die 
Stärke und Reife der Idee von der höheren weltbürgerlichen 
nnd Tolksthumlichen Bedeutung der geschichtlichen Darstellung 
bedingt nnd setzt eine Freyheit der sittlichen Ansicht und eine 
Sicherheit im Streben nach gesellschaftlicher Wirksamkeit Tor- 
aus, welche nur langsam vorbereitet u. zu wachsend allge- 
meinerer Anerkennung gebracht werden können; sie ist in 
Tentschland, wie bey jedem Volke, eins der lezten Ergeb- 
nisse der glucklich entwickelten Ausbildung des Geistes und 
der Sprache. Für Bereicherung, Berichtigung und methodi- 
sche Anordnung des Stoffes, auch zum Theil für lesbare Yer- 
arbeitung desselben zu unterhaltender, wenigstens bequemer 
Belehrung war viel geleistet worden von Johm Matthioi 
Schrockh a. Wien [geb. 1733; st. 1808], Prof. in Wittenberg, 
welcher der Biographie eine dem Zeitbedürfhisse zusagende 
Gestalt zu geben versuchte und als fleissiger Historiker ge- 
meinnützig wirkte: Lebensbeschreibungen beriihmter Gelehr- 
ten. Lpz. 1764 f. 3. 8; «1790. 2. 8; Allgem. Biographie. 
BerL 1767 f. 8. 8; Kirchengeschichte 1768 f.; Weltgeschichte 
1779 f.; vgl. Leben v. Tznchirner 1812; von Joh. Chph GaU 
terer [geb. 1727; st« 1799], dem hochverdienten Registrator 
alles histor. Wissens, dem vielthätigen Litterator /• Gg JUeu* 
#f / [geb. 1743; st. 1820], dem wackeren skeptischen For- 
scher Aug. Ludw. Schlozer [geb. 1736; st. 1809J, ehrwi}rdig 
als Herold polit. geschichtlicher Oeflfentlichkeit, n« m. a«; 
durch gefällige Einkleidung machten sich JuL Aug. Hemer 
[geb. 1736; st. 1803], der des rednerischen Putzes nur etwas 
zuviel hat, Diet. Herrn. Hegewiick [geb. 1746; st. 1812J, 
welcher dem gesch. Studium viele Freunde gewann, Joh. Chph 
Krmu$e [geb. 1749; st. 1799] u« a. bemerklich. — Michael 
Ignatz Sehmidi aus Amstein im Wirzburg, [geb. 1736; %u 
1794] unternahm die Darstellung der t Nationalgeschichte für 
die gemischte Lesewelt, mit der nicht genügend erreichten 
Absicht, ÜB Würdigung des inneren Volkslebens der Be- 
schreibung der Süsseren Staatsverhältnisse gebührend gleich 
zu stellen ; Anordnung und Entwickelung, so wie die Sprache 
haben helle Einfachheit; Betrachtung und Urtheil sind oft 

Wmchler H& 4. LUC. Gtuh. lU. 27 



4 1 8 Teutschland. Prosa. 

einseitig: Gesch. d. T. Ulm 1778 ffl. m. /. MinUler'g n. L. 
t?. Dretch Forts. 26. 8. — Gotiheb Jac. Planck aas Nörtin- 
gen [geb. 1751], unbestechlich wahr und gerecht > mild u. 
einfach, Meister in sorgsam genauer und authentisch grundti* 
eher Nachvveisung der vollständigen, eigenthümlichen Ent- 
-uickelung und Gestaltung des Geschehenen und des Antheils, 
welchen Menschen darangehabt haben: Gesch. d. Entstehung, 
d. Veränderungen u. d. Bildung unsers protest. Lehrbegrif- 
fes. Lpz. 1781 ffl* 6. 8; Gesch. d. christl. kirchl. Gesellschaft- 
Verfassung. Hannover 1803 ffl. 6. 8; m. a. — Ludw. Timotb. 
Spiti/er aus Stuttgard* [geb. 1752*) st. 1810], den Ertrag ern- 
ster Forschung mit philosophischem Geiste lichtvoll darstellend, 
das in einander Eingreifende gedankenreich verbindend und 
die Beziehung der Vergangenheit auf die Gegenwart feinsin- 
nig andeutenrd: Kirchengeschichte 1782; IV Aufl. 1813. 8; 
Wiirtemberg. Gesch. 1783; Hannoversche Gesch. 1786; Eu- 
top. Staatcpgesch. BerL 1793. 2. 8; vieles a.: W. Stuttg. 
1827 f.; vgl.' J. G. Phmek über Sp. Gott. 1811. 8; Heeren 
u. Hugo über Sp, 1812. 8; WoUmann W. Lief. 7 B. 1 S. 
313 f. — Johann Müller aus Schafhausen [geb. 1752; st. d« 
29 May 1809], ein unennüdeter, gewissenhafter Forscher, 
überaus reich an vielseitiger Bildung, beseelt von frommem 
Glauben an göttliche Weltordnung und menschliche Bestim« 
innng und getrieben von begeistertem Streben, höhere Sitt- 
lichkeit und bürgerliche Kraft und Tüchtigkeit im gesellschaft« 
liehen Zustande durch Befruchtung des Geistes mit geschicht- 
lichen Erinnerungen und anschaubaren Belehrungen zu för- 
dern. S. Schweizergeschichte (1780; umgearb. 1786 ffl.; 1806. 
5. 8) wird sich lange als das beste hist. Bildnngwerk in mehr- 
facher Rucksicht behaupten; sie ist geeignet, Achtung und 
Liebe für das Vaterland zu begründen und zu bevestigen; 
das besondere, wie es dem Lande und jedem Zeitalter ange« 
hört, wird tr^u vergegenwärtigt und mit universalhistorischem 
Blicke zum Gemeingute der Menschheit erhoben; die GemSlde 
und-Sch3derungcn hftben eigenthümliche Wahrheit und Leben- 
digkeit durch glücklich äufgefasste und an rechter Stelle ein* 
gereihete kleine Züge; die Sprache ist alterthumlich chroni- 
kenartig, inhaltseh wer gedrängt, oft kühn neu. S. Weltge- 
schichte (1810. 3. 8) giebt eine grossartige Ansicht von dem 
Gange der Weltbegebenheiten in ihrem Zusammenhange ; der 



T^tttochlafid. Prosa« 4 1 9 

gehirffvone Umriai hinterlSsft ^iben das Selbstdenketi anre«^ 
geoden und das Weiterstreben aofibdernden Gesammteiodrack« 
Die gesch. n. polie. AttfsStxe, Betrachtungen, Briefe enthalten 
Goldkorner ffir die Nachkommenschaft , welcher es Ernst ist 
mit dem Besserwerden des Lebens durch geistige Veredelung 
des Menschen: SämmtL W. Tübingen ISIO ffl. 27. 8; ygh 
Heereh J. AL der Historiker. Lps. 1809. 8; F. Roth Lobrede« 
Sulsbach 1811. 8; Wackltr in Philomathie B. 1. — J^h. 
WM. «. Arehtnhelz [geb. 1745 ; st. 1812] unterhielt im Irich« 
teren Umgangstone mit angenehmer DäMellung ,>kundig der 
Neigungen und Bedürfnisse' der gemischten Lesewelt: England 
u. Italien 1785; *1787. 5. 8 (vgl. Goihe W. 27 S. 234^; 
Geacb. des siebenjährigen Kriegs 1789^ 16; 1792. 2. 8; Ge« 
seh. Gustav Wasa 1802. 2. 8; Kl. bist. Sehr. 1791 ffl. 2. 8; 
Lift. u. Volkerkunde 1782 ffl.; Mimerra 1792 ffl. — Ch^ 
WilL fK^Voim [geb. 1751; st. 1820] reichhaltige u. treue 
Denkwürdigkeiten s. Zeitgesch. Lemgo 1814 f. 5. 8; vgl. *IF. 
Gramau Gh. W. t, D. Lemgo 1824. 8. — J. G. EicKhorn 
[geb. 1752 f St. 1827], als Lehrer in Jena n. GSttingen frucht- 
bar wirkend , hochverdient um Gesch. d. Lift. (s. 1 S. 4 ; 2 
S. 134): Weltgeschichte 1799 f.; Gesch. d. drey lezten Jahrb. 
1803; Aufl. III. 1817; m. a. — Conr. Mannert [geb. 1756] 
atdlt die Ergebnisse wackerer Forschung einfach und licht- 
voll dar. — JoL Caijf. Fr. Slanso [geb. 1759; st. 1826J 
griindlich, frejrmuthig und geschmackvoll: Sparta ISOO f.; Le- 
ben Conslantins d. Gr. 1817; Gesch. d. Preuss. Staates 1819f.; 
Gesch. d. Ostgoth. Reiches 1824 ; ro. a. — *- Arn. Herrn. Ludw. 
Heeren [geb. 1760] f&r filtere u. neuere Geschichte gleich- 
massig thäUg: W* 1821 f. — C Wüh. Ferd. v. Funck [geb. 
1761; St. 1828]: Gesch. Friedrich*s IL 1792; Gemälde a. d. 
Z^tett d. KreuzsBge 1821 f.; Erinnerungen a. d. Feldznge 
1812. 1830; mehres In d. Hören. — Ern$t Ludw. Poueli 
[geb. 1763; st. 1804] strebte alterthfimlichen Vorbildern nach, 
oft geistreich Aeknlicbkeiten verfolgend und das Dunkel epi- 
grammatisch aufhellende oft gesucht und blendend: Gesch. d. 
Teatsehen 1789 ffl. mit niUz Forts. 4. 8; Gesch. CarFsXII 
1791; Gnstav's UI 1793; Krieg d. Franken 1794; Europ. 
Annalen 1795. ffl. — Fried. ücUichiegroU [geb. 1765; st. 
1822] mit Milde beharrlich kämpfend für das Wahre u. Gute: 
Nekrolog 1790 f.; m. a.; vgl. ZtcKokke Sehr. 7 S. 267 f. — 

27 • 



420 Teutschland. Prosa. 

Carl Dieir. Hnllmann [geb. 1765] kridsdi seKarfsInBig n. 
heller Darstellung mächtig. — Qg Sariorüt$ [gebk 1767; st. 
1828]: Gesch. d. t. Baureokriegs 1795; Gesch. d. hunseati* 
Sehen Bandes 1802 f.; Ueber d. Regiemng d. Ostgothen 1811 ; 
m. a. — Jak* <joH/r. Pahi [geb.^ 1768] des geschichdichen 
Volkstones kundig: Nat. Clironik d. Teütschen 1802 £. xu 
1820; Gesch. Wortembergs 1828. f. — Cart Ludw^ Wolimänn 
[geb. 1770; st. 1817] hatte entschiedenen Beruf sur hise. 
Kunst; in mehren s. Darstellungen tritt die Objectivität pla« 
Stisch hervor: Grnndriss d. alt. Menschengesch. 1. 1704; Ge- 
sch. d. Reformation 1800. 3. 8; Gesch. d. WestphSl« Frie« 
dens 1808. 2. 8; Gesch. Gr. Britanniens. 1. 1799; Ueber Job. 
Muller 1810; * Memoiren des Freyherrn t. 8— a. Prag 1815. 
2. 8; T. a.; Werke. Prag 1818 ffl. 12.8; vgl. Autobiogra- 
phie, in Zeitgenossen No* 11% — Heinr. ZtcAoMe [geb. 1771 ]. 
lebendig veranschaulichend u. die sittlkhe Reflection anre- 
gend; Fz Serapkim Kurz [geb. 1771] ungemein fleissiger 
Bearbeiter der Oesterreichischen Gesch., durch Forschung n. 
anspruchlose Gute der Darstellung glelcfamässig ausgezeich- 
net; C. H. L. P&Utz [geb. 1772] fruchtbar gemeinnatsig.^— 
6abr. Q&ilfr. Bred^w [geb. 1773; st. 1814] freysinnig, krfif- 
tig, den Stoff mit Einsicht ordnend und durch Verarbeitung 
belebend: Chronik des 19ten Jahrb. 1805 ifl.; r. a, — Dm 
freysinnige C t^. Rotieck [geb. 1775], muthiger Vertreter ver« 
fassungroässiger Freyheit; Fried. Chph Schio$$er [geb. 1776] 
ausgebreitete Belesenheit u. vielseitige Forschung zu scharf- 
sinnigen Folgerungen benutzend; Fr. WHken [geb. 1777] 
stellte zuerst die inhaltschwere Gesehichte d. KreuzzSge 1807 
f. befriedigend daf ; J%tl. Frz Borgün Schneller [geb. 1777] 
trSgt zur Verbreitung hellerer Vorstellungen von Bestimmung, 
Würde und Rechten der Menschheit, von Staatsverfaältnissen, 
Vdlkereigenthumlichkeit in beredten Erörterungen bey. — 
Barthold Gg Nieiuhr [geb. 1776; st. d. 2 Jan. 1831] seltene 
Gelehrsamkeit mit tiefer Denkkraft und reifem Urtheil ver- 
einend, Muster der Forschung, überaus reich an eigenthümK* 
eben Ansichten: Römische Geschichte 1812; Aufl. II n. HL 
1828; Kl. bist. u. philol. Sehr. 1828; vgl. Gfotfery Notice sur 
B. G. N. 1831. 8. — B. Luden [geb. 1780] durch geOllige 
rednerische Darstellung ausgezeichnet; Firted. KoMraueeh 
[geb. 1780] des anregenden gesobichtL Lehrtones kundig: 



Teutschland Prosa. Roman. 421 

Teutsehe Geschichte 1816 u, ■• w.; Fr. lUth [geb. 1780] hat 
eich den krftfiigeii Styl des classiachea Alterthams angeeig- 
net. — JPr. f>. Rtmmer [geb. 1781]: Geech. d. Hohenatanfen 
1823 f. m. a«; E. W. O. Waeh»mmik [geb. 1784] luitersacht 
sorgfUtig u. eraählt gefl&llig; JFV. C^pA DuUmann [geb. 1785] 
lefarreidi in der Methode der Dntennichang, hell in der Dar- 
stellaDg; C Äug. Vamkageu r. En9e [geb. 1785] belieb- 
ter Biograph; O. Ad^ Harm/d Sienzel [geb. 1792]: Gesch. 
Teutschlands anter d. Frilnkischen Kaisem 1827 f. m. a.; Fr. 
KariMm [geb. 1792] gelehrt n. eigen thnmlieh fieysinnig: K. 
Friedridi I 1818; Entstehanggesch. d« ffreystädtischen Bünde 
1828 t m. a.; H. Leo [geb. 1792] selbststündig v. geistreich: 
Vorlesangen über d. Gesch. des jüdischen Staats 1828; Lehrb. 
A. Geseb» d. Mittelalters 1829} Gesch. y. Italien 1829 m. a.; 
Fz Leop. Rancke [geb. 1796] yerstehet die Stimmen der Zeit- 
genossen SU treuen historischen Gemftlden su benntzen (Für- 
sten u. Völker v. Süd -Europa im XVI u. XVII Jahrb. 1. 
1827)y bewahrten hbtorischen Stoflf d. neueren Zeit aus mündl. 
Ueberlieferung sn gewinnen u. verarbeiten (die Serbische Re- 
volution 1829) und hat das Ergebniss einer musterhaften Me- 
thode, die Zeugnisse und Mmaungen über eine räthselhafte 
Begebenheit (die Vecacbwörnng gegen Venedig 1831) zu prü- 
fen, an^gesteOt; Ton erweiteren Leistangen ist TreflBicbes au 
erwarten; y. A. . 

Die bisherigen Andeutungen besiehen sich auf. das Allge- 
mmnere in der Entwickelung der prosaischen Litteratur; zwey 
Gattungen derselben, welche, an sich wesentfich verschieden, 
die mdste Selbststftndigkeit und Eigenthümlichkeit und den 
umfassendsten uad nachhaltigsten Einfluss auf des Volkes 
Sinn nnd Geistesbildung haben, der R^man und die Kan- 
zel Beredsamkeit bedürfen besonderer üebersickten. 

a) Die Gesobidite des tentsohen Romanos ist eine der 
bedeutsamsten Aufgaben, deren befriedigendere LBsung ge- 
wünncht nnd Ton dem regen Eifer, womit in unseren Tagen 
die reichen ScAfttse unserer NatiomdHtteratur beachtet und 
bearbeitet worden jrind, hoffentlich nicht umsonst erwartet 
wird« . Sie hat Wurzel und Keim in der oft einfachen oft 
wundersanMn, theils aus dem Bilden^iele der Vergangenheit, 
theila ans Erfahrungen der Gegenwart erwadisenen, bald ein- 
hetmischen bald auswärtigen Sage^ ihre Verschmelzung mit 



422 Teutschlanii Roman. 

dem Velki{glaaben , ihre mannigfache Erweiterung imd Aiis- 
ichmuckang and das in der weiteren Verarbeitang zu Grande 
liegende dichterische, sittliche oder burgertich praktische Stre- 
ben nachznwdsen nnd setat eine sehr ausgebreitete Belesen- 
heit und die Benntsang litt. Vorräthe, wie sie in Mftnchen, 
Wolfenbüttel n. j^resden gefanden werden, Toraus« Aber 
anch die unvollständigen und dfirftigen Angäben oder äusse- 
ren Fingerzeige des folgenden, meist chronologischen Umris- 
ses werden die Fülle des Stoffes und die Wichtigkeit der Ge- 
staltung desselben zu einem möglichst zusammenhangenden 
Ganzen ahnen lassen und die litt« Selbstthfttigkeit derer, wel- 
die die urkundlichen SpnrÄ vaterländischen Geisteslebens au 
verfolgen geneigt sind, anregen. 

V. Gorr€$ die t. Volkibficher. Heidelk 1807. 8 ; Veneidiniss 
von 1687 t R. in /. J. SohwaU Cstsl. bibl. sei. Lps. 1785 P. 
2 p. 268 sqq.; Koch Compenil. 2 S^ 216^304; Atlg. Litt. Zeit. 
1806 No. 103 fll.; Morgenblatt 1812 No. 53 ffl. — (K A. O. 
Reichard) Bibliothek d. Romane. Riga 1782 ffl. 20. 8. — (CA. 
Fr. V. Blanckenburg) Venncb über d. Roman. Lps. u. Liegnits 
1774. 8. — Debet die Beßrchtungen Tom Romanen-Lesen Tgl. 
Waehler Vorles. 2 8. 276 f. 

Die Aemsigkeit, woAiit schon frfiher romantische Eriiih- 
Inngen aus der Fremde in Teutschland eingefBhrt wordra 
'tvareU) dauerte fort; es wurden unter anderen ans dem Fran- 
zösischen übertragen: der Ritter t. Turn. Bas« 1493« F.; 
Fierrabras. Simmern 1583. F«; Vier Haymonskinder das. 1537. 
F.; Magelona. Attgsb. 1535; Amadis 15 B. Frkf. 15G»; 1583. 
2 F. ; K. OctaTianos. Stradb. 1535. F. u. r; a. ; eine gute 
Sammlung veranstaltete Fejembend: Buch der liebe. Frkf. 
1587. F. — Wichtiger als die Verteotscbungen anslftndisoher 
Erzeugnisse sind die einheimischen Schw&nke, Pdssen und 
Abenlheuer) deren yiele und trefBiche aus dem XIV u. XV 
Jahrb. (s. 2 S. 225 ffl.) auf das XVI vererbten } so TU Eu- 
lenspiegel hocht V. Tk, Mumer (S, SOG) Strasb. 1519« 4 sehr 
oft; vgl. Paqucf Mbm. T. 7 p. 393 f. u. Ebirt Lex.; Clauss 
Narrens Historien 1551. 8; Gg IFiekram der Irr Reittend 
BUgar. Strassb. 1557. 4; Goldfaden. Str. 1557,4; RoUwageu 
Augsb. 1555; 1557. 8; die Schiltbttrger 1598. 8; der Pf arr- 
herr v. Kaienberg 1612; 1620. 8 u. v. a. -*- Von Sammlun- 
gen heiterer Schnurren können hier, ausser H. B^bel und 
N. FritcUin Facetiae (Lps. 1600. 8) nur namhaft gmaacht 



Teutschland. Romao. 423 

< 

werdeo: Scbeni mit der Wahrheit. Frkf. 1501 F.; Joi. Pauli 
Schimpf Q. Ernst. Strasb. 1522. F. sehr oft; znlozt 1630. 8; 
Tfa. 2 Beioecke Fuchs« Frkf. 1544. F. ; Jac. Frey Gartengr- 
dlschaft Str. 1556. 6; Hant Wilh. KircAiqf Wend-Un- 
nioib. Frkf. 15G5 ffl. 5. 8; Ausbundige gu^e Possen 1610. 8; 
S. hack (S. 393) kurzweiliger Zeitvertreiber 1668. 12 n. v. 
«. — Nen kamen hinzu : .Fortunatus. Augsb. 1509. 4; Frkf. 
1^1. 8 oft; Katziporigesiech 1558. 8; die ungeheure Sage 
Tofl liefen Sinnes Ton dem Schwarzkünstler Faust, in welche 
webre Zaubergeschichten zusammengeflossen seyn mögen: 
flistoria von D. Job. Faust, d. weitbo^chreyten Zauberer. 
Frkf. 1588. 8; herausg.v. G. R. Wiedemanu. Hamb. 1599. 
2. 4; Tgl. Eberi Lex. 1 S. 585; Journal v. u. f. T. 1792 St. 
&&6&7 iB.; die sittlich epische Dichtung vom ewigen Ju- 
den. Lpi. 1602. 4; der humoristisch prahlerische Finkenrit- 
ter; die witzreichen , scherzhaft satyrischen Parodien : der 
GännkemK 1607; der Eselkönig 1608 u. a. Auch wurde D. 
tiuixote sehr früh (Köthen 1621. 8; Frkf. 1669. 12; vollstän- 
dig. Basel u. Frkf. 1683. 2. 8) in das TeuUche übersetzt. 
— Als diese wahrhafte romantische Volkslitteratur, weder 
übertroffeDi noch verdrängt von schnell sich überlebenden 
knutliehen und bnnt geschmückten Tändeleyen und halbge- 
lebrten SSssigkeiten einer nirgends ansässigen Schäferwelt, 
dem öffentlichen Ungemach unterliegen musste und nur noch 
uf lahrmärkteo und von Hausierern unter den gesellschaft- 
lick aod geistig vernachlässigten Menschenclassen vertrödelt 
wurde, erhielt der Roman einen neuen Ton und ganz ver- 
sdiiedeoartige Richtungen. Samuel Gretfensohn von Birnch* 
fili oder, wie er sich nannte, Germann Schleifheim von Sulz- 
fort [1669] stellt den Weltlauf und Sittenzustand s, Zeit in 
BAturlicher Wahrheit, mit oft derber satyrischer Laune und 
(Qchtigem Urtheile in eigenthümlich treffender Sprache dar 
unI behauptete sich lange in einem bedeutenden Leserkreise, 
A' dessen Bedürfnisse von Geistesverwandten mit Auffrischung 
älterer vaterländischer Gemälde (der t. Michel, der stolze Mel- 
^^, das Galgenmännlein u. s. w.) gesorgt wurde: der aben- 
ihenerliehe Simplicissimus teutsch. Mömpelgart 1669. 6. 12; 
«•Anh. Nürnb. 1683 f.; 1713. 3. 8; erneut v. Vf. d. gr. 
Mappe. Magdeb. 1810. 8; t. jP. Weiner. Berl. 1822. 8; vgl. 
%. Ans. d. Teutschen 1824 S. 3907. — Höheres wurde von 



424 Teutächland, RomaiL 

Andr. JZWur. Buchoh [geb. 1607$ st. 1671] beabsichtigt^ 
Ableitung der Phantaüie von weltlidier SiiiiiUchkeit sa from- 
inem Ernste und zu vaterlftndischer Denlcart; die Anlage in 
t. Romanen ist sehr verwickelt, Darstellung u. Sprache, in 
Einzelnem nicht roissinngen, rednerisch breit: Des christl. U 
Grossfarsten Herkules und der Böhm. K. Fräulein Valiska 
Wundergesch. in 6 B. Braunschw. 1659. 4; erneut 1744. 2. 8$ 
1781. 8; Herkuliskus u. Herkuladiska. Br. 1659. 4. In s. 
Fussstapfen trat Herz. Anton Ulrich v. Braunschweig [geb. 
1633; st, 1714] mit reicherer Phantasie u, unverkennbarer 
Ueberlegenbeit in Schilderungen und in der Sprache; er hatte 
sich nach Scndery und Calprenide gebildet *und ging auf po» 
litische Belehrung vornehmerer Leser aus: Aramena. Nbg 
1669. 5. 8; Octavin. Nbg 1677. 6. 8. Grösseres Verdienst in 
Behandlung des Stoffes und in Kräftigkeit des Ausdruckes 
rouss Lohemiein und dem exoenlcüich grftsslichen Ziegler (S. 

369) zugestanden werden ; sie gtäitf ikeser Manier die Vollen- 
dung, deren sie damals fähig wa^nfind beherrschten ein Men- 
schenalter den Geschmack des Publtcums. Aus der nicht klei- 
nen Schaar ihrer Nachahmer ist Keiner erwAhnenswerth; und 
die sie Terdrängenden faden Unterhaltungbficher, welche die 
galanten Sprachmenger August Bohte^ genannt Talander [geb. 
1661; st« n. 1730?], und CA. J^. Hunold gen. Menantes (S. 

370) in grosser Ansahl ausgehen liessen, bezeichnen die Ar- 
muth und Verschrobenheit, in welche das Zeitalter, dem sie 
gefielen, versunken war. — Die Veredelung des romandschen 
Geschmackes ging von Eqgland aus ; J9</öf'f Robinson wurde 
schnell fibersetst (Lpa« 1720« 2. 8 ; 4 Ausg. in Einem J.), 
mit Begierde gelesen u. vielfach nachgebllidet vgl. Koeh Comp. 
2 S. 267 X; die gelungenste, vieles aus der Zeitgesohichte 
geschickt einwebende, vorwaltende Fehler u« Thorheiten na- 
turgemäss schildernde uJ nachdrfickUch rSgende Nachahmung 
ist Ludw. SchnaheT$ (Gisaader) Insel Felsenbnrg. Nordhausen 
1731 fB. 4. 8 u, %. w. ; erneut v, C C. AndrS. Gotha 1788« 
3. 8; T. C Lappe. Nfimb« 1823; v, OehlenechlBger. Tfib. 
1826, 2. 8; v. L. Tieclu Bresl. 1827, 6. 12. -«- Den ersten 
Versuch im Familien -Roman machte Geliert (S. 372) und 
ihm schlössen sich mehre an, unter anderen /• (iehk. Pfeü 
[st. 1777]: Gesch. des Gr. v. P. 17SA; ITieland (S. 379) 
zeichnete geistreiche Lebensgem&lde nach alterthfimlichen An* 



Teutschland; Roman. 425 

nehten, der Betrachtang freyes Spiel TergSnneod ; bald nach- 
her wurde der Richardeon'sche Tod in T. eingeführt nnd, ehe 
CS gelang ihn sunt herrsehenden in erheben, peraiflirt ; J« C« 
ÄMg.Muiäus [geb. 1735; st. 1787] liesa s gotmuihigen Laune 
ireyen Lauf im Grandison dem sweyten 1760 u« gosa später 
wx ui?erwüailicher Heiterkeit den treffendsten Spott über 
ien Cnfag ans, welchen das physiognomtsche Modefieber an- 
suiditen drohete: Physiogn« Reisen 1778; 1788« 4« 8; s. Fer- 
tigkeit im leichten anziehenden Eratthlnngtone bewährte sich 
in Volkunährchen d. Teatschen 1782 f.; 1806. 5. 8; Strausa- 
federn. 1« 1787; Nachgel. Sehr. 1791; s. Geistesrerwandter 
J. QmHA SciuMmei [geb. 1748; st. 1814] stellte Zeitthor- 
keiten in Zerrbildern mit siemlicb derbem Witie dar : Em- 
j&aismt Reise durch T. 1770. 3. 8; Fritsena Reise nach 
Deisao f776; «Spitsbart 1779; der kl. Voltaire 1782 m. a. 
— Dai Verdienst^ die Richtung und Bedeutung des britti- 
tthen Hasters im sittlichen Familien-Roman richtig aufgefasst 
rmi dorch Bewahrung und reiche Beurkundung vaterländi- 
tther Selbstständigkeit und durch höchst achtungwerthe sitt- 
lich-wissenschaftliche Absichtlichkeit gesteigert su haben, er- 
warb lieh Jei. Timptk. Herme$ aus Petanik b. Stargard [geb. 
^738; St. 1821], dessen allerdings gar cu redselige und weit 
BDsgespoDnene , kfinstlerisch yiele begrflndete Ausstellungen 
nlaiiende Romane *als eigentliche Vorrathkammem für ge- 
ttUscbafdiche und häusliche Bildung des t. Volkes in ver- 
sclneleiieQ Abstufungen betraehtet werden können und sur 
Verbfritsng heilsamer Ansichten über vielerley Gebrechen 
Dodpiliciitiiiäasige Bestrebungen ungemein wohlthätig gewirkt 
iakii: Fanny Wilkes 1766; i^.Skyphiens Reise v. Memel nach 
S«^ 1769 ffl. u. s. w.$ 1778. 6. 8; ""Fat Töchter edler 
Herkunft 1787 flL 8, 8; «Für Eltern u«. Bheluatige 1789 f. 
^•S; Manch Hermäon 1788. 2. 8; *Zween litt. Märtyrer 1789. 
^ S; Verheimlichung u. Eil 1802. 2. 8« ^ Sophie Lareeie 
[g«b. 1730; at. 1807] erstrebt mit edlem Zartsinne sittL Rei- 
lugung und Erkräftigung des tief anfgefassten weibL Gemfi- 
A«: Gesch. des FräuL ▼• Stemheim 177 t ; *Rosaliena Briefe 
1779111. 3. 8; Moral. Eriählnngen 178S. 2. 8 u. v. a. — 
^^l Nkalm [geb. 1733; st. 1811], merkwfirdig duroh litt. 
^riebsamkeit und Wirksamkeit, bekämpfte theol. Verfol- 
S^ngtucht und relig. Irrüahiten : Leben u. Meinungen des M. 



426 Teutsclüand. Roman. 

Sebald. Nbthanker. Berl. 1773 fl. 3« 8 (Tgl. Hmmma Sehr. \ 
S. 42) u. m. a. -^ J. C. Wetzel (S. 397): Tobiaa Kdaiit 1774 
4. 8; Belpbegor 1776. 8; •Hermann u. Ulrike 17S0. 4.8 
Wilhelmine Arend 1781. 2. 8. — GSiAe (S. 387) enthfilkt 
daa Geheimniss des inneren Lebens nnd dessen Verhaltnitt 
zu äusserer Wirklichkeit mit saoberischer Natürlichkeit nod 
kunsderischer Reife. -- Du$<A & 374, — Durch M. Mältt 
(& 383) wurde mondsichtige Empfindeley nnr Tagegordiioog. 
~ Clm Fried. Sinienü [geb. 1750; at. 1819] moralisirt prak- 
tisch inr Veredelung des häuslichen Lebens und gewaoa 
tkUrch fassliehe rel. SentimenlaUtit eia bedeutendes Poblican: 
Veit Rosenstock 1778 ffl. X 8; Hallo*s gläckl. Abend 1783. 
2.8; Theodor's glückt. Morgen 1789; 1801 ; Ylemmingi Sc 
ach. 1789; 1807. 3. 8; Elias Klaprose 1785 u. v. a. -M 
Heimr. Jung [geb. 1740; st. 1817] achtungwerth durch ntt* 
liehe Selbstthfttigkeit und Glaubensstärke, die uch fortschrei- 
tend sur überspannten relig. Schwärmerey gestaltete, ist in 
Nalurschilderongen und idyllischen Lebensgemftlden ubera» 
glücklich nnd belebet die dunkleren Gefühle der EiobildiDg- 
kraft: *H. Stilling's Jugend, Jfinglingsjahre und WfloleT- 
aobaft. Berl. 1777. 3. 8; Morgenthau 1779. 2. 8; Flor. F.Fall- 
lendorn 1781. 3. 8; 8tilling*s Heimweh 1704. 4. 8 u.t.r.- 
JoA. GoUwerth Müller in luehoe [geb. 1744; st. 1828] reidi 
-an nutzbaren u. noch lange nicht tiberflussigen geseUscbaftli- 
-chen Erfahrungen nnd mit Behaglichkeit verweileod bey Be- 
trachtungen darüber; in gutniüthigem huraoristiscbea Spott 
einst Vielen wohlgefkllig; s. Bucher solltea des ihnen eis- 
wohnenden wackeren Hausverstandes wegen, wäre dieser aocb 
Manchem zu breit, nicht in Vergessenheit kommen: der luv 
1777; 1788; •Siegfried v. Lindenberg 1779 u. s. w.; W* 
4. 8 ; Kom. Romane aus d. Pap. des bri^nnen Mannes i'i^ 
fB- 8. 8; F. Brack 1793. 4. 8 m. a. — Aug. Gaiilieb Meiß- 
ner [geb. 1752; st. 1807] erzählt anziehend in gescbmiickter 
n. mit spielenden Gegensätzen übersättigter Sprache: ^Skit- 
sen 1778 ffl. 14. 8.; •Erzähl, u. Dial. 1781 41. 3. 4; Aldb«- 
des 1781 ffl. 4. 8 u. m. a.; S. Werke. Wien 1813 f. 36.^'/^ 
Klimger (S. 397) verdüstert s., grossen Theiles aus dem Oneet 
entlehnte Lebensgemälde durch Weltveraclitang and W^ 
sen Glauben an Uebermacht des Verhiagnisses.. '" ^' ' 
Jaeebi (S. 414) decket das verborgene Spiel der das r^^^' 



Teuttchland. Roman. 427 

Eck» Leben bewegenden inneren Mftchte des Geistee and 6e- 
fikl« mit feiner-, oft metpphyiiseli grübelnder u. deutelnder 
Beobaebtungkonst auf, mehr beunruhigend u. i(uälead als mil- 
dernd' o« Tersohnend, immer* den sittlichen Gbiuben en das 
Höhere ehrend: Woldemar 1779; 1794; Alwiir« Brie&amm- 
kng 1781 ; 1792; vg^« F. ScUegel in Charakt« 1 S. 1 ffl. — 
Tkni$r Gotiiieb Hippel [geU 1741 ; st. 1796] humorisirt 
fäflk gj^boHsch y , frachtlMu: an tiefem Geflihl. u. an eigen- 
tiiinBdien, oft witrigen, oft das Hers er^eifenden Ansiebten 
ukr Wditgang and Bestimmung der Mensdibeit, naoblässig, 
M und krftftig in dem Ausdrucke; Ueber .die £be 1774^ 
1792; «LebensStafe nadi aufsteigender Linie 1778 ffl. 4. 8; 
ISmmemunn I u. Friedrich II von Quittenbaaml790; «Hand* 
lodumigeii 1790; Ueber d. borg. Verbess. d. Weiber 1792; 
KTen-o. QaeraS^e des Ritt. A bis Z. 1793. 2. 8; vgl. *Ne- 
boiog 1796 B. 2 S. 17<titti 1797 B. 1 S. 123 ffl. u. J. G. 
iekiffm't Leben Str 4fl»fii. — Ueberlegen ist ihm in dicb- 
teriscbcT FuUe, gemfitfalidtot Tiefe und Innigkeit, unerscbSpl^ 
Heber Laune, sittlichem Ernste und wissenadiaftlicher Bildung 
Frkd. lUeiierj lean Paul aus Wunsiedel [gebu 1763; st. in 
Büfeoih d. 14 Nov. 1825]) der immer das Habere u. mensdi- 
lidiBcsiere iBvill, er inag Gefahl oder Sehers, Rüge oder 
Spott, Ijehre oder Ironie aussprechen; s. Gelehrsamkeit mag 
'er Mehrheit oft beschwerlich fallen; tief religiöses Zartge* 
<«bl tpiegdt sich in dem reinen Krystall des Blldeigedankea» 
ftb',1. Blick dringt tief in das Innere des Mensohen^ein und 
«r ist windersam vertraut mit der bedeutsamen Fülle der Na- 
tur wi fasst die Einwirknagen der gesdlsebaftlichen Umge- 
^g auf den Menschen scharf und gründlich auf: Grönlän- 
^»cbe Procease 1783 ; Auswabi aus des Teufels Papieren 1789; 
'ie vnrichdmre Loge 1793; Hesperus 17-95; Blumen-, Frucht- 
«• Dornenstueke 1796 f.; Titan 1800 i.; Flegeljabre 1804 f.; 
FeMpredigers Sebmelxle Reise nach FIftta 1808; Katseaber- 
g«t*i Badereise 1809; der Komet 1820 f. a. v. a.; W. BerL 
1826 f. 60. 8; vgl. Briefwechsel m. Ch. Otto. 1829. 3. 8; 
Wahrheit ans R's Leben. BresL 1826 f. bis jezt 6. 12; QöHe 
W, 6 & 113 f. — AehnHchkeit der' Ansichten und Beatre- 
Wgen, bejr ungldcher FüDe des Wissens und Tiefe des 
Witzes nad der Empfindung s«get sich in Ermt Wagner 
Igeb. 1764; st. 1812] : Wilibald's Ansichten des Lebena 1805; 



428 Teutschland» Roman. 

1809. 2. 8; di« reisendw Maler 184M. 2.8; lUhm raid 
Fremde in die Heimath 1808 f. 2. 8; hht. ABC eiiie« m 
sigj. Hcnneberg. FibelschBtzen 1810; Ferd. MUler 1809; Schi 
1827 f. 10. 12. — Ado^ Fz iFried. Ludw. v. I^gt [gA 
1752; St. 1796] schildert s. Zeit aaeh ihren geadlschafdidiei 
Eigfenthümlicbkeiten satyrisch mit empicischer Meoscheiikiuili 
und seigte spftter, in hamoristitchem Spetta ttnige Virtaoa« 
tftt: der Roman hk Lebens 1780. 4. 8; Gesch. Pet Claoiea 
1783. 3. 8; Reise nach Braanschweig 1792; R, a. Fribla 
1704 m. a. — Heim\ Fe^alazzi [geb. 1746; st. 1827]» der 
gefeierte Reformator des Elementaronterriehta nnd Vater im 
Verstossenea and Vergessenen im gesellseh. Lebeoi aMlut$ 
Wohlfahrt nnd Tagead des Volks in gaaser Henliohkat te 
Wahrheit: Lienhar^l n. Gertrud 1781; 1791. 3. 8; S. Seb. 
Stnttg. 1820 fBL. — QaUüek (S. 384): Nettdiea fioMoiBib 
1782; Heyne S. 397; Baho (8. 398) Gemälde a. d. Lebai <L 
Menschen 1784. ^ Le^im On Sander [geh. 1759; st in Ko- 
penhagen 1819], der als Eeksteia den Fischartnohen Garg» 
tua erneute , ■ seiget Talent sa Gemälden des hänslidies le* 
bens im romantischen Idylleatone : Gesch. m. Frenndes Aabt. 
Rand von Chph Baohmann 1783. 3. 8; Papiere des Kieehlai- 
tes 1787. 8. — Carl Fküifp Morüz ans Hameln [geb. m\ 
St. in Berlin 1793] , nidit ohne Venfienst am sittÜck Hda- 
gogik and weit mdir am philosophische Bearbeitm^ dar t. 
Sprachlehre (S. 353), vielthätiger SchiifUteUer, desM B«n^ 
und ästlietische Betrachtuagea häofig gelesen worden, war ^ 
sich selbst räthselhafter, mit ungeregelt fruchtbarer Pbinta- 
sie und mit oft hellem Soharfblicke ausgestatteter Soaderiingf 
der sefaie Lebeaswanderschaft in einem psychologifchea ^ 
mälde darstellte und ia mehren planlosen roinantisdisn Spu- 
len mystisch allegorisirte, k&nstlerischer Reife und Baamoei- 
heit ermangelnd , aber durch gehaltvolle Beobachtnngso, bt* 
deutsame Wiake nnd Schänheit der Sprache nicht dürftige 
Entschädigung gewährend: Anton Reiser 1785 fiL 5. 8; Andr. 
Hartknopf 1786 u« A. H*s Predigerjahre 1787; Fragm. a» 
d. Tagebuche e. Geistersehers 1787; d. neue Cedlie 1794 r. 
a;; TgU Nekrolog 1793 B. 2 S. 169 fil.; Supplem. Abth. % S. 
182 fli. — F, Eelama ümger [geb. 1751; st. 1814]: JulcbeB 
Graathal 1784; m.a. — WM, Fried. Meyaen [geb. 17(0; 
St. 1829], durchBeisen mit reichen Lebensanschanmigeo va- 



Teutschland. Romait 420 

gnlaftec, steDt in moqjpenlftndfidier BUderspradie cittÜdi tiefe 
Betncbtnngen Sber die Menacklieit an und polidsirt nnd Im* 
naiiiirt auf eigentiiumliche Weiae : Dya-Na-Sore. Wien 1787w 
3.8; II Aufl. Lpa. I800* 5. 8; m. a.$ TgL N* Archir für Ge» 
Mhkbte. 1829 No. S2. — tFilk. Hei»$e a.' Iiangenwiesen im 
TUdfiger Walde [geb. 1749; et. 1803], durch Knnstgennga 
inltafifiD [1780 f.] gebildet, steigerte die Wielandsche Scliwel- 
gnej in lüsternen Gebilden der Sinnlichkeit mit fippiger Ge» 
nialitit sn höherer Yollendnng, kflnstlerisch achtbar : Laidion 
1774; Ardingfaello 1787; 1794. 2. 8; Hildegard v. Hohenthal 
179». 2. S; Anaatasia 1803. 2. 8^ Tgl. Zrftgenossen. Reihe HL 
IS. 52 f. — FH€d. Schulz [geb. 1762; st. 1798] fesselnd 
terek mtüriiche Wahrheit nnd Anmath der Erzählung: Mo- 
lits 1785; Le<^ldine 1790. 2. 8; Josephe 1791; Kleine Ro- 
]iiaiie.Lps. 1788 ffl. 5. S-'tt..m. a. -^ Nur im allgemeinen 
neitle hier der fHseh att%eputsten Tomehmen und bürgerli* 
chcD, alten nnd neuen Helden* Abentheu er, Ktter-j Gespen* 
ster-, iUttb-, Mord- und anderer Schauer^Geschichten und der 
topDannten geschichtlichen Romane gedacht, mit welchen T. 
«B&ieZeit überschwemmt wurde; sie waren anm Theil auf 
Uoaen ZeiiTertrmb, der fiir sehr Viele nicht schwer zu be* 
wifkoi ist, zum Theil auf terroristische PhantamebeschSfti- 
gttng) imn Theil auf satyxische u. politisirende Belehrung und 
Zarechtweisung fiber geseHsch. Angelegenheiten, zum Theil 
^nyttische Gefiilileroberung berechnet und der Erfolg er- 
wies die Richtigkeit der Beredinung und das ausschliessliche 
Anrecht, welches die Lesewuth der Zeit mit ihrer nicht be« 
aeideoswerthen Stimmung an diesen Erzeugnissen imtte; 
SdnafUrer waren: Ch. H. Spie$$ [geb. 1755; at. 1799] mit 
Biographieii d. SelbstmSrdler 1785 u. der Wahnsinnigen 1795. 
4* ^ dem Petermftnnchen 1791. 3. 8, d. Alten überall n. nir* 
geoda 1793, den Lowenrittern 1794. 4. 8 u. m. a.$ Fr. Ckn 
^enkeri [geb. 1767; st. 1826] romantisirt historisch; Carl 
&(f/oi Cramer [geb. 1758; st. 1819], der bey aller Bunt- 
^eckigkeit u. eilfertigen Nachlttssigkeit, lebendig darzustel* 
1^ wuttte und manche derbe Wahrheit in Umlauf setzte, 
»it g. Erasmus Schleicher 1789, lY Ausg. 1809. 4. 8, T. AU 
<^Uadei 1790. 3. 8, Paul Ysop 1792, 1799. 2. 8, Hasper a 
Ma 1792. 2. 8 u. v. a. ; die wacker gesinnte u. mehrmalen 
^«^benawerthe schriftstellerische Tüchtigkeit oder wenigstens 



439 Teutschland. Roman. 

ihren Beruf nm BeMeren benrkoadeiide Ben^Oei^ IfnkH 
geb. Ii«bcDStreit [gek 1756; st. 1819] mit Emma v. Egin- 
bard 1785, Waltber t. Montbarry 178& 2. 8, HermamiT. 
Uana 1788. 2. 8, Cooradin v. Schwabea 1788. 2. 8, FaniL 
Gesch. der Amtmaanin v. Hcdien weiter 1787; n.mhrT. a.; 
Le^mA. WUctUer oder Ymt Weber [geh« 1762; et 1821], to 
gescfaiehtlicheo Verhältniase dea t. Miltelalters kandig oikl 
etiler, der Phantasie oft Nahrung gewftbrenden maleriseh kräf- 
tigen Darstellnng sich befleisaigend , mit Sagen der Yonat 
1787 flL 7. 8, Holsachnitten 1793 u. a.; der kelnesweges ta- 
lentlose, immer jesnitisirende /gn. Anrel. F^akr [geb. .1755]: 
Marc Anrel 1790 f. ; Aristides n. Tbemisfokles 1792; Mutkiai 
Corvinas 1793 ; Bonaventora mystische Nächte 1807 ; There- 
sia 1807; Lochario 1808; n. t. a.; vgl. Raekbticke tad. 
siebsigjährige Pilgerscbaft 1824. ^ Kotzehue (S. 39S) Intte 
rinen leichten Erafthbngton sich angeeignet; das üeberg^ 
Mrkht der sittlichen Flachheit und Gemeinheit tritt gehörig 
fortschreitend stärker hervor: Leiden d. OrtenbergischeD Fa- 
milio 1785i 2. 8; Udegerte 1788; Gesch. m. Vaters 1788; <0 
gefährl. Wette 1790^; Leontine 1807. 2. 8; Philibert 1809 a. 
a. — Für Unterhaltung sorgten A. Fr. R, Langbm [p^ 
1757] mit Schwänken 1791 u. m. a.; mit fibetladeseD ritte^ 
liehen, schanderiroUen AbenthenerliohkeiteB Ckm Aug. fVp^ 
[geb. 1763; st. 1827]: Rinaldo Rinaldini 1798 u. T.a.; M 
Gro99e als Gr. v. Vargas [geb. 1761]: der Genius 1791; der 
Dolch 1794 n. ro. a. ; Aug. Sam. Gerber als Doro €an> [geb. 
1766; St. 1821]: Novellen 1795 f. — Hdhere Ansproehe be- 
friedigten SoMler S. 388) Tkämmel S. 375; üngei & 396. 
'^ De