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HANDBUCH 



DER 



GRIECHISCHEN ETYMOLOGIE 



/.^STT^ 



VON 



LEO MEYER. 



DBITTEB BAND 



Wörter mit dem Anlaut y, ß, d, g, Xi 9't ^< 



LEIPZIG, 

VERLAG VON S. HIRZEL 

1901. 



Das Becht der ü«berMtsang ist vorbehalten. 



S 



MEINEM LIEBEN BRUDER 



DKM 



PROFESSOR FRANZ MEYER. 



r. 

ya- ,ent8tehen' scheint sich als Verbalgrandform zn ergeben aus Perfect- 
formen wie ix-ycya-Tijy ,sie waren entstanden, sie waren erzeugt* (Od, 
10, 138), YB-ya-äai ,sie sind entstanden, sie sind* (IL 4, 425; Od. 5, 35; 
9, 118; 24, 84), yc-ya-cSjo (D. 9, 456; Od. 4, 112; 144; 19, 400), Ix-yß-ya- 
'pLcv (n. 5, 248; 20, 106; 209) und anderen, die sich aber unmittelbar an 
ysv- (siehe Seite 16) anschliessen. An die aufgeführten Formen hat sich 
dann auch noch das Perfect YB-yctyietv ,entstanden sein, erzeugt sein* 
(Find. OL 6, 49: Ooißov yag avrov q>a yeyaxeiv nargog) angeschlossen. 

yaß' ,freudig stolz worauf sein*, siehe Seite 4 unter yaleiv. 

yi, Partikel mit unselbststandiger Betonung, die das Wort, dem sie sich an- 
hängt, mit Nachdruck hervorzuheben pflegt, etwa ,gewiss, wenigstens, zwar, 
eben* oder auch gar nicht besonders zu übersetzen; schliesst sich beson- 
ders häufig an Pronominalformen, verbindet sich nicht selten aber auch 
mit andern Wörtern. 

H. 1, 173: oidi er* iyci ye Xlaaofiai. D. 1, 298: ov %oi iyd ye fiaxio- 
oofxai. n. 1, 174: Ttag^ ifiol ye xal aXloi. IL 9, 315: ovt* ifxi y^l^vge^ 
ßldrjv !/iyafiifjivova Tteiaif^ev oXw. IL 4, 34: el di av y' eloelS'OVGa 
nvXag. H. 5, 173: ovd4 vig Iv ^vxlj] aio y^ &^etaL elvai äpiBLvtav. IL 
1, 557: rjßeQlrj yag aol ye nagi^ero. II. 10, 96: inel ovdh ai y VTCvog 
Ixavei. Od. 2, 76: eX x* vfielg ye q>ayoiTe> IL 9, 108: ov zi xad-* ^^^fi- 
QÖv ye voov, IL 1, 93: ovz^ ag' o y' evx(oXijg enL(xiiiq>e%aL. IL 2, 686: 
aXX^ 0% y* ov moXipLOio dvarjxiog i^vdowo. 11.4,21: nXtjalai a7 y 
TJa&riv. IL 1, 401 : akla av rov y* IX&ovoa, ^€cr, vjteXvaao. — D. 1, 81 : 
ei Tteg yag %e xoXov ye xcrl adv^fiag Tuxraftitpf]. IL 2, 386 : ov yag fCavawXq 
ye fieriaaerai. IL 5, 402: ov fikv yag xt xoTa&vrjTog ye rirvKio. IL 8, 
448 : ov fiiv ^v xafiirriv ye iidxjl ^^^ nvöiavelgj}. IL 10, 59 : tolatv yag 
i/cergdfcofiiv ye fxaXiaxa, 11.11,365: ^ ^v a i^avvia ye. IL 8, 512: 
^iii fifiv aOTtovöl ye veßcSv inißalev hcrjloi. IL 3, 430: rj fzh dij nglv y' 
evxeo . . . g)igTegog elvai. IL 1, 506: drdg fiiv vvv ye Fdva^ ävdgwv 
IdyafiifivvDv rjrl/naaaev, D. 11, 107: örj %6xe y^ HxgeFldrig . . . ßdXe, 

Goth. mi'Tc (Matth. 8, 2; 10, 33; = ifii ye IL 9, 315; 16, 30; Od. 5, 99); 
thvrTc (Matth. 5, 23; 25; = ai ye IL 10, 96; 20, 179; 22, 352); si-Tc (Matth. 
6, 29 ; 9, 22). — Nhd. mi-chy di-chy si-ch, eu-ch. 

Die alte Zusammenstellung mit den auch leicht hervorhebenden und 
verstärkenden, auch gern mit Pronominalformen sich verbindenden, Par- 
tikeln altslav. %e und aJtind. ha (tuäm ha ,du* RV. 7, 19, 2, 8, 64, 3; 

Leo Mejer, GrieohiaoKe Etymologie. IIL i 



2 Griechische Etymologie. 

käs ha ,wer* EV. 1, 75, 3; 5, 59, 4), das in älterer Form noch als gha (oder 
ghä] sä ghä jder' RV. 1, 5, 3; 1, 18, 4; 1, 27, 2; vajdm gha »wir* RV. 8, 33, 1 ; 
vajdm ghä RV. 8, 37, 7) begegnet, wird heutzutage nicht mehr gut ge- 
heissen. Wir wissen aber über den Ursprung und die ganze Entwicklungs- 
geschichte aller angeführten Partikeln viel zu wenig, um von vom herein 
so durchaus ablehnend zu sein: wir können es ebenso wenig, als allen 
Zusammenhang zwischen iycj und altind« ahdm (aus *aghdm) ,ich^ (siehe 

1, Seite 378) als unmöglich hinstellen wollen. 

yöG-qy alt wahrscheinlich yofo-g ,Wehklage, Jammernd 

IL 5, 156: ftariQi dk yoFov %ai xqdea kvyQa keine, II. 17, 37: afQrjtov 
dh roxevai yoFov xal niv&og M^Tixag. H. 23, 14: fieta di acpi Qirig yoßov 
Xpieqov (üQOev. IL 24, 120: l^ev d* ig nQcdfioio, xlxev d' evonrjv re yoFov 
je, IL 24, 524: oi ytiq %i£ ftQ'^^ig niXeiai xQveqolo yoJroio. Od. 21, 228: 
ftaveöS^ov xXav&fiolo yoFoio %e. — Dazu: youeiv^ alt yoFaeiv ,weh- 
klagen, jammern'; IL 6^ 373: nvQytfi iq>eaTtjxei yaßowaa %e ^vQo^ivri re. 
Od. 10, 567: i^ofievoi dh xatavd'L yoFwv %lkkov%6 %e %alTag, IL 18,315: 
^A%aiIo\ Ttavvvxioi IlaxQ&xkov aveatevQXOvro yoFwvreg. IL 21, 124: ovöi 
ae firjrfjQ ivd'efiirri ke%ieaoi yoßTJaetat. IL 6, 50: a* fiiv &rt ^(fiov yoFov 
(kaum richtig) '"Exxoqa. — y6ri%- (siehe besonders). 

Altir. guik ,Stimme' (Zeuss-Ebel S. 799; 981). 

Ahd. cküma ,Elage, Jammer^; ch'Qman ,klagen, beklagend Das adver- 
bielle ahd. ch'imo^ mhd. Jcümej nhd. kaum ist wohl eigentlich ,kläglich', 
wie yoeQO-g (Aesch. Ag. 1176: Tta&rj yoega ^avarocpoga. Eur. Hek. 84: 
ij^ei %L fiikog yoeqov yoegalg, Phoen. 1567: öaxQva yoega q^avega näac 
Tid-e^iva). 

tit gauju ,ich heule'» 

Altslav. govorü ,Lärm, Geschrei'; govariti ,lärmen', ,reden'. 

Altind. gu- : gävatai ,er tönt' (nur von Grammatikern angeführt). Dazu : 
die redupÜcirte Intensivform gäuguvai ,ich verkünde laut^ ich preise' (RV. 
5, 64, 2: Qdivam hi gäriam väm vigvä$u Jcshd'su gdugvnjai ,denn eure 
holde Freundlichkeit preise ich an allen Orten'). 

Auf dem selben Grunde ruht wahrscheinlich ßorij alt ßofi^ ,lautes Rufen, 
Wehklagen' (IL 6, 465; Od. 9, 401 ; 10, 118 ; 22, 77) nebst lat boväre ,8chreien' 
ertönen' (Enn. ann. 571; daneben: boäre Plaut Amph. 232; Ov. art. am. 3, 
450; 3, pL bount Pacuv. trag. 223; Varo saL Men. 188, 4 bei Riese). 
ydijT- (yoTjg) ,ein Wehklagender'; ,Zauberer*. 

Aesch. Oh. 123: xgexTov yoi^Twv (GHermann schreibt yorjiwv als Plural- 
genetiv eines sonst nicht belegten yoriTT^-g) vo^ov fÄe&i^aofÄev nokei. — 
Hdt. 4, 105: xivdvvevovai (,scheinen') di ol av^giansoi ovxot yorjxeg ehai 

2, 33: y6ri%ag elvai navxag. Eur. Hipp. 1038: oxjx irvfpdog xal yorjg 7ti<pvx^ 
ode, Bakch. 234: Sg rig elaekrjkv&e ^ivog yorjg irtipdog Avdlag ano 
%d'0v6g. 

Gehört zum Vorausgehenden. Das Suffix wie in TaTcrji- ,Teppich, 
Decke' (2, Seite 736). 



GriechiBche Etymologie. 3 

y^ ^de, Land'; dorisch ya (Find. Ol. 2, 59; Pytlu 4, 229; 8, 59; 9, 81 ; 11, 
10;Nem. 11, 16). 

Gewöhnliche attische Form (Aesch. Prom. 90; 561; 666; 682; 807ff.), bei 
Homer, der viel häufiger yala (siehe Seite 4) ha^ nur elfmaJ, bei Hesiod 
13 mal (Werke 228; 563; 623; theog. 106; 679; 720; 721; 728; 736; 762; 790; 
807; 972); II. 15, W: ßQlnraaxov . . . oq>Q ' av txriTai yfjv oXiyrjrteXäüPv. II. 
19, 259: ßlatü) vvv Zeig nQuha . . . Frj te xal ^Hfikiog xai ißgivvveg, a'i 
^' V7td yalav dv&Qvijtovg Tlvvvrai. II. 3, 104: otaere ßoQve ^ -. yfj ts xai 
fjfeXl(p. Od. 11, 302: ot xai vig&ev yt,g . . . aXkoTe fikv tciovai. 11.21, 
63: ri fitv igv^ei yfj (pvai^oog. Od. 12, 27: ha ^rj t* . . . r) alog rj inl 
y^g dXyriaexe ftrjfjia na^ovzBg. Od. 23, 233: wg d' ot' av oOTcdaiog yij 
yrjxo/^ivoiai q>avri'fj. Od. 13, 233: %ig y^, %lg ärjfzog; Od. 11, 167 und 482: 
ovöi fto) afifjg yijg inißrjv. Od. 17, 237 : o dk fABq^tiQi^ev ^Odvaoevg . . . 
rj TtQcg y^v iXiaeu. 

Dasa 7} durch Vocalzusammenziehung entstanden ist, ist nicht zu be- 
zweifeln, aber doch wohl nicht daran zu denken, dass yfi etwa unmittel- 
bar aus yala hervorgegangen ist Man hat an Entstehung aus yiä ge- 
dacht, das vereinzelt bei Herodot (4, 198: avTiq — nämlich yfi — dh ofdolt] 
rfj aQlazji yewv) im Pluralgenetiv und bei Eiinagoras (Anth. 9, 430, 8) im 
pluralen Nominativ yiai auftritt, statt dessen man yvai hat lesen wollen. 
Besonders beachtenswerth bei Beurtheilung des Wortes ist seine an der 
ersten Stelle von Zusammensetzungen ganz gewöhnlich auftretende Form 
ycccH, wie in yeoi-fiäTQi^-g »Landmesser* (Xen. mem. 4, 2, 10; Plat Theaet. 
143, B), yew-^oQo-g ,Landbesitzer^ (Thuk. 8, 21 ; Plat legg. 5, 737, E), yew- 
-ygaqila ,Erdbeschreibung' (Plut Thes. 1) und sonst Vergleicht man mit 
ihnen Formen wie vBfo-xoQO'g ,Tempel fegend, Tempelaufseher* (Xen. an. 
5, 3, 6; Plat legg. 6, 759, B; von veii-g ,Tempel* Aesch. Pers. 810; Ar. Vögel 
618; Xen. Hell. 6, 4, 7, =» hom. vrjßo-g II. 5, 446; 2, 549), veiohcäeiv (aus 
^^vew'okxieiv) ,ein Schiff aufs Trockne ziehen* (Theophr. 5, 7, 2; Polyb. 1, 
29, 3; von vTjv-g ,SchifP II. 16, 294; 20, 247), k€(o-q>6ifo-g ,Volk tragend* 
(Hdt 1, 187; Eur. ßhes. 881 ; Plat legg. 6, 763, C; von Xen^g ,Volk* Aesch. 
Sieben 80; 89; 290, -» hom. läßo-g IL 2, 99; 675; 809), so drängt sich die 
Yermuthung auf, dass yij aus einem alten ^yijf'^ hervorgegangen und jenes 
yetj- in den Zusammensetzungen an die Stelle eines älteren *yrißo- ge- 
treten ist — Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich 
und wohl zu kühn wäre die Vermuthung, dass ein solcher etwa be- 
stände mit altindischen Formen wiQ dem Genetiv gmds ,der Erde* (BV. 1, 
25, 20; 1, 37, 6; 5, 38, 3), dem Genetiv gmds (BV. 4, 50, 1; 6, 62, 1 ; 10, 89, 
11; dazu der Instrumental gmä' BV. 6, 52, 15) und weiterhin wie dem In- 
strumental Jcshmajä' ,auf der Erde, auf die Erde* (BV. 1, 55, 6; 5, 84, 3; 
7, 46, 3; dazu der Ablativ ishmds BV. 1, 100, 15) und dem Locativ kshdmi 
,auf der Erde* (BV. 1, 25, 18; 3, 8^ 7; 4, 30, 12). Eng zusammen mit den 
letztgenannten drei Formen hängen ohne Zweifel xaiiaL ,auf der Erde* 

(IL 4, 482; 526; 5, 442) und x»6v- ,Erde' (IL 8, 14; 14, 435; 438). Zu diesen 

1* 



4 Griechiflche Etymologe. 

letzten beiden aber gehören noch lat hvmo-s (Enn. trag. 435; Pacuv. trag. 
351), lit i^ij altslay. zemJjOj altostpers. zem- ,Erde' und wohl auch goth. 
gaujor ,6ebiety Gau' (Matth. 8, 28; Mk. 6, 55; Luk. 4, 14). 
yal'Biv ^freudig stohs worauf sein'. 

Nur viermal bei Homer in dem Versschluss tcvöbI yaliov. 11.8,51: 
avtog (d. i« Zevg) d h nLOQvq^fjai xad-i^ero xvdel ydLtav. IL 11, 81: tcJv 
aXXwv otTtavevd'B xa&i^ero (nämlich Zevg) xvdel yalwv. II. 1, 405 : 6g 
(d. L Bgiageug) ^a naga Kgovlcavi nad-i^Bvo xvdel yalwv. II. 5, 906: Ttag 
dk JiH Kgovlwvi xa^i^ero (nämlich !^^ijg) xvdel yalwv, — Dazu: yav" 
Qo-g ^freudig, stolz' (siehe besonders). — yrjS'ietv ,sich freuen' (siehe 
(Seite 10). — 

Aus *yaß'l€iv — als präsentischer Bildung durch le — ^ ganz wie zum 
Beispiel daleiv ,brennen' (11.5,4; 7; 9,211; 20,317) aus *daF'Leiv (zu 
altind. davors ,Brand, Waldbrand' Bhäg. P.; du- : dtmdnU ,er brennt, ver- 
geht vor innerer Hitze' Mbh.) und ganz ähnlich wie zum Beispiel xaleiv^ 
anzünden, brennen, verbrennen' (2, Seite 224) aus ^xaß-leiv, weiter aber 
aus *xava''l€iv. Die so sich ergebende Verbalgrundform *gav zeigt das 
Lateinische noch in dem alten gau ,Freude' (Enn. ann. 451) und in gaudSre 
,sich freuen' (Plaut Amph. 681 ; Truo. 385). 
yala ,Erde, Land'. 

Bei Homer ungefähr 300 mal, dann aber auch mehrfach noch bei 
späteren Dichter, wie Pindar (Ol. 3, 25; 6, 14; 7, 38; 63; 75 und sonst), 
Aeschylos (Prom. 571; Sieben 304; 585; 821; 937 und sonst), Sophokles 
(Phil. 1441 ; Eon. Oed. 456; EL 1132 und sonst), Aristophanes (nur Wolken 
290; Frosche 1529; Vögel 1064). 

IL 1,245: Ttorl ök oxfjmQOv ßaXe yalf]. 11.6,282: wg xi ßoi av&i 
yala xavot, 11.7,99: aXX* vfjieig fxiv Ttdvreg vdiog xal yala yivoia&e, 
IL 8, 359: x^^aJy in:* IdQyetwv tpd'lfievog kv Ttargldi yalrj, IL 8, 479: 
eX x€ va velara nelga^^ Ixi^at yalrig xal Ttovroio. 

Hängt ohne Zweifel aufs Engste mit dem gleichbedeutenden yf; (siehe 
Seite 3) zusammen und wird nach dem unter diesem Ausgeführten wohl 
aus *yaFia entstanden sein. Äusserlich ganz ähnliche Gebilde sind die 
homerischen piala ,Mütterchen' (Od« 19, 482; 500; 20, 129), ygala (aus 
*ygaFia) ,alte Frau' (Od. 1, 438; Soph. Trach. 870; Eur. Herakl. 584) und 
das etymologisch dunkle ala ,Erde, Land' (2, Seite 72). 
y««Ao-r ,Wölbung, Höhlung'; ,ThaIgrund'. 

11.5,99: ßaX* iTtaFLaoovza ... ^(OQrjxog yvalov* 11.5,189: ßaXov 
wfiov de^tov, avTiKQvg dia ^wgrjxog yvdXoo. IL 13, 507: ßgfj^e de ^oigifj- 
xog yvaXov. IL 15, 530: ^ciißij^, tov ^* iq>6qBt yvdXoiaiv aQrjQora. Eur. 
I. A« 1052 : xQvaiotaiv atpvaae Xoißdv iv xgan^Qiav yvaXoig, Orph. hymn. 
19, 16: üfÄaQayel 6i xegawog ai&igog Iv yvdloiai. Soph. PhilL 1081: u 
xolkag nixgag yvaXov ^egfiov xal TtayeriSdeg* — Hom. hymn. Ap. 393: 
oTTi xev eXnri xgelcjv Ix ödq)yrjg yvdlcuv vno üagvrjaolo. Pind. Pyth. 8, 
63: Ttdvdoxov vadv evxXia öiavifictiv Ilvd-cSvog iv yvdkoig. — Dazu: 



Griechische Etymologie. 6 

yväXtO'V jBusen*; Hesych: yvihov' xoAttov. — ky-yvoll^eiv ,ein- 
händigen, verleihen^ (eiehe besonders; 1, Seite 420). 

Lat vola ,hohle Hand', ^Fnsssohle' (siehe 1, Seite 421 unter i^y^aXlZeiv). 

Dbä Suffix wie in niTaXo-v ,Blatt, blattähnlicher Körper* (2, Seite 502) 
und zum Beispiel auch xvddako'V ^schädliches gefährliches Thier' (2, Seite 
331). Zu Grunde aber liegt ein verbales *yv' = *giir ^für das man die 
Bedeutung ^sich krümmen , sich wölben' wird vermuthen dürfen. — Das 
lateinische vola wird zunächst aus *gvoläj weiter aber aus *guolä hervor- 
gegangen sein, ganz ähnlich wie zum Beispiel lat hello-m ^Erieg' (Plaut 
epid. 160; 438; Amph. 647; Enn. ann. 178; 213; 375) aus dvello-m (Plaut 
capt 68; Amph. 189; Truc. 483; As. 559), weiterhin aber aus duello^m 
(Ejul ann. 549 ; zu altind« du-: dundnü ,er brennt, versetzt in Trauer, 
nimmt hart mit* AY.; Mbh.). 
Y^ri-q ^Krummholz am Pfluge*. 

Hes. Werke 427 : (piqeiv di yvijv, ozav evQjjg, elg ohcov ... nqlvtvov^ 
og yoQ ßovalv dqovv dxvQiüTotog Motiv. 436: dqvog Mlvfia (,Scharbaum 
am Pfluge*)^ yvrjg nqlvov. Pollux 1, 252 er)därt: %o filv enixafiTtkg av%ov 
(d. i. ^vfÄOv)j q) V7C0T€lv€Tai %6 ikvfia yeyofÄqxaf^ivoyy yvrjg, ro dk fieva xov 
yvriv lajoßoevg. 

Hängt wohl mit dem Vorausgehenden zusammen. Das Suffix ist in 
einfachen Wörtern wenig gebräuchlich, trat so aber schon entgegen in 
ertj-gj alt ßirrj-g ,Angehöriger' (1, Seite 373). Die vermuthete (bei Fick 
1 ^, 406) Übereinstimmung von yvtj-g mit lat büra ,Erummholz am Hinter- 
theil des Pfluges* (Varro r. r. 1, 19, 2: bovSs . . . jfractd bürä relinqvunt 
vömeres in arvd] 1. L. 5, 135: svib jugo mediö caw/m, qvod bürä extremä 
additd opptldtury vocätur ccmm; daneben büH-s Verg. g. 1, 170), die auf 
eine alte Grundlage *güsS'8 zurückführen würde, ist mögUch, kann ohne 
weiter beweisendes Material aber keines Weges als sicher gelten. 
y^-S ,Ackerland, Feld'. 

Aesch. Prom. 369 : noraiiol rcvQog da7t%ov%eg ayglaig yvd&oig T^g xaX- 
XixaQTtov SixeXlag XevQOvg yvag. 708: arelx* avrjQovovg yvag. Bruchst 
196: avToarcoqoi yvai q>iQovai ßlorov aq>^ovov ßgotoig. Soph.Oed.Eol. 
58: ol dk nkrjoloi yvai toVcJ* IrtTtotriv KoXcjvdv ^ovrai ocploLv aQxiiybv 
ävau Ant 569: agwaifioi yaq x^^Q^'^ elolv yvai. Bruchst 248, 3: 
^Ivaxe • . . fiiya nqBoßeiwv ^qyovg %e yvaig "Hqag %e nayoig. 369, 1 : 
avog fiiyiatov XQ^f** ^^' Olviiog yvag avrjxe ^rjrovg nalg hifjßoXog S-ea. 
Bruchst 651: xvvaqog anav&a nav%a nlrj^ei yvrjv. Eur. Bakch. 13: 
XiTtwv dh uivdwv %(Zv noXvxQvawv yvag. Herakl. 839: wv rov Itiqyelwv 
yvtjv anelgorreg. Theokr. 25^ 30 : inlq)Qovog AvyalaOy nvqoipoQOi te yvai. 

Kaum das selbe mit dem Vorausgehenden, da der Übergang von der 
Bedeutung des ersteren zu ,Ackerland, Saatfeld' schwer verständlich bleibt 
So ist vielleicht an einen Zusammenhang mit yala ,Erde, Land^ (ver- 
muthlich aus *yaßiaj siehe Seite 4) zu denken, wobei man bezüglich 
der Bildung das aoristische ^vrj ,es floss' (Od. 3, 455; iQQvrj Aesch. Bruchst 



6 Griechische Etymologie. 

372; Hdt 1, 138) neben ^iFet ,es fliesaf (IL 2, 754; 5, 340; 545) würde 
vergleichen können, 

yvXo'V ,61ied*; bei Homer insbesondere von Händen und Füssen. 

n. 5, 122 â„¢ 13, 61: yvla d* i&r^xev iXatpgd, nodag xal x^^Q^S VTteQ&ev. 
IL 4, 469: ovTtjaev ^varip x^^^Q^h ^^^^ ^^ yvla. IL 7, 16: o 5' l| XjtTtwv 
Xa/iadig Ttiae^ Xivxo dh yvla. IL 10, 390: VTtb d' h^QSfxe yvla. IL 10, 95: 
TQOfiiei <J* VTto q)aldifÄa yvla. IL 13, 512: ov yaq %x* tiirteSa yvla nodcSv 
€€v oQfirj&ivTi. Hom. hym. Herrn. 20: eTteiörj firjrgdg an^ äd^avdvwv d-oqe 
yvlwv. Pind Nem. 7, 73 : aX&cjvt tcqIv aXl(p yvlov (,der Körper*; kurz 
vorher nennt der Dichter avxiva xal o^ivog) hfineaelv. — Dazu: yvio-g 
jgliederlahm, gelähmt'; KalL Artem. 177: rj yaq hbv yvtal re mal avxiva 
>i€x^r]vlai xoTCQov btci jtQoyivoivxo. Lakon (in Anth. 6, 203, 1): f] ygijvg 
rj x^Q^V'^^) 17 yvifj nodag ..• ijl^ev TCOt^eg/cv^ovaa. Lyk. 144: yvial 
(nämlich al Molgai) ydq eifvaariJQag afxvafxoi TQinXalg Tti^vaig xarex^cJ- 
aavTo, — yvioeiv ,gliederlahm machen'; IL 8, 402« yvLciatJ fih acpdiiv 
v(p^ agfiaaiv cixißag %7t7C0vg. — 

Gehört wohl zu dem unter yvaXo'V ,Wölbung, Höhlung' (Seite 4) ge- 
muthmaassten *yv' ,sich krümmen, sich wölben*. Als Suffix aber lost sich 
ebenso wie zum Beispiel in dem allerdings sonst dunkeln fiio-v (aus 
*i]ßiO'V oder *7JaiO'V?) ,Spreu* (1, Seite 603) 10 ab, bei dem nicht mit 
Sicherheit zu entscheiden ist, ob sichs hier der Verbalgrundform anfügte 
oder ob sichs als gewöhnlichstes Ableitungssuffix zunächst erst an eine 
Nominalform (etwa ein *yvo-?) anschloss. — Für das adjectivische yvio-g 
darf man wohl die Anfügung eines neuen Suffixes 10, wonach es also 
aus *yva6' entstanden sein würde, muthmaassen. 

yiaio'v ,Tau am Schiffshintertheil, mit dem das Schiff auf dem Lande 

festgebunden wurde*. 

Leonid. (in Anth. 10, 1, 5): dyxvQag aviloio, xal Ixlvaaio yvaia. 
Schliesst sich wohl an yvri'g , Ackerland, Feld' (Seite 5). 

yeiea'd'ai (aus *y€va'€a^ai) ,kosten, schmecken, gemessen', siehe unter 

yeva- (Seite 13). 
yvjt' (yvtp) ,Geier*. 

IL 4, 237: tcJv ^ toi avTwv tigeva XQ^^ yvneg edovvau IL 18,271: 
. TiolXovg dh xvveg Kai yvneg tdovrat Tqwwv. Od. 11, 578 : yvue öS (xtv (d. L 
. TiTvoy) ßexaTBQ^e Tta^fiivo) rjTtaQ ixeiQov. Ar. Vögel 891 : l/ri nolov 
. . . UqeIov xakelg dkiaivovg xal yvjvag; 1181: x^Q^^ ^^ ^^S ^^5 ovvxag 
T^yxvlüjfiivog^ ycsQxvijg, '^Qf'OQX^S» y^^i xvfiivdigj detog. Arist Thierk. 6, 
35: 6 dh yvxj) vBo%%evei (xkv inl nizgaig aTtQoaßdxoig .... tIütovol de 
dvo (üd ol yvneg. 8, 39 : töJv dk yvTCÜv ovo latlv eidr], 6 fiiv (HXQog xal 
IxkevxoTeQog, 6 dk fiel^wv %a\ ono6oeidio%€Qog. 

Dunkler Herkunft An einsilbigen Nominalformen auch vn scheint 
sonst nur noch yqiit- ,Greif (Aesch. Prom. 804; Hdt 3, 116; 4, 13; 27) 
genannt werden zu können. 



Griechische Etymologie. 7 

ytßtpo-s ^Kreide, Gyps*. 

Hdt 7, 69 : tov dk auffzarog to fikv ijfiiav k^rilelq)ovTO yvipcp loweg ig 
f^^Xl^f ^^ d' €T€Qov riiitav filXtifi. Plat Phaed. 110,0: %tiv Öi (nämlich 
y^v) oatj Xevx^ yvtpov ij xiovog levxoTi^av. Theophr. Steine 64 : ^ de 
yv\f)og ylverat TtkalOTfi fikv iv Kvnqtfi %al nBQiq>avBa%a%ri' fiixgov yag 
aipaiQovai Tfjg yijg opvrvovveg, 

Dunklen Urspnmgs. 
yi}r6io-i? ^orreezwiebel, Lauche 

Ar. Bitter 677: iyd de ta %0Qlavv^ iftqia^riv vnoÖQafiOiV aTtavra rc re 
. yi^vei* oa' rjv iv xayoQ^. Wesp. 496: rjv di yrjreiov fCQoaair^ vig a^vaig 
rjdvof^ara, Alexis (bei Athen. 4, 170,B) nennt an Gewürzen unter anderen 
oQlyavov^ yijTeiov, axogodov^ -S'v^ov. 

Etymologisch dunkel Da yj^&vo-v als gleichbedeutend daneben aufge- 
führt wird (Hesych: yi/]%(B)ia' nQOfAfiva, a xal yiqdija xakovvTai. Etym. 

M. 230, 22 und 24 : yrjTeiov liye%ai de xal yi^^vov\ werden die beiden 

Wörter in Zusammenhang mit einander stehen, liegen möglicher Weise 
dialektisch neben einander. 
ysTroV' (yelTcjv) ,benachbart, Nachbar*. 

Bei Homer dreimal Od. 4, 16: dg ot fiev dalwvro xa^' vxp€Qeq)eg 
fifya dcSfia yehoveg "qdi Fitai MeveXaFov, Od. 5, 489: ayqov irt^ haxa- 
viijg, <^ inij TtcLQü yelvoveg aXXoi, Od. 9, 48 : KUoveg Kixoveaat yiytovov, 
0% aq>iv yelvoveg ^aav Sfia nXioveg y,al agelovg ij/ceigov valovteg, Hes. 
Werke 346: Tt^fia xaKog yelTwv oaaovz" dya&og ^ty oveiaQ. Pind. Pyth. 

1, 32: tov fjiiv kniovvfAlav ycXeivog obuarriQ hivdavev noXiv yelzova» Nem. 
9, 43: ra ök yelrovi novvq) q>aaofiai, Aesch. Sieben 486: ziraorog aXXog, 
yehovag TtiXag Itxtav^Oyxag Id^avag. Pers. TteTtigcmev fihy o . . . argazog 
elg qvtItcoqov yelrova x^QoV' — Dazu lyeirvlri ,Nachbarschaft*; Hippokr. 
3, 824: difcXol di ^dd-iaveg badpQtiaiog iTCiyvcifioveg, öioqI^ovglv oqfd-aX- 
fiwv yeiTvltiv. — yeirviaeiv ^benachbart sein'; Ar. Ekkl. 327: rlg iariv] 
ov drjnov BXircvQog 6 yeiTvicov] 

Dunklen Ursprungs. Vergleichbare Bildungen auf ov sind nicht be- 
sonders zahlreich; a^ov- ,Achse* (1, Seite 49) und negl-nzLOV' ^herum- 
wohnend, Nachbar^ (2, Seite 264) wurden schon als solche genannt, neben 
dem ersteren auch agrjyov ,Helfer, Helferinn' (11.5,511; 4,7; Batrach. 
280). — Mit yeiTvlr] (dafür noch yeirovlä Plat. legg. 8, 843, C; Arist rhet 

2, 21, 15) lässt sich bezüglich des inneren Yooal Verlustes wohl novvia 
jHerrinn' (siehe 2, Seite 505) vergleichen. 

yiyiovB ,er ist mit seiner Stimme vernehmlich geworden* (Od. 5, 400; 6, 294; 
9, 473 8» 12, 181) wird als reduplicirte Perfectform von einer Verbalgrund- 
form *yov' ausgegangen sein, die weiterhin aufgeführt werden wird. 

y^y€co-s ,alt'. 

Hekatäos Bruohst 366 (nach Etym. M. 223, 33: yiyeiog' 6 agxalog. 
Ttaga ^Exatalii)), Eallim. Bruchst 252*: rjg' ort, Twg 6 yiyeiog ^et 
Xoyog. 252**: ^^^ yiyeta av&ea /dyxwvog %e, 103: xal fXLV [^Xf]tidöaL 



8 .Giiediisdie Etymologie. 

novXv yeyeioTeQOv tovde nag' Aiyalwvi S'€(p TsJiioyreg ayiSva ^aovaiv 
vUriQ cvfißolov la&fAiaöog. Snidafi führt auf: yfyeiai ßoeg' al agxalai. 
Etymologisch dnnkeL 

riyavx' (riyäg Aesch. Sieben 424), Name mythischer Wesen. 

Bei Homer nur an drei Odysseestellen erwähnt Od. 7, 59 : Elgviii- 
öovTogj og nod-' vTceQ&vfioiai rtyavTeaaiv ßaallevev. Od. 7, 206: inel 
aq)iaiv (den Göttern) iyyvd'ev elfikv (nämlich Oalrixeg) uig neq Kwihanig 
T€ xal aygia g)vhx Fiyavrtjv. Od. 10, 120: ^aiatQvyoveg . . . ovx, c v- 
dgeaat J^eßoixoregj aHa Flyaocv. Hes. theog. 50: avTig d' avd'Qcinwv 
re yivog xgctregdiv ze yiyavrwv vfivevaai riQTtovai Jihg voov . . . Movaau 
185: Fala . . . yelvar^ ^EQivvvg re xQcczeQag fieyakovg re riyavrag. 

Vergleicht sich seiner Bildung nach mit ßtßavr- ,schreitend^ (IL 7, 213; 
13, 371; 15, 686; TtQo-ßißavT- ,vorschreitend' IL 13, 18; 158, = altind. pra- 
-gigant-j RV. 1, 150, 2 im Genetiv pror-gigatas) j dem Particip einer redu- 
plidrten Präsensform ßl-ßti^fii (3. sg. laJkon. Ußärt bei Foll. 4, 102), weiterer 
Zusammenhang aber ist nicht deutlich. 

ylyaQxo'V ,Weinbeerenkem'. 

Ar. Friede 634 : ovQydTTjg ketig . . . ax' ujv avev yiydgrwv xal q>ihjiv 
rag laxadag tßXenev nqbg tovg Hyovrag. Theophr. Pflanz. 1, 11, 6: al 
dl xeyxQaiiLdBg (Feigen- und Oliyenkeme) Saneg xoivov ti Ttaaat (nämlich 
%XOvai) xa&a7C€Q xal t6 ylyagzov. C. pL 1, 19, 2: %a fiiv ovra ^vhjidrj 
xad^dneq %b ylyagrov xal o %ov ipolvixog xal 6 vrjg iXaag Ttvgijy, 

Scheint nach Art des vorausgehenden Wortes durch Beduplication ge- 
bildet und enthält ausserdem deutlich das Suffix des passiven Perfects, 
wie es beispielsweise auch in nakro-v ,Wurfspiess' (2, Seite 664) entgegen- 
trat und früher in aq>laa%o-v ,vorspringender Zierath am Schiffshintertheil^ 
(1, Seite 161). So löst sich eine Yerbalgrundform *yag- heraus, muth- 
maasslich dieselbe, von der lat gräno-m ,Eom' (Plaut Stich. 358; Poen. 451) 
und nhd. Korn und Kern ausgingen. 

ylyvBö9'ai ,entstehen' (IL 2, 468; 4, 245; 11, 418), reduplicirte Präsensform 
zu yev' (siehe Seite 16). 

yiyviböxeiv ,erkennen^ (IL 5, 815; 824; 17,688), reduplicirte Präsensform 
za yvw' (siehe später). 

y&Yti-q, Name eines Vogels. 

Opp. Vogelfang (in Eutekrios Paraphras.) 2, 16: xal yvyrjg ogvig latlv 
ovaßoav ael xal qdeiv doxwv xal v^y TtaQrjyoglav ivtevS'ev %xo}v, og %ovg 
oQVBig iv wxtI xa%ea&Uv zeig a(jiq)tßLovg. 

Macht auch den Eindruck einer reduplicirten Form. Schliesst sich 
vielleicht an yoaeiVj alt yoFauv ,wehklagen, jammern' (Seite 2). 

yddo-s, Name eines Fisches. 

Dorion (bei Athenäos 7, 315, F): ovog (von ihm spricht Arist Thierk. 
8, 105 und 9, 135), ov xaloval %iveg yaäov. 
Dunkler Herkunft 



Griechische Etymologie. 9 

Die anlautende Consonantengruppe yd- findet sich nur in: 

yöovJtisiv ,laut tönen' (II. 11,45: ircl ö* iyäovrcrjaav i^&rjvalr] je TcaVHgrij 
wo aber wohl besser mit Im. ßekker gelesen wird inl de yöomtrjaav . . .) 
und ein paar zugehörigen Fonnen, und zwar ausschliesslich am Schluss 
zusammengesetzter Wörter, wie in ini'ydovTtieiv ,dazu tönen'; Agath. 
(in Anth. 9, 662, 4) : Iv&aöe dh ^elvmv %e %al ivdoTcloiy xal dygoUwv vrjdvg 
ineydovnei Xvfxaia xevo^Uvri. — iQl-ydovno-g ,dessen Getöse gross ist, 
laut tönend, donnernd'; bei Homer fast nur von Zeus gebraucht, so IL 5, 
672; 12, 235; 15, 293 und ausserdem in dem Versschluss igiyöovTtog Ttooiq 
"HQTjg (II. 7, 411; 10, 329; 13, 154; 16, 88; Od. 8, 465 — 15, 180; 15, 112); 
IL 11, 152: Trjv wQoav iglydovrcot fcodeg Xftnwv. (Daneben begegnet igl- 
'dovno-g IL 20, 50; 24, 323; Od. 3, 399; 7, 345; 10, 515; 15, 146; 191; 20, 
176; 189). — ßaQv-ydovno-g ,laut tönend, laut donnernd'; Pind. OL 8, 
44: ßagvyöovftov Jtog, OL 6, 81 : avv ßaQvyöovjcq) 7caxql (d. L Zeus). Pyth. 
4, 210: ßaQvydovTtcjy avifjoav — fiell-ydovfcog ,honig8liss tönend'; 
Pind. Nem. 11, 18; fiekiydov7coiai . . . aoidalg. — fiaal-yöov7to-g 
,mächtig tönend, laut rufend'; Hesych führt, ohne Zweifel aus irgend einem 
Dichter, auf: fiaaiydovTiov ßaaik^a' ^eyalorjxov, %6v fiiyav kv ^XV* 

Hängt vermuthlich eng zusammen mit yctv/tieiv ,laut ertönen, krachen' 
(2, Seite 266), so dass also das Lautverhältniss von oyäoo-g ,der achte' (1, Seite 
516) neben oxtcJ ,acht' (1, Seite 500) sich unmittelbar würde vergleichen 
lassen. Das Vocalverhältniss wäre dabei das selbe wie im Perfect eUri- 
Xov^a ,ich bin gekommen' (IL 5, 204; 21, 81; 156) neben dem aoristischen 
fiXv&ov ,ich kam' (IL 1, 152; 2, 798; 3, 184). Die des anlautenden y beraubte 
Form dovTto-g nebst dovTciecv wird später noch besonders aufgeführt 
werden. 

yd^a ,der königliche Schatz, Schatzkammer'; auch ,eine Summe Geldes'. 

Theophr. Pflanz. 8,11,5: tijg yovv Karcrcadoxlag iv x^Q^V ^^^^ ^V 
yiakovfiivq} üerga . . . . ro yag oXov ov xoTtrea^ai (,yom Gewürm zernagt 
werdenO* va di Ifiazia aal vtjv akkrjv ya^av ytofcrea&ai, Diodor. (wo?): 
7colk^v dh evgev dq>&ovlav tQOfpijg mal yd^av ßagßaQixijv ^ agyvQlov dh 
TciXarra Tgiaxlkia' (und wo?): 6 dh n%ok€fxalog ßaaikeia Ttegiaywv ine- 
deUw%o xai tijv akkrjv Tqv ßaaiXixfjv yd^av. — Polyb. 11, 34, 12: i^v- 
dgoa&ivri dh %dv Kv^mrivbv ircl rijg dvaxo^idijg dnikiTie Ttjg yd^Tjg r^g 
ofiokoyijd'elarjg avT(p jcagd tov ßaaiXicjg. 22, 23, 2 1 : a avvextigfjoev Ei- 
fdivqg kaßelv, yaC/av eiageaTOVfiivrjv kav%(^. 

Nach Benfey (Monatsnamen S. 190) einer persischen Form entlehnt, die 
unmittelbar zu altind. ganga-s oder ganga-m ,Schatzkammer' (Säga-tar.) 
gehöre. 
yifpvQa ,Damm'; ,Brücke'. 

Bei Homer 7 mal, darunter 5 mal in der eigenthümlichen Verbindung 
Tttokifioio yeq)vgagj die wir nicht sicher verstehen, die aber wohl nichts 



10 Griechische Etymologe. 

anderes bedeutet als ,die Pfade des Krieges d. i. das Gebiet auf dem die 
Krieger sich bewegen, Kampfplatz'; IL 5, 88 und 89: Svve yag dfi ne- 
dlov TtotaitKp nki^&ovTi ßeFoixüfg xBi^aQQt^, dg z* wy.a ^ifwv Ixiaaoe 
y€q)VQas' rov 6^ ovt' ag re yiq)VQag ieQ/ihai laxavotaaiv. — IL 4, 371: 
%l TtTiicaeigj %l d' ortiTteveig rtroli/ÄOio y€(pvQag'j IL 8, 378: i} vwt . , . 
^'Extüiq yrj&i^aei TtQOfpavivre ava ftrokifioio yeqwQag, IL 8, 553: ot de 
(Liiya (pQOviovreg ava nTokifiOio yeqwgag rjaro Ttavvvxiot, IL 11, 160: 
TtoXXol d' kgiavxcveg XnTtot xelv^ ox^o nQorahCov ava Tctokifzoio yetpvgag, 
IL 20, 427: ovd' av h^t dßfiv dkki^kovg TtTwaooifuev avc moki^oio ye- 
(pvgag. — Pind. Isthm. 3, 38: 6 xivr]TTiQ di yag Vyxrjatov oUiwv xal ye- 
q)vgav novtiada nqb Koglv&ov reixioiv, Nem. 6, 44: novvov re yitpvQ^ 
dxafiavTog . . . rlfiaae. — Aesch. Pers. 736 : aa/ievov fjtoXelv yiq)vQav yalv 
dvoiv CevxTTiQlav. Hdt 4, 85: iTti tov Bootioqov, iva ^tevxro rj yiq>vQa, 
4, 118: n^garjg . . . yitpvgav ll^ev^ag ircl t(^ avxivc tov Boa/togov öia- 
ßißr^xe ig Trjvöe ttjv fineiqov, — Dazu: yeq>vq6eiv ,mit einem Damm 
oder einer Brücke versehen*; IL 15, 355: ^Anollmv FqbV ox^ag xanixoio 
ßa&elrjg noaotv kgelntav ig fiiaaov xazißaXXe^ yeqwQfaaev di xikevd-ov 
^iaxgrjv rjd* evgetav. IL 21, 245: fj (nämlich ntelirj) (J* ix FqiCfjiv igi- 
Ttovaa XQfjfivov anavxa ölioaev, iTciaxe öh xala ^iFed-ga oCoioiv Ttvxi- 
volüi, yetjpvQwaev di fiLV avrov eiacj Ttäa* igtrcovaa. Pind. Isthm. 7, 51: 
yeq>vQ(t)ai %^ ^Atgetdaiai voarov. Hdt. 7, 24: ngoaEritoxro xal tov 2tgv- 
fiova Ttarafiov ^ev^avrag yeq)VQ(jjaai. 

Die Suffixform wie in äyxifga ,Anker' (1, Seite 203). Als zu Grunde 
liegender Verbalstamm ergiebt sich ^yeq)-, seine Grandbedeutung aber tritt 
nicht klar heraus. Vielleicht besteht naher Zusammenhang mit yo^tpo-g 
jNagel* (Od. 5, 248: yoiKpotatv d* aga ti^v ye xal agpLovljiöLv agaaaev. 
Hes. Werke 431: cvt^ av 'A&tivalrjg öfiioog iv iXvfiaxi nrj^ag y6f4q)otaiv 
Ttekaaag ngoaagijgeraL latoßo^ßi. Dazu: yopttpoeiv ,durch Nägel ver- 
binden*; Aesch. Schutzfl. 440: yeyo/AtpioTai axdcpog), SBugge (Beiträge S. 22) 
sucht Zugehörigkeit zu armen, kamurdz ,Brücke' wahrscheinlich zu machen, 
ohne bezüglich der Etymologie des Wortes Befriedigendes zu bieten. 
yH'd" ,in Freude gerathen, erfreut werden', dorisch yäO^- (Pind. Pyth. 4, 122; 
Nem. 3, 33; Theokr. 1, 54; 7, 134; 9, 36); mit dem Perfect yiyrj^e ,er ist 
in Freude gerathen, er freut sich' (IL 8, 559; Od. 6, 106; yiyä&e Nem. 3, 
33). Dm Präsens yrjSieiv (IL 7, 127; 214; 14, 140) so wie Futur (yrj- 
^^aec IL 8, 378; 13, 416) und der Aorist (yrj&rjae IL 1, 330; 4, 255; 283) 
tragen das Gepräge der Ableitung. Erst bei Späteren begegnet ein medi- 
ales Präsens yij^-ea^ai (yrjd^o^ievo-g Krinagor. in Anth. 6, 261, 4; Opp. 
Fischt 2, 262; Q. Sm. 14, 92). 

IL 6, 212: (Sg qxizo, yi^&rjaev öi ßofrjv aya&og Jilofiridrig, IL 7, 189: 
yvw di xXrigoo afjfia ßiäciv, yrj^rjae dh dvfiip, IL 1, 330: oi5<J' aga rm 
ye fiöufv yr^&rjaev 'Axiklevg. IL 7, 214: tov öi xaVAgyhot fikv iyt^d-eov 
elaogovreg. IL 8, 559: navra dh ßelderai aarga, yiyrj&e 6i %e qtgiva 
Troifirjv. IL 13, 494: wg AlvBl<jt &vfi6g ivl atijd'eaai yeyi^&et. 



Griechische Et3nDoloKle. 11 

Lat gaudere ,Bich freuen^, mit dem Präteritalparticip g&vlso-s (Ov. Fast 

I, 349; aus ^gävid-to-)] Plant Amph. 681: et qvom gravidam et qvom te 
pulcrä pUnam aspicio, gaudeo. Lucr. 3, 72 : crüdeUs gattdent in tristi 
fünere frätris. 

Die lateinischen Fonnen erweisen Entstehung aus altem *ya߀&- (oder 
*ya/e^-?) und damit Zugehörigkeit zu yaß : yaleiv (aus *yaß'Uiv) 
^udig stolz worauf sein' (Seite 4). Der Bildung nach vergleichen sich 
{paFi&'^iv feuchten' (nur im Particip (paFi^ovr- II. 11, 735; Od. 5, 479; 

II, 16), &aJLi&'€iv ,grünen und blühen' (nur im Particip ^aXi&ovr- Od. 
23, 191; 6, 63; IL 9, 467) und andere ähnliche Bildungen. 

yaaxiQ- (yaarrJQ) ,Bauch'; ,Magen'; ,Mutterleib'. 

H. 21, 180: yaariqa yoQ fiiv rvxfje ftag* 6^q>ak6v. IL 13, 372 «» 398: 
[üicf) d^ iv yacvigi Tcij^ev. Od. 9, 433: Xaalf]v irto yaotiq^ li.vad'eig 
X€lfi7]v. — IL 16, 163: iv di re dviibg (nämlich ktmoiatv) attjd^eaiv argo- 
fiog iazij negiativefai äi %b yaurrjg. IL 19,225: yacrigt d' ov nwg 
iati vimvv Tttv^rjaai 'uixciißovg. Od. 4, 369: ireige dk yaatiga kifiog. 
Od. 17, 228: ßovkezat ahl^cjv ßoayietv fqv yacrig' avaltov. Od. 18, 44: 
yaarigeg aiö^ aiywv xiaT^ Iv rtvgl, rag km d6g^(p ytat&ifÄe&a xvlaarjg 
T€ xai a^ifiarog ifinkrjoarreg. Od. 18, 118: uivrlvoog d* aga ßot fieyalrjv 
Ttaga yaotiga ^/x«v, iimXeltjv Kvlaarjg re xai aifiarog. — IL 6, 58: firid' 
ov riva yaatigi firJTtig xovgov iovra q>igot, fitjd' og q>vyoi. Plat legg. 
7, 792, E: tpalrjv av öeiv xal rag q)€govaag iv yaorgl Ttaaiuv %wv yvvainwv 
fiaXiOTa Gegart eveiv. — Dazu: ydargrj ,Bauch eines Gefässes*; IL 18, 
348 =» Od. 8, 437 : yaaTgtjv fiev xglTtodog nvg a(xq>Bne. 

Als Suf&x löst sich das kurzvocalige reg ab, das sich sonst ganz auf 
die Verwandtschaftswörter wie narig- ,Vater* (2, Seite 497) zu beschränken 
scheint So ergiebt sich eine Verbalgrundform ^yaa-, die etwa ,8chwellen' 
oder ähnliches bedeutet haben mag. In den verwandten Sprachen scheint 
goth. Jcasa- (kos) ,6efäss' unmittelbar zuzugehören (Mk. 3, 27; 11,16; 
14, 13), dessen alte Zusammenstellung mit lat väs- (alt auch t;d^o-m (Plaut 
Truc. 54; Cato bei Gellius 13,24,1; dazu der regelmässige Plural vdsa 
Plaut Men. 986; 1035; Aul. 446) ,Gefäss* (Hör. epist 1, 25, 4) unmöglich 
das Rechte treffen kann. Auch die Zusammenstellung von yaatiga- mit 
lat venter- ,Bauch, Magen, Mutterleib' (Plaut Truc. 600; capt 805; Gas. 
777), das allerdings selbst noch ohne Erklärung dasteht, hat ihre sehr 
grossen Bedenken. 

ymaö^q oder yaiao-g ,ein leichter Wurfspiess*. 

Diodor 13, 57, 3: rivig di niefalag int riSv yaiawv xai TtLv aavvlwv 
dvartelgovTeg ttpegov. Polyb. 6, 39, 3: fieta dh Tavta, rtp ftev vgaiaavTt 

' TtoXifAioVy yaloov dwgelrai' %(^ di %ataßaX6vtt xori oxvkeiaavtL, r(p fikv 

' 7tiC,(^ q>iaXr]Vy t(p 6* liZTtel q>aXaga' i^ ogx^g ob yaiaov /lovov. Judith 
9, 7: lAaavgioi, . . . ijXTriaay iv daitiöi xai iv yaiadS aal ro^ip xai aq)Bv- 

^ äovfj. Athen. 6, 273, F: ol 'Pwfzaloc . . . %^a&ov . . . naga dl 'ißi^gwv 
yaiatav (nämlich xgriaiv), Pollux 7, 156: öogv oXoalörjgov {xaXelTai ök 



12 Griechische Etymologie. 

yaiaog, xal %o%l ^ißvTcov). (Caesax Gall. 3, 4, 1 : hostes . . . lapides gae- 
saqve in vallum conjicere] Livius 8, 8: levis autem qvt hastam tantum 
gaesaqve gererent vocabantv/r). Hesych erklärt yaiaog' IpißoXtov oko- 
aldrjQOv. 

Ohne Zweifel ungriechisch: die Heimath des Wortes aber ist nicht mit 
Sicherheit anzugeben. Möglicher Weise ist es deutsch. Darauf scheinen 
doch Namen hinzuweisen wie der des Quadenkönigs 'uigio-yaioo-g (Cass. 
Dio 71, 13; 14) und der des Franken Lanio-gaistis (Amm. Marc. 15, 5, 16), 
in deren Schlusstheilen es offenbar enthalten ist^ und weiter noch die ent- 
sprechende hochdeutsche Form ahd. und mhd. ger ,Wurfspiess' (Nib. 74, 2 ; 
918, 3; 921, 3; 212, 4: man sach da schefte vliegen und vil manegen 
jcarfen ger). Dass die letztere, wie manche angenommen, einen ganz 
anderen Ursprung habe, wird selbstverständlich nicht erwiesen durch das 
unsichere gothische Bandwort gairu (Kor. 2, 12, 7 zu dem goth. hnuiho 
oder hnutö im Text für axokoip ,Splitter, Dom'). 
yelöO'V ,Vorragendes, Vorsprung' (an Mauern, Dächern u. s. w.). 

Eur. Or. 1569: ij %(fide ^Qiyxt^ ugaTa avvd-Qavavn ai&evj ^fj^oQ naXai^a 
yelaoy veKTovotv tcovov. 1620: ndraid'e yelaa TU%iiüv rade. Phoen. 1158: 
Xäav ifißaXwv Y,aQ(f a/^a^OTtlrjSij ^ yeia' iTval^euv Sjco. 1180: tjÖT} ö 
vTtsQßalvovra yelaa zeix^wv ßakkei xegawip Zeig viv. Theophr. temp. 18: 
'Aal Tj vrjvra i^fiegog (ßav) VTtiovaa vtco ta yelaa aTtorcTegvyl^rjTai, vdwQ 
arjfxalvei. Arat 970: vfjaaai, oIaovqol v7C(üQ6g>iol re xokoiol iQxof^^voc 
'/.ata yelaa. Lyk. 292: ov yelaa xQaiafiriaovaiv, ovd' iTtak^ieg. Poll. 1, 
76: TO d* vjtlq aivag (d. L aavläag) vneQd-vQiov , vo dk tcqovxov tov 
vneQ\h)Qlov yelaov xai yelawfia. 2, 49: 6q>Qvo}v yelaa al TtqoßoXaL 2, 66: 
TLaXeltai .... xal krctaiivvia za 7teQl tag öcpqvg yelaa. Etym. M. 229, 42 : 
'AQLaxoq>aviqg dk xal %ag (Sag (,SaumO tov Ifjiarlov yelaa ehce. 

Wahrscheinlich ungriechsch. 
yavöäütri-q ,zottiges Wollenzeug'. 

Strabo 5, 1, 12: neql IlaTdoviovy i^ ijg ol Tani]%eg 6 Tcolvrekelg xal 
yavadnai xal t6 %oiov%ov elöog nav. (Lucil. sat Baehrens 403: purpureö 
tersit tv/nc Utas gausape mensäs] Hör. sat 2, 8, 11: hts ubi sublätis puer 
alte cinctus acemam gausape pu/rpureo mensam pertersif). 

Ohne Zweifel ungriechsch. 
yavöö'q (oder yavao-g) ,krumm'. 

Hipp. 3, 98 : Ttgoa^wiivai dh XQV ^^^ ^^'^^ ^'^^ ^ f^VQ^S yavaog (Kühn 
hat d^ür fiäXlov, Ermerins schreibt fxaXXov yavaog) iany ig zo e^oi fiegog 
i] ig t6 taui %al ig %b iiiTtqoa^ev (laXXov tj ig zovTtta&ev, 3, 261 : o% %e 
av firjQoi q)vaei yavaol 7teq)v%aaiv. 3, 268: naw ^ivvd'ei öi /dtjQov xal 
xrqfiTjg %ov^7CQoa&ev' rjv dh ig zb eXaw, ßkaiaozegoi, /tuvvd'et äh za l'^cci* 
i]v de ig zo l'§w, yavaozegoi, x^^^ol dk fjoaov. Galen. Gloss. Hipp.: yavaog* 
xvgzog eig zd ^^w. Galen. 18, B, 517 (Kühn): ngoa^wiivai dh XQ^ xal 
Tode, ozc (ÄTjQog yavaog iaziv ig zo e^w fiigog fxäXkov ri ig zo eaw . . . 
OZL fihv zov nvQzov 1} yavaog q>iüVfi drjkol TtgodrjXov i^ avzov zov ngay- 



Griechische Etymologie. 13 

fdOTog' 6 yoQ firiQog otnc mcQißcjg iaxtv Bv^ig, aXXa B%g %b to %^a) xvg- 
TorcQog. Seite 517 und 518 bemerkt Oalen noch zu dem Wort: eXre d' 
o^vveiv XQV ^ovvofia to yavaog etre ngonegianav yctvaog adrjkov ov yag 

Etymologisch dunkel. Etwaiger Zusammenhang mit yvri-g ,ErummhoIz 
am Pfluge' (Seite 5) ist höchst unsicher. Es müsste vor allen Dingen 
über die Entwicklung des inneren Zischlauts Klarheit gesucht werden. 
yBvö'iyBvBa&at (aus *yBva-Ba&ai) ,kosten, schmecken, gemessen*. Die 
active Form yBvei,v (aus *y€vaBiv) hat die Causalbedeutung ,kosten lassen^ 
zu gemessen gebend 

Bei Homer nur 5 mal. Od. 11, 413: %ixbXXbv 'Odvaaevg . . . nQOixog 
ytiaaa^ai^AxaiFiiv, II. 20, 258: yeva6f^B&^ cXkijliov xaAx^^ßatv iyxBirjaiv 
n. 21, 61: doQßog mujxrjg fi^Btigoio yBvOBvai. Od. 20, 181: TcavzBg omirt 
vtiSi diüMQiviBod'aL 6l(ü TtQiv %BLQÜiv yBvoao&ai. Od. 21, 98: Siaroo ys 
7tQm%og yBvaBO&ai tiiBllBv hc %biqwv 'Odvarjfog. Find. Pyth. 9, 35: yevBrai 
ö' alxäg artBigovrov. Aesch. Bruchst 29: xal ysio^al mag Ttjg aBi^dov 
Tcoag. Plat legg. 6, 762, E: rf^g xad*' figdigav äialTTjg ÖBl rrjg vartBiv^g 
ytal anoQOV yByBVfiivov bIvoi to dvo irrj vctCra rov rtSv ayQOVo/Koy yByo- 
voxoL. — HdL 7, 46: o Sk ^Bog ylvxvy ysvaag tov alwva q>&ovBQ6g iv 
avT(p BVQlüKBTai libv. Alexis (bei Athen. 3, 123, E): ßovkofiai vöarog ob 
yBvaai, Plat Staat 7, 537, A: %q>a^Bv rovg näldag bIvoi . . . yevaxiov 
aifiOTog. Eur. Eykl. 149: ßovXBi ob yBvava nqwxov anQavov fiidv, 

lAtgiLsturs ,das Schmecken, Geniessen'; Plin. 31, 60: nee hoc ergo fieri 
eonvenit sine er ihr ö salis gustü. Tac. ann. 12, 66: minister . . . inferre 
epuläs et explöräre gustü solitu^. — Dazu: gustäre ,kosten, gemessen'; 
Plaut Gas. 128: qvod t^ postul^ gustäre guttam. Most 1063: gustäre ego 
^us serm&nem volo. 

Altir. to-gu (aus *to-gosu) ,ich erwähle' (Fick 2*, 1 1 5). 

Qoth. Musan ,prüfen, wählen'; Gal. 6, 4: ith vaurstv sein silbins hiusai 
hvarjizuh; — Tcav^an ,kosten, schmecken*; Luk. 14, 24: ni ainshim mann^ 
jainaiz^ (hiz^ fwwra haitanani hauseith this nahtamatis meinis; — nhd. 
Uesen ; WiUrhür; Kur-fwrst ,Wahlf ürsf . — Ahd. Icoston^ nhd. Tcosten. 

Altind. giLsh' ,sich schmecken lassen, gern haben'; RV. 3, 40, 8: ivnä's 
gtishasva nas gtras ,lass dir diese unsere Lieder Wohlgefallen'; BV. 6, 52, 
10: vigvai daivä's ... yvshdntäm jügiam pdjas ,alle Götter sollen sich 
wohlschmecken lassen den gebührenden Trank*; — güstha- ,geliebt, will- 
kommen* ; BV. 8, 44, 7 : güshtam agnim ,den geliebten Agnis' (flehe ich an) ; 
BV. 9, 13, 8: güshta indräja ,dem Indras lieb*. 

Altostpers. ziistar ,geliebf , in Zusammensetzungen wie daivo-zustor ,von 
den Daöven geliebt* ; — eaosha- ,Wunsch, Wille*. 

In Formen wie a-yBvozo-g ,der nicht gekostet haf (Soph. Ant 582; Xen. 
mem. 2, 1, 23) und yevatiov ,man muss kosten lassen* (Plat Staat 7, 537, 
A; siehe oben) blieb der wurzelhafte Zischlaut erhalten. 
yavdBiv ,glänzen*. 



14 Griechische Etymologie. 

Ein wenig häufig gebrauchtes Verb. Bei Homer dreimal. II. 13, 265: 
d'üJQrjxes laf^TtQov yavoiovtsg. IL 19,359: xoQv&eg XafAttqov yavoiaaau 
Od. 7, 128: xoOfirjTal nQaaial . . . kmiFexavov yavowaau Hom. hymn. 
Dem. 10: avd^ea t' alvvfiivrjVj ^oda xal xqotlov ^d* ta xaka • . • ^av^xa- 
azov yavoovTa. Arat 189: ov ycQ fAiv (d.i. KaoaUnetay) Ttokkol xal 
BTtvifAOißol yavowaiv (hier wohl ^küssen erglanzenO aatigeg, ot fiiv Ttäaav 
i7tiQQi^di]v (^ausdrücklich, deuÜiohO arixo^^iy* Opp. Fischf. 1, 659: afi(pl 
%B naial otQUiq>ä%ai (die Mutter der Delphine) yavooiaa (,glänzend^, oder 
hier wohl eher ^fröhlich, freudig*). — Dazu: yavog- ,61anz, Schmuck, 
Zierde^; ,Erquickung, Labsal*; Aesch. Ag. 579: ^eolg latpvQa ravta toIq 
vLad^ ^EXkada äofiolg irtaaaakBvoav (,mit Nägeln anhefteten* nämlich die 
Argeier) d^alov yavog. — Aesch. Ag. 1392: ßak\ßt fi* h^f^'^Ü il^oTcdöi 
fpoivLag ÖQoaov xaiqoxHfav ovökv fiaaov rj diooöorffi yavei aTioQrjtdg ncdXvxog 
iv Xox^vfiaaiv, Fers. 483: ol fiiv aiiq>l xQtjvalov ydvog dlxpiß novovvreg. 
615: q>igovaa . . . oHrJQozov re firiigog dyglag ano noxov Tsakaiag a^- 
TtiXov ydvog Tode, Eur. Schutzfl. 1150: ix^ ^AavuTtov oe öi^erai ydvog. 
Bakch. 261 : yvvai^l ydq o/tov ßotQvog iv daivl ylyverai ydvog. Eykl. 
415: axiipai %6d^ olov ^Elkdg dfiniXwv dfto ^Blov xofii^ei Ttaißa, Jiovvaov 
ydvog. Iph. T. 634 : rrig ogelag dvd^BfioQgvxov ydvog §ovdijg fiellaoijg elg 
Ttvqdv ßakcS ai^ev. Lyk. 708: Xoißdg %^ dcpvaatDv xQvaiaig nikkaig 
ydvog, 1365: krvel Jlekaayovg elde^Pvvöaxov TVOTüiv xQtaaaoloiv odyeloiai, 
ßdxpavtag ydvog. — yavdeiv ,glänzend machen*, ,erhellen, erheitern*; 
Flut mor. 74, E: ciarteg ol lid'oSooi rd fckrjyivTa xal TregixoTtivxa twv 
ayalfidxtjv imkealvovreg xal yavovvreg. 683, E: tdvdqbg ov %aXkiyQaq>lag 
^v&ca %oig evftgoa(ano%d%oig twv im&iTwVy dioTteg avd^golg xgvipiaai, 
Ta Ttgdyfiaxa yavovv eiu&oTog. — Ar. Ach. 7 : Tavd' ' wg iyavwdnriv. Fiat 
Staat 3, 411, A: OTav (xiv Tig . . , yeyavwfiivog vjto T^g <^dijg diarek^ tov 
ßlov olov. 

Unmittelbar Zugehöriges in den yerwandten Sprachen scheint noch nicht 
aufgefunden zu sein. Möglicher Weise ist der innere Nasal ein ursprüng- 
lich suffixaler (wie zum Beispiel in xigv^ ,er giesst ein, er giesst zusammen* 
Hdt. 4, 66; neben xig-vd-vat 2, Seite 379), dann könnte in ya- selbst wieder 
eine den Nasal enthaltende Yerbalgrundform enthalten sein, wie zum Bei- 
spiel in ya- ,entstehen* (Seite 1). Oder gehört yavdeiv unmittelbar zum 
sogleich aufzuführenden ydvva^ac ,sich erfreuen*? 
ydvvö'd'ai ,sich freuen'. 

Bei Homa: viermaL II. 13, 493: ydvvTai d^ aga t€ <pgiva Ttoifitjv. 
IL 14, 504 : ovök ydg 17 ügofxdxoio ddfxag . . . dvögl (plktfi kk&ovrt yavia- 
oerai. II. 20, 405: ycvvTai di tb toIo ivoaixd'wv. Od. 12, 43: Ttß d' ov 
Ti yvvrj xoi n^ma Tixva ßoUaöe vooTtjoavTi TcaglOTaxai ovöh ydwvrai. 
Aesch. Eum. 970 : rad« toi x'^ÜV ^^W 7tgog>g6v(og kTtixgaivofiivwv ydvvfiau 
Eur. Iph. T. 1239: Ircl TO^iav eioTOxlq ydvvTai. Kykl. 504: ydvvfAai dh 
daiTog fjßf]. Ar, Wespen 612: tovtoigiv iyta ydvvfiai, FlaL Fhaedr. 234, 
D: idoxeig ydvvG&ai vno tov Xoyov (lETa^ dvayiyvuaxiav. 



Griechische Etymologie. 15 

Gebildet durch das präsentische Suffix Wj das in einzelnen FormeDi wie 
dem futurischen yavvaaerai (II. 14, 504) i^nd dem perfectischen ysyavvfihos 
(Anakr. 35, 3) aber auch über sein ursprüngliches Gebiet hinausging, wie 
es ganz ähnlich auch bei rawa&ai ,Bich ausdehnen' mehrfach (2, Seite 771), 
zum Beispiel in dem futurischen vavvaaetai (Archil. 3, 1), der Fall war. 
Als verbale Grundlage ergiebt sich somit ein ya- (zu dem möglicher Weise 
auch das vorausgehende yavaeiv ,glänzen' gehört), Aas nach der landläufigen 
Ansicht aus yaß- (siehe unter yaieiv ,freudig stolz worauf sein' Seite 4) 
hervorging. Damach würde also yawa&ai aus *yavvva&ai entstanden 
sein, was sich vielleicht noch durch Analogien wahrscheinlich machen 
lassen wird. 

ydyyafio-p ,kleines Fischemetz'. 

Aesch. Ag. 361 : oi Zev ßaaiXev xal vif§ ... i]t* inl Tgolag nvqyoig 
ißaXeq areyavov dlxTvov, tag firire ix&fav fu^v' ovv veagviv %iy vTteQTeliaai 
fiiya dovkeiag yayyafiov axrig ftavalwTOv, Opp. Fischf . 8 1 : dUrva » . . 
twv ra fiiy dfifplßkrjargay Ta dk yQlq)oi xaXiovvai, yayyafid %* rfi* v/toxal 
ncQiYiyieg r^dk aayrjvai. — Daneben gleichbedeutendes yayyaftrj. Strabo 
7, 3, 18: oQvxtol %i etaiv Ix^veg ol djtoXriq>&iv%eg Iv T(p XQvardXkifi rij 
TtQoaayöQevofiivf] yayya^jj. 

Dunkler Herkunft Beruht wohl auf einer durch Beduplication ge- 
bildeten Gmndlage. Das Suffix wie in xagdafio-v ,orientalische Kresse' 
(2, Seite 356), das von yayydfir] wie in xaXanrj ,Halm' (2, Seite 418). 

yüyyQmva ,Brand, Absterben einzelner Theile des Körpers in Folge ge- 
störter Emährang'. 

Plut mor. 65, D: Tavraig ^hrot ralg ovXalg, fiäXXoy dh yayyqaLvaig 
xa2 yMQxivuifiaai diaßgta&tlg *AXi^avdQog arciSXeae aal KaXXioO^ivti xal 
Jlag^evlwva xal OiXciTav. Paul. Tim. 2, 2, 17: 6 Xoyog avTciv (og yay- 
ygaiva vofirjv ^ei. Galen 18, A, 687 sagt unter der Ueberschrift ^äroQ 
xal yayygaivova&ai (,brandig werden') Uvietai xyrj^riv xal xov Ttoiot : xal 
To rf^g yayyQalntjg ftd&rjfia TtoQaylvead^al q>r}0iy avtolg ifißXrj&ivzcjv vwv 
i^exovrwv oarwv naqd T(p idsyid'H drjXovori trjg q)X€y^ovijg . . . ^eja^v 
yciQ xovjov xov aq>axiXov (,kalter Brand') %a\ iir^ fieydXrjg g)X€yfiovf^g 
kajiv fj ydyyqaway xoaovxov %Blqov xffi xtjXixavxrig (pXeyiiov^g (,Entzündung 
fleischiger Theile unter der Haut') öoov ^exqivixeqov xov o(paxiXov. 

Zunächst aus *ydyyqav'ja^ wie zum Beispiel xqlaiva ,Dreizack' (2, 
Seite 824) aus ^xqlav-ja. Unverkennbar deutlich ist die Bildung des 
Wortes durch Beduplication: man kann ihr die vergleichen von xev^qrjdov 
(2, Seite 776) und 7t€fiq>q7jä6v (2, Seite 590), Namen von Wespenarten. 
Die Annahme aber, dass yqdeiv ,nagen, essen' (nur Kallim. Brachst 200 : 
xolxovy og ai^rjwv fyqae xtjde^ovag) zu Grunde liege, findet eine beachtens- 
werthe Stütze in g>ayidaiva ,ein um sich fressendes krebsartiges Geschwür' 
(Aesch. Brachst 253: q>ayidaiv' del ^ov aoqxag kad'Ui nodog. Diosk. 4, 
162), das offenbar von (pay-i^ev ,essen' (Od. 10, 386; 16, 143; 18, 3) ausging. 



16 Griechische Etymologie. 

ya^yXlo'V ^Bchmerzlose Geschwulst uster der Haut, üeberbein^ 

Galen. 13, 815: Kv^ixtjVfj ... q>vpiata diax^l xai %a yayy'Ua Tag u 
avvaywyitg d7to%oQvq>el %a\ ^raaei. Oelsns medic. 7, 6: in hoc (d. L eapite; 
multa variaqve tübercula oriuntur: yayylitt, fieXixtjQldag , ä&eQtifiaTa 
nominant PolL 4, 197: yayyXlov äTtoarrjfia artovov, vno Xevxfp xat vev- 
Q(üdei xixiSvL' tveaxi d* avrtfi vyqov a&eQwdeg tj TQixia tj iXfilv&iOj 
ylverai dk negl Sq^-qo xal x€q>alijv. — Dazu: yayyXiwdeg- ^üb^ein- 
artig'; Hipp. 3, 187: inel aal xdiv yayyXi(odi(ov tvia oaa av jtXaäoQa h; 
Y.a\ pivfyadea adgxa ^XU ^oXXol arofiovaty olofi^vot ^ev§ia dvevgtjaeiT ig 
za TOiavTa' fj (ikv ovv yvcufirj tov latQOv i^aTtaravai. 

Wahrscheinlich in der selben Weise durch Beduplication gebildet, wie 
das vorausgehende Wort; so könnte etwa ein *y€X' ,sich ballen (?), sich 
runden (?y zu Grunde liegen, auf das wohl auch yiXyi-g ,EnobIauchkopt 
Enoblauchkem^ (Theophr. Pflanz. 7, 4, 11 und 12; cpL 1, 4, 5; dan^n 
yeXyld' Theophr. c. pl. 6, 10, 7) zurückführt Das T'-.Äx mit seiner ullg^ 
wohnlicheren Betonung wie in ftedlo-v ,Ebene^ (2, Seite 528), Ttijvlo'V ^Em- 
schlagsfaden' (2, Seite 579) und sonst 

yev' ,entstehen, werdenS mit dem Perfect yiyove ,es ist geworden, es ist^ 
(IL 19, 122; Hdt 1, 5; Eur. Ion 864; dazu die Plusquamperfectform yeyoyet 
oder wohl besser yiyovev IL 13, 355; femer kx-yeyaTijv Od. 10, 138; ycyaäci 
IL 4, 41; 325; Od. 5, 35; yeyawv IL 2, 866; 9, 456; Od. 19, 400; der In- 
finitiy yeyafiev H. 5, 248; 20, 106; 209; nachhomerisches yeyovafjiev Aesch. 
Sieben 142), ausserdem aber nur medialen Flexionsformen, und zwar den 
Aoristen yevia&ai (IL 3, 323; 4, 375; 6, 82; yivero IL 4, 456; 12, 144; 392; 
mit innerer Yocaleinbusse yivro Hes. th. 199; fyevro Hes. th. 705; Sapph. 
16; Theogn. 202; Pind. Pyth. 3, 87; 6, 28) und dem causatiyen yelfaa&at 
Centstehen lassen^ ■»") ,erzeugen, gebären' (IL 21, 160; Od. 8, 312; yüfoio 
IL 1, 280 ; 3, 238 ; 4, 400 ; conjunctivisch yelveai Od. 20, 202 , und iy-yel- 
yoivtai oder vielmehr ky-yelvovrai ,darin erzeugen' IL 19, 26) und dem 
durch Beduplication gebildeten Präsens yiyvea^ai (II. 2, 468; 4, 245; 
11,418). Die neben dem letzteren noch begegnende Präsensform yei- 
vead^ai (aus ^yiv-jead'ai) mit der speciellen Bedeutung ,geboren werden* 
oder ,erzeugt werden* (IL 10, 71; 20, 128; 22, 477; 23, 79; 24, 210) beruht 
an manchen Stellen auf nur unsicherer Ueberli^erung: Nauck giebt in 
seiner Homerausgabe sowohl für yüv-ea&ai als für yiyvBO^ai überall 
nur yiv-ea&ai. — Nachhomerische Formen, wie das futorische yenjaofiai 
(Aesch. Prom. 1003; Eum. 66; Soph. Phil. 1067; yerijaerai Aesch. Sieben 
156; 586; 1045; Schutzfl. 449; Soph. Aias 1065; Trach. 1212; Eur. Ion 
981) oder pertectische wie yeysvrjTai (Aesch. Ch. 379; yeyivrjvrai Thuk4, 
125; yeyevtjfie^a Eur. EykL 637; yeyevafiiyov Pind. OL 6, 53), die die zn 
yev" fehlenden Tempusformen ergänzen, gingen von einem abgeleiteten 
*yeva€ad'ai aus. 

IL 18, 251: EnTOQi d* rjev iralgog, iij d* iv vvncrl yivovxo. H. 19, 219: 
TtQoregog yBy6fit]v. IL 1,251: oi ßoi TtQoa&ev afta %Qaq>^v ^6h yivovxo. 



4-,** 



i- 



Oriechische Etymologie. 17 

IL 5, 548: hc de Jifo%kißeog öidvfAaove ftaide yeviad'rjv. IL 1, 493: ove 
St] ^* hc xolo dvwdexdTt] yivBx^ ijßwg, IL 22, 150: af4q>i dk xarcvog yly* 
vevai i^ txvrfjg (nämlich ntfyijg) wg ei nvgog al&o/iivoio. IL 18, 102: 
ovdi Tt naTQonXqi yevofifjv q>aßog ovd^ hotQOiatv tola* äkloiai. Od. 14, 
157: ix^Q^S Y^Q f^oi xelvog ofitig ItiFliao nvkrjoiv ylyverai og nevltj 
Jehuav dnarijkia ßa^eu IL 4, 325: vbFwxbqoi, o% tcsq ifislo OTtXoxeqoi, 
yeydaai. H. 4, 289 : volog fcäaiv -S'Vfidg ivl avijd'eaai yivoixo. IL 4, 466 : 
filrw&a di Foi yiveS'* oQfiij. — IL 1, 280: d'sd di ae yelvaro fiiJTriQ. 
IL 4, 400: Tvieig . . . rbv vlov yelvaro Felo %iQr}CL fiaxjj. Od. 8, 312: 
TOxijFe dvw, %(jj fi^ yelvaa&ai oq)€kkov, — Dazu: yivBOi-g ,ürspnmg, 
Entstehung', ,Ent8taiidenes, Geschlecht'; IL 14, 246 : 'fixeavoi;, og 7t bq yivBoig 
TtavTBaai zirvxTai, — Plat Menex. 237, B: tijg d^ BvyBVBlag tcqiStov 
vfc^Q^B toiaÖB fi TÜv TtQOyovaiv yivBOig ovx MTvrjkvg ovoa. Legg. 691, E: 
Sldvfiov vfÄlv q>vTBVüag t'^v twv ßaaikitov yivBOiv Ix ^ovoyBvovg. — 
yevid'Xri ,Absta^fiang, Geschlecht'; IL 19, 111: twv dvdQwv ol a^g iS 
aifiarog bIoi yBvi&Xfjg. Od. 4, 232: t] yotg üair^ovog bIoi yBvi&hjg. IL 
2, 857: i^ l/ilvßqgj od-Bv dqyvqov laxl yevid'kt]. — yivB&Xo'-v yA.b- 
stammnng, Geschlecht, SprSssling'; Aesch. Schutzfl. 290 : didaxd-Blg d* av 
cod' Bldelfjv Ttliov, onwg yivB&kov OTtigfia %* IdqyBiov %b aov. Ag. 784: 
ßaaiXev . . . ^Atgiiog yivB&kov. — yBvBfj ,Geschlecht, Generation'; IL 20, 
306: ngidfiov yBVB^p VX^'IQ^ KqovIcdv. ILO, 145 und 146: tlrj yevBtjv 
iQBBlvBig; oirj nBQ q>vXXwv yevBi^, rolrj dk xal ävögtSv, IL 1, 250: tqi ä* 
ijdrj ovo fiBv yBVBol lABQonoiv dv^QwntJv iq)&lato, — yivog- (siehe 
Seite 18). — yivva (siehe Seite 19). 

«a LaL gen-igignere, mit der Causalbedeutung ,entstehen lassen, er- 
zeugen'; Enn. ann. 27: Sdtumd, qvem Caelus genuit — Dazu: genti- 
<=> yivBai'g\ mit verkürztem Nominativ gens^ ,Gesclilecht, Yolksstamm'; 
Enn. ann. 152: drcum sös qvas sunt magnae genUs opulentae . . . 

Altir. ro-g^nar ,ich bin geboren', gignid ,es wird geboren werden'; gdn 
^Geburf (Fick 2*, 110). 

Ags. cennan ,erzeugen', ,gebären', alts. Jcennit ,erzeugf (HeL 5132); — 
^oth. hwnjor ,(jleschlechf (Luk. 2, 36: t^ hu/nja AsMs] Mk. 9, 19: o Jcuni 
ungälatibjando) ; dazu ahd. kuningy d. l ,aus einem (hervorragenden) Ge- 
schlecht stammend'; nhd. König; — ahd. iind, nhd. Kind] — goth. 
hu/ndor ,Geschlecht, Abstammung' (zu entnehmen aus Zusammensetzungen 
wie himina-ku/ndor ,himmlischer Abkunft' Luk. 2, 13; Kor. 1, 15,49; 
'^'[' Ephes. 1, 3; guma-ktmda' ,männlichgeschlechtig' Luk. 2, 23; Gal. 3, 28). 

Armen, tsanil ,geboren werden'; — dazu an-tsin ,ungeboren'. 

Altind. gan- (in mehreren zugehörigen Formen ist der Nasal erloschen) 
jcntstehen, geboren werden', und in den Causalformen ,erzeugen, hervor- 
bringen'; RV. 1, 81, 5: nä tvävän indra Jcäs cand nd gätds nd ganishjatai 
^nicht ist wie du, Indras, irgend jemand geboren, noch wird er geboren 
werden'; RV. 1, 31, 11: pitür jdd putrds mdmahaßja gd'jatai ,als meines 
Vaters Sohn geboren wurde'; — EV. 2, 13, 7: jäs ca dsatnäs dganas did- 

Leo Meyer, GiieohiBohe Etymologie. IIL 2 



18 Griechische Etymologie. 

jütas ,der du die unvergleichlichBten Blitze hervorbrachtest' ; RV. 2, 35, 2 : 
apäm näpät . . . vigväni . . . bhiwand gagäna ,der Sohn der Wasser hat 
alle Geschöpfe erzeugt'. 

Altostpers. earir : zänaite fix wird geboren' ; zizananti ,8ie erzeugen, sie 
gebären'. — 

Die Suffixe von yived^ko-v und yevi&Xifj sind ungewöhnlichere, be- 
gegneten aber schon in ae&ko-v ,Eampfpreis' (1, Seite 8) und Iftaa&lfj 
^Peitsche' (2, Seite 62). Die Form yeverj wird zunächst als abgeleitete 
gelten dürfen, in welcher Beziehung sie sich mit öcjqcij ,6eschenk' (Hdt. 

5, 23; Aesch. Prom. 616) und qxoXe^ ,Schlupfwinkel' (Arist mirab. 73) vnrd 
vergleichen lassen, schliesst sich möglicher Weise zunächst an yevri ,6e- 
schlecht' (Kall. Bruchst 241). 

y^v-TO ,er ergriff siehe unter yc/u- (Seite 37). 
yäroq- ,Sprössling', ,6eschlechf, ,Abstammung'. 

IL 19, 124: ^drj av^Q yiyov* iad-kog . . . EvQva&eig . . . adv yivog. IL 

6, 180: Tj d' Sq* iev d^itov yivog ovo* av&QtaTtiav, Od. 16,401: dßeiyov 
öh yivog ßaatX'^ßiov kariv XTCivifiev. — IL 6, 209: hcixeXXsv . . . juijdfi 
yivog nariquiv aiaxvvi^ev. IL 12, 23: xaTtneqov . . . ^f^i^icjv yivog av- 
ÖQtSv. Od. 20, 212: ovdi xev akXtog dvÖQl y^ vTCoazaxvoiTO ßofaiv yivog 
evQVfiejüiTtwv. Od. 3, 245: tQig yaq drj fÄiv (d. L NiaroQa)^ qtaal Fava- 
^ao&ai yivB* avdQWv, — II. 13, 354: itficpoTigoLOiv ofiov yivog vjd* %a 
fCöTQTj, IL 3, 215: yiv€L vazeqog rjev. IL 4, 58: xal yag lytj d-aog eifii, 
yivog di fioc ev&ev od-ev aoL 

= Lat genus' , Abstammung', ,Geschlecht'; Plaut Most. 1141: summis 
gnäU generibits. — Enn. ann. 84 : servat genus ältivolantum, 

Goth. hwnjor ,6eschlecht' ; Mk. 9, 19:^ huni tmgälaul^andö. 

"B Altin. gdnas ,6eschlechf; nur BV. 2, 2, 4: citdjantam . . . gdnasi vhhäi 
dnu ,dem hinblickenden auf beide Geschlechter' (Menschen und Götter)» 

Zu yev- ,entstehen' (Seite 16). 
yivhio-v ,Einn'. 

IL 22, 74: aAA' S%e d^ noXiov ze xaQrj nohov re yiveiov. Od. 11, 583: 
Tcivzakov elaifidov . . . kataox* iv Xlfivrj * rj dh nQooiTtka^e yevelq). IL 
8, 371: %XXaße x^^Q^ yevelov. Od. 16, 176: nvdveai ö' iyivovvo yeveiaöeg 
a^qfl yiveiov. Pind. OL 1, 68: Xdxvai viv fiiXav yivuov iqefov. — Dazu: 
yevBLad' (yeveidg) ,Kinnbarf; Od. 16, 176: (siehe kurz vorher) ; Aesch. 
Pers. 316: nvQoijv ^aftXij&rj ddaxiov yevecaöa ereyye, Soph. Trach. 13: 
Ix ök daaxlov yeveiddog xqovvoI dieggalvovTO xQrivalov TtOTOv, — tjv- 
'yiveio-g ,mit starkem Bart versehen'; II. 15, 275: iq>dvrj Xlg tivyiveiog 
elg odov. Od. 4, 456: rvQoniara kicjv yiver* ijvyiveiog. 

Gehört zum Folgenden. An abgeleiteten Bildungen auf eto neben zu 
Grunde liegenden auf v sind sonst noch zu nennen : x^^^'^o-v ,Schildkröten- 
schale, Erebsschale' (Arat493; Nik. al. 561) neben x^^^S ,Schildkröte^ 
(Hom. hymn. Herm. 33; Empedokl. bei Plut mor. 618, B) und rcgo-dareio-v 
,vor der Stadt (oarv 1, Seite 179) gelegenes Gebief (Hdt 1, 78; 3, 142; 



Griechifiche Etymologie. 19 

Thuk. 2, 34). Vielleicht war die echthomerißche Form nur ^yev^ßio-v, 
das dann auch zu *yivj]0'V werden mochte, wie bei Homer zum Beispiel 
auch nagr/io-v (2, Seite 597) und naQrjo- neben einander liegen. 
yivv-g ,Kinnbacken*, besonders ,unterer Kinnbacken^; dann auch ,Beil^; 
^gelhaken^ 

Bei Homer 3 mal. 11.23,688: dfeivdg de xQOfxaäoi; yevvwv yivero. 
11.11,416: &^y(ov (nämlich ndnQiog) Xeuxov odovza ^ira yvafifttfjai 
yiwooiv. Od. 11, 320: nglv . . . ftvndaai re yivvg ivav&di ^dxvj]. Find, 
OL 13,85: (potQiAoxov tcqov telvtav aficpl yivvt (dem Pegasos). Arist 
Thierk. 1, 50: fri dk aiayoveg dvo* %ov%iay v6 nqoad'iov yiveiov, to 3^ 
OTtlaS'iov yiwg, Eur. Phoen. 63 : inel öh Tixvwv yiwg ifiiSv axia^erac. 

— Soph. EL 485: o nakaid xakMTtXrpfctog afiq>r^xrig yivvgj a viv xaTä- 
neq>vev aloxlovaig h alxlatg. Phil. 1205: Slq>og, ei no&ev, iq yävvv rj 
ßeXiwv VI nQOTtifiipate. — Opp. Fischf. 3, 539 : avTalg ö' dyxlazQoio neqt' 
aTQiq>erai yevveaaiv. — Dazu: yiveio-v (siehe Seite 18); — yevjjd- 
iyevjßg)^ ohne Zweifel aus altem *yevrißlö-, ,Beil'; nur Soph. Ant 249: 
ixel ydq ovze tov yevrjöog rjv nX^y^i, ov öiKiklrjg ixßoXTJ. 

«s Lat gentdr; nur erhalten in genuino-s ,zu den Backen gehörig^; 
Plin. 11, 1 66 :Aowinl novissimi (nämlich dentis) qvi genuini vocantur cir- 
citer vicSsimum annum gignumtur. Juv. 5, 69: pänem vix fractunij soli- 
dae jam müdda frusta farinae, qvae genutnum (,Backenzahn*) agitentj 
7iön admittentia morsum. — Dazu: gena ,Wange'; Zwölftaf. 10, 4: wt^ 
lieres genas ne rädunto; Enn. trag. 436 : imprimitqye genae genam. Pacuv. 
trag. 362: nunc prhnum opäcat ftdra länügö genas. 

— Altir. gin ,Mund' (Ebel-Zeuss 59)^ Dat gitm (E.-Z. 994). 

»> Goth. Jdnnu-s ,Backe'; Matth. 5, 39: jäbai hvas thuh stautai bi 
taihsvön theina kinnu; Luk. 6, 29: thamma stautandin thuh bi kinnu. 

— Nhd. Kinn. 

Armen, tsnöt ,Einnbacken, Wange^ 

Das Suffix wie in aQxvg ,Jagdnetz' (1, Seite 268) und sonst öfter. Man 
kann yermuthen, dass die Bedeutung des ,Gekriimmten, Gebogenen' zu 
Grunde liegt und weiterhin auch Zusammenhang mit yovv- ,Kinn' (siehe 
Seite 21) besteht. — Dass altind. hänvrs ,Einnbacke' (BV. 1, 52, 6; 1, 
168,5; 4,18,9; 5,36,2; 8,49,13; 10,79,1; 10,152,3: vi vrträsja 
hdnü ruga ,zerbrich die Kinnbacken des VrtrasO nicht unverwandt ist, 
scheint unzweifelhaft, es liegt aber noch im Dunkel, aus welcher gemein- 
samen Grundlage die verschiedenen Formen sich entwickelt haben können. 
yiwa (Aesch. Prom. 853; Acc. yivvav Aesch. Prom. 165) , Abstammung'; 
,Nachkommenschaft, Geschlecht. 

Pind. Pyth. 4, 100: Ix&lazoiai (ifi xfjevdeatv xarafiiavaig elnh yhvav. 
Aesch. Prom. 892: zmv yivy<f fieyaXvvofiivwv. — Pind. Bruchst 88, 10: 
h&a texoia' evöaLfxov' hcorpoTo yhvav. Aesch. Sieben 749 : d^vdoxovxa 
yivvag ateg aw^etv nöXiv. Ar. Vögel 1063: xrelvwv TtafKpvXwv yivvav 
^rjQiSv. — Dazu : yevvaio-g ,der Abstammung entsprechend, angeboren ; 



20 GriechiBcfae Etymologie. 

fYon edler Abstammong'; IL 5, 253: ov yaQ ifioi yevvaiov äXvaxaKovrt^ 
fiaxBO&ai ovöi xatarcTtiaaeiv» — Aesch. Ag. 614: roioad* 6 xo/inog v^g 
dXrjd'elag yi/iwv ovx alaxQog wg yvvainu yevval^f kaneiv, Soph. Eon. Oed. 
1469: id-' w yovjj yevvale. — y«yyafiiy ,erzeiigen, hervorbringen'; Soph. 
El. 1412: oix ix ai&ev ^x%bLqb&* ovrogy oid' o yevnjoag tcoti^q. Aias 
1077: avÖQa xf^} xay acjfia yevvijaTj fiiya, öoxelv fteoeiv av. 

Scheint ein orspriinglich nur dialektisches Wort zu sein, da ans mnth- 
maasslicher Grundlage ^yiv-ja nicht **yBlva (wie zum Beispiel TtBlva 
^Hunger' — 2, Seite 583 — aus *7zivjay oder tbIvbiv ,dehnen, spannen, aus- 
strecken' — 2, Seite 780 — aus *T4rJBiv\ sondern eine Form mit Lautassi- 
milation entstand, und da weiter in allen Oasusformen der Vocal a be- 
stehen geblieben zu sein scheint PoUux 3, 6 fuhrt aus Mos die Genetiv- 
form yivvag an. Bei Aeschylos begnegnet auch nur die Genetivform 
yivvag (Sieben 749; Pers. 946; Ag. 1477) und die Dativform yivvq (Prom. 
892 ; Ag. 760 ; Pers. 932), die angeführten Stellen gehören aber ausser Ag. 
1477 sämmtlich nur Ohorliedem an. — So darf man als suffixales Element 
also ja (wie zum Beispiel in rtLaaa ,Pech', aus *nb(ja^ 2, Seite 549) be- 
zeichnen. Zu Grunde liegt yBv- ,ent8tehen' (Seite 16). 
yivro'Vj in der Mehrzahl ,Körperinneres, Fleisch*. 

Eallim. Bruchst 309: yivra ßoog fiikdowBg. Bruchst 525: x^^fj ^^ ^^^ 
yivza ndoaa&ai, Nik. al. 62: xal tb ßoog via yivra nBQtq)i,LovTog dloiq)fj 
TTj^dfiBvog xoqiaaio non^ Ivxctvdia vrjövv. 557 : dl&alvBi xal yivra avog 
q>Xid6iavtog dXotg)fj. 

Ungewisser Herkunft Wohl nur dialektische Form. Eustathios be- 
zeichnet das Wort als thrakisch; seine Worte sind 918, 29: yivra o drjlol 
@Qfxiatl ra xQia, cig ol td %äv ykwaaäv lofOQi^aavTig q)aai und 1854, 
34: b yqdxpag 6h yivra rd xqia xard yhaaaav Qq^xuIv iyQaifßBv. 
yevtiaviq ,Enzian, Bitterwurz'. 

Diosk. 3, 3: yBvriavfj doxBl fikv vno nqdrov evQrja&ai Pivridog^ '/AAv- 

QiLJv ßaaiX^og, dq) * ov xal rrjv iTtoivvfilav ^üxfjXBv yevvärai dk iv 

vy/fjkordraig dxQWQBlaig xal avaxloig ronoig xal ivvdgoig. (Plin. 25, 71 : 
genticbiam invSnit Oentius rex lUyridrumj ubiqoe nascentem^ in Uly- 
ricö tarnen praestantissimam). 

Ohne Zweifel ungriechisch. 
yov- ,mit seiner Stimme vernehmlich werden', wird aus der Perfectform 
yiytJVB ,er ist mit seiner Stimme vernehmlich geworden, lässt sich ver- 
nehmen' (Od. 5, 400; 6, 294; 9, 473 = 12, 181) entnommen werden dürfen. 
Aus dem Perfect wurde auch ein ihm gleichbedeutendes yBywviBiv (II. 
12, 337; Pind. OL 3, 9; Pyth. 9, 3; ysywvtiriov Pind. Ol. 2, 6) abgeleitet, das 
vielleicht noch nicht als homerisch gelten darf. 

Bei Homer 22 mal. Od. 5, 400: dlV orB roaaov aTtrjev oaov rB yiywvB 
ßor^aag. D. 12, 337: ov Ttwg ßot %bv ßdoavri yBymvBlv' roaaog ydq xrv- 
nog tjcv, E. 24, 703: xmxvaiv t' dq* ^TtBira yiyoivi rB rtdv xard Fdarv. 
II. 22, 34: (Aiya <5' oi^vi^ag iyiycJvBv XiaoofiBvog q)lkov vlov. Od. 21, 368: 



GriechlBche Etymologie. 21 

TrjXd^axog ö' hiqcad'ev dnedi^aag iyiywvev. II. 8, 223 = 11, 6: yjj/i . . i] 
^' h IABaoa%t^ iaxe ysywvifiev afiq)otiQwa€. 11.14, 469: AiFag d' aix* 
iyiywvev dfivfiovi novXvöa/iavTi, IL 8, 227 >» 11, 275 »» 586: ijvaev dh 
dianQvaiov Javaoloi yeywvoig. Od. 8, 305: af4€QdaXiov d* ißofriae, yäywvi 
T€ naoi d'Bolaiv. Od. 12, 370: olfici^ag dk Ceolat fiet* dd-avaroiai yiyoj- 
vov. Find. Pyth. 9, 3: id-ikia x^^damda Ilv&iovUav avv ßa&v^wvoiaiv 
ayyiXXwv TekeaiTcgdri] Xagiteaai yeywvelv. Aesch. Prom. 193: Ttavr^ 
hcaaXvifßov xai yiyotv* '^f4lv loyov. 

Wenn auch im Griechischen keine weitere Verbalgrundform auf ov in 
lebendiger Verbalflexion gefunden wird, so wird man nach Maassgabe 
Yon Perfectformen wie 7tiq>rive ,es ist erschienen' (Aesch. Prom. 111; Soph. 
EL 646; zu q>av- : q>alv€Tai ,es erscheint' IL 2, 456; 5, 864), fiifxrjvag ,du 
bist in Baserei gerathen' (Soph. EL 879 ; Eur. Bakch. 359 ; fii/irjvev Alkm. 
68; zu fiav- : fialvevai ,er rasf IL 5, 185; 6, 101; 8, 111), xix^va ,ich stehe 
mit offenem Munde', eigentlich ,ich bin auseinander g^lafff (Ar. Vögel 
264; xexrjvora IL 16, 409; zu xo^' > xdvoi ,68 möge sich aus einander thun' 
IL 4, 182; 6, 282; 8, 150) aus der oben angeführten Perfectform yiywve doch 
mit einiger Sicherheit die Verbalgrundform yov- ,zum Verständniss gelangen', 
insbesondere (,mit seiner Stimme) yemehmlich werden' entnehmen dOrfen. 
Zu ihr aber gehören ohne Zweifel goth. hunnan ,kennen, wissen' (Matth. 
26, 72 und 74: ni Jcann thana mannan] dazu huntha- ,bekannf ; Job. 18, 
15: sah than sipöneis vas hu/nths thamma guc^jin), nhd. können] — altir. 
as-gen-su ,du hast erkannf (Fick 2*, 116); — lit pa-zinti ,kennen'; — 
altind P6rfec4>articip gänüsh- ,kundig' (BV. 10, 77, 1: havishmantas nd 
jag-näs vi-gänüstias ,gleichwie Trankopfer des Kundigen'); — altostpers. 
mnr ,OTkennen', ava-zan- ,aufmerken', paiti-zan- ^anerkennen, annehmen' 
— und weiterhin auch /vcu-, erkennen (siehe Seite 30). 
yovi^ ^achkommenschaff. 

Bei Homer zweimaL IL 24, 539: otti Fol ov ti nal6u)v iv fieyagoiai 
yovri yivf%o TCQeiorrwy. Od. 4, 755: oif yaq olw ftayxv ^eolg f^omdgeaai 
yor^v itiqxeiaiddao %%&€ad'ai. — Daizu: yovev^g ,E]:zeuger', in der Mehr- 
zahl ,Eltem'; Hom. hymn. Dem. 240: icQVfrTeaxe . . • kad'Qa q)iko}v yovivjv. 

Zu yev' ,entstehen, geboren werden' (Seite 16). 
ydi?r- (IL 7, 118; 11, 547; 19, 72) ,Kme', mit Casusformen wie yovFog (IL 
11, 547; Od. 19, 450; in den Ausgaben yovvog)^ yovFa (IL 6, 511 = 15, 
268; 14, 468; in den Ausgaben yovvcL) und daneben yovFaxog (IL 21, 591; 
später yovcnog Aesch. Ag. 64), yovFaja (IL 17, 386; 21, 114; 425; später 
yovata Ar. Lys. 216; 542), yovaxcjv (Pind. Nem. 5, 20; 8, 13). 

n. 1, 407: ftaQS^eo xal Xaßk yovFwv (in den Ausgaben yovvmv) IL 21, 
591: %al ^* ißakev xvijfiriv ino yovFazog. II. 6, 511: ^lfiq>a Fe (d. i. iVc- 
Ttoi) yovFa (pigei fierä Fi^&ea xal vofiov XicTtcjv, IL 9, 488: ngiv y* ore 
drj u* ift* ifiolaiv iyd yovFeaai (in den Ausgaben yovveaai) xad'iaag oipov 
t* Saaifii. IL 7, 118: ^qi^l fuv aOTcaaltag yovv na^ipifieVf ai x£ (pvyrjaiv 
drjFlov hc moXifioio, IL 15,291: noXXdv Javadv vnd yovFar* iXvoev. 



22 Griechische Etymologie. 

— Dazu: yvv^ (siehe Seite 33). — nQo-xw (siehe besonders, 2, Seite 
637). 

— LaL genu- (genü Ov. met. 4, 340); Enn. ann. 354: pinsunt terram 
genibus] Ov. met 8, 805: genuumqve tumäbat orbis; Verg. Aen, 5, 432 und 
12, 905: genva labant 

(Joth. kniva- (hniu); Luk, 5, 8: Paitru^ draus du hnivam lesüis] — 
nhd. Knie. 

Armen, tsu/nr ,Knie*. 

Altind. gähu' ,Knie'; RV. 10, 15, 6: ä-dcja gänu dakshinatds ni-sddja 
,mit Beugung des Knies zur Rechten sich niedersetzend'. — Daneben: 
gniir ,Knie*, in Zusammensetzungen wie gnurbd'dhr ,die Knie niederbeugend' 
(RV. 6, 1, 6). 

Altostpers. zhnu ,Knie', Acc. zhnürn^ Pluralacc. mnva. 

Wurde schon unter yiw-g ,Kinnbacken* (Seite 19) als wahrscheinlich 
mit ihm in Zusammenhang stehend erwähnt — Stellt sich seiner Suffix- 
bildung nach unmittelbar zu doQv (IL 5, 337 ; 664 ; 8, 1 1 1) ,behauenes Holz, 
Speerschaft*, mit dem Genetiv doq^og (IL 3, 61 ; 78; 6, 319, in den Aus- 
gaben dovgogj später dogog^ wie Aesch. Sieben 104; 322) oder öogßaTog 
(IL 11, 357; in den Ausgaben dovQarog) und der Pluralform dogFa (D. 2, 
135; 6, 3; in den Ausgaben dovga) oder dögßara (IL 5, 656; 12,36; in 
den Ausgaben dotgara). 
yoyyißgcci? ,gurren' (von Tauben); ,murren^ 

Pollux 5, 89: eXrtoig d^ av . . . . negiaxegag yoyyv^eiy. — Matth. 20, 11 : 
iyoyyv^ov xarä tov oiKodeoTCOTOv. Luk. 5, 30 : %ai kyoyyvtflv ol Oagiaaiot 
aal ol ygafxfxazelg avrwv ngog rovg fia&rjTag avrov. — Dazu: yoyyvo- 
fio-g ,das Murren'; Anaxandr. Kom. Bruchst 31 : yoyyvafio-g (aus Bekk. 
an. 87, 5: avTi %ov roy&ogvofiov. uiva^avdgldrjg Nqgel. Job. 7, 12: xal 
yoyyuOfjibg negl avzov tjv nokvg kv rolg ox^otg. 

Aus *yoyyvdjeiVj beruht also zunächst auf einem Nominalstamm *yoyyvd-. 
Ohne Zweifel durch alte Reduplication gebildet, ganz wie zum Beispiel 
yayygaiva ,Brand, Absterben einzelner KörperUieile' (Seite 15) und wie 
andere Formen mehr. Ruht auf dem selben Grunde wie yoaeiVy alt yo- 
ßaeiv ,wehklagen, jammern' (Seite 2). 
yoyyöio-s ,rund'. 

Aesch. Bruchst 199, 7: Zeig .. v€q)ekr]v d' vnoaxofv viq>adL yoyyvXuiv 
Tcetgcjv vnoantov &fjaei x^ova, Plat. Krat. 427, 0: elg dh t6 yoyyvkov 
TOV ov ÖBOfiBvog arjfielov, %ov%o Ttkeiazov avTiß eig to ovofia kveKegaoe. 

— Dazu: yoyyvlrj ,runde Rübe'; Ar. Thesm. 1185: oi/*' wg aviguto %b 
%ir%C y äaneg yoyyvXr]. Friede 28: ijv fi^ nagad'W tgltpag dt* ^fiegag 
oXfig Sansg yvvaixl yoyyvktjv f^efiayfiivrjw. 

Scheint nach Art des vorausgehenden Wortes durch Reduplication, bei 
der in der Reduplicationssilbe sich der Nasal entwickelte, gebildet zu sein. 
So ist wohl die Grundlage dieselbe wie bei yvii^-g ,Krummholz am Pfluge' 
(Seite 5). Das Suffix wie in xafiTtvko-g ,gebogen' (2, Seite 340) und sonst 



n 



Griechische Etymologie. 23 

yöyyQo-q , Aus wuchs an Bäanxen'; Käme eines Fisches, ,Meeraah 

Theophr. Pflanz. 1, 8, 6 : %via (yämlich devöga) dk xal iaxu rovg xaXov- 
Itiivovg vfto Tivcav t} yoyyQovg fj v6 dvah>yov olov tj ilaa' xvQitüTaTov 
yaq Inl vavrrig roito %ovvo(xa xal Ttaaxstv doxel fidkiava to elQTjfiivov' 
xalovöi d' ivioi Toiro TtQSfivov ol dh nQOTcivriv ol dk aXko ovofAa, — 
Arist Thierk. 1, 26: td 51 (nämlich TcreQvyta *€X€i) dio ^lovov, oaa ngo- 
^rjULri xa£ X^la olov tyxekvg nal yoyyqog. 8, 24: ol dh naqaßoi lovgyoyy- 
Qovg , . . . ol 51 yoyyqoi %ovg TcoXv7%o5ag xatead'lovaiv. Philem. (bei 
Athen. 7, 289, A): et 5* %Xaßov ... Ix rrig SixvtSvog rf^g q>Urjg ov roig 
-^eoig q)€Q€i noa€i5(ov yoyyqov elg %ov ovqovov. 

Darf möglicher Weise anch, wie die beiden vorher genannten Wörter, 
als durch alte Beduplication gebildet gelten. Dann würde ein altes *yoQ- 
oder *yeQ- als Grundlage anzusehen sein und qo dürfte nicht als suffixal 
bezeichnet werden. 

-ycovo- ,Winkel, Ecke', in Zusammensetzungen wie 

vQl-yuivo-g ,dreieckig* (Aesch. Prom. 813; Bruchst 78, 2 ; Polyb. 1, 42, 3), 
— T€TQd-y(avo'g ,viereckig* (Hdt 1, 178; 181; 2, 124; Thuk. 4, 125), 
und anderen. — Dazu ywvlr] ,Winkel, Ecke'; HdL 1, 51: 6 5h a^yvQeog 

* (nämlich tlqtjt^q xhevat) irtl xov TCQovrilov rrjg ycjylrjg. 2, 148: Trjg 5h 
ytovlrjg velevriovrog %ov Xaßvglv&ov i%^ai TtvQaiiig TeaaeQccxovTOQyviog. 
8, 122; darigag XQvakovg^ ot iftl larov ;^a^x60t; ioraai tgelg irtl T^g 
yotvlr]g (nämlich zov nQOvtjlov). Plat Menon 84, E: ovxovv Motiv avTrj 
ygafifiTj ix ytavlag elg yiovlav Telvovaoy Tefivovaa 5lxa Sxaaroy tovtwv 
Tüiv j^oi^/cüv; 

Es li^ sehr nah , Zusammenhang mit yow- ,Enie' (Seite 21) zu ver- 
muthen. 

ylwo-g (auch ylvvo-g geschrieben), ein verkrüppeltes Product von Pferd 
und Esel (oder von Maulthier oder Maulesel und Pferdestute), ,Zwerg- 
maulesel'. 

Arist Thierk. 1, 35 : IWecrre 5 ' IV tl ovofia ini rolg hxpovqoig xalov- 
fiivoig, olov %7t7t(p xal ovffi xal oqel xal ylvytf. 6, 163: ^dij iyivero ylvvog 
oTav dvaßfj (nämlich 6 dgebg) iq>* %7t7tov d^i^Xeiav ol 5h xaXov- 

. fißvoL ylvvoi yLvovxai i^ %7tfcov, otav vooi^arj h zfj xvi^aeiy äoTteg kv fihv 
Tolg dv&Q(juTCOig ol vdvoi .... xal Xaxei 5i, warteg ol vdvoi, 6 ylvvog to 

' al5olov fiiya. Arist gen. anin. 2, 8: to 5h dftorelea&hv yiverai ylvvog' 
TOVTO 5' koTiv ripilovog dvdnrigog' xal ydg Ix zov Xnrtov xal tov ovov 
ylvovtai ylvvoi, orav voaiqoj] t6 xvtjfia iv %jj varig(f. Strabo 4, 6, 2: ly- 
zevd-ev (d. L bei den ligyen) 5i eiaiv ol ylvvoi Xeyofisvoi Ytvjcoi tb xal 
riiilovoi. (Plin. 8, 174: in plürium Graec6rum est monimentis cum eqvä 

. mült coitü nätum qvem voeäverint ginntim; id est parvum mülum). 
Ohne Zweifel ungriechisch, und so mag auch wohl an die Möglichkeit 
eines Zusammenhanges mit ^vvo-g^ eine Art Maulthier (2, Seite 60), ge- 
dacht sein. 

yiyylöiO'V, Name einer Pflanze. 



24 Griechische Etymologie. 

Diosk. 2y 166: yiYyldiov, ol ök Xenldiov . . . (pvexai nJiclatov kv KiJuxl<f 
T€ aal 2vQl(f ßoTavioVy aTag)vUv(p fiev ioixog ayglqßy Xbtixotbqov di xal 
nvxyoTBQOv, 

Vermuthlich nicht griechischen ürsprangs. Ein kürzeres yiyyli- 
iyiyyLg) ^übe^, das die nächste Grundlage zu bilden scheint, wird von 
Alexander yon Tralles (2, Seite 455 und 459 bei Pnschmann) erwähnt 
ylyyQä-g oder auch ylyyQo-Qj eine kurze phönikische Flöte. 

Amphis (bei Athen. 4, 175, A): iyio dk %ov yiyygav y« xov ooq>wvcnov, 
— xLg d' fofl*' 6 ylyygag'j — xaivov i^evgrjfia n tifiiteQov, o ^edtQ(p 
pikv ovöendnoTB Hdei^', ^/i&fivrjaiv dk xaTcmexQflf^ivov kv ovfinoaloig ijdrj 
*ar/. Demokl. (bei Athen. 4, 174, F): 6vof4a^ov%ai ök ol cwXol ylyygoi vnb 
rwv (DoivUwv ano xüv ntqi *!Admviv 'd^Qi^vwv* tov yagZtäöwviv riyyQijv 
xaXelTe vfislg ol Oolvixeg. Athen. 4, 174, F: yiyyQalvoiai (von einem 
adjectivischen yiyyqaivo' ,aus dem ylyyqag bestehendO yctq ol Oolvixeg, 
log ^rjoiv 6 SevoqxiuVj kxQiSvTo aiXolg ani'd'afiialoig %6 fiiye&og, 6^ xal 
yoBQOv (pd'Byyofnivoig, rovroig äk xal ol KaQBg XQiSvjai, iv xolg &Qrjvoig, 

üngriechischen Ursprungs. 
ylyyXvfiO'q ,6elenk' und ,(jelenkartiges*. 

Xen. Beitk. 12, 6: xov fxkv ovv -d^wgoxog x6 xwXvov xavxjj aq>aiQBxiov* 
avxl äk xovxov nxigvyBg iv xolg yiyyXvfWig Tcgoad'Bxal^ oxav fikv dial" 
QTjxaif o^olüjg avanxvaaovxai' oxav dk xaxalgrjxaij InixXBlovxau Hipp. 
2, 111: TCQog dk xb yovv xo oaxiov xov /nrjgov xoiovd' iaxl dUgaiov. x(^ 
dk dixgalip xovxq) xo oaxiov 17 xvrjfir] xaXBo/nivri olov iv yiyyXvfiip ivrjQ- 
fioaxai. Arist de anima 3, 10, 8: vvv dk wg iv xBq>aXal(p bItibIv xo xivovv 
OQyavixüJg, onov agx^ ^^^ xbXbvxtj xo avxo, olov 6 ylyyXvfiog' ivxav&a 
yag xo xvgxbv (,das Convexe*) xal xolXoVj xo fikv xbXbvxj/Jj xo d * agx^. — 
Hesych erklärt yiyyXvfiog' 6 axgBtpcfiBvog yoiAtpog inl xwv dvgiSv xal 
iftl xov S'wgaxog ol axgoq>Blg. 

Wohl durch alte Beduplication gebildet, mit Entwicklung des Nasals in 
der ersten Silbe, wie in yoyyv^Biv ,gurren', ,murren* (Seite 22) und noch 
manchen anderen Bildungen. — Die Suffixform wie in ^Xvf^o-g ,Hülle, 
Futteral' (1, Seite 482), Uvfio-gj eine Getraideart, ,italienische Hirse' (1, Seite 
484), axoXvfio-gy eine essbare Distelart (Hes. Werke 582; Numen. bei Athen. 
9, 371, 0; Diosk. 3, 14). 
ysivead'ai (aus *yivJBa&ai) ,geboren werden', siehe unter yBv ,entstehen' 

(Seite 16). 
yw^ (IL 1, 348; 3, 255; 4, 141; 6, 160) ,Frau', so gut wie ausschliesslich im 
singularen Nominativ gebraucht, während alle zugehörigen Casus aus der 
Nebenform yvvalx- gebildet werden, so der Vocativ yvvai (11.3,204; 
438; 6, 441 ; 24, 300; aus ^yvvaix)^ der Accusativ yvvalxa (IL 2, 232; 3, 
72; 93), Genetiv yvvaixog (IL 1, 429; 7, 236; 8, 163), Pluralnominativ yv- 
valxBg (IL 2, 226; 289; 7, 139). 

Od. 18, 248: TtBgUoaL yvvaixwv ßBldog xb fiiyB&og xb. IL 2, 714: Ev- 
fifjXogj xov V7i* ItidfÄtjXip xixB dla yvvaixjävKdXxriaxig. Od. 15, 241: tv&a 



Griechische Etymologie. 25 



ö Myrifie yvvaUa, II. 6, 460: Exrogog r^de yvvi^, II. 1, 348: rj d' aßixoia' 
Sfza tolai yvvij nlev. IL 8, 163: yvyaixog ag' ccvtI tirv^o. Od. 7, 347: 
nag di ywq dianoiva kixog noqavvB xa2 evvrjv, 

Altir. ben ,Frau' (Fick 2\ 167). 

6oth. qvinön-'j Matth. 9, 20: qyinö blötharinnandei] Luk. 4, 26: insan- 
diths vas Helios . . .du qvindn viduvön. — Dazu: qvina-hunda-^ weiblich- 
geschlechtig; 6al. 3, 28: nist gumakund nih quinakund, 

Altpreuss. gennan oder gannan (Accusativ). 

Altslav. zena. 

Armen. Mn, in der Mehrzahl hanaikh. 

Altind. gnä' ,Weib von übermenschlicher Art, Göttinn', das aber im Alt- 
indischen noch öfter zweisilbig , also ganä'- (ganä'm BV. 5, 43, 6 ; ganäs 
EV. 1, 61, 8; 5, 43, 13; 5, 46, 8; 6, 50, 15; 6, 68, 4) zn lesen ist; RV. 1, 22, 
10: d' gnds agnai ihd ävasai ,führe die Weiber hieher, Agnis, zur Labung'; 
SV. 5, 43, 6 : a nas mahwi ardmaüm sagätishas ganäin daivi'm ,führe uns 
herbei die grosse Aramatis vereint, das göttliche Weib^ 

Altostpers. genä ,Weib'; daneben auch Formen mit gh-^ wie derPlural- 
accusatiy ghenäo. 

Ist ursprünglich wohl ,die Gebärende', da sichs anschliessen wird an 
ye>' ,entstehen' (Seite 16) mit dem Causativurn ,entstehen machen, gebären'. 
Die böotische Form ßavd (Eorinna 21, 2; aus *yFava) scheint zu erweisen^ 
dass das v yon ywri aus /er hervorgegangen sei, wie zum Beispiel auch 
in iclavQ'Bg (2, Seite 549) neben tiaaaQ-eg ,vier' (aus *Ti%faQ-)j es kann 
sich aber auch anders entwickelt haben, wie zum Beispiel vvxt- (IL 2, 57; 
3, 11) = altind. ndkü- ,Nacht' (BV. 2, 2, 2) zeigt — Nahe zur Seite steht 
goth. qvSni- {qvSns Matth. 27, 19; Mk. 12, 22; 23) ,Ehefrau' (Ephes. 5, 25; 
jt4s vairös frijoth qvenins izvaros) — engl, qiieen ,Königinn' =» siltind. gäni" 
,Ehefrau' (nur in Zusammensetzungen wie hhädra-gäni- ,der ein schönes 
Weib hat' BV. 5, 61, 4; jüva-gäni- ,der eine junge Frau hat' BV. 8, 2, 19; 
vittörgäni' ,der ein Weib genommen hat' BV. 1, 112, 15). — Die Suffix- 
form aix in yvvaU' ist durchaus ungewöhnlich und schwerlich aus axt- 
hervorgegangen, wie doch oft angenommen worden ist 
y^wc-g ,ein weibischer nicht zeugungsfähiger Mann'. 

Ar. Thesm. 136 (aus Aesch. Bruchst 61): 7coSajtog 6 yvvvtg] Theokr. 22, 
69: ov yvvvig hov xcxAi^aetS^' 6 Ttvntrjg. Athen. 10, 435, A: evXaßovvxo 
yciQ iit] yvvvig etri (nämlich liXi^avdQog), Ael. var. bist 12, 12: ivoei de 
Tovjo To aiBq>avw(xa av%(f dzi avavögog Iötl xal yvvvig aal lg yvvalxag 
liix^og. 

Scheint vom Vorausgehenden abgeleitet zu sein, die Suffixbildung aber 
ist ungewöhnlich und auch undurchsichtig. 
« Y^"^ ,wenigstens, doch' oder ähnlich, ist eine enge Verbindung der Partikeln 
yi ,wenigstens, doch' (Seite 1) und ovv ,also' (2, Seite 209) , die in der 
ältesten Sprache besser noch getrennt geschrieben werden, so zweimal 
bei Homer: 



26 Griechische Etymologie. 

IL 5, 258: tomw d oi TtdXiv avtig aTtoLoevov duifeg YrcTtoi äfig)w 
dq)' ^fielwv, et y' ovv hegog ye (pvyrjatv. H. 16, 30: fifj ifii y ovv ovvog 
ye koßoi xdXoff, ov av fvXaaaeig. — Bei Aeschylos findet sich yovv 
zweimal, soAg. 432: noXkd yovv &iyydvei JtQog ^nag und 1425: yvdaei 
diöax^elg oipe yovv rb aaxpQovelv. Bei Sophokles liest man es an 13 Stellen, 
. wie Kon. Oed. 408: et xal wgoweig^ i^iaaniov to yovv la' dvviXi^au 
1417: T^v yovv ndvra ßoaxovaav (ploya aidelad-^ avaxTog 'HUov. Oed. 
Kol. 24: Tag yovv l/i&i^vag olda^ %ov ök xüqov ov, 

yowö-q, scheint ,Gefilde, Gebiet' oder ähnliches zu bedeuten. 

Bei Homer sechsmal, darunter 5 mal in Verbindung mit dhaiq ,Garten' 
(siehe 1, Seite 301), so II. 9, 534: "Agteiiig . . xtaaaiiivri o Fol ov %t ^a- 
Ivoia yow(fi dXcjrjg Foivevg Jriq^B, IL 18, 57 «= 438: %6v filv iyio &Qi- 
xpaoa^ (pvtov ßutg yovvtp dkcj^g. Od. 1, 193: AaßiQzrjv . , . • igTiv^ovr* 
avd yovvov dlw^g FoivoTtidoio, Od. 11,193: navtrj Fol xora yovvov 
dl(o^g FoivoTtiöoio (pvkXwv xexXif^iviov x^^cfiaXat ßeßXfiaxat evvaL Od. 
*11, 323: l^Qiddvrjv . . . ^v jcore Qrjoevg hc KQ'qTrjg ig yovvov ^Ad-rjvdwv 
hqdiav r^ye. — Hes. th. 54: MvTjfÄoavvrj^ yovvolaiv 'EXev^gog ptediovaa. 
329: Nefieiaiov te Xiovra, %6v ^' ^Hgri d-gi^paaa .... yovvolaiv xari- 
vaaae Nefielrjg. Pind. Isthm. 3, 43: ä re xdv yovvolg lAS'aväv aQfxa xa- 

• Qv^aiaa vixäv. Hdt 4, 99 : wg el T^g liTtixrjg aXXo Md^vog xal f^fj A&t]- 
vaioi vefiolaTO tov yovvov tov JSovviaxov, 

Dunkler Herkunft Scheint seiner Bildung nach mit xgovvo-g ,Quell' 
(2, Seite 417) und mit dem kyrenäischen ßovv6-g ,Hügel' (Hdt 4, 199) über- 
einzustimmen, enthält also wohl ein suffixales vo. 

Die anlautende Gonsonantenverbindung yv. 

yvay>- : yvd7CT€iv (aus *yvdq)j€iv) ,Wolle aufkratzen, zerren'. — Präsen- 
tisches yvdq>€iv findet sich bei Dioskorides 4, 159: iTcrcotpahg . . . (^ 
yvdq>ovat zd liÄaria. 

Aesch. Pers. 576: yvaTcro^evoi d' aXl dsivd. Lukian. fugit. 28: kxelvog 
. . . viv q>iXoa6f(fi Hoixsv, iavTov im-yvcxpag (,aufkratzend^ aufputzend'). — 
Dazu: yvatpev-g ,Wollkratzer, Walker'; auch Name eines Fisches; Aesch. 
Ch. 760 : yva(pevg %qoq>evg re ravrov eixifrjv %iXog. Mnesitheos (bei Athen. 
11, 484, B): Ta yovv Ifidria zovTq) %^cii^6y<7e ^vfifiazi nXvvovaiv ol yva- 
(feig. — Dorion (nach Athen. 7, 297, C : J(aQlwv iv v(fi negl Ix^^viov t6 
ix rijg itpjjaewg tov yvaq)iuig vygov (prjai ncvia arclXov xa&algeiv). 

Nebenform zu xvorgp- : xvaTtzeiv (2, Seite 327). In der üeberlieferung 
werden beide gar nicht sicher aus einander gehalten. Bezüglich des 
Schwankens im Anlaut kann ydovnietv ,laut tönen' (Seite 9) neben xxv- 
Ttieiv ,laut ertönen, krachen' (2, Seite 266) verglichen werden. 

yväipaXo'q, Name eines Vogels. 

Arist Thierk. 9 , 90 : xa\ 6 yvdq>aXog xaXovfxevog ti^v tb tpcDv^v ^ci 
dya&^v xal %b x^cJ/ia xaXog, xal ßiofÄrjxovog, xal tö eldog evftgeTCT^g. 



Griechische Etymologie. 27 

doxel d* elvai ^evixdg oqviq' okiydnig yoQ q>alvBvai h roig firi oixeloig 
TOftoig. 

Gehört wohl zum Vorausgehenden. Das Suffix wie in aaTQayako-g 
,Wirbelknochen*, ,Würfelbein, Sprungbein^ (I, Seite 180). 
YvdO'O-q ^Kinnbacken', mehrfach auch in übertragener Bedeutung gebraucht 

Hom. epigr. 14, 13: wg yvad-og Innelri ßgmei, ßgvxoi de xafiivog. Find. 
Nem. 1, 42: Tixvoiaiv (Jxelag yva&ovg aiitpBki^aa&ai fÄef^awreg (nämlich 
igaxovveg). Soph. Bruchst 764, 2 : yaOTTJQ ze yaq oov xai yvad'og TtkrQjjg, 
Hdt 9, 83: iq>avrj dk xai yva&og, xal t6 avcj rijg yvad-ov, %xovaa odovxag 
fi(wvoq>viag i^ ivog oatiov navrag. Eur. Alk. 492 : ovx evfÄOQkg xaXivov 
ifißaXelv yva&oig. Arist Thierk- 3, 69: OTtov d* av ^ xa&^ aiib digfia, 
av diaxoTtfjf ov avfKpveraiy olov yvad-ov t6 kerCTov. — Aesch. Prom. 64: 
adafiarrlvov vvy ag>rjv6g avd'adri yya&ov axigviav diafXTCa^ Ttaaadkev* 
iQQ(Ofxiy(og. 726: iVa Tgox^ia tvovtov SaXfÄVÖtjOala yva&og, 368: IV^ev 
ixgayijaovTal nove ftorafioi fcvgog da7CT0v%eg ayqlaig yvd&oig Ttjg xakki- 
xagnov 2ixeXlag XevQOvg yvag. Ch. 280: voaovg^ aagxäv IftafißaTfigag 
dyglaig yvad^oig. — Daneben: yva&fio-g ,Kinnbacken*, ,Wange'; sieben- 
mal bei Homer, so 11.13,671 = 16,606: tov ßdV ino yva»^olo xai 
OüOTog. Od. 16, 175: yva&ixol dk rdwadev. Od. 18,29: x^f^^l Si xe 
Ttdviag odovtag yvad'fiuiv i^ekdaaifii. Od. 20, 347: ot ö' fjdrj yva&^oiai 
yeXiiwv dllorgloiaiv (,mit fremden, unnatürlich verzerrten Wangen'). 

Lit zdnda-s ,Kinnbacken'. 

Die Zusammenstellung mit altind. gandä-s ,Wange, Seite des Gesichtes' 
(Bäm.) bleibt bedenklich, schon weil hier kein innerer gehauchter Laut 
entgegentritt und weil die Entwicklung des cerebralen d uns auch an und 
für sich unverständlich ist Seinen consonantischen Elementen nach konnte 
yvar^- mit unserm kneten übereinstimmen. — In yvad^iw-g wurde noch 
das Suffix iio angefügt, wie es zum Beispiel in nlox^o-g »Haarflechte' 
(2, Seite 702) enthalten ist, und das ^fi ist also hier keine so einheitliche 
suffixale Verbindung, wie beispielsweise in ßad-fio-g ,Schritt, Stufe' (Soph. 
Bruchst 1026, 5; Plut Bom. 20). 
yvdiAstreiv ,biegen'. 

IL 3, 348 — 7, 259 : dv-eyvdfKp&rj öi ßoi atxfi^ danti* hl xgaTcgfj. 
IL 21, 178: ro öh rhgoTov ij&eke ^f4ui fä^ai Im-yvdiiipag öogv juel- 
hvov AUcxldao. IL 23, 731: h dk yovv yvdfxxpBv. Od. 14, 348: i^ol 
deofiov fjtkv dv-iyvafiipav ^eol avxoL — IL 2, 14 — 31 =» 68: in-iyvafixfjev 
ydg aTtavrag^Hgrj haoofiivt]. IL 1, 569: dxiovaa xad-^arOj kfti'yvdfzxjjaaa 
g>lkovxfjg. — Dazu: yva^Trro-g , gebogen'; IL 11,416: i>i;ywy (nämlich 
xdngiog) kevxov ödowa fietd yvapin%f^at yiwaaiv. IL 11,669: ov ydg 
ifiol fig IW oi'ij ncgog %axev hl yvaixftxoloi fjiiXeaoiv. 11.18,401: 
xdhuevov ialiahx noXXd, rtognag %b yvafifcxdg t€. Od. 4, 369: ix^d- 
aaxov yvafirtroia ayxlatgoiaiv. IL 24, 41: <^ ovv' ag' (pgheg elalv hat- 
aifioi ovte vorj^a yvaiiTtxov Gbiegsam, den man umstimmen kann*) hl 
axri&BOOi. 



28 Griechische Etymologie. 

Ging wohl aus altem *yvdfi7c-j€iv hervor, da der von Hesych ange- 
führte passive Aorist yvaq)'^vai' ycXaa&rjvai, xaii4q>d'fjvai kaum mit Sicher- 
heit auf ein ursprüngliches *yvdii(pj€iv zu schliessen erlaubt Weiter aber 
lässt Hesychs Anführung Ttva/nmer %aii7c%€i' [xoro^a/yet] ^axlax^i ver- 
muthen, dass die Entwicklung des Anlauts von yvapLTtzeiv die selbe war 
wie bei yva(p- : yvuTttuv ,WolIe aufkratzen, zerren* (Seite 26), also alte 
Tennis anlautete. Damit aber wird man weiter zu der Vermuthung ge- 
drängt, dass naher Zusammenhang mit xa/tx/r- : nafimeiv ,biegen' (2, Seite 
327) besteht 
'yvo-q, in dem zusammengesetzten 

veo-yvd-$ 7JtLng*; Hom. hymn. Herm. 406: wds veoyvog ktov aal n^ftiog, 
Hymn. Dem. 141 : xa/ xev jiaida veoyvov iv dyxolyf^aiy ^ovaa xakd ri- 
xkfjvolfitjv. Aesch. Ag. 1163: y£0/yo^ dvd'QciTtwv iia&ou Hdt2, 2: Trat- 
öia 61)0 vBoyvd dv&Qwntav tcSv ifcivvxovTwv didol ftoifiivi Tqiq>eiv* — 
Dazu auch: ofio-yvio-g , Blutsverwandte betreffend*; ,blutsverwandt*; 
Soph. Oed. Eol. 1333: TtQog vvv ae xQfjvdSv nai ^mv o^oyvltov. Eur. Andr. 
921 : dXk^ dvTOfial ae Jla xalova^ ofioyyiov. Ar. Frösche 750 : o/iioyvie 
Zev, Plat legg. 5, 729, C: ^vyyivetav dk xal ofAoyviuv d^etiv noivwvlav 
afcaaav %avxov g>iaiv aifiarog ^ovaav ti/kSv zig, 9, 881, D : dibg ofJto^ 
yvlov xcri tcotqi^ov. — Ap. Rh. 3, 1075: üaaKpafjgj fj natQog oficyviog 
iativ ifÄOlo, 4,741: dkV ircel ovv luirig nal ofioyviog inXev ifjielo. 

Die Form veo^yvo-g darf wohl als durch Verkürzung aus gleichbedeu- 
tendem veo-yovo-g (Eur. Ion 1339; 1431 ; Kykl. 206), eigentlich ,von junger 
Abstammung oder Geburt (yovo-g Od. 1, 216; 11, 234) gelten, wobei aller- 
dings die veränderte Betonung beachtenswerth bleibt — Aus 6fi6yvio-g 
wird man zunächst ein *6fjio-yv6-g ,verwandt' (— ofio-yovo-g ,von der 
selben Abstemmung* Find. Pyth. 4, 146 ; Plat legg. 9, 878, D ; Theaet 156, B) 
ohne das ableitende Suffix lo entnehmen dürfen. — Zu Grunde liegt yev 
entstehen, geboren werden' (Seite 16), dessen innerer Vocal also in ganz 
ähnlicher Weise ausgedrängt wurde, wie zum Beispiel der von nik-ead^ai 
,sich drehen', ,sich bewegen', ,sein' (2, Seite 664) in den zu ihm gehörigen 
Formen eTvXezo ,es war* (II. 1, 506; 2, 480), Tcegi-jckofievo-g ,sich herum- 
bewegend' (II. 18, 220; 23, 833; Od. 1, 16) und anderen. 
-*yvoo-s, das aus dem nachhomerischen dyvoelv ,nicht kennen, nicht wissen^ 
(Aesch. Eum. 134; Soph. El. 1475; Tr. 78; Plat Gorg. 517, C) scheint ent- 
nommen werden zu dürfen, weist auf älteres *yvoio-g (siehe Seite 32) 
zurück. 
yvög>aXXo'V ,Polster, gepolstertes Lager'. 

Alkäos Bruchst 34, 6 : avzaQ dficpl yuoqatf (laXO^aviov äfiq)i . . yv6g)aXXov.. 

Lesbische Form für xve^aXXo-v (2, Seite 328). Daneben wird auch noch 
ein — dialektisches — yvdq>aXXo-v erwähnt, so bei Lukian (judic. vocal. 
4): ovöi ro ydfÄfia rip xcTtrca öirjywvi^ero xal ig x^^^S fitxQOv deiv 
fJQXCTo noXXdxig kv rip yvatpelio vrtiQ yvaq)dXXiav. Noch sei eine Stelle 
bei PoUux (1, 41) angeführt: el de xal %b xvicpaXXov fifj iTtl tov tvXelov- 



Griechische Etymologie. 29 

rig dxoveiv ßovXoiTOj (Sairceg 17 fCoXk^ XQV^^G *^X^h ^^^' ^^^ ^^^ ifißaklo- 
fiEvov TtXriQUffittTogf yva<pakov xalovai^ TcgoaxQijoeTai rqt ^rj^ivri iv 
JlavzaXiovTi Qeortofiftov ... — Die Entwicklung des anlautenden yv- ganz 
wie in yvaq)- ,Wolle aufkratzen^ zerren^ (Seite 26)^ das auch die etymolo- 
gische Grundlage bUden wird. 
Yv6g)o-q ^Yerfinsterung' (der Luft). 

Arist mund. 2: iv dh Tovrtp (d. t digt) . . . &t te ßfovral aal daxqanal 
xal fCTiiaeig xBQovvdiv fivglwv %b yvoqxov avfinkfiyddeS' Luk. Peregrin. 
43: log irtiTagox^elg fih Tfjg yvxrog iv fiiatp t^ ALyaltfi yvoq^ov xara- 
ßavTog xal xvfia nafifiiye&eg iyelgavTog ixtixve fxera rdiv yvvatxüv. — 
Dazu: yvoq>wdBg- ^verfinstert,; Eur. Tro. 79: Zevg fiiv ofißgov xal xdla- 
Kav aarterov ni^\j)Bi yvoq>wdrj v* ai&iQog q>vörifiaTa» Plut mor. 949, A: 
Ol; fifiv dlla xal q>&ivovatig a%Qoq)l(f q)koydg Idelv iariv, äantq inl TcJy 
Xvxvüiv, To axQOV elg aiga xal yvoq>wdri xal ^otpegov anoxBOfievov, Das 
Etym. M. 236, 29 erklärt: yv6q>og' ^ avwetpla, 6 ^oqxjidvjg driQ. 

Gehört zu xvi^ag- ,Dunkelheif (2, Seite 327), und sein Anlaut entwickelte 
sich ebenso, wie bei dem vorausgehenden Wort 
-ynjro-, begegnet als Schlusstheil mehrerer Zusammensetzungen, insbeson- 
dere in: 

xaal'yvrjTo-g ,leiblicher Bruder^, ursprünglich vielleicht ^m Nest*, d. L 
,in der (selben) Heimstätte (nach Hesychs Anfahrung xaaaei' veoaaelq) 
geboren^ (siehe 1, Seite 289). Es findet sich nahezu 50 mal bei Homer; bei 
Pindar — auch in der Form xaal-yvrjro-g — Ol. 7, 27 ; Pyth. 4, 1 24 ; Nem. 

1, 36; 10, 50 und 85) nebst avto-xaol'yvrjro'g ,leiblicher Bruder' (II. 

2, 706; 3, 238; 11,427; 13,534; 14, 156; 16,718)und ^aTpo-xoa/-yyij- 
to-g ,leiblicher Bruder des Vaters^ (II. 21, 469; Od. 6, 330; 13, 342), so wie 
den weiblichgeschlechtigen xaai-yvi^Tri ,leibliche Schwester' (IL 4, 441; 
9,584 und sonst) und airo-xaci-yvi^vri «leibliche Schwester' (Od. 10, 
137); — diO'yvrjTo-g ,von Zeus stammend' (Hes. Schild 340 : dioyvrjTog 
*l6Jiaog). — of^o-yvrjTO'g ,gleichen (^eschlechts, gleicher Abstammung' 
(Orph. Arg. 1215: xovqtj o^oyvTJrr] ficyakoq^QOvog Alriiao. Maneth. 6, 117: 
rij^og ofÄoyvijroig yeverjg t' ayxiota avvevvoig ^eiyvvvtaiy vtokiaiv d' 
ofiayaüTQioi ig Xixog riXd'Ov vvfitpai). — Dazu: yvi^aio-g (siehe sogleich). 

Beruht auf einer Yerbalgrundform ;/vij-, die durch Umbildung aus yev- 
,ent8tehen' (Seite 16) hervorging, ganz wie zum Beispiel das alte fgrj- (zum 
Beispiel in Fgri^irr- ,gesagt' Od. 18, 414 — 20, 322; ^ri&iv Pind. Pyth. 4, 
74) aus Feg- ,sagen' {Felgta ,ioh sage' Od. 2, 162; 11, 137; 13, 7, aus *ßigj(a). 
Durch das suffixale to ist -yrriro' als Particip gekennzeichnet, ganz wie 
zum Beispiel ßgrjTO'g ,gesagt, verabredef (11.21,445), in den obigen Zu- 
sammensetzungen aber scheint es eher substantivisch als ,Ge8chlecht, Ab- 
stammung' gedacht zu sein. 
Yri]<Jco-$ ^ehelich, rechtmässig, echt'. 

11.11,102: avrag o ßrj Flaov %b xal*!Avriq)Ov i^Bvagl^wv, vh dvio 
IJgiafioio, vo&ov xal yvi^aiov. Od. 14, 202: noXXol dh xal äkXoi vUg ivl 



30 Griechische Etymologie. 

fieyagq) rjfAkv TQaq)ov r^dk yivovTO yvrioioi l^ aloxov' ifxk d* wvfjrrj %ixe 
fnqrriQ fcaXXaxlg. Pind. OL 2, 1 1 : atoiv %" $(pene fioQOifÄog, 7tXov%6v %b 
xofi X^Q^"^ ayojv yvrjclaig in' dgevaig. Soph. Brachst 84: o d* el vo&oq 
Tig yyrjoloig iaov ad'ivst' anav xo xQV^'^ov yvTjolav ^x^i (ptaiv. 286: 
voei TtQog avÖQl x^cJ//a TtovXvnovg Sjtwg nitqif TQausa&ai, yvtjalov 
q>QOvriixa%og. Eur. Andr. 638 : vöd-oi %e noXXol yvTjolcjv ajAeivoreg. Ar. 
Vögel 1650: voS^og yag el xov yvi^aiog. Xen. Kyr. l, 3, 1: ol ök xai ag- 
(jLaiia^ag yvvat%d,v zäv ßekTloTCJv %uiv fihv yrtjaltav, tüpv dh xal noXka- 
nidcjv . . . Ttgoaijyov. Arifit Thierk. 1, 116: Urc d' allo yevog iarlv cerwv 
ol xakotf^eroi yvtjaioi. q>aal dh vovrovg ptovovg xai xwv alXwv oqvI&wv 
yvrjalovg slvai' %a yag Skia yivvj fiifitHrai xal ^ßfiolxevtai in akkijkwv. 

Ging Yom Voraasgehenden aus, ganz wie zum Beispiel xttjaio'g ^m 
Eigenthum gehörig* (Aesch. Ag. 1009; Sehutzfl. 445 ; Soph. Tr. 690) von 
xTjjTo-s ,erworben, was erworben werden kann' (11.9,407; Hes. Werke 
406; Enr. Hei. 903), wird also zuerst bedeuten ,zum Geschlecht gehörig*. 
— Auch in den verwandten Sprachen entwickelten sich manche zugehörige 
Formen so, dass der innere Nasal sich unmittelbar an den anlautenden 
Guttural schloss, wie laL gnäto-s ,geboren* (Plaut Poen. 1131; Truc. 699; 
Cas. 291 ; Capt 577 ; daraus näto-s Plaut Amph. 611 ; Most 451), goth hnödi- 
,Geschlechf (Phil. 3, 5 : ttö Jcnödai IsraÜis\ alts. hnosl ,Geschlechtf (Hei. 
223; 347; 366). 
yvco- ,erkennen*, mit dem medialen Futur yvwaea&ai (IL 2, 365; 8, 17; 
18, 270), dem aoristischen eyvo} (IL 1, 199; 333; 8, 446; yvdfievai IL 2, 
349; 21, 266; yviüvai IL 7, 424; Od. 2, 159) und der reduplicirten Präsens- 
form yiyvwoxeiv (IL 5, 128; 815; 824). 

IL 1, 199: fiera d^ irganer^, avzUa d' iyvui Ilakkdd' ^/i&rjvalrjv. H. 17, 
334: Idnokküiva fyvu) iadvza fidciv, IL 5, 128: oq)g^ iif yiyvüiayrjg rj^iv 
^•edv i]ök xal avöga, IL 13, 72: l^y^a ydg fieroftiax^e noduiv ^dk xvfj- 
fidwv ßgei^ fyvcjv ditiovrog. IL 20, 20: iyvwg, etvoalyaUy l(iriv iv ärrj-^eoi 
ßovkry. n. 21, 266: oaadxi d^ og^riaeie . • . ^Axtkkevg . . . yvtifzevat, ti fdiv 
anavxeg dd'dvazoi q>oßiovai. — Dazu: yvuiTo-g (siehe Seite 31). — 
yviifiTj (siehe Seite 31). — yvijgl^eiv (siehe Seite 31). — d-yruiz- 
,unbekannt* (Od. 5, 79 : ov ydg t* dyviSveg -d^eol dkkrjkoiai nikovrai a^d- 
vazoi. Dazu das aoristische dyvwaaaxe ,sie erkannte nicht* Od. 23, 95, 
zu dem das Präsens nur dyvüaoeiv — aus ^ayvcbt/eiv — lauten konnte). 

= Lat gm : nö-scere ,kennen lernen* (aus *gnÖ8cere] so noch in Formen 
wie co-gnoseere ,erkennen*; Plaut Pseud. 988 : acdpeet cognosce signum)j 
mit dem Perf ect növi (,ich habe kennen gelernt* ^ ,ich kenne, ich weiss ; 
Plaut mil. 636: qvid opust nöta nöscere? auL 780: növi genusi nunc qvid 
vis? id volo nöscere. 

Altir. gndth ,bekannt, gewohnt*. 

Ahd. ir-knäan ,erkennen*; — ags. Tcnävan ,kennen'; — engL Tcnoto 
,kennen, wissen*. 

Altslav. znati ,kennen lernen*. 



GriechiBche Etymologie. 31 



= Altind. gnä ^kennen, erkennen'; RV. 4, 4, 6: sd im gänäti (aus *gnä' 
7iäti) sumattm ,der kennt dein Wohlwollen'; BV. 2, 10, 6: gnaijäs bhägdm 
^mögest du kennen (deinen) Antheil'. 

Altostpers. zhnätar- yErkenner, Wisser'. 

Von nächster Beziehung zu einer Verbalgnindform yoy- ,mit seiner Stimme 

yemehmlich werden' (Seite 20) war schon unter dieser die Rede. — Die Prär 

sensbildung stimmt mit iitQülaxeiv ,verwundem' (2, Seite 747) genau überein. 

yrcord-s ^bekannt' ; ,blutaverwandf , insbesondere ,Bruder' (yvcarrj jSchwester* 

n. 15, 350). 

IL 7, 401: yvitnov di, aal og fiaka vi^uiog iariy, wg f^drj Tquieaaiv 
oiAO'Qoo TtelQor' ifprjntai. Od. 24, 182: yviatov d* tjv o ^a rlg aq>i -S'eduv 
inuaQQoS'og tjer. — IJL 14, 485: %(p xai %i %ig evxevai avrjQ yvonov ivl 
fieyaQoiaiy agrjg akarrJQa XiTtiö&ai. IL 13, 697 ^^15^ 336: avdqa TUtraxTagy 
ypwTOv fifiTQüiijg ^QioijCLäog. IL 17,35: MeviXaFe dtforgetpig^ rj (xaXa 
tloiig yvanov ifiov, rov M7ceq>veg. IL 22, 234: rj fiiv fioi to naqog noXh 
iplkxatog fja&a yvontSy, ovg Feadßrj rjdk ITglafiog %ix€ naliag, IL 3, 174: 
vlii a(p inofirjVj &aXa^ov yvuTOvg %b kirtovaa rcalda re rfjkvyirr^v. 
IL 15, 350: ovdi vv %6v ye yvuiTol re yvwxal re nvqog XeXaxwai &{zv6v%a. 

«" Lat nötO'S ,bekannf (aus *gnöt0'8j wie noch in i-gnöto-s ,unbekannt' 
Plaut capt 344; rud. 1043; 1044) ; Plaut, mil. 636: qvid opubst nota nöscere? 
Pseud. 996: növiinötis (hier wohl ,Kundigen') praedicäs. 

Altir. gnäth ,bekannt, gewohnt'. 

«-■ Altind. ^na^- ,bekannt'; Qat Br.; — dazu: ä-gnäta- ,unbekannt' (RV. 
4, 23, 7; 7, 32, 27; 10, 27, 4; = ä-yviozo-g Soph. Kön. Oed. 58) ; — gnäÜ- 
,naher Blutsverwandter* (RV. 7, 55, 5; 10, 66, 14; 10, 85, 28; 10, 117, 9); — 
gnäS' ,naher Blutsverwandter' (RV. 1, 109, L : vi hi äJchjam mänasä . . . 
gnäsäs utd vä sagätan ,ich blickte im Geiste aus nach Blutsverwandten 
oder Anverwandten'). 

Alte Participform zum Vorausgehenden. 
yvi&nri ,Erkenntnissvermdgen, Verstand, Einsicht'; ,ürtheil, Meinung'. 

Pind. Nem. 10, 89: ov yvcifitf dinXoav d-ito ßovlav. Isthm. 5,71: fiitga 
fih ypLüfKf diCLXijy, fiitQa dk xal yLaxi%ü3v. Bruchst 214, 2: kXnlg^ a 
^akiava d-vazäy noXvaxqocpoy yyoifiay yLvßeqy^, Aesch. Prom. 456: a%BQ 
yycifitjg t6 nay iftqaaaoy. Soph. Oed. EoL 594: öldaax' avev yyfj^firjg 
yaq ov fie xQ^l Xiyeiy. — Aesch. Ag. 1348: iyd ^hy vfily r^y ifi'^y yyci-' 
fiTjy Xiyw. Prom. 1003 : firjTtoS^ ug iyu Jiog yvufirjy (poßijd'elg &rjXvyovg 
yevTJaofÄai. Soph. Phil. 962 : 7€qiv fiaO-oi^i ü xcl icaXiv yvwfirjy ^erolaeig. 

Ruht mit dem Vorausgehenden auf dem selben Grunde. Das Suffix 
wie in ßQü/xri ,Speise' (Od. 10, 177; 379; 460), Quifii] ,Kraff (Aesch. Pers. 
913; Soph. Tr. 1018; Hdt. 1, 31), wohl auch xui^r] ,Dorf' (2, Seite 345) und 
noch sonst oft 
'^fvvjQi^Biv ,bekannt machen'; ,erkennen'. 

Aesch. Prom. 487 : xXijöoyag %b dvaxQltovg iyvoigia* avjoig. Plut Fab. 
Max. 21: yvfaql^u tcy adeXq>cv av%(y. — Soph. Kön. Oed. 538: rj %ovQyoy 



82 GriechiBche Etymologie. 

wg ov yvwQiolfil aov rode dokrp TtgoaiQTtov] Enr. Alk. 564: el %wv ifidSv 
%i TcrjfiaTwv iyvwQiae. Plat Phaedr. 262, B: o fi^ iyvfOQixatg o taxiv 
hcaarov TiJy orrwv. — r Dazu: yv^gi^o-g ^bekannt^; Od. 16, 9: rj fidXa 
%lg TOI Hevaerai iv&aä' iTolQog, rj xai yvcigifiog aklog, kitel xvveg ovx 
vlaovaiv, Plat Staat 558, C: yvwgif^a Hyeig, 

Lat i-gnoräre ,nicht kennen' ; Plaut Capt 434 : n6 tu m6 ignöris. — 
Dazu : gnäro-8 jkundig*, ,bekannt' : Cic. Brat 228 : Stsenna . . . gnärus ret 
publicae; — Tac. ann. 1, 63: in palüdem gn&ram vincentibus] 15,61: 
idqve nullt magis gnärum qvam Neröni. — narräre (wohl aus ^gnArärej 
,kund thun, erzählen' : Plaut Trac. 284 : qv&s tu midieres mihi narräs. 

Wird zunächst auf einem adjectivischen *yvwQ6-g ,bekannf , ,kundig' 
(das Suffix wie in x^^^go-g ,grünlich, gelblich' II. 11, 631; Od. 9, 320; 10, 
234; ^Tigo-g ,trocken', 2, Seite 301, und *sonst oft) beruhen, wie zum Beispiel 
xanl^eiv ,schleoht machen, schelten' (Hdt 3, 145; Thuk. 2, 21; xoml^ea&ai 
,sich schlecht benehmen' II. 24, 214; Eur. Med. 1246) auf xaKo-g ,schlecht' 
(2, Seite 231) beruht Mit yvdQifio-g aber vergleichen sich Bildungen wie 
fioQifio-g ,yom Schicksal (ftogo-g 11.19,421; 6,357) bestimmt' (IL 20, 
302; Pind. Ol. 2, 38), voartfio-g, die Bückkehr {voato-g II. 2, 155; 10, 509) 
,betreffend' (Od. 1, 9; 354) und andere ähnliche. — Zu Grande liegt yvtj- 
,erkennen' (Seite 30). 
yvi€f>a}v ,Ejiauser, Geiziger'. 

Luk. vit auctio 23: %d dk yvl(p(ava elvai xal TOxoylvg>ov — xal yag 
tdde 6q(S aoi nqoaovxa — tl qxSfiev] Luk. Eatapl. 17: rov daveiatijv 
rvlqxava (hier bedeutungsvoller Eigenname) töwv arivovta ncal fxerayi- 
yvdanovxa^ ovi fiy drtikavae %iuv xQriiiaxiaVj aXX^ ayevarog avTwv afti" 
x^ave. Alkiphr. 3, 34, 3 : ol Xomol dh twv l^^i^vrjai veo7tXov%iov Oeldtovog 
T€ eiai xal rvL(pwvog ^ixQOTCQertiaTegoi. 

Ist wohl im nächsten Zusammenhang zu denken mit xrino-g ygeizig', 
,augenkrank' (2, Seite 332). So war die Entwicklung des Anlauts dieselbe 
wie zum Beispiel in yvag)- , Wolle aufkratzen, zerren (Seite 26). Das 
Suffix wie in ndyaiv- ,Barf (2, Seite 525). 
-yvoio-q ,kennend, erkennend', oder substantivisch ,das Kennen, Erkennen' (?) 
darf wohl entnommen werden aus dem abgeleiteten 

äyvoiieiv ,nicht erkennen'; IL 1, 537: ovdi fiiv^QTj ijyvolrjae ßidova* 
Sti Fol ^vfiqiQdaaaTo ßovldg . . Ging. II. 2, 807: ^Sxtco^ d' ov %i &eag 
ßinog rjyvolfiaev. 11.13; 28: xrjTea .... ovd' ijyvoltjae fdvaxTa. Od. 5, 
78: ovdä fiiv avrriv tjyvolrjoe fidovaa KaXvtpw, Od. 20, 15: wg öh xvwv 
. . . avdg* dyvoiraaa' vXdei. Od. 24, 218: aX xi ^i iTtiyvfoj] .... ijßi 
xev dyvoiijai Ttolvv xQovov afitpig iorva. Theokr. 7, 13: ovös xi vlg fiiv 
tjyvolrjaev Idtiv, Die nachhomerische Sprache liess fast überall das 
innere i schwinden und bildete die Form ayvoelVj so Aesch. Eum. 134: 
firjd' dyvoi^aj]g Ttfjfia iJiaX&ax&Ela* VTtvcp. Soph. El. 1475: rlva (poßel; vlv' 
dyvoBlg; Trach. 78: %6v Xoyov dyvodS. Plat Gorg. 517,0: dyvoovvteg dk- 
Xi^lwv 6 Tt Xiyo^ev. — Dazu: af^q^iyvoieiv ,nicht genau wissen. 



X 



Griechische Etymologie. 33 

zweifeln'; Xen. an. 2, 5, 33: o ti knolow T^fig>eyv6ovv (unrichtig gebildet 
für t}fiq)iyv6ovv). Plat Gorg. 466^ C: dfi^iyvotS fiävrot ... iq)' h.aOTov 
wv Xiyeig] tcotbqov airog raira Xiyeiq liai yvuifirjv govtov a7toq)alv€iy 
rj ifik iqon^g. — dX^ayvoBlv fi\& einen Andern erkennen, nicht er- 
kennen'; Hdt 1, 85: fiiB yag tdSv ng negaiwv aXkoyvoioag (aus -yvoijoag) 
Kgoiaov wg dnonTeviwv, — ayvoia (älter ayvola Soph. Phil. 129; Trach. 
350; würde homerisch ^ayvoUri lauten) ^Unwissenheit*; Plat Prot 360, : 
^aQQOvat dk va alaxQot xal xoxa di akXo ti t} dt ayvoiav xal äfiad'lav, 
Staat 5, 478, C: intj ovri fxijv ayvoiav l| dvdyxrjg ccTtiöoftev, ovti dk 
yvdSaiv. 

Gehört ohne Zweifel zu yvw ,erkennen' (Seite 30), ist seiner Bildung 
nach aber doch nicht ganz durchsichtig. Möglicher Weise liegt ein altes 
weiblichgeschlechtiges *yvola ^das Erkennen, Kennen' (?) zu Grunde, das 
mit dem selben Suffix gebildet sein würde, wie zum Beispiel yala ,Erde, 
Land' (Seite 4). Die Behandlung des alten wurzelhaften w war dieselbe, 
wie im aoristischen Optativ yvolrj (IL 17,630; Od. 13, 192; 16, 458). Der 
Ausfall des inneren i in den nachhomerischen Formen der selbe wie in 
dem genetivischen öo ,dessen' (11.2,325; Od. 1, 70) neben ßolo ,seines' 
(IL 3, 333; 20, 235; Od. 1, 330) oder auch in Formen wie xQvoeo-g ,golden' 
(IL 14, 239; 23, 92; Od. 11, 610) neben xQvoeio-g (IL 3, 248; 8, 69; 442) 
und anderen. 
yw' ,Knie', begegnet nicht als selbstständiges Wort, ist aber mit Sicherheit 
aus folgenden Bildungen zu entnehmen. 

yvv'7teT0-g ,schwach', eigentlich ,auf die Knie fallend' (zu ^rer- 
,f allen' 2, Seite 499) und ywTtevBlv ,schwach sein', eigenüich ,auf die 
Knie fallen, in die Knie sinken'; Hesych: yvvftetoi' ixTetafxdvoi. detXoL 
£U.oi dk yuxTrjipelg. Und vorher: ywTcevBlv aa&BVBtv. fiakayil^Bad^ai, — 
yvvS ^mit gebogenem Knie' ; bei Homer sechsmal, und zwar nur in ganz 
bestimmter Verbindung: IL 5, 68 und 20, 417: yvv^ d' %Qi7t oi/td^ag. 
11.5,309: ^atf] yvv^ iqinwv xal igBlaaro X^'^Q^ maxBlf] X^^VS* ^l- S? 
329 und 11,355: otrj di yvv§ igindv* 11.5,357: ^ dh yvv^ iQinovaa 
xaotyvi^Toio q>lXoio noXXd Xiacofiivt]. — lyvitj ^Kniekehle' (siehe 2, 
Seite 36). 

Goth. Tcniva- (kniu) ,Knie'; Mk. 1,40: Jcnivam hnussjands ^yowfiBtfZv 
avTovK Luk. 5, 8: Seiniön Paitrus draics du Jcnivam iSsüis] Ephes. 3, 14: 
Jnuga kniva meina du atän fraujins u/nsaris. — Nhd. Knie. 

es Altind. gnu-y in Zusammensetzungen wie ""mhbä'dh- ,die Knie drückend, 
knieend' (EV. 6, 1, 6), äbhi-gnü ,bis ans Knie, ganz nah' (RV. 1, 37, 10; 
1, 72, 5; 3, 39, 5; 7, 2, 4; 8, 81, 3) und anderen. 

«=« Altosipers. ehnit- ,Knie' ; fra-sknu- ,mit vorgebeugten Knieen'. 

Offenbar schon sehr alte Verkürzung aus yovv ,Knie' (Seite 21), die 
sich bei der Geläufigkeit der anlautenden Verbindung yv- leicht bilden 
konnte. 
yp^*os- ,Grube, V^efung*. 

Leo Heyer, Grieohfache Etymologie. III. 3 



34 Griechische Etymologie. 

Nur Lykophr. 485: xal tov h. ßo&qov anaau ßfokov, dixillrj nav 
fieraXkevwv yvv&og. Eine alte Erklärung dazu lautet yvv&og äk avrl xov 
ßo&Qog" KLoi nav xolXcjfia ovtwq Kaleizai. 

Dunkler Herkunft 
y«(i- ,heirathen, zum Weibe nehmen', mit dem Aorist fyrjfie (IL 14, 121; 
Od. 15, 241; 23, 149) und dem Futur yafiieiv (IL 9, 388; 291; Od. 15, 522), 
daneben aber der abgeleiteten Präsensform yafiisiv (Od. 4, 208; Aesch. 
Prom. 909; Schutzfl. 227; Hdt 6, 71). 

IL 9, 388 : novqriv d' ov yapiivii l^yafiiftvovog. Od. 1 , 36 : Atyiad-og 
VTthg fiOQOv l^TQeßldao yrjft^ aXoxov fÄvrjari^v. Od. 4, 208: fQela J* dgi- 
yvwrog yovog avigog (p re K^ovlwv oXßov iTtmi/aajj yafxiovzl %€ yeivo- 
fiivip T€. Od. 15, 17: navriQ %e xaalyvrjrol ve nUlovrai EvQVfidxv fh' 
liaü&ai. Aesch. Bruchst 13: aol fikv yafiela&ai fiogaifiov, ya^ieiw d* 
kfioL — Aus IL 9, 394: Jltjlevg -Sijv pioi MrcecTa yvvalna yafiiaaerai 
avTog scheint sich ein abgeleitetes ya^iea&ai (aus * yafiiajea&ai) ,yer- 
mählen, zur Frau geben' zu ergeben. — Dazu wahrscheinlich: yaiißqo-g 
,durch Verheirathung Verwandter* : ,Schwiegersohn, Schwager, Schwieger- 
vater'; ,Bräutigam' (siehe Seite 35). 

Sicher Zugehöriges aus den verwandten Sprachen scheint noch nicht 
gefunden zu sein. 
yd^fxa, Name des dritten Buchstabens im griechischen Alphabet 

Xen. Kyr. 7, 1, 5: knii^aii7t%ov elg xvxlwaiVy üarcBQ ydfifia ixaviQwd'ev 
rfjv iavTtiv xd^Lv noii^aavTeg. Oek. 19, 9: TtoxBqa dh oXov ro xkij^a 
ogd-bv rid-eig Ttqog tov ovgavov ßkircov riyel fidXXov av ^iCjova&at avtd 
rj xal TtXdyiov %l vno %fj vnoßeßkrjfzivjj yjj &€lrig cv, iSare utela&ai wGfCCQ 
ydfifia vjtTiov. Plat Erat 427, B: fj ök oXia&avovarjg Trjg yXciTrrjg avTi- 
Xafißdverai 17 tov ydfXfia dvyapLigy %b yXlaxQov aTtefjitfxijacero xal yXvxif 
xal yXouSdeg. Plut mor. 277, D: xai ydg to ndrcrca Ttgog to ydfifia ovy- 
yivsiav fx^i tcoq' ctvroig (d.i. TvQQTjvoig). — Dazu: di-yaiifio-v ,zwei 
Gamma enthaltendes' Schriftzeichen, Name des alten Wau (F) ; so einige 
Male bei Alypios (in Meibomius: antiqvae musicae auctores, Amsterdam 
1652, Seite 21; 25; 28; 29). Häufiger ist statt dessen die Form ölyafifia 
gebraucht, so beim Grammatiker Tryphon (bei Ahrens Diall. 1, 30): rcQoa- 
vl&eTai öi xal vo dlyafifia Ttagd %e "lotai xal jiloXcvai %al /JwQievat 
yMi Ad%oiaiVy olov ava^ Fdva^, ^EXiva FeXiva» 

Semitischen Ursprungs. Wahrscheinlich durch Assimilation ans *ydfiXa^ 
dem aramäischen gamlä ^Eamel'. 
yaiAtpö^g ,krumm'. 

Arist Thierk. 9, 232: ^ovoi (nämlich ßovaaoi ,die Auerochsen') . . x^ 
Qctva dh yafixfßdy x&cafifiiva rtQog aXXrjXa. AntiphiL (in Anth. 6, 95, 3) : 
yapLXpov %B ÖQinavov araxvriToiiov . • . av^evo JtjoI ndQ/iig. Archias (in 
Anth. 6, 192, 3): OivrvXog iTcgifiaaev . . ya/Äipöv xalxjiüiv ig>* IrtTtBlfiai 
ftedrid-h ayxiaTQov, — Dazu: yafAXp-tavvx- ,niit krummen Erallen' 
{owx- if Seite 546); bei Homer 3 mal, nämlich IL 16, 428; Od. 16, 217 



Griechische Etymologie. 35 

und 22^302: alyvniol yafxxptjivvxeg. Äesch. Prom. 488: yafiipiovvx^^ ^« 
Ttrijaiv oiwvwv üxed'Q(3g diwQiaa. In eigenthfimlich verkürzter Ansdrucks- 
weise steht das einfache yafiipo-g für ,krummkrallig' bei Aristophanes 
(Wolken 337: yaixxpovq oUovovg) und darnach das substantivische yafi- 
tpoTTfjT- für ,KmmmkTalligkeit^ bei Aristoteles (Thierk, 9, 120: navreg J' 
ol yaii^fdwxoi — nfimlich ogveig — {Jxiaza xad'i^avovaiv inl nivQaig 
dia t6 t^ ya/jitpoTijTi kimodiov elvai Tijv axlriQorfjTa)» 

SteUt sich seiner Bildung nach^ die dadurch allerdings noch nicht die 
gewünschte Aufklärung findet, wohl unmittelbar zu xo/ixpo-g (möglicher 
Weise aus *iiOfimjO'g?) ^geziert, geputzt' (2, Seite 343). Nächster Zu- 
sammenhang besteht wohl mit yvdfiTtTeiv ^biegen' (Seite 27) und dann 
auch mit xafÄTt : xafircteiv ,biegen' (2, Seite 339). Es darf noch angeführt 
werden, dass neben yafixl^o-g auch ein gleichbedeutendes %a(jLxl)6-g (Hesych : 
xa^ipov' xafinvlov) genannt wird. Vermittelte etwa jene Form mit an- 
lautendem yy- die Umgestaltung des alten Anlauts? 
yaiißifö'^ ydurch Verheirathung Verwandter*: am Gewöhnlichsten ,Schwieger- 
sohn'; dann auch ^Schwager*; ySchwiegervater* ; femer auch ,Bräutigam^ 
PoUux 3, 31 erklärt: yafxßgol dk ol ix v'^g vov ytjfiavrog olyciag . • • nev- 
^€Qol de avartaXiv ol zij yrjfia/Äivri TtQoatjxovTeg, ei xal avyxexvxaaiv ol 
Ttovrftal %a ovoficcraj rqv %Qi]Oiv fieraßakovreg. 

II. 6, 249 : iVt^o dk ya^ßqol xoifKovro TlQidfAoio naq^ aidotrja* dlo- 
xoiaiv. IL 9, 142: ya^ißgog xiv fioi. (Agamemnon) *doi (Achilleus). U. 11, 
739: yafißQog <J' l'cv ^vyelao, rtgeaßvxdTrjv dh dvyarg* elx^y ^av^v 
'Ayafirjör^v. Od. 7, 313: naldd t' i^iiv ix^fiev xal ifiog yafißgog naXieod'au 
Pind. Isthm. 3, 78: (Herakles) "Hßav r' öftvUi . . . yaiißgög "Hgag. Hdt 
5, 30: MgiGToyogrig . . . yafißgog ze iwv xal dvexffiog 'lavtalov, — IL 5, 
474: "ExTog . . . (pijg Ttov areg hxFwv rcoXiv i^i^ev rjd* kfctxovgwv olßog, 
§vv yafjLßgolaiv (,Männem der SchwestemO xaaiyviJToial re aoiaiv. IL 
13, 464: AivBla . . . vvv ae fidXa xgij y^^ßQV (^^™ Alkathoos, dessen Frau 
Hippodameia Aeneias' Schwester wax) aftwifievai. Pind. Nem. 5, 37 : Sar* 
h raxei novxlav x^v^^or^cncaroiy %ivd Ntigetdtav Tcgd^eiv axoiTiv, yafx- 
ßgov (der Thetis, die auch Nereus' Tochter war) Iloaeiddwva nelaaig. 
Soph. Eon. Oed. 70: KgiovT% kf^avTov yaßßgov (als Bruder der lokaste, 
Gemahlinn des Oedipus), ig xi Ilvd-ixc ineiitpa Oolßov dwfxara. — Eur. 
HippoL 635 : Säte xrjdevaag xakolg yafißgolai (dazu bemerkt der alte Er- 
klärer: ya/4ßgolg dh TOlg nevO^egolg Xäyei) xctlgo)v ato^erai ntxgov lixog. 
Andr. 641 : nvöiarov ßgorolg Ttivrjta xg'']ordv 17 xcmov xal nkovaiov yafi" 
ßgov Ttemäa&ai xal g)llov. — Sapph.99, 1: oXßie ydfißge aol [ikv örj 
yd^og, tig agao, ixTerileafau 51,5: dgdaavro dk TtdfiTtav %aXa t<^ 
ydfißgip. 103: x^^Q^^^^ vvfiipa, x^^-Q^^ ^' ydpißgog. Pind. Pjrth. 9, 
116: SvTiva axfiooi rig 'qgtiiov, oaoi yaf^ßgol (,Freier*) ag>iv rjkd'ov, OL 
7, 5 : (og et Tig , . . veavlff yafißgtp ngoTtlvtav* 

= Lat gener 0' {gener) ,Schwiegersohn' ; bisweilen jSchwager*; Plaut 
CSst 753: isdc qyidem edepol mdi viri hdbitäbat gener ] Trin. 622: gene- 



S6 Griechische Etymologe. 

rum nostru/m fre eedllum video cum adfini stiö. — Nep. Paus. 1, 2: Mar- 
donius . . . rSgis (d. L Xerxis) gener (,Mann der Schwester*). 

Als Suffix löst sich q6 ab, ganz wie zum Beispiel in aliTQo-g ^Frevler* 
(1, Seite 303), ix^fo-g ,verhafist, feindselig* (1, Seite 388), vcKgö-g ,der 
Todte' (H. 6, 71; 17, 734; 23, 197) und sonst Das ß aber wird als ein- 
geschobener Laut gelten dürfen, ganz wie zum Beispiel in fiearifißglr] 
,Mittagszeit* (Archil. 74, 3; Aesch. SchutzfL 746; Hdt 3, 104 — hier fieaafx- 
ßgltl — ; Ar. Wesp. 500; Vögel 1499), das aus fiioo- ,in der Mitte befind- 
lich* {fiiaov ^ixaq II. 21, 111) und ii(JLiQri ,Tag* (1, Seite 625) gebildet wurde. 
So ergiebt sich als Verbalgrundform ein /a^-, das von yafi- ,heirathen* 
(Seite 34) kaum verschieden sein wird. — Vielleicht gehören aus den 
verwandten Sprachen noch dazu alban. cUnUh^, dandJSr ,Bräutigam* (GMeyer 
bei Bezz. 8, 186; 187), altmd. g&mätar ,Schwieger8ohn* (RV. 8, 2, 20; 8, 
26, 21 und 22), ,Schwestermann, Schwager* (Bftm.), ,6atte* (bei Gramma- 
tikern), altostpers. zämätar- ,Sch wiegersohn* ; altind. gämi ,ver8chw]8tert, 
Bruder, Schwester* (RV. 1, 65, 7; 1, 123, 5; 3, 31, 2; 3, 57, 3) ,Verwandter* 
(RV. 1, 31, 10; 1, 71, 7; 1, 100, 11) und altostpers. g&mor ,Verwandtschaft'. 
— Im lat genero- ist das innere n ein ungewöhnlicher Vertreter von 
altem m, ganz wie zum Beispiel in lat venire ,kommen* (Enn. ann. 1 1 ; 
534) neben altind. gam ,gehen* (RV. 1, 181, 3; 1, 181, 5; 1, 186, 6). Dbjb 
innere e vor dem r wurde eingefügt, ganz wie das von umero- neben 
wfiO' (aus *ofÄao-) ,Schulter* (1, Seite 651). 
yaiA^ ,Kinnbacken*. 

Lykophr. 152: ov naTtrcov h yafjiq>alacv *Evvala norh'^xvvv* ^Eqivvq 
. . . fiiOTvXaa' iTVfißevüev. 358 : tijfiog ßialtag <paaaa TtQog voQyov lix^g 
yvatpalaiv oQTtaig olvag iXuvod'i^aofÄat. — Dazu: yafitprjlrj ,Einnbacken*; 
auch ,Schnabel*; bei Homer dreimal. IL 13, 200: dv^ alya Uovxe . . . 
ixpov vnlq yccltig f^eva yafKpfjX'^atv ^ovre. H. 16, 489: cSlero (nämlich 
ravQog) %e ctBva%o}v vnb yafiiprjlj'jai Xiovrog. 11.19,394: YftTtovg . . . 
^evywov ...hdi x^'^^^^^^S yafiftjXfjc^ %ßalov. — Eur. Ion 159: cJ Zijvog 
x^^vj, OQvld'Wv yafxq>f]lalg laxvv viwov. Ar. Ritter 198: onoxav f^aQtpfj 
ßvQOalerog • • yafiq>r}Xf^ai dQoxovra. 

Altslav. e<j^ ,Zahn*. 

Lett fubs ,Zahn*. 

Alban. cUmp-bi ,Zahn* (GMeyer bei Bezz. 6, 186; 190). 

Altind. gdmbha-s .Zahn*; RV. 8, 49, 14: nahi tax agnai pratidhfshai 
gdmhhäsas jdd vitlshthasai ,nicht zu widerstehen ist deinen Zahnen, Agnis, 
wenn du dich ausbreitest*; RV. 1, 143, 5: agnis gdmhhäis ügitä'is atti 
,Agnis isst mit scharfen Zähnen*. 

Altostpers. mfanr und zafra- ,Mund, Rachen*. 

Fuhrt auf die Bedeutung des ,Eauens, Zermalmens* zurfick, wie sie noch 
entgegentritt im zugehörigen abgeleiteten altind. ganibhdjati ,er zermalmt* 
(RV. 1, 182, 4: gambhajatam abhUas rä'jatas gSmas ,zermalmt rings die 
beUenden Hunde*. Ohne Kennzeichen der Ableitung zeigt altind. gamhh 



Griechische Etymologie* 37. 

die Bedeutung ^schnappen, packen, beissen', so RV. 10, 86, 4: fuä' nü asja 
gamhhishat dpi härnai ,der Hund bqU in sein Ohr beissen*. — Die Suffix- 
fonn von ya^(frilrj ist ungewöhnlich, sie wiederholt sich in ^vtjXi^ ,Opfer- 
theil' (für die Qötter; IL 9, 220; Leonid. Alex, in Anth. 6, 324, 3; Athen. 
13, 566, A). 

yi^'Siv ,yoll sein'; nur in präsentischen Formen gebraucht 

Aesch. Ag. 613: toiood' 6 xo^nog Trjg aXtjd'elaQ yifxcDV oim alaxQog* 
1012: oim Söv TtQOTcag döfiog nrjiiovag yiixiav ayav. Soph. Eon. Oed, 4: 
nolig d* oiiov pikv dvfiiafjidvuiv yifisi, Eur. BruchsL 689,3: ofifia yaq 
nvQog yifieig. PIatEritll7, £: 6 fjiiyiarog kififjv iyefie nXoloiv xal 
ififtoQüiv dq>ixvovfxivtav navso&ev. — Dazu: yefil^eiv ,anf allen'; Aesch« 
Ag. 443: anodov yefil^tjv Xißfjrag ei&irovg. Xen. Hell 6, 2, 25: ro nkola 
navra ye^ilaag rciv %e dvöganoötov xal twv xQri(iax(av. — yofio-g 
,Ffillung, Ladung'; Hdt 1, 194: to dk iiiyitna avtaiv (d.i. nXoliav) xa2 
nevtaxiaxiUcjv Takdrrwv yo/iov ^x^i. Aesch. Schutzfl. 444 : arrig yefil^wv 
xal f4iy' IfüTcXr^aag yof^ov. 
Scheint in den verwandten Sprachen nicht vertreten zu sein. 

ycfi- ,ergreifen', nur belegt in der vereinzelten medialen Aoristform yivTo 
,er ergriff'. 

Fünfmal bei Homer, so IL 8, 43 — 13, 25: yirto d' lfiaa»krjv. II. 13, 
241: yino dh dogfe. IL 18, 476 und 477: yäyro 8k x^^^ (aiOT^Qa x^a- 
tegov, hiqriq>i 3i yivto rivQayQrjv. Wird auch aus Alkman (Bruchst 141) 
angeführt 

Das wurzelhafte fi lässt sich entnehmen aus Hesychs Anführungen 
anoyefie' a(peh(,e (,ziehe weg, nimm fort*). Kvtcqioi und vyyefiog' avXkaßi] 
(Zusammenfassung*). 2aXaf4hioi. So steht also yivro für *yifito, ganz wie 
zum Beispiel ßQovri^ ,Donner' (IL 13, 796; 21, 199) für *ßQOfivjj (zu ßgifi- 
-eiv ,brausen, laut ertönen'; IL 4, 425: xv/aa -^aldaarjg . . . ^eydka ßqi^Bi. 
IL 17,739: to ö* ini-ßgifiei tg dvif^oio. Eur. HerakL 832 : noaov tiv' 
avxBlg naxayov aaitldcjv ßgäfieiv]). — Ob die Zusammenstellung (bei 
Fick 1^, 401) mit altslav. zirnq ^ch drücke' das Bechte trifft? Dazu gehört 
slovak. imen ,Handvoll'. Bei Fick 2^, 111 wird noch altir. gemel ,Fessel' 
hinzugestellt 

yöii^o-q jgrosser Nagel'. 

Od. 5, 248: yoii^tpotaiv d' aga xijy (wohl. ax€Ö£fjv zu denken) ye xal 
aqiAOvlriaiv agaooev. Hes. Werke 431 : evr' av ^/i&rjvalrjg öjiiwog Iv IXi^ 
lia%L (,Scharbaum am Pfluge') nri^ag (nämlich yiriv) y6^q>oiaiv neXaaag 
jcQoaaQTigerQti loroßorjfi, Aesch. Sieben 542 : kv xaXyiriXdttfi adxei . . • 
2q>iyy* (jifioairov TtQoa^efiTjxavTjfiivrjv y6f4q>oiai vatfi^, Hdt 2, 96: negl 
y6fiq>ovg nvxvoig (,fe8t eingefügt') xal fxaxQovg nequlQOvat za öinrixBa 
^vXou Ap. Bh. 2, 616: Bv%i (äiv (nämlich vTJaj^gyog yofiipoiaiv avvdqaoae. 
Polyb. 13, 7,9: %ovg ök rtr^x^ig elxe xai rag x^^Q^S ftXiJQeig aiötigdiv yofz- 
(ptoy vno Tolg Ifiavloig. Agath. (in Anth. 6, 41, 3): ixerXT^evtd %e yofAtpov 
. . . Sv&eio. Antiph. (in Anth. 9, 306, 3): yoiicpog 6^ oid^ hi x^^^og iv 



38 Griechische Etymologie. 

ohiaaiv, ovdk aiör]Qog, akla XLv(^ zolxfj^v agfiovir] öideraL. — Dazu: 
YOfjKpoBiv ydurch Nägel fest yerbinden'; Aesch. Schutzfl. 440: yey6(ig>onai 
ax6q>og OTgißkaiai vavtvKoiaiv dg ftQoariyfiivov. Ar. Bitter 463: rJTtiavafiriy 
yofig>ovfi€v* aiva Ttavta xal xokhifieva. Bian. (in Anth. 11, 248, 3): i^ötj 
yag fiiv anaaav (das Schiff) Inl ^i^ya yof^qxjjd^eiaav {jUitpov. — yo/u- 
<pLo-g (siehe besonders). 

lit gdmb^ ^eiserner oder hölzerner Nagel zum Aufhängen'. 

Naher Znsammenhang mit yafiq>i^ ^Kinnbacken' (Seite 36) wird allgemein 
angenommen, kann aber des Bedeutungsverhältnisses wegen doch kaum 
für sehr wahrscheinlich gelten, da man den ,Nagel' eher nach dem ,Festr 
machen', ,yerbinden^ oder sonstwie benannt yermuthen möchte. Das 
gleiche Bedenken erhebt sich gegen die Zusammenstellung von y6fiq>0'g 
mit unserm Kamm, ahd. hamh. 
yoiiipio^q (oder auch y6fiq>iO'g)j ,Backenzahn'. 

Hdt 9, 83: iqiavtj di xal yva&og • . . ^oi;aa odovrag fiovvoqwiag k^ 
hog ootiov ndvrag, Tovg re odovxag xal xovg yo^q>lovg, Ar. Friede 34 : 
xvipag 6 xataqatog iad'leiy warceg nahxLatrig, naqaßahhv tovg yofiq>Lovg, 
Frösche 572: w (jtiaqa (pcLQvy^^ wg ^diwg av aov Ud'tfi rovg yofig>lovg 
xoTCTOifi^ av, Plut 1059: &a yag y6fjiq)iov fiovov q>0QeL Xen.mem. 1,4, 6: 
rovg fiiv 7cg6a&ev odovrag naai ^woig diovg %i(ivBLv elvaij vovg öh yo^- 
(piovg o%ovg Ttaga tovtwv de^afiivovg kealveiv, Phrynich. (bei Athen. 2, 
52, 0): Toifg dk yofig>lovg aTtavtag i^ixoipev, wot* ovx av dvvalfirjv 
Na^iav afzvyddkrjv xoTa^ac, Ar. Thesm. 423 : xketdla atfiol (poqovai • . . 
^caubivLx arra, vgetg t%ov%a yo^tpLovg (hier ,2iähne am Schlüssel, 
SchlüsselbartO. 

"» Altind. gdmbhja-s ,Backenzahn' (VS.; Qat Br.). 

Scheint unmittelbar vom Vorausgehenden ausgegangen zu sein, schliesst 
sich aber wohl eher an ya^qiri ,Einnbacken' (Seite 36). — Das Suffix mit 
seiner beachtenswerthen Betonung wie in vv^Kplo-g ,Bräutigam, junger 
Ehemann' (II. 23, 223; Od. 7, 65; Find. Pyth. 9, 118; Aesch. Bruchst. 43, 2) 
und axognlo-g ,Skorpion^ (Aesch. Bruchst 169, 3; Soph. Bruchst 34; Plato 
Euthyd. 290, A) und zum Beispiel im adjectivischen Ttkrialo-g ,nah' (2, Seite 
705). 
yviivö^q ,nackt, entblösst von'; ,unbewaffnet' ; ,leicbt bekleidet^. 

IL 22, 510: vvv dk ai . . . aiokat evlal idovzac . • . yvfivoV atag toi 
FeL^oT Ivl fieyagoiai xiovrai. Od. 6, 136: ^Odvoevg xovgrjaiv . . ifieXkev 
fil^ea&ai yv^ivog neg Iwv. Hdt 1, 10: naga ydg zolai ^vdoiai . . . 
avdga oqt&fivaL yvfxvov ig alaxvvrjv fieyakriv q>igBi. — Od. 11, 607: yv^- 
vov (,ohne FutteralO to^ov ^wy. Od. 21, 417: diarov o Foi fcagix^ixo 
%gaititxi yvfivog, Pind. Nem. 1, 52: xokeov yvfivov nvcaacjv q>dayavov. 
' Ol. 3, 24: xakd divdgea .... Tovrcav fl8o^€v yviivog avzffi xanog. — IL 
21, 50: %bv i* wg ovv kvoßrjae noöagxrjg ölog Hx^'^^^S yvfivov Steg xd- 
gv^og TC xal donldog. IL 18, 21: vixvog öl öq afKpifidxovrai yvfivov' 
(trag td ye tcv^c' ^exet xogv&alolog"Extwg. Eur. Her. 724: el äi %evxi(ov 



GiiechiBche Etymologe. 39 

q>oßBl ßdgogj vvv fihv noQevov yvfivog. — Hes. Werke 391 und 392: yvfx- 
yov OfcelQeiv, yvf^vov dh ßovjtelv (,pflügenO, yv^vov d* ifioiav, et x^ &QLa 
7tav%* i^ilijo&a Jriqya xofil^ead-ai, Xen. an. 1^ 10, 3: 17 ök MiXriala • . . 
ixq)€vyei yvfirq. Plat legg. 12, 954, A: qxaQav de av id'iXj] tIq zl nag^ 
oTipovv, yvfzvog [ij] x^^cf^^^^xov ^x^^ a^üJOTog, — Dazu: yvfivd^eiv 
eigentlich ,nackt sein' (um Leibesübungen anzustellen), dann ^Leibesübungen 
anstellen'; weiter überhaupt ,üben, geschickt machen'; dreimal bei Aeschylos, 
80 Prom« 586: adriv fie TtokvnXavoi nkavai yeyvfivdxaaiv. 592: xoftjg 
. . . ^ . . . vvv Tovg vneQfÄiijxeig ÖQOfxovg ^Q(f azvyijrog itQog ßlav yv^jL- 
vat,e%ai. Ag. 540: %Q(ag nargt^ag rijade y^g a' iyvfÄvaaev. Hdt 7, 208: 
TOvg fikv drj wga yvftva^of^ivovg vtSv ävögcSv, Thuk. 1, 6 : kyvfjLvddnqodv 
%e TtQiSjoi xal ig to q>aveQdv QTCOövvreg Xlrta fierd tov yvfivd^ea^ai (bei 
den Leibesübungen) rjlelxpavTo. Eur. Bruchst 682, 3: fiäy xgvjidg avrijg 
7cXevQd yvfivd^ei xo^S'J Xen. Eyr. 1, 2, 10: yvfivd^et dk xal odocnoglaig 
xal dgofxoig. 

Etymologisch dunkel. Da die Annahme einer Verbalgrundform yvfi- 
grosses Bedenken hat, wird f4vo als Suffix zu gelten haben, wie es zum 
Beispiel schon in igv/nvo-g ,geschützt, befestigt' (1, Seite 455) entgegentrat 
— Das abgeleitete yvfjivd^eiv (aus *yvixvddjeiv) beruht zunächst auf der 
aus yvfxvo-g weitergebildeten Form yvfivdd^ (yvf^vdg) ,nackt' (Eur* Tro. 447 : 
xafii TOI y&cQov q>dqayyeg yvfivdö^ ixßeßhjfÄivriv vdari x^^f^dggtp ^iovaat 
... &rjgal dtiaovaiv ddaaad'ai)^ dann insbesondere ,auf Leibesübungen 
bezüglich, auf Wettkampf sich beziehend' (Eur. Bruchst 105, 1: o^cJ fiev 
dvdguiv lovöe yvfivdda atoXov arelxovTa ^ewgov ix vgox^v Ttenav^ivov. 
HippoL 1134: xbv a(i(p\ ufllfivag rgoxov xarix^v Ttodi yvf^vddog %7t7tov). 
yä(f ,denn'. 

IL 1, 9: ydg ßaaiXijßi x^^^^^^S vovaov avd axgaTov wgae xüaijv. 
IL 1, 12: o ydg rjX&e &oßdg ircl vrjfag Idxotifdiv. IL 1, 55: %(^ ydg eui 
qigeai S'Fjxe S'ed XevxtiXevog^'Hgrj. IL 1, 56: xi^deto ydg JavatLv. IL 1, 80: 
xgelaomv ydg ßaaiXevg, ore jt^oiaerai dvägl x^^^e. IL 1, 86: ov fid ydg 
^AnoXhavoL • • . ov %ig ifiev ^iivrog • • . aol • . . ßagelag x^^^S i^olaei. 
IL 1, 120: XevaoBTe ydg x6 ye ndvxeg o fioi yigag Mgx^xai aXXfj. 

Alte feste Vereinigung von yi ,gewiss, wenigstens, zwar, eben' (^eite 1) 
und aga ,nun, dann, also' (1, Seite 252). Das Letztere verliert sein aus- 
lautendes a auch Yor folgenden Consonanten nicht selten, wie II. 1, 115: 
ovT* ag q>givag^ IL 2, 425: td fikv ag oxl^fioiv^ IL 2, 761: xlg t' o^ xuivy 
IL 4, 135: did fxkv ag ^(Daxijgog, IL 5, 89: tov d' ovx' ag %e und sonst 
yd^o-g ,Fischbrühe' ; begegnet auch in ungeschlechtiger Form als ydgo-v 
(Diosk. 2, 34). 

Aesch. Bruchst 211: xal tov Ix^vojv ydgov. Soph. Bruchst 549 : ovd 
ij tdXaiva dovaa tagixrjgov ydgov. Eratin. (bei Athen. 2, 67, C): 6 tdXagog 
vpLiiv öiduXecDg iarai ydgov. Plat (bei Athen. 2, 67, G): iv aairgt^ ydg(^ 
ßdictovteg aTtOTtvlloval fie. Alkiphr. 1, 18, 2: 6 tov xQ^^'^dv xal tidvv 
ydgov iipwv hc twv XcTttof^eguiv IxOvwv. 



> »' 



40 GriechiBche Etymologie. 

Dunkler Herkunft Hängt möglicher Weise mit dem Folgenden zu- 
sammen. 
yaQyaQBibV" ^Zäpfchen im Munde'. Hesych erklärt yaQyoQBwv* ncovlg, rj 
TLal a%aq)vXlg. 

Hipp. 2; 241: ijy axaq>vX\g Iv rfj q>aQvyyL yivrjzaij IfjLnlnXatat okqoq 
6 yaQyaQBwv vdatog, xal ylverai azQoyyvkog t6 axgov xal diag>an^g tuzI 

irtiXafißavet t^v nvoiijv kaßwv T(p daxTvXip tov yaqyaqefSva avop 

igr^v vTtBQWiqv anoitiiaag dia%ifivBiv axQov, 2,242: o yaQyoQCiov okog 

q>k€yfialvei nQog dk yaqyaQBuiva nQoaxQlsiv av&og x^l^iov ^Qov^ 

xal dvayaQyoQl^Biv %o ctvo zwv qwkliav eiXi^iQBi. 2,243: ijv TCiiXvnog 
yivrjrai iv rfj ^ivl, h. fiiaov tcSv xovdgtop xcn^amgifiataij olov yaQyaqetav. 
ArisL Thierk. 1, 48 : dia %6 Ix tov avT^&ovg elvai t^v avajtvoijv tuxI Ix- 
Ttvo^v nara %6v yaQyaQsuiva. — Dazu: ya^yogl^eiv ^gurgeln' (siehe 
besonders). 

Lat gurgulidn- ,6urgel'; Plaut Trin. 1016: hutc, qvisqvis est, gurguliöst 
exercitar. 
Ahd. querechdor ,6urgeP (in einer alten Glosse). 
Armen, orhor ,Eehle, übermässige Fresslust' (mit Einbusse des an- 
lautenden Gutturals. SBugge: Beiträge Seite 25). 
Altind. ^dr^ara-s ^Strudel, Schlund' (AV.). 

Durch alte Keduplication gebildet nach Art von xagxalgeiv (aus *xaQ- 
xaQJBiv) ,dröhnen' (2, Seite 353) und anderen schon betrachteten Formen. 
Zu Grunde liegt altind. gar- ^verschlingen' (ru-girati ^er yerschlingt^ AV. ; 
BV. 4, 18, 8: tvä hushävä ""agära (Perfect) ,dich hat Eushayft verschlungen'. 
— Das Suffix wie in dv&egewv- ,Einn' (1, Seite 214), so dajBS als erste Be- 
deutung vielleicht ,die Stelle wo geschluckt wird' anzunehmen ist 
yäifyaQO'V, in der Mehrzahl ,Gewimmel, Menge'. 

Aristoph. Brachst 35.9: avÖQwv irraxTwv naaa yagyaq* (üeberlieferang: 
ycLgyaig") iotla. Aristomen. Eom. Brachst 1 : £vöov yag rfilv iaviv dv- 
dgwv yagyaga. Alka. Eom. Brachst 19 : ogtS d' avwd'ev yagyag' dvd'guk- 
nwv xvxXqt. — Dazu: yagyaigeiv (aus *yagyagjeiv) ,wimmebi, ange- 
füllt sein' ; Sophron Brachst 59 (Ahrens) : tcJv dh xorJLxcj/uorcdv xa2 twv 
agyvgw^drwv iydgyaigev a oixicu Eratin. Brachst 290 : avögwv agiatcjy 
naaa yagyalgei noXig. 

Wie das Vorausgehende durch B^duplication gebildet Aber aus welcher 
Grundlage? Bei Fick (2^, 117) werden in ansprechender Wdse verglichen 
altir. ffraig ,Pferdeheerde', lat gr^- ,Heerde' (Plaut Trin. 171 ; As. 3; Gas. 
22), ahd. quarter , eotiar und ags. cordher ,Heerde, Schaar', wobei in 
Bezug auf jene Grandlage aber auch nichts weiter Erläuterades ge- 
boten wird. 
yoQyaifl^Hv ,gurgeln, den Mund ausspülen'. 

Alter Erklärer zu IL 8, 48: Fagyagov . • . a/ro %ov yagyagi^eiv xal ava- 
öidovai va vdaxa. Hipp. 2, 242 : regog dk yagyageiSva ngoaxgieiv av&og 
XaXxov ^rjgov, xai dva-yagyagl^eiy %b oftb %wv (pvXXwv Blki&igei. 



Griechische Etymologie. 41 

2| 238 : tÖ XLtqov tovto diBig xXirivag aya-yaQyaQi^iTUt, Chrysipp. (bei 
Athen. 1^ 5^ E) : zo atofia ava-yagyoQi^ofievov -S^egf^tp. 

Steht in nächstem Zusammenhang mit yaQyoQetiv- ,Zäpfchen im Mnnde^ 
(Seite 40). 
ydQyccXo-q ,Kitzel'. 

Ar. Thesm. 133: wg fidv %6 ^liXog .... wa%* ifiov y* mgowfjiivov vTto 
TTIv SdQav avT^v vTfqX&e yagyakog. Luk. Gall. 6: olov yovv iv %olg dal 
%a Ttteqa i^ya^erai otQeq^ofxevay toiovtov yaqyaXov fcagelxi fiot %c 
oQüifieva. 

Wird ebenso wie die nächstvoransgehenden Wörter durch alte Bedup- 
lication gebildet sein. Benfey (2, 128) bringt es in Verbindung mit yoß- 
^erreiben*, dessen schon unter ylyagio-v ,Weinbeerenkem* (Seite 8) Er- 
wähnung geschah. Was das A in der zweiten Worthälfte anbetrifft, so 
darf angeführt werden, dass auch neben yagyaQß^eiv ,gurgeln' (Seite 40) 
die Nebenform yagyaXiCeiv (Hipp. 2 852 : ava-yaqyaUtBO&ai) vorkommL 
yiffa-q Auszeichnung, Geehrtheit, Ehrengeschenk^ 

IL 1, 123: TcJJg yag toi dwaovai yigag fieyd&vf^oi IdxaiJoL II. 1, 133: 
iq l&iXiig og>Q' avzdg ^gg yigog, ccvTag l/w' avtwg ffid'aL devofievov. 
IL 9, 334: Saaa d* dQiatrjßeaai dläat yiga xal ßaaikevaiv, xolai fiiv 
%(A7tBda xeitai. Od. 11, 534: /noigav xal yigag lad-Xov %%uiv inl vriFbg 
eßaivev. Od. 4, 66 : vcSza ßoFbg . . . our^ h %BQa\v kkwv^ %a ga ßoi yiga 
Tgag&eoav avjiß. IL 4, 49 '^ 24, 70 sagt Zeus: ov yog fiol nore ßnDfiog 
iöeieto daudg iflarjgj koißijg te xvlaaf}g ze' ro.yag Xaxofiev yigag fiixelg, 
II. 16, 457 ■« 675: tvd^a JFb zagxvaovai xaalyvtjzol ze Fizai ze zvfißq) ze 
azijXi] ze' zo ydg yigag iazl &av6yzwv. Od. 11, 175: v^}ki nag 7i$lvoiaiv 
(d. L meinem Vater und meinem Sohn) ifiov yigag (hier ,Herr8cherwürdeO. 

— Dazu: yegago-g (siehe Seite 42). 

Das Suffix wie in dinag- ,Becher^ (IL 1, 471 ; 584; 4, 3), ofikag- ,Fus8- 
bank^ (Od. 17, 231 ; 18, 394), aiXag- ,G\smf (IL 8, 76; 509; 563) und sonst 

— Die Zusammenstellung (bei Fick 1^ 34; 402) mit lit girti ^rühmen, 
loben' und altind. gir- ,prei8en^ (ßV. 7, 1 0, 5 : täm tvä grnami ,als solchen 
preise ich dich' ; BV. 2, 33, 8 : grnimdsi tvaishdm mdrdßja nama ,wir 
preisen Budras gewaltigen NamenO setzt eine Bedeutungsentwicklung 
(,preisen — durch Gaben auszeichnen*) voraus, die keines Weges für 
selbstverständlich gelten kann. 

yiQovo-q ,Eranich'; nach der äusseren Aehnlichkeit auch, ,Hebemaschine, 
Kran'. 

Bei Homer dreimal, nur in Gleichnissen. IL 2, 460: £g z' ogvl&ojv tcets- 
rjvwv ßi&vea noXXa, xrivwv rj yegavtav ijxvxvtJv ... noziavzai. IL 3, 3: rivze 
neg xXayyrj yegdvmv niXei ovgavo&L ngo. IL 15,692: cjg r' ogvl&wv 
7€ezer}ViSv aißezog at&iüv ßidyog iq)og^äzai, jcozafidv Ttaga ßoaxofievdwv 
%rivijiv iq yegavwv xal xvxvwv. Arist Thierk. 1, 11: ayeXala (xlv ovv olov 
iv zoig Ttzrjvolg zo zwv nBgiazeguiv yivog xal yigavog xal xvxvog, — 
Pollux 4, 130: ri dk yigavog fjn^xdvrjfza iaziv ix fiereiügov xatatpego/Ae- 



42 Griechische Etymologie. 

vov l<p* oQnayfj atifiaTog^ iy xixQfjrai "Hcjg a^nd^ovaa to awfxa vo Mi- 
fivovog, 

LäL grü-8] Verg. g. 1, 375: illum (nämlich imbrem) swrgentem vällibus 
imts äeriae fugere grues. 

— Kymrisch garan (Fick 2*, 106). 

Ags. cran] — ahd. diranuh] — nhd. Kranich. — Dazu: nhd. Krahn 
,Hebeyorrichtiing^. 

lit. görvS ,Eranich'. — gamis baltäsis (,wei8ser) Storch*; gamis jü- 
däsis (^schwarzer) Beiher*. 

AlÜay. zeravt ,Kranich*. 

Armen, krunk ^Kranich* (Hübschm. S. 36). 

Gehört vielleicht zu altind. gar- ,rauschen, ertönen, singen* (BV. 10, 69, 1 : 
garatai ddvidjutat GAgnis) rauscht blitzend*; BV. 8, 2, 16: tvä . . {ndra . . . 
känväs üktMihhis gar antat ,dich, Indras, singen Eanvas* Nachkommen 
mit Liedern)* und yiigv-g ,Stimme* (siehe Seite 46). — Das Suffix wie in 
mavog ,Dom, Stachel* (?); eine Distelart (1, Seite 31). Die lateinische, 
litauische und altslavische Form weichen fibereinstimmend im Suffix ab. 
ysQdvöQvO'V ,alter Baumstamm*. 

Theophr. Pflanz. 2, 7, 2: orav j] yegavÖQvov olcag xoTtrovaiv (nämlich 
divdQov), 3, 12, 9: 17 oXri xal ^ fieaTtlXrj' (pXoibv d^ ixei Xbiov^ vrcokl- 
Ttaqov, oaaTtBQ ixfi yeQQvÖQva . . . • ra di yeQavdqva %Qa%vv %al fiikccva. 
3, 13, 4: 1^ axrfj .... tcJv di arekexdiv ndxog twv yeqavdqiiav oaov 
7C€QiX€yakalag. 5, 9, 1 : av&Qoueg .... xslqovg de xal ol tcJv Ttgeaßv- 
riQwv %iav viwv, xal fiaXiara ol rwv yegaväQvwv dia tovto. Ap. Bh. 1, 
1118: l'oxe di ri OTißaqbv axvnog afifciXov }syTQoq)ov vkji, nqoxvv yBQctv- 
dgvov, Eryk. (in Anth. 9, 233, 1) : avd toi iniafivovTi yeQavÖQva . . . dga- 
Xvaltj axaiov IkvxjJB noöa. 

Wird zunächst als adjectivische Zusammensetzung ,altstämmig* zu denken 
sein. Der Schlusstheil wie in fjLBlavdQvo-g ,aus dunklem Holz bestehend* 
(Aesch. Bruchst 251 : xeQfxcaaaa xo^ov nlrvog h, lABkavÖQvov) ^ auch in 
änqo'ÖQvo-v ,Fruchtbaum* (Xen. Oek. 19, 12; Plat Krit 115,B; Theophr. 
Pflanz. 4, 4, 11; 2,5, 7) und Iv'ÖqvO'V ,Pflock*, eigentlich ,im Holz befind- 
lich* (Hes. Werke 469), schliesst sich an dQv^g ,Baum* ,insbesondere 
,Eiche* (B. 11, 494; 12, 132; 13, 389). In yeqav- ist vielleicht eine alte 
Nebenform zu yigovx- ,alt' (siehe Seite 43), erhalten, die sich ihrer Bildung 
nach mit Takav- ,au8haltend, ertragend, elend* (2, Seite 842) vergleichen 
lassen wfirde. 
yeQaQö-q ,der zu ehren ist, ehrwürdig, ansehnlich*. 

Bei Homer zweimal 113,170: xakov ö^ ovrw iywv ov nca fLdov 
Sipd'akfÄolacv ovo* ovto) yegaQov (nämlich ,als Agamemnon*). 11.3,211: 
axavxuiv (ikv Mevikaßog vnelQexBv evfißag wfiovg, afiqxo <)* i^uifiivca, 
yeQaQcizeQog ijev Odvaaevg. Aesch. Ag. 722 : ^^geipep • . • . €vq>ik6ftaida 
xal yegagolg ifclxagrov, Schutzfl. 666: yegaQOlai TtQeaßvtodöxoi yafiov- 
T(üv d-v^ikat (pkeyovTOJv. Xenophan. (bei Athen. 11, 462, E); TcdQxeivxai d* 



Griechische Etymologie. 43 

Sqtoi ^av&ol yeQaQij %e xqanet^a tvqov tloi fiihtog itiovog dx^Ofiivri. — 
Dazu: yegal-Qeiv ^ehren, auszeichnen^; IL 7, 321: varrotaiv d' uäißavra 
diTjv&iieaai yiqaLQBv tjgojg 'ATQ€flör]g. Od. 14, 437: vwTOtaiv d' 'Odvaijßa 
öi¥]V€xäeaai yigaiQev . . vog, 14, 441: otti fie xoiov iovr* dyad'olai ye- 
Qaigeig, Find. Ol. 5, 5 : ßcjfioig i^ äidv/dovg iyiQagev koQxalg &€(iSv fie- 
ylataig, Eur. El. 712: x^Qol d^ IdtQeidäv iyigaiQov oitcovg. 

Gehört zu yigag- ^Auszeichnung, Geehrtheit, Ehrengeschenk^ (Seite 41). 
Das Suffix wie in xad^aQü-g ,rein' (2, Seite 285). Und wie sich zu letzterem 
das abgeleitete xa&alQBiv (aus *xa^dQJBiv) ,reinigen' (a. a. 0.), so verhält 
sich y€QalQ€iv zu yeqaqo-g, 
yiQovx' iyiQißv) ,alt^; gewöhnlich substantivisch ,der Alte, Greis*, 

II. 1, 358: fif^ivt} . . . Ttaqa nargi yiqovti. Od. 22, 184: (piQmv • ' • xfj 
ö^ hiQf] aoKog evQv yiqov. Aesch. Ag. 750 : naXaUpaxog d* iv ßgotolg 
y€QO)v Xoyog virvxTai. Ch. 805: yigmv (povog firjyiit' iv dofioig Tixoi. 
Brachst 331 : wg kiyei yiqov ygafifia. Soph. El. 25 : äaiceg yag %7t7tog 
evyevrjg, nav rj yigaiVf h toIol deivoig &vfi6v ov% anwkeaev. Brachst 
726: av yag yägovta ßovXevug. Eubul. (bei Athen. 1, 28, F): Qaaiov ij 
Xiov kaßtjv ff ^iaßtov yigovta vexragoaTayrj. — IL 1, 26: firj ae, yigov, 
xoßlXfjaiy iyta naga vrjvai xixv^' ^^ ^> ^3* i^^^i^^^^ ^' o yigwv. IL 4, 
310: dg o yigwv (Nestor) ätgvve naXat fcoJJfiwv iv ßeidwg, IL 2, 789: 
Ol d^ ayogag ayogevov ...Tjfiky vißoi ijdk yägovreg, IL 8,518: niijgvxeg 
• . . ayyekijovTwv naldag ngtü&rjßag noktoyigo%aq)ovg t€ yigovrag H^aa&ai. 
— Dazu: yegaio-gj yrjgag' ygrjv-gj ygala (siehe besonders). 

Nhd. Kerl^ bedeutet ursprünglich wahrscheinlich ,alter Mann*, könnte in 
griechischer Form *yigaXo-g lauten; — altn. Tcarl ,Mann*, insbesondere 
,alter Mann, Greis*; kerling ,alte Frau*; — ags. ceorlj Mann niederen 
Standes*; — md. kerl ,Mann* (der alte herl im alten Passional); — ahd. 
harl ,Mann, Ehemann, Geliebter*, einmal ,vetulus* (alt) erklärt; mhd. Jcarl 
,Mann, Ehemann*, nhd. noch als Eigenname Karl. 

Alt&lav. zreti ,reif werden*; srelü ,reif*. 

Armen, tser ,alt*. 

=-» Altind. gdranir ,gebrechlich, alt*; KV. 1, 117, 13: juvam Cjdvänam^ 
agvinä gdrantam pünar jüvänam cdkrathus gdcibhis ,ihr AQvine machtet 
den alten Cjavänas wieder jung durch (eure) Kräfte* ; BV . 1 0, 34. 3 : 
äqva^a iva gdratas väsnisja ,gleichwie eines alten verkäuflichen (werth- 
losen) Pferdes*. — Gehört zu gar- ,altern* (KV. 1, 125, 7; mä' gärishus 
sürdjas ,nicht mögen altera die Süris*) ; causativ ,altera machen, alt werden 
lassen*, KV. 6, 24, 7 : nd jdm gdranti garddas nd masäs ,den nicht Jahre 
nicht Monate alt werden lassen*) das wahrscheinlich von der Bedeutung 
,zerrieben werden, mürbe werden, morsch werden* aus sich entwickelte, 
wie denn zum Beispiel auch das causative nis-garajati noch in der Be- 
deutung ,er zerreibt, er zermalmt* (Bhäg. P.) sich findet und weiter auch 
zum Beispiel die nahzugehörigen lat. gräno-m (,das Zerriebene* «») ,Eora 
(Plaut Stich. 358; Poen. 451) = goth. hauma- ,Korn, Getraide* (Mk. 4,28; 



44 Griechische Etymologie. 

Luk. 3, 17; 16, 7), nhd. Korn, und goth. qvairnurs (,der Zerreibende' =) 
,Mühlstein* (in asilu-qvaimurs ^iivXog 6vi%6g' Mk. 9, 42) noch sehr deutlich 
auf die alte sinnliche Grundbedeutung zurückweisen. — Dazu gards- 
, Alter, Greisenalter* (RV. 8, 56, 20; 10, 18, 6) und garimdn- ,Alter, Greisen- 
alter' (ßV. 1, 116, 25; 10, 27, 21; 10, 87, 21). 

Altospere. a-zareskjaht ,nicht alternd*; — zaurva ,Alter, Greisenalter*. 

Altes präsentisches Particip nach Art von e^vz- alt ßexon;' ,wollend, 
freiwillig* (1, Seite 343). Im Altindischen (siehe oben) ist die zugehörige 
Verbalform noch lebendig. 
ysQaiö'g ,alt'. 

Bei Homer 29 mal, nur von Menschen. IL 1, 35 : iJQä&' 6 yeqaibg (der 
Priester Chryses) 'AnoXXuivi. II. 10, 164: axetltos iaai, yegaii (Nestor). 
U. 9, 607: Ooivi^ czta yeQaii^ diIoTQe(päg. IL 6, 296: ßij ö' Uvaij noXlal 
6h fieveaaevovTO yeQaiaL Find. Nem. 4, 89: tov Ev(pavrig i^iXcjv yegaiog 
nQ07tCL%wQ aog aeiaiv no%e. Aesch. Ag. 710: fierafiav^avovaa d' vfivov 
ügiafiov TtoXig yegaia. 

Bildet mit ^ßaio-g ,wenig, gering* (1, Seite 614), ägaio-g^ alt wahrschein- 
lich JraQaio-g ,schmal, schlaff, schwach' (1, Seite 263) und mehreren neben 
letzterem schon genannten eine kleine Gruppe von Wörtern, deren Bildung 
nicht ganz durchsichtig ist Der Comparativ yeQaheQo-g ,älter' (IL 9, 60 
24, 149; Od. 3, 24) wird kaum aus ysQaioteQo-g verkürzt sein, stellt sich 
wohl unmittelbar neben naXalrego-g ,älter* (2, Seite 661). — Die Zuge- 
hörigkeit zu yiQovz" ,alt' (Seite 43) liegt auf der Hand. 
yiffwo-q ,Eaulquappe, Froschbrut*. 

Zweimal bei Nikander; so ther. 620: yegvvwv xavaxol neglaXXa toxtjeg 
ßatgaxoi kv xvzgjioi na&eiprjd'ivTBg agiaroi ßa^ifjiari. Alex. 563 : xai tb 
av y^ Yy yegvvwv Xaidgovg da^daaio roKrjag. 

Ungewisser Herkunft Die Suffixform ist ungewöhnlich, wiederholt 
sich aber zum Beispiel im adjectivischen d'dgavvo^g »vertrauensvoll' (IL 
13, 823; 16, 70). Sehr auffällig ist der Anklang an das gleichbedeutende 
yvglvo-g (siehe Seite 47), bei dem aber doch ohne ganz ungewöhnliche 
Lautentwicklung nicht wohl an Zugehörigkeit gedacht werden kann. 
yiQQO'V ,geflochtener leichter Schild* ; dann auch mehreres dem Aehnliches. 

Hdt 7, 61 : nigaai . . . elxov . . . dvtl öh danlduiv yigga. 9, 61 : (pga" 
^avteg yag ra yigga ol Iligaai drcleaav vaiv zo^evfÄCcTwv noXXd aq}Bidiwg. 
99: ttVTol dk auv€g)6gr}aav %d yigga ^gxog elvai acploi, 102: ^wg fiiv 

VW zoiat nigajjac og^ia rjv xa yigga, tiplvvovto dttaadiievoi ydg 

TOT yigga ouzoi q>Bg6fXByot, iaiueoov aXicg ig roig Iligaag. Xen. Eyr. 
1, 2, 13: ^x^yreg . . . yiggov h tjj dgtategq, Pherekr. Bruchst 17: yiggoig 
djioaTavgouvTai. Dem. 18,169: t« yigga (,schützendes Flechtwerk, Ver- 
schanzung*) kvenlfirtgaoav, 59, 90: 'a.bXbvbl ... tot yigga (wohl ,Zelte*) dvai" 
gBiv. Arr. 1, 21, 5: %al fiigog fxiv %t twv nXrjaioy %ov zBixBog yiggwv 
(,ZelteO . . . xarrxaiJ^jj. Dion. Hai. 6, 92 : tf^ d' i^fjg fj^igff xgiovg %b xal 
yigga (,Schutzdächer^) tloI Miia^ag BurgBrnadfiBvog jiagBCxBvd^Bxo. Luk. 



Griechische Etymologe. 45 

dial. mort 14: deiXoig ael ^vvtjvixO'Tjg (Alexander) ro^aQia xai nektagia 
xal yigqa olavtva TCQoßeßktifiivoig. 

Ohne Zweifel ungriechischen Ursprungs. 
yeQyiQtiAo-q ^m Baum völlig reif geworden' (von Feigen). 

Eallim. Brachst. 50 : yegyiQifwv nLzvqiv re xal tjv oTte&i^xaTo kevxijv 
bIv itXl vrjxeod'ai tpx^ivoftwglöa. Athen« 2; 56^ D : ii^ov dk vag dgvTteneig 
iJLaag xal laxadag aal yegyeglfÄOvg, wg g)rjai ^tdvfiog. 

Altind. gargdra- ^gebrechlich , zerfallen , hart mitgenommen' (Mbh.). — 
Dazu gargarita- ^erfetzt', ,mitgenommen^ entkräftet' (Mbh.). 

Ffihrt, wie yvwgi^o-g ^bekannf (Seite 32) auf ein muthmaassliches "^yvwgo-g^ 
so auf ein einfaches ^yegyego-g zurück, das mit der angeführten altindischen 
Form genau übereinstimmen würde. Bildung durch Beduplication ist sehr 
deutlich und zu Grande liegt ohne Zweifel das unter yigovr- ^t' (S. 43) auf- 
geführte altind. gar- ^Itein', ursprünglich wahrscheinlich verrieben werdend 
yopyd-g ^furchtbar, Schrecken erregend', insbesondere vom Blick. 

Aesch. Sieben 537: yogyov d* ojjfÄ* ^cov ngoala%a%ai. Brachst. 464, 11: 
o%av iftißXiipfi yogyov ofifia deoTtorov. Eur. Andr. 458 : vvv d' elg yvvalxa 
yogyog orcklirjg tpavelg xtelveig f4€] Schutzfl. 322 : og^g, aßovkog wg 
xexegvofjirifiivri %olg xegrofiovai yogyov wg avaßiATtei a^ narglg; Anakr. 
16, 12: fiiXav ofifia yogyov laroi. Xen. Eyr. 4, 4, 3: q>alvead'e xal xal- 
Xiovg Kai yogyoTcgoi ij ngoa&ev idelv. Beitk. 10, 17: ol &€wfievoi tov 
Xnnov TOiovTOv drtonaXovaiv . . . Sf^a fjdvv %b %al yogyov idelv, Antip. 
Sid. (in Anth. 7, 161, 2): ogviy Jiog Kgovlöao dimroge, rev x^Q^^ Uarag 
yogyog vrtkg fieyakov rvfißov ^AgiOTO^ivovg] Ael. var. bist 2, 44: yogyov 
(iiv ctifTiß ßXinovaiv ol 6q)^ai.^oL — Dazu: Fogyw^ Name des mythi- 
schen üngethüms mit Schrecken erregendem Anüitz; IL 11,36: tjj (das 
ist aanldi) d ' inl fxiv Fogyw ßXoavgwmg iateipavwTO dßeivov öegxofiivrj. 
B. 8, 349: "Extwg d* aiiAq)i7C€giatg(ig)a xakllTgixag %7t7tovg Fogyoog oXfiat' 
ISxwv, — 

— Altir. gorg ^wild, grausam' (Fick 2S 114). 

Altslav. groza ,Schrecken'; groziti ,drohen' (Fick 1*, 407). 

Altind. garg- : gdrgati ,er brüllt^ tobt^, von Thieren, Dämonen, übermüthig 
herausf ordernden Menschen, vom Meere, Winde (Mbh.); abhi-garg ,anbrüllen, 
wild herausforderad anschreien' (Mbh.). 

Die Bildung von Fogyw stimmt überein mit der von ijx^9 ^^ ^VX^ 
,Schall, Wiederhall' (1, Seite 617). 
yoQyöifri ,unterirdische Wasserleitung, unterirdisches Gefängniss'. 

Hesych erklärt yogyvga' vrtövofzog, di' ol %a vdara vTte^jjei. Hdt. 3, 
145: ovTog OTidtj i^afiagjwv iv yogyvgjj iäidero' aal dfj xotb iTtomovaag 
TB Ter ngrjaaofiBva xai iioxv^jag dia Trjg yogyvgtjg .... ifik . . • ddixi]" 
oavra ovdhv a^tov deofiov dijaag yogyvgtjg fj^lwaag. Harpokration führt 
yogyvga aus Dinarch und Aeschines an und fügt die Erklärung zu ,to 
xaza yijg ogvyfiq'. 

Wurde seiner Bildung nach schon mit nog(pvga ,Farbe des unrahigen 



46 Griechische Etymologie. 

Meeres' (2, Seite 616) verglichen. Beduplication ist imyerkeimbar, die Zu- 
sammenstellang (bei Fick 1 ^, 402) aber mit ya^aQswv ^Zäpfchen im Munde' 
(Seite 40) und altind. gar- ^yerschlingen' (ebenda) trifft kaum das Richtige. 
yflifa^ yhohes Alter'; dann auch ,die alte Haut die die Schlangen und einige 
andere Thiere abstreifen'. 

IL 14, 86: afjipLi . . olaiv aga Zeig ix veßorrjTog Mdume xal ig yf^gag 
rokvneveiv ägyakiovg TCtoUftovg, II. 4, 315: aXXa üb yfjgag xelgat ofioUov. 
IL 5, 153: o d' helgero yijgal Xvygi^. IL 9, 446: ovd* et xiv fxoi vnoatalri 
^£og avTog, y^gag ano^vaag, ^ijaeiv viFoy "^ßdovra. IL 22, 60: ov ^a 
ncmig Kgovldijg iitl yr^gaog ovdip aiaj] iv ägyaXij} qf&laei. H. 1, 29 : 
ftglv fiiv xa2 yfigag eneiaiv. — Arist Thierk. 5, 86 : ixdvvovai dk %d x^ 
Xvtpog %ov iagog^ ßaneg ol oq}€ig ro xalovfievov y^gag, xal ev&vg yivo- 
fXBvoi xai vOTegov xa2 ol xagaßoi xal ol xagxlvoi. Ar. Friede 336: vo 
y^gag hdvg. — Dazu: yrjgaeiv filt werden'; IL 7, 148: ^vxofogyog hl 
fuyagoiOiv iyijga. Od. 7, 120: oyxvrj i^t oyxvf] yrjgaaxei (,reift^). — yij- 
gaiog ,alt'; Hes. Werke 378: yrjgaiog öi &avoi og)iT€gov Ttaßid* iyara- 
Xeimov. Find. Pyth. 4, 157: riörj fie yrjgaiov iiigog aXixlag afjKpifCoXeh 

Gehört zu yigovz- ,aJt' (Seite 43), wobei aber ein bestimmter Grund der 
Dehnung des wurzelhaften Vocals noch nicht deutlich ist Das Suffix wie 
in yigag- ,Auszeichnung, Ehrengeschenk' (Seite 41). — Vom adjectiviscben 
yriQaio-g unterscheidet sich y^gaio-g (Seite 44) nur in der Quantität des 
Vocals. Homer hat nur die letztere Form, Hesiod nur die erstere, Pindar 
(Pyth. 4, 157 und Nem. 4, 89) hat beide je einmal. 
y1\Qv-q ,Stimme, Klang*. 

Bei Homer nur IL 4,437: ov yag rccrrwv ^ev ofxog d'goog oid' ia 
yrjgvg, und in dem zusammengesetzten fieXl-yrigv-g ,honig8Üss klingend^ 
(Od. 12, 187: nglv y* fniwv (der Seirenen) fiellyrjgvv drco a%ofia%(av Foit^ 
axoiaai). Soph. Eon. Oed. 187: naiav ök Xa^net avovoeaaa ve y^gvg 
ofiavXog. Eur. Bhes. 294: nglv dtj dt' uituv yijgvv ovx 'EXXrjytxfjv kde^a- 
^lea&a. Plut mor. 397, C: ov yag %atL d-Bov fj yrgvg ovd* o q)&6yyog 
ovo' ij Xi^ig. — Dazu: yrjgveiv oder medial yrjgvea-^'ai ,die Stimme 
ertönen lassen, sprechen, singen', dorisch yäg- (9 mal bei Pindar); Hom. 
hymn. Herm. 426: Xiyicjg xi^agltoiv yfjgver* afÄßoXadrjv. Hes. Werke 260: 
Jlxri .... Kgovlwvi yijgvev ' av^gwjttov adixov voov, Theog. 28 : ßldf^ev 
(wir Musen) d* evr* i&iXcjf^ev, aXrj&ia yrjgvaaa^ai. Aesch. Prom. 78 : 
ofiota f^ogg)fj yXwaaa aov yrjgveTai. Pind. Pyth. 4, 94: toI fikv aXXäXoiaiv 
afÄBißofievoi yagvov zoiavTa. OL 1, 3: ei d^ ae^Xa yagvev iXdeaij (pl- 
Xov fjTog. 

lAtgarrire (wohl aus ^garsüre) ,schwatzen, plaudern'; Plaut Cure. 604: 
nügäs garris; Capt 614: garriet qvot neqve pes umqvam neqve caput 
conpäreat 

Altir. for-gaur ,ich befehle*; fris-gv/r ,ich widerspreche'; — gair ,Ruf, 
Geschrei'; gairm ,Ruf, Bufen, Geschrei' (Fick 2*, 106). 

Ahd. quer an ,seufzen'; Jcerran (wohl aus *}cersan) schwatzen, rauschen^ 



Griechische Etymologie. 47 

knarren'. — Ahd. ehara ,Klage, Jammer*; goth. Tcara ,Sorge, Kummer* 
(Mattb. 27, 4; Mk. 4, 38; 12, 14; dazu Icarön ,sich kümmern', nur Eor. 1, 
7, 21); nhd. Kar-woche, Kar-freitag (nach Fick 1^, 402). — Nhd. hrähen 
und KrähCy ahd. hräia, Jcräwa und Tcrä ,Krähe'. 

Lit gärsas ,Schall'. — Dazu: gröti ,krächzen'. 

Ältslav. grajcUi ,krächzen'. 

Altind. gar-igäratai ,er singf, ,rausch1^ knisterf; ßV. 6, 65, 4: vipräja 
gdrataijäd ui^d',dem Sänger, wenn er Lieder singt'; RV. 1, 94, 14: tdd 
tai bhadräm jdd sdmiddhas süai ddmai . . gdrasai ,das ist dein (o Agnis) 
Segen, dass du, im eignen Hause entzündet, rauschest'. 

Suffixales v wie in nfjxv-g ,Arm' (2, Seite 535), aQxvg ,Jagdnetz' (1, Seite 
268) und sonst 
yo^wd-s ,BogenbehäIter'. 

Bei Homer nur Od. 21, 54: arco TtaoaaXov aiwto to^ov avT(p ywqvxt^^ 
og ßoi TceQUeito qxxFuvog, Bhian. (in Anth. 6, 34, 3): %6^ov . . . xal %av- 
Tav ywQVTov . . . drpiev* Lyk. 458: Ttilev&ov, ^v ywQvrog hiQvxpB ^ncv&rig. 
Luk. Herakl. 1 : %dv 'Hgoxkia ol KelTol *'Oyfxtov ovofid^ovai gxüvfj tij 
i7tix(OQl(p .... xal %dv ycjQWOV TtagiJQT'rjTai, 

Dunkler Herkunft. Weist ztmächst auf ein *y(OQV€iVj etwa ,einschliessen^ 
umhüllen' (?) wie zum Beispiel xoixvto-g ,daB Jammern' (U. 22, 409; 447) 
auf xamveiv ,jammem' (2, Sdte 237). 
yv^d-s ,gebogen, rund'. 

Bei Homer nur Od. 19, 246: fivdi^aofiaty olog hv neq, yvgog iv äfioiaiv. 
Antip. (in Anth. 10, 2, 3): i]öri dk Ttlaaaei fikv vTttjQocpa yvqa xbXiöwv 
oUla. Eryk. (in Anth. 6, 255, 7) : ^ortaXtp yvqbv aTteagdvi^e ßoog niQog. 
ApoUon. (in Anth. 7, 180, 5): dfÄtpl d' l'^u' wkia^ev yvgrj ycovig (,6rabhügel')^ 
— Dazu: yvQO-g ,ßundung, Kreis'; Theophr. c. pl. 3, 4, 1 : öel roifg yvgovg 
(,runde Gruben zum Einpflanzen der Bäume') ngoogiTieiv. 3, 6, 2 : XQV * - * - 
Tovg yvQOvg vdatog ifinirtXdvat. TtQOTQira, Polyb. 29, 11, 5: ^wv yag tcqo 
X^iQuv dfiTteXlvrjv ßaxTrjQlaVj 7cegiäyQag}€ t(^ xki^fiari %bv Idvrloxovy iv 
TOVTfp te T(p yvQqj xriv aft6q>aaiv ixiXevae äovvai negl twv yeyQafx^ivwv, 

Wie in %vQ6-g ,Käse' (2, Seite 302) und nvQo-g ,Waizen' (2, Seite 624), 
so wird auch hier ein suffixales q6 sich ablösen ; so wird naher Zusammen- 
hang mit yvri'g ,Erummhohs am Pfluge' (Seite 5) sehr wahrscheinlich. 
yff^c-s ,feinstes Mehl'. 

Athen. 3, 115, D: ol dh in yvQeujg oqtoi yivofjievoi %onMxvX6TBQol ri 
elat xal 6XiyorQoq>wT€goi. Luk. Tragodop. 159: xQlßovaiv .... yvqtv xql- 
^Ivrjv. Diosk. 2, 107: tuxI ^ l§ aizaiv rdv tzvqwv yvQig kxpri^Blaa avv 
pLBhxqonti} rj vögeXalq) näaav öiaq>OQ€i <pkey^ovr\v. — Dazu: yvQivrj, 
eine Euchenart; Luk. Tragodop. 158: q>iQovai .... Trjkiv fier' ohov, 
yvglvrjv, xoXkdfiqxxnov. 

Dunklen Ursprungs. 
yviftvo-q ,Eaulquappe, Froschbruf. 

Plat Theaet. 161, D: 6 d' aga hvyxavev wv etg g>Q6vrjaiv ovdev ßeX-^ 



48 Griechische Etymologie. 

rlüjv ßoTQQXov yvQlvov. Arat 946: ovrod-ev i^ vdarog Tcarigeg ßooiooi 
yvQlvüfv, AeLn. a.1,58: ifdßaXtiy dk ig t^v Xlfivrjv (plcfiov tpvkla tj 
xagva aTtwXeae rovg yvqlvovg 6 räv ^ekiTTiSv deaTCoTTjg ^^ara. 

Ungewisser Herkunft Zugehörigkeit zu yvQo-g firmänng^ (Seite 47) 
ist wegen der Verschiedenheit der Quantität der Vocale v unwahrschein- 
lich. Das Suffix wie in Ttekexlvo-g ,ein Vogel' (2, Seite 669). 

yöpyad'O-s ,Korb^ 

Ar. (bei PolL 10, 158): ei fzij dtxwv tb yvgyad'og iprjg>iafittT(ov te d'fa- 
(iiog. Ar. (bei Athen. 1, 4, D): yvQya&ovg tpriq>iafiaTü)v q>iQOv%eg. Arist 
Thierk. 5, 129: ra di q>aldyyia (wahrscheinlich ,KreuzspinnenO Tlxrei eig 
yvgyad'ov nle^dfieva naxvv. Luk. dial. mer. 14, 2: inofiiaa .... dgxovg 
oxxii vavTixotg iv yvgydd'cp ^govg. 

Die Suffixform wie in m>ga&o-g ,Ziegen- oder Schafkoth* (2, Seite 623), 
xdhx&o-g jKorb' (2, Seite 417) und noch einigen anderen Formen. Fiir das zu 
Grunde liegende yvgy- lässt sich alte Bildung durch Reduplication ver- 
rauthen und so etwa die Bedeutung ,flechten^ 

yai^(fo-q ,freudig stolz, sich brüstend^ 

Eur. Schutzfl. 862 : (^ ßlog filv fiv noXvg, rjxiova d' oXßtp yavgog lyy. 
Bruchst 788: ovdkv ydg ovtw yavgov äg avrig %q)v. Bruchst 285, 11 : 
Saxig dh yavgov anigixa yevvalov t' ^öiv ßlov OTcavi^ei. ArchiL Bruchst 
58: ov (pikico fiiycev OT^xrrjyov • . . oväi ßoOTgvxoiai yavgov. Ar. Frösche 
282: ovdiv ydg ovna yavgov iad^ dg 'Hgaxlrjg. Meleag. (in Anth. 12, 33, 3): 
^17 yavga q>gvdaaov. Plut Rom. 18: Kovgriog ydg dv^g inupavrg^ do^f] 
xcr2 q>govTiiiati yavgog. 

Altir. gtmire ,edel' (Fick 2^, 113). 

Gehört zu yalecv (aus *ydFuiv) ,freudig stolz worauf sein*. Das Suffix 
wie in fcavgo-g ,gering, wenig* (2, Seite 628). 

yoüfQo-s, eine Art Kuchen. 

Selon (bei Athen. 14, 645, F) : nlvovat xai rgtiyovaiv o2 ptkv Xrgia • . . 
0% di av^^cfÄiyfiivovg yovgovg q)axolai. 
Dunklen Ursprungs. 

Die anlautende Consonantenverbindung yg-. 

YQäeiv ,essen, nagend 

Eallim. Bruchst 200: noirov, og ai^riäv fygae xrjdefiovag. 

Altir. greim (aus *gresmen) ,Bissen* (Fick 2*, 118). 

Anord. hräs ,Speise, Mahl' (Fick 1^ 38). 

Armen, aratsem (aus *gras''^ anlautendes g fiel ab und a wurde vor- 
gesetzt) ,ich fresse ab, zerfresse'; aröt (aus *araruf) ,Weide, Futter* (nach 
SBugge Beiträge Seite 31). 

Altind. gras- : grdsati ,er frisst, er verschlingt'; EV. 3, 35, 3: grdsaitäm 
dgvä ,fre8sen mögen die beiden Bosse'; ßV. 10, 39, 13: vfhasja cid värtt- 
Mm antär äsiät juväm gdt^his grasitam amuncatam ,aus des Wolfes 



Oriechische Etymologie. 49 

Bachen befreietet ihr mit enren Kräften die gefressene Wächter ; — dazu: 
gräsorS ^Mundvoll, Bissen' (Man.), ,Futter, Nahrung* (Mbh.). 

Ergiebt sich durch angeführte Formen der verwandten Sprachen als 
aus *yQäa'€iv entstanden. 
YQaipaTo-s, anderer Name für xagaßo-g ,Seekrebs, Languste* (2, Seite 349). 

Athen. 3, 106, D: ol dk ^agaßoi %al yQatpaloi Xiyov%ai. 

\£ssX als nächste Grundlage ein weiblichgeschlechtiges *YQa\J)ri ver- 
muihen, ist im üebrigen aber nicht etymologisch deutlich. Das Wort gilt 
aber an und für sich für verdächtig. 
yQäßio-v ,Eienfackel*. 

Theodoridas (bei Athen. 15, 699, Fj: rclaoa d^ ano y^aßlmv iaza^ev, 
Seleukos (bei Athen. 15, 699, E) erklärt: ygaßiov iativ %d tzqLvivov iq 
ÖQvivov ^lovy 6 negu&Xaa^ivov aal yLaxeaxiaiiivov i^aTtjea&ai xai 
(palveiv Toig odoiuoQovatv, 

Dunkler Herkunft 
yQäip'hiv ,ritzen, einritzen*; nachhomerisch ,schreiben, malen*. 

Bei Homer 7 mal. IL 17, 599: ßXfiTO yaq wfiov doQßi . . . mqov ini- 
Xlydtjv' yQaipev di Fol oariov axQiQ alxfi^ IIovlvddfiavTog. H. 6, 169: 
TtoQSv d* o ye ai^fiara XvyQOy ygaipag iv Tclvcmi Jtrvxrtp dvfiotp&oQa 
nolXa. JLlj 187: akX^ o%b dfj xbv %%avB q>iQwv (nämlich xJiiJQov) . . • 
og fiiv iTti-yqixpag nwärj ßake q>aldi^og AXFag. II. 11, 388: vvv di fi 
iui-ygatpag tagaov nodog &^Bai avxiag. 11.4,139: ax^drorroy S* Sq* 
oiOTog irt'iyQaxpev x?da qxütog. H, 13, 553: TgtSeg . . . oSva^ov adnog 
, . . ovdi dvvavto eXata iici'yQdipat rigeva XQoa vr^iJi xahuf. Od.* 22, 
280: eyx^l fzaxgtp wfiov iTC'iygaipBv, — Find. Ol. 11,3: tov ^OXvfirtio- 
vixav avdyvwri fioi ^AgxBatgdrov nalöa rtod-L q>gev6g ifidg yiygaftTau 
Aesch. Schutzfl. 991 : %al tavta fikv ygdxpea&s rcgog yeyga^f^ivoig noXXoh' 
aiv aXloig a(oq}govlafiaaiv nongog. Eum. 50: eliov not* ijdt] Oivimg 
yeyga^liivag (,gemalt*) delnvov (pegovaag. — Dazu: ygaTtrifg ^das 
Ritzen, Hautverletzung* ; Od. 24, 229: negl dh nn^firjai ßoFsiag xvijfildag 
^oTtrag diderOf ygartrvg dXefelvwv. — ygdfifiav- (siehe Seite 50). 

Ags. ceorfan ,einschneiden , ausschneiden*; Gädm. Dan. 511: Mt thät 
treov ceorfan ,er liess den Baumstamm einschneiden, spalten*; Beor. 1591: 
hine thä heafde he-cearf ,beraubte ihn durch Abschneiden des Hauptes* ; 
— nhd. Kerhej herben. 

Durch die deutsche Form wird altanlautende Media erwiesen und kann 
daher an ein etwaiges ursprüngliches ^ghrabh- nicht gedacht werden. 
ygäöo^q ,Bocksge8tank, Schweissgeruch unter den Achseln*. 

Wird aus Eupolis angeführt von PoUux 2, 77: ij d' Iv volg vgdyoig 
dvoiodla, waneg xal ^ iv ralg fxaaxdXaigj xtvdßga naXelrat. xal ygdaog 
di eXgtjrai aXXaxov %e %al iv IloXeaiv EvftoXidog* Ar. Bruchst 892 : 
rtXiw ygdaov xal ipo&olov. Arist probl. 4, 24: öid rl ol dq>goöiaidCovT€g 
fj ol ToiovToi övacideig, ol dk Ttaldeg o0, xal tov xaXovfiivov ygdaov 
o^ovaivf 

Leo Meyer, Grieohisohe Etymologie. III. 4 



50 Griechische Etymologie. 

Von Benf ey (2^ 1 42) wird litt grasü-s ^widerlich, ekelhaft' dazu gestellt 
und wohl mit Recht 
YQdöti''q jGrünfutter'. 

Moeris S. 200 lehrt: ugaazig öia tov x l/itriKol, yQaativ dia tov y 
'^Ikriveg. Eusth. 633, 47: hc de %ov ovtov ygüi...xai ^ tolg aXoyoig 
q)lkrj ygaOTig^ fjv xal xgaativ yQaq>ovaiv ol Ttakaiolj qxx^evoi tov fifil" 

Scheint von yga-eiv (aus ^ygia-eiv) ,eBsen, nagen' (Seite 48) ausge- 
gangen zu sein, dabei bleibt aber sehr auffällig, dass es von den Alten 
als Nebenform zu ngdoTi-g (2, Seite 391) bezeichnet wird. 
yifünnar- [ygdfjifjLa) ^Geschriebenes, Buchstabe'; ,6emälde'. 

Aesch. Prom. 460 : i^qvgov avtolg, ygafx^aruiv re avvd^iceig. Hdt 4, 
87: Jagelog .... axrjXag Savrjae ovo . . . Xl^ov XewLOv^ iwafiutv ygdfi- 
jucrra ig fxkv r^v Iticaigia ig dk vtjv ^Elkrjvixd. Xen. mem. 4, 2, 1 : xora- 
fia&(üv ydg Evdvdrjfiov tov xalov ygdfifiata (,SchriftwerkeO TtokXd avv- 
eiXeyfÄivov noirfswv ve xai aotpiaviav rdv evöonLiiundzuv^ Plat apoL 
26, D: oXßi airovg dnelgovg ygafifidrwv (, Wissenschaff) elvai] — Eur. 
Ion 1146: ivijv d^ vq}avTai ygdfifiaaiv zoiald* vtpaL Plat Staat 5, 472, D : 
o%Bi OLV ovv 7JTT0V Ti aya&ov ^(oygdg>ov elvaij og ov . . . . ftdvra elg %6 
^ygdfifia Ixavwg otrcodovg fifj ^rj dnodel^ai; 

Aus * ygdq)fiaT-y wie ßdfifiaT- ,Farbe' (Ar. Ach. 112; Plat legg. 12, 
956, A) aus ^ßdcpfAüx-j und anfiat- ,Enoten, Schlinge' (Hdt 4, 98; Eur. 
Bakch. 696; Hippel. 781) aus *Sq>iLiav' (zu aq>' ,anheften, anknüpfen', 
1) Seite 152). 
YQöCipa-q ,Wurfspiess'. 

Polyb. 6, 22, 1 : rolg fihv vB(a%d%oig nagtiyyBiXav iJidxaigav q>og€lv xal 
yg6aq)0vg xal ndgfiriv. 4: to de %iiv ygoaqxov ßilog %xb^ Ti^ f^^ finJKei 
TO ^vXov (ig inlnav dlftrjxv, %if dk rcdxsL öaxTvkiaiov, %6 dh xirrgov 
OTti^afiialov^ xawd %oaov%ov inl Xs7t%dv i^ehjkafiivov xal avvia^vafiivovy 
loare xa%^ dwdyxrjv evd'iiag dnb vijg ngcuTtjg i/ußoXijg xdfiftread'aij xal 
fjifj dvvaaitac vovg rcoXefxlovg dvxißdXXatv* ei dh fii^, xoivov ylyvetai %6 
ßiXog. Plut Sulla 18: Tovrovg • . . naga q>vaiv /litfeiv joX^äytag ai ze 
ßeXoag>evd6vai xal ol yg6ag>oi, x^cu/u^yo^y aq>eiddig rwv xazoftiv 'Pü>fAal(aVj 
a7tiaTgeq>ov xai owerdgaTTOv. 

Dunkler Herkunft; vielleicht ungriechisch. 
y^dvdo-s ,Fausf. 

Etym. M. 695, 37 u. 38 : Uvyfialtog, "iXidöog y [Vers 6]- riyovv iautg 
ygovd'tp. Ttvyiiii ydg arifialvei tov ygovd^ov Trjg x^*4^S' Moeris lehrt: 
Tcv^ IdTTLXoly ygov&og TEXXrjveg. — Dazu vielleicht ygov-S^aiv- , Anfangs» 
gründe des Flötenspiels, Ansatz der Lippen und Finger'; Pollux 4,83: 
ra dk ngwza twv avXtjTciv iia^rniara xal ygov'd'wv. Hesych erklärt 
ygov&uiV dvaqwariatg^ ^V ngwTfjv fiav^dvovoiv avXrjTal xal xi^agiCToL 

Dunklen Ursprungs. Ob etwa lat grosso-s (aus * grod-to-'i) ,dick' (Cassiod. 
bist eccl. 1 0, 33 : virgam grossam spints v/ndiqve pl&nam ; Vulg. chron. 2, 



Griechische Etymologie. 51 

10, 10: minimtis digitus meus grossior est lumbispatris mef) dazu gehört? 
Möglicherweise auch grandi-s ,gros8' (Plaut. Cure. 368: pdclum grande] 
Capt 258: qvös tarn grandt sim mercätus praesentt pecüniä)? 

yQöii^i-q ,Mutterschwein^ 

Hippon. 69: naaTtaXrjqxiyov yg6f4g>iv, — Daneben wird als gleichbe- 
deutend angeführt yQOfiq)ad' (yQOfiq)ag). Hesych: yQOfxqfdg' ig na- 
kaidj axQ6g)a. ofioliog xal tj yQOfjKpig). 

Dunkler Herkunft Scheint mit dem gleichbedeutenden lat scrofa (Varro 
r. r. 2, 4, 2: dixit . . sS illos, ut scrofa parcöSj dißjectürum] Juv. 6, 177: 
scrofa Niobä fectmdior alba) in Zusammenhang zu stehen. 

ypijv-S (Od. 2, 377; 7, 8; 18, 185 — 19, 503 — 22, 433; 19, 353; 361; 386; 
467; 22, 495; 23, 1; 292; 24, 211; Vocativ yQTjv Od. 22, 395 und 481) und 
mit Vocalzusammenziehung yg^jv-g (Od. 19,346; 24, 389; Vocativ ygtjv 
Od. 19, 383; 24, 411) ,alte Frau'; dann auch ,runzlige Haut* auf Milch und 
anderen Stoffen; attisch ygav-g (Aesch. Eum. 38; Eur. Troad. 490; Ar. 
Wolken 1184; Thesm. 345; 512; 896). 

II. 3, 386: yQrjßi öi ixiv Feßuvla Ttakaiyevii. Od. 9, 346: el fii] %ig 
ygr^vg iart TcaXaiij. Od. 24, 389; xdXeaaev firi%riQ ygrivg Sixekr^. Od. 24, 
211: iv dk yvvfj SixeX^ yQtjvg nilev. Od. 1, 191: ygri^rl ovv afig)in6k(p. 
Od. 18, 27: dyogevei ygi^ßl xaf^ivog ßlaog. — Ar. Plut 1206 u. 1207: talg 
fi€y alkaig ydg x^'''Q^^Q V yQ^^Q fc^rear^ dvcjxdju), TovTfjg dk vvv rfjg 
ygaog iuiTtoXijg BTteiaiv al xvjgai. Athen. 13, 585,0: Mevdvdgifi . . . 
rXvxiga ngoaeviyxaoa ydka nagendlei ^og>f;aai' o d^ ^ov d'iXo/ elTtev. 
ijy yag iqfeavjjxvla ygavg avity, iq dh 'd7toq>vaa^ elrtSy xa2 t(jJ xaToi 
xgu}^ — Dazu: ygfjio-g ,einer Alten eigenthümlich'; Eallim. Bruchst 511; 
ygij'iov ddog Sxovaa» 
Alban. gnui^ m der Mehrzahl gra^ ,Prau' (GMeyer bei Bezz. 8, 186; 191). 
Zu yigov%- ^tf (Seite 43). Die aus ihm zu entnehmende Verbalgnmd- 
form yag- wurde zu ygrj- umgebildet, ganz wie zum Beispiel xpij- (2, Seite 
402) sich neben x$gag~ ,dngiessen, zufiammengiessen, mischen' (2, Seite 
360) bildete und ähnlich noch manche andere Formen. — Als Suffix wird 
wohl ein altes ju anzunehmen sein, in Bezug auf das wohl verglichen 
werden darf altind. garä'jur- ,abgestreifte Schlangenhaut, yrjgag' (AV.); 
,die äussere Eihaut des Embryo' (KV. 5, 78, 8: tuäm doQamäßja sahä dva 
ihi garä'JK/nä ,du zehnmonatiger, gehe weg mit der Eihaut^. 

yQ&vo-q ,ausgehöhlt, tief. 

JSTik. th« 77: TteXXlaiv h ygdvjiaiv ot' BXagi nlov (,Milch') dfiiX^aig. 
Lyk. 631: Soog nag^ *Iovg ygwvov (dazu lautet die alte Erklärung: ygw- 
vov öäj %d HLolXov xal ßa&v). 1280: xXitvVj iV^a nag&ivov azvyvov 
2ißvXXrig ^^^^^^ olxfjnjgiov, ygwv(fi ߀gid'g(p avyKa%7^geq>kg otiyTjg. 20: ol 
i ovaa ygdbvrjg evydXtjva xeg^döog vcevrai Xla^ov, — Dazu das substan- 
tivische ygwvf] ,Höhle'; NiLther. 794: avtUa d' dygev&iyreg ivl ygci^ 
vfiaiv idvaav fivodoxoig. Leonid. (in Anth. 7, 736, 6): ^ nuxL aot Aati} t« 
xal ovx €vdXg>itog ettj (piarri ivl ygwvjj (,BacktrogO fiaaaofiivri naXdf^aig. 

4* 



52 Griechische Etymologie. 

Ungewisser Herkunft Als Suffix lost sich offenbar vo ab, ganz wie 
zum Beispiel in lovo-g ^Kaufpreis' (1, Seite 651) und yermuihlich auch 
in nLwvo-g ,Kegel' (2, Seite 318). 
ypijrd-s (oder auch yglfco-g) ,Fischemetz'. 

Anth. 6, 23,5: di^o aayrjvaioco klvov rerQifißivov aX^ji Xelxpavov . . . 
yqtnovg %€. Artemid. 2, 14: aayi^vfi xal yQlmoQ xal afi<plßlr]CTQOv aal 
oaa akka Ix klvwv TtiTiXexxaL imti^deia nQog äXielav, Diog. L. 1, t, 7: 
XQOV(p dh ^eßedliov tivwv avro&L yglfcov wvtjaafAivwv iiaTai,fjq}d'ijyai tov 
TQlftoda. — Dazu yglnev-g ^Fischer'; Theokr. 1,40: T(og dk fiera ygi- 
nevg tb yiQiov nitQa %b TitvxTai kertgag^ ^9^ 9 aTtevdwv fiiya dlxxvov 
kg ßokov ^kMi 6 Ttgiaßvg. 3, 26: rcjg ^vvvwg a%oftiaCje%av ^'Ohtig 6 yqi-- 
neig. 

Etymologisch dunkel. — Im Grunde das selbe ist wohl das gleich- 
bedeutende yQlq>0'g (Opp. Fischfang 3, 80: dlxtva . . . twv ra likv dijupl- 
ßkrjOTga^ voc di ygUpoi xakiovrai), es ist aber nicht klar, in welcher Weise 
sich hier q> und tu neben einander entwickeln konnten. Hesychs An- 
führung yeyQiq)wg* 6 talg x^Q^^^ akievcov (,der mit den Händen fischt^ 
scheint auf Zusammenhang mit lit. griibti ^^arken, ergreifen, fassen^ und 
weiterhin auch goth. greipan ,ergreifen' (Mk. 14,44; 48; 49; 51), nhd« 
greifen j zu deuten. Oder sollte Zusammenhang bestehen mit unserem 
Krippe (gothisch wäre dafür *hribja zu erwarten), das ausser ,Futtertrog^ 
auch ,Flechtzaun an üfem' bedeutet und sehr wahrscheinlich mit mhd. 
Erehe ,Eorb^ eng zusammenhängt? Damach wäre ,6eflecht^ als Grund- 
bedeutung zu vermuthen. 
j(ft9>6'^ ,f^schemetz^ (siehe unter dem vorausgehenden Wort). 
yQt^O'q ,Säthseh 

Ar. Wespen 20 : ovökv aga ygltpov diaq>iQ€i Kkewwfiog (Xanthias hatte 
eben vorher von einem Traumbild erzählt^ das er gesehen: idoxovv aevdv 
• • • avaQTcaaavva • . . aanlda (pigeiv , . . elg tov ovQavov, xoTteira rautriv 
oLTtoßakelv Kkeciwfiov). Athenäos handelt (10, 448, B bis 459, B) ausführ- 
lich von yql(pog. Daraus sei hier nur angeführt: 448, C: KUaqxog ov%wg 
OQl^erat.' yQiq>og nqoßkruia iati naiaTixovj TtQoaTorixdv rov dia ^rjTfiaefog 
evgelv %fj diavoUf zo ftQoßktj&kv Tifirjg ij kni^rjfxiov x^Q^^ elQrjfiivov. 
451, B: TtQoßakelv d' airaUJc rov yQlq>ov^ %l Ttavrwv taxvQorarov. 

Dunkler Herkunft Ob im Grunde das selbe mit dem Vorausgehenden? 
Sollte möglicher Weise Zusammenhang bestehen mit lat scirpths ,Bäthsel^? 
' Gellius 12, 6, 1 sagt darüber: qvae Oraed dieu/nt ^aenigmata^^ hoc genus 
qvtdam ex nostris veteribus ,8cirpds^ appellävinmt Man hat vermuthet, 
dass das Wort mit dem gleichlautenden in der Bedeutung ,Binse' (Enn. 
sat 46: qvaerunt in scirpo soliü qvod dtcere nödvm] Plaut Men. 247: 
in scirpö nddum qvaeris; Festus erklärt: scirpiis est id qvod in palu- 
strihus lo€^ näscitur Uve et pröcSrum umde tegetes fiy/nt) übereinstimme. 
yqaXa ,alte (Frau)'; bisweilen auch von anderen Dingen. 

Bei Homer nur Od. 1, 438 : xai %ov (d. L x^^«^^«) i"^ yQolrjg nviufir^- 



.GriechiBche Etymologie. 53 

diog ifüßake xeQolv, wo aber wohl das auch überlieferte ygribg (d. i. yQrjFdg) 
die bessere Lesart ist. Aesch. Eum. 150: viog dh ygalag dalfioyag xad^irc- 
Ttaow. Soph. Trach. 870: x^Q^^ ngog riixäg yqala arjfiavovad tl Eur« 
Herakl. 584 : tov yigovra rijv % ' taui ygalav öo^tav Ti^aze ncttQog ixrj- 
%iQ^ IdXxfiijvriv IfjLOv. Hek. 523: sLalv nag' fjfilv . . • ygalai yvyalxeg. 
Phoenu 1443: nqbg naaiyvi^Trjv 8* Idtav ygaiav re fiTjviQ^ dne. kr. Thesm« 
1024: noXig dh ygaiav aTtofpvyutv aangav» Plat Lys. 205, D : afteg al 
ygaiai qdovat, — Aesch. Ag. 295: ygalag igeUrig d'Wfiov axpavTeg Tcvgl, 
Soph. Brachst 784: ygalag cmdvdTjg Ttannog wg q)va(6f4evog. 

Wurde seiner Bildung wegen schon neben yala ^Erde, Land' (Seite 4) 
erwähnt; beruht übrigens auf dem selben Grunde wie ygtjv-g ,alte Frau^ 
(Seite 51). 
YQi^ ,ein halb unterdrückter Laut, ein Mucks'; dann auch überhaupt ,etwas 
sehr Geringes'. 

Ar.Plutl7: xal zavT^ dTtoyLgivofiivip t6 naganav ovÖh ygv. Men. 
Bruchst 521^ 1: vTtlg fikv oXvov iirjdk ygv, tIt^, kiye. Dem. 353, 11: 
ooLOveiß . . , T^g iTtiajokijg, wg xaXrj xal q)tXav&g(a7tog , Ttegl 8h Ooßxiwv 
iq Grjßaliav ij twv akkwv wv ovrog ami^yyeikevy ov8h ygv* Men. (bei Athen. 
6| 243, A) : 8iaq)ig€t XaigeqxJUvTog ov8h ygv av&gwnog oarig iariv. 

Schliesst sich wohl unmittelbar an das tonnachahmende ygv^eiv ,grunzen, 
mucksen' (siehe Seite 54). Die Bemerkung, dass ygv ursprünglich den 
,Schmutz unter den Nägeln' (Bekk. an. 228, 2: ygv' dvri tov oi8h. ItcbL 
tpaOL xakeltai ygv 6 h ralg ovv^i ßga%vg ^vnog) bezeichne, wird kaum 
das Sichtige treffen. 
YQ^av ,schmelzen, flüssig machen' (?), scheint aus der Futurform ygvaei 
entnommen werden zu dürfen, die sich ganz vereinzelt findet 

Arist probL 4, 1 : ovre yag^ av fifj nlov y (nah vorher heisst es : nlova 
8* äfiqxü Tvyxdvec ovra Jtdvtwv del, dgxog re aal o^^Aata)^ o^oltog 
ygvaei ^ ^egf^toTrig, ovre nlov ov f^fj avßrtovovv, olov iv rij xoiUtjc* 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich. 
ypvÄ- (ygvxp) ,Greif, ein Thier der mythischen Welt 

Hdt 4, 13: eqn} 8h lägiatirig (ein alter Epiker) • • • djtndad'at ig ^laati" 
86vag q>oiß6lafi7crog yevof^evog, 'Iaarj86vü}v 8^ VTcegoixieiv ^Agi^aOTtovg 
av8gag f4,ovvog>'9'dXf4.ovg , vnhg 8h tovtoiv rovg x^t;ao97i;Aorxag ygvTtag, 
3, 116: kiyetac 8h vnhx twv ygvTttav agrcd^eiv Itägi/xaOfcovg av8gag ixov- 
voqh^dkfiovg. Aesch. Prom. 804: ö^arofiovg ydg Zrjvog cxkayysig xvvag 
ygvTtag (pvka^ai, tov t6 ^owäTta atgarov '^gifzaaTcdv l7t7toßdfiov\ dl 
Xgvaoggvtov oinovaiv dfAq>l vSfia ÜkovTCJvog nogov* rovroig av fÄTj ni- 
hxCß. Paus« 1, 24, 6: Idgiatiag . . • q)r]aiv .... ygvTtag 8h &i]gla Xiovaiv 
elxaofiiva, nrega 8h ^dx^iv aal ajofia aetov. Ael. Thierk. 4, 27: rov 
ygv/ta axovw to t/(fiov to ^Iv8liwv rergaTtow elvai xara Tovg kiovrag, 
xal %xBiv ovvxag xagregoig (ag otl fzdliata, 

Vermuthlich ungriechischen Ursprungs und der Anklang an das fol- 
gende Wort nur ein zufälliger. 



^54 Griechische Etymologie. 

Y^vjrd-g ^gekrümmt'; insbesondere ,der eine (gekrümmte) Adlernase haf. 

Eubul« (bei Athen« 15, 679, D): av dk Tovde q>o^aei^ OTiq^avov nolv- 

ftoUilov av&iiav yQvnoratov, xaQiia%atov. — X^. E3rr. 8, 4^ 21 : nQoq %l 

dfj av TOVTO] ort, iq>i], av yqvndg el' rcqbg ovv rfjv aifiOTrjra aag>* ta&i 

. oTi Tj y^Tcorrjs olqiox^ av TtQoaaQfioaeie, Fiat Staat 5, 474, D: tov dk 

. ro YQVTtbv ßaaikixov q>a%B elvai. 

Nächster Znsammenhang mit nhd. Tervmmj ahd. Tcrumhj ist nicht zn 
bezweifeln, die Entwicklung der Formen aber nicht ganz deutlich. 

Ypvn] ,Salben- nnd Schmuckkästchen^ 

Sappho Bruchst 156 (nach der Angabe in Bekk. an 34: 2a/ig>(o di 
yQVTtjv xaXel ttjv fivgwv xal yvvaixelwv tivwv &rjxfjv). Hesych erklärt 
yqvzai' cmevr^. 

Als Suffix lost sich tri ab, ganz wie zum Beispiel in — dem allerdings 
anders betonten — äinj ,lautes Rufen, Eriegsgeschrei' (1, Seite 25). Das 
* zu Grunde liegende ygv- ist wohl das selbe wie in yQVfiala yTasche, 
' BeuteP (siehe Seite 55), aber welcher Bedeutung? 

YQ'ö^eiv ,mucksen, einen halbunterdrückten Laut von sich geben'. 

Ar. Ritter 294 : diag>0Qi^a(a a\ et riygi^eig. Wolken 963: Tcqdtov fxkv 
^öei naidog g)wyrjv yQV^avrog fitjdhv dnovaai. Wesp. 741: dkl* otl aiy^ 
xovdhv ygv^ei. Plut 454: ygv^eiv ök xat vokfiätovj Lys. 656: aQa yqvxTOv 
laxLV vfilv; Fiat. Euthyd. 301, A: fiyoifiriv öUaia nertov^ivai, Sri Mygv^a. 
Isäos 8, 27: ovx holfirjoe yQv^ai to Tcagarcav, 

Lat grundire ,grunzen^; Laber. com. 82: gnmdientem aspecc^ scröfatn. 
Caecil. com. 103 : cruentö ita öre^grundibat miser. — Daneben die jüngere 
Form gnmnfre] Plin. 32, 19: Äpiön piscium maxumum esse trädit por- 
cum .... gru/nnfre eunij cum capiätur. 

Aus *yQvyJBiv, wie die obigen Anführungen ergeben. Dass aber der 
innere Guttural nicht überall mit Sicherheit als wurzelhafter Laut fest- 
gehalten wurde, zeigt das zugehörige yQvafio-g ,das Grunzen' (AgathokL 
bei Athen. 9, 37(5, A: kiyevai yaq wg aqa du &rjk^v vnioxBv ig xai T(p 
acpezigcfi yQvofxt^ rcBqiOLXvevaa %6v xw^rj^fiov tou ßQig>eog dvereaiatov 
zolg TtaQiovaiv itlx^ei), das gebildet wurde, ganz wie zum Beispiel xata- 
xkvafAo-g yUeberschwemmung' (Fiat. legg. 3^ 677, A; 679, D; zu xkv^iy 
— aus *xkvdj€iv — ,Wogen schlagen, fluthen' 2, Seite 463). — Da das 
Wort als tonnachahmend zu bezeichnen sein wird, darf man ohne Zweifel 
auch nhd. grunzen^ ahd. gnmzen , trotz ihrer Abweichung von der Laut- 
verschiebung hierher stellen. Fick (1^, 411) zieht altn. hrytja ,knurren' 
hieher, das doch etwas abseits steht 

yifv0[i6'q ,das Grunzen^ (Agathoki. bei Athen. 9, 376, A), siehe im Nächst- 
vorausgehenden. 

ygiyvö-q ,brennende8 Stück Holz, Feuerbrand'. 

Homer (angeführt in der alten Erklärung zu Lykophr. 86) : yQvvoi pihv 
öalovTo, fiiyag d' "U(paiaTog aviavt]. Lyk. 86: kevaao) d-iovxa ygvvov 



Giiechisofae Etymologie. 65 

ift%eQO}(jiivov . . €lg agriayfia, 294: dtg ^iXioaai GVfineg)VQfiivoi xa7tv(^ 
• • . xal ygvvüiv ßoXalg, 1362: ijolad'og d* iyeiQet yQvvog agxaiccv Sqiv. 

Dunkler Herkrmft Als Suffix löst sich deutlich vo ab, ganz wie zum 
Beispiel in xgowo^g ,Quelle^ (2, Seite 417). Es ist zu bemerken, dass auch 
eine gleichbedeutende Nebenform ygowo^-g angeführt wird, so heisst es 
in der alten Erklärung zu Lykophr. 1362: Xola&og d' lyelgei ygowo-g' 
ygovyogy 6 IdH^avögog und im Etym. M. 241, 55: ygovvol, noQfiol, öqvIvoi 
tivig ovreg . . . olov 'yQOvvol fiiv dalovro , fiiyag d ' rjg^aiatog aviaTtj \ 
yQvtiiä ,Ta8che, Beutel^; ,üeberbleibsel, Abfallt Auch die Schreibung 
yQVfiala (Themist or. 21, p. 257, A und 23, p. 293, D) kommt vor. 

PoU. 10, 160: aal ygvfiia ök dyyelov ti elg anod'eaiv^ o Mvioi rtriQav 
voiiitpvaiv. Bekk. an. 33 und 34: ygvfxeia' rjv ol nokkol ygvrTjv Kakovai' 
/flq)iXog avev tov i yQv/j.iav' itni di naq* Iti&ijvaloig nriQa rig ygvfiia 
xalovfjiivr], iv ^ Ttavtola axavt] iaiL Sotad. (bei Athen. 7, 293, B): ^a- 
Xebg etXrjfttaL fiiyag* WTtxriaa %a ^iaa^ rfjv dk koin^v yqv^iav hpu 
rtoirjaag TQifx^a avxafilvivov, Themist or. 21, p. 257, A: xaraXiTtelv likv 
%a XaKrqta xal rag Ixttdäag aal rrjv yqvpiaLaVj kaßelv öi dcnlda dkrj- 
d'ivfjv. 23, p. 293, D: xal doQvg>oQel fte i^ßalXovra eig ri^y ayogav xal 
avQtperdg ovvog xal ^ ygvfiala (,Auswurf, G[esindel% xexQayoveg xai ix' 
ßoUvreg iq>' ixdatq) ^i^/ÄCtri cJy av Xiyta. 

Durch suffixales bSl abgeleitet, nach Art von aiyaviri ,Wurfspiess' (2, Seite 
81). Zunächst zu Grunde liegt ein ^ygifio- oder *ygvfjirjy in dem das /i 
auch nur suffixal sein kann; so würde nächster Zusammenhang mit ygitri 
,Salben- und Schmuckkästchen' (Seite 54) möglich sein. 
yffüXO'g (ungut öfter ygvXXo-g geschrieben) ,Ferkel' (nach Hesych: ygvXXog' 
XolQog)] dann auch Name eines Fisches, ,Meeraal^ 

Athen. 7, 288, 0: Nlxavögog dk 6 inonoibg iv rglrtp rXioaadiv xaXela- 
&al (prjOiv airovg (das ist yoyygovg) xal ygvXXovg. DiphiL 8, 256, A: 6 
ygvXXog o/xotog iiiv iariv iyxiXeij aoxofiog öi. — Dazu: ygvXl^eiv 
,grunzen'; Ar. Plut 307: v^etg dk ygvXl^ovteg V7c6 tpiXridiag inead-e fAtjTgl 
Xolgoi. Ach. 746: Snwg di ygvXXi^elre xal xot^ere x»;(7e2ir£ qxovav %oigivDv 
fivatrigixwy. Ael. Thierk. 10, 11: iTtel xai avglvroval viveg (nämlich Ix- 
•^veg) xal ygvXXl^ovai' Xvga fiiv ygvXXl^ei xal XQ^^^S xal xäfvgog, wg 
HgiartniXrjg (seine Worte sind Thierk. 4, 103: ol d* Ix^veg .... xp6q>ovg 
8i xivag aq>iaai xal tgiyfÄOvg ovg Xiyovai qxoveZVj olov Xvga xal XQ^f^^S 
— ovTOi yag cKptaaiv waneg ygvXta^ov — xal 6 xangog o iv rtHv *^x^' 
Xtjitp) cpr^aL 

Glehört zu ygv ,ein halb unterdrückter Laut, ein Mucks' (Seite 53) und 
ygv^eiv ,mucksen'^ lat gru/ndire ,grunzen' (Seite 54). Als Suffix löst sich 
Xo ab , ganz wie zum Beispiel in ariXo-g ,Säule' (Aesch. Ag. 898 ; Eur. 
I. T. 50 ; Brachst 203, 2) und in — dem in der Betonung abweichenden — 
xifXo-g ,Saff (Kratin. bei Poll. 6, 61; Plat Kritias 115, A). 
ypaf3-S ,alte Frau' (Aesch. Eum. 38; Eur. Tro. 490), siehe unter y^jytf-g (Seite 51). 



56 GriechiBche Etymologie. 

yüXaxT' {ydka IL 4, 434; 5, 902; Od. 4, 89; 9, 297; Hes. Werke 590; PincL 
Brachst 166, 2) ,Milch'. 

II. 4, 434: wg %" ofug . . . fivQlai ioTT^xaaiv dfielyo^evai yaka kevxov. 
IL 5, 902: wg d* ot' onog ycka Xevindv kfceiyo^evog avviTvq^ev vygov kovj 
fiiXa d' u)%a 7teQtTQiq>etai xvxocjwl. Od. 4, 88: Sv^a . . . iTCidevfjg ovve 
%t Tcoififjv • • . ykvxegolo ydkctuTog, Od. 9, 297: KvKkioxp . • . ax^rov 
yaka Ttivwv. Od. 10, 304: Ttoge qfaQfiaxov .... ydlaxTL di ßeixekov 
av&og. Hom. hymn. Herrn. 267 : vrcvog efiotye (lifirjXe xal ^fieriQfjg yaka 
firjTQog. — Dazu: yaka'&rjvo-g ,milchsaiigend^; Od. 4, 336 — 17, 127: 
%kaq)og » • . veßgovg xoifirjaaaa veJrrjeviag yaka&rjvovg, 

Lat lact- ,Milch'; Caes. GalL 4, 1, 8 : 8v&)drum gens . . . maximam partem 
lade atqvepecore vhmnt Neben dem nominatLyischen läc (Verg. ecL 2, 22; 
georg. 3, 463 ; Oy. fast 3, 444) begegnet auch noch ein alterthümliches lacte 
(Plaut Bacch. 1134: nee lacte nee länam habent; miL 240: tarn similem 
gvam lacte lacUst] Enn. ann. 355: Srubidt ceu lacte et pwrpura mixta), 
wie von einer Grandform lacti-. 

Der Lautverlust in yaka (aus ^yakaKT-) ist der selbe wie im alten 
Vocativ ßdva jHerrscher, Herr* (IL 3, 351; 16, 233; Od. 17, 354; zu ßavaKT- 
1, Seite 189). — Bezüglich der Bildung auf xt wurden unter dem eben 
genannten ßavaxT" mit diesem schon unser yäkanT' und vvxv- ,Nacht' zu- 
sammengestellt, in denen neben dem deutlich suffixalen t ohne Zweifei 
alte Yocale eingebüsst worden sind; so fuhrt also ydkax^- möglicher Weise 
auf ein volleres ^/aAoxTo- zurück. Die Nebenform yka^to- (in ykaxro- 
-qxiyog ,milche8send^ IL 13, 6; Hes. Brachst 189) sowie das unzweifelhaft 
auch nahzugehörige ykdyog- ,Milch' (IL 2, 471 »- 16, 643; Nik. aL 385) 
zeigen deutlich, dass das erste a von ydkaxv- sich durch irgendwelchen 
Einfluss des nachbarlichen liquiden Lautes erst jünger entwickelte, ganz 
wie zum Beispiel auch in ßaqayxo-g (Hipponax Brachst 106) neben ßQcy^ 
xo-g jHeiserkeit' (Thuk. 2, 49 ; Arist Thierk. 8, 132) oder wie das e in %ilaio-g 
,das Bauschen, Getöse, Klang' (2, Seite 425) neben altind. hrdndHiti ,er 
rauscht, er dröhnt' (BY. 1, 100, 13). Als zu Grande liegende Yerbalform 
ergiebt sich mithin ein *ykay-^ das möglicher Weise eben so durch alte 
Beduplication gebildet würde, wie es zum Beispiel schon in Bezug auf 
xqUo-g ,Bing* (2, Seite 409) ausgesprochen wurde. — Aus yaka-xhivo-g 
wird man ein *&rjvo- ,Gesogenes' (zu ^rj-a&ai ,saugen, trinken' Od. 4, 98, 
wo auch ydka ^a&at, verbunden ist) entnehmen dürfen und so als seine 
erste Bedeutung ,der Milch als Gresogenes, als Getränke hat', zu denken 
haben, wie ganz ähnlich anfio-x^ezo-v ,Ambossklotz' (1, Seite 52) zuerst 
,das als Gesetztes, als Aufsatz einen Amboss hat' bedeutet — Der Abfall 
des anlautenden ^ in lat. lact (aus *glact) ist ein ungewöhnlicherer und 
lässt sich zum Beispiel nicht unmittelbar mit dem von nöscere (aus *gnos^ 
cere) ,kennen lernen' (Seite 30) vergleichen. 
yüXa'K' (ydka^y Name einer bestimmten Muschelart 

Arist Thierk. 4, 40: hi d' avtwv twv daxqaxutv (,Muschelschalen') dia- 



Griechische Etymologie. 57 

q)OQal TtQog äkXrjXa elaiv' %a fihv yaQ XeioatQCcxd iojiv' warteg acjkfjv 
aal fiveg xal i^oyxai eviav al xaXoifievac vno tlvwv yaXaxeg (andere Lesart 
yakadeg). 

Ungewisser Herkunft Das Suffix wie in xoAox- ^Schmeichler^ (2, Seite 
428). 
yaXeö-q .Haifisch^ 

dtp 

Arist Thierk. 6^ 60: ol ^kv ovv akkoi yakeol xal l^acpiäaL tloI öixorrcci 
elg icnjToig %ovg veawovg, 6, 63: fci^Biatdnig d^ aTtOTUvei 6 'Aakoifievog 
vwv yaXeuv aareQidg' aftorUtei yaQ dlg %ov firjvog . . . , ol d* akkoi 
yaXeol dlg rbnovoi* AeL Thierk. 1, 55: xt;vcJv d'aXojxLmv %Qla yiviq .... 
rovttav ol likv xaveaTiy^ivoi aalolvro av yakeol . . . . ol fikv ovv nomlkoi 
• • . eloi. 

Gehört wohl zum Folgenden. 
yaXiri, wahrscheinlich ,Wiesel'; später auch ^Eatze^ 

Hdt 4, 192: eial dh %al (nämlich iv uiißvjj) yaHai kv T(p aiktplcp yevo- 
fievai, Tr^ai TaQTrjaaljiaL bnoi6%a%ai. Ar. Frösche 304 : ^x xv/Äarwv yaQ 
av-&ig av yak^v OQiS, Wesp. 363: tcü dh 6v^ airaiv inl talat ^Qaig 
SaneQ fie yakfjv xQia nXixpaaav rrjQovaiv. Friede 1151: rjv di xal nvog 
%ig ivdov aal kayfpa rirraQa, ei %l firj ^^tjveyxey aircSv 17 yaXrj rrjg ia- 
TtiQag. Arist Thierk. 9, 48: g)Qovlfiwg di domei xal 17 yakfj %BLQOvad^ai 
%ovg oQvlx^ag' atpat^ei yaQ wotibq ol Ivxoi %c fCQoßaza. — Theokr. 15^ 
29: Jidhv al yaXiai fialaxdig x^'j^^^^'' '^ad'BvÖBiv. 

Das Suffix wie in alyavitj ^Wurfspiess' (2, Seite 81) und sonst oft: die 
etymologische Grundlage aber ist nicht klar. 
yaXeibvri-Q, Name einer Eidechsenart; dann auch ^Schwertfisch^ 

Ar. Wolken 173 und 174: elr* avvD xextjvoTog dno irjg oQoqnjg vvxtwq yar- 
keüvrjg xarix^aev. — ijovhjv yaketitf] xarax^oavTi StüTiQdrovg. — Polyb. 34, 
2y 15: ix di Ttjg ^rjQag avTwv nialvea&at zovg yaketarag^ ovg xal Siq>lag 
kiyea^ai aal xvvag q>rjaL Strabo 1, 2, 15 führt ganz die selben Worte an. 
Luk. yar. bist 3, 35 : ra di t^^ iriQag nkevQag Ttard tov de^i^ov %ol%ov 
TQitwvofj^ivdrjTsg , vd fiiv äv(o av^gtinoig ioacotegj rd di ndtw volg 
yaketiraig. 

Gehört ohne Zweifel zum Vorausgehenden. Das Suffix wie in daxala- 
ßwtrj'-g (1, Seite 170), womit auch eine Eidechsenart bezeichnet wird. 
yaXöio-q ^Mannesschwester'. 

Bei Homer 5 mal. IL 3, 122: FiQig d* avd'' ^EUvt] . . Syyekog jjAdcy, 
ßeidofihrj yaX6(^ (der Laodike, Schwester des Hektor). 116,278: nf 
£ßrj HvdQOfidxJl • - •; rj-Fi Ttjj kg yakowv rj elvariQwv] IL 6, 283: ovre 7tf] 
ig yaXoiüv ov%' elvariQtJy . . . iSoixerai. IL 22, 473 : dfiqil di fiiv (d. L 
uivdQOfidxrjv) yalocp tuxI elva%iQeg FdXig iaxav. IL 24, 769 : e% tlg (ib 
(Helene spricht) xo^ dXXog ivl fieydQOiaiv ivl/iroi daißiQwv rj yakowv 97 

Lat gUs' ,Manne8Schwester^ ; Paul ex Fest: glös^ virt soror. Modestin, 
(in Digest 38, 10, 4, 6): viri sorör glös dtcitu/r, apud Oraecös ydXwg. 



58 GriechiBche Etymologie. 

Auson. idjU. 12, de bist 13: Äeacidae ad tumulum mactäta est Andro- 
machae glös. 

Altslav. zlüva ^Mannessch wester'; — tachech. zelva ,Schwägeriim'; 
jSchwiegertochter'. 

Die alte homerische Form enthielt ohne Zweifel inneres / {yal6F(a*g\ wie 
es insbesondere noch aus den slaviscben Formen mit Sicherheit berror- 
geht; vielleicht lautete sie aber ursprünglich noch ^yaXoFo-g und der letzte 
O-Yocal wurde erst unter Einfluss des nachbarlichen ß gedehnt, Shnlich 
wie zum Beispiel im attischen lleoi-g ^gnädig, wohlwollend' (2, Seite 67) 
neben altem \liFo-q (a. a. 0.). So würde sich etwa die Bildung oloo-g^ 
alt wahrscheinlich 6loß6-g ,y erderben bringend, verderblich' (1, Seite 585) 
vergleichen lassen, die jene Vocaldehnung allerdings nirgend zeigt Ob 
etwa Zusammenhang besteht mit altind. gärd-s ,der Buhle' (BV. 1, 117, 18; 
1, 134, 3; 6, 55, 4 und 5)? — Lat glds- wird 2fis *glovO'S entstanden sein, 
wie zum Beispiel nöno-s ,der neunte' (Hör. sat 2, 7, 118; epist 1, 7, 71) 
wahrscheinlich aus *novono'8f weiter aus *novom(h8. Da es seiner Bildung 
nach völlig isolirt stand, schloss es sich in seiner Flexion an Wörter wie 
flöS' ,Blume' (Enn. ann. 309; Plaut Gas. 18; 640), rös- ,Thau' (Plaut capt 
81 ; Hör. carm. 3, 4, 61; ars poet 430) und bildete den Genetiv. glöriSj der 
freilich nur bei Grammatikern (Charis. 1, 15, 9 ; Priscian. 6, 69) gefunden wird. 
yaXi/lvti ,Meeresstille'; auch in übertragener Bedeutung; dorisch yalavc 
(Aesch. Ag. 740; Theokr. 6, 35). 

Od. 5, 391 : av€/iog fikv inaiaaTO iide yak'qvrj MtvIsto vrjvefÄlrj, Dieselben 
Worte auch Od. 12, 168). Od. 5, 452: avrUa Ttavaev ifov ^oFov (der 
Flussgott), %oxB dk xvfjia^ Ttgoa&e di Fot nolFtjae yaXi^vrjv, Od. 7, 319: 
TTJ^og äk av ixhv dedfzrjfxivog Snvtp li^eai, o% d^ iXowai yaXf]vrjv. Od. 
10,94: Xsvx^ J' Uev afiq>l yalj^vt]. — Soph. EL 899: wg d* Iv yal'qyfj 
navr' eöegüofiriv xonov. Eur. Bruchst 330, 7 : oirta d' dyrjTWv aniq^a 
TtSv fiiv evTvxet Xa^irtQ^ yali^vfjj raiv ök avvvitpBi rcakiv. Plat legg. 7, 
791, A: ij Twv t^wd'Bv . . xlvrjoig . . . xgaTrjoaaa dk yalr.yrjv ^avxlctv re 
h Tfj tpvxfj. 

Das Suffix wie in eigi^vr] ,Friede* (1, Seite 112). So löst sich eine Verbal- 
grundform *yak-' heraus, die etwa , glänzen' bedeutet haben mag. Bei 
Fick 2*, 119 wird altir. glaine gaithe ,Windstille' nebst der Wendung co 
ro-glanait gditha ,dass die Winde sich legen möchten' unmittelbar gegen- 
über gestellt 
yaJtcdyxcov- ,der einen verkrüppelten, zu kurzen Arm hat'. Hesych erklärt 
yaXiayutjiv" 6 rov ßgaxlova ikaTTOva ix^Ji^v. 

Oefter bei Hippokrates, so 3, 155: ol xakeofievoi öi ix yeveijg yahdyxuveg 
dia ötoaag ^(xtpoQag raurag ylvovtat. Etwas weiterhin: xQ^^^^<^^ fiivroi 
rfj %6£^/ dvvaTWTctrol eioiv ol kx yeve^g yakiayxwveg, ov (X'qv oväh kxei- 
vol ye avareivaL naga to ovg rov ßgaxlova ixtavvaavreg' rov dyxtova 
dvvavrac, akXa nokv eväeearigcDg ^ rrjv vyiia x^^Qce. 3, 586: rd ök kv 
lofioiatv ixTtvevvra rolai rrjXixovroioi yakidyxwvag Ttoiiei, Plut mor. 



Griechische Etymologie. 59 

359, E: laroQovai yaq AlyvTvxioi %6v fxkv ^EQ^ijv z(p atifiati yevia&ai 
yaXiayxwvan 

Mit ayxwv- ^gebogener Ann, Ellbogen^ (1, Seite 202) ist hier ein yaXco- 
- ,yerkrüppelf (?) zusammengesetzt, das selbstständig nicht gefanden wird 
und etymologisch noch unaufgeklärt ist Neben ihm begegnet ein paar 
Mal auch die Form yaleo-j also zusammengesetztes yake'ayxcjv-j so 
Arist physiogn. 3 (808): q>il6xvßoi yaXeayxwveg xal oqxriaraL 6 (813: ol 
öi Tolg tjf^oig iftiaakevovreg ogS'Olg hcrezafiivoig yalcayiitaveg. Plut. mor. 
520, C: Tovg oKvijfiovg xal rovg yaledyxwvag xai %ovg jQiotpd'aJifxovg . . . 
xarafiav&dvovTeg. 
ydXiov- ,Labkraut'(?). 

Diosk.4, 94: yaXcoVy ol di yaXkiQiov, ol di yaXariov' wvofiaarai de 
dno %ov yaXa mjyvveiv avrl nvtlag avro. %b di xkwvlov xai rd g)vkla 
^€1 ifiq)€Qiazctra dnaQlvfj^ [hieivo] oq&ov dh xal irt ' oitlqov ov&og f4i^~ 
. kivovj Aertrovj tcwlvov, noXv evoofiov. 

Dunkler Herkunft Die angegebene Ableitung von ydkmt- ,Milch' (Seite 
56) kann unmöglich richtig sein. 
yaXlo^i^qj Name eines Krautes. 

Diosk. 4, 93: yaXlotpig, ol di yaXeoßdoXov^ ol öi ydXe(pog • . . 8Xov %b 
^•afivlov ovv %ifi navXffi xal roig qntXXoig l^tpeqig iazi xylSj], Xeiorega 
di rd g>vXXa xal IxavdSg dvaüidrj Iv %(f diatQltffai' äv^ XB7C%d noQ(pv- 
Ql^orra. q>verai iv q>Qayfiolg xal nagd tdg odovg xal olxoTteda navtaxoi. 

Etymologisch nicht verständlich. Ob der Schlusstheil mit oxpi-g ,das 

Sehen, Anblick' (IL 6, 468; 20, 205; ,die Augen' Soph. Eon. Oed. 1328; 

Ant 52) übereinstimmt, der erste Theil etwa zum Vorausgehenden gehört? 

ynXü^iv ,lachen'; öfter in Uebertragungen gebraucht, die als ursprtlngliche 

Bedeutung ,glanzen' wahrscheinlich machen. 

n. 11, 378: 8 di fxdXa ßfjdv yeXdaaag hi Xoxov dinTttjdrjae. Od. 18, 163: 
dxgelov d* iyiXaaae. IL 21, 408: yiXaaae di HaXXdg Ud^^vrj. Od. 21, 
' 105: iyta yeloto xal rignofiai dq>Qovi &vf4,(^. IL 21, 389: iyiXaaae di foi 
q>lXov TjTOQ yrj&oavvrj. IL 23, 840 : yiXaaav d' inl ndvxeg lAxatFoL — 
IL 19,362: aXyXiq rf* ovqavov Ixe, yiXaaae di rtdaa neql x^vLv x^^^^^ 
vno OTeQOTtrjg. Hom. hymn. Dem. 14: yald %e nda iyiXaaae xal dXfiv- 
Qov oldfia ^aXdaarig. Ar. (bei Bekk. an. 6): dxvfiarog di nog&fiog iv 
q^Qlxrj yeX^. — Dazu: yiXo-g jGelächter* (nachhomerisch y^AwT- Aesch. 
Ch. 448; Soph. EL 1310; Aias 367); 8 mal bei Homer, nämlich IL 1, 599 
"«Od. 8, 326: daßeaxog d* ag* ivcSgro yiXog ^axdgeaai &eolaiv. Od. 8, 
343: iv di yiXog (oder hier yiXutg?) aigv' d&avdroiai d'eolaiv. Od. 8, 
344: ovdi noaeiddwva yiXog (oder hier auch yiXtag) %xe. Od. 18, 100: 
fivTjarrjgeg . . . yiXio hi&avov. Od. 18, 350: yiXov d^ ktdgotatv hevxev. Od. 
20,8: dXXr^Xfjai yiXov re xal evq>goavv7jv nagixovaai. Od. 20, 346: fÄvrjatrjgai 
di HaXXdg ^AS^vt] aaßeazov yiXov wgae. — Dazu: yeXävig- ,lachend, 
heiter*; Find. OL 5^ 2: xagditf yeXaveZ dxafnavtonodog t' oTvtjvag öixev. 
Pyth. 4, 181 : Ixwy d^fA(^ yeXavel d-daaov %v%vvev ßaaiXevg dvifiwv Zifrav. 



60 Griechische Etymologie. 

Armen, zaghr yGelächter, Spott^ (Hübschm. 34). 

Aus *y€XaaJ€iVj wie ans dem aoristischen yikaaas (H. 15, 101; 19^ 362; 
21, 408), ans dyikaaro-g ,nicht belachensweräi' (Od. 8, 307) und zahlreichen 
andern Formen sich ergiebt — Die wahrscheinlich ursprüngliche Bedeu- 
tung ,glänzen' erlaubt wohl noch hieher zu ziehen yelelv feuchten' (Hesych: 
yeXeiv Xa^TtBlv, dv&elv), ykrjvo-g ^Kleinod' (IL 24, 192), so wie femer 
altir. glan ,rein', ro^lan ,er erglänzte^, kymr. glain ,Eleinod^, agr. claene 
,rein, glänzend^, ahd. chleini ,glanzend, fein, klein^ (Fick 1^, 432). — Nach 
Art von yeko-g und yiJLwT" liegen auch ^qo-q und l^cur- ,Liebe, Verlangen^ 
(1, Seite 443) neben einander. — Die Suffixfonn von yelSvig begegnete 
schon in aiävig- ,schmerzlich, leidlig' (2, Seite 72) und auch in rgävig 
,deutUch, genau^ (2, Seite 808). 
yiXyoq- ,kleine Waaren*. 

Eupol. (bei Pollux9, 47): TteQtrjld'ov elg %ä anogoda . . . aal negl ra 
yikyri. Luk. Lexiph. 3 : %aL%OL Ttgariyogevro cwrtf iftl ta yikyi] aTtavzäv» 
Poll. 1, 127: Ter de niftgaanof^eva q>OQ%laj ^oßTCog^ ayo^daßiava, tuvia, 
yiXyri. 

Dunklen Ursprungs. Beruht vielleicht auf einer alten Bildung durch 
BeduplijDation. 
yiXyi'q ,Enoblauchkem'; daneben auch yelytö-^ (Theophr. c. pL 6, 10, 7) und 
yiXyl&- (Krinag. in Anth. 6, 232, 5). 

Theophr. Pflanz. 7, 4, 1 1 : %b dl amogodov q>v%€vevai . . . dtaiQoinBvov 
xara yilyeig • . • • to firj ^eiv ivia %ag yiXyeig. 7, 4, 12: toi (ikv oxo- 
Qodov otav avoidfjar] ^ yihytg xvgrovrai näoa xal ivravd^a av^&elüa 
dtaiQBUat naXiv elg rag yikyeig, 0. pL 6, 10, 7: elvai . • . voig okoqöoiq 
Trjv igifivzri'ra Iv %ifi diijxoyri Ttjy yeXyldog, Erinag. (in Anth. 6, 232, 5): 
%a\ n6%i(ioi yiXyi^eg. 

SchUesst sich wohl an das Vorausgehende. Ob möglicher Weise auch 
Zusammenhang besteht mit ayXid- ,Enoblauchknollen' (1, Seite 126)? 
ytaXeö-q ,Schlupfwinkel, Höhle^; daneben yo^Xeo-v (Nik. th. 125) und yw- 
keiO'V (Nik. th. 351 ; Lyk. 376). 

Arist 8, 133: Tag>Qov . . • xataareyaoavTeg xoQXi^ yuzl Xl&oig olov yoy- 
Xebv noiovaiv. Nik. th. 125: ^ ot€ avv xixvoiai ^egeiofiivoiatv aßoax^g 
qxükeiov koxdirjv vno ytakea dixpag laitj. 351 : ytokeiolat d* Idwv oixrjgea 
d^Qa, Lyk. 376 : Ttdna diQq>faaaoio xal /JicncQlwv ywXeia, 

Stellt sich seiner Bildung nach zu agveio-g ,Widder' (1^ Seite 286), neben 
dem auch ein *dgv€6-g wird yermuihet werden dürfen. Die Zusammen- 
stellung mit lit gä'li'S ,Lagerstätte^ (von Thieren und Menschen) und gülrti 
,sich hinlegen^ (bei Fick 1 \ 408) ist nicht ohne Bedenken, da das grie- 
chische keines Weges deutlich auf die Grundbedeutung des ,Liegens^ zu- 
rückweist 
ytkio-q (auch yvkto-g betont, wie bei Erit bei Athen. 11, 483, B und 
Bekk. an. 228) ,ein länglicher geflochtener Behälter, in dem die Soldaten 
ihren Mundvorrath zu verwahren pflegten^ Speisetasche^ 



Griechische Etymologie. 61 

Ar. Ach. 1097: nal^ q>iq* %^(a devgo rov yvhov ifjtoL 1138: iyoj d' 
ifiavTtp %dv yikiov otaw kaßdv. Friede 527: Ttvelg .... fiuiv ovv ofioiov 
xal yvllov aTgctTiamnov; Philem. (bei Athen. 6^ 231, A): yvkiov %vv agyv- 
QWfjiavwv. Alex, (bei Athen. 11, 473, D): oquj . . . nkrjalov dk nelfievov 
aTQüificcTia T€ xal yvXiov avxoi. Eritias (bei Athen. 11, 483, B): Ifiaria 
q>OQBiv fjöiara xal %Q7iaiii(aTaxa' xüi&wv ^axwvixog, hiTtwfia iTCiTtideioTa- 
%ov etg atQorelav xal €vq)OQciTaTOv iv yvkitp. 

Enthält ausser im lo wohl auch im X ein suffixales Element Fick 1^, 
406 stellt das Wort zu ahd. Uullä ,Tasche, Beutelt Ob mit Becht? 
YavXö-g ,Eimer'. 

Od. 9, 223 : vaiov d^ ögip ayyea Ttdvra, yavlol re axaq)ldeg ze, Tezvy- 
fiivaj roiü' ivafxsXyev, Theokr. 5, 58: OTaaai d' oxTfo fiev yavhog Tty Ilavl 
ydXaxTog, 5, 104: Mati di ^oiyavXog xvnaQlaaivog. Hdt 6, 119: dvTlieraL 
fxkv xrjXcjvTjlq), avTl dk yavlov i]f4iav aaxov ol TtQoadiderai, Antiphaa. 
(bei Athen. 11, 500, F): vvfjiq>l(p xexTrjfiivtp xdXavxa • . . yavXovg okoxQv- 
aovg. — Tckola] — rovg xddovg fxiv ovv xalovai yavkovg ndvreg ol 
TtQoydoTOQeg, 

Als Suffix löst sich ko ab, ebenso wie zum Beispiel in xavlo-g ^öhre, 
hohler Stengel, ,Kohl' (2, Seite 447), die Verbalgrundform aber ist nicht 
mit Sicherheit weiter zu verfolgen. Zusammengehörigkeit mit altind. ^auJo-^ 
,Kugel, Ball* (Phag. P.) und gaulä ,Scheibe, Kreis*, ,kugelförmiger Wasser- 
krug* (nur bei Grammatikern), wie Fick 1^, 406 sie annimmt, ist sehr frag- 
lich, eher wahrscheinlich die mit altir. guala ,Kessel, Loch* (Fick 2^, 105). 
ya^ko-q ,Handelsschiff*. 

Hdt 3, 136: TQifjgeag ovo kjthqQiaaaVj afxa dh avtfjai xal yavXov ^iyav 
navTolmv dya&wv. 6, 17: eTtXwe ig 0oivlxr]v, yailovg ök ivTav&a xara^ 
ivoag. 8,97: yavXovg ze Ooivixrjlovg avvidee. Ar. Vögel 598: yavXov 
XTW f^at xal vavxXfjQcS, 602: TtwXw yavXov. Plut mor. 466, C: äartSQ ol 
öeiXol xal vavTiüivTag iv %(^ ^cXeiv, elza ^^ov olof^evoi öid^eiv, idv elg 
yavXov 1$ äxdxov xal ndXiv idv elg tqtriqri fieraßeSaiv, ovöiv nBQalvovöi. 
Hesych unter yavXol* xal rd Ooivixixd TtXoia yavXoi xaXovvrai. 

Vermiithlich semitischen Ursprungs. 

Die anlautende Consonantenyerbindung yX. 

yXaxtoipdyo-q ,milche8send*. 

IL 13, 6: Zevg . . . inl . . . xa^oQoifievog alav MvadSv t' ayxsf^dx(Jtiv xal 
dyavwv ^InTctjpioXyoiv yXaxxocpdywv. Hes. Bruchst 1 89 : FXaxtoqfdytüv elg 
'alav, aftipfaig olxC ixovvwv. 

Wurde schon unter ydXaxz- ,Milch* (Seite 56) besprochen. Der Schluss- 
theil schliesst sich an das nur in aoristischen und einigen späten Futur- 
formen verbal lebendige q>ay- ,essen* (Od. 9, 347 : imel q>dy€g dvöqopiea 
' XQia. Od. 9, 232 : tvqcjv aivvfievoi cpdyo^ev). 
yXäyoq' ,Milch*. 

Zweimal bei Homer. IL 2, 471 «= 16, 643: tSTpiy ßeiaQivijj ore %e yXd- 



62 Griechische Etymologie. 

yog ayyea devei. Nik. al. 139: fcokliyu d' kv xlvat'^QL viov yUtyog olog 
a^il^ag xkvCe. 262 : '^k av ye ßdrikaio viov ylayog Mvdod'i feiXltjg. 385 : 
T({7 di av TtoXXaxi fihv ykayeog noaiv . . . velfieiag. 

Wurde schon unter yakcmt- yMilch' (Seite 56) besprochen« Bedentet 
wahrscheinlich ursprünglich ,das Gemolkene^ 
yXä^Biv ,ertönen lassen^ singend 

Nur Find. Bruchst 97 : to aavtff jiiikog yXa^eig. 

Vermuthlich aus *ylayjeiv. So trifft wohl die Zusammenstellung (bei 
Fick 2^y 119) mit altn. hlaka ^sich hören lassen^ (von Vögeln) und auch die 
mit altind. gdrg-ati ,er brfillt, brummt^ tönt' (Mbh. und sonst oft, you Thieren, 
auch Vögeln) das Rechte. Zu Grunde liegt wahrscheinlich eine alte Bil- 
dung durch Beduplication, da wird zum Beispiel auch altind. gdrgarors^ 
Name eines Saiteninstrumentes (BV. 8, 58, 9), nicht sehr fem stehen. 
yXdtp'Biv ,scharren, kratzen, ausgrabend 

Findet sich nur selten. Od. 4, 438: &ivag <5' h xpa^a&oiai dia^yhi^aa ' 
aklrjaiv. Hes. Schild 431 : kiwv .... cSfiovg ovq^ (xaaTu6(av ttoaal ykag>€u 
— Dazu: yi,aq>v ,Höhle'; Hes. Werke 533: vlrjxolTai .... ol axina 
fiaiofievoL nvxivovg xev&fiwvag %%ovaiy tloi ykdtpv Ttevgrjsv» — yXaq>vQ6''g 
,hohl'; oft von Schiffen, wie II. 3, 119: avtag 6 Takd-vßtov nQotrj xqeliav 
IdyafiifiViov v^ßag ircl yXaq>vqag iivai. IL 18, 402: xaixsvov öaldala 
TtokXa . . . ^y Oftiet ykatpvQtp, II. 2, 88 : ifvve fidye' Xaüi iiekiaaawv 
adivdwv, nivQTjg Ix yXaq)VQfjg, Od. 17, 262: negl di atpeag tjXv^'* Iwfj 
(fOQ^uyyog ykaipvgrjg. 

Lat gläbro- (glaber) ,gIattgeschoren, kahl^ (eigentlich wohl ,gekratztOi 
Plaut trin. 541 : ov^ scabrae suntj tarn gldbraej em, qvam haec est manuSy 
Caec. com. 285: glabrum tapSte. 

DaB Suffix von ykaq)vQ6'g wie in ix^Qo-g ,8tark, fest' (1, Seite 383), 
xarcvQo-g ^trocken' (2, Seite 245) und sonst 
ykävo-g ,Hyäne'. 

Arist Thierk. 8, 54: ov äk xakovaiv ol fikv ykdvov ol dh vaivav, Marc ftkv 
To iiiyed-og oim kXctttwv Xvxovy xal%riv d' ^u taaneQ inrtog • • .. wxl 
Tv/AßwQvx€l de iq>ii^evov r^g aaQxoq>aylag t'qg voictvrtjg. 

Dunkler Herkunft Das Suffix wie in Ttlvo-g ,Schmutz* (2, Seite 581). 
yXdvi-q ,Wels'; auch yXavid- (Archestr. und Archipp. bei Athen. 7, 3il,P 
und 312, A). 

Arist Thierk. 2, 68 : ol fikv ftQog T(p ijTtceti twv ix^i^v (nämlich fx^vai 
XoX^v), olov 0% T€ yaXewöeig aal yXavig xal ^Ivtj. 6,81: ol dk yXaveig 
xal al niQTiai avvexhg a(puoi t6 xvtifia äan^Q ol ß6%Qa%oi. Archipp. 
(bei Athen. 7, 312 A): %ovg iiauixag xal aaniQÖag xa2 yXaviiag. Mit 
weiblichem (Geschlecht bei Paus. 4, 34, 2: ovxoi (nämlich novafioi) yoQ di} 
^gla o^olwg volg f^aXiava ävdQoq)dya av^ovaiy taig iv ^^f^V ^^^ Mai- 
dvdgq} yXavuJLv ioixora idiag^ TtX^v XQoag xe fieXavtigag %al dhc'^g. 
Tavra di al yXaveig dirtodiovaLv* 

Buht vielleicht auf dem selben Grunde wie daa Vorausgehende. Das 



Griechische Etymologie. 63 

Suffix vt ist selten, begegnete aber schon in yilovi-g ^Steissbein' (2, Seite 452). 

yläiiiav' ,triefäugig'. 

Ar. Frösche 588: nQOQQi^og avjog . . . xaxtar' dnoXoif,iriv^ xdQx^örjfj.og 
6 ylQfÄWv. Ekkl«254: tI d\ t^v NeoxJLeldtjg o yXot^wv ae koido^'j 398: 
nQuhog Neoxkeldrjg 6 ykafiwv nagelQ^tvaev» Lys. 14, 25: tto^* Id^edi^fKp 
T(j7 ykd^iüVL . . . %7tiVB. — Dazu: yXanvQo-g ,triefend^ (von kranken 
Angen); Hipp. 2, 773: ^oog Xevxog ^iet Xevxov .... xai ylafivQol ol oq)- 
d'aXfiol xal d/AßXviuaaovreg. 

Lett glemas oder glemi ^Schleim'; gltmit ^schleimig werden oder sein' 
(Kck 14, 412). 

Suffixales fiov- ist sehr gewöhnlich, begegnete beispielsweise noch in 
vXijfÄOV'- ,anshaltend, standfest, kühn' (2, Seite 859) ; langvocaliges ficjv 
ist nicht so gewöhnlich ; es fand sich, doch in der Betonung abweichend, 
in Tekafioiv- ,Tragriemen, Wehrgehenk' (2, Seite 847). Das adjectivische 
ylafxvgo-g wurde gebildet wie yXaq>vQ6-g ,hohl* (Seite 62), ging also 
zunächst wohl von einem substantivischen *yi,afiv- aus. Als Verbalgmnd- 
form löst sich *yXa- heraus, die etwa ,kleben, klebrig sein' bedeutet haben 
wird und mit der zum Beispiel yXoi6-g ,klebrige Feuchtigkeit' (siehe Seite 
66) ohne Zweifel in nächstem Zusammenhang steht Lat grämia (in der 
Mehrzahl) ,Augenbutter' (Paul. ex. Fest. : grämiae oculdrum sunt vitia ; 
Daneben grSmia: Plin. 25, 155: crHhmos agrios grSmiäs tollit oculdrum 
inpositu^) kann nicht unmittelbar hinzugestellt werden. 

yXaQlö' {ylaqlg) ,Hohlmeissel'. Etym. M. 233,6 wird erklärt ylagig* 
kix^o^otxov igyaXeiov. 

Sopk. Brachst 486: ylaglöeg (nach Pollux 10, 147: oixoöo/zov axevri 
leiaij ykagldeg^ fig 2oq>oiii,f^g iv IlQidfiq}). Eallim. Brachst 159: xal 
yXaqldeg a%ag)vXrj di xad-iefjtivTj tb fioXvßdlg. 

Dunkler Herkunft Ausser dem id wird auch das q als suffixal zu 
gelten haben. 

YXiq)aQo-v , Augenlied'. Dialektische Form zu ßXitpaqo-v (siehe später)« 

Bei Findar 6 mal. So Pyth. 4, 121: Ix d' Sq^ ovtov 7to^q>6Xv^av 

dmQva yijQaXiutv yX€q>dQiJV. 9, 24: rov dh ovyKOiTOv yXvxvv navQov Inl 

yXeq)dQOig vnvov avaXlaxoiaa ^inovxa nQog dcS. Isthm. 7, 45: toi ö* 

inl yXeq>dQoig vevaav a&avdtoiatv. 

yXi/ixoV' ,Polei'; dorisch yXaxo^v- (Theokr. 5, 56), attisch ßXrjxti (Ar. 
Lys. S% 

Hom, hynuL Dem« 209: avtaye ä^ ag* äXcpi xal vdwg dovvai fdl^aoav 
mifABv yXi^xwvi tegelvr]. Theokr. 5, 56: al äi yi xa tv f^oXjjg, anaXav 
migiv (ide nazijoeig xal yXdxttn^' dv^evaav. Leonid. Tar. (in Anth. 7, 
736,7): ^ %aL ooi yXijxiaVy jj xal -^fiov^ jj xal 6 nixQog adv/aiy^g eirj 
xovdgog iTto^idiog (,zur Yorkost gehörigO* Diosk. 3, 30: yX'iffjmy . . . noa 

yviigifiog, XefcvvysiXT^j ^c^^ovrtxij, Ttervvixi] xaXovOi di nveg avT^v 

ßXrix^va. 
Dunkeln Ursprungs. Aehnliche Bildungen auf ijy^ haben nur selten 



64 Griechische Etymologie. 

auch weibliches Geschlecht , wie zum Beispiel fAtjxwv- ,Mohn' (IL 8^ 306 ; 
Hdt 2, 29) und Skwv- «Dreschplatz, Tenne' (1, Seite 301). Das Nebeneinan- 
derliegen von Bildungen auf wv und solchen auf oi — wie hier das ßlrjx^ 
— scheint sonst nicht mehr vorzukommen. 

yXflvoq' glänzender Gegenstand, Kleinod^ 

0.24,192: ig d'akafdov xareßi^aeTO .... OQ yki^vea TioXXa xexovdei. 
Ap. Rh. 4, 428 : tj d' irtog' (nämlich nirckov . • Uqov . . TtoQqiVQSov) 

Arat 317: ra di ol nigt viaaaga xelrai yki^vea (hier von ,StemenO. Nik. 
ther. 228 : hiani^g yhqvea (hier für ,AugenO g>oivlaaei (nämlich ^ig) re- 
^•owfievog. 

Das Suffix wie zum Beispiel in xTrjvog- ^Besitzthum, Vieh' (2, Seite 261). 
Zu Grunde liegt wohl ein */A];- ,glänzen' (?), das sich unmittelbar zu 
dem schon unter ya^vt] ,Meeresstille' (Seite 58) vermutheten *yaÄ- ,glän- 
zen' stellen würde. 

yXi^vri «Augapfel'; dann auch ,Puppe'; zunächst wohl ,dafl Bild im Auge^ 
Hesych erklärt yXrjvrj' xogr] o(p&akfiov, xal Ttalyviov ol dk v6 ovdevog 
ä^iov. xal T^v TtertkaOfiivriv xogrjv, 

IL 14, 494: tÖv t6&^ in* 6q>gvog ovra xar^ 6q>d'akfioio &ifji€&la, Ix 
d' waev yli^vrjv. Od. 9, 390 : navxa di Foi ßXiq>ag* dfiq)l xal oqigvag 
evaev avtfi^ yXrjvrjg xaiofiivtig. Soph. Eon. Oed. 1276: ijgaaa* iTcaigtav 
. ßlig>aga, q)olviai d* o^ov yXijvai yivei Iheyyov» Diosk. (in Anth. 5, 56, 
3): ixfialvei x^^^V i^^ • • • ^^^ yX'qvai XaaLaiaiv vjt* 6q>gvaiv dargaft' 
vovaai. — II. 8, 164: ywaixog ag* avrl rärv^o. tgg^f xaxtj yXrjvri ruft 
Hektor dem Diomedes zu. 

Gehört unmittelbar zum Vorausgehenden. Das Suffix wie in x^ijyi; 
,Quelle' (2, Seite 405) und sonst 

yXtovrU' (yXwTtlg), Name eines Vogels. Siehe unter yXdSaaa (Seite 65). 

yXibx' (yXfji^ ,Aehrenspitze^ 

Nur Hes. Schild 398 : rjfiog dfi xiyxgoiai nigi yXcSxeg reXi&ovai. 
Gehört unmittelbar zum Folgenden. Steht als einsilbige Form auf tax 
ganz vereinzelt da. . 

yitcoxt^v- (yXwxig) ,hervorragende Spitzel 

Bei Homer nur H. 24, 274 : Tglg d' ixdreg&ev ^örjaav (nämlich ro 
^vyodeaixov ^den JochriemenO ^^' 6fxq)aX6vf avvag ineiTa e^elf]g xaTidrjaavj 
V7t6 yXwxlva (,heryorragende Spitze eines Nagels oder Pflockes') d * Sxafi" 
tpav. Soph. Trach. 681 : Kivravgog, novüv TtXsvgav nixg^ ^Aoixtyt (,Pfeil- 
spitzeO. Damoeh. (in Anth. 6, 63, 7) : xal yXü<pavov xaXdfiov, nXatiog 
yXiüxlva aidijgov . . . avx^ero • . . Mevidrjfiog. 

Die Suffixform ist eine seltenere, begegnete zuletzt in xeXxtv- ,Zauber- 
künste treibend, tückisch' (-2, Seite 851). Als Verbalgrundform tritt yXcnx" 
heraus, das im eben aufgeführten yXiix' ,Aehrenspitze' ohne weiteres Suffix 
schon als Substantiv begegnete. Fick 1^, 412 vergleicht ansprechend altslav. 



GrieclÜBche Etymologie. 65 

ghgu ,Dom', das Miklosich aber nnr in der bestimmteren Bedentang ^cror 
taegtJtsf (also ,HagedomO anfffihrt 

yXibööa ^nnge'; dann anch ^Mnndart, Dialekt'; attisch yX6}%%a (Ar. Wolken 
424; 1013; 1018 und sonst; Arist Thierk. 1, 50; 51; 63 nnd sonst). 

IL 1, 449: Tov %a\ änb yXtoaarjg fiilirog yXvxltJv ^ißev aydi^. IL 5, 74: 
SvTiTiQvg d* av odovrag vno yltSaaav rafie xaAxJ^« IL 5^ 292: tov d' 
dfto iikv yhSijaav ftQvfiv^v rdfie x^^^S- 0.2,489: Ttlrj&vv d' ovx av 
iyto fjiv&qaofiai ovd^ ovofirivia^ ovd' et fioi dhta fikv ylaiaaai . . . elev. 
IL 16, 161 : kvxoi • . . aTto xQi^vrig fieXavvÖQOv Xcnpovreg yhiaajjüi a^ai^- 
otv fiiXav vd(OQ axgov. — IL 2, 804 : aXXrj d* aXX(ov yXäaaa noXvone- 
giwv dvd'qiOTtüiv, II. 4, 438: ov yag Ttavrcjv rjev Ofiog -d'Qoog odd' ia 
y^^^Sy dXXa yXwaaa fiificxro. — Dazn: yXtartld' {yXwtrig)^ Name 
eines Vogels, vielleicht ,WendehaIs'; Arist Thierk. 8, 83: ^ te yXiattlg awa- 

ualgei (nämlich ,mit den Wachteln') xa2 i} oQTvyofirJTQa ^ yXan- 

vlg yhZtrav i^ayofiivriv ^Ix^vaa ^ixQi ftoggw» — yXaiaarifAar- (yXoia^ 
arifia) ^Spitze'; Aesch. Brachst 152: wificuiog slai xifioKog yXwaarifia 
difcXaciov, 

Gebort seiner Bildong nach zn Wörtern wie nlaaa (ans *ftbya) ,Pech* 
(2, Seite 549), enthält also ein suffixales ja. Ans welcher bestimmten 
älteren Consonantenverbindnng aber aa hier henrorgegangen ist, lässt sich 
nicht mit voller Sicherheit angeben, am Wahrscheinlichsten aber bleibt wohl, 
dass yXüjaaa ans *yhli%ja hervorgegangen ist nnd dass nächster Zosammen- 
hang mit yXtix- ,Aehrenspitze^ (Seite 64) nnd yXot^j^v- ,hervornig6nde 
Spitze* (Seite 64) besteht Insbesondere spricht dafür anch noch die Be- 
dentong von yXutaarificFt'', ans dem znnächst wohl ein *yXuHjad€iv ^eine 
Spitze (Zange) bilden' zu entnehmen ist 

yXtxsifd'M ,verlangen', fast nnr in präsentischen Formen begegnend; doch 
wird znm Beispiel aas dem Komiker Piaton (Brachst 241) anch das ao- 
ristische iyXi^d/irjv mit der Erklärang ifte&vfiirjaa angeführt 

Hdt 3, 72 : tov ydg avvov yXix6(jiB%^a di t£ xffevdonevoi xal ol %jj oXr^' 
^etfi diaxQ^t^^oi. 2, 102 : orioiai . . • ivirvyxüvs xal deivaig yXt^o^ii^ 
roiai 7t€Ql %rjg iXavS^eglrig. 4, 152: yXixdfievoi AlyvTVSov iftXeov. 8, 143: 
IXev^eglrig yXixo^Bvoi äf*vrevfie&a. Plat Hipparch 226,E: oS • . . dXlyov 
a^ia xal ovdevog yXLxorsai vnBQq>vvig. Alexis (bei Athen. 3, 124, A): tox- 
%rig TQog^ijg dk rrjg xa&^ fiixigav ndXiv yXixofied'a. Plat Num. 13: tavra 
ydg 6 'loßag iXgtjxe yXixoftevog k^eXXrivlaai tovvof^a. 

Etymologisch nicht dorchsichtig. Hängt möglicher Weise mit dem 
Folgenden znsammen. Prasentisches -Ixe-od^ai (-ix^iv) scheint sonst nicht 
vorznkommen. 

yXiaxQO'q ,klebrig, leimig, zäh'; ,beharrlich'; ,kleinlich, kümmerlich, filzig^. 

Theophr. Pflanz. 3, 14, 1 : iati dh %'qg TCteXiag dvo yivrj to di 

^vXov ^av&ov xal iaxvgov xal &jivov xal yXiaxgov. 5, 3, 6 : 6 öe q>olvi^ 
xovq>og .... ßeX%liav dk tov tpeXXov o%i yXlaxgog * kxeivo dh d-gava%6v. 
Pherekr. (bei Athen. 11, 481, A): yXlaxgov yi fiovazl to alaXov. — Ar. 

Leo Meyer, Ghieohiaohe Etymologie. III. 5 



66 Griechische Etymologie. 

Ach. 452: vvv drj yevov yUaxQog nQoaairwv XiTcagwv t€. Friede 482: 
ehiovaiv ö' dfiwg ykiaxfOTara aagxa^ovTeg waneq xvvldux. — Plnt 
Lyk. 17: yXlaxQov yaq aitolg eari deirtvov, Sulla 15: ävi^ev^ev elg Bona- 
%Lav Ix %cii^/a>y yXlaxQuv xal iiridh kv eiQrjvrj xQiq>BLV Ixaväg ovtcjv. 

Stellt sich seiner Bildung nach zu aiaxQo-g ^schimpflich , schädlich^ 
(2, Seite 96), das auch die gleiche innere Consonantenverbindung enthält, 
und zahlreichen anderen Adjectiven auf goj die aber fast alle ihr Suffix 
betonen. — Etymologischer Zusammenhang besteht offenbar mit yUa 
yhdUD^ (Etym. M. 234, 24: yXla' xokXa), ykoio-g ,klebrige Feuchtigkeit^ 
(siehe etwas weiterhin) und weiterhin auch mit yhifiwv- ytriefäugig' 
(Seite 63). 
yXelvo-Qy eine Ahomart 

Theophr. Pflanz. 3, 3, 1: S^vmav&og iaq>evdafivog) , tjv iv fiiv ztß ogei 
7teq)viiviav ^vylav xaXovciv, kv dk T(p Ttedlfp ykeivov. 3, 11, 2: elvai .... 
T^y di Ttedeiv^v levi^v re xal iiavtniqav xaX ^ttov ovkijv* xakovoi ö^ 
avTqv iviOL ykeivov, ov aq>ävdafivov. 

Dunkler Herkunft Das Suffix wie in nglvo-g ^Scharlacheiche oder 
Eermeseiche' (2, Seite 652). 
ykoiö-q ^klebrige, schmutzige Feuchtigkeit'. Auch als Schimpfwort. 

Hdt 3, 112: T(ov yag alydSv vwv rgaywv iv %olai 7t(6y(oai evglaxerai 
iyyivofievov olov ykoiog ctTto vijg Ski^g. Simonid. (bei Athen. 7, 299, G) : 
waneg fyx^kvg ytara ykoiov. — Ar. Wolken 449 : iiaa^Xi^g, eXgcjv, ykoiog^ 
dXa^oiv. 

Lat glüten- ,Leim^; Yerg. g. 4, 160: lentum dö cortice glüten prima 
favis pönimt (nämlich ,die Bienen^ fimdämincu 

Mnd. hlei ,fette Marscherde'; engl clay ,Lehm, Thon'; ags. cläm ,Lehm, 
Thon', claeman ,beschmieren' ; ahd. chleimen ^us Thon bilden'; — dazu 
auch nhd. Kleister. 

lit glitü'S ^latf ; — lett glrwe ^Schleim, Schlamm'. 

Altslay. gUna ^Schleim'; glina ,Thon'. 

Vergleicht sich seiner Bildung nach mit xkoio-g ^Halsband, Halseisen' 
(2, Seite 461) und jpXow-g ,Baumrinde' (IL 1, 237; Hdt 4, 67; 8, 15). — 
Des Zusammenhangs mit yUaxgo-g ^klebrig, zäh' (Seite 65) und zum Bei- 
spiel auch yXafjiwv- |triefäugig' (Seite 63) wurde bereits gedacht 
yXvxi)'^ ySüss'; auch in übertragener Bedeutung. 

11.1,598: yXvxi) vixrag amo Tcgrjtijgog cq>vaoiav. 111,249: %ov %ai 
dno yktiaarig iiiXirog ylvxltov ^ißev ccidij. IL 18, 109: x^^^S • • • og %€ 
TtoXv yXvxlwv (liXvrog xataXeißofiivoio dvdgwv iv avqd'aaoBv afi^evai* 
— IL 1, 610: ote (ilv yXvnAg ünvog ixavou II. 3, 139: ^ed yXvxvv Yfiegov 
efißale dv^ff. Od. 9, 34 : ovöhv yXvxiov f^^g fcctrgldog ovdi %(naqFmv yi- 
yverai. — Dazu: ykeixog- ,ungegorener süsser Wdn, Mosf (siehe 
Seite 70). — iy-ykvaaeiv (aus *'yXvxj€iv) ,8üss sein'; Hdt 2, 92: Mari 
öi xal iq ^l^a tov Xanov Tovtov id(odl^ri xal iyyXvaaei imutMitag. 

Lat dulci-8 ,süss'; ,angenehm'; Plaut Cure. 11: egone apiculämm con- 



Griechische Etymologie. 67 

gestum operd nön feram, ex dulci oriu/ndum melculo duM med? Truc. 
346: sdo dulee atqye amärum gyid sit ex pecu/niä. 

Die Zugehörigkeit des lateinischen dulci-s wird kaum bezweifelt, obwohl 
das dabei in Frage kommende LAutverhältniss keines Weges deutlich ist 
Ist das anlautende d der altere Laut und das griechische / durch assi- 
milirenden Einfluss des x an seine Stelle getreten? Wo wäre Aehnliches 
sonst noch geschehen? In dtUei-s (aus dulqvi-s?) wurde auch noch das 
Schwinden eines inneren v — wie zum Beispiel dem griechischen naxv'-g 
,dick' (2, Seite 534) lat pingvirs ^ettf ent^richt — anzunehmen sein. Weder 
eine Yerbalgrundform *dulC' noch *y)ivx' scheint sich weiter verfolgen zu 
laflsen. In Bezug auf das Aeussere von ylvxv-g darf noch hervorgehoben 
werden, dass die Vocalfolge v-v im Griechischen eine sehr ungewöhn- 
liche ist 
yXvTcvoiöfi jPäonie, Gichtrose'. 

Nik. th. 940: avv da xe ^l^ea x^niva vswqvxiog ykvxvoldrjg^ Theophr. 
Pflanz. 9, 8y 6: alka va xotavTCi äantq knld'Sta xal noQQta&ev olov t^v 
TtaiiavUxVy ol ök ykvxvaldriv %ai,ovai, yvxTU)Q xeXevovaiv 6qvtt€iv. Athen. 
3, 76, F: 2iXevxog J* iv %alg rXwaaaig xal ylvxvaldrjv riva wxkela&al 
q>r)Oi am(p t^v fiOQqr^v fiaXiata ioücvlav qwHoaea&ai di tag yvvaoiag 
iad-Uiv dia to noielv lÄezaiOfiovg. 

Enthält als ersten Theil offenbar yXvviV' jsBm^ (siehe oben) ; der Schluss- 
theil aber ist wohl kaum etwas anderes als atdri ,Granate' (Nik. ther. 72 ; 
S70;aL489;609). 
yX'6ip'Eiv ,aushöhlen9 ausmeisseln^ 

Hdt 7, 69 : av%l di aiöi^gov iTtrjv U&og o^g 7t€7toir]fiävog, r<p xal tag 
oq>Qriylöag ykvq>ovai. Ar. Wolken 879 : inXattev hdov oUlag vavg t 
iyXvq>ev. Plat Hipp. min. 368, C : ilg iniotaiABvog daxtvUovg yXvtpuy, 
Strabo 9, 2, 28 : dia tbv ^Qiota tov ÜQa^itikovg, ov 'dyXvtpe füv htelvog^ 
avi^xe de rimiQa. — Dazu: yXv(pLd' (yXvq>lg) ,Kerbe, Einschnitt*; 
IL 4, 122: ihce d' o/nov yhxplöag te kaßduv xal vevga ßoßeia. Od. 21, 
419: tov (nfimlich oujtov) ^' inl Tttfffii iXatv ?Ax«y vevQqv yXvcpldag te. 

lÄt glübere ,abschälen'; Cato r. r. 33, 5: salichm suS tempore caedito^ 
glübito artSqve äUigdto. Varro r. r. 1, 55, 2: dilritiSs enim edrum (nämlich 
digüdbul&rum ,der Fingerhandschuh^ . . . eäam rämös glübit. 

Alts, hliobhan ,spalten'; Hei. 5665: harda stSnös hlubhim. — Ahd. 
chlioban ,spalten^; — nhd. hlauAenj Kluft 
yXüaaeiv (aus ^yXvxjetv) ,suss sein'; siehe unter yXvnv-g ,süss* (Seite 66). 
y2a*x- {yXav^ oder auch yXav^ ,Eule* ; wahrscheinlich insbesondere ,Käuz- 
chen^; auch Name einer Pflanze und eines Tanzes. 

Ar. Bitter 1093 : fiovdoxei »/ »sog oiJtij Ix rtoXewg kl»€lv xal yAcvg 

aw5 'fcixa»ija»ai. Vögel 301: xowij/ ye yXavl — tl (pjjg; tlg yXaux 

'A^Jiva^' ^yays] 516: 6 Zeig yccQ 6 vvv ßaaiXevwv aetöv oqviv iati}X€v 

%XU»v inl tijg x€g>aXrjg . . . ij d* av dvyatrjg (d. l Athene) yXavxa. Aiist 

ThierL 1, 14: ta uhy wxteQoßia, olov yXavS, vvxteglg. 8,39: hi tuv 

5» 



68 Griechische Etymologie. 

wKteQivüiv tviot yafiifjcivvx^s elatv, olov vvxtixoga^j y^i^, ßgvag 

6 dh axijüxp litcTTTCdv yXavxog, 9, 122: ylavxeg öh xal vvxTUiogcnug xat 
Tcc XoiTta oaa vrjg rniiqag ddvvarei ßHrcetv, r^g yvycrdg fihv dTjQevovra 
TTjv TQOtprjv avvolg noQLt^etai, — Diosk. 4, 139: yhxi)^ xvtlatp rj (pavLt^ 
%a q>vkXa ioixev, wv to xatcjd'Bv XevuoTeQaj Svio&ev di ^itoi^a .... q^v- 
erat jtaqa d-dkoTTav. — Athen. 14, 629, F: yelolai d^ eialv Sqxv^^ig .... 
&t dh fioQg>aafidg xal yXav^ xal liatv. — Dazu: yXavxwTtid- (siehe 
Seite 69). 

Einsilbige Nomina auf avx giebt es keine weitere. Das x darf hier 
wohl für das TJeberbleibsel eines volleren Suffixes gelten^ und damit drängt 
sich die Vermuthung auf, dass yXavx- unmittelbar aus dem adjectivischen 
ylavxo-g ^leuchtend, glänzend^ (siehe sogleich) hervorging. So würde die 
Eule nach der Eigenschaft benannt sein, die eigentlich wohl nur ihren 
Augen zukam, wie ganz ähnlich ekix- (1, Seite 479), das alte Beiwort der 
Binder, wahrscheinlich ,gewunden' bedeutet und zunächst nur die Homer 
der Binder kennzeichnet 
yXav9c6-q ,leuchtend, glänzend^, insbesondere etwa «von graubläulichem 
Glänze'. 

Bei Homer nur H. 16, 34: ylavxfj de as tUtb &ahxaaa. Hes.tb. 440: 
ot ykavxrjv (d. L das Meer) dva7cifiq>€lov Igya^ovrat. Pind. Ol. 8, 37 : ylav 
xol dh ÖQcixovteg . . . ftvgyov iaaXXofjievoi rgelg, Soph. Bruchst 342: Ho- 
ceidov . . . yXavxag fiideig evavifxov XLßvag. 435, 3: yXavxag irt* oldfia 
Xlfivag. Oed. Eol. 701: yXavxag naidoTQotpov g)vXXov iXalag. Trach. 703: 
yXavx^g OTtwqag wäre Ttlovog tcotov xv9iv%og eig yijv Baxxiag a^t* dfi- 
ftiXov. Hdt 4, 108 : Bovdivoi öh idirog kov fiiya xal TtoXXov yXavxov 
(von den Augen?) re näv laxvQwg iari xal tcvqqov. Eur. HeL 400: iyd 
d' in* oldfia nortiov yXavxijg aXog • . aXwfjiau 1501: yXavxov irv* oldfi 
aXiov. HerakL 753: ftagd &qovov aQxi%av yXavxag %* h l/i^dvag, 
SchutzfL 258 : avelx^ve yXavxrjv x^V^ avtov XiTtovoai q>vU,ddog xaraareq^fj. 
Iph. T. 1101: yXavxcg &aXldv Iqov iXalag. Tro. 802: IV iXaiag TtQwxov 
$öei^€ xXadov yXavxag jid^ava, Ar. Thesm. 45 : xv^a öh novrov iirj xeXa- 
öeltio yXavxov. Antiph. (in Anth. 6, 250, 6): vagdov, vrco yXctvxt^g xXeio- 
fiivfjv vaXov. Theokr. 16, 5: OTtoaoi yXavxdv vaiovaiv vn^ ^cJ. LuL 
dial. mer. 2, 1 : xovg dg>&aXfAovg Idi, iiri ae ätidrw, el ftdw yXavxavg %x€i 
avTovg. — Dazu: yXavxidecv (siehe Seite 69); — yXavaoeiv (siehe 
Seite 69). 

(jenau Entsprechendes in den verwandten Sprachen findet sich nicht Ver- 
muthen lässt sich, dass das x6 altes suffixales Element ist, wie möglicher 
Weise auch in dem — allerdings anders betonten — homerischen Beiwort 
des Hermes (nur 11.20,72: ^ri%6i d' arriaTti adxog igiotiviog 'Egfi^g), 
ebenso aber auch das v, in Bezug auf das sich zum Beispiel ayXavqo-g 
,glänzend^ (1, Seite 127) als aus dyXao-g^ alt dyXaßo-g ,glänzend^ (1, Seite 
126) weitergebildet würde vergleichen lassen.. So darf als letzte Grund- 
lage vielleicht einfaches *yXa- oder *yaX- ,glänzen^, wie es schon unter ya- 



Griechische Etymologie. 69 

h]vfj ,Meeres8tille (Seite 58) vermuthungsweise aufgestellt wurde, ange- 
nommen werden. 
yXai^o-q, Name eines essbaren Seefisches. 

Arist Thierk. 8, 87 : Ttekayioi dk (nämlich Ix^eg elal) . . . yöyyqot ol 
levuolj xavviq, iQv^Qlvog, ykavxog. Epichann. (bei Athen. 7, 295, B) : ylav^ 
'Aoi Ttloveg, Numen. (eben da): yXavuop Ttegouvra Tiatafivla oiyai^evTo, 
Anaxandrid. (bei Athen. 7, 295, E) : 6 nQvhog evqtav noXvrekig %4iri%6v fiiya 
yXavxov Tcgoofarcov. 

Ohne Zweifel vom Vorausgehenden nur durch die Betonung verschieden. 

yXavxibjtiö- (yXavxwnig) yCnlenäugig', fast ausschliesslich von der Athene 

gebraucht, so allein gegen hundertmal bei Homer, der e^ auch einige Male 

ohne zugefügten Namen, also substantivisch selbstständig, aufweist, wie 

IL 8, 406: oq>Qa ßidrj yXavxÜTtig, St av Fif nargi f^dxrjvai. 

IL 1, 206: TCQoaiFeine d'Ba yXavxwjiig idd^yt}. IL 2, 172: 7CQoaig>ij 
yXavxdmg ^/i&ijvrj. IL 9, 390: ovd^ ßi . . . ßigya d' ^ud^valf/ yXavxoj- 
fcidi avTKpBqiCjOi. 

Durch suffixales i5 gekennzeichnete weiblichgeschlechtige Form zu 
yXaviMjin- (Find. OL 6, 45: ovo de yXavKCJTceg • . . öganoweg. Pyth. 4, 
249: yXcnncufTca . • . pq>iv)j die neben einander liegen ganz wie zum Bei- 
spiel iXixalTCid' und iXtxtiTt^ ,die Augen wendend, lebhaft bewegend^ 
(1, Seite 480), über deren auch sonst am Schluss von Zusammensetzungen 
öfter auftretendes tSrc ,Auge, Gesicht^ am letztangeführten Ort bereits ge- 
handelt wurde. — Als erster Theä von yXomL-ÜTiid' wird yXavx- ,Eule^ 
(Seite 67) zu gelten haben, so dass es also ganz ähnlich zusammengesetzt 
sein würde wie ßoF-wniö- ,kuhäugig* (von /?o-, alt ßoF- ,Euh^; siehe 
Seite 71), das häufige (so IL 1, 551; 568; 4^ 50 und sonst) Beiwort der 
Here. Bei Späteren, wie in der Verbindung puqvr] yXavxwTtig ^Mond mit 
glänzendem Antlitz' bei Empedokles (angeführt von Plut mor. 929, D und 
auch wieder andeutungsweise mor. 934, D : xal riXog ijdr} Ttqbg %(a Xafi- 
ßavBi — nämlich aeXijyTj — xQoav xvayoeidij xal xa^o/rijy, dg>^ ^g ö^ 
xai piaXiava yXavuuÜTtiv aivri ol Ttoirjtai xal ^EfXTtedouXijg avcMaXovvTai)^ 
scheint unser Wort eher als mit dem adjectivischen yXavxo-g ,glänzend' 
(Seite 68) zusammengesetzt gedacht zu sein. 
yXavxideiv ,leuchten^ 

IL 20, 172: Xiußv .... yXamiowv (wohl ,mit leuchtenden, funkelnden 
AugenO d^ l^g (piQsrai /iSveiy ijv riva niq)yfi. Hes. Schild 430 : Xiiov 
.... yhxvxiooiv d' oaaoig deodv TcXevgdg %e xoi uifiovg ovQrj fiaatiotav 
noaal yXdq>ei. Opp. Jagd 3, 70 und 71 : yXav%u)iaai nogai ßXegxxgoig vtco 
liaQiialqovoi, yXavxutJGiv Ofiov re xai %vdod'i q>oivlaaoy%ai, al&ofiivaig 
ixeXai, nvQiXa^Ttieg. 

Wird zunächst auf einem weiblichgeschlechtigen *yXavxlr} , Glanz (?)* 
beruhen, dieses aber unmittelbar von yXavxo-g ,leuchtend, glänzend' (Seite 69) 
ausgegangen sein. 
yXatOöBiV ,glänzen^ Hesych führt auf : yXoLvoaw XdfiiTtei, q>aiv€i, q>avax€i. 



70 Griechische Etymologie. 

Ap. Rh. 1, 1281: tjfiog d ovQavo^ev xoQOTtrj vftokafiTtetai ijdjs ix tib- 
QQTrjg aviovaa, dia-yXavaaovOL d^ dtagnoL 

Aus *yiat;V«*v, unmittelbar zu YXonjuLo-g ^leuchtend, glänzend* (Seite 68) 
gehörig. 
yÄciJxos- jungegorener süsser Wein, Most*. 

Nik. Brucfast 70, 13: akXo%e d* <xv kevxov ylevucog avOTafivtaov o^ei, 
Xaov ia(f. AI. 184: aq>fjxig re xal ix ßifxßixeg OQeiai ykevxog aXig dal- 
wvrai irtl ^ayieaat Tteaovaat. 299: lvaTvq>ov nofia xelvo vBo9XL7t%ffi 
V7c6 ykevxei. 

Gehört unmittelbar zu yXvxv-g ,8fiss* (Seite 66) und bedeutete zunächst 
nur allgemein ,da8 Sttsse, Sfissigkeit*, wie sichs noch zeigt in dem zu- 
sammengesetzten a-ykevxig" ,ohne Süssigkeif (Luk. Lexiph. 6 : olvog dk 
rjv ov yiQtav .... lydij [jikv aylevxi^g, anemog dk ert). Das Vocalver- 
hältniss wie in JLevyalio-g ,traurig, elend' (H. 13, 97; 21, 281 ; Od. 16, 273) 
neben gleichbedeutendem Ivygo'g (IL 5, 153; 10, 174; 24, 531) und sonst 
ykovrö-q ,Hinterbacke^ 

IL 5, 66: ßeßhqxBi ykovvov xara degiov. H. 13, 651 : if] xcrAxi;^^' ounov 
xal ^' eßalev ykovrov xara de^iov. II. 8, 340: dg d* Sre rlg t€ xvwv 
avog dyglov ijßh Xiovtog aTcztirai xaroTCia&e . . . laxla ve ylovzovg tc. 
Hdt 4, 9: iv&cevTa 3k avxov evQBlv iv av%Q(p fii^omaQ&evov viva ^idvav 
diq^vioy T^g ra fihv avw äno rdSv yXovTwy elvai yvvatxog, za de &£^^6 
oq>iog. Hippokr. 3, 222: M^cj&ev di 6 ykovrog xvQvoxeqogj Sze ig zo S^oi 
z^g xeg>aXrjg zov firjQOv SXiadijxvlag* azag xal avwzigo) (palvezai 6 yXov- 
zog, aze vrcei^aarjg zrjg aagycog zijg ivzccvd'a zij zov firjQov x€q>akfj. 

Als erste Bedeutung wird man ,der Gewölbte, der Dicke* oder AehnUches 
vermuthen dfirf en. Naher Zusammenhang besteht sehr wahrscheinlich mit 
lat ghmuS' ,EnäueP (Lucr. 1, 360: in länae glömere] Hör. ep. 1, 13, 14: 
ut vtnosa glomus fu/rüvae Pyrrhia länae) j ags. cleaven ,Enäuel, Kugel*, 
ahd. divAJoa ,Enäuel*, nhd. Knärjiel (aus *Kläuel)^ altind. gläu- ,BaUen, 
grosse klumpige Theile* (Mäitr. S.). — Das zo löst sich ebenso wie zum 
Beispiel in nloizo-g ,Beichthum (2, Seite 715) deutlich als suffixal ab. 



B. 

ßa- ,8chreiten, gehen* scheint sich als Verbalgrundform zu ergeben aus Formen 
wie ßaoxeiv ,gehen* (fast ausschliesslich im Imperativ ßaaxe begegnend, 
so 6 mal bei Homer, wie H. 2, 8; 8, 399; 11, 186), ßadrjv ,schreitend* (II. 
13, 516), afi-ßaz6-g ,erBteigbar* (IL 6, 434; Od. 11, 316), ix-ßaai-g ,Ort zum 
Aussteigen* (Od. 5, 410) und anderen, die aber alle vielmehr zu ßav- (siehe 
weiterhin) gehören. 

ßä vocativisches ,o König'. 

Nur Aesch. SchutzfL 892 «= 901 : cJ ßa Tag Ttal Zev. 
Ein dunkles Wort, das man als ganz ungewöhnliche Verkürzung aus 
ßaailev (Aesch. Ag. 355; Pers. 629; 918) gemeint hat erklären zu dürfen. 



Griechische Etymologie. 71 

ßatov yPalmzweig^. 

Makkab. 1, 13, 51 : eiarjX&€v .... fiera alviaecjg xal ßatwv. Joh. 12, 13t 
iXaßov %a ßata %f5v q>oivUiav. 

Ohne Zweifel nngriechisch. Hesych führt auf: ßatg' ^aßdog q>olvtiiog. 
aal ßatwv. 
ßav^stv ybellen^; ^nt schreiend 

Theokr. 6|10: a (nämlich xvcuv) dk ßavadei eig 8Xa degnofuva, — 
Aesch. Pers. 13: naaa yag lox^g '^aiccToyevfjg ^xome, viov d^ avdga 
/Jov^ei (proft herbeiO- Ag. 449: tade olya rig ßm^eu Ar. Thesm. 173: 
navaai ßav^iav^ 895: ßdi^ej vovf^ov awf^a ßaXlovaa %p6y(f. Eratin. (bei 
Athen. 4, 164, E): ddeg ttiv Qaalav SXfxtjv oV a%%a ßav^ei. 

Ohne Zweifel tonnachahmend gedacht 
ßioiiai ,ich werde leben' (IL 15, 194), siehe weiterhin (Seite 76) unter ßelofiai. 
ßo-y alt ßof' (ßovg) ,Enh' und männlichgeschlechtig ,Stier'; bei Homer auch 
fBr ,Schild aus Sindaleder'; auch Name eines Knorpelfisches. 

n. 5, 162 und 163: iig 8i kiwv iv ßoval ^oqwv i^ avxiva ßa^fj ftoQ- 
%iog '^dk ßoßog^ ^koxov nara ßoanofievawv. 15,636: o (nämlich li(av) 
di r* h fiiaarjaiv oQOvoag ßovv Idet. IL 1, 154: ov yag ttti nox kfiag 
ßovg ijXaaav. IL 11, 172: ot d* tri %afi fiioaov neölov g)oßiovro, ßofeg 
ßiog, ag %b Xitav iq>6ßr}a€, H. 3, 375: *Ag>Qodltfjj i] Foi ßQtj^ev Ifiavta 
ßoFog ßlq>i xzafiivoio. IL 2, 480: tjvre ßovg dyiJi7](pi fify^ S^oxog BTtXeto 
narttav %avQog. H. 20, 495 1 wg d^ ove Jig ^ev^ ßoFag agaevag. — IL 
7, 238: ßold^ iicl de^ui, ßol8^ ift^ aQiareQa vwfi^aai ßovv (das fast ein- 
stimmig überlieferte ßwv kann hier unmöglich richtig sein) a^akitjv. IL 
12, 105: ot d' knel allqXovg Sqoqov wnfXJJGi ßoßeaaiv. IL 12, 137: ßofag 
avag v\j)6a^ avaaxofievoi, IL 16, 636: ägvvro öovnog . . • x^Axot; %e Fqivov 
%B ßoFüv %^ iv7toifrjrau)v. — Arist Thierk. 5, 15: aekaxrj d' iarl ra ve 
elgtjfAiva xal ßovg %al Xafiia xal aerog. 6, 66: ^(poroxavaiv^ Ihi di Ttqlatig 
%al ßovg, 

«I LaL hov- (bös) ,Kuh', yStier'; Hör. epod. 9, 22: iü moräris aii/reös 
cwnrÜ8 et intactäs bovis? Tac. Oerm. 40 : deam . . vectamqve hühus feminis. 
Enn. Sota 2 : Cyprid lovH merendam. 

= Altir. bö ,Kuh'. 

Ahd. chtio] — nhd. Kuh. — Würde gothisch *kö-s lauten. 

Lett göws ,Euh^ 

Altslay. gov^ ,Ochs'. 

Armen, kov. 

Altind. gdv- ,Euh', ,Stier' mit dem NomiQatiy gaus (BV. 1, 173, 3: hrdn- 
dat dgvas . . rtwdt gä'jbs ,es wiehere das Soss, es brülle die EuhO; BV. 1, 
43, 6 : Qdm nas harati . . . gdvai ,6esundheit schaffe er unserm Binde' ; 
BV. 1, 23, 18: jdtra gavas pibanti nas ,wo unsere Eühe trinkend 

Schliesst sich vermuthlich an das Folgende und bedeutete ursprünglich 
^die Brüllende', ganz wie zum Beispiel auch lat vacca ,Euh' (Verg. g. 2, 
524; 3, 177), das sich anschliesst an altind. vag- ,brüllen' (BV. 2, 2, 2: obM 



72 Griediiflche Etymologie. 

tvä . . . vavägtrai . . vatsdm nä . . dhaindvas ,diT haben sie zngebraUt, wie 
: dem Kalbe die EäbeO* — In Bezng auf die Entwicklung des anlautenden 
Labials stimmen in bea4}htenswerther Wßise Latemisch und Keltisch mit 
dem Griechischen fiberein. 
^o^f homerisch ohne Zweifel noch ßoft] ,das Rufen, lautes Tonend 

Od. 10, 118: ccvtag o revxe ßof^r dia Faa%€Fog. Od« 22, 77: el x6 . . . 
Sl&wfiev d' ava faow' ßoß^ d* äxia%a yivoixo. IL 6, 465 : Ttqlv yi ti af^g 
%e ßoFrfi aov t^' ihaj&fioio nv^ia&ai. IL 11, 500: ßoffj (,Kampfge8chrei, 
KampfgetS^eO d^ Saßeatog oqwqsi NiatOQa v^ dßq>l fifyaw. IL 2, 408: 
fjl&e ßofijv aya&og MeviXaßog. IL 18, 495: h ö' aqa foiatv avkoi q>6^ 
fiiyyig %b ßoßqv %x^v. Oi 24, 48: /ui^ti;^ J' If aXbg ^l&e ai/v a&ardrfja^ 
aXlfjciv . . . ßof^ d* inl novroy o^gei ^eaTtealrj. PlaL legg. 3, 700, 0: 
yvovta äinaaai ^tjfiiovy ve av %6v iiij fcei&ofievov ov avQiy^ tjv ovii 
viveg Sfdovaoi ßoal nhqd'ovg. — Dazu: ßoaeiv, alt ßofaeiv ,rnfen', 
,lautes Getöse machen^; IL 2, 224: ovtqq d (jiaxQa ßoFdv lAyafiipova 
veUee fiv^qß. IL 14, 394 : ovve &alaaarjg icvfia %6aov ßoßatf noxl xiqaov» 
TL 17, 265: aiiq>i, di t' ant^ai tjioveg ßoowaiv iQevyofiivtjg alog M^w, 

Lat boväre ^Aut schreien', ,laut tönen'; Enn. ann, 571: elämSre bovantes- 
Daneben begegnen auch Formen, in denen das i; zwischen Yooalen er- 
loschen ist, wie Plaut Amph. 232 : hoat castum fremitü virum. Pacuv. 
trag. 223 : clämöre et sonitü colUs resanantSs hount 

Altir. guüi ,Stimme' (nach Fick 2^, 115). 

Weiter aber gehören hieher auch noch alle schon unter yoo-g^ alt wahr- 
scheinlich yoFo-g ,Wehklage, Jammer' (Seite 2) aufgeführten Wörter. Es 
ist alßo für das Qriechische zu bemerken, dass sich hier aus dem sdben 
Grunde Formen lait anlautendem y und auch solche mit anlautendem ß 
entwickelten. — Bugge (Beiträge 27) vergleicht armen, ogem ,ich spreche, 
ich rede, singe', das nach armeoischen Lautregeln aus einer Grundform 
^gowe- entstanden sein könne. 
ß6ri%- (ß6r]^)j Name eines Fisches; attisch ßoax- (Speusipp. und Ar. bei 
Athen. 7, 286, F und 287, A), mit Zusammenziehung der inneren Vocale 
ßcix- (ß(3S)' 

Numen. (bei Athen. 7, 286, F): t} levxrjv avvodovra ßorpiag re vQiyKOvg 
T€. Arist Thierk. 9, 26 : dkvjg d' dyskaia iavi ^Ta Touide^ ^vvläeg, . • . 
ß(L%Bg. 

Gehört wohl zum Vorausgehenden. Athenäos (7, 287, A) sagt ausdrüd^- 
lich von ihm (ivofiao&rj di naga zriv ßor^v und führt aus Pherekrates 
an : a},Xa qxav^v ovx ^eiv ix9vv q>aai %6 naganav . . vij %w -d-ew^ ovx 
Hot IV Ix^vg aXlog oväelg ij ßoaS. — Die Suffixform wie in ol'iyx- ,Vor- 
richtung am Pferdegeschirr zum Einfügen der Zügel, Jochring' (1, S. 125). 
ßori^öo-qj alt ßoFri^oFo-g ,in8 Schlachtgeschrei, in das Kampf getümmel 
eilend'; dann insbesondere ,zu Hülfe eilend, beistehend'. Daneben mit 
Verkürzung des Schlusstheils: ßorj&o-g (Hdt 5, 77 und 97; Thuk. 1, 45). 

IL 13, 477: wg fiivev ^IdofAevevg . . . Aivelav kmiovra ßoFqd^oFoy, IL 17, 



Griechische Etymologie. 73 

481: IdhLifiidwv ök ßoßrj&oßov aqfx^ iftogovoag. — Pind Nem. 7, 33 : 
wv O^eog aßgov av^ei loyov Te&vaxoTutv ßoad'oov, Hdt 5, 97: lA&rjvaioi 
. . • itprjq>iaavTo eixoai viag aTtoarelkai ßor^&ovg ^Itoai. — Dazu: ßorj" 
&ä€iv ^u Hälfe eilen, beistehen^; Hdt 7, 157: ßori^ei xe xoiai iksv^e" 
Qovai %riv ^Ekkdda xal avveXev&iQov, 158: ovte i/iev eivexev rjkd^STe 
ßorj&ijüovTeg. 

Ganz ähnlich gebildet wie ßor^dQOfiO'g ,zu Hülfe eilend, beistehend' (Eur. 
Phoen. 1432: vOTiqa ßorjÖQOfiog ndgetfii. Or. 1290: nodi ßot]ög6(Ä(p). 
Als erster, Theil löst sich ab ßorj ,das Rufen' (siehe Seite 2), das ins- 
besondere auch als ^Hülfemf' begegnet, wie Aesch. Schutzfl. 730: el 
ßgadivoifisv ßofj und Agam. 1349: Ti)y ifiijv yvtifiijv Xiyojj ngog dw/ia 
devg^ agtoloi xrjQvaaeiv ßoijv. Der Schlusstheil; der ausser in manchen 
Eigennamen wie in i^ixa-^oßo-g (IL 12, 93 ; 13, 428) und ^Ireno-d^oFo-g 
(11. 2, 840; 842; 17, 217) und zum Beispiel auch im homerischen dgrji-^ofo-g 
,in Kampf eilend' (IL 8, 298; 15, 315; 20, 167; als Eigenname IL 7, 8; 10) 
begegnet, gehört zu »iaivj alt »ißeiv ,laufen' (IL 2, 183; 11, 617).. — Die 
lautliche Verktlrzung von ßorj&o-g finden wir ganz entsprechend in dem 
Flussnamen Xü^aQQo-g (Paus. 2, 36, 7), der auf die alte Form xbi^olq- 
Qoßo-g jwinterlich (d. i. ,durch Winterwetter — x«*i"«*" Od. 7, 118; 14, 487 
— geschwellf) strömend' (IL 11, 493; 13, 138. — IL 4, 452 wird statt des 
überlieferten x^LiiaQQoi zu lesen sein x^^f^^Q^oi und IL 5, 8 xu^agoßi^ 
statt x^f-^dQQfp) zurück führt 

ßoibvn-g, ah ßoßwtrj-g ,der mit Stieren zu thun hat, Pflüger, Landmann'; 
dann auch Name eines Sternbildes. 

Antiphil. (in der Anth. 16, 333, 5): xolkaig ydg no^a x^Qolv Idwv agv- 
ovza ßowTTjv, Lyk. 268: kevgdg ßociti^g yaTOfiwv öl* avkaxog. — Od. 
5, 272: nkrjiadag %^ laogwv%i xal 6xf)h ävovra Boßajrrjv. Arat 92: Li4gx~ 
%o(pvXa^, Tov ^* avdgeg iTtixXelovai Bowttjv. — Dazu: ßoojTieiv ,pflü- 
gen'; Hes. Werke 391 : yvf4vdy oneigeiv, yvfivov ök ßovjjely, yv^vov d' 
dfzaav. 

Ging von ßoß- ,Stier' (Seite 71) aus. Das Suffix wie zum Beispiel in 
tTcnörrj-g ,der mit Bossen (jirtTtO') zu thun hat, Bosselenker' (Aesch. Sieben 
80; Soph. Oed. KoL 59; 899. Homer hat dafür 36 mal die Form l7tft6%a^ 
wie n. 2, 336; 433; 601). Inneres oi tritt auch sonst mehrfach vor jenem 
suffixalen tri entgegen, wie in ÖBOfjLwtri-g ,6efangener^ (Aesch. Prom. 
119; Hdt 3, 143. — Zu ÖBopto-g ,Fessel, Bande' IL 5,391; Od. 12, 54) 
und sonst 

ßri- ,sich in Bewegung setzen', begegnet besonders häufig in aoristischen 
Formen, wie ißn (IL 1, 311; 424; 2, 47 = 187; ohne Augment ßvi IL 1, 
34; 44; 439; 2, 16), ßalri (IL 5, 666; 12, 59), dem conjunctivischen ßfiio 
(IL 6, 113), dem Infinitiv ßripievaL (IL 9, 133 — 275; 12, 65; /J^yai IL 3, 
252; 5, 21; 13, 459), weiter aber auch in Perfectformen, wie ßißrjxag ,du 
hast dich in Bewegung gesetzt' = ,du gehst' (IL 1, 37 — 451; 6, 125; 15, 
90) und in medialen Futur- und Aoristformen, wie dno-ßi^ao^aL (IL 5, 



74 Griecfaiscfae Etymologie. 

227 — 17, 480) und iß^aero (IL 1, 428; 2, 35; 48; 14, 229). Vom Präsens, 
das durch Sedaplication gebildet wurde, bat sieb nur das Participinm 
ßißavT- (betont wie loTavT- ,stellend' Ar. Acb. 687; Xen. Kyr. 8, 2, 21) 
erhalten, das sich bei Homer 13 mal findet (IL 3, 22; 7, 213; 13, 18; 158; 
371; 807 und sonst). Activische Fntor- nnd Aoristformen, wie iTri-firjüi- 
fiev (II. 8, 197; eh-ß^aw Enr. Iph. T. 742) und ßfjae (IL 1, 310; 5, 164; 
8, 129) enthalten die causative Bedeutung 4^ Bewegung setzen, führend 

— Dazu: afig>ia-ßfjvi€iv ,8ich in Widerspruch mit jemand befinden, 
streiten^ (siehe 1, Seite 247). 

11.6,296 und öfter: ß^ d' Uvai. 11.9,192: %w de ßartiv fcgoriga}. 
IL 14, 285: t(o d* l^i xiqaov ßrirrjv, IL 1, 37: og XQvaijv dfiq>i'ßißrpLag 
,du umwandelst'; IL 11, 296: ctifdg d^ iv TtgwToiai /xiya q>Qovi(av ißeßi^xei. 
IL 17, 359: xelevwv .... fxak* clfi(p' avrtp ßeßafxev axedo^ev re iiaxB- 
a&ai. n. 5, 745 — 8, 389: ig d' oxea q>X6y€a noai ßi^aero. IL 7, 213: 
vigd'S öh Tcoaaiv ijie fiaxQa ßtßag. IL 15, 307: iqqxe d* Sq'IExtcjq ficncQa 
ßißag. Od. 11,539: tpvx^] äe Ttodaixeog uilcnUdao q>olxa ficanQa ßißäaa 
(so mit Nauck zu lesen statt des überlieferten ßißcSaa) xcrr' aQq>od€l6v lei- 
(4wva. — IL 5, 164: rovg diJKpoviqovg 1$ Xnmav TvöiFog vlog ßrjae xcnuSg 
dßixovTag, IL 11, 756: oq>Q^ iml Bovnqaolov nokvnvQOv ßrjoafjiev %7t7Covg. 

— Dazu: ß^fiar- {ßyfia\ eigentlich ,Gegangenes, Oetretenes, Betretenes', 
dann ,Tritt, Fussstapfen', ,Weg, Gkmg'; ,Bednerbühne'; Hom. hymn. Herm. 
222: ßrjfiora d^ ow* avögog Taäe ylyverai ovt€ yvvaixog. Eur. Tro. 342: 
firj xovq)ov qXqti ßijfi iglt^gyelcoy otqovov. Soph. Oed. EoL 193: firptiri 
Tovif avTinitQov ßr^fiaxog %^(a noia xkivrjg, — Plato Ion 535, E : xa&ogd 
yag ixaGzore avtovg avcD&ev ano vov ßr^iaxog xlalovrag, 

= Altind. gä' ,gehen*; BV. 5, 87, 4: gigäii (divrdhas nfbhiSj es geht 
der Mehrer des Heils mit den Männern'; BV. 1, 35, 8: savitä' daivds &' 
agät («" tßri) ,Gk)tt Savitä ist herbei gekommen'. 
ßlo'q ,Leben'. 

Bei Homer nur dreimal Od. 15, 491: ^lieig d' aya&ov ßlov. Od. 18, 
254 BB 19, 127 : bI xeivog y IX^mv %ov Ifiov ßlov afxg>i7toX€voi* Pind. 
Pyth. 3, 61: /uif, q)lXa tpvxo, ßlov a&dvarov üftevöe (,erstrebe'). Nem. 
6,11: agoigaiaiv, ai% dfieißofAevai . • . ßlov (,Lebensunterhalt') avögaaiv 
iTirjetavdv kx Ttedlwv %doaav. — Dazu: ßiorij ,Leben'; Od. 4, 565: tj} 
TtBg ßgrjlarrj ßiorrj nilei avd-gcSTCoiaiv, — /? /oTO-g ,Leben'; ,Vermögen'; 
bei Homer 40 mal; IL 13,563: dfxevrjviaaev di Foi aijj^riv Tloaeidafav, 
ßtoTOio fieyrjgag. — IL 5, 544: twv ga Ttartjg fihv tvaiev ivxTifiivf] ivl 
Orjgfj oKpveiog ßiovoto. Od. 1, 160: aXXozgiov ßloiov vtjtcoivov edovaiv. 

— |ö?twy öl, leben' (IL 10,174; 15,511; Od.14,359; Soph. Kön. Oed. 1488; 
ifc-eßluDv Thuk. 5, 26, 5), das sicher nicht aoristisch, sondern als alte Prä- 
sensform aufzufassen ist, dessen Verbalstamm aber als langvocaliges ßiw- 
wird angegeben werden müssen; IL 15, 511: ßiXvegov ij artokiad'at eVa 
Xgovov TJßk ßiwvaiy 1] dßrjd'a azgevyeo&ai. IL 8, 429: %u)v akXog fxkv dno- 
{pd^la&iOf allog dh ßnirw. Causative Bedeutung ,leben lassen, am Leben 



Griechische Etymologie. 75 

erhalten* zeigt die mediale Aoristform, Od 8, 468 : av yoQ fi ' ißiwaao. — 
ßelofiai ,ich werde leben*; siehe besonders (Seite 76). 

Lat vivere ^eben', mit dem Perfect viant ,er lebte* (TurpiL com. 143); 
Plant Trin. 56; tua uxor qvid agit? — immortälis est: vfvit victü/raqye 
est; — Dazn: vivo-^ ,lebendig*; Plant Amph. 398: « met>tvos hodiSnum- 
gvam faciSs qvfn sim 86sia. — vUa (ans *vivitä) ,Leben*; Plant mil. 628: 
tamne tibi diu videor mtam vivere? 

Altir. biu ,Iebendig* (Kok 2*, 165). 

Goih. qviva^ ,lebendig*; Mk. 12, 27: nist guth dauthaieS ah qvivaizi. — 
Nhd. Quech-silber (d. L gebendes Silber*); er-quieken ,nen beleben*; heck 
(Nebenform zn quech-). 

Lit gywors lebendig*; gywinti ^eben'; ,wohnen*. 

Altslay. %ivu ^lebendig*; l:ivon ,ich lebe, nähre mich, wohne*. 

Armen, heal (wohl ans *hivdl) ^eben*. 

Altind. giv- ^^ben*; BV. 6, 59, 1 : indrägni gfvathas ju/vdm ,Indras 
nnd Agnis, ihr beiden lebet*; — gfvdr lebendig*; KV. 5, 78: humäräs . . . 
nir-aitu . . . gtväs givantjä ädhi ,der Knabe gehe lebend von der Leben- 
den fort*; — givd'S oder gfod-m begegnen mehrfach anch in der Be- 
dentxmg ,Leben* (Mbh.). 

Altpers. gfV' ,leben* : givä ^ebe*. 

Ans der Kürze des i darf man wohl anf sehr frühen Ansfall des inneren 
/ in zn yermnthendem altem *ßlFo'g schliessen. 
ßiö-q ,Bogen* als Schnsswaffe. 

11.1,49: dfeiv^ dh nXayy^ yiver' dgyvQioio ßiolo. IL 4, 125: kly^e 
ßiog, vevQTj dk fiiy* iaxsv,, aXxo d' 6ta%6g. Od. 21, 173: olov %e FqvTiJQa 
ßiov t' Ufxevai. Od. 21, 328: fQf]idl(og iTowaae ßiov. Hom. hymn. 6: 
Atftfjj .... ßiov t' ixaXaoae . . . %al %6^ov aveagifiaae. 

Eymr. gi ,Sehne* nnd lit gioä ,Faden* (nach Fick 2^, 117). 

Altind. giä- nnd anch schon früh gjä- ,Bogensehne* ; BV. 6, 75, 3: 
jdushä iva ginhtai vitata ddhi dhänvan giä' ,wie eine (^ttinn singt am 
Bogen gespannt die Bogensehne*; BV. 4, 27, 3: dva ha hshipdt gjä'm 
hrqä'nus dstä ,es schnellte ab die Sehne der bogenspannende Schütze*. 

Altostpers. gja- ,Bogen8ehne*. 

Die Herknnft des Wortes ist dnnkel. 
ßlri ,Kraft, Gewalt^ Gewaltthätigkeit*. 

IL 4, 314: eX&e .... ßlrj di toi efirtedog eXr], IL 17, 569: lAdijvrj . . . • 
Iv öi ßlfjv äfioiai xal iv yovF^ooiv M&rjxev. Od. 4, 415: vfilv fieXivü} 
xaQTog T€ ßlfi TB. Od. 21, 315: xeqalv tb ßlrjq)i tb ßrjg}i mdi^aag. IL 7, 
197: ov yag Tlg fiB ßli] ye fsadv aFhLovra d/ijTat. Od. 15, 329: iivr]- 
orrjQtJv vßgig tb ßlrj tb • . ovQavov iWi. Od. 3, 216: Tlg ßoiS* bX x^ rtoTi 
acpi ßlag dnoTLaBtaL il&wv. — Dazn: iniQ-ß to-g ,dessen Gtewalt oder 
Gewaltthätigkeit übermässig ist, gewaltig, gewaltthätig* (siehe 2, Seite 
148). — ßiastv oder hänfiger ßiaBo^ai ,überwältigen, bezwingen*; 
IL 11, 467: wg bX Fb ßK^ato iiovvov Sovto TgwBg. — ßia^Biv ,bewältigen, 



76 GriecfaiBche Etymolf^pe. 

bezwingen^; Od 12, 297: ij fiaXa dij fu ßia^t olFov iorra. — ßlwieiw 
^othzfichtigen', siehe besondere. 

Lat violenUhs ^wallsain, nngestam'; Plaut Tmc. 309: estne item tno- 
lentus Vit tu? — Dazn: violdre ^waltsam bebandeln, yedeltua^ schänden'; 
Caes. GalL 6, 23: haspitem violäre fäs n&n puiant] TibnlL 1, 6^ 51 : pareUe^ 
qvam custodit Amor, violäre pueUam] 1, 9, 2: qmd mihi .... foederaper 
divos, dam violenda, ddbäs? 

Altind. giä' oder Mh auch schon ijä'- ^Obergewalf , in dem zusamm^i- 
gesetzften paramd-gid'- ^der die höchste Obergewalt half (BV. 8, 1, 30 ; 8, 
79, 1) ; — gjä- ^überwältigen^ mit dem praaentischen ginä'ü ,er überwältigt, 
öT besiegt' (EV. 5, 34, 5j. — Dazn: gjajans- oder anch noch ffiäjans- 
,mSchtiger, stärker, grosser'; BV. 4, 30, 1 : näkis indra tvdt uttaras nd 
gjäjän asti ,keiner ist höher als du, o Indias, keiner mächtiger'. — gi- 
,siegen', mit dem präsentischen gdjati ,er siegt' (BV. 4, 21, 4) oder anch 
gdiü (gaUhi ,dn siegsf BV. 1, 132, 4). 
. . Altostpers. gajor ,Erobenmg, Gewinn'. 

Die Entwicklung des Anlauts war ganz dieselbe wie hü,ßlo-g ,Leben' 
(Sdte 74). 
ßaiö-q ,klein, gering'. 

Hes. Werke 418: dtj yaQ %6%b JSelQiog aCTrjQ ßaidv vrchq xe^akijg .. 
av&QfOftwv iqx&sai TJfiariog. Find. Pyth. 9, 77: ßau d' iv ficcxQoiai ftoi- 
xlXkeiv, dxoa aoq>olg. Aesch. Ag. 1574: Ttteavwv tb fiigog ßaiov ix^^U 
näv auoxQi] l^ou Pera. 448: vrjaog Tig iorl fiQoa&e 2akafiivog TOTttop^ 
ßaia, 1023: ßaia y wg and nolXwv, 

Dunkeln Uraprungs. Ueber etwaigen Zusammenhang mit dem gleich- 
bedeutenden homerischen rjßaio-g (1, Seite 614) wurde schon unter diesem 
gesprochen. Fick (IS 297) glaubt die ,bei Homer zehnmal yorkpmmende 
Verbindung des rißago- mit unmittelbar vorausgehendem d' (fast immer 
ovd^ rjßaio-j ausser Od. 9, 462: ik&ovreg d* tjßaidy artb anieog ve xal 
avk^g) lesen zu sollen ovdk ßaU-, construirt also eine sehr unwahrschein- 
liche Form mit innerem gedehnten T, aus dem ßaco- entstanden sein solL 
ßaiöv- (ßaiiüv)^ Name eines geringwerthigen Fisches. 

Epicharm. (bei Ath^L 7, 288, A) : aye dq vQlykag %e %vq>ag TcaxaQlOTOvg 
ßaiovag. Attisches Sprichwort (a.a. 0.): ^^ ^oi ßaiciv* xcacog Ix^vg, 

Gehört möglicher Weise zum Vorausgeh^iden. 
ßelofiai ,ich werde leben'. 

Nur IL 22^ 431 : kyw dfeiX^ tL w ßeioftai ; — Daneben begegnen auch 
ßiofiai und ßlo/xai an folgenden Stellen: IL 15, 194: v(p ^a xai ov ri 
JiFog ßiofiQL q>Qealv. IL 16, 852: ov d^rjv ovd^ aivog dßfjgov ßijj. 
IL 24, 131: ov yaq fioi ößrjgov ßirj. — Hom. hymn. Ap. 528: nwg tuxI vvv 
ßiofiea&a'j 

Die letztangeführte Form stellt sich dem futurischen rcto^aL ,ich werde 
trinken' (2, Seite 470; daneben auch niofiai wie Theogn. 1129; Theokr. 
7, 69) wohl zunächst zur Seite und scheint unmittelbar aus einer Verbal- 



Griechische Etymologie. 77 

gnmdform */?i- (aus *ßiF- •— altind. giv- ^eben*; siehe Seite 74 unter 
ßio~g yLebenO hervorgegangen zu sein. Auffälliger wegen ihres et er- 
scheint die Form ßeiofiaij da mit diesem diphthongischen Laut sonst keine 
zu jenem ßlo-g ,Leben' (siehe soeben) gehörige Form im Griechischen 
begegnet Aus ßelofAai aber konnte ßiofiai sehr leicht hervorgehen, wie 
zum Beispiel ganz ähnlich auch das futurische xieiv (2, Seite 217) aus 
xeieiv ,sich niederlegen wollen, ruhen werden' (2, Seite 226) hervorgegangen 
ist, das übrigens auch wegen seiner Bildung an und für sich zu unmittel- 
barem Vergleich mit ßeiofiai auffordert. 
ß'A'Civ ^vollstopfen' (ßuovaiv Arist Thierk. 9, 249), siehe weiterhin unter ßva-, 
ßtä-g ,ühu'. 

Arist Thierk. 8, 39: hi tcSv vvxteQiywv Mvioi yafjLrpULWxig elaiv, olov 
rvxttxoQa^, ylav^, ßvag (Aubert und Wimmer bevorzugen hier und im 
gleich Folgenden die Lesart ßgvag). ean d* 6 ßvag rrjv fiiv idiav ofioiov 
ykavxl^ %6 dk iiiyB&og aerov otdiv Harrov. — Artemid. 3, 65: ylav^ ileog 
ßvag...TCQog fiiv tag Ttga^eig ftavva iavlv angoxta. — Dazu: ßv^a 
(Nik. Brachst 55), siehe Seite 93. — ßvy-ißv^eiv ,8chreien' vom ühu 
(siehe Seite 86). 

Lat bübön- ,Uhu'; Verg. Aen. 4, 462: sdlaqve culminibiM ßräli carmine 
hübo saepe qveri et longäa in flitum dücere vöcSs ; v. met 5, 550 : foedor 
qve fit vohicrisj ventäri mmtia luctüs, ignävus bübd. 

Armen, bu ,Eule' (Httbschm. 23). 

Naher Zusammenhang besteht wohl mit ßorj^ alt ßoß^ ,da8 Buf en, lautes 
Tönen' (Seite 72). Das Suffix ist nicht verschieden von dem in yorj-g 
,Ackerland, Feld' (2, Seite 5). 
ßdxi]ilo-$ ,ein verschnittener Diener der Eybele', yWeichling'. 

Antiphan. (bei Athen. 4, 134^ B): oix oQ^g oQxovfievov Talg x^Q^^ ^^^ 
ßoKfjlov'j Luk. Eun. 8: to 8k tov evvovxov xal %iSv ßaxijlwv %bIqov 
elvai. 

Dunkler Herkunft Das Suffix wie in xQaxriXo-g ,Hals' (2, Seite 807). 
ßäMxaqt-q, eine Pflanze mit wohlriechender Wurzel, aus der ein Oel ge- 
wonnen wurde; dafür auch ßa%xaQi-g (bei Diosk. 3, 44). 

Aesch. Brachst 14: xayofys Tag aag ßa^xageig %e xal (ivQa. Soph. 
Brachst 929: ßaxaaQig. Ion trag. Brachst 27, 1: ßax%aQe$g di xal fivga 
xal SaQÖiavov xoofiov eldivai XQoog. Achaios trag. Brachst 10, 1 : ßax- 
luiQU XQ^^^^' Hippon. Brachst 41, 1 : ßaxxaQi dk vag ^Ivag i]Xeiq)Ov. 
Diosk. 3, 44 : ßotxxoqig ßotavri ia%\v evwdrjg aTeq)av(OfiaTiyaj .... i^l^ai dh 

. . . ioixvtai %fi oofifj xivvafjLcifjKf ravT'qg 17 ^l^a . . . xal elg dia- 

anaoftara XQ^^t'f^^^h ^xay^v ^xovaa t^v evwdlav. 

Ohne Zweifel ungriechischer Herkunft 
ßdxtQO'V ,Stütze, Stab'. 

Aesch. Ag. 202 : äare x^ova ßd^rgoig irtiXQOvaavrag ^Argelöag öaxqv 
liri xaraaxeiv. Ch. 362: fiogifiov lax^S negalvwv x^Qoiv 7csiatßq6%(p te 
ßaxuQffi. Theokr. 25, 207: (Herakles erzählt): kxig7ig)t dh ßdxxQov evrtayhg 



78 Gfieddadie E^mologie. 

oüToyloiop Irnr^qeqfiog xtnlvoio ififitit^ow, %d §ikw €iv%og im ^&efp 'Ell- 
Tuäwi evQflv am ftvxiw^aiv oloax^gig tcnaaa (i^etig, — Daneben: gleich- 
bedraftendes ßaxTijQlä. Thuk. 8, 84: ^ft€ihiae . . • xai htawriQceto T^y 
ßaxwrfiiecv. Ar. Wolken 541 : avik nQeaßmjg 6 U/taw %amj srj ßcacniQUf 
Twnei Tov noQOvra. Wespen 1296: lyüB J' dnoiMla anj^ofierog ßcoL- 

LaL haeuUnn ,Stab^; Ov. met 15, 655: haeulumque ienens agreste si- 
nisträ, 

Ate Yeibalgnindf onn lasst äch etwa ein *bak' »ilndimeD, für das man 
wohl die Bedeutung ^tzen' y^mnihen darf. Das SnfiEoL wie in Hxwqo^ 
^La^ (IL 22, 503; Od. 1, 437), axf^mQo^ ßtab' {TL 18, 416; Od. 13, 437) 
nnd sonst oft. Mit ßcncrq^la stimmt oQnjQia ,Lafir6liie', ,Schlagadef' 
(1, Seite 274) in der SnfBxform fiberein; ein einfacheres ^ßaxnjQ- ,Stntzer' 
wurde daraus zu folgern sein. 
Bdxxo-gj ein Name des Dionysos, des Gottes des Weines und der Be- 
gdsterung; dann auch ^a^^^^^^u^^ VerEuckter'. 

Noch nicht bd Homer, Hesiod, Pindar. Aeschylos hat mehrere zuge- 
hörige Ableitungen, wie ßcaciaeiv ,schwänneri8ch erregt sein, toben' (Sieben 
498: ip&€og d' u!^qci ßcoix^ ftQog aixqr Oviag (ug q>6rov ßXiTtutv), Soph. 
E5n. Oed. 211 : %6v xQvaoiittQov %b TuxXi^axtOy %aad* Iftdrvfiop yag^ ohwrca 
Baxxop ^iOPf Maivaötav ofioatolor. Eur. BrudisL 477: diamna q>iX6- 
daq)re Boaext* Bei Herodot (4, 79: iite^fir^ae Jiavvaiff BcacxBlip tcjU- 
a&ijpai) wird Dionysos BaxxBiog ,bakchisch^ genannt — Eur. Brqphst 
472, 15: xovQj^wy ßaxxog hdij^^v oauo^eig, Eur. ras. Her« 1119: el fifj- 
ni^* Zdidov ßaxxog d. Pkt Phaed. 69,0: dal yoQ öiq, q>aalp ol ne^l 
tag veleragj raq&ipuoipoQOi fikv Ttollol, ßaxxoi di %b navQOu 

Etymologisch nicht yerstandUch. 
ßdxxo-qf Name eines Fisches. 

DiphiL (bd Ath^L 8, 356, B): ßaxxog dhc^log, Ttoivxvlogy &^Qoq>og. 

Etymologisdi wohl nicht yerschieden yom Voransgdi^iden. 
ßexxcöiXfiPo-gj ein Wort der alten Komödie, ^wa ,altmodisch, ein&ltig^. 

Ar. Wolken 398 : xal mHgj to fua^e av xal xQovUay (etwa ,altyäterisch^) 
ol/taw Tcai ßexxeailrjye. PluL mor. 881, A: xal yaq Illthutr 6 fiByal6q>fih- 
wog dTtfov jP d-eog htlaae %6v xoofiov uQog kavwov vnodeiyfic^ o^ei 
Äjjgov ßexxeaei^ov, xara ye %ovg Tijg oqx^^^S xwfufidlag noiiftag. 

Eine dunkle Bildung, deren Schlussthdl aber wohl das Wort aehf^ri 

,Mond' (IL 8, 555; 17, 367) enthalt Die Vermuthung aber, dass der erste 

ThA des Wortes aus dem phrygischen ßixog ,Brof (Hdt 2, 2) gebildet 

sd, kann nicht befriedigen. 

ßü>xn (ßdiS)f Name eiaes Fisches (DiphiL bei Athen. 8, 356, B), siehe unter 

der Form ßotjx- (Seite 72). 
ßixo'g ,irdenes Gefäss'. Hesych erklart ßlxog' araftvog wva ^cciy. 

Hdt.1, 194: iia'kiata di ßlxovg q>oivixqlov xaräyovai oivov nliovg, 
Xen. an. 1, 9, 25: KvQog yaq hcsfAipe ßixovg olvov ^puSeelg, Archestr. (bei 



Griechische Etymologie. 79 

Athen. 3, 116, F): JSixeXov &vwov %ifiaxog .... Tfitid'kv or' iv ßUotai 
xaQixBvBö^ai, ÜfieXlev. Ephipp. (bei Athen. 14, 642, E): (potvixlvov ßUog 

Tig V7tttV€(pyVVT0, 

Dnnklen Ursprungs. Vielleicht ungriechisch. 
ßixlo'V jVogelwicke^ 

Grälen. 6, 551 (EUhn): to ye fifjv ovofia %ov ßixlov naq ^fzlv fikv 
Gvvrj&ig la%i^ xai fAOVcjg ye ovrwg ovo^ia^erai' naga di xoig IdTtuLoig 
agcMog ij Tcvafiog hcaJieixo, 

Lat vicia ,Wicke'; Yerg. Landb. 1, 75: uM . . . tenuis ßtüs vidae . . . 
stAstuleris. 

Dunkler Herkunft Die Entwicklung des Anlautes ist wohl dieselbe wie 
in ßio-g ,Leben' (Seite 74) und ßlri ^Gewalt, Gewaltthätigkeit^ (Seite 74). 
ßvxdvtij ein Blasinstrument 

Polyb. 12, 4, 6: ov yag %7tov%ai xora nodag ol avoq>OQßol Tolg x^Qififia- 
oiv, waitEQ Tcaqa xolg 'EXktjOiVj ctXla TtQoriyoivxai qxovovvTeg xfj ßtxnavr) 
xaTor diaoTfjfxa .... aal xrjkixavTti ylyvexai avvrjd'eia xolg ^(poig ngog 
rr^y Idiav ßvnarrjv. 15, 12, 2: afia di xff Ttavxaxod'ev zag aakftiyyag aal 
tag ßvxayag avaßoijaai. Dien. HaL 2, 8: eaxi di , , . , oiS-^ 17 xrjg ßvxd^ 
vrjg €pi3)V7) TTJg dyvtoalag xtSv drifioTiiuSv avf^ßoXov, dXXa .... toxovg. 

Lat bücina ,61ashom^; Varro r. r. 3, 13, 1 : vidistS ad büeinam inflätam 
certo tempore aprös et capreäs convenire ad päbulum; Verg. Aen. 11, 475: 
bellö dat signum ravcca cruentum bücina. — Wurde wohl dem Griechischen 
entlehnt 

Das Suffix wie in oQucn] ,Umzäunung, Einschliessung^ (1, Seite 568) 
und sonst So löst sich als Verbalgrundform ein *ßvx- ^aut tönen' (?) 
heraus, an das sich auch das folgende Wort anschliessen wird. 
ß^xtri-qj ,laut tönend, heulend^, vom Winde. 

Od. 10,20: IVi9'a dk ßwLxdwv dvifiajy xaridtjae xikevd^a. Orph. Arg, 
126: ?g niqi fiiy ßvxtjjai xai agyi^eaaiv diXkaig yija xari^yeiy deddei. 
Ljk. 756: nag^ aXXov d^ aXXog, wg fteviaig xXdäov, ßvKvrjg axQoßriaet q>eX'* 
Xov iv'd'Qüiaxwy nyoalg. 

Gehört wohl unmittelbar zum Vorausgehenden. Denkbar wäre aber auch 
Zusammenhang mit ßvy- : ßv^eiv ,8chreien', vom ühu (siehe Seite 86)« 
Das Suffix wie in dixTij-g ,Empfänger, Bettler' (Od. 4, 248), TcXiTtttj-g 
,Dieb' (IL 3, 11 ; Aesch. Prom. 946) und sonst oft 
ßavxaXäeiv ,einschlfifem, einlullend 

Luk. Lexiph. 1 1 : irtiyvxTwv roy ay^gtanov (es handelt sich um jeman- 
den, der sich erhängte, bald darauf aber abgeschnitten wurde), ßccvxaXüiy 
(hier etwa ,streichelndO xa2 diaKCjdcjvl^iüy , fxi^ nrj hi avyexrig etrj xijy 
q>dqvyya. Aelian Thierk. 14, 20: ogdy diipwaiy vdwg xal dxoveiy Xeißo^ 
fiiyov' xal rovxd ye avxovg xaja-ßavxaX^ xal xaxevvd^ei. Poll.9, 127: 
To XQoraXoy xal xo aeiaxQoyj (p xaxa-ßavxaXwaiy al xlx&ai ijjvxaywyovaai 
xd dvavTtvovvxa xiHy naidlcoy. 

Buht zunächst auf einem muthmaasslichen *ßavxdXri^ das mit Formen 



80 Griechifiche Etymologie. 

wie xQoxdkr] ^Kiesel am Meeresufer" (2, Seite 398) im Saffix übereinstimmte. 
Weiterer Zusammenhang aber ist nicht deutlich. 
ßa'OxaXi-q ,Kühlgefäss^ 

Anth. 11,244: eig to &iQog xaXx^v ßonixaliv ^yoQaaag, Sopatr. (bei 
Athen. 11, 784, B): ßavxallg i^ reTQomvxlog. 

Dunkler Herkunft Stellt sich seiner Bildung nach dem Pflanzen- 
namen ycavxalld' ,kleine Pimpinelle^ (2, Seite 241) nahe zur Seite. 
ßavTcM' {ßavKlg\ eine elegante Art von Weiberschuhen. 

Alexis (bei Athen. 13, 568, B): rvyx^^^^ fitxQa tig ovaa' q)eXXbg iv Talg 
ßavulaiv kyyc&naTTvtai. 

Dunkler Herkunft Möglicher Weise zum Folgenden gehörig. 
ßavxl^ead'ai ,spr5de thun'. 

Alexis (bei Athen. 4, 134, B): inav .... toy TtaQafiaavvrtjv Xdta rov 
dvoaiov ßavxiCo^Bvov ra Xevxa t ' dvaßaXXovd' ' a^a. 

Gehört wohl zu einem von Hesych (ßavxd' rjdia) und im Etym. M. 
(192,20: ßavxov yoQ td TQvq)BQcv) aufbewahrten adjectirischen ßav%6-g 
,süss^, ,weichlich, üppig*, das aber etymologisch nicht verständlich ist 
ßofhto-q jOchsentreiber*. 

Theokr. 10, 38: f] xakdg a^k notSv ileka&t] ßovxog aoidag. — Dazu: 
ßovnalo-g ,Ochsentreiber, Pfltiger'; Theokr. 10, 1: i^atlva ßovxaiey %i 
wr "^vgk TtBftovd'eig] 57: rov di reov ßovxaU Ttginei XvfirjQov Ieqwto 
fiv&ladev r^r fxatgL Nik. th. 5 : ae d* av nokvBQyog agotQevg ßovxalog 
r' aliyoi xal oQoirvfCog . . . Bruchst 90: ßovxaloi ^evyeaaiv aftogßevovaiv 

Schliesst sich wohl unmittelbar an ßoF- ,Euh, Stier* (Seite 71)^ dabei 
bleibt die ganze Bildung aber doch eine sehr ungewöhnlicha Wo beg^net 
ein in ähnlicher Weise angefügtes suffixales xo-? Oder dürfte man in 
der Beziehung das adjectivische yXavxo-g ,leuchtend, glänzend* (Seite 68) 
vergleichen? Ist möglicher Weise das Wort auch nur eine dem gewöhnlichen 
Leben angehörige Verkürzung aus ßovxpXo-g ^i^^erhirt* (siehe sogleich)? 
ßovTtöXo-q ,Rinderhirt* (IL 13, 571; 15, 587; 23, 845), wurde schon unter 

seinem Schlusstheil -xoAo-^ (2, Seite 431) besprochen. 
ßdstTBiv ,eintauchen* (Od. 9, 392; Ar. Ekkl. 216), siehe unter ßaq)- (Seite 94). 
ßardvrj ,Schüssel*. 

Matron (bei Athen. 4, 136, D): xelzo di zig ßatavriy f^g ovSelg ijftrero 
deiTtvcjv, iv xa&aQt^. 

Gilt als dialektische Form von naravt] ,flache Schüssel* (2, Seite 496). 
Ob mit Recht? 
ßdraXo-q ,Schwächling*, oder ähnlich. 

PlutDem. 4: ^v (nämlich Demosthenes) yag i^ o^ijg xaviaxvog xai 
voaaidrjg^ xal tijv koidoQOVfiivrjv iTtcJWfxlav j tbv BixaXov^ elg zb atifia 
/Jyerai oxtJTCTofievog vno zdiv TtaLdutv kaßelv. 
Etymologisch nicht verständlich. 
ßarö-g ,gangbar*. 



GiiechiBche Etymologie. 81 

Soph. Brachst 85, 7 : deivog yag %Q7tBiv nXov%og %g re räßara xal ftQog 
Ta ßara, Xen. an. 4, 6, 17: üjütb Hvtc^q artaS Xaßwpiiv ti tov oQOvg, 
ßara xai Tolg vTto^vyloig ^arai. — Dazn: dfi-ßaro-g ,ersteigbar^; II. 
6, 434: iV^a fiaXia%a ifißarog iati Tcokig. Od. 11, 316: "Oaaav in^ Ov- 
Xv(i7t(f fiifjiaaav &ifiev, avTciQ in ^Oaaj] nrjXiov elvoalg>vXXov , 2v^ ov- 
Quvog ä^ßoTog eirj* 

»> Altmd. gatd- ^gegangen, betreten'; BV. 7, 58, 3: gatds nd ädhvä vi 
tiräti gantüm ,wie ein betretener Weg den Menschen fördert. 

Gehört zn ßav- : ßalveiv ,gehen'. Siehe Seite 103. 
ßäro-q ,Dornstranch, Brombeerstranch^ 

Od. 24, 230 : didero . • » x^^^ldag t' int x^Q^'' ßa%fav %v&mx, Bnfin. (in 
Anth. 5, 28, 6): dml ^odov yag kyto r^v ßaxov ov dixo/iai. Theophr. 
Pflanz. 1, 5, 3 : 6 di ßarog xal naXlovQog aKavdtidtj^ 6,1,3: fczoQd'C'- 
xav&a ye noXX^ xal rwv divÖQiav %al tcJv &a(iviadiSv iariv olov axQ^Sy 
^6a, TtaXlovQog, ßarog. — Dazu: xvvoa-ßaTo-g ,wilde Böse, Hnnds- 
rose', deren Fracht die ,Hagebntte^ (xvvoaßarov. Theophr. Pflanz. 3, 18, 4: 
to dh xvvoaßoTov tov xagrcov vTtigv^QOV Mxei xal ftaQartXijaiov T(p wijg 
^ag) ist; Theokr. 5, 92: ov avfißXri%' iarl xvvoaßatog ovd^ dvefitava 
nag ^oda, 

Dunklen Ursprungs. Im zusammengesetzten xvvoaßfxvo-g bildet das 
genetivische xvvo-g ,des Hundes' (zu xiov- ,Hund' 2, Seite 230) den ersten 
Theil, ganz wie zum Beispiel auch in xvvoa-ovgo-g yhundswindig' (? mit 
ovQo-g ,Wind' 2, Seite 210 als Schlusstheil), das in Verbindung mit f^ov 
,Ei' Yom sogenannten Windei gebraucht wird (Ari8tThierk.6,10: rä ^a- %ot 
di xaXovfieva ino tiviov xvvoaovga xal ovgia ylverai zov x^igovg fiaXXov). 
ß&ta-q, Name einer Enorpelfischart, ,Boche'. 

Arist Thierk. 1^ 27: xuiv ök aeXaxtSv hna fiiv ovx ^ei TtveQvyia, olov 
%a TtXaxia xal x€gxoq>6Qa woTteg ßdtog xal TQvytiv. 6, 60 : t(üv dh TtXa- 
xiiav vQvywv xal ßdrog ov dixovrai, [nämlich Toifg veorrovg] did ttjv rga- 
Xvtrjta T^g xigxov. — Dazu: ßarld- (ßarlg), eine Bochenart; Ar. 
Wesp. 510: ovöi x^^^ ßf^^<^''^ oid^ kyxiXeaiv. Arist Thierk. 6, 55: %a 
fiev axvXca xal al ßarldeg Xaxovat to, oOTgaxtodrj, h olg iyylverat (^vSörig 
vygoTtjg ..... ralg dk ßarloiv oxav ixzixtaai tov oargdxov ftegigga-- 
yivTog i^igxerac 6 veoTTog. 

Gehört vermuthlich unmittelbar zum Vorausgehenden. „Bei den Bochen 
... ist ... die Haut mehr oder weniger rauh, mit feinen Stacheln und 
bei den Männchen, während der Laichzeit namentlich, auf den Brastflossen 
mit scharfen Domen bewehrt'* (Brehm's Thierleben). 
ßariäxri, eine Art Tnnkgefäss. 

Diphil. (bei Athen. 1 1, 284, E) zählt auf : ngLoTig^ TgayiXag>og, ßartdxri, 
Xaßgwviog. Alexandr. (bei Athen. 11, 784, A): ßaTidxac aqyvgal xaxdxgvooi 
Tgeig. Arist mirab. ausc. 49 : iv Tolg Jagelov TtoTrjgloig ßaTidxag elvai 
Tivag xal ftXelovg, ag el fir TJj oa^ifi, aXXwg ovx rjv diayvcuvat noxegov 
eiai x^^^^ V XQ^^^^* 

Leo Meyer, Orieohinhe Bt7molog:ie. UI. 6 



82 Griechische Etymologie. 

Ungriechischen Ursprungs. Athenäos (11, 784, A) sagt bestimmter: 
negaixfj de g>iahi 17 ßarioKr]. 
ßaxlö' (ßa%£g)j ein nicht naher zn bestimmender würmerfressender Vogel. 

Arist Tbierk. 8, 40: to 8k amaXrpuxpaya^ olov anl^a, otqov&oQj ßfxriq^ 
xi'OßQlQy aiyi&alog. 

Ist wohl vom ßdro-g ^Domstranch^ (Seite 81) benannt 
ßartaQi^eiv ,stottem^ Bekk. an. 30 wird erklärt ßarraglKeiv * aarjfia xai 
ddiagd'Qüna öiaXiyeaS'ai. 

Hippon. Brachst 108: ßcnfagi^eiv. Lnk. Jup. trag. 27 : 6 TifioxXrjg 

h Tthfi^Bi dl eirtelv avolfjiotazog ia%i xoi t^v q>wvrjv löiwTrjg xal fii^o- 
ßaQßaQog, (Sare yihjma 6g>liaiiaveiv dia tovto iv Talg avvovalaug ov 
^welQtJVj aJiXa ßarragi^iov xal TogoTTOfievog. 

Wird tonnachahmend gedacht sein und steht so wohl in nächstem Zu- 
sammenhang mit dem Folgenden. 
ßartO'Xoyieiv ^Unverständliches schwatzen, plappernd 

Matth. 6,7: ngoaevxofiBvoi dk ^17 ßavroXoyi^Grjve wotcsq ol k^ixoL, 
doxovaiv yag oti iv t^ noXvXoyiq cevraiv eiaaxova^aovrai, 

Ergiebt als ersten Theil ein "^ßarTo- ,unyerständliches Geschwätz, Ge- 
plapper' (?), aus dem ein adjectivisches ^ßaxTaQo-g ,unYerstandlich sprechend, 
plappernd' hervorgegangen sein konnte, wie daraus weiter das voraus- 
gehende Wort 
ßdxQayio-q ,Frosch'; dann auch Name eines Fisches, ,Seeteufel'. 

Hdt 4, 131: $7t€fi7tov w^Qvnca dcaga ^agelip q>4gov%a ogvi^a xe xal fiiv 
xal ßaxgaxov. Ar. Wolken 881 : xdx lüv aidlwv ßargaxovg hcoUu Frösche 
207 : axovaei yag iäHtj xakkiara .... ßaxga%(av xvxvwv &av(iaa%a. Fiat 
Theaet 167, B: xal xovg aoq>üvg . . . noXXov dica ßargaxovg Ifyeiv. Arist 
Thierk. 4, 105: 6 de ßargaxog lölav exei Trjv yharxav. — Archestr. (bei 
Athen. 7, 286, D): ßaxga%ov ly^' av tdr^g, öipvivei .... xal yaaxglov av- 
%ov Gxevaaov. Arist Thierk. 1, 27 : xcSv di aelaxtSv Isria fiiv ovx ^£i 
Tcregvyia .... ßaxgaxog d ' ^ei. 

Eine nicht ganz durchsichtige Bildung. Als letztes suffixales Element 
löst sich deutlich xo ab, ganz wie zum Beispiel in ovgaxo-g ,spitze8 Ende' 
(2, Seite 210) und noch einigen anderen Bildungen. Ob der erste Theil 
des Wortes möglicher Weise mit den beiden vorausgehenden in Zusammen- 
hang steht, dass es etwa an erster Stelle ,Plapperer, Schwätzer' bedeuten 
könnte? 
ßaxq6y(iO''V, Name eines Krautes. 

Hippokr. 2, 555: ßavgaxiov xal kkan^giov fiixgov fil^ag iv o^ei evxgarov 
nioai, 2, 552: ßaxgaxlov xwv q^vkkwv xal xoi avd'ovg xexgififiivov . . . 
iv oXv(fi yhüxel tcuIv. Paus. 9, 21, 1 : o2 Tglxoiveg' ^ovaiv inl xfj xeq>akfj 
xofirjv ola xa ßaxga%ia xa iv xalg klfivaig XQoav xe xal oxi xwv xgi%iav 
ovx av augoxglvaig (ilav anb xwv akXwv, Diosk. 2, 206: ßctxgaxtov, ol 
di aikivov aygiov xakovai. 

Gehört zum Vorausgehenden. 



Griechische Etymologie. 83 

ßordiiio-v jViehweide* (?). 

Nur Thuk. 5, 53: TtoXBfiog iyivero, 7tQ0(pda€i fikv Ttegi rov &t/iiatog 
%ov uiTtokkwvog Tov- nv&aiiüQj o diov djtayayeiv ovx dniuB^nov vnhg 
;iorafjiiwy ^Ercidavgiot. 

Pflegt zum Folgenden gestellt zu werden, ist aber aller Wahrscheinlich- 
keit nach nur eine unrichtig überlieferte Form. 
ßordPTi ^utterkraut^, dann überhaupt ,Pflanze^ 

Bei Homer zweimal, so II. 13, 493: wg et re /aera xtUov ianero jLiijka 
ftio^ev^ iy. ßoravrjg. Od. 10, 411: dg d^ ot' ov' ayQavXot noQug negl 
ßovg ayekalagj kX&oiaag ig xotcqovj iTtfjv ßoravtig xoQiawvrat, naaat 
Sfia a'AaiQwaiv. Pind. Nem. 6, 47: ßorava zi vvv no^^ a käovrog vi- 
xuivra ^Qeq>€. Eur. Eykl. 45: ov t^ö' vnrjvcfiog mga xal tcoitjqcc ßorava, 
Eur. Bruchst 839, 5: yala .... tUtei ßovdvrjv q>vXa re dnfjQtJv. 773, 29 : 
Bygovrai 8* eig ßordvav ^av&äv miXwv av^vylai. Plat Prot 321, B: 
TQOtpag aXXoig akkag i^ertÖQi^e, Tolg (ihv ix yrjg ßoravriv^ alXoig di Ov- 
ÖQwv xaQjcovg, zoig di §l^ag. 

Gehört zum Folgenden. Die Suffixform wie in dqxavri ,Strick zum 
Aufhängen, Schlinge' (1, Seite 272) und anderen schon neben diesem ge-. 
nannten Bildungen. 
ßorö-v ,das Geweidete, Vieh'. 

IL 18^ 521: iv no%afi(^, o^i t' agdfiog Mev Ttdvreaoi ßorolocv. Aesch. 
Ag. 1169: iti TtQOTtvqyoL dvalai najqog jcokvxaveig ßoTaJv noiovofiwv. 
Eum. 450: $g %* av rcqog avögog aX^atog nad^agalov ag>aya\ xad-aifia^wai 
vead'rjXov ßorov. Soph. Trach. 690 : arcdaaaa xtrjalov ßozov Idxvrjv. Aias 
231: avyxataxxag xekaivolg ^Lq>eai.v ßoxd xal ßoTv^Qag iTtfCoviafiag. — 
Dazu: ßoTfJQ" ,Hirt'; Od. 15,504: avTciQ iytav ayqovg imelaofiai i^db 
ßotfqag. Aesch. Eum. 196: xwqbVk^ avev ßot^Qog ainokovfievai. Soph. 
Aiafi 231 (siehe unter ßozo-v). — Daneben: ßtJTOQ- (ßtüTWQ) ,Hirf; II. 
12, 302: et neq yaq x svQrjat naq^ avr6g>i ßvitoqag avögag. Od. 14, 
1 02 : roaa ndeßa olwv, rocoa avüv avßoata, toa* ainokta nXaxiß ' atywv 
ßoaxovai ^eivol te xat avTov ßtitoQeg avdgeg. 

Alte passive Participform nach Art von tvoto-v (,Getrunkenes* ««) ,Ge- 
tränk' (2, Seite 504). Die zu Grunde liegende Verbalgrundform ßo- ,w6iden' 
findet sich verbal lebendig nur noch mit dem präsentischen ax (siehe ßo- 
"Ox-etv Seite 100). — Die Formen ßühoQ- und ßoTtjg- liegen neben ein- 
ander ganz wie zum Beispiel öoiroQ' (Od. 8, 335; Hom. hymn. 18^ 12; 
29, 8; Theogn. 134) und öot^q ,Geber^ (IL 19, 44; Aesch. Prom. 612; Xen. 
Kyr. 8, 1, 9). 
ßörifv-q , Weintraube' ; auch Name einer wohlriechenden Pflanze. 

IL 18, 562: dkwrjv (lihxveg 8' dva ßoxQveg riaav. Ar. Bitter 1077: 

aXwTtexlotat .... ßotQvg vQwyovatv iv xolg xiaqlotg. EkkL 817: maXCiv 

yag ßozQvg fiearriv amjga v^v yvad'ov xahiiav %xü}v. Ar. (bei Poll. 7, 96) 

zählt weiblichen Schmuck auf . . . iJtaXqcxtovj ßoxqvg (wohl ,OhrgehängeOy 

%XLd(ava • . . Plat legg. 8, 844, Hi og av aygoUov ÖTtiagag yevarjaij ßo- 

6* 



84 Griechische Etymdlogie. 

TQViJv eXre xal avx(ov. Agath. (in Anth. 5, 287, 6) : evTtlhitov ßorgvv (hier 
von ^traubenartig gekräuseltem Haar') M^rj^e xofirjg. — Diosk. 3, 120 : ßor^vg 
noa icTlv Shq firjUvt], ^afivosidfjs, dancex^f^tirri • • • • (jpvUia xixfOQl(p ifi- 
q>€g^j xal to av^nav cvwöeg txaviig, — Dazu: ßovQvxo-g ,Haarlocke, 
krauses Haar'; Pherekr. (bei PoU. 2, 27): a ^av&oTaToig ßorgvxoiai xofiwv. 

Als suffixaler Worttheil 15st sich ^t; ab, wie es im Oriechischen sonst 
nicht Yoizukommen scheint, wohl aber als ru öfter im Altindischen auftritt, 
zum Beispiel in gdtrur ^eind' (BV. 1, 39, 4; 129, 4) und gatrur ,Bücken- 
wirbel^ (? BV. 8, 1, 12 ; später für ,Schlüsselbein' Mbh.). Das letztere könnte 
möglicher Weise ganz mit ßotQv- übereinstimme, man sieht aber nicht, 
welche Grundbedeutung in *ßoT- (<= altind. ^gixt-) enthalten gewesen sein 
kann; ob etwa ,her?orragen, sich erheben, sich krümmen^ oder Aehnliches? 
— In ßoTQvxo-g steckt offenbar das selbe Schlusssuffix wie in ßargoxo-g 
,Frosch^ (Seite 82) ; es wiederholt sich weiter auch noch in ßoatgvxo-g 
,gekräuseltes Haar, Loke' (Aesch. Gh. 168; 178; 229; Prom. 1044; Ar. 
Wolken 536; EkkL 955), das sehr auffalUg an ßovgvxo-g anklingt, in seinem 
inneren Zischlaut aber der Erklärung eine neue Schwierigkeit entgegen stellt 
ßi^xaQiiov' (ßijTaQfiwv) ,Tänzei^. 

Bei Homer zweimal, im achten Odysseegesang, nämlich Vers 250: all' 
ay€j Oaiijx(ov ßrjraQfioveg j oaaoi agiarotj nalaone und 383: anelXrjoag 
ßtjvaQfAovag elvai aQ'iavovg. Manetho 3, 335: 'EQfi^g . . . aXkovg oqxri^iiov 
ßfjTaQfiovag Xdgiag ^QÖeu — Dazu: ßijTaQfio -g ,Tanz^; Ap. Bh. 1, 1135: 
afivdig di viot 'OQ(p^og avwyfj axalgovreg ßtjzaQfiov ivonkiov wqjiriaavto. 

Eine Zusammensetzung von nicht ganz durchsichtiger Bildung. Ihr 
Schlusstheil kann nicht wohl unmittelbar zu agf^ovltj ,Verbindung, üeber- 
einstimmung, Einklang^ (1, Seite 288), in dem ein suffixales fiov doch auch 
enthalten ist, gehören, da dessen Anlaut den starken Hauch enthält^ wird 
aber zweifellos von ig- ,sich anfügen, sich eng anschliessend (1, Seite 250) 
ausgegangen sein. Wie beispielsweise das adjectivische TtoJLv-xwrjfioy' ,der 
viele Besitzthümer hat' (H. 5, 613) mit dem substantivischen xv^/tiaT- ,Be- 
sitzthum' (IL 3, 70; 72; 255) als Schlusstheil gebildet worden ist, so wird 
man hier ein substantivisches *aQfxav- ,(7efuge' (?) erschliessen dürfen. 
Der erste Theil der Zusammensetzung aber scheint zu ßri- ,sich in Be- 
wegung setzen' (Seite 73) zu gehören, lässt vielleicht ein */?ijfro- ,6ang. 
Schritt (?) muihmaassen. So würde für das Gianze sich als erste Be- 
deutung etwa ergeben ,Schritt-gefüge habend, Schritte oder Tritte passend 
an einander fügend^ (?). — Das substantivische ßrjragfio-g wurde dem 
adjectivischen Wort wohl erst in späterer Zeit nachgebildet 
ß&xoQ' ißiüTug) ,HW (IL 12, 302; Od. 14, 102), siehe unter /?oro-v ,Vieh* 

(Seite 83). 
ßiari-dvsiifa ,Männer ernährend'. 

IL 1, 155: iv Od-lrj igißaikaxi ßwTiaveigjj. Hom.hymn.Ap. 185: iv- 
%avd'ol vvy Ttv^ev inl x^ovi ßuniavelgfj. Hom. hymn. Aphrod. 265 : knl 
X^ovi ßiüTiavelgf], 



Griechische Etymologie. 86 

Stellt sich seinem Schlosstheil nach zu Zusammensetzungen wie dvti- 
-aveiga (aus ^avegia) ,die männergleiche' (IL 3, 189; 6, 186), xldi-dveiga 
,worin ruhmvolle Männer sind' (II. 1, 490; 4, 225; 6, 124) und anderen. 
Der erste Theil der Zusammensetzung aber vergleicht sich mit dem von 
Bildungen wie q>vol'^oo'g ,Leben (^otj Aesch. Sieben 939; Bruchst 206, 2; 
Soph. Brachst 533, 1; Hdt 1, 85; 4, 112) erzeugend' (IL 3, 243; 21, 63; 
Od. 11, 301) und kvai-^eXig- ,die Glieder entkräftend' (Od. 20, 57; 23, 343 
vom Schlaf), wahrte aber sein t vor i und kennzeichnet damit die Zu- 
sammensetzung als eine ausserhalb des ionischen Bodens entstandene. Er ge- 
hört nebst ßtSroQ' ,Hirf (siehe Seite 84) zu ßo- : ßo-axeiv ^weiden, nähren^ 
(Od. 11, 365: TtoXkovq ßomcBi yala fiiXacva rcoXvaTcegiag äv^QiOTCOv^. 
^/rraxo-s, Name eines Vogels. 

Eubul. (bei Athen. 2, 65, E): Xaßh axavdvXXldag , (xai) ßiTraxavg^ 

anivldia . . . 

Seiner Form nach dem rpirraxo-g ,Papagei' (2, Seite 565) sehr ähnlich ; 
doch wohl ohne zu ihm zu gehören. 
ßairri ,Pelz'. Hesych erklärt ßolTTj' deQfiorivov Mvdvfia, oreeg ivioi aiai- 
QaV evioi dk aurjv^v degf^iarlvriv' ol dk diq>&iQav. 

Soph. Brachst 928 : ßolrrj (nach PolL 7, 70 : rj di ßaltfj 'iavi fikv mgo- 
fiT^xrjg xiToiy, ovvu) dk 2oq>oxXrjg xal rag axrjvag rag ßagßaQixag xahl). 
Hdt 4, 64: TtoXXol öh avTCJv ix xwv dnodeQiiarwv (,abgezogene Häute') 
xal xXalvag ircelvva&ai Ttoievai, avQQamovteg xa%d Tteg ßatsag. Theokr, 
3, 25: %av ßalxav a7todvg elg xvfiara ttjvü cXevfiai. by ib: oi vi ya 
^dxiov rav ßalrav aniövae, 

Dunklen, vielleicht ungriechischen ürsprangs. Die vielfach angenommene 
Zusammengehörigkeit mit goth. paida ,Untergewand' (Matth. 5, 40 : thamma 
viljandin . . .paida theina niman, aflet imma jah vastja] Mk. 6, 9; Luk. 
3 , 1 1 ; 6 , 29 ; 93 ; Ephes. 6,14: gapaidodai brunjön ,bekleidet mit dem 
Panzer'; — goth.-finn. paitä), alts. peda (Hei. 5550: thia Mlagun p^da), 
mhd. pheit ,Hemd' kann nur als zweifelhaft bezeichnet werden. 
ßo^q ,Kuh', siehe unter /?o-, alt ßoF- (Seite 71). 
ßa&toiAO'V oder ßovTOfio-g, Name einer Pflanze. 

Ar. Vögel 662: ixßlßaaov ix %ov ßovrofiov rovQvl^iov, Theokr. 13, 35: 
Xeifiwv ydq aq)iv exeiro, fiiya atißddeaaiv oveiaQ, %v&ev ßovzoiiov 6^ 
ßa&vy T itafiovto xvneiQov. Theophr. Pflanz. 4, 8, 1 : Xiyw .... Xoxfifaöt] 
öh xdkafiov, xvneiQOv . . . ßovtofiov, 4, 10, 6: q)veTai <J' iv dfig)olv xal 

iv rfj pj xal iy %(f vdavL Itia, . . . ßovrofiog qweO'd'ai d^ iyia tov- 

rcjy mal ijcl rwy Tclocdwy (,schwimmende Inseln') oloy %d xvneiQoy xal 
%o ßovTOfioy, 

Zusammengesetzt aus ßoß- ,Kuh' (Seite 71) und To/io-g ,Schnitt, Ab- 
schnittf (2, Seite 783), wonach es also zunächst ,von Kühen abgeschnitten 
(a» gefressen)' bedeuten wird. Es kann dabei darauf hingewiesen werden, 
dass Bassos (Geopon. 2, 6, 28) bemerkt: ßovtof^ioy ylyerai iy Tolg ^ekeai, 
(pvXXa öh (piqBi ofioia Xeigloig, ol ßoeg av%d 'qöiwg ßoaxoyrai. 



,86 Griechiflche Etymologie. 

ßo'&tvQo-v yButter^. 

HippoL 2, 358: Moixe di tovto wCTceg ol Sxv&ai noiiovaiv Ix tov 
IfCTtelov yalccxTog, iyxiovTBg yaq %6 yahz Iq ^ka xolXa aelovai. %b dk 
zaQaaaofievov aq)QUl Tcai diaxQiverai, xai t6 (ihv niov^ o ßovTVQOv xa- 
XiovaiVy i/tmoXijg öUazctxaij iXaq>Qdv iov %6 dk ßagv aal uceiv xartj 
2atataty o xal aTtoxQlvavreg ^Qalvovaiv, kftrjv dk Ttayfj xal ^tjQaV'&il, 
i7tndxT]v fiiv xaXiovaiv. 6 de OQQog tov yahnciog kv fiiatp karlv, 2, 564 : 
i]v kixoi^ äi XL rwv fujTgiwv, ßovrvQOv, Xißavanov^ Cfivgvav, ^fjxlmjv 
6klyf]Vj xovriotai XQ^ xkv^eiv. 2, 565 : ßovxvQOv, xiÖQivov ^laiov, Ttaqa- 
fil^ag oXiyov, fiiliti diajrj^ag xkvaai xovxoig x^^^^Q* Anaxandrid. (bei 
Athen. 4, 131, B): deijcveiv d' ardgag ßovtvQo-g>ayovg. Arist. (bei Athen. 
99 395,A): o^ei xe nag 6 xorcog xoxe ßovxvQOV^ (p dfj xeKfitjQlii) jf^ci/yrai 

x^g &€lag inavoöov. Strabo 3, 3, 7: uivaixavol anavxeg d^ ol ogetoi 

.... avx^ ikalov dk ßovxvQfp xQ^^^cti. 17, 2, 2: (in Aegypten) ikaiov di 

• ßovxvQov xal axiag, Plnt mor. 1109,B: wg ö* iyyig akXtjltüv Ttgoaijk&ov 
(von zwei Franen ist die Bede), evMg anoaxqaq^ijvaLy xriv fiiv xb fivgov, 

(ig ioiX€j xr^v di x6 ßovxvQOv dvaxBQotvaaav xai xb fivgov xal xb 

ßovxvQov firi fiakkov evaideg rj dvotZdeg» AeL Thierk. 13, 7: xwv xedTjQa- 

fiivüiv ikeq>avx(av icSvxai xa XQavfictra ol ^Ivdol xbv xqonov xovxov 

diaxQlovai ßovxvQ(fi avxa. Diosk. 2, 81 : ßovxvgoy axeva^exai xakbv ex xov 
kiTtaQioxaxov yakctxxog' xoiovxov di kaxi xb TtQoßaxeiov' ylvexai di xal 
ix xov aiyeloVf kv ayyeloig xivovfiivov xov yakaxxog xal x^Qi^o/iivov xov 
klftovg, 

üngriechisch; nach Hippokrates' Angabe (2, 358) skythisch. So beruht 
der Anklang an ßov-g ,Euh' (Seite 71) nnd xigo-g ,Eäfle' (2, Seite 802) 
nur auf Zufall. 

ßay-ißd^eiv (aus ^ßayjeiv) .sprechen', mit der Futurform ix-ßa^et (Aesch. 
Ag. 498) und der passivperfektischen ßeßaxxai (Od. 8, 408). 

Od. 11, 511 : alßel ngioxog ^ßa^e xal ovx ^fidgxave fiv&iav. Od. 18, 168: 
0% X* iv fxiv ßa^ovat , xaxcSg d ' oni&ev q}Qoviovaiv, IL 4, 335 : av de 
xavx^ avefitikia ßd^eig. H. 14, 92: og xig iniaxaixo Ffjaiv (pqealv agxta 
ßal^eiv. — Dazu ßayixax- (ßdyfxa) ,Eede'; Aesch. Pers. 635: 17 ^' dtei 
. . . livxog xa navaLoV alavrj dva&Qoa ßay^iaxa] — ßd^i-g ,Sage, Ge- 
rücht^ Ausspruch'; Aesch. Ag. 477: nokiv dii^xei ^oa ßc^tg. Prom. 663: 
xikog d* ivagyfjg ßd^ig rik^ev ^Ivdxfp- 

Altind. gdff- : gägati ,er brüllt^ und gang- : gängati ,er giebt einen be- 
stimmten Ton von sich', die aber nur von Grammatikern aufgeführt werden, 
scheinen nahe zu stehen. 
ßvY' : ßv^eiv (aus ^ßvyjeiv) ,schreien*, vom Uhu, mit der Aoristform eßv^e 
(siehe sogleich). 

Eass. Dio 56, 29 : x6 xe awedgiov xexketfiivov evgi&r] xal ßvag vneg 
avxov xad-rjfievog eßv^e. 72,24: ßvag d/i^ avxov Isßv^e. 

Nächster Zusammenhang mit ßva-g ,Uhu' (Seite 77) ist nicht zu be- 



GriechiBche Etymologie. 87 

zweifeln. Möglicher Weise gehört hierher auch ßv^rtj-s ,healend', yom 
Winde (siehe Seite 79). 
ßovyaßior^ ., Grossprahler'. 

Zweimal bei Homer. IL 13, 824: AlFav afiaQToßsTtig, ßovyaFu, Ttolov 
tFei^eg] Od. 18, 79: vvv.fikv /uijt* «fijg, ßovydfie, ivq%e yivoio, ei drj 
TovTov ye TQOfiieig, 

Gehört seinem Schlusstheil nach deutlich zu yaleiv (aus * yaFleiv) ,freudig 
stolz worauf sein' (Seite 4). Der erste Theil des Wortes ist ßov-g ,Kuh, 
Stier' (Seite 71), das offenbar zur Bezeichnung des Grossen verwendet 
wurde, wie ähnlich zum Beispiel in ßov-ßQtaaxig ,grosser Hunger, grosse 
Noth' (U. 24, 532 ; das einfache * -ßQÜaTi-g findet sich nicht). 
ßdßay- (ßaßa^ ,Schwätzer'. 

Archil. Bruchst 33 : xar' oIkov kaxqtaipazo dvOfÄev^g ßaßa^, Lykophr. 
472: i] öij note . . . . doqrtov wtqvvcv xvvi OTelkai vQiTclag d'vyazqag 6 
07ceLQag ßdßa^. — Dazu: ßaßaviTr^'g ,Schwätzer, Tänzer'; Kratin. Bruchst 
321 (beiEtym. M. 183,46, wo erklärt wird ßaßaKTrjg' o^X^avt^g, kakog^ 
fiavicidrjg^ ßaxxevri^g): x^^Q^ ^ x^t;(jdx€^cog ßaßaxra xrjkcjv Ildv. 

Gehört zu ßay- ,sprechen' (Seite 86) und wurde durch Beduplication ge- 
bildet, nach Art zum Beispiel von riravo-g ,Spannung, Krampf (2, Seite 741). 
ßaßaly Ausruf der Verwunderung. 

Eur, Eykl. 156: ßaßal' xoQSvoat nagaxaxel fz* 6 Bdxxtog, Ar. Vögel 
272: ßaßaly xaXog ye xal (poiviKOvg, Plai Phaedr. 236, E: ßaßalj ti fiiagi, 
tig ev avevgeg Trjv dvdyxrjv. — Daneben auch: ßaßaid%. Ar. Frösche 
63: ßaßaid^, /nvgidxig y* iv T(p ßlip. 
ßaßifä^eiv ,zirpen', von der Baumgrille. 

Ananios (bei Athen. 7, 282, B): oTav -^igog z' tj xtjx^Tai ßaßgd^ioaiv. 

Wird tonnachahmend gedacht sein. 
ßißmXo-q ,nicht heilig', ,nicht eingeweihf. 

Aesch. Schutzfl. 509: Ttuig ßißqlov dkaog av ^voivo /le; Soph. Oed. Eol. 
10: x^dxrjaiv et tiva ßkineig ^ ngcg ßeßi^Xoig ij Ttgbg dkoBOLv d'BiZv. 
Thuk. 4, 97 : ooa av^-QUinoi iv ßeßrikt^ dgiZai Ttdvta ylyvead^ai avtox^t. 
Eur. HerakL 404: fjkey^a xai ßißrjXa xai nexqvfXfiiva Xoyia naXaid. 
Bruchst 648: ov ydg &i^Lg ßeßrjkov aTtzead'at öofMotv, — AntiphiL (in 
Anth. 9, 298, 1): a%l7twv fie Ttqbg vtjdv dvrjyayevy ovra ßißrjXov ov fiovvov 
TeXez'^g, aXXa ytai ^eXlov. Plat Gastm. 218,B: ol dk olxirait xal et zig 
. al'Kog iazl ßißrjlog ze wxl ayQoixog, 

Als ursprungliche Bedeutung ist ,zugänglich' nicht zu bezweifeln. Zu 
Grunde liegendes /Jij- ,sich in Bewegung setzen' (Seite 73) in redupli- 
cirter Form ist nicht zu verkennen. Das Suffix wie in dijko-g ,offenbar' 
(Od, 20, 333), q>avXo-g ,schlecht' (Theogn. 163, wo aber die Lesart schwankt; 
Thuk. 6, 21; Eur. Iph. T. 305) und noch mehreren anderen Formen. 
ßeßaio-q ,festBtehend, fest'; übertragen ^zuverlässig'. 

Thuk. 3, 4, 5: TcgvazakXog ze ydq i/te7tqyei ov ßißaiog Iv avzfj cSoz^ 
irteXd^elv. Plat Phaed. 85, D : et ixiq zig dvvaizo docpaXiazegov xal äxiv- 



88 Griechische Etymologie. 

dvvoreQov inl ßeßaiotiQov 6xtlf^o%og tj Xoyov ^elov %iv6g dianoge vdijrai, 
— Aesch. Prom. 297 : ov yoQ nor* igelg dg 'ShLeavov q>lXog iaxl ßeßaio- 
veQog aoi. 456: rjv ö* ovdkv airolg ovtb x^if^ce%og tinfiag » » . ovze naQ- 
ftlfiov d'igovg ßißaiov. Eum. 506: cfx€a t' ov ßißaia TXafiwv fidtav 
TcaQTjyoQeL Soph. Phil. 71 : wg d* iaTi....aol d* ofiikla nqbg lovde 
Ttiarfj xal ßißaiog. Brachst 195: oQtnjg ßißaiai d^ elalv alxnjaeigfiövrjg, 

Ist wohl des selben Ursprungs wie das Vorausgehende und auch ebenso 
durch Beduplication gebildet Das suffixale lo liess sein t mit dem vor- 
ausgehenden Yocal zum Diphthong zusammenfliessen , ganz ähnlich wie 
zum Beispiel in nUZo-g ,yoll' (2, Seite 712). 
ßeßQib^'Biv ^verschlingend 

Nur II. Aj 35 : el dk av ye , , . dfzdv ßeßgw&oig ÜQiafiov IlQiafioio tb 
Ttaidag aXXovg %b Tqüag, rore xev xoXov i^ccniaaio. 

Ging von der Verbalgrundform ßQW' (siehe weiterhin) aus. Die Weiter- 
bildung durch & wie in nXi^&eiv ,voll sein' (2, Seite 705) und sonst oft 
Dazu ist dann auch noch Beduplication in Anwendung gebracht, ganz 
ähnlich wie zum Beispiel in vetQefialveiv gittern' (2, Seite 743) und sonst 
ßißd^eiv ,gehen lassen, führen'; ,bespringen lassen'. 

Soph. Oed. Eol. 381: tgfjifj xa&i^wv rj rcQog ovgavov ßtßwv (Futur). 
Hdt 8, 76: ig t3}v vrjalöa . . • noXXovg twv negadußv an^Bßlßaaav. 1, 86: 
6 6h avvrrjaag nvQ^v f^eycXrjv äv-eßißaae in avr^v tov Kgoiaov. — 
Arist Thierk. 6, 128: ^vcSoav (nämlich vv) d' ov del evMg ßißa^eiv, uqIv 
av fiTj Tcc (üTa xaraßaXf], 

Eme Causativform zu ßrj- ^ich in Bewegung setzen' (Seite 73), die 
durch die prasentische Beduplication, die dann aber auch über das pr&- 
sentische Gebiet hinausdrang, gebildet wurde. Zugleich bezüglich der 
Beduplication und der Bildung durch -a^- vergleichen lässt sich fiif^va" 
^€iy ,bleiben' (B. 2, 392; 10, 549). 
ßißdö&'Biv ,schreiten'. 

Dreimal bei Homer im präsentischen Particip, nämlich II. 13, 809; 15, 
676 und 16, 534 im versschliessenden fiaxQct ßißaa&wy. 

Büht auf dem selben Grunde, wie das Vorausgehende, mit dem es auch 
die Beduplication theilt Uebrigens ist die Bildung eine sehr ungewöhn- 
liche. Vergleichen läflst sich etwa alad^eivj alt dFlad'uv ,aushauchen' 
(1, Seite 23). 
ßißifibaxeiv ,essen, verzehren' (Eippokr. 2, 384 ; Plut mor. 1059,£; Babr. 
108, 9), präsentische Bildung zu ßQw- (siehe weiterhin), nach Art von 
TiTQwaxeiv ,verwunden' (2, Seite 747). 
ßlßXo'Q ,Schrifti Buch'. 

Aesch.-Schutzfl. 947: Tcrt^' ov Ttiva^iv %c%iv iyyeyqaiAfiha ovo' iw 
mvxalg ßlßXwv xar€aq>Qayiafiiva. Hdt 5, 58 : xal %ag ßlßXovg diq>^iQag 
xaXiovoi ano rov naXaiov ol ^Icüveg, S%i xoth iv OTcdvi ßtßXotv ixqiovto 
öiq>&i(}f]aL alyhjol re xal olifjai. Plat Theät 162, A: ei dXfj&fjg 17 aXrjd^eia 
IlQCJTayoQavj dXXd fit] Ttal^ovaa ix tov advrov T'^g ßlßXov i(pd'iy^ 



Griechische Etymologie. 89 

^ato. — Dazu: die Verklemernngsfonn ßißklo-v ^kleine Schrift, 
kleines Buch, Brief; Hdt 1, 123: Jiayov firjxavtiaafievog aal dvaaxloag 
%ov%ov %riv yaoriga xal oidiv antnlXag^ wg dh elx^, ovt(ü iai- 
^x€ ßißXloVj yQaxpag %a ol idoxee. 3, 42 : yQaq>ei ig ßißXlov Ttdvra rd 
Ttonjaavrd fiiv ola xavaXeXaßijyieej yqdxpag de elg AXyvmov ini&rpie. 
3, 128: ßißXla ygaipdfisvog nokka xal negl noXXwv 'ixovta nQtjyfidvwv 
atpQfjyldd aq>i inißake fTJv /Jagelav, 8, 128: TO^etfiatog nagd rag yXv- 
(pldag neQUiU^avreg xal ntegtiaarreg j6 ßißXlov ho^evov ig avyxel- 
ftevov xu)qIov. Ar. Vögel 1024: ircsfiilJe dh zig ae öevgo; — cpavXov ßi- 
ßXlov (Bergk giebt hier imd sonst bei Aristophanes ßvßXlov) TeXiov %l. 
Das selbe Wort mit dem Folgenden. Aus dem Bast der Papyrosstande 
bereitete man Papier zum Schreiben. Das Schwanken im Vocal beruht 
wohl auf unsicherer Auffassung der fremden Wortform. 
ßiißXo-q ,ägyptische Papyrosstande^ 

Aefich. SchutzfL 761: ßvßXov dh xagitog ov xqatel atdxtv. Hdt 2, 92: 
T^y dh ßvßXov t^v inireov yivofiivriv inedv dvaandawai ix tcSv IXiwv, 
TU (ihv avw avTtjg aTtoTafAvovreg ig aXXo ri Tgartovai Gverwenden'). 2, 
38 : vjv dh tovtwv ndvztüv fj xad-agog (nämlich 6 ßovg), OTifiaLverai ßvßXq) 
negi %d xigea elXlaawv. — Daneben: ßißXo-g (siehe im Vorhergehenden). 
Ohne Zweifel ägyptischen Ursprungs. 
ßavßäeiv schlafen'. 

Eur. Bruchst 694 : ßavßtSfiev elaeX&dvteg. Tragoed. Bruchst. 195 (bei 
Nauck Seite 873): 17 dh nqovxaXBlxo (Jie ßavßav fjie&^ avvilg, 
Dunkler Herkunft 
ßotßaXo-q ,BüffeK 

Polyb. 12, 3: hl dh ßovßdXwv (in Libyen) xdXXog xal ajQOvdioy fieyidrj, 
jlg ovx latoQtiaev; wv xatd fihv j^v EvQoiftfjv jo jiagcnav oidiv iariv, 
17 dh Aißvri nXi^QTjg iarl rtSv jtQoeiqrifjiivwv. Diod. Sik. 2, 51 : ylvoviai 
(in Arabien) dh xal TQayiXag>oi xal ßovßaXoi xal aXXa TtXüia yivrj dlfAOQq)a 
^(jfwv. Opp. Jagd 2, 300 : ßovßaXog avze niXei fielwv difiag Bvqvxiqutxog 
(,DammhirschO> • • • ardq dogxov fiiy^ dgelcav ' ofifiaaiv alyXi^eig . . . • 
xal xegdiüv dg&al fihv and xgatdg 7teq>vaaiv dxgifioveg ngorevelg^ vipov 
d* av^ig nozl vtÜTOv cipoggov vevovai TtaXiyvdrcTOioiv axtjxaig. 
Ohne Zweifel ungriechisch. 
ßotßaXi-q (ßovßaXld- Arist Thierk. 3, 53), eine afrikanische Oazellenart 
Aesch. Bruchst 330 : Xeovzoxogtov ßoißaXiv vealgetov. Soph. Bruchst 
724: yrjyev^ ßovßaXiv. Hdt 4, 192: xa%d %ovg vo/iddag (in Libyen) di 
iaxi rovtcjv ovdiv^ dXX* aXXa zoidde^ nvyagyoi xal ^ogxddeg xal ßovßdXug 
xal ovoi. Arist Thierk. 3, 53: iv (Jihv ovvjqj %wv nXelatwv difiati ^f^cjv 
ivBiaiVy iv dh %(f t^g iXdg)ov xal fcgoxbg xal ßovßaXldog xal aXXutv rivwv 
ovx %veiaiv Iveg. 

Ungriechisch wie das Vorausgehende, mit dem es vielleicht zusammen- 
hängt 
ßovßäXio-v ,wilde Gurke*. 



90 Griechische Etymologie. 

Hippokr. (nach Hesych: ßovßaXiov yvvaixog (xoa)fiaQiov xal aygiog 
aixvog naga 'innoxQdzei), Diosk. 4, 152: aUvg ayQiog [. . . ol öi ßov- 
ßakiov . . ,] T(p xaQTCip fiovtfi ötaq>ig€i, %ov ^fUgov aUvog^ ikaaaova Ttok- 
k(fi ^(ov, ßakdvoig iTtifAr^neaiv ioixora. 

Wohl angriechisch. 
ßovßdXioVj eine Art Armbänder. 

Diphil. Eom. Brachst. 59 : ßovßakia xagnciv Ttag&ivov (pOQtnjLaxa. Ni- 
kostr. Brachst 33 : ... dcnczvkiovcj ßovßali \ og)€ig. 

Vielleicht nach dem Voraasgehenden benannt 
ßovßibv' ,Drüsen neben der Scham, Schamgegend', insbesondere anch in ge- 
schwollenem Zastande. 

U. 4,492: o öi Aevuov^OdvaaiFog la&Xbv halgov ßeßkijxei ßovßuiva. 
Menand. Brachst 98 : ßovßtav iTCT^Q&tj %(^ yäQovri. Pherekr. Brachst 23 : 
T(a fjLtiQij TtBQiXdtpavreg (lixQi ßovßcivwv. Nik. ther. 545: tov fiiv ix^ 
ßovßiSvog VTckg viaroio xoQci^ag. Lak. Tim. 56: oaov kg ßovßcivag iftefi- 
ßag oXlyov ngo %i^g xvfjtarcjy^g. Hipp. 3, 547 : EvnoXefiog iv Olvia- 
öjjaiv (üdvvttTo laxlov ro de^iov xal %dv ßovßcHva. — Hipp. 3, 536: oc- 
drifia IV Ttoalv, oatpii^ xvijftj], ßgoxelg ßovßcHveg. 3, 449 : ol l/ri ßovßdSai 
TtvQBTol noKov TtXijv Twv iq>7jf4,iQU)v xal ol kTcl mvgerolai ßovßtSveg xcnci- 
oveg h %oiatv o^iaiv i§ dgx'fJQ TtagoKfidauvreg, 

Eine nicht ganz durchsichtige Bildang. Man hat das daalische altind. 
gavinf ,ein Theil des Unterleibes in der Gegend der Geschlechtstheile', 
etwa ,die Leisten' (AV.) verglichen, dabei aber bleibt das innere ß doch 
anverständlich. 
ßo'ößQioöxi-g ,grosser Hanger, grosse Noth'. 

Einmal bei Homer, nämlich IL 24, 532 : (^ äi xe rwv kvygwv öunj (näm- 
lich Zevs)^ kwßrjTOv l'^jjxcv, xal Fe xcaa] ßoi-ßguarig kui x^ova diav 
ikavvei,, Nik. ther. 409: ei d' oXc^ ßovßQWGTig aiÖQelfjtpi ^eXdaaij, avTov 
ol d'avoTog %e xal wxia fiolga rirvxTat, 785: toItj ol ßovßQCJOTig ive^ 
axktjxev yevveoai. Opp. Fischf. 208: oh ydg idwdijg ^ xogov ^i %l fiivgov 
iTtlaraTaij dkl* drikearov kvaaofiav^ ßovßgwaTiv dvai^ii yaargi q>vkdaaei. 
Agath. (in Anth. 11, 379, 3): ei ydg del ßovßgcjCTiv exeig ^Egvaixd-ovog 
ttVTovj vai Taxct öagddipeig xal (plkov ov xakietg. 

Zusammensetzang, als deren erster Theil, wie schon anter ßovyaßwg 
. ,Grossprahler' (Seite 87) bemerkt warde, sich ßov-g ,Kah, Stier* (Seite 71) 
ablöst, das als Bezeichnang des Grossen verwandt warde. Als Schlass- 
theil ergiebt sich ßgüati-g ,Hanger' (?), das nicht selbstständig vorkommt, 
mit ßgüat-g ,Speise, Essen* (IL 19, 210; Od. 1, 191; 6, 209; Plat Staat 
10,619,10) in nahem Zasammenhang zn stehen scheint, mit ihm aber 
doch aach nicht identisch sein kann. 

Es enthält neben seinem suffixalen it noch einen Zischlant, der nicht 
verständlich ist Man möchte als Verbalgrundform fast ein ^ßgwg- ,e88en 
wollen, zn essen verlangen* vermuthen. 
ßdöriv ,schreitend, gehend*. 



Griechische Etymologie. !91 

11.13,516: vov di ßadrjv ccTtlovrog dnovtiae dogßi, Aesch. Scbutzfl. 
886: aQoxvog dg ßdörjv. — Dazu: ßadl^eiv ,8chreiten, gehen'; Hont 
hjmn. Herrn. 210: i7tiOTQoq>dörjv d' ißadi^ev, 320: koav^iviag iij %TCBL%a 
dia xpafidx^oio ßddi^e Ttgoad'ev. Soph. El. 1502: ool ßadiaxiov niqog. — 
ßaöo-g iGang'; Ar. Vögel 42: äiä zavra roväe vbv ßddov. 

Ging von ßav- : ßalvetv ^schreiten, gehen' (siehe Seite 103) ans. Homer 

hat gegen zwanzig Adverbien anf drjvj wie zum Beispiel noch Tfi^'järjv 

, ,8chneidend' (11.7,262), yigißdriv ,heimlich' (Od. 11,455; 16,153). Das 

suffixale d in ßadi^eiv und ßddo-g ist ohne Zweifel das selbe wie in 

ßddrjv, 

ßiörij etwa ,Saitenklang^ (?) 

Nor Soph. Bmchst 57 : cjg iftixpdkleiv ßldrjv ze xvl ^vavklav. 
Ein dunkles, auch nicht sicher überliefertes, Wort 

ßeOöoq-j ein Frauengewand. Hesych erklärt ßevöog' OTi^fia ti, xal IfioTLov 
yvfaiX€ioy. 

Sappho. Bmchst 155: ßeväog (nach Pollux7, 49: ßBvdogy wg Sartcpcij 
xijLißeQLxovy ioTi dk %6 xifißeQixov ÖLaq>avT^g ng xuiovioxog). Eallim. 
Bmchst 155: Iv di IIcQifi Y.dkXed %b %ai aiola ßevöe^ ^ovaai, Parlhen. 
11: ral ö^ in* kxelvr] ßevdea TtaQ^evinal Mik'qaldeg igQij^avTO. 

Dunkler Herkunft Vielleicht ungriechisch. 

Die anlautende Consonantenverbindung ßd. 

ßödkXsiv (yermuthlich aus *ßdaijeiv) ,melken'; ,saugen^ 

Plat Theaet 174, D: ohv avßwrtjv rj rcoi^iva ij riva ßovxoXov fjyelTai, 
dxoveiv €vdaifiovi^fi€vov nokv ßddkXovra ' dvanohaxegov 6k ixelviov ^atov 
xal kTtißovkoregov noi/ialveiv te xai ßddXXeiv vofjil^ei avToig, Nik. aL 
262: ijk ov ye ßdi^Xaio viov ykdyog %vdo&L nikkrjg. Arist Thierk. 3, 101: 
dkkd xal ßödkkofiivaig ^öi] ngeaßvTiQaig ngofji^e (nämlich ydka ,Milch 
stellt sich bisweilen auch bei älteren Thieren ein, wenn sie gemolken wer- 
denO- 102: iv dk zoig avdgdai ixe&^ ^ßrjv ivloig ix&klßBrai oklyov' ßdak- 
kofiivoig di xal nokv ijdri riai Ttgofik&tv. 105: al d' TlneigcoTixal ßoeg 

al fieydkai ßddkkovrai ixacrrj afi<pogia 6 di ßddkkwv og^og 

€aTi]X€v. — Arist gen. an. 2, 7 : ol di kiyovteg %giq)eo&ai %d naidla iv 
Talg varigaig dia %ov aagxldiov xi ßddkkeiv ovx ogd'wg kiyovaiv. 

Die Entwicklungsgeschichte der anlautenden Consonantenverbindung ßd 
ist in keiner einzigen Form ganz verständlich. Fick (1^, 405) stellt in 
überkühner Weise ßddkkeiv zu einem gemuthmaassten gele- (,schlingen' »») 
,saugen, melken' und dazu weiterhin auch geige- ,melken^, mit dem er 
ydkaxx' ,Milch' (Seite 56) in Verbindung bringt 

ßöieiv ,einen leisen Wind lassend 

Ar. Bitter 898: iva . . . ßdiovxeg akki^kovg uTtoxxelveiav ol dixaaxaL 
900: ov ydg to^' vfielg ßdeofieroi di^nov yävea^e nvggoL] Plut 693: vno 
xoi diovg ßdiovaa dgifiixegov yakr^ig, 703: ov kißavwxbv ydg ßdiw. 



92 Griechische Etymologie. 

Nikarch. (in Anth. 11, 242): av dvvafiai yvcSvai, tzotbqov xaLvBi JioduiQogy 
iq ßdiaev (so zu lesen statt ßdija^). 

Ans *ßdia''€iv, wie sich namentlich ans der Anfiihmng bei Snidas 
ßdhwad'ai* kxi^evovo&at Trjv xoillav arjfialvei, ov %6 TciQÖeo&ai, die anf 
ein altes ^ßdiawad-ai zurückweist, entnehmen lässt Weiterer etymolo- 
gischer Zusammenhang ist nicht klar. 
ßösl'ööaBad'ai ,Ekel empfinden, verabscheuen^. 

Mehrfach bei Aristophanes, so Ach. 586 : ttjq x€q)aXijg vvv (jiov laßovf 
SV l^Efiiaoi^ ßdelvTTOf^ac yag tovq l6q>ovg. Bitter 1288: octiq ovv toi- 
ovTOv ävÖQa fifj aq>6dQa ßdeXvTTevai. Wolken 1133: f]v iyd fiakiara 
naawv fjfiBQwv didoixa xa2 7tiq>Qixa xal ßdekitrofiau Wespen 792 : Itt^ 
^x€ %Q€lg Xonldag fioi Keatgitav* ndyd ivixaip*' oßokovg yaq (pofir^v 
laßelv x(fTa ßdekvx^elg oaq>Q6^Bvog l^iTtwaa. Lys. 794: %ag yvvalxag 
ißäekvx^' — Dazu: ßdeXvx-TQOTto-g ,von ekelhafter Art, widerlich*; 
Aesch. Eum. 52: artvBQol ye firjv löelv ovrai (die Eumeniden), ^ilaivai 
d* kg ro Tcav ßdekvxTQonoi. — ßdekvxQo-g jCkelhaft'; Epicharm. (bei 
Athen. 7, 321, D) : OTcaroqxiyoi aakrtai ßdeXvxgaL 

Ob Zusammenhang besteht mit dem Vorausgehenden? Dass im aa (aus 
*K} oder xi?) ein alter Guttural aufging, ergiebt sich aus den oben ange- 
führten passivischen Aoristformen ißdeXvx^rj (Ar. Lys. 794) und ßdelvx^elg 
(Ar. Wespen 792). — Aus ßdeh/x-Tgomo-gy mit dem Schlusstheil rgofto-g 
yAit und Weise* (Aesch. Ag. 1063: vgonog de &rjQdg dg veaiQitov)^ ist 
vielleicht ein adjectivisches *ßdelvx6'g ,ekelhaft* (?) zu entnehmen, aus dem 
ßöeXvoaea&ai möglicher Weise immittelbar hervorging, wie zum Beispiel 
fiaXaaaeiv (zunächst aus ^ixaXayJEiv) ,weich machen* (Soph. Aias 589; Enr. 
Alk. 774) auf fiaXcnco-g ,weich* (IL 9, 618: Od. 3, 38) zurückführt Mög- 
licher Weise lag auch ein adjectivisches *ßöiXvxo''g zu Grunde; dann 
würde sich beispielsweise vergleichen lassen fiellixo-g ,milde, freundlich^ 
(II. 17, 671; 19, 300; 24, 739), das dem abgeleiteten fiBdlaasiv (zunächst 
aus *fi€iXlxJ€iv) ,milde machen, erfreuen* (IL 7, 410; Od. 3, 96 — 4, 326) 
zu Grunde liegt. 
ßöeXvQö-g ,Ab8cheu erregend, ekelhaft*. 

Ar. Frösche 465 : o) ßdeXvgi xdvaloxvvre xal ToXfirjgh ai/ xal fiiagk xal 
rca/jifilaQ€ xal ^iagiixaze. Ach. 289 : dvalaxvvrog el xal ßdeXvgog, tu 
TtQodota Trjg Tcargldog. Wespen 914: tiioiyi rot tvgov xmiajov agzitog 
kvriQvyev 6 ßdeXvgog ovTog. Plato Staat 1, 338, D: ßdeXvgog yag el, iqfijy 
(ü IwxQoteg. — Dazu: ßdoXo-g (siehe Seite 93). 

Steht in nächstem Zusammenhang mit dem Vorausgehenden. Die Suffix- 
form wie in xafcvQo-g ,trocken* (2, Seite 245). Vielleicht darf man als 
nächste Grundlage ein *ßdeXv- ,Gestank*(?) vermuthen. 
ßöiXXa ^Blutegel*. 

Hdt. 2, 68: to arofia %v5o^ev (pogiei rcäv (zeatov ßieXXiiüv • . . . o 
TQOxlXog iodvviüv ig ro atofia avtov (d. L xgoxodeiXov) xaranlvei %cg 
ßdiXXag. Theokr. 2, 56 : ^^a;^ aviaqi^ %L fiev fiiXav he XQ^^S ol(ia kfiq>vg 



Griechiache Etymologie. 98 

WS lifiyoTiS Sfeav hc ßdikla TtitwxaSj Strabo 17, 3, 5: ev notafitp di tivi 
(in Manrnsia) yewaa&ai ßdäXkag ImaTtrixetg, xcetaterQtjfiiva ix^vaag to 
ßQoyxLa öi wv avartväovai. 

Ans *ßdikjay wie zum Beispiel n^ikka ,Melkgefäs8, Trinkgefäss' 2, Seite 
675} aus *niija. Zugehörigkeit zu ßddkkeiv ^melken, saugen' (Seite 91) 
liegt auf der Hand. 
ßöiXXio^y Name eines Harzes. 

Diosk« ly 80: ßdikkiov .... danQvov iaxi öivdgov oQaßixov' doxifiov di 
ioTiv avvov vo %jj yevaei tcuhqov, diavyig, ravgoiiokkwdeg, (Plin. 12, 35 : 
vidna est Badriäni, in gvä hdeUium laudäiissimum. Arbor nigra est 
magnitüdine oleae). 

Ohne Zweifel nngriechisch. 
ßöoka-q yOestank einer erlöschenden Lampe oder eines heimlichen Windest 
Elym. M. 192, 39 erklärt fi dvawdla %ov kvxvov xal ^ ftoQÖi^. Eom. 
Bmchst Anon. 781: tov ßdökov d* ovx Motiv ^ig ^Ig vTtoarijyai 6v- 
vaiT * av. 

Gehört zu ßdekvgo-g ,Abschea erregend, ekelhaff (Seite 92), zuerst ver- 
muthlich ,stinkend^ 
'ßö'öeiv ,ver8enken', ist zu entnehmen aus dem zusammengesetzten aki- 
-ßdveiv ,ins Meer versenken', dann überhaupt ,yer8enken' (Eallim. Bmchst 
269; Lyk. 351), als alterthümUche Nebenform von dv- ,sich wohinein be- 
geben, eindringen' (siehe später). 
ßöifXXBiv (aus *ß3vij€iv) ,(yor Furcht) einen heimlichen Wind lassen, fürchten'. 

Ar. Bitter 224: xal yag o% %s Ttkovaioi dedlaaiv avrdv 8 ve Ttirrjg ßövk- 
kei kecig. Lys. 354: vi ßdvkke&^ '^f^ig'j Luk. Lexiph. 10: uSare iv deofiolg 
UV VTt'ißävkki TB 6 KCModalfiiov vnb tov diavg xal nogdakiog rjv» 

Hesych erklärt ßdvkkeiv' dediivai, TQifiecv. ^ ßdelv. Man darf nahen 
Zusammenhang mit ßdoko-g ,6estank' (Seite 93) vermuthen. 



ßt^-eiv jschreien', vom ühu (siehe unter ßvy-- Seite 86). 

ßö^a ,Uhu'. 

Eorinna (Bmchst 32) und Nikandros (Bmchst 55) nach einer alten An- 
führung, in der es heisst: avTag ^EQfi^g axpaftevog tjj ^aßdip fistißakev 
eig oQvid'ag' xal avTWv f^ giiv iyivero wxtegig, tj dk ykav^j ^ öi ßv^a. 
Gehört zum Vorausgehende und wird also entstanden sein aus *ßvyja 
ganz wie zum Beispiel q>vZa ,Fluchf^ Schrecken' (IL 9, 2; 14, 140; 15, 632) 
aus *q>vyjay weiterhin aber darf man auch wohl Zusammenhang mit ßvä-g 
,ühu' (Seite 77) nicht bezweifeln. 

iJögijr ,vollstopfend'. 

Thuk.4, 8: Tovg fihv ovv MoTckovg Talg vavalv agrinQWQoig ßv^rjv xkfjaeiv 
efiekkov» Arr. an. 1, 19, 3: xaToi to CTOfia tov kifiivog tjneQ to OTevtaTa- 
TOV Tjv dvTi7tQ(pQovg ßv^fjv Tag TQirjQeig CQfilaavTeg. Luk. Lexiph. 4: 
diog lati iv kovTQl(p djtokovawfied'a xononiv twv KaQifiavTwv fiSTa Toi 
avqq>axog ßv^rjv woTi^ofievoi, 



94 Griechische Etymologie. 

Ging von ßva- ,voll8topfen' (siehe Seite 102) aus und gehört zu den Ad- 
verbialbildungen nach Art v6n ßadriv ,sehreitend, gehend* (Seite 90). Wie 
aber diese alte Formen auf d/ijy {dfitpadlrjv ,öff entlich* II. 7, 196; 13, 356; 
Od. 5, 120; axeöLriv ,nahe* IL 5, 830) zur Seite haben, so darf man wohl 
vermuthen, dass ßv^riv aus einem alten *ßvdjriv {*ßvadjr]v?) hervorgegangen 
ist Seine Entstehung aus altem *ßvadr]v ist wenig wahrscheinlich und 
wird insbesondere das Hervorgehen von ^ aus ad durch das in dieser 
Hinsicht oft herangeholte ^^va^ß ,nach Athen* (Ar. Vögel 301) keines 
Weges sicher erwiesen. Haben doch zum Beispiel auch ega^e ,zur Erde 
hin* (II. 12, 156; 16, 459; 17, 619) und ^«^"0^« ,z" Erde hin* (II. 3, 29; 4, 
419; 5, 111) jenes suffixale ^e, das in ihnen doch durchaus nicht aus ad 
entetanden sein kann. 
ß^7(r ißriaaeiv (aus ^ßrixJBiv) ,husten*. 

Hdt. 6, 107: %al ol tavta öUtcovtl knijl.d'B maQBlv tb xat ßq^ai fxitfiv 
7] (ig ^üßd'BB .... &cr [rcJv oöovrwv] iKßalkBi V7to ßlrjg ßi^^ag. Ar. Ekkl. 
56: 6 yag dvrjg Ttjv vvx&* okrjv ißrjTTB, Xen. Kyr. 2, 2, 5: TtQoaB/toiovfztjv 
ßri%xBiv' ovdk yciQ aihog idvvafitjv %6v yiXana xaroaxBlv, — Dazu: ßrix^ 
(ßri^ ,Husten*; Thuk.2, 49: TtTOQfiog xal ßgdyxog kn:BylyvBto, aal iv ov 
Tcokhp XQ^'^V ^>^ccTißacvBv ig ra an^&rj 6 Ttovog fiera ßfffpg Laxvqov. 
Theophr. Pflanz. 3, 18, 3: ? t« naXlovqog .... xQ^vrai d' aiv(p nqog rag 
ßrjX^iS ol iccTQül TWTtTovxBg. — ßfjx^o-v (siehe besonders). 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht gefunden. 
ß^X^O'V ,Huflattich*. 

Diosk. 3, 116: ßrjx^ov [. . . 'Pwfiaiot Tovaikayo} . . .] q>vkJLa ^bi ofÄOia 
xiaa(^j [XBiCjova d^ . . . . tck q>vXka . . . vftodvfiiw/iBva di S^ga slg afco- 
xaTtviafiov, rovg vtco S^gag ßrjxog xal ogO'OTtvolag oxkovf^ivovg ^BgajcBVBu 

Gehört zum Vorausgehenden, wurde als hustenstillend benannt 
ßa(p' : ßdnTBiy (aus *ßag>JBiv) ,eintauchen*; ,färben*. 

Od. 9, 392 : wg d^ 0% ' dvfig x^^^S nikBxvv (liyav rjßi axixagvov bIv 
vdart tpvxgv ßcLTtTfj. Aesch. Prom. 863 : dldijxTOv iv aq>ayalac ßdxpaoa 
^Itpog» Soph. Trach. 574: fiBkayxokovg ißaxpBv iovg d-gipi^a ABgvalag 
vögag. Hdt 2, 47 : ijv vig xpavaji ovtwv Ttagiaiv vog^ cniroiat liiaxloiai 
an 03V %ßa\pB kiovtov ßag iTtl rov norafiov. Eur. Hek.610: hzßovaa 
TBvxog . . • ßdipaa* (,eintauchend schöpfen*) Hvb/xb devgo novriag dljog. — 
Hdt 7, 67 : 2agdyyai dk B^fiara fikv ßBßafi^dva ^owBg. Plat Staat 4, 
429, D : ol ßag>Big, inBtddv ßovkrjd'wai ßdtpat igta (Sav ' bIvoi akov^a. 

— Dazu: ßatpri ,das Eintauchen*; ,Färben*; Aesch. Ag. 612: 01;^' olia 
zigipiv ovd' knikpoyov q>d%iv akkov ngog dvdgog juakkov rj x^^ov ßaq>dg, 

— Aesch. Ag. 238: xgoxov ßaq>dg ö* ig nidov x^ovaa. 

Altn. hvefja ,eintauchen, untersinken* (nach Fick 1^, 399). — Dazu: mhd. 
er-qudfen ,ersticken* (in Hartmanns Gedicht vom Glauben. Jak. Grimm 
in Haupts Z. 5, 240). 

Altind. gäbhtrd' ,tief*; BV. 3, 32, 16: nd tvä gdbhirds . . sindhvu na 
ddrajas pari sdntas varanta ,nicht hielten dich auf der tiefe Strom, nicht 



Griechische Etymologie. 95 

umgebende Berge'. — Dbzu: gänibhan- ,Tiefe, Grund' (VS) ; — möglicherweise 
auch gäh (aus *gäbh? doch siehe unter ßa^-g) ,einiauchen, tief eindringen*. 

Altostpers. gativi- ,tief , in gaitoi-vafra- ,tiefen Schnee habend*. 
ßa^^-q ,tief ; mehrfach auch in übertragener Bedeutung. 

11. 1, 532: fj fikv ineiza elg aka ahso ßad'Biav. IL 7, 341: exToa&ev de 
ßa&elav oQv^ofiO iyyv^i %a(pQov. H. 8, 14: rjxt ßa&iazov vno xS-ovog iart 
ßiqe&QOv, 11.5,587: %vx^ Y^Q ^' dfzaS-oto ßad'elijg. 11.5,555: Xiovre 
dv(o . , . hQaq>iz7iv vno fiT]TQl ßa&elrig zaQq)iaiv SXfjg. IL 2, 147: wg d^ 
ore xivijcr] ^iq>vQog ßadv hfiFiov il&tiv. — IL 11, 356: ^iq)VQog . . . ßad'elji 
kalXaTti TVTttwv, IL 19, 125: %ov d' axog ö^v xara q>Qiva Tvipe ßa^eiav. 
Pind. Pyth. 4, 207: ig de xlvdwov ßa&vv lifievoi. — Dazu: ßa^og- 
,Tiefe*; Aesch. Prom. 1029: nqlv av d'ewv rig . . . d-eXriar) 't elg avavyrjvov 
iJLoleiv ^Idiöriv xvetpala %* afjiq>l Tagzagov ßddTj, Hdt 5, 9: rovg dh %7t- 
ftavg avTcSv elvai kaalovg anav %6 aaifia xal iTct rcevre daxTvlovg t6 
ßad'og TcJy xqlxwv. 

Altind. gäh' ,eintauchen, tief eindringen*; RY. 9, 3, 6: aishär . . . apäs 
daivds vi gdhatai ,dieser Oott taucht sich in die Wasser*; — Dazu: das 
Particip gädhd' (für "^gähtd-) ,worein man sich taucht* (Bagh.); ,tief ein- 
gedrungen, fest angedrückt, befestigt* (Mbh.); ,heftig, stark* (Mbh.); — 
femer gähd-s ,die Tiefe, das Innere*; RV. 9, 110, 8: diväs ptjü'eham . . . 
mahds gähä't diväs ä' nis adhukshata ,des Himmels Nass haben sie aus 
des Himmels grosser Tiefe heryorgemolken*. 

Die Zusammenstellung mit altind. gäbr beruht auf der Vermuthung, dass 
letzteres aus älterem "^gddh hervorgegangen ist Nach der geläufigeren 
im Ganzen aber doch weniger wahrscheinlichen Ansicht ging es indess 
aus älterem "^gAbh hervor, in welchem Fall es zum vorausgehenden ßatp- zu 
stellen sein würde. — Zur weiteren Beurtheilung des Wortes ist beachtens- 
werth, dass neben ßa&og- ,Tiefe* noch ein gleichbedeutendes ohne Zweifel 
nah zu ihm gehöriges ßiv»og' (H. 1, 358; 13, 21 ; 18, 38; Od. 17, 316) liegt, 
ein Nebeneinanderliegen, wie es ganz entsprechend schon in Tta&og- ^Leid, 
Schmerz, Missgeschick*, dann auch ,Leidenschaft^ (2, Seite 538) und 
niv^og- ,Leid, Kummer* (2, Seite 577) zu beobachten war. 
ßad-vyiaXo-q, von dunkler Bedeutung. 

Nur Aesch. SchutzfL 859 : ayeiog kyw ßa&vxalog ßa&Qeiag yiqov , also 
an einer Stelle voller Schwierigkeiten, da auch Syet^og und ßa&qelag 
nicht verstandlich sind. 

Enthält neben unverkennbarem ßa^v-g ,tief (Seite 95) als erstem Theile 
einen ganz dunklen Schlusstheil, in dem indess ein substantivisches Wort 
zu vermuthen ist 
ßa»tiö'q ,Tritt, Stufe, Schwelle*. 

Soph. Bruchst 1026, 5: rcexvg dk ßad'iiolg vviLig>ixolg iTteaTa&rj 6 fioixog» 
Plut Rom. 20: ^xei . . . ^PwfivXog ök nagd tovg keyo/iivovg ßad'piovg xaXfig 
dxr^g. — Dazu: ßa&filö- (ßa&filg) ,Stufe,. FussgesteU*; Pind. Nem. 
5, 1: ovx dvdQiavTOfcoiog elf>i\ S^ax IXivioovxd ii igyd^ea^ai dydXfAoz 



96 Griechische Etymologie. 

ift ctvTccg ßad'fildog iaraoza. Pyth. 5, 8: av %ol wr ycXvTag attSvog 
oKQütv ßad'fildtjv ano ovv evdo^ltf fieravlaaeau 

Oing von ßav- ySchmten, gehen^ (siehe Seite 103) aus. Die Soffixform 
wie in axa^ixo-g ,Stand, Viehhof (IL 2, 470; 5, 140; Od. 14, 358), ,Thür- 
pfosten^ (IL 14, 167 <» 339; Od. 4, 838) und zum Beispiel auch in agid'fjio-g 
,ZahP (1, Seite 261). 
ßd9'ifO'V ,Stufe, Schwelle, Fassgestell'; ,OnindlageS &^ch mehrfach in Aber- 
tragener Bedeutung. 

Hdt 1, 183: ivd'a ayak/ia f^iya tov Jiog .... xal %6 ßa&qov (,Fa88- 
schemelO ol %a\ 6 &Q6vog XQ^^^og kari, 7, 23: ivegoi dk ftaQedldoaav 
TOV aiel i^oQvaaofievov j^ofy akloiai xatvTteq&e iatetüai inl ßad-Qtav 
(yStufen, Absätzen'). Plat Prot 315, C: xa&tjfievov ... iv S^Qovtp' Tcegi 
avTov d^ kxa^vTo i^ti ßa&Qwv (,auf Schulbänken^ ^Eqv^Lfiaxog • . . 
317, D: avtoL re dvrihxßofievoi vwv ßa&qwv %al Ttav xkivtüy xareaneva' 
^ofiev ftagoL %(p 'iTtTtlif. Eur. EykL 352: aq>lyfiai xattl xivdivov ßa&fa. 
Aesch. Pers. 812: daifiovcjv d* Idgvfiata jtQÖQQi^a q>vQdrjv i^avia%Qa7t%aL 
ßa&Qwy. Hdt 5, 85: to ayakfiaza zctvta wg ag)eTiQwy ^Jiwv iovxa iicei' 
Qiovto ix TcJy ßad-gwv k^avaanäv. 2, 176: krtl dk Ttß avT(fi ßa&gq^ 
kaiäat Al&iOTtixov lovteg kld-ov ovo xokoaaoL — Pind. OL 13, 6: iv %^ 
yaq Euvo/ila vaUij xaalyvrjTal re, ßa&QOv Ttoklotv da(paXig, Soph.AiaBl35: 
Tekaficivu nal^ xffi a(i(piQV%ov Sala^ivog ^(ov ßad-qov ayx^akov. — 
Dazu: InL-ßa&QO'V (,Mittel zum Aufsteigen^ d. i.) ,Einsteigegeld'; Od. 
15, 449: xal öi xev alk^ inlßad-Qov iydv i&ikovaa ye doltjv. — dno- 
'ßd&QTi ,Schiffsleiter'; Hdt 9, 98: nagaaxevaaafievoL wv ig vavfiaxlfjy 
xal dfcoßa&Qag. 

Ging auch aus von ßav- ,schreiten, gehen' (siehe Seite 103). Das Suffix 
wie in Tig^gov ,das Aeusserste' (2, Seite 796), ^iße&go-v yStrömung' (IL 
2, 461 ; 533) und sonst So war die erste Bedeutung ,Mittel des Schreitens, 
des Auftretens, Gregenstand auf den man tritt oder treten kann'. Das 
Suffix des weiblichgeschlechtigen dfto-ßd&gri wiederholt sich in x^c- 
fjid&gä ,Hängematte' (Ar. Wolken 218), dXivd^&gä ,Wälzplatz, Tummel- 
platz' (Ar. Frösche 904) und sonst 
ßöd'Qo-q ,Grube, Vertiefung'. 

Od. 6, 92: ateißov d' iv ßo^gotai »oFüg. Od. 10, 517: ß6»gov ogv^ai 
ooov TB rcvyovaiov %v^a xal %v&a, IL 17, 58: ik&(av d' i^aftlvrig avefiog 
^vv kalkaici Ttokkfj ßo&gov t' i^iorgexpe (nämlich igvog . . . ikaLßrig). 
Xen. an. 4, 5, 6: tvx^a de to Ttvg ixdezo diaTrjxofiivi]g Trjg xiovog ßo&goi 
iylyvovTo fieyakoi. — Dazu: das gleichbedeutende ßo&vvo-g. Solon 
(nach Bekk. an. 85) : ßo&vvov . . . . 26k(ov i(pri iv %olg vofioig. Kratin. 
Brachst 210: dkV cnlutaiv iv x^QV ^^ ßodvvov livai. Xen. Oek. 19, 3: 
ßodvvovg fiiv yag oYovg ogvrxovat roig qtvzolg old^ ovi iogctxag. 

Lett bedre ,6rabe'; — litt bedu ,ich grabe' (Nesselm. nach Szyrwid); 
hadyti ,8techen, stossen', 

Altslay. hodo .ich stechet 

C ' 



Griechische Etymologie. 97 

Dazu zu gehören scheint auch lat f ödere ^graben', ^durchstechen^ (Plaut 
most380: igitur demum f ödere puteum, ubi sitis fauces tenet] Cure. 
128: mihi qvoqve stimulö f ödere luhet te)j so wie weiter noch ags. beadu 
,Eampf^, so dass also ein zu Grunde liegendes altes *bhodh anzunehmen 
sein würde. Aber warum entwickelte sich dann nicht anlautendes 7t, wie 
zum Beispiel in 7Ci&-, ^Vertrauen gewinnen, sich überreden lassen^ (2, Seite 
539) dem lat fidere ,yertrauen^ gegenüber, als deren gemeinsame Grund- 
lage altes *bhidh angenommen werden durfte? — Die Suffixe wie in 
ytlvöuvo-g jGefahr' (2, Seite 323) und zum Beispiel in xoTcgo-g ,Mist, Eoth' 
(2, Seite 249). 
ßv&ö-q jTiefe', besonders ,Meerestiefe'. 

Aesch. Ch. 507 : q>€XXol d^ wg ayovai öUjvov, tov ht, ßvd'ov xkwoTrjga 
ati^ovreg klvov. Prom. 432: arivei ßv&og. Bruchst. 464, 10: TQifiei ö* 
oQTj xai yaia xai Ttekwgiog ßu&og &aXaaarjg. Soph. Bruchst 1027,6: 
g)QOvöog (ihv taxat xvfjiaxiav anag ßv&og, PhiL 783: ara^ei yctq av ^oc 
q)oLvLOV rod* ix, ßv&ov xrjxiov al^ia. 

Ob der vielfach angenommene Zusammenhang mit nvd^ixiv- ^unterster 
Theil eines Dinges, Boden' (2, Seite 542), dem lat fundo-s ,Grund, Boden' 
(Verg. Aen. 2, 419; Plaut Cure. 36) nahe gegenübersteht, wirklich besteht? 
Dann würden sich aus zu Grunde liegendem altem *bkadh zugleich Formen 
mit anlautendem 7t und solche mit ß- entwickelt haben, eine Annahme, 
die immerhin einiges Bedenkliche hat 
ßäaavo-q ,Probir8tein'; ,üntersuchung'. 

Pind. Pyth. 10, 67: TteigtSni dk xal XQ^<^og iv ßaadvtp Ttgirtet xai voog 
OQ^og, Bruchst 122, 13: dtda^aficv xqvaov xa&aQ^ ßaoav(p. Theogn. 450: 
eifQtjaeig ii fie Ttäaiv %7t Sgy/iaaiv wOTteg a7teq>&ov xgvaovy igvd'Qdv 
iöely xgtßoixBvov ßaadv(p. — Soph. Oed. Eol. 835 : tox^ elg ßdaavov el 
XBQwv (ähnlich Vers 1297: ovt^ elg ^ikeyxov x^^Q^S ovo* Mgyov iioXiu.v), 
Hdt,8, 110: TOloi irtlatevae aiyäv ig Ttäaav ßdaavov aTtixveofiivoiaL, 
Plat Gorg. 487, E: idv zi av iv volg loyoig ofioloyi^afjg fioi, ßeßaaavia/ii' 
vov TovT^ 7]dr] iarac Ixaviug V7t* ifiov xe xal aov, xal ovxivi avxd detjaei 
iTt äi.Xr]v ßdaavov dvaq>iQ€iv. 

Dunkler Herkunft; yermuthlich ungriechisch. 
ßdai-q ,daä Schreiten, Gang" ; dann auch ,Fussgestell, Grundlage' (eigentlich 
,worauf man geht oder gehen kann'). 

Pind. Pyth. 1, 2: xQ^^i^ ^ogfiiy^ .... xdg dxovei fiiv ßdaig (,der Tanz- 
schritf), dylatag dgxa. Aesch. Ch. 452: di' ävwv dk avvxixQatve fivx^ov 
V^^XV VQ^yoiv ßdaei. Soph. Aias %\ ev dl a* ixq)iQ€i xvvog Aaxaivrig 
wg tig evQivog ßdaig. Aias 42: rl d^ra Ttoi/ivaig T'qvd' iTtBfXTtlTttet ßdaiv; 
Phil. 691: ovx €xu)v ßdatv (,der nicht gehen kann'). — Plat Phaed. 112,B: 
^ d' alxLa iaxl xov ixgeiv xe ivxev^ev xal eiageiv Ttdvxa xd ^evfiaxa, 
oxi 7tvd'fiiva ovx ^x^i ovdk ßdaiv x6 vyqbv xovxo, Tim. 53, C: ^ öe dgS'ij 
xijg iTtiTtiäov ßdaewg ix xQiydvuv avviaxrjxe, Alexis (bei Athen. 11, 472, A): 
xgaxiJQ . . • . oV laßwv iyd . . . daq>ak^ ßdaiv axrjaag. Theophr. sens. 83 : 

Leo Meyer, Qrieohisohe Etymologie. IQ. 7 



98 Griechische Etymologie. 

vfceUeiv dk ro fxinQav ^ov ßaaiv. Polyb. 1, 48, 9: äate xal tag ßaaeig 
1WV fCVQywv %al %a aTürttj töJv ngiuiv VTto xov nvgog a%QBiio&i\vau — 
Dazu: 'ex-ßaai-g Ausgang, Stelle zum Herausgehen*; Od. 5, 410: «<- 
ßaaig ov njfi tpalved'^ aXog noXiolo d-vqatB. 

«B Goth. -qvumihi' jKunft* in ga'qvumtfii' ,Zu8ammenkunft, Versamm- 
lung* (Matth. 5, 22; 6, 2; 5; 9, 35; 4, 15; Job. 16, 2; 18, 20); — nhd. Kunß, 
Än-hn/nft, Zurkimft; künftig. 

«> Altind. gdti'8 yGang*; RV. 5, 64, 3: jdd nünäm agiä'm gdtim miträsja 
jäiäm patha ,da88 ich nun einen Gang erreiche, möchte ich gehen auf 
Mitras Pfade'. 

Ging aus von ßav ,schreiten, gehen' (siehe Seite 103). Seiner ganzen 
Bildung nach vergleicht sich am Nächsten rdoi-g ,Spannung, Ausdehnung' 
(2, Seite 766), dessen Verbalgrundform auch den Nasal enthielt. 
ßaaiXe6-q ,Eönig, Machthaber^, in der alten Sprache auch bisweilen adjec- 
tivisch (fköniglich., mächtig*) gebraucht, so in Verbindung mit anderen 
Substantiven, wie IL 3, 170: ßaaikijßi ydq dvdgl ßlFouev und Od. 24, 253: 
ßaaikijfi ydg ävdgl ßißoixag oder Od. 20, 194: Jrißoine äifiag ßaaiktjfi 
ßavcacTiy und in Steigerungsformen, wie ßaaiXevreQo-g (11.9,160; 392; 
10, 239; Od. 15, 533) und ßaaikevraro-g (ü. 9, 69). 

IL 1, 277: flirre ai5, Ilrikeßldf], &i3L^ igi^ifievai ßaaikrjfi dvrißlrjv, kftel 
ov no&^ ofiolrig ififioge vifi^g axtjTcooxog ßaa^keig, ip te Zeig xidog 
l'Jcüxev. IL 2, 205: ovx aya&dv ftokvxoiQavlrj' slg xolQovog iatw, elg 
ßaaikevg, IL 4, 96: naai di xev Tgtieaat x^Q^^ ^^^* xväog agoio, Ix 
TtdvTwv dk iidXiaza Idke^dvdgtp ßaaik^ßi. Od. 8, 390: dtidexa ycg xavd 
ö^fjiov dgingeTtieg ßaaikrjßeg dgxol xgalvovaiv, xgiaxaidixatog d* iyuß 
avTog, Od. 18, 64: ^eivodoxog ixkv iyoiy, irtl d^ alveerov ßaailf^ßegj 
^Avxlvoog re xal Eigvfiaxog. Od. 1, 394: äXk' t] rot ßaatkijßeg JäxaiFwv 
elal xal akkoi Ttokkol iv dfiq>idk(fi ^l&dxjj. 

Etymologisch noch nicht aufgeklärt Ohne Zweifel gehört es zu den 
zahlreichen abgeleiteten Bildungen auf ev^ wie lu^ei-g ,der mit Bossen 
{^Ttno- 2, Seite 30) zu thun hat, der Streiter zu Wagen* (IL 2, 810; 11, 
151), Ttofinevg ,der mit Begleitung {rto^Ttri IL 6, 171; Od. 7, 193) zu thun 
hat, Begleiter* (Od. 3, 325; 376; 13, 71) und anderen. So darf man als 
seine nächste Grundlage etwa ein *ßaaiko'' ,Macht(?), Herrschaft (?)* muth- 
maassen. Wegen der weiteren Bildung schafft vielleicht das vorausgehende 
Wort Belehrung. 
ßaöwCä^qj Name eines Gebäcks. 

Semos (bei Athen. 14, 645, B): kv rfj v^g ^Exdviqg vi^aq) tjj "Igiöi Movai 
Jjqkioi Tovg ßaawiag xakovfiivovg, iatlv ök kq)&6v nvgivov, a%aig avv 
liikiTt xal Ta xakoviiBva xoxxwga iaxccg xal xdgva zgLa, 

Dunkler Herkunft Vielleicht ungriechisch. 
ßaöodqä ,Bakchantinn*; dann überhaupt ^liederliches Weib*. 

Kallixein. (bei Athen. 5, 198, E): fiBjd de Tavrag Maximal ai xakovfievai 
Mifxakkoveg xal Baaadgat xal AvöaL, xaraxexvf^^vat rag vglxag xal 



Griechische Etymologie. 99 

katetpavwfiivoLi rivkg fihv oq)€Giv, ai di filXaxt Kai d^ftiXip xalxiaa (p. 
— Lyk. 771 : 17 öh ßaaaaqa (von der Penelope), aefivwg xaatjQevovaa xot>- 
kavel dofiovg. 

Ohne Zweifel nngriechischen Ursprungs. 
ßaaaäqio-Vj ein libysches Thier. 

Hdt 4j 192: mal ßaaadgia Tcal vatvai xal vOTQixeg Toaavra (xiv 

wv &i]Qla 17 vciv vo^adwv uicßviov yq bx€i* 

üngriechischen Ursprungs. 
ßddTi'Hv jSehreiten, gehen*; vereinzelt auch causativ ,gehen machen, führen* 
(II. 2, 234 : oidh FiFotxBv dgxov iovxa xaxcJv krtt'ßaaxifxev vlag '-^x^^^^) 5 
begegnet nur in einigen präsentischen Formen. 

11.2,8: ßdax" %^i, und ebenso noch 11.8,399: 11,186; 15,158; 24, 
144 und 336. Aesch. Pers. 662: ßdaxe Tcdteg axaxe Jagidv. Ar. Thesm. 
783: ßdaxe%\ irteiyere ndaagxad'^ odovg, IL 11, 104: *'Avriq)og av naq- 
-eßaaxe (,schritt zur Seite, stand zur Seite auf dem Streitwagen*) Tcegi- 
xXpTog, Ar. Vögel 486: (Sa^teg ßaaikevg 6 fiiyag dia-ßdaxBi, 

= Altind. gdch-ati ,er geht*; EV. 10,86, 12: havis prijdm daivdishu 
gdchati ,das liebe Opfer geht zu den Göttern*. 

Altostpers. gdgaiii ,er kommt*; auch nur präsentisch gebraucht 

Alte präsentische Bildung zu ßav- ,schreiten, gehen* (siehe Seite 103). 
ßäöxavo-q ,verleumderisch*. 

Ar. Ritter 103: irclnaOTa (,Salzkuchen*) i^l^ag drjfjuoTegad-' 6 ßdaxavog 
giyxei iie&vuiv. Plut 571: dXX* ov tpevdei tovtwv y' ovdiv, xalneg 
aq)6dga ßaaxavog ovaa. Plat. Ax. 369, A : dijfiog ydg • . • dxdgiaTov, dxfjl- 
xogov, ojfÄOv, ßdoxavov, dn:aldevTov. — Dazu: ßaaxaiveiv (aus *ßaa- 
xdvjeiv) , verleumden* ; ,übles anreden, behexen*; Dem. 8, 19: XQ^ i"« ^^' 
ovx .... TavtTjv (nämlich övvafiiv) ßaaxaiveiv xal diakiaai Tteigda&ai. 
18, 189: 6 dk (nämlich 6 avxoq)dvtrig) acyijaag ^vlx* ^dei kiyeiVy av zi 
övaxokov avußij^ tovto ßaoxalvei. — Arist probl. 20, 34: dioti ßaaxal- 

vea&ai öoxovai Idßgcjg ia^lovreg iTttliyovai yovv, o%av v^g avrijg 

Tgarci^r^g Idltf tl ngoag>ig(üVTai, fieraöidovzeg ,Yva firj ßaaxdvrjg fie\ 
Theokr. 6, 39: Mg (xri ßaaxav&tS öi, rglg elg i^ov %7CTvaa xoXnov. 

Das Suffix wie in Uzavo-g ,flehend* (Aesch. Schutzfl. 809), dd^tavo-g 
jversch wenderisch* (Thuk. 5, 103; Plut mor. 624,E), xdyxavo-g ,trocken* 
(2, Seite 308). Das innere ax ist wohl urspriinglich prSsensbildend, und 
so gehört hieher wohl das von Hesych angefüluie ßdaxsiv ' Uyeiv^ xaxo- 
loyelv, xal avlazaa&ai. Das letztere (ßdaxecv aus *ßdy-ax€iv?) könnte 
möglicher Weise sich an ßay- : ßd^eiv ,sprechen* (Seite 86) anschliessen. 
ßaöxa-q (bei Arist Thierk. 8, 48 ßdaxag geschrieben), Name eines Vogels, 
wahrscheinlich einer Entenart. 

Ar. Vögel 885: i]a&7}v .... xal iXe^ xal ßaax^ xal ilaa^ . . . Arist 
Thierk. 8, 48: twv de azeyavoTtodwv %d fihv ßaginega Ttegl Ttoxafxovg xal 
Xlfjivag latlv, olov xvxvog . . . IVt ßdaxag (andere Lesart ß6axag\ ofioiog 
fikv vrjTTi], To dk fjiyed-og IActttwv. 

• - ar* '■ 



100 GriechiBche Etymologie. 

Etymologisch unbestimmbar, da auch die üeberliefemng in Bezog auf 
die Fonn schwankt Vielleicht gehört dazu auch ßoay,dd- (ßoaxag^ von 
dem bei Athenäos (9, 395, D) unter der üeberschrift viJTTai (pSntenO ge- 
handelt wird; es heisst dort: twv dh ßoanadwv xakovfiivtov 6 fiev Sqqtjv 

xazdyQaq)og iari di xal akXo yivog ßoaxadtav fxei^ov fikv vijvnjg, 

MXoTTOv de x^vaXwTcexog. 
ßaard^eiv ^ Bewegung setzen, aufheben, tragen'; ,anfaBsen, berührend 
Mehrfach auch in übertragener Bedeutung. 

Bei Homer nur an zwei Stellen. Od. 11, 594: 2lavq)ov .... käfav 
ßaOToCpvxa Ttehogiov afig>otiQ'jfjaiv. Od. 21, 405: ovrlx iTtel fiiya to^ov 
ißdoTaae xal flde Ttayrt]. Pyth. 4, 295 : €i;;f6Tat .... IV t£ aoq>oig dai- 
daXiav (poQfityya ßaotaCxav TtoXLxatg aavxl(f ^lyifiev. Aesch. Prom. 1019: 
nergala d^ dyxdlrj ae ßaardaei, Soph. Phil. 655 : vcivra (nämlich rd^a), 
ov ydg alka y* IW, a ßaazd^w x^Qolv. Aias 827: ngdhog äg fie ßa- 
CTdai] TreTtTwra, — Aesch. Ag. 35: yivoizo d' ovv fjtoXovzog evg}Llrj xiqa 
avaxtog oixwv Tfjde ßaazdaei x^qL Soph. Oed. Kol. 1105: tb fitjdafia 
khttod-hv Tq^Biv awfjia ßaardaai öoze. Phil. 657: ag' eariv cjave xdyyv&ev 
^iav XaßelVy %al ßaaxdaat (le Ttgoaxvaai re. — Pind. OL 12, 19: dig . . . 
d-egfÄo Nvfiq)äv Xovrgd ßaard^eig (,du preisest'). Isthm. 3, 8 : ^^17 dk xco- 
fid^ovT* dyavalg xa^/reaa^y ßaOTdaai (nämlich rov iaXov ,den edeln 
preisen*). — Aesch. Prom. 889 : aoyog og Ttgthog ev yvwfitf to<J* kßdaraae 
(,erwog, erkannteO. Ar. Th. 437 : Ttdvra d' ißdoxaaev (,erwogO (pg^L 

Lat gestäre ,tragen'; Plaut Bud. 1081: qvae Slim parva gestdvit cre- 
pu/ndia] Merc. 572: tu qvidem meum animum gest&s. 

Altn. Jcasta ,werten, wegwerfen' ; — engl. (Mst ,werf en, abwerfen' ; ,st08sen, 
schieben'. 

Aus *ßaaTddJ€iv, neben dem einige jüngere Bildungen, wie ßdatayfioT' 
,(Jetragenes, Lasf (Eur. Schutzfl. 767) aber auf eine Grundform ^ßaaray-^ 
zu weisen scheinen oder auch wohl nur zeigen, dass man das präsentische 
innere ^ seiner Entstehung nach später nicht mehr richtig zu beurtheilen 
wusste. Als ähnlich abgeleitete Verbalform kann ^trcrd^eiv ,hinundher- 
werfen' (ßgiTtTd^wv II. 14, 257; iggirtraaiihov Ar. Lys. 27; ^iTtTaa&eig 
Meleag. in Anth. 5, 165, 6) angeführt werden. — Das zu Grunde liegende 
Verbum blieb lebendig im lat gerere (aus *gesere) ,führen, tragen' (Nep. 
Dat 3 : gerens in capite galeäm vßnätöriam, dexträ manu clävamy sinisträ 
cdpulamj qvd vinctum ante si Thuynem agebaf). 
ßööi-q ,Futter'. 

IL 19, 268: arofxaxov xdrcgov alog ig fiiya Xaltfia Fglxp^ iTtidi- 

vi^aag, ßoaiv ix^vaiv, Opp. Jagd 3, 174: agxtog .... ßoaiog x^'^^ovoa 
Ttoöag x^^^S ^« Xi^xf^alveu 

Gebildet wie doat-g ,(3abe' (II. 10, 213; Od. 6, 208), Tcoai-g ,das Trinken' 
(2, Seite 547) und zahlreiche andere Formen. Gehört zum Folgenden. 
ßööTcsiv ^weiden, nähren'. 

IL 15. 548: %6g)ga fikv elXlrtodag ßovg ßdani kv ile^xoJrjj. Od. 14, 

M ••• • • 
• • ♦ • ' • 



- i , • 4 



Griechische Etymologie. 101 

102: Toaaa avuiv avßoaia, %6o^ alnoXia nhxxiF^ alywv ßoaxovat ^ivßoi 

t€ xai avTov ßunoQev avdqeg. Od. 9; 124: vrjaog ßoaxei di ve /ui}- 

xadag alyag. Od. 11, 365: ola %e jcoXXovg ßoaxei yala fAilaiva noXv- 
aneQiag avd-QVJTtovg. Od. 17, 228: ßovXerac ahl^wv ßoaxeiv ftjv yaorig^ 
avaXTov. Hom. hymn. Herrn. 27 : x^^^"^ evQtJV .... ^ ^a . . . . ßoaxof^ivrj 
(,sich nährend, yerzehrendO fCQOTtdqoi&e doficjv iqi&riXia fcolrjv, Aesch. 
Ag. 118: ßoaxdfievoi (Adler) Xaylvav iqixv(iadct q)iqy,axL yivvav. — Dazu: 
ßoTov (siehe Seite 83); — ßoTavrj (siehe ebenda); — ßtSvog- (siehe 
Seite 84); — ßwTidvsiQa (siehe Seite 84); — ßoat-g (siehe Seite lOÖ). 

Lat vesd ,8ich nähren^ ; Sali. Jng. 89 : Numidae plerumqve lade et fe- 
find came vescSbantv/r. 

Als Verbalgnmdform ist ein ßo- zu entnehmen, das im Altindischen 
Gewände anlautendes g enthalten würde. Das präfientische ax griff schon 
früh über sein engeres Gebiet hinaus; so bildete sich zum Beispiel die 
Futurform ßoaxr^aeig (Od. 17, 559) und die substantivische Form ßoaxij 
,Nahrung, Futter* (Aesch. Eum. 266; Eur. Hei. 1331). 
ßöörQvxo-q ,Haarlocke^ Auch Name eines Insekts. 

Archil.Bruchst58,2: ov (pikiw fiiyav OTQOTrjyov oiök dianenhyfiivov ovdk 
ßoazQvxoiai yavQov, Aesch. Ch. 168: oQii xofiaiov vovde ßoargvxov raqxfi. 
178: fidkiOT^ ixelvov ßoazgvxoig ngoaslderai, kr. Wolken 536: yviaaerai 
ydq, rjvneQ Xdrj, Todektpov %bv ßoaxQvxov. Ekkl. 955: mdw ydg Tig egwg 
IIB doveZ tüivde nSv atSv ßoaxgvxiov. Aesch. Prom. 1044: in i^ol ^itc- 
ria&w fiiv Ttvgbg dfiqfi^xrjg ßoazQvxog (bildlich vom Blitz). — Arist Thiert 
5, 99: kx de fiekaiviuv tiviav xal öaaeicSv ov fieydkcjv xafifcwv ngtatov 
ylvovrat, fcvyolafiTtldeg (,Leuchtwürmer') , ot)x cel Tterofievar avxai 6k 
ndXiv fievaßdXXovai, xal ylvovrai Tcvegüttd ^(pa i^ av%mv, 6 xaXovfievoi 

ßoOTQVXOl. 

Dunkler Herkunft Sehr auffällig ist der Anklang an ßozgvxo-g ,Haar- 
locke, krauses Haar* (Seite 84). Bei dem oft angenommenen Zusammen- 
hang mit ihm aber bleibt der innere Zischlaut ganz unverstandlich. 
ßöoiioQO'^, eine Getraideart 

Strabo 15, 1, 13: (in Indien) Xlvov aneLgetat xal xiyxgog, ngog zovtoig 
arjaafzov ogv^a ßoofiogov. 18: negl dk tov ßoofiogov q>rialv ^OvrjalxgiTog 
öioTi airog iaxi fiixgoregog tov nvgoij yewaxat d' iv xaig iieaoTtoTa- 
fjtlaig, (pgvyetai d* indv dXorj'Sij, Ttgoo^ivvvxMv fifj dnolaeiv arcvgov kx 
xfjg aX(o TOV f^tj i^dyea&ai arcig^a. 

Ohne Zweifel ungriechischen Ursprungs. Diodor Sic. (2, 36: (pverai 
xard Trjv ^vöcxrjv .... ^i dh ogv^a xal to ngoaayogeofievov ßoanogov) 
zeigt eine abweichende üeberlieferung der Form. 
ßn^aa-Biv (aus *ßrixjeiv) ,husten', siehe unter ßrix- (Seite 94). 
ßfiaaa ,Thal'; dorisch ßdaoa (Find. Ol. 3, 23; Pyth. 3, 4; 9, 51; Isthm. 3, 11 ; 
Soph. Aias 197; Oed. Kol. 673). 

IL 18, 588: kv de vofiov Ttolfrjae . , . ev xaXfj ßi^aarj. Od. 19, 435: ol 
d' ig ß^aaav ixavov inaxTfjgeg. 11.3,34: cSg ö' oxe rlg te dgdxovxa 



I 

I 



102 Griechische Etymologie. 

Fiduiv naXlvoQGog amiarr] ovqboq iv ßrjaarjai. IL 22, 190: c^^ <5' ore 
veßgbv OQeaq>i xvwv iJLdtpoio dlrjrai . . . did t' ayuea xal dia ßtjaaag. 
Hom. hymn. Ap. 284: vneQ&ev ^tirgr] knixQifiarai, xofli.rj d' vtco- 
diÖQOfiB ß^aaa^ %Qtjx^lo. 

Als SrjJlSx erkennt man das selbe ja^ wie es zum Beispiel in nlaaa 
(aus *7tlxja) jPech* (2, Seite 549), oaaa, alt ßoaaa (aus *J^oqja) ,Stimme^ 
(1, Seite 535) und noch anderen ähnlichen Formen enthalten ist Dass aa 
aber wird hier ganz wie zum Beispiel im comparativischen ßaaaov ^tiefer^ 
* (Epicharm 164 bei Ahrens) durch Assimilation aus ^j entstanden sein, da 
nächster Zusammenhang mit ßadv-g ,tief (Seite 95) nicht zu bezweifeln 
ist Der gedehnte Vocal wie in vijaaa ,Ente^ (Arat 917; 969; Hippoloch. 
bei Athen. 4, 128, D; viJTza Ar. Friede 1004; Vögel 566; 1148). 
ßioötQieiv ,anrufen, herbeirufend 

Od. 12, 124: aXla fiaXa aq)OÖQ(Sg kkdav^ ßo)a%QBlv de Kgazauv. Ar. 
Ach. 959: tI ^e ßuaTQelg; Friede 1146: rov te Mavqv iy 2vQa ßtaatQH}- 
aoTw 'x tov x^Q^ov, Ljs. 685: TtoiTJato Ttjfiegov rovg dr^fiorag ßtaargely 
a* iycj TceKTOVfievov. Vögel 274: rl ßwotgeig] 

Gehört zu ßoi^ ,das Rufen, lautes Tönen^ (Seite 72) und wird zunächst 
auf einem durch das bekannte Suffix rgo gebildeten *ß(jiatgo-v beruhen, 
enthält ausserdem aber ein suffixales inneres a, ganz wie das ähnlich ge- 
bildete IXaaxgisiv ,treiben' (1, Seite 469). 
ßlöiov- ,Wisent, Bisonochs'. 

Paus. 10, 13, 1—4: ßiacjvog dk %avgov vüv naiovinuiv x^^^ov Ttercoir^- 
fiivTjv x€q)aXrjv JgwTtLoiv Jiovxog inepixfßev ig Jehpovg ßaailevg IJai- 
oviüV ovTOi Ol ßlaußveg x^^^^^^oi &f]gltov elalv alloxead^ai ^divTeg. 
nai ölxTva olx av ovtia yävoivo iaxvga %ij kfjißoXfj. Opp. Jagd 2, 195 : 
eaziv äfiaifiQxerov q)ovloig ravgoioi yived-XoVy zovg xakiovat ßlautvag' 
knel naTgrjg Tile&ovai Biarovidog @gr}x,fig. Vers 162 bis 175 beschreibt 
der Dichter die ßlawveg genauer. 

Ohne Zweifel ungriechisch und mit unserm Wisent^ mhd. wisentj ahd. 
ivisundy übereinstimmend. 
ßvö- ,vollstopfen', mit passivischen Perfectformen wie ßeßvafi^o- (Od. 4, 134; 
Ar. Ach. 463 ; Thesm. 506) und ißißvaxo (Hdt 6, 125). Als präsentische 
Formen findet sich ßvvisiv (f/3t;vot;9' Ar. Friede 645; öia-ßwierai Hdt 
2, 96; öia-ßvviovvai Hdt 4, 71) und auch ßvetv (ßvovaiv Arist Thierk. 
9, 249; Ttaga-ßvevai Lukill. in Anth. 11, 210). — Dazu: ßvargä (,Stopf- 
werkzeug' -=) ,Pfropf; Anthiphan. (bei Poll. 10, 172): ßvatgav t«v' ix 
g)vkkü}v Tivwv, 

Od. 4, 134: zaXagov .... a^q>LrtoXog (DvXuß nagid^xe (pigovaa yi^fiorog 
daxrjzolo ßeßvofiivov. Hdt 6, 125: tov %6 re OTOfia ißißvaro (,war voll- 
gestopft, nämlich ^mit OoldO xal ndvra i^wyxwTo. 6, 96 : rcrjdakiov dk 
ev noievvrai, xai rovro öia rrjg tgoTttog dia-ßvvierai (,wird durchgestopft, 
durchgestecktO. 4, 71 : öva rrjg dgiazeg^g x^^'Q^S 6ia%ovg dia^ßvviovtai 
(,sie stossen durch^. Ar. Wesp. 1110: ol di rtgbg Tolg Teixloig ^vfißeßva- 



Griechische Etymologie. 103 

fiivoi (^nsammengestopft') tvvkvov. 249: xaQg}og xa^at^^)» vvv laßtav tov 
kvyvov TtQo-ßvaov, 

Etymologisch sicher Zugehöriges bietet sich in den verwandten Sprachen 
nicht — Das prSsentische ßvvieiv (aus *ßvaviBiv) wurde gebildet wie 
xvväeiv (ans *xvavi€iv) ,küssen^ (2, Seite 325), doch blieb in letzterer Form 
nach Ausfall des a vor v auffälliger Weise das v kurz. Vielleicht ist 
wegen der aoristischen und futurischen Formen, wie TtQo-ßvoov (Ar. Wesp. 
249) und TtQO'ßvaeiv (Ar. Wesp. 250) langvocaliges ßva- als Verbalgrund- 
form anzusetzen. 
ßvööö-q ,Meerestiefe, Grund'. 

11.24,80: f] äh fiokvßdaivjj fixikrj ig ßvaaov oQovaev, Hdt 2, 96: 6 
di Xld-og oTtia&e Inehw^Bvog %aX iwv iv ßvaaip xavidvvei vov nXoov. 
Hdt 3, 23 : ac&evkg di zo vdwg vijg XQjljvijg TavTijg ovvw örj ti Mkeyoy 
elvai wa%B f^tjöev olov re slvai in^ ccvxov iTtinkieiv . • . . aXka navxa 
oq>ia %(jjqieiv kg ßvaaov. — Dazu: a-ßvaao-g ,grundlos'; Hdt 2, 28: 
Tag iav öfj fci]yag rov Nelkov iovaag aßuaaovg. Eur. Phoen. 1 605 : Tag- 
Tagov yag äcpeXev ik&eiv Ki&aiQutv etg aßvaaa xaa^ara. Ar. Frösche 
137: Bv&vg yag inl Xlfivrjv fieydXrjv r;^eig Ttavv Sßvaaov. Aesch. Sieben 
950: vTto ök acif^ari yag Ttkovrog aßvaaog %a%ai. 

Schliesst sich ohne Zweifel eng an ßv^6-g ,Tiefe' (Seite 97), so dass es 

ähnlich wie ß^aaa ,Thal' (Seite 101) aus *ßrjt^aj aus einem alten *ßvx^6-g 

entstanden sein, also ein suffixales joy wie es zum ßeispiel schon in ne- 

^6-g ,zu Fuss gehend' (2, Seite 533) entgegen trat^ in sich enthalten wird. 

ßöcöo-q jBaumwoUe'. 

Theokr. 2, 73: iyuf di ol a fieyakoiTog wfÄaQzevv ßvaaoio xalov avQoiaa 
%i%iZva. Poll. 7, 75 : i] ßvaaog klvov ti eläog nag * ^Ivdolg ' ^dtj öi xaJ 
Ttag* jilyvTtvloig ajtb ^vXov %l egiov ylverai, i^ ov tijv ia&fJTa kivfj 
fjLotXXov av Tig q>alri Ttgoaeoixivac, TtkTjv %6 naxog' Man yag Ttaxvtiga, 
— Dazu: ßvaaivo-g ^baumwollen'; Aesch. Sieben 1039: xoItki) (pigovaa 
ßvaalvov jteTtXw^oTog. Pers. 125: ßuaalvoig d^ iv niTtkotg rciaji kaxlg. 
Hdt 2, 86 : ycaveiUaaovai näv avzov to aiSfia aivöovog ßvaalvrig rela^wai 
Tuxrazetfjirifiivoiai. 

Ungriechischen Ursprungs. 
ß'6arax' (ßiaza^ ,Schnurrbart'. 

Antiphan. (bei Athen. 4, 143,A): q>6gei rovg ßvazaxag. 

Scheint eine dialektische Nebenform von fiiarax" (Strattis in Etym. 803, 
47; Theokr. 14, 4; Plut Kleom. 9) zu sein, es ist aber nicht verständlich, 
wie das anlautende ß an die Stelle eines fi hat treten können. Oder ist 
die Form etwa nur unrichtig überliefert? 
ßav-ißalvBLv (zunächst aus *ßavj€iv) ,gehen, schreiten', begegnet als 
lebendiges Verb nur in präsentischen Formen. 

II. 4, 443: "Egig .... ovgav(p iatrjgi^e xdgrj xai inl x^ovl ßalveu IL 19, 
93: l^ßaTi] .... xar' avdgcSv %gaaxa ßalvBi. IL 11, 513: Ttag dh Ma- 
xäatv ßaiviru). IL 13, 618 und 16, 504 : o Sh Aa§ h anj&eai ßaivtav. Od. 4, 



104 GriechiBche Etymologie. 

653: h d* d^ov iyai ßalvovxa vorjoa Mivroga. IL 3, 31t: av ö^ oq' 
ißaiv^ avTog. IL 5, 364: ^ d* ig dlq>QOv ^ßaivev. IL 5, 365: ftOQ di Fol 
^Iqiq ißaivB. — Dazu: ßa%6-g jgangbar* (siehe besonders, Seite 80); — 
ßdörjv schreitend, gehend' (siehe Seite 90); — ßa&fxo-g (siehe Seite 
95); — ßd&QO'V (siehe Seite 96); — ßdai-g (siehe Seite 97); — 
ßdaneiv (siehe Seite 99). 

Lat venire (aus *gvemire) ,kommen'; Enn. ann. 11: post inde venit dt- 
vinitus pullis ipsa anima] 534: validö v&nit contorta falärica missü] trag. 
258: cum illüc ventrnn est (,man gekommen ist^. 

Goth. qviman ^kommen' (Math. 11, 14; Mk. 9, 11; Luk. 14, 20); — nhd. 
iommerij nebst Kv/nft und zum Beispiel auch he-quem. 

Armen, ekn ,er kam' (augmentirte Aoristform). 

Altind. ^rdm-ati ,er kommt'; RV. 8, 1, 27: gämat sd gipri nd sd jaushat 
ä' gamat ,es möge kommen der Schlürfende, er bleibe nicht fem, er komme 
herbei'; ßV. 1, 186, 2: Ä' nas vigvai ashrds gamantu daivä's ,alle Götter 
sollen vereinigt zu uns kommen'. 

Altostpers. gam-aiti ,er kommt, geht'. 

Entwickelte sich aus älterem *ßafi'j vielleicht unter dem Einfluss des 
präfientischen y, so dass also ßalveiv auf altes *ßdf4J€iv zurückführt Es 
bleibt dabei bemerkenswerth , dass vom angeführten Präsens abgesehen 
im Griechischen überhaupt keine einzige zugehörige Form mehr den Nasal 
aufweist An seiner SteUe entwickelte sich im oben angeführten ßaxo-g 
,gangbar' und den weiter genannten Formen geradezu der Vocal er, ganz 
ähnlich wie zum Beispiel in avTo-fiaTo-g ,aus eignem Antrieb' (2, Seite 
177) und auch sonst im Griechischen, im Altindischen aber zum Beispiel 
in den an gdm-ati ,er kommf sich anschliessenden Formen gadhi ,komm' 
(KV. 8, 87, 4), gdcha ,gehe' (ßV. 6, 75, 16; = ßdaxe ,gehe' Seite 99), 
gdti'S ,Gang' (RV. 5, 64, 3 ; — ßdatg ,das Schreiten, Gang' Seite 97), und 
anderen. — Dass */?av-, älter ßafii mit ßrj- ,sich in Bewegung setzen' 
(Seite 73), also auch altind. gam- ,kommen' mit altind. gä- ,gehen', in 
nahem Zusammenhang mit einander stehen, wird man nicht in Zweifel 
ziehen können, in welcher Weise aber die beiden verschiedenen Formen 
sich neben einander entwickeln konnten, ist doch nicht leicht zu sagen. 
— Im lateinischen venfre entwickelte sich das innere n aus älterem m, 
ganz wie zum Beispiel in genero- ,Schwiegersohn' (siehe unter yafißgo-g 
Seite 35). 
ßdvavao-q ,niederes Handwerk betreibend, handwerksmässig, gemein'. 

Soph. Aias 1121: ov yctg ßdvavaov ttjv Täx^r}v (nämlich das Bogen- 
schiessen) ixTrjadfirjv. Xen. Eyr. 5, 3, 47: ei ol iiiv ßdvavaoi laaai rijg 
ionjTOv Tix^fjg enaarog rdSv igyalelcjv vd dvdfiara, Plat Staat 7, 522, B: 
di r€ ydq lixvai ßdvavaoi ftov aTtaaai }sdo^av elvau Arist Pol. 1, 5, 10: 
6 ydq ßdvavaog Texvlrrjg dqxaQiafiivtjv rivd ^ei öovkelav, Autom. (in 
Anthol. 11, 326, 3): f^ij ndvxa ßaqvg ^iXe firjde ßdvavaog elvai. 

Wird als zusammengesetzt gelten dürfen, ist übrigens etymologisch noch 



Griechische Etymologie. 105 

Tmanfgeklärt Hesjchs Erklärung ßavavala' näaa tix^rj öia nvgog. 
xvQiwg di ^ negl zag xafilvovg spricht aus, dass sichs bei dem Wort ins- 
besondere um Arbeit handelte, bei dem Feuer in Anwendung kam, 

ßiv^'oq' ,Tiefe', besonders ,Meerestiefe^ 

IL 1; 358: TcoTvia ^i^ttjq fifiivi] iv ßiv&eaaiv akog. IL 13, 21: ^lyag, 
hd-a %i Fol %Xvca dtifiara ßiv&eai U^vrjg ... rereixaro. IL 13, 32: 
ioTi di Ti aitißog evgv ßa&elrig ßiv&eai kl^ivrig. IL 18, 38 : naoai oaai 
xara ßiv&og alog vrjQTjßldeg rjaav. Od. 17, 316: ov fiiv ydg %l q>vyeax€ 
ßa&elfjg ßiv&eaiv vlrjg xvaidaXov, ot%i öIoito, Pind. OL 7, 57: 'Podov . . . 
aX^vQolg d^ iv ßivd-eaiv väaov xexQvq>&aL, 

Gehört ohne Zweifel nahe zu dem gleichbedeutenden ßa^og- und mit 
ihm zu ßadv-g ,tief (Seite 95), unter dem es schon besprochen wurde. 

ßdvaao-q ,Auerochs'. 

Arist Thierk. 2, 12: ra d' Iftl T(p nqavel xov aixivog vrtd r^g xe^a- 
Ifjg ixixQL Trjg a%Q(a(Jilag^ olov oaa koq)iav ex^i, wOTteQ ifcicog aal oqevg 
'Aal Tcüy ayglcjv xal ii€QaToq>6Q(ov ßovaaog, 2, 19: dixaXa d' Sf^a xal 
XctlTTiv ^ovra xal xiQora ovo xenafifiiva elg avra kaztv %via tljv t,((.(üv, 
olov b ßovaaog, og ylvevai 7t€Qi rffv Ilaiovlav xal Trjv Maidmi^v. 9, 230 : 
6 di ßovaaog ylverai fzkv iv %jj üaiovltf iv ttfi oqbl T(fi Meaaaftlqt .... 
xaXovai d* avTov ol Tlaloveg fiövartov. 
Vermuthlich ungriechisch. 

ß\viBiv ,nothzfichtigen', auch in milderer Bedeutung gebraucht. 

Ar. Vögel 560: inißaXXeiv a<pQayid' avvolg inl r^qv ipwXrjv, %va fÄTj 
ßivda* Ir' ix€ivag. Ekkl. 1090: ßivBlv öel (ab öiaXeXrififihov. 1099: ei 
yvvaiaa dei aangav ßivelv oXrjv Tfjv vvxra xal t^v rjfiigav, 525: ovxi 
ßtveVrai yvvfj xavev [avqov] Lys. 1092: ovx iW OTttag ov KXeia&ivri 
ßivqao/Liev. 

Schliesst sich eng an ßirj ,6ewalt, Gewaltthätigkeit' (Seite 75), wie denn 
das dazu gehörige ßia^sax^at mehrfach auch in der Bedeutung ,noth- 
züchtigen' (Xen. Eyr. 6, 1, 36: xeXevei avTtp elnelv ßia^ea&ai (ikv fifj toi- 
avTi]v yvvalxa, Plat legg. 9, 874,0: iav iXevd-igav yvvalxa ßidCrjTal Tig) 
vorkommt; seiner Bildung nach aber stellt sichs zu xivieiv ,bewegen' 
(2, Seite 32). 

ßaivBiv ,schreiten, gehen', siehe unter ßav (Seite 103). 

ßvvieiv ,vollstopfen', siehe unter ßva- (Seite 102). 

Bvvriy Name einer Meeresgottheit; dann auch für yMeer'. 

Euphorien: noXvrQog)a dmqva ßvvrjgy nach Etym. M. 564, 44: ifißv&i- 
^of^e&a' dg>' ov xal 17 'ivw Bvvrj iTtexXj^&rj' inel ßeßid'iaxai' Eitpogluv 
de ßvvrjv Trjv d-dXaaaav Xiyet, olov TtoXvrgocpa , . . Lyk. 107: Qvaaioiv 
QQfiOi f^rjXatwv dnagy^iaja (pXiyovaav iv xqoxatai xal Bvvj] &e^. 

Als Suffix löst sich deutlich vtj ab, ganz wie zum Beispiel in ^wvrj 
,Vorwand' (Od. 21, 111) und in (pgvvri ,Kröte' (Arist. Thierk. 2, 64; 4, 63; 
Theophr. temp. 15; Brachst 175). Aber was ist ßv? 

ßtxevo'^ ,Ofen, Eohlenpfanne^ 



106 Griechische Etymologie. 

Maxim. Tyr. 22, 3: ta x^^'^^^'^^^^ f^V ^QOQ '^V ß^vv^fi nai %<^ nvgl dirj- 
fÄ€Q€vovjas (d. i. Schmiedearbeit können nur die beurtheUen, die den ganzen 
Tag am Ofen nnd Feuer zubringen). Hesych erklärt ßavvor xvxQonoÖBg 
nal xafxivoi, 

Dunkler Herkunft Das Suffix wie im adjectivischen x^^^^'S flocker, 
aufgeblasen^ (Ar. Vögel 819; Plat. Polit. 282, E), in xQowo-g ,Quell' (2, Seite 
417), das aber andere Betonung hat, in oxvo-g ,Abb Zaudern, Bedenklich- 
keit' (1, Seite 502) und sonst oft 

^ovr<5-s jHtigel*. Ein dialektisches Wort 

Hdt 4, 199: rovzwv (nämlich rcSv xa^/rcJv) äh dij tJvyxexofiiafzivtav va 
VTckg xfZv &alaaatdlü)v x^Q^'^ [^^ ju^aaj ogy^ avyKOfiLt^ea&ai , to. ßov^ 
vovg xaliovai. Nah vorher heisst es 'ex^t dh xal ij Kvqrivairi x^QV 
iovaa viprjXoTaxr] vavtrjg Ttjg ulißvrjg ttjv ol vofxadeg vifjiovzat rgeig wgag 
h ku}v%fj aliag ^lov/natog. Etwas früher verwendet Herodot das Wort 
als Uebersetzung eines libyschen Ausdrucks für eine bestimmte Art von 
Mäusen; er schreibt (4, 192): fivwv öh yivea tqi^cc avzo&i iatl^ ol iikv 
öLnodeg xakiovrai, ol ök ^syiQieg (to di ovvo^a xovto %ati fikv ^ißv- 
xdy, dvvaxaL dh xotr* ^EXXäda ylwaaav ßovvol), Polyb. 3, 83 : xovxov (näm- 
lich InLTtiöov) di Ttaqa fiiv xag etg fitJKog nkevgäg inaxigag ßovvovg 
^ovxog vxpTqXovg xal avvexeig. — Dazu: ßovvi-g ,hügelig^; Aesch. 
Schutzfl. 117 «= 129: Ikiofiat fihv lATtLav ßovviv. 716: Icj ya ßovvc. 

Min. katm ,Geschwür mit starker Geschwulst*; nach Fick (H, 406), 
der wohl richtig auf die Bedeutung des ,Schwellens* als Grundlage zurück- 
schliesst, auch Zusammenhang mit ßovßviv- ,Driisen neben der Scham^ 
(Seite 90) annimmt — Das Suffix ist das selbe wie im vorausgehenden 
Wort, doch die Betontmg anders. 

ßowidö' {ßovvtag)j eine längliche Bfibenart 

Nikand. (bei Athen. 9, 369, B) : yoyyvXldag aTteiqoig .... ßovviag all ' 
etaw Qaq>dvoig. Athen. 9, 369, B : Qe6g>gaaxog di ßovviada ^iv ovk ovo" 
fid^ei, aggeva di xakei xtva yoyyvXlda^ xal tatog cSxt] iaxlv 17 ßovviag, 
1, 4, C: Ttolkol di xal aXXoi diä axofiaxog elxov .... xa^ xtSv ado^tav . . . 
Tag £x Qrjßaiv ßovviodag. 

Steht vielleicht in Zusammenhang mit dem Vorausgehenden. 

ßoi>vio-v^ eine Doldenpflanze. x 

Diosk. 4, 122: ßovviov xavXbv avlrjai xexgayiovoVj xal iv avxw xXw- 
vagia neglTcXea (pvXXagivuv XaTtxwv xal dv&tjv rtoXXd^ x(3 fitjxei daxxv- 
Xiala . . . • artig fxa eucideg, voaxvdfiov fiixgoxegov. 

Hängt möglicher Weise mit dem Vorausgehenden zusammen. 

ßaiißax'ö^eiv ,vor Frost klappern*. 

Hippon. Bruchst 17: dbg xXalvav 'iTtTttivaxxij xagxa ydg ^lyai xal ßafi- 
ßaxvtw. 

B^uplicirt nach Art von na(jLq)alveiv ,hell leuchten' (2, Seite 587), Tcaii- 
(paXaeiv ,sich ängstlich umsehen' (2, Seite 588) ; 7tofiq>6Xvy- ,Wasserblase' 



Griechische Etymologie. 107 

(2, Seite 591) und anderer Formen, die den Nasal in ihrer ersten Silbe 
enthalten. Die Herkunft des Wortes aber ist dunkel. 
ßafißaX'ö^eiv ,Yor Frost klappernd 

Bekk. an. 30 wird erklärt ßa^ißahitsiv' %6 vno ^lyovg rgifieiv xal 
xQoveiv Tovg yapKpLovg. 

Steht mit dem Vorausgehenden ohne Zweifel in sehr nahem Zusam- 
menhang. 
ßaiAßaCvsiv (aus *ßa^ßavJBiv) ^stammeln^ 

IL 10, 375: o d' Sq^ eOTTj vagßrjoiv ze ßaußalvwv, agaßog dk öia azofia 
ylyvev* odovTWV. Bion 4, 9: ßa/nßalv€i fiiv ykwaaa xai cug naqog ovxiT* 
aeldei. Agath. (in Anth. 5, 273, 6) : XBikea ßafißalvei ^^iyinaTi yijgaXiq). 
Themist 56, A: ^nakke [nkv avT^g 17 xagdla, ißdfißaive dk fj q^wyi]. 

Dunkler Herkunft, wenn auch die Bildung des Wortes durch Redupli- 
cation nach Art der beiden vorausgehenden nicht zu verkennen ist 
ßa{kß(faö6v^ (ßafißQad(uv)j eine Sardellenart 

Epicharm. (bei Athen. 7, 287, B und 305, C) : ßa/^ßgaädveg ze xal ytlxlaij 
kayolj ögd-Kovzeg akxifiot. Sophron (bei Athen. 7 , 287 , C) : ßa^ßgadovi, 

Durch B.edupIication gebildet nach Art der nächst vorausgehenden Wörter 
und zum Beispiel auch von Tcef^gigfidov-y eine Art Wespe (2, Seite 590). 
Mit dem letzteren stimmt es auch im Suffix überein. Die zu Grunde 
liegende Verbalgrundform aber ist nicht deutlich. — Nach Athenäos (7, 
287, B : ßefißgdöeg .... 'Ertlxagf^og iv ^'Hßag yifxip ßafißgadovag avzag 
xaXel) bezeichnet es das selbe wie ßefißgaö- (siehe unten): die beiden 
Wörter unterscheiden sich also wohl nur dialektisch und in der Suffixform. 
ßälißix' (ßi/^ßi^ ,EreiseP; auch Name eines Insects. 

Ar. Wespen 1530: azgoßei, nagaßaive x<;xA<^ .... ßifißixeg iyyevia&tov. 
Vögel 1461 und 1462: ßi/dßixog ovöiv diaq>ig€iv öeh — (jtav&avLj ßifißixa. 
EalL epigr. 1, 9: 01 d' 5^' vno TcXrjyfjai ^oag ßi^ßvaag %xovzeg Bazgecpov 
evgelfj naldeg hl zgi6d(^. Opp. Fischf . 5, 222 : äg zore xTjzeloiaiv V7t' 
äa&f4aai x^Q^S aTtdvzrj ^aivo^evog ßiixßtxag (, Wirbel, StrudelO iUaaezai 
afiq>izglzr^g, — Nik. ther. 806 : oldd ye firjv q>gaaaao&ai aki^ia zolo ßo- 
Xdwv^ ola/tsg Ix ßifißixog ogeazigov i^e fieXLoarig. Alex. 183: ozb ^oi^rjda 
fiiXiaaai, TC€fjt<pgt]öwv , og)fjxig ze %al Ix ßifißixeg ogeiai ykevxog ahg 
dalvvvzai. 

Scheint in gleicher Weise durch Beduplication gebildet, wie die nächst 
vorhergehenden und nachfolgenden Bildungen. Als suffixaler Theil des 
Wortes aber wird Ix gelten müssen, wie es zuerst in afißlx- ,Becher^ 
(1, Seite 241) entgegentrat So würde der ganze Best der zu Grunde 
liegenden Verbalform in dem inneren ß enthalten sein, bei dem man doch 
kaum an /Jij- ,sich in Bewegung setzen* (Seite 73) wird denken dürfen. 
ßefißQdö^ ißs/Äßgdg), eine Sardellenart 

Phrynich. (bei Athen. 7, 287, B) : w xQv(Joxig)aXoi ßsfißgddeg ^akdaaiai. 
Aristophan. (bei Athen. 7,287,D): zaig nokioxgofoi ße^ßgdaiv ze^gafi/xivt]. 



108 Griechische Etymologie. 

Aristomen. (bei Athen. 7, 287, D): ßeiißqadag qiiqwv oßokoi. Nikostrat (bei 
Athen. 7, 301, B): ßefjtßgaä^j a(pvfjv, iiInjTov. 

Ungewisser Herkunft An alte Bildung durch Beduplication wird ebenso 
wenig zu zweifeln sein, wie bei den schon so beurtheilten Wörtern im Vor- 
ausgehenden. Unter ihnen unterscheidet sich ßofißgadov- ,eine Sardellenart^ 
(Seite 107) wohl nur dialektisch und durch seine Suffixform. Minder deut- 
lich ist das etwaige Verhältniss von fie/jßQad-, eine Sardellenart (Ar. 
Wespen 493 und 494; Antiphan. bei Athen. 7, 287, E; Alexis bei Athen. 7, 
287, F), das für eine Nebenform von ßcfißQad- gehalten zu werden pflegt, 
wie denn zum Beispiel Athenäos (7, 287, D) zu ßefjLßqadeg bemerkt: h dh 
raig Evftolidog Al^\v ia%LV evgelv xol dta %ov ^ yQCKpopiBvov, 
ßoiißd^ (Ar. Thesm. 45) und das damit zusammengesetzte /^o/u /9a Ao-/?o^ - 
ßd^ (Ar. Thesm. 48) sind Ausruf Wörter des Staunens, die offenbar in 
scherzhaftem Anklang an ßo^ßiecv (siehe sogleich) gebildet wurden. 
ßöiißa-q ,ein dumpfer Ton*. 

Ar. Thesm. 1176: %l to ßofjißo (so sagt der skythische Bogenschütz statt 
des richtigen o ßo^ißog) tovxo] PlaL Prot 316, A: dia %iiv ßaQvtrjza %fig 
q)wvrjg ßofißog rig iv r([j oixi^fiaTt yiyvofievog aaaq>rj inolet xa ieyofdeva, 
Agath. (in Anth. 5, 222, 4) : eX noxe dh TQayinc^ ^oi^i^f^ari ^rj^aro q>Q}yfjv, 
airf^g MeXnof^iyrjg ßofdßov oiTtBnXaaaro. — Dazu: ßofjißieiv ,dumpf 
tönen*; IL 13, 530: aihÜTtig %qv(paXeia xa^ctl ßofißrjae neaovaa. Od. 8, 
190: ßofAßrjaev di kld-og. Od. 12, 204: Ix xeigviv tTCxar igerfia* ßofißrjoav 
d* aQa navza xaza ^oFov, 

Ist wohl tonnachahmend gedacht Möglicher Weise ist auch an alte 
Bildung durch Beduplication nach Art vorausgehender und nachfolgender 
Formen mit innerem Nasal zu denken und dann wohl an Zusammenhang 
mit ßoti^ alt ßoFri ,das Bufen, lautes Tönen^ (Seite 72). 
ßöiißvTC' {ß6(ißvl) ,Flöte'. 

Aesch. Bruchst 57, 3: o fziv iv x^Q^'^v ßofißvaag ^(av, toQvov nafictforj 
daxtvkoöücrov TtlfÄTrXrjai fiiXog. Arist audib. 800 : fialXov dk tovto naxa- 
qfavig iariv l/ri Tb!^ aiktSv' ndvreg yccQ x^kercuig nkrjQOvai xovg ßofißvxag 
xal fierd avvrovlag Tcokl^g dia %6 firjuog rqg aTtoataaewg. Flut mor. 
713, A: jur} na&aivofievog firjd^ avaaoßcSv xai TtaQS^iarag ßoptßv^i xa2 
TtoXvxoqdlaig didvoiav. Poll. 4, 82: ztav de ßofißimaiv IV^€Ov xai fiaviitoy 
%b avkrjfÄo, TCQinov oQyloio. — Dazu: ßoßvxto-v ,Mauerbiene^; Aiist 
Thierk. 5, 126: ma di xwv ßoftßvxiwv ngog ll^tp t] Totovrip nvl Ttoiovat 
TtijXivov o^Vj äoTtBQ GidXfi) xaTak€lq>ovTai .... ivrav&a dh rlxTOvai. 

Gehört sehr wahrscheinlich zum Vorausgehenden. Es darf dabei be- 
merkt werden, dass ßofißieiv insbesondere gern vom Summen der Insekten 
gebraucht wird, wie Arist Thierk. 4, 102: ra fihv ow ivrofia .... ßofißeL 
4, 118: (die Bienen) Ttavovtai ßofißovaai xijg wxTog, 9, 202 .... og&Qiai 
di aiwTtwaiv, ecug av (Jila iy^lgj] ßofißijaaoa dig rj tqig. 9, 215: Idv di 
kdßji Tig %utv Ttodüv aq)riy(.a %al roig jcregoig i^ ßofißeiv, — Der suffixale 
Theil des Wortes scheint der selbe wie in xiJpSx- ,Ausrufer, Herold' (2, Seite 



Griechische Etymologie. 109 

378) : sein i; aber erklärt sich möglicher Weise in dem oben yermntheten 
Znsammenhang von ßo^ßieiv mit ßori^ alt ßoFrj ,das Rufen, lautes Tönen^ 
(Seite 72). 
ßöfißvx' (ßofißv^ ^Seidenraupe^ ; dann auch für ,Seide^ 

PoUnx 7, 76 : va di (von Kleiderstoffen ist die Bede) U ßo/ißvxcjVj 
cyMXrjxig elatv ol ßo^ßvxeQj aq>* kavxdv %a vqfiara dvivreg äaneg 6 
ägaxvTjQ, — Alkiphr. 1, 39, 4: xai ngarnq MvqqIvtj t« ^tuviov kvaaaa — 
ßofißv^ d* tjv To xix(jjviov, — Dazu: ßofußvxiov ,Gocon, Gehäuse für die 
Puppe* ; Arist Thierk. 5, 97 : U de tovxov %ov ti^ov (die Seidenraupe muss 
gemeint sein, wenn sie auch nicht bestimmt genannt ist) xal za ßofißvxia 
(S) avakvovat rcSv yvvaixdiv ttvig avanriviCo^evai, xaTcetra vq)alvovaiv. 

Ist wohl vom Vorausgehenden nicht yerschieden. Oder sollte es fremd 
sein? 
ßoußvXiö-q ,Cocon der Seidenraupe*. 

Arist Thierk. 5, 97 (auch angeführt, doch nicht ganz wörtlich, bei Athen. 
8, 352, F): h, di tivog axwXijxog fieyalov, og ex^t olov xigara y.al dia- 
(piget %(ßv allwv, ylverai Ttgthov (xetaßakkovxog rov OTu/jXTjxog xdfiTtrj, 
BTtetta ßoiißvXiog, ix dh tovxov ve-AvSaXog. 

Schliesst sich an das Vorausgehende. Die Suffixform ähnlich wie zum 
Beispiel in al^vXio-g ,schmeichlerisch, verführerisch* (1, Seite 101). 
ßoiißvXiö-q (auch ßofißvXio-g betont) ,Hummel*; ,enghalsige Flasche*. 

Ar. Wespen 107: äoTteg ^iXixx' ij ßo^ßvXiog eiaegx^cci, vrco xolg ovv^i 
xrjgov avau€7tXaafiivog. Arist Thierk. 9, 164: fAeXixxai %al xd vtaga- 
nXi^aia xi^v fjLogq>rjV' xovxcjv d' iaxi yivrj ivvia .... piovadixä dk xgia^ 
oeigr^v 6 fiixgog^ q>ai.6g .... xglxog d^ 6 xaXov^evog ßofißvXiog, fiiyiaxog 
xovxwy. 9,222: ol de ßofißvXioi xUxovaiv vno nixgag In* avxtjg xrig 
y^g, dvgloi dvalv ij fjitxgc^ nXeloaiv. Isokrat. 10, 12: xüv fikv ydg ßofi- 
ßvXiOvg xal xovg aXag xal xd xoiavxa ßovXrj&ivxiov Inaivelv ovöelg ttöJ- 
ftoxe Xoyiov ijnogrjoev. — Sokrates sagt (nach Athen. 1 1, 784, D) : ol fihv 
hc g)idXrjg nlvovxeg öoov &iXovai xdxiox^ dnaXXayfiaovxai, ol ö^ ix ßofi- 
ßvXiov xaxd [Äixgdv axdCovxog» Luk. Lexiph. 7: ftoxijgia dk Itxetxo Ttav- 
xola inl xrjg deX(pivl5og xganitr^g .... xal ßofißvXiog. — Dazu: ßofA- 
ßvXidCeiv ,Eullem im Leibe haben*; Arist probl. 27, 11 : öio xal ßopi- 
ßvXidtovaiv ol SeLvdSg deöioxeg. 

Scheint mit dem Vorausgehenden ganz das Selbe zu sein. Nicht zu 
zweifeln aber ist an nächstem Zusammenhang mit ßo^ßo-g ,dumpfer Ton* 
(Seite 108). 
ßoiißa^öXio-q ,eine dumpftönende Flöte blasend*. 

Ar. Ach. 866: Tto&ev Tcgoairtxavd-' ol xomuLg dnoXav^evoL (nämlich 
og>fjxeg) irci xrjv &vgav fioi Xaigidelg ßofißavXioij 

Vielleicht nur an ßofißvXid-g ,Hummel* (siehe oben) anklingende Scherz- 
bildung. Als Schlusstheil ist avXo-g ,Böhre, Flöte* (2, Seite 186) nicht zu 
verkennen. 
ßSlnar- ißrj^d) ,Tritt, Schritt*; ,Eednerbühne* (= ,die Betretene*). 



110 Griechische Etymologie. 

Hom. hymn. Herrn. 222: ßi^fiaza d^ ovz^ dvdQog %ade ylverai ovre yv- 
vaixog. 345 : dvrla /Jij/ucrr* ^ovaa xovig äviq>aive fiiXaiva. Soph. El. 
163: Jtog evq)Qovi ßi^fiati (xoXorra xavde yäv ^Ogiaiav, Oed. Kol. 193: 
firpaini tovd^ avriTtitQOv ßr^fiazog M^ta Ttoda xXlvrjg. — Plat Ion 535yE: 
xa&oQcS yag ixaOTore avrovg avm^Bv dito xov ßijficcvog xXalowdg tc xai 
deivov kfAßXinovtag xal avv&außovvxag rolg Xeyofiivotg. Ar. EkkL 677 : 
%o de ß^fia (hier ^chterstahlO tl aoi XQr^aiiAov iatai] Plut 382: oqw %iv' 
inl Tov ßfifiaiog xa&edovfÄevov, 

= Altmd. 'gäman- in vi-gäman- ,Schritf ; RV. 1, 155, 4: jds pärthiväni 
tribhis id vigämahhis üru krdmishta »welcher (nämlich Vishnus) über die 
irdischen Bäume mit drei Schritten weit ausschritt'. 

Gehört zu ßq- ,8ich in Bewegung setzen' (Seite 73). Das Suffix wie 
in xTrjfiar- ,Besitzthum' (IL 3, 70; 72; 91), Ttfuiaz- ,Leid, Unglück' (2, Seite 
591), u^/MOT- ,Zeichen' (IL 2, 308; 353; 814), xlrjuax" ,Zweig' (2, Seite 455) 
und zahlreichen anderen Formen. 
ßioiiö'q ,6estell, Untersatz', besonders ,Altar'. 

IL 8, 441: aQfiara d^ dfi ßwfiolai xl-dT], Od. 7, 100: XQ^^^^oi d' aga 
xovQOi IvdfAfjTwv kfcl ßoificSv ^aracav al&ofxivag daßldag fierd x^Q^^^^ 
^ovteg. — IL 8, 48 : iv&a ri Foi (d. L diFL) rificvog ßcjfiog ve Svijßeig. 
Od. 17, 210: ßwfiog (J* itpVTteg&e rirvxTo vvfig>d(üv. IL 1, 448: rol d' 
oixa d-effi xkeurjv ixccio^ßtjV i^elqg ^arrjoav ivdfirjTOv Ttegi ßtafiov, IL 2, 
305: legovg xara ßcjfiovg ßigdo/ÄSv a^avaroiai Telrjßiaaag ixatofißag. 

Als Suffix löst sich höchst wahrscheinlich fio ab, ganz wie zum Bei- 
spiel in ipiofto-g ,Bis6en' (2, Seite 563) und anderen Formen mehr. Die 
Yerbalgrundf orm aber ist nicht so deutlich ; Zugehörigkeit zu ßri- ,sich in 
Bewegung setzen' (Seite 73), wie man sie angenommen hat, sehr zweifelhaft. 
ßov-iAoXyö-q ,Eühe melkend' (Eryk. in Anthol. 6, 255, 2) siehe unter afiil- 

yeiy ,melken' (1, Seite 226). * 
ßäQa&'QO'^ (, Abgrund', insbesondere) ein , Abgrund in Athen, in den ver- 
urtheilte Verbrecher gestürzt wurden'. Eine Nebenform von ßiQe&Qo-v 
(siehe Seite 113). Bekker anekd. 219 heisst es unter ßaga&Qov: "'A&ijjnfjai de 
ijV oQvyfid %L kv KeiQiadwv dr^Kfi T^g Olvrjlöog (pvXfjg, eig o Tovg hci 
^avarq) xaTayvwad-ivTag IvißaXXov. 

Hdt 7, 133: ol fikv avtiZv tovg aiviovrag ig %o ßdga&QOv ol d* ig 
q>QiaQ ifißakovzeg. Ar. Bitter 1362: agag fxstiwQov ig ro ßaQa&qov ipL- 
ßakü. Plut 431: ovxovv vftokotTtov aot t6 ßdqaS'QOv ylyverai] Plat Gorg. 
516, E: MiXTLaörjv äk tov iv Magad-aivc elg to ßaQa&Qov ifißakeiv itffr^- 
q>iaavTo. — Aus LuL Pseudolog. 17: ei iig Xdoi .... inLoQXov oXe&Qov 
xv(pwva ßdga&QOV, fxrj (fvyrj firjä* elxdarj rovtov artotpQadt fl(^iQ(f ergiebt 
sich, dass ßdga&Qov später auch gradezu für ,y erbrecher' gebraucht wurde; 
keines Weges aber ist aus der Stelle ein männlichgeschlechtiges ßdga&gog 
zu entnehmen, wie es die Wörterbücher haben. 

Gehört zu einer Verbalgrundform *ßog- , verschlingen', wie sie zum 
Beispiel noch deutlich vorliegt in ßogo-g ,verschlingend, gefrässig* (Ar. 



Griechische Etymologie. 111 

Friede 38), wfio-ßoQo-g ,Rohes verschlingend' (Ap. Rh. 1, 636) und anderen 
Formen. Auf der selben Grundlage beruht das abgeleitete lat vordre ,yer- 
schlingen' (Plaut trin. 475 ; truc. 42 ; rud. 545) nebst vorägon- , Abgrund, 
Tiefe' (ac. div. 1, 33; CatuU. 17, 26). — Das Suffix wie in ßa»QO'V ,Stufe, 
Schwelle' (Seite 96) und sonst oft, so dass als erste Bedeutung ,yerschlinge- 
mittel' und dann ,VerschlingörtIichkeit' sich ergiebt 
ßüQa'Q'QO'V, ein Stück der weiblichen Tracht 

Ar. Bruchst 320, 8: ... xiTiava, ßaqad'QOVy ^yxvxlovy xof^ficiTQiov . . . 

Vielleicht vom Vorausgehenden nicht verschieden, wenn auch dabei die 
Bedeutungsentwicklung nicht verständlich wird. 
ßdQayxo-q ,Heiserkeif. 

Hipponax Bruchst 106 (aus Etym. 188, 9): ßdqayxog. 

Nebenform zu ßQayxo-g (siehe Seite 120), die bezüglich ihres ersten 
inneren a schon mit ydXayLx-- ,Milch' (Seite 56) neben ykdyog- ,Milch' (Seite 
61) verglichen wurde. 
ßäQi-g (oder auch ßägid- Aesch. Pers. 554; Eur. I. A. 297 ; Plut mor. 358, A), 
ein ägyptisches oder auch persisches Fahraeug. 

Aesch. Pers. 554: to näv t' Irciajce dvaq)6QU)g ßagldeaai novrlaig. 1075: 
i^ lij ßdgiaiv oXofievoi, Schutzfl« 874: uälyvTvslav yag ßSgiv ovx irteg- 
•d^OQBi, Hdt 2, 96: 17 ^hv drj dvQrj xov ^oov ifinlmovxog %(aQi€t Toxitag 
xal %Xkbl Trjv ßägiv {tovto yaq di) ovvofid iari rolai TtXoloiai tovtoloi), 
Eur. Iph. A. 297: ^ rig ei n^QoaaQ^oaet ßagßoQovg ßagidag. 

üngriechischen Ursprungs. 
ßafyö-q ,Bchwer', sehr oft in übertragener Bedeutung gebraucht 

Plat Phileb. 14, D: ^iyav %al OfiiKQOv xid'i^evog xa} ßagvv xai ycoi(pov 
lov avTOv. 11.1,89: aol xoflkrjg naga vrjval ßaqelag xeiQag iftolaeu 
IL 1, 219: ift' dqyvQiji xciftt] Cxi^s x^^^ ßagelav. Od. 9, 257: ij^ly d' 
enrre xareKkdO'S'rj q>lkov tjrog ö^eiadvTwv q)&6yyov ze ßaqvv. II. 2, 111: 
Zeig fie jiiya KQOvldrjg dfatr) ivädrjae ßagelfj, IL 20, 55: h d' airola' 
%QL6a FqrffwvTo ßageiav. IL 5, 417: oSvvai de xarfjmoovto ßageiai. 
11.10,70: Sfifiiv Zeig iTtl ytyvo^ivoiaiv i'ij xcrxori^Ta ßagelav. IL 21, 
548: Sncjg &avaToio ßagelag xrjgag dXdkxoi, Od. 8^ 95: ßagv dk OTevd- 
xovrog dxovaev. — Dazu: ßagv&eiv ,beschwert sein'; II. 16, 519: ßagv^ei 
di fÄOi wfiog vn airov (d* L eXyteog). Hes. Werke 215: vßgig ydg je 
xoxi) deil(p ßgoT(p' ovde (ikv ia&Xog ßgrjcölwg tpegiiiev dvvarai, ßagv&ei 
da v^' in avzrjg. 

Lat gravis ,schwer', auch oft in übertragener Bedeutung gebraucht; 
Enn. ann. 511: Palüda virägo, cui pär imber et ignisj sptritus et gravis 
terra] 539: me gravis impetus Orot pertudit in latus. 

Kymr. bryw ,Stärke', ,stark' (Fick 2«, 186). 

Goth. haurU'S ,schw^; nur Kor. 2, 10, 10: thös raihtis bökds, qvithand, 
Jcau/rjds sind jah svinthds ,al fihv kraatohxl^ cpaaLv^ ßageiai xai loxvgaL% 
so dass also die Grundform u nicht selbst belegt ist, nur erschlossen 
werden kann. 



112 Griechische Etymologie. 

= Altind. gu/ru-s jSchwer*; BV. 4, 5, 6: gurum bhärdm nd ,wie eine 
schwere Last'. — Dazu: der Comparativ gänjans- yschwerer* (Mbh.). 

= Altostpers. gaoru- »widerwärtig', in gaan^gaothra- ,desseii Opfer 
widerwärtig sind^ 

Die Bildung von ßaQv&eiv wiederholt sich in iiivi&eiv ,sich vennindem^ 
abnehmen' (IL 16,392; 17,738; Od. 4, 374; 467), ans dem sich ein ad- 
jectivisches *fiivv- ,klein' entnehmen lässt, und in q>&ivvd'eiv ^hinschwinden' 
(IL 2, 346; 6, 327; 8, 530; 16, 145). 
ßdQßaQO'^ ^unverständlich, unverständlich sprechend, fremdsprachig'; dann 
überhaupt ,ungriechisch, ausländisch, ungebildef . 

Find. Isthm. 5, 24: ovd* iaxiv ovtud ßdgßagog ovts 7cai.lyyXa}aaog nohgy 
atig ov Ilrjliog atei xkiog T^gwog. Aesch. Pers. 634: rj ^' atei iaov ... 
ßaaiXevg ßagßaga aa(pijvfj livrog ra 7tavaU)V aiavij dia&goa ßayficcra, 
Soph. Aias 1263: rrjv ßagßagov yag yhLaoav ovx knatio, Hdt 2, 57: nt* 
Xeiaöeg di fioi doxiovoi xkri&ijvac 7cg6g /Jwöwvalcjv irti voväe al yvvalxegj 
ölÖtl ßagßagov r]aavj idoxeov di acpi o^oLmg ogviai q>d'iyyea&ai' fiera 
de xgovov r^v neXeiada av&gwTttjlr] qxav^ avdd^ao&ai kiyovai, iTcehe 
ia Gvverd acpi avda fj yvvrj. 2, 158: ßagßdgovg öh Ttdvtag ol Aiyvrcvtoi 
xaliovai vovg firj aq>lai ofioyXfoaaovg. Ar. Vögel 199: iyat yag avtovg 
ßagßdgovg ovtag ngb toi idida^a t^v gpwvijy. — Alter Orakelspruch bei 
Diod. Sic. (8, 29): Bdtre . • . ava^ öi ae Oolßog LiTtoklcJv elg Aißvriv 
TcifüTtei .... €v&a ae ßdgßagoi avdgeg kfcdv Aißorig kftißj^jjg, ßaL%oq>6got 
iTtlaai. Aesch. SchutzfL 235: nodarcov o/iilov rovd' dveXkrjvoOToXov 
TtiTcXoiOL ßagßdgoiac xal nvxvwfiaai xHowa ngootpmvovfiev] Pers. 187: 
Ttaxgav d' %vaiov tj fihv ^ElXdda xXi^g(p kaxovaa yalav, ij dk ßdgßagov, 
391: q>6ßog de jtaat ßagßdgoig nag^v. Hdt 7, 63: Idaavgioi • . . elxov 
xd'kKed re xgdvea xai ftertley/iiva rgoTCov tivd ßdgßagov ovx evam^yqTOV. 
Ar. Wolken 492: av&gcoTtog dfia&fjg ovToal xal ßdgßagog. — Dazu: ßag- 
ßag6-(p(avo-g ,dessen Sprache (zu vergleichen Aesch. Ag. 1051 : dyvijixa 
gxavTjv ßdgßagov xexTrjfiiyri. Plat. Prot 341, C: h (pnivf] ßagßdg(fi %e&gafi' 
ßivog) unverständlich ia[t'; IL 2, 867: Ndatrig av Kagwv iqyijaaro ßagßago- 
g>wvwv. Orakelsprüche bei Hdt 8, 20 : ßagßagdqxovog oxav ^vyov elg aXa 
ßdXXjj ßvßXivov und 9, 43: ßagßag6q>wvov Ivyrjv. 

Durch Beduplication gebildet nach Art von yagyagewv- ,2iäpfchen im 
Munde' (Seite 40), ydgyago-v ,Gewimmel, Menge' (Seite 40), Tdgtago-g 
jünterwelf (2, Seite 789) und anderen Formen. Zu Grunde aber liegt ein 
Verbalstamm ßag-, mit dem trotz des verschieden entwickelten Anlauts 
vielleicht yrjgv-g ,Stimme, Klang' (2, Seite 46) zusammenhängt und ahd. 
queran ,8eufzen'. Weiterhin ist möglicher Weise auch lat balbo-s ,stam- 
melnd, undeutlich sprechend' {ös . .. balbum Hör. epist 2, 1, 126; bälba , . . 
verba Hör. sat 2, 3, 274) verwandt, wenn auch im Ganzen innerhalb euro- 
päischer Wortsippen die Laute r und l sich nur selten begegnen. 
ßäQßito-g (daneben auch ßdgßiTo-Vy Neanthes bei Athen. 4, 175, E; Dion. 
Hai. 7, 72) ,Leier oder leierähnliches Saiteninstrument'. 



Griechische Etymologie. 113 

Sappho Brachst 154 (nach Athen. 4, 182, F: rov yag ßagw^iov xal ßag- 
ßiTOv, wv 2anq)w xal l^vaxgicav fivrjfiovBvovai . . . dgxciia elvai). Eor. 
Alk, 345: ov ydg no%^ oW av ßaqßltov ^iyoifi %%i. Eykl. 40: nQoa^%* 
aoidals ßaQßhwv aavlovfievou Ar. Thesm. 137: t/ ßaQßiTog liakel tlqo- 
xciiT^; rl dk Ivqa xexQvg)al(p'j Anaxil. (bei Athen. 4, 183, B): iyw öi ßag- 
ßhovg TQixogdovg . . . i^Qtvofiav, Anakr. 2, 3 : a ßagßirog di xogSolg 
tfüna fiovvov rf^Bh 

üngriechischen Ursprangs. Strabo 10, 3, 17 sagt: ttäv oQyavwv hia 
ßaqßaQüig (ivofiaaTai vaßXag xal aafdßvxtj xal ßafßizog xal fiayddig xal 
äXXa nXelto. 
ßdffßiXo-q ,wilder Pfirsichbanm^ 

Geopon. 10, 13, 5: ßaqßiXog dl xvQltog xaleltai (vorher ist der Name 
vo diOQiax&v gebraucht), to dnb Sotsov nBQOixov q>v6^iBvov divÖQov, 

Vermnthlich aus ungriechischem Gebiet entlehnt 
ßdiföicto-q ,der langsamste'. 

IL 23, 310: aXXa toi innoi ßaQÖiazot ^&F^/u€y. IL 23, 530: ßd^diaroi 
fihv yoLQ Foi %aav xaXllrQix^g iTtftoi. Theokr. 15, 104: ßagdiOTixi jnaxaQwv 
^Qai wlXai, 

äuperlativform zu ßqadv-g ^langsam' (IL 8, 104; Od. 8, 329; 330). Das 
innere Schwanken in den Formen, das in xoQZBQo-g ,stark' (IL 1, 178; 
280; 5, 410) neben xQarego-g (IL 1, 25 »> 379; 326) und anderen Wörtern 
sich wiederholt, hängt hier wohl mit den Betonungsverhältnissen zu- 
sammen. 
ßiQe&ifo-v ,Abgrund'; arkadisch ^äfe^QO-v (Strabo 8, 8, 4: raiv ßegi^gaiv^ 
a xaXoiaiv ol Idqxadeg ^iqed'Qa), 

Bei Homer zweimal versschliessend. IL 8, 14: %iile ^dX \ rjxi ßd&iaxov 
vnb x^ovog kati ßiQ€&Qoy. Od. 12, 94: IIcü d' i^laxei (nämlich 2^xt;;i;ii;) 
x€q>aXdg dßeivolo ßegi&Qov. Theophr. Pflanz. 3, 1, 2: iv Oevet^ vtjg Hq- 
xadlag . . i^eQQdyrj %d avva&QOia&hv vÖuq iv T(p nedUfi tpQox^ivtiav 
TÜh ßegix^Qwv. 

Wurde bereits unter der dialektischen Form ßdqa^Qo-v (Seite 110), die 
ausschliesslich als Bezeichnung eines bestimmten Abgrundes in Athen ge- 
braucht zu sein scheint, besprochen. 
ßeQicxe&o-q ,Dämon der Dummheit. 

Ar. Ritter 635 in der Anrufung: Begiaxe^'ol %e xal KoßaXoi xal Mo&cjv 
.... vvv fioi ^qdaog xal yXdTTav eunoQOv Öoxb qxavriv t' dvaidij. 

Etymologisch unverständlich. 
ßiifßeQi ,Perlmuscheh 

Androsth. (bei Athen. 3, 93, B) : ev (nämlich xoyx^^f^ov) äk idiov o xa- 
Xovaiv hxelvoL ßigßsQi, i^ ov 17 fiagyaglTig Xl&og ylverai' avzTj 6^ iazl 
TtoXvreXrjg xara Tfjv ^Aalav xal TCuXeirai tcbqI üigaag tb xal rovg ävw 

zoTtavg TtQog xQ^^^ov 1; ök Xl&og ylvBtai iv tjj aaqxl tov dcrgiov 

. . . xal iariv ^ fjihv xQ^^oBidrjg aq>6dQa , , , '^ dk agyvQOBidijg, fj dh tb~ 
Jiiwg Xbvxt!], ofiola Tolg 6q>x^aXfiolg xwv Ix^^viiv. 

Leo Meyer, OzieohiBOhe Etymologie. UL 8 




114 Griechische Etymologie 

UngriechiBchen Ursprungs. 
ßsQßiQio-v, ein ärmliches Kleid. 

Anakr. Bruchst 21, 3: tvqIv fiiv ix(ov ße^ßigiov, naXvfif^az^ iaqnfpuofiiva. 

Dunkler Herkunft. 
ßoQ' ^verschlingen , verzehren', verbal lebendig geblieben nur in der Um- 
formung ßgw' (siehe Seite 127). 

Dazu: ßoga ,Frass, Speise'; Find. Bruchst 124, 5: öbLtcvov dk hiffovxog 
yXvxv TQ(oyahov xalneQ ned^ aq>^ovov ßoQctv. Aesch. Prom. 582: nov- 
tloig ddxeai dog ßoqdv. Hdt 1, 119: (hg dh T(p ^Aqnayij^ idoxee alig 
iXBiv T^g ßoQtjg. Ar. Bitter 416: y^vvog ßoqav airavfjieyog* — ßoqo-g 
fVerschlingend, gefrässig'; Ar. Friede 38: ixiagov %b XQW^ '^^ xoKoofiov 
xflfi ßoQov. Luk. Tim. 46: av ye . . , yvnCiv a7tav%(üv ßoQwrare, — &v- 
fiO'ßoQo-g ,das Innre (wie II. 5, 400: x^de dk dvfiov) verzehrend*; IL 7, 
210: ovg %e XqovIwv dvfioßoQOv igiöog fiivel ^virpue fiax^a^au — 
drjfio-ßoQo-g ,das Volk verzehrend'; IL 1, 230: dri^oßoQog (,der das Be- 
sitzthum des Volkes verschlingt^ ßaatkevg^ inel ovridavolat Faviaaug. 
— ßige&QO'V ,Abgrund' (siehe besonders, Seite 113). 

Lat vordre ,verschlingen'; Plaut trin. 475: edim atqve ambälms mälts 
expUtts vorem] truc. 42: interim ille hdmum vorat; rud. 545: qvaenam 
ballaena meum vorävit vidulum, — Dazu: cami-voro-s ,fleischfressend'; 
Plin. 9, 78 : omnia (nämlich cartiläginea ,KnorpelfischeO autem Carnivora 
sunt tälia. 

Kymr. hreuad ^leichenfressender Wurm' (Fick 2*, 181). 

Lit gerü ,trinken*. 

Altslav. ireti ,verschlingen', bei Miklosich aufgeführt, doch ohne Citate. 

Armen. Tceri ,ich ass' (Aorist); her ,Nahrung, Frass*; msa-ker ,fleisch- 
essend'. (Hübschm. Arm. Stud. 35). 

Altind. gar- ,verschlingen', mit dem Präsens girdti ,er verschlingt' (m- 
-girati ,er schlingt hinab' AV.), dem Perfect gagära ,er verschlang* (RV. 
4, 18, 8; 10, 27, 13), und der Aoristform garan ,sie verschlangen' (RV. 1, 
158, 5); RV. 1, 158, 5: nd md garan nadias ,nicht verschlangen mich die 
Ströme'; RV. 4, 18, 8: tud hushdvä gagära ,dich hat die Eushavä ver- 
schlungen'. — Dazu: aga-gard- (,Ziegen verschlingend'; agd-s ,Ziegenbock' 
RV. 1, 162, 2; 1, 163, 12), Name einer grossen Schlange (AV.). 

Altostpers. agpö-gara- ,Rosse verschlingend'. 
ßöQaro'V, eine Cedemart 

Diod. Sik. 2, 49 : h ök Tolg ogeaiv (nämlich in Arabia felix) ov fiovov 
IXairi mal Ttevxr] q>ve%ai äaipili^g • . . dXXa xal .... ro xaXovfievov ßö- 

QOTOV, 

üngriechischen Ursprungs. 
ßÖQaCöo-g ,die in ihre Hülle eingeschlossene Palmenfruchf. 

Diosk. 1, 150: cpolvi^y tjv evioi ikaTrjv r; OTtd&rjv xaXovai, neQindkvfAfid 

^atc Tov xaQTcov twv (poLvlxoiv dx/ifiv dv&ovvratv xal 6 Ttegiexofjievog 

dk vft^ avTtjg xagnog iXdvr] xaXelrai, vtc' IvIcjv dk ßoQaaoog» 



Griechische Etymologie. 115 

Ohne Zweifel nicht griechischen Ursprongs. 

ßoQiri'q ^Nordwind'; auch als mythische Persönlichkeit gedacht; dorisch 
und attisch ßoQiä-g (Find. Ol. 3, 31 ; Pyth. 4, 182; Aesch. Brachst 281; 
Soph. Trach. 113; Ar. Ach. 922; Wespen 1124). Daneben auch ßoQQtj-s 
(IL 9, 5; 23, 195), attisch ßoQga-g (Thuk. 6, 2; Plat KriL 112, B). 

IL 9, 5: (ig d* avefioi ovo novtov oglvevov ix^6Fev%a, ßoQQr^g %al ^i- 
qn)Qog, %ti re QQjjxrid'ev aßrjTov. Od. 19, 200: ßeÜLei yccQ ßogirjg avefiog 
liiyag ovo' iTtl yaljj etFa Yavaa&ai. IL 15, 171: dg d' ot' av h, v€q)iü)v 
TtT'qvai viq>ag rißi xoii'a^a '^/WXQV ^^^ J^Qi^fjg al&Qrjyeviog ßoQiao, Od. 
5, 385: Li&rjvalrj .... wqob d' ini XQaiTtvov ßoQirjv. — IL 20, 223: %a(ov 
(nämlich VTtnwv) %al Boghjg rjQaaaaro ßoaxof^evdcjv. 

Ist weder bezüglich seiner Form (aus ßogijfj-g? und wie dann auch 
ßoQQfj-g?) ganz deutlich, noch auch in Bezug auf seine Herkunft Mög- 
licher Weise aus der Fremde entlehnt 

ßöifßoQo-g ,Schlamm, Schmutzt 

Aesch. Eum. 697 (die Stelle gilt für unecht) : ßoqßoQff & * vSwq XapLnqbv 
fiiaivcjv ovnod- evQrjOeig no%6v. Ar. Bitter 866: kav <5' avta we xal xavta 
%dv ßoqßoQOv xvxüiatv. Frösche 145: eha ßoQßoQov noXvv TLal otcwq del- 
vtjv. 273: tI io%t navrccv&ol] — axÖTog xai ßogßoQog. Plat Phaed. 
69, C: og av afjivrjTog xai driXecTog elg"^idov cq>ixr]Tai, h ßogßoQtp xel- 
aerau 110,A: ovts q>vBtaL ovähv a^iov koyov iv %jj ^aXaTTtj, ovre %i- 
Xetovy WS ijtog eiftelv^ ovöiv iarc, GT^Qoyyeg dk xai a^^og xal TtrjJidg 
d^rixavog xal ßoqßoQol elaiv. 

Durch Beduplication gebildet^ nach Art von ßdqßaQo-g ,unyerständlich, 
ausländisch' (Seite 112), yofyvQrj ,unterirdische Wasserleitung' (Seite 45) 
und vielen andern Wörtern. Das zu Grunde liegende ßog- ist an und für 
sich nicht deutlich. Ob etwa nhd. Quarh ,Dreck, EoÜi' hieher gehört, 
das auch insbesondere ,Eäsequaxk' bezeichnet und so für entlehnt aus dem 
Slavischen (russ. tvorog) gut? 

ßoQßoQvyiiö-q ,das Kullern im Leibe'. 

Hipp. 1, 100: zovg de ix tüv V7toxovdQlo)v ftovovg %e xal xv^tafiava, 
ijv jj veagd xal fiij ^vv q)leyfÄOVfjj Ivet ßogßoQvyfidg iyyevofxevog iv ri^ 
VTtoxovdQlqi, xal (laXioxa fxev du^ituv ^vv x6nQ(fi re xal ovQ(p xal q>vcj]j 
1JV äh fiij, xal ccvrog diq neQaiwd'elg (jJq>€li€i. Luk. Lexiph. 20: q>ev, vi 
TOVTO] Ttokvg 6 ßogßoQvyfxog. iyyaOTQlfivx^ov %iva eotxa TtBTtwxivat. 

Wurde dem Vorausgehenden gleich durch Beduplication gebildet^ wie 
zum Beispiel auch xoqxoQvyr] ,6etöse' (2, Seite 374), dem das noch hieher 
gehörige von Hesych (ßogßoQvyi] ' notog rig rjxog, ov xal xoQXOQvyrjv xa- 
lovaiv) angeführte ßoQßoQvyri ,6erausch' ganz entsprechend gebildet 
wurde. Naher Zusammenhang besteht vielleicht mit ßdgßaQo-g ,unver- 
ständlich' (Seite 112). 

ßiqQvkXo'q ,ein meergrüner Edelstein'. 

Luk. verae bist 2, 11: vaol dk Tcdvtcjv d-ewv ßtjgvi^kov kl&ov wxodof^rj- 

fiiyoi, Addäos (in Anth. 9, 544, 1): 'ivdfiv ßijQvkXov fie TQi(pmv dvijteiae 

8* 



116 Griechische Etymologie. 

FaX'qvriv ehai. Dion. Perieg. 1012 (ed. GBemhardy): val fiijv xal xQvaolo 
<piqu xaqUavBQOv aXh>^ vyqfß ßrjQvXkov ykavxijv Xld'ov , ^ neQL x^Qov 
q>ve%aL iv mQoßoXfjgy dq)ii]Tidog %v8o^i TceTgtjg. 

Ungriechischen Ursprungs. 
ßoQeö-q, eine Fischaxt 

Xenokr. (bei Ideler: phys. et med. 1, Seite 133): ol di iv xegafioig toqi- 
Xevofievoi ßwQelg, dt xal cJfiol ia&lovraij dnodoQivrog %ov diQficcrog xcrl 
aTtOTild-ivTog. 

Ungewisser Herkunft 
ß'6Qio-v jWohnung'. Hesych erklärt ßvQiov' oinctjfxa. 

Dazu: ev-ßvQvo-g ,gute Wohnungen enthaltend^; Euphorien (in Elym. 
M* 389y 24) : oart; xor' evßvQiov, 

Als letztes Suffix löst sich lo ab; suffixal wird aber auch das q sein. 
Was aber ist zu Grunde liegende Verbalform? 
ß'ÖQaa (Ar. Ritter 369; Arist Thierk. 4, 64; ßvQOav Theokr. 25, 238; Theophr. 
Pflanz. 9, 5, 3) ,Hauf , besonders ^abgezogene Haut^. 

Hdt 3, 110: iTteav xaradi^aütvTai ßvQarjOi xal öäQfiaai aXXoiOL nav %6 
awfjia, Ar. Bitter 104: 6 ßaaxavog ^iyxst fiedviav h %alai ßvQoaig 
vfcviog. 369 : 17 ßvQca oov d'QavevaeTai ,deine Haut wird auf die Gerber- 
bank kommen'. 892: ovx ig xogoxag dnoqyS'BQBl^ ßvQCtjg xaxiatov o^wv] 
Theokr. 25, 238 : ovd' (5g vnb ßvQCav ^öv Ttokvwdvvog log. 272 : drtwg 
kaaiavxevcc ßvQOav d^qbg Te&veuÜTog cltzo fielicjv igvaalfirjv, Luk. 
Lexiph. 6 : olvog dh rjv ov yiQwv, dXXa tcJv dfto ßvga7]g (^SchlauchO, ijöi} 
filv ayXevxtjg^ arcsTcrog dh eri. 

Pick 1*, 411 vergleicht ahd. chursinnaj mhd. Tcürsen ,Pelzrock* und nhd. 
KwrschneTj wohl etwas zu kühn. Es mag hier auszusprechen genügen, 
dass ßvgaa zunächst aus *ßvQaia entstanden sein wird, wie zum Beispiel 
TtriQva ,Ferse' (2, Seite 511) aus *7tziQvia oder noTva ,Herrinn^ (2, Seite 
505) aus *7t6ryiaj und dass der Ursprung des Wortes dunkel ist. 

Die anlautende Gonsonantenverbindung ßg. 

ßQüxavo'Vj ein wild wachsendes Gemüse. 

Pherekr. (bei Athen. 7, 316, E) : ivd'qiaxoiOi xal ßQocxavoig xal avQaßj^- 

Xoig ^rjv. Luk. Lexiph. 2 : twv oxavilxwv xal ßQaxdvwv kaxavevadfjievog. 

Die Suffixform ist eine sehr gewöhnliche, begegnete zum Beispiel in 

TQVTtavo-v ,Bohrer^ (2, Seite 834), die Herkunf des Wortes aber ist dunkel 

ßQäxo-q ^Frauengewand^ 

Sappho Bruchst 70, 2: ayQOivi'CLg . . . ovx iftiatafiiva rot ßqax^ ilxTqv 
inl xüv aq)VQO)v. Theokr. 28, 11: dkaxara .... ixteXiaeig . . . noXXa d^ 
ola yvvaixeg q)OQioia' väaTi^va ßQäxt]. 

Aeolische Nebenform zu ^0x0^- ,Stück Zeug^ (siehe später), alt/^axo^ 
(Od. 6, 178; 14, 349; 512; 19, 507). 
ßifäTcri ,Beinkleid^ 



GriechiBche Etymologie. 117 

Diod. Sic 5, 30 : ia&rjai dk XQWVTai xaraTtlrpiTiKaig .... xal ava^vql- 
aiv, ag ixeivoi ßgavtag nqoaayoQBvovaiv. 
Ein gallisches Wort. 

ßQar-ißQaaaeiv (Hdt 7, 188; 190; Nik. al, 359; aus *ßQavJEiv) ,8ieden, 
anfbrausen, auswerfen^; attisch ßgantetv (Ar. Ach. 1005; Frösche 510; 
PlatSoph. 226,B). 

Hdt 1 j 188: al 8k (nämlich vieg) ig Kaad'avaitjv k^-Bßqaoaovto (nahe 
vorher heisst es: rrig S-akaoarig ^eodar^g), 190: og TtoXla (xkv x?t;aea 
rcoxriQia vüTiQq) %q6v(^ kK-ßQaoao^Bva dvellero noXXa 8h ciQyvQea. Ar 
Ach. 1005: ava-ßgaTTer^ , i^oftraze. Frösche 510: iTtei toi xalnQia dv- 
'ißgartev oQvl&eia. Frösche 553: xQia .. . avdßgaaT^ etxooiv. Friede 
1197: dva-ßgarTü) xlxXag, Brachst 271: mlaawj ßgazTU), iidtria. Hipp. 
2,427: fi g)dQvyS . . . &Q6fißovg ai^arog ix-ßgaauerac (Ermerins schreibt 
iüßqdaoei) xar' oXlyov d'aiAivd. Ap. Bh. 2^ 323: VTtBQ^e 8h ^okXov aXog 
xoQdvverai v8(aQ ßqaaaofievov. 2, 568: wqto 8h noXXri akfirj ava-ßga- 
a&eiaa. Nik. al. 25: i^ 8h ragaaüofiivr] tci fihv Mßgaaev ijkix^a vrj8vg 
Ttvevfiota. Antipatr. (in Anth. 7, 288, 4) : oaria 8' avxe ßißQaazai, yjvxgfj 
Tfj8e itfxg r\i6vi. — Dazu: ßgaofio-g ^Erschütterung^; Orph. hymn. 47, 3: 
Ki'Akrjaxü) BiK^ov . .. §g . . • iartjaev nQoreQOvg ßgaafiovg yalrjg anoTtifiXpag. 
Stob. (ecL 1, 628) : IdgiaxoxiXrig g)r}al aeiofiovg ylvea^ai .... xai Trjg yfjg 
^velarig .... rgojiovg xal ßgaofiovg. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht aufgefunden. 
Es könnte nach den aufgeführten Formen möglicher Weise auch ein 
^ßgad^ zu Grunde liegen. — Ein präsentisches **ßgd^€iv ist mit Unrecht 
angenommen. Heliodor Aethiop. 5, 16 heisst es tov tvozov 8h Xaßgaig 7]8ri 
ßgvd^ovTog (nicht ßgd^ovzog). — Mit ßgaa(x6-g vergleicht sich seiner Bil- 
dung nach nXio^ax' »Geformtes, Bildwerk* (Ar. Vögel 686; Plat Theaet 
197, D; Soph. 239, E), das von 7tXa&- : TtXdaaetv ,bilden' (2, Seite 696) 
ausging. 

ßQdßiXa-v (daneben begegnet ßgdßvXo-v Elearch. bei Athen. 2, 49,F und 
sonst), eine wilde Steinfrucht, eine Art Pflaume. 

Theokr. 7, 146: zol 8' ixixvvzo ognaxeg ßgaßlXoiac xctraßgl&ovTeg 
ega^e. 12, 3: oaov fiijXov ßgaßlXoio rj8iov. Athenäos 2, 49,F führt aus 
Elearch an: ^Po8lovg xai Si-KeXnizag ßgdßvXa xaXelv zo xoTCKVfitiXa^ citirt 
die beiden Theokritstellen und fügt dann noch zu: iazl 8h zovzo zo 
dyig68gvov fiixgozegov fihv zjj 7tBgiq>ogq, zuiv %oytxv(ir^Xoiv ^ zfj 8* i8(jj8j} 
zb avzOf fcXfjv oXlyov 8gi^vzBgov. 

Die Suffixform ist ungewöhnlich, sie begegnet bei männlichem Ge- 
schlecht in zgoxiXo-g (auch zgoxiXo-g betont) ,Strandläufer, Krokodil- 
wächter^ (2, Seite 817), während mit der Form ßgdßvXo-v azifKpvXo-v 
,ausgepresste Oliven oder auch Weintrauben' (Ar. Ritter 806 ; Wolke 45) 
im Suffix übereinstimmt Die Herkunft des Wortes ist dunkel. Sollte 
möglicher Weise Zusammenhang bestehen mit unserm Krieche (auch die 



118 Griechische Etymologie. 

Form Kriechd begegnet), nni Kreke oder auch Kreike ,8chlehe, Pflaumen- 
schlehe'? 

ßQaßs'6'q Anführer', ,Kampfspielanordner, Kampfrichter'; dann überhaupt 
,ßichter^ 

Aesch. Pers. 302: l^QTe^ßdQTjg di fivglag cnftov ßqaßevg. Ag. 230: tto^' 
ov8bv aiwva Ttagd-ivEiov %* i&€vto (pMfiaxoi ßQaßfjg. — Soph. El. 690 : 
oawv yag ela&ii^Qv^av ßQaßijg ögofitov. 709: aravreg d* IV atkovg ol 
TSTayfiivoi ßgaß^g zk'qQovg ^TtrjXav xal %a%iaxriaav ölq>QOvg, Plat Ges. 
12, 949, A: IfcnixiZv a&kwv kfCiOTorag xal ßgaßiag. — Eur. Ov. 1650: 
&eoi di aoi dUtjg ßQaß^g . . . evaeßeardTriv tlJijq)ov diolaovai. Med. 274: 
vjg lydß ßgaßevg koyov roid' elfil. Hei. 703: ovx V^^ f^oxx^iov tüv h 
"au ff ßgaßevg GürheberO? 

Dunklen Ursprungs. Das Ableitungssuffix ev weist auf ein zunächst 
zu Grunde liegendes Nomen, wie etwsi *ßgaßrj ,das Anordnen (?)*. 

ßQdöivo'q ,schlank, beweglich'. 

Sappho Bruchst 90, 2 : no^t^ ddfxeiaa naiäog ßgaölvav di' Mq>g6diTav. 
Bruchst 104, 2: ognanv ßgadlvip ae xocXiar* ktycdadw. 

Lesbische Nebenform zu ^adiv6-g (siehe später), alt Fgaötvo-g. Bei 
Homer (II. 23, 583) ist das alte anlautende F nicht zu erkennen, auch 
nicht im Hymnus an Demeter (Vers 183), wohl aber bei Hesiod (theog. 
195: a(iq>i dh Ttolri vtoaalv vfto ßgaöivolaiv aßi^ezo), 

ßifaöih^ ,langsam', ,späf ; dann auch ,geistig langsam, schwachsinnig'. 

IL 8, 104: ßgadiFeg di toi InTtoi. Od. 329 und 330: xe^avee tot ßgadvg 
wxvv, wg xal vvv ^(paiOTog Iwv ßgadvg elkev ^grjfa, tixvTotoy Ttsg 
iovra ^edSv . . . x^^Q ^^^' S^« Bruchst 886, 2: fitacJ TtoklTrjv oOTig 
(iq)8k€iv Ttdrgav ßgadvg q)avelvai, fxeyaka di ßka^creiv Toxvg. 979, 3: 
95 ^Ixtj . . . ßgadel Ttodl areixovaa fxagxpu %ovg xanovg, — Soph. Aias 
738 und 739: ßgadelav fniag ag" 6 Ttjvde ttjv bdbv ni^Tttav %7t€ii\p€v, r^ 
iqxxvTjv iyw ßgadvg, — Ar. Wölk. 129 : Ttwg ovv yigwv wv xaTciXi^aiLiwv 
xal ßgadvg Xoywv axgißwv axivdakdfiovg ^a^rflOfiaL] Pind. Phaedr. 239, A: 
fJTtcav dk dfjiad'fjg aoq)ov . . . ßgadvg dyxlvov. — Dazu: das superlativische 
ßagdiOTo-g (siehe besonders, Seite 113). 

Lat bardO'S ,langsam von Begriffen, stumpfsinnig'; Plaut. Bacch. 1088: 
qmcomqve ubi ubi sunt qvi fusrunt qvtqve futüri sunt posthäc stuUi, 
stolidz, fatut, fu^giy bardi, blennt, buccones] Persa 169: nimis tandeni 
me qvidem pro bardä et rullä reor habitam esse aps tS, 

Oder sollte lat bardo-s nur dem Griechischen entlehnt sein? — Weiterer 
etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich. 

ßQ^y(r »lautes Getöse machen, krachen', begegnet nur in der aoristischen 
Form ißgaxe ,es krachte' (ohne Augment ßgdxe IL 12, 396; 13, 181; 14, 
420 und sonst). 

Bei Homer 13 mal. IL 4, 420: dfeivov d" ^ißgaxe x^^-oQ ^^i arijS-eaai 
fdvaxTog ogvvfiivov. IL 12, 396: df4q>i di Foi ßgdxe tevx^a noixlXa ^crlx^J. 
IL 5,838: fjiiya d" %ßgaxB <pr,yivog a^wv ßgid'oovrjß, IL 21, 387: §t»y d* 



Griechische Etymologie. 119 

%7t€aov fieydXfp Ttardyq), ßgdxe ö' evQ€la x^ccJy. Od. 21, 48 und 49: ^V" 
Qiwv d^ dviKOJtzev oxijßag avra TiTvayLOfiivti' rd 6* dv^ißQoxsv rivxB tov- 
gog ßoaxofjievog leifxaivr %6a^ ^ßQoxe xakc SvQetQa nXriyivTa xkrj^iäi, 
IL 5, 859 : o d^ ^ßgccxs x^^^^^S *'^Q^S 8aaov t' ivvedxcloi iFlccxov ij deKd- 
XiXoi avigeg h TtTokifttp. Qu. Sm. 6, 325 -» 10, 72: wg twv iaaviiivtav 
[ik/ VTt'ißQoxe yala neldgr}, 

LäL fragör- ,das Krachen, Getöse*; Lucr. 5, 109: succidere horrisonö 
posse omnia victa fragöre', Liv. 1, 29: fragor tectörum qvae dtruSbantur 
ultimts urbis partihus audiebätur; Verg. Aen. 1, 154: cundiis pelagi ce- 
cidit fragor. 

Mhd. braht ,Länn, Geschrei'; ahd, braJit oder praht ,Getö8e, Geräusch*. 

Die Entwicklung des anlautenden ß wie wohl auch in ßv^o-g ,Tiefe, 
Meerestiefe* (Seite 97) und ßo^Qo-^g ,Grube, Vertiefung* (Seite 96), so dass 
also ein altes *bhraghr wird anzunehmen sein. 
ßQäxo^- jSeichte Stelle im Wasser', in älterer Zeit nur in der Mehrzahl ge- 
braucht 

Hdt 2, 102: ekeyov .... fiiv rtgoau dnixiad-ai kg &claaaav oinUri 
nXttnrjv vnb ßgoxiiov, 4, 179: Ttgiv de xaridia&ac yijv, iv %oloi ßqdxeat 
yeviad'ai klfdvrjg v'^g TgiTwvlöog • • • . . ovtü) öij %6v %b ätixTtloov tcSv 
ßgdxBUiv deixvvvai %6v Tglzwvd aq)i. Thuk. 2, 91 : al 8k (nämlich vijeg) 
xal ig ßgdxea dfceigltf xmgLwv wueilav. Polyb. 1, 39: ftgoaTceaovreg eXg 
%iva ßgdx^cc did t^v dnBiglav. 

Gehört zu ßgaxv'S >kurz* (siehe Seite 120), das auch in der Bedeu- 
tung ,seicht* gebraucht wird, wie Hdt 2, 19: 6 Neikog .... ort lata 
dnigxerai aTioXslTtwv t6 ^ie&govj tioTe ßgaxvg tbv ;^£ijucjya artavta 
diatsXiei kiov f^ixQ^ ^^ avTig tgoTtitav twv ^egiviwv. Das entsprechende 
lat brevi-s kommt auch einige Male so vor, wie Verg. Aen. 1, 111 : tris 
(Schiffe) Euncs ab altd in brevia et syrtis (,Sandbänke*) urgvet] Tac. 
ann. 1, 70: neqve discemt poterant . . . brevia d profundts] 6, 33: pulsö 
.Anirorsus fretö brevia lUorum nüdantur] 14,29: nävesqve fabricätur 
plänö alveö adversus breve et incertum. 
ßQdyJov- (ßgctxt(üv) ,Arm*. 

II. 12, 389: rkavTCOv . . . ßdle . • . J? ßlde yvfivu&ivza ßgcexlova. II. 13, 
529 und 532: öogFi ßgaxlova Tvtpev .... Ix/igvaev ngv^ivolo ßgaxiovog 
oßgifÄOv «yzog. IL 16,510: x^^^ ^* ^^^ kreiere ßgaxlova. Od. 18,96: 
q>dvev di ßoi evgiFeg wf^oi oti^&ed re arißagoi ze ßgaxloveg. Aesch. 
Schutzfl. 747: nokkovg di */ evgr^aovaiv iv fxearjfißglag d'dXnei ßgaxlov^ 
ev xareggiyrjfÄivovg. Arist Thierk. 1 , 58 : ßgaxiovog öh wfiogy dyxciv, 
wkixgavovj rcrffvg^ X^IQ' 

Dunkler Herkunft Die Suffixform ist ungewöhnlich, vergleicht sich in 
der homerischen Sprache nur mit der der patronymischen Bildungen, wie 
Kgovtwv ,Kronos' Sohn* (11.1, 528; 2, 419; 670; Genetiv Kgoviovog IL 14, 
247; Od. 11, 620), die aber doch hier nicht wohl unmittelbar verglichen wer- 
den können. Das comparativische Suffix lov hat bei Homer stets kurzes i. 



120 Griechische Etymologie. 

wie zum Beispiel in (plXiov- ,lieber^ (Od. 19, 351 ^ 24, 268: (piXliav\ liegt 
also hier abseits. 
ßifayifi-q ,knrz^; dann auch ^schwach', ^ering^. 

Find. Isthm. 3, 71 : fiogq^av ßqaxvQj tfjvxav d' anafiTtrog TtQoanaXaloiov 
riX»' avriq (Herakles). Pyth. 9, 68: »ewv . . odol tb ßgaxelau 4, 286: 6 
yotQ xaiQog ngog uvd'Qwnwv ßgccxv fzirgov %x^i> Aesch. Prom. 505: ßgaxei 
dl fxv&(p Ttavra avlhjßdriv fia&e. 930: KgarelTW Tcvde %bv ßgotxvv xqo- 
vov, Pers, 713: navxa yag . . axavaei fiv&ov iv ßgctxei xgovifi. — Pind. 
Nem. 10, 19: ßgoxv ijlol arofia ncvr^ avayijaaad'ai. Isthm. 6, 44: ßgctxvQ 
l^i7Lia&ai x^^o7t€dov d^ewv %8gav, — Soph. Oed. KoL 294: Xoyoiai yag 
ov% (ivofiaOTai ßgox^oi. Thnk. 8, 76, 6: ßgcixv %i ri elvai xal ovdevog 
a^iov. Xen. Eyr. 8, 2, 5: avdpcrj ovv %ov iv ßgaxvrdrq) öiargißovTa igy(p 
TOVTOV xal ägiGza dif]vayiida-9ac tovto Ttoteiv. Plat Ges. 11, 921, C: 
ßgaxv xigdog ayartcSv. — Dazu: das comparatiyische ßgaaoov^ (ßgda- 
acjv) ,kürzer'; nur II. 10, 226: fiovvog d^ eX nig %b voßi^arjj aXXd öi Fol 
ßgdaauiv (,schwächer, weniger leistend') tc voFog. — ßgdxog- ,seichte 
Stelle im Wasser' (siehe besonders 1, Seite 119). 

■« Lat brevi'S ,kiirz'; Verg. ecl. 9, 23: brevis est via; Cic. Arch. 11 (28): 
qvid est qvod in hoc tarn exiguö mtae curriculö et tarn brem tantis nös 
in laboribics exerceänms? 

Gothisches ga-maurgjan ,abkürzen' (Mk. 13, 20 zweimal für xokoßovv 
und Böm. 9, 28 zweimal für avvrifÄveiv) drängt zu der Vermuthung, dass 
ßgaxv-g damit in Zusammenhang steht und etwa aus ^figaxv- (wie zum 
Beispiel ßgozo-g ,sterblich' aus ^figoro-g, siehe Seite 124) entstanden sei: 
das lateinische brevi-s aber, für das der entsprechende Ursprung nicht wohl 
angenommen werden kann, macht jene Vermuthung ganz hinfallig. — 
Mit der Entstehung von ßgdaaov- (aus *ßgdxJov) vergleicht sich die von 
^aaaoy- ,schneller' (IL 13, 819; 15, 570) aus *&dxJov' (raxi-g ,schnell' II. 2, 
527; 13, 66; 701, entstand aus *&axv'gj siehe 2, Seite 752). — Lat brevi-s 
(aus ^bregvi-s) steht griechischem ßgaxv-g gegenüber, wie levis ,leicht, 
behende, leichtsinnig* dem griechischen ilaxi-g ,klein, gering* (1, Seite 468). 
ßQd'd^- ,Sadebaum^, eine Wachholdergattung. 

Diosk. 1, 104: ßgddv, %VL0t ßdga^gov xalovai. iari di vovvov eidij 
8vo' xb ptlv ydg avTOv iarl xolg (pvXXoig ofioiov xvnaglaatp, cnLov^o- 
diategov dh xal ßagvodfiov, ögifii, Tcvgwtixov' xoXoßov ök xb öivögov 
xai eig nXdxog fidXlov x^bfievov . . . . ro dh üegov jiivglxfj xolg q>vXkoig 

OfiOlOV. 

Dunklen Ursprungs. 
ßffdaa-Biv jsieden, aufbrausen, auswerfen*, siehe unter ßgax- (Seite 117). 
ßQäaaoV' (ßgdaawv) jkürzer*, comparativische Form zu ßgaxv -g (siehe 

oben). 
ßQaOiiö-q jErschütterung*, gehört zu ßgax- ,8ieden, aufbrausen* (siehe S. 117). 
ßQäyxo'-g ,Heiserkeit*; daneben auch ßdgayxo-g (siehe besonders, Seite 111). 

Thuk. 2, 49 : irteixa i^ avxtSv Ttxagnbg xal ßgdyxog iTteylyvexo, xal h 



Griechische Etymologie. 121 

Ol fcokkip XQ^^^ xarißaivev ig ra ajrjdTi 6 Ttovog fiera ßfjxog iaxpQov. 
Allst Thierk. 8, 137: tcJv de rerQanodwv al fihv veg voarjfiaai nhv xcfi- 
vovoi vQialvj <iv Sy fikv xai^ltai ßQayxog (nach Aubert und Wimmer 
scheinen hiemit verschiedene Krankheiten bezeichnet zu sein, insbesondere 
die ßräone^, eine Anthraxgeschwnlst des Bachens und des Kehlkopfes, 
die ^weisse Kopfbrandbeule', und ,Beulen und harte Geschwülste, die an 
verschiedenen Gliedern auftreten'), kv q> fidhara ra jte^l ja ßQay%ia Y.al 
rag aiayovag q)Xeyfiaiv€i . ylverai öi xal onov av TVXf] rov awfiarog' 
TtoXXoKig yaq toi Ttodog XafißaveTai^ ovk d^ iv T(p thl . ylverac dk aanqov 
eif^g xal %d ix6fievov^ iwg av Hdrj TtQog %6v Ttvevfiova' rove J' dno- 
d^i^axei. 

Eine zu Grunde liegende Verbalgrundform "^ßqayx- mochte etwa bedeutet 
haben ,rauh tönen'. Ob möglicher Weise mhd. hrage ,Hals', unser Krageriy 
dazu gehört? 
ßQdyxoQ' ,Fi8chkieme, Fischohr'. 

Opp. Fischf. 1, 160: oaaoi ye ßgayxfjf ajofiavog Ttjvxccg, dfAq>lg %xovaLv. 
— Dazu: ßqayxtov ,Fischkieme*; Theokr. 11, 54: äptoi^ 5t' ov% irsniv 
fi' a fictrrjQ ßqayxt^ ^ovta. Arist Thierk. 2, 54: idiov d^ ^x^vai (nämlich 
ol Ix^^g) fo TB twv ßfoyxltovj fj xo vdwQ atpiaai de^afievot xatd rö 
arofia* 8, 16: za fihv ovv dvaXoyov ttj avanvofj xQ^f^^^ ^^ vyqtfi ßgdy- 
Xia %x€u 

Gehört vermuthlich zum Vorausgehenden. 
^^€X€X£X€§ xod§ %od% lässt Aristophaues (Frösche 209 = 210 — 220 — 

225 *« 235 -» 239 »» 250 — 256 — 261 — 268) die Frösche rufen. 
ßqita^ ,hölzemes Götterbild'. 

Zuerst bei Aeschylos, der es 15 mal hat, während sich's bei Sophokles 
gar nicht findet Aesch. Sieben 95 und 97 : noxega öf^T^ iyd noxiTtiau) 
ßqizri daifiovwv] itj fxdxaQcg eveÖQOi, axfid^ei ßgerimv ^ca^ae. Pers. 
809: oi &€ü)v ßginj jjdovvxo avkäv. Eum. 80: Y^ov naXaibv ayxa&ev 
Xaßixtv ßgivag. 242: Ttgoaeifit ödSiiia xal ßgixag xo aov, &ed. 259: Ttegl 
ßgixet fckex^Big d'Bag ä^ßQoxov. SchutzfL463: väoig nlva^i ßgixea xoofjirjaai 
xdde. Eur. Phoen. 1 250 : iv aol Zrjyog og-^waai ßgixag xQOTcaiov. BruchsL 
328, 3: xovxov vofxl^tj xav S-eäv avXdv ßginq. Ar. Bitter 31 und 32: x^o- 
xiaxa xoLvvv xiiv Ttaqovxwv iaxl v(pv, d'owv iovxe jcgooneaeiv xov ngog 
ßgexag. — nolov ßgixag] Lys. 262: yvvalxag .... xaxa fihv ayiov ix^iv 
ßqitag, 

Dunkler Herkunft Stellt sich seinem Suffix nach zu yiqag- ,Auszeich- 
nung, Ehrengeschenk' (Seite 41) und ähnlichen Bildungen. Das innere x 
aber hat vielleicht auch als suffixal zu gelten. 
ßq^Yiiar- (ßgiyf^a) ,Aufguss'. 

Diod. Sic. 3, 32: 7tox(fi d^ ol fikv Idiuixai avyxQu»vxat ftaXiovQO)v ßgiy- 
fiaxi. 

Zu ßgix^iv ,benetzen' (siehe Seite 122), mit Entwicklung des y aus x 
vor suffixalem ^« ganz wie zum Beispiel in evy^ax- ,Prahlerei', ,Gebet 



122 Griechische Etymologie. 

Bitte' (Od. 22, 249; — Aesch. Prom. 584; Sieben 267; Ch. 463. Zu €vx^a»ac 
,beteii, flehen', ,geIoben, versprechen' 2, Seite 192), mvypLm- ,6efaltete8, 
Faltung' (II. 5, 315; zu mvx- ,f alten, zusammenlegen' 2, Seite 520), aQ^fiar- 
,ETStlingsspende, Erstlingsopfer' (Od. 14, 446; zu agx^i^ ,beginnen, der Erste 
sein' 1, Seite 283). 
ßQiyiiat' (ßgiyfia) ,vorderer Theil des Schädels'. 

Strattis (bei Athen. 11, 467, E): olad'' (^ TtQoaioiTcev, w Kq€(jjv, t6 ßgiyfia 
aov] Arist Thierk. 1, 39: xe^aXrg fihv ovv ßigri to fiev TQixonov %Qonfloy 
xalelTai . TOVTOv ök fiigri to fikv nqood'iov ßgiyfia. 1,67: VTteQ dk rov 
i}ni€q)alov XeTcroTorov oavovv xai da^eviaTaTOv T'^g x€q>aXf}g iativj 6 
xakeiTai ßgiyf^a, 

Liess das innere y in der selben Weise, wie das vorausgehende Wort, 

vor dem suffixalen /u an die Stelle eines älteren x treten und stellt sich 

unmittelbar zu dem gleichbedeutenden ßgexfio^g (siehe etwas weiterhin). 

ßQ^X-eiv ^benetzen, übergiessen' (auch in übertragener Bedeutung) ; ,trinken'. 

Hdt 3, 104: 6 ijkiog .... icaUi . . . ovtw (Säte kv vda%t Xoyog av%ovg 
iazt ßQix^a&ac TTjvixavra. Find. OL 6, 55 ; TtafiTtogqwQOig cactlai ßeßgey- 
fiivog aßgbv awfia. Ol. 11, 51: ßqixeto (nämlich nayog ,der Hügel') Tcokl^ 
vcqxidi. 7, 34: ev&a nozh ßgix^ ^ecSv ßaaiXevg 6 iJiiyag XQv<^^ot'Q viy>€f 
deaai noXiv. Bruchst 240: /ui} aiy^ ßgexiod^tJ. Xen. an. 1,4,17: Ttov 
öiaßaivovrwv tov norafiov ovdeig ißgix^ dvcJTigw twv fiaardiv. — 
Antiph. (bei Athen. 1, 23, A) : del yag q>ay6vrag daxpiXäg ßgix^iv. EubuL 
(bei Athen. 1, 23, A): ßeßgeyfiivog (,trunken') ^xco xal xeKm&tjviafiivogy 
Eur. EI. 326: fii^ dh ßgex^elg. — Dazu: ßgox^To-g ,Benetzung, Re- 
gen'; Anth. 6, 21, 3: ti^v t' iniviaTldiov ßgox^tcSv ^axoeaaav dgwyov . • . 
dvädTjue, 

Sicher Zugehöriges in den verwandten Sprachen scheint sich nicht zu 
finden. — Mit ßgoxero-g vergleicht sich in seiner Bildung ox^ro-g ,6raben, 
Wasserleitung' (1, Seite 526). 
ßQexiiö'-q ,der vordere Theil des Schädels*. 

II. 5, 586: hcTteae ölq>QOv Ttvfdßaxog iv Tiovlrjaiv ircl ßgexfiov (daneben 
ist auch ßgeyfiov und ßgeyxfiov überliefert) re xal wfiovg, Nik. th. 219: 
fwv ^Tot ßgexfiol fiiv inl TcXatog, 

Nach Fick 1 *, 496 würde ags. brägen^ engl. braiUj mnd. bregen ,6ehim' 
dazu gehören, also ein altes ^bhregh- zu Grunde liegen. 
ß(fig>oq- ,ungeborenes Junges' (im Mutterleibe); ,Eind', auch ,Thierjunges'. 

II. 23, 266 : in/tov ^drjxev ßeycßeri' aöfn^rriVj ßgiq>og ruilovov xviovaav, 
Luk. 1,44: iaKlgTrjaev h ayallidaec t6 ßgiq>og iv zfj noilltf fiov. — 
Find. Ol. 6^ 33: ixiXevaev rjgiol nogaalveiv do^ev ElXarldif ßgitpog, Pyth. 
9, 62: toi S* kjciyovvldiov xardTjyidfj^evoi ßgiq>og avtalg. Aesch. Ag. 1096: 
TiXaofxeva tdde ßgiq>r]. Eur. Bakch. 289: elg d^ ^OXv^tcov ßgiq>og dvijyayev. 
Hdt. 3, 153: tcSv ol atzo(p6go}v fjfiiovcjv (ila 'etexe' wg dh . » • . elds t6 
ßgi(pog. Ael. Thierk. 3,8: %a ßgig)r] tcc rwv %nnwv ozav al iurjvigeg 
xaraXlTtwai, 



Griechische Et^onologie. 123 

Altslav. zreb§ ,Füllen'. 

Armen, orovain (aus ^gorbh-) ßauch, Mutterleib' (nach Bugge Beiträge 
Seite 26). 

Altind. gärbha-s , Mutterleib', ,ungeborne Leibesfrucht'; ,neugebomes 
Kind, Thierjunges*; RV. 1, 148, 5: nd jäm ripdvas . . . gdrbhai sdntam . . 
raishdjanti ,den die Feinde, wenn er im Mutterleibe ist, nicht schädigen' ; 
— EV. 5, 2, 2: pürvfs M gdrbhas carddas vavdrdha ,viele Herbste wuchs 
die Leibesfrucht^ ; — EV. 10, 27, 14: tasthäii mätff vi-shitas atti gdrbhas 
,es steht die Mutter, losgebunden frisst das Junge'. 

Altostpers. garewa- ,Mutterleib', ,Frucht im Mutterleibe'. 

Als zu Grunde liegende Verbalform ist ohne Zweifel richtig erkannt 
altind. gräbh- (in jüngerer Form grah-) »ergreifen, erhalten' (RV. 10, 85, 
36: grbhnämi tat . . hdstam ,ich ergreife deme Hand'; RV. 8, 6, 10: ahdm 
id M pitür pari maidhäm rtdsja gagrdbha ,ich habe vom Vater die 
Eenntniss der ewigen Wahrheit empfangen'; aus dem Mahäbh. wird an- 
geführt: sä' gdrbham dhrtdrushfrät dtha agrahit ,sie empfing darauf Leibes- 
frucht, von Dhrtaräshtras') = altostpers. ^'areti;- ,ergreifen': gerewnditi fix 
ergreiff . Der ,Mutterleib' ist als ,der Empfangende' bezeichnet, ,die Leibes- 
frucht, das Kind' als ,da8 Empfangene'. — Auf dem selben Grunde ruht 
nhd. Kalbj goth. kalbörir (Joh.-Erkl. 3, C) und die griechischen 6iX(paK' 
,Ferkel' (Hdt 2, 70; Epich. bei Athen. 9, 374, E; Arist. Thierk. 6, 129), öbI- 
(pv-g ,Mutterleib' (Hippokr. 3, 17; Lykophr. 939) und doXg>6'g ,Gebärmutter' 
(Hesych. doAyo'-g" 17 ^ri'tQct\ die aber, wie ihre innereren l zeigen, schon 
früh einen besonderen Weg der Entwicklung einschlugen. 
ßQiv'd'O-g, Name eines nicht näher zu bestimmenden Vogels. 

Arist Thierk. 9, 13: Ire ol ano rrjg d'aXaTTrjg ^toyteg akXrjXoig (nämlich 
Ttolifiiol eioiv)j olov ßgiv&og xai kagog aal agTtrj, 9, 75: evioi dk tüv 
oQvl&wv kv Tolg ogeac aal ty vkrj naTomovaiVy olov %7to\p xai ßgivd^og' 
ovxog ö^ oQvig evßloiog ymI i^dixog. 

Dunkler Herkunft Es scheint an den beiden angeführten Stellen gar 
nicht der selbe Vogel gemeint zu sein. An der ersten ist wohl eine Möwen- 
art bezeichnet, für die zweite verdient wohl Hesychs Anführung ßgivx^O'-v ' 
.... xai oQveov ßgivd'og, otccq ivioi xooavtpov (,Amsel') liyovai Be- 
achtung. 
ßQivO'O'q ,das sich Brüsten, Stolz'. 

Athen. 13, 611, E: aTCOfAvrjfiovevaw d' lyoJ, el xal TtoXXa ian %a Xex- 
'd'iyta, dia tov ßgivd-ov vfidSv tov nokvv, w q>iX6ao(pot. — Dazu: ßgev- 
&vea&ai (siehe Seite 124 besonders). 

Ungewisser Herkunft Etwaiger Zusammenhang mit dem Vorausgehenden 
ist aus der Bedeutung der Wörter nicht ersichtlich. 
ßgir^sio-v, eine wohlriechende Salbe. 

Sappho Bmchst 49 : ßgev^elui ßaaiXrjto). Pherekr. (bei Athen. 1 5, 690, D) : 
iatrjv de xayiiXevov iy^iaad-e v(pv ßQiv&etovy ha rolg eiaiovatv iyxij}* 

Zu Grunde liegt ein einfacheres ßQivd^O'V ,Salbe' (Hesych: ßgivd^ov 



124 Griechische Etymologie. 

fAVQov XI , iig ßaiaagig' ol di av^wov fiVQov), weiterer Züsammen- 

hang aber ist nicht deutlich. 
ßifeiy9^€09'ai ^ch stolz gebärden, vornehm thnn^ 

Ar. Wolken 361 : ßgev^ei t' kv vaiaiv odoig xal Ttiq>&akfjuo naqa" 
ßakXeig, Friede 26 : rovro 6^ irto q>Qovf]fiaTog ßQev&ietal %b xal qxxyeiv 
ovx a^iou Lys. 887 : x^ dvaxoXalvei Ttgog ifik xal ßgeyMerai, rofr' 
avvc dif' a^' a xafi knirglßei T(p Tto&tp, Plat Gastm. 22 1, B: ßqev^o- 
fievog xal r(oq>d'akfi(a naqaßaXXoiy. Athen. 14, 625, B: oflatvegj inl Talg 
Tviv acofiaziov eve^laig ßgev^ofieifot xal dv^iov Tckrjgeig. 

Beruht zunächst auf einer Nominalform *ßQsv^-y schliesst sich aber 
weiterhin an ßgiv&og ,das sich Brüsten, Stolz' (Seite 123). Fick 1^, 93 
vermuthet Zusammenhang mit ags. hrant ,hoch^, der doch nur als sehr 
unsicher bezeichnet werden kann. 
ß(fili-Biv oder auch ßgefi-ea^ai ,brausen, rauschen, laut tonend 

Bei Homer 5 mal. IL 4, 425 : xvfia &aXaaaf]g .... x^Q^V pQ'^yyvfiBvov 
fieyaka ßgif^ei. IL 2,210: xvfia ftoXvq>kolaßoto &aXdoGf]g aiyiakxp ixe- 
yahp ßgi^evau IL 14, 399: ovt' avBfxog %6aoov ye noxl öqvoIv . . tJTCvei, 
og TB (Äaliaza fiiya ßgifÄBrai. 11.15,627: avifioio öb dßBcvog oFi^ 
larlfp ijÄ-ßgiiiBTai. IL 17, 739: t6 (nämlich TtvQ) ö^ im-ßgifiBi ig dvi- 
fxoio. Find. Nem. 11, 7: Xvqa di ag>i ßgifiBTai xal äoida, Aesch. Prom. 
424: ddlog argarog, o^vngipgoiaL ßgifitov iv alxfialg, Eum. 978: rav d* 
anXtiüTOv xaxtSv firjTtoT^ iv tcoIbc araaiv T^d' IfCBvxofiai ßgifiBiv. Sieben 
350: ßXa%al d^ alfiaroBoaai tuv i7CifiaoTidl(av agvi ßgBgxSv ßgifiowai. 
Soph. Ant 592: övaavBfjiov arovq) ßgifiovaiv avxinXijyBg dxraL Ar. thesm. 
998: fiBXafiq)vXka t' ogr] ddaxia xal vanai TtBTgtiÖBig ßgifiovrai — Dazu: 
ßgofio-g ,(7etöse, Geräusch'; IL 14, 396: ovtb Twgog roaaog yB tcHbi 
ßgofiog aix^ofiivoio. Hom. hymn. Herm. 452: IfxBgoßBig ßgofiog avkwy. 
Find. Ol. 2, 25: aTto&avoioa ßgofÄtp xBgavvov Tovvi&Biga ^BfxiXa. — 
ßgovTTi ,Donner* (siehe Seite 126); — ßgtofiaBa&ai (siehe Seite 128). 

Altslav. grimati ,tönen'; grüm^ti ,donnem^; gromü ,Donner^ 

Die alte Zusammenstellung mit lat fremere ,dumpf tönen' (Enn. ann. 
489; 572) hat keinen Boden, da anlautendes lateinisches f keinem griechi- 
schen ß entspricht 
ßifoxö'q ,8terblich' ; oft substantivisch selbstständig gebraucht ,der Sterbliche, 
Menscht 

IL 5, 361 : fXB ßgozbg ovzaOBv dvrjg* IL 5, 604: lägrjgj ßgottp dvdgl 
FBFoLXwg. Od. 5, 197: ola ßgorol ävdgsg idovatv. Od. 5, 218: 17 likv yag 
ßgoTog iaxij av d^ dd-dvarog xal ayijgwg, — IL 1, 272: vtSv oi vvv ßgo- 
ToL bIoiv iftix^oviou II. 2, 285 : vvv drj ob . . i^iXovaiv ui%aiFol ndatv 
kXiyxtOTOv &ifXBvai ^BgonBoai ßgoxoiaiv. IL 6, 142: bI di zig iaal ßgo- 
TÜv dt agovgrjg xagitov sdovaiv. IL 18, 539: wjuIXbvv d^ (Sg tb ^<pol ßgo- 
toL IL 22, 31: q^igBi noXXov nvgBvbv öFbiXoIol ßgorolaiv. Od. 3, 3: 
2v' a&avdToiat (paßBlvoc xal &vri%olat ßgorotaiv, — Dazu: fiogvo-g 
,sterblich'; Eallim. Bruchst 271 : iÖBifiafiBv aarea fiogroL 



GriechiBche Etymologie. 125 

Lat mori ,8terben' (Enn. trag. 179; 302 ; 36 1 ; morimur Enn. ann. 384) ; morti- 
,Tod' (Enn. ann. 457; 601); mortäli-s ,sterblich^ (Enn. ann. 23; 316; 367). 

Goth. mawrthra- ,Mord' (Mk. 7, 21 ; 15, 7; GaL 5, 21 ; Tim. 1, 6, 4); dazu: 
matirthrjan ,morden^ (Matth. 5, 21 zweimal; Mk. 10, 19; Luk. 18, 20; Köm. 
13, 9; Tim. 1, 1, 9); — nhd. Mord^ morden. 

lit mirii ,sterben^ 

Altslay. mreti ,sterben*, mrq ,ich sterbe'; — dazu morü ,Tod', yPest*. 

Annen, mard ,Mensch^; zu meranim ^ch sterbe^, Aorist meray ,ich starb'. 

= Altind. mrtd' ,gestorben' (RV. 1, 113, 8: vmchdnU givdm vMrajanü 
usMs mrtdm htm cand hcmdhdjantt ,aufleuchtend die Morgenröthe, den 
Lebendigen in Bewegung bringend, keinen Todten erweckend^; zu mar- 
^sterben'; BV. 10, 86, 11: nd hi asjäs apardm cand garäsä mdratai pätis, 
,denn niemals stirbt ihr Gatte nach ihr'; KV. 1, 162, 21: nd ... mrijasai 
,du stirbst niehf ; RV. 10, 54, 5: matnära sd hi48 ,gestorben ist er gestern'. 

=» Altostpers. mereta- ,gestorben*; zu mar- ,stCTben': ava-mairjeiti ,er 
stirbf. 

Entwickelte sich aus ^figo^o-j wie sehr klar aus dem zusammengesetzten 
S-ßßQOTO'S (II. 20, 358; 22, 9) — altind. a-rnfta' ,unsterblich' (RV. 1, 38, 4; 
4, 41^ 1) erhellt: zwischen ^ und q wurde ß vermittelnd eingeschoben, 
ganz wie zum Beispiel in yaixßqo-g ,Verwandter durch Verheirathung' 
(Seite 35) , das anlautende fi dann aber vor ßq aufgegeben. Die Bedeu- 
tung entwickelte sich ganz wie in &vri%6-g ,sterbUch' (U. 1, 339; 14^ 
199) aus dem präteritalen ,der gestorben ist', indem die Bedeutung der 
Zeit ganz aufgegeben wurde und so nur übrig blieb ,der überhaupt 
stirbf — ,sterblich'. 
ß(f&to-q ,Blutschmutz'. 

Bei Homer 5 mal, so II. 7, 425: vdari vl^oweg ano ßqoxov al/j^avo- 
feyra. H. lAj 1: elg o xe . . . Xovaji ano ßgorov alfActtofeyra, IL 18, 
345: oq>Qa %QxtO%a HarQOxkov XoFiouav ano ßqotov alfiato^evra. II. 
23, 41 : el Ttenl&oiev nrjkeßldr^v Xoßiaaa&at ano ßgozov alfia%6Fev%a. 
Od. 24^ 189: anovlipavreg fiilava ßQozov i^ uixei^jutv. Lyk. 992: oxav 
d^avwv . . . xelatvff ßcjfiov alfid^ ßQOXif, Q. Sm. 3, 522: ßqozov aivbv 
avaqßiog uilaxldao Xovoarreg. 

Gebildet wie noro-g ,das Trinken' (Plat Prot 347,0; Staat 1, 329, A; 

zu no' ,trinken' 2, Seite 467) durch suffixales to, die zu Grunde liegende 

Verbalform aber ist nicht verständlich. Ob etwa Zusammenhang besteht 

mit ßogßoQo-g ,Schlamm, Schmutz' (Seite 115)? 

ßQox' ,sohlürfen, einsaugen', ist nur in einigen aoristischen Formen belegt 

Odi 4, 222 : 6g t6 (nämlich cpaq^arAOv) y^aza-ßQo^eiev . . . . ov lUV Icprjfii" 
Qiog ye ßaXoi xara daxQv naQVjwv, Od« 11, 586: oaaaxi yag 'Avxpet 6 
yiqwv niieiv fdsvealvwv, zoaaax* vöiog anoitiaxßv' ava-ßQoxh (,zurück- 
geschlürff). Od. 12,240: dXX^ oV ava-ßgo^eu &alaao7}g akfivQov vdwg. 
Ap. Rh. 4 , 824 : jui; navtag ava-ßgo^aoa (nämlich XaQvßdig) (pigriaiv. 
Ap. Rh. 2, 271 : at (nämlich "AQnviai) d^ S^* avxfj ndvra T^ara^ßQO^aaai 



126 Griechische Etymologie. 

vniQ TtovxoLO q)€QOVTo. Lyk. 742: wg fi^ xaTa-ßgo^ viv ev ^ox^oig 
xkvdiov. Polyaen. (in Anth. 9, 1, 4): TQuifiarog l§ SXoov nuQov %ßQo^e 
ydXa, 

Ob möglicher Weise ZusammenhaDg besteht mit ßoq- ,yerschliiigeii, 
(Seite 114)? 
ßQo-^Brö-q ^Benetzung, Begen' (siehe unter ßgixBiv ,benetzen, übergiessen^ 

Seite 122). 
ßqöyiO'q ,Schlinge^ 

Od. 11, 278: § d* eßr] elg ^AFLdao . . . axpafiivri ßgoxov alrtiv vg>^ vrpri' 
Xolo fiela-^gov. Od. 22, 472: afj,q)l dk naawv deQßfjaiv ßgoxoi rjaav, 
OTcmg €ihi,TLa%a &avoiev. Aesch. Scbatzfl. 788: d'ikotfJLi ö^ av ^OQOifiov 
ßgoxov %vxBiv iv aQvavaig. Soph. Ant 1222: rijv fikv TtQefiaOTrjv ah^hog 
TcareldofiiBv, ßQoxfp fiiTciöei oivdovog xa^fifxivrjv, Xen. Jagd 2, 4: eaTCj" 
aav 8k al fiev agxvg . • . diTtäkaiatoi di roitg ßgoxovg (,Maschen'). 
Altir. braig ,Kette'; braga ,Gefangener, Geissei* (nach Fick 2*, 181). 
Fick 1*, 410 vergleicht lit gr^ziü ,ich drehe, ich winde' und vielleicht 
nicht mit Unrecht Auch die Zugehörigkeit von goth. ana-praggan ,be- 
drängen* (nur Kor. 2, 7, 5), mhd. phr engen ,pressen, drängen, bedrücken, 
ist sehr wohl möglich. SBugge (Beiträge S. 25) vergleicht sehr anspre- 
chend armen, orogaith ,Schlinge, Strick*, das also anlautendes g eingebüsst 
haben würde. 
ßQöyi&'O'q ,Kehle*; ,€^ Schluck, ein Mundvoll Flüssigkeit* (in Etym. M. 215, 
51 wird erklärt ßgox^og* t6 dUyov Ttofxa), 

Theokr. 3, 54: wg fiili voi ykvKv tovto xara ßgox^oio yivoiro. — 
Hippokr. 2, 285: %oAijv aneixiu oklyrjv oaov ßgox^ov. 2, 289: ifiäet. nacav 
üßQrjv olov araXayfiov oklyov nata dvo ßqox^vg. Anthol. 11, 298,4: Ix 
ßgox^ov oXlyoio zL aoi öcjy vi^vov iiielo] — Dazu: ßgox^t^Biv ,ver- 
scdüucken* ; Arist probL 27 , 3 : ariiielov öh t6 firj nlveiv nolv , aXXa xai 
ßgox^loat. Elearch (bei Athen. 14, 623, C): yoyygwv ve XevxcSv naat Toig 
xolXtideai Fgox^iK^» 

Gehört vermuthlich zu ßgox- »schlürfen, einsaugen* (Seite 125) ; die Ent- 
wicklung aber der inneren Consonantenverbindung x^y ^^ noa^ in ox^o-g 
,Hügel* (1, Seite 528) und sonst öfter vorkommt, ist nicht ganz verständ- 
lich. Schwerlich wird man ein suffixales ^o annehmen dürfen. Sollte 
möglicher Weise altes -x'^- zu Grunde liegen? 
ßqovvf^ ,Donner*. 

II. 13, 795: aßiXXfjj ? ^a i>' VTto ßgovr^g Ttargog Jifbg dai Tcidovde. 
II. 21, 199: xegcevvov ößetrqv ve ßgovTr^v^ 8t* oltc' ougavo&ev afiagayijaf]. 
Od. 21, 121: x^iQ^ ^^ yLXeßrjdovc diog*Odvaaevg Zrjvog re ßgovxij, Soph. 
Oed. Kol. 1514: al noXXa ßgovral ÖLaxeXelg (bezieht sich auf die nahe 
vorausgehenden Worte aitol ^boI xijgvxeg dyyeXXoval (jloi). Hdt.7, 10, 5: 
htBciv acpi 6 ^Bog q>&ovriaag g>6ßov ifißdXj] fj ßgowrjv. 

Gehört zu ßgifiBtv ,brausen, rauschen, laut tönen*, altslav. gromü ,Donner* 
(Seite 124). Das Suffix wie in dxT*) ,hohes Ufer, Küste* (1, Seite 45) und 



Griechische Etymologie. 127 

sonst oft Der Uebergang von -^t- zu -vt- ist wohl ein sehr natürlicher 
und doch im Griechischen recht ungewöhnlich. 
ß(föyxo-q ,Kehle, Luftröhre'; ,ein Schluck*. Hesych erklärt ßgoyxos' ^o- 

Hipp. 2y 57 : to di o^vfieXt xakeofjievov 7to%bv > > • , el yaq . . . äoTtSQ 
diaTtreQciaeie (,mit der Feder reinigenO tov ßgoyxovj naQrjyoQi^aeiev av 
rov nXevfiova, 3| 571 : rfj nokef^dgxov x^^f^^^og xvvayxiytfj (^an Entzün- 
dung der Athmungsorgane leidend^ oidrjfia vTto %6v ßQoyxovy noXig tzv- 
Qerog. (xeopon. 18, 9, 6: TcSy dk TQaytJv inxQlvovat vovg .... TQaxrjkov 
ßQoxvy xai Ttaxvv ^xo^^ag, ßgoyxov dk fiaxQoteQov. — Epikt disserL 3, 
12, 17: OTav &ilrjg aavtffi aaxrjaaty dixpdv tcote xavfiaTog, ig^ihcvaai 
ßQoyxov ifwxQov xal htfttvoov. — Dazu: ßQoyxio-yj in der Mehrzahl 
gebraucht ^^uftröhrenäfite'; Hipp. 1, 437: oatpQalvezai d' 6 iy%i(palog . . . 
%iM(av Trjv oöfiijv ^vv xw rjigi dia %wv ßgoyxloiv (hier soll das Nasen- 
innere gemeint sein) ^rjQcSv iovtwv. Arist Thierk. 8, 137: tcSv öh verga- 
noiiov al fiev veg voariiiaai likv xafivovai rgialv, dv ^v ^hv Tcakeitai 
ßQayxog. iv iy fioXiara %a negi %a ßfoyxicc (schlechte Lesart ßQotyxta) 
%a\ %ag aiayovag q)leyfÄalvei. Galen. 8, 282 (Kühn): otav d^ tjtoi ykla- 
X^^y vyQwv tj fta%i(av rj noXhZv IniQQvivTutv tq> nvevfÄOvi övOTtvoeiv 
eirtw %6v avx^QCJTtov, h %oig ßgoyxloig %a zotavta Ttegiix^a&ai voei .... 
ßgoyxicc di xalovaiv ol avaTO/Äixoi rovg x^^^Q^^S '^'^g igoixBlag ccQzrjQlag 
oiyfioeidelg vTcaQxorrag Tip axijf^cm* Alex, Aphrod. (wo?): 6 x^f^^S ^S ^a 
ßgoyxio ivex^^^S '^ov nvevfiovog, aal nkrigiiaag %r^v %oü (loglov ovalav, 
yevvq %o nad'og. 

Ruht wohl auf demselben Grunde wie ßgox^o-g ,Eehle', ,ein Schluck' 
(Seite 126). Oder sollte möglicher Weise Zusammenhang bestehen mit 
ßgayxo-g ,Heiserkeif (Seite 120)? 
ßQöiio-q ,Getöse, Geräusch', siehe unter ßgifxeiv ,brausen, rauschen, laut 

tonen* (Seite 124). 
ßiföiiO'^ eine Art Hafer. 

Theophr. Pflanz. 8,4,1: nokvh)7tov dk xal 17 tlcprj .... xai fiaXtata 
Ttavttjv iog elfceiv 6 ßgofiog, 8, 9, 2 : 6 ßgofiog nohuggiC^og . . - xae noXv- 
xaXafiog. G. pl. 4, 5, 2 : Ta dk eig zo avveyyvg fiällov fAeraßdklei xa&d- 
Tieg fj ^€id ngog %6v ßgofiov. — Daneben: die Form ßguifio-g (siehe 
Seite 128). 

Ungewisser Herkunft Hesych führt eine Nebenform ßog^iog au^ mit 
dem erläuternden Zusatz ov xa/ ßgofiov Xiyovoiv. ^azi dk %goq>ri zergaTcc- 
äaiv TO TioXXaxov fjikv aneigofiBvoVy ivlore dk xal ovrofiaTotg q)v6^Bvov. 
ßifiO' ,verschlingen , verzehren', mit aoristischen Formen wie eßgwg (Hom. 
hymn. Ap. 127; Kallim. Zeus 49), Perfectformen wie ßeßguncwg (IL 22, 94; 
Od. 22, 403) und passivischen wie xara-ßißgiaTai (Hd. 4, 199) und ßeßw- 
fABvag (Aesch. Ag. 1097), dem Perfectfutur ßeßgtiaerac (Od. 2, 203) und 
passivischen Aoristformen wie xata-ßgio^ (Hdt 3, 16). Das Präsens ist 
durch Beduplication und angefügtes ax gebildet, begegnet aber n\ir selten, 



128 Griechische Etymologie. 

wie 7t€Qi-ßißQoia7t€iv Flut. mor. 1059,F; ßißQtiaxtav Babr. 108,9; passi- 
visches ßißqdayLorrai Hippokr. 2, 384; ßißQuiaxerai Diosk« 2, 155. 

IL 22; 94: dganiov • . . ßeßQCDxdtg xcma qxxQfxaxa, Od. 22, 403 : lioy%a, 
' dg ^a T£ ßeßQCJXwg ßoFbg %qx^oiI' ayQovkoio. Od. 2^ 203: XQr^iiata d* 
avve xaxMig ßeßQtiaerai. Aesch. Ag. 1097: OTCtdg ve acgxag nqog naxQog 
ßeßQWfiävag. — Dazu: ßeßQci^eiv ^verscliliiigen^ (siehe besonders, Seite 
88); — ßQOßTv-g ,das Essen'; IL 19, 205: vfjielg d' ig ßQwvvv ovQvvevov. 
Od. 18, 407 : ovnirc nev&eve SvfK^ ßqwrvv ovdh Ttoxffta, — ßQoififj ,Spei8e'; 
Od. 10, 177: fivrjaofie&a ßQcifxrjg. 

Verhält sich zn ßog- ,ver8chlingen, verzehren* (Seite 114), wie ^jw- 
,springen* (»gwaxeiv IL 5, 772; 10, 95) zu &oq- i&oQe II. 8, 320; 20, 381; 
23, 353), aT^oi- ,anBbreiten' (%ai:qwro IL 10, 155) zn axoQ" (iatoQeaer Od. 
3, 158; 14, 50), ßXat- (ans *fil(j^, siehe weiterhin) ,kommen' (ßlciaiucv 
Od. 19, 25; 21, 239 — 385) zu fioX- (U-fioU IL 11, 604). 
ßQiOfiäead'ai ,schreien', vom EseL Hesych erklärt ßQUifjtao&ar oyxSa&ai. 

Ar. Wespen 629: ovTog dh (nämlich ovog) xexrivwg ßQWfifjaafievog . . . 
TcaTifcaQdev. 

Gehört zn ßgifietv ,brausen, rauschen, laut tönen' (Seite 124), zu dem es 
im selben Verhältniss steht, wie zum Beispiel xqiartauv ,drehen, wenden, 
(2, Seite 822) zu Tgineiv ,wenden* (2, Seite 810). 
/S^^fio-g jEafer*. 

Diosk. 4, 138: ßquifiog [. • /Pwfxaioi aßivafj] Ttoa iatlv alyUcarti ifi- 
(pBQrig, dvvafxiv ^ovoa iTCi^rjQavTixi^v. 

Ohne Zweifel nur Nebenform zu ßgo/xog (siehe Seite 127). 
ßifibiiO'q ,6estank', insbesondere ,Bocksgestank'. 

Phrynich. ecL 156 (Lobeck): ßQwfiog Tcavv l^ijVijrae, ei XQ^ idyBiv ifti 
v^g dvawölag. — Dazu: ßgcj/xiSdeg" ,stinkend'; AeL Thierk. 7, 6: xa- 

rwßkenov (ein afrikanisches Thi^) IxTtifiTCBi 6ia rijg q>agvyyog 

**6^€ioßaQ€g xai ßQCJfÄwäeg. 

Ob möglicher Weise Zusammenhang besteht mit ygaoo-g ,Bocksgestank' 
(Seite 49)? 
ßQi' ,stark, gewaltig', scheint entnommen werden zu dürfen aus: 

ßgt'iJTCvO'g ,gewaltig rufend'; nur IL 13, 521: ßQiiqjtvog oßgifiog ^Aq^gy 
dessen Schlusstheil offenbar zu iqnveiv ,laut tönen, laut rufen' (1, Seite 610) 
gehört 

Seiner Bildung nach nicht ganz verständlich, wenn auch an seiner Zu- 
gehörigkeit zum Folgenden wohl nicht zu zweifeln ist Beachtung verdient 
hier wohl, dass nach einer Mittheilung Strabos (8, 5, 3: ^HatoSov dd, ovi 
xo ßQLdv xal ßqiaqov ßql Uyei) Hesiodos (bei GoetÜing als Bruchstück 244 
angeführt) ßql für ßQi^ jSchwer' und ßgiaQov ,8tark' gebrauche, wenn 
auch Strabos Angabe, dass jenes ßgl durch Verkürzung (ncrca dnoxonr^v) 
aus ßQidv und ßgiagov entstanden sei, für uns keinen Werth haben kann. 
ßQidetv ,stark sein'; stark machen'. 

Hes« Werke 5: ^ia fikv yaQ ßgiaei (nämlich ZBvg)^ ^ia di ßqiaov%a 



Griechische Etymologie. 129 

XaidTcxBL Opp. Fischfang 5, 96: %al ze fiiya ßQidovta nariaßeaev r;d' 
iaawae ßaiog av^Q evfÄijtig. — Hea. Werke 5 (siehe so eben). Theog. 447: 
^ExaTT] . • • • ßovKoUag t' ayikag ze aal alTtoXia nkariß^ alyaüv Tcolfzvag 
t' elQOTtoxwv 6ßl(ov • . . • ^^ oXlywv ßgiaei xox nolhSv fielova d-ijxev, — 
Dazn: ßgiago-g ^tark, schwer'; bei Homer 7mal vom Helm, so H. 11, 
375: aiwto...xal xoqvd-a ßqtaQriv. IL 18, 611: xev^e äi ßoi xoQV&a 
ßQiagrjv 'KQ(naq>oia^ dgagviav. IL 16, 413: ^ (nämlich xe^aXi^') d' avdixa 
naaa xeda^ h xoQv&i ßgiagj}, IL 20, 162: vevara^iav yuogv&i ßgiagfj, 
n. 19,381: TCEgl dh Tgvq)aXeiav dßelgag Ttgarl &ivo ßgiagi^v. — ßgt' 
,8tark, gewaltig' (siehe Seite 128). 

Weiterer etymologischer Znsammenhang ist noch nicht mit Sicherheit 
erkannt — Mit ßgiago-g vergleichen sich ihrer Bildung nach insbesondere 
lAiago-g ,befieckf (IL 24, 420; Soph.Ant746; Trach. 987), Xtago-g ,laa, 
warm* (IL 11, 477; 830; 846), x^t'^Qo-g ,warm, lau' (HdL 4, 181; Ar. Ach. 
975), die möglicher Weise sämmüich ursprilnglich suffixales Fago enthalten. 
ßgiy-: ßgl^eiv (aus *ßgiyj€iy) ,einschlafen, schlafen'. 

Bei Homer nur IL 4, 223 : iv^^ oix av ßgl^ovta Ndoig Idyafiifivova dlov 
ovde xaramtaaaovT ovd^ ovx id'iXovxa fiaxBOd-ai, aXla (laXa OTtvdovra 
liaxriv ig xvdidveigav. Aesch. Ch. 897: rovde d* aideaaty xixvov, fiaarov, 
rcgog (^ av noXXa dij ßgl^cov afia ovkocaiv i^i^fiel^ag evxgaqthg ydka. 
Agam. 275 : ov do^av ay Xaßoi^t ßgtKovaijg q>gev6g, Eum. 280 : ßgl^et 
yctg alfia xai (lagaivBxai x^Q^S» ^^^« Bhes. 826: aygvitvov opifi iv ev- 
ygovT] oSt' ixoifiia' ovr^ ^ßgi^a. — Dazu: a-ßgl^ ,schlaflos, wach' (siehe 
besonders, 1, Seite 132). 

Sicher Zugehöriges bietet sich nicht. 
ßifl^a, eine waizenähnliche Getraideart in Thrakien und Makedonien. 

Galen 6, 514: Iddv d^ iv &gfxj] xai Mcmedovltf fCoXXdg dgovgag o/aoio- 
%a%ov ixovaag ov fnovov tov axdxvvy dXkä xal %b q>v%6v oXov rij nag^ 
rjiilv iv Idalq vlq>j], Trjv Ttgoatjyoglav rjgof^rjv ^v viva ^ei nag* ixelvotg 
%oig avd'gwnoig, xal fioi ndvjeg %q>aaav, avxo %b t6 (pvxov okov xal xb 
OTcigiia avxov xakeia&ai ßglKav. 

Offenbar ungriechisch. 
ßift'9'€iv ,grosses Gewicht haben, lasten'; auch in übertragener Bedeutung; 
dann auch ,schwer machen, belasten'. 

Bei Homer an folgenden 18 Stellen: IL 18, 561: axaq)vX^Gi fiiya ßgi- 
&ovoav aküirjv. Od. 19, 112: wg t€ . . . . ßgid'ijai de devögea xagnifi. Od. 
16, 474: ßeßgl&ei (nämlich vrivg) öi adxeaai xal %yxeaiv afiq>iyvoiaiv^ 
Od. 9, 219: xagaol fiiv xvgaiv ßgld-ov. Od. 15, 334: xgdne^at alxoo xai 
xgedwv xal FoLvoo ßeßgi&aaiv. IL 8, 307 : (irixtav d' cä^ ixigwoe xdgt] 
ßdlev, i] x^ ivi xrj7t(i} xagnifi ßgi&of^ivtj (hier medial) voxltjoi xe Feiagi" 
vjjaiv. IL 16, 384: c^^ d' vrto kalkoTti näaa xeXatvri ßißgi&ev x^^^- 
IL 21, 385: iv ö* dXXotai ^eoiaiv Mgig niae ßeßgidvia dgyaXiri. Od. 6, 
159: fiaxdgxaxog ....8g xi a' ißidvoiaiv ßglaag ßolxovd' dydyr]xai. 
TL 12, 414: oi de . . . fidXXov iit-ißgioav ßovXr]q>6gov dfig>i ßdvaxxa. IL 

Leo Meyer, Oriechiaclie Etymologie. III. 9 



130 Griechische Etymologie. 

5, 91 und 12, 286: oV* iTtt-ßgiafi JiFog ofißgog. IL 7, 343: jmiJ ttot* km- 
ßQlojj moksfiog Tqwwv. 0(L 24, 344: onnofB dfj JiJrbg ägai iTti-ßgl- 
aeiav (,lasteii, einwirken^) vneg&ev. IL 12, 346 "» 359: aide. yoQ ißqtoav 
Av^iLmv dyol. IL 17,233: ot d* i&vg Javatuv ßQlaavxeg IßrjOay, IL 17, 
512: zfjde yotQ ißQiaav rcrokefiov xaza öctKQvoßevTa ^'EurtüQ uilveLag t£. — 
Hes. Werke 466: ^xead'ai de . . . zftjfii^TeQi . . • htekia ßgld-Biv ^tjfjuijTeQog 
Uqov axvr^v. Find. Nem. 8, 18: ^etfi . . • oarceg xal Kivvgav MßQiae nlov%(p. 
Aesch. Fers. 346: äie öalfjiwv zig xaTiq>d'€iQe (Xtgatov, Takavra ßglaag 
ovx iaoqqdnif tvxj]> — Dazu: ßgld-v-g ,8chwer lastend', bei Homer 6 mal, 
stets in der Verbindung mit fyx^Sj wie IL 1 6, 802 : ßayrj dokixoaxiov fyx^S 
ßgidv fJieya arißagov x&coQv^fiivov. Aesch. Agam. 200: nixqov xBlfiazog 
aXh) ^rjxfxQ ßgi&vteQOv ngofioiaiv iiivzig IsKhxy^Bv. 

Das ^ ist wohl aufzufassen wie zum Beispiel in nhqd-eiv ,voll sein^ 
(2, Seite 705). üebrigens scheinen Verbalbiidungen auf t^'-eiv sonst nicht 
vorzukommen. Ob etwa näherer Zusammenhang mit ßagv-g ,schwer' 
besteht? 
ßiflyxo'^, ein Seefisch. 

Ephipp. (bei Athen. 7, 322, E) : ... q>viilg^ ßglT^og, rglykr] . . . Die selbe 
Zusammenstellung hat Mnesimachos (bei Athen. 9, 403, B). 

Dunkler Herkunft 
ßQi[iäBC9'ai ,in Zorn gerathen, zornig werdend 

Aesch. Sieben 461: Xnnovg d' iv afinvxrfjQaiv ifi-ßgipioDiiivag ötveL Ai. 
Sitter 855 : ig av ßgaifitjaaio. Matth. 9, 30 : xal heßgifirj^ avzoig 6 ^Ir]- 
aovg, Joh. 11, 33: ^Irjaovg ovv wg eldev avTtjv xixjtlovaav xal rovg üwek- 
&6v%ag avrfj ^lovdalovg xlalovzag heßgifirjaoTO t(^ rtveifiazi. Luk. Ne- 
kyom. 20: iveßgifirjaazo 17 BgifioK — Daneben in gleicher Bedeutung 
ßgl fioea&au Xen. Eyr. 4, 5, 9 : ißgtfiovzo ze zt^ Kvgiiß xa£ zoig Mtj' 
doig zai TLozakiTtovzag avzov igrjfiov ol^fca^at. 

Beruht zunächst auf einem weiblichgeschlechtigen *ßgifAf] (siehe sogleich). 
ßififiri ,ZomS 

Hom. hymn. 28, 10: fiiyag d' ilekl^ez^ "OkvfiTtog deivov vrto ßglfif^g 
ykavxoinidog. Ap. Bh. 4, 1675: wg oye x^^''^Q ^cg kdv vfcoei^e daiifj- 
vai MTjdelrjg ßglfifj Ttokv^agfimov. 

Gehört yermuthlich zu ßgt&eiv ,grosses Gewicht haben, lasten' (Seite 129), 
dessen S- erst einer jüngeren Entwicklung des Wortes angehören wird. 
Das Suffix ganz wie zum Beispiel in zlfiij ,Ehre, Werthschätzung' (2, 
Seite 784), in dem es allerdings eine andere Betonung zeigt. Die als ur- 
sprünglich zu yermuthende Bedeutung ,Last, Schwere' wurde in ähnlicher 
Weise übertragen gebraucht, wie zum Beispiel auch in Sgig . . ßeßgi&vla 
(IL 21, 385; siehe unter ßgt^eiv Seite 129), oder in ^oA^ ßagvvd-elg ,yom 
Zorn gequälf, eigentlich ,beschwert' (Soph. Aias 41) der ,Streit' (egig) und 
der ,Zom' (xdkog) als ,lastend' bezeichnet wurden. 
ßifif'eiv ,üppig hervorspriessen, strotzen, übervoll sein^ 

IL 17, 56: igvog . . . ßgvei avd-el kevuu^, Hom. hymn. Dem. 456: fiikkev 



Griechische Etymologie. 131 

.... Ttiöqt d^ aqa nlovei; oyfiot ßQvaif4€v aaraxvcjv, Aesch. Ag. 169: oOTtg 
TtaQOid'Bv T]v fiiyag, ftafiptaxf^ d-Qaaei ßgiiov. Schutzfl. 966: avx' dya&wv 
dya&oiat ßQvoig. Brachst 350^ 6: nayd vo (Dolßov d-elov aifjevdeg OTOfia 
ijkftiZov elvai fiavTinrj ßgvov T^vjß. Soph. El. 422 : ix de Tovd ' (nämlich 
axTjTtTQov) ävw ßXaarelv ßQvovta ^alXov. Oed Kol. 16: x^Qog ö' od* 
IsQog . . . ßQVüiv d(iq>vrig, ikalag, d^Ttikov. Eor. Brachst 1086: akXuiv 
iargog airog ^hceatv ßgviüv. Bakch. 107: ßgiere ß^ere x^^VQ^^ filhxKi 
xaXlixaQTCip. Ar. Wolken 45 : e/^oi yag rjv . , . ßlog . . . ßqvoiv fxeXlTTaig 
aal ftqoßazotg %al aT€fxq)vkoig. Frösche 329: nokvxaQTtov (ikv Tivdaawv 
negl xgcerl atp ßgiovra a%i(pavov fivQTiov, Xen. Jagd. 5, 12: otav dh fj 
yij ßgvr], Plat Axioch. 371, C: IV^a äg)&ovoi fiiv (ugai niapcaQTtov yovrjg 
ßQvovai. Theokr. 22^ 43 : dvd'sa , , . oaa* %aqog hqyonog ini-ßQvei dv 
Xeifiwvag. — Anakr. 44, 2: Xöe näg %aQog q>avinog XdQiteg qoda ßqv- 
ovai (jhervorspriessen lassen'? wohl anrichtig überliefert). — 

Fick 1 4, 409 stellt in sehr ansprechender Weise daza anser KraiUj alts. 
hrüd] 2\ 187 stellt er daza altir. hrü ,Baach, Leib^ 

ßQ'6ä'q ,üha', wird Arist Thierk. 8, 39 von Einigen an Stelle von ßvä-g 
(siehe dieses Seite 77) gelesen. Ob mit Becht? 

ßQvd^Biv ,strotzen, üeberflass haben, überfliessen' ; ,äbermüthig sein, sidi 
freaen*. 

Ein selteneres Verb, dessen Bedeatdbgsentwicklang aach nicht nach 
allen Richtangen ganz deutlich ist Aesch. Schutzfl. 878 : fteQtxaßrtTa (?) 
ßgvd^eig og kqunqg. Trag. (Aesch.?) Brachst 1 (Naack Seite 837): ßqva- 
tpvorig (wohl ,kräftigO Xealvrjg. Ar. Ritter 602 : «ka zag xtinag kaßovzeg 
üaTtBQ fifielg ol ßgotol ifißaXovzeg av-eßQva^av (,jaachzten auf?) Timoth. 
lyr. Brachst b, 2: ^dyxeve d* ev fikv öinag yclaaivov fieXalvag azayovog 
dfÄßgorag aq>Q(p ßgvd^ov, Orph. hymn. 33, 7 : ndarjg d ' isgidog xkiog ia- 
&ldv Nlxj] Itc^ €vd6^(p xelrat, S-akirjac ßqvaCpv. 53, 10: BoTcxe, ßaive. . . . 
eviigoig xagnoiai zekeaaiyovoiai ßQvd^cav. 73, 4: Zrjva .... nkovro- 
dozrjVj OTtozav ye ßQvd^wv olxov iaikdji. — Epikar. (bei Stob. flor. 17, 
34 Meineke): ßgvd^tj r(p xara to aw/Äaziov 'qäei^ vöotl aal aQT(p x?cu- 
[Asvog. Plat mor. 1098, B: ^diwg %e ßeßi(üxivai xal ßQvd^siv. AemiL (in 
Anth. 9, 756, 1) : zexvag eivexa aelo ycal a kld'og olde ßQvd^siv, Flga^ltekeg, 
Gehört za ßgveiv ,fippig hervorspriessen, strotzen' (Seite 131). 

ßifvaXixxTi'^ (jkriegerisch'?), ein dunkles Wort, das als von Stesichoros 
(Brachst 79) und Ibykos (Brachst 53) gebraucht bei Hesych aufgeführt 
wird mit der Erläuterung ßQvakUzai' TtokefiixoL djgxv^^ f^^'^ aiöolrcov, 
die unverstandlich ist Ein zunächst zu Grunde liegendes ßQvakl^eiv nennt 
Hesych im Particip ßgvakl^tjv und fügt erklärend hinzu öiaQQrjaawv. 

ßfföo'-v ,Moos, BaummooB, Kätzchen an Bäumen und Gesträuchen^, auch 
,Seemoos'. 

Hipp. 2, 568: ßgva ofiov kela fii^ag rtp ikaltp z'^g tpdicrjg. Theophr. 
Pflanz. 1, 1,2: zäv <J* iv zolg qtvzoig *ivia zoiavz^ iazlv uiaz' ircizeiov 
%XBiv zfjv ovalavj olov avd-og^ ßgiov, (pvkkov, 3, 11, 4: q)igei dk xal %%Bg 

9* 



132 Griechische Etymologie. 

arra olov ßgva xa&ajteQ fj daq>vrj. 3, 3^ 8: ol filv yag xal öqvv av^eiv 
oiowai . . . . ol d^ ovdkv vovrwv akka %bv tovkov töv kv taig xaQvaig 
xal ro ßqvov rb ÖQvlvov . . . ofioiov xal dvdloyov elvat TOig ftgoartomü' 
Toig iqivoig. 4,6, 1: zd fikv ovv tcsqI fifidq (nämlich Iv %^ O'akattj] 
q>v6fieva) la%i, %ade' q>avBQti%a%a fjikv xal xoivoTara rtäaiv to %e g>vxog 
xal TO ß^ov. Nik. th. 70: qfgd^ea&ai d' iftiovxe j^a^ai^i^Aoto xDvvCrig 
ayvov %B ßqva Xevx^. 898: oaa xaiinig oivav&tig ßqvd Xevxä xavatlßTj- 
xovai vofjLTJBg^ Diosk. 1, 20: ßgvov, vno xivtav öh anXdxvov Tuxleltai, 
evQioxofjievov ifcl öävägtav xedglvwv rj kevxlvwv rj ägvlvcov. 

Gehört zn ßQveiv ,üppig heryorspriessen' (Seite 130). Stellt sich seiner 
Bildung nach zu Wörtern wie nTvo-v ,Wurfschaufel* (2, Seite 520). 
ßifvibvri, ein wildes Rankengewächs. 

Nik. ther. 938: iv 6i tb vdgöov ^Itai . . . bIbv ... iv dk ßQvdvtjg, — 
Daneben die wohl ganz gleichbedeutende Form ßQvwvld-. Nik. ther. 
858: id^BO . . . ^l^av tb ßgvwvldog, ^ xal %(p^]Xiv &rikvTiQr]g ix^Q^^y tb 
XQorjg (afÄOQ^aro XBvxrjv, 

Schliesst sich wahrscheinlich eng an das Vorausgehende an. Das 
Suffix wie in xoqwvtj ,Erähe' (2, Seite 369) und noch einigen anderen 
Bildungen. 
ßQVXBiv ,beissen, zerbeissen'; dann auch ^verzehren, verschlingend 

Hom. epigr. 15, 13: dg yvd^-og ItctcbItj ßgvxBi, ßqvxot ök xdfjiivog. Soph. 
Trach. 987: '^ d' av fitaqd (,die Krankheit' ist gememt) ßgvxBv (bildlich 
für ^chmerzt, qualt'). Phil. 745: a/roAcdAa, Tixvov' ßgvxofiaiy Tixvov. 
Eur. Eykl. 359: wg ^oifid aot kq>&d xal omd xal dv&Qoxidg ano j^yot;- 
BLv^ ßgvxBiv. 372: vrjXi^g . . • oOTig . . . Ixrrjgag kxd^vBi doficovy xofCTtüv. 
ßgvxoiv. Demetr. (bei Athen. 3, 91,D): Ivd^irta dh Big to cro^a avv Tot 
xBlvg>Bi ßgvxBtv Tolg odovai tov ixivov. Eradn. (bei Athen. 8, 344, F): 
ßgvxBi yag anav to Tcagov. Ar. Vögel 26: t/ <J' akXo y' iq ßgvTcova* 
otTtidBod'al (prial fiov Toitg daxTvlovg] Lys. 301: oi yag av no&* opd* 
odd^ ißgvxB (nämlich b xajtvog) Tag ktjfiag Ifiov. Nik. al. 226: diit 8b 
OTofia ßgvxov (^beissend^, d L ^geschlossen', nach alter Erklärung ist ßgvxov 
TO (iBiivxjog GTOfia) dx^lCoig (^gewaltsam öffnen'). — Philipp, (in Anth. 9, 
267, 5) : dii£TO d' olxTloTwg ßgvx^Blg dXL Nik. al. 489 : ßgvxoi ä^ alhoTB 
xagnbv aXug q>oivcudBa aiörjg. Ther. 452: ögvld-wv tbtoxov XTlXa t* wbo 
ßgvxwv. — Dazu: ßgvyfiaT- (ßgvyfia) ,Biss'; Nik. ther. 483: hd-a xal 
ovTidavov TtBg dftBx^ia ßgvyfiar* saaiv äaxaXdßov. 

Hübschmann (Seite 36) stellt dazu armen, hrisel ,mit den Zähnen klap- 
pern'; ob mit Becht? — Neben dem gedehnten v kann ganz wie zum 
Beispiel auch in igvxBcv ^zurückhalten, abwehren' (1, Seite 452) das x nur 
ein verhältnissmässig junges Bildungselement sein ; so darf man möglicher 
Weise an Zusammenhang mit ßgvxBiv ,knirschen' (siehe Seite 134) 
denken. 
ßqHxo^ (daneben auch männlichgeschlechtig Soph. Bruchst 553 : ßgvTov dk 
TOV x^Q<fo^y)i ein bierähnliches Getränk. 



Griechische Etymologie. 138 

Hekatäos (nach Athen. 10, 447, D): h dh %fj Trjg EvQuiTtrjg Ttegiodifi 
üalovag q>ifjai nLvBiv ßqvxov and tüv xgid'üiv. ArchiL Brachst 32, 1: 
wCfC€Q Tcag^ avXip ßqinov ij &QijiS arf^Q ij Oqv^ ißgv^e. Aesch. Brachst 
124,2: xdx TiHvd* tntvB ßgvTov laxyaLvtav XQovifi. Soph. Brachst 553: 
ßgvTov de %bv x^Q^olov ov dvslv. Athen, lü, 447,0 fuhrt an: ^Ekkavixog 
d iv Kvlaeat xai h, ^i^wv q)f]Oi xataaxeva^erai tö ßgvzov ygdqxav wöe 
^TtLvovüL dk ßgvxov ex tivwv ^i^dh xa^aneg ol Qg^g &t twv 7cgi&tav\ 
Theophr. Pflanz. 4, 8, 12: Tovra (nämlich rä qwkka vijg fiakiva^dXXrjg) 
avvayovTsg ol xcrra W/y xtlgav (d. L in Aegypten) kxfßovaiv h ßgvT(p t(^ 
a7cb TW T^id'üv xal ylverai ylvxia ag>6dga. Athen. 10, 447, B: zov dk 
xgld-ivov olvov xai ßgvzov Tiveg xakovaiv. 

Da das Wort nach den gegebenen Anfiihrangen dem päonischen oder 
thrakischen, also einem nicht griechischen Sprachgebiet angehört, so hat 
seine Zusammenstellung mit lat de-fruto-m ,eingekochter Most, Mostsaft' 
(Plaut. Pseud. 741; Verg. g. 4, 269; Plin. 14, 80), unserm hrav,en und mit 
ags. hrodh^ engl, hroth ,Brühe' viel Ansprechendes. 
ßqinoq- (oder ßgvrog'?), in der Mehrzahl ,Trester, ausgepresste Trauben^ 
Dafür die Pluralform ßgvria bei Galen. (6, 579 Eiihn): ßgv%ia fikv ovo- 
fid^ovai %a Toüv aregetSv a%aq>vh3v areged fiogia, tov ykevxovg ixd-Xi" 
ßivrog, arifiq?vXa Ök rd %iiv khxuüv^ ovav ix&kißjj vovkaiov. 

Athen. 2, 56, D: ^Ad-rivaloi dh rag rergififiävag kXalag a%iiiq>vXa ixd- 
kovvj ßgvrea öi rd v<p^ ^fiwv otifiq^vXa, xd hiTCiiafiara TP^g aTaq>vkijg. 
Aretaos (Seite 19, Kühn): dgifiv di rd and rHv xgi&iwv xal ro rdiv ßgv- 
riiav nofia. 

Dunkler Herkunft Ausser dem og wird auch das r suffixal sein, ganz 
wie zum Beispiel in xn'^o-g ,Mangel' (IL 6, 463; 19, 324; Od. 16, 35) und 
Tcctx^o-g ,Dicke* (Nik. ther. 387 ; 465 ; Opp. Fischt 4, 535). 
ßQüf^eiv ,trinken^ 

Nur Archil. Bruchst 32, 1 : äaneg nag ' avh^ ßgvrov ij Qg^i^ dvrjg ij 
0gv^ eßgvCe. 

Ob aus *ßgvyJBiv oder etwa ßgvdjeiv? Ungewisser Herkunft 
ßQvx' jin sprudelnde Bewegung gerathen*(?), nur aus der Perfectform ßi- 
ßgvxsv (D. 1 7, 56) zu entnehmen. 

Nur IL 17,56: olov dk rgiq)€i Mgvog dvfjg igi&rjXkg iXalßfjg x^QV ^^ 
oiJ^onoXfp, o^ ahg dva-ßißgvxev (wohl ,emporsprudeltO vdwg. 

Einige Gelehrte, wie zum Beispiel auch Nauck, lasen an der angeführten 
Steile mit Zenodot dva-ßißgoxev , das aber ganz unverständlich ist Ein 
nicht ganz unwahrscheinlicher Zusammenhang mit dem gleich Folgenden 
scheint entschieden für die Richtigkeit des inneren v zu sprechen. 

^9*X- (ßQ^^ ,Wasserfluth*. 

Nur Opp. Fischf. 2, 588: deX(plg akkore fikv ßa&v xvfia diargixet 

i]vre XaiXatpy aXlore d^ ig vedrTjv q>igerai ßgvxa> — Dazu: vn6'ßgvx<x, 
Adverb ,unter Wasser*; Od. 5, 319: rov d' dg" vnoßgvxa ^xe (nämlich 
xv^a Vers 313) 7to3ivv xQovov. Hdt7, 130: uiare eeaaaklr}v ndaav fgw 



134 Griechische Etymologie. 

Twv ovqiüiv vTtoßqvxoL yevia&ai, Arat 424 : aXlore fihv aal Ttafinav 
vrcoßqvxa vavTllkovrau — vTto-ßQvxio-g ,iinter Wasser befindlich^; 
Hom. hymn. 33, 12: TCQVfivrjg' ttjv d' avefiog %e fiiyag %al xvfia d-alaa- 
arjQ d'TJTLav VTtoßqvxitlv. Hdt 1, 189: o 8i fiiv (nämlich 6 rtozafxbg %bv 
Xnrtov) avfixjjtjaag^vTtoßQvxiov olxtixee g>iQiav, — ßgvxio^g ,voll flnthen- 
den Wassers^; Aesch. Pers. 397: xioTCijg ^o^iadog ^vvefißaki} Mnaiaav al- 
firjv ßQvxiov. Prom. 1082: ßQvxla (,laut tonend wie Wasserfluth'?) d^ ijjfci 
TtaQOfivTcaTai ßQovrijg. Archestr. (bei Athen. 7, 302, A): Ttolla rceQaaavteg 
TtBkayti ßqvxlov öia ftovvov, Ap. Bh. 1, 1310: volaiv dk rkavxog ßQvxlrjg 
akog iS€q)aav&r], 4, 944 : aXlote de ßqijxiai vearq) VTto nv&^ivi tcovtov 
fqqriQeiv (nämlich nkayaral). Heliodor 6, 9 : kv^ovaa re xal ßQvxiov ava- 
ativovaa. 
Hängt wohl mit dem Vorausgehenden zusammen. 
/3qvx- ,laut aufschreien, Gebrüll erheben', auch von Meereswogen gebraucht, 
mit der Perfectform ßißqvx^ ,er brüllt' (eigentlich ,er hat Gebrüll er- 
hoben') (bei Homer 5 mal). Als präsentische Form begegnet, doch erst in 
nachhomerischer Sprache, das abgeleitete mediale ßQvx^xec^ai (Soph. 
Aias 322; Trach. 805; 904; Ar. Frösche 823), an das sich dann weiter 
auch aoristische Formen anschliessen, wie ßQvxijoato (Ap. Rh. 4, 19) und 
ßQvxrj^elg (Soph. Kön. Oed. 1265). 

IL 13, 393 "» 16, 486: tag o (der verwundete Asios) nqoad'^ Inittov xal 
dl(pQoo nelTO TowG'S'elg, ßeßfvxfjig* H. 17, 264: wg d' 8t' ifcl TtQoxoßfjai 
difineriog Ttotafiolo ßißqvxev fiiya '/vfia notl ^oFov, Od. 5, 412: aiiqii 
8k Ttvfia ßißQvx^v ^o^iov. Od. 12, 242: dkX' 8t* dvaßqo^BU (nämlich 
XaQvßdig) d'akaaarig akfivQov vdwg .... dfig>l dk rtirgri dFetvov ißeßgv- 
Xei. Hes. Schild 160: K^q .... deivov de^iMfiinq xavax;^al ve ßeßgvxvla 
(unsichere Lesart). Soph. Trach. 1072: SoTig äoTe naqd'ivog ßißqvxa 
xkaloßv. Soph. Aias 322: vTteaTiva^ej TovQog äg ßqvxdifievog. Eon. Oed. 
1265: oftiag d' 6q^ vlv, decva ßgvx^j^^ig Takag* Trach. 904: ßgvxaro 
likv ßwfAolai TCQoaTtlTtTovaa, Ar. Frösche 823: ßgvxoifievog tjaei Qtjfiara. 
Weiterer etymologischer Zusammenhang bietet sich nicht 
ßffvx'^^v ,knirschen'. 

Hippokr. 2, 611: ßQv^ei rovg ddovrag, 2,623: 17 dk xal Tovg oöovrag 
ß^vx^i. 2,658: ol ddovreg ßQvxovai. 2,781: i}v tpavojjg, dlyiei xai 
ßgvx^^' Archias (in Anth. 15, 51, 4): 6 nldoTag . . . TVTttoadfievog . . . 
&r]XTdv odovra ßQvxovra, 

Goth. hrivistan ,knirschen'; Mk.9, 18: krivstith tumthuns smians] — 
Dazu: hnists ttmthive ,0 ßgvyfiog twv oöovtiov^, ,Zähneknirschen' (Matth. 
8, 12). 
lit. grukszieti ,knirschen, knistern' vom Sande. 

Das X ^^d als verhaltnissmässig junges Weiterbildungselement gelten 
dürfen, ganz wie zum Beispiel auch in ipvxeiv ,hauchen, abkühlen' (2^ Seite 
570), rpfix^iv ,reiben, streichen, streicheln' (2, Seite 560) und tptixuv ,zer- 
reiben' (2, Seite 562). — Im gothischen Jcriustan löst sich das t sehr deut- 



Griechische Etymologie. 135 

lieh als altes Nominalsnffix ab; aber auch das s wird ein jüngeres weiter- 
bildendes Element sein. So scheint also eine alte Grandlage '^grü- ange- 
nommen werden zu dürfen. 
ßgiicöo-qj eine nicht näher zu bestimmende Seeigelart 

Arist Thierk. 4» 59: eoti dk yivtj nXelw %mv Ixlvtav (^SeeigelO 

aXXa dk dvo yärr] %6 tb twv OTtatayywv aal %6 rwv xakovfiivwv ßgvaawv 
(abweichende Lesarten sind ßvQOcSvj ßvQoadiv, ßglaatav^ q)QVTT(Sv. Athenäos 
3,91,B führt die Stelle an mit der Form ßQvaäv)* ylvovTai d' oviot 
neXdyioi xal anavioi. 

Etymologisch yöUig dunkel 
ßQ^ ,trinken^9 ein Ausdmck der Kinder. Bekker an. 31, 9 wird erklärt: ßqv' 
xb vTtoxoQiaiia, o iaxi Xeyöfievov toIq naidloig avfißolov rov nielv* otzbq 
hfioi avv Tov yQaq)ovaij ßqov, 

Ar. Wolken 1382: el fxiv ye ßgvv eirtoig, iyuf yvovg av tcuIv inioxov. 

Als Wort der Eindersprache etymologisch wohl kaum genauer bestimmbar. 
ßQi>XXBiv ,trinken'(?). 

Ar. Ritter 1126: avxog %b yag Tjdofxai ßQvkkwv %b xa&* fifiigav. 

Vielleicht nur ein Wort der Eindersprache, wie das vorausgehende, mit 
dem es, wie einige vermuthen, in nahem Zusammenhang stehen soll. Das 
Aeussere des Wortes ist auch ein ungewöhnlicheres; in Bezug darauf lassen 
sich etwa nur ßdvXkeiv ,(yor Furcht) einen heimlichen Wind lassen' (Seite 
93) und fivXXeiv ,beschlafen' (Theokr. 4, 58) vergleichen. 
ßQofhco-q ,ungeflügelte Heuschrecke^ 

Theophr. Brachst 174, 4: x^^^^^ (^^^ ^^^ ^^^ ^^ axQldeg, xaXB7tii%BQ0L 
dk ol tttxiXeßoi ncal xotTütv fiaXiata ovg xaXovai ßgovTiovg * ij dh yiveaig 
avTwv i$ cXXr^Xiüv. Hesych führt auf ßgovxog* ohqIöwv elöogj "Iwveg, 

Dunkler Herkunft Zusammenhang mit ßQvxeiv ,beissen, zerbeissen' 
(Seite 232) ist kaum wahrscheinlich. 



ßäX'XBiv (IL 2, 276; 10, 535; aus *ßaiJBiv) ,werfen, treffen', überhaupt ,wo- 
hin bewegen', mehrfach auch in übertragener Bedeutung; vereinzelt intran- 
sitiv ,sich bewegen', mit futurischen Formen wie ßaXio) (II. 8, 403 ; ßaXisiv 
II. 8, 417) und den besonders häufigen aoristischen wie MßaXB (IL 4, 459; 
5, 19; 119), neben denen aber alle übrigen Tempusformen, wie namentlich 
das Perferct ßäßXrixB (Eur» Brachst 888 ; ßBßXi^xBi IL 4, 108; 492; 5,66) 
und der passivische Aorist ißXrj^ (Thuk. 8, 84 ; Eur. Alk. 634), erst aus 
dem umgebildeten ßXrj- (siehe Seite 150) hervorgingen. 

IL 1, 314: ot öi ... Big aXa Xvfiax" ißaXXov. IL 13, 629: iv rrivölv 
fiBVBalrsB . . Ttvq dXoßov ßaXiBiv. H. 18, 204: afiq>l d^l^&tjvt] wfjioia' 
lq>-9'lfioioi ßaV aiylöa, IL 11, 742: xov fikv iyuf ngoaiovxa ßaXov x^^V" 
QBl doQßi. IL 7, 266 : tt^ (nämlich Xld-tp) ßdXBv AXfavrog öFbivov aaxog. 
IL 11,583: xal fxiv ßaXB firiQov oiartfi 6b^i6v. IL 1,52: cn)%olat ßiXog 
iXBTtBvxig ig)iBlg ßaXXB. — IL 8, 306: fAi^xwv d' äg higtaCB xagi] ßdXBv, 
Od. 9, 470: xaXXltgixa fiijXa noXV Iv vr\F\ ßaXovrag. — IL 1, 297: aXXo 



136 Griechische Etymologie. 

di roi feQiüi, av d' ivl q>Q€ai ßdlXeo ofjötv. II. 15,566: Iv dvfx(p d* 
ißakovTO ßiTcog. IL 4, 16: q>ik6Trjta fier^ aiiqxniQOiai ßakatfiev, — IL 
1 ly 722 : Matt di zig Ttorafidg Miwi^iog elg ala ßaXlwv (Wendungen wie 
11.11,495: fcoXXov Sk aq>vay€%bv elg aXa ßalXet oder Ap.Bh. 2,403: 
^Qvv ^oov elg ala ßakXei machen wahrscheinlich, dass die intransitive 
Bedentnng hier nnr eine scheinbare nnd etwa ein accnsativischer Ans- 
dmck wie ^6ov zn ergänzen ist). IL 23, 462 : rag (nämlich trtTtovg) fCQWTa 
Fidov 7t€Qi xiQfxa ßakovaag. 

Ganz deutlich ist Zusammenhang mit Wörtern der verwandten Sprachen 
nicht, mit einigem Grunde aber lässt sich doch vermuthen, dass ,werfen' 
sich hier als Causativbedeutung (,fallen machen, fliegen machen^ entwickelt 
hat und altind. gdl-ati ,er träufelt herab, er fallt herab' (E[athdfl., Git., 
Bhfig. F.), an das sich vielleicht das vedische gdJM ,das Abseihen' (BV. 
8, 1, 20: tvd sdumoßja gdldajä sddä jacann ,dich beim Abseihen des Somas 
immerfort anflehend') anschliesst, nicht fem steht und dass weiter auch 
wohl lat volare ,fliegen' (Plaut trin. 668: itäst amor^ ballista ut jadtur: 
ntl sUc celerest neqve volaf) dazu gehört Auch die Zugehörigkeit von 
nhd. qvellen, ahd. qvellan wäre möglich. Die sehr verschiedenartige Be- 
deutungsentwicklung der angeführten Formen aber erregt doch einiges 
Bedenken. 
ßüXavo-q ,Eichel' (Frucht der ÖQvgy der Eiche mit abfallenden Blättern), 
auch von eichelähnlichen Früchten und sonstigen eichelartigen Dingen 
gebraucht 

Od. 10, 242: naQ^ q' SkvIov ßaXavov v' tßaXev . . . %6iievau Od. 13, 
409 : iad-ovaai (nämlich aveg) ßaXavov fievoßeixia. Hes. Werke 233 : ov- 
Qeci dk ÖQvg aiiQt] fiiv %€ q)iqBi ßaXavovg. Theokr. 8, 79 : t^ ögvt %al 
ßaXavoi nocfiog. — Hdt 1, 193: tovtcjv %bv it^aqnov neQiöiovai 'rfjai ßaXa- 
vTjfpogoiai (,Datteln tragend') twv q>oivixwvy %va nenaLvr] %i aq>i 6 ipi^v 
%rjv ßaXavov (,Dattel') iaövvwv. Xen. an. 1, 5, 10: olvov xe Ix %fig ßaXa^ 
vov TteTtOifjfiivov ri^g and rov q>olvi7U)g. — Diosk. 1, 145: al dk SaQÖiaval 
ßaXavoi (,echte Kastanien'), ag viveg XoTtifia ij naarava xaXovatv ij fiora 
Tq Ji.bg ßaXdvovgj axtxpovaai, %al ovxaL — Theophr. Pflanz. 4, 2, 1 : Iv 
Alyvnxif yog iaxiv %dia öivdqa TtXelo) . . . xal 17 ßdXavog (,äg7ptischer 
Nussbaum', von dem es etwas später — 4, 2, 6 — heisst fj de ßaXtxvog 
^et lihv xiiv TCQoarjyoglav anb xov naQTtov. Der Baum ist also erst nach 
der Frucht benannt). — Arist Thierk. 4, 100: rjxiaxa dk xijv oag>gtjOiv 
xtjjv oaxQOKodigfiwv GSchalthiere') q>alvexai fx^iv xwv fxkv ftOQevxinuiv 
ix^vog, xwv d ' onuvi^xwv xi^dva aal ßdXavot (,Meereicheln'). 5, 69 : oXtag 
äh ftävxa xd oaxQaxiodri (,SchaIthiere') ylvexai avxofiaxa iv xij IXvl .... 
negl di xag aijQayyag xwv nexQiöliJv xrjdva xal ßdXavot. — Arist. Thierk. 
1, 55 : Xdiov liiqog . . . xov aggevog aidoiov (männliches Glied), .... dijue- 
gig, xb fiiv axgov aagnwöeg xal aei wg elreelv Xaov^ naXelxat ßdXavog 
(,Eichel')9 xb de Ttegl avxrjv dvwvvfiov digpia .... xoivbv dh xovxov xal 
xijg ßaXdvov aKgonoad-la. — Thuk. 2, 4, 4: xdg TtiXag . . . Sx^ffe axv- 



Griechische Etymologie. 187 

gcmltfi axorrlav arcl ßaXavov (Rapfen im ThürriegelO XQriaafiBvog ig zbv 
fiox^v* Ar. Wesp. 200: Trjv ßaXavov %(ißakXe naXiv elg zbv fioxXov. Lys. 
410: Tov oQiiov ov ineaxevaaaQy oQ%oviiivrig fiov rijg yvvaixog iorcigag 
rj ßaXavog (zum Yerschlnss an einer Halskette dienend) hTcirtTCJxev Ix 

TOV TQTJfjiaTOg, 

Lat gland' (glans) ^chel' ; Plaut truc. 646 : ut bühns glandem prandiö 
deprömerem] md. 1324: dare .... cassam glandem. 

Altslay. sdaßX ^chel^ 

Lit giU ^icheh 

Arm. Jcaghin Eichel' (Nach Bngge Beitr. 32 wurde anlautendes g durch 
armen, h vertreten vor stark betontem Vocal). 

Altind. gadd-s ,Eugel'; gula-s ^chel des männlichen Gliedes". 

Zugehörigkeit zum Vorausgehenden ist kaum wahrscheinlich. Das Suffix 
wie in dem auch weiblichgeschlechtigen nkajavo-g ^latane' (2, Seite 691). 
Nur die slavische und lateinische Form stimmen in Bezug auf das suf- 
fixale d überein. 
ßaXavBt-q ^Bademeister'. 

Ar. Bitter 1403: et; /' iftevorjoag oifciq laziv a^iog, noQvaiai xal ßa- 
Xayevoi diax&igayivai. Frösche 710: KXeiyivrjg 6 ftiTCQog, o Tcorqqoxcnog 
ßaXavevg. Flut 955 : 6 ßaXavevg ^X^ei ^iga^* av%6v Xaßwv ztiv oqxl- 
Ttidwv. Fiat Staat 1, 344, D: ivvf^ elxev amiivaiy äaneq ßaXotvevg •qfiwv 
xarqvrXrfaag xava vduv wriov ad'Qoov xal noXtJv %6v Xoyov. 

Lässt als durch das Ableitungssuffix ev gebildetes Wort ein zunächst 
zu Grunde liegendes ^ßaXavo-v ,Bad' erschliessen^ das sich aber nicht mit 
Sicherheit weiter verfolgen lässt Möglicher Weise darf man an Zusammen- 
hang mit altind. gdr-aü ^er bespritzt' denken, das aber nur in ein paar 
Wörterbüchern angeführt wird. 
ßakävtio-v^ siehe unter ßaXXavTio-v (Seite 138). 
ßäXB ,0 wenn doch'. 

Nur Alkm. Bruchst 26 : ßaXe di} ßaXe xriQvXog eiriv. 

Etymologisch unverständlich. Offenbar bildet es auch den Schlusstheil 
des gleichbedeutenden olßdXe (1, Seite 128). Dass es eine zu ßoXea&ai 
,wollen, wünschen' (siehe Seite 141) gehörige imperativische Form sei, ist 
wenig glaubhaft 
ßdXeQo-q ,Name eines nicht näher zu bestimmenden Fisches. 

Arist Thierk. 6, 86 : xvTtQlvog dk xal ßaXcQog (andere Lesart ßaXlvog) 
xol ol aXXot Tcdvteg wg einelv ti&ovvrai fuhv elg va ßgax^a ngog tov 
Toxov. 8, 132: h dh T(p ßaXiqtff (Lesarten ßaXXiQifi, ßaXXigtp, ßaXXiQif) 
xo2 tIXü)vi eXfilg iyyivofiivrj vno %vva fiCTeojQl^ei t€ xal aa&evij nouh 

Um so schwerer etymologisch zu bestimmen, als auch die Form in der 
Ueberlieferung schwankt 
ßaXi6-q ,gefleckt, bunf. Als Fferdename bei Homer (II. 16, 149 und 19, 
400) abweichend betont BaXlo-g. 

Eur. Iph. A. 222: ntSXovg . . . XevuoarlxTfp tqix^ ßctXiovg. Alk. 579: avv 



138 Griechische Etymologie. 

d' Ijtoifialvovto x^QV f^^^^^^ ßaXial %e XvyyLeg. Hek. 90 : Adov yag ßa- 
Uav %Xaq)ov. Hippel. 218: ßaliaig ild^oig. Simmias (in Anth. 7, 203, 3): 
jtegdi^ .... dTjQSvwv ßakiovg avvopirjXii^ag. 

Dunkler Herkunft. Die Betonung des Suffixes wie in noXio-g ,giau, 
weisslich' (2, Seite 680). 
ßaXio-q ,schnell^ 

Opp. Jagd 2, 314: xal ßaXlwv dk Tto&og xig hiatcexTai q>Q€ol dtjQtSv, 
Nonn. Dionys. 9, 156: ig oigavov ijXv^ev ^Egfiijg arcXaiaag ßaXlrjaiv irnj- 
vifjiLOv ntBQOv avQaig, 

Etymologisch nicht klar. Möglicher Weise liesse sich an Zusammen- 
hang mit ßaX-Xeiv ^werfen' (Seite 135) denken. 
ßaXai>ötio-v ,Bläthe des wilden Oranatbaums^ 

Diosk. 1, 154: ßaXavaziov iativ avd'og ayglag ^otäg' €idrj di iaxiv 
avTOv TtXelova' eigloTcerat yccQ koI Xsvkov xal nvQQOv xal ^odoxQOvv. 

Vermuthlich ungriechisch. 
ßaXXävxiO'V ,Geldbeuteh Erscheint öfter auch als ßaXavvio-v. 

Ar. Bitter 707: krcl t(^ g)ayoig ijdiOT' aV; ircl ßaXXavrltp^ 1197: ngia- 
ßeig ^oweg aQyvQlov ßaXXavria. Vögel 157: ov nqdixa [xlv dei ^^v Svev 
ßaXXavrlov. Xen« Gastm. 4, 2 : xaneiTa av elg to ßaXavxiov didovg cti^yv- 
Qiov rag xpvxag dixatoTiQag Ttoulg] Plat Gastm. 190^ E: awiXKwv fcav- 
xotjupd'ev xb diqpia inl xr^v yaaxiqa vvv xaXovfiivrjVy äcTteg xa aiofcaaxa 
ßaXarxia. Simonid. (in Anth. 5, 159, 3): x6 aov ßaXXavxiov oldev. Luk. 
ey. 10, 4: ^i) ßaaxa^exe ßaXXdvxiov, ^iri nn^gav. 

Dunkler Herkunft. Von dem Ableitungssuffix lo abgesehen vergleicht 
sich die Suffixform wohl mit der von xdXavxo-v ,Wagschale| Wage^ 
(2, Seite 843). 
ßaXX'^v ,König'. 

Aesch. Pers. 657 »> 665 : icudj ßaXX^v agxctlog, ßalXrjv iXd' \ Ixov. Soph. 
Bruchst. 472 : iw ßaXXrjv. 

Vermuthlich ungriechisch; nach Hesychs Angabe (ßaXXi^v* ßaaiXevg. 
OQvyiaxl) phrygisch, nach dem alten Erklärer zu Aesch. Pers. 657 {ßa- 
Xrjva xov ßaaiXia. Evq>OQl(üv ök QovqIwv q>r]al xtjv didXexxov) thurisch. 
ßaXXon^j Name einer Pflanze. 

Diosk. 3, 107: ßaXXuntj, ^ fiiXav t] fiiya ngdaiov, ol dh Ttqdaiov &e- 
Qov yiaXovaiVf xavXovg dvlrjOi xexQayiuvovg, fiiXavag, vrtodaaiag, Ix fiiag 
^l^rjg TtXelovag' q>vXXa dl ngaaltp ofioia, f^el^ova dh xal daaia. 

Etymologisch unverständlich. 
ßaXXi^€iv ,tanzen^ 

Sophron Bruchst rbei Athen. 8, 362, C): yc^Tteixa Xaßotv TCQoijxe, xoi ö' 
ißdXXi^ovj und in einem anderen Bruchst (ebenda): ßaXXl^orxeg xov ^a- 
XafÄOv axaxdg hiitXrjaav. Athen. 8, 362, A: xal xivog dnovxog Sxi ßaX- 
Xi^ovoiv ol xcixd x'qv tcoXiv aTcavxeg xip '9-€(p. 

Vermuthlich ein nur dialektisches Wort, das sich wohl eng an ßdXXuv 
ywerfen' (Seite 135) anschliesst 



Griechische Etymologie. 189 

ßaXßiö' (ßalßig) ,Schranke, Gränze'. 

Soph« Ant 131: Zeig .... Ttalrt^ ^iTCtei nvQi ßalßldwv (,MauerrandO 
Itc* axQ(jJV ijdrj vUrjv oQfxwvT^ dlaka^at. Enr. ras. Her. 867 : xal dij Tt- 
vdaaei TCQava ßakßlduv (^Schwelle') arco. Med. 1245: ^QTte ngog ßaXßlda 
XvftriQOLv ßlov. Ar. Ritter 1159: ag>€g ano ßaXßldwv (die Schranken beim 
WetÜauf ; bei Bekker an. 220 findet sich zn ßalßlg die Erklämng ^iXa 
dvo Tüiv ÖQOfiiiaVy aq>* wv axoivlov %i di^avirccTai, o naXeirai ßaXßlg, %va 
ivtev'3-ev ixögifiioaiy ol dywvi^ofievoi) kiii ve %al tovtovL Wespen 548: 
xal firiv y' oiTtd ßaXßldwv TteQl Ttjg aQX^g aTtodel^w T^g iifietiQag wg 
ovde/Liiag i]Tr(üv iaviv ßaaikelag. Lyk. 287 : afig>l nQVfivaug tijv Ttaw- 
ardTrjv dga^wv nevuaig ßlov ßalßlda avfxg>lex^oeTai, Opp. Jagd 513: 
eiaoxe vägfia ndvoio xal slg ßalßlda Ttegi^at]. 

Dnnklen Urspmngs. Möglicher Weise darf man an alte Bildung durch 
Reduplication denken , bei der im zweiten Theile des Wortes das l er- 
loschen sein könnte. 
ßäXöano'V ,das wohbiechende Harz der Balsamstaude'; dann auch die 
yBalsamstaude' selbst 

Theophr. Pflanz. 9, 1^ 6: tov dk Xißavunov xal ti^v OfivQvav vrto xvva 
q>aal xal ralg d-eQ^otaxaig fifiiqaig kvrdf^veiv, waavvwg dk xal jo Iv 
2vQlif ßdlaafiov, 9, 6, 1 und 2: t6 6i ßdlaafiov ylverai (ihv iv T(p av- 

Xwvt T^ TtBQl 2vQlav To ök ödxQvov vTto ivTOfiijg avXXiyeiVj iv- 

Tif^veiy di ow^i aidtjQolg r/jv dh avXXayfjv oXov to &iQog noi- 

elaO'ai' ovx elvai di TtoXv %6 ^iov dXX^ iv rifiiQ^ tov avöqa avXXeyeiv 
oaov xoyxijv* v^v d^ Sofiijv 6iaq>€Qovaav xal TtoXXfjv acte dno iiixQov 
rtoXvv iq>ixvela&ai zotcov. — Diosk. 1, 18: ßdXaa/AOv' to fikv äivÖQOv 
xatd fiiyed-og Xvxlov rj nvgaxdv&rig ßXiTterai • . . • yevvtifievov iv /dovtj 
'lovdaltfj xatd %iva aifXdiva, xal iv AlyvnTif. 

üngriechischer Herkunft 
ßsXiviO'V, Name einer nicht mit Sicherheit zu bestimmenden Pflanze. 

Arist negl q>v%wv 1, 7: ßeXiviov dh %d örjXrjTrjQKüöeg, ro yivo^evov iv 
t;/ TleqülÖLy fA€Taq>vrev6i4€vov iv AlyvTtxif tj iv naXaiatlvij , ylverai 
ßgioaifiov. 

Ohne Zweifel nicht griechischen Ursprungs. 
ßiXo-q jSpitze, spitzige Waffe, Pfeil, Wurf geschoss' ; auch öfter m fiber- 
tragener Bedeutung. 

IL 5, 278: ^ fxdXa a' ov ßiXog (Jxif dafddaaaroj nixQog oiaxog. IL 5, 
112: ßiXog wxv diafjLneqlg ixFiQva* afiov (Vers 110 hiess es: oq>Qa fioi 
i§ äfiou) feQvaarjg Ttixqbv oiatov). TL 20,283: o d' dXevdftevog doQv 
fitxQov McTf] .... taQßtjaag o ßoi ayxi ndyti ßiXog. H. 4, 696: ax6v%iae 
doQFi q)a߀lv(p . . . . o <J* ov FdXiov ßiXog ^xev. II. 16, 737: Xd^ero 
TtitQov . . . Tjxe öi . , . ovo* aXlwae ßiXog, Od. 17, 464: ^qtjvvv iXtav 
ßdXe de^iov wfiov . . . oid ' aga fiiv aqy^Xev ßiXog. Soph. Aias 658 : xQvtpw 
ToJ' fyxog (hier ,SohwertO Tovfiov, ix^^^''^^^ ßeXwv. Eur. El. 1159: S^v- 
^xTq> ßiXet (,SchwertO xavixav ovroxeiQ. Hdt 4, 79: ig TotJnjy (nämlich 



140 Griechische Etymologie. 

oIxItjv) 6 d'Eog hiaxrjxlje ßikog (^BlitzstrahP). — IL 8, 513: wg %ig %ovtwv 
ye ßiXog (^chmerzO xal ßoUod-i niaaji (hier für ,empfmdeO, ß^fievog ij 
^V V ^yx^^' IL ^h 269: (ig d' St av tidlvovaav ^rj ßikog Cstechender 
Schmerz') 6^ ywalxa, ÖQCfjiv, %6 %b ftQoUlai fioyoaroxoc EtJLel^iai, 
Theokr. 27, 27 : wdlveiv xqofxiia " x^^^ov ßiXog ElXeidvlrig. Find, Nem. 
1, 48: Ix d' aq^ arlarov ßilog (hier von ,SchreckO nla^e yvvalxag. Aesch. 
Prom. 649: Zeig yitq IpiiQOv ßiXei Ttgdg aov ti&akicTai, — Dazu: o^v- 
-ßekig' ,mit scharfer (o^v-g 1, Seite 500) Spitze'; H. 14, 126: SIto d 
oiavog o^vßekig. Opp. Fischf. 2, 346: alipa ök vwra xagaßov o^vßei^ 
(,mit scharfen Spitzen versehen, rauh') Ttegißakkevat (nämlich (ivQaiva). 

— ßikefivO'V jSpitzige Waffe' ; 11.22,206: ovd^ tFa Ufievai knl^icrogt 
TCiXQcc ßiXefjiva. II. 15, 484: ^'EictcDQ ä^ wg ißidev TevxQov ßkaqyS-ivra ßi- 
k€fiva (ebenso noch Vers 489 : ßkaq>&ivTa ßiXefiva. Vers 463 hiess es 
og — nämlich Zeig — ßoi kva%QBq)ia vevQTjv kv afiifiovi ro^qß ^Qi^^* 
iiti T(p ßsQvovTi, mit dem Zerreissen der Bogensehne waren die Pfeile 
auch geschädigt, unwirksam gemacht). Aesch. Ag. 1496«» 1520: doXitp 
fiOQip öa^elg h. xegbg df4,(piT6fi(p ßekifivfp (,zweischneidiges Schwert^« Eur. 
Andr. 1136: deivag d* av eldeg nvQQixag q)QOVQOvfiivov ßiXeiiva naidog, 

— ßekovri (siehe besonders). 

lit gü'ti ,stechen' von Bienen, Wespen, Schlangen, ,heftig schmerzen, 
weh^ thun*; — Dazu: gelonts ,Bienen- odw Wespenstachel*, ,verharteter 
Eiter im (jeschwür' ; — g^lä ,hef tiger Schmerz' (insbesondere ,ZahnschmerzO. 

Altslav. i%ly ,(7eschwür'. 

Die ebenso natürliche als auch häufige Verbindung von ßel/ig- mit 
Formen des Zeitwortes ßaXXeiv ,werfen' (Seite 135; IL 14,412 und 439: 

avij^og ßeßhqxBiv ßiXog ö* IVt &vfidv iödfiva. IL 16, 737: ovd^ 

aUwae ßilog^ ßake di. Od. 9, 495:' ßaXiüv ßikog. Od. 17, 462 und 464: 
ßake öe^iov dfiov .... ov8^ aqa fiiv aq>rjXev ßiXog. Od. 20, 305 : ovx 
%ßalsg%bv ^ivFov aXevazo yaq ßikog avxog) beweist für die Etymologie 
nichts. Genauere Abwägung der Bedeutung wie auch der lautlichen Ver- 
hältnisse weist nach einer ganz anderen Seite. Für das Griechische würde 
sich eine Verbalgrundform ^ßsl- ,stechen' vermuthen lassen. Unser quälen 
kann kaum dazu gehören, da es als Causativum sich zunächst an ein ahd. 
quelan^ mhd. qudn ,heftige Schmerzen haben' anschliesst 
ßeXavri ,Nadel'; dann auch Name eines Fisches, ,Seenadel, ,Nadelfisch'. 

Eupolis (bei Pollux 10, 136): iydf öi ye otI^w ae ßeXovataiv rgiaiv. 
Aeschin. 3, 166: ini ra a%€vd riveg waTCCQ Tag ßeXovag öuiqovai. Batrach. 
130: 17 d^ yt; Xoyxfl «i'i'^^xws ßeXovai, Ttayxdhieov egyov '!/4Qi]og. — Arist 
5, 37 : tIxtsl d ' ivia xal x££jUcJyo^ xai -d-iQOvg .... olov xeifitavog fiiv 
Xdßga^ xeoTQevg ßeXovrj. 6, 77 : §V ök xaXoval xiveg ßeXovrjv, otav ^diy 
uQa f] %ov jixreiv, diaQQi^yvvtaij xal ovrio tu i^a k^igx^^^' 9, 87: 
avytl^at (nämlich äXxvwv) ttjv veoTTiav, doxei 6k fidXiava kx TtZv axav- 
^(Jv rfig ßeXovrig. Dorion (bei Athen, 7,319, D): ßeXovrjv, ifv xaXovaiv 
Qa<plda, 



Griechische Etymologie. 141 

Armen, eghan (aus *gelnna) ,Gabel, Heugabel^ (nach Bugge Beiträge 
Seite 30). 

Gehört zum Vorausgehenden; das Suffix wie in ayiovrj ^Wetzstein' 
(1, Seite 36). 

ßäXzcQo-q ,yortheilhafter, besser'. 

Bei Homer 8 mal, nur in der ungeschlechtigen Form, wie IL 14,81: 
ßihfBQOv og (pevytav 7tQoq>vy7j xaxov rjfk ßalvifj. H. 15, 107: &vyatiQ€aaiv 
yaQ %a xai vlaai ßihuBQov etij ixTcayXoiai FiTteoatv iviaaifiev, Hes. 
Werke 365: oixot ßiXfSQOv elvai, krcel ßXaßsQov %b dvQrjq>iv. Theogn. 
92: og dh fiifj ykciaarj 61%^ 1sx€i voov .... ix^Q^g ßiXteqog rj g>ikog äv* 
Aesch. Schutzfl. 1070: t6 ßiXxeqov xcmov xal vo dlfjtoiqov alvm, — Dazu: 
das superlativische ßiXraTo-g ,der beste'; Aesch. Schutzfl. 1055: to fihv 
av ßiX%a%ov etrj. Eum. 487: xglvaaa d' daztSv twv ifiuiv %a ßiXrara. 
— Daneben : ßiXxiov- ,y ortheilhafter , besser' ; Soph. Bruchst 1019, 5 : 
TTaidevfiara TtqoaXafißaveiv dh deZ xa&* fifiiQav ael, Jlwg av l^ij fiav- 
%^av€iv ßeX%lova. Thuk. 7, 50 : oQfSvreg .... ra iovriSv afia ovn iTtl vo 
ßiXriov x^QovvTa. — ßiXTiaxo^g ,der beste'; Aesch. Ag. 378: q>XB6v%u}v 
diofioTwv vTtigq^ev vTthq to ßiXjiatov. £ur. Bruchst 673, 1 : cu ßiXriGTov 
'udXxfirjvTig Tixog. 1054, 2: ix, d' l^cJy Xoywv iXoü ra ßiXxiaxa. 

Die etymologische Grundlage ist nicht verständlich. Auffallend ist, dass 
das comparative Suffix tbqo und das superlativische töto sich hier un- 
mittelbar an eine Verbalgrundform anschlössen, während die Suffixe lov 
und iOTo an ein nominalsuffixales % antraten. Vergleichen lassen sich in 
solcher Beziehung aber die Formen tpigrego-g ,vorzüglicher, stärker^ (IL 
1, 186; 281; 3, 431) nebst q>iQtaTO'g ,der vorzüglichste, beste' (IL 1, 581 ; 
2, 769; 7, 289) und q^igtazo-g ,der vorzüglichste, beste' (IL 6, 123; 9, 110; 
15, 247), neben denen ein etwaiges comparatives **q)igTioy indess nicht 
gefunden wird. 

ßöX'BCd'ai ,lieber wollen*. 

Nur an drei homerischen Stellen belegt IL 11, 319: Zeig Tgwaiv dij 
ßoXerai öovvat XQarog r]Fi Tceg tifilv. Od. 1, 234: vvv ö^ itigoig ißoXovro 
^eol xaxa firiTidovreg. Od. 16, 387: ei 6^ vfilv ode fiv&og aq)avdaveij 
äXXa ßoXeod-e avvov re Ctieiv xal ^eiv Ttargciia ftavra. 

Eine nur präsentische Nebenform des sehr gewöhnlichen ßovXead^ai 
(siehe Seite 144). 

ßoXaibV'y siehe unter ßoXito-v (Seite 142). 

ßoX^ ,Wurf, das Werfen'. 

Od. 17, 283: oi yag ti nXtjytSv adarifxiav ovdi ßoXdwv, Od. 4, 150: 
xeiyov yag . . . 6q>d'aXfi(iv re ßoXaL — Dazu: ßoXo-g ,der Wurf; Aesch. 
Pers. 424: rpl d* wate d-ivvovg ij ziv' Ixd'vwv ßoXov (,Netzauswurf, Fisch- 
fang*) .... %7taL0v. Arist Thierk. 8, 129: ovtol yag Xiyovzai elvai wgaiot 
ßoXoi (in Bezug auf Fischnetze gesagt^ ^Fischzüge*). 6, 163: 6 d' ogevg 
avaßalv€i fikv xal oxsvei fteza %dv TtgtJTOv ßoXov (nämlich ,der Zähne', 
also ,ZahnwechBel*). — ßoXieiv ,werfen, treffen'; nur in einigen (ob 



142 Griechische Etymologie. 

wirklich richtig überlieferten?) passiven Perfectformen belegt; H. 9^ 3: 
Ttivd'Bl 5^ arkrixi^ ßeßokrjato (Nanck giebt mit Zenodot ßBßhqcno) Ttavreg 
aQiOTOu 11.9,9: axel fieydXtp ßeßolijfiivog (Nanck: ßBßhqfjLivog) ti%oq. 
Od. 10, 247: %^q axBl fjieyakiit ßeßoXtjf^ivog (vielleicht besser: ßeßkrjfAivog). 

Zu ßakleiv ,werfen, treffen' (Seite 135). Bezüglich des Lantverhältnisses 
lassen sich etwa vergleichen To/4,r] ,das Schneiden, Schnitt, abgeschnittenes 
Stück' (2, Seite 783) und to^o-g ,Schnitt, Abschnitt (2, Seite 783) neben 
rdf^-vetv ,schneiden' (2, Seite 781), wobei aber doch zu bemerken bleibt, 
dass neben der letzteren Form auch das gleichbedeutende Tiii-yetv mit 
innerem e sehr geläufig ist 
ßöXiro'V ,Eoth, Mist', insbesondere ,Euhmisf. 

Kratin. Bruchst. 39: ovx dkkd ßokiTa xkuQa yupaTctjr^v fcctreiv. Ar. 
Ach. 1026 : xal ravTa fiivtoi yrj JC w7t€Q (nämlich reu ßos 1022) fi' 
iTQBg)iTrjv iv naai ßoXLzoig. Bitter 658 : xaywy^ ove d^ ^yvuv roig ßoXi- 
%oig fjmjfiivog^ Theophr. Pflanz. 2, 4, 2: qxxaovg äate aögovg ylvea&ai 
q>vT€vovacv iv ßokL%(^, 0. pL 5, 6, 11: (liyed'og dl ylverai q^anäv xai ige- 
ßlvd'iov %6iv iihv av iv ßollTif (pvxevTjtai %6 anigfia. Theophr. Steine 69: 
xalovci dh fidXiaTa vovg fxagfxaQOvg xal ankovaviQOvg, OTeqBundtovg fikv 
Ttagari&ivteg (ßokirovj ev&ia) %ov ^arrov xalead-ai xal fiäkkov. — Dazu: 
ßoledv ,Mistgrube'; Philem. Bruchst 221: ßolediveg (aus Cramer an. 
Ox.: ßokedveg' ol öexofiBvoc totcol tijv hotcqov ovtw %aXovv%ai' dvzto 
JelvagxoQ xai OiXijfiwv), 

Die, vermuthlich dialektische, Nebenform /^oU/^tro-v (siehe Seite 143) 
scheint auf eine gemeinsame Grundform ^ßoXFiTo- zu wdsen. So han- 
delt sichs also vielleicht um eine Suffixform ßiTOy nicht einfaches t,%Oy 
wie es zum Beispiel in oXq>Lzo'V ,(7eT8tenmehl' (1 , Seite 323) entgegen- 
tritt Möglicher Weise ist als Grundlage anzusehen ßcl-Xsiv , wer- 
fen^ (Seite 135) und damit also wohl auch altind. gdl-ati ,er träufelt 
herab, er fällt herab' (Seite 136). — Wie beispielsweise xorrgciv-- (aus älterem 
TLOfCQBiLv-) ,Mistgrube, Abort* (Ar. Friede 99; Thesm. 485) von i^ongo-g 
,Mist, Roth* (2, Seite 249) ausging, so führt wohl ßolewv- zunächst auf 
ein *ß6)Lo-g als kürzere Nebenform von ßoliro-v zurück. 
ßoXiraiva, Name eines nicht genau zu bestimmenden Weichthieres. 

Arist Thierk. 4, 14: iavc äk yivrj itXeiw nokvrcoöwv .... aal i^v xa- 
kovaiv 0% fikv ßoXljaivav ol S' o^ohv. 9, 144: ov ylverai <f iv T(p ei- 
Qlnqt .... ovdk rcokvTCodeg ovöi ßolltaivac. 

Gehört vermuthlich zum Vorausgehenden. Die Suffixform wie in oKoiva 
,Spitze, Stachel' (1, Seite 43). 
ßoXi^Ti ,Sklavinn*; dialektisches und zwar kretisches Wort 

Athen. 6, 267, C: ^'Egpitav dh iv Kgr^rtKaig Fhavtaig . . . 2iXBviMg 
(nämlich qpijai xaXcta^o^ . . . d7toq>Qdariv 6k Tfjv dovXrjv xal ßoXi^rjv. 

Etymologisch dunkel. 
ßöXiV'd'O'q ,Auerochs' oder ein ähnliches Thier. 

Arist mirab. ausc. beginnt: Iv zfj üaiovltf cpaalv iv %(^ oqet t(^ 'Hüalv(p 



Griechische Etymologie. 143 

xalov^ivify tf^v naiovixrjv xai ttjv Maiöi^xijv OQi^ec, elval %l &rjQlov 
%o xakovf4€vov ßokivd'ov, VTtb äk Tuiv Tlaiovüjv f^ovamov tovvov liyovai 
xrjy fiky oktjv q)vaiv naQanXriaiov elvat ßot, öiaq)iQ€tv dk T<p pLByi&et 
xai %fj svQwatlif, ngoaäzL öh xal rfj xalTj^ . . . %ä dk yciQora avx ZanEQ 
ol ßoeQy akka xaTea%QafiiÄivaj aal %b o^v xarw Ttaqa %a wta' xwqbIv dk 
m%ä Tiiiixoov TcXslov harsgov avvaiv, xal piiXava acpodqa elvai, diaarlk- 
ßeiv dl (iaavel Xeksmaiiiva. 
Ohne Zweifel ungiiechisch. 

ßokßö-q ,Knolle', insbesondere ^wiebei^ 

Ar. Wölk. 189: ^TjTovaiv ovrot to xara yijg. — ßoXßovg cqa ^tjTovai. 
EkkL 1092: nwg ovv dixwnelv äfiqxyriQag dvn^aofiai; — xalcSg, BTtBiSav 
xctTaq>ayng ßoXßcSv xv^gav. Theophr. Pflanz. 7, 12, 1: Uddifioi fikv yäg 
oi iiovov ßoXßol xal ja ofzoia %ovTOig akla xal ij rov aaq>o3iJLov ^i^a. 
7, 13, 1 : ßoXßbg dl xal %ä ßoXßwörj navreXwg aieva (nämlich qyvXhx %x^l). 
7, 13, 8: xtov dl ßoXßwv o%i TcXelto yivrj q^avegovy xal yäg Tq fieyi&ei 
xal Tfj XQOif xal xoXg ax:i^f^aai äiaq>igovai xal Tolg xvXolg. 1, 10, 7 : Ttahv 
d^ o%L %a fjilv (nämlich g>vHa) Sf^iaxa (,ohne StengelO xad-dmeg ra Trjg 
axllXi/jg xal %ov ßoXßov, Ta d* ^ovra filaxov. 

Bei Fick 1 4, 405 wird dazu gestellt abulg. zUsa ,Driise^ und ahd. cheih, 
mhd. Icelck ,Kropf, ünterkinn^ und wohl kaum mit Unrecht; weiterhin 
auch, und wohl mit dem selben Recht, lat gldbo-s ,Eugel' (Plaut Poen. 481 ; 
Verg. g. 1, 473). Zu Grunde liegt vermuthlich eine alte, in ihrem zweiten 
Thedl verstümmelte, Bildung durch Beduplication, so dass weiterhin auch 
ein Zusammenhang mit ßahxvo-g ,EicheP (Seite 136} nicht ganz unwahr- 
scheinlich ist — Lat bulbo'8 ,Wurzelknolle, Zwiebel* (Plin. 17, 144; 21, 24; 
22, 67 ; Ov. rem. am. 797) wurde dem Griechischen entlehnt 

ßöXßiro'V ,Eoth, Mist*, insbesondere ,Kuhmist*. 

Theophr. Pflanz. 5, 5, 6: Tolg dl kanivoig (nämlich §vXoig) xal volg 
akkoig olg elg %ovg aTg6q)iyyag pf^oivrat ngog vo fifj ^iffwa^ai ßokßirov 
fcegiTtXartovaiv omag dva^gavdfj xal diafCVBvadij xa%a fÄixgbv tj ix vijg 
firjvgag vygoTrjg. Diosk. 2, 98: Idloig dl aggevog ßobg ßoXßtzov vaxigav 
TtgoTtemwxvlav vTto^fiiwfievov dnoxaS'laTrjai, Hesych erklärt ßoXlzoig. 
ßoXßlroigj Galen, gloss. Hipp. : ßoXiiov ' ßoXßitov. 
Nebenform zu ßoXizo-g (siehe Seite 142). 

ßoXßvtiö', Name eines übelriechenden Weichthieres, wohl nicht verschieden 
von ßoXlraiva (Seite 142). 

Epicharm (bei Athen. 7, 318, E): nwXvftoi %e arjulai %e xal ntnaval 
Tevx^ideg ^a dvaddrjg ßoXßiTig. — Dazu: das wohl ganz gleichbedeutende 
ßoXßirlvr]. Athen. 7 , 318, E : eiärj d ' iatl TCoXvnoduiv iXedtivfj, 
noXvjtodlvr] , ßokßirlvr], oOfivXog, wg uigiavoriXrjg larogei xal 27vev- 
amnog. — Femer noch das vermuthlich gleichbedeutende ßoXßldio-v 
(Galen« gloss. Hipp, giebt die Form ßoXßcTia mit der Erklärung yivog 
di koTi vovTo fiixgwv 7toXvn6d(av). Hipp. 2, 799: iqv dl ag%ov ßov- 
XtjTai xal ßoXßldia xal arjnldia lajv afxixgwv, kv oivqt l\f)eiv xal Iv 



144 Griechische Etymologie. 

ikaltp aal nagix^iv iad'Uiv. 2, 806: otpoiai dixQ^(f^cii %wv Ix^cjv %olai 
aeJiaxeai naaiv ktpd'olat o^vykvxeai ßolßidloiai, noXvnodloiaiv iv oivio 
xa£ ikalfü. 

Iß 

Gehört ohne Zweifel zum Voraasgeheiideii. 
ßtlXö-q ,Sch welle'; bei Aeschylos (Ch. 571) in der Form ßhlo-g. 

Bei Homer dreimal. IL 1, 59t : fidri yaQ /u£ . . • ßgZtpe nodog xeiafwv 
ano ßrjXoo d^eönaoloio, IL 15^ 23: ov ök kdßoifiij ßglrtraanov vetaytjv 
and ßfjlov. U. 23, 202 : &ifovaa dk FlQcg iftioTri ßrjlcp l/rl hS'iip. 
Aesch. Gh. 571 : ei d' ovv afieliljw ßaXbv ignelwv nvhHv. Qu. Sm. 13, 483: 
OTtTtOTS • . . ßrjkov ig aazegoevra SvnlJQiov avriXkrjaiv, 

Dunkler Herkunft; aber auch die Bedeutung des Wortes ist durchaus 
nicht nach allen Bichtungen klar. So heisst es in den alten Erläuterungen 
zur Ilias (zu IL 1, 591) wohl yLoivtSg öe crjf4alv€i 6 ßtjldg rov ovdov %f^g 
^gag, o naXeirai q>Xia^ vorher aber ^vegoi dk ßtjXov elnov tov avünana 
nayov xal TtegiixovTa tov Ttdvra aiga* aXXoi de Trjv neglodov toi 
al&igog xal twv aargwv. Ob als ursprüngliche Bedeutung etwa ^Um- 
gränzung, Band, umfang' zu denken ist? An der angeführten Stelle heisst 
es weiter noch, dass Erates das Wort als chaldäisch bezeichnet habe 
(KgdrTjg di negtandiv T^y Ttganrjv ovkXaßijv XakdaiK^v elvai Trjv Xi^iv 
anoöld(oaiv), 
ßriXö'V ,Sohle'. 

Wird nur aus Panyasis angeführt und zwar in den alten Erläuterungen 
zur Ilias (zu IL 1, 591) mit den Worten xal üavvaaig ök %d nidika 
ßrjXa Xiyei, 

Gehört wohl zu ßr}- ,sich in Bewegung setzen' (Seite 73). Das Suffix 
wie zum Beispiel in nrlXo-v ,Flaum, Flaumfeder' (2, Seite 517), das aber 
anders betont ist 
ß&Xo'^ ,Erdscholle', überhaupt ^Kloss, Klumpen'. 

Od. 18, 374: ei dk . . . ßeUoi 6" inb ßwXog agoxgtff. Soph. Aias 1286: 
ov öganitTiv xov xXijgov ig fiiaov xa&elg, vygag dgovgag ßwXov- Ar. Vögel 
235: oaa r' iv aXom '^'Ofid ßwXov afiq)tTiTTvßl^e&^ wde Xerctov aöofihtji 
q>wv^. Strabo 3, 2, 8 : iv dk rolg tprjyfxaai tov %gvaiov q>aaiv eiglaxeod-ai 
Tcore xal ^fziXiTgialag ßtoXovg. Eur. Bruchst 783: XQ^^^^ ßaiXog (d. L die 
Sonne). 

Buht vermuthlich auf dem selben Grunde wie ßoXßo-g ,Knolle' (Seite 143) 
und auch lat glad)a ,Erdscholle' (Verg. g. 1, 94; Hör. carm. 3, 6, 39). So 
wird also das X nicht als suffixal gelten können. 
ßo'öX'SO'd'ai ,wünschen, lieber wollen, wollen'. Dazu begegnet ein paar mal 
das active Perfect ngo-ßißovXa (IL 1, 113; ngo-ßeßovXev Ion trag. Bruchst 
53, 3 ; ngo-ßißovXag Jul. Aeg. in Anth. 9, 445, 4), alle übrigen ausserpräsen- 
tischen Formen tragen das Gepräge der Ableitung, wie das Futur ßovXtj- 
aerai (Hom. hymn. Ap. 264; Aesch. Prom. 867; Hdt 1, 127) und die aori- 
stischen ißovXrid^ (Eur. Hipp. 476), ißovXrjdTjaav (Thuk. 1, 34 pLen. HelL 2, 
4, 8). In der nachhomerischen Sprache, doch, wie es scheint, nicht vor 



Griechische Etymologie. 145 

Euripides, tritt das Augment mehrfach langvocalig auf, wie in tjßovXero 
(Em. Hei. 752; Brachst 1132, 28) und rjßov)Lrj&t]aav (Xen. Hipp. 3, 5). Die 
seltene Nebenform ßok-ea^ai wurde schon Seite 141 aufgeführt. 

II. 3, 41 : xa/ xe to ßovkoif^rjv. IL 7, 21 : l/iTtoXlcov . . . Tgcieaai öh 
ßoikejo vhaiv. D. 17, 331: fifilv dl Zeig (ihv TtoXv ßovXetat tj Javaoiaiy 
vlxTjv, Od. 12, 350; ßovkofi^ ana^ TtQog xvfia xovcüv dno &vfidv oXiaaai 
Tj ö^d-ä OTQevyea&ai, Od. 17, 404: airog yag q>ayäfi€v rcoXv ßovXeaL ^ 
dojuev aXXip. IL 1, 112: ayXoF^ arcoiva ovx S&elov di^aa&ai, iTtel noXv 
ßoHofiai avT'^v ßoUoi ix^iv. IL 15, 51: Iloaeiödüjv ye, xal ei fxdXa 
ßovXerai akkj]. IL 12, 141 : "Extoqc ydg ßot dufiog (des Zeus) ißovXero 
xCdog ogi^ai. — Dazu: ßovkij ,Wille', ,Bath^ (eigentlich wohl ,der aus- 
gesprochene Wunsch*); II. 1, 5: Jifog iS' heXeleto ßovXi^. IL 1, 273: xai 
liiv fjiev ßovkwv ^vviev neld-ovri %e fiv&q). IL 9, 54: ßovk'^ ^erd Ttdvcag 
ofAfjXixag %7tXev agiarog. — ßovXeveiv ,beschliessen', ,berathen, ersinnen*; 
IL 2,379: ei äi noT* ^g ye (ilav ßovXevaofiev. 11.9,458: tov fzev kydi 
ßovkevaa xaraKrdfjiev. II. 14,464: T(p ydg ^a ^eol ßovXevaav ole&QOv. 
— IL 9, 75: Ttfi Ttelaeai dg xev dgiaztiv ßovXijv ßovXevarj. Od. 5, 23: ov 
ydg djj vovrov fiiv ißovXevaag voov avri^. Od. 10, 344: fxiyav ogxov 
Ofioaaai fxr} rl (loi avt(p Ttijfia xaxav ßovXevaifiev aXXo. 

Scheint den verwandten Sprachen gegenüber ganz vereinsamt zu stehen. 
Oder sollte doch, wie man früher allgemein angenommen, aus irgend 
welchem noch nicht erkannten Grunde das anlautende ß aus altem v sich 
entwickelt haben? Dann würde sichs in eine weitverzweigte Verwandt- 
schaft einfügen, lat velle ,wollen, wünschen* (AtL trag. 288), volt ,er will* 
(Enn. ann. 88); — goth. viljan ,wollen* (Kor. 2, 8, 10; 11), nhd. wollen, 
goth. vHjan- ,der Wille* (Matth. 6, 10; Job. 6, 40), nhd. Wille] goth. valjan 
,wählen* (Kor. 2, 5, 8; Phil. 1, 22), nhd. wählen 'j — lit vale ,der Wille*, 
vilyti jWünschen*; — altslav. völja ,Wille*; voliti ,wollen*; — alban. vol 
.Wille* (G. Meyer bei Bezz. 8, 191); — altind. var- ,wählen*: EV. 1, 58, 7: 
häutäram . . . jdm . . . vrnätai ,den sie zum Opferpriester wählen* ; — 
altostpers. var- ,wählen, wünschen* : vereng ,ich wünsche*. Besonderes Be- 
denken bei solcher Zusammenstellung muss immer noch erregen, dass an- 
lautendes / vor unmittelbar folgendem 0-Vocal schon in der homerischen 
Sprache der Regel nach ganz geschwunden ist. — Seiner ganzen Bildung 
nach steht ßovXea^ac im Griechischen auffallend vereinzelt da, falls man 
hier nicht etwa unmittelbar das participielle ovXofxevo-g ,verderblich, Ver- 
derben bringend* (siehe 2, Seite 215) vergleichen darf. Die äolische Form 
ßoXXea&ai {ißoXXofÄotv ,ich wünschte, ich möchte* Theokr. 28, 15), neben 
der das substantivische ßoXXa ,Wille* (Ahrens-Meist. 1, S. 143) häufiger be- 
gegnet, zeigt, dass ein -V- (oder auch -Xv-) zu Grunde gelegen haben 
muss, wobei das j (oder v) in der Verbalform ursprünglich nur präsens- 
bildend gewesen sein wird. — Das abgeleitete ßovXeveiv führt zunächst 
auf ein substantivisches *ßovXev- ,der sich mit ßovX^ zu thun machf 
zurück. 

Leo Meyer, Oiieohisclie Etymologie. III. 10 



146 Griechische Etymologie. 

Die anlautende Consonantenverbindnng ßX. 

ßXä%' (ßla^) ,schlaffy trSge^, dann insbesondere ^trägen Geistes^ 

Xen. Beitk. 9, 12: ßXoKl ys piriv Inrcifi aQxeiv fioi doxei ygatpai Ttavra 
zdvavrla noulv oaa v(p &vfzo€iöei xQfjO'd^ai avfißovXevo/iev. Eyr* l, 4, 12: 
didoma, 1lq)r]j ^fj navxanaai ßka^ zig xa2 '^kl&iog yivta^ai. Mem. 3, 13, 4: 
6\poq>ttylaTaT6g %e wv ßkaxlarccrog kcri, Fiat. Grorg. 488, B: kav fie Jiaßfjg 
vvv fiiv aoi ofjLoloyT^oavra, iv di vtp va%iQ(fi XQov(f (ifj Taiva ftQa%%ov%a 
aneq (ofioXoyrjaay navv ye riyov ßkäxa elvai. Polyb. 16, 22: nsTteiafiivoi 
. . • Tovg äk xorä t^v l/ike^avögeiav avdgdnoda xai ßXmag dia§iiv€iv, 

— Dazu: ßXäxixo-g ,schlaff, träge, nachlässig'; Plat Polit 307, C : iJ- 
yovregj %d dh ßQadvzega xal fiaXaxfireQa deika xal ßXaxixa. Ar. Vogel 
1323: (ig ßlaxauig diaxoveig. 

Gehört wohl zu altind. glä'-jaü ,er fühlt sich erschöpft, kommt von 
Kräften' (Mbh.), ,er empfindet Unlust, ist verdrossen' (Mbh.). Das dazu 
gehörige, mit suffixalem p gebildete, Causativ begegnet schon im Bgvßdas 
(1, 164, 10: tisrds mätris trf'n pitri'n b'ibhrat äikas ürdhvds tasthäu nd 
im äva gläpajanti ,drei Mütter und drei Väter tragend stand (das Kalb) 
allein aufrecht; sie machen ihn nicht müde'). — Das x wird als nominal- 
suffixal angesehen werden dürfen, ebenso wie zum Beispiel in nvwx' ,8cheu, 
schüchtern, flüchtig^ (2, Seite 515) und in nTox- ,ängstlich, schüchtern' 
(2, Seite 509). 

ßXaß' : ßXcLTtTeiv (IL 9, 507; 15, 724; 19, 94) ,entkräftigen, schädigen, auf- 
halten, hindern', mit passivischen Aoristformen wie ißXaßrjv (Plat apoL 38), 
ißXaßev (IL 23, 461 ; ßXdßev IL 23, 545). Daneben begegnet einige Male 
auch ein passivisches Präsens ßXdßerai (IL 19, 82; 166; Od. 13, 34; 
Anakr.31, 26). 

IL 23, 774: h&' Allag fjih oXia»B ^ißwv, ßXaxpev ydq ^d^vrj. TL 
23, 782: rj fi" %ßXcapB &€d nodag. Od. 1, 195: aXXa vv rov ye »eoi ßXa- 
Tttovat xeXev&ov, IL 19, 166: ßXdßerai di te yovFttt Idrfi. IL 7, 271: 
ßXdipe di Fol q>lXa yovFaza, Od. 13, 22: jui/ rtv* halgwv ßXdmoi iXav- 
voytwv, onoxe aitSQxolat^ igerfioig, IL 23, 571 : ßXdtpag di fioi %mtovgy 
%ovg aovg nQoa&e ßaXuiv. II. 15, 484: a^ fFidev Tevxgov ßXaq>&iy%a 
ßiXcfiva. IL 23, 545: rd (pQOvitav ort Foi ßXdßev aQ/xata xal xvxiF^ 
%7t7tiü. IL 23, 387 : ot di Foi ißXdq>&rioav avev xivvgoio ^iForreg. IL 
15, 724: dXl* el öij ^a rore ßXdnrev q>Qivag evQVOfta Zeig fjfieriQag. 
IL 9, 507: It^Fdxri . . . q>&dv€c di %e ndaav Itt' alav ßXdmova^ ay^pcJ- 
novg. Od. 23, 14: o% ai neg 'eßXatpav (,bethörten'). Od. 21, 294: Foivog 
OB %QW€i fieXiFrjdrig, 8g re xal dXXovg ßXdnTBi. 0.16, 660: ßaaiXijFa 
Fliov ßeßXafifiivov tjtoq. IL 19, 82: ßXdßerai 6k Xiyvg tveq iwv dyoftJTrjg. 
Plat. Staat 1, 332, E: öwavwTaTog cplXovg mtpeXelv xal hxd'Qohg ßXdrcreiv. 

— Dazu: ßXaßeQo-g ,8chädigend, Schaden bringend'; Hes. Werke 365: 
FoLxoi ßiX%€Qov Aval, knel ßXaßegov to ^vgr^tpiv. — ßXdßt] ^Schaden, 
Nachtheil'; Aesch. Ag. 548: ndXai to aiydv tpdQ/iaxov ßXdßrjg ^cu. 



Griechische Etymologie. 147 

SchutzfL 377: vfilv d' dgi^yeiy ovx ^co ßkaßtjg Stsq. Prom. 763: oi^firjvov, 
ei /iij Tig ßlaßrj. 

Enht wohl auf dem selben Grunde wie das Vorausgehende, ja es scheint 
fast mit dem dort aufgeführten factitiven altind. gldpäjati (oder glapdjati) 
,er macht schlaff, müde, erschöpft' (BV. 1, 164, 10; Mbh.) geradezu iden- 
tisch zu sein. Das als wurzelhaft behandelte ß entwickelte sich dann aus 
ursprünglichem tt wohl ganz ebenso wie zum Beispiel das p/ in zahlreichen 
zu ngr^aasiv (aus ^TCQi^xjeiv) ^durchdringen, durchfahren', ,yollenden, thun' 
(2, Seite 644) gehörigen Formen aus x. — Da man vermuthen kann, dass 
' das altindische glä- ,sich erschöpft fühlen, von Kräften kommen, ermatten' 
sich aus einem alten "^gal- entwickelte, so gehört hierher vielleicht ahd. 
qu£lan, mhd. queln ,Schmerzen leiden, sich quälen', zu dem unser quälen 
das Factitiy (,Schmerzen verursachen') ist 

ßXayiyo'V ,Famkrauf. Dafür ßXijxvo-v bei Dioskorides (4, 183). 

Phaenias (bei Athen. 2, 61, F): ^vigig, qv %vtoi ßXaxvov nalovai. Diosk. 
4, 183: 17 de doxififi Toiavrrj, ivd-a iarl ßkfjxvov xal Ttokvg ytakafiog are^ 
(pccvtSv, aq>avlt,exat to ßlijxvov. 

Die Herkunft des Wortes ist unsicher; möglicher Weise besteht Zu- 
sammenhang mit ßhrixQo-g ,kraftlos, schwach' (siehe Seite 151). 

ßXaarävBiv (Aesch. Sieben 594; Ag. 756; Soph. Oed. Eol. 611) ,keimen, her- 
vorsprossen'; auch oft in übertragener Bedeutung; bisweilen auch factitiv 
^lervorsprossen lassen, hervorbringen'; mit dem Aorist %ßlao%e (Pind. Nem. 
8,7; Soph. Ant 296; £1. 1095), neben dem alle übrigen Tempora aber 
deutliches Gepräge der Ableitung tragen, wie das Futur ßkaorrjaei (Hdt 
3, 62; Theophr. Pflanz. 2, 7, 2), das perfectische kßeßkaoTijxeL (Thuk. 3, 26) 
und die übrigen. 

Soph. Oed. Kol. 697 : eariv d' olov iycj yäg Itialag ovx iTtiXKovio . . . 
minoxe ßXaorovj q)lTvfia .... r^öe d'akXei • . • yXtxvxag 7catdoTQ6q>ov 
fpvklov iXalag. £3. 422: Xoyog vig • . • . n^^ai Xaßovra oxrjnTQOv . . . . ^ 
äk tovä' av(o ßkaatelv ßqvovta &akk6v. Thuk. 3, 26: edrjwaav ök trjg 
uiTTtidjg za te nQOTeqov rerfiijfiiva ein ißeßkaari^xei. Ar. Wolken 1124: 
i;y/x' av yaq ai t ekäai ßhxaravwa^ ai r' afiTtekoi, aTtoxexoipovTat, — 
Pind. Nem. 8, 7: ißXaozev d' vlog Olvcivag ßaaiXevg. Ol. 7, 69; ßXaare 
fihv i^ aXog vygäg vaaog. Aesch. Ag. 756: naXalq>arog . . . Xoyog . , . ix 
d' dyax^ag Ti;;fag yiyei ßXaaxcveiv dxoQeoTOv oi^vy. Sieben 594 : ßa^elav 
aXoxa . . , i^ rjg %a xedva ßXaardvet ßovXevfiara. Soph. El. 440 : el ^17 
TXrif4oveaTdTtj yvvrj TtaatSv ißXaate, Oed. EoL 611: d'vi^axei öe nlatig, 
ßXaOTOvei ö* dTttoxia. — Hipp. 2, 25: ävvafiig ftavxa av^et aal XQi(peL 
xal ßXaardvei. 2, 17: xal Tfjv fikv idlrjv idirjv k^-eßXdaTrjae, Ap. Bh. 1, 
1131: ovg Ttote vvf^q)r} ItiyxidXrj . . . ißXdoTriaev (,gebar'). — Dazu: ßXa- 
üTo-g (dafür ßXaOTo-v Nik. bei Athen. 15, 684, A) ,Keim, junger Trieb'; 
Hdt 6, -37: nlrvg ^ovvtj devögicav navxuiv ixxonelaa ßXaazov ovdiva 
fierlei. 8, 55 : wgeov ßXaaibv ix tov ateXix^og (des Oelbaumes) oaov xe 

10* 



148 Griechische Etymologie. 

Ttrjxvalov avaöeöqafirpiLoxa. Soph. Brachst 317, 1: t] ßXaotog (,Sohn') oix 
ißkaarev ovmxwQiog. 

Etwa Zugehöriges in den verwandten Sprachen entzieht sich unserm 
Blick. Das o vor unmittelbar folgendem % ist yielleicht aus einem Dental 
entstanden, so dass etwa ein altes *glad' zn Grande liegen könnte. Das 
innere t gehört ohne Zweifel einem alten NominaJsaffix an, wie zom Bei- 
spiel auch in dem ganz ähnlich gebildeten afzagraveiv ,yerfehlen, nicht 
treffen' (1, Seite 222). 
ßXda^TiiiO'q ,yerleumdend, lästernd^ 

Dem. 9, 1 : waze didoixa /u^ ßXaaqnifiov [ikv elTteiv, dkrjd'hg d* tj. Lok. 
Alex. 4: b% itg to x^lQf'Ora xal ßXaaq>TqpL6%a%a %wv inl ötaßolfj rceQi %ov 
üvd'ayoQov Xeyofiivfov . . • awaydyoi kg vo avTo, Lok. Apost 6, 11: avvov 
kalovyrog ^rniata ßXaafpruia eig Muwa^v xal %6v d-eov. Tim. 1, 1, 13 : 
fi^ . . . To fCQOTegov ovxa ßkaag>rjßov xal ötoixTriv xal vßQiaTrjv. — Dazu: 
ßXaaq>7jixlä ,Verleamdang, Läjstening'; Ear. Ion 1189: naidl r(p neq^tj- 
voTi ßXaaqnfiiiUxv Tig olxerdjv iq>d^iy^azo. Plat Ges. 800,D: naq' ai%ovg 
kvloTB Ttäaav ßXaaq>ri(ilav rwv Uqdiv xa%a%iovau 

Bezügliche Zusammensetzung mit g>i](jLri ,bedeutungsyoller Ausspruch, 
Vorbedeutung' (Od. 2, 35; 20, 100; 105); ,Gerücht, Ruf (Hes. Werke 763; 
dorisch (paixä Find. Pyth. % 16; Ol. 7, 10) als Schlusstheil, wie zum Bei- 
spiel auch ev'g>rifiO'g ,yon guter Vorbedeutung' (Aesch. SchutzfL 512 ; Gh. 
581), ,yoll Ruhmes, rühmend' (Polyb. 31, 14, 4) und dva-qytjfio-g ,yon böser 
Vorbedeutung* (Hes. Werke 735; Eur. Andr. 1144), ,yon üblem Euf, übel 
klingend' (Find. Nem. 8, 37) welche sind. Der erste Theil ist nicht so 
durchsichtig, aber es trifft doch yielleicht die alte Vermuthung das Rechte, 
dass er zu ßkaß- : ßldnxEiv ,schädigen' (Seite 146) gehört und im Grunde 
mit dem ersten Theile yon ßXdtpi'-q)Qov- ,dessen Verstand (g)Qäy- IL 1, 193; 
555) beschädigt ist' (Aesch. Sieben 725), ,den Verstand schädigend^ (Euphor. 
Bruchs! 10, Meineke: ßlaxfjLqfqova q>dQfiaxa. Tryphiod.: ß]LaifjCq>Qovog avr^g) 
übereinstimmt So würde als ursprüngliche Bedeutung sich herausstellen 
,den Ruf schädigend'. Aus muthmaasslichem altem "^ ßXa\f)l-q>rifiO'g ent- 
stand zunächst wohl ein yerkürztes "*" ßXaxf)-q>rifiO'gj das dann aber sogleich 
in der unbequemen Oonsonantenyerbindung den Explosiylaut yor dem 
Zischlaut einbüsste, wie ganz ähnlich zum Beispiel XäaxBiv ,tönen, sprechen' 
(Aesch. Ag. 865; Eur. Andr. 671) aus "^Xdxaxuv und didaaxBiv ^lehren' 
(II. 9, 442 ; 23, 308) aus * dtdaxcxBtv heryorging. Da das Wort yor Euri- 
pides sich nicht findet^ ist sehr unwahrscheinlich, dass es mit einem ganz 
ungewöhnlichen nicht allgemein yerständlichen ersten Theile sollte ge- 
bildet sein. 
ßXäjt-€iv ,blicken, sehen'; auch mehrfach in übertragener Bedeutung ge- 
braucht 

Find. Nem. 4, 39: q)S'ovegd d^ aXXog dvig ßXimav. Aesch. Prom. 447 : 
ot 7VQ(Sta fiiv ßXinovreg %ßXenov fidrrjVj xXvovreg ovx ijxovov. SchutzfL 
716: TtQtpga TtQoad'ev ofifzaac ßXinova^ odov. Sieben 498: Qvidg wg 



Griechische Etymologie. 149 

q>6vov ßkiTtiJv. Pers. 299: SiQ^g f^hv avtog tfj tc -aoI ßUnei, g>aog, 
Ar. Ach. 376: ovdiv ßXijcovaiv aXko Ttkfiv tpijqxp daxelv. Plat 6astm.l8lyB: 
nqog %a öianQa^aG&at fiovov ßlinovreg. — Dazn: ftaga-ßkain:- 
{ftaQa-ßXwrp) ^ur Seite blickend, schielend'; IL 9, 503: UzaL elai Jilog 
xovQai • • • Ttaqaßhanig r' oq>&aXiiiji. 

Bnss. glipaij ^sehen, zusehen, sich nmsehen^ Veraltetes Wort 

Mit TtaQa-ßhaTt- vergleicht sich seinem Vocale nach x^oiTr- ,Dieb' 
(2, Seite 451). — In der rassischen Form ist das i auffällig, das auf altes 
t zurückführt 
ßXB^lä-q^ Name eines Fisches. 

Athen. 7, 306, F: Jvaqliav , • , . öiatpigeiv ri g)Tjai x€q>aXov x€q>aXlvoVj 
ov xai ßXexplav xaXelaS'ai. 

Gehört yermuthlich zum Vorausgehenden. Scheint durch suffixales lä 
zunächst von dem substantivischen ßXiipi-g {avrl'ßXeipi-g ,Anblick' Xen. 
Hiero 1, 35) abgeleitet zu sein, 
^ü^^^a^o-r , Augenlid'; dann auch für , Auge'; dialektisch ^/A^gpa^o-v (siehe 
besonders, Seite 69). 

H. 19, 17: kv di Fol oaae dßeivov vno ßX^tpaquiv .. . i^€<pdfavS'€v 
H. 10, 187: TcSv ^dvfiog vnvog oTto ßXeq>aQouv öXwXei. Od. 1, 364: og)Qa 
Fol VTtvov ßrjdvv inl ßX€q)dQOiai ßaXe yXavxwnig Itidrivr}, TL 17, 438: 
daxQva da aq>Lv d^BQiid xard ßXeqfaqwv xaiiadig ^iße. Od. 19, 212: 6q>' 
&aXfÄol ö^ iog ei xiQa iaraoav ijßk aldrjQog argifiag iv ßX€q>aQOiai. — 
Soph. Aias 85 : iyto axorciaü» ßXiq>aqa xal ÖBÖoQxoia. Ant 795 : vixq S* 
ivaQyrjg ßXeq)aqiav tfxcQog eiXi%TQOv vifiq>ag. 

Das Suffix wie in tvaQo-v ,die dem Feinde abgenommene Kriegsbeute' 

(1, Seite 404), ^iyaqo-v ,Gemach, Saal' (Od. 1, 270; 2, 94; 18, 316), (paXa- 

Qo-v ,Backenstück am Helm' (II. 16, 106; Aesch. Pers. 662). Die zu Grunde 

liegende Verbalform *glebh' ist ihrer Bedeutung nach noch nicht erkannt 

ßXiwa »Schleim*. 

Hippokr. 1, 625 (und fast ebenso 2, 231): rjv fikv ^ayfj xara Tag ^Ivag 
7j xatd wTa vötag rj ßXivva. 2, 679: xal ovo 'qiiiqag xal %qelg ßXivvai 
iaaiv ix T(Sv vaT€Qi(av. — Dazu: ßXivvog- ,Schlamm'; Arist Thierk. 8, 
30: ol di xiq>aXoi (Fische) ... • dia dh %6 iv %fj iXvl diarglßeiv k^ava- 
xoXvfißiüat TtoXXaxig, iva neQiTtXvvwvtai t6 ßXivvog, 

Ahd. Tclenan ,bestreichen, beschmieren', mhd. Menen ,schmieren, kleben, 
verstreichen' (nach Fick 1^, 412). 

Gebildet wie yivva ,Abstammung', ^Nachkommenschaft, Geschlechf 
(Seite 19), also durch suffixales y^. 
ßXiwo-q, Name eines Fisches. 

Sophron (bei Athen. 7, 288, A, der in Bezug auf den ßXivvog bemerkt: 
iazi dk xüfßup — wahrscheinlich ,Meergrundel' — rrjv idiav TtaqanXri- 
aiog): ßXivvq) ^Xafxovu Opp. Fischf • 1, 109: ^Iva ^ avd rcQaaoeaaay 
VTtb xXoeQdig ßordvjjai ßoaxovrai fiaivldeg . . . xal ßXivvo-g, 

Gehört ohne Zweifel zum Vorausgehenden. Aristoteles (Thierk. 8 , 30) 



150 Griechische Etymologie. 

sagt von gewissen Fischen, die er xeqpaAof nennt , dass sie ySchleimig, 

. (ßlevvuiöeig) seien. Athenäos (8 , 355 , Fj fährt als anderen Namen des 
,Nadelfisches' i^aq>ig rj ßeXovrj) dßkevvi^g an, das ,schleimlos^ wird bedeuten 
sollen. 

ßXeiieaiveiVj wird etwa bedeuten ,sijch stark fahlen, muthig seinf.. 

Sechsmal bei Homer, stets in Verbindung mit unmittelbar Yorausgehen- 
dem G-d-ivel] so II. 8, 337: '^'EittoiQ d' h TtQwtoiai xlev a&ivel ßkefiealvwv. 
IL 9, 237 : ^jExroi^ öh /liya a&ivet ßXßfiealvwv fialvetat k/LTtoyktog. IL 20, 
ZQi^q>aia%og d' a^a toiai xU a&ivel ßle/iealvwv ^wAevcdv. IL 12, 42: 
(ug d^ ot' av €v t€ nvveaac xal avögaai dTjQrjrrJQaiv xanqiog tjßi Hwv 
a%Qiq)eTai a^ivBl ßkefiealvwv. IL 17, 22: avog xoTtQOv 6koF6(pQovog, ov 
ve f^iytavog &viÄdg hl azi^d'eaai Ttegl ad-ivel ßXeiiBalvBt. IL 17, 135: 
lanjxei wg rlg te kitov . . . . ö 6i re a&ive'c ßlefiealvei. 

Stellt sich seiner Bildung nach unmittelbar neben f^evealveiv ,heftig ver- 
langen, begehren' (IL 5, 606; 15, 507; 22, 10; ,zümen' IL 19, 68; 24, 22; 
54) ; wie aber dieses von fiivog- ^Lebenskraft, Streben' (II. 5, 296 ; 8, 361 ; 
13, 634; ,Zom' IL 1, 103; 22, 312) ausging, wahrscheinlich in älterer Form 
* f^eveaßdvjeiv lautete, so lässt sich aus ßisfiealveiv ein substantivisches 
^ßliliog-- ,Eraftgefühl, Muth(?)^ das auch schon in dem zusammengesetzten 
ä-ßkeftig" ^kraftlos (?/ (1, Seite 132) erkannt wurde, entnehmen. Weiterer 
etymologischer Zusammenhang ist nicht klar. 

ßXoövQÖ'-'qj etwa ,erschreckend, furchtbar'. 

Bei Homer zweimal (und dazu in der Zusammensetzung ßkoavQ-fanig 
n. 11, 36 von der (rorgo); II. 7,212: AVrag wqtso . . . fieidiowv ßkoavgolai 
TCQoawftaai. IL 15, 608: fo) di ßoi oaae XafiTtiadrjv ßXoavQfjoiv vrc^ 
6q>Qvaiv, Hesiod hat es 4 mal im ,Schild', so 147: krcl dk ßXoavQolo /iß- 
rtinov deivtj *'EQig fteTcoTTjTO, 175: ot dk . . , xeiato Tedytjwteg vrto ßXo- 
avQOiai Xiovüi. 191: kv <5' Itigeog ßXoavQoXo noödmaeg eaxaaav Unttoi. 
250 : KiJQeg . . . deivwTCol ßXoavqoL %b daq)oivoL % ' anXrjiol t€ örJQiv ixoy* 
Bei Aeschylos begegnet es Eum. 166 (nageari yag 6fÄq>aXdv ngoadgcnteiv 
[alg^QTwv] ßXoavQov agofievor ayog ixeiv) und in der Zusammensetzung 
ßXoavQo^(pQov- (Schutzfl. 833). Auch bei Späteren findet sich das Wort 
noch, so Plat Staat 7, 535, A: ^iirrjTiov /ui) -fiovov yevvalovg re xal ßXoav 
Qovg ra TJ&r^. Theaet 149, A: iyta el/ii vlog (xalag fiaXa yevvalag t€ xai 
ßXoGvgäg, 

Dunklen Ursprungs. Die Suffixform wie in yXatpvgo-g ,hohl'. Der 
innere Zischlaut trat vor dem v wohl an die Stelle eines älteren t 

ßXri- ,werfen, treffen', Nebenform zu ßaX-Xeiv (Seite 135), die verbal 
lebendig namentlich gebraucht ist in Perfectformen wie ßeßXi^xoi (IL 8, 
270), ßeßXiJTtei (IL 4, 108 ; 492 ; 5 , 66) und passivischen wie ßißXijrai {U. 
5, 103; 11, 660; 16, 25), in passivischen Aoristformen wie ißXij&rj (ThuL 
8, 84), ßXrjd^ivT' (HdL 1, 34; 43) und wie ^ßXrjzo (IL 11, 410; 675; 12, 306), 
vereinzelt auch in activ- aoristischen wie ^/x-ßXrfrr^v (Od. 21, 15; Nauck 
ändert es in ^fi-ßXijaro) und ^vfi-ßki^/nevai (II. 21, 578). 



Griechische Etymologie. 151 

Daza: ßXrjTO-g ,geworfen, getroffen*; Kallim. Artem. 127: al dk yvval- 
K€g, i] ßkr^ral d-mjanovat lexioldeg. Dem. 102: avrdv ßkrjtdv V7t^ IdnoX- 
kwvog. — aTtö'ßkTjTo-g ,verwerflich* ; IL 2, 361: ov toi ano^ßXrjxov 
ßinog iaaeraij otti x« FbLtcio. — iTti-ßk^r- {Irci-ßXrjg) (^draufge- 
legf =) ,Thärriegel'; IL 24, 453: ^tJ^ijv d" ^c ^ovvog imßX^g eUdvivog. 

Gebildet nach Art von xXr]- ^rofen, nennen* (2, Seite 453), neben xali-eiv 
(2, Seite 419) nnd von zahlreichen anderen Formen. 
ßXfixo'Vj Name einer Pflanze (siehe Seite 153 unter ßllro-v). 
ßXfltQO'V ,Mittel zum Befestigen' (,Band*? ,Nagel*?). 

Nur IL 15, 678: vwfia dk ^varov fiiya vavfÄOXov h TtaXafirjaiv, xoXXrj- 

Das Suffix TQo wie in ßaxTQo-v ,Stütze, Stab* (Seite 77) und sonst 
häufig; die zu Grunde liegende Verbalgrundform aber scheint sich nicht 
weiter verfolgen zu lassen. Mit der vorausgenannten kann sie der Be- 
deutung wegen nicht wohl übereinstimmen. 
ßXrixri ,6eblöke*; dann aber auch von anderem ähnlichem ,Geschrei*; dorisch 
ßXaxa (Aesch. Sieben 348; Eur. Kykl. 48; 59). 

Od. 12, 266: ^xovaa . . . ol(Zv re ßXrjxijy. — Aesch. Sieben 348: ßXaxal 
d' alficeToeaaai %wv ijtifiaariälcjv oqtl ßQ€q>div ßgifiovtai. Eur. Eykl. 
48: ov aoi ßXaxal teniiaVy 59: Ttod'oval a^ afÄegoxotroi ßXaxol a/^tü^dv 
rexitov. — Dazu: ßXrixaea&ai ,blöken'; Ar. Friede 535: nQoßatlwv 
ßXri%(opiivwv. Plut 293 : riKBa . . . ßXtjXf/ifi^ol ve ftqoßaxliav . . . ^iXri* — 
Wespen 570: ta naidaqia . . . . ra dh avyKvnrovr* an-ßXrjxorai. 

Etymologisch nicht mit Sicherheit weiter zu verfolgen. Das x ^ viel- 
leicht als jtlngeres Bildungselement zu gelten, wie zum Beispiel in tpi^eiv 
,reiben, streichen, streicheln* (2, Seite 560) neben ifj^-v ,schaben, abreiben* 
(2 , Seite 560) ; dann liesse sich an Zusammenhang denken mit altslav. 
hUj'ati ,blöken*, litt bliduü ,blöken*, weiterhin auch mit lat häläre ,blöken* 
(Plaut Bacch. 1139: ni bäUmt qvidem). 
ßXrixib- ,Polei*. Daneben begegnet auch die Form ßXrjxiov (Diosk. 3, 33). 

Ar. Lys. 89 : xofiifjotata Trjv ßXrjx^ji ys naQorettXfxivrj. Theophr. Pflanz. 
9, 16, 1 : To di dUtafiyov Xöiov r^g K^i^rqg .... Man dk t6 fikv q>vXXov 
noL^oiioiov Tfj ßXtjxoly ^ei di vi xal xara xov x^^^ov ifitpegeg va ök 
xXatvla Xenjotega. — Diosk. 3, 33: yXrjxfov .... xaXovai di riveg avtijv 
ßhqxfova. 

Dialektische Nebenform zu yXrix(*iv (Seite 69). 
ßXIlxvo'V ,Famkraut^ 

Diosk. 4, 183: 17 dk doxifi^ TOiovrt], Mv&a iarl ßXtjxvov xal rtoXvg xer- 
Xafiog a%eq>avwv, dq>avLC,e%aL %6 ßXfjxvov' xal fcaXiv ivd^ot iaxl xdXafiog, 
xal TtoXv ßXijxyov axeipavovv, dq>aviZeTai 6 xdXafiog. 

Nebenform zu ßXax^o-v (Seite 147). 
ßXrifSfö^q ,schwach, sanft*. 

Alk. Bruchst 16: ßXijxQdov dvifiwv oxbI^ovtoi nvoai. Pind. Bruchst 
130,9: Mvd'ev %6v aneigov Iqevyovtai axorov ßXTjxQol dvoq>BQag vvxtog 



152 Griechische Etymologie. 



noja/iioL Nik* ther. 446: ßhrixQov yag favog oV ofivXrißoQOv ev xQot vvxiia 
eXderai alfiax^^og vnb xQctvt^Qog (^ackenzahnO agaiov, Ap. Rh. 4, 
152: olov ot€ ßlrjXQOiai xvi.ivd6fjievov jteXdyeaaiv Tcvfza fieXav iaoq>6v %€ 
xal SßQOfxov. 4,619: rolye fifiara /i«y azQevyovTO TtBQi-ßhqxqbv ßaqv- 
&ovT€g oöfnij kevyakif], Plut PerikL 38: Moixev 6 Xoifiog ^ . . ßXrjxQ^ %ivi 
voaip, Serior. 8 : ^iq)VQoc ßhjXQovg fihv verovg xal anogaöag hc d-aXat- 
rrjg iTcayovreg. Qu. Sm. 2, 182: afiq)l öi %oIol xal a&avaTOi^ neg lovoiv 
vnvov ßXfjXQOv ovetaQ ini ßX^fpagoiat ravva&rj. 

Wurde in der Nebenform aßhqxQo-g (1, Seite 133) schon früher be- 
sprochen und dabei ausgeführt^ dass es zu altind. gU- : glajati ,er fühlt 
sich erschöpft, kommt von Kräften' (Mbh.) gehören wird. 
ßXiixQo-qj Name einer Pflanze. 

Theophr. c. pL 1, 7, 4: ex^vai öi tivwv tag ^anixag agxag • . • xal ^l^ai 
. . • xal xavXol . . . olov . , . . ol lijg ßlrjxQOv xldSveg, b: '^ ök ßXfjxQog 
^rjQa q)alvevai Ttavzelaig. Diosk« 3, 33: yAi^x^^v [ol di ßXfjXQOv . . . .] noa 
yvvigifiog. 

Ist im Grunde von dem Vorausgehenden wohl nicht verschieden. 
ßX^Q' ,Köder'. 

Alkm. Bruchst 130: ßXtjg. 

Dialektische Nebenform zu äiXeag (siehe später), deren Nebeneinander- 
liegen mit Bestimmtheit auf altanlautendes g weist 
ßXiO'd'Qö'S, ,hochgewachsen'. 

Bei Homer dreimal. IL 13, 390 >= 16, 483: wg oxe rig ögvg ijgiTcey . . . 
Tjße ftl%vg ßXto&gij. Od. 24, 234: arag ag^ vnb ßXca&gtjv oyxytjy- Anth. 
9,130,1: ßXwd'g^v nlzvv viriog /ue Ttgoggi^ov yaltjg i^ixvXiae vozog. 
Eryk. (in Anth. 9, 233, 6): al xofxl^ei fiowonoda ßXtoS'grjg axrjTtaviov 
xotLvov, Der selbe (in Anth. 7, 174, 2): ovxizi avglyywv vofiiov ^iXog 
dyyo^i %av%ag ag^ioCji ßXiad^gag . . nXaxavov. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang entzieht sich noch unserm Blick. 
Das Suffix wie in Igv^go-g ,roth* (1, Seite 453), i/^^o-g ,verhas8tf (1, Seite 
388) und sonst oft 
ßXii^cn^^iv ,kommen' (Od^ 16, 466; 19, 25; 21, 239 «» 385), präsentische Bil- 
dung zum Verbalstamm /ioA- (II. 11, 604; 18, 392; 24, 781; siehe später), 
an die sich aber auch das Perfect ixifißhaxe (H. 4, 11; 24, 73; Od. 17, 
190) eng anschliesst Ausserdem aber stellen sich als ganz unregelmassige 
Gebilde späterer Zeit noch dazu das Futur xaxa-ßhji^ovaiv (Lykophr. 
1068) und das aoristische ßhi^ag (Lyk. 1327). 

Od. 19, 25: d^iipag d* ovx etFag ngo-ßXwaxifxev, Od. 16, 466: ovx Sjue- 
Xiv inoi %av%a ^eiaXXtjaai xal igia^ai faOTV xara-ßhiaxoina. IL 4, 11: 
T(^ d' ovzB g>iXofjifÄ€tdrig ldq>godlTri alFel nag-fiifißXioxe (,sie ist herbei- 
gekommen, sie ist zur SeiteO. Od. 17, 190: di] yag fiif4ßXwx€ iiaXioxa ^fiag. 

Gebildet wie beispielsweise noch d^gcoaxetv ,springen* (II. 5, 772; 10, 95; 
13, 589) neben »og- (im Aorist e^oge II. 4, 79; 7, 182; 15, 573), ßi-ßgwaxeiv 
,verschlingen, verzehren^ (Seite 88), das aber ausserdem auch noch die 



Griechische Etymologie. 153 

präsentische Seduplication annahm, neben ßoQ- (Seite 114), und andere 
Formen. Die Entwicklung des ßk- aus *fiX-j die sich der Entwicklung 
des ßg- in ßgoro-g ,sterblich' (Seite 124) aus altem ^iigoro-g unmittelbar 
vergleicht, wird hier durch die Perfectform fjiifißXwxej in der sich zwischen 
fi und A daj9 ß eindrängte, noch ganz deutlich gemacht Auch im Perfect 
fiifißlerai ,es liegt am Herzen' (IL 19, 343; (lifißleto IL 21, 516; Od. 22, 12) 
neben dem präsentischen ^UUl ,es liegt am Herzen' (IL 2, 338; 6, 441; 450) 
entwickelte sich die Consonantengruppe pißl auf dieselbe Weise. 
ßXioiiö-q ,ein Bissen'. 

EalL Bruchst 240: Saov ßXwfxov Ttlovog rjQaaaro. — Dazu: oxra- 
-ßXiafAo-g ,der aus acht Bissen besteht'; Hes. 442: agxov öeircvrjaag 

Das Suffix ist das selbe wie in dem gleichbedeutenden xpio^o-g (2, Seite 
563). Zu Grunde liegen aber wird wohl nichts anderes als eine Neben- 
form von ßQW' ,yerschlingen, verzehren' (Seite 127), die sich aber schon 
sehr früh selbstständig entwickelt haben muss, da im Griechischen die 
Gebiete des q und des X im Allgemeinen durchaus selbstständig neben 
einander liegen. Dazu gehören auch lat gula ,Eehle' (Plaut aul. 659; 
Men. 970), glüüre ,verschlingen' (Plaut Pers. 94; Juv. 4, 28), nhd. KMe, 
ahd. TcelOj altind. gala-s ,Eehle, Hals' ; armen. Tclanel ^verschlingen'. Neben 
altind. giräti ,er verschlingf (AV.) begegnet schon im Altindischen auch 
die Form gildti (Mbh.). 
ßXiraxoq- ,Muschel', oder ,Knorpelfisch' (?). 

Epicharm: ßlirdx^cc (nach Hesych.: ßkiTax^ct' naga ^Ttix^Qfjufi» ol fikv 
Tö TLoyxvXia' ol äh rct vq>* ^fitüv aeXdxLa. 

Etymologisch dunkeL 
ßXiro'Vj ein Küchengewächs, ,Melde'. 

Theop. (bei Athen. 14, 649, B): xal rolg ßXlvoig diaxQ(ö z6 Xomov. xot- 
XLav aTÜifjgav Sx^ig. Hipp. 1,687: ßUrov (so nach Littrö und Ermerins) 
&CQfji6vy ov diaxiJtiQrjrixov. Theophr. Pflanz. 7, 2, 7 : ^via ö' ovx ^6t ttjv 
filav (nämlich H^av) 7^y ogdi^v olov %o ßXlxov, aXX^ ev&v nokXdg l§ 
axQOv Tcai evnaxBlg xa2 fianQariQag rijg adgaqxi^vog. 7, 3, 2: ßXttov dk 
xal tevrliov . . . ifiq)koioa7cig/iaTa. — Dazu vielleicht ßkiTo-fiaf^fiäg 
(siehe besonders). 

Dunkler Herkunft Möglicher Weise darf man an Zugehörigkeit zu 
unserem Melde^ mhd. melde, denken; dann wäre ßk- entwickelt wie in 
ßktjiaxeiv ,kommen' (siehe Seite 152). Suffix ist ohne Zweifel das alte parti- 
cipielle to, wie zum Beispiel in ßoto-v ,das Geweidete, Vieh' (Seite 83). — 
Die Form ßkr^TO-v bei Dioskorides (2, 143: ßki^xov . • . ktexav^v^ai xai 
%ov%o" %a%i dh evTLoLkiov, ovöe^Lav «%ov q>aQ^a:Kw6ri dvva(iiv) bezeichnet 
vermuthlich das selbe, da als sein lateinischer Name hlitvm angegeben wird. 
j3ilcTOfidfifiä-$, bezeichnet wohl ,ein verweichlichtes Muttersöhnchen'. 

Ar. Wölk. 1001 : rolg 'ircTto'ÄQazovg vliaiv ei^eig, xal ae xakovai ßkito- 



154 Griechische Etymologie. 

Scheint zusammengesetzt aus dem Vorausgehenden und einer im An- 
schluss an das Einderwort (xaiifiav ,essen' (Ar. Wölk. 1383: ^aftf^äv d' 
av ah'qaavrog fpfLov cot q>iQiav av Sqtov) gebildeten Form. Die Entwick- 
lung der Bedeutung des Wortes aber wird damit noch nicht verständlich. 
ßXlwQiy Nachahmung des Saitenklanges. 

Wird von Diogenes Laert (7, 57 : U^ig di xal aarmog^ wg 17 ßUvvQi) 
und Sext Empir. (Seite 316 bei Bekker: h fiiv %fj fi^ arjf^iaivovaj] ti, 
olov %fj ßUxvQi) als Wort aufgeführt, das keine Bedeutung habe, blabt 
daher auch etymologisch unbestimmbar. 
ßXirreiv ,des Honigs beraubend 

Soph. Bruchst 710: ^ aq)7]xiav ßUvtovaiv (Nauck schreibt nach Dindorfs 
Vorgang ßXlaaovaiv) evQorreg Tivä. Ar, Bitter 794: og tovtov.... oix 
ikealqeig, aXla TLa&elQ^ag avrdv ßllTzeig (hier bildlich). Lys. 475: &ik(a 
*ydf a(aq>q6vwg waneg tcoqy] xa&fja^ac .... rjv fii^ rig waneQ aq>rixiav 
ßXlTrj] fie xoQe&l^f] (auch hier bildlich gebraucht). Plato Staat 8, 564, E: 
nkeiatov drj, olfiai, rolg xr]q)^ai ixiki %al evTtoQunavov ivrev&ey ßklrre- 
rai. mag yag av, ^q>ri, nagd ye tüv OfiixQa kxovriov %ig ßXlaeuv. Arist 
Thierk. 5, 119: ßXltrerai dh ra afirjvri, orav igireov avxov q>av^. 9, 203: 
aQyotegai dh ylvovtai (nämlich al fiiXiTrai), iav itXelov %ig xavaXlnrj 
fiiXt ßXlTTwv, 204: ßXLwetat dk Ofz^vog xoa rj vgla '^filxoa. 

Wahrscheinlich aus *ßXltjeiVj und von ^iXiv- ,Honig* (IL 1, 249; 11, 
631; 18, 109) abgeleitet So würde also ßX- auf altes fiX- zurückführen, 
wie zum Beispiel in ßXdoTceiv ,kommen' (Seite 152). Warum aber wurde 
das innere e aufgegeben? Vergleichen mag man damit das dialektische 
ßXrjQ- (Seite 152) neben däXeag- ,K8der^ (Xen. mem. 2, 1, 4; Eur. Andr. 264). 
ßki^aviböeq- ,klebrig*. 

Diphil. (bei Athen. 4, 132, E): öiä yaq %o nX^d-og rtSv nag* avtolg 
lx^o)v naneg ßXixavwdeig eial xai fiearol Xaurig (,SchleimO — Dazu: 
ßXixwdeg- jUebrig*; wird bei Erotian. (voc. Hippocr.) aufgeführt mit der 
Bemerkung ^ol di yXiaxgdSdeg' und der weiteren: ^TtixXrjg fiiv q>fjOi to 
XeXmaOfjiivov fxerä yXotcidovg vygaalag axad-dgrov. Evq^ogLtav di to Ix- 
TtCTCieafÄivov xal xara^rigov. 

Ergiebt als ersten Theil ein *ßXixavo- ,klebriger Stoff (?)', wie zum 
Beispiel OTecpavtadeg- ,kranzartig' (Eur. Iph. A. 1058) mit ariq>avo-g ,Eianz^ 
(Hom. hymn. 6, 42; 31, 6) als erstem Theile gebildet wurde, während aus 
ßXixwdeg- wohl ein *ßXixo' ,klebriger Stoff (?)* entnommen werden kann. 
Ein weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich. Ob mög- 
licher Weise ein solcher mit yXLaxgo-g ,klebrig, leimig, zäh' (Seite 65) 
besteht? Dann würden die anlautenden ß und X dialektisch neben ein- 
ander liegen. 
ßXiiid^Biv ,prüfend betastend 

Eratin. Bruchst 302: dg di fiaXaxov nal rigev to xgoitlitov iqVy co %^eo/, 
xai ydg ißXlfia^ov avri^v, fj d' icpgovvtZ' ovdi h. Ar. Vögel 530: 01 d' 
wvovvrai ßXifua^ovteg. Lys. 1164: zdv IIvXoVj aaneg ncXat öeofiea&a 



Griechische Etymologie. 155 

xai ßlifiaTTOfieg (hier bildlich). Hippokr. 3, 545 : iv öi tfj yaazQl xarta- 
&ev rov 6fiq>akov riv ti OKkrjQdv aal viprjkoveQOv tov iriQOv xal odvvag 
7cotQelxe iaxvQag: %ov%o ißXifiaad'ij (so nach Ermerins statt kßXrjfidadT] bei 
Efihn) laxvQfjig xfjav xbqoX ^vv ikal(pj aal fieta %oi%o IxtiqriaEv alfia ol 

6VXV0V xaTW, 

Stellt sich zu Bildungen wie alxiii^eiv ,Lanzen werfen^ (IL 4, 324; Aesch. 
Pers. 756), ax/ud^eiv ,in Blüthe stehen', oft bildlich gebraucht (Hdt. 3^ 57 ; 
Thuk. 2, 49), Xixfia^eiy ,lecken, züngehi' (Hes. Schild 235; Nik. ther. 229), 
oxfiaCeiv ,halten, fassen' (Aesch. Prom. 618; Eur. Or. 265), x^^f^^^^^^ ,durch 
Sturm beunruhigen' (Aesch. Prom. 563 ; 838) und anderen ähnlichen, ent- 
hält mit ihnen zweifellos suffixales fi und beruht wohl zunächst auf einem 
weiblichgeschlechtigen *ßXlfiri ,das Betasten (?)'. Die zu Grunde liegende 
Verbalform aber bedarf noch weiterer Prüfung. 
ßXaiaö-q ,gekriimmt', insbesondere ,nach innen gekrümmt'. 

Hipp. 3, 219: ei Ttaga ro cq>vQov iS<^Q^Q^Ofj, 7]v fikv eig %b %^ta iiiqog, 
TtLvilol fikv ylvovzai, iardvai de dvvavtai* rjv ök ig %6 eXaw fiigog, ßkai" 
aol (nach üttrg 4, 234 ist die gewöhnliche Schreibweise ßkaiaaolj findet 
sich in mehreren Handschriften aber auch ßleaaol) fihv ylvovxai^ r^aaov 
ök ioTovai övvavrai. 238: oxwg 6 ftovg oklyov (jiäXkov ig %6 ßkaiaov 
^iTtov q>alv7]rai, Xen. Beitk.1, 3: al dk rarteivai (nämlich onXaC) cfiolwg 
ßalvovai %(fi TB iaxvQorarip aal rtfi fxakctKündvfp rov Ttodog, (SancQ ol 
ßXaiaol rdSv dvd'Qtonwv. Arist Thierk. 4, 24: ßhxiaol 8^ afiq^oTegoi (näm- 
lich nodeg ,die Filsse oder Scheeren' des aataxog ,Hummers') tfj ^iaei, 
xa&oTceQ TtQog %o kaßelv xal niiaai netpvKoreg. 9, 172: %ov%ovg (näm- 
lich %ovg tfi7tQoa&ev nodag) d^ infiartovaiv (nämlich al fiikiTTai) elg 
Tovg fiiaovg, rovg dk fxiaovg elg td ßkaiaa raiv oftia&lwv. Problem. 14, 4: 
did %L ol Ald-loTteg %al ol AlyvTtrioi ßkaiaol elaiv .... ovXoxiqag ydg 
fj^ovaiv (nämlich %dg rQlxag)^ fj 6^ ovkoTrjg iariv SarceQ ßkaiaovrjg vcSv 
TQiXoiv, Simm. (in Anth. 7, 21, 4): ßkaiaog IdxaQvkrig xiaaog igeipe nofufjv, 
Meleag. (in Anth. 4, 1, 17): ßkaiaijv ve nkcndviOTOv aTtä&giae nafiq>l'' 
kov otfiTjg. 

Etymologisch noch unaufgeklärt : insbesondere aber ist die Entwicklungs- 
geschichte des inneren Zischlautes noch dunkel 
ßX'öeiv ,8prudeln, henrorquellen' (Lyk. 301 ; Hipp. 1, 600; Ap. Bh. 4, 786; 1236; 
1415; Orph. Arg. 1071; Polyb. 34, 9, 7), mit der meist causativ ,hervor- 
spmdeln lass^, spritzen, giessen' gebrauchten Nebenform ßkv^eiv (IL 9, 
491; Arist mirab. 113; Orakel bei Paus. 5, 7, 3; Anth. 7, 27, 7; 7, 31, 5; 
9, 374, 2). 

Hipp. 1, 600 : orav ydg to Ttvevfia firj elalf] ig iuvtov, dg>geei xal 
dta-ßkvei wofceg dTto&vfjaxwv. Lyk. 301: x^Q^Sy g>6v(fi ßkvovaau Ap. Bh. 
4, 786: rvfjLond re ankrig^ai Ttegi-ßkvei OTtikddeaaiv. 4, 1236: xwq>fi öi 
aq>iv ifti'ßkvei vdatog dxvtj, 4, 1444: to d' aS^gdov ißkvaev vdwg, Arist 
mond. 6, 32: al dk (nämlich q)k6yeg) ngbg iartegav h y^g dva'ßkvaaaai 
xcr2 ixgwai^aaaai. Polyb. 34, 9, 7: ikev&egol Tag <pkißag rfg ntjyfjgy (Saz* 



156 Griechische Etymologie. 



dva-ßkieiv BVTtoQtag. Plut SylL 6: ix dh rovTOv tivq ava-ßkiaai noXi, — 
IL 9, 491 : nolXa%i f^ot xatidevoag knl an^d-eaac xtxwva Folvov ano- 
-ßXvC,(av iv vrjnih] aXByuvy. Arist mirab. 113: q>aai : • . tovtov yivofii- 
vov nXelov äva-ßXv^ecv avTrjv (d. i. nQi^vfjv) to ^kaiov. Antip. (in Anth. 
7, 27, 7: '^dv fiiSh ßXvt^tav. Diosk. (in Anth. 7, 31, 5: avTOfiaral roi ngij- 
vai ava-ßXv^ouv omqiqxov, Anth. 9, 374, 2 : Ttrjyfiv afi-ßXv^ei yuroviovaa 
vanrj. Theokr. 17, 80: Nelkog ava-ßkv^cav (hier intransitiv ,auf wallend, 
schwellend') öugav ot€ ßtalaxa &Qvnf:u, Plnt Alex. 57: xa^aQov av- 
'ißXvt,Bv (anch hier intransitiv ,spnidelte hervorO rfdr] xal diavyeg Mlaiov. 
Antip. (in Anth. 11, 24, 2): w ^EXixwv Boitavij av fiiv icote TtoXXdxig vdtjg 
eiertig ix Ttrjydiv %ßXvaag ^Havodtp. 

Lässt sich nicht mit Sicherheit bis in die verwandten Sprachen verfolgen. 
Ob etwa Zusammenhang besteht mit lat bulltre ,aufwallen, spmdeln^ (Cels. 
5, 19, 28; Pers. 3, 34) und bulla ,Wasserblase' (Ov. met. 10, 734; Mart 8, 
33, 18)? Dann könnte sich etwa das anlautende lateinische b neben grie- 
chischem ß entwickelt haben, wie in lat. bov- «=» ßoJ^- ,Kuh, Stier^ (Seite 71). 
Ob möglicher Weise auch unser quellen^ ahd. quellaUj hieher gestellt 
werden darf? — In ßXv^eiv entwickelte sich das innere ^ aus ^', die 
Form stellt sich also xXv^eiv ,Wogen schlagen, fluthen' (2, Seite 463) und 
axv^ead^ai ,zümen' (IL 4, 23 ; 8, 460 ; 483) an die Seite. 
ßXa'&ni, eine Art feineren Schuhwerks. 

Hermipp. (bei Athen. 15, 668, A): ßXavrrjg d' ovdelg iV Ipwg Xet/xf^g, 
Anaxil. (bei Athen. 12, 548, 0): x^^^^^^S ^' l'ixcoy, ßXavrag aiqwv. Lykipp. 
(bei PolL7, 89): ßXavrr), xo&oQvtp, QerraXlöi. Plat Gastm. 174, A: i^rj 
yag ol SwxQarrj hrvxBiv XeXovfJiivov %e xal %dg ßXavxag vnodedefiivov^ 
a hceivog oXiydxig inoLsi, 

Dunkler Herkunft Suffixales tr] löst sich ab, ganz wie zum Beispiel 
in xoLzr] ,Lager, Bett' (2, Seite 259). Oder sollte es ungriechisch sein? 



6a- jtheilen', siehe weiterhin unter dat- ,theilen' (Seite 179). 

da- jlernen, kennen lernen, erfahren* ; begegnet nur m, einigen Perf ectformen, 
wie deöadg (Od. 17, 519; Ap. Eh. 2, 247), öeSdäai (Kall. Ap. 45) und dedact 
,er hatte gelernt' (Orph. Arg. 127) und in mehreren aoristischen, wie (dem 
scheinbar passivischen) idariv (IL 3, 208; Od. 4, 267), <Ja«v ,sie lernten* 
(Pind.Bruchst 166, 1), conjunctivisch öotrio} (IL 10, 425; 16, 423; 21, 61), 
6ari(jLevaL (IL 6, 150 = 20, 213; 21, 487) und daneben dem reduplicirten 
didae (Od. 6, 233 — 23, 160; 8, 448 ; 20, 72; Theokr. 24, 127), das sich durch 
die Causativbedeutung ,er machte lernen, er lehrte' (medial deddaa&ai Od. 
16, 316 ,kennen lernen', eigentlich wohl ,sich lernen lassen'), mit der später 
auch einige nicht reduplicirte Formen auftreten, wie eäaev ,sie lehrte' (Ap. 
Rh. 4, 987 ; dde Ap. Bh. 3, 529), besonders stellt. — Neben den aufgeführten 
Formen begegnen noch einige zugehörige Perfect- und mediale Futur- 



Griechische Etymologie. 157 

formen, die auf ein — auch in ^ominalbildungen erkennbares — abge- 
leitetes Saietv zurückweisen, wie dedariifLag (Od. 8, 146), öeöarjTie (Od. 8, 
134; Hdt 2, 165), dedarjxÖT'eg (Od. 2, 61), dedcnjfiivog (Hom. hymn. Herrn. 
483; Ap. Eh. 1, 200), dsöafa^ai (Ap. Eh. 2, 1157), öa^aeai (Od. 3, 187; 19, 
325) und andere. 

11.3,208: afi<pojig(av dh g)vriv iddrjv xa£ ^rjdea nviavi. Od. 4, 493: 
ovdi %L ae xg^ ßldfievai, ovdk daijvai i^ov voov. IL 6, 150: bI d* i&ekeig 
xal Tccvta dcn^fievaif ^VQ^ ^^ ßeid^g» Hom. hymn. 20, 5: äi' ^'Hqxxiarov 
xXvTOTixvrjv tgya daiweg (nämlich ayd-giarcoi). Od. 3, 187: oaoa ö* ivi 
fAeyaQOiOL xa&rifxevog '^fierigoiatv nevd'Ofiai^ iq ^ifiig koTl, datjoeaif ovdi 
ae xevau}. Od. 8, 146: TtBlQtjaai dFid'XtJv, ei ziva nov öedarjxag. Od. 
2, 61: kevyaXioi t' iaofiea^a xal ov öedarpfLoreg ähnjv. Od. 9, 280: akkd 
fAOL €iq> ' OTct] ^axeg itav ivßegyia vrjßa • • . oq>Qa daritj (schlecht über- 
liefert öaelüi). 11.21,487: ei d' id'ikeig, mtoUfioio Sari^evat. — Od. 6, 
233 BS 23, 160: dvriQ fldgig, ov"Hq>aiaTog diöaev aal IlakXäg I4di^vr} 
%ixvriv TtcnrsoLriVn Od. 20, 72 : Fiqya ö' ^A&rjvalri didaev xXvzd ßegyd- 
^eaS-au Ap. Eh. 4, 987: ^jjcu .... Tirijvag d' iöaev ardxvv ofiTtviov 
dfirjaaa&ai. Od. 16, 316: dlX^ rj %ol ae yvvaixag iyw öeödaad'ai avtjya. 
— Dazu: d-ödrjro-g ,ungelemt, ungewussf; Hes. th. 655: ovx aödrjja 
7ciq>daxeai* aXla xal ovtoI Fldfiev. — ddruiov- (darjfiuiv) ,kundig, er- 
fahren'; IL 23, 671: otJd' aga Ttwg rjv iv ndaiv ßigyoiai öaripLOva (pcjTa 
yevia&ai. Od. 8, 159: ov ydg er' ovdi, ^ivße, darjfiovi qxotl ßeßlaxoß 
a^Xoiv, — d-daig- ^unkundig'; Soph. PhiL 827: vnv^ odvvag dda^g, vrcve 
ö' dXyitav. 

Der Hiatus in allen zugehörigen Formen weist auf den Ausfall eines 
alten Consonanten, als den den Zischlaut zu vermuthen am Nächsten liegt 
So würde sich eine Verbalgrundform *düS' ergeben, zu der man beispiels- 
weise gemeint hat stellen zu dürfen altind. dasmä- ywunderthätig' (KV. 1, 
4, 6; 1, 62, 5; 11; 12) und dasrd- ,wunderthätig* (EV. 1, 3, 3; 1, 30, 17; 1, 
47, 3), deren Bedeutung aber doch etwas fem steht Die altostpersischen 
danhista- (aus ^dasista-?) ,der weiseste' und dtdarihS ,ich werde belehrt* 
können dazu . gehören , falls sie wirklich richtig erklärt sind. — Aus 
d'daig- , unkundig* ist ein ungeschlechtiges *ödog- ,das Lernen, das 
Wissen* zu entnehmen. 
da- ,in hohem Grade*, oder ähnlich, lässt sich aus ein paar alten Zusammen- 
setzungen entnehmen: 

dd-axio-g ,sehr schattig* (mit dem selben Schlusstheil wie doXixo- 
-axio-g ,langschattig* IL 3, 346; 355; 5, 15; zu axci^ ,Schatten* Od. 11, 207; 
Hom. hymn. Dem. 100); H. 15, 273: rov fiiv r' tjXlßaTog Ttirgr] xal dda-- 
xiog vXi] ^iaavo. Od. 5, 470: lg xXirvv dvaßdg xal ddaxiov vXrjv. Hom. 
hymn. Dem. 386: rji^', r^vte i^aivag ogog xdra ddaxiov vXfi, — da- 
'q)0iv6-g ,blutroth, roth von Blut*; IL 2, 308: dgdxtav knl vcSra daq>oiv6'g. 
IL 10, 23: dfiq>l d' %7teiTa da(poiv6v ißiaaaro digfxa Xiovzog aid'wvog. 
H. 11, 474: dag)oivol -d-weg ogeag>iv, Hom. hymn. Ap. 304: dgdxaivav .... 



158 Griechische Etymologie. 

f] xana TtoXka avd'Qtinovg eQÖeaxev .... nolXa dh fi^^ vavavnod* , knel 
TtiXe Ttrjfia dag>oiv6v, Hes. Schild 250: KrJQcg • . . deivwTtol ßkoavQolTe 
dag>oivoi t€. Find. Nem. 3, 81: aietog . . • . oV ^laßev altpa . . . dag>oiv6v 
aygav Ttoalv. Aesch. Ch. 607 : QeaTcag • . • . narald-ovaa naidbg daq>oivbv 
dalov {jXiTca. Prom. 1022: daq)otvbg derog. Enr. Alk. 581: keovrwv a 
dag)oiv6g Ha. Opp. Jagd 3^393: Xvxoiat dag>oivoig. — Daneben gleich- 
bedeutend: da'g)oiv€6-g. II. 18, 538 = Hes. Schild 159: felfia (J* ^' 
dfiq)^ äfioiGL daq>0Lve6v a^iiaxi (pußvcSv, 

Etymologisch dnnkel. Dass es nur eine dialektische Nebenfonn des 
ähnlich gebrauchten ^a- (wie in ^a-xoro-g ^sehr zornig^ H. 3, 220 ; Ka- 
-^Q^fpig- ,wohl genährt^ IL 7, 223; Od. 14, 106) sei, ist wenig wahrscheinlich. 
— Das einfache q)oiv6-g ist auch Adjectiy ,blutroth^, ,tödtlich^(?}, so II. 
16, 159: nSatv (nämlich kwoiai) de fcaQrjfioy aifiati (poLvov, Hom. hymn. 
Ap. 362: 1} di . . . . XbItzb dk &vfi6v q>oivbv ccTtOTCvelovaa. Nik. al. 187: 
Tcelvo no%bv öfj yag re xagriaTi q>oivbv idmev vvxxa q>iQov axozoeaaav. 
öa^j alt daß' ,in Brand gerathen, brennen', verbal lebendig nur im Perfect 
äiärjej alt didrjße ,es ist entbrannt^, . meist in übertragener Bedeutung (II. 
6, 329; 13, 736; 17, 253; 20, 18; öeäijei H. 2, 93; 12, 35; 466; Hes. Schild 
155), in der medialen Aoristform ödßrjTai (IL 20, 316 «. 21, 375) und im 
präsentischen öaUa^ac ,entbrennen, brennen^ (IL 8, 75; 18, 227; 20, 317; 
21, 343; Od. 5, 61; 6, 132). Das active öaUv zeigt die Oausalbedentang 
,in Brand setzen, entzünden' (IL 5, 4; 7; 9, 211; 18, 206; 227; 347; 20,317; 
Od. 7, 7 ; 8, 436). 

IL 21, 343: nqüita (jlbv Iv Tceölip twq dalero, 11.8,75: öaiofxevov dk 
^x€ aikag f^erd XaFbv^uixaißuiy, Od. 6, 132: Iv öi Foi (d. i. liovri) oooe 
dalerai, H. 20, 316 («s 21, 375) und 317: otcot^ av Tgt^iq fjtaleqip tcvqI 
fcdaa ddFfi%ai daiofiivri, dalwai (IL 21, 376 steht statt dessen xaiofihrj, 
xalwai) ö^ OQijioi vhg ^A%aiFCiv. IL 18, 227 : FLiov rndfiorov tvvq dfeivbv 
VTtkQ X€q)ak'ijg fieyadvfioo Ilrjkeflwvog öaiofievoV %b d' iöau d'ed yXav- 
xjämg H'9'i^vrj, Od. 5, 61: rrjkoae <5' oöftrj icidgov t' evxedroio &vov 'i 
dvd vrjcov odaiöei daiofiivwv, IL 5, 4 und 7: l^&rjvrj .... öaU foi (d. L 

^ißof^rjdei) hc xoQv&og re xal aajtldog dndfxaTOv tvvq toIop fot 

ftvg öalev anb XQatog re aal äfiiav. IL 18, 206: viq)og %a%eq>B dia ^'sdwy 
XQtaeov, ix d' avzov dalev g>k6ya nafig)av6waav. IL 18, 347: ^vXa dalov 
ikovreg. Od. 7, 7: öaU öi Fol tvvq yQfjvg. IL 12, 466: Ttvgl d* oaae de- 
örjßeu IL 20, 18: fidxrj TCzoXefiog te öidrjßev. IL 13, 736: Ttarnj ydg ae 
TtBQi aTiq>avog moXifioio d^drjßev. Od. 20, 353: oifujy^ di äidrjße. IL 
2, 93: fABta 6i atplai Foaoa öiöriFe. — Dazu: Sdog- ,Feuerbrand, Fackel' 
(siehe Seite 159); — dato- ,Facker (siehe Seite 160); — drjio-g (siehe 
besonders); — övr] ,ünglück, Elend' (siehe besonders). 

Lat Idiom yErieg' (Enn. ann. 178; 205; 213), aus älterem dveUo-ntj noch 
älterem duello-m (Enn. ann. 549 : duelUs.) 

Altir. doim ,ich brenne' (Fick 2^, 142). 

Ahd. zuscan ,brennen' (Graff 5, 712). — Dazu auch alts. tiono ,B5ses, 



Griechische Etymologie. 159 

Uebdthat'; ge-tiunean ^Böses thun, Schaden thun^ (Hei. 1812); ags. tpnan 
^beleidigen, schädigend 

Altind. du- : dtmduti oder auch dü'jatai ,er brennt, vergeht vor innerer 
Hitze, vergeht vor Kummer' (Mbh.); dimäuti auch ,er brennt, verursacht 
Schmerzen durch Brand, versetzt in Trauer, quält' (AV.; Mbh.); vi-dunauti 
,er beschädigt durch Brand, verbrennt (AV.). — Dazu: dava-s ,Brajid', 
insbesondere , Waldbrand' (Bhäg. P.); — dävd-s ,Brand^, insbesondere Wald- 
brand' (AV.; Mbh.). 

Das alte / wird klar erwiesen durch die dialektische Perfectform de- 
äavfiivo-g (Simonid. Amorg. Bruchst 30: ftriQiwv öedavfiivtüv). — Das 
präsentische daleiv stimmt seiner Bildung nach fiberein mit yaleiv (aus 
*yaFleiy ,freudig stolz worauf sein' (Seite 4), und weiter auch mit xkaieiv 
(aus Tikav oder auch xkavo-) jammern, klagen' (2, Seite 459) und xaleiv 
(zu xavo-) ^anzünden, brennen' (2, Seite 224). 
dd- ,Erde' (?), nur einige Male im Ausruf. 

Aesch. Agam. 1072 -» 1076: 6%o%o%ol toroi da. Eum. 841 — 874: olol 
5a j q)ev. Prom. 868: x^/^t tig av /ne %av %aXatvav oloTQog^ eidtokov 
*!AQyov yrjyevovg, alev da. Eur. Phoen. 1296: q>ev da tpev da. Ar. Lys. 
198: q>ev däj roY.Squoy aq>a%ov dg inaivlu). Theokr. 4, 17 und 7,39: 
ov dav. 

Gilt gemeiniglich, aber ohne Zweifel mit unrecht, als dialektische 
Nebenform von yri ,£rde' (Seite 3). Besseres an die Stelle solcher Er- 
klärung zu setzen, aber bleibt äusserst schwierig. 
öäiff' {dariQ) ,Mannesbruder, Schwager' (siehe unter der Form daiiQ- S. 180). 
ödog-'j alt ohne Zweifel ddßog- ,Feuerbrand, Fackel'. 

Bei Homer 5 mal IL 24, 647 -» Od. 4, 300 — 7, 339 «> 22, 497: ai d" 
Xcav ha fieyaQOio daßog ^b%€ xeqalv %xovaai. Od. 23, 294: xolatv d' Ev- 
gvvofATj ^ahxfjLtiTtoXog ^yef^ovevev iqxofiivoioi kexoade, ddßog fierd x^^cr^y 
exovoa. QjL Sm. 9, 454 : TtQ^fivov vnotpi,rffwv liftaQov, ddog otpga Ttekrjrai 
Ttiaaa tcvqI dfAri^^laa. — Dazu: fjfii-daig-'f alt -daßig- ,halbver- 
brannf; II. 16, 294: ^fiidaß-^g d* aQa vrjvg Xlner^ avtod'u Ap. Rh. 4, 
596: ivd^a not* al^aXoBvti rvnelg nqog aziQva xegawifi '^fiidafjg Oai- 
d(üv niaev. 

Gehört zu da-, alt daß- ,in Brand gerathen, brennen' (siehe Seite 158). 
ödviiJiov- (darjfiwv) ,kundig', siehe unter da- ,lemen, erfahren' (Seite 156). 
öat-^j alt wahrscheinlich daßl-g ,Schlacht, Kampf. 

IL 13,286: ccQarai de taxiOTa f^iyijfxevai iv daßi hyyqfj. II. 14,387: 
T(p d* ov d'ifxig iarl fiiyr^vai iv daßi let^yalif], IL 24, 739 : ov ydq /u£/- 
Uxog Hone TcarfiQ xeßog h daßi i^vyo^. Hes. th. 650 : Tivtjveaaiv IvavxLoi 
iv daßi Ivyofj. 674 : o! totb TiTrjveoai xariajad'ev iv daßi XvyQfj. Aesch. 
Sieben 926: axLxag noXv<pd^6Qovg iv dat Theokr. 22, 79: vnelQoxog iv 
dät KaOTWQ. Kallim. Bruchst 243: ig ddiv oTtXia^ov &* %7t7tiov igxo- 
liiviov. — Dazu: dal-xxafievo-g (vielleicht besser getrennt zu schreiben 
<5oi' ura^evo-g) ,im Kampf getödtef; IL 21, 146: xexoXurso daßixta^ivtav 



160 Griechische Etymologie. 

al^rjßdSv. II. 21 , 301: nokka dh Tevxea xaka daßiXTafiivwv al^rjßtiy nhaoy. 
— ddl-q>Qov- (siehe unten besonders). 

Gehört ohne Zweifel nebst lat bello-m (aus *dusllO'm) ,Erieg' (siehe 
Seite 158) zu da-, alt daß, ,in. Brand gerathen, brennen^ (Seite 158). Es 
darf dabei hervorgehoben werden , dass die dazu gehörige Perfectform 
didrjße ,es ist entbrannt' grade mit den Begriff ,Erieg^ gern verbunden ist, 
so II. 20, 18: Tüv yag vvv ayxtata jua^^ij Ttjolefiog ze didrißevy IL 12, 35: 
TOTe d^ df4q>l f^dxv ^^^^ ^^ dedi^ßei reixog kvöf^rjTOVy IL 6, 329: aio ä* 
€lV«c* avTij re TttoXefiog t€ faatv rod* afiq)i-diörißej IL 17, 253 ^ Toaar] 
yoLQ %Qig ntoXifAOLO didrjfevj IL 13, 736: ftdvTtj yag os negl axitpavoq 
TtToXifioio didrjßev. Das zugehörige altind. dti- : dunduti (Seite 159) wird 
vorwiegend in der Bedeutung ,durch Brand Schmerzen verursachen, in 
innere Gluth, in Trauer versetzen, hart mitnehmen' gebraucht und so scheint 
auch in datg die ySchlacht' zunächst als ,das Brennen, brennenden Schmerz 
Verursachen, hart Mitnehmen, übel Zurichten, Schädigen' bezeichnet zu sein. 
öatö" iöatg),Bltdafld- ,Fackel'; später mit Vocalzusammenziehung öfd- 
(Find. Bruchst 79, 5; Thuk. 7, 53; Ar. Plut 1052). 

IL 18, 492: vi(X(pag d' Ix d-akdixtav dafidwv vtco kaf^rcofACvawv rjylveov. 
Od. 1, 428 : T(p d' Sq* S/i al&ofiivag öaßldag (piqe • • • EvQvxklFeia. Od. 
18,354: ifiTtrjg fJLOi doxiet doFlötjy aikag ^fifievai ccvrov xox x€g>alljg. 

Gehört zu da-, alt daß- ,in Brand gerathen, brennen' (Seite 158). Das 
Suffix wie in a>W- ,Nachttopf' (1, Seite 230), ifircld- ,Mücke' (1, Seite 430) 
und sonst oft 
öat^Biv ,zerschneiden, zertheilen', ,tödten'. Mehr&ch auch in iibertragener 
Bedeutung gebraucht 

Od. 14i 434: xal vd fxiv ETtxaxa Tcdvra dufioiQaTO öat^wv, IL 2, 416: 
Ttglv fi€ . . . . ^ExxoQBOV dh x^'^^^^ ^^^^ arijd'eaai dat^at, xahu^ Fqtaya- 
Xioy. IL 18, 27: ;c«^ai xofirjy fjaxvye dat^wy (,zerreis8end'). IL 17, 535: 
"AQTjToy ök xm avd'i Xlrtoy öeöatyfiivoy tjtoq xelfieyoy, IL 21, 33: o aiff 
imoQovae dal^ifisyac fieyealvwy. IL 22, 72: vif^p . • • . QQtjixrafiiyqf y de- 
ialyfAiyio o^ißi x^^V^ — 11.14,20: (og 6 yigwy WQftaiye öat^ficyog 
xazd ^fidy öix^ddia. IL 9, 8 : iöat^ero dvfdog kyl avrd'Baaiy lAxaiFtiy. 

Aus *datyjeiy, wie sich aus öat^at (IL 2, 416; 16,841), dBÖatyiiivo-g 
(IL 17, 535; 18, 236; 22, 72) und anderen zugehörigen Formen ergiebt, so 
dass es sich also Bildungen wie xteQeiC^Biy ,einen Todten ehrenvoll be- 
statten' (2, Seite 263), nekefil^eiv ,erzittem machen, erschüttern' (2, Seite 671) 
imd ähnlichen zur Seite stellt Der innere Hiatus (-ai-) ist ohne Zweifel 
in Folge des Erlöschens eines Zischlautes entstanden, da die Verbalgrund- 
form dag- ,theilen, zertheilen' (dazu: ddaaayxo IL 1, 368; Od. 19, 423; 
öidaatai IL 1, 125; 15, 189; Od. 15, 412. Siehe später) zu Grunde liegen 
wird. 
öüi'ipqov' {öatq>Q(ay) wahrscheinlich ,kriegerisch gesinnt'. 

Bei Homer 59 mal, stets von Personen und zwar fast ausschliesslich 
von Männern. IL 2, 875 : 'Axikkevg . . öafUpQwy, IL 5, 277 : xaQTCQo&vfie 



Griechische Etymologie. 161 

öaßapQov, ayovoo Tvdißog viL IL 11, 482: Vdvaijßa daFltpgova notyLih)- 
/ÄfjTTjv. II. 2, 23 : l^TQißog vli daßlcpQovog iTtTtoäafioto. Od. 6, 256 : /ra- 
rgög ifiov nqog dcSfia d(xßlq>QOvog. — Od. 15, 356: xovQiölrjg r* aXoxoio 
daßltpQovog, Hom. hymn. Dem. 359: 'Aidcjvevg . . . kxilevae datg)Qovi, 
ÜBQaBfpovelTß. Pind. Pyth. 84 : öaiq>Qü}v . . • ^Akufiqva. 

Gehört zu einer grösseren Grappe von Znsammensetzungen mit dem 
Schlusstheil 'g>Qov {q>Qiv- jVerstand, Gesinnung' IL 1,55; 107; 115 und 
sonst oft, im Ganzen fast 350 mal bei Homer), von denen die homerische 
Sprache allein mehr als zwanzig aufweist In Bezug auf sie bleibt be- 
achtenswerth , dass von oXoo'tpQov' ,yerderblichen Sinnes, Verderben sin- 
nend' (IL 2, 723; 15, 630; 17, 21; daneben IL 1, 342: o y okoi^aiv (pqeal 
^ai) abgesehen, keine einzige von ihnen die in ihnen vereinigten Wörter 
noch in freier Verbindung neben einander zeigt Nur wenige enthalten 
als ersten Theil ein Substantiv wie fzekl-gfQov- ,wie Honig {/Äiht- IL 1, 
249; 11, 631) schmeckend' (II. 6, 264; 8, 188; 506); eigentlich ,honig- 
sinnig^?}, der Eigenname uivxo-tpQov ,der die Gesinnung eines Wolfes 
(kvxo-g IL 4, 471; 10, 334) haf (IL 15, 430) und das aus dem abgeleiteten 
doXog>Qoviovt- ,hinterlistig gesinnf (Od. 18, 51; 21, 274) zu entnehmende 
öoXo'tpQov ,hinterlistigen (ö6ko-g ,Hinterlist, Trug' IL 7, 142: 15,14) Sinnes'. 
Zu den letzteren wird eben auch ddt'tpQov- zu stellen sein, mit dat-g 
,Schlacht, Kampf (Seite 159) als erstem TheiL Wenn die so sich ergebende 
Bedeutung ,kampfsinnig, kriegerisch gesinnf in einigen Verbindungen, wie 
namentlich mit Frauennamen auch nicht recht zutreffend zu sein scheint, 
so kann doch unmöglich für diese noch eine ganz besondere Etymologie 
vermuthet werden. 
'öi ,zu . . . hin', eine in ihrer Betonung nicht mehr selbstständig gebliebene 
Postposition, die sich stets eng an vorausgehenden Accusativ anschliesst 

IL 1,221: ^ d' OvXvfiTtovde ßeßi^xet. 11.1,54: ayoQj^vöe Kalioaavo 
JLoFov ld%tXXeig. IL 7, 390: xti^juoto . . . rjydyeto TQffirjvde. IL 1, 308: 
vfjßa 'd'oßqv akade Ttgoßigvoaev. IL 3, 447: rjQx^ Xixoads x/cjy. IL 1, 
170: ßoUad' (von einer verkürzten Grundform ßolx-) ifiev ^vv vrjvaL 
IL 8, 157: q>vyaö* (von einer verkürzten Grundform q)vy-) %%qarce finivv 
xag XftTtovg. IL 7 , 330 : xpvxal 6' 'Aßidoaöe (,zum Hause des Awis') xar- 
f^X&oy. 

Altir. do oder auch du ,zu . . . hin' (Zeuss-Eb. 638). 

Ahd. ziio ; mhd. zuo^ oft auch verkürzt zu ze ; nhd. zu ; alts. tö. 

lit da- ,zu', dialektisch, in Verbindung mit Verben, wie da-daryti ,wozu 
machen, fertig machen'. 

Altslav. do ,bis zu'. 

Altostpers. -e^a ,zu . . . hin', enklitische Partikel ; vaegmen-da ,zum Hause'. 

Den deutschen Formen würde ein altindisches *dä genau entsprechen. 
Darf das griechische e als aus langem Vocal verkürzt gelten ? Die ganze 
Entwicklungsgeschichte des Wortes ist noch recht dunkeL 
öi ,aber', meist bei schwächerem Gegensatz, wie einfach anreihend, gebraucht 

Leo Meyer, OrieohiBclie Etymologie. III. 11 



162 Griechische Etymologie. 

Das weitaus häufigst gebrauchte Wort der griechischen Sprache; steht in 
der Begel als zweites Wort im Satz, niemals aber satzbeginnend. 

II. 1, 4: xpvxag ^AFidt ngotaipey ^Qciwv, avrovg dk ßeluigia vevx^ ^ 
veaaiv. II. 1, 16: klaaero Tcdvrag ^Axaifovg^ liiTQeßlda dh fiaXiara övw. 

11. 1, 33: dg %q>at\ ^ößeiaev d^ 6 yiQwv. IL 1, 76: zoiyaq iyw fe^iw av 
dk avv&eo. D. 1, 101: o */ wg FeiTtdv xar' ap' Wl,exOj %oiai (J* aviarrj 
rjgwg IdjQeßldtjg. IL 1, 137 : dXV el fihv dwaovai , , . , el öi xe fi^ diau* 
aiv. IL 1, 3: ^vqI' ^AxaiFolt" akyi ^d-rjxevn nokldg d' lg>d'lfiovg rfwidg 
"AFidv Ttqota^fBv. IL 1, 5: JiFbg d^ hekelero ßovki]. IL 1, 10: vovaov 
avor OTQcttov (üQoe xaxi^Vj oUxovzo dk XclFoL D. 1, 19: VjUiv fikv d'eol 
öolev . . . IxTtiQaat IlQidfioio nokiv, iv d' olxad' htiad-ai. IL 1, 25: xa- 
xcJg ciq>lri^ KLQorBQov ö* irtl fiv&ov ^rekkev. IL 1, 197 — 200: ottj d* oni- 
d'evj ^av'dijg dk xofitjg ^ke IlrjkeFlwva . . . twv d' akkuy ov vig oqoto. 
d-dfißriaBv d' Axikevg, fierd d' IrgdTter*, av%l%a d' lyyai Ilakkdd^ *A^- 
valrjv' dßeivüj di Fol oaae q)ttfav^€v. 

Etymologisch nicht verständlich. Zusammenhang mit dem Vorausgehen- 
den lässt sich vermuthen. 

-de, hinweisende Partikel, die sich sehr oft und zwar mit ganz unselbst- 
ständiger Betonung an Flexionsformen des demonstrativen ro- ,das' (2, Seite 
719; dazu 6 ,der^ und y ,dieO eng anschliesst Sehr beachtenswerth ist 
dabei, dass im pluralen Dativ {zolade Od. 4, 93; 7, 23; 9, 286; 14, 443) 
bei Homer mehrere Male auch die angefügte Partikel das Casussuffix auf- 
weist, also Toladeaai (IL 10, 462; Od. 2, 47; 165; 13, 258. — Od. 10, 268 
und 21, 93 steht toladeai, statt dessen aber von Nauck die Form rotaide 
bevorzugt ist) gebildet ist 

IL 1, 275: fzi^T€ av rovde , . . drcoalQSO xovqtjv, IL 1, 281: dkk' ods 
q)iQTeq6g ioTiv. IL 1 , 287 : akk^ od ' an}^ id'ikei rcegl Ttdvztov Ufmevai 
akkcjv. 11.2,5: ride di Foi xard &vfidy agiarri q>alveTO ßovki^. IL 1, 
110: TOtJd' h&id a<pi fexrißokog akyea Tsvxei. D. 1,302: JteiQijaaij IVa 
yvwcjac xal o%de. IL 2, 346: %ovade ä^ ifa q>d'ivid'Biv. 11.1,234: val 
(xd Tode ourjnTQOV, II. 2, 119: alaxQov ydg rode /' iarl xal iaaofiävoun 
Ttvd'iad'ai, H. 1, 257 : ei a<pwiy vdde ndvxa Ttv&olato fxaQvagjiivouv. 

Ist vermuthlich vom Vorausgehenden etymologisch nicht verschieden» 
Wie weit dabei etwa auch noch das enklitische lat -dem in qvi-dem ,ge- 
wiss, zwar' (Enn. ann. 486; trag. 439) und in t-dem ,der selbe' (Enn. ann. 
123; 127; eörun-dem Enn. ann. 206) oder lat -dam in qvi-dam ,ein ge- 
wisser* (Turp. com. 134; plural qvi'dam Titin. com. 156; Pompon. com. 192) 
oder das altostpers. da ,der, er* {dem ,den, ihn') zum Vergleich heran- 
gezogen werden können, ist nicht klar. 

da- ,binden, fesseln*; ,hindem'; mit dem präsentischen dieiv (aus *d4j€ivi 
mit Vocalzusammenziehung deiv Hom. hymn. 7, 12; dazu diov ,sie banden' 
IL 23, 121; Od. 12, 196; 22, 189), daneben aber auch einigen mit Bedu- 
plication gebildeten Formen, wie dtdiaai (Xen. an. 5, 8, 24), didivxuv (Od. 

12, 54), diöri (IL 11, 105), femer mit dem Futur driOBiv (IL 21, 454), dem 



Griechische Etymologie. 163 

Aorist edrjae (IL 22, 398; 0(L 4, 380; 469) und dazu mit passivischen 
Formen, wie dem Perfeet äiderai, (Theogn, 178; Find. Pyth. 1, 27; 3, 54; 
' didevo IL 5, 387; 23, 866) und dem Aorist iäi&t] (Hdt 6, 2; de^ivr- Find. 
N. 6, 39; Soph. Aias 108). 

IL 5, 386: d'qaav (nämlich Zt^Qrja) xQajeQtp ivl deofuS' %ah(,f^ 5^ iv x£- 
Qotfiifi diöezo TQeig aal öixa fi^vas- IL 21, 30: drjae ö^ onlaaw x^^^S 
ivTfu^Tpiaiv Ifiäaiv. Od. 10, 92: ai fikv (nämlich vrjfeg) Sq' %v%oa&Bv 
kifiivog xoFlXoio öidevro. IL 2, 44: noaal d* vno XiTtaqolatv idi^aaro 
xala nidcla. Od. 19, 457 : wreikriv d * 'Oävaijßog . . . ö^aav imarafAivtjg. 
Od« 8, 352: ndSg av iyci ae dioifii (bildlich ,yerpf lichten, haften lassen^ 
/m€t' d&avttTOiai &eolaiv] — Od. 4, 380 — 469: Sg %lg fi a&avazwv Tte- 
ÖQ(f Tcal ^driae ^sXevd'Ov, Od. 14, 61: tj yaq %ov y% d'eol xctra v6a%ov 
eÖTjoav. — Dazu: vTco-drjfxaT- (-drjfia) (,das untergebundene'—) ,Sohle*; 
Od. 15,369: noalv d^ vnodriiia^a doiaa. 

Alban. dv^j^ bestimmt do-i ,6arbe^ (»= ,die GebundeneO (6 Meyer bei 
Bezzenb. 8, 193). 

Altind. dä'idjdti ,er bindet, er fesselt^ (AV.); EV. 2, 13, 9: sähäm a 
adjas ,du bandest zusammen^ ; BV. 5, 2, 7 : günas cid pdipam ni-ditam . . . 
amuncas ,sogar den gefesselten QunasQaipas löstest du^ — Dazu : däman- 
^Band, Fessel'; BV. 1, 162, 8: jäd väginas däina sam-dänam drvatas ,was 
des Streitrosses Band, des Benners Fessel war'. 
öi-ato ,es schien', eine ganz vereinzelt (Od. 6, 242) vorkommende mediale 
Imperfectform. Hesych führt auch die erste Ferson Ö€dfj,rjv' kdoxlfza^ov^ 
i86^aC,ov auf und das zugehörige indicative öiatat' (p&elvezai (soll wohl 
heissen q>a£vevai)j donei. 

Od. 6, 242: Ttqoad'Bv (ihv yaq dij fxoi dßeiyciJiiog diar' (bei IBekker 
wird doar' als abweichende Lesart aufgeführt; Nauck aber und La Boche 
wissen nichts von ihr) elvat, vvv Sh x^eolai ßißoixe. — Dazu: äieko-g 
(siehe Seite 164). 

Altind. di' ,leuchten', mit reduplicirten Fräsensformen; BV. 2, 2, 8: süar 
nd dtdait arushäina bhänünä ,er (d. i Agnis) möge leuchten wie die 
Sonne mit feurigem Glanz'; BV. 1, 140, 10: asmä'kam Ägnai maghavdtsu 
dtdihi fi Agnis, leuchte unsem Opferherren'. — Dazu: diti- ,61anz', in 
SKrditi- ,der starken Glanz haf; BV. 3, 2, 13: suMtim agnim ,den stark 
glänzenden Agnis'. 

Ohne Zweifel aus altem * dijctto hervorgegangen. Der weiteren Bildung 
nach aber lassen sich wohl vergleichen Syafiai ,ich bewundere' (zu ayag- 
siehe 1, Seite 107), iqaiiai ,ich Uebe' (zu igag-, siehe 1, Seite 433), ngiiaa- 
fiai ,ich schwebe, ich hange' (zu ngefzag- , siehe 2 , Seite 396) und andere 
ähnliche Verbalformen, so dass man vielleicht als alte Grundlage ein * dijag- 
vermuthen darf, 
de-, alt ösf'j : dietv (öelv Xen. an. 7, 6, 18; Fiat Gastm. 185,0), alt defeiv 
,mangeln, entfernt sein'; meist unpersönlich gebraucht ,mangeL[i, bedürfen, 

nöthig sein', so bei Homer (IL 9, 337) und Findar (Ol. 6, 28) je einmal, 

11* 



164 Griechische Etymologie. 

bei Aeschjlos über 20 mal, bei Sophokles fast 70 mal. Die ausserprasen- 
tischen Formen berahen auf einem alten abgeleiteten defieiv (später deeeivjy 
wie Ö€^aofÄ€v (Plat Staat 395, E), öei^aei (Ed. 6, 88; Eur. Hipp. 941), iöirjae 
(Thuk. 2, 77; Xen. Kyr. 3, 1, 27) und andere. — Das mediale dieC'^ai 
sowie die Nebenformen deveiv xmi deveO'S-ai sind besonders aufgeführt 

IL 18, 100: f4hv fiala ttjlod'i TtavQrig ttpd'iT , ifiev d' löißrjaev (so 
wohl zu lesen statt ifielo 3^ Mdrjoev) oq^q akxrrjga yeviad'ai. Aeach. PronL 
1006: Tov 7tav%6q diw. Thuk. 2, 13, 3: ra yag ftkelOTa sgiaxoalwv ano- 
öiovra fivQia (^zehntausend weniger dreihundertO iyivero. Plat Phaedr 
228, A: Ttokkov ye diw. Lys. 204, E: ei old* oti noklov öeig to elöog 
ayvoelv tov Ttaidog. Menon92, A: Ttolkov ye diovoi fialvBa&av. 71, A: 
kyti öh Toaovrov diw eire dtöcatTov eXre fjtfj öidcmrov eidivai. Staat 3, 
395, E: xifivovaav 8h ^ igwoav t] wdlvovaav tvoXIov xal derjaofACv. Polit 
277, D : TtaQadefyfiarog ... ort; fioi xal to Ttaqädeiyfia avtb d€dif]xev. — 
n. 9, 337: rl ök del ntole(xi^i(ievai Tguieaaiv IdqyBtovg] Pind. OL 6, 28: 
TtQog üiTavav dk Ttag^ EvQWTa TtoQOv del aapieQOV [i iXd-eiv Iv wgq. 
Aesch. Prom. 870 : ixokqov loyov del %av%^ kne^el&elv voQwg. Ch. 879: 
xai fictk^ rjßwvTog dk dei, Prom. 86: avrov yag ae del TtQo/n^&iwg. 
Agam. 848 : Sttp dk xal del q)aQfidxu)v natwvlwv. Prom. 9 : afiagriag 
o(pe del &eolg dovvai dlxriv. — Dazu: Iv-deig- ,bedfirftig, mangelhaft'; 
Hdt 7, 48: hdeiarega q)alveTai elvai %a ^fiitega itQayfiara. Plat Staat 
8, 369, B: Tvyxavei rifiüv exaatwg ovx avTaQxijg^ dkXa Ttokläv ivderig, 

Altind. davdoaü ,er entfernt' (nur in dem grammatischen Gfedicht Bhatti- 
käyjam aufgeführt) ; — dazu ddvijans- ,f emer* (EV. 6, 47, 29) und dävishtha- 
,Behr fem' (BV. 6, 51, 13), Comparativ- und Superlativformen zu dura- 
lem' (BV. 1, 29, 6; 1, 31, 16; l, 42, 3). 
öi-BC^aij sUdiß^ea&ai ,bedürfen'; ,begehren, wünschen'; ,bitten', mit dem 
Gepräge der Ableitung in allen ausserpräsentischen Flexionsformen, wie 
im Futur derjaofiea^a (Ar. Plut 1160; deijaofÄevo-g Hdt 8, 142), im Aorist 
kderj&Tj (Hdt 4, 84; Ar. Plut 986), im Perfect dedirjrai (Xen. an. 7, 7, 14). 

Pind. Nem. 7 , 13 : al fieyakai yaq dkxai axoxov nokvv vfivwv ixovri 
deofxevai, Aesch. Schutzfl. 358: tcSv (von vehcog war eben vorher die Bede) 
yag ov delzai nokig. kig, 1063: igfirjvicjg ^oixev rj ^iyrj roQOv dela&ai. 
Soph. Oed. EoL 570 : wäre ßga^i* ifiol dela&ai q>Qaaai. — Hdt 9,35: 
STtttQTirjtaij idiovTO yaq deivwg %ov Ttaafievov. 2, 173: ra zo^a oi 
ixtrjfiivoi ineav fikv diwvrai xqaad'ai ivxavvovai. Plat Phaed. 73 , B : 
av%6 dk TOVTO . . diofiai nad'elv Ttegi ov 6 koyog, avafivrjad'rjvai. — Soph. 
Oed. EoL 1170: fxri fiov der^^g, Hdt 3, 44: iderjd'fi Sxwg av xal nag^ 
iwvTov Tvifiipag ig 2afiov dioito atgazoi, 4, 84: Oloßa^og iderj&rj /1a- 
gelov Tgiwv iovxwv ol naLdwv . . . %va avrt^ xatakeiq>^vai. 

Medialform zum Vorausgehenden. 
öieko'q ,sichtbar', eigentlich ,leuchtend'. 

Nur IL 10, 466: x^^xev dva fxvglxtjV diekov d* ircl aijfid %* Mdnrpuvj 
avfjifiagxpag dovaxa fivglxtjg t' igi&rjkiag o^ovg. — Dazu: iv-deleko-g 



Griechische Etymologie. 165 

^weithin sichtbar^; Od. 13, 234: rlg yrj] . . . rj nov xig vi^acav evdelekog; 
Od. 2, 167: ^Id^a-ATiv ivöeUlov. — dfiXo^g (siehe besonders). 

Gehört zu di-avo ,es schien*, altind. di- ,leuchten* (Seite 163), und wird 
alt ^öüeXo-g gelautet haben. Das Suffix wie in eineXo-g, alt ßeUeko-g 
,ähnlieh, gleich* (1, Seite 105), iTci^dfpelo'g ,heftig* (1, Seite 363), evvQa- 
TteXo-g ,sich leicht wendend, gewandt, unzuverlässig* (Find. Pyth. 1,92; 
4, 105), dvOTcifKpeXo'g ,schwer zu befahren* (IL 16, 748). — Das diphthon- 
gische €L in iv-ößlelo-g vergleicht sich mit dem des homerischen ßeia- 
Qivd-g yzmn Frühling (ßag, alt /ioQ 1, Seite 330) gehörig* und anderen Formen. 

öio^f homerisch noch dFiog- ,Farcht*. 

Od. 6, 140: %f^ yccQ ^A^mq ^aQOog hl q>Q€al S^xe xal hc dßiog eYXero 
yvlcjv. IL 17, 67: fiala yaQ xXtDQov dFiog algel, IL 1, 515: vnoaxBo %al 
xaravevaov, rj cLTCoFein y inel ov %oi ifii dFiog. II. 14, 387: dFiog laxa- 
vu avögag, Hdt 4, 115: fniiag %%bl tpoßog te xal diog, — Dazu: das 
homerische d-dFeig- ,furchtlo8*; IL 8, 423; 21, 481 und Od. 19, 91: %vov 
aößeig. II. 7, 1 1 7 : et nig r' aöFrig (so wohl zu lesen statt des überlie- 
ferten diFeirig) iarL 

Gehört zu dt-, alt öFi- ,in Furcht gerathen* (siehe Seite 169) und wird 
in älterer Form noch *dFijog-- gelautet haben. — Die anlautende Conso- 
nantenverbindung öF- von öFiog-j der keine einzige homerische Stelle 
widerspricht, ist mehr&ch metrisch noch sehr deutlich, so IL 1, 515: ov 
TOI iftL öFiog, Od. 8, 563: ovxe ti jtrjfiav^vaL Mtci dFiog, IL 5, 817: ovts 
t£ fie dFiog taxei, IL 13, 224: ovre Tivd öFiog laxeiy IL 14, 387: iXka 
ÖFiog iaxdvei avögag und auch IL 10, 376: x^^Qog vnb öFieog und IL 
15, 4: xAcii^oi vno öFieog. — Dieselbe Vocalzusammendrängung wie in 
dem vermutheten aöFijg (IL 7, 115) findet sich wohl auch in d'eo-öF^g 
,6ott fürchtend* (Od. 6, 121 = 9, 176 — 13, 202; 8, 576; 19, 109; dazu: 
^eoöFia — für &€oöF€ia — Od. 19, 364), das nach der üeberlieferung 
&€ovöt]g lautet 

öo- (ö w -) ,geben*, mit sehr beliebten kurzen Aoristformen wie öofiBv (IL 1 7, 
443; Od. 24, 65), Uooav (IL 19, 291; Od. 4, 585), öote (IL 6, 476; Od. 2, 
212 = 4, 669), öolf] (IL 9, 379; 385), öd (Od. 9, 356; 20, 296) und anderen, 
daneben den eigenthümlich mit x gebildeten, ursprünglich vielleicht auf 
den Singular und die dritte Pluralperson beschränkten, wie 'eöoma (IL 9, 
361 ; 14, 404), Uwxe (IL 2, 205; 8, 216), UwKav (IL 13, 303; 22, 379). Daa 
Präsens wurde mit Beduplication gebildet: ölöiof^i (IL 23, 620; Od. 15, 
125; öiöovvav IL 24, 425; öiöovat Hdt 6, 62; Thuk. 2, 97) und daran 
schliessen sich auch ein paar eigenthümliche alte Futurformen, nämlich 
öiötioofiev (Od. 13, 358) und öiötioeiv (Od. 24, 314). 

IL 1, 123: nwg ydg rot öoiaovai yigag . • ^AxaiFol] IL 5, 654: aol ö' 
iydf ivd^döe g)rjfil . • . evxog ifiol öciaetv. IL 7, 149 : öwytev (nämlich t€v- 
XBa) 'Egev&allcjvi q)lX(p &eQanov%i tpog'qvai, IL 7, 450: ovök -d'eoiai Ö6- 
aav xXeiTctg knarofißag, IL 1, 129: aX %i no&t Zevg öwat noXiv Tgipriv 
ivrelxBOv i^aXaTca^ai. IL 1, 96: aXye^ 'eöume FexrjßoXog rjö' hi öaiaei. 



166 Griechische Etymologie. 



IL 23, 183: ^Extoqo d* ov ti dcuaw üfiafjiidrjv Ttvgi öartrifiev, iXXa xv- 
veaaiv, IL 19, 291 : avÖQa fiiv, ^ Moadv (iB Tcarrg aal norvca f^r^Trjg, — 
Dazu: doai-g ,Gabe*; II. 10,213: xal Foi öoaig Moöerac iad-li^. — do- 
TtJQ' yCteber*; IL 19, 44: oi' tc . . . Tofzlai rcaga vtjvalv Maccv, altoio do- 
Trjgeg. — öwtoq- {doiTWQ) ,6eber'; Od. 8, 335: ^Egfiela . . . ddUrog iawv. 
— öüjgo'V (siehe besonders). — dwv- ,Gabe* (siehe besonders). 

Lat da-re ,geben' (Enn. ann. 234; 447). — Dazu: döno-m ,6abe, Ge- 
schenk^ (Plaut mil. 714; Pseud. 1075); — döt- (dös) ,(3abe, Mitgift (Plaut 
aul. 167 ; 256; 269). — Manche zugehörige alte Verbalformen enthalten den 
Vocal w, wie duis (Pacuv. trag. 220), duint (Ter. Andr. 666) und andre. 

Altir. ddn ,Gabe/ (Zeuss-Eb. 776). 

Im Deutschen vollständig erloschen. 

lit duti ,geben^; erste Person alt dümi ,ich gebe^ 

Altslav. daM ,geben', damt ,ich gebe^ 

Alban. dasK ,ich gab' (GMeyer bei Bezz. 8, 188). 

Armen, tal ,geben', tarn ,ich gebe', Aorist etu ^ich gab'. 

Altind. da' , geben': ddddti ,er giebt' (EV. 1, 40, 4; 1,126,6); Aorist 
dMt ,er gab' (RV. 7, 103, 10): gdumäjus adät . . . nas väsü/ni ,der stier- 
gleich Brüllende gab uns GüterO. 

Altostpers. da- ,geben': dadhäiü ,er giebf. 
öoäaöaro ,es schien^, eine seltenere homerische Aoristform, neben der nur 
ein einziges Mal (II. 23, 339) auch noch das conjunctivische dodaaerai 
begegnet Der Bhodier Apollonios gebraucht dodaaaro auch einmal (3, 
769: i^Ofiivtj d' rjnecTa dodaaa%Oy q)civrjaiv re j^deil'^ iyw, vvv tv&a xo- 
xcfiv Tq %v&a yivwfiai^ aber in der abweichenden Bedeutung ,sie dachte' 
und daneben auch einmal (3, 954: oTtTtore dovnov rj Ttoibg rj avifioio 
Ttaga&gi^avxa dodaaai) optativisches actives dodaoai in der Bedeutung 
,sie glaubte, sie wähnte'. 

IL 13, 458 = 14, 23 — 16, 652 — Od. 15, 204 — 18, 93 — 22, 338 — 24, 
239: (Sde öi Fol (pgoviovxi öodaaaxo xigdiov elvat (Od. 10, 153 beginnt 
wöe di fÄOi und Od. 5, 474 »> 6, 145 mit der kleinen Abweichung äg aga 
Fol). IL 23, 339: dg av toi TcXrjfivi] ye dodaaetai Sugov Ixda&ai xvxloo 
noiFr^Toio. — 

Ergiebt einen Verbalstamm ^äoag-, der wohl yon dem aus öiaro ,es 
schien' (Seite 163) vermuthungsweise entnommenen alten d^ag- nicht weit 
abliegt Die Lesart öoat^o) (Od. 6, 242), falls sie als YoUberechtigte gelten 
dürfte, würde die unmittelbare Zusammengehörigkeit der beiden Wörter 
ganz ausser Zweifel stellen. 
<fij, sehr beliebte Partikel, die ursprünglich etwa bedeutet ,offenbar, gewiss', 
dann aber vielfach doch nicht so nachdrücklich zu übersetzen ist. SchUesst 
sich besonders gern an vorausgehende Wörter, oft auch an andere Par- 
tikeln. Satzbeginnend steht es im (Tanzen selten, doch wieder mehrfach 
in den Verbindungen di} rote (IL 1, 476; 5, 136; 454; 11, 107; dif ^a %6t€ 
IL 12, 162; 13, 719) und drj ydg (IL 13, 122; 517; 15, 400; 488) und sonst 



Griechische Etymologie. 167 

zum Beispiel noch II. 15, 437: Tevxge niitov, dfj vmv archsaxo uiaxog 
iraiQog und IL 19,342: %i%yov ifiov, dfj Tcifircav anolxBat dvdgog Irjogy 
also im Anschlnss an vorausgehende Vocative. 

IL 1, 6: l^ ov d^ Ja ngwTa diaaziJTriv, IL 1, 40: bI dij noxi rot xara 
TtlFova fJuqgC hcrjßa. IL 1, 61 : ei d'^ o^ov TCTokefiog re dafi^ xai koi- 
flog }iX€iißovg. IL 1, 110: wg drj %ov8* evexd aq)t FeyLtißoXog aXyea xbv- 
X€i, IL 1,161: xol drj fioc yigag airbg dqxxiQrjOBa&at anuXelg. IL 1,266: 
xagriaroi d^ xeivoi kTtix^ovlwv xQatpov avögüiv» IL 1, 286: xae d^ vavrd 
ye navra, yigovy xara fjLolgav efeineg. IL 17, 466: otpi ök öfj fitv kxal- 
gog drijg ßlöev 6q>&aXf40laiv, H. 18, 95: (ouvfiogog dij fioi, xinog, Maaeai, 
IL 19,85: noXXdxi, dr fiot zovxov ^xatFol pLv&ov tFeircov, IL 22, 453: 
iyyvg dij %i ncMov ügidfioio rhceaaiv. — Dazu: d'^&ev (siehe besonders). 

Eingehender Erklärung so wohl nach formeller Seite als in Bezug auf 
Bedeutungsentwicklung noch sehr bedürftig. Es ist noch wenig damit ge- 
wonnen, dass man gesagt hat, es gehöre zu einem Pronominalstamm de-, 
es stehe in Zusammenhang mit di ,aber^ (Seite 161), es bilde vielleicht 
den Schlusstheil von tjörj ,schon' (1, Seite 615) und anderes, von völlig 
unbrauchbaren Muthmaassungen ganz abgesehen. Aeusserlich vergleichen 
lassen sich die einsilbigen fiij ,nicht', imperativisch und auch vielfach in 
abhängigen Sätzen (IL 1, 26; 32; 137; 4, 114), »> altir. ma yuicht', Impera- 
tivisch (RV. 1,24, 11; 1,27, 13), q>ri ,gleich wie' (IL 2, 144; 14,499), vij 
,bei', beäieuemd (Sopb. Bruchst 871, 1 und 2; Ar. Ach. 560; 752) und noch 
ein paar andre Bildungen. 
öi^^eiv ,finden, antreffen, erreichen', begegnet nur in wenigen präsentischen 
Formen, die aber sämmtlich die Bedeutung des Futurs haben. Die aug- 
mentirte Form ^drjev wird von Hesjch (Sdijey evgev) angeführt 

Bei Homer neunmal. IL 13, 260: öogfara d\ ai x' id'ikrjad'a, xal ev 
xal feUoat ör^eig iaraor* h ulialfj. Od. 6, 291: drjeig dyhxFov aXoog 
jidrivrig. Od. 7, 49 : dr^eig dk diFo%gBq>iag ßaaikijßag dalTtjv öaivvfxivovg. 
Od. 11, 115: di^eig d^ ivl Ttfjfiara foU(p, avdgag v7tBgq>idXovg. Od. 13,407: 
örJBig %6v ye aveaai Ttagi^fiBvov. IL 9, 418 «■ 685: ovxiri di^ere vinf^wg 
Fiklov alnBirijg. Od. 4, 544: otht, awalv Tiva ärjof^Bv. Od. 16, 44: ijao, 
^ivf** "^fielg ök aal aXXo&i dijof^ev edgrjv. Hier und da auch noch bei 
späteren Dichtem, wie Ap. Rh. 4, 580: ijvcjye ycBXBv&ovg Avaovltjg t^- 
jtgoa&B TtogBlv aXog, jj h^i Klgxrjv örjovoiy. 

Eine auf den ersten Blick ungewöhnlichere Verbalbildung. Es ist nicht 
deutlich, durch Ausfall was für eines Consonanten der Hiatus sich bildete. 
Gewöhnlich ist nahe Zusammengehörigkeit mit 6a- ,lemen, kennen lernen, 
erfahren' (Seite 156) vermuthet, die auch wohl nicht ganz unwahrschein- 
lich ist So würde recht wohl Entstehung aus *äi^aBiv zu vermuthen sein, 
und Yerbalbildungen wie tr;xBiv ,schmelzen, flüssig machen' (2, Seite 734), 
afiTCBiv ,faulen machen' (Aesch. Gh. 995; Plat Theaet 153, C), XrjyBiv^ auf- 
hören' (IL 6, 149; 9, 257; 10, 164), ^ÖBa&ai (aus altem *a/jjd-) ,sich er- 
freuen' (1, Seite 614) und andere ähnliche sich vergleichen lassen. 



168 Griechische Etymologie. 

öiqto-q, alt öi^ßio-g ^brennend, verbrennendS dann ,yemichtend, todtend'; 
dialektisch dafio-g (Alkm. Brachst 79: xal xelfia TtvQ te öolFiov). 

Bei Homer 43 mal, davon allein nennmal vom Fener. IL 8, 181: fivrj- 
fioavvTj tig MneiTa nvQog ö^ßoio yeviad'W, IL 6, 331 : iifj toxcl Faozv 
nvQog öfjßoio d^iqrftau IL 2, 415: Ttgf^aai di nvQog dj/ßoio Mgerga, fl. 
9, 347: vi]ßeaaLv ake^äfievai öjjFov Ttvq. — IL 7, 119 — 174: a% x€ qw- 
yrjaiv dtjßlov ix nrokifioio. II. 6, 481: xrelvag dj^fiov avöga. IL 10, 358: 
yyüt ^' avdqag ihßFovg. IL 9, 76: drjfioi iyyv&i vtißfDv xalavaiv twqo 
TtokXa. — Dazu örjioti^t- Feindseligkeit, Kampf; Od. 6, 203: dg xev 
OairpfLiav avdgwv ig yalav ixrjTai drjßiar^Ta q>iqwv. H. 3, 20 : ovrlßioy 
IJLoxiaaad'ai h alvfj drjßioTtJTi. TL 5, 348 : ßelxe . . . moki(4.ov xal di]" 
ßioriJTog. — drjioeiv ^vernichten, tödten^; IL 8, 543: iyd %ov xahüf^ öj^ 
fciaag. TL 5, 452 : !^;xai5ol dfjFovv aXkriXiav dfitpl ari^&eaai ßofelag 
doTtldag. IL 16, 158: Xvxoi ßtag ... oi t* %Xaq)ov xeQoßdv fiiyav ovgeai 
df]ßwaav%€g danrovaiv. 

Gehört zn do-, alt daß, ,in Brand gerathen, brennen^ (Seite 158) nnd 
zwar bemht es als dnrch suffixales lo abgeleitet wohl zunächst auf einem 
alten ^drjßo-^, das mit altind. dävd-s ,Brand', insbesondere ^Waldbrand' 
(AY.; Mbh.) ganz übereinstimmen konnte. 
dco yHaos'. 

Bei Homer 23maL Od. 1, 392: alxpa %e Fol du! dtpveiov nilerai. TL 
Ij 426: elfii JiFog norl xoiMoßarkg öw. IL 19, 355: airf^ de nqog na- 
TQog iQia&Bviog nvxivov diS ^x^^- H- 18y 385 ^ 424: xlnxe . . . IxavBig 
thaHbqov düij Od. 4, 169: rj (jLaXa dtj q>lkov aviQog vlbg ifiov dw ixeto. 
IL 23, 74: avrcjg aXaXrnxai av evQvnvUg ^ßidog öiS. IL 7, 363: xn;- 
fiOTa d' oaa' ayofiijv i^ Itigyeog fi(ii%€Qov 6w. Od. 15, 424: iq de fiaV 
avxtxa natQog lniq>Qadev vtp€Q€q>kg dio. Od. 24, 115: xeiae xaTrjXv&ov 
vfii%BQOv d(S, 

Eine ganz vereinzelt dastehende etymologisch nicht verständliche Bildung. 
Verkürzung aus dwfiaj- ,Hau&^ (IL 1, 533; 570; 607), wie sie oft ange- 
nommen ist, bleibt undenkbar. Von anderen ist Uebereinstimmung mit 
altind. ädm- ^aus', das man aus däm-pati- jHausherr' (RV. 1, 127, 8; 5, 
22, 4; 8; 58, 16) und — mit nicht ausreichender Sicherheit — aus dem 
vereinzelten Pluralgenetiv damdäm Aer Häuser' (RV. 10, 46, 7) entnommen 
hat, vermuthet worden, aber keineswegs erwiesen. 
öl' ,zwei', steht regelmässig an erster Stelle von Zusammensetzungen für 
dvo (siehe Seite 183), so zum Beispiel in den homerischen: 

dl-nkax- ,zwei Flächen (Ttkax- 2, Seite 689) enthaltend', das ist ,doppelt 
gelegt' (IL 23, 243 und 253 von örjfiog ,Fett^; IL 3, 126 und 22, 441 vom loTog 
jGewebe'; Od. 19, 241 vom %£twv ,LeibrockO; — dl-mvxo-g ,zwei Falten 
{tctvx' 2, Seite 520) oder Schichten enthaltend, doppelt gelegf (IL 1, 461 — 
2, 424 von Fleischstücken; Od. 13, 224 von AcJttjj ,6ewand'); — dl-xliö- 
,zwei Lehnen (zu xh- ,sich anlehnen' 2, Seite 457) oder Flügel enthaltend' 
(II. 12, 455 von nvlat, Od. 2, 345 von Gavläeg, Od. 17, 268 von &vQai)i 



GriechlBche Etymologie. 169 

— dl'Cvy' ^wei Joche (das zu entnehmende *^vy- wohl ziemlich •=» 
^vyo'V ^och, Pferdegeschirr^ II. 5, 799 und 851) oder Geschirre enthaltend', 
das ist ^u zweien angespannt (H. 5, 195 und 10, 473 von Xnnoi). 

= LaL 6i- in birlingvi-s ^zweizüngig* (Plaut Truc. 781; Pers. 299; Pseud. 
1260), bi-ennio-m ,zwei Jahre* (Plaut. Bacch. 170; 388) und andern 
Bildungen. 

— Ahd, Zivi' in zwi-falt ,zweifältig', ztoirfach, nhd. zwie-fach und sonst. 

= Altind. dvi-, wie in dvi-päd- (= öL-nod- Aesch. Ag. 1258; Schutzfl. 
895, = lat li'ped- Naev. trag. 31; Laber. com. 92) ,zweifüssig' (RV. 1, 94, 
5; 10, 37, 11), dm-mätdr- (= de-^oxo^- Alexis bei Athen. 2, 39, B, = lat 
bi-mäter- Ov. met 4, 12) ,zwei Mütter habend' (RV. 1, 31, 2; 1, 112, 4 vom 
Feuer). 

Aus altem ößi-y das aber schon bei Homer nirgend mehr zu erkennen 
ist, also wohl sein / schon sehr früh einbüsste. Die Entstehung des i ist 
nicht yerständlich. Ob die nachbarliche Zahl tqi- ,drei' (2, Seite 823) ein- 
wirkte? Die Yermuthung, dass ein ungeschlechtiges duales ^ darin ent- 
halten sei, ist zu kühn. — Das lateinische b- entwickelte sich aus altem 
dv-, wie in bello-m ,Krieg' (siehe Seite 158). 
dl" ,in Furcht gerathen', homerisch noch äßi-, wie in weitem Umfang (die 
beweisenden Stellen sind bei Kuhn 7, 195 — 210 sämmüich zusammen ge- 
tragen) noch aus seinem Gebrauch im Verse deutlich hervorgeht Ausser 
den beiden medialen Ii\iturformen dßeiaeo&aciU. 15, 299) und dßeiaeraL 
(II. 20, 130) begegnen bei Homer nur aoristische Formen, wie idßeiae 
(H. 1, 33 — 24, 571; 1, 568; 3, 418; 20, 61) und Formen des Perfecta wie 
öidßia (dafür früher immer geschrieben äeldia) ,ich bin in Furcht ge- 
rathen, ich fürchte' (IL 13, 49; 481; 21, 536; öidßifiev IL 7, 196; 9, 230 
didfi^i n. 5, 827; 14, 342. Ohne das alte / : öidia bei Aesch. Prom. 182 
902; Soph. Oed. EoL 1467). Die Perfectbildung mit x beschränkt sich bei 
Homer auf den Singular: diößoiTia (früher geschrieben deldoLxa) ^Gh 
bin in Furcht gerathen, ich fürchte' (IL 1, 555; 9, 244; 10, 538; 18, 261; 
24, 435; öidßoixag IL 12, 244; öiäßocxe IL 21, 198). Dazu kommt noch 
das kurze dfU ,er fürchtete' (IL 5, 566; 9, 433; 11, 557; 17, 666; Od. 22, 
96; dUv Ap. Rh. 4, 181), das auch als aoristische Form wird zu gelten 
haben. Das präsentische deldw (es begegnet nur diese erste Person) findet 
sich elf mal (IL 10, 39; 11, 470; 13, 745; 14, 44; 19, 24; 20, 30; 22, 455; 
Od. 5, 300; 419; 473; 12, 122) in unsrem homerischen Text, ist hier aber 
überaJQ — und sicher mit yoUem Recht — von Nauck beseitigt und durch 
deidia (besser: diößia) ersetzt Im Anschluss an die letztere Form ist es 
vermuthlich erst sehr spät gebildet; so findet sichs Ap. Rh. 3, 481; Qu. 
Sm. 2, 46. 

IL 1, 33: Ußeiaev d* 6 yigwv. IL 20, 130: dßelaec" ^7C€i&\ oxe xiv 
vig ivavrißiov d'eog i'A-^. IL 5,233: /nrj tw ^iv ößelaavze fiaTtjaerov 
(nämlich YTtnio). IL 24, 358: avv dh yiqovri voog xv%o, didfie d' atyüg. 
IL 10, 240: edßeiaev dk negl ^av»i[} MeveXdßcp. IL 5, 566: negl yag 8FU 



170 Griechische Etymologie. 

TtOifiivL kaßwv. n. 7, 151: ol de /uaX' Ixqoiibov %ai iöidßcaav oidi %ig 
h:lrj. Od. 4j 825 : ^agaeCj fitjöi %i nayxv fista g>Qeal öidßid'i Utjv, IL 
11, 470: didßia firj %i naSTjaiv. IL 5, 298: ißelaag fii^ Tttig foi Feqv- 
aalccTo veKQov ^A%aiFoL D. 7, 93: öFeioav cJ' VTCodix^oi. IL 3, 37: 
dfelaag IdxQiFog vlbv IdU^avdqog. IL 6, 99 : ovi^ ^x^^^^ no^^ wöi 
y* k6iiFi\iBy. H. 5, 790: xelvov yaQ IdiöFiaav oßQifiov ^yxoQ* — Dazu: 
öiog- ^Furcht' (siehe besonders, Seite 165); — öeivo-g (siehe besonders); 
— detXo-g (siehe besonders). 

Altir. död (Grundfonn dvoilo) ,Schrecken' (Hck 2^, 158). 

Altostpers. dva^tha ,Schrecken'. Auch den Schlusstheil des Eigennamens 
Da&va-fbi (wohl ,die Da^ven fürchtend^ hat man, vermuthlich mit Recht, 
dazu gestellt. 

Inschriftlich belegt ist die alte anlautende Oonsonantenverbindung dß 
in dem sicher hierher gehörigen korinthischen Eigennamen JFeivla (Genetiv; 
bei Collitz 3, 63). 
öl-^iv ,forÜaufen, fliehen'; nur zu entnehmen aus der ersten Person der 
Augmentform 8lov (IL 22, 251). — Wie es scheint, gehören hierher aber 
auch noch ein paar mediale Formen, nämlich d/ea^ae (H. 12, 304), 
dievrai (11.23,475; Nik. ther. 755) und das conjunctivische öirivai (Ap. 
Bh. 2, 330); die erste Person dlefzac (Aesch. Pers. 700, wo öelofiai, da- 
neben auch dlofiai, überliefert ist) beruht auf einer unzweifelhaft miss- 
rathenen Vermuthung. 

H. 22, 251: TQlg Ttegl Folotv fiiya ÜQiiiiov dlov ovdi tcot* fhXtjv fieivai 
irceQXOfjievov. — IL 12, 304: Uoiv • . . ot; ^a r' dnBlqriTog fiifjiowev ava^ 
fzolo dlea&au IL 23, 475 : dl di z* avsv&ev ^nrcoi aßegalnoöeg TtoUFog 
TceöLoio ölenai. Ap. Bh. 2, 330 : rjv dk di avruiv Ttergatav Ttovzov dh 
aorj megvyeaai dltirai (nämlich neleidg), Nik. ther. 755: ^V'9-a d' Inaa- 
avT€Qa . . . q>aXayyia (eine Art von Spinnen) Tvrd^a dlevrat (wird erklärt 
öiayovatvj also einfach ,sie halten sich auf, sie lebenO. 

Altind. di' : dtjaM ,er fliegf ; RV. 4, 27, 1 : gjainäs lavdsä nis adSjam 
,als Falke flog ich mit Schnelligkeit heraus' ; RV. 7, 74, 4 : ägväsas jdi 
väm üpa dägüshas grhdm dfjanti bibhratas ,die Rosse, welche zu des 
Frommen Hause, euch tragend, fliegen'. 

Aus iUvrai ergiebt sich ein Verbalstamm du- (dlrjidi würde die Actir- 
form dazu lauten), der auch im Nächstfolgenden wieder entgegen tritt und 
so etymologischen nahen Zusammenhang so gut wie ausser Zweifel stellt 
öl'SC&ai ,forttreiben, verfolgen', begegnet nur in präsentischen Formen, da- 
neben vereinzelt (IL 18, 584) auch in der activen Form kv-dUaav. 

IL 7, 197: ov yaq %lg fxe ßlrj ye ßexatv aßi^ovra öirjvau IL 16, 246: 
aitag insL x' djto vavq>i f^axrjv homjv re dirftai, IL 22, 456 : diößia 
fjLT] 8t] fÄOi d-Qaavv ^xTOQa diog If^^iAAevg (xovvov artotfiri^ag noXiog ne- 
öiovde dlrjrai, IL 12, 276: di xev Zeig ödrjacv . . . dijFovg tvqotI Faaxv 
dlead'ai. Od. 20, 343: aliiofiat d' dFenovaav otvo fieyaQoto dLea&ai fxv^qt 
avayxaltp. IL 17, HO: Foig tb Xlg . . . o y ^a xvveg tc xal avdgeg am 



Griechische Etymologie. 171 

ava^fiolo dlwvtai ^yx^ai aal qxovfj. Od. 17^ 317: ov fikv yag tl g>vy€axe 
ßa&elrjg ßh&eaiv vhig nvoidalov^ otti dioiro (nämlich xvwv). H. 5, 763 : 
ai x€y ^Aqria XvyQwg nertkrjyvla (laxrig l^ afto-ölwfiai, Aesch. Schutzfl. 
819: fierd fi€ ögofioiai diofievoi q>vyada . . . di^tjVTai laßeiv, Opp. Jagd 
1, 426: alxf^T]'i^o!v axvldiiwv, vol xvcidala nana dUvrai (abweichende 
Lesart: dlovtai). — IL 18, 584: ol dk vofiijßeg avrcjg iv-dleoav (^trieben 
darauf, hetzten darauf^) taxi^ag xvvag ozQvvovreg. 

Die Form dleaav (H. 18, 584) und das — allerdings nicht sicher über- 
lieferte — ölevrai (Opp. Jagd 1, 426) ergeben den Verbalstamm <Ji€-, der 
an nächsten Zusammenhang mit dem unmittelbar voraus aufgeführten 
d£'€iv fortlaufen, fliehen', neben dem auch jenes eigenthümliche du- sich 
zeigte, nicht wohl zweifeln lässt Dabei bleibt freilich auffällig, dass die 
causative Bedeutung ,forttreiben' (doch wohl o— ,fliehen machen') fast aus- 
schliesslich der Medialform anhaftet — Nächster Zusammenhang mit 
öicixeiv ,y erfolgen' (II. 10, 364; 21, 3) ist nicht zu bezweifehi. 
Al'j alt Jlß'y bildet die Casusformen zu Zev-g^ dem Namen des Gottes 
des Himmels (siehe später). 

n. 1, 394: ild'ova^ OvXvfjinovde JLFa Xiaai. II. 1, 502: Xiaaofxivt] rcQoa- 
ißeifte JlFa KQOvlwva. II. 1,5: Jilbg d* ireXelero ßovkrj, 11.1,9: 
Af/rovg xal JiFbg vlog. II. 1, 419: tovto di %oi ßegiovaa Finog JiFl 
feqnoLBQavvip. — Dazu: Bv-dio-g (siehe besonders, 2, Seite 192); — dlo-g 
(siehe Seite 175); — iv-dlo-g (siehe besonders, 1, Seite 423). 

=» Altind. div' ,Himmel'; bisweilen auch als Gottheit gedacht. RV. 1, 
52, 12: aishi ä* divam ,du gehst zum Himmel hinauf; RV. 1, 33, 10: jäi 
diväs prthivjäs äntam äpüs ,die des Himmels und der Erde Ende er- 
reichten'; RV. 1,6, 1: rducantai raucanä' dxvi ,es leuchtet Licht am 
Himmel'; RV. 1, 19, 6: divi daiväsas asatai ,im Himmel sitzen die Götter'. 
— RV. 1, 48, 8: maghdu/nt duhitä' divds ushäs ,die reiche Tochter des 
Himmels, die Morgenröthe'. 

Darf neben der Nominativform Zev-g »> altind. djäu-s wohl als aus 
*Jjeß- — altind. cljäv- (so noch im Locativ djdm ,am Himmel' RV. 1, 
39, 4; 3, 27, 12; 5, 6, 4) verkürzt gelten, wie ganz ähnlich zum Beispiel 
altind. Mm- ,Ealte (RV. 10, 37, 10 und 10, 68, 10 im Instrumental himä') 
und himd' ,Frosf , ,Schnee' (RV. 8, 32, 26 ; hirndvant- ,schneebedeckt' RV. 
10, 121, 4 von Bergen) neben lat hiem-s ,Winter' (Plaut Trin. 398 ; Hör. 
carm, 1, 4, 1) «- x^^^-^ ,Schnee' (IL 10, 7; 437; 12, 278) verkürzt wurden 
oder zum Beispiel auch der Genetiv altind. günas (RV. 4, 18, 13; 5, 2, 7; 
aus *fvdnas) = xwog ,des Hundes' (IL 1, 225; 6, 344) neben xvov (H. 8, 
423; 11, 362) und dem Accusativ (vanam (RV. 1, 161, 13; 9, 101, 1; 13). 
öid, als Adverb, in der Regel aber in engerer Verbindung mit dem Verb 
als Präfix ,aus einander', ,durch'; als Präposition ,durch', ,vermittelst', 
,wegen'. 

IL 17, 729: dia z* hgeaav alXvdig akXog. Od. 15, 322: did %e ^iXa 
davd xBaaaai, Od. 19, 333: tov fniv xBxXiJrog evQv öia ^ivFoi q>oqiovaiv 



172 Griechische Etymologie. 

TtdvTag ku avd^^wnovg. Od. 5^ 363: ircrjv d^ fiot axsdlrjv dia naifia ri- 
va^, U. b, 858: dia dh XQoa nakbv ^daipev. IL 5, 158: XVQ^^''^^^ ^^ ^^^ 
xTTJaiv öaviovTO, 112^655: 61 'Podov d^fpevipLOvro dia tqIxci '^ocfirj' 
'd'iyreg. IL 1, 6: öia-an^Triv igioavTe, — IL 5, 99: dia cJ* IWoro mnQog 
oiGTog. — IL 3, 357: öia fikv aanLöog rjk^e g>a߀ivijg oßgifiov fyxog, IL 
4,481: dvTiXQvg ök di' olfxoo x^^^ov iyxog r^Xd-ev. IL 2, 458: atyXri 
7tafiq>av6iaaa de* ald^igog ovQavov hcev. 11.4,495: ßij de dia 7tQ0(jLa%wv, 
IL 1, 600: ^(paiOTOv did ddiiata noiTtvvovta. — Od. 8, 520: viK^aai xai 
Mfceira did fieyadvfiov ^Adi^vrjv. IL 1, 72: KaXx^S • • • • n^^eaa^ ^yi^oavo 
. . . ßijv dict fiavtoavvTjv, — Od. 23, 67 : (Jt ' craa&akiag ina&ov iuxkov. 
Od. 11, 282: XkcjQiv .... Ntjlevg y^fiev ißov dia xakkog. 

Lat diS' ,aTi8einander'; in zahlreichen festen Verbindungen mit Verben, 
wie dis-perUre ,anseinander iheilen' (Plaut AuL 331 : injuria disperüvisti), 
diS'Cerpere ,auseinander stucken' (Enn. ann. 434 : corpus discerpere ferr6\ 
bisweilen auch in Nominalzusammensetzungen, wie dis-cord- ,deren Herzen 
{cord-) auseinander gehen', d. L ,uneinig' (Ov. met 4, 621 : venUs discordi- 
hus actus). 

Nhd. zer-; ahd. zer-y zar-, zir- oder auch mit Einbusse des r ^c-, za-y 
zi-, wie in zer-stözan^ zar-werfan^ zir-brestan] ze-fliozan, za-rinnaUj 
zi'tnban. 

Genauere etymologische Erklärung bleibt sehr schwierig, wenn auch 
die Zusammengehörigkeit der zusammengestellten Formen durch die lieber- 
einstimmung ihrer Bedeutung als sehr wahrscheinlich wird bezeichnet 
werden dürfen. Zwischen i und a darf man wohl den Ausfall eines 
Zischlautes vermuthen. Besonders wahrscheinlich gemacht wird er noch 
dadurch, dass das i ein paar mal (stets zu Anfang des Verses) als lang 
gebraucht erscheint, so IL 3, 357 = 7, 251 »»11, 435: dia /iky doftidog, 
und IL 4, 135: dia fikv Sq ^ioGT^Qog. Adverbialformen auf a sind nicht 
ungewöhnlich, wie zum Beispiel dvd ,in die Höhe, auf, an' (1, Seite 187), 
f^erd ,mif (IL 13, 700; 16, 15; 21, 458) — goth. mith ,mit* (Matth. 9, 15; 
26, 69). Zu Grunde liegt wohl dl- ,zwei* (Seite 168) imd wird wie in 
diesem neben dem anlautenden d ein ß schon früh erloschen sein. So 
scheint das Grothische in tvis- ,auseinander' (in tvis-standan ,aus einander 
stehen, sich trennen' Eor. 2, 2, 13, und tvis-stassi- ,Zwiespalf 6aL 5, 20) 
die entsprechende Form weniger verstümmelt zu besitzen. 
öidxovo-q ,Diener'; ionisch dirjuovo-g (Hdt 4, 71; 72; 9, 82). 

Aesch. Prom. 942 : dkX* elaoqw ydg rovde tov Jiog TQoxi'V, tov tov 
jvQavvov TOV viov didxovov. Soph. Phil. 497: rj Tid^vrjxev ij Ta twv 
diaxovcjv . . . TOV oXxad^ iJTteiyov arolov, Bruchst 133: ogvid'a xal 
Tn^gvxa xal didxovov. Eur. Bruchst 375: ftiarov fihv ovv elvai x^ 
TOV didnovov TOiovTov elvai xai OTiyeiv tc deUTtorwv, Hdt 4, 71: 
dnonvl^avTeg d'dnTOvai xai tov oivoxoov %al fidyeiQov xal irtnoixoixov 
xal dijijxovov, 

Dunkler Herkunft Gegen eine Zertheilung des Wortes in du ,durch' 



Griechische Etymologie. 173 

(Seite 171) und ein gemnthmaasstes -'mvO' spricht die Dehnung des a 
entscheidend. 
öiäxxoQO'q, vielleicht ,der Bote'. 

Bei Homer 18 mal und zwar stets als Beiwort des Hermes. U. 21, 497 : 
Afi%6a dk TtQoaiFeiftB diaxTOQog *AQye'£q)6vtrig. Od. 12, 390: i] d' Mq>ri 
'EQfielao diaxTOQOv avr^ dxovaai. Od. 1, 84 : ^Eqfielav (xlv ^rceiTa diax- 
toQov ui^elg>6vTrjv vijaov ig ^ayvylrjv OTQvvofiev. Od. 8, 335: 'EQ^iela 
Jilog vlh diaxTOQe, ötoTOQ iawv. Kallim. Bruchst 164: alla d^erjg, rJTig 
[ue (d. L ylavua) dimTOQOv MkXaxe IlaXXdg. Antipatr. Sid. (in Anth. 7, 
161, 1): OQVi, Jiog Kqovldao diomroge. 

Eine nicht ganz durchsichtige Bildimg. In toqo scheint eine vereinzelte 
Suffixfonn vorzuliegen, wohl eine Nebenform zu t^o, wie es zum Beispiel 
in trjtQo-g ^Aizif (2, Seite 4) enthalten ist. Ob diaK- sich an öicix-eiv 
,verfolgen* (IL 10, 364; 21, 3; auch , jagen, eilen' IL 23, 344; 424; 499; Od. 
12, 182; Hom. hymn. Herm. 350) anschliesst? 
öianq^aio-q ,weit dringend, weit reichend^ 

Bei Homer 7 mal, nur in adverbiell gebrauchter ungeschlechtiger Form. 
II. 17, 748: wg %e nqiav laxdvet vdwQ vXi^feigj nedloio diartQvaiov terv- 
Xrjxwg. IL 8, 227 «=11, 275 — 586 — 17, 247: ^vaev dk öianQvaiov Ja- 
vaoiai yeywviSg. IL 12, 439 »s 13^ 149: ijvaev di öianQvaiov Tqdeaai 
yeywvcig. Hom. hymn. Aphrod. 19: t/J ßdde ro^a . . . diangvaiol z* oko- 
kvyal, 80: dianqvaiov xi&agl^iüv. Hom. hymn. Herm. 336 : naldd tiv* 
evQov tovde dian^aiov xegatazi^v, Pind. Nem. 4, 51 : Qitig dk TCQorei 
0^l(f* NeomoJiefjiog d' jirtelgip dianqvaltf. Soph. Oed. KoL 1479: idov 
ftdX^ av^ig dfKplazaxat öiaTtqvaiog oroßog. Eur. HeL 1308: Kgoraka de 
BQOf^ia iiangvOLOv liv%a xiladov dveßoa. 

Als erster Theil des Wortes löst sich did ,durch' (Seite 171) ab, für das 
sich die Bedeutung ,weit' wohl aus ,durch' (,einen ausgedehnten Baum', 
wie sich leicht ergänzt) entwickelte. Da der innere Zischlaut vor folgendem 
i aus älterem t entstanden sein wird, ergiebt sich als Grundlage ein parti- 
cipielles ^nQvxo-^ das an sich aber noch nicht verständlich ist. 
öia'-TtdBtv ,durchsieben', siehe unter %ri'Uä ,Sieb' (2, Seite 854). Dazu ge- 
hört dlarvo-g ,Sieb*, das von Hesych (dlartog' 7) dkevQotrjaig. to xo- 
axivov) aufgeführt wird. 
rfc-dgeo^ae ,die Fäden auf dem Webstuhl aufziehen und das Gewebe an- 
fangend 

Nikophon. Rom. Bruchst. 5 (aus PoUux 7, 33, wo es im Vorausgehenden 
heisst: 7CQoq)OQ€io&aL' oStw ydq MXeyov ol l^Ttixoi t6 vvv ötd^ea&ai): 
6 ö' ^vq>alve&* latog^ ök öid^erai (scheint hier passivisch gebraucht). 
— Dazu: dlaOfiar- (dlaofia) ^Aufzug des Grewebes'; Kallim. Bruchst 
244: ei öi note 7tQog>OQOlvto äidcfiatay (pdqBog agyi/jv, Nonn. Dionys. 
6, 152: xai noai q^oiraXioiai rcaXlvdgofiog okqov otv* Sxqov TtQWTOTiayrj 
ftoif]0€ didaf^ara, q)dg€og ciQXtjv^ 

Aus dta ,durch^ (Seite 171) und -adjead^ai, aus dem als attische Form 



174 Griechische Etymologie. 

a%%Ba^ai (wurde schon 1, Seite 94 au^effihrt) hervorging. Die so sich 
ergebende Verbalgrondf orm *o<5- ist in den verwandten Sprachen noch nicht 
aufgefunden. 
öiaiistd% ,ganz hindurch, durch und durch'. 

Aesch. Prom. 65: adaiiavKlvov vvv ag>tiv6g ai&adrj yvd&ov aziqviav 
öia^TtaS naaadkev* i^Qw/xiviog, Schutzfl. 548: lantei d' Idaläog di' 
aiag firikoßorov Ogvylag diafznd^. 945: TiSvd* iqfT^kiarai voQwg yofKpog 
diafiTta^. Eur. Bakch. 994 : IVco ^ig>rjq)6Qog q>ov€vovaa kaifiüv diafiTca^, 
Xen. Hell. 7, 4, 23: 6 ^AgxldaiÄog Ixirguito %6v firigov diafifta^. 

Der Schlusstheil des Wortes ist nicht verständlich, kaum der selbe wie 
in Sna^ ^einmal' (1, Seite 59). Als die beiden vorausgehenden Theile 
aber lösen sich ebenso wie im gleich folgenden wohl did ,durch' (Seite 
171) und avd ,in die Höhe, auf, an' (1, Seite 187) heraus. 
dcafxjr€9^g ^ganz hindurch, durch und durch, ganz und gar'; ,ununterbrochen, 
fortwährend'. 

Bei Homer 33 mal II. 5, 658: alxfjtrj ök ötafifteQhg 17 A^' aXeyeiin/j. 
IL 5, 112: ßiXog (oxv 8ia/X7teQig incßiQva^ wfxov. IL 10, 325: %6q>Qa yag 
ig aTQotdv elfii diafinBqig. IL 16, 640 : ßekieaai xal aXfiazi xal hovItjOiv 
Ix yi€q>aXrjg eikvro diafinsQig ig nödag oTCQOvg. Od« 5, 480: ovt* ofißgog 
TtSQdaaxe diaf^Ttegig. — IL 10, 89: tov negl Tcdvtwv Zeig ivitpie novoiGt 
öiafiTtBQig. n. 16, 618: rdxa %iv üb xai og^on^v tvbq iovra iyx^S 
ifiov narinavae öiafiTtegig. Od. 13, 59: xaigi fioi^ w ßaalkeiOj diafinegig. 

Wurde in seinem Schlusstheil dfiiteQig schon früher (1, Seite 238) auf- 
geführt und besprochen. Das an den dort angeführten Stellen frei voraus- 
gehende did ,durch' (Seite 171) fügte sich hier fest an. 
öie-ö&ai (öle-vrat Opp. Jagd 1, 426; activ iv-dle-oav IL 18, 584) siehe unter 

öL-ead^ai (Seite 170). 
öU% (vor Gonsonanten dt^x, wie öihi fieyaQoio Od. 10, 388; 17, 61) Adverb 
und Präposition ,durch, ganz durch'. 

Hom. Hym. Ap. 432: xokjtog arcelQwv^ oare dikx. neXonovviqaov nUiQov 
iFioyei, — IL 15, 124: co^ro öih, tzqo&vqov. Od. 10, 388: KIqxk] dk öux 
fieydgoio ßeßrjxei. 

Ging von öid ,durch' (Seite 171) aus und stellt sich seiner Bildung nach 
zu dni^ ,von . . . weg, aus' (1, Seite 65). 
öisifö-q^ von ungewisser Bedeutung. Bei Späteren scheint es in der Be- 
deutung ,feuchf oder ähnlich gebraucht. 

Od. 6, 201: ovK ia&^ ovrog dvijg äuQog ßgotog^ ovdh yivrjtaij og xev 
Oaiij'Awv avÖQvjv ig yaiav YxrjTai drjßioTrJTa (piquiv. Od. 9, 43 : ivd^ t] 
rot fihv iyw diegif noöl q>evyiy,Bv rjf^ag ijvwyov. Hes. Werke 460 : avtjv 
xai öuQ^v ccQocov aQOTOio xai9' co^ijy. Aesch. Eum. 263 : al^a . . • . ro 
duQov Ttiöoi x^l^^^^ oXxerai, Ar. Wölk. 337 : inoiovv (sie sangen) . . . 
bW aeglag^ dugdg (nämlich v€q>ikag). Vögel 213: iUli^ofiivri (nämlich 
,die Nachtigall') öuQolg fiikeaiv yivvog ^ovd^ijg. Theokr. 17, 80: NelXog 
dvaßkv^wv duQav o%e ßciXcexa ^QvnzBi» Eallim. Ap. 23 : nitgog, ootiq 



Griechische Etymologie. 175 

hl 0Qvyl7] duQog kl^og koTrjQixTai. Zeiis24: nolka dh KaQvliovog avuf 
öiegov ft€Q iövTog ikvovg IßaXovxo TuvaiTtera. Brachst 245: duQTjv ö^ 
dfteaelocno kalg>rjv. Arist gener. et interit 2, 2, 6: aytUeitai yoQ t(^ S^Q(^ 

xal to vygov xal %6 duQov duQov fiiv kari %b %xov dlXoTglav vyQOTfjva 

iTtmokrjg, ßeßQBy/iivov di to elg ßad'og, Ap. Rh. 1, 184: öieQjj TtBtpoQTjto 
xekev&tp. 2,1101: Zeig . , . . vdozi arniaLviav duQtjv odov I/^qxtovqoio. 
4j 1455: %al noi Yig dugolg inl xBlXeaiv elnev iav&elg. Luk. Lexiphan. 
4 : og .. • q>aQ(ioaLOv oTteQv&Qiäaal ve Ttoiiioei %ovg 6q>&akfiovg aal firi- 
xiri XfifiaXiovg elvai ^ij<5^ öibqov ßkiTceiv, Antiph. (in Anth. 9, 86, 3): 
^vgy ocjQSOv a-S'Qijaag .... ndywvog ÖibqoIo vo&rjv ciöd^aro aaQxa. 

Dunkler Herkunft Das Snffix wie in lego-g ^kräftig, rüstig (?)^, ^heilig^ 
(1, Seite 10) nnd sonst mehrfach. 
öiö ywesshalb', nnd dann auch demonstrativ ,desshalb^ 

Thnk. 2, 21 : dio dtj aal ^ g>vy^ avrtp iyivBJO ix STtaQTtjg öo^avTt 
X^f^ctai Tteia-dijvai t^v dvctxfJ^Qt}Oiv. 

Jüngere Znsammenschreibnng der älteren freien Verbindung der Prä- 
position dia ,durch^, ,wegen' (Seite 171) mit der ungeschlechtigen Form des 
Belativs S (1, Seite 492). In ganz entsprechender Weise bildete sich äion 
,wes8halb* (Hdt 3, 14; 32; 6, 105; Thuk. 1, 77), ,des8halb weil' (Hdt 3, 74; 
Thuk. 1, 52), ,daÄs' (Hdt 2, 43; 50; Plat Ep. 1, 309, D) aus diia) o ti. 
öto^q ,Yon Zeus herrührend, Zeus angehörend^, dann allgemeiner ,himmlisch, 
gottlich, herrlich' oder ähnlich. Für uns ist unbestimmbar, in welcher be- 
stimmten Bedeutung es in jedem einzelnen Fall gedacht sein mag. Die 
weiblichgeschlechtige Form lautet in der ältesten Sprache nur dia, so IL 
2, 714; 3, 171 ; 228; 423; 5, 70 und sonst oft 

Bei Homer über 400 mal; oft von Persönlichkeiten, auch Göttinnen, aber 
auch Yon Anderem gebraucht IL 10,290: Sla ^eo (Athene). IL 2, 820: 
df !/ig>Qodl'n}. IL 6, 305: rc6%vL [/ä&rjvaltj . . öla -^edcjv. Od. 12, 104: 
öUx Xdgvßdig. IL 1, 7: dlog *A%iXXsig. H. 2, 221: [/iyafii/jivovi dl(p. IL 
1, 145: diog ^Oövaaevg. Od. 16, 56: ölov vtpoQßov, Od. 3, 116: dlot 
^A%aiFoL IL 23, 346: ^AqLova (ein Boss des AdrSstos) ilov. IL 1, 141: vriFa 
fiiXaivav iQvaoofiev elg aka diav. H. 14, 347: %^cüy öla q)vev veßo-dTjXia 
Ttolrjv, 11.16,365: al&iqog hc öLtjg. 11.2,522: oIl t* aga Ttag Tcorafiov 
K7]q>ujdv ilov haiov. IL 2, 836: ölav AQlaßjjv (Stadt in Troas). IL 2, 
615: ISkida diav. IL 9,538: rj dk xoXwaafiivr] ölov yivog tox^aiQa wgaev 
%7ti x^^^^^ ^^'^ ayQiov. — Aesclu Prom. 619: ßovXevfia fiiv to Jiov^ 
*Hg>alatov de x^^Q* ^^^' ^g ccv ro Jiov of^fia lüßg>i^af] no&ov. 1033: 
tpevdrjyogelv ydg ovx kTclatarai arofia to ^iov. 

«-= Altind. divid- (jüngere Form divjd-) ,himmlisch'; BV. 10, 116, 3: 
mamättu tvä divids sdumas ,es berausche dich der himmlische Sömas'; 
BV. 1, 139, 1: a nü tdd gdrdhas dividm vrnhnaJiai ,herbei nun wünschen 
wir diese himmlische Schaar*. 

Ging von Jl-j alt JU^- ,Zeus* (Seite 171) aus und wurde mit dem Ab- 
leitungssuffix 10 gebildet, ging also aus altem *dlFio- hervor. Bei dem 



176 Griechische Etymologie. 

Ableitangssuffix lo^ das sich sonst fajst überall sehr deutlich abhebt, hat' 
die innere Formverengung etwas Auffälliges. Es ist vielleicht zunächst das 
suffixale t als über das / zurückgetreten (^dlifo-g) und darnach erst die 
Zusammenziehung der beiden i als eingetreten zu denken, wie ähnlich 
zum Beispiel eine Form wie ridela ,die süsse^ (Od. 8, 64; 9, 210) als zu- 
nächst aus fjdetßa (ßqöelfajy weiter aus *ßqdilFa, aus noch älterem 
*ßriöif'iaj entstanden zu denken sein wird. Das weiblichgeschlechtige Sia 
ist seiner Bildung nach auch sehr auffällig; es macht den Eindruck, als 
sei es durch unmittelbaren Antritt des Femininsuffixes la (zum Beispiel 
in Ttotvia ,Herrinn' 2, Seite 505) an das zu Grunde liegende alte JLF- 
gebildet 
öiööstvQO'V (die Mehrzahl dioanvQa bei Gfalen 6, 621), Name einer kirschen- 
ähnlichen Frucht 

Theophr. Pflanz. 3, 13, 3: o de yiaQnog (nämlich des Kirschbaums ,x^^a- 
(To^O Iqv&qoq, Sfjioiog dioaftvQ(f %6 oxrjf^a, ro di /jiiye&og ijlUoy xvaiioq, 
tcXtjv rov dioGfrvQov fiiv 6 nvQtiv axhfjQog, rov dh xegaaov fiakccxog. 

Enthält als ersten Theil wohl den (jenetiv zu Jl-- ,Zeus^ (Seite 171), der 
Schlusstheil aber ist wohl als Nebenform zu nigi^v ,Fruchtkem^ (2, Sdte 
625) gedacht und nicht etwa mit nvQo-g ,Waizen^ (2, Seite 624) identiscL 
Aiövvöo-q (Od. 11, 325; Hom.hymn. 7, 56; 19, 46; 26, 1 und 11; Find. Istfam. 
6, 5; Aesch. Bruchst 355, 3; Soph. Oed. Eol. 679; Ant 957; Bruchst 607; 
Eur. Bruchst. 177, 2; 586, 1; 752, 1), Name des Gottes des Weines und des 
Weinbaues. Daneben begegnet in älterer Zeit auch die Form Jlwvv- 
ao-g (11.6,132; 135; 14,325; Od. 24, 74; Hom. hymn. 7, 1 ; 34, 20 ; Hes. 
th.941; 947; Schild 400; Bruchst 94, 1; Find. OL 13, 18; Bruchst 29, 5; 
124, 3). 

Bei Homer 5 mal genannt H. 6, 132 und 135: ^vxooQyog . ..og nove 
fiaivofiivoto äJicJvvaoio ndi^vag aeve xat^ iiyad'eov Nvaijiov • . . z/uorvaog 
di q>oßrj'^€tg dvaeS'* aXog xara xvfxa, II. 14, 325: ^ dh Jidvvaov Sefiilrj 
Tixe, xoiQiia ßgorolaiv. Od. 11, 325: nagog di fiiv (d. hliQiadvrjv) Kd^e- 
fiig hcra Jlji Iv a(iq)tQv%ji Jiovvaov fAaQTVQlfjuiv. Od. 24, 74: dtZxe ök 
fii^rrjg x^vacov afJiq)iq)OQijfa' Jiutvvaoio Sh diSgov q>aax ifievai, 

E^mologisch noch unaufgeklärt Da der Name ohne Zweifel ein zu- 
sammengesetzter ist, darf man in seinem ersten Theil yielleicht den Namen 
Ji'y alt JuF- ,Zeus^ (Seite 171) yermuthen. Sehr auffällig ist das Schwanken 
zwischen o und w in den beiden neben einander liegenden Formen. Da 
nun das innere co unmöglich zu o verkürzt sein kann, so liegt die Yer- 
muthung nah, dass sichs an Stelle des cu vielmehr um ein altes positions- 
langes gehandelt hat, also vielleicht ein altes *Ji6avvao-g zu Grunde lag, 
dessen a dem folgenden Nasal assimilirt (wie zum Beispiel in iweßov ,sie * 
schwammen' II. 21, 11, aus *iavBFov) werden oder vor ihm auch einfach 
erlöschen (wie zum Beispiel in TÜivieiv ,küssen', aus *%vaviBiv 2, Seite 296) 
konnte. Die Entwicklungsgeschichte des Zischlauts zwischen den Vocaien 
V und o ist auch nicht ohne Weiteres klar. 



Oriechische Etymologie, 177 

öiTfixöaiO'i ^zweihnndert'; attisch dtäytouto-i (ThuL 1, 62, 3). 

IL 8, 233: Tgtitov avd"^ ixarov tc ditjxoalwv re Fi^aaroq OTi^a€a&^ iv 
nfolifiifi (nämlich yLevBavxi^g ^yogaoad-e). IL 9, 388: Qrjßag . . . . ai' ^' 
hccno^nvXol elai, dirjxoaioi di F&fLiaxag avigeg i^oixvevai ovv Ytctcoioiv 
aal ox€Oq>iv, 

lAt ducento- (nur pluralisch flectirt) jzweihundert' (Her. sat 2, 3, 61 ; 
Catull. 37, 7 und 8). 

Der SchluBstheil -kooio- wurde früher (2, Seite 292) schon besonders auf- 
geführt Das dit]- ist als zu dvo ,zwei' (siehe Seite 183) gehörig seiner Bildung 
nach sehr auffällig, scheint sich zunächst zu di- ,zwei' (in Zusammen- 
setzung, Seite 168) zu stellen oder bildete sich auch unter unmittelbarem Ein- 
fluss des so zu sagen nachbarlichen rgirj-noaio^i ,dreihundert^ (2, Seite 823). 
öi-TivExiq" ,weithin reichend'; attisch di-ävexig' (Anaxandr. bei Athen. 10, 
455, F; Plat Hipp. maj. 301, E). 

Bei Homer 6 mal, so IL 7, 321 : vamoiatv d ' AtFavra öirjveKieaai yiQai-- 
(}€v. IL 12, 134: ögveg .... FgiCfiaiv f^eydkrjai diijv&iieaa^ agagvZai. IL 
12, 297 : ivToa&ev dk ßoßelag ^axpe &afi€lßag xgvoBljjg Fgaßdoiai diijveKi" 
üiv Ttegi xvxXov, Od. 13, 195: argarciTol %e dirjv&iißg. Od. 18, 375: T(p 
%e fldoig el JFüHxa dirjvexia Ttgora/jiolfifjv. 

Wurde schon unter seinem Schlusstheil rivexig- (1, Seite 621) aufgeführt 
und besprochen. Die Bedeutung des di(a)- entwickelt wie in dia-Ttgvaio-g 
,weit dringend, weit reichend' (Seite 173). 
öiiox'Siv ,yerfolgen', ,in rasche Bewegung setzen, forttreiben'. 

IL 5, 672: ^egfii^gi^e . . , . rj ngozigu Jilbg vlov igiydovTtoio dioixoi. 
IL 10, 359: %ol d' alxpa diumifiBv ogfitj^r^oav. IL 5, 223: Tgmoi Yrc/toi, 
tTtiata^evoi nedloio xgamva fiaV IV^a xai tvd-a öiwxifiev rjdk q>ißBa&au 
IL 13, 64: äg t' igri^ , . . og ^d tb , . , og^i^arj nsdloto diwfxifiev ogveov 
aXko. — H. 8, 439: Zsvg 8k natrig ^'Idtjd'ev ivrgoxov agiia xal Xnnovg 
Ovkv^novd' idlcjxe. Od. 18,409: ditixw ö' ov tiv' iyd ye, IL 23, 344: 
ei ydg % Iv vvoat} ye TtagB^ekaariad'a ditixtüv (nämlich ^iftnovg). Od. 13, 
162: 7] 6k (Äaka axBÖov rjXv^e Ttovronogog vrivg ^l^qta diwxofiivr], 

Gehort ohne Zweifel unmittelbar zu dle-a&ai ,f orttreiben, verfolgen' 
(Seite 170), die Weiterbildung durch x mit vorausgehendem cu aber ist eine 
sehr ungewöhnliche. Vielleicht darf man iwxi^, alt wahrscheinlich ficjxT^ 
,Schlachtgetümmel' oder ähnliches (Seite 1 6), das aber keine lebendige Ver- 
balform mehr unmittelbar zur Seite hat, am Nächsten vergleichen. 
Jiibvrij Name einer Göttinn. 

Bei Homer nur zweimaL IL 5, 370: rj d* iv yovFaat nlntB Jiwvrjg 
dV *A(pgodi%ri^ fiijTgog ifijg, IL 5, 381: Trjv d' i^/xBlßBr^ HuBLta Jidvri dia 
&eawv. Hes. th. 17: vfiVBvaai (die Musen) .... Oolßrjv tb xgvaoaricpavov 
%akiv TB /Jicivrjv, 

Wird von Jl-, alt JIF- ,Zeu8' (Seite 171) ausgegangen sein. Die Suffix- 
form aber ist dieselbe wie zum Beispiel in xogwvr] ,Erähe' (2, Seite 369). 
Aii&rvoo-qj siehe unter Jiovvao-g (Seite 176). 

LeoMeyet, Orieohiache EtymoloKie. III. 12 



178 Griechische Etymologie« 

öiiaX'6yiO''g ^weithin reichend^ 

Zuerst bei Piaton nachgewiesen. Plat Ges. 10, 890, £ : Tlök.. . . oSrwg 
elg nhfi^ Xeyofievoy fn^xf} %b av xiKtrjTai dnaXvyta] Theaet 162, A: ov 
fjiaxQa fiiv xal diwkvyiog (pXvaqla^ EalL Brachst 111: ivd-^ ävi/iiov /ue- 
yaXiov xvfia diiokvyiov, Antiph. (in Anth. 7, 641, 4) : evr^ av ^ktfiofiivoio 
noTi azevov vdatog (in der Wasseruhr) a^Q aiXov aTtooTelkf] nyevfia 
diußkvyiov. 

Als erster Theil löst sich deutlich di{a) ab, offenbar in der selben Be- 
deutung wie in di-rivexig' ,weithin reichend^ (Seite 177). Ganz dunkel 
aber bleibt noch 'dkvyio' und wird auch nicht verständlicher durch Hesychs 
Anführung wXvylwv^ axoTeiviSvj xaxwvj idaxQWVy o^itav, fieyaXtJv, 
dcae, gleichbedeutende Nebenform zu did ,durch^ (Seite 171). 

Mehrfach bei Aeschylos, doch durchaus nicht an allen Stellen sicher 
überliefert Ag. 448: neaovrXa) aXXorglag dial yvvaixog. 1133: xoxoiy 
yaq dtal noXvenelg %ixvat ^eanupdol q>6ßov q>iQovaiv fjia&eiv. 1453: 
TCoXXa rXavTog ywaixog öiaL 1485: dial jJiog navai%lov ftav^qyita. 
Bruchst 296 : naaa yaq Tgola didoqxev "ExxoQog Tvxfjg 8iaL 

Stellt sich seiner Bildung nach zu oTtal ,ab, fort' (1, Seite 73) und noch 
mehreren ähnlichen Bildungen. 
öiavta ^Leben, Lebensweise'; yLebensunterhalt'; , Auf enthalt' ; ^schiedsricht»* 
liehe Entscheidung'. 

Find. Pyth. 1, 93: oittd'OfjLßQozov avxrjfza do^ag olov arcoixofiivcjv av- 
ÖQCJv ölairav iiavvBi. Aesch. Prom. 490 : dmQiaa, .... öiaiTov rjvTiva 
^ova* ^Aaarou Hdt 1, 157: h, %ov%ov de xeXevofioavvTjg ^vioi xi^v 
Ttaaav dlairav tijg ^orjg fietißaXov. Thuk. 2, 16: dlaizav re fiiXXovteg 
fieraßaXXeiv» 2, 51, 3: ndvra ^vvjjQei (,raffte hin^) xal ra Ttaaij diaivjfi 
d'egaTtevofieva. — Pind. Ol. 2, 65 : ov x^ova Tagdaaovreg iv x^Q^S dxfig 
ovdi 7t6rru)v vÖwq xaivdv nagd dlaizav. Soph. Oed. KoL 751 : dei ae 
xrjöevovaa xal t6 adv xdga nzwx^^ dialz]]. Xen. Eyr. 1, 3, 1 : h Iligaaig 
dh . . . ölairai evTeXiategau Mem. 1, 6, 5: 17 rt}^ dlaizdv /lov q>avXl^eig<» 
(ig fjTzov f4€v vyieivd ka^lovzog ifiov rj aov, f^zzov de laxvv nagixovta. 
— Hdt 2, 68 : iv vöati dlaizav noievf^evov (nämlich ,das ErokodilO. 
1, 36: o (ikv dri dlaizav elxe iv Kgolaov. Thuk. 1, 135: ^cay diaizav 
fiiv iv ^Agyei. Ar. Vögel 413: %guig ßlov dialzrjg ze xai aov. — SopL EL 
1073: diTtXrj (pvXoTtig ovx ^' i^iaovzai g)iXozaal(p dialzq. Plat Ges. 6» 
766, D: aqxovog d* av dixaoz^g fi^iv xal piri nXelm zcuv avzudixwv iv 
zalg ävaxglaeai q>&€yy6fiBvog, xad'dneg iv zaig dialzaig. Dem. 59, 45: 
%7teiaev dlaizav inizgixpai avzolg. 

Eine sehr ungewöhnliche Bildung. Bei der Kürze des auslautenden a 
kann man nur an suffixales altes la^ also Entstehung aus *dlazia^ denken. 
Ein derartiges Zurücktreten des i (wie zum Beispiel in fiiXaiva ,die dunkle^ 
n. 2, 699; 14, 439, aus *^iXavid) aber bei nachbarlichem z findet sich, wie 
es scheint, sonst überhaupt nicht Darf hier eine ganz vereinzelt stehende 
Suffixform zia {ijä) angenommen werden? Zu Grunde liegt muthmaass- 



Griechische Etymologie. 179 

lieh der selbe Yerbalstamm wie in altostpers. gjdeti- ^Leben' (in daregd- 
-gjäitir jlanges Leben^. So würde der anlautende Dental sich ähnlich 
entwickelt haben, wie in t^ «« altind. ca «=> altostpers. ca ,und^ (2, Seite 716). 

öiaivaiv ^benetzen'; ,mit Thränen benetzen, beweinen^; auch medial diai- 
vBO^ai ,Thränen vergiessen^ 

IL 13, 30: otJd' vTcivegd-e diaiveto x^i^eog a^cov. IL 21, 202: dlaive di 
fiiv (liXav vduiQ. IL 22,495: rcJy d^ iX&qaartwv xorvkrjv tiq tvt&ov 
BTtiax^i %elXea fiiv v kdlTjv^ vTteQf^rjy d* ovx kdltjvey. Theophr. Winde 
58: %a fiev ßoQSia ^Qalyei xal anktjQvvei, ra dk votia avvyqalvei xal 
dialvBu — Aesch. Pers. 1038: dlaive dlaive nfjiJLa. — Aesch. Fers. 258: 
alal, dialvea^e, üigaai, toö* äxog TikvovTeg. 1039: öiaivofiai yoedvog 
wv. 1065: öialvov ö^ oaae. 

Ans *diaitjeiv. Daa av darin aber kann nur nominales Suffix sein, 
ganz wie zum Beispiel in fieXalvead'ai ,dunkel werden^ (H. 5, 354; 18, 548), 
aus *fieXav-jea^ai. Der zu Grunde liegende Yerbalstamm aber — ob 
etwa diß" ? — ist nicht mit Sicherheit weiter zu verfolgen. Ob etwa 
duQo-g (Seite 174) dazu gehört, so weit es bei Späteren die Bedeutung 
,feucht^ zu haben scheint? 

öai, Partikel, die sich gern an Fragwörter schliesst, meist bequem mit ,denn' 
zu übersetzen. 

Bei Homer dreimal, doch etwas unsicher überliefert IL 10, 408: Ttwg 
dal (IBekk. und Nauck schreiben ö' al) twv aU,vjv Tq^wv q>vlaxal 
%e ifLai evval] Od. 1, 225: %lg dalg, rlg dal (IBekk. und N.: dh) ofiikog 
od' MTckevo] Od. 24, 299: nov öal (IBekk. und N. : di) vrivg iarriie] Eur. 
El. 1116: %l dal noaiv adv aygiov elg fiixäg e%eig'j Aristophanes hat es 
über 30mal, wie Ach. 612: %l dal JgaxvXkog] 764: zl dal q>iQeig\ 912: 
%i dal naxov 7ca&(jiv] Wölk. 1275: zl dal; 

Seiner Entwicklung nach nicht verständlich. Buht vielleicht auf dem 
selben Grunde wie di] ,offenbar, gewiss' (Seite 166). Der Bildung nach 
lassen sich wohl ycal ,und, auch^ (2, Seite 223) und ein paar neben diesem 
genannte einsilbige Wörter vergleichen. 

öalsad'ai (aus *daßlea^ai ,entbrennen, brennen' (IL 8, 75; 18, 227) und 
daleiv (aus *daFleiv) ,in Brand setzen, entzünden' (11.5,4; 7; 9,211), 
siehe unter da-, alt daF- ^in Brand gerathen, brennen' (Seite 158). 

öaiBO&'ai (aus *daajea^ai) ,theilen' (Od. 15, 140; 17, 332) oder auch passi- 
visch ,zertheilt werden' (Od. 1, 48; 9, 551), siehe weiterhin unter daa-, 

öai- ,theUen', insbesondere ,zum Essen zutheilen, ausrichten, bewirthen^; 
medial ^ch bewirthen lassen, schmausen' mit dem Futur dalaeiv (IL 19, 
299; Aesch. Eum. 305; Eur. Iph. A. 720), medial dalaezai (Od. 18, 48; 
Lykophr. 668), dem Aorist Uaiae (Pind. Nem. 1, 72; HdL 1, 162; Eur. Or. 
15), medial idalaaro Pind. Pyth. 10, 31; Soph. Bruchst 731, 5; daiadfie- 
vo-g Od. 7, 188; 18, 408) und der — mit ihrem inneren a sehr auffälligen, 
vielleicht aber auch gar nicht hieher gehörigen — passivischen Aoristform 
daia^elg ,verzehrt' (Eur. Herakl. 914). Das Präsens ist mit -w gebildet: 

12* 



180 Griechische Etymologie. 

dalvvfÄi (IL 9, 70; 23^ 29; OcL 4, 3) und medial dalvvf^ai (II. 5^ 805; 
9,228; 15,99). 

IL 9, 70: dalvv dalra yiQovai. II. 19, 299: ovdk fiky ov6i fi tFaoxeg 
.... dalaeiv di yafiov fiera MvQfiidoveaoiy. Od. 3, 309: tov xrelvag 
dalvv Taq>ov Id^etoiaiv. Aesch. Eom. 305 : xo2 ^wv fi€ dalaeig. Hdt 1, 
162: tov . . . Idarvaytjg dvo/Kp tQaniCf] idaiae. Eur. Or. 15: tdaia^ d' 
ovv vtv tAcv* anoKTelvag *A%QBvg. — IL 15, 99: «f Ttig %ig iti vvv dai- 
vvtat &jq>g(ov. IL 24, 63 : kv dk ai) tolaiv dalw* %xiav (poQfiiyya. H. 24, 
802: dalwvx^ Iqvxvdia dalra. Od. 9, 162: i^fie&a daivvfievoi xgißa t' 
aaneza xal (jii^ ffjdv. II. 9, 535: äkkoi di &€ol dalwv&^ htoerofißag. 
Find. Nem. 9, 24: iTtta yctQ dalaavro nvQal veoyvlovg qxaTag. ArchiL 
Brachst 99: yaiwv (ikv otm iöaiaainqv. Hdt 1, 211: xhd'ivTßg kdalwnoj 
TckrjQca^ivTeg de q>0Qßijg xal oIlvov evdov, — Dazu: ä-öaivo-g ,mcht 
yeizehrt, nicht zu verzehren'; Aesch. Ag. 151: anevöofiiva &valav higav 
avofiov Tiv*j adairov. — dalT' (dalg), dalTtjj daivv^g, dairgo-g 
(siehe weiterhin besonders). 

Altind. ddjatai ,er vertheilt, er theilt aus, er theilt zu' ; vi-dojatai ,er zer- 
theilt, zerkaut, verzehrt', ,er theilt aus'; BV. 1, 130, 7: dhdnämi ddjamänas 
,6üter austheilend' ; BV. 2, 13, 6: jds bhduyanam ca ddjasai ,der du Speise 
austheilsf ; BV. 1, 68, 6: rajim dajasva ,Beichthum theile zu'; — BV. 4, 7, 
10: sthira cid ännd dajatai vi gdmbhäis ,auch feste Speisen zerkaut er 
mit den Zähnen'; — BV. 9, 90, 2: vf ratnadhas dajatai variam ,der Schätze 
Gebende theilt Güter aus'. 

Altostpers. daj- ^ertheilen'; ä-daj' ,zurückgeben, antworten'. 

Offenbar gehört das i in ai ursprünglich nur dem alten präsentischen 
Kennzeichen ja an, also dalerai »» altind. dd-ja-tai , so dass sich als dn- 
fache Verbalgrundform ein da ergiebt, wie es in den abgeleiteten da^ee- 
ad^at ,theilen, vertheilen' (II. 5, 158; 18, 264; siehe weiterhin) noch deut- 
lich erkennbar vorliegt Aus dem Altindischen schliessen sich noch For- 
men an, wie da'-ti ,er schneidet ab, er mähet ab' (BV. 5, 7, 7), dä'-tra-m 
,Sichel, Sense' (BV. 8, 67, 10), die auch jenes suffixale ja noch nicht ent- 
halten. — In nahem Zusammenhang wird wohl dag- : dalea&ai (aus 
*daaj€a&ai) ,theilen' (siehe weiterhin) stehen. 
öaiiff' (daf^Q), homerisch ohne Zweifel noch da iß ig- ,Mannesbruder, 
Schwager'; attisch äai^Q (von Arkadios 20, 11 aufgeführt). 

Bei Homer 6 mal. IL 6, 344 und 355: öalßeQy so redet Helene den 
Hektor an. II. 3, 180: daißrjQ ovt^ i/jidg ^axe %vv(anidog, sagt Helene in 
Bezug auf Agamemnon. IL 14, 156: ^Hqri .... alrixa d' fyvw . . . cnko- 
naalyvrirov xal dailiqa (den Poseidaon). IL 24, 762 sagt Helene: "^xro^, 
l^(^ ^iu<^ daifguiv (so hier zu lesen statt des daigtjv der Ausgaben) 
TtoXv (plhcatB Ttavfwv und Vers 769 dieselbe: dkV ei xlg /le xai aklog 
ivi fieyaqoiaiv Ivlnxoi daßguiv (statt daiguiv, wie eben vorher) f yakoF^y. 

Lat IhnrO' {levir) ,Schwager'; PauL ex Fest: levir est iixdris meae 
f räter. Modestin. (Digest 38, 10, 4; § 6): dtdtur ... . viri frater levir. 



Griechische Etymologie. 181 

is apud Oraeeös datJQ appelldtur. • Non. Marc. 557, 8 : levir dicitur fräter 
mariti. 

Ahd. zeihhur] — ags. täcur. 

Lit diverirs ,des Mannes Bradei'. 

Altslay. dSverX ,Schwager^. 

ArmeD. tagr, ältere Form taigr ,des Mannes Bruder^. 

Altind. daivdr- ,Brader des Ehemannes', besonders ,der jfingere^; BV. 10, 
40, 2: Teds vam gajuträ' vidhdvä iva daivdram ,wer bringt euch aufs Lager, 
wie die Wittwe den Schwager*? BV. 10, 85, 46: samragni . . bhava . . . 
adhi daivfshu ,Herrscherinn sei über des Mannes Bruder*. 

Neupers. diwar Jüngerer Schwager der Frau* (nachgewiesen von Dr. Paul 
Hom in Zeitschr. d. D. M. Ges. 49, Seite 732). 

Dunklen Ursprungs. In den deutschen Formen, an deren enger Zu- 
gehörigkeit nicht zu zweifeln ist, bedarf der Guttural noch bestimmterer 
Erklärung. — Ffir die homerische Sprache ist die überlieferte Form däig- 
eben so undenkbar, wie neben dem homerischem ilaLFrj ,Oelbaum^ (1, Seite 
481) die abgeleiteten Adjective llatveo-g (Od. 9, 320; 394; statt iXaifl- 
veo-g) und ikalvo-g ,yom Oelbaum* (II. 13, 612; Od. 5, 236; Od. 9, 378; 
382 ; statt tXalßivo-g) sicher falsch sind. Die Fonnverengung in datßQiSv 
ist die nämliche wie zum Beispiel im Pluralgenetiv naxQwv ,der Väter* 
(Od. 4, 687; 8, 245) neben nariguy (IL 4, 405; 6, 209; Od. 4, 94). — Das 
anlautende lat. l trat an die Stelle von d, wie zum Beispiel in lacntma 
,Thräne* (Enn. trag. 168; 238) für dacruma (Paul, ex Fest). 

'öeieXo-g in iv-öeUlo-g jwdthm sichtbar* (Od. 2, 167; 13,234), siehe 
unter dieko-g (Seite 164). 

öeieXo-g ,abendlich*. 

Od. 17,606: r^dr] yag xal iTd^kv^e deUXov ^ßag. 11.21, 232: elg o 
xev iX&T] deleXog (hier substantivisch abendliche Zeit*) oipi diwv. Ap. Bh. 
3, 417: deUXov ägijv Ttavofiai afiijtoio. 1, 1160: avQaigj at viov Ix tto- 
ta^wv vnb öeUlov rieQi&ovrai, Theokr. 25, 86 : ^ihog fikv l'/reira Ttorl 
^6q>ov IhgoTtev Xnrtovg delekov fifiOQ aywv. KaJl. Bruchst 190: delekov 
aizi^ovaiVj ayovai dk x^^^S ^/r' igyov. — Dazu: öelXfj (aus *d€iiXr]) 
«Abend'; IL 21, 111: Maaevai ^ rjßwg rj delXrj (hier wohl noch: öeiiXt]) rj 
fiiaov ijf^aQ. Hdt 8, 6: kg rag ldq>eEag negl delXriv TtQwitjv yevofiivijy 
anUaxo ol ßagßaQoi. 7, 167: i^axovTO l§ riovg dg^a/xevoi fiixQi delXrjg 
oiplrjg. 

Dunkler Herkunft. Das Suffix wie im Vorhergehenden. 

öoiö-q ,zweifach, doppelt*; meist in der Mehrzahl für ,zwei*, so fast dreissig- 
mal bei Homer; IL 3, 236: doicj d' ov övva/jiai ßidietv :ioafjirJTOQe Xafwy 
IL 13,126: afÄ<pi d' o^* AXFavtag öoiovg YoTavTO q>aXayy€g. IL 4, 7: 
öoial fihv MeveXdßtp agijyoveg eial ^edtov. IL 24, 648: lazogeoav 8ow 
XäxB' iyAoviovaai, — EaUim. epigr. 1,3: doiog (jlb xuXbI ydfiog. Antip. 
(in Anth. 9, 46, 2) : doirjg ifAfiogev evTvxirjg. — Dazu: öon^ ,Zweifel*; II. 



182 Griechische Etymologie. 

9, 230: h öoifj dk aataaifiev (Nanck schreibt dafür: oaag iiiev) fj dno- 

Lit dveßj die Zahl ^wei^ 

Altslav. dvoi ,zwei'. 

Altind. dvajd' ^zweifach, zwei'; BV. 6, 27, 8: dvajän . . rathinas ^wei 
Wagengespanne'; BV. 9, 72, 3: sdm dvajfbhis sväsrbhis Jcshaiti ^zusammen 
wohnt er mit zwei Schwestern'. 

Wurde ganz wie zum Beispiel das pronominelle nolo-g ,wie beschaffen'? 
(2, Seite 475) mittels des Ableitungssuffixes to gebildet, und zwar aus dem 
Zahlwort ovo ,zwei' (siehe etwas Seite 183), steht also zunächst für ^öFo-io-, 
Sein / aber ist ebenso wie zum Beispiel in doidsKa ,zwolf' (II. 9, 123; 
265; 328; zunächst aus ^d/o/Jßxa) in der homerischen Sprache schon 
nicht mehr vorhanden. 
dv- ,sich wohijiein begeben, eindringen'; oft vom Anlegen von Kleidung 
oder Biistung; mehrfach auch vom ,Untergehen' der Sonne und anderer 
Gestirne; mit dem Aorist %dv (IL 3, 36; 8, 487; 9, 553; dv»L IL 16, 64; 
ötfjLsvaL IL 6, 185; 411; 14, 63) und dem Perfect didvvLB (II. 5, 811; 9, 
239; Od. 12, 93). Als präsentische Form bildete sich di^yecv (IL 17, 202; 
392; Od. 11, 579; kdvve IL 8, 43; 11, 19; 13, 25), neben dem einige wenige 
Male aber auch dveiv {dvwv IL 21, 232; Svowa Od. 5, 272; hL-8vB Hom. 
hymn. Aphr. 165) begegnet In gleicher Bedeutung werden daneben in 
medialer Form gebraucht das Futur övaofiai (H. 7, 298; 9, 231; Od. 12, 
383), der Aorist idvaevo (H. 2, 578; 3, 328; 9, 596) und das präsentische 
dvea&ai (IL 5, 140; 13, 225; 3, 114). — Das active Futur dvaeiv (IL 2, 
261; Hes. Schild 67), der Aorist mae (IL 4, 532; 18, 83; 11, 100; Od. 14, 
341 ; arco-dvoai IL 5, 435; 13, 182) und einige Male auch das präsentische 
dveiy {Iv-dvovai HdL 2, 42; xara'dvovai Xen. Kyr. 6, 1, 37; kv-idve Xen. 
Eyr. 6, 4, 3; dvovreg Theophr. Pflanz. 5, 4, 8) zeigen causative Bedeutung. 

n. 17, 392: 8vv€i 8i t" aljoitpr\ TtoXküv ihcovtcjv. IL 16, 340: Ttav 6* 
eiaw Uv ^Upog. IL 21, 515: Oolßog idvaevo Flhop Igi^v. IL 22, 99: el 
liiv xe TtvXag %a\ relxea Svw. Od. 13 ^ 366: ^ea dvve aniog. 11.6, 19: 
%(jj 8 ' a(iq)0} yaiav idvTtiv. IL 1 1 , 537 : o 8h ßleto 8vvai Sfiilov. II. 5, 
140: xoTcr axad'fAoig Sverai (nämlich Xiwv), — IL 3, 328: dfig)' äfioiaiv 
k8va€T0 %€vxea xaila. IL 3, 339 : ^e* ^8vv€v. IL 3, 332 : Swgrjxa rcegl 
arrj&eaaiv 'eSvvey. IL 18, 416: 8v 8k x^^wva. — D. 18, 241: "ELFikiog fiiv 
Uv. IL 8, 487: TQioalv fiiv ^* aßixovaiv Uv q)aFog. Od. 5, 272: iao- 
QCüVTi Tcal oipk 8vovTa BoßwTijv. — IL 4, 532: revxea 8^ ovx oft-iSvas 
(eigentlich ,liess der Bfistung sich entkleiden'); Od. 14, 341: Ix fiiv fie 
xiMvav zB xiTwva re ßel/xar * eSvaav (^liessen mich nicht entkleiden'). — 
Dazu: Sirtj-g ,Taucher'; Hdt. 8, 8: rjv yag iv T(ß orQcaoTtiSi^ xovti^ 
JSxvkllrjg 2xi(avaiog Svvrjg %<Zv t6t€ avd'QutTtmv aQiorog. — 8vai-g 
^Untergang'; Aesch. Prom. 458 : aozQwv Mei^a rag tc SvaxglTovg Svaeig, 
— 8vofjLi] ,Untergang'; Aesch. Pers. 228 : nov vag i/idrjvag gfaclv i8QvQ&at 
X&ovog; — xfiXe ftQog Svaptaig avaxTog ^HUov g>&ivaafiat(ov. 



Griechische Etymologie. 188 

Lat im-buere ,eintaucheii'; Plaut. Trin. 294: n^ inbu4s eis tuom inge- 
nium; Cic. Dej. 28: qvibtd^ ille studits ab ineunte aetäte se imbuerat] 
Ov. met 9, 153: imbütam Nesseo sangvine vestem. 

Zur Benrtheilung des Wortes ist das zasammengesetzte aXi-ßdiuv ,ins 
Meer {ah- wie zum Beispiel in aXL-TtXoFo-g ^ Meere schwimmend' IL 
12, 26) ^versenken', dann überhaupt ,Yersenken' (Eallim. Bruchst 269: at 
vrjag alißdvovoi. Lyk. 351 : eig avd}Qoq>ov ariyi^v Blgycrijs ahßövaaaa 
kvyalag di^ag) beachtenswerth , worin ein sicher sehr alter Anlaut ßd- 
bewahrt blieb, der auf dem Grunde eines alten Gutturales sich entwickelt 
haben wird, so dass man im Altindischen ein *ffu- als genau entsprechend 
würde vermuthen dürfen. 
öifo und daneben bei Homer noch etwas häufiger dvia ,zwei'; ohne weitere 
Flexionszeichen auch neben Casusformen gebraucht, wie IL 10, 253: tcJv 
dvo fjioiQawv, Od. 10, 515: dvcD Ttoxafitiv und IL 13, 407: dvw navoveaa* 
agaQvlav. In der nachhomerischen Sprache sind Oasusformen wie der 
Gtenetiv dvolv (Pind. Nem. 8, 48 ; Aesch. Prom. 778 ; 867) oder der ebenso 
lautende Dativ dvolv (Aesch. Ag. 1384) sehr gewöhnlich. 

n. 2, 406: xUlf]ax€v .... AXFavTB diu. IL 10, 76: naQa di . , . &e€iTO, 
aamig xal dvo dögße. II. 3, 116: dvto xiiQWiag i7te(i7tev. TL 18, 490: h 
dh dvw TtoLFijae ftokeig. IL 13, 499: dvo d* avdgeg ^qt^ioc • . . ßlevro. — 
Dazu: dvci-dexa ,zwölf (IL 2, 637; 10,488; 18,230), dcidexa (siehe 
besonders), d/- ,zwei^ (in Zusammensetzungen, siehe Seite 168); dif]x6- 
aio'i (siehe Seite 177), doi6-g (siehe Seite 181). 

Lat dtM] Att trag. 321: Mävortis armts duo congressds crSderSs; 655: 
Video sepulcra duo dtidrum eorporum . . — Dhzvl:* duo-decim ,zw51f (Plaut 
Epid. 675). 

Altir. dd (aus *dvä\ weiblich di. 

Goth. tva-; Matth. 9, 27: tvai blindans; Mk. 9, 43: tvös handtms haban- 
din\ Mk. 9, 47: tva au^gdtia hdbandin. — Nhd. zwei^ älter nach dem Ge- 
schlecht unterschieden zween, zwo, zwei. 

Lit düj weiblich dm. 

Altslay. dva. 

Alban. du. 

Armen, erku oder erk. Bugge (Beitr. 41 und 42) versucht zu erklären: 
er- von der Zahl erekh ,drei' (2, Seite 824) herüber genommen; hu zunächst 
aus twu entstanden. 

Altind. dvä'j ältere Form dud-*^ RV. 7, 18, 22: duä rdthä ,zwei Wagen'; 
BV. 10, 88, 15: dt44i sruM (weiblichgeschlechtig) ,zwei Wege'. — Dazu: 
du&'-daQan' ,zwölf ; RV. 4, 33, 7: dvA'daqa djün ,zwölf Tage'. — 

Altostpers. dva-. 

Ursprüngliche Form ist wohl dvo^ und dvw nach Art der zahllosen Dual- 
formen wie %7t7tu) ,zwei Pferde' (II. 5, 356 ; 588) erst umgebildet — Der 
Ursprung des Wortes liegt noch ganz im Dunkel. 
öi>ri jUnglück, Elend'. 



184 Griechische Etymologie. 

Bei Homer 4 mal. Od. 14, 215: ^ yaq fie dvrj ^ei ijkt&a TtoXlij (sagt 
Odyssens). Od. 14, 338: %olaiv dh xecxi) q>Q€al ßavdave ßovXti afitp* ifioly 
oq>Q^ 1hl nayxv dvrjg inl nrjfia ysyalf^r^v. Od. 18, 53: ov ntag lart ve- 
ßwtigtp avdgl ßaxea&ai aydqa yigovTa dvjj oQtifiivov .... (die letzten 
vier Worte wiederholen sich Od. 18, 81). Aesch. Prom« 513: fivQlaig di 
TtfjiÄOvalQ dvats %e xaf^gyS-eig. Soph. Aias 938: x^Q^^ Ttqbg ^fcag, olda, 
yevvala di;r}. — Dazu: dvaeiv ,nnglücklich machen'; nur Od. 20, 195: 
dkXä ^eol dvowoi nokvTtXdyxtovg dv&QibrtovQ, 

Gehort zu da-, alt da/- ,in Brand gerathen, brennen' (Seite 158). Das 
entsprechende aitindische du-i dtmduti bedeutet ,er brennt, vergeht vor 
innerer Hitze, vergeht vor Kummer' und causal ,er brennt, verursacht 
Schmerzen durch Brand, versetzt in Trauer, quält' (a. a. 0.). Ob etwa 
ein altes *dt^r] als nächste Grundlage zu denken ist? Dann liesse sich 
etwa vergleichen altind. düjana-m ,Gluth, Hitze im Körper' (Carakas). 
Ob die Bildung q>vij ,Wuchs, Leibesgestalf (IL 1, 115; 2, 58; 3, 208; zu 
(pv'-Bo^ai ,wachsen, entstehen' Od. 9, 109; 24, 410) sich in gleicher Weise 
entwickelte? 
öctö-Biv ,schlafen'. Dialektisches Wort 

Sappho 83 : davoig anaXag hdgag iv avtjd'eaiv. 

Vielleicht im Grunde das selbe mit laveiv ,schlafen, die Nacht zubringen' 
(2, Seite 19). Dann könnte sich das anlautende d ganz ähnlich entwickelt 
haben, wie in dem böotischen Jevg ^s Zevg und dvyov «» ^vyov ,Joch' 
(Ahrens 1, 175). 
ÖB'ö'Biv ,benetzen, anfeuchten'. 

II. 13, 655 — 21, 11^: Ix d' alfia fiiXav ^iße, deve dk yalav. H. 9,490: 
noXXonu (aol ^tn-idevaag ItcI aTq&eaai xixtava Folvov dTtoßXv^tav. Od. 8, 
522: daxQv d' idevev vno ßXeqfaQoiai jca^ßdg. Od. 7, 260: felfutta d* 
aifel ödxQvai d&ieaxoK II. 2, 471 «« 16, 643: cÜQr] ßeiaQivfj, 8%b %b yXo-- 
yog ayyea devei. 

Etwa Zugehöriges in den verwandten Sprachen entzieht sich unserm Blick. 

ÖB'6-eö'd'ai ,bedürfen, ermangeln'; ^nachstehen'; mit den Kennzeichen der 

Ableitung im Futur devrjaea&at (II. 13, 786 — Od. 23, 128; 6, 192; 14, 

510). — Daneben in der selben Bedeutung das active deveiv^ doch nur 

in der abgeleiteten Aoristform kd&itjaev (Od. 9, 483 »» 540). 

Bei Homer gegen 40 mal. 11.8,127: ovo* Sq* iri dFriv irtnw devi- 
a^v ariiidv%oQog. H. 1, 468: dalvw%\ ovdi %i ^lAog idevero daitog 
iflarig. IL 13, 786: ovdi %l q>rjfil aXa^g devi^aea^ai. 11.20,122: fiijöi 
Ti ^vfi(p deviad'W. — IL 23, 483: aXXa %e ndvra devBai 'Agyettav. Od. 
4, 264 : noatv ve ov rev devofievov, ovr* aq qiqivag ovxb vi ßeldog. IL 
17, 142: 'ISxTOQ feldog agiare^ t^oxrjg Sga noXXov idevev. — Od. 9, 540: 
xad d' %ßaXBv f^eroTtiad'e veFog xvavofrgwelQov tvvd'ov, idevrjacv d' 
oli^iov axQOv lnia&ai. 

Dialektische, und zwar ursprünglich äolische, dann überhaupt epische 
Nebenform zu diea&ai^ alt öiFea&ai (Seite 164). Das bv liegt neben dem 



Griechische Etymologie. 186 

alten bF ganz wie zum Beispiel in %x^vav ,sie gössen* (IL 3, 270 ; 4, 269 ; 
5,618) neben %x^Fav (11.18,347; 24,799; Od. 8, 436) oder in dUvtiai 
,er vermeidet, er entgeht* (Od. 24, 29) neben dUFovro (II. 18, 586). 
öa%- ,beis8en*, oft anch in übertragener Bedeutung, mit dem Aorist doAiuv 
(n. 17, 572; 18, 585; derxc II. 5, 493), dem medialen Futur örj^of^ai (Eur. 
Bakch. 351 ; Ar. Ach. 325) und passivischen Formen, wie dem Aorist iö^x^ 
(Soph. Trach. 254; Ar. Ach. 18; drix^ivr- Soph. Phil. 378) und dem Perfect 
dedrjyfiivo-g (Aesch. Ch. 843; Eur. Bhes. 596; Bruchst 316, 6). Das Präsens 
ist mit angefügtem Nasal gebildet: ödicveiv (Aesch. Sieb. 399; Pers. 846; 
Bruchst 397). 

IL 17,572: fivlrjg . , . ij %e xal iQyofiivt] fiaXa tcbq xQ^^S dvdQOfiioio 
Ixcevdf daxieiv. H. 18, 585: xivag . . . oe d' tj toi doKieiv (ilv aTcetQU)- 
nwvto XBOYKav. IL 5,493: daxe äk (pgivag "ExtoQi /avd'og. Aesch. Prom. 
1009: dcexwv 8k axofiiov wg veo^vyfjg TtvSXog ßia^ei xal Ttqbg rivlag fid- 
X^i* Sieben 399: X6q>oi di xoidoiv z' ov ddxvova' avev dogog. 

Goth. taJijan ,reissen, zerren*; Mk. 1, 26: tahida ina ahma sa unkrainja] 
Joh. 10, 12: sa vulfs fravilvith thö jah dis-tahjith tho lamba. — Dazu 
wohl nhd. Zange (,die beissende* ?), ahd. zanga. 

Altind. dag- ,beissen*; BY. 1, 189, 6: ddgatai ,dem beissenden*; RV. 4, 

38, 6 : kiränam dadagvän ,den Staub beissend*. Einige zugehörige Formen 

haben innem Nasal, wie zum Beispiel dänshtra-s (aus *ddnQ'trar) ,Zahn, 

Fangzahn* (RV. 2, 13, 4; 10, 87, 3). 

ödxxvXo'q ,Finger*, ,Fusszehe* ; auch nach der äussern Aehnlichkeit ,Dattel*. 

Bei Homer nur in der Zusammensetzung ßQodo-ddxtvko-g ,rosenfingrig* 
(IL 1, 477; 6, 175; 9, 707; 23, 109), dem ständigen Beiwort der Eos. Hdt 
6, 63 : inl dcncTvhav avfißaXlofievog (,zusammenz8hlend*) rovg (Arjvag. Ar. 
Wespen 432: aq>ijiug . . . tijiq)d'aX^(a TcvxXqt xewelte aal Tovg äcacfvXovg. — 
Eur. Iph. T. 266 : avexdgrjcev Ttdkiv axQoiat doKTvXotai TtoQ^fisvtav ix^og. 
Ar. Ritter 868 : xqIvuj a* oaiov iytpda tc^qi tov drjfjiov avdg* agcatov ev- 
vovavctTov T€ %y TtoXei xal rolai öaxTvXoiaiv (unmittelbar vorher hiess 
es: iyci aoi ^evyog TtQidfjievog ifißadiov %ov%l q>0Qeiv ölötofii), Xen. an. 4, 
5, 12: tuiv axQaxiuniiv . . . ol' %b vtco xov xf^xotg Tovg daxvvXovg %u)v 
Ttodüiv dftoaeatiTtoteg. Arist Thierk. 1, 59: (nämlich 7to86g) %6 d' ifingo- 
a&iov xov ftodog %b fiiv iaxiOfAivov ddxtvXoi Tcivte. — Artemid. Traumb. 
5, 89: Söo^i rig . . . . tov d'Bov (d. L ^AaxXriTtiov) hfxelvavxa trjg de^cag 
iavxov x^^Q^S '^(^S daxTvXovg na^ixBiv av%(^ ia&leiv. q>oivixag fcivze 
io-9'lwv id'Bganev'9'jr]. xal ydg al xov q>olvLXog ßdXavoi al artovdalai 
ödxxvXoi xaXovvxau 

In wie weit xoxvXo-g ,Näpfchen, Schälchen* (von Eratosth. erwähnt 
bei Athen. 11, 482, B), Nebenform zu xoxvXri ,Höhlung', ,Napf, Becken* 
(2, Seite 257), und nlxvXo-g ,tactmässiges Schlagen, tactmässige Bewegung* 
(2, Seite 508) sich bezüglich ihrer Suffixfonnen unmittelbar vei^leichen 
lassen, ist nicht ganz klar; jedenfalls ist das innere x in daxxvXo-g auch 
suffixal. Was ihm aber zu Grunde liegt, erkennen wir noch nicht Man 



186 Griechische Etymologie. 

hat nächsten Zusammenhang 'mit lat digiUhs fFingei' (Plant BncL 902 ; 
Cas. 711) vermnthet; der wäre möglich, wenn sein e, etwa wie in simUi-s 
^hnlich^ »« o/uaAo-g ^leichmässig, eben^ glatt' (1, Seite 551), anf alten 
A-Vokal znrückführte. An Zusammenhang mit unserem Zehe zu denken, 
verwehrt das Vocalverhältniss. 
öa^wX^-q, Name eines Seefisches. 

Athen. 7, 307, B: Evdvdrifiog d' b ^ddTjvaiog h %<^ neqi roQlxoty eidij 
xsatgiwy elvai atprjvia xal daxTvlia .... ra ök %mv dcacvvkiwv t6 fcla- 
rog ^et ekaaaov tcSv dvelv dccKtvlwv. 

Wurde offenbar nach dem Vorausgehenden benannt 
öäxQV ,Thräne'; mehrfach auch für ,Thränen^ 

IL 2, 266: -d-aleQoy di JFoi JUfteae ddniQv. IL 6, 496: ^aksQov xara da- 
%Qv xiFovaa. 11.9,570: devovro de öaxQvai noXnou Od. 5, 83: doKQvai 
ycal atovaxrjOi xal aXyeai 9v(a6v eQix&tav. — Daneben: die gleichlautende 
Form daxQvo-y. II. 16, 11: tigev xara daxgvov eißeig. Od. 23^ 33: ßke- 
q>aQwv d* afto daxQvov rjxev* 

Lat lacrima ,Thrane', ältere Form lacruma] Plaut Trin. 290: laerumäs 
mi haee qvom video Sliciimt; Cist 112: mi excivisÜ laerumäs. 

Altir. rfer; — komisch dagr (Fick 2*, 140). 

Goth. tagra- (ungeschlechtig) ; Luk. 7, 44 : si tagram seinaim gancttida 
meinans fötuns; — ahd. zahar] — nhd. Zähre^ eigentlich Pluralform. 

Gehört schwerlich zu dax- ,beissen^ (Seite 185), wie doch oft angenommen 
worden ist Das Suffix gv steht im Griechischen sehr vereinzelt, findet 
sich aber auch im altind. dgni- ,Thräne^ (BV. 10, 95, 12 und 13), das mög- 
licher Weise ein altes anlautendes d einbüsste. — Im Lateinisdien wurde 
noch ein suffixales mä angefügt Mit ddxQifiar- ,Thrane^ (Aech. F&s. 134; 
Eur. Andr. 92; zu öaxQveiv ,Thränen vergiessen' IL 1, 349; Od. 1, 336) wird 
man lacrima nicht unmittelbar vergleichen dürfen. Das anlautende l für 
d wie in leviro- neben daLFig- ySchwager' (Seite 180) und zum Beispiel 
auch in lingva ,Zunge' (Plaut As. 793 und 795; Poen. 1235) neben dem 
alten dingva (Marius Victorin. Seite 26 ed. Keil: commüniönem enim 
hdbuit l littera cum d apud antiqvds, ut dingvam et lingvam ; und Seite 9: 
sed nös nunc . . . scrthämus . . . lingvam per l poüus quam per (2), das 
auch in den Zwölftafeln (6, 1) noch zu lesen sein wird und das sich 
gothischem tu^gön- (Mk. 7, 33 und 35; Luk. 1, 64), unserm Zunge, un- 
mittelbar zur Seite stellt 
öd^ ,beissend^ 

Opp. Fischf. 4, 60 : avtdg o (nämlich Ix^ug) da^ /ikv tgeiaev. 

Stellt sich unmittelbar neben das gleichbedeutende oda^ (1, Seite 520) 
und lässt deutlicher als dieses seinen Zusammenhang mit dax- ,beis8en^ 
(Seite 185) erkennen. 
6a%aöii6-q ,das Juckend 

Tim. Lokr. 103, B: ^evfiorcCofieva %tva fjiigea äa^aofidg noievvru 

Gehört zu oda^ea&ai ,Jucken empfinden^ (1, Seite 520), dessen an- 



Griechische Etymologie. 187 

lautendes 6 in der selben Weise fehlt wie im vorausgehenden dd^ im Ver- 
hfiltniss zum gleichbedeutenden 6dd^. 
öiX'S(^ai aufnehmen y annehmen^^ dialektische Form zu dix-ead^ai (siehe 
weiterhin); findet sich bei Sappho (1, 22) und öfter bei Pindar (Ol. 4, 8; 
5, 3; 13, 68 und 92; Pyth. 1, 98; 5, 86; 8, 5; Nem. 5, 38; Isthm. 1, 51 ; 7, 68) 
und Herodot (1, 60; 2, 143; 3, 39; 51 ; 135; 4, 26; 5, 18; 6, 13; 7, 119; 8,28; 
114; 137; 9, 91). Die ausserpräsentischen Formen lassen den Schlusslaut 
der Wurzel (x oder x?) nicht mit Sicherheit bestimmen. 

Sappho 1, 22: al di diZqa firi dixer^ dXka ddaei. Pind. 01.4, 8: J 
Kqovov Ttal . • • . OvXvf^niovUav d^ev Xagltwv ^ari Tovde xtSfAov. 
Hdt 1, 60: dhcea&ß ayad-tp v6(p IleialaTgatov, — Dazu: ^Bvo-dono-Qj 
homerisch noch ^evßo-dofto-g ,6astfreunde i^ivo- 2, Seite 300) aufnehmend'; 
IL 3, 354: oq>Qa rig igglyriai . . . ^evßoöoxov xaxd Fiq^ai. — larodoxr] 
,6e8tell zur Aufnahme des Mastbaumes'; IL 1, 434: latov d* laToöoxjj ni- 
Xaaav. — ngodoxr^ ,Stelle wo man dem Wild auflauert; IL 4, 107: aiyog 
oyQlovj ov ^a . . . Tcizgrig ixßaivovraj dedeyfÄivog iv TtQodoxfjaiv, ßeßki^xei. 

Bei Fick (H, 453) findet sich in ansprechender Weise dazu gestellt: ags. 
tigdh ("» tfdh) ,6ewährung', altslav. desiti ,finden', ,ergreifen, treffen', neben 
dem auch die gleichbedeutende Form dosiü gebraucht worden ist, und 
altind. däg- ,darbringen, gewähren', das mehrfach im BgyMas begegnet, 
wie 1, 71, 6: jds tübhjam . . . ndmas . . ddgät ,welcher die Verehrung 
darbringt'; 2, 19^ 4: puriini indras dägat dägüshai , Vieles schenkte Indras 
dem Frommen'; 1, 94, 15: jäsmäi tuäm . . dddägas anägästväm ,welchem 
du Schuldlosigkeit schenktesf . Damach würde das x ^on dix-^<f^oi'' erst 
ein jünger entwickelter Laut sein. 
d€x- ,begrüssen', siehe weiterhin unter deix- (Seite 195). 
öixa ,zehn'. 

IL 2, 489 : Ttlrjd^vv ö* ovx av iyw (jLv^aofxat ovd' ovo^i^vwj oiä ' rf 
fAOi dixa fih yhZaaaLy dixa dk avofiat^ elev. IL 2, 557: AXFag d' ix 
SaXaf^lyog ayev dvo xal dixa v^ßag. 

Lat decem] Plaut Truc. 373 : dän sävium? — immo vel decem. — Dazu 
im-dedm ,elf ; Mart 2, 44, 8 : milia dSbeo .... undedm Philetö. 

Altir. deich; — kambr. dec. 

Goth. taihu/n-j Luk. 19, 13: athaitands than taihtm skalkans seinans; 
— nhd. zehn. 

lit dSszimti'S. 

Altslav. des^t. 

Alban. diet^. 

Armen, tasn. 

Altind. dägan-] BY, 10, 85, 45: däpa asjäm puträh ä' dhaihi ,zehn Söhne 
verleihe ihr' ; RV. 7, 83, 6 : rägahhis dagäbhis nibddhitam ,den von zehn 
Königen bedrängten'. 

Altostpers. dagan- mit Nom.-Acc. dapa ; neupers. dah ; — af ghan. lag. 
öBxä'^Biv bestechen'. 



188 GriechiBcfae Etymologie. 

Isokr. 8, 50: ijv Tig aXcp dfxd^oiy. Lys. 29, 12: Heyov wg Ttevrcntoaioi 
fikv avTolg eXrjOav Ix rov üeigauSg dedeinaofiivoi. Plut Galba 20: oomug 
dk Tov rdkßav elatla, Tr]v 7taQag>vXaTT0vaay ael arcelQav idhca^e ZQ^^ 
aovv inaaxif diavififav. Ael. var. bist 2, 8 : ^ avofjtoi fjoav ol Ttjg tfnj^ov 
TCVQioi aal dfia&Blg xal tcoqqu) HQlaecjg ogO'^g, ij idexaa&fiaav. 

Scheint zn diKa ^ehn' (Seite 187) zu gehören, die Bedeatongsentwicklnng 
aber ist nicht verständlich. Das lateinische decuriäre ,nach Decurien {de- 
curia ,Abtheilnng zu zehn^ Plaut Persa 143) abtheilen' (liv. 22, 38), ins* 
besondere zum Zweck der Aufwiegelung und Bestechung (Cüc. Sest 15; 
Plane. 18 und 19), das man verglichen hat, kann für das Griechische nichts 
beweisen. 
d€§aficvij ,Behälter', insbesondere ,Wasserbehälter, Gisteme^ 

Hdt 3, 9: Xiyerat, xbv ßaaiida . . . . Iv dk zij dvvSQtfi fxeydkag de^a- 
fievdg OQv^aad'aif Yva dexof^evat %6 vöwq Oii^wau 6, 119: avtkiei xai 
ijtUTBv iyxiei ig öe^afievijyn 

Ist offenbar eine alte aoristische Paiticipform, deren Zugehörigkeit zu 
dixea^at ,aufnehmen' (Seite 187) durch die zuerst aufgeführte Stelle (Hdt 
3, 9) noch sehr deutlich vor Augen geführt wird. Die auffällige Betonung 
fand sich ebenso schon in elafievi^ ,feuchte Niederung (2, Seite 104). 
ds^tö-q ,auf der rechten Seite befindlich'; ,geschickt, gewandt, klug'. 

114,481: ßdkev at^»og naQa ixa^ov de^iov. 11.7,238: ßoid' Ui 
Ö€^id, ßold* iTt* dgiaregd votfi^aai ßovv. 11.5,46: tov fikv ... rvie 
. . . TLord de^iov wf^ov. II. 10, 542: zol dk xaQivreg öe^iij (nämlich x^*^qO 
r^arcd^ovTO. 11.13,821: fol ßemovri irti/nato de^iog (d. L Günstiges 
bedeutend) cQvig. — Pind. Isthm. 4, 61 : Uv&iav . • . de^iov rof^i arrinalor. 
Nem. 3, 8 : doidav . . aTBq>dv<av agerdv %e de^iandray onadov. Hdt 1, 60 : 
to ^ElkrjviKOv (nämlich Udyog) Ibv xal de^ititeQov nal eiiij^elfjg i^li&lov 
(,thörichter Einfalf) dmßXayfiivov. Thuk. 3, 82: ^fov d' ol noUiol xo- 
xovQyoi oweg de^iol yiiiikrjvTat tj dfia9'€lg aya&oL Ar. Frösche 71: diofiai 
7toiri%ov de^iov. Wolken 521: viidg ^yovfAevog elvai ^eardg deSiovg, — 
Dazu: de^iTCQog ,auf der rechten Seite befindlich'; H. 11, 377: ßdlev 
.... TaQcdv de^acQOlo Tzoöog. IL 16, 405: %yxBl vv^e . . yva&iiov de^i- 
teQov. II. 7, 108: 8e^i,teQrjg eke x^^Qog- II- 1^ 501: de^itegt] (nämlich x^^O 
ö^ aQ* in dv'd'eQewvog ikovaa. 

Lat dextero' und häufiger dextro- (Nom. männlich dexter) ,auf der rechten 
Seite befindlich' ; auch ,passend, günstig^ ,gewandf ; Plaut Gapt 442 : haee 
per dexteram tuam te dexterä retinens manu opsecro] Enn. ann. 395: 
dextrum latus pertudit astä; — Hör. sat 2, 1, 18: nisi dextrd tempore, 
Flacci verba per attentam nön (bunt Caesaris aurem] Ov. ex Pont 4, 
16, 24: Marius, scripti dexter in omne genus. 

Altir. dess ,auf der rechten Seite befindlich', ,südlich'; — kambr. dehou, 
deheu. 

Goth. taihsva- ; Matth. 5, 39 : jalai hvas thuh stautai bi taiJisvdn theina 
hinnu] Mk. 16, 5: gasehvun juggalauth sitandan in taihsvai (nämlich 



Griechische Etymologie. 189 

handau); — ahd. zeswa-^ zesawa-] mhd. zeswe- ,aiif der rechten Seite 
befindlich^ 

Lit deszinS ,di6 Hechte'. 

Altslav. desinit ^nf der rechten Seite befindlich^ 

Altind. ddishina- oder auch dakshind- (so ßV. 1, 100, 9) ^rechts befind- 
lich*; später auch ,gerade, rechtschaffen', ,liebensw1irdig, gefällig' (Mbh. 
Kfin.); BV. 6, 54, 10: pari . . . hästam dadhätu ddkshinam ,beram lege er 
die rechte Hand'. 

Altostpers. dashina- ,rechts befindlich'. 

Suffixales lo zeigt auch sonst bisweilen betontes o, wie zum Beispiel in 
ftoXio-g ,grau, weisslich' (2, Seite 680). An ein altes **d£f//o- zu denken, 
verbietet dB^^t ohne inneres / auf einer alten kyprischen Inschrift (CoUitz 
1, Seite 21). — Nächster Zusammenhang wird bestehen mit altind. dahsh- 
,t&chtig sein, leistungsfähig sein' (BV. 1, 16, 6: sugänsas jäs ca ddkshcUai 
,wer sJs Sänger tüchtig istO und dem unmittelbar dazu gehörigen altind. 
ddlcshor ,tfichtig, leistungsfähig' (BV. 1 , 59, 4 : hdutd manushias nd ddishas 
,der Opferpriester ist tüchtig wie ein Mensch'; BV. 9, 62, 29: indräja . . . 
ddishäja ,Indra8 dem tüchtigen'). — Das Suffix von de^ireQo-g ist das 
selbe comparative wie in agiaTego-g ,auf der linken Seite befindlich' 
(1, Seite 261), auch mit der selben Eigenthümlichkeit der Betonung. Ob 
man als seine nächste Grundlage ein *d€^i- wird annehmen dürfen, oder 
ob dies etwa nur als Verkürzung aus de^io- zu gelten hat? — Die ,rechte' 
Hand ist wohl ursprünglich als die ,tüchtigere, die leistungsfähigere' be- 
zeichnet 
cfox- ,Bchein60, den Anschein haben', dann insbesondere ,gnt scheinen, ge- 
fallen, beschlossen werden' ; auch ,wähnen, meinen' ; mit Futurformen wie 
do^o^ev (Find. Nem. 4, 37; do^ei Aesch. Ag. 415; dö^eig Soph. Phil. 1372), 
aoristischen wie ido^a (Hom. hymn. Herm. 208 ; edo^ev Find. Ol. 3, 24 ; ido^av 
01.5,16; Ido^arrjv Aesch. Fers. 181) und medialen Ferfectformen wie 
öidoxzai (Aesch. Schutzfl. 601; Soph. Trach. 719; Hdt 8, 100). Die prä- 
sentische Form trägt das Gepräge der Ableitung : doxieiv (II. 6, 90; 338; 
7, 192), und im Anschluss an sie gebildete Formen finden sich auch noch 
mehrfach ausserhalb des Fräsens, wie das futnrische doyti^au (Aesch. From. 
386; Eur. Herakl. 261; doKT^Gere Ar. Wolken 562; Frösche 737), das 
aoristische ö6xr]ae (Od. 10, 415; 20, 93; idoxrjaev Stesich. Bruchst. 42; Ido- 
7vr}aav Find. Ol. 13, 56) und das perfectische dedoKijue (Aesch. Eum. 309 ; 
medial dedoxrjTai Find. Nem. 5, 19; Hdt 7, 16). 

11.23,470: doytiei öi ixoi %fA(iBvat dvfjQ AhoiXbg yeve^^v. 11.23,459: 
aXXoL [401 doxiovac TtaQOireQOt Mfiuevai Xnrcot, Od. 18, 18: doxhig di 
fioi elvai dXi^Trjg, Od. 18, 354: ^fiftr^g iioi doniei daßlöwv aikag i^fievat 
avzov xox yi€q)aXrjg. Od. 5, 342 : doxieig di fzoi ovx dTtivvaaeiv. H. 9, 
103 B» 314 »■ 13, 735: cevtaQ iyut ßeoitj (Sg uoc doxel elvac aQiaza. Od. 
20,93: öoxrjoe di ßoi xora &v^dv ^örj yiyvwaxovaa Ttageara^evai x€q>a' 
Xijtpiv, — Find. Isthm. 7,59: l'do^' aga xal a&avarotg, eaXov ye q>iata 



190 Griechische Etymologie. 

xal q>&lfi€vov vfivoig ^eav didofiev. Nem. 5, 19: el ö* oXßov r} x^^^^ 
ßlav rj aidaQiTav iftaivijaai nolsfiov dedoxrjrai. Aesch. Ag. 944: £2 dotui 
aoi Tovta. Sieben 1005: doxovvra xal do^ovr* dfCctyyilXeiv fiB xgi) Stj- 
fiov TtQoßovkoig. — IL 7, 192: doxita ytxriaifiev ^'ExroQa. Od. 18, 382: 
aal Ttoi Tig öoxieig fiiyag Sfif^evai '^de yLQcnaiog. OcL 10, 415: doxtjae 
d* QQa aq>lai &vfx6g dg ifiey wg ei Tcargid* Ixolceco. Aesch. Ag. 591 : 
Tgolav vvv TveTtoQ&^ad-ai doxelg; Ch. 228: iöoxeig oQay ifAi. — Dascn: 
öo^a (siehe Seite 192 besonders). 

Die Entwicklung der Bedeutung ,wähnen, meinen^ aus ,scheinen^ wird 
verständlich durch Stellen wie Od. 18, 382: ,du scheinst (nämlich ,in 
deinem OeisteO ein Grosser zu sein^ — In die verwandten Sprachen iSsst 
sich unser Wort nicht mit Sicherheit verfolgen. 
öoxäeiv ^aufmerken, worauf lauem, worauf passen^, begegnet ausser in dem 
zusammengesetzten ngoa-doxaeiv ,auf merken, erwarten' (Aesch. Prom. 
930 : 988 ; 1026 ; Agam. 675 ; Soph. Phil. 784 ; Trach. 367 und sonst mehrfach) 
nur in dem medialen Perf ectparticip dedonrifiivo-g ,lauemd, aufpassend^ 
(IL 15, 730; Hes. Schild 214; Ap. Rh. 2, 408). 

Aesch. Prom. 930 : %al nqoödoxav xqti dearcoaeiv Zr^vog xiva; 988: ti 
ngoaöox^g Ifiov %i TcevoBad'ai ndga] 1026: Toiovde fwx^ov vi^fia fitj %l 
ngoadoxa, Ag. 675: MeviXewv yag ovv nqiitov %e xal fiaktaxa Ttqoa- 
doxa fiokeiv, Soph. Phil. 784: xal %i ngoadoxw viov. Trach. 367: /at^di 
TtQoaöoxa Tade. Hdt 7, 156: /r^oadoxioyra^ (ionische Form) dnokiea^at.. 
Eur. Alk. 1091 : fiiiv Tfjv ^avovaav (oq>ek€lv ti nQoaöox^g] Bruchst 550, 2: 
^x TcJy diXmwv 17 x^Q^ ^el^cjv ßqoxolg q>av€laa ficlXov ij ro Ttgoodaxti- 
/xevov, — IL 15, 730: IV^' Sq' y' lanjx^i dedoxijfiivog. Hes. Schäd 
214: i7c* dxialg ^uto dvijQ akievg öedoxtjfiivog. Ap. Bh. 2, 408: ögoxtav 
. . . a/xtplg oniJtt&üBL öedoxr^iivog. — Dazu: äoxd^Biv ,worauf merken, 
worauf achten'; nur Sophron. Bruchst 6 (bei Ahrens Dor. Seite 465): h&dde 
wv xi^yvj Ttaq vfii %ovg ofiOTQixag i^ogfilt/Ofiai nloov doxd^wv. — xa^ä- 
'öoxieiv ^erwarten', ursprünglich wahrscheinlich ,nach einem Kopf (das 
heisst ,nach einer Person') erwartend ausschauen' (siehe besonders, Seite 
350); — doxeveiv (siehe Seite 191). 

Ging zunächst von doxrj ,Vermuthung^ aus, das von Arkadios (106, 16: 
öoxrj 17 vftoveia) und Hesych {doxi^v' öoxrjoiv' öoxt^v) angeführt wird und 
darnach bei Aeschylos (Agam. 421: oveiQoyavtoi dk nev&tjfioveg naqtiaiv 
öoxai — überliefert ist statt dessen: öo^at — q>dQovaai xa^tv fAcevalop) 
von GHermann vermuthet worden ist Es gehört offenbar unmittelbar 
zum Vorausgehenden, stellt sich dann also den weiblichgeschlechtigen 
öoxrjai'g , Meinung, Yermuthung' (Soph. Trach. 426; Hdt 7, 185; ThuL 
2, 35; Eur. Herakl. 395) und doxw yMeinung' (Eur. EL 747) unmittelbar 
zur Seite. 
ööxavo'Vj in der Mehrzahl ,durch Querhölzer verbundene Parallelhölzer', 
als Sinnbild der Dioskuren. 

Plut mor. 478,A: va Ttakaia ziiv Jiooxoguiv aq)idgviia%a 27ictQ%iätai 



Griechische Etymologie. 191 



'doxava* xakotar %a%i öh ovo ^iXa noQaJlriXa oval nhxyloig ine- 
tBvyfiiva. 

Enthält offenbar das selbe Suffix wie zum Beispiel oxavo-v ^alter, 
Handhabe am Schilde* (1 , Seite 525). So gehört es wohl zu dhc-ea^ai. 
aufnehmen, annehmen* (Seite 187), die Bedeutungsentwicklung aber ist 
damit noch nicht verständlich. Auf demselben Grunde ruht ohne Zweifel 
doxcfyi; ^Stellholz* (Hesych: doxavar al atalixeg^ alg %axa%ai xa Xlva). 
öoxiBiv ^scheinen*, ,wähnen, meinen* siehe unter dox- (Seite 189). 
öoxd-g yBalken*. 

Bei Homer an vier Stellen. II. 17, 744: (Sg &' ^filovoi . . . I'ixwa' i^ 
ogeog — ij 8omv iqßk dogv fiiya vijßtov. Od. 19, 38: MfiTtrjg fiot %ol%oi 
fieyaQtav nalal %e fieaodfiai eikatival t€ doxoi . • • g>alvov%ai. Od. 22, 193 
(ganz ähnlich Vers 176): aeiQrjv dk nXenv^v i^ avjoo Tceigi^vavre xlov* 
ay' vtlßfjXrjv Fiqvaav niXaaav %e öoxolatv. Ar. Wolken 1496: diakertro- 
Xayovfxai %aZg doxolg trjg olxlag, Wespen 20 1 : xal %jj doxxfi nQoa&elg 
%ov oXfiov %6v ixiyav avvaag %t TtQoaxvXii ye. 
Ungewisser Herkunft 
ööTCiiAo-q ,erprobt, bewahrt, angesehen*. Hesych erklärt: doxifiov xqriaifLovy 
väkeiov. 

Find. Nem. 3, 11: Sqx^ d' ovQavov noloveq>iXa xQiovri, dvyareQ (d.i. 
Muse*), doxi^ov vfivov. Aesch. Fers. 86 : öoxifiog d' ovTig vTcoarag fie- 
yaXiü ^evfÄOti qxarcjv, Hdt 1, 65 : ^vxovqyov %(iSv SfcagTirjTicjv doxlfiov 
dyÖQog IX^ovrog ig ^ekq>ovg. 1, 152: %7iBfi7Cov ig Sagdig ag)ä(üv airrdSv 
%6v doxifidrarov. 3, 143: Tccvta eine idv iv zolai davolai doxifiog, rcp 
ovyofÄO rjv TeUaagxog* 5, 111: 6 ^OvijaiXog rjv . , »tcc di mokif^ia xagta 
doxifAog. 7, 117: ^Agta%alriv^ doxifiov iovra naqa Sig^f]. Ar. Fried. 1030: 
tI d* ov av q>gov€lg, onoaa xgeatv iaziv %6v aoq>fj doxifiov cpgevl noglfitp 
xe roXfirjj Thesm. 125: oißofiai ^arw t* avaaaav xL&agLv %b fitnig* 
vfivwv agaevi ßo^ öoxlfKp. — Dazu: öoxifid^eiy ,als erprobt annehmen, 
billigen*; ,prfifen*; Thuk. 2, 35: ineid^ dk roig naXai ovrotg idoxifiaaxh] 
zavta xaXüig ^eiv. Xen. mem. 1,2,4: oaa /' ^diwg ^ y^x^ dix^taij 
Tccvra Ixavaig IxnovBlv idoxlfia^e. — Thuk. 6, 53: ov doxifia^orreg rovg 
fdtjwTag. Xen. an. 3, 3, 20 : Itvtcoi dh xal iTtTtelg idoxifida&rjaav. 

Gehört vermuthlich zu öox- ,scheinen*, ,wähnen, meinen* (Seite 189). 
Die Suffixform e/io ist eine sehr gewöhnliche, begegnete beispielsweise 
schon in oßgifio-g ,8tark, gewaltig* (1, Seite 518) und yvwgifio-g ,bekannt* 
(Seite 32). 
öoxeteiv ,beobachten, belauem*. 

Bei Homer 6 mal IL 8, 340: wg d' oze xig re xvwv avog dygiov r/e 
Xiovxog aTCTTjzai xonomad'ej noalv taxi^Boai diuixwvj iaxlct %ß yXov%ovg 
T€j ßeXiaaofievov re öoxevf], IL 13, 545: IdvxLXoxog dk Qoaiva fieraOTgeq)- 
^irra doxevaag ovzaa* inat^ag. IL 16, 313: WvXeßldrjg ö* ^/ifiq>ixXov 
iq>ogfir]&ivTa doxevaag %q>^ öge^dfxevog Ttgv/ivdv axiXog. IL 18, 488 *» 
Od. 5,274: dgxxov .... ^ t' avrov argiq>€xai xal t' '£igiwva doxsvein 



192 Grriechische Etymologie. 

11.23,325: Sg di x£ xigöea ßeidfj ihxiviav ijaaoyag iftTtovg .... ^x^i 
aatpaXiwg Kai %dv TVQoixovra doxevei. Pind. OL 11, 30: loxfiaiai de 
öontevoaig vtco Kkewväv ödfiaae xal nelvovg 'HQcnckhjg. Eur. Bakch. 
984: fidrtjQ TcgtÜTa viv XevQag and nitgag t} a%6Xo7tog otpetai io- 
'/.evovra. 

Stellt sich nahe zu doxaeiv ,aaf merken, worauf lauem' (Seite 190) und 
wird, wie dieses von dem weiblichgeschlechtigen dox'q ,Vermuthung' (Seite 
190) ausgegangen sein, ganz wie zum Beispiel q>ov€veiv ,morden' (Find. 
Pyth. 11, 17; Aesch. Sieben 341) zunächst von tpovev-g ,M8rdei^ (IL 9, 632; 
18, 335), weiter aber von qtovi] ,Mord' (IL 10, 521 ; 15, 633) ausging. 

ddga ^Meinung, Erwartung, Einbildung^; ,Meinung, in der man bei andern 
steht^ Ruf, Buhm^ 

n. 10, 324: aoi d* kyw ov ßdkiog axortog taaofiat ovo* arco do^g (,yon 
deiner Erwartung abweichendO. Od. 11, 344: ov firiv ^jßiv arvo cxonov 
ovo* dnb do^rjg fjtv&eirac ßaalleia 7tBqlq>quiv. Find. Pyth. 1, 37 : o öi 
koyog ravTaig inl avvzvxlaig öo^av q>iQU koinov (,in Zukunft') Maaea&ai 
a%Bq>dvoiaL viv %7t7toig %b xXvzdv. Aesch. Oh. 1051: tlveg ah öo^at .... 
Ttdliv argoßovaiv; Eur. Bhes. 780 : xai fioi xa^' vtcvov öo^a (,Traumer- 
scheinung') Tig TtaglaraTai, — Pind.0L8, 64: rlg tgorcog avöga ngo- 
ßdaei (,wird fordern') 1^ legiSv did'Xwv fiiXkovta noS-eivotdxaw öd^av 
(piQ€iv, Pyth. 9, 75: do^av Ifiegrdv dyayovr* drto J^Xtpaiv, Pyth. 8, 25: 
teiiav ö* ix^i do^av an* oQxdg* Aesch. Eum. 373 : doSai t* avögtSv xal 
fndl" in ' ai&iqi oefivai ranofjtevav xaira yäv fiivv^ovoiv atifioi .... 
oQX''^o^oig %" lnig>&6voig nodög. — Dazu: do^d^eiv ,meinen9 vermuihen'; 
Aesch. Ag. 673 : 'qfjieig r' hulvovg Tavr' ^eiv do^d^ofMv. Oh. 844: ^cJ$ 
zair' dhj&ij xal ßkinovra do^daWj Schutzfl. 60: do^daei Tig axoveiv 
ona Tag TtjQetag firJTidog olxTQag dloxov. 

Gehört zu dox-: doxieiv ,scheinen'; ,wähnen, meinen' (Seite 189). Da 
das auslautende kurze a deutlich auf das weiblichgeschlechtige Suffix ja, 
wie es zum Beispiel auch in niaaa ,Pech' (aus *nlxjay siehe 2, Seite 549) 
enthalten ist, zurückweist, so liegt die Vermuthung nahe, dass do^a g^ 
radezu aus *d6xja hervorgegangen ist, wie ganz ähnlich fiv^a ,Schleim' 
(Hes. Schild 267 ; Hipp. 2, 112; für ,Naae' Soph. Bruchst 86, 3), das mit 
lat. mücO'S ,Nasenschleim' (Plaut. Most. 1109; Oatull. 23, 17) auf dem selben 
Grunde ruht, aus *fivxja hervorgegangen sein wird. Dabei müsste frei- 
lich der Grund noch genauer erforscht werden, warum aus altem a^' ein- 
mal späteres aa und ein anderes Mal § hervorging. 

dtx- jzeigen', siehe weiterhin unter öeix- (Seite 195). 

dcx- ,werfen', nur in aoristischen Formen mit dem Infinitiv dtxeiv (Hesych: 
dixelv' ßdXkeiv, ^iifjai) belegt 

Pind. OL 11, 72: fiäxog öh NMevg %8lxb nitQip x^Qo xvxkdaaig vnkg 
dndvTCJv. Pyth. 9, 123: nokkd fiev xeivoi dlxov qivX)^ %nt xal OTeg>d' 
vovg* Aesch. Oh. 99 : xa&dgfiad' ' äg reg ixnifixfjag nahv dixovaa vev- 
Xog datg6q)oiaiv ofifiaaiv. Ag. 1410: da^oO-goovg t' dgag an^idixeg, 



Griechische Etymologie. 198 

anirefjLBc. Enr. Bakch. 600: dUere Ttedoae öUere TQOfieqa adfictja, Mai- 
vadeg. Phoen. 668: yaTterelg öiytutv odovrag eig ßa&vOTtoQovg yvag. 

Man hat nächsten Znsammenhang mit lat jacere ,werf en^ (Enn. ann. 438 : 
Elstri tela manu jaeientes) yermnthet und damit wohl das Rechte ge- 
troffen. So würde jacere zunächst ans *djacere hervorgegangen nnd in 
diifLeiv das l in ganz ähnlicher Weise entstanden sein, wie es bei Jl-^ alt 
Jlß' yZeus' (Seite 171) angenommen werden konnte. 
ölxeXXa yHacke^ 

Aesch. Bmchst 196, 4: IV ovt^ Sqotqov ovve yaxo^og rifivei dUelV 
oQovQav. Soph. Ant 250 : ixel yaq ovxe tov yevfjdog (yCines Beiles^ ^v 
ftX^yfx\ ov dixikktjg htßoXi], Ar. Friede 570: Sywy' fjörj ^Tti&vfxcS xot- 
Tog ii^eiv eig ayqbv %al zQiaivovv TJj dmiXlfj dia XQOvov xb yjßdiov. 
Theophr. e. pl. 3, 20, 8 : T^y anb xrlg dixäXXrjg iqyaalav fiakXov inaivov- 
oiVy ^ d' ctftb Tov CLQOTQOV doxBl Ttolkä TvaQaXelTteiv» Ohrakoi d* laxp- 
QovBQOv &i Tfjg dixillrjg OQyavov ^ovaiv o xalovoi fzlaxov, o fiäkkov 
elg ßa&og kotiov ftkelta yrjv negitginei xoi natüniQtjd'ev, 

Ob zum Vorausgehenden gehörig? Die Suffixform wird dieselbe sein, 
wie in fiaxekka ,breite Hacke^ (S. 21, 259; Aesch. Ag. 526; Soph. Bruchst 
659; Ar. Vögel 1240; daneben steht mit gleicher Bedeutung fimciXr] Hes. 
Werke 470; Ap. Rh. 4, 1533; Theokr. 16, 32), &veXXa ,Sturmwind* (IL 6, 
346; 23, 366; Od. 4, 515) und wohl auch SeXXoj alt ohne Zweifel aFeXXa 
, Sturmwind* (1, Seite 12). Dass als erster Theil des Wortes dl- ,zwei* 
(Seite 168) zu gelten habe, ist durchaus unwahrscheinlich. 
rf^xi] ,Art und Weise, Brauch'; ,Becht, Gerechtigkeit'. 

Bei Homer 16 mal. Od. 4, 691: t} t* ioi:i dUrj &etiüv ßaaiXrjßtov. Od. 
19,43: avrij rot dUrj iofl d-ewv. Od. 14, 59: ri yaq dfiwiav dUrj ioTlv 
aLFei dedßioTtov. Od. 18, 275: fivrjOviJQiav ovx fjSs dixtj rb TtÖQoi&e vi- 
Tvxvo. Od. 11,218: avTTj öUrj iari ßgordSvj Stb tlg xe &dvT]aiv. Od. 19, 
168: § yoQ <J/xij, onTCove TtoTQTjg ß^g dnirjaiv avijQ %6aaov %q6vov Saaov 
lyw vvv. — II. 19, 180: MiteiTa ae dairl ivl xXialjjö* ageada^to nißelgrjf 
iva (xri %l dlxrjg ifcidevkg ^ija&a. IL 16, 388: ävdgeaai ... ot ßlt] elv 
dyoQfj axoXiag xQlvcjat ^if^tarag, Ix di dlxriv iXdawai, Od. 14, 84: ov 
lihv axivXia ßigya &€ol fidxageg q>iXiovaiVf aXXd dlxrjv tIovoi. IL 18, 
508 : xeiro . . . dvto xQ'^^olo rdXarra, t^ dofiev og fierd rolai dlxrjv Idvv- 
%a%a ßelnoi. IL 23, 542: xal vv xi Foi Ttogev %7t7tov, . . , ei fÄtj ag' j^y- 
TlXoxog . . . IdxiXilßa dlxT] (,im Becht, in Bezug auf das Becht') riiJiel\pa% 
dvaaxdg. — Dazu: dixd^eiv ,Recht sprechen, entscheiden'; IL 23, 579: 
el d* ay' iywv airbg dixdaw. IL 18, 506: ol dk yigovteg . . . dfioißrjdlg 
de dlxa^ov. H. 8, 431 : xelvog d^ • . . . Tguial xe xal Javaolai dixa^erw. 

Lat die- ,Bechtsform', nur in der genetivischen Verbindung dicis causa 
,der Sechtsform wegen'; Nep. Att 8, 5: pr&vindarv/m, qvae Ms dicis catcsä 
data^ er ant ä consule] Cic. Att 1, 18, 5: Metellt4S . . . imminmt auctdri- 
tätem suam, qvod habet dicis causa prömulgätum illvd idem de Clodid. 

<= Altind. digä- ,Bichtung, Himmelsrichtung' (Mbh.). — Daneben dig- 

Leo Meyer, Griechische Etymologie. III. 13 



194 GriechiBche Etymologie. 

jKichtung'; ^Himmelsrichtang, Himmelsgegend'; »Art und Weiße*; RV. 1, 
183, 5: digam nd dishtam fgujä' ivajdntd ^gleichwie die gewiesene Rich- 
tung gradeaus gehend*; RV. 3, 30, 12: digas sü'rjas nd minäti prädishtäs 
,die Sonne verfehlt nicht die gewiesenen Himmelsrichtungen*; — RV. 1, 
132, 4: ä' aibhjas samänia diqiC asmdbhjam gaishi jdutsi ea ,in gleicher 
Weise wie mit ihnen, siege und kämpfe auch mit uns*. 

Wird ursprunglich bedeuten ,Weisung, das Gewiesene*, da es zu ieix- 
,zeigen* (siehe Seite 195) gehört 
öUxaiivo-v (daneben dlxTaftvo-g Diosk. 3, 34), Name einer Pflanze. 

Arist Thierk. 9, 42: iv KQfJTj] yaai rag alyag tag ayQlag, orav TO^ev^ 
&üiai, ^rjTelv to ölxTafAVOv' doxei dh tovto ixßXrjttxov elvai twv to^ev- 
fifi%wv kv Ti^ awfAari. Theophr. Pflanz. 9, 16, 1: vo dk dlxrafivov tiiov 
%rig Kgi^Ttig &avfiaavdv di vfj dvvdfiei xal TtQog nXelw xQriaifiov fiiXiara 
di TtQog Tovg zöxovg zäv yvvainwv. Diosk. 3, 34: dhcra^vog . • • noa ia%\ 
Kgi^Tixrjj ÖQifieia klav, ofioLa yXrixu)vi, 

Soll nach dem Berge Dikte {JUxri Strabo 10, 4, 12) auf Kreta benannt 
sein. Dabei hat aber doch die Suffixform ^vo etwas Auffälliges. Sie be« 
gegnete schon in unabgeleiteten Bildungen, wie rigafiyo-v ,66mach, Be- 
hausung* (2, Seite 793). 
öluw-q, Name eines nicht naher zu bestimmenden Thieres in Libyen. 

Nur Hdt 4, 192: xora rovg vofzadag öi katt .... xal %Qiol ayQtoi xai 
diüTveg xal ^tSeg. 

Vermuthlich ungriechisch. 
öixTVo-v ,Netz*. 

Od. 22, 386: wg t' ix^oS, ovg ^' akirjßeg . . . dintvii) kxßiQvaav no- 
XvwfCf^. Aesch. Ch. 506: q)BXkol d* log ayovai dixTvov, tov ix ßv&ov 
xXwariJQa ati^ovreg XLvov. Soph. Bruchst 756: fiokvßdlg wäre dixivor 
xceriaTcaaev» Hdt. 1, 123: dhcrva dovg are dr^Qevvfj rtSv olnetiiav T(p 
Ttiarotarfp. 

Man hat Zugehörigkeit zu drx- ,werfen* (Seite 192) vermuthet und wohl 
mit Recht So lässt sieb lat jaculo-m ,Wurfnetz* (Ov. art am. 1, 763: hlc 
j'aculd pisces, illä capitmtur ab hämls) vergleichen. Als Suffix löst sich 
offenbar tvo ab, das wohl als Nebenform zu rt;, wie es in aatvj alt 
ßaoTv ,Stadt* (1, Seite 179) begegnete, gelten darf. 
öi^ö-q (Hdt 2, 44; 76; 3, 32; 5, 40; 52) ,doppelt*, dialektische Nebenform zu 
dtaao-g (siehe Seite 219). 

Hdt 3, 32: äiJiq)l öi T(fi &avaTq) avTr^g öi^og, äaneg negi ^fiigdiog, 
Uyezai loyog. — Dazu: di^äyr- (di^äg), Name einer sikulischen Mfinze, 
die den Werth von zwei yX^hcovg^ hatte; Pollux 9, 81: dlla [Aivxoi nag' 
avt(^ (Aristoteles) rig av h xfj ^IfiBQaLwv TtoXireUf xal akka evQoi ^ixs- 
ÄexcJy vofiiaf^aTWv ovöfxaTa, olov . . . xai dt^avra, OTtBQ iaxl ovo x^^xot, 
xai tQt^avra, Sneq TQBig. — 

Ging aus von 81- ,zwei' (Seite 168), wie das ganz entsprechend gebildete 
TQiMo-g »dreifach* (Hdt 1, 171; 3, 9; 9, 85) von xqI- ,drei* (2, Seite 823). Die 



Griechische Etymologie. 195 

Suffixform §o wird aus einem alten *>yo hervorgegangen sein, also ein 
ebenso entwickeltes § enthalten, wie es oben in do^a ,Meinung* (Seite 192) 
angenommen wurde. — Für di^ävT- darf man wohl Entstehung aus altem 
^di^aßevT- vermuthen. 
öixQoo-q ,zweispitzig, in zwei Spitzen ausgehend, zweitheilig*, siehe unter 

'KQOO'Q (2, Seite 397). 
ösix- ,zeigen' mit der Präsensform ÖBlxvvfii ,ich zeige' (bei Homer nur 
belegt in den Participformen öbv^vvvx' IL 13, 244, und de/xw^cvo-g IL 23, 
701) oder auch deixvvw (Hes. Werke 451 ; 502; Hdt 4, 150; 3, 119; Xen. 
mem. 1, 3, 1). AUe zugehörigen Tempusformen haben, wie zum Beispiel 
der Aorist idei^e (Od. 10, 303; 14, 323 = 19, 293) oder das passive Perfect 
diöeixrai (Xen. Kyr. 2, 3, 9 ; dedeiyf^iva Soph, Brachst 399, 7), den Diph- 
thong €iy der aber dialektisch, abgesehen vom Präsens (deiTcvvovai, Hdt 2, 
86; 3, 119; deixvvvT- Hdt 5, 49; 9, 82), mehrfach durch einfaches e ver- 
treten ist, wie in d^gw (Hdt 3, 122; 4, 179), di^ai (Hdt 3, 134; ^de^e Hdt 
5, 22), dex^ivx' (Hdt 1, 1), dedeyfiivo-g (Hdt 1, 153), ididex,TO (Hdt 7, 
215) und sonst 

Od. 12,25: avTQQ lyat del^w odov. IL 13, 244: aatBQonfj . . . ^v re 
KqovLwv %eiQ\ Xaßwv . . . deixvifg orjfia ßgoroiaiv. Od. 3, 174: i^ziofiev 
de ^eov q>rjvai rigag' aizaQ o y' i^juZy öbI^b. IL 3, 452: ov Tig dvvaro 
. . . dei^ai lAXi^avdqov tote . . . MeveXdßq). IL 19, 332: xal fot del^eiag 
Ixaarcr, xrrjaiv ifi'qv, dfiwag %b xol inpBQBtplg f^iya ötSfia. Od. 6, 178: 
Faazv 5i (aov öbI^ov, Od. 10, 303: 7c6qb q)aQ^axop .... xal fioi (pvav 
avTov iÖBi^Bv. — Dazu: dlxTj (siehe besonders, Seite 193). 

Lat d^eere (alt deicere Corssen 1, 717) ,sagen* (Enn. ano. 60; 204; 452); 
— dazu: in-dicäre ^anzeigen* (Plaut. Pers. 575; 586; 588). 

Goth. ga-teihan ,anzeigen, verkündigen'; Job. 16, 25 : andaugiha bi attan 
gorteiha izvis] Mk. 5, 19: ga-teih im hvan flu thus fravja gatavida; nhd. 
zeihen] — dazu: ahd. zeigdn^ nhd. zeigen] — goth. taikni- ,Zeichen'; Mk. 
8, 11 : söiifandans du imma taikn us himina] nhd« Zeichen. 

Altind. dig- ,zeigen* ; RV. 1 , 1 83, 15: digam nd dishtam (aus *digtam) 
jgleichwie die gewiesene Richtung*; RV. 10, 110, 7: prädnam gjäutis pra- 
digä digäntä ,dafi östliche Licht mit ihrer Anweisung zeigend^ — Dazu: 
dig- ,Richtung*, ,Art und Weise' (siehe Seite 193 unter dUtj). 

Die verschiedene Stufe der Gutturale in den zugehörigen deutschen 
Wörtern wird sich unter dem Einfluss von Nachbarlauten und von Be- 
tonungsverhältnissen entwickelt haben. 
dccx- (ist vielmehr öbtl- zu schreiben) ,begrüssen', mit medialer Flexion; 
begegnet nur im präsentischen dBlx-vvOx^aL oder vielmehr dixvva&ai 
(ßexvvfiBvo'g IL 9, 196 und Od. 4, 59) und in einigen Perfectformen, die 
scheinbar auch präsentische, hier ihrer Entwicklung nach nicht ganz ver- 
ständliche, Bedeutung zeigen. 

Bei Homer siebenmal, dazu noch Hom. hymn. Ap. 11. IL 4, 4: to! (die 
Götter) öh xQ^oolat öhcaaaiv ÖBLÖixax ' allT^kovg. IL 22, 435 : TtBXianBo^ 

13* 



196 Griechische Etymologie. 

naal 't ov7}ßaQ Tgioal %e %al Tgt^ai xcrra moktv, o% ae (Hektor) ^bov 
ßfig deidixoTO. OA 7, 72 : XafvSv, o% filv (d. i. li^Tf]v) ^a &e6v ßwg 
eiaoQoovteg deidix^'^^^ fiv&oiatVy oze atslx^jo^ ava Faoxv, IL 9, 224: 
'OdvaoevQf Ttkrjüaf^evog dk dinag ßolvov de/dexr' ^AxiXriFa, II. 9; 671: 
xovg fikv aqa XQvaotai xvnilXoic ' vleg IdxciiJFalv deidixcer^ aXXo&ev akkog 
avaaradov. IL 9, 196: toi xal deixvvfievog 7CQoaiq>i] noöag ti%vg lAxtX- 
Xsvg" xaLqetoy. OcL 4, 59: %di nal deuivvfievog nqoaiqnri ^cn^^bg Mevä- 
Xafog' oItoo &^ aTtxeo&ov xo^ x^/^^^^- Hom. hymn. Ap. 11: t<^ d' aqa 
vinrag idonce ncer^Q dinal XQ^^^^V i^v)iLvv(Aevog q>l)Lov vlov. — Dazu: 
deixavaea&at (siehe weiterhin besonders); — öeidiaxsa&ai (siehe 
Seite 208). 

Altind. dä(' ^huldigen, seine Verehrung erweisen' mit der dritten Singu- 
larperson dä'gati (EV. 1, 93, 10; 1, 151, 7; 6, 68, 5) oder dä'shti (KV. 1, 127, 
4; aus *dAgti) oder auch dägnduti (BV. 8, 4, 6); BV. 1, 127, 4: ardnibhi^ 
. . . agnajai däshti ,mit B^ibhölzem huldigt er dem Agnis' ; BV. 8, 4, 6 : 
dägnduti ndmoruktibhis ,er huldigt mit Verehrungsbezeigung'; BV. 1, 151, 
7 : jds väm jagnä'is . . . dä'gaü ,wer euch mit Opfern huldigf . — Unmittel- 
bar das^ gehören wird das abgeleitete daga^dti ,er ist huldreich'; ,er er- 
weist Ehre'; BV. 8, 77, 6: jdd dägüshai daga^'dsi ,wenn du (o Indras) 
dem Frommen huldreich bisf ; BV. 8, 31, 9: daga^dntä amrt^fa ,Ehre er- 
weisend dem Unsterblichen'. 

Der nicht wohl zu bezweifelnde Zusammenhang mit den angefahrten 
altmdischen Formen und namentlich auch die oben genannten Perfect- 
formen deldeKTO (IL 9, 224), detdixonai (Od. 7, 72) und deidäxaro (IL 4, 
4; 9, 671; 22, 435) mit ihrem inneren e lehnen die alte Zusammenstellung 
mit deiX' ^zeigen' (Seite 195) entschieden ab. Fick (1^, 234) schreibt daher 
unsere Form, über die früher bei Bezzenb. 2, 260 — 264 von uns schon 
eingehender gehandelt worden, geradezu dijxwfiai oder besser (1^, 458) 
dixvvfiai. In den angeführten Pluralformen entwickelte sich wegen der 
für den Hexameter zu zahlreich auf einander folgenden Vocalkürzen, ganz 
ähnlich wie zum Beispiel im Namen IleiQl&oog (IL 1,263; 2, 741; mit 
fregl ,um' — Seite 605 — als erstem Theile gebildet) und sonst öfter, ein 
diphthongisches et in der Beduplicationssilbe, das dann auch in die singu- 
larische Form deldexTo eindrang. 
öeixavdeöd'ai ,begrüssen'. 

Nur dreimal bei Homer. IL 15, 86: o% de (nämlich &€oi) ßidovreg CHQry) 
Tcavreg dvi^ßi^av xal deixavoovro dinaaaiv. Od. 18, 111: toi d' (nämlich 
fivrjOT'^Qeg) taav eiatj ßrjdv yehiorreg aal deixavoovro (den Odysseus) 
ßineaaiv Zeig toi dolrj, ^elve, . . , Od. 24, 410: iig d* avTwg ftaßidsg 
JoXlov xXvTOv dfig>* ^Odvarjßa deixavoovro ßirceaat, 

(gehört zum Vorausgehenden und wird sein diphthongisches et aus dem 
oben angeführten Grunde entwickelt, also ursprünglich d&cavdea^ai ge- 
lautet haben. Als zunächst zu Grunde liegende Form ist ein *deKdni 
,Huldigung, Begrüssung' zu muthmaassen^ das gebildet wurde wie dQsnavr^ 



Griechische Etymologie. 197 

,SicheP (IL 18, 551 ; Hes. Schild 292), ogxavri ,Umzäunimg, Einschliessnng^ 
(1, Seite 568) und andere Formen mehr. 

öelxTiXo-v ^mimische Darstellnng, Bild^ 

Hdt. 2| 171: iv di %fj klfjtrj] Tctvtj] ra deUrjka twv Ttad-iwv avzov vvx%6s 
naievai, %a naXiovai (xvaxriQia AiyvTttiot. Ap. Rh. 4, 1670: MtiÖBia .... 
Xevyakiov d^ InL Foi nql&f toTjoVy hc d^ aidrjXa 7tQotai,]iev» — Daneben: 
deUeko'V ,6ild'; Agath. (in Antb. 9, 153, 4): nij dk Tgitoyevovg deUekov 
iyöaTelrjg. 

Zu deix- ,zeigen^ (Seite 195) gehörig. Die Snffixformen sind nicht sehr 
gewohnlich; sie begegnen noch in Tthiqlo'V ,Blatf (2, Seite 502) nnd zum 
Beispiel in den männlichgeschlechtigen axoTtslo-g ,FeIs' (IL 2, 396 ; Od. 12 
73; 80) nnd tpmeXa-g ,Bündel< (Hdt 4, 62; 67; Enr. Eykl. 242). 

dcrCxo-v, Name einer Pflanze. 

Theophr. Pflanz. 9, 15, 5: qwevai ök nag' avrolg (d. L den Arkaden) 
....&£ dk daunov daq>voeidkg x^oxoev. 9, 20, 2: davxov di Ttegl Ila%qal' 
x^v xrig ^A%atag diaq>iQOVj &€Qfjiay%ixdv q^vaei' ^l^av dk ^x^i fiiXaivav. 
— Dazn (ob gleichbedentend?) davxelo-Vj Name einer Pflanze; Nik. 
ther. 858 : ka^eo xal .... davuelov, 939 : h da re vctQÖov ^Ltßi .... 
öavxelov rs navaX&iog. 
Dnnkler Herknnft Vermuthlich ist xo- suffixal. 

öe^oq-^ ISsst sich aus a-devx^^- (siehe 1, Seite 141) nnd Ttolvöevxig- 
(siehe an der selben Stelle) entnehmen nnd wird von alten Erkläxem (zu 
Ap. Rh. 1, 1037 nnd Nik. ther. 625, an der letzteren Stelle als ätolisch be- 
zeichnet) — ob mit Recht? — als ro yXvxvj also ,das Süsse' gedeutet, ist 
aber weiterem etymologischem Zusammenhang nach durchaus nicht ver- 
ständlich. 

öÜJt-THv (wohl aus *da7t'jeiv) ,zerreissen, zerfleischen, zerstören^, auch in 
übertragener Bedeutung gebraucht 

Bei Homer 9 mal. IL 11, 481 : ^weg fiiv t€ diitQeaav, ctvraQ o (d. i. iJg) 
darrtei. IL 16, 159: o% (nämlich Xvxoi) t' ikaq>ov xeqaJrov fiiyav ovqeai 
&j]iiaavT€g öamovaiv. IL 5, 858: 6ia dk XQoa xalov idaxpev. IL 23, 183: 
"^ExTOQa d^ ov %i dwao) IlQiafAldrjv tvvqI dami^ev^ aXXa xvveaaiv. Od. 
3, 259: dkV aqa %6v ye xvveg te xal oltavol xat'idaxjjay xelftevov. Od. 
16,92: ^ ftaXa ^ev xaiardan%e%^ axovovrog tplXov tjTOQ. Pind. Bruchst 
222,2: Tielyov id.Lx9^^ov) oi aiig ovdk xlg damei. Aesch. Prom. 368 : 
%v^ev ixQaytIjaovTal nore Ttoxafxol TtvQog damovrag dyglaig yvdd-oig jrjg 
xaXXixdgnov StxeXlag Xevgovg yvdg. 

Auf den rechten Weg zur Erklärung des Wortes weist offenbar das 
ohne Zweifel nahzugehörige, durch Reduplication gebildete, daqddftxuv 
,zerreis8en, zerstören' (IL 11, 479; Ar. Wölk. 711; Od. 14, 92; 16, 315), das 
aus einem alten ^dagdagwcetv entstanden sein, also in seinem Schlusstheil 
ein altes inneres q eingebüsst haben wird. Den gleichen Verlust wird 
man, wenn auch hier keine Dissimilation einwirken konnte, im einfachen 
ddnxeiv anzunehmen haben. Er zeigt sich beispielsweise auch in den 



198 Griechische Etymologie. 

aoristischen Formen ^anieiy (Hes. Schild 231 ; 304) und iiepLanoiEv (Hes. 
Schild 252) neben fiagrcreiv ,ergreifen' (11.5,65; 14,346; 15,137). So 
wird wahrscheinlich, dass öaTtTeiv weiterhin mit äigeiv ,8chinden, ab- 
häuten' (siehe später) in nächstem Zusammenhang steht und eine mittels 
7t daraus weitergebildete Yerbalform ist 
öastävri ,Au8gabe, Aufwandt 

Hes. Werke 723: nXelazti dk xiqig (nämlich äaitog) daTtavtj t' okiylavr^. 
Bei Pindar 7 mal, so Isthm. 4, 57: ovd' oTtoaai danavai^ kk7cl3(ov hcria' 
oftiv, Pyth. 1, 90 : eXrcBQ %i g>ilelg oKoav adelav aUl xkveiv, fii] xafxve 
Uav dartavaig. Isthm. 5, 10: el yag ng av&QWTtwv danavq ze xa^€i$ 
xal Ttovfp ftQaaaei ^eodfiarovg aQcvag. Thuk. 1 , 83 : Motiv 6 Ttolefiog 
ovx OfcXfov TO ftXioVj aXka daTtdvtjg. Eur. Bruchst 640 : av&QiiTtwv dk 
fialvovrai (pgiveg, dartavag ovav &avovat Ttifintaaiv nevag. — Dazu: 
dccTtavo-g , Aufwand machend, verschwenderisch'; Thuk. 5, 103: danavog 
yotQ q>vaeu Plut mor. 62, D : iqfilv de ^äXXov ij xrjg mxQonjvog (nämlich 
dfxvydaXäv) idoxei dvvafiig ava^fjQovTixfj xal danavog vyQwv elvai. — 
daxpiXig- (siehe Seite 199). 

Lat dap'S ,Schmaus, Opfermahl'; Att trag. 218: n^ cum tyrannJo qvis- 
qvam . . . eandem vescätur dapem] Mart 12, 48: nön Albdna mihi ^ 
cömissdtio tantty nee CapitoUnae pontificumqve dapis. — Dazu: damno-m 
(wohl aus *dapno'm) ,Yerlust, Einbusse, Schaden' ; Plaut Bacch. 376 : ut 
celem patrem . . tim flägitia aut damna aut desididbula, 

Altn. tafn ,Schlachtopfer, Beute', ,Schmaus, Frass'. — Dazu wohl: ags. 
über oder tifr, ahd. zä)ar ,Opfer'. 

Gebildet wie das früher (Seite 196) vermuthete und näher begründete 
*dexavrj ,Huldigung, Begrüssung'. Die zu Grunde liegende Yerbalform 
ist wohl dieselbe, die schon in dan-reiv ,zerreissen, zerfleischen, zerstören^ 
(Seite 197) entgegentrat, wenn auch die vermittelnden Bedeutungsübergange 
nicht ganz klar vorliegen, 
ddjredo-i? ,Fussboden'; dialektische Nebenform ^dnedo-v (Xenophan. eleg. 
1, 1 : vvv ydg drj ^ciTtedov xa&agdv xal x^^^S aTtavrwv xai xvXixeg. Hesych 
führt auf: ^anedov fiiya edacpog). 

Bei Homer 10 mal. IL 4, 2: ol dh &€ol nag Zjqvl xa&rjfievoi r^yegoovto 
Xgvoitj) iv dartidip. Od. 4, 627 >» 17, 169: fivrjotijgeg . . . dloxouriv vig- 
Ttorso xal aiyavirjOiv lävreg h %vx%(^ dartidtp. Od. 10, 227 : xaijov dFoi- 
didei, ddnedov d^ OTtav dfjicpifiifjivxevy tj ^eog iqH yvinq. Od. 11, 420: da- 
nedov d* anav ai^axi &v€v. Od. 11, 577: Tixvov tFidov ... xelfietov 
h danidtfi. Od. 22, 188: iv dartidtp dl x^l^^^ ßdXov. Od. 22, 455: Uo- 
zgoLOiv ddnedov Ttvxa nouFrjzoio do/xoto ^vov. Pind. Nem. 7, 34 : iv Ilv- 
&Loioi dl danidoig (,im pythischen Boden, im pythischen Lande') xbItoi. 

Eine noch unaufgeklärte Bildung. Die alte Yermuthung, dass darin 
Ttido'V ,Erdboden' (2, Seite 528) als Schlusstheil enthalten sei, hat wohl 
einige Wahrscheinlichkeit, lässt aber den ersten Theil des Wortes doch 
ganz in Dunkel. 



Griechische Etymologie. 199 

ödstiö' jTeppich'. 

Ar. Wesp. 676: zoitoiat öi ö(üQog)OQovaiv vqx^Sj olvov, ödrciäag, tvqov. 
Ekkl. 840: xXlval te aiavQtiv tuxI danlötav vevaafiivau Flut 527: ^c d* 
oix s^€ig oSt' iv TtXlyfj xtnaäagd'elv' ov yaQ ^oovTai' ovt^ iv daTtiaiv' 
%lg yag vg>alveiv id-eXrjaei xQvalov ovrog] 

unter TanriJ- ^Teppich' (2, Seite 736) und seiner gleichbedeutenden 
Nebenform vamd- (ebenda) wnrde ausgesprochen; dass öaTtid- mit ihnen 
vielleicht auf dem selben Grande mhe und das Schwanken in ihrer 
Form möglicher Weise in Entlehnung aus irgend einem Nachbargebiet 
seinen Grund habe. 
öajtnq'-q, Name eines bösen Insects. 

Nur Lykophr. 1403: dafcralg rirvaxwv alfJLonvitaLaiv q>6ßov. 

Wird zu dan-T€iv ^erreissen, zerfleischen, zerstören^ (Seite 197) gehören. 
Gebildet wie xA^/rTi^-g ,Dieb* (11.3,11; Aesch. Prom. 946), doch in der 
Betonung von ihm abweichend. 
öatpiXig- ,yiel aufwendend, verschwenderisch'; ,reichlich^ 

Epicharm. Bruchst 139, 4 (Ahr.): el äk xal q)ik€^od6v tb xal Xakov xal 
datpiXrj (nämlich yvvalxa Xaßfjg)j ov yvvalx s^eig* PluL PerikL 16: ovx 
-qdvg T]v kvfjXUoig Ttaialv ovdk yvvai^l datpiXrjg x^Q^y^S- — HdL 3, 130: 
idüigiero rov JrjfxoTirjöea . . • daxpiXii dtageij, Plut Oato d. alt 25 : tjv de 
xal t6 ÖBlnvov iv dyQ(f da^)iXia%BQOv, Num. 15: %dg Tgarci^ag oifjoiv 
rs ftayTodanäv xal naQaaxev^g öaifJiXovg ye/iovaag. Ebenda: ^Aßevtlvov 
X6q>ov . . . ^ovra fttjyag tb datpiXBlg iv ixv%(^. 

Steht seiner Bildung nach ganz vereinzelt Ohne Zweifel gehört es zu 
öaTcdvri ,Ausgabe, Aufwand' (Seite 198). Ein weiblichgeschlechtiges *dd\lJi'g 
wird man als Grundlage vermuthen dürfen; daraus bildete sich zunächst 
daxpiXo-g ,reichlich, weitausgedehnt' (Empedokl. 180 vom at^rio) und an 
diese Form ffigte sich weiter das suffixale Bg, das zum Beispiel auch in 
ni/ÄBXig- ,fetf (Luk. Tim. 15; conv. 43) und oLQtB^ig- ,unversehrt, frisch 
und gesund' (1, Seite 273) ein jüngeres ableitendes Element ist 
öiütaq- ,Becher*. 

Bei Homer gegen 60 mal. 11.3,295: Folvov d^ ix xQfjriJQog aq>vaad' 
liBvoi ÖBTtaBoatv MxxBßoy, IL 15, 86: 61 dk ßiöovTBg (nämlich ISQrjv) 
TtdvzBg avrjßi^av xal ÖBixavoovro äinaaaiv. II. 16, 254: äiftag d* aTci&tjx' 
ivl x^Xip. IL 23, 656: v(p d' aga vixti&ivTi tI&ij dinag afiq>ixvnBXXov. 
n. 24, 285: folvov ^dxovaa . . . XQ^^^V ^^ äifcal. IL 11, 632: nag (stellte 
er) di dinag TtBgtxaXXig, o FoLxo&bv rjy* 6 yBgaiog, x^i;a£/oe^ ßijXoiai 
ftBnag^ivov. — Dazu: diftaargo-v jBecher*; Antimach. (bei Athen« 11, 
468 A und B): vio^riaav dh difcaazga &OQ}g ßaaiXBvoiv ^AxctiiSv und xai 
XgvOBia diftaoxga xal daxtid-iog xsXißBiov %^ftXBtov fxiXiTog. 

Das Suffix wie in axinag- ,Decke' (Od. 5, 443; 6,210; 212), yigag- 
,Auszeichnung, Ehrengeschenk' (Seite 41) und sonst öfters. Ficks (1^, 196 
und 400) Zusammenstellung mit altostpers. gafja- ,Abgrund, Tiefe' und 
gafra- ,klaffend, tief ist nicht ohne Bedenken. — Die Suffixform von di- 



I 



20Q Griechische Etymologie. 

TtaatQov wie in xoVaar^o-v lirdenes Gefäss' (2, Seite 307) und noch anderen 
neben letzterem schon aufgeführten Formen. 
ö^^iuv ^drückend behandeln, kneten, gerbend 

Od. 12, 48: inl d' ovar^ dXeltpai kzalqiav xtjgov öeiprjaag. — Daneben 
gleichbedentend : dixpeiv. Hdt4, 64: aagniaag (nämlich Tfjv xeq>ahijr) 
ßoog nXevQ^ dixpBt Tfjai xbqüL — Dazu: d'diiprjtO'g ,nngegerbf; Od. 
20, 2: xafi ftiv ddiiprjTOv ßoßirjv arogeae. Od. 20, 142: h adeipiJTqf ßofifj 
. . . kdgo'd'e. 

Hängt muthmaasslich eng zusammen mit dicpeiv ,drQckend behanddn' 

(siehe Seite 212). Als vergleichbare Verbalform bietet sich %^)biv ,kochen' 

(1, Seite 369). — Das lateinische depsere ,kneten, gerben' (Cato agr. c. 76; 

90; 135) ist ohne Zweifel dem Griechischen entlehnt 

öltpa (II. 19, 166) jDorst'. Daneben vereinzelt auch dlipin (Aesch. Gh. 756). 

11.11,642: iftel ovv tiIvovt* aq>iTriv noXvuayKia dlxpav, 11.19,166: 
•^ök %i%avBi dhpa %B %al kifiog. 11.21,541: ot di . • . dlif/fj xaqxakioij 
%&€Ovi^ivoi h, Ttedloio (pBvyov. IL 22, 2: nlov t' axiovTo re ältpav. 
Find. Pyth. 9, 104: if^k d' dv vig doidäv dlipav (,y erlangen') axeiof^cvor. 

Darf seiner Bildung nach wohl mit do^a ,Meinung', ,Buhm' (Seite 192) 
verglichen werden, so dass ein älteres ^dinya zu vermuthen sein würde. 
Etwa Zugehöriges in den verwandten Sprachen entzieht sich unserm Blick. 
öl^axo-qj Name einer Pflanze. 

Diosk. 3, 11: dlxfjomog . . • %üv oKav^oiddiv ia%t %ai avtf] tuxvJLov de 

l%£t vxlJTjlovj axav&wdfj xoika äk negl to yow %wv q>vkkwv, oiare 

üdctra otTtb TcJy dgoawv xal of^ßQtav q^vkaTreiv, S&ev xal to ovofia eiixvaev. 

Gehört offenbar zum Vorausgehenden. 
öetstvo-v ,das Essen, Mahlzeit'; yFutter'. 

Bei Homer fast 40 mal II. 18, 560: al dk yvvaixeg del/cvov igl^oiaiv 
Xevk" aidpira nokXa naXvvov. Od. 24, 394: %t^ Inl delfcvov. Od. 17, 
214: alyag aytov • . . dehcvov i^yrjaTrJQeaai. TL 2, 381: vvv d' tgx^a&* inl 
delTivov. Od. 20, 390 : deiTCvov fikv ydg vol ye y$hjiovxBg Tetvxovxo ßrjdv 
TB xal fiBvoßBixig, iTtBi fidka nokV ligsvoav* Od. 1, 134: fifj ^ivßog 
avirjd'Blg oQVfÄoydqj dBlnvtp adtjoBiBv. — IL 2, 383: bv di %ig Xtctcoujiv 
ÖBlnvov doru). Aesch. Schutzfl. 801 : xvaiv d^ MrtBid'* ikußga xdmxiaQioig 
ftBTTJai ÖBlnvov ovx avalvofiai niXBiv. 

Das Suffix wie in xirAvo-v ,Eind' (2, Seite 731). So wird die ursprung- 
liche Bedeutung ,das Gegessene' sein. Fick 1^, 400 vergleicht in anspre- 
chender Weise mhd. Tdffen (und Tcifen) ,nagen, kauen'. Damach würde 
sich das anlautende 8 aus altem Guttural entwickelt haben. 
ö'ßmHv (wohl aus *öt7tjBiv) ^untertauchen' ; auch in causativer Bedeutung 
gebraucht 

Antimach. Bruchst 6: i^vtB xavrj^ övrcrrja* (nach unsicherer Vermuthung; 
Bergk schreibt dvnrrig) aXfivgdv Big nilayog. Ap. Bh. 1, 1326: Fkcnixog 
,...xv(i aXlaOTOv lq>ioaa%o vbio&i dvipag. Lyk. 715: xoJ^og Tifj&vog 
. . . i^ axgag axonfjg Tvqotjvixov Ttgog xv/iia dvTctovaag mBQolg. 164: 



Griechische Etymologie. 201 

q>egü}vvfiovg Üvxpe NrjQiwg Tanovg. — Ap. Rh. 1, 1008: akkoi fikv ig 
akfivQov ä^Qooi vdiaQ dvftrovteg xetpaXag xai azi^^ea. — Dazu: övn- 
xri^g ,Tanchei^, auch als Name eines Vogels; Eallim. Bruchst 167: dvn- 
rat t' I| ctXbg kQxo^evoi &jäioi %avrjx€g. Lyk, 387: rov d' ola dvTVTrjv 
XTjQvkov öia GTevov avhjjvog oXaei nvfxa. 

Die verwandten Sprachen scheinen nichts genau entsprechendes zu ent- 
halten. Es drängt sich die Vermuthung auf, dass in dvftteiv nichts 
anderes enthalten ist, als eine alte Causalbildung zu öv- ,sich wohinein 
begeben, eindringen' (Seite 182) nach Art zum Beispiel von altind. däpdjati 
,er lässt geben' (Mbh.) neben dd'-tum ,geben* (RV. 5, 36, 1; 5, 79, 10). 
dof^jro-^ ^utes Getöse^ 

n. 12, 289: Xld'oi TcancSvro ^afieloL . . • . to dh velxog inlq nav dovjtog 
oQiüQBu IL 16, 635: tag tüv wqvvzo dovftog . . . x^^ov tb Fqivov %b ßo- 
ßtov %* ivTtoißtjrawv vvaaofiivwv ^£q>eaiv %b %a\ ^yxBOiv. 11.4,455: tcSv 
(nämlich norafiuiv) di %b ztjloaB dovnov kv ovqboiv inXvB Ttoifirjv. Od. 
16, 10: nodcjv d' vtco dovTtov anoiw» — Dazu: dovniBiv 4&nt tönen' 
mit dem Perfect didovnB ,er ist laut tönend hingesunken' {äBdovTtoT- IL 
23, 679; Ap. Rh. 4, 555; Orph. Arg. 537) ohne Kennzeichen der Ableitung; 
IL 4, 504 BB 5, 42 »■ 540: dovTtrjOBv dh rcBOuiv^ aQaßvjOB dk revx^* ^^' 

Ging aus älterem ydovno-g (siehe 2, Seite 9) hervor, in dessen unge- 
wöhnlicher offenbar früh als unbequem empfundener Anlautsverbindung 
das / aufgegeben wurde. Dabei darf aber bemerkt werden, dass bei 
Homer die Formen mit yd^ möglicher Weise noch als die gewöhnlicheren 
zu gelten haben. Das verbale öovTciBiv lässt sich an allen 25 homerischen 
Stellen, an denen es überliefert ist, im Verse noch als ydovniBiv lesen 
(IL 23, 679 würde dann statt fjXd^B dsdovrcoTog wohl zu lesen sein '^Xd^' 
iydovTcoTog) und statt doino-g^ das 13 mal einfach begegnet, ist überall 
(ausser IL 4, 455; 16, 635; Od. 16, 10; siehe die Stellen oben) noch ydovno-g 
im Verse möglich. 
öarisa&'ai ,theilen', nur in präsentischen Formen belegt 

11.9, 138: OTB HBv daTBtifiBd'a Xrjßlö* ^AxciifoL Od. 1, 112: xol di 
'AQiFa ftoXXa datevvto. IL 20, 394: rov (d. L den getödteten Fiq>iTlü)va) 
fiiv ^AxoLiFiiv %itnog iniGaüirQoiai öaTBvvro. IL 18, 264: o&i tzbq TgdSBg 
ycal ^Axaißol iv /aiatp apLq>6tBQ0L ^ivog 'uiQrjog daräovtai (d. L ,gleichen 
Kampfesmuth haben'). IL 23, 121: rat (nämlich 17/u/oyoO dhx^ova noaal 

dfXtBVVTO. 

Ging von da- ,theilen' (Seite 156) aus. Der Bildung nach vergleichen 
sich TtaziBa&ai ,verzehren' (siehe Seite 435 unter ttot- ,verzehren') und 
auch noch andere Formen, in denen das innere z nur einem alten Nominal- 
suffix angehören kann. 
dcT^ ,Reisbündel'. 

IL 11, 554 ««17, 663: avtlov dflaaovai . . . xaiopiBval zb ÖBzal^ zag zb 
zQiBi (nämlich Xiuiv) kaavfxivog tvbq. 



202 Griechische Etymologie. 

Weiblichgeschlechtige Form zu dem participielleii dero-g ,gebuadea' (in 
fieXav-öero-g ^chwarzgebunden, mit dunkler Befestigung' IL 15, 713 von 
Schwertern; adafiawo-dero^ ,mit Stahl befestigt' Aesch. Prom. 148 und 
426 und noch mehreren anderen Zusammensetzungen), von de- ^binden, 
fessehi' (Seite 162). Dass man trocknes Hobs zusammenband, um es an- 
zuzünden, liest man bei Polybios 3, 93, 3: i4vvlßag .... läaÖQovßav naq- 
i^yyeikB kafiTtadag deofieveiv ix Trjg ^rjQäg xal nawoÖaTtffi vkrjg, 
öflra ,in der That, wirklich, denn'; schliesst sich namentlich gern an Frage- 
wörter. 

Bei Aeschylos gegen 30 mal; viel häufiger noch bei Sophokles. Aesch. 
Prom. 347 : ov ärjva. Sieben 93 : noxsQa diJT^ iyut noTtniata ßgitri dai- 
lÄOvwv; Prom. 747: %l d^t^ ifiol ^^v TLigdog; Ch. 1075: tcoZ öiJTa xQowel} 
Soph. Phil. 757: tI drjza ÖQaaw] 761: Iw iw dvaTrjve aij dvarfjve d^a 
öia novwv narstav g>aveig. 764: utj df^ra tovro ye. El. 1164: attut- 
keaag d^ra. 

Stellt sich seinem Schlusstheil nach wohl zu eha ,dann' (2, Seite 107) 
und %7tBiza ,darauf, darnach' (1, Seite 366), das dri- aber wird von dem 
einfachen 6ri ,offenbar, gewiss' (Seite 166) nicht verschieden sein. 
öibx' {dwg) ,6abe'; auch als ein Name der Demeter. 

Hes. Werke 356: dmg dya&ijy agna^ de xaxij. — Hom. hymn. Dem. 122 : 
Jwg fxkv kfiol y* ovofi^ laxL — Dazu: öwTcvr^ ,(jabe, (xeschenk'; IL 9, 
155: avdgeg . . . . oi' xi Fe dwrlvjjat ^eov ßwg rif^i^Govaiv. Od. 9, 268: 
eX Tt noQOig ^evßrjiov rjfi xai akkug dolrjg öwrhijv, 

»» Lat döt (dös) ,6abe, Mitgift'; Plaut AuL 258: n^ qvid dötis mea ad 
te adferret filia ; 269 : dSblaterävisti . . . meae m^ füiae datürum dötef^u 

Lit duti'S ,Gabe, Geschenk'. 

Altslav. dati ,6abe'. 

Altind. ddii' ,6abe'; in däU-vära- ,6aben liebend, freigebig* (RV. 1, 167, 
8; 3,51,9). 

Zu do- {öü}') ,geben' (Seite 165). Das suffixale t wie in da/r- ,Mahl- 
zeif (siehe sogleich). — In Bezug auf diaTivrj^ das die selbe SufiSxform 
wie TtvTivri ,Korbflasche' (2, Seite 509) und Qrjttvrj ,Harz' (Arist Thierk. 
9, 96; Nik. alex. 300; 554) aufweist, wurde bei Benfey (Or. Occ. 2, 606) 
die Vermuthung ausgesprochen, dass sein F, wie es beispielsweise offenbar 
der Fall war in IdögriaTivri ,Tochter des Adrtotos' (IL 5, 412; '!AdQV]a%o-g 
IL 2, 572; 14, 121) und Evrivtvt] ,Tochter des Euönos' (IL 9, 557; Evi]vo-g 
ApoUod. 1, 7, 8) neben ItäxQiaicivr] ,Tochter des Akrisios' (IL 14, 319; 
jixQiaio-g Hdt 6, 53), aus altem lu) zusammengedrängt, es also aus älterem 
*öiJTuivrj entstanden seL Seine Suffixform würde sich so vielleicht dem 
lat tion in dation- ,das Geben' (Varro r. r. 3, 9, 21; Plin. 7, 202) und zahl- 
reichen anderen Abstracten unmittelbar zur Seite stellen. 
öaCr- (da lg) ,Mahl'. 

IL 1, 424 : Zeig . . . fxer^ dfivfiovag Al&iOTtqFag x^^'^og üßt] xora däixa. 
IL 9, 70: öolLvv dalza yigovoi. Od. 17,271: (poQ^iy^ . . fjv aqa daiti 



Griechische Etjrmologie. 203 



^€ol Ttolßrjaav halQtjv. Od. 1, 225: tlg daig, rlg de o^tXog od* IWA^ro; 
Od. 1, 152: iJLoXfcri t' OQxrjotvg tc* t« yag %* ava^rjfiara dairog. IL 1, 
468: dalvvvx'y ovdi ri dvjLidg iöevero öaizog ißlarjg. Od. 15, 507: ij/'o- 
^ev di %ev vfx^iv oÖoitcoqiov Ttaga&slfirjv j öal%* dyad'i}v xgeßatav ytal 
ßoLvoo ßrjdvTtoTOio. — Daneben gleichbedeutend dalTrj und daiTv-g. 
11.10,217: alßel 6* h dalrrjat mal eiXaTclvrjai TtagiataL. 11.22,496: 
Tov äi xctl dfiq)i^akrjg ix datxvog iaTvq>ili^€v. — Dazu: daiTaXev-g 
jdex Mahlzeit Haltende, Schmausende'; Aesch. Prom. 1024: aerog . . . axlrj- 
Tog €Q7ta)y daLzakeifg naytjf^egog. 

Gehört zu dai- ,theilen', ,zum Essen zutheilen, bewirthen'; medial ,Bich 
bewirthen lassen, schmausen' (Seite 179). Das suffixale t begegnet ebenso 
in (JwV- ,Gabe' (siehe Seite 203), Xit- ,Gewebe, Decke' (IL 8, 441; 17, 352; 
23, 254) und vv-at- ,Nacht' (IL 1, 47; 2, 57); es wird durch Verkürzung 
aus altem tc (in fiijn-g ^Einsicht, Bathschluss' IL 2, 169; 10, 19; ntati-g 
,Vertrauen', 2, Seite 550 ; und sonst öfter) entstanden sein. — Aus äaita- 
Xei'g darf man zunächst ein ^dalraXo-v ,Mahr entnehmen, mit dem zum 
Beispiel auch öairaXovQyla ,Mahlbereitung' (Lyk. 199) gebildet wurde. 
öalxiö' (dalTig) ,Bjioblauchknolle'. 

Galen, gloss. Hipp.: dairlöeg' fÄeydXai kafindÖBg %ai6fiBval %e xaXovv" 
rau xaraxQiOfiivoig ö£ tvotb arjftalvei xal tijv tov exoQodov x€g>akijv 
dta To Ix ftoXhav dylld-wv avyxeifihrjv nagaTtlT^alcag avvdedia^ai raig 
XafiTtaai. 

Das Angeführte ist schwerlich alles richtig, durch wirklich Gutes zu 
ersetzen aber nicht leicht 
6aix(f6'q ,Zertheiler, Vorleger'. 

Od. 1, 141 = 4, 57: dattgog dk xQeßdwv Ttlvaxag nagi^rjxev dFelgag 
TtavTolüiv. Od. 17, 331: Mv^a re daitgog itpL^saxsv xgiFa noXka dato- 
fxcvog fiVTjOr^Qai dofiov xdva daivvfiivoioiv, — Dazu: öairgo-v ,das 
Zugetheilte, Portion'; IL 4, 262: eX rteg ydq t' aXXoi ye xdgr] xofjLoovreg 
]AxatIoi daiTQov TclvmaiVj adv ök TtXeiov diftag alFsl eaTrjxe. 

Gehört zu dai- ,theilen, zum Essen zutheilen' (Seite 179). Das Suffix 
wie in trjtQog ,Arzf (2, Seite 203) und noch ein paar anderen Formen. 
ötfyts ,kommt hieher'. 

Bei Homer achtmal. IL 7, 350: devr' ayer^ ^Agyetriv FeXivrjv xal xtjj- 
fdad"* a(JL^ avTfj diuOftev 'Argeßlörjaiv ayeiv. II. 13, 481: devrCy q>LXoij xal 
II oXFif df^vveve, IL 14, 128: devr^ iofisv TtroXefiovde. IL 22, 450: devTSj 
dvü) fioi inea^ov. Od. 2, 410: devTe, (piXoL^ ijßia q>tq(6fjied'a. Od. 8, 11: 
devr* aye, Oai'qxcDV tiyiftoqeg ride fxidovtegj sig dyoQfjv livai. Od. 8, 133: 
devTS, q>lXoij tov ^ivFov BQtifiB&a. Od. 8, 307: ÖBvd'\ %va Fiqy* ayiXaaxa 
y.ai ovx irciFeixTa ßidijod-e. 

Gleicht einer plunden Imperativform, wie zum Beispiel &€ ,geht' (IL 1, 
335; Od. 2, 139) eine ist, die aber unmöglich selbst darin enthalten sein 
kann. Ganz dunkel aber ist der erste Theil des Wortes, der sich in devgo 
,hierher^ (siehe weiterhin) noch wiederholt 



204 Griechiscfae Etymologie. 



deilhre^o-s ,der zweite*. 

IL 23y 265: &rjyt€ ywahi* ayayäad-ai • • . xal rglrtoda . . . t(^ TtQvixip' 
draQ av T(p devrigip %ft7tov tdiqy^Bv .... avraQ xif TQiraTifi oTtvQov xctii- 
dTjTce JJßr^Ta. IL 23, 498: tots dk yvdaea&e ßixaOTog %7i7tovg *u4gyetiov, 
dt öeiteqot o% re Ttaqoid'sv. H. 22, 207: ^tj %ig xvdog ägoiro ßaXaivj o 
öh devTBQog iX9oi. — Dazu: dsvTaTo-g ,der letzte*, bei Homer dreimal; 
IL 19, 51: -Kai ^* ot neq %b Ttaqog ye veßwv h aydSvi fiiyeaxov^ di t€ 
xvßegyfjtai — nämlich ^aav — xal ^ov foii^ia vriFmv xal va/ilai jtaga 
vrjvaly laav . . . xal firiv 61 tote y' elg ayoqrjv Xaav . . . • tcu dh Uta axa- 
t/ov%e ßarriy'uiQeog ^eganovre .... avrdg o deitatog r]l&e ßdva^ dvdqüiy 
"Ayafiifiyioy. Od. 1, 286 : og ydg d&katog rjk&ev ^AxaißtSv. Od. 23, 342 : 
TOVT* aga 6ev%a%oy elrte ßiftog. 

An Zugehörigkeit zu ovo ,zwei* (Seite 183), wie sie gemeiniglich ange- 
nommen worden, ist weder aus formellen Gründen zu denken möglich, 
noch wegen der Bedeutung von devraTog-y yielmehr schliessen sich die 
beiden Wörter offenbar an dieiy^ alt difeiy ,mangeln, entfernt sein* (Seite 
163) und unterscheiden sich also von altind. ddvfjans- ,femer* (BY. 6, 47, 
29) und altind. dävishtha- ,sehr fem* (BV. 6, 51, 13) nur durch die Form 
des Comparativ- und Superlativsuffixes. Als unmittelbar an eine Verbal- 
grundform angefügt begegneten die Suffixe rego und rato schon in ßi/L- 
T€go-g ,yortheilhafter, besser' und ßiXtato-g ,der beste* (2, Seite 141). Dass 
die zweite Ordinalzahl nicht aus dem zweiten Zahlwort gebildet wurde, 
ist auch der Fall im Lateinischen (ßecundo-s eigentlich ,der folgende*; 
Varro L. L, 9, 60 : vJbmina gentilida, ut ab numerö Seeunda, Tertia, 
Quarta)j im Keltischen (altir. tdnise Zeuss-£b. 309), im Deutschen (goüi. 
anthara- ,der andere* für devrego-g Mk. 12, 21; 31; Luk. 19, 18; 20, 30 
und sonst, unser ,äer zweite taucht erst gegen ikide des 15. Jahrhun- 
derts auf), im littauischen (äntra-s) und im Slavisch^ (altslav. vutora). 
däyvd- ißäyvg) ,eine Wachspuppe*. 

Nur Theokr. 2, 110: dkX* eTtayrjy äayvdi xaXoy xgoa ndyrod'ey Xaa. 

Dunklen Ursprungs. Vielleicht ungriechisch. 
ddyfiar- {öoyfia) ,Meinung*; ,Beschluss, Verordnung*. 

Plat Soph. 265, C: t<^ tcJv nokXoiy öoyiiaTi xal ^ij/uart xgiifievoi. — 
Xen. an. 6, 4, 11 : doy^ia inotijaayro . . . ^aydt(p avToy ^rifAiovad'ai. PlaL 
Ges. 1, 644, D: og yeyofieyog öoypia nokewg xoiyby vofiog inwyoixaatai. 

ZvL öox- ,8cheinen*, ,wähnen, meinen* (Seite 189). Die Erweichung des 
X zu / vor unmittelbar folgendem fi findet sich ebenso in d{jy/ia%- ,Biss* 
(Aesch. Ag. 791; 1164; Xen. mem. 1, 3, 12; zu öax- ,beissen* Seite 185), 
öely/xaz' ,Vorgezeigtes, Beweis' (Eur. Schutzfl. 354; EL 1174; Plat PhaedL 
110, B) und sonst noch mehrfach. 
öaff' i^VS) ,Fackel*; ,Kienholz*. 

Pind. Bruchst 79, 5 : iv ök xex^ddeiv xgoraX^ ai&o^eya 6h ö^g vtio 
^av&aiai Tcevxaig. — Thuk. 7, 53: d(fd6g ye^uioavteg . . . äyeiaay rijy yavy 
TtvQ igißaXovTeg. 



Griechische Etymologie. 205 

Ging durch dieselbe Vocalzusammendrängung aus älterem dato- (Seite 

160) hervor, wie sie zum Beispiel in^idj^-g, Name des Unterweltgottes 

(Aesch. Ag. 667; Eum. 273), aus älterem 'Mörpg (1, Seite 20) vorliegt 

öedlacea^ai ,in Schrecken setzen* (deöiTTOfievog Plat. Phaedr. 245, B ; Luk. 

luct 4; dedi^afievog Dem. 19, 291), siehe Seite 208 unter deidlaaea&ai, 

öBöiöxeO'd'ai ,begrüssen'. 

Nur Od. 15, 150: aTrj ö* %7i7iu)v TCQOTtaQoid-B^ öeäiaxofievog ök rcQoarjvöa' 
XaiQetov. 

Eine Nebenform zu öeidlaxea&ai (siehe Seite 208), die aber wohl 
nur auf unrichtiger üeberlieferung beruht. An der angeführten SteUe 
liegt sehr nah zu vermuthen: ottj dk 7taQot&* %7t7tu)v detdiaxofievog. Das 
homerische Ttagoi&e geht seinem Genetiv stets voraus, wie zum Beispiel 
noch 11.1,360: mal ^a naQOi&' avrolo na&äCejo und Od. 16, 166: arij 
dk Ttaqoid'^ avtrig. 
ösöiöxsiJß'ai ,in Schrecken setzen'. 

Nur Hom. hymn. Herm. 163: rl fie xavra dediaxeai (so nach Ver- 
muthung)? und Ar. Lys. 264: Qq^S . . . iöedlaxero ttjv laxadonwXtv. 

Eine wohl nicht richtig tiberlieferte Form, die unter dem Einfluss von 
deilaaea&at (siehe oben) gebildet sein mag. 
öibÖBna ,zwölf . 

Bei Homer schon 27 mal ; dazu dreimal in duöly^axo-g ,der zwölfte' (II. 
1, 425; 24, 781; Od. 4, 747); IL 9, 123 — 265: neQUkvva öcüq* ovo^rivw 
. • . dwö&ia d' %TC7tovg. Od. 9^ 328: dcJdcxa dt} ^vv vrjvai Ttoketg dkarta^^ 
dv&QW7C(üv. Pind. Pyth. 4, 25: dwö&ia . . . ofiiQag. Aesch. Bruchst 158, 1 : 

Muss zunächst aus *d/cJd£xa, das aber schon nirgend mehr im home- 
rischen Verse zu erkennen ist, hervorgegangen sein, da es auf äviidexa 
(siehe Seite 183) zurückführt Das letztere begegnet bei Homer noch 8 mal 
und dazu ebenso oft in dvoid^airo-^ ,der zwölfte' (11. 1, 493; 21, 46; 81). 
öiödöxBiv ,lehren', mit dem Aorist idlöa^e (II. 11, 832; älda^e IL 5, 51; Od. 
8, 481 ; 488), passiv iöidaxdi] (Hdt 3, 81 ; ididax^g Ar. Wölk. 637), dem 
Perfect deöldaxe (Xen. Kyr. 1, 3, 18; Plat Men. 85, E); passiv öedcöax^cci 
(IL 11, 831). 

11.9,442: Tovvenia fie Ttgoirjue didaa'AifAevat %aöe Ttavra, fxv&cav %€ 
ßgrjrrJQ^ ^fÄevai Tcgr^nr^ga xe fdgycjv. IL 11, 831 und 832: STtl d^ ijftia 
g)aQficeKa naaoe iad'Xi^ xd ae tzqoxI (paalv ldxti»kfi^og dediädx^ai, ov 
XelQtov idlöaSe, IL 23, 307 und 308 : t] xoi fxiv oe viFov neq kovxa 
q>lXrjaay Zevg xe Iloaeiödwv xß, Ttal Innoaivag idlda^av navxoLag' x(^ 
xal ae didaaxificv ov xt fjidkaxQtj' IL 16, 811: didaoxoiievog 7t%oXifioto, 
— Dazu: avxo-diöa%xo^g ,durch sich selbst belehrt*; Od. 22, 347: 
dßeldu) . avxodldaxxog d^ el^L, &€dg di fxoi iv q)Q€aiv olfiag navxolag 
hiqwae, — diddaxako-g ^Tuehrer^; Hom. hymn. Herm. 556: ftag&ivoi 
.... olula vaiexdovaiv . . . fAavxeltjg dndvev^e öiddaxakoi (,Lehrerinnen') ; 
Aesch. Prom. 322: ov^iovv ifiolye xQf^f^^^og didaaxdXqp. — ötdaxTJ ,Lehre'; 



206 Griechifiche Etymologie. 

Hdt 3, 134: fi /ih di] ravra Ix didax^Q eleye. 5, 58: "iwveg, ot naqahx- 
ßovTcg 6idaxjj naqa zwv OoivUtav %a yga/Äficna, 

Aus *diöax<^xeiv. Durch präsentisches ax gebildet, vor dem, wie öidaxf', 
lehrt, ein x ausgefallen sein muss, ganz wie vielleicht auch in ziTvanea&ai 
^elen, treffen wollen^ (2, Seite 746). In öiöaaycako'g das sich übrigens 
mit Bildungen wie aaTQayako-g ,Wirbelknochen', ,Wiirfelbein, Sprungbein' 
(1, Seite 180) yergleicht^ wurde das präsentische ox auffälliger Weise fest- 
gehalten. Die Beduplicationssilbe äi-j die ursprünglich auch nur präsens- 
bildend gewesen sein wird, setzte sich in allen zugehörigen Formen fest Als 
einfache Verbalgrundform ergiebt sich dfa%-, dem in verwandten Sprachen 
nichts genau zu entsprechen scheint. Zusammenhang mit altostpers. dakJish 
,Zeichen geben, lehren^ lässt sich wohl vermuthen; vielleicht auch mit laL 
docere ,lehren' (Enn. ann. 19; docto-s ^geleluf Enn. ann. 18; 249). Dann 
müsste aber das Verhältniss von x ^^^ Tennis c noch genauer erklärt 
werden, wobei sich etwa äixeax^ai aufnehmen, annehmen' (siehe Seite 
210) neben öiT^eo^ai (Seite 187) vergleichen lassen würde. 

dcdijfic ,ich binde, fessle' (didiaai Xen. an. 5, 8, 24 ; diäivTwv Od. 12, 54; 
öldf] IL 11, 105), siehe unter de- ,binden, fesseln' (Seite 162). 

öiöioiii (IL 23, 620; Od. 15, 125; 20, 342) ,ich gebe', siehe unter So- (dw-j 
,geben' (Seite 165). 

ölöviio-q ,doppelt' 

Bei Homer zweimal. Od. 19, 227: avraQ ßoi tcbqovti x^i;(Jo£o zizvxro 
avkolaiv öiävfioiüi. IL 23, 641 : l/inroQlvjve (,Aktors beide Söhne') . . . . oS 
d* üq' eoav dlövfxoi (,ZwillingeO. Hes. Bruchst 76, 1: ^ oi'iy Jidv/Äovg (hier 
Eigenname) legoig valovaa nolvivovg . . . nag&ivog ddfirjg. Find. OL 3, 35 : 
vlaaerai avv ßa&v^wvov öidv/noig {diävfivoig ist hier schwerlich richtig 
vermuthet) 7caiai ^rjöag. Pyth. 2, 9 : bei yäg loxioi^a naQ^ivog x«?i 
äiövfuf (,mit beiden Händen^) . . . alykarra %ldifiat 'kog/äov. — Dazu: dt- 
övf^aov- (öidvfzaojv) ,Zwilling'; bei Homer 4mal; D. 1 6, 672 «- 682 : 
^'Ynvi^ xai Qava%(j» diövfidoaiv. IL 5, 548: Ix ök JifoxUßeog diövfxaoye 
Ttalöe yevia&riVy KQTjd'Wv ^Oqailoxog t£. 11.6,26: rj d' vTtOKvaafiiwr^ 
(uämlich IdßaqßaQeri) diövfiaove yelvato nalde (nämlich uätotjnov xal 
nijdaaovj Vers 21). Hes. Schild 49: t] dh ^€(p öfir^^eioa (die Gattinn des 
Amphitiyon) xaJ avigi noXJubv aQlazip . . . öidvfiaove yelvato Ttaiöe (näm- 
lich Herakles und Iphikles). 

Eine noch nicht ganz aufgeklärte Bildung. Unmittelbarer Vergleich aber 
mit aii(pLdvpLo-g ,zweifach, doppelt'(?) (1, Seite 246), und weiter namentlich 
mit TQldvfio-g ,dreifach, DriUing' (aus Empedokles angeführt bei Plut 
mor. 906, B und C, wo eine Ueberschrift lautet neig dlövfjia xai TQLdvfut 
2^/y£irat und darauf folgt: ^fXTtedoxlrjg ölöv^a xai TQlövfia ylvea&ai Tuna 
Ttleovaafiov aal TceQtaxi'OfÄdv %ov aniq^ionog. Manetho 4, 456: xiiiiog 
diövfiaroxa {piaezai, dvögwv owficna aal TQiövfAWV naidwv &avfiaQ%a 
yive&ka)^ als dessen erster Theil sich deutlich tqi- ,drei' (2, Seite 823) 
abhebt, drängt zu der Vermuthung, dass sie sich in dt- ,zwei' (Seite 168) 



Griechische Etymologie. 207 

und "dv^o- zerlegt, welches letztere allerdings noch der Erklärung harrt. 
Dem gegenüber kann die Ansicht, dass öt- alte Beduplicationssilbe und 
in dv die zweite Zahl {ovo Seite 183) enthalten sei, wohl nur als sehr 
bedenklich bezeichnet werden, um noch anderer Vermuthungen ganz zu 
geschweigen. — Ob in didv^äov- ein altes Suffix Fov enthalten ist? 

öiöQaOxciv ,f ortlaufen' {dno-didQaayi€i Xen. Eyr. 1, 6, 40; Plat Men. 97, D; 
ix-öidgaoTiovai Thuk« 6,7; afto-didQaaxovai Ar. Lys. 719), präsentische 
Bildung nach Art von TriTcgaaxeiv ,yerkaufen' (2, Seite 493), siehe weiterhin 
unter dgä-, 

öaMaXo-q ,kun8tvoll gearbeitet^ 

Bei Homer 7 mal und zwar nur in der substantivisch selbstständig ge* 
wordenen ungeschlechtigen Form ; IL 5, 60 : Oigeakov . . . .og x^Q^^iv ^^l- 
OTOTO daläaka (,EunstwerkeO navra tevxi^ev. IL 14, 179: afi<pl d* oq^ 
afißQoaiov feavov Fiaad'\ ov Fol ^A^rivri l§i;a* daxrjaaaaj rldTj d\ivl 
daldaka noXka. H. 18, 400: ivvdFereg xdhtevov (Hephaistos spricht von 
sich) daldaXa jtoXkoj Ttognag re yvafinTag &' ^kixag xakvxdg ve xal oq* 
fÄOvg. n. 18, 482: iv avti^ (d. L omBl) TcoLFee (nämlich "Hq>aiaTog) dal- 
daXa nokXd. IL 19, 13: &€d xatd tbvx^^ ll&rjxev nQoad'ey ^Axikkijfog' 
To d' dvißgctxe daldaka TtoXXd. Od. 19, 227: x^^^^^^ noQgwQhjv ovItjv 
^^6 diog *Odvaaevg .... Ttdgot^e dk daldakov rjev ' iv nQoxiQotat Ttodeaai 
xvwv %x^ TcoixLXov ikXov, aanalqovra Xdßwv. Find. Nem. 4, 59 : Tf dai- 
ddXfp dk f^axalQff q>vr€vi ol ■9'dvctTOv, Aesch. Eum. 635 : iv d' dziQfxovi 
TLonTBi Ttedijaaa^ avöga öaiödktit TciftX(p, — Dazu: datddkXeiv ,kunst* 
voll ausarbeiten, kunstvoll verzieren'; IL 18,479: tcoLFbb dh ngtiviaza 
adxog fiiya %e oxißaQov re Ttdvtoae daiddkkwv. Od. 23, 200 : Xixog s^eov 
... daiödkXwv XQ'^^V ^^ ^^^ dqyvQtfi rjd' iXiq>avxi. Find. OL 2, 53: 6 
fjLctv TtkovTog agetaig öedaidakfÄivog. 5, 21 : alT^owv noXiv evavoglaiOi 
rdvde xkvraig öaiöakkeiv. 

Enthält unverkennbar eine Beduplicationssilbe nach Art von maifcdkkeiv 
,stark schwingen' (2, Seite 493), und zum Beispiel daidvaaeiv ,ziehen' (Hesych: 
daidvaoBO&ai' %kxeod'ai)j das vielleicht aus *daidvig€iv hervorging und 
dann unmittelbar zu lat. dücere ,ziehen' (Flaut Foen. 116; Varro r. r. 2, 3, 
5; Hör. epist. 1, 10, 48), goth. tiuhan ,ziehen' (Mk. 14, 44; Luk. 18, 40) ge- 
hören könnte. So ergiebt sich also eine Verbalgrundform äak-j an die 
sich wahrscheinlich lat doläre ,behauen, bearbeiten' (Cato r. r. 31, 2: cavS- 
töqve per rörem trahäs aut dolesy nämlich mäteriem; 45, 1: eum doläins 
aut secäbisj nämlich täleäs oleägineäs; Flaut miL 938: sü hodie hunc dolv/m 
doJAmus) eng anschliesst — Mit öaiödkketv (zunächst aus *daiddij€iv) 
vergleicht sich seiner Bildung nach Ttoixlkksiv ,bunt machen, künstlich 
darstellen' (IL 18, 590; Eur. Hek. 470; zu Ttoixlko-g ,bunt' 2, Seite 481), 
das auch den Schlussvocal des ihm zu Grunde liegenden Adjectivs voll- 
ständig einbüsste. 

öBiöio ,ich fürchte mich', wurde schon unter di-j homerisch dfi- ,in Furcht 
gerathen' (Seite 169) aufgeführt und besprochen. Es wnrde vermuthlich 



208 Griechische Etymologie. 

als erst nachhomerische Form in unmittelbarem Anschluss an das P^ect 
öeldia (homerisch ohne Zweifel noch didßia lautend) ,ich bin in Furcht 
gerathen, ich fürchte mich', gebildet. — unmittelbar daran zu schliessen 
scheint sich daldriiiov- ,sich fürchtend^ (nur II. 3, 56: dkka fdaka TQoieg 
deidrifioveg, wo aber Zenodot ikeijfzoveg las, und Nonn. Dionys. 14, 321: oi 
dk TcaXivvoaTOio Ttodog ÖBidriiiovi Tagofp q>v^iidov ix^^S ^a^xf/av)^ das aber 
wegen seines inneren tj sehr aufföllig ist und sich nicht etwa so un- 
mittelbar mit fiaxrifiov' ^streitbar, kampflustig' (H. 12, 247; daneben steht 
^axrjvij-g jKämpfer' II. 5, 801; 8, 102) und aUtriiiov- ,frevehid* (IL 24, 157 
«B 186; daneben aXturipLevo-g ,freyelnd' Od. 4, 807) vergleichen lasst 
ÖBidiöaBö'9-ai ,in Schrecken gerathen'; meistens aber ,in Schrecken setzen'; 
mit dem Futur deidiSea&ai (1120,201 — 432) und dem Aorist d€i- 
dl^aa^ai (IL 18, 164). 

IL 2, 190: ov ae Fißoixe xanov ßwg deidlaaead'ai. — IL 4, 184: d'agaeSj 
fifjdi tl 7tü3 öeidiaaeo kafov jixaifdv. IL 12, 52: ovdi Foi Xnitoi xilr 
{liov (Jycvfiodeg .... ano yaq deidloaero Taq>Qog evQslFa, IL 13, 810 : 
flrj öeidlaaeai avtü)g Idgyetovg] IL 15, 196: X^Q^^^ ^^ M ^' ^^ ^^W^ 
TicMov f(ag deidiaaiad'w. IL 18, 164: oix iövvavto dixa AtFavxB xo^ava 
^'ExTOQa IlQiafiidrjv aftb v&lqoo deidl^aad-ai. H. 20, 201 <= 432: fxi} di] 
fie Fineoai ye vrjTtvTiov ßwg Fihteo deidl^ea&ai. Theokr. 25, 74: Tovg 
^kv (nämlich xvvag) oye laeaaiv ano x^ovog oaaov deigatv (pevyifiev atp 
dftloü) deidlaoaero. 

Wird aus *ä€idly^'€ad'ai entstanden, ganz wie zum Beispiel alvlaaea^ai 
,dunkel, räthselhaft sprechen' (1, Seite 99) aus *alvixjBai^aij also zunächst 
von einer Nominalform mit suffixalem x ausgegangen sein. Was aber die 
weitere Bildung des Wortes anbetrifft, so bleibt beachtenswerth , dass bei 
Späteren auch die Form dedlaaea&ai ,in Schrecken setzen' (siehe Seite 
205) begegnet So wird, da die Zugehörigkeit zu äi-, homerisch dßi- 
,in Furcht gerathen' (Seite 169J nicht wohl zu bezweifeln ist, als alte ge- 
meinsame Grundlage ein ^öedßlaaea&aiy das auch noch die echte homerische 
Form sein wird, durchaus wahrscheinlich. Darin aber wird das de- alte 
Beduplicationssilbe sein, so dass sich Bildungen wie Tetgalveiv ,durch- 
bohren' (2, Seite 744) und ähnliche unmittelbar vergleichen lassen. 
ösiö(0xBiS9'ai ,begriissen'. 

Bei Homer 4 mal. Od. 3, 41: iv d' olvov ^evev xQ^^^^V ^^^ol' Sei- 
dioxofjievog dh ngoaijvöa. Od. 18, 121: xal Siital XQ^^V ^^t'^l'O^^o^ (pw- 
V7]aiv %€' x^^Q^' Od. 20, 197: i;, xal öe^itegj] deidlaiieTO x^^l ftagatnag, 
xal pLiv qxjivrjaag ßinea Ttzegofevra nQoarjvda' x^^^- Od. 15, 150: atij 
dk 7caQ0i&' iTtftiJv deidiaxofievog (so wird zu lesen sein statt d* Ircntav 
TtQOTcdqoi^e dediancofievog. Siehe Seite 205 unter deölaxead'ai) de ngoa- 
Tjvöa ' ;fo/^€Tov. — (Bei Ap. Bh. 1, 558 : avv xal ol TtagdxoiTig irtwiiviov 
q)ogiovaa ürikelöriv ^Axi^fja, q>lk(p deiölaxeTO rcaigl ist deidlaxevo für 
,zeigte' gebraucht, also offenbar in nächstem Zusammenhang mit dcfx- 
,zeigen' gedacht). 



Griechische Etymologie. 209 

Nächster Zusammenhang mit dex- ,begrü88en^ (siehe unter äeix- Seite 
195) muss bei der augenfälligen Uebereinstimmung der Bedeutung von 
vom herein für sehr wahrscheinlich gelten, die Entwicklung der Form 
ist dabei aber doch nicht ganz verständlich. Entstehung aus *d€idiKa' 
xead'ai scheint angenommen werden zu müssen. Das innere x vor ax. 
würde ausgefallen sein, wie zum Beispiel in Idaxeiv (aus *>laxax€ty) ,laut 
ttJnen, laut rufen' (Aesch. Ag. 596; 865; Eur. Andr. 671) neben dem aoristi- 
schen laxe ,er tönte laut, er krachte' (IL 13, 616; 14, 25; 20, 277). Aber 
warum nicht *d€idiax€a^at? Wirkten Formen wie eiglaxeiv ,finden, ent- 
decken* (2, Seite 198), areglaxeiv ,berauben' (Soph. Oed. Kol. 376; Thuk. 
2, 43, 1) und andere auf -laxeiv ein? Und giebt es noch Bildungen mit 
ei in der Beduplicationssilbe, in der das diphthongische ai (wie in dal- 
dako-g ,kunstvoll gearbeitet* Seite 207) und auch oi (siehe das folgende 
Wort) allerdings mehrfach auftreten? 
öoiövx" {doldv^ jMörserkeule*. 

Ar. Bitter 984 : ovx av tjarrjv axevri övo) xQ^^lf^^J^f doldv^ ovöi toqvvt]. 
Wesp. 938: ^dßriTi ^aqxvQag nageivai, ZQvßkioVj doldvxay TVQOxvfjaTiv, 
ioxagavy x^Q^^- Theophr. Steine 60 : orav ro {mwaßagi) TQiq>dj} /mct' 
o^ovg iv dyyelip x^^^^ ^^^ doldvxi x<xhi^. 

Wurde offenbar mit Beduplication gebildet Der Diphthong der Bedu- 
plicationssilbe aber ist der selbe wie in noirtvveiv ,eifrig beschäftigt sein* 
(2, Seite 494) und noch anderen Formen. Das zu Grunde liegende äüx- 
aber ist seinem weiteren Zusammenhang nach nicht klar. 
öt^eiv ,zweifeln*. 

Bei Homer nur IL 16, 713: ^'Extwq .... dlCe yag t/jfe fiaxotzo xara 
Tilovov avTig iXaaaag iq kaFovg ig relxog ofjioxhjoeie falrjvai, Orakel 
bei Herodot 1, 65: dl^tj ij ae &€dv fiavTevaofiat rj av&gwTtov. 

Es ist nicht wohl zu bezweifeln, dass dl^eiv von dl- ,zwei* (Seite 168) 
ausging, wie zum Beispiel auch lat dubios ,zweif elhaft* (Plaut Capt 406 ; 
Most 1041; Poen. 130) und dicbitäre ,zweifeln* (Pacuv. trag. 50; Att trag. 
191 ; Plaut Epid. 260) und goth. tveifla- ,Zweifel* (Joh. Erkl. 2, 0), nhd. 
Ztveifdy aus dem zweiten Zahlwort (lat duo- a» goth. tva-, Seite 183) ge- 
bildet vnirden, es ist aber nicht deutlich, welches besondere Bildungselement 
in dem ^ (aus öj?) enthalten sein mag. 
öi^riö^ai (PhokyL 10; Theogn. 180; Hdt 2, 147; 7, 16, a) ,aufsuchen, er- 
streben*; auch ,erf ersehen^; mit Formen wie dl^rjfiai (Anakr. Bruchst 
4, 2; Hdt 7, 103; Theokr. 16, QS^dl^rjai (Od. 11, 100), d/^iyrat (Hdt 2, 38), 
diCqfievog (IL 4, 88; 5, 168; 10, 84), die sämmtlich ihr inneres tj festhielten, 
und zum Beispiel der Futurform di^ijaevat (Lykophr. 682) und der aoristi- 
schen Conjunctivform öi^rjaofAe^a (Od. 16,239). Bei Späteren begegnen 
manche Formen, die sich ganz der co-Conjugation anschlössen, wie öl^ead-ac 
Hes. Werke 603 (hier vielleicht noch dl^tja&ai zu lesen), öi^o^e&a (Orph. 
Arg. 940), öt^^evog (Orph. Arg. 1217), idl^evo (Mosch. 1, 28; dl^ero Bion 
7, 2) und andere. 

Leo Meyer, Qrieohisohe Etymologie. III. 14 



210 Griechische Etymologie. 

11.4,88: ndvdagov dvTl&€ov di^rjfiivri, eX tcov i^pevQOu IL 17,221: 
ov yaq iyti nXri^vv dt^ij^evog ot/d^ %ar/^cüv iv&dd^ aq>^ vfjieriQwv noXLtav 
ijyecQa ßixaOTOv. Od. 21,161: akXrjv (Jif riv^ Mneiva ^Axai^ictdwv h- 
TciftXwv fivda&o) ißidvoiaiv diJjqiiBvoq. Od. 1, 261: (pdq^anLOV dvdQog>6vov 
diX^tifABvog. Od. 11, 100: voütov öl^tjai fzeXißi^däa. — Hdt 4, 151: ayyi- 
Xovg dc^rjfiivovg et rig KQtjzdiv rj fieroUwv dmyfiivog eirj ig ^ißvf]v. 

Aller WahiBcheinlichkeit nach eine alte Präflensbildnng mit B^uplica- 
tion, deren ßeduplicationssilbe aber früh über das präsentische Gebiet 
hinansdrang. Ungewöhnlich ist allerdings das Eintreten von d ffir ^ in 
der Beduplicationssilbe, bei der Eigenartigkeit des letzteren Laates aber 
wohl denkbar. So würde sich also eine Yerbalgrundform ^rj- ergeben, 
anf der vermuthlich auch das abgeleitete ^r^vieiv ,snchen' (IL 14, 258; 
Aesch. Prom. 262; 316; 776) beruht 
öix-eo^ai ,aufnehmen, annehmen^, ,erwarten'. Bei Späteren einige Male 
auch mit der Präsensform öixwa^ai {dtxvvTai Antipatr. in Anth. 9, 
553, 6; kdixwTo Orph. Arg. 566; ddxwao Orph. Steine 692). 

n. 1,20: %dä* oLTtOLva öixea-9'e. 11.6,483: ^ d* Sqo /äiv (s. i. Tcalöa) 
nrjüiöe'i di^aro xoknq). IL 19, 10: Tvrr] ö* 'Hq>alaToio ndga xkvrd tev- 
Xea di^o. IL 7, 400: jui^t' qq Tig vvv TCTt^fiar^ Jike^dvögoio dexiod'w iiii^ 
^EkivTjv. 11.2,186: di^azo foi a%rjn%Qov Trar^o! iov. IL 2^ 420: dlX* o 
ye (nämlich KqovIvjv) öimzo fiiv igd. IL 18, 331: ovo* kfih votnriaavxa 
öi^erai h fieydgoiai . . . IlrjXevg* IL 18, 115: x^ga ö^ iyd rote öi^ofiaL 
— 11.5,238: rovde d' iydv iraovxa dedi^ofiai d^iFi dogfu IL 8,296: 
ix %6o Sil to^oiai öeöeynivog avdgag halgw. IL 4, 107 : alyog dyglov • . . 
ov ^d noT* avTog . . . deieypLivog Iv Ttgodox^aiv, ßeßki^xei. IL 2, 794: 
diyfievog OTtnoxe vavq>iv aq)0Qf4rid'€i€v *AxotiPoL — Dazu: iox^ »Auf- 
nahme, Bewirthung'; Machon (bei Athen. 8, 348, D) : ovarig 8k XafAnqag 
xal q>ih)xLfiov rijg öoxijg. Auch ,ein Gefäss im Körper'; Eur. £1828: 
Ttvkai dk xal doxcci x^^S Ttihxg xaxdg iq>aivov up axorcovvvi Ttgoaßoiag. 

Alle ausserpräsentischen Verbalformen können auch auf dix-ead-ai (Seite 
187) zurückführen. Beide Formen aber ruhen ohne Zweifel auf dem selben 
Grunde, wenn auch noch nicht deutlich ist, unter welchem Einfluss sie 
sich so verschieden entwickeln oder, darf man wohl bestimmter sagen, 
unter welchem besonderen Einfluss sich in öix^a&ac das aspirirte x &^ 
altem x entwickelte. 
<foxfiö-$ ,von der Seite gerichtet, quer*. 

IL 12, 148: aveaai ßaFoixore, tio t^ iv ogeaaiv . . . doxfini t* dßiaaom 
negl aq>löL Fdywzov vXrjv. Hipp. 2, 817: rjv fcagako^alyurtai al (xijtQoi 
xal dox/^ol iWi. Nik. ther. 479 : q^eiye d' ael axokiijv ve xal ov filav 
dxQanov XXXwVf öox^og dyaxgovwv &riQdg ndiov, 294: dox^d d* inunux- 
^wv dXlyov difiag. Opp. Fischf. 353: (og d' Sta â– 9'r]Qoq>6va}v Tig dv^g . . . 
TtogöaXiv . . . iyx^ijl ä^cra^ TavarjXB'C öox^og vrcoardg, 

-= Altind. gihmd' ,nach unten oder seitwärts gerichtet^ schräg' ; RV. % 
35, 9: apähi napät ä' hi dsthät updstham gihmähäm ürdhvds ,der Sohn 



GriechiBche Etymologie. 211 

der Wasser hat sich in den Schooss der schrägen (Wasser) gestellt, der 
aufrechte'; gihmc^aisha ,mit seitwärts gerichtetem, schielendem Auge' 
(SuQrut). 

In der altindischen Form wird das i vor dem Accent aus a geschwächt 
sein, wie zum Beispiel in pitär- neben TcariQ- jVater* (2, Seite 497); dem 
altind. g aber kann griechisches ö entsprechen, wie der Tennis altind. c 
öfters ein griechisches t entepricht, zum Beispiel in altind. ca — ri .und' 
(2, Seite 716). 

öoxiM.'n (von einigen öoxf^rj betont), wahrscheinlich ,Handbreite'. Pollux 2, 
157 erklärt doxfi^ dk avyxleia&ivTeg ol TärtaQeg däKTvkoi, xal daxTvko- 
äoxfifj. %6 6 ' av%6 xai nakaiarrj .... xal dwQOv. 

Ar. Eitter 318: ijtdXeig diQfxa fiox^Qov ßoog xal 7cgiv ^fzigav 

q>0Qrjaai, jiel^ov rjv övolv doxfialv. Kratin. Bruchst 350 (nach Anführung 
von Photios unter aTtL^afir]': xijv äk OTti&afiijv rivkg xal doxfirjv xakov- 
aiv' oiTwg KgaTivog). Kom. anon. 571 : ovtoi ö' dq)eatrixaai nXelv rj 
ovo Sox^a» 

Zum Vorausgehenden gehörig. Die weiblichgeschlechtige Form erklärt 
sich durch das zu ergänzende x«^- ,Hand' (II. 5, 82; 417). 
d/X« i^ zwei Theile getheilt, getrennt. 

Od. 10,203: iyw älxa navxag ivxvri(itdag evalgovg riql^^evv. Od. 15, 
\\2\ ölxa di aq>iai ndyra didaazai. IL 18, 510: dlxa di aq>iai ßdvöave 
ßovH]. Od. 16, 73: hjjtqI ö^ ififj dlxa d'vfÄog ivl (pQeal ^eQf^rjQl^ei. — 
Daneben gleichbedeutend dlx^a. IL 16,435: dix^a di fioi xgadlr] fii- 
fiovev q>Q€alv OQfiaivovze. Od. 1, 23: Ai&lortag, %o\ dix&d dedaiaTai. — 
Dazu diavdixa ,in zwei Theile getheilf; IL 9, 37: aol di diavöixa duixe 
Kqüvov naß ig. IL 1, 189: kv di Fol ^toq OT^^eaatv kaaloiat diavdtxa 

Schliesst sich an di- ,zwei' (Seite 168). Die Suffixformen x« und ;c^a, 
die zum Beispiel auch in zqlxa ,in drei Theile getheilt^ (IL 2, 655; Od. 8, 
506) und daneben rgix^a (IL 2, 668; 3, 363) und noch sonst begegnen, 
scheinen genau entsprechend in den verwandten Sprachen sich nicht zu 
finden. — Der erste Theil von diav-ötxa ist auch in diaix^neqig ,ganz 
hindurch, durch und durch* (Seite 174) enthalten. 
öavyivö-q, eine Lorbeerart (?) 

Nik. ther. 94: iv dk x^QomXrjSij xagrcdv veo&rjUa davxvov Xeialvetv rgi- 
TCtiJQi. Alex. 199: ftokkaxc d* rj oivrjg afiiyij Ttooiy, ij and daq)vrjg, Tefi- 
Tcldog rj davxvolo tpigoig kx xavkea xoxpag. An beiden Stellen ist die 
Ueberlieferung sehr unsicher. — Dazu: Tcav-davxyrjTO'g ,ganz mit 
Lorbeeren bedeckt' (?); nur Hippon. 2, 1: Klxwv d* 6 navdavx'^rjtog (nach 
ganz unsicherer Vermuthung für überliefertes TtavddkTjvog). 

Zweifelhafte Bildung. 
öd^vfi ,Lorbeerbaum^ 

Od. 9, 183: aniog etdo/iev .... ddg>vjjai xaTTjQ€q)ig. Hom. hymn. Ap. 
394 : Ott xe ßelTtrj (nämlich ApoUon) XQ^^^^ ^ ddq)vtjg yvdkwv vno Hag- 

14* 



212 Griechische Etymologie. 

vrjaoio. Hes. Werke 435: da(pvr]g ö' tj TCTekirjg äiuwTatoi laroßorjfeg. 
Theog.SO: xovqoi fieyakov Jtog ^ . . . daq>vrjg iQi&rjliog o^ov SQixfßaoai 
^rpri%6v, Pind. Pyth. 10,40: daq>v(f xb XQvaiq wifiag avaöi^aavTeg elka- 
TtivaCpiatv (die Hyperboreer) eitpqovwg. 

Als Suffix löst sich vi] ab, wie in nocxyri ,Beif (2, Seite 535) nnd zahl- 
reichen anderen Bildungen. Die Verbalgrundform aber ist nicht mit Sicher- 
heit anzugeben. Man hat sie vermuthet in altind. dah- ,yerbrennen^ (BV. 
4, 4, 15: daha agdsas rakshdsas ^verbrenne die feindlichen Unholde^ ohne 
bezüglich der Bedeutung bestimmter Beweisendes beizubringen. Auch die 
Yermuthung eines näheren Zusammenhanges mit dem vorausgehenden 
Wort ist mehr als unsicher. 

öaipvosiöiqj Name einer Pflanze, unser ßeidelbasf. 

Diosk. 4j 146: daq>voeidig . . . ^afivlaxog iari nrjxvalog xXadovg nok- 
Xovg ^cuy . . . q>vXkoL da<pvi] ioixora, fiakcncuireQa dk tuxI laxvoTega, xai 
ovx &jxXaata, 

Schliesst sich unmittelbar an das Vorausgehende und bedeutet eigent- 
lich ^orbeerähnlich^ 

öag>oivö'q ^blutroth, roth von Blut', wurde schon unter da- ,in hohem 
Grade' (Seite 157) aufgeführt 

öi^Hv oder auch medial diq>'ea&ai ,(das männliche Glied^ drücken und 
knetend 

EubuL (bei Athen. 1, 25, C): iavxoig d^ %dB(pov iviavtovg öima. Ar. 
Bitter 29 : om %b diQ^ia detpofiivwv a7tiQ%e%ai. Friede 290 : fi^kog, o de- 
g>6fÄev6g no%^ jjde T^g fiearjfxßglag. 

Genau entsprechendes in den verwandten Sprachen scheint sich nicht 
zu finden. Naher Zusammenhang besteht vermuthlich mit detpieiv ^drückend 
behandeln, kneten' (Seite 200). 

dig>äBiv ^aufsuchen'. 

11.16,747: el' di^ tcov lial fcorrtp iv ixdvoFevti yhoixOy noiJioig m 
TMQioBLBv arfjQ oöe Tjlj&ea äiq>ijv. Hes. Werke 374 : fitjdk yvvij ae voov 
TtvyoüTokog i^afcaraTia .... Tefjv dcqxSaa xalirjv, Eallim. epigr. 33, 2: 
(üyQevrrjg . . . Iv ovqeai Ttavxa Xaytaov di<p^. Brachst 165: firjö* an* 
ifiev dtq>azB (liya \po(piovaav aoiöi^v, 
Dunkler Herkunft 

öi^döio-q zweifach, zwei\ 

Mehrfach bei Herodot, so 2, 36: uiiyvTtTiot . • . ditpaaloiai di ygafifiaai 
Xqiovxaty aal ra fikv avtwv Iqo va Sk drj/jiOTixa xal^etau 1, 18: iTtoiJftu 
^ea ^vdexa, iv %olai xgcifiara (^NiederlagenO fieydka diq>aaia Mikrjülwv 
iyivexo. 2, 17: eari dh xal erega diqxiaia atöfÄara ano xov ^Bßevwti'- 
xov oLTtoaxtod'ivxa q>iQovxa ig d'akaaaav. 3, 122: ahlai fxev örj cmtai 
diq>aaiai kiyovzai xov d-avaxov xov üokvxQaxeog ysviad'ai. — Daneben 
auch: xQi-gxiaio-g ,dreifach, drei'; auch öfter bei Herodot, so 5,1: 
ivxav&a fiavvofiaxlri XQitpaalri ix ngoxkijoiog atpi iyivexo. 2, 156: iv öi; 



Griechische Etymologie. 213 

wy TavTfj (nämlich vi^atp) vrjog %b ^AnoXXwvog (niyag Ive %al ßiafiol tqi- 
q>aaioi ividQvarai. 2,17: to dh (ein Theil des Nils) and Tavrr]g T^g 
noXiog axiC,exat, rQiq>aalag odovg. 

Neben den deutlichen Zahlwörtern <Ji- ,zwei* (Seite 168) und tqi- ,drei' 
(2, Seite 823) ist der übereinstimmende Schlusstheil -(paaio-g nicht so 
durchsichtig. Dass es aus "(pano-g hervorgegangen, ist nicht zu bezwei- 
feln und wird noch durch das mit TQiqxüaio-g gleichbedeutende rgi- 
-(paTo-g (Nik. ther. 102: iv fikv yag fivekoio vBoacpayiog lXaq>oio ögax- 
jnaatv fQigxxTOv ö&tadog xaraßakkso ßgld-og. Hesych führt auch auf d/- 
q>€nov* di(paaiov) ausdrücklich erwiesen. Aber was ist hier -(paro-g? 
öap&'iqri ^abgezogene Thierhaut, Leder'; dann auch für verschiedene daraus 
gefertigte (gegenstände gebraucht 

Thuk. 2| 75, 5: nQoyiaXv^^axa elxe diggeig xai dup'^iQag. Plat Eriton 
53, D: anBÖldgaaueg axevijv %i%iva n€Qi,&ifievog, ^ dig)&iQttv kaßtiv. — 
Hdt 5, 58: noXkoi rcJv ßaQßagwv ig Toiavrag dup^igag (,PergamentO 
ygaq>ovai. Ar. Wölk. 72: 6 ftctnjg oov, dap&igav (als Bekleidung) iv- 
Tjfiixiyog. Xen. an. 5, 2, 12 : TtagrjyyeXle . . . vovg yvfjivijtag kl&wv %x^iv 
/Äearag rag diq>x^igag (,BanzenO. 

Kann seinem Suffix nach kaum unmittelbar mit iqfAigrj jTag* (1, Seite 
625) oder ianigä ,Abend' (Find. OL 3, 20; Pyth. 4, 40; zu ^eaicego-g ,abend- 
lich', ,Abend' 1, Seite 396) oder etwa auch vrtigrj ,Tau am Ende der Segel- 
stangen' (2, Seite 146) verglichen werden, da sehr wahrscheinlicher Weise 
in dem q>& auch noch ein suffixales Element enthalten ist Darf man 
ifp^i-g ,gekocht^ (1, Seite 389) vergleichen, für das wir die Entstehung aus 
einem alten Hnato-g glaubten annehmen zu dürfen, so liesse sich an 
Entwicklung aus einem älteren ^dmariga und Zusammenhang mit dexpieiv 
,drückend behandeln, kneten, gerben^ (Seite 200), den auch Fick (Band 1^, 
453) annimmt, denken. Das i könnte sich entwickelt haben wie zum Beispiel 
in niTvavai (2, Seite 506) neben TteTag- ,ausbreiten' (2, Seite 501). Ein 
suffixales rega^ das sich so ergeben würde, stände indess auch sehr vereinzelt 
ö(9>ifO'g ,der obere Theil des Streitwagens, auf dem die Kämpfer standen'; 
dann auch überhaupt ,Streitwagen' ; auch ,Sessel, StuhK 

IL 5, 727 : dlg)gog di XQ^^^^^^ ^^^ agyvgioiaiv ifiäaiv ivrirarai. IL 5, 
854: to ye (nämlich iyx^s) X^^Q'^ Xaßoiaa . . . 1/i^vri waev vfchi ölq>goio 
ferviaiov dßix^ijvai. IL 17, 609: o d* ^Idofievijfog axovriae • . dltpgifi 
iq>€0%a6%og. 11.11,535: aifiari ö* a^wv vig&ev aftag nendkccKTo %al 
avrvyeg al Ttegi dltpgov. IL 5, 160: &^' vlag Ilgiaiiioio dv(o kaße . , . elv 
ivl dlg>g(p iovrag. — IL 10, 305: doiaca yag dlcpgov ve dvw t' igiavxevag 
%7C7tovg. IL 11, 748: nevxrixovTa 6^ ekov dlcpgovg. IL 16, 379: dl(pgoi d' 
ayccKvfißaUa^ov. — IL 6, 354: dkk* aye tvv eiaek&e xal ¥^eo T(pd^ inl 
ölq>g(p, IL 3, 424: t^ d' aga ölq>gov kXoiaa q)ikofifi€iörjguiq>godlT7j dvrl 
l^Xe^avdgoio •9'ed xaTidTjxe q>igovaa. 

Noch nicht mit genügender Sicherheit erklärt Die alte Deutung aus 
d/- ,zwei* (Seite 168) und -(pogo-g (wie in i:oto-q>ögo-g ,den Bogen tragend' 



214 Griechische Etymologie. 

n. 21, 483, und zahlreichen anderen Zusammensetzungen), das also in ganz 
ähnlicher Weise verkürzt sein würde, wie zum Beispiel der Schlusstheil 
von v€0'yv6-g ,neugeboren* (Hom. hymn. Dem. 141; Aesch. Ag. 1163), der 
von ysv- ,entstehen, werden* (Seite 16) ausging, ist nicht ohne Bedenken. 
Aus so vermutheter Zusammensetzung würde auch schwerlich die dorische 
Form dQlq>0'g (Hesych: dgltpov %6v dlq>QOv, JwQUig, xal Evoroxiog. 
Etym. M. 287, 50: dqltpog ISvQcniovaioi' q>iQ* w tov dqlfpov. Ahrens 2, 113) 
haben hervorgehen können. 
dod'cijv- ,kleines Blutgeschwür*. 

Ar. Wespen 1172: anixpat ju' oxt^ fxaXiOT^ eoma nqv ßaäiaiv luiv Ttlov^ 
alüßv. — oToo; 6o&iiivi axogodov riiiq>uaiiiv(^, Telekl. com. 43 : od' dsr' 
Aiylvriq irqoov xtjqei dod'Ltjvog ' ^oiy tc ngoaiOTtov. Hermipp. com. 30 : 
(priiiriq Ugäg i^oiywfÄivrjg waTtsg ninovog dod'iijvog. Hipp. 1, 134 und 
3, 600 : ol alfjiOQQotdag ^ixovteg . . . ovte gxxyedalvfi ovre dod'Lfjaiv ovre 
TBQfilvd'Oiai aXlaxovTai, Diosk. 1, 183: ovxa .... %a%a7th»%%6fAeva 6k 
k(p&a JLela . . . do&irjvag fiaXaaaei. 

Eine eigenthümliche Suffixform, bezüglich deren Bildungen wie xtifpi^v 
,Drohne* (2, Seite 283) und jtvQtjv ^Fruchtkern' (2, Seite 625) sich nicht 
unmittelbar vergleichen lassen, da das innere i jedenfalls auch suffixal ist 
Fick 1*, 400 stellt das Wort zu einer Verbalgrundform *gedh' ,ballen^ und 
dazu auch dya^ld- ,Knäuel' (1, Seite 106) und nhd. (eigentlich nnd.) 
Qimddelj wonach der anlautende Dental sich auf gutturalem Grunde ent- 
wickelt haben würde; kaum richtig. 
öri^ä ,lange'; alt muthmaasslich dßrj^a. 

Bei Homer an 20 Stellen, die sämmtlich dßtj&d zu lesen erlauben, von 
denen aber keine einzige es zu lesen verlangt IL 10, 52: "Extuq .... 
ßiqya d* ?/£ßf' 8aa q>riiii fAslrjoifiev 'Agyetoiaiv ößri&a re xal dolixov. 
11.2,435: fifixiri vvv öFrid^ av^i leycifie&a, IL 15, 512: ßiXteQov ^ 
anoXia^at %va XQOvov rjßh ßiwvat, rj dßrjd^d avgevyead'ai iv aivfj örp 

Gehört zu drigo-g^ alt öFrjQo-g ,lange dauernd' (siehe weiterhin). Genau 
entsprechende Bildungen scheinen sich nicht zu finden, weiterhin aber 
mag man als mit suffixalem ^a gebildet doch vergleichen filwvd-a ,kurze 
Zeit dauernd^ (IL 1, 416; 4, 466; 11, 317), vnai^a ,darunter weg, daran 
vorbei' (2, Seite 151), htav&a ,hier, hiehet' (1, Seite 419), %v^a ,da, dort^, 
,dann' (1, Seite 426). 
öfi^'Bv ,von da an': gewöhnlich aber ,wie es den Anschein hat, ja wohl, 
nämlich'. 

Anakr. 1, 16: xal dij^ev axQi xal vvv iqtjxog ov Ttinavfiai. Aesch. 
Prom. 202: ol fihv ^iXovzeg ixßakeiv eögag Kqovov^ wg Zeig äväaooi 
öij^Bv. — Aesch. Prom. 986: ixegTOfitjOag drj&ev wg Ttaiö* ovra /u€. Soph. 
Trach. 382: Tijg hcelvog ovöa^id ßXdaxag kqxjjvei, öij^ev ovökv iargo- 
g(3v. Hdtl, 59: rovg Ix^Q^^Sf ®^' f^^^ klavvovra ig aygov ^^ikr^aav 
artokiöat d^^ev. 1, 73: kßovlevaavro .... Kva^age'C dovvai tpigorfig 



Griechische Etymologie. 215 

(og aygrjv d^^ev^ 3, 136: aütovg %ovg Hiqaag %q^b wg xaTaayLortovg drj- 
^ev iovrag. 

Wird zu dij ,offenbar, gewiss* (Seite 166) gehören. Das Suffix wie in 
xei&ev ,von dorf (2, Seite Ooo), ^a^ev^ alt Fixa&ev ,von fem, fern' (1, Seite 
341), l'^cd^ev ,yon aussen her, ausserhalb' (Aesch. Sieben 201; 560; Soph. 
£1. 1449); 6v&€v ,yon da' (1, Seite 426) und zahbreichen andern Formen. 
Ö7i94vBiv ,Iange verweilen, zögern'; wahrscheinlich alt ößri^vveiv^ das 
aber Od. 17, 278 i^r^dk av örj&vveiv) metrisch nicht möglich ist 

Bei Homer 5 mal. IL 1,27: f4ij ae . . , iyw TtaQct vrival xix^w rj vvv öFridv- 
vovT* fj varegov avrig iovia. IL 6, 503: ovdh HaQig dFrid'wev kv viprjkolai 
dofjioiaiv. Od. 12, 121: rjv yaq ößrjd-vvriad'a noQvaaofievog naqa nizQj]. 

Stellt sich zu Bildungen wie ßgadtveiv ,zögem, säumen' (Aesch. Schutzfl. 
730;Soph.Phil. 1400; Eur.Herakl. 733; zu ßgadu-g ,lang8am, späf, Seite 
118), ßagvvuv ,beschweren, belästigen' (IL 5, 664; Od. 5, 321; zu ßagv-g 
,8chwer' Seite 111), evgvveiv ,weit machen' (Od, 8, 260 ; Xen. Beitk. 1, 
10; zu evQv-g ,weit ausgedehnt', 2, Seite 200), wird also zunächst auf einem 
adjectiyischen *öfr]&V'g ,lange während' beruhen, das sich dem adverbiellen 
ößrj&a ,lange' (Seite 214) nahe zur Seite stellt Dass das letztere erst von 
jenem ausgegangen, wie zum Beispiel rdxa ,schnell, bald' (2, Seite 752) 
von Toxv-g ,schnell' (ebenda), ist der abweichenden Betonung wegen un- 
wahrscheinlich. 
öi^^gaiißa-q ,eine besonders schwungvolle Gattung lyrischer Poesie, die 
sich vornehmlich auf Bakchos bezog', der bei Euripides (Bakch. 526 : i&i, 
^$dTQafdß\ ißav agaeva Tovde ßa&i vf]dvv) auch selbst so angerufen wird; 
darnach auch ,schwülstige Bede'. Aus Pindar (Bruchst 86) wird äl&v- 
gafißa als unregelmässiger Accusativ angeführt 

Pind. OL 13, 19: rat Jitavvaov nod-ev i^iq>avev avv ßor^Xaiff xigvteg 
di&vgafdß(p 'j Bruchst 79, A: ngty ^hv eigne axoivoriveia %" aoida di&v- 
gafißmv xal j6 aav (,das dorische a*) xlßdakov dv&gaiTioiaiv drco ato- 
fidrwv. Aesch. Bruchst 355, 2 : fxt^oßoav Ttginei, didvgafißov ofiagreiv 
avyx(OfAov Jiovvatf. Hdt 1 , 23 : Idglova .... dL&vgafißov TtgtSvov dv- 
d'gviniav tüv ruieig idfiev rtoii^aavrd t€ xa2 ovvofidaavxa 'Aal didd^avta 
h Koglv^tp. Plat Hipp. maj. 292, G: oXei av ddUwg nkrjydg Xaßelv^ Savig 
didvgafdßov zooovtovI qoag ovtiog a/^ovawg Ttokv ämjaag ano %ov Igta- 
ri^fiatog; 

Etymologisch völlig dunkel. Wenn wirklich Arion (nach Hdt 1, 23) den 
Dithyrambos zuerst benannt hat, so wird man dabei nur an eine aus un- 
griechischem Gebiet aufgenommene Wortform denken können. 
öao- ,theilen', begegnet nur in medialen Formen, wie dem Futur ddoaea&ai 
(IL 22, 118 und 120; ddaaofiai IL 17, 231; 24, 595; ddaovrai IL 22, 354; 
Od. 2, 368) und dem Aorist ddaaaa^ai (Od. 20, 216; ddaaa»at IL 18, 
511; 23, 21) und in passivischen, wie dem Perfect äidaatai (IL 1, 125; 
15, 189; Od. 15, 412; Hdt 2, 84; Eur. ras. Her. 1329; öeSalaxat Od. 1, 23) 
und der Aoristform ava-daa^ivt- (Plut Agis 9). Das präsentische öaL- 



216 Griechische Etymologie. 

ea&ai (aus *ödaj€a&ai) findet sich sowohl medial (wie Od. 15, 140; 17, 
332; Find. Pyth. 3, 81) als passivisch (wie Od. 1, 48; 9, 551; Hdt 4, 159) 
gebraucht 

IL 1, 125: alJia %a fiiv noXltuv i^BTtgo&ofievj %a didaarai. II. 15, 189: 
XQiX&a öh Tcavxa didaarai. Od. 1,23: Al^lonag, to\ dix^a öedalarau 
Od. 1, 48: akka (loi ofAq>' ^OdvafjFi 8atq>Q0vi dalerai rjioQ. Od. 9, 551 : 
aQveiov d* ifiol otßqp ivxvi^^ideg halgoi fn^kuv daiofiivtov doaav l^oxcr. 
— n. 17, 231: ijiiiav t(^ hoQCJv dno^daaaopLai. Od. 2, 368: rade 6^ csv- 
%ol Ttdvra daaovrai. IL 22, 354: aXXa xvveg tb xai oltavoi yuxra fcdrra 
daaovzai (,zertheilen, zerfleischen^); IL 18, 512: dlxa di aq>iai favdave 
ßovkijy i^fk öianQa^iuv fj Svöixa navta ddaaa&ai. Od. 20, 216: fiefiaaat 
yccQ ijdr} xzi^fiaja daaaaa^ai dß^v olxo^hoio Favaxzog. — Dazu: doa- 
110 -g ,Theilung^ (siehe unten); — iat^eiv (aus ^daaÜ^Biv) ,zer8chneiden, 
zertheilen' (siehe besonders, Seite 160). 

Genau Entsprechendes in den verwandten Sprachen entzieht sich unserm 
Blick. — Nahen Zusammenhang vermuthen dürfen wird man mit dct- 
^theilen^ (Seite 156) und dann auch mit öatiea^ai ,theilen' (Seite 201). 
öaa'ö'q ,dicht bewachsen^ 

Bei Homer nur zweimal, nämlich Od. 14, 49 und 51: elaey elaayaytiv 
(der Sauhirt den Odysseus), ^wnag d' vnix^^ daaelßag^ ioTogeaev d' l/r< 
diQfia iov&adog dyglov alyog, avTOv hevvaiov^ fxiya '/mI daav. Dazu in 
8aav'fia}.Xo'g ,mit dicht bewachsenem Vliess' (Od. 9, 425 von Widdern; 
fÄaXU-g Hes. Werke 234; Aesch. Eum. 45; Soph. Oed KoL 475; Bruchst 
366, 1). Hdt 4, 21 : Bovölvoi yfjv vefiOfÄCvoi Ttaaav daaiav vkfj navtotjß. 
Thuk. 4, 29, 4: eZ d' av ig daav x^Q^ov ßia^oiTo ofioae iivai. 

Lat densO'S ,dicht, gehäuft; Enn. ann. 148: et demts aqvilä pin^ik ob- 
nixa voläbat'j Fragm. trag. 72 (BibbeckS. 245): silvestribt/s saepibti^ densa; 
Verg. Aen. 2, 511 : densös fertur moritürus in hostes. 

Durch die lateinische Form wird alter innerer Nasal erwiesen, unter 
dessen Einfluss ohne Zweifel der innere griechische 2Sschlaut bewahrt 
blieb. Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich. 
öäaxiXXo'^, Name eines nicht näher zu bestimmenden Fisches. 

Arist Thierk. 8, 28 : 6 dk daaxiXXog t(^ ßoQßoQtf} xac xonQtp (nämlich 
%Qiq>eTai). 

Dunkeln Ursprungs. 
öaostXflri'g, Beiname der Erinnys und dar Hekate (Theokr. 2, 14^ von un- 
gewisser Bedeutung. 

Bei Homer nur Od. 15, 234: aßarrjg .... ti^v ßot Inl q>Qeol ^ipie ^ea 
daaTcXrJTig iqivvvg, Orph. Arg. 872 : ^x€ d' 5^* iov vno OTtXayx^otg daa- 
nXrJTig "Egivvvg. Theokr. 2, 14: x«^' 'Exdra daOfcXrJTi. 

Dunkler Herkunft Das Suffix ist wohl das selbe wie zum Beispiel in 
TtagmoiTi-g ,G[attinn' (IL 3, 53; 4, 60; 9, 590. Daneben das männlich-ge- 
schlechtige naQaxolTTj-g ,Bettgenosse, Gatte' IL 6, 430; 8, 156). 
öaapLÖ'^q jTheilung, VertheUung*; ,Abgabe, Steuer*. 



Griechische Etymologie. 217 

IL ly 166: rjv noxe daa/tiog iLxrjTai, Hes. th. 425: ex^i wg to Ttqütov 
an* aQ%tjg ^Ttketo öaapiog, — Soph. Kön. Oed. 36: axhjQag doidov dacfibv 
ov nagelxofxev, Oed. Kol. 635: yfj tfjde xa^ol öaafÄOv ov OfiixQov xlvBi. 
Gehört zu dao- ^theilen' (Seite 215), wie üTtaüfio-g ^Zuckung, Krampf 
(Soph. Trach. 805; 1082; Hdt 4, 187; Thuk. 2, 49) zn aTtag- : ondetv ^ziehen' 
{artaaaafievo-g IL 16, 473 = Od. 10, 439 — 11, 231; anaa^ivx- IL 11, 458). 
öt£Ö3t&tri-(i fHausherr^, dann überhaupt ,Herr^; auch insbesondere ,unum- 
schränkter Herrscher^. 

Aesch. Eum. 60: ravtev^ev ijdrj xiZvöe deaTtdjt] öofAtav ccvxfp fieUa&u) 
^o^lq. Plat. Ges. 12, 954, B: kdv dk dfcoörifitSv ohiLag öeanoTtjg Tvyxavji. 
Polit 259, B: xal /ujyv oUovo^og ye xai deoftot'qg xaixov. — Pind. OL 
1, 22: %qccsu dl nQoaifxi^B (nämlich %7tnog) deanoxav Svgayioacov. Aesch. 
Sieben 27: ovrog xouSvde deoTtoTTjg fiavrevfÄdrcjv kiyei. Soph. Phil. 262: 
od' eX(i iyti aot xeivog, ov nlveig Xacag ttSv ^HQcmXeiwv ovxa deanoxriv 
OTtXwv. — Hdt 3, 89: Kafißvarig dk öeanotrjg (nämlich r^v). Pind. Nem. 
1, 13: vdatpy xdv'OkvfXJtov öeanoxag Zeig Mdut-^ev O€Q0€q)6v(f. — Dazu: 
deafto^eiv ,als unumschränkter Herr gebieten^; Hom. hymn. Dem. 365 
ev-9'a d' iovaa deanoaaeig mdvrwvj onoaa tjüuei re xal egneu Aesch. 
Gh. 188: niSg yaq IXrclaui daxtiv xiv* allov xfjade deorco^siv q>6ßfig] 
Soph. Trach. 363: ftaxqlöa . . . h ^ xov Evqvxov xtSvö' Bitte deano^eiv 
^Qoviov. — dianoLva ,Hausfrau , Herrinn^ ; Od. 7, 53 : dionoivav (d. i. 
lAQrjxtjv) [xlv jcQüixa KixTJoeai kv fjteyaQOiaiv. Od. 3, 403: x(p d' akoxog 
(die Gemahlinn Nestors) dioTtoiva kixog nogavve xal evvi^v. Pind. Pyth. 
4, 1 1 : uilrjxa . . . rcalg . . . dionoiva Kokxwv, 

Altind. gä'spati- ,Familienherr, Familienhaupt'; BV. 1, 185, 8: daiväh vä 
Jdd cakfmä Jcdd cid Agas sdkh4jam vä sddam id gä'spatim vä ,was wir 
je an den Göttern Sünde gethan haben oder dem Freunde jemals oder 
an dem Familienhaupt'. 
Altslav. gospodi ,Herr*. 

Die gegebene Zusammenstellung enthält in Bezug auf lautliche Ent- 
wicklung im Einzelnen noch manches nicht Verständliche, ihre Berechtigung 
aber überhaupt zu bestreiten ^ könnte man nur dem zugestehen, der die 
einzelnen Formen anderweitig in annehmbarer Weise würde zu erklären 
wissen. Griechisches d steht altindischem g gegenüber wie zum Beispiel in 
doxiAO-g ,quer' (Seite 210) im Verhältniss zu altmd. gihmd- yschräg' (Seite 
210). Die verschiedene Vocalquantität von dBO- und altind. gas- ist noch 
nicht verständlich, wie die letztere Form auch an und für sich noch un- 
verständlich ist: einige halten sie für den Schlusstheil von altind. gd- 
,Nachkomme' (KV. 1, 1 43, 8 ; 7, 46, 2; 9, 71, 9 ; ,Stamm* AV.), doch schwerlich 
mit Becht Der Schlusstheil des altindischen Wortes ist ohne Zweifel 
nichts anderes als pdti- ,Herr^, ,Ehemann' =» noai-g ,Ehemann' (2, Seite 
546). Die Suffixform von deanoxri-g weicht ab. In der slavischen Form 
ist das d dem altindischen t gegenüber ganz ungewöhnlich. — Das ab- 
geleitete deano^Biv (zunächst aus *d€a7t6djeiv) beruht auf einem verkürzten 



218 Griechische Etymolof^e. 

*dea7toT-j dessen Dental dort ebenso behandelt wurde, wie zum Beispiel in 
ovoiia^eiv (zunächst aus ^^dvoixadjeiv) ,benennen^ (IL 1, 361; 3, 398) neben 
ovofxoT' (ovvofxaza IL 17, 260) jName' (Od. 4, 710; 7, 54). — In diaitoiya 
(zunächst aus *öia7tovia) scheint eine sehr starke Verkürzung eingetreten 
zu sein, da sein Schlusstheil wohl nicht verschieden ist von 7t6%via 
,Herrinn' (2, Seite 505). Oder sollte in -nov-ia etwa eine ganz andere 
Suffixbildung stecken? 
d£<Tfid-$ ,Band, FesseP. 

Bei Homer über 30 mal. IL 1,401: dkla av v6v y il&ovaa, ^fa, 
vTteXvaao deoftuiv. Od. 13, 100: ivxoa^Bv di t^ avev ÖBOfxoio fiivovoiy 
vf/sq. Od. 21, 241 : cot di . . . &vQag iTtvtikXofjLai mXrig yikriFlaai xAij- 
HSl, d-oßwg d' iml deofiov Irjlai. Od. 12, 160: akla fie deofifß di^aai' 
h aqyakii^. Od. 15, 232: deofiip h dgyaUqf didero. Od. 12, 54: ol di 
a' iri fckeoveaai tot* iv deafioiai divTwv. — Dazu: diafioT- (diafia) 
,Binde, Fessel'; bei Homer dreimal; IL 22, 468: T^ke d* dno xqaxog ßau 
diafiara oiyaXoFevTa, Od. 1, 204: ovö^ e% niq tb aidrjQBa dioficcr' ^a<y. 
Od. 8, 278: diuqpi d* ap* kq^ilaiv xiFB (nämlich TFfyaiaTOg) diafioTa xi;xi(/; 
arcavTrj. — diofxrj ,Bündel'; Alexis (bei Athen. 14,652,0): elaißaivov 
laxddBg, to Ttagdarniov tiuv l/i&r^vcjv, xai &vfiov diofiat. Ttvig. Theophr. 
Pflanz. 9, 17, 1: Iviot ydq ikXißoqov iad-lovTBg noXvv Üotb dvallaiuiv 
diaiiag oXag ovdkv ndaxovaiy. 

Gehört zweifellos zu ob- ,binden, fessebi' (Seite 162) und enthält das 
selbe suffixale /uo, wie zum Beispiel daa^o-g ,Theilung, Vertheilung' (Seite 
216). Woher aber das innere a, das doch in keiner einzigen zugehörigen 
Verbalform als etwa wurzelhaft erscheint? Es wird ebenso wie zum Bei- 
spiel in ia/io-g ,Bienenschwarm, Schwärm' (1, Seite 401) unter der' Ein- 
wirkung ähnlicher Formen eingedrungen sein, in denen es etymologisch 
wohlbegründet war, wie zum Beispiel im oben genannten öaofio-g ,Thei- 
lung', oder in d^iq>L'BafjiaT- ,Kleidung' (Plat Gorg. 523, D; zu la-, alt/eu- 
,bekleiden^ 1, Seite 393), oder in nuafio-g ,das Drücken' (Hipp. 1, 401; zn 
Ttii^Biv — aus *7tUdjBiv — ,drücken' 2, Seite 471. Das innere ofi entwickelte 
sich hier ebenso wie zum Beispiel in TtBnuaiiivo-g ,gedrückt' Arist mund. 3, 
4; Hipp. 3, 544) oder auch in &Ba^6-g ,Brauch, Gesetz' (Od. 23, 296; Hom. 
hymn. 7, 16; Aesch. Eum. 391; 484), das aus *d'€&fi6'g hervorging, wie 
noch das Pindarische TB^fio-g (OL 6, 69; 7, 88; 8, 25; 13, 29; 40; Pyth. i, 
64. Die Form &BOfiO(f6QBj Brucbst 37, kann unmöglich richtig sein) deut- 
lich macht Der Gedanke an etwaige Entstehung aus ^^dsd-fio-g aber wird 
bestimmt widerlegt durch Pindars dBCfio-g (Pind. 2, 40; Brachst. 161, 2). 
öiq ,zweimal'; älter ohne Zweifel äßlg, das aber bei Homer nicht zu er- 
kennen ist. 

Bei Homer nur Od. 9, 491: dXV otb öfj dßlg Toaaov Ska ngijaaovreg 
dTcf^fiBv und in dem zusammengesetzten dFio-^avig- ,zweimal gestorben^ 
(Od. 12,22: axiThot, ot ^dovTBg vrtijkx^BTB ddfi' l^fldao , dfia&afieg), 
Hes. Werke 401: älg fihv yag xai TQig To^a TBv^Bai. 



Griechische Etymologie. 219 

=< Lat bis (aus dvis) ; Enn. ann. 328 : lychn&rwm lümina bis sex. Die 
alte Fonn findet sich bei Cicero (or. 153): nam ut ^duellurn 'bellum* et 
'duis — das ist dvis — 'bis^, sie 'Duellium^ eum qvt Poenös classe dS- 
vieit ^Bdliwitn ndminäv&runtj cum superiör^s appelläti essent semper 
'DuelliV. 

Nhd. zuner ^zweimal', mhd. ztoirj sind yermnthlich verkürzt ans ahd. 
zunrOj ztoirory entsprechen dann also nicht genau. 

=â–  Altind. dvis (KV. 1, 122, 13; 4, 6, 8: dvis jdm pdnca gi'ganan sam- 
vdsänäs svdsäras ,den zweimal fünf zusammenwohnende Schwestern her- 
vorgebracht* ; 8, 59, 12; 9, 98, 6), älter duis (RV. 1,53, 9; 6, 66, 2; 10, 120, 3). 

Altostpers. bis ,zweimal^ 

Zu dL'y alt öFl' ,zwei' (Seite 168). Das Suffix ganz wie in vQlg ,drei- 
mal' (2, Seite 832). 
öiaaö'q ,doppelt^; in der Mehrzahl oft für,zwei'; dialektisch di^6-g (siehe 
Seite 194), jünger — attisch dirvo-g (Hat TheaeL 198, D). 

PlaL Theaet 198, D: diTzri ijv ^ »^ga. Leon. Tar. (in Anth. 9, 337, 2): 
r^neig %ov^'* vno dtaabv oQog. — Find. Nem. I, 44: diaaalai doioig avx^- 
viov fiagtpaig oKpwtxoig xegalv ialg oq>iag, Aesch. Prom. 957 : ovx h. 
rwvd iyw diaaoig fvqavvovg exneaovrag ^od-ofArjv] 

Gehört zu 61- ,zwei* (Seite 168) und wird auf ein altes ^ducjo-g zurück- 
führen, aus dem auch das dialektische di^6-g (siehe Seite 194) hervorge- 
gangen sein wird« 
ö£cxo''q ,flachrunde Wurfscheibe'; dann auch von anderen ähnlichen Gfegen- 
ständen gebraucht 

IL 2, 774 "= Od. 4, 626: laßol . . . dlaxoiaiv riQTtovzo xal alyaviijaiv 
livTsg, IL 23, 431 : oaaa 8i dlaxov ovga Kcttwf^adloio Ttilovraij ov %* 
ai^rjßog aq)rjxev dvfjQ TteiQWfievog i}ßr]g. — Pallad. (in Anth. 11, 371, 1): 
fii^ fxe xaXei ölaxwv (,runde Schüsseln^ iTcitatoqa Xifiog>oQriwv. JuL (in 
Anth. 6, 18, 6): aXka ov fioc^ Kv&iQ€ia, 8i%ov veÖTtjTog kralqov dlanov 
(,runden MetallspiegeF). Plut mor. 891, A : Ssyoq>avrjg (nämlich ,lehrt') 
TtoXkovg dvat ^kiovg .... xccra %iva dk xaigov ifXTclTtruv tov dlaxov 
(,die SonnenscheibeO sXg riva dftoTOfifjv rijg yfjg ovx olxovfiivrjv vq>^ fi^v. 

Eine nicht ganz durchsichtige Bildung. Vielleicht darf man vermuthen, 
dass das innere ax nicht verschieden ist von der gleichen, in Verbalformen 
wie zum Beispiel ßooxeiv ,näbren, weiden' (2, Seite 100), so gewöhnlichen 
consonantischen Verbindung. Dann liesse sich etwa an Zusammenhang 
denken mit Sivieiv ,herumdrehen' (IL 23, 840 : aoXov — ,Wurfscheibe' — 
8^ %Xb \8log ^neiogf ^xe di divi^aag ,herumschwingend'), an das sich 
zum Beispiel auch dlvo-g ,grosses rundes Trinkgefäss' (Ar. Wespen 619) 
anschliesst, oder auch mit dix- : dixelv ,werfen' (Seite 192). In letzterem 
Fall müsste vor ax ein Guttural ausgefallen sein, ganz wie zum Beispiel 
in diödaxeiv (aus *diddxox€iv) ,lehren' (Seite 205). 
(fcdTdgccv ,zweifeln'. 

Plat Theaet 190, A: otav . . . to avro i]dt] (pf^ xal fifj diardCi], Ion 



220 Griechische Etymologie. 

534yE: Yva fi^ öiaTa^ai/ieVy ort ovx av^QWTtiva Iotl tol xaXa Tovta 
Ttoirjfiata, Ges. 10, 897, B: Ti&dSfiey xav%a ovxiag ^siVy ^ tri diard^ficv 
$1 hiQwg fcwg exei] 

Wird aus *diava^€iv hervorgegangen sein und anf einem nominalen 
*diarad' ^zweifelnd' beruhen, das in seinem Schlnsstheil mit dem von 
Ttaga-araö-eg (,die zur Seite Stehenden' d.i.) ,Pfeiler, Säulen, Vorhalle' 
(Eur. Phoen. 415 ; Iph. T. 1159; Androm. 1121 ; Kratin. bei PolL 7, 122) über- 
einstimmte. Als erster Theil des Wortes ist d/- ,zwei' (Seite 1 68) nicht zu 
verkennen, so wird es zunächst ,auf zwei (Seiten) stehend' bedeutet haben. 
öslaa ,flüssiger Roth'. 

Suidas erklärt delaa' 17 vyQaaia und sagt gleich darauf noch öelaa 
yag ^ KLonqog, — Dazu: detaaXio-g ,kothig'; dem. Alex. Protrept 4, 55: 
TtiJig ovv ^L d'eol %a eXdioka xal ol dalfioveg^ ßdekvga ovnag yLol Ttvev- 
^ara oxa^a^a, ngog navnav o^oXoyovfieva y^lva %al deiaaXia, xarai 
ßgl^ovroy negl Tovg %aq>ovg aal %a fivrjfiela xakivdovfieva'y Paedag. 3, 
11, 75: dv-S^gdnoigy 61 dinrjv vwv ^dovaig awfiaTixalg xal deiaaJUaig 
%go(paig . . . nifrjaTiwvTeg. 

Scheint seiner Bildung nach zu ^celaa ,Folgsamkeit, Gehorsam' (2, Seite 
551) sich zu stellen, ist seiner Herkunft nach aber völlig dunkeL Das 
Suffix von deiaakio-g wie in ag/takio-g ,gierig, hastig' (1, Seite 269) und 
zahlreichen anderen Formen. 
övö' ,übel', begegnet nirgend mehr selbstständig, aber sehr häufig als 
erster Theil von Zusammensetzungen. Es bildet den Gegensatz zu ei ,gut' 
(1, Seite 190), älter iv (1, Seite 337), das nicht ausschliesslich, aber doch 
auch besonders häufig an erster Stelle von Zusammensetzungen erscheint 

Homer hat ungefähr zwanzig solcher Zusammensetzungen mit dva-, wie: 
dvG'xikado-g ,ttblen Getöses' (11.16,357, von q>6ßo-g ,Flucht'; von 
xikado-g ,das Sauschen, Getöse, Klang', 2, Seite 425); — dva-xleßig- 
,üblen Ruhmes, ruhmlos' (IL 2, 115 — 9, 22; von nkißo-g ,Gerücht, Kunde', 
,Ruhm'); — öva-pievig- ,übelge8innt' (IL 10, 100; 221 und öfter; von 
ILiivog- ,Streben', ,Zom' IL 8, 361; 13, 634); — dva-firjteg- ,von übler 
Mutter Art' (Od. 23,97: f^rjieg ifiij dvaiirjTeg)] — öva^ni^tpeko-g 
(siehe Seite 221); — övoTrivo-g (siehe ebenda). 

Altir. dur und c2o-, wie in do-chruth ,missgestaltet, unziemlich' (Zeuss- 
Eb. 863). 

— Goth. tuZ' ,übel', nur in luz-virjan ,zweifeln' (Mk. 11, 23 für öiaxgi- 
vead-ai), aus dem wahrscheinlich ein adjectivisches ^taz-verja-^ eigentlich 
,fibelgläubig' (vermuthlich zu altslav. v^ra ,Glaube') wird entnommen wer- 
den dürfen; — altn. tor- wie in tor-gengr ,schwer zu überschreiten'; — 
ahd. zur- in zur-lvLst ,Unlu8t, Widerwille', zur-w&nenü ,nicht hoffend' und 
noch ein paar andern Bildungen. 

Armen. ^, negirendes Präfix, in t-get ,unwissend' (= altind. dur-vaida- 
,üble Kenntniss habend^; Hübschm. arm. St 51). 

»s Altind. duS' ,tibel', in zahlreichen Zusammensetzungen wie dur-diva- 



.• • • 

• ♦ • • • ' 



Griechische Etymologie. 221 

faus dtis-) ,übel handelnd, bösartig* (RV. 4, 41, 4; 6, 16, 31; zu äiva-s ,Weg, 
Handlungsweise' RV. 1, 117; 14; 8, 18, 13), dtishvdpniorm (aus dus-svor) 
,mit bösen Träumen {sväpriia-m AV.) erfüllter Schlaf (RV. 5, 82, 4 ; 8, 47, 
14) und anderen. 

<=» Altostpers. dusfh in dtts-manar h ,tibel denkend', duzh-vacanh ,übel 
redend' und sonst oft 

Hängt yermuthlich eng zusammen mit altind. dush- : düshoati oder 
dushoatai ,er verdirbt, geht zu Grunde' (Mbh.), wozu die Gausalform: 
düshdoanü ,sie richten zu Grunde* (RV. 7, 104, 9). 

övö'oi^Biv ,sich in elendem Zustande befinden, sich fürchten', siehe unter 
ol^v-g ,Jammer, Elend' (1, Seite 130). 

d^a-xoilo-$ ,von übler Art (?), unfreundlich', ,8chwierig', siehe unter xoio-g 
(2, Seite 431). 

ö'6iP^riXo-q ,schwer heilbar', siehe unter xrjXieiv ,bezaubem, besänftigen' 
(2, Seite 440). 

öv4S-stiii^BXo-q ,schwierig, unfreundlich' (?). 

Bei Homer nur IL 16, 748: el 5if /rot; xal novrip Iv ix^voFevzt yi- 
voiTo, TtokJiovg av iMgiaeiev avrjQ Sde xrid'Ba dtqpcJv, vtjfos ajtoS'QiiaTcwv, 
el xal 6vaniiiq>BXog (nämlich Ttovroq) eXr]. Bei Hesiod findet sich das 
Wort dreimal, so Werke 618: ei de ae vavtikhjg övanefiipelov Yfiegog al- 
geu 722: firjök Ttokv^elvov dairog dvanipicpeXog elvai ix xoivov. Theogn. 
440: io&X'^ (nämlich ,ist Hekate') d' IfCTCi^ßeaai TtaQeatafxev . . . xal %olg 
ol yXavxrjv (,das Meer') dva7tifx(peXov iQya^ovrai. Herodik. (in Anth. 16 
omissum ex libro II, 19, 5): rovd-' vf.ilv etrj, 5va7te^q>eXoi (nämlich ^Agt- 
atdgx^ioi). 

Enthält neben öva- ,übel' (siehe Seite 220) als ersten Theil ein muthmaass- 
lieh substantivisches ^ifiq>eXo'g(f)j das unzusammengesetzt nicht mehr 
begegnet. Seinem Suffix nach yergleicht es sich mit daq>6deXo''g ,Aspho- 
dül, Goldwurz' (1, Seite 183), seiner Herkunft nach aber ist es dunkel. 

ötortivo-q ,in üblem Zustande befindlich, unglücklich'; dorisch övoTävo-g 
(Find. Pyth. 4, 268). 

Bei Homer 22 mal, nur von Menschen gebraucht. IL 6, 127 »» 21, 151: 
övOTi^vtov öi %e ftalöeg i^(p fiivei avriocjaiv. H. 17, 445: tI aq^ät do- 
fiev ürjXrjßi Fclvcoltl . . . . ij %va dvoTrjvoiat fiez^ avdgdatv aXye^ txnrov; 
IL 22, 477: TSxto^, eyw dvaTrjvog (so ruft Helene aus). Pind. Pyth. 4, 
268: ei ttot« . . . . fiox^ov aXXoig a^q>irtei (nämlich ägvg) övavavov iv 
%elxeatv. Aesch. Ag. 1655: aXXd xal %dd' i^a^^aai noXXd dvGTrjvov 'd-igog. 
Würde einem altind. *du8thdna- (oder *duh'8thäna-) ,üblen Stand habend, 
in üblem Zustande befindlich', das sich nur in seiner Suffixbildung von 
dtfrsiha (oder duh-stha-) ,sich übel befindend, elend, unglücklich' (Bhäg. P.) 
unterscheiden und den Gegensatz zu su-shthänd- ,guten Stand habend, 
fest stehend' (RV. 9, 97, 27) bilden würde, genau entsprechen, dessen Schluss- 
theil sihähorm ,Stelle, Wohnsitz' (RV. 5, 76, 4 ; 7, 1 0, 1 und 3 ; ,Zustand' Bhfig. P.) 
von sthä ,stehen' (dsthät ,er stand' RV. 1, 35, 10; 2, 30, 3) ausging und auch 



222 GriechiBche Etymologie. 

in mehreren verwandten Sprachen wieder begegnet : altostpers. gtäna- ,Ort, 
StalP, altslav. stanü ^Standort, Wohnung, Lager', lit. stöna-s ,Stand', altir. 
tan ^Standort, Stelle' (Fick 2^, 311), unser infinitivisches stehn^ mhd. stän 
und sten, 
öva-xBQi^ ,schwer zu behandeln, schwierig, unangenehm'; bisweilen auch 
von Menschen. 

Aesch. Prom. 802: äkkrjv ö* aycovaov dvaxeQvj 'd-etaglav. SchutzfL 568: 
ßoTov iaoQwvxeg dvaxegkg fxi^ofißgoTov. Soph. Aias 1395: fiiq Tfp^avovri 
rovro dvax^gig Ttoiw. El. 929: Ttov eaziv ovrog; ... — xor* olxov, ^8vg 
ovdk fitjTQi dv(Jx€fijg. Ant 254: naai 'S'ovfia dvax^Qkg na^v. Enr. Ion 
398 : Ta yoQ yvvaiinJv övaxeQtj nQog agaevag. Bruchst 963, 3 : §iijd ' f^v 
ri ovpißff övax€Qig, dovXov TtaXiv. Plat Staat 475, C: waneg roy tcbqI %a 
aitla dvax€Qij ovte meiv^v (pa^ihv ovt* imdvfielv üitIwv. — Daneben 
mit der entgegengesetzten Bedeutung: ei-x^Q^S^ ,leicht zu behandeln'; 
Soph. Phil. 519: oga ov fjit) vvv fiiy rig euxeg^g Ohereitwillig') TcaQ^g. 
875: Ttayra %avT* iv evxcqel id^ov. Eom. bei Athen. 2, 55, 0: kxeivog iaxiv 
^X^QV^ c^Q' Plat Polit 266, C: yivei T(p rtSv ovT(av YBwaio%m(^ %qI 
afia ei;x€^€aTQT<^. Arist Thierk. 8, 60 : tj ig ... » soxegiatarov (,8ich be- 
quemend') ftgog Ttaaav rgoqn^v tojv ^(pwv iaziv. 

Ergiebt neben Sva- ,übel' (siehe Seite 220) ein ungeschlechtiges ^x^gog-^ 
das etwa ,Behandlung' oder ähnliches bedeutet haben mochte und vielleicht 
nicht verschieden ist von altind. hdras- ,das Ergreifen, Griff' (RV. 9, 10, 6; 
AV.; zu Uraü ,er ergreift^ er half ßV. 10, 162, 4). 
öi^a-Yiiio-q ,von übler Winterkälte, winterlich, grausig'. 

Aesch. Sieben 503: IlaXXag . . . eig^ei veoaawv wg dgamovra SvaxtlWY. 
Ch. 186: k^ 6fjiiia%wv 8h öiipLoi Ttlfcrovai OToyöveg aq>agx,TOi dvaxlf^ov 
fchjfifzvQldog. Pers. 567: ixg>vy€lv .... &g]^xrjg afi Ttedii^geig dvaxif^ovg 
TB xekev&ovg. Bruchst 342: diarcoiva vvfig>ri, dvax^fiwy ogcSv äva^. Enr. 
Bakch. 15: XiTtwv ... njV t£ övaxifiov x^ova Mi^dotv. SchutzfL 962: 
7CvevfjLa%(jiiv vno dvox/jucüy aloaw. 

Lässt neben Sva- ,übel' (siehe Seite 220) ein einfaches x^f^o- (oder x^-f^^ ?) 
,Winter, Winterkalte' (?) (siehe später besonders) entnehmen, das zu lit 
ziema ,Winter', altslav. zima ,Winter, Sturm, Kälte*, altind. hima- ,Winter' 
(ßV. 1, 64, 14; 2, 33, 2; 5, 54, 15; daneben himd-s ,KäIte, Winterkälte' BV. 
1, 116, 8; 1, 119, 6; 8, 32, 26; aus dem Instrumental himä' ,durch Kälte' 
ßV. 10, 37, 10; 10, 68, 10, scheint ein einsilbiges htm ,Kälte' entnommen 
werden zu dürfen), altostpers. zima- und daneben dmr ,Winterkälte, Winter^ 
zu gehören scheint Durch das von diesen Formen nicht zu trennende 
lat hiem- jWinter* (Plaut Trin. 398; der Nominativ hiemps Enn. ann. 406; 
482) wird sehr wahrscheinlich, dass altind. himd- ,Winterkälte' aus älterem 
*hjamä" hervorgegangen ist, wie ganz ähnlich oben (Seite 171) die Ent> 
stehung von altind. div- ,Himmel' aus älterem *djav' vermuthet werden 
durfte. 
övö'iiaviq-, von ungewisser Bedeutung. 



Griechische Etymologie. 223 

Nur Theophr. Pflanz. 7^ 5, 2 : t(JSv ök vdarwv agiata ta noiifjLa xal %a 
xpvxQOy xBlQia%tt dk Tct akvTujc xal dvofAavrj, dt o %al 1% twv 3x€twv ov 

Enthält als ersten Theil unverkennbar deutlich auch das dvg- fibeV 
(Seite 220); aber was ist -fiavig-^ 

ösvöo-stoiö-q ^bend, von dauerhafter Farbe'^ dann ^unauslöschlich^ 

Alexis (bei Athen. 3, 124^ A): ro xaXov re /^cJ^or devaoTtoiq XQV^ofiev. 
Plat Staat 4^ 429, E): o f^iv av Tovrq) rip rgoTCtp ßaqyfj, devaoTtoiov ylyverai 
t6 ßaq>iv» 4, 430, A: onfag fifilv o %i xakkiava vovg vofiovg fteiOx^ivreg 
öd^oivTO waneg ßa(pijv, Yva devaoTtoiog (xvt(Sv y) do^a ylyvoiTO. Ael. Thierk. 
16, 1: «2 fiiXkoi iiivBiv fi i% xov tffiov x^oo devaortoiog %al dvaixviTtrog. 
Plut Alex. 74: q>aal . • • devaoTtoiov iyyevia&ai %fj ^fwxfj i^ov Kaaavdqov 
%6 diog. — Dazu: devaonoiäeiv ^färben'; Alkiphr. 3, 11, 3: q)vx€i yoQ 
Tcal tl/ifivd'l<fi Ttal ftaiSiquni devGOTtoiovai rag nagei^ag. 

Bedeutet wahrscheinlich zuerst ,Färbung (eigentlich, Anfeuchtung') machend^ 
Das schliessende -noio-g (zu Ttoiietv ,machen', 2, Seite 474) ist in Zu- 
sammensetzungen sehr gewöhnlich, wie in yelano-Ttoio-g ,Lachen verur- 
sachend' (Aesch. Bruchst 180, 2), qa^aro-noio-g ,Lieder verfertigend' (Athen. 
5, 181, E) und anderen. In devao- aber darf man wohl ein ursprüngliches 
^öevai-g ,Anfeuchtung' (zu d&ieiv ,benetzen, anfeuchten', Seite 184) ver- 
muthen, dessen sicher suffixales i unter dem überwiegenden Einfluss der 
grossen Menge mit schliessendem -noio-g verbundenen Nominalformen 
auf durch diesen Yocal verdrängt wurde. 

ödvoq' ,6abe'; insbesondere ,Darlehen'. 

Euphor. (im Etym. M. 247, 51): to ^a ol öavog WTtaaev "Extwg. — 
Eallim. epigr. 48, 3: x^^f^^'^^S ^syakovg k^itpvyev daviiov. — Dazu: da- 
vel^eiv ,ausleihen'; Xen. Hell. 2, 4, 28 : avvinqa^ev ixarov %b TaXavta 
avToig öaveia&^vai, Plat Ges. 5, 742, C : fitiäi davel^eiv irtl zoxtp. 4, 
717, C: v7C€Q7tovovvT(üv (odivag naXatag inl yioig öaveia&elaag. Xen. 
mem. 2, 7, 2 : ovde davelaaa&ai (,sich leihen, leihweise entnehmen') ovda" 
liod'Bv toTiv agyvQiov .... nQoregov ov %lg fioi donel iv tjj odq ^tjtcSv 
eigelv tj davci^ofievog laßeiv. 

Das Suffix wie in yXrjvog- ,glänzender Gegenstand, Kleinod' (Seite 
64). Als verbale Grundlage aber wird da- ,theilen' (Seite 156), das auch 
aus datiea&ai ,theilen' (Seite 201) entnommen werden konnte, zu gelten 
haben. — Das abgeleitete öavüteiv ging ohne Zweifel aus älterem *(Ja- 
v€(q)O^BLv hervor, das ebenso gebildet wurde wie noch yLTegetteiv ,einen 
Todten ehrenvoll bestatten' (II. 23, 646; 24, 657; zu xTigog- ,den Todten 
erwiesene Ehre, ehrenvolle Bestattung' 2, Seite 263) und fieXet^eiv ,zer- 
gliedem' (ApoUod. 1, 9, 12, 5; 3, 5, 2, 2; 3, 12, 6, 10; dazu (ieXetaxL ,in zer- 
gliedernder Weise' II. 24, 409; Od. 9, 291; 18, 339; von ^ilog- ,Glied' 
IL 7, 131; 17, 211), deren innere Vocale unzusammengezogen blieben. Die 
abgeleitete VerbaJform -iCbiv (aus *LdJBiv) entwickelte sich hier wie auch 



224 Grriechische Etymologie. 

sonst mehrfach, zum Beispiel in axovzl^eiv ,den Wnrfspiess (oxovr-) werfen', 
bei consonantisch auslautenden Grundformen. 

cfärd-$ ,trocken^ 

Ein seltenes Wort Bei Homer nur Od. 15, 322: tcvq t' Iv mjijaai dia 
T£ %vXa dava necaaai. Ar. Friede 1134: boLiag rdSv ^vktav ort* op tj 
davoTOTa %ov &iQOvg bcTteftQSfiviafiiva. 

Dunkler Herkunft Das Suffix wie in q>av6-g ,hell, leuchtend' (Plat 
Phileb. 16, C; Ar. Ach. 845; Ekkl. 347; in übertragener Bedeutung Aesch. 
Prom. 537), ayv6-g ,verehrt, heilig*, ,rein' (1, Seite 120) und sonst oft Wo- 
durch erklärt sich das homerische ä (nicht i;)? 

öavöaXlö' (ßaväaklg) ,Gebäck aus Mehl von gerösteter Gerste'. 

Pollux 6, 77 : al dh davdaUdeg (zu ergänzen fia^al eloi) 7t€q>Qvyfiivwv 
ycQi&wv. — Daneben, vermuthlich ganz gleichbedeutend und nur dialek- 
tisch verschieden: öevöalld- {öevdaklg). Nikophon (bei Athen. 14, 
645, 0) : iyw fih aq%ovg • • • TtXoKOvvxag, devdaklöag^ %ayrjviag. 
Dunklen Ursprungs. 

öiv- ,etwas'. 

Alk. Bruchst 76 (aus Etym. M. 639, 32): x* ovöiv ix öivog yivoiro. De- 
mokr. (bei Plut mor. 1109, A). 

Wohl nur missverständlich entnommen aus ovdiv^ ,nichts' (IL 1,244; 
412; 10, 216), das aus der Verbindung von h ,eins' (1, Seite 402) mit vor- 
ausgehendem ov'di ,aber nicht, und nicht' (1, Seite 206) hervorging. 

öivvo-q ,Beschimpfung'. 

Hdt9, 107: rcaga 6b Toiai lUgorjai yvvaixog xcckIw dnovaai diwog 
(liyiaxog iati. Lyk. 777: divvoig xohxad'eig, — Dazu: dewal^Biv ,be- 
schimpfen'; Theogn. 1211 : fJtri ii aqtehjig nait^ovaa q>lXovg diwa^ Toxijag. 
Soph. Aias 243: xaxa öewät^wv ^rjfiara. Ant 759: alk' oi; . . . xalQwv 
(,nicht ungestraff) iTtl xpoyoiai devvcaeig ifii. Eur. Rhes. 925: Ivotphiaa- 
(lev QafivQtv^ og fnuiv noXX^ idivvaaev rix^tjv, 951: fzarrjv äg* ^fiag 
&QffXiog TQOxriXaTfjg idivvaoe. Lyk. 404: rt}v Kaaxvlav dk xal Meki- 
valav &€6v, XvftQog naq^ "Aidriv devvaaei xaxoQQO&oiv. 
Dunkler Herkunft Worauf beruht das -vv-? 

ösvöaXlö' siehe oben unter davdakld-. 

ösvöCXXeiv ,umherblicken (?), mit den Augen einen Wink geben' (?). 

Bei Homer einmal, nämlich II. 9, 180: tolai dk noXX' irtiveXXe Fc^iog 
InTtota NiatwQy devdlXX(ov kg exaoTov, ^Odvaa^fi de fiaXtara, jteiqiv 
tag 7t€7tld'ouv dfjLvfAOva ÜTjXe^lwva. Soph. Bruchst 937: öerdlXXeiv (in 
einer alten Erläuterung zu der folgenden Stelle mit neQißUnuv ,umher- 
blicken' erklärt). Ap. Rh. 3, 281 : ix 6' Sye xagnaXlfioiai Xadtav noclv 
oväov äfieiipiv o^ia äevdlkXcjv. 

Etymologisch dunkel. Vergleicht sich seiner Bildung nach wohl mit 
noixlkkecv ,bunt machen, künstlich darstellen' (IL 18, 590; Pind. PytL 9, 
77; zu TtDixlko-g ,bunt' 2, Seite 481). Beruht im Uebrigen wohl auf einer 



Griechische Etymologie. 235 

uralten BedupUcation nach Art von divögeo-v ,Baum^ (siehe sogleich) und 
ziun Beispiel Tev^Qijäov-j Name einer Wespenart (2, Seite 776). 
divd(feo-v ,Baam^ 

Bei Homer 15 mal, darunter zweimal aus metrischen Gründen zweisilbig 
(nämlich 113,152: öevdQtß i^pe^ofievoi und Od. 19, 520: devögoSv); Od. 
4j 458: ylyvevo (nämlich 6 yiqwv) . . . divögeov vxlJiTcirrjXoy. Od. 5, 238: 
o&i öivÖQea fioKQa 7teg>vx€i. Bei Hesiod dreimal, wie theog. 216 : (piQovra 
T« divdqea xaQrtov. Bei Pindar 7 mal, wie 01.3,23: ov xaka divöge^ 
t^allev (,lie8S emporwachsen^ x^Qog iv ßdaaaig Kgoviov Ililortog. — 
Die kürzere, auch wohl nur durch Verkürzung entstandene. Form div- 
ÖQO'V begegnet bei Aeschylos in der Zusammensetzung devögo-mifiov- 
,Bäume beschädigend' (Eum. 938), bei Sophokles (Ant 713), und später 
ganz gewohnlich. — Daneben auch die gleichbedeutende Form dipdQOQ'. 
Hdt 6, 79 : avTwv rig dvaßag Inl divdqog. Thuk. 2, 75, 1 : Ttegiearaigtoaev 
avTOvg tolg divdgeaiv a hcoxpav. 

Wurde vermuthlich durch alte BedupUcation gebildet, wie schon unter 
dem vorausgehenden Wort bemerkt wurde, so dass es auch mit ögv-g 
,£iche' (II. 11, 494; 12, 132; 13, 389) und goth. triva- ,Baum, Holz' (Mk. 
14, 43 und 48 für ^vkov) wird zusammenhängen können. — Der Bildung 
nach vergleichen sich wohl xaveo-v ,Eorb' (neben xaveio-Vy 2, Seite 307), 
oQyeo-v jVogel* (1, Seite 579) und andere ähnliche Wörter. 
öövaH" {öova^) yBohr'; dann auch ,aus Bohr Verfertigtes'; dorisch ddjvan' 
(Theokr. 20, 29; doch öovax- Theokr. epigr. 2, 3 und Find. Pyth. 12, 25). 

11.10,467: dieXov d^ inl arjfid r'e^xey, avfXfiaQtpag öovanag. Od. 
14, 474: dv dovaxag xai eXogj vjto veixeoi neftxtidifeg xelfied-a. Hom. 
hymn« Herm. 47 : Tt^^e ö' qq* Iv fiirgoiat rafiwv dovaxag xakdfioio, — 
H. 11, 584: Ulda»rj dk dova^ (,PfeUschaff). Aesch. Prom. 574: vnö di 
xfjQonXaaTog oroßel dova^ (,Bohrpfeife, Hirtenflöte') dxirag vnvo86%av 
vofiov. Ar. Frösche 233 : ngoaeTciTignerai ö ' 6 (pog^ixTccg l^rtokkwv, evexa 
öoyaxog (,Steg' an der Lyra; nach andern der ,Besonanzboden'), ov vno- 
kvgiov tvvägov iv ^i^vaig Tgiq>w, 

Oehört möglicher Weise zum Folgenden. Das Suffix wie in ofi(pax- 
,unreife Weinbeere' (1, Seite 556) und sonst mehrfach: Fick 1^, 459 ver- 
gleicht in ansprechender Weise litt dönvi ,Binsen, Schilf. 
*öövo''q ,heftige Bewegung, Erschütterung' (?) wird entnommen werden dürfen 
aus den zusammengesetzten: 

nokv'dovo-g ,voll vieler Erschütterungen, reich an Erschütterungen'; 
Aesch. Prom. 788: aol ngÜTOv^ *Ioi, noXvdovov nkdvfjy (pgdaca, — akl- 
-dovo-g ,im Meere {aX-g 1, Seite 289) stark bewegt'; Aesch. Pers. 275; 
q>lXwv dXlöova aojfÄara rcoXvßatpfi (was man geglaubt hat in noXvdova 
atiiia^* aXißag)rj ändern zu müssen) xav&avowa Xiyeig (pigead'ai jcXay- 
xnolg iv diftXdneaaiv. — izvo-dovo-g ,dicken Brei {hvog- 1, Seite 377) 
heftig bewegend, umrührend'; Leonid. (in Anth. 6, 305, 6): ^ifxcrro .... 
xai xdv itvoöovov rogvvav, Ariston (in Anth. 6, 306, 2): xal tdv irvo' 

Leo Meyer, GriecUiohe Etymologie. UL 15 



226 Griechifiche Etymologie. 

dovov TOQvvav .... d'ijxaro. — Dazu: dovieiv ,he{tig bewegen, schütteln'; 
bei Homer dreimal, so II. 12, 157: avefiog ^afrjg, viq>€a axioßeyra dor^- 
aag. H. 17, 55: to öi (nämlich Sgvog kQcdTjXkg ilalßfjg) re ftvotai io- 
viovaiv. Od. 22, 300 : Tag fiiv (nämlich ßoFag dyeXalag) %' alFoXog oUh 
TQog iq>0Qfifj^elg kdovrjoev wqjj ßeiagivfj. Sappho Brachst 40, 1 : ^Egog 
davri ii 6 kvaifiihjg dovet. Find. Pyth. 1, 44: iXrtofiai firj x^^^cegaor 
oKovd'* (uuelr* aywvog ßalelv i'^cci naXdfXff doviwv. Aesch. Brachst 311, 3: 
vogj rj TCoXXa fi kv dofioiaiv etoyaorai xaxa dovovaa xal rginovaa vvgft 
avw xoTOi. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich. 
öi^v ,lange'; bei Homer noch deutlich dßi^v und zwar in den Verbindungen 
ov ri (lala öFriv (IL 1, 416; 13, 573; Od. 22, 473), ovd' äg' ^t ößrjv (IL 
6, 139; 8, 126; 23, 690; Od. 2, 36; 296; 397; 17, 72), ov*' Sv %ti dß^v (IL 
20, 426), ov TOI hl öfffv (Od. 6, 33), ovdh ößriv xa^ero g>an6g (IL 16, 736) 
und ovdk df^y ^ev anvcxog (Od. 5, 127). Auf die selbe alte Form weist 
offenbar auch noch das dialektische doav bei Alkman (Brachst 135). 
Dialektisch begegnet sonst noch dav (Bekker an. 2, 570, 21 : xai %d ^iOQixov 
o^vTOvov^ %o dav. Hesych: dav' fiaxQ(Sgj ij nokvv xqovov. ^HXeloi), 

Bei Homer an 40 Stellen, von denen keine einzige jenem öFfjv metrisch 
widerspricht D. 1, 416: ineL vi tot alaa filvwd'd neg, ov ti fiaJia dfi^v. 
IL 9, 30 — 695: dßfjv d* ovetp rjaav Terirjoreg vUg 'AxaiFwv. IL 1, 512: 
oAA' miiov äß^v ^aro. Od. 1, 281: ^gx^o fcevaofievog Ttargog SFtjv oixo- 
liivoio. — Dazu: övivaio-g^ alt dfrjvai6~g ,lange dauernd'; auch , was 
schon lange gedauert hat, alt'; IL 5, 407: om ^laX* ov öFrivaubg og a&a- 
vatoiai fioxri^oi. Aesch. Prom. 794 : al Oogxldeg valovac drjvaial xogai. 
912: örivaiiSv d'govwv (des Eronos). Ap.Bh. 4, 643: dr]vaidg (fipSItf) ö' 
dxrag akifivgiag daaq>UovTo. — drj'S'a ,lange', alt muthmaasslich öFii^a 
(siehe Seite 214 besonders); — örjgcvj alt öFtigöv ,lange' (siehe wdter- 
hin besonders). 

Vergleicht sich seiner Bildung nach wohl mit Adverbien wie Ttlrjv 
,ausgenommen , ausser* (2, Seite 707), &^v ,8icherlißh, doch wohl' (IL 2, 
276; 8, 448; 9, 394), fir^v ,fürwahr, gewiss' (H. 1. 302; 2, 291 ; 7, 393) und 
anderen, in denen man alte Accusative zu vermuthen geneigt sein wird. 
Zu Grunde liegt der selbe Verbalstamm wie in altind. dura- ,fern* (EV. 
1 29, 6; 1, 31, 16; 1, 42, 3) und dem dazu gehörigen comparativischen 
ddvtjans' ,femer' (siehe Seite 204 unter deixego-g ,der zweite') und wohl 
auch in unserm zaudern. Die Form öFri- entwickelte sich aus altem d&F- 
(altind. dav-) vermuthlich ebenso wie zum Beispiel ttXi;- ,8ich nähern' 
(2 Seite 704) neben nelateiv ,nähem, sich nähern (2, Seite 668) und noch 
zahlreiche andere Verbalstämme mit anlautenden Consonantenverbindungen. 
Mit drivaio-gj das kaum unmittelbar aus di;V hervorgegangen sein wird, 
vergleichen sich wohl Bildungen wie nalaio-g ,aus früherer Zeit stammend, 
alf (2 Seite 661). Ob man als seine nächste Grundlage etwa ein weib- 
lichgeschlechtiges *dFrivrj- annehmen darf? 



GriedÜBche Etymologie. 227 

öiivoq- jGedanke, Absicht, lisf, nnr in der Mehrzahl belegt 

Bei Homer dreimal II. 4, 361 : Folda yaQ wg tol &v/Li6g ivl arrjd'eaai 
q>lkoioiv ijnia dj^vea ßolde. Od. 10, 289: Tcivta dh toi Feqiu) okoqxjiia 
di^vea KIqxtjq. Od. 23, 82: x^^^^'^ ^^ d-Btav aifeiyeverdwv öi^vea eiQv- 
a&aiy fidXa neq TtoXvFidqiv ioSaav. Hes. th. 236 : dlxaia %al ijuia di^vea 
oldev (nämlich Nerens). Simonid. Amorg. 7, 78 : öfjvea ök navxa xal rgo- 
Ttavg iftlOToraif wcfteg jtldTjxog, Ap. Bh. 3, 661: Ttaqog raQTtijfjievai 
Sfxqxo drjveaiv dXkijXwv, 

as Altind. ddnsas' ^wunderbare Kraft, Geschicklichkeit, ,wnnderbare That'; 
RV. 5, 73, 2 : ihd tjä' . . , puru ddnsänsi Mbhratä ,hier die beiden (A^vinen) 
viele Wunderkrafte führenden'; EV. 9, 108, 12: nimigam dadhai tridhfftu 
asja ddnsasä ,dreifachen Schmuck legte er an durch seine Wunderkraft'. 
SV. 1, 62, 6: asja . . . cä'rutamam asti ddrisas ,seine schönste Wunderthat 
ist es*. — Dazu: ddnsKr ,wunderbar' (RV. 1, 134, 4; 1, 141, 4); — ddnsishtha- 
,sehr wunderkräftig* (RV. 8, 24, 25 und 26). 

Die innere lautliche Entwicklung wie in xv'^' ,6ans* (II. 2, 460 »» 15, 
692; 17, 460) neben altind. hansd-s ,Gans* (RV. 1, 65, 9; 1, 163, 10). 

öivri ,Kreisbewegung, Wirbel, Wasserstrudel*. 

IL 21, 11 : evveßov ^v&a xai ^y^a, fekiaaofuvot xarä älvag. TL 21, 132: 
^wßovg d' iv dlvjjoc Tca^lere fiiovvxag %7tftovg. IL 21, 213: noxaiibg y . . 
ßad'iFfjg d' Ix (pd'iy^ato dlvrig. Aesch. Prom. 1052: Mg %b xeXatvov Tag* 
TOQOv aQÖTjv ^lipeu difiag tov^ov dvdynrjg öTBQQolg dlvaig. PlaL Staat 
10, 620, E: ayeiv avTrjv nqbg r^v KXcj&dß vnb Tfjv hcelvrig x^t^cr te xal 
i7tia'rQoq>rjv v^g tov dTQoynov dlvrjg. — Dazu: divieiv ,sioh herumdrehen*; 
auch transitiv ,herumdrehen* ; IL 18,494: xovqoi d^ 6(}X'f]0T^Q€g idlveov. 
IL 23,840: aokov d' iXe dlog ^Tceiog^ ^xe dk divi^aag. — Daneben: das 
wohl durch Verkürzung aus divieiv entstandene ötveiv. Hes. Werke 598: 
ö^utai d' kTtoTQvveiv /Jriiir]TBqog Uqov dxTtjv öivifiev (,schwingen*). EalL 
Bruchst 51 : öivofiivrjv Ttigi ßovalv ififjv igwXaoaov aXtaa. 

Das Suffix wie in xXtvrj ,Lager, Bett* (2, Seite 457), ^ivrj ,Feile* (Xen. 
Eyr. 6, 2, 33 ; Anth. 6, 205, 2), xgi^vri ,Quelle* (2, Seite 405) und sonst Zu 
Grunde liegt Sl-eiv ,f ortlaufen, fliehen* (Seite 170) nebst altind. dt^-jati 
,er fliegt (RV. 4, 27, 1 ; 7, 74, 4), auch wohl lettisch dtt {deet geschrieben) 
jtanzen, hüpfen*. 

öalvvni ,ich theile zu, ich bewirthe* (IL 9, 70 ; 23, 29 ; Od. 4, 3) und medial 
öaivvf^ai ,ich lasse mich bewirthen, schmause* (IL 5,805; 9,228; 15,99), 
präsentische Formen zu dai- (siehe Seite 179). 

östvoj in Verbindung mit dem Artikel: 6 delva (Ar. Frösche 918; Antiphan. 
bei Athen. 10, 423, D; Machon bei Athen. 6, 246, B), t6 delva (Ar. Friede 
268; 879; Ach. 1149; Vögel 648; Ar. Lys. 921 ; 926; 1168), ij delva (Ar. 
Thesm. 625), %bv delva (Ar. Thesm. 620 ; 621 ; 622), rov delva (Ar. Thesm. 
622), ist ,der und der, ein gewisser* (der nicht näher bezeichnet werden 
soll). Flectirte Formen, wie t^ delvi (Dem. 20, 102; Luk. adv. indoct 3), 

15* 



228 Griechisdie Etymologie. 

Tov delvog (Luk. Somn« 11), ol öelveg (Dem. 24, 180), vaiv öüvtav (Dem. 20, 
106) sind ohne Zweifel etwas jüngeren ürsprongs. 

Ar. Thesm. 620 — 622: nov öelva yiyiftiaKeig, tov ix Kod-fMudiZv; — 
%bv delva; tcoIov] — la^' 6 deiv^, og aal Ttore tov delva %6v tov 
ÖBlva. 625: xai %lg aovarl avGxrjvr/tQia] — ^ delv^ ifioiye. Frösche 
rl dk Tcnit'idQag 6 delva; Friede 268: v6 öeZva yag, dnolwV l^^r^- 
valoiaiv alerglßavog. Vögel 648: drcg t6 delva devQ^ inavcatgovaai 
naXiv. 

Eine Adverbialbildong, die eigentlich etwa ,da, dort^ bedeutet haben 
mag nnd ihrem Suffix nach sich vielleicht zu %va ,wo', ,damit' (2, Seite 59) 
stellt Weiterhin darf man wohl das pronominelle xelva-g , jener' (2, Seite 324) 
vergleichen. Wie dieses sich unmittelbar zu xel ,dorf (2, Seite 225) stellt, 
wird man aus öelva einen Pronominalstamm entnehmen dürfen, zu dem 
sich altostpers. di-m ,ihn' und altpreuss. di ,man' und din ,ihn^ stellen, so 
wie weiterhin di ^aber' (Seite 161), lat -dem in i-dem (aus *is-dem) 
,der selbe' (Enn. ann. 123; 127) und noch andere Formen. 
ÖHvö-q ffurchtba/; dann ,gewaltig, gross, Ehrfurcht gebietend'; lautet home- 
risch noch dfeivo-gj wie an neun Stellen noch ganz deutlich heraustritt, 
so IL 3, 172: q>ÜLe fenvQi, öfeivog %e, IL 8, 133: ßqovxriaag di (d* aga 
ist schlecht überliefert) dfeivov, H. 10, 254 und 272 : oTtlounv ivl dFeivol-- 
aiv idvTr]Vj D. 11, 10: fiiya re dfeivov t£, II. 15, 626: dvi^ov dk (avi- 
fiOLO dl ist unrichtig) dfeivog äßi^vr], IL 21, 25: Ttotafiolo xoror dFetvoio 
^iFe&Qa^ Od. 3, 322: (jiiya %e dfeivov re und Od. 5, 52: og re xcrra dfet- 
vovg. Von den nahezu 90 Stellen, an denen dFeivog ausserdem noch bd 
Homer vorkommt, lässt wohl keine das F mehr im Verse erkennen, aber 
es widerspricht ihm auch keine. 

IL 3, 342: (Paris und Menelaos) iaxixoovzo dßeivov deQxofievoi. IL 5, 
739: afi(pl d' a^' cSfioiaiv ßakex^ alylda &vaaav6feaaav dfeiVT^v, IL 5, 
741 und 742: h di %e Pogyelrj xe(pai,ri dfeivolo nehigov dFeivri %e Cftegövr^ 
Tfi. IL 8, 135: dFeivij de q>XdS (oqto d'eFeloo nauFofiivoio. IL 11, 10: ijvae 
&ea (liya %e dfeivov re* II. 11, 418: ot dk (nämlich xvveg) fiivovoiv 
(nämlich xcKTT^^ov) ag>aQ dfeivov neg kovza. IL 15, 13: dfeivd d* VTtodga 
fidwv (nämlich Zev^ ^qtjv Tcgog (ivd'ov tfemev. Od. 12, 260: g)vyofiev 
dfeivijv %e Xagvßdiv. Od. 22, 405 : (Odysseus) dfeivog d * elg ana ftdio- 
^au — IL 3, 172: aldolog ri fioi iaal, q>li.e fexvQij dfeivog %e. IL 6, 
380: Tqifioi ivnXoxafAOi dfeivrjv d'eov Ikaanovrau TL 18, 394: rj ^a vv 
fioi dfeivrj %e xal aidotr] d'eog Mov, 

(xehört zu di-j alt dfi-^ ,in Furcht gerathen^ (Seite 169) und wird zua:8t 
bedeutet haben ,gefürchtet'. Das Suffix wie in dav6-g ,trocken' (Seite 224), 
aivo-g ,furchtbar, gräfislich' (2, Seite 98), xaivo-g ,neu' (2, Seite 324) und sonst 
oft Oder noch wahrscheinlicher ist wohl, dass dfeivo-g zunächst aus diog-, 
alt dfiog ,Furcht^ (Seite 165) hervorging, wie zum Beispiel (paeivo-g^ alt 
(pafeivo-g feuchtend, glänzend^ (IL 5,215; 8, 555; 13,3) aus q>aog'y alt 
(pafog- ,Lichf (H. 1, 605; 2, 49; 15, 669). Ein etwaiges *dfeeiv6'^ ohne 



Griechische Etymologie. 229 

innere Vocalzosammenziehnng wäre im homerischen Verse nicht möglich 
gewesen. 

öeTvo-q ,ein rundes Trinkgefäss^. 

Dionys. Sinop. (bei Athen. 1 1 , 467 , £) : äelvog fidyag xwqwv fieTgrjTi^v. 
Strattis (bei Athen. 11, 467, 'S): fCQoaioixev .... ro ßgiyfia aov . . öelvtp 
TCBQi xatüi rergafjifiivq). Archedik. (bei Athen. 11, 467, F): delvov not* rjgev 
dgyvQOvv h %(p axortp, 

Gehort yermuthlich zu Styrj ,Kreisbewegung, Wirbel^ (Seite 227), ebenso 
wie auch dlvo~g ,ein grosses rundes Trinkgefäss' (Ar. Wesp. 619). Das 
Suffix wie in nlvo-g ^Schmutz' (2, Seite 581) und sonst oft 

ö^Sv-siv (H. 17, 202; 392; Od. 11, 579), Präsensform zu dv- ,sich wohinein 
begeben, eindringen' (siehe Seite 182). 

ö'6vaad'ai ,k6nnen', später auch ,gelten, bedeuten', mit dem Futur dvrqao^at 
(IL 1, 588; 241), dem Aorist Idvvriaono (II. 14, 33; 423) und daneben dv- 
vaa&Tj (IL 23, 465; Od. 5, 319; Find. OL 1, 56), auch späteren Augment- 
formen wie TJdvvi^dnjv (Aesch. Prom. 206) und T^dvvaro (Thuk. 1, 4; idvvw 
Hom. hymn. Herm. 405). 

IL 11, 116: ov dvvaval aq>iv xqaiaiiBlv. IL 3, 236: doiw i* av dvyafiai 
fidieiv TtoafAfjroQe kaßaiy. IL 23, 719: ovt^ ^Odvaevg dvvato aq)fjkai. ovdei 
f€ Ttelaaoaij ov%* jiXFag dvvaro. IL 1,393: aXka av, el dvvaaai ye, 
Tteglaxeo naiöog irjFog. Od. 10, 306: &€ol di re navta dvvavrai. Od. 

13, 331 : T(p ae aal ov dvvafiai rtgokiTtelv dvarrivov iorra. — Xen. an. 1, 
5,6: 6 di alyXog dvvcerai knxa oßolovg xal fj^Kaßokiov Idzxixovg. Hdt 
2, 142: TQiTjxoaiai fikv avägtSv yeveal dvviarai fiVQia Urea. Thuk. 6, 36: xal 
yvv avtai al ayyeXlai tovto övvavtai. — Dazu: dvvaro-g ,Yermögend, 
fähig'; ,möglich'; Find. Nem. 2, 14: xal fiav a SahxfÄig ye ^Qhpai qmta 
ficexccray öwarog, — Find. Nem. 10, 45: x^^^ov /ivglov ov öwctrov If«- 
XfyxBiv. — dvvafii-g ,Eraft'; H. 8, 294: ov fiiv zoi, oarj dvvafilg ye nag" 
Bat IV y Ttctvofiau IL 13, 787: nag 8vva(Aiv d' ovx eari xal kaavfiivop 

7Croi.€fAl^€lV. 

Eine alte präsentische Bildung nach Art von nlXvaa&ai ,sich nähern' 
(IL 19, 93; 23, 368), nlrvaa^ai ,sich ausbreiten' (IL 22, 402; Eur. El. 713), 
xigvaa&ai ,mischen' (Find. Bruchst 181; Eur. Hipp. 254), xgi^fÄvaa&ac 
,hangen' (Aesch. Sieben 229; Eur. ras. Her. 520; El. 1217), axldvaad-ai ,sich 
zerstreuen' (IL 1, 487; 11, 308; 23, 4), deren präsentisches Kennzeichen va 
sich aber schon früh mit dem zu Grunde liegenden Verbalstamm fest ver- 
einigt haben muss, da es nicht nur in alle ausserpräsentischen Flexions- 
formen, sondern auch in die zugehörigen Nominalbildungen eingedrungen 
ist Als einfache Grundform ergiebt sich öv, das sich nicht mit Sicherheit 
in die verwandten Sprachen verfolgen lässt. Zugehörigkeit von lat düros 
,hart' (Enn. ann. 349: düri finis laboris; Flaut Men. 923: oculi düH) und 
altir. dür ,harf (Fick 2^, 151) ist sehr fraglich. — Das Suffix von dv- 
vaiAi-g wiederholt sich in y^/u-g ,Gerttchf, Ruf' (IL 10, 207; Od. 6, 273; 

14, 239). 



230 Griechiflche Etymologie. 

Die anlautende Consonantenyerbindang öv. 

*övig)oq' ^Farbe^^ nur zu entnehmen aus den zusammengesetzten io-dve- 
q>ig-j homerich noch ßtO'dveg>ig- ,veilchenfarbig' (nur Od. 4, 135: 
^Acncorij TerawOTO ßiodveq>kg elgog ^ovaa, und Od. 9, 426: ägaeveg 
oFug .... ßiodvetpig elgog ^ovreg) und aXt'dvBq>ig' yXmi echtem Meer- 
purpur gefarbf (Hesych: ah'dv€g>€V alovgyel). 

Wird gewohnlich mit dvotpo-g «Dunkelheit^ (siehe etwas wdterhin) in 
Verbindung gebracht^ steht aber vielleicht eher mit ßaq>-i ßametv ,6in- 
tauchen^, ^ben' (2, Seite 94) in Zusammenhang. 
övostaXi^Biv ,in Bewegung bringen, erschüttern'. 

IL 4; 472: ot dl Xv%oi ßcjg alXijXoia* ijtoQovoaVj dvf]Q d' avdg* kdvo- 
ftaki^ev. Od. 14, 512: rjßoo&ev ye ra aa ßgcnua dvonaXl^ug, Opp. 
Fischf. 2, 295: äg xoi TtovXinoöog dvoTCaXl^evai aloXa yvia dvofiOQOv. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht verständlich. 
övötpo^q fDunkelheit'. 

Aesch. Gh. 52: dvi^Xiot ßQovoarvyeig dv6q>oi xaXvTCzovai dofiovg. Simonid. 
37,8: vvxtI dXafmel nvaviffi te dvoqxp xazaXelg. — Dazu: dvo^ego-g 
,dunkel^; viermal bei Homer, so: H. 9, 15 >« 16, 4: TtQi^vr] . . . xor' alyl- 
Xifcog Ttirqrig dvoq>€Q6v xiFBt vdwg. Od. 13, 269: vv^ de fiaXa dvog>Bgr^ 
xdrex^ ovgavov. Od. 15, 50: ov 7t(ag %a%iy irteiyofjiivovg neg odoio vvxva 
dia dvotpegfjv iXdav. Aesch. Eum. 379: dvotpegdv xiv* dxXvv xard öti- 
fitnog ccvdärai TtoXiatovog (fdrig. Eur. Iph. T. 1266: da' e^eXXe rü^etr 
vfcvov xard dvoq>egag evvdg q>gd^ov. Find. Pyth. 4, 112: xddog daelxB 
q)&ifiivov dvocpegov iv dtifiaai &rjYMiĀvoi. 

Der unverkennbar nahe Zusammenhang mit yv6q>0'g ,Verfinstenmg (der 
Lufty (Seite 29) erweist die ünurspriinglichkeit des anlautenden Dentals. 



6a[i' ,bändigen, bezwingen', verbal lebendig nur in präsentischen Formen 
wie ÖQf4vr]fii (II. 5, 893; öofivrjat IL 5, 746 — 8, 390; 21, 401), medial 
ödfivarai (Od. 14, 488), ddfivaov^at (IL 8, 244 ^15, 376) und im passivi- 
schen Aorist ködfirj (IL 2, 860 » 874; ddfir] IL 9, 545; 21, 383; Od. 1, 
237; dafirivai IL 13, 98; 603; 668). Ein paar passivische Formen, wie 
namentlich das Perfect und der mit ^ gebildete Aorist, gingen von der 
Nebenform Sfxrj- aus, die Seite 235 besonders aufgeführt werden wird. 
— In gleicher Bedeutung wird sehr gewöhnlich auch das abgeleitete ia- 
fxc^eiv (Hes. th. 865; Pmd. Pyth. 11, 24; Aesch. Ch. 324; Eur. Alk. 980) 
gebraucht^ mit Futurformen wie öaf^dif (IL 22, 271 ; da/u^ n. 1, 61 ; da/io- 
waiv n. 6, 368), mit dem Aorist iSdfiaaaa (IL 5, 191; iddfiaaae IL 6, 159; 
13, 434) und dem Passivaorist dafjida&tj (IL 19, 9; dafiaad-elg IL 16, 816; 
22, 55). 

IL 5, 893: ti}v /ikv kym ajtovdfj ddfivrjfii fdrteaaiv. IL 5, 746: ^yxog 
ßgidv fjiiya atißagov^ %(fi ddfxvtjaiv ozlxag avdguiv. 11.21,401: aiyiöa 
. . . §y oväk JiFog ddfivriai xegavvog.' IL 14, 439: ßiXog d' in ^fiov 



Griechische Etymologie« 231 

Idotfiva. Od. 14, 488: dXXa f^e x^^f^^ öa/ivaTai. 0.8,244: juijd' ovtw 
TQweoGLV %Fa öafxvaad'aildxciifovg, — IL 7, 72: elg o xev . . . dafn^eie. 
IL 21, 383: avtciQ ircel Sov&oio daf^rj fxivog. IL 18, 103: ol dij noXifeg 
daiABv^'KtOQL dl(f}. IL 10,403: ot (nämlich %ft7toi) ö^ äleyeivol avägdai 
ye &yriroiai dafirjfxevau IL 14, 353: evde (nämlich Zeig) . • . vnvip xal 
^ikoTTjTi dafieig. — IL 9, 118: dafiaaae (nämlich Zeig) äk Xaßov Idxat- 
ß(Sv. IL 5, 138: tSg %e Xiovra, ov ^a %e Tcoifiijv . . . XQfxioj] fiiv t' avXijg 
vnegaXfievov ovdh dafidaat}. IL 9, 496: dXX^ ^AxtXev ddfiaaov dvfjidv 
liiyav. IL 22, 55: ijy (xri %al av ^drfig IdxiXfiFL äafiaaS'elg. 

Lat domäre ,zähmen, bezwingen^ mit dem passiven Particip domito-'j 
Plin. 8, 27: domantii/r (nämlich elephanti) autem räbidi fame et verberibtis'j 
Enn. ann. 291 : hostis vinö domiti. 

Altir. damnaim ,ich binde zu' (Fick 2^, 141). 

Goth. gortamjan ,zähmen, bändigen'; nur Mk. 5, 4: manna ni mahta 
ina gatankjan (,öafidaai'). — Nhd. zähmen und zahm. 

Altind. dam^ : damjati ,er ist zahm, ist sanft' (Qat Br.) ,er zähmt, bändigt, 
bezwingt' (Mbh.) ; Oausativf orm damäjati ,er bezwingt' (EV. 7, 6, 4 : damd- 
jantam prtanjüh ,den die Feinde bezwingenden'). Daneben auch : damär 
jdti ,er bezwingt' (BV. 6, 18, 3: tudm ha nü ijdd adamäjas däßjüns ,du 
hast ja die Unholde bezwungen'). 
öäiiaifr- (ödf4aQ) ,6attinn'. 

Bei Homer 5 mal. IL 3, 122: IdvtrivoQlöao ödfxaQTi. IL 14, 503: 17 Hqo- 
(jid%0L0 ddiiag idXyrjyoQläao, Od. 4, 126: IdXadvÖQrij üoXißoio ödfiaQ. 
Od. 20, 290: Kzrjamnog .... fivaoxeT^ *Odvaa^ßog ößfjv olxo/^ivoio da- 

Gehört ohne Zweifel zuqi Vorausgehenden, wie denn öafid^eiv auch 
von geschlechtlicher Vereinigung (wie IL 3, 301: aXoxoc ö' aXXoiai öa- 
fielev) und insbesondere für ,verheirathen' gebraucht wird (wie IL 18, 432 
in den Worten der Thetis Zeig .... Ix (lev fi dXXdwy dXidußv ovöqI 
ddfiaaaev, uilaxldj] nrjXrjßi und Find. Pyth. 11, 24: ij hiQ(p A^€i' da/ia^o- 
fiivav ivvvxoL ftaqayov liolrai'^. Die Suffixform aber ist ganz unge- 
wöhnlich. Darf man das suffixale t an und für sich etwa mit dem von 
dan- ,Gabe' (Seite 202) und dalT- ,Mahl' (Seite 202) vergleichen und im 
Uebrigen etwa ein mit suffixalem q gebildetes ^daiialgeiv (aus *öafid^eiv) 
als nächste Grundlage vermuthen? P. von Bradke's (ZDMG. 40, 355 ff) 
Versuch, ddfiOQT- mit altmd. därd- (meist masculin-pluralisch gebraucht) 
,Eheweib' (Mbh.) zu identificiren, leidet an zu vielen Lücken in seiner 
Beweisführung. 
öaiiäXri-q ,Bezwinger'; , junger Stier'. 

Anakr. 2, 1 : wva^^ qJ dafidXrjg ^Qwg %al NifKpai .... avfiTtal^ovaiv. 
— Arist Thierk. 9, 249: ol di dafidXat hjifxyorrai dh %6v TQomov tovtov. 
Bahr. 37, 1: dafidXrjg iv dyqolg aq>erog, aTQißijg ^evyXrjg . . . iqxüveu — 
Dazu: ddfiaXi-g ,junge Kuh'; dann auch ,Mädchen'; Aesch. Schutzfl. 
350: iöe jtie rdv Itcbtiv q)vydda Tteglägofiov, Xvnoölwxrov wg öd^taXiv afi 



232 ßriechische Etymologie. 

nizQaig i^Xißdroig. Ebr. 9, 13: el yag . . . OTtodog dafiakeiog ^avrl^ovaa 
. toig xsKoivwfiivovg ayia^ei. — Agatb. (in Anth. 5, 292^ 10): elaogaav yaq 

Altir. dam ^Stier* (Fick 2^ 142). 

Alban. dem ,Rind' (GMeyer bei Bezzenb. 8^ 188). 

Altind. darnja-s ,eiii junger ansgewachsener Stier, der aber noch gezähmt, 
abgerichtet werden moss' (Mbh.). 

Gehört auch zu öa^i- ,bändigen, bezwingen^ (Seite 230). Das Suffix 
vergleicht sich mit dem von öiddaxaXo-g ^Lehrer^ (Seite 205), unterscheidet 
sich aber durch die Dehnung seines Schiussvocals, deren tieferer Gnmd 
uns entgeht 
öiii'Biv ,bauen^, mit der Nebenform dfnr]- (siehe Seite 235) im passiven 
Perfect (dedfirj^ivo-g IL 6, 245; 249; diöfiriTo Od. 1, 426; 9, 185; 14, 6). 

n. 7, 436: TtOTi d' av%6v (d. L tvfißov) %eixog Mdeifiav Tcvgyovg &^ vtprj- 
kovg. Od. 23, 192: ^aXafiov öifiov, oq)qa tiXeoaa Tcvxvjjaiv kid'adeaai. 
Od. 6, 9: idelfiaro foUovg. Od. 14,8: Uv&a Foi avlii] vtprjlt] öidfirixo 
. . . . ijv ^a avßwTrjg ctvrdg delfiaro, Hdt 2, 124: rrjg oöov xaz* rjv 
elhiov Tovg Xld'ovg^ Trjv %dei^av %Qyov ibv ov noXXxfi T€(p ikaaoov tijg 7tv 
Qafildog. Plat Axioch. 367, 0: ^^yafii^dfjg yovv xal TQoqxapiog ol deifia- 
fjLBvov %b IIv&ol %ov d-eov xifievog. 370, B: delfiaa&ai dk aarq. — Dazn: 
dofio-g ,Haus^ (siehe Seite 233 besonders). 

Goth. timrjan ,bauen^; Luk. 6, 48 und 49: galeiks ist mann timrjandin 
razn (^olxodofiovyji, oixlav^ und ,ohoöofi7JaavTi oixlav^)» — Daraus zu 
entnehmen *fiwra- ■— nhd. Zimmer y ahd.- dmbar ,Bauholz, Wohnung, 
Zimmer^, 

Im zugehörigen do^o-g weit durch die indogermanischen Sprachen zu 
verfolgen, als lebendiges Verb aber nur im Griechischen erhalten, falls 
nicht etwa dazu gehört goth. ga-timan ,passen' (eigentlich ,sich zusammea- 
fügen*? Luk. 5, 36 : thamma fairnjin ni gatimid thata af ihamma nit^in), 
nhd. ziemen, 
difiaq- ,Gestalt, Körper*; öfter für ,wie* (eigentlich ,nach der Gestalt, dem 
Aeussem nach*). 

IL 5, 801 : Tvdeig zoi fÄixgdg fikv lev dif^ag. IL 17, 323: ^AftoXhav . . . 
difiag Il€QLq>av%L feßoixtig. IL 1, 115: ov fe&iv kari xBqebav^ ov difiag 
ovdh q>vi^v. Od. 8, 116: Navßokldrjg, og aqtaxog %€v ßeidog %b difiag te» 
Plat (bei Athen. 1, 5, 10): ro yoQ difiag (scherzhaft für ,männliches Glied*) 
dviqog dg&oh — II. 11, 596 ■= 13, 673: wg ot fikv fiaqvarto difiag nvQog 
ald'Ofiivoio. 

Gehört wohl zum Vorausgehenden, wenn auch bestimmter Beweisendes, 
als welches das erst bei Späteren (Ap. Bh. 3, 1394: Kijteaai dofi^v ata- 
kavToi idia&ai. Nik. ther. 259: t(^ yag re dofiriv Ivöalkevai iatjy) auf- 
tretende öofirj ,Bau, Körper*, und unser Körper-bau doch nicht wohl gelten 
können , für den Bedeutungszusammenhang nicht vorliegt Das Suffix wie 
in dinag- ,Becher* (Seite 199). 



Griechische Etymologie. 238 

öipLViO'V ,Bett8telle^ 

Bei Homer 13 mal. 1124,644: IdxiXevq 8" hagoiaiv idi df^qi^ai x£- 
kevaev difzvi* in' al&ovajj ^ifievai xal ^t^yea nai^ noqtpvQB if^ßaXäeiv. 
Od 4,301: di/ÄVia dk atoQeaav. 11.8,277: ig ^aXafiov, o»i Foi (fLla 
ddfzvi* IsKBitOf diitpl d* ap* iQfiloiv x^/c dia/Äora xvxktp QTtavTrj. Od. 
19, 318: xav&ere d* «Jyijy, difivia nal xkalvag xal ^ijy€o aiyakoFerta. 
Od. 19, 599: ov dk li^eo T(pd^ ivl ßolx(p, ?; %a(ia8ig azogiaag rj rot 
xara difivia d-irrmv. 

Enthält als Schlnsssnffix ableitendes io, ganz wie znm Beispiel agoxyio-v 
,Spinngewebe' (1, Seite 254; zu dgaxvfj ,Spinne'), oy^io-v ,Schlie8skorb' 
(1, Seite 548), 8qxio-v ,Eid, beschworener Vertrag' (IL 4, 158; 3, 107; 22, 
262 ; zu oQxo-g ,Eid' 1, Seite 568), so dass man als nächste Grundlage ein 
"^defzyo- (oder *öefjivri?) vermuthen kann. Etwaiger Zusammenhang mit 
dsfi' ,bauen' (Seite 232) tritt aus der Bedeutung des Wortes keines Weges 
deutlich heraus. Möglicher Weise ist auch das iu noch suffixal, wie 
vermuthlich in TtQifivo-v ,Stammende, Baumstumpf (2, Seite 631) und 
noch sonst 
rfdfio-$ ,6ebauetes, Haus, Zimmer'; ,Auf geschichtetes'. 

IL 2, 513: ovg %ixB FaOTvoxrj d6fi(p'!^xroQog. Od. 7, 81: dvve d' TEgex" 
^ßog nvxivov dofiov. Od. 9, 524: 7tifi\pat dofiovZtißidog eiato. H. 8, 375: 
xaraivaa Jißbg öofiov. Od. 8, 268: wg ra TtQwr' ifilyrjaay iv *Hq>al- 
a%oio öofioiaiv. Od. 13, 424: ßixrjJiog fiarai ivuirgeßlöao öofioig. IL 6, 
503: ovdk Tlagig dßi^&vvev iv ixprjkolai dofioiaiv. — Hdt 1,179: dia 
rgi^xovra dofiwy nXlv&ov Tagaovg xakafiwv diaGTOißa^ovreg, 2, 127: 
vftodelfiag de %6v fcgtarov dofiov Xl^ov (,SteinschichtO Al&ionijxov 
TtoixLXov, 

Lat dom<h8 ,Haus' und daneben auch domurS] Plaut mil. 121: postqvam 
in aedts meadse dSdiuxAt domum; Truc. 261 : quid debetur hie tibi nostrae 
dornt 'j Enn. trag. 103: hnginqvi ah domo bellum gerentes] Plaut mil. 126: 
fuger e cupere ex häc domü ; Enn. ann. 260 : auferre domös. 

Altir. dam-liacc ,Haus der Steine'; aur-dam »Yorhaus' (Fick 2^, 141). 

Nhd. Zimmer^ lüid. zimbar ,Bauholz, Wohnung, Zimmer'. 

>» Altslay. domü ,Haus'. 

Armen, tun ,Haus' mit dem Genetiv tan. Nach Hübschm. (Arm. St 53) 
aus *tmrany dessen tn in t; überging und in den obliquen Casus schwand. 

— Altind. däma-s ,Haus, Wohnung'; ßV. 1, 75, 5: dgnai jäkshi sudm 
ddmam ^^gnis, heilige das eigne Haus'; RV. 1, 60, 4: ddmai ä' agnis 
bhuvat ,im Hause möge Agnis sein'. 

Zu difisiv ,bauen' (Seite 232), wie zum Beispiel yofio-g ,Fiillung , La- 
dung (Aesch. Schutzfl. 444; Hdt 1, 194) zu yifieiv ,yoIl sein' (Seite 37). 
rf%o-$ ,Volk, Gemeinde'; ,LÄnd, Gebiet'; dorisch öafio-g (Pind. OL 3, 16; 
5, 14; Pyth. 1, 70; Nem. 10, 23). 

IL 18, 500 : fikv evxßvo navT* dnodoüvai, öijfKp Ttitpctioxiav. IL 20, 
166: JUcüv ß(hg almig, ov %b xal avdgeg d'/toxrafievai fiefiaaaiv aygo- 



234 Griechische Etymologie. 

fiievoi, nag dijfiog. Od« 7, 150: yiQag 9^ o %i dljfiog edwyLev. Od. 8, 157: 
Xiaacfievog ßaaikijßa %e nav%a ze drjiiov. IL 24, 776: iSg fq>cefo xkaiova\ 
inl 6^ iateve dijfiog ajtelQwv. IL 12, 213: ovdk fißoixev drjfAov (hier ,em 
dem Volke AngehSrigeiO iovra naqh^ dyogevifzev. — IL 3,201: ^Odvc- 
aevg, og %Qaq>ri h Si^fitp ^Id'aKtjg. IL 5, 710: Boionol, fiaXa nlFova dij- 
(lov %x,ov%eg. IL 6, 158: ügolzog . , . , og ^^ Ix dri^o' £Xaaaev. 

Altir. däm »Gefolge, Schaar* (Fiek 2\ 142). 

Dunkler Herkunft Als suffixales Element wird vermuthlich fio zu gelten 
haben, wie sichs findet in olfio-g ,Weg, Bahn' (2, Seite 136), xocfio-g ,Ord- 
nung' ,Schmuck' (2, Seite 293), Ttoxfio-g ,Zufail, Geschick' (2, Seite 506) 
und sonst 
(fijjLid-$ ,Fetf. 

11.8,240: ßoFiSv df]fMv nai f^rjgt ixfjFa. IL 23, 750: dewigip av 
ßovv &fi%e iiiyav %al TtLFova drjfifp, IL 22, 501: fiveloy olFoy ideaxe xal 
olüjv nLFova drjfiov, IL 8, 380: ij Tig xal Tgcitav xogiei Tvivag tjd* olw- 
vovg drjfufi xal aagxeaai, 

Vermuthlich gebildet wie xvrjfÄO-g ,BergwaId' (2, Seite 329), also durch 
suffixales ^uo, wie es auch vom vorausgehenden — allerdings abweichend 
betonten — Worte gemuthmaasst werden konnte. 
Ai^lirirsQ' (so im Vocativ Ar. Thesm. 286; Frösche 384; 886; im Nomina- 
tiv: JrjfiTJTtjQ n. 5, 500; Od. 5, 125), Name der Götünn des Ackerbaues; 
dorisch Jafiäreg (Find. OL 6, 95; Isthm. 1, 57; 6, 4). 

Bei Homer sechsmaL IL 2, 696: ol d* elxov Ovldxfjv xal IIvQaaov 
avd^B^oFevxa^ /fi^fxrjTQog xifiBvog. II. 5, 500 : dg S* avefiog ax^og q>oqiBi 
legäg xa%^ alwag dvÖQcSv XixfAiavxiaVj o%e ve Sav&fi ^ijfirj'njQ xglvfj htBir 
yofiivwv avifiiav xaQjtov te xal axvag. IL 13, 322: og &vrjT6g %' ettj xal 
%doi Jviiiri%BQog axTi^y. IL 21, 76: nag yaQ aol Ttgwrtp Ttaadfirjv ^i^iurj- 
TBQog axTTjv. IL 14, 325: ote ^tjfirjTQog xaXXirtXoxdfioio ßavdaoijg (näm- 
lich rjQaadfirjv). Od. 5, 125: wg d' ottot' ^laalwvi ivTtXoxafiog /JfjfiiJTtjQ 
F(y dviJKfi ße^aaa pilyri g>iX6Tr]Ti xal evvfj veiw ivl rgiTtoXw. 

Enthält als Schlusstheil wohl nichts anderes als das Wort fiiJTeQ- ßfutter' 
(IL 1, 352; 586), dessen Genetivform beispielsweise bei Homer auch das 
Schwanken zwischen firjTQog (IL 5, 371; 892} und fit]TiQog (IL 19, 422; 
24, 466) zeigt Der erste Theil des Wortes aber ist nicht verständlich. Eine 
Nebenform zu yij ,Erde' (Seite 3) kann unmöglich darin enthalten sein; 
vermuthen darf man aber wohl Zusammenhang mit Jrjti (Hom. hymn. Dem. 
47; 211 ; 492), einem anderen, an und für sich allerdings auch ganz unver- 
ständlichen, Namen der Demeter. 
ö&iiar" {dcjfia) ,Haus'; ,Zimmer, Saal^ 

Bei Homer nahezu 250 mal. IL 1, 533: Zeig dh ifov ngog ddSpia (näm- 
lich jging*). IL 1 , 607 : ot f^iv (nämlich ,die Götter^) xaxxeloyreg Ißav 
Foixovde ßixaatog, rui ßexdaTcp däfia neQixXvrog dfiq>iyvi^߀ig '^q>aiaTog 
Ttolßr^ae. Od. 8, 56: ßdv q Xfiev ^AXxivoolo SaFltpgovog ig fiiya dwfta. 
IL 1, 222: fj d' OvXv/^iTcovde ßeßi^xec dcJ^aT* ig alyioxoio JiFog. — Od. 



Griechifiche Etymologie. 235 



17, 541: iJLiy trctaQtVj d(i(p\ de öcSfta OfLieQdakiov yiovaßiqae. Od. 18, 314: 
dfitpal 'Odvaarjßog . . . I'^^^cr^e Ttgog dvifiad'^ iV aldoirj ßaalkeia. Od. 
21, 234: q>iQ(av dva dtifiora to^ov. — 

Stellt sich zn Bildungen wie jtdifjiax' ,Deckel' (2, Seite 591), aTQWfiar- 
,Lager, Decke* (Theogn. 1193; Ar. Ach. 1136; Wolken 37), T^w/uar- ,Ver- 
letznng* (HdL 2, 63; 3, 29; 64), ^(Sfiat- ,Sclmrz am Panzer* (IL 4, 187; 216), 
awf4aT- ,Leib, Körper* (IL 3, 23 ; 7, 79) und enthält wie sie deutlich suffi- 
xales jUOT-. Was aber ist dtS? Konnte sichs aus dif^-eiv ,bauen* (Seite 232) 
entwickeln? Wie verhält es sich zu ddi ,Haus* (Seite 168)? 

rfoTfiov- (dalfiwv) ,6ott, Gottheit, insbesondere als das Schicksal der Men- 
schen beeinflussend*. IL 1,222: tj (Athene) d' OvkvfiTtovde ßeßiJTtei dcJ- 
fiav^ lg aiyioxoio Jilbg fiera dalfiovag aklovg. IL 3, 420: ^EÜvri . . . . 
ßfj . . . . Jtiaag ök Tgrpag hid-ev' ^qxs 8k öalfiwy. IL 5, 438: iniaavto 
Salfiovi ßlaog, II. 17,98: otctcot* avrjQ i&ikrj fcgog öalfnova gxarl ixa- 
X€G-9^aiy ov %B d'Bog Tifi^. Od. 3, 27: aXXa di tuxI 8al(X(ov vfiaSTJaerai, 
Od. 16, 64: wg yoQ Foi iniuXtaaev %d ye dalfnoßv. Od. 21, 201 : tag SJLd-oi 
fikv xeivog aviJQ, aydyoi di Fb dalfitov. Od. 10, 64: vlg toi xaxog IsxqoFb 
dalpKov^ IL 8, 166: nagog rot, öalfiova (hier ungewöhnlich für ,y erderben, 
Tod*) 8waw. Od. 11, 61: aai fiB öaLfiovog alaa xani]. 

Gehört yermuthlich zu 8ai- ,theilen, zutheilen* (Seite 179), so dass es 
ursprunglich bedeuten wird ,der Zutheilende*. Das Suffix wie in nvBv- 
fiov' ,Lunge* (2, Seite 587), axf^ov- ,Ambo8S* (1, Seite 52), dem adjecti- 
yischen alfiov-j vielleicht ,kundig' oder ,eifrig* (2, Seite 100) und sonst 

delfiar- (ÖBlfia) ,Furcht, Schrecken*, bei Homer ohne Zweifel noch äßBi- 
II ax' (nur IL 5, 682 versbeginnend). 

IL 5, 682: ßfi ob öta 7tQ0(xdx(av . . . ößBlfia q>iQ(ov Javaolau Pind. Pyth. 
4, 97 : yMntwv (,verbergend*) 8b ^v^k^ 8Bifxa TtQoaivvBfCB. 5, 58 : ubIvov 
yB xa2 ßaQvnofiTCoi liovvBg tibqI 8Bl(4,a%i q>vyov. Aesch. Ch. 524: Ix t' 
ovBiQotviiv xai wTfLTiTtXc^rmv 8BiiiaT(av (,Schreckbilder*) nsTtalfzivr], 

Gehört zu 8i'y homerisch noch <J-Ft- ,in Furcht gerathen* (Seite 169). 
Das Suffix wie in x^^f^ccx- ,Winterkäite, Winter* (Od. 7, 118; 11, 190; 14, 
487) und sonst oft 

Die anlautende Consonantenverbindung d^-. 

dfitj-, Nebenform zu (Ja^i- ,bändigen, bezwingen* (Seite 230), in passivischen 
Perfectformen wie SBSfxi^fiBO&a (H. 5, 878) und 8B8firifiivO'g (IL 10, 2; 14, 
482; 24, 678) und Aoristformen wie 8fitj&qr(o (IL 9, 158) und 8firjd'ävt' 
(IL 4, 99; 5, 646; dorisch 8fia»ivT- Aesch. Pers. 906; Eur. LT. 198; 230; 
Tro. 175), dazu auch einigen Nominalbildungen, wie: 

a "81171%- ,ungebändigt, noch nicht im Joch befindlich* (Od. 4, 637: 17^/0- 
vot TaXaJrBQyol dS^irpiBgy ,unvermählt* Od. 6, 109: naq&ivog a8fii^g)] — 
vB6'8fiTiTO'g ,neuvermählt* (Eur. Med. 623: vBo8(irixov xogrjg); — 8fi7j- 
xBiga jBezwingerinn* (IL 14, 259: Nv^ 8i.ir]%BLQa &b(Sv . . . xaJ Mqwv). 



236 Griechische Etjonologie. 

Gebildet wie x^i;- ,8ich anstrengen', ,yerfertigen' ^sich abmühen, ermatten' 
(2, Seite 349) neben xa^u- (2, Seite 336). 
cffiij-, Nebenfonn zu de^u- ,banen' (Seite 232), in passivischen Perfectformen 
wie didfii]ro (Od. 1, 426; 9, 185; 14, 6) nnd öedfiijfiivo-g (IL 6, 245; 249), 
sowie auch in einigen Nominalbildangen wie: 

iv'dfirjTO'-g ,gat gebanf (II. 1, 448; 12, 36; 21, 516; dorisch kv-dfiiro-g 
Find. Pyth. 12, 3); — fieco-dfÄrj ,Zwischenranm zwischen Balken oder 
Pfeilern'; Od. 19, 37: iftTtrjg fioi rotxoi fieyoQwv xakaL %b fAcaodfuxi . • . 
qiuLvovxai. Od. 20, 354: alfiati d' iggadarai toixoi %aXal %b fieaodfiai. 
Od. 2, 424 «a 15, 289: latov ö^ eiXajivov noflXrjg ^vroad'e fieaodfirig avij' 
aav aßeigarreg. 

. Ebenso entwickelt, wie die vorausgehende Form. 
dfico-$ ,Sclav*. 

Od. 24, 257: tev dfAwg iaa^ dvÖQcSv] Od. 17, 422: ^aav dh dfuSeg fiala 
fivgloi. IL 19, 333: xal Foi dei^eiag ^aara, xr^aiv ifii]v, dpuHag %e xal 
vxpBQBtphg fiiya däfxa. Od. 1, 398 : dfiwwv, ovg fioi XTjFlaaaTo dZog 'Odva- 
aevg. Od. 6, 71 : dfiateaatv hLixXeTo, toi di nld'ovvo* — Daneben in gleicher 
Bedeutung: dfioio-g (oder auch dfiaio'g betont Ctöttling Accent S. 176); 
Hes. Werke 430: evv* av Iti^valrjg öfjiwdg iv iXvfjLa%i m^Sog • • • 470: 
o di rvtd'ov OTtia&ev dfiwog ^wv ficmiktjv. — Dazu: das weiblichge- 
Bchlechtige dfAipij (richtiger wohl dfitpa) ,Sclavinn, Magd'; bei Hom^ 
mehr als 50 mal, aber nur in der Mehrzahl; IL 18, 28: d^fpat d% ag It^xi- 
keig krjflaacero IlaTQOxlog %b* IL 6, 375: iie%c d/jupfiaiv tFemev, Od. 20, 
122: at d* aXXai dfKpai xcera öwfiaza xaA' Vdva^ßog iygofievai cwi- 
'Aaiov iit idx^'gfj oKafiOTOV tvvq. — 

Schliesst sich ohne Zweifel an äfirj- ,bändigen, bezwingen' (Seite 236). 
Das Yocalverhältnis wie zum Beispiel in ftrciaaetv ,ang8tlich niederducken' 
(2, Seite 516) neben gleichbedeutendem nri^aaeiv (2, Seite 509). Indfitao-g 
ist vermuthlich ein altes suffixales ßo enthalten, dass also seine ältere 
Form *öfiü)ß6' wird gelautet haben, daraus aber äfid- {*dfiwß-) wohl 
durch Verkürzung entstanden und daraus mit dem häufigen Suffix la 
ein weiblichgeschlechtiges dficpa (aus *diiwia, ^dfnißia) gebildet 



öä(faro-q ,ungesäuertes Brot'* 

Athen. 3, 110, D: Nlxavögog iv taig rhjiaaaig tov ä^vfiov Sqtov Ttalei 
dagavov. 

Dunkler Herkunft. 
öaQeixö-g, Name einer persischen Goldmünze. 

Hdt7, 28: evgov koyi^ofxevog .... xgvolov dk rergcoLoalag fjivgiaöag 
ajatijgwv dageixwvj iTtideovoag k7v%a xiXiadiov» Ar. EkkL 602: ocxtjg fiij 
xixTfjtai y^v ^ll^^v^ dgyvgiov dk xai öageixovg. 

üngriechischen Ursprungs. Als zunächst adjectivische Form durch 
suffixales t-xo (also für ^dageilxo-) vom persischen Königsnamen ^agela-g 
(Hdt 3, 70 ; 6, 1 1) abgeleitet, dann mit Fortlassung der zugehörigen Mfinz- 



Griechische Etymologie. 237 

benenniing araziJQ (HdL 3, 130; 7, 28 und 29) auch substantivisch selbst- 
ständig gebraucht 
öa(frö'Vj Name einer Art von Fischen, die zum Essen abgehäutet wurden. 

Mnesith. (bei Athen. 8, 357, C) : tq dk xaXovficva dagra rb fikv olov 
icTiv Saa r^axelav ^ei %^v knapiaiv vov digf^aTog^ ov lenlaiVy akl' 
olov %xovatv al ßarldeg xal ^Ivai, 

Durch suffixales ro gebildete passivische Participform zu digeiv fib- 
häuten' (siehe unten), eigentlich ^Abgehäutetes'. 
öaQöäjvtBiv ^zerfleischen'; auch in übertragener Bedeutung gebraucht 

n. 11, 479: (ifÄoq>ayoi (4iv (d. L ^kag>ov) ^^cSeg iv ovQeai daQÖaftxovoiv. 
Od« 14, 92 >» 16, 315: ovx i&iXovai dtnalwg fivaa&ai ovöi viea&ai inl 
a<pit€Q\ dlXa ßixrjloi XTfjfiara dagöarcrovaiv vniQßiovj ovd* im q>Bidiü. 
Ar. Wölk. 711: daxvoval fx i^igTCorreg KoqIv^ioi (scherzhaft für xogeig 
,WanzenO; xa2 vag Ttkevgag dagdaTcrovaiv* Frosche 66: roiovtoai tolwv 
fxe doLQÖajtzu fto&og EvQiftidov. 

Eme nicht zu verkennende alte BedupÜcationsbildung nach Art von 
xagicalgeiv ,dröhnen' (2, Seite 353) , die aber früh in ihrem Schlusstheil 
ein altes q eingebüsst haben muss. wie es auch schon in Bezug auf das 
sicher nicht von ihm zu trennende ödmeiv ,zerreisen, zerfleischen, zer- 
ßtören' (Seite 197) ausgesprochen wurde. 
öaQß-dvBiv (Find. Phaed. 71, D; 72, B; Staat 7, 534, D) ,schlafen', mit dem 
Aorist idga&ov (Od. 7, 285; 8, 296.; 23, 18; dga^ieiv IL 14, 163. — Da- 
neben: Uag&ov Thuk. 6, 61, 2; Xen. Hell. 7, 2, 23; dag^eiv Ar. Wolken 
38;Ekkl. 622;628). 

Bei Homer 8 mal und zwar nur in aoristischen Formen; IL 14, 163: 
et Ttwg Ifielgairo naga-dga^iBiv q>iJi6Trjti. Od. 5, 471 : ei di x€v • . . 
-^ofivoia^ iv nirnivolat xara-dgad-ü). Od. 15, 494: xad-ÖQa&ivriv d' ov 
TtoXkov ifil xQovov, 

Lat dcyrmtre ,sch]afen'; Hör. epist 1, 2, 30: cm pulchrum fuit in me- 
dios dormire diSs. 

Altslav. dremati ,schlafen,. 

Alünd. drä' : drati oder drdjati ,er schiäff; ni-drä- ,einschlummem' 
(Mbh.). — Dazu: nirdra- ,SchlaP (RV. 8, 48, 14). 

Enthält in seinem & ein verhältnissmässig erst jüngeres Element, wie 
sichs zum Beispiel auch findet in nX^d-eiv ,voll sein' (2, Seite 705), ni- 
^ea9ai ,faulen' (2, Seite 541) und sonst — Lat. dormtre wird zunächst 
auf einer Nominalbüdung *dormir beruhen, die das selbe Suffix enthielt 
wie vermi'S ,Wurm' (Lucr. 2, 871 ; Plin. 18, 158). 
öiif'Biv (Ar. Frösche 619; Plat Euihyd. 285, C; IL 7, 316; 23, 167; 24, 622) 
,abhäuten, schinden' (ursprünglich wohl allgemeiner ^zerreissen, abreissen'), 
mit passivischen Aoristformen wie dagin- (Hdt 7, 26; Xen. an. 3, 5, 9) und 
dem Perfect deöag^ai (Solon Brachst 3, 7 ; öedagfiivo-g Hdt 7, 70 ; Ar. 
Lys. 158). Als präsentische Form begegnet mehrfach auch delgeiv (aus 
*diQjeiv)y so Hdt 2, 39; 4, 64; Ar. Wolken 442; Vögel 365. 



288 Griectiische Etymologie. 

Bei Homer elfmal. U. 1, 459 -» 2, 422: avFiQvaav ptkv ngtora xai 
ioq>a^€tv xori tdeiqav. IL 7, 316: %oy (nfimlich ßovv) diqov dfig>l ^* enov. 
Od. lOy 19: dühu fioi hrdelgag daxdv ßoßog. — Dazu: duaro-g ,abge- 
häatet^; nnr IL 23^ 169: negl dk dgara atif^ava n^ei. — digog- und 
diQag- abgezogene Haut, Fell'; Soph. Brachst 10, 2: xaraatixiov xvvdg 
anoXag ^Ißvaaa naQÖalTjg^Qov diqog. Eur. PhoeiL 1120: Tvdevg, lior- 
rog diQog ^oiy in * aanldi xaltri TtBtpQiwg. — Enr. Bakcfau 835 : veßQOv 
atixwov digag (nämlich jcQoo^ifjio). — digfiaz' (digfia) ^gezogene 
Haat^y auch überhaupt ^Haut^; IL 9,548: rj d' apup^ aivtß ^ijxe noXuv 
Tcikadov itai avrqv dfiq>i avog xe^alfj %al digfiati Xaxvrißenu IL 16, 
341: näv d* eiaw Idv ^Upog, Moxed'e d' olFov digfia. Od. 2, 291: onha- 
aov . • . . alq>i%a, fivekov dvigävy digfiaaiv iv TtvMvolaiy, — dig%go~v 
(siehe besonders, Seite 240); — öogii (siehe Seite 240). 

Goth. ga-tairan ^zenreissen, zerstören'; Matth.5,19: saei nu gatairith aina 
ancHmsne; Mk. 14, 58: ii gataira aJh, — gartat4ran- ,Biss'; Mth. 9, 16 und 
Mk. 2, 21 : vairsiza gatcvwra vairthiOi. — Ahd. fir-zeran ^zerreissen, zer- 
stören, auflösen'; nhd. zehrerij verzehren. — Dazu auch nhd. trennen. 

lit dirti ,schinden'. 

Altslay. drati ,spalten, zerreissen'; deran ,ich zerreisse'. 

Altind. dar- ,bersten', auch transitiv ,zerBprengen, zerbrechen'; BV. 6, 
27, 4: jdd .... paratnäs dadära Als der erste barsf ; BV. 1, 174, 2: jdd 
püras .... ddrt ,als du ihre Burgen zerbrachsf . Als präsentische Form 
führen die Grammatiker auf: drnd'ü ,er birst, er bricht auf. 

Altostpers. dar ,treimen, schneiden'* 

Dem participiellen dgaro-g entspricht lit dirtors ,geschunden' und alt- 
ostpers. dereta- ,getrennt, geschnitten', während im Altindischen mit an- 
derem Suffix ein passiyparticipielles dÄrnd- ,geborsten', ,erschrocken, (Mbh.) 
gebildet wurde. 
öiQtl (so auch attisch, Aesch. Ag. 329; 875; 1265; Eum. 592; Eur. Or. 41) 
,Hals'; lautet bei Homer höchstwahrscheinlich noch öigfrj (statt des öetgi^ 
der Ausgaben). 

Bei Homer 13maL IL 3, 371: ayxe di ftiv Ttolvueavog Ifiäg ciTtaX^v vno 
öigFriv. IL 11, 26: %vdv€Oi 61 ögmovieg dgwgixcero ngoxl digftjv %geig /«- 
%ttT€g&e. IL 12, 204: xotpe (nämlich dgmwv) yag avrbv (d. L alFetov) iiov%a 
xava atfjd^og naga digftjy Idvw^elg oiclata. IL 13, 202: x€q>aXiqv d^ analr^g 
dno iigfrig xotpev 'Oßiliddrjg. IL 14, 412: atij^og ßeßhqxeiv vnkg amn^ 
yog, ayxod^i digfrig. IL 19, 285: j^c^al ö' afAvaaev avq^ea %^ ijd' anaUiv 
ÖigFriv I8i xaka ngooiana. — Dazu: deigad- {deigdg. Das zu er- 
wartende öegaö' wird nur Soph. PhiL 491 : Tga%Lvlav t€ ÖBgdda nach 
Vermuthung gelesen) ,Bergrttcken'; bei Homer nur in noXv-degfai- 
,vielnackig' (IL 1, 499 = 5, 754 — 8, 3 vom Olympos); bei Pindar OL 8, 52: 
liogiv^ov öeigdSa und Isthm. 1, 10: rav akugxia ^la&fAOv deigdda. Soph. 
Aias 697 : d ndv . • • KvXkaylag XLOvoictvnov nevgalag dno deigddog 
ifd%'tj9'i. 



Griechische Etymologie. 289 

Alfslav. griva ,Mähne^ (d. i. ,Halsbaar der Thiere*). 

Altind. grivä' ,Hals, Nacken*; RV. 4, 40, 4: turanjati grivä'jäm baddhds 
,68 eilt (das Boss) am Halse gebunden^- BY. 6, 48, 17: grfvä's ädädhatai 
vdis ,dem der den Hals des Vogels ergreif t' (?). 

Altostpers. grfva-j m. ^Nacken'. 

Bezfiglich der Entwicklung des anlautenden ö yergleicht sich Ö€kq>V''g 
neben altind. gdrbha-s ^Mutterleib* (siehe unter ade}Lg>e6-g jBruder* 1, Seite 
137), bezüglich des Wortinnem aber zum Beispiel das participielle lat 
trfto- »gerieben* (Att trag. 544) neben terere ,zerreiben* (Plaut Poen. 316; 
Tria 796). 
öiQQi'g (auch digi-g geschrieben, wie Poll. 2, 235) ,Lederdecke*. 

Eupol. (im Etym. M. 257, 15): yvvT} fiiXaivav öägQiv 7ifig>uafiivr]v, Thuk. 
2, 75, 5 : t6 oixodofATifjia xal TCQOTUxlvfifictTa elxs diggeig xal öiq^igag^ 
wäre toifg iQya^ofiivovg %al %a ^Xa fni^Te TtvQ^oQoig oloTolg ßdkkea^ai 
kv äag>aXel<f %b elvai. 

Wird zu öiQ-eiv ,abhäuten, schinden* (Seite 237) gehören. Aber wie 
entwickelte sich das innere ^^? 
ÖBQ7C- ,sehen, erblicken*, mit dem Aorist eÖQaxov (II. 24, 223; Od. 10, 197; 
edgoMv II. 14, 436; Od. 9, 146) und dem Peifect didogxev (IL 22, 95; ^e- 
öoQUüg Od. 19, 446), aber medialer Präsensform: dig^-ea^ai (II. 17, 675; 
digxefai II. 16, 10; Od. 11, 16; 17, 518). 

IL 1, 88 : ov Tig ifiov ^(Svrog xal hcl x^ovl öeQXOfiivoio .... inolaeu 
n. 3, 342: icTixoovto dßeivov degxofievou IL 17, 675: alFerog, ov ^a re 
(paalv o^vTcnov digxead'ai VTtovQavlvDv Tteretjvwv. IL 14, 436: o d* afi- 
TtvvvdTj xal dv'iÖQauev 6q>d'aX(iolaiv. IL 23, 477: ov%e toi o^cctov xe- 
q>aXrjg hc digxerai oaae. Od. 5, 158: novxqv l/r' axQvyerov degnäOTteTo 
daxQVtt XelßwK Od. 19, 446: itig <5' 6q>^aXf4olai deöogxiog. — IL 13, 86: 
degxo^voiGiv TgtSag. IL 14, 141 : q>6vov xal (pit^av^Axaiftiv d€Qxofiäv(p. — 

Altir. derc ,Auge*; con-dercar ,es wird erblickt (Fick 2*, 148). 

Goth. ga'tarhjan (zu altind. causat dargdjati ,er lässt sehen, macht 
sichtbar, zeigte AY., Mbh.) ,(sehen lassen*, dann) ,kennzeichnen* (Matth. 27, 
16: gatarhidana ,berttchtigt* ; G^L2j 11: gatarhiths vas] EoL2, Ibzgatar- 
hida lalthabOj ideiyfiotiaev iv naQQrjalff] Thess. 2, 3, 14: thana gatarh- 
jaith] Tim. 2, 3,9 am Bande: gatarhith für svihunth ^hcdrjkog^ im Text; 
Job. ErkL 4, d : gatarhjan jah gasahan). — Ags. torht (^ altind. dfshtd- 
,ge8ehen* BV. 2, 23, 14), ahd. zoraht ,hell, klar, deutlich*. — (Zusammen- 
stellung mit unserem trachten^ betrachten ist wegen des entsprechenden ahd. 
trahtön mit seinen weitabliegenden Bedeutungen ,behandeln, berathen, 
erwägen* mehr als bedenklich). 

Armen, tesanel ^stehen* (Hübschm. S. 52). 

Altind. darf' ,Behen*, nicht in präsentischen Formen gebraucht; BV. 1, 
105, 18: mä sakrt vrkas pathä' jdntam daddrga M ,mich sah mit einem 
Male der Wolf als ich auf dem Wege ging*; BV. 1, 25, 18: ddrQam (Aorist) 
rdtham ddhi Jcshdmi ,ich möchte sehen den Wagen auf der Erde*. 



240 Griechische Etymologie. 

Altostpers. dareg- ^erblicken, sehend 

öiQrQo-v ^innere Haut, Netzhaut*. Lykophron 880 gebraucht das Wort ganz 
abweichend für ^spitzigen Gegenstand^ 

Bei Homer nur Od. 11, 579: yvne ök fiiv (d. L Tixvov) ßenareQd'e na- 
Qr]f4,ivw fjTtaQ ixeiQov, digrQov laoi dvvovTeg. Antimach. Bruchst 71 (in 
der grossen Pariser Ausgabe des Hesiodos): ovdi %i ^egfiov avanviwv 
Xokadag diQTQOioi nuxXvxpag. Hipp. 3, 560: dvarpiri^lv x6 digfia ÖTttj ig>avr] 
ig %d ÜQtQOv kftl d'otega atphnovaa . . . . Iv tcJ atifiaxi ^ atjTteddy ^Q^ 
Tov diQTQOv ftokX'^ xal akltov aaQxwv, 

Gehört zu öig-eiv ^abhäuten, schinden' (Seite 237). Das Suffix wie in 
q>i^QO'V ,Tragbahre' (IL 18, 236) und sonst oft 

öoffii ^abgezogene Haut^ Fell'. 

Hdt 7, 70 : ngoßi,i^f4,aTtt di dvr ' aarcldiav inotevvro yeQavwv dogig. 
Theogn. 55: if^tpi Ttlevgjjai dogäg alycuv xavirQißoy. Eur. Eykl. 330: 
doQälai &fiQwv awfia neQißaXwv l^ov. PlaL Euthyd. 285, D: iav ßov- 
XtüvTai diQBiv IVt fiakXov rj vvv digovaiv, eX fiot ij doQa firj elg äcxov 
TsXevrrjaei woTteg^ tov Moqovov. — Dazu: dogo-g ,ledemer Schlauch'; 
Od. 2, 354: iv di fioi akq>iTa xevov ivQQatpieaai doQoiaiv. Od. 2, 380: 
kv di Fol aktpita x^^^ ivQQaq>i€aai doQolatv. 

Ging von dig-eiv ,abhäuten, schinden' (Seite 237) aus, wie ganz ähnlich 
zum Beispiel anogoi ,Saat, Geschlecht, Nachkommenschaff (Aesch. Prom. 
871; Soph. Ant. 1125) von aTteg- ,säen', ,zeugen' (Hes. Werke 391; Soph. 
Aias 1293; Tiach. 33). 

ö6{fv- (IL 2, 382 ; 5, 40 ; 300) ,Baumstamm, Balken' ; dann insbesondere ,Speer- 
schaft, Speer'; mit Casusformen wie öogFog (IL 3, 61; 7, 8; 6, 319, in den 
Ausgaben dovgog'j bei Späteren dogogj wie Aesch. Sieben 104; 322), dogßi 
(IL 1, 303; 3, 436, in den Ausgaben dovgl; bei Späteren öogl^ wie Pind. 
Isthm. 4, 42; 7, 53; Aesch. Sieben 347), dogßa (IL 2, 135; 5, 495; 6, 3; in 
den Ausgaben dovga)j und daneben auch dogfarog (IL 11, 357, in den 
Ausgaben dovgavog^ bei Späteren dogonog^ wie Soph. Bruchst 156, 3; Ar. 
Ach. 1120), dogßoTi (Od. 5, 371, in den Ausgaben dovgarij wie auch bei 
Soph. Phil. 721), dogfata (IL 5, 618; 656; 12, 36, in den Ausgaben doi- 
gara^ bei Späteren dogoma^ wie Ar. Friede 1261). 

Od. 6, 167: ov nw xolov avrjkvd'ev ix dogv yaltjg. IL 24, 450: xlialtir 
. . . . Mvgfitöoveg TColFrjCav avaxtc dogß* ilarijg xigaavTBg, 11.15,410: 
ujg re OTad-firj dogv vrjßiov i^idvvei xixxovog iv rcaldfifjai. IL 2, 135 : 
öogFa GiarjTce veßdiv. — IL 22, 291 : Trjle 5' aftenldyx^^ aaxeog dogv. 
IL 6, 319: Ttagoi&e dk Xafinsto dogFog alxf^fj x<^^x€/}}. H. 2, 382: et; fiiv 
Tig dogv d'rjSaa&w, IL 5, 533: dxovTiae dogFi ^oFwg. 

Altir. dair (mit Genetiv darach) ,Eiche'; kymr. dar ,Eiche' (Fick 2*, 
147); — bret deru-enn ,Eiche'; — altir. deruce (aus *derunkä) ^Eichel' 
(l^ck 2^, 147). 

Goth. triva- ,Holz'; Mk. 14,48: U7Tunnuth mith hairum jah trivam 



Griechische Etymologie. 241 

(j^vlüßv^)', Job. 15, 5: ikim thata veina-triu ,Weiiifitock'; engl, tree ,Baum', 
yStamm', ^Schaft^. 

lit derwä ,Eienholz^ 

Altslav. drSvo ,Baum', ,Holz*; — driiva (Mehrzahl) ,Holz^; — drüholt 
yHolz, EnitteP. 

AltiiuL däru- ,Holz'; RV. 6, 3, 4: däru dhdishat ,Holz brennend*; EV. 
10, 146, 4: däru angä aishäs dpa-avadhtt ,em Holz hat emer abgehanen'; 
BY. 10, 155, 3: jdd däru plävatai sindhaus pärdi apürushdm ,das Holz, 
welches im Flusse drüben schwimmt ohne Menschen*. — Dazu: drw- 
,Holz*; RY. 10, 101, 10: ä' tu' sinca härim im dräus updsthai ,giesse den 
goldenen in den Schooss des Holzes (d. L ,HolzgefassesO. 

Altostpers. däu/ru ,ein Stück Holz* ,Speer*. 

Stimmt in seiner Bildung, wie namentlich auch in der eigenthfimlichen 
Buntscheckigkeit seiner Casusformen, ganz mit yow ,Enie* (Seite 21) 
überein. Zu Grunde liegt wohl deg- ,schinden*, ursprünglich yermuthlich 
,zerrei88en, abreissen' (Seite 237), was auch in Bezug auf divögeo-v «Batun* 
(Seite 225) yermuthet werden kann. 
öoiföxviO'V, Name einer Pflanze. 

Diosk. 4, 75 : dogvxviov, Kgarsvag alinaxaßov ^ xaUav xaXsl, ^a^ivog 
Sfioiog ikalff aQJKpvel, xhiSvag ^cuv kXaaaovag rn^x^^S- 

Ob etwa zum Yorausgehenden gehörig? Auch sonst finden sich xy suf- 
fixal verbunden, wie zum Beispiel in Tti^axvio-v ,Fä8Schen* (Eubul. bei 
Athen. 1, 28, D; Hyperid. bei PoUux 6, 14; Alkiphr. 3, 15; zu Tti&axvtj 
,grosses Gfefäss* und weiter fcld^o-g «grosser Krug* 2, Seite 540). 
öoQxäö" idoQycdg)y wahrscheinlich ,(jazelle*. 

Hdt 7, 69: ngog dk alxfiag elxov (nämlich Ald-loTceg), inl dk xigag 
doQuuidog imjv 3^ nsTtoiijfiivov TQOTtov Xoyxrjg. Eur. Bakch. 699 : at d^ 
äyxdXaiai dogudd' ^ axvfivovg Xvxwv ayglovg ^ixovaai keviwv iöLdoaav 
yaXa. Xen. anab. 1, 5, 2: ivijaav (in der Nähe des Euphrat) äk xal drldeg 
xal doguddeg. Eyr. 1, 4, 7 : ol d* iXeyov (nämlich die Begleiter des Eyros) 
OTi . • » . al öi €Xaq)oi xal doQxdäeg xal ol aygioi oUg xal ol ovoi ol 
aygioi aaivelg eiaiv. Arist Thierk. 2, 14: va dk tcSv iTtiteXdgxov xigata 
nctQartXfjaia roig T^g doQxddog iarlv, Ael. Thierk. 14,14: cSxiaTai fiiv eiaiv 
al öoQxdöeg (die als in Libyen lebend angeführt werden, deren weitere 
Beschreibung aber auf eine andere, wenn auch nah verwandte Antilopenart 
hinzuweisen scheint). — Daneben begegnen noch einige etwas abweichende, 
yermuthlich aber ganz gleichbedeutende. Formen, so: dogxrj. Eur. ras. 
Her. 376: rdv te xQ^^oxdgavov doQxav fcoixiXovanov • • . xxsLvag. — 
doQx- {öoqS)' Elallim. lav. Fall. 91: dogxag oXiaaag xal ngoxag. Luk. 
Amor. 16: ^ißvx^g dogxog. — öogxo-g (Opp. Jagd2, 315; 324; 326; 
3,3). — iogxaXli^ ißogxaXlg). Eallim. epigr. 33, 2 : Iv ovgeat ndvxa 
Xaywbv 6iq>^ xal icdarjg txvia dogxaXldog. Agath. (in Anth. 5, 292, 12): 
dXXd IIB ^eofÄül elgyovaiv ^adiv^g TtjXo&t öogxaXlöog, 

Ohne Zweifel ungriechischen Ursprungs. 

Leo Meyer, Oiiechisohe Etymologie, ni. 16 



242 Griechische Etymologie. 



ööifjtO'V ^ Abendessen^; dann überhaupt ^Mahlzeit'. 

Bei Homer 40 mal. IL 19, 208: vvv fih avwyoifii .... Sixa d' fjßekitp 
xajadvvTi Tev^ea^ai fidya doQTtov. Od. 13| 34: aanaaUag 8* aqa %ip 
xariäv g>afog '^feUoio dognov iTtolxea&ai. Od. 4, 429: doqnov ^' onXi" 
aafiea^\ inL x^ tjkv^ev dfißgoalri vv^ 11.24,2: toI likv doQjtoio fii- 
doYxo vnvov %e ykvMQOv taQTcijfievau IL 24, 444: ot di vifov tcbqI 
doQTta gwlceKT^ijeg Ttoviovto. 11.18,245: ano XQcereQrjg vofilvrjg x^9^r 
aavreg ^Ivaav . . . innovgy ig d ' ayo^v ayiQOvto naqog dognoio iiiita- 
^o£. IL 8, 503: vvv fihv Ttei&wfie&a wxi^l fieXalvfj ioqna t* iq^Oftkiao-- 
fiea^a. — Hom. hymn. Ap. 511: doQnov hc€i&* e%Xov%o. HynuL Dem. 
129: öbItcvov 8* ^grivavto .... aXV Ijuol otS dognoio fiell^govog ijgaTo 
^vfiog. Ar. Bitter 52: ßovlei fcaga&tS aoi dogrtov] 

Die Herknnft des Wortes liegt nicht deutlich vor. Man hat Zusammen- 
hang vermuthet mit dgineiv ,ab8chneiden, abpflücken' (Hom. hymn. Dem. 
425: av^ea öginofiev» Fiat Tim. 91, C: ajcb divdgcav xagrtdv xaradgi- 
tpavteg), aber woher dann die verschiedene Stellung des inneren ^? 
Weiterhin lässt sich vielleicht an Zusammenhang mit dem reduplicirten 
dagdoTtreiv ,zerfleischen' (Seite 237) und mit öig-eiv ,abhäuten, schinden', 
ursprünglich wohl ,zerreissen, abreissen' (Seite 237) denken. 
Ö71QÖV ,lange', bei Homer an zwei Stellen noch deutlich dßrigov (II. 9, 415: 
hcl dfrjgov di fioi ailviv und Od. 1, 203 : ov toi fvi dßtjgov ye)j während 
an sieben anderen (II. 5, 885 : ^ %i ne örigov. An den sechs übrigen Stellen 
— IL 2, 435; 5, 895; 17, 41; 21, 391; Od. 2, 285; 8, 150 — geht dem drjgor 
jedes mal das Wörtchen hi voraus) das / vom Verse entschieden ab- 
gelehnt wird; dorisch dägov (Find. Nem. 9, 30; Aesch. Prom. 648; 940; 
Soph. Trach. 65; £1. 1065; Eur. Andr. 118; Hek. 183). — Ac^ectivisch be- 
gegnet drjgo' ,lang^ nur noch selten, so in der Verbindung ößqgoy xgovov 
(IL 14, 206 — 305; öagov xQovov Aesch. Schutzfl. 516; Soph. Aias 415). 

Bei Homer 36 mal. 11.2,435: iiriS* 1h i dtjgdv afißakkiifie&a ßigyov. 
IL 5, 895: ov fx'qv a' Iht ötjgdv avi^of^ai akye* ^ovra. IL 16, 852: ov 
&riv oi'ö^ aitog dßrjgov ßin. IL 20, 422: ovd' ap' &' ihkf] dffjgov ixag 
otg(oq>aa^tti» Od. 6,220: r] yag dßt]g6y anb XQ^og iaviv ahoupiq. ILO, 
415: äketo fioi nXiFog ia9X6vj kni (wohl besser: int d. l ,es steht bevoi^) 
dfrjgoy 8i fAoi alJrwv. 

Lat düräre ,ausdauem, aushalten^; Plaut Amph. 882: düräre neqveo in 
aedibus. 

Altmd. dürd' ,fem, weif; ßV. 10, 16, 9: kravja-ädam agnim prd hi- 
nawmi dürdnk ,den fleischfressenden Agnis sende ich weit fort'. 

Steht in nächstem Zusammenhang mit d^Vj alt dßrjv ,lange' (Seite 226). 
Das Suffix wie in ^rjgo-g ,trocken' (2, Seite 301), oxXfjgo'g ,trocken' (Pind. 
OL 7, 29; Aesch. Pers. 319), kägo-g ,wohl8chmeckend* (IL 17, 572; 19, 316; 
Od. 2, 350) und sonst oft 
öflifi-q jStreit, Wettstreit^ 

Bei Homer zweimal, bei Hesiod 5 mal. IL 17, 158: avögag . . ol negl 



ßriechiache Etymologie. 243 

TcdjQtjg avÖQaai dvapLevieaai novov xal öfJQiv i9ev%o. Od. 24, 515: vlog 
i>' vlwvog t' ager^g niQi d^^iv ^ovaiv. Hes. Werke 14: rj (nämlich 
^Q^) ftiy yoQ molefiov %e mccxdv xal dfJQiv otpikXei. 33: %ov (nämlich 
ßlov) x€ TcoQeaaafievog veUea xal drjgiv dg)ikkoig xvjjf^aa^ lit ciXkotgioig. 
Schild 24: nXiov^g d' Srt dviQiv fyovreg fiagvavro. 306: litTttjeg ^ov 
Ttovovy afiq>l d* di^k(p d^Qiv %foy xal fiox^ov. — Dazn: drjQlead'ai 
^streiten^; Od. 8, 76: äg nore drjglaavro (Odysseus nnd Achillens) &ewv 
h daiTt ^aXelji hxnayXoiai Fitteaau IL 16, 756: tcu (Hektor nnd Patro- 
klos) ftBQl KeßQiovao kiovi* wg dtjQivd'i^v (wie von einer Orondform 
dfiQiv-). Find. OL 13, 44: driQiofjiai noXiaiy Ttegl tcXtj&si xal(Sy (,Siege8- 
preise'). 

Dunklen Ursprungs. Ob snfiBxales gi wie in vßQi-g ,Qewaltthätigkeity 
Frevelmuth' (1, Seite 156) nnd axgi'g ,Spitze, Berggipfel' (1, Seite 158)? 
ö&QO'V (,6egebenesO ,6abe, Geschenk'. 

II. 17, 225: dtigoiai xatargux^ ^^^ I8(a8fj Xafovg> Od« 4, 589: dwota 
öi %oi ayhxßa dwga vgelg %7tnovg xal dlg>gov iv^oov. IL 6, 293 : Fexaßiq 
q>ig€ dwgov l^^yj], IL 3, 54: oifx av toi xgalaptji TU&agig ta %b daig* 
i^q}godlTfjg. — Dazu: dugei^ ^Gabe, Geschenk'; Hdt 5, 23: t^v nagd Ja- 
gelov atn^aag ^vx€ ina&ov dtageijv q>vJiaxjjg %^g axBdlrjg. Aesch. Prom. 
616: ovxovv nogoig av n^vde dwgedv ifioly 

Altslav. darü ^Gabe^ 

Armen, ti^r ,Gabe^ 

Zu do- (du)') ,geben' (Seite 165). Das Suffix wie in äxgo-v ^Spitze, 
Höhe' (IL 20,229; Od. 3,278), der ungeschlechtigen Form zum a^ecti- 
vischen axgo-g ,spitz zulaufend, in der Höhe befindlich' (1, Seite 56) und 
noch einigen andern Formen. 
ö&QO'V ,Handbreite', als Maafis. 

Nik. ther. 398: iftl rgla dwga (dazu lautet die alte Erklärung: dwgov 
yag fj naXaiaxri) q)igwv (nämlich igTtrjarwv ßaatkevg) fiijxög %b xal idvv. 
Pollux 2, 157 erklärt: doxfifi di avyxXeta^ivteg ol tirtageg ddxrvloi . . . . 
To d* avro xal 7cakaia%q . . . xal dwgov. — Dazu: ixxatdexa'dwgo-g 
.sechzehn Handbreiten lang'; IL 4, 109: tov (nämlich l^aXov alybg dyglov) 
xiga ix xetpak^g ixxaidexddwga neq>vx€i, 

Altir. dorn ,Faust, Hand' (Uck 2^ 148). 

Ungewisser Herkunft Man hat das von Hesych als arkadisch ange- 
führte ddgiv arcid'aiJLriv (,Spanne') dazu gestellt und wohl mit Becht 
öelQeiv (aus *digjeiv) ,abhäuten, schinden', siehe unter dig-eiv (Seite 237). 
Ö€iQi^ (Eur. Hek. 153: deigijg. Ap. Rh. 4, 127: öeigi^v. — Soph. Bruchst 
224, 1 : deigdv. Eur. BruchsL 781 , 74 : deigäg.) ,Hals', siehe unter digij 
(Seite 238). 
övQBöd'ai ,jammem, bejammern'. 

Aesch. Prom. 271 : xal fiot ja fikv nag6v%a fi^ ävg€0&^ axfj* Pers. 582: 
daifiovi axt]y od od, övgofievoi yigovreg xb ndv 8ri xlvovaiv alyog. Soph. 
Kön. Oed. 1219: övgofxai yag wg neglaXX^ iaxiwv ix atoficvwv. Eur. 

16* 



244 Griechiflche Etymologie. 



Hek.740: rl /uot ngoatinfp rwrov iyKklvaaa adv dvQei; Med. 159: fii; 
klav Toxov dvQOfiiva aov eivaTov. — Dazu: nav-dvQTO-g ^beklagt, 
sehr beklagenswert^ aber anch ^ch an Jammer, sehr jammernd'; AescL 
Sieben 968: Iw Iw navivgre av. Pers. 940 und 944: Ser' alavf nav- 

dvfvov dva&Qooy avdav ijaw voi aal ftavdvQTOv. Soph. EL 1077: 

a 7tavdvQ%og arjdciv. Eur. Hek. 212: xal 0i fiiv, fiareg iv0%av€j xkalm 
Ttavivgrotg ^Qtjvoig. 

Kürzere Nebenform zu ddvQea^ai (1, Säte 524), die am angeführten Ort 
schon beide besprochen wurden. 
ösCqo yhieher', gern bei imperativischen Wendungen gebraucht; spätar auch 
yon der Zeit ,bis hieher'. 

Bei Homer allein 75 mal IL 1,153: ijlv&ov .. devgo iiaxeaooiievoq. 
n. 10, 406: nov vvv devQo xuiv klfteg^ExTOQa^ IL 3, 240: rj devgo (meist 
wird hier, aber ganz unnöthiger Weise, öevQw geschrieben) fiky iftov%o 
vißeaa* ivl novzoTtoQOiaiv. II. 14, 309: vvv dh aev eivexa devqo xav* 
OifXvfiTtov %6d* Ikovw. IL 3, 405: TOvvcKa örj vvv devgo doh)tpQo- 
viovaa Ttagiortig^ — IL 3, 130: devQ^ t&i. Od. 22, 233: all* aye devQOy 
ninovy naq Mfi* iavaao xol ßlde ßiQyov. Od. 8, 145: devQ^ aye xai (Fi, 
Sivfe nareg, fceigTjoai a/MXwv. IL 17, 120: jüFav^ dtvgOj ninov. Od. 
8, 292: devQo g>l3i7], lixvQovde Tgarnjofiev evvtj^ävre, — Aesch. Eum. 596: 
xal devQo y ' a^i %fiv tvxfiv ov fiifxqfofiai* Eur. Ion 56 : iv S* avaxwoQoig 
&eov TuxraQj devQ* ael ae(iv6v ßlov. PlaL Tim. 21, D: öut dk xqovov xai 
fp&ogav rdv igyaaafiivwv ov dii^gxeae devQO 6 loyog. 

Gehort offenbar zu dem imperativischen deSre ,kommt hieher' (Seite 203), 
ist seinem Schlusstheii nach aber noch völlig dunkeL 

Die anlautende Cionsonantenverbindung öq-. 

öQä^ ,fortlaufen', das so gut wie nur in Verbindung mit Präfixen (oTta-, 
öux'j Ix-) gebraucht erscheint, findet sich in aoristischen Formen wie atc- 
. 'idga (Xen. an. 6, 6, 5; Plat Prot 310, C; ift-idgi] HdL 4, 43; 6, 2; 9, 37), 
OTt-idgav (Soph. Aias 167), ano-dgavr-- (Od. 16, 65 und 17, 516: dno-dgag. 
Bei Homer nur diese Form), ano-dgävai (Thuk. 4, 46; Plat Prot 317, A; 
^wano-dgavai Ar. Frösche 81), in perfectischen wie arco-dedgcmaaiv Xen. 
Eyr. 4, 1, 10; an. 1, 4, 8; dia-dedgäxoTag Ar. Ach. 601), im medialen Futur 
ifto'dgaaea&ai (Plat Staat 5, 457, E). Das Präsens, das zuerst bei Herodot 
nachzuweisen ist, wurde durch Beduplication gebildet \-didgaaxetv (ThuL 
4, 46; 6, 7; Ar. Lys. 719; Xen. Kyr. 1,6, 40; -dcdgriaxeiv Hdt 3, 4; 9, 59; 88). 

Od. 16,65: vvv av QeangwTWv dvdgwv naga vf]ß6g aito^dgag l]lv&* 
kfMv Ttgog axad-fiov. Od. 17, 516: ngtünov yag %ii %xevo vrißog ano-ögag, 
Soph. Aias 167: akX* ore ydg d^ %6 aov ofxf/ an-iögav. Hdt 3, 4: ovtog 
6 OdvTjg fi€fAq)6fi€v6g xov vi l^fidai kx-öiögi^oxei nXolfp kS -^iyvfttov. 
Ar. Frösche 81 : xakXtog 6 ptiv y* EvgiTtldrjg . . . xav ^wano-dgavai devg^ 
inixBigriaui pLOi. 

Altind. drä- ,laufen'; BV. 10, 85, 32: dpa dräntu drdtajas ,fort laufen 



Grieddsche Etymologie. 245 

sollen die Unholde^ RV. 4, 19, 5: abhi prd dadrus gdnajas na gdrbham 
^e liefen hinzu wie Mütter zu dem Kinde'. 
öffd'^iv ,thun^ Dienste leisten, ausführen', mit dem Aorist dgaaai (Aesch. Ag. 
1635; Schutzfl. 380; U^rjoa und ÖQ^joag Theogn. 954), dem Perfect didgccxa 
(Soph. Eon. Oed. 645 ; Ant. 536) und passivischen Formen wie dem per- 
fectischen deÖQaafiivo-g (Tkak. 3, 54 ; daneben dedgäfiivo-^ Eur. ras. H. 
169; £1. 1106; didgärai Ar. Friede 1039) und dem aoristischen dgaa^evr- 
(Thuk. 3, 38 ; 6, 53), dazu dem Nothwendigkeitsadjectiy dgaoTio-g (Soph. 
EI. 1019; Tr, 1204; Plat Ges. 1, 626, A). 

Bei Homer nur dreimaL Od. 15, 317: ahpa nev ev ÖQdoifii f^era atpLaiv 
OTTi ^iXoiev. Od. 15, 324: tcHq %* iv vri^aai did %e %vXa dava xiaaaaiy 
daiTQevaal te aal OTcrrjaai xal foivoxo^oai, ola %b rola^ aya&oiai Ttaga- 
'dqwiaüt xigmeg. Od. 15, 333: oIFbI dh Xiftagol %e(paXag xal xaila Ttgoa- 
vjTtaj 0% ag>iv vfto-ÖQwwaiy, Aesch. Prom. 72: dgav %tAt avayxij, Pers. 
813: xcnuSg dgacovreg ovx ikäaaova Ttaaxovai» — Dazu: dpijcJTi^^- 
,Diener'; Od. 16, 248: Fh^ dh dQrjOTrjgeg Unortai. Od. 18, 76: ögfiar^geg 
ayov ^wactvreg avotyinrj dsäßiozcu — dgrjaroavvri ,DiensÜeistung'; Od. 
15,321: dgrjoroavvTj ovx av fioi iglaaeiev ßgo%6g aXh)g. — dgrjafio- 
avvTi ,Diensf ; Hom. hymn. Dem. 476: del^e .... dgrjofjioavvriv ^' legwv. 
— dgSfiaT- (dgSfia) ,That, Handlung'; ,SchauspieP; Aesch. Ag. 533 : 
Ilagig yag avre . • • l^^v^erat v6 dgafia rov nd&ovg nUov. — Ar. 
Frdsche 1021 : dgafia Ttoitjaag "Agatag fiearov, 

Lit daryti ,machen, thun'. 

Aus *dgao€iv (oder noch *ögaaj€iv?): denn als Verbalgrundform ergiebt 

sich aus den oben angeführten Bildungen deutlich dgäa- (ionisch ögtia-). 

Ob als ältere Grundlage ein nominales ^ädgaC" vermuthet werden darf? 

öQax' ,fassen', mit medialer Flexion : dgaaaea^ai (aus *dgaxfea&ai. Hdt 

3, 13: dgaaaofievog). 

Bei Homer nur H. 13, 393 «« 16, 486: xeljo Tovvad^elg, ßeßgvxoigy xo- 
viog dedgayfiivog al^azoFiaarig, Soph. Ant 235 : rfig tXrtldog yag igxo^ai 
deögayfiivog» Hdt 3, 13: ravrag (nämlich nevrcmoalag fiviag dgyvglov) 
ögaaaofievag avTaxeiglrj diiofteige %jj axgaxifj, Eur. Tro. 750 : rl fiov öi- 
dga^ai x^pai xavrixu Tcirtkwv; Ar. Frösche 545: vovgeßlv^ov ^dgccTtofirjv. 
Plut Alex. 74: dga^dfievog avrov tüjv xgixuiv, — Dazu: ögauL- {igd^ 
,die flache Hand', ,eine gefüllte Hand'; PoU. 2, 144: hioi dh ro fihv ngo- 
a^LOV rrjg ögaycog näv 9ivag oXovrai xaXela^aL 9, 77: <iv (nämlich oße- 
hHv) %o VTto %fj dgcad nXij^og idoxei xakeia&ai dgaxfiri. Hesych führt 
auf: dgaxög' rf^g naXa^rig, Tffi x^^Q^S* — Batrach. 237: TtrjXov ögdxa 
^Ixpev in* ttVTov. — dgayfio^g ,da8 Fassen'; Eur. Kykl. 170: fiaarov ze 
dgayfiog. — dgdyfiaT- (dgdyfia) ,(Gefasstes'), Aehrenbündel, Garbe'; 
IL 11, 69: Ta <5i dgdyfiora raggfißa ftlnxei. II. 18, 552: rißtav . . . ögdy- 
ßora d ' oA^a fier* oyfAOv IjtijTgifAa Tthttov Sga^e, 

In den verwandten Sprachen noch nicht aufgefunden. 
ÖQüxovT- (dgdxwv) ,grosse Schlange'; auch Name eines Fisches. 



246 Griechische Etymologe. 

Bei Homer 9 mal. II. 2, 308 : Mv^' iq>avTj ^iya aijfÄa ' dqmwv Inl vära 
daq>oiv6g, Ofiegdakiog . • . . ßwfiov vrtaFL^ag fCQog ^a TtXonaviaxov oqov- 
aev. IL 3, 33: wg d' oje rlg re ÖQaxovra ßiddjv naXlvoQüog aftiavt] 
ovQ€og iv ßfjaarjac. IL 11, 39: irt* ctvrov (nämlich TekafAwvog) xvaveog 
iXilixro ÖQmoiv, xeq)aXal di ßoi rjoav zgeig df^q)iaTQ€q>4eg, ivog ctvxivog 
hcrtefpwlai, TL 12, 202 «a 220 : aLFetog . • . (poivi^ßevja dgaxovra tpigtov 
oyvxeaai niXwQov ^(fiov, Mt ' danalgovta. — Arist Thierk. 8, 87 : Ix^wv 
• . . • elal äh TCQoayeioi .... nlx^, ögoxtav, xalXuuwfiog .... Epicharm. (bei 
Athen. 7, 287, B): ßapißqaöoveg te xai %lxXai, layol, ögmovreg aixifiou 

Alte Participialbildang nach : Art von yiQovr- ,alt', ,der Alte, Greis^ 
(Seite 43), die sich vermuthlich an degn- ,8ehen, erblicken^ (Seite 239 ; das 
regelmässige Aoristparticip dazu lautet dganovr- Eur. ras. Her. 951) an- 
schliesst, wie denn zum Beispiel auch IL 22, 95 ausdrücklich von einer 
Schlange (d^oxo/y Vers 93) gesagt wird a^egdaUov dk diöoQxe, 
öifäjtitri'^ ,Au8reisser, Flüchtling'. 

Find. Bruchst 134: evöaifiovwv dqaTtizag oix iotiv okßog, Soph. Aias 
1285: ov dga7tivi]v %6v xX'^qov ig fiiaov na&elg. Bruchst 60, 1: h dea- 
fiolai dgaTtivrjg dvqg xtSXov nodiad-eig Ttdv ftgog ^dovijv XiyBi. Eor. 
Bhes. 69: iv ogq)rf] öganitrig fiiya a&ivei. Or. 1498: dganirfjy yag l|i- 
KiXeTtTOv ix dofiiav noda, 

Schliesst sich an äga- ,fortlaufen' (Seite 244) und wurde offenbar durch 
das selbe p weitergebildet, wie es in altindischen Gausalbildungen, so dem 
auch hierher gehörigen dräpdjati ,er bringt zum Laufen' (Qat Br.; Siddh. 
E.), sehr gewöhnlich angetreten ist Die Causalbedeutung trat im grie- 
chischen Worte wieder zurück oder vielleicht ist auch als dessen nächste 
Grundlage ein passivisches "^dgafcea&ai ,zum Laufen gebracht werden' 
zu denken. Das Suffix wie in igirrj-g ,Ruderer' (1, Seite 436), Ixärrj-g 
,Schutzflehender* (2, Seite 23), agzirrj-g ,Führer' (Eur. El. 1149), ftav-deg- 
xitTj-g ,allsehend' (Eur. EL 1177) und sonst 
öQarö'q ,abgehäutet' (IL 23, 1G9), siehe unter dig-eiv ,abhäuten, schinden^ 

(Seite 237). 
ÖQäYiiax" (dgayfia) ,Aehrenbündel, Garbe^, siehe unter dgax--: dgaaae- 

a^ai ,fassen' (Seite 245). 
öQäßri, Name eines Krautes. 

Diosk. 2, 186: ögdßTj ij Ttoa fcrix^tog ^ovaa viljog, ^aßdovg Xerttag... 
in Qxgov dk axiddiov^ xa&drceg axr^g, ix^v av^rj Xevxd, 

Dunkler Herkunft 
ö^axiii^, Benennung eines Gewichtes und darnach einer Münze. 

Ar. Ach. 66: fiia&ov (pigovrag ovo dgaxf^ag rijg tjfiigag. 159: tovtoig 
idv zig ovo dgaxf^^S (ita^bv diö(p. Plut 982: dgyvglov dgaxf^^Q ov fj^o* 
eixoaiv eig Ijudriov. Eupolis (bei PolL 9; 59): öbItcvov &ig ixatov igceX" 
ßdg. PoUux 9, 60 : ly fiivroi dgax/^tj elx^v oßoXovg 1'^. 

Ungewisser Herkunft; vielleicht ungriechisch. Die gewöhnlich ange- 
nommene Zugehörigkeit zum Folgenden ist sehr unwahrscheinlich. 



Griechische Etymologie. 247 

öQdCGeCd'ai (aus ^dgav^ead'ai) fassen', siehe unter dgayc" (Seite 245). 

ÖQctV'i ÖQalveiv (aus ^dgaifj^iv) ,beabsichtigeii, thnn wollend 

Nur IL lOy 96: aW eiii dgaheig, iTcel oidh ai y vrtvog Ixavei, devg^ 
ig %ovg qwXaxag xceraßrjOfÄev» — Dazu: okiyo-dgavig- ,yoii geringer 
(oJUyo-g \j Seite 590) Thatkraft, schwächlich^; Ar. Vögel 686: Svögeg i/nav 
QoßiOLy q>vXX(av yeve^ nQoaoixoioi^ dXiyodgayieg, Ttkda^ara fcrjlov. Orph. 
Arg. 430: av&gdntov %" oliyodQavitJv noXvedyia (pvTXrjv ijeidov. — 
oXiyoÖQavieiv ,kraftlos sein'; H. 15, 246 — 22, 337: tov d' oXiyodQa- 
viiov nQoaiq>ri %OQv&odoXog "Extcjq. IL 16, 843: tov d' oXtyodqavitav 
ftQoaiq>Tig, IIccTQoxXeßeg IrcTtev. — a-dgavig- ,ohne Thaikraft, schwach'; 
Plut mor. 373, D: o^ey hei (ih aa&evrig xal adQayrjg. Lykurg. 9: adga- 
vaig xal övaigyov yevofiivov. Lysand. 17: OTtwg firj %ona%ahi€voLto 
(nämlich %b vofiiafia), dXXa dia ttjv ßag>fiv aarofiov xal ddgavkg yl- 

VOiXO. — 

Schliesst sich yermnthlich eng an ögaeiv (aus "^ögaaeiv) ,thun; Dienste 
leisten' (Seite 245), wie zum Beispiel auch in xgalveiv ,yollenden, aus- 
führen' (2, Seite 413, zu altind. har- ,machen') der innere Nasal erst jün- 
geres Element ist Aus den angeführten Zusammensetzungen ist ein un- 
geschlechtiges ^dgavog- ,Thatkraft, Willenskraft, Kraft:' (?) zu entnehmen. 
ögaii' ,laufen', verbal lebendig nur in aoristischen Formen wie idgaiiov 
(IL 23, 636), Uqo^b (IL 5, 599; 617; 11, 354), im medialen Futur, wie 
dgafiiovrat (Hdt 8, 102), dgafieltag (Alkm. Bruchst 22, 25), ÖQaftela&e 
(Eur. Iph.T. 1424) und in Peifectformen wie didqofjiB (Od. 5, 412; 6, 45; 
10, 4; 20, 357). Neben den letzteren begegnen auch Formen wie ded^a- 
juipccT- (Hdt 8, 55; Xen. HelL 4, 7, 6; Plut polit 266) und medial int- 
'dsägdfiriTai (Xen. Oek. 15, 1), die wie aus einem abgeleiteten dga^ieiv 
gebildet wurden. 

IL 23, 636: Flq>ixXov di nodeaai nag-idgafiov, IL 23, 207: dcMQvaaaa 
d' %7tei%* l&vg dgafiev. IL 17, 297: iyyiiq>aXog dk itag* avXov av-idgafiev 
iS dheiXf^g. 11.18,56 — 437: o (nämlich vlog) d' dvidgafiev (ywuchs 
rasch empor') Hgvet ßlaog. Od. 5, 412 und 10, 4: Xiaarj d' dva-didgofAe 
ftitgt]. Od. 6, 45: Xevxrj d' iTti-^didgofiBv aXyXrj. Od. 20, 357: xok^ ö' 
ini'didgofiev dxXvg. — Dazu: ögofio-g^dsis Laufen'; ,Wettrennen'; ,Benn- 
bahn'; IL 18,281: inel x' igiaixevag XrtTVovg Ttavtolov dgofiov äatj. — 
IL 23, 758 und Od. 8, 121: totai d' dno riaarig riravo dgofiog. — IL 23, 
321: %nnoL 3k TcXavoovrai ayd ög6(iOV. 

Altind. dram-i drdmati ,er läuft hin und her, irrt hin und her' (fast 
nur von Grammatikern angeführt). 
öQist'Biv ,abreissen, abpflücken, abschneiden'; mehrfach auch in übertragener 
Bedeutung; mit dem aoristischen dgartoyt- (Find. Pyth. 4, 130). — Bei 
Späteren finden sich auch Formen eines präsentischen dgim^iy (aus 
*6ginJBiy\ wie dgircjov (Mosch. 2, 69) und medial dgemof^eyo-g (Lukian 
in Anth. 10, 41, 8; Anyte in Anth. 16, 231, 4). 

Od. 12,357: (pvXXa dg^ifJa^Bvot tigeva dgvog vtpixofioio. Hom. hymn« 



248 Griechische Etymologie. 

Dem. 425: avd'ea ÖQiTtOfiev xBlqeaa^ iQoFevxa. Hes. th. 31: xaL fiot OTftrp 
TttQov eäov, dafvTjQ iQi^Xiog o^ov ögirpaoat ^rjtov. Werke 611: tore 
Ttdvtag aTto-ÖQene folxade ßoTQvg» Hdt 8^ 115: rit q>vXXa xaza-ÖQinoy^ 
reg nanjad'iov. — Find. Brachst 209: arskij aoq>iag xoqtcov d^rteiv. 
Pyth. 4; 130: ÖQajtwv .... Uqov ev^wag aunov. OL 1, 13: dgiitior fikv 
xoQvg)ag dgeräv ano naaav. — Dazu: dQenavrj ^ichel^; ILl8|551: 
%Qid'Ot iqiitav o^elag dqBnavag iv xBqah %xovxBg. Hes. Schild 292 : ot ö* 
hgvytav oivag dfendvag iv xbqoIv ixovreg. — dgifcayo^y ^Sichel'; Od. 
18,368: €2 ydg vwiv igig FiQyoig yivoiro . . . » iv nolrj, dQinavov fikv 
iyuiv ivxafiTckg ^oefie. Hes. th. 162: noiijaaaa yivog noXiov addfAavrog 
%ev^€ (nämlich rata) fiiya dgiTtavoK — dgeTtavid' (dgeTcavlg) ,Ufer- 
schwalbe' (ohne Zweifel nach ihrer Aehnlichkeit mit einer Sichel benannt); 
Arist Thierk. 1, 10: ax^dov dk %al zd ofioia av%(^ &ü7t%eqa /^kv xcmoTCoda 
d^ iaviv, olov x^Aidcüv aal ÖQenavlg • ... 17 81 dgenavlg (nämlich g>al' 
verai) otav vorj %ov •9'iQOvg* rore ydg ogatai xal aXltmezai, ohttg 8e 
xal andviov iari rovto to oQveov, 

Näher Zugehöriges scheint sich in den verwandten Sprachen nicht zu 
finden. Weiterhin besteht wohl Zusammenhang mit öig-civ ^abhäuten, 
schinden', ursprünglich wohl allgemeiner ^zerreissen, abreissen' (Seite 237;. 
ÖQoöaXXM' {ÖQoaaXklg)^ eine Bebenart Bithynisch. 

Geop. 5y 17, 3: 17^^^ dh ofioltag %6v olvov q>iqBi . . • . ^ fiixQOvg ^ovaa 
Tovg ßoxQvag yxzI fcvxvag rag ^äyag f] xalovfiivi] nagd Bi&vvolg dqoaaJJiig. 

Vermuthlich nach dem Folgenden benannt Die Suffixform wie zum 
Beispiel in &QvaXUd- ,Lampendocht^ (Ar. Wölk. 59 ; 585). 
öfföao'^ ,Thau'; bei Dichtem auch überhaupt für ,Flüssigkeif, und auch 
sonst noch in übertragener Bedeutung gebraucht 

Aesch. Ag. 336: tcJv VTtait^qifav ndytav ÖQoavav t' aTtaXXayivreg. 561: 
i^ ovgavov dk xdno y^g Xeifitiviai dQoaoi xareipdaa^ov. Soph. Aias 1208 ; 
xelfiai . . . del nvxivalg ÖQoaoig zeyyo^evog xofiag. Plat Tim. 59, E: to 
8* inl yijg ^v^naykv ix öqooov yevofievov 7td%yri Xäyerai. — Find. Ol. 
7, 2: q>idXav log eX ng . . . ivöov dpmiXov xaxXdtpiaay dQoatp dwgijaetai. 
Aesch. Eum. 904: &c %€ novtlag öqooov. Eur. Iph. T. 255: ßovg ijX&ofAev 
vlxpovreg ivaXltf ÖQoatp. HippoL 127: 7tOQq>vQBa g)d(fea nojafiltf dQOüff 
tiyyovoa. Find. Fyth. 5, 99: ficyaXdv d' dgeräv dgoatp fiaX^cex^ ^av&ei- 
aav xiufiwv vrtd xBVfxaaLv. Aesch. Ag. 141: Jiog xoqo ÖQücoiaiv (hier für 
,zarte JungeO fiaXegdSv tb XBovtwv . . . zBQrcvd ^vfißoXa xgdvai, 

Ist, vermuthlich mit vollem Becht, zusammengesteDt (bei Fick 1^, 255) 
mit goth. ufar-trusnjan ,übersprengen', das nur an einer einzigen Stelle 
(Joh. Erkl. 3, 0) vorkommt und zwar in der Verbindung hyssopm jah 
vullai raudai ufartrusfijandans ,mit Ysop und rother Wolle überspren- 
gend', die sich anlehnt an Ebr. 9, 13 und 19, wo das entsprechende grie- 
chische Verbum ^avri^Biv gegenüber steht. — Warum aber erhielt sich 
das a zwischen Vocalen? 
ÖQibst" {dgcixp) ,Mensch'. 



Griechiache Etymologie. 249 

Hesych führt auf: dgcStp' ävd'Qw/cog. Auch bei Clem. Alex. (Strom. 5, 
674) findet sich die Form. 

Ein dunkles Wort 
öff&nauL" (ßQÜTta^ ^Fechüberstreichung^ als Heilmittel. 

Galen 6, 416: Ttavtag dk rovg ovrug ^ovjag (d. L an ia%v6%rig Leidende) 
dyivrjaiv 6 xakovfÄevog vno tüv vvv ^EXXrjvtav ÖQWTta^* aal yag avadoaei 
avvrekel xal ^giipei ncal TtoXXovg ye rwv laxvwi^ tfAnQoO'^Bv iativ idelv 
Ttaxw&irrag knl T(p ßorj&ij/ÄttTi. 

Schliesst sich wohl an dgifteiv ^breissen, abpflücken' (Seite 247). Dann 
wäre das Vocalverhältniss dasselbe wie zum Beispiel in TQtonaeiv ,drehen, 
wenden' (2, Seite 822) neben TQinuv ^wenden' (2, Seite 810). Das Suffix 
wie in nldax- ,Quelle' (2, Seite 532) und sonst oft 
öQibntBiVj vielleicht ,sehen' (?). 

Aesch. Bruchst 278 : dQWJcretv. Aus Hesych angeführt, der erklärend 
zufügt dicmoTCTBiv (^erschlagen') ij diaaxoTcelv (^genau betrachten'). 

Dunkler Herkunft Man hat an Zusammenhang gedacht mit altind. 
därpati ,er zündet an' und ddrpanorm ,Auge', die aber beide nur von 
Grammatikern angeführt werden. — Ein vermuthlich nah zugehöriges 
dQ(07ca^€iv mit der Erklärung ifißliTceiv (ySLnsehen^ wird auch bei Hecfych 
aufgeführt 
öQioq- und daneben auch öqIo-v (dieses nur in der Mehrzahl) ^Gebüsch, 
Dickichf. 

Bei Homer nur einmal. Od. 14, 353: h&^ dvaßag, Si^i ve dglog i]v 
TtoXvav^iog vkr^g. Hes. Werke 530: laxl rote d^ xegaol nai vijyL€QOi vXtj" 
'Aol%ai Xvyqbv fivXioovreg ava dqla ßrjao'^fevTa q>evyovaiv, Soph. Trach. 
1012: uokXa fxkv iv ftörrtp xard ve dqla nav%a xa&alQwv (Herakles). 
Eur. Hei. 1326: ^ln%Bt d' Iv niv&Bi ni%Qiva xceva ÖQla nokvvupia. Simm. 
(in Anth. 7, 203, 1): ovxit ' av* vkijev öqlog eZaxiovj ayQora Ttigöi^j rffXiBoaa 
itjg yfiQw. 

Gehört möglicher Weise zu äogv- ,Baumstamm' (Seite 240), die Bildung 
{ÖQtog- etwa aus öglßag-?) ist aber doch nicht ganz deutlich. 
öQiii'&'q ,steohend, scharf', meist in übertragener Bedeutung gebraucht 

Bei Homer 4 mal. II. 11,270: dg d' ör av wdlvovaav ixv ß^Xog o^v 
yvvalxa, ÖQifiVj %6 %B nqoiBiaL fioyoaroxoi EllBl-Sviau Od. 24, 319: dva 
^Ivog di Fol fjäri ÖQifiv fiivog TtQoitvtpB q>lXov TtccwiQ^ Biaogoovru Ar. 
Wesp. 146: oansQ y iarl dgifjivratog xarcvtHv. Xen. mem. 1, 4, 5: xlg i* 
av aiadTjag ijy ykvxiuiv aal dgifiitav .... €2 fiij yktHrva tovtwv yvwfi(ov 
hBi(fycod^\ — II. 15, 696: öqi^Bla jua;fij naqa vrjvalv irvx^' IL 18, 
322: fidka ydq ÖQiixvg xoXog uIqbL Hes. Schild. 457: öqi^v d^'ldqriv axog 
ellBVn Aesch. Ag. 1501: 6 nakaiog dgi^vg aXdaxwQ . . . %6vd^ ccniviaBv. 
Ch. 391: ÖQifivg arjftai xaqdlag d^fiog Byxojov arvyog, Ar. Flut 693: vico 
Tov diovg ßdiovaa dgifivxBQOv yakijg. Frösche 562: %ßXB\pBv Btg (xb ögifÄV. 
Friede 349: xovx£t' av ju' ^Qoig diTcaat^v ÖQi/ÄVv oidh dvanoXov. Vögel 
255: ^xBi ydq xig dgi/ivg ngicßig. 



250 Griechische Etymologie. 

Dunklen Ursprungs. Neben dem v ist wohl auch das /u suffixales 
Element 
öQtXo'q ,männliches Glied^; dann auch wohl ^Wollüstling'. 

Lukill. in Anth. 11, 197: ij&ele jQifivg ayav %b nQoad^ ^legwwfiog 
ehai' vvv dk %6 dgi- fikv ^et, -kog di v6 'fivg yiyovev- 

Als Suffix wird sich ebenso wie zum Beispiel in niko-g ,yerdicht^e, 
gefilzte Wolle, Filz' (2, Seite 687) und artlko-g ,Fleck' (Dorion bei Athen. 
7, 297, G; Flut mor. 659, E; Diosk. 1, 39) ko ablösen. Die zu Grunde 
liegende Yerbalform aber ist nicht deutlich. Fick(l^, 455) vermuthet Zu- 
sammenhang mit ags. teorSj ahd. zers ,männliches Glied', nimmt also sehr 
wohl möglichen Ausfall eines Zischlautes vor k an. 
öQaiveiv (aus *dQavjeiv) ,beabsichtigen, thun wollen', siehe unter dgar- 

(Seite 247). 
öQoltri ,Badewanne'. 

Aesch. Eum. 633 : dedey/AivTj ÖQoltj] negävTi kovTQa xctTtl %iQfÄa%i g>a- 
Qog TteQßtnajvioaev. Ag. 1540: tcqIv %6v6^ ifcidelv afyvQorolxov dfolvag 
xarixovra xaptevvriv. Oh. 999: aYQBVfia &riQ6g, ij vckqov noihdvtov 
dQoizrjg xoracncifyciifia; Nik«al. 462: aXlore d* iv ögoltf] %ßQaia¥ kfißan- 
teo aoQxag. Lyk. 1108: iyw dk ägolvrig ayxi xelaofiai Jtidtp. 

Scheint sich dem weiblichgeschlechtigen xoIttj ,Lager, Bett' (2, Seite 259) 
unmittelbar zur Seite zu stellen, theilt aber doch mit ihm wohl nur das 
Suffix. Es wird zusammenhäugen mit dem sogleich Folgenden und mit 
doQv- ,Baumstamm' (Seite 240). 
d^ül- ,Baum', insbesondere ,Eiche', mit Casusformen wie dem Genetiv difuog 
(IL 22, 126; 23, 328; Od. 12, 357) und dem Pluraldativ dgvalv (EL 14, 398; 
Od. 9, 186), daneben aber dem Nominativ d^v-g (IL 13, 389; 14, 414) und 
dem Accusutiv öqvv (Hes. th. 35). 

Bei Homer gegen 20maL IL 12, 132: ^avaaav wg oze te d(fveg oSfe-- 
aiv vtpixaQTjvoi, ai t^ avefiov filfivovai. IL 11, 494: äg d' Oftoze nhq^iav 
ntnaiiog .... noXXag di ÖQvg d^akiag, nokkag di %€ fteinag iagfigerai. 
IL 13, 389: fJQirtB d' wg o%b %ig dgvg ^Qinev ij ctxeQwlg rjfh nltvg ßkta&Qr^. 
IL 14,398: ov%* ävBfiog toaaov ye noxl ÖQvalv itpixo/ÄOiciv iJTtvei* U. 
22, 126: Ol; fiiv mag vvv taxiv ano dqvog ovd^ ano nir^g %(f ottQi^i- 
IxBvai. IL 23, 328: UatriMv %6Xov avov . . . . ^ df^og fj TtevKrjg. Od. 12, 
357 : tpvkka dQßtpa^evoi ri^eva ögvog viffixofioio. Od. 14, 328 ■» 19, 297 : 
ig j^wdüivfjv q>a%o ßi^fievaij o(pqa ^eolo Ix ÖQvog vtpmofioio diFog ßov- 
kijv kncmovarj» Od. 19, 163: oi yag äno dgvog iaol nakaixpaTOv ovo* 
and TtiTQtjg. — Dazu: ögwofio-'g ,Bäume fSllend' (wie U. 23, 119: 
ÖQvg . . • TQfivov. IL 11, 88: rafivwv divÖQea. Od. 5, 162: dofßata . . ra- 
ficiv). IL 16,633: wg %€ dgvrofjiwv avdgwv ogvfiaydog oqwqjj ovgeog iv 
ßi^aajjoi. — a-dqvov- ,Boot aus einem Baumstamm', %v-iQV0'V ,Hok- 
pflock am Pfluge' und axqo-dQvo-v ,Baumfrucht' (eigentlich ,das in 
der Höhe des Baumes' oder ,oben am Baume befindliche'), siehe 1, Seite 
144. — ÖQvfxo-g ,Waldung' (siehe Seite 253). 



Griechische Etymologie. 251 

Goth, triva- ^Holz'; Job. 15, 5: ik im thata veina-triu ,Wem8tock'; — 
engl, free ,Baum^, ,Stamm', jSchaft'. 

Altslav. drü'kolt ,Holz, Enittel'; drivo ,Baam^ 

Altind. drur ,Holz'; BV. 10, 101, 10: a tu' sinea hdrim im drdus updsthai 
,gie88e den goldenen in den Schooss des Holzes^ (d. i. ,Holzgefä8ses'). 

Steht in nächstem Znsammenhang mit doQv- ,Baamstamm, Balken' (Seite 
240) nnd verhält sich seiner Bildung nach zu ihm ganz wie yw- (2, Seite 
33) zu yovv- ,Knie'. (2, Seite 21). 

6iy6on- (dQvoip)^ ein nicht näher zu bestimmender Vogel. 
Nur Ar. Vögel 304 : xoXviißlg, dfiTceUg, (pi^yrjy ögvotp. 
Etymologisch dunkel. Ob öqü- ,Baum' (siehe Seite 250) darin ent- 
halten ist? 

öffö-oxo'^, wahrscheinlich ,Schi{fsstfitze, Hölzer die auf beiden Seiten eines 
im Bau befindlichen Schiffes aufgerichtet waren^ 

Od« 19, 574: tovq neXhteag %ovg xeivog hl fieyoQoiaiv ifoiaiv %a%aax 
k^elrjg, ÖQvoxovg foig, dtidexa ftavtag. Plat Tim. 81, B: via fiiv ovv 
^araaig %ov navtog tjtaov^ xaiva %a TQlywva olov ix dqvoxiav (dazu 
lautet die Erklärung in Timaeos' vocab. Plat : dqvoxovg h Tifialtp yiaXei 
ta atrjQfyf^ctra %fjg nijywfiivrig vrjog) %ti ^x^vocc %wv yevcSv, Ar. Thesm. 
52: fiikkei yaq 6 xakherc^g *Ayad'U)v .... iqvoxovg (hier bildlich für 
,6rundlage, erste AnlageO Ti^ivai ÖQafAatog äqxig. Archimel. (bei Athen. 
5, 209, O : ndg de nata dgvoxiov Inayri aavlg ; 

Enthält neben öqv- ,Baum' (Seite 250) als erstem Theile den selben 
Schlusstheil wie zum Beispiel rjvl'Oxo-g ,Zügelhalter (IL 8, 121 und 16, 
739 steht verbunden ^vt exovTo) ,Wagenlenker' (II. 5, 231 ; 580)^ so dass 
es zuerst jHolz haltend' bedeuten wird. 

öfföcxa-v oder ÖQvoxo-g ,Waldung'. 

Eur. El. 1164: ogela rig dg Xiaiv * oqyadfav ÖQvoxot vefiofiiva. Archias 
(in Anth. 6, 16, 6): div %6v ^hv aal iaav^ig Iv rjiQi, tov 6' hi d-elr^g 
Bvazoxov iv nov%(ffy %bv de xara dgvoxovg. 

Vom Vorausgehenden vielleicht gar nicht verschieden, in seiner Be- 
deutung aber abweichend entwickelt. 

öffvütlö' {ÖQVTtig), Name einer nicht genau zu bestimmenden- Domstrauchart. 

Theophr. Pflanz. 1^ 10,6: q>vXka%av^ov de olwg iv fiiv %olg öivdgoig 
ovx tcTiv ovdiv (iv fjfieig Xa/Liev, iv di volg akXoig vki^fAaolv iariv olov 
rj %e äxoQva xal 17 dgvftig aal 6 mavog xal axedov artav to twv axav- 
'd'wdiSv yivog' Saneg yag (pvXXov iajiv fj axav&a naaiv. 

Wurde vermuthlich in Anschluss an dgiitveiv ,kratzen, ritzen' (siehe 
Seite 252) gebildet 

öiföjtjtä ^Überreife Olive*. Dorische Form. 

Phanias (in Anth. 6, 299, 4) : tpagaog aol yegagov rode ßoxgvog . . . 
TtaQxeizat . . . a re qfilovllg (so nach ganz unsicherer Vermuthung; soll 
wohl sein ,das Zahnfleisch — ovkov — liebendO dQvnna. Aus Eupolis führt 



252 Griechische Etymologie. 

Athenäos (2, 56, A) an 'arjnlai ÖQvnentlg t' ii^äat und fügt hinzu: xai- 
tag 'Pcjfiaioi. ÖQvnTtag Xiyovai. 

Beruht offenbar auf der Form dQVTteTtig- ,am Baume gereift (zu ttctt- 
^kochen, reif machen^ siehe 2, Seite 488), ganz ausgereift' (Ar. Lys. 564; 
Theophr. Pflanz. 4, 14, 10; c. pl. 2, 8, 2) und entstand in ganz ähnlicher 
Weise durch Verkürzung, wie zum Beispiel die lateinische Namensform 
PollüC' (Hör. carm. 3, 29, 64; Mart 7, 57, 1) aus griechischem nolvöevTLeg- 
(IL 3, 237 — Od. 11, 300). 
öfföjtTHv ,kratzen, ritzen', siehe etwas weiterhin unter dQvq>'Biv. 
öffinpBXo'V .Abgeschabtes, Schale, Binde'. 

Parthenios (in Etym. M. 288, 9): ov6h nÖQoi ^i^rjg ögvipeka novriadog. 

Gehört zu dQvq>'€iv ,kratzen, ritzen' (siehe das Folgende) und stimmt 
in seiner Suffixform möglicher Weise genau überein mit goth. svartizlor 
,Schwärze, Tinte^ (Kor. 2, 3, 3 ; die eine der beiden Handschriften bietet 
ein kürzeres svartiza-) und unseren Räthselj Geschreibsel^ OemengseL Ver- 
gleichen darf man weiter aber auch wohl xvyjikr^ ,Höhlung', ,Behältniss, 
Kasten' (2, Seite 252). 
ö(f'6q>'Biv (diese Präsensform scheint nur belegt in dno-ÖQvq>oi II. 23, 187 
und 24, 27) ,zerkratzen, schinden'. Etwas häufiger begegnet man prasen- 
tischem ÖQVTtxBiv (aus *ÖQvq>j€iv)j so Eur. El. 150 (dQVTtTe) und Antipatr. 
in Anth. 7, 2, 8 {dgvTtrofievov passiv), und medial ÖQVTcrea^'ai (Hes. 
Schild 243; Eur. Hek. 655; Xen. Kyr. 3, 1, 13; 3, 3, 67). 

Bei Homer 8 mal. 11.16,324: jtqvfivov 6k ßQoxiova doqFog moncr] 
ÖQvxp' oTto fxvwvwv. IL 23, 187 — 24, 21: iW fiij (xiv dno'ÖQvipOL Oxvc- 
ta^wv. IL 23, 395: avTog d* ix ölcpqoio Tcaqa tqoxov i^CKvllad^jj o/xcJ- 
vag T€ TtBQi'dQvtpd^ azofia %e ^ivag re. Od. 2, 153: aLFetd .... ÖQvtpcf 
fiivtü ö ' ovixBoat naqrjFag äfiq>£ tb ÖBQßag. Od. 5, 426 : tv^a hl ano 
ßgivovg dQvg)'d7j> Od. 5, 435 : wg tov nqog TcitQrjai &QaaBiawv and ;^et- 
Qiüv ßQivol an'BÖQV(p&Bv. Od. 17, 480: fit) ob vißoc äiä öwfia FBQvaawat 
, . . . 7} Ttodbg ij xal XBiQog^ ano-dqixpoiai dh navta. — Dazu: öqv^ 
gxxaüBiv ,zerkratzen, schinden'; Lyk. 758: arigva dBÖQvqxxyfiivov mal 
X^lQog äxgag, alg ycQBayQanrovg Ttirqag fiagnttav aXißQtiroiacv alfiax^- 
OBtat axoQ^vy^i. 

Scheint in den verwandten Sprachen noch nicht aufgefunden zu sein. 
Gehört im Grunde wohl zu dig-Biv ,abhäuten, schinden', ursprünglich wahr- 
scheinlich allgemeiner ,zerreissen, abreissen' (Seite 237). — Aus dQvtpaa- 
GBiv (aus *iQvq>a7fJBiv) wird man zunächst wohl eine Nominalform *dQvq>axr 
entnehmen dürfen. 
öifbfpamxo'V oder auch dqvq>am%o-g ,HoIzverschlag, Schranke'. 

Ar. Bitter 675 : vTtBQBTti^dwv tovg ÖQvgxxnTovg ^avrax^. Wespen 830: 
avBv dQvq)axtov t^v öUrjv fiiklBig nakBlv, o ftqiSxov ^filv t(Sv lBQf5v 
iq>alvBXO'j 386: i]v zi ita^ta *yii}y avBlovTBg xai TcarcnckavoavTeg &Biyai 
fA* vTto Toiai dqvtpcmtoiQ. 552: ov (den alten Gerichtsbeamten) ngäta 
fikv ^QTtovT' l§ Bvv^g TTjQova^ kftl ÖQvcpmToig avÖQBg fiByakoi xal XBTQa- 



Griediische Etymologie. 253 

nrixBig. Xen. Hell. 2, 3, 50: inLaxtivai ixikevae rovg ra iyxeiQlöia ^ovrag 
q>avBi^g %jj ßovlfj Ini Tolg dQvq>dxToig. Theophr. Pflanz. 4, 4, 4 : avtat 
(die Wnrzeln des indischen Feigenbaums) dk awamovaai vfj yfj noiov- 
aiv iuöTtBQ ÖQvqtaxtov xvükip 7t€Qi To divÖQov, tiiaze ylvea&ai xad-aneQ 
axrjvrjv ov d^ xal etw^aai diaTQlßeiv. Polyb. 1, 22, 6: elxe dh xai d^v- 
qpoxToy avtt] (nämlich xklfia^ naq hcarigav ttjv inifir^xt] nlevgav elg 
yovv v6 ßa&og. 

Enthält den selben Schlnsstheil wie zum Beispiel das zusammengesetzte 
pav^q>Qaxwo'g ,von Schiffen eingeschlossen^ umschirmt' (Aesch. Fers. 950; 
1028; Eur. Iph. Aul. 1259), also die durch suffixales ro gebildete parti- 
cipielle Form von (pQaaaeiv ,einschlies8en, umgeben* (11.12,263; Od. 5, 
256). Sein inneres q wurde unter dem dissimilirenden Einfluss des schon 
YorauiQgehenden g aufgegeben, ganz wie zum Beispiel in dagdanjeiv (für 
*dagdaQ7tT€iv) ,zerQeischen* (Seite 237). Als erster Theil löst sich deutlich 
Sgv' ,Baum, Holz* (siehe Seite 250) ab, so dass sich also als erste Bedeu- 
tung ergeben würde ,von Holz umgeben oder eingeschlossen*. 
öQviiärtsiv ,be8chlafen* führt FoUux (5, 93) aus Komikern an. Hesych führt 
auf ÖQVfidaaei xal dgvfia^at to %v7c%eiv ^koig (,mit Enitteln schlagen*). 

Gehört wohl zum Folgenden. 
difviJtö-v (vereinzelt auch ögifio-v Opp. Jagd 1, 64) ,Gebüsch* oder ähnlich 
(oder eigendich ,Baum*?); nur in der Mehrzahl belegt 

Bei Homer 4 mal IL 11, 118: xagnaklfxwg d' Ijßi^e (nämlich Mkagfog) 
öia dgvf^a ntmva %al vlrjv. Od. 10, 150: xal fioi ißelacero xaTtvog ano 
X^ovbg evgvodelijg Klgurig Iv (ueyagoiai dia dgvfxä ftvxva xal vkrjv. Od. 
10, 197: xaTtvov ä* ivl iiiaaji (nämlich vriaif) idgaxov 6q>^aX^olai dia 
dgvfia Tcvxfa xal vkrjv. Od. 10, 251: ^ifjtev, wg htikeveg, ava dgvfidn 
Nik. ther. 222: vw&el 6* %v^a xal ev&a dicc ögvfia vlaaerai okxtß. Qu. 
Sm. 2, 382 : %ov (nämlich xegavvov) d' ag^ dva dgvf^ä nvxva xal ayxea 
fiaxga ^ayivrog ßijaaai imxzvTciovau Opp. Jagd 1, 64: dXX^ avvoig ircl 
dgvf^a öwifiTtogog ^Ofcero xlgxog. — Dazu: dgv^o-g ,Wald*; Aesch. 
Bruchst 304, 10: del de iilau xtivd* arc aXlov elg xonov dgvfiovg igrj^ 
(xovg xal ndyovg djtoixiel (nämlich %7to\p), Soph. Eon. Oed. 1398: w tgeig 
xiXev^oi xal xexgvfifxivrj voTti] dgvfiog re. Eur. Hipp. 1128: ägvfiog t' 
oguog^ Sd'i xvvwv wxvnodwv (xira &rjgag ivaigev. Theophr. Pflanz. 4, 
2, 8 : TtoXv di %b divdgov iarl xal dgvfiog (xiyag negl %6v Qrjßalxov vofiov. 

Altind. drumd'8 ,Baum* (Mbh.; Bäm.). 

Gehört zu dgv- ,Baum* (Seite 250), so dass das fio also als Ableitungs- 
suffix wird gelten müssen, wie es ganz entsprechend sich sonst nicht zu 
finden scheint Sollte ögvfio-g eigentlich bedeuten ,mit Bäumen versehen^ ? 
Die Verschiedenheit der Quantität des v in ögvfio-v und ögvfÄO-g ist in 
ihrem tieferen Grunde noch nicht verständlich. 



öäXö-q ,Feuerbrand*. 

IL 13, 320: oxe fiij avrog ye Kgovlwv ifißdXoL ai&ofievov daXov vrjfeaai 



254 Griechische Etymologie. 

^oFffltv. Od. 15,421: dakog di Foi hineae xeiqog. Od. 5,488: lag d* 
o%B %ig äalov anodifj ivixgvifße f^eXalv/j* Od. 19| 69: fj zie^a xal dah^ 
ßeßXr^fAiyog elox^a ^Qa^e. Hes. Werke 705: yvvavMg . . . xax^g • . • ^t' 
apöga Tcal tqyS'ifiov neq iorra evei Steg daXov. Aesch« du 610: mnald'ovaa 
Ttaidog daq>0Lv6v daXov ^Xixa. — Dazu: däleQo-g ,breimeiid'; Empedokl. 
(bei Flut mor. 663, A) : daXeQov daXegov kaßizui. 

Die lakonische Form daßelo-g (Ahrens 2, 49) erweist Entstehnng ans 
^dafelo-gj das wahrscheinlich noch als homerische Form wird gelten 
dürfen, und somit Zugehörigkeit zu da-, alt daß- ,in Brand gerathen, 
brennen^ (Seite 1 58). Das Snf fix ist also das selbe wie in oßeko-g ,Spie8s, 
Bratspiess' (1, Seite 517). 

öiXBaQ (in den Casus dikeoT-) ,Eöder, Lockspeise', auch in übertragener 
Bedeutung. Daneben vereinzelt auch die Form delXat- (Eallim. Bmchst 
458: h d* hl&ei nayldeaaiv dU^Qia delkara doialg). 

Xen« mem. 2, 1, 4: vovrwv (nämlich ^ticjv) ycQ dfjnov za fikv yaatgl de- 
Xea^fievaj aal fiaXa %via dvacjnovfieva, Ofiwg %jj kni^vfilif tov q>ay€lif 
ayofieva TtQog %d diXeoQ aklaxevai. Opp. Fischf. 3, 437: T(p xal luv 
(d. i. TQlykTjv) deliaaaiv anonvelovaLv awfirjv ^Tjidlwg ihMvaiv^ ooa 
Ttyiei ixd'Qov arjfjia. Fiat Tim. 69, D : tcq(S%ov fxiv f]dovi^v, fiiyiarov xo- 
xov diXeaQ. Eur. Andr. 264: iyti a' Hdgag Ix rijad* hcovaav k^ayaon^aw 
Tcfxa* roiovd* ^oi aov dikeag. — Daneben in gleicher Bedeutung: di- 
kevQO'V. Opp. Fischf. 2, 431 : el yaq not* irtixpavaeie dekirQov (nämlich 
axokoTtevdQa). 

Enthält, wie die Nebenform dikaiaq (Numen. bei Athen. 7, 305, A: de- 
keiaxog) erweist, die selbe Suffixform wie oveiag ,Beistand, Hülfe, Speise^ 
(1, Seite 545), wird also ursprünglich *dikriFaq gelautet haben. Durch die 
dialektische Nebenform ßkriQ- (Seite 152) aber wird erweisen, dass das 
anlautende d kein ursprünglicher Dental ist, sondern sich auf gutturalem 
Grunde entwickelte. So würde im Altindischen ein *gdlr ,bethören, be> 
rücken^ als Grundlage vermuthet werden können. 

öik^QO'V ,Fackel, Leuchtet 

Timachidas nach Athen. 15, 699, E: TiiAaxldag dh 6 'Podiog dikevQoy 
TOV q>av6v nakela&aij olov, q>tjolv, ol vv%%BQev6^evoi %äv viwv Sx^^^^^ 
. . . ovg ovTOi ikdvag xakovaiv. 

Enthält das selbe Suffix wie das äusserlich ihm ganz gleichlautende so 
eben erst aufgeführte dikergo-v ,Eöder, Lockspeise^ Hier aber würde 
als verbale Grundlage ein *ä€k' ,leuchten, brennen' (?) zu vermuthen sein. 

öBkxavö-q, Name eines Fisches, der eingesalzen und gegessen wurde. 

Athen. 3, 118, B: Evdvdrif^og iv T(ß rtegl tagk^CDV %dv iehuxvov g>riCiv 
Ix^vv ovofia^ea&ai dno ^ikutapog vov Ttorafiovj a<p* ovneg xal akia- 
Tcead'ai Tiai Tagix^vofiBvov evaTOfiaxciravov elvau 

Ob die angegebene Herkunft des Wortes die richtige ist? 
öikxa, Name des Buchstaben J ; dann nach dessen Aehnlichkeit das ,Insel- 



GriechiBche Etymologie 256 

dreieck', wie sichs an Flussmündungen, insbesondere am Nil, gebildet hat; 
bei den Komikern ^weibliches Glieds 

Xen« mem. 4, 2, 13: ßovkei ovv . . . ygaxpcjfiev Irtav&ol fihv diXta, iv 
vavd'oi 8h cihpa] elxa o xt lAv av doKfj rifMlv rijg öixaioovvrjg igyov elvai 
TtQog ro dikva Ti&wfi€V] — Hdt 2, 13: ro xaXeofievov /HXza. 2, 15: bI 
iüv ßovXofisd'a yv(6fif]ai Tjjai ^Itipwv xQaa&ai %a Ttegl AXyvrcxoVy o% q>aai 
t6 JiX%a fiovvov elvai Atyvfczov. — Ar. Lys. 151: bL yag .... yvfivai 
nagloifÄey, diX%a TtaQaretiXfAivai. 

Aus dem Semitischen entnommen, hebr. delet ,Thür^. — Eine ganz ab- 
weidiende Combination bei Fick (1^, 405) wird der Form des Wortes gar 
nicht gerecht 
öikro-q fSchreibtafel^; dann auch ^Geschriebenes'. 

Hdt 8, 135: tov dh EvQCJfiia Mvv l^aQniaavza Ttaq ccvtwv trjif ifpe- 
govTO diXtov, va keyofieva vnb tov TtQotprftBW yQag>Biv kg avrrv. Soph. 
Trach. 157: %6%* h öofioig XbItzbi TtaXaiav öiXxov iyyByQofiivriv ^v&ij- 
ficna, Bmchst 540: d-kg d* h q>QBv6g 8iX%oiai %ovg ifiovg Xoyovg, Aesch. 
From. 789: nokvdovov nXavriv q>Qaa(üj i^v iyygatpov av (ivr^iioaiv öiXxoig 
(pQBvwv. Ar. ThesnL 778 : ayB dfj nivantov ^botwv 8iX%oi, — Plat Epist 
2, 312, D: q>Qao%iov dri aoi di* aiyiyfidSv, IV' av %i fj 8iX%og (^der Brief) 
iq fcovTov ^ y^g iv nvvxolg 7ta&jj, 6 dvayvovg fifj yv(p. 

Wird im Anschluss an das Vorausgehende gebildet sein. Bei Fick (1^, 
456) wird es ,Spalte, Fläche' gedeutet und aus einem *delO' spalten' ab- 
geleitet: das Letztere aber schwebt mit der angenommenen Bedeutung 
^spalten' ganz in der Luft 
öiXg>aX'- {dBXq>a^) ,Schwein', insbesondere Junges Schwein, Ferkel'. 

Hdt 2, 70: iftBciv vwrov vog dBXBaarj nBQiayKiaTQov, fiBvlBi ig fiiaov 
TOV TtorafAOv, cevrog dh irti tov x^i^og tov TtOTofiov ^oiv diXq>axa ^wtjv 
Tcninjv tvtctbu Epicharm. (bei Athen. 9, 374, D): diXq>a:^a tb twv yBi- 
Tovtav TOlg IBXBvaivloig qwXaaauiv daifiovlwg arctiXBaa ovx IxaiV. Anaxilaa 
(bei Athen. 9,'374,E): Tovg (ikv SgBivofiovg vfxwv noirjOBi diXtpaxag 
vXißoTovg, Hipponax (bei Athen. 9, 375^ A) : wg "EtpBalri diXtpa^. Plat 
(bei Athen. 9, 375, B): tov diXqxxxa a/tijyB aiyfj. Kratin. (bei Athen. 14, 
657, A): diXtpcacag f^ByaXovg. Arist Thierk. 6, 129: twv iäv . . . . al 6* 
knBv^avofiBvai tol Thcva xal Tag 8iXq>arAag XQTqaTag yBvvwaiv, 

Goth. JcaXb&n- ,EalbS nur Joh-Erkl. 3, C: azgön iaiböns gdbrannidaieds] 
— nhd. Kalb, — Ahd. chilbtirra, mhd. Mlbere ,weibliches Lamm*. 

Altind. ^rrfr&Äa- ,Mutterleib' (RV. 1, 65, 4; 1, 148, 5; 4, 27, 1); ,ungeborene 
Leibesfrucht*; ,Neugeborenes, Kind, Thierjunges*; 3, 29, 2: ardr^aus nihi- 
tas gätdvaidäs gdrhhas iva südhitas garbhinishu ,in den Beibhölzem 
liegt Agnis, wie die Leibesfrucht in den Schwängern*; — KV, 10, 27, 14: 
vi'shitds atti gdrbhas ,losgebunden fidsst das Junge*. 

Dafi anlautende d entwickelt wie in digr} ,Hals* (Seite 238). Das Suffix 
wie in dovoK- ^ohr* (Seite 225). 
öiXfptX' (diXq>L^ ,dreifüssiger (delphischer) Tisch*. 



256 Griechische Etymologie. 

Plut Tib. Gracch. 2 : iiXtpixag agyvQOvg kfiQictto rifirjg elg kKaCTr^v 
XlzQav ÖQox^tSv %lXIü)v xal diaxoolwv nevTTjyiOVTa. 

Von J€kg>ol (Hom. hymn. 27, 14; Pind. OL 13, 43; Pyih. 9, 75) abge- 
leitet. Das Suffix ist wohl dasselbe wie zum Beispiel in xo^^^' ^Getraide- 
maass' (Od, 19, 28; Hdt 1, 192; 7, 187), oder sollte es verkürzt sein aus 
dem häufigen ixo? 
öeX<piV' {d€kg>^g Pind. Brachst 234, 2; Ar. Frösche 1317. Spater dei^ptv 
Mosch. 3, 37) ,Delphin'; auch nach der äusseren Aehnlichkeit : eine schwere 
aus Blei und Eisen bestehende Kriegsmaschine; ein Bleigewicht 

IL 21, 22 : (ig d' vfto Sekgflvog fieycMr^Teog ixMeg alkoi g>evyorr€g 
TtifinXaat fivxovg Xifiivog ivog^ov, dedfioteg' fxala yag %b xatea&Ui ov 
xe Xdßfjaiv. Od. 12, 96: 2xvX3ifi .... avtov d' Ix&vaq . . . dehplvag %€ 
xvvag %B iMU et nod'i fiel^ov Ukrjaiv xrjrog. Hes. Schild 210: deX^lreg rrj 
Tcal Tjj i&vvBov Ix^aovieg. Pind. Brachst 234, 2: naga vcevv 6* l&iet 
Taxier a dthplg, Nem. 6, 72 : delg>lvl nev zaxog dt Sk/xag laov etnoifi 
Mikrjalay. Pyth. 4, 17: avTi dekq>ivwv d' ikttxvTtregvyiav %7tftovg dfui- 
xpavteg d'oag. — Ar. Bitter 762: nqoTBQog av vovg dekg>lvag fietetagl^ov. 
— Opp. Fischl 3, 290 : ei dk d'dyoLf xaxci oi tig vno atofia ^^ne fiokiß- 
dovj dBk(plv* ov xakiovaiv. 

Hängt vermuthlich nah zusammen mit di3Lg>ccK' ,Schwein' (Seite 255). 
Das Suffix wie in axrtr- ,Strahl' (1, Seite 46). 
öeXgyö'Q ,Gebärmuttei^. 

Hippokr. 3, 17: del ö^ %6 %e nvov huadiJQai twv (itirqitav %al %b qnifia 
To iv TJj öeXqwt naraaTrjaai, oxcjg to komov fx^ 7t(akvf] Ttjv yov^y ^nj- 
ywa&ai xal 7tQoa<piQ€ö&ai. Arist Thierk. 3, 10: xakettai dh Tovratr 
(ESrpertheile) ra fikv vaviga aal äehpvg — o&bv xal adeXq^ovg Ttgoaa- 
yoQevovai — fÄ'^TQa d' 6 Tiavldg xa2 ro orofia vijg iavigag. PolL 2, 222 
sagt: 'iTtTeoxQcitrjg dk ov dekqwv fiovov dkko xal yovfjv Ttjv [ir^gav xa- 
iBly h fj TO TB ^Bfißgvov ovvlaTovai xal Tgiq>BTau Lykophr. 939 : o fiij- 
TQog kvTog ÖBXqwog OTvyv^v (loixriv OTijaag agayfioig ftgbg xaalynjTor 
XBQOlv. Athen. 9, 375, A: Tcvglwg d' al •^JiBia ovTwg (nämlich dilg)caug) 
kex^Biev av al ÖBkipvag ^ovaai' ovTwg dk al fiiJTgai xaXovvrai xal ol 
aÖBlqfol iv&Bv izv(jioXoyovvTai. — Dazu: a'dBXq>B6g, später d-de^- 
(po-g yBrader', eigentlich ,dem selben Mutterleibe (entsprossen)', siehe 1, 
Seite 137. — dolfpo^g jGebännutter*; Hesych: doXq>6g* fj fir^ga. 

Armen, orovain ,Bauch' (anlaut g wurde eingebüsst; das zweite o ist 
jünger entwickelt; Bugge Beiträge Seite 26). 

Altind. gärbha-s ,Mutterleib'; BV. 1, 64, 4: vdrdhanti im äpas . . . gdrbhai 
sügätam ,es nähren die Wasser im Mutterleibe den Edlen'; BV. 1, 148, 5: 
nd jdm ripdvas . . • gdrbhai sdntam raishanas raishäjanti ,den, wenn er 
im Mutterleibe ist, die schädigenden Feinde nicht verletzen'. — Dazu: sd- 
-garbhjars ,au8 dem selben Mutterleibe geboren, Brader' (Vftgas.). 

Naher Zusammenhang mit dikfaK- ,Schwein, Ferkel' (Seite 255) wird 
durch die altindische Form klar erwiesen: sie vereinigt in sich offenbar 



Griechische Etymologie. 257 

die active (,der empfangende' Mutterleib) und die passive (,das empfangene, 
Embryo, Junge, Kind) Bedeutung. 
döXo-q yverheimlichte böse Absicht, Hinterlist'. 

Bei Homer über 40 mal II. 3, 202: 'Odvaaevg . . . ßeidwg 7cavToiovg re 
doJiovg xai ixrfiea Ttvxva, IL 4, 339: naxolai dokoiai xexaofjiive. IL 6, 187: 
nv%iv6v dolov aXXov vq>aiv€y, IL 7, 142: tov uivxcoQyog inBq)ve doXiit, 
ov %i xQavet ye. 11.18,526: doXov d^ ov ri nQOvorjaav, IL 21, 604: d6i,(^ 
d* aqa d'iXyey l^TtolXcjv. IL 23, 585: ofivv&i firj Tt F&mv t6 ifiov d6X(^ 
aQfia Ttedijaai. Od. 1, 296: oitTtwg xe fxvrjaTtJQag .... xTelvrjg r^fi d6k((} 
fj d(iq>ad6v. Od. 8, 494: Ytcicov .... ov noT* ig mqoTtoXiv doXov ijyaye 
diog *Odvaa€vg. Od. 12, 252: akuifg . . . IxO'vat %ola^ oltyoiai doXov xava 
eidata ßdXXwv, 

«- Lat dolos ,y ersteckte böse Absicht; Plaut. Pseud. 579 : ita parävt 
edpias, duplids, triplicts dolos perfidiäs] Bud. 1381: nt dolö malö insti- 
pulätus sis. 

Der öfter angenommene Zusammenhang mit diXeag ,Eöder, Lockspeise' 
(Seite 254) beruht auf Täuschung, da der Anlaut beider Wörter sich sehr 
verschieden entwickelte. Für doXo-g ist alter Dental durch die lateinische 
Form bestimmt erwiesen. Wahrscheinlich gehört hieher auch altind. dar-^ 
das nur in Verbindung mit dem Präfix ä* ,an, hinzu, bis an' vorkommt 
und zwar in der Bedeutung ,worauf achten, worauf merken', ,lauem, auf- 
lauem' (EV. 8, 55, 2: ädr'tjä ,beachtend, berücksichtigend'; EV. 1, 103, 6: 
vfshnai . . . jds ädftjä paripanthf iva gü'ras . . . aiti ,dem Stier, der auf- 
lauernd wie ein wegelagemder Held geht'j. 
ööXcjV" ,ein kleiner Dolch der Meuchelmörder'. 

Plut Tib. Gracch. 10 : tSate xdxeivov oudevog dyvoovvzog VTto^tbVVva&ai 
^iq>ldiov Xtjgtqikov, o doXvjva 'KaXovaiv. Hesych erklärt doXtJveg* ^ctplöia 
iv ^vXotg d7toxexQvi4.i4.iva. 

Gehört wohl zum Vorausgehenden. Das Suffix wie in äftßcjv- ,buckel- 
artige Erhöhung', ,Band' (1, Seite 241) und sonst oft 
ööXmv" ,das kleinste Segel auf dem Vordertheil des Schiffes'. 

Polyb. 16, 15, 2: Ix dh xov xivdvvov fiidg vrjog iTtagafiivrig xbv doXwva 
dia %b %€%Q(jjfiiyriv airrtjv d'aXarrovad'ai TtoXXovg. Diod. Sik. 20, 61 : ^ 
yaQ vavg (poqov 7tvev(4.a%og irctXaßofiivri, tov doXcJvog agd'ivTog, k^iq>vyB 
xbv xivdvvov. 

Etymologisch dunkel. Bei etwaiger Uebereinstimmung mit dem ganz 
gleichlautenden vorausgehenden Wort bleibt der Bedeutungszusammenhang 
noch unaufgeklärt 
öoXiy(6-q ,lang'. 

Bei Homer 14 mal und dazu noch in mehreren Zusammensetzungen, 
wie zum Beispiel doXixO'Oxio-v ,da8 einen langen Schatten {axiri Od. 10, 
495; 11, 207) hat' (IL 3, 346; 355 und sonst von Speeren); H. 4, 533: ©^ij- 
ixeg . . . öoXlx* Isyxea xbqoXv %%ov%Bg. IL 13, 162: tv xavXq ißayri doXt- 
xbv doQv. Od. 3, 169: iv ^iaßct) d' Sxt%€v öoXixov TcXoßov oQf^aivovrag. 

Leo Meyer, Grieohische Etymologie. III« 17 



258 Griechische Etymologie. 

Od. 4, 483: AXyvT€%6v6^ Xevai, doXixv^ ^^ov agyakiijv re. Od. 23, 243: 
Id&ijvr], vvxra fiiv iv fteQOTj] doXtxfjv ax^^^v. ILIO, 52: FiQya d' tFeg^* 
8aa q>Yjfil fiekrjaifiev uigyetotaiv öFri&a tb xal doXixov, — Dazu: 36- 
liX^'S )die (20 Stadien) lange Rennbahn'; ^eine längliche Hülsenfracht' ; 
Xen. an« 4, 8, 27 : öohxov dh Kg^reg ftXelovg fj i^ijxovra i&eov. — Theophr. 
Pflanz. 8, 3, 2 : 6 de döXixog iav TtagaxaTCi]^ rig %vXa ficacga avaßalvei 
xal ylverai xaQTcifiog. 

Lat longths (ans *dlongO'S); Enn. ann. 468: isdem campus habet textri- 
num GSchiffswerfteO nävilms longis. Enn. sat 1 5 : sparsts hastis longfs 
campua splendet et horret 

Gofh. lagga- (aus Hlagga-) ; Mk. 2, 1 9 : sva lagga hveila sve mifh eis 
hdband brüthfad. 

lit ilga-s. 

Altslav. dlügü. 

Altmd. dirghä' ^lang^; RV. 1, 173, 11: dirghds .... ddhvä ,ein langer 
Weg'; RV* 1, 96, 8: räsatai dirghdm äjus ,er möge geben langes Leben'; 
— Comparativ dräghtjans- ,sehr lang, länger*; RV. 10, 117, 5: dräghSjän- 
sam dnu pagjaita pdnihäm ,er blicke hin auf den sehr langen Weg*. 

Altostpers. daregha- ylang'; drägista ,sehr lang'; altwestpers. dranga--; 
neupeis. dirang. 

Die Verstümmlung der lateinischen und deutschen Formen im Anlaut 
war eine sehr natürliche, doch bot sich für dieselbe keine weitere Gelegen- 
heit Auch in der litauischen Form wird wohl der alte anlautende Dental 
durch alte unmittelbare Nachbarschaft des l unbequem geworden sein. 
öiqX'Ba9-ai ,wollen'. Dorische Form (Ahrens 2, 150 und 151). 

Theokr. 5, 27 : rlg öi Ttaqevaag atybg TtQaroTÖxoio xcntav xvva dtjiiST ' 
QfiiXyeiv; Flui mor. 219, D (im Munde des Brasidas) : aaaa diqXwfiai, nga^uf 
xctva Ttokefiov t] ze&va^ovfAai. Tim. Lokr. 94, D : drjXofxevog (ov agiatov 
yivvafxa noifjv , ... ei noxa dijAero avTOv diakveiv. 

Dunkler Herkunft 
driXisö&ai ,beschädigen, verletzen'; dorisch öäX- (Theokr. 15, 48: däXeTrai; 
9, 36: däXijaaTo). 

Bei Homer gegen 20 mal. II. 1, 156: ovöi noxe . • . xaqnov idrjXtjaayttK 
II. 3^107: jUff tig irte^ßaalfj Jilbg oQXia ötjXrjatjTai. IL 4, 271: inel 
nqoxBQOL vTtkQ OQxia drjXi^aavTO. IL 14, 102: IV^a xe arj ßovX^ dfjXijae^ 
Tai. Od. 8, 444: (nj %lg xoi xa&' odov drjXrjaBrai. Od. 14, 37: oi yiQor, 
t] oXlyov OB xvveg 6c'€dr]Xr^aavto. Od. 10, 459: Sa' ävaQüLOt avÖQeg iäij- 
hqaaw^ Iftl x^Q^ov. — Dazu: drjX^evx- ,schädlich'; Orph. Arg. 923 : 
aXXa T€ drjXijevta xarä x^bva TCoXXa 7t€q>vx€i. — a-öäXig- ,unver8ehit 
gesund*; Hesych: ddaXig' vyiig. 

LäL dilere ,zerstoren, vernichten' ; Caes. b. civ. 3, 70 : qvo minus omnis 
deliretur exercitus;, Nep. Them. 4 : Xerxis . . . prötimis accessit astu (^then') 
idqve . . . incendiö delivit 

Altn. täl jSchaden, Verderben'; ags. tälu ,Vorwurf, Tadel, Anklage'; — 



Griechische Etymologie. 259 

ahd. z&la ,6efabr, Verderben^; mhd. zSl ,6efälirlichkeit, Schädlichkeif; 
Nddh. 28, 33 : des winders zäl hat ende. 

ö^Xo-q ,offenbar^| eigentlich ,lenchtend^ 

Bei Homer nur Od. 20, 333 : vvv d' tjdri rode dijlov o x omiti vooti- 
flog iariy. Nicht bei Hesiod, Pindar, Aeschylos. Bei Sophokles elfmal. 
Aias 1225: ö^kog di fAOva%l CKaiov htkvatov arofÄa, 326: xa2 dijXog kariv 
tSg 7e dqaaBlwv xcckov. FhiL 1011: dijXog dk xal vvv iariv alyetvwg qfi- 
gutv olg r' avzdg k^fifiaqrev, Hdt 9, 11: d^Aa yaQ Sri avfificexoi ßaai- 
Xiwg yivofJLBd'a. Thuk. 1, 93: xal dijilij 17 ohioöofila %tc xal vvv iativ o%i 
xcera anovö^v iyivexo, Xen. mem. 1, 2, 16: dfiXta S" iyevia&Tfjv l§ dv 
ijtqa^aTTiv. — Dazu: Ix-dijAo-g ^hervorleuchtend, ausgezeichnet'; 11.5, 
2: ^tfofirjdel IlaXkäg uid-rjvrj dcune fiivog xal d'aQaog, tV ixdrjXog iiB%a 
7caaiv l^gyetoiai yivotxo. 

Wird im Grunde nicht verschieden sein von dieXo-g ,sichtbar', eigentlich 
^leuchtend' (Seite 164), entstand daraus wohl, indem zunächst das erste e 
gedehnt i^drieXo-g) und dann die neben einander stehenden Vocale zu- 
sammengezogen wurden. 

ÖBiXd-q Tfeig', ,nichtswürdigS ,elend, unglücklich', lautet homerisch noch 
ößeiXo-gj wie sich deutlich zeigt II. 5, 574: to) fxiv aga dfeiXcij wäh- 
rend an zwei anderen Stellen dß- zu stören scheint, das sich aber viel- 
mehr leicht wieder in seine Bechte bringen lässt, nämlich II. 1, 293: rj yaq 
xe (überliefert ist xev) dFeiXog %b und IL 13, 278: IV^' og xe ößeiXog og 
t' (wo die üeberlieferung lautet tV^' S %e dei^Xog dvriq og v\ Auch IL 
17, 38 wird man zu lesen haben ?' %iv aq>i (statt des überlieferten aq>iv) 
dßeiXolai. An 35 weiteren Stellen, die das Wort bei Homer haben, kann 
man öFeiXo-g lesen, der Vers aber verlangt es nicht 

IL 13, 278: el yag vvv . . . Xeyolfied'a . , . ig X6%ov . . . IW og %e öFei" 
Xog og t' aXKifiog i%eq>aFavd^. Soph. Brachst 866, 2 : oavig yag iv xa- 
TLoiaiv Ifielgei ßlov, rj deiXog ioTiv iq dvaaXyrjfsog (pgivag, Aias 1315: dg 
Bi fiB fCfjfiavBlg Ti, ßovXqaBi Ttoth xal dsiXog bIvul fiaXXov rj iv ifiol 
^•Qaavg. 1362: '^fiäg av ÖBiXovg Ttji* h rifjiiQtf q>avBig. Diphil. (bei Athen. 
2, 35, D) : CO . . . ^lovvas . . . og . • . Ttoulg . • . tov t' aa&Bvij ToXfiav zi, 
%ov dBiXov d'Qaaiv» Arist eth. 2, 2, 7: o %b yccQ rcavta q>Bvywv xal tpo- 
ßovfiBvog xal firj3hv vTtofiivcav dsiXog ylyvevau — H. 1, 293: rj yaq xb 
ößBiXog %B xal ovTidavog xaXBolfÄtjv^ bI drj aol nav Fiqyov VTtBl^ofxau 
Od. 8, 351 : öpBiXal rot dßBiXwv ys xal iyyiai kyyvaaad-ai. Hes. Werke 
713: ÖBiXog %ol dvrjQ q>LXov aXXo%B aXXov noiBltau Theogn. 393: iv tzb- 
vif] d* TB ÖBiXdg arqQ tb noXXov afislvvjv q>alvBzai. — Od. 5, 299: 
cu (jLOi iyta dßBiX6g4 IL 22, 31 : q)iQBi (nämlich xviov ^agiiovog) noXXov 
nvQBxbv öFBtXoiai ßgotolaiv. Od. 10, 431: a dFBiXoL, noa^ t/iBv; Od. 14, 
243: avtccQ i/^oi öFetXt^ xaxa fii^dero firizlBza Zsvg. Hes. Werke 1 1 3 : 
ovdi TB öbiXov yrjgag iTtf^v. — 

Bedeutet zuerst ,fürchtend, furchtsam', da es zu de-, homerisch noch öFl- 

17* 



260 Griechische Etymologie. 

,m Furcht gerathen* (Seite 169) gehört. Das Suffix wie in tvqfXo-g ,blind' 
(2, Seite 762) und sonst 
deiXri ^Abend'y auch ,Nachmittag^ 

Bei Homer nur 11.21, 111: iaaeTai rj r/(og rj deiXri (hier wird noch 
deiikrj zu lesen sein) rj fiiaov rjfioQ, onnote %ig xal l/uclo ^^n ^ ^f^ov 
%Xyi%ai, Hdt 8, 6: iTtelve dij ig rag !/4q)€Tag Tcegl öelkriv nQialrjv yivo- 
fiivrjv anlxoTo ol ßaQßagoi. 7, 167: ifiaxovro i% rjovg aQ^afievoi fi^Qt 
delhjg oxfjlrjg. Thuk. 4, 103: xal a(pt%6(xBvog tcbqI delXtjv knl xov Av- 
kcSva. Xen. Hell. 1, 1, 5: havfiaxfjoav • . . fiixQ^ deUijg i^ iw&ivov. Plat 
defin. 111, B erklärt deUrj rjfzigag TBkevrrj, 

Durch Formyerengung aus *dBiilr] entstanden, wie das adjecÜTische 
deleXo-g ,abendlich^ (Seite 181) klar erweist. 
dai^Xo-q ,dicht bewachsen^ 

Aesch. Bruchst 27 : davXog d^ vTcrjvrj xal yevecadog nvd'firjv. Schutzfl. 
92: davXoi yaq nQarvldwv (des Zeus) daaxiol re zelvovaiv noQoi xaxi- 
delv atpQaaxoi. Paus. 10, 4, 7 : naXeiad'aL dk Ter daaia vtco ttav naXai 
davXa* inl %ov%(p de xal AiaxvXov ta rXavxov zov Idv&rjdovlov yiveta 
vTCijvrjv tiyofiaxivai davXov. Nonn. Dionys. 6, 160: Zeig .... aeliov davXa 
yiveia. 

Durch suffixales Xo gebildet nach Art von aavXo-g ,geziert' (Hom. hjmn. 
Herrn. 28; Anakr. Bruchstück 168) und q>avXo'g ,schlecht' (Theogn. 163, 
wo aber deiXip die bessere Lesart zu sein scheint; Soph. Bruchst 38 und 
704, 3; Thuk. A, 115; yavXvjg Aesch. Pers. 520) und dem abweichend be- 
tonten TQttvXo-g ,undeuüich sprechend' (Hdt. 4, 155; Plut mor. 405, B). Die 
Herkunft des Wortes aber ist dunkel, unmittelbare Zugehörigkeit zu 
öaav-g ,dicht bewachsen' (Seite 216), wie man sie öfters angenommen, sehr 
unwahrscheinlich. 
öoHko-q ,unterworfen, sclavisch', meist aber substantivisch ,SclaV. 

Soph. Eon. Oed« 764: a^tog yag oV dvfiQ dovXog q>iQ€iv . . . s^cr^iv. Oed. 
Eol. 917: TtoXiv xivavÖQov rj dovXrjv %tvd, Trach. 283: noXig dh doiXr^, 
53: q>Q€vovv yvwfiaiai dovXaig. Bruchst 854: ei aäfia öovXov^ dXX^ 6 
vovg iXevd'BQog, — Aesch. Pers. 242: ovxivog dovXoi nhiXrjvtaL <pun6g ovo' 
VTCtjxoou 745: Sazig ^^EXXrjonovxov Iqov dovXov tag deafidfiaoiv ijXntae 
ax^joeiv ^iovxa, Agam. 1045: ot 5^ ovtcot^ iXTvlcovreg rjfxrjaav xalägj 
(ifiol T€ dovXoig navxa. Soph. Ant 517: ov ydg ti dovXog, dXX^ cdeXq>6g 
wXeto. — Dazu: die weibliche Form dovXi] ,Sclavinn'; II. 3, 409: dg o 
xe a T^ aXoxov Ttoifi^aezai rj S ye dovXrjv. Od. 4, 12: og foi vrjXvyetog 
yivezo xQctrsQog MeyaTtiv&rjg Ix dovXrjg. 

Dunklen Ursprungs. Das Suffix wie im vorausgehenden Wort. 



Z. 

go- begegnet nur noch als erster Theil von Zusammensetzungen, etwa in 
der Bedeutung ,gross^ 



Griechische Etymologie. 261 

Homer hat solcher Bildungen folgende sechs: ^a-^eo-g ^uf einen 
grossen Gott (zu vergleichen II. 19^ 410 and 21, 248: ^edg fiiyag. II. 24, 
90: fiiyag S-eög, 11.8,200: Uoaeiddijva fiiyav d-iov) bezüglich, einem 
grossen Gott geweiht, heiligt oder ähnlich; H. 1, 38 »» 452: KllXav %e 
^a^irjv. II. 2, 508 : Nlacv t« ^ad'är^v. II. 2, 520 : KQlaav %e ^a»iriv. II. 
9^ 151 _ 293: OqQag re ^a&iag. IL 15, 432: Kv^i^QOiaiv ^a&ioioiv. — 
^a-xoTo-g ,dessen Groll (jKoto-g siehe 2, Seite 256) gross ist^; nnr II. 3; 
220: q>alr]g x« ^antnoy %i riv' e^fievat aq>QOvd t' avrcjg, — ^a'TQ€g)ig- 
ydessen Dicke l^zQiq>og- zu muthmaassen; zu Tqiqf-BO&ai ,dick werden, 
wachsen' 2, Seite 813) gross ist, wohlbeleibt'; vier mal in Bezug auf Thiere 
gebraucht, nämlich II. 7, 223: javQwv ^argecpifav. Od. 4, 451: (ptixag ^a- 
tQ€(piag. Od. 14, 19: ^onQB(pi(av aidXtov. Od. 14^ 106: t^avqBtpitDV alyuv, 

— l^a''q>Xe'yig' ,dessen Lebenskraft (eigentlich ,das Brennen, Flammen'; 
Hesych führt auf q>kiyog' zo (pXiyfia) gross ist'; II. 21, 465: ßgarcüv . . . 
Ol (pvXXoiai feßoixoteg akXote (jl6v xe ^afpkeyäeg tbXb&ovolv . . . aXXo%e 
dh qyS'irud'Ovaiv dxriQtoi. Hom. hymn. 7, 8: nwXot ^aq>Xeyieg ,feurige 
Füllen'. — ^a-xQ^^^S' (ßo wird statt des überlieferten ^axgriig- zu 
schreiben sein) ,dessen Angriff (*x?a/og- zu muthmaassen; /^cr/^iy ,an- 
greifen, schädigen wollen' findet sich II. 16, 352; 21, 369; Od. 5, 396 und 
sonst) gross oder heftig isf ; IL 5, 525: ^axQaficjv ävifÄWv. IL 12, 347 -» 
360: ^vxlwv ayolj ot rd naqog tccq ^axQafieg reXi^ovai xcera xQccreQdg 
iofilvag, IL 13,684: $v^a fidkiara t,axQotFieg ylyvovxo f^dxj] avxoi %e 
xai %7i7toi,. — ^äig- (aus ^a-oFig-) ,dessen Wehen (*äßog- zu vermuthen; 
zu arjfÄij alt aßri/Äi ,ich wehe' 1, Seite 15) gross oder stark ist' ; nur drei- 
mal, nämlich IL 12, 157 und Od. 5, 368: cvefiog ^aßijg. Od. 12, 313: ^aßrj 

— so trotz des entstehenden Hiatus statt des überlieferten ^aijv zu lesen 

— av€fj.ov. — Hesiod bietet ausser ^«-^«o-ff (nur theog. 2; 6; 23; 192; 
253; 300; 483 und 990) an hieher gehörigen Formen nur das abgeleitete 
^a-fievieiv ,zümen' (nur th. 928); — Pindar hat ausser ^a-^€o-g (OL 
3, 22; 11, 45; Pyth. 5, 71; Nem.7,92; Isthm. 1,32; Bruchst 90, 4 und 105, 1) 
und Cof-xoTo-g (Nem. 6, 60 und Bruchst 107, 14) noch ^a-^evig- ,dessen 
Leidenschaft gross isf (Pyth. 9, 38; 4, 10; Nem. 3, 63; 4, 13; Bruchst 156, 
1 und 231, 1). — Aeschylos hat ausser ^d-d^eo-g (Bruchst 284) die Formen 
^a-7ci,Tj^ig- ,dessen Fülle gross ist'(Pers. 316 vom Bart) und ^d-nvgo-g 
jdessen Feuer gross ist, feurig' (Prom. 1084). — Sophokles hat nur ^a- 
'fjLBvig- ,dessen Leidenschaft oder Heftigkeit {jxivog- H. 1, 103; 9, 679) 
gross isf (nur Aias 137: tfii^eviig Xoyog). 

Dunkler Herkunft Die oft wiederholte Annahme, dass ^a- aus did 
,aus einander^, ,durch' (Seite 260") hervorgegangen sei, ist ohne allen Boden, 
da did überall daneben und zwar in ganz anderer Bedeutung lebendig ist 

^i-eiv (aus *^£a-eir) ,sieden, aufwallen' (H. 21, 362; 365; Aesch. Sieben 708) 
siehe unter ^ea- (Seite 271). 

gfö ,Spelf (Dion. HaJ. 2, 25), jüngere Nebenform von ^eirj (siehe Seite 263). 

^ÖHV ,leben'. 



262 Griechische Etymologie. 

Hdt. 7, 46: TB&vavai ßovXead'aL fiälkov tj ^oeiv (andre Lesart: ^weiv). 
Simonid, Amorg. 1, 17: ol dk , . ^ dyT^axovaiv^ evr av ev övrijacuvrai ^oeiv. 
Theodorid. (in Anth. 13, 21, 7: ti&vaKe ...eldäxe ^oev. — Dazu: ^oo-g 
^lebendig'; Theokr. 2, 5: ovd^ iyvca, tcotbqov te&vana^eg tj ^ool elfiig. 
An vier anderen Stellen (4, 82; 7, 79 nnd 86; 16, 53) gebraucht Theokrit 
die Form ^(ao-g. — ^ori ,Leben'; Aesch. Brachst 206, 2 : Ttixga yoQ xov 
dia ^orjg drfjLoL Soph. Brachst 512: ovdhv yag aXyog olov ^ Ttolkrj ^ij. 
Hdt 1,85: iqxovee %bv navza xqovov r^g ^orjg. — q>val'^oog ,Leben 
erzeugend' (zu vergleichen IL 14, 347: x&wv dla q>vev vefodTjlia ^o/i^y); 
II 21, 63: yij q>valtoog. IL 3, 243 und Od. 11, 301: q>val^oog ala. 

Gehört unmittelbar zum gleichbedeutenden ^aieiVj alt wahrscheinlich 
J^vißeLv (siehe unten). Bezüglich der Verkürzung desVocales vergleichen 
sich Cafiusformen wie veog (IL 15, 423; 693; 704) neben vtjßog ,de8 Schiffes* 
(IL 1, 439; 482), vieg (H. 2, 509; 516; 602) neben v^ßeg ,Schiffe* (D. 2, 303; 
333), vevSv (IL 1, 48; 2, 91; 135) neben vrjßcSv ,der Schiffe' (H. 2, 152; 154), 
femer zum Beispiel ßlo-g ,Leben' (Seite 74) aus ^ßißo-g) und noch andre 
Formen, in denen nach Erlöschen des inneren ß ein gedehnter innerer 
Vocal unmittelbar vor einen folgenden Vocal zu stehen kam. 

^fl-v ,Leben' (Aesch.Prom.681 ; 747; Soph. Ant 555; gw aus *?ijw — Soph. 

Phil. 1 043 ; 13. 354 ; 599 ; Eur. Or. 386 ; ^^ — aus *Ci}«i — Soph. Ant 457 ; Kön. 

Oed. 986; Eur. Bruchst 35; ^aifiev aus *^opiev — Soph. Aias 126; Ant 

214; Imperativ tri Soph. Ant 1169; Bruchst 170; Eur. Iph. T. 699; Brachst 
826'; bei Späteren auch ^17^1, wie Anth. 10, 43, 2 und 1 1, 57, 7), mit aoristischen 
Formen, wie Kr^ae (Plut mor. 785, F; ^aavxBg Hipp. 1, 89) und medialen 
Futurformen, wie ^qaetai (Hipp. 1, 420; ^rjoea^ai Plut mor. 1082, C). 

Aesch. Prom. 747 : t/ dijz^ ifiol ^rjv xi^dog; Ag. 630: avtov ^wvrog i} 
Te&yrjxotog. Ch. 360: ßaatlevg yaq 'qv, orpQ' e^fj. Soph. Phil. 412: ov 
yag av nors ^wvrog y inelvov %avz^ iaukijd'rjv lyw, Ant 1169: S^7 ^" 
qavvov <xx^/u' ^;fC(iy. Trach. 235: iywyi %ol aq>* MleiTtov loxvoyrd %b tuu 
d'akXovxQ, 

Als entsprechende altindische Form scheint ein "^gj^- vermuthet werden 
zu dürfen, mit dem wahrscheinlich altind. ginv- ,lebendig sein, sich regen*, 
causativ ,beleben* (KV. 3, 2, 1 1 : sd ginvatai gaüMraishu ,er ist lebendig 
in den Leibern*. — BV. 6, 49, 1 1 : adträm cid hi ginvathd ,denn sogar 
das Dunkle belebt ihr*), dessen -nv- ohne Zweifel nur altes präsensbildendes 
Element ist, in nächstem Zusammenhang steht Im Altostpersischen schUesst 
sich offenbar gi- ,leben* (im desiderativen gt-gishmti ,sie wünschen lebend 
zu erhalten' und zum Beispiel in dem zusammengesetzten javai-gir ,immer 
lebend') an nebst den substantivischen gtti- ,Leben' und gj&itir ,Leben' 
(dazu a-gjäiti- ,Nicht - Leben' "» ,VergänglichkeitO. Aus dem Litauischen 
ist wohl nicht mit Unrecht gyti ,aufleben, sich erholen' (Fick 1 ^, 399) dazu 
gestellt 
^ib'Hv, alt KwßeiVj ,leben'. 

Bei Homer 54maL IL 1, 88: ifiev ^tüvrog (aus ^^wßovrog) xal irii 



Griechische Etymologie. 263 



>» V 



X^ovl degxoiiivoio. Od. 24, 263: ei Ttov ^wfei tb xal iariv ij ridr] vi- 
d^rq^e. II. 5, 157: ov ^(ofovre f^axVS ^ voari^aavre di^aro. Od. 5, 122: 
^eoi FQBla ^wßoyreg. Od. 17, 423 — 19, 79: olal % kv ^wßovai xal dcp- 
vBioi xaXiortai. — Dazu: ^(ao-g, alt ^(ofo-g ,Iebendig'; 11.6,38: 
Z^dQTjOTOv . . . MeviXafog ^wFbv %Xe. Od. 23, 187: avdqiiv d* ov xiv %ig 
CtüFog ßgoTogj ovdi fiak* ^ßcSv, ßgela ^erox^oeiev, — ^(po-v (ans 
*^wiO'v) gebendes Wesen, Thier*; ,gemalte8 Lebewesen, Gemälde'; Ar. 
Friede 131: antaxov elnag fiv&ov . . . Snwg naKoa/iov ^(pov (nämlich 
xdv&aQog, nach Vers 127) ^X^ev etg d^eovg. Plnt 443: Ilevla . . . rjg 
ovda/iov ovdh niq>vyLB ^(pov i^iakiaTegov* — Hdt 4, 88 : Mavdoxlirig . . 
^a ygajpdfievog. — ^o)^, alt ^lüßij , Lebensunterhalt, Hab und Gut'; 
Od* 14, 96: t] yag Foi ^cjßij y' &y Sanerog. Od. 14, 208: toI dh ^wßriv 
kdaaavxo. — ^6ei,v ^eben' (siehe besonders, Seite 261). 

Altes inneres / ist erwiesen dnrch das kyprische ev^aßelre ,lebet wohl' 
(Collitz 1, Seite 25) , das attisch ev^oßeire lauten würde. Zusammenhang 
mit ^^v ,leben' (Seite 262), an dem man nicht wohl zweifeln kann, ist nicht 
ausreichend deutlich und wird es auch durchaus noch nicht durch die 
Bemerkung, dass rj und u hier im Ablautsverhältniss zu einander stehen. 
Möglicher Weise darf man neben altind. gtv- ,leben' (siehe unter ßlo-g 
,Leben' Seite 74) eine alte Form *gjäv' vermuthen, der ^wß-eiv ganz genau 
entsprechen könnte. Im Altindischen liegen auch sonst mehrfach ge- 
dehntes i und die Silbe jä neben einander, wie zum Beispiel in prd-pitar 
,strotzend' (RV. 7, 41, 7) und ä-pjäj'amäna ,ansch wellend, strotzend' (RV. 
1,91, 18; 10, 18,2). 
g€ci^, eine Getraideart, die besonders als Pferdefutter diente, ,Spelt'; jüngere 
Nebenform ^ia (Dion. Hai. 2, 25). 

Od. 4, 41 : nag d' tßalov (nämlich den Pferden) ^eiag^ dva dh xgl lev- 
TLOv ifjLi^av. Od. 4, 604: ah ydg nedloio favdaaeig cvgifog, i^ lyt . . . 
icvgol T€ ^eial re W €vgvg>vig xgl kevxov» Hdt 2, 36: an' olvgicjv noi" 
evvrai (nämlich ^lyvTCtioi) aulaj Tag ^eidg iieze^izegoi xaXiovau Ar. 
Bruchst 412: %6vdgov, ^etdgj aXgag^ aefzidahv, Xen. an. 5, 4, 27: rjaav 
di ^eial al nlelaxai. Theophr. Pflanz. 2, 4, 1 : 17 %l(pri %a\ 17 l^Bid /Äera- 
ßakXovaiv Big rcvgbv lav jCTiad'Blaai anBlgwyjai, 8,9,2: laxvg6xa%ov 
'Aal fidXiara xagm^ofiBvov 17 ^Bid' xal yag noXvggi^ov xal ßad-vggi^ov 
xal noXvxdXafioV 6 de xagnog xovq>6%a%og xal 7tgoaq>ik^g naai tolg 
^tioig. C. pl. 4, 6, 3: noXvxlxwvi d' slvai xal T(p ßgof^qß xal ry ^si^ av/i- 
ßißrpcBv, Diosk. 2, 111: J^Bid dixrri' ij fxkv yag aTckrj, ^ di dlxoxxog xa- 
iBltai, Iv dvalv iXvrgoig ^ovaa avvB^Bvy/iivov tö anig/ia. — Dazu: 
^Bl^dcjgo-g ,deren Gaben (daigov. Zu vergleichen II. 3, 65 und 20, 265: 
d-Bwv Igixvdia 3wga) in ^Biij bestehen'; bei Homer 12 mal (11.2, 548; 8, 
486; 20, 226; Od. 3, 3, . . .) als Beiwort von agovga ,bebautes Land'. 

Altir. eo-ma ,Gerste' (Fick 2*, 223). 

Lit javai (Mehrzahl) ,Getraide'. 

Altind. javdrs ,Getraide, Feldfrucht*, später ,Gerste'; EV. 1, 135, 8: pdc- 



264 Griechische Etymologie. 

jatai javas ,e8 reift das Getraide' ; ßV. 1 , 66 , 3 : ranvds jdvas nd päkväs 
,erfreuend wie reifes Getraide^ 

Altostpers. javor ,Feldfnicht', insbesondere jGerste*. 

Wird ans *^ۧiij entstanden sein; vergleicht sich seiner Bildung nach 
mit ;fC£ij ,Loch, Höhle* (IL 22, 93 und 95; wahrscheinlich ans *x^irj). — 
Das zusammengesetzte ^eZ-dcu^o-^; das sich seinem Schlusstheil nach zu 
nokv'öwQo-g ,deren Gaben viele sind' (IL 6, 394; 22, 88 und Od. 24, 294 
als Beiwort zu Sloxo-g ,GattinnO und rJTcid'dwQo-g ,deren Gaben wohl- 
wollend, heilsam sind* (IL 6, 251 als Beiwort von fujtrjQ ,MutterO stellt, 
kann nicht wohl anders als durch Verkürzung aus * Keio-öwgo-gj das nicht 
in den Hexameter passte, entstanden sein. 
Zeü^q (IL 1, 175; 511 und sonst), Name des Gottes des Himmels, mit dem 
Vocativ Zev (bei Homer 51 mal, darunter allein 32 mal in der Verbindung 
Zev TtarcQ^ wie IL 1, 503; 3, 276; 320; 365), bildet seine Casus aus dem 
Stamm Ji-, alt Jiß- (siehe Seite 171), daneben aber auch noch den Accu- 
sativ Zijv (IL 5, 756; 8, 22; 17, 339; 19, 95; 23, 43; Od. 20, 339; — IL 
8,206; 14,265; 24,331. An den drei letzteren Stellen steht es vers- 
schliessend). 

IL 4, 166: Zeig . . . KQOvldrjg v\piC,vyog, ai^igi valwv. 11.8,206: et 
TteQ yag % k&ikoifiev . . . iQvxifiev evQvoTta Zry, II. 3, 276: Zet; ndreg 
^'Idfj&ev fieöicay, xtdiare fiäyiate. 

Lat. Jov48 (Enn. ann. 64; Caecil. com. 36), mit den Oasusformen Jovem 
(Enn. trag. 402), Jovis (Enn. ann. 446; 531) und den übrigen. Als Nomi- 
nativ blieb bald nur das zusammengesetzte Ju-ppiter (aus *Jovpater «= Zev 
7caT€Q) im Gebrauch (so Enn. ann. 29; 263; 445), das zunächst wohl nur 
vocativisch (wie Enn. ann. 362; trag. 225; 242; 321) gebraucht wurde, dann 
aber auch in die Stelle des Nominativs einrückte, da das Lateinische nur 
bei den Grundformen auf o den Vocativ vom Nominativ äusserlich unter- 
scheidet 

Altind. diä'tirs und djaurs (Nominativ und auch Vocativ) ,Himmel, Gott 
des Himmels'; BV. 1, 52, 10: diaus cid a$ja dmavan dhais svanä't q/au- 
javit .sogar der gewaltige Djäus wich vor dem Brüllen dieses Drachen 
zurück'; BV. 6, 51, 5: diätes pitar ,o Vater Diäus'; BV. 3, 32, 11: nd tai 
mahitväm dnu bhüt ddha djäus ,nicht kam da der Himmel deiner Grosse 
gleicht 

Einiges weiter Zugehörige wurde unter JL-^ alt Jlf- (Seite 171) ange- 
führt — Das accusativische Zf^v entspricht genau dem altind. djäm (BV. 
1, 30, 19; 1, 51, 9; 1, 96, 2; dafür noch di&m BV. 1, 52, 11; 1, 67, 5; 1, 
141, 8), das aus dodv- (zum Beispiel im locativen djdvi ,im HimmeP BV. 
1, 39, 4; 3, 27, 12) in ganz der selben Weise gebildet wurde, wie beispiels- 
weise der Accusativ g&m (BV. 1, 33, 15; 1, 110, 8; 1, 116, 22) von gav- 
,Kuh, Stier* (Locativ gdvi BV. 4, 58, 4; 6, 56, 3; Nominativ gaus BV. 1, 
164, 17; 28, 29). 
^äiioqo'q ,Tempeldiener, Priester' (auch weiblichgeschlechtig gebraucht). 



Griechische Etymologie. 265 

Menand. Brachst 126: ov Meycßvt/og rjv, oatig yivoito ^axogog. 311: 
inl&eg %6 tcvq ri ^dnogog. Plnt. Garn. 30: legelg te xal ^dxogoi ^etSv . • . 
avaaw^Ofieva TLO^iCfivzeg. Süll. 7: fivwv äk h legtp xgvaov avaxelfievov 
diatpayovTwv filav ol ^mogot rcayj] driXuav Xafißavovaiv. Hyperid. (bei 
Athen. 13^ 590, E): Tfjv v7toq>rJTiv xal ^omogov uifpgodlrrjg, Nik. al. 217: 
ßod<f . . . are %€gvoq>6gog ^dxogog ßoifilargia 'Peltjg. — Dazn: VTto- 
~^dxogo-g ,ünterpriesterinn'; Hdt 6, 134: yvvaixa . . . elvai di vnoC^a- 
xogov Tc5y x&oviwv d-mv. 135: (ag ij vTto^dxogog tcJv ^ewv Ti/Äii MiX- 
Tidöf] xaTf]yi]aaTO. 

Enthält offenbar den selben Schlnsstheil wie die zusammengesetzten 
vew'xögo-g Beiniger eines Tempels (vecu-g Aesch. Fers. 810; Ar. Vögel 612), 
fTempelanfseher' (Xen. an. 5, 3, 6 : Meyaßv^tp T(p r^g lAgrefxldog veümogq), 
Plat Ges. 12, 953, A: legiag re xal vetoxogovg. 6, 759, B: xoTaaTariov 
hgiag re xal legelag veancogovg yiyvBO&at rolg 'S-eolg) und arixo-xogo-g 
,der den Stall {arixo-g IL 18, 589; Od 9, 219; 319) reinigt, Stallknecht^ 
(Od. 17, 224; PoUux 7, 151 : o fiivrot rag piavögag xa&algcav . . . arpLOxA- 
gog kiyeraijj an den sich xogieiv ,ausfegen, säubern' (2, Seite 367) un- 
mittelbar anschliesst — Weniger verständlich ist das beginnende ^a- und 
schwerlich das selbe mit der gleichlautenden oben (Seite 260) betrachteten 
Form. 
^exeXrid' (Cexekrlg) ,runder Eürbiss' oder ,ninde Bübe^ 

Athen. 9, 369, A: Nixavdgog ö^ 6 Kokogxomog iv ralg rXwaaaig (näm- 
lich qniaX) nagd BoiWTOlg ydatgag ovofid^ea&at %dg xgdfißag, Tag 3k 
yoyyvUdag CexeXrlöag' !/ifi€g£ag di xal Tifxaxldag Tag xoXoxvyrag ^exeX- 
rldag xaXeia&ai. 

Dunkler Herkunft Ob etwa ungriechisch? 
gieret, Buchstabenname. 

Fiat Erat 427, A : öid tov q>l xal tot xpi xal %ov alyfia xal tov C^to, 
ort Tcvevfjtardör] Tct ygdfifiara, ndvxa vd TOiavva fie/jilfAfjTai aiioig ovo- 
ptaC^wVy olov To xpvxgov xal %6 teov. 

Aus dem Semitischen entnommen, doch ist die Entwicklung der Form 
nicht ganz deutlich. Im Hebräischen steht als Buchstabenname zajin 
,Waffe' entsprechend gegenüber. 
gijT^ccv ,suchen'; dorisch ^dTisiv (Theokr. 2 1 , 66 : ^arei tov adgxivov 
Ix^y. 1,85: ^äTolaa, doch unsicher überliefert — Daneben ^äTevu 
Alkm. 33, 8). 

Bei Homer nur II. 14, 258: o (Zeus) d^ imeygofievog xalinaivev, fgin- 
Td^wv xaTci düifia d-eovg^ ifih (den Schlaf) d' H<^o ndvrwv ^ijt£€. Aesch« 
From. 262: ad-Xov d^ ixXvoiv lI,r]TU Tivd* 776: /ät^ ti aavr^g kxfiad'elv 
CiJT€i Ttovovg. Soph. Eon. Oed. 362: q>ovia ah tprinl Tavdgog ov ^tiTelg 
xvgeiv, 659: ev vvv inlOTWj Tav&* OTav ^r]T^gj ifiol ^rjTdiy oXe&gov rj qwyrjv 
kx T^aöey^g. 259: inl ndin dg>l^o(4ai, ^rjTiuv tov avTOx^iga tov q>6vov 
Xaßelv. Hdt 1, 94: Trjv fikv hegrjv tcSv rjfiegiiov Ttal^eiv Ttäoav, %va dfj 
^ri ^rjTioiev (,vermissenO aiTla. Xen. mem. 1, 1, 15: ol tu d^ela ^tiTOvy- 



266 Griechische Etymologie. 

reg. — Daneben gleichbedeutend: ^tiTeveiv. Hom. hymn. Ap. 2 1 5 : cS^ 
TO TtQtitov XQ^f^'f^Q^ov avd-Qwnoiot ^r]T€Vü)y xcera yaiav ißtjg. hynm. Herrn« 
391: äfig>oxiQOvg d* hUkevCBv 6fi6q>QOva ^v/iov ix^vtag ^rjreveiy, Hes. 
Werke 400: ^rJTtove avv naldeaai ywaml te &v/Ädv axevwv ^rjrevfjg ßlo- 
Tov nara yelrovag. 

Enthält ganz wie zum Beispiel daziea^ai ,theilen' (Seite 201), nati- 
ea&ai ,verzehren* (Seite 497), xarhiv ^bedürfen', ,begehren^ (IL 9, 518; 15, 
399 ; Od. 3, 48) und andere ähnliche abgeleitete Verba ein suffixales r, so 
dass sich als Verbalgrundform also ein l^ri- ergeben würde, wie wir es 
auch schon aus dem aller Wahrscheinlichkeit nach reduplicirten dl^rja&ai 
,aufsuchen, erstreben^ (Seite 209) glaubten entnehmen zu dürfen. Genau 
Entsprechendes scheint sich in den verwandten Sprachen nicht zu finden. 
Altindisches jä- ,gehen, kommen^ (BY. 8, 9, 18 : jäd v^has jd'si bhänünd 
,wenn du, o MorgenrSthe, mit Glanz kommst^; BY. 1, 35, 3: jati daivds 
,es geht der Gott'), das lautlich genau entsprechen konnte, steht der Be- 
deutung nach fem. 
^firffeXo-v ,Ort wo die Sclaven zur Strafe gefesselt arbeiten mussten^ Heeych 
erklärt: ^ijr^eZov' to jwv dovXcjv xolaOTrjQcov. 

Eupolis BruchsL 348: woTteg yag eig ^rjTQelov kfineaciy. Theopomp. 
63: wg (xoi donBiv, slvai %6 uqo^vqov tovto ßaüaviarriQioVj %fiv d* ohdav 
^rjTQelov f] xaxov ixiya, 

Dunkler Herkunft Ergiebt als nächste Grundlage ein vermuthliches 
*JijT^€i;-g und dieses weiter ein *5^r^o-v. 
g^Y€Qc-S, Benennung einer libyschen Mäuseart. 

Hdt 4, 192: iivviv dh yivea tQi^a av%6&t (d. L Iv Aißvj]) iarL* ol fiiv 
dlftoöeg xaXiortai, ol dh ^eyigieg {to di ovvofia tovto Man fiip ^ißvxov, 
dvvcttai di xar^^Ellaöa ylwaaav ßovvoC)^ ol de ix^vieg. 

Ein libysches Wort. 
^iyvi'^ eine Eidechsenart Hesych erklärt ^lyvig' ^ xailxi7 aavQa. 

Arist Thierk. 8, 147: dnoxtelvBi dh öaavovaa ij aq>6dQa Ttoul alyeir 
xal Tj xalovfiivrj x^^^^S ^^^ tivcjvj vtco d' IvLiov ^lyvlg (als Lesarten wer- 
den angeführt ^lyyrjg, ^lyyvgy diyvvg, deiftvig, ^vyvlg)* eari d* ofioiov raig 
fjtinQaig aavQaig^ %6 dh XQ^f^^ ^^^ rvfpXlvaig oq>eatv. 

Dunklen Ursprungs. 
gvy- ,zusammenbmden, verbinden', ,anspannen, anjochen', hat in allen Yerbal- 
formen ein diphthongisches ev mit Ausnahme des passivischen Aoristes 
^vy^vai (Soph. Kön. Oed. 826; ^vyivr- Find. Nem. 7, 6; Isthm. 6, 19; Aesch. 
Ch. 795; Soph. Phil. 1025; i^vyrj Eur. SchuteH. 822; i^vyijg Eur. Iph. A. 907). 
Die präsentischen Formen sind durch w gebildet, so ^evyvvfievai (IL 3, 
260; Zeuyvvfiev IL 15, 120; levyvvfiBv IL 16, 145). 

Bei Homer 23 mal, so IL 18,276: viprjlal re nvhxi aavldeg (,Thfir- 
flügelO t' hti Ttja* dQaqviai ficmgal ki^BOtoi i^evyfiiyai elQvcaoyrat. 
IL 3, 260: Ixikevae d' halgoia XitTCOvg ^evyvvfievai. IL 24, 783: ol 6' 
V7t^ dfia^TjOiv ßoFag ^fnovovg ts ^evyvvaav. Od. 3,492—15, 145»» 190: 



Griechische Etymologie. 267 

%fcnovg TB t^Btyywyx^ ava i>' aQ/Äora tzoitcIV ißaivov. Hes. nur im Bruch- 
Stack 93, 6 : ol äij roi ngohov ^evSav viag dfiq>i߀klaaag. Soph. Eon. 
Oed. 826: ^ yaf^oig fie del iirixqbg Cvy^vai. Eur. Schutzfl. 822: eX^e 
. . . ifiov dh fi^TCOT* i^vyr] dipiag y iv avdqbg evvav, Hdt 4, 89: rov 
^ev^avTog t^v yiq>vgav. — Daza: ^vyo-v (siehe unten); — ^evyog- 
(siehe besondeis, Seite 269). 

Lat jüngere ^verbinden', ^anspannen', mit ursprünglich nur präsentischem, 
dann aber auch in alle übrigen Yerbalformen eingedrungenem Nasal; Att. 
trag. 474: qvem mihi ju/ngent? Caes. Gall. 4, 17 tigna bina sesqvi- 
pedälia . . . inter sS jungSbat; Plaut. Men. 862: eqvös junctdsjubis capere 
mS indomitös. — Dazu: j'ugo-m »=■ ^vyo-v. — jümento-m (aus yugm- oder 
auch ^jeugm-) ^angespanntes Thier, Zugthier*; PlauL Epid. 209 : fümenta 
düctmt; Caes. b. civ. 1, 60: ommbus umdiqoe canqvtsttis jümenüs; — 
con'jttg" (con-jux) ,6attinn, Gatte^ (Verg. ecl. 8, 18; g. 2, 326) mit der Neben- 
form wn-jvmg- (namentlich im Nominativ con-jv/nx wie Verg. Aen. 1, 47 ; 
2, 597 ; 6, 473). 

Altir. ughaim ,Pf erdegeschirr* ; — altkom. iou ,Joch^ 

Goth. jukor =• tvyo-v ; — jiuJcan ,kämpf en, siegen' ; Kor. 1 , 9, 26 : svajiuka^ 
ni sv^ luftu bliggvands; Rom. 8, 37: in thaim allaim jiuJcam {.vjtBQvi-- 
xtSfiev') thairh thana fr\i6ndan uns; — ßuia ,Zom'; Kor. 2, 12, 20 und 
Gal. 5, 20 : ßukös {.d-v^oL). — 

lit. jüngiu ,ich joche, spanne ins Joch'; — jimga-s ,Joch am Pfluge, 
in das der Hals der Ochsen gesteckt wird'. 

Altbulg. igo (aus jügo) — ^vyo-v. 

Armen. Itsem (yermuthlich für ytsem) ,ich spanne an' (Hübschm. arm. 
St S. 33). 

Altind. jitg- ,anspannen, anschirren, zusammenjochen' ; ,Yereinigen, ver- 
binden'; BV. 1, 82, 6: jundgmi tai . . haifinä hdri ,ich spanne dir an die 
beiden gemahnten Bosse'; RV. 1, 6, 1: jungdnti bradhndm ,sie spannen an 
das rothe (Boss)'; — BV.7,79,2: vigas na jüktä's ushdsas jatanti ,wie ver- 
bundene Stämme vereinigen sich die Morgenröthen'. — abhi-jüg- ,An- 
greif er'; BV. 4, 38, 8 : utd sma a^fa tanjatdus . . . abhijugas bhajantai 
,und vor seinem Donner fürchten sich die Angreifer*. — 

Altostpers: jug- ,verbinden, sich verbinden'. 
^'ÖYaOrffo-v ,Kiste'. 

Ein seltenes Wort Soph. Trach. 692: i&rjyta av^mtv^aa^ dkainTtkg ^klov 
'AolXifi Cvyaatgq} öwqov. Xen. Eyr. 7, 3, 1: valXa xQW^*^^ nagadexo- 
^livovg iv ^vyaojQotg an^aavTag ig>* afia^wv iniaxBvaaai. 

Lässt zunächst wohl ein %vyatBtv ,fest machen, verschliessen' (?) muth- 
maassen, wonach es an erster Stelle ,Mittel oder Gegenstand zum Ver- 
schliessen' bedeuten würde. Zu Grunde liegt l^vy- ,zu8ammenbinden, ver- 
binden' (Seite 266), das beispielsweise Thuk. 1, 29 {t,Bv^avTig xh Tag naXaiog 
nämlich vavg) bedeutet ,festmachen, in Stand setzen'. 
gvyd-v (bisweilen t^vyo-g^ wie Hom. hym. Dem. 217; Kallim. Bruchst 467; 



^ 



268 Griechische Etymologie. 

Plat Tim. 63, B), ^Joch, V erbindungsholz^ ; ,Qaerstab an der Leier'; Ruder- 
bank'; yWagebaiken' und dann auch überhaupt ,Wage'. 

Bei Homer 28 mal IL 24,269: xad d* äno naaaal6q>i ^vyov f/Qtov 
fifii6v€iov, Ttv^ivov 0fiq>al6feVy kv ßoiiJTceaatv ctQriQog. IL 5, 730: in axQtfi 
(nämlich Fqvfxf^) öijaev xQ^^^^ov xakov ^vyov, IL 5, 731 : vno de ^vyov 
ijyayev llQfj Innovg, — ILO, 187: ln\ dk (nämlich (pOQiiiyyi) d^Qeov 
^vyov rjsv. — Od. 9, 99 : vrjval d* ivl yXaqfVQf^aiv vno ^vya df^aa Feqvaaag 
(nämlich %kaloy%ag). — Aesch. Schutzfl. 822: aov d' inlnav ^vyov ra- 
Xctrtov. — Plat Tim. 63, B: atqtüv %dv ^vyov, Prot 356, B: tuxI %d kyyvq 
KLoi %o noQQta avi^aag iv j([j ^vy(f. — Dazu: vtftL- ^vyo-g ,in der Hohe 
(vipc 2, Seite 152) thronend' (?), eigentlich wohl ,dessen Ruderbank', dann 
überhaupt ,Sitz' (zu vergleichen Aesch. Ag. 1618: xgatovvTtov xcJy knl 
^vyi^ doQog ^derer die auf der Ruderbank des Schiffes thronen'; Enr. Ion 
595: fjv d* elg %d nqvhov noXeog ogfirj^slg Hjoyov ^rjxcu Tig elvai) in der 
Höhe sich befindef ; 4 mal bei Homer (IL 4, 166; 7, 69; 11, 544; 18, 185), 
als Beiwort des Zeus. 

«s Lat jugo-m ,Joch'; ,6espann, Paar'; ,Gtebirgskamm' ; Plaut Cura 50: 
jamne ea feri jugum? — Plin. 33, 135: ^dknt . . . relinqyere . . . juga 
boum tria müia sexeenta, — Verg. ecL 5, 76: dum juga montis aper 
. . . amähit 

Eymr. tau; — altkom. %ou\ mbret yeu (Hck 2^, 224). 

«> Goth.yuÄ^ fCjespann, Paar'; Luk. 14, 19: ju^ auhsne usbauhta fimf; 
— nhd. Joch, 

«= Altslay. igo (aus "^jif^o) ,Joch'. 

Armen, luts (vermuthlich aus *Jufe) ,Joch'. 

=» Altind. jugä-m ,Joch', ,6espann, Paar'; RV. 3, 53, 17: m&' jugdm vi 
gäri ,nicht zerbreche das Joch'; — Mbh. 

Zu ^vy- ,zusammenbinden, anspannen' (Seite 266). 
Svyiäj vielleicht eine Ahomart 

Theophr. Pflanz. 3, lly 1: v^g di atpevöafivov • • • ovo yivti jtoioiair 
ol dk %Qla* tv fjikv Sri v(f xoiv(^ nQoaayoqevovai ag>ivöainvov, ireQOP 8k 
^vylav • • . • ^ dh ^vyla ^av^ov aal ovkov (nämlich ^et zo %v}jov)f %o 
di q>vXXov evfiiye^eg af^g>w, 5, 3, 3 nvKvov di xai ^ Mq>ivdafiyog xal 

Etymologisch nicht yerständlich. 
^vyCd- (Cvylg) ,QuendeI, Thymian'. 

Athen. 15, 681, F: Oillvog di gyrjaiv avr^v (nämlich ilQftvkkow) ^vylda 
xalela^ai. Diosk.3, 40: 6 di %lg (nämlich %Q7cvlXog) lativ ayQiog^ og 
xal ^vy\g xalelrai. 

Ob nebst dem Vorausgehenden etwa zu ^vy- ,yerbinden' (Seite 266) ge- 
hörig? So bleibt doch der bestimmtere Grund der Benennung unklar, 
g'öyaiva, Name eines nicht genauer zu bestimmenden Fisches. 

Arist Thierk. 2, 68: ol fiiv nqog Ttp iJTtctri vtSv ix&vwv (nämlich x^il^i^ 
^Xovaiv) olov ot t€ yaXmdeng .... xal ßelovr] xal ^vyaiya. 



Griechische Etymologie. 269 

Seiner Herkunft nach nicht yerständlich. Das Snffix wie in vaiva 
,Hyäne' (2, Seite 142). 
Ssvy-v^iisvai (IL 3, 260; ^evy-vvfiev IL 15, 120) ^zusammenbinden, verbinden, 

anschirren', siehe anter Cvy- (Seite 266). 
geCfyos- ,6e8pann. Paar'. 

Bei Homer nur IL 18, 543: rtolkol d' agoT^Qeg iv dvtfj (d. L v€u^ 
fjtalax^) ^evyea divevovTeg ilaargeov %v&a xal ivd-a. Hdt 1,31: l'dee 
ftavTwg Trjv firjräQa avräv ^evyet (in gleichem Sinne liest man etwas 
weiterhin rf^v afxa^av) xofnad^vai ig %b Iqov. 3, 130: dtogiezat . . . o 
^OQelog ntdiiav %qvaifav ovo ^evyeai. 7, 35: yLoreivai ig ro Tcikayog 
TtBÖiiav ^evyog. Thuk. 4, 128: oaoig ivirvxov xara Trjv odov ^evyeatv 
avTwv ßoBixoig • . . . Ta fxhv VTtoXvovTsg xavixoTtTOv. 

B» Lat. jüguS'^ das nur in wenigen Oasusformen wie namentlich dem 
pluralen jügeribus (Varro r. r. 1, 18, 1; 5; 3, 12, 1; Ov. met 4, 458; liv. 
34, 4) als Nebenform von jügero-m (Varro r. r. 1, 10, 1 ; 2; liv. 42, 34) be- 
gegnet und ein bestimmtes Landmaass bezeichnet, ursprünglich vermuthlich 
,was ein Gespann Ochsen in einem Tage umpflügte'. 

Zum Vorausgehenden. Das Vocalverhältniss wie in xev&og- ,verborgene 
Tiefe' (IL 22, 482; Od. 24, 204), xpevdog- ,Lüge' (IL 2, 81; 349; Od. 3, 20) 
und sonst 
gef^fiar- {^evyiia) ,Zusammengefügtes'. 

Eur. Iph. A. 443: sig oV dvayxrig ^evyfiar' (,Joch, Fessel') ifiTtercra,' 
xafji€v. Thuk. 7, 70 : ineid^ d^ ol lA^valot nQoaifxiayov T(p l^evyfiOTi 
(,Hafensperre'; . . . ifteigwvro Xvsiv rag xJLjjaeig. Polyb. 3, 46, 2: rccvraig 
(nämlich axedlaig) di av^evyvvneg akkag in %äv ixxog TCQoarjQfio^ovy 
jtQorUvoyseg t^v xaraaxevrjv %ov ^evy(ia%og (,Schiffbrücke') elg rov TtÖQOv, 
PluL mor. 174, E: ro %ov "Iojqov ^evypia (,Schiffbrücke') Xvaavrag. Plut 
Harcell. 14: vnig di fieyakov ^evyfiot^og vetiv oxtcu Tcgog dkktjXag avvde" 
defiivwv firixav^v agag ininXei ngog %6 telxog. 

L<at jümento-m (wohl aus ^^jeugm-) ,ange8panntes Thier, Zugthier' ; Plaut 
Epid. 209: jümenta düeunt; Caes. b. civ. 1, 60: omnihus tmdiqve con- 
qvfsitfs jümentu. 

Buht auf dem selben Grunde, wie das vorausgehende Wort. 
^e^ÖY^ri ,Jochring, Jochkranz', in das der Kopf der Zugthiere sich hinein- 
fügte. 

Bei Homer zweimal. IL 17, 440: x«/ti^ (der Bosse) ^evyXtjg i^egmovaa 
naga ^vyov dfig>OTigw&€v. IL 19, 406: näaa de xctlrrj ^evyltjg i^egiTtovaa 
naga ^vyov ovdag 'ixavev. Pind. Pyth. 4, 227: lovg (nämlich ßoag) dyayvjv 
^evylf TtiXaaaev. Aesch. Prom. 463 : il^Bv^a ngürog iv ^vyolai xvvidaXa 
^evykaiai dovXevovra adfxaolv re. Hdt 1, 31: ol veavlai vnoivvxBg avxol 
ifto r^v ^evyktjv elkxov %iqv dfia^av. 

Stellt sich unmittelbar zu den nächstvorausgehenden Wörtern. Das 
Suffix wie in aiyXt] ,61anz' (2, Seite 86). 
gd^- (^drp) ,Meer', insbesondere wohl ,wogendes Meer*. 



270 Griechische Etymologie. 

Clemens. Alex. (Strom. 5, 673 und 674) erklärt ^atp dh t6 nvQ ol fiky 
Ttaqa Trjv Ciaiv d(Aa&aig iSi^avro, xakeivat d' ovroig ^ &aXaaaa und 
giebt dazu folgende Belege: ^ail^ dk noxX CTtiladeaai vewv oUtegga xa- 
Tivvei (Euphorion iv raig tvqoq &€od(aQläav avTcyQaq>alQ), ftoprov fiaivo- 
liivoLo ftBQiaTelvei akvxiq ^dtfj (Dionysios der Jambendichter); xagldctg ty 
^dxff hcq>iQei xix^dia (Eratinos der Jüngere) ; afifiag 'lyvrJTwv xai TeXxl- 
vwv iq>v 1} aXvioj taxf) (Simmias von Rhodos). 

Dunklen Ursprungs. Da nur der Nominativ belegt zu sein scheint, ist 
die Stufe des Labials nicht mit Sicherheit zu bestimmen. 

gigdvco-v ,Lolch, Unkraut im Getraide'. 

6eop. % 34: %6 ^i^aviov, to keyofievov alga^ q^^elgei tov al%0Vj Sgtoig 
ök ftiywfjiivr] othotoI rovg iod-lonag. 14, 1, 5: TQOfpjj dh t6 ^wov (negia- 
zegd ist gemeint) xalgei . . . alxiff %ai tolg i^ avTOv %olg xalovf^ivoig 
^i^avloig, Matth. 13, 25: riXd^ev airov 6 ix^Q^S ^f^i Inianeigev t^Uvut 
ava fiiaov tov alxov. 

Dunkler Herkunft Der von Fick (1 \ 399) vermuthete Znsammenhang 
mit nhd. Qu^lce und ^^-v ,leben' (Seite 262) ist mehr als zweifelhaft 

g^Sv9)o-r, eine ausländische Apfelart 

Greop. 10; 3, 4: oLTtb dk nagaanadog ijvoi fioax^v/dartov g>vr evevai fx^la 
xal Ta SfAOUx, olov xigaaog, ^l^vq>ov » , , 10,43: to ^l^vq>ov gn^reverai 
xal 1$ ogTvi^xwv and fiiaov tov öivdgov Xafißavofiivtovj wg 6 /^Idviiog h 
Toig rewgyixolg avrov q)rjai. 10,44: Zl^vq>a elg oLvofieXi q>vX6%TeTai 
ifißeßXtjfjiiva, 

Ohne Zweifel ungriechisch. Bei Piinius 1 5, 47 heisst es : mälSrum plüra 

su/nt genera . aeqye ^ peregrina sunt zizipha et tubwres^ qvae et ipsa 

nön pridem v&nSre in Italiam^ haec ex Africä, illa ex Syriä. 

Saxgaßäq- ,dessen Angriff gross oder heftig ist' (II. 5, 525; 12, 347 »> 360; 
13, 684) wurde schon unter ^a- (Seite 261) aufgeführt 

5d<pBXo'q ,heftig* (?). 

Nur Nik. al. 556: aX^alveij totb vig&e nvgog ^aq>iXoio (abweichende 
Lesart: ^acpXeyolo) xegalr^g. — Dazu: in i'^dq>€Xo'g, das schon früher 
(1, Seite 363) aufgeführt wurde. 
Etymologisch noch nicht verständlich. 

iiipvgo'-g ,Westwind*. 

Bei Homer 23 mal. B. 2, 147: wg d' Stb xivrjorj ^iq>vgog ßadif Xijßiov 
iXd'ijiv, Xdßgog knaiyl^cjv. B. 9, 6 : wg d^ cvefiot. ovo norrav oghewov 
IX^oßevTa, ßoggrjg xal Zig)vgog, tu tb Qgjjxijd^ev aßtjTov. B. 1 1, 305 : wg 
onoTe vicpea ^i(pvgog aTvq>BXl^rj cgysOToo votoio, ßad'eif) XaiXani Tvmtav, 
B. 19,415 : vüJi de xal xev Sfia nvoiij ^€g>vgoio ^ifoifievyfjv neg IXayfgardTfjv 
(pdo^ ^fifievai. B. 21, 334: avTccg iyd ^€g>vgoio xal dgyeoxao votoio äaopuxt 
i^ dXod'Bv x^Xsjciiv ogoovaa ^eXXav. IL 23, 208 : IdxtXevg ßogifjv tjöi 
^ig>vgov xsXadeivov iX&ifiev dgoTau Od. 5, 295 : ^vv d* evgog ve vorog 
T* %nBöov ^iq>vg6g ts dvaaßfjg xal ßogirig ai^gTjyevirrjg. Od. 5, 332: 



Griechische Etymologie. 271 

akkoTS fidv te vorog ßogij) Ttgoßaketme g)iQ€a&ai, akkore d' ctüt' evgog 
tetpvQip ßel^aaxe dicixeiv. 

Das Suffix wie in aQyvgo-g ,Silber* (1, Seite 281); die Herkunft des 
Wortes aber ist nicht deutlich. Oft angenommener Zusammenhang mit 
dem folgenden sehr fraglich. 

^ötpo-q jBxmkeVj insbesondere das Dunkel des Westens und das Dunkel der 
Unterwelt. • 

Bei Homer 12 mal. IL 12,240: eXt" in;} de^r i(oai (die Vögel) Ttgog 
ijßoa t' Tjßikiov T€, €?x' Itt' dgiatega %oL ye ftoxl ^otpov rjßeQofevra 
(Westen). 11.15,191: Lifld^g di kaxev lotpov ijßegoßevra. 11.21,56: 
TgtSeg . . . avrig dvaavijaovTaL vnb ^6g)ov TJßeQoßevtog. Od. 3, 335 : ijdrj 
yccQ (paFog o%xBd^ vnb ^otpov. Od. 10, 190: ov yccQ FlSfxev Snji ^otpog 
ovo* omj riFtig. Od. 20, 356: Fufiiviov ^geßoade vitb ^6g>ov, 

Ungewisser Herkunft Beruht der Anklang an dvofjpo-g ,Dunkelheit^ 
(Seite 230) und dann auch an %viq>ag'' ,Dunkelheit' (2, Seite 327) nur auf 
Zufall? 

gdd'eo-^ ,auf einen grossen Gott bezüglich, einem grossen Gott geweiht, 
heiligt (H. 1, 38 — 452; 2, 508 und sonst), wurde schon unter ^a- (S. 261) 
aufgeführt 

gü^o^ (wird auch l^v^og- geschrieben) ,aus Gerste bereitetes bierähniiches 
(^tränk^ 

Theophr. c. pl. 6, 11, 2: tovg (yon Fruchtsäften ist die Bede) de xai 
i^loravTcg (,yerändemdO fijg qyuaetog xal v7toari7tov%eg elg x^^oifg ayovai 
7coTlfiovg olov (ig ol Tot/g oivovg Ttowvvreg Ix raiv x^ti^cöv xal TtvQÜv 
•Aal %b iv Alyv7t%(fi xakovfievov ^v^-og. (Das selbe sagt, doch ohne unser 
Wort anzuführen, Hdt 2, 77: Alyv7t%iot . . . oivf^ d^ Ix nQid'iwv TtSTtoL- 
Tjfiivq) dictxQdovrai und darauf hin weist auch Aesch. Schutzfl. 953 : agae- 
vag %oi T^ade y^g olxrJTogag eigi^aer* ov 7tlvov%ag Ix xQi^div fii&v). 
Diodor Sic 1, 34, 10: xaTaaxevd^ovat dk xal Ix rcJy xgi&wv AlyvTtztoi 
icofia keiTtofievov ov rtokv r^g negl rov olvov eviüdlag, o nakovai ^v&og. 
Poseidon, (bei Athen. 4, 152, 0): nagd ök rolg vTtodeeoTigoig (nämlich 
Tcjy Kekriov to nivofievov ia%i) tfVd-og jcvgivov fievd fiikirog kaxevaa- 
fiivov. Strabo 3, 3, 7: Avai%avo\ .... xgwvtaL dk xai ^v&Bt. Plut mor. 
499, £: vbv kki(pav%a t(^ ^v^ei inakayiov yivofievov xa2 ;(aAaj>yTa xdfi- 
TtxovOL xal öcaaxrjiiaTl^ovaiv. Diosk. 2, 109: ^vd-og axevd^erai h. Trjg 
xgid^g. 
Ungriechisch ; aller Wahrscheinlichkeit nach ägyptischen Ursprungs. 

g€<T-: ^ieiv (aus *^iasiv) ,8ieden, aufwallen^; auch öfter in übertragener 
Bedeutung gebraucht Hie und da finden sich bei Späteren auch durch 
yv gebildete präsentische Formen, wie ^evvvfjievov (Diosk. 2, 77 ; aus *l^€avv-). 
Bei Homer 4 mal. 11.21,362: wg dh kißrig ^iei hdov, iTtecyof^evog 
Ttvgl nokk(p. IL 21, 365: wg %ov (nämlich Tto'sa^ov) %akd ^iFed-ga Ttvgl 
<pUy&[0, liB ö' vd(og. II. 18, 349 = Od. 10, 360: avtag btcsI öfj ^iaaev 
vdtag hl Privoni x^^V (^^^ gekochtem Wasser ist die Bede). Hes. th. 



272 Griechische Etymologie. 

847: i^ee dk x^c^y ncaa aal oigavog ijde &aXaaaa. Hdt7, 188: Tr^g 
&aXdaarjg ^eaaaT}g. — Aesch. Prom. 378: ogyijg ^eovarjg elalv La%Qol io- 
you Soph. Oed. Eol. 434: onrivlx i^Bi &vfi6g. — Dazu: ^earo-g ,ge- 
sotten, siedend heiss'; App. Iber. 85: ra %e ottla avTolg wqioto xgia 
^eara xal dicta elvai, Nik. Brachst 70, 1 1 : iv ^ear(p anoßaTCttov vdavu — 

Kymr. iäs , Aufwallung, siedende Hitze*; — breton.^o (ans *v(hje$') ge- 
gohren' (Fick 2^ 223). 

Ahd. jesan ,gahren, schäumen*; mhd. jesen und auch schon gern] — 
nhd. gähren. — Dazu : nhd. Oischty mhd. jest ,Schaum*. — Mnd. und und. 
Gest ,Hefe'. 

Alimd.ja8 ,kochen, überkochen*; ,sich anstrengen*; BV. 7, 104,2: aghäQan- 
sam dbhi aghäm tdpus jajastu carüs agnivan iva ,den Bösewicht ver- 
brühe böse Gluth, gleichwie ein Topf im Feuei*; BV. 3, 53, 22: uhhä' cid 
jdishanü [jaish- wohl eine aus Jas entwickelte Nebenform] prd-jastä phdi- 
nam asjati ,jeder kochende Topf, o Indras, überkochend wirft Schaum*. 
— BV. 9, 89, 4: a-jä'sam ägvam rdthai jtmyanti ,das rasche (eigentlich 
,sich nicht anstrengende*) Boss spannen sie an den Wagen*. 

Altostpers. jishjant- ,wallend, hervorbrechend*. 
g(o$- ,umgürten*, mit passivischen Perfectformen wie ^^loavo (Flut. Anton. 4) 
und dem participiellen i^wofiivo- (Hdt 2, 85; 7, 69; Thuk. 1, 6; Ar. Vögel 
1148) und passivischen Aoristformen wie dia-^uia&fj (Theophr. Brnchst 6, 
1,22). Das Präsens ist durch vv gebildet, so das mediale ^iavwa^ai 
(D. 11, 15 und 23, 130; aus ^aia-vv-ad-ai) und zum Bdspiel die active 
Form TtaQO'^vjyvvvra (Plat Staat 8, 553, C; aus "^'^wavvyTa). 

Bei Homer elf mal, darunter nur einmal in activer Form, nämlich Od. 
18, 76: dgrjaTrJQeg ayov ^(iaavTeg avayxr] deößioTo. H. 5, 857: ig iuv€- 
tSva, o^t ^(jJvvvaxeTO fxlxQfjv. IL 11, 15: WrQeßldrjg . . . Cdyrva&ai avw^ 
yev jiqyetovg. IL 23, 130: Idxi^^^g • • • MvQfjLidoveaaL . . . xäXevacv xak- 
xoy llfiivvva&ai. IL 14, 181: ^cJaaro de ^wvrjv. Od. 18, 30: ^oJaac (,gürte 
dich*). — Dazu: ^cjctt^Q' ,6ürtel, Leibgurt*; auch ,eine Art Meeitang*; 
IL 4, 132: od'i ^cjgt ff Qog oxrjfeg xqvaBioi ^vvexov xal diitloog rjrrevo 
d'WQr}^, IL 4, 215: kvae di ßoi ^warfJQa navalokov. IL 6, 219: Fotvevg 
fihv ^wav^Qa öldw (polvixi q>aFetv6v. H. 10, 77 : Ttag dk ^(aarr^Q xelvo 
Ttavalologj (p ^* 6 yeqaiog tfivwxo. Od. 14, 72: ^iaazfiQi ^ofaig ^i- 
ßegye x^'^^'^^» — Theophr. Pflanz. 4, 6, 2 : rov yag g>vxovg to fiiy iari 
7tkctTvqn)XXov, taivioeiöig, xQ^t^^ notadeg ^ixoVy o df} xal nQaaov xaJLovoi 
riveg, di dk ^woTr^Qa. — ^tiaxQO'V ,Gürtel*; nur Od. 6, 38: afjia^av , . . 
ij x€v ayrjaiv ^ioatQa re xai niukovg. — ^oivrj (siehe Seite 274); — 
^cJ/uaT- (siehe Seite 274). 

liL justi ,gürten* ; — jästa ,Gürtel*. 

Altslav. pchjasü ,Gürtel*; — po-jasati ,umgürten*. 

Altostpers. aim-jäh- ,umgürten, begleiten*; — jägta- ,geschürzt, bereit*; 
herezi'jästa- ,hochaufgeschürzt*. 
^iboxuo'V ,Ort wo die Sclaven zur Strafe gefesselt arbeiten mussten'. 



Griechische Etymologie. 273 

Ar. Brachst 93: ^doTeiov, das entnommen wurde aus Elym. M. 414, 40, 
wo es heisst: ^WTeioV TrQonago^TOvwg 6 fivktjv' ftaqa Tag ^eiag .... 
Ol dk TOTtov ovofÄOy OTtov hioXäCflvjo ol otxivai, [^Qiatogxivrjg BaßvXw- 
vloig ^(ioTeiov, dg iigog 6 Mik'qoiog eXgrjxev. 

Eben so wenig etymologisch verständlich, als das im Etym. H. daneben 
genannte ^oireio-v und als das gleichbedeutende ^rjTQelo-v (Seite 266). 
^dyxXri ,Sichel, krummes Winzermesser'. Dialektisches Wort 

Nik. al. 180: rj^og vno ^ayxkrjai negißgld-ovoav OTewgrjv • . • xelQovteg 
&Uß(aaiv. — Daneben in gleicher Bedeutung: ^ayxXo-v. Eallim. Brachst 
22: ^ayidov (aus Tzetzes zu Lyk. 869, wo es heisst ro dqinavov Ttaga 
JSixekolg ^dyxXov xakeirai). Brachst 172: niKQvmaiBvvj] (so bei OSchneider 
nach Vermuthung für das unverständliche ywj^) ^ayxlov vno X&ovItj. 
Thuk. 6, 4, 5: ovofia di to f*kv TtgutTov Sayxlrj (Stadt auf Sicilien, das 
spätere Messene) 17 v ino rtSv Sixehüv xkriS'elaa, ort ÖQeTtavoeidig vf^v 
Idiay %6 xiOQlov iavl, to dk dgirtavov ol 2ixeXol ^dyxXov xaXodaiv. 

Das Suffix wie in ^evyXri , Jochring, Jochkranz' (Seite 269), tQwyXi] 
,Loch, Höhle' (2, Seite 823) und sonst. Die Herkunft des Wortes ist nicht 
deutlich, seine ursprüngliche Bedeutung aber wird vermuthlich ,die kramme' 
gewesen sein. So ergiebt sich auch aus Strabo 6, 2, 3 : tovvofia fiertjX- 
Xa^e (nämlich Meaai^vr]) xaXovfiivtj 2dyxXri TtQoveQov dia vf^v oxoXiotriTa 
Tüjv %6n(av {JI,ayxXov yag ixaXeiro %o axoXiov), 
^öiißgo-g, eine nicht näher zu bestimmende Stierart 

üeberschrift zu Anthol. 9, 300: elg TtevxiaTrjv tavQOv %6v xaXovfievov 
U/ußgov Xoyxcvoavra' rlg de 6 rtevxiarrjg ovx olda. 
' Vermuthlich ungriechisch. 
Ziqv- bildet mehrfach die Oasusformen zu Zev-g (Seite 264), so den Genetiv 
Zqvog 22 mal bei Homer, wie IL 4, 408: Zrivog agiay^, IL 11, 795: Ttag 
Zrjvog, 11.12,235: Zfjvdg fihv igiydovTtoio, den Dativ Zrjvl 9 mal bei 
Homer, wie IL 2, 49: Zrjvl (paFog fegiovaa, IL 4, 1 und 7, 443: ol de &€oi 
nag Zrjvl xad'rifievoi, IL 8, 250: navofJLq>al(fi Zijvl, den Accusativ Zijva 
(IL 14, 157 und Od, 24, 472. Vor folgendem Vocal ist Z^v' von der Accu- 
sativform Zijv — siehe Seite 264 — nicht sicher zu unterscheiden, wie 
zum Beispiel IL 5, 756: Z^y' vnarov oder Zijv vnavov?). Die zugehörige 
Nominativform Zi^v ist ungewöhnlich, findet sich aber zum Beispiel im 
dorischen Gewände bei Ar. Vögel 570 : ßgovrazw vvv 6 fieyag Zav und 
bei Tzetzes (Prohom. 35: Oalvwv ijdi Zrjv xal ^Agrig). 

Vergleichbare Bildungen scheinen onXrjv- ,Milz^ (Hdt2, 47; Hipp. 2, 
130; 325; 486; Ar. Thesm. 3; zu altind. pUhdn- ,Milz' AV.) und ^i)v- ,Schaf 
(Ap. Rh. 4, 1495; Nik. ther. 453; alt Fgr^v- in noXv-ßgtjv ,schafireich* IL 
9, 154 = 296). Vielleicht aber weist die Accusativform Zfjv «» altind. c^äm 
(aus ^c^dvantj siehe Seite 264) auf den richtigen Weg der Erklärung und 
Zijv' ist aus altem *djavan' hervorgegangen. So würde es sich unmittel- 
bar zu Zev-g (Seite 264) stellen, davon abweichend aber ein altes suffi- 
xales van enthalten. 

Leo Meyer, Gtieohische Etymologie, m. 18 



274 Griechische Etymologie. 

gc&vij yLeibgürtel' ; ,StelIe des Leibgfirtels am Körper'. 

IL 14y 181: "Hgri . . . ^(iaaro dk ^wvrjv Ixcnrov ^voavoia ciQafvlav. Od« 5, 
231: TtSQi dk Zwvrjv ßaXer^ l^l nalfjv xQ^aelrjv. — 11.2,479: ßUelog 
. . . ^/dget 3i ^wvrjv. 

Aus *^waviri^ wie zum Beispiel wvo-g «Kaufpreis' (1, Seite 651) aus 
*oGvo'g, alt *F6avo'g^ oder ßvvieiv ^vollstopfen' (Seite 105) aus ^ßva- 
-vieiv. Es gehört zu l^wg- ,umgürten' (Seite 272) und stellt sich seinem 
Suffix nach zu afAunnt] ^Windstoss' (Etym. M. 721, 28), q)uivi^ (aus "^qxaavriT) 
,Stimme' (IL 14, 400; 15, 686; 18, 219), wrfi ,Kauf' (Soph. BruchsL 823; 
Hdt 1, 153; Xen. yect 3, 12), Nebenform zu wvo-g ,Kaufpreis' (siehe oben), 
y^Xivri ,Lager, Betf (2, Seite 457) und anderen Formen. 
gcöpfvo^ac {9iX3A %wa'vva^ai) ,sich gürten', siehe unter *^cii(;- (Seite 272). 
iiyylßBQi-q, eine arabische Gewürzpflanze, unser ,Ingwet^. 

Diosk. 2, 189: ^lyylßegtg tdiov iarl q>vTdv yeyvcifievov h %fj TQwyXo- 
dvTixfj ^AqaßUf Ttkelavov .... iarc di ^i^la fiiXQij fSofteg xvrtelQov, vito^ 
Xevxa, TtBTtBQltpvza rfj yevaei xal evciöi], 

üngriechischen Ursprungs. Soll durch mehrere Mittelstufen zurück« 
führen auf altind. gjrngarvaira-m ,frischer Ingwer' (Sugr.), das aus ^rnga-m 
,Hom' (BV. 1, 140, 6; 1, 163, 11) und vaira ,Körper' (nur bei Lexikogn^hen) 
zusammengesetzt wurde, also eigentlich ,das einen Homkörper hat' be- 
deuten wird. 
gi]fitö ,yerlust, Schaden'; ,Strafe', insbesondere ,6eldstrafe^; dorisch ^äftlä 
(Ahrens 2, 139). 

Aesch. Prom. 329: yXtaaari ficeralif KrjfAia TCQoaTflßerai. 382: iv t(^ 
TtQOfirj^ela&at dk aal ToXfiäv xLva og^g kvovaav ^rjfilavy Soph. Kön. Oed. 
520: ov yag eig otTikovv fi ^tjfila fioi tov Juoyov tovtov q>ig€i. Brachst 
738: ^Tjfilav Xaßeiv afieivov iariv ij xigdog xcexov. Ar. Flut 1124: inoUig 
^Tjfilav hlote voiavr^ dya&* 1s%(av, Xen. mem. 2, 3, 6: ifiol di^ ortov av 
nagfj, nav%a%ov %al igytp xal JL6y(i} ^Vfila fiäXkov 7] wq)ileid icxiv. Plat 
Oes. 8, 835, A: %av%a fikv .... ovo' av fierazi&ifieva fh^a rj h^a fiiya 
TJj TtoXei xägdog rj ^rjfilav av cpigoi. — Aesch. Ch. 1032: Ttga^awi fih 
tavT* hxog aizLag nanc^g elvaij ftagivTa d' ovx l^cJ vijv ^rj/ilav, Hdt 
2, 38 : darjfiawov öi &vaavTi d-dvarog y ^ijfiir} irtixierai, 2, 65 : %d d' 
av Tig rwv ri -d^gliov tovrwv aTtoxTelvf], rjv (ihv hctov, &dvatog 17 ^fiirj, 
i^v öh dhcwv, dnorlvei ^fjf^ltiv t^v av ol Igieg xd^favTai. Plat Gles. 8, 
847, B : deofiolal re xal xgripidtiav ^rjfzlaig • • . xoXd^ovreg. 

Führt als durch suffixales lä abgeleitete Bildung zunächst wohl auf 
ein *^rifio- ,geschädigf (?) zurück, der Ursprung des Wortes aber ist 
dunkel. Es wäre genauer zu prüfen, ob das fi als nominalsuffixales 
Element, oder als der zu Grunde liegenden Yerbalform angehörig anzu- 
sehen seL 
gcofiaT- (^uifia) ,Lieibgurt, Leibbinde'. 

Bei Homer 4 mal. IL 4, 187: eigvaato ^ioari^Q re TtavaLFoXog f^d* ifti^ 
veg&ev t,(Zfxd %b xai fxlrgr]. IL 4, 216: Ivae di foi ^war^Qa navalßoXov 



Griechische Etymologie. 276 

Tjd ' vTtivtQ^ev ^(Sfid %e xai iiItquv. IL 23, 683 : t,wfia öi foi ngtoTov 
itaQoxaßßalev, Od. 14, 482: ifcofitjv aaxog olßov ^x^^ ^ol tfSfia ya- 
Fsivov. Soph. EL 452: dog airtp . . . xai $w^a rov/idv ov xhdalg ija- 

lit Jusmen- ,em Gurt, ein an der Schürze oder sonstwie befestigtes Band^. 

Stellt sich zu Bildungen wie nmpiaT- ,Deckel* (2, Seite 591), xw^ot- 
,tiefer Schlaf (2, Seite 344), dwfurt' ,Haus, Zimmer* (Seite 234), odü^at- 
,Leib' (IL 3, 23; 7, 79; 18, 161) und anderen. In ^cJ^ot- aber, das von 
Cwg- ,gürten' (Seite 272) ausging, erlosch vor dem suffixalen fi noch ein 
Zischlaut, ganz wie zum Beispiel in xatJ^uor- ,Hitze^ (aus *xavafittT-. Siehe 
2, Seite 298), in ^juat JLch sitze* (aus *qainai) und sonst öfter. 
gcofiö-^ ,Brühe*. 

Ar. Bitter 1174: ly 'S'eog . . . vvv ifte^ixei aov xvxQav ^iofiov nliav. 
1178: fi d* VßgifiOTtoTQa y^ igf&ov h, ^cjfiov Ttgiag (nämlich ^dtaxev). 
Wolken 386: ^wfiov Ilava&rivaloig i/urtktja&elg. Matron (bei Athen. 4, 
136, E): ddfiva fiiv ^wfiog re /liXag. Plat Lysis 209, D: hxpo^ivtav xgediv 
o rt av ßovlfjrai ifißakeiv elg tov ^ufiov. 

Enthält ebenso wie zum Beispiel ipufto-g ,Bissen* (2, Seite 563) und 
andere neben diesem schon genannte Wörter suffixales fio. Als verbale 
Grundlage hat man ^ea- : ^ieiv ,Bieden, aufwallen* (Seite 271) vermuthet, 
vielleicht nicht mit Unrecht. Dagegen ist Zusammenhang mit lat jus- 
(Plaut Most 277; Fers. 95 und 97) und altind. jüsUn- ,Fleischbrühe* (EV. 
1, 162, 13) wegen ihrer inneren Vocale nicht wahrscheinlich. 
gvfiii ,Sauerteig*. 

Arist gen. anim. 3, 4: ^ dk toi t^ov av^rjaig ofiola rolg axtukij^lv kaxiv 

t6 dh aitiov Ttagankrjaiov oneq inl Trjg ^vf^rjg' xal ydg fj ^vfirj 

ix fiixQag fieyalf] ylverai^ rov fiiv atBQBoniQov vygaivofiiyovj rov d* vygov 
TcvevfÄavovfÄivov. Flut mor. 289, F: ^ de ^vfurj i^al yiyovev Ix qy^ogäg 
avTti wxl (pd'elQBt TO qivqafia fnyvvjnävrj, Mth. 13, 33: o/iola iarlv 17 ßa- 
oikela räv ovQaväv &fif}, rjv Xaßovaa yvv^ ivixgvtpev eig akevgov adra 
vgla ecag ov i^vfiti^rj oXov. 16, 6: oqote xerl ngoaix^^ ^^o Trjg ^vfitig 
(bildlich für ,verderbliche Lehre*) t(Sv OaQiaalwv xal Saödovxaiuv. Kor. 
1,5,6: ovn oYdaTB o%t f^iXQa ^vfitj oXov vo qwQOfia ^Vfiol; 

Das Suffix wie in ^vfiij ,Schwung, Andrang* (Thuk. 2, 76 ; Eur. Bhes. 
64; Antiphan. bei Athen. 10, 449, B), ^vfirj ,das Jucken, Kitzel* ((Sälen, gloss. 
Hipp. : ^vfiT] ' 6 TcahlTai xvtjafiog) , Ti/i'q ^Ehre, Werthschätzung* (2, Seite 
784), vlfii^ ,Strafe, Bache* (2, Seite 785), yvoj/Ätj jVerstand, Einsicht*, ,Urtheil* 
(Seite 31) und sonst oft — Etymologischer Zusammenhang besteht viel- 
leicht mit lat jüs' ,Fleischbrühe* (Flaut Fers. 95 und 97; Most 277), altir. 
ith (aus *juto) ,Brei* (Fick 2*, 224), altslav. jticha ,Bruhe*, litt jüszä Fisch- 
suppe, schlechte Suppe*, altind. jüshdn- (BV. 1, 162, 13) und auch jüs- 
(Tflittir.) ,Fleischbriihe* ; lett jaut ,Teig einrühren, mischen*. 
C,iifva ,Cypergras*. 

(jteopon. 2, 6, 23 und auch 32 : xvTteiQov, ijv ziveg ^igvav nakovaiv. 

18* 



276 Griechische Etymologie. 

Dunklen Ursprangs. Dafi Suffix wie in ntiQva ,Ferse^ (2, Seite 511). 
^offTLäö' {^0Qxag)y muthmaasslich ein hirschaxtiges Thier. 

Hdt 4| 192: xara rovg vo^adag (nämlich in Libyen) di laxi rovvwv 
ovdiv , aXV aXXa toidde, ftvyagyoi xal ^ogxadeg aal ßovßakieg» — Da- 
neben: die wohl gleichbedeutende Form ^d^x- &qQ. Kallim. Artem. 97 : 
iv&a xaXial Ofjfx^vai aal ^OQXog in ^/i^toy ^yijaaa^au Bruchst239: 
^ogntog TOI, g>lle xovge, ^ißvarldog avrUa dtoaw nivre veoaiirptxovg 
aOTQiag. Nik. ther. 42: filaye d* ivodfzov ^OQxog ivl rtlaaTiyyi viov nUgag 
aaxekkg lorag. 142: l'^o^a yaQ doXtxolai xivwTtrjaralg TcoTiovai vBßqo- 
Toxoi xal ^oQxeg. Strabo 12,3,13: ylvowai (im Gebiet (Sazelonitis am 
Pontes) di xal ^ogxeg, (Sv allaxov arcavig ia%L AeL Thierk. 7, 47 : %ag 
ye fifjv dogxadag xal ^oQxag xal Ttgoxag eUod'aaiv ovofia^etv. 

Ohne Zweifel ungriechischen Ursprungs, wie es auch in Bezug auf die 
nahanklingenden Formen iogxo-gj ein hirschartiges Thier, wohl ,DamhirBch' 
(2, Seite 14) und do^xod-, wahrscheinlich ,(SazeIie^ (Seite 241) schon aus- 
gesprochen wurde. 
iiOQö-g jkräftig, feurig' oder ähnlich, besonders vom Wein. 

Bei Homer vereinzelt IL 9, 203 : ^uqotbqov {Folvov zu ergänzen) di 
xiqaiB, Hdt 6, 84: irteav J^wq6%bqov ßovXtavrai mslv, * irtiaxvd'tjaov^ Xi- 
yovai (nahe vorher gebraucht Herodot die Wendung fia&elv tf^v ixgrjvo- 
Ttoalrjv naq avrwv d. L von den Skythen). Ap. Rh. 1, 477: fji %oi elg 
azrjv ^(jjQOv pii&v ^agoakiov x^q oldavei h arrjd-eaai, Asklep. (in Anth. 
12, 50, 5): Telvwfiev Baxxov ^wqov Ttofia. Argent (in Anth. 11, 28, 3): Xa- 
ßwv Baxxov ^(aQov Sinag. Apoll, (in Anth. 6, 105, 3): öwQevfAoi . . . xai 
^wQovy xBQaaag laoxscXia. Hipp. 2, 589: rjv rtxxovoa i^ave/Ka^^ .... 
^wQOteQOv kTil Tiaaagag iifiigag xal olvov ftivina naXauöv. 2, 654: r^v 
rexovarjg vaTäQrj i^avefita^fj .... xal olvov rjv firj %i xtoXuij, nlveiv ^ai- 
gozBQOv naXaiov iftl %iaaaQag i^fiigag. Arist. Dichtk. 25, 9 erklärt: xai 
TO ^wQoregov dk xigau (aus IL 9, 203) oi ro axgarov ijg olv6q>Xv^iv, 
aXXa t6 ^ottov. Plutarch (mor. 677, C— 678, 0) bespricht die angefahrte 
homerische Stelle, ohne dabei unser Wort wirklich aufzuhellen; er sagt 
unter anderem: Nixi^gazog . . . äxnxgvg arciaxvgl^ero fi^ axgavov aXXa 
&€gfi6v eigfja&ai to '^wgov* afto rov ^cjtixov xal r^g ticewg und fährt 
etwas später aus Empedokles an : ttaga re ra Ttglv SxgijTa. — Dazu : das 
zusammengesetzte ev-^wgo-g ,dessen Feurigkeit gross ist(?)'; Eur. Alk. 
757: Ttlvßi. ^eXalvrjg firitgog ev^cagov fii&v. Ar. Ekkl. 137: nlvovai .... 
Ttal %av%d y* ev^wgov. 227: olvov tpvXova^ BvQmgov. Plut Thes. 22 (aas 
einem Gesang angeführt): Elgeauovr} avxa q>ig€i . . • xal xvXix^ evCtagov. 
Diphil. (bei Athen. 10, 423, 4): ev^wgoregov ye vrj Jtj (o nal^ dog' v6 yag 
idaghg cnav tovt' ia%i vfj tpvxfj xaxov. Antiphan. (bei Athen. Kt, 423, D): 
xigaaov ev^wgiaTegov (wie aus einem positiven *evZwgig' gebildet). Ephipp. 
(bei Athen. 9, 370, D) : tcIvblv t£ noXXag xvXixag ei^mgearigag. 

Dunklen Ursprungs und daher seiner Grundbedeutung nach nicht klar. 
In Bezug auf das Suffix vergleichen sich ifjiogo-g ,rauh' (Diosk. 5, 138: 



Griechische Etymologie. 277 

TO dh hd-tSdeg — nämlich TcoQaXliov — t^ ovyxglaei aal ipwQov . . . 
fpavXov oifjTiov elvai. Zu tf/wQä ^Erätze' 2, Seite 564), fiujQo-g ^thörichlf 
(Aesch. Brachst 288; Soph. Ant 220; Eon. Oed. 540), ^^d-g ,trocken' 
(2, Seite 301), örjgo-g^ alt dßrjQo-g ,lang^ (Seite 242) und andere Formen. 
SeiQi/i ,mantelartiger Ueberwnrf, der mit einem Gürtel zusammengehalten wurdet 

Hdt. 7, 69: ^Aqaßioi 81 ^eigag ine^wofiivoi rjaav. 7, 75: Qgijixeg . . . 
^xorreg . . neQi öi %b aäfia xid-iSvagj 6nl 8h aeigag neQißeßkrffAivoi jtoi- 
TLiXag, Xen. an. 7, 4, 4: ol Qg^eg . . • xiTwvag ov (aovov negl rolg oriQ- 
voig akka xal negl Tolg firjQolg, xal ^eiQag ^ixQt T(Sv 7to8wv inl %wv 
%7tftwv ^ovaiVy ilX^ ov xkafiv8ag. Hesych erklärt KeiQa' • . . imßoXaiov 
xorra tcJv äficjv q>OQOVfievov9 ioixdg iq)a7trl8t, 

üngriechischen Ursprangs. 
^dXti ,Starm'; auch in übertragener Bedeutong. 

Find. Ol. 12, 12: ol 8^ äyioQaig avnxvQaaweg ^akaig laJubv ßa&v tcj^- 
fiarog iv fiixQip 7C€8afji€itpav XQovifi. Aesch. Ag. 656 : ai 8i (die Schiffe) 
7t€Q0TV7C0vfi€vai ßl<f x^tjucSye vvq)w avv ^akrj t' ofAßqoxxvTCtff. 665: tag 
/tii}r' Iv oQfiq} xvfAonog ^akrjv ^eiv. Prom. 371: toi6v8b Tvqxiug iSava- 
^iaei xoXov ^egfiolg drcXaiov ßileüt nvQttvoov ^ckrig, Soph. Aias 351 : 
i8ea^i ii olov agri xvfia g>oivlag ino faltig dfjiq}l8QOfiov umikeltai. 
Plat Tim. 43, C: eXxB ^dlrj ftvevfidrwv ino äigog g>eQOfAiv(ov xatakrj- 
q>'^ell]. Staat 6, 496, D: olov iv xeejurJy^ xoviogrov xal ^dktjg ino nvev- 
fiOTog g)aQOf4€vov ino reixlov dnoarag, — Dazu: ^aXo-g ,stQrmi8che 
Bewegung, Strudel'; Nik. ther. 568: h norafiolo Xmwv t,iXov (dazu lautet 
die alte Erklärung ^to ßoQßoqii8eg xvfia^ IXvoevta. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich. 
^dXsia ,alexandrinischer Lorbeer'. 

Diosk. 4, 145: 8dq>vri dX€Sdy8Q€ia, ol 8€ i8alav, ol 8k /Jcevdtjv, ol 8h 
inoyXonrov, ol 8h ^dXeiop .... gwXXa oSvfwgalvf] ofioia ix^i, fiel^ova 
8h xai fiaXcnuirega %al XevxoteQa «... qwezai iv Tinoig ogeivolg. 

Etymologisch dunkel. Vergleicht sich seiner Bildung nach mit xQavega 
,Comelkirschbaum' (2, Seite 392) , niXeia ,wilde Taube' (2, Seite 674) und 
anderen ähnlichen Wörtern. 
^fiXo-g ,Eifer, Wetteifer, Eifersucht^ Neid'; dorisch ^aXo-g (so in den ab- 
geleiteten ^aXoeiv ,beneiden' Theokr. 3, 50; 6, 27, und ^äXano-g ,beneidens- 
werth' Find. Ol. 7, 6 und Theokr. 3, 49). 

Hes. Werke 195: t,'^Xog 8^ cv&Qcinoiaiv ot^vgolaiv anaaiv 8vaxiXa8og, 
noKoxaQTogy of^agri^aeij OTvyeQcinrjg. Theog. 384: 2tvS 8^ %%&i 2Qx€ovot; 
&vyd%7iQ ndXXavu fxtyelaa ZrjXov (also hier persönlich gedacht) xoi NUriv. 
Soph. Oed. Eol. 943 : ov8elg nox^ avtaig xwv ifiaiv av ifiniaoi &jXog ^-^ 
aifiuiv (,Eifer um meine Blutsverwandten'). Aias 503: oXag Xargelag dv9^ 
oaov X^Xov (Beneidenswerthes , Glück') rgitpsi. Eur. Hek. 352: ^ijXov ov 
OfiiKQdy ydfxwv ^x^vaa (das ist ,yon vielen zur Ehe erstrebtO* Eur. Bruchst 
453, 3: LfiJuig (loi aid'Bv (d. i. elgi^vrig) wg xQovl^ug. Plat Menex. 242, A: 
elgi^vrig 8h yevofiivrjg xoi xrjg noXetag tifKüjdivfj riX&ev in avxi^v . . , 



278 Griechische Etymologie. 

7tQw%ov iikv C^^ffy OTTO ^ijAoü öh q>&6vog. Flui Artox. 4: ui^ di] ngog 
iuLBlvov avT(p ^rjkov xac aywvos ovrog. MeL (in Anth. 12, 70, 4): ov üt 
ßahü ^riXoig (,EiferBUchtO. — Dazu: dia-^rilo-q ,m übler Weise (inq- 
Seite 220} eifrig, argwöhnisch^; Od. 7,307: dva^rjloi yiq %* elfiiv inl 
X^ovl q>vl* dv^Qionwv. — fijAij/Moy- (^rjXi^fKov) yeifersflchtig'; Od. 5, 
118: axirXiol ioze^ d-eol, ^rjltjfioves i^oxov akXtavy oive d^eala* ayaaea^e 
nag^ avögaaiv eiva^ead-at dfiq)adbqv. 

Buht yennathlich auf dem selben Grande wie ^t^Tieiv ,8achen' (Seite 
265). Suffixales Xo löst sich ab wie zum Beispiel in nwXo-g ,Fiillen, über- 
haupt jThierjunges' (2, Seite 686), nlXo-g ,gefilzte Wolle, Filz* (2, Seite 687), 
ßriXo-g ,Schwelle* (Seite 144), das allerdings in der Betonung abweicht, 
und sonst. 



X. 

%do^j alt wahrscheinlich ;^a/o$-, ursprünglich wahrscheinlich ,weiter 
Baum', dann insbesondere ,der leere unermessliche Weltraum*, eine Be- 
deutung, die aber durchaus nicht mehr bei allen Späteren deutlich he^ 
austritt. 

Begegnet noch nicht bei Homer, aber bei Hesiod 4 mal, nämlich theog. 
116: fi%OL fikv TtQwxiata %aog yive%^^ avxaq ineiva yaf evQvateQfog. 
123: Ix x^^^S ^' ^Q^ßos ^^ fiiXaiva xb vv^ iyivovro. 700: xoüfia il 
^eoftiaiov xavex^v x^^S* 814: vig&ev ök &€(Sy hitood'ev anaif%(av Ti- 
vijveg valovai, nigriv x^^^S Zoq>€(folo. Eur. Bruchst 448, 3: oigavog wu(i 
rjf^äg naivfüg q>onwy Söog daifioviov vod* iv fiiatp zov ovgcn^ov te xai 
X^ovog, di fikv ovofia^ovai x^^S» Ibyk. Bruchst 28: noTarai d' Iv alijo- 
TQl(p x^^^' Bakchyl. Bruchst 47: viüfiaxai d* iv drgvyitfp j^aci. Ar. 
Wolken 424: vofiielg ijdrj ^eov ovdiva 7zXiiv aneg fif^sig, vo x^^S 'fov%\ 
xal vag vegfiXag; 627: /la ttjv avaTtvotjv, fia %6 x^^Sj f^o vov aega, ov% 
eldov ovt(üg . . . Vögel 693: x^^g rjv xa2 vv% igeßog ve fiiXar ngmov 
%al Tcgragog evgvg. 698 : ovvog (nämlich ^Egiog) di %6lu m^qoevti fit- 
yelg wxl(fi xarä Tagtagov evgvv heoTTevaev yhog ^fiircgov. 1218 
(=B 192): nanetra dij^^ ovru) ananfj dianitBi diä Ttjg TtoXetog Trjg aXi/)- 
tglag xal tov x^^^^S*^ I^IbL Axioch. 371, E: oaoig äi to ^rjv dia xokovqyt,' 
fioTCJv fjXd&f], ayovTai ngbg ^givvwv in egeßog xal x^^Q ^^^ %a^agov, 
Plut mor. 953, A: rd d^ ivrog ogtpvrj %al %iog xal Ifdrig ovofia^ai. 
Zachar. 14,4: oxio&i^aeTai %6 ogog v<av iXauiv. %6 ^fiiav ctvrov ftQO(i 
dvaroXag xal -d'dXaaaaVj x^^S f^fy^ acpodga. — Dazu: ;cai;yo-s 4^? 
aufgeblasen' (Find. Pjth. 2, 61; Nem. 8, 45; Ar. Vögel 819), siehe S^e 
293 besonders. 

Lat fauC' (gewöhnlich in der Mehrzahl gebraucht) ,Schlund, Höhle, 
Zugang', dann insbesondere ,Eehle'; Lucr. 6, 639: per fauces montis nt 
Aetnae exptrent ignes inter dum turbine tanto; Oaes. civ. 1, 25 : qvä fatick 
erant angustissimae portüs; — Plaut most 219: ut venSßcae ilU fauces 



Griechische Etymologie. 279 

prdiendam ; — hiäre ,klaff en, sich auseinanderthon', ,d^n Mnnd aufsperren^ ; 
SalL Brachst (bei Non. Marc. 4, 318); atqve hiävit hwnrns mülta, vasta et 
profunda; Plaut merc 182: oculis . . . hiantibus; Verg. Aen. 6, 493: in- 
ceptus clämor frustr&twr hianüs. 

Ahd. giwin und gewärij mhd. gitven ,dafi Maul aufreissen, gähnend 

Altind. vi-hajas' ^gross^; BV. 3, 36^ 2: sdumäs . . . jdibhis . . viMjäs ,die 
Somatropfen, durch die (Indras) gross (wird)'; vi-häjas- ,die freie Luft, 
Luftraum' (Mbh.); — ha- ^weichen, zurückgehen^; BV.5,32,9: daivf ihdra^a 
ÖMgasas bhijäsä gihätai ,die beiden Göttinnen weichen vor Indras' Macht 
aus Furcht zurück'; — vi-hä- ^us einander gehen, sich öffnen'; BV. 2, 
23, 18: tdva frijdi vi agihita pdrvatas ,deiner Herrlichkeit öffnete sich 
der Berg*. 

Ein altes inneres f (x^-Fog-) wird durch das zugehörige Adjectiv x^^o^S 
mehr als wahrscheinlich gemacht, so stellt sich unser Wort seinem Aeusseren 
nach unmittelbar neben gfaog-j als q>aßos'- glicht' (II. 1, 605 ; 8, 485. Siehe 
später). Damit ergiebt sich aber noch ein weiterer Zusammenhang als 
im höchsten Grade wahrscheinlich : wie q>df(hg ,Licht^ zu g)av- ^aufleuchten, 
erscheinen' (iq>avri II. 2, 308; 6, 175; 15,274), so verhält sich offenbar 
xdfog- zu xav- ,klaffen, auseinander gehen' (xdvoi IL 4, 182; 6, 282; 8, 150). 
In beiden Wörtern wird das ßog als altes Suffix zu gelten haben. — Im 
lat fauC'j das unzweifelhaft suffixales c enthält, entwickelte sich das an- 
lautende f auf gutturalem Grunde ganz wie zum Beispiel in fwndere 
,giessen' (siehe etwas weiterhin unter x^^^^)* 
yiüto-q ,edel, gut^, mit zusammengedrängten Vocalen x^o-^ (i^iur Theokr. 7, 
4, wo das überlieferte x^^^ a-her vielfach angezweifelt worden ist). Hesych 
bietet x^f^S' aya&og und x^^^' ayadi^. Eine lakonische Wortform 
(Ahrens 2, 76). . , 

Ar.Lys.90 imd 91: %lg ö' fjxiQa nalg;. — x^^^ ^^^ ''^^ ^^f KoQiv^la 
d^ Oft;. — X^^^ ^ ^oy ^ia di^krj 'atlv avaa %av%ayi tavtev&evL 1157: 
ovna yvvalK* omoTca xotiorigay. — Theokr. 7, 5: dvo vhcva uiwuogiog, 
B% %L TteQ iad-Xov x^cJy twv iTcavcnd^ev (,von edlen Vor&hren'?)^ anb 
Kkvrlag %e aal avTco Xakxcuvog, 

Etymologisch dunkel 
X^ccv, alt x^«iv ^giessen, ausgiessen'; steht oft auch von nichtQfissigen Dingen 
,ausschütten, ausstreuen, ausbreiten'; mit alten aoristischen Formen wie 
exevav (IL 3, 270; 4, 269; 5, 618), passivischen wie ^vro (Od. 22, 88; xvto 
IL 13, 544; 16, 414 «» 580) imd anderen, die auf das alte innere / noch 
deutlich hinweisen. 

n. 16, 385: kaßQOJOvov ;f^ei vöwq Zeig. II. 3, 270: ßaailevoiv vSwq 
inl x^^^9 (x^CLV. IL 6, 147 : q^XXa %a (liv t* ävefzog x^f^^dig x^^f^' 
IL 7,86: oq>Qa . . . arifia %i Foi ;^€i;Wey. IL 5, 618: Tq^^g d' ln\ 
doQßcer' ^evay. Od. 7, 15: l^&tjvf] TtoJiXfjv ijßiga ;^«;6. Od. 19, 521: aßr}- 
äcjv . . • . ^ re . . . x^/£t TtoXvFrjxia qxavriv. Od. 13, 156: xax x€q>akijg 
xevev TtoXv xakXog ^i&rvrj» — Dazu: co-^^^atpa ,die Pfeil- (lo-g 2, Seite 



280 Griechische Etymologie. 

12) -schiessende'; bei Homer 12 mal als Beiwort der Artemis, wieE5, 
53; 447; 6, 428; — x^v/iaT- ,Gu8s'; IL 23, 561: &WQTixa . . . <^ nigi 
Xevfici (paßeivov xaaaiTigoio dfig)id€dlvrjTai. — xvai-g yAnsgoss, Haufen'; 
Od. 5, 483: q>vXXiav yoQ eev xvaig ijki^a Tcokkrj. Od. bj iS7 : xvoiv d' 
inexevoTo q>vkXiav. — x^^^ ,Schmelzgnibe', ,Trichter* (siehe Seite 292 
besonders). 

Lat fud'> funder e ,giessen'; anch oft in weiterer Bedeutung gebraucht; 
Verg. Aen. 5, 78 duo rite merö Uhans earchisia Bacchö fundit humi; 
1, 193: priics . . qvam Septem ingentia victor Corpora fundat humi; Plaut 
Pseud. 943: mera jam mendäda fundes. 

6oth. giutam ^giessen'; Matth. 9, 17: giutand vein juggata in halgxns 
niujans; — nhd. giessen. 

Altindisches hu- (im Präsens guhduti BV. 7, 1, 23; 10, 79, 5), das man 
als mit ;^^£tv übereinstimmend anzusehen pflegt, zeigt so fast ausschliess- 
lich die Bedeutung ,opfem', dass wohl eher das griechische dveiv ,opfeni' 
(Od. 15, 260; Hom. hymn. Ap. 491 — 509; Pind. OL 11, 57; 13, 69; Bruchst 
78, 2; 170; Theogn. 1146; — ^i;£ Od. 15, 222) mit ihm übereinstimme wird. 

In lat fu/ndere ist das anlautende f ganz so entwickelt wie in faaC' 
,Schlund, Höhle, Zugang' (siehe unter x^og- Seite 278) oder zum Beispid 
auch in fdir ,Galle' (Plaut Truc. 179; Cist 69) neben xo^ (Aesch. Prom. 
495; Ch. 184; Soph. Ant 1010); sein d aber stimmt historisch genau mit 
dem t des goth. giutan, muss also ein schon sehr früh entwickeltes Zn- 
satzelement sein. ' 

XösiVj alt wahrscheinlich ^o/ß^v ,aufhäufen, aufwertend 

Hdt4, 71: x^^^^ Ttavreg x^/ua fiiya. 2,137: iniTaaoov%a %(5l^^^ 

Xovv nqog tfj iwvriSv noXi* 9, 85 : j^cJ^ora ;^cJaai ratpog^ xov 

kyw dxovü) • . . j^cJaai Kkeadea. 1, 162: x^h^tax^v TtQogveix^a iftoQ- 
&€€, Thuk« 2, 76 : inwg . . . dioc Tovg kvavxLovg av&ig ngog ctiro x^^* 
Xen. Eyr. 7, 3, 11: %o fivijfxa nokkoi x^<^ovai a^Uog fjfidiv. Plat Ges. 12, 
958, E: x^H^ ^^ f^V X^^^ v\pi]l6r€Qov Ttivre avdQwv Sgyov, — Dazu: 
XoifiaT" (siehe Seite 296). 

Schliesst sich ohne Zweifel eng an x^^^^i ^^ x^«ey ,gies8en', ,aus- 
schütten, aufschütten^ (Seite 279), das insbesondere in den Verbindungen 
mit a^fxax' (IL 6, 419; 7, 86; 23, 45 und sonst) und xvfißov (H. 7, 336; 
Od« 4, 584; 12,14; 24,81) auch öfter vom Aufwerfen oder Aufschütten 
eines Grabhügels gebraucht wird. — Das Aeussere unseres Verbs ist ein 
weniger gewöhnliches; vergleichen aber lassen sich ^oeiy ,leben' (Seite 
261), alt vermuthlich *^o/«iv, und Formen wie kofe ,sie wusch' (Od. 10, 
361) und Xoßov ,sie wuschen^ (Hom. hymn. Ap. 120). 
X1J- ergiebt sich aus Verbalformen wie xtxriiievai ,erreichen' (D. 15,274; 
xtx^ycft Od. 16, 357), xixri^ev ,wir erreichten' (Od. 16, 379), xixi^vriv ,clie 
beiden erreichten' (IL 10, 376) und anderen, die mit nicht zu yerkennender 
Beduplicationssilbe gebildet wurden, als einfache Verbalgrundform. Da 
nun aber zugehörige Verbalformen ohne jene Beduplicationssilbe überhaupt 



Griechi8che Etymologie. 281 

nicht mehr begegnen, so ist das Zugehörige schon frfiher — unter der 
Präsensform xix^veiv (% Seite 280) — zusammengestellt 

Bei Homer ungefähr 50 mal. II. 1,80: xgelaatav ycQ ßaailevg, ore %cij- 
aetat aydql xiqrii. II. 1, 380: xwo^svog d^ 6 yigwv nakiv (^x^o. IL 1, 
244: %(a6(ABV0Q o x* aqiaxov Hx^^^'^ oväkv ixiaag. II. 1, 429: x^^f^^ov 
xcera &vfibv iv^civoio ywamog. 

Sicher Zugehöriges bietet sich nicht; vielleicht aber ruht altind. ghav/rd" 
jfurchtbar, grausig, schreckeneinflössend' (BN. 7, 28, 2 : ä jdd vdgram dar 
dhishdi hdstai . . . ghatd/räs sdn hrdtvä ganishtha ,als du den Blitzstrahl in 
die Hand nahmst — o Indras — warst du ein Furchtbarer an Kraft'), in 
dem die Silbe ra nur suffixal sein kann, mit ihm auf dem selben Grunde. 
Man würde dann altes ^x^uFaad'ai anzunehmen haben. 

yiiöv- (x^^^) ,Schnee'. 

Bei Homer 7 mal. 11.10,7: iq vicpetov^ ore niq re x^^ iftaXweiv 
aQOVQQQ. IL 10, 437: levxoxeQOi, x^^og (nämlich iitnoi), IL 12, 278: äg 
ze viq>adeg x^^og TtlTtxiaai d-afxelai ijfiaxi x^^'f^^Q^V* H- 22, 152: i; d* 
kxiQfi (nämlich Ttriyri) d'iqel TtQOQißei ßeßixvla x<xi*a^fj rj X'^^f' V^^QJ}' — 
Dazu: x^^^^uaT- und x^^f^^^' (siehe Seite 297). 

Lat hiemrs ^Winter^; bisweilen auch für ,Eälte', ,stürmisches Wetter'; 
Gaes. 6alL 7, 32: jam prope hieme eonfectä] — Ov. met2, 827: litälis 
hiems paulätim in pectora vSnit; Verg. Landb. 3, 470: er eher agens hie- 
mem ruit aeqvore turbo. — Dazu wahrscheinlich: htmo-s (aus *birhifn<h8) 
,zweijährig' (,Winter' für ,Jahr', wie Hör. carm. 1, 11, 4: seu plürSs hiemäs 
. . . tribmt Jtippiter und 1, 15, 35: post certäs kiemSs)^ trfma-s (aus *<n- 
-himo-s) ,drei jährig' ; Plaut Bud. 744: ßlia . . . trima qvae periit mihi] 
Yarro r. r. 2, 5, 13: n&n minores oportet intre htmäs (nämlich lovSa)^ ut 
tfimae pariant, eö melius, si qvadrimae. 

Altir. gemrred ,Winter' (Pick 2^ 104). 

lit iiSmä , Winter*; 

Altslav. zima ,Winter'. 

Armen, dziun ,Schnee' (siehe Seite 297 unter x^^A^wy-)- 

Altind« Aim- ,Eälte'; BV. 10,37,10: gdm (zu ergänzen nas bhava) himä' 
Qdm ghrnäina ,Heil sei uns durch Kälte, Heil durch Hitze'; — daneben: 
himd'S ,Eälte'; BV. 8, 32, 26: himdina avidhjat drbudam ,durch Kälte 
vernichtete (Indras) den Arbudas'; ,Schnee' in himdvant ,mit Schnee ver- 
sehen' (BV. 10, 121, 4 von Bergen gebraucht); — himä- ,Winter'; BV. 1, 
64, 14: patdm himäs ,hundert Winter* (für , Jahre'). 

Altostpers. zim ,Winterkälte, Winter'; zima ,Wmter', ,Jahr'. — Dazu 
wohl auch 2jäo (Accusativ zjam) ,Winterfrosf . 

Lat hiem- und x^ov- (aus x'^f*') erweisen, dass altind. Mm- aus altem 
*Äidw»- Chjdm-) hervorgegangen ist, in ganz ähnlicher Weise wie altind. 
div- ,Himmel* (siehe unter Jl-, alt JLF- Seite 171) auf ein älteres *diav- 



282 Griechische Etymologie. 

zurückweist Das aoslantende m kann nicht der zu Grande liegenden 
Yerbalform angehören, sondern nur ein suffixales sein. 
Xalo-q ^Hirtenstab^ 

Ap. Bh. 4, 970: %a filv (nämlich juijila) . . • noifialveaiuv • • . Oai^ovaa 
. . . dqyvQeov x<*^oy nakafij] ^i Ttrjxvvovaa' jiaixn€%lri d' InX ßovaiv oqbi- 
xdixoio q>aeivav ndXkey OTtrjdevovaa xalavgoTta. 

Man hat Entstehung aus ^x^^^o-g vermuthet und Uebereinstimmiuig 
mit altir. gas (aus '^gaiso-) ,Speer^ (Fick 2^, 104) und ahd. und mhd. g^i^ 
altn. geirr ^Wurfspeer', denen ein gothisches *gaisa' entsprochen haben 
würde. Vielleicht nicht mit Unrecht Die weitere Zusammenstellung mit 
altind. hdishas' aber ist bedenklicher, da letzteres ein sehr seltenes und 
unklares Wort ist Es begegnet nur BV. 10, 89, 12 und wird sehr verschie- 
den übersetzt, beispielsweise von Böhtlingk ,Yerwundung, Wunde' (dazu 
das zusammengesetzte ägu-hdishcis- — nur BV. 8, 10, 2 — ,Yerwundend' 
und das abgeleitete hdishasvant — nur BV. 6, 3, 3 — ,verwundetf ). 
Xecij ,Loch, Höhlet 

IL 22, 93 und 95 : wg dk ÖQcixwv iTtl x^^fj ogioTegog avdqa fiivrjaiv . . . 
a^BQdaUov di didoQKe fehaaofievog 7C€qI ;^£tij. Find. Isthm. 7, 70: fjßav 
ydg ovx aneiQov vfco x^^V (ß^ Winkel, fem von der Welt') luxXäv da- 
fiaaev. Flut mor. 169, E: SansQ cIqxtcjv qxokeolg ^ xceal^ ÖQaxovKav rj 
fivxoig xrjttSv toIq tcSv d-etSv fieyägoig rj avoKtOQOig nQoaioweg. 418, A: 
^ tB yoLQ larafiivf] xalidg .... ov (piakeddifig %ov dgdxovTog x^io, aHa 
filfifjfia TVQavvix^g ij ßaoiktxijg iaxtv olxijaetDg, Athen. 11, 477, D: nuxl 
Tj Toü oq>eiog xaradvaig x^^^f V y^ccvadexofiivrj %6 ^^v. Orph« Steine 473: 
iv TcvQi d^ €% X£ ßdlfjg fiiv, odcad^v iQTterd volo q>evSeTai, cid* iti nw 
fieviei axBÖovy ovä^ ivl x^^fj' 

LaL fovea ,Grube^, insbesondere ,Fallgrube für das Wild'; Lucr.2,475: 
ut in foveam flucA (nämlich vmor) ac mansuescat] Plaut Pers. 595: ego 
ille doctus leno paene in foveam d^cidt 

Wird, wie ganz ähnlich Ceii^ ßpeW (Seite 263) wahrscheinlich aus 
*^€ßii^ hervorging, aus altem *x^ßti^ hervorgegangen sein, was insbesondere 
durch das lat fovea, in dem das anlautende f einem griechischen x g^S^' 
übersteht, wahrscheinlich gemacht wird. 
Xarisiv ,bedürfen'; ,begehren*. 

Bei Homer 6 mal Od. 3, 48: ndvteg di ^etiv x^*^^ova* äv&Qwnot. 
Od. 13, 280: ovöi tig f]^iv dognov firijoTig iev, f^dhx Ti^q xor^ovaty kU- 
ad'ai, — IL 9, 518: Idoyetoiaiv dfAvvifievai, xc^^oval nsQ ^fifnjg. TL 15, 
399 : ovxiri toi övvafxai x^^^ovrf^ ^^Q ^f^^$ h&dde na^fievifiBv. Od. 2, 
249: ov xiv foi xexdgoiTO yvvfj ^dXa tzbq x^^^ovoa il^ovri. Od. 15,376: 
fiiya dk dfxdiBg x^i'^^ovaiv ävrla dBaTtolvrjg q>dad'at. — Daneben begegnet 
in gleicher Bedeutung x^^^^^^^» bei Homer 7 mal. IL 17,221: ov ya^ 
iyio nlrj^vv di^rjfiBvog ovdk x^^i^ojv iv&dö ' agp' vfieriQwy noXitav iJynQo 
ßixaarov. IL 18, 392: Qirig vi xi obIo x^W^^i. — IL 2, 225: %io i' 
avT* krtifiifKpBaL ridl xar/^ee^; Od. 8, 156: vvv 6k /uß^' vfteri^ ^^Ql» 



Griechische Etymologie. 283 

voavoio x^'^i^^^ miai. Od. 11, 350: ^ivfog ik %li]r(a, /laka neq vootoio 
Xctvl^wvy ifiTtrjg avv kmiielvai lg avQiov. Od. 22, 50 : ov %i ydtfiov %6a- 
aov TMXdiqiiivog ovdh j^or/^oiy. Od. 22, 351 : ov %i fsnuov ig adv doiiov 
ovdk x^^t^^^v ftwJieo/iirjv. 

Eine abgeleitete Verbalform, deren inneres t auch schon einem Nominal- 
snffix angehört, ganz wie zum Beispiel in ^TjTieiv ,8nclien^ (2, Seite 265) 
und auch noch in anderen Formen. In nahem Zusammenhange mit ihm 
steht goth. gaidva- ,Mangel' (Kor. 2, 9 12; PhiL 2, 30; Eol. 1, 24). Die zu 
Grunde liegende ein&che Verbalform aber liegt vor in altind. hä- ,yer- 
lassen* mit dem reduplicirenden Präsens gdhämi ,ich verlasse', wie BV. 10, 
124, 4 : pitdram gahämi ,den Vater verlasse ich'; BV. 3, 53, 21 : tarn u prä- 
108 gahätu ,den verlasse der Lebenshauch'. Ein dazu gehöriges unregel- 
mSfifflg gebildetes Passivparticip lautet Mnä- ,verla8sen', wie BV. 1 0, 34, 
10: gäja tapjdtai Mtavdsja hinä' ,des Spielers verlassenes Weib quält 
sich'; wird auch oft gebraucht fOr ,verlassen von, beraubt, ermangelnd' 
(Mbh.). Altostpers. entspricht za-zä-mi ,ich lasse los, lasse fortgehen, 
bringe hinweg'. 
X^To$- ,£ntbehrung, Mangel', nur im Dativ xv^^^ (x^y^^O belegt 

Bei Homer 3 mal. H. 6, 463 : aol ö' av vißov iaaerai alyog XV^^^ '^oi- 
ovi* avÖQog, ifivyeiv dovXiov rjfiaQ. IL 19, 324: vigev %a%c ddxQvov eXßei 
Xri%€l TOiovd* vlog. Od. 16, 35: X)dvaaf/og di nov eivfj xAtbi ivevvaUov 
noK^ aQoxyia xeltai ^ovaa. Hom. hymn. Ap. 78: x^^^^ kaßwv. Hdt 9, 
1 1 : Li^rjvaloi • » . xn^et re avfi^axmv naTakvaovToi %i^ IHgat). 

Buht mit dem Vorausgehenden auf dem selben Grunde. Suffixales tog 
wie in mvtog' ,Hauf (Od. 14,34; Ar. Bitter 868), vielleicht in IVrog- 
Rüstung, Geräth' (1, Seite 418); auch in OKorog- ,Finstemi8s' (Pindar 
Bruchst 142, 3; Thuk. 3, 23, 4; 8, 42, 1; Eur. Brachst 534), das neben dem 
gleichbedeutenden männlichgeschlechtigen axoto-g (IL 4, 461 — 503; 526) 
auch aus axoreivo^ ,finster' (Aesch. Ch. 286: 661 ; Xen. mem. 4, 3, 4; aus 
^anoteavo-g) entnommen werden kann. 
XCTc&v- ,Unterkleid', dann auch überhaupt ,Bekleidung'. 

Bei Homer 70 mal, wie IL 2, 262: felfiara • . . x^^^'^^'^ ^' ^^^ X^^^^^y 
%d r' aldoa afig>txalv7tTei. IL 18,595: rwv d^ at fikv kererag 6&6vag 
ixov, ol dh xiTfiSya^ ßelav* Ivvvtjvovg, fijxa a%lXßo¥%ag iXaLFtp. Od. 14, 
72: ^(aOT^Qi &oß(ag ^vife^ye x^'^^^^» IL 2, 42: fialaxdv d* ivdvve x^- 
tciva xalov vtjyaveov. IL 3, 359: avrixQvg ök ftaqal XotnaQriv diafirjae 
Xtväva iyx^g^ IL 5, 113: aliia d^ avtpwm^e dca a%QBJttolo x^'^^^og. IL 
13, 439: Fq^^Bvöi ßoi afopl j^iTcJva x^^^ov, og Foi TtQood^Bv dno XQOog 

Da eine dialektische Form yndwv- (2, Seite 287) daneben auftritt, er- 
giebt sich als alte gemeinsame Grundlage *;(£^v-, das sich etymologisch 
nicht weiter scheint verfolgen zu lassen. 
fjaltri ,Haar'. 

Od. 4, 150: xelvoo yaQ tocolöe noäeg . . . %B(paXri %^ iq)vnBQd'i ve ^atTori. 



284 Griechische Etymologie. 

IL 23, 141 : 'Ax^^^^S • • • • S^v^v aneKBiQono xaltriv. IL 22, 401: o^ft 
dk xcrirac (Hektors) xvdveai nlrvavro. IL 1, 529 : a^ßqoaiai d* aga xai- 
vai insQQiiaavto ßavazvog (des Zeus) x^crro^ cttt' a&avazoio. IL 6, 509: 
dfiq)i ök xaitat (nämlich %7i7tov) ä^oia^ dßiaaovtai. Eur. Phoen. 1121: 
kiovTog diqog i%o}v in ' danidi X^^'^V ^^fpQ^^og. 

Dunklen Ursprungs. Als Suffix löst sich offenbar %ri ab, ganz wie zum 
Beispiel in öaitri ,Mahl' (Seite 203) und ßani] ,Pelz* (Seite 85), falls letzteres 
wirklich griechischer Herkunft ist Bei Fick (2*, 104) wird vergKchen 
neuir. gaoisid yHaar', altir. *gdi8sit (aus "^gaissinti-^ ^gaU-ünti'). 
Xtnrd-$ ,ausgegossen, aufgeschüttet'. 

IL 6,264: aXXc fie Te^vr^öjTa xt;riy xazd yala nakvTtTOi. 11.23,256: 
eld'oQ ök xtnriv inl yalav exsvav, 

Participielle Bildung zu %^££y, alt x^^^^^ ,gies8en' (Seite 279), wie zum 
Beispiel ^vto-g ,fliessend, flüssig' (Aesch. Ag. 1408; Eum. 452; Soph. Oed. 
EoL 1598) zu ^ietv^ alt QiFeiv fliessen' (IL 5, 340; 545). 
Yvxifä ,EochtopP. 

Bei Aristophanes fast 40 mal, wie Plut 673: dkkd ^e axf^dgag x^Q^ ^<^ 
e^iTtXrjXTe xBif^ivt], 812: x^tqo x^^^V y^yove. Ekkl. 734: i) x^Q^ ^^Q 
^^i&ij VTj Jia (liXaivd yc. Thesm. 509 : %o yag rjTQoy Tijg x^Q^S i^' 
xiaev. Lys.315: aov d^ iatlv iqyov^ to x'^Q^f ^^'^ av&Qox i^eyeiqiiv, 
Plat Hipp. maj. 288, D: eirceQ ^ x^'^Q^ •MmeqapLevfiivri eirj vre dya^ov 
TceQafiicjg leia xal arQoyyvlrj xal xaXwg wfcrrjfiivfj, — Daneben gleich- 
bedeutend xi'^Qo-g. Hdt 7, 176: IWi ök Iv ttj iaodtp xcnkf] (bei den 
Thermopylen) d'CQfia kovTQOj vd x^'^Qovg xakiovoi ol invxf^Qioi. Ar. Ach. 
1075: vno lovg Xoag yoQ %al Xiiqovg (,die Töpfe', hier als Name eines 
athenischen Festtages) airolal xig r^yyeike kijavag kfißakelv Boiuttlag, 
Nik. al. 136: ^ ^i nov XV^^S ^oqoev notbv atvvoo x^QOv. 487: jytQ^^ 
TTj^ag ^laXdxTjg XiTtouivrag oqd^vovg. 

Die dialektische Nebenform nv^qa (Etym. M. 454, 43: ol ydq ^Iwyeg . . . . 
T^v ydg xfitQav .... xvd'Qav Xiyovaiv, — 543, 39: naytjyvQlg küzi naQO 
L4^r]valoig ol xvd-goij h ^ akli^lovg %axia7C%ov) ergiebt als ursprüngliche 
Grundlage ein *x^&Qdy das, wie ähnliches schon in x^'^^v- ,Unterkleid' 
(Seite 283) neben dialektischem xid-wv- entgegentrat, einmal an erster, das 
zweitemal an zweiter Stelle den Hauch einbüsste. Weiterer etymologischer 
Zusammenhang ist nicht deutlich. Das Suffix ist das selbe wie in al^ti 
,reine Luft, Heitre' (2, Seite 91), ayQtj ,das Ergreifen, Fangen' (1, Seite 
1 22), Tc^rgri ,Fels' (2, Seite 503) und anderen ähnlichen Formen. 
Xaö- ,fassen, in sich begreifen, enthalten', mit dem Aorist ^^ad^cty (D. 14, 34; 
exccSe IL 4, 24 -» 8, 461; x^^^ H. 11, 462) und der Präsensform xov^a- 
veiv (IL 23, 742; Od. 17, 344; Ar. Frösche 260), an welche letztere sich 
auch Perfectformen anschliessen wie Tiexavöora (IL 23, 268; Od. 4, 96) und 
nexdvdei (IL 24, 192) und dann auch das Futur x^^oerai (Od. 18, 17; Hom. 
hymn. Aphrod. 252 ; aus *x^vda€%ai). 

Od. 17, 344: iXwv . . . Tcgiag, vjg ßoi^x^^^S ixdvöavov afiq>ißal6vtL IL 



Griechische Etymologie. 285 

14, 34: ovdi yog ovä^ evQvg tzbq Itav lövvriaato naaag alyiakog vijßag 
Xaäieiv. Od. 18, 17: ovdog d' dfjitpoxiQOvg ode x^/acTae. IL 23, 268: ki- 
ßfjra . . xiaaoQa fiirga xBxavdoxa. IL 23, 742: ?§ S* aga /lirga xdviavev 
(nämlich xQrjtrjQ). IL 4, 24 — 8, 461: "ägt] 8' ovx, exadev atfj&og %6lov. 
Hom. hymn. Aphr. 252: ovyAxl fioi OTOfjLa xelaexai k^ovofiijvai vovto fiev' 
ad^avatoiaiv. IL 11,462: ^vacv, oaov %eq>aXri x^de (pvmog. 11,24,192: 
S'ilafioy ... .og ykrjvea nolla xexdvdei. Od. 4, 96 : ßolxov .... xexav- 
dora noXXd xai ia^Xa. Ar. Frösche 260: xex^a^d/iea^a y' onoaov fj tpa- 
Qvy^ av fifAVjv xovdavij dt ' fj^iigag. Theokr. 13, 57 : ^OftaXov, zo ol alkv 
ixcivdoLVB de^iTegfj x^^Q- — Dazu: noXv-x^^^^S^ »viel fassend'; Nik. 
ther. 951 : xal va fikv iv a%v7tBl ngoßahav noXvxovöiog oXfiov. Qu. Sm. 
4, 475 : TOvveKOL ol g>idXf)v noXvxavdia dcJx€ q>ig€aS'ai. 

Lat pre-hendere (aus altem prae-h.; Plaut As. 668: praehende) ,fa8sen, 
ergreifen', auch früh schon mit Vocalzusammenziehung, wie in prendere 
(Plaut Capt 118; Lucr. 4, 1143), prendit (Plaut Bacch. 696; Ter. Andr. 353) 
und sonst; Plaut mil. 1426: si posthäc prehendero ego Ud htc\ As. 668: 
prehende auricuUs] Epid. 1 : qvis properantem me re-prehendit palliö ? — 
Dazu: praeda (wohl aus ^prae-hedä) ,Beute', eigentlich ,die Ergriffene'; 
Plaut Truc. 110: virtüst de praedönibus praedam capere. 

Gott bi-giian ,finden'; Mk. 11,2: bigitats fulan gäbumdanana] Hth. 
10, 39: saei bigitith (o evgwv d. L ,wer gewonnen hatO saivala seina, — 
Engl, get ,erhalten, bekommen'; — nhd. ver-gessen eigentlich ,aus dem 
Besitz verlieren'; causatiy er-götzen^ eigentlich ,yergessen machen, ent- 
schädigen'. 
y(aö' ,zur!ickweichen', ,woyon abstehen', mit medialer Flexion, im Präsens 
xdtea^aL (IL 17, 357; IL 5, 440; 16, 707; 17, 13; aus ^x^djea^ai). Aoristi- 
sche Formen wie x^^^^^^^^f' (H* 12, 172) und x^^^^^^o (IL 13, 193) begegnen 
und futurische wie ;^aaaoyTae (IL 13, 153). Active Formen sind selten und 
begegnen nur in nachhomerischer Sprache, wie ay-^aCe ,weiche zurück' 
(Soph. Bruchst 886), ava-xo^ovxBg ,zuriickweichend' (Xen. an. 4, 1, 16) und 
av'ixaaaav mit der causativen Bedeutung ,sie Hessen zurückweichen, trieben 
zurück' (Pind. Nem. 10, 69). 

Bei Homer 46 mal. IL 3, 32: axp 8^ hagwv eig fi^og ix^^^o. IL 11, 
504: ovö^ av nw xd^orro xBXevd'Oo dloi^Axoifol. IL 13, 153: x^^^ovxai 
vn %yx^og. IL 16, 122: %a^€ro S* Ix ßeXitov. — IL 15, 426: firj irj 7t(o 
xdCeo&e fidxrjg iv arelvel ripde. IL 11, 539: filwv^a dk x^^^ro öogFog. 

Nah Zugehöriges in den verwandten Sprachen scheint sich nicht zu 
finden. Möglicher Weise besteht ein entfernterer Zusammenhang mit altind. 
hä' ,zurückweichen' (RV. 5, 32, 9; 10, 59, 1; präsentische Singularform ist 
gihttai ,er weicht zurück' EV. 5, 32, 10; 8, 20, 6). 
Xaf- ,8cheis8en', mit der Präsensform x^^^^^ (Ar. Ritter 70 ; Wolken 391; 
aus *x^ij€iv)j dem Aorist x^^^^t Ar. Ekkl. 808 (daneben begegnet vereinzelt 
die Form xat-ix^aov Alk. Kom. Bruchst 4), dem medialen Futur yjoela&ai 
(Ar. Wespen 941; Friede 1235; Lys. 440; 441; daneben xata-xiaovat 



286 Griechische Etymologie. 

« 

Ar. Brachst 152, 3) und Perfectformen, wie iy^xixoöa (Ar. Frösche 479) 
und iTti-xexodwg (Ar. Vögel 68 als Scherzname) , passivisch xexeofiivog 
(Ar. Ach. 1170). 

Becht häufig bei Aristophanes, wie Ach. 82: ^ß^^v oxrd fiijvag bvl 
XQvavjv oQwv. Bitter 70: oxTanlaaia x^^o^ev. Ach. 1170: Xaßoi %fj %BiQi 
Tcike&ov agtlwg xexeaf^ivov, — Dazu: x^^ciyo-g ,der Hintere^; Hesych.: 
xodavov* Trjv idgav. — fivo-xodo-v ^Mäusedreck' ; Theophr. Pflanz. 5, 
4, 5 : ivrlxTei yag wOTteg xal tolg dhdqoig c xeQaatrjg (ein Käfer) xo- 
Xovf^evog, ovav viTQcivjj xal xoikdrfi negiCTQaqfelg wüTtBqel fjivoxoiov. 
Diosk. 2, 98 : ftgoaTcd-ifieva dh natdloig %a fivoxoda xoiklav nqog hatQi- 

Altir. "^gett (aus *g€tto- ; diess aus *geddö'j weiter *ghednö')j neuir. gead 
,der Hintere' (Kck 2*, 109). 

Alban. dies ,ich scheisse' (GMeyer bei Bezz. 8, 187 und 192). 
Armen, dzet- ^Schwanz' (Hübschm. arm. Stud. S. 40). 
Altind. had' mit der Präsensform hddaii oder medial hädaiai- ,er scheissf 
(Bhäg. P.). 
Altostpers. zadhanh ,der Hintere' (würde griechisch ^x^dog- lauten). 

XiöQOJt' (x^ig tp. Bei Hesych ist x^d^co^ als Nominativ aufgeführt) Hülsen- 
frucht'; daneben auch: x^^Qo^o^Vy das nur in der Mehrzahl begegnet 
(bei Theophrast ungefähr 30 mal). 

Python, trag. Bruchst v. 12 (Nauck Seite 811): vvv dk i6v x^^ü^^^ 
fiovov xal %6v fÄcgad'Ov iad^ovaiy ftvgovg d* ov ixahx, Arist Thierk. 8, 
55: 17 d' aqx%og . . . ia&let ... xal vovg xaqnovg %ovg x^^QOftag (andre 
Lesart x^^Qonovg). Plut mor. 293, D: dh twv dlq>lT(av xal rtSv x^^9^' 
Ttcjv fiereäldov zolg yvwQifioniQoig avTiuv. 701, A: doxel ötj fwi ^ tlwx- 
Qotfjg t6 aviQafiov ifiTtoulv %olg ve TCVQOlg xal %olg x^d^o^i. — Nik. 
ther. 753: q>uheg ateg dqeftavovo Xiyovxat oanQta x^^Q^^^ ^* alla, 
Theophr. Pflanz. 1, 11, 2: iv loß(p (,Hülse, Schote') fihv ov fwvov %c ini- 
TBia xad'CLTceQ %a x^^QO^a xal ^ega Ttkelw TcSy dygliov. 8, 3, 1 : väv 
di ;^€<)^07rciiy va fiiv (nämlich q>vX3Lov ex^i) iteqixpBQhg olov 6 xvafiog xal 
axeädv va Tclelota, td dk nQO(irixia%eQOv olov 6 fciaog xal 6 Xd-^gog 

xal 6 tifXQ^S x^^ ^^ TOiavTa. 
Dunkler Herkunft 

Xlöffo-Vj ein Gfericht aus noch nicht ganz reifen Waizenkömem. 

Alkm. (bei Athen. 14, 648, B): ijdrj nagi^ei itvaviov %e 7tok%6v x^inov 
TB kevxov. Ar. Bitter 806: el öi rcor^ sig äyqov ovvog iftel^wv . . . xai 
XÜQcc q>aywv dva&aggi^arj. Friede 595 : roig dyqotxoiaiv ydq rjO'S'a x^^Q^ 
xal awrrjQla. Nikand. (bei Athen. 3, 126, B): dkX^ ortoxt . . . x^Q^ f^^ 
i¥%Qlxf)Btag VTtoaxQiiaag hl xolXoig ayyeaiv, evtidet ök (iiyy dvdqwQCOP 
ihxUo. 

Etymologisch nicht verständlich. Das Suffix wie in a^nqo-v ,Zng8ol' 
(1, Seite 240) und noch sonst 



Griechifiche Etymologie. 287 

Die anlautende Consonantenverbindung %d^. 

Während die Anfeinanderfolge der Aspiraten % and d- mit zwischen- 
stehendem Vocal dorohans ungewöhnlich ist, aber doch zum Beispiel in 
passiyaoristischen Formen wie xvd^Biri (Od, 19, 590) und xv&bI^ (IL 14, 
253; 316) yorkommt, finden sich x^ unmittelbar mit einander verbunden 
öfters, insbesondere in: 
](^afuiild-$ ,niedrig'. 

Bei Homer 5 mal IL 13, 683: relxog ididfitjTo x^of^olanavov. Od. 9, 
25: avrfj (d.LYi9oxi}) 8k x^^h^^'^ Ttavvfte^aTtj elv akl xeHai. Od. 10, 
196: cdt^ (nämlich v^aog) dh j^^ajuaili} xeltai. Od. 11, 194: q>viJi(ov 
xexXifiivwv x^cif^cik^l ßeßXT^cerai evvaL Od. 12, 101: rov d' ereQOv anw- 
TteXoy x^^a/uaAcJTfi^oy otffei. Xen. mem. 3, 8, 9 : obLodoiaelv del vtptjkdreQa 
fihf tä TtQog itearipLßQlav ^ %va 6 x^^f^^Q^'^og i]i.iog fifj aftOTclelriTai , x^a- 
IxahoTBQa de va nqog Sficrovj %va ol xpvxQol fi^ i^TtLnxmaiv avefnoi. 

Lat humiVirS ^«niedrig^; Verg. Aen. 3, 522: procul obscürös collis humU 
lemgve vidhnus Italiam] 4,255: am similisj qvae eircum Ittoraj cireum 
piscdsös scopulös humilis volat aeqvora juoetä. 

Eigentlich wohl ,am Erdboden beündlich^ da sichs an x^ov ,Erde^ 
(siehe Seite 288) anschliesst Das Suffix X6 ist hier also deutlich ein ab- 
leitendes, ganz wie zum Beispiel in bfialjo-g ,gleichmässig, eben, glatt^ 
(1, Seit» 551). 
t^H fgestem'. Die Nebenform ix^^^ ist besonders (1, Seite 388) aufgeführt 

Hom. hymn. H^m. 273: x^^^ yevofirjv. Plat Oastm. 174, A: x^^S Y^d 
avrov dtiq>vyov %olg kmvixloig. Ar. Flut 344: afdeivov ij x^^S nqcmoiiev, 
Hdt 2, 53: ovx i^jTtiariaro f^äxQi' oi TtQciyv %8 xai x^^^* — Dazu: x^^-^ 
^6-g ,gestrig'; bei Homer 10 mal; IL 1,424: juer' df^vfiovag Ald'iofcijßag 
X^i^og ißr^. IL 13, 745: öidFia fi^ ro x^^C^^ oTtoavijatJVTai (,zurückzahlen') 
HxaiFol XQ^^og. D. 2, 303: x^^£^ ^^ ^^^ nQwl^* (d. L ,erst vor Kurzem 
war esO, ot' ig AvXLda vrjßeg ^AxceLPiov ryeQi&ovro, 

Lat heri (aus *Ae8f) ,gestem'; Plaut Pers. 116: heri narräxü tibi] — 
Dazu: hestem<h8 ,gestrig*; Ov. Heroid. 18, 72: nocte sed hestema Unior 
aura fuit. 

Goth. gistra-dagis j nur Matth. 6, 30: thata havi haithjös himma daga 
visandö jah gistradagis in auhn galagith, wo es auffalliger Weise dem 
griechischen oAqiov ,morgen' übersetzend gegenübersteht — Altn. gaer 
,gestem*; — nhd. gestern. 

Alban. die ,gestem^ (GMeyer bei Bezz. 8, 187 und 192). 

Altind. hods ,gestem' (Kathäs.), alt noch hiäs (BY. 8, 55, 7; 8, 88, 1; 10, 
55, 5: adjä' mamära sd hids säm äha ,heute starb, der gestern athmete^. 

Die altindische Form erweist, dass x^ ^^^^ ^^ altem ghj entwickelte, 
was zum Beispiel auch schon in Bezug auf die gleiche Lautverbindung 
in ix^v-g ,Fisch^ (2, Seite 45) ausgesprochen wurde. Eine ganz ent- 
sprechende Entwicklung des Dentals aus altem ; findet sich in den zahl- 



288 Griechische Etymologie. 

Feieben Präsensformen mit innerem nxy wie niAmBiv (ans *x3ii7cjeiv) 
,8tehlen' (2, Seite 451). — Die nnge wohnliche Suffixform von x^^Jo-g 
findet sich noch in ftQwtl^'g jäühzeitig* (IL 2, 303 in der Verbindung x^^C« 
re xal nQüiiCa^ die sich ebenso bei Plato Alkib. % 141, D wiederfindet). 
X9^6v- (x^oiv) ^de, Erdboden'. 

Bei Homer 78 mal 11.2,465: vtco xd-utv Ofiegdakiov xovaßiCe nodwv 
avTWv T€ xal irtnwv. II. 4, 182: tot« (jloi %avoi eigela x&wv. II. 11, 741 : 
%6aa q>QQfiaKa ßeiör] 6a a %Qiq>ei evQela x^oiv. IL 6, 411: kfiol di xb xiq- 
diov €iri aev dq>afAaQrovat) x^ova dvfievau IL 1, 88: ifiev ^dSprog xal 
iml x^ovl ösQxofiivoio. — Dazu: x^ccfiaX6-g (siehe Seite 287); — x^M^^^ 
(siehe Seite 295). 

Lat humo-8 ,Erde' (siehe unter x^A^^O* 

Altind. Icsham- ,Erde, Erdboden' in Casusformen wie Tcshdmi ,auf dem 
Erdboden* (EV. 1, 25, 18; 8, 43, 6; 8, 49, 7j, kshamä' ,auf der Erde' (RV. 1, 
103, 1 : tax indrijdm paramdm .... ishamä' iddm anjddj divi anjäd^ deine 
höchste Indramacht ist theils auf der Erde, theils im Himmel'; 5, 52, 3; 
8, 20, 26) und mit Ausstossung des inneren a : Jcshmds (BV. 1, 100, Ib: sd 
prarihvä tvdkshasä hshmds divds ca ,er ist hervorragend an Kraft über 
Erde und Himmel') und Tcshmajä' ,auf der Erde' (BV. 1, 55, 6; 5, 84, 3; 7, 
46, 3). Neben den letzteren beiden Formen liegen mit eigenthümlicher 
Entwicklung des Anlauts die im Grunde ohne Zweifel ganz mit ihnen 
übereinstimmenden gmds (BV. 1, 25, 20 : tuäm vigvasja . . divds ca gmds 
ca rägad du herrschest über alles, über Himmel und Erde'; BV. 1, 37, 6; 
5,38,3; 10,22,6 und 10,49,2, jedesmal in Verbindung mit voraus- 
gehendem divds cd), gmds (BV. 1, 157, 1: gmds üd aiii sürjas ,von der 
Erde empor geht die Sonne'; 4, 50, 1 und 6, 62, 1: gmds dntä ,der Erde 
Enden'; 8, 1, 18; 10, 89, 11) und gmä' ,auf der Erde' (BV. 6, 52, 15). — 
Eng an schliessen sich wohl auch: Jcshäman- ,Erdboden' (BV. 4, 19, 4: 
dTcshavdajat (dvasä Tcshäma ,er erschütterte gewaltig den Erdboden'; 2, 39, 
7; 6, 5, 2) und hsM ,WohnsitE', ^dboden, Erde' (BV. 10, 31,5: ushdsäm iva 
kshas .gleichwie der Wohnsitz der Morgenröthen'; BV. 1, 183, 3: suvrt rdthas 
vdrtatai jann abhi Jcshäin ,gut rollend rollt der Wagen, gehend auf ^e ErdeO. 

Zunächst aus *x*ö/m-, wie zum Beispiel x^^v ,Schnee' (Seite 281) aus 
*X^6fi'. — Die beiden letztangeführten altindischen Formen drängen zu 
der Vermuthung, dass naher Zusammenhang besteht mit altind. hski- 
,wohnen, weilen, ruhen' (siehe unter xri- ,wohnen, bewohnen' 2, Seite 264) 
und die Erde hier ursprünglich als die ,bewohnte' bezeichnet worden ist 
Die lautliche Entwicklung in allen angeführten Formen, deren Zusammen- 
gehörigkeit doch nicht wohl bezweifelt werden kann, enthält noch manches 
Dunkle; Fick (1^, 33) glaubt eine anlautende Consonantenverbindung khj- 
als ursprüngliche ansetzen zu dürfen. 
X^^rri'^, ein unverständliches Beiwort des Käses. 

Thespis (bei Clem. Alex, ström. 5, 8, 48): ide aoi x^^^^^ tvqov ^l^ag 
Iqvd-Qi^ fiiliTi, xaza %wv adSy, Ilav ölx€Q(ogj xl^efiai ßwficSv cylutv. 



Griechische Etymologie. 289 

Eine Verbalgrandform *;^^7r- lässt sich entnehmen; ihre Bedeutung 
aber liegt im Dunkel 

Xäöxeiv ysich öffnen', insbesondere ,den Mund aufsperrend 

Ar. Wespen 1493: Ttgonnog xaaxeu Arist. Thierk. 4, 99: ol xriveg (,die 
EammmuschelnO iav Jig nQoaq>i^ rov daxrvkov xatnLovaiy avfifivovaiv, 
— Solon 14, 36: xacuovEBg Kovq>aig khtlai zeQrco^ed'a. Anakr. 14,8: 
^ di (nfimlich vrjvig) .... 77^0^ d' akkov riva x^oxei (,gafftO. Hippen. 
8, 1 : TtaXai yäg avtavg nQoadixovtat xaOKiovTBg ncQadag ^ovrag. Ar. 
Bitter 1032: otav av not, akXoae xooyqjg. 

Eine präsentische Bildung zu x^^' 9^<^h öffnen' (siehe Seite 290), wie 
zum Beispiel ßaaneiv (2, Seite 99) eine ist zu ßav- ,schreiten, gehen' 
(2, Seite 103). 
XäCfiar- (xaofia) ,weite Oeffnung, Schlund'. 

Hes. theog. 740 : x^ofia iiiya (in Bezug auf den Tartaros gesagt). Anakr. 
24, 4: q>vaig . • . Idaix€v • . • kiovai x^^f^^ odovrwv. Hdt 4, 85: hidcdol 
dk 6 ^EXl^anovrog ig xaafAa nekayeog to örj Aiyalov xakierai. Eur« 
SchutzfL 501 : rJQnaaev x^Q^ß^^S oitavooTionov zid'qiTtTtov aqiia TteQtßa- 
Xovaa x^^f^oru Iph. T. 626: rtiq Uqov %vdov x^Of^aT* evgwrcov ni%Qag 
(nämlich diSeral ae). Ion 281: Ttariga d' aXrj^tig x^^l^^ oov xQVfcrei 
X&ovog. Bas. Her. 363 : TtvQatp d ' dfÄq)€Kakvg>d'¥i ^avd'bv xpor' irtiviotloag 
d€iv(p x^^f^^'' ^Qog (,mit dem Bachen des LSwen'). — Dazu: x^^ f^V 
,das Gähnen, Schläfrigkeif; Fiat Staat 6, 503, D : vnvov t€ xal x^^mQ 
ififtlTtXavTai. Flut mor.45, D: aTt^ avvijg Trjg axgoaaewg . . • x^^f^^'' 
%e vTtvwÖBig aal xa%riq>Biai . . . vTcev&vvov iari. 

Buht auf dem selben Grunde wie das Vorausgehende, so dass weiter- 
hin auch x^og- ^der leere unermessliche Weltraum' (Seite 278) mit ihm 
zusammenhängt Der Bildung nach können zunächst verglichen werden : 
g^aüfiat' ,Erscheinung' (Find. Ol. 8, 43; Aesch. Ag. 158; 274; 415; zu ^av- 
,erscheinen' : iq>dvi] IL 2,308; 6, 175), ^aafxon- ,Gespritztes' (Athen. 12, 
542, C; zu ^avx ^aiveiv ,bespritzen' II. 11, 282; Find. Isthm. 5, 21; 7, 50), 
vipaofiaT' ,6ewebe' (Od. 3, 274; Aesch. Ag. 1492 — 1516; zu vg^ay-i vq>al' 
vBiv ,weben' (1, Seite 160). — Das Suffix von x^^A^>7 begegnet in d%iAri 
,Schäife, Schneide, Spitze' (1, Seite 53) und sonst oft 
Xco$- ,schütten, ausschütten', mit dem passivischen Aorist x^^^^^or' (Hdt 
2, 11; 137; ix^oy^i] Xen. Eyr. 7, 3, 17), passivischen Ferfectformen wie 
xex^oß^^o-g (Hdt 2, 138; 8, 144), dazu dem participiellen x^^^o-g ,auf- 
geschfittef (Eur. Bhes. 414). Die präsentischen Formen haben vv als Kenn- 
zeichen, wie in ix^wvaav (Flut Fhok. II und Cass. Dio 66, 4, 2; aus ^ixcia- 
-vraav) und x^y^veiv (Theophr. Fflanz. 2, 5, 5; Folyb. 1, 47; 10, 28; aus 
*Xw<jyi5€£y). 

Soph. Ant81: iyut dk öfi %a(pov x^^ovo^ ädekqx^ q>tXxa%iy. 1204:ti;/u- 
ßov oQd'OüQttvov oUelag x^ovog x<^<^ctVT€g» Hdt 2, 11: nov ye öf] . . . ovx 
av x^^^^^^ (,aufgeschflttet werden, durch Schutt ausgefüllt werden') xoA- 

Leo Meyer, Oriechiiehe EtymoloKie. IIL 19 



290 Griechische Etymologie. 

Tcog; Eur. Iph. T. 702: TVfißov re xiiaov. Iph. Anl. 1443: krteL fiot rvfi^ 
ßog ov xioa^aexai. Ar. Arch. 295: xora ob %a/aojU£y %oIq U&oig. Plut 
Grass. 10: ^(oae rijg %aq)QOv (ligog ov noXv yij xal vXji %al nXadoig 
d^vÖQwv, 

Scheint zu xoeiv aufhäufen, ati£werfen' (Seite 280), also weiterhin aach 
zu x^^^^i ^t ;^^/£ßtv ,gie88en, ausgiessen, ausschütten' (Seite 279) zu gehören, 
hinreichend deutlich aber ist die Entwickelung der Form nicht. 

Xav' ,sich öffnen, klaffen, auseinander gehen', insbesondere ,den Mund auf- 
sperren', mit aoristischen Formen wie ^x^ve (IL 23, 79) und x^yot (IL 4, 
182; 6, 282), dem Perfect x^ijya (Ar. Vögel 264; xixrjve Ar. Bitter. 755; 
xe%i}vo7a IL 16, 409) und medialem Futur (^^^-x^velTae Ar. Bitter 1313; 
Wespen 1007). Als präsentische Form wird x^^^*^ (siehe Seite 289 be- 
sonders) gebraucht und erst bei Spätem auch x^^^^^^ (a^s *x<^'3^*'')7 wie bei 
Antipatr. (Anth. 9, 797, 1), Nikarch. (Anih. 11, 242, 1) und Diosk. (3, 127), 
IL 4, 182 und 8, 150: roze (äocxo^ol evgeia x^^^^ Sophron (bei Athen. 
3, 87, A): ai ya ^av xoyxai . . . • xexdvam afilv Ttäaai. Theokr. 22, 125: 

• Ix d' ixV^ fiiXav alfia d^owg yLQordtpoio x^^ovrog. — II. 16, 350: %d 
(nämlich alfia) (5* ava axoixa xa2. xerra ^ivag TtQrjae xovdv. IL 16, 409: 
?Ax' Ix dlq>Qoio xextjvovra dogfi q)aFBiv(f, 11.20, 168: iFaXri xe ^oyciiy. 
Od. 12, 350: ßovXofi* ana^ ngog Kvfia x<xv(ifv arto &v(iov oXiaaat. Q. 23, 
79: dXV efih fih x^g äfiq)'ixavBv (öffnete den Bachen', doch wohl ,um 
mich zu verschlingen') awyBQij. Soph. Antll8: avdg (nämlich aierog, 
bildlich für ,das feindliche HeerO ^' i^h fiBldd^Qwv q>oviiaaiaiy afig>i- 
'Xavwv xvndtp Xoyx^^S inxaftvXov a%6ixa . . Ar. Vögel 264: x^i^ya y* Big 
Tov ovQavov ßHncJv. Bitter 1119: Ttgog %6v xb kiyoyx' aBix^xV^^S' Ach. 
133: vfiBig 8h nQBoßBVBad'B xai kbxi^votb. — Dazu: xaxa-xv^V »Ver- 
höhnung'; Ar. Wespen 575: ag' ov fiByakrj tovt^ Mut' dgxrj xai tov tcIov- 
%ov xaxQxrjvrj ; EkkL 631 : xal örjfiOTixi^ y' ^ yvcifiri xal xarcr^i^nj twv 
OBfivoxigcJv %a%ai noiXri. — Ttgo-xotvrj , Vorwand'; EaU. Dem. 74: Ttgo- 
Xavd ö * BvglaxBvo Ttaaa, Brückst 26 : aygaÖB T(ß Tcdarjaiv iTcl itgoxi^ 
vfjoiv iq>olTa. — x«^!"«^^*" (siehe Seite 289); — xaoff- (siehe Söte 
278). 

Altn. gtna ,klaffen', ,da8 Maul aufsperren' ; Hym. 22 : gein vidh agni 
,er sperrte den Bachen auf dem Köder entgegen'; Häv. 84: gfnanda ülfi 
,maulauf sperrenden Wolf; — ags. tö-ginan ,sich öffnen'; eordhe tögän 
,die Erde öffnete sich'; — ahd. gin&n und mhd. ginen ,da8 Maul auf- 
sperren'; — nhd. gähnen. 

Weiterhin stehen mit x^^' üi nicht zu bezweifelndem Zusammenhang 
auch noch Wörter, die den Najsal nicht enthalten, wie lat. Märe ,ausein- 
andergehen, klaffen', ,das Maul aufsperren' (Plaut Merc. 182: videre ocuUs 
.... hiantibtis; Sali, bei Non. 4, 318: hiävit humtos multa; Verg. Aen. 6, 
493 : inceptus clämor frustr&tus hiantis) und hiscere ,klaffen', ,den Mund 
aufthun'; Plaut Ps. 952: aedäs hiscu/nt] Lucr. 6, 1070: ut vitiö vSnae tabti- 
lärum saepius hiscant] Liv. 6, 16: nee . , , . aüollere oculös aut hiscere 



Griechische Etymologie. 291 

audSbanf)^ ahd. giM ,gähnen', lit iiöti ,den Mund aufsperren', altslav, 
^ijaü ^klaffen, gähnend 
X^vri, Name eines Fisches, nach Aubert und Wimmer ,Serränus scrtba' 
Epicharm (bei Athen. 7, 315, F): (ueyakoxaafiovag tb x^^^ciQ ^cil • . . . 
üvovg. Arist Thierk. 6, 74 : elal dk tüv ix^tov ol f^ev nkelaToi aggeveg 
xal ^rileig' negl di hqv^Qivov aal xccvvrig änogeHat' navxeg yag akla- 
xovrai xvijjuora ^oyre^. 8, 28 : ol fiiv yaq avtcjv (d, i. Ix^vwv) aagxo- 
q>ayoi fiovov, ohv . . . . al xc^^^cre. 8, 87 : rtekdyioi dk . . . .xal yoyygoi 
ol leuxol, x^*'^^» BQvd-Qlvog. 
Wird zum Vorausgehenden gehören und entstand vermuthlich aus 

XavöüvBw (II. 23, 742; Od. 17, 344: Ar. Frösche 260), Präfiensfonn zu ^a*- 
,fa88en, in sich begreifen, enthalten' (Seite 284). 

XivviO'V, Name eines Vogels, den man in Aegypten einsalzte. Hesych er- 
klärt x^^^'^' OQVi&aQiov XL xor' uiiyvrcrov xaQvx^ofiBvov. xol ddog 
ix^og. 

Hipparch (bei Athen. 9, 393, 0) : ov8i fioi MyvTtrliav ßlog rjQsaev oUv 
exovüij Xiyvia xlklovreg xaXxaxiadeiaaUovxa. Pallad. (in Anth. 9, 377, 8) : 
rjfielg d' iad-lofiev xenlrjfiivot akfivga ncvxa, x^^^^<^ ^«i Tvgovg. 
Vermuthlich ungriechisch. 

XövöQo-q ,Kom, Graupe'; ,aus Waizen- oder Speltgraupen bereiteter Brei 
oder auch Trank'; ,Knorpel'. 

Hdt 4, 181 : iv 8h xjj 6g>gvr] xavxrj .... aXog eaxi xqvq>ea xaxa xov- 
ÖQOvg f4€yaXovg h xoXfovolai. 185: xc dl oUla xovxoiai ncai he xdSv 
cllvwv xoifiQ^y oinoöofjiiaxai, Ar. Ach. 521 : neX tcov alxvov tdoiev • • . 
rj xovÖQOvg akag. Alkiphr. 3, 35, 2: avveiariviyKaxo . . . o öi Irt Ttevioxe- 
Qog hßavanov xovSgovg ev fiaka evQoniwvxag, Theophr. Pflanz. 9, 4, 10: 
elal 8i xiveg xai fieyaXoi oq>6dga xüv xovdgwv (nämlich Xißavtaxov)^ 
tütn elvai x(fi fikv oyxtp ;f£i^07rAi}^ia/ot;$. — Ar. Wesp. 737: ^giipw y* 
ccvxov Ttagix^y oaa Ttgeaßvxrj %vfAq>oga, x^^^gov kelxBiv. Bruchst (bei 
Athen. 3, 127, C): ^oyd^ov iipmv elxa fivlav ifißaktav idlöov ^otpeiv äv. 
Alexis (a. a. 0.) : xai xovögog ivöov iaxl QsxxakiKog nohug. Pherekr. (bei 
Athen. 6, 269, A) : nag'^v öi x^^^Q^S yakaxt xctxavevififiivog iv xcexaxixkoig 
kexQvaiai. — Arist Thierk. 1, 45: okov (nämlich ovg) d* kx xovdgov xal 
aagxog avyxeixai, 3, 19: xwv ö^ ofioiofiegußv xoivoxaxov fxiv iaxt x6 
alfia Ttaat xoig ivalfxoig t^tfioig .... %xl oaxovv xal x6 dvakoyov xovxtfi, 
olov axav&a (,6räte') xal xovdgog. 3, 61 : xtSv dh ^(poxoxovvxwv xal ne- 
^vh Ttegl x€ xa wxa xovigoi elal xal xovg fivxxrjgag xal negl ivia axgw- 
xrjgiaxüiv oaxwv, Nik. al. 123: d-wgrixog xöd-i xovigog (hier insbesondere 
,der Bmstknorpel, der voru das Brustbein endigt') vTthg xvxog etexo yaaxgog. 
Dunkler Herkunft Ob möglicher Weise Zusammenbang besteht mit 
unserem gwm? Als seine ursprüngliche Bedeutung liesse sich etwa ,klumpig, 
dick' yermuthen. — Das Suffix wie in ofißgo-g ,Regengu8S* (l, Seite 556) 
und sonst 

19* 



292 Ghiechische Etymologie. 

XövöQvXXa, Name einer Pflanze. 

Theophr. Pflanz. 7, 7, 1 : kaxava fihv d^ xal ra %oiav%a %aXBl%aL xixoqt], 
otTtafcrj, xoväQvkAa, vjtoxoiQlg. 7, 11, 4: i} dh VTtoxoiQig leiariga xal ^fie- 
QüiTiga Tj} TtqoaoxpBi xol yXvxvziqa xal oix äoTteg 17 %oyd^t;Ala. 

Etymolo^ch nicht yerständlich ; aber auch die Ueberlief emng der Form 
ist nicht ganz sicher. Bei Heaych ist anfgeführt ^ov^^tAi^' aygiov %t 
kaxavov, das doch wohl das selbe ist Auch xavögUlfj bei Dioskorides 
(2y 160) ist vielleicht das selbe; es heisst von ihm ol dk xal tovto xixti- 
giov xakovaiv, ij aigiäa' ra fiiv g)vkka xal tov xavkov xal za av&rj 
^6t xix^Q^V ofioia' o^ev xal eldog av%6 tiveg dnov aigidog ayQlag' 
JiCfCToregov dh to oi.ov. 
Xijf- fOans', dorisch x^y- (Sophron bei Athen. 2, 57, D; Ar. Ach. 878). 

Bei Homer 9 mal. IL 15, 692 «> 2, 460: cig %" Sgvi^wv Ttetetjvüiv aU 
ßevog at&CDV fidyog kq)OQfAaTaL, Tcotafibv ftaga ßoaxofievawv, j^ijyciy ^ 
yegavwv ^ xvxvwv dovXixodigßwv, IL 17, 460: %Tvuoia^ aFLaatav wg %^ 
alyvTCiog fieta XV^^S» Od. 15, 161: alferog agyqv ^i^y« q>iQ(üv ovvxeaai 
TtikfOQov. Od. 19, 536 erzählt Penelopeia als Traum : XV^^S l^oi xara Fol- 
xov ifelxoai tcvqov idovaiv I? vdatog, was Vers 548 gedeutet wird: X'i^^S 
(ilv fivrjavrjgeg, 

Lat. unser- ; Plaut Truc. 253 : ut d^ frümentö anserSs elämSre absterret 
dbigit 

Altir. geiss ,Schwan' (Fick 2*, 106). 

Ahd. gansj — nhd. Gans. 

lit zqsi'S 

Altslav. gqst] — tschech. hu^. 

Alban. gus9. 

Altind. hansä-s ,6ans', auch wohl ,Schwan^ und noch andere Wasser- 
Yögel; BV. 3, 8, 9: hansds iva grainifds jdtänäs ,wie Gänse (?) in Beihen 
eilend' ; B V. 4, 45, 4 : hansäsds jdi väm . . . hiranja-parnäs uhüvas ushar- 
büdhas udwprütas ,die Gänse, die ihr habt, sind goldflügelig, schreiend, 
früh wach, im Wasser schwimmend^ 

Aus *x^*'5" (weiterhin ^x^^^^") wie zum Beispiel i(privB ,er liess er- 
scheinen' (IL 2, 318; 324) aus Hq)avaB. — In lat. anser-y dem ausserdem 
noch ein neues Suffix angefügt wurde, erlosch anlautendes h ganz wie 
zum Beispiel in olus- ,Kohl' (Hör. sat 2, 1, 74; epist 1, 17, 13; 2, % 168) 
neben x^ori ,grüne8 Kraut, junges Grün' (Hdt4,34; Eur. Iph. A. 422; 
Bakch. 12). 
%<&vri jSchmelzgrube, Schmelztiegel', gewöhnlich jlrichter*. 

PoseidonioB (bei Athen. 6, 233, D) : Ttotajuia %a Tvxovva \pr^yfia%a xgvaov . . . 
Tckvvavreg ayovaiv iftl rijy ;ccijyijv. — Pherekr..(bei Anth.6,269,C): nlqgeig 
xvXixag otvov . . . ijvtIovv öia x^^V^ %olai ßovXofiivoig rtulv. Plat Staat 
3, 411, A: otav (liv tig fiovaixy nagixn ^^'^civlelv xal xataxeiv xijg \pv 
X^g dia väv ätcjv tSoTteg öia x^'^VS* — Dazu: jfwyo-g jTrichter*; Hipp. 
1,485: 6 yag arofiaxog (,die Kehle') oxolov x^^og xal ixdixB%ai (böm 



Griechische Etymologie. 293 

Trinken) ro TikijS'og. — xmvBvetv ^Metalle schmelzen, giessen'; Polyb. 
34, 9, 11: %ijv di Tti^Ttrrjv vnotnaaiv x<av€vd'Blöav OTtoxv^ivrog %ov fio- 
Ivßdov xa&aQOv %6 aQyvQiov i^dyeiv. 

Ans xo^'f^^j wie sichs noch bei Aristoph. (Thesm. 18 nnd 19: moriv 6h 
Xoavrjg wra äieTer^vctTo. — dia t^v xodvriv ovv firjj^ okovo) ^rid'^ OQtSj) 
findet, der anch das zugehörige ;^oay«;€iv jgiessend formen' (Thesm. 57 
und 62) hat Schon bei Homer (II. 18, 470) begegnet ein zugehöriges xoJ^^vo-g 
,Schmebsgmbe^ So liegt also deutlich x^^^''^ ^ x^^^''^ ,giessen, ausgiessen' 
(Seite 279) zu Grunde. Bezüglich der Suffixe lassen sich vergleichen 
öanovri ^Ausgabe, Aufwand* (Seite 198), dgenavti ,Sichel* (Seite 248), 
xodavo-g ,der Hintere' (Seite 286) und andere Formen. 

XQ^wüvai (Plut Phok. 11 und Caas. Dio 66, 4, 2; aus *%(tfayi;yat) ,8chütten, 
aufschütten', siehe unter ;^cü(j- (Seite 289). 

Xaivstv (Anth. 9, 797, 1; 11, 242, 1; Diosk. 3, 127) ,sich öffnen, klaffen, aus- 
einandergehen', siehe unter x^^" (Seite 290). 

XotviX' (xoivi^j ein bestimmtes Getraidemaass; dann auch, wohl nach 
äusserer Aehnlichkeit, eine Art von Fussfesseln. 

Bei Homer nur Od. 19, 28: ov yccQ dfeQyov dvi^ofiat og xev ifiijg ye 
xolvixog aTtrrjTai (d. i. ,wer von meinem Brot issf ) : Mehrere Male bei 
Herodot, so 1, 192: ^ dk doraßr] fiitgov ibv TIbqovmv x^Q^^^ (j^edlfivov 
Ldvrixfjg nkiov x^^^^S^ tqigI IdTTixjjai. 6, 57: iTcl to öbItcvov dTtorcifi- 
TtBa&al aq>i ig %d oItcIo dXq>lxwv re ovo j^o/y^xa^ inariQ^p. 7, 187: el 
Xolvina TtvQwv h^aOTog vrjg '^ptigijg IXdfißctve nal ^fjdkv nkiov. Ar. Ach. 
814: xo^^^^S iwvag dhLv (nämlich ^kannst du das eine Ferkel kaufen'). 
— Ar. Plut. 276: al nvq^ai , , , ,Tcg x^^^^^^og xal rag nidag no&ovaau 
Dem. 18, 129: o rcarrJQ aov .... IdovXeve .... xotvi^cctg nax^lag ^wv xal 

Dunkler Herkunft Das x kann nur ableitend suffixal sein, wie zum 
Beispiel in iv&iQix- ,Halmspitze, Halm' (1, Seite 214) und in ^^vin- ,Schaf- 
f eil' (Hipp. 2, 679 und 690 : ^ffvi^ag d^q>l xd anikea kUaaBiv. Galen, gloss. 
erklärt: ^rivixag' agvcncldag^ da auch der vorausgehende Nasal nur einem 
Suffix angehören kann, ganz wie zum Beispiel in axolvo-g ,Binse', ,Strick' 
(Od. 5, 463; Pind. Ol. 6, 54; — Hdt 5, 16) oder auch in tcoivt^ ,Zahlung 
zur Sühne, Strafe, Entschädigung'. 
Xaih>0'q ,auf gedunsen, porös, locker'; oft in übertragener Bedeutung ,eitely 
nichtig, thöricht'. Etym. M. 807, 41 erklärt x^'^os' ^ ^^X^v^g xal anvuvog. 

Ar. Ach. 104 und 106 in x^^'^O'nQWTLTo-g ,dessen Hinterer {ngt/mto-gy 
siehe 2, Seite 648) weitgeöffnet ist*. Plat Polit 282, E: oaa di ye av xijy 
fjihv avatQO(priv xovvriv hx^ßdvBi. Theophr. Pflanz. 3, 8, 5 : dUq>loiog (eine 
Eichenart) naxv (ihv %xei %b axilex^g, x^^'^^ov dk xal nolXov. 3,12,5: 
(pigei di 17 ^iv aardveiog (nämlich ^eoftlkrj) xov naqTcbv . . . x^^'^oxcqov. 
3, 13, 4: xb di ^vXov (nämlich d'Axrjg ,des Holunders') x^^^^ ^^^ xovq>ov 
^Qavd'iv, 5, 3, 3 : fiaXaxd (nämlich divdga) di xad' * Slov fiiv xd fiavd 
xal xcniva. C. pl. 3,4, 1: afigxa ydq xavxa (nämlich der Einfluss der 



294 Griechische Etymologie. 

Wärme und Kälte auf die umgegrabene Erde) noul fiavrjv xal xaivriv 
(nämlich yijv). 3,17,3: ttjv (d. L yiiv) fihv ycg ttotovai (nämlich aX^q 
jSalzO xovq>r}v xal xaivriv. Nik. ther. 897: x^^^^S olvdv&ijg. 940: ^l^ea 
Xavva vBtDQvxiog yXvnvalStjg. Plut mor. 59, C: kv xoifKpdltf Mevav- 
ÖQOv ^svdrjQaxXijg TtQooetai ^orcaXov ov axißaQov nofJiB^wv oiä* laxvgov 
dkXa x^'^^ov %t Tckdofia xal dimevov. Diod« Sic 1, 39 : q>riai yctq ana^ 
aav irjv AXyv7t%ov norafioxfoatov ovaav xal x^^V^' Philotim. (bei Athen. 
3, 82, F): t6 UeQaixdv (nämlich fjtrjlov) • . . x^'^^oregov . . . xal me^fie- 
vov TtXelaxov %Xaiov aviivau Hikes. (bei Athen. 7, 309, B): fi dh vwv x^' 
Qwv xoißiäv acLQ^ xavvoriQa karlv xal aXi7tBa%iqa. — Solen. 11, 6: crv/i- 
Tcaaiv S* ifilv x^^og iveaTi voog. Brochst 34^ 1 : x^^^ f^ ^ov' iq>Qa- 
aavTO. Find. Pyth. 2, 61: x^^V ftqanldL naXatfiovel xevea. Nem. 8, 45: 
xeveäv d' eknldtav x^'^ov riXog . . . Ar. Vögel 819: ix rwv vetpeXcSv xal 
tuiv fjievewQwv x^Q^^^ x^^^"^ ^^ naw (nämlich ,8ei der Name der zu 
benennenden Stadt^. Plat Ges. 5, 728, E: rc fiiv yäq x^vvovg %ag tpux^g 
xal d'Qaaelag nouly %d dh vaneivag re xal avekevd'igovg. 

Scheint sich dem Suffix nach zu Bildungen wie ayvo-g ^verehrt, heilig, 
(1, Seite 120) zu stellen, weicht aber in beachtenswerther Weise von ihnen 
in der Betonung ab. Es schliesst sich offenbar an x^og ,der leere un- 
ermessliche Weltraum^ (Seite 278), das alt vermuthlich x^^og- lautete. 

Die anlautende Consonantenverbindung /y. 

XVÖO'q ,Schaum, leichter Schmutz'; ,Flaum, Milchhaar'. 

Bei Homer einmal, nämlich Od. 6, 226 : ix xeq^aXr^g d ' eofirjxev alcg 
. Xvoov oTQvyizoLO. Soph. Bruchst 1011: xvovg. Eur. Bruchst 1106: r^y 
Xvovv. Ar. Wolken 978: xotg aidoloiai ßqooog xal x^ovg waneq fivjloiaiv 
Inr^vd'Bu Plut mor. 79, D : ro xa&aQov re xal ld%%vxJbv (in Bezug auf 
Piaton gesagt) oiafteg dqoaov xjal x^ovv dnoÖQBTtofiivovg. Zon. Sard. (in 
Anth. 9, 226, 4*) : fiiXcaaai (pigßead'B .... fidXtüv x^ovv invxaqrtldiov* Askl^ 
(in Anth. 12, 36^ 2): ^iqqolg o^vg tTtBOtt x^oog. Diod. Sard. (in Anth. 9, 
219,5): xovQog ix agxLyivBiov ^wv x^^^^* Theod. (in Anth. 6, 156,4): 
Ttdig d* laov acxigi XdfiftBi, nwXixov dg %7tftog x^ovv anooBiaa^uvog. 

Buht mit dem Nächstfolgenden vermuthlich auf dem selben Grunde. 
Xvovf^ (bei Parmenides) ,Badbüchse, Nabe'; jüngere Form x^ori. 

Parmenid. (bei SexL Emp. ady. math. 7, 111): a^tav d* h x^otfjoiv ui 
avQiyyog awqv ax^oiiBvog (so wohl zu lesen statt al&ofiBvog). Aesch. 
Sieben 154: MXaxov c^ovwv ßgi-^ofjiivwv xvoai. 371 : xa%6ft%iqg .... onovöij 
divixfav TtofjLTtlfiovg x^oag (hier in übertragener Bedeutung) Ttodolv. Soph. 
EL 717: q>BldovTO xivxQwv ovdivj wg vnBgßcXoi xvoag rig avvwv, 745: 
Md'QovOB d' a^ovog fiiaag x^oag. Eur. Bhes. 118: n:öig d' av yetpvgag 
öiaßaXova^ InTcrjXatai, tjv aga ßt) &gavaavTBg avrvywv x^oag] 

Wurde wohl ganz so gebildet wie rcvoii] ,Hauch^ Wind* (IL 20, 439; 
5, 526; 697), das von rtviBiv, alt nvifBiv ,wehen, hauchen, athmen^ (2, Seite 
585) ausging und aus *nvoFiri entstanden sein wird. So würde als zu- 



Griechiache Etymologie. 296 

nächst zn Gnmde liegend ein altes ^xviFeiv etwa mit der Bedentang 
,schaben, reiben^ zn vennnthen sein, anf dem wohl anch die yorans- 
gehende Form bernhen wird. 
yvitbBiv ^bschaben, abnagend 

Enr. EykL 358: c^^ ^oifxd aoi kq>d'a xa^ OTtta xai avd'Qoanag ano 
xvaveiv. Epicharm. (bei Athen. 7, 309, F): xdykaol noxxvyeg, ovg naqaxl" 
Cofieg narrag, omävteg dh xadv^ayre^ cevrovg xvavoiiBg. Ephipp. (bei 
AÜien. 2, 58, A nnd 14, 642, E): XtQiay VQayriiicna . . ., nvQa^ovgj cfirjgj 
q'fSv hiatofißrj' ftdvra xav%^ ix^avo^iev, Enbnl. (bei Athen. 2, 65, D): 
Xvaveiv fiaivlaiv (daffir steht bei Athen. 8, 370, D: %sv&laiv) arjTtldia. 

Steht vermnthlich in nahem Znsammenhaag mit dem Voransgehenden. 

— Bei der mehrfachen Berühmng deutscher Lippenlaute mit griechischen 
Gutturalen, wie sie beispielsweise noch in goth. drdl^an ,in Unruhe bringen, 
verwirren^ neben xaQaaauv (aus *%aQaxJeiv) ,aufriihren, in Verwirrung 
bringen' (2, Seite 787) entgegentrat, driüogt sich die Vermuthung auf, dass 
das ganz yerdnsamt dastehende gothische hrmuan ,zerreiben' (nur Luk. 6, 1 : 
raupidMv/n ahsa sipfifijös is jah matididtm bnauandans — ^%f)u%ov%eg^ 

— handvm) sich hier anschliesst 

"^X^f^ii ,Erde, Erdboden', begegnet nicht mehr als lebendiges Wort, liegt aber 
mehreren in das weitere Gebiet der Casus gehörenden Bildungen deutlich 
zu Grunde, so: 

xofial ,auf der Erde', alte Locativform, bei Homer 27 mal, wie : IL 5, 442 : 
d&ttvctwv TS d'em x^f^^^ i^ofiivwv t' dv&Qtindav ovdi fiFoüciv ^ivfov 
fihv x^f^^^ ija&ai in^ ioxa^ h xovlfjaiv. IL 4, 182: od' h xovljjai xo/uai 
ftiaev. IL 4, 526 : x^^o xf^f^<^^ x^^^^S» — x^f^d^e ,auf die Erde', bei Homer 
29 mal; IL 3, 29: i^ SxitJv ^y Tevxsaiv aXzo xo freite. IL 5, 835: S^iveXov 
fih aq>' %jt7t(av wae xctf^d^e. — x^H'^^^'S i&tif die Erde', 14mal bei Homer; 
IL 3, 300: iide aq>^ iyxiq>akog xof^odig ^ißoi wg ode folvog. IL 6, 147: 
q>iXXa To (liv t' cvifiog xofnaöig x^^f- — xafidd'Bv ,von der Erde, vom 
Boden'; Hdt. 2, 125: ijeiQOv tovg iTtiXobtovg Xid'ovg f^tjxctvfai . . . x^f^d- 
d'€v. 4, 172: ol dk rijg xofiäd'ev anodov Xaßovreg Xelxovai, Ar. Wespen 
249: MQfpog ^a^iai^^y wv Xaßtiv. — Dazu: x^M^V^^'S ^am Boden be- 
findlich, niedrig'; Find. Pyth. 11, 30: 6 dixof^trjXa Tcvioxv agfavrov ßQifiei. 
Leonid. (in Anth. 7, 472, 4) : ariyfi'^ aal <niyfi^g et vi xafiTjXdTeQov. Strabo 
10, 2, 12: x^o(^o^ (ui Bezug auf Od. 9, 25: av%v di x^ofiaXtj nawnBQ- 
Totri elv dXl TiSitai) fxiv ydg 17 raneivfi xal x^fiijAi^. 

Lat. humO'S ,Erde, Erdboden'; Hör. carm. 4, 1,27: piieri . . .pede candidö 
. . . qvatient humtdm; Cic. Catil. 1, 10: jacäre hunä (alter Locativ). 

lit zeme ,Erde, Land'; — Dazu: z^mors ,niedrig'. 

Altslay. zerntja^ zemlja ,Erde'. 

Altostpers. zem- ,Erde', mit dem Nominativ zäo. 

Nicht wohl zu bezweifeln ist naher Zusammenhang mit x^ov- (aus 
*X^6lX') ,Erde, Erdboden' (Seite 288), die ganze Entwicklungsgeschichte 



296 Griechische Etymologie. 

des Anlauts der beiden Wörter aber nicht klar. — Da das gothische gavfa- 
,Land, Gebiet^ (Matth. 8, 28; Mk. 6, 55; Lok. 4, 14; 8, 26; 15, 14 und 15), 
unser GaUj noch ganz ohne Erklämng dasteht, drängt sich die Frage 
zn, ob nicht sein v sich etwa aus altem m habe entwickeln können und 
es dann auch hierher gehöre. 
Xi^fiY] ,das Gähnen, Maulaufsperren^ (Hesych: XVHV X^^f^v)j ^^l^^^^ Name 
einer nicht genauer zu bestimmenden Seemuschel; auch ein Flüssigkeits- 
maass. 

Arist Thierk. 5, 68: al ök x6yx<^^ x^i cci X^f^^^ ^^^ ol awkijveg xal ol 
^tiveg h rolg afjifAoideai ka/ißdvovai trjv avaraaiv. — Athen. 3, 93, A: rcJy 
dh j^i^jucJv fivt]fiovev€i ''luv 6 Xlog iv ^Enidtj^laig • xal ioiog ovvofg tavo- 
fiaarai ra xoyxvXia naQa %b xe%riviyai. — Hipp. 2, 713: qbXIvov Soor 

Gehört vermuthlich zu %av- ,sich öffnen, klaffen, auseinander gehen' 
(Seite 290) oder zunächst zu einer nasallosen Nebenform des selben, wie 
sie ganz ähnlich auch in x^og-j alt wahrscheinlich xa^og- ,der leere nn- 
ermessliche Weltraum' (Seite 278) enthalten ist . — Das Suffix wie in 
nXri^ri ,Wasseranschwellung, Iluth' (2, Seite 708) und sonst 
X^fiar- Of^^i^^) ^auf geschüttete Erde, Damm', ,Grabhfigel'. 

Aesch. SchutzfL 870 : xora 2aQ7tr}66viov x^/^^ nokvxfxxiiad'ov aXa&^lg. 
Oh. 723: a> . . . Ttoxvi* axxri x^f^^'^og. Soph. Ant 1216: agfidy x'^f^^'^og 
ki&oa7tadrj dvvteg. Hdt 1, 93: t6 dk allo afjfxa xcJ/uo yijg. 1, 162: ro 
irrev&ev jfcJ^ora x^^ ngog ta relxsa, 2, 137: x^/uara x^^^ ftqbg %y 
iwvTwv noXi. 9,85: x^f^<^^ x^^^^ xeiva %wv kftiyivofiivwv etvexev ay- 
&Q{ünwv. Thuk. 2, 75: x^f^^ ^ow TtQog r^y noXiv. Plat Ges. 12, 598, E: 
XcJfia dl fiii xotJy ixlnji^regov nivre dvdgwv eQyov, 

Gehört zu xo€£v ,aufhäufen, auf werfen' (Seite 280), mit dem, wie die 
letztaufgeführten fünf Stellen zeigen, es auch noch gern yerbunden wird 
Das Suffix wie in dcJ^or- ,Haus^ (2, Seite 234) und sonst oft 
Xiliaffo-q ,Ziegenbock' ; auch ,Ziege'. 

Ar. Bitter 66t : xora x^^^^^ TtoQjjveaa evxrjy noiraaa&ai j^tjucr^ory elam- 
Qioy, Theokr. epigr. 4, 15: Iniggi^eiy x^f^oQoy xaXoy. Id. 1, 6: alxa d* ciya 
Xaßjj vijyog yigag^ elg rk xataggel a x^f^^Q^S^ X^f^^QV ^^ xalov XQiag, 
%a%B x' dfiiX^g. Opp. Jagd 1, 390: x^l^^Q^t laaltjaiy ktpiTViteiovai XH^^t' 
Qaig. — Daneben: die besondere weiblichgeschlechtige Form x^l^^^Q^ 
(aus ^X^lJtaqja). IL 6, 179 und 181: ngwroy ßiv ^a Xlfiaigay dfiaificoUr 
TTjy hÄXevaev n€q>vifiey .tJö^Sq' Mey Q'hoy yiyog ovo' ay&Qwnoiy, rtQoa&t 
Xiwy, OTtid-ev ök dgdxwyj fAiaat] dk xif^^^Qo. Aesch. Ag. 232 : dixay xi^tal- 
Qag vTtegd'e ßufAOv . . . XaßBiy aiQÖijy, Xen. an. 3, 2, 12: ev^dfieyoi r^ 
IdQTifiidi bnoaovg ay xarcacdvoiey twv Ttolefiilwy roaavrag XH^^^^ 
xaTa&taeiy jfj ^€(p. 

Dunklen Ursprungs. Als Suffixform löst sich ein ungewöhnlicheres 
fiaQo ab, wie es aber zum Beispiel auch noch erscheint in x^^^^Qo^ 
,Zapfen im Schiffsboden' (siehe Seite 297). 



Griechische Etymologie. 297 

Xcfio- (oder etwa *xiA*^?) ^Winterkälte, stürmisches trübes Wetter, Finster- 
niss'C?) ist zu entnehmen aus: 

dva-xif^o-g ,von übler Winterkälte, winterlich, grausig* (wurde Seite 
222 besonders aufgeführt) ; — femer aus i {XBlay-xt^o-g^ eigentlich ,dessen 
stürmisches Wetter dunkel (fiikav-y wie in vv^ (lilaiva IL 14, 439; yala 
/i^io^ya 11.2, 699; ficlkavi Ttorzi^ IL 24, 79) ist'C?), dann überhaupt ,dun- 
kel'; Aesch. Pers. 301 : lixotg fikv elTtag dtufiaaiv g>aog fiiya xal kevKov 
TjfiaQ rvxtog ix fieXayxif^ov, Gh. 11: rlg fto&^ ^ö^ ofirjyvQig crelxei yv- 
vaixdiv q>aQ€Oiv fieXayxlfioig nqiTtovaa] Schutzfl. 719: Ttgircovai d* ar- 
diieg vdxoi fielayxif^oig yvloiai kevuwv kx fcenkwfiaTCJv Idelv. 745 : MTtXev- 
aav tid* imrvxsl nortp Tcolel (lehxyxlfnf ovv aTQcmp, Bruchst 116: Act;- 
xolg re yaq fiogoiai xai fielayxlfioig xal iJLiX%07tQin%oig ßgl^erai rairov 
XQOvov, Eur. Phoen. 372: uk digno/iai . • • fcinkovg fAelayxifÄOvg ^ovaav, 
Khes. 962: ainc elai x^^S ^h iiBXayxiiiov nidov, Ap. Rh. 4, 1506: (^ %ev 
%a Ttguna fiekayxif^ov iov Ivelrj t/ojovTwv, 

Der unter öva-^ifio-g (Seite 222) mit altind. himä ,Winter* (KV. 1, 64, 
14;2, 33, 2) und weiter zugehörigen Formen und damit auch mit dem 
sogleich zu nennenden j^et^or- vermuthete Zusammenhang findet im Ge- 
brauch von fiekay-xif^o-g eine wirkliche Bestätigung nicht So muss "^x^fio- 
noch als etymologisch unaufgeklärt bezeichnet werden. 
X^ilka^o-q ,Zapfen im Boden des Schiffes zum Ablassen des Wasserst 

Hes. Werke 628: y^/a d' hf,* -qnelQov igvoai .... x^^f^^Q^'^ i^egvcag^ 
%va fifj 7tv&jj Jibg oftßfog. 

Dunkler Herkunft. Der Suffix wie in xi^ogo^g ,Ziegenbock' (Seite 296). 
Xeiiii&v- ,Sturm und Kälte, Winterwetter, Wintert 

Bei Homer 5 mal. IL 3, 4: yegdvwv .... aX t' inel ovv ;^€e^cc!va 
q>vyov yuxl d&iafpcezov ofißgov. IL 17^549: rjvre Ttogtpvghjv flgiv dyrj' 
Totai Tavvaa^j. Zeig . . . zigag Mfifuvai rj TcroXifioio rj xal x^^f^divog 
dva^aXniog, og ^d ve ßigywv dv&gdnovg avircavaev inl j^^oy/, /u^Xa 
di xifdei. n. 21, 283: nalda avq>6gßov, ov ^d r* 'dvavkog anoFigaji x^i- 
fidivi fcegiSvta. Od. 4, 566: rj} neg (nämlich iv^kvaitp nedltp) ov viq>e- 
Tog, ovT^ ag x6£/uccy nokvg ovre noi% ofißgog. Od. 14,522: ßiywa&at 
(nämlich x^^^^^^) ote %ig x^^f^^'^ ixnaykog ogotxo. Hes. Werke 675: firidh 
fiivBiv . • • x^tjuciiy' Inlowa. Pind. Isthm. 2,42: iv dl x^^f^divi Ttliwv 
NelXov ngog dxxdg. 7, 39 : yaidoxog evdlav ofcaaaev ht x^i/icSvo^. Aesch. 
Pers. 496 : wutri d' iv rcevri] d'Bog ;^€i^aiv' dwgov wgoSy Toiywatv dk näv 
^iBd'gov dyvov 2%gvfi6vog. Xen. mem. 3, 8, 9 : ovxovv 'qdv fiiv d'igovg tpv- 
XSiv^v ^Biv, '^dv öh ;^6ijUcJyo^ akBBirqv; — Dazu: ;f€rjuaT- (x^^f^o) 
,Kälte', ,Winter, Sturm'; Od. 14, 487: fik ;c«ljucr ddfivaxai. Od. 7, 118: 
fdtav ov nozB xagnog auokXvrai ovd* dftokBlftBi x^^f^^^^S ovdi &igBvg. 
Od. 11, 190: 8 yB ;c€l/ua fihv bvöbi o&i dfiäBg ivl folxtp. Hes. Werke 450: 
XBlfiaxog ägfjv dBtuvvBi (nämlich yBgdvov q>iavri) ofißgrjgov. 640 : "^axgfj, 
X^lf^ct xcmfjy &igBi agyakir], — dva^x^^^^Q^'^S »übel winterlich, stür- 
misch, raub'; auch ,den Winter oder Kälte schlecht ertragend^; IL 2, 750: 



298 Griechische Etymologie. 

Jwdiuvriv dvax€lfi€QOv. IL 16^ 234: /Jwödvrjg fiBÖitav dvax^tf^iQOv, Hdt 
4,28: dva%BlfiBQog dh cSttj ^ xaralex^Blaa fcaaa x^QV G<^ Land der 
SkythenO. Arist Thierk. 8, 162: iv dh tj] Sxvd'txfj xal KekTtx^ oltag ov 
ylyvovxai (nämlich oyot) ' dvaxBlftega yag zavra, — Arist Thierk. 8, 72 : 
dvax8lfi€Q0i äk xal al ovXaL (nämlich oUg)] unmittelbar vorher heisst es: 
eial ö* €vx€ifi€QtiT€Qai (,die Kälte ertragen besser^) al TtJxttmeQxoi oleg 
v(Sv fÄcmQOxigxwv xal al Ttokegal tcJv laalwv. — ;^€i^^^^o-$ ^winter- 
lieh, stürmisch'; bei Homer 5 mal; IL 2, 294: Sv neg aßeXlai x^^f^^^ 
Feihaoiv oQivoiiiivrj %b -d-akaaua. IL 3, 222: Finsa vig>ad€aoi feßoixota 
XBifieglrjaiv» IL 12, 279: äg ve vitpadeg x^^^^S nlntwai &afASiai fjficni 
X^f-f^^Q^ff. IL 23, 420: ^QcaxfMg %ev yalt]g, ^ x^H^Q^^^ faiJkv vdofQ i^i» 
fgri^ev odoio. Od. 5, 485: q>vXXtav . . . x^^'atg . . . oaaov t* ij/i ivw r^Fk 
TQBlg ävÖQag %Qva&aL ägr/ X^^H^^'fl* Puid. Pyth. 5, 11: Kaazogog^ evdlar 
og fJLBia x^^f^^Qf'Ov ofißgov Tsav Kazai&vaaei fianaigav ka%Lav. OL 6, 100 : 
dya&ai dk Tiikovr* h ;^6tjU€^/{r vvkzi &oag Ix vadg aTceaxlfi^^ai dv 
ayxvQai. 

Altir. gem-y altkymr. gaem ,Winter' (Fick 1*, 104). 

Armen, dziu/n ,Schnee', aus *cbivan' für dziman (Häbschm. arm. St 
Seite 40); — dzmern »Winter*. 

Altind. hdiman (Locatiy) ,im Winter^ (Qat Br.); — haimantd-s ,Winter^; 
BV. 10, 161, 4: patdm giva garädas vdrdhamänas fatdm haimantän Qotdm 
u vasantä'n ,hundert Herbste lebe an Kraft zunehmend, hundert Winter 
und hundert Frählinge*. 

Die Suffixe jucjy, fiav und das seltene fiego, wie sie sich in den auf- 
geführten Bildungen ablösen, begegnen beispielsweise noch in letfui^ 
,Wiese, Au* (IL 2, 461; 463; 16, 151; Od. 5, 72), in äelfiar-, alt ößBifun- 
,Furcht, Schrecken* (Seite 235) und Ifiego-g (aus *iofjLeQo-g) yVerlangen^ 
(2, Seite 53). Die zu Grunde liegende Verbalform ist noch zu erkennen 
in altind. Mjand- ,Jahr* (AV.), eigentlich wohl ,Winter*, und in altostpers. 
zotjana- ,winterlich*, auch ,Winter^ und zaena- ,Winter*. Weiter aber ge- 
hören beispielsweise auch noch dazu: x^oy- (aus *x^6fi') ßchnee* (Seite 281), 
lat hiem-s ,Winter*, altslav. zima ,Winter*, alban. dimiin ,Winter* (GMqrer 
bei Bezz. 8, 187), altind. himd ,Winter* (BV. 1, 64, 14), sowie wahrschein- 
lich auch lat. hlberno-s »winterlich^ (Att trag. 390; Hör. carm. 4, 12, 4; qxKL 

2, 29), das mit dem gleichbedeutenden x^if^^Q^^o-g (Thuk. 6, 21; Xen. mem. 

3, 8, 9; Fiat Kritias 112, B) ganz übereinzustimmen, also inneres 6 an die 
Stelle eines alten m eintreten lassen zu haben scheint 

X^fid-s ,Saft, Feuchtigkeit*; ,Greschmack*. 

Soph. Bruchst 153, 6: räkog d' 6 x^l^^S ovd* ontng dq^ij -d-ilet ovr* h 
XBgolv zö 7i;rjfÄa avfitpoQOv fiiveiv, Archedik. (bei Athen. 7, 292, E): iq>&09 
%ov Ix^v artoiidwfi^ ^ovra Tovg xvf^^^S ^v (xvtip. Plut mor. 625, B : 
rfj %e yevaei fiahara Tovg drjxiiAovg Ttgoalevtai xv/uoi;^. — Arist Thierk. 
3, 91 : iari di vfjv tpiaiv t6 al^a xov tb x^f^ov ^oy ylincvv. Plnt mor. 
662, £: ra yag xarrjgid'f^rjfjiiva fivgiag dtjnov 6iaq>ogag %xbi x^'f^^^ x^^ 



Griechische Etymologie. 299 

odfjuSv xai dvvafiewv. Theophn c pL 6^ 1^ 2: Ta d' eidrj vdSv %viiuiv tig 
fikv elg aqid'fidv anodovvai ^fdiov olov yXvxvg, XmaQog^ avavriQog, 
{n^q>v6g, dgifivg, akfivgogy TtvKQog^ o^g, — Dazu: xvfill^€iv schmack- 
haft machen, würzen'; nur Ar. Thesm. 162: "Ißvxog . . . 'uiva^iwv . . . 
^Aixaiogj difceg agfiovlav Ixvfiiaav. 

Suffixales fjLo wie in ^viio-g ,Geist, Lebenskraft, Math' (II. 1, 136; 173 
192ff), ^v^o-g^ alt ßgifio-g ,Deich8el' (II. 5, 729; 6, 40; 10, 505), dgiff^o-g 
fGebüsch' (Seite 253) und sonst oft. Zugehörigkeit zu ;f^€iv, alt %^/ßiy 
^giessen' (Seite 279) ist wohl nicht zu bezweifeln, so dass als erste Be- 
deutung etwa ,Erguss' zu denken sein würde. 

X^^'* X»^?^^)' (IL 1, 158; 446; 10, 277; aus *xaQJeiv) ,8ich freuen', mit 
aoristischen Formen wie l^o^i? (IL 3, 23; 27; Od. 23, 32; xoQivr- IL 10, 
541; Pind^Isthm. 6, 10), daneben medialen wie x^Q^o (IL 14,270; In- 
,'e%riQa%o Ap. Bh. 4, 55) und reduplicirten wie nexagovro (IL 16, 600; Od. 
4,344; 17, 135), femer medialen Perfectformen wie xexoQf^ivo-g (Eur. 
EykL 368; El. 1077; Or. 1122) und dem participiellen x^Q'^o-g ,erfreulich' 
(Soph. El. 1457; Trach. 228; Eur. Phoen. 618; Plat Prot 358, A). Manche 
weiter noch zugehörige Tempusformen schlössen sich zunächst an die ab- 
geleiteten *%ae^^6iv und *xaQ^€iv, wie das Futur x^^Q^j^^^ (IL 20, 
263; Theogn. 992; Simonid. 122; Hdt 1, 128) und der Aorist kx^lgfjaev 
(Plut Luc. 25), femer das Perfect xexaQtpiag (Ar. Wesp. 764 ; tlcx^QV^'' 
IL 7, 312; Hes. Bmchst 223) und Futurformen wie liexaQrioifAev (IL 15, 98) 
und die medialen x^QV^^f^^^'^ (Polyb. 30, 10, 1) und ycexciQijaeTai (Od. 
23, 266). 

n. 1, 158: aol ... Sfi' iaft6^B&\ otpga av x^^QTl^' ^^ h ^^6: o ök 
di^cno xolQUi^y nalöa (pllrjv. IL 23, 647: ;(o/^€i di fioi 7]toq. IL 7, 312: 
^AyaiiifjLvova . . • xc^o^ijora vUr^, IL 10, 277: x^^Q^ ^^ ''V OQvid'* *Odt- 
aevg. IL 5, 682: x^^^ ä' aga Fol 7tQoai6v%L ^aQnridtav. Od. 1, 123: 
xolqe (,freue dich', als Grass), ^ivFe. — Dazu: x^Q^ ,Freude'; Aesch, Ag. 
270: X'^Q^ f^* vq>iQnei daxgvov ixxakovfÄivr]. 587: avioX6i.v§a fikv ncXai 
XOQag V7C0, — x^Qh^'^' (x^Qf^^) rFreude, Gegenstand der Freude'; IL 

, 10,193: f^i) X^Qh^ yevw/ied'a dvafieväeaatv. Od. 19, 471: Trjy d' Sfia 
xaQf^ci xai akyov, fc'A«v q)Qiva. — ^cf^iT- (siehe Seite 303). 

Lat grätO'8 ,erfreulich, angenehm'; ,erfreut, dankbar'; Plaut capt 414: 
te meminisse id grätumst mihi] Plaut Pers. 718: credidi grätum fore bene- 

' ficium meum apud Ud; — Cic. Phil. 14, 11 (30): illud admfrdbiliiLS . . . . 
grata eörum virtütem memoria pröseqvi, qvi pro putrid vitam profüderwnt. 
Die Entstehung des anlautenden gr- in lat gräto-s aus altem ghr- ist 
nicht wohl zu bezweifeln, da doch kein lateinisches hr- möglich war, und 
findet sie sich auch wohl noch ganz entsprechend in lat grämen ,Gras< 
(Hör. carm. 4, 7, 1 ; epod. 2, 24), das mit x^Q'^o-g ,Gras, Viehfutter' (siehe 

. Seite 309) und auch wohl mit unserem grün und auch Gh'os in nahem 
Zusammenhang stehen wird. 

XaQax": xoQaaaeiv (Hes. Werke 573; Schild 235; aus */a^aj^'ety), zuerst 



300 Griechische Etymologie. 

,kratzen, verletzen', dann insbesondere ^schärfen, wetzen' und ^einkralzen, 
eingraben^; auch in übertragener Bedeutung geizen, erbittern'. 

Bei Homer findet sichs nicht; bei Hesiod dreimal^ so Werke 573: afnag 
TB xaQaaoifxevai. 387 : avvig . . . q>alvov%at (nämlich JlXrjiadeg) rä TtgdSra 
Xagacoofiivoio aidriQov. Schild 235: (livBi d* kxaQaooov (n&mlich dQoxjovxB) 
odovrag, Flut Demetr. 20 ; rag duldag rcJy ßehSv xctgatrovreg cdvol xai 
TtaQadijyovteg. Mor. 350, D: ov yaQ dxoväv ^lq>og ovdk hoyxJl'*^ %<^QOTrfav. 
Find. Fyth. 1, 28 : o%qiafiva (,das Lager' des im Aetna gefesselten Typhös) 
di x^Q^^^^^^* anav vwxov noTixexkifÄivov xevreL Aesch. Fers. 683: 
xixoTtrai xal ;(apaacj£Ta£ nidov. Hdt 7, 1 : xexctgayfiivov (hier bildlich 
^gereizt, erbittert') %olai IddTjvaloiai dia t^v ig 2aQdig iaßohfiv. Eur. 
Bhes. 73: wg äv ti^ • • • vwrov j^a^o^^ciff xU/Äcncag ^avjj tpovtp. Med. 157: 
yi€lv(p Tode (Ärj xc^Q^aaov (^zürne'). Bmchst 431, 3: '^Qwg .... xal &€wv 
avü) yjvxag x^Q^^^^f- Theophr. Pflanz. 3, 10, 5: %6 dk q>vlXov . . . . 
enovkov (,etwas kraus') dk uvultp xal xexccQoyfievov (,eingeritzt, gezackt^. 
Apollonid. (in Anth. 6, 238, 3) : oQOTQtfi ßgox^ßtokov iTtixvl^owi j^a^aaaoi 
Xiqaov. Agath. (in Anth. 10, 14, 2): xv^ata . . q>Qixl x^Q^^^ofieva (,ge- 
furcht, rauh gemacht'). Anth. 12, 130, 2: ov dgvog ovd' iXattjg ixaga- 
^afiev . . . TovT* ^jcog, Erinn. (in Anth. 7, 710, S):"Hqivv* iv TVfAßip ygafifi^ 

Das X wird ähnlich wie zum Beispiel das x ^^ ragaoaeiv (aus ^xagox" 
j'eiv) ,aufrühren, in Verwirrung bringen' (2, Seite 787) wirklich der Verbai- 
grundform und nicht etwa einem alten Nominalsuffiix angehören. — Genau 
Entsprechendes in den verwandten Sprachen entzieht sich unsenn Blick. 
Ob möglicher Weise Zusammenhang mit unserm graben ^ goth. graban 
(Luk. 16, 3: graban — fixarcTBiv^ — ni mag] 6, 48: mann timrjandin 
razHy saei gröh; 19, 43: bigraband fijands theinai gräbai — ^x^goxa^ — 
thuk) besteht? 
Xdifax' (xa^a§),Ffahl, Spitzpfahl'; ,eine mit Spitzpfählen hei^gerichtete Be- 
festigung'; ,abge8chnittener Zweig, Schnittling', besonders vom Oelbaum; 
auch Name eines Fisches. 

Thuk. 3, 70, 4: (paaxwv rifiveiv x^goxag Ix tov %b Jiog %ov Teftirovg. 
Ar. Ach. 986 : rag x^tgccxag (an den Weinreben) ijrcve . • • TtvgL Wespen 
1291: vvv i^TtaTtjaev 17 x^Q^^ ^^^ Sfiftekov, Flut mor. 4, C: xa&atteg 
Tag %apcrxa$ ol yewgyol Tolg (pvToig nagarid-iaaiv. Flut mor. 201, D: 
TOV di TOV xogaxa agavTog aq>6dga Ttii^ead'ai tpaaxovrog ^clxoTtog' 1^ ' 
^T(p yag ^X(p TovTtp fiäkkov rj Tjj (laxalg^ niOTBVBtg. — Moschion (bei 
Athen. 5, 208, D): ijv dh xal x^g^S xvxkip t^^ vewg aidrjgovg ngog rovg 
inixeigovvTag avaßalvBvv, Folyb. 1, 29, 3: Tatpgtf xal ^a^oxi Ttegiko' 
ßovTBg Tag vavg. 3, 45, 5: l^vvlßag .... t^v dk toiv tcbC^v ixlvBi dv- 
vajÄiv Ix TOV x^go^og Big nogBlav. Flut LucuU. 8: avvijyBv Big xov xt- 
gaxa nafiTtlrjd'r} oItov. 17: TOVTotg fikv kniTgB\pB tov xog^txa nog^aau 
— Theophr. FfLanz. 2, 1, 4 : fj ikaa ßXaoTavBi .... xal and ^aßdav xal 
Xagaxog. C. pL 1, 12, 9: oTk dk xal tc fttiyvvfiBva xXrifiata (nämlich %w 



Griechische Etymologie. 801 

aixnikuiv) xal xgdöai xai x^^Qaxeg ix twv avw&ev ißkaOTrjaav, — Diphil. 
(bei Athen. 8, 355^ E und F) : avvodovg ncal xcr^o^ tov likv avxov yivovg 
elaiy diag>iQ€i d'o X^Q^S* qxiygog ylvetai iiiv %al Ttozdfxiogy xalXlwv d* 
sarlv o '9'alaTTiog. 

Gehört ohne Zweifel zum Vorausgehenden und wird zunächst bedeuten 
,der (die) verletzende' oder ähnlich. 

XaifäöQri ^chluchl^ Bach oder Strom in einer Schlucht'. 

IL 4j 454: wg d* otb xBliiaggoi Ttoxa^oi xar' 0Q€aq>t ^iFovxBg ig fiia- 
ydyxeiay ^vfißaV^TOv oßQifiov vdwQ tcqovvwv ix fÄeyakaiv, xoßlkrjg ^vvoa&e 
XOQadQfjg. 11.16,390: noilag di xXizvg xox" aTtotfii^yovai x^Q^^Q^'" 
Hdt 9, 102: 17 odog iylvero .... zolat dk ^anedaifzovloiai . . • xcrra zs 
Xagadifriv Tuxl ovgea. Thuk. 7, 78, 5: i]v di k6q>og xagregog xai ixazi- 
gw&€y ctvTOv x^Q^idga ngrjfxvtudrig. 3, 98, 1 : ianlTCzovzeg %g ze x^Q^^Q^S 
dv&ißazovg. Ar. Wesp. 1034 «= Fried. 757: qxav^v d^ elxev xf^Q^^Qog Sie- 
x^gov zezoxvlag. 

Suffixales gr] löst sich ab, wie zum Beispiel in Ugri ,Sitz, Sessel' (1, Seite 
380). In dem zu Grunde liegenden *x^gad' aber werden sich die Vocale 
zu beiden Seiten des g auf dieselbe Weise entwickelt haben, wie zum Bei- 
spiel in x^Qf^- ^kratzen, verwunden' (Seite 299), so dass man als ältere 
Form ein einsilbiges *xgad' oder *xogd" wird vermuthen dürfen. Solches 
aber gehört vielleicht unmittelbar zu altind* hräd- : hrd'datai ,er tönt' (Bhftg. 
P.) und hräda-s ,Getö8e' (Mbh.), mit denen weiterhin wohl auch hradd-s 
,See, Meer' (BV. 1, 52, 7; 3, 36, 8; 3, 45, 3) zusammenhangen wird. So 
wird wahrscheinlich, dass das Wort zunächst ,das brausende Gewässer in 
einer Schlucht' und darnach erst überhaupt ,Schluchf bezeichnete. 

XaQaöQiö-g, Name eines Vogels, wahrscheinlich ,der Triel oder lerchen- 
graue Begenpfeifer'. 

Ar. Vögel 266: avTioifj . . . ig z^v koxf^r^v ifißag ifttp^e (,liess einen Buf 
ertönen'), x^Q^^Q^ov fiifiovfAevog. 1141: vdcag d' iq>6govv xdziad'Bv ig 
zov diga ol xogadgiol xal zakJia Ttozofii' ogvea. Arist Thierk. 8, 48 : al 
xogvSvai • • . • ftafig>dyov ydg ioziv* &t di kdgog 6 Xevxog xal xän:q)og, 
aidvia, x^QO^Q^S' 9,72: zaiv 6* aygltav ogvitav .... zag 6* oU'qasig 
ol fxiv Ttegi zag x^Qo^^Q^S ^^^ XVQ^f^^^S noiovvzai xal Tcizgag, olov o 
xakovfievog x^Q^^Q'^og' %azi d' 6 x^^ocJ^eog xai Ti^y %^oay xai zijv q)wvrjv 
q>avXog^ q>alv€zai dh vvxzvjgj fiixigag d* dnodidgcaxei. 

Vom Vorausgehenden abgeleitet, wie noch insbesondere durch die letzt- 
angeführte Stelle (ra^ d^ oix^aeig ol fih negl zag x^^Q^Q^s) wahrscheinhch 
gemacht wird. Die Betonung wie in igwöio-g ,Beiher^ (1, Seite 444), al- 
yvntog^ Name eines grossen Baubvogels (2, Seite 86), und sonst 

xaQdaaeiv (aus *x^Q^y^^^) si^^e unter x^Q^^^- ,kratzen, verwunden' (Seite 
299). 

X^Qosta-q, bezeichnet eine Farbe, die nicht ganz genau zu bestimmen ist, 
auch wohl gar nicht immer ganz bestimmt aufgefasst wurde; etwa ,gelb- 
lich grau'. 



302 Griechische Etymologie. 

Bei Homer nur Od. 1 1, 611 : x^Qo^toi te liovteg (yon Löwen, die auf dnem 
Wehrgehenk künstlich daxgestellt sind). Hom. hymn. Herrn. 569 : x^Qo^olai 
liovai. 194 : x^Qonol di xvveg nccroTtiad'ev %7tov%o. Hom. hymn. Aphiod. 
70: ol di fxer^ avT'^v aalvovreg rtoXioL re Xvxoi x^Q^^ol %b Xiov%€g. 
Hes. th. 321: x^Q^^oio kiovrog. Schild 177: x^^'*^^^ ^^ ^^^? x^Q^^^^ ^^ 
Xiovxeg, Soph. Phil. 1146: xa^OTrcJy t' t^vr} ^gdv. Brachst 1025, 3: 
7t6v%ov TB xccQorcov oldfia. Ar. Friede 1065 nnd 1066: x^^Q^^olai jti&rpicotg 
(in Bezng auf die Lakedamonier gesagt). Xen. Jagd 3, 3: [ivtanol di xal 
XciQOJCol x^^^ ^^ ofiptara %%ovai,v. Anakr. 53, 30: x^Q^^S • • ^ ^o^ 
XaaaTqg, Arist Thierk. 1,44: ogyd'akfiov . . • . to di nuxXovfievov iiiXav 
diaq>iQ€i' roig (liv yag iari fiilavy TOlg öi otpoöqa yXavxoy^ Toig di xa- 
Qonov. Theokr. 20, 25: ofifiora fioi ykavxäg xoQOTtaiTSQa noXiov i^&awctg. 
12,35: Tov x^Qonov rawfii^dea, 25,142: x^Q^^^^ Xiovxog. 225: x^" 
QOTtov %e TtQoawTcov (des Löwen). Ap. Rh. 1, 1280: tjfiog d* ovQovo^ev 
XCtQOTtij vftoXafiTterai 'qoig. Flui mor. 934, C: xal vilog rjdrj ffQog ?(a 
Xafißavei (nämlich ^ aeXT^yrj) xQoav xvavoeid^ xal x^QOTfqVj aq)* ijg di* 
y.al ^aXiara^yXcnncwTCiv^ txvr^v ol TtoiriTal xai^EfinedoxX'^g dyccxaXovyvai, 
(Plut Mar. 1 1 : elxd^ovro FeQfiavixa yivtj . . . . rjj x^QO^ottiti ztav oftfia- 
Toiy). Opp. Jagd 4, 113 und 114: %7t7tovg fiiv x^Qorcoifg fieyaXi^oQog oq- 
%ivov%ai drjQSiov noxl ptuiXov* in^el xoQonol yeydaai x^aiTtvotcnoi ^eleip 
xal ävaidieg lg)i fiaxea&ai. Fischf. 4, 312: x^Q^^V^ ^^ d-dXaaaotv, MeL 
(in Anth. 5, 156, 1): x^Q^^^^S • • ola FaXi^vrig ofifiaai, Askl« (in AnÜL 5, 
153, 3): %o^07ra2 .... yXvxegov ßXifxfiaxog aaxBQOTtaL Antip. Sid. (in 
Anth. 7, 425, 2): x^Qondv x^^^* Bian. (in Anth. 10, 22, 2): x^^o^cJy . . . 
öq>lwv. See. (in Anth. 9, 36, 2): x^Q^nolg xvfiaai. MeL (in Anth. 12, 53, 4): 
XoQOTtov . . TtiXayog, — Daneben in gleicher Bedeutung: x^Qotv- (xd^o^). 
Opp. Jagd 3, 114: deXqflg .... yXavxog te x^Q^^- 

Die letztaufgeführte Wortform vergleicht sich mit Bildungen wie iXXatt-^ 
dunkles Beiwort von Fischen (1, Seite 486) und anderen schon neben 
diesem genannten, während x^QOTto-g seiner Bildung nach mehr vereinzelt 
steht, da sich ix^odono-g ,hassend, feindselig^ (1, Seite 388) .doch kaum 
unmittelbar vergleichen lässt, und nodaTco-g ,aus welchem Lande stammend? 
(2, Seite 531) und ähnliche noch femer abseits stehen. — Etymologischer 
Zusammenhang besteht vermuthlich mit altind. hdri- ,feuer&rben, gold- 
farben' (BY. 1, 95, 1 von Agnis; 10, 96, 5 von der Sonne; 1, 121, 1 von 
Bossen). 
XdQOiV'j liegt seiner Bildung nach vom Vorausgehenden muthmaasslich nicht 
weit ab. 

Euphor. (bei Plut mor. 677, A): Mijvrjg nalda x^Q^v^ Lyk. 260: Tuq- 
xvog alxf^Tjrrjg xoQ(ov .... aierog, 455: x^Q^^og (d. L Xiorrog) wfitjatov 
doqd. 660 : fÄOvoyXrjvov . • x^Q^^^S (^ ^' Xiovrog). 

Gehört muthmaasslich zum Vorausgehenden; das Suffix wie in aX&wh 
,glänzend' (? 2, Seite 91). So verhält sich wohl ^o^wy- zu x^QOTt- (siehe 
oben), wie ai&wv- zu dld^on-j vermuthlich ,brennend, funkelnd' (2, Seite 91). 



Griechische Etymologie. 303 

X^i^cr- (xagig)j bedeutet zunächst wohl ,woran man sich freut', dann aber 
,Anmuth, Schönheit', ,6unstbezeugung, Gefälligkeit, Wohlthaf , ,6unst, Wohl- 
wollen'; ,Dank'. 

Od. 2, 12 : d'eafcealriv d ' aga r(^ ye xagiv xctrix^vev Lidnjvrj. Od. 6, 
237 : xakXet xal xagiai arlkßwv. Od. 6, 235^ r^ xcrr^eve x^Q''^ xetpaXjj 
TS xal wfÄOig. IL 14, 183: x^Q^ <^' omeXa^nBto noXXri. Od. 15, 320: 
TtavTwv avd'QWTtiov FiqyoiaL x^Q''^ ^^^ xvdog OTtd^ei (nämlich 'Egfielag). 
— 11.5,211: '^yeoßtjv Tgweaai, q>ig(av x«ß«»' 5?xT0^e. 11.5,874: x^Q'-'^ 
avdgeaai ^igovreg. II. 4, 95 : naai di xev Tgtieaai x^Q^'^ ^^^ nvdog agoio. 
II. 15, 744: og %ig di Tqwwv . . . q>iQOiTo ^vv rcvgl urikelip, x^giv (,als 
Gunstbezeugung', d. L ,zu GunstenO TSxroQog otQvvavrog. — Hes. Werke 
190: ovdi %ig eiognov x^Q^'S ^oaizai. Soph. Aias 808 : iyvwxa ycg 8rj 
gxardg ynarrjfievtj xal xrjg Ttakaiäg x^Q^'^og ixßeßkrjfjiävrj. Od. 4, 695: 
oifdi xig MoTi x^Q^S (lerofcicd'^ iv/egyiav. H. 11, 243: Oikdxov . . . . ^g ov 
%t x^Qiv flde, noXXoL 8* eöoncev, H. 9, 316: avx aga rig x^Q^ V^ ^^Q" 
vaad'at. TL 14, 235: lytj di %i toi Fidiw xcr^iy ijfiaTa navta. IL 23, 
650: aoi 8k ^eol twv8' dvrl x^Q*'^ fieroßemia 8olev, — Dazu: x^Q^' 
^eo&ai (zunächst aus *xctgl8j€ü&aL) ,Gun8t erweisen, willfahren, gern 
geben'; 11.5,71: %i:geq)B 8la Qeavtti, ßlaa q>llotai riKeaot, x^Q^^^f^^^ 
noael /q7. IL 11, 23: tovvbxcc Foi %ov S8wxe, ;^a^e^o^£vo^ ßaailijFi. Od. 
8, 538: av yag Tctag ftavreaai x^Q^ofievog ra8* dßelSei. IL 13, 633: av- 
8g€aac x^Q^^^^^ vßgior^aiv. IL 6, 49: tcSv lUv rot x^Q^^^^'^^ Ttarrjg 
ctTtegtiai anoiva. Zugehörige Perfectformen zeigen passivische Bedeutung 
,erwänscht sein, lieb sein', wie Od. 6, 23: ^ fot ofirjXiKlrj fiiv hv, x«%a- 
giavo 8k &vii(p. H. 5, 243 ■« 10, 234: ^fiFofifjdeg, l^<^ y^exagiOfiivB Svfttp. 
Od. 2, 54: 8olt] 8' (^ x* i&ilf] aal Fol xexagiafAivog U&j]. 11.20,298: 
xexogio/diva 8* alFel 8tiga Ceolat 8l8(oai, 

. Zu Grunde liegt x^Q' • x^^Q^^'^ (^^^ '^x^&^^'^) ^^ich freuen' (Seite 299), 
so dass also auch naher Zusammenhang mit lat grätia (zunächst aus 
gräto-s ,erfreulich, angenehm', ,erfreut, dankbar', Seite 299) besteht, dessen 
Bedeutung sich vielfach mit der vonj^ogit' nahe berührt, wie zum Bei- 
spiel Plaut Gas. 280: tanta d in Älets quom gräüctr (jGunst, BeUebtheif) 
'8t; Plaut. Most 431: habeöj Neptünej grätiam (,Dank') magnam tibi, und 
sonst — Die Suffixform ist im Griechischen sehr ungewöhnlich, so mag 
man in Bezug auf dieselbe altindische Bildungen vergleichen wie harit- 
,goldfarbene Stute' (KV. 1, 57, 3; 1, 115, 4 und 5), saHt ,Fluss' (RV. 4, 58, 
6; 7, 70, 2), divit- ,Glanz' (RV. 10, 76, 6), muhit- ,rothe Stute' (RV. 1, 14, 
12; 5, 56, 6). 

XaffiOio-g, Benennung eines Kuchens. 

Aristoph. (bei Athen. 14, 646, B: Tti^xpw Ttlcmovvt' (lg} ianigav x^" 
glaiov. Eubul. (bei Athen. 14, 646, B und 15, 668, D): TtHrovaa xov 
xaglaiov. 

Offenbar die substantivirte Form des adjectivischen x^Q^^^^^S ,2um 
Ausdruck des Dankes (x^^iT-, siehe oben) geeignet' (Eallim. Bruchst 193), 



804 Griechische Etymologie. 

XdQvßöt-q, mythischer Name eines gefährlichen Meerstmdels. 

Od. 12, 104: T(p (nämlich axoTcikq)) d^ vnb dla Xagvßdtg avaQQOißdü 
fiikay vdwQ. vQig fiev ydg t' dvlriaiv In fjftari, tqIq ö^ avagoißöei 
dFetvov. Od. 12, 235: hiQw&i di dla XaQvßdig dfeivov dveQQolßdrjae 
^aXdaatiQ akfivQov vötag. tj toi ox^ iinfefiiaeie, lißfiQ ftis ^ ^t^^< 
TtoXlfp TtaG* dvafÄOQfivQeaxe xvnwfxivi]. 

Dunklen Ursprungs. 
Xdiftti-q ,aus der Papyrosstaude verfertigtes Papierblatt^ ; dann auch 
^Schrift, Buch^ 

Plut mor. 900,B: ol Srwixol q>aaiv* oray ysvvri^ 6 av&gfaftog, ^a 
rd iiy€(AOviy,ov fiigog zrjg tfwxijg uioTtBQ xdQxriv evsgydv eig dnoyfaffiv. 
Anih. 9, 401, 3: fj (piaig i^evgev .... tov Tcdkafiov, X^Q^^y ^^ fiihxv, 
Ta x^Qdyftara x^^^Sj avfißoka rijg yjvxfjg rrjlo'd'ev dxyvfiivrjg» Pallad. 
Alex, (in Anth. 9, 174, 4 und 6): xQ0(p6g . • • ßvßhf %al x^Q'^V ^oaßini 
ftevlrjv * wg dk utaTtviafia ti&u nagd %ov S'QOVOVf dg rtagd rvfißow, tov 
fitxQov x^Q'^V^i ^ov TtaQaQifTToiievov, — Plat com. (bei PoUax 7, 210): ro 
yQafificcvela %ovg re x^Q'^^S ixqfiQüiv. Jerem. 43 (36), 23: xal iyeinfir^ 
dvaytvoiaxovTog ^lovdlv vgelg aeUdag xal xiaaaQag, anirefier cnndg %(f 
^vQffi Tov ygafifiarioig xal MQQiTcrev eig %d mJQ to knl t^g ioxdgag, ifog 
k^ikiTCB nag 6 X^Q'^V^ ^^S ^^ ^^^ ^^ inl tijg laxdqag. 

Trotz seines scheinbar griechischen Gepräges ohne Zweifel ungriechischen 
und zwar ägyptischen Ursprungs. 
X^^fii] ,Eampf . 

Bei Homer 23 mal. IL 13, 82: x^Qf^Ji yrjd^oavvoij n^v atpiv d'Bog l/<* 
ßaXe &vfÄ(p. 11.13,104: avtwg rjkdaxovoai (nämlich SlLatpoi) dvdhudegj 
ovo ' im x^Qh^ (weder diese noch die vorausgenannte Stelle nSthigen znr 
Annahme der Bedeutung ,Eampfeslust^). II. 4, 222: ol d' airig luna 
revxe^ Udvvj fxnjaawo dh xdgt^rjg» O. 12, 389: Tevxgog di rJjxvxoy . . * 
ßdka . • . navae dk xdQf^tjg. IL 16, 823: wg 6* 8t€ avy oacdfiayta lim 
ißiijaato X^QI^f}' 

Dunkler Herkunft Das Suffix wie in akfti] ,Meerwasser^, salziger Ge- 
schmack' (1, Seite 325) und sonst 
xapifd- (x^gdg) ,Griess, Steingeröll*. 

IL 21, 319: xaö öi fÄiy alxoy feiXtou) (der Flussgott Skamandros spridit) 
xpafidäoiaLy ßdkig xeqddog (gewöhnliche Lesart: x^Q^^og) neQix^vag fivQlov. 
Sappho Bruchst 114: ^j} xlyij xiqadag. Pind. Pyth. 6, 13: ^aavQog . . . • 
%6y ovre x^^f^^Q^og oiißqog • • . • ovx* avBfiog ig (ivxovg cJJog a^oici ttafi" 
(poQiiJ x^Qddi TVTtTOfievov. Ap. Rh. 1, 1123: ßwfiov d' av x^Qdiog Jta- 
geyqyeoy, 

Ungewisser Herkunft Das Suffix wie in xt(idd- ,Beh' oder ein ähn- 
liches Thier (2, Seite 340), nriydö- ,Glatteis* (2, Seite 523). — In x^Q^^ 
(IL 21, 319) wird gemeiniglich eine sonst nirgend begegnende ungeschleeb- 
tige Form angenommen, da Homer sein FaXig ,gedrängt, in Menge' (sidie 
1, Seite 305) sonst nie mit dem Genetiv, sondern nur direct verbindet, wie 



GriechiBche Etymologie. 305 

IL 3, 385: Tgqtal Faltg, H. 14, 122: FaXig 8i Foiriaav agovQai^ IL 17, 54: 
ßdlig avaßißgoxBv vdwQ, H. 22, 340 : alXa ov fiev xalxov tb FaXig xgvaov 
re diöe^Oj IL 22, 473: yalooi re xal elvarigeg ßaXig und sonst In der 
nachhomerischen Sprache aber verbindet sich ahg gar nicht selten mit 
dem Genetiv, wie zum Beispiel Aesch. Ag. 1656: ntj^ov^g d' Sieg, 1659: 
fi6x^(ov aXig, Enm. 675: alig lekey^ivwv, Soph. Oed. EoL 1016: ahg 
loycjv, Enr. Phoen. 1748: akig SdvQfiartJv ifitüv, KykL 248: ahg Xeovrwv 
iarl fiOL ^oiviafiivifi ikaq>wv re, Hdt 9, 27: TtahxccSv fiiv vvv Mgyiav ahg 
ioTü), Plat polit 287, A : tovtwv f^h aXig, für nnmöglich kann man ähn- 
liches bei Homer also anch nicht halten. Eine nngeschlechtige Bildung 
anf öog, wie man sie in x^Q^^og-- annehmen will, würde, wie es scheint, 
sonst nnr noch in anigadog- ,Samen' bei Nikander (ther. 649; al. 134; 330; 
550; 604) ihres gleichen haben. 
X^9i}$- ,gering, nachstehend', ursprünglich wahrscheinlich ,ermangehid, dürftig^ 

Nur an 7 homerischen Stellen. IL 1, 80: Tcgelaawv yag ßaaihvgj ore 
Xcioerai dvdgl x^Q^^» IL 4, 400 : tov vlov yeivato feto X^QV^ i^^XH» ^yogfj 
6i t' afielvto. H. 14, 382: iad'Xd (ikv ka&log %8vvBj x^QV^ (nämlich tevxsa) 
dk x^^QOvi doaxev. Od. 14, 176: xal fiiv ig>rjv ^aaead'ai Iv dvdgaaiv ovrt 
X^QTJ<x (Nauck giebt x^Q^^^) ^o'^Qog ißoio (plloto. Od. 15,324: ola re 
%oia^ ayad'olai nagaögmoat x^QV^S* Od. 18, 229 — 20, 310: iyia dvpiffi 
voiia %al Foläa ßinaaray kad'Xa ze aal %d x^QV^' — Dazu: Die Compa- 
rative ;f«^«£oy- .geringer' (H. 1, 114: ov ßed'iv iavi x^Q^^^^f oiJ öifiag ovdk 
q)vrjVj ovt' ag (pgivag ovtb %t Figya. IL 1, 576: xa x^Q^iova vi%q), x^' 
geiovego-g (IL 12,270: og r' e^oxog og ze iieariFBigog tb x^Q^ioTBgog\ 
XClgov' (IL 15, 641: tov yivBv^ ix Ttaxgog tzoXv x^^QOvog vlog afiBlvwv) 
und x^^Q OTBgo-g (IL 15, 513: OTgBvyBa&ai , . . cJd* avzwg naga vqvalv 
vn dvögdai x^'^ozigoiaiv) und der Superlativ x^^Q^'^^^'^o-g ,das geringste' 
(Xen. mem. 3, 1, 8: h z(p 7toX4fif{) zovg %b Ttgwrovg aglazovg öbI tottbiv 
aal Tovg zBkBvralovg, iv dl (liatfi tovg ;^£t^/arot;^).* 

Das langvocalige Adjectivsuffix rjg steht, wie es scheint im Griechischen 
ganz vereinzelt Vergleichen lässt sich in Bezug auf das selbe etwa nur 
der Pluralgenetiv dvaäFrjiov (aus ^-äftja-wv) ,böse wehender' (Od. 13, 99) 
neben dem kurzvocaligen övaäFiog (IL 5, 865; 23, 200; Od. 12, 289). — 
Naher etymologischer Zusammenhang besteht wahrscheinlich mit nhd. 
be-gehren, mhd. gern, ahd. gerön; mhd. und ahd. ger ,begehrend, ver- 
langend' nebst dem zugehörigen Abstractum ahd. gif% n)id. Gfier; femer 
mit nhd. gern , goth. faihu-gaima- ,hab8üchtig' (Tim. 2, 3, 2), gaimein- 
jBegehren, Verlangen' (Kor. 2, 7, 7. und 11; 8, 19; 9, 2; — altind. har: 
hdrjati ,er begehrt, verlangt' (RV. 4, 58, 8), härjant-^ begehrend, verlangend' 
(RV. 10, 4, 3; 10, 96, 12), harjatd- ,begehrenswerth, erwünschf (RV. 1, 55, 
4; 3, 44, 1; 10, 96, 1). — Mit dem comparativen x^Q^f^ov (aus *xig€aiov'. 

Oder wäre richtiger x^Qf]ov aus ^x^grjaiov — zu schreiben?) vergleicht 

sich in seiner Bildung agBiov- ,tüchtiger, besser' (1, Seite 263). In x^Q^^' 
oTBgo-g und %6e^6T€^o-e wurde vor dem suffixalen t der Nasal einge- 
be o Meyer, Qrieohisohe Etymologie. IH. 20 



306 Griechische Etymologie. 

büBst, ganz wie zum Beispiel in Ttiorego-g yfetter' (Hom. hymn. Ap. 48 ; 
Theophr. c. pL 2, 4, 5; 592; zn ftlov- jtett 2, Seite 471). Das superlati- 
yische xüqiaTo-q^ statt dessen xiQixno-g zu erwarten gewesen wäre, bildete 
sich offenbar im nächsten Anschloss an x^^ov. 

%i(fCO'Q Festland' (16 mal bei Homer); nrsprünglich adjectivisch (doch so 
erst in der nachhomerischen Sprache belegt) ^est, festländisch, trocken^ 
auch jUnfruchtba/. 

IL 4,425: xvfAa .... x^Q^^ ßQtiyvvfieyov fieyala ßgifiei. II. 14,284: 
Tci d* ln\ x^^aot; ßi^xrjv. Od. 19, 278: tov d' Sg^ inl rgoniog veßog 
hißake xifi kTtl x^Q^o^' 11.21,238: voitg (nämlich veKQoig) hßaXh 
^ga^e .... x^Q^ovde, Od. 9, 486 : xriv ök (nämlich y^ßa) .... xvfia 
&ifiwaB dk x^QOov liUad'ai. Find. Ol. 12, 4: zlv (d. L Tvx(f) yog h nontf 
nvßegvcivTaL d'oai vaegj iv x^Q^V ^^ laiiptjgol noXefioi xdyogal ßovla- 
g>6goi. Nem. 1, 62: oaaovg (ikv iv X^Q^V xTavoiy, Saaovg dk 7t6n(f 
&^gag. — Hdt 2, 99 : x^Q^^^ yeyovivai to drcegyfiivov (,da8 abgesperrte 
StückO- 4, 123: Ttjg x^'^QVS iotxnjg x^Q^ov (,wü8t, nnfmchtbar*). Aescb. 
Brachst 189: x^^aa (,anbebautes Gebiet^. Soph. Anth. 250: atvg>)iog 8$ 
yrj xal xigoog. Eon. Oed. 1502: x^Q^ovg q>d'ag^vai xaya/iovg ifiag xqBnav. 
Eor. EL 325: nvga di x^Q^^S Q^^^ ^oi^') oyXalafiorujv. — Dazu: xgl^i} 
(ans "^x^gad-T^) ,6erste' (siehe 2, Seite 410 besonders). 

Lat fiarr&re (ans *hor8$re) ,starren'; Verg. Aen. 11, 602: ferreus hasUs 
horret ager'^ Ov. fast. 2, 502: horrueruntqve camae] Plant Cist 551: iow 
horret corpus^ cor salit] — dazn: horrido-s ,starrend, ranh^; Plin. 12,67: 
murram .... sptntsqve horridam] Verg. Aen. 3, 23: densis hasUlibus 
horrida myrtus ; Ov. met 10, 139 : gt;! niveä pendebant fronte capiUi, horrida 
caesariis fieri; Verg. g. 1, 449: salit horrida grando; — hirsüto-s ,nMih, 
stmppig'; Verg. ecL 7, 53 : stant . . . castaneae hirsütae; Ov. her. 9, 63: 
avstis es hirsütös miträ redimire capülös. 

Altind. harsh- fiich frenen' (B.V. 9, 96, 1 : hdrshatai oßja sdinä ,e6 freut 
sich sein Heer'), nrsprfinglich ,erstarren, zn Berge stehen' von den Haaren 
des Körpers vor Frende oder Schreck (Mbh.) 

Xeffvrirri-q ,der Dürftige, der Arme, Lohnarbeiter'. 

Aesch. Prom. 893 : f^ijre twv yivvq fieyalvvofiivwv ovxa x^Q^^^ h^ 
atevaai ydfiwv. Simonid. 124, A, 2: ov Kgoloov kevaaeig %aq>ovy iiJAx 
yag avögog x^Qvi]Te(ü fxixgog rvfißog. Dion. Hai. 7, 11: ovtoi negl hü%viäv 
aq)dg akloi xor' akXag Ttvkag, cj^ x^Q^'^^h ^ogeiaTteaovTeg ila^f* 
ApoUod. 2, 5, 1, 1 ; 6 'Hgcmkr^g ^evl^erai nag" dvdgi x^Q^'Hl J^olofx^- 
Maneth. 5, 129: aivöeaptog Mrjvtjg .... itpvaev mtaxovj ^«^nTnjy taka- 
Ttelgiov iJW t' dli^zrjv. — Daneben: Die gleichbedeutende verkürzte Form 
X^gvqt'ix^Qyrjg). Eur. El. 207: aifToi d* h x^Q^^^^ öofioig fdi^- 
Archias (in Anth. 6^ 39, 7) : iaxov x^Q^i'^^ ß^^^ äfjvaiov. Arist polit 3, 4, 
8: dovkov dk eiärj nXeita kiyofiev al ydg igyaalai Ttlelovg. wvtvniqo^ 
xatixovaiv ol x^py^Tcg. ovroi d eialvj warteg arjfialvei xai tovfOfiOy 
airovg ol ^Ujvreg dno rcSv x^f^^'^9 ^^ olg 6 ßdvavaog vexviTrjg ictif. — 



Griechische Etymologie. 307 

Dazu: Die weiblichgeschlechtige Form xc^y^Tt-g ,die Arme, Lohn- 
arbeiterimi'; IL 12, 433: exov wg re zakovra yvyrj ;t^^^T£^ «'l^^ff, y re 
öra&ixov ijupvoa y,al eigiov a^g)lg dvikaec ßiaa^ova\ %va Tcaialv afeiKia 
lAiad'ov S^rai. Lakon (in Anth. 6, 203, 1) : 17 yQtjvg rj x^Qv^Tig . . . rjX&ev 
7to&€Q7Cv^ovoa. Erinag. (in Anth. 9, 276, 2): hSnog dnoxivCovaa 7taQa 
TCQOxaXaiai '9'aXaaarjg XBQvilTi.g, 

Buht auf dem selben Grunde wie x^Q^^^' »gering» nachstehend*, ursprüng- 
lich wahrscheinlich ,ermangelnd, dürftig* (Seite 305). Als nächste Grund- 
läge darf man vielleicht ein "^x^Qvieiv ,begehren, bedürfen* muthmaass^, 
das möglicher Weise ganz übereinstimmt mit goth. gaimjan ,begehren, 
verlangen*, ,bedürfen* (Luk. 15, 16; 16, 21; 17, 22; — Mk. 11, 3; Luk. 19, 
31. Zu goth. 'gaimor ,begehrend* in faihurgaimor ,habsüchtig' Tim. 2, 
3, 2). Das verkürzte x^Q^T^' vergleicht sich mit Bildungen wie TckavriT- 
,der Umherirrende* (Soph. Kön. Oed. 1029; Eur. I. T. 417. Xen. mem. 4, 7, 
5) neben dem gleichbedeutenden nkavrjrrjg (Soph. Oed. KoL 3; 123; Eur. 
Hei. 1676; Bakch: 148. Daneben begegnet auch das weiblichgeschlech- 
tige TcXavrJTi'g Lykoph. 998), yvftvrjT- ,leicht bewaffnet* (HdL 9, 63 ; Eur. 
Phoen. 1147) neben dem gleichbedeutenden yvfivrJTrj-g (Antipatr. in Anth. 
7,65,2; Strabo 16, 4, 17) und weiterhin auch noch solche wie aKfÄijf- 
,unermüdet* (IL 11,802; 15,697; 16,44) neben dem gleichbedeutenden 
axfiriTO-g (Hom. hymn. Ap. 520; Orph. Arg. 364), döfn^- ,ungezähmt, un- 
vermählt* (Od. 4, 637; 6, 109 und 228) neben dem gleichbedeutenden ad- 
firjTo-g (IL 10, 293; 23, 266; Aesch. Schutzfl. 149), und anderen. 

X^Qviß' ixigvirp) ,Hand wasch wasser*, siehe Seite 314 unter x^^Q^ ,Hand*. 
XeffiiäöiO'V ,Feldstein*. 

Bei Homer 16 mal, so IL 4, 518: x^f^^^^V 7^9 ßXfjro naqa atpvQov 
oxQioßem nvqfitjv de^ireQ^v. IL 14, 410: tov [ikv . . . u4tßag x^Qf^ccöl({), 
xd ^a TtoXXdj S'oßdwv ^;(juara vrjFaiVj tvoq nool fiaQfjLvaiiivwv bivXlvde%o ' 
%d)v tv dFelqag arrj-^og ßeßXrpiBiv, IL 5, 302: ök x^QH'^^^ov laße x^'^Q^ 
TvdtFldrjgj fiiya Fiqyov^ o ov ävo y' avöge q)iQOUv, olot vvv ßgoTol ela'' 
o di fiiv Fqd ndXke xal olFog. v(p ßaXev Alvelao xot' laxlov. Od. 10, 
121 : 0? Q^ cLTtb nsTQawv avdgax^ioi, x^^/^ad/oiaiv ßdkkov. — Die zu- 
nächst zu Grunde liegende Form x^Qf^^^' ix^Qf^^s) ,Feldstein, Schleuder- 
stein* begegnet erst in der nachhomerischen Sprache , wie Find. Pyth. 3, 
49: zezQWfiivoi . . x^Qf^^^'' TtjXeßoktp. Aesch. Sieben 300: toi ä' kn 
ainpißoXoLaiv idTttovat Ttoklvat^ x^Q^^^^ oxQioeaaav. Eur. Bakch. 1096: 
X^QfJtddag Y.qazaißokovg iggiTirov. 

Steht muthmaasslich in nächstem Zusammenhang mit x^Q^^ ,Griess, 
Steingeröll* (Seite 204). Das Suffix wie in Ufidd- ,Feuchtigkeit* (2, Seite 28). 

XOQö-q ,Beigen, festlicher Tanz*; ,Tanzplatz*; ^versammelte Schaar von 
Tänzern*. 

Bei Homer 15 mal. IL 3, 393 und 394: ovdi xe q>alr^g dvdgl fiaxeo- 
adfuvov lov y ikd'ifievy dkkd xoQOvde eqx^oS'' f^ßk xoQOio vißov kryowa 

20* 



308 Griechische Etymologie. 



xa^l^etv. IL 15, 508: otf ^r^v %g yB xoqov lUker' ikd-i^ievy aXXa ptaxBC^ai, 
Od. 8, 248: aÜBl d' ruilv dalg tb (plhi xl&aQig ze xoQol t€. Od. 8, 264: 
niytXriyov dk xoqov d-iiov Ttoalv. — Od. 8, 260 : kelFrjvav dk x^Qov. Od. 
12, 4: o-S-i %* ^ßoog i^Qiyevelrjg ßoixia xal x^Q^^ ^^^^- Od. 13, 318: £v&a 
d^ eacty wfiqxSv xakol x^Q^^ V^^ d-oomoi. — Pmd.Pyth. 9, 114: ta%aoBv 
yctQ dicavTa x^Q^^ ^^ %iQ(iaaiv avxlx aywvog, Nem. 5, 23: aeid* h 
Ilalltp Moiaav 6 xakliarog xoQog. Soph. Brachst 695^ 1 : x^Q^S ^ ' droni- 
düiv Ixd^iav IneQQO&ei, 

Wird in nahem Zusammenhang stehen mit altind. ghürnr : ghürndti oder 
medial ghürndtai ,er schwankt hin nnd her, bewegt sich hin und her' 
(Mbh.). Der Nasal der altind. Form gehört ursprünglich ohne Zweifel 
nur der Präsensbildung an. Die Dehnung des u vor der Consonanten- 
Verbindung rn beruht auf einem besondem altindischen Lautgesetz, der 
U- Vocal selbst aber wird durch Schwächung aus altem a henrorgegang^i sein. 
XOQO' von ungewisser Bedeutung und schwerlich mit dem vorausgehenden 
übereinstimmend; zu entnehmen aus dem zusammengesetzten. 

evQv-XOQo-g^ das bei Homer 10 mal, jedesmal in Verbindung mit 
Benennungen von Oertlichkeiten, begegnet II. 2, 498 : bvqvxoqov Mvnalija- 
aov. IL 9, 478 : di 'Ekladog bvqvxoqoio. IL 23, 299 : iv evQvxoQfp 2ixv- 
iivi. Od. 13, 414 und 15, 1: kg evgvxogov ^cmedalfiova. Od. 24, 468: ngo 
FaaxBog evQvxoQoio. 

Als erster Theil löst sich deutlich eigv- ,weit ausgedehnt^ (2, Seite 
200) ab. 
XOQo>vö-q ,Kranz^ 

Simonid. (bei Athen. 15, 680, D): (Dolßovy og ayelxai (rolg) TvvdaQLdr^aiv 
doiäag, cfiiTSQOt rimyeg STteavitpavto x^Q^^V^ unmittelbar vor An- 
führung dieser Stelle heisst es bei Athenaos: 'Artiiav . . . (prialv rov ati- 
q>onßov TtdXaL x^^cnvoy xalovfievov. 

An Zugehörigkeit zum Vorausgehenden ist nicht zu zweifeln. Als zu 
Grunde liegende Bedeutung lässt sich ,sich hinundherbewegen, sich drehen^ 
vermuthen. Hesych führt x^Q^S &^ ^^^ der Erklärung xvxlog' aTiq>crvog. 
— Die Suffixform ist dieselbe wie in xokcavo-g ,Hügel' (2, Seite 434) und 
xoQwvo-g ,gekrümmt^ (2, Seite 369). 
XÖQio-v ,Haut', insbesondere ,die Haut, die die Frucht im Mutterleibe um- 
hüllt, Nachgeburt'; wurde auch als Speise zubereitet. 

Hipp. 1, 461 : ijv zivi äk Xt] ^^o) avv t(^ X^Q^V ^^ Ttaidlov xal Tcgoax<^ 
Qrjaav nqog tov oto/uccxov ixdvrj toi x^qIov ^ayivrog evroxitj fiaktor» 
2, 673: riTctTai ydq to xoQiov Ix rov 6fiq>ai,ov rov natölovj xal vareQog 
i^eiaiv 6 0fiq)ak6g hc twv fjtrjtQdtav. Arist Thierk. 6, 58: x^Q^ov öi 
xal vfiiveg Xdiot tzbqI exaorov ylvovrac (nämlich bei den Fischen) rww 
ifxßQvoiVj xa&anBQ Inl ziSv zerQanodwv. 6, 158: ozav ök %ix!t] ^ 
LTtTcog^ TO T€ x^Q^^^ ev^g xarea&ieu PoUux 2, 223 erklärt: dvo di 
ö^ TtBQl z(p ifißgvfp xtrcJy^g Blair , dv xov fihv ivdo&Bv Xbtcxotbqov 
ovra xal fxakaxwTBQOv dfiviov ^EfiTtBdoxkijg xalBi, to ob M^w&bv in 



Griechische Etymologie. 3Q9 

avT(ß, ro TtQog %jj variQ^, %dqioy ovofid^Btai, ov xai o 6fiq>aldg Ix- 
ftiq>vxev, — Ar. Brachst 318, 5: ov %6qioy oväk nvog^ ovd' rjnaQ xarcQov, 
Brachst 569, 4: avrdg d* dv^Q Ttulel ^ix^ag . . . nvov, xoqia, xekidovia, 
Alexis (bei Athen. 12| 516, E): na^ad-riaeig .... ßoT^öiov n, ;(o^eoy. 
Theokr. 9, 19: iv tcvqI dk ÖQvlvtp xoQici ^iei. 10, 11: /oile/rov x^Qi^ xtJya 
yevaai, Athen. 14, 646, E wird erklärt x^Q^^ ßQuifiaza öid fiHixog xal 
ydJLoKrog yivofxeva. 

Die Herkunft des Wortes ist dunkel, so bleibt auch fraglich, wie weit 
die scheinbar sehr ansprechende Zusammenstellung mit lat hira (in der 
Mehrzahl) ,6edärme, Eingeweide' (Plaut Cura 238 : hirae omnes dolenf) und 
hilla (aus *hirla; in der Mehrzahl) ,6edärme, Eingeweide' (Laber. com. 145: 
lavite illam hillam), ,eine Art Wurst' (Hör. sat 2, 4, 60: pemä magis ac 
magis hillis fläffitat . . reficf)^ femer harurspec- ,Emgeweidebeschauer' 
(Plaut Cure. 483; Poen. 463; Amph. 1132) und hemia ,Eingeweidebmch' 
(Gels, medic 7, 18; Mart 3, 24, 9), sowie mit altn. göm ,Eingeweide', an. 
und ahd. gor ,Darminhalt, Mist', ahd. mitti-gami ,I^geweidefett', und litt 
zdma ,Darm' das Sichtige trifft 
XÖQro-q ,Gras, Viehfutter'. 

Hes. Werke 606: x^^^o^ ^' ianofilaai nal avqqferovy oq>Qa %ot Birj ßoval 
xal ^fiiovoiaiv inrjetavov. Hdt 9, 41 : iaevriveix^ai • • • xo^ov rolai vno' 
^vyloiai, Eur. Bhes. 771 : ftdkoiai xo^ov .... ag>^6v(i} fAergcS ^e^/. 
Alk. 495 : &7jqwv ogeltav xoQi^ov (vorher war gesagt avÖQag dQTafiovai), ovx 
XrcTtiov Xiyeig. Xen. an. 1, 5, 10: d^p^igag . • • knlfinkaoav xo^ov xovg)ov, 
— Hippen, (bei Athen. 7, 304, B) : avxa /lirQia TQtoywv xai xqI&ivov xoXktxa, 
dovkiov xoQ^ov. Hdt 5, 16: voiai de iTtnoiai xal xolai VTto^vyloiai naq- 
ixovai xo^oy ix^S» Plut Rom. 18: xo^ov xal vkrjg ayxaklöa xov%(^ 
uBQixBtfjiivriv avixoiv* — Dazu: ev-x^Q'^^'S ,de8sen Gras gut isf ; Dichter 
bei Pollux 7, 184: mjxoQra jcedla. Arist Thierk. 8, 66: otvov d' av tjztov 
dvaxBQalrfi (,yerschmäht', nämlich das Vieh) t6 norovj %ovto ^dXkov ei;- 
XOQTov iariv (,das ist auch für die Futterung besser'?). — dva-xogro-g 
,de8sen Futter übel ist'; Eur. Iph. T. 219: dvaxoqtovg (,unwirthlich') oXxovg 
valiü. — xo^Ta^eey ,füttem'; Hes. Werke 452 : dij rore xoQtd^eiv eXixag 
ßoag %v6ov i6v%ag. Ar. Friede 176: %o^Toacci xov xdvd'OQov. Plat Staat 
2, 372, D: ei dk vaiv rcoXiv .... xa^eaxeva^Bgf xl av airdg alXo rj xavxa 
^oQxa^eg'j Nikostr. (bei Athen. 15, 693, B): Uavwg xexo^aofjiai (^ch habe 
mich genährt, habe gegessen'). 

Als Suffix löst sich offenbar das participielle xo ab. Die zu Grunde 
liegende Verbalf orm aber ist nicht völlig deutlich ; zu ihr gehört aber wohl 
auch lat grämenr (aus *ghrämen'?) ,Gra8' (Hör. carm. 4, 7, 1 ; epod. 2, 24), 
sowie unser grün und Oras. Oder ist für jene Verbalform eher die Be- 
deutung ,fressen' oder eine ähnliche zu vermuthen? 
XÖQtO'q ,ümfriedigung, Umfriedigtes'. 

Bei Homer zweimal. 11.11,774: TtlFova fif}Ql^ ^xaie ßoßog JiFl .. 
av^g Iv XOQ'^V' !'• 24, 640: alFel axevdxo} . . . aikijg h xoQ'^oioi xv- 



310 Griechische Etymologie. 

hvdofievog xcrra xoftQov. Find. Ol. 1 3, 44 : ooaa % * iv Jekq)olaiv aQiatevaare 
rjdi xoQ^^t'S ^y Uovrog. Enr. Ipb. T. 134: xoqxfav t evdivdqtav k^aila^aa* 
EvQWTtav, Eykl. 507: inayei /** 6 x^Q^^S €vq>Q(av inl ntSfiov r^Qoq Zgaig. 

— Lat hortO'8 ,emgefriedigter Ort, Landgut, Hof; dann gewöhnlich 
,Garten^; Plinios 19, 50: in duodecim tahulis ISgum nosträrum nt^sqvam 
nöminätur villa, semper in significätione eä hortus. — Plaut Epid. 660 : 
exi istäe per hortum ; Persa 446 : mulier ad mS transeat per hortum. — 
Dazu: co-horti- (co-hors) ,Gehege, Hofraum'; »Menge, Schaar'; Varro r. r. 
3,3,6: cohors in qvd pascebantu/r gallfnae; Ov. fast 4, 704: abshUerat 
(nämlich volpSs) multäs illa cohortis avSs ; — Oaes. GalL 3, 1 : Qälba . . . 
constituit cohortSs du48 in Nantuätibus colloeäre; Verg. g. 2, 279 : cum 
longa cohortes explieuit legio. 

Die Zugehörigkeit von nhd. Oarten^ goth. gardan- ,StaIl* (nur Joh. 10, 1: 
in gardan lambS ,efe t^v avlfiv xwv nqoßcxwv^ und gardi- ,Haus' (Matth. 
8, 6; 9, 10 und sonst oft) nebst aurtirgardi- ,Eiautgarten' (Joh. 18, 1 und 
26 für ^rjnog^j veina-gardi- ,Weingarten, Weinberg* (Mk. 12, 1; 2; 8), 
thiudan-gardjä- ,Königreich* (Matth. 5, 19; 20; 7, 21) und weit^hin auch 
von -gairdan ,gürten' (Luk. 1 7, 8 : bi-gau/rdanor ,umgürtetO und gairda 
,6ürtel' (Mk. 1, 6 und 6, 8), sowie femer von litt särdis ,Bossgartenf um- 
zäunter Weideplatz' und garda-s ,eingehegter Platz, Hürde' und von altslav. 
gradü ,Mauer', russ. gorodü ,Stadf , kleinruss. horöd ,6arten', scheint kaum 
bezweifelt werden zu dürfen, aber doch kann sie wegen einiger nicht zu 
übersehender lautlicher Unregelmässigkeiten nicht für ganz sicher gelten. So 
hat man eine germanische Grandform *ghartö- geglaubt vermuthen zu 
dürfen und für die slavischen Formen Entlehnung aus dem DeutBchen^ 
eine ganz gewiss sehr wenig wahrscheinliche Vermuthung. 
XOQdif ,Darm, Darmsaite'; später auch ,Wursf. 

Bei Homer nur Od. 21, 407: wg oV dviJQ tpoQpnYyog imatafievog xai 
aßoidrjg ßQrjidlwg hawcae vißtp Ttegl nokkorci x^Q^V^9 a\pag Qfiq>oriQ(a^cv 
iv(nQeq)ig hrgegov olog. Hom. hymn. Herm. 51 : Ittto 8h avfKpwvovg SUat 
havvaaato x^Q^dg. Pind. Pyth. 2, 69 : t6 Kaatogeiov (nämlich fiilog) d* 
iv AloXlöeaai x^Q^alg huov a&Qtjaov x^Q^^ ircTcncTVTtov q>6Qiiiyyog awo- 
fievog. — Ar. Ach. 1040: xaraxei av rfjg x^Q^VS ^o fiiki. 1119: av d' 
ag>€ldiv devQO Ttjv xoQSfjv g>iQ€. Wölk. 455: £x fiov x^9^^^ ^^^S (pqovxi- 
OTalg TtaQa&ivTwv. Sophil. (bei Athen. 3, 125, E): xoQ^riv xiv* alfiot^lxtv 
avTifi axevdaai ixikevae TovTrjvl juc. 

Gehört vielleicht zu den unter xoQto-v ,Hauf (Seite 308) genannten 
Bildungen, wie lat hira (in der Mehrzahl) ,G[edärme, Eingeweide', harur 
speC' ,Eingeweidebeschauer', altn. gSm JEAngey^eiäe^ lit idma ,Dann', dabei 
müsste aber doch noch der suffixale Charakter des d von xoQ^q bestimmter 
nachgewiesen werden. 
X1J9- ,Igel'. 

Hesych führt auf: x^Q' ix^vog. In der eigentlichen litteratur findet 
sich das Wort nicht - 



Griechische Etymologie. 311 

= Lat h-' jlgeV; nur bei Nemesian Jagd 57: mälumics .... implici- 
tumqve sinü spinösi corporis erem. Dazu die gleichbedeutenden Sricio-s 
und erinäceo-8 (auch trenäceo-s geschrieben); Varro sat Men. S. 215, 6 
(Riese): se circumspexe atqve invenisse, se, cum dormtre coepisset tarn 
glaber qvam Söcrates esse factum ericium cum pilis albtSj cum probosdde. 
— Plin. 8, 133: praeparant hiemi et frenäcä cibös ae volütäti suprä ja- 
centia pöma adfixa sptnis^ ünum amplius tenentSs öre^ portant in caväs 
arhor^s. Vulg. psalm. 103, 18: petra refugium hSrinäciis (Lesarten hi- 
näds und hSricits). 

Unsicherer Herkuinft. Aeusserlich ähnliche Bildungen wurden unter xi;^- 
,Tod, Verderben^ (2, Seite 377) genannt. — In Sr- erlosch anlautendes h 
ganz wie zum Beispiel in lat anser- neben x^^- ,Gans^ (Seite 292). Die 
Suffixform äceo in erinäceo- wiederholt sich in muMäceo-s ,Mostkuchen^ 
(Cato r. r. 121) und zahbreichen Adjectiven, wie gallfnäceo-s ,zu den Hühnern 
gehörig' (Plaut Cure. 450; Aul. 465 und 472; Lucil. 238 bei Baehrens), 
argilläceo'S ,thonartig' (Plin. 1 7, 43) , testäceo-s ,aus gebrannter Erde be- 
stehend oder ihr an Farbe ähnlich' (Plin. 15, 55; 37, 106), rosdceo-s ,aus 
Kosen bestehend' (Plin. 21, 8; 24, 119) und anderen. 
X'q^afid-^ ,Felsloch, Höhle*. 

Bei Homer nur 11.21,495: niXeiOy rj ^a &* in H^rpiog xoflXrjv sloi- 
7t%a%o TtätQTjv, yriQafxov. Arist Thierk. 9, 72: rag d' ointjaeig ol fikv negl 
rag xoQ^Qog xal xjjQctl^ovg noiovYiai (nämlich wilde Vögel) xa2 nhqag. 
Lyk. 181 : aq)rjxag daq>oivovg %riQafX(jiv dveiQvaag. Ap. Bh. 4, 1450: dg d' 
OTtOTB OTetrqv megl x^Q^f^ov elklaaovrai yeiofioQOt, fiiq^^HBg, 

Die Suffixform wie in TtvQafio-, das aus TtvQa^oevr-- ,aus geröstetem 
Waizen und Honig bestehender Kuchen' (2, Seite 624) zu entnehmen ist 
Das Q ist ohne Zweifel auch suffixal und naher Zusammenhang mit x<iog-j 
alt x^^og- ,weiter leerer Baum' (Seite 278) ist nicht zu bezweifeln. 
Xriffa[ilö' (xVQafilg)j eine breite flache Muschelart, die zum Schöpfen und 
Messen gebraucht wurde. 

Mehrfach bei Hippokrates, so 2, 309: dldov agov tov fieyakov xoyxtjy 
XriQaftlöa davxov. 2, 317: xaQdafÄOv xoyxijv ij ;^]j^a/u/da TQlifJag iv iiiXiTt, 
2, 550: TtLvixüi . . . axtijg nagnov oaov x^lQ^f^i^O' — Daneben, vermuthlich 
in ganz der selben Bedeutung: xVQ^f*^^' (x^Q^f^^s)' Strabo 1,3,4: 
iv diaxMoig xal TQiaxiXloig and -d^aXattrig azadloig TLora trjv fJLEaoyaiav 
oQatai noXkaxov yi6yxo)v xal dargicav xal x^^afit^dwy nXijd'og. Etwas 
weiterhin: Savd-ov Xfyonog .... ovtov re eldivai nokkaxfj nQoaw cnö 
T^ff ^akatTrjg Xtd-ov re xoyxvXioidr] aal to XTSvwdea aal x''JQfXf4,vd(ov tv- 
nwfiara. Hesych erklärt xVQ^f^^^^S' '^^ xolXa xal ^x^vra xevaifiaTa, 

Gehört wohl zum Vorausgehenden. In Bezug auf die besondere Suffix- 
form vergleicht sich axvjgafiiö- ,Nachtstuhl' (Ar. Ekkl. 371), scheinbar auch 
TtvQafild' ,P7ramide' (2, Seite 623), das aber ungriechischen Ursprungs ist 
Xriifdiißri, eine Muschelart. 

Bei Sophron und ArchUochos, nach einer Anffihrung des Athenäos 



812 Griechiache Etymologie. 

(3,86,6): Iv di v(p imyqaipo^ivtfi^SiXievg %bv dygouirav x^gafißag dvofid^ei 
(nämlich 2wg)Qwv). xal lAqxlXoxog di T^g x^lQdfißrjg iJiifivri%ai, 

Steht yermuthlich mit dem Vorausgehenden in nahem Zusammenhange. 
X^po-s ,verlassen^ beraubt', insbesondere ,verwittwet, verwaist*. 

Bei Homer 6 mal in der weiblichgeschlechtigen Form x^lQ^^l' IL % 289: 
wg TB ydg rj Ttaßiöeg veFaqol X^Q^^ ^^ yvvalxeg dklrjkoiaiv oövQovrai 
ßolxovde viea&ai. D. 6, 408: Taxcc x^QV ^^ ^aoiiau IL 6, 432: (ifi naßiö* 
6Qq)avLxbv ^ijflS 7(XiQriv %e yvvalxa. IL 22, 484: ifxi a%vyeQ(p kvl Tter&ei 
kelneig XVQV^ ^^ fieyaQoiai. IL 24, 725 : xad di ^e XVQV^ hehceig h 
fxeyaqotai, II. 22, 499 : daxQvofeig di % * aveiai noFig kg firjviQa X^Qip^* 
Eur. Alk. 862: OTvyval d' oxpeig XVQ^^ (,verwaisf) ftekad-QCJv. Ap. Eh. 3, 
662: xXaUi XVQ^^ ^X<^S eiaoQOwaa, Phan. (in Anth. 6, 279, 2) : qxxqaog 
Qfiag, OTekeov XVQ*^'^ ila'iviov .... diqKono. Antiph. (in Anth. 9, 84, 6): 
dgv^oi x^poi TtoQd-filda (jSchiff*) xal Xtiiiveg. — Dazu: x^Q^^^^ |h6- 
rauben, verwaist machen^ ; IL 1 7, 36 : x^Q^^^S ^^ yvvalxa. TL 5, 642 : XV' 
Qwae ^entvölkerte') d' ayviag. Eur. Eykl. 304 : aXig dh ÜQtdfwv yai ' 
Ix^Qwa* ^ElXdda. Antipatr. (in Anth. 7, 172, 7): aal fii %ig ovTrjreiga . . . 
BX^dva • . • ijellov xVQ^^^v» 

Ruht auf dem selben Grunde wie xv'^og- ,Entbehrung, Mangel' (Seite 
283). Das Suffix wie in driQo-g^ alt dFriQo-g ,lange' (Seite 242), und zahl- 
reichen anderen Bildungen, deren Mehrzahl aber in der Betonung abweicht 
yiTUfmönr^'q ,Seitenverwandter, der in Ermangelung naher Verwandter eine 
Erbschaft antritf . 

Bei Homer einmal, nämlich IL 5, 158: x:rjQwaTai di dia xTfjaiv öceriovto. 
Auch einmal bei Hesiodos , theog. 607: dnog>d'tfiivov di did nr^aiv dari- 
ovtai xJlQwaraL Qu. Sm. 4, 299: dofiov di oL iqya %e Tcdv%a xnQUia%al 
(jLBxoTctad'ev oiTtocpd'i^ivoio ddaavTO. 

Gehört ohne Zweifel zum Vorausgehenden, ganz durchsichtig aber ist 
die Bildung nicht Als ursprüngliche Bedeutung wäre etwa zu denken 
,der mit Verwaistem zu thun haf . 
Xco^o-g JBaum, Platz'. 

Bei Homer 33 maL IL 3, 315: x^Q^^ (^^^ tcqcStov dufiirgeov. IL 4, 446: 
Ol d* ore drij ^* ig x^^QOv ^a ^wiorreg lxovto, IL 10, 161: oXiyog d* fri 
X^Qog iffvxei. IL 8, 491 : h xad'aQ(p, o&i Ji} vexvwv duq>aLve%o x^^og 
(,Platz der von Leichen frei war'). IL 10, 520: dg ßide x^Qov iQ^fiov. 
IL 10, 362: wg d* o%e . • . dvta xvve . . . rj xefiad^ ^ßi Xayiaov ireelyerov 
. . . x^QOV av vkijfevTa. Od. 7, 123: elkoTtedov kevQifi hl x^QV ^iQoetai 
rjßeXltp. — Dazu: x^QV jSlAiimj Stelle, Gegend'; bei Homer 9 mal. IL 6, 
516: evT äg^ 'efieXXev ozQixfjBad-* h, X^QVSf o^^ Fjj odgi^e yvvatxL IL 
16, 68: X^QVS oXiyr]v %jt ^olqav txovreg. H. 23, 349: Nioxiaq « . . « a^f 
hl X^QJJ K^o. IL 23, 521: ovdi %i noXXii x^QV ^^o^^yvg» Od. 8, 573: 
Sg rivag Yxeo x^Q^S dvd-QotTCtav. — x^Q^^^'^ ,Baum machen, weichen, 
fortgehen'; IL 16, 592: Toaaov extigrioav TQtSeg. IL 4, 505: x^^QV^ci^ d * vno 
TS Ttgofiaxoi. IL 15,655: '^gyi'ioi di veftSv fiiv ix^QV^^^ ^^i dvdyxj} 



Griechische Etymologie. 318 

%üiv TtQviiiov. Q. 16, 629: ov rot TgtSeg oveiöeloiac ßiTceaaiv venQOv xio- 
Qi^aovoi. Hom. hjmiL Dem. 430 : yaia ö ' Sv€Q&e xwqjiobv. 

Steht ohne Zweifel in engstem Znsammenhang mit xdog-y alt xiFag- 
^weiter leerer Baum' (Seite 278). Als Snffix löst sieh qo ab, ganz wie zum 
Beispiel wahrscheinlich auch in nwQo-g ,Tnffstein' (2, Seite 619) und sonst 
mehrfach. Oder würde bezüglich des Suffixes sich am Nächsten ver- 
gleichen loldoQO'-g jSchimpfend, schmähend' (Eur. Eykl. 534 ; Plut. mor. 
177, D; Meleag. in Anth. 5, 176, 4), so dass als zunächst zu Grunde lie- 
gende Form ein ^x^oqo-g anzunehmen sein würde? 

Xioqiq abgesondert, getrennt; mit dem Genetiv ^getrennt von, ohne^ 

IL 7, 470: x^Q^9 ^' It^TQ^fiörja^ uiyafii^vovi xal MeveXdßtp äuixev *Ifj' 
oovldrjg ayifxev fiidv. Od. 9, 221 und 222: öicMeKQiiiivai di ßhcaavai 
/^g/oTO, x^Q^^S A*^*' nqoyovoi, X^Q^^S ^^ (ii%aaaai, X^Q^S ^' ov^' Ugaai. 
Aesch. Ag. 637: x^Q^S V ^^A'^ ^ecJy. Hdt 2, 77: x^Q^Q V GfttisgenommenO 
oxoaoi aq>i IqoI anodedexccrai, — Find« Ol. 9, 41 : Ma TtoXsfiov fiaxav t€ 
Ttäaav x^Q^9 d&avaToiv, Aesch. Ag. 926: x^Q^^S nodo^prjOTQfav %e xal twv 
Ttoixlkfav xkrjdiov aijvel, — Dazu: x^Q^^^^^ ,trennen, scheiden, unter- 
scheiden'; Eur. Phoen. 108: x^Q^^ovai d' akli^Xwv Xoxovg. Hdt 1,172: 
vofioiOi dk ;^^^oyTat xexfOQio^ävoiat noXXbv vwv je akXwv av^Qüirtuv. 
4, 28: xexvjQiOTai dh ovrog 6 ;(£i/icui^ vovg tQortovg Tcäai volai Iv aXhßOi 
Xfi^Oi yevofiivoiai ;(€£/ucüat. 

Vergleicht sich seiner Bildung nach mit Adverbien wie dfoplg ,auf beiden 
Seiten' (1, Seite 247), ist übrigens etymologisch noch nicht verständlich. 
Man hat nahen Zusammenhang mit x^lQ^'S ,verlassen, beraubt (Seite 312) 
vermuthet, ohne ihn wirklich wahrscheinlich zu machen. 

XaiQBiv (aus *xd&€iv) ,sich freuen' (II. 1, 158; 334; 446; 7, 191) siehe unter 
xaQ' (Seite 299). 

XBiif- ,Hand' (IL 5, 82; 417; 8, 328), später auch für ,Eriegerschaar' (mit der 
Hand wird gekämpft; 11.16,630: h yaq x^^a^ %ilog mokifiov. IL 1, 
298: x^Q^^ f^^^ ^^ ^^^ ^7^ 7^ fjiaxioaofiai, IL 3, 271: ße^vaadfievog x^i' 
geaai fidxaiQccv. IL 16,854: x^Q^^ dafiivr^ ^Axth]Fog)\ mit Casusformen 
wie x^lQct (H. 1, 219; 2, 389; 4, 249), x^t'Qog (IL 1, 323; 3, 363; 4, 154), x^l' 
geg (IL 1, 166; 8, 450), daneben aber auch solchen wie x^Q^ (!!• 8, 289; 20, 
182; 24, 101; Find. Pyth. 9, 11), x^og (Soph. Phil. 860), x^Q^ (Aesch. 
Schutzfl. 193; Soph. Kön. Oed. 123), x^Qolv (Soph. Oed. KoL 483) , x^Q^ 
(Find. Fyth. 9, 36; Soph. Aiaa 40; Oed. KoL 200), x^Q^Q (Ar. Thesm. 912 
und 913) und dem namentlich häufigen x^Q^f^ (II. 1, 298; 441; 446; da- 
neben x^tQBaai IL 3, 271; 8, 116; 12, 27 und sonst). 

.0.1,210: (AYidh ^lg>og eXxeo x^^Q^» IL 1, 77: xal fioi ofAoaaov t] iit^v 
fioi TtQotpQiay Fifteotv xal ;^£^(7iy dgri^eiv. IL 8,289: ftgeaß'qßiov iv x^qI 
-^vato. n. 1, 441 : Trjy fikv . . . tzo^qI (pLX(f iv x^Q^^ tldi], IL 6, 81 : tj^qIv 
avT* kv x^Q^^ ywaixüiv q>evyov%ag neaieiv. H. 6, 502 : 7tQoq>vy6vra fiivog 
xal x^^^S IdxoLißfliv, IL 1, 89: ov %ig ifXBv t,uiv%og . . . aol . . . ßaqeiag 
X^lgag inolaei. — Hdt 7, 20 : ni^nttp dk ^€'£ avoiiiv(p iargarriXaTee jfec^i 



314 Griechische Etymologie. 

fieyaXf] Ttl'q&eog, Thuk. 3,96: Ttokkf] ^ec^l iTteßon^d-ow navTcg. Eur. El. 
629: ovdelg naQrjv H^yelog, olnela di xbIq. Polyb. 1, 26, 5: ImH^avTig 
1% vwv ne^ixvSv aTQovoftidwv rag dglavag x^^otg. — Dazu: X^Q'^^ß' 
{x^Qvi,\f)) ,Handwaschwassei^ (der Schlnsstheil gehört zu viß- , waschend 
vLi;€Lv IL 7, 425; 11, 830; mit dem Futur vliffstv Od. 19, 356; 376); Od. 1, 
136 =» 4, 52 =3 7, 172: x^Q^^^ß^ ^^ afiq>L7CoXog nqoxoFtf Inix'^^ q>iQovaa. 
Od. 3, 445: Nia%o)Q x^Q^^ß^ ^' ovXoxvTag re xa^rjQxno, — x^*'QO€iv 
,gewaltthätig behandeln, überwältigen^; Ar. Wespen 443: vov Ttahztov 
deaTtoTrjv Ttgog ßlav x6£^ot;(rey. Aesch. Sieben 326: oIxxqov .... vag öi 
xex^iQWfAivag ayead-ai . • • viag t€ xal nakaidg, 

LaL hir {fr\ das übrigens gar nicht in der lebendigen Sprache, sondern 
nur in Anführungen (Charis. Seite 24 bei Keil: et hfr gvidem indScUnA- 
biU] Prise, de nomine § 6: höe fr, qvod Oraed &ivaq dicv/nt, indecU- 
näbile) aufbewahrt ist, kann nicht ohne einiges Bedenken hieher gestellt 
werden. Vielleicht ist es gar kein echtlateinisches Wort. 

Armen, dzerm ,Hand^ 

Als äusserlich ähnliche Bildungen können (pd-eLQ- ,Laus^ (HdL 2, 37; 4, 
168; Ar. Friede 740) und oeLq- ,Sonne' (Suidas führt auf: aelq, aB^og' 
riXiog) genannt werden. Es ist wohl nicht zu bezweifebi, dass das 
nominativische x^^ &^^ X^Q^f das als dialektische Form noch b^ Timo- 
kreon (Bruchst 9 bei Bergk) vorkommt, hervorgegangen ist, ganz ähnlich 
wie zum Beispiel das aoristische idugav ,sie häuteten ab^ (IL 1, 459 «» 
2, 422; Od. 12, 350) aus HdsQoav entstand. An das nominativische x'^^ 
aber werden sich alle Casusformen mit innerem ei angeschlossen ha^en. 

— Zugehörigkeit zu altind. har- ,halten, bringen, herbeiholen' (BV. 10, 16, 
10: tarn harämi pitrjagnaja daivdm ,den hole ich herbei, den Gk>tt zum 
Opfer der Väter*) ist oft vermuthet, aber noch nicht recht wahrscheinlich 
gemacht 

XBtQäö' (x^iQag) ,Ri8S, Verletzung*. 

Diog. L. 1, 81: rovTOv ^Aixaiog .... anonaXBl .... x^^onodtjv di dia 
rag iv volg noal ^ayddag, ag x^^^Q^^^S ixdlovv, 

Ungewisser Herkunft Ob möglicher Weise zusammenhängend mit x^ 
Qccaaeiv ,kratzen, verletzen* (Seite 301)? 

XBlifoV' ,geringer* (IL 10, 238; 14, 377; 382; 15, 641), Gomparativform, siehe 
unter x^Q^S- »gering* (Seite 305). 

xoc^dd- {x^tQctg) ,Meeresklippe* ; dann auch ,geschwollene Halsdrüse*. 

Theogn. 576 : fiarriv ix^'QOvg ag ' dlevfjiai öare xvßegvtJTTjg xoiQadag €ira- 
klag. Archil. Bruchst 128: afivdqriv xoiQad^ i^alevfievog. Find. Pytfa. 10, 
52: raxv ö' ayxvgav iqBiaoy x^ovi TtQf^ga&e, x^^^^og ahcag ftivQag, 
• Aesch. Pers. 421: axral dh vengiSv xoi'QotÖBgt^ ifthfi&vov. Eum. 9: Xiitutr 
dl Ufivfjv JfjXlav %B xoiQada. Hdt 2, 29: axoTteXol re yoQ h TfpNiÜLOf 
o^ieg dvixovat xal x^^-Q^^^^ rcokkal elai, di* &v ovx old %i laxi tcIAbiv. 

— Plut Cic. 9: iviiQ . . . xotgadtav de rov TQoxfJ^y TteQlftXecjg. 26: Ba- 



Griechische Etymologe. 315 

rlviov ixovra xoiQaiag h T(p Tgaxi^i.(p. Kallikt (in Anth. 11, 333, 1): 
q>aQficailoiai ^Podtav Xijtgav real xoiqadag olqu. 

Dunkler Herkunft. Als Grondbedeutong lässt sich ^Erhebung, Erhöhung^ 
oder Aehnliches yermuthen. 
YplQo-q ^FerkeP, dann auch überhaupt ,Schwein'; ^weibliche Schämt 

Bei Homer nur Od. 14, 73: ßrj d' %fXBv ig avq>eovs, o&i ßidyea Piq- 
%a%o xoiqtav, Ar. Ach. 781: oä%a ' arl xoiQog; Plut 308: vfxelg dk yqvXl- 
^ovreg ino q>ilridlag Ufteod'e firjTgl xolQoi. Xen. Oek. 17, 10: avt de 
aa&evel xaAß/roy ftolXovg adgovg x^igovg iaTQig>€iv. — Hipponax 40: 
onovdfj re aal GTtlayxvoiaiv dyglrjg xoLqov. Soph. Brachst 210: roiyag 
ItiÖTj qnjJia^ai x^^^S fSate deafilwv. Xen. an. 7, 8, 5 : SevoqxSv . . . ^^- 
€To xal (oXoxttVTei x^/^ovg. Plut Oic. 7: t/ ^lovdaltp Ttgog x^Ulov; — 
Ar. Ach. 781 : vvv ye x^^^S tpalvetau oltolq h%Qaq>Btg ye xva&og l^arai 
niv%^ IrcJy. Thesm. 289: t^v •9vyaTiQa xoigov dvdgog fioi rvxelv Ttkov- 
TOvvTog, Ekkl. 724 : del . . . Ttagä %olg dovXoiai 7ioifiäa&ai fiovov xcnvo' 
vaxfj vov xolQOv anotetilfiivag. 

Wird zunächst aus *x6eJ0'g hervorgegangen sein; der Ursprung des 
Wortes aber ist dunkel. 
XOiQivri, eine kleine Meermuschel; dann auch, vermuthlich wegen äusserer 
Aehnlichkeit eine Kuchenart 

Ar. Ritter 1332: ov xo^^tycJv (die man in Processen statt der Stimm- 
steinchen brauchte) o^(ov, äXlc anovddjv. Wespen 333 : kld'ov iib Tcolrjaov kg>' 
ov rag xotQlvog agid-fiovaiv. Pollux 8, 16 erklärt: rtaXal yag avtl tpi^qxov 
XOiglvaig Ix^cJyjo, aineg rjaav xoyxai ^akaTTioi. — Athen. 14, 647, B 
führt auf ;^ot^2yoi und bemerkt dazu: Tovrtav fxvrniovevu largoxk^g • . . 
(^oiy diaq>iQBiv Trig TtvQafildog xakovßiivrjg. 

Gehört möglicher Weise zum Vorausgehenden. Die Suffixform begegnete 
beispielsweise schon in dem Fischnamen ad^eQivrj (1, Seite 164). 

Die anlautende Consonantenverbindung XQ' 

XQä-BiVy alt xQ^feiv ,yerletzen, angreifend 

Bei Homer 8 mal. II. 21, 369: "Hgri^ tItctb oog vlog ifjiov ^oFov ixQ^^ 
xrjdeiv. II. 5, 138: Xiov%a, ov ^a %b Ttotfirjv ayQ(p in elgoTtoxoig oFUO' 
aiv XQ^^^TI f^^^ ^' avX^g VTtegalfievov, ovdh dafiaoof]. IL 16, 352: wg 
di Xvxoi fagveaaiv in-ixgaßov rj iglg>OLaiv. IL 16, 356: tigJavaol Tgtü- 
eaaiy in-ixgciPov. Od. 2,50: fifjrigi fiot fivtjot'^geg in-ixgaFov ovx 
i&elovof]. Od. 5, 396: arvyegog di ßoi %xgotFB dalfztay. Od. 10, 64: rlg 
TOi xaxog ^gccße dalfiwv. Od. 21, 69: fivriaT^gag ... ot rode dwfia ixgctfer^ 
ia&ii^ev xal ntvifiey. — Dazu: ^a-xgccf^g- ,dessen Angriff gross oder 
heftig ist' (siehe Seite 261). 

Lat. fraud' {fraus) ,Schaden, Nachtheil'; ,Täuschung, Betrug'; Plaut mil. 
294: tms nv/nc crürihus capiüqve fraudem capitälem hinc creäs. — 
Plaut Asin. 286: metuo in commune nS qvam fraudem frausus sit. 

Altind. hru' ,schädigen, verletzen'; RV. 1, 166, 12: indras canä tjdgasä 



816 Griechische Etymologe. 

vi hrundti tdd ^ndras schädigt das nicht mit Angriff; — Dazu: hrutn 
»Schädiger, Feind' (EV. 6, 4, 5; 9, 61, 27); — abhirhrüir »Schädigung, Nach- 
steUung* (EV. 1, 128, 5; 1, 189, 6; 10, 63, 11); — abhi-hrud' ,Schädigang, 
NachsteUung* (RV. 1, 166, 8). 

Das alte innere / wird erwiesen durch die Aoristform XQavaji (IL 5, 138), 
ganz wie zum Beispiel auch für TcviFuv, die ältere Form yon nveeiv ,wehen, 
hauchen, athmen' (2, Seite 585) durch das aoristische Unvevae ,er hauchte^ 
(IL 17, 456 ; 24, 442) ; dazu auch noch durch dialektisches ^^ov€ (HdL 6, 75 : 
kv'ixQotve ig %d tvqoüwtcov %d ox^Ttrgovy falls hier wirklich richtig ge- 
lesen vnrd). — Lateinisches f in frwud- steht griechischem x gegenüber, 
wie in fundere neben x^^'^'^y ^^ ;fif ety ,giessen' (Seite 279) und sonst öfter. 
yjfav'i XQctlveiv (aus ^x^ay^eiy) ,bespritzen, besudeln, färbend 

Aesch. Sieben 61 : nedla ä' aQyrjaTfjg aq>Qdg XQ^^^^'' ovaXayfjiolg Iftni- 
Tuüv Ix nvev^vwv. Eum. 170: ig>eaTl(p dk fidvrig wv fAiaofiari lAvyov 
%XQ€tvotg. Schutzfl. 266 : TtaXauZv alfxaTCJv ^laofiaac ;f^av^£tao . • yaiou 
Sieben 342: %anvif x^o/yerat Ttöhcfi^ anav. Soph. Eon. Oed. 822: lAxri 
ÖB tov &av6vrog h x^Qolv ifialv x^a/yoi. Oed« EoL 368 : avtoig ^v oQog 
• . . g^t]^i xQ^^^^^^^^ noXiv. Aias 43: donciy iv vfiiv /«Z^a xq^^^^^^oli 
tpovit). Eur. Hek. 366 : Xixri dl %a(ia dovkog iivrjftog nod-ev ;|r^ayeL Plat 
Ges. 6, 769, A: ^wyQagxav ovöiv niqag ^x^iv fj ^gayfiarela doxei ttbqI 
i'Kaarwv %uiv ^tivjv, dkX rj %ov ;i^^a/veti^ i; ano-y^Qaiveiv. 

Altind. ghar- ,beträufeln, besprengen'; RV. 2, 10, 4: gigharmi agnim ha- 
visha ghfidina ,ich besprenge den Agnis mit Opferguss, mit SchmeLsbntter^. 

Der Nasal kann ebensowenig wirklich wurzelhaft sein, wie zum Beispiel 
in ycQalveiv (aus ^xQavjetv) ,yollenden, ausführen^ (2, Seite 413). So ist 
weiterhin wohl Zusammenhang mit XQwg- ,färben' (Flut mor. 879, D : %d 
XQwiiot äk xakov' xvavoidei yccQ 7LixQi»^oxai) nicht unwahrscheinlich. 
xqioQ- siehe weiterhin unter XQ^'^'Og-. 
y^QBib siehe weiterhin unter XQ^^^- 

X^ecor ,das Nothwendige, Nothwendigkeit^ Schicksal, Yerhängniss', eine No- 
minalform, die sich im Satze ganz ohne Flexion (Eur. ras. Her. 21 und 
HippoL 1256: %ov XQ^^"^) bewegt 

Theogn. 564: neKlijad-at ä* ig äaita, nagi^ead^ai dh naq^ ia^'Xov ar- 
ÖQa XQ^^^' Find. Pyth. 2, 2: el XQ^^'^ tov&* afierigag and yhaoaaq 
TLOivov ^^aa&ai inog. Pyth. 2, 52: ifik ök x^ecüy g)evyeiv ödxog ddiror 
yiaxayoQiäv, Aesch. Prom. 772 : tcJv o<Sv viv ' avzov kcyoywv elvai x^€<x/y. 
Aesch. Ch. 930 : hiaveg ov ov XQV^f ^^^ ^^ f^V XQ^^ nd'^e. Soph. PhiL 
143: tl aoL XQ^^'^ inovqyeiv] Hdt 5, 49: XQ^^^ ^^^^ vfiiag ^axag äva- 
ßdkXea&ai. 2, 133: ov yoQ noc^aai fiiv %6 XQ^^^ h^ noiieiv. 9, 58: 
tag XQ^f^^ ^^'^ dva^ev^avTag to atgazoTtedov livai ig ro QrißaL<av aatv, 
Thuk. 3, 40: ifieig av ov XQ^^^ aqxoite. Eur. HippoL 1256: ovo* ta%i 
(lolgag %ov XQ^^'^ ^* dfcakkaytj. 

Eann nicht wohl etwas anderes sein, als die zu XQ^ }^ ^ Bedfiifniss, 
es ist nöthig' (siehe Seite 319) durch Zufügung des participiellen iov ^end' 



Griechische Etymologie. 317 

(II. 4, 426 ; 5, 903) gebildete ungeschlechtige Participf onn , womach aber 
eigentlich die Form *XQV^^ zu erwarten gewesen wäre. Die Umformung 
von 'Tjo- in -ew- vergleicht sich mit der Entstehung des attischen ;fpewgr 
»Schuld, Verpflichtung* (Dem. 33, 24; 38, 14; 40, 37) aus altem XQV^S (siehe 
Seite 327 unter xgelog), 
X^cfA- ,wiehem' (auch als Ausdruck des ünmuths), ist in keiner einfachen 
Yerbalform mehr vorhanden, es beruhen aber darauf: 

;fpojMo-^, das Wiehern'; Hesych führt auf: xQOf^og' xpvxog . xp6q>og noiog . 
ol di xa^l^^f-^l^og. — x^£^^^€£y ,wiehem'; Bian. (in Anth. 9, 295, 3): /ii} 
^afißei xQ^f^i^ovra (yot ünmuth, nämlich nwliov). Opp. Jagd 1,234: XQefii- 
&üiy norh nwXog vif iivioxoto doloiau — xQ^f^^^^^"^ ,wiehem*; Hes. Schild. 
348: VWV&* tnnoi fihv Mneid'* vnavavxloi di.lijXoiaiv o^Bla j^^^/ucaay. — 
XQBf^eTlKetv ,wiehem^; 11.12,51: ovdi Fol Xftftoi ToXpLiov (oxvftodegf 
fjtaXa d' ixQBfiixiCov in* axgtp xelXet iq)€aTa6T€g. Plat Phaedr. 254, D : 
ßia^ofievog (nämlich 6 %7t7tog\ j^^c^cr/^ci/y. Staat 3, 396, B: Innovg XQ^' 
fieriLovrag xal %ovqovg jdVKCjfÄivovg. 

Lat fremere ,dumpfes Getöse machen'; Ov. met 3, 704: ut fremit äcer 
eqvus; Verg. Aen. 11, 496: Über ecus .... arrecüsqve fremit cervicihus 
alte Itucurians] 11, 599: fremit aeqvore tötö insultans sonipis (,das Boss') 
et presBts pugnal habents. — Verg. Aen. 96: eunctiqye fremübant caelicolae 
adsensü variö. 

Goth. gramjan ,zum Zorn reizen'; Kol. 3, 21 : ni gramjaith bama izvara 
du thvairhein; Kor. 1, 13, 5: friathva , . , .ni in-grarnjada (,ov Ttago^v- 
verai'), Lässt ein intransitives *griman ,zomig sein' erschliessen. — Dazu: 
nhd. Orimm; auch granij ahd. und mhd. gram ,zomig, unmuthig'. 

Das d" von x^ß^c^^ecv wie in vefzid'ea&ai ,fressen' (IL 11, 635; activ 
vefxi^wv Nik. ther. 430} und sonst oft. — Das lateinische f dem griechi- 
schen X gegenüber wie in fravd- ,Nachtheil, Schaden', ,Täuschung' neben 
xgaeiv ,verletzen, angreifen' (Seite 315). 
Xifi^iTt- (xQ^f^V^)} Name eines Fisches. 

Arist Thierk. 4, 89 : naktata d' eiai %(av ix^viov o^vrjxooi xeoTQevg, 
XQ^f^^ (nnr unsicher überliefert), kaßga^, adlTtrj, XQOf^^S* 

Ungewisser Herkunft Auch lässt sich, da nur der Nominativ begegnet, 
nicht einmal die Stufe des Lippenlautes mit Sicherheit bestimmen. 
XQilAJtrsod'ai ,sich räuspern, ausspeien'. 

Eur. Kykl. 626: aiyaze nqög ^ccJv, 'd^fJQeg .... oväk nvelv icS^ ov onaQ- 
öa^taaeiv ovdi XQ^t^^^^^^^aL TivOy wg firj ^Seyeg&j'j t6 xaxov. Ar. Thesm. 
381 : aiya .... ;(^^jU7rTeira£ ydg rjdrj, oneq noiova^ ol ^TjTogeg. Eupol. (bei 
Athen. 14, 646, F): 05 ... . arjaafildag Sk x^^^h f^^^ ^^ ;f^^/i/rT«rat. Luk. 
Katap. 12: Ttkccrv XQ^f^V^dfievog xo« TcazaTtTvaag ^ov. Pro imag. 20: iTtj]- 
vBi VTto ßrjxog ivoxhivfievov xbv Jriiiri%QLOv^ ort ififiektog ixQi^rcxeto, 
GalL 10: vrtißnjTTe xal ixQifjtnTero fivxtov xal dvartgoaodov. Philopatr. 
20: vTcißrjTTe fivxtov, ixQ^f^^'^^To i/ciaeavQ/iivog. 

Ging wohl hervor aus ^jc^^/u/r-y^a^ae : mit Sicherheit aber ist die Stufe 



818 Griechische Etymologie. 

des zu Grunde liegenden Lippenlautes nicht zu bestimmen. Irgend welcher 
weiterer Zusammenhang des Wortes ist auch nicht deutlich. 

Bei Homer 29 mal. 11.2,299: fielvar^ i^tl xqovov. 11.2,343: ftolijy 
XQovov h^dd' iovTeg. IL 14, 206: ijörj yag dßrjQOv XQOvov akki^lfay ani- 
Xovrai evvrjg ytal q>tl6%ri%og. Od. 4, 599: av di fie x^ovoy ivS'dä* IpiJ- 
x€£$. IL 15, 511: ßihtBQOv iq aTtokia&ai Mva XQOvov, Soph. Bruchst 1027, 
1: l'jTat yciQ %a%ai neivog alaivog xQovog, 8t av ... — Dazu: %poy£0-g 
,kuige Zeit dauernd^; Od. 17, 112: ktpllei wg ei ve tccct^q iFov vlov 11- 
&6v%a xQoviov (,nach langer Zeit') viFov aklo&Bv. Find. Pyth. 3, 115: a 
6^ aQezd TiXeivalg xqovUx telid-ei. Nem. 4, 6: ^rjfia d* hgyiiaztav XQOvui- 
xBQov ßioT€v€i. — fiCT o^xQ ^^ '^^'S y das au einigen Stellen schwer ver- 
ständlich ist, etwa ,in der Luft schwebend, hoch schwebend' scheint be- 
deuten zu sollen, wie Hes. th. 269: "AQtcvtag .... crt ^' avificjv Ttvoitjai 
Ttal olcjvolg afi ^rtoviai umeljig TtveQvyeaai' fieraxQovtcit yoQ laliov. 
Ap. Rh. 2, 300: ^Igig . . . ?y <J* avoQovaev Ovlvfiftov 6i^ d-atjac fietaxQovli] 
(Merkel schreibt fierax^ovlrj) TtreQvyeaaiv» 2, 589: ix d* avvqv Tt^firr)' 
^ev avelQvae rrjlo'd'i vija TtevQawv' vxpov 6h fieraxQovlT} (Merkel wie eben) 
7C€q>6Qtito. 3, 1150: tf^vx^ yccg veg>ieaai ixetaxQOvLri TceftorrjTo. 4, 950: 
17 fihv * * . ig rjiqa nifiTtBi (nSmlich aq>alQav) vxfßi fi$%axQOvLriv. Aj 1566: 
vTa fieraxQovlTjv incofxiaaafÄev lg rode Xl^ivrig x^^f^^» 

Dunklen Ursprungs. Der Bildung nach vergleichen sich der Gottes- 
name Kqovo-g (2, Seite 402), ^govo-g ,Sessel, StuhP (IL 1, 536; 8, 199; 
442), TLlovo-g ,heftige Bewegung, Getümmel' (2, Seite 452), in denen allen 
das vo nur suffixal sein kann. 
XQöfuz(fo-$ ,knarrende8 Geräusch, Knirschend 

Nur IL 23, 688: ^v ^' eneaov (Euryalos imd Epeios), §vv di aq>L ßa- 
gelaL x^^Q^S IJut^^cv. äßecvog äi XQ^h^^^S y^vvwy yivero, 

Zusammenhang mit xQ^f^' ^wiehern' (Seite 317) wird nicht zu bezweifeb 
sein. Die Bildung auf do aber hat etwas Eigenartiges. Es ist nicht klar, 
wie weit man etwa xikado-g ,das Bauschen, Getöse^ (2, Seite 425) und 
ofiaöo-g ,Lärm, Getöse', ,lärmende Menge' (1, Seite 550) hier vei^leichen 
darf. Dass die Bildung mit 6 aber schon eine recht alte ist^ ergiebt sich 
aus ags. grimetan ,brummen, dumpfes Getose machen, grunzen' und ahd. 
gramizön oder gremizon ,brummen, brüllen' und lat frendere (aus ^frem- 
-dere?) ,knirschen' (Plaut Truc. 601 : deniXbus frendit] Capt 913: frendebat 
dentibics)j die hier vermuthlich nicht sehr weit abseits liegen. 
X^öfic-^, ein Seefisch, wahrscheinlich jsciaena aqvila\ 

Numen. (bei Athen. 7, 328, A): tfxijv rj iidXlixxh;v^ ozk x^o/Kty^ aJJiote 
ö^ 6qq)6v. Archestr. (ebenda) : %bv XQ^fitv h mkhß ^tpfj iiiyav. Aiist 
Thierk. 4, 89 : ^aXtata d' dal tcJv Ix^tav 6^yu>oi . . . adkitri^ xQ^fiig. 
4, 103: ol di ix^veg aqxavoi fiiv eiatv .... \p6(povg öi riveg dq>iäai xai 
zQiyfiovg ovg Xiyovai gxoveiv, olov Xvqo xal XQ^f^^S — ovvot ydg dg>iäaiv 
üaneq ygvhafiov — . 8, 122: fxdktaTa de Ttovovaiv iv toig x^'^f^dioiw 01 



GriecbiBche Etymologie. 319 

€xovT€g Xl&ov h %ij ii€g>ai,'^j olov XQOiAig. — Daneben, vermuthlich ganz 
gleichbedeutend, XQOfiio-g. Epicbarm. (bei Athen. 7, 328, A): xal axiq>lag 
XQOfXiog x^\ og iv zif rjQc . . . Ix9vwv ndvTCJv agiarog. 

Steht wohl mit dem Vorausgehenden im nächsten Zusammenhang. 
XQTl ,68 ist Bedürfniss, es ist nöthig'. 

Bei Homer an 55 Stellen, zu denen aber wahrscheinlich auch noch die 
hinzuzuzählen sind, an denen die Ausgaben das einsilbig zu lesende XQ^^ 
bieten (siehe Seite 326 unter XQ^^V)* Il«l7 216: XQ^ f^^^ aqxolreQov ye, 
&€a, Fircog elQvaaaa^ai. Od. 3, 209 : vvv di XQ^ revJiagjiBv ^f^Ttrjg, II« 7, 
331: T(p ae XQ^I moi^fiov fikv a^* ^ßoi Ttccvaai ^x^^^'^* I^- % 24: ov 
XQTi navvvxiov &jd€iv ßovlrjq)6Qov avdga, II. 9, 496: ovde vL ae XQV ^V 
kekg f]TOQ ix^iv, 11.16,721: tlTne f^ax^S OTtonaveai; ovdi rl ae XQ^' 
Od 1, 124: (xv^aeai orreo ae XQ^' Od. 3, 14: ov fiiv ae XQV ^' aidoog 
ovd' ijßaiov. Od. 21, 110: vi (xe XQV ^ff^^Qog atvov] Bei Hesiod nur 
Bruchst205: X9^ ^^ ^^ TtoTQi — xtlkov Mfifxevai. — In der nachhome- 
rischen Sprache ist XQV ^^^ gewöhnlich mit Formen des Verbums elvai 
eng yerbunden, dass es selbst fast wie verbal flectirt erscheint, so Find. 
Bmchst 123, 1 : XQV"^ (&^ XQ^i V^) f^^^ y^ara naigov iQtivwv dgiTtead-ai 
.... avv akmlf, Soph. El. 529 : ^ x^^ ^ * dgijyeiv. Find. Nem. 7, 44 : 
ixgfjv (in dieser Form wurde das Augment missverständlicher Weise noch 
einmal vorgefügt, die alte Betonung aber blieb bestehen) di nv ' hdov . . . 
i^fievai. Aesch. öh. 907: tov aväga vovtov, ov d* ixQV'^ q)ilelv axvyelg, 
Aesch. From. 212: wg ov xar' lax^v ovde ngog tö xagvegdv XQ^^V (^^ XQV 
eirj). Thuk. 8, 78 : oi;x ovv iq>aaav ;^^vai (aus XQ^ elvai) piikkeiv %%i. — 
Unmittelbar dazu gehört das Zeitwort -xqV^'^j ^ ^^ ^ Verbindung mit 
einigen Fräfixen begegnet, am häufigsten ano-xQ^'^ (Antiphan. Bruchst 
161 ; Dem. 4, 22; Luk. Hermot 24; merc. cond. 5) ,genügen, hinreichen', da- 
neben aber auch in der selben Bedeutung Ix-x^i7-i^ und xaTa-x^'?''^- 
Aesch. Ag. 1574: xredvwv ve fiigog ßaiov kx^varj Ttav drcoxgtj (diese Form, 
wenn statt des zu erwartenden aTtoxgjj wirklich richtig überliefert, wurde wohl 
unter unmittelbarem Einfluss des einfachen XQ^ gebildet; ebenso Ar. Vögel 
1603: i^ol ^iv dnoxgr/ zavza und Fiat Staat 2, 280, 0: xal iiaX\ $g>rj, 
anoxgr]). Epicharm (bei Athen. 7, 308, C und 8, 362, D): toc ngo %ov dv^ 
avögeg ^keyov, elg kyvjv dnoxgiu). Hdt 5, 31 : anoxgiovat &e ixarov vieg 
tavtag ndaag x^tg^oaa-S-ai. Fiat Fhaedr. 275, B: voig fikv ovv toxe . • , 
aTtixgrj ägvog xal nitgag axoueiv. Ar. Flut 484 : v(fv dk iv dicoxgi^aov 
aiv fiovw (nämlich &avaxa}). — Hdt 8, 70: xoxe ^iv vvv ovx i^exgrjae aq>L 
f] f}fxegri vav^axirjv noii^aaa^ai. — Hdt 4, 118: ovdk ol xaraxgT^aei fi^iag 
TLaxaaxgeipafiivip vfiiwv anixeod-at. 

Eine alte Substantivform, die auf dem Verbalstamm x^Q' ,begehren, 
bedürfen' ruht, also mit xg^^a^ai ,gebrauchen' (siehe Seite 320) eng zu- 
sammenhängt Ihrer Bildung nach yergleicht sie sich wohl am Ehesten 
mit dem Schlusstheil von ofio-xlq ,Zusammenruf, ,Zuruf' (1 , Seite 552), 
der zu xak-ieiv ,rufen, nennen' (2, Seite 419) gehört. — Was den Gebrauch 



320 Griechische Etymologie. 

von xQV Anbetrifft, so lassen sich manche Verbindungen mit dvayKt] ^o- 
thigung, Zwang' (1, Seite 190) sehr wohl vergleichen, wie IL 5, 633: rlg 
roL avttynrj TCTwaaifzev] 11.10,418: olaiv avayKt] (nämlich g>vXaaaeiv). 
11.20,251: alXa tItj Mgidag xal veUea vdüiv ävayxrj vemelv allijkoiaiv 
ivavrlov'j 11.24,667: eX tzbq dvayxrj (nämlich Tcrolefil^eiv). 

XQtl" ,leihen, leihweise geben^ und in den medialen Formen ,enfleihen, leih- 
weise empfangen', mit reduplicirenden Präsensformen wie xi-^xQri-^ii 
(Demosth. 53, 12) und medial xixQOLfiBvo'g (Plut mor. 534, B) nnd ixizga- 
lae^a (Anth. 9, 584, 10), daneben dem Fntnr XQ^^^^^ (^dt 3, 58) und dem 
Aorist XQV^oi^ (Hdt 3, 58 ; 6, 89). 

Hdt 3, 58: ol Syyekoi idiovzo rdSv 2iq>vl(av dina TaXavta aq>lai xf^r 
aaC ov g>aax6vTwv dk XQV^^''^ ^^^ Siq>vlwv cnfvoiai, ol 2dfiiOi rovg x^" 
Qovq avrdiv iTCood-eov, 6, 89: Kogivd'lwv idiovxo XQ^<^o^ aq>ioi viag. Ar. 
Thesm. 219: XQ^^ov vi vvv rjfiiv ^vgov, 250: l(ia%iov yovv X(n^^^ ^il^^^ 
%ov%(fil %al a%Q6q>iov. Plat Demodok. 384, B: avxtfi agyvQiov XQV^^^ ^^x 
Tj&ikrjaev. Dem. 53, 12: TcJy dk nrrj^dTtav aoi rcJy inwv xlxQfjf^i 8 %i 
ßovXeu — Enr. El. 191 : Ttag* if^ov XQ^^^f» ftolvTtrjva q>aQea divau PlaL 
jun. (in Anth. 9, 13,2): äviga vig kiTtoyvioy vnig vcivoio kiTcavy^g t/^£, 
Ttoäag xQTfOag, of^/naza xQtjOafzevog, — Dazu: XQ^^^V'S ^Verleiher, Gläu- 
biger^; Ar. Wolken 240 : vtco yag Toxaiy XQV^*^^^ ^^ dva'Aohaxd%wv ayo^ 
fiai, (pigofiai, to xQ^f^^ hex^Qa^ofiat (,ich werde ausgepfändet^). 434: 
inidvfKo . . . atgetpodiK^aai xa/ rovg XQV^'^^S dioXiad-Blv. 

Gehört zu xQ^'^^^f^ ,gebrauchen' (siehe etwas weiterhin) und bildet 
offenbar eine Art Oausativform (,gebrauchen lassen^ dazu, in der sdben 
Weise wie zum Beispiel die reduplicirte Präsensform taTrjfit (iartjaip ,er 
stellt, richtet auf Soph. El. 27; laxäaiv ,sie stellen, sie richten auf) und 
mit ihr das Futur ai-fiaeiv (Od. 11, 314 ,stellen, erregen^ und der Aorist 
iarriae ,er stellte^ (11.5,368; 775; 8,49) die Oausativbedeutung ,stehen 
machen, stellen' zu dem intransitiven ott}- ,sich stellen' (lari; ,er stellte 
sich' II. 2, 101; 279) aufweisen. — Das substantivische XQ^^^'S wurde 
wie aus einer durch den Zischlaut erweiterten Verbalgrundform g^ildet, 
ganz ähnlich wie zum Beispiel ^^yciicjTi}-^ ,der Bürge' (PlutTit Flamin. 4; 
,Kenner' Apostelgesch. 26, 3) und yvtjaxriQ- ,Kenner, Zeuge' (Xen. Kyr. 6, 
2, 39) von yvw' ,erkennen' (Seite 30). 

XQ^-ö^d-ac (Soph. Ant 213; Thuk. 6, 92; Eur. Hipp. 107) ^gebrauchen' (,sich 
Nutzen schaffen durch — '), das sich aus älterem ,bedürfen', noch älterem 
,begehren' entwickelte, Bedeutungen, die in manchen Verbindungen noch 
deutlich erkennbar hervortreten, mit präsentischen Formen wie x^i^toc 
(Aesch. Ag. 953; Soph. Kön. Oed. 878; Ar. Wespen 1028), XQn^^^ (Thuk. 
1, 68; Plat Lach. 194, C), hmro (Soph. Tr. 906; Ar. Ritter 124) und an- 
deren, deren inneres ri wahrscheinlich überall erst durch Vocalzusammen- 
Ziehung entstand, da sehr viel zugehörige Formen unverkennbar deutlich 
auf alte Bildung durch präsentisches j zurückweisen, wie xQ^^^^^f- (Hdt 
1, 21; 187; aus *x^^-y«^^aO? X^^^«* (Hdt 1, 58; 4, 50), xQ^ovrai (Hdt 



Griechische Etymologie. 321 

1, 34; 132; 173; aus *XQ^^JovraL\ XQui^ai (Ar. Bitter 889; *XQV^f*^f) lu^d 
andre. Homer hat ausser dem nicht unbedenklichen Particip xQewfxevoq 
(U. 23, 834), das, wenn richtig, aus "^xQ^ofxevog entstanden sein müsste, aber 
nur dreisilbig (x^eJ^cvo^) gelesen werden kann, nur die Perfectformen 
xixQTjro (Od. 3, 266; 14, 421; 16, 398) und das participielle xexQiJf^tivo-g 
(H. 19, 262; Od. 1, 13; 14, 124). In dem passivischen Aorist i;c^j}a^jjaay 
,sie wurden gebraucht' (Hdt 7, 144) wurde vor den Dental der Zischlaut 
eingefügt, ganz wie zum Beispiel in XQ^^'^^'S ^Verleiher, Glaubiger' (Seite 320), 
und ebenso auch in dem participiellen xQV^'^^'S Ggebrauchf, dann) ,brauch- 
bar, guf (Aesch. Pers. 228; Soph. Ant 520; 662). — In seltenen Fällen 
begegnen auch die activen Formen XQIJS (&^ '^XQV^^) ^^^^ X^^a^a und 
X^"/ (aus *XQV^') i^ der Bedeutung ,begehren, verkuagen', so Soph. Aias 
1373: ool di dgav efea^' a XQÜS- ^^ ^06: niJQvaai fx^ elg arcavTag, eXte 
XQfjg xcncijyy eXre arofia^ov. Ant 887 : etre xof} ^ovbIv. Ar. Ach. 778 : 
ov x9^^^^\ Kratin. Bruchst. 127, 2: rtaQa d* alV o %i XQfjS' 

Bei Homer an 13 Stellen. 11.23,834: ^^ei fiiv (nämlich aoXov avto- 
Xofwvov) xai Ttivre TteqiTtXofiivovg ivtavtovg xQ^f^^^og (siehe oben). Od. 
3, 266; 14,421 und 16,398: q>Q€ai yag xixgfit" aya&jjaiv. 11.19,262: 
ovT^ evr^g TtQo^aaiv xexgrjfiivog (,begehrendO ovte tcv aklov. Od. 14, 155: 
TtQiv de xe, xal fiaka meg xexQrifxivog (,bedurftig^), ov vi öexolitirjv. Od. 
22,50: ov ti ya/iov roaaov nexQfifi^vog (,begehrendO oddh xotÜ^oiv. Find. 
Nem. 4, 58 : difiagtog ^InnoXvTag l^ndoTov doklaig räx^aiat XQV^oiievog. 
Aesch. Prom. 322: Mfioiye xQf^f^^vog didaanaltp. Ag. 953: ixiov yag ovdeig 
dovklqß jt^^v^ot ^vytp. Hdt 1, 14: dkrj^ii dh loyqß XQ^^f^^V' h ^^* ^^^f] 
ftofxnfj xQ^fi^^og TtaglaTorai. — Dazu: XQV^''~S ,6ebrauch, Brauchbar- 
keit, Nutzen'; Find. Ol. 10, 2: tativ avt^gdfcoig avifitav otb TcXelOTa XQ^^^ 
aig, Thuk. 7, 5: ^ rfjg %7t7tov rdiv 2vgayLoal(av ovdefila XQ^i^^S ^v* Fiat 
Menex. 238, B: ofcltav xrijalv tb xal x^^<^ev deda^cr^evoi. — XQV^^H'^'S 
,brauchbar, nützlich'; Aesch. Bruchst 390: 6 xQ^iaifji' eldtig, ovx 6 TtoXV 
eiddg aoq>6g. Soph. Kön. Oed. 878: ov Ttoil xgTf]olfi(p XQ^'^^^- — Z^^M^fT- 
(siehe Seite 323); — XQV^^^*^^ (s^^^® S^^^ 322). 

Ging aus altem x^Q" hervor, ganz wie zum Beispiel das alte ßgr}- ,sagen' 
(ßgrj^ivT- ,ge8agt' Od. 18, 414 — 20, 322) aus feg- (J=egi(o ^ch werde 
sagen' 11.1, 76; 204; 233) oder wie ganz ähnlich d/drj- ,bauen' (Seite 236) 
aus de^- ,bauen' (Seite 232) und andere Formen mehr. Etymologisch 
weiter zugehörige Bildungen liegen vor in x^Q^^'^V'S jder Dürftige' (Seite 306) 
und x^^^S^ iS^^^^Sy nachstehend', ursprünglich wahrscheinlich ,ermangelnd, 
dürftig' (Seite 305) und anderen neben diesen schon oben genannten. 
XQT^'Siv (so zu vermuthen; Hdt 8, 135 ist zu lesen xQ^^f^^ s^a^ <l6s undenk- 
baren xQ^Vy I7 62 und 5, 43 XQ^^'' statt xQVy ^ij^d^ Ol. 7, 92 ^geov statt 
^^aov) ,Götterbescheid ertheilen' und medial xQ^^^^'^cci (Hdt 1, 157: 
xgiea&ai statt des undenkbaren x^crcr^a^. Hdt 4, 157; 5, 82 und 7, 141 
bietet Ixgiovxo) ,sich Götterbescheid ertheilen lassen', ,6ötterbescheid oder 
ein Orakel erbitten'. 

Leo Meyer, Oriechlaohe Etymologie. III. 21 



322 Griechische Etymologie. 

Bei Homer einmal in activer Prägens- und fünfmal in medialer Futor- 
form. Od. 8, 79 : wg yag ßoi ;^^i;ciiy (so ist statt des überlieferten xQ^t^^ 
zn lesen) fxv&i^aaro Oolßog^AfcokXüiv. Hom. hymn. Ap. 132: xQiiao) (ApoUon 
spricht) d' dv&QcoTtoioi JiFog vijfieQTia ßovhqv. Tjrrtäos 3, 3: iide yag 
.... itiftokXwv XQv^oxofArjg ^XQV ^tovog 1% ddutov. Theogn. 807: ävöga 
. • . • ctf Tivl xev üvd'iSvL d'€Ov xQ^^^o^ ligeia ofignjv ari^rjvr]. Pind. OL 
7,92: aaq>a öaelg a re ol ntniquiv ÖQ^-al <pqiv€g l| ayad-tüv MxQ€ov. 

01. 2, 39: iv de üvS-tSvi XQV^^^"^ ftahxUpatov Tikeaaev. Soph. Oed.EoL 
87: 0olß(p ... 0^ fioi, ra noXX* ineiv' ot* H-iXQ^ mcexd. 355: fiay%€i^ 
ayovaa 7tavta\ . . . S tovö^ ^XQ^^^l ow/iarog. — Od. 8, 81 : Ilv&ol h 
rlyad^if], o^^ vniQßn] kdßivov ovöov xQ^^^fXBvog. Od. 10,492 — 565: tpvj^ 
XQtjüofiivovg Qfjßaloo TeiQealao. Hdt 4, 163: iarali^ ig Jelfovg Ü^Ke- 
alkewg XQV^ofievog %(f j^^ijanj^/qi TtBql xcnodov. — Dazu: XQV^f^^'^S 
,Orakelsprach, Götterbescheid'; Find. Pyth. 4, 60: ah ö' h 'tovrip loyt^ 
XQrjUfÄog ägd'WGev (jLBklaoag JeXqildog avTOfia%<p xekadtp. Aesch. Prom. 
661: avayyiXXomg alokooTOfjiovg XQV^f*^^S ctoi^fiovg dvOTtQiTüig t' el^ij- 
liivovg. — xQV^'^VQ''^^'^ ^Orakelsitz'; ,Orakelsprach'; Hom. hynin. Ap. 
81: ivd'ade fiiv nqwTOv Tev^etv neQixaXXia vijov, i/ifievai dv&Qcintüw 
XQfiOTi^Qiov. Hes. Brachst 80, 6 : iv^ade Jmddvr} %ig krt iaxori^ fteno- 
Xioxaiy %'qy dh Zeig iq>lXr]0€, xal ßov jr^ijarr)^tov dvai^ — Hdt. 1,63: 
neialOTQaTog di avXXaßwv (^begreifende tb xQ'^^^Vß'-^'^ ^^^ 9^^^ diKCu&ai 
To xQ'^i^^^^ krcfffe ttj» OTQaTii^v» 

Gehört ohne Zweifel unmittelbar zum Vorausgehenden^ wenn sich auch 
die Bedeutung etwas eigenthümlich entwickelt hat Als ihre Grundlage 
ist wohl causatives ^gebrauchen lassen, zum Gebrauch geben' zu denken, 
aus dem sich mediales ,sich zum Gebrauch geben la^en, sich Nutzen 
verschaffen (durch)', leicht entwickeln konnte. — Der in den zugefügten 
Nominalformen, sowie den passivischen Aoristformen (xQtio^iv Find. OL 

2, 39; ixQi^o&r] Soph. Oed. Eol. 355) entgegentretende Zischlaut fand sich 
ebenso schon in dem passivischen exQfiGdiioav ,sie wurden gebraucht' 
(Seite 321) und zum Beispiel auch in XQ^^'^^'S ,Verleiher, Gläabigei^ 
(Seite 320). 

XQtli^eiv ,bedflrfen, nöthig haben'; ,verlangen, wünschen', später mit Vocal- 
zusammendrängung XQJJ^^^^ (Aesch. Prom. 233; 245; 283). 

Bei Homer 4 mal. II. 11, 835: eXKog exovta, jt^ij/^ovra aal av%dy afiv- 
fjiovog irirrJQog. Od. 17, 121: eigevo .... ottbv xQV^^^ Ixofijjv. Od. 17, 
558: feaaei ob x^l^dv tb j^ercJya tb, TcJy cv fiaXia%a x^i^/C^eg. Od. 11, 
340: lÄrjdh to d(SQa ovro) XQVi^ovri if^oXovBtB. Bei Hesiod dreimal, wie 
Werke 351 : wg av xQTji^^v xai ig votbqov aqiuov ^qjjg. — Aesch« Prom. 
283: %ovg öovg ök novovg XQtJ^^ ^^^ navTog dxoiaau 738: ^öb yaq 
'd'vrjTfj 'd'Bog xQn^^^ fiiyijvau Hdt 5, 30: tovtov (av doxim top a>dqa 
ftoiTJOBiv %(jiv av X^lj/^COjUCV. 

Als nächste Grundlage lässt sich ein *XQV^^' (vielleicht *XQ^^ii-) ^* 
schliessen, als Nebenform zu xQ^^V ^Bedürfniss' (siehe Seite 326), das 



Griechische Etymologie. 323 

in homerischem Gewände *XQ^^ i*XQV^iv^) lauten würde. Ganz ähnlich 
beruht Xriltea&at ^erbeuten' (IL 18, 28; Thuk, 1, 5; 24) auf altem Xrißlö- 
,Beute' (11.9,138 = 280; 11,677; 12,7), dem lelä , Beute* (Soph. Aias 
26; 54; Trach. 781) mit der alten Nebenform Aij/i; (Hdt 2, 152; 4, 64; 103; 
ein homerisches *krjßlri lässt sich muthmaassen) zur Seite steht 
Xpijf*«^- (XQW^) »Sache, Besitz, Guf ; dann auch ,Sache, Vorfedl, Er- 
eigniss'; ,Ding, StQck^ 

Bei Homer 15 mal und zwar nur in der Odyssee, jedes Mal in der Mehr- 
zahl gebraucht Od« 2, 78 : roqtQa yag av xara Faa%v noTimvaaoLfjiB&a 
lAV&if x^^ot' drtaiTl^orreg, Od. 2, 203: x^if/ucnror d' aite xcnuiSg ßeßfd- 
aerai. Od. 13, 203: n^ dij XQW^^^ nokla <piQ(a rerdc; Od. 14, 286: 
noXla ä * äyeiQa x^iiat" av AlyvTctlovg avdqag, — Hom. hymn. Herm. 
332: Gfcovdaiov TodexQ^f^^ ^etSv jU€^' ofii^yvQiv rjX&e. Hes. Werke 344: 
el yaq toi %al XQ^f^* iyxijifiiov aklo yivrjtau 401: ijv d* €ti JivTCjjg, 
XQfjf^o fiiv ov TCQ^^eig. Hdt 1, 32: tnoniuv dkxQ^ fcavtog xQ^fictfog t^v 
Tekewijv. — Hdt 1, 36: iv dk t(S avT(p XQ^^V '^ovttfi iv Ttß Mval(p 
OiXvfifttp iog XQ^f^^ ylverai fiiya, Ar. Wolken 2: «o XQVf^^ '^^^ vvKtwv 
oaov cfcäQavTOv. Ach. 150: wgt^ l^&ijvalovg igelv, 8aov to XQVf^^ noQ" 
YOTttav TtQoaiqx^of'* 

Ging aus von x^'7<^-^cr£ ,gebrauchen' (Seite 320) und bedeutet zunächst 
,das Gebrauchte'. Die passive Bedeutung wie zum Beispiel im Aorist 
iXQ^o^aav ,sie wurden gebraucht' (Hdt 7, 144 ; siehe Seite 321). 
Xffi&T" (xQoig IL 4, 510; 13, 279; 284) ,Oberfiache, Haut, Hautfarbe', auch 
,Leib', mit Gasusformen wie xQ^'^^og (U. 10, 575) und XQ^'^^ (Od. 18, 172 
und 179; Hes. Werke 556), daneben aber und namentlich in der homerischen 
Sprache häufiger XQoog (IL 4, 130; 137; 5, 337; aus *XQoa6g)j xQot (IL 7, 
207; 8, 43; 298; aus *XQoa£)^ xQoa (IL 4, 139; 237; 5, 354; aus *XQoaa\ 
wdche letzteren von einer Nebenform XQo^' ausgingen. 

n. 4, 139: ax^OTOToy d' a^' oiaxbg IniyQaxpev XQoo q>itn6g. IL 10, 575: 
liQoa TtoJJjov vl\f)€y dnb x^o/rd^. IL 11, 437: tyx^^ • • • ^oiv%a d' ano 
TtXevQwv XQOo ßigya&ev. Od. 16, 145: ip&ivvd'ei ö^ afiq>* oat€6q>iv XQ^S* 
n. 5, 354: fxeXalvezo dh xQocc %aX6v. — IL 13, 279: %ov fikv yag te xcmov 
TgiTtetai X9^ aXXvdig aXXj]. IL 17, 733: rcJy ök tganero XQ^S* — H« ^y 
137: f^tlTQrjg ^% r^v iipoQU igvfia XQOog. IL 4,510: ov atpi U9og XQ^S 
ovdi alfhjQog. Od. 4, 237 : %(ay 1j toi ocvTäv Tigeva XQoa yvneg idorrai. 
IL 8, 43: x^aoy d' aÜTog idvve Tteql xQot IL 21, 568: xal yag ^v TOVTffi 
TQnnbg XQ^S o^iFi xaAx^. 11.24,414: ovdä tL Foi XQ^S oi^fterai. — 
Daneben in wesentlich der selben Bedeutung: xQoii^ (aus *x?oa-ii}). Bei 
Homer nur IL 14, 164: et mag If^elgaiTo nagaöga&ieiv q>il6Tr]Ti ßij XQ^^f* 
Theogn. 1017: avrUa fioi xaro fikv x^ot^v ^iei aaneTog Idgwg, Aesch. 
Prom. 23: OTa^evTcg (,erhitzfj d* ^Uov q>olßf] <pXoyl X(i^^^^ dftel^etg 
av^og. Eur. Med. 1168: XQOiav yag dXXa^aaa Xexgla TtdXiv x^Q^^ ^Q^" 
fiovaa xwka. Ar. Flut 1020: o^eiv Te Trjg xQoag %ipaaxev ^öv fioi, Ar. 
Wolken 1012: xQOiav Xevxriv. 

21* 



324 Griechische Etymologie. 

Steht ohne Zweifel in engstem Znsammenhang mit dem Folgenden : ^die 
Oberfläche, die Hant^, wird zunächst als ,die Gestrichene, die Berührte' 
benannt sein. — Das Schwanken in der Suffixform begegnete ebenso schon 
in läoog- und M^cJr- ,Schweiss' (2, Seite 40). Möglicher Weise lagen ur- 
sprünglich nur Formen auf og zu Grunde, von deren Nominativ auf cci^ 
die Sprache leicht zu Bildungen mit Grundformen auf onr, zu denen 
der Nominativ auch nur auf (ag (aus wrg) ausgehen konnte, hinüber irren 
konnte. Solche Bildungen auf an liegen beispielsweise noch vor in Hgtat- 
,Iiebe' (1 , Seite 440 unter fgo-g) und yikoiT- jGelächter' (Seite 59 neben 
yiXo-g unter yeXaBiv ^lachen^. 
%(fioq- jbestreichen, berühren', ,färben', mit passivischen Perfectformen wie 
TtiXQWGTai (Plut. mor. 879, D), xsxQtiafAed'a (Eur. Med. 497) und xexQ^o^ 
/Aivo- (Arist Färb. 3, 15; Theophr. Pflanz. 7, 9, 2; Seh weiss 12; Tim. Lokr. 
101; Luk. Anach. 25) und passivischen Aoristformen wie xQ^^f^^^i (PlaL 
Theaet. 156, E), xQf^o&ivt- (Antiphan. 217, 11), IxQf^a^/ (Arist Färb. 3^ 19). 
Eine präsentische Bildung durch -vv zeigt sich in xQ^^^^ (Luk. hist 
48; aus *xQit*0'Vv-^iü) uadxQtivyi^aiv (Themist 365, 23, ed. Dindorf; aus 
^X^cJoryvQTiy). Daneben aber finden sich auch ältere Formen, wie XQ*^^^^ 
(Eur. Phoen. 1625), xQ^^of^ev (Alexis Bruchst 141, 9), xf^^^o^ (Arist Färb. 
3, 18), denen ein Verbalstamm xQ^^' (xQ^^^^^ ^^^ *xQ(^^£iy) zu Gnmde 
zu liegen scheint 

Eur. Phoen. 1625: aol t' ev Xikeavai yovaxa firj xpcJ^eer ifid. Med. 
497: nal xöHvöe yovarwv, wg fxavrjy K€XQtkffi€&a xcncov rcgog dvö^g, — 
Arist mirab. ausc. 50: x^ni^ßt (nämlich xaaaheQog) yovv, wg Moixc, toxv. 
Theophr. Pflanz. 7, 9, 2 : h (ikv yotq voig divd^eai .... xexQ(oafiävor öi 
dv&ivip oidiv. Luk. imag. 7 : x^cciaairco zf^v xofiijv. Plut mor. 879, D : xai 
TO XQ^f^o (nämlich vov MOfiov) di xalov ' xvavtidei yctQ xixQfoarai^ o Ttog- 
q>vQag fiev iari pteXdvTBQOv arlkßovaav d* ixBi t^v fcoioTrjra. — Dazu: 
XQoifiaT' (siehe sogleich) ; — x^cJt- ,Oberfläche, Haut, Hautfarbe^ (siehe 
Seite 323). 

Zusammenhang mit XQ^^- ,bespritzen, besudeln, färben' (Seite 316) darf 
man wohl vermuthen. 
XQ&liax' (x^cJ^a) ,Farbe', besonders ,Hautfarbe^ 

Hdt 2, 32 : ävögag afiixgovg .... dvai . . . XQ^f^^ ^^ fiilavag. 3, 101 : 
t6 xQ^M'^ q>OQiovOL (nämlich ov%oi ol ^IvdoCi ofxoiov navxeg xai fcago" 
Jthqaiov Aid'Loxpu Eur. El. 521 : axixpai , . , ei XQ^f^^ vavvov xovQlfir^g 
iarat TQixog. Phoen. 1246: aviJTrjv dk XafxvtQw xQ^f^d %* ovx ijlXa^dTfjr, 

Gehört zum Nächstvorausgehenden und wurde gebildet wie ^cü/uot- ,aaf- 
geschüttete Erde, Damm', ,Grabhügel' (Seite 296), aTQwfiav- ,Ausgebr6itete8, 
Lager, Decke' (Theogn. 1193; Ar. Wolken 37), ^cJ^ar- ,Leibgurt, Leibbinde' 
(Seite 274), in welchen letzteren auch ein Zischlaut vor dem inneren ^ 
aufgegeben wurde. 
XQig- :X(f^^'''^ (^^ *;:^ta££v, oder möglicher Weise *x9<a;€cv) ,salben, be- 
streichen'; ,färben, schmücken'; auch ,leicht verletzen', mit passiven Per- 



GriechiBche Etymologie. 325 

fectformen wie xexQiofiiva-g (Xen. Kyr. 7, 5, 22; PlnL Artox. 19; daneben 
begegnet anch TcexQif^ivo-g Hdt 4, 189; 195; EalL Altem. 69) nnd ex^xQ^aro 
(Xen. Kyr. 7, 1, 2) nnd aoristischen wie xQf'O^^loa (Aesch. Prom. 675), da- 
neben dem participiellen xQ^^'^o-g jzum Bestreichen geeignet' (Aesch. 
Prom. 480). 

Bei Homer 22 mal 11.16,670: loßeaov noxa^olo ^oFfjaiv xQioov t' 
afißgoalfj. II. 24, 587: tov d* inel ovv dfitpal kofeaav xai xQl^ctv iXaLFfp. 
Od. 18, 194: xallet . . . afxßQoal(pf oY(p neg kva%iq>avog Kv^iQCia xQi^oi. 
Od. 1, 262 1 .g>aQiÄaKOY dvÖQOtpovov dt^rnievog^ otpga ßoi etrj iovg XQ^^^^oi 
XakxfiQeag, Hdt 4, 191: ro dk cwfJLa fiUttp x^/ovra^. 4, t95: nxBQolat 
OQvl&wv xexQifiivoiai Ttlaaji. Xen. Kyr. 7, 1, 2: %a fikv aXXa (nämlich 
SftXa) ixixQiOTo t(^ xQ^^oeidel ;(^cJ//oTi. — Aesch. Prom. 567 : XQ^^^ ^^? 
av fi€ %av rakaivttv olatQog, 597: voaov . . a fioQahei fie XQ^^^^ 
xivTQoig. 880: oIotqov d* aQÖig XQ^^^ (^^ ajcvqog. — Dazu: XQ^^I^^'^' 
Ot^Za/ia) ,SaIbe, Salböl'; Aesch. Ag: 94: kafinag . . q>aQfiaaaofiivtj XQ^^' 
fiOTog (andre Lesart x^Z/uorog) ayvov fiaXaxalg ddoXoiai Tcagr^yoglaig. 
Xen. Gastm. 2, 4 : xal tco&cv av Tig tovzo x6 xQ^^f^o Xaßoi ; 

Dem Aenssem nach ist ngia- : ngteiv (ans '^Ttgtaeiv) ,sägen, zersägen' 
(2, Seite 650) sehr ähnlich. Naher Znsammenhang besteht wahrscheinlich 
mit xQ^^' ,bestreichen, berühren', ,färben' (Seite 324) nnd fernerer ver- 
mnthlich anch mit xQ^^^ ,bespritzen, besndehi, färben' (Seite 316). So wird 
man zur Annahme einer zn Grunde liegenden einfachen Verbalform XQ^' 
gedrängt, mit der sehr wohl lit. griSti ,Sahne von der Milch abschöpfen' 
(zunächst wohl ,streichen, abstreichen') zusammen hängen kann. 
XQiimxeiv (vermuthlich aus *XQ^f^W^^^j doch lässt sich die Stufe des zu 
Grunde liegenden Lippenlautes nicht mit Sicherheit bestimmen) ,aQdrängen, 
nähern'. 

Bei Homer 8mal^ fast immer in Verbindung mit dem Präfix |y-. IL 
23, 334: Tff ov lAaX* iy-XQlfiXpag ikaav ax^öov agfia xal %7t7tovq. 11.23, 
338: iv vvaaj] di %oi Xftnog dgiaregog iy-'XQ^f^^^^' H' 5, 661: aixfirj 
dk diiaavTo fiaifititoaaj doxitfi ly-^giiiip^Biaa, 11.7,271: o d' vntiog 
i^erayvo^rj aOTtld' ivi'^Qifiq)^€lg. II. 13, 146: aXl' ore d^ Ttvxivfja* 
ivhcvgae 9)dAa^fiv, arrj ^a fiaV iy-xgifitpd^elg. IL 17, 405: filv . . . 
ßHnezo &vfx(fi . • • hi-xQ^f^V^^^ TCvXjjaiVj atp anovoan^aeiv. IL 17, 
413: ot d' aifei rtegl v&cgoy axaxf^iva dogfar* ^ovTsg viakefikg ky-xgl^n- 
tovTo. Od. 10,516: X9^f^9>^^^S niXag. Aesch. Eum. 185: ovtoi dofioiai 
Tolade XQif^^^^^^oi Ttgineu Soph. El. 721: xelvog d^ V7t avTTjv icxcrriy 
azTjXrjv %xwv %xgiii7tt* aei avgiyya (,die Badbüchse'). 

Unmittelbar Zugehöriges bietet sich nicht Weiterhin aber lässt sich 
wohl Zusammenhang mit dem Vorausgehenden yermuthen; dann würde 
Erweiterung eines zu Grunde liegenden Verbalstammes durch den Lippen- 
laut anzunehmen sein. Als ähnliche Verbalbildung kann axlfimeiv (wohl 
aus *a%liinJBiv) ,hineinstossen, hineindrücken' (Pind. Pyth. 4 , 224 : ada- 
f^dvTivov iv ^iaaoig ägorgov axlfjiparo) namhaft gemacht werden. 



326 Griechische Etymologie. 

%(faiöiiieiv (Nik. ther. 914: xQ^^'^t^^^) Tabwehren^^ dann gewöhnlich ^helfen^, 
mit eigenthümlich verkürzten Aoristformen wie 'exgaiafAe (IL 14^ 66; xQoiofie 
7, 144; 5; 53), conjunctiviflch xQoiof^j] (II. 1, 28; 3, 54; 15, 32), imperattviseh 
XQalafi€T€ (Ap. Bh. 2, 218), daneben dem regelmässigen xQcclafit]a€v (IL 16, 
837; xci^^t^V^f"^ ^ ^h ^20; 18, 62 — 443). 

Bei Homer 19 mal und zwar nur in der Ilias. IL 1, 566: fii] vv toi ov 
XQalo^dJCiv oaoL d-eoL eia^ iv ^OXvfiTtqt aaaov lovta. II. 7, 144 : a%€iptan(p 
iv 6d(p, od^' aq^ ov iwqvvt] ßoi ole&qov XQ^"^^ aidrjfelt]. II. 11, 120: 
üig aqa %ola* ox zig dvvcero ^^pata^^aai oXe^QOv Tgtaünf, IL 20, 296: 
ovdi %L Fol xQ^iOfirjaei XvyQOv ole&gov, — IL 1, 28: fiij vi voi ov xQolafir^ 
oxrJTtTQOv Kcal arififia &€Olo. IL 1, 242: tore d^ ov %i dvi^aeai ax;pvfjier6g 
TteQ x^aea^ufity. II. 3, 54: ovx av toi XQ^^^I^Jl ^^l^ccQig tu tc diSq* ldq>QO' 
dlTTig. Später ist das Wort nur noch wenig gebiänchlich. 

Lässt als nächste Grundlage ein ^xQ^f^^f^o-g ^Abwehr' (?) entnehmen, 
das sich mit Bildungen wie aeiafio-'g ,Erschüttemng, Erdbeben' (Soph. 
Oed. EoL 95; Thuk. 1, 101; Eur. ras. Her. 862), a(ploiafA6-g .Schaum' 
(1, Seite 161), weiterhin auch nTalOfzar- ,Anstoss', ,Un£all' (Theogn. 1222; 
Hdt 7, 149) vergleichen lässt Als zu Grunde liegender Verbalstamm er- 
giebt sich ^XQ^^Q" ,abwehren' (?), dessen weiterer etymologischer Zusammen- 
hang noch nicht verständlich ist. 

XQalveiv (aus *xQovjeiv) ,bespritzen, besudeln, färben', siehe unter XQ^^' 
(Seite 316). 

XQ€'i] ,Bedürfniss, Mangel'; ,Gebrauch, Nutzen'. 

Aesch. Prom. 481: q>aQ(jLa%iav XQ^^V ^oereaxiklovTO, 169: i; fiijv &' 
ifiov • . . XQ^^o^ ^'^^^ fÄoxaQwv nQVTavig. Fers. 143: q)QOVTlöa xedvf^y xal 
ßaSvßovJiov ^tificd-a, jf^e/a ök ngoarixei. Prom. 700: Tr^v izqIv ye XQ^^ 
(.Wunsch') fivvaaa&^ ifiov naqa xovipwg. Ch. 481 : xaydfj ftoTBQ, TOiarde 
aov xQ^tav ixi*i» — Theogn. 62: firidiva TtJüvÖB g>llov Ttoiev IlokvfKätdr^ 
doTuiv hi Svfiovy XQ^^V^ eYvexa firjdeßirjg. Pind. Nem. 8, 42: x^^krc 8i 
navTOlat q>iXoiv dvöguiv. Soph. BruchsL 780, 1 : XifiTtei yag iv xg^^otaiw 
äofcsQ ehngenrig %aAxd$. Plat Erat 408, A: to etgeiv Xoyov x^e/a iatL 
— Dazu: XQ^^^ ,Bedürfniss, Noth', bei Homer, wo besser XQfl^ (^^ 

' *XQ'^^) ^^ schreiben sein wird, elfmal; IL 1, 341: €% noTe d' myre x9Ti^ 
Ifielo yivriTai aßeixia Xoiyov d^vvau IL 10, 118 und 11, 610: XQfl^ Y^Q 
Ixaverai ovxir* avexrog. IL 10, 142: o tc ö^ XQf]^ toüov Yxei. IL 10, 
172: fidXa fieyaltj X97l^ ßeßlrjxev ^AxttiFoig. IL 8, 57: fiifiaaav di xai 
fSg vaiilvi fidxBC&ai XQTI^^ avayxalj]. Od. 2, 28: Tlg XQV^ toüov &€<. 
Od. 4, 312: TinTS öi ae XQH^ devg' ijyoye; Od. 11, 164: XQf]^ f^ xom;- 
yayev elg *AFl8ao. 

(jehört zu xQ^r^^^f' ,bediirfen', ,gebrauchen' (Seite 320). Als ältei^e (wohl 
auch homerische) Form darf man *XQ^M vermuthen, das, durch suffixales 
iri abgeleitet, auf das adjectivische XQ^^<>'^ ,bedürftig' (Aesch. SchutzfL 
202: XQ^^^S ^l S^ (pvydg, Eur. ras. Her. 1337: viv ydq el XQ^^S g>llfat), 
das in älterer Form XQV^'S (oder xQ^Fo-g?) zu schreiben sein wird, zurück- 



Griechische Etymologie. 827 

fährt. — Die Form XQ^^^ (o^^^ ^^ besser XQ^'^^) ^^^ neben XQ^f-^ (&lt 
XQWl) g^z ähnlich wie zum Beispiel ?)x^ ,SchaIl , Widerhall' (1, Seite 
617) neben ^x^?? a.lt Frixri ,Schall, Getöse' (siehe ebenda): die homerische 
Sprache bietet, von ein paar Eigennamen abgesehen, an weiblichgeschlech- 
tigen Bildungen auf co sonst nur noch (peidtu ^Schonung, Sparsamkeif 
(IL 7, 409; — Od. 14, 92 «» 16, 315. Dass die üeberlieferung an den letzten 
beiden Stellen das eine Mal XQW^^^} ^^ andere Mal xTi^fiora giebt, be- 
ruht ohne Zweifel auf einem alten Irrthum) und %a(üvtü ,Ofenweib' (nur 
Od. 18, 27). An 15 homerischen Stellen findet sich an Stelle von XQ^^^ 
die Form XQ^^' ^^ dieses letztere in der homerischen Sprache aber 
nicht wohl aus altem xQ^f-^ hätte hervorgehen können, und noch weniger 
an allen betreffenden Stellen zu einsilbigem *XQ^i wie es metrisch ver- 
langt wird, hätte zusammengedrängt werden können, so ist hier an irriger 
üeberlieferung nicht zu zweifehl und aller Wahrscheinlichkeit altes xQ^ 
(siehe Seite 319), dessen ursprünglich substantivischer Werth offenbar Mh 
verkannt wurde, durch jenes XR^^ verdrängt Es wird also zu lesen sein 
II. 10, 43: XQ^ ßovXrig ifii xal ai , , , negdalhig. IL 9, 197: 17 ti fiaXa 
XQii. II. 10, 85 und Od. 1, 225: rlrtte 3i aexQ^j Uli, 409: zov 8k fidhx 
XQ^ icrafievai xQareQwg, IL 11, 606: rl 8i ae XQ^ ifislo] IL 18, 406: T(fi 
(iB ^iXa XQ^ Tvavra &iii xaXXiTtXoxdfKp Z^aygia %huv. IL 21, 322 : 
ovii %l fiiv XQ^ %a%ai tvfxßoxoFrig. IL 23, 308: Tf^ xai ae diöaaTiäfiev 
ov Ti fjLaXa XQV» ^^ 9j "^S- A««^« 8i xQ^ Tcdvrag l^xaißovg ia&Xijg xal 
TtvTuv^g (nämlich ßovXijg). IL 9, 608: ov xl fie xavxrig x^ 'ft'^ijg» Od. 4, 
634: ifik öh XQV y^y^«^«^ avt^g . . . diaßrjfievai. Od. 4, 707: ovdi %L fiiv 
X^ vrifdiv wKvnoQwv inißaivifiev. Od. 9, 136: iV ov XQ^ nelafiavog 
iaxiv. Od. 15, 201 : ifxh dk XQ^ â– 9'aaaov Ixiad^ai. 
XQBlog ,Bedürfniss, Noth, dringende Angelegenheit*, ,Schuld', wird vielmehr 
zu schreiben sein XQV^S-» Die durch Verkürzung des inneren Vocals 
entstandene Form xQ^og- begegnet schon Od. 8, 353; 11, 479 und Hom. 
hymn. Herm. 138. 

Bei Homer 11 mal. Od. 1,409: fj ißov avzov XQ^og iFeXdofievog rod' 
iTidvei] Od, 2, 45: ifiov avxov XQV^Sp fioi xaxov Hf^rceae ßoU(p. Od. 11, 
479: rjXd'Ov Teigealao xara XQ^og. Find. OL 1, 45 : fjXd^e %aX ravvfii^dr]g 
Zrjvl twJJt' iftl XQ^og. Soph. Kön. Oed. 157: xl fiot rjv viov ij fceqixeX- 
Xofiivaig ägaig naXtv i^avvaeig XQ^^g. — IL 13, 746: diöFia fx^ x6 
X^i^ov anooxtiamvxai (,sich zurückzahlen lassen') ^AxoliFoX xQ^og. IL 11, 
686: xrjQvxeg d^ iXiyatvov . . . xovg tfiev olatv XQV^S (,Schuld, Forderung, 
Ersatz für SchädigungO 6g)iXX€x' (eigentlich ,sich mehrte, in FüUe vor- 
handen warO iv^HXiii dltj. IL 11, 688: noXeoiv yaQ ^Tceiol XQ^^S oq>€X- 
Xov, Od. 8, 355: el' neq yaq xev ^Qrjg XQV^S vnaXv^ag otx^xai q>€vy(üv. 
Od. 8, 353: et i^ev "Aqrig oixoixo XQ^^S ^^^ decfiov dXv^ag. Od. 21, 17: 
^Odvaaevg i]Xd'e fxexa XQV^S} ^0 ^« Foi nag örj^og otpeXXev, 

Buht mit dem Vorausgehenden auf dem selben Grunde. Da zwischen 
den beiden auf einander stossenden Vocalen ein alter Consonant erloschen 



328 Griechische Etymologie. 

sein miLBS, so lässt sich auf ein altes ^XQijFog- schliessen und das sdbe 
suffixale Fog hier vermuthen^ wie es zum Beispiel schon in xaFog' ^weiter 
leerer Baum' (Seite 278) mit gutem Grunde angenommen werden konnte. 

XQonJ jOberflfiche, Haut^ Hautfarbe' (IL 14, 164; Theogn. 1017), siehe unter 
dem gleichbedeutenden XQ^''^' (Seite 323). 

XQvaö-q ,Gold'. 

Bei Homer 73 mal und dazu noch mehrfach in Zusammensetzungen, 
n. 6, 48 : noXXa d iv dq>vBtov Ttargog nei/^ijJiia xeiiai, /aAxo^ te x^^^S 
re noXmfnq%6g %b oldrjQog. IL 8, 43: j^^vaoy d' ctvvog (Zeus) Möwe negi 
XQot. IL 9, 126: ovdä %ev (nämlich eirj) dxrijfjiwv igizlfioio x^vaolo. IL 
18, 475: x^^y ^' «^ ^^Q^ ßaklev (Hephaistos) . . . xoi xQ^^ov Tifi^vra. 
Od. 3, 435: ijAi^fi dh x^^^S orcX^ Iv ;^e^a<v lex^"^ jfaüxijAa . . . axfioya 
T€ aqwQotv X* kvnoLFrjrov tb TtvgayQrjv, olalv tb xq^^ov ßegya^evo. Od. 3, 
437: NiOTüiQ x^i;aoy Mdtax^' o d^ %7tBi%a ßoFog xigaaiv tzbqIxbvbv daxijaag. 
Od. 6, 232 : (ig d^ otb Tig XQ^^ov TiBQiXBvBtai dgyvQip dvtjQ ßlägig. 

Als vergleichbare Bildung scheint etwa fgvao-g ,runzlig^ (IL 9, 503; 
später ^vao-g Eur. El. 490; Schutzfl. 50) angeführt werden zu können. 
Eine annehmbare Erklärung des Wortes aber ist noch nicht gegeben. Es 
drängt sich die Vermuthung auf, dass es gar kein echt griechisches Wort, 
sondern fremden Ursprungs ist Nach ThNöldekes mir brieflich freund- 
lichst mitgetheilter Ansicht wurde es dem phönikischen harüSj dem ge- 
wöhnlichen Wort für ,6old', das etwa ein Dutzend mal auf Inschriften 
vorkommt, entlehnt, das dem hebräischen chärüg ,(jold' (nur Psalm 68, 
14; Spruche 3, 14; 8, 10 und 19; 16, 16; Sach. 9, 3, also bei Dichtem) ent- 
spricht und auf eine Grundlage mit der Bedeutung ,gelb' zurückfuhrt 



XaXäsiv (aus *xccXdaJBLv) siehe unter ^a^ffff- (Seite 329). 

XdXa^a ,Hager; auch von hagelkömerähnlichen Dingen gebraucht 

Bei Homer dreimal. IL 10, 6: Ttoaig ^'HQrjg . . . %Bvx(av ^ tvoXvv oiißgov 
a&iag>(XTOv riFk x^^^^^ ? vt(pB%6v. IL 15, 170: tag d* or* av Ix v&pitav 
TiTtJTai, vupag ijßi x^^^Z^ ^^XQV ^^^ ^QiTvfjg ald'grjyBviog ßogiao. IL 
22, 151: fj ö* higri (nämlich nr]yri) &iQBl ngogißBi fBfixvla /ailaQ; tj 
Xiovi tpvxgfj. Soph. Eon. Oed. 1503: tlg . . . TJxBitai xTVfcog . . .; fii^ yi^ 
Jiog nBgavvdg ij zig ofißgla x^Aa^' kTtiggd^aaa] — Find. Isthm. 6, 27: 
oOTig .... xoi^o^^v aifiarog (,BlutstropfenO ngo tplXag noeigag apLvvBxau 
Poll. 4, 198: x^^°^^ ava%goq>al ßovßwvoBiÖBlg vno %ffi digfiaru Androsth. 
(bei Athen. 3,93,0): 17 di Xid-og ylvBzat kv xfj aagxl tov oatgiov^ äantg 
Bv Tolg üvBloig 17 x^^^^ (,FinnenO. 

Wohl aus *xdXadjaj ganz wie zum Beispiel nita ,Fuss, unterstes 
Ende eines Dinges^ (2, Seite 533) aus *7tidja^ so dass also der zu Grunde 
liegende Yerbalstamm auf d ausging. Die Entwicklung des Vocalismos 
ganz wie zum Beispiel in ydXay,X' ,Milch' (Seite 56) neben gleidibe- 
deutendem yXayog- (Seite 61) und sonst So würde naher Zusammen- 



Griechische Etymologie. 829 

hang mit altmd. hräd- : hradatai ,er tönt' (Bhatt) möglich sein, an das sich 
altind. hrddii/ni' ^Hagel, Schlössen' (BV. 1, 32, 13) eng anschliesst. 
XoAa^-: x^^^^''^ (&^s *x^^^^J^''^y ^nachlassen, schlafi^ machen' mit aoristi- 
schen Formen wie ix^kaaae (Hom.Jhiymn. Ap. 6; Opp. Jagd 3, 124) und pas- 
sivischen wie x^^oa&^ (Aesch. Prom. 991; Plat Phaed. 86,0) und passiv- 
perfectischen wie zexakaofzivo- (Antipatr. in Anth. 9, 297, 3) und xexdiiaaro 
(Ap. Bh. 1, 744), 

Hom. hymn. Ap. 6: ßiov t' ixakaaae. Hymn. 27, 12: x^^taaaa' ivxafi- 
Ttia jo^a, Pind. Pyth. 1, 6 : evdei d' ava oxdTCZfp Jibg alBvog, (ixeiav 
7t%iqvy afiq>0TiQw&ev x^i'd^aig, Aesch. Prom. 58: agaoae fiallov^ og)iyye, 
fifjdafiij x^i'O. 176: tvqIv av l§ dyQlcav dea/Liwv x^i-darj. Ch. 879: yvvai- 
Tcelovg nvXag fiox^olg ^a^ore. Eur. Bakch. 935: ^aival %i aoi j^aAcJa^ 
(,las8en nach, sind schlaff). — Dazu: ;ca^a^d-^ ,nachgelassen, schlaff; 
Thuk. 2, 76 : aq>Leaav xi}v doxoy x^^^Q^^^ "^olg akvaeat xal ov ätd x^^" 
Qog ^x^vteg. Ar.Wesp. 1495: vvv yag h agd'Qoig Toig ^fierigoig argi- 
q>e%ai x^^Q^ xaTvXrjöaiv. Thesm. 263 : x^^Q^ (nämlich VTtodrjfiara) yovv 
XcclQ€ig q>0QÖ)v. Xen. Beitk. 10, 3: idv di %ig didd^ %ov hcrcov iv ;^a- 

kaqt^ fdv T(p x^^^^V i^^^^iv* 7, 6 : XQV ^^ ^^^ x^^^Q^y citco tov yova- 
%og dq>ela&ai ttjv xvrifirjv avv t^ noöL 

Gebildet wie zum Beispiel yeldsiv (aus *y€kdajeiv) ,lachen' (Seite 59): 
das ag gehört einem alten Nominalsuffix an. Weiterer etymologischer 
Zusammenhang ist noch nicht gewonnen. Mit x^^^^Qo-S stimmt xa^a^o-^ 
,rein' (2, Seite 285) im Suffix überein. 
XaXBJt&-q ,qualend, unbequem, gefährlich, schwierig'. 

Bei Homer über 50 mal. IL 14, 417: x^^^^S ^^ Jißog iiaydloio xe- 
Qovvo-g» Od. 12,286: ix vvxtwv <)* avB(ioi xckA^tto/. H. 21, 335: xa^f/n^v 
oQOovoa &v€kkav. IL 5, 391: j^aAc/rog di ße deofiog iddfiva. IL 5, 384: 
Xalift* aXye' iTt' dXXj^koiai %i9iv%eg. IL 3, 438: ixri ^e, yvvai, ;^aA«7rol- 
aiv dveldeai &vfidy ^ifcre. IL 8, 103: x^^^ov di ae yrjgag ojcd^ei. Od. 
6,169: x^^^^ov di fie nivd^og Ixdvei. Od. 11, 622: o di fwi x^^^<^^S 
iTtevikXex^ dFi^Xovg. IL 2, 245 : xa/ iiiv vnodqa Fidwv x^^^V ^y^^^^^ 
uv&q}.' Od. 14, 239: x^^^^i ^^ hi^ drifioo q^fiig. Od. 2, 232: aLFel x^' 
Xenog r' eiTj (nämlich ßaaikevg). Od. 1, 198: j^aAe/ro^ di fiiv avdQeg Uxov- 
aiy aygioi. Od. 10, 464: aißkv akrig x^Xert^g ^efivrjfiivoi. Od. 23, 250: 
dfiiTorftog Ttovog 'datai, noXXog xai xotAe/rog. Od. 17, 388: alFel xci^'^^og 
7t€Qi Ttdvrwv elg fivrjari^Qwv. Od. 19, 201 : x^^^^S ^^ ^^? wqoqs dalfiiov. 
Od. 17, 189: ^aAeyrai de ßavdxxwv elalv oiioxXaL IL 5, 178: x^^^ ^^ 
x^eov %7tL firjvig. IL 20, 131: x^A^^^'^ di &€ol q)alvea^aL hagyelg. IL 21, 
184: x^Ae/rdy %ol igia^eviog Kgovlwvog naialv igi^efnivai. — Dazu: 
xaXenalveiv ,zümen, toben'; bei Homer 18 mal; IL 20, 133: "Bgr], fiij 
xaXiTcatve Ttaghn vooy, IL 16, 386: Zeig, OTe dif ^' SvdQeoai xoTeaad" 
fievog xoXeTtrjyf}. IL 18, 108: xdXog, og t' lq>iYjxe jcoXvqtQovd neq x^^~ 
7cijvai, IL 14, 399: avefiog . . • o ^ te fiaXiata iiiya ßgifuevai x^^^^^^^^y» 
Od. 5,485: äqiß X^^i^^Q^Tl^ ^^ ^^^ ^dXa rceq ;raA£7ra£yo£. — x^^^^'^^^'^ 



330 Griechische Etymologie. 

(aus *xoi-iw^iy) ,quälen, bedrängen, anfeinden^; bei Homer nur Od. 4, 
423: eXgea&at dk ^stSv og rlg ae xakircTBi. Hes. Werke 5: ^ea fikt yaq 
ßQidei, ^ia dk ßQiaovra xaXinxei . • . Zeig. Ap. Rh. 4, 1504: xbIto «... 
deivbg og>ig, viodijg fikv ixwv aixovTa j^aA^t/^ae. 4, 1673 : el . » , . dij %ig 
äfConQod'Bv afifie xaXinTBi. 

Dnnklen ürspmngs. So ist auch die sinnliche Gmndbedentang schwer 
zu bestimmen. 
XäXi-q ,nngemischter Wein^ Hesych erklärt xaAc^' o axQarog ohog. xal 6 
fÄefiTjvwg xal xexakaOfiivog rag q>Qivag. 

Hippon.73: oXlya q>Qovovaiv ol x^^^^ TtenamoTeg. — Dazu: z«^'" 
-xgrjTo-g ,mit ungemischtem Wein gemischt' (der Schlusstheil wie in 
S-xßijTo-g jUngemischt*, 2, Seite 403, fieXl-TCQrjTO'g ,mit Honig gemiacbt^ 
Od. 10, 519 =» 11, 27, und noch anderen Zusammensetzungen); Archil. 78, 1 : 
rcoXXov dk Ttlviov xal x^tXlxQriTOv /nidu, Ap. Rh. 1, 473: ftlve xoXixff^roy 
Xagov /lidv, Agath. (in Anth. 5, 294, 6) : xelro xaXixgi^rtp vafiori ßgtS'Ofiirt^. 

Ungewisser Herkunft. 
XäXiX' ixaXiS) ,Stein, Kiesel*. 

Thuk. 1, 93, 5 : hrog dk ov%e x^Xi^ ovre TCtjXog rjv, aXXa ^vvipxodofir^- 
^ivoi ^eyaXoi Xld^oi xal iv %oiifj kyytiviou Ar. Vögel 839: %olai tuxi- 
^ovai nagadiaMveij x^^^^^S ^agaq>6gei, tctjXov dnodig ogyaaov. Plut 
Kim. 13: Xiyerat dk xal twv ^axgwv T€ix<^y • • • ^^ dk ngwztjp ^cfie- 
Xliaoiv • • . igeiad^vat dia Klfnavog aaq>aXxag^ ;^aAcx£ noXXfj xal Xl^otg 
ßagiai twv kXuiv mea^ivTCDv. Plut mor. 690, E: ol xaXtxeg xal al fioXiß- 
dldeg ifißaXXofievai ipvxgojegov xb vdwg noiovaiv. Luk. trag. 226: iargfu- 
fiävrjv x^i^''^'^^ elaißfjv bdov. 

Aehnliche Bildungen wurden schon neben aXix- ,Speltgraupen' (1, Sdte 
303) genannt; die verbale Grundlage des Wortes aber ist unklar. 
YjäXiqiifoV' (xaXlq>gwv) ,leichtsinnig, unverständig'. 

Zweimal bei Homer. Od. 4, 371: vi^rciog iaa\ w ^ivFe^ Xlrjv Toaovr^dk 
XaXltpgiJv. Od. 19, 530: naig d' ifibg r/og %ev eri yrJTtiog ^dk xoXüpgtaK 
— Dazu: xcc^^VQoyieiv ,leichtsinnig sein'; Od. 23, 13: ^eol . . . övrarrai 
aq>gova noißijoai xal lnlq>gova neg (xaX^ iovra, xal re x^^VQoviona 
aaoq)goavvrjg iTtißrjoav (,zu Besonnenheit brachten'). — x^^^VQoovvr^ 
,Leichtsinn' ; Od. 16, 310: ov fikv yag %i x^^^VQoavvai yi fi* Mxovoiv. 

Mehr als zwanzig zusammengesetzte Adjective der homerischen Sprache 
zeigen den gleichen Schlusstheil, wie beispielsweise noch a^tpgov- ,unyerBtaa- 
dig'(I1.3,220; 4,104), ent-cpgov- ,verständig' (Od. 3, 128; 16,242), ado-^^pgor- 
,gesunden Sinnes' (II. 21, 462; Od. 8, 158). Der erste Theil des Weites 
aber ist nicht so verständlich. Ist in x^^^' ^^ &ltes A^jectiv enthalten 
etwa mit der Bedeutung ,leichtf ertig' ? Hängt es zusammen mit ;taAo€iv 
,nachlassen, schlaff machen' (Seite 328)? Auch mit yaXifidd^ ,heram- 
schweifendes Weib' (siehe Seite 331)? 
y(aXiv6-q ,Zaum', insbesondere ,6ebiss am Zaum'. 

II. 19, 393: |y dk x^Xivoig yafiq>rjX7'ja' HßaXov. Find. Ol. 13, 65: ^oXXa 



Griechische Etymologie. 331 

. . . Ilayaaov ^ev^ai Ttod^ioiv inaS'ev, nqlv yi ol xQ^^ofiTtvxa tiovqo xa^ 
Xivov Ilaklag ijveyxe, Isthm. 7^ 45: NrjQiog &vyttTrjQ . . . kqaxbv Xioi xbv 
XaXivbv (hier bildlich für ,6ürtelO vq>* riQiol naq&evlag. Pyih. 4, 25: ay%v- 
Qav . . . TCQfjfivdvTUiv • . . ^oäg ^A^yoüg xohvov, Aesch. Sieben 123: diaderoi 
di tot yevvv Inniiv %iviqov%ai (povov xohvoL 207 : axovaaaa . . . iTtTti- 
Tuov re • • fCTjdallwv dla arofiia ftvQißQSfierav xoXivtov. 393: %7t7tog x^' 
kiv(Sv (ig xaraa&fialvwv fiivei. Prom.672: irajvayxa^i viv Jiog ^ailcyoc; 
(bildlich). 562: rlva qxS XeiaoBiv tovdB x^^Xivolg iv JterQlvoiaiv x^^f^^^o- 
fievov'y Ag. 1066: x^^^^ov d' ovx inlararai (Eassandra) q>iQeiv. Soph. 
Oed. Eol. 1067: nag yag aajqamu (^glänztO x^^Aivdg. Hdt 1^ 215: Maa- 
ootyizat . . . . to dl negl ravg x^Xivoifg xal aro^ia (^GebissO xa2 q>ahxQa 
XQvo(p (nfimlich ,8chmücken^). 

<» Altind. khalfna-m ,Gebi8S eines Zaumes' (Mbh ; aus Pantschat wird 
angeführt Jchaltnam mukhai präksMpja ydas Gebiss ins Maul legendO* 

Genau entsprechende Bildungen auf iv6 scheinen sich nicht zu bieten; 
das im üebrigen wohl vergleichbare ixlvo-g JgeP (1, Seite 387) und die 
neben ihm aufgeführten Formen weichen in der Betonung ab. — Die 
Uebereinstimmung mit dem altindischen Wort kann nicht bezweifelt werden, 
da griechisches x &uch sonst gelegentlich einem altindischen hh entspricht, 
wie zum Beispiel in owx' ,Elaue, Eralle, Fingernagel' (1, Seite 546) dem 
altindischen nahhd" ^Fingernagel, FusszeheS ,Vogelkralle' (BV. 1,162, 9; 
10, 28, 10) gegenüber. 
-gcLju^idö" (xctXifiaq) ,umherschweifendes Weib, Bakchantinn'. 

Aesch. Bruchst 448 : x^Xifiddeg. Hesych erklärt xoXifiadeg ' dvalaxyvroL 
xai &Qaaelau — Dazu: x^il/^i; ,Hure'; Suidas führt auf: x^A//io* i) 

Wird zunächst adjectivisch gedacht sein und sich zu den zahlreichen 
abgeleiteten Bildungen auf ifio wie yvwQifio-g ,bekannt' (Seite 32) stellen. 
Naher Zusammenhang lässt sich vermuthen mit dem ersten Theile von 
xdXi'g>Qov- ,leicht8innig' (Seite 330). 
XaXal'Qvno'^ jSpülwasser'. 

Eratin. Bruchst 452: ;^aXa/^t;7ro$. 

Als Schlusstheil löst sich deutlich ^v7to- ,Schmutz' (Od. 6, 93: airaQ inei 
fcXvvdv TB xd^TjQav TB ^vrca ndvra. Ar.L7s.i2OO: to [i^ ovxl Tovg ^inovg 
dvaandaai. Plat Farm. 130, C: a xal yeXola do^eiev av elvai, olov d'Qi^ 
xal rtriXog xal ^vnog iq aXXo %i arifiOTorov re xal q>avX6TaTov) ab, das, 
wie die angeführten Stellen zeigen, mit männlichem Geschlecht oder auch 
ungeschlechtig gebraucht worden ist Als bezügliche Zusammensetzung wird 
das Ganze zuerst ,Schmutz abthuend, Schmutz fahren lassend', bedeutet 
haben. Mit dem gleichen ersten Theile findet sich noch x^r^aZ-Trod- ,den 
Fuss hängen lassend' (Nik. ther. 458) als Beiwort des Hephaistos; x^^cri- 
ist ohne Zweifel durch Verkürzung aus altem *x<^^^<^'^' hervorgegangen, 
ganz wie zum Beispiel raXac- (in TaXal-fpQOV' ^duldenden Sinnes, un- 
glücklich' Soph. Aias 903; Ant 39 und 866; Eur. Hei. 524, und TaXal-nw- 



332 Griechische Etymologie. 

QO'Q ,Mühsal erduldend' — siehe 2 , Seite 844) aus takaai- , und gehört 
zu xc>c^cr£iy ,nachlafisen, schlaff machen' (Seite 328). Bezüglich der beson- 
deren Bedeutung des letzteren in unserer Zusammensetzung mag hier hin- 
gewiesen sein auf Hippokr. 1, 171: tloiIIij . . . vyga x^i^oa (^Flüssiges 
ablassend, abthuendO. 
XdXvß' {xahvxi)) ,Stahly gehärtetes Eisen'. 

Aesch. Prom. 133: xrvnov yaq ax^ x^^^ß^^ öiy^ev avvQiov fivxov. 
Soph. Trach. 1260: w tpvx^ ox^i^^c, x^^^ßos h&oxokkriTov atogiioy na- 
Qixovo^ y dvoTtave ßor^v. 

Ohne Zweifel ungriechischen Ursprungs und vermuthlich nach der gleich- 
namigen kleinasiatischen Völkerschaft benannt, die schon Aeschylos (Prom. 
715: Xaiag d