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Full text of "Handbuch der griechischen Etymologie;"

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MEINEN LIEBEN BALTISCHEN FREUNDEN 



PAUL VON KÜGELGEN in ST. PETERSBURG, 
CONSTANTIN VON KÜGELGEN in LEIPZIG, 
MAGNUS VON LINGEN in ST. PETERSBURG, 
HELLMUTH GRAF MAGAWLY in LEUTSCH bei DRESDEN, 
GOTTLIEB BARON MEYENDORFF in OCHT (Estland), 
RALPH VON ZUR MÜHLEN in CAMBY (Livland), 
ALEXANDER VON OETTINGEN in DORPAT, 
ARTHUR VON OETTINGEN in LEIPZIG, 
BASIL BARON ROSEN in KURSK, 

BURCHARD VON SCHRENCK in SASSENHOF bei RIGA, 
ERICH VON SCHRENCK in ST. PETERSBURG, 
LEOPOLD VON SCHROEDER in WIEN, 
NIKOLAI VON SCHUBERT in WAYKÜLL (Estland), 
OTTO BARON STACKELBERG in KIWWIDEPÄ (Estland), 
WERNER ZOEGE VON MANTEUFFEL in DORPAT. 



A. 

d~ (aus *oa-) ,das selbe', dann auch ,zusammen, mit*, eigentlich wohl ,an 
ein und dem selben (Orte)*, bildet den ersten Theil zahlreicher Zusammen- 
setzungen, wie: a-xoirqs ,einem oder demselben Lager (xolrrj Od. 19, 341) 
angehörig* = ,Lagergenoss, Gatte* (IL 15, 91; Od. 5, 120; 21, 88) mit der 
weiblichen Form a-xoirig Gattin* (IL 3, 138; 447); — a-ko%og ,demselben 
Lager (*koxo-g in dieser Bedeutung zu muthmaassen) 'Angehörige* — ,Gattin* 
(IL 1,114; 546); — d-öek<peog ,dem selben Mutterleibe (dek<pu-g Hippokr. 
3, 17 Kühn; Lykophr. 939) entsprossen* — ,Bruder* (II. 2, 409; 586 u. ö.; 
Aesch. Sieben 974), mit der weiblichen Form d-Öektperj ,Schwester* (Hdt 
2, 56) ; spätere Formen : o-öshpog ,Bruder* (Aesch. Sieben 555 ; Soph. Kön. 
Oed. 458) und a-dekqtfj ,Schwester* (Aesch. Prom. 798) ; — ayaotog- ,dem 
selben Mutterleibe (yaortg- IL 6, 58) entstammend* =* blutsverwandter* 
(Lykophr. 265; Hesych: dyaarogeg* adekqtol öidv/uoL ,Zwillingsbrüder*) ; 

— ü-yakaxr- oder d-ydkaxro-g ,der selben Milch (ydkaxT-) oder Mutter- 
brust theilhaft, verwandt, gleichalterig* (Hesych : dydkaxxeg ' avyyovot, fjki- 
xeg, ofioydkccxtoi; dydkaxxog* rj opo&qkog). — a-erdg- ,im selben Jahre 
Qhog-) geboren* (Hesych: cierta* tu tqi avTiji stet yevvtAtieva) Hesych 
hat auch: av€rrj m xov avToerrj); — a-zakavto-g ,von gleichem Gewicht, 
(räkavTo-v II. 9, 122), dann überhaupt ,gleich* (IL 2, 169); ,gleichwiegend, 
im Gleichgewicht schwebend* (Arat 22 von der Erde); — d-xokoud-o-g 
,den selben Weg (*xokovfro-g zu muthmaassen als Nebenform von xikev&o-g 
II. 1, 312. 485) gehend* — ,Begleiter* (Arist Vögel 73; Xen. Gtesch. 3, 4, 22); 

— <x-7t%€Qo-g ,gleiche Flügel (/trego-v) habend* (Hesych: anreget' loo- 
7crega, raxia, fjdia. Hesych führt auch an antogog' looTtregog); — o- 
-rtedo-g ,der selben Fläche (reido-v IL 13, 796) angehörig* «* ,eben, flach* 
(Hdt 1,110; 9,25; 102); — a-dgvo-v ,aus einem Baumstamm (dgu-g IL 
11,494) gefertigtes*, dann insbesondere ,aus einem Baumstamm gefertigter 
Kahn* (Hesych: ädgva' 7ckola (iov6*vka, Kv/tgtoi). — Ferner gehören 
wohl noch hierher: d-klyxio-g ,gleich* (IL 6, 401; Od. 8, 175), eigentlich 
wohl ,das selbe Aeussere (*A*yxo-?) habend*; — d-okkig- ,versammelt, 
dicht gedrängt* (IL 12, 78 u. ö.), eigentlich wohl ,dem selben Gedränge 
(*okkog-?), der selben Schaar angehörig*, wie zum Beispiel op-qyegig- (IL 
1, 57 u. ö.) ,versammelt* zunächst ist ,der selben Versammlung (*ayegog- 
in Bedeutung von dyogfi zu muthmaassen) angehörend*; — d-&goog ge- 
drängt, geschaart* (IL 2, 439 u. ö.) , möglicherweise eigentlich ,der selben 
Schaar (&goo-g ,Lärm, Geschrei* ist schwerlich darin enthalten) angehörig*. 

Leo Meyer, Grieohische Etymologie. 1 



2 Griechische Etymologie. 

Weiter sind hier zu nennen: a-gvko-g ,der Holz (£vko-v IL 18, 347) mit 
sich hat, mit Holz versehen, holzreich' (II. 11, 155 vom Walde; Hesych: 
d£vkq> vli], nokv^vk^)] — a-'/.vpov- , Wogen (xvpa IL 1, 481) enthaltend, 
reich an Wogen* (Hesych: dxvpovog' ftokvnvfxaTov tj nohvxvftovog); — 
a-edvo-g ,reich an Mitgift (Sdva D. 16, 178), reich ausgestattet 1 . (Hesych: 
SeövoV aqtegvov i\ nokvcpeQvov)) — a-mego-g ,mit Flügeln (rcregov IL 
11, 454) versehen* (?) (so wohl Aesch. Ag. 276 in der Verbindung ams- 
Qog <pdtig ,geflügeltes Gerüchf); — a-ipiko-g ,mit Federn (xplka ydg xor- 
kovoiv ol JwQieig xd 7t%egd, Paus. 3, 19, 6) versehen, gefiedert' (Hesych: 
aipikov oLTtuBQov rj ftoXvrcTBQov)\ — a-%uXo-g ,reich an Viehfutter' (x^ko-g 
= xlko-g) (Hesych: axeikov atgoqtov, tcoXvxoqtov)) — a-ßio-g ,mit Lebens- 
mitteln oder Vermögen (Hes. Werke 232; 577) versehen, reich' (Hesych : aßiog • 
nkovoiog. tog Avriq>wv Iv 'Ahq&elf) m 7 — d-takig ,mit heftiger Bewegung 
(*£aAog- zu vermuthen in gleicher Bedeutung wie £6 kr] Aesch. Ag. 656; 
665) versehen, stürmisch' (Hesych: dtakig' nokvnvovvY, — a-oxio-g .mit 
Schatten {axirj Hom. h. Dem. 1 00) versehen, schattig* (Hesych : aoxiog vktj • 
ij daaeia vkrj); — a-ßgopo-g ,mit lautem Getöse {ßgopiog IL 14, 396 vom 
Feuer), lärmend' (IL 13, 41; Ap. Rh. 4, 153; Qu. Sm. 13, 68); — a-vlaxo-g 
,mit Geschrei (Fuxxh H- 4 > 456 u - 8.), schreiend' (IL 13, 41; Qu.Sm. 13, 70); 
— ferner gehören wohl noch hierher: a-?cvgo-g ,mit Feuer (rttg) versehen, 
feurig' (Aesch. Prom. 880 von einem Stachel) ; — d-ortegxeg- ,mit Eifer 
{*onigxog- zu vermuthen neben onigxeo&ai ,erregt sein, eifrig sein'), eifrig* 
(II. 4, 32 u, ö.); — d-revig- ,mit Gespanntheit (*Tivog- zu muthmaassen 
neben lat tenor ,ununterbrochener Lauf, ununterbrochener Fortgang'), an- 
gespannt, unverwandt, beharrlich (Hes. Th. 661; Pind. Nem. 7, 88; Aesch. 
Ag. 71); — a-xctveg- ,womit Klaffen (xdvog- ,klaffende Oeffnung' von 
Pollux 2, 97 angeführt) verbunden ist, klaffend, weit geöffnet, weit aus- 
gedehnt^ (Soph. Brachst 926 Nauck) ; — und vielleicht auch noch : d-ßo- 
keiv zusammentreffen, begegnen' (Ap. Rh. 2, 772; 3,1144), das auf ein 
*?i-ßoko-g zusammentreffend' (eigentlich ,womit Treffen ßokog 1 oder Werfen 
verbunden isf ?) zurückführt 

In einigen wenigen Formen ist der altanlautende Zischlaut durch den 
starken Hauch vertreten, so in d~&goo-g ,geschaart, versammelt', der als 
attisch (Bekker liest aber so nach Aristarch auch durchgehend bei Homer), 
angeführten Nebenform zu d&goo-g (Seite 1), a-7ta% ,einmal' (Od. 12, 
22: akkot wiafc xtvrioxovo' av&gumoi), d-7tkdo-g ,einfach' (Eur. ßhes. 84: 
dnkovg . . . (xv&og. IL 24, 230 = Od. 24, 276 : dnkotdag xkalvag ,einfache' 
<L i. ,einfach umgeschlagene Mäntel'), neben di-nkoo-g ,z weif ach, doppelf 
(IL 4, 133) und weiteren Zusammensetzungen; d-nkr\yL6- ^einfaches Ge- 
wand' (Soph. Brachst 709 : rgvxet xakvq>&elg Qeooakrjg a7tkr)yldog ,mit 
den Fetzen eines thessalischen Mantels umhüllt') neben di-Ttkrjyid- ,ein 
doppelt um den Leib zu schlagender Mantel' (Poll. 7, 47); und wohl auch 
in a-nan- (nom. m. S-rtäg II. 11, 98) ,alles zusammen, ganz 4 , die weiter- 
hin alle noch besonders werden aufgeführt werden. 



Griechische Etymologie. 3 

AltincL so- in vielen Zusammensetzungen, wie sd-nida- ,dem selben Nest 
(nidä- RV.) entstammend, verbündet, nahe vereint 4 (RV.); — sä-rüpa- 
,gleiche Gestalt (rüpd- RV.) oder gleiches Aeussere habend 4 ; — sd-varna~ 
^gleiche Farbe oder gleiches Aussehen habend' (RV. 10, 17, 2); — sä-dhura- 
,an der selben Deichsel gehend, einträchtig 4 (AV.); — sd-näman- ,gleichen 
Namen habend, gleichartig 4 (RV. 10, 73, 6) ; — sd-bandhu~ gleichen Stammes, 
verwandt 4 (RV.); — sd-manas- gleichgesinnt, einmüthig, einträchtig 4 (RV.); 
— sä-jauni- ,aus gleichem Mutterschooss entsprungen 4 (RV.); — sa-rdtha 
,auf gleichem Wagen fahrend 4 (RV.) ; — sa-garbha- ,aus dem selben Leibe 
igdrbha) geboren 4 (bei Lexikographen); dafür auch sd-garbhjctr, das auch 
für ,Bruder, a-delyedg* gebraucht ist; — wie ferner sd-piti- ,mit (laben- 
dem) Tranke verbunden, trankreich 4 (RV. 8, 1, 23); — sa-prdthas- ,weite 
Ausdehnung habend, weit ausgebreitet, gross 4 (RV.); — sd-bala~ ,mit Kraft 
versehen, stark 4 (RV. 8, 82, 9) ; — sa-garbha- ,mit einer Leibesfrucht (gdr- 
bha- versehen, schwanger 4 (Mbh.). — 

Altbaktr. ha- in : ha-zaosha- ,den selben Willen (zaosha-) habend 4 . — 
Der ursprünglich anlautende Zischlaut wurde im Griechischen aufge- 
geben, ganz wie zum Beispiel in ang (aus altem *aaT€Q) ,getrennt von 
ausser, ohne 4 (siehe weiterhin) und auch in noch andern Formen. 
d- ,un 4 - in Zusammensetzungen. Siehe av-. 

ä ,ach 4 , Ausrufwörtchen, das bei Klagen, Unwillen und sonst gebraucht wird ; 
bei Homer stets versbeginnend und nur mit Vocativformen von ößeM-g 
^unglücklich' verbunden (so 11.11,441; 452 u. ö.); a a ,ach, ach 4 (Eur. 
Or. 145; 1548 u. ö.), (abwehrend bei Arist Plut 1052; Wespen 1379); aa 
a bei fröhlicher Stimmung (Eur. Kykl. 157). — 
ä- (aus *oa-) ,sättigen 4 , Verbalstamm, der nur in wenigen alten Formen sich 
noch lebendig zeigt 

Homer hat Inf. ofievat (aus aifievai) ,sich sättigen 4 (11.21,70), Fut 
aaeiv ,sättigen 4 (II. 11, 818), aoso&e ,sättiget euch 4 (IL 24, 717), Aor. aaai 
sättigen 4 (IL 5, 289 = 20, 78 =- 22, 267; 11, 574 «- 15, 317; 23, 157; 21, 
168; 24, 211), aoai/n (IL 9, 489), aar] (IL 18, 281), Saao&ai (IL 19, 307); 
die Conjunctivform kwnev ,wir sättigen uns 4 (IL 19, 402), die schwerlich 
richtig überliefert ist, vielleicht wpev (aus «w/luv?) lauten muss; ferner 
aa*o-g (aus a-aazo-g) ,ungesättigt, unersättlich 4 (IL 5, 388; 863; 6, 203; 
13, 746; 22, 218; 11, 430; Od. 13,293; auch Hesiod Schild 59; Theog. 
714), und udtjv ,genug, reichlich 4 (IL 5, 203, wo mit a; 13, 315; 19, 423; 
Od. 5, 290). Hesiod hat noch Sarai ,er sättigt sich, er wird genug haben 4 
(Schild 101; andere Lesart aerai). 

Lat sa-turo- jSatt 4 (Lucr. 3, 960); sat (Plaut Pera. 26) oder satis .satt- 
sam, genug* , Compar. scdius ,besser, dienlicher 4 ; satiät- (Lucr. 5, 39) oder 
satie-s (Plin. 8, 51, 77) f. ,Sättigung, Sattsein 4 ; satiäre ,sättigen 4 ; satietäs 
,Hinlänglichkeit, Genüge 4 (Plaut), ,Uebersättigung, Ueberdruss, Ekel 4 (Plaut). 
Altir. sdith Sättigung 4 , sathech ySatt 4 . 

Goth. sardar ,satt 4 (Luk. 6, 21 u. ö\); söiha- Sättigung 4 (nur Kol. 2, 23 im 

l* 



4 Griechische Etymologie. 

Dativ sötha)] ga-söihjan- ,sättigen'. — Nhd. satt. — Ahd. und mhd. wn- 
-sat ,nicht satt* (bei Nikol. von Jeroschin) = aatog. 

Lit s6-tm ,satt; söüs f. jSättigung*; sötas m. ,Sättigung*. 
Altbulg. sy-tü ,sattf; sy-ti 7 Sättigung^. 

Altind. a-sinvd- (aus asän-vä-? ,unersättlich (KV. 5, 32, 8; 10, 89, 12); 
d-si-nvant ,unersätüich' (KV. 2, 13, 4; 7, 39, 6; 8, 45, 38; 10, 79, 1 und 2). 

adeiv, alt dßdeiv, wie die zugehörigen artj ,Verblendung, Bethörung', 
dor. atdrä (Pind. Pyth. 2, 28 ; 3, 24) und daaxo-g ,unversehrt, unverletzlich' 
in der Form ddßmzoi bei Hesych erweisen. 

Erste Bedeutung war ohne Zweifel ,beschädigen', dann ists ,bethören, 
verblenden, verführen' und medial ,sich bethören lassen, freveln'. Präsen- 
tisch nur Ttdvzag dßazai ,sie bethört alle' (IL 19, 91 und 129); alle anderen 
Formen bei Homer sind aoristische; aßaoag ,du bethörtest' (IL 8, 237), aoi 
piB äaifÄovog aloa xcrxij ,mich bethörte (brachte ins Verderben) die Schickung 
eines Dämons (Od. 11,61), oßäadv (besser mitNauck zu lesen: aßaaadv) 
l*' €tcc(joI t€ xaxol ,schlimme Gefährten brachten mich ins Verderben 
(Od. 10, 68), aßaoe ,er bethörte' (Od. 21, 296), 3 <T inel cpQivag äßaae 
ßolv(i) ,als er sein Inneres mit Wein bethört (Od. 21, 297); med* aßaaa^rjv 
,ich Hess mich bethöron, fehlte, frevelte (IL 9, 116; 119 und 19, 137), äßdo- 
aazo (IL 9, 537 und 11, 340) und mit Vocalzusammenziehung aaato (IL 
19, 95); pass. dßda&yv ,ich wurde bethört, ich fehlte' (IL 19, 136); dßdo&rj 
(IL 16, 685; 19, 113; 0<L 4, 503 und 509), dßdo&ug (Od. 21, 301). 

Fick 1 4 , 542 stellt es zu einem gr.-it vd ^schädigen 1 nebst wretkrj ,Wunde', 
damit also auch zu a-ovtog ,unverwundet,' lit vöti-s ,Wunde', gotii. vu/nds 
,wund', altind. ä-väta- ,unversehrtf: die Zusammensetzung d-aurog aber 
ohne v (dv-) scheint auf eine alte consonantisch anlautende Form hinzu- 
weisen. Als solche Hesse sich sehr wohl ein *oaßdeiv denken. Dann 
könnte möglicherweise lat saucius (aus sav~c-ius?) »verwundet, verletzf 
unmittelbar dazu gehören. 

dääro-q unverletzlich', alt daßäro-g und zu ebengenanntem ddetv be- 
schädigen, bethören' gehörig; dialektisch ddßaxto-g (Hesych: ddßaxzor 
dßkaßeig ,unversehrt, unverletzlich*). 

Dreimal bei Homer; zuerst IL 14,271: ofioaaov daävov Zxvyog vdwg 
,rufe beim Schwören das unverletzliche Wasser der Slyx als Zeugen an' 
— Vielleicht ist wegen seiner abweichenden Quantität und wegen nicht 
übereinstimmender Bedeutung daazog an den beiden anderen Stellen da- 
von zu trennen; es begegnet Od. 21, 91: nvrjotrjQsooiv aße&kov ddßazov, 
vielleicht ^gewaltiger Wettkampf', da der Gedanke folgt ,denn ich glaube 
nicht, dass es leicht ist den Bogen zu spannen' — und Od. 22, 5: ovrog 
fikv dfj aße&log daßarog äcnreÄearcu ,nun ist dieser gewaltige (?) Wett- 
kämpf beendef. — Ausserdem noch bei Apoll. Rhod. 2, 77 : ij xdqiog a- 
aatog, rj re ^epc/wy ,ob an Kraft unverletzlich (?) oder geringer'. 

Möglicher Weise steht in nahem Zusammenhang auch aazo-g bei Ap. 



Griechische Etymologie. 6 

Kh. 1, 549 (,wie sich junge Männer am Mahl und Wein erfreuen'), oV oo- 
rog vßgig d/cslrj, wenn verderblicher (?) Prevelmuth fern ißt*. 
äajrroq, ,unberührt, unberührbar, unnahbar'. 

Vierzehnmal bei Homer und zwar stets in Verbindung mit %*iQeg 
,Hände', jedesmal mit Beziehung auf Angriff und Kampf, so IL 1, 567: 
ore xiv zoi ddnzovg x&Q a S iqtrjio ,wenn ich (Zeus) die unnahbaren 
Hände an dich lege'. An allen übrigen Stellen steht es versschliessend, 
IL 13, 77: iuol neQi dogFazi x BL Q B 9 aanzoi (uai/MoOLv ,mir (Aias) streben 
um den Speer die unnahbaren Hände', IL 11, 169: M&gy öi uakdaaezo 
X^lgog ddnzovg ,mit Blut besudelte er (Agamemnon) seine unnahbaren 
Hände'. 

Nach der gewöhnlichen Erklärung von dnzeo&ai, ^berühren, anfassen', 
das bei Homer öfter vorkommt, wie IL 2, 152: amea&ai vrjFöy ,die 
Schiffe anfassen', an zwei Stellen auch in der Verbindung mit gel?-, 
nämlich II. 10, 377: %bIq<Zv d' axpaa&rjv ,sie ergriffen seine Hände, (— ,ihn 
an den Händen') und 11.24,508: dipdpevog d* dga x* l Q°S ,seine Hand 
ergreifend'. Daneben mag noch angeführt sein Od. 5, 348 : avzdg inr^v 
xeigeooiv l<p-dipecu i]neiQOLo ^sobald du mit den Händen das Festland 
berührt*. Für djtzso&ai wird so ein alter anlautender Zischlaut wahr- 
scheinlich: u anzog aus a-aartzog (?), wie äazog ^unersättlich' (Seite 3) 
aus a-oatog. Von verschiedenen Seiten ist die alte Erklärung ange- 
zweifelt, von keiner aber eine bessere beigebracht 
\frnj, alt dfdzr] ,Verblendung , Bethörung, Frevelthatf, die ältere Form 
für Xti} (siehe später). 

Homer hat dFdzrj ohne Zweifel noch an zwanzig Stellen, wo Nauck 
überall ddzq hergestellt hat, nämlich II. 9, 505: r\ <T dFdzrj o&evagT] ze 
xal dgxhtog. IL 1(>, 8ü5: zov d' dFdzrj tpgivag eile. IL 19,91: ngioßa 
/JiFdg \h>ydtr]Q IdFdzr] i] 7cdrrag dFdzat. IL 24, 480: u>g 6 i oz* av 
arÖQ* dFdzrj nvxivfj kdßjj. — Das accusativische dFdzrjv IL 1, 412 — 
16, 274; 9, 512; 19, 126; 19, 129; Od. 4, 261; 12, 372; 21, 302; 23, 223: 
— Dativ uFolzji IL 2, 111 — 9, 18; 8, 237; — Genitiv dFdxrjg IL 9, 504; 
19, 136; Od. 15, 233; — das plurale dfidzrjoi IL 10, 391. — Mehrere Male 
ist *AFdxz\ persönlich gedacht, so IL 19, 91 (siehe so eben); 19, 126 
und 129. 

Das innere F wird erwiesen durch das pindarische avdza (nur Pyth. 
2,28: akkd viv vßgig elg avdzav v7C€gaq>avov togoev, und Pyth. 3, 24: 
%axa zoiavzav ^eydkav avdtav r.akkiniit'ko\) krjfAa KogwvLdog), neben 
dem Pindar doch fünfmal (OL 1, 57; 10, 37; Pyth. 11, 55; Nero. 9, 21, 
Brachst 18 bei Bergk.) auch die Form azä mit zusammengeflossenen 
Vocalen gebraucht, und durch die von Hesych angeführten unmittelbar 
zugehörigen Formen dyazao&ai ,ßkd7tzeo&ai, geschädigt werden' und 
uyozr^iai ,ßißka^ai f ich bin geschädigt*, in denen y an der Stelle des 
alten F erscheint — Die ursprüngliche Bedeutung von dFdzrj ist wohl 
Schädigung*, aus der sich weiter ,Bethörung (durch die Götter), Ver- 



6 Griechische Etymologie. 

führung* und noch weiter ,das Freveln, Frevelthat, Schuld' entwickelte. 
Gebildet wurde es wie dndxri ,Betrug, Täuschung neben dem noch 
einige weitere ähnliche Bildungen werden aufgeführt werden, und schliesst 
sich eng an adeiv } als dßdeiv ,bethören, verblenden, verführen' und medial 
,sich bethören lassen, freveln'. An mehreren Stellen tritt dieser Zusam- 
menhang noch sehr deutlich entgegen, so IL 19, 91: 'AFdrr], rj ndvxag 
dßdxai ,die alle bethörtf; IL 19, 129: J Aßdxt]v 7 tj ndvxag dßdxai. IL 19, 
136: ov dvvdiurjv lela&iod'' aßdrrjg, fi nguixov dßdo&rjv ,nicht konnte 
ich die Bethörung vergessen, durch die ich zuerst bethört wurde'; IL 
19, 115: ov xt xpe.vdog ipag dßdxag xaxeÄ.e£ag ,nicht unwahr hast du 
meine Verirrungen erzählt', wo es gleich darauf heisst Vers 116: aßaod- 
ivr\v ,ich liess mich bethören'; Od. 21, 301 und 302: 3 dh cpoeol ßijoiv 
dßao&elg rjie ßfjv dßdxrjv b%ku)v ,er in seinem Sinne bethört ging, seine 
Bethörtheit tragend'; IL 8, 237: xffi* dßdxji aßaoag ,hast du mit solcher 
Bethörung bethörtf. 

äd&iv mit offnem Munde hauchen' (im Gegensatz zu <pvoav 7 pusten0. 
Aristot probl. 34, 7: yvowoi [ikv ydg ipvxQOV, dd^ovoi dh $£Q/*6v .. . 
6 d* dd^iov d&Qoov ixnvei, öio Ssq^ov ... 6 d* daofibg a&gaov 
exnvevoig (beim daofxog haucht man viele Luft aus). 

Ohne Zweifel aus dßdteiv. Gehört zu at]fJi, als äßqpi ,ich wehe, ich 
blase', goth. vaian, nhd. wehen, altincL vä: väti ,er wehf (siehe später). 
Fick l 4 , 553 setzt als nächste Grundlage ein aus vä ,wehen' abgeleitetes 
vad an und vergleicht unmittelbar ahd. wtyan 7 wehen, blasen', mhd. 
wä% ,das Wehen, Hauch, Duftf, wä^en ,duften'. 

ddojtero-s öfter bei Qu. Sm. für das gewöhnliche äonexog ,unsäglich, un- 
erm esslich S so 1, 111: ddonexov alyog. 1, 150: xolr\ ^laq^alqeoxev 
ddonexov ,sie glänzte sehr'; 3, 460: adonexa xioxueoxev. 3, 673 : adonexa 
vrjrjoavreg dovga , unzählige Speere aufhäufend'; 5, 108: ddonerov xdgxog, 
ebenso 6, 370 und 8,428; 6,619: adonexa cpvV av&Qwniuv. 6,444: 
dconexov oveiöog. 7, 193: öwq' ondoovotv da o 7t er a ,unermessliche 
Gaben werden sie verleihen'; 7, 250: ddonexov öeipa. 7, 680: % a ^bv 
ddü7t£iov. 8, 232: labg ddonexog ,zahlloses Kriegsvolk'. 10, 175: 
ddaneta naq>kd£ovia. 10, 309: adonexa xwxvovoav. 10, 398: ddonexov 
Iqqtyiiai. 13,93: adonera xuxvovxeg. 13,274: adonera nrjfiaxa. 

Die Form wird auf Grund missverstandener ,Vocalzerdehnung' vom 
Dichter gebildet sein. 

ddöxero-q, Nebenform zu aoxe%o-g ^unwiderstehlich, nicht zu ertragen'. 
Zweimal bei Homer. IL 5, 892: prjxQog xoi (xivog i'oxiv ddoxexov, ovx 
inißeixxov, ^gr^g. IL 24, 708: ndvxag ydg adoyerov Xxexo nev&og. — 
Oefter bei Qu. Sm., so 1, 166: i} ö* cga xvdtdaoxev ddoxetov ,sie stolzirte 
gewaltig einher'; 5, 144: drjgiv ddoyexov. 5, 360: ddoxetov kvooav. 
5,445: ddoxBxov doxalowoa ybetrübt'; 7, 151: /mokog adox^xog ,Kampf; 
9, 135: xxvneeoxov ddoytxov. 9, 361: ddoxexov lov. 
Auffällige Form, da eine einzig um des Verses willen vorgenommene 



Griechische Etymologie. 7 

Zerdehnung des d für die homerische Sprache durchaus unwahrscheinlich 
ist — Es gehört zu fy-w (aus aix) = altind. sah, ursprünglich ,stark sein, 
vermögen'. Zu vergleichen S. V. 2, 9, 3, 7, 3 : indrasja bähü . . . a-sahjau 
,Indras' Arme sind nicht zu bewältigen. 

ßctv&a eine Art Ohrgehänge. 

Hesych führt das Wort an, erklärt elöog Ivwtlov und giebt als Quelle 
Alkman an. 

di oder gewöhnlicher <&, eine der zahlreichen Nebenformen von alel ,immer*. 
Wahrscheinlich nicht homerisch; Od. 13. 109 steht vdar 1 alh vaovta, 
doch mit den Lesarten devdovta und devvdovra. Pindar hat ai frei- 
stehend nur Pyth. 9, 88: dk fie/nvärai ,stets gedenkt, aber 22 mal alei; 
sonst aber begegnet es noch mehrfach in den zusammengesetzten di- 
-vao-g ,immer fliessend, immer während*, so Pind. Pyth. 1, 6: äevdov nv- 
gog. OL 14, 12: uevaov xt^idv. Nem. 11, 8: devdoig Iv %qaici^aig. — 
Ferner Hesiod Werke 595: XQ*t v VS % ' oevdov und 737: uevdwv noxar- 
naiv (daneben v. 550; itoxafxwv omo deaovtwv)] Arist Wölk. 275: 
nivaoi vecpiXat. Xen. Kyr. 4, 3, 44: devaujveQov . . oljiov ,einen immer- 
währenderen dauernderen Reichthum*; Qu. Sm. 2. 624: devdy noxa^ilu 

&emqXio~q ^unerwünscht, unangehm*. 

Nur einmal bei Homer, wo die Form, da das unverkennbare beraubende 
d kein v hat, ohne Zweifel dßexrJAio-g lautet: II. 18, 77: na&ieiv t* 
dßexrjha FtQya ,Unerwünschtes erleiden. 

Schliesst sich an exrjAog, homerisch Fixr}i.og ,ruhig, behaglich* (IL 5, 
805 u. ö.) und weiter an ixtiv, homerisch ßexwv 7 wollend, freiwillig* 
(IL 4, 43 u. ö.).). Abulg. veselü ,heiter, erfreulich, angenehm'. Aind. vag: 
vdqmi ,ich verlange, wünsche, will (RV.), ptc. ugdnt- (aus *vagänt-) 
/wollend, bereitwillig, gern, freudig* (RV.); vdga-s , Wille, Wunsch, Be- 
lieben* (RV.). Abaktr. vag , wollen, wünschen, zufrieden sein*: 1. sing. 
vagemi ,ich wünsche*: vaqanh n. ,Gewalt, Wunsch, Wille*. 

d££>-eö&ai , wachsen, zunehmen, anschwellen* und ai£-eiv ,vergrössern, 
mehren, nähren, gedeihen machen*. Alt ohne Zweifel dßi^ea&ai, wie 
auch die nachhomerische Form au&od-ai (Hesiod. Theog. 493: tjv&to 
,es wuchs*; Pind. Pyth. 4, 279: av^exat) noch erweist: das d entwickelte 
sich vor altem anlautendem /. 

Od. 10, 93: dßigero xipa ,eine Welle schwoll auf, erhob sich 4 ; Od. 22, 
426: Trjlifiaxog de vkFov fihv dßi^ero ,T. wuchs seit kurzem heran*; 
IL 8, 66: dßigero Uqov fjfiaQ ,der Tag nahm zu* (vor Mittag); Od. 14, 
66: Spot rode Fkqyov dfi^erai ,mein Geschäft gedeiht*. Die active Form 
hat causale Bedeutung : Od. 9, 111: ofißgog dFi^ei ,Regen lässt gedeihen* ; 
Od. 13, 360: cpiXov vlov aßi^rj ,sie lässt meinen Sohn gedeihen*; IL 12, 
214: xgdrog aüv dßigetv ,die Macht vergrössern, vermehren*. 

Dazu: lat aux-ilium ,Mehrung, Förderung, Unterstützung*. 

Altir. öSj üas ,über*, in öchtur ,in superiore parte*, nasal ,superus, 



8 Griechische Etymologie. 

nobilis'; Kymr. uch ,supra', uchel ,altus'; altgaU. Uxelh-duwwn (bei 
Caesar). (Wiirdisch-Curt.) 

Goth. vahs-jan\ Matth. 6, 28: blomans haithjös . . vahsjand, ,die Blumen 
des Feldes wachsen'; Luk. 1, 80: thata barn vohs, ,das Kind wuchst — 
Nh<L wachsen. 

Altind. väksh wachsen'; perf. varvdksha ,er wuchs' (RV. 3, 7, 6: uksha . . 
jätra . . vavdksha ,wo der Stier gewachsen ist 4 ); praes. ükshati (aus 
vdkshati), ptc. ükshant-, RV. 1, 114, 7: ma nas ukshantam utd ma nas 
uJcshitdm . . vadhis ,nicht unsere noch wachsenden, nicht unsere heran, 
gewachsenen tödte'; causal RV. 10. 48, 8: ndva vrädhatas navatim ca 
vakshajam ,ueun und neunzig Starke Hess ich erstarken'; Nomina: vdk- 
shana-m ,Stärkung, Erfrischung' RV.), vakshdtha-s ,Wachsthum, Zunahme, 
Kräftigung' (RV.). 

Altbaktr. vakhsh: ukhshjä ,ich wachse', impf. 3. sing, vakshat ,es ge- 
deiht'; ptc. ukhshjant «wachsend', a-vakhshafit ,nicht wachsend' = ab- 
nehmend'. 
derö-g , Adler', jüngere Form für atEro-g (siehe später). 
äe&Xo-v ,Kampipreis', später a&kov. Daneben ae&ko-g ,Kampf, Wett- 
kampf, Anstrengung, Arbeit', später a&kog. Adj. ai&kiog ,zum Kampf 
gehörig' (Theogn. 257: Xmcog aed-kit] ,Kampfross'; auch noch Kallim. 
Del. 113: ai&kiov %itnov) % später a&ktog ,kampfvoll, mühevoll', ,unglück- 
lich, jammervoll, elend' (Aesch. Brachst Nauck 210: diotrjvov a&Uav 
(paßu). 

Homerisch wahrscheinlich ußtfrko-: auf einer pamphylischen Inschrift 
(Collitz 1267, 24) hat man mit gutem Grunde uße&ka an der Stelle des 
gelesenen ayeltka vermuthet Zusammengezogen sind die Vocale a -f- e 
bei Homer nur in «Wwv ,Kämpfe' (Od. 8, 160), u&ko-cpoQog ,Kampfpreise 
davon tragend 4 (IL 9, 124 — 266 und 11,699) und in den weiter zu- 
gehörigen a&kevwv ,sich quälend' (IL 24, 734), £&ktiv ,sich mühen' (IL 
7, 453 und 15, 30) und ä&krpfa , Wettkämpfer, Kämpfet (Od. 8, 164). — 
Weitere homerische Citate seien IL 22, 163: %*• de (xiya xalzai uße&kov, 
t] xQlnog i t ße yvvi) ,der grosse Kampfpreis liegt da, ein Dreifuss oder 
ein Weib'; IL 23, 753: ol xai iovtov aßi&kov neiQrjoeo&e ,diesen Wett- 
kampf versuchen werdef ; Od. 19, 572: xaxa&rjoa> aße&kov ,ich werde 
einen Wettkampf einrichten 4 ; Od. 8, 210: ög zig £eivod6x<i> ggida nQotpe- 
yrjrai aßi&hav ,wer seinen Wirth zum Streit der Wettkämpfe heraus- 
fordert^ Od. 4, 170: nokißag lu6yr t aev aßi&kovg ,viele Kämpfe erdiütete 
er'; dazu aßi&ktov ,Kampfpreis (IL 9, 124 — 266; 23, 537), ,Kampfgeräth' 
(Od. 21, 62; 117; 24,169). 

Gehört wohl zu lat avere ,sehr begierig sein, heftig verlangen' (Enn. 
trag. 70: anxmus atque aures avent avide exspectantes nuntium); avidus 
,begierig, wornach verlangend' (belli bei Liv. und Ov., caedis bei Iiv. und 
Ov., gloriae bei Cic), ,kampfbegierig, (Sali., Hör., Tac.) ; andere (wohl ans 
*avidere) ,sich erdreisten, kühn sein, wagen, (audentissimus qvisqve miles 



Griechische Etymologie. 9 

bei Tac.); — weiter zu altind. av: ävati ,er hat gern', ävana-m Be- 
günstigung, Wunsch, Eile*, dvas- ,Lust, Verlangen, Wftnsch', ävi- ,zu- 
gethan, günstig*. — Als Suffix würde sich darnach ein &ko ergeben, 
wie es auch enthalten scheint in v-&ko-g ,leeres Geschwätz, Possen', 
(Plat Theaet p 176 B: 6 keyofievog ygawv v&kog ^sogenanntes Altweiber- 
getratsch') oder wie sich zum Beispiel ein &kr t ablöst in yevi-&kr) ,Ge- 
schlecht, Stamm' (II. 19, 111 u. ö.). Curtius (249) dagegen theilt a-Fefr-ko-v 
und stellt es zu lat vad- ,Bürge', goth. vadi ,Pfand', mhd. wette ,Pfand' 
Kampfpreis, Kampf spiel', lit vadqju Jose etwas Verpfändetes ein', und 
ebenso Fick 2, 230. Das gothische vadi (vadja-) ,Angeld, Pfand, Ge- 
währ' (Kor. 2, 1, 22; 2, 5, 5; Ephes. 1, 14; Joh. Erkl. VI,d) aber nebst 
vadja-bökös , Verpflichtungsbrief , Schuldbrief' (Kol. 2, 14) und ga-vadjön 
,verloben' (Kor. 2, 11,2: gavadjöda izvis ainamma vaira ,ich verlobte 
euch einem Manne') schliesst sich offenbar an goth. ga-vidan ,verbinden' 
(Mark. 10, 9), das von den fraglichen griechischen Wörtern weit absteht 
äeüa ,ich brachte (die Nacht) zu', ein nur in wenigen alten Aoristformen 
lebendig erhaltenes Verb. Homerisches aßeoa nicht zu bezweifeln; dieses 
aus a-ßeo-oa hervorgegangen. LM bei Kuhn 22, 530—537. 

Sechsmal bei Homer: Od. 3, 151: vvxva ph aßiaafxev ,wir brachten 
die Nacht hin; Od. 19, 342: noklag yaQ di) vvxtag . . , ußeaa , viele 
Nächte brachte ich hin'; Od. 3, 490 — 15, 188; iWa 6i vvxt' aßeaav 
,da verbrachten sie die Nacht' (nachgeahmt von Ap. Rh. 4, 882: vvxx' 
äeoav); Od. 16, 367: vvxt* aoa/tiev (aus aßioa/Ae*) ,wir verbrachten die 
Nacht'; Od. 15, 40; &&a 6h vvxt* aßiaai ,dort verbringe die Nachf. 
Dazu gehörst wohl aiaxovxo ,sie ruheten, sie schliefen' (Hesych: aiaxovxo' 
avenavovro, ixoi/idvxo). Weiter aber schliessen sich an: avkrj (zunächst 
aus avokrj) ,Hofraum vor dem Hause', ,Viehhof, alkig, yAufenthaltsortf 
Nachtlager', aavu ,Stadf, l-aveiv ,die Nacht hinbringen, Nachtruhe halten' 
und auch kaxia ,Herd'. 

Lat als Verb, erloschen; dazu aber wohl Vesta, Göttin des Hauses 
und Herdes, vestibulum , Vorhof, Vorplatz, Vorhalle' und villa (aus 
vesla? die Form vella wurde nach Varro r. r. 1, 2, 14 von den Bauern 
gesprochen) ,Landhaus, Landgut, Vorwerk, Meierei'. 

Altar, foss ,Bleiben, Ruhen'; i fuss ,zu Hause'; ar-a-ossa (für ar-a- 
-fossa) ,qvae manet (Wind-Curt 207). 

Goth. visan ,bleiben'; Joh. 15, 10; visa in friathvai is ,ich bleibe in 
seiner liebe', gr. ftivw. Joh. 6, 56: in mis visith ,er bleibt in mir, h 
kfiol f.uv€i c . Kor. 1, 16, 6: at levis . . . vintru visa ,bei euch werde ich 
den Winter bleiben, /caQaxeiftaocj'. Luk. 10, 7: in thamma garda visaith 
,in dem Hause bleibet, ftivere'. Dann sehr oft, doch nicht im präsen- 
. tischen Indicativ und Optativ, für ,sein' (Mk. 9, 35 : visan f €hai* ; ebenso 
14, 64; Luk. 20, 20). Nhd. praet. war (mhd. was) 7 ptc. an-wesend, ab- 
wesend, gewesen] Nom. Wesen. 

Slav.-lit erloschen. 



10 Griechische Etymologie. 

Armen, gom ,ich bin, existire 4 (aus v&-mi oder vesff; Hiibschm. Arm. 
Stud. 25). 

Altind. vas: vdsati ,er verweilt 4 (RV.), ,er tibernachtet 4 (KV.); vasati-s 
f., ,Behausung* (RV.); väsd-s ,Wohnnng 4 (RV.), vastur ,Wohnstätte, Hans 
und Hof, Haus' (RV.); vasra-m ,Haus, Wohnung 4 (von Grammatikern 
angeführt). 

Altbaktr. vanh 7 wohnen ? bleiben 4 ; 3. sing, vanhaiti ,er weilt, er hält 
sich auf'. 
dea(-<pQov- (-cpQwv) ,bethörten Sinnes, unverständig 4 . Alt ohne Zweifel 
aßeol+f qcdv. 

Bei Homer dreimal: IL 20, 183: 3 <T i^cedog oid' aFeolcpQwv ,er ist 
bei Sinnen und nicht unverständig*; H. 23, 603: ou %i nagrjFoQog ovo 1 
aßeolqiQwv rjo&a ndgog ,f ruher warst du nicht iibermüthig noch unver- 
ständig 4 ; Od. 21, 302: aFeoLcpQOvi frvpqi ,mit unverständigem Sinn 4 und 
ausserdem in der abgeleiteten Form aFeoiq>Qoovvr) yünverständigkeit 4 (Od. 
15, 470). 

Die Erklärung des Wortes wird gegeben durch Od. 21, 301; 302: S dk 
<pQ€üi ßjjoiv dßaa&eig yw ßqv dßdjrjv o^^wy dfeolq>govi &v/niji ,in seinem 
Sinne bethört seine Strafe tragend in unverständigem Sinn 4 , womit auch zu 
vergleichen Od. 21, 297: o d 1 inel cpQivag aFaae Folvu* ,nachdem er seinen 
Sinn bethört durch Wein 4 . Es gehört also zu dduv, alt dßdeiv beschä- 
digen, bethören, verblenden 4 (Seite 4). Das e ist auffällig. Hesych fuhrt 
an: aaoiqtQovc ßlatplygovi, (pgevoßkaßei] bei ihm findet sich auch aeaig- 
no vog, ßlaßq. 
äeiniar- (äet-tpa) ,Bogen 4 . 

Zweimal bei Eallimachos: Hymn. Apoll. 33: to t y aejtiua to ^ti-xriov 
,sein Lyktischer Bogen 4 ; Hymn. Artem. 10: ifjtol d' evxaf*7ttg aefxiia ,mir 
(werden sie verfertigen) einen schön gekrümmten Bogen 4 . Hesych führt 
auf: aBfXfia' to^ov . ifidtiov. 

Etymologisch nicht verständlich. Etwa aus Steppa, a-fac-pa? 
äeq : dsiQeiv (aus dig-jetv. Alkäos Brachst 78 bei Bergk: diggei) auf- 
heben 4 , wahrscheinlich alt dFeigeiv. 

Oefter bei Homer, so: IL 7, 268: kafav dßelgag ,einen Stein aufhebend 4 ; 
IL 24, 590: £i>v d' evagoi ijFeiqav iv^iarrjv in arcrjvrjv ,hoben ihn auf 
den Wagen 4 ; IL 23, 856: ndvtag dßeigdpevog nelhceag FoIkovÖb q>€g£o&a> 
,er nehme sich alle Beile und trage sie nach Haus 4 ; 11. 23, 501: itpoa* 
afetgio&rjv ,sie erhoben sich 4 (von laufenden Pferden); Od. 19, 540: o ö* ig 
al&iga dlav dfig&rj ,(der Adler) erhob sich in den Aether 4 ; Od. 8, 375: 
dito %3-ovog vxpoo* dfeq&etg ßgrjidiwg /netfiÄeoxe ndgog rcoo\v ovdag 
ixio&ai ,schwang sich von der Erde auf und fing (den Ball), ehe er den 
Boden wieder berührte 4 ; IL 3,272 = 19,253: r t Foi nag tyyeog /Aiya 
xovlcov aifkv aßwgto (wird heissen müssen: aFogto) ,(das Messer) hing 
neben der Scheide 4 ; IL 21, 563: p a7z-aFeiQoiievov ,mich den Fortfliehen- 
den 4 ; U. 15, 680: nlovgag frv-aßelgezai %nrtovg ,(der Kunstreiter) nimmt 



Griechische Etymologie. 11 

sich vier Pferde'; IL 16, 341: 7tag-r]ß4g&r) dk xagt] ,das Haupt kam auf 
die Seite zu hängen'. — Mit Vocalzusammendrängung entsprang aus aelgeiv 
die Form aigeiv (siehe besonders) und im Anschluss daran auch die 
übrigen Verbalformen, wie von einer Verbalgrundform ag-. So hat auch 
schon Homer: aigovrag ,die aufhebenden' (IL 17, 724) und ag&elg ,sich 
erhebend' (IL 13, 63 und Od. 5, 393); Aeschylos zum Beispiel aigcig ,er- 
hebst du' (Choeph. 496) neben ueiget ,es erhebt' (Sieben 759 im Chorliede). 
Später bleiben die kürzeren Formen allein bestehen. 

An weiter zugehörigen Formen mögen genannt sein: aßegol-nodeg pL 
,die Füsse hebend, mit hochgehobenen Füssen sich bewegend' (IL 3, 327; 
18,532 und 23,475 von Pferden); aßogrrjg ,Tragband, Wehrgehenk' (IL 
11, 31 u. ö.); aoQxeio&ai ,hangen' (aogtrj&eig ,hangend' Archias in Anthol. 
Pal. 7, 696, 2), qoqti] ,in die Lunge mündendes Luftröhrenende', woran die 
Luftröhre gleichsam hängt (Hippokr.), ,die grosse aus dem Herzen aufsteigende 
Schlagader' (Arist de part anim. 2, 7) ; an-r;ßwgog ,weitab schwebend' (nur 
Od. 12, 435 von Zweigen, wo Nauck vermuthet a/crjogioi, wie AntiphiL 
in Anthol. Pal. 9, 71 beginnt: xkwveg a7trj6gioi ravarjg dgvog), peT-rßogog 
4n der Luft (eigentlich ,im Zwischenraum schwebend' (II. 8, 26; 23, 369), 
i7c-rjogog ,darüber schwebend' (Ap. Rh. 2, 1067; 3, 855; 4, 142); 7cag-r;ßogog 
,daneben gespannt 4 (IL 16, 471; 474), ,daneben hingestreckt (?) (IL 7, 156), 
^flatterhaft, übermüthig' (IL 23, 603), womit zu vergleichen IL 16, 341: 
7zagt]F4g&ri xagr] ,das Haupt kam auf die Seite zu hängen' und IL 3, 108: 
aißet ö* o7tXoTiga)v dvdgiDv cpgiveg rjßegt&ovrai ,der Sinn flattert, ist un- 
beständig'. 

Das anlautende a wird sich vor / entwickelt haben, wie in dßi&o&ai 
^wachsen' (Seite 7) und sonst oft (LM. Gramm. 1, 181). Die Bedeutung 
,aufheben' war vielleicht zunächst ,schweben machen', so dass ein intransi- 
tives ,schweben' würde zu Grunde gelegen haben. Naheliegende Vergleiche 
bieten sich nicht Hübschmann (bei Kuhn 23, 34) stellt aßeg : aelgu zu 
armen, ver ,oben' und (Seite 48) zu phiyg. ogov ,oben' = armen, i veroy. 

Alban. vjer ,auf hängen' und vär ,aufhängen, auftragen' (GMeyer bei Bezz. 
8, 191. 192. 194; Wb. 475) liegen vielleicht am nächsten. GMeyer freilich 
identificirt das mit lit sverjü ,ich wäge' und svdras ,Pfund, Gewicht', die 
zu nhd. schwer gehören und damit auf eine ganz andere Grundbedeutung 
hinweisen. Auch scheint sich im Griechischen das a vor anlautendem ß 
nur da entwickelt zu haben, wo das letztere wirklich den alten Anlaut 
bildete und nicht etwa noch den Zischlaut vor sich hatte. 
o£q- (arjg) ,Dunst, Nebel, Dunkel', ,untere Luftschichf ; ,Luff. Alt aßijg, 
da es äolisch avyg ist (Ahrens-Meister 1, HO). 

Homer hat neben nom. ar t g (IL 5, 864; Od. 7, 143; 9, 144) in den Casus- 
formen nur rjig-j warum nicht nom. rrfg? Nauck vermuthet es zu IL 
5, 864. Hippokrates 1, 530 und 531 (Kühn) und sonst oft bietet den Nomi- 
nativ rjrjg. Es bezeichnet bei Homer vorwiegend ,unsichtbar machenden 
Dunsf, besonders in Bezug auf die Götterwelt, ,Nebel, Dunkel'; so IL 3, 



12 Griechische Etymologie. 

381 «r 20, 444: Ixdkvipe <T ag* vjFigt nokkjj ,hüllte in dichtes Dunkel 4 ; 
Od. 8, 562: r t F4gi xal veif&kj) xexakvpfievai. Od. 7, 143: %i%o $ioq>axog 
dFi'g. Od. 9, 144: aFi t g ydg rcegt vrjval ßafrei %ev. IL 17, 649: TjFiga ftkv 
axiÖaaev xal wtiDOev oftixkijv (vorher heisst es V. 644: ov nrj dvvafiai 
Fiöieiv . . . rjFigi ydg xctt^oitcm). IL 5, 864: o%r\ d* ix veqpiiov igeßtvvrj 
giaivercu aFt]g xatpiatog II; dvifioio 6vadFlog ogpvfiivoio ,dunkel erscheint 
bei dem Sturm nach der Schwüle 4 . Die ,untere Luftschicht 4 im Gegensatz 
zum Aether ist aFyg bei Homer nur IL 14, 28S: // {ikaxf}) . . . naxgoTdrrj 
uetpvvia öi* t]F4gog alöig* ixavep. Die Bedeutung ,Luft* ist erst nach- 
homerisch, so Ar. Wolken 198: ugog rov diga «|w diarglßeiv ,an der freien 
Luft aussen sich aufhalten 4 ; Meander (Meineke fragm. com. 4, 227, 7): 
Maitaaag %6v diga %ov xoivov ,du athmetest die gemeisame Luft ein 4 . — 
Dazu: ^oq>ov ijFegoFevra ,den dunkeln Westen' (IL 12, 240); aniog rjFe- 
goFudr t g ,dunkle Grotte 4 (Od. 12, 80). Minder verständlich ist die Verbin- 
dung xrßvyuov . . . rjFegoqxjiytJv (IL 18, 505), was nicht sein kann ,luft- 
durchtönend 4 . 

Die Zusammenstellung mit Sr^i ,ich wehe 4 (Curt 386), sowie die mit 
aeigeiv ,heben' bei Fick (2, 246), ist wegen des homerischen Gebrauches 
von aßt,Q durchaus unwahrscheinlich. 
cr&co-s ,Sonne', dorische Form für tjiktog und rjfoog (siehe später). 

Oefter bei Pindar, so Ol. 1, 5; 2, 32; 3, 24 und sonst; einige Male mit 
Vocalzusammenziehung ukiog (Nem. 7, 73 ; Brachst 98, 2). 

Aus aFikiog und älterem *oäFekwg. Hesych führt dßiktog ,Sonne' als 
kretisch an und dßekirjv als pamphylisch in der Bedeutung r\kiaxr\v 
(, Sonnenumlauf ?). 
d£Xio-q ,Schwager, dessen Frau die Schwester der eigenen Frau ist 4 (Hesych: 
diktoi' ot döekqtag yvvatxag ioxrjxoteg, [ijyovv ovyyafjßgoi]), Nebenform 
zu alikio-g (siehe später). 
äekka ,Sturmwind', alt ohne Zweifel aFekka, da es äolisch avekka lautet 
So wissen wir aus Hesych, bei dem die betreffenden Worte (aveovkkai' 
dikkai. rcaga dxk , übergeschrieben w) in sehr wahrscheinlicher Weise von 
Ahrens gebessert sind: al'ekkai' aekkat itagd IdknaUp. 

Oefter bei Homer, so: IL 2, 293: ov neg aFekkai xiip^ttu Felkuoiv 
^welchen (Seefahrenden) die winterlichen Stürme bedrängen 4 ; IL 11, 297: 
IntgäF&l . . dFikkrj ,heftig wehendem Sturme 4 ; IL 13, 334: wg <$' o#* vno 
iuyißwv nviftiior anigxojoiv aFekkai ,wie wenn Stürme daher fahren durch 
brausende Winde'; IL 13, 795: dgyakiwv dvififiwv . . . aFikkjj ,dem Sturme 
heftiger Winde' ; Od. 5, 292 : aFikkag Ttavrolcjv avifiwv ,die Stürme mannig- 
facher Winde'. Vom Staube IL 1 6,374 : vtpi ö * aFekka oxidiajo ,hoch breitete 
sich der Staubwirbel aus. — Dazu aFekko-nog ,mit stürmischen = sturm- 
schnellen Füssen' (IL 8, 409 = 24, 77 = 1 59). 

Bei dem gewöhnlich angenommenen Zusammenhange mit drjvai, alt 
dFrjvai ,wehen' würden bezüglich des Suffixes zu vergleichen sein &vekka 
,Sturmwind' (11.6,346: xaxtj dvipoio d-iekka u. ö.) und pdxekka ,breite 



Griechische Etymologie. 13 

Hacke' (II. 2 1 , 259). Die Suffixform -skia eitstand wohl aus -ckja 7 wobei 
erwähnt sein mag, dass Hesych auch ein ueikrj * rcvoi] ,das Wehen, Wind' 
aufführt. Sollte aber nicht aßeXka eher zur Wurzelform Fek ,drängen, 
drehen' und also zu eikeiv, alt feile tv (Fikjuv) ,drängen' gehören, das 
schon II. 2, 293 mit äfella verbunden (aßelkat . . feilcootv) erschien? 
Dann würde noch weiter zu vergleichen sein: Geopon. 1, 11, 7: Srjoa cpvkla 
havila v/cd avifiojv ei'/.ov^sva ,trockenes Laub vom Winde im Wirbel ent- 
gegen getrieben'; lat volvere ,drehen, wirbeln', wie Verg. Aen. 2, 759: ignis 
edax summa ad fastigia ventö volvitur ,wirbelt im Winde' oder Aen. 11, 876 : 
volvitur ad mürös cäligine turbidus aträ pulvis ,der Staub wirbelt zu den 
Mauern'; auch altind. ür-mis (aus *var-mi-) ,Woge, Welle' (KV.), das Lexi- 
kographen auch in den Bedeutungen , Andrang', ,Eile', schneller Gang* 
aufführen. 
aelXiq- (askkrjg) , wirbelnd', alt wahrscheinlich aßekkig-. 

Nur II. 3, 13: äs aga taiv vnb 7toqa\ xovloakog wqvvt* aßekkf t g ko%o- 
/uevojv ,unter den Füssen der Gehenden erhob sich wirbelnd das Staubgewölk'. 

Wird eng mit dem ebenbesprochenen aßekka ,Sturmwind', das II. 16, 374 
auch vom Staube gebraucht erschien, zusammenhängen und in Ueberein- 
stimmung mit ihm auch altes inneres ß enthalten. 
äo$o-q ,Diener, Opferdiener'. 
Aesch. Agam. 231: g>gao€v ö* antotg naxrig per' ev%av . . , kaßeiv 
aiQÖr ( v ,es gebot der Vater den Opferdienern nach dem Gebet (die Tochter) 
emporzuhalten'. 

ao£oi führt Hesych aus Kallimachos an mit der Erläuterung 7 uayetgot. 
vmqQitai. ^egarcoweg. cixolov&ot' und er hat auch zugehörige Verbal- 
formen: ao&ov. id-eganevov und das Futur aoCijOw' dia'/.ovrjow. vuovq- 
riot». Alozvkog 'EXevoivloiot. Unmittelbar dazu gehört wohl a£oi, das 
Athenäos 6, 267, aufführt: xakouvrai <T ol öovkoi, u>g piv Kkeitagxög 
(pt]Oiv h taig rituooaig 7 aCoi xal &€QduovTeg xal axokov&oi xal dta- 
xovoi xal vrzriQiiai. 

Unter verschiedenen formell möglichen Erklärungen wüssten wir keine 
als besonders wahrscheinlich zu bezeichnen. 
aoöoetv ,beistehen, helfen'; aoooqtqg ^Beistand, Helfer 1 . 

Das substantivische aoaaqrtjg begegnet fünfmal bei Homer, nämlich 

IL 15, 254: roiov tot aooorjTrjga Kgovlwv . . ngoirjxe rtayeorapevai xai 

ttpvvetv ,einen solchen Helfer sandte dir Zeus zum Beistande und zur 
Abwehr* und ausserdem IL 15, 735; 22, 233; Od. 4, 165 und 23, 119. 
Das zu Grunde liegende aooaetv taucht erst spät auf; es findet sich bei 
Moschos 4, 110: r(o fuhv aooorjotti kekirjfihog verlangend ihm zu helfen'. 
Als weitere Grundlage darf man ein nominales *doaoog ,helfend' muth- 
maassen. 

Darf man das ooo für suffixal halten, etwa wie sichs findet in veoo- 
an-g (aus veßo-xjo?) ,Thierjunges' (11.2,311 und 9, 323), so liegt sehr 
nah, an Zusammenhang zu denken mit altind. av: dvaü ,er fördert, er- 



14 Griechische Etymologie. 

quiekt, unterstützt (KV.), ävas- n. ,Förderung, Hülfe, Erquickung* (RV.), 
avasjati ,er sucht Hülfe' (RV. 1, 116, 23: avasjatdi ,dem Hülfesuchenden*). 
So urtheilt auch Fick 2, 27; ganz abweichend davon aber vergleicht er 
1 4 , 324 altind. säkhä ,Freund* (RV. 1, 63, 4; 1, 170, 3; 1, 187, 3) und lat 
socius ,Genosse* (Plaut Amph. 384; Rud. 161 ; 1023), ohne indess die Form 
genauer zu erläutern. 
äoQ- ,Schwert*. 

Oefter bei Homer, so IL 21, 173; Od. 10, 321; 11, 24: aog 6§v egvo- 
odjuevog nagd /drjgov. Od. 8, 403: zod' aog rzayxdkxeov, ($ "erci x0J7crj 
agyvgirj, xoleov di veßotcglozov kktyavtog ,ehernes Schwert mit silber- 
nem Griff und elfenbeinerner Scheide'; Dat aogi (IL 10, 484 = 21, 21; 
20, 290), Acc. pl. aoga (Od. 17, 222; schlechte Lesart aogag). 

Ausser dem Griechischen nicht nachgewiesen. Kaum zu altind. asi-s 
lat ensi-s, so dass etwa -oo Suffix wäre. Gewiss nicht zu deigeo&at 
schweben, hangen*. 
äoQ- ,Frau* (Hesych: aogeg' yvvalxeg kiyovzat q zglnodeg und dogwv' 
yvvaixwv). 

Zu der auffälligen Zusammenstellung von yvvaixeg und tgbtodeg ist 
zu vergleichen IL 22, 164, wo rj zgiixog fjßk yvvrj als Kampfpreis genannt 
werden. 

Kaum wird oag, homerisch ßoag , Gattin' (IL 5, 486 und 9, 327) zu 
vergleichen sein. Eher liesse sich vielleicht an ovv-yogog ^verbunden, 
gesellt* (Od. 8, 99), ,Gattin* (ovv-aogog Eur. Alk. 824; Orest 654; 1556; 
1566) denken. Oder ist etwa die ganze Aufstellung von ao^- ,Frau* bedenklich? 
äoQo-q ,Schlaf, als Nebenform von aiogog, findet sich Jacobs del. epigr. 
7,21,2: AWjuaCw ... ovo' aXkwv lat; ißdgvv' dogovg ,ich schwärme 
fröhlich, störte aber den Schlaf Anderer nicht*. 

Hesych führt an aogog' avrtvog ,schlaflos*. Medvpvaioi. 
äoQtr} ,Ende der Luftröhre durch das diese in die Lunge ausläuft, an dem 
die Lunge gleichsam hängt*; ,die grosse aus dem linken Herzbeutel auf- 
steigende Schlagader*. 

So ist anzuführen aus Hippokrates: öid zov ßgoyxov xal zwv dogziwv, 
al §vv4xovoi tüv nkevfxova xal zov ßgoyxov ,die die Lunge und Luftröhre 
zusammenhalten*, und aus Aristoteles (de pari anim. 2, 7): dq> 3 btazigag 
zijg (fXißog, zrjg ze (xeydkrjg xal zijg xahovfiivrig dogzrjg. 

Wird alt dßogzrj gelautet haben und sich eng anschliessen an deg- } 
aßeg-: ieigciv ,aufheben* (Seite 11), so dass als seine erste Bedeutung 
wohl ,die Aufhebende, die zum Aufhängen Dienende* gedacht ist 
doQTYjQ ,Tragband, Wehrgehenk 4 siehe zu deg: delgeiv ,aufheben* (S. 11). 
doXXiq (dokrfg) zusammengedrängt, versammelt, wahrscheinlich alt 
d F o X k 4 g. 

Oefter bei Homer, so II 23, 233 : dßokkieg ryegi&ovzo ,sie versammelten 
sich dicht gedrängt*; IL 12, 78: rtdvzeg knaipiB^ dFoXXieg, lasst uns alle 
insgesammt folgen*; Od. 3, 165: avv vtjvolv dFoXXioiv ,mit allen Schiffen*. 



Griechische Etymologie. 15 

Eigentlich wohl, wie schon Seite 1 ausgesprochen wurde, ^demselben 
Gedränge, derselben Schaar angehörig', von einem muthmaasslichen *okkog-, 
alt *ßokXog- ,Gedrange', das eng mit ovlaf.wg, homerisch ßovXafiog oder 
äolisch foUafio-g (so schreibt auch Fick) ,Gedränge, Schaar' (11.4, 251? 
273; 20,113; 379) zusammenhing und sich weiter anschloss an eiXetv, 
alt feile iv (aus ßeljeiv) ,drängen'. 
äi\-tit ,ich wehe', alt aßrj/ui, wie sich aus den zugehörigen Formen mit 
iv- und av- deutlich ergiebt 

An einzelnen Formen seien genannt: Hes. Werke 516: aßrjai ,er wehtf; 
IL 9, 5: 3 dual aßrjrov ,sie wehen'; Od. 12, 325 und 14, 458: aßrj ,er 
wehete'; IL 23, 214 und Od. 3, 176: aßrjfievai ,wehen' (dafür: aßrjvai Od, 
3,183; 10,25); 11.5,526: aßineg ,wehend'; Pind. Isthm. 3,27: passiv 
arjiai ,es wird geweht, fliegt hin'; IL 21, 386; \h>p<)g aßqro ,die Leiden- 
schaft wurde gewehet, wurde getrieben'; Od. 6, 131: aßrjuevog ,gewehet, 
vom Winde angegriffen'. 

Dazu gehören: aßrjTrj ,das Wehen' (IL 15, 626; Hes. Werke 645; 675); 
«ßipr r g ,das Wehen' (IL 14,254; Od. 4,567 und 9,139, jedesmal im 
Plural); axQ-äßig- ,scharf wehend, stark wehend' (Od. 2, 421; 14,253; 
299); ah-äßig- ,auf dem Meere wehend' (Od. 4, 361); laß ig- (aus £cr- 
-äßig-) heftig wehend' (IL 12, 157; Od. 5, 368; 12, 313, wo aoc. Cärjv); 
v7ceQ-äߣg- ,sehr heftig wehend' (IL 11, 297), duo-äßeg- gefährlich wehend 
(IL 5, 865; 23, 200; Od. 5, 295; 12, 289; 13, 99); — ferner aog- nvevyLa 
rj iafia [arifxal] (Hesych); aatetv ,mit offnem Munde hauchen' (S. 6), 
aio&eiv ,ausathmen, aushauchen' (11.16,468; 20,403); Sekla ,Sturmwind' 
(vielleicht aber nicht hierher; siehe Seite 12); avrpjj und avTftyv ,Hauoh, 
Athem, Dunst 4 (Hom.), avgq ,Luft, Wind' (Hom.), ovQog ,Wind' (Hom.). 

aßr^i mit vor dem ß entwickelten a, wie in aßi^ea&ai (Seite 7), 
aßeo a ,ich brachte (die Nacht) zu' (S. 9) und sonst 

Lat. verbal erloschen; dazu aber ventus ,Wind' und wohl auch vannere 
,Getreide schwingen, im Winde reinigen'. 

Altir. feth ,Hauch, Luftzug', tin-feth ,das Anhauchen'; — Kymr. awely 
arem. ausl, körn, auhel ,Luftzug, Wind' (Wind.-Curt 387); — Eambr. 
gwynt m. ,Wind' (Fick. 2 4 , 228). 

Goth. va-ian ,wehen' fJoh. 6, 18: vinda mikilamma vaiandin ,da ein 
starker Wind wehte'; Matth 7, 25 und 27: vaivvwn vindos ,die Winde 
weheten'); nhd. wehen; — dazu goth. vinds } nhd. Wind; goth. vinthi- 
-skaurö ,Wurf schaufei' (Luk. 3, 17) und dis-vinthjan ,worfeln, wie Getreide 
schwingen, Xt^iav 1 (Luk. 20, 18). 

Lit verbal erloschen ; dazu aber vieja-s ,Wind', ö-ra-s ,Luft, Wetter' (Curt 
387) ; vetau, vityti ,windigen, worfeln' (Fick. 2, 228). 
Altbulg. ve-jarti ,wehen'. 

Armen, od ,Wind' = altind. vata- (Hübschm. bei Kuhn 23, 19). 
Altini vä : vati ,er wehf (RV.); dazu vata-s ,Wind' (KV,), vä-jü-a 
,Wind' (RV.). 



16 Griechische Etymologie. 

Altbaktr. vä: väiti ,er wehtf; väta m. ,Wind', väiti- , Wehen, Wind*. 
&}ro-g ,ungestnm, heftig' (?). 

Nur II. 21, 395, wo Ares die Athene anwillig anfährt: Üeovg sgidi £t*r- 
Biavvug &(xqooq arjrov fyovoa* etwa ,mit frechem Math'. Hesych fahrt 
drjTovg' jueydkag ans Aeschylos* Athamas an. 

Vielleicht homerisch afrjog- dann könnte altind. a-vätctr ,unangegriffen, 
unangreifbar* (RV.) genau entsprechen, das aber schon als a-ovrog ,un- 
verwundetf wieder erkannt wurde, und von Fick (2, 321) auch mit a-aä- 
%og ,unversehrt, unverletzlich' (Seite 4) identificirt wird. Formell mög 
lieh wäre auch Uebereinstimmung mit goth. vöda ,wüthend, toll, besessen* 
(Mk. 5, 15; 16; 18). Die verbreitete Ansicht, dass arjrog mit dem aueb 
homerischen a%r\%og identisch sei, hat keinen Boden. 
tnjr&tf&ac ,fliegen'. 

Nur Aratos 522: oüa ol iyyvg Ztjvng drjjeirat ptlyag ayyekog ,ihm 
nah fliegt des Zeus grosser Bote' (Adler, als Sternbild). 

Aus altem dßrjrieo&ai hervorgegangen, da sichs an £ij/u, alt aßr.^i 
,ich wehe' (S. 15) anschliesst Seine nächste Grundlage bildet vielleicht 
das eben daher entsprungene dßrjrrjg ,das Wehen, Wind', so dass das 
Fliegen vom Wind-machen bezeichnet sein könnte. Es darf daran erinnert 
werden, das die schnellfliegende Iris bei Homer östers als aFeklo-nog 
mit stürmischen — sturmschnellen Füssen' (IL 8, 490 — 24, 77 — 159) und 
Tvoö-rjveftog ,fusswindig, mit den Füssen Wind machend' (IL 2, 786 u. ö.) 
bezeichnet ist. 
ai\66v (drjdviv) ,Nachtigall'; alt dßrjdaiv, wie sich aus der dialektischen 
Form afiqdov (Hesych: aßqöova' dqdova) ergiebt 

Zuerst Od. 19, 518, mythisch personificirt: wg <T oxe TlavÖdgeto xovqf 
XAcijgtyfg (die gelbliche'?) IdFrfitov xahov dFeidrjatv ßiagog veßov laxa- 
fiivoio devÖQWv h nexd'koiai xa&eKoftivrj ftvxtvoiotv , r\ re &af.id tqw- 
Tttooa xifei izo'kvFr\%£a q>wvr\v ,welche häufig wechselnd die klangreiche 
Stimme ergiessf. Dann seien noch angeführt Hes. Werke 203: %Qife jegoo- 
iei/teiv drjöova 7totyul6Ö£iQov (,bunthalsige'j . . . tjjd' eig fj a av eyw 
neg ayu), xal doidov iovaav, und Simonides Bruchs! 73; eu* 9 dqdoveg 
7coi.vxajTiloi, x'kwQCLvxeveg, elagival. Aeolisch drfiiav (Ahrens-Meister 1, 66). 

Bedeutet wahrscheinlich ,die Sängerin' (dqdwv qöei Arist hist an. 4, 108 
und 9, 255. Theogn. 939: ov dvvauai cpwvrj Uy' deidi^ev warteg dijdwv) 
und steht in nahem Zusammenhang mit deldeiv, alt dßeldeiv, wobei frei- 
lich das Verhältniss der Vocale rj-.ei noch nicht deutlich ist. Das d vor 
altem ß entwickelte sich wie in dfil-eo&ai ,wachsen* (S. 7) und sonst 

Lat. erloschen. 

Zu lit vadinti ,rufen', vad-ika-s ,Lockvogel' (Fick 2, 245). 

Zu altind. vad: vddati oder vädatai ,er sagt, redef, von Vögeln ,er 
lässt die Stimme ertönen': KV. 2, 43, 1: vdjas vädantas ,singende Vögel*; 
10,146,2: vrshäravaja vädatai jdd upa-dvati eieeikds, äghätibhis iva 
dhävdjan in Ludwigs Uebersetzung ,wenn auf des Vrshärava (Grass- 



L": 



:ir- 

j * - 



1 r 






Griechische Etymologie. 17 

R": mann ,Uhu') Ruf antwortet der Ciccika (Grassmann ,Papagei'J, wie mit 

Glöcklein gleichsam läutend'; väda-s , Ausspruch, Aeusserung', ,Laut, Ruf 
f. (eines Thieres) ; vädin- ,redend, sprechend'. — Nahverwandt wohl altind. 

vand : vdndatai ,er rühmt, er preist' (RV.). 
dijavQO-q ,beweglich' (?). Alt wohl aßrjOVQO-g. 

Nur Aesch. Prom. 452: xarwQvxeg d* i'vaiov war* qtjovqoi fivQftrjxeg 
avTQwv iv ttvxoig avrjXloig ,(die Menschen) wohnten eingegraben gleich 
wimmelnden (so Voss) Ameisen in sonnenlosen Höhlen' und Ap. Rh. 2, 
1103: avrctQ o y rjfiariog phv kv ovgeoi (pvXX* hlvaaaev %vi&6v kn 
axQOTatotoiv arjovQog axQCfioveooiv ,(der Nord) schüttelte am Tage nur 
ein wenig an den äussersten Zweigspitzen wehend (?)'. 

An der zweiten Stelle liegt der Gedanke an einen Zusammenhang mit 
aijfui ,ich wehe 4 (Seite 15) nah; dann könnte altind. vätula- , windig, 
schmeichelnd', m. ,Sturmwind' fast genau entsprechen. 
6^övXo-q ,frevelhaft' (?). Alt wohl aßijovXo-g. 

Nur IL 5, 876, wo Ares die Athene bezeichnet als ovXofiiv^v, jj %' alßiv 
arjovXa ßigya pifirjXev ,die immer Frevelhaftes im Sinn haf. 

Der oft wiederholten Zusammenstellung mit aiovXog ,frevelhaff wider- 
streben die Laute. 
ätoro-g ,Wolle'; übertragen ,das Feinste, Beste'; später auch awto-v. Ob 
alt aßuno-g?. 

Fünfmal bei Homer: Od. 1, 443: xcxaXvpnivog olog atotq). IL 13, 599: 
Zwidrjoev IvaTQoq)^) olog aa/rip, aq>evö6vrj 9 also ein ,aus Wolle gedreheter 
Strick der Schleuder'; ebenso 11.13,716: ivatQoqxp olog ackip. Od. 9, 
434: amov d-eoneoloio vwke^iwg otQecp^elg ixoprjv ,an der Wolle (des 
Widders) hielt ich mich' ; IL 9 , 66 1 : otogeoav Xixog • • • XCL ' e <* re fäyog 
t€ Xivoto re Xentov auaxov ist vielleicht ,f eines Wollgewebe' (nicht ,Leinen'?) 
gemeint Pindar hat das Wort 17 mal, stets bildlich wie Ol. 1, 15: ayXat- 
texat de xal (xovotxag iv awr^t ,er glänzt in der Blüthe des Gesanges' 
oder OL 9, 19: otecpaviDv atotot ,die schönsten Kränze'; also ähnlich wie 
altind Qikhä- ,Haarbusch', ,Pfauenkamm' auch für ,das beste in seiner Art' 
gebraucht wird. Das ungeschlechtige Smto-v begegnet erst bei Ap. Rh. 4, 
176: xqvgbov kyvneQ&ev aonov ßeßQ &ei, wo also der Gebrauch mit dem 
homerischen stimmt, während Eallimachos, Theokrit und andere sich dem 
Pindarischen Gebrauche anschliessen. Siehe Buttmann Lexil. 2, 13 — 19. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht gefunden. 
dioriev schlafen'. Alt wohl äßwtieiv. 

Zweimal bei Homer: IL 10, 159: %L ndvvv%ov vnrov atoieig und Od. 
10, 548: fxr(Kitt viv evdovveg atariere yXvxov vnvov. — Dazu wird auch 
atjQo-g ,Schlaf' gehören. 

Fick l 3 , 759 und l 4 , 553 stellt es zu altind. vä:väjati, aor. d-va-&t 

,welk werden, müde werden', ,sich erschöpfen, erliegen', wie es sich zum 

Beispiel findet RV. 7, 67, 8: nd väjanti subhüas daivdjuHäs Jdi väm 

. dhürshü tardnajas vdhanti ,nicht ermüden die starken, von den Göttern 

Leo Meyer, Griechische Etymologie. 2 



'/!'• 



-r, ' 






18 Griechische Etymologie. 

angespannten (Bosse), welche euch an Deichseln rasch vorwärts strebend 
ziehen' ; RV. 8, 43, 7 : bdpsat agnis nd väjati ,kauend wird Agnis nicht 
müde' (= ,er wird nicht müde zu kauen, zu verzehren 1 ); RV. 8, 31, 6: nd 
ta vägaishu väjatas ,nicht nehmen die beiden an Kräften (?) ab'. Dazu 
nachvedische abhi-väta- ,matt, siech', ud-vä ,matt werden, hinsterben'; vom 
Feuer so viel als ,in sich erlöschen'; nis-vä ,erlöschen', upa-vä ,durch Ver- 
trocknen ausgehen, eintrocknen*. 

So würde sich also in einem alten dßuneiv das a vor 5 entwickelt 
haben, wie in a-ßi&a&at , wachsen' (Seite 7) und sonst, und das r , wie 
auch durchaus nicht zu bezweifeln ist, dem suffixalen Worttheile angehören. 
aöv- (ccüjv), Name eines Fisches. 

Athenaos 7,321 und 327 führt aus Epicharmos an: aorcg <pdygoi te 
kafaaxig re (drei Namen von Fischen). Auch Hesych hat awv • Ix&vg noiog. 

Dunkler Herkunft 
äioQo-q ,Schlaf, Nebenform des oben (Seite 14) schon genannten gleich* 
bedeutenden aoQo-g; später mit zusammengezogenen Vocalen wqog (Kallim. 
Brachst 150.) 

Sappho Brachst 57: dq>\hxX(tolg dk fiilaig rvxrog atogog. 

Gehört ohne Zweifel zu awrelv ,schlafen', mit dem es auch Fick l 3 , 759 
und 1 4 , 553 verbindet, der es zunächst zusammenstellt mit ags. verig ,müde 
mattf (von Wegen, vom Kampf und sonst; dazu medo-verig ,vom Meth- 
tnnken angegriffen, berauschf , ahd. wuorag ,berauschf , alts. wörag, wdrig 
,müde, ermüdef ; ags. sfö-wörig ,vom Wege müde' HeL 660; 670 u. ö.). 
äo>Qo-q als Adjectiv ist noch unverstanden 

in den Worten Od. 12, 89 : vrjg (der Skylle) . . . Ttodeg elai. dviodexa 
ndvxeg atoQoi. Curtius 348 vermuthet Zusammenhang mit äs(> : aelQetv 
aufheben' (Seite 10) und die Bedeutung ,sch webend'. 
dteiv ,wahrnehmen, hören'. 

Alt ißuiVy wie verwandte Formen (lat audire ,hören', altincL av-) er- 
geben; also so auch homerisch. Weiter aus aßlo-jeiv: so ergeben zugehörige 
Formen, wie k7t-alo%og (Hdt 3, 15: Inalaxog fyiveto ,er wurde erkannt, 
wurde entdeckt'; 2, 119: inatatog hytveio tovio iqyaa^iivog ,es wurde 
bekannt, dass er diess gethan hatte') und cuod-dveod-ai (aus *aFio&avea&ai) 
^wahrnehmen, bemerken'. 

Oefter bei Homer, so IL 21, 388: aFu ,er hörte'; IL 10, 532: xvv7tot aßu 
,er hörte das Geräusch'; U. 11, 463: tq)q d* aFuv fi-djw%o$ ,dreimal hörte 
er den Schreienden'; IL 18, 222: aßtov Fo7tu ,sie hörten die Stimme'; (ML 
9,401: ßaßijg dflovreg ,das Rufen hörend' (auch Od. 14,266; 17,435); 
IL 15, 248: vvx aFLeig o pe . . . ßakev AiFag ^bemerkst du nicht, dass 
Aias mich getroffen'? Od. 18, 11: ovx aßleig ovi drj fioi imlll£ovai be- 
merkst du nicht, dass sie mir mit den Augen zuwinken'? IL 11, 532: ttiqyrjg 
afioneg ,den Schlag empfindend, fühlend'. — Hesych führt an: oere* 
cBKovaate ,höref und «et* xkxwic. 

Lot •sieht nah: au-düre (wohl aus *au»~dire, weiter *avis-dire) ,bören'. 



Griechische Etymologie. 19 

Altir. con-n-di ,qvi serva^, for-ta-eom-ai-som ,servat id ille'; — Kymr. 
eun ,to listen'; — irisch -di, -ai ist zunächst = avit (Wind.-Curt 386). 

Altbulg. j-ave joffenbar', vrmü ,Sinn, Verstand' (Fick 2, 27). 
ä(etv aushauchend Alt wahrscheinlich aßleiv und dieses muthmaasslich aus 
*aßiqjuv, da alo&eiv, alt wahrscheinlich aßio&eiv, ,aushauchen' unmittel- 
bar znr Seite steht 

Nur IL 15,252: xal dfj %yiay* tfpafirjv vixvag xal diHfi 'Aldcto rj/uan, 
rtjid' oipeo&ai, iittl cpllov aßtov rjroQ ,(Vom Stein getroffen) glaubte ich 
zu sterben, da ich mein Leben aushauchte' = ,meine Besinnung verlor'. 
Hektor sprich ts, und von ihm hiess es im Vorausgehenden (IL 14, 418): 
Inso* "ExioQog wxa x a t* a l P&og iv xovlrjoiv und erst v. 436, nachdem er 
fortgetragen und mit Wasser benetzt, heisst es S <T aii7tvivSh\ xal a^- 
öqoxbv oq&akfioloiv ; aber er fällt wieder nieder, v. 438 : rd di Fol oaae 
vvS btalvtpe pikaiva. Aehnlich heisst es von der Ohmacht der Andro- 
mache IL 22, 467 : njv dk xar' 6cp^aXfio)v iQeßßvvi] vv§ exakvxpev, fjgtrte 
d* l^oniou), and di ^pv^v kxarcvaaev. Von einem Sterbenden sagt ApolL 
Bhod. 4, 472: &vfiov avanveltov. 

Neben aletv aushauchen' steht gleichbedeutend äio$eiv, alt wahr- 
scheinlich aßto&ew, das mittels des verbalen # von einem Nominalstamm 
*aßiQ- gebildet zu sein scheint, und nur zweimal bei Homer begegnet: 
IL 16, 468: o <T eßgaxe &v(x6v aßlo&tov ,(das tödüich verwundete Pferd) 
schrie auf, das Leben aushauchend' und gleich darauf v. 469: ano 6 J 
IWorro &v(tog, und IL 20, 403: avtag o &vfidv aßio&e xal ijovyev ,(der 
verwundete Hippodamas) hauchte sein Leben aus, brüllend' (wie ein Stier) 
und gleich darauf: Un* oaria &vpog. Ganz ähnlich sagt der Gothe Mark. 
15, 37 und 39: uz-ön, i%iftv$voev ,er hauchte seinen Geist aus' (von Christus). 

Gehört vermuthlich zu Srjfii, alt aPr^ii ,ich wehe' (Seite t5), altincL 
vä : vati ,er weht', neben welchem letzteren noch insbesondere erwähnt 
sein mag das zusammengesetzte nir-väü ,er erlischt' (nir~vä-sjatas praM- 
pasja gikhä-iva ,sie werden erlöschen wie die Flamme der Lampe') nebst 
dem substantivischen nir-vä-nars ,das Erlöschen', das zu-Ende-Gehen, Ver- 
schwinden, Auflösung'. 
t% : ctfaaeiv (aus *atxjsiv oder wohl altem *aßixjeiv) ,sich schwingen, sich 
heftig bewegen' nebst alxri ,das heftige Andringen'. 

Oft bei Homer; stets mit intransitiver Bedeutung ,sich schwingen, sich 
rasch bewegen'; bisweilen in medialer Form. Mit kurzem a bei Homer 
nur IL 21, 126: fiiXaivav q>$l% vncl£>ei i%&vg ,zum dunkeln Gekräusel (der 
Oberfläche) wird ein Fisch emporschnellen'. Ausserdem mögen angeführt 
eem IL 21, 254: ttji Fevxwg ijßigev ,dem (Adler) gleich schwang er sich'; 
IL 24, 97: ig ovqovov aßix&rjrr]* ,sie flogen zum Himmel auf'; Od. 10, 495: 
toI di oxtal aßiooovaiv ,die anderen aber (im Gegensatz zum vernunft- 
begabten Teireeias) schwingen sich (oder ,schweben^ als Schatten'; 0<L 
lty 99: xamov 6* elßor dguifisy ärtb %$evbg Afitooovra ,nur Bauch sahen 
wir von der Erde aufsteigen 4 . 

2* 



20 Griechische Etymologie. 



Das substantivische <uxi$ bei Homer nur IL 15, 709: ovd' aga rot ye 
xo^cjv aßtxag a/d(pig pivov ovöi x* axovxwv ,sie erwarteten nicht das An- 
dringen der Pfeile und Wurfspeere'; daneben ist anzuführen Apoll. Rhod. 
4, 818: wxelag avifiwv alxag Iqv&iv ,die Angriffe der Winde zurück- 
halten', woraus ein substantivisches alx- zu entnehmen ist — Hesych führt 
an: aeixag. jucf%ag, OQfxag. rj ßokag xo^wv. 

Drei zugehörige homerische Zusammensetzungen sind auch noch zu er- 
wähnen: nokv-alx- ,reich an Anstürmen, an Angriffen' (ftokvaßlxog 
7txoki(ioio IL 1, 165; 20, 328; Od 11,314; xapiaxog nokvaFi% ,mit vielen An- 
stürmen verbundene Anstrengung' IL 5,81 1); xoov&-alx- ,im Helm anstürmend' 
(nur IL 22, 132 : ßiaov 'Ewakito xoQv&aßixt mokepioxfjy, xQixaix- ,im (blossen 
oder vollen?) Haar anstürmend' (nur Od. 19, 177: JwQieig xe xoixaFlxeg). 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch unaufgehellt 
äixko-v und mit Vocalzusammenziehung alxko-v, Benennung einer Mahl- 
zeit bei den Lakonen. 

Epicharm. (bei Athen. 4, 139, B): Ixakeoe ydo xv reg kre aixkov atxwv, 
xv dh ixwv $X €0 TQ£X<*>v. Athen. 4, 139, C: iv ök xfj ^iaxedaifxovt xolg 
eloiovoiv elg xo q>tdlxiov pexa ÖBinvov xb xakovpevov aixkov eiocptoovoiv 
aqtovg iv aQQt%ldi xal xoiag ixaoxqt, xal xq> vifxovxi Tag ixoloag axokov- 
&ü)v 6 diaxovog xrjQvxxei %6 aixkov rtoooxi&eig xov nifnpavxog xfjv ovo- 
fxaolav. Athen. 4, 139, B: xb dk aixkov vnb fikv x<Zv akkwv AtJQiiwv 
xakelxai d&nvov. — Dazu: in-aixko-v ,Nachtisch' (bei den Lakonen); 
Athen. 14, 664, E: Moknig d* 6 ^idxwv xä naget xolg 27taQtiaxaig inai- 
xka y o orjfiialvei xag irtidemvldag , fnaxxiag qtrjol kiyea&ai naoa xolg 
akkoig. Menipp. (bei Athen. 14, 664, E) : to di xoiovxov deinvov ol fikv 
'Axxixol nooorjyoQevov knidoQTtiOfia, ol dl Juyoieig inaixkov, xwv (T ak- 
kwv 'Ekkyvwv ol nkelaxoi inldei7tva. Persaios (bei Athen. 4, 140, F): 
iftatxka' xavxa di iaxiv fxexa delrcvov XQayrj/uara. 

Dunkler Herkunft 
<* r f?j-S ?der Geliebte'. 

Theokr. IdylL 12 trägt es als Ueberschrift In ihr heisst es Vers 14: 
xbv <T bxeqov nakiv äg xev o Qeooakbg einoi dlxrjv (so bei Ahrens; 
Meineke giebt alxav) ,den andern würde der Thessaler ilxrjg nennen'; es 
ist der ,6eliebte' im Gegensatz zu dem Knabenliebenden Xonvikog = elarcv^ 
kag Vers 13. Also ein th essaiisches Wort Es wird noch genannt Vers 20: 
xov xaolevvog alxew ,des anmuthigen Geliebten'. Auch Lykophr. hat es 
(461: im Gen. aixä). 

Gehört wohl zu dem schon S. 13 genannten altind. av: ävati ,er fördert, 
er begünstigt , ,er ist jemandem hold, er erquickt' (RV.); dazu au-män- 
(aus av-mdn~) m. ,Gunst, Freundlichkeif (RV.) oder auch dwman (RV.); 
ü'-mars ,guter Freund, Genosse, Mitglied einer Verbindung oder Verbrüde- 
rung* (RV.), so dass es also alt afixrjg gelautet haben wird. 
'Auf- CAig) mit den Nebenformen 'Aldy-g und Ididwvev'g, alt wahr- 
echeinlich "Afid-, idfldyg, 'Aßidwvevg, Name des Unterweltgottes. 



Griechische Etymologie. 21 

'Aßidrjg öfter bei Homer, so IL 15, 188: tgelg ydg x* h. Kqovov dpilv 
adeXgteol, ovg T&e 'Pety, Zeig xai iyu> (Poseidaon spricht), xqlicetog d' 
Aßidrfi higoiai ßavdaowv. IL 15, 191: 'Aßidrjg ök Xd%ev l&qiov yßBQo- 
ßerra. IL 5, 395: 'Aßldrjg . . . jceXaigiog. IL 9, 158: *Aßl&r\g toi apiüXi- 
%og yd* aödfiaarog* rovvexa xai %e ßQoxolot -fretiv ex&iorog artdvrwv. 
IL 21, 48 : TtefixpifABv dg 'Aßidao ,des Avides' nämlich ,Haus, Wohnung 4 . 
— Bei Pindar 'Alöäg, so OL 9, 33. — Etwa 40 Mal hat Homer daneben 
die kurze Form "Aßid-, nur im gen. "Aßidog und &aX."Aßidt,\ so IL 3, 
322 : dvvat ddfxov "Aßidog etoio. H. 6, 422 : oi (äIv ndvreg l({> xlov ijfAari 
"Aßiöog eioto. IL 13, 415: eig ''Aßiöog tcbq Xovtol uvXd^iao xqozbqoIo. IL 
16, 856: ipvxtj ö* £x §e&iiov 7tTan4vr)"Aßid6ode ßeßrjxei; IL 5, 654:*Aßidi 
xXv%onu>X*p. — Zweimal hat Homer die Form 'Aidwveig, nämlich IL 20, 
61: ßdva^ iviquiv 'Aßidwvevg und IL 5, 190: xai fiiv iyci y* Ifpdprjv 
'Aßiötovrjßl TtQoictxpeiv. Ob dieses etwa zunächst von einem local zu 
denkenden *'Aßidtov- (,Unterwelt*?) ausging? — Die attische Form qörjg 
(siehe weiterhin) wird später geradezu für ,Unterweltf gebraucht, so Aesch. 
Prom. 1029: elg dvavyrjrov fioXeiv a Aidrjv ,in den glanzlosen Hades kommen 4 
und Soph. Aias 1194: dvvat . . . %bv rcoXvxoivov *Aidäv ,in den vielen 
gemeinsamen Hades eingehen 1 . 

Die alte Ableitung aus dem beraubenden av-(a-) ,un' und ßtdeiv ,sehen': 
,der Unsichtbare 4 oder, wie Döderlein wollte, ,der unsichtbar Machende' ist 
durchaus unwahrscheinlich. 

äiötq- (did^g) ^unsichtbar, weggetilgtf, alt ohne Zweifel aßiddg. 

Nur Hesiod Schild 477: toi 6h rdcpov xai afjfx aßidkg 7tolrjoev i 'Avav- 
Qog, Sfißgip x € W e Ql<t> nXrj&iov ,dessen Grab und Grabmal machte unsicht- 
bar (= ,vertilgteO der (Fluss) Anauros, von Winterregen gefüllt'. 

Beruht auf ßtd-: ßtdeiv ,sehen' (siehe später) und wurde ganz so ge- 
bildet wie die homerischen a-oivrjg ^unbeschädigt , unverletzt* (Od. 11, HO 
«=12,137), a-TeXrjg ,unvollendetf (Od. 17, 546), a-ßeXnnfjg ,ungehofft, un- 
erwartet (Od. 5, 408), d-ßäyrjg ,unzerbrechlich* (Od. 11, 575), d-7tev&rjg ,un- 
erforscht, unbekannt' (Od. 3, 88). 

diöi}Xo-g ,Vernichtung verursachend, verderblich'; alt wohl dßldriXog. 

Zwölfmal bei Homer, darunter einmal (II. 21, 220) adverbiell. So II. 
2,455: nvQ aßldtjXov vom ,verzehrenden Feuer' (auch 11.9,436 und 11, 
155); mehrere Male vom Ares (11.5,897; Od. 8, 309; auch rdäe ßigy' 
aßidrjXa IL 5, 757 und 872; an der vorletzten Stelle giebt eine andere 
Lesart xaQiegd und unmittelbar folgen die Worte baodxiov %e xai olov 
amiXeoe Xaßbv *A%aißiZv fidifj), der es selbst IL 5, 880 schmähend von der 
Athene gebraucht; dann vom Waffen zutragenden Melanthios (Od. 22, 165) 
und von den Freiern (Od. 16, 29 und 23, 303: dvdgwv ^vr]OTrJQwv . . . 
aßlör]Xov o/uiXov). Der Skamandros sagt zu Achilleus (IL 21, 220): oh de 
xjelvetg aßidrjXiüg. — Anders als bei Homer scheint dlär)Xo-g von Hesiod 
und Sophokles gebraucht zu sein, nämlich Hes. Werke 756: ftrjd 3 UqoIoiv 

: in ai&ofiivoiQi xvQrjoag /nw^evetv didrjla ,tadle nicht, wenn du zu den 



82 Griechische Etymologie. 

flammenden Opfern kommst, die geheimen (?) Gebräuche' und Soph. Aias 
608: %6v anoxQonov aldrjlov "Aidav, was erklärt wird ,den unsichtbaren 

— dunkeln'; unmittelbar voraus gehen hier die Worte xaxav Ihzld* %wv 
fet fii Kor avvaetVj die Furcht, dass ich hinwandern werde in den — '. 
Buttmann (Lexil. 1, 233—236) bespricht das Wort und fügt noch einige 

. Stellen zu, so aus einem alten Epigramm: aldäkog . . . rt^a ,das verderb- 
liche Glück 1 . Ob es etwa unmittelbar auf 'Aldrj-g ,6ott der Unterweif 
(Seite 20) zurückführt, so dass lat infernäli-s ,unterirdisch' (zu infernos 
,in der Unterwelt befindlich* Verg. Aen. 6, 106; 138; 8, 244), das allerdings 

. erst um den Beginn des fünften Jahrhunderts auftaucht, sich vergleichen 
Hesse? Wie weit man die homerischen aiCfllo-g ^unsichtbar* (nur IL 2, 
318, wo aber die Lesart schwankt), ßixrjko-g, ruhig, behaglich' (IL 5, 805 
u. ö\), evxrjlog ,ruhig, ungestört* (IL 1, 354 u. ö.), lei/fluijAo-s ,laut brüllend' 
(IL 18, 580) oder auch die in der Betonung abweichenden arcori^cs, trügerisch' 
(II. lj526) 7 xaTaQgiyr)k6g ,schauderhafy entsetzlich' (Od. 14, 226), vdQTjko-g wäs- 

. serig, nass' (Od. 9, 133), Ixpr^kog ,hoch' (IL 2, 395; 3, 384) im Einzelnen 
zum Vergleich heranziehen darf, ist nicht deutlich. Die Vermuthung (Hoff- 
mann Gr. dial. 1, 306) aber, dass <u- der Präposition altbaktn avi ,in, zu', 
entspreche, kann nur als äusserst gewagt bezeichnet werden. 

icUdio-q immerwährend, ewig*. 

Hom. hymn. 29 (an Hestie), 3: 'Eotir), ij .... edgrjv älöiov %ka%B ,die 
(in den Wohnungen aller Götter und Menschen) einen ewigen Sitz zu Theil 
erhielt'; Hes. Schild. 310: oi /uhv &$' alötov d%ov novov ,sie hatten ewige 
Arbeif ; Thuk. 4, 63 : ig aläiov Ivfißfipiev ,lasst uns für ewig Frieden schliessen'. 
Ging von aUl ,immer' (siehe später) aus, ruht aber zunächst auf einer 
des inneren i beraubten Form, wie wir eine solche schon oben (Seite 7) 
in di kennen lernten. Ganz entsprechende Ableitungen auf l-diog von Ad- 
verbien hat Homer nicht, falls nicht möglicher Weise ßgrjldiog Reicht, 

• mühelos' so aufzufassen ist Weiter vergleichbar sind aber doch: di%&a- 
diog ,zweifach, doppelf (IL 9, 411 und 14, 21; vom Adverb 6t%9a ,in zwei 
Theile'); iiivvv$cidiog ,kurze Zeit dauernd 1 (IL 1, 352 u. ö., von iilwv&a 
,ein klein wenig 4 ), xQvmadtog ,heimlich, verborgen' (IL 1, 542 u. ö.; zu 

. %QV7tzog ,verborgen' (IL 14, 168); xovgidiog, wohl ,als Jüngling (novQog) 
oder Jungfrau (xovgrj) vermählt' (IL 1,114 u.ö.), knivBq>qidtog ,an den 
Nieren {vaq>Qog) befindlich' (IL 21, 204) , inaartldtog (,unter dem Schilde 
(aortld-) befindlich' (IL 13, 158 u. ö.). Vergleichbare nachhomerische Formen 
sind: alqtvidiog ,plötzlioh' (Thuk. 2, 61, 3, von aiyvtjg — i^aicpvrfi ,plötzlich'), 
ka&Qlöiog ,heimüch' (Orph. Arg. 89 1 ; von kd&ga ,heimlich'), 7tQooxHdiog ,vorn 
{tzqoo&b) befindlich' (Nonn.), oftio&idiog ,hinten {omo&e) befindlich' (Kall. 

. Artem- 151), navQidiog ,wenig' (Hes. Werke 133; zu navQog ,klein, gering'). 

— Hesych führt auf aeidirjg' ael ovorjg und detdwv a&vvaov, ael ov. 
diöv6-$ ,verborgen, dunkel'. 

Hes. Theog. 860 : ovgeog iv ßrjoorjoiv aidvfjg ,in den dunkeln Schluchten 
des Gebirges'; unbekannter Dichter (angeführt bei Plut mor. 394, A): 



Griechische Etymologie. 23 

yvxrog di&vag ,der dunkeln Nacht'; Orph. Arg. 1032: xrjpeg cudval. Ap. 
Eh. 1, 389: negl di ocptv dcövrj xrpue Xvyvvg ßQi&oovvii]. Hesyoh führt an: 
aidvov • fiilav. rj aq>aviorix6v. Xiyovoi dk xal tov wxeavov nrjXbv atdrov. 
Da die alte Form wohl aFidvo-g lautete , scheint der Gedanke an die 
Zusammensetzung von av- (<*-) ,un-' mit einer Participialbildung von ßtdelv 
,sehen' (siehe später): *ßidvo-g ,gesehen' nahe zu liegen, wonach die ur- 
sprüngliche Bedeutung ,ungesehen' sein würde: unmöglich aber kann zum 
Beispiel atövtj . . Xvyvig (Ap. Rh. 1, 389) ,dunkler Rauch' zuerst ,unge- 
sehener oder ^unsichtbarer Bauch' gewesen sein. Wir beschränken uns hier 
darauf, noch ein paar weitere Formen auf -vo aus der homerischen Sprache 
aufzuführen: cnudvog schwach, unansehnlich' (Od. 5, 217 u. ö.), xeövog ,sorg- 
sam, verständig 4 (Od 1 7 335 u. ö.), ,werfh, theuer' (IL 9, 586 u. ö.), tydhog 
,dünn, spärlich' (IL 2, 219), opeQdvog ,furchtbar, grässlich 4 (IL 5, 742 u. ö.), 
ftsqxvog, eine Adlerart (II. 24, 316), xqautvog ,schnell, heftig' (IL 5, 223 u. ö.) 7 
Ttvxvog ,dicht, fesf (IL 7, 61 u. ö.), ,verständig l (IL 3, 202 u. ö.), axiXmtög 
glänzend' (IL 14, 351), Igepvog 7 dunkel' (IL 4, 167 u. ö.). 

di^Xo-s. 

Nur IL 2, 318, wo aber die Lesart sehr schwankt Siehe aQlfyXo-g. 

Alaoeiv ,sich schwingen*, siehe unter aix- : alooeiv (Seite 19). 

äla&siv aushauchen', siehe unter dletv ^aushauchen' (Seite 19). 

d*( ,immer'; bisweilen uel. 

Bei Homer nur dreimal: IL 12, 211: "Extoq aei piv .... IL 23, 648: 
wg fjiev aei pifivrjoai. Od. 15, 379 : old %e &vfAOv aei dfioieooiv . . . neben 
sehr häufigem alet und aliv. Auch Pindar hat gewöhnlich alei oder aliv 
und nur ein paar Mal aei (OL 10, 10; Kern. 8, 22; Isthm. 7, 13). Dann 
aber ists die gewöhnliche Form der Attiker; Aeschylos hats mehrfach (Prom. 
162; 519 u. ö.), sehr häufig Sophokles (so Aiaa 1; 117, 292 u. ö.). 

Entsprang aus älterm alei, aus dem auch ai (Seite 7) hervorging, wie 
zum Beispiel aetog jAdler* (Seite 8) aus älterem aletog. Das innere i 
erlosch vor folgendem Vocal. 

dtid-eiv ,singen', alt aßeideiv, da es lakonisch aßeidw (Ahrens 2,48) 
lautet und eine böotische Inschrift (bei Bezz. 5, 220) an zugehörigen Formen 
mit noch unversehrtem Digamma bietet: §aipaßvdog (dafür bei Hdt 5, 67: 
§aipq>dovg y aus §a\p-aoidoig), avXaßvdog, xi&agaßvdog, xQayaßvdog (auch 
eine Inschrift von Kerkyra hat xQayaßvdü und xtopiaßvddg (2 mal). Mit 
vocalisirtem / schliessen sich an: avdrj ,Stimme' (II. 1, 249) und vSelv 
fingen' (Kallim. Zeig 76: ideiopev ,wir singen'; Hesych bietet: vdelv 
Vfiveiv, [aldeiv], qdeiv, Xdyetv). 

Oefter bei Homer, so IL 1, 1: (jrpiv aßetde &ed. U. 9, 189: aßeide d* 
aqa xXiße* avögur. Od. 1, 155: o q>OQfil£wv dveßdXXero xaXov aßeideiv. 
Od. 19, 519: dg d' ore navödgeo) xovqtj %Xü)Qrj\g Idßrjdiüv xaXbv ccßei- 
dijoiv. Od. 21, 411: ?/ 6* vnb xaXov aßeuie, xeXtdovi ßetxiXrj aidrjv ,(die 
Bogensehne, vevgrj) sang (erklang) schön, einer Schwalbe an Stimme gleich'. 
Die spätere Form lautet mit zusammengezogenen Vocalen qdeiv, so Aesch. 



24 Griechische Etymologie. 

Choeph. 1025. Alle zugehörigen Verbalformen haben inneres et: mit 01 
stehen zur Seite die nominalen aßoido-g ,Sänger' und aßoidr} ,Gesang*, 
SO H. 24,721: naQa ö eloav aßotdoig, &Qrjvwv i^d^xova 3 o% %e axovoßeaoav 
aßotdrjv. Od. 1,325: zoioi d' aßoiöog äßeide negixkvrog. Od. 3,267: aßoidog 
avrJQ ,ein gesangeskundiger Mann'; IL 2, 595: Movoai . . . Oa/uvgtv . . . 
navoav aßoidrjg. Aus aoidrj entsprang später mit Verbalzusammenziehung 
(pdrj; Soph. El. 88: rcokkag fxkv &qtjvu>v (jidag ,viele Trauergesänge'. 

Verwandtschaft mit a^dtiv, alt aßrjöaiv f,Sängerin' =) Nachtigall' wurde 
schon oben (Seite 16) als wahrscheinlich bezeichnet Das a wird sich vor 
/ entwickelt haben, wie öfters (LM. Gramm. 1, 181), und -ßetd- ruht mög- 
licher Weise auf einem alten -ßevd-. Es mag dabei hervorgehoben sein, 
dass lebendige Verbalgrundformen auf -evd im Griechischen überhaupt sehr 
selten sind; etwas häufiger unter ihnen ist nur OTcivd-siv ,ausgiessen' (IL 
11, 775; 16, 227; 23, 196; Aorist otteioav Od. 3, 342 = 395 — 7, 228); 
daneben begegnet noch vivd-ei ,er benagt* (Hes. Werke 524) und die Futur- 
form xeioecai (aus *xivd-oerai) ,es wird fassen, Platz haben für 4 (Od. 18, 17). 
Lat erloschen. 

Altir. faed , Schrei' ; kymr. gwaedd , Geschrei, Ruf ', ,laute Wehklage'; altir, 
form (aus fo-n-d) ,Ton, Laut', yGesang*. (Stokes in Kuhn Beitr. 8, 330 und 
bei Bezzenb. 11, 78). 

Ahd. far-wäzan ,verweigern, zurückweisen', ,verfluchen' ; alts. far-wätan 
,verfluchen'. 
Lit vad-inü ,ich rufe, locke, nenne'. 
Abulg. vad-iti ,anklagen'. 

Aind. vad : vddati ,er redet, spricht, ,lobsingt', ,lässt die Stimme er- 
schallen' t (von Vögeln, Fröschen), ,ertönt, erklingt' (von Peitsche, Harfe, Pauke; 
RV. 2, 43, 3: gahunai . . . jdd ud-pätan vddasi harharis Jdthä ,o Vogel 
Qakunis, wenn du auffliegend singst wie eine Zither'); bhadra-vädin- 
,Glück verkündend' (RV. 2, 42, 2 und 3 von gakunä-s ,Haher' (?)); vand: 
vdndatai ,er preist, er rühmt'; RV. 5, 28, 4 : dgnai vdndai tdva grijam ,Agnis, 
ich preise deine Herrlichkeif. 
de(öeko-q ,nicht zu sehen, unsichtbar', wohl alt aßeideko-g. 

Hesiod Brachst 96: oxxi xe %zqo\ kaßeoxev, äßeldeka narra tI&boxev 
,er machte alles unsichtbar, beseitigte alles'. 

Scheint von ßidelv ,sehen' (siehe später) ausgegangen und av- (a-) 
,un-' als ersten Theil zu enthalten, so dass also a-ßiozo-g (= lat in-vi- 
su8 ,unge8ehen, noch nicht gesehen' bei Cic.) ,ungesehen, vertilgt' (IL 14, 
258; Od. 1, 235) unmittelbar zu vergleichen sein würde. AehnHche Adjec- 
tivformen auf e-ko bei Homer sind ßelxekog ,ähnlich, vergleichbar' (IL 
4, 253 u. ö.) nebst kni-ßeLxekog ,ähnlich' (IL 1, 265 u. ö.) und &eoßeixekog 
,gottähnlich' (IL 1, 131 u. ö.), ßUekog ,ähnlich' (IL 2, 478 u. ö.), Sioxekog 
,wunderbar' (?) (11.3, 130; 23, 107; Od. II, 374; 610), dva-ni^pekog ,schwer 
zu befahren' (?) (IL 16, 748 vom Meere), k7ti-£a<pekog ,heftig' (IL 9, 525; 
das Adverb, mit auffälliger Betonung: hni-^arpekwg IL 9, 516 und Od. 67 



Griechische Etymologie. 25 

330), dteXog ,sichtbar (IL 10, 466), Iv-deUXog ,sehr sichtbar, deutlich (0<L 
2, 167 u. ö.), öeieXog abendlich' (Od. 17, 606; ra. ,Abend' IL 21, 232). — 
Hesych fährt an: aeiäiXiog' xaraQaTog ,verflucht', detvog. — 

dtiQeiv aufheben' siehe unter a€Q- : aelQeiv (S. 10.). 
äotööq ,Sänger* siehe unter aeldeiv fingen' (S. 24). 
dv-tiv ,laut rufend 

Ausser bei Homer auch bei einigen spätem Dichtern begegnend. In 
den präsentischen Formen hat sich früh diphthongisches av gebildet, so 
hat Homer das Imperfect ave ,er rief laut' (IL 11, 461 ; 13, 477; 20, 48 und 
51). Ausserdem mögen angeführt sein IL 5, 784: ijiae ,sie rief; IL 3, 81: 
tiaxqov avae ,er rief weithin' d.i. ,laut'; 11.4,508: Tqwsooi dk xixXev 
avaag ,er ermunterte die Troer mit lautem Kuf; IL 13, 409: xagq>aXiov 
di ßoi aanXg ini&Qi^avrog avotv %y%€og ,dumpf (eigentlich ,trocken') er- 
klang der Schild als der Speer ihn streifte' und IL 13, 441: drj tote y 
avov avaev igeixofieyog ubqI öoqFl ,der Panzer {%vzu)v) erklang dumpf 
(eigentlich ,trocken') im Zerbrechen'. 

Dazu avxi'i ,lautes Rufen, Kriegsgeschrei , Kampf und avrieiv ,laut 
rufen', so IL 2, 153: atrij d' ovQavbv Ixev ßoixade ßufiivcjv ,das Geschrei 
der nach Hause Strebenden erreichte den Himmel'; IL 12, 377: §t*v d' kßd- 
Xovxo paxBod'ai Ivavxtov, wqxo d* avrf. IL 1,492: no&ieaxe d* avrtjv 
je TtroXeftov tb ,er sehnte sich nach Kriegsgeschrei und Kampf; II. 20, 
50: }taxQdv avxei ,sie rief laut' und IL 12, 160: xoQv&eg d* afirp' alov 
avjevv fiaXXopevai fivXdxeooi xal aonidtg ojtKpaXofeaaai ,die Helme, von 
Steinen getroffen, erklangen dumpf (eigentlich ,trockenO. 

Fick 2 3 , 34 (und l 4 , 552) stellt es zu lat wäre ,frohlocken, jubeln', alt- 
bulg. v-y-jq, v-y-ti ,tönen, brüllen, heulen', vy-tije n. ,Geheiü', altind. u : 
ävatai ,brüllen' (nur bei Gramm.), neben welchem letzteren auch genannt 
werden kann: u : u-ndurti ,er ruft' (RV. 5, 31, 1: yütha iva pagvds vi 
unauti gaupas ,gleichwie der Hirt Heerden des Viehes anruft'). Die Ent- 
wicklung der griechischen Laute wird dabei aber noch nicht völlig klar: 
avei ,er ruft* würde auf ein aß-jei zurückführen können, aber wie konnte 
gedehntes v neben a entspringen? Zwischen a und v scheint ein constan- 
tisches Element geschwunden. Die zur Erklärung versuchten Ansehungen 
von Fick { } av-aw = äßeoaß') und Curtius (388 : ,avoai wohl für a-ßi- 
-oai) vgl. Xoß-eaaa 1 ) treffen die Hauptschwierigkeit der Form gar nicht 

dvrnfi ,das Wehen, Hauch, Athem, Duft'. 

Oefter bei Homer, so Od. 11, 400: ogaäg aQyaXiwv aviftwv a^iiyaQTOv 
dvTLtrjv ,das unerfreuliche Wehen beschwerlicher Winde'; IL 21, 366 ow- 
M 'Htpaioroto ,Gluthhauch des Feuers'; IL 9, 609 und 10, 89 : elg 8 x* 
dvTfirj h otrj&eoi pivj] ,so lange der Athem in der Brust dauert'; Od. 12, 
369: xvlooTjg d^cprjXv^e ßrjdug avrfiri ,des Fettdampfes süsser Duft'; — 
Dazu dvTfxiv- ,das Wehen, Hauch, Athem': Od. 3, 289: Xiyißußv ä' dvi- 
f.iiov in avjfiiiva x*vw ?er ergoss das Wehen brausender Winde'; IL 23, 



S6 Griechische Etymologie. 

765 : xad 8 y aga ßot xecpaXrjg g&F' ävzfiiva dlog 'Odvaoevg ,haucbte seinen 
Athem'. 

Gehört zn aijjui, alt a-ßr r pu ,wehen' (Seite 15). Neben dem / erlosch 
der folgende Vocal (Hesych bietet noch aetfwv za nvsvfia ,Hauch', das 
aus aßerfiov entstanden sein wird) und das ß wurde dann zu v vocahsirt, 
ganz ähnlich wie zum Beispiel in vitvo-g neben altind. svdpna-s ,Schlaf 
oder in niavqeg (IL 15 ? 680 u. ö.; zunächst aus *7tizvgeg) neben %iaaageg 
(IL 2, 618 u. ö.; aus ^zirßageg) ,vier^ Die Suffixform ist eine ungewöhn- 
lichere, erscheint aber zum Beispiel noch in ly-e-zfii) ,Auftrag' (IL 1 7 495; 
5, 818 u. ö.) und mit geringer Abweichung in i^e-T/uo- (IL 1, 435 u. ö.) 
= lat remo- (aus *resmo-, *re-tmo-) jRuder* und AcrJ-x/uar- ,Schlund, Tiefe' 
(II. 19, 297 iL ö.) und im Altindischen in ätmän- (wohl aus *an-tmän- y zu 
an : dniti 9 er haucht, er athmef) ,Hauch, Athem, Lebenshauch, Lebens- 
geistf (RV.). 

dv<?caX£o-$ schmutzig, struppig'. 

Nur Od. 19, 327 : ei xev ccvazaXiog, xaxa ßetfxivog iv fieyaQoiotv daivvjj 
,wenn du schmutzig, schlecht gekleidet im Hause ässesf, wo aber wohl 
ein alter Fehler steckt, etwa ei xe drj avazaXiog (ei xev <$' avoz.) oder 
ei fxiv x' avataUog sich lesen Hesse, und Hesiod Schild 265 : x^grj, 
avazaXirj, Itfuji xatarceTtvfjvla ,bleich, schmutzig (?), von Hunger zu- 
sammengesunken', von der personificirten Trauer (A%Xvg) gesagt, wo wohl 
auch nur aiazaXiq das Sichtige ist Bei späteren Dichtern begegnet nur 
avazaXiog mit diphthongischem av, wie Ap. Bh. 2, 200: rclvq zi ol av- 
azaXiog %Q<*>g laxXfjxet ,von Schmutz trocken starrte seine Häuf, und diese 
Form scheint bei ihrem nicht wohl zu bezweifelnden Zusammenhange mit 
avog (aus *avoog) ,trocken' allein berechtigt Die Bedeutung ,schmutzig, 
starr von Schmutz' entwickelte sich aus ,trocken', wie auch sonst, so steht 
Homer's auxpeiv ,schmutzig sein' (Od. 24, 250: yfJQag XvyQov fyei a' avx~ 
fteig je xaxwg xal aßeixia ßiaaai ,du bist übel schmutzig*) neben avxfiog 
/Trockenheit, Dürre' (Hdt 2, 13; 4, 198). 

&ovxo-q ,unverwundetf. 

Nur Ilias 18,536: SXXov twöv fyovoa veßovrazov, aXXov aovxov ,den 
einen nach frischer Verwundung lebendig haltend, einen andern unver- 
wundetf, von der Todesgöttinn gesagt. 

Wegen des ursprünglich folgenden, auch wohl noch homerischen (a- 
-ßovzo-g), ß verlor av- ,un-' seinen Nasal. In dem participiellen -ovro- 
,verwundef liegt noch die einfache Nominalform vor, von der das abge- 
leitete ovtav ,verwunden' (ovzrjae ,er verwundete' IL 11, 434 u. ö.) ausging. 
Vielleicht entstand es aus *a-ßovzo- (Fick 2, 231 setzt an: a-ovro-g aus *a- 
-ovvrog = *aßovrog) und hängt eng zusammen mit wveiXrj (aus ßwTeiXrj, 
wie noch Hesychs yazeiXal ovXal ,Wunden, Narben' erweist) ,Wunde' (IL 
18, 351 : h ö* wzeiXag nkrjoav aXeltpaxog ,sie füllten die Wunden mit 
Salbe'; IL 21, 122: per' Ix&voiv, oi o' (ireiXyg alp' aTtoXtxfi^oovrat ,die 
das Blut der Wunde ablecken werden'; also schon ohne ß~), lit vöti-s 



Griechische Etymologie. 2? 

, Wunde, Geschwür*, voteli-s ^kleines Geschwür'. Auch Hesychs ßwt[e]d- 
Istv ßaXXetv ,werfen, treffen' darf wohl als dialektische Form für oitd- 
Utr ^verwunden' mit ß an der Stelle von altem anlautendem / gelten. 

Lat nicht erhalten. 

Altir. foth: acc. pl. futhu ,stigmata, Wundmale', co fothea-sa ,dass ich 
beisse 4 (Wind, bei Curt Stud. 7, 379). 

Goth. vwnda- ,wund' (Mark. 12, 4: hatibith vundan brahtSdim ^machten 
am Haupte wund', IxcqHxXalwoav schlugen an den Kopf). — Nhd. wwnd. 
— Fick 2, 231 fügt mit Recht hinzu anord. vinna ,bewirken, zufügen' be- 
sonders ,Schaden': vinna sverdhs eggja spor ,Spur der Schwertschneiden 
machen', tmninn harmr ,angethanes Leid'; vinna vil ,Leid erdulden'; 
goth. vinnan ,leiden', meist für gr. naa%Biv. 

Altind. d-vata- (= a-ovro-g) ,unversehrtf, begegnet nur siebenmal im 
BV., nämlich 6, 64, 5: ja ukshdbhis dvätä üshas vdram vdhasi 7 die du o 
Morgenröthe mit Bindern unangegriffen das Beste herbeiführst'; 6, 67, 7: 
nd mrshjantai juvatäjas dvätäs ,es säumen nicht die unverletzten Jung- 
frauen' und ausserdem noch fünfmal in der festen Verbindung vdnvann 
dvätas ^kämpfend unbekämpff (oder 7 unbekämpfbar'; 6, 16, 20; 6, 18, 1; 
9, 89, 7; 9, 96, 8 und 11). Daneben besteht altind. ni-vätd- ,unangefochten, 
sicher 1 , n. Sicherheit' (AV.). Ein altes verbales vä = van umgreifen, ver- 
letzen' ist daraus zu entnehmen, das für identisch gehalten wird mit van : 
vdnati oder vanänti ,er wünscht, er begehrt, er liebt'. 

Aopers. van »schlagen, kämpfen, siegen': vanaiü ,er schlägf; npers. 
väinöm ,ich zerschlage' ; armen, vanem ,ich breche, ich treibe in die Fluchtf 

(Jußti). 

äx- 3pitz Bein, scharf sein'. 

Johannes Schmidt: Die Wurzel dk im Indogermanischen. Mit einem 
Vorworte von August Schleicher. Weimar 1865. 

Von verbaler Lebendigkeit nur noch geringe Spuren, so im Particip des 
passiven Perfecta axa%iiivo-g (aus ax-ax-^.) geschärft, gespitzf, das 
13 mal bei Homer begegnet, so Od. 22, 80: (pdayavov 6£u xdkxeov, ap<po- 
t£#w&€v axa%(i4rov ,das Bchneidige eherne Schwert, auf beiden Seiten ge- 
schärff ; Od. 5, 235: niXexvv fxiyav . . . %dkxeov, a^qxniQio&ev axaxfAivov 
die grosse Axt, die eherne, auf beiden Seiten scharfe'; IL 12, 444: axaxfiiva 
doQFa%' fyoyreg ,mit spitzigen Speeren'; IL 21, 72 : fyev fyxog axaxfiivov 
,er hielt einen spitzigen Speer'; IL 10, 135 «* 14, 12 — 15, 481 = Od. 1, 99 
m 20, 127: eYXeto d* ahuuov %y%og, axayjihov 6£4ßi %aha^ ,er ergriff 
den kräftigen Speer, der mit schneidigem Erze gespitzt war' — * ,eine 
scharfe Erzspitze hatte'. Hesiod hat's im Schild 135: ofxßQi^ov Syxog 
axaxfiivov eYkero %akxtj>. — Das präsentische Particip äxovr- ,der spitze, 
scharfe' wurde substantivisch selbständig : ,Wurf spiess' ; begegnet auch öfter 
bei Homer, so IL 21, 590: 6§uv axorca ßaQelrjg x €L Q°S aipijxev ,den 
scharfen Wurfspeer schleuderte er aus schwerer Hand'. 



28 Griechische Etymologie. 

Lat abgeleitetes acere, eigentlich ,scharf sein', ist ,sauer sein' (Cato r> r. 
148 vom Wein). 

Von der grossen Anzahl von Nominalbildungen, die sich unmittelbar 
anschliessen, mögen noch die folgenden hier genannt sein: axrj ,Schärfe' 
(Hesych: axrj' aixiirj aidrjQov; Etym. M. axi? # 17 o^vrtjg), a/uqp-ijxsg ,auf 
beiden Seiten mit Schärfe (axocH versehen, auf beiden Seiten scharf (IL 
10, 156 und ö. von Schwertern), iv^xeg ,sehr spitz* (IL 22, 319 von der 
Lanze), veß-yxig ,neugeschärft* (IL 13, 391 = 16, 484 von Beilen), rtQo-yxeg 
,vorn scharf (Od. 12, 205 von Rudern), rtvQl-rixeg ,im Feuer gespitzt oder 
geschärft* (Od. 9, 387 von einem Pfahl), ravaß-rjxeg ,mit langer Spitze (IL 
7, 77 u. ö. von Schwertern), ravv-rjxeg ,mit langer Spitze* (IL 14, 385 u. ö. 
von Schwertern; IL 16, 768 von Zweigen), axig ,Spitze, Stachel* (Hippokr. 
3, 568 u. öfter), ax-wx-rj ,Spitze, Schärfe* (IL 5, 16 u. ö.), äxQog ,spitz aus- 
laufend, höchst, äusserst* (IL 5, 729 : in axQy nämlich §vfi({> ,an der Spitze 
oder am Ende der Deichsel*; IL 16, 640: nodag axgovg ,die Fussspitzen*; 
IL 6, 257: angy nofog ,der obere Theil der Stadt*; und sonst oft), axQig 
,Spitze, Berggipfel* (Od. 9, 400 u. ö.), axpi? »Schneide, Schärfe* (IL 10, 173: 
knl £vqov axfirjg ,auf der Schneide des Scheermessers*, bildlich), ,Spitze* 
Ende* (Soph. Kön. Oed. 1034: nodolv ,der Füsse*), ,höchste Bltithe und 
Kraft* (Soph. Kön. Oed. 741: rjßrjg ,des Jugendalters*), Sxaiva ,Spitze, 
Stachel* (Ap. Rh. 3, 1322), axovt] ,Wetzstein* (Pind. Ol. 6, 82 und Isthm. 
5, 73: axova) } aAav&a ,Stachel, Dorn* (Theokr. 7, 139: h nvxivfpi 
ßäxwv . . axdv&aig ,in den dichten Dornen der Dorngebüsche*) ,dorniges 
Reis* (Od. 5, 328), oxQig hervorragende Spitze* (Hippokr.) oxqIoFbvx- 
,8pitzig, zackig* (IL 4, 518 von Steinen). 

Lat acetum ,Essig* (Plaut), acor ,Säure, saurer Geschmack* (Plin.), acies 
,Schärfe, Schneide* (Cic), acu-s ,Nadel* (Plaut), acuere ,schärfen, wetzen, 
zuspitzen* (Cic), acus ,Hornhecht, Pfeilfisch* (Plin. 9, 166), acus- ,Getreide- 
hülse, Spreu* (bei Cato und Varro), acisculum ,ein kleiner spitzer Hammer 
der Steinmetzen* (bei Bo6t), aculeus ,Stachel, Spitze* (Cic), acrv- (nom. 
äcer) ,scharf, schneidend* (LuciL), acerbus ,scharf, herb, empfindlich* (Lucr.), 
occäre ,eggen* (Varro). 

Altkymr. ocet ,Karst, Hacke* (Wind.-Curt 131) ; — welsch awch ^Schneide, 
Schärfe*, alt och (Stockes Beitr. 7, 412). 

Alban. pref und preh ,schleifen, wetzen* (aus jpr-,p$r- und eA; nach 
G. Meyer Wb. 352). — Brugmann (1 , 303) stellt hierher vist ,Aehre*. 

Goth. ahana ,Spreu* (Luk. 3, 17); ah-s ,Aehre* (Mk. 2,23 u. ö.), nhd. 
Aeh-re] goth. auhuman- ,höher, erhabener* (Phil. 2, 3), auhumists ,der 
höchste* (Matth. 27, 62 u. ö.); altn. eggja ,schärfen*, antreiben, ermuntern', 
egg ,Schärfe, Schneide*, nhd. Ecke] nhd. Egge. 

Iit asz-t-rü-s ,scharf*, aszmu ,Schärfe, Schneide*, aszakä ,Gräte*; aketi 
,eggen*. 

Abulg. ostrü ,scharf*; osla ,Wetzstein*. 

Armen, aseghn ,Nadel* (Hübschm. Arm. St 20). 



Griechische Etymologie. 29 

Aind. d$anr 7 m. ,Stein, Fels*, ,Schleuderstein' (E.V.), agdni-s ,Geschoss, 
Donnerkeil (RV.), äpri-s ,scharfe Kante, Ecke' (RV.). 
dxä ,sanft, leise'. 

Nur Pindar Pyth. 4, 56 <Sg oq* Memev. axa <T avrayoQevoev xal Tle- 
klag ,ruhig erwiderte Pelias'. 

Enger Zusammenhang wird bestehen mit dem Adverbialaccusativ axrjv 
,still, schweigend* (IL 3, 95 = 7, 92 u. ö.), mit dem participiellen ax&tov 
yStill, schweigsam* (IL 1, 34; 512 u. ö., fem. axiovaa IL 1, 565; 569 u. 8.), 
ferner mit axaaxä ,ruhig, sanft, leise* (Hesych), axaaxaiot: ,ruhig, sanft*, 
(Aesch. Agam. 741), sowie mit ctxakog ,ruhig' (Hesych) nebst ccxaka-QQe- 
ßitrjg ,ruhig fliessend' (IL 7, 422 = Od. 19, 434 vom Okeanos). 

Wenn nicht die auch überlieferte, deutlich dativische, Form ax£ die 
richtigere ist, wird man bei dem adverbiellen ixä wohl an eine alte In- 
strumentalform denken dürfen, vielleicht von einem weiblichen *axtj (dorisch 
oxo), auf dass auch dxr'jv ,still, schweigend' zurückzuführen scheint Hesych 
bietet ein ox?;. rjovxicc, dem er aber auch noch andere Bedeutungen 
beimisst, und daneben äxrjv. fjovziav. Einer muthmaaslichen Grundlage 
ax- ,ruhig sein, sanft sein' würde noch weiter nachzuspüren sein. 
dxdx7]ra, ein alter Beiname bei Homer des Hermeias, bei Hesiod auch des 
Prometheus, dessen Bedeutung sich nicht mit Sicherheit feststellen lässt 

Die betreffenden Stellen sind: IL 16, 185 und Od. 24, 10, wo jedesmal 
'Egpelag axaxrjTa den Vers beginnt; Hes. Bruchst 46, 1 : c %a^ axa- 
xijtgt und Hes. Theog. 614: ovöh yaQ 'larzeviovldrjg axdxijra ngopij&evg. 

An Bildung durch Reduplication (ax-ax-r t ra) ist nicht zu zweifeln. Der 
oft ausgesprochene Zusammenhang mit axog- ,Heilmittel' (IL 9, 250; Od. 22, 
481) ist formell möglich, formell möglich ist aber auch noch manches 
Andre. Nah zugehören wird die Form Axaxrjaiog (aus *axaxfJTiog) 7 die 
bei Eallimachos (Hymn. Artem. 143: 'EQfielrjg 'Axaxrjoiog) begegnet und 
auch bei Pausanias (8, 36, 6) : nQog %6v Axaxrjaiov ovofiatyftevov kocpov. 
vnb Tovztfi 8i T(p koqxp nokig %& rjv 'Axaxr\aiov , 'EQfiov te 'Axaxrjalov 
kl&ov nertoifjfiivov ayakpa. 
dxaxakiq, der Same einer ägyptischen Staude. 

Dioskorides 1, 118: Axcmaklg &a[Ävov xccQnog iavi yuvtofiivov iv AU 
yvrtrq), ioixwg xard %i zqi /Avglxrjg xaQ7i(p. 

Darnach würde ägyptischer Ursprung wahrscheinlich sein. Hesych 
führt dxaxakkig. av&og vaoxlooov als kretisch an. In dieser Form mit kk 
begegnet das Wort auch als mythischer Eigenname, so Ap. Rh. 4, 1489: 
xovQrjg t' aidoirjg Axaxakklöog, ijv noze Mlvwg ig Aißvrjv drcivaoae . . . 
&vya%iQa (HperiQTjv, Paus. 8, 53, 2: Axaxakklöog d-vyaxQog Mlvw und 
Paus. 10, 16, 3; naldag dk avrovg ol 'EkvQiol (Bewohner der Stadt Elyros 
auf Krete) q>aaiv Arcokkuvog re elvai xal Axaxakklöog vv/uq)7]g. 
äxaxla, ein baiunartiger dorniger Strauch in Aegypten. 

Diosk. 1, 133: Axaxla yvexcu iv Alyimip* axav&a di iatt öbvÖqw- 
drjg, &a(ivoeidfjg ovx oQ&otpvrjg, av&og %%ovaa kevxov. Dazu mag noch 



80 Griechische Etymologie. 

angeführt sein Plin. 24 , 109: Et acacia est spina. fit in Aegyptö alba 
nigräqve arbore, item viridi, $ed longe melior e prioribus. 

Darnach wird ägyptischer Ursprang wahrscheinlich, während man vom 
griechischen Boden ans an Zusammenhang mit dx ,spitz sein', scharf sein', 
axüjxrj ,Spitze' (Seite 28) hätte denken mögen. 

äxaro-q, ein schnell segelndes leichtes Fahrzeug; dann auch ,nachenförmiger 
Becher*. 

Pind. Pyth. 11, 40: rj fit xig avefiog egw nloov l'ßaXev wg ox* axarov 
eivaklav ,ein Wind warf mich aus der Fahrt wie ein Schiff im Meere 1 ; 
Pind. Nem. 5, 2 : aU' irtl ndaag ohcdöog ev t' axarw, yXvxeV aoidd, 
o%el%e ,auf jedem Lastschiff und im Nachen wandle, süsser Gesang*; 
Theogn. 458 : ov ydg rvrjdaUq) Ttel&etai wg axazog (die junge Frau eines 
Alten) ,f olgt nicht dem Steuer wie ein Bootf ; Eur. Or. 242 : dxdrov &oag. 
Eur. Hek. 446: &oag dxdxovg] Herod. 7, 186: ev xolai oixaywyoZoi otxd- 
Totai ,6etraide führende Schiffe'; Thuk. 7, 59: xQiyQeoi nXaylaig xal 
nXoLoig xal axdtotg (sie verschlossen den Hafen) ,mit quergelegten Schiffen'; 
— Athen. 11, 782, F: axazog tvoztjqiov ioixog nXolw und Athen. 15,692, 
F, aus Antiphanes citirt: (leydXrjv dibg owxiJQog axarov rjQi xig. 

Dazu : dxdxiov ,kleines Boof (Thuk. 4, 67, 3 : dxdxiov dfi<prjQix6v ,ein 
doppelrudrigesO , ,Segel das zum Schnellfahren aufgezogen wurde' (Xen. 
Gesch. 6, 2, 27: xolg dxaxLoig — im Gegensatz zu xd fxeydXa lax La — 
öXlya Ixqtto)] ,nachenförmiger Pocal' (Athen. 11, 782, F, aus Epikrates 
citirt: xaxdßaXXe xdxdxia, [xd]xvpßia aiQOv xd (Ael£w). 

Der Ursprung des Wortes ist dunkel. An ähnlich gebildeten Wörtern 
mögen erwähnt sein die homerischen ßixaxog, ein Beiname Apollons (TL 
1,385 u. ö.), oex<**og ,Gaxten' (IL 14, 123 u. ö.), »dvaxog ,Tod' (IL 1, 60 
iL ö.) und xdpaxog Ermüdung, Mühsal' (IL 4, 230 u. ö.), deren keines aber 
doch mit axaxog das weibliche Geschlecht theilt 

dxax($eiv ,betrüben' und dxaxiCeo&at ,sich betrüben'. 

Oefter bei Homer und auch bei späteren Epikern in einer Anzahl nicht 
ganz gleichartig gebildeter Formen, deren einige charakteristische heraus- 
gehoben sein mögen. Od. 16, 432: e/uh di peydXwg dxaxlCstg ,du betrübst 
mich'; IL 6, 486: fiq pol xi XLr\v dxaxl&o &vpq> ,traure nicht'; II. 16, 822: 
fiiya <T ijxaxe Xaßov I4%aiß<jiv ,betrübte sehr'; Hesiod Theog. 868: axa- 
%(jjy, intransitiv ,betrübt, unwillig'; 11.23,223; &avd)v ößeikovg dxdxrjoe 
xoxfjßag ,betrübte die Eltern'; Od. 8, 314: lyu> <T oqowv dxd^fiai ,ich 
bin betrübt'; 11.17,637: oi nov dsvo* oQowvxeg äxrixidceg'lai] (Nauck 
schreibt dxrjxtax*) ,trauern, sich ängstigen'; IL 12, 179: &eot d* dxaxqaxo 
(schlechte Lesart: dxax*taxo) &vfiov ,sie trauerten'; IL 5, 24: äxaxij(*£*og 
(Nauck schreibt dxaxrjuivog) ,trauernd' mit der Nebenform eacqiip&og 
(Ap. Rh. 4, 1258; axrfrephnq II. 5, 364; eaa^Bfävat IL 18, 29); Quint Sm. 
3, 224 bietet präsentisches caud%ovxai ,aie sind betrübt, sind unwillig*. 

Durch Reduplication gebildete Formen {ax~a%- aus dy r ax>) 1 die sich war 



Griechische Etymologie. 31 

mittelbar anschliessen an ag~: axopai, ? ich bin traurig' (Od. 18, 256 = 19> 
129), uX'WfAai ,ich bin traurig* (Od. 14, 170 u. ö.), a%'og- jBetrübniss 4 
Schmerz* (IL 1, 188 u. ö.) (siehe später). 
äxaöxa ,ruhig, sanft, leise*, auch dxuaxä geschrieben. 

Kratinos (Bekker an. 371): rj nQtaßvzai ndvv yr^aXioi, oxrjn;TQOioiv 
axaoxa ngoßwnsg , Greise, an Stäben ruhig (langsam) vorwärtsschreitend*; 
Hesych führt auf cxaaxa' fjovxwg, /nakaxcog, ßQadiwg. 

Dazu: dxaaxaiog ,ruhig, sanft*. Aeschylos Agam. 741: dxaexalov %* 
ayakfia nkovxov ,sanfter (?) Schmuck des Beichthums*, von der Helena 
gesagt, eine Stelle, die sehr verschieden beurtheilt wird. Ein alter Erklärer 
sagt dazu: dxaaxaiov' klav xsxoaprjptvov. 

Als mit dxa ,sanft, leise* zusammengehörig schon oben (Seite 29) auf- 
geführt, doch bieten sich weiter keine ganz entsprechenden Bildungen auf 
aaxa oder etwa aoxo. Wörter wie Sq€Oxo-q ,gefällig* (Arist Eth. Nik. 2, 
7, 13; 4, 6, 1 und 9), oder ßooxrj ,Futter, Speise* (Aesch. Eum. 266), ^grjaxog 
ygotteefürchtig' (Jakob. 1, 26) nebst ÖQrjoxrjlr] ,Gottesdienst, religiöser Ge- 
brauch* (Hdt 2, 18 und 37), äiaxog ,Wurfscheibe* (IL 23, 431), tpvaxrj 
^Magenwurst* (Ar. Ritter 364) und (piaxa ,Blase oder Schwiele in der 
Hand* (SchoL) lassen sich hier kaum vergleichen. Der adverbielle Aus- 
gang in axaoxa ist vielleicht als instrumentalisch anzusehen. 
äxavo-q ,Dorn, Stachel* (?); eine Distelart 

In einer geschädigten Stelle bei Hesych (axavog • dxdv&aQog eldog), wo 
Moritz Schmidt es tilgt und ilxav&a einsetzt — Theophr. hist pl. 6, 1, 3 : 
%<av dxav&txüjv . . . %a dk (pvkkdxav&a (,mit stachligen Blättern*), xa&aneQ 
axavog, JJQvyyiov, xrijxog. 

Dazu cxaiva (aus *axav-ja) ,Spitze, Stachel*. Ap. Bh. 3, 1322: wg rlg 
%e Jlekaoyldi vvaaev axalvji ,mit pelasgischem Stachel durchbohrte* ; Aga- 
thias epigr. v. 3 (Anthol. Pal. 6, 41): ßovnkrjxtgov axaivav ,Binderstecken*. 
Auch ein Längenmaass; Hesych: axaivcf pitQov %L 

Gehören zu ax- ,spitz sein, scharf sein* (Seite 27). Aehnliche Bildungen 
sind: otiqtavog ,Kranz* (IL 13, 736), xoigavog ,Herr* (IL 2, 204 u. ö.), &v- 
oavog ,Troddel* (IL 2, 448 iL ö.), Hgavog (oder figavo-g) ,Mahl aus gemein- 
samen Mitteln* (Od. 1, 226; 11, 415), yiQavog ,Eranich* (IL 2, 460), ßdkavog 
jjEichel' (Od. 10, 242), xktßavog ,Ofen* (Hdt 2, 92), $d<pavog ,Kohl* (Ar. 
firuohst); — dann &iatva ,Göttin* (IL 8,5) neben &eog ,Gott*; kvxaiva 
,Wölfin* (Arist) neben kvxog ,Wolf*. — H. Möller (bei Kuhn 24, 448; 449) 
vergleicht insbesondere norweg. eigind f. (auch n.) ,eben aufgekommener 
Schössüng des Korns*, lett asnis ,Keimspitze*, altind. angü-e m. ,Faser, 
Schoss, Stengel der Samapflanze*, abaktr. angus n. ^Stengel der Haoma- 
pflaBze*; auch russ. osnü ,Spitze, Stachel*, abulg. osütü } %gißolog % ^eine 
stachlige Wasserpflanze, russ. osötu, poln. oset ,Distel*, 
äxav&a ,Stachel, Dorn, dorniges Beiß 4 (Od. 5, 328); Name eines Baumes aus 
dem die Aegypter Schiffe machen; ^Rückgrat'. 

Theakr. 7, 139: * <T okokvydw trjko&ev iy amtrjjai ßdrwy TQv&oxev 



32 Griechische Etymologie. 

dxdv&aig ,in den dichten Dornen der Dornsträuche'; Lukian de hist scrib. 
28: i6 fikv Qodov abxb pr} ßlAnuv, rag axdv&ag 6h avtou ,Dornen der 
Rose'; Matron bei Athen. 4, 135, A: ix^ vov S • • xagtjy.o/Ao tovt ag dxdv&aig ,mit 
Stacheln besetzte Igel*; Od. 5, 328: wg 6' oV ortwQivdg ßogiijg cpoQirjoiv 
axdv&ag a/u rtediov, uvxivai 6h nQog dlkrjfajatv %xovrai ,der Nordwind 
treibt die Dornreiser' (Andre meinen ,Disteln'), ,dicht hangen sie an ein- 
ander'; — Hdt 2, 96: nkola . . . ix zijg dxdvd-qg nouvfiteva. Theophr. 
4, 2, 8: fj 6h axav&a xalefoai dt et %b axav&wdeg (jdornig'j oXov rö 6ev6qov 
elvai 7tkTjv %ov arelixovg. — Hdt 2, 75: ooiia 6q>l<av xal dxdv&ag und 
£twas später: awgol 6h r\oav dxav&iwv ,Haufen von Schlangenriickgraten'; 
Hdt 4, 72: TtaQct rrjv axav&av ,am Rückgrat hin*. 

Dazu auLctvd'o-g ,Bärenklau'. Theokr. 1,55: navxa <T dfiq>l öinag 
TctqiTzimaxai vyqbg axav&og ,rings breitet sich biegsame Bärenklau um 
den Becher*. Gewiss nicht abgeleitet von axav&a, sondern daneben ge- 
bildet, wohl geradezu mit der Bedeutung ,der spitzige, der stachlige': die 
gemeine Art der Bärenklau hat scharfe rauhhaarige Blätter. Als abgeleitet 
von uxav&a aber ergiebt sich: dxav&lg ,Hänfling'. Arist Thierk. 8, 42: 
td 6h xoidöe dxav&otpdya, dxav&lg ,die da Distelsamen fressen, der Hänf- 
ling' (nach Aubert und Wimmer); 9, 22: dxav&l6eg . . . al (xhv yaQ drtb 
rwv dxav&wv ßtoTevovOLv] Theokr. 7, 140: aetdov xoqvÖoi xal dxav&l6tg 
^Haubenlerchen und Hänflinge'. 

Zu Grunde liegt die Verbalgrundform ax- ,spitz sein, scharf sein' (siehe 
Seite 27); in av&o und av&a wird der suffixale Worttheil stecken, wie er 
ähnlich aber sonst nur sehr vereinzelt begegnet, so in cpdkav&o-g ,kahl- 
köpfig' (Anthol. 9, 317; Diog. L. 7, 164; Bekk. an. 71, an welcher letzteren 
Stelle das Wort erläutert wird als den bezeichnend, der noch nicht ganz 
kahl ist, 6 ovöbtho /uhv qxxkaxQog, dessen Stirn aber durch Haarverlust 
schon grösser geworden ist) und in pdQav&o-v, ein Gartengewächs (Bekk. 
an. 404). — Ableitungen auf 16 dagegen, die sich mit dxav&l6- (dxav&lg) 
zusammenstellen lassen, sind gar nicht ungewöhnlich und lassen sich als 
solche beispielsweise noch nennen: ßlecpagtö- ^Augenwimper* (Ar. Bitter 373) 
von ßXiqxxQov , Augenlid', £o7teQl6- ,Nachtviole' (Theophr. plant caus. 6, 
17, 3: rrjg ka7teql6og xakovfiivrjg' avrrj yaQ Ttjg vvxtog oCei (xakkov rj 
xa&* rjuigag) von %0/teQog ,Abend', xega/uld- ,Dachziegel' (Thuk. 3, 22) von 
xigafiog ,Töpfererde', c«Jt/(5- ,eine Trappenart mit langen Ohrfedern' (Xen. 
An. 1, 5, 2 und 3) von u5r- ,Ohr'. 
dxaqtq- (dxaQrjg) ,sehr klein, kurz' (oft von der Zeit). 

Ar. Plut 244: h dxagei xqovw (Meineke schreibt xqovov) ,in kurzer Zeif ; 
Wolken 496: dxagfj dicdinwv ,ein wenig (Zeit) vorüberlassend', das ist 
,nach kurzer Zeit'; Wespen 541: %Qriatfiog coV ov6* dxagfj ,nicht das Ge- 
ringste ist er nütze'; Wespen 701: ovx dnokaieig TtXrjv roid-' o qtiqeig 
vxaQig ,ausser dem sehr Geringen, das du davon trägsf. 

Wird wohl mit Recht erklärt als ,was nicht abzuschneiden isf (Hesych : 
rd ßQa%v, o ov6h xeigac olov %e) } von xelgeiv ,abschneiden' (IL 4, 450: 



Griechische Etymologie. 33 

öoqF 3 IActtijs xiQOavTeg schnitten Fichtenstämme ab'; IL 10, 456: and d' 
ajucpo x£qo€ rivovre ,schnitt beide Sehnen ab'; Hdt 4, 127: ^rj ... xaQjj 
,dass nicht abgeschnitten würde'). So wären also der Bildung nach zu 
vergleichen a-Päyig ,unzerbrechlich' (Od. 11, 575), d-xa(,i7tig ,unbiegsam' 
(Theophr. hist. pl. 3, 10, 4: 6 cpXoibg . . . rteQiaiQe&elg axa^Tcijg did ttjv 
oxkrjyoTTjTa), a-Pelnig ,unverhofft, unerwartet (Od. 5, 408) und hinsichtlich 
der Bedeutung noch insbesondere a-rofiog ,nicht zu zerschneiden, untheil- 
bar' (Plato Soph. 229, D). 

Ein kurzes axaQ bietet Suidas mit der Erläuterung avrl %ov (umqov, rj 
oidiv. ovroig yivrigxiSv. 
dxaQl ,Milbe f . 

ArisL hist an. 5, 144: xal tv mjqij} dk yiverai 7taXaiovfi£vtj), iSaneQ kv 
£vXqf ttyov, o drj öoxel hXd%ioxov elvcu rwv tiptov Ttdvxtav xal xaXelrai 

UY.CtQt, XeVXOV 'AOL (AW.QOV. 

Ist vielleicht die Neutralform zu einem adjectivischen * maqi-g ,das sich 
als Nebenform zu dem ebengenannten dxccQrjg ,sehr klein, kurz' entwickelt 
haben könnte. 

dxaXav&ld- (dxaXav&ig) ,Distelfink' (?). 

Ein nicht näher zu bestimmender Vogel, den Aristophanes Vögel 871 
erwähnt: £v%eo&e .... 'Aqt^^iöl dxaXav&ldi und unmittelbar darauf noch 
einmal: ovx&tt KoXaiv\g (als solche wurde Artemis irgendwo verehrt) aXX 9 
dxaXav&ig ZJQTSfAtg, also im Scherz mit Artemis identificirt; auch noch 
Friede 1078: u>g f] ... vuodiDV dxaXav&lg ifteiyofiivrj rvcpXct tUzei. 

Die Bildung des Wortes richtig zu beurtheilen ist sehr schwierig. Seine 
öfter ausgesprochene Identität mit dxav&lg ,Hänfling' (Seite 32) ist unmög- 
lich, da das X nicht als eingeschoben angesehen werden kann. Für den 
kaum wahrscheinlichen Fall, dass es auch zu ax- ,spitz sein, scharf sein' 
(Seite 27) gehören sollte, müsste zunächst ein suffixales -A- und darnach 
ein auch suffixales -av&- angefügt sein. 

dxaX6-s ^nihig*. 

Als einfaches Wort erst spät angeführt, wie bei Hesych: dxaXov 
rpv%ov> 7tqqov y /uaXaxov, begegnet aber schon bei Homer in der Zusammen- 
setzung dxaXa-QQeßivqg (in den Ausgaben -QelTrjg) ,ruhig fliessend' (IL 
7, 422 = Od. 19, 434: i!; dxaXaQgeßitao ßa&vQQoßov 'Sixeavoio), dessen 
drittes inneres a auffällig ist, vielleicht auf einem adverbiellen *dxaXd 
beruht 

Wurde schon oben (Seite 29) als mit dxä ,sanft, leise' im Zusammenhang 
stehend angeführt und daneben ein ax- ,ruhig sein, sauft sein' als Grund- 
lage gemuthmaasst 

äxalr](pi} ,Nessel', ,Meerqualle, Seeanemone'. 

Arist Bitter 422: dxaX^tpag eo&lwv. Wespen. 884: dito rrjg oQyfjg %r\v 
dxaXyqirjv dcpeXio&cu ,vom Zorn die Nessel fortnehmen' bildlich; Athen. 
3, 90, A citirt aus Aristoph. Phoenissen: tag xQavaag (,rauhen') dxaXrjyag, 
7, 285 B aus Archestratos: tag dfiKpmofiovg dxaXr'iyag ,die dicht behaarten 

Leo Meyer, Griechisch© Etymologie. 3 



34 Griechische Etymologie. 

Nesseln'; Athen. 3, 90, A: zag dh xvldag 6 Evnolig iv AvroXvxw dxaXrtfag 
ovofidtei. Athen. 2, 62, D: dxaXrjqyr). Xiyerai nagd rolg *AttixoZq ovrwg xal 
ßoTavwdeg xal [tu] xvrjofitov cthiov. — Arist hist an. 4, 6: Üotc ök xal %6 %wv 
äxaXrjywv yivog ,Seeanemonen' (nach Aubert und Wimmer); Athen. 3,90, B: 
%rjg fit vr ol &aXaoolag dxaXrjtyrjg fivrjfiovevei xal 0iXt7t/tiör]g iv Afupiagdw 
ovrwg. Sarge 9 , dxaXrjqtag, Xendöag . . nagixhjxi fioi. 

Das Genauere der Bildung ist schwer zu bestimmen, da keine unmittel- 
bar vergleichbare Wortform begegnet K. Walter (bei Kuhn 12, 405) muth- 
maasst in sehr kühner Weise unmittelbaren Zusammenhang mit lat. lamium 
(die Quantität des a ist nicht bestimmt), ,Brennnessel ( (Plin. 21, 93 und 22, 
37), nennt das anlautende d prothetisch und nimmt xX als ursprunglichen 
Anlaut an, von dem im Lateinischen nur die Liquida übrig geblieben sei 
Weiterhin würde sich dabei auch ein Zusammenhang mit lat scalpere 
,kratzen, ritzen, reiben' und noch manchen anderen Formen denken lassen. 
äxtovx- (dxiwv) ,ruhig, still, schweigend*. 

Achtzehnmal bei Homer, so IL 1, 34 : ßq 6 ' dxiwv. IL 10, 85 : firjö' dxiwv In ' 
¥[i y eg%eo. 11.1, 512: dXX' dxiwv dr)v t)cTO. Od. 14, 110: ijo&ie rilvi re ßov- 
vov agnaXiwg dxiwv. Od. 9,427: rovg dxiwv §vvißegyov. Od. 17,465=491 
«=20,184: dXX y dxiwv xlvrjoe xdgr\. Od. 20,385: aXX y dxiwv nariga ngooe- 
iegxexo. Od. 10, 52: rj dxiwv %Xah\v. Od. 2, 311: dalvva&ai t' dxiovra. 
Od. 14, 195: dalwa&ai dxiovxe. IL 1, 565: dXX y dxiovoa xdfhjoo. IL 1, 
569: xal <$ ' dxiovoa xadijaTO. Od. 11, 142: rj d y dxiovo* rjOTai. Dazu 
nach Naucks Vermuthung auch IL 1, 348: rj <T dxeova* apa rolot yvvr) 
xlev. An drei weiteren homerischen Stellen steht dxiwv wie in fester 
adverbieller Form, so IL 4, 22 — 8, 459: r] toi A&rjvalrj dxiwv (oder ist 
dxiovo* zu vermuthen?) %ev ovdi xv feiner und Od. 21, 89: dXX* dxiwv 
dalwa&e xa&rjfievoi. 

Die Bildung ist deutlich participiell wie von einem Verbum dxieiv 7 von 
dem Apollonios Rhod. 1, 765 (xelvovg x y eioogowv dxioig ,du würdest 
still sein, schweigen*) — vielleicht nur in künstlicher Belebung — eine 
ganz vereinzelte Optativform bringt Unmittelbar dazu gehört das adver- 
bielle, ursprünglich wohl als Accusativ eines weiblichgeschlechtigen axq, 
wie es Hesych mit der Erklärung f\ovxLa auch aufführt, gedachte dxrjv 
,still, schweigend', das Homer an folgenden Stellen hat: 11.4, 429: dxi)v 
Xoav. Od. 2, 82: !W aXXov fikv ndvreg dxrjv eoav, ovdi tig %%Xr) TtjXi- 
fiaxov [iv&oioiv dnelxpao&ai %aXejioloiv. Od. 4, 285 : evd- y alloi pkv 
itdvreg dxr)v üaav vhg A%aiFwv y "AvxtxXog di oi y* olFog djuelxpao&ai 
Fenieooev ij&eXev. Od. 21, 239 — 385 : dxt)v %iievat. IL 3, 95 = 7, 92 — 
398 — 8, 28 — 9, 29 = 430 — 693 = 10, 218 — 313 — 23, 676 — Od. 8, 
234 = 11, 333 = 13, 1 — 16, 393 — 20, 320, und od. 7, 154: ndvteg dxfjv 
hyivovTo aiwnfj. 

Die Formen wurden schon oben (Seite 29) als wahrscheinlich eng zu- 
sammenhangend mit dxä ,sanft, leise' und auf einer Grundlage ax- ,ruhig sein, 
sanft sein' beruhend aufgeführt Da sowohl dxiwv als dxtjv an allen homeri- 



Griechische Etymologie. 35 

sehen Stellen sich bequem als ,nicht sprechend' scheint fassen zu lassen, 
ja diese Bedeutung einige Male (IL 4, 22 — 8 7 459 ; Od. 2, 82 und 4, 285) 
durch die je folgenden Worte noch besonders wahrscheinlich gemacht zu 
werden scheint, so hat man früher mehrfach an Zusammenhang mit alt- 
ind. Jchjä : Tchjäti gedacht, dem zum Beispiel noch Bopps Glossar (1847) 
an erster Stelle die Bedeutung ,dicere' zuschreibt: es heisst aber vielmehr 
,sehen, schauen' (so oft im BY.) und zeigt nur in einigen nachvedischen 
Zusammensetzungen wie namentlich ä-thjä die Bedeutung ,ansagen, auf- 
zählen, mittheilen'. 
ä*oq- ^Heilmittel'. 

II. 9, 250: ovöi %i [trjxog pQ€%d , ircog xaxov k'ov* axog evQipev ,es ist 
keine Möglichkeit für ein geschehenes Uebel Heilung zu finden'; Od. "22, 
481 : oloe &i߀tov, yqrjv, xaxwv axog ,bringe Schwefel, das Heilmittel des 
Bösen'. 

Dazu dxieod-ai (aus *dx4o-je-o&ai) ,h eilen': IL 16, 29: eXx€ y dxeio/ue- 
voi ,Wunden heilend'; IL 16, 523: rode xoqtcqov ehcog Sxeaoai ^heile diese 
starke Wunde 4 ; IL 5,402 — 5, 901: rqi d' knl .. 6dvvrjq>ara qxxQftaxa 
Tcaoatov r]xioaxo. IL 5, 448: tov . .. dxiovxo xe xvdcuvov xe. Od. 14,383: 
yijßag dxeiofievov ,Schiffe ausbessernd'; IL 22, 2: ntov x* dxiovxo xe dl- 
ipav ,heilten', das ist ,vertrieben den Durst'; IL 4, 36: xoxe xev xolov l£- 
-axioato ,dann würdest du deinen Zorn heilen', das ist ^besänftigen' ; 0<L 
3,145: wg xov ^i&tjvalrjg ößeivov %61jov e^-axioaixo ,dass er besänftigte'; 
IL 13,115: dkX' dxewfte&a &aoaov m dxeoxal xoi cpQeveg io&kwv , schaffen 
wir rasch Heilung: der Sinn der Edlen ist heilbar', das ist ,lässt sich b6r 
sanftigen'; Od. 10, 69: au' dxioao&e ^schaffet Heilung', das ist ,helft uns, 
da uns Unglück zugestossen istf; IL 9, 507: al <T ij;-ax4orrai onlooio ,sie 
(die fatal ,Bitten') schaffen Heilung* (wo die dßaxr] ,Bethörung' Schaden 
angerichtet hatte). Die active Form bei Hippokrates, so de loc in hom. 
2, 115 (ed. Kühn): dxiovaiv avxai (die diaxQrjoeig ,Oeffnungen des Körpers*) 
ocpioiv iwvxalg ßie heilen sich selbst*; — 11.15,217: vtotv dv-rjxeoxog 
%okog ioxat ,unser Zorn wird unheilbar sein'; IL 5, 394: xoxe xalfitv dv- 
-rjxeoxov Xdßev akyog ,es ergriff sie unheilbarer Schmerz'; — IL 15, 394: 
inl d* %hbBl XvyQfp q>dQfiax y dxiofxax > Unaooe ftekaivdwv oöuvdwv ,alß 
Heilmittel der Schmerzen'. 

Nach Fick 2, 201 und l 4 , 521 aus jdxog und zu altir. ic, ice (&usjacca) 
f. ^Heilung', icc-the ,gesund gemacht, geheilf , neu-kambr. iach ,gesund', 
ieehyt, arem. jeehet ,6esundheif , arem. jaehet ,geheilf (Zeuss-Ebel 49). An- 
lautendes j ist im Griechischen sonst nur selten ganz erloschen, wie zum 
Beispiel noch in IvaxrjQ (Homer hat nur elvaxigeg II. 22, 473 und elva- 
rigtov II. 6, 378; 383 und 24, 769, deren anlautendes ei wohl nur unter 
metrischen Einfluss entsprang) neben laLjanitrix ^Bruders Frau'. 

Lot nicht erhalten. 

Möglicherweise gehört hierher altincL ja gas Herrlichkeit, Glanz, Ruhm', 
öfter im RV., so 6, 2, 1 : tuäm hi kshäitavat jägas Ägnaü . • • pätjasai ,du 



36 Griechische Etymologie. 

besitzest königliche Herrlichkeit, o Agnis'; 5, 4, 10: jdgas asmä'su dhaihi 
,Herrlichkeit verleihe uns'; — dazu das Adjectiv jagds- ,herrlich, ansehn- 
lich', so KV. 8, 23, 30: Agnai tuäm jagäf asi ,du bist herrlich'; KV. 9, 61, 
28 : Jcrdht nas jagdsas gdnai ,mach 7 uns ansehnlich im Volk'. 
dxoörri ,Gerste'. 

Nikander Alexipharm. 106: noXkaxi <T iv&gvxpeiag iv dnxaXiißOiv 
dxoaxalg reggalrjg foßdvoio %ioiv 7t€Qi7trjyia &duvoig ,in gedörreter Gerste'. 
Hesych führt dxoaxrj. xgi&rj als kyprisch an. 

Ueber die Herkunft des Wortes kann man nur unsicher vermuthen. 
Ihrer Bildung nach scheinen etwa vergleichbar: dygoaxt] ,Futterkraut, 
Pflanze' (Hesych: dygoaxrj' ßoxdvr], xal agxog xig, og ngoxegov X6% . . 
ixalelxo), dyoaxog ,Hand' (IL 11, 425 u. ö.), ovoaxog ,tadelnswerth' (H. 9, 
164), dv-dgpooxog ,nicht passend, nicht umgänglich' (Hdt 3, 80), Ißeixoaxog 
,der zwanzigste' (II. 24, 765 u. ö.; später elxoöiog), xgiaxoaxog ,der drei- 
ssigste' (Pind. Ol. 8, 66), ixaxoaxog der hundertste' (Hdt 1, 47), xiltoaxog 
,der tausendste' und fivgioaxög ,der zehntausendste' (Xen. Kyr. 2, 3, 6), 
noaxog ,der wievielste (Od. 24, 288), noXXoatog ,einer von vielen, ein 
geringer' (Thuk. 6, 86) und das sogleich zu nennende dxoaxdv. Das suf- 
fixale -oo-tt] kann' darnach auf sehr verschiedene Weise entstanden sein. 
Möglicher Weise besteht ein Zusammenhang mit ax ,spitz sein, scharf 
sein' und zunächst mit dem dazu gehörigen lat. actis- ,6etreidehülse' (Cato 
r. r. 54, 2 ; Varro r. r. 52, 2), so dass die Gerste etwa nach ihren spitzigen 
Aehren (,mit Stacheln versehen'?) benannt sein könnte, 
dxoöräv (oder dxoaxelv?) ,wohlgenährt sein, übermüthig sein'. 

Nur II. 6, 506 = 15, 263: wg <P oxe xig oxaxbg 'irtmog, axooxrjoag inl 
qtaxvj), detTjudv artoßgrjSag Selr) nedloio xgoßalvwv ,ein Pferd das an der 
Krippe übermüthig geworden'. 

Ist schon in alter Zeit als aus axoaxij ,6erste' entsprungen angesehen, 
wonach es zuerst ,sich von Gerste nähren' bezeichnen würde. Darnach lag 
nah zu vergleichen Aesch. Agam. 1641: xgi&wvxa (von xgi&rj ,Gerste' ab- 
geleitet) 7cwlov ,ein übermüthiges Koss' und auch xgi&iäv ,übermüthig sein' 
(Kleanthes bei Stob. Flor. 6, 20: no&ev izox aga ylvexai iioi%wv yivog; ix 
xgi&uävxog avdgög iv a<pgodioloig), das daneben auch bedeutet ,zu viel 
Gerste fressen und daher erkranken'; daher xgi&Laaig ,die vom Gersten- 
fressen entstehende Krankheit' (Xen. re. equ. 4, 2). Gerste diente bei den 
Alten als Pferdefutter, so findet sichs IL 8, 564: %nnot dh xgl levxov ige- 
7tx6f*€voi ,weisse Gerste fressend' und Od. 4, 41 : nag S* eßaXov tetdg, ävd 
dh xgl Xevxov %(xt%av ,sie warfen den Pferden Spelt vor und mischten 
Gerste dazu'. 
dxövri ,Wetzstein'. 

Pindar Isthm. 5, 73: Na^lav 7tixgaig iv aXXaig xahioöaixavx 1 ccxovav 
,Naxischen Wetzstein, der vor anderen Steinen das Erz bezwingt' (d. L 
,abschleift, schärft*); Ol. 6, 82: do^av y i%ü) xiv iiti yXwooq axovag Xiyvgag, 
bildlich ,auf der Zunge meine ich einen scharfklingenden Wetzstein zu haben'. 



Griechische Etymologie. 37 

Dazu axovuv ,wetzen, scharf machen'; so Xen. Kyr. 6, 2, 33: 6 ydg koyxqv 
axovuiv ixeivog xal ttjv xpvxrjv ti nag-axovq ,wer die Lanze schärft , der 
schärft (hier bildlich für feuert an') daneben auch die Seele' ; bildlich noch 
Xen. Oek. 21, 3: uxovav zag ipv%ag %u*v av&giuicitiv. 

Wurde schon oben (Seite 28) als zu d x ,spitz sein, scharf sein' gehörig 
aufgeführt, unter dem auch abulg. osla ,Wetzstein* genannt wurde. So war 
seine erste Bedeutung wohl ,Schärfe', woraus dann auch leicht das ,Her- 
vorbringen von Schärfe* hervorgehen mochte. Zunächst zu vergleichen sind 
vielleicht altind. dgan- ,Schleuderstein* (KV. 2, 30, 4; 4, 28, 5) und armen. 
yesan ,Wetzstein* (Hübschm. Arm. St 44). Aehnliche Bildungen sind: rc«- 
Qovrj ,Spange* (IL 5, 425 u. ö.), (Hpevdovrj ,Schleuder* (11.13,600), 6&6vv} 
,Gewand' (IL 3, 141), dyxovrj ,Erdrosseln, Erhenken 4 (Aesch. Eum. 746), 
ßeXovrj ,Spitze, Nadel* (Eupolis bei Pollux 10, 136), dfÄn-exovrj ,Umwurf, 
Kleidung* (Xen. Mem. 1, 2, 5) ; ri&ovri ,Vergnügen, Freude* (Aesch. Prom. 494), 
avovrj ^Trockenheit' (Aesch. Eum. 332 — 345 : avova im Chorgesang), avovrj 
,Geschrei* (Simonid. 7, 20 bei Bergk), xaki.ovrj ,Schönheit* (Hdt 3, 106). 
dxovlü-q, Name eines Fisches. 

Athenäos 7, 326, A führt aus dem Halieutikon des Numenios an : dxo- 
viag, xiyxdkovg re xal akXonhjv rgdxovQov, wo also auch noch andere 
dunkle Fischnamen zur Seite stehen. 

Darnach ist nicht möglich genaueres zu bestimmen. Formell kann sich 
das Wort sehr wohl an dxovr] ,Wetzstein* anschliessen , wie zum Beispiel 
pvtiäg ,Mühlstein' (Plat Hippias maj. 292 D.) sich anschliesst an juv/^ ,Mühle*. 
äxövio-v, ein Augenheilmittel. 

Dioskor. 1, 129: el di %ig novi\oag il; avrrjg (von eßevog ist die Rede) 
dxoviov XQV T0 € fe %u xoXXvqicx, ßikriov iveQyrjoet und 5, 143: ylverat dk 
xal xokXvgca ig avrov (aipazlTrjg kl&og ,Blutstein* ist gemeint) xal dxovia, 
nQog zd iv oqt&aXfiolg nd-fry iTtizrjäeia. 

Könnte seiner Bildung nach auch aus axoyij , Wetzstein* entsprungen sein, 
wie veq>ikiov ,Wölkchen* (Arist) aus vetpikrj ,Wolke*, xoptiov ,ein wenig 
Haar* (Arr.) aus xo/aij ,Haar* und anderes ähnlich, die Bedeutungsentwick- 
lung aber ist nicht zu bestimmen. 
äxövixo-v, eine Giftpflanze. 

Theophrast handelt von ihm 9, 16, 4 — 7 und sagt unter anderem: q>vezai 
dk itavzaypv xal ovx iv zaig idxovaig fiovov, d<p* wv %%u zrjv nQoarjyo- 
glav, avrrj di iaxi xuiftrj ztg zwv MaQiavdvvwv (in Bithynien) ; Dioskorid. 
4, 77 (rtsgi dxovlzov) und 78 (neQi izigov dxovlzov) . und er sagt von ihm : 
<pvkka e%et, . . . vnozQaxia. Nikander Alex. 42: iv d' lÄxovaioig drjkrjeiv 
dxovlzov heßkaOT-qöev ignyxoig ,es wuchs auf den Akonäischen Bergen*; 
Plinius spricht von ihm 27, 2 und 3 und sagt in Bezug auf das Wort: 
nascitur in nücfis cautibus qväs aconäs nöminant, et ideö aconitum aliqvi 
dixere, nullö juxtä ne pulvere qvidem nütriente. haue aliqvi raüonem 
nöminis attulere, alii, qvoniam vis eadem esset in morte qvae cötibus in 
fern ade deterendä, statimqve admota velocitäs sentiretur. 



88 Griechische Etymologie. 

Bei den angeführten Versuchen einer Erklärung aus dem Namen der 
Stadt *Axovai oder von axovrj ,Wetzstein' würde das gedehnte i von axo- 
vixov noch einer genaueren Erklärung bedürfen, da Bildungen wie reg- 
vtxi\g ,KünsÜer, Handwerker' (Xen. Mem. 2, 7, 4; von t£x v *l ,Kunstf), &- 
fiixrjg ,mit Sauerteig {Cvfirj) bereitet, gesäuertf (Xen. An. 7, 3, 21) sich doch 
nicht unmittelbar vergleichen lassen. Bildungen wie aÖTJgixog jungekämpft* 
(IL 17, 42; von drjglso&ai ,kämpfen', Od. 8, 76; weiter von drjgi-g ,Kampf) 
und ajurjviroQ ,ohne Zorn' (Aesch. Agam. 649 ; von firjvteiv ,zürnen', II. 2, 
• 769 : weiter von firjvi-g ,Zorn') scheinen eher auf unmittelbaren Zusammen- 
hang mit axovixog ,unbestäubtf (Qu. Sm. 4, 319 für ,ohne Anstrengung*; von 
xovulv ,Staub erregen', II. 13, 820; weiter von xovi-g ,Staub') zu weisen; 
dabei aber würde die Bedeutung des Wortes noch weiter zu erläutern sein. 
äxovx- (axwv) ,Wurfspiess'. 

Oefter bei Homer, so IL 21, 590: 6%vv Hxovxa ßagelrjg %eigb$ aqnjxev. 
IL 14, 455: ov firjv avx' oia> fieya&ifiov üav&oßidao %stgbg artb axißagijg 
akiov rtrjdrjocu axovxa. IL 15, 282: Qoßag . . . intaxafjtsvog fiiv axovxi, 
io&kdg <T kv axadlrj. — Dazu axovxl£eiv ,den Wurfspiess werfen* schleu- 
dern', so Od. 22, 265: axovxioav 6%iFa öogfa. II. 4, 496: axovxioe öogFi 
gxxßeivqi . . • vnb di Tgweg xexadovxo avdgog axovtlaaavxog. o ö* ov% 
akiov ßikog ? t x€v. IL 14, 402: AlFavxog . . . axovxioe . . . ty%*t. — IL 5, 
113: alfia d* av-rjxovxi£e ,das Blut schoss empor', nach dem Ausziehen des 
Pfeiles. 

Wurde schon oben (Seite 27) als alte substantivisch selbständig gewor- 
dene Participialform der Verbalgrundform ax ,spitz sein, scharf sein' auf- 
geführt 
üxoqo-v ,Ealmus'. 

Dioskorides 1, 2 (negl axogov) handelt davon: axogov . . . ta fiiv q>vkka 
%%si Ifitpegrj Xgidi, oxevwxega di . . . Hesych führt auf: axogov' noa xig, 
ßaravTj. Plin. 25, 157: Acoron iridis folia habet, angusttöra tantum et 
longiöre pediculö, rüdices nigräs minusqve venösas, cStero et häs similis 
iridis, gustü actis. 

Wird schwerlich mit dem gleichlautenden zusammengesetzten a-xogo-g 
,unge8ättigt, unersättlich' (Pind. Pyth. 4,202: eigeoia <T irtexwgtjoev ta- 
%eiäv ix nakafiäv axogog ,das Rudern ging unersättlich, d. L unermüdlich 
vor sichO zusammengehören. Wegen eines etwa suffixialen o-go- aber 
würde koldogo-g ,schmähend, mit Schimpfreden verbunden' (Eur. KykL 534) 
sich vergleichen lassen. 
äxoQva, eine Distelart 

Theophr. hist pl. 1, 10, 6: qtvkkaxavd-ov di okwg iv fiiv xoig divögoig ovx 
%oxtv ovdiv, wv tjfieig Xofiev* iv di tolg akkoig vkrjfiaotv ioxiv (,kein Baum 
hat stachliche Blätter, unter den Gesträuchen aber kommen dieselben vor') 
olov rj xe axogva (,Krebsdistel' nach Sprengel) xal fj dgvntg xal 6 axo- 
vog. 1, 13, 3: hia di xal im' avxuiv xwv onegfiaxiov, aianeg y axogva 
xal 6 xvlxog xal navxa xa av&cidr] ,einige haben auch (die Blüthen) auf 



Griechische Etymologie. 39 

den Samen, wie die Krebsdistel, der Safflor und alle zusammengesetzten 
Blumen' (so Sprengel). 

Bezüglich der Suffixgestalt lassen sich vielleicht vergleichen xo&ogvo-g 
,Jagdstiefel' (Hdt 1, 155; 6, 125) und weiterhin auch oxinctQvov ,Beil' (Od. 
5, 237) und xiaQvov ,Axt' (Hesych: xiaQva' olörjga rexTOvixd, ij oxvzwd (?) 
rj dgirrp), zu Grunde aber liegt wohl qx- ,spitz sein, scharf sein' (Seite 27> 
so dass die erste Bedeutung ,die mit Stacheln versehene, die stachliche' 
hätte sein können. 

äxoXo-q ,Brocken, Bissen'. 

Od. 17, 222: alrl^ioy dxokovg ,Brocken erbettelnd'; Makedonien (in An- 
thoLPaL 6, 176): %ov xvva di Uovxa rtdXiv no%\ ravkiov cr£w ^tjQag elg 
uxoXovg jfrvov %xuv Ikagov ,in die Hütte zurück zu den trocknen Brocken 
um einen Genossen zu haben'. 

Kaum zu altind. ag ,essen', wie zum Beispiel Curtius 114 denkt, nebst 
ag-and-m ,Essen, Speise'; RV. 10, 85, 3: sdwnam jäm brahmä'nas vidüs 
na tdsja agnd'ti Teds cdna ,welchen Somas die Prister kennen, davon isst 
keiner'. — Das Suffix wie in alolo-g ,beweglich' (IL 19, 404 u. ö.), mfin- 
-wßoko-v .fünfzackige Gabel' (II. 1, 463; Od. 3, 460), oßolog ,eine Münze 
(Ar. Wolken 118; 863; Frösche 141) und möglicherweise auch äoßoXo-g 
,Ru88< (Ar. Thesm. 245). 

äxökovfro-q ,Begleiter' (Soph. Oed. Eol. 719; Ar. Vögel 73; EkkL 593), siehe 
unter xilev&o-g ,Weg'. 

axriv ,still, schweigend'. 

Einundzwanzigmal bei Homer, doch nur in wenigen festen Verbindungen : 
IL 4,429: dxrjv ioav, sie gingen still'; Od. 2,82 und 4,285: ndvveg dxrjv eoav. 
0&21,239 — 385: axijv i>*va*. (IL3, 95— 7,92— 398 — 8,28—9,29— 430 — 
693 - 10, 218 - 313 - 23,676 - Od. 8,234 - 1 1,333 - 13,1 - 16,393 - 20, 
320, und Od. 7,154: navteg dxrjv iyivovro aiwrtf n alle waren still im Schweigen'. 
Wurde als wahrscheinlich aecusativisches Adverb schon oben (Seite 34) 
unter dxiort- ,ruhig, still, schweigend', mit dem es im nächsten Zusammen- 

. hange steht, aufgeführt 

äxtfifaTo-s ,unversehrt, unbeschädigt*. 

IL 15, 498: xal folxog xal ydrJQog dxr^atog ,sein Haus und Erbgut wird 
unversehrt sein'; Od. 17, 532: avrwv (ikv yag xt^uot' dxrJQara xelv' hl 
FoLxif) ,das Besitzthum der Freier liegt unversehrt; Pind. Pyth. 5, 32: 
dxrjQaroig avlaig ,mit unversehrten Zügeln'; Aesch. Agam. 661: vavv %' 
dxTjQarov axd<pog ,das Schiff, das unversehrte Fahrzeug'; Eur. Hippol. 73: 
i£ dxrjgdrov ketfiiSvog ,von unversehrter (nicht gemähter) Wiese' und gleich 
darauf v. 76: dxrjgazov Xeipwv* lagivov. Eur. Ion 1266: dxrjQazovg nlo- 
xovg xofiTjg ,unversehrte Haarlocken'; Eur. Tro. 675: dxrjgaTov, nämlich 
naQ&ivov, nennt sich Andromache; Eur. Orest 575: axiJQarov H%og un- 
versehrtes' das ist ^unbeflecktes Bettf ; Ibykos 1, 4 (Bergk): ha rtaQ&tvwv 
xtjnog dxrjQarog. 

Der Bildung nach zunächst zu vergleichen mit: daßazo-g (siehe Seite 4), 



40. Griechische Etymologie. 

dv-ovtatog ,unverwundetf (11.4, 540; zu ovrdfxevai /verwunden' IL 2t, 68), 
in-riQaroq ,geliebt, angenehm* (IL 9, 228 : zu egaxai ,er liebt* IL 9, 64 ; i(>äv 
,lieben' Pind. Brachst 133), ig-rjXazog ,getrieben, gehämmert* (IL 12, 295: 
doTclda . . . xahievg ijXaaev IL 12, 295), eu-niaTog ,gut gespalten' (Od. 5, 
60; zu hiaaoe ,er spaltete' Od. 5, 132). Ein lebendiges Verb liegt nicht 
mehr unmittelbar zur Seite, doch steht xrjQaiveiv ^beschädigen' nicht sehr 
fern, wie es Aeschylos bietet Schulzfl. 999: Sijgeg dk xrjgalvovoi aal 
ßgotol ,Thiere und Menschen beschädigen (die zarte Jugendblüthe)' und 
Aristoteles in einer Anführung bei Plutarch (Mor. 886 E): to vnb trv ae- 
hfjvtjv tov xoo/uov /nigog Tta&rpov (,ist fremdem Einfluss unterworfen'), iv 
qß aal ra neglyeta xrjQalverai (,das Irdische beschädigt wird, zu Grunde 
geht'). Nah zu gehört: axrjgio-g ,unbeschädigt, unversehrt'; es findet sich 
Od. 12, 98: %fi ö ' (der Skylle) ov not uoxe vavrai dxrjgioi evxetowvxai 
7tagq>vy4eiv j&v vrjßl. Od. 23, 328: JSxriUij &\ rjv ov nio 7to% 9 axrjgcoi 
avdgeg aXvSav. Hymm. Herrn. 530: gdßöov . . . dxrjgiov r] ae (pvkd&i. 
Ihm lag eine Nominalform zu Grunde, die sich nicht mit Sicherheit auf- 
stellen lässt Vergleichen lässt sich etwa dv-airiog ,schuldlos' (IL 11, 654) 
von ahla ,Schuld' (Aesch. Prom. 330), dv-ioTioc ,heerdlos, heimathlos' (IL 
9, 63) von loTla ,Heerd' (Pind. OL 1, 11 ; Pyth. 11, 13; — Homer hat sonst 
nur tourj, nämlich Od. 14, 159 = 17, 156 = 19, 304 = 20, 231), oder a- 
-XQtlog ,grundlos' (IL 2, 269 und Od. 18, 163) von yoiog- ,Bedürfniss, ,Schuld' 
(Od. 8, 353; 11, 479). 

Lat caries ,das Morschsein, Mürbesein, Zerbrechlichkeif (Ovid Trist. 5, 
12, 27; übertragen Turpil. com. 104: viden ut osculätur cariem?) 

Altind. gar: gryati ,er zerbricht, zerschmettert', ,er verletzt, er vernichtet*, 
so: KV. 10, 89, 6: jdd asja manjüs . . . grnä'ti vidü ,wenn sein Zorn das 
Feste zerschmettert'; KV. 10, 89, 8: asis na parva vrgina grnasi gleichwie 
das Schwert die Gelenke, zerschmetterst du das Böse'; ptc. ftraa- ^er- 
brochen, zersprungen' (Mbh.). 

Ganz unverwandt ist ax^oro-t; ,unvermischt' : 11.24,303: \"zgvv 6 
yegaiög x e Q° lv vdwg kniyeiai axi'^arov ^ungemischtes, lauteres Wasser*. 
Dazu dxTjydoiog ,ungemischt' : Od. 9, 205: Folvov . . . frjdlv dxrjgdaiov, 
&iiov norov. Daneben begegnet auch die kürzere Form axgrjTog ,un- 
gemischf ; so Od. 2, 341: iziüoi ßolvoio . . . äxgrjrov &üov noibv ivtog 
%%ovieg. Od. 24, 73; ßolvy iv axgrjrti). Od. 9, 297: axgrjTOv ydka ,reine 
Milch'. Zu Grunde Hegt xegd-uv ,mischen' (Od. 24, 364: %egwvxdg t 3 
ai&OTta ßoivov). Das Vocalverhältniss von a-x^orog: xegdeiv, wie in 
yfiQag ^lter' (IL 3, 1 50), yqgdoxeiv ,altern' (IL 2, 663) : ytgaing ,alt' (IL 1, 
35), yigwv ,Greis' (IL 1, 26). 

Weiter ist auch unverwandt dxrjgiog ,leblos, todt', ,muthlos, feig', das 
sich sechsmal bei Homer findet, so IL 11, 392: o^v ßilog niketai, xai 
axrjQiov alipa zl&rjotv ,macht rasch todt'; IL 21, 466: aklore dk (p&ivv- 
&ovoiv dxrjgtoi ,leblos'; IL 7, 100: r^ievoi av&i ßixaotoi axrjgioi, dxlefeg 
avTiog ,feige dasitzend'; IL 5, 812: q vv oi nov dßiog tax** d'/^giov ,feige 



Griechische Etymologie. 41 

Furcht*; IL 5, 817: oixe %L /ae dFiog Xaxei axr t giov ovxe zig oxvog. IL 13, 
224: otxe xtva öFiog Xa%ei axrjgiov. Ihm liegt zu Grunde ycfjg 7 Herz (?), 
Körperinneres 4 , das oft bei Homer auftritt und zum Beispiel in Bezug auf 
Muth gebraucht ist IL 12, 45: zov <T ov noxe xvdaXi^iov xrjo xagßiet ovöh 
cpößeirai ,des (Löwen) Inneres erschrickt nicht' und in Bezug auf Leben 
und Bewusstsein IL 15, 10: xrjg anivioouiv ,bewusstlos 4 . 
äxriQo-c, Name eines Pflasters. 

Galen nennt und beschreibt es de compos. medicam. per genera 4, 769 A; 
bei Kühn 13, S. 756: axygog fjxexiga (zu verstehen ef.inXaoxgog). 

Bedeutet ohne Zweifel ,das ohne Wachs (xrjQog) bereitete* Pflaster. Gerade 
vom Wachs ist in Bezug auf die Pflasterbereitung bei Galen mehrfach die 
Bede; so heisst es nahe vor der eben angeführten Stelle: %ov de xrjgov 

äxr}Qio~$ ,unbeschädigt, unversehrt 4 , siehe unter «xi^ckto-s ,unversehrt> 
unbeschädigt 4 (Seite 40). 

äxfiQio-s ,leblos, todt 4 , ,muthlos, feig 4 , siehe auch unter axrjgaro-g ,unver- 
sehrt, unbeschädigt 4 (Seite 40). 

dxojxri »Spitze, Schärfe 4 . 

Oefter bei Homer, wie IL 5, 16: vnkg u/liov agiozegov r}Xv& J axtoxrj 
ty%eog. IL 13, 251: ßiXeog de ae zeigst axa>xij ,Spitze des Geschosses 4 . 

Gehört zu a x ,spitz sein, scharf sein 4 (Seite 28). In gleicher Weise durch 
Reduplication (ax-wx-?J) gebildet, wie aywyrj ,das Führen, Herbeischaffen 4 
(Aesch. Agam. 1263; zu ayeiv ,führen 4 IL 1, 338 und sonst oft), löwörj ,Speise 4 
(IL 19, 167; zu edfxeyac ,essen 4 IL 3, 36), bittoni) ,das Sehen, Anblick 4 (Od. 
3, 97; zu Perf. onwna ,ich habe gesehen 4 IL 6, 124), uövjdrj ,Geruch, Duft 4 
(AnthoL Pal. 9, 610 und 612; zu otei ,es duftet 4 Aesch. Agam. 1310; Perf. 
odiuäa Od. 5, 60; 9,210). 

•dxioy^ 9 siehe unter öxw^jj. 

äxiövö-s ,schwach, gering an Werth 4 . 

Dreimal bei Homer, nämlich Od. 18, 130: ovdev axidvoxegov yaia xgeq>ei 
dv&gu>7coio. Od. 5, 217: aeio (der Kalypso) neglcpQtov nrjveXofteia ßeldog 
ontidvoxigr) fiiye&og %* eioavxa ßiöio&ai. Od. 8, 169: aXXog pkv yag ßeidog 
axtdvoreQog niXei avr\g. Archestratos (bei Athen. 3, 117, A): Ttavgoi yag 
iaaotv av&gwnwv, oxi cpavXov eq>v xal axiövöv edtofux. Hesych führt auf: 
axiövdv ao&evig. evxeXig geringfügig, unbedeutend 4 . 

Etymologisch schwer zu bestimmen. Entsprechend durch betontes vo 
gebildet zu sein scheinen xeövo-g ,sorgsam, verständig 4 (Od. 1, 335), opegövog 
grauenvoll 4 (IL 5, 742), ipeövog ,dünn, spärlich 4 (IL 2, 219), ayvog ,verehrt, 
verehrungswerth 4 (Od. 5, 123; zu a&o&ai ,verehren, Ehrfurcht haben 4 iL 
1,21), axeyvo^ ,bedeckend, schützend 4 (Hdt. 4, 23; zu axiyeiv ,decken, 
schützen 4 (Aesch. Sieben 797), oxvyvog ,verhasst, verabscheut 4 (Aesch. Pers. 
286; zu Od. 10, 113: 'eorvyov ,sie verabscheuten, sie schauderten vor 4 — ), 
oepivog ,verehrt, ehrwürdig 4 (Hom. hymn. Dem. 486 ; zu oeßeo&ai ,Ehrfurcht 
haben, Scheu haben 4 (IL 4,242), igeftvog ,dunkel 4 (11.4, 167; zu sgeßog 



42 Griechische Etymologie. 

,Dunkel, dunkler Unterweltsraum* II. 8, 368) ; axihcvog glänzend' (IL 14, 351 ; 
zu axlkßeiv ,glänzen* II. 3, 392) , xegmvog ^erfreulich, angenehm* (Theogn. 
1066; zu riQTceiv ,erfreuen' IL 9, 189), xgainvog ,schnell' (IL 6, 505) und 
andere Formen. Besondere Schwierigkeit bei der Erklärung des Wortes 
macht das anlautende <*-. Ist es etwa ein jüngerer ,vocalischer Vorschlag'? 
So liesse sich etwa ein Zusammenhang denken mit altind. Ichid : Jchidäti 
,er drückt, drückt nieder'; RV. 4, 28, 2: ni.Jchidat sü'riasja Indras caJcrdm 
,Indras drückt nieder das Rad der Sonne' (Ludwig : ,schlug des Sürja Rad 
fest 4 am Wagen); dazu Ichidrä- ,bedrückt, ermüdet* (in d-khidra-jäman- 
,von unermüdetem Gange', RV. 1, 38, 11 von Rossen), substantivisch ,Druck, 
Gewicht* (RV. 5, 84, 1 : pdrvatanaäm khidrdm bibharshi prihivi ,der Berge 
Gewicht trägst du, o Erde'); hhidvas- ,Bedränger* (RV. 6, 22, 4 im Vocativ 
hhidvas von Indras); Particip hhinnd- (aus hhidnd-) ,niedergedrückt, nieder- 
geschlagen, ermüdet, erschlafft* (Mah&bh.). 

dxiÖQö-g ,schwach*. 

Theokr. 28, 15: ov yag eig dxiögag ovo* ig digyw . . . do/aoig ,denn 
weder in das Haus eines schwachen noch eines unthätigen*. Ahrens weist 
dazu auf Cyrills von Alexandrien Anführung ,dxtögog 9 6 do&svrig' und 
auf Hesychs dxidgwnd^iü (die Ueberlieferung bietet ein unverständliches 
dxidgwvdtu))- dpßkvwmJS ,ich bin schwachsichtig, habe schwache Augen*. 
Unterscheidet sich von dem soeben besprochenen dxidvog ,schwach* 
offenbar nur durch die Form des Suffixes. Betontes go aber ist unter den 
adjectivischen Suffixen besonders häufig und findet sich zum Beispiel noch 

. in: ikaqtgog ,leicht* (IL 12, 450), kafirtgog ,glänzend* (IL 1, 605), paxgog 
,lang* (IL 7, 140), fy&Qog ,verha«st* (II. 3, 312), dßkrjxgog schwach' (IL 5, 337), 
ßkw&gog ,hoch* (IL 13, 390), mxgog ,spitz, scharf* (IL 4, 118), ala%gog 
schändlich* (II. 3, 38), igv&gog ,roth* (IL 9, 365), xvdgcg ,ruhmvoll* (IL 18, 184), 
kvygog ,traurig, unheilvoll* (IL 6, 168), kvngog ,traurig, elend* (IL 13, 243), 
vygog ,nass, flüssig* (IL 5, 902), \pv%gog ,kalt* (IL 5, 75). 

vxivdxri-q ,Schwertf. 

Herodot 7, 54 erzählt von Xerxes: evgdpevog di ioißake ttjv yidkrjv 
ig xov c Ekkrj07torxov xal XQvoeov xgrjxrjga xal üegacxov £l<pog, xov dxt- 
vdxrjv xakiovoi; Pollux 1, 138 führt an: dxivdxr\v üegatxov £iq?idi6v xi, 
T(p fit)Q(p ngoar\gxr\iiivov. 

Also ein persisches Wort, dessen Originalform noch nicht aufgefunden 
zu sein scheint Vielleicht ist der Bildung nach das auch ungriechische 
xavvdxr\-g ^babylonischer oder persischer Pelz* (Ar. Wesp. 1137: ol pkv 
xakovoi IIegaLd\ ol 6k ytavvdxTjv) zu vergleichen. 

dxlvaytiar- (dxivayfia) Rhythmische Bewegung* (der Hände und Füsse). 

Etym. M.: dxivdyfiaxa' olov %eigtx>v yde noduiv dxLvdy/naxa; — xd 

xivdy/iaxa xdiv nodwv fietd §v&fiov. xal xwv %uqwv xivrjjuara. Zonar. 

pag. 109: dxtvdyfxaxa* xd fiexd §o&juov xtvdyfxaxa xwv noduiv xal xwv 

X€iQwv. Hesych führt auf: dxivaypog' xivayfiog, xlvrjoig. 

Hängt vielleicht eng zusammen mit xivdaoeiv ,schwingen, schütteln* (IL 12, 



Griechische Etymologie. 48 

298: ovo öoqFb Tivdaoiov ,zwei Speere schüttelnd'; IL 13, 243: fjv je (,den 
Blitzstrahl*) KqovIwv %eiQi Xaßwy hiva&v drc' aiyXi\Fevxog ^OXvpmov ,er 
schleuderte'), so dass als gemeinsame Grundlage ein kvin- zu vermuthen 
ist Die dazu gehörige Form tlvayiia ,Bewegung' begegnet AnthoL Pal. 
8, 159, 4 und 9, 139, 2. Das a- ist vielleicht jüngerer Vorschlag; Froehde 
(bei Bezzenb. 7, 87) vermuthet darin das altindische Präfix sam- ,zusammen'. 

äxivo-q eine Pflanze, eine nicht näher zu bestimmende Labiata. 

Diosk. 3, 43 : [k€qi dxlvov] : axivog rj axovog, [ol de ayqiov ßaOiXixbv, 
'Püjftaioi tixifidarQOVfi\ noa iozl Xe7tt6xaQ<pog 9 oveqHxvtofuxTixrj, naQanXrj- 
ala wxlptp, daavtiQa 61 xai evwdqg. Dazu Plin. 21, 174: Acinon et coro- 
närum causa et cibörum Aegyptii senunt, eademqve erat qvae öcimvm, 
nisi hirsütior rämts ac folizs esset et admodum odoräta. 

Gehört wohl ebenso wie dxovr] ,Wetzstein' (Seite 36) zur Verbalgrund- 
form dx- ,spitz sein, scharf sein' (Seite 27). Substantivische Bildungen auf 
ipo- sind nicht sehr häufig, doch können als solche noch genannt werden : 
aUtro-g ,Klagelied' (Soph. Aias 627), xagxivo-g ,Krebs' (Ar. Friede 1083), 
kotivo-q ,wilder Oelbaum' (Ar. Vögel 621), xorpivo-g ,Korb' (Ar. Vögel 1310), 
xvxtvo-g ,der fleischige Kelch der Granatblüthe' (Hesych: xvzivot' tf t g 
$otdg va nowxa i§avüi\iia%a\ Theophr. caus. pl. 1, 14, 4: %r\g §6ag m iv y&Q 
%(ß xvvhtp ro av&og); etwas anderartig sind solche auf vo- mit voraus- 
gehendem gedehntem i, wie %aXivog ,Zaum, Gebiss' (IL 1 9, 393) oder ixzi- 

. vog »Hühnergeier' (Soph. Brachst. 108 und 696 bei Nauck). 

ßxaiva (aus axayja) ,Spitze, Stachel'. Siehe unter axavog ,Dorn, Stachel' (?), 
eine Distelart (Seite 31). 

SxvXo-g ^Eichel', insbesondere Frucht der 7toivog ,Eiche mit immergrünen 
Blättern' (Hes. Werke 436; Ar. Frösche 859). 

Od. 10, 242: %olai 61 KIqxtj itdq ($' axvXov ßdXavov %' eßaXev xaqnov 
re xQavelrjg e6fievai. Theophr. bist. pl. 3, 16, 3: xaXoiai 6i tiveg %6v pkv 
tov tcqIvov (,Stech- oder Steineiche'?) xai tov tavrrjg (nämlich rrjg agiag, 
auch einer Art Eiche) xagrtov axvXov, tov 6h zrjg 6gvog ßdXavov. 

Der öfter angenommene Zusammenhang mit altind. ag ,essen': af-nati 
,er issf , das schon unter axoXog ,Brocken, Bissen' (Seite 39) genannt wurde, 
ist schwer bestimmter zu beweisen. Möglicher Weise gehört das Wort zu 
ax- ,spitz sein, scharf sein' (Seite 27). Die Suffixform ist dieselbe wie in: 
xov6vXog ,Knochengelenk , Gelenkknochen der Finger 4 (Ar. Wespen 254), 
xotvXoq ,Näpfchen ,Schälchen' (Eratosthenes bei Athen. 1 1, 482, B), nitvXog 
,tactmässiger Buderschlag' (Aesch. Sieben 856; Eur. Iph. Taur. 1050), oyov- 
6vXog ,Wirbelknochen' (Eur. El. 841), xqwßvXog ,Haarwulst, Haarbüschel« 
(Thuk. 1, 6), wie scheinbar auch in ÖdxzvXog ,Finger' (Hdt 6, 63). 

axtthMv ,bewahren, bevormunden'; kyprisch. 

Inschrift von Gortyn 2, 17; at xa %dv iXevdigav ircinr^rai olqrijv 
axevovrog xadeata ,wenn jemand eine Freie zu nothzüchtigen versucht 
während der Bevormundung eines Verwandten 4 . Hesych führt auf: a- 
xevet* rrjQSi. Kvnqioi. 



44 Griechische Etymologie. 

Etymologisch noch nicht aufgeklärt 
dxofreiv ,hören'. 

Von ältester Zeit her sehr gewöhnlich; angeführt sein mögen: IL 11, 
603: xXialrj&ev dxovoag ,vom Zelt her hörend'; IL 12,442: ol d* ovaai 
ndvTBg axovov. 11.7,406: pivd-ov 'AxaiFwv avxbg dxoieig. 11.24,223: 
avrog ydg axovaa &€ov. Aesch. Prom. 740 : dxtjxoag (zunächst aus dxr]- 
xoFag) ,du hast gehört 4 . IL 15, 199: oi Fe&ev otgvvovrog dxovaovrai xol 
avdyxjj ,werden gehorchen'; Od. 10,83: vn-moiei ,giebt Gehör* = ,er- 
wiedeitf (ebenso vn-axovoai Od. 4, 283). — Dazu dxovij ,das Hören': II. 
16, 634: Fexag öi tb yiyver' a%ovi\ ,von fern hört man' (den Lärm); Od. 
2, 308 : c iva d-aooov c ixrjai ig IlvXov riyad'iqv /ist' dyavou rtaxgoq axovrjv. 
Hdt. 1,38: axori (zunächst aus dxoßrj) ,Gehör*; dxovoro-g jhörbar' (Xen. 
Kyr. 1, 6, 2: dxovwv td dxovard)] dv-r^ovareiv und vrjxovarelv ,ungehor- 
sam sein' (IL 15, 236 = 16, 676: dvyxouOTrjoev. IL 20, 14: v^xovatrjae). 

Die letztangeführten Formen erweisen deutlich, dass dxov-etv aus *dxovo- 
-eiv oder auch *dxovo-jetv entstanden ist So scheint es sich unmittelbar 
zu goth. hausjan (Luk. 5, 1 und sonst oft), unserm hören, zu stellen, wo- 
bei freilich eine bestimmtere Erklärung für sein anlautendes d noch zu 
suchen bleibt Auf eine einfachere Grundlage ohne diesen Vocal scheint 
noch Hesychs Anführung xo£ (zunächst wohl aus xo/p) • dxovei, /cev&erai 
hinzuweisen. Ficks Combination (bei Bezz. 1, 334), wornach axovw auf 
einer Zusammensetzung von gemuthmaassten *dxa ,scharf' und ovg ,Gehör, 
beruhen soll, wonach es also zunächst ,scharfes Gehör haben' bedeuten 
würde, halte ich für sehr unwahrscheinlich. 
'Axxti> 9 Name einer gespenstischen Alten, mit der man die Kinder schreckte. 

Plutarch (Moralia 1040 B.) führt aus Chrysippos an: wg ovdkv dia- 
qtigovza %r t g idtxxovg xal rrjg *AXcpiTOvg, ÖV u>v rd naiddgia %ov xaxoa- 
XoXelv al yvvalxeg dveigyovaiv ,die Kinder von Unarten zurückhalten'. 
Suidas leitet das sogleich zu nennende dxxl&od'ai daraus ab: dito xivbg 
yvvcuxdg /ticügdg, iyzig ixaXeito Idxxw. Zonar. führt an: WxxcJ. ovofxa yv- 
vaixog JSafilag inl fiwgiag diaßaXXofuivr]. 

Fick 2, 8 stellt es fragend zusammen mit dem Namen der römischen 
Flurgöttin Acca Lärenüa und mit altind. ahkä jMutter', die aber vielleicht 
nur zufällig zusammenklingen. Möglicherweise gehört /ixxto mit seinem 
xx nur einem engeren Dialekt an. 
dxxiZeö&cu ,sich zieren, sich stellen als wolle man nichf. 

Ein Bruchstück Pindars lautet: livögeg xivkg ctxxiCojuevoi 2xv&ai vex- 
gov iVr/rov ovvyioioiv Xoyy xrdfiBvov iv (pdw xgvyd de oxoXiovg yiw- 
aiv dvdigoioiv nodotg i)6l xerpaXdc. Plato Gorgias 497 A: olo&a, dXX 
dxxitei ,du stellst dich unwissend'; Plut Symp. 1, 4, 620 B: fxixgd pihv oiv 
faxioavto TtaQaitovfievoi. Lukian de mercede cond. 14: 6 dk dxxiadfxe- 
vog . . . tiXog ifceiad'fj ,liess sich endlich bereden'. Suidas giebt als Er- 
läuterung zu dxxiteo&ai : ywaixiCea&ai (,sich weibisch benehmen*), und 
f.iwQaivetv und führt daneben noch auf: dxxt^ouevog' rcgoanoiovpievog 



Griechische Etymologie. 45 

(,sich verstellend*), yvvaixiCpiAevog* rj piogatveiv. dno zivog yvvatxbg fiw- 
Qag y rpig ixaleizo t^xxa. Hesych giebt ein adjectivisches dxxog* nagd- 
Hü)Qog. Xiyezai de natdloig, wg (nwgoig. 

So darf man ,närrisch sein, albern sein' wohl als zu Grunde liegende 
Bedeutung vermuthen. Die äussere Geschichte des Wortes aber ist dunkel. 
axxia 9 mit Yocalzusammenziehung dxTrj ,Holunder'. 

Hippokr. de morb. mul. 2, 681 (Kühn): xal dxrijg xagnbv h oivtp vi r 
ozig . . . ia&Uzw. Lukian Tragodop. 74: zlveg yaQ dtöe ßdxzga vutfiduv- 
zeg %€Qoiv, xdgrjva (pvkkotg dxziag xazaoxecpeig. Dioskorides handelt von 
ihr 4, 171: [negl dxzrjg] : dxztj . . . dioorj ioztv 17 ph ydg zig iazi 
devdgtidtjg . . . und fährt 172 fort: zo dh %zgqov avzrjg x<xpaidxzt] xalei- 
zai f. . . € PwfialoL ißovkov/Ä . . .]. avzt] x<*fuai7veTrjg ovoa, kldooiov kazl 
xal ßozavwdeoziQa. — Das selbe ist wohl dxzio-g bei Theophr. h. pL 
3, 4,2: TtQtotßkaOTcc ök xal xagva xal ÖQvg xal dxziog. 

Offenbar gebildet wie utjUa , Apfelbaum* (Od. 7,115= 11, 589; von 
nijJLov , Apfel' IL 9, 542; Od. 7, 120), avxia ,Feigenbaura' (Od. 7, 116; von 
ovxov ,Feige' (Od. 7, 121), fiogia ,Maulbeerbaum' (bei Athen. 2, 51, D an- 
geführt; von fiogov ,Maulbeere' Aesch. Bruchst 111), §oöia ^Rosenstrauch^ 
(Ar'chilochos bei Athen. 2, 52, F; goöf t g ze xaXov uvd-og, von godov ,Rose', 
das schon bei Homer begegnet in ßgoöoödxzvlog ,rosenfingerig' II. 6, 175), 
also abgeleitet, und zwar von einem muthmaasslichen *axzov ,Maulbeere', 
das etymologisch noch weiter zu prüfen sein würde. 
üvm] ,hohes Ufer, Küste'. 

Oefter bei Homer, so IL 2, 395: dxzfi ig> y viprjbfi ,an hohem Gestade'; 
Od. 5, 425: zQrixelav kn* dxztjv ,rauh, steinig'; IL 20, 50: i?c y dxzdwv Igi- 
dovnujv ,laut rauschend' (von Wogen); Od. 10,509: iW dxztj z y ilaxela 
,kleines Gestade'; Od. 15, 36: 7tgiazt\v dxx^v 'l&dxtjg. Od 13, 98: ovo ök 
ngoßkijzeg iv avz<$ [nämlich Xt^iivi] dxzal djcoßgioyeg, kifxivog notinen- 
zrjvlai ,zwei vorspringende abschüssige Ufer, nach der Bucht zu sich 
senkend'; übertragen bei Aesch. Choeph. 722: dxztj xti^azog ,Erhöhung des 
Grabhügels'. 

Alte participielle Bildung mit der weiblichen Form des Suffixes zo, wie 
es zum Beispiel auch sind dvztj ,Geschrei, lautes Rufen' (IL 2, 97) , öaizrj 
Gastmahl' (IL 10, 217), öezrj ,Fackel' (IL 11, 554), xoizrj ,Betf (Od. 19, 341) 
und %alzri jHaar* (IL 10, 15). Die Grundlage bildet vielleicht ax- ,spitz sein, 
scharf sein' (Seite 27), an das sich unter anderem auch das zum Vergleich 
nahe liegende axqog ,spitz auslaufend, höchst* anschliesst, wie es beispiels- 
weise sich bietet: II. 17, 264: uxgal rjwveg ,die vorspringenden Gestade'; 
IL 16,299: rcgwoveg axQOt ^emporragende Höhen'; Od. 12, 11: o#' dxgo- 
zazt] ngoex' <**â„¢1 ,wo das Gestade am weitesten vorragte'; IL 13, 523: 
a/LQip VlvfA7t({) ,auf der Spitze des Olympos'; 11.22, 383; nikiv axgtjv 
,der hochgelegene Theil der Stadt'. — An Zusammenhang mit dy-, alt 
Fay-y ,brechen' ist selbstverständlich nicht zu denken. 
axrii ,Nahrung, Speise' (?). 



46 Griechische Etymologie. 

Nur bei Dichtem, oft in Verbindung mit Demeter genannt, so H. 13, 
322: og &vrji;6g %* eirj xal %doi JijjurjteQog dxrrjv. TL 21, 76: Ttaadjurjv 
Jr]iirjT€Qog dxTrjv. Hesiod Werke 466: ixvelia ßgl&eiv Jr^Ar\%^qog legov 
dxTrjv ,dass zur vollen Reife anschwelle die Speise der Demeter*, das 
ist ,das Korn in den Aehren 4 ; Hes. Werke 597 : öfiuial <T InoTQvveiv Jtj- 
/ui)t€qos Uqoy dxxr\v divipev ,das Korn im Wurfe schwingen'; Hes. Schild 
290 : xogvvioevxa iti%r\ka (,die kolbigen Halme 4 ) ßQi&o/neva oxaxvcov, cboel 
Jrjfiy]T€gog axnjy. Ap. Rh. 3, 41 3: ov ortogov bXxoloiv <Jr]ovg ivißdkko- 
fxai dxTrjv. Homer bietet es ausserdem nur in Verbindung mit akqtixov 
,6erstenmehl, Gerstengraupen', so IL 11, 631: naQa 6* dlcpixov Uqov gx- 
rijy. Od. 2, 355: ßelxoai d* eaxu> fxexQa fivkrjqxrtov dXcpixov dxxrjg. Od. 
14, 429: nakvvag dhplxov drxxfi ,bestreuend mit Nahrung von (wohl — 
^nahrhaftem') Gerstenschrot 4 . — Hesych giebt erklärend dxrif • %QO(pi r Oft 
ist ,Fruchf erklärt, was gar nicht zutrifft, oder auch sonst wie. 

Offenbar eine eben solche alte participielle Bildung, wie das eben vor- 
her besprochene dxxrj ,hohes Ufer, Küste'. Möglicher Weise schliesst es 
sich an das unter axoko-g ,Brocken , Bissen 4 (Seite 39) genannte altincL 
oq »essend agnä'ti ,er isst 4 , agand-m ,Essen, Speise 4 , agitra-m ,Nahrung*, 
äpi- ,daa Essen', agita-m Speise 4 (RV. 10, 37, 11; 10, 117, 7). Fick 1«, 511 
hält Entstehung aus V XTI ? (nach Bechtel) und Zusammenhang mit altbulg. 
monha ,Mehl 4 und altind. mae- : mdcatai ,er zermalmt 4 (Gramm.) für 
möglich. 
dxriv- (axxig) ,Strahl 4 . 

Viermal bei Homer, nämlich H. 10, 547: aivwg axxlveooi Feßoixoxeg 
rjßekloio, von Rossen; Od. 11, 16: ovdi itox 3 avxovg r^FiXiog q>aFi&(av 
xaxadiQxexat axxlveooiv. Od. 5, 479: ovxe itox* ^Fikiog (paßi&tav axxi- 
oiv SßalXev und Od. 19, 441: ovxe \itv rjßiliog cpaFi&tav mxlotv ißah- 
Xev ,ihn traf die Sonne nicht mit ihren Strahlen 4 : Soph. Trach. 1086: Jiog 
axxig vom Blitzstrahl. 

Der suffixale Ausgang iv begegnet auch sonst, wie in den homerischen 
dehptv- ,Delphin, Tümmler 4 (IL 21, 22), yla>xiv- ,Spitee 4 (IL 24, 274), iidlv- 
jGeburtsschmerz, Wehen 4 (IL 11, 271), igpiv- ,Bettpfosten 4 (Od. 8, 278; 23, 
198), iofitv- ,Kampf (nur IL 2, 863 und 8, 56 im Dativ vo/ulvi ,im Kampf), 
ßQT)Yliiv- ,Brandung* (IL 1,437) und oxa(uv- ,auf rechtstehendes Holz, Schiffs- 
rippe 4 (Od. 5, 252). Nach einer Grammatikerangabe (Bekker anekd. 1193.) 
lautete axxiveg äolisch axxi]veg. Es scheint sich anzuschliessen an altind. 
aktü-s m. ,Iicht, Tageshelle, Glanz 4 , das aber in wunderbarer Bedeutungs- 
entwicklung oft auch jNacht 4 bedeutet 4 wie RV. 6, 49, 10: girbhis äbhis 
rudräm divä vardhäjä rudrdm aktä'u ,mit diesen Liedern stärke den 
Rudras bei Tage, den Rudras bei Nacht 4 . Die Bedeutung ,Helle, Glanz 4 
liegt vor: RV. 8, 81, 31: sti'ras ahtüshu ,in den Strahlen der Sonne 4 ; RV. 
4, 53, 1 : tdd nas mahän üd ajän daivds ahtübhis ,das hat uns der grosse 
Gott (Savitä) durch seine Strahlen verliehen 4 ; RV. 1, 94, 5: caranti gantävas 
dvipäd ga jdd utd cätushpad aktübhis ,es wandeln die Geschöpfe, zwei- 



Griechische Etymologie. 47 

füssiges und vierfüssiges, in seinen (des Agnis) Strahlen'; RV. 2, 30, 1 : 
ähar-ahar j&ü aktüs apä'n ,Tag für Tag geht der Glanz der Wasser/. — 
Möglicher Weise besteht unmittelbarer Zusammenhang mit ay-dkkeo&ai 
geschmückt sein, freudig stolz sein, prunken', ursprünglich ,glänzen* (?). 
— Fick H, 142 halt Zusammenhang für möglich mit altbaktr. khsaeta 
,hell* und deutschem skei- ,scheinen*. 
dxrala, ein kostbares persisches Gewand. 

Athenäos (12, 525, D) giebt einen Bericht des Ephesers Demokritos über 
das üppige Leben seiner Landsleute; darin heisst es: tdot <T av tiq, <pijol, 
xal rag xakovfievag dxtalag, ojcsq iari xal itokvxsk&axaxov iv xolg 
negatxoig rteQifikrjfiaoiv. 

Wegen seines ganz griechischen Gepräges kaum ein persisches Wort 
Es ist die substantivisch selbständig gewordene weibliche Form eines 
Adjectivs auf cr-to-, das von einer weiblichen Form auf ä ausgegangen 
sein wird, wie zum Beispiel rcexQaiog ,zum Fels gehörig' (Od. 12, 231) von 
TtirQrj ,Fels* (IL 9, 15), xgrjvalog ,zur Quelle gehörig* (Od. 17, 240) von 
xq^vtj ,Quelle 4 (11.9, 14), ayekalog ,zur Heerde gehörig* (IL 11, 729) von 
ayilrj ,Heerde* (IL 1 1, 678). So bezeichnete dxxala vielleicht ursprünglich 
,eine an der Küste (dxxrj Seite 45) (,in den Küstenstädten*?) übliche Tracht*. 
Das betreffende Adjectiv begegnet schon Thuk. 4, 52: zag xe akkag 
noketg rag u4xxalag xakovfiiivag. 
dxrala ,Marmorkugel*. 

Athen. 14, 648, F führt Verse des Klearchos an, die allerlei Geräth 
{antvrj) nennen, zunächst: xqlnovg, %vxQa, kv%v€lov, dxxala, ßd&Qov. 

Bezüglich der Bildung sei auf das im eben Vorausgehenden über dxxala 
Gesagte verwiesen. Weiter aber ist an die Benennung dxxlxrjg kl&og für 
,pentelischen Marmor* zu erinnern und an Hesychs Anführung: dxxala* 
r\ 'j&xxixri nQWTüjg ovxwg ixakeixo . xal 1) ix xov Idxxlxov kl&ov xaxa- 
oxevao&eioa, xov üevxekixov. 
axraCveiv ,erheben* (?) 

Nur Aesch. Eum. 36: wg prjxe awxelv firjxe fx dxxalvetv ßdatv ,dass 
ich nicht Kraft habe noch meinen Gang erheben (= ^aufrecht gehen*) kann*. 
An alten Erläuterungen dazu mögen angeführt sein: Phryn. (bei Bekker 
an. 23, 7): Aioxvkog ovx&x* dxxalvu* q>tjal, ßaQvxovwg, olov ovxirt 
oq&ovv dvvajtiai IfAavrijv und Bekker an. 370, 12: axxalvuv. yavQiqv xal 
dxdxxwg 7trjö<pv 9 r\ nqbg ovvovalav 6q/li<£v] Hesych: dxxalveiv' itexeto- 
QiCjBtv) Etym. M.: dxxalvvj, ircl Yftncjv* axralveiv, xo f4ex€W(>l&o&at 
xal InalQeo&ai, xal yavQiqv. nagd xo r f xxai dxxog, xal Qfjpa dxxtS. acp 3 
ov xo xovqti^o) fcaQct Alayihp. ££ ov dxxalvw, xal dxxaivov pivog, xo 
avdyov xal dvvdfievov otcoq&ovv. 

Zunächst aus *dxxdv-jeiv. An ähnlichen Bildungen bieten sich: xtxxal- 
vea&ai ,verfertigen* (IL 5, 62 ; von xtxxov- ,Arbeiter, Zimmermann* IL 6, 
315), dxokaaxalvuv .zügellos, ausschweifend leben (Ar. Vögel 1227; von 
dxokaaxog zügellos, auschweifend* Herodot 3, 81), akaoxalvetv ,un- 



48 Griechische Etymologie. 

willig sein' (Hesych: akaaxriaag' deivona&rjoag, oxexkidoag, %ai.£7tri- 
vag, ayavaxxtjoag , dvo<pOQrjoag} Etym. M.: akaoxaivofjiai' ctyavaxxw 
xal dvanadw; von akaaxog ^unerträglich* IL 24, 105), vTteQixraiveo&ai 
,sich übereilig bewegen' (nur Od. 23, 3 : noöeg d* vrcsQtxxalvovxo ,die 
Füsse überstolperten sich'). Weiteres über den Ursprung zu bestim- 
men gelingt noch nicht Der formell mögliche Zusammenhang mit uyeiv 
,treiben, führen', dessen participielle Form axzo-g (Plut G. Gracch. 7: 
Sfifxov . . . axrrjg ^herbeigeführten Sandes' , wo aber die Lesart vaxxijg 
festgestampften' doch die bessere zu sein scheint) als zunächst zu Grunde 
liegend würde zu denken sein, ist der Bedeutung nach wenig wahr- 
scheinlich. 
dxraivoüiv ,in Bewegung bringen, erregen' (?). 

Nur Piaton legg. 2, 672, C: xal oxav äxxaivrioj) [nämlich nav £u*ov 
Jedes lebendige Wesen'] lavxb xd%iaxa y axdxxwg av Ttrjöq ^sobald es sich 
in Aufregung versetzt, springt es wieder unsinnig'. Alte Erklärungsworte 
dazu lauten: axxalveiv' yavQiqv, dxaxxoig 7tqö<gv f rj fi€T6U)Qi£eiv, fj oQfAqtv, 
7] i^dxxeiv, anb xov i^ateiv xal io%vuv. anb xovxov ovv xo axtaivwOfj] 
Phiyn. bei Bekker an. 23, 7: axxaivwaai OTjfialvei piev xb vxpujoai xal 
IrtaQcu xal fuerewQioai. 

Hängt wohl zusammen mit dem eben vorher besprochenen dxzalveiv 
^erheben' (?), aus dem es aber doch nicht unmittelbar hervorgegangen sein 
kann. Als zunächst zu Grunde liegend darf man ein weiblichgeschlechtiges 
axxaiva (aus *axxav-ia) ,Bewegung, Aufregung' (?) muthmaassen, aus dem 
axxaivovv in der selben Weise hervorgehen konnte, wie zum Beispiel xqioi- 
vovv ,mit dem Dreizack erschüttern', dann überhaupt ^erschüttern' (Eur. 
Bakch. 348) von xqiawa ,Dreizack' (IL 12, 27), yeyvgoiv ,brücken, bahnen' 
(IL 15, 357) von yiq>vQa ,Damm' (IL 5, 88 und 89), tyniovv ,strafen' (Hdt 
5, 87) von Crjfila ,Strafe' (Hdt 2, 65). Bei dem immerhin möglichen Zu- 
sammenhang mit ay-eiv = lat ag-ere ,treiben, führen' würden sich Ver- 
bindungen des dazugehörigen intensiven agitäre ,in starke Bewegung 
bringen' vergleichen lassen, wie plebs agitäri coepta tribüniciis procdlts 
(Iiv.), qvae res te agitat ,was erregt dich' (Plaut), scelerum furiis agitä- 
tus (Verg.). 
&§o-<$ ,steiler Abhang*. 

Nach einer Angabe des Stephanus von Byzanz, in der es heisst: "Oa£ov;, 
7t 6 hg Kgrjxrjg . . . Tivkg ök öia xb xaxdxQTjfAvov elvai xbv xonov [nach 
andrer Lesart : dia %b xaxayfjvai xbv xonov xal xgt]fxvüjdrj vnaQ%eiv\ xcr- 
Xoioi yaQ xovg xoioixovg xonovg a%ovg, xa&diceQ xal fj/ielg dypovg. 
Herodot 1, 154 giebt das Wort als kretischen Stadtnamen: eozi xijg Kgrjzrjg 
*A^bg 7colig. 

Der öfter angenommene Zusammenhang mit oy-, alt ßay- ,brechen' (IL 
17, 607: ißdyt] öoqv ,der Speer zerbrach'), von dem allerdings ayfio-g 
jäher Abhang, Kluft' (Eur. Bakch. 1094 und Iph. Taur. 262) ausging, ist 
durchaus unsicher, da ein suffixales -oo-, wie es etwa in Öigoo-g ,Bakchos- 



Griechische Etymologie. 49 

stab* (Eur. Bakch. 80), rtvQoo-g ,Feuerbrand, Feuerzeichen* (IL 18, 211), 
oipo-v ,Speise' (ausser Brot; IL 9, 489; 11, 630) oder tHoo-y ,Gränze, 
Gränzstück' (IL 13, 707; 18, 544; 547) vermuthet werden mag, nicht mit 
ausreichender Sicherheit erwiesen ist 
ä%ov~ (a^wv) ,Achse'. 

IL 5, 723: °Hßfj • • . ßdXe xafiftvla xvxka . . . oiöygiq) a^ovi dfiq>lg 
,legte die Bäder um die eiserne Achse'; IL 5, 838: %ßQ<*z& qtrjyivog a%(ov 
,die eichene Achse erkrachte 4 . — Xenophon Reitk. 10, 9 (ol xara niaov kx 
%wv d£6vwv daxtvhot xQepdvwvzai) und 10 bezeichnet mit a^ov&g ,achsen- 
ähnliche Stangen am Pferdegebiss'. 

Lat axi-8: Pacuv. 399: volucri eurrit axe quadriga; Ov. Met 2, 317: 
temöne revulsus axis; Cic. nat d. 1, 20: versäri [nämlich mumdus] circum 
axem codi admträbili celeritäte. 

Welsch ech-el ,Achse', breton. ah-al (W. Stokes in Beitr. 8, 343). 
AhcL ahsa, ags. eax, nhd. Achse. 
Lit aszt-s. 
Altbulg. ost. 

Altind. dksha-s: RV. 1, 30, 14: a . . . rndus dJcsham nä cakriaus ,du 
fügst gleichsam die Achse in die Kader*; RV. I, 164, 13: täsja nä dkshas 
tapjatai ,seine Achse wird nicht heiss'; RV. 1, 166, 9: dkshas vas cakrä' 
samäjä vi vävrtai ,eure Achse läset die Räder gleichmässig sich drehend 

Ganz genau stimmen die aufgeführten Formen nicht mit einander übereilt 
Nur die griechische hat suffixales ov, wie in xavov- ,Stäbchen' (IL 8, 193 ; 
13, 407), yeizov- ,Nachbar< (Od. 4, 16), aQrjyov- ,Helferin' (IL 4, 7) und 
vielen anderen Formen. Als Grundlage ist ay- ,treiben, führen* gemuth- 
maasst, doch ohne irgend sicheren Boden. 

£gco-$ ,den Werth von etwas habend', absolut ,Werth habend, werth voll, 
würdigt. 

Sehr gewöhnlich. Schon vierzehnmal bei Homer, so II. 23, 885 : kißrjr 9 
anvQov, ßoßog a&ov ,der den Werth eines Rindes hat; IL 8, 234: vvv <T 
ovo* ivog aStol elfiev c *ExTOQog. IL 15, 719: vvv vpwv navnav Zeig a^iov 
rjfiaQ Üdanuv ,einen Tag, der so viel werth ist, wie alle bisherigen'; II. 
23, 562: noUFog 64 ßoi a&og laroi. Od. 8, 405: noXißog di ßot a&ov 
%o%ai. Od. 1,318: aol 6* a&ov Sarai dftotßrjg , wird Tausch werth haben'; 
IL 14, 472: rj (T ov% ovrog dvrjQ ÜQO&oßijvoQog dvtl n€q>do&ai a^tog 
,werth an Stelle von ProthoSnor getödtet zu sein'; IL 13, 446: ij oqo drj %i 
ßeßlaxopev a^iov elvai tqcIq ivog dvrl 7teq>do&ai ,können wir es wohl 
für Ersatz halten, wenn drei statt eines getödtet sind'; IL 6, 46 — 11, 131 : 
ov <T a£ia öi^ai anoiva ,Lösegaben die Werth haben'; IL 9, 261: a&a 
dÜQa dldwoi. Od. 15, 388 = 429: o d* a^iov iovov eötoxev ,gab angemessenen 
Kaufpreis'; Od. 20, 383: ig 2ixekoig n^xpuj^ev, o&ev xi toi ä&ov alxpoi 
,es würde dir Grosses einbringen'. — Dazu dvx-d%iog ,gleich werthig' : II. 
1, 136: agaavreg xaxa &vpov Smog dvvd^iov eotai ,ein gleichwerthiges 

Leo Meyer, Griechische Etymologie. 4 



50 Griechische Etymologie. 

Ehrengeschenk (yigag) 1 , 11.11,514: IrjTgog yag dvrjg nokhSv dvrd^iog 
akkwv. II. 9, 401: ov yag ifiol ipvxrjg dvra&ov ,nicht hat es mir den 
gleichen Werth wie das Leben*. 

Durch das Suffix io ist a&o-g als abgeleitetes Wort gekennzeichnet, 
seine nominale Grandlage aber liegt nicht mehr vor. Der Zischlaut darin 
gehört möglicher Weise noch einer Verbalgrundform an, wahrscheinlich 
aber ging er erst, wie im Griechischen so häufig vor folgendem i, aus der 
dentalen Tenuis hervor, und es steckt darin ein altes nominalsuffixales 
Element So würden sich Bildungen vergleichen lassen, wie 7tav-6\pio-g 
,allen sichtbar/ (II. 21, 397) und in-oipio-g ,von unten angesehen, verhasstf 
(D. 3, 42; zu oipi-g ,das Sehen, Gesicht' IL 20, 205; aus *07t-%v-g) 1 xa&dg- 
oio-g peinigend, sühnend' (Aesch. Eum. 63 ; zu xd&agai-g Reinigung, Süh- 
nung' Hdt 1, 35), dv-aQOio-g 7 abhold, feindlich' (IL 24, 365; zu einem muth- 
maasslichen *ag-oi-g ,Verbindung, Freundschaff) und ähnliche, im Anschluss 
an die sich ein zu Grunde liegendes * S £i-g , Werth' (?) möchte yermuthen 
lassen. Dass dieses aber auf ay-eiv ,treiben' beruhe, auf das gewöhnlich, 
auch von GCurtius 171 und Fick 2, 10, a&o-g zurückgeführt wird, ist 
wenig wahrscheinlich, da seine Bedeutung , wiegen, wägen', die hier als 
vermittelnde angenommen wird, weder als sehr alt noch als sehr geläufig 
nachzuweisen ist und nur in Verbindung mit bestimmten auf Gewicht be- 
züglichen Ausdrücken vorzukommen scheint, wie Soph. El. 118: fiovvr] yag 
ayeiv ovx %%i ou>xto kvnrjg dvriggortov ax&og ,allein vermag ich nicht länger 
die Last der Trauer (,gleich wiegend' =) im Gleichgewicht zu halten'; Alexis 
bei Athen. 11, 502, F: Tax/tcifiara tjyev ovo dgaxpdg ,die Becher wogen zwei 
Drachmen'; Dem. 741,7: %ov dxivdxrjv zbv Magdovlov, og rjye tgtaxo- 
olovg dageixovg ,wog dreihundert Dareiken'; Dem. 617, 20: ovöe xgvoldeg 
%£%xageg rj xgeig, ayovo* exdoTrj fivav. Dem. 1193,21: itel&ei avrov 6 
7tavf]g 6 ifiog Tifxrjv drtokaßelv xwv quakiZv, oaov r\yov al cpidkai, dia- 
xoalag xgidxovxa krcxd (nämlich öga%(iag). In solchen Verbindungen konnte 
für ayeiv ,treiben, in Bewegung setzen' die Bedeutung des ,Wiegens' jeden- 
falls sehr leicht entspringen und zum Beispiel ebenso leicht, wie für %kxeiv 
ziehen', das jene Bedeutung auch oft aufweist, wie Hdt 1, 50: zglrov 
rtfiizdkavTov exaorov ekxovra Jedes drittehalb Talente wiegend'. Im Ent- 
ferntesten erlauben Ausdrucksweisen der bezeichneten Art nun aber nicht 
den Schluss, dass %kxeiv oder ayeiv schon in ältester Zeit die absolute Be- 
deutung 7 wiegen, Gewicht haben, Werth haben' enthalten habe. Auch das 
Lateinische erlaubt diesen Schluss bezüglich des ayeiv keineswegs, wenn 
es auch sein damit übereinstimmendes agere — doch nur in Verbindung 
mit dem Präfix ex — hie und da jenem ayeiv ähnlich gebraucht, wie Liv. 
34, 31, 17: nölite ad vesträs leges atqve institüta exigere (,abwägen, be- 
urtheilenO ea, qvae Lacedaemone fiunt; Verg. Aen. 17, 725: luppiter ipse 
duäs aeqvätö exdmine (aus *ex-ag-men ,Zünglein in der Wage*) lances 
sustinet ,hält zwei Wagschalen im Gleichgewicht'; Pers. 1, 6: ex&tnenve im- 
probtdm in illä castiges trutind ,das unfreundliche Urtheil (eigentlich ,Züng- 



Griechische Etymologie. 51 

lein in der Wage 4 ) mögest du an der Wage berichtigen'; Cic. Tusc. 1, 19, 43: 
tanqvam paribus exämindtus ponderitms (,mit gleichen Gewichten abge- 
wogen 4 — ,im Gleichgewicht schwebend') nullam in partem movetur. 

Benfey's Muthmaassung (bei Kuhn 8, 75), dass agiog zu altind. anc ,ehren* 
gehöre, wogegen Hupfeld (bei Kuhn 8, 370 — 375) sehr Ungeschick? polemi- 
sirt, hat ihr Hauptbedenken darin, dass jenes anc nur sehr ungenügend 
beglaubigt ist 
o£,ivt] jStreitaxtf. 

Bei Homer zweimal; IL 15,711: d&oi dfj neUneaat xal d^hrjoi (xd- 
%ov%o. IL 13, 612: o <T V7t doulöog e'ilero xaXrjv dfyvyv €v%akxov, IXatvtp 
dfupl nekixxqß fiaxQqi lv£4oT(p ,die schöne kupferne Streitaxt, an langem 
geglättetem Stile aus Oelbaumholz'. 

Ganz ähnliche Bildungen hat die homerische Sprache nur noch in dw- 
rfyt] ,Gabe 4 (IL 9, 155; 297) und va/itvrj ,Kampf, Schlacht 4 (IL 2, 477 und 
öfter). Dazu nennen wir aus späteren Quellen noch: öekqxxxtvrj Junges 
Schwein' (Epicharm bei Athen. 7, 277, F), %oi<>ivri, . eine kleine Meermuschel 
(Ar. Bitter 1332; Wespen 333; 349), Tekkivr], eine Muschelart (Hippokr. 1, 
682 Kühn; Athen. 3, 85, F und 86, A), d&egivrj, ein Fisch (Arist hist an. 
6, 17), dnagtvr], ein Klebekraut (Theophr. hist pl. 7, 8, 1), ßokßtvr], eine 
weisse Zwiebelart (Theophr. hist pl. 7, 13, 9), gx\%ivr\ ,Harz 4 (Arist hist an. 
9, 20; Nik. al. 300; 554), <pogivr\ ,dicke Haut' (Ael. nat an. 17, 44), tigonvr\ 
,Halbgöttin, Heroine' (Theokr. 1 3, 20 ; 26, 36) , i&vrj, eine distelähnliche 
Pflanze (Theophr. 6, 4, 3) und ei.£tvr}, eine Pflanze (besprochen von Diosk. 
4, 39, wo als ihre Namen auch dpekZtvr], evßivrj und dfÄogytvrj aufgeführt 
werden; eine andere ik^ivt] bei Diosk. 4, 86 besprochen), Sie tragen sämmt- 
lich mehr oder weniger das Gepräge abgeleiteter Formen. Welche Form 
aber dem d£ivrj zunächst zu Grunde lag, ist nicht mit Sicherheit zu be- 
stimmen. Sein Zischlaut wird schwerlich einem nominalen Suffix, eher 
einer Verbalgrundform angehören. Vielleicht ist o§vg ,scharf 4 (IL 12, 55; 447) 
nächstverwandt, wie zum Beispiel oxgig hervorragende Felsspitze 4 (Hippokr. 
in Gal. lex.: oxgig' k^o%i] ngofir t xTjg) und dxgioeig ,spitzig, zackig' (11.4, 
518 von Steinen) nah zusammenhängt mit axgog ,spitz auslaufend, höchst, 
äusserst 4 (IL 5, 729 und oft). Das ihnen zu Grunde liegende dx- ,spitz sein, 
scharf sein 4 bildet möglicherweise auch die Grundlage zu d^tvtj. — Fick 
l 4 349 nimmt ein zunächst zu Grunde liegendes *agteiä ,Axt* = goth. 
aqvizi , Axt 4 (aus Luk. 3, 9 ; Grundform aqviqä-) an. 

Fick 2, 8 stellt es zu einem gräco-itahschen *aksid ,Axt', und dazu auch 
lateinisches ascia jZimmeraxt 4 (XII Tafeln 10, 2: rogom asceäd ne polttöd 
,den Scheiterhaufen soll man nicht mit der Zimmeraxt zurecht machen*), 
wobei er in Bezug auf das Lautverbältniss von § zu sc i£6g , Vogelleim' 
(Eur. Kykl. 433) und das gleichbedeutende viscus (Plaut Bacch. 50) ver- 
gleicht Als Grundform vermuthet er nach dem gothischen * aqvizjä- ^Axtf 
(Luk. 3, 9 : so aqvizi, rj d^lv7j) 7 worin er das i als eingeschoben annimmt, 

ein altes *agisiä und construirt als Grundlage ein * ag ,blank machen 4 . Eine 

4* 



52 Griechische Etymologie. 

in Einzelheiten vielleicht beachtenswerte, in mehreren Beziehungen aber 
doch viel zu wenig begründete Combination. 
6xvriöTi-q Rückgrat'. 

Od. 10, 161: %bv [tlacpov] d y iyw kxßalvovra xar' axyrjariv pioa vcfoa 
nl^a ,ich ßtiess ins Rückgrat*; Apoll. Rhod. 4, 1401 : anb xqcctoq di xekai- 
vfjv axQig ift y axyrjariv xelz' artvoog ,bis zum Rückgrat todt lag er* ,näm- 
lich Aadwv, x&oviog ocpig. Unmittelbar voraus geht: oio&i ö y oxqji ovqfj 
%%i axalgeaxev. 

Eine nicht ganz durchsichtige, noch weiter zu verfolgende Bildung. 
Das weiblichgeschlechtige Suffix %i blieb im Gegensatz zu der grossen 
Mehrzahl von Formen wie do-oi-g ,Gabe' (IL 10,213; aus 66-%i) durch 
das nachbarliche a in seinem Dental geschützt, wie in xvfjo-n-g Schab- 
eisen' (IL 11, 640), fivrjo~ri-g ,das Gedenken' (Od. 13, 280), cyQwa-ti-g ,eine 
Grasart (Od. 6, 90), ßov-ßewa-vi-g ,grosser Hunger' (IL 24, 532), jiaa-vi-g 
,Geissel' (IL 23, 500), nlo-ri-g ,Vertrauen' (Hes. Werke 372), xvo-%i-g 
,Harnblase' (H. 5, 67), nvo-ri-g ,Kunde, Ruf' (Eur. El. 690). Fick 2, 4 
, nimmt als letzte Grundlage ax- ,spitz sein, scharf sein' (siehe Seite 27) an 
und wohl mit Recht Weiter construirt er ein *dx-vd-to ,ich bedorne', 
neben dem aber der Zischlaut von awrjOTig noch genauer zu erklären sein 
würde. Er zieht axavo-g ,Dorn, Stachel' (? Siehe Seite 31) zu näherem 
Vergleich heran und vergleicht bezüglich der Bedeutung noch lat Spina 
(dorn) ,Rückgraf (Celsus 8, 1 : caput autem Spina excipit; ea constat ex 
vertebris qvatuor et viginti). 
äxvrjöti-s eine Pflanze. 

Nikander Ther. 52: val pr)v xal ßaqvodfiog inl tpXoyl ^wyQij&elaa %ah- 
ßavrj, äxvrjazlg %s xai fj nQioveaat %o\iah\ xiÖQog. 

Kaum formell verschieden von dem vorausgehenden axvrjOTig, doch 
seiner Bedeutung nach schwer näher zu bestimmen. Ob der Begriff des 
,Scharfseins' dabei eine Rolle spielt, da die Pflanze nach Nikandere An- 
gabe zur Vertreibung von Ungeziefer (iQnera) dienlich ist? 
&x(iov- (chtfMüv) ,Amboss'. 

Bei Homer viermal, so IL 18, 476: xtijxw & dxfio&i^iff piyav axpova 
und Od. 8, 274 : hv d ' e&er ' dx/uod-frip piyav axpova. — Das in den an- 
geführten Stellen mit genannte äx[x6-&e-To-v ,Ambossstock, Ambossklotz' 
wird ursprünglich gedacht sein ,das als Gesetztes, als Aufsatz einen Amboss 
hat', ähnlich wie altincL agmdpidhüna- (aus agma + apidh-) ,mit einem 
Stein zugedeckf eigentlich ist ,das einen Stein (dgman-) als Bedeckung 
(apidhä'na-m) haf. — Hesych führt ax/ucuv auch mit der Bedeutung ot-- 
Qavog ,Himmel' auf. 

Lat fehlt 

AIül hamar-r ,Fels', ,Hammer', ahd. hamar, nhd. Hammer weisen auf 
eine alte auch sonst begegnende Nebenform zu ahm- : Team-. 

Lit ahmen- (nom. ahmu) ,Stein'. 

Altbulg. Jcameni ,Stein, Fels'. 



Griechische Etymologie. 63 

Altind. dfman- m.,Fels, Stein'; ,Himmel'; so RV. 1, 130, 3: dvindat divds 
nihitam guhä nidhim vdis nd gdrbham pdrivitam dgmani, anantdi antdr 
dgmanij (Indras) fand des Himmels im Verborgenen bewahrten Schatz, wie 
eines Vogels Junges, verhüllt im Fels, im unendlichen Fels 4 ; RV. 7, 88, 2 : 
süar jdd dgmann . . . abhi md väpus drgdjai ninijdt ,welohes Licht am 
Himmel ist ... das Herrliche führt er zu mir zum Schauen'. 

Altbaktr. aqman- oder agma- ,Stein*; ,Himmel', up -ayna ,unter dem 
Himmel lebend' ; altwestpers. asman ,Himmel' ; neupers. dgmdn, kurd. apnan, 
afghan. qamä (Justi). 

äxpov- (axfitov), eine Wolfsart; nach Hesych auch eine Adlerart (faxe dh 
xal yivog derov). 

Oppian Kyn. 3, 326: axpoveg av doiol, qtoviov yivog, av%ha ßaiol .... 

jcüv 6 filv dqyvcpioig veirotg xal yaaxtqi Xevxjj na(x(palvBt ... 6v tiveg 

IxtIvov noXi6%Qi%a (poiteg eke&v. avzdg oye xQoiioi fÄeXaivo^iivjjOi ni- 
cparrai. 

Der Bildung nach wohl mit dem Vorausgehenden übereinstimmend, der 
Bedeutungsentwicklung nach aber nicht mit Sicherheit zu bestimmen. 

dxftij ,Scharfe, Schneide, Spitze', ^höchste Blüt&e und Kraft, höchster Grad 
einer Sache', ,die rechte angemessene Zeit', im Accusativ äxfirjv ,im Augen- 
blick, eben jetzt'. 

Bei Homer nur 11. 10, 173: vvv ydg öi) rzdvteooiv knl £vqov Yatarat 
äxttrjg, wo die ,Schärfe des Scheermessers' bildlich für ,Moment der Ent- 
scheidung' gebraucht ist; Pind. Pyth. 9, 81 : xetpalav MftQa&e yaoydtov 
dxfif ,mit der Schneide des Schwertes'; Pind. Nem. 6, 59: haQ&v . . 
<**P? tYX*°$ ,todtete mit der Spitze des Speeres'; Soph. Kön. Oed. 1034: 
nodotv dxftdg ,die Fussspitzen'; — Soph. Eon. Oed. 741 : rlvog d*/urjv rjßrjg 
%%iav ^welches Jugendalters Blüthe oder Reife habend'? Ar. Ekkl. 720: nov 
vitav . . . rag dxpdg ,die Jugendkraft der Jünglinge'; Pind. Isthm. 7, 37t 
oxpov Ttoiwv ,die Kraft der Füsse'; Thuk. 2, 42: dxfifj xijg do^rjg ,mit dem 
höchsten Grade des Ruhmes' ; — Aesch. Pers. 407 : ovy.it l rjv fiikkeiv dxfirj 
,68 war nicht mehr Zeit zu säumen'; Aesch. Agam. 1353: rd fifj fiilkeiv 
<T exp] ,es ist Zeit nicht zu zaudern 1 ; — Xen. an. 4, 3, 26: 6 o%Xog äxpy* 
iiißatve ,ging eben hindurch'. 

An entsprechenden Bildungen bietet die homerische Sprache noch : odffl 
,Geruch' (IL 14, 415), o^iif ,das Vordringen, Verlangen' (IL 9, 355), iqhOQprj 
Zugang* (Od. 22, 130), Ttvyfirj ,Faustkampf (IL 23, 669), afy/urj ,Lanzen- 
spitze' (IL 4, 461) und mit anderer Betonung: jfycu'/uq ,Speise' (Od. 10, 177), 
(prjurj ^Ausspruch, günstige Aeusserung' (Od. 2, 35), oi/nrj ,Gesang, Lied' (Od. 
8, 481), xdquii ,Kampf (IL 4, 222), ä%*ij ,Gebüsch< (Od. 19, 439), äkfirj 
,Meerwasser, Salzwasser' (Od. 5, 53), xvqpt] ,Schienbein' (IL 3, 330). — Zu 
Grunde liegt dx- ,spitz sein, scharf sein' (Seite 27). 
äxinjpoq nüchtern'. 

Bei Homer viermal im 19ten Gesang der Ilias: Vers 346: axprjvog xal 



54 Griechische Etymologie* 

artctOTog. 207: vrjoTiag cxfiyvovg. 163: axfirjvog oixoio* 320: axprjvov 
nooiog xal kdrjrvog. 

Es liegt nah, in dem Worte das beraubende cf- = aV zu vermuthen. 
Daneben liesse sich auf ein altes *xpr]vo- oder *x^r]vrj ,Essen, Speise' 
schliessen oder etwa auch auf ein participielles *x/ii?-vo-s ,der gegessen hat*. 
In letzterem Falle liesse sich 7t%r\vo-g ,fliegend, geflügelt* (Aesch. Prom. 1022) 
vergleichen, im ersteren wohl wahrscheinlicheren Bildungen wie a-oxrj- 
vo-g ,ohne Zeltf (Plut Sertorius 1 2 ; von axrjv y ,Zelt, Hütte' Aesch. Eum. 689) 
oder dv-arrjvog ,in üblem Zustande sich befindend, unglücklich' (II. 6, 127; 
wohl aus dvg- und altincL sthä'ta-m ,Stehen, Zustand'). Ein *x/iij- = *xqu- 
,essen' liesse sich als Grundlage timthmaassen. Man hat an das altindische 
cam : cdm-ati gedacht, aber das heisst nur ,schlürfen' und würde im grie- 
chischen Gewände kaum anlautendes x haben. Zu erwägen bleibt hier aber 
auch, dass Hesych ein axfia' vyorela. evdeca aufführt, das schwerlich für 
eine Zusammensetzung gelten kann. 

dxtirivöq ,kräftig' (?). 

Nur Od. 23, 191 : &d(ivog eq>v xavvcpvXXog elalßrjg egxeog forog, axfirjvog 
&ak4&üßv ,ein kraftig (?) wachsender Oelbaum'. — Möglicherweise gehört 
noch dazu ein Beiname der Nymphen bei Pausanias (5, 15, 4): ßwpog . . . 
Nv/iq)tov, ag 'Axnr\vag (Andere schreiben Idxfirjvdg) xakovoiv. 

Zweifelhaften Ursprungs. Der Bildung nach zu vergleichen mit döfiijvo-g 
,stark duftend, schön duftend' (Hesych: odfirjvog' Ttokvoo/uog. evoopog, 
zu 3öw »Geruch, Duff IL 14, 415; Od. 5, 60; 9, 210). Der gewöhnlich an- 
genommene Zusammenhang aber mit axfir}, das bei Homer (IL 10, 173) 

. nur in der Bedeutung ,Schärfe, Schneide' belegt ist, kann nur als sehr un- 

. wahrscheinlich bezeichnet werden. Ameis 7 Uebersetzung von axfirjvog &a- 
ked-tov : ^ungepflegt blühend' beruht auf einem ganz missrathenen Zusammen- 
bringen des Wortes mit xopsiv ,pflegen, warten' (IL 8, 109). 

äxQayiq- (?). 

Nur Aesch. Prom. 803 : o&oro/iovg ydg Zrjvog dxgayeig xvvag ygvnag 
(pvka&i, wo aber Wilhelm Dindorf statt der betreffenden Form dxlayyeig 
giebt Mit letzterem Ausdruck sollen die Hunde, da sie nur in übertragener 
Bedeutung genannt werden, als ,nicht schreiende, nicht bellende' bezeichnet 
werden. So wird das zugehörige Verb schon Od. 14, 30 vom Bellen der 
Hunde gebraucht in den Worten dl ph xexkrjywTeg inidga^iov ,sie liefen 
bellend herzu' und ein unmittelbar zugehöriges in Aesch. Eum. 131 xkay- 
ydveig <T aneg xvwv. Die Verbalgrundform xgay- (xgd^eiv Arist Bitter 287; 
aus *xgdyjeiv) ,krächzen, schreien', auf die d-xgayig- zurückzuführen scheint, 

. ist, wie es scheint, von Hunden nie gebraucht An Zusammensetzungen 
würden sich etwa vergleichen lassen: a-juaWg- ,unwissend, der nichts ge- 
lernt haf (Hdt. 1, 33; zu fid&og ,das Wissen, Elugheif Aesch. Agam. 177), 
d-nkavig- ,nicht umherirrend' (Plato Polit 288, A; *rc'kdvog- zu muth- 
maassen), d-oeßig- ,nicht verehrend, gottlos' (Aesch. Sieben 831 ; zu aißag 
,Ehrfurcht' Aesch. Choeph. 645) , d-igepig- ,nicht zitternd' (Plato Phaedr. 



Griechische Etymologie. 55 

250, C; *rQifAog- zu vermuthen), d-TctQßig- ,furchtios' (IL 13, 299; Tocgßog 
,Furcht, Schrecken' IL 24, 152). Es bleibt aber sehr fraglich, ob die an- 
geführte Auffassung ,nicht schreiend, nicht bellend' die richtige ist Hesych 
führt auf: dxgayig' dvo%SQig. oxkrjgov. d^vxokov. [do&evig], 

ax(f&xpXo-q Jähzornig, heftig zürnend'. 

Arist Bitter 41 : deanorqg aygoixog dQyrjv %va(ioTQui% dxQäxoXog ,unge- 
bildet leidenschaftlich, bohnenfressend, jähzornig'; Plato Staat 411, C: dxqa- 
%oXoi ovv xal ogylXoc Jähzornig und zum Zorn geneigt'. 

Als Zusammensetzung auffällig durch sein inneres gedehntes ä, statt 
dessen man ein kurzes o, wie es in alten Ausgaben auch mehrfach ge- 
boten wird, hätte erwarten mögen. Ob die Vocaldehnung in der ursprüng- 
lichen Häufung von Vocalkürzen (*dxQo-xoXo-g) 7 also einen metrischen 
Grund hat, dass sich etwa homerische Bildungen vergleichen liessen, wie 
&alapT]-n6loQ ,sich im Schlafgemach (&dXa[io-g) aufhaltend' (Od. 7,8; 
23,293), lXa<pr r ß6Xog ,Hirsche (Haq>o-g) erlegend' (IL 18, 319), nuQrj-q>oQOQ 
,Waizen (nvQo-g) tragend' (Od. 3, 495), veßrj-yevig Jugendlichen (vlFo-g) 
Alters' (Od. 4, 336 — 17, 127) und ähnliche? Als Schlusstheil löst sich 
deutlich %6Xo-g ,Zorn' (IL 4, 23 und sonst oft) ab. Vorgefügt aber ist ihm 
ohne Zweifel das adjectivische äxQo-g ,spitz auslaufend, höchst, äusserst*, 
das hier wohl in der Bedeutung ,h och gradig, heftig' gefasst ist So lässt 
sich vergleichen dxeo-nev&ig- ,äusserst traurig 4 (Aesch. Pers. 135; zu ntv- 
&og- /Trauer 4 IL 1, 254), bezüglich des Schlusstheils der Zusammensetzung 
aber d£6-xoXog ,voll scharfen oder heftigen Zornes' (Soph. Ant 955). Weiter 
bieten sich zum Vergleich Verbindungen wie igyfjv axgog ,heftigen Cha- 
rakters' (Hdt 1, 73) und ebenso äxgog wv dqyi\v (Appian Iber. 98). Auch 
lateinische wie ird tum percitus acri ,von heftigem (eigentlich ,scharfemO 
Zorne erregf (Lucr. 5, 399) und acrior ira (Lucan. 3, 142) mögen erwähnt 
sein, wenn auch das hier gebrauchte lateinische acri-, das im Grunde mit 
axgo-g das selbe ist, eine wesentlich andre Entwicklung, als dieses, durch- 
gemacht hat An ihm blieb immer mehr die Bedeutung des ,Scharfen' 
haften, die sich auch sonst in Verbindung mit ira ,Zorn' findet, wie zum 
Beispiel Verg. Aen. 12, 590: magnisqve acuont stridöribus irds ,(die Bienen) 
verschärfen (d. L »steigern, vergrössern') ihren Zorn durch Gesumm'. — Der 
mehrfach angenommene Zusammenhang von dxgaxolog mit a-xgätog ,un- 
gemischf, dann ,unmässig, heftig', ist durchaus unwahrscheinlich, da Ver- 
bindungen wie axQärog xoXrj (Arist Rhet 3, 3, 2 ; Alkiphr. Brachst 20 ; 
Dionys. Hai 7, 34) oder axgärog dqyi\v ,unmässig, heftig im Zorn' (Aesch. 
Prom. 678) und dqyr\ äxgärog ,heftiger Zorn' (Dionys. Hai. 8, 54 und 9, 17), 
keineswegs so gar geläufig sind, um eine Verkürzung von omqüto- zu 
cx^ä-, wie sie in dxQa-xoko-g eingetreten sein müsste, als glaublich er- 
scheinen zu lassen. 

faQepöv- (dxQepu>v) ,Ast, Zweig'. 

Eur. Kykl. 455: d*Qe(jLu>v ilalag iaxiv Iv dopoiol rig ,ein Olivenasf; 
Theokr. epigr. 1, 6: reg^lv&ov rgioycov eoxcnov dxgepova] Theophr. hist 



56 Griechische Etymologie. 

pl. 1, 1 7 9: xavkov dk liyui %b V7CBQ yrjg rceq>vxog iq>* %v . . . o inl %dv 
divÖQwv xakeirat orikexog, dxQ€fwvag dk rovg and tovtov o%itpiJiivovg 
(,vom Stamme sich spaltende*), ovg evioi xaXovaiv o£ovg. Antiphil. 8, 4 
(Anthol.): /uijlov .... dxfirjv evnvtdXoig avfxcpvhg dxQ€ft6<nv. 12, 4: olxla 
%e%xlyu)v, Evdioi üxQBixoveg. — Oppian Kyn. 2, 303: xal xegdiov oQ&al 
fikv dito xqaxbg necpvaoLv dxgepoveg TtQoxevelg, wo das Wort also auf das 
Geäst der Homer übertragen ist — 

An ganz ähnlichen Bildungen lassen sich vielleicht nur rjyefiviv ,Führer' 
(IL 2, 365) und x^dquciiv ,Besorger, Ausrichter, Leichenbesorger' (IL 23, 163; 
674), daneben auch dyqifxwv Jäger* (Hesych : dyqifxoveg ' ^rjQevral, tcoq- 
&i\xixqL BotutToC) anführen, deren Entwicklungsgeschichte aber auch nicht 
vollkommen deutlich ist, wenn auch der Zusammenhang des erstgenannten 
mit fiyseo&ai ,Führer sein, führen' (IL 1, 71), der des letzteren mit xrjdeo&cu, 
,sich betrüben, Sorge tragen für* (IL 1, 56) auf der Hand liegt Das Wort 
ist von Erklärern noch wenig beachtet Benfey (1, 158) nennt es unter 
axQo-g ,spitz auslaufend, höchst, äusserst' (siehe sogleich) und giebt ihm 
die Bedeutung ,Ende des Astes', letzteres aber durchaus mit Unrecht 
äxQo-q ,spitz auslaufend, höchst, äusserst, in der Höhe oder am Ende be- 
findlich'. 

Bei Homer nur von Oertlichem , so II. 1 3, 523 : axgtp Vkvftnq) ,auf 
dem Gipfel des Olympos'; IL 6, 88: iv nolei axqrj ,im oberen Theile der 
Stadt'; IL 16, 162: kdtpovreg ylwoorjoi . . . vöojq olxqov ,das Wasser an 
der Oberfläche'; IL 23, 519: xQl%sg axgai ovqalai ,die Enden der Schwanz- 
haare'; IL 15,653: ccxqcu vi] Feg ,die äussersten Theile der Schiffe'; Od. 
5, 313: piv . . . l'laaev jiiya xvpa xca axQrjg ,ihn schlug die Woge von 
oben herab'; auch in dxgo-xo^io-g ,oben auf dem Kopfe behaart* (IL 4, 533), 
äxQo-7t6ko-g ,hochragend' (IL 5,523 von Bergen), äxQo-izoqo-g ,mit der 
Spitze durchbohrend' (Od. 3, 463 von Bratspiessen). Später auch von andern 
Verhältnissen, so Soph. Aias 285 : axQag wxxog ,auf der Höhe der Nacht, 
um Mitternacht*; Aesch. Ag. 805: aV axgag (pQSvog ,mit scharfem Ver- 
stände'; Hdt 1, 73: oQyfjv äxQog ,heftigen Charakters'; Aesch. Ag. 628: axgog 
vo^oTrjg ausgezeichneter Bogenschütz'; Hdt 6, 122 (wahrscheinlich unecht): 
dvfjQ axQog ,ein tüchtiger Mann'; Piaton Phileb. 45 A: fjdoval dxQotarai 
,die höchsten Vergnügungen'. 

Lat aeri- ,scharf, schneidend': Lucil. sat 13, 1: acribus . . . armts; in 
einer alten Tragödie (bei Ribbeck fragm. trag. p. 246): telum dcerrimum\ 
. Cic. nat d. 2, 23: nimis acres hümöres; Hör. sat 2, 3, 16: aere . . acStwn 
scharfen (d. L sauren) Essig'; Plin. 12, 81 : aeri odöre] Verg. Georg. 4, 409: 
acrem flammae sonitum; Lucr. 4, 304: splendor äcer] Cic. de or. 2, 87, 357: 
äcerrimum . . ex omnibus nostrts sensibles esse sensum videndt, Lucr. 4, 
261: acre . . frigus] Cic. nat d. 2, 6: Chrysippus qvidem qvamqvam est 
äeerrimo ingeniö; Nep. Alcib. 5: äcerrimi virt ,eines sehr thatkräftigen 
Mannes'; Plaut Merc. 796: uxorem äcerrumam ,eine sehr leidenschaft- 
liche oder heftige Frau'. — Die Form aeri- liegt neben axQo-g ganz wie 



Griechische Etymologie. 57 

zum Beispiel imbri- ,Kegenguss" (Enn. trag. 146: imbrium fremitü) neben 
dem gleichbedeutenden oußgo-g (IL 5, 9 t). Das gedehnte ä im Nominativ 
äcer (Lucr. 4, 304) und in der Superlativform (dcerrimus Verg. Aen. 2, 414; 
9,174; 12,226) wird sich unter Einfluss des positionslangen a in den 
übrigen Formen entwickelt haben. 
. Iit asztrü-s ^scharf " mit zwischen sz und r jünger entwickeltem t 

Altbulg. os-t-rü ,scharf ". 

Dazu alban. d&m ,herb, sauer' (nach GMeyer Wb. 2). 

Adjectivische Bildungen auf qo sind zahlreich, doch stimmen nur wenige 
auch in der Betonung mit axQo-g überein, wie kdßQog ,heftig" (II. 2, 148) 
und ylloxQog fieberig* (Ar. Acharn. 427 in der übertragenen Bedeutung 
,zäh 7 anhaltend, beharrlich'). An sonstigen mögen noch genannt sein: paxQo-Q 
jlang* (IL 5, 45 und sonst oft), 7tixQo-g ,spitz, scharf' (IL 4, 118), ojiixqo-q 
,klein', dessen x aber vielleicht auch suffixal ist (IL 17, 757 und wohl auch 
II. 5, 801 und Od. 3, 296, wo die Ausgaben aber ^ixqo- geben), vexQo-g 
,todf, ,Leichnam" (Od. 12, 10; IL 6, 71), XvyQo-g ,Kummer verursachend! 
elend, trübselig' (IL 5, 153), vyQo-g feucht, flüssig" (IL 5, 903), kvnQo-g 
,traurig, armselig, elend' (Od. 13, 243). — Zu Grunde liegt ax- ,spitz sein, 
scharf sein' (Seite 27). 
dxQoäö&ai ^nhören, worauf hören, gehorchen". Aus altem dxQoßdeodat: 
so ergiebt ßich aus Hesychs dxgoßao&ai* vfcaxovetv, vrtoxeta%&ai. 

Piaton Staat 605,0: axyowfievoi 'O/ii^oi; ,anhörend"; Plat Euthyd. 304, D: 
ovdkv dxQOf Twvöe tcJv aoqxJSv ,hörst du diese Weisen gar nicht an?" 
Arißt Vögel 1228: dxQoati* ifiiv h fiigei tcjv xQBiztovwv ,ihr müsst den 
Mächtigeren gehorchen" ; Thuk. 6, 17: loyov . . . axQoäo&ai ; Thuk. 3, 27 : 
ovre rjxQoairto ixt tojv dQxowiov ,sie gehorchten den Befehlenden nicht mehr'« 

Eine abschliessende Erklärung ist noch nicht beigebracht Mehrfach ist, 
so von Benfey 2, 180, an Zusammenhang .mit altind. gru ,hören' (Aorist 
ä-grav-am ,ich hörte" RV. 1, 109, 2) gedacht: aber das ist im Griechischen 
durch xJU- ,hören" (IL 10, 47 : s-xkv-ov ,ich hörte") vertreten, und da auch 
weiter zugehörige europäische Formen, wie goth. hüu-man- ,6ehör" (Mark, 
7, 35 für äxorj), nur l enthalten, so ist kaum denkbar, dass das Griechische 
daneben eine (ursprünglich dialektische ?) Form mit q entwickelt haben 
sollte, in der ausserdem auch noch das anlautende d (ob Präfix oder laut- 
licher Vorschlag?) einer besondern Erklärung bedürfen würde. — Pott 2, 
2, 728 (auch schon 517) denkt an die Möglichkeit, dass es ursprünglich 
,mit gespitztem oder scharfem Ohre höre' bedeute und das adjectivische 
a*Qo-g (siehe Seite 56) und daneben ovg ,Ohr" enthalte. Aber das letztere 
lautet in alter Grundform ovar- (IL 10, 535: ovar-a ,Ohren") und die Ent- 
wicklung des griechischen axgo-g widerspricht entschieden: axgov olag 
würde ,Spitze oder Ende des Ohres" bedeuten und nicht gespitztes oder 
scharfes Ohr". Das Letztere ist auch gegen Savelsberg zu sagen, der (bei 
Kuhn 21, 199) als nächste Grundlage ein aus axQo-g weitergebildetes *d*Qo- 
ßo-g construirt und darnach als erste Bedeutung ,scharf machen', das 



68 Griechische Etymologie. 

dann im Sinne von ,scharf Acht geben, scharf auffassen' genommen sein 
soll: das letztere auch eine durchaus unwahrscheinliche Bedeutungsent- 
wicklung. 
SxQößvöro-q ,unbeschnitten'. 

Auf ihm beruht dxgoßvazia ,Unbeschnittenheit, Vorhaut 4 ; Mos. 1, 17,11 
(bei den Siebzig): Ttegizfiirj&rjaeo&e zr t v adgxa zfjg dxgoßvozUxg ifiiuv. 

Eigentlich ,an der Spitze verstopft (verschlossen, bedeckt)' : da zusammen- 
gesetzt aus axgo-g ,spitzzulaufend, höchst, äusserst' (siehe Seite 56) und 
dem passiv-paxticipieüen -ßvazo-g ,verstopft, gestopft, das zum Beispiel auch 
enthalten ist in nagd-ßvozo-g ,daneben gestopft, uneingeladen eingedrängt 
(Timotheos bei Athen. 6, 243, D) und ausging von ßvo- : ßvvieiv (aus 
*ßvo-vieiv) ,stopfen': Ißtvovv zo azdfia ,sie stopften den Mund' (Ar. Friede 
645); %vzgldiov oqpoyylq* ßeßvoixivov ,ein Töpfchen mit einem Schwämm- 
chen verstopff (Ar. Ach. 463). 
äxQi-g ,Spitze, Berggipfel'. 

Bei Homer viermal, nämlich Od. 9, 400: 6V axgiag tJvepioFeaaag. Od. 
16,365: in' axgiag T]vefii6ßeooag. Od. 10,281: Ttfj <T avz\ cu ävozrjve, 
Öi axgiag i'gxeai olßog; Od. 14, 2: 7tgoaißr\ zgv^elav dxagtzbv yfigov av 9 
vkr^ßevza oV axgiag. 

Altind. agri-s ,scharfe Kante, Ecke, Schneide' (BV. in Zusammensetzungen 
wie 6, 17, 10: vdgram . . gatd-agri-m ,den hundertkantigen Donnerkeil'). 

Unmittelbar zu axgo-g ,spitzzulaufend, höchst, äusserst* (Seite 56), neben 

dem es liegt, wie das weibliche dapali-g ,Ealb, junge Kuh' (Aesch. SchulzfL 

350) neben dem männlichen ddpalo-g ,Kalb' (Arkad. 54, 24) oder zum Bei- 

: spiel auch yrjfii-g ,Gerede, Gerüchf (IL 10, 207) neben (pi\im\ , Ausspruch, 

• günstige Aeusserung' (Od 2, 35). 

dxQißtg- (dxgißwg) ,genau'. 

Thuk. 6, 18: voploaze . . . ofxov de zo ze qpavkov xal zo pioov xal zo 
rcdvv dxgißkg cv £vyxgä&kv fidXioz' av lo%veiv. Thuk. 6, 82: ig zo dxgißkg 
elrcelv ,um es genau zu sagen'; Eur. EL 367: ovx iaz 9 dxgißkg ovdkv eig 
. evavdgiav ,es giebt kein genaues (oder zuverlässiges') Kennzeichen der 
Mannestüchtigkeif ; Ar. Ekkl. 274: i\vix 9 av de ye zovzovg (nämlich uw- 
ywvag) dxgißwg rjze negir^fioo^iivai. Wolken 130: nwg ovv yigwv wv 
- xdrciXr\o^iwv xal ßgadvg Xoywv dxgißwv oxiväaldpovg fia&rjaofiai] Xen. 
mem. 3, 10, 15: zov awpazog fii) pivovzog, dkkct zozk fikv xvgzovpiivov, 
zozk de og&oviiivov, nwg av dxgißelg (,genau anschliessend') dwgaxeg 
agy.6zzoiev\ Xen. Oek. 8, 11: xakkiorrjv de noze xal dxgißeazdztjv edo^a 
oxevwv zd^iv iäeiv . . . eiaßdg ircl $iav eig zo \iiya nXoiov zo Ooivixt- 
xov. Theokr. 15, 81 : noiot fypoygdtpoi z* dxgißia ygd^az 9 üygaipav, — 
Dazu: das adverbielle dxgißwg ,genau'; Aesch. Prom. 328: ijj oix olo& 9 
dxgißwg wv 7tegioaoq>gwv ozi ylwoorj fxazala ^(xla Ttgoazglßezai] — 
dxgißoeiv ,genau machen'; Eur. Hippol. 469: ovdk aziyqv ydg rjgxazr}- 
ge(pelg döfxoi xakwg dxgißwaeiav. 
Da die Mehrzahl der griechischen Adjective auf -eg aus zusammenge- 



Griechische Etymologie. 59 

setzten Wörtern besteht, so darf man ein solches auch in dxQißig- ver- 
muthen. Als sein erster Theil hebt sich wohl das beraubende d- ■— dv- 
ab, das mit einem sonst nicht nachweisbaren ungeschlechtigen *x(*lßog- 
yerbunden zu sein scheint, für welches letztere sich die Bedeutung ,Un- 
genauigkeitf oder ^Rauhigkeit' oder irgend eine ähnliche muthmaassen lässt 
& Walter (bei Kuhn 12, 413) stellt es, ohne weiter Erläuterndes hinzuzu- 
fügen, zu lat scrtp-uliwn ,Kleinigkeit', lat scrüp-ulus ,spitzes Steinchen', 
,Bedenklichkeitf und deutschem scharf, nimmt also unter Anderem vor dem 
x den Ausfall eines Zischlautes an. Da sich gedehntes i im Griechischen 
neben q sehr häufig als jüngerer Laut entwickelt hat, wie zum Beispiel 
in xQlo-fia ,Salbe' (Xen. Gastm. 2, 4) neben altind. ghärshana-m ,das Reiben, 
Zerreiben, Einreiben', so lässt sich neben dem oben gemuthmaassten * xQißog 
ein **€Qß- als alte Grundlage denken. Darf man darin den Abfall eines 
alten anlautenden Zischlautes annehmen, wie er im Griechischen häufig 
vorgekommen und unter anderem in xldvao&at neben oxlävao&ai ,sich aus- 
breiten' (IL 8, 1 : exidvazo ,sie breitete sich aus' neben IL 1, 487 : hoxld- 
varto ,sie verbreiteten sich, zerstreuten sich'), in xokdjcxetv »schlagen, auf- 
hauen, eingraben' (Athen. 12, 548, G aus einem alten Dichter: q/a xokdn- 
ktüjv) und xoXaTtrriQ ,Meissel zum Eingraben in Stein' (Athen. 11, 488, C) 
neben lat scälpere ,einkratzen, eingraben, graviren' (Plin.36, 15: et ipsum 
Phidian tradunt scalpsisse marmora] Hör. sat 1, 8, 26: scälpere terram 
ungvibics,), so kann ein Zusammenhang mit dem deutschen scharf sehr 
wohl bestehen. 
<5xq(ö- (axQlg) ,Heuschrecke'. 

D. 21, 12: tag <T o&* vitb SQittijg nvQog dxQldeg ^Feqi&ovzai ipevyi- 
fievai rtorajuovde. 

Als Grundbedeutung des Wortes lässt sich etwa ,die Springende' an- 
nehmen, weitere Muthmaassungen darüber auszusprechen aber wagen wir 
nicht Anlehnung an oxaQ- ,springen, hüpfen' (IL 18, 572: noalv axal- 
Qomsg ,hüpfendO, die man vermuthet hat, ist durch nichts wahrscheinlich 
gemacht 
6xQai<pv£<$- ,unversehrtf ; ,unvermischt, rein'. 

Soph. Oed. Kol. 1147: rdade ydg TtctQeifx ' aywv ^viaag, dxQaiyveig räv 
xaT7j7t€ilri^ivwv. Thuk. 1, 19: d>g za xQaziazd noze perd dxQaiqtvovg 
zrjg gvftfiaxlag ijv&rjoav. Thuk. 1, 52: ogtüvreg 7ZQ00y€yevrjpivag ze vavg 
kx rwv 'A&rjviov dxQcuqveig. — Eur. Hek. 537: ik&k <T wg nlyg ptXav 
xoQrjg äxQaupvlg al/xa. Eur. Alk. 1052: xal neig dxQaiq>vi)g iv vioig ozqio- 
ywpivrj loxat (nämlich ywij); Plat Axioch. 366, A: za dl dlyeivd dxQaiqtvij 
xal noXv%QOvia xal zuiv rjdovziov afioiga. 

Neben dem nicht wohl zu verkennenden beraubenden d = av- ,un' 
lässt sich als zweiter Theil des offenbar zusammengesetzten Wortes ein 
altes ungeschlechtiges * xqalcpvog- ^Verletzung ,Versehrtheitf (?) muthmaassen, 
das weiterer Erklärung noch bedarf. 
ämx% ,einmal'. 



60 Griechische Etymologie. 



Od. 12,22: öFio&avieg, ote t' aXXoi anal; xhntjoxovo' av&Qwnoi ,wenn 
die übrigen Menschen einmal sterben'; Od. 12,350: ßovko/a' ana% 7tQoq 
xv/Aa %avwv anb &v(ibv oMooai ,lieber will ich auf einmal mein Leben 
verlieren'. Später gewöhnlich. 

Mit a- — a- ,eins' (Seite 2) als erstem Theile zusammengesetzt, dem 
altind. sa- entspricht, wie es auch enthalten ist in altind. sa-lert ,einmal' 
(RV. 6, 48, 22: sdkft ha djaus agä'jata sakft bhü'mis agä'jata pr^njäs 
dugdhäm sdkft pdjas ,einmal nur ward der Himmel geschaffen, einmal 
wurde die Erde erschaffen, der Pr$nl Milch einmal gemolken'), ,auf ein- 
mal, plötzlich' (RV. 8, 1, 14: sdkft sü tax mahatti güra rä'dhasä änu stau- 
mam mudtmahi ,auf einmal möchten wir uns, o Held, über deine grosse 
Gabe recht zum Lobgesang erfreuen') ; -krt darin scheint das selbe zu sein 
wie der gleichlautende Schlusstheil zahlreicher adjectivischer Zusammen- 
setzungen, wie puru-kft- ,viel machend, viel schaffend' (RV. 1, 53, 3 und 
sonst von Indras) und andrer. — Was den Schlusstheil -rtal; anbetrifft, 
der ein adverbiales g enthält, so lassen sich mit ihm vergleichen: Aa£ 
,tretend, mit dem Fusse stossend' (IL 5, 620; 6, 65), ha-rdB, 7 in einer Reihe 
hinter einander geordnet* (Arat. 379 : imrag alky ttaQaxeifievog aXXog\ 
öxXat; ,hockend, kauernd' (Hippokr. Kühn 3, S. 343: xa&ioag ovv xbv av- 
d-Qiünwy oxXa£ hnl oX/awv ovo] neben dxkdCeiv ,hockeü, kauern': Soph. 
Oed. Eol. 196: oxXdaag ,kauernd'; II. 13,281: fitcr-oxXd&i ,er verändert 
hockend den Ort*), ini-fAiS ,durch einander gemischt' (IL 11, 525; 21, 16), 
dngit; festhaltend, fest' (Plat Theaet 155, E: ov av dvvtjvrai arrgl^ xolv 
%€Qoiv Xaߣo&ai) 7 dpq>i-7cU}; ,mit ausgespreizten Schenkeln' (Soph. Brachst 
536 : dgdxovre &aiQov duq>i7zXl!; elXrjrpore. zu nXLaaea&ai ,die Beine aus- 
einander spreizen, ausschreiten' Od. 6, 318), nig ,mit der Faust schlagend 4 
(IL 3, 237), ln;i-ßXv$ zuströmend, reichlich' (Pherekr. bei Ath. 6, 269, D), 
fidxp fruchtlos, umsonst* (IL 2, 120) und auch wohl aifj ,zurück' (IL 1,60; 
220) und i£ ,aus, hinaus' (iL 11, 362: ig av vvv irpvyeg). Zu Grunde liegt 
ihm die Verbalgrundform itay- ,f est werden', causal ,fest machen, einfügen* 
(IL 4, 185: Ttdyr] ßiXog ,das Geschoss haftete'; IL 3, 135: %yx ea f*<**QQ 
niTtqyev ,die Speere stehen festf), mit der auch unser -fach in ein-fach, 
zwei-fach in Zusammenhang steht So könnte die ursprüngliche Bedeu- 
tung etwa sein ,in einem Gefügtsein'. 
djtajtJtajtal ,Ausruf des Schmelzes'. 
Soph. Phil. 746. 

Bildete sich in unmittelbarem Anschluss an das häufige nanal, das 
auch an der angeführten Stelle unmittelbar voraus geht 
djtdreQ&e ,abgesondert, abseits', ,fern von'. 

11.2,587: dndteQ&e de d-wQrjaaovro. — 11.5,445: Alvelav <T and- 
t€Q&ev SftlXoo &rjxev 'AnoXXwy. 

Ist wohl weniger eine alte feste Zusammensetzung, als ursprünglich 
freie Vereinigung der adverbiellen aiio (IL 13, 587: anb d* %mato ni%gbg 
6 tot 6g ,fort flog der Pfeil') und areg^e ,abseits', ,fern von' (Pind. Pyth* 



Griechische Etymologie. 61 

5, 96: az€Q&€ de nQo iiafidtwv bxbqol ka%6rxeg alöav ßaoikeeg UqoI 
irri ,fern von dem Palast bestattet*; — Pind. OL 9, 78: oq>etiQag SreQ&e 
ta&ovo&ai da/uaoijaßQOTov alxndg ,fern von seinem Speerkampf ), die später 
noch einzeln betrachtet werden müssen. 

fotarog .straflos'. 

Kretisch. Auf der Inschrift von Gortyn 2, 1 und 4, 17: anaxov rjfiev 
straflos sein*. Vergleicht sich mit Zusammensetzungen wie d7tdv&QW7vog 
menschenleer* (Aesch. Prom. 20) und wird als Schlusstheil enthalten aza 
ySchaden', das dreimal (10, 23; 11, 34 und 41) auf der Gortyner Inschrift 
vorkommt 

djtdrri ,Betrug, Täuschung'. 

IL 2, 114 ■== 9,21: vvv de xaxrjv ditdxr t v ßovkevaaxo. II. 15, 31: IV 
anokkij^g unazatav. — Dazu: artatav ,betrügen, täuschen', so II. 19, 97: 
zov "Hqtj \Hjkvg iovoa dokocpQoovvjjo* andzrjoev ,täuschte durch Hinterlist*. 

Aehnlich gebildet scheinen dfdzj] /Verblendung, Bethörung* (11.1,412 
»16,274; 9,505; 19,91 und sonst), das früh zu axrj (schon II. 3, 100 
versschliessend) zusammengedrängt wurde, ikdzrj ,Fichte* (IL 5, 560; auch 
als Gemüsename aufgeführt von Epicharm bei Athen. 2, 71, A) und 
Tjkaxdrrj ,Spinnrocken' (II. 6, 491). Als Grundlage darf man ein verbales 
an- (,betrügen'?) vermuthen, das mit zutreffender Bedeutung aber noch 
nicht nachgewiesen ist 

Andxri ,eine Pflanze'. 

Bei Theophr. h. pl. 7, 8, 3 genannt, nach Sprengel wahrscheinlich Leon- 
todon taraxacum. 

Etymologisch schwer bestimmbar. Ob mit dem vorausgehenden im 
Grunde identisch? 

äjta<pö$ ,Wiedehopf . 

Von Hesych {,hco\p y zb oqvbov') aufgeführt und wohl eine dialek- 
tische Form. Ihre Reduplication ist ebenso wenig zu verkennen, als die 
der gleichbedeutenden %7to7t- (Aesch. Brachst 297: ertona) und lat 
uqmpa (Varro 1. 1. 5, 75), die wohl alle drei eng unter einander zusammen- 
hängen. 

tacKpiöxtiv ,täuschen, betrügen 4 . 

Od- 1 1, 217: ov zt oe Il€Q<je<p6v€ia JiFbg &vydzt}g dnacpioxei. Die Aorist- 
form OcL 14,488: naQa p rjrcacpe dalpiav ,mich bethörte ein Dämon'. 

Vielleicht ging die nicht zu verkennende Reduplication {dn.-a<p-) vom 
Präsens und Aorist aus und wurde von da erst später auch in das Futur 
(ovx dna<pr}0£tg bei Statyll. in der Anthol. 12, 26, 2) und den mit dem 
Zischlaut gebildeten Aorist (i$-a7xdq>r)oe Hom. hymn. Apoll. 2, 198) hinüber- 
gezogen. Vergleichen lägst sich der Bildung nach dxa%l&w ,betrüben' 
(Seite 30), das sich aus einem einfachen d%- entwickelte. Das als zu Grunde 
liegend zu vermuthende verbale dcp- scheint nicht weiter nachweisbar. Oder 
sollte das oben aus drtdzri ,Betrug* entnommene *dn- ,betrügen' unmittel- 



62 Griechische Etymologie. 

bar zugehören und die Aspirata sich aus besonderem nicht sogleich zu be- 
stimmendem Grunde entwickelt haben? 
äjzdvev&E ,fern ab', ,weit von'. 

11.1,35: a7zdv€v&€ xiwv. Od. 2, 260: dndvBvS'Bv lwv. — IL 11, 81: 
tüjy aklwv a7tavevd'B xa&i&zo. 

Ist wohl ebenso wie wir es oben (Seite 60) in Bezug auf dndzeQ&e 
^abgesondert, abseits' aussprachen, weniger eine alte feste Zusammensetzung, 
als eine freiere Verbindung zweier ursprünglich selbständiger Adverbien, 
nämlich von drto ,ab, fort* (IL 13, 587: drcb <T iitxaxo fcixQog oiarog) und 
avev&e ,f ern, ab 4 , ,entfernt von', ,ohne' (IL 22, 300 : vvv di drj iyyv&i /hol 
davor og xaxog, ovdi % avev&ev. — IL 21, 78: avev&ev aywv rcoaqog re 
qtlhov re. — IL 5, 185: ov% o y avevde d-eov rdde pulveren ,ohne einen 
Gott, ohne göttliche Mitwirkung'), die weiterhin noch besonders aufzu- 
führen sind. 
äjtavr- (die Nominative: aitag IL 11, 98, anäaa IL 22, 410, anav IL 20, 156; 
22, 402; statt des letzteren später auch anetv, so Theokr. 2, 56) ,aües zu- 
sammen, ganz'. 

IL 11, 98: hyxicpaXog de evöov anag nendXaxTO ,das ganze Gehirn wurde 
besudelt*; IL 14,278: feovg <T ovofirjvev ot7tavrag rovg vrcoxaqxaqiovg 
,alle Götter*. 

Wie das gleichbedeutende ovfi-navT- (IL 1, 241 : vlag IdxaiFdiv ovfx- 
nawag. Soph. Phil. 387: axqaxog tb avfirtäg) und zum Beispiel auch 
itqo-7iav%- ,ganz und gar, insgesammtf (IL 1, 601 : nqonav rjnag ig tjfi- 
Xtov xaradvwa. IL 2, 493 : vrjFdg re nQOTtdaag) deutlich mit navr- Jedes, 
ganz' (im Nominativ: nag IL 11, 65; naaa IL 2, 780; ndv IL 1, 294; 4, 111; 
ndrceg ,alle' IL 1, 22; 120) als Schlusstheil zusammengesetzt sind, so ist 
das Gleiche auch bei a-novr- nicht zu bezweifeln: es begegnet dann selbst 
auch wieder weiter zusammengesetzt als avv-dnavt- (Hdt 7, 187: %ov 
owdfcavxog %ov EiQ^ew OTQaTevfiarog. Hdt 1, 98 : xvxkwv dh eovrtov twv 
awandvxuiv kitra). Ueber navx- ist weiterhin noch zu sprechen, in dem 
vorgesetzten d- aber ist wahrscheinlich das schon Seite 2 aufgeführte a- 
,eins' enthalten, so dass sich das zusammengesetzte lat üni-versics ,in eins 
gekehrt, in eine Einheit zusammengefaßt, insgesammt, gänzlich, ganz' hier 
sehr wohl vergleichen lässt 
dnaQivri, eine Pflanze, nach E. Sprengel wahrscheinlich ,Klebekraut'. 

Theophr. hist pl. 7, 8, 1 neben dem nicht näher zu bestimmenden mrvtvtj 
aufgeführt. — Genauer beschrieben bei Diosk. 3, 94 : TteQi drtaQlrrjg. — 
Ihr Saft wird Nik. Ther. 953 (xfag d7tagtv4a xvMv) erwähnt 

Seinem Ursprung nach ganz dunkel, so mag hier genügen, auf das 
ebenso ausgehende d^tvrj ,Streitaxf (Seite 51) und die neben ihm aufge- 
führten Bildungen auf tvrj, zu denen nun auch das eben genannte nitvtvrj 
(doch wohl zu TcLxvg ,Fichte' II. 13, 390) hinzugefügt werden kann, zu- 
zückzuweisen. 
djtaqyia, ein Kraut, nach B. Sprengel nicht näher zu bestimmen. 



Griechische Etymologie. 63 

Theophr. hist. pl. 7, 8, 3 aufgeführt 

Etymologisch dunkel. Die Zahl der Bildungen auf La ist sehr gross: 
die meisten haben die je zu Grunde liegende Form noch zur Seite, wie 
q>dla ,Freundschaft' (Theogn. 306; 600 ; zu q>LXog, lieb' IL 1, 381) und andere; 
einige stehen ohne dieselbe, wie xXiala ,Zelt, Lagerhütte' (IL 1, 306), ßax- 
trjgia ,Stock' (Thuk. 8, 84), <pvlla ,wilder Oelbaum' (Od. 5, 477). 
iütdXafAoq ,träg, unerträglich'. 

Hes. Werke 20 : t\tb xal a/iaXa/uov neg ofitog int ßigyov iyelgei ,sie 
erweckt auch den Trägen zur Arbeit* ; Pind. Ol. 1, 95: ^xsi d* andXa^ov 
ßiov rovrov ifA7teö6fiox&ov ,(Tantalos) hat ein unerträgliches Leben'. 

Ist offenbar zusammengesetzt aus dem beraubenden dv- (d- Seite 3) 
und nakäfjtri ,Hand' (IL 3,128: Sfcaaxov v7t"L4grjog 7taXa\idiav. IL 3, 338: 
fyz°Sy o Fol 7zakaf4rjq>iv dgrjgei), ganz ähnlich wie zum Beispiel d-viq>eXog 
,wolkenlos' (Od. 6, 45; von vecpiXrj ,Wolke' H. 2, 146) oder a-rifiog ,ohne 
Ehre, ungeehrt' (IL 1, 171; von tijiiJ ,Ehre' IL 2, 197). So würde also die 
erste Bedeutung gewesen sein ,ohne Hand', woraus sich etwa weiter ent- 
wickelte ,ohne Verwendung der Hand, ohne Thätigkeit, unthätig, träge', 
und auf der andern Seite ,womit nichts auszurichten ist, unerträglich': es 
ist dabei anzuführen, dass aus naXdfir] sich auch das verbale naXafiaad-ai 
,verrichten' (Xen. Kyr. 4, 3, 17: Talg dh x s Q ai â„¢ ^ ov naXaiiaa&ai ,mit 
den Händen das Nöthige verrichten') entwickelte. Die Dehnung des an- 
lautenden d von anaXa^og entwickelte sich wohl ebenso aus rein metrischem 
Grunde, wie zum Beispiel in avicpeXog ,wolkenlos' (Od. 6, 45) oder in a&d- 
varog ,unsterblich' (IL 1, 520; 530; 2, 447; 4, 394 und sonst). 
cjtdXafivoq ,hülflos, rathlos', ,unerlaubt, unrecht' (?). 

IL 5, 597 : log <P oV dvrjg d/cdXauvog, iwv noXißog nedloio OTtjei irc* 
ojxvgoßü) TtOTafiqi aXaöe ngog&ßovri ,der sich nicht zu helfen weiss, rath* 
los'; Solon 35, 12: ovä y egdeiv &►' bfxwg egf dndXafjLva &&Xei ,will nichts 
Unrechtes thun'; Theogn. 281: öeiXqi ydg t aTtdXa^iva ßgozio ndga noXX* 
dveXiod-ai nag rcodog ,vieles Unpassende, Unrechte' (?); Theogn. 481: piv- 
deirai S* drcdkafAva, %a vr\(poöiv e 15 etat alo%gd ,(der Trunkne) spricht 
Unpassendes'; Pind. OL 2, 57: olöev %b piXXov, ort &av6vTix)v (xkv Iv&dd* 
avng dnaXafxvoL (pgiveg noivctg %riaav ,unrechter, frevler Sinn'; Alkäos 49 
(Bergk): vjg ydg dj\Tto%* Idgiotodaftov (paio* ovx. drcdXafivov ev 2ndgxq 
Xoyov eXfzrjV %Qi\iica avrjg ? das nicht unpassende Wort'; Simonides (bei 
Plat Protag. 346 C): spoty* i£agx€i bg av firj xaxog % fiii]d' ayav dndXafjivog 
glicht schlecht und nicht ganz ungeschickt 1 ; Eur. Kykl. 598: ngiv %i %ov 
naziga na$slv dndXafivov ,ehe der Vater etwas Unrechtes oder Schmäh« 
liches erleide'. 

Gilt oft als blosse Nebenform des vorausgenannten aTcdXafxog, das aber 
ebensowohl in Bezug auf Bedeutung, als auf Form abweicht In letzterer 
Beziehung hat man freilich gemeint, ycivv^ivog ,namenlos, ruhmlos' (IL 12, 
70 = 13, 227) neben gleichbedeutendem vdwuog (Od. 13, 239) vergleichen 
zu können, ihnen aber liegt das ungeschlechtige ovofxa ,Name< (Od. 4, 710) 



64 Griechische Etymologie. 

zu Grunde, das einmal als Grundform auf v, wie sie noch deutlich in 
ovofialveiv ,nennen' (IL 10, 522) erhalten blieb, behandelt wurde und das 
andere Mal ebenso wie zum Beispiel alpa ,Bluf (II. 1, 303) im zusammen- 
gesetzten ar-aifÄO-g ,blutlos' (Plato Tim. 70, C). Wir wagen keine weitere 
Vermuthung über die Herleitung des Wortes. Ob möglicher Weise nahx- 
/uvalog ,der Blutschuld auf sich geladen hat* (Aesch. Eum. 448 ; Sopb. EL 
587; Soph. Trach. 1207) in näherem Zusammenhang steht, ist noch nicht 
deutlich. Im Uebrigen mag hier noch an Bildungen auf fivo erinnert sein, 
wie: driQafivog ,unerweicht, hart* (Od. 23, 167: rceql oolye yvvaixiov &r r 
XvtBQawv xrjq aziqafivov e&rjxav y Oki(inia öaipaT* %XOvteg\ acpivdctfivo-g 
,Ahorn' (Theophr. 3, 11, 1), riQctfAvo-v , Halle, Gemach, Zimmer* (Eur. Hippol. 
536; 768; Alk. 457), otapvog ,irdenes Gefäss, Weinkrug' (Ar. Plut 545), 
ßikepvo-v ,Geschoss' (IL 15, 484), fiäöifivog ,ein Getreidemaass' (Hes. Brachst 
169; Hdt 1, 192), ^gc^va ? Sorge, Kummer' (Hom. hymn. Herrn. 44; 160). 

AütaXöq ,zaxt, weich*. 

IL 3, 371: d/zakrjv vnb deigrjv. IL 14, 49: avxixQvg 6* artaXolo 6V av%ivog 
ijhvx}' dxwxij. Od. 21, 151 : tvqiv yaQ xd/ne %eioag dvthxtov dTQimovg dnakdg. 
IL 19, 92: rfjg (der !dFdvi]) piv &' anakoi nodeg. IL 18, 123: d^cpoti- 
QJJOLV %€Qol 7tctQ€idtov drtakdwv ddxQv o/dOQ^apevrjv. IL 11, 115: dizaXov 
%k aq>* rjzoQ dnr]VQa. Od. 13, 223: dvdgl di/aag FeFixvla viFip, ircißwTogt 
fxrjXajv, navaTcdhi). 11.21,363: xvlarjv (ieXdoftevog a/taXoTQetpiog oidXoio 
,des weichgemästeten Mastschweins'; Od. 14, 465: Folvog . . . iyiqxe izoXv- 
(fQovd 7tBQ paV dFeiaat xal &' ditaXbv yeXdoat ,weichlich, zärtlich, 
schmunzelnd lachen'. 

Gebildet wurde dfzaXo-g wie dxaX6-g ,ruhig' (Seite 33), draXo-g Jugend- 
lich, munter' (IL 18, 567; 20, 222; Od. 11, 39), zgoxaXo-g ,laufend, schnell' 
(Hes. Werke 518; Eur. Iph. AuL 146), x^fiaXo-g ,niedrig' (IL 13,683), 
SpaXo-g ,gleich, eben, glatf (Od. 9, 327), weiter wie dfiKpaXo-g ,Nabel' 
(IL 4, 525) und andere Formen. Als verbale Grundlage kann man, da etwa 
anlautendes altes F durch die homerische Sprache abgelehnt wird, ein altes 
sap vermuthen. Möglicher Weise hängt damit unser sanft, althochdeutsches 
semfti, zusammen. 

iütaUä-s ,noch saugendes Böckchen'. 

Diog. L. 8, 1 (Pythagoras) 18: d-valaig re &XQ*j*° ccilJvxoig' ol di (paatv 
ort dXkxxoqoi (aovov xal Iqlqtoig yaXa&rjvoig rolg Xeyo/xivoig anallaig. 

Führt als durch iä abgeleitete Bildung ohne Zweifel auf das voraus- 
gehende dnaXd-g ,zart, weich' zurück, ganz wie zum Beispiel xoXnläg 
jbauschig 1 (Aesch. Pers. 1060: ninXov . . . xoXnlav) auf xoXnog ,Busen' 
(Ilias 6, 400), bßeXlag ,am Spiess gebacken' (bei Ath. 3, 111, B: oßeXiag agrog 
aus Komikern angeführt) auf oßeXog ,Spiess' (IL 1, 465) oder wie die mit 
dem nächstverwandten Suffix 10 gebildeten (plXio-g freundlich gesinnf 
(Aesch. Ag. 355) auf q>lXo-g ,lieb' (IL 1, 381 und sonst oft), (teiXlxio-g ,mild, 
freundlich' (IL 6, 214) auf das gleichbedeutende pelXixo-g (IL 17, 671), vrj- 



Griechische Etymologie. 65 

q>dlio-Q ,nüchtern' (Aesch. Eum. 1 07) auf ein muthmaassliches *vf]q>aXo- 
und anderes ähnlich. 
<wre§ ,von . . . weg, aus*. 

Hom. hymn. Apoll. 110: Eikel&viav anhi /xeyctQoto &vQa%€ l-x.7tQOY.aleo- 
aa^ivrj. 

LM. bei Kuhn 14, 92; 93. — Erscheint ebenso gebraucht, wie das ein- 
fache arco, das seinen ersten Theil bildet, zum Beispiel Od. 23, 43: tcqIv 
y otb ötj f.ie aog vlog and fieyaQoto xaksooev. Sein Schlusstheil aber ist der 
selbe wie in di-il; ,durch' (II. 15, 124), nag-iS ,neben . . . hin' (IL 9, 7) 
und in-iS ,unter . . . hin' (IL 5, 857). Wahrscheinlich ist ihr letztes Ele- 
ment das adverbiale g, das schon unter anal ,einmal' (S. 60) erwähnt 
wurde und auch wohl im adverbiellen *£ ,aus' (IL 1, 6 und sonst sehr oft) 
enthalten ist, die verbale Grundlage aber, an die sich jener adverbielle 
Zischlaut anhängt, stimmt offenbar überein mit dem altindischen ac- und 
anc- »biegen, krümmen', wahrscheinlich ursprünglich intransitiv ,sich biegen, 
sich krümmen, sich wenden' (dcati oder dncati ,er biegt, er krümmt'; RV. 
10, 15, 6: ä-dcja gä'nu ,das Bein biegend'), das namentlich in vielen jenen 
griechischen vergleichbaren Bildungen verwandt ist So sind hier zu 
nennen: apänc- (aus dpa ,ab, fort, hinweg' und anc- in der participiellen 
Bedeutung ,sich krümmend, gewandt') ,rückwärts gewandf (E.V. 1, 164, 38) 
mit der adverbiell gebrauchten Neutralform dpäk ,nach hinten, westlich' 
(RV. 3, 53, 11), die dem anil; unmittelbar nah steht; — pdränc- (anspdrd 
,fort, weg* und anc-) ,abge wandt, weggewandf (RV. 1, 164, 19); — üd- 
-anc- (aus üd- ,empor, hinauf und anc-) ,nach oben gerichtet' (RV. 2, 1 5, 
6) mit der als Adverb gebrauchten Neutralform ud-alc ,nördlich' (RV. 3, 
53, 11); — prä'nc- (aus prd- yvor' und anc-) ,vorwärts gewandf (RV. 1, 
110, 2; 1, 164, 38) mit der adverbiell gebrauchten Neutralform prd'h ost- 
wärts' (RV. 3, 53, 11); — pratjänc- (BMsprdti ,gegen' und anc) ,entgegen- 
gewandt, zugewandt* (RV. I, 50, 5); — tiragcd' (aus tirds ,durch' und stark 
verkürztem anc-) ,quer hindurch', eine adverbiell gebrauchte Instrumental- 
form, mit der goth. thairh (Matth. 7, 13; 8, 28 und öfter), unser durch, 
in nahem Zusammenhang steht 

axtXt&Qo-q ,unermesslich' oder ähnlich. 

Viermal bei Homer. IL 5, 245: avÖQ* ogow xq<xt€qüj . . . Fiv a7t£ke&- 
qov %xovre. IL 7, 269 = Od. 9, 538: AXFag nokv /aet^ova läßccv aßelgag 
vptL ijcidivrjoag, hziQEioe de Fiv ctTteXed'QOv. IL 1 1 r 354 : 'Ext tu q ö' wx 
anike&Qov aytöga/ue. 

Als ersten Theil des offenbar zusammengesetzten Wortes löst sich deut- 
lich das beraubende av- (vor Consonanten a-) ab, von dem weiterhin noch 
die Rede sein muss, der Schlusstheil aber ist noch nicht verständlich. Seine 
scheinbar formelle Uebereinstimmung mit niu&Qo-v, der Benennung eines 
bestimmten Längenmaasses (IL 21, 407; Od. 11, 577) lässt die Bedeutung 
des Wortes durchaus unerklärt. 

äjtskoq ,ungeschlossen, ungeheilf (von Wunden). 

Leo Meyer. Griechische Etymologie. 5 



66 Griechische Etymologie. 

Aus Kallimachos (Bruchstück 343) angeführt von Eustathios (KaXXLfia- 
%og arceXog %b eXxog (prjol rcagd %b iii\ rceXaCßiv) und vom Scholiasten 
zu Oppian Hai. 4,556: KaXXiiiaypg cuteXov zb %Xxog Xiyei anb %ov a 

aT€Q7]TlXOU [lOQloV XCf* TOV 7ieXd), TOV nXrjoid^w. 

Wird gewiss mit Recht für eine Zusammensetzung gehalten und zwar 
aus dem beraubenden a- und einer Bezeichnung für ,Hautf, wornach also 
als nächste Bedeutung sich ,hautlos' ergeben würde. Ein aus der Zu- 
sammensetzung zu entnehmendes einfaches Substantiv *neXo- oder *neXrj 
,Hautf begegnet nicht, wohl aber eine ihm sich unmittelbar zur Seite stel- 
lende Form, und zwar als Schlusstheil von iqvai-neXag ,rothe Hautent- 
zündung' (Hippokr. 1 , 291 Kühn; im Genetiv kQvoi-ntXarog Hippokr. 1, 
263), eigentlich ,Rothhäutigkeif (zu iqev&etv ,rothfärben' IL 11, 394 ; sqv- 
&alveo&ai ,roth werden' II. 10, 484). Das mehrfach daneben genannte 
**n4XXa ,Haut' beruht nur auf einer schlechten Lesart bei Pollux (10, 57), 
weiter aber gehören noch hierher lat pettis (aus *pel'ni~s) ,Fell, Hautf 
(Enn. Trag. 285) , goth. fill (Matth. 11,5: thruts-fiHa- aussätzig 4 , eigent- 
lich ,krankhäutig'), unser Fell, litt plienS ,Haut, Netzhaut 4 und plieve ,feine 
Haut, Netzhaut (Fick 2, 158), sowie ferner sich vielleicht noch anschliesst 
InL-nXoo-g ,Netz das die Gedärme zusammenhält (Hdt 2, 47) und wahr- 
scheinlich auch Ini-noXtj ,Oberfläche' (Strabo 12, 570; im adverbiell ge- 
brauchten Genetiv tnt-noXfjg ,auf der Oberfläche' schon bei Herodot 1, 
187 und 2,62). 
djteXXd^eiv ,eine Volksversammlung abhaltend 

Dialektische Form aus einem delphischen Orakelspruch bei Plut. Lykurg. 
6: ägag ££ wgag aneXXd&iv [terato Baßvxag je xal Kvaxaovog ,von Zeit 
zu Zeit das Volk versammeln'. 

Schliesst sich, ganz wie zum Beispiel IxxXrjoidCeiv ,zur Versammlung 
rufen' (Xen. Anab. 5, 6, 73) an ixxXrjoia Versammlung' (Thuk. 1, 139), an 
das von Hesych aufgeführte aniXXai. orjxoi, ixxXrjoiai, dgxatgealai ein- 
gepferchte Oerter, Versammlungen, Wahlversammlungen'. Dieses aber 
wird das adverbielle dno ,ab, weg' enthalten und in seinem Schlussthal 
sich unmittelbar anlehnen an eXXeiv (aus *FeX-jeiv) ,drängen, zusammen- 
drängen' (IL 5, 203 : feiXofiivwv zusammengedrängt') und Uä ^Haar* (Pind. 
Nem. 5, 38) , von denen weiterhin noch die Rede sein wird. Als singu- 
larische Form wird man duiXXä oder dniXXrj ansetzen dürfen, das wohl 
aus *dn-4X-vä, möglicher Weise aus *dn-eX-ja, entsprang. 
cbtö Adverb und Verbalpräfix ,weg, ab'; Präposition ,von'. 

IL 22, 406: anb de Xinagr\v eßgiipe xaXvnzgrjv ,sie warf die Haube ab'; 
IL 19, 266: anb OTofiaxov %dngov Tafte. IL 8, 90: dnl &vixbv oXeaaev. — 
IL 16, 304: qtoßiovxo anb vyßwv. IL 16, 733: aq> y Ynnwv ahvo ,sprang 
vom Wagen'; IL 8, 54: anb d* ovtov ^wg^oaovTo ,von' d. L ,nach dem 
Mahle'. Bei Nachsetzung anders betont: IL 14, 7; eig o xe . . . Xovotj dno 
ßgoxov alfzaxoFevza'y IL 23, 41 : XoF&oaa&ai ano ßgoTOv alfiaroßevza. Od. 
22, 316: xaxwv ano %elgag e%eo&ai ,vom Frevel zurückhalten'; IL 13, 723: 



Griechische Etymologie. 67 

vrjßcSv ano xal xliaiawv Toweg lxwQr]Oav. IL 18, 420: &eo>v ano Figya 
fiaaoiv. — Genannt sein mögen noch einige unmittelbar sich anschliessende 
adverbielle Bildungen: das comparative dnatTioa) ,entf ernter' (Soph. Kön. 
Oed. 137: vneg yaQ ov%\ twv anwriga) cpilu)v\ ano&ev ,von fern, 
(Aristot de mundo 3, 2) oder anw&ev (Soph. Ant 1206; Trach. 816; Eur. 
Iph. T. 108), ano-ngo ,fern ab, weit weg* (IL 16, 669: xal ptiv %nu%a 
nolXov anongb (pdgwv. 11.7,334: xvx&ov anongo veßwv), ano-ngo&i 
,in der Ferne' (IL 23. 832: eX Foi xal fiaXa nollov anongo&i nlFoveg 
aygoi) und ano-ngo$ev ,Ton fern*, ,in der Ferne'; (IL 17,66: nolka 
P&V Ivtpvatv anongo&ev). 

Lat ab ,fort, ab', ,von'; Enn. trag. 50 : ab-ige ,treibe foitf; Enn. trag. 103 : 
hnginqve ab domo. Vor Consonanten schwand in der Kegel der auslautende 
Labial, so Enn. ann. 462 : caput ä cerwce revulsum. 

Goth. af ,fort, ab', ,von'; Matth. 7, 20: af-leithiih, ano%<agei%B ,geht fort*; 
Matth. 15, 21: qvimandan af dkra, an* dygov ,vom Acker kommend'. — 
Nhd. ab. 

Litauisch und Slav. erloschen. 

Alban. pa ,ohne' (G. Meyer Wb. 317). Dazu auch prapa ,hinter* (zu- 
sammengesetzt aus ptr und ap% = ano. G. Meyer Wb. 351). 

Armen, apa- ,un-' in Zusammensetzungen wie apa-ban 7 a<pwvog stimm- 
los, unvernünftig 4 ist wahrscheinlich aus dem Persischen entlehnt (Hübsch- 
mann Arm. St 20). 

Altini dpa ,fort, weg, ab'. BV. 1, 42, 3 : dpa tjdm paripanihinam . . . aga 
jfort treibe den Wegelagerer 1 ; RV. 10, 85, 32: dpa dräntu drdtajas ,fort 
laufen sollen die Unholde'. Als Präposition nur von den Grammatikern 
angeführt 

Altbaktr. apa ,ab, fort', ,von'. Verbalpräfix (apa-gag ,weggehen') und 
Präposition. 

Griechische Adverbien auf o sind nur sehr wenige noch zu nennen: 
vno ,unter* (IL 2, 268), ?tgo »vor', ^orher 1 (IL 1, 70) und devgo ,hieher' (IL 
1, 153). — Dem altindischen dpa ,fort, weg, ab' sieht üpa ,hinzu, zu' sehr 
ähnlich , das auch entsprechend gebildet sein wird. Weber (Ind. Stud. 2, 
406) bezeichnet dpa als Instrumental zu einer nicht weiter aufgehellten 
Wurzel ap: damit ist wenig gefördert 
anöxwov, eine Pflanze, und zwar eine nicht näher zu bestürmende Wolfs- 
milchart 

Diosk. 4, 81 handelt von ihm und spricht dabei auch von der für Hunde, 
Wölfe, Füchse und Panther todbringenden Wirkung seiner Blätter (tc 
qyvXXa . . . xzelvei xvvag, Xvxovg . . .) 

Eine zum Substantiv erhobene bezügliche Zusammensetzung, deren 
Bedeutung sich construiren lässt als ,wodurch ein Hund (xvv- } xtW- IL 
1, 4) forf {ano ebenso verwandt wie zum Beispiel in ano-xavXog ,ohne 
Stiel' Theophr. hist pl. 7, 2, 4 oder in ano-\pt]q>og ,ohne Stimmstein, keine 
Stimme abgebend' Bekk. Anekd. 9, 20) <L L ,getödtet wird'. 

5* 



68 Griechische Etymologie. 

äjroipibZioq, erfolglos, werthlos*. 

Viermal bei Homer. OcL 11, 249, ov% aixotfw'kioi evvai a&avarwv. Od. 
14,212; &7zel ovx dnoquoliog rja oväi (pvyoTTTokepLog. Od. 8,177: voov 
6* dnocpioXcog kaoi. Od. 5, 182: rj dfj dfotQog y* kaal xal ovx dnocpoilia 
ßeiöaig. 

Ein kürzeres dnoqxjjkog mit der selben Bedeutung bietet Maneth. 4, 316: 
drcocpioXa ßlov [tvoaQcjrca yive&ha. Sonst bieten sich keine naher stehenden 
Bildungen. So mag die alte Vermuthung wieder ausgesprochen sein, dass 
o<peXog- n. ^Förderung, Nutzen' (IL 17, 152: oe toi nokV cxpelog yivero, 
tttoXu tb xai avr^i) eine nahe verwandte Form sei. Vielleicht bestand 
daneben ein gleichbedeutendes männliches *oq>olo-g oder weibliches *6q>oJLir), 
etwa wie dyoQrj , Versammlung' (IL 1, 54) neben dem aus ofitrjyegijg ,der 
selben Versammlung angehörend, versammelt* (IL 1, 57) zu entnehmenden un- 
geschlechtigen *äyeQog ,Versammlung* liegt Das innere io entwickelte 
sich vielleicht durch rein metrischen Einfluss wie zum Beispiel auch in 
dvwvvfxog ,namenlos* (Od. 8, 552) neben ovopa ,Namen* (Od. 8, 550). 
Das an- (dno) scheint verwandt wie in a7t-r]l€y4wg ^rücksichtslos 1 
(IL 9, 309), von dem weiterhin noch die Rede sein wird, oder in 
dcp-07tMCEO&at ,sich entwaffnen* (IL 23, 26: dywnkl&vro), aus dem 
sich ein *aq>-on:kog ,waffenlos entnehmen lässt Das suffixale io ist 
in bezüglichen Zusammensetzungen öfter zugefügt, wie zum Beispiel 
in dno-SviiLo ,dem das Herz oder Neigung (ßvfuo-g IL 1, 468) fern ist, 
unerfreulich* (IL 14, 261) und h§-aioiog ,ohne Billigkeit (alaa IL 3, 59), un- 
barmherzig 1 (IL 1 5, 598). 
GJiö-&e6xoq, vielleicht ,unerbeten, unerwünscht* und dann wohl ^verachtet, 
schmählich*. 

Od. 17, 296: örj tots x€it' d/tod-eotog drtoixofiivoio ßdvaxxog, iv tcoIX^ 
xo7CQ(t) ,lag verachtet auf dem Düngerhaufen*, vom Hunde des Odysseus; 
Lykophr. 540: öeivd ndnoxteaTa neiaea&ac ^furchtbares und schmähliches 
erleiden*. 

Eine vereinzelt stehende alte Participform, zu der sich aber offenbar auch 
noch stellt Ttolv-ÜEOTog ,viel erfleht* (Eallim.Dem.48: rtxvov nohv&eoTe to- 
xevoiv). Beide Formen gehören vermuthlich zum aoristischen &iooao&ai , an- 
flehen, erflehen* (Hes. Brachst 9; Archil. Brachst 11, 2; Pind. Nem. 5, 10), 
von dem weiterhin noch die Bede sein muss. Aehnliche Bildungen sind 
ev-SeoTog ,schön geglättet* (II 7, 5; Aoristform Zio-oe ,er glättete* Od. 5, 
245), a-TQeoTog ,unerschrocken* (Aesch. Ag. 1402; TQ&ooe ,er flüchtete* IL 
11, 546), auch /ueovog »gefüllt, gesättigt* (Soph. Oed. Kol. 768), dem keine 
Verbalform mehr zur Seite steht Bezüglich der Bedeutung mögen verglichen 
sein äno-Tifiav ,verachten, gering achten* (Hom. hymn. Herrn. 35: ocpehog 
tl /not eoofly ovd* aTtoTiiirjow) und 7tolv-Tifiir}Tog ,sehr geehrt* (Ar. 
Ach. 807). 
GJto&vOTdvio-v ,eine Art Trinkgefäss*. 

Polemon (bei Athen. 11, 479, F und 480, A): vadg MeiaTzowlvwv, fo $ 



Griechische Etymologie. 69 



. . . dno&vaxdviov dgyvQovv .... lv dh xip va(j) rfjg Hgag . . . dTtOxtvatd- 
viov xqvgovv. 

Etymologisch nicht verständlich. 
äjtog ,Ermüdung, Erschöpfung' (?). 

Nur Eurip. Phoen. 851: avkle^ai o&ivog xal Ttvevfit* a&Qoioov, artog 
l'AßaXiüv odov. 

Eine dunkle und wahrscheinlich auch unrichtig gelesene Form. Nauck 
â–  t giebt statt ihrer: alnog. 
dstO'(iayöaXiä siehe später unter fiaydaliä. 

'AxökXtav-, Name eines hervorragenden Gottes, vielleicht ursprünglich der 
Sonne oder des Feuers. 

11.1,43: rov <T exlve Ooifiog y A7toi.Xwv, Vers 48: bCst* inretr' drccl- 
vev9e vecjv, pera <T lov hjxev ,schoss einen Pfeil* (ursprünglich wohl = 
,Strahl'); IL 1, 603: ovdi %t &vpbg idevero öaixog iFla^g, ov phv (poQfJuyyog 
TieQixaJLkiog, fjv e%* lAitolXwy. IL 1, 72: ftctvToovvrjv, trjv Fol tzoqe (Doi- 
ßog IdnoXXüßv. 

Etymologisch bisher noch unaufgehellt Eine ganz neue ansprechende 
Erklärung bringt Leopold von Schroeder (bei Kuhn 29, Seite 193—229). 
Er erklärt ihn für im Grunde mit dem altindischen Agnis (,Feuer*) überein- 
stimmend und sieht das altindische saparjdinja- ,der zu verehrende' (RV. 
6, 1, 6 beginnt: saparjdinjas sd prijds vikshü agnis hdutä mandrds ni 
sasädä ,der zu verehrende, der den Menschen liebe Agnis, der erfreuende 
Opferer hat sich gesetzt* als seine formelle Grundlage an. Es ist diess das 
Nothwendigkeitsparticip zu der abgeleiteten Verbalform saparjdti ,er ver- 
ehrt* (RV. 1, 12, 8 und sonst), die auf die Verbalgrundform sap ,verehren, 
(RV. 9, 97, 37: sdpanti ,sie verehren') zurückführt und ihrer Bildung 
nach mit ratharjd-si ,du fährst im Wagen' (RV. 10, 37, 3; *rathar- ,Wagen' 
ist zu vermuthen), vadharjd-ntim ,die Geschoss schleudernde' (E.V. 1, 161, 
9; zu vddhar- ,Geschoss, Donnerkeil' (RV. 1, 32, 9) oder adhvarjd-ntä ,den 
Opferdienst besorgende' (RV. 1,181, 1; zu adhvard- ,Opferdienst, Opfer- 
fesf (RV. 1, 1, 4) und samarja-td' ,kampflustig seiend' (RV. 5, 44, 7; zu 
samard ,Wettstreif RV. 6, 9, 2) zusammengehört Dass aber !A7t6XXu)v- 
unmittelbar aus jenem saparjdinja- durch Verstümmlung hervorgegangen 
sei, wie Schroeder annimmt, ist seiner Suffixform wegen nicht glaublich 
wohl aber durchaus wahrscheinlich, dass es zunächst aus 'AtzoXjwv- (wie 
aXXo-g ,der andere' aus aXjo-g, LM. Gramm. 1, 477) hervorging, da kyp- 
risches !^7ceiXwv (bei Schroeder S. 194) daneben liegt Dialektisch be- 
gegnet sonst auch noch die Form !An4XXwv- (W. Prellwitz bei Bezzenb. 
9, 327—331). Das alte anlautende 5 könnte im Griechischen ebenso auf- 
gegeben sein wie zum Beispiel in ddeXcpeog ^Bnider 4 neben altind. 
sdgarbhja-s (Seite 3). Es mag noch bemerkt sein, dass Homer die vier- 
silbigen Casusformen (IL 1, 21 und 86: lA7t6XXwva, IL 1, 315: ld7c6XXwvi 7 
IL 1, 14 : 'AnoXkiDvog) mit gedehntem d gebraucht, was unmöglich auf reiner 
metrischer Freiheit beruhen kann. Der suffixale O-laut ist überall gedehnt 



70 Griechische Etymologie. 

ausser im Vocativ "Auollov (II. 2, 371 — 4, 288 und sonst bei Homer, wo 
aber Nauck überall 'Anollwv schreibt). Dass der Name ursprünglich eine 
rein adjectivische Bedeutung hatte, wird durch die häufige Verbindung 
Oolßog 'Artukkcjv ,der verehrungswürdige (?) Phoibos' (IL 1, 43; 64; 72 und 
sonst) noch besonders wahrscheinlich gemacht 

ajt-Y}OQo-q ,abwärts schwebend, abstehend' siehe unter -rjoQo-g. 

amqvri ,Lastwagen, bespannter Lastwagen, Gespann'. 

IL 24, 275 : Ix &akdfiov öh qtiQovreg kv^iaTtjg In amjvyg vrjeov . . . 
a7t€Q€lai artoiva, £ev!;av d* yfiiovovg. II. 24, 324: fj/uiovoL Uhtov Tergd- 
xvxkov arcqvrjv. — Eur. Med. 1122: fiijre vatccv Xitcovo* anyvrjv überträgt 
den Ausdruck auf ein Schiff. 

Aehnliche Bildungen sind yakr\vr\ »Meeresstille, ruhiges Meer 4 (0<L 5, 452), 
oeXtjvri ,Mond' (IL 8, 555), elQrjvr] ,Friede' (H. 2, 792), Tifrjnj ,Amme, Pfle- 
gerin' (IL 6, 389), \aii7tr\vri ,eine Art Wagen' (Soph. Brachst 405), oayrjvr] 
,Ziehgarn, Schleppnetz' (Plat symp. 8, p. 729 E). So scheint sich neben 
suffixalem -tjvij eine Verbalgrundform an- zu ergeben, die man (Curt Grundz. 
510) im alten lat apere zusammenknüpfen' (apere alt für ,vinculo com- 
prehendere' Paul, ex Fest. 18) und in anxuv ,knüpfen, heften, verbinden' 
wieder zu erkennen gemeint hat Darnach könnte dnr\vr\ zuerst bedeuten 
,die Zusammengeknüpfte, die Verbundene', eine Bedeutung, die doch noch 
weiter begründet werden müsste. 

dütriviq (dfcrjv^g) ,unfreundlich, abhold*. 

Bei Homer zehnmal. IL 1, 340: xov ßaoilfjfog dnrjviog. Od. 19, 329: 
og fih a7t7jvfjg aixbg %fl xai dnrjvia ßeiöj}. II. 15, 202: fiv&ov a7trjv4a xh 
xgccxegov xe. II. 15, 94: olog Ixelvov Svftog, v7C€Q<plakog xat a7crjvrjg. 
IL 23, 611: uig Ifiog ov noxe d-vpog ift€Q<piakog xal a7tr]vrjg. Od, 23, 97: 
fiijxeg ifxr} övoptjxog, drtrjvia &v(ibv %%ovaa. Od. 23, 230: nel&eig ötj fiev 

, xfofiov drtrjvia tveq h&X* lovxa. IL 16, 35 und 23, 484 und Od 18, 381 : 
xoi vofog iaxtv ct7trjvrg. 

Unmittelbar zum Vergleich bietet sich ngoarjv^g, dorisch 7ZQooövyg wohl- 
wollend, freundlich, mild 4 , das allerdings nicht bei Homer, aber doch sonst 
mehrfach begegnet. Pind. Pyth. 10, 64: Tcinoid-a §evi(f nqooävil &wgaxog 
^ch vertraue der wohlwollenden Gastfreundschaft des Thorax' ; Pind. Pyth. 
3, 52: xovg öh Ttgooävsa rcivovxag ,heilsames trinkend'; Hdt 2, 94: eon 
öh rclov xal ovöhv eooov xoi iXalov x<[) Xv%vq) ngoo^vig ,für die Lampe' 
d. i. ,zum Brennen tauglich'; Thuk. 6, 77: xolg öh dg htdoxoig xt 7tgootjvhg 
Xiyovxeg. Wir können nicht bezweifeln, dass sichs hier um ganz nah ver- 
wandte Zusammensetzungen handelt Aus beiden lässt sich ein altes un- 
geschlechtiges * * t vog, dorisch *avog entnehmen, für das sich die Bedeutung 
,Wohlwollen, Gunst, Förderung' vermuthen lässt Ob damit goth. an-sti- 
jGunst, Wohlwollen, Gnade' (Luk. 2, 40 : ansts guthis vas ana imma, und 
öfter) zusammenhängt, ahd. unnan ,gönnen, gewähren', nhd. g-önnen? Be- 
züglich der oLTio- ,ab' und 7cgoo- ,hinzu' als der ersten Glieder der beiden 
in Frage stehenden Zusammensetzungen lassen sich vergleichen aji-yXe- 



Griechische Etymologie. 71 

yiwg ,rücksichtslos' (IL 9, 309), von dem sogleich weiter die Rede sein muss, 
und itQoo-xrjdrjg ,wobei die Sorge oder sorgliche liebe' (xrjöog Od. 22, 254 ; 
dazu das Superlative xrjdiorog ,dem man die meiste Sorge zuwendet, der 
Geliebteste' IL 9, 642) ,zugewandt ist, theilnahmvoll' (Od. 21, 35: agxv v 
&lvoovyt]s ngoaxrjdiog). Dass Benfey's Muthmaassung (Or. und Occ. 1, 195), 
wonach -ijvr/s zum altindischen dnd- ,AnÜitz' (nur RV. 1, 52, 15 : Vrirdy'a . . . 
ni tvdm Indra prdti änäm gaghdntha ^ritras 7 Antlitz schlugst du nieder") 
gehören soll und darnach nQoo-yvrjg eigentlich bedeuten ,das Gesicht zu- 
gewendet habend' und an-rjvrig ,das Gesicht abgewendet habend', keine 
Wahrscheinlichkeit hat, erweist der Gebrauch der griechischen Wörter. 
änriZeyitoq ,rücksichtslos'. 

Zweimal bei Homer. IL 9, 309: %QV 1& V $h *öv fiv&ov drcrjkeyiwg ajto- 
Feinelv. Od. 1, 373 : xa&eC,iifJLBad , a ... IV vfilv fxv&ov drcrjkeyicjg ano- 
Feinü). — Hom. hymn. Herrn. 362: avxog d avrlxa (ivd-ov anrjkeyiwg 
ayogevev. Ap. Rh. 2,25: wg q>cn dnrjXeyiwg. Ap. Rh. 1, 785: o <J J ini 
X&ovog otnxax* igeiaag vtiovt amjleyiiog. Ausserdem bei Ap. Rhod. noch 
1, 439; 2, 847; 3, 19; 439; 501; 4, 687; 862; 900; 1467; Qu. Sm. 1, 226: 
f ixeQog ö* htiqov XQ° a %ahuji tvmov arcrjkeyicjg. 

Beruht ebenso wie zum Beispiel axkeßicjg ,ruhmlos' (IL 22, 304) auf ad- 
jectivischem axkefig- (Od. 4, 728: axleHa) und andere Bildungen ent- 
sprechend auf einem adjectivischen anrjleyig-, das in adverbiell gebrauchter 
Neutralform (Opp. Kyn. 2, 510: avtiUyovaiv anrjkeyäg. Nik. Ther. 495 : 
dielooficti . . . navra öiafmeQiwg xai anrjkeyig) übrigens erst spät (Gregor. 
Naz. III, S. 1379, V. 18: xal &ava%i$ davon ov §vaax anqkeyiog ,errettete 
vom grausen Tode') begegnet Sein Ursprung scheint ganz durchsichtig 
zu sein. Neben dem ano-+ als erstem Theil, das ebenso wie in dem 
soeben erst besprochenen «Tr-ijvijg ,ohne Wohlwollen, abhold' wesentlich 
wie das sonst so geläufige beraubende av- ,un-' (siehe später) gebraucht 
zu sein scheint, läset sich aus der deutlich zusammengesetzten Wortform 
ein ungeschlechtiges *akeyog ,Rücksicht, Rücksichtnahme' entnehmen, das 
sich unmittelbar an dkiyetv ,sich kümmern um etwas, Rücksicht nehmen' 
(IL 8, 483: av aev eywye oxvtpiiivrig aliyu) ,ich kümmere mich nicht um 
dich') anschliesst Ganz ähnlich enthält das zusammengesetzte 6p-r]y€()4g- 
,derselben Versammlung angehörig' ein muthmaassliches *äy€Qog- , Versamm- 
lung^ (zu ayelgeiv ^versammeln 4 IL 2, 438) als Schlusstheil. Bezüglich der 
Bedeutung jenes adjectivischen anriXeyig- ,rücksichtslos' mag noch ange- 
führt sein, dass von ihm auch ein verbales anr{Uyiuv ,nicht berücksich- 
tigen, vernachlässigen' (Ap. Rh. 2, 17: ei 6' av anrjleyiorteg i/xccg nariovce 
•frifiiorag) ausgegangen ist — Das selbe Schlussglied wie in aTtrjXeyig- 
scheint enthalten in den zusammengesetzten dvot]key£g- und ravrjkeyig-, 
die hier auch noch erwähnt sein mögen. Die letztere Form ist, namentlich 
in ihrem ersten Theile, ganz und gar dunkel; sie begegnet bei Homer nur 
als Beiwort des Todes und zwar in den Versen: lv d* falxhj ovo xtjqb 
xavrjkeyiog fravaroio (IL 8, 70 = 22, 210), ftolQ 3 okoFij xa&iXriat vavtjke- 



72 Griechische Etymologie. 

yiog öavaroio (Od. 2, 100 — 3 7 238 = 19, 145 = 24, 135) und zig vi ae 
xtjq iädfiaaae ravrjXeyiog Savaroio (Od. 11, 171 = 398). Jenes dvo-rjXey£g- 
aber scheint in der That unmittelbar mit dnriXsyig- zu vergleichen zu sein, 
also auch das oben erschlossene ungeschlechtige * uXeyog Rücksicht, Rück- 
sichtnahme' zu enthalten, so dass, da sein erster Theil deutlich das ge- 
läufige ovo- ,übel, böse' ist, seine erste Bedeutung ,mit übler Rücksicht- 
nahme', weiter aber ,unbarmherzig, übelwollend' sein würde. So Hesse sichs 
der Bedeutung nach etwa mit öva-Krjöig- ,mit übler Sorge, mit bösem Leid' 
(xfjöog IL 15, 245 und sonst) vergleichen. Es begegnet bei Homer zweimal, 
als Beiwort des Kampfes und des Todes, nämlich IL 20, 154 {aQxi^evai 
8h övorjXeyiog nroXifioio) und Od. 22, 325 (t<£ ovx av &dvar6v ye ävo- 
rjleyia nQoq>vyotad'a)] ausserdem Hes. Werke 504: Ttriyddag, aiV hei 
yaiav fcvevaarrog BoQiao övariXeyieg reXe&ovoiv ^unbarmherziger, verderb- 
licher Reif'; Hes. Theog. 652: fiooa 7ta&6vT€g ig cpdog axp afpixeoVe 
dvorjleyiog and deopoi ,aus unbarmherzigen Fesseln' und Theogn. 795 : 
övarjkeyiwv 6b noXixiuv aXXog zig oe xaxiog aXXog afxeivov iget bös- 
williger Bürger 4 . 
cbztlZitbrr]-q ,Ostwind 4 . 

Hdt. 4, 22: dnoxXivovxi fidXXov ngog d7tr\Xim%y\v äve/uov. Eur. Kykl. 19: 
artrjXianrjg aveftog i(X7tvevöag. 

Weist zunächst auf ein zu vermuthendes *drci]Xiog, ganz wie zum Bei- 
spiel idiwTyg ^Privatmann' (Hdt 7, 3) auf das adjeetivische täiog ,eigenthüm- 
lich, den Einzelnen betreffend' (Od. 4, 314) oder wie TcargioiT^g ,Lands- 
mann , demselben (väterlichen) Lande angehörig* (Xen. Kyr. 2, 2, 26) auf 
7taTQiog ,väterlich' (Pind. OL 2, 14: agovgav . . nargiav) zurückführt Darin 
bildet rjXiog ,Sonne' den Schlusstheil, doch in einer dialektischen Neben- 
form ohne anlautenden starken Hauch (Herodot 7, 58 hat schon FjXto-g, 
die homerische Form aber lautet rjßiXio-g, so IL 1, 475; 2, 413 und sonst). 
Ganz ähnlich zusammengesetzt sind: dvt-ijXioc ,der Sonne gegenüber liegend, 
der Sonne ausgesetzt' (Aesch. Ag. 519; Soph. Aias 805), nQoo-r\Xiog ,der 
Sonne zugekehrt' (Xen. Jagd. 4, 6) und 7cag-rjXiog eigentlich ,neben der 
Sonne befindlich', dann substantivisch ,Nebensonne' (Arist Meteor. 3, 2, 6). 
Das wo- in *a7t-r}Xiog ist ebenso gebraucht wie in oLTt-dqxxiog ,von Norden 
(olqxto-l Plat Krit 118, B) ausgehend' (Lykophr. 27: dnaQxrlatg . . . nvoalg\ 
dass also die Zusammensetzung zunächst bezeichnet ,von der Sonne', d. i. 
,von Sonnenaufgang oder Osten ausgehend'. 
ämo-q ,entfernt, entlegen'. 

Viermal bei Homer, in ganz bestimmter Verbindung, nämlich IL 1, 270: 
ix TIvXov iX&riv, Trj?*6&ev !§ ajtiqg yairjg. IL 3, iü'.yvvaZx' ivFeidi* avrjyeg 
!§ ditirjg yairjg. Od. 7, 25: iv&dd' txdvto, rrjX6&&v !§ a7tlrjg yairjg. Od. 
16, 18: iX&ovr i* ditirjg yairjg. 

Enthält suffixales io und als etymologische Grundlage,, was allerdings 
von Einigen, die aber doch nichts Wahrscheinlicheres an die Stelle zu 
setzen gewusst haben, bezweifelt ist, das adverbielle d?co ,ab, fort' (IL 2, 292: 



Griechische Etymologie. 73 

ha pijva fxivwv and ß^g ak6%oio ,fern von seiner Gattin weilend'; Soph. 
Phil. 183: xeixai juovvog aii. aXXiov). Vergleichbare Bildungen sind, ob- 
wohl ihre Betonung abweicht: uvxlog ,entgegengerichtet' (II. 6, 54: dvrlog 
rjl&e ,kam entgegen*) und das substantivisch selbständig gewordene u/ucptov 
jümwurf, Kleid' (Soph. Brachst 384, entnommen aus Hesych's Anführung 
afiyiov Hvdvpa; Nauck betont abweichend SfMptov). Dem letzteren liegt 
afi(pl ,um' (II. 10, 23: ä t u<pl de . . . iFiaaaxo dio^a kiovtog) zu Grunde, 
anlog aber führt auf das adverbielle avta ,entgegen' (Od. 6, 141 : arfj d* 
avra ,sie stellte sich gegenüber 4 ) zurück: formell möglich wäre allerdings 
auch sein Zurückkommen auf dwi, dieses aber begegnet bei Homer nicht 
in der Bedeutung des örtlichen ,entgegen', sondern nur als ,anstatt, im 
Werthe von', wie IL 9, 116: dvxl vv nokkwv laßiov iatlv dvijQ ov te Zeug 
xrJQi (püi]or]. 
ämo-q, eine Art Wolfsmilch. 

Theophr. h. pl. 9, 9, 6 : r\ dk iax^S *} amog rpvkkov phv $x €l ^ttjyavdiöeg 
ßQa%v ,hat ein rautenartiges kurzes Blatt* ; vorher 9, 9, 5 heisst es : tr\g 
laxoäoq, ol <$' amov xakovoi. 
Dunkler Herkunft 
ämo'V ,Birne'. 

Plat legg. 8, 845, B: dnlwv dh niqi xal firjlwv xal qowv xal 7tdvrwv 
Ttuv toiovtiov, aloxQov fÄev jurjdiv eOTio Xd&Qa ka^ßdveiv. Theokr. 7, 120: 
xal drj fidv dnloio nenahegog ,reifer als eine Birne'. Von Alexis (bei 
Athen. 14, 650 G: dnlovg nagaxeiftivag) ist das Wort weiblichgeschlechtig 
gebraucht, ebenso (an derselben Stelle bei Athen.) von Aeschylides: dniovg 
fj vrjoog cpiqei ycQarioTCcg. 
Ueber die Herkunft des Wortes wagen wir keinerlei Muthmaassung. 
astai ,ab, foif. 

Manetho 6, 326: anal najiQwv. Stand früher IL 11, 664 (jetzt gelesen: 
and vevQijg) und Hes. Schild 409 (and vevgfjg) und 437 (and jieydlov), 
wo es aber durch die neuere Kritik beseitigt und durch das gewöhnliche 
und ersetzt ist 

Aehnliche Bildungen auf ort, das man wohl für einen alten Locativaus- 
gang halten darf, finden sich auch sonst als Nebenformen geläufiger Ad- 
verbial-Präpositionen, so vnal (IL 2, 824: vnal noöa. IL 3, 217: vnal dh 
ßidsoxe. IL 11, 417 und 12, 149: vnal di re xdfinog odovrwv ylyverat. 
Aesch. Ag. 892 : vnal xtivianog. 944 : vital %ig dgßvkag kvoi xd%og. Aesch. 
Cboepb. 615: fy&gwv vnal. Aesch. Eum. 417: yijg v7tal) neben dem häufigen 
vnö ,unten, unter*; dial nicht bei Homer, doch bei Aeschylos Ag. 448: 
dkkorglag dial yvvaixog. 1133: xaxtov ydg diai. 1485: dial Jiog. Ghoeph. 
611: dial ßlov und 641: dial Jlxag) neben dem gewöhnlichen öid ,durch'; 
xaral, das von Apollonios Dyskolos (Synt S. 309, 28: nkeovdoaoat ovv 
XQOVip IXlelnovoi xal iijg dvaGTQoq>fjg y wg i) xaral, vnal xal al roiav- 
tai) angeführt wird, sonst aber nur in Zusammensetzungen wie xarai- 
ßazog ,wo man hinabgehen kann, zugänglich' (Od. 13, HO: &vgai . . a*i 



74 Griechische Etymologie. 

fihv nQog ßoQiao xaxatßaral dv&QujTzoioiv) vorzukommen scheint, neben 
dem geläufigen xazd ,hinab', und nagal (IL 3, 359 = 7, 253 : nagal Xand- 
qtjv didfiTjoe xixwva. Od. 1, 366 « 18,213: rcaQai ke^ieaat xXi&fjvai. IL 
15,280: 7tagal 7tooi. Od. 1 7, 572: TtaQctl jivqL 11.2,711: nagal Bot' 
ßrjläa Uftvrjv. IL 5, 837: nagal Jtßoprjdea diov. IL 11, 233 - 13, 605: 
nagal öi fot hgdner 9 tyxog. IL 15, 175: nagal dürbg alyi6%oio. Od. 
24, 411: nagal JoXlov) als gar nicht ungewöhnliche Nebenform des häu- 
figen nagd ,neben'. 

djtaiöXi] «Täuschung, betrügerische Entziehung'. 

Aesch. Bruchst 186: xi&vrjxev alaxgog xQr^iazojv drzaioXrj. Ar. Wolken 
1150: ev y\ w jza\ißaolXti lAnaioXr^ — Dazu: dnaioXäv ,täuschen, 
irre machen'; Eur. Ion. 549: xovzo xa\i dnaioXq. Babr. 95,99: xegöw 
<T artaioXwaa xrjg dXrj&elrjg "ot/x el%e 7tdvrcjg" (prjoi. — d/zaio Xrjfiax- 
,Betrug'; Aesch. Ch. 1002: yrjXrJTrjg dvrjg, £4vtüv dTtaioXrj/da xdgyvgoategrj 
ßlov vopLiCuiv. Soph. Bruchst 915: dnai6Xi\iia (Aus Hesych: dftcuolrjfxa' 
drtoxd&aQfia. i] dnax-rtfia fj dnOTtXdvrjfAa. SocpoxXrjg). Ar. Wölk. 729 : i*ev- 
gexiog ydg vovg d/toaxegrjxixog xd7taidXr)fia. 

Seltene und etymologisch noch nicht aufgehellte Wörter. Anklang einer- 
seits an drcdtt] 7 ,Betrug, Täuschung' (Seite 61), wie andererseits an aloXo-g 
,beweglich', ,buntf, ,mannichfach' (IL 12, 208; 19, 404; — Hom. hymn. 
Herrn. 33; Soph. Phil. 1167; — PincL Nem. 8,25: aloXq* xpevdti. Aesch. 
Schutzfl. 327 : aloX y dv&QWJiwv xaxd) beruht wohl nur auf Zufall. 

djteiXi] ,Drohung', prahlerisches Versprechen'. 

IL 13, 220: itov xoi drveiXal ocxoyxai, rag Tgwalv dnelXBov vlegldx<*i~ 
ßtov- IL 16, 200: firj %lg poi drtetXdcjv XeXa&io&ui , dg . . . drteiXeixe 
Tgweooiv. IL 20, 83 : noi xoi drzeiXal ag Tgwwv ßaatXevaiv viciaxeo 
Foivonoxdtvjy ,prahlerisches Versprechen'. — Dazu dneiXietv ,drohen', 
,prahlen', ,geloben, versprechen'. IL 1, 161 : xai dij poi yigag avxog drpai- 
gijoeo&ai dneiX&ig. IL 8, 1 50 : wg nox ' äfteiXrjoet ,er wird prahlen' ; IL 
23, 864: ovd y rjrtelXrjas Fdvaxxi FagvtZv ngwxoyovwv Fgi&tv xXeixrjv hta- 
xopßrjv ,er gelobte nicht'; — dneiXtixrjg , Grossprahler': 11.7,96: w poi, 
drtuXrjxijgeg, !Axcuflfog t oixix * y Ax<*ifoL 

Weiblichgeschlechtige Bildungen auf -r; und abgeleitete Verba auf -ieiv 
liegen auch sonst noch mehrfach neben einander, so dvxr ,Buf, Geschrei, 

. Schlachtgeschrei' (IL 6, 328) und dvxeiv ,rufen, schreien' (IL 11, 258), lgu>y 

. ,das Zurückweichen, Ablassen' (IL 16, 302) und igwelv ^zurückweichen, ab- 
lassen' (IL 13, 776), igwi) ,Schwung, Andrang' (IL 11, 357) und lgu>£iv ,her- 
vorströmen' (IL 1, 303), axovaxrj ,das Seufzen, Seufzer 1 (IL 2, 39) und oxova- 
X&v ,seufzen' (IL 18, 124), Xvnri ,Leid, Betrübniss' (Aesch. Ag. 791) und 
Xvneiv ,betrüben' (Hes. Werke 401), ohne dass man deshalb behaupten 
könnte, dass alle hier aufgeführten substantivischen Formen zu den neben- 
stehenden Verben auch wirklich die nächste Grundlage gebildet hätten. — 
Seinem Aeussern nach scheinen dem dnuXfi am Nächsten vergleichbar 
ujjeur] ,Wunde' (IL 5, 870) und oyeiX/j ,Schuld, Schuldigkeif (Vom Etym. 



Griechische Etymologie. 75 

M. aus Xenophon angeführt; auch Matth. 18, 32; Rom. 13,7; Kor. 1, 7,3). 
In beiden ist -eiXrj (in wteiXrj auch das r) suffixales Element, so dürfen 
wir auch wohl aus ineiXrj nur ein an- als verbale Grundform entnehmen, 
vermissen darüber aber noch allen weiteren Aufschluss. 
äjroiva n. pl. ,Lösegeld, Loskaufssumme', Entschädigung^, ,Vergeltung', Be- 
lohnung, Preis*. 

IL J, 13: Xvoofievog te &vyaxga qtigwv r* anegeloi anoiva. IL 1,95: 
Ayapijivwv oid* aniXvoe &vyarga xal ovx anide^ar 3 anoiva. — IL 
9, 120: aip l&iXw agioai dofieval t' anegeioi anoiva. — Aesch. Pers. 
808: vßgewg anoiva xi&iwv (pgovrjfiazwr. — Pind. Pyth. 2, 14: anoiv* 
agezäg. 

Zum Substantiv erhobene ursprünglich adjectiv-bezügliche Zusammen- 
setzung, die ebenso wie das ganz ähnlich gebildete vrj-7coivog ,ungerächtf (Od. 
1, 380), yungestraftf (Od. 1, 160) als Schlusstheil das weiblichgeschlechtige 
noivr] ,Zahlung, Sühnegeld für einen Mord, Busse, Bache' (IL 21, 28: övco- 
dexa Xi£aro xovgovg noivrjv üatgoxXoio . • &avovrog) enthält und als mit 
dem häufigen beraubenden av- ,un-' als erstem Gliede zusammengesetzt 
ursprünglich bedeutet haben wird ,ohne zu leistende Zahlung, wobei keine 
Busse mehr zu zahlen istf. Ganz entsprechend zusammengesetzt sind a- 
-vi/Aog ,ungeehrt, der Ehre (ti/u? IL 2, 197) beraubt' (IL 1,171), a-q>wvog 
sprachlos, stumm, ohne zu sprechen' (Pind. Pyth. 9, 98), mit (pwvrj, Stimme, 
Sprache' (IL 17, 6, 696) als zweitem Gliede, und andere Bildungen. 
anrjt^a ,er nahm fort, er raubte'; anovgäg fortnehmend, raubend'. 

Bei Homer an folgenden Stellen: IL 6, 17: aXX* äjMpw &v(.tov anrjvga. 
11.9,273: rjv %6%* anrjvga, xovgrj Bgiorjßog. 11.10,495: tov vgioxaidi- 
xarov fieXiFrjdia dvfxov anrjvga. IL 11, 115: cc7caX6v %i 0(p* ijrog anrjvga. 
IL 11, 334: rovg fihv Tvdeßiörjg . . . xXvta zev%e a7crjvga. IL 15, 462: 
arag Tevxgov TeXapwviov €v%og anrjvga. IL 16, 828: viöv Exrwg Ilgia- 
fiidrjg o%edbv tyxel 9vi*6v anrjvga. IL 17, 125: ndtgoxXov, Inel xXvxd 
revxe' anrjvga. IL 17, 236: r) te noUooiv in avt<j> xtvpöv anrjvga. IL 
20,290: rov di xe TlrjXefldrjg oxedov aogi &vpdv anrjvga. 11.21,179: 
aXXa Ttqiv 'A%iXeig oxeöbv aogi xfopov anrjvga. 11.21,201: inet cpLXov 
t)%oq a7trjvga. IL 23, 291: Xnnovg . . . ol'g no% mtrjvga Aivtiav. IL 23, 
800: %ei%sa 2ag7cr]dovtog % a \iiv TLargoxXog a7irjvga. IL 24, 50: inel 
cpLXov rjrog anrjvga. Od. 3, 192: novxog öi foi ov %iv anrjvga. Od. 4,646: 
il oe ßtq aßixovrog anrjvga vrjfa (xiXaivav. Od. 11, 203: aXXa (xe .. . arj 
%' ayavo(pgoovvrj peXißrjöia &v(xbv anrjvga. Od. 18, 273: ifii&ev, %fjg %s 
Zeig oXßov anrjvga. — 11.9, 131: tag piv Foi dwow, pera ö* eooerai 
rj* tot' anrjvgwv ,die ich damals wegnahm'; 11.18,89: oV 'AxiXXf/og 
yigag avrog anrjvgwv. IL 23, 560 : öwgrjxa, xbv 'Aozegonaiov anrjvgwv. 
IL 23, 808: dwow rode cpaoyavov agyvgoßrjXov . . . %b ph 'Aotegonaiov 
anrjvQtov* Od, 13, 132: voaxov di Foi ov not' anrjvgwv. — IL 8, 237: xal 
fiiv fiiya xvdog anrjvgäg. — IL 1 , 430 : yvvaixog , %rjv §a filrj aßixovrog 
afirjvQiov jAe nahmen forf. — IL 1, 356 = 507 — 2, 240: kXwv yag fyei 



76 Griechische Etymologie. 

yigag, alrog a7tov{jag. IL 6, 455 und 16, 831 und 20, 193: i)»ev&egov rj/uag 
anovgag. IL- 9, 107: Bgiar^ida xovgijv %u)0(Aivov ^iyCkifog $ßr]g TcktalrjS'ev 
dnoigag. IL 11, 437: TOtiud' avdge y.axaytTeLvag xal rev%e anovgag. IL 
21, 296: av 6* "Eyxoql $viibv anovgag. Od. 13, 270: kdd'ov öi ße &v[idv 
anovgag. — IL 22, 489: aXXot ydg ßoi dnovgr t oovoiv dgovgag ,werden 
ihm seine Felder rauben'. 
Schon vor fünfzig Jahren hat Ahrens (Zeitschr.f.Alt 1836, S.801 und 802) 

. überzeugend nachgewiesen, dass die oben aufgeführten Formen nicht auf 
ein jetzt noch öfters aufgestelltes Verb **anavgdw zurückführen, sondern 
dass sie von einer Verbalgrundform ßgä ausgingen, so dass man also statt 
des anreget zunächst ein dn-ißgä und statt des participiellen änovyäg ein 
dno-ßgäg hätte erwarten mögen. Auffällig und noch nicht verständlich (ob 
unrichtig überliefert?) bleibt dabei allerdings das io in der Form dnrjtotov ,ich 
nahm fort* und ,sie nahmen fort*: Die unmittelbar vergleichbaren Formen der 
Verbalgrundform dgä ,laufen* behielten durchweg den Vocal a, so a7c-£ögäv 
,ich lief fort* (Pherekr. in Com.fragm. 2, 279), dn-iögä ,er lief fort' (Kratin. 
in Com. fragm. 2, 62), d/c-tdgav ,sie liefen fort' (Soph. Aias 167), etno-dgag 
fortlaufend* (Od. 16,65; 17,516). Die Diphthonge in dnrjvga (aus dni- 
ßgä) und anovgag (aus O7coßgüg) werden ebenso wie zum Beispiel das av 
in rakavgl vog (aus *zakd-ßgivo-g m J von ßglvo-g ,Schild* IL 12, 263 und sonst) 
,Schilde aushaltend* ■— ,schildbewaffneten Kämpfern Stand haltend 4 (IL 5, 
289 = 20, 78) auf äolischem Boden (Meister Dial. S. 113) entsprungen sein. 
Vielleicht lässt sich die Verbalgrundform ßgä fortnehmen, nehmen* ety- 

. mologisch noch weiter verfolgen; wahrscheinlich wird sie mit igiuv, alt 
ßegvetv ,ziehen, reissen, fortreissen* (IL 4, 467: vexgov ydg ßsgvovra ßidwv 

. ,als er ihn den Leichnam wegreissen sah*) in Zusammenhang stehen, ganz 
wie zum Beispiel auch xgrj- (Od. 7, 164: ini-xgrjoai ,beimischen*j und xeg- 
,mischen* (Od. 24, 364: xegcjvrag ,mischend*) und andere Formen ähnlich 
neben einander liegen. 

djtovQäq fortnehmend, raubend* siehe unter a7crjvgä ,er nahm fort*. 

SbtovQo-g ,von der Gränze sich abwendend*. 

Nur Soph. Kön. Oed.195: na'Uoavtov ögdfirjfia vwvlaai ndxgag anov- 
gov zurückgewandten Laufs vom Vaterlande fliehen*. 

Bezügliche Zusammensetzung mit dem dialektischen olgog ,6ränze* (Hdt 
1, 172: piixgL ovgwv. IL 21, 405: ovgov dgovgrjg, wo aber wohl noch ogßov 
zu lesen sein wird. Attisch entspricht 8go-g, so Aesch. Prom. 666: yfjg in 3 
iaxdroig ogoig) als Schlusstheil, die zunächst bedeutet ,dem die Gränze 
fern (dno) ist*. Ganz ähnlich zusammengesetzt ist ngöa-ovgog ,dem die 
Gränze zu-(7r^og-)-gewandt oder nahe ist, angränzend, benachbart* (Soph. 

. Phil. 691 ; Hdt. 2, 12) und weiter auch noch das auffällig betonte rql-ov- 
gog ,dem die Gränze fern (rijAe IL 17, 190) ist, entlegen* (Aesch. Prom. I 
und 807). Mit der attischen Form 6go-g zusammengesetzt ist ou-ogo-g 
,dieselbe (wie IL 8, 291 : 6u6-v leyog ,das selbe Bett*) Gränze habend, an- 
gränzend* (Thuk. 1, 15); ihre Zusammensetzung mit dno- ,ab, fort* würde 



Griechische Etymologie. 77 

ein *a(p-oQog ergeben haben, das sehr leicht mit u-cpoqo-g ,unfruchtbai u 
(Hdt 2, 156) hätte verwechselt werden können. 
äjata , Väterchen*. Liebkosende Anrede. 

Kallim. hymn. Artem. 6 : 66g ptot TtaQd-evL^v alatvtov, mtjca, cpvkdaoeiv 
als Worte der Artemis; Vers 8 sagt dieselbe 66g 6' lovg xai rogcr &*, 

7taT€Q. 

Bestimmteres lässt sich über seine Bildung nicht sagen. Sowohl die 
Liebkosungsformen drtcpd und dtccpvg, als c*Wa, von denen sehr bald noch 
die Bede sein muss, klingen an. 
cuxüzajtal, Ausruf der freudigen Aufforderung. 

Arist Wesp. 235: 7caQBG\}' o 6rj Koutov y %%* lailv dicnanal nanata^ 
,kommt herbei, juchheissa'! 
ajtjtajtdtf Ausruf des Schmerzes. 

Ar. Frösche 57, wo aber die Lesart schwankt. Meineke liest dvraraL 
azupä, schmeichelnde Anrede unter Geschwistern oder Verliebten. 

Suidas: wcqxx' ddehcpijg xai döektpov V7toxoQiO[xa, 
aatpti-q, Schmeichelname für , Vater*. 

Theokr. 15, 13: ov kiyu Lityvv ,sie spricht nicht vom Papa', einem Kinde 
gegenüber gesagt und in diesem selben Zusammenhang Vers 14: xakog 
arcfpvg ,schön' oder ,gut ist der Papa 4 . Suidas bietet: xai duq>vg vtcoxo- 
QtöTi'Awg, 6 7carr { Q. Auch Bekker AnekcL 857, 7 wird es aufgeführt 

Ist wohl im Zusammenhang mit amta , Väterchen' stehend zu denken. 
ihzT-eG&ai ,haften, festhangen, berühren'; activ äuzetv ,heften, anheften, 

anknüpfen', auch ^anzünden'; siehe unter acp-. 
aj€TBQeo>q ,rasch', eigentlich ,geflügelt' (?). 

Parmenides (bei Sext Empir., S. 213, 25 Bekker): ueioav hcupgaöiojg 
oig ö(piv ßaXaviütov oxqa d/cT€Qiujg looeie Ttvkiwv crno ,sie beredeten sie, 
rasch den Riegel fortzustossen'; Apoll. Rhod. 4, 1763: xei&ev 6* arczsgtwg 
dia fAVQiov oldficc huovveg ,verliessen rasch das unendliche Meer'. 

Buht als adverbielle Form auf einem muthmaasslichen adjectivischen 
*afiT£Qig-, das als Zusammensetzung nicht zu verkennen ist und als ur- 
sprünglich substantivischen Schlusstheil ein ungeschlechtiges *7CTegog- an- 
setzen lässt Weiteres aber lässt sich mit einiger Sicherheit nicht darüber 
sagen. Vielleicht bildete es sich in ganz ähnlicher Weise als Nebenform 
zu dem sogleich aufzuführenden ä/crego-g, wie zum Beispiel 7ti.rJQ€g- ,voll* 
(Aesch. Prom. 144) neben dem mit Sicherheit zu vermuthenden *7th]-Qo-g 
,voll 4 liegt, von dem 7ckrjQoeiv ,füllen' (Aesch. Sieben 464) ausgegangen ist 
und dem im Lateinischen noch pleru-s ,der meiste 4 (Pacuv. trag. 320; 136) 
genau entsprechend gegenübersteht Noch weitere Adjective auf eg mit auch 
suffixalem g vor dem selben sind : Unagig- ^beharrlich, anhaltend, reichlich' 
(Soph. Oed. Kol. 1119 und El. 1377), v6aQig- ,wässerig, durch Wasser ver- 
dünnt, verfälscht 4 (Aesch. Agam. 797) und das zusammengesetzte olo-oxegig- 
,ganz vollständig 4 (Soph. Bruchst 1020). 
fbtrtQo-g ,ungeflügeltf; ,geflügelt' (?). 



78 Griechische Etymologie. 

Bei Homer nur in dem Verse tSg ag* iqxjivrjoev, vfj ö y anxegog hckero 
ftv&og, der viermal in der Odyssee (17, 57 — 19, 29 — 21, 386 = 22, 398) 
begegnet und den man zu erklären pflegt ,ihr war das Wort ungeflügelt, 
es entflog ihr nicht, sie hielt es fest', was aber kaum richtig sein kann. 
,Geflügelt' (finea 7treg6F€VTa IL 1, 201; 2, 7; 4, 69 und sonst) heissen ge- 
sprochene Worte bei Homer sehr häufig, es ist aber kaum denkbar, dass 
das Bild vom Geflügeltsein der Worte auch noch in Bezug auf den , der 
gehörte Worte sich zu Herzen nimmt, habe Anwendung finden können. 
Sollte anxegog bei Homer nicht vielmehr geradezu bedeuten ,geflügeltf und 
somit ,rasch sein Ziel erreichend, rasch wirkend*? Damit würde Hesych's 
Anführung artregog' ahpvidiog' naga 'Ourjgy 6 ngoarjvr\g rj zaxvg ganz 
übereinstimmen. — Weitere Stellen sind: Aesch. Ag. 276: akk' rj a' irtLaviv 
%ig auTBQog cpavig ,erfreute dich irgend ein Gerücht*?, das doch wohl eher 
als ,geflügeltf bezeichnet werden konnte, denn als ,ungeflügelf ; Aesch. 
Eum. 51 : antegol ye fxrjv iöelv avrai ,flügellos sind diese zu sehen', von 
den Erinnyen gesagt; Aesch. Eum. 250: vnig re novxov am ig o ig norr^ 
paotv jjtöov ÖHÄxovaa ,mit flügellosem Fluge kam ich'; Eur. ras. Her. 1039: 
S 6* äg Tig' ogvig arttegov xataarivcüv wdlva tiwtav ,die ungefiederte 
Brut der Jungen beklagend'; Arist part an. 1, 3: advvarov yag eiörj dvai 
%ou firj ovrog, olov Trjg anodiag (,Fusslosigkeitf), fj %oi anxigov (das ,Un- 
gefiederte'), äoneg Ttregtiaeußg xal 7toäwv. 

Bezügliche Zusammensetzung mit Tcxsgov-v jFeder', ,Flügel' (Od. 15, 527; 
IL 11, 454) als Schlusstheil. In der Bedeutung ,flügellos, ungeflügelt, un- 
gefiedert' enthält die Zusammensetzung das beraubende av- (a-) ,un'-, muth- 
maassen wir für einzelne Stellen aber nicht mit Unrecht die Bedeutung 
,geflügelt', so kann da nur mit dem oben (von Seite 1 an) näher be- 
sprochenen a- (aus da-) ,eins', ,mit' zusammengesetzt sein. Es würden dann 
die beiden a-mego-g in ihrer verschiedenen Bedeutung ebenso einander 
gegenüberstehen, wie zum Beispiel a-xi)ftov- ,ohne Wogen' (Aesch. Ag. 566; 
zu xipa ,Woge' IL 1, 481 und sonst oft) und a-xvpov- , Wogen enthaltend 
wogenreich' (bei Hesych). Hesych führt antegog auch in der Bedeutung 
7 gleiche Flügel habend, schnell' (aniega laonrega. zaxia. ijd&x; siehe 
Seite 1) auf. 
-asirö-q ,berührt' (?), nur in der Zusammensetzung aauTo-g ,unberührt, un- 

berührbar, unnahbar', die schon oben (Seite 5) besprochen wurde. 
äjzroeütiq- ,unerschrocken redend, frech redend'. 

Nur IL 8, 209: °Hgr] amoFeTtig, nolov zov pv&ov 'ißeifceg; Sie hatte 
den Gedanken ausgesprochen, dem Zeus Widerstand zu leisten. 

Bezügliche Zusammensetzung mit hcog- ,Worf, homerisch noch Finog 
(11.1,419: ßegiovaa Finog) als Schlusstheil, wie deren die homerische 
Sprache auch noch fünf andere bietet, nämlich ßijdv-ßertig- ,dessen Worte 
süss sind, süss redend' (IL 1, 248), agrt-Feitig- ,gewandt im Beden' 
(IL 22, 281), afiergo-߀7cäg- »ungebührlich redend' (IL 2, 212), a(iag%o-Fe7tig- 
,unangemessen redend' (IL 13, 824) und aqxxpiagxo-FeTtig- ,verfehlte Worte 



Griechische Etymologie. 79 

redend' (IL 3 7 215), deren jede nur an der nebengenannten Stelle vorkommt 
Der erste Theil der Zusammensetzung, das a/nro-, ist nicht so deutlich. 
Man hat es oft für eine Zusammensetzung aus dem beraubenden av- (a-) 
,un'- und dem weiblichen mola ^Furcht, Scheu* (Nikand. al. 212: nolkdxi 
d' ig y.Qadlrjy moir\v ßdle) gehalten. Das letztere begegnet allerdings nicht 
selbst bei Homer, wohl aber eng damit zusammenhängende Verbalformen, 
nämlich inrolrj&ev ,sie erschraken' (Od. 22,298) und di-emolr t ae ,er scheuchte 
auseinander' (Od. 18, 340). Neben diesen hätte sich sehr wohl ein home- 
risches *a-7tToio-g ,ohne Scheu, ohne Furcht' erwarten lassen, dass aus 
einem solchen aber jenes dmo- sollte verkürzt sein, ist wenig wahrscheinlich. 
äip ^zurück', ,wieder, wiederum'. 

IL 18, 14: axp inl vijßag X(.iev. IL 22, 277: atp d' *A%ikriFi diöu) ,sie gab 
sie zurück' oder jwieder'; IL 3, 32: a\p ßerdgwv dg fe&vog k%dtet o ,er 
wich zurück'; — IL 5, 505: axfj i/ci^iayou^vwv ,da sie wieder handgemein 
wurden'. 

Lat abs ,fort, weg, ab, von' scheint genau übereinzustimmen, das aller- 
dings nur unter ganz äusserlichen Bedingungen vom gleichbedeutenden ab 
geschieden zu werden pflegt Es steht namentlich vor c und vor f, wie in 
abs-cedere fortgehen', abs-tergere ,abwischen', abs te ,von dir' (Enn. Trag. 
155; 273). 

Schliesst sich unmittelbar an dno ,weg, ab', ,von' (Seite 66), das mehr- 
fach ganz ähnlich gebraucht ist, wie IL 1, 98: dnb nargl qithp 66/xevac 
fefoxüJTtiöa xovgrjv, und zuweilen auch noch mit aip verbunden wird, wie 
IL 12,390: aifj 6* a/ro reixeog aXro und IL 1,60: aip änovoorrioeiv. Das 
Adverbialsuffix g wird dasselbe sein wie in a/iat; ,einmal', unter dem (Seite 60) 
noch mehr Beispiele gegeben wurden. Am nächsten an klingt pdip 7 fruchtlos > 
umsonst* (II. 2, 120): dem aber liegt in einigen Zusammensetzungen, wie 
ftatpi-Xoyog bedeutungslos schreiend' (Hom. hymn. Herrn. 545 von Vögeln 
gebraucht), ein volleres fiaipi- zur Seite, während neben atp kein gleich- 
wertiges **difji sich findet Neben vno jUnter 4 (IL 2, 268 und sonst oft) 
und vnig ,über' (IL 2, 20) findet sich wieder ein vxpi ,in der Höhe' und 
,in die Höhe' (IL 20, 155; 13, 140), aber kein einsilbiges **b\p. 
ätpov ,6clenk, Glied'. 

Bei Homer nur Od. 4, 794 — 18, 189: Xv&ev di Fol axpea ndvxa ,alle 
Gelenke wurden ihr gelösf d. i. ,verloren ihre Kraft', in Bezug auf den 
Schlaf gesagt, der Od. 20, 57 und 23, 343 geradezu Xvot-fxBl^g ,die Glieder 
(pikog-, Od. 11, 600: Idgwg eggeßev l* fteUwv) lösend oder ihrer Kraft 
beraubend' heisst; Opp. Hai. 3, 538: xoi di daiCojuivoio xaraggiei axpsa 
deofiov ,als das Band zerschnitten war'. 

Der dem suffixalen og noch vorausgehende Zischlaut wird auch suffixal 
sein, und lassen sich in dieser Beziehung wohl noch vergleichen: vxpog- 
,Höhe' (Aesch. Agam. 13, 76), nioog (wohl aus rtix-oog) ,Fall' (Eur. Phoen. 
1299; dazu ßagv-7t€orjg ,schwer fallend' Aesch. Eum. 370), akoog ,Hain, 
Wald' (IL 2, 506), nlaog ,feuchte Niederung, Au' (IL 20, 9), filaog ,Hass, 



80 Griechische Etymologie. 

Feindschaft' (Aesch. Agam. 1141), pvoog ,Ekel verursachende ruchlose Hand- 
lung' (Aesch. Choeph. 651), o&g ,Weinessig* (Aesch. Agam. 322), dlxpog 
,Durstf (Thuk. 4, 35), die aber doch im Einzelnen noch genauerer Prüfung 
bedürftig sind. — Zu Grunde liegende Verbalform ist ohne Zweifel aq>: 
a/cxeiv ,anheften, anknüpfen' (Od. 21, 408: äipag a/LKpoxiQiü&ev LvoxQetplg 
ettegov oiog), so dass als erste Bedeutung , Verbindung' anzunehmen sein wird. 

äipoQQo-s ,sich zurück bewegend*. 

Oefter bei Homer, namentlich in adverbieller Verwendung der Neutral- 
form; SO IL 3, 313: tw fikv oq' aipOQgot ngoxl Fikiov anov&ovxo* IL 7, 
413: üxpOQQOV d i 'idalog %ßr} 7tQovi FlUov* IL 4, 152: aipoQQOv ßoi &ufidg 
hl oxrj&eootv ay^g&tj. Hes. Theog. 658: aipoQQov ö y l£avzig . . . i)lu&a- 
(jlbv. Aesch. Prom. 1021 : uipogQov l'j&ig ig <pdog. 

Als erster Theil des Wortes ist aip ,zurück' (siehe Seite 79) nicht zu ver- 
kennen, die weitere Bildung aber ist durchaus nicht klar. Man hat öfter 
an völlige Uebereinstimmung mit uxpoQQoog gedacht, aber ohne Zweifel 
mit Unrecht: denn das letztere begegnet nur als Beiwort des Okeanos 
(aifjoQQÖßov 'iixeavoio IL 18, 299; Od. 20, 65; Hes. Theog. 776) und scheint 
zu bedeuten ,zurückströmend, in sich selbst zurückströmend', wie auch alle 
übrigen an Qiei (IL 5, 340: gißei = altind. srdvati ,er fliessf) sich an- 
schliessenden homerischen Bildungen die Bedeutung des ,Strömens, Fliessens', 
gar nicht verkennen lassen, während von ihr bei aipoggog gar keine Rede 
sein kann. Auch könnte eine Verkürzung von a\poQQoFo-g zu axpoQQo-g 
nur als ganz unwahrscheinlich bezeichnet werden Allerdings finden 
sich auch neben xeifxa-QQoFog ,vom Winter (xeif*<* Od, 7, 118) d. i. Winter- 
güssen strömend' (IL 13, 138) bei Homer die Formen xew<*QQ<i> (IL 5, 88), 
xelliaQQoi (IL 4,452) und x €t l*<xQQ ov € (IL 11,493), aber wohl nur auf 
Grund unrichtiger Ueberlieferung, und man wird statt ihrer der Reihe nach 
schreiben müssen: x €t (* a Q°fy , %ei^aQoFoi. und x 6l ^ a Q^^°^S' Der alt- 
anlautende Zischlaut von -QoFo-g (aus -oqoFo-) wurde in ihnen ebenso 
spurlos eingebüsst, wie zum Beispiel in ati(pl-Qvxog (aus -OQvxo-g) ,um- 
strömt' (Od. 1, 50 und 198) im Gegensatz zu neQl-QQvxog (aus -OQvxo-g) 
,umströmf (Od. 19, 173). Das erste o in aipÖQQoFog ,zurückströmend' ist 
uns übrigens ebenso wenig ganz verständlich, wie das in aipoggog. Manche 
haben das -oQQo-g darin für im Grunde identisch mit dem Schlusstheil 
von naUv-oQoog ,sich rasch zurück bewegend* zurückfahrend' (IL 3, 33 ; 
Ap. Rhod. 1, 416; 2, 578) halten wollen. Dem gegenüber können wir nur 
bemerken, dass uns kein homerisches qq bekannt ist, das auf qs zurück- 
zuführen wäre. 

Jtipid- (aifjlg) Verknüpfung' (?), dann insbesondere: ,Garnmasche', ,Radfelge', 
,Gewölbe'. 

Bei Homer nur 11.5, 487: <l>g aipioi (Nauck schreibt axpioi) tivov Fa- 
Xovxe Ttavayqov ,in den Maschen des allesfangenden Netzes gefangen'; — 
Hes. Werke 426 : TQiOfii&anov ö* axpiv (äolische Form) xi(xveiv ,schneide 
•eine drei Spannen lange Radfelge'; Hdt 4, 72: axplöog ök ijfiiav kni ovo 



Griechische Etymologie. 81 

Bvka orrjoaYT€g ,die Hälfte einer Badfelge'; — Plat Phaedr. 247, B: uxgav 
vTtb %i]v vnovqaviov dxpida noqeloveai ,(die Götter) gehen oben unter dem 
Himmelsgewölbe hin'. 

Nach der geläufigen Anschauung bedeutete an erster Stelle , Verknüpfung* 
und schliefst sich neben dem oben (Seite 79) besprochenen aipog- ,Glied< 
an acp: änieiv ,anheften, anknüpfen (Od. 21, 408: Sipag aficporigw^ev 
ivoTQ€(phg evregov olog ,den Schafdarm anknüpfend^); die Bedeutung , Ge- 
wölbe', meint man, gehe von dem zunächst wohl aus Gezweige gebildeten 
,Spitzgewölbe' aus, bei dem die Verknüpfung an der Spitze das Charakteri- 
stische sei. Es würde bei dieser Annahme im Einzelnen aber noch meh- 
reres näher zu begründen sein. Auch bleibt zu erwägen, dass ametv gar 
nicht eigentlich ^verbinden, verknüpfen', sondern ,anknüpfen, anheften' heisst 
Was die Bildung des Wortes anbetrifft, so sind Wörter zu vergleichen wie 
7Üt}ßtd- ,Schlüssel, Bieget (Od. 4, 802 : xkrjfidag), xvrjfud- ,Beinschiene (IL 
3, 330 : xvrjfiidag. Zu xvijji?? ^Schienbein' II. 3, 330) , x e ^' ^Handschuh' 
(Od. 24,230: zeiQidag. Zu x^Q ? Hand< Od. 24, 230), x^iy/wd- Grundlage, 
Fundament* (Soph. Trach. 993: xQTjnlg), yjrjyid- ,Steinchen, Kiesel' (IL 21, 
260: iprjcpideg. Daneben liegt ipijq>o-g ,Steinchen 4 , Pind. OL 13, 46: xpacptov), 
xTjkid- ,Fleck* (Aesch. Eum. 788: xylidag), oq>Qayid- ,Siegel' (Soph. Trach. 
615: ocpQayidog), die das Gepräge der Ableitung zum Theil sehr deutlich 
tragen, wahrscheinlich aber auch sämmtlich abgeleitet sind. 

ätyiv&io-v ,Wermuth*. 

Xen. Anab. 1, 5, 1 : iv zovrqj di Tf t J tony i\v pkv f\ yij nedlov arcav 
opalkg ioön£Q öaXarsa, ai(Hv&lov dk ttlrJQeg. Hippokr. 2, S. 302 (Kühn) 
äipivxHov xoftiqg %oov. Theophr. 7, 9, 4: %bv avrov äk zQÖnov (d. i. ,es sind 
bitter oder übelriechend, aber heilsam') xal (pvlla xat xavlol, xa&dnsQ 
roö aipiv&lov. Dioskorides handelt von ihm 3,23: dxplv&tov, ßa&vmx- 
qov yvwQifiog tj noa . . n unterscheidet 3, 24 ein dxpiv&iov &aXdooiov und 
3,25 ein ä\plv&iov Savroviov. — Eine kürzere Form arpiv&o-g, die also 
das ableitende Suffix to noch nicht hat, begegnet Off enb. Joh. 8, 1 1 : xai 
%b ovofia tou daxiQog Xiyevai 6 aipiv&og. xal tyivevo xo tqIxov rwv 
vddriov eig aipiv&ov 7 xal nolXol rwv dv&QW7vwv ärt&d'avov bt twv loa- 
Torr, ort &7ZiXQdv&r]oav. 

Da das Wort etymologisch durchaus dunkel ist, drängt sich die Ver- 
mnthung auf, ob es nicht vielleicht mit dem Namen des thrakischen Volks- 
stammes der Idiplv&ioi (Hdt 6, 34: ol Joloyxoi mead-ivtsg 7coUfi(t) 
in Itiiftiv&lwv) zusammenhängen möge. Angeführt sein mag aber auch 
noch, dass Hesych die, wohl dialektische, Form aantöiov mit der Er- 
klärung dxpLvd-iov aufführt. Noch weitere Wortformen mit suffixalem 
-iv&- sollen unter aodfAtv&o-g ,Badewanne' zusammengestellt werden. 

djtQiE> ,fest haltend, ohne los zu lassen'. 

Soph. Bruchs! 327 : rov ye xegdalvtiv oficog ct7ZQ\% €%ovTai ,halten fest 
an'; Soph. Aias 310: x6^,r\v anqiS, ovv£i ovkkaßutv %bqL Sophron Brachst. 
89 (Kalb.): vptiuiv ydg angl!; exovtai. Plato Theaet. 155, E: ov av övvwv- 

Leo Meyer, Gxiech Etymologie. 6 



82 Griechische Etymologie. 

xai drcglZ, xolv %sqoIv Xaßio&ai /woran sie sich fest halten können'; Theokr. 
15, 68: a7ZQl% *ixev Evvoa aftwv ,halte dich an uns'; Paul. Silentiar. (in An- 
thol. Pal. 5, 248): to naXdfzrj rtdvxoXfie, av xbv nayxQvaeov evXrjg angl!; 
dga^a/divrj ßoaxgvxov avegvaat ,fest greifend'; Lnkian. Menipp. 5: iwQcov 
cc7vqI^ kxofiivovg auxtSv festhaltend an (den Schätzen'); Ael. nat an. 5: ärzglt; 
yctQ iprpvvxeg. 

Eine etymologisch noch unaufgehellte Adverbialform, die wohl das selbe 
suffixale g enthalten wird, wie crVra§ ,einmal' (Seite 59). In ihrem d darf 
man vielleicht das beraubende dv- ,un-' (,ohne los zulassen*?) vermuthen 
oder auch das von Seite l an besprochene a- ,ein', ,mitf. Hesych erklärt 
drtgl^* 7tQ007t€(pvx6rcog. loxvgwg. oqtodgwg. o ov% olov xe Ttgiocu äiä xrjv 
ovfiyvaiv, deutet damit also auf einen Zusammenhang mit 7tgieiv (aus 
*7tQia-jeiv) ,sägen' (Thuk. 4, 100: öfya 7cgioavxeg\ an den aber vernünftiger 
Weise nicht gedacht werden kann. Auch an einen etwaigen Zusammenhang 
mit dem von Hesych {ftgtafiolg. xaig ßialotg xaxoxalg) aufbewahrten 
fCQiafjio^ ,das Festhalten' ist schwer zu denken, da dabei der Guttural von 
drcQÜE, doch unerklärt bleiben würde. 
&JtQi%, kyprisch, eine Art Dorn oder Stachel. 

Etym. Magnum : drvgÜ;. Kvrzgtoi di, yivog xi dxdv&rjg. 

Siegismund (Curt Stud. 5, 214) vermuthet eine alte Umstellung des q in 
dem Worte und Zusammenhang mit agne^a ,Hecke, Dornhecke' (Nikand. 
Ther. 393 und 647). 
ästQiyda (?). 

Nur Aesch. Pers. 1057= 1064: arcQiyd* anQiyöa pdXa yoeivd, wo das 
erste Mal vorausgeht xal poi yevelov niQ&e XevxrjQti %Ql%a } an der zweiten 
Stelle aber xal ifjdXX' eS-eiQav xal xaxoixxioat, axgaxov. 

Ein Wort von ungewisser Bedeutung. Ob etwa zusammenhängend mit 
d7tgl^? Entsprechend gebildete Adverbia sind wohl filyda ,vermischt' (IL 

8, 437; Od. 24, 77), xQvßda ,verborgen, heimlich' (II. 18, 168), und mit etwas 
andrer Betonung: dva-qtavdd ,sichtbar, offenbar* (Od. 3, 221 ; 222; 11, 455), 
dfi-<padd ,offenbar* (Od. 19, 391), dno-oxadd fernstehend, entfernt* (Od. 6, 
143 und 146) und avxo-oxeöd ,ganz in der Nähe' (II. 16, 319). 

äjzXerö'S ,unermesslich, unendlich viel* (?). 

PincL Isthm. 3, 29: fiagrvgca <p&t,fiiviov £w(üv xe cfioxwv dnXixov 66- 
£ag. Soph. Trach. 982: hil fioc fiieXitp ßdgog cnXexov i/xpifxovev q>grjv 
,unendliche Schwere'; Hdt. 1, 14: xQ va ov dnXexov. Ebenso Hdt. 1, 50 und 

9, 109; Hdt 3, 106: XQ va °Q anXevog. Hdt 4, 53: aXeg xe irrt x([i oxojuaxi 
avxov (des Borysthenes) avxofiaxoi ni\ywvxai anXexou Hdt 6, 58: o£- 
(itoyrj dia%Qiovxai drckirco. Hdt 8, 99 : ßojj xe xal ol/itayf] i%Qiovxo dnXi- 
x(a. Xen. Anab. 4, 4, 11: lvxav&' hitiizlitx&i x i( ** v anXexog. Plat Soph. 246, 
C: iv fxiaq) di negl xavxa arcXerog aficpoxegtov /uoxy xig. Plat Legg. 
676, B: xb di ye wg anXexov xv xal d/iT)x avov av £ *V Plat Legg. 683, A: 
iv xQovov xivog fiijxeoiv dnXixoig. 

Zusammensetzung mit dem beraubenden dv- (a-) ,un'- und Bildung 



Griechische Etymologie. 83 

des Schlusstheils mit dem Participalsuffix -xo ist unverkennbar , so 
dass sich Formen wie aa%€xo-g ^unwiderstehlich' (IL 16, 549; von i%- 
aus oe%- ^aushalten', IL 11, 820: oxtjoovoi ,sie werden aushalten*) und 
clonexo-g ,unsäglich* (IL 11, 704; von in- aus oen- ,sagen, verkünden*, 
(Od. 3, 93: Ivi-OTtiftev ,verkünden, sagen*) am Nächsten vergleichen 
lassen. Die zu Grunde liegende Verbalform aber scheint sich nicht 
so leicht weiter verfolgen zu lassen. Vielleicht gehört unmittelbar dazu 
aniXe&Qo-g ,unermesslich* (IL 5, 245 und 7, 269 = Od. 9, .538 : Fiv 
äniXe&Qov. IL 11, 354: äniXed'QOv äviögafAe), dessen Schlusstheil niXe&QOv 
ein bestimmtes Längenmaass (IL 21, 407 und Od. 11, 577) bezeichnet, mög- 
licher Weise ursprünglich aber nur allgemein ,Maass* bezeichnete. Mit 
ihm wird im Grunde nXi&Qov dasselbe sein, das auch als bestimmtes 
Längenmaass (Hdt 2, 124 : Jxrw nXi&Qa) begegnet 
äjtXöo-q ,einfach*. 

Xen. Kyr. 4, 5, 41: vfieig ök diadoxe Xafiovxeg tnnei fikv %b dmXovv, 
neCq* di %b anXovv, Pind. Nem. 8, 36: x£Xev9otg anXoaig tcoag Icpanxol- 
piav ,einfache (d. i. ehrliche) Bahnen des Lebens möchte ich wandeln*; Eur. 
Bhes. 84: anXovg in ix&Qoig pv&og 6nXl£eiv %6(>a. — Dazu die beson- 
dere weibliche Form anXotö- (anXotg): IL 24,230 = Od. 24, 276: anXot- 
öag x^alvag ,einfache Obergewänder*, d. i. die nur einmal um den Leib ge- 
worfen wurden. — 

Zusammensetzung mit a- = a- ,eins* , von dem früher (Seite 2) schon 
die Rede war, als erstem Theil. Der Schlusstheil kommt in einer ganzen 
Reihe ähnlicher Zusammensetzungen vor, wie di-nX6og ,zweifach, doppelt* 
(IL 4, 133 = 20, 415 ( o9i . . . dtnXoog ijvxexo &ul(>r]!; ,lag doppelt <L i. 
mit dem Leibgurt zusammen*), xQi-nX6og ,dreifach* (Pind. Ol. 9, 2 : xakkl- 
vixog 6 xQinXoog xexXaöaig ^dreifach siegverherrlichender Gesang*; IL 1, 
128: TQinXfj in verengter Form adverbiell gebraucht), xexQa-nXoog ,vier- 
fach* (Plut Luculi. 2: dandvrjv dk xal avvxa^iv . . . xexganXrjv. IL 1, 128i 
xexQa-7zXi} unmittelbar neben dem eben genannten xqt-nXfi adverbiell ge- 
braucht), noXXa-nX6o-g ,vielfach* (Plut Staat 3, 397, E: ov% %axi dmXovg 
gcvtjq izclq fifjilv ovdi noXXanXovg, ineidij eiiaaxog ev nqdxxet) und an- 
deren, ist aber an sich durchaus noch nicht verständlich. Als alte Form 
darf man wohl -nXößo-g muthmaassen und darin scheint das Fo ebenso 
suffixales Element zu sein, wie zum Beispiel in oXoog, alt oXofog? ver- 
derblich* (IL 3, 133; 11, 71) und ayXaog, alt ayXafog (?) ,glänzend, herr- 
lich* (IL 1, 23; 2, 307); im Superlativen anXovoxaxo-v (aus -o-feo-xa) ,sehr 
einfach* (Xen. Mem. 4, 2, 16) würde man daneben von einem suffixalen Feg 
sprechen können. Das lateinische bietet die zunächst stehenden Formen 
in: sim-plo-s ,einfach* (Plut Poen. 1362: simplum solvere), du-plo-s zwei- 
fach, doppelt* (Plaut Capt 819: duplä agninam danunt\ dazu dupliö ,das 
doppellte* Zwölf Taf. 12, 4), tri-plo-s ,dreifach* (Cic. Timaeus 7 : deinde insti- 
tuit dupla et tripla intervalla explere), qvadru-plo-s ,vierfach* (Plaut truc. 

762: postid ego tibi injiciam manum qvadrupuli), und so fort, deren 

6* 



84 Griechische Etymologie. 

Schlusstheil (-plo-) wohl eine einfachere Bildung neben jenem griechischen 
-7tX6o-, -nioFo- (?) ist und nicht erst durch Verkürzung daraus entstanden. 
Aus dem deutschen Gebiet wird goth. tvei-fla- (Joh. ErkL II, B), nhd. Zwei- 
-fei, hierhergehören. Als Verbalgrundform ergiebt sich ein nXo- oder 
wohl ursprünglich nok- , das vielleicht, wie schon Benfey (gr. Wzllex. 2, 
97) vermuthet hat, mit noXv- ,viel' (IL 2, 810) am Nächsten zusammenhängt 

ästXTfiylö- (dnkrjylg) ,einfaches Oberkleid'. 

Soph. Brachst 709: tQv%ei xakvq>&elg Qeooakrjg ankrjyldog. — Dazu 
das Adjectiv artkrjyto-g ,einfach', das in einem Verse des Eupolis (bei Sui- 
das und ebenso in Bekker anecd. 425 angeführt) vorkommt: ov ydg nokv- 
nqayiiixiv iazlv, dkk 3 ankrjyiog ,nicht vorwitzig, sondern einfach'. 

Besondere Femininform zu einem sonst nicht erhaltenen adjectivischen 
*a-nkr]y- oder *d-nkr i yo-, zu der vielleicht zunächst %kaiva ,Obergewand' 
(IL 2, 183) in Gedanken ergänzt ist : in ganz entsprechender Weise liegt 
das weibliche ankoig (Seite 83) neben it7ckoog ,einfach ( . Dass sichs bei 
ankrjyig auch um eine alte Zusammensetzung mit a- ,eins' (siehe Seite 2) 

• als erstem Theile handelt, wird ganz deutlich aus einer Anführung von 
Pollux, der durkfjylg ,doppelt umgeschlagenes Gewand' unmittelbar daneben 
nennt; er sagt (7, 47) mit Bezug auf die homerischen f dddeKa d* ixn- 
kotdag' (IL 24, 230 — Od. 24, 276) und ,öi7tkijv ixTadlrjv' (11.10,134): 
zavvag ök ol 'AttixoI ankriytöag xal dtrtkrjyldag xat dtßokovg wvofxaCov. 
Als Schlusstheil der ursprünglich ohne Zweifel als bezüglich (etwa ,aus 
einer Lage bestehend'?) zu denkenden Zusammensetzung scheint 7tkrjyij 
,Schlag' (IL 11, 532) verwandt zu sein: das aber steht seiner Bedeutung 

. nach fern. Auf der andern Seite aber ist ein etwaiger Zusammenhang 
mit dem Schlusstheil von sim-plec- ,einfach', du-plec- ,zweifach, doppelt 1 
(Ter. Heaut prol. 6 : duplex qvae ex argwmmto facta est simplid) wegen 
der abweichenden Stufe seines Gutturals durchaus unwahrscheinlich. 

Ardö&aXo-q ,übermüthig, frevelhaft'. 

Od. 8, 166: &iv , ov xakov eFemeg' drao&dXip avÖQi FiFoixag. Od. 
16, 86: klrjv ydg dvdo&aXov vßgiv fyovTeg, von den Freiern gesagt; IL 
13, 634: Tgwoiv, vuiv (jtivog alFh arda&aXov. Od. 16, 93: ola qxxrh (jtvr r 
orrjgag d%do&aXa firjxavdaod'ai. Hdt 3, 49 : ngoxegot yag ol Kegxvgaloi 
rjg^av ig avvov nqf\y^ia uxdo&aXov rcoirjoavreg. — Dazu das Verb, a- 
Tao&dXXeiv (aus -ödXjeiv) ,übermüthig sein, freveln' (Od. 18,57 und 
19, 88 im Particip). 

Eine noch durchaus unaufgehellte Bildung. Ob in dem anlautenden d 
das beraubende av- ,un-' enthalten ist? Inneres o& ist ausser in aori- 
stischen Formen, wie TeXio&r] ,es wurde vollendet* (Od. 10, 470) oder i- 
ygdo&tjg ,du bemerktest, du erkanntest* (Od. 19, 485; aus -ygdd&rjg) und 
homerischen ersten Pluralpersonen des Mediums wie öwd/ueo&a ,wir 
können' (IL 2, 343) nicht häufig; bei Homer findet sichs unter anderen 
noch in folgenden Formen: ßißdo&wv ,schreitend' (IL 13, 809), Ho&eiv 
,essen' (IL 8, 231), Fio&og ,Gewand' (IL 24, 94), ngoo&e ,vorn' (IL 6, 181), 



Griechische Etymologie. 85 

trtoo&ev ,darinnen* (IL 10, 262), ßio&i ,wisse* (Od. 2, 356), uto&og ,Lohn* 
(IL 10, 304), oktale ,er glitt aus' (IL 23, 774), aßlo&wv aushauchend (IL 
16, 468), omo&e ,hinten, zurück' (IL 9, 332), ßolo&a ,du weisst* (IL 1, 85), 
Xoio&og ,der letzte' (IL 23, 536). Bildungen auf a-Xo- Hessen sich zum 
Vergleich auch manche anführen, so rtdooako-g ,Holzpflock, Nagel 4 (II. 
24, 268), oiaJLog ,Mastschwein' (IL 21, 363), (piipakog ,Sprühasche, fliegende 
Funken* (Ar. Ach. 279), Xfrkog ,Beiwort der wilden Ziege* (IL 4, 105), dir 
daoxakog ,Lehrer* (Hom. hymn. Herrn. 556) und andere. 

äräQ ,aber*. 

Etwa 130 mal bei Homer; auch später gewöhnlich, namentlich bei 
Dichtern. IL 1, 166: %b fiiv nXeiov . . . xelgeg ifiol äiirtovo'. drdg ijv 
novB daopibg Yxrjrai, aol %6 yigag noXv pei&v, IL 4, 29: ßigd*. ardg ov 
tot jcavreg inaivio^uv &eol aXXot. 

Aehnlich ausgehende Adverbialformen sind selten. Bezüglich der Be- 
tonung der Schlusssilbe stimmt abgesehen von ydg ,nämlich, denn* (IL 1, 
9; 12) wohl nur avzdg ,aber* (IL 1, 51; 118) überein. Sonst können noch 
genannt werden: aq>ag »sofort* (IL 1, 349; 594), el&ag ,so fort* (IL 5, 337) 
und UrctQ ,nahe* (Hes. Theog. 691 ; Aesch. Ag. 116; Eum. 997). Zusammen- 
hang des Suffixes mit dem comparativischen -rego (z. B. in ngo-rego-g 
,der frühere* IL 1, 548) ist wegen des verschiedenen VocaJes (a : e) unwahr- 
scheinlich. So bildet den Schlusstheil des Wortes vielleicht das auch sonst 
nicht selten zu ag (IL 1, 8: %Lg % ag aqpcoe; IL 1, 116: ovt* ag qtgevag. 
IL % 425: %d ftiv ag oxlCrjotv) verkürzte adverbielle uga ,nun* (IL 1, 308; 
330), das sehr wahrscheinlich auch im oben schon genannten ydg ,näm- 
lich, denn*, in dem sichs mit der Partikel yi (IL 1, 60: Savarov ye. IL 1, 
65 und 68: o /) verband, enthalten ist. Der erste Theil des Wortes ge- 
hört wohl unmittelbar zu lat. at ,aber* (Enn. ann. 83; 164; 165), goth. ath-, 
das nur in der festen Verbindung ath-than ,aber* erhalten ist, die in der 
Regel das griechische di (Matth. 5, 22 : aththan ik qvitha, iyd 6h Xiyw), 
für das aber noch häufiger einfaches ihan (Matth. 8, 10: gahemsjands (hart 
Iesus, dxovoag öi 6 'Irjoovg) gesetzt ist, wiedergiebt, altind. dtha ,dann* 
(BV. 1, 54, 9: dtha mdnas vasuddijdja Jcrshva ,dann wende deinen Sinn zu 
Beichthumgeben*), altbaktr. atha ,dann*. 
draQjiö'S ,Pfad, Weg*. 

Bei Homer nur zweimal. IL 17, 743: vig #' rjfiiovoi . . . tikxwo' f§ 
ogeog xazd 7cai7taX6ßeooav axagnov rj doxov. Od. 14, 1: avxdg o ix Xt- 
fiivog Ttgoaißq rgrjxetav aragreov. Anakr. 55 (53) 12: iv dxav&ivaig drag- 
noig ,auf dornigen Pfaden*. — Dazu daa gleichbedeutende dragycitog: 
IL 18, 565: ftla <$' oXßr] dtagmxog r t €v ig avtrjv (d. i. dkqtrjv). Od. 17, 234: 
Aaif Iv&ogev . . iaxltp' ovii fuv ixzog dtagnirou ioxvcpiXi^ev. 

Seltenere Nebenformen der weiterhin noch zu besprechenden dtganog 
und aTpaniTÖg, zu denen sie sich zu verhalten scheinen, wie die home- 
rischen xagdit] (IL 2, 452) zu xgadlq ,Herz* (IL 9, 635), xagregog (IL 1, 178) 



86 Griechische Etymologie. 

zu xQaregog ,kräftig, stark' (IL 2, 622), d-dgoog (IL 5, 2) zu ögdoog ,Mufh' 
(IL 14, 416) und andere Formen ähnlich. 
äraQrriQö-q ,unheilvoll' (?). 

Bei Homer zweimal IL 1, 223 : IlrjkeFldrig 6 * e^avrig dtaQTrjQoioi H- 
Tteooiv 'uiTQ&Fidrjv 7tQoo4Fei7ts ,mit trotzigen oder frechen (?) Worten'; 
Od. 2, 243: M4vtoq aragTf]Qi 7 (pghag ijkei, noiov tFeineg jfrecher' (?). 
Ausserdem sind anzuführen Hes. Th. 610: og 64 xe rirfij] dragTrjgoio ye- 
v4&kr]g ,böses Geschlecht'; Theokr. 22, 28: vitpoevrog dvagTrjgbv a%6\ia 
FLovtov ,den unheilvollen Eingang des Pontes'; Qu. Sm. 4, 223: oldi %tg 
avtojv keiner at, ovd* rjßaibv dTagrrjgdiv (uxV Iovtcjv ,sehr verderblich'. 

Dunklen Ursprungs. Der Bildung nach scheint das Wort in die grosse 
Zahl abgeleiteter Adjective aus rj-Qo zu gehören, wie crf^ucmjeo-s ,blutig' 
(Aesch. Agam. 815; 1067; zu al^ax- ,Bluf IL 1, 303), xafiarrjQog, ,müh- 
selig, beschwerlich' (Hom. hymn. Aphrod. 246; zu xd/xaro-g ,Mühe, An- 
strengung' Od. 7, 325), /nskerrjQog ,sich gern übend' (Xen. 1, 9, 5; zu fiekeri] 
,Fürsorge, Uebung' Thuk. 2, 85), aioxwzrjQog ,verschämt, bescheiden' (Plat 
6org.487,C; zunächst zu einem participiellen aloxvvTo- von aloxvveo&ai ,sich 
schämen' Od. 7, 305) und anderer. Oder sollte an Reduplication (zag-zr^- ?) 
zu denken sein und etwaigen Zusammenhang mit zgiecv ,zittern' (IL 14, 
522: dvögujv TQeoodvTiov), dass dann mit dem beraubenden dv- (a-) ,un-' 
als erste Bedeutung sich ergäbe ,ohne zu zittern, unerschrocken'? Das 
würde aber nur für die homerischen Stellen denkbar sein und nicht für 
die nachhomerischen, kann deshalb nur als unwahrscheinlich bezeichnet 
werden. 
draXö-q ,kindlich, jugendlich, munter'. 

IL 20, 222: Xtucoi . . . &rjkeiai, noikoiocv ayakkdftevai dzakfjaiv. Od. 
11, 39: uag&evixai t* dxakal vefonev&ea xfofibv fyovaat. IL 18, 567: 
rvag&evixal dk xal yßl&eßoi dvakd (pgoviovzeg. Hes. theog. 989 : nald* 
dzakd (pQoviovra. Pind. Nem. 7, 91 : 7tazgl 2u)y4vrjg dzakbv dfiyhcwv &v- 
/liov ,dem Vater kindlichen Sinn hegend'; Erinna Brachst 4, 1: 34!;' Ora- 
lav %eiQwv idde ygdfi^aza ,von zarter Hand'; Eur. El. 699: dzakdg vnb 
fjtaxQbg ,von zarter Mutter weg*. — Dazu: drdkaq)Qov- ,kindlichen Sinnes', 
nur IL 6, 400: rtaiö* kni xokutp %%ovo* dtakdq)QOva, vrjrtiov avzwg. — 
ferner dxdkkeiv ,wie ein Kind munter springen', IL 13,27: ärakke de 
xijze' V7t y avTov (Poseidaon) ndvro&ev ix xev&fiwv. Hes. Werke 131: ixa- 
%bv filv Tcalg %vea nagd firjzigc xedvy fogiyer' dzdkkwv (das gedehnte « 
auffallend), p4ya vrjtiog. Philostr. Gem. 2, 3 : %d de [ßgiqnj] äxdkkei vnb 
%alg fiirjTQdoi. Dann auch in der Bedeutung ,aufziehen, pflegen', so Hom. 
Epigr. 4, 2 : fi(k) . . . Zeig . . . vqniov aläolrjg knl yovvaot, firjzgbg drdk- 
kwv. Pindar Brachst 214: ykvxela ol xagdlav drdkkoiaa yrjgozgocpog ov- 
vaoQBl Iknig herzerquickende Hoffnung'; Soph. Aias 559: v4av ipvxt]v 
azakkiov. 

Gebildet wurde drako-g mit dem selben Suffix wie dnako-g ,hart, weich' 
(Seite 64), neben dem auch noch weitere ähnlich gebildete Formen auf- 



Griechische Etymologie. 87 

gezahlt wurden. So scheint also eine Verbalgrandform ax-, die sich noch 
nicht weiter verfolgen lässt, daraus entnommen werden zu können. — Im 
zusammengesetzten dxakd-cpQwv ist das d als Auslaut der Grundform vor 
dem q> auffällig; es macht den Eindruck, als ob die Verbindung axald 
q>Qoviciv ,kindlich munteren Sinnes sein' (IL 18, 567 und Hes. theog. 989: 
siehe so eben) mit ihrer pluralen Neutralform eingewirkt hätte. — In d- 
xdlleiv (aus *avaljeiv) f das ebenso gebildet wurde wie zum Beispiel a%a- 
a&dkkeiv ,übermüthig sein, freveln' aus dxdod-aXo-g ,übermüthig, frevelhaft 
(S. 84), ist die nach ganz verschiedenen Seiten entwickelte Bedeutung (,sich 
wie ein Kind benehmen' und ,wie ein Kind behandeln' (?)) sehr auffallend. 
3t€ ,welcherlei Dinge, was', ,gleichwie'. 

Bei Homer noch nicht in adverbieller Bedeutung. IL 11, 779: §üvid 
%* ev rcaQixhjXBv, ä xe £elvotg &ifiiig koxlv ,welche (vorzusetzen) Brauch 
ist*; II. 22, 127: ov fiiv mag vvv iaxiv . . . daQiKifievui, a xe naQ&ivog 
yfi&eßog xe, TtaQ&ivog rjßl&eßog x' ö agiler ov ,was Jungfrau und Jüng- 
ling schwatzen'; — Pind. OL 1, 2: 6 de XQvalg ai&o^svov tcvq axe öux- 
TZQirtei wxxt ,wie flammendes Feuer*; Hdt 5, 85: xxelveiv dklrjlovg axe 
noXeplovg. 

Neutrale Pluralform zum relativen ög xe ,welcher* ill. 7, 209: "sfQrjg, Sg 
r elatv jcxolefiovöe). Der neutrale Accusativ hat sich auch sonst und 
zwar ebensowohl in der Singularform wie in der pluralen häufig zum ad- 
verbialen Gebrauch entwickelt, so schon bei Homer in dvxta ,entgegen' 
(II. 22, 253: oxrjfievai dvxta oelo), rcolld ,viel, oft' (IL 6, 2: itolXd ä' &q' 
%v&a xal iV^' t&voe fiaxr] ,oft drang die Schlacht vor*), xd 7tQioxa ,zu- 
ersf (H. 1, 6: £§ ov drj xd 7tQwxa diaaxrjx^v) und sonst 
axiovx- (axiwv) ,bethört, tollkühn'. 

Hdt 7, 223: ol dfupl uiewvld€a a Eklrjv€g . . . anedeUvvvto frofirjg oaov 
el%ov fiiyioxov kg xovg ßaoßdoovg, 7taoaxQe6fievol (^geringschätzend, rück- 
sichtslos)' xe xal dxiovxeg. Bei Homer ist die entsprechende Form noch 
aFaxiuiv zu lesen, nämlich IL 2o, 332 : Alveia, xlg a wöe &ewv dßaxevvxa 
(Nauck giebt schon daxevvxa ; schlechte alte Lesart ist dxiovxa f als könne 
hier das anlautende d kurz sein) xekevei avxla Ilrjheßiwvog vneQd-ufxoco 
pd%eo&ai. — Kallimachos (Bruchst 537: Movaiwv xelvog dvrjg axiei) 
bietet vereinzelt die lebendige Verbalform. 

Gehört unmittelbar zu cn;, alt dFdxr\ ,Verblendung, Bethörung' (Seite 5) 
und liegt neben ihm ganz wie zum Beispiel dneuieiv ,drohen' neben ä7teihq 
,Drohung' (Seite 74). 
drevtg- ,angespannt, festhaltend, unverwandt'. 

Hes. Theog. 661 : x<ji xat vvv dzevel xe vöy (,mit festem Sinn') xoi 
InifpQovL (iovkfj Qvoofie&a. Pind. Nem. 7, 88: voip q>ihqaavx\a\ dxevil 
,mit unverrücktem Sinn liebend'; Aesch. Ag. 11: ov ... ogydg dxevelg naoar 
xHX&i ,nicht wird er den unbeugsamen Zorn lindern'; Ar. Wesp. 730: 
Hrjd' cupQwv yivji fxtjd 9 dxevijg ayav dveodfuov x' dvrjq ,sei nicht starr- 
sinnig und unerbittlich'; Soph. Ant826: xioobg wg dxevijg ,gleich wie fest- 



88 Griechische Etymologie. 

haftender Epheu'. — Die Neutralform adverbiell bei Epicharm (bei Athen. 
7, 277, F): ngwl piv y 9 drevkg die 9 dovg ,sogleich (eigentlich ,ohne Unter- 
brechung festhaltend, zusammenhängend'; ähnlich ist lat con-tinuö ,bo- 
gleich' eigentlich zusammenhängend'; Plaut Bacch. 374: me continuö con- 
tult prötinam in pedes), und ganz ähnlich das Adjectiv bei Eurip. 
(Brachst 65): ijxvj <T drevrjg dzc 9 ol'xwv. Pind. Pyth. 2, 77: ogyaig drevig 
dXiontxwv Xxeloi ,der Art der Füchse ganz (eigentlich ,ohne Unterbrechung, 
festhaltend') gleich 4 ; Polyb. 18, 53: ßlMcwv elg %bv Ilzokeitaiov dxevig 
,unver wandt auf Pt blickend*. — Dazu: dtevi&iv ,unverwandten Blickes 
betrachten' (Hippokr. 3, 645 bei Kühn : dxevlaag rolg o^jnaoiv ^angespannt 
blickend'; Praxiteles (bei Athen. 13, 591, A): (pLXxoa 81 ßdlkw oux h* 
oioxevtov dkk 9 dxsviCpfxevog ^angeblickt, betrachtet 4 ; Polyb. 6, 11: Sie liev 
yaQ elg zr)v indtwv dxeviaai(.iev i^ovalav ,wenn wir auf die Macht der 
Consuln blicken'. . . 

Bezügliche Zusammensetzung mit a- ,eins', dann ? mit*, als erstem Theile. 
— Der gleiche Schlusstheil ist enthalten in hv-%evig ,stracks, sogleich, 
rasch' (Ap. Rhod. 2, 935: ?) d 9 ig nekayog neap6qy\%o ivvevig ,das Schiff 
wurde sofort ins Meer geschafft'). In seiner ursprünglichen substantivi- 
schen Selbstständigkeit ist er als ungeschlechtiges *rh>og zu denken, in 
welcher Form er sich unmittelbar zu lat tenor (aus stenos-) ^unter- 
brochener Lauf, ununterbrochener Fortgang' (Verg. Aen. 10, 340: hasta fugit 
servatqye cruenta tenörem) stellt Zu Grunde liegt die Verbalform xev: 
xeivcj (aus *riv-jw) ,ich dehne, ich spanne' (IL 4, 124: piya to£>ov %xei- 
vev). So ergiebt sich für dxevig- als erste Bedeutung ,mit Gespanntheit 
(*xivog-Y oder ,womit Gespanntheit verbunden ist' und weiter ^angespannt, 
festhaltend, beharrlich'. Unmittelbar damit vergleichen lässt sich ovv-zo- 
vog ,angespannt, angestrengt' (Eur. Bakch. 1091: avvxovoig dgo/nr^aoi ,mit 
angestrengtem Lauf') und weiter auch noch lat in-tentus ,gespannt, ge- 
spannt beachtend, aufmerksam' (Caes. Gall. 7, 80: omnes militäs intenti 
pugnae pröventwm exspectäbanf). Die Verbalform dxevlCeiv ,angespannt 
sein, unverwandt betrachten' liegt daneben ganz wie zum Beispiel oa<prj- 
vltßiv ,deutlich machen, erklären' (Aesch. Prom. 227 und 621) neben 
oacprjvig- ^deutlich' (Aesch. Pers. 738) oder wie evfievi&o&ai ,sich geneigt 
machen' (Xen. Kyr. 3, 3, 22) neben evpevig- , wohlwollend, (Aesch. 
Schutzfl. 686). 
driiißsiv ,schädigen, verkürzen, berauben'. 

Od. 20, 294: ov yaq xakov drefjßifiev ovde ÖUaiov £eivovg Tqkefiaxov. 
Od. 2, 90: £§ ov dxifißei (Penelopeia ,schädigt, täuscht') d^v^ov ivl otrj- 
&eooiv 9 A%aiFtZv. IL 23, 445: afupix) yaQ dii^ßovrai veßoTrjxog. — Bei 
Apollonios von Rhodos zeigt dtipßeo&ai die Bedeutung ,schelten, tadeln', 
so 2,56: iVcr pij poi dzifißrjac LieroTtiod-ev. 3,99: fierirceird y' dxefi- 
ßolfirjv koi avTrj. 2, 1202: aze/aßo/uevog xolov otokov dfiq)t7c£veo&ai. 

Schon im Jahre 1854 hat Benfey (Skizze des Organismus, Seite 38) die 
sehr wahrscheinliche Vermuthung ausgesprochen, dass sichs anschliesst an 



Griechische Etymologie. 89 

altind. dabh ,schädigen* (RV. 7, 32, 12: jds Indras härivän nä dahhanü 
tarn ripas, ,wer Indras ist, den schädigen Feinde nicht'), aber das anlau- 
tende a- ist gewiss nicht das altindische äva ,ab*, wie Benfey meint, sondern 
eher der Rest einer uralten Reduplicationssilbe (siehe LM. Gramm 1, 1111), 
etwa wie das £ in iyeigei ,er weckt* (IL 13, 58; aus *ye-y€lgei neben alt- 
ind. gä-gär4i ,er wacht* ; RV. 10, 164, 3: gagratas ,wachende*). Das r steht 
für altind. d aus dem selben Grunde, wie zum Beispiel in xoiyog ,Mauer* 
(II. 9, 219) neben altind. daihi- ,Aufwurf, Damm, Wall* (siehe LM. Gramm. 
1, 521), das ß aber aus einem noch nicht in bestimmtere Fassung gebrachten 
Grunde für das zunächst zu erwartende r/> an der Stelle von altind. bh 
ganz wie zum Beispiel (siehe LM. Gramm. 1, 80) in kaß-ev ,er ergriff* (IL 
1, 387) neben altind. grdbh : a-grabham ,ich ergriff, ich nahm* (RV. 1, 191, 
13). — Die Bedeutung des ,Scheltens, Tadeins* in dti/aßea&ai ruht wohl 
unmittelbar auf der sinnlicheren des ,Schädigens*. 
axsQ getrennt von, ausser, ohne*. 

11.1, 498: Kgovidrjv äreg rjfievov aikiov. IL 4, 376: axeg mokifiou 
elorjl&e Mvxyvag £eivog. IL 15, 292 ov yctg azeg ye Zrjvog . . ngofdog %o%a- 
tat ,ohne Zeus' Willen*; Hes. Werke 9i : ^weayiov . . . voocpiv Steg re xaxwv 
Tcal axeg xekenolo novoio. — Dazu: äxeg&ev (-&e) abgesondert, abseits*; 
,ohne*; Find. Pyth. 5, 96 : areg&e di Ttgb dwpaTwv ersgoi Xa%6vTeg didav 
ßaaiiAeg legol kvxL Pind. OL 9, 78 : oyexigag axeg&e ra&ovo&at . . ctly^dg 
,fern von seinem Speere sich aufstellen'; Aesch. Schutzfl. 782: itxeg&e nxe- 
Qvywv ,ohne Flügel'; — cutaxeg^ev (-&e) abgesondert, abseits', ,fern 
von'; IL 2,587: dndxeg&e öi &wgijooovxo, 11.5,445: Alvelar <T dnd- 
xeg&ev opllov &rjxev 'An6i.l.(jjv. 

Goth. sundrö abgesondert, beiseit' (Luk. 9, 10: af'iddja swndrö ana 
authjana stath ,xax' Idiav'); — nhd. sonder ,ohne* und sondern. 

Altind. sanutdr ,weit hinweg* (RV. 1, 92, 1 1 : dpa svdsäram sanut&r jur 
jauti ,fort treibt sie die Schwester weitweg*). 

Sophus Bugge (bei Bezzenb. 3, 120) hat den angegebenen Zusammenhang 
zuerst ausgesprochen. Der anlautende Zischlaut ist in axeg aufgegeben, 
wie zum Beispiel in d- ,eins ( , ,mit* (Seite 1) und sonst; das d hat sich 
aus nasalirter Silbe entwickelt ganz wie in l-xorov (IL 2, 448) neben lat 
centum und goth. hunda- ,hundert* (Luk. 7, 41 : fimf hunda) und sonst 
Adverbielle Formen auf -eg sind noch nig ,sehr* (IL 1, 352: fiivvv&ddtov 
n€Q iovxa ,sehr kurze Zeit lebend*) und inig ,über* (IL 2, 20), solche auf 
-xeg aber scheinen nicht weiter zu begegnen. Das Suffix schliesst sich 
unmittelbar an das comparative -xego (z. B. in ngo-xsgo-g ,der frühere* IL 
1, 548). Dass, wie Bugge meint, auch dxdg ,aber* (Seite 85) hieher ge- 
hört, ist wegen seines zweiten a sehr wenig wahrscheinlich, wohl aber 
wird ein weiterer Zusammenhang bestehen mit avev ,ohne* (IL 13, 556), 
Ton dem später noch zu sprechen sein wird, und mit lat sine ,ohne*. In 
letzterem trat das i an die Stelle eines älteren A-Vocales, ganz wie zum 
Beispiel in in- (in-ermis unbewaffnet*) neben ov- ,un'- (LM. Gramm. 1, 254). 



90 Griechische Etymologie. 

— In azeg&ev wurde das fertige Adverb noch durch das Suffix -&iv (-to) 
erweitert, ganz wie zum Beispiel in avev&ev (-&e) ,fern' (IL 2, 27) neben 
dem eben genannte Svev ,ohne', und daraus entwickelte sich mit Hinzu- 
nahme von dno ,ab' weiter die Form dn-dzegd-ev (siehe Seite 60), ganz 
wie aus avev&ev(-&£) sich auch noch ein dft-dvev&ev(r&e) fern 1 (IL 1,35; 
siehe Seite 62) herausbildete. 
&xiqay.vo-q ,unerweicht, hart'. 

Od. 23, 167: negl aot ye yvvatxcov &r}lvzegdu)v xijg dzigapvov e&rjxav 
'OXvfittta doj/uaT* $x oy *£Q ,ein hartes, unerbittliches Herz'; Aesch. Prom. 
190: ttjv <T dtigafivov azogiaag dgyrjv ,den unerbittlichen Zorn nieder- 
legend'; Aesch. Prom. 1062: ßgovzrjg /uvxqi*' dziga/ivov. Theokr. 10,7: 
nizgag ditoyLoym* aTegd/uvw. — Daneben steht die Form dzigafiov-i 
Ar. Ach. 181: ozirczol yegovzeg rcgivivoi dzegdfioveg /uaga&covoftdxai. Ar. 
Wesp. 730: firjd* depgeov yiviß fiqd* dzevrjg Syav dzegdfiwv z* dvrjg. Plat 
legg. 853, D: olov xegaoßolog, og dzegdfiuv elg roiovzov cpvoei ylyvotz 9 
av uioze fxrj z'qxea&ai. 880, E: dzegdpovi xgwiihtav ztvl (pvaei xcri firjdh 
zeyX&lvztov. 

Scheint eine bezügliche Zusammensetzung zu sein, mit dem berauben- 
den av- (d-) ,un'- (siehe später) als erstem Theil. Als Schlussglied wäre 
darnach ein altes ungeschlechtiges *z£gatnaz- ,Weichheit, Zartheit zu folgern, 
so dass als erste Bedeutung der Zusammensetzung sich ergeben würde, 
,was keine Weichheit hat'. Bezüglich der Form sind zu vergleichen vu>- 
vvfivo-g ,namenlos, ruhmlos' (IL 12, 70 = 13, 227; aus vr\ + cJy-, neben 
ovo/u az- ,Name' (Od. 4, 710) und auf der andern Seite zum Beispiel ay- 
-aiftov- ,blutlos' (II. 5, 342) neben aljitar- ,Bluf (IL 1, 303), so wie auch das 
was oben (Seite 63) zu d7tdlapvo-g ,hülflos, rathlos' gesagt worden ist 
Das einfache, erst später (Theophr. c. pl. 4, 12, 1; 2; 3; hist pl. 8, 8, 6; 
Plat Symp. 7, 2, 8; an den angeführten Stellen jedesmal im bestimmten 
Gegensatz zu dzigafiov- ,das sich nicht leicht kochen lässt, nicht zarf ge- 
braucht) auftretende, Adjectiv zigafiov- ,das sich leicht kochen lässt, zarf 
ist möglicher Weise erst aus unserer Zusammensetzung entnommen, für 
die die unmittelbare Bildung aus dem beraubenden dt- ,un-' und einer ad- 
jektivischen Form durchaus unwahrscheinlich ist Die gemuthmaasste 
Bildung *zsga/daz- ,Weichheit, Zartheit' hat allerdings etwas Auffälliges, 
da das suffixale (tax sich sonst nicht mittels des kurzen a an consonan- 
tisch ausgehende Verbalgrundformen anschliesst, während zum Beispiel 
das Lateinische sein dem naz entsprechendes Suffix mm mehrfach mittels 
eines Vocales anknüpft, wie in reg-i-men ,Lenkung, Regierung* (Lucr. 3, 
95) oder in doc-u-men ,warnendes Beispiel, Warnung' (Lucr. 6, 392). Der 
weitere Zusammenhang aber ist deutlich. Sehr nahe steht zlgev- ,zart, 
weich' (IL 3, 1 42 ; 4, 237), das urspünglich ,zerrieben', dann ,zerreibbar' be- 
deutet haben wird. Zu Grunde liegt die Verbalform zeg: reigeiv (aus 
*zigjeiv) zerreiben', das aber nur in übertragener Bedeutung gebraucht wird, 
wie IL 4, 315: dkld ob yrjgag zeiget ,das Alter reibt dich auf, entkräftet 



Griechische Etymologie. 91 

dich'), während das entsprechende lat ter- die sinnliche Grundbedeutung 
noch oft aufweist , wie Hin. 16, 208: teritur ergo lignum lignö ,wird ge- 
rieben' und 34, 104: in mortärid terit verreibt 4 . 
/htffo-s ,der eine von zweien'. 

Ar. Acharn. 813 und 814 (im Munde des Megarers): %6 fikv axeQov . . . 

« •> CT 

XO O CXBQOV. 

Dialektische Nebenform zu dem gewöhnlichen hegog (IL 5, 258) und 
mit ihm wohl eine alte comparativische Bildung zum demonstrativen o 
jder* (IL 1, 9; 12 und sonst oft) — altind. sä ,der' (RV. 1, 1, 2;. 
anj ,Bethörung, Verführung', ,das Freveln, Frevelthatf. 

IL 19, 88: dXXa Zeig aal Motya xal rjßegocpoixig 'Egtvvg, dl xi poi elv 
dyoQJj qtQeolv e/ußaXov ayQiov axrjv. IL 3, 100 und 6, 356 und 24, 28: 
IdXe^dvÖQov %ve* y axrjg (Nauck aber liest statt dessen auf Grund einiger 
Zeugnisse: evex* ägxqg). — Dazu: av-axog ,ohne Schaden' : ,ungef&hrdet, 
ungestraff: Aesch. Agam. 1211: nüg drjx* avaxog r^od-a jio^iov xot^i; 
Soph. Oed. KoL 786: nolig di aoi xaxwv avaxog ,unverletzt von Unheil'; 
^unschädlich': Aesch. Schutzfl. 356: €ir] ö 3 avaxov nqayiia xovxo. Aesch. 
SchutzfL 359: avaxov qrvydv. — ferner dxdv ,schädigen, verurtheilen' 
(Gortyn Inschr. 6,23; 43; 9, 14: axaorj), das aber sonst nur in der 
passivischen Form dxäo&at ,Schaden leiden, unglücklich sein' vorzu- 
kommen scheint: Soph. Ant 314: tovg nXelovag dxwfiivovg idoig av ij 
0€0(pOfi£vovg. Soph. Ant 17: ovx* evxv%ovoa (xaXXov ovz dru)juivrj 7 — und 
dxitav ,bethört, tollkühn' (siehe S. 87 j. 

Bei Homer nur an den angeführten Stellen, an denen es den Verschluss 
bildet, metrisch erwiesen, von Aeschylos (Prom. 886; 1078; 1072; Sieben 
315; Agam. 1268 und sonst) an aber allein übliche Form für älteres ddxtj 
(siehe Seite 5), aus dem es in Folge der Zusammenziehung seiner d + a 
hervorging. 
dxtrdXXeiv ^aufziehen, pflegen, warten'. 

IL 24, 60: &eäg yovog, ijv iyw avxij &Qi\pa xe xcrl dxixqXa. Od. 15, 450: 
Ttaida yaQ dvÖQog irjßog kvl /ueycgoia* dxixdXXw. Od. 14, 41: aXXoioiv ök 
avag oidXovg dxixdXXü) edpevai. Od. 15, 174: wg ode yjqv rJQfta!;' axixaX- 
Xofiivtjv ivl foUf'}. 

Ist wohl, wie auch gewöhnlich angenommen wird, eine reduplicirte 
Nebenform zu dem schon früher (Seite 86) besprochenen dxdXXetv auf- 
ziehen, pflegen' (Hom. Epigr. 4, 2), wenn auch die Art der Reduplication, 
bei der das zweite Mal an die Stelle des a ein t trat (dx-ax- für dx-ax-), 
für das Griechische eine ganz ungewöhnliche ist In sonst vergleichbaren 
Formen pflegt der selbe Vocal zu bleiben, wie zum Beispiel in dxaxl&iv 
,betrtiben' (Od. 16, 432; siehe Seite 30), aQaQioxe ,er fügte, er befestigte 4 
(Od. 14, 23), iX4Xi&v ,er erschütterte' (IL 1, 530; und sonst Oder darf man 
etwa 6n7ceieiv ,sich wonach umsehen' (11.4,371) neben onunri ,Gesicht,Seh- 
kraff (Od. 9, 512) vergleichen, in dem sichs aber um ein gedehntes i handelt? 
Möglicherweise liesse sich bei dxdXXeiv und dxixdXXeiv auch an eine Verbal- 




92 Griechische Etymologie. 

grundform tat denken, in der aus irgendwelchem nicht erkennbarem Grande 
das anlautende d zugefügt worden sein könnte. 
dtvy: uxvteo&ai (aus *äxvy-jeo&ai) ,betäubt werden, vor Schreck ver- 
wirrt werden'. 

IL 8, 183: 'AQyetovg . . . axv^ofiivovg vitb kuxtzvov ,durch Rauch betäubt*; 
IL 22, 474 : d%ov axvCofiivrjv aTtoleod-cu ,sie hielten die bis zum Tode be- 
täubte'; IL 15, 90: aTvtoptivj} dl Fißoixag ,einer betäubten, durch Schreck 
ganz benommenen' ; IL 6, 41 : ol akkot axvCofievoi (poßiovxo 1 von Pferden 
gesagt; IL 18, 7: ^xaißol vqvolv %nt xkoviovxai axvtopevoi nedloio ,durch 
die Ebene erschrocken fliehend'; 11.6,468: naxQog (pilov oxptv axvx&elg. 
— Das active axvCetv ,betäuben, in Verwirrung bringen' begegnet erst 
später, so Theokr. 1, 56: aioU%ov xoi &ä/*a xigag xi xt -dvfibv axi&i 
,den Sinn in Verwirrung zu bringen'; Ap. Rh. 1, 465: iji oe dafiv^ xagßog 
ircinXofÄBvov, xo % avdhcidag avdgag axvtei. 

Denkbar wäre ein Nominalstamm axvy- 7 der sich etwa mit ogxvy- 
,Wachtel' (Hdt 2, 77: xovg xe oQxvyag] Homer bietet nur den daraus ab- 
geleiteten Eigennamen J Ogxvyiq Od. 5, 123; zu altind. vartaha-s , Wachtel') 
und ähnlichen Bildungen auf -vy würde vergleichen lassen. Wahrschein- 
licher aber ist wohl eine Verbalgrundform rvy-, in der das er aus irgend 
welchem Grunde (ob etwa als Rest einer Reduplicationssilbe? Wieder- 
holung des t-Vocales ist im Griechischen auch sonst mehrfach gemieden. 
Siehe LM. Gramm. 1, 466) vorgetreten sein könnte. Weiterer Zusammen- 
hang aber ist durchaus nicht deutlich. Bezzenberger (1, 169) bietet eine 
Combination, in die er unter Anderem auch altbulg. tqga ,Bedrängung, 
Bedrängniss, Angst' einschliesst, die aber begrifflich sonst nichts wahr- 
scheinliches enthält Eher Hesse sich noch der älteren Muthmaassung bei- 
treten, dass altind. tug : tugäti ,er stösst, setzt in heftige Bewegung 1 (RV. 1, 
61, 14: bhijd' . . . djä'vä ca bhü'mä . . tugaitai ,vor Furcht bewegen sich 
Himmel und Erde') zunächst stehe. 
ävta, freundliche Anrede Jüngerer an Aeltere, etwa ,Väterchen'. 

In der Ilias redet so nur Achilleus den Phoinix an (9, 607 und 17, 561: 
0olvi^ axxa yeQaii), in der Odyssee nur Telemachos den Eumaios (16, 
31; 57; 130; 17,6; 599; 21,369). 

Lat atta, ganz wie die griechische Form gebraucht Nur in der An- 
führung von Festus (nach Paullus) : attam pro reverenüä seni cuilibet dt- 
eimus, qvasi eum am nomine appellemus. 

Altir. ate, aite ,Pflegevater' (Wind.-Curt 207). 

Goth. atta ,Vater' (Matth. 6, 9: atta unsar), mit der Grundform attan-, 
daher acc. attan (Matth. 10, 37). — Da der Name des Hunnenkönigs AttUa 
ohne Zweifel gothisch ist und zwar als Deminitivform zu atta (ähnlich 
barnilo ,Kindlein' Matth. 9, 2, zum ungeschlechtigen barn ,Kind', Mk. 10, 
15), so können wir unser Wort in der Form Etzel (Nibel. 1083, 2; 1089, 1 
bei Lachm.), auch bis ins Mittelhochdeutsche verfolgen. 

Altbulg. ofici ,Vater'. 



Griechische Etymologie. 93 

Alban. a£, auch aU ,Vater* (6. Meyer bei Bezzenberger 8,187; 192; 
Wb. 20). 

Altind. nur erhalten im weiblichen attä ,Mutter, ,ältere Schwester', ältere 
Schwester der Mutter* (nur von Lexikographen angeführt, wie auch die 
anklingenden atti- und attihä ,ältere Schwester'). 

Eine bestimmte Etymologie ist wohl ebenso wenig zu ermitteln, wie bei 
dem früher (Seite 77) genannten amza Väterchen', da beide Wörter fast 
in das Gebiet der Ausrufswörter zu gehören scheinen. Es mag noch an- 
geführt sein, dass die homerische Sprache ausser in dzza und in relativen 
Wörtern wie Szzi ,welches', ,dass' (IL 1, 294; 2, 361) und oxxbo ,wessen' 
(Od 1, 124) innere zz nur noch hat in ikxxa , Väterchen' (IL 4, 412) und 
xizzt£ ,Baumgrille' (IL 3, 151). 
äxtdxr\q 9 eine essbare Heuschreckenart 

Mos. 3, 11, 22 bei den Siebzig: xat zavza cpdyeo&e an* avzüv zbv 
ßgovxov . . . xal zbv azzdxrjv xal za Spoia avztp. 
Dunklen Ursprungs. 

axxaraX, Schmerzensruf. 

Soph. Phil. 743 im Munde des Philoktet; Ar. Thesm. 223 schreit Mnesi- 

' lochos, als man ihn knebelt: azzazal iazzazai. Ar. Ach. 1190: azzazal 

dxxaxal im Munde des verwundeten Lamachos und bald darauf (Vers 1198) 

dieselben Rufe im Munde des Dikaiopolis, der in heiterer Trinklaune auftritt 

dxxayaq vielleicht ,Haselhuhn'. 

Ar. Vögel. 249: ogvig 7tZBQonotxLXog azzayag azzayag. 297: ixeivoal 
dlvfi^L* azzayag. 761: azzayag ovzog nctQ* f\fjLlv noixlXog xexkyoezai. 
Ar. Ach. 875: acc. pl. azzayag (im Munde des Böotiers); Ar. Wespen 257: 
xbv mjkbv waneQ azzayag xvQßaoeig ßaöl^wv. Athenäos handelt von ihm 
• 9, 39, will im Plural gesagt wissen dzzayai r nicht dzzayrjveg, im 14ten 
Buch (652, D) aber führt er eine Stelle aus Phoinikides an mit der Accu- 
sativform dxxayfjva. Auch Aristoteles bietet die Form dxzayrjv, so hist 
an. 9, 260, wo als Vögel, die nicht fliegen, sondern auf der Erde leben 
(ircLyeiot, xoviozixoi), aufgezählt werden: dkexzoQlg f,Huhn'), nigdt^ 
(,Steinhuhn'), azzayrjv (von Aubert und Wimmer nicht übersetzt), xogv- 
daXog (,Lerche'), qtaoiavog (Fasan) und hist an. 9, 102: doxaXiAnag 
(,Schnepfe') . . . zb XQu>tia Sjuoiov dizayffVi. — Oppian bildet wie von einer 
Grundform dzzayig- den Plural dzzayieg (Kyn. 2,426) und den Plural- 
genetiv dzzayiwv (Kyn. 2, 405). 

Bekk. anekd. 461, 21 wird die Form azzayag aufgeführt und wieder 
Seite 1186, an letzterer Stelle daneben die Deminutiva oazqaxdg ,kleine 
Schale, Scherbe', nivaxtödg ,Täf eichen' und kayavdg ,kleines Krauf und 
die Spottnamen {iTtiaxwfjt^iza) xazayvyäg, Flüchtling, der Zuflucht sucht (?/ 
und daxvag Weisser' (?), die in der Litteratur nicht weiter belegt zu sein 
scheinen. — Aelian hist an. 4, 42 hält das Wort für onomatopoetisch, er 
sagt: o oQvig 6 azzayag . . . ovzog zoi zb tötov ovo/ua f\ o&ivei (pwvij 



94 Griechische Etymologie. 

q>&4yyezai xal ctva^iXitu avzo. Wir wagen keine weitere Vermuthung 
über die Etymologie. 
ävravirri-q, eine Kuchenart 

Athen. 14, 645, C führt aus Hipponax den Vers an: ovd' dzzavizag xtj- 
Qtoiotv i\ißdrcziav und sagt nah vorher: IIdfiq>iXog dh zov dzzavizrjv 
xaXovfxevov Iniyrüzov yrjoi xaXeZod-ai. 14, 647, F nennt er als Kuchen- 
arten (7zXaxovvzwv yivr]): oOTQaxizrjg, dzzavlzai, SfivXov, zvqoxootuvov. 

Ohne Zweifel abgeleitet von azzavov ,Pfanne zum Braten oder Backen* 
(Hesych: dzzava' zrjyava), ganz wie zum Beispiel Z7\ßavizr\g ,in der Pfanne 
gebackenes Brot* (Hesych: zr\yavizy\g* agzog krti zrjydvov yeyovtig) von 
nqyayov ,Pfanne' (Pherekr. bei Athen. 6, 228, E.) oder wie 7tvQizrjg ,Waizen- 
brof (Suidas: 7tvQizrjg agzog) von rcvQog ,Waizen' (IL 10, 569). Ob azzavov 
möglicherweise mit lat ossäre (aus ad-täre? ; Apicius 2, 40: assäs jocur 
pordnum) ,braten' im Zusammenhang steht? 
ärxdQayo-q ,Brotkrümchen'. 

Athen. 14,646,0: IdnoXXoöcjQog dk 6 Idtxhjvaiog Kai &eoöwQog <T iv *Az- 
zutalg rXwooaig zov dgzov zd ditoipcbfieva xpw&ia xaXsio&ai, a ztvdg 
ovopd&iv dzzaQayovg. Pollux 7, 23: zov ys (ir)v dqzov al fiiv naza %b 
av<a (xiQog olovel (pXvxzaivai dzzdgayog , al öi ix zov xazai ipw&iai . . 
Für ,sehr Kleines, sehr Geringes' findet sich das Wort bei Kallim. epigr. 
47, 9: ovd* ooov dzzdqayov zv dedoixapeg. 

Dunkeln Ursprungs. Die ähnlich ausgehenden docpagayog ,Luftröhre, 
Kehle' (II. 22, 328), Igi-Ofiagayog ,laut donnernd' (Hes. theog. 815) und 
dondqayog oder daqxxgayog ,Spargel' (beide Formen belegt Athen. 2, 62) 
sind kaum zu vergleichen. 
&Treö&ai ,die Fäden auf dem Webstuhl aufziehen und das Gewebe an- 
fangen'. 

Hermipp. y A^rjv. yov. (aus Bekker an. 1, 461, wo erklärt wird; azzeo&ar 
o reisig did&o&ai) : and zr]g zganityjg zovzovl zov ozrjjuova äzzeo&* 
irtivoüiv. 

Siehe später unter di-d&a&ai. 
ävriXaßo-q ,Laubheuschrecke' (nach Aubert und Wimmer), dial. azziXeßog. 

Hdt 4, 172: zovg dh dzzeXißovg irvedv xhjqevowoi, avtjvavzeg nqog zov 
TjXtov xazaXiovoi xal erteizev i/cl ydXa k7ti7tdaaovzeg x 7zlvovou Lukillios 
69 (Anthol.): ei f*hv In dzzeXdßovg ayezai azqazog r] xvvoftvlag rj fivag. 
Arist h. an. 5, 93 und 132 erwähnt sie; Theophr. h. pl. 2, 3, 3: xazaßqv- 
-frevzwv zwv kqvwv vn azzeXißwv. 

Dunkeln Ursprungs. Den gleichen Ausgang haben aoxdXaßog, eine 
Eidechsenart (Nik. th. 484), äqaßog ,Geräusch, Klappern' (IL 10, 375), xova- 
ßog ,Geräusch, Getöse' (Od. 10, 122), xdvvaßo-g oder xdvaßo-g , Modellholz, 
Modell, Grundriss' (Poll. 7, 164; 10,189; Arist Thierk. 3, 49), xdwaßo-g 
,Hanf' (Poll. 10, 176), xozzaßog, ein Gesellschaftsspiel (Athen. 11, 479), die 
aber doch sonst kaum zu vergleichen sind. 
Ämjyo-s ,Ziegenbock' in einem bestimmten Alter. 



Griechische Etymologie. 95 

Aus dem Grammatiker Aristophanes angeführt von Eustath 1625, 37 
(zu Od, 9, 222): 7w vcaoi de riveg xai aiTr^yovg xaXoioiv fjXixlav ttva %Qv 

CLQQivtxJV. 

Dunkeln Ursprungs. Fick 1*, 567 identificirt es als ursprünglich phry- 
gisches Wort mit altind- chdga-s ,Bock' iRV. J, 162, 3) und stellt dazu auch 
unser Schaf, ags. scedp. 
drfiiv' (ärprp*) ,Diener, Knecht*. 

Etym. M.: a%iir\v arpivog, 6 dovXog und arpiveg, ol dovXoi. Alte Er- 
klärer zu Nik. al. 172 und 426: dx^iiveg ydg ol dovXoi. Die Nebenform 
QT/4€vog wird von Hesych (arfievov. anavaxov oht&vrp) angeführt und 
von Eustath. 1750,62 (zu Od. 14, 63): ovvw di, (paoi, xai äz/uevog ov 
ftovov 6 dovXog, dXXa xal o tetay^iivog IXev&egog. — Dazu az^evecv 
,dienen'; Nik. al 172: &dXctooav } ijv re xal dt^ieveiv dvifjoig noqev *Ev- 
voolyaiog. — drfuevlrj ,Dienst', ,Plage': Manetho 6, 59; dtfievlrjg dovXeiov 
V7c6 £vyov aiv 9 dvfaXrjoev. Paul. Silentiar. 66,8 (AnthoL): dXXd xal av- 
zovg d/Aiuag ptvtoaoßov §vopai ur/u€vlrjg. — Das offenbar auch zugehörige 
Adjectiv dzftiviog ist seiner Bedeutung nach nicht deutlich; es findet 
sich Nik. al. 426: drfievlqt piy* ovetao oV ifircXurrjoiv iXctlip und 178: 
dtfiiviov re %€Qat6fi€vov Xlrtog oXvr), also in Verbindung mit eXaiov ,Oel' 
und mit Xiitog ,Fett, Oel'. 

Das Suffix ist das selbe wie in: noi-ph- ,Hirt' (IL 4, 455), nv^-ph- 
,6rund, Boden, Fussgestell' (IL 11,635; 18,375), U-ph- ,Hafen, Bucht* 
(H. 1, 432), v-piv- ,Haut, Häutchen' (Arist. h. an. 3, 13); in av-Tfiiv- ,das 
Wehen, Hauch, Athem' (Od. 3, 289; IL 23, 765; siehe Seite 25) ist auch 
das % suffixales Element. In Betreff der verbalen Grundlage vermuthet 
Fick 2 3 , 207 ein Zurückkommen des x auf alten Guttural und somit Zu- 
sammenhang mit dem alten lat. anc-uldre ,dienen' (,mini$trdret Festus 
nach Pauli.) und mit anc-illa ,Magd, Dienerin* (Plaut mil. 794), was viel- 
leicht weiterer Erwägung werth ist. — dzneveiv ,sich als Diener betäti- 
gen, dienen 1 ist gebildet wie aus einer des auslautenden Nasals entbehren- 
den einfacheren Grundform * ar/id-, ganz wie zum Beispiel dovXevetv ,als 
Knecht dienen' (Aesch. Prom. 927) von dovXo-g ,Knecht' (Soph. Kön. Oed. 
764 ; dovXrj ,Magd* IL 3, 409) ausging. 
aijid-s ,Dampf, Dunst, Duft*. 

Zweimal bei Aeschylos, nämlich Agam. 1311 : opoiog dr/Liog c5o7C€q h, 
rdtpov nqifiu (vorher gehen die Verse: tpovov dofjot nvkovaiv atfiaro- 
arayrj. xal ittZg; jod' otei &v/udtwv Ifpeoilwv), und Eum. 139: ov d* 
aifiarrjQdv ftvevft' htovoloaaa (^nachsendend') . . . oT/tif/7 xfxtioyyalvovoa 
(,mit Gluthhauch verzehrend*), vrjdvog nvoL — Dazu die gleichbedeuten- 
den weiblichgeschlechtigen aTfitj und axfiid-i Hes. theog. 862: jcoXXt/) 
di neXtüQT} xaleio yaia d-cfiij öeorteolrj. — Hdt 4, 75.' IrcißdXXovoi %b 
oniopa [rrjg xavvaßiog] inl xovg diafpaviag Xi&ovg %([) nvql* %b Sk &v- 
liierten, kmßaXX6(ievov xal crfftlda 7taQex$rcti rooauTrjv, wore 'EXXrjvixTj 
ovöepila av ptiv nvQlrj anoxQaTrjoeu. 



96 Griechische Etymologie. 

Ags. aeim ,Hauchen, Athem*; Beovulf 2594: hre&er aeime veoll ,die 
Brust (des Drachen) wogte vom Schnauf en*; — ahd. dtum , Athem, Geist*; 
— nhd. Athem mit der ursprunglich dialektischen, aber zum Beispiel 
bei Luther und auch sonst häufigen Nebenform Odem. 

Altind. dtmdn- ,Hauch*, , Athem, Lebenshauch', so RV. 7, 87, 2 : dtmd' tax 
vd'tas rdgas d' navtnaut ,dein Hauch, (o Varunas), dein Wind durch- 
brauste den Luftraum'; BV. 1, 164, 4: bhü'mjds dsus dsrg dtmd' küa svid 
,wo ist wohl der Erde Leben, Blut, Lebenshauch*? 

Als suffixalen Worttheil wird man %\io ansehen dürfen, so dass sich 
Iqb-t(ji6- ,Ruder* (IL 1, 435), ae-zpo- ,Hauch* (Hesych: aerpov zo nvev- 
fia) und weiterhin auch lal-xfiax- ,Schlund, Tiefe* (IL 19, 267) vergleichen 
lassen. Das altindische -tman mit seinem auslautenden Nasal steht dem 
-t//o ganz ähnlich zur Seite, wie das -x(xev in ävxfiiv ,das Wehen, Hauch, 
Athem* (Od. 3, 289; IL 23, 765) dem nasallosen -*/iij in duTjurj ,das Wehen, 
Hauch, Athem, Duft* (Od. 11, 400; siehe Seite 25). — Die oft wiederholte 
Ansicht, dass axpog aus dez/nog (siehe Curtius S. 388), weiter aus aßex- 
f*6-g, entstanden sei und unmittelbar zu arj^i, alt afqfii ,ich wehe* 
(Seite 15) gehöre, ist ohne allen sicheren Boden, weil der angezogenen 
Verbalform im Deutschen und Altindischen nur Formen mit anlautendem 
v (nicht a-v-) gegenüberstehen. — Fick (2 S , 15) vermuthet als Verbalgrund- 
form: an ,athmen, hauchen* (altind. dn-iü ,er athmet*; RV. 10, 55, 5: adjd' 
mamdra sd hids sdm dna ,heute starb, der gestern (noch) athmete*; goth. 
anan ,athmen*, Mk. 15,37 und 39: uz~ön- M^vevaev, er athmete aus, er 
starb*; gr. av-e/xog ,Wind* IL 1, 481), wonach vor dem x ein Nasal müsste 
geschwunden sein ; es würde dann auch altn. önd ,Hauch, Athem*, ,Leben*, 
,Geist* nahverwandt sein. 
crtQaxTo-q ,Spindel*; ,Pfeil*. 

Hdt 4,162: k^ine^xpe Öujqov 6 Evik&oiv azQaxzov xqvobov aal tjlaxd- 
ttjv, rtQOoFjV di ot xal bXqlov. Hdt 5, 12 : azqi(povaa xbv axoaxxov, was 
kurz vorher ausgedrückt war xhu&ovoav klvov. Plato Polit 281, E: tag 
tilv (xi%vag) neql re dzQaxzovg xal xeQxldag. — Aesch. Brachst. 139,2: 
7ikriyivT y axQaxxtp To£tx<£j xbv alexbv elnklv Idovxa . . . Soph. PhiL 290: 
o (xot, ßai.oi vevQoartadfjg azoaxzog. Soph. Trach. 714: xbv yaq ßakovz* 
axqaxxov olda xal &ebv Xelqwva Ttrjprjvavxa. — Nach Pollux 1, 91 be- 
deutet es auch den ,obersten Theil der Segelstange*; seine Worte sind: 
%b dh vnkQ zrjv xeqatav (,Segelstange*) azqaxxog, ov xcri auzbv xbv im- 
aeiovxa (,die Flagge*) dnaqxtSoi. — Dazu axqaxxvkklg oder dxqax- 
xvllg ,Spindelkraut, Kratzdistel, Carthamus Idndturf, von dem Dioskori- 
des (3, 97) sagt: %b de nkelov yvfiivov, xqaxv, $ xal al yvvaixeg xqwvxai 
dxqdxxov, was den begrifflichen Zusammenhang klar macht; sonst wird 
die Pflanze noch genannt Xen. Jagd 9, 15: öoxtöag (,Stäbchen*j aiqaxxv- 
Uöog, Arist hist an. 9, 199, der sie neben Honig liefernden Pflanzen auf- 
führt, Theokr. 4, 52: (Lg de ßa&eiai x' aiqaxxvkkldeg IvxL 

Alban. tjef ,ich spinne* (G. Meyer bei Bezzenb. 8, 187; 191; Wb. 431). 



Griechische Etymologie. 97 

Altind. tarku-s m. f. ,Spindel'. Von Lexikographen werden daneben 
auch angeführt tarkatd-m ,das Spinnen' und tarhutä ,Spindel'. 

Substantivisch selbstständig gewordene Masculinform eines alten durch 
Suffix To gebildeten Particips, wie ähnliche noch vorliegen in ohroq 
,MiÜeid, Erbarmen* (Od. 2, 81), ngancrog ,der Hintere* (Ar. Wespen 604), 
ßkaOTog ,Trieb, junger Zweig* (Hdt 6, 37), fiaarog ,Brustf (Aesch. Choeph. 
897), voatog ,Heimkehr* (IL 2, 155), xvgrog ,Fischerreuse* (Plato Soph. 
220, C), ftoXjog ,Brei* (Alkman bei Athen. 14, 648, B) und sonst — Das 
anlautende d scheint jüngerer lautlicher Zusatz vor der Consonantenver- 
bindung, etwa wie in datig- ,Stern* (IL 4, 75) neben nhd. Stern und dem 
gleichbedeutenden altind. stdr- (siehe LM. Gramm. 1, 376). So würde sich 
ein tqcly. oder, da dem -ga- vor je folgenden Oonsonanten nicht selten 
-ciQ- zur Seite steht (wie zum Beispiel in xgdrog ,Kraftf IL 1, 509 und 
xdgrog IL 9, 254; siehe LM. Gramm. 1, 494) rag* als Verbalgrundform er- 
geben, dessen Zugehörigkeit zu lat torqvere ,drehen* (Ovid. Hefoid. 4, 46 : 
torqventem frenis öra fugdcis eqm) und nhd. drechseln längst vermuthet 
worden ist Es würde sich darnach also für azgaxro- als erste Bedeutung 
gedrehtes' ergeben. Auffällig bleibt bei diesem sonst gewiss sehr wahr- 
scheinlichen Zusammenhange aber doch, dass dem lateinischen torqvere 
im Griechischen sonst nur Formen mit innerem it an Stelle des alten 
Gutturals gegenüberstehen, wie namentlich tginuv ,drehen, wenden' (IL 
8, 399: %gkne ,drehe, wende, kehre'). — Ob die Form dvgaxjvkklg oder 
drgaxrvUg zunächst in das Gebiet der Deminutiva gehört? Vergleichen 
lassen sich etwa vezgamegvkUd- ,Vierflügler*, eine Heuschreckenart (Ar. 
Ach. 871) und ntjyvUd- ,eiskaltf (Od. 14, 476: vvl; . . . ntjyvklg), kaum 
auch yoyyvUd- ,eine runde Rübe' (Athen. 9, 369 giebt Citate aus Eubnlos, 
Alexis und Anderen), da es eher auf einer alten Beduplication be- 
ruhen wird. 
aTQajiö-q ,Pfad, Weg*. 

Pindar Brachst 107, 5 : Wxt/£ ^Aeklov . . . dxganov loavftiva IXavveiv 
xi veuhegov t) ndgog. Ar. Wolken 76: fiilav evgov dxganbv daifiovicog 
vrcegq>vä. Hdt 7, 175: %i\v Sk dtganov, oV rjv ijkaioav ol dkovreg € Ellr t - 
vtov h &€QfiarcvXjjai. Thuk. 4, 36: dg fwtgov fieyaty elxdaat, %$ iv 
Oegfiorcvlaig (Ixeivol %e ydg %fj dtgantfi negiek&ovTwv %üv negativ 
dce^&dgr^aav ovrol re). — Dazu das gleichbedeutende d xganixo -$, Od. 
13, 195: dxganixol xe dirjvexieg. — Hesych führt auch eine Verbalform 
dxgaizLCeiv, ßadltetv, odoirtogsiv auf. 

Nebenform von axaipto-g (Seite 85). Dass -ag- und -ga- öfter 
neben einander liegen, wurde soeben noch unter axgcntxog ,Spindel' be- 
merkt Vielleicht ist auch ebenso, wie es für axgmxog vermuthet wurde, 
das anlautende d ein jüngerer lautlicher Zusatz. Als Verbalgrundform 
hat man xgan ,treten' (Benfey 1,669) angenommen; das aber begegnet 
schon bei Homer (Od. 7, 125 : akkag de xganiovai) und bei Hesiod (Schild 
301: otye ph hgdneov) nur in abgeleiteter Verbalform und mit der be- 

Leo Meyer, Orleohitohe Etymologie. 7 



98 Griechische Etymologie. 

stimmt ausgeprägten Bedeutung ,Trauben treten, keltern'. Weiterhin aber 
gehört dazu noch lit trypiü ,ich stampfe' und preuss. trapt ,treten' (Fick 
l 4 , 447). 
aTQd<paE,v-q oder drQdipa^i-q ,Zuckermelde, Gartenmelde, Burkhardskraut'. 

Dioskorides (2, 145) handelt von ihr: dxQacpa^ig, ol di %gvaoX&xcnov . . ., 
erwähnt sie auch noch 3, 125: xagnov öh woneg dtgacpd^iog und 4, 136: 
drgaq>d^ei dk ra cpvXXa ipcpegrj fyci. Aristophanes bildete im Scherz 
tfjevd-argdyaZv-g ,Lügenmelde', es heisst in den Rittern (630): 17 ßovXrj 
d* anao' dxgoco/divrj iy4ve& 9 in ctixov ifjeväargaq)d^vog nXia. Hesych 
führt auf: ddgdq>a%iq ' Xd%avov aygiov. Aus Pherekrates wird die Form 
ddgdipa&Q angeführt (Bekk. an. 345). 

Die Etymologie ist ganz dunkel. Dioskorides a. a. 0. nennt als ent- 
sprechenden lateinischen Namen atriplicem ; Festus (nach Pauli.) giebt an : 
atriplexum herba, qvae nunc atriplex dicitur. Das klingt an lateinische 
Formen an, ist aber wohl nur aus dem griechischen Wort entstellt 
drqexiq- »untrüglich, zuverlässig, genau*. 

Bei Homer nur im adverbieü gebrauchten Neutrum dxgexig und noch 
häufiger in der Adverbialform drgexiwg. Die letztere begegnet nur in 
wenigen, zum Theil aber formelhaft oft wiederkehrenden Verbindungen, 
nämlich IL 2, 10: ndvra pdX' drgexiwg dyogevifiev wg invtiXXw. IL 10, 
384 — 405 — 24, 380 = 656 — Od. 1, 169 — 206 — 224 — 4, 486 — 8, 
572 — 11, 140 — 170 — 370 = 457= 15,383 — 16, 137 — 24,256 — 287: 
dXX* aye /äoi rode Feme xal drgexiwg xardXe^ov. IL 10, 413 — Od. 1, 179 
— 14, 192: zoiydg iyw toi tavra [idX* drgexiwg xaraXi^w. IL 10, 427: 
Toiydg iyw xal tccvtcc pdX ' drgexiwg xaraXi^w. Od. 24, 303 : roiydg iyw 
toi ndvra /udk 3 drgexiwg xaraXigw. Od. 1, 214 — 4, 383 — 399 — 15, 
266 — 352 — 16, 113: roiydg iyw toi, §eive, [idX* drgexiwg dyogevow. 
Od. 24,123: ool d' iyw ev pdXa ndvra xal drgexiwg xaraXi^w. Od. 17, 
154: drgexiwg ydg ool fiavrevoofiac ovo 9 invxevow. 11.15,53: dXX* el 
dy (T ireov ye xal drgexiwg dyogeveig. — IL 5, 208: ix <T d^origouv 
drgexig alpa eooeva ßahav ^zweifellos Hess ich Blut hervorströmen'; Od. 
16, 245: fivrjOTrjgwv <$' ovr' ag dexdg drgexkg ovre dv* olFat glicht genau 
(— ,nur*?) zehn'. — Ausserdem mögen noch angeführt sein Theogn. 167: 
%b <T drgexkg oXßtog ouäetg dvd'gwnwv ,ganz glücklich'; Pind. Nem. 5, 17: 
dXd&ei' drgexrjg ,un verhohlene Wahrheit'; Pind. Nem. 3,41: ov 7Cor* 
drgexi'C xarißa 7toÖL ,er schritt einher mit sicherem Fuss'; Pind. Ol. 3, 12: 
drgexrjg 'EXXavodlxag zuverlässiger Richter' ; Pind. Pyth. 8, 7 : xaig<ji ovv 
drgexei ,zur rechten Zeitf; Hdt 3,98: rwv xal negc drgexig ri Xiyerai 
,über die zuverlässiges berichtet wird' ; Hdt 5, 9 : ovdelg %%et q>gdoai ro 
drgexig. Eur. Hippol. 1115: 66 ±a dk tirjr' drgexrjg firjr' av nagdorjpog 
(falsch, unrühmlich*) ivelt]. 

Wie die grosse Mehrzahl der Adjectiva auf -eg aus Zusammensetzungen 
besteht, so ist auch nicht zu bezweifeln, dass drgexig- in die Reihe der 
letzteren gehört Als seinen ersten Theil darf man mit grosser Wahr- 



Griechische Etymologie. 99 

scheinlichkeit das beraubende dv- (a- ; siehe später) ,un-' vermuthen. Aber 
was ist * tq£xos-, das man als substantivische Neutralform mit Sicherheit 
aus dem Schlusstheil der Zusammensetzung entnehmen kann? Man hat 
es (so auch Fick 2, 102) mit lat tricae , Widerwärtigkeiten, Ränke* (Tur- 
pil. 45: jüdicia Utis, turbäs tricds, contiönes maxumds; Plaut Persa 4, 3, 
62: nihil mihi opus est litibus neqve triets] Afranius 113: ita intricdvit 
hüjus hanc rem temeritds ^verwickelte in Schwierigkeiten*) und weiterhin 
mit torqvere ,drehen' (Ovid. Her. 4, 46 : torqventem frenis öra fugdcis eqvt) 
und TQSiteiv ,drehen' wenden' (IL 8, 399: rcdliv xQine ,wende zurück') 
zusammengestellt In d-rgextg aber liegt viel weniger die Bedeutung des 
,Nichkgedrehten, Nicht-verdrehten', als die des ,Nicht-unsichern, Nicht- 
-schwankenden'. Ob es deshalb nicht eher, wie auch schon Benfey (1, 674) 
angenommen, mit altind. tarka-s ,Vermuthung, Speculation' (Mahäbh.), 
tarkajäti ,er vermuthet, er glaubt* (Mahäbh.), a-tarka ,von spitzfindigen 
Erwägungen sich fern haltend', in Zusammenhang stehen könnte? 
dxQi>yeTo-q. Ein ganz dunkles Wort 

Bei Homer achtsehn Mal und zwar bis auf 6ine Stelle (IL 17, 425), an 
der es vom Aether gesagt ist, stets vom Meere gebraucht, nämlich in den 
Verbindungen dtgvyiroio ^aXdaarjg (IL 14,204), SXog ärQvyiroio (IL 1, 316; 
1, 327; 24, 752; Od. 1, 72; 5, 52; 8, 49; 10, 179; aXog %voov dxgvyHoio 
Od. 6, 226), in* drQvyerov novxov (II. 15, 27) und novxov in dxQvyexoy 
(Od. 2, 370; 5, 84-158; 5, 140; 7, 79; Od. 13, 419; 17, 289). Daau sei noch 
genannt Soph. Brachst 432: V7thg axQvyixov yXavxag liz old/ua Xl^ivag. 
— Auf den Aether bezieht sichs IL 17, 425: x&hteov ovQavbv he öV ctiöi- 
Qog aiQvyhoiOj ausserdem noch Hom. hymn. Dem. 67: rrjg adtvrjy ort 
axovoa 6V al&iQog dxQvyixoio und Vers 457: !'?#' inißr] tcqüjxloxov ait 
al&iQog axQvyixoio, auch Bakchyl. Brachst 47: viofnaxcu d* iv axgv- 
yktif %dei. 

Der Bergname Trjvyeto-v (Od. 6, 103) und das adjectivische TfjXvyeto-g 
scheinen sich zu nächstem Vergleich zu bieten : beide aber (der angeführte 
Bergname enthält vielleicht das von Hesych angeführte ravg. n&yag, 7toXvg) 
sind auch etymologisch dunkel. Das letztere begegnet achtmal bei Homer, 
nämlich IL 5, 153: Oalvonog vle, apcpu), rrjXvyitiü. IL 9, 143: 'OQiorj], 
og pot, Ttjkvyerog TQiq>erai &aXlj) hl izoXXjj und entsprechend IL 9, 285: 
y Oqia%ji 9 og Fol xrjXvyexog TQiqterai. IL 9, 482: wg bXib naxrjQ ßbv naida 
(piXr\or} fiovvov xrjXvyexov noXXolaiv inl xxedxeooiv. Od. 16, 19: (og äk 
rtaxfjg fov naida cplXa ygoviwv ayanaOfi . . . fiovvov Tr]Xvyerov. Od. 4, 
11: vlii.. . og ßoi rrjXvyezog yivezo ... Ix öovXrjg. IL 13, 470: ovx 'ido- 
fieyrjßa <poßog Xdße rrjXvyerov ßvig und IL 3, 175: &dXa/uov yvwxovg re 
Xmovaa naida %e rrjXvyix^v, ist also von (,geliebten'? IL 13, 470 ? ver- 
zärtelten'?) Söhnen oder Töchtern gebraucht In seinem Schlusstheil -yexo 
hat man eine alte mit altind. gätd- ,erzeugt, geboren 4 (BV. zu gart- = gr. 
yev) übereinstimmende Participform vermuthet, an die man aber doch kaum 
bei einer Benennung des Meeres würde denken können. So enthält otqv- 

1*. .. 






100 Griechische Etymologie. 

yezo-g wohl eher eine Zusammensetzung mit dem beraubenden dv- (a-) 
,un-', dass etwa Bildungen wie a-&dvazog ,ohne Tod, unsterblich' (IL 2, 
741; zu &avazo-g ,Tod' IL 1,60) und a-xdfAazog ,ohne Ermüdung, un- 
ermüdlich' (IL 5, 4 ; zu xdfiazog ,Ermüdung' IL 4, 230) sich würden ver- 
gleichen lassen. Man hat die — doch kaum angemessene — Bedeutung 
,ohne Ernte' vermuthet, aber ,Ernte' heisst nicht **zQvy€zo-g y sondern zoi- 
yrjzo-g (speciell ,Weinernte, Weinlese', Plut Symp. 4, 2; Theophr. h. pl. 5, 
1, 2; zu zqvyav ,ernten', Od. 7, 124: zovyowoiv ,sie ernten ab'; Hdt 4, 199 : 
zovyäo&ai ,einernten') und das dazu gehörige dzgvyig ,nicht eingesammelt, 
nicht geerntet 4 (Antiphil. 30, 5 in der Anthol.) kann nach Form und Be- 
deutung auch nicht weiter in Betracht kommen. Ohne weitere Wege un- 
sicherer Vermuthungen zu betreten, wollen wir uns darauf beschränken, zum 
Vergleich noch einige Bildungen auf e-zo-g anzuführen: nayexo-g ^Eis- 
kalte' (Xen. Jagd 5, 1), ag>voyezog ,Schlamm' (IL 11, 495), jteQi-^r^exog 
,8ehr lang 1 (IL 14, 287), afiainaxezog, dunkler Bedeutung (IL 6, 179), na%e- 
zog ,dick' (Od. 8, 187), 6%ezog ,6raben, Wasserleitung' (Hdt 3, 9; oxez'ijyog 
,Graben ziehend' IL 21, 257) , nohj-Gv%€zog ,sehr erwünschf (Hom. hymn. 
Dem. 165), xanezog ,Grube' (IL 15, 356), xo/zezog ,mit Schlagen an die 
Brust verbundene Wehklage' (Plut. Fab. 17), ionezog ,kriechend' (Od. 4, 
418), viqpetog ySchneegestöber* (IL 10, 7), nokv-alvezog ,sehr gelobf (Eur. 
Herakl. 761), das dunkle axvvezo-g (Nik. al. 174: axuvezov . . . vdtog), e/ue- 
zog ,Erbrechen' (Hdt 2, 77), nvgezog ,Fieber' (IL 22, 31), av&aloezog ,selbst- 
gewählt, freiwillig' (Thuk. 1, 78), av-evgezog ,nicht aufzufinden' (Plat legg. 
9, 874, A), h-dgezog ,tüchtig, vortrefflich' (Herodian 2,8,2; zu dgezi] 
Tüchtigkeit IL 8, 535), alezog ,das Mahlen, Mühle' (Plut Anton. 45), kle- 
zog ,ergreifbar' (IL 9, 409), axelezog ^ausgetrocknet 4 (Nik. ther. 696), alfe- 
zog »Adler' (IL 12, 201), vczcg ,Begen' (IL 12, 133). 
*drQe6-§ ,ohne Zittern, unerschrocken' (?) 

ist nur aus zwei Dichterstellen entnommen, nämlich aus einem Bruch- 
stück des Euphorion (ed. Meineke, Seite 155): xal dzgia dfjpov Xvhqviwv 
und aus Markellos (Anthol. Pal. append. 50), Vers 18: knel ov Moigiwv 
azgeleg (so ist die handschriftliche U eberlief erung, an deren Stelle einige 
haben äzgrjeg setzen wollen) dvdyxai, og xe &cwv idieooiv ahzgooCvijv 
dva&elrj ,die Nöthigungen der Mören sind nicht ohne Zittern' (? d. i. man 
fürchtet sich vor ihnen?), 

die aber zur Ansetzung einer so ungewöhnlichen Adjectivf orm , auf die 
man wohl namentlich durch den alten bekannten Namen (Azgeig IL 2, 
106) geführt wurde, keineswegs hinreichendes Recht geben. Die griechi- 
schen Nomina auf ev (siehe LM.bei Bezzenb. 1,20 — 41) haben so gut wie 
ausschliesslich substantivischen Charakter und weiter ist von ihnen zu 
sagen, dass sie in das Gebiet der abgeleiteten Wörter gehören. Da müsste 
also äzgev- auf eine noch einfachere Nominalform zurückführen, die sich 
schwer genauer bestimmen Hesse. Jenes accusativische dzoia (bei Eupho- 
rion) entstand wohl aus *azgio-a und könnte möglicher Weise zu zo€g- 



•• • • • 
i • • • • 



Griechische Etymologie. 101 

,zittern' (IL 11,546: rgio-oe ,er zitterte 4 ) gehören, die Form drgeleg ist 
schwerer verständlich. 
äy-Hv »führen, leiten, bringend 

IL 11,842: V7zo atigvoto Xaßwv aye 7ioi\iha XaßcSv ig xXiolrjv. IL 10, 
79: Xaßbv aytiv ,Kriegsvolk führend'; 11.7,467: vtjßeg d* kx Ar\pivoio 
nagioiaoav olvov äyovoai, — Dazu: axgar-rjyog ,Heerführer* (Aesch. 
Ag. 581 ; — Soph. Oed. Kol. 1325: ayio xbv ... orgcrtov)] oxer-rjyog 
,einen Graben ziehend' (IL 21, 257; — zu vergleichen Plut Agesil. 39: 
rdcpgov egio&ev r/yov). — uytveiv oder ayivieiv führen, bringen 4 ; IL 
18, 492: vv/ucpag d* ix &aXd/*wv öaßldiov inb Xafinoiisvawv rjylveov ava 
FaOTv. IL 24, 784: kvvfj^ag fihv toi ye aylveov aarteiov vXtjv. Od. 20, 
213: tag (ßovg) d* aXXoi \ib xiXovrai ayivipevai oqtloiv avxolg edjuevai. 

Lat. agere ,treiben, führen, leiten'. 

Altir. ato-m-aig ,adigit me' (Wind.-Curt. 170). 

Altnord, aha fahren', transit ,führen'; Völuspä 49: Hrymr ehr awtan 
.fährt von Osten'; Rigsmäl 37: heim oJcu ,sie brachten nach Haus'. 

Slav. und lit. erloschen. 

Armen, atsel ,führen, tragen'; atsem — ■ ayio (Hübschm. arm. Stud. 16). 

Altind. ag ,treiben'; RV. 5, 2, 5: a agäti pagväs üpa nas ,er treibe das 
Vieh zu uns her'; RV. 6, 66, 7: ja mos . . . jäm ägati drathis ,der Wagen 
den ein Nicht- Wagenlenker führt*. 

Altbaktr. az ,führen, treiben', ,gehen' ; — altwestpers. patiy-agatd ,er voll- 
führte' (Inschr. des Darius). 

Das abgeleitete aytveiv hat nächstvergleichbare Bildungen zur Seite in : 
oQiveiv ,erregen' (IL 11,298: novxov ogtvei, zu 6q- caus. ,erregen': Od. 
24, 110: ogaag agyaXiovg avtyiovg xal -Atfiara fuaxgd). — lodiveiv ,kreissen' 
(11.11,269: (odtvovoav, zu wdtv- ,Oeburtsschmerz' : IL 11,271: Tttxgag 
(oöivag exovoai.) — igtvecv fragen' (Hesych: egive' igtiza) zu kg-io&ai 
,fragen' Od. 1, 405). — Nicht unmittelbar zu vergleichen ist dXiveiv 
,8alben' (Hesych : dXivEiv dXelrpeiv), das später noch besprochen werden wird, 
aber vielleicht gehört hierher noch: dXiveiv ,dünn machen, fein machen' 
(Soph. Brachst 904 : dXlvovotv mit der Erklärung Xertrvvovoi aus Bekk. 
anecd. Seite 383). 
6y- (aus *jay): aCead-ac (ms *jdy-jeo&ai) ,Scheu haben vor — , hoch ver- 
ehren'. 

Nur in präsentischen Formen begegnend, so IL 1, 21 : a&fievoi JtFbg 
via . . .'AnoXXtova. Od. 17, 401: \ii\T ovv nrjxig* i^rjv atev %c ye (trJT€ 
Tiv' aXXov dfitowv. IL 6, 267 : %sgal & aviitToioiv JtFX Xeißifiev ai&07ca 
Folvov a%o(jiai. Active Form vereinzelt bei Sophokles Oed. Kol. 134: ag 
(die Eumeniden) xgt/no/uev Xiyeiv . . . xd dl vvv xiv* tjxeiv Xoyog oväiv 
a%ovxa ,vor denen nun aber jemand keine Scheu haben soll'. — Dazu 
ayog- ,Sühnemittel, Opfer'; Soph. Brachst 627 : ayog (aus Hesych: ayog* 
ayvioiia, Övola. 2o(poxXfjg OaiSga)] — ayiog ,heilig, ehrwürdig' und 
ayvog ,heilig, rein 4 , die noch besonders werden aufgeführt werden. 



102 Griechische Etymologie. 

Europäisch sonst nicht nachgewiesen« 

Altini jag ,durch Gebet und Opfergabe verehren, opfern'; BV. 1, 151 , 
7 : jds väm jagnd'is gagamänds ha dd'gati kavis häutä jdyati 7 wer euch 
beiden (d. i. Mitras und Varunas) mit Opfern sich mühend verehrt, als 
weiser Priester opfert 4 ; — dazu: jagatd- ,verehrungswürdig' (EV. 1, 35, 3 
und 4); jagnd-s ,Opfer* (EV. 1, 18, 7; 1, 107, 1). 

Altbaktr. jaz ,opfern, preisen', stets medial, so yazaite ,er opfert. — 
Das armenische jazel ,opfern' ist wahrscheinlich dem Persischen entlehnt 
€?y-, alt /«y- : ay-vvo&ai (Fdy-wo&ai) ,sich umbiegen, umknicken, 
brechen'; ay-vvoi (Fay-vvoi) causal ,er knickt um, er bricht. 

H. 12, 148: doxfiut x* aFlaaovxe negi ocpLoi fdyvvxov vkrjv, Ttgviivrp 
ixxapvovxe ,(zwei Eber) brechen den Wald um, ihn an der Wurzel ab- 
reissend'; IL 3, 367: vvv di (xoi iv %elgeooi ßdyr) £iq>og. IL 4, 214: xoi <T 
(des Pfeiles) i&kxofiivoio naXiv fayev o^ißeg oyxoi. II. 16, 78: (Foxp) 
"Exxoyog . . Tgioal xelevovxog izegiFdyvvxai ,die Stimme hallt ringsum 
wieder 4 ; II. 21, 177: ij&ele %hjp(p Fa£ai iitiyvdf4tpag öogv. IL 7, 270: slow 
d' aonld* eßage ßakwv fivlofeiddl nixgq* ,bog den Schild nach innen'; 
Od. 5, 385: wgoe ö' inl xgatnvov ßogirjv, ngb de xifiax* %Fa£ev ,er brach 
(=,bog ab') vor (ihm) die Wogen'; Hdt 1, 185: wg o xe noxa^ibg ßga- 
öuxegog ety negi xaftrtdg nokkag ayvvpevog ,in vielen Beigungen sich 
windend'; Hes. Werke 534 : wvx* int vwxa Fißaye , deren Bücken gebogen 
isf; Hdt 7, 224: dovgaxa . . ixvy%ave xaxerjyoxa ,waren zerbrochen'. — 
Dazu: d-ßäyig ^unzerbrechlich' (Od. 11, 575 neben Fgbnakov ,Keule'j 
und vav-ayog ,einen Bruch (*ayo- ?) des Schiffes erleidend, schiff- 
brüchig' (Eur. HeL 539; — Hdt 4, 103: vav-yyog). — xvfiax-iayri ,Wogen- 
bruch, Gestade'; Hdt 4, 196: xa <pogxla, &ivxsg avxd ine^rjg naga xrjv 
AufiaTCüyrjv. Hdt 9, 100: xijgvxrjiov ifpdvrj inl rrjg xvfiaxtoyijg xbL^bvov. 
(Zu vergleichen Od. 3, 289: vijßag ye noxl omkadeooiv %Fa£av xvfiaxa 
und Od. 5, 385: 'Axhjvalri . . . ngb di xvpax* eßa&v). — (Ein scheinbar 
noch hierher gehöriges **ev-a!;og ,leicht zerbrechlich', Geopon. 10, 57, be- 
ruht nur auf einer missrathenen Vermuthung). 

Lat vago-s ,vom graden Wege abbiegend, umherschweifend', ,unstät, 
schwankend' (Hör. carm. 1, 34, 9: vaga fltimina] 3, 29, 24: vagts . . ventis] 
Cic. n. d. 2, 1 : tum errantem et vagam . . . sed . . . stabilem certamqve sen- 
tentiam); — vagdri und alt auch vagäre ,umherschweifen' (Enn. trag. 214: 
arbores ventö vagant; Caes. b. GaL 4, 6: Germäni latius vagäbantur). 

Altir. fän (Grundform: *vagno-) ,schräg, abschüssig, Abhang' (Fick 
2*, 260). 

Ahd. wank ,Bewegung zur Seite oder rückwärts', wanchal schwankend, 
unbeständig 4 , wanchön , wanken, schwanken'; ivinchil , Winkel, Ecke', win- 
chan ,sich seitwärts bewegen, wanken, winken'. 

Lit vingis ,Eriimmung, Winkel, Umweg 4 ; veng-ti ,meiden' (Fick 2, 230). 

Alban. vanh, vangu ,Felge, Badkranz'; vehgtrt ,schielend' (G. Meyer 
bei Bezz. 8, 192; Wb. 463). 



Griechische Etymologie. 103 

Das anlautende F von Fay- ergiebt sich aus seiner Behandlung bei 
Homer völlig deutlich; weiter zum Beispiel auch aus Hesiods xavdgatg 
,du zerbrichst (Werke 666: ovxe xe rijFa xavdgatg und 693: ei xe . . . 
a^ova xava^aigj aus xa-Fd£aig, xccT-Fdgcug) und ferner auch noch aus 
mehreren als lakonisch angeführten Wortformen mit ß an der Stelle des 
alten anlautenden /, nämlich ßdyog ,Stück Brof (Hesych: ßdyog: xkdafia 
Sqtov . . . Adxwveg), ßä^ov ,zerbrich' (Hesych : ßdj;ov • xarä^ov. uidxwveg) 
und povxrjQoßayog ,Nussknacker' (Hesych: fiovxrjQoßayog' xctQvoxaidxtrig, 
als lakonisch aus Pamphilos angeführt von Athen. 2, 53, B, wo aber die 
Ueberlieferung irrig fiovxtjQoßarov giebt). — Bezüglich des Vocales von 
'/.vpaT - coytj vergleicht sich xionr] y Griff (IL 1, 219; Od. 9, 489) neben 
xdmeiv ,mit dem Schnabel oder Munde nehmen, schnappen' (Ar. Vögel 
245; Ekkl. 687) und lat capere ,fassen' (Enn. ann. 296). 

dya- ,in hohem Grade, in vorzüglicher Weise' oder ähnlich. 

Nur in einer Anzahl von Zusammensetzungen, von denen bei Homer 
vorkommen : dya-xleFeg- ,dessen Buhm (xkiFog IL 2, 325 und sonst oft) 
ein vorzüglicher ist, ruhmvoll' (IL 16, 738; 17, 716), aya-xkvrog ,sehr be- 
rühmt' (IL 6, 436 ; xlvxog ,berühmtf IL 2, 742), dya-xXeFirog ,sehr gepriesen' 
(IL 2, 564; xleFtxog ,gepriesen' IL 1, 447), dyd-vviq>og ,schneereich' (IL 1, 
420; Acc. vl(pa ,Schnee' Hes. Werke 535; vicpoFevr- ,schneereich' IL 13, 
754), ayd-QQoFog ,stark strömend' (IL 2, 845 ; Qoßog ,Strömung, Strom 4 IL 
11, 726), dyd'Otovog ,sehr tosend' (Od. 12, 97; arovog ,lautes Stöhnen' IL 
4, 445; — IL 23, 230 ist eorerev ,er toste' vom reo wog gesagt) und dazu 
noch mehrere Eigennamen: y Aya-xXiFt]g (IL 16, 571), Idya-nifivwv (IL 1, 
24 und sonst sehr oft), 'Aya-urfirj (IL 11, 740), 'Aya-o&ivrjg (IL 2, 624) 
und 'Ayd~o*QO(pog (IL 11, 338). Nachhomerisch sind dya-xvLfxevog ,schön 
gebaut (Pind. Pyth. 5, 82), dyd-qt&eyxiog ,stark tönend' (Pind. OL 6, 91), 
aya-xXvpevog ,sehr berühmt (Antiraach. Brachst 25), dya-o&evrjg ,sehr 
stark' (Opp. Kyn. 2, 3). 

Da die Grundbedeutung des Wortes und weiterer etymologischer Zu- 
sammenhang noch nicht hinreichend festgestellt ist, so führen wir etwa 
noch weiter zugehörige Formen, wie das adverbielle ayav ,sehr' (Theogn. 
335), besonders auf. Ficks Vermuthung (bei Bezz. 5 f 168), die auch schon 
von Ahrens (im Philologus 27, Seite 254) ausgesprochen war, dass dya- 
zu fiiya ,gro8s' (IL 1, 194 und sonst bei Homer sehr gewöhnlich) gehöre, 
ist in Bezug auf die Form übermässig kühn und auch in Bezug auf die 
Bedeutung gar nicht zutreffend. 

dyäaöß-ai (Od. 16, 202) ^anstaunen', ,missgönnen ( . 

Od. 16, 202: ov ae FiFoixe (fiXov natio* %vöov iovra oute %t $av(xd- 
£eiv ricQuioiov ovt* dydao&at, anstauen'; Od. 5, 119: &eol . . . dl ie 
&eaio y dydaa&enaq dvdodoiv evvd&o&ai ,missgönnf ; Od. 5, 122: zoepoa 
Fol rjydao&e 9eol Foeia t/üioreeg. Od. 5, 129: wg d* av vvv poi ayao&e 
&eol ßgorov avdoa naQtivai. — Dazu: ayrj ,Verwunderung, Staunen'; IL 
21, 220: ov 6k xvüvug aFidrjkwg .. . ayrj p exet. Od. 3, 227: /Jrjv ydo 



104 Griechische Etymologie. 

fjiiya ßelneg' ayr\ \i b%bi 9 un d ebenso Od. 16, 243; — dyrjzo-g ,bewun- 
dernswerth'; IL 5, 787: ßeldog ayrjzoL IL 22, 370: Feidog dyrjTov a ExTOQog. 

— äyäteo&cu , verehren'; Pind. Nem. 11,6: JtoXld (ihv Xoißaioiv dya- 
£6(i€voi nqunav &€wv, ixolXd di xvloq, — activ ayd^siv nur Aesch. 
Schutzfl. 1062: za &bwv firjdh dyd&iv ,nicht unwillig aufnehmen* und 
Soph. Brachst 883 (aus Bekker an.) : dydteig ' drei zov d-QaovvBig ,du er- 
muthigstf. — Weiter Zugehöriges unter dyag-:ayapai ,ich bewundere*. 

— Die Wörter schliessen sieh ohne Zweifel eng an dya- ,in hohem Grade, 
in vorzüglicher Weise' (Seite 103). 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht gewonnen. Ficks 
(2, 12) ältere an Oorssen sich anlehnende Oombination, dass aya/uac ,ich 
bewundere' sich anschliesse an altind. ang bestreichen, salben, glänzend 
machen' (RV. 10, 156, 3: andhi — aus angdhi — Tchdm ,schmiere die Bad- 
büchse'; BV. 8, 39, 1 : Agnis daivan anaktu nas ,Agnis mache glänzend 

— verherrliche — die Götter uns') und lat ungere ,salben, bestreichen' 
(Enn. ann. 156 : Tarcuini corpus bona femina lävit et tmxif) ist in Bezug 
auf die Bedeutung ganz unzutreffend. Aber auch seine spätere Muth- 
maassung (Gott Gel. Anz. 1881, Seite 441), dass aya/uac nebst dya- ,in 
hohem Grade' auf ftiya ,gross' (IL 1, 194 und sonst) beruhe, mussten wir 
(Seite 103) entschieden ablehnen. 

dyajtäv liebevoll empfangen, bewillkommen', ,lieben', ,zufrieden sein'. Auch 
dyaixd^Biv und aya7tdt i BOd t ai. 

Od. 23, 214 : ovvexa o* ov zb 7zqujzov, hixBi ßidov, cJcJ* dydnrjoa. Od. 
21,289: ovx ayanqg o ßinr/log v7iBQcpidkoioi hb&* fifilv dalvvoac ,bist 
du nicht zufrieden'? Pind. Isthm. 5, 70: S&vwv eveQyeolaig dyattäzai ,er 
wird geliebf ; II. 24, 464: vB/ABaarjzov öi xev e y ir] d&dvazov d-eov (Lös ßQo- 
zovg dyana^ifiey ovzrjv. Od. 7, 33: ovd* dyafxatoixBvoi (püJtovo* og x* 
aXXo&Bv eXfh}. Od. 17, 35 = 23, 499: xal xvveov ayartaCpiieyai xerpaXrjv 
zb %a\ topovg. — Dazu dya7tT]z6-g ,geliebt'; IL 6, 400: 7taid* inl xoA- 
n(fi hjovo' aTakd<p(ßOva . . . 'ExzoQldrjv dyarcrjzov. — Das substantivische 
ayditii , Liebe' begegnet im Neuen Testament häufig, so Matth. 24, 12: 
ipvyrjoerai fj dydnri ,die Liebe wird erkalten'. 

Die Etymologie ist noch dunkel. Als sehr wahrscheinlich bezeichnen 
darf man näheren Zusammenhang mit ayavog freundlich, sanft* (IL 2, 
180: aoia dyavolai Fi7CBO<nv igyzvB tpdiza Fixaoxov. Od. 2, 230: fti) zig 
Bti TTQoepQwy ayavog xal ijniog b'ozü) OM}nz6o%og ßaaüevg). Ob das u 
von dyanav mit dem p altindischer Gausative übereinstimmt, wie es ent- 
halten ist in sthä-pdjati ,er stellt' neben stha-tum ,stehen', in gnä-päjati 
oder gna-pdjati ,er lässt wissen' neben gna- tum , wissen' und vielen andern 
Bildungen? Ob sich etwa zQv-nav ,bohren' (Od. 9, 384 : wg ozb zig tqvmjj) 
vergleichen lässt als in Zusammenhang stehend mit zqi-biv ,aufreiben, zer- 
quälen' (Aesch. Prom. 27: dsl dh zov 7cagovzog ax&tjdwv xdxov zqv- 
obl ae)? 
Aya^vtoQ (?) 



Griechische Etymologie. 105 

Bei Homer 6 mal als Beiwort von Männern, so 11.8, 114: EvQijtiidwv 
ayanrjvwQ. IL 13, 756: ayanrjvoQa IlovXvdafxavta^ und ausserdem IL 15, 
392; 23, 113 = 124 und Od. 7, 170. Auch als Eigenname IL 2, 609. 

Die hergebrachte Erklärung ^Mannhaftigkeit liebend', ist durchaus be- 
denklich. Man kann den Schlusstheil der Zusammensetzung nicht erklären, 
als ob er das abgeleitete r t voQirj (IL 4, 303; 8, 226 — 11, 9; 6, 156; 17, 329; 
Od. 24, 509) enthielte, das allerdings ^Mannhaftigkeit, Tapferkeit' bedeutet: 
vielmehr wird man in ihm das unabgeleitete avig- ,Mann' (IL 1, 287 : avrjg 
und sonst häufig) vermuthen dürfen, das sich in der Zusammensetzung 
zu einer Form mit dem Vocal o umgestaltete, ganz wie zum Beispiel (pgiv- 
,Veretand' (IL 1, 115) in zahlreichen Zusammensetzungen, wie a-cpgov- ,un- 
verständig' (IL 5, 761: a-cpgova), als -cpgov- entgegentritt. Weiter ist gegen 
jene alte Erklärung zu sagen, dass ayazcav, an das man den ersten Theil 
des Wortes geglaubt hat anschliessen zu dürfen, bei Homer gar nicht ein- 
fach ,lieben' heisst, sondern ,liebevoll empfangen, bewillkommnen'. Es 
würde sich also für aya/cr^wg etwa die Bedeutung ,Männer liebevoll 
empfangend' ergeben, die doch kaum für sehr wahrscheinlich gelten kann. 
Zu betonen bleibt dabei aber noch, dass das erste Glied ayarc- gar nicht 
erst von dem abgeleiteten Verbum aya7cav ausgegangen sein kann, sondern 
dass in ihm nur eine einfachere Nominalform enthalten sein kann, aus 
der ayanav sich wohl erst selbst entwickelte. 

Da die Zusammensetzungen mit dem Schlusstheil -rjvog- auch ausser 
aya7t-rjvü)Q zum Theil nicht ganz verständlich sind, so mögen die home- 
rischen zu weiterer Erwägung vollständig zusammengestellt sein: (p&io-rivwg 
,Männer verderbend' (nur IL 2, 833 — 11, 331; 9, 604; 10, 78 und 14, 43 
in der Verbindung mokefiov (pdio/jvoga, zu vergleichen IL 16, 461: 7caiäa 
tpikov . ., %6v Foi Ilargoxkog ifukkev rp&ioifiev). ßgr^-^vwg ,Männer zer- 
schmetternd' (5 mal von Achilleus gebraucht, zuerst IL 7, 228; dazu ßgr r 
SrjvoQiq: Od. 14, 217: 17 fidv ötj d-agaog fiot "Aq^q x 1 eöoaav xal Axhjvr) 
xal ßorjgrjvoQirjV. Zu vergleichen IL 15, 615: H&eXev fgrj&i axi%ag avögtov 
und 11.7,141: aidrjgelf] xogvvj] Fgr { yvvoxe (pdlayyag)] vrteg-ijvcjg , das 
selbst nur als Eigenname (IL 14, 516) auftritt, sonst aber noch enthalten 
ist im abgeleiteten vnegrjvogiu)* ,übermüthig' (IL 4, 176; Od. 2, 266: uvr r 
oxrjgeg . . . xaxwg vnegrjvogiovxeg)] av-rjvwg ,entmannt' (Od. 10, 301: firj 
a 3 anoyvfivw&ivxa xaxbv xal avrjvoga &qfl und ähnlich Vers 341); Iv-rjiuog 
,Männer erfreuend' (?) (nur Od. 4, 622: tvrjvoga Foivov und Od. 13, 19: 
lurjvoga %akx6v 7 sonst noch als Eigenname Od. 2, 242); ay-r' t vu)g (siehe später 
besonders). Als Eigennamen begegnen ausser den bereits erwähnten 'Ayan- 
-rjvwg (IL 2, 609), 'YTteg-rjvwQ (IL 14, 416) und 'Ev-rjvug (Od. 2, 242) noch: 
'Ay-yvwg (IL 4,467), Fg^ijvwg (Od. 7,63), lAv%-r t vu>Q (IL 3, 148), Wey-rjvwg 
(11.14,503), Bi-rjvwg (IL 11,92), Jßeio-rjvvjg (IL 17,217), 'Etey-rjvioo 
(IL 2, 540), Evx-ijvwg (IL 13, 663), Felrt-rjvtog (Od. 10, 552), Ileio-fywg 
(IL 15, 445; Od. 2, 38), Ilgo&oß-rjvwg (IL 2, 495) und 'Ytp-jvwg (IL 5, 76). — 
dya&öq ,tüchtig, gut'. 



106 Griechische Etymologie. 

IL 3, 179: 'Ayaiiiiivuiv , apcpoTegov, ßaoikevg %* aya&og xgazegog %* 
aixwniJQ. IL 21, 109: natgog ö* b%(a aya&olo. IL 1, 131: fit) d* ovxwg, 
dyad-og neg itiv, öeofelxek* ld%tkkev, xkime voq* ,wie tüchtig du auch 
bist (= ,wie viel du auch vermagst*), heuchle nur nicht*; IL 13, 284: %oi 
6* J aya&ov ovt 3 ag xginvtai XQ^S- Od. 24, 194: aya&al (pgiveg yoav a(xv- 
juovt Ilrjvekonelr]. Od. 2,237: akkote akky Zeig aya&ov %e xaxov %e 
äidol. II. 2, 204 : oux aya&ov nokvxoigavlrj. 

Der Ursprung des Wortes ist noch nicht mit Sicherheit ermittelt Viel- 
leicht schliesst es sich eng an aya- ,in hohem Grade, in vorzüglicher Weiße' 
(Seite 103) und die weiter zugehörigen Bildungen, wie aya\iai ,ich be- 
wundere'. In So- steckt wohl der suffixale Worttheil, so dass Bildungen 
wie apa&o-g ,Sand' (IL 5, 587) und ipapa&o-g ,Sand' (IL 1, 486), xva&o-g 
,Becher' (Xen. Kyr. 1, 3, 9), tpia&og ,Binsenmatte' (Ar. Frösche 567), ogpa- 
&6g zusammenhängende Menge, Schwann' (Od. 24, 8), donaka&og, ein 
dorniger Strauch (Plat. Staat 10, 616, A), xaka&og ,Korb' (Ar. Vögel 1325), 
nakufrrj ,Marmelade' (Hdt 4, 23), tfxv&og ,Flasche' (Od. 6, 79), xikev&og 
,Weg' (IL 1, 312), weiterhin auch fxiye&og- grosse* (IL 2, 58) sich vergleichen 
lassen würden. — Die öfter angenommene Zusammengehörigkeit von aya- 
&6-g mit unserm gut, goth. göda- (Rom. 13, 3: gödamma vaurstva ,iyad^ 
egyy') ist durchaus unwahrscheinlich. 
äya&iö- (dya&ig) ,Knäuel'. 

Nur in späteren Anführungen erhalten. Poüux 7, 31: aya&ig, S&ev xai 
nagotfxia „dya&wv aya&tdeg", f) nkeLoxj} xixgrjvrai ol xwfiixol. Hesych: 
ctya&lg ' diafirj . . . ^afifiarog rj OTrjfiovog. Bekker anecd. 9 : aya&wy aya- 
öldeg: ygavg aya&ldag artodofiivt] xgoxrjg, Ircgiaxo olvov, xarteid^ vno- 
Tthovoa ekeyev „aya&wv aya&ldeg", olov aya&düv rtkrj&og xai oiogog* i) 
yag aya9lg oiogog %oti arrjfiovog rj xgoxrjg. Eust zu IL 18, 592: neg\ de 
Idgiadvrjg . . . xai tag daidakov ifto&rjxaig aya&löa filrov dovoa t(p Qrjaei 
ah La yivotxo hulvq) du&öevoai %6v kaßvgiv&ov. 

Lat nodos ,Knoten', auch 7 Gelenkknoten', aus *gnodo-s (Verg. Aen. 1, 296: 
centum vinctus aents post tergwm nodis). 

Neuhochd. Knoten, mhd. knote, auch knode ,Enoten am Körper', ,Knoten 
an Pflanzen', ,geschlungener Knoten', ahd. chnodo, chnoto, knoto. 

Altind. gandd-s ,Knoten, Beule', ,Gelenkknoten'. 

Die angegebene Zusammenstellung wird Fick (2, 87) verdankt Einzelnes 
darin bedarf aber noch weiterer Begründung. Für die altindische Form 
würde durch die griechische alte innere Aspirata wahrscheinlich werden, 
wie zum Beispiel auch für altind. gandd-s , Wange', das im Grunde gewiss 
nicht von gandd-s ,Knoten' verschieden ist, durch das ihm entsprechende 
yva&o-g ,Kinnbacken' (Pind. Nem. 1, 42). Das anlautende a von aya&lg 
würde sich als jüngerer Zusatz ergeben und das innere würde wohl aus 
zu Grunde liegendem Nasal entwickelt sein, wie zum Beispiel in k-xa%6v 
(IL 2, 448) neben lat centum (siehe Seite 89 unter areg getrennt von, 
ausser, ohne'). 



Griechische Etymologie. 107 

dyaq- : aya^ai ,ich bewundre, staune an, halte für zu gross, missgönne, 
bin unwillig*. 

Od. 6, 168: wg ai, yuvat, ayafxai %e Tid^nd re äidßia t* alvdg yovfwv 
äipaa&at. Od. 23, 175: daipovi', ov%* ag %l peyakl&fiai ovt* d&egi£iü 
ovre klrjv ayafiai. IL 9, 431: pv&ov ayaoodpevoi ,bewundernd* ; IL 3, 181: 
%bv d 3 6 yigiov rjydaaaro (pwvrjaiv ve ,bewunderte* ; Od. 4, 181: dkka rd 
fiiv nov fiikkev aydaaea&ai -3- sog avxog ? für zu gross halten, missgönnen' ; 
IL 17, 71: ei pij Foi aydaaaro Qoißog Linokkwv ,missgönnte, beneidete'; 
Od. 4, 658 : toiaiv d' afiq>origoiaiv aydaaaro &vfnog dyrjvujg ,wurde un- 
willig*; IL 14, 111: ei xe 7 . . . xal jiif %t xomp dydarja&e ßexaarog ,wenn 
ihr nicht ungehalten werdet' ; Od. 2, 67 : dyaaadfievoi xaxd Figya ,unwilllig 
über*. — Abweichende Präsensform dyaiea&ai (aus *dyaojea&ai), bei 
Homer nur Od. 20, 16: wg qo tov evdov vkdxrei (xgadit;) dyaiofiivov xaxd 
Figya ,des der unwillig war über*. — Participform dyaa%6-g ,bewunderns- 
werth*: Xen. Anab. 1,9, 24: %av%a e/uoiye fidkkov öoxei dyaatd elvai. — 

Der Verbalstamm dyag- tritt aus den Futur- und Aoristformen sowie 
aus dem participiellen dyaarog völlig deutlich heraus. Es wird daher das 
präsentische ayapai wohl aus *ayaapai hervorgegangen sein, wie in ganz 
entsprechender Weise Ugapai ,ich liebe* (IL 14, 328) aus *egaopai, da 
aoristisches rjgdoaaro ,er liebte* (IL 20, 223) daneben liegt, und zum Bei- 
spiel xgepdpevog ,hangend* (Hdt 1, 66) aus *xgejndafievog 9 da xgifiaaev (aus 
*xgifiaa-aev) ,er hängte* (Od. 8, 67) daneben liegt. Weitere Entwicklung 
führte denn auch dazu, dass man zum Beispiel Formen bildete, wie Mgarai 
,er liebt, er verlangt* (IL 9, 64), als lautete hier der Verbalstamm nur Iga-. 
— Von der Zugehörigkeit zu dydaa&ai ,anstaunen* (Od. 16, 202) und weiter 
auch zu aya- ,in hohem Grade, in vorzüglicher Weise* (Seite 103) war 
schon oben (Seite 104) die Bede, wo aber auch hervorgehoben wurde, dass 
weiterer etymologischer Zusammenhang noch nicht gewonnen sei. 
äyäavQtO'q, von nicht ganz klarer Bedeutung. 

Aus Alkäos (Bergt Lyr. Gr. 3, 163) angeführt Die betreffende Stelle 
findet sich bei Diogenes Laert (Pittakos 9): xovzov (nämlich nmaxov) 
ldkxaiog . . . drcoxakel . . . dydavgtov de dg irctaeavgiiivov xal gvnagov. 
Darnach soll es also fahrlässig und schmutzig* bedeuten. Ohne Zweifel 
wird es eine specieller entwickelte Bedeutung enthalten, da es als Particip- 
form zu avgeiv ,schleppen, schleifen* (Alpheos 5 in der AnthoL: "Exxoga 
auQOfievov) in Verbindung mit dya- ,in hohem Grade* (Seite 103) zunächst 
nur ,sehr geschleppt, sehr geschleift* bedeuten könnte. 
dya&vXMq ,Ammoniacum*, Saft einer afrikanischen in der Nähe des Ammons- 
tempels wachsenden Doldenart 

Diosk. 3, 88 berichtet darüber: IdiAfxwviaxov [rtoa ia%\v, o&ev %6 dfifxü)- 
viaxbv öufilapa' oi dh dydavkkov . . .]* xal tovto onog Mari vdg%hj*og, 
yevvwpivov iv tjj xaxd Kvgr\yr\v Ai$vr\ * xakelxai di avxov okov 6 Sapvog 
ovv xfj QlCfl dyaavkklg. 

Wohl fremd. 



108 Griechische Etymologie. 

äyäv ,sehr, zu sehr'. Dorisch und attisch. 

Theognis 335 (nach Ghilon): /nrjdhv ayeiv anevöeiv ,nichts zu sehr be- 
treiben*. Bei Pindar 6 mal, so Ol. 6,19: ouxe dvorjQig iwv ovr 9 dv yiko- 
vetxog ayav ,sehr streitsüchtig' und Nem. 11, 30: xbv 3 3 av xaxatieiupd'evx* 
ayav layvv ,der der eignen Kraft zu sehr misstraut* . Bei Aeschylos öfter, 
so Prom. 72: firjdkv iyxilev* ayav ,gebiete nicht so sehr*, Prom. 318: xrjg 
ayav vxprjyogov ylwaarjg ,der sehr prahlerischen Zunge*. — Mit kurzem 
zweitem a ist das Wort gebraucht von Palladas 124, 4 (in der Anthol.) : 
jijyV ayav evdaipwv und von Agathias 4, 6 (auch in der Anthol.) : xal xaxa- 
xayxd&iv xiov ayav olxxgoxdxiav. 

Wohl Singularaccusativ eines alten Feminins auf a (17), wie solche auch 
wohl noch vorliegen in ax(.if\v ,im Augenblick, eben jetzt* (Xen. An. 4, 3, 26), 
nQ^rjv ,neulich, jüngst, früher* (IL 5, 832), n&gi\v Jenseits* (IL 2, 626), 
a7tQiarrjv ,ohne Kauf* (IL 1, 99; Od. 14, 317), lirjv ,sehr, gewiss* (IL 1, 553), 
ap<padlrjv ,öffentlich* (IL 7, 196), ^a^,schrekd ( (11.13,516), imygaßdrjv 
,ritzend* (IL 21, 166). Nächster Zusammenhang besteht offenbar mit dem 
in Zusammensetzungen öfter auftretenden dya- ,in hohem Grade, in vorzüg- 
licher Weise* (Seite 103), weitere etymologische Grundlage aber ist dunkel. 
dyaraxTelv ,in grosser Aufregung sein*, dann insbesondere ,unwillig sein*. 

Plat Phaedr. 251, C: ipityr} ' tel xe xal ayavaxxel xal yagyakl^exai (pvovoa 
xd 7cxegd. Plut Symp. 8, 10, 1 : ov ydg xbv olvov elxog toxi fiovov fetv 
xal ayavaxxelv. — Plat Phaedr. 69, D : xovg iv&dde deonoxag ov %aXe- 
7t wg (piQü) ovo 3 dyavaxxw. Plat Phaedr. 63, 0: rjdUovv av ovx ayavaxxuiv 
x(ji d-avdrq). — 

Etymologisch noch dunkel. An vergleichbaren abgeleiteten Verben mögen 
hier genannt sein: nvgaxxeiv ,glühend machen* (Od. 9, 328), dyvlaxxeiv 
,unbesorgt sein* (Xen. An. 7, 8, 20; zu acpvlaxxog ,unbesorgt, unvorsichtig* 
Hdt 9, 116), axaxxBlv ,unordenÜich sein* (Xen. Kyr. 7, 2, 6; zu axaxxog 
,ungeordnet* Hdt 6, 93), vkaxxelv ,bellen* (IL 18, 586; vlay^og ,das Bellen* 
IL 21,575), 7tXeovex.x€iv ,mehr haben* (Plat Gorg. 491, A : negl xlvwv 6 
xgelxxwv xe xal g>govi^iwx€gog nXiov %x u)V öixalwg 7cteovexx€i;) 7 ,mehr 
haben wollen* (Hdt 8, 112; zu fckeovixxr]g ,der Habsüchtige* Thuk. 1, 40), 
avrjxovaxeiv ^ungehorsam sein* (11.15,236; zu dvrjxovoxog ,ungehorsam* 
Xen. Jagd 3, 8), övaageoxelv ^unzufrieden sein* (Arist h. an. 6, 2, 16; zu 
övodgeoxog ,missvergnügt* Eur. EL 904). Als nächste Grundlage ist ein 
nominales *ayavaxxo- ,auf geregt, unwillig* zu muthmaassen, in dem wohl 
eher das früher (Seite 103) aufgeführte aya- ,in hohem Grade* anzunehmen 
ist, als das adverbielle ayav ,sehr, zu sehr* (siehe oben), da letzteres auch 
sonst nie in Zusammensetzungen entgegentritt. 
äyavö-q freundlich, sanft*. 

IL 2, 180: ooio* dyavoloi ßirtsaoiv igrjxve qxZxa Fixaaxov. Od. 2, 230: 
firj xtg ext Ttgotpgoiv dyavbg xal r\itiog eaxw oxr t ftxooxog ßaoilevg. 

Aehnliche adjectivische Bildungen auf avo- begegnen mehrfach, so are- 
yavcg ,bedeckt* (Soph. Ant 114), ,bedeckend* (Plat. Gorg. 493, B), idavog 



Griechische Etymologie. 109 

,es8bar* (Aesch. Ag. 1407\ ßtdavog (?, nur IL 14, 172 als Beiwort des Oeles 
gebraucht), oq>eöaveg ^heftig* (IL 11, 165), FQodavog schwankend' (IL IS, 
576), %ktdav6g ,weichlich, schwelgerisch' (Aesch. Pers. 544), Ixavog hin- 
reichend, fähig* (Soph. Eon. Oed. 377), oxenavog ,bedeckt, geschützt (Epigr. 
adesp. in der Anthol. Brunck 396, 5 : oxenavrj rig vqtoQpiotg. Opp. Hai. 
3,636: a7U7tavolg xev&fiwoiv), oQtpavog ,verwaisf (Od. 20, 68), nt&avog 
glaubwürdig* (Hdt 2, 123), leichtgläubig' (Aesch. Ag. 485). — Die aus 
dyavog zu entnehmende Verbalgrundform dy- liegt wohl auch dem Verb 
ayartäv ,liebevoll empfangen, bewillkommnen' ,lieben', ^zufrieden sein' (S. 1 04) 
zu Grunde, ist aber sonst noch nicht nachgewiesen. 
dyetQixö-v ,Feuerschwamm', der geschwulstartig auf Bäumen wächst 

Dioskorides 3, 1 spricht von ihm: dyaQixov <$/£or <piQ€tai oikqtlqt ip- 
(peQtjS, oi tzvxvtj %r\v knupdveiav , üjötcbq %b olk(piov, ctQaia öi iativ 
okt] .... yevvärai öi iv %jj *uiyaqlq (die Ueberlieferung bietet ayqla) rijg 
2aQfiazixrjg' kiyovoi ök ol fikv, q>vxov gi^av elvat, xivkg dk, h toig oreke- 
%iai vwv dhdQwv xaxd orjifjiv yivea&ai, äaneQ ol fivxrjxeg. Plin. 25, 103: 
Agaricum ut fwngus nascitur in arboribus circa Bosporum colöre candidö. 

Darnach würde es offenbar nach einer Oertlichkeit (Ayagla) benannt 
sein, von der man allerdings weiter nichts weiss. Sie mag aber wohl, wie 
schon vermuthet worden ist, mit dem Namen des Flusses Agaros (PtoL ed. 
C. Müller 1, 418 bietet: 'Aydgov noxa/ioi ixßokal und unmittelbar vorher 
"Ayaqov axqov) am mäotißchen See im Zusammenhang stehen. Die Suffix- 
form -*-xo ist die gewöhnlichste und namentlich bei Ableitungen von 
Namen beliebt, wie in Jekq>tx6g ,delphisch' (Soph. EL 682) und sonst 
dyäk-keiv ,schmücken, verherrlichen, feiern'; aydkkeo&ai geschmückt sein, 
freudig-stolz sein, prunken', ursprünglich glänzen' (?). 

Bei Homer findet sich nur die mediale Form, nämlich IL 12, 114: imrtoi- 
aiv xal o%BO(piv dyakkopevog. IL 20, 222: 'innoi . . . ntakotoiv ayakko- 
fievcu axakjjoiv. IL 17, 473: xevxea d' c 'Exxwq avxog %%wv äfxoioiv dydk- 
kexai Alaxlöao. II. 18, 132: xd pkv [evxea] . . "Exxwq avrog exwv wftoioiv 
ctydkkexai. IL 16, 91: fttjd' in-ayakkofiBvog 7txoke'[i(p xal drjßioxrjxi. Od. 
6, 272: vijßeg . . tjoiv dyakkopevoi noktriv tzbqocjol d-dkaoaav. Od. 5, 176: 
vfjßeg . . rt€Q6woiv ayakkofiBvai diFbg ovq^k IL 2, 462: 6qvL&wv . . 
fi&vea . . . iv&a xal ev&a noxvivxai ayakkofieva nxBQvyeooiv. — Pind. 
OL 1, 86: xbv fiiv dydklwv &ebg idoncev dlg>Qov. Pind. Nem. 5, 43: tjxoi 
fisxat^avra xal rvv xsbg fidxQtog dydkkei xbivov bfj.6onoQov i'dvog ,dein 
Ohm verherrlicht, preist dich'; Eur. Med. 1027 : yaprjklovg Bovdg dyijkai 
,schmücken'; Eur. ras. Her. 379 : &r}Qo<povov &edv Otvwaxiv dydkkei 7 ver- 
herrlicht, verehrt'; Ar. Friede 399: xal ob -dvoiaioiv legalat rcQooodotg xb 
fieydkoioi öid uavxcg, w diorzox', dyakotftev rj^ielg deL Thesm. 128: wv 
xdgcv cvaxx 3 ayakke Oolßov. — Dazu ayakpa ^Schmuckstück, Pracht- 
stück', ,BUdsäule'; Od. 19, 256: 7tBQOvrjv %* hci&rjxa (paßsivqv xeivqt ayakjA* 
Spevai. Od. 4, 114: ßaoikrjßi öh xBlxat ayakpa, von gefärbtem Elfenbein 
als Wangenschmuck für Pferde ; Aesch. Eum. 55 : &Buh> aydkfiara t Stand- 



110 Griechische Etymologie. 

bildet; — dyakkiäo&ai und ayakkiav (diess nur Luk. 1, 47: rjyak- 
Uaoev und Offenb. 19, 7: dyakkim^ev) ,sich freuen'; Tob. 13, 7: t] tyvyr\ 
fiov . . . xal dyakkidoerai rr;v fieyakwavvrjv avrov. Math. 5, 12: xalQete 
xal dyakkiäo&e. — 

Zunächst aus *dydk-j€ir, wie drdkkeiv ,wie ein Kind munter springen' 
und ^aufziehen, pflegen' (Seite 86) aus *dtdk-j€iv. Wie aber dieses auf 
drako-g ,kindlich, jugendlich, munter' beruht, so lässt dydkkeiv ein adjek- 
tivisches *dyako-g glänzend, geschmückt' als Grundlage vermuthen, dem 
ähnliche Gebilde schon unter ditakog ,zart, weich' (Seite 64) genannt wurden. 
Die zu Grunde liegende Verbalborm dy- ist nach Ficks (2, 12) ohne Zweifel 
richtiger Ansicht identisch mit lat ung-ere oder ungv-ere bestreichen, 
salben' (Cato agr. cult 79: eös [nämlich globos] melle ungvito) und altind. 
ang- (ag-) bestreichen, glänzend machen, schmücken, verherrlichen'. Das 
letztere begegnet oft im Rigvedas, so 10, 156, 3: andhi (aus *angdhi) khäm 
,schmiere die Badbüchse' ; 6, 5, 6 : djübhis alcids ,mit Strahlen geschmückt' 
(von Agnis); 1, 92, 1: ushdsas . . . purvai drdhai rdgasas bhänüm an- 
gatai ,die Morgenröthen schmücken sich an der Ostseite des Himmelsraumes 
mit Glanz'; 1, 87, 1: vi änagrai kdi cid usras iva stibhis ,sie schmückten 
sich manchmal wie die Morgen mit Sternen'; 1, 188, 11: Agnis . . . gäja- 
trdina säm agjatai ,Agnis wird mit Gesang verherrlicht'; 1, 153, 2: andkti 
jdd väm viddthaishu hdutä ,wenn euch (Mitras und Varunas) der Priester 
in den Opferversammlungen verherrlicht'. Vielleicht liegt die Bedeutung 
glänzen' (,salben' = ,glänzen machen'?) zu Grunde, so dass auch möglicher 
Weise dxxlv- (aus ^dy-rtv- ?) ,Strahl' (Seite 46) sich unmittelbar anschliesst 
dydkkoxo-v ,wohlriechendes Aloeholz, Adlerholz'. 

Diosk. 1, 21 handelt von ihm: ^Aydkkayjov £vkov iati cpeQonevov ix vijQ 
'Ivdlag xal *Aqaßlag, ioixog dvtvtit £vk(p, iariyfiivov, evwÖeg, .... 

Nur scheinbar griechisch. Man hat es zu altind. agaru- oder agurur 
,Amyris Agallocha, Aloeholz' gestellt, aus dem auch das gleichbedeutende 
a-brr« entlehnt sein soll (vgl. A. Müller bei Bezz. 1, 280). 
äyaXliö- (dyakklg) ,SchwerÜilie'. 

Hom. Hymn. Dem. 7: §6da xal xqoxov rjd y ca xakd keifitZv a/n pakaxöv 
xal dyakkldag yd* idxiv&ov vaQxtaaov &\ Vers 426: av&€<x ö^&ro/uey . . . 
filyöa xqoxov t* dyavov xal dyakkldag rjö' vdxiv&ov. 

Ist wohl im Zusammenhang mit dydkkeiv ,schmücken' gedacht; etwa 
geradezu als ,Schmuck'? 
äye ,wohlan' bei Aufforderung. 

11.1,210: dkk* aye krff tqiiog. 11.1,62: akk* aye drj riva ftdvriv 
igeloftev. II. 1, 141: vvv <$' aye vrjßa ptikaivav kQvooofiev elg aka diav. Auch 
in pluralischer Form gebraucht, wie IL 2, 72 = 83: vvv ayer, ai xiv rtu>g 
&WQ^ofi€v vlag ^Ayaifuiv. 

Lat age. Ter. Ad. 937: age, da veniam ßlio; Ter. Ad. 877: age age 
nimciam eocperidmur contra. In pluralischer Form Verg. Aen. 1 , 627 : 
qvdre agite, ö tectis juvenes succedite nostris. 



Griechische Etymologie. 111 

Imperativform zu ay-eiv ,führen, leiten, bringen' = lat ag-ere ,treiben, 
führen, leiten 1 (Seite 101), die bei der Uebereinstimmung ihres Gebrauches 
im Griechischen und Lateinischen sich so schon sehr früh wird ausge- 
bildet haben, wohl zunächst sagte ,setz' in Bewegung 4 . 
äyiq- (ayyg), von ungewisser Bedeutung. 

Aus Empedokles bei Bekker anecd. 337 angeführt: ayijg' tovto anb 
ovv&frov xaxaXelnezai toi evayfjg rj 7tavayfjg, 3 Efi7C€doxlrjg m a&gei /Ltiv 
yag avaxvog Ivavzlov ayia xvxkov. Arkad. negl tovwv 23, 22 führt 
ayrjg bezüglich seiner Betonung auf. 
äyeq-: ayeigeiv (aus *ayigjetv) zusammenbringen, versammeln'. 

II. 2, 438: xrjQvxeg . . . Xaßbv xrjgvaaovteg ayetgowiov xara vrjfag. Od. 
14, 285: 7iolXa d* äyeiga xor^aza. IL 7, 332: airol <T aygopevoi (Aorist) 
xvxlTjooftev h&aoe vexgovg. IL 1, 57 : ol d' irtel ovv ijyeg&ev ,sich ver- 
sammelt hatten'; IL 20, 13: <&g oi plv Jifog tvdov ayrjyigato , waren ver- 
sammelt. — Dazu op-rjyegig- ,der selben Versammlung' fayegog- zu 
muthmaassen) angehörend, versammelt* (11. 1 , 57) ; n o X v - iy y e g i g - ,viele Ver- 
8ammlungen(Schaaren?) bildend (11.11,564 neben irtUovgoi, nachAristarchs 
schwerlich guter Lesart); *&v/X'tjyegig- (aus ^vfitjyegiwv ,sich erholend' 
Od 7, 283 zu entnehmen) ,sich erholend' , eigentlich ,bei dem Sammlung 
des Lebens ist' (womit zu vergleichen 11.4, 152: axpoggov Pol dvfiog hl 
OTrj&eooiv ayig&rj ,er erholte sich'; IL 15, 240: vifov d* iaayeigero dv- 
fiov. IL 21, 417: \ioyig d' iaayelgeTO &vp6v) 7 rjyegi&eo&ai ,sich 
sammeln' (IL 10, 127 nach Aristarch; IL 2, 304: ig AvUda vrjfeg *A%cti- 
F(av rjyegi&ovTo); — ayogri Versammlung' (IL 1, 54) und ayvgi-g Ver- 
sammlung, Menge' (IL 16, 661), die noch besonders werden aufgeführt 
werden. 

Ob das anlautende d etwa Best einer alten Reduplicationssilbe ist, wie 
zum Beispiel das i von iyelgei ,er weckt' (IL 13, 58; aus *yeyeigei 9 neben 
altind. gd-gr-tam ,wachet' RV. 7, 104, 25), oder ob es etwa zu altind. säm 
zusammen' (RV. 1, 33, 3: säm . . gd's agati ,er treibt die Rinder zusammen') 
gehört, oder was es sonst für einen Ursprung haben mag, wagen wir 
nicht zu entscheiden. Als Verbalgrundform aber ist ohne Zweifel yeg- 
=» altind. *gar anzusetzen. Zu ihr wird man aller Wahrscheinlichkeit 
auch steDen dürfen altind. gra-ma-s ,Schaar' (RV. 3, 33, 11) und altind, 
gcty&s ,Schaar' (RV. 1, 87, 4; wohl aus *gar-nd-) so wie weiter auch als 
altreduplicirte Form lat greg- (gre-g-) ,8chaar, Heerde' (Verg. Georg. 3, 2S7: 
ldnigerÖ8 . . greges), und vielleicht auch noch armen, erast (aus gerast?) 
Versammlung, Versammlungsplatz, Truppe' (Bugge Beiträge S. 30) und 
eram (aus geram?) ,Schaar, Heerde' (Vermuthung Parsadans). 
&ytyiDio-q 9 von noch unermittelter Bedeutung. 

Bei Homer achtmal und zwar stets versschliessend, darunter 5 mal von 
Troern (II. 3, 36 ; 5, 623; 7, 343; 16, 708 ; 21, 584: Tgwwv ayeQoixov), ausser- 
dem IL 10, 430: Mvaol % ayigioxoi, 11.2,654: 'Poölwv ayegwx (tJV un d 
Od. 11,286: Ilegixlvfievov r' ayigw%ov. Ob Spätere das Wort noch mit 



112 Griechische Etymologie. 

wirklichem Verständniss gebrauchten, lässt sich bezweifeln. Pindar hat es 
dreimal: Ol. 11, 79 neben vlxag ,Sieg*, Pyth. 1, 50 neben axeqpdvwfia ,Kranz' 
und Nem. 6, 37 in Verbindung mit Igyfidrcov ,Thaten'. 

Dass das Wort ein zusammengesetztes ist, kann man nicht bezweifeln, 
aber alle weiteren bisher gemachten Erklärungsversuche sind werthlos. 

dyiXri ,Heerde'. 

IL 11, 696: ix <T 6 yigwv dyihjv xe ßoßuiv xai rtviv /iiy ol<5v e'ikexo. 

An ähnlichen Bildungen sind zu nennen veqtiXrj ,Wolke' (IL 2, 146) ■= 
lat nebula ,Nebel, Gewölk' (Lucr. 6, 477: ipsd Bürgere de terra nebuläs 
aestumxqve videmus) und auch wohl die weiblichgeschlechtigen äfiTtelo-g , Wein- 
stock' (Od. 9, 110: apnekoi, di re yigovoiv ßoivov igioxdqpvkov) und ni- 
eko-g ,Trog, Wanne' (Od. 9, 553; — Ar. Ritter 1060: xdg nvikovg). Etwas 
weiter ab stehen &vfii£kt] ,Opferplatz' (Aesch. Schutzfl. 669) und xvipikr t 
Gefäss, Kasten' (Hdt 5, 92, 4), da ihr i-ky sich nicht unmittelbar an eine 
Verbalgrundform anschliesst. Als Grundbedeutung wird man ,die Getriebene' 
vermuthen dürfen, da nicht zu zweifeln ist, dass dy- ,führen, leiten, bringen, 
(Seite 101) die verbale Grundlage bildet. So wird es insbesondere noch 
wahrscheinlich durch Stellen wie Od. 4, 622: di <T \yov ftfjka. Od. 17, 
170: dkk' 8xe dq . . . inrjkvfe fxrjka ndvxod-tv l£ aygaiv 7 6t <$' r\yayov 
oi xo rtdgog ftso. Od. 20, 186: ßovv axeigav fivrjoxrjgaiv aywv xai m- 
Fovag alyag. Od. 20, 173: rjk&e Mekdv&iog ainokog alydiv alyctg aywv. 
Od. 17, 600: rjßoo&ev <$' Uvai xai ayeiv legrjia xakd. Od. 20, 277: xqgv- 
xeg <T avd fdoxv &£(i5v legfjv ixaxofiißrjv yyov. 

äytXeh], Beiname der Athene. 

Bei Homer 8 mal, so 11.4,128: JiFbg d^vydx^g dyekeh]. 11.5,765: 
l49rjvair}v dyekehjv, ausserdem IL 6, 269 — 279; 15, 213; Od. 3, 378, wo 
aber Zenodot statt dessen xvdlaxtj giebt; 13, 359 und 16, 207. 

Die hergebrachte Erklärung ,Beutebringerin, Beutespenderin' ist nicht 
ohne grosses Bedenken. So ist namentlich hervorzuheben, dass die ,Beute' 
wohl attisch kela heisst (wie Soph. Trach. 760: kelag aitaQx^v ßovg\ 
niemals aber bei Homer, der dafür vielmehr kqfid- (IL 9, 138; 280; 11, 676 
und sonst) gebraucht An das Letztere schliefst sich allerdings ein an- 
derer Beiname der Athene, nämlich krfixig (IL 10, 460: xai %d y y A&i}- 
vaiiß krjflxidi ölog 'Odvooevg vipoo* aviaxe&e %£igl 9 wo eben von er- 
beuteten Gegenständen die Bede ist), das aber für dyekelrj nichts beweisen 
kann. Auch wiegt wenig schwer, dass ay-eiv ,führen, leiten, bringen' 
(Seite 101), das man in dyekelrj zu erkennen gemeint hat, hie und da in 
der That in Bezug auf Beute gebraucht erscheint, so IL 1 , 367 : xrjv (tto- 
kiv) dk diengd&o/iiv re xai tjyayov Iv&dde ndvxa. Od. 10,41: nokkd 
fth ix Tgtprjg ayexai xeiprjkia xakd kqßldog. IL 5, 484: axdg ov %l /.toi 
Iv&dde xolov olov x r t ßh q*igoiev *A%aifoi rj xev ayoiev. Es kann dem- 
nach dyekeii] noch nicht als ein wirklich erklärtes Wort gelten. 
äyo$- ^schweres Verbrechen, Blutschuld'. 



Griechische Etymologie. 113 

Tritt zuerst bei den Tragikern auf. Aeschylos hat es 7 mal, nämlich 
Schutzfl. 375 : ayog (pvXdooov ,hüte dich vor Schuld' ; Schutzfl. 376 : ayog 
fih eirj xolg kfiotg naXtyxozoig. Sieben 1017: ayog dk aal d-avwv xexzrj- 
oexai $ed)v naxQtycjv, ovg dxifxdoag ode axQdzevp iicaxxdy ifißaXwv 
t\qbi 7z6i.iv. Agam. 1251: xlvog nQog avÖQog tovt ayog rtOQOvvezai] 
Agam. 1579: q>alrjv av rjörj vvv ßgoxtuy xifiaoQOvg &£ovg avto&ev yrjg in- 
orcxeveiv ayrj. Choeph. 155: rtQog %qv^ia rode xaxdfv xedvwv x' dnoxQo- 
7zov ayog dnevxerov xcxvftivwv %oav (6. Curtius will mit 6. Hermann hier 
und Soph. Ant 775 — siehe weiterhin — ein ayog ,Opfer, Weihe* er- 
kennen); Eum. 167: fzaqeoxi yäg 6fiq>aXbv TtgooÖQaxelv [aifidviüv] ßXo- 
avQov aQOfjievov ayog e%eiv. — Soph. Ant 256: Xtnxi] 6\ ayog (pevyovxog 
äg, krvijv xovtg. Soph. Ant 775: xQvipio nezQwdei tfioav kv xoxwqvxi, 
(poQfirjg xoaovxov ooov ayog fiovov rtQo&elg. Soph. Eon. Oed. 1418: xoiovd' 
ayog dxaXvnxov ovxu deixvvvai. Soph. Brachst 627: ayog ,Sühnung durch 
ein Opfer 4 (Hesych: ayog' ayviopa, &voia m 2oq>oxXrjg QalÖQq); Hdt 6, 56: 
hv xq> aye'i Ivixeod-ai. Thuk. 1, 126: ol ^taxedaifiiovioi bUXevov roig 
IdxhqvaLovg xb ayog iXavveiv zrjg &eov (iXavveiv xb ayog gebraucht Thuk. 
auch noch 1, 127; 128; 135 und 2, 13; damit ist zu vergleichen Soph. Eon. 
Oed. 97: avwyev f/fiag Oolßog . . . plaopa xwQag . . . iXavveiv). — Dazu 
gehören: av-ayig- ,schuldlos, rein'; Soph. Eon. Oed. 656: xbv avayii 
cpiXov firjn:oT 3 h alxla . . . ßaXelv. — hv-ayig- ,schuld- oder fluchbe- 
laden'; Hdt 5, 70: i^ißaXXe . . . rcoXXovg . . . roig ivayiag inikeyiov. 
Thuk. 1,126: xal dnb xoixov (wegen des Mordes) ivayeig xal dXixrjQioi 
rrjg &eov htelvol xb ixaXovvxo . . . ijXaaav phv ovv . . . xovg Ivayeig 
zovxovg. Aesch. Schutzfl. 122: d-eoig <T ivayia xiXea TceXo^tiviov xaXtig 
inldQOfji \ bno&i &dvaxog any. — itav-ayig ,ganz fluchbeladen'; Phi- 
lonid. bei Pollux 9, 29 : navayelg yevedv, 7toQvoxeXaJvai, Meyageig öeivoL 
— dvo-ayig- ,mit schwerer Schuld beladen, gottlos'; Pollux 1, 33: xb 
dk havxlov ivayig, i^dyioxov, ävoayig, fiiagov. — ay-r/Xaxeiv ,Fluch- 
beladene verbannen' ; Soph. Eon. Oed. 402 : xXalwv doxeig [iot xal ov %d> 
avvd-elg xdde ayrjXaxrjoeiv. Hdt 5, 72: 6 KXeopivqg . . . d/itxo^evog dk 
uyrjXaxiei krcxaxooia knloxta 'AdTqvaUov. — Tfin einfaches Adjectiv oyijff 
fluchbeladen, verbrecherisch' sowie in gleicher Bedeutung dyiog führt 
Tzetzes (zu Lykophr. 436) aus Hipponax an; seine Worte sind: ayrjXdzq> 
[iaoziyi ' xtp xeQavvif, r\ xy ayav iXavvofiivtp o&ev ipiXwxiov ' rj zqji xovg 
ayelg %al fie^itao/iivovg iXavvovxi, o$ev öaavvxiov' oxc dk ayr^y 6 fiv- 
oaQog, 1$ ov Xiyexai xal 6 ayiog, 6 ftvOaQog, *lizizüva)i qtrjoiv. c £lg ol 
fikv ayel BovitdXtp xaxrjQüßvxo. 

Altind. agas- n. ,Unrecht, Sünde'; RV. 1 7 179, 5: jdd sim agas cakrma 
tdd sü mrdatu ,was irgend für Sünde wir gethan, das vergebe er'; BV. 
1, 185, 8 : daivd'n vä jdd calcrmd' kdd cid ä'gas ,wenn wir irgend an den 
Göttern Sünde thaten'; — än-ägas- ,schuldlos, sündlos' (BV. 4, 39, 3) — 
5v-ayeg- ,schuldlos , rein' (Soph. Eon. Oed. 656) ; — anägästvd-m ,Sünd- 
losigkeif (BV. 1, 94, 15). — Collite (bei Bezzenb. 3, 218) bestreitet die 

Leo Meyer, Griechische Etymologie. 8 



114 Griechische Etymologie. 

Richtigkeit der Vergleichung von ä'gas- und ayog- ohne ausreichenden 
Grund und ohne Besseres zu bieten. 

Die überlieferte Schreibung einiger Formen mit dem starken Hauch 
(ayog-) wird auf einer Verwechslung beruhen. — Benfey (Or. u. Occ. 1, 626) 
vergleicht das Verhältniss ayig- verbrecherisch* : ayog- ,Verbrechen* treffend 
mit altind. jagds- ,berühmtf: jdgas- ,Ruhm' (RV.). 
üyoq- ,Heiligkeit* 
ist mit Sicherheit aus mehreren Zusammensetzungen zu entnehmen, wie 
nav-ayig- ,ganz heilig'; Dion. Hai. 6,89: xd raiv ör^dgxwv auifiara Uqu 
elvai xal Ttavayfj. Poll. 1,35: anovdoqtoQot, tigeiai, 7tavayeig, nvQcpoQoi. 
— ev-ayig- ,heilig'; Soph. Ant 521: xlg oldev, el xdxu>&ev evayrj xdäe 
,ob in der Unterwelt dieser Grundsatz als heilig (fromm) gilf ; Andok. 1, 
97 (Gesetz des Solon): dnoxxeivag xov xavxa noir\oavxa xal 6 ovpßov- 
kevaag ooiog %axw xal evayrjg. Plat Legg. 12, 956, A: lkiq>ag äk dno ke- 
koiztoxog xpvxrjv otifiaTog ovx evayeg ava&rtfta. Plat Tim. 58 , D : xaxd 
xavxa de diQog xb f*lv evayiaxaxov (,das reinste*?) inixk^v aid-rjg xakov- 
pevog, fj de &okeQwxaxog oplxkrj xe xal axoxog. Plat Legg. 12, 952, A: 
lia&ovoi fihv evayiaxeQOv ylyvea&ai, fir} fta&ovai öh axoxiodiaxega xd 
rtSQL vofxovg aixoig cpalveo&ai xal daaq>rj. Ap. Rh. 1, 1140: rj di nov 
evayieaatv Ircl g>giva Srjxe &vr\kaig avtalrj dalficjv. Ap. Rh. 2, 717: koi- 
ßalg evayieaatv incifioaay. App. Civ. 2, 148: %q>egov avxb (nämlich xb 
X6%og toi Kalaagog) ig xb Kanixtakiov wg evaykg &dipai xe Iv iegqi xal 
ftera &€üjv &io&ai. — Adverb evayiwg ,nach heiligem Brauch 1 ; Hom. 
hymn. Dem. 274: (hg av inetxa evayiwg tgdovxeg ifibv voov ikdoxoia&e. 
Ap. Rh. 2, 701 : ix di vv rtdvxwv evayiug iegtp dva dinkoa fitjQla ßiofjuji 
xalov. Ap. Rh. 3, 1203: £W r\xoi 7td(ji7tgwxa koiaaaxo ftkv noxafioio 
evayiwg &eloio xigev äipag. Ap. Rh. 4, 1127: eiayiwg inißw^iia firjV 
igvaavxeg. — evayietv ,heilig sein, rein sein, unschuldig sein'; Eur. 
Bakch. 1009: ircl xd xakd ßiov rjfiag elg vixxa x* evayovvx* eiaeßelv. 
Eallim. Del. 98: evayitov dk xal evayieaat pekolfdrjv. Theokr. 26, 30: av- 
xbg d* evayioifu xal evayieaaiv adoifii. 

Altind. jagds- ,verehrend', nur RV. 8, 40, 4: abhi arca NabhäJcavät 
Indrägni jagäsd gira ,singe Indras und Agnis wie Nabhakas mit ver- 
ehrendem Lied'. 

Das griechische Wort stellt sich zu zahlreichen griechischen unge- 
schlechtigen Bildungen auf -og, wie ykdy-og- ,Milch' (IL 2, 471) und an- 
deren, und schliesst sich unmittelbar an ay- : aXeod-ai ,Scheu haben vor 
— * (Seite 101). — Da eiayig- an mehreren oben nicht angeführten Stellen 
eine von ,heilig' weit abliegende Bedeutung aufweist, also einen ganz an- 
deren Ursprung zu haben scheint, so wird es später noch besonders auf- 
geführt werden. 
dyoörö-q ,Hand', wahrscheinlich insbesondere ,die zum Greifen gekrümmte 
Hand'. 

Bei Homer fünfmal (II. 11, 425; 13, 508 — 17, 315; 13, 520 — 14, 452) 



Griechische Etymologie. 115 

in dem Versschluss o ö* iv xovltjoi neotjv sie yaiav ayooTiy, von Fallen- 
den im Kampf. 

Etwa vergleichbare Bildungen wurden schon unter axocmj ,Gerste' 
(Seite 36) genannt Das suffixale %o scheint gebraucht wie zum Beispiel 
in &voavu>to-g ,mit Troddeln (Övoavo- 11.2,448) versehen' (Hdt2,81) 
oder lat angusto- ,eng, schmal' (Hör. epist 1 , 7 , 29 : per angustam . . . 
rimam), eigentlich ,mit Enge (angör- ,Beengung, Beklemmung', Iiv. 5, 48 : 
aestü et angöre vexdta) behaftet 4 , und fügte sich wohl an ein Nomen 
*ayog- ,Krümmung' (Hesych führt auf ayog' %ov ayxtova yEllenbogenO, wo- 
nach also die erste Bedeutung würde gewesen sein ,mit Krümmung versehen, 
gekrümmf . Als verbale Grundlage lässt sich *ag- ,sich krümmen' muth- . 
maassen, an das sich wohl auch lat angulu-s ,Winkel' (Lucr. 4, 355: an- 
gulus optüsus) anschliesst und weiter vielleicht auch noch altind. angtiri- 
(auch anguri-, angüli- oder anguli-) ^Finger, Zehe', angula-s ^Finger, 
Daumen' und angüshtha-s ,Daumen, grosse Zehe'. — Fick (bei Bezzenb. 
2, 267) will ayoaxog als ,die untere oder innere Armfläche' fassen, hält 
sein d-, das als sen- zu denken sei, für den ersten Theil einer Zusammen- 
setzung und stellt den Schlusstheil zu lit pa-zastis Achselhöhle' und alt- 
bulg. pa-zucha (für *pa-zonsä) ,Busen', vermuthet darin eine — sehr wenig 
wahrscheinlich gemachte — Wurzelform gas ,bergen, verstecken, ein- 
stecken'. — 
dyoQi) ^Versammlung 4 ; erst nachhomerisch ,Versammlungsplatz, Marktplatz'. 

IL 1, 54: ayogrjvde xaliaaaxo kaßov l4xtki.evg. II. 18, 245: ig d* ayo- 
gqv ayigovro. — Aesch. Sieben 272: feoig . . . ayogag ifttaxo7toig. — 
Dazu: ayogeiev ,sich als ein Angehöriger der Versammlung (*ayogev-g 
zu muthmaassen) bethätigen, in der Versammlung reden', dann überhaupt 
,reden'; IL 1, 109: h Javaoiai Seongoniiov dyogeveig. IL 2, 788: oi d' 
ayogag ayogevov. — ayogao&ai ,in der Versammlung reden, öffentlich 
reden'; IL 1, 73: o oqttv kv (pgoviojv dyogrjoaro xai fietiß Btnev. — Xaßg- 
-ayogqg ,heftig oder dreist schwatzend' (11.23,479). — ixff-ayogrjg hoch- 
fahrend sprechend' (Od. 1, 385). 

Schliesst sich an ayeg- : ayelgeiv ^versammeln' (Seite 111), ganz wie 
g>&oga Verrichtung' (Hdt 2, 161), yüntergang* (Hdt7,t8) an q>#eg- i 
qt&elgeo&ai ,zu Grunde gehen' (IL 21,128: tp&eigeo&e ,geht zu Grunde'), 
onoga ,das Säen, Zeugung' (Aesch. Prom. 871) an orceg- : onüguv ,säen' 
(Hes. Werke 391), ,erzeugen' (Soph. Trach. 33), fiogä ^Abtheilung des 
spartanischen Fussvolkes' (Xen. Lak. 11, 4) an peg- : jielgeo&ai ,zu Theil 
erhalten' (11.9,616: petgeo ,erhalte zu Theil'), doga ^abgezogene Häuf 
(Theogn. 55) an deg- : digeiv abhäuten' (IL 7, 317: digov ,sie häuteten ab'), 
(poga ,das Tragen' (,Bestatten' Soph. Trach. 1212) an q>ig- : cpigecv ,tragen' 
(ü. 1, 578). 
äyr\voQ- (ayrjvajg) etwa ,sehr mannhaft, stolz, übermüthig'. 

IL 2, 276: ov 9r\v \iiv naliv avrig ävyoei &vfiog äyrjytog veixeieir 

,Uebermuth' ; H. 9, 398 : h&a di poi pala noXXov inioov%o &vpog dyr\- 

8* 



116 Griechische Etymologie. 

vwg . . . x6gneo$ai. IL 12, 300: xekexat öi Fe dvpog dyrjvwg.. IL 20, 406: 
kliz oaxia xhjftög dyrjvwg und noch öfter &v[*6g dyrjvwg. II. 24, 42 : og . . . 
peyäli] xe ßirj xal dyrjvogt &vti([>, vom Löwen; von Menschen: IL 9,699: 
o <T dyrjvwg iaxt xal aXkwg vom unerbittlichen Achilleus; 11.10,299: 
Tgwag dyrjvogag. IL 21, 443: dyrjvogt ^iaFofiiöovxi . . . d'ijxevaafxev. Oefter 
von den Freiern, so Od. 1, 106: evge <T aga fivrjaxrjgag dyrjvogag. Od. 
2, 235: fivrjcxrjgag dyrjvogag. Od. 1, 144: ig <T rjk&ov ftvrjoxijgeg dyrjvogeg. 
Od. 18, 43: xexkvxi pev, fivrjoxrjgeg dytjvogeg in Antinoos' Munde; — dazu 
dyrjvoglrj ,Kühnheit, Uebermuth'; IL 22, 457: iidFia (xr) . . . drj (xiv xaxa- 
naioji dyrjvoglrjg dkeyeivijg, ij fxiv e%eoxe. IL 12, 46: dyrjvoglrj di fiiv 
i'xxa y den Löwen sein Muth; IL 9, 700: o <T dyrjvwg ioxl xal allwg' 
vvv av fiiv noXv /dakkov dyqvoglrjaiv irfjxag, du Agamemnon den Achilleus. 

Gehört seiner Bildung nach offenbar zu dyanrjvwg (Seite 104) und den 
neben ihm genannten Formen. Sein Gebrauch aber wird durchaus noch 
nicht klar durch die oft genug wiederholte Erklärung, dass es aus dya- ,in 
hohem Grade, in vorzüglicher Weise* (Seite 103) und dvig- ,Mann' (dvrjg 
IL 1, 287 und sonst sehr oft) zusammengesetzt sei. 
dyi]Qaxo'V 9 ein würziges Kraut, ,Schafgarbe'. 

Dioskorides 4, 59 handelt von ihm: dyrjgaxov &dfivog ioxl diofti^afiog, 
xanetvog, ankoig, ifitpegrjg pdkioxa ogiydvw . . . wvofiaoxai di dyrjgarov 
äia xb imitokv xb av&og bfiotoeidig q>vkdxxeo&ai. 

Darnach wäre das Kraut davon benannt, dass seine Blüthen lange aus- 
halten, nicht welken oder altern: dyrjgarov die substantivisch selbständig 
gebrauchte Neutralform der Participialzusammensetzung d-yrjgaxo-g ,nicht 
alternd (II. 17, 197: yrjgag ,alt geworden' und iyrjga ,er wurde altf), un- 
veränderlich' (Xen. Mem. 4, 3, 13: dxgißfj xe xal vytä xal dyrjgaxa nagtywv). 
dya>v- ,Wettkampf, Wettkampffestf, nachhomerisch auch überhaupt ,Kampf , 
^Anstrengung', ,Bemühen'. 

IL 23, 685: xw di twoa/nevw ßrjxrjv ig juiooov dywva. IL 23, 531: /ij- 
xioxog <T i'ev avxbg ikavvipev agfi iv dywvi. Od. 8, 200: kxalgov irrjFia 
leiaa iv dywvi. IL 24, 1: kvxo d* dywv. IL 23, 258: %avev evgvv dywva 
^veranstaltete', womit zu vergleichen Od. 8, 260: xakbv <T evgvv av dywva. 
Hom. hymn. Ap. 150: oxav oxrjowvxai dywva ,veranstalten'; — Plat Staat 
6, 494, E: elg dywvag (,Bechtsstreitf) xa&ioxdvxag ,anklagend'; Soph. Trach. 
159: nokkovg dywvag i%iwv, von Herakles; Hdt 7,209: ifiol yag xr)v 
dXrj&elrjv daxieiv . . . dywv fiiyioxoQ iaxi. — Nur scheinbar bezeichnet es 
in einigen Wendungen den ,Wettkampfplatz', wie IL 23, 448 : *Agyiioi d ' 
iv dywvi xa&rjpevoi. 11.23,451: i]ozo yag bezog dywvog inigxaxog iv 
itegiwnf t . IL 23, 799: eyxog \trjx' ig dywva q>4gwv. — Eigenthümlich ist 
die Verbindung ,dywv der Schiffe', als wären die Schiffe wie zum Wett- 
kampf aufgestellt gedacht, so IL 15, 428 = 16, 500: veFwv iv dywvi ne- 
oovxa. IL 19, 42: xai <T oi neg xb rcdgog ye veFwv iv dywvi fiiveoxov. 
IL 16, 239: avzbg fiiv yag iyw /uevioj vrjßwv iv dywvi und IL 20, 33: ßav 
d* Xfievat . . ., n Hgr t fiiv pet* dywva veFwv. Noch weniger verständlich ist 



Griechische Etymologie. 117 

&iiog dyviv : IL 7, 298 : ai xi poi evxopevai &4iov Övoovtccl dywva und 
II. 18, 376: o(pQa Fol avTOfiarot &iiov dvoaiar' dywva* ob ,göttiiches Ge- 
tümmel, Göttergesellschaftf? — Dazu dywvia ,Wetikampf: Knd. Ol. 2, 52: 
To di tv%eIv neiQci/ievov dycjviag. Hdt 2, 91: dywva yv/xvtxov ri&eioi dicc 
7tdorjg dywvirjQ fyowa ,der sich durch jede Kampfesart erstreckt, jede um- 
fasstf; — dywvl&o&ai ,wettkämpfen'; ,kämpfen'; Hdt 5,22: "Ali^av- 
dqog . . . dywviad^evog arddiov owe^iniTZTe rq> tcqwxw. — Thuk. 2, 63 : 
fujäk vofilaai tzbqI evog povov, dovkelag dvt ikev&eglag dywvl&o&ai. — 

Lat agön- (von Fick 2, 1 1 hillzugestellt) , enthalten in agon-ia ,Opf er- 
thier* (Fest nach Paul. : agöniäs hostids), agön-ium ,Spiel' (Fest nach Paul. : 
agönium id est lüdutri), Agdn-älia oder Agönia, ein Fest zu Ehren des 
Janus (Fest nach Paul.: festa Agönälia; Ov. fast 5, 721 : ad Jdnum redeat, 
qvt qvaerit, Agönia qvid sint) } Agön-dlis (Varro 1. 1. 6, 12) diSs Agondles 
per qvös rex in rigid arietem immoUrf), Agön-ensis (Varro 1. L. 6, 14: in 
libris Saliörum qvörum cognomen Agönensium). 

Altind. dgi- m. f . , Wettlauf, Wettkampf ', dann überhaupt ,Kampf; RV. 
8, 45, 7 : jdd dgim jd'ti dgikrt indras . . . rathi'tamas rathznaäm ,wenn 
zum Wettkampf geht, den Wettkampf machend, Indras, ist er der beste 
der Wagenlenker' ; RV. 4, 58, 10: abhi arshata sushtutim gdvjam dgim 
,strömet hin zum Loblied, zum Wettkampf der Kühe'; RV. 4, 42, 5 : Jcrndumi 
dgim maghdvd ahdm indras ,ich mache Kampf, ich mächtiger Indras*. 

Suffixales wv, wie in dyxoiv- Ellenbogen' (IL 5, 582), %iTciv- ,Leibrock' 
(11.2,42), ßovßoiv- ,Schamgegend, Weichen* (11.4,492), prjxtov- ,Mohn' 
(D. 8, 306), xkvdwv- ,Wogenschlag' (Od. 12, 421), ntaywv- ,Bartf (Hdt 1, 175; 
— Aesch. Agam. 306 : qtloydg piyav ntiywva), q>aywv- ,Fresser, Schlemmer' 
(Zonar. S. 1791: q>aywva 9 (piXavxov xal StcItjotov; earc di 2cqwv ij ki^ig) 
und sonst Das altindische dgi- ist wohl etwas anders gebildet, seine Zu- 
gehörigkeit aber bei der übereinstimmenden Bedeutung nicht zu bezweifeln. 
Da es in den Brähmana's häufig mit ag- ,treiben' (dgim agati ,er stellt einen 
Wettkampf an'; siehe Böht-Roth) verbunden ist, dürfen wir nicht zweifeln, 
dass es darin auch seine verbale Grundlage hat, also etymologisch zu 
ay-eiv führen ,leiten, bringen' (Seite 101) gehört, etwa zunächst ,das Treiben' 
oder ,der Treiber' (?) bedeutet Ein etwaiges griechisches ayeiv dywva 
,einen Wettkampf betreiben, veranstalten' scheint nirgend zu begegnen, wohl 
aber vergleichbare Verbindungen, wie ayeiv ioQxrjv ,ein Fest veranstalten, 
feiern' (Xen. Kyr. 6, 2, 6: et ... boqttjv ayoi. Hdt 1, 147: ayovai oqttjv). 
äyio-q heilig'. 

Hdt 2, 41: iv <P avrfj (nämlich %fj noXi *Ata(>ßn%ig) ldq>Qodlvrjg Iqov 
ayiov YÖQvrat. Ar. Vögel 522 : ovrwg vpäg 7tavreg 7xqo%eqov psydlovg 
aylovg t* Ivofii&v. 

Altind. jagja- oder älter jagia- ,zu verehren' ; daiva-jdgja-m ,Götterver- 
ehrung' (RV. 7, 3, 9), auch daiva-jagjä- (RV. 1, 114, 3). 

Die angeführte altindische Form gehört zu einer grösseren Gruppe von 
Bildungen, die mittels des Suffixes ja (ia) unmittelbar aus Verbalgrund- 



118 Griechische Etymologie. 

formen herausgebildet zu sein scheinen und gewöhnlich passive Futur- 
participe genannt (Whitney Gramm. 963 und 1213), aber wohl treffender 
als* Adjective der Notwendigkeit bezeichnet werden, wie hdvia- ,anzurufen' 
(RV. 1, 100, 1), vändia- ,zu preisen' (RV. 2, 7, 4), däbhia- ,zu beschädigen' 
(RV. 10, 61, 2). Bei der überwiegend grossen Menge der durch das Suffix io 
von andern Nominen abgeleiteten Bildungen (LM. Gramm. 2, 440—493; 
399—407) aber wird man sicher annehmen dürfen, dass auch ayio-g zu- 
nächst auf eine Nominalform (ayo-?) zurückführt Die weiter ihm zu 
Grunde liegende Verbalform ist ay- : a&o&ai (aus *jdyj€0&ai) ,Scheu haben 
vor — , hoch verehren' = altind. jag- ,durch Gebet und Opfergaben ver- 
ehren' (Seite 101). 
dyvid ,Stwu3se'. 

II. 5, 642: Fiklov h%aXdna%e nokiv, xriQwoe 6 > dyvidg. IL 6, 391: o ö* 
ditiaavxo dtifiaxog Exxcjq xrjv ccvttjv odov avtig Ivxxipivag xax* dyvidg. 
Od. 2, 388 : dvaexo t* r^iXiog axiouvxo xe ndoai dyviaL II. 20, 254 : yv- 
vaiKag, ai xe . . . vetxeio* dkkrjkrjai (jiiatjv lg ayviav (einige Handschriften 
haben ayviav) iovoai. Od. 15, 441 : Zvfißkrjfievog ij iv dyvtjj ij nov inl 
xQtjvj]. — Dazu evQv-dyvia ,breitstrassig' ; 11.2,12: nokiv evQvdyviav 
Tqwcov. IL 4, 52 : evQvdyvia Mvxyvrj. 

Von vergleichbaren Bildungen auf -wer soll in Bezug auf die eigen- 
tümlichen, aber auch durchaus nicht ganz sicher überlieferten Betonungs- 
verhältnisse von dyvid nach alter Angabe (bei Goettling 138; 139) mit ihm 
nur ÖQyvtd ,Elafter, mit beiden ausgereckten Armen gemessene Ausdehnung' 
(IL 23, 327: oaov x oQyvi, IntQ a%. Od. 9, 325 und 10, 167: oaov x y 
ogyviav, — dazu ivveß-oQyvio-g ,neun Klafter lang'; Od. 11,312: dvo nalde . . . 
(nrjxog ye yevioxhjv hvefogyvioi) übereinstimmen. Sonst sind an solchen 
noch zu nennen: ai&via, ein Wasservogel, etwa ,Möwe' (Od. 5, 353 und 337), 
"AQnvia ,die Raffende', mythischer Name (II. 16, 150; Od. 1, 241), Ellei- 
&via, die Göttin des Gebarens (IL 16, 187; 11, 270), 'Qgel&via, Name einer 
Nereide (II. 18, 48), firjxQvirj ,Stiefmuttei^ (II. 5, 389), vixvia ,Todtenopfer 
zur mantischen Befragung' (Herodian 4, 12, 4: vexvlq xe xQiJoap&V jucrfefr 
Ttegl xov xilovg xov ßlov\ Qvla. eine Priesterin des Bakchos (Paus. 10, 6 
und 10, 29; Hdt 7, 178);, uvla ,Fliege' (IL 4, 131: pviav, dazu xvvdfxvia 
,Hundsfliege' als Schimpfwort IL 4, 131 und 17, 570). Die letztgenannte 
Form entstand, wie abulg. mucha, lit. muse', auch lat mus-ca ,Fliege' (Plaut 
merc. 361: muscast mens pater bildlich von neugieriger Zudringlichkeit) 
deutlich machen, aus *(*vaia, und ganz entsprechend die weibliche Form 
des Perfectparticips, wie Fiövla (aus *ßidvoia) ,wissend', gesinnt' (Od. 1, 
428; 11, 432) = altind. vidüsht (aus *vidüs4d) ,wissend, kundig 4 (RV. 10, 
95, 11), xexh\vla (aus -voia) ,ausharrend' (Od. 20, 23) und andere. So 
haben auch wohl noch andere Bildungen auf via den entsprechenden Ur- 
sprung. Keineswegs aber kann das für alle als erwiesen gelten. Ob dyvid 
auch aus *dyvatd entstanden ist? Als letztes Suffix löst sich deutlich ia 
ab. Lag weiter ein nominales *dyvg- oder etwa auch *dyv- zu Grunde? 



Griechische Etymologie. 119 

Als zu Grunde liegende Verbalform pflegt &y- führen, leiten , bringen* 
(Seite 101) angesehen zu werden, was von Seiten der Bedentang aber noch 
weiter zu begründen sein würde. — Auffallend ist neben der Behandlung 
des Accents des einfachen Wortes noch seine Form in der Zusammen- 
setzung €LQv-dyvia jbreitstrassig* (IL 2, 12; 4, 52; Od. 2, 230; 7, 80). In 
vergleichbaren Femininbildungen wie x a ^o-ßdgeta (aus -ßctQeo-ia) ,yon 
Erz schwer* (IL 11, 96; 22, 328), iJQi-yiveia (aus -yiveoia) ,die Frühe* 
(IL 1, 477 und sonst), dvoaQiOTozoxeia (aus -xoneFia) ,zum Unglück Mutter 
des Tüchtigsten* (IL 18, 54) und anderen ist ia nur Kennzeichen des weib- 
lichen Geschlechts, während es in evgv-dyvia doch so nicht wohl zugesetzt 
sein kann : es müsste sonst etwa ein einfaches *evQv-ayvg- als zu Grunde 
liegend gedacht werden. So scheint das zusammengesetzte evQv-dyvia wirk- 
lich nur in ungewöhnlicher Weise sich ganz an die Bildung des einfachen 
dyvid wieder angelehnt zu haben. — Fick l 4 , 107 stellt dyvid mit lat via 
,Weg, Strasse* (Zwölftaf. 7, 7) zusammen, was doch erst eingehender be- 
gründet werden müsste, um als wahrscheinlich gelten zu können. 

fiyvpc-S , Versammlung, Menge 4 . 

Od. 3, 31: l§ov d' ig Ilvklwv avÖQüiv ctyvqlv re aal eögag. 11.24,141: 
dg o% y* h vrjßuiv dyvgei. . . ayogevov. — Dazu: op-rjyvQig ,Versamm- 
lung*; IL 20, 142: aty i/uev Ovkvfi7t6vÖ€, &€wv [*€&' ofitjyvQtv alkwv. — 
ofiijyvQl£eo&ai /versammeln*; Od. 16, 367: tzq\v xeivov 6fiv]yvQioaa9ai 
^Axailohg elg ayoQtjv. — ayvQrd^eiv ,sammeln, zusammenbetteln*; nur 
Od. 19, 284: alk' aQa Fol %6 ye xiQÖiov eloaxo &v/nqi xQrniax* dyuQtd- 
£«£y. — ayvQtrjg ,Bettler* (Eur. Rhes. 503), ,Gaukler, Betrüger* (Soph. 
Kon. Oed. 388). 

In ayvQi- ist nur das t suffixal, wie zum Beispiel noch in xqom-g 
,Schiffskiel* (Od. 5, 130), $dxt-g ,Rückgrat, Rückenstück* (IL 9, 208), oyi-g 
,Schlange* (IL 12, 208), xovi-g ,Staub* (IL 9, 385), oft-g ,SchaP (IL 24, 125), 
und es schliesst sich unmittelbar an dyeQ-:dyelQeiv zusammenbringen, 
versammeln* (Seite 111) und das unmittelbar dazu gehörige dyoQrj ,Ver- 
Sammlung' (Seite 115). Bezüglich seines inneren Vocales liegt es neben 
der letzteren Form, ganz wie zum Beispiel das äolische ovvpa neben 
ovoiaa ,Name* (Od. 9, 364), und wird auch selbst als zunächst äolische 
(Meister- Ahrens 1 , 55 ; 56) Bildung bezeichnet — Die Zusammensetzung 
6fi-rjyvQig ,Versammlung* (IL 20, 142; Aesch. Ch. 10; Aesch. Ag. 4; Eur. 
Hippol. 1180) ist sehr auffällig mit ihrem ersten Theil 6^6- ,das selbe* (II. 
13, 354: Sfiov yivog ,das selbe Geschlecht*; Eur. Or. 244: ofio-yevrjg ,dem 
selben Geschlecht angehörig*), da mit ihm eher ganz wie in op-tiyegig- 
(siehe Seite 111) die Bedeutung ,der selben Versammlung angehörig, ver- 
sammelt* hätte erwartet werden mögen. Vielleicht ging aus zunächst so ge- 
dachtem Adjectiv das Wort ojAtjyvQig erst als Abstractum hervor» 

ayavö-q wahrscheinlich ,bewundernswerth, erstaunenswerte. 

Bei Homer gegen 50 mal, stets von Persönlichkeiten; so: Od. 11, 213: 
dyavrj IleQoefpoveia. IL 5, 277: dyavov Tvdißog vli. IL 13, 268: xrjQtxeg 



120 Griechische Etymologie. 

dyavoL 114,534 = 5,625: di ße piiyav n€Q iovra xal Xtp&ijAOv xal 
dyavov ojoav and ayeliov. — Hom. bymn. Herrn. 442 : dwgov dyavov 
eöwxe. 

Genau entsprechende Bildungen scheinen sich nicht zu finden. Das 
Wahrscheinlichste ist wohl, dass der innere Diphthong sich ahnlich ent- 
wickelte wie zum Beispiel in evaöe ,es gefiel' (IL 14,340; 17,647; Od. 
16,28; aus *€<jßade, zu ad- gefallen', siehe weiterhin) oder auch in 
genetivischen Formen wie ltzkoio ,des Pferdes' (IL 8, 87 ; aus * Xmtoojo 
= altind. dgvasja ,des Pferdes' RV. 1, 53,2; 1, 84, 14), dass also eine alte 
Form *ayaaßo- zu Grunde lag. Diese aber wird sich anschliessen an 
dyag: ayafxat ,ich bewundere, ich staune an' (Seite 107; IL 3, 181: %6v 6 y 
6 yiQwv fjydooaro. Od. 6, 168: wg ai, yvvai, aya^iad) und das Suffix ßo 
enthalten, wie man es auch noch erkennen kann in tavaßo-g ,gedehnt, 
lang' (IL 16, 589; dazu %avav-7toö- ,mit dünnen Füssen', Od. 9, 464 von 
Schafen), zai.aßo-g, zalao-g unglücklich, elend' (Ar. Vögel 687), dylaßo-g 
,glänzend' (II. 1, 23), 'ikäßo-g ,huldvoll, freundlich gesinnt* (IL 1, 583), xqa- 
vaßo-g ,f eisig' (IL 3, 201), oloßo-g ,verderblich, schädlich' (IL 3, 133). 
äyavQo-q bewunderungswürdig, gewaltig' oder ähnlich. 

Ein selteneres Wort Hes. th. 832: tovqov lQißQv%eu), pivog dox&rov, 
oaaav dyavQov. Hdt 7, 57 : BfxeXXe fxev ikäv OTgaTirjv irii rrjv % EXXaöa 
SiQ^g dyavQOTard %e xal iieyaXonQeniotaxa. Nik. ther. 661: xbv d' eve- 
qov (nämlich %aiialksov, eine Pflanze mit schillernden Blättern) drjeig alel 
nerdkotatv ayavgov. 

Beruht möglicher Weise unmittelbar auf dem vorausgehenden dyavo-g 
,bewundernswerth', dem nur noch ein suffixales qo angefügt zu sein scheint 
An äusserlich ähnlichen Bildungen begegnen noch dfiavQo-g schwach 
scheinend, undeutlich, dunkel'; ,blind' (Od. 4,824 = 835), dq>avgo-g ,schwach' 
(IL 7, 235), &r}oavQ6-g Schatzkammer' (Hdt 2, 150. — Aesch. Pers. 1022 
vom Köcher) , ,Schatz' (Aesch. Pers. 238) , ferner navoog ,klein, gering, 
wenig* (IL 2, 675), yavqo-g ,stolz, sich brüstend' (Eur. SchutzfL 862), pavQo-g 
,dunkel', ,schwach' (Hesych : (xavoov zo dfxavQov' do&evig. ij (moqgv' das 
daraus geleitete /uavgovv ,dunkel machen' schon Hes. Werke 325, wo $ela 
di fiiv navQovoi &eol bildlich gesagt ist), zavgo-g Stier' (IL 2, 481), 
oxavQo-g ,aufrechtstehender Pfahl, Pallisade' (IL 24, 453). 

äyvö*q ,verehrt, heilig', ,rein, unbefleckt'. 

Od. 5, 123: "Aqxsiiig ayrrj. Od. 21, 259: logzrj zolo d-eoio ayvij. Pind. 
Pyth. 1, 21 : nvQog ayvozazai . . . näyal. 

Altind. j agnd-s ,Verehrung, Opfer' (RV. 1, 1, 1). 

Altbaktr. jasna- m. ,Opfer, Preis'. 

Alte durch Suffix na gebildete Participform zu ay- : aleo&ai ,Scheu 
haben vor-, hoch verehren' (Seite 101). Dabei mag aber bemerkt sein, 
dass im Altindischen die so gebildeten wirklichen Participien von Verbal- 
grundformen auf g an dessen Stelle vor dem suffixalen n ein g eintreten 



Griechische Etymologie. 121 

lassen, wie bhugnä- »gebogen' von bhug- : bhugäti ,er biegt' (Whitney 
957, C). 
äyvo-s ,Keuschlamm', eine WeidenarL 

Hom. hymn. Herrn. 410: %£Qol neQlozQeye xaoxeod deafia ayvov* xal 
ö y vnb ftoaal xaxct x&ovbg alxpa qjvovxo avx6&€v. Hat Phaedr. 230, B : 
toi xe ayvov xb viftog xal xb ovaxiov ndyxaXov, xal wg dxprjv %%bl xi}g avxhqgj 
tag av evwdioxaxov itaqiypi xbv zonov. Diosk. handelt von ihm 1, 134: dyvbg 
t] Xvyog . . . 'Pwpaloi odXii; paolva, ol dk rtlrteo dyoioxe, ol dk Xexoloxi- 
xovft. Qdfivog iaxl devdooidijg, naQa izoxapoig xal nedloig hvdooig xoa- 
%ioi ts xonoig xal x a Q<xÖQ ai Q (pvopevog. 

Ueber seinen Ursprung ist verschiedenes, doch nur ganz unsicheres, ge- 
muthmaasst Als Suffix hebt sich deutlich vo ab, wie sichs zum Beispiel 
findet in xanvo-g ,Kauch' (IL 1, 317), vnvo-g ,SchlaP (II. 1, 610), U%vo-g 
,Lampe' (Od. 19, 34) und sonst 
dyv&fr-eq ,die Steine, mit denen die Fäden des Gewebeaufzuges herunter 
gezogen wurden'. 

Plut mor. 156, B: vq>dvxr}g xe ydo av, olftai, %Xa(ivda 7toir\aaizo 
\idXXov tqyov aixov xal ipdxiov, rj xavoviov did&eoiv xal dviyeooiv dyvl- 
&u>v. Pollux 7, 36: dyvv&eg dk xal Xeiai (xaXovvxai) ol Xl&oi ol k^yo- 
zjqfxivoi xwv oztj/uovüjv xaxa xijv da%alav vq>avxixi\v. 

Dunklen Ursprungs. Kaum lässt sich daneben an Bildungen wie xoqvö- 
,Helm' (IL 3, 369) oder oovi&- ,Vogel' (IL 3, 2) und pio/iiö- ,Seil, ,Schnur' 
(Od. 10, 23) erinnern. 
«YQ£r?j-s ,Anführer'. 

Aesch. Pers. 1002: ßeßäoi ydg xoiiteo dyqhai oxqaxov. Hesych bietet: 
dyoexav' fjyefidva. &iov. — Dazu: litn-ayQixi\g ,Anführer von Rittern' 
(bei den Lakedämoniern) ; Xen. Lak. Staat 4, 3 : alqovvxai xoivvv avxuiv 
ol iq>OQOi ix xalv dxfxaC/bvxtav xoelg avdgag' ovxoi dk Innayqixai xaXovv- 
xai* xovxojv d ' exaoxog avdoag ixaxbv xaxaXiyei. Xen. Gesch. 3, 3, 9 : hoo- 
fiivov dk xlvag ayoi (ie&* iavxov xiov viwv, i&i, elnov, xal xbv rtoeoßv- 
xaxov xwv ImtayoeziLv xiXeve ooi ov/Ani/Aifjai ?£ rj knxa oi av xvxwot 
uaQovxeg. &nepeXrjxei dk avxoig OTtwg 6 htnayqi%y\g eläelq ovg diot 
nifxizeiv. Hesych bietet: litnayqixag' doxy inl zuiv hciXixxwv bizXixüv. 
— iz a iX- ay q ix rjg (ob 7taidayoixrjg?) 7 Ritteranf iihrer* (?) ; Hesych: nai- 
Xayoixai. doxy ng, Inl hcrciwv. — Weiter ab liegen wohl: [ta^-ayoi- 
xrjg ,der Gerstenbrot [fid^a Hdt 1, 200; Xen. Kyr. 1, 2, 11) Erbettelnde', 
von Athenäos (15, 686, A) angeführt aus Aristias: ovvdemvog fj *nlxu)(xog 
ij pa£ayQ4xag, — und xtol-ayQe'zyg ,Cassenverwalter, Zahlmeister^; Ar. 
Wespen 695: ov dk x aa *<x& l S *bv xwXayQizrjv. 724: xal vvv dze%vo>g 
id-iXu) naoixeiv o xt ßovlei ooi, rtkrjv xu)kayo4xov yaka nlveiv. Ar. 
Vogel 1541: xaXXloxrj zogt}, rjneo xa/nievet, . . . xijv Xoidooiav, xbv xwXa- 
yoixTjv (hier giebt Bergk: xuXaxQixfjv) f %d xoiwßoXa. Bei Pollux 8,97, 
Suidas und Photios findet sich die Form xmXaxqitai (siehe besonders), 
bei Timäoß lex. Plat aber xioXayoizai und auch bei Zonaras xwXayQix^g. 



122 Griechische Etymologie. 

Das Wort scheint abgeleitet zu sein und ist dann wohl zu vergleichen 
mit oixirrjg ,Hausgenoss' (Aesch. Agam. 733; von olxog ,Haus', IL 1, 30: 
ßoi*(p) und euvirrjg ,Bettgenoss, Gemahl' (Eur. Or. 1392; von evvrj ,Bett* 
IL 3, 445). Ob altind. dgrartn ,Spitze, Anfang* (RV. 1, 127, 10: dgrai 
rdibhas nd garatai ,an der Spitze, d. i. voran wie ein Sänger rauscht er*; 
agra-gämin ^vorangehend* Rämftj.) zunächst liegt? Der Schlusstheil von 
luaZ,-ayQ€TrjQ aber führt wohl unmittelbar auf dyig : dyelgeiv zusammen- 
bringen, versammeln' (Seite 111) nebst dyvQvd&iv ,sammeln, zusammen- 
betteln' (Seite 119) zurück. Mit ihm würden sich demnach Bildungen wie 
vecpeX-riyeQha ,Wolkensammler' (IL 1, 511), €VQ€trjg ,Erfinder' (Plat Lach. 
186, E), xa&-aiQirr;g ,Zerstörer, Vernichtet (Thuk. 4, 83), igitt]g jRuderer 1 
(IL 2, 719) und ähnliche vergleichen lassen. 
dy(>6-<$ ,Acker, Feld'. 

IL 23, 832 : et foi xai /udka nolXov ccftongod'c nlFovsg dygol. Od. 23, 
139: rcqiv y* rifidg ik&ifxev 2§oj dyqbv lg fjfiireQOv TtoXvdkvÖQeov. Od. 17, 
182: toi (T &!; dygoio noXtvöe wtqvvovto. — Dazu: aygio-g (siehe be- 
sonders). 

Lat agro- (ager); Ter. Heaut 146: agrum hunc mercätus swm; Cic. 
Hose. 18: qvt praeesse agro colendo flägitium put es. 

Goth. ahra- (oder etwa akri-? keine sicher entscheidende Form ist be- 
legt); Matth. 27, 8: haitans varth ahrs jains akrs blöthis. — Nhd. Acker. 

Altind. ägra-s ,Ebene, Flur'j RV. 10, 59, 3: abhi $ü arjds paimsiäis 
bhavaima diä'us nd bhü'mim girdjas nd dgrän ,mögen wir die Feinde 
durch Mannesthaten überragen, gleichwie der Himmel die Erde, gleichwie 
die Berge die Ebenen'. 

Als Suffix löst sich deutlich qo ab, neben dem sich dy- als Verbal- 
grundform herausstellt Dass dieses letztere mit ay-eiv ,führen, leiten' 
bringen' (Seite 101) identisch sei, wie gewöhnlich angenommen wird, 
ist von Seiten der Bedeutungsentwicklung noch nicht ausreichend be- 
gründet. 
ayQti ,das Ergreifen, Fangen'. 

Od. 12,330: ayQrjv lq>ift€<mov dkrjTevovteg dvdyxj], Ix&i'G OQVi&dg re. 
Od. 22, 306 : wg % ' alyvrtiol . . . In * oQvl&eoat &6qü)Oiv . . . oi dt t€ rag 
okixovaiv l7tdkfi€voi . . . %clIqovol di t* dvigeg ayQjj. — Dazu: rtdv- 
-aygo-g ,alle8 fassend'; IL 5, 487: dg axpiot Uvov (,des Fischernetzes') 
ßalovre navdyqov. — 7tvQ-dyQr] ,Feuerzange', die substantivirte weib- 
liche Form eines muthmaasslichen * TtvQ-ayQo-g ,Feuer fassend'; IL 18, 
477: 'fttpatozog . . . iriqycpi di yivxo nvqdyqtiv. — jt oö-dygä ,Fussfalle, 
Fussschlinge', eigentlich ,die Füsse fassend' ; Xen. Kyr. 1, 6, 28 : %l de 
(nämlich kfiav^dvexe dokovv) IXdcpovg noddygaig %al agnedovaig] dann 
übertragen ,Fussgichf, Plut Sulla 26: IvXXq de diarqlßovti neQi tag 
*Aytf\vag alyrjpa vaQXwdeg fietd ßdqovg elg rovg noöag Ivineaev, o q>rj- 
aiv 6 2rgdßwv noddygag xpelXio^by (,Stammeln', <L i. , Vorboten der Fuss- 
gichf) ehai. — poix-dyQiov ,Strafe des ertappten Ehebrechers', abge- 



Griechische Etymologie. 123 

leitet von einem zu vermuthenden * fjLolx-ayqog ,einen Ehebrecher ergreifend 
oder ertappend', Od. & ? 332: xb xal iiotxiyqi oyeikei. — dvö Q-dyQiov 
,Beute', von einem muthmaasslichen * SvdQ-ayoog ,einen Mann ergreifend 4 
abgeleitet; 11.14,509: og xig ii) nQwxog ßgoxoßevx* dvÖQaygi* *A%tuFüv 
ijgaxo. — £(o-ayQiov ,Lohn für Lebensrettung' (von einem *U-aygo-g 
^lebendig ergreif endO; IL 18, 407: %q€l> ndvxa Qixt xakliTt/Loxa^ ^waygia 
xiveiv. — KwyQieiv (aus ^wayQieiv] auch von * Kw-ayQo-g abgeleitet) 
Jebendig gefangen nehmen'; IL 6, 46 — 11, 131: tyyQee 'AxQ&Fog vli. — 
dygieiv ,ergreifen, nehmen'; Aesch. Agam. 126: X9 0V V ?* €v <xyQ€i TlQid- 
jiwv noktv ade xikev&og, bei Homer nur Imperativisch allgemein auf- 
fordernd, so IL 5,765: Sygee fi^v ßoi enogoov 'A&qvalrjv. Od. 21, 176: 
aygee dy, nvg xrjßov. Od. 20, 149: ayg£e&' . . . gdoaaxe. — rcaktv- 
-dygexo-g zurückzunehmen, widerruflich'; IL 1, 526 sagt Zeus: ov yag 
ifidv nakivdyqexov ovo' dftaxtjkdv oiM* dxekevxrjxov , o xi xev xecpakij 
xaxaveva cj. — avx-dygexo-g ,durch sich selbst zu nehmen'; Od. 16, 
148: ei ydg mag ettj avxdygexa ndvxa ßgozoioiv. — dygeala ,Jagd'; 
Leonidas (in Anthol. 6, 13): ol xgiaaol xoi naZxa xd dlxrva xtfjxav opai- 
(40i f dygoxa Ildv, akkrjg akkog an* dygealr^g. 

Wie es scheint, gehört aygrj zu weiblichgeschlechtigen Bildungen mit 
dem Suffix gd (gtj), wie nixgrj ,Fels' (IL 9, 15), eögy ,Sitz' (IL 2, 99), *a- 
gddgrj , Waldstrom, Sturzbach' (IL 4, 454), xicpgy , Asche' (IL 18, 25) und 
anderen, so dass als Verbalgrundform sich äy- ergeben würde. Das aber 
kann nicht wohl dasselbe sein mit ay-eiv ,führen, leiten, bringen' (Seite 101), 
da sich als Grundbedeutung für aygrj unverkennbar ,fassen, ergreifen' er- 
giebt Sollte möglicher Weise das anlautende d ein jüngeres Element des 
Wortes, etwa wie in dyeg : dyeigetv zusammenbringen, versammeln' 
(Seite 111), und sein wurzelhafter Theil in -ygy enthalten sein? 

äyQr]vö'V ,Netz', ^netzartiges Oberkleid'. 

. Pollux 4, 116 führt es auf unter Benennungen von Kleidern und erklärt 
es: tu <T tjv nk&yiia 1% igiwv dixxvwdeg neql ndv %b cupa, o TeiQeolag 
kneßdkkexo fj xig akkog (xdvxig. Hesych bietet: aygrjvd * ölxxva. xal 
evdvfia. 

Gehört wohl unmittelbar zum vorausgehenden aygtj ,das Ergreifen, 
Fangen', so dass als erste Bedeutung ,das Fangende, das Einfangende' zu 
vermuthen ist; es kann daneben darauf hingewiesen werden, dass das nah 
zugehörige rtdv-aygo-g ,alles fassend, alles fangend' (siehe Seite 122) bei 
Homer (IL 5, 487 : ülvov . . navdygov) als Bezeichnung eines Fischernetzes 
gebraucht ist An vergleichbaren Bildungen sind etwa zu nennen xdgij- 
vo-v ,Kopf (IL 9, 407), xdyyvov ^Bratpfanne' (Ar. Bitter 929), Inl-fyvov 
,Hackblock' (Aesch. Agam. 1277) und weiterhin noch axjurjvo-g nüchtern' (IL 
19, 346; siehe Seite 53), nexerjvo-g ,geflügelf (IL 2, 459), itxi\vo-g ,fliegend, 
geflügelt 4 (Aesch. Prom. 1022), dpevrjvo-g ,kraWos' (IL 5, 887), yaktjvo-g 
,windstill, ruhig 4 (Eur. Or. 279). 

dyQibööetv fangen, einfangen'. 



124 Griechische Etymologie. 

Od. 5, 53 : XaQip oqvi&l ßefoixvig , og te . . . Ix&i'S ayoaioowv nvxcvd 
TttBQa öevetai aXfAfl. 

Wohl aus *dyowT-J€iv hervorgegangen und auf einem *dyQ(jirr]-g ,Ein- 
fänger, Fischer, Jäger' ruhend, wie zum Beispiel ioiooeiv ,rudera' (IL 9, 
361; aus *kQ£vjeiv) auf igirr^g jBuderer' (IL 1, 142) beruht Ein *aygw- 
ri]g JSinfänger' aber darf man sehr wohl neben ayotboxrig Jäger' (Apoll. 
Rh« 4, 175) muihmaassen, wie ja ein mit dem letzteren überein lautendes 
ayQwozrjg ,Landmann' (Eur. ras. Her. 377) auch ein dygcüiyg ,auf dem Lande 
befindlich' (Eur. Bakch. 564) zur Seite hat Wie die letzteren beiden Formen 
aber auf dyoo-g jAcker* (Seite 122) zurückführen, so führen dyodorrjg 
,Jäger' und das vermuthete * dygwTrjg ,Einfänger, Fischer, Jäger' unmittel- 
bar auf äyQrj ,das Ergreifen, Fangen' (Seite 122) zurück. 
äyQüMJxi-g, eine Grasart, vielleicht ,Quecke'. 

Od. 6, 90 : rag (xhv (nämlich fuxiovovg) oevav norafxov 7taoa divyßevra 
vQwyiliev ayowöTiv fiekißrjdia. — Diosk. handelt 4, 30 von ihm; Hesych 
bietet ayowotig* elöog ßordvrjg. 

Wie naQaxoiTig ,Bettgenossin, Gattin' (IL 3, 53) neben dem männlich- 
geschlechtigen ^tagaxolrrjg ,Bettgenoss, Gatte' (IL 6, 430) liegt, so wird 
ayquiaxtg die weibliche Form zu dygworijg ,Landmann' (Soph. Brachst 9 1 : 
GTtiywv d* ayg<x>oxr\v o%kov) sein. Das letztere ging von aygo-g ,Acker' 
(Seite 122) aus und wird zunächst bedeutet haben ,auf dem Acker oder 
auf dem Felde befindlich'. Der Bildung nach vergleichen sich mit ihm 
X*]Q(*>OTt' t g ,Seitenverwandter' (IL 5, 158; zu x^Qog ,beraubt, verwittwet' IL 
2, 289) und xQ^otys Schuldner' (Plut Mor. 101, C; 829, D; zu XQ^S m 
,Schuld' Dem. 900, 14; 988, 24; homerisch xQ&og IL 11, 686). Weiter aber 
mag hier auch noch das von Hesych angeführte dygoarrj' ßordvt] in Er- 
wägung gezogen sein, und dann noch das vielleicht genau entsprechende 
lat agresti-s 7 auf dem Lande lebend, wild wachsend' (Verg. Aen. 7, 111: 
pomts agrestibus). Fick l 4 , 409 stellt aygwoti-g zu ygdeiv ,essen' (KßM. 
Brachst 200: xoltor, og al&jwv eygae xrjdepovag) und altind. gras pressen, 
verschlingen' (BV. 3, 35, 3 : gräsaitäm dgvä ,fressen mögen die beiden Bosse'). 
aypio-g ,auf dem Felde lebend, wild', ,roh, grausam'. 

IL 4, 106 : iavka t6£ov iv£oov i^dkov alyog ayglov, Sv <$er tcot* avrög 
. . . Ttirgrjg ktßalvovza . • . ßeßkrjxei ngog OTij&og. Hdt 4, 21 : näoav iov- 
aav xpilfjv xal dygiiov xat fjfiigwv devdgiwv. IL 6, 97 : TvdiFog vlov . . . 
üygiov aix(*t]T'qv. Od. 2, 19 : rov 6* aygiog tsxtave Kvxlwxp. Od. 8, 575 : 
rifxiv oaoi x a ^ no ^ T€ xal oygtoc oidk dUacoi. 11.4,23: %6kog di ftiv 



aygiog fjgei. 



Altind. agria ,in der Ebene befindlich'; BV. 10, 69, 6: säm agriä parva- 
tiä vdsüni . . . gigaitha ,erobert hast du die in der Ebene und die auf 
den Bergen (pdrvata-s BV. 1, 52, 2) befindlichen Schätze'. 

Mittels des häufigen Suffixes 10 (wie in l7i-ovgdvio-g ,im Himmel be- 
findlich' IL 6, 129; zu ovgavog ,Himmel' IL 1, 317) abgeleitet von dyQo-g 
, Acker, Feld' — altind, ägra-s ,Ebene, Flur' (Seite 122). 



Griechische Etymologie. 125 

äyQismo-q ,wilder Oelbaum'. 

Zonaras: ayginnog* fj dyguXaia. xcu nagoipia' dyglrcnov axagnotegog 
unfruchtbarer als ein wilder Oelbaum*. — Ebenso bei Suidas, der aber 
schreibt aygiTenog* r\ dygla IIa La. Zenobios 1, 60 (Leutsch Paroem. 
S. 23) : Adxwveg ydg %rjv dyglav ilaiav dygirtnov xalovotv. 

Ganz änsserlich betrachtet scheint es wie zusammengesetzt aus dygo-g 
, Acker* (Seite 122) und iWo-g ,Pferd* (IL 1, 154 und sonst oft), dabei aber 
ergiebt sich keine vernünftige Bedeutung. Ob aber an aygio-g ,wild* (siehe 
Seite 124), wie es zum Beispiel im eben genannten dygi-ekala ,wilder Oel- 
baum* (auch Diosk. 1, 136) enthalten ist, gedacht werden darf? Dabei bliebe 
aber doch der Schlusstheil des Wortes dunkel. Oder findet sich eine Er- 
klärung im Anschluss an Hesychs Anführung aygiq>og' yivog %i dyglag 
ekalag 'Olvfimdaiv? 

dyQetipva ,Harke, Rechen*. 

Phanias 4 (Anthol. Brunck 2, 54) : 'Alxifuog dygtlyvav xevodovrida . . . 
&rjxaro (die Handschrift hatte aygeUpvav, worin aber das erste v radirt 
wurde; Dübner giebt dyglcpav). Suidas führt die Worte des Phanias an, 
denen er vorausschickt: dygeicpva* yewgyixov igyaleiov, dt* ov avvdyovai 
tov xoQtov. Zonaras erklärt mit denselben Worten, hat aber das Citat aus 
Phanias nicht. 

Auffällig scheint das kurze nominativische a des Suffixes, wonach Bil- 
dungen zu vergleichen wären wie öiouoiva ,Herrin* (Od. 3, 403; zunächst 
aus *d4o7tovia), exidva ,Schlange, Natter* (Aesch. Schutzfl. 896), nxigva 
,Ferse* (IL 22, 397: kx 7txigw\g. Arist. Thierk. 1, 59 hat den Nom. nxigva. 
Photios bietet: rcxigvr]' ov rtxiqva) und andre ähnliche. Vielleicht beruht 
jenes a nur auf einer Verkürzung späterer Zeit Bildungen mit weiblich- 
geschlechtigem vi] bieten sich zahlreich, wie igiityi\ Jäher Fels, Bergsturz* 
(Eur. El. 210), aQQ%vri ,Spinne* (Aesch. Agam. 1492), Idxvrj , Wolle, wolliges 
Haax* (IL 2, 219), xixvrj ,Kunstfertigkeit* (II. 3, 61), ödyvr) ,Lorbeerbaum* 
(Od. 9,183) und andre. Das anlautende d wird zu beurth eilen sein, wie 
in dyeg- : ayelgetv zusammenbringen, versammeln* (Seite 1 1 1), so dass sich 
als verbale Grundlage ein ygeup- (ygi(p-) ergiebt, an das sich auch an- 
schliessen wird dygiqtr], das Hesych erklärt mit ,v7iodoxrj. crjuij. oxdq>rf, 
Suidas mit ,dixella, oxevog yewgyixov noXvyofKpov 6 . Weiterer Zusammen- 
hang besteht mit lit gr&bti ,harken* (grebiu ,ich harke*) und dann mit lit 
griebti ,greifen, raffen, ergreifen* (griebiü ,ich ergreife*) und altind. grabh 
,ergreifen* (RV. 9, 83, 4: grbhnä'ti ,er ergreift*; RV. 8, 6, 10: perf. gagräbha 
,ich ergriff*). Das deutsche greifen, goth. greipan (Mk. 14, 48) wird auch 
dazu gehören; dazu niederd. Grepe ,dreizinkige Mistgabel*. 

äyifvjzvo-q ,schlaflos*. 

Aesch. Prom. 858 : rjl&ey avxcp Zrjvdg aygvnvov ßihog. Eur. Rhes. 826 : 
facel aygvnvov 0{i(x iv evcpgovfl ovx* hxolfiio\a) ovx* %ßgib((*)* Arist 
probl. 18, 7: votjoeig ai xotavxcu aygvnvol eloiv , Gedanken die den Schlaf 



126 Griechische Etymologie. 

vertreiben'. — Dazu aygvTtvlt] Schlaflosigkeit'; Hdt 3, 129: 6 Jagelog 
ayqvTcvijiai eXxero. 

Als Schlusstheil des offenbar zusammengesetzten Wortes ergiebt sich 
deutlich wtvog ,Schlaf' (U. 1, 610), sein erster Theil aber wird trotz des 
abweichenden Vocales zu iyeg- : iyelgea&at ,erwachen' (IL 2, 41 : eygevo 
o eg vrtvov. Hipp. 2, 827: oxav eygrjrai i§ vnvov), causal iyelgeiv er- 
wecken' (II. 24, 344: vnvwovxag lyelgei) gehören, so dass man als erste 
Bedeutung annehmen kann ,dessen Schlaf erweckt ist*. Die Wendung 
vrtvov Iyelgeiv ,den Schlaf erwecken' darf man muthmaassen, da auf ihr 
auch vyygeto-g (aus vrj-iygero-g) ,nicht erweckt* als Beiwort des Schlafes 
(Od. 13, 80: T(£ vtjdvftog vrcvog knl ßXecpdgoiaiv eninxev vriygetog ijdiojog) 
beruht — Ganz ähnlich zusammengesetzt scheint altincL gägrat-svapnä-s 
(UV. 10, 164, 5) verbunden mit sankalpäs päpds ,böser Anschlag'), das kaum 
richtig erklärt wird ,im Wachen und im Schlaf vorkommend'. 
dyXaö-q ,glänzend', meist in übertragener Bedeutung. 

H. 2, 307: o&ev $eßev ayXaßov vöwg. Od. 3, 429: icyXaßov oloipev vöwg 
,klares Wasser'. 11.1,23: ayXaßa di%$ai a/coiva. II. 2, 826: Avxdovog 
dyXaßog vtog üdväagog. IL 7, 203: dog vlxrjv A'lßavzi xal dyXaßbv evxog 
agio&ai. — Dazu dyXatrj ,61anz, Pracht, prunkende Schönheit', festliche 
Freude'; Od. t8, 180: dyXaßiriv ydg i/tiol ye SeoL . . . äXeaav, sagt Pene- 
lopeia; Od. 17,310: ayXaßlqg d* hexev xofiiovai ßdvaxveg (nämlich xvvag) 
,de8 Prunkes wegen'; Hom. hymn. Dem. 476: n&Xneo xal xi&agi£e xal 
ayXaßiag aXiyvve. 

Altes inneres / (ayXaßo-g) darf für sehr wahrscheinlich gelten. An ver- 
gleichbaren Bildungen bietet die homerische Sprache iXaßo-g ,huldvoll, 
sanff (IL 9, 639; 19, 178. — IL 1, 583: iXaßog), aXaßo-g ,blind' (Od. 8, 195), 
das aber wohl eher zusammengesetzt ist, xgavaßo-g ,steinig, felsig* (IL 3, 201), 
ravaßo-g ,gestreckt, lang' (II. 16, 589), xegaßo-g ,gehörnf (IL 3, 24; — lat 
cervos ,der Gehörnte' — ,Hirsch', Lucr. 6, 765 ; siehe LM. bei Benfey O. O. 
1, 197; 198). Von dem in ihnen enthaltenen Suffix ßo war schon unter 
ayavo-g ,bewundernswerth, herrlich' (Seite 119) die Bede. Als zu Grunde 
liegende Verbalform wird ohne Zweifel mit Recht dyaX- : ayaXXeo&at ge- 
schmückt sein, freudig stolz sein, prunken' (Seite 109), ursprünglich wohl 
,glänzen', angenommen, so dass also das X neben seinem a ebenso behan- 
delt sein wird, wie zum Beispiel das q in xgaötij ,Herz' (IL 1, 395) neben 
xagdlq (IL 2, 452), oder in xgaregog ,kräftig' (IL 1, 25) neben xagtegog 
(IL 1, 178), oder in axganog ,Weg, Pfad' (Seite 97) neben avagnog (Seite 85). 
äyX~9- (ayXig) ,Knoblauchknollen'. 

Ar. Ach. 763: ndaaaxi rag ayXi&ag l£ogvooete. Ar. Wesp. 680: rgelg 
y ayXi&ag ^exirce^xpa. Diosk. 2, 181 sagt vom Knoblauch (axogodov): 
xaXoioi dh rag iv avtqt gayag (,Kerne') ayXi&ag. 

Bildungen auf t& sind selten. Ausser den schon Seite 121 genannten 
Sgvl&- ,Vogel' (IL 3, 2) und ju^ju7£- ,Seil, Schnur' (Od. 10, 23), neben 
denen auch an Formen wie $gi&o-g ,Lohnarbeiter' (II. 18, 550 und 560) 



Griechische Etymologie. 127 

und aiyi&og, ein Vogel (Arist. hist an. 9, 14) erinnert sein mag, ist hier noch 
yikyi&- ,Knoblauchknollen' (Krinagoras 6, 5 in der Anthol. : xai norc/uot 
yikyi&eg, eine Stelle, die Suidas unter yikyi&eg' oxogodwv xecpakal an- 
führt) namhaft zu machen, das wahrscheinlich unmittelbar mit aykl&- zu- 
sammenhängt, vielleicht im Grunde ganz identisch mit ihm ist Schon 
Pictet Orig. indoeur. 1, 299 stellt yikyig zu altincL grngana-s, eine Art 
Zwiebel oder Knoblauch und dazu auch ersisch gairgean ,Enoblauchkopf , 
Brngman (Curtius Stud. 7, 309) zeigt, dass sichs in all diesen Bildungen 
wahrscheinlich um alte Reduplication (einer Grundlage gar- = gal ,sich 
krümmen, sich winden'?) handelt: in ayXi&- wurde wohl ein altes an- 
lautendes y eingebüsst und an Stelle der alten Reduplicationssilbe blieb 
nur a übrig, in yikyi&- ist wohl Verlust eines alten k in der zweiten Silbe 
anzunehmen. 
äyXavQo-g ,glänzend'. 

Nik. Ther. 62: aykavgoiaiv ayakkofiivt) norafioiaiv. Nik. Ther. 441: 
iJtoi oy* aykavgog pkv hiÖ£tai, nämlich 6 dgdxwv. — Als Eigenname 
begegnet "Aykavgog schon bei Hdt 8, 53 (ro Iqov rrjg Kixgoicog Üvya- 
tgog 'Aykavgov). 

Verhält sich wahrscheinlich ebenso zu dykao-g, aykaßog ,glänzend l 
(Seite 126), wie ayavgo-g ,bewunderungswürdig* (Seite 120) zu ayavo-g 
,bewunderungswerth' (Seite 119). Ein suffixales go wurde als neues Ele- 
ment zugefügt 
äßax- (aßaS) ,Brett, Tafel, Teller*. 

Eratinos (bei Pollux 10, 105): inidioxe ßakdvwv aßaxa ttSv Ix q>ekkiwg. 
Karystios (bei Athen. 10, 435, D): Olkutnog . . . woev vnb rfjy xklvrjv %6v 
aßaxa ,das Würfelbretf. 

Bildungen auf ax (LM. Gramm. 2, 411) sind nicht ungewöhnlich, wie 
<pvkax- ,Wächter< (IL 9, 477), xogax- ,Rabe' (Theogn. 833), xokax- Schmeichler 4 
(Arist Eth. Nik. 2, 7, 13), so scheint sich eine Verbalgrundform aß- zu er- 
geben, die noch nicht weiter verständlich ist 
dßaxieiv ,nicht verstehen, nicht merken' (?). 

Nur Od. 4, 249: t<£ (öVxTß) ßlxekog xaridv Tgtiwv ntokw ol d* aßd- 
xrjoav 7tarteg % iyd di [iiv otFrj avlyvtav toZov kovra. 

Die Bedeutung scheint sich ziemlich deutlich aus dem Zusammenhang 

zu ergeben. Ficks (2, 229) Zusammenstellung mit lit vö'kti ,verstehen, 

merken 1 (vo'Jcin ,ich verstehe') bleibt beachtenswerth; darnach würde das 

anlautende a- das beraubende (dv-) sein, was durchaus wahrscheinlich ist 

dßdxri-q ,ruhig, sanft*. 

Sappho 72 (Bergk): dkkd zig ovx %iipi 7takiyxo%mv ogyav, dkk 3 äßd- 
xrjv rav <pgiv* ezw, wozu das Etym. M. erklärend sagt: dßaxrjv . . . avrl 
rov fjovxiov xai ngqov. — Dazu: äßaxlteod'ai ,ruhig sein, sanft sein; 
Anakr. 74 (Bergk): pejudd-rjxd o\ w Meylotr], rwv aßax&piiivuv , zu 
welcher letzteren Form das Etym. M. erläuternd sagt: dvxl %ov tüv fjov- 
%liav xai firj d-ogvß&öuiv. 



128 Griechische Etymologie. 

Hesych führt auf dßdxrjg' aßal;, a<pwvog, cnoitr^ög, wonach also neben . 
dßdxrjg auch ein aßaxr sprachlos, schweigend' existirt haben würde. In 
beiden Formen scheint neben dem beraubenden aV (d-) eine Verbalgrundform 
ßax- sich herauszustellen, die aber, wie doch mehrfach angenommen worden 
ist 7 schwerlich mit Feit- sprechen' : Finog ,Wortf (IL 1, 216) = altind. 
vdg-as- ,Wortf (BY. 4, 33, 5) übereinstimmen wird. Ob etwa an Zusammen- 
hang mit altind. vag : vagati ,er brüllt, er rauscht, er donnerf (BV. 5, 54, 2 : 
vagati IHtds ,Tritas brülltf) gedacht werden darf? 
dßäXe ,o wenn doch'! 

Kallim. Bruchst 455 : dßdXe ^d* dßoXrjaav. Agath. 78 (Anthol. 7, 583) 
beginnt: dßdXe fxrjd' iyivovro yd(ioi. Aemilian 3 (Anthol. 9, 218) beginnt: 
dßdXe %biheqIov fxe xwtixXvae xv/uara itovtov öetXaltjv. Epigr. adesp. (An- 
thoL 7, 699, 3): dßdXe firjTe ae xalvog Ideiv. — Hesych erklärt: aß die' 
otpeXov, e'i&e [rj d%Q£lov\ 

Eine wohl imperativische, übrigens noch unaufgeklärte, Form. Nach 
Herodian 1, 521 (Lentz) besteht sie aus zwei Theilen: . . . a ßdXe. dio 
yaQ ftigt] Xoyov eloi, und in der That begegnet in der selben Be- 
deutung vereinzelt auch ein kürzeres ßdXe, wie Alkman 26 (Bergk): 
ßdXe ötj ßdXe xrjQvXog eirjv. Ficks Muthmaassung (bei Bezzenb. 6, 212), 
dass ßdke aoristische Imperativform zu ßovXeo&cu ,wollen' sei, und da 
dieses eigentlich ,können, mögen' sei, die Bedeutung enthalte ,wollte doch 
(Gott) 4 oder vielmehr ,könnte es doch (sein'), halte ich nicht für gelungen. 
dßtXreQo-q ,einfältig, dumm'. 

Ar. Wolken 1201: w xaxodal(ioveg, %L xd&rjo& aßthegoc; Plat Phileb. 
48, 0: xaxov prjv avova xal fjv dtj Xiyofiev dßeXxiQav ej;iv. Alexis (bei 
Athen. 13, 562, B): oW dßiXteqog ov&* av&ig epupQwv (ist Eros). — Dazu 
aßekzeQia Hinfälligkeit, Dummheit'; Plat Symp. 189, D: iyw plv ydq 
Vit dßßXtsQiag $prjv deiv zdXrj&rj Xiyeiv. 

An Zusammensetzung des beraubenden dv- (d-) ,un-' mit dem compa- 
rativischen ßiXzeQo- jbesser' (II. 14, 81; 15, 511) ist nicht zu denken. Fick 
2, 248 denkt aber doch an Verwandtschaft mit ßiXzego-j setzt als erste 
Bedeutung ,unberathen', was doch zu deutsch gedacht ist und die Be- 
deutung von aßiXzeqog gar nicht trifft, und vergleicht insbesondere ßovlrj 
,Kath': letzteres aber bedeutet an erster Stelle ,Wunsch, Wille' (IL 1, 5) und 
erst darnach, wohl durch ,ausgesprochenen Wunsch oder Willen' vermittelt, 
,Bath'. Es mag hier genügen, noch ein paar vergleichbare Bildungen mit 
der ableitenden Suffixform b-qo anzuführen: dygozeQo-g ,auf dem Felde 
lebend, wild' (IL 2, 852; zu ayQo-g ,Acker, Feld', Seite 122), vvxzego-g 
,nächtlich' (Aesch. Prom. 797 ; zu vvxz- ,Nachf 11.1,47), vozeQo-g ,nass, 
feuchf (Eur. Alk. 598 ; zu vozo-g ,Südwind* IL 2, 395), xQaveQo-g ,kräftig' 
(IL 1, 178; zu xQazog- ,Kraftf IL 1, 509), dgooeQo-g ,bethaut, feuchf (Eur. 
HippoL 208 ; zu ÖQooo-g ,Thau' (Aesch. Agam. 336). — Zu beachten ist, 
dass für dßeXzeQta mehrfach auch dßeXztjQla geschrieben erscheint, so 
führt Suidas auf: dßiXztQog' dvorjzog, aovvezog, daneben aber aßeXzrjQia' 



Griechische Etymologie. 129 

17 afpQoavvTj rj avotjala und dazu citirt er aus Menandros: elg xovxo aßek- 
xrjgiag rjkaoev aitolg 6 vovg. 

dßoXieiv ^zusammentreffen, begegnend 

Kallim. Brachst 455: aßdke firjd' dß6ki)oav. Apoll. Bh. 2, 772 : log t 
dßokijGav Ar\%6t6yi xaxd vrjoov. Ap. Rh. 3, 1144: av&ig d* aßokrjoopev 
iv&dd* lovxeg. 

Offenbar dem schon bei Homer vorkommenden drxißokieiv ,begegnen' 
(11.11,809: ev&a ßoi EvQvnvkog ßeßktjfiivog dvxeßokrjoev) nachgebildet 
Als zunächst zu Grunde liegend ist ein * a-ßoko-g zusammentreffend' mit 
q- ,das selbe', dann ,mitf (siehe Seite 2) als erstem Theile zu denken. 
Der Schlusstheil gehört zu ßdk-keiv ,werfen' (IL 1, 245: ßdke ,er warf), 
das mehrfach auch intransitiv (Thuk. 7, 25 : ifi-ßdkkovxeg einfallend, ein- 
dringend') gebraucht erscheint 

äßoXo-q ,der die Zähne noch nicht gewechselt hat', von Pferden und Eseln. 

Plat leg. 8, 834, C: fiovirtnoig dh a&ka xi&evxeg, rnakoig xe dßokoig 
xal xekelwv xe xal dßokwv xolg fiiootg xal aixolg dtj xolg xikog fyovoi. 
Arist h. a. 6, 154: dto xal kiyovot yvwpyv (,Alterskennzeichen') e%ei,v, Sxav 
aßokog fj' oxav dh ßeßkrjxwg, ovx %%eiv. Bekk. an. 322: aßokog' oidinu) 
e%<av xi inl xwv ddovxwv yvcigiafia. 

Zusammengesetzt aus av- (a-) ,un'- (siehe später) und ßdko-g ,das 
Werfen* (Pollux 7, 204), dann insbesondere das ,Auswerfen oder ,Wechseln' 
der Zähne' (Arist 6, 154: axfid^ei dh xal 'liznog xal ripLovog pexa xovg 
ßokovg. 6, 163: ftexa xov ngunov ßdkov). Auch das dem letzteren zu 
Grunde liegende ßdk-keiv ,werfen' (IL 1, 245: ßdke ,er warf) kommt in 
der Bedeutung des ,Auswerfens, Wechseins 4 der Zähne vor, wie Arist hist 
an. 6, 150: exei phv ovv (nämlich %nnog) odovxag xexxaodxovxa, ßdkkei 
dh xovg fdhv ngwxovg xixxaoag XQiaxovxdfzrjvog. 
äßoXo-q ,Mantel ( . 

Aman peripl. Eiythr. S. 4 : ngoxwgei dh elg xovg xorcovg xovxovg Ifidr 
xta ßagßagixd ayvaqta xd h Alyvnxiji yivopeva, 'Aooivorjxixal oxokal 
xal aßokoi vo&oi %QD)\idxwoi xal kivxia xal dixQoaoia xal ki&lag vakrjg 
nkeiova yivrj. 

Da dfiupi-ßdkketv ,umwerfen' mehrfach von Gewändern (wie Od. 6, 178: 
66g dh Podxog dpyißakäo&ai oder IL 24, 588 : d(xq>l di fuv (paoog xakov 
ßdkov rjdh x^diva) gebraucht worden ist, hat man wohl auch für aßokog 
an entsprechende Grundlage gedacht, aber d- heisst nicht ,um' und wird 
schwerlich aus dfiyi ,um' verstümmelt sein. Vielleicht ist das Wort aus 
der Fremde entlehnt 
dßvQtdxrij eine scharfe Brühe, aus verschiedenen Zuthaten bereitet. 

Alexis (bei Athen. 3, 124, A): Inl xaig dßvoxdxaioi d* txßax%evonev. 
Aus Menander (Meineke Seite 95) führt es Suidas an und bemerkt er- 
klärend dazu: dßvQtdxrj' vnoxgi^jua ßaoßaoixov, xaxaoxevaCpiievov did 
ngdawv xal xctgddfuiov xal goidg xrfxxüw, xal ixigtov xoiovxwv. Aus 

Leo Meyer, Griechisch© Etymologie. 9 



130 Griechische Etymologie. 

Theopomp führt Suidas noch an: r£ei 61 Mrjdwv yalav, $v&a xagddficjv 
nXeloxwv reo lux a.1 xal Ttgdowv dßvgxdxrj. 

Offenbar ungriechisch und wahrscheinlich persisch. Vergleichbare Bil- 
dungen sind: Qadivdxrj, persischer Name eines schwarzen Erdöls (Hdt 6, 
118), dxivdxrjg , eine persische Benennung des Schwertes (siehe Seite 42), 
auch ircnaxt] ,skythischer Pf erdekäse' (Aesch. Brachst 198: dXV i7t7tdxijg 
ßgwxf t geg evvofioi, JSxv&at). 
äßqaplö- (aßga tilg), .ein See- und Nilfisch. 

Opp. Hai. 1, 244: xaixldBg av, &glooai xe, xal dßgapiLdeg qtogiovrai. 
Bei Athenäos (7, 312, B: aßgapig) unter Nilfischen (Neitäoi . . . fy&veg 
aufgeführt 

Dunkeln Ursprungs, vielleicht fremd. 
äßQö-$ ,weich, zart, angenehm', ,weichlich, üppig, schwelgerisch'. 

Theogn. 474: ov icäoag vvxrag ylvexai aßga rta&elv. Theogn. 722: 
yaoxgi re xal nXevgalg xal noalv aßga na&elv. Bei Pindar achtmal, 
nämlich: Brachst. 2, 1 (Bergk): 6 d* l&iXwv te xat dvvdpevog aßga näo- 
%uv. Ol. 6, 55: ßeßgeyfiivog aßgbv Gcofia. Nem. 5, 26: aßga Kgq&etg 
€ l7t7cokiTa ,Kretheus' zarte Tochter'; Isthm. 7, 65: aßgbv . . . nkextxu) 
fit galvag oxicpavov. Isthm. 1, 50: og . . . agrjrai xvdog aßgov. Ol. 5, 7: 
%lv Sk xvdog aßgov vixdoacg dvi&ijxe. Nem. 7, 32 : vifia dk ylyvevat, wv 
&ebg aßgbv av%ei Xoyov xe&vaxoxwv ßoa&oov. Pyth. 3, 110: sl 64 fioc 
Ttloirov d-ebg aßgbv 6gi%ai. Aesch. Brachst 306: zUdiav te nXoxaiiog 
wave rtag&ivoig aßgalg. Hdt 4, 104: *Ayddvgooi dh aßgoxaxot, avögeg elol 
xal xgvooyogoi %a [idliora. 

Etymologisch dunkel und auch seiner Grandbedeutung nach schwer 
bestimmbar. Man hat als die letztere »schwellend' vermuthet Den von 
Fick (2, 20) angenommenen Zusammenhang mit ebriu-s ,tranken', über- 
reichlich versehen' (Naev. 120: rm egomet mecutn cassäbundum vre ebriwn\ 
Plaut Cas. 747: facite cenam mihi ut ebria sit) halte ich nicht für 
wahrscheinlich; er constrairt Verbalgrandformen ar/?- und ab- ,schwellen'. 
Vergleichbare adjectivische Formen auf go wurden schon unter axgo-g 
,spitz auslaufend, höchst, äusserst, in der Höhe oder am Ende befindlich' 
(Seite 57) aufgeführt; hier seien noch zugefügt: Xdßgo-g ,heftig, gewaltig' 
(11.2,148), veßgo-g ,Hirschkalb' (II. 8, 248), Xißgo-g ,dunkel' (Hesych: 
Xißgov' oxoreivov, fiiXav). 
dßQord^eiv (aus -xdyjsiv) ^verfehlen'. 

Nur II. 1 0, 65 : av&i piveiv, [irj ntag dßgoxd&pev dXXrjXoißcv ig%Ofxivo). 

Vergleichbare Bildungen scheinen ßaoxaCeiv ,tragen' (aber Od. 21, 405: 
ißdoraoe ,er trag*; doch ßdoxayua ,Lasf, Eur. Schutzfl. 767), vvaxaCßiv 
,nicken, schlafen' (aber Asklepiad. 3 in Anthol. 12, 135: Ivvoxaot ,er 
schlief'; doch woxaxx^g ,der Schlaf' Ar. Wesp. 12), iXxvoxdCeiv ,ziehen, 
schleifen' (II. 23, 187), FginxaCfiiv ,hinundherwerfen' (IL 14, 257), dyvgrd- 
tetv ,einsammeln' (Od 19, 284). Nächster Zusammenhang scheint zu be- 
stehen mit ajuagxdvecv fehlen, nicht treffen' (IL 10,372: iyxog dqyijxe, fe- 



Griechische Etymologie. 131 

xatv <T r^ägxave cpwrcg), dessen inneres r ohne Zweifel ein altes partici- 
pielles ist Die zugehörige Aoristfonn rmßgotov ,ich fehlte' (Od. 21, 425: 
ovdi ri tov axonov tjfißgorov. Od. 22, 154: avrog iyco roöe y 9 rmßgoxov) 
entstand in Folge von Umstellung des g (LM. Gramm. 1, 494) und ebenso 
scheint es mit aßgoxaCetv der Fall gewesen zu sein. Darin müsste dann 
aber noch der Nasal der ersten Silbe eingebüsst sein. 
äßQoro-g ,un8terblich, heilig' (?). 

Nur II. 14, 78: elg o xev ek&j} vv% aßgorrj. 

Wenn die soeben ausgesprochene Vermuthung, dass aßgoxa&iv ver- 
fehlen' aus *&iißgo%a"Ceiv hervorgegangen sei, nicht unrichtig ist, so könnte 
man darin wohl eine Stütze für die altüberlieferte Anschauung finden, 
dass aßgoxog auch in Folge von Einbusse des Nasals vor dem ß aus 
apßgoxog ^unsterblich' (siehe später) entstanden sei. Sie bleibt aber doch 
sehr bedenklich (wie weiterhin auch noch unter afiq>lßgoxo-g 7 einem 
dunkeln Beiworte des Schildes, hervorgehoben werden wird) und kann 
auch nicht dadurch als erwiesen gelten, dass sowohl apßgozo-g als na- 
mentlich das daraus abgeleitete äfxßgoaio-g (aus *ai*ßgo%-io-) ,unsterblich' 
auch in Verbindung mit ri/£ ,Nachtf vorkommen, so: Od. 11, 330: 7tg)v 
yag xev xal vi% qt&ix* a/dßgoxog. — IL 2, 57: afißgoolrjv dia vvxxa. II. 
10, 41; 10, 142; 24, 363; Od. 9, 404 und Od. 15, 8: vvxxa öV d^ßgoairjy. 
Od. 4, 429 — 5, 574: Inl * fjlv&ev afißgoalrj vv$. Od. 7, 283: in\ <f 
a/Ltßgoalri vvl; rjX&ev. — Unsicher überliefert ist ein a-ßgoxo-g in der 
Bedeutung ^menschenleer* , das als aus av- («-) ,un'- (siehe später) und 
ßgoxo-g ^Sterblicher, Mensch' (IL 3, 223) zusammengesetzt gedacht wurde, 
auf das auch Hesychs Anführung Sßgoxov' anav^gtanov hinweist, bei 
Aeschylos (Prom. 2): die gemeine Lesart aber ist hier aßaxov (statt aßgo- 
xov) elg igrjfilav ,in unbetretene Einöde'. 
dßQörovo-v ,Aberraute, Eberwurz, Stabwurz'. 

Theophr. h. pl. 1, 9, 4 zählt es auf unter immergrünen Kräutern {ael- 
(pvXXa), handelt etwas eingehender von ihm 6, 7, 3 : aßgoxovov di fiäkXov 
oltco QiCflg xal nagaanadog ßkaoxdvei rj and anig/uaxog. Nikand. al. 46 : 
ovv öh xal aßgoxovoio xa/Aov ano xavkea &apvov rj %loegov ngaoioio. 
Dioskorides spricht von ihm 3, 26, unterscheidet ein weibliches (dijXv, 
&a[ivog devdgoeiöqg , vttokevxog, qtvXkoig Xenxoaxidiatv äoneg oeglqtov 
negl xd xXwvia, rtXrjgeg av&ovg ht axgov %%ov xogvfißwdeg xQMoeidig) 
und ein männliches (xo dk %xegov aggev xakelxai, xXrjfAaxwdeg, Xeitxoxag- 
(pov, wg aipiv&iov). 

Etymologisch nicht verständlich. Ob der Zusammenklang des ersten 
Theiles mit aßgo-g ,weich, zart, angenehm', ,weichlich, üppig, schwelgerisch' 
(Seite 130) nur ein zufälliger ist? Bezüglich des Schlusstheiles ist schwer- 
lich an Zusammenhang mit Zusammensetzungen wie ßagv-xovog ,straff 
gespannt* (Ken. Jagd 5, 30), ßga%v-%ovog ,kurzgespannt, mit kurzer Schuss- 
weite' (Plut Marceil. 15) und ähnlichen zu denken. 
äßqä ,Liebling8Sclavin, Zofe'. 

9* 



132 Griechische Etymologie. 

Menander (Meineke, Seite 25): (p^rjvj el %b xQvaiov kaßoi 6 yigu>v y &€- 
g anaiv av ev&vg rjyogaaftivrjv aßQav $oeo&ai. Dazu giebt Suidas die Er- 
klärung: afiQa, ovxe ankwg &€Qanatva, ovie i] evpogtpog deganatva Xi- 
yevai, akV olxorgixp yvvaixbg xoqtj xat Mvrifiog, ehe olxoyevrjg eixe /uij. 
— Lucian de merc. cond. 39: rfjg yvvaixog aßQav naQ&ivov yiQiav avi t g 
diay&sLgeig. 

Scheint die weibliche Form zu aßgo-g , weich, zart, angenehm' Reich- 
lich, üppig, schwelgerisch' (Seite 130), erwiesen aber ist die Bedeutung» 
entwicklung nicht Man hat gemeint sie wahrscheinlich zu machen durch 
den Hinweis auf lat delicäta ,Iieblingssclavin' (Orelli Inschr. 2802), eigent- 
lich ,die reizende, üppige' (Plaut Bud. 465: set ubi tü's delicäta?), neben 
dem auch delicätus für ,Iieblingssclave, Kammerdiener' (Orelli Inschr. 2803) 
gebraucht wurde. Es begegnet auch die Schreibung SßQa (Bekk. an. 322 : 
aßga m fj ovvTQO<pog xat /taget %elQa &€ganatva. Vielleicht ist das Wort 
gar nicht griechischen Ursprungs. 
äßqoy^ax- (aßQwpa), ein Frauenkleid. 

Hesych: aßgojfxa' arokr^g yvvaixeiag eldog. 

Man darf aßgwpa als bessere Form vermuthen, da ayaßgtotia, ein me- 
garisches Frauenkleid, offenbar unmittelbar dazu gehört Letzteres be- 
spricht Plutarch (mor. 295, A: vi vb xakovftevov V7tb Meyagiwv a<pa- 
ßQWfia;), glaubt es von dem Namen einer aus Böotien stammenden Eöniginn 
'Aßgwvri ableiten zu dürfen. Wie xQvowiia ,Ooldarbeif (Eur. Ion 1430) 
auf xQvaoeiv ,yergolden' (Hdt 2, 132) und zum Beispiel xou^w^a ,Schmuck, 
Putz' (Luk. hist scr. 8) auf xopuouv ,schmücken' (Suidas : xoftfiovo&ai • xak- 
kwnl&o&ai negiigywg xal yvvaixwdcSg , ovrwg Evrcokig) zurückführt, so 
weist aßgwfia auf ein muthmaassliches *aßgoeiv ^angenehm machen, 
schmücken', das ebenso wie aßgvvetv ,putzen' (Aesch. Agam. 919: urj yv- 
vaixog hv vgonoug i/uh aßgvve. Leonid. 3 in Anthol. 6, 281: xovgrjv . . . 
xelg ifiivaiov xelg yafjtov aßQvvatg, wo aber Dübner in adgvvatg ändert; 
Philostrat Vit Soph. 2, 3: vr\v hodipa ijßgvve) ausging von aßgo-g ,weich, 
zart, angenehm' (Seite 130). 
dßQlS, ,schlaflos, wach'. 

Hesych: aßgll; 9 lygj]yogü}g. — Vermuthungsweise haben es einige Eur. 
Bhes. 730 gelesen, wo aber Nauck nach dem Vorgang Anderer giebt: 
oiya nag, vq>i£\ 

Gehört in die Beihe der unter a/ra£ ,einmal' (Seite 59) aufgezählten 
Adverbia auf g. In dem anlautenden a- sieht man wohl nicht mit Un- 
recht das beraubende aV ,un-' (siehe später) und in dem Schlusstheil des 
Wortes die Verbalgrundform ßQiy- ,einschlafen, schlafen' (IL 4, 223: h&' 
ovx av ßglCovva ßlöoig IdyapifAVova. Aesch. Choeph. 897: fxaaxbv, ngog 
<£* av nokka drj ßgitiov a/na ovkoiatv ib'j/uekBag evvgacpkg yaka). 
aßke(ii<$- ,kraftlos, schwach'. 

Nikand. aL82: aßkepkg r\ yag xelvo reiket ßagog. Longin. 29: ev&vg 
yaQ aßkepeg TtgoaniTixu (nämlich // 7caga<pgaoig). Hesych führt auf: 



Griechische Etymologie. 133 

aßtefiig' aa&evig und aßkefir t g m axoXfjiog, areQfvijg, nageifiivog, ol öh xa- 
xog. Suidaß: xal %a>v Xtctmjjv ol juhv dpekeig xal dßke/uelg xal vwd'Qol 
Ay&aQyoi xakovvrat. — Dazu das adverbielle dßle/niwg; Panyasis (bei 
Athen. 2, 36, D) : nlvwv aßlefiitog ,ohne sich massigen zu können'. — 

Gleichwie do&evig- ,kraftlos, schwach* (Pind. Pyth. 1, 55) aus dem be- 
raubenden dv- (a-) ,un'- (siehe später) und a&ivog ,Kraff (IL 2, 451) her- 
vorging, so entsprang aßlepig- aus jenem dv- (a-) ,un'- und einem sicher 
zu muthmaassenden *ßXiiiog- ,Kraft (?), Kraftgefühl 4 (?), das auch enthalten 
ist in taßXe^iiug ,mit grossem Kraftgefühl' (Hesych: Zaßkciiiwg' iieydlwg 
nenot&wg). Abgeleitet wurde aus *ßX4pog-, ganz wie zum Beispiel /*£- 
vealveiv, ,grollen' (11.15,104), ,heftig verlangen' (11.5,606) aus pivog- 
,Zorn' (II. 1, 103), ,heftiges Verlangen' (IL 13, 634), das verbale ßXepeai- 
vetv ,voll Kraftgefühl sein' (IL 8, 337; 9, 237; 12, 42; 17, 22; 17, 135; 20, 
36). Weiterer etymologischer Zusammenhang aber ist nicht klar. 
dßXrixQö-q ,schwach, sanft*. 

Bei Homer viermal, stets versbeginnend, nämlich IL 5, 337: axQrjv ov- 
raoe %UQa fierakfAevog o^ißc 66qFl dßXrjxQ^v (der Aphrodite); IL 8, 178: 
vr t 7cioi, dt czqcc dr { tdde zeixea furjxavoiovto dßXrjxQ 3 ovdevoöiOQa. Od. 
11, 135: &dvarog de xoi l£ &X6g avry dßXrjXQog fidXa xolog kXevoetai 
und fast ebenso Od. 23, 282. Auf die letztere Stelle deutet Aelian hist an. 
9,11: rbv de (nämlich &dvarov) ix xoi drjy/uarog xrjg dartidog nqdov 
ehai xal %va 'OprjQelwg etna) dßXrjxQov. Ap. Rh. 2, 205 : aß).rjxQ(p ö* litl 
xw/aari xixXix dvavdog. 

Da ein gleichbedeutendes ßXrjxQo-g (Pind. Brachst 130, 9; Alkäos Brachst 
16; Nik. Ther. 446; Ap. Rh. 4, 152; Qu. Sm. 2,182; TteQi-ßXrjxQog ,sehr 
schwach' Ap. Rh. 4, 619) zur Seite liegt, kann das anlautende a- nicht 
etwa das beraubende dv- ,un-' (siehe später) sein, sondern nur der vor 
consonantischen Verbindungen, wie zum Beispiel in dozaxvg ,Aehre' (IL 2, 
148; Hom. hymn. Dem. 454 und 456; Hdt 5, 92) neben ardxvg (IL 23, 
598; Hes. Werke 473; Hes. Schild 290; Aesch. Schutzfl. 761 ; Aesch. Pers. 
821) und sonst oft jünger entwickelte A-Vocal (LM. Gramm. 1 , 376). Als 
suffixales Element wird man -xqo- ansehen dürfen, ganz wie es beispiels- 
weise noch vorliegt in nevixQo-g ,arm' (Od. 3, 348), peXixQo-g ,honigsüss' 
(Theokr. 5, 95) und wohl auch in yXloxQo-g ,schleimig, zäh' (Pherekr. bei 
Athen. 11, 481, A; Ar. Ach. 452; Arist h. an. 3, 11); so löst sich als zu 
Grunde liegender Verbalstamm heraus ßXr)-. Das aber entspricht alt- 
indischem glä : glajati ,er fühlt sich erschöpft, kommt von Kräften, nimmt 
ab' (Mhbh.), ,er ist verdrossen, empfindet Unlusf , glä'-ni- Erschöpfung, 
Erschlaffung, Verdrossenheit 4 (Mhbh.), das sich auch noch weiter wird ver- 
folgen lassen. Wahrscheinlich hängt auch ags. cvelan ,sterben' und unser 
causales qvälen damit zusammen. 
aö : ävddveiv, alt ßad : ßavddveiv gefallen, angenehm sein'. 

IL 1, 24 — 378 : Alk' oix ^rgefldj] *Ayaiii\ivovi ßdvöave &vfiqi. IL 7, 407 : 
ifiol ö' hm-Pavddvu ovriog. IL 18, 510: dlxa di otpioi ßdvöave ßovkr r 



134 Griechische Etymologie. 

Od. 5, 153: Irtei ovxhi Fdvöave vutiqtrj. IL 24, 25: ev& y alkoig (ihv näaiv 
Ißdvdavev. 11.12,80: wg cpaxo Ilovlvddfiag, fade d* "Extoqi ftv&og dizr\- 
/uü)v. IL 14, 340: €?&' tofiev xelovxeg, inel vi rot evadev (aus *tFaöev) 
evvrj. IL 9, 173: xoiai dk näat ßeßadoza fiv&ov ißeinev. — Das anlau- 
tende / ist auch sonst erwiesen, wie durch Hesychs yaöelv (für ßadelv)' 
XctQloao&ai und inschriftlich durch das lokrische ßeßad^qoxa (bei Collitz 
2, 52, Zeile 39) ; dass vor ihm noch ein alter Zischlaut eingebüsst wurde, 
ergiebt sich aus den verwandten Sprachen. 

Lat die Causalform svädere ,angenehm machen, als angenehm darstellen, 
anrathen'. GaeciL 96: mihi sobrio dormitum ut eam qvisqvam svädet? 

Altind. svad (suad) : svädatai: ,er schmeckt gut', ,lässt sich wohl 

schmecken'; BV. 9, 74, 9: svädasva Indräja pavamäna pitdjai ,schmecke 
wohl dem Indras, du klarer (Saumas), zum Trinken'; BV. 2, 1, 14: tvdjä 
mdrtäsas suadantai äsutim ,durch dich (o Agnis) lassen sich die Menschen 
den Trank wohl schmecken'. — Die active Form svddati und die Causalform 
svaddjati bedeuten ,er macht wohlschmeckend'; BV. 10, 110, 10: svddantu 
havjdm mddhunä ghrtdina ,machet wohlschmeckend den Opfertrank mit 
Süssem, mit Fetf ; BV. 2, 4, 7: Agnis . . . atasd'ni ushndn . . . asvadajat 
nd blü'ma ,Agnis, Gebüsche verbrennend, machte gleichsam wohlschmeckend 
den Erdboden'. 

Die übrigen verwandten Sprachen enthalten wohl manche zugehörige 
Wörter, doch, wie es scheint, keine genau entsprechende Verbalformen. 
«d-eii? ,singen'. 

Hom. hymn. 34, 18: qdofiev dQxopevoi i.r\yovxtg x\ Aesch. Choeph. 1025: 
qdeiv exoiftog. 

Mit Zusammenziehung von aei zu p, wie zum Beispiel in £ß$ ,sie lässtf 
(IL 5, 256; aus iFdei), das aber kaum echt homerisch ist, und ähnlichen 
Formen, hervorgegangen aus altem deldeiv, älterem aßeiöeiv (Seite 23). 
Später, namentlich bei Attikern übliche Form. Aeschylos hat sie nur an 
der angeführten Stelle, daneben noch delöeiv Agam. 16 und 708; Pindar 
kennt sie nicht 
döä$eö&ai ,Jucken empfinden'. 

Hippokr.2,851 (Kühn): oxoxav de ödxvrjxai tag firjxQag yvvi] xai dkyirj xai 
ddd^rjxai. Hippokr. 2, 842: xai et %ig inayrjoei r(f daxxvkifß xai av&ig 
xdxtov %a%et xai döugexai xai xrjv xeqtakrjv dkyeei. Hesych bringt auch 
die active Form ddd^w xvrj&oftai. bu&v/ito. — Dazu: döayfxog ,das 
,Jucken'; Soph. Trach. 770: rjl^e <T oaxiwv ddaypbg dvxlonaaxog ,ein 
bis auf die Knochen dringendes Jucken' (Nauck); — döa%elv Rucken 
erregen, kratzen'; Aristoph. Bruchst 360: döaxei yaQ avxov xbv ayoq ', 
Lxkiyei x 1 deL 

Vom gleichbedeutenden ddd&o&at, das weiterhin noch besprochen 
werden wird, wohl nur dialektisch verschiedene Form und mit ihm wahr- 
scheinlich zu öW ,beis8en' (IL 18, 585: daxieiv) gehörig. 

Im anlautenden d könnte möglicher Weise der Best einer alten Bedu- 



Griechische Etymologie. 135 

plicationssilbe enthalten sein, ähnlich wie es oben in Bezug auf dyeigetv 
^zusammenbringen, versammeln' (Seite 111) vermuthet wurde.. Vielleicht 
aber hat sichs auch rein lautlich entwickelt, wie es zum Beispiel auch 
mit dem anlautenden 6 von odovx- ,Zahn' (IL 5, 74) neben lat, dent- und 
altind. ddnt- (KV. 10, 115, 2) der Fall sein wird. Bezüglich des Verhält- 
nisses vom § zu x Hessen sich etwa die Formen dle&uev ^abwehren' (IL 
3, 9) und das zugehörige aoristische dX-akxifiev (IL 19, 30) vergleichen. 
Besonders zu erwägen bleibt aber auch noch dda%elv ,Jucken erregen, 
kratzen', die einzige nah zugehörige Form mit frei zwischen Vocalen 
stehendem Guttural. Sollte sich darin etwa das % aus der Lautgruppe £ 
oder vielleicht auch aus noch älterem xr, wie in avxo-vvxt ,in der selben 
Nacht' (IL 8, 197) und sonstigen Formen neben vvxx- ,Nachtf (IL 1, 47; 
5, 23) entwickelt haben? 
dödiiavt- (ädapaQ) ,Stahl'; ein in Verbindung mit Gold vorkommendes 
Metall; später ,Diamantf. 

Homer hat es nur als Eigennamen, Ilias 12, 140; 13, 560; 759; 771; 
Hesiod aber bietet es sechsmal, nämlich Theog. 161: alxpa di rtoirjoaoa 
yivog 7cohov dädfiavxog xev^e fiiya ÖQi/tavov. Theog. 188: firjded #' dg 
xb TiQWtov dnoxfirj^ag dddftavxi. Schild 137: xvviijv ... ddd/xavxog. 
Schild 231: inl de %Xu)qov dddfiavxog ßaivovoiwv ld%eoxe odxog. Werke 
147: dddpavxog %%ov xQaxeQocpQova &vfiov. Theog. 239: EvQvßirjv x y 
dädfiavxog hl cpQeol dvpbv fyovaav. Pindar hat's an zwei Stellen, näm- 
lich Pyth. 4, 71: xig de xlvdvvog XQaxeQolg dddfiavrog drjoev akoig) und 
Brachst 123, 3: og (xy ttod-q* xvpalvexai, i§ dddfiavrog ij aiddgov xe%dk- 
xevxai fiikatvav xaoälav. — Plat Polit 303, E: fiexa dk xavxa leinet ai 
^vfifiefiiy/iiva xd £vyyevrj xov %qvoov xifua xal tzvq\ [iovov d<paiQexd, 
%aXxbg xal agyvQog, %axt <T oxe xal dddpag. — Theophr. Steine 18: er Mo 
di xi yivog toxi Xl&wv üorteo l£ evavxlotv neq>vx6g } dxavaxov okaig, 
av&Qaj; xaXoifxevog ... 19: o/noiov ydg XQOftov xivd xal xb xov ddd- 
(xavxog. 

Der Bildung nach entspricht am Genauesten dxdfiavx- ,nicht ermüdend' 
(II. 18, 209: *HFihov <T ctxdftavxa), dessen Schlusstheil auf xap- ,er- 
müden* (IL 19, 170: ovdi xi yvla nqlv xdfivei) zurückführt. Der Schluss- 
theil von d-dd(xavx- enthält die Verbalgrundform dop- mit ursprünglich 
ohne Zweifel intransitiver Bedeutung ^unterliegen, erliegen', wie sie noch 
im sogenannten passivischen zweiten Aorist entgegentritt, wie IL 7, 72: 
elg o xev . . avxol naget vrjval dauere oder IL 21, 383: Edv&oio dd/uij 
fiivog, so dass sich als erste Bedeutung für unser Wort ergiebt ,nicht er- 
liegend, nicht unterliegend'. Das entsprechende altind. dam zeigt die in- 
transitive Bedeutung noch in dem von BR. aus dem Qatapathabrfthmanam 
beigebrachten dämjata ,seid zahm, seid sanft*. Beich ausgebildet aber 
ist nur die causale Bedeutung ,erliegen machen, bezwingen', wie KV. 7, 
6, 4: damtfantam prtanjü'n ,die Feinde bezwingend', IL 5, 746: %yx°£ • • • 
xrp ddfivrjoiv axfyag drdoiov, IL 21, 401: alyida . . . ijv ovdk JiFbg dd\i- 



136 Griechische Etymologie. 

vrjoi x€Qawog. Mit Bezug auf Metalle scheint öap- nirgend gebraucht 
zu sein, wohl aber begegnet so das entsprechende lat domäre bisweilen, 
wie Plin. 36, 200: igni ferrum gignitur ac domätur und Plin. 33, 60: 
(aurum) prünae violentissimi ligni indomitum. Plin. 37, 57 spricht von 
der ungeheuren Härte des Diamants (adamäs) und sagt im Anschluss 
daran: unde et nömen interpretätiöne Graeeä indomita vis accepit. 
ddäQxri-q, ein Schwammgewächs an Schilf und Gräsern. 

Diosk. 5, 136 handelt von ihm, er sagt: 6 ök nQooayoQevopsvog ddag- 
xr\g ylvezai fih h TaXazia^ %azi dk warceg ircl7tayog vcpak/ivQl^iov, xa& y 
vyQwv xal zekfiaztodtov zonuiv iv §rjQaoia ifttyivo/ievog, xal neQutrryyv- 
ftevog xald/ioig xal %oQzaQloig. Galen giebt bei seiner Besprechung (de 
simpl. medicam. facult 11, 2, bei Kühn 12, Seite 370) einige abweichende 
Formen: ddaQxiov, ivioi de aQQevixwg adayxov, aXkot de &f]kvxuig ddaQ- 
xtjv xaXoioi. 

Ohne Zweifel ungriechischen Ursprungs. 
döisiv ,satt werden 1 . 

Nur zu entnehmen aus der Participform des Perfects, äJjjxot-, die fünf- 
mal bei Homer begegnet: IL 10, 312 « 399: xapdzy äärjxdzeg alvqi. IL 
10,471: oi <T evöov xafidza) aörpaozeg. IL 10,98: /di] zol fikv xafidrqt 
adfjxoreg t]dk xal vnvfp xotfirjatJvzai. Od. 12, 281 : og ßezaQOvg xafxdzto 
adrjxozag r}dh xal wzvit) ovx ißdag yalrjg Iftißrjfievai. — Eine scheinbar 
unmittelbar zugehörige Aoristform (Od. 1, 134: /tirj ^eivog dvirj&elg oqv- 
päyöq* dehtvip aö^aeiev ,dass er nicht Unlust empfinde 4 ) beruht wohl nur 
auf falscher Lesart an Stelle von aßrjdrjoeiev, das von Hesych (drjöijaai' 
xonidoai, xafiBlv) erläutert wird, sich unmittelbar an dtjdig- ,unangenehm, 
widrig' (Hdt 7, 101 : dtjöiazegov) anschliesst und mit ihm von dem ein- 
fachen rjdog- ,Vergnügen' (IL 1, 576 = Od. 18, 504: ovöi zi daizog lo&Mjg 
eaxai ßf;öog) ausging. — Eng an ddieiv schliesst sich offenbar adog- 
,Sättigung, Ueberdruss', nur 11.11,88: btü z 3 txoqiaaazo %eiQag zdpvwv 
divÖQea jnaxga, aöog zi fxiv Yxezo Övfitov. 

Das anlautende unionische gedehnte a von adqxoz- wird auf der per- 
f ectischen Beduplication (d + a-) beruhen , wodurch also der sonst nahe- 
liegende Gedanke an altes anlautendes / (IL 11, 88: fiaxgd ßddog?) ent- 
schieden abgewiesen werden würde. Oder dürfte man noch ein altes 
ßeßadqxoz-, wie es an allen fünf angeführten homerischen Stelleif metrisch 
möglich sein würde, vermuthen ? — Die gewöhnliche Annahme eines nahen 
verwandtschaftlichen Zusammenhangs mit a-etv (aus *od-eiv) ,sättigen' 
(Seite 3) wird in Bezug auf die Bedeutungsentwicklung gestützt durch 
die zu letzterem nah zugehörigen lat sa-tids und sa-tietds ,Sättigung, 
hinlängliche Menge* (Lucr. 5, 1391: haec animös ollis mulcebant atqveju- 
vdbant cum satiäte tibi), die nicht selten auch für ,Uebersättigung, Ueber- 
druss, Ekel' gebraucht werden, wie Afran. 325 : adeö ut te satids caperet 
töti familiae und Pacuv. 410: nee tuendi capere satietds polest. Die Bil- 
dung aber würde doch sehr vereinzelt stehen: es findet sich kein weiteres 



Griechische Etymologie. 137 

abgeleitetes Verb auf d-£eiv 7 aus dem sich eine Verbalgrundform so deut- 
lich herausschälen würde, wie bei der obigen Annahme aus a-d-ieiv. An 
einen etwaigen unmittelbaren Zusammenhang mit dem aus a-eiv ,sättigen' 
entsprungenen adverbiellen adrjv ,genug, reichlich' (siehe Seite 3 und 
139) aber kann man auch nicht wohl denken. Erwogen werden darf aber 
doch, dass die adverbiellen Bildungen auf öqv mehrfach neben solchen 
auf 8ov liegen , wie zum Beispiel ßddqv ,schreitend' (IL 13, 516) neben 
en-ßadov ,schreitend, zu Fuss' (IL 15, 505), und dass den letzteren zweifel- 
los Nominalformen auf 6o- zu Grunde liegen. Eine solche könnte doch 
möglicher Weise die Grundlage zu aöieiv gebildet haben. 

döiv» (adrjv) ,Drüse'. 

Hippokrates handelt in einem besonderen Buche (bei Kühn 1, 491 — 502) 
von den Drüsen {tcbqI aöivwv). Darin heisst es unter Anderem Seite 492: 
xrjv novkv eXrj xal voawäeg f\ $oij, ^vvzelvovoiv al aäiveg inl oq>ag rb 
akko oco/ua xal ovtcj nvgerog i^dnxetai xal aelQOvtcu xal cpXoywOtY al 
adiveg. 

Dunkler Herkunft Vergleichbare Bildungen mit suffixalem av bietet 
das Griechische nur wenige, wie av%iv- ,Hals' (IL 5, 161), Iq4v- junger 
Mann' bei den Spartiates (Hdt 9, 87), uiXiv- ,Arm' (Suidas: uttijv' 6 ßQa- 
xiwv) und die adjectivischen t4q€v- ,zartf (IL 3, 142) und clqobv- ,männlich' 
(IL 7, 315). — Fick l 4 , 363 vermuthet Zugehörigkeit zu altbulg. jendro 
,Kern, Hode' und altind. andd-m ,Ei, Hode' (Manu; Hit). 

ddeX<pe6-q ,Bruder*; spätere Form ddel<po-g (Aesch. Sieben 555; 1013; 
1029; Ag. 1193), kretisch ddektpiog (Inschr. Gortyn. 2, 21; 5, 14). 

Homer hat nur die Form ädelcpeog, zuerst IL 2, 409: Fecdee yaQ 
xaxa &v[idv ddeX<pedv dg Inovelzo. Statt des überlieferten Genetive d- 
deXcpeiov muss es an vier Stellen, wie schon Ahrens im Rheinischen Mu- 
seum (Neue Folge 2, 161 — 167) gezeigt, döeXyeoo heissen, so 11.5,21: 
ddefopeoo xrafiivoio. IL 6, 61 und 7, 120 — 13, 788: döeXcpeoo q>Qivag. 
Hesiod hat kein Beispiel, Pindar auch nur die Form döeXcpeo-g, so OL 
2, 49; Pyth. 10, 69; Nem. 7, 86; 10, 73, doch ist Isthm. 7, 35 in ddektpeoi- 
otv eoi einsilbig zu lesen und ebenso Nem. 7, 4 im weiblichen döeXcpedv 
,Schwester* «a. Ebenso Herodot, wie 1, 92: JJavtaXiiov r\v . . . KqoIoov 
de döefopeog ovx opofirjTQiog. Aus Aeschylos scheint hier mit der alten 
Form nur noch angeführt werden zu können Sieben 974 : nilag a e id ' ddeX- 
cpai ädelcpeujv. Als weibliche Form hat Aeschylos nur ddekrprj (Prom. 
798; Sieben 974; 1064; Choeph. 17). 

Altind. sd-garbhjars ,aus dem selben Mutterleibe (gdrbhars RV. l y 152, 3) 
geboren', ,Bruder* ( Vägasanaiji-samhitä). Vom altind. gärbha-s weicht das 
gleichbedeutende deXcpv-g nur im Suffix ab. 

In Bezug auf das Suffix eo mögen verglichen sein: öa-yoiveo-g ,blut- 
roth, rothgelb' (IL 18, 538; daneben: da-<poivog IL 2, 308; 10, 23 und 11, 
474), ev-telxeo-g ,mit guten Mauern versehen' (IL 1, 129; von tbI%oq- 



138 Griechische Etymologie. 

,Mauer' IL 6, 388) und auch noiv-divögeo-g ,baumreich' (Od. 4, 737). Das 
letztere enthält als Schlusstheil das Wort divÖQeo-v ,Baum f (IL 9,541; 11, 
88 und sonst; doch sind IL 3, 152: derögto) und Od. 19, 520: devögetov 
zweisilbig zu lesen), an dessen Stelle später divdgo v (schon Aesch. Eum. 
938 hat devdQo-nriiJLwv ,Bäume beschädigend') gebraucht wird. Wie in 
iv-TEcxeo-g, so scheint auch in ddeXcpeo-g, das schon früh als zusammen- 
gesetztes Wort erkannt ist, kein etwa selbständiges dekcpev- den Schluss- 
theil zu bilden, sondern keine andere Form als das weiblichgeschlechtige 
dehpv-s »Mutterleib* (Hippokr. 3, 17; Lykophr. 939; Pollux 2,221: dek- 
(pvvy dtp* tjq xcri döe'/.(pol ol Iv rfj avrjj tiffiQq ovoidweg) und jenes eo 
erst als jüngeres adjectivisches Suffix zugefügt zu sein. Als ersten Tb eil 
aber enthält a-düyto-g das häufige a- (aus sa~) ,das selbe' (Seite 1), so 
dass es also zunächst bedeutet ,dem selben Mutterleibe angehörig, dem 
selben Mutterleibe entstammend', ganz wie das vielleicht erst später ge- 
bildete ofid-dekcpo-g (Kallim. Brachst 168: Eivaztqv bfi*tdehpov ,die 
Schwester', nämlich des Ares). Die auf Grund solcher Entwicklung ihm 
ursprünglich anhaftende Beschränkung der Bedeutung auf ,Bruder als 
Sohn der selben Mutter' finden wir aber schon bei Homer durchbrochen. 
Das zeigen IL 13, 695 — 15, 334, wo Medon AXFavxog ddskcpeog heisst, 
während er doch IL 2, 727 und 728 als QiXrfog vod-og viog, %6v g I- 
T€xev € Prjvi] vn *Ortfjfi, bezeichnet wird. Als Gemahlin des Oileus, die 
wir ohne Zweifel auch als Aias 7 Mutter zu denken haben, wird Eriopis 
genannt (IL 13, 697: 'Egiuintdog, tjv fr* Vdevg). 
ddöv- (addv) ,Nachtigall'. 

Mosch. 3, 9: udoveg al TtvnivoioiV odvgofievai izoxi (fvkloig, . . . ay- 
yellare. — Dazu auch das gleichbedeutende adovld- (ddovlg). Mosch. 
3, 47: udovideg ndaal tb x^idoveg . . . Ixujxvov. 

Dialektische Form für drjdo-v, alt aßrjäov- (Seite 16), deren a und rj 
also dort zum gedehnten ä zusammenflössen. 
ddokiaxri-q jSchwätzer'. 

Ar. Wolken 1485: wg %a%iax* tft7cifA7tgdvai ttjv olxlav tvjv aöoXeax^v. 
Kephisodor (bei Athen. 8, 345, F) : ovd y öi/Jo<pdyog f ovd y däoUaxtjg. Plat. 
Theaet 195, B: deivov re . . . wg dlrj&wg xivdvvevec xal drjökg elvat 
dvijQ ddoUaxrjg. — Dazu aöokeoxlä ,Geschwätzigkeitf; Ar. Wölk. 1480: 
ovyyvtifiTjv %x B &(*ov fiagavorjoavrog adoXsoxiq, — und adoleax^lv 
,schwatzen'; Plat Phaed. 70 , C : dg ddoleoxw xal ov rcegl ngoorjxdvtwv 
rovg loyovg noioipai. 

Eine bezügliche Zusammensetzung, deren Schlusstheil offenbar Xiox^ 
ist, das bei Homer (Od. 18, 329) und Hesiod (Werke 493 und 501) in der 
Bedeutung ,Volksherberge' gebraucht ist, als unzweifelhaft ältere Bedeutung 
aber ,Gespräch' enthält, in der es zum Beispiel bei Herodot (2 , 32 und 9, 
71) und Euripides (Hippol. 384 und Iph. Aul. 1001) begegnet In ganz 
ähnlicher Bedeutungsentwicklung wird das gothische maihla- ,Marktf (ME. 
7, 4 für dyogd) ursprünglich auch ,Gespräch' gewesen sein, da noch mathl- 



Griechische Etymologie. 139 

jan ,reden' (Joh. 14, 30 für kateiv) daneben liegt Schwieriger ist über 
das ado- ein sicheres Urtheil abzugeben. Die oft wiederholte unmittelbare 
Zusammenstellung mit dem adverbiellen adrjv ,genug, reichlich* (II. 13, 
315; 19, 423 und Od. 5, 290 in Verbindung mit Formen des Wortes ikdäv; 
IL 5, 203, wo vereinzelt das anlautende & gedehnt erscheint, mit edftevai) 
bedarf keiner Widerlegung. Aber auch die Ansicht, dass das Substantiv 
adog- ,Sättigung, Ueberdruss' (Seite 1 36), das doch mit adrjv vielleicht ver- 
wandtschaftlich zusammenhängt, in jenem ado- enthalten sei, kann bei der 
verschiedenen Quantität ihrer anlautenden d nicht als berechtigt gelten. 
Da mag eine ganz andere Vermuthung ausgesprochen sein. Da das ge- 
dehnte a mehrfach aus d und rj zusammengezogen worden ist, wie zum 
Beispiel im eben (Seite 138) besprochenen dorischen adov- (aus drßov-) 
,Nachtigall' oder in zahlreichen conjunctivischen Verbalformen, wie cpoizq 
,er geht hin* (Ar. Wolken 938; aus qpoixdji\ so ist im ersten Theil unserer 
Zusammensetzung vielleicht das Adjectiv drjdig- ^unangenehm, widrig' (Hdt 
7, 101: dt]öiatBQov) enthalten, worauf sich als erste Bedeutung des Ganzen 
ergeben würde, ,dessen Gespräch unangenehm oder widrig ist*. Wie nahe 
diese Erklärung begrifflich liegt, zeigen die schon angeführten Platonischen 
(Theaetet 195, B) Worte: äeivov re . . . dg dkrj&iug xivdvvevec xori urjdeg 
ehai dvrjQ ddoliaxrjg und zum Beispiel auch ein Ausspruch des Demo- 
philos (bei Orelli 1, Seite 4) : ol adokiaxai, uansQ ai x^idoveg, t<£ ovv~ 
ex€l Ttjg Xakiäg vr)v r t dovriv rrjg opdlag dnoßakhovoi, der hier gebrauchte 
Ausdruck r)dovr) /Vergnügen, Annehmlichkeif hängt mit dem Schlusstheil 
von d-rjdig- unmittelbar zusammen. Zu bemerken bleibt dabei allerdings, 
dass in Zusammensetzungen wie dem angezogenen arjäig- ,unangenebm' 
oder dq&r^g ,ungewohnt* (Plat Lach. 194, A) und andern in der Regel die 
d und rj neben einander bestehen geblieben sind. Sollte die Regel in 
udo'kioxrig durchbrochen sein, weil sich dieses zu einem neuen etwa gar 
nicht mehr als zusammengesetzt gedachten Begriffe entwickelt hatte? 
ady-S Name des Unterweltgottes; dann ,Unterweltf. 

Aesch. Eum. 274 : fiiyag yao c 'Aidr]g iarlv einwog ßqotwv %veo&ex&o- 
vog. — Aesch. Prom. 1029: eig dvavyrjzov juokeiv ipdrjv. Aesch. Pers. 923: 
SiQ%<t . . (fdov odxTOQt TleQodv ,der den Hades mit Persern anfüllte'. 

Durch Zusammenziehung der Vocale a und i, ganz wie zum Beispiel 
in d$d- ,Fackel' (Ar. Plut 1194: dqdag) aus dato- (IL 18, 492: daßldwv) 
und andern Formen (LM. Gramm. 1, 542), aus dldrjg, wahrscheinlich altem 
aßldrjg (siehe "Aid- Seite 20), entstandene Form. 
äÖ7\v ,genug, reichlich'. 

Bei Homer viermal, nämlich IL 5, 203 : IVtttwv yeidofievog, (ätj poi det- 
olazo ipoQß^g . . . elFut&oreg idfAsvai adrjv (nur hier erscheint das an- 
lautende d gedehnt); IL 13, 315: oi fxiv adrjv llowot Kai kaavfxivov izxo- 
Xifioio. IL 19,423: ov krj^w tcqiv Towag adrjv lldaat nrokipoio. Od. 
5,290: dXV eri fiiv fxtv qyrjiju adrjv ilaav xaxorrjrog. — Dazu adrj- 
-<payog Reichlich essend, gehässig*; Soph. Phil. 313: ßoo*<ov vr)v adrjq>d- 



140 Griechische Etymologie. 

yov vooov. Theokr. 22, 115: Ttwg yaQ drj Jibg vtog adtjq>dyov ävöga xa- 
&elkev; 

Gehört zu einer Anzahl von Adverbien auf drjv, die, so weit sie bei 
Homer vorkommen, bei Kuhn (6, S. 296 und 297) von aörjv selbst abge- 
sehen vollständig aufgezählt sind. Der Bildung nach am ähnlichsten sieht 
ihm ßadrjv ,schreitend, schrittweise' (II. 13, 516). Wie aber dieses auf 
einer VerbaJgrundform ßa- ,losgehen, schreiten' (IL 1, 327: ßd-ttp ,sie 
gingen*), so beruht aörjv auf a- (aus acr-) ,sättigen' (Seite 3). — Da die 
Adverbien auf drjv ohne Zweifel alte Accusative weiblichgeschlechtiger 
Substantive auf örj sind, so kann wenig auffallen, dass in der angeführten 
Zusammen8etztung dörj-ydyog. deren Schlusstheil zu q>ayi(iev ,essen' (Od. 
10,386; 15,378) gehört, das erste Glied nicht mit dem Accusativzeichen 
erscheint 
döriiioveTv ,in Angst und Verlegenheit sein*. 

Xen. Hell. 4, 4, 3: ljot 9 iviovg xai rwy ov tv7ZTO(a£vcjv, vofxi^iwy d* dv- 
&qu)7züjv, ddr]fiovrjaaL tag xpv%ag iöovrsg rrjv doißeuxv. Plat Phaedr. 
251, D: ix d* dfxcpoxiQwv fiefiiyjuiviov ddrjfxovsi ze xfj dxonlq tov nd&ovg 
xai aTCOQOvoa hiTxq (nämlich rj tyv%rj). Plat Theaetet. 175, D: ihyyiwv 
T€ aq)* vifjqkov xQEfiaad'elg xai ßliftwv fietiwQog avw&ev vrto drj&elag 
ddtjpoveiv re xal anogtSv xal ßaQßagl^iov. 

Der Vergleich mit Bildungen wie evöaipovelv glücklich sein' (Soph. 
Ant 506; zu ev-öaipov- ,glücklich' Hes. Werk. 826), dfAvrjfiovelv ,unein- 
gedenk sein* (Eur. Or. 216; zu a-pvrjpov- ,uneingedenk' Pind. Isthm. 6, 17), 
dyvwßoveiv ,unverständig sein' (Xen. Hell. 1,7,33; zu a-yviopov- ,unver- 
ständig 4 Pind. Ol. 8, 60), daxrj^ovelv ,sich unanständig betragen' (Eur. Hek. 
407; zu a-oxqiiov- ,unanständig' Eur. Hei. 299), TtokvjtQayuovelv ,mit 
vielerlei Angelegenheiten beschäftigt sein', ,staatsgefährliche Neuerungen 
vorhaben' (Ar. Plut 913; Hdt 3, 15; zu Ttokv-rtQayfiov- ,mit vielerlei oder 
auch mit ungehörigen Dingen beschäftigt* (Ar. Vögel 471) führt auf ein 
adjectivisches *adrjf*ov- angstvoll, verlegen' als wahrscheinlich nächste 
Grundlage. Das aber mit Sicherheit weiter zu verfolgen, ist noch nicht 
gelungen. Ob das anlautende d- das beraubende dv- ,un-' ist? Oder dürfen 
Bildungen wie fidzrjfAov- ^streitbar' (IL 12, 247), Jtflijiiov- eifersüchtig, 
neidisch' (Od. 5, 118), aidrjpov- ,schamhaff (Xen. Lak. 2, 14), unmittelbar 
verglichen werden, so dass also dd- als verbale Grundlage anzusehen 
wäre? Oder sollte irgendwie ein Zusammenhang bestehen mit deldrmov- 
jfurchtsam' (IL 3, 56 ; Fick gestaltet es um in *didöetfAov-) und weiter also 
öiog- ,Furchf (IL 1, 515: dfiiog)? 
ddwvi-q ,Name eines Fisches. 

Elearchos (bei Athen. 8, 332, C) : 6 i^tixoirog l%\Hg, ov %vioi xakovoiv 
döuiviVy Tovvofia fihv e'ikrjqtc öid %6 noXXcnug tag dvanaiaeig e£<o %oi 
vyqov rtoulod'ai. 

Dunklen Ursprungs. 
dölavxo- {ddiavTov, auch ddlavTog), eine Wasserpflanze «Frauenhaar'. 



Griechische Etymologie. 141 

Theokr. 13, 41: tzsqi dk &Qva noXXd neqtvxrj . . . xXwqov t' adiavxov. 
Ael. hist an. 1, 35: gegen Behexung (ßaoxavla) gebrauchen ol dk inoneg 
%6 adiavxov, oneg ovv xai xaXXlxgixov xaXovoi xivsg. Diosk. 4, 134 
handelt eingehender von ihm. — Orph. Arg. 918: doqtodelog, xXvpevog xe 
xai evwdrjg ddlavrog. 

Zum Substantiv erhobenes d-dlavzo-g ,unbenetztf (Pind. Nem. 7, 73: og 
[nämlich axwv] i^irtefityev rtaXaiOfxdxvDV av%iva xai o&ivog adiavxov 
,ohne Seh weiss*) das auf diaiveiv ,benetzen' (II. 13, 30: ovd* vniveQ&e 
dialvero x<*Xxeog a%cjv) zurückführt Warum die Pflanze so bezeichnet 
wurde, ist nicht deutlich. 
adivö-s (Andere schreiben adivo-g). Der Bedeutung nach ganz unsicher. 

Bei Homer an 21 Stellen, mehrfach adverbiell gebraucht 11.2,87: 
r\v%E ßidv' iaoi juekioodwv ddivc cjv. IL 2, 469: tfvz€ pvidiav ddivdwv 
ßi&vea noXXd. Od. 1, 92 = 4, 320: pijX' ddivd oqyd&voi. Od. 23, 326: 
dg 2€igrjv(ov ddivdwv (Nauck schreibt aXidwv) qy&oyyov axovaev. IL 16, 
481: eßaX' %v&* ctQa xe cpQiveg %qxaxai dfitp 3 ddivov xfjg. Od. 19, 516: 
nvxival di \ioi dfiq> ' ddivov xfJQ d&iai fieXedwveg odvQopivrjv kfi&ovoiv. 
IL 18, 316 =» 23, 17; 22, 430 und 24, 747: ddivov l^ W « yoßoio. — Od. 
4,721: tjjct' ddivov yoßowoa pexrjvda Ih\veX6tceia. 11.24,510: o per 
ExxoQog dvdgocpovoio xXaV ddivd. Od. 16, 216: xXalov dk Xiyißwg, ddi~ 
vwxeqov rj T y olwvoL IL 18, 124: ddivd oxovaxfjoai kqtelrjv. IL 23, 225: 
ddvgexo . . . ddivd OTSva%Lt,wv. IL 24, 123: xov ye evQ* ddivd axevdxovxa. 
Od. 7, 274: elßa Inl o%edir\g ddivd OTevdxovra yiQeo&ai. Od. 24, 317: 
xoviv . . x£t;crTo xax xeyaXrjg 7toXiijg, ddivd axevaxl^wv. Od. 10, 413: 
ftoQug .... ddivov fivxwfievai dfnpi&ißovoiv fitjxiQag. IL 19, 314: ftvrj- 
odjuevog <T ddivwg dvevelxaxo (,seufzte auf') q>dv7]oev xe. — Hom. hymn. 
Dem. 67: xijg adivfjv o/r' axovaa . . . tSoxe ßia^opivrjg. Pind. Pyth. 2,53: 
ifik di XQedtv q>evyetv ddxog ddivov xaxayoqidv. Soph. Trach. 848 : rj nov 
adivwv %X(üQav xiyyei daxQvwv a%vav. — Ap. Bhod. 2, 240: ddivov <T eXe 
xydog exaoxov tjqioüjv. 3,616: xovqtjv d* ££ dxiwv däivog xaxeXtoqteev 
vnvog. 3, 1103: xai fiiv dxrjxe^ivrj ddivqi nQotsnxv^axo fiv&w. 3, 1205: 
qtctQog . . . aäivrjg \ivr\iiiiiov evvijg. 4, 1420: cäg (pdxo Xiaoofjievog ddivfi 
onl. 4, 1526: ddivfj fteQi&a/aßieg axrj. 

Etymologisch völlig dunkel. Adjective mit suffixalem i-vo, die unmittel- 
bar aus Verbalgrundformen hervorgegangen zu sein scheinen, sind über- 
haupt selten ; Homer hat noch nvxivo-g ,dichtgedrängt, dicht, fest* (IL 1 3, 
680; 4, 281; 11, 576; 2, 55) und §adivo-g oder wohl ßQadivo- ,beweglich< 
(IL 23, 583). Als Verbalgrundform löst sich ein d<J- (nicht etwa ßad-) 
heraus, für das noch kein weiterer Zusammenhang ermittelt ist 
ddevxts-j der Bedeutung nach nicht ganz verständlich, etwa ^unerfreulich'. 

Bei Homer 3 mal. Od. 4, 489: yßi %ig äXex y oXi&gqt ddevxii ßijg bei 
vrjßog. Od. 10,245: dyyeXlrjv ßBtaQwv igiwv xai ddevxia noTfiOV. Od. 
6,273: tcJv dXsßeivw q>r\[iiv ddevxia. Ap. Eh. 1, 1037: dg %bv oiofievov 
7t ov ddevxiog (dazu lautet die alte Erklärung ov Ttgoorjvovg, d/teoixviag, 



142 Griechische Etymologie. 

/vixQag. devxog yag rb ykvxv, o&ev xb nolvdevxrjg) exxo&ev axrjg elvai. 
Ap. Rh. 2, 390 : ev&a ydq vjufitv ovsuxq ddevxiog l£ aXbg eloiv oqtjxov. 

Offenbar zusammengesetzt ans dem beraubenden dv- ,un'- (siehe später) 
und einem zu vermuth enden ungeschlechtigen * devxog-, das auch enthalten 
sein wird in 7coXvdevx£g- ,erfreulich* (?). Das letztere wird von Aelian 
(Thierk. 5, 38) als Lesart zu Od. 19, 521 {nokvöevxia (pwvrjv : nolvr^a cpu)- 
rrjy) angeführt, findet sich aber sonst noch Nik. ther. 209: ei <T Sv 
ixidrrjtooav idoig Ttolvdevxia (überliefert ist hier fast einstimmig noXv- 
ÖBQKia. Zu Ttokvdevxäa wird hier als alte Erklärung icvxqdv gegeben). 
fiOQ(pt']v und 625: fit) ov y* kXtxQvaoio Xirteiv noXvöevxiog (Dazu findet 
sich die alte Erklärung: noXvdevxiog dh xov yXvxiog, xov fjdvxdxov. dev- 
xog yag xb yXvxu tzag* jllxwXoig, o&ev ddevxrjg 6 nixgog) av&qv. 
Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht nachgewiesen. 
äööix' (addi£) 7 ein Oetreidemaass (Hultsch Metrologie Seite 275). 

Ar. Brachst 573 : dXqtixwv peXavaiv dddiya- Bekk. an. 342, 26 wird 
dazu als Erklärung gegeben: äddij;' (jiixgov xexgaxoivixov. 

Ohne Zweifel ungriechischer, vielleicht persischer Herkunft 
ädiiio- {dd(xwg)j ein Seefisch. 

Opp. Fischf. 3, 371 : adfuooi d' knl xvgxov 07cwgivbv bitXltpvxai olovlvov. 
3, 380 : aö^iioeg <T bgowrxeg fcaai xolXoio \iv%olo dygofiiivovg. 3, 396 : roter 
xeri aöfÄweg deiXol nd&ov. 

Dunkler Herkunft An vergleichbaren Bildungen bieten sich nur wenige 
wie dfiw-g ,Sclave* (IL 19, 333), ijgio-g ,der Tapfre' (IL 1, 4), ndxgcj-g 
,Vatersbrader< (Hdt 2, 133), nrjxgiü-g ,Mutterbrader< (IL 2, 662). 
döiioyXlr] ,Unwissenheif. 

Eallim. Brachst 339 : dd/moXli]. Suidas führt es an mit der Erklärung fj 
ayvoia und nennt daneben noch döfiwXeiv' dyvoeiv, rj dyvwfxoveiy , r\ 
dxtjötav und das adverbielle döpwXel' x w Q l $ ööXov rj dovXeiag. Hesych 
bietet adfiioXr] ' dnogla, bXiywgla, ayvota, fjOvxia. 

Als nächste Grundlage darf man wohl ein adjeetivisches * dd/uwXo-g 
,unwissend, nachlässig' (?) muthmaassen, das mit suffixalem Xo gebildet 
sich etwa zunächst mit apagxwXo-g ,sündhaff (Arißt Eth. Nik. 2, 9 : aftag- 
xwXoxegov) und %wXo-g ,vorigtägig, abgestanden' (Antiphan. bei Athen. 6, 
225, D) möchte vergleichen lassen. In dem anlautenden a wird wohl das 
beraubende aV ,un-* (siehe später) vorliegen, weitere Vermuthungen aber 
wagen wir nicht Ein sicher auch zugehöriges, doch etwas ferner ab- 
stehendes, doftoooei (aus *döfi6aaei?) führt Hesych auf mit den Erklä- 
rungen ydyvoeh dvanvet. 
ädQäyvri ,wilder Erdbeerbaum' (?). 

Theophr. h. pl. 1, 5, 2 nennt neben einander ddgdxvr], /ArjXia und xopa- 
Qog ,Erdbeerbaum', die in übereinstimmender Weise ihre Rinde abschälen 
(tot öi xori dg 7cegi7tl7txeiv). 

Nebenform zu avdgaxv^ das weiterhin noch genannt werden wird. 
döQdipa^vg oder ädQd<pa§i-q ,Zuckermelde, Gartenmelde, Burkhardskrauf. 



Griechische Etymologie. 143 

Pherekrates (bei Meineke 2, Seite 285): ädgacpa&v iipova\ eh y oxXal; 
xa&ijuivrj. Dazu giebt Bekk. an. 345, 10 die Erklärung: ddga(pa£vg m io 
Xaxavov, oneg ol noXXol dvdga<pa£vv xaXovot. — Hesych führt auf: ddgd- 
rpa^ig' Xdxavov aygiov. 

Nebenform zu digdcpa&g und drgdcpa^ig (Seite 98). 
ädQö-g herangewachsen, dick, stark'. 

Hdt 1, 17: oxutg phv e*ir} iv rf t yfj xagnog adgog. Hdt. 4, 180: i/cedv 
öi yvvatxl id rcaidiov aögov yivrjrai, ov/ucpoireovoi ig rojvro ol avdgeg 
zgirov firjvog. Hdt 4, 31: oaxig ayxo&ev %lova adgrv itlntovaav elde. 
Ar. Frösche 1099: aögog 6 noXefxog egxeTai. Hipp. 1, 374: xal t^J tccudi 
Xiogsei (nämlich ij yovrj), ircqv ddgog %jj y did vode xal t# icag&ivoj tcc 
xarafirjvia. Plat Staat 5, 466, E: rcgog ye a^ovai tüjv naldwv elg %bv 
noXtpov dooi ddgol. Theophr. h. pl. 8, 4, 5: iv piv tivi xomp ovrwg 
ddgov elval qpaai %bv airov, wäre Tcvgrjvog iXalag ftiye&og Xaftßdveiv. 
Theophr. 8, 11, 7: ddgoregov dh zq ugoooipei ,dem Ansehen nach dicker'. 

— Dazu gehören ddgoTrjr- (adgoxi[g) bei Spätem adgotrjT- ,das Heran- 
gewachsensein, Stärke, Fülle'; dreimal bei Homer: IL 16, 857 = 22, 363: 
iftoXrj . . • Xmovo* ädgotrjia xal 17/fyv und 24, 6 : üargoxXov rto&iuiv adoo- 
zrJTa t€ xal (divog rjv, an welchen Stellen aber nur dvdgojrJTa alt und fest 
überliefert ist; Athen. 10, 415, A: raig ovo odhtiy^i Oijfialvetv, vnb vrjg 
adooTTjtog xov rjx ov ro ^S orgarnirag tjvdyxaoe. Theophr. c. pL 4, 12, 1: 
xatd 6i Tqv excpvoiv xal ßXaOTTjoiv xal xrjv adgotrjza xal evxagniav. Kor. 
2,8,20: iv rjj adgörrjTi ravTfj ,Gabenfülle* (?). — adgoovvj] ,Ausgewachsen- 
heit, Dicke' ; Hes. Werke 473 : olöi xev ddgoovvrj ataxveg veuoiev 6ga&. 

Adjectivische Bildung durch suffixales go, wie aßgo-g ,weich, zart, an- 
genehm' (Seite 130) und zum Beispiel noch oqpodgog ,heftig, gewaltig' (Od. 
12, 124: ocpoögwg Üdar), (fatögog feuchtend' (Pind. Bruchst 109, 3), xv- 
ägog ^rühmlich, ruhmvoll' (IL 18, 184), ipudgug ,lügenhaft, falsch 4 (Lykophr. 
235; 1219). Die verbale Grundlage ist vielleicht die selbe wie die des 
seiner Bedeutung nach nicht deutlichen döivd-g oder aäivo-g (Seite 141). 

— Die aus drei homerischen Stellen (II. 16, 857 — 22, 363; 24, 6) ange- 
geführte Form dvdgovrjT- ,Mannheit, Männlichkeit' (?) über die W. Clemm 
im Rhein. Museum (Neue Folge 32, 463 — 474) eingehend aber ohne brauch- 
bares Resultat handelt, ist in hohem Grade bedenklich: sie ist metrisch 
ungeheuerlich, vereinigt sich schlecht mit qßij fugend, Jugendkraft' (IL 
16, 857 = 22, 363) und würde auch als von einer substantivischen Form 
(ctvög-otv ,Männer* (IL 1, 7) ausgegangen auffallend isolirt stehen. Homer 
hat an Bildungen auf tijt ausser aögorrj*- noch: drjßtoTrjT- ^Feindselig- 
keit, Kampf (11.3,20), %a%v%rp- ,Schnelligkeitf (IL 23,740), ßgadvnjt- 
,Langsamkeit' (IL 19, 411), noxi\%' ,Trank< (IL 11, 780), dad unmittelbar 
aus der Verbalgrundform (7*0- ,trinken' : Od. 22, 56 : hnti-ito-xai ,es ist 
ausgetrunken') hervorgegangen zu sein scheint, und mit anderer Betonung: 
yiXorrjT- ,Iiebe* (II. 3, 453), xaxbxrp- »Schlechtigkeit* (IL 3, 366), y&FoTijT- 
,Jugend' (IL 14, 86) und loxrjx- ,Wunsch, Wille 4 (IL 5, 874). 



144 Griechische Etymologie. 

ädQvo-v ,Boot aus Einern Baumstamm', bei den Kyprern; ,Pflock in der 
Pflugdeichsel'; — , Apfel', bei den Sikelern, ,Baumf nicht* überhaupt, bei 
den Attikern. 

Hesych: adgva' itXola fiovo^vXq. Kvrcgioi. Xiyovzai dl xal ot h zip 
agozgqp ozvXoi. 2ixeXol dk adgva Xiyovot, %d (irjXa. naget dl *Amxoig 
axgodgva. Unmittelbar vorher giebt Hesych noch: adgva 9 ot zvXoi ago- 
tqov, di wv 6 ioxoßoevg ag/uoCezat. 

Alte bezügliche Zusammensetzung, also ursprünglich adjectivische Bil- 
dung, die dann aber ungeschlechtig zum Substantiv erhoben wurde, ganz 
wie die den selben Schlusstheil enthaltenden sv-dgvo-v (,im Holze befind- 
lieh' =) ,Holzpflock am Pfluge' (Hes. Werke 469: evdgvov kXxovzwv tieod- 
ßcjy. Hesych giebt die Erklärung: tvdgvov xagdla divdgov. xal zo pi- 
oaßov. Bei Pollux 1,252 heisst es: elg zo zov tvyov zgvnrjina xegxida 
^vklvtjv €/.ißaX6vzeg 9 ij xaXelzai evdgvov) und axgo-dgvo-v ,ßaumfrucht' 
(Arist h. an. 8, 162: ort ovz y axgodgva ovr orcioya xqo vio $ jWeil weder 
Baum- noch Feldfrüchte lange dauernd sind'). Als erster Theil der 
Zusammensetzung löst sich a- ,eins, das selbe' (Seite 1) ab, im Schluss- 
theil ist dgv-g ,Baum' (II. 11, 494) enthalten, so dass sich also die Be- 
deutung ganz ähnlich entwickelte, wie in ftovo-!;vXo-g ,aus einem (IL 10, 
225 : novvo-g ,nur äiner, ein einzelner*) Holz (IL 23, 327 : £vXov) oder 
Stamm' (Xen. An. 5, 4, 11: nXola fiovo^vXa). — Ob Sdgvov ,Obst, Baum- 
frucht' etwa zunächst bedeutet ,dem selben Baum Angehöriges oder Ent- 
sprossenes'? 
ä$eö&cu , verdorren'; causal a£eiv ,dörren'. 

IL 4, 487 : aXyeigog ßojg . . . fj juiv % ' a^opivr] xeizai nozapolo nag * 
o%&ag. Hes. Theog. 99 : ei ydg zig xal nev&og ^wy veFoxrfiil &v(juji 
aXqzai xgadlrjv dxaxr\^evog. — Hes. Werke 587 : &4geog xafiazwdeog ägy 
. . . inel xeg>aXrjv xal yovvaza JSelgiog ixtet. Hes. Schild 397: oze ze %goa 
JSelgiog a%ei. Alkäos 39, 8: inel xal xeqpdXav xal yova 2elgiog atei. 
Nik. ther. 779; xal rjv fiiya Selgiog of^. — Dazu: a£« ,Trockenheif, 
,Schmutz', Od. 22, 184: (pigwv . . . zfj d' izigrj oäxog evgi yigov, nena- 
Xayuivov SCrj. Nik. Ther. 304: al d* inl yvloig oheiXai $rjywvzat, 
Ineiydpevai xQ°og <*£*) (Otto Schneider aber liest azrj). Opp. Jagd 1, 
134: iv dl &4gei xgeiw (pvyieiv qpXoyoeooav kvini\v a^rjv z* rjeXiov. 
3, 324: elooxev aCfjg yiXiog navaaizo. — d£aiveo&ai ,vertrocknen' : 
Hom. hymn. Aphrod. 270: ctXV oze xev drj fioiga nageaz^xj] &avdzoio, 
d^dvezai plv itgtZzov Inl x&ovl divdgea xaXd. Od. 11, 587: tdwg dno- 
Xioxez* dvaßgoxiv . . . xar-afyvaoxe dl dalfiwv ,ein Gott Hess es weg- 
trocknen'. — d£aXiog ,dürr': IL 11, 494: (ig <T bnoze nXrj&wv nozafiog 
. . . noXXdg dl dgvg dCaXiag . . . ioqjegezai. Od. 9, 234 : qpige d ' oßgipov 
ax&og vXtjg dtaXtrjg. Hes. Schild 153: oazia di aqii negl ßgivolo aanü- 
arjg JSeigiov dtaXioio xeXalvrj rcv&ezai aij). Ibyk. 1,9: qoowv rcaga 
Kvngidog ataXiaig ftaviaioiv. 
Vielleicht aus *ud-jeo&ar J doch fehlt ein bestimmterer Beweis für solche 



Griechische Etymologie. 145 

Entwicklung, also für eine Verbalgrundform ad-, Keks (2, 28) Annahme, 
dass lat arder e ,brennen' (Enn, trag. 51 : cum ardentibus taedis) aus asd 
entstanden sei und unmittelbar zugehöre, ist schon deshalb bedenklich, 
weil a&o&ai niemals ,brennen' heisst Etwaige Zugehörigkeit aber zu lat 
ärere (aus *dsere?) ,trocken sein' (Plaut rud. 534; Cato r. r. 76) wird sich 
auch schwerlich erweisen lassen. Die mehrfach wiederholte Behauptung, 
dass a&o&ai aus **aodeo&ai hervorgegangen sei, wird durch homerische 
Formen, wie Xtyoode ,ins Bett 1 (IL 3, 447 ; Od. 23, 294), ovddoöe ,auf den 
Boden' (IL 17, 457; Od. 10, 440), Qijßaode ,nach Thebae' (IL 23, 679) ,neben 
denen in fyaCe ,auf die Erde' (IL 12, 156; 17, 619) x<*t**& ,auf die Erde' 
(IL 3, 29; 4, 419), 9vQa& ,hinaus' (IL 16, 408; 18, 29), daß f gar nicht aus 
ad entstanden sein kann, deutlich genug widerlegt 
ä$eiv ,stöhnen, seufzen'. 

Soph. Brachst 893: a&iv. Entnommen aus Bekk. an. 348, 17: a£eiv m %6 
or&eiv. JSoqtoxlrjg. Hesych führt auf: äCeiv orevd&iv, jj bxrtvslv dia 
OTOfiarog. Bekk. an. 348, 18 bietet noch: a&iv. %b dia %ov o%6(ia%og 
d&Qoujg Ixrtvelv a%etv Xiyovoiv !A%%ixol, fu/AOvpevoi tov rjxov %ov rtvev- 
fiarog. ovtü) NtxoxaQig. 

Durch Zusammenziehung von a + a zu a entstanden aus ad&iv ,mit 
offnem Munde hauchen' (Seite 6). 
a$o-q ,Diener, Dienerin'. 

Athen. 6, 267, C: xalovvrai d* ol dovkoi, wg pkv KkefoaQxdg tprjOiv Iv 
ralg rkciaaaig, a%oi xal &BQarcovxeg xal dxokov&oi xal didxovoi xal 
VTtrjQirai . . . 24kevxog ö ' (nämlich qnjol xalelo&ai) a%ovg tag ^BQanalvag 
xal Tovg &BQa7tovrag. 

Wohl das selbe mit ao£o-g ,Diener, Opferdiener* (Seite 13). Zusammen- 
drängung von a + o zu ä ist dialektisch, wie im äolischen Genetiv Kqo- 
vlöä (aus -däo, Ahrens-Meister 1, 162.) 

<*S*ZX*S- (<*£*1XVS) unablässig' (?). 

Bei Homer 5 mal, nämlich IL 15, 25: kpi (T ovd' wg d-vfiov dvlrj dtrj- 
Xrjg odvvrj € H(>axi.4ßeog &etoio. 11.17, 741: dg plv %oio %rcitwv %e xal 
dvÖQwv al%\ir\idwv d^tjxfjg OQVfiayiog i7tr\iev lq%onhoiow. IL 4, 435 : oßug 
. . . a'tyjxeg (JLefiaxviat,. II. 15, 658: d%iffjkg yaQ opoxleov dXh'jXoioiv. Od. 
18,3: fierd <T titqsitB- yaax&Qi P&QYU Q&JxH q>ayifiev xal mifiev. — 
Hom. hymn. Dem. 468 : /Arjdi %e Utjv dtyjxeg fieviaive xaXaiveqtii KqovIwvu 
Ap. Rh. 2,99: dlV afivdig xoqivag d^qxiag ij<$£ atyvvvovg l&vg dva- 
üXOfievoi. 

Aus dem deutlich zusammengesetzten Wort läset sich, ganz wie zum 
Beispiel aus d%QBxig- ^untrüglich , zuverlässig' (Seite 98) ein * rgexog-, mit 
Sicherheit ein ungeschlechtiges * Ijjxog- entnehmen, daß aber ganz dunkel 
ist So lässt sich auch nicht entscheiden, ob in dem anlautenden a- das 
beraubende dv- ,un'- (siehe später) steckt oder etwa auch a- ,eins, das 
selbe', ,mif (Seite 1 und 2). Die Vermuthung (LM. Gramm. 1, 938), 
dass altind. jahvd ,schnell dahin schiessend, rasch strömend', ,eilend, rast- 

Leo Meyer, Griechische Etymologie. 10 



146 Griechische Etymologie. 

los, fortwährend thätig' unmittelbar zugehöre, wird sich schwerlich ver- 
teidigen lassen. 
ä%~ea&ai und &%-wG&ai ,betrübt sein 4 . 

Nur in präsentischen Formen begegnend. Vereinzelt Od. 18, 256«= 19, 
129: vvv d* axopai. Sonst begegnen nur die Bildungen mit präsentischem 
-vv y wie Od. 14, 170: rj yag dvnbv hl (mj&eooiv ifiolatv axwpcu. II. 
6, 524: %6 <T iftov xrJQ a%w%ai h &vfi(f. II. 1, 103: toloi d* aviorrj 
rJQCjg 'ArQeßldijQ . . . Idyafiifiviov a%vv^evog. Eine späte aoristische Miss- 
bildung der Anthologie (6, 343, 3 : deofitü h dxwv&ivri oidi](>i(p), auf die 
Veitch aufmerksam macht, ist von Dübner in axvvoevri umgeändert — 
Dazu: S%og- ,Betrübniss'; IL 8, 147: rod* alvov a%OQ xgadltjv xal %h>fiov 
Uävet. IL 16, 581: IlaxQoxhp <T Sq* a%og yiveto q>&i^ihov ßetaQoio. IL 
6, 412: ov yaQ H i akkrj %a%at &akrta>QT], . . . dkX* a%ea. IL 19, 125: xov 
<T a%og 6%v xaxa cpQiva tvxpe ßa&elav. II. 15, 591 — 18, 22: tov d' 
axeog v€q>iktj haXvxpe piXaiva. — Die participieUen dx^ovr- oder auch 
dxevovr- ,trauernd, betrübt; IL 2, 724: h&* o ye xel%* dxiwv. 11.9, 
612: pf} fioi i&yxeße dv/idv odvQopLBvog xal ixevtav. — dx*v-g ,Betrüb- 
niss'; Etym. M. S. 165, 1: d%vvg* fj Xvmj . . . olov rijg <T 6Xoq>vQO[4€Vf]Q 
apy* dxvvi eißerai ah&v. 

Die gewöhnliche Zusammenstellung (Curtius 190; Fick 2,8 — 10) mit 
altind. dnhas- ,Bedrängniss, Noth' (RV. 1, 42, 1 u. ö), griech. ayxetv zu- 
schnüren, würgen' (IL 3, 371 : ayx* && \iw tvoXvxcotoq Ifiag cnaXtjv vnb 
öeiQrjv), lat angere ,würgen', ängstigen' (Verg. Aen. 8, 260 : corripit in nö- 
dum conplexus et angit inhaerens; Plaut Epid. 3, 1, 6: absurde facis qoi 
angäs te animi), altir. agathar ,er fürchtet, goth. aggvurs ,eng* (Matth. 7, 
13; 14), agis- ,Furcht, Angst' (Mark. 4, 41), lit ankszta-s ,enge', aJtbulg. 
qziti ,beengen c , an deren Richtigkeit nicht zu zweifeln ist, bedarf bezüg- 
lich der Bedeutung doch noch weiterer Begründung. Enger an schliessen 
sich hier aber noch: 

goth. aglö ,Schmerz, Trübsal' (Böm. 9,2 für ddvvr}, Mk. 4, 17 für &XZ- 
ipig) und 

altind. agh&-m ,Noth, Uebel, Unheil, Schaden' (KV. 1, 166, 8), ,Sünde, 
Schuld', ,Schmerz, Leid' (in letzterer Bedeutung nur bei Lexikographen); 
aghd- ,böse, gefährlich' (KV. 1, 42, 2 : aghds vrkas ,böser Wolf). 

äyatvii °der äyatvri-q, eine Hirschart 

Arist h. an. 2, 65 : twv d ' iXdq>wv al d%atvat xaXovfisvat doxovaiv $xeiv 
h rjj xiQXifi %ohriv. Arist h. an. 9, 38: rjdrj <T eiXt]7trai axatvtjg iXacpog 
Inl xijv xegatüiv %%iov xittov tzoXvv netpvxota xXojqov. Etwas abweichende 
Formen sind: dxauvtj (Babr. 95, 87: rrjv dxaurrjv %neiaev), dxculvrjg 
(Phalaekos in Anthol. 6, 165, 2: xal axvXog d(iq>iioQov anxtdv axaitviw), 
dxauvii] (Ap. Bh. 4, 175: kXdtpoto . . r\v% dy^warai dxauvhjv xaXiovoiv. 
Opp. Kyn. 2, 426: xeQoeaaav dxaiivirjv). 

Wohl nach einer Oertlichkeit benannt Ein alter Erklärer sagt zu der 



Griechische Etymologie. 147 

aus Apollonios angeführten Stelle: *A%al<x iarl rrjg Kg^g noXig, iv jj 
ylvovrai a%auviai Xeyopevoi %Xacpoi. 

«Xönj-s ,Achatf. 

Theophr. de lapid. 31 : xaXog di Xl&og xal 6 dxavrjg 6 dnb %oi lä%d%ov 
TtoxafAOv %ov iv 2ixeXl<f. 

Da88 er nach dem gleichnamigen FIuss in Sicilien benannt sei, sagt 
auch Plinius 37, 139 : achätes in magna fwt auctöritäte, nunc in nullä 
est, reperta primum in Siciliä juxtä ftümen ejusdem nominis. 

dxaviq- (dy^av^g) ,weit geöffnet, weit ausgedehnt*; ,mit offenem Munde 
staunend'. 

Soph. Bruchßt 926 : dxctvig (aus Bekker an. 28, 27 : d%avig ■ to /ufj eyov 
ariytjv rj oQO<pov. iitl %ov Xaßvglv&ov. 2oq>oxXrjg). Arist.' Meteor. 1, 3, 10: 
ov Xrjyovotv rjdrj dia to oxl&o&ai eig d%avig al cacviveg. Plut Alex. 31 - 
(pcovrj avfÄfAefuypivr] . . . xa&aiteq l§ a%avovg 7ZQOorj%ei neXdyovg. Plut 
mor. 366, A. Zrjrovvteg iv ßteydXtp xal a%avei OTQatevfiati. Bianor (in 
AnthoL 9, 423, 6) : ig ßv&ov If d%avovg %ao(iavog tJQlrtere. — Hegesipp 
(bei Athen. 7, 290): 6 di naqaav nag ev&ewg 7tQog njv &vgav iarrj^et* 
axavr t g, 7tQ0O7teTtaTtakev(i4vog, aqxavog. Polyb. 11, 30, 2: [iheiv di nav- 
rag d%avelg, ixTtenXrfffiivovg. 

Zusammengesetzt aus a- ,mit* (Seite 2) und dem ungeschlechtigen 
xdvog- ^klaffende Oeffnung*, das von Pollux (2,97: xal xavog di naq 
avrolg — nämlich rolg xwftixoig — to orofia) angeführt wird und das 
sich unmittelbar anschliesst an %ctv- ,klaffen, sich öffnen (II. 4, 182: tote 
{toi %avoi evoelct %&ujv). 

d%avri f ein persisches Hohlmaass (Hultsch Metrologie S. 275). 

Ar. Acharn. 108; 109: dXX' d%dvag ode ye xqvoIov Xiyei. nolag agcr- 
vag. Plut. Arat. 6 : rag di xXlpaxag diaXvtdg ovoag iftßaXovteg elg axd- 
vag . . . 7tQOCL7tiotuXav. — Poll. 10, 164: 8iav fiiv iv *Ax<xQvevoiv eXni] 
*AQio%o(pavi\g a%avag XQvolov, to dyyeiov Xowg JJegaixov' %vioi di %r\v 
&€wqix?jv xlOTifjv ovxio xexXrjo&at vo[*l£ovoiv. 
Vermuthlich persischen Ursprungs. 

d%dQva-g (dxaQva, axaqvog, axaQvvig), ein nicht naher zu bestimmen- 
der Fisch. 

Arist h. an. 8, 124: novel...%ov di &ioovg 6 d%dQvag y xal ylvevat 
XeTZTog. 8, 30: dXX 3 ozav av£t]$woi (nämlich 61 xicpaXoi), tote xare- 
o&lovrai vtco %e %üv aXXwv Ix&vwv xal (idXiata vno tov dxctovov. — 
Eallias (bei Athen. 7, 286, B) nennt neben einander: iyxiXeia } xdoaßot, Xivevg, 
axaQvog (die Anführung bei Bekker an. 474 bietet die Form axaQvtig) 
oirtool. — Hesych führt auf dxaQva' eldog fy&vog. 

Hängt vielleicht zusammen mit dem Ortsnamen IdxaQvaL (Thuk. 2, 19; 
Pind. Nem. 2, 16). 

dxeQoiö- (alt wohl dxeQwfld-), Name eines nicht naher zu bestimmenden 
stattlichen Baumes. 

10* 



148 Griechische Etymologie. 

IL 13, 389 — 16, 482: rJQtfce <T tag fire rig öqvq iJQinev ij a%Bqu)F\q 
rjFh nixvg ßlw&QTJ. 

Dunkler Herkunft Als vergleichbare Bildung lässt sich rjQojid- ,Heldin' 
(Pind. Pyth. 11, 7: Irtlvofiov fjQündwv otqotov) nennen, die weibliche Form 
zu riQto-g ,Held* (II. 1, 4 u. ö.). Die mehrfach begegnende Annahme eines 
Zusammenhangs mit dem Namen des unterweltlichen Flusses 'AxiQovz- 
(Od. 10, 513) ist ohne allen Boden. 
äytQÖo-s, ein nicht näher zu bestimmender Dornstrauch; in der nach- 
homerischen Sprache soll es den ,wilden Birnbaum' bezeichnen. 

Od. 14, 10: fy $a (nämlich avkrjv ,den Hof) ovßobrrjg avtog del/uccro . . . 
xal i&Qlyxiooev ax^V ? m ^ Dornstrauch hoch einfiisste'. — Soph. Oed. 
Eol. 1596: dq? ov fiiaog axag %ov re QoqixIov rtergov xoiltjg %' &X*Q- 
dov. Alkaios Mityl. (in Anthol. 7, 536) : izviyotoaav axegdov, a7toozvq>ov- 
cav odiTiOv %eiXea xal diipei xagcpaXiov qtcQvya. Theokr. 24, 90: fooi- 
fiaoave . . . avifup dedovqpivov avov axegdov. 

Eine nicht recht durchsichtige Bildung. Das öo scheint suffixal zu sein, 
in d e r Beziehung aber lassen sich kaum andere Formen unmittelbar ver- 
gleichen. Oder sind x°QÖy ,Darm, Darmsaite' (Od. 21, 407) und xigüog- 
,Vortheil, Nutzen' (IL 10, 225) oder etwa auch xkddo-g ,Zweig* (Aesch. 
Eum. 43 ; Dativ oft xkadl, wie Ar. Lys. 632 ; Pluraldativ xlddeai Ar. Vögel 
239) vergleichbare Gebilde? Schwerlich aber voqöo-q ,Narde* (Diosk. 1, 6) 
und 7taQdo-g ,Panther* (Ael. hist an. 1, 31). Etymologisch verwandt ist 
wohl äxQad- (dxQag), ,wilde Birne, Holzbirne' (Ar. EkkL 355. — Bekker 
an. 475, 10: axQag* 6 xaQrcög <iijg dxiQdov), auch ,wilder Birnbaum' 
(Leonid. Tarent in Anthol. 9, 78 : axQada, ttjv xagrcolg rtarrove ßQi&ofiivrjv). 
aytfv- (axyv) ,dürftig, arm'. 

Theokr. 16, 33: dxflv &c TtctteQwv 7Z€vlr]v axnjfjiova xkaiwv. — Hesych 
bietet äxrjv anoQog und dxrjveg' 7tivTjT€g, weiter auch noch v}x*J v *S' xwoi. 
rtTwxol und aexjjveg' nivrpeg. — Dazu dxrjvla ,Dürftigkeit, Mangel; 
Aesch. Ag. 419 : Sfifidrwv d 3 h dxrjvlatg fygei nag 'AqtQodlta. Aesch. 
Choeph. 301: xal rtQog nUCßi XQW^ VÜ)V axflvta. 

Bezüglich des Suffixes lasst sich das adjectivische artrrjv- ,noch nicht 
flügge' (II. 9, 323 : dnzijoi veßooooloiv) am Nächsten vergleichen, während 
cxQoev- ,männlich' (IL 7, 315) und vegev- ,zartf (II. 4, 237) schon ferner 
stehen. Die gewöhnliche Zusammenstellung (Fick 2, 8; 9; Curt 191) mit 
lat egenus ,dürftig, entbehrend' (Lucr. 3, 1011: lücis egenus Tartarus) } 
egere ,darben, entbehren' (Enn. trag. 126; Caecil. 241), ind-igus ,bedürftig* 
(Lucr. 5, 223) ist wegen der anlautenden Vocale bedenklich. Dazu gesellt 
hat man auch armen, ni-az ,bedürftig, arm* (H. Möller bei Kuhn 24, 504) 
und altbaktr. az-dar ,begehrt, verlangt (Fick a. a. O.). 
dytiQ- (dxrig) ,Grind, Kopfausschlag'. 

Aristoph. (bei Bekker an. 474): ddaxel ydg avrov %bv d%wQa lxX£yerai 
(Meineke 2, 1120 will dafür mit Hinweis auf Hesychs a%oga m %a nlxvga. 
evcoi ök xgavlov lesen: %bv axoQ* kxkeyei t* del) bt %ov yeveiov vag no- 



Griechische Etymologie. 149 

klag. Galen. 14,313 (bei Kühn): d%wQeg ovvloxavxai itsqL xo rijgxeya- 
kijg diQfxa. (vvo/ActOTat, de ano tov ovpi7t%wfjia%og. kmcdg yaQ %%ei xava- 
TQfjoeig; di wv anoQQiet 1%wq ykioxQog. 

Vergleichbare Bildungen sind sehr selten, doch können als solche ge- 
nannt werden 1%wq ,Götterblut, dicke Flüssigkeit* (II. 5, 340 ; acc. l%u> IL 
5 7 416, wo aber Nauck fytoQ liest) und xikwQ ,Sohn* (Eur. Androm. 1033), 
dazu auch einige ungeschlechtige Wörter wie nikwQ ,Ungethüm' (Od. 4, 
428; 12, 87). Wie schon Benfey (1, 163; ebenso Fick 2, 4) annahm, be- 
ruht dxtiQ wohl auf demselben Grunde wie o%vqov ,Spreu' (Hdt 4, 72), 
von dem sogleich die Bede sein wird. Es darf dabei darauf hingewiesen 
sein, dass in nlxvqo-v die Bedeutungen ,Getraidehttlsen' (Hipp. 3, 678; 
Theokr. 2, 33) und Hautausschlag, Schorf (Diosk. 2, 144) sich zusammen- 
finden. 
dyvvero-q, von nicht verständlicher Bedeutung. 

Nikand. al. 174: d%vvetov 'itQeoev vöwq dqyiaxag. 

Als Schlusstheil des offenbar zusammengesetzten Wortes scheint sich 
eine participielle Form auf e-ro- zu ergeben, deren schon Seite 100 mehrere 
aufgeführt wurden, wie nokv-aLvEto-g ,sehr gelobt* (Eur. Herakl. 761) und 
av-evQero-g ,nicht aufzufinden 4 (Plat legg. 9, 874, A). So würde man auf 
das Verbum %vveiv geführt, eine späte Nebenform von xksiv ,giessen' (IL 
9, 15: *€/ei ,es giesstf; aoristisch IL 4, 526; %i-v%o ,es ergossen sich), für 
die Lobeck (Phryn. S. 726) mehrere Belege beigebracht hat Das könnte 
auf bereits von Anderen vermutheten Zusammenhang mit dem dunkeln 
vrjXVTo-g weisen, das auch in Verbindung mit vöwq (Ap. Rh. 3, 530 : <pdg- 
P a %> ° a * Tj7teiQog %b (pvu xal vrjxvvov vöwQ. Ausserdem begegnet es 
noch Ap. Rh. 4, 1365: oeioafitevog yvltav ano vi\%v%ov akprjv, Kallim. 
Brachst 313: niötka, %ä firj nvae vr\%v%og evQwg und sonst) vorkommt 
und dessen Schlusstheil ganz wie zum Beispiel der von nQuno-yvio-g 
querst ergossen' (Anthol. 6, 44 : ifinkrjoag otvov ngutoxiroio) und anderen 
ähnlichen Zusammensetzungen sich doch auch an jenes %keiv ,giessen' an- 
zuschließen scheint Wie sein erster Theil das verneinende yr\- (wie es zum 
Beispiel in vrjyQ€to-g } aus vt]-iyQero-g ,nicht erweckt* Od. 13, 80 enthalten 
ist) zu sein scheint, so drängt sich für dxvveto-g die Vermuthung einer 
Zusammensetzung mit dem beraubenden q- (dv-) ,un' als erstem Theil auf. 
Dabei ergiebt sich allerdings keine irgendwie verständliche (,nicht gegossen'? 
,ungegossen'?) Bedeutung. 
dxüviojt- (axvv(jj\p) 7 Name einer nicht genauer zu bestimmenden ähren- 
tragenden Pflanze. 

Nur Theophr. Pflanz. 7, 11, 2: otoxvcüÖt] ph ovv iotiv o %e axvvwxp vuo 
Ttvwv xakovfievog nkelovg exwv liiag h iavtqi. 

Etymologisch nicht verständlich. 
äyvQo-v ,Spreu, ausgedroschene Getreidehülsen'. 

Hdt 4, 72 : l&Xcvieg avzwv (nämlich der Pferde) zr\v xoikh\v xal xa- 
\HiQctyreg Ipmnkaoi d%i(j<av xal ovQQamovoi. Xen. Oek. 18, 2: i\v fiiv 



150 Griechische Etymologie. 



ßQccxvg fl 6 xakapog vov ofoov . . . xatw&ev av rifivoipi, Iva Ixava %a 
Sxvqcc fiäXXov ylyvr/Tai. Ar. Ach. 508 : rovg yctQ fieroixovg 5%vQa %(ov 
dordiv Uyw. — Dazu ixvQfiiy ,Spreuhaufen'; IL 5, 502: 8t i te gav&rj 
Jt]firjTr]Q xQlvrj irceiyof^ivwv avifiiov xaqnov te xal a%vag. al <T vno- 
kevxalvovtai axvQfuai. 

Ungeschleohtige Wörter mit der Suffixform v-qo sind sonst sehr selten, 
doch kann als solches htyvQo-v ,Pfand, Handgeld' (Hdt 2, 136; Ar. Plut 
451) genannt werden; als männlichgeschlechtiges bietet sich a$yvQo-g 
,Silber* (IL 5, 726). Da etymologischer Zusammenhang mit äxvt] ,Spreu £ , 
,Schaum' (IL 5, 499; 501; — 4, 426) nicht zu bezweifeln ist, darin aber 
offenbar das % ganz wie zum Beispiel in kixvog ,Leuchte y Lampe' (Od. 
19, 34) neben Xevxog feuchtend' (II. 14, 185) und sonst (LM. Gramm. 1, 467) 
unter Einfluss des nachbarlichen Nasals aus altem x hervorging, wie ins- 
besondere auch noch durch seinen nicht zu verkennenden Zusammenhang 
mit goth. ahana ,Spreu ( (Luk. 3, 17) und lat acus- ,Spreu* (Catoagr.cult 54,2) 
erwiesen wird, so wird auch für axvgov ein altes inneres x wahrscheinlich, 
also eine Verbalgrundform ah. Das wird dieselbe sein, die in ax-Qo-g ,spitz 
auslaufend, in der Höhe befindlich' (Seite 56) enthalten ist So scheint 
in axvQo-v die ,Spreu' als das ,oben befindliche' (der leichtere Theil des 
Getreides) benannt zu sein und ganz ähnlich war auch wohl die Bedeu- 
tungsentwicklung bei axütQ ,Grind, Kopfausschlag', von dessen wahrschein- 
lichem Zusammenhang mit axvgo-v Seite 149 die Bede war. Ob für das 
letztere die Entwicklung der Aspiration des Gutturals etwa mit dem nach- 
barlichen v zusammenhängt und ob a%wQ möglicher Weise aus *dxFviQ 
hervorging, mag weiterer Erwägung anheimgestellt bleiben. Das abgeleitete 
axvQ/uiT] weist zunächst auf eine aus oxvqo-v weiter gebildete Form *axvQpo- 
zurftck, die nicht sicher belegt ist, von Meineke (4, 629) aber in einem 
Komikerfragment an Stelle des überlieferten axvQov gemuthmaasst worden 
ist, und von der auch das adjectivische axvQfiio-g ,spreureich* (Arat 1096: 
afirJTq), prj ol xeveog xal dxiq^iog %l\hj) ausgegangen sein muss. 
&Y&-*6&ai ^belastet sein', ,betriibt sein, schmerzerfüllt sein, unwillig sein'. 

Od. 15, 457: vrjvg ffc^ero votai vieo&ai ,war befrachtet zur Heimkehr'. 
IL 5, 354: ax&opivijv odvvjjoi ,von Schmerzen beschwert*; IL 11, 274 = 
400: rix$ero yaq xtjq ,er war voll Schmerz'; Ar. EkkL 174: ax&opcu ök 
xal (piQU) %a trjg nolewg anavta ßaqiiog ngdyfLiata. — Dazu ax&og- 
,Lastf, ,Schmerz, Leid 4 ; IL 20, 247: oi/<T av vtjvg ixaro&yog ax&og agotto. 
Aesch. Sieben 649 : $xovoi noigav Xa%6vxeg . . diodotatv äx&£wv. 

Eine durch # erweiterte Verbalgrundform, wie es zum Beispiel rtirj&etv 
,voll sein' (IL 21, 218 : TtXr]d-et yag drj poi vexvwv. Dazu 7ckij9o-g ,Fülle, Menge' 
IL 17,330) ist neben izIt\- füllen (IL 17,499: aixrjg xal o&iveog ftkrjto ,wurde 
erfüllt)'. Die zu Grunde liegende einfachere Verbalgrundform aber scheint ag- 
-ec&at ,betrttbt sein' (Seite 146), da sich ihre Bedeutung mit der von ax&eo&ai, 
wenn auch nur in der abstracten Entwicklung, unmittelbar berührt Als ältere 
sinnlichere Bedeutung wird man die des ,Belastet8eins, Beschwertseins' wohl 



Griechische Etymologie. 151 

auch für o^eo&at vermuthen dürfen. Dafür würden auch noch goth. 
ag-lurs schwer* (Mark. 10, 24: hvaiva aglu est thaim hugjandam afar 
faxhau in thindangardja guthis galeithari) und us-ag-l-jan ,zur Last 
werden, zur Plage werden 4 (Luk. 18, 5: ibai und andi qtrimandei usagljai 
mis) sich anführen lassen. 
äyvri ,Spreu', ,Schaum'. 

II. 5, 499 — 501 : dg 6*' ave/xog ä%vaq qtoQiet leQag xcrr' aXtpdg avdgwv 
Xtxucirtwv, Sie re gav&rj JijurjTTiQ xqIvjj ineiyofxiywv dvifiiov xaQnov te 
xal cfavag. — IL 4, 426: x£/icr öaXdoorjg . . . arcofcrvet d* dXog cxvrjv. 
H. 11, 307: TQocpi xZfia xvXlvderai, vifjooe 8* äxvrj oxldvuTai. 

Altlat agna ,Halm der Aehre'; Paul, ex Fest 157, 39: pennatäs impen- 
nätäsqve agnäs, in salidri carmine sptcäs significat cum aristts; et alias 
sine aristts agnds noväs volunt intellegi. Wird aus älterem *acnä ent- 
standen sein und steht in nächstem Zusammenhange mit acus- (Cato r. r. 
54,2: acus fabäginum) und am- (Golum. 2, 10, 14: dürissimae qvidem 
acüs-) ,Getraidehülsen, Spreu'. 

Goth. ahana ,Spreu'; Luk. 3, 17: briggith kaum in bansta seinamma, 
ith ahana intandeith. 

Bildungen auf vrj begegnen im Griechischen sonst noch ziemlich häufig, 
wie fcaxvij ,Reif' (Od. 14, 476), Xd X vrj ,Wolle, wolliges Haar* (IL 2, 219; 
10, 134), aQttxvj] ,Spinne' (Aesch. Ag. 1492; ,Spinngewebe' bei Lukill in 
Anth. 11, 106), vizvrj ,Kunstfertigkeitf (IL 3, 61), oyx v n 7 Bim ^ (Od. 7, 120; 
,Birnbaum< Od. 7, 115), dd<pvrj ,Lorbeerbaum< (Od. 9, 183), Ccivrj ,Gürtel' 
(IL 14, 181) und andere. Im Üebrigen ist über die Etymologie von ofrvij 
schon unter Sxvqo-y ,Spreu' (Seite 150) gesprochen, wo beide Wörter auf 
eine Verbalgrundform ah, die ursprünglich ,scharf sein, spitz sein' (Seite 27) 
bedeutet, zurückgeführt wurden. Zu ihr gehört auch litt akötas ,Granne' 
(Fick2,4) und altpreuss. ackons ,Granne' (Kuhn-Schi. Beiträge 6, 125; 
7, 198). FEluge (Kuhn 26, 88) construirt für a%vri ein indogermanisches 
*ahhanä, das er nicht weiter erläutert 
dygäd- (dxQag) ,wilde Birne', ,wilder Birnbaum'. 

Ar. Ekkl. 355: vvv di uov d%Qag ng iyxXeloaa %%ei %d oirla. Diosk. 
1, 168: fj dk dxQctg eldog ioxiv ayqlaq cutlov, ßQadiwg Ttercaivouirrj. <JiS- 
vauiv dk $X€i 0%V7tTi%w%iqav aniov, o&ev TtQog ta avrd &q(a6£u % oxv- 
q>ei dk xal xa cpvXXa avrrjg. Bekk. an. 675, 10: a%Qag' 6 xaQnoq tfjg 
a%iQÖov. — Leonid. Tar. in AnthoL 9 , 78 : tirj ftifiipf] i* dnirtuqov del 
&dXXovaav ondQijv dxQdda, %rjv xaQrcolg Ttdvxoxe ßQt&o/nirrjv. 

Ueber vermuthliche Verwandtschaft mit axsgdo-g, ein Dornstrauch, ,wilder 
Birnbaum' wurde oben (Seite 148) gesprochen. Im üebrigen ist die Ety- 
mologie noch dunkel. Aehnliche weiblichgeschlechtige Bildungen auf ad 
sind nicht ungewöhnlich, wie viq>dd- ,Schneeflocke' (II. 3. 222), omXdd- 
,Felsenklippe< (Od. 3, 298), Ixfidd- ^Feuchtigkeit' (IL 17, 392), xoXdd- Ein- 
geweide* (IL 4, 526), doQxdd- ,Gazelle, Reh* (Hdt 7, 69). 
&X$riio-q ,ohne Bedürfniss, ohne Nöthigung*, ,unnütz, thörichtf. 



152 Griechische Etymologie. 

11.2,269: (QeQolrrjs) akyrjoag <T, dxQfjov (in den Ausgaben dxQeiov. 
Fick schreibt axQBia Fidriv) ldtiv 7 anofioQ^aro öoxqv ,erzwungen oder 
verlegen blickend'; Od. 18, 163 (nrjvekoneia) axojjov (in den Ausgaben 
a%Q€iov) d' lyikaooe. — Hes. Werke 297: dg dixefirJT 3 avrög vohj tifjr* 
akkov axovvjv h dvfitp ßdkkrjrca, o 6* avr' dxQrjiog ocvtjq. Hes. Werke 
403: dxofjog (in den Ausgaben dxQtlog) <T %ozai kniwv vopog. 

Enthält das beraubende dv- (a-) ,un' als ersten Theil und ist in seinem 
Schlusstheil mittels des adjectivischen Suffixes 10 unmittelbar abgeleitet 
aus dem substantivischen %qr\ ,Bedürfniss, Nöthigung' (IL 1, 216: XQV P ev 
oqtwliBQov ye, &ed, Finog elQvoaao&ai. IL 16, 721: xircxi iia%r\g drco- 
naveai; ovdi %l ae xQ*i) ganz wie zum Beispiel noifivrjio-g ,zur Heerde 
gehörig* (IL 2, 470) von nol/uvr] ,Heerde' (Od. 9, 122) oder raq>Tjio-g ,zum 
Begräbniss gehörig' (Od. 2, 99) von zayrj ,Begräbniss' (Aesch. Sieben 818; 
Hdt 1, 24). 
ä%Qig oder (vor Consonanten) äytfi yVöllig', ,bis'. 

In der ersten Bedeutung nur dreimal bei Homer, nämlich 11.4,522: 
afiyotiQU) öi rivovte xal oatia kdFag avaidrjg axQig dftTjkoLrjoev zer- 
schmetterte völlig'; 11.16,324: ano <T öoxiov axeig aQa&v ^erschlug 
völlig 4 ; IL 17, 599: yQaipev di fot oatiov axQig cxlxhV- — Od. 18, 370: 
Iva TzeiQTjOaltie&a %Qyov vrjorug d%Qi fiaka xviqpaog. 

Die Herkunft des Wortes ist noch unaufgehellt Nächstvergleichbare 
Bildungen sind fiixQig oder pixQi ,bis' (IL 24, 128: %io fi^xQtg odvgo- 
fAevog; IL 13, 143: dnelkee fJtixQ 1 ^akdoorjg Fqcl öiekevoeo&ai), das Fick 
(bei Bezzenb. 5, 168) für ganz identisch mit axQig, axQi hält? und k£%QiS 
,in die Quere, gekrümmt' (Ap. Bh. 1, 1235: kixqig hmxQtn<p&tig. 3, 1159: 
teXQig lQ€LOajd£vrj. 3 , 238 : kixQig i* alnvxBQoi dopoi eoraoav diMpoxi- 

äjXihg ,Dunkel, Verfinsterung'. 

Bei Homer zehnmal. II. 5, 127: dxkvv <T av toi an oqt&akpwv ekovj 
§ tcqIv irtrjev. 11.20, 321: xat' o^S-akfuav x&Fev ct%kvv. Od. 20, 357: 
rjßiktog di ovQavov i%anoku)ke } xaxrj 6*' imdiÖQOfiev dxkvg. H. 5, 696: 
%bv d* %ki7tev tpvxtj, xara d* oy&akfitov xiyv* axkvg. 

Steht seiner Bildung nach sehr vereinzelt, da fyxekv-g ,Aal' (H. 21, 203 
und 353) und &fjkv-g ,weiblich' (II. 19, 97), die auch in der Betonung ab- 
weichen, sich kaum unmittelbar vergleichen lassen. Nahe liegender ety- 
mologischer Zusammenhang bietet sich nicht Fick 2, 8 vergleicht axa- 
QO-g ,blind' (Hesych: axaQov %v<pkov) und äyxQag kurzsichtig' (Hesych: 
ayxQov' fivwna. Aoxqof) und weiter noch aqvilus ,dunkel, dunkelbraun' 
(Plaut Poen. 1112: corpore aqvilost) und litt äkla-s ,blind, dunkel', 
darnach mfisste das % aus adter Tenuis hervorgegangen sein, ob durch 
Einfluss des nachbarlichen k? Ob nicht altind. akta ,Nachf (KV. 1, 62, 8) 
und aktü- ,Nacht (BV. 1, 34, 8 und öfter) nahe stehen? 

ä<p- : äjtrtö&ai (aus *a(pjeo&ai ,sich anheften, anfassen, berühren', activ 
anzeiv mit der Causalbedeutung ,anheften, anknüpfen'. 



Griechische Etymologie. 153 

II. 17,631: rdiv fxhv yag narttav ßiXe ametai ,die Geschosse haften, 
treffen'. 11.2, 152: akkrjkoiot xikevov amw$ai vrjßdjv tjd* ikxipev elg 
aka diav. Od. 4, 522: xvvei ccTtrofievog ßrjv naxQÜa. II. 2, 15: TQcieooc 
di xi] de 3 IqtrjuTai ,Leid haftet an, ist ihnen bestimmt'. IL 1, 582: Hnsoai 
xad-anteo&ai ,sich mit Worten an jemanden machen, ihn anreden'. — Od. 
21,408: axpag afitpoTigto^ev kvotQecplg %vzbqov olog. 11.24,110: rode 
xvöog ldxtkkr\Fi nQOTianTO). — Dazu a<prj ,das Anfassen, Berührung'; 
Flato Staat 7, 523, E: na%og xal ke7CJOTrjra rj iiakaxoxrpa xal oxkrjQOTTjta 
fj aq>rj (nämlich ,macht deutlich'). — 

Da für die Aspiration sowohl des Labials, wie sie allerdings in keiner 
einzigen zugehörigen Verbalform entgegentritt, als im Anlaut der Wurzel- 
form in den verwandten Sprachen nirgend eine sichere Grundlage aufge- 
funden ist, so beruht dieselbe wohl auf einer eigentümlich griechischen 
— weiterer Begründung freilich immer noch sehr bedürftigen — Entwick- 
lung und eine schon öfter wiederholte Zusammenstellung (bei Fick 2, S. 1 7), 
die von Seiten der Bedeutungsentwicklung sich unleugbar empfiehlt, trifft 
vielleicht das Richtige: 

Lat apisci ,erreichen, einholen', ,ergreifen'; Plaut Epid. 668: sine modo 
me hominem apisci] apere ,anknüpfen'; Faul. ex. Fest comprehendere an- 
tiqvi vinculö apere dicebant und etwas früher: ape apud antiqvös dice- 
bätur prohibe, cotnpesce. 

Altind. äp : ,erreichen', ,einholen', ,erlangen' (RV.), Präs. äp-ndu-ti ,er 
erreicht*. 

Altbaktr. ap erreichen, zum Ziel kommen', I. pl. opt apaemä ,mögen wir 
erlangen'. 
&ip- : äjtxetv (aus *ag>-jetv) ^anzünden'. 

Bei Homer nur Od. 9, 379: akk 3 ote drj %a% 6 fioxkog kkaiFivog h 
nvQi fiikkev aifjeo&ai ,sich entzünden'. Aesch. Ag. 295 : ygatag igelxrjg 
&u)(iov axpavteg txvqL Pind. Isthm. 3, 61 : xeivov aipcu tzvqoov vptvuiv. — 
Dazu acpi] ,das Anzünden'; Hdt7,215: ogfiiajo de neql kvyywv aq>ag 
kx tov oxQcnonidov. 

Ist möglicherweise mit dem Vorausgehenden aitxuv ^nheften, anknüpfen' 
im Grunde das selbe, was wirklich zu erweisen der Hinweis auf das ähn- 
lich gebrauchte deutsche anstecken allerdings nicht ausreicht. 
äipäuv ,betasten'. 

Nur U. 6, 322: %bv d i eug 3 h &akd(t(p neQixakkia tevxe* %7tovxa, ao- 
nlda xal x^wgrjxa, xal ayxvka %6{i cupowrta ,betastend, untersuchend', 
und ausserdem 7 mal in Verbindung mit dem Präfix a/uqpt- ,um-, be-' wie 
IL 19,373: rj fiaka öij fiakaxwxegog afi(pag>aaad'ai"ExTwg. 

Ging unmittelbar von dem unter aq> : ameo&ai ,sich anheften, anfassen' 
aufgeführten aq>rj ,das Anfassen, Berührung' (Plat Staat 7, 523, E) aus, 
wie zum Beispiel vq>deiv ,weben' (Od. 7, 105: vg>6woi) von iq>rj ,Gewebe' 
(Aesch. Ag. 949) und anderes ähnlich. 
difidxrjf eine linsenartige Hülsenfrucht 



154 Griechische Etymologie. 

Theophr. Pflanz. 8,5,3: 61 fikv (nämlich koßol ,Hülsen') kniftlareig, 
äöft€Q ol tov cpaxov xal vfjg ayaxyg. 8, 8, 3: iv de rolg (paxolg aqaxog, 
%6 tqccxv xal oxlrjQÖV iv dk *alg atpaxaig 6 nekexlvog (ein Unkraut), 
Spoiov %y oxpec zip tcgUxbi. Dioskorides handelt 2, 177 von ihr. 

Der Zusammenhang mit <paxo-g ,L£nse' (Solon 45, 3: Tqwyovoiv . . . 
ovfifA€(iiyt*ivovg yovQovg (paxoiot. Hdt 4, 17: onelQovOL xal oiziortcu 
. . . xal q>axovg xal xiy%Qovg) beruht wohl nur auf Zufall, da für q>axo-g 
der etwaige Abfall eines ursprünglich anlautenden a ebenso wenig ver- 
ständlich sein würde, als für ayaxr] die etwaige jüngere Zufügung des an- 
lautenden a. Beide Wörter sind etymologisch noch dunkel. 
d<pdßQü3(iar- (ayaßQWfta), ein megarisches Frauenkleid. 

Plut mor. 295, A: W to xalovfievov vnb MeyaQiwv aqtdßQw/Aa; 

Wurde als offenbar mit aßQojfxa oder vielmehr aßQWfia in nahem Zu- 
sammenhang stehend unter letzterer Form (Seite 132) bereits aufgeführt 
Dabei bliebe aber doch noch zu erwägen, warum, d. i. zu welcher Be- 
deutungsmodification dort das acp- (<mo-) ,ab' zugesetzt wurde. 
aipäööetv ,berühren, anfassen'. 

Hdt 3, 69 : el . . . litlXa^LTtTog di oupaaoovoa %OTat und etwas vorher 
im selben Capitel: aqtaoov abrov %a ana. Ap. Rh. 2, 712: olo&i d' aurrj 
Ar t xu) Koioyiveia qtikaig iv x € Q°iv atpdooei (nämlich ,die Haare 4 ). 

Wird, ganz wie zum Beispiel tfidooeiv ,peitschen' (11.2,782: Ipdoorj, 
11.11,280: aoristisch Ypaoev) aus *lfiaT-jeiv (weiter aus *l(idvTyeiv, zu 
IfiavTa ,Biemen' IL 3, 375) hervorging, zunächst aus einem *aq>aT-J€iv her- 
vorgegangen sein, dessen nächste Grundlage sich allerdings nicht mehr 
findet, das weiterhin aber unverkennbar eng mit aq>deiv ,betasten' zu- 
sammenhängt 
ä<paQ ,schnell, sofort*. 

Bei Homer gegen vierzig mal, so IL 1, 349: daxQvoag FeraQwv aqtaQ 
e^exo voötpL Xiao&elg. 11.1,594: €v&a pe Slvrug avÖQeg aq>aQ xopi- 
oavTO. Od. 1,410: olov dvat^ag aqtcxQ oXxerai, ovd* vnifieivev yvcopsvai. 
— Comparativ ct<paQT€Qog schneller'; H. 23,311: twv 6* %itnov fikv 
iaaiv dq>agr€QOi. 

Adverbielle Formen auf oq sind selten ; Erwähnung geschah ihrer schon 
unter cltclq ,aber* (Seite 85). Möglicherweise ist aqtaQ ursprünglich die un- 
geschlechtige Form eines Adjectivs, das in seinem Suffix mit fidxaQ- 
,begütert, glückselig* (IL 3, 1 82) übereinstimmte, dessen Herkunft aber noch im 
Dunkel liegt Oder sollte es doch, wie schon früher vermuthet worden ist, in 
Zusammenhang stehen mit acp- : ameod-ai ,sich anheften, anfassen, berühren' 
(Seite 152)? Eine andere doch nicht unbedenkliche Combination wird 
unter aq>vw plötzlich 4 (Seite 160) angeführt werden. 
d<paQe6-q, die ,Flosse unter dem Bauche des weiblichen Thunfisches'. 

Arist h. an. 5, 33: 6iaq>iQBt ö* 6 divvog 6 ccqqtjv tov xhfjkeog, oti 17 fikv 
l%ei 6 <T ovx i%ei vnb % fl yaQTQi ftTegvyiov, 6 xakovatv aqxxQia. Athen. 
7, 303, D, der die Stelle anführt, giebt statt atpaqia die Form, a&iqa. 



Griechische Etymologie. 156 

Dunkler Herkunft 
<x<pdQxr\ 9 ein immergrüner Baum. 

Theophr. h. pL 1, 9, 3: twv dk ayQlwv (von aelq>vM.a ist die Bede) . . . 
dcpaQxrj (rovra dk qtuerai neQi %bv "Olvfinov). 

Ueber die Herkunft ist schwer etwas zu muthmaassen und auch die 
Anführung des ebenso ausgehenden vdoxrj ,Erstarrung' (Ar. Wespen 713) 
kann kaum irgendwie fördern. 

dtpeöv^Q, Beamter in Knidos der die Stimmen einsammelte. 

Plut mor. 292, A: ilveg h Kvldip ol afivrjfioveg; xal xlg 6 acpeOTrjo] 
. . 6 dk rag yvoi/uag iotorcov, acpeorrjQ. 

Formelle Möglichkeiten der Erklärung, etwa aus £<J- ,sich setzen' oder 
ig-j alt feg- ,bekleiden', die sich aber von Seiten der Bedeutung durchaus 
nicht empfehlen, würden mehrere gedacht werden können, eine ältere An- 
nahme aber, nach der oxa- ,sich stellen' (IL 23, 517: dq>-loTarai ,er steht 
ab, ist entfernt', Perfect IL 4, 340 : ay-iürave ,ihr steht entfernt') zu Grunde 
liegen soll, hat gar keinen Boden. 

äipcopö-s ^Bienenschwarm'. 

Arist hißt. an. 9, 171: iav dnonXav^&fj 6 dq>eo(i6g. Etwas vorher heisst 
es im selben Gapitel: ol dk ßaaikeig ov ntiovzai «§cu, iav jutj fiera okov 

%OV €<JfJ.OV. 

Das hier noch ohne jenes dq>- (ano-) ,ab' gebrauchte einfache lo t uo-g 
,Schwarm' begegnet schon Xen. hist Gr. 3, 2, 28 : neQienk^o&t] fj olxla 
€v&€v xal iv&ev, loorteo vtco iofiov pektTTwv 6 fjyejdwv. Es führt, ganz 
wie zum Beispiel &eopo-g ,Sitte, Brauch' (Od. 23, 296) auf &€- petzen, 
machen' (B. 2, 750: e-devjo ,sie machten') oder deopo-g ^Fessel, Bande' 
(IL 5, 391) auf de- ,binden' (II. 5, 387: di-de-xo ,er war gebunden') auf die 
Verbalgrundform I- ^senden' (IL 1, 469: evxo ,sie sandten 1 . IL 1, 25: acp-li] 
,er sandte forf. Medial: Od. 22, 304: xal — nämlich oQvi&eg — piv x' 
iv rtedloj vi(pea rtxdooovoai Vertat ^fliegen dahin'; IL 4, 77: xov de xe 
noXXol dnb 07tiv\HJQeg tevxai) zurück, wird also zuerst ,die Sendung, die 
Aussendung', dann etwa ,den Ausflug' bedeutet haben, was auch Plut Dio 
24: xo dk tüjv /nekiaadiv, a? 7tegl xa rcXola xov Jiwvog wcp&rjaav io(iov 
Xanßavovoai, xaxa nqvfxvav durchaus verständlich bleibt, aus welcher Stelle 
doch andere gemeint haben entnehmen zu müssen, dass kopog eigentlich 
,das Sich-setzen, Setzung' bedeute und von kd- (II. 18, 247: e&o&ai ,sich 
setzen') ausgegangen sei 

ä<pevo$- ^reichlicher Yorrath, Beichthum'. 

Bei Homer dreimal IL 1, 171: ovdi a 1 oiw fo&ad' axi/xog iwv a<pe- 
vog xal nXovxov dq>vt;eiv. II. 23, 299 : \iiya ydo ßoi edwxev Zeig ayevog. 
Od. 14, 99: aide Svvefeixooi qxoxaiv %ox* aqyevog xooaovxov. Die Form 
aq>evo-g ergiebt sich schon aus Hes. Werken 24: elg acpevov anevdovxa. 
— Die Nebenform ayvog- bietet Pind. Brachst 219: ol <T ag>vei itenoi- 
Oaoiv. An sie schliesst sich das adjectiviflche dq>veto-g (aus *aq>veo-io-) 



156 Griechische Etymologie. 

,reich 4 (IL 2, 570 : dyvuov %e K6qiv$ov. IL 5, 9 : JaQrjg dcpveibg dftvfiiov), 
später cupveog (Pind. OL 1, 10; 7, 1: Nem. 7, 19; Aesch. Pers. 3). 

Altind. dpnas- ,Besitz, Habe, Reichthum 4 . RV. 10, 36, 13: gäumat dpnas 
dädhdtana ,gebt Reichthum an Rindern'; RV. 10, 106, 9: bhdgatam citrdm 
dpnas ,lasst zu Theil werden glänzenden Besitz 4 . 

Die Aspiration des Labials im Griechischen wird sich unter Einfluss 
des nachbarlichen Nasals, von dem schon unter a%rjv ,Spreu', ,Schaum 4 
(Seite 151) die Rede gewesen, entwickelt haben. Die Entwicklung des 
innern e wird sich etwa mit der des gleichen Lautes in ocpsXog- ,Förderung, 
Nutzen* (H. 13, 236; 17, 152; 22, 513), das später aufgeführt werden wird, 
vergleichen lassen. Als Verbalgrundform würde also ap anzusetzen sein, an 
das sich unter anderem auch lat op-s ,Macht, Vermögen 4 , jUnterstützung 4 
(Enn. trag. 126: qpis egens), opus est ,es ist Förderung, es ist Bedürfniss, 
es ist nöthig 4 (Caec. 229) und altn. afl n. ,Kraft, Macht 4 , ,Hülfe, Unter- 
stützung 4 anschliessen. 
d<peXeq- (cupekrjo) ,ohne Hinderniss (?), ohne Rauhigkeit (?), eben, glatt 4 , 
,schlicht, einfach 4 . 

Soph. Brachst 656 (aus dem Phrixos angeführt) : dcpeXrig. Ar. Ritter 
527: dia tcSv a<pehjbv Tteöiwv sqq€i. Anakr. 16, 36: dcpeXrj izoli\oov aid<o. 
Rufin (in Anthol. 5,42): fiiaw %i\v apekrj, /uiow zfjv odcpQova Xlav. — 
Das Adverb cupeltog bietet Athen. 10, 419, C: eojia&elg dcpelwg xal 
fA.ovow.wg. 

Wahrscheinlich eine bezügliche Zusammensetzung aus dem beraubenden a- 
(aV), un- 4 als erstem Theil und dem daneben zu muthmaassenden ungeschlech- 
tigen *q>4Xog-, Ob das letztere zusammenhängt mit (peXXog ,Kork 4 (Pind.Pyth. 
2, 80) oder, wie mehrfach angenommen worden ist, mit (piXXio-v ,steiniges 
Erdreich 4 (Xen. Jagd. 5, 18)? 
dtpöQöio-v ,Darminhalt, Roth 4 . 

Nik. ther. 692: rrjg ö 3 i£ Cynara ndvxa ßaXwv xal dyoQÖia yaoxQog 
(pvQOov dXog dioto. Nik. al. 140: za d 9 rjXi&a yaoxQog depo qd La xeivrioeiag. 

Dunklen Ursprungs, abgesehen von dem ano- (dg)-) ,ab, von 4 als erstem 
Theile, wie es zum Beispiel auch in d<p6devfia Stuhlgang 4 enthalten ist, 
mit dem der Scholiast zu Nik. al. 140 das dcpogöca erklärt (dcpoQÖia yaQ 
rd dqtodevfiaTa, otovel io ano&ev zijg oöov). 
dtpfiZiTt- (oyijXig) jbejahrt 4 . 

Hom. hymn. Dem. 140: ola yvvaixog dqnjXixog egya xkcvxxai. Hdt 3, 
14: ovvrjveixe woxe xwv ovftTtoxiwv ol dvÖQa dnrjXixioxeQov . . .naQiivat. 

Höchstwahrscheinlich eine bezügliche Zusammensetzung, als deren erste 
Bedeutung wohl ,dessen Jugend fern (a/ro- wie zum Beispiel in dno- 
-zavQog ,(Kuh) der der Stier fern ist 4 Arist h. an. 8, 65) ist 4 gedacht wurde, 
wie das zunächst vergleichbare lq>-rjXix- ,im jugendlichen Alter befindlich, 
jugendlich 4 (Antipatros in Anthol. 7, 427, 5: xo rag veoxaxog icp^Xtxog 
av&og) wohl zuerst bedeutet ,dem die Jugend anhaftet 4 (ganz ähnlich ecp- 
•rißog ,im Jünglingsalter sich befindend 4 Xen. Kyr. 1, 2, 8, von rjßrj ,Jüng- 



Griechische Etymologie. 157 

lingsalter* Od. 10, 278). Das einfache fjhx-, dass sich als Schlusstheil 
abzulösen scheint, ist auch schon adjectivisch und bedeutet ,gleichalterig', 
wie Od. 18, 373: fiofeg . . . ijkixeg iaocpoQoi oder Aesch. Pers. 681: ijktxig 
& * ijßrjg ifiijgj lässt sich also gar nicht unmittelbar vergleichen. Beachtens- 
wert ist, dass dcpfjkix- auch in der Bedeutung jung* angeführt wird, wie 
bei Pollux 2, 17: xal Ü>Qvvi%og fxhv b xwpixdg zag viag dq>rjkixag keyei' 
floav de xal yvvaixeg aqnfjkixeg' und bei Hesych: acpriktxeaziQav' vBwxiQav. 
d<pia, eine nicht näher zu bestimmende Frühlingspflanze. 

Theophr. h. pl. 7, 7, 3: xal xa (ikv ev&ig apa xfj ßkaoxijou xo av&og 
aq>lr t oi, xa&aneQ fj atpla. 

Dunklen Ursprungs. 
d<pü>-eiv ,bleich werdend 

Hippokr. 2, 498 (Kühn) : akkog rvcpog .... xal akyiet rag x<*>Q a S ™v 
oqi&aXfiüv xal xo nQOOwnoy aqyvei. 

Webt auf eine Nominalform *dq>v- ,Blässe' (?) als nächste Grundlage, 
ganz wie zum Beispiel axkveiv ,dunkel werden' (Od. 12, 406: rt%kvo£) auf 
das nominale dxkv-g ,Dunkel* (Seite 152), weiterer etymologischer Zusammen- 
hang aber ist nicht deutlich. Dem zugehörigen adjectivischen cKpvwöeg 
,bleich' (Hippokr. 2, 773 : xo XQwfxa dcpvwdeg) muss zunächst ein Substantiv 
zu Grunde gelegen haben, das möglicher Weise mit dem sogleich zu nennen- 
den Fischnamen das selbe war. 
dyy&n, ein kleiner essbarer Fisch, etwa ,Sardelle'. 

Ar. Ach. 640: cupixov xififjv negicHpag. Ar. Bitter 645: ovfcwnox* aq>vag 
eldov igiuniQag. Arist h. an. 6, 90 — 94 erzählt Unglaubliches von ihnen, 
ähnlich Ael. h. an. 2, 22: Talg aqtvaig 6 7trjkog yiveolg ioxi* dt akkrjkwv 
de ov xlxxovotv ovdk iniylyvovxat. Bekker an. 472, 29 : atpva xal dq>vtj ' 
iaxl fiivxot l%&vdiov (pavkov xal Xvtcqov, aQyvQi^ov xjj %QOiq. xal XQtopa 
dh aq>vaideg xaXei 'Iftrtaoltov. 

Gehört vielleicht zum vorhergehenden acpvetv ,bleich werden'. Ob etwa 
weiterhin auch ein Zusammenhang mit acpQo-g ,Schaum (siehe Seite 160) 
besteht? An ähnlichen Bildungen sind zu nennen; tyvvrj ,Kniekehle' (IL 13, 
212), öcpQvt] ,Hügel, Höhenzug' (Hdt 4, 181; 182; 185), xaqva ,Nussbaum' 
(Soph. Brachst 692). 
d<pvy- (?): Futur acpv^eiv ,sammeln, aufhäufen' (?). 

Nur IL 1, 171: ovdi a öiw Iv&dä* axtfiog iutv atpevog xal nXovxov 
aqtv&tv. 

Die angeführte Stelle ist aus mehreren Gründen, die ich schon bei Kuhn 
(14,94 — 97) hervorgehoben, unbequem. Dass a\ wie gewöhnlich ange- 
nommen wird, aus oot entstanden sei, ist durch keine zweite homerische 
Stelle wahrscheinlich zu machen und ebenso wenig für Sita die Bedeu- 
tung ,ich will*. Dazu lauten Agamemnons Worte Vers 175: ttaQ' Ipolye 
xal aXXot oi xi fie xiprjoovot, als ob jenes axi(AO-g auf ihn zu beziehen 
sei und etwa a(i) . . . axtfxov kovx\a) als rechte Lesart zu denken. Was 
aber die Form aqtv&iv selbst anbetrifft, so ist die übliche Annahme einer 



158 Griechische Etymologie. 

unmittelbaren Zusammengehörigkeit derselben mit äqwooeiv .schöpfen' 
(siehe sogleich) sowohl wegen dessen weit abliegender Bedeutung, als aus 
formellen Gründen bedenklich: neben aoristischen Formen, wie atpvooov 
,schöpfe' (Od. 2, 349), äyvooag ^schöpfend' (Od. 9, 204), rj(pvoaftev ,wir 
schöpften' (Od. 9, 165) und anderen ist für die homerische Sprache ein 
Futur aqtvgw (Theokrits olvov drcb xgavijgog dq>v^w 7, 65 beweist für 
Homer nichts) nicht wohl zu denken und auch das Nebeneinanderliegen 
der Aoristformen rjQrta^e (IL 12, 305) und rjQnaoe (II. 13, 528; 22, 276), 
,er riss weg 1 neben dem präsentischen aQftd^ovre ,raubend' (11. 5, 556) kann 
dafür nicht etwa als Beweis gelten. Ueber weiteren etymologischen Zu- 
sammenhang wagen wir keine- Vermuthung. 
a^rögcpo-s, von dunkler Bedeutung. 

Nik. ther. 603: itive dh (xi^dfievog xva&q> tqIq äqtv&fiov oXvtjv. 

Vielleicht in Zusammenhang mit äqwooeiv ^schöpfen' (siehe sogleich) 
gedacht, wobei auch das über d<pvy-: dcpvgeiv (siehe oben) Gesagte zu 
vergleichen sein würde. Aehnlich gebildete Adjective sind zahlreich, wie 
qw&fio-g ,wohin man fliehen kann' (Od. 5, 359), av!;i/no-g ,Gedeihen 
schaffend' (Xen. Jagd 7, 3), TQ<u!;ifio-Q ,essbar' (Theokr. 1, 49), ZQrjoifio-g 
brauchbar* (Soph. Eon. Oed. 878), fioQOipo-g ,vom Schicksal bestimmf (II. 
5, 674; 19, 417) und andre. 
ätpböösiv (aus *aq>vojeiv?) oder auch dgröeiv (aus *aq>vojetv) ,schöpfen*. 

II. 1, 598: ykvxv v&ktclq otco xqtjttjqoq aq>vooa>v. Od. 23, 305: noXlbg 
de nl&wv rjqwooero ßoivog. — Od. 14, 95: Folvov de cp&ivvöovoiv vtc4q- 
ßiov l%-aq>iovreg. — Eine eigentümliche Bedeutungsentwicklung zeigt 
sich an mehreren Stellen bei Verbindung mit dem adverbiellen <J*a, so II. 
13, 508 =- 17, 315: dtd <T Mvrega %ahi6g rjqtvoe ,das Erz durchriss (eigent- 
lich ,durchschöpfte'?) die Eingeweide'; IL 14, 517: iid <T evxega %ahu>g 
aqtvooev. Od. 19, 450: notäbv 6k dirjq>voe octQxog odovri. 

Ein nominales dcpvg- scheint zunächst zu Grunde zu liegen, das auf 
eine Verbalgrundform dq> zurückführen könnte. Oder sollte die verbale 
Grundlage ein (pvg- sein und das anlautende d irgendwie jünger sich ent- 
wickelt haben? 
d<pvöyerö-q ,Schlamm, Unreinigkeit in einem Fluss' (?). 

Nur IL 11, 495: rtXföwv no%a{ibg . . . noklbv öi dq>voye%bv elg ala 
ßdkXei, und darnach bei Opp. hal. 1, 778: evre yaQ iv dlvrjoi rtakiQQoltjg 
T€ \>aXdoor)g ßgdoor\xai ndfKpvQTog äqtvoyexbg 3§ dvifioio oiteQXO(iivov. 
— Adjectivisch begegnet das Wort bei Nikander al. 584: val fifjv xolg 
bxl vixraQ d<pvoyerbv iv dendeooi x™ 01 ^* wozu eine alte Erklärung 
lautet d<pvoyerbv <T avrl %ov noXv, öatptkkg, dqtvoipov xori agvoi/nov. 

Ein wenig verständliches Wort Ob etwa Zusammenhang mit äqwooeiv 
schöpfen' (siehe oben) besteht, oder möglicher Weise auch mit aq>Qo-g 
,Schaum' (Seite 160)? In Betreff des Ausgangs -cto- sind unter dem 
dunkeln djgvyero-g (Seite 100) aufgeführte Formen zu vergleichen. Die 
inlautende Consonantenverbindung oy (Gramm. S. 401) ist überhaupt nicht 



Griechische Etymologie. 159 

häufig und in mehreren Bildungen, wie zum Beispiel auch yaoyavov 
,Schwerf (IL 5, 81), noch ganz unaufgehellt 
d<pavQö-q ,schwach'. 

Bei Homer 5 mal: II. 7, 235: firj %L pev rjvre Ttatdog acpavQOv 7tei(/rj- 
ri£e. II. 4, 457: og aio noXlbv cKpavQoreQog x&Q&S ** pivog ve. II. 12, 
458: ha py Fol acpavQOTegoy ßikog eitj. IL 15, 11: inel ov piv atpav- 
goTcnog ßaV 'A%aif(av. Od. 20, 110: fj ök pf ov nw naver\ a(pavQO%dir] 
di tirvxzo. 

Dunkler Herkunft Aehnliche Bildungen auf avgo wurden unter ayav- 
Qo-g bewunderungswürdig, gewaltig' (Seite 120) zusammengestellt 
äifd-a ,b5ser Ausschlag, Schwämmchen im Mundet 

Hippokr. 2, 783 (Kühn) : xal h rqj oxo^art ay&ai. Hippokr. 3, 725 : 
iv dk Tf} T/jaiv rflixlfloi roidäe §vfißaivei. tolai fihv afitxQolat xal veo- 
yvolai Ttaiöloioiv aq&ai, hfieroi, ßrjxeg • • • Stephan, führt noch an aus 
Anecdmed. S. 153: a(p9ct ioxlv Ufouaoig imnokaiog ttcq! rrjv ylwooav 
xai okov %6 OTO/ua, fiäktova ircl naidiwv yivofi4vrj 7 Srav 6qi^lv%bqov jj 
%o ydXa. 

Dunkler Herkunft 
ä<pva> und äipvoyg ,plötzlich'. 

Aesch. Brachst 195: {ii\ o* avaQnaor] dvaxeifiiQ<fi nifxcpiyi avavQixpag 
ctQvto. Eur. Med. 1205: TtcnrjQ ö* 6 xXtifjuav ovfiqtoQag ayvwala acpvio 
nctQel&wv dwfxa nqoanLxvu vexgto. Thuk. 2, 90: drto orjfielov ivog nqyo> 
irtiOTQiifjavTcg rag vavg. Thuk. 4, 104: vrjg di öiaßdaecug avrov acpvw 
xolg iv vjj nolei yeyevrjfiivrjg. — Anthol. Brunck-Jac. 3, 710, a: Ix <P ipi 
naazwv vv/Aqtrjv xax ÖaXd/Aiov 7J^7cao i aqtvwg Idttdag ILoXkav. 

Adverbialgebilde, die sich wohl unmittelbar mit dem neben einander 
liegenden ovtid (IL 1, 564: ei ö' ovtco tovt* iotlv) und ovrcjg ,so' 
(IL 1, 131: i^tj d* ovjiog, iyad-og tibq iiov) vergleichen lassen; ein 
nominales aq>vo- ist als nächste Grundlage zu denken. Eine sehr an- 
sprechende Zusammenstellung für das bis dahin nicht erklärte Wort bringt 
Froehde (bei Bezzenberger 10, 294; 295). Er verbindet es mit dem adver- 
biellen altind. ahnäja ,a!sobaId, sogleich', das eigentlich Dativ zu ahna- 
,Tag' ist, das sonst nur in Zusammensetzungen (wie pürvähnd-s ,Vor- 

mittag', RV. 10, 34, 11, eigentlich ,der vordere — purva , ,frühere Tag') 

erhalten blieb und sich als Nebenform zu dem häufigen dhan- ,Tag* (RV. 
1, 110, 7: dhani ,am Tage') entwickelte. Da neben dem letzteren auch 
die Form dhar (RV. 6, 9, 1; 7, 66, 11 ; — ähar-ahar ,Tag für Tag' RV. 
1, 123, 9; 2, 30, 1) begegnet, so scheint auch das adverbielle a<paQ ,schnell, 
sofort? (siehe Seite 154) von Froehde nicht mit Unrecht hierhergezogen zu 
werden. Das q> würde hier einem altindischen h (aus gh) gegenüber- 
stehen, ganz wie zum Beispiel in (povo-g ^Ermordung, Mord' (IL 2, 352) 
im Vergleich mit altind. han : hdnti ,er tödtef (RV. 2, 19, 4; 3 pl. ghndnti 
,sie tödten' RV. 8, 73, 9). Aber Froehde hebt selbst schon hervor , dass 
das Hervortreten des z im altbaktrischen azan- ,Tag', wie es jenem altind. 



160 Griechische Etymologie. 

dhan- entspricht, einem griechischen q> gegenüber der Regel nicht ent- 
spricht Dazu bleibt doch sehr fraglich, ob die eigentümliche Entwick- 
lung der Bedeutung ,alsobald, sogleich' (eig. ,fürden Tag*?) aus zu Grunde 
liegendem ,Tag*, zumal jenes adverbielle ahnäja gar nicht sehr gewöhn- 
lich und nicht bis in die Vedensprache (aus den Mahäbh&ratam wird eine 
Stelle angeführt: ahnäja narakam ga$cait ,sogleich möge er zur Unter- 
welt gehen') zurück zu verfolgen ist, als schon indogermanisch angenommen 
werden kann. Auch erweckt das oben (Seite 154) angeführte compara- 
tivische aq>aQTego-g ^schneller*, das kaum aus einem **aq>ag ,Tag* hervor- 
gegangen sein kann, Bedenken. 
d<pQö-$ ,Schaum'; auch Name eines Fisches. 

11.5,599: aq>Q(p fiogpigovra (nämlich uoTafiov) ßidwv. 11. 20, 168: 
Hwv Fwg . . . negl t* aq>gog odovrag ylyverai. — Arist h. an. 6, 90 : olov 
xal rijg aq>vrjg 6 xaXovfxevog aq>gog ylvevai bc rrjg ajn/naidovg yijg ... 92: 
ylverai <$' lvia%ov xal brcoxav vdcog noXv 3§ ovgavov yivtjTai, kv %<p 
ag>Q(^ T(p yiyvofiivifi vnb xov opßglov vdarog, dio xal xaleitai aq>gog. 

Altind. dbhrd-m ,Wolke'. BV. 1, 79, 2 : standjanti abhra ,es donnern die 
Wolken'. 

Altbaktr. awra- ,Wolke'. 

Die Zusammengehörigkeit mit altind. abhrd-m ist schon im Petersburger 
Wörterbuch vermuthet, bestimmter ausgesprochen aber von Fick (2, 20); 
zu ihm gehört ohne Zweifel auch altind. drabhas- ,Wasser* (BV. 10, 120, 1) 
und armen, amp , Wolke' (Hübschm. arm. St 18). Nach Bugge's (Beiträge 
Seite 35) Vermuthung entspricht dem aygo-g armenisches aghb ,Dreck, 
Koth, Dünger, Schmutz'. 
9 A<pqoöitt], Name der Göttinn der Liebe und Schönheit 

II. 5, 428 und 429 sagt Zeus zu ihr: ov toi, rixvov kfxov, didotai tcxo- 
ke/arjia Hgya, alla ov y* tftegofevra iie%ig%eo ßigya yapioio. IL 3, 396 
hebst es in Bezug auf sie: ivorjae (nämlich 'EMvtj) d-eag negtxaklea dei- 
qtjv otrj&ea & Ifiegoßevra xal o/iifiava (xagfialgovra. 

Die weitverbreitete Anschauung, dass der Name semitischen Ursprungs 
sei, hat keinen Boden; er lässt sich über das griechische Sprachgebiet 
nicht hinaus verfolgen. Da er offenbar zusammengesetzt ist, so kann man 
vermuthen, dass sein erster Theil mit dem so eben besprochenen aq>go-g 
,Schaum' übereinstimmt Als Schlusstheil aber scheint sich eine alte 
durch to gebildete Participialform zu ergeben und zwar von der Verbal- 
grundform dt feuchten, glänzen', die öfter im Rigveda begegnet, lebendig 
verbal aber nur in reduplicirten Formen, wie dem imperativischen dtdihi 
(RV. 1, 140, 10; 3, 10, 2) oder auch didihi ,leuchte, glänze' (BV. 3, 15, 4; 

5, 1, 21), und die sonst zum Beispiel noch erhalten ist in dem aus der 
Zusammensetzung su-dlti ,von schönem Glanz, sehr leuchtend' (BV. 3, 2, 
13; 3, 17, 4) zu entnehmenden diti- ,61anz, Schein'. An griechischen 
Formen gehört auch noch dazu diaro (aus *ä4jaro) ,er schien' (nur Od. 

6, 242. Hesych führt auch ein präsentisches diarai • cp&eLvexat, — wohl 



Griechische Etymologie. 161 

qxxlretai? — doxel auf). An sonstigen alten Participformen auf i-xo 
lassen eich etwa noch vergleichen otIto-q ,unbezahlf (IL 14, 484; aber IL 
13,414: ajiTo-s ,ungerächtf und IL 24, 213: tlra figya ,vergoltenes') 
Xitog ,einfach, frugal* (Anthol. 6, 190, 2: Xlta raö* ix XTtov dwQa Abu>- 
ridew), tItw ,Tag* (Kallim. Brachst 106; Lykophr. 941), und 0tro-s,Brot, 
Nahrung* (IL 9, 706), von denen allerdings nur die erstgenannte noch eine 
lebendige Verbatform (IL 1, 42: rt-oeiav ,sie mögen zahlen ) nur Seite hat 
Es würde darnach 'Ayqobi%r\ wohl znn&chst bedeuten ,im Schaume 
glänzend', was sich vielleicht noch genauer wird begründen lassen. Dass 
sie ursprünglich als feuchtend, glänzend* gedacht worden ist, geht am 
deutlichsten daraus hervor, dass sie oft geradezu als ,die goldene 4 (IL 22, 
470: XQvahi % A(pQo6LtT r IL 5,427: zf/vatii* 'Atpfodlttiv) bezeichnet ist 
LvSchroeder (Griechische Götter und Heroen 1, S. 7) weicht von unserer 
Anschauung darin ab, dass er als Verbalgrundform des zweiten Tbeiles 
altes dt ,sich bewegen, eilen, fliegen 4 (dazu: altind. d&'janti ,sie fliegen 4 
BV. 7, 74, 4; dlea&at ,eilen, fliehen* IL 12, 304; dm? ,Strudel' IL 21, 213) 
annimmt und als ursprüngliche Bedeutung des Namens ,im Gewölk sich 
bewegend, im Gewölk dahineilend oder fliegend' wahrscheinlich zu 
machen sucht 
Eaplaaro^v ^vorspringender Zierrath am Schiffshintertheil'. 

IL 15, 717: 'Extiüq 6h nQvuvri&e* irrel Xaßev, ov %i (te\Ht] } StpXaotov 
fieta gepcrt? ^wv. Hdt. 6, 114: iftiXaßoftevog ruh a<pXdetü)v veog, ttjv 
%*U>* cutOKOftelg neXinM 7tirc%u. 

Der anlautende Voeal wird vor der folgenden Oonsonantenverbradung 
wohl als jünger entwickelt gelten dürfen, ganz wie zum Beispiel in 6tpQv-g 
,Augenbraue' (II. 1 , 528) neben unserm Braue und dem gleichbedeutenden 
altind. bhru- (BN. 4, 38, 7 : bhruvd/us, Abi. des Duals) und sonst, so dass 
also wohl in otpXaarov die alte durch %o gebildete Participform einer 
Verbalgrundform <pkao- (oder tpXad-?) vorliegt Ficks (2, 170) Zusammen- 
stellung mit lat fasügium (aus farst-?) ,Giebel, Giebelspitze' (liv. 40, 2 : 
atröx . . . tempestäs . . . faütgia aliqvot templSrum ä culmimbus abrupte 
foede dissipävitjj ahd. burst, nhd. Barste und altind. bhrshfi- ,Spitze' (RV. 
1, 56, 3 : girais bhrsktis ,des Berges Spitze') ist sehr ansprechend und wird 
sich vielleicht noch weiter begründen lassen. Dass aber griechisches l 
einem deutschen r entspräche, wäre nicht das regelmässige Verhältnis«. 
*<f>Xoiöp6-q jScfhaum'. 

Nur II. 15, 607: ayXoiapdg dk jibqI uropa ylyyero, nämlich dem Hektor 
in seinem Kampfeseifer. Aebnlich heisst es vom Löwen IL 20, 168: negl 
t* iq>$6g odovtag yfyverat. 

Man darf vermuthen, dass das anlautende er ebenso wie in dem so eben 
besprochenen &4pXavTOv sich erst als jüngeres Element entwickelte, also 
qyX- den Anlaut der zu Grunde liegenden Yeibalform bildete. Als solche 
aber könnte etwa ein yXotg- gedacht werden, wie zum Beispiel atiopog 
, Erschütterung, Eidersohütterung' (Soph. Oed. Kol. 95) auf einer Verbal- 

Leo Mayer, Orieohiaohe Etymologie. 11 



162 Griechische Etymologie. 

grundform oeig- (ix-oi-oeio-tai ,es ist ausgeschüttelt Ar. Ach. 340; 
oeia-ro-g geschüttelt Ar. Ach. 346) beruht Wahrscheinlicher aber ist 
wohl, dass in aqtXoiofio- neben dem fio auch der Zischlaut als suffixales 
Element zu gelten hat, ganz, wie zum Beispiel in den auf Seite 155 ge- 
nannten öe-opo-g ,Sitte, Brauch' (Od. 23, 296) und de-opo-g ,Fessel, Bande' 
(II. 5, 391), oder auch in a&Qoiofio-g /Versammlung' (Polyb. 4, 22, 10), das 
von dem abgeleiteten d&gol&iv versammeln' (Soph. Kön. Oed. 144: o&qoi- 
Citw. Xen. Kyr. 5, 2, 34: tj&Qoiorai ,es ist versammelt. Zu Grunde liegt 
ihm das adjectivische a%>Qoo-g ^versammelt* IL 2, 439) ausging. So scheint 
als zunächst zu Grunde liegende Verbalform (pXoL-eiv ,schwellen, strotzen' 
(Plut Symp. 5, 8, 3 spricht von dem Wort, in Bezug auf das von einigen 
Grammartkern gelehrt werde: %b yag ayav dxfud&iv xal T€\hjkh>ai tploi- 
eiv VTib Titiv Tzoirjtwv Xtyeo&ai. xal %6v '^ivrlfiaxov ovro) n xog ,<pkolov- 
oav bnatgaig' elgtjxivat ttjv twv Kadfieluiv noXiv) angenommen werden 
zu müssen, weiterhin aber besteht offenbar auch engster Zusammenhang 
mit (pkvetv ^aufsprudeln, aufwallen' (11.21, 361: dva <T tcplve xald §i- 
Fed-Qa) und lat fluere Jessen' (Ov. met 9, 173: fluit toto de corpore sü- 
dor); das innere oi konnte sich etwa aus oft entwickelt haben. 
d&d(jä oder auch d\MiQä ,Mehlbrei'. 

Ar. Plut 673 : dXka fie d&dgag %vxga tiq k£ini.rjTT€ und 683 : int %r)v 
XVTQav ttjv vijg a&dgag dvlotapat. Hesych führt an: d&dgrj' nvglvrj 7 
7CTioavrj. — Diosk. 2, 114: d&rjga di Ix rfjg dkrjleo^ivrjg elg Xembv £etäg 
axevd^erat* %ou ök $6q>T}/ia wg noXxdgtov vygbv, naiölotg agpodiov. 
Hesych führt auch an: a&rjga' ßgwfia dta nvgwv xal ydXaxTogrjxprjfdivov 
nag Alyvmloig. 

Dunklen Ursprungs. Man möchte an Zusammenhang mit lat ador 
,Spelf (Hör. sat 2,6, 99) denken, aber Plinius bezeichnet das Wort als 
ägyptisch; seine Worte sind 22, 121: ol$ram arincam diximus vocäri; 
häc decoctä fit medicämenhm qvod Aegyptit athSram voeant, infantibus 
ütilissimum, sed et adultös iritinu/nt ed. 
a&iQ- (d&yg) ? A ehrenspitze, Hachel' 7 dann überhaupt ,Spitze'. 

Hes. Brachst 1 37 : atä inl nvgafilvwv a&igatv dgojidaaxe noöeooiv. 
Nik. ther. 803 : rol &' vneg axgiov lova/uevoc d&igtov Xenvgbv ataxvv 
hxßooxovtai. Aesch. Brachst 154 (aus Hesych): a&rjg ,Lanzenspitze'. Plut 
Gato min. 70: %b iyxeigldtov . . • dg dk elöev iatwta %bv d&iga xal %r)v 
dxpr)v diafiivovoav. Diosk. 4, 137: aiylkwxp (eine Haferart) . . . In axgag 
de trjg xetpalijg xagnovg e%ov iv ß' rj y ilvrgotg, lq>' wv d&igeg olovel 
%gl%eg IxnecpvxaöL. Lukian. Anach. 25 : rovro rjfilv xal %d yvfivdoca ig- 
yäCptai iv xolg owpaoi ttjv fiiv ayyr\v xal rovg a&iqag dnoq>vowvta f 
xa&agbv 61 %bv xagnbv duvxgivovvra xal ngooowgevovza. 31: ov yag 
xakdfit] xal d&igeg l/ueig iore, wg %d%toxa hdidovai ngbg tag nXrffdg. 

Gehört zu einer kleinen Anzahl von Bildungen mit suffixalem eg : aiQ- 
(otiq) ,Dunst, Nebel, Dunkel', ,untere Luftschicht, Luft* (Seite 11), al&iQ- ,obere 
Luftschicht, Himmelsheitre' (11.2,412) und däeQ-, alt öatfig- ^Mannes Bruder, 



Griechische Etymologie. 163 

Schwager* (IL 6, 344: Voc. däißeQ' TL 14, 156: Acc. daifiga. Altind. dawar- 
,Mannes Bruder*), denen scheinbar auch aviQ- ,Mann* (IL 13, 131: Acc 
aviQa. IL 5, 861 : plnr. Nom. aviQeg) — altind. nar- ,Mann* (KV. 1, 30, 9 : 
Acc. ndram; EV. 1, 8, 6: plnr. Nom. ndras) sich anschliesst Als Verbal- 
grnndform ergiebt sich a#-. Auf einer nasalirten Nebenform derselben 
aber beruht — wie ganz ähnlich ßa&v-g ,tief* (IL 2, 1 47) unmittelbar zu 
ßiv&og- ,Tiefe* (IL 1, 358) gehört oder zum Beispiel nd&og- ,Leid* (Aesch. 
Prom. 703) in engstem Znsammenhang mit nivd-og- ,Leid, Trauer* (IL 1, 
254) steht — ohne Zweifel auch av&iQix- ,Halmspitze, Halm* (IL 20, 226: 
axgov In* av$€oixwv xagitov &iFov ovöh xarixlwv. Hdt 4, 190: oixrj- 
fiara öh avfjtnrjxra l£ av&£Qlxiov kveig/Litvojv tcsqi a%oLvovg iarl ,aus 

* Halmen') sowie weiter auch wohl noch avöeQeaiv ,Kinn* (IL 1, 501), eigent- 
lich wohl ,Stelle des Bartes* (avd-€Qo-?) und dann auch av&og- ,Blume* 
(U. 2, 89) — altind. dndhas- ,Kraut* (RV. 1, 122, 1). 

d&tQotiar- (axHQWfia) oder <fa)^Qto/i«T-, eine Geschwulst mit breiartigem 
Inhalt 

Galen 7, S. 718 (bei Kühn): a&eQaipara äi xal atearoifiaTa xal fie- 
Xixi)Qldag, ooa %b Skia roiavra, vivig fihv iv xolg ärtoorrjfAaoi (, Ge- 
schwüre, Abscesse*) Tl&errai, %tvlg dl elg eregov y&vog. evdrjkog di xal 
fj rovTtov (pvöig ix twv ovofiärwv. d&ioq /uhv yaq %i ftaoankrjoiov iv 
roig d&€Q<o[iaoiv evg laxer at. 19,440: d&iQWfid iori %t%wv vevQwdrjg 
a&ßQwdeg vyQov neQU%ov. An einer anderen Stelle (Gal. 10, 985) giebt 
Kühn d&rjowiua und daneben in der Erklärung des Wortes die Form a- 
örjga. 

Der Zusammenhang mit dem oben (Seite 162) neben d&doa genannten 
a&rjQa ,Mehlbrei* liegt auf der Hand, und zu ihnen ergiebt sich aus den 
oben angeführten Stellen Galen's nun auch noch eine dialektische Neben- 
form d&iQS. Wie nun aber zum Beispiel das oben aus Galen 7, 718 mit- 
angeführte <JT€cxTw/na ,Fettgeschwulst* , das von oricct- ,stehendes Fett, 
Talg* (Od. 21, 178 — 183: Genet atrjxog. Xen. Anab. 5, 4, 28: Nom. ottag) 
ausging, zunächst auf einem aus letzterem abgeleiteten Verbum arearoeiv 
,mit Fett versehen oder fett machen* (Ezech. 39, 18: ol fioaxoi iazeaxtj- 
fiivoi) ruht, so weist d&igwfitaT- (dd-rjQw^ar-) auf ein aus d&iQä (a&rJQä) 
abgeleitetes *a&eQoeiv fixhjQoeiv) ,zu Mehlbrei machen* oder ,mit Mehl- 
brei versehen *(?) als nächste Grundlage, wornach es also zuerst ,mit Mehl- 
brei Versehenes* bedeutet haben wird. 

d&eQi$eiv ,verachten*. 

Bei Homer dreimal IL 1 , 261 : tjdrj ydg not* iyw xal dgtiooiv rjßi 
7t€Q ifAlv avÖQaoiv wfillrjoa, xal ov no%& \i o% y a&eQl£ov. Od. 23, 
174: ovt* aQ %i fieyall^ofiai ov%* c&eol£ü) ovre Xlrjv ayapai. Od. 8, 
212: twv d 3 aXkwv ov 7tio xiv avalvo/iai ovo* a&eotfl.w. 

Hesych führt ein adjectivisches d&e(>£g m avorjjov, avooiov, axgißig 
auf, das dem dd-eolteiv offenbar eben so nahe liegt, wie zum Beispiel 
dßeixig- ^schimpflich , schmählich* (11.1,97) dem aßeixi&iv ^schimpflich 

11* 



164 Griechische Etymologie. 

behandeln 1 (II. 24, 54) oder wie aafrjveg- ,deutlich' (Aesch. Pers. 738) dem 
verbalen oayrjvl&i* ^deutlich machen, erklären' (Aesch. Prom. 227) nnd 
für das man anch die Bedentang ,verachtetf wird mnthmaassen dürfen. 
Neben dem beraubenden ar- (a-) ,un'- darf man in ihm wohl ein altes 
ungeschlechtiges *9ieog- ,das Halten , das Bewahren' (?) vennuthen, das 
im nächsten Zusammenhang stehn wird mit altind. dhar festhalten, er- 
halten, bewahren' (EV. 10 , 60, 8: dädhära tax mdnas givd'tavai ,ich 
halte deinen Geist fest zum Leben'). — Hierher gehört wohl auch 
d&eiQig- ^rücksichtslos', (?), wie statt des überlieferten nicht verständ- 
lichen a&rjvrjg bei Theognis 733 (^vf^ufi ox&vlta %qya [teta cpQeai &' oozig 
a&eiQTjg Tegra^oiTO, &ecJY ftqdkv 07ti£6[ievog 9 avrov eneira ndkiv xioai 
xorxa) Bergk schreibt, mit Berufung auf Hesychs Anführung: d&eiQrjg, ij 
%oi areiQyg' fj 6 ayav &eQtOTixog, rj vniqoTtrog. ij d-avpaotog. 

d&sQtvri, ein kleiner Fisch. 

Arist h. an. 6, 101 : xUxei di tvqvjtoy %wv toiovtcjv a&£Qlvrj — t Ixtet 
öi nQog rfj yfj. 104: r\ ä* d&eQlvrj tLxtm TQlßovaa rrjv xotUav 7ZQog 
ttjv Sfifiov. Opp. hal. 1, 108: ßooxovrat . . . d^eglvai. 

Führt wohl unmittelbar auf &&4Q- , Aehrenspitze , Spitze' (Seite 162) zu- 
rück. Ableitungen auf Ivrj sind nicht selten, unter dnaQivri ,Klebekrautf 
(Seite 162) wurden schon mehrere genannt 

'Aftf^vj], eine hervorragende Göttinn des Himmels; dorisch 'ASavä (Pind. 
Pyth. 10, 45; Nem. 3, 50). 

IL 1, 194: rjl&€ <J' 'A&rjvrj ouQavo&ev. IL 1,202 fragt Achilleus: tItit 
av%\ alyu)%oio Jifög räxog, eiXykov&ag; und sie erwidert Vers 207: 17 A- 
&ov iyw ftavaovoa refov fiivog. IL 4, 78: ijfi^ev inl x&ova IlakXdg 

Die attische Form X&riva (Plato Kratyl. 404 , B ; 407, A) bietet ohne 
Zweifel die ältere Betonung, ihr d aber weist auf eine alte Vocalzusam- 
menziehung. Man kann in letzterer Beziehung die Münzbenennung pvä 
(Thuk. 3, 50. Xen. Vectig. 4, 15) vergleichen, deren filtere Formen (*iivaä, 
*/Äväla. Herodot 2, 180 bietet den Pluralaccusativ fiviäg mit noch unzu- 
sammengezogenen Vocalen) noch aus den adjectivischen iiraalog (Xen. 
ReitL 4, 4) und (tvalalog (Polyb. 13, 2, 3), vom Gewicht oder Werth einer 
jxva entnommen werden können, oder zum Beispiel yij (IL 3, 104; 19, 
259) neben dem alterthümlicheren yala ,Erde' (IL 1, 254; 2, 95). So scheint 
*A%hjva im Grunde nichts anderes zu sein, als die weibliche Form (A&tj- 
valä) des adjectivischen 'A&rjvaio-g (IL 2, 551; 558; Aesch. Pen. 355), das 
Tom Stadtnamen 'A&rjvai (IL 2 , 546 ; 549. Homer bietet auch die Sin- 
gularform Od. 7, 80: evQvdyvtav Axhqnjv) ausging: die Göttin würde so- 
mit also als ,die Athenische' bezeichnet sein, wie sie ja in Athen immer 
ganz besonders verehrt wurde. Für diese Auffassung scheint noch be- 
sonders zu sprechen, dass die vollere adjectivische Form 'A&ijvala (Aesch. 
Eum. 614; Pind. OL 7, 36), homer. 'A9rjvalr} (IL 1,221: pv^y 'A&tjvalrjg. 



Griechische Etymologie. 165 

1, 200: IlaXXdd' Id&rjvaltjv) ganz gewöhnlich auch als Name der Göttin 
erscheint 
a&riQriXoiyö-q »Wurfschaufel'. 

Od. 11, 128 (-= 23, 275) sagt der Seher Teiresias zu Odysseus: bmtoxB 
xbv drj xoi ^vftßlrj^evog aXXog odirrjg q>^r] d&r]()7]loiydv (bezieht sich auf 
das Vers 121 genannte kQBXfxov jRuder*) fyeiv ava q>aidlfiq> wfi(p. 

Der Sohlusstheil des zusammengesetzten Wortes stimmt offenbar mit 
dem von ßgoxo-Xotyo-g ,Menschen verderbend' (IL 5, 31 = 455; 518 und 
sonst vom Ares) überein und mit dem einfachen Xoiyo-g /Verderben' (IL 
1 , 67 ; 97 u. ö.). Man hat darnach schon früh erklärt ,Verderber der A ehren- 
spitzen, Hachelverderber'. Dabei behält die Annahme, dass d&rjQq- für 
«Mg- (Seite 162) oder in Zusammensetzung o&bqo- stehe, aber doch immer 
ihr bedenkliches. Das Sophokleische axhjgoßQwxo-g, eigentlich wohl wo- 
durch die Hachein verzehrt werden' (Brachst 416: wfioig a&rjQoßQioxoy 
ogyavov q>iQO)v) wird dem homerischen Worte nachgebildet sein. 
d&tQeiv spielen, sich belustigen'. 

11.15,364: u>g oxb xig ifjdpa&ov na? ig äy%i ^aXdoorjg^ ög %* ItcbX 
ovv ftotrjoj) a&vQnaxa vi)7tiij]Otv , axp avxig gvvbxbvb noatv mal %bqo\v 
a&vQtov. Pind. Nem. 3, 44 : A%tXevg . . . nalg itov q&vqc fieyaXa %gya 
, verrichtete spielend'. 

Ging aus *d&vejeiv hervor und führt wahrscheinlich ganz ähnlich wie 
zum Beispiel xivvoeod-ai (aus *xivvQJBo^at) ,wehklagen, klagend verkünden' 
(Aesch. Sieben 123, wo aber L. Dindorf [tivvQorxai vermuthet) auf xtw- 
qo-g ,wehklagend' (IL 17, 5), auf ein nominales *d9vqo- zurück, über das 
wir aber keine weitere Muthmaassung wagen. 
d&Qayivri ,ein sich emporschlingender Strauch'. 

Theophr. 5, 9, 6 : itvqlov 64 tpaoiv aQioxov fikv ix rfjg a&Qayivrjg xo- 
Xovfiivrjg vno xivcov. xovxo d* iaxl divÖQov ofioiov xjj ctfmiXq) xal xjj 
olavdj} xjj ayQiqt' wotcbq hxBlva xal xovxo dvaßalvBi ftgog xa öivÖQa. 

Etymologisch dunkel, wenn auch nicht zu verkennen ist, dass das Wort 
ein zusammengesetztes ist. Seinem Schlusstheil nach scheint es zu yivog- 
,6eschlechf (IL 4, 58) und yev-io&ai ,werden' (IL 3, 323) zu gehören. 
d&Qeeiv ,erblicken, sehen'. 

Bei Homer 6 mal. IL 10, 11: iy xot 8x* ig nsdlov xo Tquhxdv d^Qjq- 
oeiev. H. 12, 391: aiff ö* dito x6i%6og aXxo XaSwv, %va /uij xig'A%aiFu>v 
d&Qvjoeie* IL 14, 334: nwg x y toi, et xig vwi &böv alFBiyBVBxdwv bv- 
dovx' d&Qrjo6i6. Od. 12, 232: ovdi ity\ dd-Q^oai dvvd/urjv, hxafiov di fioc 
0006 ndvxt] nartxalvovxi. Od. 19,478: rj 6' ovx* dSQtjoai dvvax 1 dvxifj 
ovxb roijoai. 11.3,450: jixQ$ßldr t g <T dv Sfiilav iifoixa *h)Qi ßBßoiTwg, 
6% nov ioa&QrjOBiBy lAXi^avdgov. 

Dunkler Herkunft Als nächste Grundlage ist ein nominales *ad-Qo- 
zu vermuthen, wie ganz ähnlich zum Beispiel dq>qi*iv ,schäumen 4 (IL 1 1, 
282: cupQeov dl oxrj&r]) auf dcpQo-g ,Schaum' (Seite 160) zurückführt oder 
xonQiBv ,düngen' (Od. 17, 299: xongrjooyxeg) auf xortQo-g jünger 1 (Od. 



166 Griechische Etymologie. 

9, 329). Denkbar wäre aber auch, dass in d&Qieiv die verbale Grundform 
durch &q vertreten wäre und dass in seinem anlautenden d etwa der Best 
einer alten Beduplicationssilbe vorläge, in welchem Fall sich der erste 
Theil von ayq-vnvo-g schlaflos' (Seite 125) würde vergleichen lassen. 

d&Qöo-q jgeschaart, versammelt*. 

Bei Homer 22 mal. H. 2,439: fjpelg <J* o&qooi dde xara axQatov evQuv 
*ji%aißtov XoptBv. IL 15, 657: avxov ök naQa xXtalijoiv ifietvav o&qooi, 
ovo' htiöao&ev dva otqotov. IL 18, 497: Xaßol ö* elv ayoQJj %aav 
a&Qooi. IL 22, 271: rvv ö' a&Qoa itdrc* anorlaeig xrjde' i/iüiv ßerdQwv. 
Die auffallige Nebenform a&Qoo-g mit anlautendem hartem Hauch kann 
nicht etwa deshalb für die berechtigtere gelten, weil sie von Aristarch be- 
vorzugt wurde (La Boche: Homer. Textkritik S. 180). Das anlautende 
a- ist offenbar das selbe mit dem von Seite 1 bis 3 besprochenen a 
=» altini sa-, dessen älteste Bedeutung sich als ,eins, das selbe' er- 
kennen läßst Minder deutlich ist der Schlusstheil &qoo- } bei dem doch 
sicher nicht an &Qoo-g ,6etön, Sprache' (II. 4, 437: ov yaq ndvxmv rjev 
6 ftog ÖQoog) zu denken ist, wie es zum Beispiel enthalten ist in aXXo- 
-&Qoo-g ,andersprachig, anders redend' Od. 1, 183; 2, 302). Ob aber etwa 
Zusammenhang besteht mit altind. sa-dhnm ,6inem Ziele (Mittelpunkte) 
zu' (nur BV. 2, 13, 2: sadhri'm a janti ^zusammen kommen sie'), &a-dhri- 
ane (-ac-) ,nach dem selben Ziele strebend, nach Einern Mittelpunkt ge- 
wandt, vereint* (BV. 4,4,12: sadhriancas ni-sädja ^vereint sich nieder- 
setzend*), sa-dhri-ak zusammen, insgesammt* (BV. 1, 51, 7: tuäi mgvä 
tdvishi sadhriah hita ,in dich sind alle Kräfte insgesammt gelegt')? 

d&Xo-v ,Kampfpreis', aus ae&Xo-v (Seite 8) hervorgegangen. 

äq ,so lange als', dorische Form für rjog (siehe später). 

Pind. OL 11, 51: ag Ohopaog a&ce. Theokr. 14,70: noulv %i öel, ag 
yovv %1lü)q6v. 

äaäiuv&o-q ,Badewanne, Becher'. 

IL 10, 576 — Od. 4, 48: %g £ doaftlv&ovg ßarceg kv&oxag Xoßeoavxo. 
Od. 4, 128: og MeveXdßqi öiixe öv* aqyvQiag aoafilv&ovg. Hesych führt 
es aus Sophokles (Brachst 202) an. Pollux 6, 98 führt aus Eratinos an: 
l* äoctfiiv&ov xvXixog Xeißwv. 

Dunklen Ursprungs. Ob man etwa xiQfiiv&o-g ,Terpentinbaum' (Meleager 
1, 30 in Anth. 4, l: tiqiuv&ov), das aber kaum echt griechisch ist, und 
%Xiiiv&- ,Eingeweidewurm' (Arist h. an. 5, 93 : SXfiiv&eg) in ihren suffixalen 
Theilen vergleichen darf? 

äöaqo-v ,Haselwurz', dessen Wurzel intensives Brechen erregt 

Diosk. 1, 9 spricht von ihm: aoagov . . . (pvXXa %%ei xiooqi Spoia, ftix(>6- 
%BQa ök 7toXX(f) xal axgoyyvXwxega* av%h] pexa!;v xwv (pvXXiav itQog xjj 
QtCfj, rcoQqtvQa . . . (pverai iv vnoaxiotg oqboi, nXeloxa ök iv Hovx(f xal 
0Qvyla xal 'IXXvqIöi xal naQa Oveoxlvotg rrjg 'ixaXlag. 
Dunkeln Ursprungs; wohl ungriechisch. 

datXyiq- (aoeXyrjg) ausschweifend, üppig, übermüthig, frech'. 



Griechische Etymologie. 167 

Eupolis (bei Athen. 6, 237, A): axwfxfxa yaQ Are aaelyig. Pollux 
1, 111: Eurtolig dk xal äveiiov doelyrj elfte %bv ßlaiov. Isokrat Panathen. 
285, B : nervo Irjocu nollovg loyovg, tovq fxkv dixalovg xal oefivovg, rovg 
dk aaelyeig xal llav qtLlaftex&rjpovag. Demosth. in Mid. 539, 10: Sri 
Tovg vßgi^ovzag anavtag xal rovg aaelyeig ovx avrdv auivveo&ai (tiera 
Trjg oQyrjg . . . öeL 556 f 21: el fiikv ... elg ep doelyrjg fxovov ovtw xal 
ßlaiog iyeyovei. — Dazu das Adverb aaelyeig: Ar. Plut 560: naga t<£ ftkv 
yaQ TtodayotovTeg xal yaaxQwdeig xal naxvxvrj^oi xal Tttovig eloiv doelywg. 

Etymologisch dunkel. Als Schlusstheil kann man mit grosser Wahr- 
scheinlichkeit ein ungeschlechtiges *oilyog- mnthmaassen, dessen Bedeu- 
tung sich aber nicht genauer bestimmen lässt, da das anlautende a- das 
beraubende av- (a-) ,un' sein kann oder möglicher Weise auch das früher 
(Seite 1 bis 3) besprochene a- ,eins, das selbe', ,mitf. 
aar] ,Kummer, Betrübniss'; ^körperliches Unbehagen'. 

Sappho 1, 3: [tij /*' aaatai /uijt' ovlaiai ddftva. Hdt 1, 136: %va ijv 
ano&avj) TQetpo/Äevog fitjde/Älav aorjv rtp ita%ql nQoaßdlij. Eur. Med. 245: 
avrjo d' Srav toig tvdov äx&rjxai £vvciv, l'§w fiolwv tnavae xagdlav aoqg. 
Hippokr. 1, 613: al yoiveg . . . itrfiwai xal Sayv naqkiovoiv vnb lemo- 
rrpog. — Dazu: darjQo-g 7 betrübtf. Sappho 77: daaQotiQag ovdap ln\ 
(jj "Qavva, oi&ev rv%oioa. — äaaodai ,sich betrüben'; ^Unbehagen em- 
pfinden, unwohl sein'. Diosk. 5, 57 : dixTaftvirrjg . . . noiel dk aocjfievoig 
OTopaxov. Theogn. 593 : fir/re xaxoioiv da<3 %t Utjv q>oiva. 657 : iirfikv 
ayav %alenöiaiv dato q>qiva. 989: orav di vi %h>ftdv dorj&jjg* Hdt 3, 41: 
IdlZflio in 3 $ av fidliata %r\v ipvxtjv aarj&elrj dnolofiivqt twv xei- 
prjliiov. 

Dunklen Ursprungs. Muthmaassen lässt sich, dass das a ganz wie zum 
Beispiel in fiiao-v 7 in der Mitte befindlich' (IL 1, 481 u. ö.) neben picoo-v 
(IL 3, 266 u. ö. aus *tiidjo-v = altind. mädh-ja-m BV. 7, 88, 3) aus älterem 
aa hervorgegangen ist und dass letzteres sich durch Assimilation aus irgend 
einer älteren Consonantenverbindung (&j?) gebildet hat 
äöi-q 'Schlamm'. 

II. 21, 321 : xad de \iv* avtbv ßeilvaw xpafia&oioi, ßalig %iQadog itiQtr 
%evag fivglovj oidi Fol 6a%i ' hniovrioovxai *A%aißol alli^ai. rdaarjv ßoi 
aaiv xa&vneg&e xalvxfjw. 

Dunklen Ursprungs. Zum Vergleich mögen ein paar ähnliche Bil- 
dungen angeführt sein : ßaoi-g ,Gang' (Aesch. Choeph. 452) — altind. gdti-s 
,6|tng' (BV. 5, 64, 3 ; zu gam : gdmanti ,sie gehen, kommen' BV. 7, 34, 20 ; 
ßalvei ,er schreitef II. 4, 443), cpdoi-g ,die Erscheinung, das Sich-zeigen' 
(Arist Meteor. 1, 6, 2: zu tpav: ni-qtav-tai, ,es ist erschienen' II. 2, 122), 
€x-Taoi-g ^Ausdehnung' (Plato legg. 7, 795, E) — altind. tati-s ,Schaar, 
Menge', eig. , Ausdehnung, Ausbreitung'; zu tan : tanutai ,er dehnt aus' 
BV. 1, 101, 7, — %aw%ai ,es dehnt sich aus' IL 17, 393); %aoi-g ,Trennung' 
(Hesych: %aoig % didxQioig, xuQrjoig. Zu x ar ~ ^ c ^ von einander thun, 
klaffen', II. 4, 182: %dvoi ,es möge sich öffnen'), ordai-g ,das Feststehen' 



168 Griechische Etymologie. 

(Pia*. Krat 426, D) — aWnd. sthäi-s ,das Stehen, Verbleiben, Fortbestand 
(zu sthä : arstMt ,er stand' (BY. 4, 6, 4, — earrj ,er stellte sich' 11. 5, 108), 
icaQ-tpaoi-g ,das Zureden, Bereden' (IL 14, 217 ; zu <pa : cpafiiv ,wir sagen 4 " 
II. 15, 735), onaoi-g ,das Einziehen, Saugen' (Arist h. an. 8, 29; zu (mag: 
ionaoev ,er zog' IL 12, 395), xldci-g ,das Zerbrechen' (Plato Tim. 43, D; 
zu xkag : dia-xXaaoag ^erbrechend' IL 5, 216), &kdoi-g ,das Eindrucken' 
(Arist Meteor. 4, 9, 13; zu &lag : &Xdooe ,er druckte ein, zerschmetterte' 
IL 5, 307) , nXaoi-g ,Bildung, Form' (Polyb. 6, 53, 5 : zu uXa& : nkdooe ,er 
bildete' Hes. Werke 70), (podot-g ,das Sprechen' (Plut Cato maj. 12; zu 
g>Qad : kttiq>Qadov 7 ich sagte' (IL 10, 127), xdoi-g ,Bruder*, ,Schwester' 
(Aesch. Sieben 674; 494; Agam. 494). 
äai(faxo-q 7 eine ungeflügelte Heuschreckenart 

Diosk. 2,57: ij dk Xeyopivr] äxQig doloaxog r/ ovog anrcQog lau xal 
peyaXoxwXog, nqoaqxnog . . . %Qwv%ai dk aixrj xazaxoQwg ol xa%d ^Leuxiv 
uilßveg. 

Wahrscheinlich ungriechischen Ursprungs. 
aöiXXa ,Tragholz', das über dem Nacken auf beiden Schultern getragen 
wurde. 

Simonid. 163 (Bergk): nQoo&e fikv dpa)' ulfioiaty €%u>y %Qa%eiav doiX- 
Xav i%\HJg l};"AQyovg ig Teyiav %q>€Qoy. Alkiphr. 1, 1: oipwvai . . . tag 
dalXXag inwfilovg aveXopevoi xal vag ixaT£Q(od , ev anvgidag l^afnrjoav- 
%eg . . . aoxvd* kx OaXr]owv fjttelyowo. 

Ob möglicher Weise Zusammenhang besteht mit lat ansa ,Handhabe, 
Griff, Henkel' (Verg. EkL 3, 45), wie zum Beispiel auch dem lat densus 
,dichtf (Alte Tragöd. 72: silvestribvs saepibus densa) ein griechisches 
daov-g ,dichtbewachsen' (Od. 14, 51) ohne inneren Nasal gegenübersteht? 
An ähnlichen Bildungen auf tXXa kann wohl noch genannt werden apiXka 
,Wettkampf (Pind. OL 5, 6; Nem. 9, 12; Isthm. 6, 50). 
äötiipriXo-q ^unfreundlich, schnöde' (?). 

Bei Homer zweimal. IL 9, 647: dXXd ftoi oiödvetai xQadtrj xoXip, 
bnitox* ixeivcjv fivyoo/Äai, wg p* dovyrjXov iv idoytioioiy HFqe&v "Azqs- 
/ : ldrjg , <ig e% %iv* ari/xrjjov fteravdozrjv. 11.24, 767: dXX* ov 7tu> aev 
axovoa xaxov ßircog ovo* dov<pr}Xov. 

Als ersten Theil des Wortes darf man wohl das beraubende dv- (d-) 
,un'- vermuthen. Daneben aber bleibt das -ovcp- noch ganz dunkel Der 
öfter wiederholte Gedanke, dass es, da auch sonst mehrfach, namentlich 
im Aeolischen (Ahrens-Meister gr. Dialekte 1, § 10), sich v aus älterem o 
entwickelt habe, sich unmittelbar an oo<po-g geschickt, kundig, klug' 
(Pind. Pyth, 3, 113: Tixtoveg ola a<xpol aQfiooa*. Homer bietet nur einmal 
das zugehörige Abstractum, nämlich IL 15,412: % ext ovog . . . Zg <jd re 
ndorfi ei ßetöjj aoyirjg ^Geschicklichkeit*) anschliease, kann bei den weit 
auseinander liegenden Bedeutungen ^unfreundlich' — ,ungeschickf ) nur 
als verfehlt bezeichnet werden« Adjectivißche Formen auf rjXo begegnen 
auch sonst, wie evA^Xo-g ^ruhig 4 (IL 1, 554), fixylo-g ,ruhig, ungestört* 



Griechische Etymologie. 169 

(IL 5, 805), mehrfach tragen sie sehr deutlich das Gepräge der Ableitung, 
wie iQvypTjko-Q ,laut brüllend' (U. 18, 580; zu einem muthmaasslichen 
*lQvyf*6-s ,das Brüllen'). 
icaovf Comparativ ^näher*. 

D. 1, 335: xrj^vxeg . .. aooov tte. — Dazu aaaoriQw ,näher*. Od. 17, 
572: aaaoriga) xa&ioaoa fiagal 7WqL Od. 19, 506: avTig Sq' aoooriQw 
itvfdg ?Ax£to dUpqov 'Odvooeig. 

Bildete sich in ganz ähnlicher Weise wie das compaiativische Saooov 
(aus *&oxjov) »schneller, sehr schnell' (IL 2, 440) neben Taxv-g (aus *&axv-s) 
,schnell' (IL 2, 527), als comparativische Form zu den adverbiellen ay%6-&i 
,nah' (IL 14, 412) und ay%t ,nah 4 (IL 5, 185). — In aoootiQu* wurde noch 
ein weiteres Comparativöuffix -tbqo- angefügt, ganz wie zum Beispiel in 
xetQoreQo-g schlechter, geringer' (IL 20, 436) neben %bIqov- (aus *%&q-lov-) 
,schlechter, geringer' (IL 15, 641). 
äöGvrsQo-q ,dicht gedrängt, rasch auf einander folgend'. 

Oppian Eyn. 4, 121: agxvag aoovtiQoig Ittideifiatievoi ozaUxeooi. 

4, 2ü2: aoovriQjjoiv vn arreiljjoi datiao&eLg. Dazu ln-aooi%£QO-g 
,dicht gedrängt, raßch auf einander folgend', das siebenmal bei Homer be- 
gegnet IL 4, 423: wg d' 8t* iv alytaktp itohsr\%il xvpa &akdoot]g oqvvt' 
kjzaooviEQOv &(pvQOv V7VO xivrjoavrog. IL 4, 427 : log tot 9 inaoovteQat 
Javawv xlvvvro q>alayyeg. II. 1, 383: ol 8i w Xafol &vijoxov inaoov- 
tcqoi. IL 8,277 = 12,194 -â–  16, 418: navrag IrtaoovTiqovg 7iiXaoev 
Z&ovl novXvßoteiQT]. Od. 16, 366: "fiaza fiiv oxonol l£ov It% axqtag 
rjvefiofiaaag alßkv InaoovTiQoi. 

Vielleicht ging das erst spät auftretende aoovr€Qo-g nur durch Ver- 
kürzung aus dem homerischen in-aoovTeQO-g hervor. Was seine Bildung 
anbetrifft, so ist es nach der gewöhnlichen Ansicht unmittelbar aus dem 
so eben besprochenen Comparativ aooov 1 näher', hervorgegangen, indem 
das Comparativsuffix tsqo noch angefügt wurde ; das innere v pflegt dabei 
als äotische Entwicklung aus zu Grunde liegendem o angesehen zu werden, 
wie ihrer noch Seite 168 Erwähnung geschah. Dabei bleibt nur sehr auf- 
fällig, dass die homerische Sprache die angenommene Compaxativbildung 
ohne äolische Lautbeeinflussung und ohne irgendwie besondere Bedeutungs- 
entwicklung in dem unter aooov ^näher* (siehe oben) schon genannten da- 
ooziQio ,näher' schon besitzt Sollte deshalb etwa ein eigentümlich ge- 
bildetes adjectivisches *lrzaoov- als nächste Grundlage angenommen 
werden müssen? Der Zusammenhang mit aooov (aus *ay%jov) ,näher', 
also weiter auch ay%i ,nah' (II. 5, 185) und dem superlativischen ay%ioxa 
,sehr nah' (IL 20, 18) scheint immer zu bestehen, ging doch von der letzt- 
genannten Form auch das seiner Bedeutung nach hier unmittelbar zu 
vergleichende adjectivische ayxiaTlvon ,dicht neben einander, gedrängt' (IL 

5, 141 : ai (tiv t ay%iOTlvai iit aXltjkjjOi xixvvrai. IL 17, 361 : to\ 8 
*Y%tozivot %nuvtov vexQoi) hervor. 

aöxävrri-q »Tragstuhl, Tragbetf. 



170 Griechische Etymologie. 

Ar. Wolken 633 : e&i xbv aoxavttjv XaßcSv. Antiphil. 6 (in Athol. 7, 634) : 
ov d' aXXoig iq>6gei v&tvoaxoXoVj avxog kq>* avrip aoxdvrtjv 6 yiQwv 
ax&ocpoQtüv $Xa&€v. 

Das Suffix wird daß selbe sein, wie in tgo-qydvrrjg ,Lehrer des heiligen 
Dienstes' (Hdt 7, 153), ovxo-cpdvTrjg ,Feigenanzeiger, Aufpasser, ränkevoller 
Ankläger* (Ar. Ach. 559), Xv/iavx^g ,Verletzer, Zerstörer* (Soph. Trach. 793), 
vyavTTis ,Weber* (Plato Phaed. 87, B) und zahlreichen andern Wörtern. 
Im Uebrigen ist die Bildung dunkel. 
äoxaQld- (doxaglg) Eingeweidewurm', ,Larve einer Wassermücke'. 

Hippokr. 3, S. 429 : al doxagldeg delXrjg o/nolwg rovrip, xal ixeiva ttjvi- 
xavxa bylÄovai v^g fj/aigrjg xd nXeloxa, ov (jlovov dia xd ftaXXov rtovieiv, 
dXXd xal avxai dia atpag iavxdg. Arist h. an. 5, 94 : olov al xaXovpevai 
eXfuv&eg. %axt d avxwv ytvv\ xgla, i'j xe ovofxa^Ojuivrj rtXaxeia xal al 
oxgoyyvXai xal xglxai al doxagldeg (Aubert u. Wimmer bevorzugen hier 
die Lesart axagtdeg). bt fikv ovv xovxwv exegov ov&iv ylvexai. — Arist 
h. an. 5, 100: al <T IfMtldeg ylvovxai Ix rwv doxagldutv. al <T doxagldeg 
ylvovxai %v xe tjj IXvl xvSv cpgedxiov xal onov av ovggevoig yivrjxai vda- 
xog yevidrj e%ovaa vnooxaaiv. 

Gehört wahrscheinlich unmittelbar zum Folgenden. 
aöxaqi&iv (aus -Idjeiv) ,zappeln, zucken'. 

Kratinos (bei Phot unter gd£eiv): 6 d* rjaxagi^e (an der alphabetischen 
Stelle erklärt's Phot: dvxl xov tfonaige) xaninagdev. Hippokr. 1, 420: 
xd e/ußgvov doxagl&v $rjyvtai xovg vfiivag und 1, 416 : t<£ naidlqt xiveo- 
fiiivfp xal doxagltpvxi xgqoI xe xal itool $fjl;al xiva tcüv vfxivwv xiov 
evdov (auch vom Embryo). 

Ein zur Seite liegendes oxagl^eiv wird hie und da auch vorgeführt, 
wie Bekker an. 24, 17: doxaglCeiv* axalgcj xo ovve%vig xivoipai. ££ ov 
rtagaywybv oxagl^uß. Das anlautende d von doxaglfyiv scheint nur 
jüngerer Entwicklung, wie zum Beispiel in Soxaxvg (II. 2, 148) neben 
oxdxvg ,Aehre' (IL 23, 598) und sonst öfter, so schliessen sich beide ange- 
führte Formen offenbar an die Verbalgrundform axag : oxalgeiv ,springen, 
hüpfen' (IL 18, 572; Od. 10, 412). Das neben dem letzteren noch hie und 
da aufgeführte gleichbedeutende doxalgeiv beruht nur auf einer schlechten 
Lesart bei Quintus (5, 495: ai dk fxiya oxalgovoi dirjvexitag pteixaxviai 
pijxigeg bei Koechly, wo früher gelesen wurde: \iiy doxalgovot). 
döxakaßtbvn-q, eine Eidechsenart 

Ar. Wolken 170: 7tgtxn\v di ye yvwfirjv /LteydXrjv dqyrjge&rj vit doxaXa- 
ßüjrov. Arist hist an. 4, 124: olov IV xe xolg Ix&voi xal Inl xwv ivxo- 
fiwv (jleI^w xd &r}Xea xwv dggivwv ioxlv, olov Sq>etg xal q>aXdyyia xal 
doxaXaßiixai xal ßdxga%oi. 9, 14: noXefxog dk xal doxaXaßwxj] xal 
agaxvj]' xaxeo&iei ydg rovg dgd%vag 6 daxaXaßoixfjg. AeL Thierk. 6, 22: 
tx&ioxa di . . . oxognlffi dk doxaXaßwtrjg. 

Wie beispielsweise dea/uwr^g ^Gefangener' (Aesch. Prom. 119) zurück- 
führt auf deofio-g ,Fessel' (IL 5, 391), so führt aoxaXaßikrjg auf ein nomi- 



Griechische Etymologie. 171 

nales doxdkaßo-g, das Hesych mit der Bedeutung yakeog (gefleckter 
Haifisch') anführt Die Nebenform oxakaßwrrj-g (Dichter bei Euseb. praep. 
erang. 5, 12) lässt mit Sicherheit vermuthen, dass das anlautende d von 
aoxalaßüJTrj-g ein jünger entwickelter Laut ist Die Herkunft des Wortes 
aber ist dunkel. 
döxdXa<po-q, ein Vogel 

Arist h. an. 2, 90 : Tag <T dnoyvddag (,Darmanhänge') exovoiv ol oqvi- 
$eg . . . oklyag . . . %%ovai d* ol ndvTeg dkV ol nkeloroi, olov dkexTQvujv, 
7tiQÖi%, vrJTTcty vvxrixoQa^, koxakog, doxdkaq>og 1 %i\v y xvxvog, wvig, ykavl;. 
Dunklen Ursprungs. 
äöxaZo-s, siehe weiterhin unter oxak-. 
döxaXayvio-v, eine Feigengattung. 

Athen. 3, 78, A: olda dh xal akka avxtov ovofjtara . . . xQijveia) juvkalxd, 
doxaktivta. 

Wird nach der syrischen Stadt 'Aaxdkwv (Hdt 1, 105) benannt sein, ge- 
bildet mit dem häufigen Suffix 10, wie Kokoqxovio-g (Hdt 1, 147) von 
Kokocpujv (Hdt 1, 142) und anderes mehr. 
döxäeiv ^künstlich bearbeiten', ,schmücken, ausrüsten', , verehren', ,üben, 
ausüben'. 

IL 4, 110: tov (nämlich alyog dyQlov) xiqa ix x€<pakfjg ixxaidexddojga 
neq>ixw xal %d phv doxrjaag xctQao&og rJQctQe rixrcjv. IL 23, 743: dqyv- 
qbov xQrjTTjQa . . .inet Sidoveg ttokvdatdakoi ev ijaxrjoav. Od. 1, 439: rj 
piv tov mv£aaa xal doxrjoaoa %iT(Zva. — Aesch. Pers. 182: rj (abv n&- 
nkoiai ÜBQOixolg rjoxrjpivi]. Eur. Iph. Aul. 83: c *Ekkrjveg . • . vavalv dani- 
oiv &' ofiov faftoig tb Ttokkolg aQfiaalv t rjoxrj/tivoi. — Find. Pyth. 3, 
109: tov diKpirtovT alel qtgaolv dalpov' doxrjow xar' ifidv ^egarcevojv 
(xa%avdv. — Aesch. Prom. 106, 6: 7tu>g /ib xekeveig xoxotijt' doxeiv] Plato 
Euthyd. 283, A: nagaxekevo/nevoi rq> veavlaxcp aocpiav t€ xal dgerfjv 
doxeiv. 

Lat ascea ,Zimmeraxf (Zwölf Taf. 10, 2: rogwm asceä ne polito) oder 
auch in etwas anderer Form ascia (Plin. 7, 198 und 16, 207) wird un- 
mittelbar dazu gehören, weiterer etymologischer Zusammenhang aber ist 
noch nicht deutlich. 
döxiQa , Winterschuh von rohem Leder, Pelzschuh'. 

Lykophr. 855: xal dwQ* dvdipei nag&ivq) 2xvkkrplq TaQaooiov xQa~ 
Ttjqa xal ßodyqiov xal Tag ddfxaQTog doxiQag ev/idgiöag. 1322 : ftdkiv <$' 
6 ni%Qag daxigag dveiQvoag. Pollux 7, 85 erklärt: doxigat Vftöörjfia 
kdoiovy xeifitavog %gr\oiiLov. 

Hängt wohl zusammen mit daxo-g ,Lederschlauch' (siehe etwas später). 
Vergleichbare Bildungen sind : dup&iQÖ ,Fell, Leder* (Thuk. 2, 75), rj^egr] 
,Tag' (IL 8, 541), ionigd ,Abend' (Pind. Ol. 3, 20), inim ,Tau an der Raa 
oder Quersegelstange' (Od, 5, 260). 
döxektg- (aaxek^g) ,erschöpff (?), ,unablässig' (?). 

Bei Homer viermal. Od. 10, 463 : vvv d* aoxekieg xal d&v^ioi alßkv 



172 Griechische Etymologie. 

aXtjg xaUnris [AepvrjfAivoi. — Adverbieller Gebrauch : Od. 1, 68 : dXXa 
Jlooeiddiov yaujoxog daxeXhg alFkv KvxXuirtog xe%6Xtt*%ai. Od. 4, 543 : 
prjxiti, *A%qißog vli, noXvv xqovov aoxeXkg ovrat xXaia. IL 19, 68: ovdi 
%L /de xqt} doxeXiojg alfel peveaivifiev. Nik. ther. 42: ploye d' evod/iov 
toQxbg ivl rtXdoziyyi viov xiQag daxeXkg loxdg (wo eine alte Erklärung 
lautet daxelig * %6 avtb oxiXog rj xbv avvov Terato fiov, o iaviv laov). Nik. 
ther. 278: iiizkji d' kv ßovßdvi xal iyvvoiv doxeXig avrtag pox&og ivi- 
%Qiq>e%ai. 

Ein noch unauf geheiltes Wort, das mit dem gleichlautenden d-oxeXig- 
,ohne Schenkel' (Plato Tim. 34, A: inl de ttjv neqloiov %av%r\v a%* ovdev 
Ttodcov diov daxeleg xal artovv avto iyivrqoev. Aus dem beraubenden 
äv~ (er-) ,un' und oxiXog ,Schenkel', IL 16, 314, gebildet) nicht identisch 
sein kann. Eher möchte sich nsQt-oxeXig- ,sehr trocken, spröde 1 (Soph. 
Antig. 475: %6v iyxqaxioxaxov alörjQov bmdv ix nrvQog ftegtoxeXrjj und 
in übertragener Bedeutung Soph. Aias649: at jzeQioxelelg cpQiveg) ver- 
gleichen lassen, aus dem ein ungeschlechtiges * axilog- ,Trockenheitf ent- 
nommen werden kann, das von der Verbalgrundform oxaX- .trocken sein 4 
ausging, die bei Homer nur einmal (D. 23, 191 : firj tiqIv fiivog rjßeXlow 
oxijXei* a/ncpl neQi %Qoa ßiveoiv i]dk piXeoaiv) in Aoristform mit der 
Causalbedeutung ,trocken machen' entgegen tritt Aber weder in Zusammen- 
setzung mit dem beraubenden av- (a-) ,un-' (,ohne Trockenheit?) noch 
mit d- ,das selbe', ,mi^ (Seite 1 bis 3), was die Bedeutung ,mit 
Trockenheit versehen, trocknen' ergeben würde' ergiebt sich bei dem Ge- 
danken an jenes * oxiXog- ,Trockenheif für das in Frage stehende doxeXig- 
eine wirklich zutreffende Bedeutung. 
döxö-q ,Lederschlaueh'. 

IL 3, 247: xrjpvxeg . . . q>iQov . . . Folvov IvqtQOva, xoqtcov agov^g, doxqi 
iv alyeltp. Od. 10, 19: do/xi \ioi ixdelQag doxbv ßoßog iwewQoio, $v&a 
dk ßvxtdwv avipüjv xaridfjoe xiXev&a. 

Dunkler Herkunft Ob es möglicher Weise mit doxieiv ,künsdich be- 
arbeiten' zusammenhängt? Da der homerische Vers anlautendes / ab- 
lehnt (Od. 5, 265; 9, 196; 10, 45), ist Zusammenstellung mit dem böotischen 
Eigennamen Faoxw . . . (Ahr.-Meister 1, 254) bedenklich. 
döxri&tg- {doxrjd-rjg) ,ohne Schaden, unversehrt. 

Bei Homer acht mal H. 10, 212: tovtq xe ttdrra nv&oivo, xal axp 
eig ftfiiag iX&oi doxrj&rjg. Od. 14, 255: ovdi %ig oiv poi njßui* 7ci)fidv- 
d-ti, diX doxrj&hg xal avovaoc r t pe&a. 

Ergiebt als unverkennbar mit dem beraubenden ov- (<*-) ,nn-' zusammen- 
gesetzt als Schhisstheil ein ungeschlechtiges *oxfj&og- Schaden', das im 
Griechischen ziemlich isolirt steht Ihrem Aeussern nach lassen sich ver- 
gleichen: y&og-, ßrj&og- ,gewöhnlicher Aufenthaltsorf (II. 6, 511; ,Gewohn- 
heit, Brauch, Sitte' Hes. Werke 137), otij&og- ,Brustf (IL 2, 218), tij&og- 
, Auster* (IL 16, 747), w&og- ,Freude' (Plutmor. 1102, A; 1103, A), nXif 
öog- ,Fülle, Menge' (IL 17, 330). Die letztgenannte Form schliesst sich 



Griechische Etymologie. 173 

an die Verbalgrundform nkr]9- ,voll sein' (IL 21, 218: nkrj&ei ,es ist voll'), 
die sich durch Hinzunahme des # aus dem einfachen 7zh\- füllen' (II. 
17, 499: fckrj-To ,er wurde erfüllt*) entwickelte. In ganz ähnlicher Weise 
führt jenes *oxrj&og- ,Schaden' wohl auch auf eine einfache Verbalgrund- 
form *ox7]~ ,schädigen, verletzen 4 , wie sie sich auch über das Griechische 
hinaus verfolgen läset: 

GotL gashathjands ,schadend' (Luk. 4, 35) , skoth ,er schadete 1 (Eol. 3, 
25), shathis ,Schaden, Unrecht* (Kor. 2, 12, 13). — Nhd. schaden. 

Altini tuvi-kshd 7 viele vernichtend' (RV. 8, 66, 11 von Indras' Bogen), 
Jeshan : kshanänü ,er verletzt, er verwundet*, kshatd- ,verletzt, verwundet*, 
ä-kshata- ,unverletztf (RV. 5, 78, 9; 10, 166, 2); hshi : hshinati ,er ver- 
nichtet (RV. 10, 27, 13), kshindnü ,sie vernichten' (RV. 6, 75, 7). 
äaxvQo-v ^durchlöchertes Johanniskraut'. 

Diosk. 3, 162: Soxvqov, ot dh aoxvQoetdig, ol 8h atdQooaipov, xal tovro 
eldog lotw iftsQtxot (, Johanniskraut*; von ihm handelt Diosk. 3, 161), 
peyi&ei dicupiQov, xktool peitov, q>QvyavoöicteQOv dk xal ftetpoiviyphov 
toZq cpvkkoig kenroig. 

Dunklen Ursprungs. 
äöjtaö- : döjidSeö&ai (aus *aoftddjeo&ai) ,freudig begrüssen, bewill- 
kommnen', ,gern haben, lieben'. 

IL 10,542: tot de %aQivreg ie^ifj rjOrtä£ovro Fintooi %e /ueiki%loioiv. 
Plat. apol. 29, D : iyio vpag . . . aonaZp(xai pfo xal cpikü. — Dazu : das 
participielle donaoro-g (aus *aanadt6g) , willkommen, erwünscht. Od. 
13,35: wg 'O&voijß' aanaarov %dv tpafog rjßekloio. — a07tdoio-g er- 
wünscht, willkommen', ,erfreut, zufrieden'* IL 10, 35: n[> ö' dartdaiog yi- 
vet* iX&dv. Od. 23, 238 : doitdotoi 6' inißav yalrjQ, xaxoTtjTa qtvyovreg* 

Das anlautende a- darf wohl als jünger entwickelt gelten, wie in do- 
xagl^eiv ,zappeln, zucken' (Seite 170) und sonst — Das adjectivische da- 
ndoio-g, das nicht aus **dondöio-g hervorgegangen sein kann, wurde wohl 
im Anschluss an Formen wie inTcr\kdoto-g ,für Rosse betretbar' (IL 7, 
340; von Imrijkaro-g ,von Rossen betreten' Od. 4, 607), dfißgooio-g ,auf 
Unsterbliche bezüglich' (IL 1 , 529 ; von d-fißQOTo-g ^unsterblich 4 II. 1 0, 
358) und ähnliche gebildet, als wäre es von einem vocalisch auslautenden 
aojta- ausgegangen. 

Lat sponti- (aus *spond-ti-? wie in-tentus angespannt', Verg. Aen. 5, 
136, aus *-tend-tu$, oder voluntdt- , Wille', Caecil. 135, aus *volunt-tdt-) 
,Wunsch' (Ter. Andr. 692: suä sponte ,nach eignem Wunsch 1 ) gehört viel- 
leicht hieher. 
äonaq- : döjzalQHv (aus *aorcä(>jeiv) ,zucken, zappeln', , widerstreben'. 

Bei Homer 12 mal, so IL 3, 293: xal and ato{id%ovg Faavüv täfte rrj- 
kil %ahu$* xal tovg fih xati&tjxev lizl %&ovog donalQOvtag, dvftov dev- 
o/iivovg. IL 12, 203: alFezog . . . iQaxovza (ptqiov . . . t/mv % fo* doital- 
Qorra. II« 13, 571: o di onopevog tzbqI öoqFi fjanatQ wg ote ßovg, tov 
r y ovqeoi ßovxokoi avdffeg Ikkdotv ovx l&ikovta ßifj örjOavtcg ayovoiv. 



174 Griechische Etymologie. 

Od. 8, 526: ij fikv %bv xforjaxorca xal aanaLqovxa ßtöovaa. Od. 22, 473: 
t\07icliqov (die erhängten Mägde) Sk nodeaoi pivvv&a txbq ov %i fiaka 
dfrjv. — Hdt 8, 5 : Iddelparrog . . . o Koqlv&iog OTQaTrjyog rdv Xowtwv 
ijoTtaiQe fAovvog. 

Dass das anlautende a ebenso wie in dem eben vorher genannten do- 
nd^eo&ai ,freudig begrüssen' als jünger entwickelter Laut anzusehen ist, 
erweist sich ans der gleichbedeutenden Nebenform oitctQ-i analQeiv 
(Polyb. 15,33,5: afxa äk t<£ tovtov dg %b fxioov &kxvO\Hjrai fie&* E- 
ßQewg hi anaiQovxa) und somit ergeben sich weiter als zugehörige Formen : 

Lat sper-nere absondern' (Enn. trag. 224 : jus atqve aecum se ä malis 
spernit procul), ,verachten, verschmähen, verachten' (Attius458: nön me 
spemens) ; spernäri verschmähen 4 ( Juven. 4, 4 : vidu&s tantum spemätur 
adulter). 

Mh<l und nhd. sich sperren ,sich widersetzen' ; niederd. sparten päppeln 1 ; 
ahd. sporo, nhd. Sporn; ahd. spornön ,mit der Ferse ausschlagen, mit den 
Beinen strampeln'; ahd. spor, nhd. Spur. 

Lit spiriü, spir-ti ,mit dem Fusse stossen'. 

Aostpers. gpar ,gehen, mit den Füssen treten, sich sträuben', fra-gpar ab- 
schütteln' (Justi). 

Altind. sphur oder sphar ^schnellen, springen', ,wegstossen'. EV. 10, 34, 
9: (aJcshasas) nicä' vartantai updri sphuranti ,die Würfel rollen nieder, 
springen in die? Höh'; EV. 1, 84, 8: mdrtam arädhdsam padd' hshümpam 
iva sphurat ,den nicht opfernden Sterblichen stösst er mit dem Fusse wie 
einen Pilz (?) fort'; EV. 6, 61, 14: nas . . . ma dpa spharis ,stosse uns 
nicht zurück'. 
äöJtäQayO'Q ,Stangenspargel', attisch aocpctQayo-g. 

Athen. 2, 62, E: KQarlvog äh dta %ov (p aoqxxQayov ovoftd&i. Kai Qeo- 
7to (in og' xarteir 3 iötjv docpdqayov h ^d/avqj %ivL 63, A: *Avxi<pävrig 3h 
dia xov n (pT t alv dojtaQayov' aanaQayog rjyi.dt&v, atXQog iSrjv&rjxi xtg. 
Dioskorides 2, 151 handelt von ihm: . . . 6 \ikrtoi aartaQayog ovvog 
&d/*vog lö%l noXvtla&og, cpvXXa %%o>v noXXa % (ianQa 7 6/ioia fiaQa&Qqt, 
§l£a OTQoyyvXri, fxeydXrj, fyovaa xovövXov. 

Litt, spurga-s ,Auge oder Knoten am Baum' (Fick 2, 281). 

Altostpers. Qpareghar m. ,Zacken, Auszweigung der Pfeilspitze'; fra- 
•gparegha- m. ,zarter Schössling' (Justi). 

Das anlautende d- ist vor der ihm nachfolgenden Consonantenverbindung 
ohne Zweifel jünger entwickelter Laut, wie in doTcalgetv gucken, zappeln' 
(siehe oben), das oq> aber aus an entwickelt wie zum Beispiel in atpoyyog 
(Manetho 5, 158: aq>6yyovg kx ßv&lwv noXvTQrjTovg dvegewiov) neben dem 
häufigeren anoyyog ,Schwamm' (11.18,414; Od. 1, 111) und sonst So 
wird als verbale Grundlage ein onaqy- (anagay) gelten dürfen, dessen 
unmittelbarer Zusammenhang mit anaqydv ,schwellen, strotzen' (Eur. 
Bakch. 701: paorog yv OTzaqywv), und den gleichbedeutenden ofpqiyav 
(Eur. Androm. 1 96 : oqtQiyuirti avi/Accvi. Hippokr. 2 , 703 : atpqiyq Sk %b 



Griechische Etymologie. 175 

otij&oq) und otpaQayieo&ai (Od. 9, 440: ov$axa yocQ oqtaQoyevvto) wohl 
nicht zu bezweifeln steht 
aöndXax- (dojzdXag) ,Maulwurf. 

Arist Thierk, 1, 14: oixrjTixd phv olov dondXa% (Atibert- Wimmer über- 
setzen ,Blindmoll'), pig, pvQnrj!;, pikivra. 1, 43: €%€c öySaXpoig' ta ök 
Cqioroxa Ttdvra rzXrjv dortdXaxog. Oppian Kyn. 2,612: donaXdxiov av- 
r6%9ova cptXa 7toio<pdywv, dXctwv. 

Nebenform zu andiene- (Plnt Symp. 7, 2, 2: olov idoxei %b tcbqI trjv 
XaXa^av elvat ttjv vnb %a\at,o(pvXdx(x)v aifictvi C7tdXaxog rj Qaxloig yvvai- 
xeloig areoTQ€fCOfiiv7jv. Etym. M. oxaXoxp, 6 orcdXa^ Xiyercu naq* *A%- 
vtxolg) mit jünger entwickeltem anlautendem a-, wie in den letztvoraus- 
genannten Formen. Dem Suffix nach zu vergleichen mit Sßax- ,Brett, 
Tafel, Teilet (S. 127), so dass also ein anal- als zu Grunde liegende 
Verbalform würde anzunehmen sein. 
äojzäXa&o-g, ein dorniger Strauch. 

Theognis 1193: dorcdXa&oi dh %diti\oiv opolov otQWfia &avovri. Phe- 
rekrates (bei Athen. 15, 685, B): vit dvadevÖQddwv drcaXdg donaXd&ovg 
ncnovvxeg Iv Xeiptuvi Xunoq>6g(p. Plato Staat 10, 616, A: ettxov naqd 
rrjv odov kxrog in aOTtaXd&wv xvdmovteg. Bekker an. 10,9: donaXa- 
$og m äxav&wdeg tpvrov. KXiavÖQog \h}Xvxc5g, LJQiozoqpdvrjg aQaevuuZg. 
Diosk. 1, 19: dondXa&og . . . öapvog iorl ^vXwdrjg, dxdv&aig noXXalg 
xiXQrifiivog. 

Dunklen Ursprungs, doch darf man yermuthen, dass das anlautende d- 
ebenso wie in den letztvorhergenannten Bildungen ein erst jung entwickelter 
Laut ist 
SöjtaXo-s ,Fisch'. 

Hesych giebt zu danaXceig' dXievg erklärend: SoreaXog y&Q 6 fy&vg 
und bietet ausserdem dondXovg' rovg Ix&vag. Id&a^dveg. — Dazu do- 
naXievrrj-g yFischer': Plato Soph. 218, E: %L drjra TCQora^alfie^ av 
evyvtaorov fihv xal a^iixQov, Xoyov dk firjöevog iXdtrova $%ov xwv pei- 
tovatv; olov do7caXuvrrjg. 

Dunklen Ursprungs. 
äojrexo-s ,unsäglich, unermesslich'. 

Bei Homer mehr als 30 mal. IL 11, 704: züv 6 ykqtav . . . i£iXer' 
donera noXXd. II. 18, 165: aonerov rJQazo xvdog. IL 2, 455: rjvre jivq 
dßldrjXov InupXiyu aonevov vXqv. 

Ganz ähnlich gebildet wie a-oxero-g ,unerträglich' (D. 16, 549). Wie 
dessen Schlusstheil neben dem beraubenden dv- (d-) ,un-' sich unmittelbar 
anschliesst an Formen wie l-oxe ,er hielt* (IL 5, 300) und oxycovoi ,sie 
werden aushalten' (IL 15, 820) und weiterhin zu y ixeiv (aus *oi%eiv) ,halten, 
haben' (IL 1, 113) gehört, so schliesst sich jenes in seinem Schlusstheil an 
Formen wie hi-onev ,er sagte 1 (IL 2, 80) und hvi-07trjow ,ich werde sagen* 
(Od. 5, 98) und gehört weiterhin zu hvene (aus *'iv-oc7te) ,sage' (H. 2,761). 
döJteQxtg ,eifrig, heftig'. 



176 Griechische Etymologie. 

Sechsmal bei Homer. II. 16,61: ovS y aga ncug tjr doneQxlg xegoAcc*- 
od-ai kvl qtQeolv. IL 18, 556: avxccQ onio&ev naldeg df>aypevovxeg , iv 
dyxaklöeooi tpiQovxeg, dortegxig naQ€%ov. 11.22, 188: "Exxoqo <T itaneQ- 
%hg xiov4wv fyenr' tixvg yixtkXcvg. 

Nur in adverbiellem Gebrauch erhaltene Neutralform eines Adjectivs, 
das offenbar aus ä- und einem alten ungeschlechtigen *on&Q%o$- zu- 
sammen gesetzt wurde. Die letztgenannte Form schliesst sich unverkenn- 
bar an 07tiQx~uv oder ani^x- eofhu ,andringen, erregt sein, eifrig sein'. 
(IL 13, 334: dg <?' 8&' vnb liyiFwv avipuov on&QX<ootv afellat. IL 11, 
110: aneQx6{iSV0Q <T dnb xolßiv iavla revxea xaXd ,eifrig*. Od. 22, 450: 
orjfjiaive <T Vdvoaevg avxbg im-Gniqxwv ,selbst eifrig 4 ; Pind. Nem. 1, 40: 
OTt6QX$eioa &v/jqi ,erregt, ergrimmt im Geistf; Hdtl,32: Kqolaog dl 
aneQz&elg eine, ,unwillig, erregt 4 ), das übereinstimmt mit altind. sparh 
,heftig verlangen' (KV. 8, 2, 18: daivd's . . . na svdpnäfa sprhajanti ,die 
Götter verlangen nicht nach Schlaf') und altostpers. gparez ,streben'. So 
kann das anlautende a- nicht wohl etwas anderes sein, als das von Seite 
1 bis 3 besprochene a- ,das selbe', ,mit* und damit ergiebt sich für a- 
-oneQxig- als erste Bedeutung ,mit Erregtheit (?oni(ixoq-), mit Eifer'. 
Aaniö- (da n lg) ,Schild'. 

IL 15,645: iv donliog avxvyi ndkzo, zrjv avtog tpoQ&oxe nodrjvexia. 
11.16,360: donldi xavQeif] xexaXvfjLfiivog evyifag wpovg. IL 5,797: l- 
ÖQwg ydq fxtv JheiQev vnb nXaxiFog reka/ncjvog danldog evxvxkov. 

Dunklen Ursprungs. Fick 1*, 567 stellt lit skydas ,Schild' unmittelbar 
dazu: darnach würde das anlautende d ein jünger entwickeltes sein und 
das innere n auf alten Guttural zurück führen. 
dojtlö- (dort lg) ,Schildviper' (nach Aubert-Wimmer). 

Hdt. 4, 191: ol Xiovxeg xavd xovxovg (bei den Libyern) eiol xal ol I- 
kicpavt&g %e xal aqxxoi xal aonldeg. Arist. hisk an. 8, 170: %d ve xwv 
ocpeuiv 6r\yy,axa noXv diatpigovoiv. rj xe ydq danig iv Aißvji ylvexai, 
l£ ov otpetag ixoiovoi xb arj7cxcx6v f xal aklwg dvlaxog. 

Vielleicht identisch mit dem vorausgehenden danld- ,SchilcF. 
&6jtQi-q, eine Eichenart (,Qvercus Cerris? und ,Qvercus Aegilops*). 

Theophr. h. pl. 3, 8, 7: ol dh neQl Maxeöovlav xerxapa yivtj notoiatv, 
hvfioÖQvv, rj zag ykvxelag' nlaxvtpvXkov , rj rag ntxqdg* ffyrjybv, rj tag 
OTQoyyvkag* aonqiv. Tavxrjv yaQ oi pthv axaqnov oliog, ol ök (pavkov 
xbv xaQTcbv, wate /urjöhv lo&Uiv £wwv, nXr)v vog. 

Etymologisch dunkel. Wohl zunächst mit Bildungen wie 5xQi-g ,Spitze, 
Berggipfel' (Seite 58) zu vergleichen. 
&axaxö'$, eine Krebsart, wahrscheinlich ,Hummer'. 

Arist h. an. 4, 16: xdSv de fiaiiaxoax>Qaxwv 'iv p£v hott yivog %b xtov 
xaqdßtav, xal rovtip itaqanhr\ovoy ikegov vb xxSv xaXovjjiivw daraxdv. 
Epicharm (57 bei Kaibel) : hxl i y doxaxoi xahbßöaival xe gcJg ro rtodi* 
i%tt ptxQd) vag xet?ftg $k fiaxQag, xaQaßog 6k xovvoft*. 36: xiavaxol 
ya(xxf9(jiw%oi. 



Griechische Etymologie. 177 

Als attische Form wird ooxaxog bezeichnet, bei Athenäos 1, 105, B: xbv 
<T daxaxov ol *Axxwm dia xov o ooxaxov Xiyovoi, xa&aneQ xat oaxa- 
cpidag. 

Dunklen Ursprungs. Das anlautende a-, beziehungsweise o'-, scheinen 
jünger entwickelte Laute, wie in dem sogleich zu nennenden aaxaxvg ,Aehre'. 
äGrayv-Q ,Aehre*. 

IL 2, 148: aig <T öxe xivrjor] £4q>vQog ßa&v Xi\iov l^wy, XdßQog btat- 
ylCotVy int x* rj/ivei doxaxveooiv. Hom. hymn. Dem. 454 : /uiXXev aipaQ 
xavaoloi xoprjosiv daxajveaaiv. 456: ßQiaifxev doxa%vu>v. Hdt 5, 92, £: 
1x6 Xov € alel oxwg xiva töoi xwv doxa%i>wv v7VSQi%ovxa. 

Nebenform zu oxa%v-g (siehe später) mit jünger entwickeltem anlauten- 
den a'-, wie in daxacpld- ,Rosine' (siehe sogleich) und sonst 
doxaipiö- {aar afp Lg) getrocknete Weinbeere, Rosine'. 

Xen. Anab. 4, 4, 9: ivxav&a el%ov ndvxa xa irtixrjäeia oaa eaxlv dya&d, 
ieoeia, eixov, oivovg naXaiovg eutodeig, doxaqtldag, ootcqicl navxodctrtd. 

Als Nebenform begegnet 6oxaq>ld-, das von Athenäos (1, 105, B; siehe 
unter daxaxog) angeführt wird und von Photios; des Letzteren Worte sind: 
ooxa<pida, ov% fimag KQaxivog Nopoig* 6 dk Zeig doxacpiatv voei xd%a % 
dXXd xorl nXdxwv r) [845, B] Nofxoig, xrjg d' elg dno&eoiv ooxayldog. 
Beide liegen neben oxatpld- (Anthol. 5, 304: o'/uqpa£ ovx hrcivevoag' fix' 
rjg oxatpvhq, 7cao€7z£/*ipü). fir) (p&oviojjg dovvctt xav ßQa%v xrjg oxaepidog. 
Dioskorides 5, 4 handelt von ihr), das als die ältere Form wird gelten dürfen, 
in der dort das anlautende d-, beziehungsweise o-, sich wie im eben ge- 
nannten aaxaxvg ,Aehre' und sonst erst als jüngere Laute entwickelt haben 
werden. Es wird eng mit oxacpvXr) , Weintraube' (IL 18, 561 ; Diosk. 5, 3), 
vielleicht auch mit oxipqtvXov ,Trester, Weintrester* (Diosk. 5, 3) zusammen- 
hängen. 
äöra<pvXlvo-q ,Pastinake'. 

Athen. 9, 371, D : xbv dk oxaqtvXivov JioxXrjg Iv nQwxy) 'Yyuivwv aoxa- 
q>vXivov xaXel. 

Das anlautende a- wird vor dem ax jünger entwickelter Laut sein, 
wie in den nächst voraufgehenden Formen: das zu Grunde liegende 
oxaqtvXivo-g (Athen. 9, 371, B; Diosk. 3,52) wird später noch aufzu- 
führen sein. 
doreiiipiq- (doxeftyrjg) ,fest stehend, fest'. 

II. 2, 344: av <T 6#' ug txqIv Jfrwv daxepupia ßovXrjv. Theokr. 13, 34: 
avxqt # ' 'HgaxXrji xal aaxe^el TeXapuivi. Orph. Arg. 665 : Saxig krtl 
oxa&povg rjd' dox€^g>rj doptov t&i. — Adverbieller Gebrauch: IL 3, 219: 
oxrjftxQOv d* ovx y ort Loa) ovxe 7ZQ07CQr\vkg lva>/ua, dXX y daxefiq>kg €xtox€v. 
Od. 4, 419: vpielg d y daxepLqxLg i%ifi€v /udXXov xe nu^etv und Od. 4, 459: 
rjfxeig ä y daxe^qxäg exopev. 

Da die Adjective auf eg zu bei weitem grössten Theile Zusammen- 
setzungen sind, so wird das anlautende a- von doxenq>4g- aller Wahr- 
scheinlichkeit nach nicht etwa lautlich jünger entwickelt sein, sondern als 

Leo Meyer, Griechische Etymologie. 12 



178 Griechische Etymologie. 

selbstständiges Wort mit einem ungeschlechtigen *o%tii<pog- ab Schluss- 
theil verbunden sein. Solches *o%ip<pog- aber findet im Griechischen 
keinerlei unmittelbare Erklärung, am wenigsten eine solche, die für dore/ii- 
tpig- die oft angenommene Bedeutung ,un-erschütterlich' ergeben würde. 
Wohl aber scheint das altindische staöh und stambh ,fest werden', causal 
,fest machen' (RV. 10, 121, 6: hrändasi ävasä tastabhdndi ,die baden 
Schlachtreihen, durch seinen Schutz feststehend'; BV. 2, 12, 2: jds djdm 
dstabhndt ,der den Himmel fest machte'; RV. 1020, 8: jada id dstambhit 
. . amü'm divam ,als er diesen Himmel fest machte') unmittelbar nahe zu 
stehen. Darnach würde sich für jenes * orifiyog- die Bedeutung ,Festig- 
keif ergeben und für unser dore/ufpig-j bei dessen d- im gegebenen Zu- 
sammenhang nicht wohl an etwas anderes als das früher besprochene d- 
,das selbe, ? mif (Seite 1—3) gedacht werden kann, die Bedeutung ,womit 
Festigkeit verbunden ist'. Zum altindischen stabh und stambh ,fest werden' 
stellen sich noch altind. stambha-s ,Pfosten, Pfeiler, Säule', wahrscheinlich 
oxtqtQo-g ,stark, festf (Xen. Jagd. 4, 1) , ferner goth. stabi- ,Stäbchen, Stift, 
Buchstab, Elemenf (Gal. 4, 3; 4, 9 und Kol. 2, 20 für grich. oroixelov), lit. 
stebas ,Stab, Stock, Pfeiler, Mast' und noch andere Formen. 
dörtQ- (aotrjQ) ,Stern'. 

11.22,317 und 318: olog d y aavfjQ eloi per* aargaae wxtbg dpoXyfji 
ßiOfteQog, og xdlkiatog iv ovQavqi loraxai aatrJQ, dg alxprjg aTciXafirt' 
ivrjxeog. IL 4, 75: olov d' dornet fpce Kgovov ndfig ayxvkoffrjvw, rj 
vavtrjai tigag ^Fi otQatqi evgifi XaFaiv, Xafxnqov' %ov di ve ftoXkol 
dnb onivxHJQeg ievtai. — Dazu ootqo-v ,Qestirn'; IL 8, 555: wg <T St 3 
iv ovgavty) äoTQa (paßeirfjv äpupl aelrjvtjv yalrev* dgingenia. 

Lat. stdla (Eon. 30 und 162: stellis fulgenühis; Enn. 343: stettts arden- 
tibus), aus muthmaasslichem *ster-ld, *steruld hervorgegangen, wie puella 
,Mädchen' (Enn. trag. 439) aus *pwer-ta, *puerulä. 

Armor. sfer, plur. steret] — körn, steyr ,Sterne' (CurL 206); — welsch 
ser (aus ster) ,Sterne', seren ,ein Stern'. 

Goth. stairndn- f. (Mk. 13, 25); — nhd. Stern. 

Armen, astgh, gen. astegh. 

Altind. stdr- m.; BV. 1, 68, 10; 1,87, 1 und sonst: strbhis ,mit Sternen'. 

Altostpers. gtare, m.; — Afghan. gtöri; — Osset gtäl (Justi). 

Es kann bei Vergleichung der verwandten Sprachen keinem Zweifel 
unterliegen, dass das anlautende d- ebenso wie in aotaxv-g ,Aehre' 
(Seite 177) und sonst ein erst jünger entwickelter Laut ist und also aoriQ- 
gar kein nominalsuffixales Element enthält So vergleichen sich am 
nächsten Bildungen wie avig- ,Mann' (IL 1, 262: ariQ-ag, II. 1, 287: amrjg) 
— altind. ndr- ,Mann' (nom. pl. ndr-as RV. 1, 8, 6 und sonst; instr. pl. 
nfbhis RV. 1, 64, 13 und öfter) und %iQ- ,Hand' (dat %egl IL 8, 289; 20, 
182; 24, 101; dat pl. x^ai IL 1, 14 und sonst oft), welche letztere Form 
aber früh durch zeig- (dat %etgl IL 1, 210; acc. %*iga IL 2, 389; nom. %klg 
IL 5, 417) fast ganz verdrängt worden ist Der öfter angenommene Zu- 



Griechische Etymologie. 179 

sammenbang mit otoq- ausbreiten 4 (IL 9, 660 : orog-eoav Xtyog ^breiteten 
aus, machten zurech tf) ist durchaus unwahrscheinlich, eher wird man 
eine Verbalgrundform *ster ,glänzen, strahlen* muthmaassen dürfen, an 
die sich auch wohl doregortTj und aregomj ,BHtz* (siehe sogleich) an- 
schliessen und weiterhin auch nhd. Strahl, ahd. sträla , Blitzstrahl, Pfeil*. 
&GrhQ03VY[ ,Blitz 4 . 

Dreimal bei Homer. II. 11, 184: fye ö daregontjv /uera %ego\v. II. 13, 
242: ßrj <T %\i%v doregonj} ivallyxiog. IL 14, 386: dßeivöv Sog navvrjxeg 
e%u)v . . . ßeUeXov aortgoity. 

Dass das anlautende a- ebenso wie in dorig- ,Stern 4 und mehreren 
anderen nahe voraus genannten Formen ein erst jünger entwickelter Laut 
ist, wird durch die gleichbedeutende Nebenform oregonr} (IL 10, 154; 11, 
66; 19, 363) erwiesen. So ergiebt sich eine Verbalgrundform Oregon- = 
otbqtc- « argan (siehe etwas später dotgdnxuv ,blitzen'), die sich nicht 
Aber das Griechische hinaus scheint verfolgen zu lassen, die aber wohl in 
nächstem Zusammenhang mit dem oben gemuthmaassten *ster ,glänzen, 
strahlen' steht 
dar^v (aarrjv) oder dövr}vö'$ ,unglücklich 4 . 

Hesych führt auf: aorrjveg* nakalnwgoi, dvo*v%Blg und unmittelbar 
vorher dotrjvdv dvovrjvov, xaktnov. 

Liegen neben einander wie änrrjv- ,unbefiedeitf (IL 9, 323) und ntrivo-g 
,befiederf (Aesch. Prom. 1022) oder zum Beispiel auch wie dßgtir- ,un- 
gegessen 4 (Anthol. 9, 764) und aßgwro-g ,ungegessen' (AnthoL 14, 57); 
aarrfvo-g aber ist offenbar dem alten dvozrjvo-g ^unglücklich' (11.6, 127; 
22,477) nachgebildet, das sich unmittelbar mit dem altindischen duhstha- 
(aus *dw-sthar) ,dem es schlimm geht, unglücklich' vergleicht (siehe später). 
äörv, alt fdörv, ,Stadf . 

IL 3, 245: xr/gvxeg <T dva ßdotv &euiv q>igov ogxia. IL 6, 287: ral <T 
ag* afoXXiooav xata ßdovv yegaidg. IL 6, 331 : fit] td%a Fdoxv ttvgog 
djjoto öigrjrai. 

Altir. feiss (aus * vesti- ,das Bleiben, Basten', Fick 2 4 , 277). 

Altind. vastu n. , Wohnstätte, Haus und Hof, Haus 4 (RV. 1, 154, 6; 5, 
41, 8 ; 8, 25, 5). — Das kurzvocalige vdstu n. ,Sitz, Ort 4 (nur in vrana- 
-vastu ,Sitz der Wunde' und in dem Stadtnamen Kapüa-vastu ,Affensitz') 
hat als gewöhnliche Bedeutung ,Ding, Sache 4 . 

An ungeschlechtigen Bildungen auf rv scheint sonst nur noch q>lxv 
,Gewächs 4 (Ar. Friede 1164) sich zu bieten. Zu Grunde liegt ein altes vas 
, wohnen, sich aufhalten 4 , mit dem aeoa, a-ßeoa ,ich brachte (die Nacht) 
zu 4 (Seite 9) und was noch an weiteren Formen neben dem selben auf- 
geführt wurde unmittelbar zusammengehört Das zugehörige aato-g, 
ßaoro-g ,Städter, Bürger 4 (II. 11, 242; Od. 13, 192; Inschr. lokrisch 
Faooxog und acc faatov bei Collitz 2, S. 54) kann nicht wohl ab Ab* 
leitong von dorv gelten, sondern wird unmittelbar aus der Verbalgrund- 
form gebildet sein und zwar mittels des Suffixes ro, wie es zum Beispiel noch 

12* 



180 Griechische Etymologie. 

in ßXaoro-g ,Keim, Trieb, junger Schoss' (Hdt 6, 37 ; 8, 55. — Zu altind. 
vdrdh-atai ,er wächst/ BV. 2, 13, 1) und anderen ähnlichen Bildungen ent- 
halten ist 
döTQdjtreiv (aus *aoTQa7t--J6iv) ,blitzen'. 

11.9,237: Zeig di atptv Kgovldrjg ivdi^ia orjpaxa cpalvwv aoxQamu* 
Dazu aOTQaitrj ,Blitz'; Aesch. Sieben 430 : xag d 3 daxgandg xe xal xe- 
QCLwlovg ßoXdg fiearjfißgivolai &dXfteaiv ngoajjxaaev. Hdt 3, 86: doxga7trj 
i£ al&girjg xal ßgovxi] iyivexo. 

Alban. shrep ,Funken schlagen, Feuer schlagen', nordalb. s keptin ,Feuer 
schlagen, Funken sprühen, blitzen' wird verglichen von GMeyer (Wb. 409), 
der skr- für den alten Anlaut halt, der im Griechischen mit Anlehnung 
an aaxQov zu oxq- umgestaltet sei. 

Enthalt jünger entwickeltes anlautendes a- und gehört unmittelbar zu 
aoj€Q07trj ,Blitz'. Was ihr Lautverhältniss anbetrifft, so lässt sich das 
Nebeneinanderliegen von Formen wie dozgdoi ,den Sternen' (IL 22, 28 ; 
317) und dozegoFevia ,gestirnf (H. 15, 371) und anderen ähnlichen treffend 
vergleichen. 
döTQdyaXo-q gründlicher Knochen:) Wirbelknochen'; , Würfelbein, Sprung- 
bein' (über dem Fersenbein liegend); (daraus gefertigter) ,Würfel'. 

IL 14, 465: xov f Hßakev xeq>akrjg xe xal avxivog iv ovveoxPV velaxov 
aaxgdyalov. Od. 10, 560: kx di Fol cnJj^v dorgaydkcjv LFdyi}. — Hdt 
3, 129: ovvrjvetxe . . . dagelov h dyQjj xhjQuiv dno&Q<ooxovxa an innov 
OTQaqtrjvai xov noda. xal xwg la%vgoxigwg laxgdqtrj. 6 ydg ol daxgdya- 
Xog i^exoigTjae Ix xwv ag&gcüv. — II. 23, 88 : naida xaxixxavov 'A(iq>tdd- 
fiavxoq, vyniog, ovx l&iXwv, a/Liq>* daxgaydloioi %oXta&eLg. 

Adjective auf alo wurden schon zu dnalo-g ,zart, weich' (Seite 64) ge- 
nannt, substantivische Wörter sind beispielsweise noch ai&ako-g ,Buss' (Eur. 
Hek. 911), ayxaXo-g ,Armvoll, Bündel' (Hom. h. Herrn. 82), ojMpalo-g ,Nabel' 
(II. 4, 525). Da das anlautende d- ohne Zweifel jünger entwickelt ist, wie 
in aar ig- ,Stern' (Seite 178) und anderen oben genannten Formen, so kann 
als verbale Grundlage axgay- gelten, für das die Bedeutung ,sich drehen, 
sich runden' gemuthmaasst werden kann. Nächster Zusammenhang wird 
bestehen mit oxQoyy-vlo-g ,rund' (Ar. Wolken 1127: x<*Xdtaig oxgoyyvlatg), 
weiterer auch mit axgdyy- ,Tropfen' (Anthol. 4, 1, 38), oxQayyeveo&ai ,sich 
drehen und winden, zaudern' (Ar. Ach. 126) und mit dem deutschen Strich 
dötQdyaXo-q, ein Gewächs, wahrscheinlich ,Traganth'. 

Diosk. 4, 62 handelt von ihm : daxgdyalog . . . &d(ivog kaxl tuxgog, 
krtl yrjg (pvo/n€vog 7 (pvXXoig xal xXwvioig Ofioiog igeßiv&q)' dvdrj 
7togq>vgd, fuxgd ' gita dk vtzeoxi axgoyyvXrj. Plin. 26, 46 : astragalus . . . 

Formell ohne Zweifel mit dem vorausgehenden übereinstimmend und 
wohl nach der rundlichen Form seiner Wurzel benannt 
äöTffaßiqr (aaxgaßrjg) ,ungedreht, ungebogen, gerade'. 

Pind. 01.2, 81: og c 'Exxog' iacpaXe, Tgtpag d(xa%ov doxgaßfj (,nicht um- 
zuwerfen') xiova. Plato Tim. 73, B: xwv ydg rgiytuvcüv oaa ng(oxa 



Griechische Etymologie. 181 

doxgaßrj xal Xela ovxa. Plut 2 (mor. 780, B): del di 7 woneg 6 xavwv 
avrog, daxgaßrjg xal ddtdoxgocpog. — Die adverbielle Form aaxgaßwg 
bei Aelian h. an. 2, 1 1 : iyvi dh elöov xal yga^axa ygdqtovxa inl nivaxog 
Pwfiaia daxgaßwg xy 7tgoßoaxldi xal dxgsTvrwg. 

Zusammengesetzt aus dem beraubenden dv- (d-) ,un-' und einem zu er- 
schliessenden ungescblechtigen * oxgdßog- ,Gedrehetes'. Das letztere gehört 
zu oxg£q>eiv ,drehen, wenden* (11.23,323: alfel xigpt ogotav axgiq>ei 
eyyv&ev ,er lenkt die Rosse'; Eur. Iph. Taur. 1166: v\ viv oeiopog eorgexpe 
X$ov6g]), neben dem auch noch andere Formen mit innerem ß an Stelle 
des aspirirten <p auftreten, wie oxgdßaXo-g gedreht, kraus' (in axgaßaXo- 
-xopag ,kraushaarig' Soph. Brachst 994) und axgeßXo-g ,gedreht, gekrümmt, 
(Ar. Thesm. 516: axgeßXov ujojteo xvxxagov). 
döxQdßri ,hölzerner Sattel'. 

Dem. c. Mid. 558, 16: In daxgaßrjg <T 6%ov^ievog dgyvgdg. Hesych 
bietet: daxgdßq' xo irtl xwv %7t7t(av %vXoy, o xgaxovoiv ol xa&e£6[*evoi. 
— Dazu aaxgaßl^eiv ,auf dem Holzsattel reiten (?)' oder ,mit dem 
Holzsattel belegt sein (?)'; Aesch. SchutzfL 285 : 'Ivddg t axoiw voftdöag 
l7Z7toßd[400iv elvai xaftrjXoig aoxgaßitpvoag. 

Dunkeln Urprungs. Kaum zum vorausgehenden gehörig. 
aGTQäßrilo-g ,Muschel', Nebenform zu axgdßrjXo-g (siehe später), in der 
sich vor der anlautenden Consonantenverbindung ein jüngeres d ent- 
wickelte. 
äötQi-s , Wirbelknochen, Würfel'. 

Eallim. Brachst 238 : dixa ä ' aaxgiag aXvvxo Xdxgov. Brachst 239 : 
£ogxog xoi, <plXe xovge, Aißvaxlöog aixlxa öwaa) reine veoaprjxjovg 
aaxgiag. — Nebenform aoxgtxo-g. Bekker an. S. 454, 32 bietet zu 
aaxgdyaXog: Xiyovoi dk xal dargixovg. Avxi(pdvr\g 'Ertiöavglq), knal^o- 
ftev fihv agxiiog xoig daxglxotg. 

Dunkeln Ursprungs. Benfey (1, S. 670) halt es für eine verkürzte Aus- 
sprache von aaxgdyaXo-g ,Wirbelknochen' (Seite 180). 
äaßoXo-q ,Russ'. 

Ar. Thesm. 245 : xdofiat .... q>ev, iov xijg daßöXov .... Hxegog ydg 
avxd OTCoyyul. Hippokr. 2, 756 (Kühn) : anodbg Kvizgla ix xov daß 6 lov 
TtertkvfAivov, xal iptfiv&iov, xal plav ortxov. 

Etymologisch nicht verständlich. 
dayaXdeiv ,ungeduldig sein, nicht mehr ertragen'. 

IL 2, 292: xal ydg xig &' %va [irjva ftivcjv ano ßrjg aXoxoto aaxaXda 
&V vrjH 7iolv£vy<p, ov neg aßeXXat, %eipigiai FelXtoaiv. II. 24, 403: 
doxaXovJOi ydg ofde xa&rjfievoi, ovdi dvvavxai lox&liw iaavpivovg itzo- 
Xifxov ßaaiXrjßeg *Ax<*iFiov. — Dazu das gleichbedeutende daxdXXetv 
(aus *aoxdX-J€iv)} Od. 2,193: aoi &i, yigov, &wr)v hrtixhjooiiai, x\v x' hl 
&v{t<ji xLvmv aaxdXXoig' #orA67tov ^ %ot > ioaexai aXyog. 

Als Grandlage für beide Verba lässt sich ein adjeetivisches *SaxaXo-g 
,nicht ertragend, nicht aushaltend' muthmaassen, wie zum Beispiel auch 



182 Griecfafeche Etymologie. 

d%ao&dXlsiv ,übermüthig sein, freveln 4 (Seite 84) von djdoäaXo-g ,über- 
müthig, frevelhaft ausging und dvtidav ^entgegengehen 4 (IL 13, 215) von 
dvrio-g ,entgegen gerichtet 4 (IL 2, 185). Bezüglich des adjectivi&chen Suf- 
fixes lassen sich analog ,weich, zart 4 (Seite 64) und neben ihm genannte 
Bildungen auf a-Xo- vergleichen. Weiter aber darf man vermuthen, dass 
neben dem beraubenden dv- (d-) ,un- 4 in *do%ako-s die Verbalgrundform 
oe X~ (&xr) vorliegt, die mehrere Male mit der Bedeutung ^aushalten, er- 
tragen 4 auftritt, wie IL 11,820: ij $' fri nov axr;aovat 7teXwoiov "Extoq* 
^Axaifol, IL 18, 430: vooodd' ivl cpoeoi Ffjatv dv-io%ezo xrjöea Xvyod, 
IL 24, 518: noXXd xdx J av-oxeo obv xard d-vfiov. Das entsprechende alt- 
indische sah.sdhati oder sähatai bedeutet häufiger ,ertragen, aushalten, 
einer Widerwärtigkeit widerstehen 4 , ,geduldig ertragen, sich gefallen lassen 4 
und ist so zum Beispiel auch enthalten in a-saha- ,ungeduldig, die Geduld 
verlieren* {Kathäs.). \ 

äoxezo-s ,unwiderstehlich, nicht zu ertragen 4 . 

Bei Homer 6 mal. Od. 2, 85 = 17, 406: TtjUpox' vifjoydot], p&vog 
ao%€%€, nolov tfeineg. Od. 3, 104: ditvog fjv iv ixslvq* drjfiq* ayiti.rnj.ev 
fiivog aaxerot vleg ld%aiFwv. IL 16, 549: Toiuag äk xaz' axorj&ev laße 
niv&og aoxerov, ovx intfeixtov. 

Schon besprochen unter der Nebenform adox&o-g (Seite 6) und 
wieder erwähnt unter dem ähnlich gebildeten a-one%o-g ,unsäglich, un- 
ermesslich' (Seite 175). 
döx£öa>(?o-$ ,wilder Eber' (bei den Sikeliern). 

Aus Aeschylos angeführt von Athenäos 9, 402, B : ol niql %i\v 2txeXlav 
xaroixovvzeg doxtdwoov xaXoioi %6v oiayqov. AlaxvXog yovv iv QoqxIoi 
naoetxd^ojv %bv IleQoia %<j> dyoiip %ov%u> avl <prjolv' edv ä* ig ävroov 
doxidwoog wg. 

Dunkeln Ursprungs. 
üöxio-v /Trüffel*. 

Theophr. h. pl. 1, 6, 9: xal %o vdvov (,TrflffelO di o xaXovol viveg aox^> v 
xal to ouiyyov xal et ti aXXo vnoyeiov iotiv, dv ovdiv iati §i£>a. 

Dunkeln Ursprungs, aber zunächst mittels des Suffixes to von einer 
einfacheren Nominalform abgeleitet, etwa wie oqxio-v ,£id, eidlicher 
Vertrag* (IL 4, 158) von ooxo-g ,Eid' (IL 1, 239). 
döifdQayo-q ,Luftröhre'. 

Nur 11.22,328: ävrixQvg <T dnaXolo oV ai%ivog rjkvö* axojxtj. ovo* 
Sq' an do<pdoayov (i$Xlr^ vdfie x^XxoßaQeta, ocpqa %L (uv nootifelnot 
afieißöfievog Fmitooiv. 

Dass das anlautende d- ein jünger entwickelter Laut ist, wie in aand- 
oayog — do<pdoayog ,Spargel 4 (Seite 174) und sonst, ist von vornherein 
wahrscheinlich, wird aber bestimmt erwiesen durch die Nebenform o<pd- 
Qayo-g, wie sie Hesych (aqxx^ayog' ßooyxog. TQaxrjXog. Xaipog. tfjotpog) 
anführt So ergiebt sioh ein *oq>aoay —■ *oq>aoy als zu Grunde liegende 
Verbalform , die übereinstimmen wird mit altindL sphürg : sphü'rgati ,er 



Griechische Etymologie. 183 

giebt einen dampfen Ton von sich, er brummt, er dröhnt*, sphürgathurs 
»Donner', so dass also die ,Luftröhre' als ,die Tönende' benannt wurde. 
An noch weiter zugehörigen Formen lassen sich nennen lQi-o<pd(>ayo-g 
,laut brausend' (Hom. h. Herrn. 187: kQiocpaQayov raiijdxov. Pind. 
Brachst 14, 15: Jla . . . iQioqtaQayov), ßaQv-o(paQayo-Q ^schwer donnernd' 
(Pind. Isthm. 7,23: ßaQvocpaQayy naxql d. L Zeus), aqtaQayelo&ai ,prasseln, 
zischen' (Od. 9, 390 : aq>aQayevvxo de ßot nvqi §£Cpi\ litt spragü, spra- 
geü ,prasseln, platzen', alts. sprekan, nhd. sprechen. Fick l 4 , 574 stellt 
dazu lit springti ,schwer schlucken, beim Schlucken würgen'. 

äatpaXiQ- (daq>akrjg) ,ohne Schwanken, fest, sicher'. 

Od. 6, 42: Ovkvfjindvd* , o&c cpaal $etov %dog doqtakig alßet ifipievau 
II. 15, 683 : o <$' (nämlich avi/Q Ynnoioi xekrjxiCeiv iv ßeidwg) ifzrtedov 
dacpakhg alFel &qwoxwv dkkor 3 In dXXov d/uelßevai. — Dazu das Adverb 
darpakitag. II. 17, 436: äg fxivov dacpaXiwg neQtxakkia dicpQOV %%ov%e. 
IL 13, 141: o <T doq>akiuig &iFet %ptrtedov. Od. 8, 171: ö <T iaq>akiwg 
dyogevei aldoi fieikixlf]. 

Ergiebt neben dem beraubenden dv~ (a-) ,un-' ein zu Grunde liegendes 
ungeschlechtiges *otpdkog- ,das Schwanken', das auch enthalten ist in 
aQi-ocpaUg- ,sehr zum Schwanken dienend, sehr schlüpfrig' (Od. 17, 196: 
ctQiocpali* ep/uevai ovdov) und ini-0(pakig- schwankend, unsicher' (Plato 
Staat 6, 497 , D). Ihm liegt zu Grunde oq>ak- : otpaXXeo&ai schwanken' 
(Argentar. in Anthol. 11, 26: otpakkofiai dxgrjrq} fiept e&vafxivoo) , causal 
otpakketv ,zum Schwanken oder Fallen bringen' (II. 23, 719: ot>V 'Odvoevg 
dvvaro o<prjkai ovdei re neXdooai). 

äö<paXro-$ ^Asphalt, Erdpech'. 

Hdt 1, 179: juera de viXfiiau (,als Mörtel') xQe6(xevot dotpdkry ^eofifj 
. . . söeiftay. Hdt 4, 195: nlaaav^ oöfxrjv pev exovaav dcHpdkrov. Hdt 
6, 119: drtb rov (pQiarog ro rtaQixerai TQicpaolag Idiag' xal ydq aO(pak- 
xov xat akag xcri i'kaiov QQvaaoyrat i£ avxov. 

Dunkeln Ursprungs. Vermutblich ungriechisch. 

do<pödeko-g f eine lilienartige Pflanze mit essbaren Wurzelknollen ,Asphodill, 
Goldwurz*. 

Hes. Werke 41 - ovdk Xoaoiv . . • ovo* oaov Iv pakdxj] tc xal datpodekqt 
piy* oyecaQ. — Bei Homer erscheint aa<podekog adjectivisch mit der 
Bedeutung ,mit Asphodelos versehen' an drei Stellen der Odysee (11, 539; 
573; 24, 13) in der Verbindung docpoöeXdv keipwva ,Asphodeloswiese', die 
als in der Unterwelt befindlich erwähnt wird. 

Das anlautende a- wird jünger entwickelt sein, wie zum Beispiel in 
dogtdgayog ,Luftröhre' (Seite 182) und sonst An Bildungen auf £- Ab- 
lassen sich vergleichen aprttko-Q , Weinstock' (Od 9, 110), oxorteXo-g ,Fels, 
Klippe' (H. 2, 396), nveko-g ,Trog, Fresstrog' (Od. 19, 553), deieXo-g ,Abend' 
(IL 2, 232), oq>dx*ko-g heftige Bewegung, Krampf (?) (Aesch. Prom. 877 
und 1045) und mit abweichender Betonung noch pveXo-g ,Mark' (IL 20, 



184 Griechische Etymologie. 

482) und oßeko-g ,Spiess, Bratspiess' (IL 1, 465). Die zu Grunde liegende 
Verbalf orm ist vielleicht die selbe wie in otpovd-vko-g (^rundlicher Körper*:) 
,Wirbelknochen, Halswirbel (Eur. EL 841 ; dafür oq>ovdvfoo-g IL 20, 483). 
— Das adjectivische awpoöeko-g ist vielleicht aus einem für den Hexa- 
meter nicht tauglichen doyodeleo-g hervorgegangen, wie zum Beispiel auch 
dayoivBo-s ,roth, rothgelb' (IL 18, 538) und da<poivo-g (IL 10, 23) oder 
doyvye-og ,weiss, weiss schimmernd' (IL 18, 50) und dgyvyo-g (IL 24, 621) 
neben einander liegen. 
dö&tiar- (ao&fia) ,schweres Athemholen'. 

11.15,10: o d* agyali(p %%ex' äod-fiaxi xtjq ämvioottiv. 11.15,241: 
aad-fjia xal lÖQwg 7tavex\ hnel fitv sysigs difog voog alyio%oio. Hipp. 
3, 602: xfi laregalfl aa&fxd xe slxe xal ylyet la%iov %b äeHov. 

Die Hauptschwierigkeit des Wortes beruht in der Beurtheilung der 
inneren Consonantengruppe a&fi, die auch noch in dem dunkeln io&fio-g 
,schmaler Zugang, Hals' (Soph. Brachst. 145, 4) vorkommt Fick (2 3 15) 
stellt aoö/na neben dtfiö-g ,Dampf, Dunst, Duft* (Seite 95) zu der Verbal- 
grundform an ,athmen, hauchen', scheint also anzunehmen, dass es aus 
*av-d'/Äa (*av-a-&fiia?) hervorgegangen sei, was doch erst noch zu beweisen 
sein würde und nicht etwa in Bildungen wie vyaoixax- ,6ewebe' (Od. 3, 
274) neben vpaivei (aus *v<pdv-jei) ,sie webf (Od. 15, 517) eine Stütze 
finden könnte. Curtius (Seite 387) stellt ao&fiia ohne nähere Erläuterung 
zu dd£eiv ,mit offnem Munde hauchen' (Seite 6) und dla&eiv aus- 
hauchen' (Seite 23), nimmt also in ihm eine Vocalzusammenziehung an, 
die wenig Wahrscheinlichkeit hat 
äO(ievo-q } alt ohne Zweifel Fdaiievo-q, ,erfreut, froh'. 

Bei Homer 5 mal. IL 14, 108: ifiol dt xe ßaofxivcp eit], IL 20, 350: 
ov Fol dvfjtbg kfiev Sri TteiQtj&fjvai eooexai, og xal vvv (pvye Fdopsvog ix 
d-avdxoio. Od. 9, 63 = 566 = 10, 134: ev&ev 6h nQOxiqui TtliFofxev dxa- 
yjifjiivoL rjxoQ, ßdöftevoi ix &avdxoio. 

Alte Participf orm , die ebenso wie zum Beispiel aQtievo-g ,angefügt^ 
passend' (IL 18, 600; Od. 5, 234; 254) unmittelbar aus der Wurzelform ge- 
bildet wurde und keine weitere ebenso gebildete nächstzugehörige Verbal- 
formen zur Seite hat Sein ofi führt auf d/a zurück, wie zum Beispiel 
noch in dem homerischen xexaa(xivog ^ausgezeichnet* (IL 4, 339 ; Od. 4, 725 
= 815. — Pindar Ol. 1, 27 bietet noch xexad/xivov). Es schliesst sich 
eng an rjdeo&ai, alt J*rjdeo&ai } ,sich freuen, sichs wohl sein lassen' (Od. 9, 
353: o <$' $Ö€xto xal hatte* ßfjoaxo <$' alvwg ßqdv noxbv rcivwv), wobei 
das Vocalverhältniss sich vergleichen lässt mit dem von xrjxetv ,schmelzen, 
auflösen' (Od. 19, 264 : xrjxe) neben dem aoristischen l-rdxrj ,es schmolz' 
( Aesch. Prom. 535 : ix-xaxeit]), und mit ihm an od-, alt Fad-i dvöaveiv, 
ßavddvetv gefallen' (Seite 133). Der Zusammenhang mit diesen Formen 
aber verlor durch das Aufgeben des starken Hauchs etwas an Deutlich- 
keit Das gleiche Lautverhältniss begegnet aber aueh sonst, wie in iSiet 
,er schwitzt* (Ar. Frösche 237. = Od. 20, 204: Fidiov ,ich schwitzte' vers- 



Griechische Etymologie. 185 

beginnend) neben Iöqwq ,Schweiss' (Soph. Trach. 767. — IL 1 6, 507 : ave- 
xrjxte ßtdoiig) und altind svdida-s ,Schweiss' (RV. 5, 7, 5). 
äv, auf eine Bedingung hinweisende Partikel, ursprünglich ,oder* (= ,im 
andern Fall'), dann ,in irgend einem andern Fall, unter gewissen Umstan- 
den, etwa*. 

LM: An im Griechischen, Lateinischen und Gothischen. Ein Beitrag 
zur vergleichenden Syntax der indogermanischen Sprache. Berlin 1880. 
(Die homerischen und gothischen Stellen sind vollständig aufgeführt) 

IL 12,290: ovd* äv tcw %6jb ye Toweg xal q>alöt(xog "Extwg %el%Bog 
ißQTj^avro nvXag . . . el firj Sq* vtov iJFov 2aQ7vt]d6va /urjrlera Zeig cJß- 
oev ,sie hätten noch nicht durchbrochen . . . wenn nicht Zeus gesandt 
hätte' (d. i. ,er sandte . . . oder sie durchbrachen noch nicht*). IL 8, 10: 
ov d' av iywv dftavev&e xteaiv e&ilovta vorjow ,wen ich etwa bemerken 
sollte*. IL 1 , 271 : xelvotai d' av ov *ig zwv ol vvv ßoorol eloiv Ini- 
X&ovtoi [ia%ioiTo ,niemand würde mit ihnen kämpfen' (nämlich ,wenn über- 
haupt an ein solches Zusammentreffen zu denken wäre'). 

Lat an ,oder* in der Doppelfrage. Naevius 53 : utrum est melius : vir- 
ginemne an viduam uxorem dücere. Naev. 11 eho an vidmus ,nun, 
haben wir denn gesiegt*? (etwa zu ergänzen ,ists nicht so — oder*). 

Goth. an ,denn' in der verwunderten Frage, eigentlich auch ,oder*. Luk. 
18, 26: an hvas mag ganisan ,wer kann denn selig werden?* (etwa zu 
ergänzen ,so müssen ja alle zu Grunde gehen — oder*). Job. 18, 37: an 
nuh thiudans is thu, Luther, so bist du dennoch ein König? (etwa zu er- 
gänzen ,das klingt ja unglaublich — oder doch*). 
äv- ,un-', in zahlreichen, vorwiegend adjectivischen, und zwar namentlich 
mit ursprünglich substantivischem Schlusstheil gebildeten, und participiellen 
Zusammensetzungen. 

Einige wenige Beispiele aus der homerischen Sprache mögen genügen: 
av-aidig- ,schamlos, unverschämt* (IL 1, 158; 4,521; aidog- ,Scham* IL 
13, 122), av-aipov- ,bluÜos* (IL 5, 342; crfccrr- ,Blutf IL 5, 113), av-akxiö- 
,krafÜos* (II. 2,201; 5,331; dat dlxi ,der Kraft* 11.5,299), av-avdo-g 
,sprachlos* (Od. 5, 456; 10,378; avdij ,Sprache* 11.1,249), dv-6U&oo-g 
,ohne Verderben, ungetödtet* (11.13,761; oU&oo-g ,Verderben, Tod* IL 
6, 143), dv'tivvfto-g ,namenlos* (Od. 8, 552; ovoiiax- ,Name* Od. 8, 550), 
av-afaog ,unernährt, ungesättigt, unersättlich' (Od. 17, 228; 18, 114; lat 
alere ,ernähren'; Cic. nat d. 2, 50: qvibus et animantes alantur), dv-rjoo- 
to-g ,ungepflügt* (Od. 9, 109; 123; agoatoiv ,sie pflügen* Od. 9, 108), dv- 
-(üßioro-g ,unvermuthet, unerwartet' (IL 21, 39; dßlw ,ich glaube' IL 1, 59; 
170). — Vor nachfolgenden Consonanten, also in den meisten Fällen, ist 
der Nasal aufgegeben und einfaches ä- übrig geblieben, so in a-yapo-g 
,ehelos, unvermählf (IL 3, 40; ydpo-g ,Vermählung' IL 13, 382), d-dfietg- 
jfurchüos, frech' (IL 8, 423; 21, 481; dfiiog- ,Furcht' II. 1, 515), d-&dva%o-g 
,ohne Tod, unsterblich' (IL 1, 265; 520; &dva%o-g ,Tod* IL 1, 60), a-xZxt-c? 
,kraftlos' (Od. 9,515; xlxv-g ,Kraft' Od. 11,393), d-vitpelo-g ,wolkenlos* 



186 Griechische Etymologie. 

â–  

(Od. 6, 45; veyüii , Wolke' II. 2, 146), a-neiQov- ,gränzenlos' (IL 7, 446; 
TteiQctr- ,Ende, Gränze' II. 14, 200), a-vnvo-g (aas *a-ov7tvo-g) «schlaflos' 
(IL 9, 325; vnvo-g ,Schlaf' IL 1, 610) — altind. Orsvapnä-s ,schlaflos' (Ath. 
V; svdpna-s ,Schlaf RV. 1, 120, 12), a-yvlko-g blätterlos' (IL 2, 425; <pvk- 
ko-v ,Blattf 11.1,234), a-tpgov- ,unverständig, unvernünftig' (IL 3, 220; 
ifQh- , Verstand' IL 1, 115), a-dfiyto- ,ungezähmf IL 10,293; d/urj'&ivT- 
,bewältigtf IL 4, 99), d-F&ort- ,nicht wollend, unfreiwillig' (IL 1, 327; /«- 
xovr- ,wollend, freiwillig' 11.3,66), u-xkavto-g ,unbeweinf (IL 22, 386; 
xiiau-oäg ,weinend' IL 24, 48), a-Fgrjjo-g ,ungesprochen' (Od. 14, 466; ßQr r 
9iv%- gesprochen' Od. 18, 414), S-fißgoTo-g ,unsterblich' (II. 5, 339; §qo- 
%6-g ,sterblich', IL 2, 248, aus *ftgo-To-g). — Sehr auffällig erscheint die 
Form d/Lupaoh] Sprachlosigkeit' (IL 17, 695 = Od. 4, 704); an ihrer Stelle 
aber hat zweifellos nur die Lesart dcpaolq Berechtigung. In letzterer Form 
wurde das anlautende d unter metrischem Einfluss gedehnt, ganz ebenso 
wie zum Beispiel in &&6va*o-g , todlos, unsterblich' (IL 1, 398; 503; 2, 14). 

Lat in- in : in~op-8 ,ohne Vermögen, arm' (Plaut; op-s ,Macht, Reich- 
thum'), in-ermo-s oder in-ermi-s ^unbewaffnet 4 (Cic; arma pl. , Waffen'), 
im-pünis ,ungestraft' (Enn. an. 100; poena Strafe*), im-probo-s ,nicht gut, 
gotüos' (Enn. trag. 156; probus ,guf), i-gnävos (aus *in-gnüvo-) ,nicht 
ruhrig, träge' (Titin. 48 ; ndvus, alt gndvo-s ,riihrig'), in-imicos ,unfreund- 
lieh, feindlich' (Caecil. 79; amicus freundlich gesinnt'), in-nocens ,nicht 
schadend, unschädlich, unschuldig' (Enn. trag. 137; nocere ,schaden'), in- 
-victo-8 ,unbesiegt' (Enn. ann. 198; victus ,besiegt'), i-gnotos (aus *in-gnoto~) 
^unbekannt* (Caecil. 196; nötus, alt gnöto-s gekannt 4 ). — Umbrisch an- 
kihtOj lat in-cindus ,umgegürtef , an-takres 7 lat inrtegris 7 un versehrt, 
(Bücheier). — Oskisch an-censto, lat in-censa ,nicht geschätzt', atnpru- 
-fid, lat. im-probe, ,ungut, unrecht'. 

Altir. an- in an-fiss ,Unwissenheif , an-cride ,Unrecht', an-cretem ,Un- 
treue, Unredlichkeit' (Zeuss 180). 

Goth. u/n- in un-haila- ,ungesund, krank' (Luk. 5, 31), un-veisa- un- 
wissend, unkundig 4 (Rom. 11,25), wt-barnaha- ,kinderios' (Luk. 20,28; 
29), un-agand- ,sich nicht fürchtend' (Kor. 1. 16, 10), un-famtha- unbe- 
kannt' (Kor. 2, 6, 9). — Nhd. unschön, im-rein. 

Armen. an-thar*arn ,nicht verwelkend', an-tsin ,ungeboren' (Hübschm. 
bei Kuhn 23, 19; 23); an-gorts ,unthätig* (gorts ,Werk'), an-anwn ,namen- 
los 4 (anun ,Name'), an-ban ,unvernünftig' , eigentlich ,ohne Worf iban 
yWorf), an-guth ,unbarmherzig' (guth ,Erbannen'j, an-ezr ,unendlich' {ezr 
,Rand, Strand'), an-Jchun ,schlaflos' (khun ,Schlaf). 

Altind. an-antä~ ,endlos' (RV. 1, 113, 3), an-akshä- fugenlos, blind' (RV. 
9,73, 6), an-udrd- ,waaserlos' (RV. 10, 115, 6); — a-rathä- ,ohne Wagen' 
(RV. 5, 31, 5), d-feshita- T un vergänglich' (RV. 1, 9, 7), a-mita- ,ungemessen, 
unermeeslich' (RV. 1, 119, 3), a-rnfta- ,unaterblich< (JtV. 1, 38, 4). 

Altostpers. an-aghra- ,anfangslos , ungeschaffen', an-ashavan- ,unrein'; 



Griechische Etymologie. 187 

— a-föra- glicht stark', a-dant- ,nicht gebend', a-karsta ,ungepflügtf. — 
Altwestpers. a-khshata- ,unverletztf. 
av- : äveiv ,vollenden'. 

Bei Homer fünfmal Od. 3, 496: ev&a <T hteixa r\vov oöov ,(die Bosse) 
Tollendeten den Weg*; Eurip. Androm. 1132: ovdiv rjvev ,er richtete nichts 
aus'; IL 10, 251: vu£ avexai ,die Nacht geht zn Ende'; Od. 2, 58— 17, 
537: nolXd xax-avexai ,wird zu Ende gebracht, wird verzehrt*; IL 18, 473 : 
oumwg . . . Fiqyov avoixo (nur hier ist das anlautende d kurz gebraucht) 
,das Werk vollendet würde'. Qu. Sm. 5, 410: uvofiivov öigeog. — Dazu 
Svt] ,Vollendung'; Aesch. Sieben 713: teyoix' av tSv avrj xig. Kallim. 
Zeus 90: xdv d* and nafinav avxog avrjv ixokovaag. — avveiv /voll- 
enden', das noch besonders aufgeführt werden wird. 

Altanlautender Zischlaut wird wahrscheinlich gemacht durch das zuge- 
hörige d-avig (aus *d-aavig) ,das nicht vollendet werden wird' (Hesych : 
davig' ov xekeo&rjoopevov) und das als attisch bezeichnete avveiv , voll- 
enden' (Bekk. an. 14, 17: avveiv, öaavvovaiv ot *AxxixoC). 

Altin A san : sdnati ,er erreicht , er hat Erfolg' ; RV. 7, 52, 1 : sdnaima 
wir möchten Erfolg haben' ; BV. 9 , 79 , 1 : sdnishanta nas dhijas ^Erfolg 
haben mögen unsere Gebete'; RV. 8, 47, 18: ägdishma adjd dsanäma ca 
,gesiegt haben wir heute und Erfolg gehabt'. 
äv- : aiveiv (aus *avjeiv) ,enthülsen ; zerschroten' (?). 

Pherekr. Kom. Brachst 183 (Kock): vvv <T i/cixela&ai rag xQi&ag dei, 
Ttxlooeiv, cpQvyeiv, avaßQaxxeiv, aiveiv, dl£aai f fid^ai, 7tiipai, xo xeXev- 
xalov naQa&eivai. Hesych führt auf: a'ivwv Ttxloawv. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch unermittelt 
dvd, Adverb und Präposition, ,in die Höhe, auf, an, entlang, durch . . . hin'. 

IL 17, 130: no'kXd %ev a&avdxoiai (flkag dva x&Q a S delQai ,er würde 
in die Höh heben'; IL 2, 100: ava de xQeiwv Idyaiiinvwv l'an? ,stand auf, 
erhob sich'; Od. 9, 177: dva vtjßdg %ßyv ,auf das Schiff'; IL 1, 15 — 374: 
atififiar* e%(x)v . . . %Qvo£a> ava o%i\iiXQt#. Od. 24, 8 : vvxxeQldeg . . . 
ava x* akkykflaiv Hxovxai ,an einander'; II. 16, 156: MvQpiidovag d' Sq* 
enoi%6iievog d-(jjQt]^ev 'AxiXkevg navxag dva xktoiag. Od. 16, 461 : xl dij 
xleFog %ox* ava Fdaxv] — Mit verändertem Accent begegnet ava impe- 
rativisch: ,auf, erhebe dich!' D. 6, 331; 9, 247; 18, 178; Od. 18, 13. — Hie- 
her noch das adverbielle avw ,in die Höhe, empor'; Od 11, 596: kdßav 
avta w&eoxe noxl ldq>ov. 

Lat scheint die entsprechende Form nur erhalten zu sein in: an-heläre 
,aufathmen, stark athmen, schnauben' (Caecil. 132: volat exangvis, simul 
anhelat; Afran. 244: constituit hilare anhelans), das doch offenbar un- 
mittelbar zu Mläre ,hauchen, aushauchen' (Lucr. 2 , 848 : et nardi flörem, 
neetar qvx näribus hälat) gehört. Wegen des Verhältnisses des inneren e 
zu ä lassen sich etwa Formen wie amicitie-s (Lucr. 5, 1019) neben cumi- 
citia (Ter. Hec. 763 ; aus altem -tid) und ähnliche vergleichen. 

Goth. ana ,auf , ,an'. MR. 8, 23 : atlagjands ana homduns seinoSj im- 



188 Griechische Etymologie. 

l>elg ,auflegend*; Mk. 9, 20: driusands ana airtha; Job. 6,16: atiddje- 
dun sipönjös is ana marein ,ans Meer*. 

Lit nu (aus *anu) ,von* und altbulg. na (aus *ana) ,auf, zu' (nach Fick 
1*,337). 

Altostpers. ana mit acc. ,auf* ; ana barezis ,auf dem Lager'. 

Die gothischen Lautverhältnisse weisen mit grosser Wahrscheinlichkeit 
auf ein altes and als Grundlage. Daraus kann auch ava hervorgegangen 
sein, da im Griechischen auch sonst mehrfach auslautende lange A-Vocale 
verkürzt worden sind, wie zum Beispiel in cpeQovoa (II. 3, 425) neben alt- 
ind. bhdranti (aus *bhdrant-iä) ,tragend' und den übrigen ähnlichen weib- 
lichen Bildungen. Mehrfach ist das anlautende a auch ganz aufgegeben, 
wie zum Beispiel in dv-ordg ,auf stehend* (IL 19, 269), ßfj <T i/tuv av re 
fidxrjv ,in die Schlacht* (IL 20, 319), ap aediov ,auf dem Felde* (IL 5, 87; 
96; 6, 71). — Das adverbielle Svw ,in die Höhe, empor* steht neben ava 
ganz so wie xotcj ,niederwärts* (IL 17, 136; Od. 23, 91) neben xaxd ,her- 
ab, nieder* (IL 1,68: xax ag* iZero ,er setzte sich nieder*). 

dvdedvo-s, alt dvdßeövo-g ,ohne Brautgaben* (die der Freier dem Vater 
der Braut zahlte). 

Nur dreimal bei Homer. 11.9,146: vdujv r\v x l&iirjoi yttyv dvd- 
ßeövov ayiod-w nqbg ßoixov Ilrjlrjßog, und ganz ähnlich 9, 288, wo aber 
i&iXrjO&a und ayeo&ai. II. 13, 366: jjree 6h ÜQidfioio d-vyazqvjv ßelöog 
dglozijv Kaoodvdyrjv dvdßedvov. 

Bezügliche Zusammensetzung aus dem beraubenden av- ,un-* (Seite 185) und 
einer alten Nebenform zu edvo-, alt ßidvo- (Od. 11, 117 = 13, 378: ßidva) 
,Brautgabe*. Da das letztere mehrfach die Nebenform %ßtdvo- (Od. 1,277 
«=196; 8, 318) aufweist, wird man aus unserer Zusammensetzung auch 
noch eine Nebenform aßeövo- entnehmen dürfen mit vor dem alten F ent- 
wickelten d, wie solches zum Beispiel auch in d-ßi&od-ai ,wachsen* 
(Seite 7) und sonst mehr sich findet Dass in dvdßedvog das ava- als 
Nebenform zu av- ,un-* zu gelten habe, wie oft angenommen worden ist, 
kann nur als sehr unwahrscheinlich bezeichnet werden. Das Gleiche aber 
gilt für 
dvdeXjzro-<$, alt dvdßekmo-g ,ungehofft, unerwartet*. 

Hes. Theog. 660 : 7]kv&a/u€Vj Kqovov vlk ßdva^, dvdßeXma na&ovreg. 

Der Schlusstheil der Zusammensetzung gehört zu hin-, alt ßi'kn- ,hoffen* 
(ßiknerai ,er hofft* IL 9, 371) mit der gewöhnlichen alten Nebenform I- 
ßekn- (Ißifazetai H. 10, 105; 13, 813), neben der also auch noch ein altes 
dßekn- vermuthet werden kann. 

dvax&q ,sorglich*. 

Seltenes Wort Hdt 1, 24: dvaxwg ök %%eiv xwv ttoQ&fiiwv. Hdt 8, 
109: aal %ig oixltjv re avarzXaodo&to xal anogov dvaxwg l%4tw m Thuk. 
8, 102: 7tQoeiQ7]fi€vr}g (pvlaxfjg Ttp (piXlu) lnl7t\t{>, Snwg avrujv avaxwg 
egovoiv. Hippokr. 1, 443: rjv di %ig dvaxwg ^eganeirj. 




Griechische Etymologie. 189 

Ein adjectivisches *avaxo-g lässt sich als nächste Grundlage muthmaassen. 
Sein Ursprung aber ist dunkel. 
ävaxr- (avalf), alt ßävaivz- (Fava%) ,Herrscher, Herr*. 

Das alte anlautende ß ist inschriftlich (Collitz 1, 75 und 4, 58) mehrfach 
belegt und auch in der homerischen Sprache noch völlig deutlich. 

IL 1, 36: fjQä&' 6 ysQaiog 'Artokkwvi ßdvaxtc. H. 1, 7: Idrgeßldrjg re 
ßdva£ avÖQwv. IL 14, 233: "Yrtve ßdvat; Ttdwwv zs &€üjv ndvx<av v* ov- 
ÖQüirtiüv. Od. 1,397: avtdg iyw ßolxoio ßdva^ %ao^i ijfieviQOio xal 
dpoicüv. 11.3, 351: Zev ßdva (aus *ßdvaxr). — Dazu avaooa, alt ßd- 
vaaaa (aus ßdvctxrja) ,Herrscherin* (IL 14, 326: Jr\\ii\%gog xaXXiTtXoxd- 
f.ioio ßavdoarjg) und dvdooeiv, alt ßav daaeiv (aus ßavdxjjeiv) ,Herr 
sein* (IL 1, 288). 

Dunkler Herkunft. Das % ist ohne Zweifel Best einer ursprünglich 
volleren Suffixform, ganz wie zum Beispiel in vvxz- ,Nacht* (vvxT-6g IL 
3, 11; daneben altind. nakti- BV. 1, 193, 2) und ydXaxx- ,Milch* (ydXaxt-og 
Od. 4, 88). Mit volleren Suffixen liegen noch zur Seite avaxroQ- ,Herrscher* 
(Aesch. Ch. 357; Soph. Iph. T. 1414 ; daneben ßavaxwQio-g herrschaftlich* 
Od. 15, 397) und ^e^wvaxTiys (Hippokr. 2, 29 und 50; aus xe^o-avaxrijs) 
,eine seltenere Nebenform zu %€^cJvaxr- (Hdt 1, 93; 2, 141; aus x ei Q<>- 
-avaxz-) ,Handwerker*, eigentlich wohl ,Herr der Hände* {%elQ IL 5, 417 
und oft). Die zu Grunde liegende Verbalform ist in ßavax- zu vermuthen, 
dessen -ava- möglicher Weise ebenso zu beurtheilen ist, wie das -aXa- 
im obengenannten ydXaxx-. Dass das x darin auch Nominalsuffix sei, 
ist unwahrscheinlich und kann namentlich auch nicht durch den öfter 
wiederholten Hinweis auf 'Avaxelov ,Heiligthum der Dioskuren* (Thuk. 8, 
93) und damit zusammenhängende Formen, deren Hiehergehörigkeit ver- 
muthet wird, als erwiesen gelten. 
dvayaXXiö- (dvayaXXlg), eine Pflanze ,Gauchheil*. 

Diosk. 2, 209: vrjg dvayaXXldog Ölttov eldog iott, öiacpiQov äv&€i' fj 
/nkv ydg xudveov %x ovoa ™ av&og, -frrjXeia Xiyercu* . . . f) öi %b (poivi- 
xovv, aQQqv * . , . Qafivia öi lau xe^vfiiva e/tl yijg, (pvXXa iy m ° v%0L & 7CL 
Tergaycoviüv xavXltov [AixQd } v7Voo%(>6yyvXa 1 icgog td trjg iX^lvrjg y xagnov 

Dunkeln Ursprungs. Ob zusammenhängend mit dyaXXlg ,Schwertlilie' 
(Seite 110)? Hesych erläutert letzteres 7 vdxiv&og rj &gvakkig ?/ dva- 
yakkig'. 
dväyvQo-q oder äväyvQi-q, ein übelriechender Schoten tragender Strauch. 
Ar. Lys. 68 : 6 yovv dvdyvgog /not xexivijo&ai öoxei, mit Bezug auf das 
vorausgehende noöev eloiv; lävayvgovvro&ev gesagt. — Diosk. 3, 157: 
dvdyvqig, ol de dvdyvgov . . . &dfxvog ia%l cpvXXoig xal xalg gdßöoig nqoo- 
€fi(f€QT]g ayvq), öevögtuörjg, ßagvoopog loxvgtjg. 
Dunkler Herkunft 
dvä-öiXXo-s (Plut Crass. 24) oder auch dva-aiko-g (Arist Physiogn. 5), 
'aufwärts stehendes Haar* siehe später unter oikko-g. 



190 Griechische Etymologie. 

avav- :dvaivec&ai (aus *avayjeo&ai) verweigern, zurückweisen'. 

11.9,679: ah d* dvalvexat yde od dwga. Od. 8,212: xwv b* SlXwv 
ov nig xiv y dvalvopai ovd* d&egltw. IL 18,450: £*#' avxog plv tneix* 
rjvatvexo kotyov d^ivvai. IL 7, 93 : atöeo&ev fihv dvrjvao&ai, Sfeloav ö ' 
vTtodixd-at. 

Etymologisch noch nicht aufgehellt Zunächst möchte man an ein 
*avav- als nominale Grundlage denken. Wahrscheinlicher aber ist wohl 
die jüngere Entwicklung des anlautenden a-, wie in aviga (IL 13, 131) 
neben altind. ndram ,den Mann' (KV. 1, 31, 6), so dass also eine alte 
verbale Grundform nan sich ergeben würde. 

oi?«yxij ,Nöthigung, Zwang*. 

IL 6, 458 : xal xev vduig cpogioig Meoorjldog fj 'YTtegelrjg notä afexa- 
^opivrj, xgaxegrj d* IrtcxeLoex* avdyxri. IL 5, 633 : xlg xoi dvdyxt] 7cxtoo- 
oipev h&dd* lovxi pdxrjg ddarjfiovi q>wxl\ II. 9, 429: avdyxj] d' ov xl 
fiiv a%u). — Dazu kn-avayxeg ,nothwendiger Weise, gezwungen 1 ; Hdt 
1, 82 : 'Agyeloi fiiv vvv ctnb xovxov xov xqovov xaxaxeigdfievoi zag xsqpa- 
kdg 7 rcgoxegov irtdvayxeg xofiiovxeg. 

Da das anlautende d wohl als jünger entwickelt gelten darf, wie es 
vermutungsweise auch für das vorausgehende dvaheo&ai ^zurückweisen' 
ausgesprochen wurde, würde sich eine Verbalgrundform nank oder wohl 
ursprünglich nah ergeben. Die ältere Vermuthung, dass dazu auch lat 
nec-esse ,nothwendig' (Enn. ann. 161) gehöre, zu dem Windisch (bei Kuhn 
21, 419) noch altir. 6cen ,nothwendig' fügt, ist nicht ohne Bedenken. Man 
wird eher annehmen dürfen, dass nächster Zusammenhang besteht mit lat. 
nac : nantisd ,erlangen' (nachts ,der erlangt hatf Plaut capt 837), altind. 
nag ,erreichen' (BV. 8, 50, 12: vdginam jdm id ü ndgat ,den Starken, den 
erreichen soll'), goth. bi-nah ,es ist nöthig' (Kor. 2, 12, 1: hvöpan binah, 
xav%äo&ai öei, ,sich zu rühmen ist nöthig') ,es ist erlaubt* (Kor. 1,10, 23) 
und ga-nah ,es genüg? (Mk. 10, 25; Joh. 14, 8; Kor. 2, 2, 6 und 12, 9). 

ävavra ,bergauf'. 

Nur IL 23, 116: nolXd 8 i avavxa xdxavxa jvdgavxd xe doxficd x* 
ijk&ov. 

Offenbar zusammengefügt aus dvd ,in die Höh' (Seite 187) und dem 
auch adverbiellen avxa ,entgegen' (IL 16, 163: ov . . . övnjaexcu avxa /icr- 
xeo$ai), wie es sonst noch enthalten ist in xdx-avxa ,bergab' (IL 23, 116), 
rcdg-avxa ,seitwärts' (auch nur IL 23, 116) und io-dvxa ,gerade entgegen' 
(IL 17, 334: laavxa Fidutv). — Unmittelbar dazu gehört avavxeg- ,berg- 
auf, steil, schwierig' (Plato Staat 7, 515, E: el öi . . . ivxev&ev %lxoi xtg 
ßtq did xgaxelag xrjg avaßdaewg xal avdvxovg), das wie mit einem un- 
geschlechtigen *avxog- ,das Entgegenliegende' (?) zusammengesetzt ist, wie 
es weiter auch noch enthalten ist in xdx-avxeg- ,herabgehend, abschüssig' 
(Ar. Frösche 127), ert-avreg- ,bergan, steil in die Höh' (Thuk. 7, 79), U~ 
-avxeg- ^ausserhalb des Gesichtskreises, unversehrt* (Plato Phaedr. 244, E) 



Griechische Etymologie. 191 

und ftgog-arreg- ,steil herabgehend, abschüssig* (Pind. Isthm. 2, 33), ^schwierig' 
feindselig* (Hdt 7, 160; Eur. Or. 790). 
dv&fftxri-q, Name einer Meerschnecke. 

Ibyk. Brachst 22, 3 : ngooSe da viv nsb* dvagiräv ix&veg uifioqtdyoi 
vifxovxo* Epich. 42 (bei Kaibel) : ayet ök navroiand xoyyvXia . . . fivag 
dvagltag re xaQvxdg re. Epich. 114 (bei Kaibel): rdv viXXiv ftdv, rdv 
ävaQlxav d-aoat örj, xal benag dooa. Herond. (bei Athen. 3, 86, B) : nQoarpvg 
oxcjg rig %oiQadtav dvagltTjg. 

Dunkler Herkunft 
dvdQQivo-v, ,eine rettigartige Pflanze. 

Arist probL 20, 22: dia %i ib XQop/uvov /uovov ovttag JtBQtxrwg ddxvei 
tu) d(p&a\[xu) . . . f) öh oqLyavog ov, ovo? dXXa ÖQtpiia ovxa\ xal ydq %b 
dvaQQivov fdaklov ödxvov ov noiei ofioicjg öaxQveiv nQOOfpBQOfievoVj %b 
di ttQoogteQÖpevov xal xataTQwyofievov. Athen. 9, 369, A: Sttevainnog 
6* h devriqu) 'Opolutv §aq>avtg ((prjat) yoyyvXtg $dcpvg avaQQivov oftoia. 

Offenbar die substantivirte Neutralform einer bezüglichen Zusammen- 
setzung, wie zum Beispiel h-aXo-g ,im Meere (elv dXl Od. 1, 162; 7,244) 
befindlich' (Hom.hymn. Ap. 180) eine ganz ähnliche ist, so dass also wohl 
die Bedeutung ,in die Nase (dringend)' zu Grunde liegen wird. Zu ver- 
gleichen ist Od. 22, 18: avrUa d* avXog drei Qivag /ca%vg rjX&ev aY/Aaxog 
avÖQOfiioio und insbesondere noch Od. 24, 318: dva §ivag ii ßoe rjdrj 
dgipb ptivog ftQo&vvxpe cpLXov naxiq eiooQoutvri. 
dväQöio-q feindlich'. 

Bei Homer 6 mal. II. 24, 365 : Lfxaißovg, o% toi dva^tevieg aal dvaQOtoi 
iyyvg %aaiv. Od. 10, 459 (und von den beiden Anfangsworten abgesehen 
damit übereinstimmend Od. 11, 401; 408 und 24,111): r]d' oV dvagaioi 
dvdgeg Idrihfiaarc' in\ %iqaov. Od. 14, 85: xal nrjv ivopevieg *al dvaQ- 
otoi, o% % ' inl yalrjg dXXorQlrjg ßwoiv xal 0(pi Zeig Xrjßlda ötorj , rzXr]- 
adjuevoL di re vrjßag eßav ßoixovde vieo&ai. 

Wenn man Bildungen vergleicht wie dxTjQdoto-g ,ungemischt, unver- 
fälscht (Od. 9, 205) neben dxyQaro-g ^ungemischt, rein 4 (IL 24, 303) oder 
afißodoio-g ,auf Unsterbliche bezüglich, göttlich' (11.2, 19) neben äpßQo- 
xo-g ^unsterblich' (IL 5, 339), so ergiebt sich als sehr wahrscheinlich , dass 
auch dvaQoio-g zunächst durch das Suffix to von einem participiellen 
*av-aQTo-, für das die Bedeutung ,unverbunden, unbefreundef zu ver- 
muthen ist, abgeleitet wurde. Neben dem beraubenden dv- ,un-' (Seite 185) 
aber ist in ihm die Verbalgrundform dg- ,sich anfügen' (IL 13, 800: Perf. 
Tgaleg . . . dprjQOTeg ^zusammengefügt, zusammengedrängt; med. aQfievog 
,pafisend' H. 18,600) deutlich, wie sie zum Beispiel auch noch in den 
ihrer Bedeutung nach unmittelbar vergleichbaren aq&pio-g ,befreundetf (0<L 
1 6, 427) und dQ&piieir ,ßich vereinigen 1 (IL 7, 302 : h cpiXorrpi . . . aQ&prj- 
aavte ,in liebe vereinigt*) enthalten ist 
dväXöciv aufbrauchen, durch Gebrauch vernichtend Als Präaensform ist 
üblicher aväklaxeir. 



192 Griechische Etymologie. 

Zuerst bei Pindar Pyth. 9,25: %6v öh ovyxoitov ykvxvv rtavQov InX 
ykeqxxQoig vtcvov avaXloxoioa $£rtovra rtgog aw. Bei Aeschylos zwei- 
mal; Sieben 813: alxbg <T avaXoi dfjra dv<j7ioTfiov yivog. Agam. 570: 
xl xovg avakto&ivTag h ty*l<p<p Hysiv] Thuk. 7, 48: iv 7tBQtnoXloug äfxa 
avaklOTtortag (nämlich xQ^fiaxa). Sopb. Aias 1049: %Lvog %6lqlv xooovd* 
avylwoag Xoyov; (andre Lesart avalwaag). Thuk. 2, 64: nXeloxa de ari- 
pLctra aal novovg avalioxivat rtokdfup. Xen. Kyr. 2, 4, 9: dvjjkunta (näm- 
lich xQW aTa ) di, 3 i(pr i} elg rovg OTgariwrag. — Dazu avakiojua Ver- 
brauch, Aufwand'; Aesch. Schutzfl. 476: mag ov%\ % dvdkwjua ylyvexat 

71M.QOV ; 

Etymologisch noch unaufgeklärt Augmentirte Formen, wie das ange- 
führte dvijkwaag (Soph. Aias 1049), bei denen allerdings vielfach die Ueber- 
lieferung schwankt, erweisen, dass das Präfix dva- ,in die Höhe' (S. 187) 
den ersten Theil des Worts bildet Die Gedehntheit des inneren ä hat 
vielleicht ihren Grund in einer ursprünglich folgenden Consonantengruppe 
(Fl oder al?) Vielleicht führt avälioxeiv zunächst auf ein adjectivisches 
*dvälo-g verbrauchte (?) zurück, wie Tvq>l6etv ,blind machen* (Hdt 4, 2) 
auf Tvcpkö-g ,blind' (II. 6, 139) und anderes ähnlich. Die präsentische Form 
avälioxeiv liegt neben dväloetv, ganz wie zum Beispiel a/ußkloxetv ,eine 
Fehlgeburt thun' (Plato Theaet 149, D) neben gleichbedeutendem a^ßioeiv 
(Eur. Androm. 356: l^-a^ißlovf4€v) und ähnlich wie evoioxw ,ich finde' 
(Od. 19, 158) neben *evoiw : evQqow ,ich werde finden' (Hom. hymn. 
Herrn. 302). 
äveq>, avea> ,schweigend'. 

Achtmal bei Homer. IL 2,323: xlm 3 aveq> (Andere lesen avew und 
so auch an den folgenden Stellen) kyivea&e\ II. 3, 84: o? <T %o%ov%o (id- 
Xyg äveqi %e yivovzo iaavfiivwg. Od. 7, 144 und 10, 71: dt <T ävetp iyi- 
vovto. 11.9,30 = 695: öFfjv d* avey rjaav rerirjoxeg vUg 'AxatFwv. Od. 
2, 40 : olov dnavxeg fiad^ aveto. Od. 23, 93 : fj ö* aveto öFqv r^axo, zdqtog 
de Fol r\xoQ ixavev. 

Möglicher Weise eine adverbielle Form, wie Itciox^m zusammen- 
hangend, in einer Seihe' (IL 11, 668; 18, 68; 23, 125), avw ,in die Höhe, 
(Seite 187) und andere ähnliche, die dann also ganz wie dxijv ,still, 
schweigend' (Seite 39) gebraucht sein würde. Dass äveq* : wie oft ange- 
nommen worden ist, pluraler Nominativ eines adjectivischen avew-g sei, 
ist für die homerische Sprache durchaus unwahrscheinlich, da sie keine 
Adjective auf co-g kennt und zum Beispiel auch an der Stelle des atti- 
schen Vlecj-g »gnädig, huldvoll' (Eur. Hei. 1008; Xen. Kyr. 1,6,2) nur 
Uao-g oder wahrscheinlich llaFo-g (11.9,639; 19,178; ilaFog 11.1, 583 
und sonst) bietet. Fick schreibt deshalb auch IL 2, 323; 3, 84 und sonst 
avaoi, Od. 23, 93 aber dvdw. Was im Uebrigen aber die Bildung des 
Wortes anbetrifft, so liegt die Vermuthung nah, dass es eine Zusammen- 
setzung sei, und zwar aus dem beraubenden dv- ,un-' (Seite 185) und einer 
Wortform mit der Bedeutung ,Stimme' oder einer ähnlichen. Dass die 



Griechische Etymologie. 193 

letztere (-*<c~, -aFo?) unmittelbar zu ivatv ,laut rufen' (Seite 25) und 
weiter auch zu Iwrj, Iwfq ,Stimme, Schall' (IL 10, 139; iwfr) yoQptyyog 
Od. 17, 261) gehöre, ist eine Muthmaassung (Gut 388), die doch noch 
eingehender bewiesen werden müsste. 

dvina&tv ,feni von oben herab'; ,von Alters her*. 

Aesch. Choeph. 427 : %a %sqog oQiy^ara ayw&ev avixa&ev. Aesch. Eum. 
369 : ftdXa yaQ ovv aXofiiva avixa&ev ßagvitearj xara<piQU) nodos axfudv. 
— Hdt 5, 65: idvreg dk xal olxov avixad'ev IlvXioi. Hdi 6, 125: ot öi 
'Afatfiewvldai r]Oav fihv xal xd avixa&ev XafinQol tr xjjai 'AdlijrflOL — 
Dazu arexdg ,nach oben empor 4 ; Pind. OL 2,22: oxav &eov MoiQa 
nifxftji avexag (Schneidewin schreibt dvaxdg) olßov vtfnjlov. Ar. Wesp. 18: 
aüftlda (piQeiv ini%aixov avexag elg xov o&Qavov. 

Zusammengefügt aus dvd ,in die Hohe 1 (Seite 187) und dem adverbiellen 
%ta&ev, alt ßixa&ev ,von fern' (Od. 17, 25. — IL 2, 456; 5, 791 — 13, 107; 
179 und 16, 634 bei Nauck durch kxdg ersetzt). — In avexag bildet btdg y 
alt Fexag ,von fern, fern' (IL 13, 592; 18, 256 und sonst) den Schlusstheil. 

avetpiö-q ,Vatersbruderssohn' oder auch sonstiger ,naher Blutsverwandter'. 

Bei Homer fünfmal. IL 9, 464: rj ^rjv nolkd fixen xal dvexpiol dpqjlg 
iovreg avtov Xiooopevoi xaxefflxvov. IL 10, 519: 'inTtoxowvta 'Prjoov 
dvetpiov lo&Xov. IL 15, 422: "Exxwq d y iog ivdrjoev dvexpcov (d. L via KXv- 
xloio KaXrjxoQa Vers 419. Klytios wird IL 20, 238 als Priamos' Bruder 
genannt) otp&aXfioiaiv iv xovißoi rteoovxa. II. 15, 554: ovöi vv ool tcbq 
IvTQinexai <plXov 1)xoq dveipioo xxaptivoLO (Hektor spricht zu Melanippos, 
dem Sohn Hiketaons, und von Dolops, dem Sohne Lampos' ; Lampos aber 
und Hiketaon waren nach IL 20, 238 Priamos' Brüder). IL 16,573: arap 
tot« y' io&Xov dvexpioy igevaQl&g (von Epeigeus ist die Bede; der er- 
schlagene dveipwg aber wird nicht genannt). Pindar hat es zweimal (Pyth. 
4, 126 und Nem. 3, 63), Aeschylos nur Prom. 856. — Dazu das weibliche 
dv€ipia ,Cousine' (Xen. Mem. 2, 7, 2). 

a Lat nepöt- (nepös) ,Enkel' (Afran. 246: nepös pausillus. — Enn. ann. 56: 
Tlia dia nepös ,Enkelinn'), ,Neffe' (Eutrop. 7, 1: Octdvius . . . Caesaris 
nepös) ; — nepü-s ,Enkelinn' (Afran. com. 247), Richte' (Spart Hadr.). 

Altir. neckt (aus *nept), körn, noit ,Enkelinn' (Windisch in Kuhn Beitr. 
8, 16); — irisch niae 7 gen. niatft, Stammform niat (für *nipaf) ,Enkel' 
(Windisch S. 17). 

Goth. nithja- (aus *niftja- } älterem *neptjar; gothisches ft$ findet sich nur 
in haftjandans ,haftend' Rom. 12, 9; 12, ist aber sonst auch noch sicher 
anzusetzen in shaftjan ,in Bereitschaft setzen' neben dem Perfect skaftida 
,er setzte in Bereitschaff Joh. 12, 4), ^Verwandter* (Luc. 14, 12; Joh. 18, 26; 
Rom. 16, 21 für ovyyevrjg. Dafür ga-nithja- Mk. 6, 4; Luk. 1, 58; 2, 44); 
nithfonr- ,Verwandte' (Luk. 1, 36 für ovyy&vjg). — Ahd. nefo ,Neffe', auch 
anderer yVerwandter', nhd. Neffe] ahd. nift ^Nichte', auch andere »Ver- 
wandte', mhd. niftel, nhd. Nichte (aus dem Niederdeutschen). 

^a^Loo Meyer, Griechische Etymologie. 13 



194 Griechische Etymologie. 

Altbnlg. netii ,Sohn des Bruders oder der Schwester* ; böhm. neu (Grund- 
form neter-) ,Niehte'. 

Altind. ndpdt- und näptar- Abkömmling, Sohn, Enkel' (Nom. ndpdt 
RV. 1, 143, 1; 2, 31, 6; Acc. ndpätam RV. 1, 22, 6; 1, 37, 11; Instr. näptrd 
RV. 6, 13, 3; 10, 56, 14); — naptt- ,Tochter, Enkelinn' (Nom. naptts RV. 
9, 69, 3; Acc. naptiam RV. 3, 31, 1). 

Altostpers. nap-, napa-, napan-, napat und naptar- ^Nachkomme' 
Enkel*, naptja- n. ,Familie', navctrnapti- , Verwandtschaft im neunten Gliede' 
(Juso). — Altwestpers. napd ,Enkel'. 

Aus den Formen der verwandten Sprachen scheint sich für das an- 
lautende d- jüngere lautliche Entwicklung zu ergeben, da bei ihm schwer- 
lich an a- ,das selbe', ,mit' (Seite 1 bis 3), wornach die Bedeutung etwa 
,der selben Verwandtschaft angehörig' sein könnte, zu denken ist Der 
innere Zischlaut ging aus x hervor, wie in krc-oipio-g ,sichtbar, weit- 
gesehen' (Soph. Ant 1110) neben $7c-o7cxo-g ,sichtbar, übersehbar' (Strabo 
5, 239) und sonst oft Bezüglich des Suffixes sind Formen zu vergleichen 
wie aiyvmo-s ,Geier* (II. 7, 59), eQwdio-g ,Reiher* (IL 10, 274), x a Q a ÖQw-S 
ein Vogel, vielleicht Regenpfeifer' (Ar. Vögel 266) und andre. 
äveno-g ,Wind'. 

Häufig bei Homer, so 11.6,147: q>vXhx xa fxiv x* avepog %afxaötg 
%ißei. IL 17, 56: xb di xe nvoiFal doviovow navxoUov avifiwv. 

Lat animus ,Seele, Geisf , ,Muth', ,Wunsch, Verlangen' (Enn. trag. 256 : 
animus nescit qvid velit). Die weibliche Nebenform anima ,Lebenshauch, 
Seele' (Enn. ann. 216: animam de corpore mittfi) zeigt noch mehrfach die 
sinnliche Grundbedeutung ,Wind, Hauch, Athem', so Enn. Epicharm. 3: 
aqvcij terra, anima, sol; Lucr. 5, 236: aurdrumqve leves animae. 

Altir. anim (dat anmin), A korn. enef , Seele' (Wind.-Curt 305). 

Dazu nordalban. anj 7 südalb. önj ,schwellen'; nordalb. ajun aufgeblasen' 
(G. Meyer Wb. 5). 

Aehnliche Bildungen sind selten; zu nennen TtoXefto-g ,Krieg', das 
homerisch wahrscheinlich nur nxoXefxog (IL 1, 492 : 7to&ieoxe d* avxr\y 
xi 7tx6Xcfx6v xe. II. 1, 177: alfel yag xoi eqig xe cpiXt] TtxoXe^toL xe 
Itidxai xe) lautet, und agyepo-g ,weisser Fleck auf dem Auge' (Soph. 
Bruchst 212: agyificjv, das Hesych erklärt xwv iv xoig 6<p&aX/uoig Xev- 
xtofidxwv). — Die zu Grunde liegende Verbalform an- ,hauchen, athmen' 
ist im Altindischen (RV. 10, 129, 2: änlt avätdm svadhdjd tdd diJcam ,es 
hauchte windlos aus eigner Lust dieses eine') und Gothischen (nur Mark. 
15, 37 und 39: uz-on, l^i/cvevoev ,er hauchte aus, gab seinen Geist auf) 
noch lebendig. Dazu gehört noch altbulg. qchati ,riechen, durch Geruch 
wahrnehmen', vonja ,Geruch' und altir. anal ,Hauch'. 
dvetiibkiO'S ,nichtig, vergeblich'. 

Bei Homer viermal, nämlich IL 4, 355: av de xavx* ave^wXia ßc£eig. 
Od. 4, 837 = 11, 464: xaxbv ö* avejuaiXia ßa^eiv. IL 21, 474: xi vv x6£ov 
exeig ave/utükiov avxug] 



Griechische Etymologie. 195 

Ist wohl eigentlich ,windig 4 , so dass es ebenso wie das seiner Bedeu- 
tung nach vergleichbare avepialog 7 windig, nichtig' (Plat Theaet 151, E: 
oyurpwfne&a, yovifiov rj aveftiaiov %vy%dvsi ov und 210, B: ovxovv ravra 
fihv Ttavra r\ /uaievrixrj fipilv ii%vri dvsfxtald <prjoi ysyevrjo&ai xal ovx 
agia TQotprjg) von avepo-g ,Wind* ausgegangen sein würde. Ganz ent- 
sprechende Bildungen scheinen sich nicht zu finden: dnocpwho-g , erfolg- 
los, werthlos* (Seite 68) liegt weiter ab und fierafiiiXio-g ,unnütz, ver- 
geblich' (II. 4, 363: %a di ncvra &eol /ueza^coha &eiev, Od. 2, 98 = 19, 
143 =* 24, 133: hxeXiao), [ir\ ptoi fieta/uwha vrjftctT 3 ohrpai und Od. 18, 
332 : o xal /uera/ucoha ßateig) ist etymologisch ebenso wenig deutlich, als 
die von den Herausgebern an seiner Stelle bevorzugte Form /uera/ucuvio-g 
(Pind. OL 12, 6; Pyth. 3, 23; Ar. Friede 117). Weiterhin aber lassen sich 
wohl Formen vergleichen wie a7tatrjfoo-g ,trügerisch, trüglich* (Od. 14, 
127 und 157; zu drtdir] ,Betrug, Täuschung' Seite 61) und ähnliche. 
dv$Q- (dvrjg) ,Mann*. 

Ueberaus häufig, so 11.1,287: aXV od* dvrjg i&ilei negl ndvzwv 
'ififiievai dkkwv. In den gewöhnlichen Casusformen (Gen. dvögog IL 3, 62; 
Acc avöga IL 1, 78) und andern zugehörigen Bildungen (wie dvögaxdg 
,Mann für Mann' Od. 13, 14; gebildet wie altind. daiva-fds ,Gott für Gott, 
jedem Gott einzeln' KV. 3, 21, 5) fehlt der innere E-laut und es erscheint 
dann zwischen v und g als vermittelnder Laut das cJ, was sonst auch 
noch in otvdgo-g ,schadenstiftend, schädlich' (Hesych: olvigw novrjgwv, 
ßlamixtov, wo aber möglicher Weise otvagtov zu lesen ist; zu atverai 
,es schädigt* IL 24, 45) der Fall zu sein scheint, sich übrigens unmittelbar 
mit dem Erscheinen des ß in usoa/ußglt] ,Mittag, Süden' (Hdt 1, 6 ; zu yftigrj 
,Tag* IL 8, 541) und anderen Bildungen (LM. Gramm. 1, 501) vergleichen 
lässt Vielleicht hat es in einer Art Nachwirkung der so entstandenen 
Positionslänge seinen Grund, dass das anlautende d auch vor dem ein- 
fachen v gar nicht selten als gedehnt erscheint, .wie in avigog (IL 3, 61), 
avigeg (IL 5, 529), aveg (IL 24, 725). 

Lat völlig verdrängt durch vir. — Sabin, nero ,tapf er* (Sueton. Tiber. 1 : 
inter eognomina autem et Nerönis assumpsit, qyö signific&twr lingvd Sa- 
Mnd fortis ac strenuus); nerio oder nerienes ,Tapf erkeif (GelL 13, 23, 7: 
id autem, sive nerio Ave nerienes est, Sabinum verbum est, eoqve signi- 
ficätur virtüs et fortitüdo). — Umbr. nerf ,die Vornehmsten 4 (jprocerest 
Bücheier). 

Altir. nert ,Kraft, Gewalt*, so-nirt ,tapfer*, nertit ,sie kräftigen, stärken* 
(Wind.-Curt 307). 

Alban. nordalb. njer, südalb. njeri ,Mensch, Mann' (G. Meyer bei Bezz. 
8,190; 191; 192; Wb. 313). 

Altind. ndr- ,Mann, Mensch' (Acc. näram KV. 1, 31, 6; Nom. pl. ndras 
RV. 1, 8, 6; Instr. pl. nfbhis RV. 1, 64, 13). 

Altostpers. nar, nara ,Mann, Mensch*. — Osset nal. 

Etymologisch ist das Wort, dessen schon unter datig- (dorrjg) ,Stern* 

13* 



196 Griechische Etymologie. 

(Seite 176) Erwähnung geschah, noch unaufgehellt An der Jüngern Ent- 
wicklung des anlautenden d wird man ebenso wenig zweifeln dürfen wie 
bei aveipio-g ,Vatersbruder&sohn* (Seite 193) oder znm Beispiel bei dpiXyeiv 
,melken* (IL 4, 434 : apeXyofjievai) neben lat mulgere ,melken' (Verg. ecl. 
3,5: mulget). Fiok 1*, 502 stellt als Grundlage ein nere »wollen, Lust 
haben' auf, das auf äusserst unsicherem Boden ruht 
ävojictta, ein nicht näher zu bestimmender Vogel. 

Nur Od 1, 320: § pe &(>' a>g Feinovo* iftißrj yXavxtüftig'Adyvr], oqvtg 
d* wg dvoTtala dt&maxo. (Aehnüch verbunden erscheint ogvig: IL 7, 59: 
oQfPtat ßefoixoreg alyv/tioloiv. Od. 5, 51 : XaQtp oqvi&i ßeßointig. Od. 19, 
548: alFerog oqvig). 

Noch unaufgeklärte Wortform, die auch sehr vereinzelt steht Das 
weibliche Suffix ia löst sich ziemlich deutlich ab, aber doch lassen sich 
die zweisilbigen paia ,Mtttterchen* (Od. 2, 349; 372), yala ,Erde' (IL 1, 254), 
ala ,Erde* (IL 23, 742), ygala ,die Alte' (Od. 1, 438 im Genetiv yQalrjg) 
nicht unmittelbar vergleichen. 
ävri&o-v oder äwri&o-v, eine wohlriechende Pflanze ,Dill*. 

Ar. Wolken 982: ovo* av iXio&ai deiftvovvt' i^rjv x€<paXaiov rrjg ga- 
(pavlöog, ovd* avvrjd'ov rtSv uQBoßv%iQu>v aQ7ta&iv. Ar. Thesm. 486: 
xa&* 6 jdkv ixqißev xeÖQldag, &vvr\&ov^ oq>uxov. Diosk. handelt von ihm 
3, 40 lavrj&ov to io&iöjuevov . . .). — Unattische Nebenformen sind avrj- 
oov oder avvrjoov (Hdt 4, 71: ttjy dh vrjdvv ... nidrjv ... oeXlvov 
OTtiQfiCtrog xoi avrjoov. Hippokr. 2, 38 : (i&Xavi [ikv davxov rj oioeXi rj 
TWßiivov rj avvrjoov — Ermerins schreibt avrjoov — rj aXXo vi tüv evuß- 
ditav fiLoyovta. Nik. ther. 650: avvrjooio. Nik. ther. 911: avvrjoov) und 
avrjTov oder avvqtov (Athen. 15, 674, D. E führt an aus Alkäos: dXX* 
dvrjrto fjiiv neQl raig diqaig neQ&ivw nXhxaig vnodvfxidag und aus 
Sappho : OQnotoag avrjtoio avviggaio ' dnaXaiot %igoiv). 

Dunkeln Ursprungs^ vielleicht ungriechisch. 
av7]vo&e ,es wallt empor, es quillt empor*. 

Nur zweimal bei Homer. IL 11, 266: aitaq o twv aXXwv hnsnu)X6eT0 
oil%ag dvdQürv . . . o<pqcc Fot alfi %xt &eQptov avrjvo&ev i§ tireiXfjg 
^wahrend das Blut emporquoll* (plusquamperfectisch. Agamemnon war 
an der Hand verwundet V. 252). Od. 17, 270: yiyvrioxw <T o%i noXXol 
iv av%<j) dalra tl&evrai avögeg, inel nvloorj ftbv avrjvo&ev ,Fettdampf 
wallt empor* (Nauck schreibt ivrjvo&ev nach Aristarch, vermuthets auch 
H. 11, 266). 

Eine vereinzelte Perfectform, die noch der Erklärung bedarf. Nach Per- 
f ectformen wie didoQxev ,er blickt* (IL 22, 95 ; neben dägxso&ai ,sehn' H. 
17, 675), HFoQye ,er hat gethan* (IL 2, 272; neben FiQÖeiv ,thun* IL 15, 
148), FiFoXna ,ich hoffe* (IL 20, 186; neben FiXno^iai pich hoffe* IL 7, 
199) und ähnlichen darf man ein zugehöriges altes Präsens *avi&a> muth- 
maassen, in dem das anlautende a wohl ebenso jünger entwickelt sein wird 
wie in aviQ- ,Mann* (Seite 195) und sonst, so dass man also einfaches 



Griechische Etymologie. 197 

nedh als seine alte Verbalgrundform wird denken müssen. In dem av- 
von avrjvo&e kann man nur an eine Reduplicationssilbe (nicht etwa das 
Präfix ava ,auf Seite 187, da eine etwaige Perfectform **ijvo&e für die 
homerische Sprache ganz unwahrscheinlich wäre,) denken, wie sie ähn- 
lich in ay-rjyiQaro ,sie waren versammelt* (IL 4,211; neben ayelQta ,ich 
versammle' IL 16, 129), aQ-ygog ,haftend' (11.11,31); neben ag&ey ,sie 
schlössen sich aneinander* II. 16, 211) und sonst vorliegen. Aber auf welche 
Präsensbedentung (,hervorquellend werden*?) fahrt das ^Hervorquellen' als Be- 
deutung eines Perfectstammes zurück? Unmittelbarer Zusammenhang mit 
uv-öog- ,Blume, Blüthe' (IL 13, 484) — altind. dndhas- ,Krautf (RV. 1, 
122, 1), der öfters angenommen ist, kann nur als unwahrscheinlich be- 
zeichnet werden. 
dvtfluto-s ,unbeschuht*. 

Nur Theokr. 4, 56 : eig oQog o%x fynjjG, ftf] avalmog %Q%eo Barre. 

Ein alter Erklärer zu der Stelle sagt: rj'Uxp yaQ %b vnoii^ia. So würde 
das Wort also ebenso zusammengesetzt sein wie zum Beispiel av-alfiaro-g 
,blutlos' (Aesch. Eum. 302 ; zu alpcn- ,Blutf IL 5 , 289) oder d-kipevo-g 
,hafenlos' (Aesch. SchutzfL 768; zu kipiv- ,Hafen' IL 1, 432). — Eine Neben- 
form vrj/,i7io-Q (Ap. Rh. 3, 646; Lykophr. 635) wird später noch ange- 
geführt werden. 
ävatya ,ich gebiete, ich fordre auf'. 

Bei Homer häufig. Od. 1 , 269 : ob dk cpQa^ea&ac avtoya oTtmag xe 
IUYT)OTr t QaQ amioeai bt peyaQOio. II. 14, 262: vvv av tovjo p avwyag 
ctfirjxavov aiXo rekiooai* IL 11,204: %bv d* SXXov Xafbv avw%$i fiag- 
yao&ai. — Präsentische Formen wie ivwyei (versschliessend IL 6, 439) 
sind bei Homer nicht sicher. Daneben begegnen aber auch Futur- und 
Aoristformen mit dem Zischlaut; Od. 15,404: aviog %e xteviw rovg %* 
allovg navtag ccvoj^uj (kann Perfeotfutur sein). IL 15, 295: 7clrjdvv pkv 
tco%\ vijPag avw&fAev anovieo&ai. Od. 10,531: drj toV %7tu$ y kxQQOi- 
atv IftotQvvai xai avd^ai {irjka . . . deiqavrag xaTaxrjfat. 

Alte etymologisch noch unaufgeklärte Perfectform, die auch als solche 
nichts unmittelbar vergleichbares zur Seite hat Bezüglich ihres inneren 
io lassen sich Perfecta vergleichen wie elFta&e ,sie ist gewohnt* (IL 5, 766 ; 
neben fi%hov ,pflegend, gewohnt' IL 9, 540), fy>Qtoyev ,es ist hereingebrochen' 
(Aesch. Pers. 433; neben Fqiffvvat, ,sie zerreissen' IL 17, 751), ytywve ,er 
war verständlich, er wurde gehört 1 (IL 24, 703) und andere, aber das an- 
lautende a ist schwer verständlich. Kann es die Reduplicationssilbe %>s- 
Cvi-vwya?) vertreten? Oder ist etwa die Reduplicationssilbe gar nicht 
vorhanden, wie zum Beispiel in Folöa ,ich weise' (IL 4, 163) und ßiazai 
,er ist bekleidet* (Od. 11, 191), und das o ein jünger entwickelter Labt der 
Verbalgrundform, wie in avig- ,Mann' (Seite 195) und sonst? Oder könnte 
avtayaj wie vermuthet worden ist, auf eine Grundlage *ayy- zurückführen, 
von der nur der Nasal reduplicirt, zugleich aber im Innern aufgegeben 
wäre, eine Entwicklung, die doch im Griechischen ohne alle Analogie sein 



198 Griechische Etymologie. 

würde? Und auf welche präsentische Bedeutung kann die Bedeutung 
eines Perfects avwya, das meist mit dem Accusativ (IL 4, 301: xovg yaQ 
avwyev fordert sie auf), bisweilen aber auch mit dem Dativ (Od. 20, 139: 
difivi 3 avwyev vtzootoq£o(il dpqrijoiv ,befahl ihnen*) verbunden erscheint, 
zurückführen? 
avibyaiO'V ,oberes Stockwerk*. 

Xen. Anab. 5, 4, 29: xaQva dk int %wv dvwyalwv rjv nolXd %d rcXaria. 
Die fragliche Form aber ruht hier nur auf dem unsicheren Boden schwan- 
kender Ueberlieferung; so sagt schon Suidas (nach dvo&evxov) mit Hin- 
weisung auf unsere Stelle: dvwyaiov, %o v7t€Qwov otxrjfia, während es bei 
Bekker anekd. 405, 32 mit dem selben Hinweis heisst: dvoxaiov %6 vn€- 
qqov oixrjfia. — Mark. 14, 15 (und ebenso Luk. 22, 12): vftlv det&t dvd- 
yaiov piya ioTQtj/Aivov, an welcher Stelle aber auch die Form dvwyaiov 
überliefert ist und in noch andern Handschriften avdyeov, dvciyeov oder 
auch dvciyeutv. 

Man hat schon in alter Zeit erklärt ,das über oder oberhalb der Erde 
(avo) rijg yfjg) Befindliche*. Der präpositionale Gebrauch von ävw ist 
allerdings nicht sehr häufig, aber keineswegs ohne Beispiel (Xen. Anab. 4, 
3, 3: ävw twv i7t7tiwv ^oberhalb <L L hinter den Heitern*; auch mag ver- 
glichen sein: Soph. Kön. Oed. 416: vig&e xanl yfjg Svw), während gewöhn- 
licher avd so auftritt, wie IL 14, 352: evde na%r\q avd raQyaQip dxQoj 
,8chlief oben auf dem Gargaron'. Auch ist anzuführen, dass ein alter Er. 
klärer zu Theokr. 1, 12 zusammenstellt: %6 dvcjyeiov xal xatwyewv (Plato 
Staat 7, 532, B bietet statt des letzteren die Form xatdyeio-g ^unterirdisch'). 
Im Uebrigen lassen sich Zusammensetzungen vergleichen, wie ini-yaio-g 
,auf der Erde befindlich* (Hdt 2, 125), ßa&v-yaio-g ,mit tiefem Erdreich, 
fruchtbar* (Hdt 4, 23; daneben ßa&v-yew-g Theophr.c.pl.2,4,10) und andre, 
mit yaia ,Erde* (H. 2, 95) als Schlusstheil. 
dvtovld- (avwvig) ,ein wohlriechendes Kraut ,die süssliche Hauhechel*. 

Diosk. 3, 18 handelt von ihm {tvbqI dvwvldog): dvwvlg, ol dh ovtovlöa 
xakoiai' xluiveg Orti&ayuaioi xai fitl&veg . . . (av&rj) ovx arjdig o£ov%a. 

Dunkler Herkunft Vielleicht nur eine dialektische Nebenform zu ovcc- 
vld- (siehe später). Ob sich reduplicirte Bildungen wie dxwxi'j ,Spitze, 
Schärfe* (Seite 41) vergleichen lassen, so dass sich eine Verbalgrundform 
dv würde entnehmen lassen? Sollte die mit an ,hauchen, athmen* (Seite 194 
unter avepo-g ,Wind*) dieselbe und etwa in der Bedeutung ,duften* gefasst 
sein? 
dvtri ,Plage, Beschwerde*. 

LM. bei Kuhn 1, 1 — 13 (sämmtliche homerische Stellen). Früher schon 
Fiok bei Benfey 0. 0. 3, 121—124. 

Bei Homer wahrscheinlich dvtßrj. Fünfmal in der Odyssee; 7, 192: 
äg % 6 ^eivog avsv&e novov xal dvlßtjg tco^.tcj\ iq> y fjpeTiQj) ßijv na- 
%Qiöa yaiav %xi\%ai. 15, 394: dvißrj xal noXvg tnvog ,viel Schlaf ist be- 
schwerlich*; 20, 52: dvißq xal %6 (pvldaaecv ndvw%ov iyQrjooorta. 17, 



Griechische Etymologie. 199 

446: rlg daifiwv rode Ttrjfna rtQOOrjyaye Öccltoq avlßtjv) 12, 223: 2xvlXt]v 
ö* ovxä%' ifiv$e6fir}v 9 arcgrjxTOV avifrjv. 

Altind. dtnivä ,Plage, Drangsal 4 , ,Dränger, Plagegeist*. KV. 2, 33, 2: vi 
asmdt dväishas vitardm vi dnhas vi dmiväs cätajasvä vishütis ,f ort scheuche 
(o Rudras) von uns die Feinde, zur Seite fort die Noth, fort die Plagen nach 
allen Seiten'; 9, 85, 1: Indrdja sauma süshutas pari srava dpa dmivä 
bhavatu rdkshasä sahd ,dem Indras, o Somas, schöngepresst fliesse durch, 
fort möge bleiben der Plagegeist mit dem Unhold'. 

Das innere v ging aus m (LM. Gramm. 1, 136) hervor, wie zum Bei- 
spiel in ßalvei ,er schreitet 4 (IL 4, 443) neben altind. gdm-anti ,sie kommen' 
(RV. 7, 34, 20), in Iviavro-g ,Jahr* (IL 2, 134) neben altind. sdmvatsard-s 
^ahr' (RV. 1, 110, 4), in f^vla (Mehrzahl) ,Zügel' (IL 3, 161) neben altind. 
jdmati ,er zügelt, lenkt* (ragmtn ,die Zügel* RV. 1 , 141, 11) und jdmctrS 
,Zügel' (RV. 4, 61, 2) und sonst 
aviyQö-q ^verderblich, schädlich'. 

Nik. ther. 8: xaxoegya (palctyyia, avv xal dviygovg igrtrjozag e%idg %e 
xal a%&Ga fivgla yalqg. Nik. alex. 267 : -ov ydg dvtygov müfia ßgoxoig. 

Offenbar gebildet durch das betonte Suffix go wie vygo-g ,nass' (IL 1, 
312), kvygo-g »traurig, elend' (IL 2, 873), OTewygo-g ,eng* (Orakel bei 
Oenomaos in Euseb. praepar. 5, 20: vlxrjv ooi qyalvovai $eoi di odoio 
ovevvygciv), im Uebrigen aber noch nicht deutlich. Der gewöhnlich an- 
genommene unmittelbare Zusammenhang mit dvirj- (aus dvißrj) ,Plage, 
Beschwerde' hat keine Wahrscheinlichkeit, da y nicht wohl aus / hätte 
hervorgehen können. 
äviq ,ohne'. 

Lykophr. 350: avig tegdfivwv, was ein alter Erklärer erläutert: loxegri- 
fiivtj £vUvwv oreywv. Nikander al. 419: avig (Otto Schneider aber giebt 
avev als die bessere Lesart) Ojuvyegoio Tixhrjvvjg. — (Ar. Ach. 798 im 
Munde des Megarers hat man es an der Stelle von avev vermuthet). 

Steht wohl in nächstem Zusammenhang mit avev ,ohne' (Seite 200). 
Aehnliche Adverbialbildungen auf ig sind äUg, hom. ßdktg ,in Menge' 
(IL 2, 90), altig ,wiederum' (IL 1, 425), t*6yig ,mit Mühe, kaum' (IL 9, 355) 
und andre. 
SvlöO'V, die Gewürzpflanze ,Anis'. 

Diosk. 3, 58 handelt von ihm: aviaov (ol dk xal alov . . .) vfjv pkv xa- 
&6Xov ävvafiiv 9 i%ei &egf*avtixrjv, fygavTixrjv, evrtvovv, dviiövvov . . . 

Der Zusammenklang mit av-ioo-g ^ungleich' (Plat Tim. 36 , D) beruht 
nur auf Zufall. Ob möglicherweise Zusammenhang besteht mit avrjoo-v, 
einer dialektischen Nebenform zu avrj&o-v ,Dill' (Seite 196)? 
dvtisiv sollenden, ausführen, zu Ende bringen'. 

Begegnet häufiger als das nächstzugehörige av- : aveiv ,vollenden' 
(Seite 187). II. 4, 56: ovx dvvw q>$oviovoa ,ich richte nichts aus'; Od. 7, 326: 
aTv-rjwoav ,8ie kamen ans Ziel'; Od. 15, 294: oq>ga . . . vrjvg dvvaeie 9-iovoa. 
IL 8, 370: Gitidog <T i&ijvvoe ßovkdg ,er vollführte'; Od. 17, 517: ovnw 



200 Griechische Etymologie. 

xaxorrjTa 8 t-rj wce ßq v dyogevwv ,er wurde noch nicht fertig mit dem Erzählen' ; 
IL 11, 365 — 20, 452: fj *jy o* H-avvu) ,ioh werde dich tödten'; Od. 24, 
71: inel dtj oe cplb£, tjvvoey ,wenn dich die Flamme ganz verzehrt hat 1 . 
— Daneben treten auch Formen auf, die auf ein präsentisches avipi 
weisen: Od. 5, 243: &oßwg dt ßoi rjwro ßiqyov ,rasch wurde Beine Ar- 
beit festig'; Theokr. 7, 10: ovrvu) %av fieaarav odov avvfteg ,noch voll- 
endeten wir nicht den halben Weg*. — Dazu avvo i-g , Vollendung' ; IL 2, 
347: avvo ig d' ovx iooetat avtwv ,sie werden nicht erreichen was sie 
wollen'; Od. 4, 544: ovx Svvaiv drjofuev ,wir werden nicht Erfolg finden, 
nichts damit erreichen'. 

Altind. san- : sanduti ^Erfolg haben, erreichen'; RV. 3, 25, 2: Agnis sa- 
nauti viriäni vidvä'n sanäuti vä'gam ,Agnis erlangt Heldenkräfte, der 
Kundige, erlangt kräftigende Speise 4 . 

Der alte anlautende Zischlaut ist noch zu erkennen aus dem schon 
Seite 187 aufgeführten aavig (aus *a-oavig) ,das nicht vollendet werden 
wird' und aus den als attisch angeführten Formen avveiv und avvtreiv 
(Bekk. an. 411, 28: avvtreiv ot 'AttixoI, otxsq fjftelg* avvuv 6h zo onev- 
deiv • daaeia dh r\ 7tg6irrj). Aus der Nebenform dvvretv ,vollenden' (Thuk. 
2, 76; Aeech. Agam. 1123: £vv-avuT€t ,es vollendet, hört auf'), dem oben 
genannten avvtreiv, zugehörigen Bildungen wie av-rjwaro-g ^unvollendet, 
unaufhörlich' (Od. 16, 11) und Flexionsformen wie avvooea&ai ,vollendet 
werden' (Od. 16, 373) ergiebt sich neben avv-eiv noch ein consonantisch 
auslautender Verbalstamm (avv%- ? kaum wohl awg- ?). So lässt sich seiner 
Bildung nach unmittelbar vergleichen: zavvsiv ,dehnen, spannen' (11. 17, 
393: TavvovoLv), nebst Formen wie rdvvrai ,es wird ausgedehnf (IL 17, 393), 
Tawoodfievog ,spannend' (IL 4, 112), rawojv-g ,Spannung' (Od. 21, 111), 
das sich unmittelbar anschÜesst an altind. tan ,spannen, dehnen' (RV. 10, 
125, 6: dhänus ä' tanaumi ,den Bogen spanne ich'; RV. 4, 45, 2: tanu- 
dniras ,spannend, ausdehnend': RV. 8, 5, 1: vi . . . atanat ,es spannte aus, 
breitete aus'). 
ävev ,ohne'. ' 

H. 23, 387: oi 8i (nämlich Xitnoi) ßoi Ißkayörjoav avev yAvxqoio Si- 
ßovreg. IL 17, 407: inel oväh %b ßiknexo Tta^cav, ixjtiQoeiv ntokte&Qov 
avev ßi&ev oidk avv avtip. — Dazu: avev&ev (avev&e) ,fern'; ,entferot 
von, ohne'; IL 2, 27: og aev avev&ev luv fxiya xrjderai tjd* ikealQei. II. 
22, 39: itT} (Jtoi pipive, (plXov t&oc,*, aviQa xovxov olßog avev&* aXXwv. 
Od. 7, 192 : äg % 6 £eivog av&v&e novov xoi avtßtjg tropt tfj vq> * ^fiBtigr] 
ßrjv narglöa yalav %Kt\tai. 

Als ältere Bedeutung wird durch das zugehörige avev&ev erwiesen ,fern 
von'. — Nächster Zusammenhang wird bestehen mit o%bq (aus *odr€Q, *oav- 
*€q) ,getrennt von, ausser, ohne', (Säte 89) und altind. eanutdr ,weit weg* 
(RV. 1, 92, 11). Unmittelbar vergleichbare Adverbialbildungen auf ev bieten 
sich nicht 
dyxäq ,in die Arme, in den Armen'. 



Griechische Etymologie. 201 

Bei Homer 6 mal. IL 5, 371: tj ö*' ayxag kXd^exo d-uyariga ßrjv. IL 14, 
353: fye d y dyxag axomv. 11.23,711: ayxag <T aXXyXwv Xaßhrrjv xeqalv 
OTißagfjoiv. — Dazu: dyxa£eo$ai ,in die Arme nehmen 4 ; IL 17, 722: 
o? d' aqa vexQOv aito %&ovbg ayxaCpvvo vipt /ndXa fxeydXwg. 

Vermuthlich alte Casusform eines erloschenen Wortstammes mit der Be- 
deutung ,gebogener Arm', der mit dyxdXt] ,gebogener Arm' (Aesch. Schutzfl. 
476) und ayxwv ,gebogener Arm, Ellbogen' (IL 5, 582) in nächstem Zu- 
sammenhang stand und wohl ayxdö- lautete. Die ältere Form liegt viel- 
leicht noch im gleichbedeutenden dyxdai vor, das allerdings erst spät zu 
belegen ist (Opp. hal. 2, 315: ieiQrj ts xal ayxaaiv IftrceyvwTa. Stra- 
ton in Anthol. 12, 200, 2: oV ioxlv iv dyxaotv). Adverbialfonnen auf 
ag liegen übrigens noch vor in: ivtvnag ^angedrückt' (II. 24, 163: ivrv- 
nag iv %Xalvjj xexaXvp/i4vog\ iyxag jn der Tiefe' (Galen, in lex. Hippokr. 
19, 94 bei Kühn; vermuthet hat mans bei Hippokr. 353 an der Stelle von 
ixdg), hag, hom. ßexdg ,fern' (IL 13, 592) und mit anderer Betonung zum 
Beispiel in niXag ,nahe' (Od. 10, 516; dazu neXdtetv ,nähern' IL 5, 766). 
— Das zugehörige nachhomerische ayxa&ev ,mit den Armen 4 (Aesch. 
Eum. 80: € i§ov naXaibv ayxa&ev Xaßdv ßQixag. An einer zweiten Stelle, 
Aesch. Agam. 3 : xotfiaipevog oxiyaig 'Arqeidijv ayxa&ev, ist es mir nicht 
verständlich, steht aber schwerlich für avixa&sv ,von oben her', das Aesch. 
Choeph. 427 und Eum. 369 begegnet) ist ohne organische Grundlage viel- 
leicht nur dem üca&er, hom. Fexa&ev ,von fern 4 (IL 2, 456, wo aber Nauck 
kxag giebt; Od. 17, 25) nachgebildet, das dem oben schon genannten kxag 
,fern' unmittelbar zur Seite liegt 
dyxdXri »(gebogener) Arm'. 

Aesch. Agam. 723 : noXia <T to% iv ayxdXaig veoxQoqtov tixvov dlxav. 
Aesch. Schutzfl. 481: xXddovg %e rovtovg alxp* iv ayxdXaig Xaßwv. Aesch. 
Choeph. 586 in übertragener Bedeutung: yd tQitpei . . . novrial %* dy- 
xdXai. — Dazu: ayxaXlö- (dyxaXlg) gebogener Arm', ,Armvoll, Bündel'; 
H. 18,555; naldeg ÖQay/ievovregj iv dyxaXldeaac (piQovrec. 11.22,503: 
etdeox* iv XixrQoioiv, iv dyxaXldeaac Ti&rjvtjg. — Plut. Born. 8: vXr\g dy- 
xaXlda. 

Entsprechende Bildungen sind apvyddXr] ,Mandel' (Tryphon bei Athen. 
2,53,B; daneben cixvydaXld- ,Mandel' Philoxen. bei Athen. 14, 643, C), 
al&aXrj ,Russ' (Aretäos S. 98 bei Kühn), <pidXrj ,becherartiges Gefäss' (IL 
23,243; 253; daneben cpiaXLd- ,Schälchen' Luk. Lexiphanes 7), xQOxdXrj 
Kiesel' (Eur. Iph. A. 211), xgaindXi] ,Nachweh des Bausches' (Ar. Acham. 
277), atgayydXtj ,Strang, Strick' (Plut Agis 20 : int %r\v otQayydXtjv (d t L 
,zur Hinrichtung durch den Strang', wofür nicht weit vorher der Ausdruck 
änoTtvlyeov gebraucht war) 7to^tvo^evog. Daneben atQayyaXld- ^Fallstrick, 
Schlinge' Pherekiat bei Phot). — Die Verbalgrundform ist dieselbe wie 
im gleich zu nennenden ayxog- ,Thal'. 
Äyxos- ,Thal', eigentlich ,Biegung*. 

11.20,490: wg <T dva^aifjtaet ßa&if* ayxea &6omdafkg ni>Q oiftog 



202 Griechische Etymologie. 

dtaUoLO. 11.22,190: c5g ö* 5%e veßQOV OQeocpt xvojv IXatpoio dlrjrai 
. . . äia t* ayxecc xal dia ßrjooag. 

Altind. änkas- Biegung'; RV. 4, 40, 4: pathd'm dnkdnsi ,die Biegungen 
der Wege*. 

Gebüdet wie aW ,Heilmittel 4 (Seite 35), a X og- ,Betrübniss 4 (Seite 146) 
und zahlreiche andere Wörter (LM. Gramm. 2, 110). Als zu Grunde 
liegende Verbalform ergiebt sich ein arik ,sich krümmen 4 , die altindisch 
noch lebendig ist in anc- : äncati oder dncatai (auch dcaü oder dcatai) ,er 
biegt 4 (ancitd- ,gebogen 4 , ,kraus, lockig 4 ; RV. 10, 15, 6: ä'-acja gd'nu ,das 
Knie biegend 4 ; d-aknd- ,gebogen 4 ; RV. 10, 119, 5: ahdm tdshtd iva vartr 
dhüram pdri acämi hrdd' matim ,ich biege wie ein Zimmermann den 
Wagensitz die Gedanken im Herzen um 4 ). Dazu altind. ankä-s ,Haken 4 
(RV. 1, 162, 13), ,Biegung zwischen Arm und Hüfte, Brust, Schooss 4 ; — 
lat ancus ,krummarmig 4 (Pauli, ex Festo : ancus appelldtur, qvt aduncum 
brächium habet, ut exporrigi non possif), uncus ,krumm 4 (Verg. georg. 1, 
19); — irisch oecath, ecad , Angelhaken 4 (Wind.-Curt 130); — goth. nur 
vermuthetes hals-aggan- ,Halsbiegung (?) , Hals 4 (nur Mk. 9 , 42 , wo aber 
die Handschrift balsaggan bietet, dem griech. TQaxrjlov gegenüber); ahd. 
ancha ^Hinterkopf nächst dem Nacken, Genick 4 ; ahd ango ,Stachel, Fisch- 
angel, Thürangel 4 , ahd. angul ,Stachel, Fischangel 4 , nhd. Angel; — lit 
drika ,Schlinge 4 , insbesondere ,Schlinge in der die Segelstange hängt 4 . 

dyxcör- ,gebogener Arm, Ellbogen 4 , ,Biegung, Krümmung 4 . 

IL 5, 582: ßaXe . . . %eQiiadltp dyxiuva %v%lov ftioov. IL 10, 80: Sq&w- 
folg d' £(>' In ayxwvog. — IL 16, 702: tqIq [ihr irt dyxwvog ßrj vel- 
yeog vifjqkoio. Hdt 1, 180: %o wv dij %el%og lxdt€QOv tovg dyxwvag ig 
%bv noTapbv IXrjkctTai. — Dazu dy%oivi] ,gebogener Arm 4 ; IL 14,213: 
Zrjvog yag zov agiazov iv dyxolvrjoiv laveig. 

Gebildet wie dyu,v- ,Wettkampf , Wettkampffest 4 (Seite 116). Die zu 
Grunde liegende Verbalform ist arik ,sich krümmen 4 , die eben erst unter 
ayxog- ,Thal 4 (Seite 201) angeführt wurde. — Sehr vereinzelt steht die 
Bildung ayxoivrj, mit der sich etwa fievoivrj , Verlangen, Bestreben 4 (Ap. 
Rhod. 1, 894; das zugehörige ixevoivav ,begehren, beabsichtigen 4 öfter bei 
Homer, so II. 14, 221 und 264: pevoivag) vergleichen lässt Darf man viel- 
leicht ein altes nominativisches *5yxoiva (aus *dyxov-ia?) vermuthen? 

äyxiöxQo-v ,Haken, Angelhaken 4 . 

Od. 4, 369: Ix&vdaoxov yvctfittToia ' dyxiovQoioiv. Plato Staat 10, 61 6, C: 
Idvdyxrjg axQaxxov . . . ov ttjv (xev fjkaxdrrjv %€ mal %b afuaxgov elvai 
i£ addfittvrog. 

Gebildet wie zum Beispiel xopiOTgov ,Lohn für Errettung 4 (Aesch. Agam. 
965 ; zu xopi&iv ,pflegen, erhalten, retten 4 Od. 10, 73 ; Pind. Pyth. 3, 56 : avdg* 
ix &avdxov xopioat) oder &4qiotqov ,Sommerkleid 4 (Myrin. in AnthoL 6, 
254; zu &eQi&iv ,den Sommer zubringen 4 Xen. Anab. 3, 5, 15). So lässt 
sich ein *dyxi£eiv ,mit einem Haken nehmen 4 (?) als nächste Grundlage 



Griechische Etymologie. 203 

nrathmaa88en, weiterhin aber liegt ank ,sich krümmen' (Seite 202 unter 
Syxog- ,Thal') zu Grande. 
aynolvri ,gebogener Arm' siehe unter dyxuv- (Seite 202). 
äyxvQa ,Anker*. 

Theogn. 459: ovd* SyxvQai i%ovoiv (nämlich yvvalxa viav). Pind. Pyth. 
10, 50: xutrtav o%aoov, xaxv <T ayxvQav sgeiaov %&ovl nQqtga&e, %oiQadog 
olXxclq TtitQag. 

Gebildet wie yicpvQa ,Damm' (IL 5, 88 und 89; 11.4,371; 11,160), 
,Brücke' (Hdt 4, 85; 97) und oXvga, eine Getraideart (IL 5, 196 und 8, 
564 in der Mehrzahl), als zu Grunde liegende Verbalform aber ergiebt sich 
ank ,sich krümmen' (siehe Seite 202 unter ayxog- ,Thal'), so dass also der 
Anker als ,der Gekrümmte' gekennzeichnet sein wird. Lat ancora ,Anker' 
(Afran. Bruchst 139: jacitur anchora) ist aus dem Griechischen entlehnt 
&yxi)Xo-q ,krumm'. 

IL 5, 209: dnb naaadXov dyxvXa to§ct . . . iXofirjv. IL 6, 39: dyxvXov 
aQpa Fd%av% •' kv nQiütip Fqv^. In übertragener Bedeutung: ayxvXo- 
-juijrij-g »dessen Anschläge krumm (hinterlistig) sind'; IL 2, 205: Kqovov 
ndFig dyytvko-fit]Tü). 

Lat angulus , Winkel' (Lucr. 4, 355 : angulus optüsus qvia longe cerni- 
twr omnis) und auch imgulus ^Fingerring' (Pacuv. 64; 215); ng aus nc 
entwickelt, wie in e-mwngere ,ausschneuzen, wegthun' (Plaut Bacch. 701 : 
emtmgam hercle kontinent probe hodie) neben altind. muncä'mi ,ich mache 
los' (RV. 10, 161, 1), langula ,Schüsselchen' (Varro 1. L. 5, 120) neben lanc- 
,Schüssel' (Plaut Cure. 323) und sonst (LM. Gramm. 1, 39; 40). 

Nhd. Angel] ahd. angul ,Fischangel, Stachel 1 . 

Aehnliche Bildungen sind xaftnvXo-g ,gebogen' (IL 3, 17: xafjutvXa %6%a), 
OTQoyyvXo-g ,rund' (Ar. Wolken 751), aiovXo-g ,frevelhaftf (IL 5, 403), auch 
xQa>ßvXo-g , Wulst, Haarschopf' (Thuk. 1, 6) und andere. Die verbale 
Grundlage ank ,sich krümmen' wurde schon unter ayxog- /Thal' (Seite 202) 
aufgeführt 
övxa ,entgegen, gegenüber'. 

IL 19, 163: ov yao dvfjQ nqonav tjfiaQ . . . axfitjyog aixoto dvvrjaevai 
avta [idxeo&ai. IL 13, 184: dXX' o pkv avzct Fidiov rjXevcno %dXxeov 
ty%og. IL 21, 477: ävra IJoaeiddcavog ivavrlßiov moXefxL^etv. IL 2, 626: 
rffawv, al valovoi 7tigrjv aXog, "HXidog avra. — Dazu avtr/v ,entgegen, 
gegenüber, ins Angesicht'; IL 18, 307: ov piv lyri ye yev&nai . . . dXXa 
tidV avrrjv oryoofiai. IL 1, 186: Sfxoiwd'qfievai avrrjv ,sich ganz gleich- 
stellen'; — $n-avTeg- ,bergan, steil'; Thuk. 7, 79: ßaXXofievoi vtvo noX- 
hLv arto %ov X6q>ov indvrovg ovtog. — xoT-arieg- ,herabgehend, ab- 
schüssig'; Ar. Frösche 127: ßovXei xaxdm\ (nämlich azqwtov, v. 123) 
xal %a%eldv ooi (podow. Xen. Gr. Gesch. 3, 5, 20: InexvXlvdovv ititoovg 
eig %b xdrarreg. Eur. Rhes. 318: %Q7tec xazawqg ^vfjupoqa ngog rdya&d. 
— avtalo-g ,entgegengerichtef, feindlich'; Soph. EL 195: ove ttayxdX- 
xwv dvrala yevvwy wQpdih] nXayd. Aesch. Ch. 587 : noXXd piv yd %oi- 



204 Griechische Etymologie* 



q>ei . . . Ttomtai % ayxdkai xvwddkiov dvraiwv ßqOTOiou — ävxaeiv 
entgegenkommen, begegnen', ,theilhaftig werden 4 ; IL 16, 423: drtr^aw ydg 
iyuf Tovd 3 aviQog. IL 6, 399: tj Fot titsw ijvtijoe (Vers 394 hiess es: 
Iv-avrltj rjk&s &ißovaa lAvdQOfidxrj). IL 7, 158: t($ x« rax* dvrrjaeie 
juccxyg xoQv&alloXog "Extwq. — Die zugehörigen dvxl ,gegen 4 , anstatt, 
für 4 und avxeo^at ,begegnen 4 werden besonders aufgeführt werden. 

Lat anta ^vorspringender Pfeiler 4 , besonders an Tempeln; nur in der 
Mehrzahl gebraucht Vitr. 4, 4, 1: reliqvae tres partes pronae ad antds 
parietum pröeurrant^ qvae antae columnärum cramtüdinem habere debent. 

Altir. etan ,Stirn 4 (Zeuss 2 , 776). 

Goth. anda- ,entgegen 4 , nur in Zusammensetzungen wie anda-lawni 
, Gegenlohn, Vergeltung, avrtfiio&la' (Kor. 2, 6, 13), anda-vaurdi ^Antwort 1 
(Luk. 2, 47), anda-nSrnja- ,angenehm 4 (Luk. 4, 19), andarvleisns , Angesicht 4 
(Matth. 26, 67). — Nhd. ant- in Antwort, Antlitz. — Aus anda- wird 
auch hervorgegangen sein goth. and- , entlang, an . . . hin 4 (Matth. 9, 26 : 
and alla jaina airthä), nhd. ent-, nur in Zusammensetzungen wie ent- 
rinnen, ent-eilen. 

Armen, dr-and ,Thürpfosten 4 (der erste Theil: durn /Thür 4 ; Brugm. 
1, 209). 

AltincL dntars ,das Entgegenstehende 4 = ,Ende 4 ; RV. 1, 164, 35: dntas 
prthivjä'8 ,Ende der Erde'. — Dazu goth. andja- ,Ende< (Mark. 13,27: 
fram andjam airthös und andi himinis ,von den Enden der Erde bis 
zum Ende des Himmels'), nhd. Ende. 

Vergleichbare Präpoßitional- Adverbien sind dvd ,in die Höh, auf, an, 
(Seite 187), xavd ,herab, nieder 4 (IL 1, 44), izaqd Rieben 4 (IL 17, 249), perd 
,mit 4 (II. 13, 700), die aber nur zum Theil in besonderen Verbindungen 
(IL 20, 221: %log xcrra, Od. 5,196: irl&et, nctQa) auch bezüglich der Un- 
betontheit ihrer Schlusssilben mit arta übereinstimmen. — Die Form aV- 
trjv scheint ebenso wie zum Beispiel axtjv ,still, schweigend 4 (Seite 39) 
sich als Accusativ eines alten weiblichen Substantives auf 17, auf das wohl 
auch dvraiog zurückführt, entwickelt zu haben, während aus en-aweg- 
,bergan, steil 4 und xdt-avteg- ,herabgehend, abschüssig 4 ein ungeschlech- 
tiges *avrog- wird entnommen werden dürfen. 
ävT-eo&ai ,begegnen 4 , anflehen, erflehen 4 . 

Nur in präsentischen Formen gebräuchlich. II. 2, 595 : fiovaat drto- 
pevai QdfivQtv rov Qgrjixa Tcavaav dßoidrjg. 11.4,133: o&t £oHrtrj(>og 
oxrjfeg %Qvoetoi ^vve^ov xal ötnhoog rjvteso ^ojqtj^ ,doppelt gelegt ent- 
gegentrat 4 . — Soph. Oed. EoL 250: %i eot <plXov ix oi&ev ovrofiat. 

Hat das Aeussere eines unabgeleiteten Verbs, ist aber neben deutlich 
abgeleiteten Verbalformen wie avxqg ,du begegnest 4 (Hom. hyma. Herrn. 
288; aus *aVrdijs, zu äwdeiv entgegenkommen, begegnen 4 (Seite 203) 
oder rjyxeov ,sie begegneten 4 (IL 7, 423) ohne Zweifel nur durch eine 
formelle Verkürzung entstanden, ganz wie zum Beispiel SxQawpe ,er wehrte 
ab 4 (IL 14, 66; dafür g^eity*« IL 7, 144) neben dem Futur xqtuafvqau ,er 



Griechische Etymologie. 205 

wild abwehren' (IL 20, 296). Es sohliesst sich wohl unmittelbar an avra 
.entgegen' (Seite 203). 
dvraxalo-$, eine Störart 

Hdt 4, 53 : xijVeo re fieydka avaxav&a, va avraxalovg xaliovoi, naqi- 
xeicu (nämlich Boqvo&4vt]s) kg raglxevaiv. Athen. 3, 118, D führt aus 
zwei Stellen des Antiphanes an: %aQi%og avrmaiov. 

Ohne Zweifel ungriechisch. 
dvvnQid- (avrrjQlg) ,Stütze'. 

Thuk. 7, 36: ccvzrjgldag an airwv (nämlich rdSv nquQwv) viz$%uvav 
7tQog rovg Tolxovg. 

Besondere Femininform zu dem adjectivischen avrrjQeg- ,entgegen- 
gerichtetf (Soph. El. 89 : nokXag d* avtrJQeig jja&ov aziQvwv mlayag), das 
zu avra ,entgegen' (Seite 203) gehört und ebenso gebildet wurde wie zum 
Beispiel a/Kp^Qeg- ,rings herum befindlich' (Eur. ras. Her. 243 : afKprjQrj 
%vla, Ion. 1128: anqnjQeig . . oxrjväg. Zu afi<pi ,rings herum' H. 6, 509) 
oder ovvrJQeg- ,vereinigt, gemeinschaftlich' (Nik.al.512: dalxa ovrrjQea. 
Zu avv ,mit, gemeinschaftlich' IL 10, 224). 
dvri ,gegen', ,anstatt, für'. 

Bei Homer nur 10 mal, wie IL 21, 75: avzl rol tlp Ixirao. IL 9, 116: 
avrl w rtoXXuJv Xaßüv ioriv avrjq ov %e Zeig xfjQi cpilrjor]. IL 24,254: 
atd-' afia Ttavxeg "ExxoQog toqiiker' avrl &oFfjo' ircl vtjvol rcecpao&at. 
Die alte sinnliche Bedeutung ,gegen' findet sich noch in Zusammen- 
setzungen häufig, wie in arti-ßo'kelv ,begegnen' (IL 7, 114; 11, 809), ävri- 
-filineiv ,entgegenblicken , gerade ansehen' (Xen. Kyr. 3, 1, 23), dvri-yqa- 
q>€iv ,entgegen schreiben, schriftlich antworten' (Thuk. 1, 129, 2). — Dazu 
avrio-g ,entgegen gerichtet, gegenüber befindlich'; 11.7,98: el firj %tg 
JavaFuiv vvv "ExtOQog dvxlog elaiv. 

Lat ante yVor'; Enn. trag. 201 : qvod est ante pedes] Att trag. 128: eö 
ante noctem. — Alterthümliche Formen wie antid-ed ,vordem, vormals' 
(Liv. 22, 10, 6) können nicht beweisen, dass lat ante überhaupt erst aus 
antid entstanden sei. 

Goth. und ,für, um', ,bis'. Matth. 5, 38: augo und augin jah ttunthu und 
hmthau. Mk. 13, 27: und andi himinis. 

Lit ant ,auf, an'. 

Armen, tnd-dem (mit dem Schlusstheil dem ^Angesicht*) ^entgegen, gegen- 
über'. — Dazu (nach Bugge bei Kuhn 32, 2) auch andranih ,der Erst- 
geborene', eigentlich ,der Vordere'. 

Altind. dnti gegenüber' (RV. 1,84, 17), ,vor Augen' (RV. 4, 2, 18), ,in 
der Nähe' (RV. 1, 79, 11; 1, 94,9). — Dazu dnütas ,aus der Nahe' (RV. 
1, 179, 5), antika-m ,Nähe' (RV. 9, 78, 5; 10, 161, 2). 

Ohne Zweifel eine alte Locativbildung ganz wie die nächstvergleich- 
baren afitpl ,auf beiden Seiten' (IL 18, 414), ivl ,in' (IL 1, 30), Inl ,auf 
(II. 1, 586), TteQl ,rings herum' (IL 1, 236). Im Uebrigen wurde die Zu- 
gehörigkeit zu avra ,entgegen' (Seite 203) schon oben ausgesprochen. 



206 Griechische Etymologie. 

dvtidd- (d vx tag) ,Haisdrüse 7 Mandel', insbesondere ^geschwollene Mandela 

Pollux 2, 201 : xwv xoivvv ivxbg dnb xwv fiexd xrjv k7ttykwxx loa (,Kehl- 
deckel 4 ) xonwv al fihv ixaxigw&ev tzqov%ovoqli odgxeg avxiddeg xal fta- 
QLa&fjiLa xakovvxai. — Hipp. 2, 241: dvxtdöeg. rjv dvxiddeg yhiovxai, 
ovvoidiei vnb xi\v yvd&ov %v&ev xal Sv&ev xal xftavopevov axkrjgov laxtv 
MJZtod-ev, xal 6 yagyagetiv oXog qtkeyfxalvei. oxav ovzwg y iyrj, xa&eig xov 
ddxxvXov öaod-ietv xag avxiadag. 
Etymologisch nicht verständlich. Ob etwa zum Vorausgehenden gehörig? 
dvtCo'V , Weberschiff . 

Ar. Thesm. 822 : rj/xlv fiev ydg owv exi xal vvv xdvxlov, 6 xavciv, ol 
xala&loxoL, xb oxiddeiov. Könige 2, 21, 19 (Siebenzig): xal xo §vlov xov 
Sogaxog aixov wg dvxlov vyatvovxwv. 

Wohl nur scheinbar die ungeschlechtige Form zu dem so eben ge- 
nannten adjecti vischen dvxlo-g ,entgegengerichtet, gegenüberliegend'. 

ävTi^oo-q ,entgegengekehrt, feindlich 4 . 

Ap. Rh. 2, 79: <og <J* oxe vrjta dovga d-oolg dvxl^oa yopupOLg dvigeg . . . 
•d-elvwoiv. Hdt 4, 129: xo dk xoloi TUgar^oL xe rjv ovfifzaxov xal xoioi 
2xvxhjoi avxit;oov. — Dazu ävxi^osiv ^entgegen sein, feindlich sein 4 ; Pind. 
Ol. 13, 34: ovo ö' avxov eQexpav nXoxoi oeUvwv iv 'lo&ftiddeooiv qtavivxa' 
Ni/ued x 3 oix dvxL&ei. 

Enthält als ersten Theil offenbar dvxl ,gegen' (Seite 205) ; das mit ihm 
verbundene -tjoo- aber, das man zu £4eiv ,glätten, bearbeiten 4 (Od. 23, 199 : 
Ityog e^eov. Od. 5, 245 : %&oos d * k7zioxa(jiiv<ag) geglaubt hat stellen zu 
dürfen, ist noch nicht in annehmbarer Weise erklärt 

dvnxQif ,gerade entgegen, geradeaus gerichtet, gerade durch, ganz 
und gar 4 . 

H. 5, 130: ftij xl ov y* d&avaxotai -9-eoio' dvxLxgv ftdxeo&ai. Der selbe 
Versschluss findet sich IL 5, 819. IL 4, 481 : dvxixgv (Bekker schreibt dv- 
xixgvg, Nauck avxixgvg, ebenso zum Beispiel auch IL 23, 867 und 16, 116) 
dk Öl* äfiov %dhiBov %y%og rjld-ev. IL 23, 867: dvxLxgv ö dito firJgLV&ov 
xdiie TtixQog oioxog. IL 16, 116: dvxLxgv 6 dudga^e (nämlich dogv). — 
Die Nebenform avxixgvg ist erst für die nachhomerische Sprache über- 
liefert; Thuk. 2, 4: oldfievoi TtvXag xag &vgag xov oixrjiiaxog elvai xal 
ävxixgvg öloöov ig xo 3f£a>. Aesch. Ch. 192: kyut <T orcwg fikv avxixgvg 
xdd alviow. 

Neben avxl ,gegen' (Seite 205) ist der Schlusstheil -xgv, -xgvg noch un- 
verständlich. Auffällig ist das Schwanken der Quantität des v, falls nicht 
etwa an der Stelle des v überall mit Recht vg vermuthet wird. An ver- 
gleichbaren Adverbialbildungen darf man wohl nennen: fxeooijyvg (11.23, 
521: ovöi xl 7tolkrj x^gr) fA€Oor]yvg, nokiFog . . .) neben Lieoorjyv ,da- 
zwischen* (IL 11, 573: nolXd dk xal fieoorjyv, Ttdgog . . .), ei&vg (Hom. 
hymn. Herrn. 355 : elg TIvlov ei&vg IXuivxa ßoßwv yivog) neben ei&i' 
,geradezu* (Hom. hymn. Herrn. 342 : ev&i; TlvXovd ' ildwv), hyyvg ,nahe' (IL 



Griechische Etymologie. 207 

5, 611) und fuerajpLf ,dazwischen 4 (IL 1, 166, wo Bekker fiearjyvgj Nauck 

peorjyv gegen die Ueberlieferung liest). 
dvrljtaXo-s ,entgegenringend, Gegner 4 (Pind. OL 8,71; Nem. 11,26), mit 

avzl ,gegen' (Seite 205) als erstem Theile siehe später unter ndXrj ,Rbg- 

kampf 4 . 
dvrimiY- (avTlrtrjg) ,Kasten 4 ; EtymoL M. 74, 6 und 114, 2 erklärt: avxlTtr\%' 

Tj XlßlUTOQ. 

Eur. Ion. 19: xaxTlxh]Oiv wg &avovfievov (nämlich ßgeyog) xolXrjg iv 
avrlnrjyog evtQoxty xvxXw. 1391: Idov 7tBQl7t%vyfi avrlrcrjyog evxvxXov 
wg ov yeyrjQaxe. 

Scheint gebildet aus dvxl ,gegen' (Seite 205) und nay- ,fest werden 4 
faayr] ,es wurde fest, haftete 4 IL 4, 185; itiniqye ,es ist fest, steckt fest 4 
IL 3, 135; %rc7]^e 7 causativ ,er machte fest 4 IL 13, 570); damit wird aber 
die Bedeutungsentwicklung doch noch nicht genügend verständlich. Der 
Schlusstheil rtrjy findet sich noch in yXayo-7zfjy- ,Milch gerinnen machend 1 
(yavXovg te yXaxTotcrjyag Anthol. 6, 35, 5). 
ovtIqqivo-v, eine Pflanze ,6auchheil 4 . 

Theophr. h. pl. 9, 19, 2: evxXeiav ydq cpaai rtouiv io avtlQQivov 
(Wimmer liest avxiqQiCpv) xaXovfxevov . . . 6 dl xccQTtog wotcsq \ioa%ov 
$ivag ex €l - Dioskor. 4, 131 handelt von ihm: ovtIqqivov, ol dk avag- 
Qivov y eviot dh xal Tavzrjv Xv%vida dyglav ixdXeaav' rcoa iazlv ipqte- 
grjg dvayaXXLdog (pvXXoig xal xavXqi . . . xaqrcov ök q>iQ€i ii6o%ov $iolv 

OfUOlOV. 

Nach der letzteren Bemerkung kann man als erste Bedeutung ver- 
muthen ,nasengleich 4 : Zusammensetzung aus dvxl ,gegen 4 (Seite 205) und 
qIv- ,Nase' (IL 5, 291 : §iva) ist nicht zu verkennen. Es lassen sich also 
Bildungen wie avri-&€o-g ,göttergleich 4 (IL 1, 265) und ähnlich unmittel- 
bar vergleichen. 
övtüY' (Svtv^) Rundung 4 , insbesondere ,Schildrand 4 , ,Seitenwand des Wagen- 
stuhles 4 . 

IL 6, 118: avrv§ rj rtvfidrr] &ifev aanldog o^q>aXoßiaarjg. IL 14, 412: 
OTrj&og ßeßXqxeiv vtiIq avrvyog, dyxo&i öeigrjg. — IL 11, 535: ai/iaxi ö* 
a^wv v£q&€V drcag it&ndXaxxo xal avrvyeg al negt dl(pgov. IL 5, 262: 
l£ avwyog r\vla relvag. — Anthol. 8, 1: ig ovgavov avzvyag (,Ge- 
wölbe 4 ) rjXd-e. 

Altind. anhugä-s ,Haken 4 ; RV. 8, 17, 10: dirghäs tai astu anhugäs 
jdinä väsu prajdgcasi ,lang sei dein Haken, mit dem du Güter heran- 
ziehst 4 . 

Bezzenberger (4, 325 und 326) wird die sehr wahrscheinliche Zusammen- 
stellung verdankt Er vergleicht bezüglich der Form: oQtvy- (Hdt 2, 77) 
= altind. vartalcas ,Wachtel 4 . Griechisches rv an Stelle von altind. hu 
scheint sonst nicht nachgewiesen zu sein, vergleicht sich aber unmittelbar 
mit dem Verhältniss %i = altind. et, wie in vlot-g ,Strafe, Rache 4 (IL 22, 
19) — altind. dpa-citi-s ,Vergeltung, Rache 4 (RV. 4, 28, 4). Als zu Grunde 



208 Griechische Etymologie. 

liegende Verbalform ergiebt sich ank ,sich krummen* (Seite 202 unter 
ayxog- ,Thal% zu der Bezzenberger noch nennt altind. anhu- in arikü- 
jänt- ^Seitenwege suchend 4 (RV. 6, 15, 17) und ni-anhd-, ein bestimmter 
(gebogener) Bestandteil des Wagens. Vergleichbare altindische Bildungen 
auf gd sind: tarugd- ,baumreich' (Pan.; zu tarüs ,Baum% raumagd- ,stark 
behaart* (RV. 8, 31, 9), juvagd- jugendlich* (RV. 1, 161, 3)', arvagd- ,eilend, 
schnell fahrend 1 (BV. 10, 92, 6) und andre. 
ävxQo-v ,Höhle, Grotte*. 

Od. 9, 216: xa<)7iaUfiu)Q 6' elg Svxqov a(pix6fA€&\ ovöi piv evdov ev- 
QO[j,ev. Od. 9, 236: dneacv^ied^ ig (iv%6v Svxqov. 

Die Etymologie ist noch nicht mit Sicherheit festgestellt Man kann 
schwanken, ob man -tqo als suffixales Element anzusehen hat, wie zum 
Beispiel in Uxxqo-v , Lager, Bett* (IL 22, 503), vlnxQo-v ,Waschwasse^ 
(Aesch. Brachst 225), oder nur -qo, wie zum Beispiel in x&yjqo-v ,Stachel* 
(IL 23,387; zu xtvoai ,stacheln, antreiben* IL 23, 337, aus *xiv%-oat\ a^i- 
tiqov ,Zugseil* (Hesych: a^nzQOv' xo xexapivov oxoivlo*, $ Ixqwvzo dvxi 
#vf*ov), &xqo-v »Spitze* (II. 14, 292). Fiek (3, 11) nimmt das Letztere an 
und hält das x für ebenso entstanden wie in avxvy- ^Rundung 4 (Seite 207): 
er stellt Svxqo-v unmittelbar zu lat ancra ,Thalniederung* (Paul, ex Fest : 
anträs [zu lesen ancräs] ,cmvalles, vel arborum intervalla 1 ) und. nhd. 
Anger, mit ihnen aber weiter zu dyxaiv ,Ellbogen* (Seite 202), also zur 
Verbalgrundform arik ,sich krümmen* (Seite 202), trifft damit aber schwer- 
lich das Rechte. 
ävtXo-q ,Schiffsbodenwasser, Meerwasser* ; Schöpfeimer*. 

Od. 12, 411: oiiXa xe ndvxa elg dvxkov xaxi%uvxo. Od. 15, 479: avxkqt 
<T hdou7tr]0£ (nämlich yvvrj) 7teoovoa. Alk. Brachst 18, 6: neq fiev ydq 
avxkog loxoniöav ixet. Pind. OL 9, 53: kiyovxt . . . Zr\vog xtyyaig dvd- 
7Cü)viv l^aifvag dvxkov kkelv. Pind. Pyth. 8, 12: xi&eig vßgiv iv avxty. 
Aesch. Sieben 796: jcokig . . . xkvdojvlov nokkaiat nktffalg dvxkov ovx 
löi^axo. Eur. Tro. 691 : 5 <J' dvxkov elqytav vaog. Eur. Hek. 1025: dkl- 
pevov xtg dg elg dvxkov 7veoiuv. Manetho 6, 424 : xoofirjxai xijttaßv dtxkoig 
vdatg qioQiovxeg. Hesych: avxkov 9 xddov. dvxkqxiJQiov. — Dazu dvxki- 
eiv (,mit dem Schiff sbodenwasser sich zu thun machen*«»), ausschöpfen*; Hdt 
6, 119: douooovxai ££ avxov XQonq) zoufide' dvxkiexai fuiv xrjkwvrjty 
(,Brunnenschwengel*), dvxl dh yavkov tjpiov doxov ol rtQOodidexai. vito- 
xuifßag dh rovvq> dvxkiei. Pind. Pyth. 3, 62: xdv d* %H7iQaxxov dvxkei 
pijxavav ,unternimm Ausführbares*; Aesch. Prom. 375: eyw dk xtjv naQov- 
aav avxkrjow xvxrjv (,bis zu Ende ertragen*); Aesch. Ch. 748: xa fikv ydg 
dkka tkrjfioviog ijvxkovv xcrxa. 

Bezzenberger (7, 76) erkannte die Zugehörigkeit zu lat sentina ,Schiffs- 
bodenwasser, in das Schiff eingedrungenes Wasser* (Oic Seneot 6, 17: 
cum . . . alii sentinam exhauriant). Anlautendes s schwand wie in dxeo 
,getrennt von, ausser, ohne* (Seite 89) und sonst, das innere Vooalver- 
bältniss ist das selbe wie zum Beispiel in %avddveiv ,fassen* (IL 23,742: 



Griechische Etymologie. • 209 

xävdavev) neben pre-Jiendere ,ergreif en' (Plant asin. 668 : prae-hende). Als 

: Suffix wird ko gelten dürfen, wie in xriko-g ,Widder* (IL 3, 196), oviko-g 

,Säule, Pfeiler' (Aesch. Ag. 897) , onlko-g ,Fleck' (Athen. 7, 297, C), oder 

mit dem Accent in fioxko-g ,lange Stange, Hebel' (Od. 5, 261) und sonst 

— Fick's (2, 6) Znsammenstellung mit altind. ud-dncanas ,Schöpfeimer' 
(RV. 5, 44, 13. Die zugehörige Verbalform begegnet RV. 5, 83, 8: mahähr 
tarn JcduQam üd acä ,den grossen Eimer ziehe empor') und ud-ankä-s 
,Schöpfgefäss' (Pan.) halte ich nicht für richtig, da die darin enthaltene 
Verbalgrundform anc (siehe Seite 202 unter ayxog- ,ThalO ausser in Ver- 
bindung mit den Präfixen üd ,empor* oder upa ,herzu' gar nicht schöpfen', 
sondern ,sieh krümmen' und causal ,krümmen, biegen' heisst Das latei- 
nische ancläre ,schöpfen' (Liv. Andr. trag. 30: flörem ancläbant IÄberi ex 
earchesiw; PauL ex Festo: ancläre Jiaurire' ä Oraeco avrkw descendit; 
das zusammengesetzte ex-ancldre nennt Quintil. 1, 6, 40 unter ganz ver- 
alteten Wörtern, ab ultimis et jam oblitterdtäs repefita temporxbits) wird 
dem Griechischen entlehnt sein und cl an der Stelle von tl enthalten, wie 
ich es schon früher (Gramm. 2, 356; 357) ausgesprochen und darnach auch 
für Bildungen wie poclum ,Becher* (Plaut Cure. 359) und ähnliche als 
wahrscheinlich bezeichnet 

ävrko-q ,Haufen ausgedroschenen Getraides, Garbenhaufen'. 

Addäos in Anthol. 6, 258: $q? akwog, lq>* $ nokvv MßQaaev (,er warf 
aus') avrkov K(rf&(av. Nik. ther. 114: rj orav avakiov &igeog pe&' akioia 
egya £ü)Oafievog &Qlva%i ßa&vv ÖiaxQlveai avrkov. — Hesych: avrkov 
. . . xal rbv aiüQOv rdv ÖQayfidrwv. 

Scheint von dem vorausgenannten avrko-g ,Schiffsbodenwasser' ganz 
verschieden, ist aber übrigens noch ganz dunkel. 
äyy aQo-q ^reitender Bote, wie sie bei den Persern in grösseren Abstanden 
von einander aufgestellt wurden, um einander abzulösen'. 

Aesch. Agam. 282 in übertragener Bedeutung: rpQvxrbg de g>gvxrbv öbvq 
an ayyagov nvgbg inepinev. — Hdt 8, 98 beschreibt die Einrichtung 
und fügt hinzu: rovro rb dgdfirjfia rwv Ynnwv xakiovoi IHqoai ayya- 
grjiov. Auch Xenophon (Kyr. 8, 6, 17 und 18) spricht davon, doch ohne 
den betreffenden Ausdruck anzuführen. 

Ohne Zweifel persischen Ursprungs. 
äyyeko-s ,Bote'. 

11.2,26: 7tQooe<paiv€€ ovkog oveigog ... Jißbg dt rot ayyekog elfa. 
IL 18, 167: Ilrjkeßlwvi nodrjvefiog äxißa Flgig ayyekog rjk&e &4ßovo' an 
'Okvfinov $wQrjoo€od-ai. 11.24,310: nifitpov d' oltavbv raxvv ayyekov. 

— Dazu ayyikketv ,Botschaft sagen, melden'; 11.8,409: wgro dh FlQig 
aßekkonog ayyekiovoa. IL 17, 701: *A%ikrißi xaxbv Hnog ayyeUovra. IL 
22, 438 : ov yag Fol %ig lrr\rv\iog ayyekog lk&tuv r^yyeik 9 orri §a ßoi 
reo a ig exro&t fitfAve nvkawv. 

Altind. angira-s (nom. pL dngiräs RV. 1, 83, 4) oder ängiras- (nom. pl. 
ängirasas RV. 1, 62, 2; 1, 71, 2), Name mythischer Wesen, die als Ver- 

Leo Meyer, Griechische Etymologie. 1* 



• > 



210 Griechische Etymologie. 

mittler zwischen Göttern und Menschen, als die, welche den Menschen die 
Gaben der Götter zutheilen, erscheinen. 

BöhÜingk und Roth (Wörterb. 1,55) geben die Zusammenstellung, sprechen 
auch die Möglichkeit eines Zusammenhangs mit dem oben genannten ay- 
yctQo-g ^reitender Bote* aus. Weiterer Zusammenhang aber ist noch nicht 
deutlich. Ob etwa Zugehörigkeit zu altind. dngarm ,Glied des Körpers* 
(BV. 1, 89, 8) denkbar? An griechischen Bildungen lassen sich aoyodeXo-g, 
eine lilienartige Pflanze, und weitere neben ihm (Seite 183) genannte ver- 
gleichen. Da dvd ,in die Höh, auf, an' (Seite 187) als Präfix vor folgenden 
Gonsonanten in der alten Sprache oft seinen Schlussvocal einbüsste, wie in 
ay-xklväg ,anlehnend' (IL 4, 113; Od. 22, 156), dy-xQepdoaoa aufhängend' 
(Od. 1, 440), dfj.-ßalreiv aufsteigen' (Od. 9, 1 78) und sonst, so mochte man 
früher (Benfey 1, 229) wohl die Vermuthung wagen, dass auch in ayye- 
ko-g jenes ava enthalten sei, sein Schlusstheil aber zu altind. gar- ,an- 
rufen, preisen' {tvä grnämi ,ich preise dich' BV. 7, 100, 5) gehöre: diese 
Erklärung trifft aber nicht die Bedeutung des Wortes. — Das verbale 
dyyikkeiv (Od. 13, 94) führt auf äyyeko-g zurück, ganz wie zum Beispiel 
vavrlkkeo&ai ,auf der See fahren' (Od. 14, 246) auf vavriko-g ,Seefahrer' 
(Aesch. Prom. 468) und andere Formen mit kk mehr (LM. Gramm. 2, 68). 
Äyyos--,Gefäss'. 

IL 2, 471 « 16, 643 : ove ve ykdyog ayyea devet. Od. 2, 289: orckiooov 
%* fjia xal ayyeoiv Sqoov artavTa. 

Gehört zu der grossen Anzahl ungeschlechtiger Wörter auf og, wie 
äyxog- ,Thal' (Seite 201). Weiterer etymologischer Zusammenhang aber 
ist nicht klar. Möglicher Weise trifft Bezzenbergers (4, 321) Hinweis auf 
das nasallose altind. aga-s ,Topf , Krug', das aber nur von einem alten 
Erklärer angeführt wird, das Richtige. 
dyyotiQio-v ,Wassermelone, Arbuse'. 

Simeon Sethos (ed. Langkavel), Seite 21 : ücqI dyyovQlwv. Td dyyov- 
qux, a nQlv xal aixva ikiyovxo^ \f)v%qd eioi aal vyQa xard ttjv öevxiqav 
drtoaraoiv. 

Dunkler Herkunft Man hat Zusammenhang mit ayyog- ,Gefäss' (siehe 
oben) vermuthet, da die hohle Schale ein Gefäss vorstelle. 

ävödveiv gefallen, angenehm sein' siehe unter äö- (Seite 133). 

Bvöriffo-v ,Erderhöhung, Gartenbeef, ,erhöhetes Ufer 4 , ,Graben'. 

Nur in der Mehrzahl belegt Theokr. 5, 93 : akk* oi av^ßkr/r* laxl 
xvvoüßarog ovo* dvefiaiva naq $6da , twv avdtjQa. Nik. ther. 576 : fidka 
d' av xal afiaQaxog eHrj xQcuofxrieig ngaaifj ze xal avörJQOtoi %kodt,uiv. 
— Opp. hal. 4, 319: &qcjoxovoiv (nämlich (trjxddeg) in* dvdr\qoiai &akdo- 
arjg. Lykophr. 629: avdrjQ* anityig %%vbolv datovfievat, wozu eine alte 
Erklärung lautet: rd %eikri %ov nozafiov pr} ffcovra nodag roig Xyysoi. 
Plut mor. 649, D: 8t av . . . bklyt\v kaßovreg d&Qovv kxxiwow, ujoueq iv 
avdrJQOig tioIv ov% bfiakolg. Plut mor. 650, 0: %6 oajfxa . . . TerpTjO&ai 
xa&dneQ avdrJQOig xal 6%€%olg. 



Griechische Etymologie. 211 

Dunklen Ursprungs. Darf man Bildungen wie buXiiqo-v ,Zügel' (IL 23, 
481) oder opriQo-v ,Geissel' (Polyb. 3, 52, 5; früher begegnet opriQo-g, wie 
Hdt 6, 99) zunächst vergleichen? Oder ist dv- etwa verkürzt aus dvd 
,in die Höh, auf, an 1 (Seite 187), wie in av-dvercu ,er entzieht sich' (II. 
13,225), dy-xXivüg ,anlehnend' (Seite 210) oder sonst? 

dvdQdjzodo'V, homerisch avdQdjrod* (Nom. dvdgdnog?) ,in Knechtschaft 
Befindlicher, Sclav'. 

Bei Homer nur H. 7, 475: bv&* aga FoivLtpvxo xdqr\ xopowvreg *A%ai- 
foi 7 aXXoi fikv %ahujj . . . aXXoi d' avdQcmodeaoi. — Thuk. 8, 28 : xo tb 
ndXio\ia TiooaqtiQvei naqa66v%Bg xal za dvdQartoda rtdvra, xal dovXa 
xal IXbv&bqo. Xen. Anab. 4, 1, 12: eöo^e . . . oaa rjv vewarl alxfidXwra 
avÖQaTtoda iv rrj orgariq: ndv%a dcpelvai. 

Als erste Bedeutung ergiebt sich mit grosser Wahrscheinlichkeit ,von 
einem Manne gefesselt*. Der erste Theil der Zusammensetzung ist dvig- 
,Mann' (Seite 195); das innere a entwickelt wie in xvvd-(xvia JBtundsfliege' 
(IL 21, 394), Ttodd-vintQov , Waschwasser für die Füsse' (Od. 19, 343) und 
sonst Der Schlusstheil aber schliesst sich an nidrj ,Fessel' (IL 13, 36), 
ifi-nodl&iv ,hemmen, fesseln' (Hdt 4, 60: ro juhv Iqtjiov av%6 k(MBizo- 
diofiivov rovg i^inQoa&tovg nodag bottjxb), lat com-ped- ,Fessel' (Varro 
bei Non. Seite 28 : aerdtäs manüs conpedes cönor revellere), nhd. Fessel, 
altind. päd- ,zu Fall gerathen, fallen, niedersinken' (RV. 4, 13,5: dva 
padjatai ,er fällt herab'; causal päddjati ,er bringt zu Fall'; RV. 2, 11, 10: 
rti . . . dpädajat ,er schlug nieder'). Aus dem homerischen avÖQanodeaai 
(II. 7, 475) ergiebt sich möglicher Weise eine Grundform dvdqa-nodBg-y 
eher aber wohl ein kurzes dvöadnod-: unmittelbarer Vergleich mit wxv- 
nod-eooiv ,schnellfüssigen' (II. 2, 383 ; 23, 504) und siXinod-BOoiv ,schlepp- 
füssigen' (IL 6, 424 ; 1 6, 488) aber bleibt dabei doch ausgeschlossen, da 
jenes avÖQa-nod- nicht ,mannfüssig' heissen kann. 

dvöqdxvri, auch ävöqayyo-q ,der gemeine Portulak', ein beliebtes 
Suppenkraut 

Theophr. h. pl. 3, 16, 5: naqo^ioiov öi ro q>vXXov xal y avd$c%vri %%bi 
%(fß xofiUQtp. Theophr. c. pl. 4, 3, 2 : %d dk vyQa xal xpvxQa, xct&dnBQ 6 
alxvog xal f] dvÖQaxrrj* — Paus. 9, 28 : ol vijg avÖQa%vov d-dpivoi na(>£- 
Xovrai %6v nay%a%ov xaQrtov b^bl rjdiorov. 

Dunklen Ursprungs. Die Nebenform cdodxvri wurde schon früher 
(Seite 142) aufgeführt 
ävdQd<pa$-iq ,Zuckermelde, Gartenmelde, Burkhardskraut'. 

Hippokr. 1, 687: dvdqdyalzig vyqov, ov pivroi diaxwqiBi. Theophr. c. 
pl. 7, 1, 3 : gtvbIqovoi xal 7tijyvvovai . . . dvdqcya&v. 

Nebenform zu ddqdcpa&g (Seite 142) und cvqd(pa%t,g (Seite 98) und mit 
ihnen dunkler Herkunft 

ävöQidvr- (dvdqiag) ,Bildsäule'. 

Pind. Pyth. 5, 41 : dp(p' dvöqidvti oxböoy, Kqrjzeg ov rol;oq)6qoi tiyBl 

14* 



212 Griechische Etymologie. 

üaQvaolffi xd&eaoav, %ov [lovodoonov (pvzov. Pind. Brachst. 282 : ixatov- 
%6$yviov dvÖQidvza. 

Unmittelbare Herleitung von aVl?-,Mann' (Seite 195) liegt auf der Hand; 
im Uebrigen aber steht die Bildung im Griechischen ganz vereinzelt 
und ist noch nicht hinreichend aufgeklärt Ob altindische Bildungen wie 
ijant- ,so beschaffen, so gross' (KV. 6, 23, 4) und kijant- ,wie beschaffen, 
wie gross, wie viel' (UV. 4, 5, 6) verglichen werden dürfen? 
äyx-eiv zusammenpressen, zuschnüren', ,erdrosseln', ,beängstigen'. 

IL 3, 371: ayx e <?£ [uv noXvneoTog ifxag drtalrjv vno deiQrjv, dg Fol 
V7t y ivd-eoeävog ox^vg Tivaro TQvqxxkelrjg. Od. 19,230: o ftiv (nämlich 
xvwv) Xdße veßoov drt-ayxwv (vorher heisst es: iv nqoxiqovoi nodeoot 
xvcüv exe noixlXov illov, aonaLoorta XdFwv). Find. Nem. 1, 46: diooaiai 
doiovg av%&v(av (idoxpaig dqyvxxoig x e Q<*w ^<*fc ocpiag' dyxo/uevoig dh xQovog 
tpvxag arcirtvevoev iiekiiav dqxxrcjv. Ar. Wespen 1039: %oig nvoexoiocv, 
ol vovg itcctiootg t 3 rjyx ov yvxrco^ xal vovg itdmtovg arteftviyov. — Ar. 
Bitter 775: x^fiara nteto*' ditldet£a kv vqi xoiv(j>, vovg fthv ovoeßhjjv, 
vovg d* ccyx* *} rov S ^h fievaivtav. 

Lat angere ,zuschnüren, würgen'; ,ängstigen'; Verg. Aen. 8, 260: AUä- 
des . . . corripit in nödum conplexus et angit inhaerens elisös oculos et 
siccum sangvine guttivr; Caecil. com. 35: animum . . . adventus angit 
— Dazu: angor ,das Zusammenpressen', ,Angsf ; Plin. 8, 100: occwpat 
illico fauds eärum angor] Cic. Tusc. 4, 8: es£ ... angor aegritüdo pre- 
mens; — angustus ,eng'; Hör. epist 1, 7, 29: per angustam tenuis niti- 
dula rimam repserat 

Altir. agathar ,er fürchtet' (Zeuss 438). — Dazu cum-ang ,eng* (Zeuss 
172). — 

Goth. un-agands ,sich nicht fürchtend' (Phil. 1, 14), Perfect ög ,ich fürchte' 
(Luk. 18, 4), us-agjan ,in Angst versetzen' (Mark. 9, 6), agis ,Angst, Furchf 
(Luk. 1, 12); — aggvu-8 ,eng' (Matth. 7, 13 und 14). — Nhd. Angst, eng. 

Iit anJcszta-s ,eng'. 

Altbulg. qziti ,beengen'; — qza ,Band, Fessel', qzühü jeng*. 

Armen, andzuk (antsuh) ,enge' (Hübschm. arm. St 19). 

Altind. dnhas- ,Angst> Bedrängniss' (RV. 1, 42, 1 ; 1, 63, 7), anhati- ,Angst, 
Bedrängniss' (RV. 1, 94, 2), anhü- JEnge, Drangsal' (RV. 1, 107, 1). 

Von dem sehr wahrscheinlich näheren Zusammenhang mit dem nasal- 
losen ax-ead-ai und c'x-vva9ai ,betrübt sein' (Seite 146) war schon oben 
die Bede. 
dyxövy] ,das Erdrosseln, Erhenken'; dann auch für ,Angsf. 

Aesch. Eum. 746: vvv dyxovr\g fiot viopav', fj (pdog ßlArtstv. Eur. 
Hei. 200 : Ai\&a ö ' h dyxovcug -d-dvavov slaßev. — Aeschin. 2, 39 : vovvo 
de t\v aga dyxow] xal Xvtztj vovvo. 

Lat angina (,Beengung' =) ,Halsbräune'; Plaut Trin. 540: suis mo- 
riv/ntur angindd aeerrwmd; Lucil. sat 731 (Baehr.): insperätS abiit, qvem 
und angina sustulit horä. 



Griechische Etymologie. 213 

Altbulg. qzina ,Enge, Bedrängnisse 

Altbaktr. aghana- ,Beengung, Strick'. 

Gehört zu dem ebengenannten ayx-eiv ^zusammenpressen, zuschnüren 
erdrosseln'. Aehnliche Bildungen auf ovrj aber wurden bereits unter dxovrj 
,Wetzstein' (Seite 37) genannt 

Äyx* pah 1 * 

11.5,185: dkld xtg ayxi %axrpi* d&avdrwv. 11.10,161: ijaxai ayxi 
veFüv. IL 11, 362: rj xi xoi ayxi rjkd'e xaxov. — Dazu Compar. aaaov 
(aus *ayxjov) ,näher'; IL 1, 335: aaaov IVe. IL 22, 4: xefyeog aaaov Xaav. 
— Superl. ayxio%o-v. IL 2, 58: Niaxogi dltp Feldog xe fiiye&og xe 
tpvrjv x y ayxiaxa Feßotxei. — Nominalstamm dy%6- ,nah' in dy%6&i (IL 
23,762: dyxo&i d' lax** axrj&eog) und dyxov (11.4,92: dyxov <T loxa- 
ftivrj, wo aber Nauck auch dy%6$L liest); — dyxe- päh* nur in ayxi- 
-lAa%o-g ,in der Nähe kämpfend' (II. 13, 5). — 

Aehnlich gebildete Adverbia sind wohl Sqxi ,gerade, eben, vor Kurzem' 
(Pind. Pyth. 4, 158), tjqi ,früh' (IL 9, 360), niQvat ,vor einem Jahre' (Ar. 
Ach. 378), weiter aber, doch mit anderer Betonung dvxl ,gegen', anstatt, 
für* (Seite 205) und die neben ihm genannten, höchst wahrscheinlich lauter 
alte Locativf ormen. Eigentümlich zur Seite steht dy%e-, das sich unmittel- 
bar vergleicht mit xrjke ,fern' (IL 8, 14; daneben xrjko&i ,fern' IL 1, 30 und 
xTjkov ,fern' II. 5, 479): möglicherweise wurde das oben genannte dy%i- 
-paxog ,in der Nähe kämpfend' nur dem geläufigen Eigennamen Trjte-paxoS 
(IL 2, 260 und sehr oft in der Odyssee; als adjectivisches xrjk4~fiaxo-g ,in 
der Ferne kämpfend' erst bei Lukian Lexiphan. 12: xo^oxig yctQ xal txrj- 
ßokog aal xrjXi^axog tj "^QXBfxig) nachgebildet — Als zu Grunde liegende 
Verbalform ist ayx-eiv zusammenpressen, zuschnüren' (Seite 212) nicht zu 
verkennen, die Entwicklung der Bedeutung ,nahe' aus dieser Grundlage 
aber scheint sich auf daß Griechische zu beschränken. 
äyxavQoq ,dem der Morgen nah ist, dem Morgen nah'. 

Nur Apoll. Hhod. 4, 110: tjfiog <T dvtyeg vnvov an' 3(p&aX/uiüv ißdkovxo 
dygoxai, oixe xvveaai Tienoid-oxeg ovnoxe vvxxa ayxavQov xvwaaovaiv, 
dfevdfjtevoi q>dog yovg. 

Zusammengesetzt aus ayxi ,nah' (siehe oben) und einem substantivischen 
*cxvqo- ,Morgen', das die nächste Grundlage zu dem durch suffixales io 
abgeleiteten ovqio-v ,morgen' (IL 18, 269; — IL 8, 538: ig ovqiov) gebildet 
haben muss, sich als selbstständiges Wort aber nirgend mehr findet Ver- 
gleichbare Zusammensetzungen mit ayxi ,nah' als erstem Theile begegnen 
auch sonst, wie dyxl-akog ,dem Meere (ak- IL 1, 141 und sonst oft) nah' 
(IL 2,640; 697). Weiterhin aber lässt sich das gothische andanahtja- 
,Abend' (Matth. 8, 16; Mk. 4, 35) sehr wohl vergleichen, das aus andar 
,entgegen, an' (nur in Zusammensetzungen begegnend, wie zum Beispiel 
noch anda-vleizn Angesicht' Matth. 26, 67) und naht-s ,Nacht' (Mk. 4, 27) 
gebildet wurde. 
äy^ovöa ,Ochsenzunge', eine Pflanze aus der Schminke bereitet wurde. 



214 Griechische Etymologie. 

Ar. Lys. 48: %a XQOxonidia xal rd juvqo %al TteQißagideg XWX ovoa (&&& 
xal tj ayxovaa) xal xd diaqxxvfj %ixwvux. Ar. EkkL 929 : ijyxovoa (aus i\ 
ayxovaa) fxalkov xal to adv tpipv&iov. Ar. Thesm. bei Pollax 7, 95 zahlt 
unter weiblichen Putzmitteln auf: ayxovoav, oXb&qov xbv ßa&vv, xpi/nv- 
&iov. Hippokr. 3, 322 : deveiv äk 6it%r\y xal ayxovoav (iloyeiv. — Dioskor. 
4, 23 — 25 bespricht drei Arten. — Dialektische Nebenform : eyxovoa (Xen. 
Oek. 10, 2 und 7). 

Scheint die weibliche Form eines präsentischen Particips, als die sie zu 
ayx-ety zusammenpressen, zuschnüren 1 (Seite 212) gehören könnte; aber 
die Nebenform %yxovoa erregt bei dieser Zusammenstellung Bedenken. Be- 
züglich der Bedeutung würde Dioskorides' (4, 23) Angabe eorc de tj §lta 
OTV7iTixrj zu beachten sein. 
dvö-egeibv- ,Kinn'. 

11. 1, 501: de&zeQrj d* aQ* vn' dv&egewvog ilovoa Xiooopivr] rtQooiFeiTie 
JLFa. II. 3, 372 : Ifiag . . . 8g Fol in* dv&eQewvog dxevg i&zaxo TQvqxxXeirjg. 

Vergleichbare Bildungen wie ^oAxcaiv- ,Ort wo sich das Erz (xaixog 
IL 1, 236) befindet, Schmiede', (Od. 8, 273), xevetiv- ,Eörperstelle wo das 
Leere (xeveo- IL 2, 298) ist, Weichen, Unterleibsseite' (IL 5, 284), /uvalr- 
(aus *fiv€tiv) ,Muskelknoten 4 (IL 16, 315 und 324; zu pvg ,Muskel' Theokr. 
22, 48), drÖQeüjy- yMännerzimmer* (Hdt 3, 77 ; zu aviff- ,Mann ( , Seite 195), 
7t€QLOT€Q€olv- »Taubenschlag* (Plato Theaet 198,B; zu neQiozeQa ,Taube, 
Ar. Lys. 755) und andre ähnliche drängen die Vermuthung auf, dass dv- 
&€Q€(jiv- ursprünglich die ,Bartstelle' bezeichnete, also etwa ein ihm zu 
Grunde liegendes altes *av&eQo- den ,Bartf. Letzteres aber könnte unmittel- 
bar zu av&iQix- ,Halmspitze, Halm* (siehe sogleich) gehören und mit ihm 
zu dvd^ieiv ,hervorspriessen', wie es zum Beispiel auch Od. 11,321 {tcqIv 
ocpwcv V7c6 xQord(poioiv iovXovg dv&rjoai rcvxdoai %e yivvg Ivav&it hd%vrj) 
vom Barthaar gebraucht ist 
dv&fyix- (dv&iQii?) jHalmspitze, Halm*. 

IL 20, 227 : axQOv in ccv&€qUwv xaQnbv &ifov oväk xatixkwv. Hes. 
Brachst 221: Sxqov l/r' dv&BQLxuiv xagrcov &4ev ovdk xaxexka, akV hn\ 
7tvQa[*lv(ov dd-iQUiv ÖQOfjLaaaxe nodeooi. Hdt 4, 190: olxTjgjtaia ök oip- 
Tcrjxza l£ dv&eQlxwv hveiQixivwv 7zbqI axolvovg io%L 

Ganz entsprechende Bildungen scheinen nicht zu begegnen. Der suffixale 
Charakter ebensowohl des x (zum Beispiel wie in x olVL * m ,Getraldemaass 
Od. 19, 28; wohl aus vollerem xo-) als des q ist unverkennbar. Zu Grunde' 
aber liegt ävd-eeiv ,hervorspriessen' (siehe Seite 215), an das weiterhin auch 
das nasallose d&iQ- , Aehrenspitze , Hachel', überhaupt ,Spitze* (Seite 162) 
sich anschliessen wird. 
dv&iqcxo-q ,Halm, Stengel', insbesondere ,blüthentragender Asphodelosstengel'; 
,Zaunlilie'. 

Hippokr. 1, 319: xqlvuv del, diafiaodo&ai diäovra iq> y ixariQtjy vrjv 
ouqyova dv&iQixov tj vaQxhjxa. Hellanikos bei Athen. 11, 462, B: oxi ol- 
xlag %x ovaty £§ dv&egixov nenotripiivag fuxqdg. Diosk. 2, 199: doqtodekog 



Griechische Etymologie. 215 

qtvzbv zotg nkelozoig yvwQipov, <pvXXa %%wv ftQaofß fieyaXq) o/uoia, xav- 
Xov äk Xelov, %%ovza In y oxqov av&og, xaXovpevov av&iQixov. — Theophr. 
Pflanz. 1, 4, 3: ra di xal %üv ofxoXoyovfxiviog x e Q oa ^ wv neqtvxoza note 
kv Tfj &aXdzTrj ßiovv } (poLvtxa, axlXXav, ävd-iQixov. 7, 13, 3: xal yaQ 6 
av&iQixog edwdifiog OTa&evopevog. 

Wird im Grunde mit der vorausgehenden Form das selbe sein. 
äv&o-q, Name eines Vogels. 

Arist hist an. 8, 41: avd-og' ovrog ro fziyedog oaov oni£a. 9, 18: olxel 
<F 6 avd-og Ttaqa no%afxbv xal %Xrj. %Qoav ö > e%et xaXfjv xal evßlorog. 

Etymologisch schwer zu bestimmen. Ob zusammenhängend mit avd-og- ? 
äv&og- ,Pflanzenspitze, Blume, Blfithe ( (oft bildlich gebraucht). 

Od. 9, 449 : XQih ninov . . . vifxeat t4q€v 3 av&ea nol-qg. IL 2, 89 : ßo- 
tqvÖov dl nirovrai in av&eoi ßeiaQivoiotv. IL 13, 484: xal 6* £%€t 
tjßijg avöog, o %e xQazog iotl ftiyiozov. — Dazu avd-ieiv ,hervor- 
spriessen', ,blühen' (oft bildlich); Od. 11, 320: 7cqIv ogxoiv inb xQoräyoi- 
otv lovXovg av&rjoai nvxdaai ze yivvg Ivav&ii Xdxvjj* ^es. Werke 582 : 
rjfiog dk oxoXvpog z 3 avdel. Hes. Werke 227 : zoioi zidrjXe rzoXig, Xaol 
<T av&evaiv iv avzfj. 

Alban. ende ,Blüthenkelch' (6. Meyer bei Bezzenb. 8, 188). 

Altind. dndhas- ,Krauf ; RV. 1, 28, 7: hart iva dndhänsi bäpsatä gleich- 
wie zwei Kräuter fressende falbe Bosse*. 

Eine der sehr zahlreichen ungeschlechtigen Bildungen auf og, wie axog 
^Heilmittel 4 (Seite 35) und andre. Das abgeleitete dv&ieiv liegt neben 
ihr, wie zum Beispiel dagoieiv ,Muth fassen* (IL 1, 92: ddQorjoe) neben 
d-agoog- ,Muth' (IL 5, 2) und anderes ähnlich (LM. Gramm. 2, 27). 
&v{hid6v- (av&r]du>v), eine Art Biene. 

Ael. nat an. 15, 1: ovo' av eXnoi zig zaig xaXovixivaig dvdrjdooi trjv 
HOQ<prjv elxozwg av avzixQlveodai zovzo zb £<£ov (von einer Mückenart 
ist die Bede) ovdk zalg peXlzzaig avzalg . . . . to de piyedog iinoig av 
avxhjöova. 

Gebildet wie xXefrjddv- Vorbedeutung' (Od. 18, 117; 20, 120), xXrjßrjdov- 
»Gerücht, Kunde* (Od. 4, 317), ax&riööv- ,Lastf (Aesch. Prom. 26), aXyrjöov- 
^Schmerzgefühl' (Soph. Oed. Eol.514; %at^dov- ,Freude* Ar. Ach. 4 ist 
dem wohl nur im Scherz nachgebildet) und andere ähnliche Formen 
(LM. Gramm. 2, 366). Vermuthete Zugehörigkeit zu avdieiv ,blühen' (siehe 
oben) ist formell sehr wohl möglich, aber doch ganz unsicher. 
dv&(ä-q, ein Fisch. 

Athen. 7, 282, A bis E handelt von ihm, führt dabei (282, B) aus Ana- 
nios an: eaQi ftkv XQopiog aQiazog, dvdlag dk get/uu?*. Arist h. an. 6, 101 : 
zixzet dk xal 6 avXwnlag, ov xaXoval ztveg dvdlav. 9, 135: cnov <T av 
dvdlag oQadfj, ovx iazi drjQlov. 

Gehört möglicherweise zu avd-og ,Blume' (siehe oben). Bezüglich der 
Bildung sind zu vergleichen xoXla-g } eine Makrelenart (Ar. Brachst 414 
bei Eock; Arist h. an. 5, 32; 8, 89), %uplä-g ,Sch wertfisch' (Epicharm. bei 



216 Griechische Etymologie. 

Athen. 7, 282, B), avXutniä-g, ein Fisch (Arist h. a. 6, 101), axavd-la-g, ein 
stachlicher Hai (Arist. h. an. 6, 56), TQi%iä-g ,ein Fisch (Arist h. an. 5, 32), 
doT€Qiä-g, ein gefleckter Hai (Arist. h. an. 5, 34). 
dv&vXXlö- (dv&vXXlg) } eine Windenaxt ,kretisches Herzkraut oder Salz- 
blume'. 

Diosk. 3, 143 nennt zwei Arten: av&vXXlg divtrj iarr fj ph yaQ 
q>ax(p naQanXrioia cpvXXa Iget, xal xXwvla a7tt&a(xrjg vipog, ÖQ&d öi. m . 

Ohne Zweifel zn avd-og- ,Blume' (Seite 215) gehörig. Gebildet wie xs- 
TQameQvXXid-, ein unbekanntes wahrscheinlich vierfüssiges Thier (Ar. 
Ach. 871), dxov&vXXid- ,Beutelmeise' (Arist h. an. 8, 44), yri&vXXld- ,Porree- 
zwiebel, Lauch' (Nik. AI. 431). 
äv&Qax- (av&Qag) ,Kohle'. 

Thuk. 4, 100: ij di itvoi] lovaa ateyavuig ig %bv XijiijTa, \%ovxa av- 
&Qaxdg T€ finiiivovg xal &£iov xal niooav. Ar. Ach. 34 : öfjfiov . . og 
ovdendno** slnev ,av&Qaxag 7tqUo L . — Dazu av&Qaxirj , Kohlenhaufen'; 
H. 9, 213: atkciQ inel xa%d uvq ixdßrj xal q>X6% ifiagdv&ij, av&Qaxirjv 
oxoQiaag oßeXovg &q>V7t€Q&€ vdvvooev. 

Scheint ebenso wie zum Beispiel XdßQax- ,Seebarsch' (Ar. Ritter 361 ; 
Arist h. an. 1, 26; zu XdpQo-g ,heftig, ungestüm', ,gefrässig' IL 2, 148; 
Pind. Pyth. 4, 244) ein suffixales x in Verbindung mit altem suffixalem 
qo zu enthalten, ist übrigens noch etymologisch dunkel. — Das weibliche 
dv&gaxirj wurde gebildet wie 07codirj ,Aschenhaufen' (Od. 5, 488), dxvQntrj 
,Spreuhaufen' (II. 5, 502; zu einem muthmaasslichen *dxvQfio- ,Spreu', 
Seite 150), <pv%aXvf\ ,Baumpflanzung' (II. 6, 195; zu einem muthmaasslichen 
*<pvraXo- ,6ewächs , Baum') , veooaii] ,Nest mit Jungen' (Hdt 3, 1 1 1 ; zu 
veoooo-g ,Thierjunges' IL 2, 311). Fick l 4 , 562 vergleicht ahd. sintar 
,Metallschlacke', nhd. Sinter] ob mit Recht? 
äv&Qrprif eine Wespenart. 

Ar. Wolken 947: %b jcqooujtzov äicav xal zdqt&aXtitJ xev%ovfJtevog üarceQ 
vn dv&Qtjvdiv vnb rwv yvwpüiv anoXeltai. 

Scheint gebildet wie dnrjvr] ,Lastwagen, Gespann' (Seite 70) und ähn- 
liche Formen, ist aber sonst nicht verständlich. Das Nebeneinanderliegen 
von av^ijyij und dv&Qrjdov- ,Waldbiene' (Diod. Sic. 17, 75) einerseits und 
andererseits von Tev&Qrjvij, ein bienenähnliches Thier (Nik. aL 547), und 
rev&Qrjdov-, eine Wespenart (Arist h. an. 9, 164), hat zu der kühnen Ver- 
muthung (Benfey 2, 264) geführt, dass alle diese vier Wörter alte Redupli- 
caüonsformen der selben Grundlage, und zwar der Verbalgrundform &q4- 
-opai ,ich lasse ertönen' (Aesch. Sieben 78 ; Agam. 1166; Schutzfl. 111) 
seien, wobei dv&Q^vtj (aus rav-&Qrjvq?) nebst av&Qrjdov- eine ähnliche 
Verstümmlung wie zum Beispiel lyeiQsiv ,erwecken' (IL 5, 517; aus *yeysl- 
Qeiv) neben altind. gä-gar- ,wachen' (RV. 1, 21, 6: gdgrtam ,wachef) er- 
litten habe. 
av&QO)jzo-$ ,Mensch'. 

U eberall häufig. IL 1, 548: ov xig erteita ovre &€wv TiQoieQog tbv 



Griechische Etymologie. 217 

feineren ov%* dv&Qtonwv. IL 16,263: %ovg d* ei 7teQ naqd tlg %e xttjv 
uv&QMtog odirrjg xivrjot] aßixutv. 

Bedeutet nach einer schon älteren sehr wahrscheinlichen Vermuthung 
zuerst ,der eines Mannes (dvig- Seite 195) Gesicht (tiVr-, IL 3, 158; 9,373) 
hat', wie zum Beispiel auch unser Mensch nach dem Mann benannt 
wurde. Auffällig bleibt dabei nur, dass statt des inneren ö von Casus- 
formen wie avÖQog ,des Mannes' (11.3,62; 140) und von Zusammen- 
setzungen wie avd<>o-<p6vog ,männermordend' (IL 4, 441) oder avö(>6'7caiö- 
,der ein männliches Kind ist* (Aesch. Sieben 533 : dvÖQo-7caig dvrjQ) hier 
das # als eingeschobener Dental erscheint Uebte etwa das q aspiriren- 
den Einfluss, wie zum Beispiel in Bildungen wie ßd&Qov ,Grundlage, 
,FussgestelT (Aesch. Pers. 812) neben solchen wie nitQov, Maass' (IL 11, 225), 
warum machte sich dieser Einfluss dann aber nicht bemerklich in jenen 
zahlreichen Formen mit innerem <J? Jenes an- ,Gesicht', das Homer 
sonst nur in den Wendungen elg tona ßidio&ai ,ins Gesicht sehen' (IL 9, 
373; Od. 22, 405; 23, 107; IL 15, 147) und elg wrca HFoixev ,er gleicht 
ins Gesicht*, d.i. ,sieht ebenso aus' (IL 3, 158; Od. 1, 411) hat, begegnet 
als Schlusstheil von Zusammensetzungen sehr häufig, so in: xw-ioua 
(Vocativ), ,der die Augen oder das Gesicht eines Hundes hat' (IL 1, 225 : 
xvvog ofifA/uaT' ^ü>y), ßoß-wtid- ,kuhäugig' (IL 1, 551; 3, 144), yXavx-wud- 
,eulenäugig' (11.1,206; zu ykatx- ,Eule' Ar. Vögel 301; 1106), kv-w7uö- 
schönäugig* (Od. 6, 113; 142), oxv&Q-wco-g ,mürrisch aussehend' (Aesch. 
Ch. 738), &QQev-u)7t6-g ,männlich aussehend, männlich' (Plat Gesetze 7, 
802, E; Ael. h. an. 2, 11), ngog-umo-v ,Angesichf (IL 18, 414) und sonst 
— Fick l 4 , 514 (nach Bezzenberger) glaubt an Entstehung aus *(jlv&qlj- 
7c o-g und hält tschechisches mudraJc ,ein Verständiger' für das selbe Wort ; 
schwerlich mit Recht 
äv&Qvoxo-v ,Kerbel', ein beliebtes Suppenkraut 

Eratin. (bei Athen. 15, 685, C): Ttavxoioig ye pfjv xeyahrjv av^ifiotg 
Iq47cto[acci, keigloig, Qodoig .... uv&qvoxov cpoßrj . . . Pherekr. (bei 
Athen. 15, 685, B): 7carovvteg ... xdv&gvoxov fiakaxwv %' 1W leifta/M 
xai iQiyvXkov. — Pollux 6, 106 bietet die Form dv&Qioxog, mit der 
die Form anthriswm bei Plinius (21, 89 und 22, 81) übereinstimmt, Hesych 
führt an: %v&qvoxov' kaxavov, xaQtp opoiov' (figei di xai av&og, üaxe 
elveu xai ßQtazbv xai OTeqtavtoTov. 

Erinnert seiner Bildung nach an Verkleinerungsformen wie ßokßioxo-g 
,Zwiebelchen' (Philodem in Anthol. 11, 35; zu ßoXßo-g ,Zwiebel' Ar. Wolken 
188), naidloxo-g ,Knäbchen' (Xen. Hell. 5, 4, 32) oder auch xoqlaxio-v 
,Mädchen' (Pollux 2, 1 7), die im innern Vocal aber nur mit der von Pollux 
angeführten Form übereinstimmen, das q wird auch suffixal sein. So 
wäre etwa Zusammenhang denkbar mit av&og- ,Pflanzenspitze, Blume' 
(Seite 215). 
dpa, Adverb und Präposition ,zusammen, zugleich', ,mif. 

IL 4, 495 : xai %6%e öij TtQog "Oh)(ji7tov toav &eol alFev kovveg ndvxeg 



218 Griechische Etymologie. 

afia. IL 3, 109: Sfia tcqooow xal onloocu Xevooei. IL 1, 348: fj d' dFi- 
xova Sfia roiai yvvi] xlev. — Dazu dorisches dfxd ^zusammen, zugleich'; 
Pind. Nem. 7, 78 : Molad %oi xoXXq %Qvabv %v %e Xevxov IXiqfavd-* dfiä 
xal XsIqiov av&efiov. Pind. Pyth. 3, 36: xal yeirovwv rcoXXol i7iavQov, 
dpa ö*' Uq>&aQ€V. 

Das dorische dfid wird wohl als die altertümlichere Form gelten 
dürfen. Sie trägt in ihrem gedehnten ä unverkennbar das Gepräge eines 
alten Instrumentals. Ein solcher wird aber auch in Sfia vorliegen, das 
mit avra ,entgegen, gegenüber* (Seite 203) und ähnlichen Adverbialbildungen 
zusammen gestellt werden kann. Zu Grunde liegt der Pronominalstamm 
altind. samä- ,der selbe, der gleiche' (BY. 10, 117, 9), altostpers. hama- der- 
selbe, der gleiche, der ganze', gr. bfio-g ,der selbe' (IL 8, 291 : r\ xiv %oi 
ülioy Ityog eioavaßalvoi), altir. som und sem ,selbsf (Zeuss Gr. 326), goth. 
sama ,der selbe' (Matth. 5, 46: thata samö taujand) nebst samana zu- 
sammen, zugleich' (Mk. 12, 28; Thess. 1, 5, 10), altbulg. samo ,selbsf, an 
den sich auch anschliessen osk. samt ,zusammen', lal simul ,zugleich' 
(Att trag. 281) und simitü ,zugleich' (Att trag. 79; Pompon. com. 100) und 
nhd. sammt und zusammen. 
älid-eö&ai ^zusammen nehmen, sammeln'. 

Od. 9, 247: avtlxa d* r\fiiGv fikv ögitpag Xevxoio ydXaxxog nXexxoio* 
iv xaXdqoiaiv dfirjodfievog xaxi-9-rjxev. IL 24, 165: xtjv (nämlich xotzqov) 
$a xvXivdoftevog xax-afiyoaxo %eqalv ißyaiv. Od. 5, 482: aqxxQ <T evvtjv 
in-afirjoaxo %gqgI qiiXjjoiv. Hes. Werke 775 : ivdexdxrj xe dvwdexdxrj x \ 
afiq>u* ye fikv ia&Xal . . . kxxpQOva xaqrcbv äfiäo&ai. Hes. Werke. 778 : 
ijfiaxog ix nXelov, oxe t idgig awgdv dfiaxai. Hes. theog. 590: oi dh 
(nämlich xrjq>ijv€g) . . . dXXoxQiov xdfiaxov aq>exiQtjv ig yaaxig ' d/uwvxai. 

Lat emere ,kaufen', ursprünglich ,nebmen' (Enn. heduphag. 6 : Surrenti 
face emäs helopem, glaucum cape Cümte), nebst demere (aus de-emere) 
,wegnehmen' (12. Taf. 6, 8: donec dempta ertmt), sümere (aus sus-emere) 
,nehmen' (Enn. heduphag. 4: hunc magwus sü erit tibi süme) und andere 
Zusammensetzungen. — Umbr. emantur ,sie werden gekauft 4 (Buch. 
Seite 31). 

Altir. ar-fo-imam ,wir empfangen' (Zeuss 883). 

Iit imü ,ich nehme', vmti ,nehmen'. 

Altbulg. imq ,ich nehme, ich ergreife', j?ti ,nehmen, ergreifen'. 

Weißt als abgeleitetes Verbum, ganz wie zum Beispiel firjxavdea&ac 
verfertigen' (IL 8, 177) auf das weiblichgeschlechtige firixavi) ^Vorrichtung, 
Werkzeug' (Aesch. Sieben. 131) und anderes ähnlich, zunächst auf ein 
weibliches *Sfirj (,das Nehmen'?), das von dem später noch zu nennenden 
afiij ,Hacke, Harke' (Ar. Friede 426: talg afiaig . . . xovg Xl&ovg aqtihtexe. 
Xen. Kyr. 6, 2, 34 : e%€iv äk XQV xal Sfirjv) nicht verschieden sein wird. 
aiidsiv ,schneiden, mähen, ernten'. 

IL 18, 551 : Mv&a d' igi&oi ijfiaov o&lag dgendvag iv %bqö\v e%ov%eg. 
Od. 9, 135: fidXa xev ßafri Xrjßiov alFel elg ägag afiqiev. 11.24,451: 



Griechische Etymologie. 219 

xa&vneQ&ev %Qe\pav Xa%vriFeYC* oQoepov Xec/najvod'ev afzrjoarteg. Od. 21, 
301 : oltc ovara vrjkii xctfauji $ivdg %' d/drjoavreg. IL 18, 34 : didßie yaQ 
prj kaipov dn-aiiriosie (geläufigere Lesart: dnoTfirj^sie) oidrJQtß. IL 3, 
359 = 7, 253 : avrixgv dh naQCtl Xandqr^ di-dfirjae (hier ist die Kürze 
des inneren a auffällig und beruht wohl auf einem Irrthum) xtrawa ey%o<;. 
Hes. Werke 392: yv^ivbv <T afiaav. Hes. Werke 480: yfxevog apyoeig. — 
Dazu: a/nijTo-g ,das Mähen, Ernte'; 11.19,223: afirjTog <J' oUyiaxog. 
(bildlich vom Kriege); — opqTi??- ,Mäher, Schnitter*; IL 11, 67: (Sg t' 
afiTjvfJQsg . . . oypov llavvuxjiv . . . nvQwv rj xqi&wv. 

Die gewöhnliche (auch bei Fick 1 4 7 518) Zusammenstellung mit unserm 
mä-hen, ahd. mä-jan 7 bei der ebenso wie zum Beispiel in apikyeiv 
,melken< (IL 4, 434) neben lat mulgere (Verg. Ecl. 3, 5) und nhd. melken 
die jüngere Entwicklung des anlautenden d angenommen wird, kann wohl 
nur als irrthümlich bezeichnet werden, da dfideiv anlautendes gedehntes 
d enthält, das, zumal in der homerischen Sprache, ganz besonderer Er- 
wägung bedarf. Ob etwa die ältere Form dfipdeiv lautete, wie zum Bei- 
spiel auch Od. 9, 135 neben ifjupev die Lesart d^n^ev begegnet? So 
konnte möglicher Weise ein aus einem dppdeiv zu entnehmendes weib- 
lichgeschlechtiges *äfit*r] aus *do-nr) entsprungen sein, wie zum Beispiel 
a-fxfiioQo-g ,untheilhaff (IL 18, 489) aus *a-o(AOQo-g (L. M. Gramm. 1, 697) 
hervorging , und unmittelbar mit goth. as-ani ,Ernte' (Mark. 4, 29) zu- 
sammenhängen. 
i[ia%a , Lastwagen' ; nachhomerisch d'paga (Hdt 1, 188; Xen. Anab. 1, 
7, 20). — 

IL 7, 426: apagdußv kndFeiQav (nämlich ,die Todten'). Od. 9, 241: ovx 
av tov ye dvio xal ßelxoa 3 apia^ai ko&Xal Teaaagdxvxkot drc ovdsog 
oxtfoeiav. — Dazu dpal-iTo-g ,Fahrweg* (IL 22, 146; Pind. Nem. 6, 61). 

Die verbreitete Ansicht, dass apa^a eine mit a&v ,Achse' (Seite 49) 
als Schlusstheil gebildete Zusammensetzung Bei und zunächst ,Achsenver- 
bindung* bedeute, ist aus verschiedenen Gründen bedenklich. Als ersten 
Theil kann man schwerlich apa zusammen, zugleich', ,mitf (Seite 217) an- 
sehen, da dieses ausser in dem vereinzelten d/^iazQox^ ,das Zusammen- 
rennen' (IL 23, 422) gar nicht in Zusammensetzungen vorkommt Das 
altindische säm zusammen, mit* (zum Beispiel in sam-akshäm ,vor Augen', 
eigentlich ,mit vereinigten Augen 4 , RV. 10, 87, 11; zu älcshi ,Auge' RV. 9, 
9, 4) aber, an das man sonst etwa denken möchte, ist im Griechischen 
sonst überhaupt nicht vertreten. Wie sollte aber auch -cr£5 aus a£ov- 
hervorgegangen sein? Die ähnlich ausgehenden 6*o£a ,Meinung, Erwar- 
tung 1 (IL 10, 324 und Od. 11, 344 im Genetiv dofyg) und (iv£a ,Schleim' 
(Hes. Schild. 267 im Plural fxv^ai) und weiterhin dLxpa ,Durstf (IL 11, 642) 
sind ihrer Bildung nach auch noch nicht klar. 
äiidöeov, eine Feigenart Kretisch. 

Athen. 3, 76, F: < £p/ucJ*'a£ <T iv rhirtaig KfrjTixalg avxw yivrj ava- 
yQaqtei dfidöea xal vixvkea. 



220 Griechische Etymologie. 

Dunklen Ursprungs. 
äpa&os ,Sand'. 

IL 5, 587 : drj&d pak* €Ottjx€l, %v%s ydq § ' dfAa&oto ßa&eirjg. 

Nhd. Sand, altn. sandr (aus *samd-r). 

Armen, avaz ,Sand' (Bugge Etr.-Arm. 79). 

Aehnliche Bildungen sind doTtdka&o-g ,ein dorniger Strauch 4 (Seite 175), 
xdka&o-g ,Korb' (Ar. Vögel 1325), xva&o-g ,Becher' (Xen. Kyr. 1, 3, 9), ipla- 
&o-g ,Binsenmatte 4 (Ar. Frösche 567) und insbesondere tpdfia&o-g ,Sand' 
(H. 1, 486). Wie neben dem letzteren ein \pdwo-c ,Sand' (Od. 12, 243) 
liegt, so hat auch afia&o-g ein gleichbedeutendes appo-g (Plat Phaed. 
110, A) zur Seite. Das deutet auf näheren Zusammenhang, der aber vom 
griechischen Standpunkt aus nicht ganz verständlich wird. Konnte der 
anlautende Labial abfallen und dann der Zischlaut auch noch schwinden? 
Die Möglichkeit der Zugehörigkeit des lat sabulo- ,Sand' (Plin. 17, 4, 25) 
bleibt auch noch zu erwägen. Vielleicht ist das fi in xpdfiad'o-g und a- 
lia&o-g auch suffixal: dann würde sich oQua&o-g zusammenhangende 
Menge, Schwann' (Od. 24, 8) seiner Bildung nach zunächst vergleichen 
lassen. 
diiavixri-q ,ein champignonartiger Erdpilz'. 

Nikandros (bei Athen. 2, 61, A): xal re ftvxrjtag dfiavltag zox* kfpevoaig. 

Vielleicht benannt nach dem ld[täv6-g, dem Gebirge zwischen Syrien und 
Kilikien, auf dem er wachsen soll. 
dliävöaZo-q ,unsichtbar'. 

Alkäos Brachst 123 (aus Etym. M.: dfiidvöakov %b dqtaveg naQa *u4kxal<p). 
— Dazu : dpavdakoeiv ,unsichtbar machen, vernichten' ; Hesych : a(iav- 
öakoi' dqxxvi&i, fikdmu. 

Das beraubende aV (<*-; S. 185) darf man in dem Worte vermuthen, 
das seinem Suffix nach mit dnako-g ,zart, weich' (Seite 64) verglichen wer- 
den kann, im Uebrigen noch der Aufhellung bedarf. 
ä[id{ia%v-q ,ein an Pfählen hochgezogener Weinstock'. 

Matron (bei Athen. 4, 137, B): nQootpaxog JJv &' apdpaSvv inixkriaiv 
xakiovotv. Sappho Brachst 150 (aus Etym. M.: dftapajzvg, fj dvaöevdQag 
. . . ^ancpix) did zov d* dficcfid^vdeg kiyet). 

Etymologisch dunkel. 
ä[iaiii]Xiö' (dpa fit] jl lg), eine Mispelart mit birnenähnlicher Frucht 

Hippokr. 2, 671 : naQafit^ag de xal fiikt fj dftatitjUdag. Aristomenes 
(bei Athen. 14, 650, D): 6 Xlog ovx olo&' wg apaprjkidag noui. Aeschy- 
lides (bei Athen. 14, 650, D) sagt von der Insel Kos: dniovg q vijoog q>4- 
qbl xQariorag, xard tag kv 'Iwvia xakovpivag dpa/urjkldag' eiol yaQ 
drcvQrjvol te xal fjöeiai xal ykvxeiai. Athen. 14, 650, C: ai d* aftctfir]- 
kldeg ovx eloiv anioi, äg xiveg oXovzaiy dkk* etSQov %i xal rjdiov xal 
dnvqr\vov. 

Für den Schlusstheil des offenbar . zusammengesetzten Wortes hat man 
Zusammenhang mit prjko-v , Apfel' (II. 9, 542; Od. 7, 120) vermuthet und 



Griechische Etymologie. 221 

damit vielleicht Richtiges getroffen. Es darf noch bemerkt werden, dass 
Athenäos (14, 650, D) ans Aethlios die Nebenform 6/uojurjXlda-g anführt 
d(idQaxo-v und «fidpaxo-g, eine Gewürzpflanze ,Majoran oder Mairan', 
(Origanum Totvrnefortii). 

Pherekr. (bei Athen. 15, 685, A): w q>tX<Lv fxev dfidgaxov, ngoaxwciv de 
oiXiva. Diokles (bei Athen. 15, 681, B): d/xdgaxov ov oa/uipvxov Tivegxa- 
Xovoi. Theophr. h. pl. 6, 8, 3 : rd dh &egivd fxdXXov ij te XvyyLg . . . xat 
6 dfidgaxog 6 Ogvyiog. Nikand. ther. 575 : (xdXa d ' av xat dpdgaxog eirj 
XgaiOfurjeig ngaoifj re xal dvdrjgoioi xXod&v. 

Dunkler Herkunft Seiner Bildung nach etwa zu vergleichen mit q>dg- 
paxo-v ,Heilmittel' (IL 4, 218), dvXaxo-g ,Sack' (Hdt 3, 46), <pvX*xo-g 
^achter' (H. 24, 566). 
diidQK] ,Graben, Wasserleitung 4 . 

II. 21, 259: (og <T o%* dvrjg b%wrff6g and xgrjvrjg ueXavvdgov ap cpxrtd 
xal XTjnovg vöatt §6Fov fjyefiovevorj , x e Q a ^ (tdxeXXav le%ü)v, dfidgrjg 1$ 
exjuara ßdXXwv. 

Gebildet wie d&dgr] ,Mehlbrei' (Seite 162), xapdgr] ,Gewölbtes' gedeckter 
Wagen' (Hdt 1, 199), Xa7tdgy\ ,Weichen, Körpertheil zwischen Bippen und 
Hüften' (IL 16, 318), xiödgd »Zither* (Eur. Ion. 882). Enthält vielleicht die- 
selbe Verbalgrundform wie dpld- ,Nachen' (Aesch. Schutzfl. 842; 847), 
,Nachttopf (Ar. thesm. 633) und apvlo-v ,Schale' (Od. 3 , 444). Ficks (2, 
187) Zusammenstellung mit lat mare ,Meer' (Enn. ann. 377) nimmt zu wenig 
Bücksicht auf die Bedeutung der Wörter. 
d(iaQtiööeö&ai ,leuchten, funkeln'; causal dfiagvooeiv ,leuchten lassen'. 

Ap. Bhod. 4, 1144: xolov and %Qvaiwv &vadvwv dfiagvoaero cpiyyog, Ap. 
Bh. 4, 178: rjXi&a ök %&wv alkv vnoftgb noduiv dfiagvoaero veioofiivoio. 
Marianos 3 (in der Anthol. 9, 668): igorjeig dpagvooezai dvd-eoi Xeifiiov. 
Hes. theog. 827: kx di ßoi (dem Typhoeus) ooowv . . . vit % otpgvoi tcvq 
apagvooe. Hom. hymn. Herrn. 278 : 7tvxvov artb ßXecpdgwv dpagvootov 
6q>gvg {timaCßOxev. Hom. hymn. Herrn. 415: %wqov vnoßXyörjv ioxiipavo, 
Tcvty dpagvoocav. Quint Sm. 8, 29: olog <T ix rcegdroiv avatpalvetai 
wxeavoio rjiXiog d'tjrjTov int %&6va nvg dfiagvoowv. 

Goth. dazu mwwrgina- ,Morgen', eigentlich ,das Aufleuchten' (Joh. 18, 
28: thanuh vas maurgins), nhd. Morgen. 

Iit mirgieti ,flimmern' (nach Fick l 4 , 515). 

Dass das oo von duagiaoeo&ai auf altem Guttural ruht, erweist das 
zugehörige dpagvyrj ,das Leuchten, Funkeln' (Hom. hymn. Herrn. 45: al 
04 re öivtj&woiv an otp&aXfiwv dfxagvyaL Ap. Bhod. 2, 42: aar igt . . 
ovneg xdXXioxai eaoiv ioneglrjv öid vvxra qtaeivoftivov dpagvyal), ^schnelle 
Bewegung' (Ar. Vögel 925 : dXXd xig wxela Movodiov cpdrig oldneg Vnntov 
djuaQvyd) und zum Beispiel auch noch Hesychs dfidgvyy-eg' dxrlveg, Xa/i- 
nrjdoveg ocpeig. Ganz wie dfiagvyr/ neben dfxagvooeo&at liegt [tagftagvyij 
,Glanz' (Plato Staat 7, 518, B; ,schnelle Bewegung' Od. 8, 265) neben /nag- 
pagvooeiv flimmern, glänzen' (Themist Or. 20, 235, B). — Das anlautende 



222 Griechische Etymologie. 

a- ist jünger entwickelter Laut ganz wie in aixilyetv (II. 4 , 434) neben 
unserem melken und sonst 
äpaQT-ävHv ,verfehlen, nicht treffen', ,verlieren', ,sündigen'. 

II. 5, 287: rjfißQOTeg ovo* y hv%eg. IL 4, 491: xov pkv Sf*aQ&', o 3h Aev- 
xov . . . ßeßlrjxei ßovßwva. Od. 9, 512: Sg ptot iq>ri . . . %eiQ(jiv 3£ 'Odv- 
aijßog afiaQvriaea&ai orMDTtijg. Od. 9,501: ore %iv Tig vneQßrjrj xal a- 

Ganz wie zum Beispiel ßkaoravetv ,hervorsprossen' (Ar. Wolken 1124. 

— Pind. Nem. 8, 7 von einem Menschen) auf eine alte Participform zu- 
rückführt, die noch in ßkaaro-g ,Keim, Trieb, junger Schoss' (Hdt 6, 
37) erhalten blieb, so führt afiaQzavBtv auf ein participielles apaQro- ver- 
fehlend' zurück, das noch vorliegt in dem zusammengesetzten a/uagro- 
-Percig- ,dessen Worte verfehlend oder unangemessen sind' (II. 13, 824; un- 
mittelbar damit zu vergleichen ist Od. 11, 511: ov% a/uagjave /xvdwv ,er 
sprach keine verfehlenden Worte*). Jenes aftagro- aber ist höchstwahr- 
scheinlich aus *a-Ofia<)To- hervorgegangen (wie ganz ähnlich fjiieig ,wir* 
aus *aafji€lg 9 neben altincL asmä'n ,uns') und enthält neben dem berauben- 
den a- (aV, Seite 185) eine alte Participform zu der Verbalgrundform o/usq 
,zu Theil erhalten, theilhaft werden' (LM. Gramm. 1, 696 und 697), die noch 
begegnet in %^oqb (aus * y eopoQe) ,er hat zu Theil erhalten, er ist theil- 
haff (IL 1, 278; 15, 189), in dem pasivischen eY/uaQxo (aus *%afxagro) ,es 
war zu Theil gegeben, es war verhängt, durchs Schicksal bestimmf (IL 
21, 281 = Od. 5, 312; 24, 34), in dem zusammengesetzten a-piioQo-g (aus 
*a-O[*0Q0-g) ,untheilhaff (IL 18, 489 — Od. 5, 275), und sonst Dem letzt- 
genannten a-nnoQo-g stellt sich jenes apaQto- ,untheilhaff = ,verfehlend' 
seiner Bedeutung nach unmittelbar zur Seite. Bezüglich der verschiedenen 
Behandlung des alten inneren a von apaQro- (aus ^da^agro-) und üfitpoge 
(aus *%ü(jloqe) und bXiuxqto (aus *%onaQ%o) ist noch darauf hinzuweisen, 
dass die homerische Sprache zum Beispiel auch Formen wie ßadv-ggo- 
ßo-g (aus *-ogoFo-, LM. Gramm. 1, 666) ,tief strömend' (II. 7, 422) und wxv- 
-goßo-g (auch aus *-ogoFo~) ,schnellströmend' (IL 5, 598; 7, 133) neben 
einander gebraucht 

äiiaQxfl ,zugleich'. 

Nur viermal bei Homer. IL 5, 656: tcJv fihv afiiagrfj dogßava [Aaxga 
Ix x ei QM v ij^t^av. IL 18, 571: rot dh Fgrjooovreg a[*agzij hoXtcji t* ivy- 
liqi üb noalv axalgovreg %novxo. IL 21, 162: o d* apagzrj dogßaatv o/u- 
qtlg .... ßaXev, Od. 22, 81: o d* afiagrrj diog'Odvooevg iov ä7zottgoli]. 

— Dazu a^agretv ,begleiten'; Od. 21,188: afiagTrjoarteg als abwei- 
chende Lesart neben ofiagvqoavreg. Hesych: aixagxeiv mokov&eiv. Ev- 
QiTtldrjg Sxelgwvt. 2o<poxkijg de iv (DlXoxtiJttj int rov änoxv%eiv. 

Die handschriftliche Ueberlieferung schwankt bezüglich des apagzi} sehr, 
giebt daneben auch a^agtfj 9 ausserdem auch Sfiagrij oder ofiagrjj und 
noch andere Formen. Vielleicht steckt in afiagvij ein alter durch gedehnten 
A-Vocal gebildeter Instrumental, wie man ihn auch in ftawr] ,überall' (IL 



Griechische Etymologie. 223 

1,384; 11, 156) wird anerkennen müssen. Als Schlusstheil des Wortes 
scheint sich ein altes mit lat arto- ,eng anschliessend' (Hör. Epist 1, 18, 
30: arto . . . toga) übereinstimmendes participielles dgvo-g, das von dg- 
,sich eng anschliessend (IL 13, 800: Tgtieg . . . dg^goreg ,dicht an einander 
gedrängt*) zu ergeben, für noch wahrscheinlicher aber halten wir einen Zu- 
sammenhang, von dem unter ofiagrietv zusammentreffen', ,begegnen' (siehe 
später) die Bede sein wird. Dass als erster Theil etwa das adverbielle Spa 
zusammen, zugleich' (Seite 217) anzusehen sei, ist höchst unwahrscheinlich, 
da es in Zusammensetzungen überhaupt nicht aufzutreten pflegt 
d^akäjtreiv ,vertilgen'. 

Soph. Brachst 423 : rtfidkaipe (Aus Hesych: ij^dkaxpev' exgvxpev, rjqtd- 
vioe, Sotpoxkrjg 'Odvooel paivofiivfp.) Photios führt auf: rjfAdkanrev* 
%kqv7Xtbv, rj(pdvi£ev). Lykophr. 34: kiovvog, öv 7to%e yvd&otg Tghwvog 
y/xdkaxpe xaQxetQog xvwv. 

Gehört offenbar zu einer Gruppe alter durch den Labial gebildeter Cau- 
salformen, wie altind. glapaja- ,müde machen' (BV. 1, 164, 10; dva glapa- 
janti ,sie machen müde'; zu glä'-jati ,er fühlt sich erschöpft, ermüdet'), 
arpaja- ,in Bewegung bringen' (BV. 2, 33,4: üd . . . arpaja ,bringe em- 
por, lass gedeihen'; daneben mit intransitiver Bedeutung prd . . arto ,es 
erhob sich' BV. 4, 1, 12) und anderer, zu denen aus dem Griechischen auch 
wohl noch gehören ßkantetv ,schädigen, ins Verderben bringen' (IL 9, 507), 
IdrtTEiy ,werfen, senden' (IL 1,3; vielleicht aus Hadnveiv und zu altind. 
ish ,eilen', BV. 9, 17, 5: ishndnir ,eilendO, oxrjglnretv ,stützen' (Ap. Bh. 2, 
669; oxriQlmeo&aL ,sich stützen' Od. 11, 595; 17, 196). Das anlautende 
a- darf wohl als jünger entwickelt gelten, wie in dfiagvoaead-ai feuchten, 
funkeln' (Seite 221) und sonst, so ergiebt sich als alte zu Grunde liegende 
Verbalform ein mal, etwa mit der Bedeutung ,sich auflösen, vergehen', 
zu der wohl auch gehören: dpako-g ,schwach, zart' (siehe sogleich), ua- 
kaxo-g ,weich, sanft, schwach, weichlich' (Od. 4, 124; 18, 202; 11.22, 373), 
lat. mollis ,weich' (Enn. Ann. 545 : mollia crüra repönunt), ftikeo-g ver- 
geblich, nichtig' (IL 21, 473), altbulg. malü ,klein' und anderes. 
äpaX6-§ ,schwach, zarf . 

Selten. IL 22, 310: aLFeto-g ... dgrtd^wv rj ßdgv* dfiakfjv fj Tcztixa 
kaywov. Od. 20, 14: u>g dh xvwv dpakijoi negl oxvkdxeoot ßeßtuoa 
. . . vkdei. Eur. Herakl. 75 : idere tov yigovt* dfxakov inl 7tid(i) xifji&vov. 

Hängt ohne Zweifel unmittelbar mit dem voraus genannten djuakdrcreiv 
,vertilgen' zusammen, aus dem eine Verbalgrundform mal mit der Bedeu- 
tung ,sich auflösen, vergehen' erschlossen wurde. Da das anlautende d 
als jünger entwickelt gelten darf, entspricht das altbulgarische malü ,klein' 
vielleicht genau. 
attakka ,Garbe'; auch die Nebenform dpa kr] begegnet 

Soph. Brachst 550: apakka (aus Hesych: ajiiakkai. dydyfiara, ddo/ui] 
%wv dotaxiHov. 2oq>oxkrjg Tgi7tToki[iip). Athen. 14, 618, D: 2rjfiog <T 6 
Jrjkiog iv %$ rcegl rcaidviav (pt]Oi c ra dgcyfiata tcJv xgi&(Zv ainc xa# J 



224 Griechische Etymologie. 

avra ftQoorjyoQevop (nämlich ,die Doner*) afidXag*. Hesych: afxdXar al 
deojual ruiv ÖQay^dtwv. — Dazu dfiaXXo-deTiiQ- ,Garbenbinder* ; IL 
18, 553: dgay/dara d* aXXa fier' oyfiöv k7trjTQi(xa nintov egate, aXXa ö* 
d/naXXoderrJQeg iv iXXeöavolai dldevro. 

Die Nebenform ajadXrj vergleicht sich mit Bildungen wie dyxdXrj ,ge- 
bogener Arm* (Seite 201), während SftaXXa ganz vereinzelt zu stehen 
scheint, da Bildungen wie üeXXa ,Sturmwind* (Seite 12) schon weiter ab- 
stehen. Weiterhin aber mögen noch verglichen sein: ögvaXXld- ,Lampen- 
docht* (Ar. Wolken 59), x$vo%aXXo-g ,Eis* (IL 22, 152) und [iiraXXo-v ,Erz- 
grube, Bergwerk* (Hdt 5, 17). Unmittelbarer Zusammenhang mit dpd- 
-eo&ai ^zusammen nehmen, sammeln* (Seite 218) ist wohl nicht zu 
bezweifeln, wie zum Beispiel auch unser Garbe, ahcL garba, wohl unmittel- 
bar zu altind. grabh 9 ergreifen, nehmen* (BV. 10, 85,36: grbhnd'mi tax... 
hdstatn ,ich ergreife deine Hand*) gehört. 
dfiaXöiveiv , vernichten, zerstören*. 

Bei Homer dreimal in der gleichen Verbindung. IL 7, 463: avng <T 
r^ova fieyaXrjv ipafia&oioi xaXvxpai, wg xiv rot \iiya %ei%og a/LiaXdwt]Tai. 
IL 12, 18: fifjTiowvro . . . Tetyog afiaXdvvai. II. 12, 32: avvig <J' rjtova 
fieyaXrjv xpa/udd-oiot xdXvipev, rel%og d/uaXdvvag. — Hom. hymn. Dem. 94 : 
4pX**o • • • eldog d/naXövvovaa noXvv xqovov. 

Lat erloschen. 

Goth. ga-malt-eini- ,Auflösung* (Tim. 2, 4, 6 am Bande der einen Hand- 
schrift für das disvissi- des Textes dem gr. dvdXuoi-g gegenüber, das 
aber »Abreise 4 heisst); ags. miltan ,vergehen. sich auflösen* (Exod. 484: 
multon meretorras ,die Meerthürme* oder ,Meermauern vergingen*, causal 
meltan auflösen*; altn. melta ,auflösen, verdauen*; maltr ,verfault, ver- 
dorben*; ahd. malz ,hinsch windend , kraftlos*; nhd. Malz erweichtes 
Getraide*. 

Altbulg. mladü ,zart*. 

Altind. mard- : mrdnd'ti ,er zerreibt, zerdrückt, zerstört 4 (BV. 2, 23, 6 
bietet die Intensivform: täm marmartu [aus *mar-mard-iu; nach anderer 
Auffassung aber gehört es zu mar- ,sterben*] duchünä ,den vernichte Un- 
heil*); mrdü- , weich, zart*. 

Weist auf ein adjectivisches *dfiaXdv-g aufgelöst, vernichtet* als nächste 
Grundlage, wie zum Beispiel ßa&vveiv ,vertiefen* (II. 23, 421) ausging 
von ßa&v-g ,tief (IL 1, 532), idvveiv ,gerade machen, richten, worauf 
richten* (Od. 5, 245; IL 4, 132) von i&v-g ,grade gerichtet* (IL 14, 403) und 
anderes ähnlich. Die jüngere Entwicklung des anlautenden d ist nicht zu 
bezweifeln, in Bezug auf sie also d^aQvaaea&ai ,leuchten, funkeln* (S. 221) 
und anderes zu vergleichen. 
dlievrivö-q ,kraftlos, schwach*. 

Bei Homer 6 mal IL 5,887: ij xev £wg dfuvrjvog %a x<*Xxoio rvrcfjaiv. 
Od. 12, 29 : v&tviov d/nevrjva xaQrjva. 

Bezüglich des Suffixes sind zu vergleichen tpetprjvo-g ,dunkel* (Pind. 



Griechische Etymologie. 225 

Nem. 3,41, wo aber die Herausgeber in tyeqtewo-g ändern; zu ipiyag 
,Dunkelheitf Pind. Brachst 324), ftererpo-g ,geflügeltf (IL 2, 459), oxakt}- 
v6-q ,schief (Plato Eythyphr. 12, D), axiirjvo-g ^vollkommen ausgewachsen, 
kräftig 1 (Od. 23, 191 ; zu axpy Spitze, Schärfe* IL 10, 173; ,Höhe, höchster 
Grad' Pind. OL 1, 96), yakt]v6-g ,windstill, ruhig* (Eur. Or. 279). Im 
Uebrigen ist nicht zu bezweifeln, dass das Wort mit dem beraubenden dv- 
(<*- ,un'- Seite 185) zusammengesetzt ist und sein Scblusstheil sich un- 
mittelbar anschliesst an /atvog* ^Schwungkraft, Kraft* (IL 5, 506 : ii4vog 
X€iQ(Sv. 11.13,444: aq>ttj it4vog [nämlich eyxeog] oßgijuog "Agrjg ,womit 
zu vergleichen ist 11.13,562: dpevrjviooev äi Fol alxfflv . . Itooetddcov 
,machte kraftlos'), wie es zum Beispiel auch enthalten ist in a-pevig- 
,kraftIoB, schwach' (Eur. SchutzfL 1116: yqalag apevovg). 

ä[itQ- laiielgeiv (aus *dft4iyjeiv) ,berauben' siehe unter a^iiQÖeiv ,berauben' 
(siehe weiter unten). 

dtiiQy-eiv ^abpflücken'. 

Sappho Brachst 121: av&e' dfi4(>yovoav nald* ayav anakdv. Eur. ras. 
Her. 397 : ijkv&ev c Eo7t€Qlda)v ig aikdv, xqvoeov 7zetdkav anh fitjkoqpo- 
qcjv %bq\ xaqnbv afi4g^wv. Theokr. 26, 3 : %ai phv aßeg§afievai kaalag 
ÖQvog ayqta q>vkka. Apoll. Rh. II 42: av&ea d4 atpiv viyapai aiieQyofie- 
vav kevxolg ivi notxika xoknotg ioq>6(>eov. 

Lat merg-a ,6abel mit der das abgemähete Getreide in Haufen ge- 
bracht wurde' (Plaut Poen. 1018); merg-et- ,Garbe' (Verg. georg. 2, 517). 
Altind. mar g abstreichen, abwischen'; BV. 10, 107, 10: dgvam säm 
mrganH ,sie wischen das Pferd ab, striegeln es'; avormärganarm ^Striegel' 
(BV. 1, 163, 5); Bhägavatapur. 1, 15, 3 (BB): gucas päninä ä-mrgja nai- 
trajaus ,die Thränen mit der Hand aus den Augen wischend'. 

Altostpers. marez : maremiti ,er wischt, fährt berührend vorbei', ä-marez 
^wegwischen, aufräumen'. 

Die verwandten Formen erweisen, dass das anlautende a ein jünger 
entwickeltes ist und ebenso auch das anlautende 6 in dem auch nah- 
zugehörigen ofiioQyvvvai ,abwischen' (IL 5, 416: olti i%ü %uqog opoQyw. 
IL 18, 124: öoxqv* 6/AOQ^a^4vrjy). 

äiiiqöeiv ,berauben', insbesondere ,des Gesichts berauben, blind machend 
Bei Homer 6maL IL 16, 53: otckoxb ötj tov oftolov arfjQ &&4krjoiv 
afiiQOat. IL 22, 58: oq>Qa . . . avrog dk ylkrjg alFüvog afieQ&jjg. IL 13, 
340: oooe 6* SfieQdev aiyrj xaAxe/q xoqv&wv dito kafinofievawv. Od. 
19, 18: Ivrea . . . %6 (toi xavd Folxov clxrjdia xanvog a/digöeu Od. 8, 64: 
oqt&akfjitüv iiiv aitBQOe. 

Für das etymologische Verständniss des Wortes ist von hervorragender 
Wichtigkeit, dass Pindar neben der aoristischen Form apeQoe (OL 12, 16: 
el tit] er da ig avTidveiga Kvwalag a 3 a/uegoe uatQag) ein unmittelbar zu- 
gehöriges präsentisches apelQeiv (Pyth. 6, 27 : vavrag dk ftrj nore %i\iäg 
d/uelQeiv yoviwv ßlov nertQwiiivov) bietet, das nur aus *dfi4c}jeiv entstanden 
sein kann. So drängt sich unmittelbar die Vermuthung auf, dass auch d/iip- 

Leo Meyer, Griechische Etymologie. 15 



226 Griechische Etymologie. 

duv gar keinen anderen Ursprang gehabt habe, als eben jenes *a/ueQJeiv 7 und 
— wohl in irgend einem diabetischen Gebiet — in ganz ähnlicher Weise 
daraus hervorgegangen sei, wie zum Beispiel %q8blv ,thun' (IL 14,261 : Figdot 
,er thue'< Zu %Qyov , Fioyov IL 2, 436, ,Werk') aus einem alten *fiQyjeiv. 
Weiter darf man muthmaassen, dass jenes *a^iiqjeiv auf einer nominalen 
Grundform (a-fieQ-?) beruht, die als ersten Theil das beraubende aV (a-) 
,un- 4 (Seite 185) enthielt, in ihrem Schlusstheil aber sich unmittelbar zu 
fxeg-og- ,Theil, Antheil' (Pind. Pyth. 4, 157; Nem. 3, 73) stellte, wornach 
sie mit einem denkbaren a-pegig- ,untheilhaff (Plato Theaet 205, E und 
sonst begegnet es vielmehr in der Bedeutung ,ungetheilt*) im Wesentlichen, 
übereinstimmen, also auch mit apagraveiv , verfehlen, nicht treffen' 
(Seite 222) im nächsten Zusammenhang stehen konnte. Später angeführte 
Formen ohne das anlautende a- (Hesych bietet als solche: fiigder xco- 
Xveu ß kämet, — fielgerai. oxegexai. xXtjgov%ai 7 (iegLtjs%ai 7 — f*eg m 
&eloa m OT€Qr]&€ioa. apeg&eloa) darf man wohl als blosse Verkürzungen 
ansehen. 
dtiiXy-eiv ,melken'. 

IL 4, 434 : (2g t 7 oßieg itoXv7td\iovog dvögog iv avXfj fivQlai iazyxaoiv 
a/AeXyopevcct, ydXa Xevxov. Od. 9, 244: itopevog <T ijfieXyev oßig xal pr)- 
xdöag alyag. Theokr. 23, 25: dXXa xal rjv oXov avzb (d. L %6 qtdgfictxov) 
Xaßwv ftorl %slXog d/xiX^aj ,wenn ich einsauge'. 

Lat mulgere , melken ; Verg. ecL 3 , 5 : hie alienus ovis custos bis mul- 
get in hörä; Verg. georg. 3, 400: qvod surgente die mulsere hörisqve 
diurnis. 

Altir. melg, mlicht ,Milch', später blickt; bligim ,ich melke', blegon 
,Melken< (WincL-CurL 184); do-omwcüg ,ich melkte* (Fick 1*, 517). 

Alban. mjelj ,melken< (G.Meyer bei Bezz. 8, 190; 191; 192; Wb.283). 

Goth. miluk'S ,Milch' (Kor. 1, 9, 7). — Ahd. melchan, nhd. melken] nhi 
Milch. 

Iit m&zu ,ich melke'; mitizti ,melken'. 

Altbulg. mlüzq ,ich melke'. 

Altind. marg- ,abstreichen, abwischen 1 (Seite 225, wo auch dfiigyeiv ab- 
pflücken' als zugehörig angeführt wurde). 

Altostpers. marez- : marezaiü ,er wischt, fährt berührend vorbei*. 

Die jüngere Entwicklung des anlautenden d- ergiebt sich aus allen ver- 
wandten Sprachen deutlich. Eine noch altertümlichere Form ohne jenes 
a- scheint erhalten in dem zusammengesetzten ßov-poXyo-g ,Kühe melkend' 
(Erykios 2 in Anthol. 6, 255), wahrscheinlicher ist aber ohne Zweifel, dass 
darin nur um des Verses willen altes ov-a zu ov zusammengedrängt 
wurde, wie mit der selben ungewöhnlicheren Vocalzusammendrängung 
auch ovg ,Ohr* (IL 11, 109 und 20, 473, wo allerdings die Form nicht 
unbedenklich ist; Aesch. Choeph. 380) aus älterem ovag (IL 10, 535: plur. 
ovara. Die Accusativform ovag bietet Simonides Brachst 37, 14) her- 
vorging. 



Griechische Etymologie. 227 

&[i6-$ 9 attisch apo-g ,irgend einer/. 

Ausser in den festen Verbindungen mit ovdk ,aber nicht, auch nicht 1 
(IL 1, 115; 119): oiö-a/io-g ,auch nicht einer, keiner' (Hdt 1, 24; 4, 114), 
und mit p^di ,und nicht, auch nichts (IL 2, 435; 3, 160; 20, 108): firjd-afio-g 
,auch nicht einer, keiner* (Hdt 1, 143; 144; 2, 91; 4, 136) nur in einigen 
adverbiellen Bildungen erhalten, insbesondere in d(io&ev 7 irgendwoher* 
(Od. 1,10: rdv dfio&ev ye . . . ßemk xcr* fifiiv. Plato legg. 7, 798, B: 
afio&ev yi no&ev. — oldapo^ev ,von keinem Orte her/ Plat PhaecL 70, B), 
afxov ,irgend wo' (Lys. 24, 20: afiov yi Ttov. — Dazu ovda/iov , nirgends' 
Aesch. Schutzfl. 442; firjdafiov ,nirgends' Aesch. Eum. 423; 624), — dpiSg 
irgendwie 4 (Plat Tim. 52, C: a/tiiLg yi mag), — dfirj irgendwie' (Ar. Ach. 608 
und Plat Prot 331, D: dfirj yi nrj. — Dazu: ovdafirj ,auf keine Weise' 
Hes. Schild. 218; — firjöafirj ,auf keine Weise, durchaus nichtf Aesch« 
Prom. 58 ; Soph. PhiL 789). 

Goth. swna (sums-) ^rgend ein' (Luk. 8, 27 : vair sums jdvrJQ tig 1 ). — 
Engl. some. 

Altind. sama- (unbetont) ,irgend ein'; BV. 6, 42, 4: samasja . . (ärdha- 
tas irgend eines Trotzenden'; BV. 6, 51, 6: ma nas vrhä'ja . . samasmäi 
rghäjatdi riradhatä ,nicht einem tobenden Wolfe überliefert uns'. 

Im Grunde wohl nicht verschieden von dem unter apa ,zusammen' 
(Seite 217) genannten altind. samä- ,der selbe' und den ihm entsprechen- 
den Formen. 
änoro-q ,unermüdlich' unablässig'. 

Theokr. 25, 242: o di fi elöe 7C€Qiykrjvvifi€vog oaaoig \tijQ aporog. — 
Homer hat neunmal die ungeschlechtige Form in adverbiellem Werth ; IL 
4,440: wqob de tovg fihv . . ."EQig afiorov fiefiavia. IL 5, 518: "Egig 
t' afiorov fiefiavia. II. 13, 40: Tquieg . . . "Ektoql . . afiorov fiefiaiZreg 
enovro. IL 13, 80: fievoivwa) de xal olßog a Exrogi . . afiorov fiefiawri 
fidxeo&ai. II. 22, 36: afiorov fie/iawg y A%ikr\Fi fidxeo&ai. Od. 17, 520: 
rov <T afiorov fiefidaoiv axovifiev. IL 19, 300: rq> o* afiorov xlaicj 
TS&vrjoTa. IL 23, 567 : y Avrilo% (p afiorov xexolwfiivog. Od. 6, 83 : al 
(nämlich fjfiiovoi) <T afiorov ravvovro. 

Offenbar gebildet wie a-doro-g ,unbegabf (Hom. hymn. Herrn. 573), 
a-noro-g ,ungetrunken, untrinkbar' (Hdt 4, 81; ,der nicht getrunken hatf 
Soph. Aias 324), a-ßoro-g ,nicht abgeweidef (Hesych : aßoroi al firj xara- 
vevefitjfiivai ßordvai r\ ov cpiQovoai xaQitov). So darf neben dem d- = 
av- ,un-' (Seite 185) das -fioro- als alte durch %o gebildete Participform 
einer Verbalgrundform fio- etwa mit der Bedeutung ,ermüden' gelten. 
Daran schliesst sich möglicher Weise auch unser müde, ahd. muodi, das 
gothisch *möthja lauten würde, nebst nhcL mühen, ahd. muojan be- 
schweren, quälen, ärgern'. Der weiter vermuthete (bei Kuhn 7, 433) Zu- 
sammenhang mit altind. mi : mi-nä'ti oder mi-nduti ,er nimmt ab, 
schwindef , causal ,mindern, schwinden lassen' (ßV. 5, 2, 1 : dmkam asja 
nd mindt ,sein Antlitz nicht schwindend'; BV. 1, 179: mind'ü gHjam 

15* 



228 Griechische Etymologie. 

garimd' ,das Alter lSsst die Schönheit schwinden') ist weniger wahrschein- 
lich, da der I-laut dieser Verbalgrundform uralt ist 
diiöffä, ein Honiggebäck. 

Philetas bei Athen. 14, 646, D, dessen betreffende Worte sind: afioqar 
%a peliTcifjUXTa OtlrjTag Iv 'Atcaccoig dfioQag (prjol xakeio&ai. pelivoi- 
(jhxtcc d > iarl nemefifieva. 

Benfey (1, 116) vermuthet Znsammenhang mit aj«jT-, eine Art Milch- 
kuchen (Ar. Plut 999), und ajit&a, eine gewürzhafte Speise (Anakr. Brachst 
139, aas Hesych: afii&a* Mdeopa itoibv %a\ aQzvpa, <ag IdyaKQiwv), der 
auf eine Verbalgrundform dp- fuhren würde, aber sehr unsicher ist Ob 
Bildungen wie ayoQa ,VerBamm1nng* (Seite 115), %Qvo-aoQo-g ,mit goldenem 
Schwert* (IL 5, 509; 15, 256; zu Soq ,Schwert* Seite 14), IoIöoqo-q 
schmähend, schimpfend' (Eur. EykL 534) verglichen werden dürfen? 
a^öQyri ,01ivenhefe*. 

Hippokr. 3, 317: dfiOQyrjg ikalov dg awdgorarov (lOiQccv fiiav. 

SchUesst sich in der selben Weise wie zum Beispiel oxo^yi] ,Liebe, Zu- 
neigung* (Meleager 7 in Anthol. 12, 68) an otigyeiv Rieben 4 (Aesch. Prom. 
11) an afxipyuv ^abpflücken' (Seite 225) an, für das bei Pollux (1, 225: 
igelg .... %Qlßuv tag ilalag, dfiigyetv, %a%apioyetv) auch die Bedeutung 
auspressen, ausdrücken' bezeugt ist 
dtioQßdd- (ctfioQßag), dunkles Beiwort von Nymphen. 

Nur Apoll Bhod. 3, 880: ri] (nämlich der Artemis) <T Sfia yvpipai %nov- 
tai apoQßddeg. 

Gehört möglicher Weise unmittelbar zu apoeßo-g ,Begleiter* (siehe so- 
gleich), wie zum Beispiel das weiblichgeschlechtige ayqidi- (Ap. Rh. 1, 
28) zu 5yQio-g ,auf dem Felde lebend, wild' (IL 8, 338) und anderes 
ähnlich. 
ätioQßö-g ,Begleiter*, ,Hirtf. 

Kallim. Artem. 45 : xcülqg di Ty&vg, ovvexa &vyariQag Arpialdt niprtov 
apoQßovg. — Nik. ther. 49: vo&i QQtjtxeg apoQßol (0. Schneider giebt 
nach einer Handschrift: dpokyo)) xQioqtdyoi prjkoioit aeQyrjlolaiv %7tov- 
*cu. Opp. Eyn. 1, 132: ay%i TtvQog xliv&eig ortklooaro doQnov apoQßog. 

Etymologisch noch unaufgehellt Man möchte eine ähnliche Zusammen- 
setzung wie a-xoXov&o-g ^Begleiter* (Seite 39) vermuthen. Fick 1«, 515 
stellt es zu dem seltenen altind. mrgjdti ,er jagt, er sucht' und altbaktr. 
mereghaiti ,er streift umher 4 ; ob mit Recht* ? 
ä(io{fßivq-$ 9 eine Kuchenart bei den Sikelern. 

Athen. 14, 646, F: dfiOQßlvqg fclaxovvrog eldog naga 2txeloig. 

Unsicherer Herkunft Die Bildung dieselbe wie bei x^/u/nj-g ,Euchen 
aus grob geschrotener Gerste oder Dinkel* (Athen 14, 646, A; zu xQlftvo-v 
,grob geschrotene Gerste oder Dinkel* Athen. 14, 464, A) und xayrjv inj-s 
,in der Pfanne gerösteter Kuchen* (Athen. 14, 646, E; zu xdy^vo-v ,Brat- 
planne* Ar. Bitter 929). 
diAOQßalo-q, dunkles Beiwort von Waldschluchten. 



Griechische Etymologie. 229 

Nur Nik. ther. [28 =] 489: ÖQvpovg xal Xaatajvag dpoQßaiovg xe 
XaQaÖQag. 

Eine alte Erklärung zu dpoQßaiovg di xaQaÖQag lantet ,xdg ßovxoXixag 
rj 7zoifi€vixag, onov ol ßovxoXoi 7teqt7taxovoiv% knüpft also offenbar an 
das oben genannte apoqßo-g ,Hirt' an, während bei der Suffixform aio 
doch zunächst an eine zu Gründe liegende weiblichgeschlechtige Bildung 
auf ä (rj) zu denken wäre: so ging dyeXaio-g ,zur Heerde gehörig* (II. 
11, 729) von dyiXrj ,Heerde' (IL 11, 678) aus und anderes ähnlich. 

dpoXyö-q Dunkelheit'. 

Bei Homer fünfmal, stets versschliessend in der Verbindung mit vvxxog. 
IL 11, 173: ßoFeg fcog, ag xe Xiiov iq>6ßrjae poXiov iv vvxxog dpoXy<ji. IL 
15, 324 : (Sg xe . ..9rj(>e dvto xXoviwoi peXalvr t g vvxxog dpoXyqi. IL 22, 28 : 
doxiga ... og (Ja r' 67t(üQrjg eloiv, dgltyXoi di ßoi avyal q>alvovxai noXXolat 
pex* doxqdat vvxxog dpoXyy. II. 22, 317: olog 6*' aoxrjQ elot pex y doxqdoi 
vvxxog apoXyq) ßiotteQog. Od. 4, 841 : &g Fol haqyhg ovbiqov Iti&ogvto 
vvxxog apoXyqi. 

Die früher oft wiederholte Zusammenstellung mit apiXyeiv ,melken* 
(Seite 226) hat bezüglich der Bedeutungsentwicklung niemand wahrschein- 
lich machen können, aber auch die mit altnord. myrk-s ,dunkel' (LM. bei 
Kuhn 8, 362) ist sehr bedenklich, da dem griechischen X gegenüber auch 
ein nordeuropäisches l zu erwarten wäre. 0. Wiedemann (bei Bezzenb. 13, 
301) stellt das Wort in sehr ansprechender Weise zu lit mllszti (oder 
milsztis) ,gewitterlich sich zusammenziehen', lett milst ,dunkel werden' und 
dazu auch goth. milhman- ,Wolke* (Mk. 9, 7) ; die wurzelschliessende Media 
ist nach ihm aus der Tenuis entstanden. 

ä^K] ,Hacke, Harke'. 

Ar. Friede 426 : aXXd xaig apaig eioiovxeg wg xdxioxa xovg Xl&ovg 
dqtiXxexe. Ar. Vögel 1145: ol x?i v *S vitoxvTtxovxeg moneq xalg apaig ig 
rag Xexävag ivißaXXov avxov (nämlich %bv nrjXov) xolv nodolv. Xen. 
Kyr. 6, 234 : %%ei,v dh XQV *** *W* xor * opivvrjv xaxa apa£av ixdaxrjv. 
Xen. Kyr. 6, 2, 36 : xovg d' and xwv og>evdovf]X(Sv (nämlich XQV h €lv ) 
aprjv. Ael. nat 4, 27: xal apag xopfQovoi odxxovg xe, xal öqvxxovciv 
(nämlich ,Gold') doiXtjvov lnixr\qovvxeg vvxxa. 

Wurde schon oben (Seite 218) als wahrscheinliche Grundlage zu apd- 
-eo&ai ,zusammennehmen, sammeln' aufgeführt und in ihm etymologisch 
weiter verfolgt 
äpr\r- (aprjg) y eine Art Milchkuchen. 

Ar. Plut 999 : aprjxa TZQooait&neptyev rjplv xovxovL Antiphanes (bei 
Athen. 6, 262,C) : oqav xe xeipeva aprjrag ypißQwxag dgvi&eid xe 7 wv 
ovdh Xeiqt&ivxwv &4pig doiXq) cpayelv. 

Der Bildung nach zu vergleichen mit xiXtjx- ,Rennpferd' (Od. 5, 371), 
Xdßrjx- Recken' (IL 21, 362), ttivrjx- ,der Arme' (Soph. Phil. 584), xdnrp- 
,Teppich, Decke' (IL 9, 200). Als Verbalgrundform würde ein a>- zu ver- 



230 Griechische Etymologie. 

mutheii sein, wie es auch schon unter dpooä ,ein Honiggebäck' (Seite 228) 
vermuthung8weise aufgestellt wurde. 
äiiu>iio-v ,eine Gewürzpflanze ,Kardamom'. 

Theophr. h. pL 9, 7, 2 : zb de xaoddfAW/xov xal apioftov ot fikv ix Mt]- 
äelag, ol de £§ 'lvdwv . . . xofil^eo&al (paoiv. Diosk. 1, 14: afuo/uov iaxi 
&afxvlaxog olovel ßorQvg ix %vXov dvxe(xne7cXey(xiyog iavrcp . . . xdX- 
Uqtov de iori %b l^Qfi4viov } xqvoI^ov tjj x?o? . . . to de Mtjdcxov . . • 
ddvvarciteQov . . . to de üovTixbv vtvoxiqqov. 

Ohne Zweifel ungriechisch. 
äpiä-q oder dplä, eine Art Thunfisch, nach Aubert-Wimmer ,Bonite'. 

Matron (bei Athen. 4, 135, F): xvavoxQiog d y dfllag fati %olg ptyag, og 
%e &aXdaorjg fcdarjg ßiv&ea olde. Arist h. an. 8, 33: xal dfila de xal 
&vvvog xal Xdßoat; %a fikv noXXä oaQxoq>ayovoiv, amovcai de xal qyv- 
xlwv. 8, 21 : eii de xal elg %ovg noxapiovg dvarckiovoi noKkoi trcJy l%- 
-9vu)v xal eixhjvovoiv iv zolg 7CO%a(ioig xal iv %alg Xlpvaig* olov dfiia 
xal xeozoevg. 

Die angeführten beiden Formen liegen neben einander wie zum Beispiel 
Tapirjg Schaffner* (II. 4, 84) und Ta/nl^ ,Schaffnerinn' (IL 6, 381), sind 
übrigens etymologisch dunkel. 
dfifd- (aplg) ,SchifP (?); ,Nachttopf. 

Aesch. SchutzfL 842: oovo&e oovoS* 3X6fievat okofiev' in apida. 847: 
a%(jLOv i'£cu <? in dfiida. — Ar. Wesp. 935 : ovzog, a^ilda (ioi dotu). Ar. 
Thesm. 633: axdcpiov B&vvXV f/TTjaev' ov yaQ rjv aplg. 

Yermutheter Zusammenhang mit apvlo-v ,Opferschale' (Od. 3, 444) , ait- 
ind. dmabra-rn ^grosses Trinkgefäss' (BV. 5, 51, 4: ajdm sdumas . . . dma- 
trai pdri siqjatai ,dieser Somas wird in den Krug ausgegossen'), armen. 
aman ,Gefäss', auch mhd. äme oder öme ,Maass, Ohm', ist möglich, aber 
doch unsicher, da alle angeführten Bildungen unter einander verschieden 
sind. Ebenso ists mit der Zugehörigkeit zu apdeo&ai zusammennehmen, 
sammeln' (Seite 218). 
d{iiyA}alöevx- (apix&aloeig), dunkles Beiwort der Insel Lgmnos. 

Nur IL 24, 753: n&Qvao% \ ov vtv y Mkeaxe, nioTjv otXbg axqvyixoto ig 2d- 
fiov eg t 3 "ifißQov xal Ax\\ivov ä(Aix&aX6ßeooav f und Hom. hymn. Apoll. 
36: "lußoog r* evxTifiivr] xal Arjpvog afiix&akoßeaoa. 

Das letzte Suffix ist das bekannte alte Fevz = altincL vant (LM. Gramm. 
2, 602 ff.), wie in ai&aXoFevz- ,mit Buss versehen' (11.2,415; at&ako-g 
,Buss' Eur. Hek. 911), 6fiq>ak6ßevT- ,mit Buckeln versehen' (IL 4, 448; 6fi- 
<pako-g ,Schildbuckel' IL 11, 34), apneko-ßerc- ,reich an Weinstöcken' (D. 
2, 561; annelo-g , Weinstock' Od. 9, 110), dpvydakoevt- ,mandelähnlich', 
eigentlich ,mit Mandeln versehen' (Nik. ther. 891; ctfivydalo-v ,Mandel' 
Diphil. bei Athen. 2, 52, F), altind hästavant- ,mit Händen versehen' (BV. 
10, 34, 9; hästa-s ,Hand' BV. 1, 67, 3), matsardvant- ,berauschend', eigent- 
lich ,mit berauschendem versehen' (BV. 9 , 97 , 32 ; matsard- ,berauschend' 
BV. 1, 14, 4). Durchaus dunkel aber bleibt noch *d(uix$alo-' } man darf 



Griechische Etymologie. 231 

vermutheil, dass sein anlautendes a- ein jünger entwickeltes ist, wie in 
dpiXyuv ,melken' (Seite 226) und sonst 
äpi&a ,eine gewürzhafte Speise'. 

Anakr. Brachst 139, aus Hesych: afii&a' edeo/ua noibv xat aQtvfxa, dg 

Wurde schon unter apoQä, ein Honiggebäck (Seite 228), als möglicher- 
weise mit ihm in Zusammenhang stehend genannt Das auslautende kurze 
a ist auffällig, vielleicht unrichtig überliefert So würden sich die Bil- 
dungen oaplxhj, ein Getränk (Olaukias bei Hesych) und xanl&r n ein 
Maass (Xen.Anab.1,5,6), welches letztere aber wahrscheinlich ungriechisch 
ißt, vergleichen lassen. 
äiitUa /Wettkampf, Wetteifer'. 

PincL Nem. 9, 12: viatal &' ioQzalg lo%vog t* dvÖQWv aplXXaig izQpaol 
re yXaqrvQoig apqxuve xvdalvwv noXiv. Aesch. Prom. 129: rjde %a£ig 
meqvywv $oaig afilXXaig TtQooißr). Plat Phaedr. 271, A: ovxovv fj a- 
fiiXXa crurq) t&hxtcu ftQog xovxo rcaaa. 

Genau entsprechende Bildungen scheinen kaum vorzukommen, doch darf 
wohl das dialektische aQyiXXa ,unterirdische Wohnung' (Strabo 5, 4, 5: 
"EqtoQog dl toig KtfifxeQloig nQoaoixeiwv ibv zoitov (prjalv avrovg iv xa- 
vayelog olxlcug olxeiv ag xaXovaiv dgyiXXag) als solche angeführt werden. 
Man kann vermuthen, dass XX aus Xj hervorgegangen, wie zum Beispiel 
in (pvkXo-v ,Blattf (IL 6, 146), aus *q>vXjo-v ~= lat folio-m ,Blatf (Enn. ann. 
268), und dass eine adjectivische Form auf -Uo- y wie xunllo-g geschwätzig' 
(Theogn. 295; dazu xanlXXovoa schwätzend' Hes. Werke 374), 6(>yllo-g 
jähzornig' (Menand. Brachst bei Meineke 4 , S. 228) , noixlXo-g ,buntf (IL 
10, 30; ,kun8treich gearbeitet IL 3, 327; dazu nohuXXe ,er arbeitete kunst- 
reich' II. 18, 590) oder xofiiXo-g ,hohl' (IL 1, 26; 89; später xolXo-g, wie 
schon Od. 22, 385; zu lat cavo-s ,hohl' (Enn. ann. 9; 420), die nächste 
Grundlage bildete. Das so erschlossene *a[uXo-g ,gleich' (?), ähnlich' (?), 
aber wird auf dem selben Prominalstamm samA- ,der selbe, der gleiche' 
(Seite 218), wie das adverbielle apa ,zusammen, zugleich' (Seite 217) ruhen, 
aus dem auch opiaXo-g ,gleich, eben, glattf (Od. 9, 327), altir. amal (aus 
*samal) oder amail ,gleichwie' (Zeuss 51) und lat simili-s ähnlich' (Enn. 
satur. 45) hervorgingen. Aus dem letzteren entsprang simultät- ^Rivalität, 
Nebenbuhlerschaff (Ter. Phorm. 231 : nön simultätem meam vevereri sat- 
tem ; ,WettBtreif Hygin. fab. 22 : Aeeta Idsoni hanc simultätem constitwit), 
das wohl unmittelbar für die Bedeutungsentwicklung von apiXXa belehrend 
ist — Das altindische samarjd-m ,Kampf (KV. 1, 167, 10; 4, 24, 8; 4, 38, 
7; 5, 3, 6; 7, 19, 2; 7, 23, 1; 9, 1, 7; 9, 85, 2; 9, 97, 27; 10, 27, 24; ,Fe8t- 
versammlung' KV. 3, 8, 5. — Zu samara-s ,Kampf RV. 6, 9, 2; 6, 47, 6; 
10, 139, 3) liegt dem griechischen Wort nur scheinbar sehr nah. 
dliaindxero-g, der Bedeutung nach noch dunkel. 

Bei Homer 3 mal. 11.6, 179: TtQunov \ih §a XipaiQav dfAaifiax£rr}v 
ixiXevoev rteqtvdftev. IL 16, 329: lAiiiawdaQov , 8g §a XljuaiQav &(>4tfjev 



2132 Griechische Etymologie. 

d[tai[uz*far]y, noXiaiv xaxbv dv&ownoioiv. Od. 14, 311: avxdo Iptol Zeig 
. . . Iotov a/iatfiaxerov vrjßog xvavortQipooio kv xgIqeooiv h&rjxev. — He& 
theog. 319: ij öh Xlficugav irixre, nviovaav dptaifiaxexov nvQ. Hes. 
Schild 207 : iv de Xi(xr\v ivogpog a/Aai[uxx4*oio &aXaooi)g xvxXoregfjg kre- 
tvxto. — Pind. Pyth. 1, 14: yäv %e xal novtov xaz y dfiaifidxetov. Pind. 
Pyth. 4, 208: Xtooorro . . ovvdgofuov xivrj&fAOv dfiaifiaxerov txqtvyeiy 
ntigdv. Pind. Pyth. 3, 33: 7t4fiipev xaoiyrrjTav fiivec &voioav a/uai^axirip. 
Pind. Isthm. 7, 35: og xegawov %e xgiooov aXXo ßiXog öiai&i ge^t xgio- 
dovrog %* apaiftccxiTov. — Soph. Kön. Oed. 177: dneq evrcregov ogviv 
xgeloaov a/Aatfiaxirov tzvqoq ogpevov. Soph. Oed. Kol. 127 : ttgoaißa yag 
ovx av 7to%* aaxtßkg aXaog ig %ävd* dfxaifxaxetäv xogdv. 

Stellt sich seinem Suffix nach wohl zu dem dunkeln argvyero-g (Seite 
99) und den unter ihm genannten Bildungen auf ero, mit denen sich alt- 
indische vergleichen lassen wie dargatd- ,sehenswerth' (RV. 1, 2, 1), jo> 
gatd- ,verehrungswerth' (RV. 1,35,3), harjatd- ,begehrenswerth' (RV. 1, 
55, 4). In dem anlautenden a- darf man wohl das beraubende dv~ ,un-' 
(Seite 185) vermuthen, in -pai/uax- wohl eine alte reduplicirte Bildung, deren 
Reduplication sich mit Formen wie öaiddXXeiv ^kunstreich bearbeiten' (II. 
18, 479), XaiXan- ,Sturm' (11.4, 278), ixatfxaetv ,heftig verlangen, eifrig 
streben' (IL 5, 661), navrtdXr\ ,Staubmehl' (Ar. Wolken 262) und ähnlichen 
wird vergleichen lassen. Welche Bedeutung aber dem -ftax- inne wohnen 
mag, bleibt uns noch unverständlich. 
äpslß-Hv (pa die Stelle von etwas Anderem setzen' =) ^umtauschen, ein- 
tauschen'; medial apelß-eo&ai (,an die Stelle eines Andern treten' =) 
abwechseln'; ,vergelten'; vertauschen, verlassen'. . 

11.6,235: og ngbg Tudefidijv Jtßo^rjdea revxe afxeißsv XQvoea gaA- 
xeitüv. IL 11, 547: rgiaae . . . ivrQ07taXi£6/Aevog, oXiyov yovv yovFog 
afteißwv. 11.23,712: ayxag <T aXXrjXiDv Xaßerrjv %bqoIv azißag/joiv, tag 
oV afjieißovteg (,Dachsparren') . . . öci/narog iiprjXoio. Pind. Pyth. 5, 38 : 
KqiöoIov Xdg>ov a/ueiipev ,fiberschritt den Hügel' (gleichsam ,tauschte ein'). 
Soph. Phil. 1262: d^ieixpag rdode nergTJgeig aziyag (,umtauschend' — ,ver- 
lassend'). — IL 3, 171: %6v ö' 'EXivrj pv&oioiv apclßero. IL 1, 121 : %bv 
<T weiß er* (nämlich sprechend') . . . 'AxiXXevg. Od. 24, 285: %$ xiv o' 
ev dwQOioiv dfisitpdfzevog a/iifieuxpev. — IL 9, 409: *pv%r} . . . inet ag 
xev d/uelxperac i'gxog odovtwv. — Dazu: dfioißrj ,Umtausch, Vergeltung'; 
Od. 1, 318: aol <T a%iov eovai dfioißfjg. Od. 3, 58: aXXoioi dtdov xagi- 
Feooctv a/ÄOißrjv . . . dyaxXefiTrjg kxccrojjßrjg. 

Lat dazu: migräre , wegziehen, fortgehen', ,sich ändern'; transitiv ,ver- 
lassen', ,fibertreten'; Plaut Epid. 342 : ego hinc migräre cesso] Plaut Cure 
216: migräre certumst jam nwne 4 fand foräs; Plaut Trin. 639 : neqve 
mens officio migrat] Lucr. 2, 775: caerula qvae sint, numqvam in mar- 
moreum possimt migräre colärem) Lucr. 5,830: omnia migrant, omnia 
commütat natura et vettere cogit; — Gell. 2, 29, 16: cassita nidum mi- 
grdvit] Cic. div. 1, 5, 8: ne commti/nia jüra migräre videätur. 



Griechische Etymologie. 233 

Lit migti 7 drücken, drängen' and altbulg. miglivü ,beweglich' (nach 
Fick l* f 510). 

Das anlautende a ist ein jünger entwickeltes wie in d/iilyeiv ,melken' 
(Seite 226) und sonst Das innere ß an Stelle von altem Guttural ver- 
gleicht sich mit dem von ölißeiv ,drücken' (Od. 17, 221; Ar. Fried. 1239; 
Lys. 314) neben lat fligere ,schlagen, anschlagen' (liv. Andr. fr. 12; Lucr. 
5, 1001) und von Qifißeo&ai (aus altem *ßgefiß-) ,sich drehen, herum- 
schweifen' (Antiphil. in Anth. 9, 415, 4 und Agath. in Anth. 5, 289, 6 und 
297, 6) neben vergere ,sich drehen, sich neigen' (Lucr. 2, 212; Caes. Gall. 
1, 1). An äusserlich ähnlichen Verben lassen sich übrigens noch anführen: 
arelß-etv ,treten' (11.11,534), kelß-eo&ai ,fliessen, herabfliessen' (Od. 7, 
107: ano-letßeTcu ,es tröpfelt herab'; causal Xeiß-ipev >f Hessen lassen, 
ausgiessen' 11.6,266) und eXß-eo&ai ,fiiessen, triefen' (11.24,794: xar- 
-eißevo ,es floss herab'; causal eißet ,er lässt fliessen, vergiessf IL 19, 
323), die mit d/uelß-etv die Eigentümlichkeit th eilen, dass sie in allen 
Verbalformen nur ei als inneren Vocal haben. Es ist nicht ganz unwahr- 
scheinlich, dass das ß (aus älterem g) in a/ielßeiv erst als jüngeres Element 
zu der zu Grunde liegenden Verbalform gefügt worden ist : man darf dann 
wohl einen engen Zusammenhang mit mütäre ,verändern' (Ov. Fast 6, 665: 
exilio mutant urbem) und mütuus ,geliehen', gegenseitig' (Naev. Com. 97 : 
argentum . . . sumpse mütuum; Nep. Datam. 10: beneficiis mütuts] Ov. met 
1 , 655 : reüees nee mütua nostris dieta refers) annehmen. Dass in ihnen 
das ü aus altem oi hervorgegangen, ergiebt sich aus dem von Varro (ling. 
Lat 5, 179: si datum qvod reddätur, mütuum, qvod Siculi fiolrov, ita- 
qve scribit Sophrön ptoltov av%\ (xoLtov) angeführten sikelischen polrog 
,geliehen', das auch bei Hesych in einer etwas dunkeln Anführung (jhol- 
toI ayriftof ttaQoifila 2uuXolg 9 tj yaQ %vqi$ ftoi xov oIvoxoqiv) erhalten 
zu sein scheint und aus dem ohne Zweifel auch zugehörigen gotb. maithms 
,Geschenk ( (Mk. 7, 11 für ,dtjQov% 

äfieivov- (afielvwv) ,besser, tüchtiger', nützlicher'. 

IL 16, 709: IdxiXfiFog, og neq aio noXXbv dfielvcov. IL 1, 116: idiXu 
do/nevai naXiv, el zo y afieivov. 

Wird als deutlich comparativische Form hervorgegangen sein aus 
*afiiev-iov, wie zum Beispiel %bIqov- schlechter, geringer* (IL 15, 641 : %ov 
yiver' tx ntnqbg noXv xelQovog vlog afielvwv) aus *x&Q i0v i oder wie tel- 
vet ,es dehnt sich aus' (Aesch. Sieben 763) aus *Tivjei 7 oder xiQetva ,zarte' 
(Hom. hymn. Dem. 209) aus *ziQevia. Das zu Grunde liegende apev- aber 
würde sich seiner Bildung nach vielleicht mit t£qbv ,zart' (II. 3, 142; 4, 
237) und aQoev- ,männlich' (IL 7, 315; 8, 7) vergleichen lassen. Möglicher 
Weise aber entwickelt sich sein anlautendes d auch erst als jüngerer Laut 
wie in d/niXyeiv ,melken' (Seite 226) und anderen Bildungen. Dann würde 
sich ein (aev- als alte Grundlage ergeben. An Zusammenhang aber mit 
dem älteren lat. manus ,gutf (Varro 1.1.6,4: bonum antiqvi dicebant 



234 Griechische Etymologie. 

manum] Macrob. 1, 3, 13: nam et L&numnt mane pro bonö dfcunt) 
wird man kaum denken dürfen. 
afitiydaXo-v oder d{ivyödXr\ ,Mandel'. 

Athen. 2, 53, B : TQvqxov öh h Httixjj ttQOOtpölqc dfivyddlrjv fikv rbv 
xaQ7zov ßaQiwg, ov rj/neig ovöeriQwg dfivydakov Xiyofiev. — Eupoliß (bei 
Athen. 2, 52, D): ölöov fiaoäo&ai Na^lag dftvyddlag. 

Für das anlautende d darf man jüngeren Ursprung muthmaassen, von 
dem so eben noch unter apeivov- die Bede war. Das Suffix scheint das 
selbe zu sein wie in fQonalo-v ,Knittel' (IL 1 1, 559), Ttivako-v ,Blattf (IL 
2, 312), xvwdalo-v ,Unthier* (Od. 17, 317), ist aber nur in Zusammenhang 
mit der Consonantenverbindung yd zu beurtheilen, deren Entwicklung noch 
nicht deutlich ist Fick (2, 193) vermuthet Zusammenhang mit dem lako- 
nischen fxovxr]Qo-g ,Mandel' (Athen. 2, 53, B: fiovxygovg yaQ uldxcoveg 
%akovai %d dfxvydald), der aber noch genauer begründet werden müsste. 
äpvdiq ,an den selben Ort, zusammen'; ,zugleich'. 

11.10,300: apvdig xixkrjoxero ndvrag aQlatovg. — II. 23,217: nav- 
vv%ioi <?' aQa toi ye (nämlich ,die Winde') nvgrjg Sfiväig q>X6y* ißaXXov. 

Das Suffix ist das selbe wie in %afxddig ,auf die Erde' (EL 3, 300 ; 6, 
147) und aXlvdig anderswohin' (IL 11, 486; 745), der zu Grunde liegende 
Pronominalstamm der selbe wie in äfxa ,zusammen, zugleich' (Seite 217). 
Sowohl der Mangel des anlautenden starken Hauchs, als das innere v an 
der Stelle von o dürfen wohl als äolische Eigentümlichkeit (Meister- 
Ahrens S. 100 und 56) gelten. 
äiivdQö-s ,schwer erkennbar, undeutlich'. 

ArchiL 128: dfxvÖQrjv x ot Qdö y i^alevfievog. Thuk. 6,54: %ov <T h 
IIvxHov %%i xcrl vvv dfjkov koiiv (nämlich to inlyQafifia) d/xvÖQolg yqdfi- 
fiaoi Xiyov tdde' fivrjfia rode . . . Plat Phaedr. 250, B: dcxacoavvrjg fikv 
ovv xal ouxpQoovvTjg . . . ovx Iyeotl ipiyyog ovSkv Iv roig vfjde Sfiouifia- 
aiVj dXXd de ' dfivÖQuiv ÖQydvcjv fioytg avzuJv xal oklyot knl vag elxovag 
iorveg &€wvrai %b tov eixao&lvTog yivog. Plato Staat 7, 533, D : diov- 
%ai 8k ovo/iavog akkov, ivctQyeoziQOv fikv rj öo^rjg, dfivdqoxiqov 6k r\ 
Intaxrifirig. 

Bezüglich des anlautenden d darf man jüngeren Ursprung vermuthen, 
wie in dfialövveiv ^vernichten, zerstören' (Seite 224) und sonst, das Suffix 
aber ist offenbar das selbe wie in xvdgo-g ,rühmlich, ruhmvoll' (IL 18, 184), 
xftvdeo-g ,lügenhaft, falsch' (Lykophr. 235; 1219), iQv&Qog ,roth' (IL 9, 365), 
oxv&Qo-g ,mürrisch, yerdriesslich' (Menander bei Photios; Arat 1120), 
ctÖQo-g herangewachsen' (Seite 143). Fick l 4 , 519 vergleicht altbulg. 
modrü ,bläulich, dunkel'; danach müsste das innere v aus älterem o her- 
vorgegangen sein, was kaum als sehr wahrscheinlich gelten kann, 
«fi^x- : dfivooeiv (aus *dfiv%-jeiv) ,kratzen, ritzen, verwunden'. 

IL 19, 284: x e Q°i 6* dfivaaev orf)&€d %* rjö y dnaktjv deigrjv 18k xakd 
7tQoaw7ta. IL 5, 425 : nQog %Qvaj) TceQovt] xaz-afiv%axo %€lQa aQavqv. IL 
1, 243: ov <T höo&i \fafiov dfiv&is (bildlich) x^onevog. Aesch. Pers. 161 : 



Griechische Etymologie. 235 

xal fie xaQÖiav dfxvaaet q>Qovxlg. Aesch. Pers. 115: raizd poi ixsXayxi- 
Twv q>Qrjv d/nvooexac cpoßtp. — Dazu: dfivxrj ,Iüss, Schramme'; Phiy- 
uichos (bei Athen. 4, 165 D): fieydXag dfxvxag xccx-afiv^avxeg, — und 
a i ut;^jUo-g,Verwundung'; Theokr.24,124: £upi<av t 3 avi%eo&ai afivxfiiov. 

Das anlautende d wird jünger entwickelt sein, wie in dfiiXyeiv ,melken' 
(Seite 226) und sonst Die so sich ergebende Verbalgrundform fiv% aber, 
deren aspirirtes % auch durch keine einzige Verbalform als wirklich alt 
erwiesen wird, scheint auf ein älteres (ivx zurückzukommen, da von Fick 
2, 198 wohl mit Recht sowohl d-pvx-akrj ,Pf eilspitze' (Hesych: apvxaXal- 
al axldeg %<av ßeXtiv naQa ro dfjivaaeiv), als lat nrnc-rön- ,scharfe Spitze, 
Schwertspitze, Dolchspitze' (Enn. incert lib. 3 : versat mucrvnem) dazu ge- 
stellt wird. 
dpvxvö-q ,rein, heilig'. 

Soph. Brachst 909 aus Suidas: a(Av%vov m xb tir\ pvoagov aXX' ayvbv 
xal xa&aQOv. ovtid 2oq>oxXijg. ygdq>exai öi xal a/xvxQov. Das letztere 
vergleicht sich mit Bildungen wie ipvxQo-g ,kalf (11.5,75), wxQo-g ,blass' (Eur. 
Bakch. 438), dpvxvo-g aber mit solchen wie avxvo-g ,ununterbrochen, viel' 
(Hdt 6, 33 ; 8, 52). Man hat an Stelle von beiden , da sie doch nur un- 
sicher überliefert erscheinen, afxvaxQo-g (siehe etwas weiterhin) vermuthet 
&tivöxid- (apvoxig) ,starker in einem Zuge gethaner Trunk'; ,grosses Trink- 
gefäss'. 

Eur. Bhes. 419: ovx iv depvloig nvxvrjv apvanv wg ov de&ovpevoi. 
Eur. Shes. 438: ovx <"£ av xopTtsig Tag ifxag apvoxidag. Eur. Kykl. 417: 
idi^ax* eoitaoiv %' afivaxiv ikxvoag. Ar. Ach. 1229: xal rtqog y* axga- 
tov hyx&<*g afivaxiv l&Xaipa. Kallimach. (bei Athen. 10, 442, F): xal yag 
6 &QT}üUrjy fxhv ditioxvye xctvdbv apvaxiv olvonoxelv. Anakr. 63, 2: q>4(>' 
fj/xiv, üj 7tal ) xeXißrjVy oxtag afxvoxtv tiqotvLü). Pollux 6,97: fj Sfivoxig' 
xal yotQ xovxo ov fiovov xrjv a&Qoav noatv dXXa xal kxrcdfjLoxog ox*il*a 
dqXoi. — Dazu ä(ivoTl£eiv ,in vollen Zügen trinken 4 ; Eur. Kykl. 565: 
rjdiojg rjpvoxioa. 

Der Bildung nach wohl zu vergleichen mit xvoxid- (Arist physiogn. 6, 
811,14: olg xb dito xwv 6(p&aX(Ltwv olov xvoxiöeg rvQoxQifiavxai , olvo- 
g>Xvyeg) y einer selteneren Nebenform von xvoxi-g ,Harnblase' (Soph. Brachst 
362 : tag . . . xvoxeig), übrigens noch dunkel. Ob man für das anlautende 
d Jüngern Ursprung annehmen darf, wie in a/xvooeiv ,kratzen, ritzen' 
(Seite 234) und sonst? Die Vermuthung, dass das beraubende av- (a-) 
,un'- (Seite 185) darin enthalten sei und eine alte participielle Form zu 
(iv-eiv ,sich schliessen' (Antiphil. in Anthol. 7, 630: ovrna xtfAog tyvae) den 
Schlusstheil bilde, ist wenig wahrscheinlich. 
dlivöxQö-q ,unbefleckt, rein'. 

Parthenios (bei Hephaestion 9, 5) : d(xvaxQov ovvoii eaaer 3 'AQx^Xatöog. 

Vergleicht sich mit Bildungen wie yXlaxQo-g schleimig, zäh' (Pherekr. 
bei Athen. 11,481,A), aloxQO-g schimpflich' (II. 2,119), dßXrjxgo-g schwach, 
sanff (Seite 133) und ähnlichen, ist übrigens noch nicht deutlich. Zu- 



236 Griechische Etymologie. 

sammenhang mit pvoog- ,Unreinigkeit, Verbrechen' (Aesch. Gh. 651) und 
pvoago-g ,unrein, abscheulich' (Eur. EL 1 1 79), wie man ihn öfters ange- 
nommen, oder etwa auch mit a-(ivftov- ,tadellos' (siehe etwas später), also 
dann Zusammensetzung mit dem beraubenden dv- (d-) ,un-' (Seite 185), 
ist wenig wahrscheinlich ; sie würde als Schlusstheil ein etwaiges *(iva%Qo- 
,Fleck* (?) ergeben. 
dpvveiv ,abwehren'. 

II. 9, 435 : ovdi %i itd^mav äfivveiv vtjval d'oßfjaiv hvq k&ikeig* II. 1, 
67: ai xiv mag . . . ßovkrjT* avzidoag fjpiv oltcq Xoiybv a/uivai. II. 6, 262: 
x&jcnyxag afivvwv ooioi ßirrjaiv (nämlich ,das Verderben' oder ähnlich). 
IL 9, 531 : Ahiakol fthv aftwofievot Kakvöwvog (^abwehrend von KaL'). 

Da von einem etwa zunächst zu Grunde liegenden nominalen dpv- 
nirgend eine Spur erscheint, also das anlautende d- ebenso wie in apvo- 
oeiv ,kratzen' (Seite 234) und sonst als jünger entwickelter Laut wird 
gelten dürfen, so stellt sich d-pvveiv in eine Reihe mit den unabgeleiteten 
Verbalformen dvveiv ^eindringen' (11.17,392: dvvei; daneben dvwv ein- 
dringend' (IL 21, 232; Uv ,er drang ein' (IL 3, 36), $vveiv ,toben' (IL 5, 87: 
itfjve] daneben &uei ,er tobt' II. 1, 342) und itXvveiv ,waschen' (Od. 15, 
420 : Ttkvvovaa ; daneben nkv&eloa Arist mirabl. 48), doch mit dem Unter- 
schiede, dass unmittelbar zu dpvveiv gehörige Formen ohne das — ur- 
sprünglich wohl nur präsentische — v im Griechischen nicht mehr be- 
gegnen. Als alte Verbalgrundform darf fxv angesehen werden. So hat 
man (Benfey 2, 37) nicht ohne einigen Grund Zusammengehörigkeit mit 
lat moeni- (aus *movini-?) 7 meist in der Mehrzahl gebraucht, ,Mauer* nebst 
mOmtr^ alt moenire ,mauern, mit Mauern versehen, befestigen' (Plaut. miL 
228: magna moenis moenia; Enn. ann. 145: müntta est) und mürus, alt 
moero-s ,Mauer' (Enn. ann. 376: acc. pl. moeros) dafür schon mürös Enn. 
ann. 190; 391; 527), die aber doch noch weiter begründet werden müsste. 
äfivuov- (apvptov) ,tadellos' (?). 

Bei Homer allein ungefähr 120 mal, und an etwa hundert dieser Stellen 
von Personen gebraucht, so II. 4, 194: 'Aoxkrjtciov vlov apvpovog IrjTrJQog. 
IL 14, 444: dv aoa vv/LHprj rbte vrjßlg d/nv/nwv. IL 14, 115: ÜOQ&ißi ydo 
rosig 7taideg apv/noveg i^eyivovro. II. 2, 674: ^uer* apvfiova IlTjXeßUova. 
Od. 1, 29: ßvrjoaro ydo xard dvpov dpvftovog Aiylo9oio. II. 4, 89: bvqb 
Avxdovog vlov d/Avpovd te xoaveoov %s. Die übrigen homerischen Stellen 
sind: Od. 19,332: og <T av apv/Aoov avtog %j] xal dfivpova ßeidij. IL 
10, 19: ei xtvd ßoi £vv prjriv apvfAOva TexTTjvcujo. Od. 9, 414: wg ovofx' 
i^a7tdTtjaev kfiov xcrl fiifjrig dfivjuwv. II. 16, 119: yvü d' Aißag xavd 
-Svfidv dfAvpova. Od. 10, 50: iyaofievog xard dvpiov dpvfdova peoprjQit;a. 
Od. 16, 237: xal xev Ifuov xecra &vpdv dfivfxova fieQ/Arjol^ag. Od* 14, 508: 
w yioov, alvog fuiv %oi djuvfuwv, ov xarilejzag. II. 9, 128 und 270 und 
Od. 24, 278: yvvaixag dfxipiova ßiqya ßidvlag. II. 23, 263: dijxe yvvaüt 
dyayiad'ai dfivfiova ßioya ßtdviav. IL 6, 171: avtdo o ßrj Avxlrjvde 
xtewv in ajuvfiovi itoiinfj. IL 13, 637 — Od. 23, 145: /nolnrjg tb yhvxe- 



Griechische Etymologie. 237 



et *> 



Qtjg xal apvfiovog dQxrj&poio. Od. 1, 232: fiiXXsv fiiv nove ßoixog od 
dtpveibg xal cc/ävilkov. Od. 22, 442 — 459 : (ABOorjyvg %b &6Xov xal afiv- 
(xovog %QXBog avXrjg. Od. 24, 80 : piyav xal dfiifiova rv/ußov %BvaiiBv. 
Od. 12, 261: avtlx %nBixa &eov ig dpvfiova vijaov IxofiB&a. IL 15, 463: 
og Fol kva%Qsq>ia vevgrjv iv apvpovi %6^(p ßQtj^B. 

Offenbar gebildet wie a-xrtjfiov- ,ohne Besitz* (11.9,126; zu x-rij/jar- 
,Besitz* H. 3, 285), av-aipov- ,ohne Blut* (IL 5,342; zu alpar- ,Blut* IL 
4, 146), a-ßcipov- ,ohne Kleider* (Od 3, 348; zu ß Bitten- ,Kleid* 11.23, 67), 
also zusammengesetzt aus dem beraubenden av- (d-) ,un*- (Seite 185) und 
einem nur noch zu muthmaassenden *i*viiai- /Tadel' (?), ,Schandfleck* (?). 
Eine Nebenform des letzteren bietet noch Hesych in juv^oq' alo%og y g>6- 
ßog, tftoyog, das sich zu ihm verhält ganz wie zum Beispiel XvpaQ 
(Maxim. nBQl xa%aQ%tiv 238: firjöi xb Xvfxao iv lo%l(p kfXTteXdoeuv) ,Ver- 
unreinigung, Unreinigkeit* zu dem gleichbedeutenden Xvpar- (II. 1, 314). 
Eine alte ganz unerwiesene Behauptung nennt jenes (ivfiaQ eine äolische 
Nebenform zu pwpo-g ,Tadel, Schandfleck* (Od. 2, 86 : i&iXoig di xb pw- 
liov avaipai), das auch in aiitaiio-g ,untadelig* (Hdt 2, 177: dfivifjKfi vofiip, 
Aesch. Pers. 185: yvvaixe . . . xoXXbi t* apai/uo. Theokr. 18, 25: xoqai 
. . . %dv oi Jav xig aficofiog) enthalten ist, und an das sich auch noch 
die homerischen tiwpeveiv ,tadeln* (Od. 6, 274), /nw^ao^at ,tadeln* (IL 3, 
412) und d/xcofirjTo- ,untadelig* anschliessen. Vielleicht war jenes pvpaQ- 

— *HVftaT- ursprünglich ,Schmutz* und schliesst sich an pialveiv, alt 
pdFalvBiv ,besudeln' (II. 16, 795: fiifdvxhjoav di ßi&Biqai atyaxi xal xo- 
vtfiau Bildlich Pind. Nem. 3, 16: otix kXey%ieaaiv ... efiiave ,befleckte 
nicht mit Schmach), zu dem wohl auch altind. mü'tra-m ,Harn* (AV.) 
gehört 

dfiavQö-q ^undeutlich, dunkel*; ,blind*. 

Od. 4, 824 —» 835: rfjv d y afcafiBißoiievov 7tQoaiq>t] ßsldtoXov dfiavQov 
(jUndeutliches Traumbild*); Hes. Werke 284: %ov di % afjtavQoviQrj yevefj 
tueronio&e XiXeircrai (,unberuhmt*) ; Aesch. Ch. 853: eit* l§ d/navoag 
xXrjöovog Xiyet fia&aiv. Aesch. Ag. 465 : rvxrjQov ort avev dlxag naXiv- 
rv%€l TQtßq ßlov ti&bZo' afxovQov. — Soph. Oed. KoL 181 : %7te <Zd y 
aiAavqiji xciXit). Soph. Oed. KoL 1639: Oldinovg ipavoag dfxavQalg %bqoIv. 

— Dazu dpavgoBiv , verdunkeln', auch in bildlicher Bedeutung; Hes. 
Werke 693 : decvov d* bX xe . . . xa db q>0Qxl ' a^iavQwd-elf] (,yernichtet 
werden*); Pind. Brachst 126,1: pTjd* dpavQov xioxpiv iv ßl<p. Hdt 9, 
10: \h>Ofiiv(p ol inl xq> Tliqaj] 6 rjXiog dfxavQwd^ iv tqi ovQavqi. 

Enthält ohne Zweifel ein vor seinem /a erst jünger entwickeltes a, ganz 
wie ein solches zum Beispiel in dfiiXyBiv ,melken 4 (Seite 226) und noch 
zahlreichen anderen Formen enthalten ist Die kürzere Form (xavQo-g 
,dunkel*, ,schwach* (siehe später) hat sich daneben erhalten, und ebenso 
ein daraus abgeleitetes uavooBiv ,verdunkeln, schwächen* (Hes. Werke 325 ; 
Theogn. 192; Pind. Pyth. 12, 13; Aesch. Pers. 223). 
d(xe1)-6ö&ai überschreiten, übertreffen'. 



238 Griechische Etymologie. 

Ein seltenes Wort Pind. Pyth. 1,45: /naxgd dh §lipaig d/aevaaad-' av- 
rlovg. Pind. Brachst 23 : dftevoao&ai Nd^iov TIoovöqov, wozu eine alte 
Erklärung lautet ,ib dpevoai o kau rcaQsX^elv xal vixrjoai'. Euphorion 
70 (bei Meineke) : vöara dtvrjevrog dfievodpevog L4&vq<xo. — Dazu: apev- 
oi-enig- , Worte überholend 4 (Pind. Brachst 24: dftevourtij q>Qorclda mit 
der alten Erklärung 7 ttjv tax^wg evQeuxrjv didvoiav)] — dfxeva L-no- 
Qo-g ,Wege überschreitend' d. L durchkreuzend' (Pind. Pyth. 11, 38: xar 3 
dfiievoinoQovg TQioöovg idivd*hjv)* — dpevoipo-g ,wo man hinüber- 
schreiten kann, wo man gehen kann' (Ap. Khod. 4, 297 : trttrcQo yd? okxbg 
hvx&rj ovQavlrjg axrivog, fiizy xal dftevaifiov t]€v). 

Die öfter angenommene (so nach Fick 1 4 7 511) Zugehörigkeit des lat 
movere ,bewegen' (Enn. ann. 394) ist unwahrscheinlich, da seine Bedeutung 
hier weit abliegt 

Die öfter wiederholte Annahme eines näheren Zusammenhangs mit 
djuelßetv , umtauschen, eintauschen' (Seite 232), das aus *afielßeiv (Fick 2, 19) 
oder *d/ÄißJ€iv (GOurtius 588) entstanden sein und nah zu lat movSre 
,bewegen' (Enn. ann. 394) gehören soll, ist weder in formeller Beziehung 
noch in Hinsicht auf die Bedeutung von irgend jemandem wirklich wahr- 
scheinlich gemacht 
tffipes ,wir* (IL 21, 432; Od. 9, 303; 321; 22, 55), siebe später unter rjfte-. 
tffifio-g ,Sand'. 

Plat Phaed. 110, A: iv rfj &aXdvTji . . . arJQayyeg dk xal apfiog xal 
7trjldg afirjxctvog xal ßogßoQol slow. Xen. mem. 3, 3, 6: novsQov inayar 
yelv Tovg fzoX&filovg inl %r\v dfx/nov xelevoeig; 

Wurde schon neben dem gleichbedeutenden xpafipo-g (Od. 12, 243) unter 
apa&o-g ,Sand' (Seite 220) erwähnt, auch bezüglich eines etwaigen ety- 
mologischen Zusammenhangs. Zur sicheren Sonderung vom Suffix und 
Verbalgrundform würde zunächst der Ursprung der Doppelung fi/i fest- 
zustellen sein: dass sie an und für sich sehr verschiedenen Ursprungs 
sein kann, zeigen Wörter wie ygafi/ia (aus *ygd(pfid) ^Buchstabe' (Aesch. 
Sieben 434), a^ieg (aus *aofieg) ,wir' (II. 23, 432) und andre. 
äfinaXo-s ,wiederholtes Loosen'. 

Pind. Ol. 7, 61 : fivaa&ivrc dk Zeig afinalov piklev d-i/aev. Vorher 
Vers 58 war gesagt: drceovTog <T ovxig evdetZev Xd%og *Aiklov. 

Für dvdnalo-g ,wie zum Beispiel dfinviwv ^Athem schöpfend' (Pind. Nem. 
8, 19) aus dya7tvi<avi also zusammengesetzt aus dvd ,in die Höhe' (Seite 187) 
und 7tdlo-g ,Loos' (Aesch. Sieben 458; — Hdt 4, 153: ndky Xaxovra). 
dtinsQis ,durchbohrend'. 

Dreimal bei Homer. II. 11, 377: did <T dfinBQig log iv yalji xari— 
Tcrjxto. 11.17,309: did d y d(JL7teqhg axQtj aixfirj %<xht.tiri izaqd veiatov 
w/nov dvioxev. Od. 21, 422: did d* dfi7Z€Qkg rjk&e &vQa£e log xdxoßagrjg. 

Also jedesmal mit nah vorausgehendem dtd, mit dem es bei Homer 
über dreissigmal fest zu dia^neqig (IL 5, 112; 284 und sonst) verbunden er- 
scheint Adverbiell gebrauchte ungeschlechtige Form eines Adjectivs, das ganz 



Griechische Etymologie. 239 

ähnlich zusammengesetzt wurde wie zum Beispiel l(x-(xevig ^beharrlich, 
unablässig' (IL 10, 361). Als ursprünglicher Schlusstheil ist ein ungeschlech- 
tiges *nigog- ,Durchbohrung' zu denken, das von neigen (aus *nig-jeiv) 
»durchbohren* (II. 7, 317) ausging und sich hier mit dvd ,in die Höh' 
(Seite 187) verband, das ebenso wie zum Beispiel in dem unmittelbar 
hieher gehörigen d^i-Ttelgavreg ^durchbohrend, anspiessend (II. 2, 426 und 
sonst oft) sein schliessendes a einbüsste. 
äiuzeZo-q , Weinstock'. 

Bei Homer dreimal. Od. 9, 110: dXXd %d y a07tagra xal dviJQOTa 
ndvra (pvovrcu, tcvqoI xal xgi&al qd' afmeXoi, ai xe (pigovoiv ßolvov 
lgio%dq>vXov. Od. 9, 133: fidla jc' a(p$izoi a^ineXot elev. Od. 24, 246: 
ov qtvrovy ov amiy, ovx apneXog, ov fikv iXaLFtj, ovx oyxvr\, ov /tgaocrj 
xoi avev xoftidijg xaxd xrjtvov. 

Enthält offenbar das selbe Suffix wie äaq>6deXo-g, eine lilienartige 
Pflanze (Seite 183) und andere neben diesem genannte Bildungen. Im 
Uebrigen ist noch kein annehmbarer Erklärungsversuch des Wortes bei- 
gebracht Ob etwa an Zusammenhang mit dyxvXo-g ,krumm' (Seite 203) 
gedacht werden darf? 
äfuteXCö- {dfXTceXLg\ ein Vogel. 

Ar. Vögel 304 nennt Peisthetäros als Vögel: nogq)vgtg 7 xegxvr}g f xoXvp- 
ßlg, a/LiTceXlg, q>rjvrj, ögioxp. 

Wird irgendwie in Bezug auf Weinstöcke (aiineXo-g, siehe oben) ge- 
nannt sein, wie denn die selbe Form auch noch in der Bedeutung ,kleiner 
Weinstock' (Ar. Ach. 995: nguixa \jl\v av dfineXldog ogxov IXdoai fiaxgov) 
begegnet Auch als Bezeichnung eines Meergewächses (Opp. Ixeut 2, 7 : 
ßgva de xal afmeXldag xal ßooxQv%ag xal toxaxldag xal ßoxdvag ixigag 
ix xov neXdyovg avXXi^aaai noiovvzai zag xaXidg) wird das Wort den 
gleichen Ursprung haben. 
£fijrctm-€ ,Ebbe'. 

Hdt 2, 11 : xoXrcog &aXdoorjg .... i>r\%lr] d* lv avxcp xal afinioxig dvd 
näaav rj/nigrjv ylvexai. Hdt 8, 129: ylvexat afutunig xijg &aXdaarjg pe- 
ydXr] xal xqovov krcl noXXov. 

Eigentlich ,Auf saugung' (wie noch Hippokr. 1, 120: oxov firj afirtcoxjg 
loxi xwv xv(jitov)i da es sich — mit der selben Verkürzung des dva- wie 
zum Beispiel in dfi-negig ^durchbohrend' (Seite 238) — unmittelbar an 
dva-mveiv ,auf schlürfen, aufsaugen, absorbiren' (Hippokr. 3, 212: ewg av 
j;rjgav&jj fjikv xal dvanod^j xovxl %b Ixxvfxuifxa xb ev xfj &Xdoei yevope- 
vov) anschliesst Die Suffixform ist dieselbe wie in firjxi-g ,Einsicht, 
Klugheif (IL 2, 169), %T]%i-g ,Mangel, Entbehrung' (IL 6, 463; 19, 324 und Od. 
16, 35 in Dativ %r\%&, dem aber doch wohl eher ein ungeschlechtiges xrjxo-g 
zu Grunde liegt; die Nominativform x*J Tt S wird angeführt von Timäos lex, 
Plat: xy ri S' orcdvig, 'evöeia, oxigrjotg), tpdri-g ,Gerücht, Nachrede' (IL 9, 
460), ursprünglich wohl nur eine dialektische Nebenform des häufigen 
-OY-, wie in ßgwoi-g ,Speise' (IL 19, 210) und sonst 



240 Griechische Etymologie. 

äpüiwf (afirtvlf) ,Stirnband'. 

Bei Homer nur IL 22, 469: rrjXe ö y dno xqotoq ßdXe diofiata aiya- 
XoFsvra afxrcvxa x&tQvq>aX6v ts und in %Qvo-a(irtvx- ,mit goldenem 
Stirnband' (IL 5, 358, 363 und 720 = 8, 382 von Pferden gebraucht). 

Nach Bezzenbergers (4, 326) sehr ansprechender Vermuthung zu altind. 
ankuQä-8 ,Haken' (BV. 8, 17, 10), das ursprunglich wohl allgemein ,Krüm- 
mung, Rundung bedeutet haben wird und an das sich wahrscheinlich 
auch avwy- ,Bundung, Schildrand, Seitenwand des Wagenstuhles' (Seite 207) 
anschliesst Griechisches n an der Stelle von altindischem h wie in 
7t6t€Qo-g (IL 5, 85) = altind. katard-s ,welcher von beiden' (BV. 10, 
27, 111). 
diijcQeveiv fim Zugseil ziehen, schleppen'. 

Kallim. Brachst 234 : avdge vioi J&teXeio&ev afinQevovteg. Lykophr. 
1298: dvxirtOLVov 'idaiot %ditqoi ^rjTOvvreg al%(xaXu)%ov fjfiftQevoay rtoQiv. 
Lyk. 975: Xewg . . . Xvtcqov apfCQevoei ßlov ,wird ein trauriges Leben 
hinschleppen'; Lyk. 635: xciqxIvoi ftertXuxoteg a%Xaivov dprtQevoovoi 
vr\Xucoi ßlov. 

Als zunächst zu Grunde liegendes Wort ergiebt sich aus einer An- 
führung des Etymologicum Magnum {d^irtqov yaQ xvqIioq xaXelrai %b 
a%OLvLov %6 tXxov rovg ßoag) und aus Hesych {a^ifCQOV %6 revctfjiivov 
o%olvLov 1 (p ixQwrto dvxl $vfiov) ein ungeschlechtiges anitqo-v ,Zugseil', 
das wohl mit Hvzqo-v ,Höble, Grotte' (Seite 208) im Suffix übereinstimmt, 
übrigens noch dunkel ist 
dfijrXax'Slv (Aorist) ,fehlen, irren', ,verfehlen, entbehren'. 

Aesch. Agam. 1212: %rcet&ov ovdiv' ovdhv, wg rdd' rjfiTtXaxov. Aesch. 
Schutzfl. 916: %L <T f}fi7tXdxr}tai %<2v 6*' ifxol dUrjg cxtcq. Pind. 01.8,67: 
dvoQiag i' ovx dfxnXaxwy ,des Muthes nicht ermangelnd"; Soph. Ant 
554: oXfiOi rdXaiva, xafmXdxw toi aov (xoqov. Eur. Alk. 418: yvvautog 
ia&Xrjg ij/urtXaxeg. Die Präsensform begegnet erst spät, so bei Theages 
(fragm. philos. Graec. Paris 2, 20 b ): dfißXaxlaxovvt. 

Dialektische Nebenformen mit ß (wie Archiloch. Brachst 73 : rjpßXaxov, 
xal tcov %iv* SXXov rfi axr\ Y.i%r\oa%6) machen deutlich, dass der Labial 
überhaupt nur ein eingeschobener Laut ist, ganz wie zum Beispiel in 
fti-tißXerai ,es liegt am Herzen' (IL 19, 343) neben n&Xei ,es liegt am 
Herzen' (II. 2, 338). Weiter aber darf man vermuthen, dass das anlautende 
a ein vor der Gonsonantenverbindung erst zugefügter jüngerer Laut ist, 
wie zum Beispiel in dßXyxQo-g ,schwach, sanft* (Seite 1 33) oder in acta- 
Xv-g ,Aehre' (Seite 177). So lässt sich als alte Grundlage ein pXa- oder 
fxaX- annehmen: denn das x wird als Best eines alten nominalen Suffixes 
gelten dürfen, da mehrere zugehörige Verbalformen, wie rjfißXdxT]Tai ,es 
ist gefehlt* (Aesch. Schutzfl. 916), noch deutlich das Gepräge der Ableitung 
tragen und auch das zugehörige weiblichgeschlechtige dftitXaxlä ,Ver- 
irrang ,Vergehen' (Pind. OL 7, 24; Pind. Pyth. 3, 13; Aesch. Prom. 563) zu- 
nächst ein *d|M/rAcr-xo- ,irrend, sich vergehend' zurückführt So ergiebt 



Griechische Etymologie. 241 

sich als sehr wahrscheinlich ein Zusammenhang mit pileo-g ,nichtig, ver- 
geblich' (IL 21, 473), livlfj ,Fehlgeburtf (Arist hist an. 10, 7), afißXouv (aus 
*pko-€iv ; siehe etwas später) ^Fehlgeburt thun' (Eur. Andr. 356), böhm. 
myliti ,irren', poln. mylic ,irre machen' (daher entlehnt: lit militi ver- 
fehlen, sich irrenO und möglicher Weise auch lat malurs ySchlecht' (Zwölf 
Taf. 8, 26: malum Carmen] Enn. ann. 248 : malum . . . facinus). 
äußiov- (apßwv) ,buckelartige Erhöhung', ,Band'. 

Aesch. Brachst 103 (Kerkyon) und 231 (Sisyphos): a^ßwveg ,Bergvor- 
sprünge' (aus Hesych: apßcoveg' al nQoaavaßdaeig %dv oqwv. Aio%vXog 
KeQxvcüVL xal 2iavqxp), — Eupolis Brachst (bei Meineke 2, Seite 440): 
n(ag (o ftoklwv ijdr] Xonadtov tovq a(xßtavag neQiXel^ag) Plut Lyk. 9: %ov 
$okeQOv rtQoOKOTCTOvtoQ ivrog xal nqooia%oiihov %olg afißtooi. Ephippos 
(bei Athen. 8, 347, B): neQinXelv d y inl rolg a/ußwoiv avo) nivre xilrjTag 
ftevraaxdkfiovg. Athen. 11, 483, B: a/ußwvag 6 xai&cov %x<ov vnoXel7tei %b ov 
xa&agov iv avtqi. — Nebenform: afißt}. Hippokr. 3, 141 : %vXov . . . a/ußrjv 
di k%6ru) /aixqov v7zeQ&%ovoav inl %<$ voTarcp %ov n€Qiq>BQiog iv Tip fii(>ei. 

Lat wnbön- (umbö) ,buckelartige Erhöhung'; Verg. Aen. 3, 544: telwn 
. . . summo elipei nSqwqvam umbone pependit] Mart 3, 46, 5: cunctos 
umbone (,mit dem Ellbogen') repellet; Stat Theb. 7, 15: Isthmus umbö 
,Landenge'. 

Bildungen auf wv, wie dyxcAv- ,gebogener Arm, Ellbogen' (Seite 202) und 
namentlich solche auf 17, wie a^it} ,Hacke, Harke' (Seite 229) sind sehr gewöhn- 
lich. — Da griechisches ß nicht selten an der Stelle von altem bh steht, wie 
zum Beispiel in kdßev ,er ergriff' (II. 1, 387) neben altind. grbhnä'ti ,er 
ergreift' (BV. 9, 83, 4), so wird man die Verwandtschaft mit oficpalo-g 
,Nabel' (IL 4,525; ,buckelartige Erhöhung, Schildbuckel' IL 13, 192), lat 
umbilico-s ,Nabel' (Plin. 11, 220), altind. nä'bhi- ,Nabel' (BV. 10,90, 14) 
als wahrscheinlich bezeichnen dürfen. 
äußix- (äfißig) ,Becher'. 

Athen. 11, 480, D führt aus Simonides an: ccvrt] dk cpot-ixertog [agyelt] 
xvkiQ und fährt dann fort: fj elg 6%v dvrjypivr], olol eloiv ol afußixeg 
xaXovpevot. — Eine Nebenform apßi xo-g nennt Athenäos 4, 152, C: %6 
de noxov 61 diaxovovvxeg iv dyyetoig rceqKpkqovoiv iotxooi phv dfdßlxoig 
rj xeQafiioig 77 dgyvQolg. 

Fick (2, 19) stellt es zu afißwv- ,buckelartige Erhöhung' (siehe oben) und 
auch zu lat obba ^breitrandiges Gefäss' (Varro sat Menipp. Seite 123, 6; 
Persius 5, 148), was weiterer Erwägung werth bleibt An ähnlichen Bil- 
dungen lassen sich nennen ßipßlx- ,Kreisel' (Ar. Wespen 1530), xipßlx- 
,6eizhals' (Simonides bei Athen. 14, 656, D), oxdvdix- ,Kerbel' (Ar. Ach. 
478 und 480), von denen man auch wohl auf die Gedehntheit des inneren 1 
schliessen darf. 
dpßXöeiv ,eine Fehlgeburt thun'. 

Eur. Andr. 356: fjfielg yaq ei afjv nalöa qtaQftaxevoftev xal vrjdvv i£- 
-afißXovuev. Ar. Wölk. 137: xal (pQovtld* i^rj/ußXuxag tt-evQTjuivrjv. — 

Leo Meyer, Griechisch© Etymologie. 16 



242 Griechische Etymologie, 

Präsentisches dfißXioxetv bietet Piaton zuerst, Theaet 149, D: didoZoaiye 
al fialai qxzQpaxia . . . dvravrai . . . xai law ye ooiov do£f], dfißXioxeiw. 
Ein präsentisches dfißXvoxei wird ans Sophokles (Brachst 128) von 
Hesych (dfißlvoxei' l^afißXou xvgltog dk int afiftiXov. xai bettTgwoxei^ 
2oq>oxXrjg lAtwdgofiidtj) angef&hrt 

Hangt ohne Zweifel eng zusammen mit afinXaxeiw (dftßXaxeiw) fehlen, 
irren' (Seite 240). So wird es zunächst ans *äfil6ei* 7 weiter *fiX6ei* 7 ent- 
standen sein und auf eine Grundlage pXo- oder poX- zurückfahren, an 
die ach am nächsten anschHesst ftvXfj 9 Fehlgebnit c (Amt bist an. 10, 7). 

dpßX'ö-s stumpf, ohne Leistungsfähigkeit, ohne Thatkraff. 

Plato Theaet 165, D : et rlg oe nqoor\quna et lixioxaodai toxi fikw 
d£v 7 %o%i dk dfißXv. Aelian hist an. 4, 40 : xvvbg dk yijgäwrog afißleig 
ol bdorreg. Aesch. Enm. 238 : ov nqoorQOTtaiov ovd* aq>olßarcor X^°i 
dXX * ifißXvw tjdrj TtQooretQififib'or %e nQog SXXoioiw otxoig. Plat Theaet 
174, E: navtanaoiv a§ißXv xai lizl OfiiXQOw oQwmov. Thuk. 2, 40: 6 d* 
arroyelXior apßXvteQog ^minder eifrig'. Thuk. 2, 65 : w* fikw rtegl %a ot~ 
xela exaorog tjXyei, a\ißXv%eqoi f t drj orceg. 

Eine der zahlreichen Adjectivbfldungen auf i/, wie ßgadv-g langsam' 
(Od. 8,330), »gaoi-g ,mutmV (H 6, 254), ßaqv-g jSchwer* (Od. 9, 257), 
daou-g ,dichtbehaarf (Od. 14, 51). Naher Zusammenhang mit dem vorher- 
genannten afißXoeiv ,eine Fehlgeburt thun' ist nicht zu bezweifeln, so dass 
als ursprüngliche Bedeutung etwa fehlend, ermangelnd* zu denken sein 
wird. Ob etwa auch unser blind, goth. blinda- (Matth. 9, 27) dazu gehört? 

fyupo- (afiq>io Dualform) ,beide'. 

H. 1, 196= 219: afupio ofiwg &ufiiji tpiXiovod %e xtjdofiiwtj %c IL 1, 
259: aprpu} dk vefwriQto iarov ifieio. Hom. hymn. Herrn. 50: int dk 
£vybv rJQaQey a^icpolv. — Dazu dfi<p6*€Qo- ,beide', im Plural gebraucht 
oder auch in der adverbiellen Singularform des Neutrums, wie IL 7, 3: 
a\iqt6%eqov pi/uaoav moXefii£i[iev. IL 13, 166: %woa%o d 9 aivwg d(ig>6- 
reQor, vixrjg %e xai ey%eog. 

Lat ambd] Enn. ann. HO: aeternwm seritöte diem concordiier ambö. 
Enn. ann. 555 : rex ambäs ultra fossam prötendere eoepit 

Goth. bai (Plural); Luk. 6, 39: niu bat in dal gadriusand? — Dazu 
bajöihs ,beide* ; Luk. 5, 38 : bajöihs gafastanda. — Nhd. beide, beides. 

Iit abü ,beide', weiblich ain. 

Altbulg. oba ,beide*. 

Altind. ubhd- (ubhä' männliche Dualform); BV. 1, 22, 2: ubha daivä 
divisprqd ,die beiden himmelberührenden Götter*. 

Altostpers. ubar ,beide'. 

Zu Grunde liegt wohl ein altes *ambhd~ das aber verschieden umge- 
staltet wurde, im Deutschen — ohne Zweifel unter Einflnss der alten 
Betonung — die ganze erste Silbe einbüsste. Das comparativische dfig>6- 
t€qo- vergleicht sich mit pronominellen Bildungen, wie btdteQo-g jeder 



Griechische Etymologie. 243 

von zweien' (Pind. Isth. 7, 28 ; Thuk. 6,17; — ßcxateQ&ev ,von beiden 
Seiten' IL 3, 340), ttorego-g ,welcher von beiden' (IL 5, 85). 
dlA(poQeö-q ,ein grösseres Gfefäss mit zwei Henkeln'. 

Eur. Kykl. 327: lit&uzuav yaXaxtog dfd<poQ4a. Ar. Plnt 807: ol d y 
afiqtOQTJg oXvov piXavog äv&oofAtov (nämlich fueorot eloiv). Hdtl, 51: 
6 öh dgyvgeog (nämlich xqtjttjq xierai) ini xov tvqovtjIov rfjg ywvlijg 
XioQiiov dfig>0Qiag l£axoolovg (hier also als bestimmtes Maass). 

Erlitt offenbar eine ganz ähnliche innere Einbusse (LM. Gramm. 1, 527) 
wie zum Beispiel xeXaiveyig- ,dunkelwolkig' (IL 2, 412, ans *xeXaivo-ve- 
q>ig-; xeXaivo-g ,dunkel' IL 1,303 und viq>og- ,Wolke' 11.4,274). Die 
ältere vollere Form dficpi-cpoQevs begegnet noch bei Homer (IL 23, 92; 
170). Sie aber ist ohne Zweifel eine alte bezügliche Zusammensetzung 
und zwar aus ä/iqtl ,auf beiden Seiten' (siehe sogleich) und wohl cpoQa 
in der zu vermuthenden Bedeutung ,Tragewerkzeug, Henkel' (in Bedeu- 
tung ,das Hinaustragen eines Todten, bestatten' bei Soph. Trach. 1212); 
das Suffix ev wurde dann wohl nur noch zugefügt, um den Charakter 
der bezüglichen Zusammensetzung noch bestimmter zu kennzeichnen, etwa 
wie sichs findet in dovaxev-g ,Rohrgebüsch' (II. 18, 576),. eigentlich ,mit 
Bohr (dovax- IL 10, 467) versehen'. 
&[L<pl, Adverb und Präposition, ursprünglich ,auf beiden Seiten', dann all- 
gemeiner Ringsum, um'. 

IL 4, 328: €vqb . . . MeveOxhijßa . . koxaor'' dftyl <T l4xh}valoi. H. 10, 
151: xbv 61 xl%avov bezog äno xXiolrjg avv Tev%€Oiv m dpupl <P halQOi 
evdov. — IL 3, 328: avrotQ o y ä/Aq>* w/aoiaiv idvaero reixect xaXd. 
IL 16, 647: <pQa£ero xhjfiqi noXXd (idX* apcpl <pov(p IlaTQoxXov. 

Lat amb- und bisweilen auch noch ambi- ,auf beiden Seiten, um', nur 
in einigen Zusammensetzungen und in Verbindung mit Verbalformen er- 
halten: ambi-dens ,auf beiden Seiten, d.i. oben und unten mit Zähnen 
versehen' (Paul, ex Festo ; gr. afjKp-wdovr- Arist h. an. 2, 26) ; amb-edere 
,umessen, völlig aufzehren' (Plaut merc. 239). — Umbr. ambr- ,um' in 
ambr-etuto ,sie sollen umschreiten'; an- ,um 4 in an-ferener ^drcumferendV. 
Osk. amfr- ,um' in amfr-et ,sie umschreiten'. 

Altir. imme, imm 1 im ,um' (Zeuss 64). 

Alban. mW ,bei, an, auf, in, nach' (G. Meyer Wb. 265). 

Goth. bi ,um' (Mk. 3, 32: setun bi ina managei ,7zbq\ avrov'. Job. 11, 
44: awralja bibundans ,oovöaQl(p neQuöidexo*), ,gemäss' (Mk. 7, 5: nx 
gaggand bi thammei anafulhun thai sinistans pacta ttjv nagadoöiv)] — 
Nhd. bei und be- (be-werfen, be-treten). — Ahd. imbi, umbe 1 nhd. um. 

Altbulg. obü ,hinüber, durch'; o ,um'. 

Altind. abhi ,zu . . . hin', ,über hinaus' (RV.); dbhitas ,ringsum' (RV. 1, 
53, 3: tdva id iddm dbhitas caihitai väsu ,dein ist der Reichthum den 
man ringsumher erblickt'). 

Altwestpers. abij ,zu'; auch abish ,bei, zu'. — Altostpers. aibi oder auch 
aitvi ,oben', ,dazu', ,herbei'; als Präposition ,über'. 

16* 



244 Griechische Etymologie. 

Gehört zu einer kleinen Anzahl von Adverbialbildungen auf i, wie sie 
schon unter avrl ,gegen', ^anstatt, für* (Seite 205) genannt wurden, die wohl 
sämmtlich als alte Locative gelten dürfen. Besonders deutlich ist solcher 
Ursprung eben bei apqtl, da es in seiner unverkennbaren Zugehörigkeit 
zu aficpo- ,beide' (Seite 242) zuerst 7 auf beiden (Seiten/ bedeutet In einigen 
Zusammensetzungen tritt diese Bedeutung noch sehr rein heraus, so in: 
a^yi-xvfzekXo-v (dinag ,TrinkgefässO ,das auf beiden Seiten einen Becher 
(xvtzeXXo-v IL 1, 596) hat, Doppelbecher' (II. 1, 584) , afiq>i-<poQevg ,Gefass 
mit Henkeln auf beiden Seiten' (Seite 243), S/LKp-cozo-g ,auf beiden Seiten 
mit einem Ohr (ovar- IL 10, 535) cL L Henkel versehen' (Od. 22, 10), afiy- 
-yxeg ,das auf beiden Seiten eine Schärfe (*axog- zu vermuthen) oder 
Schneide hat, zweischneidig' (IL 10, 256). 

dn<pi£Xiööa ,auf beiden Seiten gewunden oder sich drehend' (?). 

Bei Homer 19 mal und nur als Beiwort von Schiffen' wie IL 2, 165 ~ 
181: firjdk sfa vijFag aXad' iXxipev dfKpiIeXLoaag. Od 7, 252: ccvtoq iyw 
tqotziv ayxag iXwv v&Fog afupiFeXloorjg. 

Da -looa sehr wohl aus ixja, wie zum Beispiel in nlaoa (aus *ftbqa, 
neben lat jpic-,Pech' (Lucrez 3, 1017), hervorgegangen sein kann, und das 
vor folgendem e bewahrte i von dpq>l (siehe oben) noch auf das Vor- 
handensein eines alten / hinweist, so ist der Zusammenhang des Schluss- 
theiles des deutlich zusammengesetzten Wortes mit 8JU*- y homerisch FiXix- 
(siehe sogleich) ,gedreht, gewunden' und iXlooeiv, homerisch FeXlooeiv 
(aus *FeXlxjeiv) ,drehen, winden' (IL 23, 309; 466; IL 1,317 und öfter) 
nicht zu bezweifeln. Auf das letztere aber als ein abgeleitetes Verbum 
kann -FiXiaaa nicht wohl unmittelbar zurückführen, sondern es wird eine 
alte durch ia gebildete Femininform des adjectivischen eXix-, FiXtx- sein, 
so dass sich die zusammengesetzten d(xq>i[AiXawa ,auf beiden Seiten dunkel' 
(?) (IL 1, 103 = Od. 4, 661 ; IL 17, 83; 499 und 573 von ygeveg ,Körper- 
innern' gesagt; pilav ,dunkel' H. 2, 825) und a(iq>iddoaa ,auf beiden 
Seiten dicht behaart' (IL 15, 309 von der Aegis; öaov- ,dichtbehaarf Od. 
14, 51) unmittelbar vergleichen lassen. Zusammengesetztes dpq>t,-iXix- ,auf 
beiden Seiten gewunden' (?) bietet Paul. Silentiar. Ambo 108: %6 ök artiog 
etxeXov ollxcp afiq>iiXi^ buxreQ&ev vq>' egxei Xdag htQyei. Jenes FiXix- 
,gedreht, gewunden, geschweift selbst aber begegnet bei Homer ausser in 
der Zusammensetzung FeXU-wn- ,mit gewendeten d. i. lebhaft bewegten 
Augen' (IL 1, 389; 3, 190 und öfter; dazu das weiblichgeschlechtige FeXi- 
xwrtid- IL 1, 98) und in dem substantivirten F4Xix-eg gewundene Schmuck- 
sachen, Armbänder' (?) (IL 18, 401) auffälliger Weise nur als Beiwort von 
Bindern (so IL 9, 466 — 23, 166: FeiXlrtodag FiXtxag ßovg, Od. 11, 289 und 
öfter). In der nachhomerischen Sprache begegnet %Xvx- öfter mit substan- 
tivischem Werth für ^Gewundenes' verschiedener Art, so Aesch. Prom. 1083 
(ilixeg <T kxXdfinovai oreQ07trjg ^artvQot) vom Blitz, Hes. Schild. 295 
(aQyvQer]Q iXlxeaaiv) von Weinranken , Eur. ras. Her. 399 (ÖQdxovra izvq- 



Griechiache Etymologie. 245 

aovonov y og oq>* auXctrov d(iq>-eXix%dg eXix' kq>qoiqet) von den Win- 
dungen eines Drachen. 
dp<p£o-v ,Umwurf, Mantel, Decke*. 

Soph. Brachst 387 (aus Hesych : dfuylov • hdvpa. 2oq>oxXrjg Miufiip). 
Dion. Hai. 4, 76: ircl xXlvrjg (xiXaaiv dficploig katQw/nivrjg xo/ii^ovreg . . . 
rfjv v&LQav. — Dazu dnqud&iv ,umhüllen 4 ; Erykios 4 (in Anthol. 7, 368): 
vvv di &avovor]g ooxia yj\aotlr\ Kv&xog TJpqtlaoe. 

Zur substantivischen Selbstständigkeit erhobene Neutralform eines zu 
vermuthenden Adjectivs *a(jiq>lo-g ,das herum ist, das umgethan wird 4 , das 
in ganz der selben Weise aus äfiq>l (Seite 243) hervorging, wie dvrlo-g 
^entgegen gerichtet 1 (Seite 205) aus dvxl ,entgegen 4 . Wie sich aber aus 
dvrlo-g weiter dvtiüCßw ,entgegen gehen 4 (Hdt 2, 141: dmd^cjv. IL 1, 
67: drcidaag ,annehmendO entwickelte, so aus *a(jt<plo-g das oben auch 
genannte dft(pid£etv. 
dfiiplyvo-q ,auf beiden Seiten . . .' (?). 

Bei Homer neunmal als Beiwort von Lanzen, nämlich IL 15, 385: 
Toweg . . . ixd%ovro syxeoiv diitpiyvoia* avToax^äov und ausserdem im 
Versschluss fyxeaiv dfiupiyvotoiv (IL 13, 147 = 15, 278 — 17, 731; 14, 26 
— 16, 637; 15, 712; Od. 16, 474; 24, 527). Sophokles (Trach. 504: dXX' 
ircl rctvd* ag y axoaiv zlveg afiq>lyvoi xavißav tcqo ydina>v$ gebraucht das 
Wort von Kämpfern. 

Neben dem deutlichen d^npi ,auf beiden Seiten 4 (Seite 243) ist der Schluss- 
theil der Zusammensetzung noch unaufgeklärt Auch der scheinbare Zu- 
sammenhang mit d/A<piyvyßeig (IL 1, 607; 14, 239 und öfter; dfupiyvrjßevT-, 
,mit dpcptyvr)- (?) versehen 4 ), einem Beinamen des Hephaistos, schafft kein 
licht, da seine Erklärung noch nicht gefunden ist An yvlo-v ,61ied 4 (IL 
5, 122 — 13, 61) zu denken, empfiehlt sich weder von Seiten der Bedeutung, 
noch der Form. 
dn<plßQoro-q, noch nicht verständliches Wort 

Bei Homer 4 mal Beiwort des Schildes, nämlich IL 11, 32: cv ö 3 r eXer' 
dftyißQOTrjv noXvdalöaXov aartlöa &ovqiv. 11.2,389: Idgiooei piv tev 
Telctfuuv dfjiq)l OTrj&eooiv danlöog a/urpißQOTrjg. IL 12, 402: ßeßXrjxei 
relafxcSva 7t€Qi OTrj&eaat qxxßeivov aorcldog d/dqpißooTiqg. IL 20, 281 : &y- 
Xelrj . . . öia <T d^iq>otiQovg r eXe xvxXovg danlöog äfMpißQotrjg. Ausser- 
dem sind anzuführen Plut mor. 683, E: olov „äpcpißoo'njv %$6va" (aus 
Empedokles angeführt) to irjv xpvxrjv neQixelpevov aw^a und Nik, Alex. 216: 
ßod<f, ä Tig IftneXdörjv qtwg dfiHpißooTrjv xdöetav and £i<pieoaiv dfirjd'elg. 

Die geläufige Erklärung ,was um (d/acpl, Seite 243) den Menschen (Pqo- 
ro-g, siehe sogleich) ist, ihn umgiebt, ihn beschützt 4 ist durchaus unge- 
schickt und unzutreffend. Keine einzige homerische Zusammensetzung mit 
dfx(pi- ist ähnlich gedacht Ausserdem ist zu bemerken, dass ßgoro-g sterb- 
lich 4 (II. 5, 604) als Schlusstheil homerischer Zusammensetzungen nur in 
der Form -pßgoro-g entgegentritt, so in a-ußgoto-g ^unsterblich' (IL 20, 
358), TeQipl-pßgoto-g ,Menschen erfreuend 4 (Od. 12, 269 = 274), q>&ial- 



246 Griechische Etymologie. 

-pßQozo-g ,Menschen vernichtend' (IL 13, 339), tpafeal-fißgozo-g ,den 
Menschen Licht bringend 4 (II. 24, 785) , und weiter dass diese Zusammen- 
setzungen kein weibliches Geschlecht durch die Form unterscheiden (3- 
-pßQOTO'Q Od. 11, 330; (p9iol-nßQoro-g IL 13, 339; Od. 22, 297; <paFeol- 
-(ißQoto-g II. 24, 785 sind an den bezeichneten Stellen weiblichgeschlechtig 
gebraucht). Die Form aßQOTtj (IL 14, 78: vv£ aßgorrj) kann nicht als 
Ausnahme gelten, da sie unmöglich, wie doch gewöhnlich angenommen 
wird, eine beliebige Nebenform zu afißQoxo-g (w£ . . äfißgotog Od. 11, 
330. Häufiger verbunden erscheint dfißQoatt] vv£, nämlich IL 2, 57; 10, 
41; 142; 18, 268; 24, 363; Od. 4, 429 — 574; 7, 283; 9, 404; 15, 8) bilden 
kann, vielmehr als noch unaufgehellt bezeichnet werden muss. 
d(i<piö£ä ,Band, Bing*. 

Hdt 2, 69 : Ix 7tdv%wv di eva ixdveQOi TQicpovoi xQoxodeiXov . . . b- 
&ivxeg xal dfiftdiag tibqI tovq tcqoo&Iovq 7todag. PauL Silent 8 (in 
Anth. 6, 75) : xQ vae ^ ai S nXi!;ag pelXiov (ein Bogen ist gemeint) aficpidiaig. 
— Die ungeschlechtige Form a/iqpl-deo-v begegnet in gleicher Be- 
deutung (Etym. Magn.: a/upldea' xpiXXia, deopovg) und bei Hippokrates 
(2, 678: xal ei ddxvoi %b §iov xal %Xxoi td apyidea, xQoviov <pdvat %b 
$evpa) auch vom weiblichen Gliede; Galen, (lex. Hippocr.) erklärt: d^cpL- 
Ö€OV %b tov OTOfiarog trjg prjTQag, %b kv xvxX(p axqov, orceQ xal otxvag 
XeiXsatv eoixe, xard /neraqpOQav and twv yvvaixelwv ipeXXiwv tJvofiao- 
fxivdv, a xal avrct dftylöea xaXovvxai dito tov nBQiXafißdvuv kv xvxhp 
xal olov ctfKpideiv. 

Als erster Theil des Wortes ist dfitpl ,auf beiden Seiten ,nm ( (Seite 243) 
deutlich, im zweiten aber wird die Verbalgrundform de- ,binden' (ßi-de- 
•%o ,er war gebunden' IL 5, 387; di-ov ,sie banden' Od. 12, 196; o/uqp- 
-ideov ,sie banden um' Ap. Rh. 2, 64) enthalten sein. Als Suffix wird man 
ein altes ta, to, annehmen dürfen, das an Verbalgrundformen allerdings 
selten unmittelbar antritt, so aber zum Beispiel auch vorliegt in nXelo-g 
(aus *nXi-io-g) ,volT (IL 8, 162 ; Od. 20, 355) mit der jüngeren Nebenform 
nXio-g (schon Od. 20, 355; Fem. TtXirj Hdt 1, 178; 194; nXiä Aesch. 
Prom. 696). 
d(jL<p(dvno-q ^zweifach, doppelt* (?). 

Od. 4^ 847 : San di rig vfjoog . . . peooijyvg 'I&cxrjg re Sapoui %e nai- 
naXoßioarjg, ^AaxeqLg, ov peydXrj* Xipiveg <T IV* vaiXo%oi ccvvj} dfiuplöv- 
juou Ap. Rhod. 1, 950: vrjaog . . . iv di Fol axial a{i<pldv/AOu Opp. 
Kyn. 3, 483 : xal [atjv aXXo yive&Xov ipoig töov oqp&aX/Aoioiv dfig>ldvf*ov f 
piya 9-avfxa, {lexct ozQOv&oio xajUijAov. 

Bezüglich des Schlusstheiles -dt^io-, vor dem das dpyl ,auf beiden 
Seiten, um' (Seite 243) sich völlig deutlich abhebt, scheint unmittelbar ver- 
glichen werden zu können didvfxo-g ,doppelt, Zwilling* (Od. 19, 227: rte- 
govrj xQvaoio %i%vx%o avXoloiv didifioiatv. 11.23,641: ol <T aQ y Hoav 
didvpoi ,Zwillinge'. Pind. Pyth. 2, 9: %eqI öidv/uq. Pind. Ol. 5, 5: ßiapovg 
££ didvpovg) und das erst bei Plutarch (mor. 906, B: niag äldvpa xal 



Griechische Etymologie. 247 

ZQlövfia yivezai" 'EfirtedoxXrjs dldvpa xal zQidvpa ylveo&ai xaza tcXbo- 
vaafidv xal neqiaxiaiidv zov aniQiiazog) auftretende, aber bei ihm auch 
aus Empedokles angeführte zgldv^io-g ,Drilling'. Aber was ist dvpo-? 
Die bisherigen Erklärungsversuche sind ohne alle Wahrscheinlichkeit An 
Zusammenhang mit vrjdvpo-g, das bei Homer zwölfmal (11.2,2; 10,91 
und sonst; Od. 13, 79: xal z(p vrjdvpog vtcvoq ercl ßXe<pagoiGiv 67ti7vzev, 
vrjygezog rjöcorog, davanp ayxiaza FeFoixwg) vom Schlaf gebraucht ist, 
wird, schwerlich gedacht werden dürfen. 
6[i<p(s, Adverb und Präposition ,auf beiden Seiten', ,um, ringsum'; ,aus ein- 
ander 4 , getrennt, entfernt von'. 

11.21,162: o <J' apagzij öovgaaiv afuplg ijgtog IdazegonaZog (nämlich 
,warfO» &**i TteQidi&og rjev. — H. 8, 481: ßadvg öi ze Tdgzagog afupig. 
IL 24, 488: xal ftiv itov xelvov negivaiizai dfxfplg idvzeg zelgovoi. II. 2, 
384: ev di zig agixazog afitplg idwv Ttzokifxoio fiedio&Q). — IL 13, 706: 
zw (nämlich ßoße) fiiv ze tpybv olFov iv£oov afiiplg ißägyei. Od. 1, 54: 
xlovag . . . ai yaidv ze xal ovgavbv aptplg %%ovaiv. — IL 15, 709: ovd* 
aga zolye zo^wv aßcxag dfiq>lg fiivov ovdi z* dxovzwv. IL 8, 444: al <T 
olFai Jifbg dfuplg Idxhjvalrj ze xal n Hgtj ijo&rjv. Od. 16, 267: ov piv 
zoi xelvo) ye moXvv %govov dfitplg %oeo&ov qtvlottidog. 

Gehört unmittelbar zu dfttpl ,auf beiden Seiten, um' (Seite 243), seiner 
Suffixform nach aber vergleicht sichs mit %wglg ,gesondert, besonders' (IL 
7, 470), Xixgiylg ,von der Seite' (IL 14, 463), dpitpovölg ,empor* (?) (Od. 
17, 237). Andre adverbielle Bildungen auf ig weichen in der Betonung 
ab, wie akig, FaXig ,gedrängt, in Menge' (IL 2, 90), (xoyig ,mit Mühe, kaum' 
(IL 9, 355), lUxgiQ ,bis' (IL 24, 128). 
&li<piößT}r£eiv (bei Herodot auch -ßazieiv) ,sich in Widerspruch mit je- 
mand befinden', ,streiten'; später auch ,beanspruchen'. 

Hdt 4, 14: xal zovzov plv ivzezapivatg dfmpioßrjrieiv. Hdt 9, 74: 6 
d' %zegog züv X6yu)v ztp ngozegov XetfHrci ap<pioßaz4wv Xiyezai. Plat 
Gorg. 452, C: xal firjv d\i(piaßi\zel ye Togylag ode zr/v nag* avzy zi% vr l v 
fiel^ovog dya&ov ahlav elvai fj ztjv oi\v. — Plat Soph. 246, B : zoiyagovv 
ol ngbg avzovg afiq)iaßrjzovvzeg fidka evkaßcSg avto&ev l§ dogdzov Tto&hv 
apvvovzai. — Demosth. 165, 11: £<p* ificSv ztSv el&iofiivwv ajKpiaßtjzelv 
xal zcjv ov&kv ifiiv tcqootjxovzcjv. 

Führt als abgeleitetes Verb zunächst auf eine Nominalform zurück, als 
die man ein *dfiq>laßrjzo-g (dfigtloßrjzoi fjoav Paus. 5, 6, 3 beruht auf un- 
richtiger Ueberlieferung) oder auch *atiq>ioßrjzr]-g (-ßdztj-g) ,getrennt 
gehend, aus einander gehend' vermuthen kann. Im ersten Falle Hesse 
sich etwa vxfjl-ßazo-g ,hocheinherschreitend, hochstehend' (PincL Nem. 10, 
47 von Städten; Soph. Aias 1404 vom Dreifuss) vergleichen, im anderen Ifx- 
nvQi-ßrjzrj-g ,der in das Feuer geht* (IL 23, 702 vom Dreifuss), nagai- 
-ßdzrj-g ,der Nebenstehende' (II. 23, 132) und mit etwas abweichendem 
Suffix auch l7ci-ßijzoQ- ,Besteiger' (Od. 18, 263). Auf der nämlichen no- 
minalen Grundlage ruht auch das abstracte apyioßaalt] ,Streif (Hdt 4, 



248 Griechische Etymologie. 

18; 8, 81). Die verbale Grundlage ist die selbe wie in ßij ,er ging los' 
(IL 1, 34; 44 und öfter; Dual ßrjTrjv 11. 8, 115 oder ßdrrjv II. 1, 327). Der 
erste Theil der Zusammensetzung, das adverbielle dfxcplg (siehe Seite 247), 
ist ganz ähnlich gebraucht wie IL 2, 13: ov yaQ er 1 apuplg . . . a&dvaroi 
q>qaCfiv%aL ,sie sind nicht mehr verschiedener Meinung' oder IL 13, 345: 
tu) <5 J &fiq>lg cpQoviovTB ^verschiedener Meinung'. 
äfi<piXa<p£q- (-Xaq>rjg) ausgedehnt, umfangreich, reichlich'. 

Find. Ol. 9,82: ToXfia dk xal d(iq>iXaq>i]g dvva/nig eo/iotto. Aesch. Ag. 
1016: noXXd toi dooig kx Jibg ctfMpiXacprjg T€ xal ££ dXoxwv Ircereiav. 
Aesch. Ch. 331 : yoog evdixog juarevec to tcuv dfxcpiXacprig TaQax&elg. Hdt 

3, 114: fj AI&iotcIti x^Qt] . . . (pegei . . . IXitpavTag afiiq>iXa<piag. Hdt 

4, 28 : ßqovrai re . . . digeog dk afiq>iXaq)4eg. Hdt. 4, 50 : tov dk $€Qeog 
fj %iuiv fj iv %($ %ei(jiü)vt, iceoovoa, iovoa dfi<piXa<prjg. Hdt 4, 172: o/cco- 
Quvvreg rovg tpolvcxag' ol de noXXol xal dfiq)iXaq>i€g izecpvxaoi. 

Zerlegt sich offenbar in apupl ,auf beiden Seiten , um' (Seite 243) und 
ein altes ungeschlechtiges Xdcpog-, das noch nicht erklärt ist Der öfter 
angenommene Zusammenhang mit laß- ,ergreifen' (IL 1 , 387 : Xaßev ,er 
ergriff) = altind. grdbh ,ergreifen' (EV. 9, 83, 4: grbhnaü ,er ergreift') 
ist wenig wahrscheinlich und kann nicht etwa mit unserm modernen um- 
fassend' gestützt werden. 
ili<piXi)xri ,von Iichtschimmer umgeben, dämmernd' (von der Nacht) ; dann 
substantivisch ^Morgendämmerung 4 . 

11.7,433: rjftog <T ovt oq nw yßtig, vu <T dfKpiXvxr] vvl;. Ap. Rhod. 
2, 673 : rjfiog ä ' ovt ' Sq mw cpdog afißQOTOv, ovt 3 %%i Xltjv OQcpvah] ni- 
Xerai, Xertibv d' inidiögo/ns vvxtI yiyyog, St ' dftpiXvxrjv (uv aveyQOfievoi 
xaX&ovow. Agathias 5 (Anthol. 7, 583): TQtaafj <T dficpiXvxrj öqo/aov ijvvoev. 

Als ursprüngliche Bedeutung darf man muthmaassen 7 auf beiden Seiten' 
(siehe dfiq>i Seite 243) ,mit licht oder Lichtschimmer (Dämmerlicht) ver- 
sehen', so dass sich dpcpicpaig- ,in der Morgendämmerung befindlich' 
(Arist mund. 4, 24 : xal za pkv tovtwv konigia, to dk k<jja } tu dk a^icpi- 
q>ar\ decageizai) , das (pdog- glicht' (IL 8, 487) als Schlusstheil enthält, 
unmittelbar würde vergleichen lassen. Der Schlusstheil, dessen Grund- 
form (Xvxo-?) Xvxrj oder etwa auch Xvx-7) nicht mit Sicherheit festzustellen 
ist, lässt sich sonst auch nur noch aus einigen Zusammensetzungen ent- 
nehmen, wie Xvxo-q>wg ^Dämmerlicht, Zwielicht' (Aelian nat. an. 10,26: 
h&ev — von Xvxo-g ,Wolf meint der Autor — toi xal Xvxoqxag xixXrj- 
%ai o xaiQog ovrog Ttjg vvxTog, iv $ (xovog ixeivog to qpcJg vizb Ttjg 
yvaetog Xa%(i>v fyei), Xvx-otyla ,Dämmerlicht' (Lykophr. 1432: [looovva 
(priyoTevxTov , wg Xvxoxplav xoqtj xveq>alav, ayxi 7tafi(paXwfievog) 9 Xvx- 
avyig- ^Morgendämmerung' (Luk. ver. hist 2, 12: xa&dneQ yaq to Xvxav- 
ykg rjär] nQog aj fxrjdiitw dvaretXavTog fjklov. Heraklid. alleg. Homer. 7 : 
Xvxrjyevij fCQOOrjyoQevoe tov ijXiov, inecdrj tov xotc ttjv oqO-qiov wgav 
Xvxavyovg avTog iazw afoiog), Xvxtj-yevig- ,aus der Morgendämmerung 
geboren' (?) (IL 4, 101 und 119 von Apollon). Er gehört zu Xfavo-g (aus 



Griechische Etymologie. 249 

*Xv*vo-) ,Lampe* (Od. 19, 34) ; — lat lueerna ,Lampe* (Hör. od. 1, 27, 5), 

lue- ,Iicht* (Enn. ann. fundunt . . . lücem) ; — altir. lochet ,des Blitzes* 

(Zeuss 256); — goth. lauhmoni ,Blitz* (Luk. 17, 24), liuhath ,Iicht* (Mih. 

5, 16), nhd. Licht] — aJtbulg. luci ,Licht*; — annen. luis ,Licht*; — 

altind. rüc- ,Helle, licht* (RV. 4, 56, 1; — rducantai ,sie leuchten 4 RV. 

1, 6, 1). - 
dn<povöiq, von noch unermittelter Bedentang. 

Nur Od. 17,237: o dh (xeQftrJQi&v 'Odvooeig r/h peraßigag FqondXip 
ix xfaftov eXoito tj rtQog yrjv iXdaeu xdgr] d/nq>ovdlg dßelgag. 

Die TJeberlieferang ist nicht ganz fest, bietet zum Beispiel auch apy 
oliag. Gleichwohl ist sehr bedenklich, hier an einen Zusammenhang mit 
ovöag ,Boden' (IL 11, 749) denken zn wollen, da dabei das dfxtp- (djucpl 
,auf beiden Seiten, um* (Seite 243) ganz unverständlich bleiben würde. Ob 
etwa Bildungen wie d/ioißrjölg wechselweise, abwechselnd* (II. 18, 506: 
Od. 18, 310) und knapioißaölg wechselweise* (Od. 5, 481) zu vergleichen 
sind? Hesych führt als eine alte Erklärung (des Heliodoros?) an ,dpq)o- 
tigaig xalg xtgolv elg %b ovöag glnttav^ bei der offenbar auch an einen 
Zusammenhang mit apepo ,beide* (Seite 242) gedacht ist, der vielleicht 
noch weiter erwogen werden darf. 
a{ivä{io-q ,Enkel, Nachkomme*. 

Viermal bei Lykophron, nämlich 144: yvtal ydg eivaotrjgag Sfivafioi 
(,at Moigai' sagt der alte Erklärer) TgtnXalg ntjvaig xarexXcioavTO, — 
872: atjxdv ... ov Kgrj&iwg a/uvapog (nämlich 'Idotov) ogploag axdcpog 
ideifxe, — 1227: yivovg öh nditnwv tujv ijAwv av&ig xXiog fxiytotov 
avjjrjoovoiv aiivapol note, — 1338: rgaixoloiv d/uvdjuoig re %olg 'Ege- 
%&i(ag. — Die Nebenform apvrifiov- bietet Pollux 3, 19: 6 ydg hig xcrl 
xikwQ aq>6öga 7totr^md, xal ert fiaXXov ol df.tvr^oyeg. 

Dunkeln Ursprungs. 
&livö-g ,Lamm*. 

Ar. Vögel 1559: ocpc'yi* %%(jjv xd/urjkov dpvov xiv ', ijg Xaifiovg t€/awv. 
Theokr. 5, 144: xo#a£<J . . . cJd' o/roV %örj avvadfxav zdv dpvov. Theokr. 
5, 149: nqiv r\ yi fie xaXXiegrjoai talg Ntfiiqxxig %dv dfivov. Aelian h. 
an. 4, 15: 6 Xvxog ifinXrja^elg . . . ngaoiazog öh Ivtv%sZv %a%w ctfi- 
vov ölxrjv. 

Lat agno- {agnus) ,Lamm*; Flaut Poen. 776: lupö agnum eripere 
postulant. 

Altir. uan] kambr. oen ,Lamm*. 

Altbulg. agne oder jagne ,Lamm*. 

Directes Entsprechen von -/*?- und lat -gn- scheint sonst nicht nach- 
weisbar, da aber -py- mehrere Male aus -ßv- hervorging, wie in oepvo-g 
,verehrt, ehrwürdig* (Hom. hymn. Dem. 486; zu oißetv ,scheuen, verehren* 
Aesch. Sieben 596 ; aißeo&at ,sich scheuen* II. 4, 242) und in igepvo-g 
,dunkel* (IL 4, 167; zu tgeßog- ,das Dunkel der Unterwelt*, II. 3, 368, — 
goth. tiquis ^insterniss*, Math. 10, 27 , — altind. rägas- ,dunkler Baum* 



250 Griechische Etymologie. 

KV. 1, 35, 2) und dem ß lateinisches g entsprechen kann, wie in gestäre 
,tragen' (Titin. com. 113) neben ßaordteiv ,tragen' (Od. 11, 594), so ist die 
hohe Wahrscheinlichkeit der obigen auch von Fick (2, 13) gegebenen Zu- 
sammenstellung nicht zu bestreiten. Vielleicht besteht ein weiterer Zu- 
sammenhang mit altincL agd-s ^Ziegenbock' (KV. 1, 162, 2). 
dnvoxüjvt- (afivoxwv) ,Schafskopf, Dummkopf. 

Ar. Bitter 264: xal axortcig ye riov noXitüv oozig iarlv dfivoxwv. 

Mit dfivo-g ,Lamm' (siehe oben) als erstem Theil wohl in scherzhaftem 
Anschluss an Eigennamen wie Jri^xowv (IL 5, 537: JqßixofcjvTa), Jtj- 
fio-xouv (IL 4, 449: JrjpoxoßcjvTa) , Aao-xowv (Ap. Rh. 1, 191) gebildet. 
Ihr Schlusstheil gehört zu xoieiv ,merken, hören' (Epicharm. bei Athen. 6 7 
236, B : xal %a fikv kqwt ' ov xocJ). 
dnvio'V ,Opf erschale'; dann auch ,Leibesfrucht umgebende Häuf. 

Od. 3, 344: niXexov dk ^evertToXe^og QQaovfirjdqg oj;uv %%wv & X* c Qi 
7iaQloTaTo, ßovv iTtixoxpwv. üeQoevg d 1 dfiviov el%e. — Empedokles 
bei PolL 2, 223: dvo öh öi) neQt rq> ifißgvq) %ixdveg clolv, wv xov fih 
Mvdo&ev kenxoxeQOv ovxa xal fiaXaxwxeQov afivlov J Efin€doxlrjg xakeL 

Zenodot und Andere lasen an der homerischen Stelle dapvlov, Hesych 
mit noch Andern schreibt alptvlov. Auf etwaigen Zusammenhang mit 
dfild- (a/uig) 7 Scbiff (?), ,Nachttopf (Seite 230) wurde schon unter diesem 
hingewiesen. Der Suffixgestaltung nach lassen sich vergleichen axa(ivlo-v 
,Krug* (Ar. Lys. 196; zu oxdfivo-g ,Krug* Ar. Plut 545), hfivlov ,kleiner 
Teich' (Arist mirab. ausc. 112; zu Ufxvr] ,See, Teich' IL 2, 711), oxvfivio-v 
,Thierjunges' (Arist. h. an. 9, 7 und 41; zu oxvftvo-g ,Thierjunges' IL 18, 
319), 7tolfivio-v ,Heerde' (Soph. Kön. Oed. 761: zu nol^ivt] ,Heerde' Od. 9, 
122), difivio-v ,Betf (IL 24, 644). 
d(f- ,8ich anfügen, sich eng anschliessend (II. 16, 214: Aorist agagov); an- 
genehm sein, gefallen' (Aorist ijQaQev Od. 4, 777); dazu das Perfect oq^qb 
(Aesch. Prom. 60: aQÜgev) ,es ist angefügt, befestigt', ,es ist ausgerüstet, 
versehen', ,es gefällt' ; — causal (namentlich im sigmatischen Aorist, wie 
Od. 21, 45: aQ<J€, im reduplicirten Präsens, wie Od. 14, 23: aQaQioxe, und 
mehrfach auch im reduplicirten Aorist, wie II. 23, 712 und Od. 5, 95: 
rjQage): ^anfügen, fest verbinden', bildlich ,passend machen, angenehm 
machen'; ,ausrüsten, in Stand setzen', , verfertigen, bauen'. 

H. 16, 214: dg SgaQov xoQv&ig xe xal dottldeg ofiyalofeooai ,so fügten 
sich zusammen'; Od. 4, 777: xeXiio/uev (av$ov 3 o drj xal izdaiv hl q>Qealv 
TjQagev fiiilv ,der uns allen gefiel'; — IL 4, 134: h <T €7ieoe ^üxjxtjql 
ccqi]q6tl mxQog bFiaxog ,dem eng anschliessenden' ; Aesch. Prom. 60 : aqa- 
qbv ijde y' tikivrj dvoexkvxwg ,es ist befestigt'; II. 13, 188: "Exxwq d* 
wQfirjxh) xoQv&a xQQxcttpoiQ* dqaqvlav xqaxbg aq>aQna£>ai ,den fest 
sitzenden'; IL 12, 56: v7t€Q&€v ök axokoneaaiv o^iatv tjqtjqgi ,der Graben 
war mit Spitzpfählen versehen'; Eur. Med. 745: xo aov x J aqaq* fiaXXov 
,es gefällt* ; — IL 12, 105: ot d* krtel dXXrjXovg Sqoqov xvxvfjat ßofeaaiv 
,sie drängten einander zusammen'; IL 1, 136: yiQag ... aQOarxeg xaxa 



Griechische Etymologie. 251 

&vfiov ,es angenehm machend 4 ; — Od. 1, 280: vrjf' agaag £q£zj]olv LFel- 
xoaiv ,ausrüsten 4 ; — IL 16, 212: dg 6* oze %ol%ov ccvtjq aQaQrj Ttvyuvolai 
kl&oioiv öaifiarog viJjyjXoIo ,zusammenfügt, erbaut. — Dazu: aQpevo-g 
7 sich anfügend, passend 4 , günstig 4 ; II. 18, 600: <og ore %ig zqo%6y aQfie- 
vov ev 7iakdfi7jaiv ktpjievog xeQa^ievg 7teiQrja€raL Od. 5, 254: dtoxiv Foi 
Tcikeavv piyav, aQfievov iv naXdfir^aiv. Od. 5, 254: kv <J' larov noLFei 
xal inlxQiov aQfievov avTiji. — Hes. Werke 786: ovdk (ikv r\ tcqüjtt] &ctij 
xovQfloi yevio&ai aQfievog. — aQ&po-g ,Verbindung, Freundschaft* Hom. 
hymn. Herrn. 524 (siehe besonderes); — aQrv-eiv ,zusammenfügen, be- 
reiten 4 IL 18, 379; Od. 4, 771 (siehe besonders); — ag&Qo-v (^angefüg- 
tes 4 =) ,61ied 4 Soph. Phil. 1201 (siehe besonders). — Ferner gehört hieher 
noch eine Anzahl von Zusammensetzungen, aus deren Schlussgliedern man 
ein altes ungeschlechtiges *aQog- ,Oefüge 4 Verbindung 4 (?) entnehmen 
kann, mit zum Theil eigentümlich entwickelter Bedeutung: dfKp-iJQeg- 
,ringsum wohl gefugt 4 ; Eur. Ion 1129: äfiqriJQeig fiivwv axrjvag dvlovr}. 
Eur. ras. Her. 243 : fitofiov Ttigit; vrjoavTeg dfi^Qtj %vla. — av%-iJQeg- 
,entgegen gerichtet 4 ; Soph. EL 89: noXXag <T dvrrjQeig jjod-ov origvcov 
nXaydg. Eur. Tro. 221: Ooivlxrjg dvrrjQT] %wQay. — nod-i[Qeg- ,das 
Verbindung mit den Füssen hat, bis auf die Füsse reichend 4 ; Eur. Bakch. 
833: rtirzXoi ftoörjgeig. Aesch. Ag. 898: vxfjrjXijg axiyrfi axvXov 7Zodrjgrj. — 
rol;-iJQ€g- ,mit dem Bogen versehen 4 ; Eur. Alk. 35: vvv <T ircl tjjö' av 
xiQa vofyiJQr] cpQovQelg brtXiaag. — Sft-iJQeg- (,dem selben Gefüge an- 
gehörig 4 =) 7 vereinigt 7 zusammen 4 ; Nik. al. 70: qitea . . . ofxrjQea xo- 
tyag oivq). 

Armen, ar^nem ,ich mache 4 (nach Hübschm. Arm. StudL S. 20 ; arar ,er 
schuf 4 (Mos. 1, 1, 1; reduplicirte Aoristform). 

In ganz entsprechender Bedeutung ausser im Griechischen und Arme- 
nischen nirgend verbal lebendig, wohl aber in einer grösseren Anzahl von 
Nominalbildungen enthalten, wie lat arto- (artus) ,eng angeschlossen 4 (die. 
or. 65 : nee tarnen haec ita sunt arta et astrieta ut ea cum veUmus la- 
xäre neqvedmus), artäre ,einengen, zusammendrängen 4 (Plin. 17, 209: cm- 
iineri debet vimine non artdri, nämlich vitis), arfäre ,f est einfügen 4 (Nov. 
com. 16: arüvit lingvam in palätum), artus ,Glied 4 (Enn. ann. 36: tre- 
mulis .. . artubus); — vielleicht goth. armi- ,Arm 4 (Mark. 9, 36) und alt- 
bulg. ramt Schulter 4 ; — lit arti ,nahe 4 ; — altind. dram passend, zurechfr, 
wie in ararn-hrt- ,zurecht machend, zurichtend 4 (RV. 1, 14, 5), ard-s 7 Bad- 
speiche 4 (RV. 1, 32, 15). 

üq- : ag-vvo&ai ,sich um etwas bemühen, sich erwerben 4 . 

IL 1, 159: tifiijv dqvifiBvoi MeveXdßip aol re. Od. 1, 5: aQvvpevog Fr\v 
T€ ipvxrjv mal voezov izalgwv. IL 6, 446 : ctQvvfievog nargog re piya %Xi- 
Fog ijd' ifidv avrov. H. 9, 124 — 266: iftmovg ... ol dßi&Xia Ttoaalv 
agovzo. Od. 4, 107: 8oo' 'Odvoeig i/Aoyrjae nal tJqccto. 11.4,95: itaai 
di xev TgcAeoai %dqiv xal xvdog agoio. IL 20, 247 : ovd* av vi}ig btazo- 



252 Griechische Etymologie. 

fyyog a%d-og agoixo. — Dazu agog- ,Nutzen'; Aesch. Schutzfl. 885 (siehe 
besonders). 

Armen, arnum ,ich nehme' (Hübschm. Arm. St S. 20). 

Ans den verwandten Sprachen gehören möglicher Weise weiter noch 
hieher: ahd. er-nust , Ernst, Beharrlichkeit, ernstes Bingen, Kampf, nhd. 
Ernst, — und altind. dr-tha-m und är-tha-s ^Geschäft, Arbeit' (BV), 
,6rund, Veranlassung', ,Vortheil, Nutzen', ,das Zuthunhaben mit 4 , ,Gut, 
,Besitz', ,Sache, Gegenstand', arthin- ,strebend, begehrend' (BV.), arthdjatai 
,er nimmt sich etwas vor, strebt wonach' (BV.). 
ap- ; atQeiv (aus *ag-jeiv. Das gedehnte a ist noch deutlich in Futur- 
formen wie agovfxev Aesch. Pers. 781; Eur. Iph. Taur. 117; agw Eur. 
Herakl. 322 und sonst) ,aufheben'; ,wegnehmen'. 

Bei Homer nur II. 17, 724: wg iFldovro vixvv aXgovtag ld%aiPovQ) wo 

kaum die Ueberlieferung richtig sein wird, IL 13, 63: igrj^ og §a % y 

an* aiyihnog nirgrjg Ttegiprjxeog dg&elg, und Od. 5, 393: peydkov vno 
Ttvftarog ag&elg. Aesch. Eum. 845: and ydg (ab rtfidv davaiav &ewv 
dvondkafioi nag* ovöiv rjgav dokoi. Eur. El. 942: r/ /uh ycg del naga- 
(xivovo* atget, xaxd. Joh. 1, 29: Xöe 6 dpvog %oi &eov 6 aigwv riv d/uag- 
xlav %ov *6onov, wo schon der Gothe richtig übersetzt saei afnimith 
,welcher wegnimmf . 

Das ältere celgetv (aus *digjeiv, *dß{gjetv) wurde schon Seite 10 be- 
sprochen. 
&Qa, Partikel des Anreihens, des Fortgangs, der Folge ,nun, dann, also'. 
Verliert ihr auslautendes a mehrfach auch vor Consonanten. 

IL 1, 308: ^TQeßlärjg <T aga vijßa &oßfjv aXade ngoßigvaoev. IL 1, 96: 
Tovvex' ag' akye* eöcoxe Fexrjßohog. H. 7,400: [Arjr' cg %ig vvv xzrjfiaT ' 
y AXe§dvdgoio dexio&w. — Dazu: die Fragepartikel aga, oft für ,doch 
wohl nicht?' Aesch. Prom. 735: dg 9 vfiiv öoxeio rdSv &€iov xvgavvog ig 
%ct ndv&* ofiwg ßlcuog elvai) Aesch. Ag. 1646: 'Ogioxrjg agd nov ßX&nu 
q>dog m y Soph. El. 446: aga ftrj doxelg hni\gi avrfj ravra %ov (fovov 
(pigeiv; Plat Phaedr. 263, A: ag* ovv ov nanl drjkov %6 ye roiovde; 

An Adverbialbildungen auf a lassen sich vergleichen avra ,entgegen, 
gegenüber' (Seite 203), apa ,zusammen, zugleich' (Seite 217), ev&a ,dort, 
da' (II. 1, 536), juaAa jSehr' (IL 1, 85) und andere. Die Zugehörigkeit zu 
dg- ,sich anfügen' (Seite 250) ist schon oft vermuthet, aber noch von 
Niemandem ausreichend begründet Brugmann (Berichte der sächs. Ges. 
d. Wiss. 1883, Seite 37 — 70) sucht Uebereinstimmung mit lit. Ir ,und', 
,auch', zu erweisen und stellt aga zu der litauischen Fragepartikel är und 
der lettischen ari oder ar ,auch'. Unmöglich kann in aga das anlautende 
d ohne tieferen etymologischen Grund nur zur Unterscheidung von aga 
gedehnt worden sein. Ob etwa aga aus rj aga hervorgegangen zu denken 
ist, wie sie mehrfach verbunden vorkommen, wie IL 18, 429: r\ aga drj 
rig . . . Toaadö ' ivi (pgeal Ffjotv avio%exo xrjöea kvygd. Aber die Par- 
tikel rj lautete so auch bei den Attikern (wie Aesch. Prom. 302 : q &ea)grj- 



Griechische Etymologie. 253 

aiDY %v%ag ifiag acpl^ai xal ovvao%aX(J)v ;) und ans rj + a konnte nicht 
wohl ä hervorgehen. 

dqa, homerisch dgrj , Verderben'. 

Bei Homer neunmal nnd zwar nur in der Verbindung mit dpvveiv ab- 
wehren' oder aXxrrjg , Abwehrer/, so IL 12, 334: og Tig ßoi dgr)v ßetdgoi- 
oiv dfivvai. II. 16, 512: ineaavfxivov ßdXev i(ji %ei%eog viprjXolo, agtjv 
ßezdgoioiv dpvviov. IL 24, 489: ovdi %ig sotiv agrjv xal Xoiyov dfivvau 
Od. 2, 59 — 17, 538: ov ydg ht* dvrjg olog 'Odvooevg eoxev, agrjv dizb 
ßotxov dpvvai. Od. 22, 208: Mivrog, a/uvvov dgrjv. IL 14,485: t($ xai 
%i xig €v%erai dvr)g yvunov ivl fieydgoioiv dgijg dXxrrJQa Xmio&ai. IL 
18, 100: i(iov (T idißrjaev dgrjg aXxxrjga yevio&ai. IL 18,213: cä xiv 
mag j&v vrjvalv dgfjg dXxtrjgeg c ixwvrai. 

Durch 5 gebildete Femininform, wie afiy ,Hacke, Harke' (Seite 229) und 
zahlreiche andere Wörter. Als verbale Grundform ergiebt sich dg- 7 dessen 
weiterer Zusammenhang noch nicht deutlich ist Oder sollte ein ßag- an- 
zunehmen sein? An den meisten homerischen Stellen ist anlautendes / 
möglich, öinmal (IL 16, 512) empfiehlt sichs, ebenso in der Zusammen- 
setzung aXe^i-dgr/ ,Verderben abwehrend' (Hes. Werke 464), aber zwei 
Stellen (IL 12, 334 und Od. 22, 208) sprechen dagegen. Bei anlautendem 
/ wäre vielleicht Zusammenhang denkbar mit dem comparativischen Ad- 
verb goth. vairs ,schlimmer (ML 5, 26). 

a(fä, homerisch wahrscheinlich dg Fr} ,6ebet, Flehen'. 

Bei Homer 6 mal, nämlich IL 15, 378: ägdiav dßlwv NrjXrjßiadao yi- 
govxog (voraus ging dg %q>cn evxofievog). IL 15, 598: Iva . . . Qiriäog 
<T i^alatov dgtjv itaoav &7tixgrjvei€. IL 23, 199: dgdmv ccßlovoa. Od. 
4,767: dg ßunovo' oXoXv^e, &ed di ßoi %*Xvsv ctgrjg. Od. 17,496: ei 
yag Ire* agfjatv (ob etwa krtagjjoiv zu lesen?). 11.9,566: l£ agwv firjrgdg 
xe%oXü)(iivos, rj §a &eoioiv 7t6XX y dxiova' r)gaxo. — Dazu: irt-ägr} ,das 
Flehen, Erflehen'; IL 9, 456: &eol d y hiXsiov inagag (Vers 454 hiess es 
noXXa xaTTjgaro). — agdeiv ,erflehen'; nur Od. 22, 322: itoXXocu itov 
fiiXXeig dgrjpevai iv peydgoioiv xrjXov ifioi vootolo ziXog yXvxegoio ye- 
vio&ai. Dazu noXv-agrjTo-g ,viel erfleht* ; Od. 6, 280; 19,404. — 
agdead'ai ,beten, erflehen'; IL 1, 35: noXXa 6*' %7teix* dndvev&e xiwv 
rigä$ y 6 yegatog IdnoXXmvi ßdvaxxi, und sonst oft; — agrjxrjg (,der 
Beter' =) jPriester' IL 1, 11; 94; 5, 78. 

Armen, aghatsel ,bitten, beten, flehen, anrufen* (ts entspricht griechischem 
ox. Bugge Beitr. 36). 

Die Annahme des inneren / beruht auf dem inschriftlichen (Hoffm. Gr. 
DiaL 1, 23) arkadischen xdxagßov ,verflucht' (daneben xax-agä , Ver- 
wünschung, Fluch' Aesch. Sieben 724 ; Eur. Hek. 945) und findet ihre Be- 
stätigung in der Kürze des anlautenden d bei nachhomerischen Dichtern 
(so agä bei Aesch. Prom. 910; Sieben 655; Agam. 1409; 1601; 1616). So 
darf als wurzelhaft wohl nur ein kurzvocaliges dg- gelten; das suffixale 



254 Griechische Etymologie. 

ßrj aber wird mit dem des alten degfirj ,Hals' (II. 11, 26; 12, 204; 14,412. 
Siehe LM bei Kuhn 22, 537 — 545) Übereinstimmen. 
äqaY.o-q 9 eine Hülsenfracht ,Vogelwicke'. 

Ar. Brachst (aus Galen, bei Kühn 6, S. 541): dgaxovg 7 nvQoig, miod- 
rqv, xovöqov, &idg, atgag, oepldaXiv. Theophr. h. pL 8, 8, 3 : iv dk tolg 
qxxxoig aQaxog, %6 zqo%v xal oxXtjQov. Galen (a. a. 0.) handelt etwas ge- 
nauer negl ctQaxwv, und erwähnt bei der Gelegenheit auch eine Form 
ccQaxo-g. Die betreffenden Worte sind: naQ y r\pClv dk aygtov %i xal 
OTQoyyvXov xal oxXtjqov, OQoßov (avxqoxbqov iv %olg JrjfitjTQloig xaQfcoig 
evQioxopevoV) ovo\iaC>ovaiv aqa%ov* 

Dunkeln Ursprungs. 
&QaxL-q ,TrinkschaIe'. 

Athen. 11, 502, B: AioXelg dk %r\v q>idXrjv aQaxlv xaXovoi. 

Möglicher Weise mit dem vorausgehenden aQaxo-g zusammenhängend. 
ÜQaßo-q ,Geklapper*. 

11.10,375: o <T aQ* Sarrj TaQßrjoiv %e ßa/ußalvwvj aQaßog dk did 
OTopa ylyver' odowwv. — Dazu agaßdeiv ^klappern, klirren'; II. 4, 504 
— 5, 42 = 540: dovrcrjaev dk neociv, agaßrjae dk t€v%e* in* aircq*. 

Da das anlautende d ganz wie zum Beispiel das i in iQv&Qo- ,roth c 
(IL 9, 365) neben lat rubro- ,roth' (Enn. ann. 418) jünger entwickelt sein 
wird, so ergiebt sich als Verbalgrundform ein rab, deren Zusammen- 
stellung (bei Fick 2, 208) mit altind. rambh : rdrribhatai ,er brüllt 1 , üpa- 
•rambhati ,er erfüllt mit Schall, lässt erschallen' vielleicht das Rechte trifft 
Von dem Gegenüberstehen eines ß und altind. bh war noch unter afißwv- 
,buckelartige Erhöhung* (Seite 241) die Bede. 
ägado-s ,Eullern oder Klopfen im Leibe'. 

Hipp. 2, 91 : cpaxbg dk oxvcpec xal aQadov ifinoiiBi^ rjv /netd %ov cpXoiov 
g. Hipp. 2, 30: nricavt] . . . to yaQ yXloxQccopa avTirjg . . . xal ovre 
atvxfJiv $%ov ovts aQadov xaxov ovre dvoidlaxerai iv %i xoiXij). Nik» 
ther. 775: avr&Q o ye tfltpoetg (nämlich oxoQTtlog) aQadov xaxov WTiaae 
rvtpag dvÖQl. 

Das anlautende d wohl wie bei aQaßo-g zu beurtheilen, so dass also 
eine Verbalgrundform rad anzunehmen sein würde. 
dQdyvri ,Spinne'; ,Spinngewebe*. 

Aesch. Agam. 1492 = 1516: xeloai <T aQaxvrjg iv iq>aOfiaxt xtjid* 
aoeßei &avdr(p ßtov hxvcviwv. Soph. Brachst 264: niXxa <T IqI&cjv 
dgaxvdv ßQi&ei. — Lukill. 3 (in Anthol. 11, 106): xal %d%* av iQQol^rjxa 
dt ai&tgog, ei fxr\ ccQd%vT] xovg nodag IfirtXex&elg vrcxtog ixQipaxo. — 
Oefter heisst die ,Spinne* auch in männlicher Form apc'xrij-s, so Hes* 
Werke 777 : xij ydg toi vei vrjfiar * deQOC7t6xt]xog aQaxvrjg und Pind* 
Brachst 296 (aus Suidas: elQTjrai dk dQdxvrjg xal naQ yc Hot6d(p xal nagd 
üivdaQifi xal naQa KaXXlq). — Dazu aQa%vio-v Spinngewebe'; Od. 
8, 280: äio/iaxa . . . i§ex6x vvr o t r)vx y aQd%via Xerczd. Od. 16, 35: evv^ 
XrJTGi kvevvatiov xax* aQaxvia xelxai e%ovoa. 



Griechische Etymologie. 255 

Als Suffix löst sich das selbe vx\ ab wie in axvrj t ,Spreu', ,Schaum' 
(Seite 151) und anderen schon neben diesem genannten Formen. Da das 
anlautende d wie zum Beispiel in aQaßo-g ,Geklapper' (Seite 254) vielleicht 
als jünger entwickelt wird gelten dürfen, würde sich eine Verbalgrund- 
form qcl% oder auch, da die Aspiration wohl erst wie in ol%vt\ (siehe 
Seite 151) durch Einfluss des nachbarlichen Nasals hervorgerufen wurde, 
qox ergeben. Möglicherweise aber ist auch das innere a erst jünger 
entwickelt, wie zum Beispiel in xolameiv ,behacken, bepicken' (Arist h. 
an. 1, 14 und 15) neben lat scalpere ,kratzen, einkratzen* (Nov. com. 44) 
und sonst, und man darf mit OGnrtins (Seite 341) an Zusammenhang mit 
aQxv-g , Jagdnetz' (Xen. Jagd. 2, 5; bildlich bei Aesch. Agam. 1116 und 
Eum. 147) denken. Fick (2, 23) vergleicht fragend ags. rynge m. ,Spinne', 
das aber Bosworth nebst rynge, f. ,Spinnewebe' nur mit Fragezeichen an- 
führt Bugge (Beitr. Seite 39) stellt armen, aragaz oder eragaz^ eine 
Art von Netzen, zu a£ox y1 7* Das lateinische aräneo- ,Spinnen betreffend' 
(Plin. 29,86: ardneis textis) nebst ardnea ,Spinne' (Verg. georg. 4, 247; 
,Spinnewebe' Titin. com. 36) ist ohne Zweifel dem Griechischen entlehnt 
dQdööeiv (aus *aQax-jeiv, oder * aQax-jetv?) ,mit Geräusch schlagen'. 

Od. 5,248: yopyoioiv d* fipa %r\v ye xal aQfiovirjOiv agaooev. IL 12, 
384: £»y (T dtiti' cQa&v navT* aftvdig xeqtaXrjg. 11.13,577: cnb dt 
TQvcpäXeiav aQct^sv. PindL Pyth. 4, 226: ßoag, oi . . . %ahtiaig d ' orclalg 
ccQaaaeaxov %&6v* afieißopevoi. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist nicht deutlich. Jüngere 
Entwicklung des anlautenden ä lässt sich vermuthen. 
aqerri ,Tüchtigkeif. 

II. 11, 90: vijpog oqrrj agerij Javaßol ßQrj^avro qxiXayyag. II. 13, 277: 
ig X6%ov, %vd-a [xafain dgeri] diaßeldeiai ccvöqwv. H. 20, 242: Zeig <T 
aQerfjv avÖQeootv ocpiXXu re [tivv&ei re. Od. 4, 725 : noatv ia&kov . . . 
7tavrolflo' agerfjai xexaopivov h Javafoloiv. Od. 18, 251: 17 rot kprjv 
aperryv ßeldog re difiag re wkeaav ä&dvaroi, sagt Penelopeia von sich. 
— Dazu aQßTaetv ^Tüchtigkeit zeigen, gedeihen'; Od. 8, 329: ovx dqerif 
xaxdr Fe^yd. Od. 19, 114: ßaaikijßog dfiivpovog ... dqetüai dh XaFol 
vic' avrov. 

Vergleichbare Bildungen sind yeverrj ,Geburt' (II. 24, 535), reXerri ,Weihe, 
religiöse Feier* (Pind. Ol. 11, 51), mit anderer Betonung ^eUrrj ,Fürsorge, 
Pflege' (Hes. Werke 412), weiterhin auch ßiovr\ ,Leben' (Od. 4, 565), 
während yafienj ,geheirathete (Gattinn)' (Hes. Werke 406; Xen. Oek. 3, 10; 
Amphis bei Athen. 13, 559, A) mehr adjectivischen Charakters ist Wie 
ßioxr\ ,Leben' unmittelbar auf der Nominalbildung ßlo-g ,Leben' (Od. 15, 
491) beruht, so führt aQerrj möglichereise zunächst auf ein verkürztes 
muthmaassliches Adjectiv *ageg- ,tüchtig' zurück. Jedenfalls steht es in 
engstem Zusammenhang mit dem comparativischen Sqsiov- ,tüchtiger, 
besser' (IL 2, 707), das aus *aQeo-iov hervorging, und mit dem superlativi- 
schen agtoro-g ,der tüchtigste, der beste' (II. 2, 5; 577). Als zu Grunde 



256 Griechische Etymologie. 

liegende Verbalform wird wohl a?- ,sich anfügen, sich eng anschliessen* 
(Seite 250) mit dem participiellen ag/uevo-g ,sich anfügend, passend' 
jgünstig' (a. a. 0.) gelten dürfen, wenn auch die Bedeutungsentwicklung 
nicht nach allen Sichtungen deutlich ist An weiter sich anschliessen- 
den Formen mögen hier noch genannt sein : lat arti- (ars) ,KunsÜeistung, 
Geschicklichkeit* (Pompon. com. 63 : discere artem) , altind. rt&- fassend, 
angemessen, recht 4 (RV. 1, 164, 8), ,rechtscha£fen' (RV. 1, 68, 5). 

'Aqbs- ('Aqtis), Name des Kriegsgottes. Wird bei den Dichtern mehrfach 
auch geradezu für ,Krieg* gebraucht 

11.5,592; 594: a t ua äk Tqojcjv eirtovxo q>alayyeg xaqxeqal' rjQ%e d y 
aQct o<piv ^qtjq xal tcoxvi *Evvw . . . ^Aq^g <T iv fcaldpfloi nelwqiov 
%y%og ivaifta. II. 5, 891 sagt Zeus zu ihm: ailel ydq %ot eqig %e q>llrj 
molefiol re [id%ai re. IL 4, 441: "Eqig afiorov pepiavia, "Aqeog dvöqo- 
q>6voto xaaiyvrjrr] ßerdqrj re. — IL 2, 440: iojiev, ocpqa xe &äooov tyel- 
qopev o&v "uiQrjcc. IL 13, 630: alle no&i oxrjoeo&e, xal laavfiivot 7teq 7 
^qtjog. 

Ein paar mal (IL 5, 31 = 455; Hom. hymn. 8, 1) begegnet die vocativi- 
sche Form Aqeg mit gedehntem a. Dann ist noch zu bemerken, dass 
im Aeolischen die Nebenform "Aqevg (Sappho 66; Alkäos 124. — Siehe 
Meister- Ahrens S. 156) gebräuchlich ist — Etymologisch ist der Name 
noch nicht aufgeklärt 

dqiq- (aqrjg) ,verderblich* (?) 

scheint sich zu ergeben aus IL 5, 31 — 455: Idqeg dqig (überliefert ist 
aqeg) ßqoroloiyi, fxiaupove reixeai7tlrjra, da hier eine Wiederholung des 
Namens, wie sie doch gewöhnlich angenommen wird, für die homerische 
Sprache ganz unerhört sein würde, auch schon unwahrscheinlich gemacht 
wird durch die verschiedene Quantität der anlautenden a. Schwerlich 
aber ist an das *aqig- ,tüchtig, gut* zu denken, wie es aus dem com- 
parati vischen äqeiov- 7 tüchtiger, besser* (siehe später) und aus aqioxeiv 
^gefällig machen, angenehm machen* (siehe sogleich) zu entnehmen ist 
Ob etwa ein Zusammenhang mit aqrjpivo-g ,geschädigt, geschwächt' (IL 
18, 435) besteht? 

ä(j£Gxeiv (aus *dqia-axetv) ,gefallig machen*, angenehm machen*, nach- 
homerisch gefallen*; med. dqioxeo&ai , versöhnen, befriedigen*, ,wieder 
gut machen, ausgleichen*. 

11.9,120 = 19,138: aip i&ilui dqioai (aus aqia-aat) , wieder gut 
machen*; Thuk. 1,128: ei olv %i ae rovrmv dqiaxei ,befriedigtf; Xen. 
Mem. 2, 2, 12: ovxovv . . . xal r<$ yeixovt ßovlei au dqiaxeiv) — IL 9, 112: 
(pQa£a>iLte(j$ i £>g xiv (uv cqeoodpevoi Ttenld'OifjLev ddqoialv r' dyavoioi 
ßärteaai re. 11.4, 362: ravra d* oniofrev aqeaaofie^a, et %i xaxov vvv 
ßeßQTjrai. — Dazu: dqearo-g ,gefällig, angenehm'; Hdt 4, 168: rj dk av 
%i$ ßaatlit aqearfj yivrjtai. 

Zunächst zu Grunde liegt eine Nominalbildung auf -£g, die offenbar 
ausging von der Verbalgrundform dq- ,sich anfügen, sich eng anschliessend 



Griechische Etymologie. 267 

causal ,anfügcn, fest verbinden', bildlich ,passend machen, angenehm 
machen' (Seite 250). Der Bedeutungszusammenhang wird dentlich durch 
Wendungen wie II. 1, 136: yigag . . . agaavreg xazä \h)(i6v ,es angenehm 
machend' j Od. 4, 777: vekiwfiev fiv&ot>, 8 dfj xal ftaoiv hl <pg*olv rjga- 
gev i^ilv jder uns allen gefiel 4 ; Soph. El. 147: dlX ipi y' a orovotca 
ägagw q>givag befriedigte, erfreute'. 
dQöeiv y pfltigen'. 

Od« 9, 108: KvxXbirtwv . . . oi $a . . . ovte (pvztvovotv %egolv (pvrov 
ovx* dgoovoiv (00 wird zu lesen sein statt des überlieferten agowotv). II. 
18, 548: veiolo ßa&elyg . . . ij ö' ipelalyer* omöfrev, dgrjgo^iyjj 8k fe- 
folxei, xqvoüh ntg kovaa. — Dazu agoto-g ,das Pflügen'; Od. 9, 117: 
yaftjg Kvxlciftwv . . . ow } äga rrolfirflaiv xat%ata%B%ai ovr* dgototatv. 

Lat aräre ,pflügen'; Titin. com. 160: velim ego osse aräre campum 
cereum. 

Altir. airvm ,ich pflüge' (Wind. -Gurt 554), kambr. aradyr jPflug 4 
(Zeuss 831). 

Qoth. arjan ,pflügen'; nur Luk. 17, 7: sJcalk aig<md$ arjandan aiththau 
haldandan; — ahd. erran, mhd. eren oder ern. 

iit arti ,pflüge< ariü ,icb pflüge'; arimas ,das Pflügen', ,der gepflügte 
Acker'; drhlas 7 Pflug'. 

Altbulg. orati ,pflügen'; oralo oder ralo ,Pflug*. 

Armen, wor jPflug* (Httbschm. arm. 8t 21). 
äqog- ,Nutzen'. 

Nur Aesch. SchutzfL 885 : ndzeg, ßgittog agog äve, (lak&edyei ägaxvog 
vog dg ßddrjv (eise sehr verderbte Stelle)» — Hesyeh führt auf agog- 
ocp&Xog. 

Eine der zahlreichen ungeschlechtigen Bildungen auf og, wie äxog- 
,Heilmittel' (Seite 35) und andre. Wurde schon Seite 252 genannt als zu 
dg- : agvvo&ai ,gich um etwas bemühen, sich erwerben' gehörig, unter 
dem auch altind. dr-tha-m und är-thors ,Gesehäft, Arbeit* (RV.), ,6rund, 
, Veranlassung', ,Vortheil, Nutzen' aufgeführt wurden. 
äqo~v gefleckter Zehrwurz, Aronsstab' und ihm verwandte Pflanzen. 

Theophr. h. pL 1, 6, 6 : o%e8bv öi xal %ujv Xaxavwöwv %a nXsloxa fto- 
voqqiCp . . . elol 8k %üv piv gagxwdsig (nämlich die Wurzeln), xad-dneg 
#aq>apldog, yoyyvUdog, agov i xgoxov. 7, 13, 1 : zb 8k zov agov (nämlich (pvk- 
Xov) ngbg zjj nXazvxrjzt xal syxoiXov xal oixvwdig ioziv. 7, 13, 2: xavXbv 
8k %it fiiv ovx e%ei %b oXov [ovx av&og], Honig %b agov %b idddifiov. 
Diosk. 2, 197: agov . . . q>i>XXa dvlrjoiv Spot* zolg zov dgaxovziov, (uxgo- 
zega 8k xal dorziXozega, xavXbv orzi&afiLcdov, v7rou6gq>vgor } VTtegoeiörj* 
i(p y ov 6 xagnbg xgoxl£wv. 

Dunkler Herkunft Ficka (2, 21) Zusammenstellung mit lat arundon- 
,Rohr* (Verg. Georg. 2, 414: ripis fluwälis harundo caeditur) hat zu wenig 
sicheren Boden. 
&Q*]vt}Biv schöpfen'. 

L»o Meyer, Orieohieohe Etymologie. 17 



258 Griechische Etymologie. 

Nur Alkae. Brachst 47 (aus Athen. 2, 38, E): äkkora fiiv fisXtddeog^ 
dXXora <T o^vxiota TQißoXuv aorjrvfxevoi (wofür aber Bergk schreibt: dov- 

Trjfievoi). 

Wäre die überlieferte Form richtig, so läge am Nächsten der Vergleich 
von Iqi)tvsiv zurückhalten' (11.2,75; 97). Wie bei diesem, so würde 
auch bei dqrpvuv als nächste Grundlage ein Nomen auf -rjTv- zu denken 
sein, wie deren zum Beispiel vorliegen in ßoßrjrv-g , Geschrei' (Od. 1,369; 
zu ßoßdeiv ,schreien' IL 2, 97), idrjTv-g ,Essen' (IL 1, 469) und sonst Als 
Verbalgrundforo würde sich ein einfaches &q- ergeben, auf das auch 
doveiv ,schöpfen' (Hes. Schild 301: toI d* rjovov) zurückführt An das 
letztere schliesst sich das von Bergk gemuthmaasste aQvrrjfiievoi (dazu 
auch aQVTrjOLßo-g ,schöpfbar, trinkbar' Philipp. 3, in Anthol. 9, 575) 
näher an. 
dgriY-eiv ,beistehen, helfen'. 

IL 1, 521: xal vi fie qtrjol ftaxfl Totoeoaiv dgrjyeiv. IL 1, 77: xal poi 
opoooov fj fjrjv poi ftQoqpgwv Pinea iv xal xeoolv dgrj&iv. — Dazu 
aoioyrj ,Hülfe, Beistand'; IL 4, 408: Ttei&dpevoi regdeoat &et5v xal Zrjvdg 
aQioyjj. 

Ahd. ruochan ,wofür Sorge tragen, worauf bedacht sein' ; mhd. ruochen 
und ge-rwchan; mhd. ruoche f. und ruoch m. ,Bedacht, Besorgung'; — 
nhd. ge-ruhen. 

Das anlautende d ist wie in aQaßo-g ,Geklapper' (Seite 254) und sonst 
jünger entwickelt. Der gewöhnlich angenommene Zusammenhang mit 
doxieiv ,ab wehren' (IL 6, 16: dXXd Fot ov zig rwv ye tot* rjoxeoe Xvygov 
oXe&oov) ist ohne alle Wahrscheinlichkeit, das Vocalverhältniss von dgioyrj 
zu dorjyeiv das selbe wie in FocjyaXio-g ,zerrissen' (IL 2, 417) und /^ij- 
yvvai ,sie zerreissen' (IL 17, 751). 
aQrintvo-g geschädigt, geschwächt". 

Siebenmal bei Homer. IL 18, 435 : o fikv öfj yrjgai kvyo(j> xeitai hl 
Htydooio' doritiivog. Od. 11, 136 — > 23, 283: yr\qai vnb kinaotp dgr^xi- 
vov. Od. 18, 53 und 81: avÖQa yigovra dir] dgtj^vov. Od. 6, 2: vnvq) 
xal xaftaT<p aorjfiivog. Od. 9, 403: Time tooov nokvq>t]fi' dorj/uivog aide 
ßoFr/aag vvxTa d 9 dpßgoolrjv. 

Ein vereinzelt stehendes passives Perfectparticip, das auf ein *aodeiv 
oder *aoiuv ,schädigen, versehren' zurückzuführen scheint, in Vergleich 
mit Perfectbildungen wie dgrjgojuevo-g ,gepflügt' (IL 18, 548), dyiyyiqaTo ,sie 
waren versammelt (II. 4, 211), dgrjgwg ,eng anschliessend' (IL 4, 134), oder 
auch ijoxrjTai ,es ist bearbeitet* (IL 10, 438) und fjfxaoTrjuivo-g ,gefehlt, ge- 
sündigt, (Soph. Oed. Eol. 439), aber durch sein anlautendes gedehntes d sehr 
auffällt, mit dem aber doch wohl das von adrjxÖT- ,gesättigt' (Seite 136) sich 
vergleichen lässt Die unmittelbare Zusammenstellung (bei Fick 2, 21) mit 
altind. d'rta ,hineingerathen (in eine unglückliche Lage), niedergeschlagen, 
versehrt, leidend' (aus & + rtor) zu d' ar- ,kommen zu', ,wohineingeraÜien', 
wie RV. 5, 31, 13: mä'u tdi dnhas a aran ,nicht mögen die in Bedräng« 



Griechische Etymologie. 259 

niss geratben*), in dem das im Griechischen noch nicht mit Sicherheit 
nachgewiesene Präfix altind. a ,zu . . . hin , bis ... an' enthalten ist, er- 
klärt jenes a- noch nicht, weist aber doch vielleicht den richtigen Weg 
bezüglich der Etymologie des Wortes. Fick (1*, 355) stellt dazu auch d- 
rus- ,wund' (Qat Br.), n. , Wunde' (AV.) und altn. ihr ,Nart)e'. Weiter aber 
darf man auch Zusammenhang mit goth. armar ,bemitleidenswerth' (Eor. 

1, 15, 19: armostai sium allaize manne jkkeeivoreQoi io/uev ndvrwv dv- 
&qo>7C(ov% eigentlich ^geschädigt, versehrt, gequält (?) muthmaassen. 

Äpa>fx«T- (aQcjfia) ,Gewürz'. 

Xen. 1, 5, 1: el di %i xal aXXo ivfjv vkrjg tj xaldfiov, anana rjaav 
evtoörj üio7i€Q aQtifiara. Eupolis (bei Poll. 9, 47): 7t€QifjX&ov elg *c o*6 m 
Qoda xal xa xgopfiva xal zov Xißavanov, xev&v %äv aQW^idtwy. Hippokr. 

2, 558 : txQcifiara di &vfiov, &vfißQlrjv 9 iQlx7]v y vneQvxov, firjxwva . . . Theo- 
phr. h. pl. 9, 7, 3 : olg phv ovv elg zd aQWfiata xqwvtoi, a%BÖbv rdde iarl, 
xaala, xivdfiü)(tov, xaQÖdficjfiov, vaQÖog . . . 

Stellt sich offenbar zu Bildungen wie Ttk^Qw^az- ^Ausfüllung 4 (Eni. Med. 
203; zu nXfjQoeiv ,füllen' Aesch. Sieben 464), &vQ(Ofiat- ,Thürflügel' (Hdt 
2,169; zu övQÖeiv ,mit einer Thür versehen', Ar. Vögel 614: &vQwoai 
XQvaalai &i>Qcug), miQwpar- ,Befiederung^ (Aesch. Brachst 139, 3; zu me- 
Qoeiv ,mit Federn versehen' Hdt 8, 128) und ähnlichen, wobei allerdings 
auffällig ist, dass bei der so gut wie ausnahmlosen Durchsichtigkeit aller 
solcher Bildungen die etymologische Grundlage für aQWftar- sich den 
Blicken noch entzieht Darf man ein *aQoeiv ,duften' vermuthen? 
dQi- jn hohem Grade, sehr'. 

Nur in etwa zwanzig Zusammensetzungen als deren erster Theil er- 
halten. In der homerischen Sprache finden sich von ihnen ausser den 
Eigennamen WQi-fadvt] (II. 18, 592; Od. 11, 321) folgende sechs: dgl- 
•yviüTo-g ^ehr bekannt, leicht erkennbar' (II. 13,72: PqsV tyvwv dniov- 
Tog' dqlyvwtoi ök &eol neQ. II. 15, 490: ßQeia 3* aqLyvunog Jißbg dv- 
iqdai ylyvetai dXxy) neben yvuno-g gekannt 4 (H. 7, 401); — agt-del- 
xeto-g ^ausgezeichnet' (II. 14, 320: IleQoijßa ndvrwv dgidelxetov dvÖQwv. 
Od. 11, 540: yrj&oovvrj o Fot vtbv eqprjv aQtdelxevov elvai), dessen Schluss- 
theil nicht einfach vorkommt, aber wohl zu delicti geigen' (IL 3, 452) oder 
möglicher Weise auch zu lat decos- ,Zierde, Schmuck' (Hör. Od. 1, 1, 2) 
gehören wird und seiner Bildung nach sich vergleicht mit Formen wie 
altind. dargatd- ,sehenswerth , ansehnlich' (BV. 1 , 36 , 9 ; zu da-ddrga ,er 
sah' BV. 1, 105, 18 — di-doQxe ,er blickf IL 22, 95); — aQl^ijlo-g ,sehr 
hell, sehr deutlich' (siehe besonders); — dQi-oyaXig- sehr schlüpfrig' 
(Od. 17, 196: krtel r\ cpcn aQiaq>aX4 y e/dfievac ovdov\ dessen Schlusstheil 
der selbe ist wie in d-aq>aXig- ,ohne Schwanken, fest, sicher' (Seite 183); 
— aqi-TtQBTtig- ,sehr glänzend, ausgezeichnet 1 (II. 8, 556: d>$ ö* oV 
h ovQCtvqt aOTQa qxxßeivrjv dfig>l oektjvrjv cpalvet' aQinQenia. 11.9,441: 
ovo 9 dyoQcovy ha t' avdqeg dQMQBTtieg zeXidovoiv), aus dem ein *nQi- 
Ttog- ,Glanz, Ausgezeichnetheit' zu entnehmen ist, das sich anschliesst an 

17* 



260 Griechische Etymologie. 

nqinuv ,glänzen, sich auszeichnen' (IL 12, 104: S <T irtqme xal did 
ndvTtov). — d QL-cpQadig- ,sehr bemerklich, sehr deutlich 4 (IL 23, 240: 
Soria JlarQoxioio . . . doupQadia di rirvxTai. IL 23, 326 : ofjfia di toi 
FsQiio fiaX 3 doupQadig), das nicht als unmittelbar mit dem seltenen q>oa- 
dig- ,verständig, klug* (IL 24, 354: (poadiog roov) zusammengesetzt gelten 
kann, sondern als Schlusstheil ein muthmaassliches * q>(>ddog- ,das Bemerkt- 
werden, Deutlichsein' (?) enthält, das sich anschliesst an q>od£eo&ai ,wahr- 
nehmen, bemerken' (IL 10, 339). 

Eine Adverbialbildung auf i wie ay%i ,nah' (Seite 213) und neben diesem 
genannte Formen. Im Uebrigen darf man nächsten Zusammenhang mit 
aQiTT] ,Tüchtigkeitf and oqiüto-q ,der Nichtigste, der beste' (Seite 262) rer- 
muthen. Das letztere liegt neben aQij wie neben dem eben genannten 
ayxi ,nahe' auch ein superlativisches ayxioro-g ,der Nächste' (IL 2, 58 : 
Aesch. Ag. 256). 
äqla, eine Eichenart; — ,Mehlbeerbanm, Mehlfässchenbaum*. 

Theophr. 3, 16y 3: o di xaloiatv ol 'Apxddeg gnll6dQv* . . . xakovai 
di o% ye JitßQielg xal dqlay %b dirdoot* 5, 5, 1 : dvoeayorara di doia 
xal dqvg. — Theophr» h. pL 3, 4, 2 : oxpißkamorarov di o%cdav tipvg, affla, 
%€tqaymvla . . • 
Dunkler Herkunft 
AqIö- (aflg)j ein Werkzeug der Zimmerleate, vielleicht ,Bohra*. 

Kallias (bei Pollux 7, 113): *ijg nat&xffi aqldog. Hippokr. 3, 156; xal 
yao of mqida khrirtau* xal rtqiova, xal nekexqücuew aw xal axdtpauv 
av, firj xdora atoovreg %6v dyxvjva. Philipp. 2 (in AnthoL 6, 103) nennt 
unter Haadwerkefgeräfh : xal yvQag djuyiditovg dqtdag. 

Gebildet wie a/urf*- ,Nachttopf (Seite 230), axtA- (dxlg) ,Spitze, Stachel, 
(Seite 28) und andre Formen. Der Herkunft nach dunkel Fick (bei 
Beafey O. 0. 3, 364) stellt es zu altiixL Ära, f. ,Ahle, Pfriem'. 
«1>l-$r}Xo-q ,sebr leuchtend, sehr deutlich 1 . 

Bei Homer 7 mal, darunter einmal adverbieü. IL 13, 244: doLtnXoi di 
ßot (d. L dotsoortjj) avyaL IL 22, 27 : doti^a . . . 8g $d t imtbqryg datv, 
aQlüjloi di Fat avyal qxtiyortai. Pind. Ol. 2, 55 : rclovTog dgitaig de- 
datdalfiivog . . . MTrjq d^i^log^ itvpuitatop dripl tyiyyog. IL 18,519: 
"AprjS xai Kallas ^i^vi) - „ . d/tupig d^rjlcj (in der Darstellung auf 
dem Schilde). Hes. Werke 6: $eia ä y ägi&jXop pivv&ti (nämlich Zeus) 
xal adtjlov dßi&i. H. 2, 318: tov fiiv (nämlich dqwwyta) afiCtjlorw &i]- 
xev &eog &g izbq Sqytjvev. IL 18, 219 und 221 : wg i ' ot aQtgrjlr) <pwvrj, 
nie ßiaxe adfctty% .... wg tot ' a^iC^hfi qptavij yirst' Alaxtdao. Od. 
12,453: &x&Q° 9 && P°l &o*n> avrig doiC^hag ßeßorj/uiva pv&oloyeieiv. 

Enthält neben *$t- ,sehr^ (Seite 254) als erstem Theile einen nicht ganz 
durchsichtigen SchlussllmL Vermuthen mag man aber wohl, dass der 
letztere zu dijko-g ,offenbar^, eigentlich feuchtend' (Od. 20, 333; Soph. Aias 
1225; PhiL 10, II) und mit ihm zu dielo-g ^»ditbar', eigentlich ^euchtend^ 
(nur II. 10, 466) gehört Das letztere entstand wahrscheinlich aus einem 



Griechische Etymologie. 261 

alten *ddjelo-g und wird sich anschliessen an öiaro (ohne Zweifel aus 
*dejaro) ,es schien 4 (Od. 6,242) und altind. di feuchten* (KV. 1,140, 10; 
2, 2, 8). So drängt sich die Vermnthung auf, dass neben jenem alten dej- 
(in *öijato) sich anch ein *dje- — ganz ähnlich wie zum Beispiel nh\- 
,sich nähern 4 (nlrpo ,er nahete 4 IL 14, 438) neben nel-a&tv ,nähern, sich 
nähern 4 (IL 5, 768) und anderes mehr — entwickelte, das dann die Grund- 
lage zu unserm -tyko-g wurde. 

dQi&tiö-s ,Zahl. Anzahl 4 ; ^Zählung 4 . 

Od. 4,451: ndaag <J* ag' kn($%eto, l£x%o ö 1 dgi&fiov. Od. 11, 449: 
og 7tov vvv ye fier' avöguh %%bi ctgi&nqi. Od. 16,246: %a%a d* € y ioeai 
b&ad' aQi&fiov. — Dazu dgi&fiieiv fahlen 4 (womit zu vergleichen Xen. 
Anab. 1, 2, 9: Kvgog . . . dgi&fiov tvjv 'Etärjvwv l7totrjoev. Hdt 7, 59: 6 
di . . . %rjg atgatcrjg dgi&nbv inoiiero). 11.2, 124: ei n$Q ydg x' k&itoi- 
fiev . . . dgi&fnjxhfjfievcu äfigxo. 

Die Suffixform &po (LM. Gramm. 2, 369—372) ist nicht ungewöhnlich 
und begegnet beispielsweise noch in OTa&po-g ,Stand, Viehhof 4 (IL 2, 470), 
xlav&po-g ,das Wehklagen 4 (IL 24, 717), xijii?#/«$-s ,Bezauberung, Ent- 
zücken 4 (Od. 11, 334), ÖQxyfyo-g ,Tanz 4 (IL 6, 637), noQ&nd-g »Durchfahrt, 
Heerenge 4 (Od. 4, 671), ag&(.io-g , Verbindung, Freundschaft 4 (Hom. hymn. 
Herrn. 524; Aesch. Prom. 191; an beiden Stellen neben (pdojrjj- ,Iiebe, 
Freundschaft 4 ; — zu ag- ,sich anfügen, sich eng anschliessen 4 Seite 250) 
neben innerem t in ntjvi&po-g ,das Grollen 4 (II. 16, 62; zu /urjvieiv 
,grollen 4 IL 2, 769). Mit der letzteren Form vergleicht sich dgiöpo-g aber 
doch nicht unmittelbar, da sich hier das innere i offenbar nur in eigen- 
tümlicher Weise neben oder aus dem q entwickelt hat Als nahzugehörige 
stellt Fick (2, 206 und l 4 , 528) zusammen: vtjguo-g (aus vrj-agizo-g?) ,un- 
gezählt 4 (?, Hes. Werke 511: vrjgirog vkrj. Ap. Eh. 3, 1287: vrgira rav- 
gwv %%via fiaotevwy. Ap. Rh. 4, 158: vrjgirog oönrj), lat rite ,nach Reli- 
gionsgebrauch 4 , ,recht, gehörig 4 (Afran. com. 88 : idqve ut rite vntellegäs te 
facere), ritu-s ,Religiongsgebrauch 4 , ,Gebrauch 4 (Pacuv. trag. 393 : aleyonis 
ritü)] altir. dd-rimim ,ich rechne, ich zähle 4 (Zeus 867), do-rimu ,ich zähle 
auf 4 (Zeuss 435), ah(L Hm ,Reihe, Reihenfolge, Zahl 4 , mhd. rim, nhcL Beim, 
und ferner mit Recht auch lat ratwn- Rechnung, Berechnung 4 (Plaut 
Aul. 527 : %twr, putdtur ratio cum argentärio), reor (aus *rajor) ,ich halte 
wofür, meine 4 (Caecil. com. 24 : ne . . . reäre), goth. rathjön Rechnung, Be- 
rechnung 4 (Luk. 16, 2 für Myog\ ,Zahl 4 (loh. 6, 10 und Rom. 9, 27 für 
ägi&pog), die aber im Einzelnen etymologisch noch genauer zu bestimmen 
sein würden. 

dQlaaQo-v, eine kleine Art von Natterwurz. 

Diosk. 2, 198: dglaagov kaxl fitxgov ßozdviov^ $l£av %%ov tag ikalag* 
sott di igifxvxiga %ov agov. 

Ob etwa mit ago-v gefleckter Zehrwurz 4 (Seite 257) irgendwie zusam- 
menhängend 4 ? 

dQiöTBQö-q fiokBj auf der linken Seite befindlich 4 . 



262 Griechische Etymologie. 

IL 5, 16: Tvdeßldw d* vrtkg wpiov dgiOTegov ijkv&' axcoxq fyxeog. IL 
2, 526: BoitoTwv d y 'ifinXrjv iit dqiazeQa &cogrjoaovTo. 

Mit derselben Suffixform gebildet wie de&rego-g ,auf der rechten Seite 
befindlich* (IL 4, 519) und weiterhin auch lat dextero- (Ter. Eun. 775) oder 
dextro- (Eon. ann. 395) ,auf der rechten Seite befindlich', lat sinistro- ,auf 
der linken Seite befindlich' (Ter. Eun. 775), ahd. toinistar ,auf der linken 
Seite befindlich*. Bei der nicht zu bezweifelnden Uebereinstimmung mit 
dem comparativischen Suffix teqo , wie in ve/ukego-g Jünger* (IL 4, 324) 
ist die verschiedene Betonung beachtenswert^ In Bezug auf das innere 
ig sind comparativische Formen zu vergleichen, wie XaMotego-g ,ge- 
schwätziger' (Ar. Frösche 91), niwxloxtQo-g ,bettelhafter' (Ar. Ach. 425) 
und ähnliche, vielleicht auch alle Superlative auf ioto, wie agioro-g ,der 
tüchtigste, beste 4 (siehe sogleich). Die Verbalgrundform ag ist vielleicht 
dieselbe, wie in altind. ar-dla- ,gebogen, krumm 4 : man kann vermuthen, 
dass das Linke ursprünglich als das Gekrümmte, das vom Graden Ab- 
weichende, benannt ist 
äQiaro-q ,der tüchtigste, der beste 4 . 

Schon bei Homer sehr häufig, wie IL 1 , 91 : 'Aya^iifxyova . . og vvv 
rtokkov ctQLOtog ld%aißu>v ei'Xttai elvai. IL 2, 5 : qde d£ Foi xard &vfiov 
aQlOTT] qxxivero ßovhj. 

Gehort zu den Superlativen, die mittels des Suffixes ioto unmittelbar 
aus Verbalgrundformen gebildet wurden, wie 7ta%to%o-g ,der dickste 4 (IL 
16, 314), ayxwTO-g ,der nächste' (D. 2, 58), alyiovo-g ,der schwierigste' (IL 
23, 655), cpiQioio-g ,der beste 1 (IL 6, 123), prjxioro-g ,der längste 4 (IL 7, 
155), 7iXeioTo-g (aus *7tU-iozo-g) ,der meiste' (IL 13, 335) und andere. 
Unmittelbar nahe steht das comparativische ageio-v ,besser, tüchtiger' (siehe 
Seite 263). Als Verbalgrundform wird dg- ,sich anfügen, sich eng an- 
schließen 4 (Seite 250) gelten dürfen, an das unter anderem auch agpevo-g 
,sich anfügend, passend' (Seite 251) und dgerrj ,Tüchtigkeif (Seite 255) 
sich anschüessen. 
aQiöro-v ,Frühstück'. 

Bei Homer zweimal, nämlich IL 24, 124: iaov/idviag Inivovxo xai h- 
tvvovt* dgiotov und Od. 16, 2: evrvvon' aqiaxov oft 9 rjßoiy xtjßafiivto 
itvQ. Aesch. Agam. 331 : tovg 6k . . . novog vrjoreig nQog dgloxoioiv wp 
e%BL nokig rdooei. Hdt 1, 63 : 'uixhjvaioi de ol ix %ov aoxeog nQog Sqi- 
otov TCTQafifiivoi rjaav öfj TTjvixavra xal fierd %b Sqiotov fiere^ireQOi 
avTüiv ol fiev nQog xvßovg ol dh nQog vttvov. Ar. EkkL 348 : pua* in' 
agiorov yvvfj xixhjxev avtfjv vwv qtihiov. 

Schon Pott (1, 1833, S. 101) deutete den ersten Theil des Wortes aus 
Iqi ,früh' (IL 9, 360; Od. 19, 320), wobei aber die verschiedene Gestaltung 
des anlautenden A-Vocales noch genauerer Erklärung bedürfen würde. Ob 
sie dialektischen Grund haben könnte? Durchaus unwahrscheinlich aber 
ist daneben Potts Erklärung des Schlusstheiles aus einem -€oto- gegessen' 
(zu ed-fi€vai ,essen ( IL 4, 345), das weder sonst irgendwo vorkommt, noch 



Griechische Etymologie. 263 

auch sein anlautendes e so leicht würde eingebüsst haben. Aber auch 
GCurtras 7 (Studien 2, 180) Aufstellung eines **ägi£etv ,in der Frühe ver- 
anstalten' (?), das die nächste Grundlage zu agiaxov gebildet haben soll, 
ist äusserst bedenklich. 

dgaiö-q, alt wahrscheinlich ßagaio-g ,schmal, schlaff, schwach'. 

IL 16, 161: Ivxoi . . . Xdipovreg ykiaoarjoi ßagaijjoiv (xiXav vÖtag axgov. 
Od. 10, 90 : dural dh fcgoßXijreg havrlac dXXrjkrjatv iv oio/uau 7tgoi%ovoi % 
ßagaifj <T eXaodog iativ. IL 18, 411 = 20, 37: %b)Xeiw inb dk xvijfiai 
Qwovro ßagauxl. IL 5, 425: Kingig . . . rtgbg XQ V(J 7J rtegdvr] xarctfiv- 
j;axo xeiQCt ßagaiyv. Hom. hymn. Herrn. 349: rola niXwg', dg ei reg a- 
gaifjoi dgvai ßalvoi. Hes. Werke 809: ret gddt <T agxeo&ai vrjßag ftr}- 
yvvad-ai dgeudg. Xen. Lak. 11, 6; dgaial re xal ßa&vregcu al (pdXayyeg 
yiyvovrai. 

An adjeetivischen Bildungen vergleichbar sind yegaid-g ^bejahrt* (IL 1, 
35), naXaiö-g ,altf (IL 6, 215), xgataio-g ,kräftig, gewaltig' (IL 5, 83), dij- 
vaio-g ,lange lebend' (IL 5, 407). Was aber die etwaige verbale Grundlage 
anbetrifft, so bleibt wichtig zu erwägen, dass die homerische Sprache deut- 
lich auf anlautendes ß (ßagaio-g) hinweist und daneben, dass schon in 
homerischen Handschriften auch die Nebenform ctgaio-g, auf die auch 
spätere Erklärer (Schol. zu Od. 10, 90: daavvtiov to ctgairj) bestimmt hin- 
weisen, entgegentritt 

äyeiov- {ige Luv) ,tüchtiger, besser'. 

11.2,707: o <T Sfia ngovegog aal dgeiwv. IL 19, 33: alßel %<$ y' 
eazat %Qwg epriedog rj xal dgeliav, 11.21,410: oaaov dqeLiov evxop' 
iyw> ejuevai. Od. 20, 133: faegov ye riet iiegomav dv&gwTtwv x*Iqovcc, 
rbv de t* agetov' d%i(idaoao y ditoni(i7tei. Od. 6, 182: ov fiiv ydg xov 
ye xgeiooov xal agetov rj o$ J b(io(pgoviov%e vorjfiaoi ßolxov kxrjrov dvrjg 
i]ök yvvrj. 

Schliesst sich als alte comparativische Form unmittelbar an agio%o-g 
,der tüchtigste, beste' (Seite 262), neben dem es aber die Besonderheit zeigt, 
dass es zwischen Comparativsuffix (iov) und Verbalgrundform (dg) noch 
ein weiteres Bildungselement («) enthält In letzterer Beziehung ist %i- 
geiov- geringer, schlechter' (IL 1, 114; 576) unmittelbar zu vergleichen. 
Wie dieses aus *%igeo-iov hervorging, was durch die nebenliegende ad- 
jeetivische Form zigyg gering, schlechf (IL 1, 80: x^QV 1 aus *X^Q t l ai i Od. 
15, 324: ztQytS aus *xtgr]oeg) noch deutlich gemacht wird, so wird agetov- 
aus *ageo-iov hervorgegangen, in ihm also das adjeetivische Suffix eg (wie 
zum Beispiel in iXeyx&g- ^schändlich' IL 4, 242) enthalten sein, so dass 
sich also ein adjeetivisches dgig-, wie wir es auch schon aus dgioxeiv 
,gefäüig machen, angenehm machen' (Seite 256) entnehmen konnten, als 
nächste Grundlage ergiebt Es darf dabei noch bemerkt werden, dass ganz 
wie neben x^etov- noch ein durch das Comparativsuffix %ego (wie in 
veßrirego-g Jünger' IL 4, 324) weiter ausgebildetes x € Q €L ° ze Q°S »schlechter' 



264 Griechische Etymologie. 

(IL 2, 248; 12,270) liegt, auch neben clqblov noch ein dQeiorego-g 
,bessei^ (Theogn. 548) begegnet 
äqsiri jDrohnng^. 

Nur dreimal bei Homer, nämlich IL 17, 431 : nolla 8i fieikixloiei tzqoo- 
rjvda, 7toÜQ d* dgeifj. IL 21,339: ßr^öi a» napirvav fteikiftloiot Fi- 
Tteaatv aftotgenitw xal dgeijj. 11.20,109: fiitjöi ae ndftrcav kevyakiotai 
FhtGOOiv d7tojQB7tiTia xal agetjj. 

Dunkler Herkunft An Zusammenhang mit aga , Gebet, Flehen' (Seite 
253) ist nicht zu denken. An ähnlichen Bildungen sind etwa zu nennen: 
X€i>] ,Loch, Höhle' (IL 22, 93; 95), £««$, eine Getraideart, vielleicht ^Spelt* 
(Od. 4, 41), otukeu) ,Oehr für den Stiel der Axt 1 (Od. 21, 422), nageiy 
,Wange' (11.11,393). 
aqü-eiv ,schöpfen'. 

Hes. Schild 301: oYye fih fogdneov, rol d* ijgvov. Ar. Wolken 272 : 
eiV aga Nelkov 7tgo%oaig vödrcov xQ va ^ ai S agveo&e ngoxoioiv. Tüll. 
Flacc. (in Anthol. 9, 37): a. aiyr\aag agvaai. ß. xlvog ovvexa; a. tirpL&v 
dgvov (auffällig gedehntes £>)• 

Der Bildung nach mit dvveiv ,vollenden' (Seite 199) am Nächsten zu 
vergleichen, was insbesondere auch darin hervortritt, dass ganz wie neben 
dw- sich auch ein consonantisch auslautender Verbalstamm dw%- ergab, so 
aus zahlreichen Formen auch neben dgv- ein dgvr- sich entnehmen lässt 
Wir fuhren einige betreffende Stellen an. Plat Phaedr. 253, A: xav h 
Jibg ccqvtwoiv, wortsQ al ßdxxat. Plat Ion 534, A: wotcbq al ßdxxat 
dgvxortai hx tcJv Tcotctfiüiv piki xal yd ha xarexofievat. Plat Erit 120, 
A: XQ V<J( *1$ q>idkaig ix %ov xgaxijgog dgvrofxevoi. Hdt 6, 119: xal ydg 
aorpakvov xal akag xal %kaiov ägvoaovrai (aus *agvr-jovrai) l£ ovjov. 
Hes. Werke 550 : ctrjQ . . . oaze agvoodftevog notafuSv anb devaovriov. 
Ar. Ritter 921 : dn-agvoriov %e %wv aneiktZv ravrrjL — In den verwandten 
Sprachen scheint Zugehöriges noch nicht aufgefunden zu sein. 
dqvßallo-q ,ein beutelartiges Gefäss'. 

Ar. Bitter 1094 : elta xataartiv6eiv xard %rjg xeipakrjg agvßdkktp dptßgo- 
aiav xara aov. Antiphanes und Stesichorns hatten es nach Pollux (10, 
152: agvßakkog äk inl %ov avondotov ßalavriov h *Avri(pavovg Ahxov 
igüvxt xal iv Itijaixcgov KeQßigqi) auch. 

Gehört vielleicht zu dgvetv ^schöpf en' (siehe oben). Pollux (7, 166 und 
1 0, 63) nennt es unter Badegeschirren unmittelbar neben agvxaiva , Gefäss 
für Flüssigkeiten' (Ar. Bitter 1091). Ob bezüglich seines Schlusstheiles 
etwa xgvaxakko-g J&sf (IL 22, 153) verglichen werden darf? 
ägovQa ,bebautes Land'. 

IL 2, 548: xtxe (den Erechtheus) de Keldwgog agovga. IL 3, 246: ßoivov 
IvtpQova, xaguov dgovgtjg. IL 6, 142 : ßgaxtiv ol agovgrjg xagnov tidovoiv. 
IL 6, 195: xal fiiv ßoi Avxioi xipevog xäpov . • . xakbv (pvraktrjg xal 
agovgrjg. 

Altind. urvärä ,Fruchtfeld, Saatland' (KV. 1, 127, 6: dpnasvaitshu ur- 



Griechifiche Etymologie. 265 

väräsu ishtdnis, d'artanäeu ishtdnis ,auf ertragreichen Aeckera zu ver- 
ehren, auf öden zu verehren'); nachvediach auch ^Erde^ 

Das griechische qqovqo steht bezüglich seines Ausgangs -ovqo ganz 
vereinzelt, ist weiterhin aber wohl mit Bildungen wie ayxvga ,Anker* (siehe 
Seite 203) zu vergleichen und wird wie diese das alte weibliche Suffix 
ta (wie in niFsiga ,die fette, fruchtbare' Od« 19, 173, aus */ctfegta — 
altind. ptväri ,die fette', BV. 8, 5, 20; 8, 22, 9) enthalten. Ficks (2, 23) 
Erklärung des agov- aus *oqFo- und unmittelbare Zusammenstellung mit 
lat arvo- ,pflügbar< (Plaut Truc. 149: non arvos hie, sedpaseuos ager est), 
das selbst zu aQoeiv, lat ardre ,pflügen' (Seite 257) gehört, lässt das suf- 
fixale q ganz unberücksichtigt — Das anlautende u vor dem r im alt- 
indische» urvärd ist ohne Zweifel kein ursprünglicher Vocal, so dass ihm 
im Griechischen ein a gegenüberstehen kann, ganz wie zum Beispiel in 
vakavro-v , Wagschale 4 (11. 12, 433) neben altind. tulä' ,Wage<, , Wagebalken', 
,Gewichtf (Mbh.). Bugge (Beiträge S. 14) vermuthet Zugehörigkeit des 
armen, erür ,Erde, Land 4 , das er als aus *erweri- entstanden ansieht 
äQQaro-s ,unbeugsam, fest 4 (?). 

Nur bei Piaton; Kratyl. 407, D: ei d* av xara %6 oxkrjQov %e xal ape- 
xaatQOtpov, o drj aggatov xakeivat, xal xavtrj av navtaxfj nokeiiuup &eq> 
nqinet^Aqri xakelo&ai und Staat 535, B: xal fÄvr^ova drj xal aggarov 
xal itav%r\ qttkonovov Crjrrjriov. 

Wird ganz wie zum Beispiel a-ggyro-g ,ungesagt' (Plat Symp. 189, B; 
bei Homer noch ä-Fgrjro-g, so Od. 14, 466) sich in d- (dv-) ,un* und fato-g 
gesagt 4 (IL 21, 445 noch ßgrjto-g) zerlegt, aus dem beraubenden av- ,un' 
(Seite 185) und einem participiellen *$ojo-q (?) zusammengesetzt sein. Das 
letztere aber ist noch nicht deutlich. Es kann nicht, wie doch öfter an- 
genommen ist, zu (taleiv ^zerschmettern' (aus *$alo-eiv oder *$ala-jeiv. 
Daher iggalo-&r] ,es wurde zerschmettert* II. 16, 339), gehören, von dem 
vielmehr aggatozo-g ,unzerschmettert, unzerstörtf ausgegangen ist, das 
bei einem alten Erklärer zu Od. 13, 259 (jtixgt ztSv voarwv aggaiarog die- 
q>vldx&ri) begegnet 
aQQaß<bv- (äggaßaiv) ,Handgeld, Unterpfand'. 

Antiphan. (bei Meineke 3, 66) : fjftelg d* %%ov%eg dggaßwva tijv %e%vr\v 
%ov tyjv, äei Tteivwfxew int %alg iknlotv. Menand. (bei Mein. 4, 268) : 
orav ix novtjQov ngayfiarog xigdog kdßjjg, rov öva%v%eiv tofitCi a 3 dgga 

Aus dem Semitischen entlehnt; Hebr. im*?? ,Unterpfand' (Mos. 1, 38, 
17; 18; 20). 
d(>Qd£Hv ^knurren' von Hunden. 

AeL h. an. 5, 51 : ovttü tot xal td £toa akko akkiog ngotetai xbv ovy- 
yeyij rijg ykülvrrjg rj%6v te xal xpocpov . • . ttal de vkaypog q>lkov, xal 
akkqi dggd&iv. Poll. 5, 86: xvvtSv fjtkv vkaxfj xal vkaypög . . . etnotq 6* 
Sv xal dggd&iv xal dggäCpvtag. 

Wohl nur klangnachahmend, wie zum Beispiel auch die ebenso ge- 



266 Griechische Etymologie. 

brauchten $d£eiv (Hesych: §d&iv zgcjyeiv. xvgiwg ItcI tcSv xvvüv) und 
qv^elv (Pollux 5, 86). Anklang an aJtind. rd- ,bellen' (EV. 1, 182,4: 
rtfjatas günas ^bellende Hunde*) ist wohl ohne tiefere Bedeutung. 
äQQr\<pöQo-q ,Trägerinn der geheimen Heiligthümer (der Athena)'. 

Paus. 1, 27, 3: nag&evoi ovo %ov vaov rrjg JloXtddog olxovoiv ov itoggcjj 
xaXovat de 'Axhjvaioi o<päg dggrj<p6govg . . . ava&eioai oqtioiv iftl vag 
xeq>akdg } a t) Ttjg'ji&Tjvdg Ugeia dldwai <pigeiv, ovxe rj öidovaa ortoiov 
Ti didwoiv cid via, obre raig cpegovoaig irtiOTapivaig. Hesych erklärt 
aQQrjg>oQog m fivaraywyog. 

Neben dem deutlichen -yoQo-g ,tragend' (wie in To£o-<poQo-g ,bogen- 
tragend' IL 11, 483, und in vielen andern Formen) ist der erste Theil der 
Zusammensetzung nicht so unmittelbar verständlich, aber doch wohl 
nicht zu bezweifeln, dass darin ein verkürztes aggr/zo-g ,ungesagtf (siehe 
Seite 265) enthalten ist, da dieses schon früh auch die Bedeutung ,unsag- 
bar, geheim' (Hdt 5, 83 : elal di aq>i xal aggrjzoi igoegyiai. Ar. Wolken 
302: ov aißag dggrjTwv iegwv) aufweist Vielleicht darf man dabei zu- 
nächst an eine verkürzte Nebenform *dggij*- denken, wie zum Beispiel 
ddfirjz- ,ungezähmf (Od 4, 637) neben gleichbedeutendem aä/iijro-s (IL 
10, 293) auftritt und ähnliche Paralellformen auch sonst vorkommen. 
aQQHviq- (aggTjvrjg) ,bissig'. 

Theokr. 25, 83: vvv dh Urjv Cdxovov %i xal äggrjvkg yivez* avtug (näm- 
lich &rjglov 7 das von einem Hunde gebraucht ist). Hesych erklärt dggrj- 
vig' aygiov. dvaxegäg und nennt daneben das unmittelbar zugehörige ag- 
grjveiv koiöogelv. xal yvvaixl ngog avöga diaqtigeo&ai. 

Dunkler Herkunft Der Bildung nach lässt sich etwa vergleichen axgv r 
vig- ,stark, rauh' (Ap. Rh. 2, 323), kaum auch ngrjvig- ^vornüber geneigt, 
kopfüber' (IL 6, 43) oder dnrivig- ^unfreundlich' (Seite 70) und Ttgoorivig- 
,freundlich, wohlwollend' (auch Seite 70). 
dQQiaöieiv ,fürchten', dialektische Form von oggwdieiv (siehe später). 
äQQixo-q ,Korb'. 

Ar. Vögel 1309: oü' wg Taxtara av (ikv la>v tag dggixovg xal rovg 
xotplvovg arcavxag ifiitlmlr] Tttegtuv. DioskoricL 4 (in Anthol. 7, 410): ov- 
xuiv aggixog. 

Wie in aggev- ,männlich' (AeL h. an. 2, 11) aus agoev- (IL 7, 315) und 
sonst, so ging auch hier das qq aus qo hervor: die Form agoixo-g be- 
gegnet noch bei Diodor (20, 41, 5: xal dtd rot*' ifiv&okoytjadv Tiveg wg 
eig agoixov i/tißdloi rovg oqy&alpovg) und daneben ein ionisches agoixo-g 
ohne Aspiration des Gutturals bei Bekker (an. 446, 30: aggixor xotpivoi 
olovivoi, ovg dgalxovg ol "Iwveg, xhjkvxwg de ol 'AztixoI %ag dggixovg 
<paoiv). Die Suffixform i-xo- ist nicht häufig: sie begegnet mehrere Male 
mit deminutivischer Bedeutung, wie in: ogralixo-g ,Thierjunges' (Aesch. 
Ag. 54), dgvorixo-g ,kleiner Becher' (Ar. Wesp. 855), ooaixo-g ,wie klein' 
(Theokr. 4, 55), nvgglxo-g ,röthlich' (Theokr. 4, 20), auch zum Beispiel noch 
in ovQixo-g ,Korb' (Alexis bei Athen. 3, 76, D : wäg zovg ra av% &«- 



Griechische Etymologie. 267 

axoxe iv zoig ovglxoig nwXovvrag) und ßdgixo-g ,Lamm 4 (Hesych: ßdgi- 
%oi* agveg). 
aQxävri ,der Faden , an dem die einzelnen Fäden des Aufzuges befestigt 
wurden 4 . 

Hesych: dgxdvrj' %6 $d/Afta, $ %bv ozr^ova lyxctxanXixovoiv (al) dia- 

£6[i€VCU. 

Dunkler Herkunft Aehnliche Bildungen sind: ogxdvt] jUmzäunung 4 
(Aesch. Sieben 346), igydvr} ,Arbeiterinn, Beschützerinn der Arbeit* (Soph. 
Brachst 760, 2), dgendvrj ,Sichel 4 (IL 18, 551), Xexdvr) Schüssel' (Ar. Vögel 
1143; Wolken 907), dandvq ,Aufwand, Ausgabe 4 (Hes. Werke 723), a*e- 
qtdvrj ,Helmrand' (IL 7, 12) und andre. 
affxi-eiv (aus *dgxio-jeiv) ,abwehren 4 ; ,helfen 4 ; ausreichen, genug sein'. 

IL 6, 16: aXXd Foi ov rig riuv ye tot* rjgxeae (aus ijgxeo-Ge) Xvygbv 
SXe&gov. — IL 15,529: nvxivbg öi Foi ijgxeoe &wgr]!;. IL 13, 371: oid' 
ijgxeoe &(ogr]j; %dlx£og. Soph. EL 322 : uicpvxev lo&Xog, war' dgxeiv q>l- 
Xoig. — Aesch. Prom. 621 : rooovrov agxw aoi oaqtrjvloag \xovov. Pind. 
OL 9, 3: %b fihv 'AgxiXoxov fiiXog . . . agxeoe Kgovtov 7cag* o%$ov dye- 
povetoai xw^d^ovri . . 'E<pag[t6oT(t). — Dazu: agxog- ,Abwehr, Schutz- 
mittel 4 ; Alkäos 15, 4: xvdfuöeg, ägxog ioxvgw ßiXeog. Opp. Fischf. 3, 148: 
jovvexa rfjoiv kxaXxevoavxh* dXirjeg xavXbv hiz' dyxloTW doXixwtegovy 
agxog oöovttav. — avr-agxeg- ,sich selbst genügend 4 ; Aesch. Ch. 757 : 
via dk vrjdvg avzdgxrjg tixvwv. Hdt 1, 32: äg dk xal av&gtanov atSfia 
2v ovdkv avragxig lern" %6 (ikv ydg %x e h äXXov dk ivdeig iori. — nod- 
agxeg- (siehe besonders). 

Lat arcfre ^ab wehren, fernhalten 4 , ,einschliessen 4 ; Enn. ann. 533: f ulmine 
clärö omnia per sonitüs arcet. Pacuv. trag. 305 : saus hdbeam wrium ut 
te ärd arceam. Verg. Aen. 8, 73: accipite Aeneän et tandem artete peri- 
cl%8. — Cic. nat d. 2, 54 : in alvö multa sunt mträbiliter effecta . . . arcet- 
qve et continet, stve illud äridum est s&ve hümidum. 

Altir. durdmm-aircthe ,er wurde eingeengt 4 , itimm-aircnib ,in Gefäng- 
nissen 4 (Wind.-Curt 132). 

Goth. rohsni- ,(yon Gebäuden eingeschlossener) Hof 4 ,avXrf (Matth. 26, 69; 
ML 14, 66; Joh. 18, 15). 

Lit rah-inti ,schliessen 4 , rdkta-s ,Schlüssel 4 (Fick 2, 23). 

Armen, argd ,Hinderniss 4 , argelwm ,ich wehre, ich halte ab, ich halte 
zurück 4 (Hübsohm. Arm. St S. 21). Bugge (Beitr. Seite 36) fügt noch zu 
armen, aghch ,Schloss, Riegel, Bing einer Kette, Schnalle 4 , aghchem ,ich 
schliesse mit Schlüssel, mit Schloss 4 . 
äqxr]Xo-q Junger Panther 4 oder ein ähnliches Thier. 

Kaliixen, (bei Athen. 5, 201, C): ^yovxo . . . dgxrjXoi rgeig. Ael. nat an. 
7, 47 : rwv cygltav ttpwv rct exyova rd via diacpogwg ovopd^erat, xal %d 
ye 7tJL€l(o ditvXrjv %rjv littavv[ilav exet . . . Txagddkewv dk axvfivoi te xal 
agxrjXoc' eiol dk o% <paai yivog eregov rwv nagdcXewv rovg dgxr- 
Xovg elvai. 



268 Griechische Etymologie. 

Dunkeln Ursprungs. Ob etwa zusammenhängend mit agxxo-g 7 Bär< 
(Od. 11,611)? Vergleichbare Bildungen sind xantiko-g ^Kleinhändler, Krämer* 
(Hdt 2, 141), xgdxrjlo-g ,Halß' (Hdt 2, 40), cpaorjXo-g 7 eine Pflanze mit ess- 
baren Schoten (Ar. Friede 1144), und das entlehnte xdprjko-g ,Kamel' 
(Aesch. SchutzfL 285). 
äqxio-q. Die Grundbedeutung ist nicht deutlich; für viele Stellen scheint 
^ausreichend' zu passen. 

Bei Homer viermal. IL 10, 304: fiio&og di ßoi agxiog %axai. Od. 18, 
358: fiio&og d£ xoi agxiog %axai. 11.2, 393: ov Fol inuxa agxiov ^mög- 
lich'?) ioaiexai tpvyieiv xvvag rjd' olwvovg. IL 15, 502: rvv Sqxiov (^Ent- 
scheidung?) rj änoXtödai tjßh oaa>%Hjvai. Bei Hesiod auch viermal und 
zwar nur in den Werken; 351: wg av XQ f l^ (av xal &S voxegov agxiov 
(,hülfreich'?) evofjg. 370: [iio&dg d 3 dvdgl (plXip elgrjfiivog agxiog %ox<a. 
501 : xexQrjfiivov avdga . . . xqi prj ßlog agxiog eirj. 577 : Iva toi ßlog 
agxiog elrj. Ap. Eh. 2, 801 : t<£ vi* rjvtiv* iyco xioai x<*Q LV agxiog eifu. 
Theokr. 8, 13: xai xlva xhjoevfiieod'', oxig afilv agxiog eXrj; Eallim. hymn. 
Dem. 35: olav tcoXiv agxiog agai. 

Lässt als abgeleitetes Adjectiv auf 10 (wie zum Beispiel dolio-g ,trfige- 
riseh' Od 4, 455, von d6Xo-g ,Trug, List', IL 4, 339, ausging) als nächste 
Grundlage ein nominales *agxo- muthmaassen, gehört weiterhin aber wohl 
zu dgxäeiv ,abwehren', ,helfen', ausreichen 4 (Seite 267). 
üqxv-s ,Jagdnetz'. 

Xen. Jagd 2, 4 : eoxwaav ab at pibv agxvg evvedXivoi . . . xo dk (xiys- 
&og nevTaOTti&afioi, dindXaiaxoi de xovg ßg6%ovg, v<pelo&woav dk oi fte- 
gldgopoi avdftfiaxoi, iVcr evxgo%oi doi. Bildlich schon bei Aeschylos, so 
Agam. 1116: dlk* agxvg fj £vvevvog, fj ^vvaixia <povov. Eum. 147: &; 
dgxvwv nimiaxw ofyerai &' 6 &r t g. Choeph. 1000: ägxvv d* av ürcoig 
xai nodiaxijgag ninXovg. 

Armen, urrhan ,Netz, Strick 4 (Bugge Beitr. S. 39). 

Suffixales v wie in dem sohon genannten aoxaxv-g ,Aehre' (Seite 177) 
und sonst Als Verbalgrundform ergiebt sich ein dgx-, für das man die 
Bedeutung fechten 4 muthmaassen kann. 
äQxevd'O-q ,Wachholder*, (,iüniperu$ phoenicea 1 ). 

Theophr. h. pl. 1, 9, 3: eaxi dk %a pkv deicpvXXa xa dk cpvXXoßoXa . . . 
xwv d' dygiwv (nämlich dei<pvXXa) iXdxrj, nevxrj, agxev&og . • . Theokr. 
1, 133: a dk xaXa vagxiaoog kn dgxev&oioi xopdoai . • Krinagor. 5 (in 
Anthol. 6, 253) : legi t dygevxaloi yegavdgvov dgxev&oio ngipiva. Diosk. 
1, 103: agxev&og fj fxiv xlg Ion ueydXrj, rj dk ^iixgd. 

Dunkler Herkunft Der Bildung nach zu vergleichen mit xiXevd-o-g 
,Weg< (IL 10, 66). 
äqxro-q ,Bär*. 

Od. 11, 611: %Qvoeog rjv xeXafioiv, %va &ioxeXa ßigya xhvxxo, agxxoi 
x* dygoxegoi xe cveg %agonoi %e Xiovxeg. Hom. hymn. Aphrod. 71: oi dl 
pex* aviijv oalvovreg itoXiol %e Xvxoi %agonol te Xiovreg, agxxoi, nag- 



Griechische Etymologie. 269 

daliig re &oal TtQoxadwv axoQtjToi' rjioav. Hom. hymn. 6, 46: iv d* aga 
It&aoji Hqxtov i/ioirjaev kaatavxera. — Vom Sternbilde IL 18, 487 =■» 0(L 

5, 273: oqxtov &\ tjv xal afia^ar Irtixkrjoiv xakiovoiv. 

Lat UT80- (iMrsus)] Atta com. 6: wrswm se memordisse autumal 

Alfa, art ,Bär* (Fick 1*, 119). 

Alban. ari ,Bär*, wird von GMeyer (Wb. 15) verglichen, aber schwer- 
lich mit Hecht 

Armen, ardz ,B&r* (Hübschm. bei Kuhn 23, 35; Hübschm. Ann. St S. 21). 

Altind. rJcshor] RV. 5, 56, 3: fJcshas nä vas marutaa (imivdn dmas ,wie 
ein Bär ist euer kräftiger Andrang, o Marale*. — Vom Gestirn EV. 1,24, 
10: jdi rkshäs nihitäsas uccd ndktam dddrgrai ,welches Bärengestirn, 
oben befestigt, bei Nacht gesehen wird'. 

Osset ars (Hübschm. bei Kuhn 23, 16). 

Das x% altindischem Jesh gegenüber wie in xixtov- ,Zimmermann* (IL 

6, 315) neben altind. tdkshan- ^Holzarbeiter, Zimmermann* (EV. 9, 112, 1). 
Lat urso- ans *urcto- wie znm Beispiel merso- (mersus) yeingetaueht, ver- 
steckt (Verg. Aen. 6, 267) zunächst aus *mercto- (für *mergto-). 

äqjtay- (aQ7ca& ,an sich raffend, räuberisch, Räuber*. 

Ar. Ritter 137: hciylyverai yaQ ßvQOOTtoik^g 6 Ilaykaytov, agna^, x€- 
XQaxTTjS» Ar. Wolken 351 : %i ya?, r\v aqitaya tiiv Srjfioolwv xatldwoi 
2lfi<o9a f %i dguknvj Xen. mem. 3, 1, 6: top atQccrrjyop üvai %(PJ • • • xa ^ 
q>vkaxvixop re xal xkirtTTjV) xal ngoevtxdv xal aqnaya. — Dazu: ag~ 
na^eiv (aus *agn;dy-jeiv) ,raffen, wegraffen*; IL 5, 556: tw ptkp (nämlich 
kiovre) aQ* aQndtyvte ßoFag xal Flyia (trjka. IL 16, 814: kx %QOog oq- 
na§ag öoqv peÜUpov. — &Qnakio-g ,gierig, hastig*; Od. 8, 164: inl- 
cxonog . . . xeqdiun $ y agftakiwy /äffenden (= räuberischen*) Gewinnes* 
und in der adverbieUen Form Od. 6 , 250 : 17 toi o nive xal rjo&e nolv- 
tkag diog'Odvooevg agnakitog und Od. 14, 110: itlvk te ßolvov aQftakiwg 
axiv&v. — ixQrtao&at ^weggerafft werden, geraubt werden*; Makedon. 6 
(in AnthoL 11, 59): xal l%4*kT], xal a%a%vg atnapivqg %x vlGL &9QO*<popr)g. 

Lat rapere ,an sich raffen 1 ; Att trag. 438 : hinc manibus rapere raudus 
saxeum gründe et grave; — daza rapäc- ,an sich raffend, räuberisch'; 
Enn. ann. 303: rapdx . . . unda. 

Alban. riep ,ich ziehe aus, ieh beraube* (GMeyer bei Bezz. 8, 189; 191). 

Als adjectiviscke Bildung steht aqnay- sehr vereinzelt, es lassen sich 
aber an substantivischen Formen mit ihm vergleichen lätay- ,die Neige 
des Weines die beim Eottabosspiel herausgeschwenkt wurde* (Soph. Brachst 
255) und weiterhin aueh rtxiqvy- ,Flügel< (IL 2, 316), (fdgvy- ,KeMe* (Od. 
9, 373; 19, 486), anvy- Rundung, Schildrand* (Seite 207). Aus Bildungen 
wie dem aoristischen fjQTtaoe- ,er riss fort* (IL 13, 528; 22, 276) und 
anderen ergiebt sich neben jenem a^nay auch noch ein selbßtständig nicht 
erhaltenes adjectivisches *aQnaS- ,an sich raffend*, das sich mit Bildungen 
wie yvyad- ^flüchtend (Aesch. Agam. 1282), ögofiaS- ,laufend* (Soph. Phil. 
686), vopdd- ,weidend, umherschweifend* (Pind. Brachst 105) und ähnlichen 



270 Griechische Etymologie. 

unmittelbar vergleicht Auf einer noch daneben liegenden Form endlich, 
die weder mit dem suffixalen <$ noch dem y der genannten beiden Ad- 
jectiva gebildet war, beruht das erst spät auftauchende agnao&ai ,wegge- 
rafft werden' und auch das adjectivische agnak&o-g ,gierig, hastig*. Bil- 
dungen der letzteren Art sind schon bei Homer gar nicht ungewöhnlich, 
wie sich denn an solchen noch finden: dgyakio-g beschwerlich' (IL 1, 
589; 4, 471), xagqxxkio-g, trocken (Od. 5, 369), xagxakto- ,rauh, scharf (IL 
21, 541), fgwyakio-g zerrissen' (IL 2, 417) und andre. — Das Verhältuiss 
von ctQrt- zum lateinischen rap- ist noch nicht ganz deutlich : im Letzteren 
scheint die ältere Lautgestalt vorzuliegen, dann würde also der starke Hauch 
der griechischen Form ein jünger entwickelter sein. 
äqstdyri ,Harke'. 

Eur. KykL 33 : xal viv %6 ngoa%a%&&vx ' dvayxalug %%ei aaigetv oidrjgq 
rjjdi (i aQnayji dopovg. 

Ursprünglich die weiblichgeschlechtige Form zu einem adjectivischen 
agnayo-g, das als altertümlichere Nebenform zu agnay- ,an sich raffend, 
räuberisch' (Seite 269) gelten darf, aber erst spät (Arkad. S. 102, 9 Bekker) 
begegnet 
äqctedis- ,flach'. 

Nur NikancL Th. 420: xd(>r] ye /xhv agrtedeg cevrwg vögip hoxopevov, 
wozu eine alte Erklärung lautet: dgrteöig avrwg 9 olov in Luken ov xal 
opakoV olov ovx o&xiqxxkog %tg. 

Dunkler Herkunft 
äQjtaöövr} ,Faden, Schnur'. 

Hdt 3, 47 : rwv di (des Schmucks an einem Panzer) eYvexev xtuivpaoai 
a£iov 9 agnedovrj exdorr] %ov &wgrjxog ttoiiet' iovoa ycg kernt] exet ctg- 
nedovag h kowrij rgirjxoalag xal k^qxovta, naaag q>avegäg. Xen. Kyr. 
1, 6, 28 : %l dh (nämlich ijuav&dvere dokovv) kkatpovg noddygatg xal ag- 
nedovaig. — Die Nebenform cgnedov- begegnet erst später wie bei 
Archias 6 (in AnthoL 6, 207): kembv ö y € Hgdxkeia rode ngoxdkvfifia ngoa- 
iü7tov, xev%\hlv agaxvalrjg eXxekov agnedootv. 

Ganz entsprechende Bildungen scheinen nicht vorzukommen, doch lässt 
sich wohl fiekedcivt] ,Sorge, Kummer* (Theokr. 21, 5) vergleichen mit der 
Nebenform pekedwv- (Od. 19,517). Als zu Grunde liegende Verbalform 
ergiebt sich agn-, das wohl auf sarp- zurückführt und etwa ,binden' 
bedeutet haben wird. 
äQjte^a ,Dornhecke'. 

Nik. ther. 647 : q>igoig <F iooggenkg ax&og afiqtoiiv xfai&owog h dgni- 
£j)Oiv iglvov. 393: dkk* rjy* agnitaig re xal iv vep&eoot neoovoa <pio- 
kevei ßa&vvnvog. 

Wird zunächst aus ^agneöja hervorgegangen sein , wie zum Beispiel 
rgdne^a /Tisch' (11.11,628) aus *%gdned}a (zu tzoö- ,Fu8s'; eines Berges 
IL 2, 824; eines Tisches Ar. Brachst 2, S. 1160 bei Meineke: rganeCpv 
rj/iiv eia<pege rgeig nodag fyovoav, tirragag dk py x& iü )> im Uebrigen 



Griechische Etymologie. 271 

ist die Bildung noch nicht klar. Ob etwa Zusammenhang besteht mit 
aQnay- ,an sich raffend' (Seite 269) ? 

äQjtri ,Sichel'. 

Hes.theog.179: de^treQf f de tcbXwqlov eXXaßev aQ7trjv juaxQrjV, xctQxctQodoy* 
ra, cpLXov d' oltco prjdea 7ta%Qog iaov^ihwg rjfiyoe. Soph. Brachst 391 : clq- 
nr\v (aus Bekk. ann. 446, 12: aQ7crjv' ÖQ&navov). Eur. Ion 192: Aeqvalov 
vÖqclv ivalQec %Qvaiaig aqncug 6 Jibg nalg. 

Lat sarpere ,beschneiden, durch Schneiden der Seitenzweige berauben' ; 
Zwölf Taf . 6, 9 : qvandoqve sarpta, donec dempta erunt. Festus : sarpiim* 
tur vineae id estputantur ut in XII: qvandoqve — erunt Festus: sarpta 
tänea putäta, id est püra facta, unde et virgulae abscissae sarmenta. 
sarpere enim anüqvt pro pwrg&re dicebanl 

Altbulg. srüpü m. ,Sichel'. 

Ahd. sarf ,scharf , eigentlich wohl ,schneidend'. 

äqm\ 9 ein grosser Raubvogel. 

IL 19, 350: rj d* aqnr\ ßefixvia xavvmiQvyi Xiyvq>wvq> ovqccvov 3xxori> 
inctXxo dt al&iQog. Arist h. an. 9, 13: ert ot dnb rijg ^aXdTrrjQ £cJv- 
reg aXkrjloigj olov ßQ&v&og xal XaQog xal Sqtctj. 9, 23: xal nL(piy% xal 
aqm\ xal ixrlvog tplXoi. 

Gehört wohl zu aqnay- ,an sich raffend, räuberisch* (Seite 269). II. 22, 
310 heisst es vom Adler (aißetdg): og %* elow nedlovde dia vecpiwv &Qe- 
ßevvwv aQ7td^a)v tj ßaQv* dftaXrjv rj m&xa Xaywßov und Od. 15, 174: 
iog ooe yr\v tjQnage. 

ÜQjtld- (otQ7tlg\ eine Art Schuh. 

Kallim. Brachst 66 : h (iiv yaq TQoi£rjvi xoXovqatrj vnb rtizQj] öijxs 
avv aQTtideaoL. 
Dunkeln Ursprungs. 

äQjtv-s ,üebe'. 

Parthen. (in Etym. M.): a^iqxniqotg knißag aqnvg IXrjloajo. Hesych 
führt auf: aQnvv* %Qwta. AloXelg. 
Der Herkunft nach dunkel. Gebildet wie aQxv-g Jagdnetz' (Seite 268). 

"Aqjzvkx, Name mythischer Wesen von räuberischer Art 

II. 16, 150: dfxißag i7tn;ovg, Sdv&ov xal BaXLov, %u> apa nvotfjoc ne- 
Tio&rjv, zovg erexev ZeqtvQq) avi(jL<p "AqitvioL IJodaQyrj. Od. 1, 241 — 14, 
371: vvv di fiiv (Odysseus) axXefewg uqnviai dvrjQelipavTo. Od. 20, 77: 
%6q>Qa de rag xoigag ayrtviai dvrjQelipavto, von den Töchtern des Panda* 
reos, von denen Vers 66 gesagt war IlavdaQew xovQag äviXovro &v£XXai. 
Ohne Zweifel zu aQrzay- ,an sich raffend, räuberisch' (Seite 269). Das 
Suffix scheint dasselbe zu sein wie in der weiblichen Form des Perfect- 
partieips, zum Beispiel in ßidvla (Od. 1, 428) = altind. vidüshi ,die wissende' 
(RV. 10, 95, 11). 

ÜQTdeiv ,aufhängen ( . 

Thuk. 2, 76: doxovg (leydXag dQvrjoavteg aXvaeai fiaxQalg oidrjQalg, 



272 Griechische Etymologie. 

Eur. Hippol. 779: ßaaiUg ouxir' %oti öyj yvvr} } xgefiaoroig h ßqoxoig 
tiQTrifihf]. 

Gehört zu dg- : aiQ€tv ,aufheben' (Seite 252), wurde daraus ganz ähnlich 
gebildet wie zum Beispiel oxiQtaeiv ,springen, hüpfen' (IL 20, 226 ; 228) 
aus axaiQecv springen, hüpfen' (IL 18, 572). 

dQTdwj ,Striok zum Aufhangen, Sehlinge'. 

Aesch. Agam. 575 : noklag avw&ev dqtdvag iprjg diQiqg $Xvoav akloi. 
Sohutzfl. 160: l&peo&a . . . aQtaraig &avouacu. 

Steht im nächsten Zusammenhang mit dem unmittelbar vorausgehenden 
aQtaeit aufhängen 1 ; vergleicht sich der Bildung nach mit ßoravy ,Futter- 
kraut, Wade" (IL 13, 493; Od. 10, 411), ulexzdvq ,Geflecht, Schlinge' (Aesch. 
Sieben 495), TQvravri ,Wage' (Ar. Wesp. 39). 

öi-aQTd^etv ,zerlegen, anordnen' (?). 

Nur Aesch. Bruchst 318: toaavta, xrJQvfl, i$ ifiov diaQjaoov. Hesych 
erklärt diaQraaov' diaoxeüov. 

Noch nicht verständlich. Kaum an <*q- ,sich anfügen, sich eng an- 
schliessend causal anfügen, passend machen' (Seite 250) sich anschliessend. 

äQrayLo-q .Schlächter, Koch', ,MSrder^. 

Xen. Kyr. 2, 2, 4: xai 6 aQvafiog olopevog avrov ovdiv %t äslü&ai otyov 
$%eto naQcxyiQtar nq\r Xaßelv avvov ftteQOv. Epikrat (bei Athen. 14, 
655, F) : oute 2ixekla xavxrjoerai xqktfuy xoiovtov Sfrapov xax ix&vwy. 
— Soph. Bruchst 921: äQtaftog (aus Bekker an. 447, 5: aqxa^og' xqbovq- 
yog, [idyeiQog. xaxxsi avro 2og>oxlrjg ircl %ov qtoviwg). Ungenannter 
Dichter (in Etym. M. 149, 56): rj ydq ßißrpu x*iqaq; afTafiatv (pvyuiv. 

Etymologisch noch nicht aufgeklärt Benfey (2, 245) muthmaasste Zu- 
sammenhang des Schlusstheiles mit xap- schneiden' (rafie ,er schnitt* IL 
3, 292). Bildungen auf -apo- sind übrigens nicht ungewöhnlich, wie $a- 
kctfio-g ,Gemach' (IL 3, 423), xiQapo-g ,Töpferthon, Thongefäss' (IL 9, 
469), xaXctfio-g ,Rohr' (Hom. hymn. Herrn. 47), nk6*apo-g ,Haarfleebte' (II. 
14, 176). 
dQrteö&ai ? sidh rüstend 

Hdt 5,120: ot dk avtig nolepieiv If <*QX*fi oQtiovwo^ Hdt 7, 143: 
röhr xqrfliio'koyisiy, ot ovx itav vavfiaxlrjv d^xiea&ai. Hdt 8, 97 : aqxieio 
tb ig noXepioy (Lg vctv(Aa%lr\v aklrjv 7toit]o6pevo$. — Dazu: irt-aq%ig- 
,gerüstet, bereif; Od. 8, 151 : vrjvg %e %axti%vQ%€u xal Inajnieg slaiv 
ktaiqoi. 

Schliesöt sich wohl an qq- ,sich anfügen* sich eng anschliessend oausal 
,anfügen, verbinden' (Seite 250) und zwar an ein zunächst daraus ge- 
bildetes participielles aQto-g, wie es auch schon zu ap-aetrj ^zugleich' 
(Seite 222) erschlossen wurde. Aus dem zusammengesetzten irt-aavig- 
darf man wohl ein ungeschlechtiges *aQxog- ,Gerüstetheit, Bereitschaft' (?) 
entnehmen, das sich mit Bildungen wie oxvto-g jLeder' (Od. 14, 34), ifixog- 
,Mangel' (IL 6, 463 im Dativ *i?Ttf), Ttaxevog- ,Dicke (Od. 23, 191; Nik. 



Griechische Etymologie. 273 

ther. 385 ; 465), deren letztere beiden aber nicht ganz sicher stehen, zunächst 
würde vergleichen lassen. 
ctprcpis- {aQTBfiTig) ^unversehrt, frisch und gesund'. 

IL 5, 515 «=» 7, 308: xol 6i x^Q r l aav 9 ^ HFidov typov xe xal agxefiia 
ftQooiovra xal (xivog ko&Xbv %xovxa. Od. 13, 43: ßolxoi axoixiv voorrjoag 
evQoifti ovv aQTSfiieaai qtlXoioiv. 

Dunkeln Ursprungs. Möglicherweise mit dem vorausgenannnten aQxi- 
eo&ai ,sich rüsten' zusammenhängend. Neben dem -eg scheint auch das 
/u suffixal zu sein, das aber sonst in solcher Verbindung nicht vorkommt: 
in vioXe/nig ^unaufhörlich' (11.9,317; 14,58) wird es einer Verbalgrund- 
form angehören. 
dQriiAwv- (aQttuwv) ,Bramsegel (Segel an der Bramstange auf dem 
Mast)'. 

Apostelgesch. 27, 40: xal ircaQavxeg xov aQxifioßva xjj nveovat] xaxetyov 
dg xov alyiaXov. 

Mit Bildungen wie axpefiov- ,Ast, Zweig' (Seite 55) kaum unmittelbar 
zu vergleichen. Ob etwa die Verbalform £q- : algeiv ,aufheben' (Seite 252) 
die Grundlage bildet? 
"ÄQrenid- ("AQTe/Liig) Name einer hervorragenden Göttinn. 

IL 20, 71: ei HQj} <T avxioxrj xpvaiyAaxaros xeladeivij "Agxefitg loxifaiga, 
xaoiyvi\xx\ ßexdxoio. II. 21, 470 heisst sie noxvia &t]qcjv. II. 19, 59: xrjv 
ocptk Iv vfjfeooi xaxaxxafÄ€v*uiQxe/Äig ly. Od. 4, 122: € EHvrj . . . 'AQxi- 
pidi ^vaiyAaxar^ feßixvla. Hom. hymn. 27, 1 — 3 : "AQxefxiv aeldw %qv- 
OTjkaxaxov xekadeivrjv, TtaQ&ivov aldotrjVy ika<pr]ß6lov y lox&FaiQav } avxo- 
xaoiyvrjxYjv xQ va °ÖQOv ^AicoXkwvog. 

Etymologisch noch unaufgeklärt Als dorische Formen begegnen *'Aq- 
xeptx- und KdQxafitx- (Ahrens 2, 240). 
äffto-q ,Brotf. 

Od. 17,343: ccqxov x y ovkov iXutv nsQixaXkioQ hx xavioto xal xgiag. 
Od. 18, 120: aQxovg ix xavioto dvw rtaQtfrrjxev aßelgag. Hes. Werke 442: 
xolg d* a'jucr xBOOaqaxovxaßexr t g ai^rjog %7toixo agxov deirtvrjoag xexQa- 
TQV(pov y oxxaßkwfxov. 

Dunklen Ursprungs. Das Suffix scheint das selbe, ursprunglich wohl 
participielle, xo wie in <poQxo-g ,Ladung* (Od. 8, 163), x^Q^o-g Einfrie- 
digung* (IL 11, 774; 24, 640), vooxo-q ,Heimkehr' (IL 2, 155), olxxo-g ,Mit- 
leid' (Od. 2, 81) und andern ähnlichen Formen. 
äqrriQ" (uqxtjq), eine Art Schuh. 

Pherekrat (nach Bekk. an. 447, 29 : dgjrjQ • vmodrj/jiaxog yivog. (Dege- 
xQaxT]g rgavoiv). Hesych: ccQxrjQ' V7t6drjfxa. 

Offenbar gebildet wie xa&agxrjQ- ^Reiniger' (Man. 4, 251. Plut mor. 
302, A), aoQxiiQ- ,Tragband' (IL 11, 31), akxxr^ ,Abwehrer' (IL 14, 485) 
und ähnliche Formen, so dass es unmittelbar aus uq- : atQeiv aufheben' 
(Seite 252) hervorgegangen sein könnte. Dabei wird aber die Bedeutung 
des Wortes noch nicht verständlich. 

Leo Meyer, Griechische Etymologie. 18 



274 Griechische Etymologie. 

dqTtiQlri ,Luftröhre', Schlagader*. 

Hippokr. 1,490: oxwg de firj dvaxwxjj *b oixlov xd ivedvxa h xfj <xq- 
TTjQlf] h tfitXji 16 v, drvoxkeiet xtjv kiz avtrjv xikev&ov. 17 yaQ /ueyakrj ag- 
xr\gir\ ßooxexai xtjv yaaxiga xal xd evxega xal yifiei xgocprjg ovx f\ye- 
ftovixrjg. 1, 515: 1; d* ccgxait] yk&if) .... ivxev&ev dh ig xb axbfia 
lovgiyyioxev, r\ rceg dgTTjglrj did xov nkevfiovog ovoftdCezai, oklyatfidg xe 
xal nvevfiarwörjg. Eur. Bhes. 785 : ai (nämlich iW/ro/) <T iggeyxov 11; 
agxrjQitov. Plato Tim. 70, D: dib di) xrjg dgirjgiag öxexoig inl xov nkeu- 
pova ersfiov. Plat Tim. 78, D : dirtkov de ovxog avxov (nämlich oto/da- 
xog) xaxd fxhv rag dgxrjglag elg xov ttkevfiova xa&tjxe SdxeQOv, xb ö* 
elg trjv xoiklav naga zag dgr^giag. Arist. h. an. 1, 52: xovxov (nämlich 
ccvxtvog) ök %b fiiv xovdgcüdeg xal ngoo&iov oV ov rj (pwvfj xal 1) ava- 
Ttvorj cgzrjgla. 1,71: xal dnb (xiäg ovo iaxl fiOQia xrjg Sgrrjglag, elg 
kxdxegov xb fiigog xelvovxa xov nvcvpovog. ovvrjQxrjxai 6k xal rfj peydkfj 
g>keßl xal rij doQxf t xakovfiiyjj .... ovvrjQxrjxai dk xal fj xagdia xfj 
agrrjgla Ttiptekwdeac xal xovdQtiöeai xal Ivwdeoi deofioig. — Soph. Trach. 
1059 : nkevgalot, yaQ ngoopax&hv ht (ilv iaxaxag ßißgwxe aagxag, nkev- 
(Aovog x y dgTTjglag §ocpei %wovxovv. Hippokr. 3,195: al xüv cpkeßwv xal 
dgTrjgiwv xoivcovlai iv kxigq) Xoyto ded^kwoovxai. 

Ursprünglich weiblichgeschlechtige Form eines sonst nicht mehr be- 
gegnenden adjeetivischen *doxr\Qio-g } das gebildet wie owxrjQio-g ,rettend' 
(Aesch. Eum. 704; zu oornjg- ,Retter* Hom. hymn. 21, 5), &Qe7txr)Qio-g er- 
nährend' (Aesch. Ch. 545; zu $Qe7txr)Q- ,Ernährer' Meleag. 5 in Anthol. 12, 
137), drjxrrjgio-g ,beissend, verletzend' (Eur. Hek. 235; zn einem muthmaass- 
lichen *drjxxr)Q- ,BeisserO und ähnliche Formen, ,aufhängend' bedeutet 
haben wird, da es ebenso wie aQxdetv ,aufhängen' (Seite 271) auf oq- : 
aigeiv ,aufheben' (Seite 252) zurückführt. Die aQxrjQla wird also darnach 
benannt sein, dass sie diejenigen inneren Eörpertheile gleichsam aufhängt, 
von denen an der oben angeführten Stelle (Arist h. an. 1, 71) gesagt wurde, 
dass sie mit ihr zusammenhangen. 
äqxt ,eben, gerade jetzt*. 

PincL Pyth. 4, 158: abv <T av&og fjßag agxi xvpaivei. Aesch. Sieben 
534: orelxei d 9 tovkog ägxi did Ttagrjldwv, dugag <pvoior]g 7 xagcpvg ävtil- 
kovaa &q£^. Plat. Lys. 215, C: rjötj noxi %ov fjxovoa kiyovrog, xal agte 
mfivrjoxofiat. — Homer hat es nur in drei Zusammensetzungen, etwa in 
der Bedeutung jtüchtig* oder ,geschicktf: aQti- fertig- ,dessen Worte ge- 
schickt sind, gewandt im Reden' (IL 22, 281), aqti-tpQov- ,yon tüchtigem 
Verstände' (Od. 24, 261), agtl-rcod- ,dessen Füsse gewandt sind, flink auf 
den Füssen' (H. 9, 505; Od. 8, 310). — Dazu dn-aqxi ,genau*; Hdt 5, 
53: öu&ovoi dvataifiovvxat rj^tegal anagxl ivevtjxovxa, ,von jetzt an so- 
fort*; Ar. Plut 388: fywye xal xovg öe&ovg xal awcpgovag dnagvl nkov- 
xfjoai rtoirjOü). 

Armen, ard Jetzt' (Hübschm. Arm. St S. 21). 

Gehört zu alten locativischen Adverbien auf 1, wie zum Beispiel ayxi 



Griechische Etymologie. 275 

,nah' (Seite 213) , neben dem es bereits mit genannt wurde. Zu Grunde 
aber liegt ihm ein muthmaassliches altes participielles *d?To-g, das von 
dg- ,sich anfügen, sich eng anschliessend (Seite 250) ausging. 
äqrio-q jangemessen, passend'; ,bereitf. 

Bei Homer 4 mal. 11.14,92 = Od. 8,240: og Tig kniaxaixo Jyjaiv 
(pQsalv aQTia ßdteiv. II. 5, 326 : o v negi izdoi\g zlev ofirjkixitjg, oxi Fol 
(pQBölv aQTia (,freudlich') ßeiörj. Od. 19, 248: xUv di juiy e&xov akkwv 
ßwv ßeraQiov 'Oövoevg, oxi foi tpQBOlv uqthx ßeiörj. Pind. Ol. 6, 94: '0^- 
rvylag' %av c Uqwv xa&aQig oxaitTty öiinwv, aQTia prjdofievog. Eur. Tro. 
417: ov yccQ dgTiag %%eiQ q>Q€yag. — Hdt 9,27: agziol eiftev nel&eo&ai 
vftiv. Hdt 9, 48: ccqtioi lövreg noiieiv Tavxa. Hdt 9, 53: iv&avra ol 
fihv akkoi uqtioi rjaav %6jv %a%iaQ%iu)v nel&eo&ai Jlavaavljj. 

Armen, ardar ,gerecht^ (Brugm. 1, 235). 

Schliesst sich unmittelbar an das vorausgehende oqtc ,eben, gerade jetzt*. 
Vor dem suffixalen io ist suffixales t auch sonst öfter unversehrt geblieben, 
so in ävrLo-g ,entgegengerichtet* (Seite 205; zu dvrl ,gegenO, ZrcTto-g zu- 
rückgelehnt' (IL 7, 145), voTio-g ,nass' (IL 11, 811 ; zu voxo-g ,Südwestwind' 
IL 2, 145), oxoTio-g ,im Dunkel, heimlich' (IL 6, 24; zu oxoTo-g ^Dunkel' 
IL 4, 461), aiTio-g ,schuldig* (IL 1, 153), fraTio-g ,täglich' (11.9, 72; ,am 
Tage' Od. 2, 104; zu foaT- /Tag 4 IL 2, 37), voTaTio-g ,der letzte' (II. 15, 
634; zu voTaTo-g ,der letzte' IL 5, 703), vrjnvuo-g ,unmündig' (II. 20, 200). 
dQv6-$ ,Verbindung, Freundschaft'. 

Hesych: ccqtvv' cpikiav. xal ovftßaoiv. 7] xqIoiv, und etwas später: 
aQxvg' ovvTa&g. — Dazu aQTveiv oder aQtvveiv zusammenfügen', 
,bereiten, zurüsten', insbesondere ,Speisen zubereiten'; IL 12, 43: oi di ze 
nvQyrjddv ocpiag avTOvg aQTvvavTeg. IL 18, 379: ovara ä' ov ma dai- 
ddkea ngoaexetro' td q tJqtvc, xotttb di deo/xovg. — II. 15, 303: vo(xl- 
vqv ijQTVvov. Od. 4, 771: r\ fidka drj yafxov apfAi nokvfxvrjOTri ßaolkeia 
aQTvei. — Soph. Brachst 1021: iyw fiayeiQog aQTvaw ooywg. 

Lat arturs (,Einfügung, Eingefügtes' — ) ,Glied'; Alter Trag. 169 (Rib- 
beck) : dum nätt dissupdtos artüs captäret parens. 

Gehört zu &q- ,sich anfügen, sich eng anschliessen' (Seite 250). In un- 
mittelbarem Anschluss an Verbalgrundformen findet sich suffixales tv 
im Griechischen sonst nur selten, wie in yQanTv-g ,das Ritzen' (Od. 24, 
229), xkUv-g Abhang, Hügel' (H. 16,390; Od. 5, 470), xara-jckaotv-g 
,der Anstrich' (Hdt 4, 75), ftaovv-g ,das Suchen, Untersuchung' (Kallim. 
Brachst 277). 
dqyaXio-q ,beschwerlich'. 

11.20,356: aQyakiov di pol icvi, xal icp&lfiqt tcbq iorti, toooovoÖ' 
av&QWTCOvg lyinuv xal näoi tid%eo&ai. IL 1, 589: ctQyakiog yaQ'Okvp- 
niog avTi<piQW&ai. 11.4,471: in avr^ ä* %Qyov hvx&V AQyakiov 
TQuiwv xal y A%aiFuv. IL 18, 119: akkd Fs fioiQ* iddfiaooe xal aQyakiog 

Xokog et HQrjg. 
Die schon alte Vermuthung, dass aQyakio-g in ähnlicher Weise wie 

18* 



276 Griechische Etymologie. 

etwa xeq>akaQyeiv ,Kopf schmerzen verursachen* (Hesych: dtoxorteV xe- 
qtakagyel, ho%kel kahav) für *xerpakakyelv (xetpak-akyig- ^Kopfschmerzen 
verursachend* Xen. Anab. 2, 3, 15), oder etwa wie caeruleus ,himmelfarb, 
blau 4 (Plut Trin. 834 : caeruleös per campös vom Meere; zu caelum ,Himmel*, 
Enn. ann. 50 : ad caeli caerula templa) für *caeluleus — für *dkyakiog 
steht und sich eng anschliesst an akyog- ,Schmerz* (II. 1, 2 : prjviv . . . 
jjj iivqC *A%aiFola* akye %&r}xev. IL 1, 110: dg drj vovd' %vexd oq>i Fe- 
xtjßokog akyea %ev%ei. II. 9, 321: nd&ov akyea ^vfitfl, lässt sich bezug- 
lich der Lautbehandlung aus der homerischen und überhaupt älteren 
Sprache kaum wahrscheinlich machen. Die Bedeutung aber würde sich 
vermitteln durch Verbindungen wie IL 23, 655 : ffilovov . . . FexFete aö- 
ftrJTqv, fj t' dkyiorr} dafidoao&ai (,sehr schwer zu zähmen') und, da a- 
keyeivog ,schmerzlich , lästig* sich wohl eng an akyog- anschliessen wird, 
IL 10, 402 = 17, 76: %7Z7nav . . . 61 <T dkeyeivol dvÖQaoi ye yhipoiai 
dapripevai, IL 23, 653: 7cvyfiaxlrjg akeyeivrjg (IL 14, 87: aQyakiovg nxo- 
lifxovg), IL 24, 8: dkeyeivd %e xvjiaza (IL 14, 254: aQyakitov dvifiwv). — 
Bildungen auf -kio- sind bei Homer nicht ungewöhnlich und wurden 
schon unter cQnaUo-g ,gierig, hastig* (Seite 270) erwähnt 
dQyer- ,weissgläuzend'. 

Bei Homer nur zweimal als Beiwort des Fettes (di^uo-g), nämlich IL 
11, 818: ipikkere . . . doifiev iv Tq^tj raxiFag xvvag aQyiri dt]/4(p und 
IL 21 , 127 : i%&vg } äg xe q)dyrjoi Avxdovog dqyita dyfiov. — Dazu die 
weibliche Form dqyizid- bei Paul. Silent 1 (in Anthol. 5, 254): wftooa 
[iiftvd&iv oio rrjko&ev, aQyiri xovQrj. 

Die Suffixform er steht im Griechischen sehr vereinzelt Als zu Grunde 
.liegende Verbalform ergiebt sich dgy-, das im Grunde dasselbe sein wird, 
wie altind. rag ,glänzen* (RV. 8, 19, 31: tudm . . . Tcshapds västushu rä- 
gasi ,du — Agnis — glänzest im Aufdämmern der Nacht*), da die voca- 
lische Nachbarschaft des R-Lautes in manchen Wörtergruppen sich sehr 
verschieden entwickelt hat An zugehörigen Formen nennen wir noch: 
lat argento-m ,Silber* (Naev. Com. 97), osk. aragetom ,Silber*, altind. ra- 
gatd- ,glänzend weiss, silberfarbig* (RV. 8, 25, 22), ragatd-m ,Silber*, alt- 
ostpers. erezatar ,Süber*, arezarih ,der helle Tag*, altind. ärguncir , weiss, 
licht, silberfarben* (RV. 6, 9, 1 von dhar ,Tag*). 
4fyy£ö~r^-s, von ungewisser Bedeutung. 

Bei Homer zweimal als Beiwort des Südwindes (vorog). IL 1 1, 306 : 
wg 6 7t 6t e viq>ea £iq>vQog ozvq>ekL£j} agyeatao vovoio. IL 21, 334: avrctQ 
iyw ^etptQOLO xal aqyeotäo vozoio eXoofxai ££ ako&ev xake7tr\v OQOovoa 
Övekkav. Hesiod gebraucht es zweimal als Beiwort des Westwindes (Ziqtv- 
Qog)] Theog. 379: 'AorQaiqt <J' Hwg dvifiovg fixe xaQzeQodvfiovg, dQyeovijv 
ZicpvQoVy Boq4ijv %* aliprjQOxikev&ov xal Notov. Theog. 870: Ix de Tv- 
gxaiog %ot avifaov pivog vyQov aivTwv, vooqii Notov BoQiio %e xal olq- 
yeozw ZecpvQoio. 
Entsprechende Bildungen sind axeoTrj-g ,der Heilende* (Lyk. 1052: vöocov 



Griechische Etymologie. 277 

<T axeoTTjg. Xen. Kyr. 1, 6, 16: Ifiarlwv Qayivzwv . . . axeozaL als weniger 
gute Lesart neben . . . fj7itjzaL — Zu axog- ^Heilmittel' Seite 35), ideotrj-g 
jEsser 4 (Hdt 3, 99), neviozy-g ,Dienstmann, Unfreier 4 (Enr. Brachst 830 ; 
Ar. Wespen. 1274; Xen. Gesch. 2, 3, 36; zu nivrjt- ,dürftig, arm* Soph. 
Brachst 328, 7 ; Phil. 584), xjjdeoz^g /Verschwägerter 4 (Eur. Hek. 834 ; zu 
xfjdog- jSchwägerschaft 4 Aech. SchutzfL 330), zeXeozrj-g ,der Einweihende 4 
(Pollux 1, 14; 35 und 7, 188; zu ziXog- Einweihung 4 Soph. Oed. Kol. 1050). 
d(>yevvö-$ ,weiss 4 . 

IL 3, 198: aQvetqi . . . og z* oFLatv fxiya 7ttZv dUqxecai. aqyevvdwv. 
IL 3, 141: ctQyevvfjoi xaXvx/jafiivrj 6&6vfjaiv. 

Gebildet wie iQeßevvn^ (aus *iQeßeo-v6g) ,dunkel 4 (IL 5, 659; 864), das 
von sgeßog- ,Dunkelheif (IL 8, 368) ausging, also auf ein ungeschlechtiges 
*aQyog- ,das Glänzen, die Helle 4 zurückführend, wie es auch in iv-aQyig- 
ySichtbar 4 , eigentlich ,woran Helle ist 4 (IL 20, 131) enthalten ist Die zu 
Grunde liegende Verbalform d(>y- ,glänzen 4 , wurde schon unter aQyh- 
,weissglänzend 4 (Seite 276) genannt 
äQyetio-q oder aQyetio-v, auch ä^ytuar- ,weisser Fleck' (am Auge oder 
auch Fingernagel). 

Soph. Brachst 212: aQyipwv (aus Hesych.: aQyifiiov' zwv iv zolg 6(p- 
&aX(Aolg Xevxuifidziov' ol dk 6q>&aX(jiiwv. 2oq)oxXf t g Inl Taivdqq) oazv- 
^ixr/7). Pollux 2, 146: wv za fikv vnb z(p ovv%i XQvnzd, za d'avw&ev 
aQyepoi. — Theophr. h. pl. 9, 11, 10: 6 dk xaQnog (ist nützlich) Ttqog ze 
zag azQayyovQlag, xal TCQog za atza xal aQyefxa. — Theophr. h. pl. 9, 9, 5 : 
TCQog dk za aQyifiaza nQooayeiv zo q>vXXov, zQtipavza h kXalq). — Dazu 
aQyefJioivT], eine mohnartige Pflanze; Diosk. 2, 208; agye/ucovi] SXov fdiv 
iaziv Spoiov dyQia firjxwvt,' zb dk cpvXXov e%ei dvefiwvj] ofioiov, ho%io- 
/uevov, av&og (poivixovv, xeqtaXijv de ioixviav fitjxoßvi Qoiddi . . . xa&alQei 
dk aQysfia xal vecpiXia. 

Gebildet wie avepo-g ,Wind 4 (Seite 194), die ungeschlechtige Form wie 
avSepo-v ,Blume 4 (Ar. Ach. 992; bildlich Pind. Ol. 2, 72). — Mit dQycttcivr] 
vergleichen sich dvepwvt] ,Anemone, Windrose 4 (Pherekr. bei Athen. 6, 269, B ; 
zu avepo-g ,Wind 4 Seite 194), $qozu>vri Richtigkeit 4 (Plat Kritias 107, B; 
zu fäozo-g ,der leichteste 4 Plat polit 292, E), elQeaidvr] ,bei Festlichkeiten 
gebrauchter wollumwundener Oelzweig 4 f Ar. Ritter 729 ; Ar. Wesp. 399). — 
Die zu Grunde liegende Verbalform dgy- ,glänzen 4 wurde schon unter 
äQyiz- ,weissglänzend 4 (Seite 276) genannt 
dqytXoipoq, in der Mehrzahl ,Abfall 4 . 

Ar. Wespen 672 : av dk zrjg aQ%i}g dyanqg zijg aijg zovg aQyeXofpovg 

1Z€QLZQWyU)V. 

Noch nicht aufgeklärtes Wortgebilde. Eine alte Erklärung zu der an- 
geführten Stelle lautet: zovg aQyeXotpovg* zcc rceQizza xal axQrjOza. ag- 
yiXoipoi yaQ zrjg fit]Xcozrjg ol rtodeg, ovg nodcwvag xaXovoi (also die ,Fuss- 
zipfel eines Schaffells 4 ) xal ovzoi &xQr]ozoi. 
äqyö-s ,weiss 4 (?) 



278 Griechische Etymologie. 

scheint entnommen werden zu dürfen aus Od. 15, 161: alfezog agyrjv 
yr\va q>igwv dvvxeoai nilwgov und IL 23, 30 : noklol fihv ßoßeg agyol 
oQ£%&eov ctfxcpl oidrjQO) ocpatofAevoi. 

7t\i dgy- ,glänzen', das. schon unter dgyh- ,weissglänzend 4 (Seite 276) ge- 
nannt wurde. 
dQyö-q ,schnell'. 

Nur als Beiwort von Hunden aus einigen homerischen Stellen zu ent- 
nehmen. II. 1, 50: ovgrjßag (xkv tcqüjzov irtipiszo mal xvvag dgyovg. II. 
18, 283: nglv (uv xvveg agyol Monat. Od. 2, 11 und 17, 62 — 20, 145: 
afxa %($ ye dvw xvveg agyol £7tov%o. II. 18, 578: kvviFa 64 ocpi xvveg 
rcodag agyol ercovro. — Dazu nod-agyo-g ,fussschnell'; Lykophr. 166: 
tyjv nodagyov Wvkkav. Bei Homer als Name von Rossen (IL 8, 185 und 
23,295); — dgyl-nod- ,schnellfüssig' ; nur IL 24,211: agyhtodag xt;- 



vag aoai. 



Bezüglich der Bedeutung ist hervorzuheben, dass gerade die Hunde bei 
Homer auch öfters %a%iFeg ,schnelle* (IL 3, 26; 17, 558; 22, 89; OcL 21, 
363; raxifag xvvag IL 11, 818; 18, 584) heissen und dass letzteres Adjec- 
tiv auch mehrfach von Füssen (raxifeg nodeg IL 5, 885 und sonst) ge- 
braucht wird. — Der Ursprung des Wortes muss noch als dunkel be- 
zeichnet werden, Uebereinstimmung mit agyog ,weiss', wie sie oft ange- 
nommen ist, als durchaus unwahrscheinlich. Möglicherweise besteht 
Zusammenhang mit altind. arg (rg- 9 rng) ,vordringen, vorwärts eilen' (KV. 
5, 87, 5 : sdhantas rngäta ,siegreich dringen sie vor*, von den Maruten ge- 
sagt; RV. 6, 37, 3: ägvds . . . fgjantas ,die Rosse, vorwärtseilend') und den 
Adjectiven rgipjä- und rgipin- ,eilend' (RV. 4, 27, 4 : rgijyds . . . gjainds 
,rasch ... der Falke'; RV. 4, 26, 6: rgtpt' gainds ,der eilende Falke'j. 
äqyö-q ,unthäthig', ,ungethan'. 

Aesch. Sieben 41 1 : aioxguiv yag agyog. Soph. Phil. 97 : ykwaaav phv 
agyov, %eiga d* el%ov igyaziv. — Theogn. 584: aXXa ra plv rcgoßißrjxev 
aftrjxavov koxi yevio&at agya (so statt %gya zu lesen). Soph. Oed. Kol. 
1605: 'aovx r\v IV ovöh agybv dv kq>i€TO. 

Ganz wie zum Beispiel a&Xo-v ,Kampfpreis 4 (Seite 166) aus altem 
ae&lo-v, aße&ho-v, ging es hervor aus altem aegyo-g, aßegyo-g, wie es 
bei Homer (11.9,320: xdr&av ' ofiulg ö %' dFegybg dvrjg o %e itokXa F&Fogycbg. 
Od. 19, 27: ov yag aßegyov avi&nai). Es bildete sich aus dem berauben- 
den dv- ,un-' (Seite 185) und dem ungeschlechtigen %gyo-v y alt Hgyov 
,That, Werk' (IL 10, 282: fgifcvzcg ptiya ßigyov). 
dQY?l'$9 eine Schlangenart; dialektisch dgyd-g. 

Ein alter Tragiker (bei Nauck fragm. Seite 6S0; 163): agyrjv htecpvev. 
Plut. Demosth. 4: rov yag orpiv 'evtoi xwv ftoirjtwv agyav ovo^aoCovolv. 
In Galen, lex. Hipp, ist aufgeführt: agyrjg' ocptg rig ovzwg ovopa&juevog. 

Wird aus einem älteren dgyirjg hervorgegangen sein, wie zum Beispiel 
ßogrjg ,Nordwind' (Hdt 6, 44, wo eben doch vielleicht besser noch ßogirjg 
gelesen wird) aus älterem ßogirjg (Od. 19, 200) hervorging. Dem aber 



Griechische Etymologie. 279 

lag vielleicht ein altes adjectivisches * aqyeo-g (aus * aqyeio-g) zu Grunde, 
das von der Verbalgrundform agy ,glänzen' (siehe Seite 276 unter aQyir- 
7 weißS8chimmemdO ausgegangen sein könnte. 

cr^yijT- {aqyr]g) ,glänzend'. 

II. 3, 419 : ßrj öh xaraoxofjiivr] ßeavy aQyrjri (pafeivqi. Ausserdem bei Homer 
noch 5 mal vom Blitzstrahl; IL 8, 133: ßgovrijoag dk öFeivbv dqnjx' aQyrjra 
xegavvov. Od. 5, 128: Zevg, og julv xarinefpve ßakwv aQyrJTi xegavvqi. 
0<L 5, 131 und 7, 249: vf/a &oFi]v dgyrj^^ xegavvy Zeig kläaag ixiaaae. 
Od. 12,387: vrjßa &oßr)v aQyrjri xegavvqi %vT$a ßaXatv. Arist meteor. 
3, 1, 9: iav fthv ndvv kerctov (nämlich iv airtp rq> viyei . . . Ix&Xißf 
7cvevfia), ovx iftixdcjv dia Xsit%6ti\xix, ov ol noirjral aQyfjTa xaXovoiv. — 
Dazu aQyi- ,glänzend, weiss' in mehreren Zusammensetzungen: dgyt- 
-xiQ<zvvo-g ,mit glänzendem Blitzstrahl; IL 19, 121: Zev naxeq aqyix&- 
Qavve. H. 22, 178: w ndxsQ aQyixiQavvs xelatvecpig. Die mehrfache 
Verbindung von x€Qavvo-g ,Blitzstrahl' mit aQyrjr- glänzend' wurde oben 
erwähnt; — ctQyi-odovx- ,mit glänzend weissen Zähnen'; 11.9,539: 
xXovvqv avv aygiov agyiodovra. IL 11,292: wg <T öxe tiov %ig d-r]Qri%r)Q 
xvvag aqyiodovTag oevj]. (pdon- ,Zahn' hat bei Homer öfter das Beiwort 
Xevxo-g ,weiss', so IL 5, 291 ; 10, 263; 11, 416 und sonst); — dgyi-v eq>4g- 
,weisswolkig*; Soph. Bruch. 491: onov agyive^rj. 

Nur wenige griechische Bildungen lassen sich unmittelbar vergleichen, 
wie etwa xiXrjx- ,zum Rennen gebraucht* (Od. 5,371: x4Xtj& 1 u>g € innov), 
izkvrp- ,arm' (Soph. Phil. 584: dvrjQ nsvrjg), die aber doch bezüglich ihrer 
Betonung abweichen. Als zu Grunde liegende Verbalform ergiebt sich 
das schon unter dgyix- ,weissglänzend' (Seite 276) genannte dgy- ,glänzen'. 
In aQyi- ,glänzend, weiss' scheint ein alter adjectivischer Stamm auf i 
erhalten zu sein, deren das Griechische sonst nur wenige aufweist, wie 
TQoq>i-g ,umfangreich, gross' (IL 11, 307), fiÖQi-g fündig* (Od. 6, 233) 
und andre. 

dpyijtfnj-s ,weiss'. 

Aesch. Sieben 60: neöla d* aQyrjaxrjg ctcpqbg xgolvet oxaXaypoig Inni- 
xtSv kx nvev(iovwv. Aesch. Eum. 181: ptr) xui Xaßovaa nxtjvov ct(>yr]OXT]v 
orpiv (d. L einen Pfeil) . . . dvfig . . . piXava . . . arpQov. Theokr. 25, 131: 
tccvqoi . . . xpojjv d ' iaav r)vxe xvxvoi aQyqaraL 

Offenbar gebildet wie oQx*]oxri-g ^Tänzer* (IL 16, 617), das nicht deut- 
liche dXyrjoxrj-g (Od. 1, 349; 6, 8; 13, 261), xevxTjOxrj-g ^rtisteter* (Aesch. 
Sieben 644), a<pQr}oxr)-g ,der Schäumende' (Arch. 5 in Anthol. 7, 214, vom 
Delphin gesagt) und ähnliche Wörter, deren Bildung indess noch gar 
nicht ganz deutlich ist Ob man bezüglich ihres inneren Zischlautes etwa 
Formen wie 6qxi&~1*6-S ,Tanz' (IL 13, 637) unmittelbar vergleichen darf, 
so dass also zum Beispiel ogxrjOTr-g aus *o$*ij#-nj-s entstanden sein 
könnte? Als zu Grunde liegende Verbalform ergiebt sich das noch unter 
ccQyrjt- ,glänzend' (siehe oben) genannte dgy ,gläozen'. 

dQyivö-evr- (dgyivo eig) ,mit ciQyivo- versehen'? 



280 Griechische Etymologie. 



II. 2, 647 : ot Kvwoov t d%ov . . . xal agyevoßevza Avxaoxov. IL 2, 
656: oi c P6dov dficpevifiovTO . . . xal doyivoßeyra Kaptgov. Hom. hymn. 
19, 12: Ttokkdxi d* aoyivoßevra öiidQctfiev ovqecl fiaxgd. 

Wie beispielsweise dv&t(i6FevT- ,mit Blumen versehen, blumenreich' 
(IL 2, 467) von av&tpo-v ,Blume< (Pind. OL 2, 72; Ar. Ach. 992) ausging, 
so führen doyivoßevr- und dkyivoßevr- (Hes. Theog. 213 mit 'Oii;vv ver- 
bunden, theog. 226 mit Ilovov) , das als ganz ähnliche Bildung daneben 
angeführt sein mag, auf die substantivischen sonst nicht begegnenden 
*dgyivo- und *akyivo- zurück, die einer ungewöhnlicheren Bildung an- 
gehören. Sie vergleichen sich wohl mit xdoxivo-v ,Sieb' (Ar. Wolken 373) 
und xi>Tivo-Q ,der fleischige Theil der Granatblüthe* (Theophr. caus. pl. 1, 
14, 4; 2, 9, 4). Man hat für *dgytvo- die Bedeutung ,Kalk' oder ,Kreide* 
vermuthet Zu Grunde liegt ihm wohl die Verbalform dgy- ,glänzen' (siehe 
Seite 276 unter agyir- ,weissschimmerndO. 

äQyiko-q ,weisser Thon'. 

Theophr. c. pl. 3, 20, 3: xal f\ xa& 1 avTrjv ov (pigovoa, xa&dneg ^ dg- 
yikog, oxav f*i%&jj f notei (pogov. Opp. Fischf. 4, 658: xal tot dvtjg dgyikov 
6/btov izUigav delgag. 

Eine ungewöhnlichere Bildung, wie sie aber noch vorliegt in ovgoßlko-g 
,Kreisel* (Ar. Friede 864 ; Plato Staat 4, 436, D) und xdfuko-g ,Ankertau 4 
(Alte Erklärung zu Ar. Wesp. 1035 jTcqwxtov äi xafirjkov*. &egfi67tgwxTog 
ydg rj xdprjkog xal kdyvog. xdfukog öh to itayv axoivlov did tov i), 
ferner in ofilko-g ,Schaar, Menge* (IL 5, 353), und in dem ungeschlech- 
tigen n&Siko-v ,Sohle* (IL 24, 340). Als zu Grunde liegende Verbalform 
ergiebt sich deutlich dgy- ,glänzend' (siehe Seite 276 unter dgy&x- ,weiss- 
schimmernd'), eine besondere Art des Thones hiess kevxdgytko-g (Plin. 17, 
42 : graeti . . . leucargillon vocant candidam argillam qua in Megaricö 
agrö ühmtur; zu kevxo-g ,weiss 4 IL 3, 103). 

dgy iXutig- (dgyiki7trjg) f von unermittelter Bedeutung. 

Archil. Brachst 160: dgyihnrjg ök cpdaig (Bergk vermuthet <pvoig). — 
Dazu wohl daß auch dunkle dgyikin- bei Kik. ther. 213: xal & vrckg 
dxgovg $ui&wvag xegaol re xal dgyikmeg Teki&ovoi. Ein alter Erklärer 
erläutert hier dgylkineg mit 'ixkevxot ,ganz weiss'. 

Der erste Theil des offenbar zusammengesetzten Wortes ist wohl der 
selbe wie in den unter dgyrjz- ,glänzend* (Seite 279) aufgeführten Zu- 
sammensetzungen, wie dygi-xigavvo-g ,mit glänzendem Blitzstrahl' (IL 19, 
121). Ob der Schlusstheil etwa unmittelbar mit dem des homerischen 
alylkin- (IL 9, 15 = 16, 4 und 13, 63 als Beiwort von 7tixgr\ ,Fels'), 
dessen Erklärung aber auch noch nicht fest steht, zusammengehört? 

äQyikka ^unterirdische Wohnung'; dialektisches Wort 

Strabo 5, 4, 5 : "Eqtogog öe Toig Ktfifiegiotg 7tgoooix€iwv tov xoftov q>rj- 
alv avxoig iv xarayeioig olxlaig oixeiv dg xakoiatv dgylkkag. 

Seiner Bildung nach zunächst mit dfitkka , Wettkampf, Wetteifer' 



Griechische Etymologie. 281 

(S. 231) vergleichbar, schliefst sich's im Uebrigen vielleicht zunächst an ag~ 
ytXo-g ,weis8er Thon' (Seite 280). 
äQyv<pO'<$ ,weiss'. 

11.24,621: rj xal dvaßi^ag oßiv agyvcpov wxig ld%iXXevg ocpa^e. Od. 

10, 85: xbv d' aQyvqxx /urjXa vo/nevwv. — Daneben aQyvq>eo-g , weiss'; 

11. 18, 50: xwv öi (der Nereiden) xal ctQyvyeov TtXrjxo orcioq. Od. 5, 230 
= 10,543: avxtj <T ctQyvcpeov (pdgog fiiya ßivvvto vvfKprj. Hes. theog. 
574: £cJa£ dh xal xoofirjoe &ea yXavxtorug Id&rjvq äQyvqtfrj ßso&rJTL 
Orph. Steine 287: xal g>oXldeaaiv aqyvyiaig XertidüJTOv aixooxlXßovxa 
xeXevw. 

Eine ungewöhnlichere Bildung, mit der sich aber doch wohl vergleichen 
lassen x6rrv<po-g , Amsel' (Arist h. an. 5, 42; 8, 108; als Name eines Fisches 
Arist. h. an. 8, 100) und weiterhin oriQHpo-g ,starr, fest* (Thuk. 6, 101), 
ÜQupo-g junger Bock 4 (IL 16, 352), xQo%aq>o-g ,Schläfe' (II. 4, 502), iXaipo-g 
Jlirsch' (11.11,475). — Die Form ctQyucpeo-g scheint sich an die zahl- 
reichen Stoffadjective wie aQyvgeo-g ,sÜbern' (IL 11,38; zu aQyvQo-g 
,Silber*, siehe sogleich) und die übrigen anzuschliessen. 
ü(jyvQo-s jSilber'. 

IL 5, 726: 7cXfj/ivat <T ciQyvqov elol ueQiÖQOfjtoi dficpoTiqu^ev. IL 10, 
438: aQfuz di Fol XQ v0( & %e * al QQyvQV *v ijoxtjzai. 

Lat aigento-m ,Silber* (Naev. com. 97). — Oskisch aragetom jSilber'. 

Armen, arteath ,Silber* (Hübschm. Arm. St S. 21). 

Altind. ragatd- glänzend weiss, silberfarbig' (RV. 8, 25, 22 von einem 
Rosse); ragatd-m jSilber' (AV.). 

Altostpers. erezata- ,Silber*. 

Bezüglich ihres Suffixes steht die griechische Form unter den aufge- 
führten isolirt; sie schliesst sich an Bildungen wie ticpvQo-g West- 
wind' (IL 11,305), das ungeschlechtige äx v Q°~ v ,Spreu' (Seite 149) und 
die adjecti vischen, doch anders betonten, yXaq>vQo-g ,hohl' (IL 2, 454), 
kiyvQG-g ,hell tönend' (IL 5, 526), cpXeyvQo-g ,brennend' (Ar. Ach. 665) 
und andre. Möglicherweise beruhen aqyvQo g, das vorausgenannte aQyv- 
(po-g ,weiss' und altind. drgunctr ,weiss, licht, silberfarben' (RV. 6, 9, 1) 
zunächst auf einem nominalen *argu- ,weiss, hell' (?), von dem auch das 
lat argu-ere ^deutlich machen, kund thun' (Caec. com. 149) ausgegangen 
sein muss. Als zu Grunde liegende Verbalform wurde bereits unter oq- 
yix- ,weissschimmernd' (Seite 276) agy- ,glänzen' aufgestellt und das von 
ihm nicht weit ab liegende altind. rät) ,glänzen' (RV. 8, 19, 31). Neben dem 
letzteren begegnet im Altindischen auch die Form arg in dem eben schon 
genannten dr£ima~ ,weiss'. 
äqßriXo-s ^rundes Schustermesser'. 

Nik. ther. 423 : olov oxe 7tXadowvta 7cbq\ axvXa diQ€* ^nrnav yvaixxo- 
/iievoi ttvöowoiv V7t dgßrjXoLOi Xd&agyoi. Eine alte Erklärung zu der 
Stelle sagt: SgßrjXoi di Xiyovrai ia xvxXotbqtj oidrJQia, olg ol axv%o%6\ioi 
ripvovoi xal §iovoi %a digfuara. 



282 Griechische Etymologie. 

Dunkeln Ursprungs. Der Bildung nach entsprechen Wörter wie agxrj- 
ko-g Junger Panther (Seite 267) und andre neben diesem genannte. 
&QßvXi] ,starker den ganzen Fuss bedeckender Schuh'. 

Aesch. Agam. 944: vnai xtg agßvkag kvoi zaxog, rcgodovkov efxßaacv 
7cod6g. Aesch. Brachst 259: nikkvtg* e%ovoiv evd-izotg iv ägßvkaig. £ur. 
Hippol. 1189: avraiotv agßvkaiotv agfioaag rtodag. — In gleicher Be- 
deutung die Form ägßvkld*- bei Theokr. 7,26: aig toi nool vioootii- 
voio näoa kid-og ixxaloioa not* agßvkiöeaatv aeidei. 

Aehnliche Bildungen sind ayxvkrj ,Riemen' (Xen. Jagd 6, 1; ,Bogen- 
sehne' Soph. Eon. Oed. 204), xoxvkr] ,Höhlung, Schäfchen' (IL 22, 494), 
oiacpvkrj ,Wage' (IL 2, 765), oyovdvkr] jErdkäfer' (Ar. Friene 1078), xo?- 
dvktj ,Beule, Geschwulst (Bekk. an. 405, 3 aus Simonides), weiterer etymo- 
logischer Zusammenhang aber ist nicht deutlich und die Zusammenstellung 
mit agnld- ,eine Art Schuh' (Seite 271), die sich schon bei Benfey (2, 310) 
findet, von geringem Werth. 
ägd-eiv ,tränken, benetzen 1 . 

Hom. hymn. 9, 3: "Agxeniv . . . vfi* %7titovg agaaaa ßa&va%olvoto Mi- 
kr/rog. Hom. hymn. Ap. 263: rcrj/iaviet o' alel nxvnog %7X7tu>v wneiatov ctgdo- 
fievoi t' ovgfjeg i/ucuv iegwv arcb 7xrjyiov. Aesch. Pers. 487 : Mrjkid xe 
xokrtov, ov 2rc€QX€iog agdei Tiedlov eiftevei nouy. Pind. Isthm. 5, 60 : 
rav Wakvxidav dh 7cdxgav Xaglxwv aqdovxi xakklaxa dgooq). Pind. OL 
5,12: oefivovg ox^ovg, "Inrcagig oloiv agdei azgaxov. Pind. OL 5, 23 : 
vylevra <T ei Tig okßov agdei (,tränkt, nährt, mehrt'). — Dazu: veo-ag- 
dig- ,frisch bewässert; IL 21, 346: tag <T oV onwgivog ßogirjg veßoagdV 
äkuiiiv alip' dygrjgdvfi. — agda ^Feuchtigkeit, Schmutz 4 ; Pherekr. 7 
(Meineke com. 2, 276): %bv Idgiota xal txv agdav dn* ifiov orxoyyioov. 
— uQÖfto-g ,Tränke'; IL 18, 521: iv noxa^, o&i %* agdpog $ev ndvzeoot 
ßoxoioiv. Od. 13, 247: eaxi fiev vkrj 7cavzolrj, iv (T agd/uol ifzyßexavol 
nagiaaiv. 

Armen, aght ,Körperausschlag, ansteckende Krankheit*, aghtot ySchmutzig* 
(nach Bugge Beitr. S. 35 und Parsadan), aghteur, aghtiur und eghtiur 
,Sumpf, Pfütze, feuchter Ort, feuchte Wiese' (Bugge a. a. 0.). 

Altind. ärdrrd- ,feucht, nass', ,saftig, vollsaftig, frisch'; RV. 1, 116, 4: 
samudrdsja dhdnvann ärdrdsja pärdi ,zu des feuchten Meeres jenseitigem 
Ufer*; RV. 2, 13, 6: jds ärdrä't d' güshkam mddhumat dudduhita ,der du 
aus dem Feuchten trocknes Süsses zogest'. — drdrajati ,er befeuchtet, er 
benetzt'. 

Weiterer etymologischer Zusammenhang ist noch nicht ermittelt Das 
homerische veFo-agdig- scheint auf ein anlautendes / (-Fagd&g- (?) hinzu- 
weisen, bei dem der Zusammenhang mit den angegebenen altindischen 
Formen nicht würde bestehen können. 
üqöi-s ,Stachel, Pfeilspitze'. 

Aesch. Prom. 880: oiargov <f agdig XQi* L f* anvgog. Hdt 1, 215: oaa 
jttkv ydg elg alxfidg xal agdig xal oaydgig, %akx([> Ta wxvra xgiovtat. 



Griechische Etymologie. 283 



Hdt 4, 81: tovto (nämlich %ahir\tov ,KesselO wv ekeyov ol knix^gioi an 
dgditov yevia&at . . . xsksveiv fJ.iv navTag JSxv&ag agdiv exaoxov fxlav 
anb tov oiotov xofiloai . . . xofiia&ijval tb drj XQW a nokkov dgdlwv . . . 
ix Toviiwv dtj fiiv %6 %cthiTiiov noirjoai. 

Dunkler Herkunft Ficks (l 4 , 356) Zusammenstellung mit ahd. aruzi, 
nhd. Erz, hat sehr wenig überzeugendes. 
ägx-eiv ,beginnen, der Erste sein'; ,herrschen'. 

II. 1, 495: 7tgog "OXv^nov Xaav &eol aißkv iovreg ndvxeg aua, Zeig ö' 
rjQxe. 11.13,329: Mrjgiövrig dk doPy drakawog 'Ldgrji rjgx* tfxev. IL 
11, 781: rjQxov iyiu fiv&oio. IL 1, 571: toIülv d* "Hcpcuorog xkvTOTfyvijg 
r iQX* dyogeveiv. Od. 1, 367: rolai äk Tqkiftaxog Ttertw^iivog rjgxsro (iv- 
^wv. — IL 2, 805 : roloc ßixaarog dvrjg orjpaivfrw olal 7teg agx^i* IL 
2,876: 2aQ7trjduv ö 9 rjgxev Avxiwv. — Dazu: dgxi- ,beginnend (?), 
ober-' in einer Anzahl von Zusammensetzungen, wie agx-igev-g (doch 
wohl aus dgxi-iegetg) ,Oberpriester' (Hdt 2, 37; 143; legev-g ,Prie8ter* IL 
1,370), dgxi-TtxTov- jBaumeister 4 (Xen. Mem. 4, 2, 10 ; xixTov- ,Zimmer- 
mann' IL 6, 315). 

Die hergebrachte Zusammenstellung mit altind. arh : drhati ,er ist werth' ; 
KV. 10, 158, 2:- jäsja tax hdras gatäm savan arhati ,dessen Flamme 
hundert Trankspenden werth ist'; RV. 7, 79, 10: aitavat . . . da' tum ar- 
hasi ,so viel zu geben bist du vermögend'; dazu arghä-8 , Werth': sahasra- 
•arghd- ,den Werth von tausend habend' (RV. 10, 17, 9) — und damit auch 
mit altbaktr. areg : aregaiti ,er ist werth, er wiegt auf, areganh ,Preis' — 
und mit armen, argin ,Preis', anarget ,entehren', yarg ,Preis, Werth', yar- 
gel ,ehren'; arsani ,wtirdig' (Hübschm. bei Kuhn 23, 24), kann bei dem 
weiten Auseinanderliegen der Bedeutungen nicht als zutreffend bezeichnet 
werden. Moglicherweise besteht Zusammenhang mit goth. raginon 
,herrschen' (Luk. 2, 2 und 3, 1 für ije/uoveveiv), ragina- ,Rath, Beschluss' 
(KoL 2, 14 für doypa, Kor. 1, 7, 25 und sonst für yvciftirj), fidur-raginjar 
,Vierherrschaff (Luk. 3, 1, wo griechisch Tergagxouvtog gebraucht ist). 
äqyö-q ,After*. 

Epicharm. (bei Athen. 3, 107, A): xal tov dgxbv inixakvtpag iTCirckoo). 
Arist h. an. 2, 74 : fyet, dk xotXlav ndvxa ta eiqrmiva, xal xeifiivrjv ofiot- 
tag — xeirai yag vnb %b did^utfia ev&vg — , xal xo Mvregov hxopievov 
xal rekevTcSv ngog ttjv e^odov rrjg rgotprjg xal tov xaXovfxevov agxov. 

Fick (2, 25) stellt es zu oggo-g (aus *ogoo-g) ,Steiss' (Ar. Friede 13, 39; 
Lys. 964 ; Frösche 222) und ahd. ars, nhd. Arsch, und deutet es aus einem 
alten *dgo-xo-g. So würde das % entstanden sein, wie in egxerac ,er 
kommf (IL 1, 120; 7, 208) neben altind. r(cänti ,sie erreichen' (RV. 10, 
102, 6). Der dabei angenommene Gebrauch eines unmittelbar an die 
Verbalgrundform getretenen suffixalen xo aber würde ein sehr ungewöhn- 
licher sein. 
aQÜ-pö-s ,Verbindung, Freundschaft 4 . 

Hom. hymn. Herrn. 524 : airag IdrcokXwv Jr\Totdr\g xaxivevoev kn* 



284 Griechische Etymologie. 

aQ&t*(jj xal (pikoTtjTi. Aesch. Prom. 191 : eig dg&fidv t/uol xal q>iX6xr\xa 
07C€vdwv onevdovxL no&* ij£ei. — Dazu ag&f.uo-g , verbunden, befreun- 
det; Od. 16, 427: ot d* i'piv ag&iiioi rjoav. 

Gehört zu dg- ,sich anfügen, sich eng anschliessend (Seite 250). Das 
Suffix wie in dgt&fio-g ,Zahl, Anzahl 4 (Seite 261). 
äg&Qo-v ,Glied*. 

Soph. Phil. 1201: ndvxeg oooi xod* 'exXaaav e/uov noöbg agd-gov dftui- 
oai. Soph. Trach. 769 : mgoonxvaoexai nkevgaiotv dgxtxoli.og, (Haxe xix- 
xovog, %ixwv arcav xax' ag&gov. Hdt 3, 129: 6 ydg ol doxgdyaXog ££e- 
Xojgrjae ix twv ag&gwv. 

Gehört nebst lat artu-s ,Glied' (Enn. ann. 36 : tremuUs . . . artubus) 
auch zu der unter ag&fi6-g genannten Verbalgrundform dg- ,gich anfügen, 
sich eng anschliessend Das Suffix ist das selbe wie in xig&go-v ,das 
Aeuserste, das Höchste' (Eurip. Brachst 371; Hipp. 2, 786: inr\v iv&dde 
xo xig&gov ji xov nd$eog y wo aber Kühn wenig gut liest axegeov #; ein 
Theil des Halses, Pollux 2, 134 und 135), inl-ßa&go-v ,Fährgeld< (Od. 
15,449), Xv&go-v ,Besudelung' (11.6,268), ßige&go-v ,Schlund, Abgrund' 
(II. 8, 14; Od. 12, 94), §iFe&go-v ,Strömung< (II. 2, 461) und andern 
Wörtern. 
äQöev- (agorjv) ,männlich'; attisch später aggev- (Ar. Wölk. 659; Ekkl. 549; 
Thesm. 564). 

Bei Homer an folgenden 11 Stellen. H. 7, 315: ßovv ligevae . . . ag- 
oeva. Od. 19, 420: avxixa <T eiodyayov ßovv agoeva. IL 20, 495: wg ö* 
oxe xig tev^jß ßoßag agoevag evgv^iexiünovg. IL 23, 377 : rag dk pix* 
k^icpegov JiIo\irfieog agaeveg 'iitizoi. Od. 13,81: r\ d\ wg x* iv nsdUo 
xexgdfogoi agaeveg %nnoi. Od. 14, 16: oieg . . . &tjleicu xoxddeg* xol 
d' agoevxg exxog tavov. IL 8, 7 : prjxe xig ovv &r}Xeia &eog xo ye firjxe 
xig agorjv neigdxta. IL 12, 451 : u>g 6' oxe tcoi^v Fgeia q>igev noxov 
agoevog oiog. Od. 9, 238: prjla, udvxa ndX* ooo* ijfielye, %d d > agoeva 
leuce %hvgr\(piv. Od. 9, 425: agaeveg oßieg tjOav ivxgecpieg. Od. 9, 438: 
xal tot* eneixa vofidvd* e^iaovxo agoeva (irjXa. 

Armen, am (Genetiv) ,des Mannes' (Hübschm. Arm. St 20). 

Altind. rshabhä- ,Stier< (KV. 6, 16, 47; 6, 28, 8; 10, 91, 14; 10, 166, 1); 
in Zusammensetzung mit anderen Thiernamen ,Männchen', wie aga- 
-rshabhä- ,Ziegenbock' (Qat Br. ; ag &- ,BockO- 

Altostpers. arshan- ,Mann ( , ,Männchen'; agpö arsha ,männliches Pferd'; 
geus arshno ^männlichen Rindes'. 

Die letztangeführte homerische Stelle scheint auf anlautendes ß hinzu- 
weisen, dem aber widersprechen zahlreiche andere und sonst zum Beispiel 
auch die Inschrift von Gortyn, die zweimal (10, 49: igaivwv. 10, 52: ig- 
aiveg) die entsprechende Form igoiv- ohne anlautendes F bietet — An 
sonstigen Adjectiven auf ev bietet das Griechische nur xigev- ,zartf (IL 3, 1 42). 
6qöio-q angemessen, billig'. 

Hesych: agoiov Slxaiov. — Dazu dv-dgoio-g ,unfreundlich, feind- 



Griechische Etymologie. 285 

selig'; II. 24, 365; Wxaißovg, o% xoi övafxevieg xal dvdgaioi iyyvg %aoiv. 
Od. 10, 459: ijd' So* avdgaioi avdgeg Idrjkrjoavx' Itcl xiQOov, und ähnlich 
Od. 11, 401 ; 408 und 24, 111 ; Od. 14, 85: xal prjv dvofteveeg xal avagaioi. 
Aesch. Ag. 511 : akig naget 2xd/Äavägov rjad-' avdgoiog. Soph. Trach. 853: 
olov dvagatwv ovnw Zrjvog xikwg y dyaxkeixov knipoke nd&og oixrloai. 
Hdt 3, 10: tv TOlOi ovdiv ol fxiya dvdgoiov 7tgrj/iia ovvqvelx&Tj. 

Im Grande vielleicht das selbe wie ägzio-g ,angemessen, passend' (Seite 
275). Zu Grunde liegt cg- ,sich anfügen sich eng anschliessend (Seite 250). 
aQöi/o-q ,Korb', die ältere Form von aggt%og (siehe Seite 266). 
äQv- (der Nominativ kommt nicht vor), alt ßdQv- ,Lamm'. 

IL 3, 103: oioexe ßdgv\ exegov kevxov, Izfgtjv de (jiikaivav. IL 3, 119: 
vrßag knl ykatpvgdg Uvai. ide ßdgva xikevev oloijjievai. 11.3,310: rj ga, 
xal ig dUpgov ßdgvag d-ixo ßioo&eog g>dg. IL 4, 158: ov piv mag akiov 
ni'Kei ogxiov alpa xe ßagviZv. IL 16, 352: wg ök kvxoi ßdgveooiv ln£- 
Xgaßov 17 igtq>oiaiv. Od. 4, 85: xal jiißir\v y %va ßdgveg atpag xegaßol 
zeki&ovoiv. II. 4, 435: d^rjxkg fiepiaxviai dxovovoai ßona ßagvüv. IL 
22, 310: alßexog . . . agnd^wv rj ßdgv* dftakrjv rj nxwxa kaywov. Od. 9, 
226: xagnaklfAiog iitl vrjßa &oßrjv eglqpovg xe xal agvag. — Dazu nokv- 
-ßagv- ,lämm erreich'; IL 2, 106: nokvßagvi Qvioxjj. 

Armen, garrn ,Lamm' (Hübsch. Arm. Stud. Seite 24). 

Altind. ürana-s ,Lamm, Widder*. — Dazu ürä - ,SchaP (RV. 8, 34. 3 ; 
10, 95, 3). 

Das alte anlautende ß wird durch die homerische Sprache noch in 
weitem Umfang erwiesen, dazu aber auch inschriftlich, da der Eigenname 
Fdgviov (Collitz böot Inschr. 489, 14) als unmittelbar zugehörig wird gelten 
dürfen. Solche Zugehörigkeit wird auch wohl für den Ortsnamen Fdgvrj 
(IL 2, 502: ol re nokvoxdqtvkov Fagv^v fyov), dessen alter consonantischer 
Anlaut aus dem angeführten homerischen Verse sich ergiebt, angenommen 
werden dürfen. Dazu sind auch noch zwei Anführungen Hesychs, näm- 
lich ßdgiov ngoßaxov und ßdgi%oi m agveg, beachtenswerth, in denen das 
anlautende ß dialektisch für ß stehen wird und also auch noch zugehörige 
Formen vorliegen werden. — Neben dem suffixalen v von ßdgv- wird 
ebenso wie in nvxv- ,Gedränge, Volksversammlung' (Ar. Thesm. 658 ; Ekkl. 
243) ein ursprünglich folgender Vocal erloschen sein. — In den altindi- 
schen ürana-s ,Lamm' und uro- ,SchaF wird das anlautende u durch Ver- 
kürzung aus altem va- entstanden sein, ganz wie zum Beispiel in altind. 
udän- /Wasser* (Loa udäni ,im Wasser* RV. 1, 116, 24; 10, 68, 8) neben 
goth. vatan- ,Was8er* (Gen. vatins Math. 10, 42). — Als zu Grunde liegende 
Verbalform ergiebt sich var- »bedecken* (RV. 4, 6, 6 : nä jdd tax gdttcis 
tdmasä väranta ,nicht bedecken sie, was dein licht ist, mit Finsternisse 
so dass das ,Lamm' ursprünglich als das ,(mit Wolle) bedeckte 4 benannt 
sein wird. 
dqvt-so&cu ,sich weigern'; ,verweigern, abschlagen'; ,leugnen'. 

IL 14, 191: rj $d vv pol xi rci&oio, fplkov rexog, bxxt xe Fel/zw, rjßi 



286 Griechische Etymologie. 

xev ägvijoaio. IL 19, 304: kiooopevoi d€i7tvrjo<u m o <f rjQvkero orevaxi&v. 
Od. 8, 43: €Qxeo&€ . . . /uijö**? %ig aQvelo&w. — IL 14, 212: ovx fcW ovdk 
ßißotxe reßov Finog ägvqoao&ai. Od. 1, 249: »7 d* out* agvierai OTvyegov 
ya/aov ovxb Tekevrrjv 7ioißrjoai dvvazai. Od. 21, 345: ov rig i/uelo xgelo- 
O(ov, c t J x* i&ilw, öopsval %e xal agvrjoao&ai. — Thuk. 6, 60: ßeßaiori- 
gav yag av%(j) oiüTrjglav elvai opoloyijoavri piev ' ddelag ij agvij&ivri äicc 
dlxrjg il&eiv. — Dazu: an-agvo-g ^abgeschlagen, verweigert*; leug- 
nend 1 ; Aesch. Schutzfl. 1040: p %* ovdiv anagvov teki&ei, xUhnogi Ilei- 
$ol. — Soph. Antig. 435 : anagvog d * ovdevog xadloravo. HdL 3, 99 : 6 
dk artagvog iari /ätj ftiv vooieiv. — e^-agvo-g ,ableugnend'; HdL 3, 66: 
detvwg yag xal 6 ngrj^aanrjg 'egagvog r'v. Ar. Plut 241 : e^agvog Ion 
firjö* ideiv fxe monore. 

Annen, uranam ,ich leugne, ich verweigere'; urast ,das Leugnen' (Bugge 
Beitr. 38 und 39). 

Weist als abgeleitetes Verb zunächst auf eine Nominalform zurück, die 
offenbar dieselbe war mit dem Schlusstheil der beiden aufgeführten zu- 
sammengesetzten Adjectiva (*agvo-g). Als zu Grunde liegende Verbalform 
würde ag- anzusetzen sein. 
dQvid- (agvig) oder aQvriiö- (agvytg), Fest in Argos, an dem Hunde 
todt geschlagen wurden, zum Andenken an den von Hunden zerrissenen 
Iinos. 

Eonon. narrat 19 : prjva te wvofiaaav agveiov, Szi agvaai Alvog avvav- 
ergaqpr], xal &volav ayovai, xal Ioqttjv agvlda, xxelvovxeg kxelvrj ttj 
f}(Jiigq xal xvvwv ooovg av evgwoi. Ael. h. an. 12, 34: 'Agyelovg . . . kv öi 
Talg fjpigaig, ag xaXovoiv agvrjidag 61 avzoi, kav xvwv ig rfjv ayogav 
Ttagaßafo), ccvaigovoiv avtov. 

Wohl zu agv- ,Lamm ( (Seite 285) gehörig, falls Eonon's Angabe Sich- 
tiges bietet 
äyveiö-q ,Widder'. 

Od. 10, 527: &&' ofiv agveiov §&,eiv xtijhvv ne ftikaivav. Od. 1, 25: 
avTiowv ravgwv %e xal agveuSv ixaTo/ußrjg. Od. 9, 239: %a 6* ägaeva 
faires xhßgrjqHv, agveiovg re xgayovg re. Od. 9, 444: vatarog agveiog 
/urjhojv e<JTei%e &vga£e. Od. 9, 463 : ngwtog vn agveiov Xvofirjv. 

Ganz entprechende Bildungen sind selten. Vielleicht aber lässt sich als 
solche nennen ov<peio-g ^Schweinestall (Od. 10, 389; daneben ovq>e6-g Od. 
10, 238; 320; 14, 13; 73), neben dem aber adeX<peic-g ,Bruder* (IL 5, 21; 
6, 61 ; 7, 120 = 13, 788) statt adeXq>eo-g nur auf schlechter Lesart beruht; 
dann die adjeetivischen ayvetog ,begütert, reich' (IL 2, 570; 5, 544) und 
(patBio-g ,sprechbar* (nur ovxi qtaxeiog ^unaussprechlich^ Hes. theog. 310; 
Schild 144; 161), weiterhin auch wohl das ungeschlechtige oreikeio-v ,Stiel 
der Axtf (Od. 5, 236) und die weiblichgeschlechtigen ageirj ,Drohung* 
(Seite 264) und oredei^ ,Oehr für den Stiel der Axt* (Od. 21, 422). — Da 
neben dem eio das v auch nur suffixal sein kann, besteht vielleicht ein 
naher Zusammenhang mit lat ariet- ,Widder* (Enn. trag. 285). Denkbar 



Griechische Etymologie. 287 

wäre aber auch, dass dgveio-g zwischen g und v einen Zischlaut einbüsste 
und sich eng an agoev- ,männlich' (Seite 284) anschlösse, wie zum Bei- 
spiel auch im Altindischen neben vrshan- »männlich, Mann', ,männliches 
Thier* (RV. 5, 44, 3; 1, 32, 7; 1, 164, 34) sich ein vrshni- ,männlich, Mann, 
(RV. 1, 10, 2), ,Widder* (AK) entwickelte. 
dqveÜMv ,Luftsprünge machen, sich Kopf über nach vorn stürzen 1 . 

Lykophr. 465 : txvxpe doig(p anXdyxvov agvevaag Xvygbv Ttrjdrjfia ngbg 
xvtidovxog avxovgyovg acpaydg. Lyk. 1103: d-eg(.ii]v <T vnal Xovxgdivog 
ägvevwv oxiyqv. — Dazu agvevxi)g- (dgvevxrjg) ,sich überschlagender 
Gaukler'; II. 12, 385 — Od. 12, 413: o d* äg 3 agvevxfjgi ßeßoixwg nanneo' 
ä(p* viprjkov nvgyov. IL 16, 742: o <T ag 3 agvevxrjgi ßeßoiwog xanneo* an* 
evegyevg dicpgov. 

Dunkeln Ursprungs. Aus dgveveiv lässt sich zunächst ein *dgvev-g 
entnehmen, das etwa auf ein *dgvo- zurückkommen könnte, als dessen zu 
Grunde liegende verbale Bedeutung sich die des ,sich Drehens' muth- 
maassen lässt 
aqua (agpr}) »Vereinigung, Beischlaf (delphisch). 

Plut Moral. 769 A: ovxe JeXcpovg kkiy%et, krjgovvxag, oxi xi\v *Aq>godl- 
irjy agfia xakoiaiv ovxe Oftrjgov g>iX6xr]xa xijv xotavxrjv rtgooayogevovxct 
awovatav. 

Gehört zu Bildungen wie x<*QM ,KampP (IL 4, 222; 5, 608), nagfirj 
,leichter Schild' (Polyb. 29, 6, 1), og^tr} Andrang, Angriff <IL 9, 355; 11, 
119) und ähnlichen. Zu Grunde liegt dg- ,sich anfügen, sich anschliessend 
(Seite 250), bezüglich der Bedeutung aber vergleichen sich dgxi-g Ver- 
bindung, Freundschaft 4 (Seite 275) und agd-po-g ,Verbindung, Freundschaft* 
(Seite 283) unmittelbar. 
äq^ax- (agpa) , Wagen, Streitwagen'; nachhomerisch auch ,das Gespann'. 
H. 6, 39: ayvtvkov agfia ßdljavx 3 iv ngwxiit ßgvnq}. IL 12, 58: feW ov 
nev ßgia %7t7tog Ivxgoxov agpa xixalviov ioßalrj. IL 18, 244: x w Q 1 J aavTe ^ 
ekvoav vq>* Sg/naaiv wxißag 'innovg. — Plat legg. 8, 834, B: ag/aarog fikv 
ovv xcri xb nagarcav ovtb zig xgoqtevg fjplv iaxl ovxe xig (piXoxifila. 

Lat arment(Hn ,Spannvieh, Grossvieh' ; Verg. Landb. 3, 7 1 : anteveni et 
suibolem armento sorttre qvot annis. Alt auch armenta, so Pacuv. trag. 
349 : tu cornifrontes pascere armentäs soles. 
Altn. jormtmi ,Stier*, ,Pferd'. 

Zugehörigkeit zu ag- ,sich anfügen, sich eng anschliessend, causal ,anfügen' 
(Seite 250), also die Grundbedeutung ,das Angefügte, Angespannte 4 , ist wohl 
nicht zu bezweifeln, auffällig aber der anlautende starke Hauch, wie er 
aber gerade bei der nachfolgenden Verbindung q(x vor a noch mehrfach 
vorkommt Auch agmay- ,an sich raffend, räuberisch' (Seite 269) neben 
lat rapere ,an sich raffen 4 kann in dieser Beziehung verglichen werden. 
äytiaXiiq ,zugetheilte Nahrung, Mundvorrath'. 

Hes. Werke 560 : xrjftog xtäpiov fiovolv, In dvigt dk nliov eXij ap/ua- 
lirjg. Hes. Werke 767: xgirjxdda pr]vbg agioxrjv ügya x* knonxeveiv r\d* 



1 



288 Griechische Etymologie. 

dgfiakirjv daxiao&ai. Theokr. 16,35: nolkol iv *Avxio%oio dopioig xal 
avaxxog 'Aleva dg/nafofjv 'ififirjvov ifiexgrjoavxo nevioxai. Ap. Rh. 1, 
393: iv de oi loxov Xatcped %' evrcolrjxa xal agpahijv ißdkovxo. 

Der Bildung nach zu vergleichen mit (pvxakirj ,Baumpflanzung' (IL 6, 
195; 12, 314), aiftaoii' h Steine, Steinwall' (Od. 18, 359; 24,224), d%vQ^ ,PlaJz 
für die Spreu' (Seite 150), in denen das suffixale trj eine Art collecüver 
Bedeutung zu machen scheint Als zunächst zu Grunde liegend ist viel- 
leicht ein adjectivi8ches * agpako- zu muthmaassen, als dessen zu Grunde 
liegende Verbalform das unter den beiden nächstvorausgehenden Formen 
angeführte dg ,sich anfügen, sich eng anschliessend causal anfügen', 
,ausrüsten', (Seite 250) wohl nicht zu bezweifeln ist 
äQpevog- ,sich anfügend, passend, günstig'. 

Participiatform zu dg- ,sich anfügen, sich eng anschliessend (Seite 250), 
unter dem es bereits aufgeführt wurde. 
&QH6-$ ,Fuge, Zusammenfügung'. 

Soph. Ant 1216: rtagaocdvxeg xdqpqt d&gqoa&\ agpov xtxt(jiaxog ki&o- 
OTtadrj dvvxeg ngog avxo oxopiov. Eur. Brachst 360, 12: dgpog novrjgog 
woneg iv &*.({> nayelg. Plut Alex. 3: i]v (nämlich oiptv ,Auge') x(ji xijg 
&vgag dgpty ngoaßahjjv xax(jJ7tx€voev. 

Stellt sich nah zu ägpax- ,Wagen', , Gespann' (Seite 287) ; das Suffix 
wie in dgdpo-g ,Tränke' (Seite 282) und zahlreichen andern Bildungen. 
äQltö^eiv (aus *dgfiod-jeiv) ,passen'; causal ^zusammenfügen, anfügen'; 
,ordnen, befehligen'. 

II. 3,333: &a>grjxa negi oxrj&eooiv edvvev . . . tJQpooe 6* avxqi. II. 17, 
210: "Exxogi <T rjgpiooe xevxe' inl %Qot. II. 19,385: neiQtj&rj di ßev 
avxov iv Üvxeoi diog lAxtiÄevg, el Fol iy-agudooeu. — Od. 5, 162: alk y 
ay€ dogßaxa ftaxgd xafidßv dgfioCeo %ahuy eugeiav axedlrjv. Od. 5, 247 : 
xixgrjvev <T aga udvxa xal tjgpooev dlXrjloioiv. — Pind. Nem. 8, 11 : oi 
T€ xgavaalg iv 'A&dvaiaiv agpoCov oxgaxov. 

Beruht auf einem nominalen *dgfiod- (ursprünglich wohl *dgiio%- wie 
darauf auch noch die attische Form dgpioxxeiv } Plat Staat 9, 591, D, zu- 
rückführt) ,passend', das auch die Grundlage bildete zu dem adjectivischen 
agpoöio-g ,passend, erfreulich, angenehm' (Pind. Nem. 1, 21 : sv&a poi 
aQfioöiov deinvov xexoofirjxai), bezüglich seines Suffixes aber ganz ver- 
einzelt steht; schliesst sich übrigens eng an das vorausgenannte dgfio-g 
,Fuge, Zusammenfügung'. 
iQpioviri , Verbindung, Klammer 4 , ^ertrag', ,richtiges Verhältniss, Ueberein- 
Stimmung, Einklang'. 

Od. 5, 248: yo^cpocoiv d* aga xi k v yt xal agpovijjoiv ägaooev. Od. 5, 
361 : otpg* av fiiv xev 66g fax iv dgpovirjoiv dgijgr]. Hdt 2, 96: iow&ev 
(d. i. in den Schiffen) di xdg dgpoviag iv luv Ijtdxxüjoav xfj ßvßka>. — 
IL 22, 255: o? ydg ugiaxoi fidgxvgoi iaaovxat xal inlcxonoi dgfiovidwv. 
— Pind. Nem. 4, 45: Avöia aiv dgpoviq piloc. Pind. Pyth. 8, 68: ixovxi 
d* €v%ouai voot xaxd xiv* agfioviav ßliicetv, aftg*' exaoxov Saa vioftat. 



Griechische Etymologie. 289 

Plat Staat 9, 591, D: %r\v h T(p owy.a%i aQpovlav rrjg Iv %ij tyv%f} evexa 
£v(iq)(oylag aQ/norrofievog. 

Wie beispielsweise adarjfioviri ,Unkunde' (Od. 24, 244) auf das adjecti- 
vische admjfiov ,unkundig' (IL 5, 634) zurückführt, so führt uQiiovlä auf 
ein nur noch zu muthmaassendes adjectivisches * agpov- ,sich verbindend, 
übereinstimmend' (?) zurück, das sich am nächsten zu dem aus den 
vorausgenannten aQfto&iv ,passen' entnommenen *ag/4oä- ,passend' stellt 
äQtioT ,eben, jüngst*. 

Aesch. Prom. 615 : ccq/xoI TzijiavfAai, %ovg kfxovg -9-Qrjvwv novovg. Theokr. 
4, 51: a ydq äxav&a oq/aoI /*' U)d enata^' vno %6 o<pv(>6v. Lykophr. 
106: Qvoaioiv aQfxol prjkafiüv d/tagy/uora <pk£yovoav iv xgoxaioi. Hip- 
pokr. 2, 661: öiaiTeofiivrj de y yvvr\ 7t€Qiylverai } i\v ag/noi jdeXedaivrjTat. 
Hipp. 3, 2: ovo* rjv ccQfiol fi€fiv m xj] fiäkkov tj öel (nämlich %o a%6\ia %wv 
firjTQicjv). 
ÜX-q ,Meer*. 

IL 1, 141 : vvv d* aye vrjßa fiilaivav igvooo/uev eig cXa diav. IL 1, 
350: r iC,eto . . . $iv* iqp' aXog rzoforjg. IL 5, 598: Ttorafujj alade tcqoqs- 
Fovxi. IL 21, 59: ovdi fiiv %a%ev novtog akog Ttokirjg. Od. 7, 244: S2yv- 
ylrj rig vrjaog ditonqod'Bv eiv all xeizcu. Od. 7, 328: oaaov aQiarai 
vijFeg kfial xal xovqol cxvaFqirtxELv dka nrjdtp. 

Lat sal- (sdl) oder auch sali- (sale) ,Meer* ; Enn. ann. 378 : caeruleum 
spümat sale confertä rate pulswm] Verg. Aen. 10, 214: campos salis aere 
secdbantj — in-sula ,(die im Meere gelegene — ) Insel'; Turpil. com. 152: 
cujus adventü insula hocedie cläret Cypros. 

Altir. sdl ,Meer* (W. Stokes in Kuhns Beitr. 8, 348). 

Altind. sal-ild- fliessend, wogend' (RV. 10, 109, 1 : äküpdras salilds ,das 
unbegränzte fluthende Meer*); salild-m ,Meer, Fluth' (RV. 1, 164, 41; 7,49, 
1), ,Wasser* (AK.). 

Armen. vieüeicht alihh ,Meereswoge' (Pareadan). 

Gehört vielleicht zu al-i&kkeo&at ,springen, sich springend bewegen 1 (siehe 
weiterhin). Wie das suffixlose %i^ ,Hand' (Dativ x*Ql H- 8, 289; x^Q~ v ^ 
,Wasch wasser' Od. 1, 136) auf ein älteres %bql^ wie es wohl noch in x*qi- 
-dqäg ,mit der Hand geschickt' (Pind. Pyth. 5, 35) vorliegt, zurückzuführen 
scheint, so entsprang al- wohl aus älterem aki-, wie es zum Beispiel in 
aXi-noQCfvQO-g ,die Purpurfarbe (rioqyiqh. ,Purpurfarbe' ; Aesch. Ag. 957 
für purpurfarbene Stoffe') des Meeres habend' (Od. 6, 53) noch entgegen- 
tritt Das zugehörige afoev-g ,Seemann, Schiffer' (Od. 24, 419) aber führt 
ohne Zweifel nicht direct auf ein ctki-, sondern zunächst auf das aus ak- 
hergeleitete aho-g ,das Meer betreffend' (IL 1, 556 ,im Meere wohnend') 
zurück. — Das lateinische in-sula ist die weibliche Form eines alten zu- 
sammengesetzten Adjectivs, das mit %v-ako-g ,im Meere befindlich' (Hom. 
hymn. Ap. 180: Mlkrjtov . . . evakov itoliv. Eur. El. 1348: vewv TtQqqag 
hdkovg) übereinstimmte und ganz ähnlich gebildet wurde wie %cp-ako-g 
,am Meere befindlich' (IL 2, 538 und 584) und vq>-ako-g ,unter dem Meere 

Leo Meyer, Griechlache Etymologie. 1 9 



290 Griechische Etymologie. 

befindlich' (Soph. Ant 588). Der innere Vocal wurde behandelt wie in 
prae-sulr ,Vorspringer, Vortänzer* (Cic. de div. 1, 55 : exim cuidam rustico 
Romano dormientt visus est venire qvt diceret praesulem sibi nön pla- 
cuisse lüdts) neben salire springen' (Plaut Pseud. 107: salit ,es springt, 
es zuckt'). 
äX-g ,Salz, Salzkorn'. 

Bei Homer viermal. II. 9, 214: av&Qaxirjv oxogioag oßekovg IqtvneQ&e 
xdwooev, Ttdooe <T dkog -fretoio. Od. 17, 455: ob ov y* av ix ßoUov 
G(p irtioxdxj] ovo* aka dolrjg. Od. 11, 123 = 23, 270: ov ßioaoi &dkao- 
oav dvigeg ovdi &' dkeooi fiefÄiyftivov eldag edovoiv. Hdt 4, 53: dkeg 
%€ inl xqi oxofiaxi avxov (des Boiysthenes) avx6(iaxoi nrjyvvvxai anke- 
%oi. Hdt 4, 185: 6 dh akg avxo&c xal kevxog xal noQcpvQeog xo eldog 
oQvooexai. Empedokl. 164 (ed. H. Stein) : akg iftdyrj ^infjaiv iwofiivog 
rjekloio. Plat Symp. 177, B: akk* tywye rjörj xivl ivirv%ov ßißkhp, iv <£ 
ivrjoav akeg (d. i. , witzige Reden*) erzaivov &av/idotov ifyovxeg ngog wq>4- 
keiav. — Dazu Skat- (akag) ,Salz'; Suidas: Tzagoifula dkaotv vei' inl 
vijg ayav ebxhjvtag. Math. 5, 13: vpeig kork xo dkag xfjg yijg. Eoloss. 4, 
6: 6 koyog iftuiv ndvxoxe iv xdqixi, akaxi rjQxvfiivog. Etym. M. 71, 15 
zu dkg : oxe di xo akfxvQOV dqkoi, otcbq iv vjj ovvrj&eitp ovöexiQojg akag 
q)a(xkv, aQOevixwg kiyexai. 

Lat sah- (sät) oder alt auch sali- (sale) ,SaJz'; Fabius Pictor (bei Varro, 
nach Nonius 223): mustes fit et sale, qvö sale sordidum sustum est et 
ollam rudern facidem adjectum est, et posted id säl virgines VestcUes 
serrä ferreä secant. Plaut Cure. 562: hie hodie apud m§ numqvam de- 
linges salem. Afran. 30: ut gvicqvid loqvitur, säl (bildlich für ,Witz, 
Scherz') merum est. 

Altir. salann ,Salz' (Zeuss-Eb. 778), kymr. halan, körn, haloin, arem. 
holen (Zeuss-Eb. 825). 

Germano-lappisch saltte; — goth. salt (Mark. 9, 59 dreimal), nhd. Salz. 

Lettisch sali (säls) ,Salz'. 

Altbulg. soli ,Salz'; slanü ,8alzig^ 

Armen, agh ,Salz'; dialektisch an-ali oder auch n-ali abgeschmackt', 
eigentlich ,ungesalzen' (Parsadan). 

Altind. sard-, vielleicht ,salzig' (Lexik.). 

Die gemeiniglich angenommene Identität mit dem vorausgehenden ak- 
,Meer* ist bezüglich der Bedeutung durchaus unbewiesen. 
äk- : akkeod-ai (aus *akjeo&ai) ,springen'. 

IL 5, 142: avrccQ o (der Löwe) ipifAeixaiag ßa&ißrjg ij;-dkkexai avkr t g. 
IL 11,298: Floog dßikkrj, r\ xe xa&-akkofi£vrj ßtoFeidia novxov oglvei. 
IL 16, 558: xeixai dvrjQ og nqQxog io-ykaxo Tei%og IdxatFwv. — In sehr 
auffallender Weise entbehren die kurzen Aoristformen des anlautenden 
starken Hauchs, wie akxo ,es sprang' (IL 1, 532: dg aka akxo ßa&elav. 
IL 3, 29: avxlxa <T 3£ oxiwv §vv %ev%eoiv akxo x<*f*d&) uad das conjunc- 
tivische akexat ,es springt' (IL 11, 192: avxaQ inel xe . . . eig Xnnovg 



Griechische Etymologie. 291 

cXerai). — Dazu alrrJQ- (aXrjJQ) ,Sprunggewicht 4 (zur Verstärkung des 
Springschwunges gebraucht) ; Arist probl. 5, 8 : dio 6 pkv pei&v alleren 
fywv tj firj e%utv aXriJQag. — Ttqo-aXig- ,abschüssig 4 ; II. 21,262: %6 
(nämlich vöwq) di %' wxa xaretßofxevov xeXaQv&i x°>Q<p &vl ngoaXel. 

Lat saMre ,springen 4 ; Plaut Pseud. 107: superälium salit ,zuckt 4 ; — 
saltdre ,tanzen 4 ; Plaut Stichus 755: saltä: saltäbo ego simul; — saltu-s 
,Sprung*; Enn. ann. 164: Orätius inclutus saltü. 

Altir. do-fuislim (do-fo-ess-salim) ,ich wanke, ich falle 4 (Zeuss 879; 
Wind.-Curt 548), tuisel ,FalT (Zeuss 985). 

Litauisches seleti schleichen 4 (Fick2,254;l 4 ,557) und altind. sar ,strömen, 
eilen 4 (RV. 9, 66, 6: saptd sindhavas . . . si-sratai ,sieben Ströme strömen*) 
könnten der Form nach unmittelbar zugehören, zeigen aber nirgend die 
Bedeutung des Springens. — Als bezügliche Zusammensetzung (,dessen 
Sprung nach vorn — ngo, wie IL 1, 195; 442 — gerichtet ist 4 ) ergiebt ngo- 
-aXig- ein altes ungeschlechtiges *SXog- ,Sprung 4 als Schlusstheil. — Die 
abgeleitete lateinische Verbalform (salio ,ich springe 4 ) ging vielleicht von 
derselben präsentischen Bildung aus, die im Griechischen (SXXo^ai ,ich 
springe 4 , aus *aX-jo~ficu) vorliegt 
dX6eö&ai ,umherirren 4 ging von alt] ,das Umherirren 4 (siehe Seite 299) aus. 
&Xaö-$ ,nicht sehend, blind 4 . 

Od. 8,195: xal x dXctßog rot, £eZve, diaxgiveis %b arjpa dfig>aq>6wv. 
Od. 12, 267: fidvriog dXaov, Qrjßalov Teigeolao. — Dazu dXdlo-g ,un- 
sichtbar, nicht zu bemerken, schleichend 4 ; Hippokr. (in Galen, lex.): dXat- 
a <p&laig' ovrcog (ovofiaarac Iv rqi ftegl totuov rtov xerra av&gtonov fj 
olov tvcpXrj xal dogeezog. 

Lässt sich mit Zusammensetzungen wie ai-vao-g ,immerfliessend, immer- 
während 4 (Seite 7) oder a-ya[io-g yUnvermählt 4 (II. 3, 40) vergleichen, die 
aber in der Betonung abweichen. Als erster Theil ergiebt sich das be- 
raubende dv- (o-) ,un- 4 (Seite 185), der Schlusstheil aber gehört zu dem 
seltenen Xdeiv ,sehen, anblicken 4 (Od. 19, 229: xvtov . . . danalgovra Xd- 
ßo)v und 230 : o fikv Xdße veßgbv ditdyyuiv). — Die Bedeutungsentwicklung 
von dXdlo-g vergleicht sich mit der von rvq>X6-g ,blind 4 (H. 6, 139), das 
zum Beispiel von Sophokles (Trach. 1104: %v<pXv t g in' arijg) auch für 
^unsichtbar, unbemerkt 4 gebraucht ist 
dXajzaövö-q ,schwach 4 . 

Bei Homer 6 mal. 11.2,675: Nigevg og xdXXiorog dr^g vnb FlXiov 
r)X&ev . . . aXX* dXanadvog eev. 11.4,330: nag dk KeqxxXXrjvwv cfxcpl 
arlxeg ov% aXanadval saraaav. IL 5, 783 — 7, 257: r/ oval xcngoiatv, 
xwv %e o&ivog ovx aXanadvov. Od. 18, 373: ßoßeg . . . tcJv %b ad-ivog 
ovx aXanadvov. 11.4, 305: prjdi rig . . . olFog ngoo&' aXXwv pefndtto 
Tqwbool pdxeo&ai, furjd' dvaxwgGetW dXanadvotegoi ydg $oeo&e. 

Der Bildung nach zu vergleichen mit paxedvo-g ^ang 4 (Od. 7, 106), 
yoedvo-g ,trauervoll 4 (Aesch. Pers. 1039; 1057 = 1064; Schutzfl. 72; 194), 
dXo<pvdvo-g jammernd 4 (II. 5, 683; 23, 102), neXiövo-g ,fahl, schwärzlich 4 

19* 



I 



292 Griechische Etymologie. 

(Soph. bei Pollux 4, 141 : TteXiövrj rag naoudg), und weiter auch wohl noch 
mit fur]xeöav6-s ,lang* (Anthol. 11, 345 7 3), $iyedavo-g ,grausig, entsetzlich* 
(IL 19, 325), ynedavo-g gebrechlich, schwach' (IL 8, 104; Od. 8, 311) und 
nevxeöavo-g schmerzlich* (?) (II. 10, 8), in denen allen ausser dem v auch 
das ö suffixal ist Schliesst sich übrigens eng an die folgende Verbalform. 
äXand^eiv (aus * aXarza'y-jeiv) ,zerstören, vernichten*. 

IL 2, 367: yvdaj} <J' ei xal &£07t£OiT] nol.iv ovx dXand&ig. IL 24,245: 
itqlv dXaTtaCofiivrjv re izol.iv xeoat&nivrjv %e 6<p&aXfxoloi ßtdelv. IL 1, 
129 : aX xi tio&i Zeig duiat noXiv Tg^ir/v evzelxeov i^aXaita^ai. IL 5, 
166: rbv d* %Fid* Alvelag aXaitdtpvxa ortyag dvdowv. IL 11, 750: xal 
vi x€v 'Axroolwve MoXlove nald* aXdna^a. Od. 17, 424 = 19, 80: dXXd 
Zeig dXdrta^s KqovIwv (vorher geht eyw nore ßoixov . . . %vaiov oXßiog 
aqpveiov). IL 20, 30: didßia fir\ xal reixog iniq pooov i%aXand%fl. IL 
13, 813: t] &r\v nov roi \hjfitdg iFiXfcerai i^aXand^eiv vrjFag. 

Führt zunächst auf ein nominales *dXamay- zurück, wie ganz ähnlich 
zum Beispiel aondtßiv gaffen, wegraffen* (Seite 269) auf das adjekti- 
vische aqitay- ,an sich raffend, räuberisch'. Weiter aber darf man be- 
züglich des anlautenden a jüngere Entwicklung vor dem liquiden Laut 
muthmaassen , da ein gleichbedeutendes XanaCsiv (Aesch. Sieben 47 und 
531 : Xand^etv aarv Kadfielwv ßla) im Grunde mit dXand&iv das selbe 
zu sein scheint So besteht vielleicht nächster Zusammenhang mit altind. 
rdpas ,Gebrechen, körperlicher Schaden, Verletzung 4 (RV. 8, 18, 8 und 16; 
8, 56, 2; dazu a-rapds~ unbeschädigt, unversehrt 4 RV. 2, 33, 6; 10, 137, 5). 
Zusammengehörigkeit mit altind. dlpa- ,klein, gering, wenig, von geringem 
Umfang, von geringer Dauer 4 (nicht im RV.), wie sie oft angenommen 
worden ist, darf als sehr unwahrscheinlich bezeichnet werden. 
dZdßaöxQo-q oder dXdßaöxQo-v, eine Steinart, , Alabaster*; ,Gefäss aus Ala- 
baster, Salbengefäss'. 

Herodian 3, 15, 7: vrjv re xoviv aiv ctoci/iaocv ig xaXniv aXaßdoxoov 
Ipßakoneg. Hesych führt auf: aXdßaOToov fivQOxhqxr]' Xl&og tpfjgtivog. 
— Hdt3,20: daioa qpioovrag . . . xal tyiXia xal fivoov aXdßaGTQOv. 
Math. 26, 7 : 7tQoarjXd , ev avtqt yvvi\ e%ovoa dXdßaoToov fivQOv ßaovrl/aov. 
Mk. 14,3: rjX&ev yvvr\ fyovaa aXdßaGTQOv fivQov vaodov itiaxvxj\g avv- 
xolxpaoa rfjv aXdßaaroov xattysev avrov rrjg xeqpaXrjg. — Daneben die 
Form akdßaOTo-g. Erates (bei Athen. 6, 268, A): b'ttsit' dXdßaarog ev- 
&4wg ij^ec fivoov. Ar. Ach. 1053: ixiXeve <J* ly%4ai ae . . . ig rbv dXd- 
ßaatov xia&ov eiorjvrjg i'va. Alexis (bei Athen. 15, 691, E): ov yco ipv- 
Ql£er* ££ dXaßdarov. Pollux. 10, 120: 2oqpoxXrjg <T iv 'Avdoo/niöa airo- 
XelXeoi fqpij, dqXwv aXaßdarovg (xovoXld-ovg. 

Die bisherigen Versuche das Wort zu erklären sind missrathen. Es 
wurde wohl aus nichtgriechischem Gebiet aufgenommen. 
aXa$6v- {aXa^tiv) ,Prahler, Aufschneider, Lügner 4 ; wird auch adjectivisch 
gebraucht 

Xen. Kyr. 2, 2, 12: %L d* aXXo ye, €a)tj, ei prj yiXona noielv i&4Xovreg 



Griechische Etymologie. 293 

vrtkg ov Xkyovoi xavxa xal aXa&vevovxai. Kai 6 Kvoog, Ei(prj/uei, l'qpij, 
fitjdh Xeye dXatpvag elvat xovxovg. 6 fiiv yao dXa^wv epoiye doxel ovofia 
xeia&ai im xolg 7tgoo7toiovfievoig xal nXovoiunegoig elvai rj eial xal dv- 
dgeioxkgoig xal noirjoetv a firj ixavol elatv v7tioxvovfiivotg, xal xavxa tpave- 
qoZq ytyvojikvoig, oxt xov Xaßelv xi %vexa xal xegdavai noiovoiv. — Plat 
Staat 8, 560, C: \pevdelg dtj xal dXatpveg, oljuai, Xoyoi xe xal 66%ai dvx' 
ixelvwv dvadgafiovxeg xarka%ov xov avxbv xonov xov xoiovxov. 

Stellt sich seinem Suffix nach zu Wörtern wie dgr\yov- ,Helfer, Helferinn' 
(IL 4, 7), xaxrnpov- ,beschimpfend, Schande machend' (IL 24, 253), xavov 
»Stäbchen' (IL 8, 193; 13, 407), Ttvyov- ,EUbogen, Elle' (Hdt 2, 175), rtegi- 
xxlov-eg ,Umwohner, Nachbaren' (IL 17, 220; 18, 212), welches letztere aber 
in der Betonung abweicht, und ähnlichen. Da aber £ auf dj oder yj zu- 
rückführt, so enthält aXatov- auch ein suffixales/, das in dem zugehörigen 
von Hesych aufgeführten aXaCa' aioxgc (,Schändliches') noch nicht mit 
dem suffixalen v verbunden wurde. Als Verbalform aber kann ein Xad- 
oder Kay- zu Grunde liegen, da das anlautende a wohl als jünger entwickelt 
gelten darf, wie in aXanc&Lv /vernichten, stören' (Seite 292) und sonst 
äXaöro-q ^unerträglich (?), unangenehm' (?). 

IL 24, 105: rciv&og aXaoxov *i%ovaa (xexa qpgeol. Od. 1, 342: Ircel fie 
(xdXioxa xa&lxexo niv&og aXaoxov. Od. 24, 423 : naidbg ydg Fol aXaoxov 
hl cpgeol n&v&og hteixo. Od. 4, 108: efieXXev . . . %oeod-ai, ifxol <T a%og 
aifkv aXaoxov xelvov. Od. 14, 174: vvv av natdbg aXaoxov odvgofiai ov 
x£x* 'Odvooevg. IL 22, 261 : "Exxog, (irj fioi^ äXaoxe, ovvrjpoovvag dyogeve. 
Hes. theog. 467: 'Piyv ö* exe tziv&og aXaoxov. Aesch. Pers. 990: aXaox' 
aXaoxa oxvyvd ngoxaxa Xeywv. Soph. Oed. Kol. 538: %7ta&ov aXaox* 
e%€tv. 1483: fjLrfi^ aXaoxov avdg 9 iöwv dxegörj x^Q LV ^^xdoxoi^i nwg. 
1672: toxi vipv dfj . . . naxgbg e^(pvxov aXaoxov alfia dvopdgoiv oxevd~ 
£eiv. Eur. Troad. 1231: oXfxoi drjxa owv dXdoxujv xaxtSv. — Dazu: aXd- 
oxietv ,unwillig sein'; IL 12, 163: (pfiiw&v . . . xal c'Xrjoxyoag Hrtog 
rjvda. IL 15,21: yXdoxevv dk &eol xaxct [taxgov "OXvfiftov, Xvoai <J' ovx 
lövvavxo. Od. 1, 252 : xov 6 ' hz-aXaoxrioaoa ngoor\vda üaXXdq ^i&rjvr]. 

Scheint gebildet wie a-naoxo-g ,nicht gegessen habend' (IL 19, 346; zu 
naxiovxai ,sie essen' Hdt. 2, 37 ; udoavxo ,sie verzehrten' IL 1, 464), o- 
-yoaoxo-g jUnbemerkbar* (Hom. hymn. flenn. 353), a-nXaaxo-g ,unnahbar ( 
(Hes. theog. 151), a-daoxo-g ,ungetheilf (Soph. Aias 54), ä-xXaoxo-g ,un- 
zerbrochen' (Anth. 9, 322, 4), ä-&Xaoxo-g ,unzerdriiokf (Anth. 9, 322, 3) und 
ähnliche Formen, also aus av- (o-) ,un-' (Seite 185) und einer participiellen 
Form auf xo. Die gewöhnliche Annahme aber der Zugehörigkeit zu Xa&- 
(Xd&ev ,sie entging, sie blieb verborgen' IL 3, 40 ; 420 ; Xa&io&ai ,vergessen 4 
IL 12, 235) wird durch die Bedeutung des Wortes widerlegt 
äXaoroQ- (aXdoxwo) yMissethäter' ; ,Verf olger, Peiniger, Rächer'. 

Bei Homer nur als Eigenname, IL 4, 295 (IleXdyovxa FaXdoxooa?)] 
5, 677 (elXe FaXdaxoqaT)] IL 8, 333 — 13, 422 (ßlog 'AXdoxwo)] 20, 463 
{Towa <T 'AXaoxoolörjv). — Aesch. Eum. 236 : Ao^iov xeXevfiaoiv ?xw, 



294 Griechische Etymologie. 

di/ov de TtQevjuevatg dXdozoQct. Soph. Aias 374: tu dvapogog, og %BQOiv 
pe&rjxa zovg dXdoTOQag, Soph. Trach. 1092 : Nepiag htoixov, ßovxoXiov 
dXdoroQa Xiovza. — Aesch. Pers. 354: rjQ^ev fiiv . . . %ov navxbg xaxov 
(pavelg dXdovwQ rj xaxog öalfiwv no&iv. Aesch. Agam. 1501: rovö 3 6 
naXaibg öoifivg aXdoxtoQ ... rovö' cjiirioev. Aesch. Agam. 1508: na- 
tqo&€v de ovXXrjmcjQ ybovc* av dXdorutQ. Aesch. Schutzfl. 415: firjre . . . 
%ov 7tavu)Xe&Qov &eov ßagvv £vvoutov &tjo6/a€0&' dXdoroQa. Soph. Oed. 
Eol. 788: kxel %u>Qag aXdarwQ ov/nog ivvalwv dei. Soph. Trach. 1235: xlg 
ravr' av Song firj l§ dXaaTogwv voooi, eXotro. Eur. Hippol. 820 : xrj- 
Xig aqtQaoxog l£ dXaaxoQwv rivog. Eur. Phoen. 1 556 : oog dXdoTWQ %lq>e- 

CIV ß()l&U)V. 

Gebildet wie öw%oq- ,Geber* (Od. 8, 335) , xivroq- ,Stachler, Antreiber* 
(IL 4, 391), filojoQ- ,Wisser, Zeuge' (IL 18, 501; 23, 486), (xlaoxoQ- Ver- 
brecher* (Aesch. Choeph. 944) und ähnliche Wörter. Die zu Grunde liegende 
Verbalform aber ist noch nicht klar erkannt An Zusammensetzung mit 
dem beraubenden dv- (d-) ,un' (Seite 185) ist nicht zu denken. 
dkaki] ,Kriegsgeschrei, Jauchzen, Kampf. 

Ar. Vögel 953 als Ausruf: dXaXaL Dafür dkakakal Ar. Lys. 1291 und 
Vögel 1763. — Soph. Trach. 206 : dvokokvfaio öo/uocg icpeozLocg akakaig 
6 t*ekk6vv(xq)og. Eur. Phoen. 335: avv dkakalai d* aikv alaypaztav axdna 
AQVJtzetai. Phoenix (bei Athen. 10, 421, D): Nivov xddoi iid%aiQa ... 
y.dkakrj * jlivqov %elT:e\ Pind. Nem. 3, 60 : öoqIxtvtcov äkakav ^tvxlojv. Pind. 
Isthm. 6, 10: dve xagregdg "Aiqaotov 11; dkakag afinefMpag. — Dazu 
dkakrjTog ,Geschrei, Kriegsgeschrei'; achtmal bei Homer, so IL 1, 149: 
toi <T dkakrjTtp vrjßag %n iaaevovzo. IL 4, 436: dg TQcitav ckakrjTog dva 
OTQardv evQvv oorigei. — dXaXd^eiv (aus *dXaXdyjsiv) ,Kriegsgeschrei 
erheben, laut schreien, laut ertönen'; Pind. Ol. 7, 37: dvlxa . . . 'Ad-avaia 
. . . dvoQOvocuo* dXdXa^ev VTieq^iccxei ßo<p. Soph. Ant 133: Zevg . . . §ln- 
%ei ... rjdrj vlxrjv oq/movt' dkakalai. Aesch. Brachst 57, 7: xpakjuog 6' 
dkakd&i. 

Onomatopoetische Beduplicationsbildung, aus der ein einfaches aX- zu 
entnehmen sein würde, wie es sonst nicht entgegenzutreten scheint 
dXaXtxxrmai ,ich bin in Angst', Perfectform (IL 10, 94). Siehe unter dkvxrj 

,Angstf (weiterhin). 
dkdXvyy- (aXdXvy!-) (?). 

Nik. Alex. 18: d/dtpl de 7tQwjoig elkverat oiiqvooi xaxfj dkdXvyyi ßa- 
quvov q)(x)T i/tLxaQÖi6ü)vra. 

Dunkeln Ursprungs, aber deutlich mit Reduplication gebildet Bekker 

an. 374 wird erklärt cXaXvyyi' ftviyfup, d7toolq, övortvola. 
dXaXTtipsvai ,ab wehren' (II. 17, 153), reduplicirte Aoristform zu dkx- ,ab- 

wehren' (siehe später). 
dX£-eiv, alt dXißeiv, und daneben auch dXeveiv ,ab wenden'; häufiger 

medial dXieo&ai (alt dX&Feo&ai) und auch dXeveo&ai ausweichen, 

vermeiden'. 



Griechische Etymologie. 295 

Aesch. Prom. 568 : aXev (aus * aXeve) da ,wende ab, wehre ab, Erde'. 
Aesch. Sieben 87 : &eol &eal re, oQo/uevov xcacov aXevaate. Aesch. Sieben 
141: xal Kvrcqig . . . aXevoov. Aesch. Schatzfl. 528: aXevaov avdowv vßoiv 
ev OTvyrjoag. — IL 18, 586: xvvag . . . lazdfievoc dk jidX y iyyvg vXdxreov 
kx % ' dXißovro. Od. 4, 396 : firj mag fie nQoßiöwv ijßk rtoodaelg aXlFtj- 
Tai. Theogn. 575 : fiaTrjv £x&Q°vG %Q ' aXevfiai. Hes. Werke 535 : aXev- 
6(d6voi vicpa Xivxrjv. IL 3, 360 : o 6* ixXlvdT} xal dXevaxo xrJQa fiiXaivav. 
IL 13, 184: dXX 9 o fihv ävra ßtödtv ijXevavo %dX%eov eyxog tvt&ov. — 
Dazu: dXirj ,das Vermeiden, Schutz 4 ; IL 22, 301: vvv de drj iyyv&i fxoi 
&avcccog xaxog, ovdi % ävev&ev, ovo* aXißrj. Hes. Werke 545: ÜQ^iata 
ovQQamuv vevgq) ßodg, oq>Q* knl vwxtß verov dpcpißdXj] aXißrjv. — 
aXeelveiv ausweichen, vermeiden 4 ; Od. 4, 251: xal fiiv dveiQüivw 6 
de x€qÖoovvt] dXißeivev. IL 6, 167: xreivai fiiv §' dXißeive. — d Xew qtj 
,das Ausweichen', ^Abwehr*; 11.24,216: ovte cpoßov fiefivrjfiivov ovx* 
dXeßvjorjg. IL 12, 57: oxoXoneooiv . . . ötjlojv avdowv aXeßwgijv. IL 15, 
533: ötogt]!; . . . drjlwv dvdgwv aXeßwgrjv. — Eine Nebenform dXv-eiv 
, vermeiden, ausweichen' begegnet vereinzelt Hom. hymn. Dion. 51 : ol dh 
&vga£e xaxov fAOQov i^-aXvovreg ndvreg ofidg nrjdrjoav ... elg cXa diav. 

Das alte innere ß wird durch die zur Seite liegenden Formen mit in- 
nerem v, dazu auch das inschriftliche kyprische dXißovreg (bei Hoffm. Gr. 
Diall 83), das als ,abweisende' erklärt wird (ob mit Recht?), erwiesen. 
Das anlautende d wird als jüngerer vor der Liquida entwickelter Laut 
gelten dürfen. So ergiebt sich eine Verbalgrundform lev oder lav, die in 
den verwandten Sprachen noch nicht nachgewiesen zu sein scheint 

äke-eiv (aus *aXiojeiv) ,mahlen'. 

Od. 20, 109: ai fikv ag' aXXai evdov % ircel xazc itvgbv SXeooav. Hdt 
7, 23: alrog di otpi rcoXXbg icpoLra Ix rrjg *Aolr\g c XrjXeofiivog. — Dazu: 
aXevgld- ,die mahlende'; Od. 20, 105: ^firjv d* bt ßoUoio yvrfj 7tgohjnev 
dXergig. — dXergeveiv ,mahlen'; Od. 7, 104: ai ph cXergevovai fiv- 
Xflg' im firjXona xagnov. — aXeiag ,Mehl, Waizenmehl'; Od. 20, 108: 
aX(fi%a revxovoac xal dXelara (wohl zu lesen dXrjßaTa) /uveXbv dvdgwv. 
— äXevgo-v ,Mehl, Waizenmehl'; Hdt 7, 119: ol dotol aXevgc %e xal 
cXfptra hnolevv 7tdv%eg inl fArjvag ovxvovg. 

Armen, agha-m ,ich mahle' (Hübschm. Arm. St 17). 

Der Verbalstamm dXeg- ergiebt sich deutlich aus den zugehörigen Ver- 
balformen, während fast alle Nominalformen, die sich anschliessen, auf 
ein zu Grunde liegendes dXe-, das möglicherweise aber auch erst durch 
Verkürzung aus dXeg- hervorging, hinweisen. Der Gedanke, dass das an- 
lautende d sich aus fi entwickelt habe (Fick l 4 , 516) und so ein Zusam- 
menhang bestehe mit lat moler e ,mahlen, zermalmen' (Pompon. com. 188: 
mälis molu% goth. malan (Luk. 17, 35), nhd. mahlen, hat zu wenig Ge- 
währ. — Das ungeschlechtige aXevQo-v, dem armen, aleur ,Mehl' zu ent- 
sprechen scheint, lässt sich seiner Bildung nach vergleichen mit vevqo-v 



296 Griechische Etymologie. 

,Sehne' (IL 4, 151; 16, 316), dem altbaktrisches gnävare ,Sehne' zur Seite 
steht 
AXiäj homerisch FaXiri ,Wärme'. 

Od. 17, 23: iftei xe nvgog &egia> ßaXir] xe yivrjxai. Ar. EkkL 541: ah 
8* iv cXiq xaxaxelfxevov xal axgaifxaaiv xaxeXmov. Plat Eryxias 401, D: 
ei fifj deoifxed-a ngbg xyjv xov awptaxog fteganelav wv vvv IvSeelg kofiiv, 
xal dXiag xal \f/v%ovg kvlote xal xcSy aXXiov. — Dazu: dXealveiv ,er- 
wärmen 1 , ,sich erwärmen'; Ar. Ekkl. 540: htei&' IV* aXealvoifii, xovx* 
Tjfiftiaxo/ÄTjv. Arist probl. 6, 3 : ij oxi dXealvovaa ij xoiXla &axxov 7texxei, 
ovxw <T aXealvei ftaXXov. Ael. var. hist 9, 30: ldXe§dv8gov fih al xXlvai 
xaxexdovxo, %va kavxbv dXedvai Svvtj&jj. 

Goth. vulan ,sieden, heiss sein'; Rom. 12, 11: ahmin vulandans ,%<ji 
Ttvevfiari tiovxeg 1 . 

Die unmittelbare Zugehörigkeit des altbulg. varii ,Hitze' und variti 
Jochen 4 wird durch ihr r zweifelhaft 

An entsprechenden Bildungen sind nur wenige zu nennen, so I8ia ,Ge- 
stalt, Ansehen' (Pind. OL 11, 103; Theogn. 128), igia ,Wolle* (Strabo 4, 4, 3), 
und vielleicht yaXiq ,Wiesel, Marder* (Hdt 4, 192), neben denen yeverj ,Ge- 
burt, Abstammung* (IL 6, 211; 7, 128) in der Betonung abweicht — Ueber 
die etwaige Zugehörigkeit von dXeig- ,warm (?), erwärmend (?)' ist man 
noch im Unsichern. Es begegnet nur je einmal bei Sophokles (Phil. 847 : 
dXeqg vnvog lo&Xog, wo Nauck an unrichtige Ueberlieferung denkt) und 
Hesiod (Werke 493: nag' 8* i&i %aXxeiov d-cSxov xal lit^ uXia Xio%i\v 
wQj] xet^egir p wo andere lesen hcaXia). 
äXexroQ- (aXixx wg) ,Hahn'; später gewöhnlich dXexrQvöv- (aXexxgvwv) 
,Hahn'; auch für ,Huhn 4 . 

Beide Wörter begegnen schon bei Homer als Eigennamen, nämlich Od. 
4, 10: vlei 8k 27cdgxrj&ev 'AXixxogog r\yexo xovgrjv und IL 17, 602: jir^ir 
xov . . . vlbv 'AXexxgvovog fieyad-ifxov (bei Apollodor 1, 9, 16 wird jir^i- 
%og *AXexxogog unter den Argonauten genannt). — Simonides 80 B : dpe- 
gocpiov* dXixxwg. Pind. OL 12, 14: vlh 0iXavogog } tjxoi xal xei xev, 
hdofxdxag aV dXixxü)g } avyyovip nag' ioxla dxXerjg xtfjid xaxeq>vXXog6rjae 
rtoöiov. Aesch. Agam. 1671: xoprcaGov &agowv, dXexxwg uloxe &r]Xelag 
niXag. Aesch. Eum. 833 : (trjx' i&Xova* wg xaQÖLav dXexxogmv ev xolg 
Ifiolg dotoiaiv ISguarjg *<<4gr] tfxcpvXiov xe xal 7iqoq dXXrjXovg &gaovv. 
Eratinos (bei Athen. 9, 374, D): woneg 6 üegaixbg ägav ndaav xava%ü)v 
oXoywrog dXexicjg. — Theognis 864: eonegir] x* e^etfic xal dgdglrj av~~ 
xig ioecfiL, rjfiog dXexxgvovwv q>$6yyog iyeigopivwv. Aristoph. Vögel 483 : 
avxlxa 8* v/uiv ngwx* Inidel^w %6v aXexxgvov , dg kxvgdvvei vjgxi xe 
negativ Ttgwtov ndvxwv, dageLov xal MeyaßdCov, wäre xaXeltat Tlegat- 
xog ogvig dnb rrjg aQxfjg £V ixelvrjg. Aelian var. hist 2, 28 : 6%e Oepi- 
oroxXrjg hnl xovg ßagßdgovg i^rjye xijv tcoXixixtjv övvafAiv, aXexxgvovag 
id-edaaxo (ia%oiiivovg ... Aristoph. (bei Athen. 9, 374, C): noXXal xwv 
dXexxgvoviov ßla vrtrjvi/xia xlxxovatv (pd noXXdxig. 



Griechische Etymologie. 297 

Da der Hahn nicht ursprünglich griechisch ist, seine Benennung aber 
schon bei Homer als Eigenname vorkommt , so muss bei ihr eine eigen- 
tümliche Uebertragung Statt gefunden haben. Gebildet durch das Suffix 
tog 7 ganz wie zum Beispiel aXaaxoQ- ,Missethäter', ,Verf olger, Rächer* 
(Seite 293), schliesst sich SXexxoQ- unmittelbar an dXi&iv ,abwehren, ver- 
theidigen' (siehe sogleich), dessen Zischlaut zwischen den Consonanten 
nicht bestehen bleiben konnte, bedeutet also ,Abwehrer*, wie der kampf- 
lustige Hahn gewiss leicht benannt werden konnte. Die Form dXexxQvov- 
ist eine ungewöhnlichere; sie vergleicht sich unmittellbar mit dem Eigen- 
namen TIXbxxqvov- (Eur. Alk. 839: 'HXexxQvovog. Daneben Hes. Schild 3: 
'HXexxqvcjvog und 83: 'HXexxQvwva) , der sich offenbar eng an fjXexxoQ- 
,strahlende Sonne' (II. 6, 513; 19, 398) anschliesst 
äl£%-eiv ,abwehren', dann ,beistehen'. 

II. 11, 469: dke%£fj.evai yag apeivov. IL 13, 356; riß (Ja xal apcpadirjv 
plv dXe^i^evai dXißeivev. IL 9, 347: (pQa&o&io vrfeooiv dXe&fitevai 
drjiov 7tvQ. IL 24,371: xal di xev aXXov aev a7C-aXe^aaifii m 11.3,9: 
Iv ^vfiiep f4€/Aaü*T€Q dXe^ifiev dXXrjXoioiv. 11.8,365: ifih Zevg x(j> kn- 
-aXe^rjaovaav int ovgavo&ev ttQotaXXev. Od. 9, 57: xoqtQa <T dXe&fie- 
vot ^livofiBv nXiovdg tcbq iovxag. IL 15, 565: 6t ök xal avxol dXi^aa^ai 
peviaivov. — Dazu dXegrjxrjQ- ,Abwehrer, Helfer'; 11.20, 396: lo&Xbv 
dXe^rjrrJQa fidxrjg. 

Altind. raksh ,beschützen' ; RV. 2, 23, 5 : jdm . . . rdhshasi ,welchen du 
beschützest*. KV. 1, 18, 3 und öfter: räkshä nas ,beschütze uns'. 

Das anlautende d scheint neben der altindischen Form vor dem liquiden 
Laut jünger entwickelt zu sein. — Das substantivische dXe*rjxriQ- beruht 
zunächst auf einer abgeleiteten Verbalform, wie sie auch in Futur- (dXeSij- 
oeig IL 9, 251 ; ht-aXe^oovoav IL 8, 365) und Aorist-Formen (aXe^ijaeie 
Od. 3, 346; dn-aXeZrjoaifÄi IL 24, 371) entgegentritt 
dkfrf-eiv ^Rücksicht worauf nehmen, berücksichtigen'. 

Nur in präsentischen Formen gebräuchlich und meist mit der Negation 
verbunden. IL 8, 483: ov aev iyti ye axv^o/Aivrjg dXiyw. IL 11, 389: vvv 
di p iniyqtopag xaqabv Ttodoa eb'xeat avxwg. ovx dXiyw. 11.16,388: 
&€(Sv oniv ovx cXiyovxeg. II. 9, 504: Xixal ... ai $d xe xal fiexo7cia& i 
dßdxrjg dXiyovai xiovaat. Od. 6, 268 : ev&a dh vrjßwv onXa ueXaivdwv 
dXiyovatv ,berücksichtigen , besorgen 4 . — Dazu: dXeyitetv ,berücksich- 
tigen'; auch nur in präsentischen Formen gebräuchlich; bei Homer 6 mal, 
stets mit der Negation verbunden, wie IL 1, 160: xwv ov xi ixexaxqinji 
ovo' dXeyi&ig. — äXeytveiv ,besorgen, bereiten'; bei Homer 5 mal, stets 
mit Bezug auf Mahlzeiten, wie Od. 1, 374 : aXXag ö ' ccXeyvvexe dalxag. — 
aTc-rjXeyiwg »rücksichtslos' (siehe Seite 71). 

Lat neg-legere ,nicht berücksichtigen, vernachlässigen'; Afran. com. 
157: qxü dötis neglegunt uxorids. — Dazu: re-ligiön- ,Rücksichtnahme, 
Bedenklichkeit', ,Gottesfurcht, Gottesverehrung'; Att trag. 430: reicis abs 
te religiönem. 



298 Griechische Etymologie. 

Die Entwicklung des anlautenden a lässt sich unmittelbar mit der des 
nächstvorausgehenden dXi&tv ^abwehren, beistehen' vergleichen. 
dkeyeivö-q ,Schmerz verursachend, Beschwerde verursachend'. 

IL 13,569: aidoiiov xe fiearjyu xal ofxcpaXov, %v&a fidXiaxa yiyvez' 
3 'Aqtiq (für ,VerwundungO aXeyeivog 6i£vqoZoi ßQoxoloiv (zu vergleichen 
II. 5, 394 : oxe /uiv xqaxeQog ndFig AfxyixQvajvog . . . dioxtp . . . ßeßXfjxei. 
xoxe xal fiiv avrjxeoxov Xdßev aXyog). IL 5 7 658: alxprj dh dia^ftegig 
rjXd-' ctXeyeivt). IL 14, 395: xv/na . . . ogvufievov nvoifj ßoQiio aXeyetvjj 
(zu vergleichen Od. 12, 427: tjX&e <T inl voxog wxa, (piqmv ifuji aXyea 
\hjfi(^). IL 24, 8: ndd-ev aXyea, dvdgaiv xe 7txoXe/Aovg aXeyeivd xe xv- 
fiata tzeLqwv (zu vergleichen Od. 10, 458: oa iv novxip nd&ex' aXyea 
tX&voFevxi). IL 17, 749: tcqwv ... og xe xal lq>%Hp(üv Ttoxafiwv dXe- 
yeivd §iFe&Qa icx^t. 

Die Bedeutung des Wortes ergiebt klar, dass es nicht etwa zu dXeyew 
^Rücksicht worauf nehmen' (Seite 297) gehören kann, sondern dass sichs 
an aXyog- ,Schmerz' (IL 1, 2; 96 und sonst oft) anschliesst Das innere e 
entwickelte sich also ähnlich wie etwa in ijXexxoQ- ^strahlende Sonne' (IL 
6, 513; 19, 398) neben altind. arkä-s ,Glanz, Strahl' (KV. 3, 26, 7), ,Sonne' 
(RV. 8, 90, 14). Die Form dXyeivo-g begegnet erst in der nachhomerischen 
Sprache, wie bei Aeschylos (Prom. 197: dXyeivd piv poi xal Xiyeiv iaxlv 
xdde. Prom. 238: xoiaiode 7C7]fAovalac xdfxnxofiac ndo%Giv \ikv dXyeivah 
oiv. Schutzfl. 448: dXyeivd xhjpov xdqxa xivrjxrjQia). Die Suffixgestal- 
tung ist dieselbe wie in q>aFeivo-g ,leuchtend, glänzend' (11.3,247; zu 
qtdFog- ,Licht 4 IL 8, 487), aineivo-g ,hochgelegen' (IL 2, 573; zu ahcog- 
,steüe Höhe' Aesch. Ag. 285) und anderen ähnlichen Bildungen. 
äX£§- (aXrjg) zusammengedrängt, versammelt 1 . 

Hdt 1, 196: xavxag (die Jungfrauen) . . . ndaag ig $v %uqIov iodyeo- 
xov dXiag. Hdt. 2, 63: xal ovxoi iitl xd %xeqa aXieg ioxäoi. Hdt 3, 13: 
ol dh . . . Ixxv&ivxeg aXieg ix xov xei%eog. Zweifelhaft ist, ob man auch 
hieher ziehen darf Hes. Werke 493: rtaQ <T l&i xdXxeiov &wxov xal kn 
aXia (andre lesen indXia) Xiax^v mqji xei^eQLrj. — Dazu: aXlrj Ver- 
sammlung'; Hdt 1, 125: aXlrjv xwv fLegoitov hcoirjaaxo. Hdt 5, 29: 
aXlrjv noirjadfievot. — aXeoxrjx- (dXeoxrjg) Versammlung'; Galen, lex. 
Hipp.: aXeoxrjxa* a&QOioiv. 

Aehnliche unzusammengesetzte Adjectiva auf eg sind nicht häufig; doch 
bietet die homerische Sprache zum Beispiel: iXeyxig- schändlich' (IL 4, 242 
und 24, 239, wo Nauck aber schreibt iXiyxea), omSig- ausgedehnt, weif 
(IL 11, 754), (pQadig- ,verständig' (IL 24, 354), vyiig- ,gesund, heilsam' (IL 
8, 524). So braucht man nicht etwa an eine Zusammensetzung (aus a- 
*iXog-?) zu denken, die sich sonst unmittelbar mit a-oXXig- zusammen- 
gedrängt, versammelt 4 (Seite 14) würde vergleichen lassen. Als zu Grunde 
liegende Verbalform ist iX- } alt FeX- ,drängen' (IL 21, 225: 7cqiv FiXaai 
xaxd Fdaxv. IL 2, 782: eaxaaav ap<pl ßitjv JiFofiriöeog . . . FetXofievot) 
nicht zu verkennen. 



Griechische Etymologie. 299 

&X6r\, eine Pflanze, ,Aloe'. 

Dioskorides 3, 22 handelt von ihr: *AX6r\ cpvXXov %%ei oxiXXjj 7taqaitXi\- 
oiov, rtaxv, Xiitaq6v } vrtonXaxv kv ttp 7teqiq)€Q€l etg tovtiLoio xXalftevov 
. . . xavXov dk dvlrjatv dvd*€Qut([> 8/noiov, av&og dk Xevxov' xal xaqitov 
daq>odeX(p iotxoxa. — Früher schon erwähnt bei Celsns (de medicina 5 7 1: 
sangvinem swpprimimt äträmentum sütorium . . . aloe, gummi . . .) 

Ohne Zweifel ungriechisch. Nach Dioskorides (a. a. 0.) heisst sie bei 
den Barbaren iXoi . . . yevv.ätai ök iv xfj *Ivdia TtXeloxr] . . . cpverai ök 
aal iv 'Aqaßia xal Idtola xal %v riai ftaQa&aXaaoloig xortoig xal vrjaotg, 
cug iv * dvögy. 
älox- (aXog) jFurche*. 

Aesch. Ag. 1016: TtoXXd toi doaig ix Jibg aficpcXacprjg xe xal 3£ dX6- 
xwv knexetav vrjotiv tSXeoev vooov. Aesch. Ch. 25: TtqiTtei naqrfig g>oi- 
vLoig dfivyfjtoig ow%og aXoxi veov6^(i). Aesch. Sieben 593: ßad-eiuv aXoxa 
Sta (pqsvbg xaonovfievog. Eur. Bhes. 796 : ßa&eiav aXoxa tqavfiazog Xa- 
ßoiv. Ar. Vögel 234: oaa t iv aXoxi d-afia ßwXov an<pvti%xvßltß&* wde 
Xemov* Soph. Eon. Oed. 1212: nmg ito&* al rcatq^ai o' aXoxeg (bild- 
lich vom ,MutterschoossO (piqeiv, xdXag, oiy* idvvdxhjoav ig xooovde. 
Eur. Phoen. \S: ftrj anelQB xixvwv aXoxa daifiovwv ßia. 

Ursprünglich anlautendes / (fdXox-) ergiebt sich ebensowohl aus der 
Nebenform avXax- (Hes. Werke 439; 443; Pind. Pyth. 4, 227), die neben 
jenem ßdXox- liegt, wie ganz ähnlich zum Beispiel evxrjXo-g ,ruhig, unge- 
stört (II. 1,554; 17,371) neben dem gleichbedeutenden ßixrjXo-g (II. 5, 
759; 9, 376), als aus dem homerischen fia>Xx- (IL 13, 707; Od. 18, 375.— 
Ap. Bh. 3, 1332). Die letztere Form macht durchaus wahrscheinlich, dass 
sowohl das o von uXox- als dps a in der Schlusssilbe von avXax- sich in 
der selben Weise neben dem liquiden Laut entwickelten, wie das innere 
e in dXeyeivo-g ,Schmerz verursachend* (Seite 298). Unverkennbar ist der 
Zusammenhang mit altind. vrka-s ,Pflug* (BV. 1, 117, 21; 8, 22, 6), eigent- 
lich ,Zerreisser, Zerspaltet, vrhnd- ,zerrissen, zerspalten' [(BV. 3, 8, 7; 10, 
87, 5) und der Verbalform altind. vrQC-änti (zunächst aus *vragc-dnti) ,sie 
zerreissen, sie zerspalten* (BV. 6, 2, 9). Die ,Furche' wird ursprünglich als 
,die gerissene, die gespaltene* benannt sein. 
&Xoödyyi\ 9 von unsicherer Bedeutung. 

Arist h. an. 9, 86: fj dk veoma (,das Nest', nämlich ,des Eisvogels', 
aXxvciv) rtaoopola Talg oyaiqacg taig &aXajriaig ioxl xal %alg xaXov- 
ftivaig dXoad%vaig } nXr\v xov %ou>iiaxog .... xal xoitxovxi (ikv OLÖrjQly 
6§ei ov xa%v diaxo7txexai , afia dk xortxovxi xal xalg %&qoI &oavovxi 
xa%v diaögavexai, Hcneo ij dXoad%vi\* 

Offenbar zusammengerückt aus axvt\ ,Spreu', ,Schaum' (Seite 151) und 
dem Genetiv von aX- ,Meer* (Seite 289), also der ursprünglichen Bedeutung 
nach ^Meerschaum*. 
cXri ,das Umherirren*. 

Od. 10,464: aißkv aXrjg xoXeTtijg nepvrjfuivoi. Od. 15, 342: oxxi p 



300 Griechische Etymologie. 

%7tavaag aXrjg xal biCpog alvrjg. Od. 15, 345: xaxd xrjde* exovaiv dvtoeg, 
8v xsv Yxrjxai aXrj xal mj/ua xal aXyog. Od. 21, 284: sX fxoi 'ir* eoxiv 
Flg oirj naqog eaxev . . ., 17 rjdr] fxot oXsaasv dXt] x' axopiaxir] xs. — 
Dazu dXdsa&ai ,umherirren 4 ; II. 6, 201: 17 xoi o xarc nsdlov xb *AXr\iov 
olFog dXdxo. Od. 19, 170: noXXa ßooxaiv lizl FdaxsF* dXcifisvog, aXysa 
rtäo%(Dv. Od. 13, 333: aanaaiwg ydo x aXXog ccvtjq dXaXrjfiivog IX&wv 
Ysx* hl [Äeyaooiai, ßidelv ndFiddg t* dXoyov xs. — dXalvetv ,umher- 
irren 4 ; Aesch. Ag. 82: rcaidog 6*' ovShv dgeitov ovao fysQoyavxov dXalvsi. 

Als zugehörige Formen der verwandten Sprachen bezeichnet Fick (bei 
Bezzenb. 2, 264) lat amb-uldre ,umherwandeln 4 (Plaut Asin. 108: ei, bene 
ambuld), umbrisch amb-ol-tu ,er wandere 4 (Bücheier, S. 93) und lettisch 
aloht oder gewöhnlicher reflexiv alotees ,sich irren, sich tauschen', viel- 
leicht mit Recht, obwohl die Wörter in der Bedeutung etwas abweichen; 
Fortunatow (bei Bezzenb. 6, 215) altind. at : dtati ,er schweift umher, er 
durchirrt 4 (Mbh.), das möglicherweise aus altem *art hervorging. 
äX^io-q junbegütert 4 , eigentlich ,ohne Saatfeld 4 . 

II. 9, 125 = 267 : ov xsv dXrjßiog sXrj dvfjQ <p xoaaa yivoixo, ovdi xsv 
dxtrjfjitov IqltLuoio xqvooIo. 

Zusammengesetzt aus dem beraubenden dv- (a-) ,un 4 - (Seite 185) und 
XqFio-v ,Saatfeld 4 (II. 2, 147: wg ö 3 oxs xivfjoj] tiyvoog ßadi Xrjßiov IX- 
&tov), welches letztere zum Beispiel auch enthalten ist in 7toXv-Xrjßio-g 
,reich an Saatfeldern, begütert 4 (IL 5, 613: "Apipiov . . . og q hl üaiatp 
vals noXvxTrjfitov noXvXrjßiog). 
äXrid'iq- (aXrjd'rjg) ,wahr*. 

IL 12, 433 : dXX* %%ov, aig xs xdXavxa yvvrj xeQvrjztg dXrj&rjg (,wahr* = 
,ehrlich 4 ), rj xs axad-fibv %xovoa xal sXqiov a/nfpig dviXxst ßiodtpvoa. Bei 
Homer sonst nur mit Wörtern des Sagens verbunden, wie IL 6, 382 : insl 
(taX* avuyag dXrjd-ia fivlhqaaa&ai. Od. 3 , 254 : xoiydg lyw xoi, xixvov, 
dXrj&ia ndvx* dyooevoü). 

Zusammengesetzt wie dacpaX&g- ,ohne Schwanken, sicher, fest 4 (Seite 183) 
und zahlreiche andere adjectivische Formen auf sg aus dv- (d-) ,un 4 - (Seite 185) 
und einem ungeschlechtigen Substantiv auf og, als das sich hier also ein 
Xrj&og- ansetzen lässt Nur ein einziges Mal und zwar in der dorischen 
Form Xdd-og- begegnet es bei Theokrit 23, 24 : xolaiv igcüai xb (pdy/uaxov 
tv&a xb Xa&og, wo allerdings Ahrens mit Hinweis auf Od. 4, 221 (q>d(>~ 
liaxov . . . xccxwv IrtlXrj&ov drtdvxwv) lesen will xb Xa&ov und erklärt 
,obllviönem afferens 4 , während von noch anderer Seite xb Xd&ag ver- 
muthet worden ist Mag die Ueberlieferung richtig sein oder nicht, ein 
Xrj&og- ,Vergessen 4 , das sich nahe zu X^&tj ,Vergessen 4 (IL 2, 33) stellen 
und sich mit ihm an das mediale Xrj&sa^ai ,vergessen 4 (IL 1, 495: 0h ig 
d* ov Xyj&st' Icpexfiiuiv) anschliessen würde, erklärt aber jedenfalls nicht 
das zusammengesetzte dXrj&ig- (,ohne Vergessen 4 ?). Vielleicht wird man 
aus ihm ein *Xrj&og- etwa mit der Bedeutung verheimlichendes Täuschen* 
entnehmen dürfen, das sich unmittelbar an das active Xrfl-eiv ,durch Ver- 



Griechische Etymologie. 301 

heimlichiung täuschen' (Od. 2, 106: TQlereg ph %Xt]&€ 66Xw xal eneiSsv 
ld%aißovg. IL 15, 461: ov Xrj&e Jißbg nvxivbv voßov. 11.13,560: ov 
Xr\& y 'Adapayra TtTvoxofievog xa&* SfiiXov) angeschlossen haben wird, so 
dass also für aXrj&ig- als ursprüngliche Bedeutung sich ergeben würde 
,ohne verheimlichendes Täuschen'. 

äXio-: Aorist aXwvaiy alt/«^o>-; ßaXaivai, ,in Gefangenschaft gerathen'. 
Bei Homer nur in Aoristformen begegnend; Od. 22, 230: ofj <T ißaXw 
(in den Ausgaben: rjXw) ßovXfj ÜQidfiov n%6Xig evQvdyvia. II. 12, 172: 
xdooao&cci, rtqlv y 3 tjßh xaraxidfiev r\ßi ßaXwvai. 11.21,281: viv öi (ie 
XevyaXiw &avdxw eifiagro ßaXwvai. 11.9, 592: xr\de* oo* dv&QWTtoiai 
niXei rwv ßdarv ßaXwj). IL 5, 487 : wg dipiot XLvov ßaXovte navdyQov. 
IL 2, 374 — 4, 291 = 13, 816: noXug . . . %gqoIv vq> 3 fjfteriQTjai ßaXoiod 
f€ neQd'Ofxiviti t€. Aesch. Ag. 30 : elrttQ 'iklov noXig idXwxev (aus *ße- 
ßdXwxev). Soph. Oed. Eol. 1065: dXwoercu ,es wird ein Fang gethan 
werden'; Pind.Ol.8, 42: Wgya/iog d(iq>l reaig, rjgwg, %&Qog Igyaolaig 
aXioxerai. — Dazu: aXwoi-g ,Eroberung'; Pind. OL 11, 42: xal xelvog 
aßovXLq vozaxog dXwoiog avrdaaig &dvazov alnvv ovx i£4q>vyev. 

Das anlautende / ist bei Homer noch sehr deutlich, auch durch das 
äolische evdXwxev (Meister-Ahrens 1, S. 110) erwiesen. Weiterer etymolo- 
gischer Zusammenhang ist noch nicht nachgewiesen. Bildungen wie yvw- 
fievat ,erkennen* (II. 2, 349), ßiwvai ,leben* (IL 10, 174), Itn-iitXw ,es fuhr 
fort* (Od. 14, 339), xar-eßQwg ,du verzehrtest* (Hom. hymn. Ap. 127), k$- 
-a/ußlwvca ,eine Fehlgeburt thun* (Themist Or. 2, 33, B) sind kaum un- 
mittelbar zu vergleichen. 

dXiofi, alt wahrscheinlich aXwßrj, ,Garten'; ,Dreschplatz*. 

Bei Homer 21 mal, wie IL 5, 90: %bv dk (den Fluss) . . . ovr y &Qct %q- 
xea %a%Bt dXwdwv iQixhjXwv. IL 9, 534 : "Agre/mg . . xwoafiivrj o ßoi ov 
%i -fraXvoia yovvip dXwrjg ßoivevg ß^e. IL 18, 57 = 438: %bv fiiv iyw 
$Q4ipaoa, (pvrov ßwg yovvffi aXwrjg. IL 21, 346: wg d' St' brcwgwbg ßo- 
Qirjg veßoctQdi* dXwr\v alifj* dy^rjQdvj]. Od. 24, 224: aifictOLag Xi^ovreg 
dXwrjg %fi[*€vai egxog. IL 18, 561 : iv <T hixh] o%aq>vXyoi fxiya ßgl&ov- 
oav dX(i)Tjv. IL 18, 566: diaQTtiibg . . . tjj vlooovro qtoQrjßeg, 6%s tqv- 
yowev dXurijv. Od. 1, 193: iQ7tv^ovr 3 dvd yovvbv dXwrjg Foivortidoio. Od. 
6, 293: tv&a äk 7taxQog ifxov repevog te&aXviä r* dXwrj. IL 7, 122: %v&a 
di ßoi noXvxagrtog dXwr) ißgl^wrau Od. 24, 226: xbv <T olßov naxiq* 
€vq€v IvxTipivfl iv dXwjj. Od. 24, 336: ei ö' aye %oi xal divöge' Ivxrt- 
fiinqv %a% aXwfjv ßetnto. — H. 5, 499 : wg ä ' avepog a%vag q>OQiet legdg 
xat' dXwdg dvdgwv XtxpwvTWv. IL 13, 588: wg d* ox* iiTtb nXaxißog 
nrvotpiv fieydXrjv xax dXwrjv &qwoxwoiv xvcc/hol. IL 20, 496: wg <T 6%e 
rig Cevfy] ßoßag . . . rgißi/Aevai %ql Xevxbv ivxrifzivj] kv dXwfj. — Neben- 
formen: aXw-g ,Dreschplatz, Rundung* und aXwv- ,Dreschplatz, Tenne*; 
Xen. Oek. 18, 6: rj ola&a Sti yv ix %ov rtQoorjviftov fitigovg rrjg aXw agxj], 
öi oXtjg rrjg dXw oioerat ooc rd dyyqa. Aesch. Sieben 489: aXw ök noX- 
XriVy doftldog xvxXov Xiyw, eq>Qij;a divrjoavjog. Arat 490 : r xal tzqv %ig 



302 Griechische Etymologie. 

aXcoa fiekaivofihnrjv %%ei dovrjg. — Arist ventorum situs (973): ccTtrjkioj- 
vrjg . . 7tvel <T &x neöLov opolov SXwvi fieydXtj ftegiexof^tivov vrco ve vov 
jtißdvov xal vov Banvgov ogovg. — Matth. 3, 12: ov vo 7tvvov iv vfj 
XCiQi avvov xal öiaxad-agul vrjv aXiava avvov. 

Dunkler Herkunft Ob der anlautende starke Hauch (auch die Schrei- 
bung aXiotj kommt vor. GötÜing Accent Seite 140. La Boche Hom. 
Textkr. 187) auf alten anlautenden Zischlaut zurückführt, der dann in der 
homerischen Form ganz erloschen sein würde? Durch die kyprische Form 
aXFo- (Collitz 1, 29, 9; 1, 30, 18 und 21) ,Garten< (?), das unmittelbar zu- 
gehören wird, erweist sich ein altes inneres ß. 
äZwjrex- (aXcirnj^) ,Fuchs'. Auch Name eines Fisches, und eine Bezeich- 
nung für ,Lendenmuskeln'. 

ArchiL 89, 5 : viß (nämlich 7ti%hijx<a) d ' ag* dXtoftrjj; xegdaXirj ovyrjvvevo 
nvxvbv %%ovoa voov. Pind. OL 10, 20: vo yag kfKpvig ovv* ai&ajv aha- 
nrj^ ovv' iglßgopoi Xiovxeg diaXXd^aiwo rj&og. Pind. Pyth. 2, 77: ogyalg 
drevkg aXumbuov ixeXoi. Pind. Isthm. 3, 65: voXfia yag elxtog &vfiov 
igißgepevav \hrjgq Xeovtwv h novta, prjviv d' dhaitT]^. Hdt 3, 102: pvg- 
prjxeg fieyd&ea txovreg xvvtZv fisv iXaoaova aXwnixwv dk fii^ova. 

Die Suffixform ex (oder ists etwa eine Verbalgrundform und das Wort 
eine alte Zusammensetzung?) steht im Griechischen ganz vereinzelt Das 
anlautende a wird entwickelt sein wie in ali&iv abwehren' (Seite 297), 
so ist Zusammenhang möglich mit lit läpe ,Fuchs'. Das armenische a- 
ghues ,Fuchs' (nach Bartholomae, bei Bezzenb. 10, 294, der dlülm]£ für ein 
Lehnwort erklart, aus altem *aloupeh) scheint auch anzuklingen, weicht 
aber mit seinem inneren U-Laut ab. Das selbe gilt vom altind. laupapi-s 
(BV. 1 0, 28, 4), das Ludwig ,Fuchs', Grassmann ,Hyäne' übersetzt 
dlio-$, homerisch wahrscheinlich FdXio-g ^vergeblich, erfolglos'. 

Zwanzigmal bei Homer, so IL 11, 376: xal ßdXev, ovd' aga piv FdXiov 
ßiXog hccpvye x €c QO€- D. 5, 18: vov 6* ov FdXiov ßiXog hcqwye %stgog. 
IL 13, 505 = 16, 615: aix^r} . . . $%***> &*** FdXiov (in den Ausgaben 
ItcbL (T aXiov) ovißagfjg dito %eigbg ogovoev. II. 24, 224: elfii, xal ov 
FdXiov Finog Maoevai. IL 18, 324: rj FdXiov (in den Ausgaben 17 <T aXiov) 
Finog htßaXov rpavi xelvia. IL 5, 715: rj FdXiov (in den Ausgaben r\ <T 
aXiov) vov pv&ov v7tiovt]fiev MevekxFia. H. 4, 158: ov fiiv mag FdXiov 
niXet Sgxiov. D. 4, 26: rtwg l&iXeig FdXiov &elvai novo* rfi* aviXeovov. 
IL 4, 179: wg xal vvv FdXiov ovgavov fjyayev iv&dd* *A%aiF<av* IL 10, 
324: ool 6*' kyw ov FdXiog axonog ioGopai. Od. 2, 318: elfii piv, ovd' 
aXlrj (wohl zu lesen: ov FaXlrj) odog Sooerai i,V dyogevw. 

An der erstangeführten Stelle tritt das alte anlautende F noch deutlich 
heraus, an fast allen übrigen lasst sichs leicht einfügen; so können wir 
an einer alten Form FdXio-g nicht zweifeln. Sie schliesst sich vielleicht 
unmittelbar an goth. svare umsonst, vergebens 1 (ML 7, 7 für fidvrjv } Matth. 
5, 22 und sonst für eixrj, Gal. 2, 21 für diogedv), dessen r dem griechischen 
X gegenüber allerdings nicht dem gewöhnlichen Lautverhältniss entspricht. 



Griechische Etymologie. 303 

Die zunächst zu Grunde liegende Nominalform , aus der mittels des Suf- 
fixes 10 (LM. Gramm, 2, 441 ff.) abgeleitet wurde, findet sich im Griechischen 
nicht mehr. 
äXix- (aXilf) ,Speltgraupen'. 

Chrysipp. (bei Athen. 14, 647, D): y berat dh xai l£ aXixog aovßtrvXXog 
(eine Kuchenart). Häufig bei Alexander von Tralles, so 1,303; 2,169 
(ed. Puschmann). 

Gebildet wie ßiXix- ,Armband' (II. 18, 401), xvXix- ,Becher* (Soph. Aias 
1200), x*U%- ,kleiner Stein* (Thuk. 1, 93), axdXix- ,Stellholz' (Alkäos in 
Anth. 6, 1 87), x/ji/ftx- ,Knauser* (Chamäleon bei Athen. 14, 656, D) ; zu Grunde 
liegt vielleicht das selbe dX- 7 wie bei dXieiv ,mahlen' (Seite 295). 
äXixdxaßo-v, eine Art Nachtschatten. # 

Dioskor. 4, 72: tau xai sxbqoy otqCxvov, o Idiwg cXixdxaßov xaXovaiv, 
ol dh (pvoalidccj qyvXXoig o/uoiov T(p TcgoeiQrj/Äivcp (d. i OTQvxvty xqnalq)), 
nXatvxiqoig fiivxoi' ol xavXol dh avrov fierd %b av£r]\Hjvai x a l LiaL7l kiv€lg 
yivovxai . . . Diosk. 4, 73 : otqvxvov V7Cvo)zix6v f ol dh aXixdxaßov, &djnvog 
iazl xXddovg exatv rcoXXovg . . . Diosk. 4, 75: doQvxvtov, Kgazevag aXi- 
xaxaßov y xaXiav xaXel . . . 

Scheint zusammengesetzt aus aXi- = aX- ,Meer* (Seite 289) und xdxaßo-g 
(? = xdxxaßo-g, ein Gefäss; Antiphan. bei Athen. 4, 169, F), was aber doch 
noch weiterer Erklärung bedürfen würde. 
dXix-i Aorist aXtzelv ,durch Frevel beleidigen oder verletzen'. 

Begegnet wie es scheint nur in (activen und medialen) Aoristformen; 
ein dazu gehöriges präsentisches dXizabeo&ai findet sich nur bei Hesiod 
Werke 330: og zi zev dq>Qadljig cXizaivszav bqq>avd zixva, wo aber wohl 
die Lesart aXizQalvezai vorzuziehen ist — IL 9, 375 sagt Achilleus von 
Agamemnon: kx ydg drj p cfcdzrjoe xai rjXitev. IL 19, 265: ei di zi 
zwvd 3 hnloQxov, kpol &eol aXyea doiev itoXXd fidX\ oooa didovotv 8 rig 
aq> 3 dXlzrjzat 6/uoooag. Od. 5, 108: dzdg iv vdoztp j4.\h\valr\v dXlzovto* 
Od. 4, 378: dXXd vv fiiXXta d&avdzovg aXtzeo&ai. 11.24,570: fui] . . . 
JiFbg ä 3 aXlzcofxai iq>ezfidg. IL 24, 586: fid . . . dtßbg ä 3 dXlztjzai l<pez- 
(iag. — Dazu: aXizrjftevo-g frevelnd'; Od. 4, 807: iitel *g 3 ihi voozi- 
fiog ioziv obg naß ig* ov [tev ydg zi &eoio 3 aXizrjpevog koziv. — aXi-* 
rrjfiov- jfrevelhaftf ; IL 24, 157 = 186: ovze ydg lax 3 acpgwv ovz 3 aoxo- 
rcog ovz 3 aXiTrjfiCjy. — dXizgo-g ,Frevler*; IL 23, 595: ßovXolprjv rj . . , 
dalfiooiv ehai dXizgog. Od. 5, 182 sagt Kalypso zu Odysseus: r\ dfj aXiz- 
gog y 3 kool xai ovx dn;oq>wXta ßeidwg. IL 8, 361 sagt Athene: nazijg ov- 
(xbg . . . ox&kiog, alFhv dXizgog, Ipwv fieviwv arcegweig. — aXelzy-g 
jFrevler*; IL 3, 28: ydzo (Menelaos) ydg zloecd-ai cXefrtjv (männlich *AX&- 
j;avdgov). Od. 20, 121 : q>dto (Odysseus) ydg rlaeoSai dXeitag (nämlich 
,die FreierO; — vrjXeiTig- ,nicht frevelnd, schuldlos 4 ; Od. 16, 317 = 19,, 
498: a% %i o 3 (Od. 22, 118 dafür: ^', sonst ebenso) aripd&vai xai al 
vriXeirieg (Bekker und La Roche geben vrjXefoiöeg, Nauck rqXlTideg, Hesych 
führt an: vrjXirieg' dva\idgxi\%oi. avairioi. axQr}0%oi) eioLv. 



304 Griechische Etymologie. 

Goth. sleitha ,Schaden' (Phil. 3, 7 und 8 für fyttia), sleidja- ,schädlich, 
schlimm' (Matth. 8, 28 und Tim. 2, 3, 1 für xakerzog), ga-sleithjan schä- 
digen' (Matth. 8, 36 ; Luk. 9, 25 ; Kor. 2, 7, 9 für f^iovv). — Ahd. slitöc 
,grimmig ; grausam, böse'. 

F. Froehde (bei Bezzenb. 3, 16 und 17) wird die gegebene Zusammenstellung 
verdankt, nach der also afoz- aus akvt- entstanden sein würde, Dass sich 
anlautendes a öfter vor k entwickelte, wurde schon im Vorausgehenden 
wie bei dke&iv ,abwehren' (Seite 297) erwähnt, dass Gleiches vor altem 
ak, wo der Zischlaut also zunächst erloschen sein müsste, der Fall sein 
konnte, ist noch nicht weiter nachgewiesen. Der Dental % wird ganz wie 
in a/xagraveiv ,verfehlen, nicht treffen' (Seite 222) ursprünglich einem nomi- 
nalen Suffix angehören. Vielleicht darf man ein altes Präsens * akelv-eiv 
muthmaassen. Mit ihm würde akefatj-g in seinem inneren Vocal überein- 
stimmen, das sich übrigens mit itpircirrj-g ,hochfliegend' (II. 12, 201 — 219; 
13, 822) und ih^vitixT^g ,schnellfliegend' (IL 8, 42 = 13, 24) vergleichen 
lässt, deren innere % auch einem Verbalstamm (n&t-eiai ,er fliegt, er eilt' 
IL 13, 140) angehören. Aus vrjkeitig-j dessen erster Theil vy- ,nichf ist 
(wie in wj-rtoivo-g ,ungerächt' Od. 1, 380; und sonst), ergiebt sich ein un- 
geschlechtiges *akeiTog- ,Frevel'. 
äXißötietv ,ins Meer versenken', dann überhaupt ,versenken' (Kallim. Bruchst 

269; Lyk. 351), siehe unter dv ,sich wohinein begeben, eindringen'. 
dki(p- : dZei<peiv bestreichen, schmieren'. 

IL 18, 350: xaj tot« drj koßeaav re xal rjkeixpav kln kkalfip. Od. 12, 
47: im ö* Ovar* dkellpai iralgcov xrjgov dexprjaag pektfrjdia. Od. 10, 392: 
rj öh dt* avTtov i(>%oix6vT} TtQoo-akeupe ßexdorcp (paQfuaxov akko. Thuk. 
1, 68: klrta yaQ dkelxpeo&ai, Smog fiij adixwvTai . . . akrjhufiivcjv de 
avrcSv. — Dazu: akoitprj ,Salbe, Oel, Fetf ; IL 17, 390; 392: (Lg <T ot j 
avrjQ zavQoio ßoFog fieydkoio ßoßelrjv kaßoloiv dwfl ravieiv, fAedvovaav 
akoupfj . . . %oL ye diaardweg xavvovovv . . . dvvei 64 %* akoapfj nokhav 
ikxovTWV. Od. 6, 220 : akfirjv äfiouv artokovoofiai, ctpcpl cT IkaLFq) x(fl- 
oofiaf tj yag ößtjQov ctrcb %Qoog iariv dkouprj. IL 9, 208: iv di (nämlich 
'i&rjxe) ovog aidkoio §a%w red-akvlav dkonpij. 

Lat de-libuere bestreichen'; Plaut. Poen. 267: prosedds . . . schoeno de- 
libütäs; Cic. Brut 217: multts medicdmentis propter dolorem artuum de- 
libütus; Hör. exod. 17, 31: ätro delibütus Hercules Nessi cruore. — Etwas 
ferner abseits stehen lat lippo-s , triefend' (von Augen), ,trief äugig', eig. 
wohl ,8chmierig'; Plaut Bacch. 913: lippi illic ocult Plaut Mü. 1108: cur 
bare in nävfc lippam . . . dixit] — lit. limpu 7 inf. lipti ,kleben, kleben 
bleiben', lipüs ,klebrig'; — altbulg. lepü ,klebrige Flüssigkeit, Vogelleim', 
tipiti ^zusammen leimen, zusammen kleben'; — altind. Hp ,anschmieren, 
ankleben'; KV. 1, 162, 9: jdd vä svdräu svddhitäu riptdm ästi ,was an 
den Opferpfosten oder ans Beil angeschmiert isf; RV. 1,118, 7: juvdm 
Kdnvaja dpi-riptäja cakshus präti adhattam ,ihr gabt dem erblindeten 
(eigentlich ,verklebten') Eanvas das Auge wieder'; — riprä-m ,Schmutz, 



Griechische Etymologie. 305 

Unreinigkeif ; — lip: limpdti ,er beschmiert, bestreicht, besudelt* ; pass. ,bleibt 
kleben'; laipa-s ,das Bestreichen', ,Salbe, Fett, Unreinigkeit, Schmutz'. 

Das anlautende d darf als jünger entwickelt gelten, wie im voraus- 
gehenden aXtrelv ,durch Frevel beleidigen' (Seite 303) und sonst Das aspirirte 
9 ist im lateinischen Inlaut (-libuere) der Regel entsprechend durch b ver- 
treten. — An etwaiges unmittelbares Hervorgehen des cp aus n ist nicht zu 
denken, und so kann ein engerer Zusammenhang mit den oben genannten 
Formen mit innerem p ebensowenig bestehen, als zum Beispiel mit dem 
griechischen Xina ,fett, blank' (IL 10, 577: aXeixpa^ivu XLn hXalFq*. Thuk. 
1, 6: Xlna fdcra tov yvftvd£eo$ai rjXelxpavro) und XutaQo-g ,fettig, glänzend' 
(Od. 15, 332: alßel dk Xinaqol xstpaXdg xal xaXd n^ootana. Ar. Plut 616: 
Xovod/ttevog XirtaQog %iaQtav Ix ßaXavelov). 

äXiq, alt ßdXig ,gedrängt, in Menge', ,genug*. 

II. 2, 90 : at (die Bienen) fiiv t ev&a ßdXig nertonjarai, al di re iWa. 
IL 21, 352: tg ubqI xaXd $4ße&oa ßdXig noxa^iolo rtetpvxei. II, 22, 340: 
dXXd ov pkv %aht6v %e ßdXig %qvoov %e dide^o. Od. 16, 389: pr} ßoi 
XQrjuar' %nei%a ßdXig xhjpTjdi' tdiapev. — IL 5, 349: ov ßdXig otti yv- 
vaixag dvdhudag rjneQOrteveig} 

Adverbialbildung auf ig wie d^cplg ,auf beiden Seiten' (Seite 247) und 
andere schon neben diesem genannte Formen. Das alte anlautende / zeigt 
sich im homerischen Verse noch sehr deutlich. Nächster Zusammenhang 
besteht mit aXig- ^zusammengedrängt, versammelt (Seite 298) und als Ver- 
balform liegt zu Grunde Jit-, alt FeX- ,drängen' (IL 2, 782 : iataaav ap<pl 
ßlrjv dißo\ii\d&og . . . ßeiXopevoi. IL 5, 823: xal äXXovg 'Aoyetovg hxiXevaa 
ßaXrjfÄSvai iv&dde ndvrag ,sich zu drängen, zu sammeln). 

&X(6x66&ai ,gefangen werden', siehe dXw- 7 alt ßaXw-, ,in Gefangenschaft 
gerathen' (Seite 301). 

äXiöyteiv ,beflecken'. 

Daniel 1, 8: xal %&ero JaviTjX elg ttjv xaqdlav avrov <ag ov fdf] aXioyri&f 
h tjj TQaTvttrj tov ßaoiXiwg. — Dazu: cXlayrjfiaT- ,Befleckung' ; Apostel- 
gesch. 15, 20: lm.o%€iXai avxolg tov a7t&%eo$ai twv dXioyrjfidrcjv tüv 
eldwXwy. 

Hängt möglicherweise zusammen mit aXtveiv ^bestreichen' (siehe Seite 
306). Die Beurtheilung seines ay aber bleibt schwierig. 

aXiöpaT- (aXtOfia), eine Wasserpflanze, ,Froschlöffel' (alisma plantägo. 
Linn6). 

Diosk. 3, 159: aXiopa, ol dk dixiav, ol dk daftaooi&viov, ot dk Sxvqov, 
ol dk Xvqov xaXovaiy cpvXXa (xkv exet aQvoyXuiooqt opoia, orevoheQa dk 
xal ircl yi\v xhifieva' xavlbg dk Xenrog ... vdgrjXd dk (piXel %wQLa. 

Scheint bei dem Vergleich von ayviopaz- ,Reinigungsmittel' (Aesch. 
Eum. 327 ; zu ayvl&iv ,reinigen' Soph. Aias 655) und ähnlichen Bildungen 
auf ein verbales aXl^eiv zurückzuführen. Ob dabei etwa an aXLteiv ,mit 
Salz versehen' (Arist h. an. 8, 70; zu SX- ,Salz', Seite 290) gedacht ist? Es 

Leo Meyer, Griechische Etymologie. 20 



306 Griechische Etymologie. 

soll in der Nähe von Salzlachen wachsen. Hesych führt auf: dXiapiolg 
xal aXi/iolg' ßoxdvaig devdgoudeoi naget d-dXaaaav rj fygolg xortoig. 
dXlvsiv bestreichen'. 

Hesych führt auf dXlveiv (so zu lesen statt des überlieferten aXiveiv)' 
dXelrpeiv und dXlvai' IttaXeiipai. 

Lat linere bestreichen'; Plaut Most 258: qvi mäläs dblinam; Verg. 
Georg. 4, 39 : tenvia cerä spirdmenta linunt. 
Altir. lenaid ,er klebt, er haftet* (Zeuss 431), lenit ,sie haften' (Zeuss 433). 
Das anlautende a ergiebt sich als jünger entwickelter Laut, wie in 
aXeiyeiv ^bestreichen' (Seite 304) und sonst oft; aber auch der Nasal ge- 
hört dem Verbalstamm nicht ursprünglich an. In letzterer Beziehung 
vergleichen sich Formen wie xXive ,er neigte, er lehnte' (II. 23, 5 1 0) neben 
xXt&ijvai ,sich neigen, sich legen' (Od. 1, 366), xqIvb ,sondere' (IL 2, 362) 
neben xqitoq ,auserlesen' (IL 7, 434) und andere. Die so sich ergebende 
Verbalgrundform li tritt im Lateinischen noch vielfach deutlich zu Tage, 
wie im participiellen li-to-s gestrichen' (Plaut Cure. 589 : stein mihi esse 6s 
ob-litum) und sonst Von noch weiter zugehörigen Formen nennen wir 
altbaktr. iri oder ri ,beschmutzen', rajant- verunreinigend' (Justi). 
dXlveiv ,dünn machen, klein machen'. 

Soph. Brachst 904: dXlvovotv (aus Bekk. an. 383, 1 1 : aXLvovaiv* avrl 
%ov Xemvvovoi. 2oq>oxXfjg). 

Gehört vielleicht unmittelbar zu aXisiv ,mahlen' (Seite 295). Der Bil- 
dung nach vergleicht sichs mit aytveiv ,führen, bringen' (Seite 101). 
dXiyxio-q ,gleich'. 

Bei Homer zweimal. 11. 6, 401: 'ExroQldrjv äyanrjrov, aXlyxiov dar ige 
xaAqJ. Od. 8, 174: aXXog <T av Feldoq (xhv aXlyxiog ad-avaroiotv. Aesch. 
Prom. 449: oveigchwv aXlyxioi poQtpaloi %ov fxaxQov ßlov ecpvgov elxfj 
7tdvxa. — Daneben: ev-aXlyxio-g ,gleich'; IL 5, 5: daii ßoi ix xoqv- 
&6g %e xal daizldog axdfiarov 7tvg, adrig 3 onwgivqi ivaXlyxiov. II. 14, 
290: "Ynvog «.. . fcV^' rjozo . . . oqvi&i foyvQJ] haXlyxiog. 

An Zusammensetzung mit «- ,das selbe' (Seite 1) als erstem Theile 
ist nicht wohl zu zweifeln und als ursprüngliche Bedeutung wird man 
muthmaassen dürfen ,das selbe Aussehen habend'. Bezügliche Zusammen- 
setzungen ähnlicher Art wurden auch sonst durch suffixales 10 erweitert, 
wie d-d-Bfilano-g ,gesetzÜos, frevelhaft' (Od. 9, 189; zu ötyiot- ,Satzung, 
Gesetz' 11.1,238) und d-7teiQioto-g ,gränzenlos' (11.20,58; zu nelQaT- 
,Gränze, Ende' IL 1 4, 200). Der Schlusstheil der Zusammensetzung aber 
ist nicht ganz deutlich. Möglicherweise besteht ein naher Zusammenhang 
mit den Bildungen , auf -Xlxo Zj in Bezug auf die schon früher vermuthet 
worden ist, dass sie mit den aJtindischen auf -drg (-dtga) und so zum Bei- 
spiel Tr)-Xlxo~g ,so alt' (IL 24, 487) genau mit altind. tä-drg- ,so beschaffen' 
(BV. 5, 44, 6; nachvedisch dafür auch td~dfgar) übereinstimme. Ihr 
Schlusstheil wird ursprünglich in der Bedeutung ,Aussehen' gedacht sein 
und gehört unmittelbar zu altind. darg ,sehen' (daddrga ,er erblickte' RV. 



Griechische Etymologie. 30? 

1, 105, 18, = diöoQxe ,er hat ins Auge gefasst* IL 22, 95). Bei jener an- 
genommenen Uebereinstimmung müsste also -hxo- zunächst aus *-dhxo- 
entetanden sein, was gar nicht undenkbar ist, sich so aber von den weiter 
zugehörigen Formen, wie jenem äi-doQx-e, ganz abgesondert haben. Da 
die angeführten altindischen Bildungen auf -drj- im singularen Nomina- 
tiv oft den Nasal zeigen (Whitney Gramm. 386), wie sadfii (RV. 1, 94, 7; 
zunächst für *sa-dfnc) v <> n sa-dfg- ,gleich aussehend, gleich* (RV. 1, 123, 8), 
so scheint sich eine neue Stutze für den Zusammenhang mit a-Xiyx-io-g 
zu bieten, das also dann vielleicht unmittelbar zu dem letztangeführten 
sa&TQ- gehören würde. — Die Form ivaXlyxio-g ist offenbar eine weitere 
Zusammensetzung mit lv ,in* und lässt sich in der Beziehung etwa ver- 
gleichen mit iv-avrlo-g ,zugewendet, gegenüber* (IL 9, 190), ip-tpegig- 
,ähnlich* (Aesch. Ch. 204), b-aQfiovio-g ,übeinstimmend, schicklich* (Plat 
legg. 2, 654, A). 
dXivöeö&ai ,sich wälzen*; causal dXtvdeiv ,sich wälzen lassen, wälzen*. 
Nikand. ther. 156: noXieg d' afid&oKJi fiiyivreg anelQfj XeTCQalvovvat, 
aXivdopevoi xpapa&oioi. Leonid. Tarant (in Anthol. 7, 736) : nsqinXavLOv 
ßlov %kxwv, äXXrjv $£ aXX^g elg %&6v äXivdofievog. — Xen. Oek.ll, 18: 
6 nctig 1%-aUoag (,sich wälzen lassen, austummeln lassen*) %bv \7ut0v 
oXxade dndyei. Ar. Wolken 32, 33: Oeiö. cmaye zov %7tnov i£-aXloag 
otxaöe. 2rQeip. dll\ w fxiX\ k£-rjXixag kfxi y ix rtSv ifitSv. — Nebenform 
aXivöieo&cu ,sich wälzen*; Plut Mor. 396, E: ixXaßwv ydq ... Xnrtov 
afovdovfAGvov ygaipai, TQi%ovza %yQa\pev. Nik. ther. 204 : äqxxQ ö 9 lq>o- 
qv^ccjo yvla 7trjXq>, aXivörj&eig bXlyov difiag. — Dazu: aXivdrj o i-g ,das 
Walzen*; Hippokr. 2, 7: iQlipig dh fifj ?cttw, prjdk 7tdXrj, prjdi aXlvdrjotg. 
Bei der nach Form wie Bedeutung auffälligen Aehnlichkeit der Verba 
xvXlvdea&ai ,sich wälzen, rollen* (IL 13, 142; 16, 794; 11, 347; — i&exv- 
Uo&tj [aus -*exvXlvd&rj] ,er rollte heraus* IL 6, 42 — 23, 294 ; — xvXlv- 
deiv , wälzen ? rollen' Od. 1, 162; 14, 315; IL 17, 6S8), xvXivdieo&ai ,sich 
wälzen* (Ar. Vögel 501 ; 502) und xaXivdteo&ai ,sich wälzen, sich drehen* 
(Hdt 3, 52; Thuk. % 52) hat man alle genannten ganz gewöhnlich für im 
Grunde identisch gehalten, woran nach sonst bekannten griechischen Laut- 
verhältnissen doch nicht wohl zu denken ist. Wohl aber liegen ihnen 
offenbar ganz übereinstimmend gebildete, sonst aber ganz ungewöhnliche 
Nominalformen auf ivd zu Grunde: *xvXivd-, *xaXivd-i *dXivd~. Aus 
dem letzteren wird aXlvdeiv (für *aXlv£eiv, weiter für *cXlvdjei>) in ganz 
ähnlicher Weise hervorgegangen sein, wie bqöblv^ alt Fiqöeiv (für *ßiQ^£iv 9 
weiter für *ßiQyjeiv) ,thun* (Od. 2, 236) aus zu Grunde liegendem ßegy-. 
Für aXlvöetv aber wird altes anlautendes ß (ßaXlvdeiv) nicht zu bezwei- 
feln sein und somit also etymologischer Zusammenhang mit kXva&jq (aus 
ßeXvoxh]) ,es wälzte sich, es rollte* (IL 23, 393), oXpo-g (aus FoXpo-g), 
,runder (gerollter) Stein* (IL 11, 147), lat volvere , wälzen* (Enn. ann. 520: 
clämor ad caelutn volvendu8) } goth. välvjan ,wälzen* (af-valvjan ,weg- 
walzen* Mk. 16, 3 und 4), lit völoti , wälzen, herumwälzen'. 

20* 



308 Griechische Etymologie. 

äXi'iivQ^evr- (akifivQTjetg), homerisch ohne Zweifel noch aXi-pvQij- 
ßevx-, wohl ,mit Meeresbrausen versehen, vom Meere umbraustf. 

Bei Homer zweimal IL 21, 190: xqeloawv phv Zeig noxafidiv cXipv- 
QT]ߣvTwv. Od. 5, 460 : xal xo (nämlich xQrjdefivov) phv ig noxapov aXi- 
{ivQTjßevTa pe&rjxev. Ap. Eh. 2, 938: xal drj IlaQ&evloio §oag aXipv(>rje*- 
xog, nqr\vxaxov noxaftov, nage/xirgeov (,fuhren vorüber*). — Daneben: 
gleichbedeutendes aXi-pvQeg-. Ap. Eh. 1, 913: nQVfivrjoia di otptotv 
"Aqyog Xvoev vnbc nixQrjg aXipvQioq. Opp. Fischt 2, 258 : fj fikv intx 
nk%qr\g alifivQiog oQfirj&eloa qtoixaXirj /uvQaiva. Orph. Arg. 346: xaXw 
. . . noxafiwv &' aXifivgia Qel&Qa. 68: vrja . . ., rj xal in elXaxlvotg 
iqexpolg aXifivQia ßiv&rj nQOJtrj vne&niQrjoc. lZl'/!AXv6g xe Qie&Qov 
noXXov in 9 AiyiaXov dlvag aXifivQiag %Xxov. Demokrit (in Anth. 16, 
180,1): KvrtQig oxe axaXaovaa xoftag aXipvgiog ccpQov yvftvi) noQ(pv- % 
Qiov xvfiaxog i^avidv. 

Vergleicht sich als Zusammensetzung unmittelbar mit ßadv-dirijßevx- 
,mit tiefen (ßa&i- IL 21, 239) Strudeln (öivrj II. 21, 213) versehen' (IL 21, 
15 und 603 von Xanthos und Skamandros gebraucht). Beide ent- 
halten ausnahmsweise das suffixale Fevx mit der Bedeutung ,mit (etwas) 
versehen', die sonst gerade durch die sogenannte bezügliche Zusammen- 
setzung geschaffen wird, wie denn zum Beispiel auch neben ßa&v-divrj- 
ßevx- ein gleichbedeutendes ßa»v-dtvi]-g (IL 20,73; 21,143; 212; 228; 
329; Od. 10, 511) ohne jenes Suffix und neben aXifivgrjßevx- das gleich- 
bedeutende oben schon angeführte aXifivQig- gebraucht wird. Was aber 
ist in dieser Form das -ttvQig- und was in der andern -pigr]-? Ver- 
muthen lässt sich, dass beide Wörter, die in unzusammengesetzter Form 
nicht begegnen, mit dem Schlusstheil von iaoqiavqbiv ,brausen' (IL 5, 599 ; 
18, 403; 21, 325) zusammenhängen und etwa ,das Brausen' bedeuten. So 
würde das ganze aXifivQtjßevx- etwa bedeuten ,mit Meeresbrausen ver- 
sehen, vom Meere umbrausf. Der erste Theil der Zusammensetzung, ihr 
ist die Locativform von aX- ,Meer* (Seite 389), die wenn auch keines 
Wegs überall mehr in deutlich locativer Bedeutung, mehrfach noch in 
ganz ähnlichen Zusammensetzungen wie den in Frage stehenden entgegen- 
tritt; so in aXl-oxovo-g ,voll Meergebrauses' (Aesch. Prom. 712 vom Gestade 
— oxovo-g ,Getöse'Soph.Ant591), (UZ-xtüttos, meerumbraust' (Soph.Ant.953 
von Schiffen; xxino-g ,lautes Getöse' IL 10, 535; 19, 363; xxvn- ,laut ertönen' 
IL 8, 75; Plat Staat 3, 396, B: &aXarxav xxvnovaav) } aXl-Qgo&o-g meer- 
umrauscht' (nogoi Aesch. Pers. 367 und Soph. Aias 412; axxai Eur. Hipp. 
1205; — §6&o-g ,Gebrause, Geräusch' Aesch. Pers. 406 von yXcioorj 
,Sprache'; dazu: §6&io-g ,rauschend, brausend' Od. 5, 412 von xvpa). 

dXaiveiv ,umherirren', siehe äXtj ,das Umherirren' (Seite 299). 

dXeiwiq ,Frevler', siehe aXix-: aXtxelv ,durch Frevel beleidigen' (S. 303). 

äXe((feiv bestreichen', siehe aXup- (Seite 304). 

äXeiöo-v Becher*. 

IL 11, 774: $x e <W xgiouov aXeioov, anivdwv ai&ona ßolvov in al&o~ 



Griechische Etymologie. 309 

tiivoio* leooioiv. Od. 8, 430: xal Foi iytj to'<T akeioov ifiov rteoixakkhg 
67tdoo(ü y xqvoeov. Od. 15, 469: rj d* alipa xqC aketaa xaxaxovipao' 
vnb xoknqt hxtpeoev. Od. 22,9: fj xoi o xakbv akeioov avaiQ^aeo&ai 
fyekXev, xqvoiov aiiqxoxov, xal dfj pexct xeoolv hd/ia S(pga nloi FoLvoio. 

Dunkler Herkunft Fick 1 *, 538 nimmt Zusammenhang an mit lit lieti 
altbulg. lijati ,giessen 4 und goth. leithu-s ,Obstwein' (Luk. 1, 15) 7 der aber 
sehr zweifelhaft ist Der Bildung nach etwa zu vergleichen mit yeloo-v ,Mauer- 
vorsprung, Gesims 4 (Eur. Or. 1570; 1620), das aber für ungriechisch 
(Stephan. Byz. giebt an: ylaoa ydo xfj Kaoav qfwvij kl&og ig^vevexai) 
gilt Ob akeioo-v etwa für *äkeiooo-v steht und zunächst aus einem 
taXeir-jo- hervorging? 
dZoidetv ,schlagen 4 , preschen', später ckoceiv. 

IL 9, 568: noXXd ök xal yaiav rcoXvcpOQß^v %eoo\v dXola . . . tcqo%vv 
xad'eCfifiivr^ II. 4, 522: dfiqpoxiQw di xivovxe xal oaxia Xdßag avaidrjg 
axQig a7t'irjkolrjaey. Ar. Frösche 149: et nov rj lit]t£q' rjXolrjoev. — Xen. 
Oek. 18, 2: edv di vxfjrjkbg y (nämlich 6 xdkafiog xov oixov), voiii^w 6q- 
&cog av noieiv tieooxofielv } %va /Arjxe ol dkoiwvxeg (jlox&uOl negixxbv 
tcovov. — Dazu: prjxo-aXola-g ,Muttermörder* und naxo-akolag 
Vatermörder 4 ; Aesch. Eum. 153: xov prixoaXoLav ä' i£ixXeipag wv &eog. 
Plat Phaed. 114, A: xoig di naxoaXolag xal prjxoakoiag xaxd xov Hvqi- 
(pXeyt&ovxa (nämlich kfxneoeiv . . • avayxrj). 

Ob etwa ursprünglich akoifdeiv? weiterer etymologischer Zusammen- 
hang ist nicht deutlich. Möglicherweise besteht ein solcher mit dkwr) Dresch- 
platz' (Seite 301), während freilich dessen Bedeutung ,Garten 4 sich schwer 
mit der des ,Schlagens 4 vermittelt Es bleibt aber dabei beachtenswert, 
dass nach einer alten Angabe des Eustathios (1218,37: Iv fiivxot xolg 
'Anlwvog xal 'Hoodcugov xelxai . . . oxi dXiofj el piv daoivexat orjpalvei vrjv 
akiova, el de ipiXovxai rfjv dprtekocpvxov yijv) die Grammatiker Apion und 
Herodor die Wörter dkiorj ,Dreschplatz 4 und dkojt] ,Weingarten 4 unterscheiden. 
dlo(rri-q »Frevler 4 . 

Empedokl. (bei Plut Mor. 1113, B): itoxpov dvodaliiova xal &avaxbv 
aXolxrjv. Etym. M. 85, 26 führt an: avv d* ij/uZv 6 neXagybg apogpeveoxev 
dXotxyg. — Mehrere andere nahzugehörige Formen nennt das EtymoL 
Magn. noch an einer anderen Stelle (69, 49): dXoixog, 6 afiagxwkog . . . 
xa\ dkolxaiy xotval afiagxiai xal ddixlai* xal akoixeveiv, 

Nebenform zu dkelxrj-G yFrevler 4 (Seite 308) und mit ihm zu dkix- : aki- 
xeiv ,durch Frevel beleidigen oder verletzen 4 (Seite 303) gehörig. Das 
Vocalverhältniss wie in dkotq>tj ,SaIbe, Oel, Fett 4 neben akup- : dkelqpetv 
bestreichen 4 (Seite 304). 
dXoi^tö-g ,Anstrich 4 . 

Soph. Bruchst 66: Maoievg dXoipog (aus Etym. M. 69, 42: dXoipdg* xdg 
Xgloeig xal xag InaXeiipeig akoipovg l'keyov. 2oq>oxXrjg K Maoievg dXoi/Aog'. 
Statt des von Hesych aus Sophokles angeführtem ckoifia ,Maueranstrich 4 
(XQlOfia xoix<*>V' 2oq>oxkrjg 'Axoioltp) will Nauck auch dXoi/uog lesen. 



310 Griechische Etymologie. 

Zunächst zu vergleichende Bildungen sind kot/no-g ,Seuche' (II. 1, 61) 
und wohl auch olfto-g ,Weg, Streifen' (IL 11, 24), das aber in der Betonung 
abweicht. Die zu Grunde liegende Verbalform wird enthalten sein in 
akl-veiv bestreichen' (Seite 306). Dazu gehört auch wohl altbulg. loi ,Talg, 
Fettf nebst lyati ,giessen'. 

dkteiv 7 sich in aufgeregter Weise bewegen, ausser sich sein' ; später ,sich in 
unbehaglicher Stimmung befinden, sich langweilen, sich massig umher- 
treiben'. 

Bei Homer 5 mal 11.5,352: wg %(pa&\rj <T dkvovo* dfteßrjoezo, Tel- 
qbxo <T alvfoQ (von der verwundeten Aphrodite). II. 24, 12: %o%h d' oq&oq 
avaarag divevox* akvwv Ttaoa &iv* akog (Achilleus). Od 9, 398 : %6v (ükv 
(den glühenden Balken) hvea' eßoixpev cucb ßio %bqoIv akvwv. Od. 18, 
333 = 393: tj dkvetg, ort FIqov ivlxrjoag %bv dhJTt]v] Aesch. Sieben 391 : 
xotaw akvwv talg vneqxoitoig oayaig ßo% tvoq ox&aig rtoTapiaig. Soph. 
Phil. 174: dkvei ö' ittl navxl %w %Qslag lovanivw. Soph. Phil. 1194 : 
ovzoi vefteoqtov, akvovra xeiixeoLn* kvrta xal naoe vovv &ooeiv. Soph. 
£1. 135: läti p cS<T cckveiv, aiai, Uvov/tiai. Alexis (bei Athen. 6, 237, D): 
el&* di fiiv €V7tooovfi€v, ot <T akvofiev. — PlutAnt51: ßoadvvovorjg 
adrjfiovtov ijkve, %a%v filv elg %6 nlvetv xal /tiedvaxeoftat didovg iavtov. 
Plut Born. 5 : 6 vewxoQog %ov 'Htjaxkiovg dkvwv, iog Soixev* dnb oxokrjg. 
Luk. dial. marin. 13, 1 : f\ de tceqI tag ox&ag dkvovoa. Ael. var. hißt 14, 
12: o%t o JleoOtov ßaatkevg 6doi7toQuiv 7 %va nr\ akvr) (wohl ,sich lang- 
weile'), yikvQiov efye xal iiaxaioiov, %va £h] tovzo. — Dazu: akv-g Un- 
behagen, Beschwerlichkeit, Langeweile'; Plut. mor. 603, E: avr t q de . . . 
inaviaeiev (nämlich av %i\v tvxtjv), Sti xbv nokvv akvv xal iSifxßov iav- 
%ov xal nkdvag iv dnodrjiulaig . . . neoiekovoa. Plut mor. 274, E : %a 
yvfivdaia xal rag nakaloroag, nokvv akvv xal oxoktjv kvxexoiaag talg 
nokeai xal xaxoaxoklav. 

Da nur präsentische Formen begegnen, ist der Verbalstamm nicht mit 
voller Sicherheit anzugeben, aber man darf zunächst wohl an das ange- 
führte akv-g, das freilich erst spät auftaucht, als unmittelbare Grundlage 
denken. Das innere v ist bei Homer meist (II. 5, 352; 24, 12; Od. 18, 333 
-• 393) verkürzt An vergleichbaren Verbalbildungen sind zu nennen 
dozveiv ,zusammenfügen, bereiten' (Seite 275), aoveiv ,schöpfen' (Seite 264), 
avvetv ,vollenden' (Seite 199). Da neben akveiv auch die Schreibungen 
rtkv€iv und akvleiv vorkommen (La Boche hom. Textkr. S. 186 und 187), 
liegt die Vermuthung nah, dass die zu Grunde liegende Verbalform ur- 
sprünglich consonantisch und wohl mit dem Zischlaut anlautete. 

dktieiv , vermeiden, ausweichen', siehe dkieiv, alt akißeiv ,abwenden' 
(Seite 294). 

*dU)x- ,in Unruhe und Angst gerathen, beängstigt werden'. 

Hippokr. 2, 612: y yvvi] ... akv^et %e xal cSlxpei iwvrrjv akkove xal 
äkkote, xal keifto&vfirjoet. Qu. Sm. 13,499: ?} <T akdkvxxo qyevyovo* ix 



Griechische Etymologie. 311 

noXäfioio xal ix nvoog. 14, 24: rteoizoofiiieoxe 81 yvia, xal XQadlrj aXd- 

Xvxxo <f6ß(p. 

Dazu: dXvxrj ,Beängstigung*; Hippokr. Aphor. (Ermerins 1, 454): dXi- 
xtjv, z&oiAriv, q>glxrjv dlvog laog ioy ntvofxvog Xvei. — dXvxxiea&at ,in 
grosse Angst gerathen*, das aus dem Perfect aXaXtxvripai ,ich bin in 
grosser Angst* zu entnehmen ist; nur IL 10, 94: alvwg ydo Javaßwv neoi- 
diößia, ovöi /hol tjtoq h'/xuedov, dXX* dXaXvxrrjftai, XQCtölt] di /hol %%u> 
oxri&wv bc&Qwoxei, Toopiei d 1 vno (paidifia yvia. — dXvxvd^eiv ,in Angst 
sein'; nur Hdt 9, 70: ol dh ßdoßaooi ovdkv eu ozUpog i7toirjaavTO 7te- 
aovrog %ov veixeog, ovöi xig avrcov dXxrjg ifiifivrjTo, dXvxraCfiv re ola iv 
oXly(fi x^QV rt£<poßr]ii4voi %b xal noXXal (ÄVQiddeg xareiXrjftivai dv&QüJTtwv. 

Das anlautende d wird man als jünger entwickeltes ansehen dürfen, 
wie in dXiq>- ^bestreichen* (Seite 304) und sonst Weiterer etymologischer 
Zusammenhang aber ist noch nicht klar. Die beiden angeführten abge- 
leiteten Verbalformen weisen zunächst auf eine durch suffixales xo ge- 
bildete Nominalform, wie zum Beispiel auch nvoaxt&eiv ,im Feuer glühend 
machen* (Od. 9, 328) und iXaxxieiv ,bellen* (IL 18, 586), oder Fgmxdtßtv 
,hin und herwerfen* (IL 14, 257; zu $imo-g ,geworfen* Soph. Trach. 357) 
und dyvotdCeiv gammeln, zusammenbetteln* (Od. 19, 284). 
äXvxrojtiÖT] ^unauflösliche Bande,' 

Hes. Theog.521 : drjae ö* dXvxTOfziörjat, nooprj&ia rtoixiXoßovXov deo/aolg 
aoyaXioiov fiiaov öid xlov* iXdooag. Anth. 12, 160: dvlrjv otow, xal x a ~ 
Xenrjg äeofiov aXvxxonidrjg. Paut Silent 6 (in Anth. 5, 230): ola ze x<zA- 
xelfi oq>tyx%bg aXvxrorteörj. 

Mit niörj ,Fessel* (IL 13, 36) als Schlusstheil begegnen mehrere Zusam- 
mensetzungen, wie ioro-7z4dr] ,Mastfessel, Masthalter* (Od. 12, 51 — » 162), 
yvto-fcidr] ,Fussfessel* (Pind. Pyth. 2, 41 : h d y dcpvxtoioi yvionidaig ne- 
owv. Aesch. Prom. 168), x^Qo-7cidrj ,Handschlinge* (Diod. Sic. 20, 13, 1), 
dovi&o-fziörj ,Vogelschlinge* (Paut Silent. 4 in Anth. 9 , 396) , oio-7tidi] 
,Fussbinde** (Erinagor. 4 in Anthol. 7, 401). Das vorgesetzte aXvxxo- ,un- 
auflöslich* (?) wird sonst nur von Lexikographen, wie Suidas (aXvxrov • %6 
ayvxxov) angeführt: es wird gebildet sein wie a-q>vx-to-g ,unentfliehbar* 
(Pind. Pyth. 2, 41) und andere ähnliche Zusammensetzungen, die in ihm ent- 
haltene Verbalgrundform aber ist nicht mit Sicherheit festzustellen. For- 
mell möglich wäre Zusammenhang mit altind. rüg- ,zerbrechen* (RV. 10, 
89, 6: rugdti sthird'ni ,er zerbricht die Festen*), von dem unter anderem 
auch ausging ä-rug-na- ,unzerbrochen* (RV. 6, 39, 2 : rüg dt drugnam vi 
vcUdsja sänum ,er zerbrach Valas' unzerbrochenen Rücken*). 
dXvxQö-q ,warm*. 

Nik. Alex. 386 : tqi öh av noXXdxi fdiv yXdyeog nootv, aXXote (ilyöqv 
fcla yXvxv velpeiag aXvxooteoov dendeoai. 

Eine ganz entsprechende Bildung liegt vor in &aXvxo6s ,heiss, hitzig* 
(Agathias in Anthol. 5, 220: ei xal vvv noXtr\ oe xarevvaoe, xal %6 &aXv- 
xqov xelvo xarrjpßXvr&T] xivtQov iQiofiavit]g) 7 weiterhin aber bietet sich 



312 Griechische Etymologie. 

zum Beispiel auch <paXaxQo-g ^kahlköpfig* (Hdt 3, 12) zum Vergleich. — 
Nächster Zusammenhang besteht offenbar mit aXia , Wärme' (Seite 296). 
äkvöi-q ,Kette'. 

Hdt 9, 7 : 2wq)dvt]Q ... Ix tov Züxjttjqoq tov &ojgr^xog IcpoQee xakUß 
aXvoi dedefiivtjv ayxvgav oidtjQirjv. Thuk. 2, 76 : dtpUoav rrjv doxov %aXa- 
Qccig Talg aXvaeoi xal ov dia %eiQog exovreg. Thuk. 4, 100: in axQav 
(nämlich xBQaiav) XdßrjTa xe ijQxrjoav aXvoeoi. 

Wie beispielsweise avvoi-g ,Vollendung' (IL 2, 347 ; Od. 4, 544) auf avv- 
eiv ^vollenden' (Seite 199), so führt aXvot-g zurück auf ein *ctXv-eiv fin- 
den' (?), das noch nicht weiter deutlich ist Der mehrfach angenommene 
Zusammenhang mit <Uw- : aXwvcu ,in Gefangenschaft geraihen' (Seite 301) 
st von niemandem in überzeugender Weise begründet 
dXüöö-siv (aus *dXtx-jeiv?) ,wild erregt sein' (?). 

Nur IL 22, 70 : avxov o*' av nvfuxTov pe xvveg Ttgiorfloi &uqj)Oiv lofirj- 
otal Feqiovoiv ... oi x ipov al/na movxeg, aXiaoovxeg tzeqI Sv^(p, 
xeloovx' h izqo&vqoioi. 

Dunkler Herkunft Schwerlich zu dXvx- ,in Unruhe und Angst ge- 
rathen' (Seite 310) gehörig. 
äXvööo-v, eine Pflanze (Farsetia clypeata), die gegen die Hundswuth ge- 
braucht wurde. 

Diosk. 3, 95: aXvoaov . . . q>Qvydviov kaxi (iovoxavXov, vtzotqoxv, qjvXXa 
%%ov axQoyyvXa . . . (pvexai h Sqetvolg xal xQa%&oi xonoig. Tavxtjg xo 
aqiiiprjfjia no&kv Xvypovg xovg dl%a nvQexov Xvei . . . doxei öi xal Xvaaav 
xvvog läo&ai. 

Die letztere Bemerkung erklärt die Bildung des Wortes. Es wird aus 
a>- (c-) ,un' (Seite 185) und Xvooa ,Wuth' Hundswuth* (Xen. Anab. 5, 7, 26) 
zusammengesetzt sein. 
dXtiax-siv ^vermeiden (entgehen, sich entziehen)'. 

Od. 22, 363: /c£7cxr]u>g yctQ hceixo vnb &qovov, dficpl dk diQfta Fiaxo 
ßoFog vefodaqxov, aXvaxwv xtjqo piXaivav. 11.10,371: ovdi ae qttjftl 
dfrjQov ifirjg dno %etQog dXv^ifJLBv alnvv oXe&Qov. IL 11, 476: xov fiiv 
x* ijXv^e Tcodeooiv cpevywr. Od. 8, 353: et xev "AQt\g oX%ovto XQiog xal 
deofiov aXv§ag. IL 8, 243 : avxovg drj tcbq %Faoov inexcpvyieiY xal aXv£ai. 
IL 22, 201: wg o xov oi dvvaxo fuxQipai noolv old* og aXv^ai. Od. 22, 
460: ßelXeov iv oxelvei, o&ev ov mag rjev dXvj;at. — Dazu aXv^t-g 
,das Vermeiden, Entgehen'; Aesch. Agam. 1299: odx 1'oV aXvgig. IL 22, 
270: ov toi $x* IW vn-dXv^ig, atpaq di oe IlaXXag 'Axhjvrj fy%u ifup 
dajudq. 

Der Vergleich von Formen, wie Xdaxovxag (aus *Xdx-oxovxag) ,ertönend' 
(Aesch. Ag. 865) neben %Xaxov ,sie ertönten' (Aesch. Sieben 153), deidioxo- 
fievog (aus *deidixox6fi€vog) ,begrüssend' (Od. 3, 41) neben deixavotorxo 
,sie begrüssten' (II. 15, 86) und auch didaoxifiev (aus *dida%axiiiev) be- 
lehren' (H. 23, 308) neben diöax*'] ,Lehre' (Hdt. 5, 58), macht durchaus wahr- 
scheinlich, das» neben den angeführten Futur- und Aoristformen (dXv£i(iev 



Griechische Etymologie. 313 

dXv^ai) und dem nominalen aXv£i-g auch dXvaxeiv zunächst aus einem 
*dtäxoxeiv hervorgegangen ist, also auf einer Verbalgrundform aXvx- be- 
ruht Die aber ist nicht weiter zu belegen. Ob ihre unmittelbare Zu- 
sammenstellung mit aXiea&ai, alt aXiFeo&ai, ausweichen , vermeiden' 
(Seite 294) das Rechte trifft? 

dXvö&aiveiv ,sich unbehaglich fühlen, unglücklich sein' (?). 

Nik. AI. 141: aXXoz* dXvo&alvoni no&hv ydXa nlov ägrj&i. Nik. ther. 
427: kv 6k voov nedowatv cXva&alvov%og aviat ix&opevai. — Dazu a- 
Xvo&fialveiv ,sich unbehaglich fühlen, unglücklich sein' (?): Eallim. 
Del. 212: . . . Teigopivrj' votiog 6k did xQodg eggeev Xdgwg. eine 6* d- 
Xvo&fiialvovoa, ' %l nijxiga xovge ßagvveig') 

Der Bildung nach zu vergleichen mit oXio&alveiv ^gleiten' (Plat Lys. 
216, D: di-oXio&alvei ^entschlüpft', Arist. h. an. 7, 18: an-oXio&alvei\ 
während dXvo&palveiv ganz ähnlich gebildet ist wie do&fiaiveiv ,schwer 
athmen, röcheln (II. 5,585; zu ao&ftat- ^schweres Athemholen' Seite 184). 
Vielleicht gehören die Wörter unmittelbar zu aXveiv ,ausser sich sein', 
,sich in unbehaglicher Stimmung befinden' und es Hesse sich denken, dass 
dieses etwa zunächst aus einem *dXvo-jeiv hervorgegangen wäre. Un- 
mittelbar daran würde sich dann auch schliessen aXvopo-g ^Beängstigung' ; 
Hipp. 2, 625: *f 6h %oXu6el %a xatafirjvia rjv fyxijxat, dXiyotpvxlt] tp- 
nlmei) xal anoaivlrj aXXore xal aXXore xal aXvopog xal aygvnvlrj. Hipp. 
2, 781: Xi7codvfilrj, aXvapol re xal negapv^ieg xal l6giog novXvg. 

dXetieiv ^abwenden', siehe aXieiv, alt dXißetv ,abwenden* (Seite 294). 

äXovQyiq- ,mit Meerpurpur gefärbt, echt purpurn gefärbt'. 

Aesch. Agam.946: xal toiadi (jl i(4ßalvov&' aXovgyiatv (,Purpurteppiche') 
&e<Lv, firi zig nqooui&ev oppaiog ßdXoi q>&6vog. Plat Phaed. 110, C: trjv 
fihv (nämlich yrjv) ydg dXovgyrj elvai xal S'avfiaazrjV %b xdXXog. Arist 
Farben 4, 21 : dXovgyhg %fj nogyvgq (nämlich ßdmexai). Herakleid, bei 
Athen. 12, 51 2, B: ccXovgyij fihv ydg y/urcioxorvo Xpdxia (nämlich die Athener). 
— Nebenform aXovgyog. Plat Staat 4, 429, D: ol ßaq>eig, krcetdav ßov- 
Xt]&(juoi ßaipai %Qia aar* elvat dXovgyd. 

Kein ganz verständliches Wort. Es scheint zusammengesetzt aus aX- 
,Meer* (Seite 289) und demselben Schlusstheile, wie er zum Beispiel vor- 
liegt im homerischen tv-ßeoyig- ,gut gearbeitet (II. 5, 585 = 13, 399): aber 
so würde sich etwa die Bedeutung ,im Meere gearbeitet* oder ,mit dem 
Meere gearbeitet* ergeben, die doch wenig zutreffend erscheint Oder ge- 
hört der Schlusstheil möglicher Weise zum altind. rag : räjjjatai oder 
rdgjati ,es färbt sich, es röthet sich', causativ ragäjati ,er färbt, er röthetf, 
das im Griechischen aber sonst nur in ungewöhnlicheren Wortformen ver- 
treten ist, wie $4y t uat- ,Farbe* (Hesych: ^iy/uara' %a ßdppata) und $o- 
yev-g ,Färber* (Hesych: Qoyeug' ßaq>evg)? Es würde sich dann die Be- 
deutung ,meerfarbig* ergeben. 

äXXd ,aber*, ,sondern', ,ausser, als*; oft beim Imperativ (bei dem man plötz- 
lich zu etwas ,Anderem' übergeht). 



314 Griechische Etymologie. 

IL 1, 24 : $v& ' aXXot phv ndvreg inevqjrjfirjoav IdxaiFol . . aJUL' ovx 
AtQeFldj) Idya/Aiftvori Fdvdave \h>[i<p. — IL 1,94: oZx* ao* o y ev%<a- 
Xfjg inifi4fiq>erai ov& y bunofißrjg, dXX' eWx' dorjTijoog. — IL 21 , 276: 
aXXog d' ov %ig fiot xooov aixiog ovQavuivuv , dXXd q>lXrj ft^rrjQ. — IL 
1, 32: aXV l&i. IL 1, 210: aXV aye Xr)y' IqiAog. 

Goth. alja ^ausser*; Mark. 9, 8: ni thanaseiths ainnohtm gasehvun, alja 
lesü ainana ,aXXd %bv 'Iijoovv povov'. Als Präposition erscheint es Mark. 
12, 32: nist anthar alja imma ,nXr)v avjov 1 . 

Armen, all ,aber*, ^sondern' (Hübschm. arm. Stnd. 18). 

Durch das Gothische, in dem altes auslautendes kurzes a abzufallen 
pflegte, wird die ursprüngliche Gedehntheit des auslautenden a wahrschein- 
lich gemacht Andere adverbielle Formen auf er sind drd ,in die Hohe, auf, 
an 4 (Seite 187), Svra ,entgegen, gegenüber' (Seite 203) und neben diesen 
schon genannte. Bei der unmittelbaren Zugehörigkeit zu aXXo-g ,ein andrer' 
(siehe etwas spater) bleibt die verschiedene Betonung beachtenswert. 
dXXdßr]q, ein Nilfisch; auch dXdßr^g geschrieben. 

Athen. 7, 312,A: NeiXqioi (T elalv i%9veg . . . 6%VQvy%og aXXdßrjg oiXov- 
Qog. Strabo 17, 823: i%&veg d* iv rqi NeiXy . . . yviüoifMuraroi öi 6 %e 
b^vQvyypg xal 6 Xertiöwtog xal Xdvog xal aXdßrjg. 

Wahrscheinlich ungriechisch. 
dXXdoaeiv verändern, vertauschen 4 . 

IL 13, 359: toi d' soidog xQaxeorjg xal opoitoo rnoXiftoio iteioaQ in- 
-aXXdgavreg (abwechselnd'?) in o^KporiQotai vdwooav. Aesch. Prom. 
967: Trjg orjg Xavoelag %i)v 1(at}v dvortoa^lav . . . ovx av dXXd^ai^i iyu. 
Pind. Isth. 3, 18: alwv di xvXivdopiivatg apioaig aXX* aXXoz* i§-dXXa£ev. 
Pind. Nem. 11, 38: do%aiai ^' aoetal dfiqyigovr' dXXaaaofievac yeveaig 
avdoiiSv o&ivog, Hdt 7, 152: el itdvxsg av$Qvmoi%d olxrjia xaxd ig pi- 
aov ovvevelxeiav c XXd^aa&at ßovXopevoi xoioi nXrjeloioi. Hdt 8, 84: 
ov/nnXaxeiorjg öi Trjg vebg xal ov dvvafiivwv dn-aXXayf(vai. 

Wie (jLaXdooeiv (zunächst aus *fiaXdxjeiv) ,erweichen, besänftigen' (Soph. 
Aias 594) auf fiaXaxo-g ,weich' (IL 2, 42) und fiaX&dooeiv (aus *fiaX&dx- 
jBiv) ,erweichen, besänftigen' (Aesch. Prom. 379) auf ttaX&axo-g ,weich, 
schwächlich' (IL 17, 588) zurückführt, so beruht dXXdooeiv (aus *dXXdxjeiv) 
auf einem muthmaasslichen *aXXaxo-g ,ein anderer", das in der selben 
Weise aus aXXo-g ,ein andrer* (siehe Seite 315) gebildet wurde, wie 
altind. anjaka-s ,ein andrer, ein fremder' (RV. 8, 21, 18; 7, 39, 1) aus an- 
jd-s ,ein andrer* (RV. 1, 52, 13; 1, 125, 7). 
dXXävr- (dXXäg) ,Wurstf. 

Hipponax Bruchst 48 : eig axoov € ihaav , wotcbq dXXarta tpvxwv. Ar. 
Ach. 146: i]Qa (payeiv aXXävtag i§ Idrcatovoluv. Ar. Kitt 161: ov nXv- 
vetv i$g tag xoiXlag rcwXeiv re tovg dXXdrtag. Eubulos (bei Athen. 14, 
622, F); yevüßydXiOTai oepvog aXXävrog %6\iog. 

Wie rifiirjrt- ,mit Ehre (T'prj IL 9, 498) versehen, geehrt* (II. 18, 475; 
dafür TifiäevT- Pind. Isthm. 3, 25) aus einem alten tiiirj-ßevr- (LM. Gramm. 



Griechische Etymologie. 315 

2, 606) hervorging, so wird aXXavx- aus einem alten dXXäfevr- entstanden 

sein und zuerst bedeutet haben ,mit *dXXä versehen'. In sehr kühner Weise 

hat man dabei an lat allio-m ,Knoblauch' (Plaut Poen. 1314) denken wollen. 

äXXeö&ai ,springen', siehe: al- : äXXeo&at springen' (Seite 290). 

dXXo-q (aus *aXjo-g. Kyprisch aiXcov — SXXwv, Collitz 1, S. 29) ,ein anderer*. 

Ueberall häufig. IL 1, 174: nag' ijuol ye xai äkXoi o% xi pe Ti/Atjoovou 
IL 2, 1 : aXXoi ftiv <$a &eol re xai avigeg IrtTtoxoQvaval evdov 7cavvvxioi, 
JtFa d y ovx }%£ vrjdvfiog vnvog. IL 2, 80: el pi* vig rov oyblqov 'Axaifäv 
aXXog %vL<meY. 

Lat. alio- (alius) ,ein anderer* (Enn. Sota 3 : aIxus in mart vult magno 
teuere tonsam). — Osk. allo ,eine andre'. 

Altir. alle ,ein andrer* (Zeuss 173). 

Goth. alja-\ der männlichgeschlechtige Nominativ ist nicht belegt, konnte 
nur aljis lauten. Gal. 5, 10: thatei ni vaiht aljis (gen.) kogjith, Sri ovöhv 
aXXo qtQovrjoere. — Ahd. ali-lenti, eli-lendi ,in anderem Lande befindlich, 
in der Fremde befindlich 1 ; nh<L e-lend. 

Slav. und litt erloschen. 

Arm. ail ,ein andrer'. 

Die oft wiederholte Zusammenstellung mit altind. anjä-s ,ein andrer* 

(BV. 1, 52, 13; 1, 125, 7) und altbaktr. anja- anderes' hat immer einiges 

Verlockende, muss aber doch als sehr bedenklich bezeichnet werden, da 

altind. n kaum irgend wo sonst durch griechisches X wiedergespiegelt ist 

dXXöxoro-q 'anders beschaffen, ungewöhnlich, widerwärtig'. 

Soph. Phil. 1191: %L §&%ovxsg dXXoxoTip yvvifia twv ndqog 9 d>v ngov- 
q>atv€Q) Thuk. 3, 49: vrjg fihv nQoxiQag veatg ov anovöjj nX&ovor\g iftl 
ngdyfia dXXoxoxov. Plat Theaet 1 82, A : Xatag ovv fj 7touovt\g a\ia aX- 
Xoxorov re (palvetai ovo^a. Plat Hipp. maj. 292, C: %va fifj uqbg ah Xiym 
<$i^u error, 61a kxelvog eig ifih iget, yaXend %e xai dXXoxora. Plat legg. 
5, 747, D: oi (iiv y£ itov dia itvev\iaxa navroia xai di y elXrjoeig aX- 
XoxotoI %* elol xa\ halotoi avrwv. 

Offenbar zusammengesetzt mit aXXo-g ,ein anderer 4 (siehe oben) und dem 
Schlusstheile -xoto-, der auch noch enthalten ist in veo-xoro-g ,von neuer 
Beschaffenheit, ungewöhnlich' (Aesch. Sieben. 804 ; Aesch. Pers. 257), InL- 
-xoxo-g feindselig' (Pind. Bruchst 109 ; Aesch. Prom. 162; 602; Aesch. Sieben 
786; Aesch. Ch. 628; Soph. Bruchst. 393) und naXly-xoro-g feindlich ge- 
sinnt (Pind. OL 2, 22; Pind. Nem. 4, 96; Aesch. Agam. 571; 863; 874). Bei 
dem hergebrachten Gedanken an xoto-q ,Groll, Hass' (IL 1, 82; 13, 517) in 
diesen Zusammensetzungen ergiebt sich eine wirkliche Erklärung zum Theil 
nur in sehr gezwungener Weise. 
&Xlojti7]-g, ein Fischname. 

Numenios (bei Athen. 7, 326, A): axovlag xiyxdXovg re xai aXXo7tlrjv 

TQOLXOVQOY. 

Dunkler Herkunft Ob etwa zusammenhängend mit eXXort- } ein Fisch- 
name (Arist h. an. 2, 56 und 68)? 



316 Griechische Etymologie. 

äXZÖTQio-q ,fremd'. 

IL 5, 214: ovrix' instv* an Ipeio xdgrj rd/doi aXXdtQiog <pwg. IL 20, 
298: fiaip evex' dXXoTQltov d%iü)v. Od. 1, 160: FqbV inel oXXotqiov 
ßloxov vrjnoivov Mdovoiv. 

Schliesst sich unmittelbar an aXXo-g ,ein anderer' (Seite 315), steht aber 
seiner Suffixbildung nach, wie es scheint, ganz vereinzelt Das ableitende to 
(LM. Gramm. 2, 444 ff.) erscheint in ihr mit einem einfacheren Suffix tqo 
{tra) verbunden, wie es zum Beispiel in Adverbialbildungen wie altind. 
anjdtra janderswo* (RV. 10, 86, 2) und lat aliter (aus *äljotro?) ^anders 4 
(Plaut Asin. 700) enthalten ist Dass mit diesem zgo (tra) das zweisilbige 
t€qo (tara), wie es in rjjuireQo-g ,unser* (IL 1, 30; 2, 136), ifiirego-g ,euer 
(IL 5, 686; 8, 455) und sonst entgegentritt, im Grunde das selbe ist, kann 
man nicht wohl bezweifeln. 
dXXodajzö-q ,anderländisch, fremd 4 . 

IL 3, 48: pix&BtS dXXoda7coiai yvvalx hvFeidi' avrjyeg. IL 16, 550: 
Inei ocpiaiv Ugpa noXtjog eoxe, xal aXXodanog neQ loiv. IL 19, 324: o <P 
aXXodanqi ivl ärjf4(p eivexa §iyßöavijg FeXivrjg TqumjIv nroXefil^cü. 

Schliesst sich auch an SXXo-g ,ein anderer 4 (siehe oben) an, der Schluss- 
theil aber ist seinem weiteren Zusammenhange nach nicht deutlich, ob- 
wohl er noch mehrfach begegnet, wie in xriXedano-g ,fernländisch, fern 
gelegen 4 (IL 21, 454 und 22, 45: vtjowv . . . Trjkedarcawv. Od. 6, 279: av- 
öqwv rrjXeöanwv), 7ioda7i6g ,aus welchem Lande stammend 1 (Aesch. Ch. 
575), onodano-g ,was für ein Landsmann 4 (Hdt 9, 16), nartodano-g ,von 
allerlei Art, mannichfach 4 (Hom. hymn. Dem. 402; Aesch. Sieben 357), fjn*- 
öa7to-g ^unserem Lande angehörig, inländisch 4 (Ar. Fried. 220). Bezzenberger 
(4, 337—341) sieht in dem inneren <J das alte Kennzeichen des ungeschlech- 
tigen Nominativ-Accusativs der Pronomina — zu denen doch rrjXe ^ern 4 
(IL 8, 14; 10, 153) in keiner Weise gezogen werden kann — und stellt 
-cuto- unmittelbar zu altind. -anc- ,gewandtf in pdränc- (aus *pärä-anc-) 
,f ortgewandt , abgewandt 4 (RV. 1, 164, 19) und arvänc- (aus *arva-awc-) 
,ferngewandtf (RV. 1, 34, 12; 1, 137, 3; 1, 164, 19) und zu lat -inqvo- in 
longinqvus ,entfernt' (Enn. ann. 401) und propinqvus ,nah* (Plaut Truc. 
499), eine Erklärung, die wohl auf den rechten Weg weist 
äXlr^Xo- (nur in pluralischen oder auch dualischen Casus, doch nicht im 
Nominativ, gebräuchlich) ^einander 4 . 

Schon bei Homer sehr häufig. IL 2, 151: toi d* aXXrjXoioi xiXevov. IL 
3, 155: Frjxa nQog dXXijXovg Pinea nTBQoFert' dyogevov. IL 5, 274: tag 
ot pthv roiavra nQog dXXtjXovg dyoQevov. IL 16, 768: a% %e ngog dXXrj- 
Xag sßaXov Tavvrjxeag ttpvg. IL 13, 708: wg %w JtaQßeßadve ptaX 9 IVrra- 
aav dXXrjXouv. II. 5, 452: d[tq)l ob FeidwXq) TgiZeg xal dioi ' iyaiSoi 
dfjovv dXXrjXwv aftg>i arijd'eaai ßoFelag aanldag. Od. 16, 423: ovd* oalrj 
xaxa §a7tti(4ev dXXrjXoiaiv. IL 6, 3 : noXXa d* Sq' $v&a xal !W i&vae 
fxdxrj nedioto dXXijXwv l&vvofxivwv %aXxriQea dogßa. 

Gehört nicht in das Gebiet echter Zusammensetzungen, sondern kann 



Griechische Etymologie. 317 

nur durch Verschmelzung ursprünglich frei neben einander sich bewegen- 
der Wörter entstanden sein, und zwar, da an der Verbindung von aXXo~g 
,ein anderer* (Seite 3 1 5) mit sich selbst nicht zu zweifeln ist, wie zum 
Beispiel auch das Altindische ganz ähnliche Verbindungen hat in den nach- 
vedischen anjaurnja- (aus anjd-s ,ein anderer* + anjd-) und paras-para- 
(aus pära-s ,ein fernerer* + pdra-) ,einander*, in der Regel aber der erste Theil 
der Verbindung als der im Satz regirende, der nominative, gedacht wird, 
etwa aus aXXog + aXXov, SXXot + aXXovg, aXXog + äXXov, äXXot + aXXwv 
und so fort Die formellen Schwierigkeiten bei diesen Verbindungen meint 
Brugmann (,der Ursprung von dXXrjXwv' in Jahns' Jahrbüchern 135, Seite 
105—109) zu beseitigen, indem er weiblichgeschlechtige SXXä + aXXäv und 
ungeschlechtige Skia + äXXa als Ausgangspuncte ansieht, aus denen zu- 
nächst dXXaXXäv und aXXaXXa und weiter mit Vereinfachung des Conso- 
nanten neben dem gedehnten Vocal dXXaXäv und äXXäXa und daraus dann 
die in allgemeinen Gebrauch gekommenen aXXäXo- (Pindar Pyth. 4, 93 
und 223: aXXaXoiai) und dXXrjXo- entstanden seien. 
äXXix- (aXXi§ ,Oberkleid für Männer*. 

Kallim. Brachst 149: aXXixa xQvoeijjOtv teoyopivtjv Ivirtjoiv. Euphorion 
bei Hesych (aXXi£ m xltwv xeLQidunog, nagd Euqyoglwvi). Hesych führt 
noch an: aXXtxa' xXativda, rcogcpvgav. Etym. M. 68, 34: aXXil; . . . otjfiai- 
vei di xatct QexxaXovg rrjv %Xaiivda . . . orjiiaivei ob xal iti?t6g7Cf]tia 7 ol 

Ök TtOQCpVQClV. 

Dunkeln Ursprungs. Dem Suffix nach zu vergleichen mit aXix- ,Spelt- 
graupen' (Seite 303). 
&X-*.- ,abwehren*, ,beistehen*, verbal lebendig nur im reduplicirten Aorist 
aXaXxelv, dem in späterer Zeit auch vereinzelte präsentische (Qu. Smyrn. 
7, 267 : dXoXxovoiv) und futurische ( Ap. Rh. 2, 235 : dXaXxrjaovoiv) Formen 
nachgebildet wurden. 

Bei Homer an folgenden Stellen: IL 23, 185: aXXd xvvag /uh aXaXxe 
JiFbg &vydxijg l^tpgoölxrj. IL 17, 153: rvv <T ov Fol dXaXxifievai xvvag 
hXrjg. IL 19, 30: rq fth lyd> 7teigijou) dXaXxipev aygia q>vXa } ftviag. 
11.21,548: O7t(og &avdxoio ßagelag xrjgag dXdXxoi. 11.21,138 = 250: 
OTtwg . . . Tguteooi di Xoiyov aXdXxoi. 11.21,539: Tgoiuv ha Xoiyov 
aXdXxoi. Od. 3, 237: &dvaxov iihv opoliov ovdi &eol rteg xal cplX(p cvögl 
dvvavxai dXaXxipev. Od. 10, 288: (pdgiiaxov . . . ö xiv tot xgaxbg aXdX- 
xrjacv xaxbv ypag. Od. 4, 167; oi xev xaxd dfjfiov dXcXxouv xaxoxrjxa. 
Od. 13, 319: omag xi /hol aXyog dXdXxoig. IL 9, 605: ftroXefiov neg aXaX- 
xwv. — IL 22, 196: €i 7twg Fol xad'vneg&iv dXc'Xxoiev ßeXieooiv. — Dazu: 
dXxd&eiv ,helfen'; Aesch. Brachst 411 und Soph. Brachst 905 (aus 
Bekk. an. 383, 31 : dXxd&w xal dXxd&etv. 2og>oxXrjg xal AloxvXog. ar\- 
iialvei dh %b ßorj&eiv). — dXxr\ ,Abwehr*, ,Schutz, Hülfe'; ,Wehrkraft, 
Tapferkeif; 11.21,528: avxdg vn avxov Tgweg aq>ag xXoviovxo neqtv- 
£6xeg } ovdi xig cXxrj ylvexo. IL 13, 48: oatioexe Xaßov y Ax<uFd>v dXxfjg 
tivrjoaftivw [irjök xgvegolo cpoßoio. IL 21, 478: ndgdaXig . . . dXXd xe xa\ 



318 Griechische Etymologie. 

n€Qi doQfi 7t€naQfiivrj ovx anoX^yu aXxi]g. 11.8, 140: tj ov yiyvdoxeig 
8 toi Ix Jtfbg ov% %ner 3 aforij] IL 15, 490: ßgela d* aQlyvanog JiFbg 
avÖQaoi ylyverai aXxrj. 11. 3, 45 : aXX' ovx %axt ßli) q>qeolv ovde vig ahaj. 
IL 17, 212: nkrjo&ev d* aga ßoi fiiXe ivrbg aXxfjg xal o&iveog. — aXx- 
, Ab wehr, Widerstandskraft ; nur im Dativ begegnend in dem V errschlusa 
dXxl nenoi&wg IL 5, 299; 13, 471; 17, 61; 728; 18, 158; Od. 6, 130. — 
aXxTrjg- , Abwehrer'; Od. 14, 531 und 21, 340: c£vv axorta, xvrwv ai- 
XTtjga xal avdgdv. H. 18, 100: iuev <T idißrjoev agijg aXxTrjga yevia&ai. 
IL 18, 213: dt xiv rcwg %vv vrjvolv ägrjg aXxrfjgeg ixumai. II. 14, 485: 
r(p xal xi ric evxerai avrjg yvunbv hvl (xeyagoiatY dgijg aXxTtjga Xirti- 
o&at. An der letztangeführten Stelle nähert sich die Bedeutung der von 
^Bacher' (= ,Abwehrer der durch Schädigung erlittenen Schmach'). — 
en-aX^c-g ^Brustwehr*; 11.12,258: xgoooag pkv nvgywv ßeovov, xal 
egemov irtdX&ig. IL 22, 3: xexXifxivot xahjjoiv irtaX^eoiv. 

Lat (nach Fick 2, 26) ulc-i&ä ,rächen' (Pacav. trag. 139: patrem ulcisä), 
alt auch ulciscere (Enn. trag. 184: nisi patrem . . . ulciseerem). 

Ags. ealgian ,schützen, vertheidigen'; Beov. 797 : volde freadrihtnes feorh 
ealgian ,wollte seines Herren Leben schützen'. — Die vermuthete Zugehörig- 
keit von goth. alh-s /Tempel' (Matth. 27, 5; 51, Mk. 11, 15; 16) beruht be- 
züglich der Bedeutungsentwicklung auf ganz unsicherer (Kombination. 
dXx£-a, eine Malvenart (Malva Alcea. Linng). 

Diosk. 3, 154: aXxia xal avrrj eläog ioTiv dygtag fiaXaxrjg, e%ovoa 
q>vXXa lnsQ%ioiiiva ngbg ra rrjg legdg ßordvrjg, xavXovg y f\ d', q>Xovv 
fyovTag xavvaßei 7taganXrjOiov' av&og fuxgov, Ipupegig $6dq). 

Gebildet wie Uta ,Weide' (11.21,350: -FZwai), mskia ,Ulme' (11.6, 
419: TtxeXiag) und ähnliche Formen. Gehört vielleicht zum vorausgehen- 
den dXx- abwehren, beistehen'. 
dXxri ,Elenthier'. 

Paus. 5, 12, 1 : oaoi di av&gtinwv xa du tov OTopaxog ig %6 kxrbg 
IXiqtaoiv h£io%ovTa bdovra twv \hjgliov elvat, xal ov xigara Tjyrjvrat, 
TOVTOig iorlv anideiv fihv kg Tag ahtag %6 kv KbXtixtj xhqglov . . . aXxac 
fihv yag xal xigara inl Talg 6q>gvoiv fyovoiv ol eggeveg, %6 ök \HjXv ov 
q>vei TonaqaTcaV Paus. 9, 21, 3: eon 6h aXxt] xaXovpevov &rjglov, eldog 
fxlv iXacpov xal xafirjXov pera-v, yivetai ök * Iv tj} KbXtwv. — Dazu sind 
anzuführen : Caesar Gall. 6 , 25 ; 27 : multaqve in eä (nämlich Hercyniä 
silvä) gener a ferärum nasci constat, qvae reliqws in lods visa nön sint; 
ex qvibus qvae maodme differant ab ceterfs et memoriae prodenda vide- 
antur, haec sunt . . . Swnt item, qvae appellantvr alces. hdrum est con- 
similis caprts figüra et varietds pellium, sed magnitüdine paulö antece- 
dunt, und Plin. 8, 39 : septentrio fert et eqvörwm greges ferörum, stcut 
asinönm Asia et Africa, praetereä alten juvencö similem ni pröceritds 
aurium et cervicis distingvat 

Offenbar ungriechisch und dem höheren Norden angehörig, also das 
ahd. elahoj elho, ags. ealh, mhd. eich ,Elenthier'. 



Griechische Etymologie. 319 

aXxaia ,Scbweif . 

Eallim. Brachst 317: dXxalag ayvooag. Ael. h. an. 5, 39: 6 Xiwv . . .rqi 
yoiv imovxi dv&ioxaxai xal ttjv dXxaiav iniaeiojv xal iXlxxcjv xaxa 
xwv nXevQwv elxa iyelgei iavxov. Ael. h. an. 16, 10: yivog 7ti&qxwv . . . 
r) dk ovqcc xaxa ttjv x(Sv Xeovxwv dXxaiav ioxL — Apoll. Rh. 4, 1612 und 
Nik. Ther. 123 steht dafür okxalrj. Zu der letzteren Stelle aber lautet 
eine alte Erklärung: yqdcpexai xal dXxaltjv xaxaxQrjoxixiSg' xvgliog ydo 
r) xov Xiovxog ovqcc dXxala xaXeixai, oxi ÖV avrrjg iavrov ircoxQvvei xal 
lyeloei eig dXxrjv. 

So wäxe es also die weiblichgeschlechtige Form zu dXxalo-g wehr- 
haft, tapfer* (Eur. Hei. 1152), was aber bezüglich der Bedeutungsentwick- 
lung doch noch eines bestimmteren Beweises bedürfen würde. 

äXxvöv- (aXxvwv), attisch aXxvov-, ,Eisvogel*. 

II. 9, 563 : ttjv dk [nämlich KXeorcdxQTjv] tot iv /ueydooioi 7ta%r)q xal 
noTvia y.y\Tt\q y AXxv6vr]v xaXieoxov ircvivvfiov^ ovvex 3 So' avTtjg firjxTjQ 
dXxvovog 7toXv7tev&iog olzov %%ovaa xXal\ oxe fuv ßexafeqyog dvr]q7taoe 
Qoißog uinoXXiov. Arist h. an. 8, 47: xal xo xwv aXxvovtav dk yivog 
naovdoov ioxiv. xvyxdvei <T avxdv ovxa ovo e'iörj. xal r) (ikv q>&4yyexat, 
xa&i^avovoa irtl tujv dovdxwv, fj d* aq>wvog' toxi <T avxTj ftel£wv m rov 
dk vtSxov d(jHpoteoai xvavovv fyovoiv. 9, 85: fj 8' aXxvwv %axt [tkv ov 
noXXqi fielen) oxqov&oV) xb dk XQwpa xal xvavovv %%ei xal %Xwq6v xal 
V7t07t6o(pvQOv. 9, 87: Cjj yaQ l%&voq>ayovoa. dvaßalvu dk xal dva xovg 
noxafxoig. 

Etymologisch dunkel. Die Suffixform scheint dieselbe wie in dXexxQvov- 
,Hahn' (Seite 296). Die geläufige Zusammenstellung mit lat alcedon- Eis- 
vogel* (Plaut. Poen. 356: tarn tranqvillam . . qvam mare ölimst, qvom ibi 
alcedo pullos edücit suös\ das doch auch in seinem Suffix sehr abweicht, 
ist nicht ohne Bedenken, da der anlautende starke Hauch von aXxvov- 
auf einen alten anlautenden Consonanten hinzuweisen scheint. 

äXjtvioro-q ,der erwünschteste'. 

Nur Pind. Isthm. 4, 12: ovo öi xot ^wag awxov fiovva Ttoi/ialvovTt xbv 
aXnvioxov evav&ei avv oXßw. — Dazu tn-aXitvo-g ,erwünscht* ; nur 
Pind. Pyth. 8, 84 : xovg ovxe vooxog SfidSg %7taXftvog iv Ilv&iddi XQl&rj. — 
aXnaXio-g ,erwünscht'; Hesych: dXnaXalov' dyajtrjTov, wo mit GCurtius 
264 zu schreiben sein wird dXnaXiov. 

Eine wegen Bewahrung des suffixalen v sehr auffällige Superlativform 
auf ioxo, die in genannter Beziehung aber übereinstimmt mit xiQrcvioxo-g 
,sehr erfreulich' (Eallim. in Etym. M. 753, 19: xio/cvioxoi dk xoxevot xo& 3 
vlisg). Vergleichbare Adjective sind ausser xeQrtvo-g ^erfreulich 4 (Tyr. 12, 
38; Theogn. 1067) noch oxiXizvö-g ,glänzend' (II. 14, 351), fioQyvo-g ,dunkel' 
(II. 24, 316), OfiteQdvo-g ,furchtbar* (IL 5, 742), uyvog ,verehrt, heilig 1 , ,rein. 
unbefleckt' (Seite 120) und zahlreiche andre (LM. Gramm 2, 188). Mit 
dXnaXio-g vergleichen sich aQnaXio-g ,gierig, hastig' (Seite 269), cgya- 
Xio-g ,beschwerlich' (Seite 275) und ähnliche Bildungen. — Nächster ety- 



320 Griechische Etymologie. 

mologischer Zusammenhang wird bestehen mit eXn-, alt Fein- ,hoffen' 
(IL 9, 371: ß&Xnexai. IL 1, 545: liti-ß&hteo ,hoffeO und lat volup vergnüg- 
lich' (Enn. ann. 247). 
-alxo-q ,genährt, gesättigt', 

nur in av-aXto-g ^unersättlich'; Od. 18, 114: og tovxov %bv avaXzov 
aXrjreuew avinavoag. Od. 17, 228: ßovXerai airl&v ßooxeiv ßrjv yaOT&Q" 
avaXzov. Od. 18, 364: oq>Q 3 av %%71S ßooxeiv ar\v yaotiQ* avaXzov. 

Lat dito- (altus) ,ernährtf; Plaut Rud. 741: immo Athenis nätus altus- 
qve. Zu alere ,ernähren'; Plaut Cure. 664: ut semper dum vtvat me alat 

Altir. altram oder altrom ,Ernährung'; no-t-ail ,ernährt dich' (Fick 2 4 , 20). 

Goth. aljan ,nähren, mästen'; nur Luk. 15, 23; 27 und 30: stiur thana 
alidan ,den gemästeten Stier'. Daneben ist alan intransitiv ,sich nähren', 
begegnet nur Tim. 1, 4, 6: alands vaurdam galaubeinais ,genährt (Ivtgetpo- 
fievog) mit Worten des Glaubens'. 
äXyoq- ,Schmerz'. 

11.1,2: firjviv...rj /ävqI ' H%aißoio * aXye' e&rjxev. IL 1, 110: %oZd* 
evexd G(pi ßexrjßoXog aXyea %bv%bl. IL 2, 721: tfJU* o /ah (nämlich 0iXox- 
TrjTrjg) iv vrjotp xelro xqczt4q' aXyea 7tao%u)y. IL 5, 394: oze fiiv xgerte- 
q6q näß ig Üfutyirgvwvog . . . ßeßXtjxei' zoze xal ftiv dvrjxeozov Xdßev aXyog. 
IL 9, 321 und 16, 55: knel na$ov cXyea dvny. — Dazu aXyieiv ,Schmerz 
empfinden'; IL 12, 205: o öh (nämlich alßezbg) dreb ßi&ev $xe gap䣣 
(nämlich dgdxovra) dXyrjoag odvvjjoi. — Comparativ aXyiov schmerz- 
licher, schlimm'; IL 18, 278: *<£ <T aXyiov, ai x* i&iXrjaiv . . . appi ftd- 
%eo&ai. IL 18, 306: aXyiov, ai x 9 i&iXrjoi, xqi %oaerat. — Superlativ 
aXyiazo-g ,sehr schmerzlich, sehr schwierig'; IL 23, 655: ßexßezi' ddfii]- 
trjVj t\ %* aXyloTrj dapdoao&ai. 

Vielleicht besteht Uebereinstimmung mit lat algor ,Frosf (Lucr. 3, 623 : 
neqve in igni gignier algor) und algere ,Eälte empfinden, frieren', (Plaut 
Rud. 328 : cum vestimentis postqvam ä ted aMi algeo\ es fehlt aber ein 
bestimmterer Nachweis des an und für sich gewiss denkbaren Zusammen- 
hangs der Bedeutungen ,Frost' und ,Schmerz'. 
äXö-eö&ai ,wachsen'. 

Nik. Alex. 532: cpvXXov ivaXööfievov ngaoifjai xagdapldog. Qu. Sm. 9, 
475: agovga, . . .rj (T aXdojuivrj dviftoioi peidida re&aXvia 7ZoXvxfArjv<p iv 
dXatfj. — Dazu: dv-aXdig ,nicht wachsend, nicht gedeihend'; Ar. Wespen 
1045: a£ vnb rov^iij yvwvaixa&agwgtfieig inoifjOar dvaXdeig. — dXdaiveiv 
,wach8en lassen, kräftigen'; Od. 18, 70 = 24, 368: ay%i nagiorafiivtj piXe 
ijXdave Ttotfxivi Xaßwv. Aesch. Sieben 557 : og ovx idoet yXcoaaav igyfidrwv 
aveg etoü) nvhZv §iovaav aXöalveiv xaxd. — dXötj oxetv ,wachsen'; 11.23, 
599: dg ei re negl oxccyieoaiv ißigorj Xr\ßlov dXdijoxovTog, — , wachsen 
machen, pflegen'; Theokr. 17, 78: (xvgiai aftecgol %e xal e&vea fivgia 
qxjjrwv Xr\lov dXdrjoxovotv bq>eXX6fievai Jibg o/ußgto. 

Da die verwandten Sprachen nichts genau Entsprechendes bieten, ist die 
Beurtheilung der Verbalgrundform etwas unsicher. Möglicher Weise ist 



Griechische Etymologie. 321 

das 6 speciell griechisch entwickelt, etwa wie in ild, alt ßekö, ,wünschen< 
(IL 5, 481: Fikdetai) neben lat velle (Enn. ann. 88: volt) ,wünschen, 
wollen', und es besteht nächster Zusammenhang mit lat al-escere heran- 
wachsen' (Lucr. 2, 1130: alescendz; Laber. com. 85 : laus nomine glöria 
aleseif) und auch mit av-ak-ro-g ,unersättlich', eigentlich ,ungenährtf (Seite 
320). Denkbar ist aber auch, dass akö- nur eine Nebenform zu äk&- 
-to&ai ,heilen*, eigentlich ,gedeihen' (siehe Seite 324) bildet, die in ihrem 
Dental den Hauch aufgegeben, ganz wie zum Beispiel 7tuvdax- ,Boden' 
(Ar. und Pherekr. bei Pollux 10, 79; neben 7tv&fi4v- ,Boden' (,eines Gefässes', 
IL 18, 375). 
cX<p-: Aorist akq>elv ,(als Ertrag) einbringen'; das Präsens akq>dv6iv zu- 
erst bei Euripides (Med. 297). 

Bei Homer 4 mal. IL 21, 79: xal p' iniQaaaag avev&ev ayutv naxgeg te 
(plXiDv T€ uHjpvo* ig r}ya&it)v, ixato^ßoiov di toi rjkq>ov. Od. 15, 453: %6v 
xev ayoifi* inl vr\F6g, 6 d* vplv fivQlov ojvov akq>oi, $ivr\ neQaarjre xav' 
dkXo&Qoovg av&Qtircovg. Od. 17,250: afeu Trjk' 'i&axrjg, c iva poi ßlorov 
izokvv akgr/j. Od. 20, 383: %ovg %eivovg iv vrjfl nokvxkrjfldi ßakovreg ig 
2txekovg nifx\pw(xBv y o$ev xi toi a&ov cfapoi. Eur. Med. 297 : %u>Qig yaQ 
akkrjg fjg exovoiv aQylag <p&6vov TtQog datujv dkqtdvovot övo/ievrj. Eu- 
polis (bei Mein. 2, 531) : ov &ättov ccvttjv devQo ftoi xwv to&twv aywv 
ärtOKtjQv&i zig o %i av dkpdvj). — Dazu: dkq>y ,Lohn, Preis'; Lykophr. 
549: äkpfjg rijg dedveirov dUtjv. Lykophr. 1394: ijV dhpaloi %aig xad- y 
TjfxiQav ßovrceivav dk&alveoxsv dxftalav natQog. — akepeo L-ßoio-g Rin- 
der einbringend 4 , auf welche Bedeutung helles licht fällt durch IL 11, 244: 
dno (tvtjotijg al6%ov . . . xouQidlfjg } rjg ov %i %dqiv flde, nokka <T $dw- 
xev' rtQuid'' ixatbv ßovg däxev, erteira di %lkt 9 V7tiart] 9 alyag opov xal 
oFig. IL 18, 593: %v&a fih rjßl&eoi xal naq&ivoi dhpeolßoiai w^xevvto. 
Hom. hym. Aphr. 119: nokkai di vvfiq>ai xal naQ&ivot dkqteoißoiai nai- 
£o/nev. In eigentümlich abweichender Bedeutung (,Rinder ernährend?') 
bei Aesch. SchutzfL 855 : fi^note ndkiv idoif* ' dfopeolßoiov völjq. — t'ipi- 
-akq>4g- ,geehrt, werthvoll 4 , eigentlich wohl ,Ehre' (*~ i*ri 11.2, 197) als 
Ertrag oder Lohn habend', womit zu vergleichen die Anführung im Etym. 
Magn. 758, 47 unter Ti/urj : iifirjv dhpioxovx ' (,eintragend') isixoodßoiov 
btdorov. Aesch. Brachst 56 : tifiakq^g (aus Hesych: ti(takq>rjg' ivtifiog, 
rififjv dkqxxlvovoa. Alo%vkog di iv TSmyovoig inl %ov ivtlpov). Piaton 
Tim. 59, B : %i(iahpia%a%ov x%ffta %Qva6g tfxhq/iivog öia rckxqag iftdyr\. — 
t~ pakq>eeiv ,ehren, verherrlichen*; Pind. Nem. 9, 54: evxofiai . . . IniQ 
nokhiv T€ tifiakcpeiv koyoig vlxav. Aesch. Ag. 922: &eoug toi roiode 
tifiafapelv xqbüiv. Aesch. Eum. 15: fiokorta ä 9 avrov xdqra ii^xahpu 
keuig. Aesch. Eum. 626 : avÖQa . . . öioodoroig axx\n%QOioi %i/iakq)oufievov. 

Iit algä ,Lohn'. 

Armen, yargem ,ich ehre, schätze 4 , yargum ,werthvoll', an-arg jiingeehrtf 
(Hübschm. Arm. St 44). 

AltincL arh : drhati ,er ist werth, er wiegt auf* ; BV. 10, 158, 2 : Savitar jasga 

Leo Meyer, Griechische Etymologie. 21 



322 Griechische Etymologie. 

tat hdras gatdm savan drhati ,Savitä, du* dessen Flamme hundert Spen- 
den aufwiegt = werth ist 1 ; — Dazu cvrghäs ,Werth' (Manns), in sahsra- 
-arghä- ^tausendfachen Werth habend^(RV. 10, 17, 9). 

Altbaktr. areg : aregaiti ,er ist werth , er wiegt auf ; areganh ,Preis'. 

Der angegebene Zusammenhang ist zuerst von Froehde (bei Bezzenb. 
3 7 12—15) dargelegt — Griechisches <p steht altindischem h und gh gegen- 
über, ganz wie zum Beispiel in qyovo-g 7 Ermordung £ (IL 6, 107; 13, 783; 
14, 140) neben altind. hänti ,er schlägt, er erschlägt' (RV. 2, 19, 4; 5, 37 
4; 6, 68, 3) und ghandrs ,das Erschlagen' (RV. 6, 26, 8). 
dX<pö-q ,weisser Hautausschlag'. 

Hesiod Brachst 42, 2 (aus Eustath. 1746, 10): aXq>bg ydq xQ° a itdvxa 
xarioxev. Hippokr. 2, 409: XinQtj xal xvrjofibg xal xfßwQrj xal Xeixijveg xal 
dhpbg xal dXwnexsg inb q>Xiy(xarog ylvorrai. PlatTim.85, A: %b di Xevxbv 
(pXiypa . . . xaranoixlXXei di ib aaifia Xevxag dXqpovg re xal ta xovxtav £vy- 
yevrj voorjpava änovlxtov. Luk. dial. meretr. 11: a qn/g neql (DiXrjfiariov, 
rijv mjv^xrjv xal ort ßcmezai xal %b twv aXXiov akqxSv (erwähnt hatte 
die Sprechende vorher vag cnnrjg Xevxag). Pollux 4, 193: akpbg (tiXag 
iniÖQOfifi oxiut&rjg litwzoXaiog eviarog' aXq>bg Xevxag Xevxorrjg irttxQi- 
XOvaa Tfj knideguatldt avxfitjQa dvolarog. 

Lat albo- (albus) ,weisB' ; Enn. ann. 507 : eqvus . . . spütnä» agit cdbäs. 
Enn. ann. 92 : sol albus. — Umbr. (veshlu) . . . alfu ,weisse (Gefässe) 1 
(BuecL S. 4). 

Ahd. albie, elbie (der Weisse' =) ,Schwan'. 

Altbulg. labedü ,Schwan'. 

Armen, aghavni ,Taube', eigentlich ,die Weisse' (nach Bugge bei Kuhn 32, 1). 
aX<pr]6vfi-q, Beiwort von Männern, von ungewisser Bedeutung. 

Bei Homer 3 mal. Od. 1, 349: Zeig airiog, dg %e dldwaiv avÖQaoiy al- 
(prjOTJjoiv, dftwg i&iXrjoi, fexdovq*. Od. 6, 8 : $v&ev avaarrjüag aye Nav- 
ai&oßog &€oßeidrjg, eloev di Sxeglfj Fexag ovÖqwv aX<prjota(öv. Od. 13> 
361 : 'OqoIIoxov . . . og iv Kq^ttj evoelf] ctvioag afoprjerag vtxa rax^ßetröi 
nodeaoiv. Hom. bymn, Ap. 458 : avrrj ßiv ye dlxrj niXet ctvdowr aktpi]- 
ordtov, onnoxav ix rtovxoto norl x$ *l vr l^ fxeXalvjj k'X&woiv xapiaT^y 
addrjxoTeg, avrlxa di atpag ofooto yXvxtQolo rceol tpqivag Yfie^og algel. 
Auch Hesiod hat das Wort dreimal; Werke 82: ovbfirjve di rrjvde yvvabta 
HavdiüQvjv, oxi nuvxeg 'Ohbfima dvifiar* fyorseg dwoov kdwoyoav, ftijfi* 
dvdoaoiv akpfjorfjOiv. Theog. 512: *E7Cifir]&4a, og xaxbv l§ QQXfjg yiver* 
uvdodoiv dXgtrjotrjoi. Schild 29 : mg §a &eoloiv dvdodai t* dXyrjOTJjai 
aQtjg dhcrrjoa tpvusioj). Aescb. nur Sieben 770: izooitQvuva 6' IxßaXdv q>i- 
Q€i avdgtSv dXyrjOTav SXßog ayav naxvv&eig. Sopfa. nur Phil. 709: ov (poQ- 
(iav ieQag yag otcoqov, otx dXXwv oIlqüjv, ztav vefi6fi€0& ' ivSgeg dX<prjGTai. 

Die öfter wiederholte Erklärung ,erwerbend, strebend', die an dX<p-: 
dXtpeiv ,(als Ertrag) einbringen' (Seite 321) anzuknüpfen sucht, dessen Be- 
deutung doch weit abliegt, hat gar keinen Boden. Aber auch Karl Fried- 
rich Hermanns Annahme (Philol. 2, 428 — 440), dass das Wort mit alcpixo-v 



Griechische Etymologie. 323 

,Ger8tenmehl' (siehe unten) odfer dessen Nebenform aXq>t zusammen- 
gesetzt sei und in seinem Schlusstheil das Verb so- ,essen"(IL 6, 142 und 
21, 465: ciQOVQTjg xagnov Häovxäg. Od. 9, 89: dviQeg . . . btl %&övl olxov 
edovxeg) enthalte, ist äusserst bedenklich. Er hat weder wahrscheinlich zu 
machen gewusst, dass Männer als ,Gerstenmehl essende' bezeichnet werden 
konnten, noch dass aXq>ixo- oder aXrpi in Zusammensetzung hätte zu dkp- 
zusammenschrumpf en können. Zu weiterer Erwägung mögen hier noch einige 
vergleichbare Bildungen zusammengestellt sein: dvzqotiJQ »Tänzer 4 (IL 16,617 ; 
24,261 ; ob etwa zunächst zu 6gxn&-n6-g ,Tanz' IL 13,637?), (JjurjoTrjg- ,Kohes 
d. i. rohes Fleisch fressend* (zu vergleichen IL 22, 347 : al ydg niag avxov 
fje \iivog xal dvpog dvely aJ/i* dnoxafivSftevov xQiFa edpevai. — Warum 
nicht wtt-eorrj-g'} In dem nächstvergleichbaren vrjoxrj-g ,nicht essend, 
fastend 4 M&tron bei Athen. 4, 1 34, F — aus vy + eö + xy — gfehört das >/ 
schon dem ersten Theile der Zusammensetzung), das auch ein gleichbedeu- 
tendes tono-q>dyo-g (11.11,479; 16,157) zur Seite hat, xevxr}oxrj-g ,6e- 
rüsteter, Gewaffneter' (Aesch. Sieben 644; Ap. Eh. 3; 415; xevxo-g jRüstung 1 
IL 2, 808; 3, 114; xexevxijo&at ,gerüstet sein' Od. 22, 104), agyrjoxrig ,weiss* 
(Seite 279), dsQurjOxyg ,Pelzmotte c (Soph. Brachst 411), dessen Erklärung 
aber nicht ganz zweifellos ist, &Q7trjOTrj-g ,Eriecher, kriechendes Thier* (Nik. 
th. 9 ; 206 ; 397) , dq>Q^ax^g ,der Schäumer* (ArcHias 5 in AnthoL 7, 214, 
vom Delphin). 
&ltpy\öxi\-q f Name eines Fisches. 

Epicharmos (bei Athen. 7, 282, A): fjtveg dXcprjOzal xe xoqoxIvol xe xo- 
Qioeidieg. Numenios (atich bei Athen. 7, 282, A) : qtvxldag akqtTjOxrjv xe 
xal iv XQOifjoiv igv&gov oxognlov. 

Etymologisch vielleicht mit dem vorausgehenden übereinstimmend. 
äX<ptro*v jGerstenmehl*. 

Bei Homer an den folgenden 15 Stellen: IL 11, 631: intngotrjXe xga- 
netav . . . in* avxijg %äkxeiov xdveov . . . 7taga d y dXcptxov legov ax- 
%t]v. Od. 2, 354 und 355: dwdexa <T HfxnXrjOov xal mujAaoiv agoov S- 
rcavrag. iv öi fioi aX(pita %evov ivggaq>eeoai dogoioiv 9 ßelxoai (T eoiw 
fiirga /xvXtjq)drov äXq>lxov axxijg. Od. 2, 380 : iv de Foi aXcpiza %euev 
ivgga(peeaot dogoioiv. Od. 14, 429: xal xa pkv iv nvgl ßdXXe, naivvag 
dXq>lxov axxjj. Od. 2, 290: xal ayyeotv agoov anavxa, Folvov iv d^icpi- 
q>ogevoi xal afopiza, (tvelov avögwv, degpaoiv iv nvxivoWiv. Od. 19, 
197: drifAO&Bv aXcpita öwxa xal aX&ona Folvov ayelgag. Od. 20, 108: 
yvvaixeg aX(pixa xevxovaai xal dXetaxa ftveXov dvdgcSv. Od. 20, 119: 61 
ÖTj fiot . . . ahptxa xevxovorj. Od. 10, 234: iv de ocpiv xvgov xe xal aX- 
qyixa xal piXi %X(x)q6v Folvq* üga/uvelq) ixvxa. IL 18, 560: al äk yvval- 
xeg delnvov igi&oioiv Xeix* aXq>ixa noXXa itdXvvov. 11.11,640: xvgov 
. . . inl d* aXq>ixa Xevxä naXvvev. Od. 10, 519: inl <T aXcpixa Xevxa na- 
Xvvetv. Od. 11, 28: inl ö' aXcptxa Xevxa itdXvvov. Od. 14, 77: o <T 5A- 
qyixa Xevxa ndXvvev. — Hesych erklärt aXq>txa' %d and viag xQi&ijg fj 
alxov neyvQfiiva aXevQa. — Nebenform: aXq>t ,Gerstenmehl'; Hom. hymn. 

21* 



324 Griechische Etymologie. 

Dem. 208: avtoye d* oq* aXq>i xal vÖojq dovvai fiL^aaav rciifiev yXtjxwvi 
TCQslvf]. Epicharmos bei Suidas (aXq>i' aXtpizov. rovro 6h xaXeixai dno- 
tqwxtov. o q>aoi ftgwfov evgeiv 'ErclxaQfiov). Antimachos (in Etym. M. 
unter adogotg aufgeführt; auch Strabo 8, 364 führt Antimachos als Ge- 
währsmann für aX(pt an): iv 6* adogoiac %ketv evlXarov aXq>i. 

Alban. eljp-bi ,Gerste' (GMeyer bei Bezzenb. 8, 190; 191; Wb.94). 

Die Bildung ist ungewöhnlich, vergleichbar ist xvßvzo-v ,Ellbogen' (Hip- 
pokr 2, 109 und 110) und weiter sind es etwa noch d-Ttelgiro-g ,unend- 
lich' (Od. 10, 195), ßdgßiio-g ,Leier' (Eur. Alt 345), Xtjito-v ,Stadthaus' 
(Hdt 7, 197 als achäisch angeführt), mit abweichender Betonung öeiuro-g 
,gesetzmässig, billig' (Hom. hymn. Dem. 207), xXeßixo-g ^berühmt, herrlich' 
(IL 1, 447, 3, 451). — Die Form dXq>i steht wohl für aXqtir, wie fiiXi 
,Honig' (IL 11, 631; Od. 10, 234) für fiiXit (Genet fiiXn-og IL 1, 249; 18, 
109). Nächster Zusammenhang besteht vielleicht mit dXq>6-g ,weisser Haut- 
ausschlag* , lat dlbo-s ,wei8s' (Seite 322) : die alxpvta heissen bei Homer 
öfter (IL 11, 640; 18, 560: Od. 10, 519; 11, 28; 14, 77) Xevxd ,weisse'. 
Bugge (Beitr. 35) vermuthet Zusammenhang mit armen.: blüh ,Brot, Kuchen'. 
äX&so&ai ,heilen' (,gesund werden'); causativ ak&ietv ,heilen'. 

Nur 11.5,417: dfAqxnigjjaiv an 1%^Q X €l Qog ofiogyvv' aX&evo x*tQy 
oävvai 6h xarrjmouivxo ßageiai. — Nitther. 496: &gova ndvxa xal dX- 
deorrgia vovowv, q>vXXa t« . . . olaiv dgrjywv dX&rjoj] vovaoio xa%a- 
oniQxovaav avlriv. Nik. al. 112: oq>ga %d fiiv %' igvyrjai, xd 6* iiprjxoiai 
dctfAao&eig dXxhqorj i6dxeooiv, oV Ixfiyvj] dipag I6gwg. IL 8, 405 = 419: 
ovdi xev ig öexdrovg negixeXXo^ivovg hiavxovg l^hte' cn-aX&rjoeo&ov, 
a xev fidgnrrjac xeQavvog. — Dazu aX&og- ,Heilung', das aus einigen 
Zusammensetzungen zu entnehmen ist, wie 6vo-aX&4g- ,dessen Heilung 
schwierig isf ; Hippokr. 3, 190: dnooxdoug . . . dvoaX&teg. Plat Ax. 367, 
B: xb yfjgag, elg o ndv ovggei xb xfjg yvoeojg inlxrjQOv xal 6voaX&4q. 

Altind. ardh- ,gedeihen': KV. 6, 2, 4: fdhat . . . mdrtas ,es gedeihe der 
Mensch'; RV. 6, 37, 1 : rdhimdhi ,wir mögen gedeihen'; causativ RV. 2, 28, 
5: rdhjd'ma . . . hhä'm rtdsja ,wir mögen fördern (— gedeihen machen) 
den Brunnen des Gesetzes'; — RV. 6, 2, 10: sam-rdA-as . . krnu ,Gedeihen 
schaffe'. 
dZ&aia ,wilde Malve', bei Dioskorides ,Eibisch'. 

Theophr. h. pL 9, 18, 1 : fyei 6h rj dX&ala (pvXXov phv dpoiov xij tiaXdxf), 
7th)v f*ei£ov xal öaovregov . . . $l£av 6h l£w6r] Xevxrjv . . . xpcuyrcrt 6h 
avxfj 7tgog xe xd $rjyfiiaxa xal xoig ßrjx a S & v oivcp yXvxel, xal Inl xd 
i'kxrj h IXalqh Diosk. 3, 153: dX&ala, %vtoi 6h ißlaxov xaXovai, ol 6h 
dX&loxov. MaXdxrjg laxlv dygiag elöog . . . tivo^aatac 6h dX&ala 6u 
i6 noXvaX&kg xal noXvxQTjotov avrrjg' iiprj&eioa ydg iv /LteXixgdrcp rj 
oXv(p xal xa&* iavrfjv xonelaa noiel ngbg tgavfiata ... — Als Eigen- 
name begegnet das Wort schon bei Homer (IL 9, 555 : htjtqI cpLXrj 'AX&atrj). 

Ohne Zweifel zum Vorausgehenden, wie es auch Dioskorides ausspricht 
Zunächst aber ists die weiblichgeschlechtige Form eines adjeetivischen 



Griechische Etymologie. 325 

*aX&aio-g, das von einem weiblichen *äXthlj ,Heilung*, wie es noch in 
aXxHjevr- ,mit Heilung versehen, heilsam' (Nik. ther. 84) enthalten ist, aus- 
gegangen sein muss. 

äXaoq- ,heiliger Hain'; später auch überhaupt ,Hain'. 

Bei Homer 9 mal. IL 2, 506: "Oqx*}0*6v #' Uqov, üoaidijiov ayXafov 
aXoog. IL 20, 8: Mtupatav, dix aXoea xaXa vifiovxai. Od. 6, 291: dqeig 
ayXaFbv aXaog 'A&rjvrig ay%i xeXev&ov. Od. 9, 200 : ßolxei yag iv aXocl 
devÖQrjßevu Qolßov 'AndXXwvog. — Theokr. 1, 117: 6 ßovxoXog v/nlv iyw 
d&yvig ovxix* av y vXav, ovxix* dva Öqv(iüjq, ovx aXoea. 

Vergleichbare Bildungen sind aipog- ,Gelenk, Glied* (Seite 79) und an- 
dere neben diesem genannte auf oog. Weiterer etymologischer Zusammen- 
hang nicht nachgewiesen. Fick (2 3 , 25 und l 4 , 356) und GCurtius (Seite 
356) denken an Zugehörigkeit zu al-escere heranwachsen' (Seite 320 unter 
aXd-eo&ai ,wachsen' angeführt). 

äXöivri, eine Pflanze, (,Stellaria nemorum 1 . Linn6). 

Theophr. h. pl. 9, 13, 3: ij di aQiaxoXoxla . . . cpvXXov di %%el TtQooep- 
tpegig xjj ccXolvrj, nXfjv oxQoyyvXoxGQov. Diosk. 2,214: pvbg cjxa [. . . 
ol di äXalvrjv . . .] iivogiaaxai di and xov %%eiv fxvog dxloig ofaoia xa 
(pvXXa* aXalvrj di dia xb axuQovg (piXelv xal aXoddeig xonovg. 

Wohl abgeleitet vom Vorausgehenden; der Bildung nach aber zu ver- 
gleichen mit a^ivi] ,Streitaxtf (Seite 51) und den neben diesem aufgeführten 
Wortern. 

äXpar- (aX/na) ,Hain'. 

Nur Lykophr. 319: Xevooovoav axtjv dyxlnovv oxevayfiaxwv , %v* aXpa 
Ttannov. 

An unmittelbarem Zusammenhang mit aXoog- ,heiliger Hain, Hain' 
(siehe oben) ist wohl nicht zu zweifeln. Aehnliche Bildungen sind aXpax- 
Sprung* (Od. 8, 103 und 128; zu aX- : cXXeo&ai ,springen' Seite 290), 
ayaXpax- ,Schaden, Unfall' (Hdt. 1, 207), ipaXpax- ,Tonstück für die 
Zither' (Philodem. 1 in Anthol. 11, 34), frxaXuax- ,Auftrag Befehl' (Matth. 
15, 9 — MK. 7, 7), aQtiax- ,Wagen, Streitwagen', ,Gespann' (Seite 287) und 
andre. 

SXHH yMeerwasser'; ,salziger Geschmack'. 

Bei Homer sechsmal: Od. 5, 53: XaQfp oqvl&c Feßoixwg, og xe . . . l%&vg 
uyQwoawv nvxiva nxsQo devexai aXfijj. Od. 5, 322: axopaxog d* k&nxv- 
aev aXftyv mxqr\v. Od. 6, 137: afxeqdaXiog d' aixfjat (parrj xexaxwpivog 
cXfij]. Od. 6, 219: SXutjv äfioißiv artoXovoopai. Od. 6, 225: %(j6a vlCexo 
diog 'Odvooevg aXfirjv, fj Fol vtaxa xal evqißag Sfinexev äfiovg. Od. 23, 
237: noXiijg aXbg fjneiQovde vrffpii^voiy noXXrj di negl %qoX xixQoyev 
aXfit], Pind. Pyth. 4, 39: nev&opiai <T avxav xaxaxXvo&elaav kx dovqaxog 
ivaXlov ßafxev avv äX/ia. Pind. Nem. 6, 73: deXcplvi xev xa%og 6V aXfiag 
%aor eXnoipi MeXrjolav. Hdt 2, 12: Idciv . . . aXfirjv Inavxtiovoav , waxe 
xal xag nvQa^iidag drjXieo&ai. — Dazu aXjuvQo-g ,zum Meere gehörig, 
salzig (?)'; bei Homer achtmal, stets mit vöwq verbunden, so Od. 4, 511 : 



t 326 Griechische Etymologie. 

dg o (jlbv tvfr* drtoXwksv, inel nUv *akfivQOv vdioo. Od. 5, 100: %tg <T 
av kxwv xoooovöb diadodfAOi dXfivQov ZdtoQ aojzvtov] Od. -9, 227: iqiqtovg 
%b xal agvag arjxwv l&Xdoavrag hrtiTzXsiv dXfivQov vdwo. Od. 9, 470: pfjXa 
7tolX iv vtjFl ßaXovxag kni7tlelir al+ivgov viu>Q. Od« 12, 236 : äfeivov 4**Q~ 
Qoißdyoe &aXc'cor]g akjdvgov vdtJQ. Od. 12,240: all* ot* ävaßQO&u &a- 
kaQarjQ aXfivQov vdctQ. Od. 12, 4$1: r\ fikv dvBQQolßdyaB &aXaaaijg aX- 

( fivQov vdioQ. . Od. 15, 294 : o<pQ<x %d%ia%a vqvg avvaeu &4Fovaa &aXdo t aTjg 
aXfÄVQQv ZdwQ, Hes. ih. 107: Nvxrog %b ävoqtsQijg, oSg &' aXfivQog %%^eq>e 
Tlovrog. Hes. th. 964: vfjaol %* fjneiQol %b xal aXpvQog tvdo&i tcortog. 
Pind. OL 7, 57: alfWQotg <T iv ßiy&BOiv vaaov xBXQvg>&tu. Plat Phaedr. 
543, D: iftidvfuS fcozlptp Xoytp olov dXfivQav (^unangenehm 4 ) axorjv dito- 
xXvoao&ai. 

Nächster Zusammenhang besteht ohne Zweifel mit aX- yMeer 4 (Seite 289), 
ohne dass aXfirj als direct ans ihm abgeleitet zu gelten hätte. Aehnliche 
Bildungen sind oxdlptj ,Messer, Schwert 4 (Soph. Brachst 563), fcdXfUj 
,Schüd' (Hesych: rtiX/ut]' yiooov), xoXfitj ,Ktthnheitf (Aesch. Ch. 996), nag/jrj 
,ieichter Schill (Polyb. 29, ß, 1), x *eM .Kampf (IL 4, 222), ,die sämmüich 
unmittelbar aus Vertpjgrundformen hervorgegangen sein werden. — Das 
adjectivische dXfu/Qo-g kann ebenso wenig direct aus SX/urj hervorgegangen 
sein, wie etwa yXafivgo-g ,mit Augenbutter versehen' (Hippokr. 2, 773: 
yXafwQol ol oq&aXpol) aus dem aus yXafidv ,triefäugig seip' (Poll. 2 7 65) 
zu entnehmenden *yXdprj 7 Augenbutter 4 , schliesst sich aber eng q&; es 
wurde gebildet wie yXaq>vQo-g ,hohl' (11.2,88; zu yXdtpv ,Höhle 4 Hes. 
.Werke 533), liyvtf-g ,laut tönend' (11. 5, 526; zu Xtyv-g >laut tönend 4 IL 14, 
17), ßXoovQo-g furchtbar* (?) (11.7,212; 15,608), ozvQo-g ,hattbar, festf 

, (Hes. Werke 429), ipt&vfo-g ,flUsternd, zischelnd, verleumdend' (Pind. Pyth. 
2, 75), fnwQ6-$ ,wimmeriKl < (Aesch. Ag. 1165), k%vQi-g ,stark, fest 4 (Aesch. 
Pera. 88), ßdsXvQo-g ,ekelhqftf . (Ar. Wplken 446), <pX$yvoo-g ^brennend 4 (Ar. 
Ach. 665). 



E. 

? und £, Ausrufwortchen, meist des Schmerzes. 

Eur. EL 150: S I, dowt%B xdga. Ar. Wespen 316: £ I. Ttdoa vqiv oxb- 
vdtyiv. 

?, alt Fi, Pronominalaccusativ des Singulars ,ihn, sie, es'; rückbezüglich 
,sich'. 

IL 1, 510: oq>Q* cv 'Axcufol vlbv ipov tIoohjiv og^XXuolv %i Fb (,ihn') 
Tipjj. IL 23, 705: rlov $i Fb (nämlich yvvalxa) zBooaQaßoiov. Jl 1, 236: 
ttegl ydo $d ße (nämlich oxtjtitqov) x<ri*°S ZXetpBv cpvXXa %e *ai cpXowv. 
— IL 4, 497: dx6v%ioe dogfi tpafeivqi dfi<pl ßs 7ta7cn]vag. — Dazu: Dativ 
ol, alt f ol ,ihm, ihr 4 ; ,sich': IL 3,348: ovo' &Qri§ev %othu6g, dvByvdjA<p&t] 
öi Foi atypii* 11.21,586: h ydo Fot (nämlich noXst) aoltFBg %b xal 
Slxipoi aviQB£ d^fo. — IL 5, 800 : rj oXiyov Fol rtalda FeFoixowa yBivavo 



Griechische Etymologie. 327 

Tvdevg. — Genetiv eo, alt ßio oder ßev (attisch oi, Soph. Eon. Oed. 
1257), mit der Nebenform e&ev, alt ßi&ev .sein': IL 9, 377: ix yapßev 
xpqivag eileto prjtieta Zevg. IL 9, 4M): piäla yaQ ßi&ev (iL i. Fillov) 
evQvfo7tu Zeig <%6iQa ißipr V7te^ia%e. — U. 5, 343 : rj dk \ibfa ßti%ovaa 
ano ßio mdßßaXev vlov. IL 5, 96: vbv <T tig ovv hofrjae . . . izqo ßi&ev 
mloviovxu qtahxyyag. — Verbindungen wie ßi avtov jsieh selbst (Od. 17, 
387), ßk avtrjv ,sicii selbst* (II. 17, 551), ßev avrov ,aeber selbst* (IL 19, 
384), Fol avty ,sich selbst 1 (II. 16, 47 ; 23, 126) wuchsen später zu einheit- 
lichen Wortformen zusammen, wie eavTov ,sieh selbst* (Aesch. Prom. 890), 
lavry jsich selbst* (Aesch. Prom. 186), iavrrjg ,ihrer selbst' (Aesoh. Prom. 
702) oder auch atnov ,setner selbst* (Aesch. Prom. 762; Agam. 1417), avzy 
,stch selbst* (Aesch. Sieben 751) und ähnlichen. 

Lat Acc. 8$ ,sich' (Enn. ann. 82; 93), Dat sibi ,sich* (Enn. ann. 98; 159; 
aus *9ebi)j Abi. se ,sich* (Enn. ann. 31.). 

Ooth. Acc. sik (Mth. 6, 29; 11, 1), Dat sis (Mth. 6, 20; Luk. 7, 39); da- 
neben sva ,so* (Matth. 5, 16; 19) und sve ,wie* (Matth. 6, 29; '7, 29). Nhd. 
sich (auch Dativ); so. 

Abulg. Acc. **, Dat sehe. 

Litt Acc. save ,«ieh*. 

Altind. svajdm ,selbst* (BV. 1,87,3; 122, 9). Das adjeetivisehe svd- 
>eigen' (EV. 1, 71, 6; 1, 145, 2. Dafür md- RV. 1, 1, 8; 1, 58, 2) siehe unter 
o-£, alt ßo-g ,etgen* (weiterhin). 

Das alte anlautende -F ist bei Homtr in weitem Umfange (Enös Dig. 
Hom. 206 — 217) deutlich, auch im Aeolisohen (Meister- Ahrens 106) und 
sonst auf Inschriften, wie im Arkadischen ßoi (Collitz 1, Seite 344), er- 
halten. In den angeführten lateinischen und stavisehen, zum Theil auch 
germanischen Formen ist neben dem ursprünglich anlautenden Zischlaut 
das v erloschen, 
i-: i-t-iievat senden, werfen' (IL 22, 206) , l-rt-aw ,er sendet, er wirft 4 
(11.3,12). 

Sehr gewöhnlich. IL 1,48: pvsad' lov eiptev. IL 3, 12: voüoov %lg 
%' imkevoaei oaov t* irti Xaßav Yrjotv. IL 1, 479: toUtiv 6* imptvov 
ovqov %n ßexdßeQyog Idrcokktay. 11.12,205: o <T (nämlich aißevbg) cno 
ßt&*v Jjxe (nämlich öganorfa) x a P<*& otXy^aag odvwfjai. IL 8, 247: avilxa 
<T aißetdv fxe (nämlich Ztvg). 11.5, 125: iv yaq %oi otq&eooi \thog 
nawgtiiov t/xa atQOftov. IL 5, 761 : KvnQig re mal ctQyv$6vo%og lAfcokfoüv, 
awQova Tofnov (den Ares) av-ivreg (antreibend*). IL 11/141 : arwyev . . . 
av&i matamtelvai jujj<$' k£-4[t€v a\fß ig *A%a%ßovg. — Dazu tjpov- (ijfiwv) 
, werfend, speerwerfend'; IL 23, 886: mal $ "povag ävdqeg äviatav. — 
r\lia%- ifftia) ,Wurf, Speerwurf*; IL 23, 891: oaaov dvvdfiei re mal rftiaoiv 
tmlev &Qia%og. — iq>-e%i*ri , Auftrag, Oebof; IL 1,495: Qittg <T ov 
X^öer' Ifpejfuwy naidog ißov, womit zu vergleichen IL 23, 82: akkb di 
%oi ßegto) mal i<p-roofxai. — ivv-eolr] »Eingebung, Antrieb, Veranlassung*; 
II, 5, 894: t$ a* Sßlta melvrjg (der Here) *dde rcaa%4(iBv hveotflow, wo- 



328 Griechische Etymologie. 

mit zu vergleichen 11.20,80: h-ijxe dt Foi pivog iftJ und IL 16, 449: 
rolaiv xotov alvov Iv-ijoeig. 

Lat serö (aus *si-so) ,ich säe' (alte Kom. bei Eibbeck, Seite 112); sa-tus 
jgesäet, erzeugt (Att trag. 653, 4); s&nen ,Samen' (Varro 1. L. 5, 37). 

Altir. sil ,Samen* (Zeuss 20). 

Goth. saian ,säen* (Mk. 4, 3 ; Luk. 8, 5), Perfect sai-sd ,er säete* (Mk 4, 
4; Luk. 8, 5); s§-di- ,Saat' (in mana-sedi- ,Menschensaat, Welt* Joh. 6, 51; 
8, 12). — Nhd. säen, Saat, Samen. 

Lit seju ,ich säe', seti ,säen*. 

Altbulg. sejati ,säen*. 

Altind. pra-sirta- ,dahin schiessend' (RV. 4, 27, 4 von einem Vogel; 10, 
77, 5), prdrsi-ti- gewaltiges Vordringen, heftiger Andrang* (RV. 7, 3, 4); 
sajaJca- ,zum Schleudern bestimmt* (RV. 1, 32, 3; 1, 84, 11 und sonst vom 
vdgra-s ,Donnerkeil*) ; sä'jaka-m ,Pfeil* (RV. 2, 33', 10; 3, 53, 23), sdina 
,Wurfgeschoss* (RV. 1, 66, 7; 1, 143, 5). 

Ausser im Griechischen und Altindischen ist die allgemeine Bedeutung 
des Werfens auf die des Samenauswerfens = Säens eingeschränkt — In 
i(p'B-T(jLri ,Auftrag, Gebot* ist dasselbe Suffix enthalten, wie in ovr/iTj ,das 
Wehen, Hauch, Athem, Duft* (Seite 25); bv-eolrj wurde mittels des Abs- 
tractsuffixes irj aus dem participiellen * hv-ero-g oder * Iv-ero-g ,hinein- 
gesandt, eingegeben* gebildet, dessen weiblichgeschlechtige Form noch 
vorliegt in ir-ety (,die Hineingefügte* =) ,Nadel* (IL 14, 180). 
&*, Ausrufwörtchen der Ueberraschung und des Unwillens. 

Aesch. Prom. 298: ia, %i XQrjpa levaacj] Soph. Oed. Eol. 1477: ea la, 
Idov pal* av&ig a/LKpiOTarat diartgvoiog oroßog. 
ideiv, alt eFdeiv ,lassen, zulassen*. 

IL 2, 346: rovode 6* eßa <p&iyv&eiv. IL 5, 32: ovx av ö*ij TQÜag fihv 
iFaoaifiev xal 'A%cuFovg naQvao&ai. IL 4, 226: %mtovg juhv yccQ %Faae xal 
aQfiaza notxlXa %aAxy. IL 18,448: ld%aiFovg . . . ovSk &vQa£e e%F<av 
i^iivau IL 4, 55 : ei tciq yaQ (p&oviw ze xal ovx lF6u> (in den Ausgaben 
elw, aber keine zugehörige unaugmentirte Form hat bei Homer anlauten- 
des et) dictftiQOai. 

Lat. d&sivdre ^blassen* (,d£sinere* Festus). 

Altind. sav (su) ,in Bewegung setzen, erregen, schaffen*; RV. 4, 54, 4; 
jdd . . . suvdti ,was er schafft*; RV. 5, 81, 2: Aorist prd-asävtt ,er ver- 
schaffte*; sdvana-m ,Erregung, Belebung* (RV. 6, 71, 1); savd-s ,Anregung, 
Belebung* (RV. 1 , 164, 26: grriishtham savdm savita sävishat nas ,beste 
Belebung möge Savitft uns verschaffen*). 

LM. bei Kuhn 21, 472 und 473. Altes inneres F ist durch die lakonische 
Form ißdio 4ch lasse* (Ahrens 2, 49) erwiesen, dazu auch durch das in- 
schriftliche kyprische iit-kFaoav ,sie weiheten* (bei Hoffm. Gr. Diall. 1, 83), 
alter anlautender Gonsonant durch die Behandlung des Augments (Od. 9, 
468 und 11, 49: etFwv ,ich liess*, aus *i-oiFaov. II. 8, 125 = 317: elFäae, 
,er Hess*). 



Griechische Etymologie. 329 

hä<p&i\ ,es wurde geschleudert* (?) ,es fiel' (?). 

Nur 2 mal bei Homer. 11.13,543: IxUv&r] d 3 krigwoe xccqt}, inl d* 
danig idqp&r] xal xoqvg. II. 14, 419: %eiQog d* %xßaXev %y%og, in alrtp 
<T danig laq>\h) xal xoqvg. 

Eine vereinzelt stehende Aoristform, die noch nicht als erklärt gelten 
kann. Ihre Zusammenstellung mit ineo&at ,folgen* (IL 4, 430; 9, 512), die 
auf Aristarch zurückgeführt wird, hat keinen Werth. Sowohl das innere 
a als die passive Form (neben dem activen %novoiv ,sie machen sich zu 
thun , sie sind beschäftigt' II. 15, 555) sprechen entschieden gegen jenen 
Zusammenhang, während bezüglich der Bedeutung sich etwa würden ver- 
gleichen lassen II. 3, 376 : xeivij dk zgvcpdXeia Sfi ' %aneto x €l Q l na X*lr} 
und IL 16, 504: Ix xgoog %Xxe 66 gv, ngorl dk (pgiveg avT(j> %novxo. Einen 
beachtenswerthen neueren Erklärungsversuch bringt FFroehde (bei Bez- 
zenb. 3, 24 und 25) : er stellt idcp&rj zu altind. vap ,werf en* (RV. 2, 1 4, 7 '• 
jds gatdm 4 sahäsram bhü'mjäs updsthai ävapat ,der hundert und tausend 
auf den Schooss der Erde niederwarf; RV. 10,94, 13: väpantas big am 
auswerfend den Samen* ; RV. 10, 27, 17: niuptds akshd's niedergeworfene 
Würfel*), wornach es also homerisch als ißdq>&rj zu denken sein würde. 

idv Conjunction ,wenn*; auch indirectes Fragewort ,ob'. 

Aesch. Prom. 378: idv rig iv xaigc£ ye (uaX&door} xiaQ. Aesch. Sieben 
242: fxiq wv, idv &vyoxovrag rj vergwfiivovg 7tvd , r)0'&e 9 xwxvrolatv dgna- 
liiere. Aesch. Ag. 1424: icv de TOv/inaXiv xgalvrj &eog, yvcioei dida%- 
&e\g oipi yovv %o owcpgoveiv. — Aesch. Prom. 326: dpi xal neiQaaofiat 
idv dvvwfuu xwvdi o* ixXvaat novwv. Xen. Mem. 4, 4, 12: et di aoi firj 
doxel, oxixpag, icv rode aoi fiäXXov dgioxr]. 

Ganz wie zum Beispiel orav ,wann, wenn* (Aesch. Prom. 189; 258; 744. 
Bei Homer noch loser verbunden 5* 5v, IL 7, 335 ; 8, 406 und sonst) aus 
öre ,wann, wenn* (IL 1, 80; 432; 493) und av ,unter gewissen Umständen, 
etwa* (Seite 185) zusammenwuchs, so entstand idv aus ei ,wenn* und jenem 
av, die bei zwischengefügter Partikel die homerische Sprache an mehreren 
Stellen (ei <T av IL 3, 288; 18, 273; 21, 556; eX neg av IL 3, 25; 5, 224 
und 232) noch frei neben einander stellt Bezüglich der lautlichen Ent- 
wicklung lassen sich etwa Formen wie Alvidg (Pind. Ol. 6 , 88) neben 
älterem Alvtiäg (IL 13, 500; 502) oder alyitj ,Ziegenfeil* (Hdt 4, 189) neben 
aXyeio-g ,von einer Ziege stammend* (IL 3, 247) und Xvxirj »Wolfsfell* (IL 
10, 459) neben Xvxeio-g ,von einem Wolfe stammend* (Eur. Rhes. 208) ver- 
gleichen. Die homerische und überhaupt ionische Sprache hat ganz wie 
zum Beispiel in 'Egiufjg (IL 20, 72; Od. 5, 54) neben 'Eg/ueldg (IL 14, 491 ; 
24, 461), oder in xtjq ,Herz*(?) (IL l, 44; 569) neben xiaQ (Pind. Nem. 7, 
102; Aesch. Prom. 379) und attjt- ,Talg* (Od. 21, 178 — 183) neben attax- 
(Xen. An. 5, 4, 28) die Vocale e und a zu rj zusammengedrängt und ge- 
braucht statt idv nur die Form rjv (IL 1, 90; 166; 41, 353 = 9, 359; ,ob* 
IL 7, 39; 14, 78; 15, 32). Ganz eben so entstand inrjv ,nachdem, seitdem, 
da* (IL 4, 239: i7tfjv nroXied-gov VXwjuev. IL 6, 489: inijv %d nQüna yi- 



330 Griechische Etymologie. 

vrjrai) aus Inel (siehe später) und ay, wie sie bei Homer noch neben 
einander stehen, IL 6, 412: inel ov av ye norpov intamjg. 
havö-q, alt feavo-g ,Gewand'. 

Bei Homer fünfmaL D. 21, 507: daxgvoßeaaa ii 7ta*(*6g £<pi£e%o yov- 
ßaoi xovQtj, cnq>l <T Sq' dpißQooiog ßeavog trifte. IL 14, 178: afi<pl <T 
oq* afißQOGtov ßeavov ߣoa& ', ov ßoi jt&fjq IfwJ* aoxxjoaaa. IL 3, 385 : 
%€IqI ii vextagiov ßeavov h frage Xaßovaa. IL 3 7 419: ßtj ii xaraox°- 
fiivi] ßeavqi dgyrJTi (paßuviji oiyjj. IL 16, 9: wpr/ij, JJ #' a§ia prpQt 
&ißovo* dveiAa&at dvtiyei, ßeiavov dfttofievrj. Hom. hymn. Dem. 176: 
wg ai Imoxofievai ßeavwv miriag lfiegoßi>vwv. Ap. Bh. 4, 169: naq&i- 
vog aiyktjv . . . XenxaUq iavtp iicoio%evai. Ap. Rh. 4, 1 153 : %eivdfievai 
kavovg evMeag. Ap. Eh. 4, 1187: dl ii nolvxfijjvovg kavovg tpifov. 

Gehört ohne Zweifel zu i<r-, alt ßeo- ,kleiden' (ßioaev ,es kleidete' II. 
5,905; 16,680: ßiwvo&ai ,sich kleiden' Od. 6, 28; 14,514), altind. vas 
^ich kleiden' (vdstai ,es kleidet sich' RV. 4, |25, 2; 5, 49, 3), vasana-m 
,Kleid' (BV. 1, 95, 7). Der Bildung nach vergleichen sich zunächst oiga- 
vo-g ,Himmel' (IL 1, 317; 497) und adjectivische Bildungen wie dyavo-g 
^freundlich, sanft' (Seite 108) und neben diesem genannte; weiterhin aber 
auch die nur in der Betonung abweichenden äxavo-g ,Dom, Stachel' 
(Seite 3t) und die übrigen oben neben diesem aufgeführten. — Die Neben- 
form ßetavo-g (IL 16, 9) vergleicht sich bezüglich ihres ei dem homerischen 
ßeiaqivo-g ,zum Frühling gehörig 4 (neben &»£, alt ßiaQ ,Frühling i , siehe 
etwas weiterhin). 
iävö-q ,weich(?), geschmeidig (?)'. 

IL 5, 734 == 8, 385: ninXov fihv xa%i%evev iavov nawgog in* oviei noi- 
xlXov. IL 18, 352: iv Xe%ieoüi ii &ivreg ianji Xitl xdlvtpav (die Ge- 
fährten den Patroklos) ig noiag ix xetpaÜjg. II. 23, 254 : ixdqoio hyiog 
oovia Xevxa . . . iv xkarltjat ii &dvreg iavqp Xi%\ xdlufav. IL 18, 613: 
%ev$e ii ßoi xvrniciag iavov xaaaivigoio. Sappho 122 und 123 (bei Bergk) 
oder Anakreon 122 (ebenda): tfiarlov iavov palaxwtiQa. 

Dunkeln Ursprungs. Homer hat sonst kein Adjectfy auf avo } abgesehen 
von dävo-g ,trocken ( (nur Od. 15, 322), das aber in seiner Zweisilbigkeit 
gar nicht unmittelbar zu vergleichen ist, übrigens auch in der Ueberliefe- 
rung nicht einmal ganz fest steht Ob etwa i(*avv6~g ,lieblich' (IL 9,531; 
577; Od. 7, 18) seiner Bildung nach verglichen werden dürfte? 
taq } alt ßiaQ, , Frühling*. Spätere Form 17^ (so schon Hom. hymn. Dem. 
455. Pind. Pyth. 4, 64). 

IL 6, 148: qriiiJLa %d piv %* dvepog xapdiig xißet, aXla ii &' vir] 
vrjiie&owoa qwei, ßiaqog i* intylyverat Sqtj. Od. 19, 519: <&g i' ore 
Havid^ew xovQtj gjlcagqig Idßrjitiv xalov aßelitjuiv ßiaqog vißov lora- 
fiivoio. — Dazu iagtvo-g ,zum Frühling gehörig 1 , bei Homer nur in 
der Form ßeiaQivo-g, nämlich H. 2, 89: av&eai ßeiaqivoiaiv, IL 2, 471 
— 16, 643 und Od. 18, 367 — 23, 301: tüffj ßetaQivfJ und II. 8, 307: xa^nw 
ßfi&ofiivT] vottfloi te ßeiaeivfjoiv. 



Griechische Etymologie. 331 

Lat ver ,Frühling' ; Plaut. Truc. 353 : ver vide, ut töta floret, ut ölet, ut 
nitide nitet 

Irisch errack (aus *ve$räca) ,FrühHng*, altkymr. guiannuin (aus *visan- 
tena-) ,im Frühling* (WStokes in Kuhns Beitr. 8, 344). 

Altnord, vär ,Frühling'; Harbardhsliodh 35: ä vär (Acc.) ,im, Frühling*. 

Iit. vasarä ySommer*. 

Altbulg. vesna ^Frühling*. 

Annen, garun ,Frtthling* (Hübschm. arm. St 24). 

Altind. vasantä-s ,Frühling*; RV. 10, 161, 4: gatdon gwa garddas vär- 
dhamänas gaidm haimantan gatdm u vasantä'n ,lebe hundert Herbste ge- 
deihend, hundert Winter und hundert Lenze'. 

Althaktr. vanhrar (aus *vasr-) ^Frühling*; afghan. jpparZai; balutsch. bahdr\ 
kurd. bahr (Justi.). 

Auf das alte anlautende f weisen auch noch Hesychs Anführungen 
yiciQ' ecxQ und ylagog €agog y ausserdem aber ist es inschriftlich erhalten 
in der bb'otischen Namensform FeiagivcA (Collitz Inschr. 1, S. 250). Ent- 
standen ist ßiag zunächst aus *ßioag, also lat vir aus *veser. Der Bil- 
dung nach zu vergleichen sind: Mag ,Blutf (siehe sogleich), xHvag ,Hand- 
fläche* (IL 5, 339), xiag ^Herz« (?) (Find. Nem. 7, 102; Aesch. Prom. 379; 
bei Homer dafür qur xrjg 7 so IL 1, 44; 569 und sonst), ahtag ,Schutz- 
wehr, Abwehr* (IL 5, 644; 11, 823), ovag /Traumbild' (IL 1, 63; 10, 496), 
vnag ,wirkliche Erscheinung' (Od. 19, 547; 20, 90). Als Verbalform liegt 
möglicher Weise zu Grunde altind. vas ^aufleuchten' (RV. 1, 48, 3: uvd'sa 
[aus *va-vd'sa] ushä'g ugcÄ't ca nü ^aufleuchtete die Morgenröthe und 
leuchten möge sich nun'), an das sich unter anderem auch anschliesst 
altind. väsari- aufleuchtend , morgendlich' (RV. 8, 6, 30 : gjäutis . . väsa- 
rdm ,das morgendliche licht*), m. oder n. ,Tag' (nachyedisch). Fick (1, 218) 
weist dabei sehr treffend auf eagog dk i/tdafiipavtog ,beim Aufglänzen 
des Frühlings' bei Herodot (8, 130) , aus dem aueh noch angeführt sein 
mag (1, 190): %6 deuregov Mag vittht^ite ,der Frühling erglänzte, brach 
an'; öfters gebraucht Herodot jenes IniXaiimuv vom Anbruch des Tages 
(3, 135 und 8, 14: fjfiigr] iitilctftipe. 7, 13: fjptgyg dk hcikaiiipaotjg). 
iiiQ ,Blut'; Nebenform slag. 

Kqllim. Bruchst 201: koXXoki d* £x Xv%vov nlov UKei£av tag (,Saft, 
Od 1 ). Kallim. Bruchst 247: to d' Ix piXav elag ela7t%€v. Euphorion 
(bei Schol. Theokr. 10, 28): öedovrtojog AlaxLdao eXagog. Nik. aL 314; 
rjfiog niXvc (xevov axigvoig XQvOTalverat, elag $8la y &gofißovtai dk piiotp 
hl %ev%el yaazgog. Nik. al. 87 : %qi aal fcgrjfiadlfjg rj 6g%adog elag IXalrjg 
. . . ogi^aig. Opp. haL2, 618: agti%vroio cpovoto &egfidv Sag Xarttovaiv. 
Hesych: Mag' alpa. Kvngtoi. Etym. M. unter: igwdiog: Mag, o aijpalvei 
%b alfta, dg TtaQct Kvgrjvalq*, Alfia yag Xvyyov %b eXaiov' %l MXei^av Hag. 

Altlat assir ,Blutf; Pauli, ex Festo: assirätum a/pud antiqvos diicSbätur 
genus qvoddam pötiönis ex vVnö et sangvine temperätum, qvod LaMnt 
priscü sangvinem assir voeärent 



332 Griechische Etymologie. 

Lett asins ,Blutf. 

Annen, ariim ,Blutf (ans *asr-iun; Bugge Beitr.24). 

Altind. asän- ,Blutf, nur belegt im Instr. asna (AV.) 9 GeiL-Abl. asnds 
(AV.) und Plnralgen. asnä'm. Daneben dsrg- ,Blut' (RV. 1, 164, 4: bhü'm- 
jäs äsus dsrg dtma Jcüa svid ,wo ist wohl der Erde Leben, Blut, Athem'?) 
und asrd-m ,Blut' (Lexik.) 

Hervorgegangen aas *toaQ. Der Bildung nach zu vergleichen mit dem 
nächstvorausgehenden eaq jFrühling 1 und anderen neben diesem genannten 
Formen. — Die Form bIclq verhält sich zu tag, wie zum Beispiel das 
adjectivische Feiaqivo-g ,zum Frühling gehörig* (IL 2, 89; 2, 471) zu Fiaq 
,Fruhling* (Seite 330). — Im altind. asdn- ist suffixaler Nasal enthalten, 
wie zum Beispiel in altind. uddn- , Wasser* (RV. 4, 20, 6 : Instr. udnd') KV. 
1, 104, 3: Loa uddn) neben altind. atirudrd- (RV. 10, 115, 6) — cv-vöqo-q 
,wasserlos' (Hdt 2, 149; 3, 5) und neben vöcjq /Wasser 1 (H. 3, 270; 6, 457), 
oder in goth. vatan- , Wasser' (Matth. 10, 42) neben ahd. tocvRar und nhd. 
Wasser. 
££, alt iFi 9 Pronominalaccu8ativ des Singulars ,ihn, sie, es'; rückbezüglich 
,sich'. 

IL 20, 171: fiaarierai, iFe d* avtov ifcovQvvei paxioaa&ai. II. 24, 134: 
oxvCeo&ai aoi (prjol &eoig, iFe d* %^o%a navnav a&avarwv xexoltoa&ai. 
— Dativ ioi, alt I/o t ,ihn, ihr', ruckbezüglich ,sich'; IL 13, 495: tag Flde 
XaFwv Fidvog im07c6fievov iFoi avrtp. Od. 4, 38: xixkero d* aklovg 6%- 
QVjQOvg &€QartovTag apa onio&ai iFoi avrcp. Ap. Rh. 1, 893: $rjtdla>g d' 
av ioi (,dirO xal dnelqova Xaov ayelQcug. Ap. Rh. 3,99: fieti/teira y' 
aT€fißolfirjv ioi avrjj (,mir selbst*). 

Nebenformen zu I' ,ihn, sie, es'; ,sich' und ol ,ihn, ihr' ,sich' (Seite 326), 
die im nächsten Zusammenhang mit dem sogleich zu nennenden adjecti- 
vischen io-g ,sein, eigen' stehen und für die das Vorhandensein des alten 
inneren F durch entsprechende Formen der verwandten Sprachen wahr- 
scheinlich gemacht wird. 
lös, alt LF6-q ,sein, eigen'. 

II. 1, 533: Zeig dk iFov ngog dcJ/ia (nämlich ,gingO. IL 1,496: Bing 
d* oi Itj&er* iqper/uov naidog iFov. IL 5, 371: tj <T iv yoivFaoi reime 
j/iwvrjg dV *A<pqoHti\. Od. 4, 618: o#' iFbg dopog aficpexalvipe* xeioi 
(ie voovqoavra. 

Altlat sovo-s ,sein, eigen' (Inschr. ; siehe Corssen 1 , 668) ; spätere Form 
suo-s (Enn. ann. 179; 240; 250). 

Lit savä-s-is ,der seinige', sdvo (possess. Genet) ,sein'. 

Armen, iu-r meiner, sich'; -r ist Suffix (Hübschm. Arm. Stud. S. 32). 

Altind. sud- ,sein, eigen' (RV. 1, 1, 8; 1, 58, 2; 1, 75, 5), jüngere Form svd- 
(RV. 1, 46, 9; 1, 62, 8; 1, 71, 5 und 6). 

Altbaktr. hava- ,sein, eigen'. 

Dass iF6-g aus altem *aeF6-g hervorgegangen ist, wird durch Formen 
wie das altlateinische sovo-s ganz deutlich. Dass das altindische svd-, dem 



Griechische Etymologie. 333 

griech. o-g, als ßo-g ,sein, eigen 4 (11. 5, 806; 6, 202; 474), altbulg. svoi-, alt- 
baktr. hva oder qa ,sein, eigen' genau zu entsprechen scheinen, nicht die 
hier wirklich zu Grunde liegende Form sein kann, zeigt schon das daneben 
öfter auftretende suä-, das nicht aus svä- hervorgegangen sein kann. 
boQTfi ,Fest'. 

Bei Homer zweimal. Od. 20,156: ov yaQ dßr)v iivrjoxrJQeg antaaovxai 
(xeyaQOLOy dXXa pal? tjqi viovxai, inel xal näotv ioQXt). Od. 21, 258: 
vvv fikv yaQ xard dfjfiov ioQxr) xolo &eolo ayvr\. Pind. Ol. 5, 5: og . . . 
ßiapohg 2£ dtdvfiovg lyiQaQev ioQxalg &ewv fieylovaig. Pind. Ol. 6, 69 : 
evt 3 av . . . € HQaxlirjg . . . ioQxdv %e xxlorj nleiaTOfißQoxov tedpov xe fii- 
yioxov di&lwv. Aesoh. Eum. 191: oq* dxovexe oiag ioQxijg bot 1 dno- 
Ttxvüxoi &eolg oxioyij&Q' fyovoai] — Ionische Form oQTr): Hdt 1, 31: 
iovarjg ogxrjg %f 4 "Hqtj xoiot, IdQyeloioi. Hdt 1, 147 : elol dh rcdvxeg "Icaveg, 
oooi an ' 'A&rjviwv yeyovaoi xal Idnaxovoia ayovai OQxt)v. — Dialektisch 
(äolisch Meister-Ahrens 1, 33) SQoxi-g: Eur. El. 625: Nvpyaig inoQOvv' 
sqoxlv, dg ido%£ poi. Hesych: looxrjv. (MSchmidt schreibt bqoxlv) ioQxrjv. 

KirtQlOl. 

Fick (2, 233) stellt es nach dem Vorgänge von Pott (1, 224) und Benfey 
(1, 323) unmittelbar zu altind. vratd-m ,Gesetz, göttliche Ordnung' (B.V. 1, 
101, 3; 3, 7, 7; 3, 30, 4; 3, 32, 8), ,heiliges Werk' (RV. 1, 31, 2; 3, 38, 6; 10, 
166, 4), dabei bleibt aber die Annahme der rein lautlichen Entwicklung 
der Silbe i vor ursprünglich anlautendem v ganz unbewiesen. — Als suf- 
fixalen Theil des Wortes wird man xq ansehen dürfen, ganz wie zum 
Beispiel in : aoQxrj ,in die Lunge auslaufendes Ende der Luftröhre', ,grosse 
aus dem Herzen aufsteigende Schlagader' (Seite 14), xvqxtj ^Fischreuse' 
(Hdt 1. 191), OTtagxri ,Strick' (Alkiphr. 2, 4, 15). 
iijos (oder irjog?), alt wohl £jJ-Fo§ (oder iijßog?), dunkle Genetivform der 
homerischen Sprache. 

Od. 14, 505: dolrj xiv xig %Xalvav ivl oxa&poloi ov<poQßwv, dfitpoxegov, 
(piloxfjxt xal aldoi gxaxog eijßog. Od. 15, 450: nalda yaQ dvÖQog erßog 
kvl (ueyäQoio* axtxaXlu). IL 1, 393: neQloyjeo naidbg irjßog (Zenodot und 
andre lasen iolo). II. 15, 138: x(j> 6* av vvv xiXofiai fÄe&i^iev %6Xov 
vlog eijßog (Zenod.: iolo; so auch Nauck). IL 19,342: xkxvov ipov, dt) 
Ttapnav dnolyjeai dvÖQog irjßog (Zenod.: iolo), IL 24, 422: dg xoi xij- 
dovxai pdxaQeg &eol vlog if/og (Lesart: solo). 11.24,550: ov yaQ xi 
rtQV&ig axaxrtfiivog vlog irjßog (Zenod.: iolo). An noch drei anderen 
Iliasstellen ist die Form irjog nur schwach beglaubigt, nämlich II. 14, 9: 
dg ßemwv oaxog eile xexvyfxkvov vlog ißolo (Eust: irjog). IL 18, 71: o§£ 
dk xwxvoaoa xaQtj keße naidog ißolo (Lesart: irjog). IL 18, 138: dg oqo 
qxovrjoaoa ndXiv %Qane&* vlog ißolo (Lesarten: irjog und irjog). 

Nach der geläufigen Ansicht ist Irjog Genetiv zu iv-g ,gut, edel' (II. 2, 
819; 12, 98; 13, 246): aber Adjective auf v bilden keinen Genetiv auf rjog 
(rjßog). Brugman (Ein Problem der homerischen Textkritik, Seite 52 — 62) 
hält irjog an allen Iliasstellen für unrichtig überliefert und lässt es nur 



334 Griechische Etymologie. 

Od. 14, 505 und 15, 450 gelten: hier aber nimmt er es als Genetiv eines 
substantivischen lev-g »Herr*, das er aber, namentlich auch nach seiner 
etymologischen Seite, hinreichend zu begründen nicht verstanden hat Fick 
l 4 , 578 übersetzt ,des eigenen' und deutet kfjog aus altem iFrjog, das er 
unmittelbar zu goth. sves ,eigen' (Mk. 15, 20; Joh. 10, 3; 4; 12; 15, 19) stellt; 
dessen Grundform aber lautet svesa-, nicht svös-, 
?o>-§ (und c ewg~) ,Morgenröthe, Tagesanbruch'; ,Osten'; 

Aesch. Ag. 265 : cCayyeXog phv, (3üft£Q r\ rtccQoipla, %wg yhoixo firjxQog 
etygovrjg nctQa. Soph. Oed. Kol. 477 : %oag %iaa&(u otixvxa TtQog nQCJxrjy 
%w. — Xen. Hell. 5, 4, 49: xcc ngog ew xffi x&v Qrjßalwv rtoXewg idfjov 
lii%Qi xi\g TavayQalwv. — Dazu: kw&ivc -g ^morgendlich'; Soph. Brachst 
461: &tüthvdg ydg, . . . eldov axgaxov oxtf%ovxa naqaXlav nixQav. 

Genaueres wird unter der homerischen Form 170$-, i^Pog- (IL 1, 477 ; 493) 
gegeben werden. Die lautliche Entwicklung von %wg vergleicht sich un- 
mittelbar mit der des sogleich zu nennenden adverbiellen ecog ,so lange als, 
während'; ,bis'. — Das adjectivische kw&ivo-g ist gebildet wie aus Eo*fay 
,am Morgen' (Xen. Kyr. 4, 2, 6), vergleicht sich im Uebrigen mit Bildungen 
wie x&i&w-Q gestrig' (Ar. Frösche 987; Wespen 281; zu ***£o-s gestrig* 
II. 1 , 424 ; %&ig ,gestern' Hom. hymn. 273) , ianeQivo-g ,abendlich' (Xen. 
Lak. 12, 6; zu eo/tsQo-g ,Abend' Od. 1, 422), deieXivo-g ^abendlich' (Theokr. 
13, 33; zu öeteXo-g ,Abend' IL 21, 232) und ähnlichen. 
eioq ,so lange als, während'; ,bis, bis dass'. 

Aesch. Pers. 710: %<og Uevaaeg avyag fjXlov. Aesch. Oh. 1026: etog <T 
£Vr' efiq>Qwv eipl 7 xtjqvoow <plXoig. Aesch. Agam. 1435: %wg av aX&tj nvq 
iq>* kaxlag ifi^g AXyio&og. — Aesch. Prom. 810: xovxov itaq* o%&ag %Qqf, 
%oig av i§lxrj xaxaßaapov. Aesch. Pers. 428 : xancvfiaaiv xaxelx* rteXaylav 
aXa 9 %wg xeXaivijg vvxxog ojifi' dcpeLXexo. 

Die homerische Form lautet fjog, rjßog (siehe weiterhin). Bezüglich des 
Vocalverhältnisses vergleichen sich Genetive wie ßaoiXiwg ,des Königs 4 
(Aesch. Pers. 24; 58) neben homerischem ßaoiXrjfog (IT. 1, 340; 410) un- 
mittelbar. 
k&(iev ,wir sättigten uns'; vereinzelte Conjunctivform. 

11.19,402: aXXwg dij (pQa&a&e aacoaifiev r)vioxfjF(* alf/ Javaßair kg 
SpiXov, Irtel %* &<5pev nroXi^ioLO. 

Wurde schon unter o- (aus *aa-) ,sättigen' (Seite 3) aufgeführt Mog- 
licherweise darf man in Vergleich mit dem aoristischen Conjunctiv oriu>- 
pev ,wir wollen uns stellen' (II. 11, 348 = 22, 231), der unrichtig über- 
liefert ist und vielmehr axaofxev zu schreiben sein wird, ein aoristconjunc- 
tivisches aopev (Fick 1 4 , 557 construirt ein ijofisv , das aber nicht in den 
Vers passt) muthmaassen. 
sü>Xo-q ,morgendlich' (mit Bezug auf die vorausgegangene NachtJ, ,über- 
nächtig, abgestanden, nicht mehr frisch'. 

Axiomkos (bei Athen. 3, 95,0;: acte navxag opoXayeiv xwv ydficov 
xQeixxio yeyovhai xr\y ewXov ^ftiQav (,Tag nach der Hochzeit*); Axionikos 



Griechische Etymologie. 385 

(bei Athen, (x, 240, B); ylavxov ßeßQuyxwg tipa%og kcp&ov trjjuegov avQtov 
tiükov xovt %%wv ovx a%&o(iau Antiphan. (bei Athen. 6, 225, E): (,Fische*) 
ar\itov& y $<okoi xelfievoi dv* fjpiiQag i; tqelg. Anthol. 12, 107, 3: fivgtov 
%u)Xov IqqI<p&w £t]qoIq gtvQoftevov axvßaXoig. Philetairos (bei Athen. 7, 
280, D): 7Z£qUqy6y iativ artoxela&ai Ttaw Utokov Hvdov toQyvQiov. 

Ging von %w-g ,Morgenröthe, Tagesanbruch 4 (Seite 334) aus. An ver- 
gleichbaren Bildungen auf Xo sind etwa zu nennen: deieXo-g abendlich' 
(Od. 17, 606), ievymko-g ,laut brüllend 4 (IL 18, 580), iU*rjko-g vergäng- 
lich, verschwindend 4 (Hdt.5,39), 'ixqko-g ,ruhig, behaglich' (IL 5,759). 
Andere weichen in der Betonung ab, wie cpeiöwXo-g ,schonend, sparsam 4 
(Hes* Werke 720 ; zu q>eidw Schonung 4 IL 7, 409), aiomrjlo-g ,schweigsam 4 
(Eur. Med. 320; zu auaivq stillschweigen 4 IL 3, 95), dntarrjlo-g betrügerisch 4 
(IL 1, 526; zu anatrj ,Betrug, Täuschung 4 Seite 61). 
£löo~q, alt wohl ißlao-g ,gleichmässig gestaltet, gleichmässig vertheilt 4 (?). 

Bei Homer an 53 Stellen und zwar nur in fünf bestimmten Verbindungen, 
überall' in weiblicher Form. IL 2, 765 : Xmcoi . . . tag 'EvprjJLog eXawe 
. . . oxQfyag 6 fit sag, oxaqwkj) inl vwtov ißlaag. — II. 1, 306: inl xh- 
aiag xal vrjßag ißlaag. IL 8,217: xal vi x' ivinQrjoev nvQlxrjhp yrjßag 
ißlaag. II. 15, 729: Une <T Xx?ia vrjßog ißlarjg. Od. 6, 271: ov ycto Oatr 
rjxeoot, fiiXet . . . all* tatol xal iQetpc veßwv xal vrjßeg ißlaai. Od. 3, 
431: rjX9ov dh &oßijg naQa vrjßdg ißlarjg. Od. 4, 578: iv <T latovg %i-> 
•frilieada xal latla vrjvalv ißlarjg. Od. 11, 508: xoßlXqg irrt vrjßdg ißl^ 
arjg. — IL 13, 405: x&vqyfhj yctQ vre' aonldi navtoo* ißlotj. IL 3, 347 : : 
xa% y äortlda itavtoa' kßlayv. IL 11, 61: r *Eitza)Q d 9 iv nQWtoiai qpep' 
uartida navtoo 9 ißlarjv. IL 1, 468 — 602 = 2, 431: dalwvt' , ovdi %v 
&vfiog ideveto daitog Ißlarjg. II. 15, 95: aXXa ov y 1 aQ%e d-ediat döfxoia' 
ivl daitog ilarjg. IL 4, 48 = 24, 69: ov yao pol note ßwpog ideveto dai- 
tog ißlav t g. Od. 8,98: fjdrj plv daitog xexoQrjw&a &vpdv ißlarjg. Od. 
11, 185: TqhSfiaxog tep&vea vifietai xal daitag ißlaag datwtai. — Od. 
11,337: Ttfig vfifiiv avrjQ ode cpaivetai elvat ßeldog te fteye&og te ßtäk 
qyqkvag evdov ißlaog] Od. 14, 178: tov de tig cd-avattov ßXaxpev cpQevag 
tvdov ißlaag. Od. 18, 249: neql iaai ywaixwv ßeldog te peye-S'og te 
ßidh q>Qevag evdov ißlaag. 

Die Erklärung des Wortes ist noch nicht gegeben. Die mehrfach ver- 
tretene Ansicht, dass iiaog im Grunde dasselbe sei mit loo-g, homer. ßlao-g 
,gleich 4 (IL 1, 163; 187; 5, 438), wird sowohl dureh die verschiedene Be- 
deutung der Wörter, als durch ihre Form widerlegt Das i kann unmög- 
lich rein lautlich vor dem alten anlautenden ß entwickelt sein, da Bil- 
dungen, wie ißeldetai ,er wünscht 4 (IL 13, 638; Od. 15, 66) neben ßildetai 
(IL 5, 481), eßedva , Brautgeschenke 4 (Od. 1, 277 = 2, 196; 8, 318) neben 
ßidva (IL 16, 178; 190; 22, 472), ißelxoai ,zwanzig 4 (IL 1, 309; 9, 123 = 
265) neben ßelxoai (IL 2, 510; 748) und ähnliche, die man in dieser Be- 
ziehung etwa vergleichen möchte, sämmtlich ein e auch nach dem ß ent- 
halten, was unmöglich rein zufälli